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ARCHI\^
FÜR
NATURGESCHICHTE
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W. F. ERICHSON UND F. H. TROSCHEL.
HERAUSGEGEBEN
DR. ED. VON MARTENS,
PROFESSOR AN DER FRIEDRICH-WILHELMS-ÜNIVERSITÄT ZU BERLIN.
EINUNDFÜNFZIGSTEB JAHRGANG.
Erster Band.
Mit 18 Tafeln.
Berlin 1885.
Nicolaische Verlags-Buchhandlung.
R. Stricker.
Inhalt des zweiten Bandes.
Erstes Heft.
Seite
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
der Arthropoden während des Jahres 1884. Von Dr. Ph.
Bert kau in Bonn.
Allgemeines . . , 1
Arachnoidea 27
Linguatulina . . , 31
Aearina 31
Pantopoda 38
Opiliones 38
Chernetina 39
Scorpiones 40
Araneae 41
Tristicta 53
Solifugae 68
Myriapoda 69
Pupatina 73
Pauropoda 75
Chilognatha 75
Chilopoda 77
Symphyla 78
Insecta, Thysanura 78
Rhynchota 80
Parasitica 82
Phytophthires 82
Homoptera . . 87
Heteroptera 88
Orthoptera 91
Genuina 92
Pseudoneuroptera 96
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Neui'optera 97
Trichoptei-a 99
Planipennia 99
Diptera . 102
^ematocera 107
Brachycera 109
Pupipara 115
Aphaniptera 115
Lepidoptera IIH
Microlepidoptera 131
Macrolöpidoptera 137
Hymenoptera 155
Coleoptera 177
Bericht iiber die Leistungen in der ^Naturgeschichte der Cru-
staceen während des Jahres 1884. Von Prof. Ed. von
Märten s.
Anatomie und Physiologie 239
Geographische Verbreitung 245
Decapoda 249
Schizopoda 258
Stomatopoda 259
Isopoda 261
Cladocera 267
Ostracoda 269
Copepoda 270
Cirripedia 272
Xiphosura 272
Zweites Heft.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1884. Von Prof. Ed. von
Märten s.
Allgemeines 1
Anatomie und Physiologie 2
Geographische Verbreitung 14
Cephalopoda 36
Pteropoda 38
Heteropoda 38
Gastropoda 39
Lamellibranchia 86
Brachiopoda = . 93
Inhalt des zweiten Bandes.
•Seite
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säiige-
tliiere während des Jahi-es 1884. Von An t. Reich enow 95
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1884. Von Ant. Reich enow . . 154
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1884. Von Dr. Oskar Boettger in Frankfurt
am Main 252
Bericlit über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1884. Von Dr. F. Hilgendorf 328
Drittes Heft.
Bericht über die wissenschaftliche Leistungen in der Natur-
geschichte der Helminthen im Jahre 1885. Von Dr. von
Linstow in Hameln.
Allgemeines 1
Nematoden 5
Gordiaceen und Mermiten 21
Acanthocephalen 21
Trematodeu 24
Cestoden 34
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Protozoen in den Jahren 1882 und 1883.
Von Prof. Dr. Max Braun in Rostock i. M.
Allgemeines 45
Suctoria 66
Ciliata ,...-. 68
Mastigophora 80
Sporozoa 97
Rhizopoda 101
Anhang 115
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Aseidieu während der Jahre 1882 und 1883.
Von Prof. Dr. Max Braun in Rostock i. M.
Anatomie und Entwickelung 117
Systematik und Faunistik 134
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Ascidieu während der Jahre 1884 und 1885.
Von Prof. Dr. Max Braun in Rostock i. M.
Anatomie und Entwickelung 147
Systematik und Faunistik 164
Inhalt des zweiten Bandes.
Seite
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 und 1883. Von
Prof. Dr. Karl Kraepelin in Hamburg.
Anatomie, Ontogenie, Phylogenie 174
Biologie 183
Systematik, Faunen 183
Bericht über die Leistungen in der Spongiologie für die Jahre
1880 und 1881 (Nachtrag). Von Dr. W. Weltner.
Allgemeines 197
Anatomie, Systematik und Faunistik 198
Entwickelungsgeschichte 213
Physiologie 213
Palaeontologie 214
-^ii-^
Zweiter Band. Erstes Heft.
Bericht
über die wissenschaftlichen Leistungen
mi Gebiete der Entomologie.
Inhalt.
Seite.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
der Arthropoden während des Jahres 1884. Von Dr. Ph.
Bertkau in Bonn 1
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Crustaceen während des Jahres 1884. Von Prof. Ed.
von Martens 239
J12II0
Bericht
über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
der Arthropoden während des Jahres 1884.
Von
Dr. Ph. Bertkan
in Bonn.
Fase. X von Thomson's Opusc. Entomol. enthält die Fort-
setzung seines Försök tili gruppering och beskrifning af
Crypti und Bidrag tili Sveriges insectfauna (Coleo-
ptera, Lepidoptera, Hymenoptera).
Gadeau de Kerville's „Melanges entomologiques" I und II
beschäftigen sich mit den in der Normandie bis jetzt beobach-
teten Gallen S. 73 ff., den ersten Ständen der Sialis lutaria
S. 101 ff., der Lebensweise der Phytomyza aquifolii S. 107,
Molytes germanus nicht in Seine -inferieure S. 108, einem
anormal gefärbten Exemplar einer Epilachna n. sp. von Bogota
S. 278, der Verwandlungsgeschichte des Microdon mutabilis
S. 279, Verwandlungsgeschichte und Lebensweise der Erio-
campa limacina S. 285, erneutem Fang von Metoecus para-
doxus in der Normandie S. 291; Bull. Soc. Amis Sei. nat.
Rouen 1883.
Entomologische Miszellen von Bertkau in den Verh.
naturh. Ver. preuss. Rheinl. u. Westf. 1884 S. 343 ff. Taf. VII
enthalten: 1. Duftvorriehtungen einiger Schmetterlinge; 2. Xy-
locopa violacea ein Honigräuber ; 3. weitere Beiträge zur Spinnen-
fauna der Rheinprovinz; 4. zur Kenntniss der Funktion der
einzelnen Theile an den Tastern der Spinnenmännchen.
Packard entnimmt aus R. Owen's „Aspects of the body in
Vertebrates and Invertebrates" Veranlassung, die allgemeine
Körpergestalt und deren Entwickelung bei Wirbelthieren und
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. A
2 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Arthropoden zu vergleichen; Americ. Natural. 1884 S. 855 ff.
mit Holzschn.
Schoch ist von der gegenwärtigen Anordnung der Insekten-
ordnungen wenig befriedigt und schlägt als Prinzip, um die
Reihenfolge festzusetzen, die Beschaffenheit des Thorax vor.
Bei den niedriger stehenden und auch zuerst in der palaeonto-
logischen Entwicklung auftretenden Ordnungen sind die drei
Thoraxringe frei: Schizothoraca, wozu Aptera, Orthoptera,
Dictyoptera (Pseudoneuroptera) , Neuroptera, Coleoptera und
Rhynchota gehören; bei den Zygothoraca (Hymenoptera, Di-
ptera, Lepidoptera?) sind die Thoraxringe zu einer höheren
Einheit verschmolzen. Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 34 ff.
Tropical coUecting; by G. C. Champion; Ent. Monthl.
Mag. XX S. 172, 199, 248 (Anleitung zum Insektenfang in den
Tropen).
Third Report of the ü. S. Entomological Commis-
si on (Washington Governement Printing office, 1883).
W. Hess: Die Hausgenossen des Menschen unter
den Gliederthieren; Hannover, Ph. Cohen, 1884.
Les Parasites exterieurs de l'homme; P. Qroult,
Le Naturaliste 1884 S. 558, 565.
Our Insect Allies; by Theod. Wood; 8 vo., S. 1—228
mit Holzschn.; London 1884; Soc. for promoting Christian
knowledge.
Reports of Observations of Injurious Insects and
Common Crop Pests during the year 1883; . . . by E. A.
Ormerod; S. 1—80, 1—16, London, Simpkin, Marshall & Co.,
1884.
In dem Report of the commissioner of agriculture for 1883
ist auf S. 99—180 PI. I— XIII der Report of the Entomo-
logist enthalten, der sich mit Notizen über die Ausdehnung
der Seidenzucht und über die Lebensweise, Feinde, Vertilgungs-
mittel folgender Schädlinge beschäftigt: Pieris rapae, Protodice,
oleracea, Monuste; Plusia Brassicae; Mamestra Chenopodii,
Ceremica picta; Orobena rimosalis; Botis apetitalis; Plutella
cruciferarum ; Tortrix fumiferana, Gelechia aUetisella; Galeruca
xanthomelaena ; Nematus Erichsonii, integer; Caloptenus Atlan-
tis. Ferner sind die Resultate von Mitteln, die gegen Cocciden
in Anwendung gebracht sind, mitgetheilt.
In No. II der Undersoegelser of dyrelivet i de ark-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 3
tiske fjorde zählt Sparre Schneider (76) Criistacea og (4)
Pycuogonida indsamlede i Kvaenangsfjordeii 1881 auf; Tromsoee
Museums aarshefter VII S. 47 ff.
Aurivillius beschreibt die Natur des „Kvaenangenfjords"
im norwegischen Finnmark unter 70° n. Br., dessen Fauna
einen ganz arktischen Charakter trägt. Erwähnt werden Ar-
gynnis polaris; Colias nastes; Arctia Queuselii; die Kartotfel-
blätter fanden sich von einer Käferlarve, wahrscheinlich von
Silpha lapponica, stark zerfressen; Entom. Tidskrift 1884
S. 203.
Reuter zählt die während einer Entomologiska exkursi-
oner under januari 1882 i södra Finland aufgefundenen
Insekten (40 Col., 2 Hern., 2 Hymen., 2 Lepidopt., 2 Thysanopt,
6 CoUemb.) auf; Medd. af Soc. pro Fauna et Flora Fennica
IX S. 72 ff.
Die während einer Excursion aux iles Berlengas et
Farilhoes gesammelten Thiere liefern den Beweis, dass diese
in unmittelbarer Nachbarschaft der portugiesischen Küste ge-
legenen Inseln keine auf dem Festlande nicht vertretenen Arten
haben und dass sie auch keine eigenthümlichen Rassen erzeugt
haben. Von Gliederfüssern sind nur wenig Arten mitgetheilt
(Hymen. 1, Coleopt. 34, Lepid. 3, Dipt. 1, Orthopt. 1, Myriap.
1, Crust. 1); Daveau und Girard in Bol. da Soc. de Geogra-
phia de Lisboa (4. Ser.) No. 9 S. 409 ff.
Ein Tag auf den Balearen von Schmiedeknecht schil-
dert hauptsächlich die Hymenopterenfauna ; Zeitschr. f. Entom.,
Breslau, 9. Heft S. 7 ff.
A. Costa hat einen dritten Beitrag zur Geo-Fauna
Sarda gebracht, Neapel 1884, und in demselben wieder eine
Menge neuer Arten aufgestellt. Dieselben sind mir nur aus
dem Referat Ragusa's in II Naturalista Siciliano IV S. 14 ff.
bekannt geworden und werden unter Costa a. a. 0. namhaft
gemacht w^erden.
Kleuker schrieb eine Inaugural - Dissertation über endo-
skeletale Bildungen bei Insekten; Göttingen 1883.
Chatin (Sur les appendices de la mächoire chez les In-
sectes broyeurs) vergleicht zunächst die Bildung des sous-
maxillaire (Brülle) bei Oligotoma Saundersi; Oedipoda cinera-
scens; Decticus; Gryllus domesticus; Phasma Japetus; Mantis
religiosa; Hydrophilus piceus, und beschreibt dann an den An-
4 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
hängen dreierlei Arten von Nervenendigungen : an den gewöhn-
lichen Borsten, Tasthaaren und an den „weichen Kegeln"
(„cones moux"); letztere, bisher wenig beachtet, „nehmen den-
noch einen wichtigen Theil in der Ausübung des Tastvermögens
bei den Arthropoden in Anspruch." C. R. Acad. Sei. Paris
XCIX S. 51 ff. und 939 ff.; siehe auch Ann. a. Mag. N. H. (5)
XV S. 147.
Leydig hat Untersuchungen zur Anatomie und
Histologie der Thiere, Bonn 1883 bei E. Strauss, 174 S.
mit 8 Taf. erscheinen lassen. In dem zweiten Theil dieses
Werkes wird die feinere Struktur der Zelle, wie sie sich mit
Hülfe der vollkommeneren optischen und technischen Hülfsmittel
darstellt, zur Sprache gebracht. Indem ich über diesen Theil
kurz, so weit die Beispiele den Insekten entnommen sind,
referire, spreche ich das Bedauern aus, dass die mir auferlegte
Beschränkung nicht eine so ausführliche Berichterstattung er-
laubt, wie es die Wichtigkeit des Gegenstandes und dieser
Untersuchungen erheischte. Die zusammengesetzte Struktur des
Zellplasmas, bestehend aus einem Netz- und Gerüstwerk festerer
Fäserchen, zwischen denen eine weichere Substanz eingebettet
ist, wurde an den Zellen der Speicheldrüsen zahlreicher Insek-
ten erkannt. So bei Nepa cinerea, Naucoris und Notonecta.
Bei den Larven von Chironomus lässt sich ausserdem eine
streifige Sonderung erkennen, welche radial gerichtet ist und
in dem Raum zwischen Rinde und dem den Kern umgebenden
Plasma Platz greift. Bei den im Kopf gelegenen Speichel-
drüsen von Bombus lässt das Protoplasma gleichfalls aussen
eine streifige, innen eine schwammige Struktur erkennen ; ersteres
bildet eine zusammenhängende Wandschicht; dasselbe ist bei
den Speicheldrüsen mehrerer untersuchter Fliegen der Fall. In
den Serikterien der Raupen nimmt die äussere Partie eine
schwammige, die innere eine streifige Struktur an, und die Streifen
zeigen feine Querästchen, die eine Art Gitter herstellen. Die
Zellen der Malpighi'schen Gefässe (von Bombyx neustria z. B.,
Musca vomitoria) lassen eine mittlere streifige Zone erkennen;
nach innen zu bildet sich ein grossmaschiges Balkenwerk, nach
aussen eine feinschwammige Rindenschicht aus, welche letztere
gelbliche Körnchen und Stäbchen eingebettet enthalten kann.
Die in dem Zellplasma auftretenden Körnchen erscheinen,
z. B. die Harnkrystalle der Malpighi'schen Gefässe, zuerst an
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 5
den vorher erwähnten Balken, gelangen aber später in die
Zwischenräume derselben, wo sie sich ansammeln können.
Eine weitere Differenzirung innerhalb der Zelle ist ein
freier, d. h. substanzarmer Raum um den Zellkern, in den
sich von dem balkenartigen Plasma aus zarte Fasern bis zu
dem Zellkern hinziehen; solches lässt sich an den gelben
Partieen des Fettkörpers von Trichodes alvearius, an den Mal-
pighi'schen Gefässen von Sarcophaga, Musca vomitoria, der
Larve von Cetonia aurata wahrnehmen.
Der in den Drüsenzellen auftretende Sekretraum zeigt
hinsichtlich seiner Abgrenzung verschiedene Stufen der Aus-
bildung, indem die Grenze bisweilen bloss durch das schwam-
mige Plasma gebildet ist (z. B. in den einzelligen Speichel-
drüsen von Bombus), während in andern Fällen eine scharfe,
oft sogar die Vermuthung einer kutikularen Wandung recht-
fertigenden Grenze ausgebildet erscheint (z. B. Speicheldrüsen
von Musca vomitoria, Tabanus, Hemipteren, Dipterenlarven).
Das Sekret ist bald flüssig, bald geformt; letztere Eigenschaft
lässt es oft erst nach härtenden Reagentien erkennen. Viel-
leicht ist der „Dotterkern" mancher Eier und der „Nebenkern"
anderer Zellen eine dem Sekretraum verwandte Bildung.
Ausser jenen Lücken in dem Plasma, welche dessen Be-
zeichnung als „schwammiges" rechtfertigen, kommen bisweilen
noch andere Gänge und Höhlungen, oft sogar mit chitinisirter
Wandung, in demselben vor. Solche intracellulare Gänge
finden sich z. B. als Anhänge der Ausführungsgänge von Drüsen
im Zellplasma; ebenso nehmen die feinsten Tracheenäste ihren
Ursprung in ähnlichen Gängen des Protoplasma der Endzellen;
die Gänge münden in einen Tracheenast ein, und erst dieser
zeigt die spiraligen Verdickungen. Andererseits führen aber
auch die gewöhnlichen Lücken des Plasma in Porenöffnungen
nach aussen und münden bei membranlosen Zellen in jene
Intercellulargänge ein, welche sich oft zwischen denselben
finden, z. B. im Darmepithel verschiedener Insekten, an den
mehrzelligen Speicheldrüsen von Wasserwanzen und Dipteren-
larven, auch an den Malpighi'schen Gefässen. Indem nun diese
Zwischenräume von Substanzbrücken der benachbarten Zellen
durchsetzt werden, wird eine Gewebsform angedeutet, die in
ihrer extremen Ausbildung als Syncytium bekannt ist. Findet
andererseits das Aussenden von fadenförmigen Plasmafortsätzen
6 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bei solchen Zellen statt, die eine Kutikula abgeschieden haben,
so ist die Folge davon eine feine oder gröbere Streifung der
Kutikula.
Aehnlich wie der Sekretraum, zeigt auch der Kern einen ver-
schiedenen Grad der Individualisirung gegenüber dem umgeben-
den Plasma, und in seiner Struktur imd in seinen Beziehungen
zum Kernkörperchen wiederholt sich gewissermassen dasselbe,
was vom Zellplasma und seinem Verhalten zum Kern schon
gesagt ist, wofür die verschiedensten Zellen Beispiele liefern.
Bemerkenswerth sind die Zellen der Speicheldrüse von Naucoris
wegen der Vierzahl und bestimmten Anordnung ihrer Kern-
körperchen, die jungen Eizellen von Libellula wegen des rie-
sigen Umfanges ihres Keimfleckes. Eine eingehende Besprechung
erfahren die Bänder, welche Balbiani in den Kernen der Speichel-
drüsen von Chironomus bekannt gemacht hat und die sich in
ähnlicher Weise bei zwei andern Dipterenlarven und in den
Malpighi'schen Gefässen der Chirouomiis-Larve finden. Leydig
sieht die Bänder als eigenthümliche Modifikation des Balken-
werkes innerhalb des Kernes neben dem Kernkörperchen an.
— Die verästelten Kerne der Raupenserikterien sind hohl, mit
einer Flüssigkeit erfüllt; bisweilen reichen einzelne Aeste bis
an die Zellgrenzen und in die Intercellulargänge hinein.
Mit dem Namen „Schaltzellen" bezeichnet Leydig Zellen,
welche sich zwischen die gleichartigen Zellen gewisser Gewebe
eingeschaltet finden, z. B. in dem Fettkörper von Vespa, den
Malpighi'schen Gefässen von Cetonia aurata und anderen In-
sekten; hier haben sie vielleicht die Bedeutung einzelliger
Drüsen.
Aehnlich dem Befunde bei anderen Thierklassen zeigen auch
die Samenelemente der Insekten und Tausendfüsser einen zu-
sammengesetzten Bau, wofür Lithobius, Notonecta, Clythra,
Dytiscus, Timarcha u. a. Beispiele liefern.
Die Bemühungen, die Nervenendigungen an Drüsen von
Insekten zur Anschauung zu bekommen, sind vergeblich ge-
wesen, und es werden auch die von Eugelmaun und Lidth de
Jeude bei den Speicheldrüsen von Bombus beschriebenen Nerven-
endigungen in anderem Sinne gedeutet.
Kraepelin. Die Geruchsorgane der Gliederthiere.
Osterprogramm der Realsch. des Johanneums zu Hamburg 1883.
Habe ich nicht erhalten.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884 7
Nach A. BoUes Lee beruht die Angabe Viallanes' von dem
Vorkommen von Ganglien in der Haut von Fliegenlarven, die
weder mit der Bauchgauglienkette noch mit dem Eingeweide-
nervensystem in Zusammenhang stehen, auf einem Irrthum. Die
vermeintlichen Ganglien sind chordotonale Organe, und diese
hangen mit dem Bauchstrang in deutlicher Weise zusammen.
Die Schuld des Irrthums Viallanes' schiebt Lee auf dessen An-
wendung des Goldchlorids, das bei weitem nicht alles das er-
kennen lässt, was man im frischen Zustande an diesen Organen
wahrnehmen kann. Recueil Zoologique Suisse 1884 S. 684 ff.
mit PI. XXXVII.
A. Bolles Lee hat seinen Aufsatz über die Chordotonal-
orgaue der Insekten (s. den vor. Ber. S. 73) in italienischer
Uebersetzung in dem Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 53 ff. Tav. I
erscheinen lassen.
Bütschli macht nach den Untersuchungen seines Schülers
Sacepine Mittheilungen über die nervösen Endorgane an
den Fühlern der Chilognathen und ihre Beziehungen
zu denen gewisser Insekten; Biolog. Centralbl. IV S. 113 ff.
mit Holzschn. Am letzten Glied der Fühler finden sich, ge-
wöhnlich 4, Zapfen, mit denen ein spindelförmiges, bis in's vor-
letzte Fühlerglied zurückreichendes Gebilde in Zusammenhang
steht. An letzteres tritt je ein Ast des Fühlernervs, theilt sich
strahlig und nimmt im unteren Theil eine grosse Anzahl ziem-
lich grosser Ganglienzellen zwischen sich. Hierauf verschmäch-
tigt sich die Spindel etwas und umschliesst eine Anzahl klei-
nerer Ganglienzellen, die bis fast an die Zapfen hinanreichen.
Auch diese Zellen verbinden sich mit den vorher erwähnten
Nervenfasern und schicken andererseits Endfasern aus, deren
Bündel in den Zapfen eintritt. Letzterer ist an seinem Ende
offen, so dass die Enden der Fasern äusseren Einflüssen direkt
zugänglich sind. — Denselben zusammengesetzten Bau haben
nun auch die von Hauser als einzellige Gebilde beschriebenen
„Geruchskegel" der Hymenopteren, nur sind sie hier kleiner. —
Ein eventuelles Geruchsvermögen liess sich bei den Myriapoden
aber nicht nachweisen.
Ueber die - eigenthümlichen Bildungen in den
Zellkernen der Speicheldrüsen von Chironomus plu-
mosus macht Korscheit einige Mittheilungen, die von denen
des Entdeckers Balbiani hin und wieder abweichen; Zool. Anz.
8 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
1884 S. 189, 221, 241. Der Kern hat eine amöboide Ver-
änderlichkeit, indem er Fortsätze aussendet und wieder einzieht.
Dasselbe kommt beim Kernkörperchen vor. Manchmal enthält
er Vakuolen, bisweilen in solcher Menge, dass er dadurch ein
schaumiges Aussehen gewinnt. Eine besondere Aufmerksam-
keit schenkte der Verfasser den „gestreiften Bändern," die
nicht abgeplattet, sondern drehrund sind. Sie sind bei den
frisch dem Thier entnommenen Zellen noch nicht sichtbar, bei
diesen ist vielmehr das Zellplasma der Kerne ganz „leer." Bald
aber zeigen sich in demselben Streifen, Lamellen, und schliess-
lich jenes gestreifte, zusammengerollte Band. Die Querstreifung
des letzteren ist nicht auf die Zusammensetzung von festeren
und flüssigen Scheibchen, sondern auf eine auf die Oberfläche
beschränkte Faltung zurückzuführen. Ueber den Zusammen-
hang dieser Bündel mit dem Kernkörper berichtet Korscheit
nichts Neues, dagegen legte er sich die Frage vor, ob dieselben
vielleicht als Nährmaterial aufgespeichert und zur Zeit des
Mangels resorbirt würden ; Versuche, welche nach dieser Richtung
hin angestellt wurden, ergaben indessen ein negatives Resultat,
Macloskie schreibt über die structure of the tracheae
of Insects und verlegt den Athemprozess vorzüglich in die
Tracheenenden; Americ. Naturalist 1884 S. 567 0". mit Holzschn.
Passerini schildert die Folgen der Köpfung beim
Seidenspinner; Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 285.
Fromholz stellt kleine Studien über das Wahrneh-
mungs- und Gefühlsvermögen der Insekten an; Berl.
Entom. Zeitschr. 1884 S. 113 ff. Er ruft manche Beobachtungen
in's Gedächtniss, die sehr scharfe Sinne beweisen, von deren
Sitz, mit Ausnahme des Gesichtssinnes, wir keine sicheren
Kenntnisse haben. Auffallend ist die Unempfindlichkeit mancher
Insekten bei Verletzungen.
Amans hat weitere Mittheilungen über die Flugorgane und
die Mechanik der Flugbewegung bei den Insekten in Rev. Sei.
natur. 1884 S. 482 ff. veröffentlicht, die mir nur durch das
Referat im Journ. R. Microsc. Soc. (2) IV S. 738 bekannt ge-
worden sind.
In einer Note sur les attitudes des insectes pen-
dant le vol behandelt Pouj ade die Verbindung zwischen Ober-
und ünterflügel, die Haltung der Beine und die Neigung der
Längsachse des Körpers gegen die Horizontale während des
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 9
Fluges; die verschiedenen Typen sind in Abbildungen darge-
stellt. Eine Steuerung durch die Beine während des Fluges
kommt nach Poujade nicht vor; dieselbe wird vielmehr durch
die Flügel selbst bewerkstelligt. Ann. Soc. Ent. France 1884
S. 197 ff. PI. 8.
Grundlinien zur Erforschung des Helligkeits-
und Farbensinnes der Thiere. Von Vitus Graber. Prag
und Leipzig 1884.
Mit der Funktion der Insektenbeine beschäftigen sich meh-
rere Aufsätze, von denen F. Dahl's „Beiträge zur Kennt-
niss des Baues und der Funktionen der Insekten-
beine," dieses Archiv 1884 I S. 146 ff. mit Taf. XI— XIII
(auch als Inaugural-Dissert. Kiel), den Gegenstand in den wei-
testen Grenzen behandeln; ich mache daher mit ihnen den
Anfang. Dahl sieht zunächst die Konstanz, mit der die
Sechszahl der Beine bei den Insekten vertreten ist, in dem
Umstände begründet, dass die meisten Insekten Kl etterthiere
sind und dass für die Kletterbewegung die Sechszahl der Beine
das Minimum ist, bei dem immer wenigstens 3 Beine angeheftet
sein können (?). Beim inneren Bau zeigt der Verfasser zu-
nächst, dass die Muskulatur eine recht einfache ist. Die sämmt-
lichen Tarsenglieder incl. Kralle besitzen nur einen Beuger,
der sich proximal am Schenkel anheftet; die Streckung des
Fusses wird durch die Elastizität der die Glieder verbindenden
Chitinhäute bewirkt. Die Gelenkverbindung zwischen Trochan-
ter und Oberschenkel ist ein Klappengelenk, d. h. es stossen
die beiden Glieder mit parallelen Rändern an einander und
sind durch eine elastische Haut mit einander verbunden. Der
Muskel, der sich mit breiter Fläche am Trochanter und mit dem
anderen Ende an einer grossen Strecke des Schenkelrandes an-
heftet, ist ein pronator. Die entgegengesetzte Bewegung wird
auch hier durch die Elastizität der Gelenkhaut herbeigeführt.
Rücksichtlich seiner Verrichtung kommt das Bein als
Bewegungs-, als Fang- und Klammer-, und als Reinigungs-
organ in Betracht. Grabbeine findet Dahl weiter verbreitet,
als man bisher annahm, indem überall da, wo Schienensporen
vorkommen, auch von Grabbeinen gesprochen werden kann.
Am ausführlichsten ist der Kletterfuss behandelt und die
Frage, wodurch es den Insekten möglich wird, an glatten
senkrechten Flächen sich festzuhalten. Dahl entscheidet sich
10 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dafür, dass eine Flüssigkeit mit im Spiele sei, die aber nicht
eine klebende sei und auch nicht in so reichlicher Menge
abgeschieden werde, dass sie als Tröpfchen sich sichtbar mache.
Drüsen, aus denen sie stammen könnte, Hessen sich nicht auf-
finden, so dass es wahrscheinlich die durchfiltrirte Blutflüssigkeit
ist; mit Wasser mischt sich dieselbe nicht. Diese Flüssigkeit
macht bald die unbehaarte Fusssohle oder unbehaarte Haft-
lappen geschmeidig (Orthoptera, Hymenoptera, Lepidoptera,
Rhynchota), tränkt bald die bisweilen verbreiterten Enden der
Haare und macht deren Anhaften möglich; solche Hafthaare
finden sich bei Käfern, Forficula und Sialis in der Sohle selbst;
bei Dipteren an den Haftläppchen. Zur Ausscheidung eines
wirklichen KlebestofFes kommt es bei den Männchen einiger
Insekten, z. B. Silpha- Arten. Als Organe zur Reinigung
(namentlich der Fühler, Mundtheile und Augen) dienen ge-
wöhnlich die Schienen der Vorderbeine. Als besondere Putz-
organe sind nicht nur die bekannten Einrichtungen am Ende
der Schienen und am ersten Tarsenglied (von Dahl Metatarsus
genannt) der Hymenopteren, sondern auch das Schienenblatt der
Schmetterlinge und Haar- und Stachelkränze und -Bürsten bei
anderen Insekten gedeutet. Diese dienen dann meistens zur
Reinigung der Mittel- und Hinterfüsse, die namentlich bei Arten
mit Hafthaaren nöthig ist. Heuschrecken, Locusta z. B., rei-
nigen die Sohle ihrer Vorderfüsse mittels der Kiefer. — Obwohl
nun der Verfasser einen Theil der eigenthümlichen Anhänge
seiner Bedeutung und Verwendung nach klar gelegt zu haben
glaubt, andere auf Mimikry zurückführt, gesteht er doch zu,
dass manche Bildungen der Insektenbeine vollkommen räthsel-
haft bleiben, wenn man den Insekten nicht eine besondere Vor-
liebe für bestimmte Formen zusprechen will. — Eine vorläufige
Mittheilung s. im Zool. Anzeig. 1884 S. 38 ö". Vergl. Americ.
Natural. 1884 S. 1046.
Zu ziemlich denselben Resultaten hinsichtlich des Kletterns
ist G. Simmermacher, Zool. Anz. S. 225 fi"., gelangt. Derselbe
untersuchte eingehender auch die sexuellen Haftapparate, beson-
ders bei den nahe verwandten Carabiden und Dystisciden, und
fand Abweichungen der Haftapparate bei verschiedenen Gat-
tungen, Gleichheit innerhalb derselben Gattung. Die Furchen
auf den Flügeldecken der Weibchen sind nach ihm ein altes
Erbstück und bei den Weibchen nur deshalb noch erhalten,
Im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. H
weil die Weibchen überhaupt sich langsamer anpassen als die
Männchen. Ausführlicher und mit Abbildungen behandelt in
Zeitschr. wiss. Zoologie 40 S. 481 ff. Taf. XXV— XXVII.
Gegenüber diesen (und Rombout's) Angaben (s. unten) hält
Dewitz daran fest, dass ein Anleimen stattfinde; ebenda
S. 400; Antwort von Simmermacher S. 513; siehe auch Ent.
Nachr. 1884 S. 125 fi*.
De la faculte qu'ont les mouches de se mouvoir
sur le verre et sur les autres corps polis par Dr. J. E.
Rombouts; Archives du Musee Teyler (Ser. II) IV S. 185 ff.
mit Holzschnitten. — Rombouts weist den Gedanken, dass die
Fliegen vermöge etwaiger Unebenheiten des Glases, oder in
Folge einer Art Saugscheibe, oder durch Anleimen die Fähig-
keit haben, sich an glatten, senkrechten Wänden zu halten, ab,
und sucht dafür zu beweisen, dass sie durch die Haare, mit
denen die Fussenden bekleidet sind, eine fettige Substanz in
Gestalt kleiner Tröpfchen ausscheiden; die Adhäsionskraft
zwischen dieser Flüssigkeit und der Wand und dem Fuss hält
das Gewicht der ganzen Fliege. Durch Versuche mit Haaren,
deren Ende er in Oel getaucht hatte und die er nun von der
Unterseite einer horizontalen Glasplatte herabhängen Hess, suchte
er das Gewicht zu ermitteln, das die 6 mit Haaren besetzten
Füsse einer Fliege zu tragen im Stande sind, und fand unter
der ungünstigsten Annahme ein höheres Gewicht, als das der
Fliege ist (Tragfähigkeit 0,065, Gewicht der Fliege 0,045
Gramm). Von dem Vorhandensein einer durch die Fusshaare
abgesonderten Flüssigkeit überzeugte sich der Verfasser in der-
selben Weise wie Dewitz, indem er in ein kleines und niedri-
ges Kästchen, dessen Boden ein Deckgläschen war, eine Fliege
mittels eines über die Flügel gehenden Gummipapierstreifens
festklebte und nun die Fusssohlen unter dem Mikroskop, im
umgestürzten Kästchen betrachtete. Die Spuren, welche eine
Berührung der Fusssohle auf dem Deckgläschen zurückliess,
stimmen genau überein mit der Anordnung der Haare an den-
selben. Eine angehauchte, oder mit dünner Fettschicht oder
Staub bedeckte Fläche macht es den Fliegen unmöglich, sich
an derselben festzuhalten; das Anhauchen deshalb, „weil sich
das Fett der Haare nicht mit dem Wasser mischt, also keine
Adhäsion stattfindet; der Ueberzug von Fett, „weil sich die
kleinen abgeschiedenen Tröpfchen mischen und die Oberfläche
12 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
kleiner wird als die Summe der getrennt genommenen Ober-
flächen der kleinen Tröpfchen" (!?); der Staub setzt sich
zwischen die Haare und wird durch Reiben der Füsse an ein-
ander und an den Flügeln beseitigt. — Ausser Musca dome-
stica untersuchte der Verfasser noch M. vomitoria und Foly-
drosus sericeus. S. auch Zool. Anzeig. 1884 S. 619 ö".
Ein zusammenfassendes Referat über diese verschiedenen
Arbeiten giebt Emery im Biolog. Centralblatt IV S. 438 ff. und
Graber ebenda S. 560 ff.
F. Plateau ist im Verlauf seiner physiologischen Studien
über die Arthropoden zu den Athembewegungen der Insekten
gekommen und hat die Resultate seiner Forschungen unter dem
Titel: Recherches experimentales sur les mouvements
respiratoires des Insectes in einem stattlichen Quartbande
von 219 Seiten mit 7 Tafeln und zahlreichen in den Text ge-
druckten Holzschnitten niedergelegt. In der Einleitung giebt
der Verfasser einen kurzen historischen Ueberblick und be-
schreibt dann die von Hausmann angewandte Methode und
eine von ihm selbst dabei angebrachte Modifikation, um
die Grösse der Volumveränderung bei der Exspiration und
Inspiration zu veranschaulichen. Diese Methode lässt aber
über wichtige andere Fragen ganz im Unklaren und liefert
auch über die Volumveränderung nur bei grösseren Individuen
und auch hier nur ungenaue Resultate. Als Untersuchungs-
methoden verwandte Plateau einmal die autographische, wo-
bei ein leichter, an geeigneter Stelle auf dem Insekte ruhender
Papierstreifen die Athembewegungen auf einem sich drehenden
Cylinder aufschrieb, so wie die Methode der Projektionen,
indem von dem Insekte durch eine Laterna magica ein ver-
grössertes Bild entworfen wurde. Diese Methode gestattete
nicht nur, auch kleine Insekten bis zur Grösse einer Stuben-
fliege hinab zu studiren, sondern auch die Lageveränderung der
einzelnen Körpertheile in's genaueste zu verfolgen. Hierbei
ergab sich nun, dass man bei den Insekten 3 Haupttypen der
Athembewegungen zu unterscheiden habe, deren Umfang sich
nicht mit systematischen Gruppen deckt, sondern die einzig und
allein von der Beschaffenheit der Hautbedeckung der Hinter-
leibsringe und der Anordnung der Respirationsmuskeln bedingt
werden. Bei dem ersten Typus, wozu alle Coleopteren, die
Rhynchota heteroptera und die Blattidae gehören, machen die
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 13
Bauchringe eine nur geringe Bewegung, während ein Senken
und Heben der Rückenschienen während der Exspiration und
Inspiration die wichtigsten Athembewegungen sind. Beim
zweiten Typus machen Rücken- und Bauchschienen zugleich
Bewegungen gegen, resp. von einander; hierher gehören die
Dipteren, Hymenoptera aculeata, Odonaten und Acridier (und
Forficuliden). Beim dritten Typus endlich zieht sich während
der Exspiration, die im übrigen wie vorher verläuft, auch die
weiche Verbindungshaut zwischen Rücken- und Bauchschiene
nach innen zurück und trägt so wesentlich zur Verringerung
des Körperumfanges bei. In einigen Fällen, namentlich bei
Käfern, dann auch bei Orthopt. cursoria, machen auch Meso-
und Metathorax gleichzeitig mit den Hinterleibsringen Athem-
bewegungen, die entweder in demselben oder entgegengesetzten
Sinne wie die der Hinterleibssegmente gerichtet sind. Die Ver-
kürzung des dorsoventralen Durchmessers bei der Exspiration
beträgt im maximo Vs 7 bleibt aber in manchen Fällen noch
unter V20. Eine Verlängerung und Verkürzung des Hinterleibes,
die man bisher nur den Hymenopteren zugeschrieben hatte,
kommt auch bei einigen anderen Insekten vor und ist auch bei
den ersteren nicht die einzige Athembewegung, wie schon
oben angeführt. Gewöhnlich gehen die Bewegungen an allen
Segmenten gleichzeitig vor sich und schreiten nur selten nach
Art einer Welle fort.
Kolbe stellt eine kurze Betrachtung über die Vorläufer
(Prototypen) der höheren Insektenordnungen im pa-
läozoischen Zeitalter an; Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 167 ff.
Als die ältesten gelten auch ihm die Ins. Ametabola und Hemi-
metabola (excl. Rhynchota). Die Coleoptera glaubt er mit den
Forficuliden, die Lepidopteren mit den Trichopteren und die
Hymenopteren mit den Panorpiden in genealogische Beziehung
bringen zu können.
Derselbe stellt entomologisch-kosmologische Be-
trachtungen aphoristischer Natur an; ebenda 1884 S. 391 ff.
J. Schilde wirft selektionskritische Seitenblicke
in's Insektenleben auf nordischen Mooren; Ent. Nachr.
1884 S. 3 ff.
Derselbe stellt Frühlingsbeobachtungen über die natur-
immanente Erzeugung der Flügelpracht und Anpassung von
Schmetterlingen an ; ebenda S. 141 ff.
14 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
W. Breitenbach behandelt einige Fälle von schützender
Aehnlichkeit aus der brasilianischen Provinz Rio Grande
do Sul; Kosmos XIV S. 204 ff. mit 3 Holzschn. (Phylloptera
lanceolata Burm. , eine Phasmide und eine Schmetterlingspuppe,
die ein abgebrochenes, dürres Zweigende nachahmt).
Mo Cook berichtet in einer Note on the intelligence
of a cricket parasitised by a Gordius in Proc. Acad.
Nat. Sei. Philad. 1884 S. 293 von einer „der grössten, schwär-
zesten und musikalischsten Grillenarten" aus der Gegend New-
York's ein ähnliches Verhalten, wie es von v. Siebold für ge-
wisse mit Gordius behaftete Laufkäfer bekannt gemacht worden
ist. Die Grille näherte sich einem Wassereimer, auf dessen
Rand sie sich niederliess. Hierauf tauchte sie die Spitze des
Hinterleibes unter das Wasser und entledigte sich nach einigen
heftigen Bewegungen eines dunkelen Klumpens, der sich im
Wasser als ein Gordius entwirrte; die Grille war von dem Akt
sehr angestrengt und kroch erst nach 8 Minuten in einer schwer-
fälligen Weise fort.
Antidarwinistische Skizzen von J. Schilde nehmen
ihre Stütze hauptsächlich aus der Insektenwelt. Unter anderem
verweist Schilde auf verschiedene Tagfalterarten derselben
oder nahe verwandter Gattungen, die, jede mit ihrer ei gen -
thümlichen Schutzfärbung, sich untereinander und durchein-
ander auf demselben Terrain tummeln, oder auf solche Arten,
wo die beiden Geschlechter fast mehr von einander verschie-
dene „Musterung," d. h. Zeichnung ihrer Schutzfärbung haben,
als dieselben Geschlechter verwandter Arten. Die Unterschiede
der beiden Geschlechter in der Färbung können bei den Schmet-
terlingen fernerhin nicht durch geschlechtliche Zuchtwahl ent-
standen sein, da die kurzlebigen sich alsbald begatten ohne
lange viel Zeit zu einer Wahl zu lassen, und die länger leben-
den erst in einem so abgeflogenen Zustand zur Fortpflanzung
kommen, dass, bestände eine geschlechtliche Zuchtwahl, die
„Glasflügeligkeit" die Folge sein müsste. Der männliche
Schmetterling lässt sich überhaupt nicht durch den Gesichts-
sinn, sondern durch eine Art Geruchssinn bei der Aufspürung
des Weibchens leiten. — An einem Beispiel von Lygris reti-
culata zeigt dann Schilde, dass eine Verschiedenheit der
Zeichnung mit der Grösse Hand in Hand geht. — Die „Trutz-
färbung" verschiedener Sphingiden- Raupen (die Augenflecken
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 15
der Choerocampa z. B.) können nicht durch Auslese, sondern
nur unter Annahme eines bestimmten Zieles in der Entwicke-
lung entstanden sein. — Die meisten dieser Einwürfe sind wohl
berechtigt, und es wäre zu wünschen, dass die Anhänger der
Selektionslehre sie beherzigen möchten, sowie dass dem Verf.
Gelegenheit geboten würde, seine weiteren Einwürfe, die er, wie
er schreibt, druckfertig da liegen hat, einem sich dafür interes-
sirenden Leserkreis zugänglich zu machen. Nur wäre ihm
eine einfachere und verständlichere Ausdrucksweise anzurathen.
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 123 ff.
Derselbe macht Entomologische Erinnerungen
gegen die Entwickelungshypothese der Darwinianer,
wobei er sich wesentlich gegen Weismann wendet und seine
Beispiele von Schmetterlingen herholt. Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 228 ff., 321 ff. Zahlreiche Schmetterlinge üben eine gewisse
Brutpflege. — In zahlreichen Fällen lässt sich der Einfluss von
Agentien, denen die Raupen ausgesetzt gewesen sind, auf die
Imagines nachweisen. — Da die meisten Schmetterlinge zur
Begattung erst kommen, nachdem ihr Kleid schon gelitten hat,
so kann dasselbe in seiner vollendeten Schönheit nicht durch
geschlechtliche Zuchtwahl entstanden sein. — Die Schmarotzer
— spezieller sind die des Menschen behandelt — sind weit
entfernt eine Stütze der Selektionshypothese zu sein, vielmehr
sind sie ein starker Beweis gegen dieselbe.
Eine Notiz über Flügelentwicklung bei den In-
sekten von P. Pancritius verfolgt die Flügelbildung von dem
ersten Larvenstadium, wo sie sich als trichterförmige Einstül-
pung an der Hypodermis darstellt, bis zur Verpuppung. Zool.
Anzeig. 1884 S. 370 ff.
Ueber paarige Ausführungsgänge der Geschlechts-
organe bei Insekten von Dr. J. A. Palmen, Leipzig 1884,
8°, 108 S. mit 5 Taf., ist eine weitere Ausführung der Mit-
theilung desselben Autors, über die im vorig. Ber. S. 79 referirt
ist; ein näheres Eingehen auf die an Einzelheiten und an Ge-
danken reiche Schrift kann ich mir wegen des früheren Referats
versagen; s. auch Americ. Natural. 1884 S. 1152.
Wielowiejski macht vorläufige Bemerkungen über
die Eizelle, nach Untersuchungen von Crustaceen, Arachni-
den und Insekten. In's Auge wurden gefasst namentlich die
Strukturverhältnisse des Kernes und sein Verhalten gegen fär-
16 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bende Substanzen. Da zeigte sich nun die auffallende Erschei-
nung, dass die Kerne der Insekten- und Arachnideneier sich
mit Methylgrün nicht färben, also gerade eine Reaktion ver-
sagen, die sonst als die charakteristischste zur Erkennung der
Kernsubstanz gilt. Biolog. Centralbl. IV S. 364 flf.
B. Grassi's relazione preliminare intorno allo sviluppo
delle Api nell' uovo in den Atti d. Soc. ital. di Sei. nat.,
Milano, 1883, Vol. XXVI, ist mir nur aus der Anzeige im Bull.
Soc. Ent. Ital. 1884 S. 131 bekannt geworden.
Ueber die Anlage der Geschlechtsorgane und die
Metamorphose des Herzens bei den Insekten schreibt
Schneider im 2. Heft des I. Bd. seiner Zool. Beiträge. Bei
jungen (eben dem Ei entschlüpften?) Larven von Corethra hat
das Herz keine seitlichen Oeffnungen, sondern nur eine vordere
und hintere, und das Blut strömt wie gewöhnlich von hinten
nach vorn. Die Flügelmuskeln nebst den eigenthümlichen Zellen
(apolare Nervenzellen Dogiel, Zwischenmuskelzellen Schnei-
der), an die sie sich am Herzen anheften, sind bereits vor-
handen. In ähnlicher Weise ist das Herz junger Phryganiden-
larven noch ohne seitliche Spaltöffnungen. Bei (nicht ganz
jungen) Chironomuslarven hat das im vorletzten Segment be-
ginnende Herz 2 seitliche Oeffnungen, im vorhergehenden Seg-
mente ebenfalls, und von diesem Paar springt eine kegelförmige
Klappe in's Innere vor; nur der hinter dieser Klappe liegende
Theil des Herzens ist kontraktil und hat an seinen Flügel-
muskeln die Zwischenmuskelzellen; seitliche Spalten fehlen im
ganzen vorderen Theile. Bei Corethra und Chironomus theilt
sich nun der im viertletzten Segment liegende Flügelmuskel
nicht wie sonst in zwei, sondern in drei Zweige, von denen
die beiden vorderen sich an's Herz anheften und der hintere
die Genitalanlage enthält. Die letztere besteht aus Plasma
mit Kernen und scheidet in einem späteren Stadium eine
Haut, die Genitalmembran, ab, welche vorn in die Wand
des Muskelstranges und hinten in den Strang übergeht, aus
dem die paarigen Ausführungsgänge entspringen. Von dem
auf die Genitalanlage folgenden Abschnitt des Muskelstranges
gehen verschiedene Fäden ab, von denen einige an die Mal-
pighi'schen Gefässe sich anheftende, welche bereits Schindler
erwähnt, Muskeln werden. An den Kernen der Zellen der
Malpighi'schen Gefässe macht Schneider eine ähnliche Struktur
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 17
bekannt, wie Balbiani an den Speicheldrüsen von Chironomus;
vgl. oben S. 6.
lieber die Entstehung des Dotters und der Epi-
thelzellen bei den Insekten äussert sich Will im Zool.
Anzeig. 1884 S. 272, 288 folgendermassen : Die grossen Kerne,
welche das blinde Ende der Eiröhren der Insekten anfüllen,
verwandeln sich, indem sie sich mit einem Hof feinkörnigen
Protoplasmas umgeben, zu Ooblasten um. Aus diesen treten
Nukleinballen aus, die zu Kernen werden und sich z. Th. zu
Kernen der Epithelzellen umwandeln, z. Th. weiter wachsen,
sich mit Plasma umgeben und zu Kernen der „Nährzellen"
entwickeln; „diese letzteren liegen als eine Gruppe charakte-
ristischer Zellen oberhalb des den Ooblasten enthaltenden Plas-
maballens." In manchen Fällen hat der Ooblast in Folge des
Austretens der Nukleinsubstanz bereits die Gestalt und Be-
schaffenheit des „Keimbläschens" angenommen; in anderen
Fällen aber enthält und vermehrt er noch seine reichliche
Nukleinsubstanz, die nun auch wieder zeitweilig aus ihm her-
aus in das umgebende Plasma tritt, jetzt sich aber nicht mehr
zu Kernen, sondern in Dottersubstanz umwandelt. Eine zweite
Quelle für den Eidotter sind die Kerne der Nährzellen, die
ebenfalls Ballen von Nuklein austreten lassen, welche nun theils
zu Kernen von Epithelzellen, theils zu Dotterkörnern werden.
Endlich betheiligen sich auch die Epithelzellen an der Bildung
von Dottersubstanz, indem die Nukleinsubstanz derselben in
kleine Körnchen zerfällt, die in das Ei als „feinkörniger Dot-
ter" eintreten, oder sich auch in grössere Kugeln zusammen-
ballt und den „grobkörnigen Dotter" vorstellen. — Bereits die
im vorstehenden Auszuge mitgetheilten Erscheinungen, noch
mehr aber der Umstand, dass Will manchmal 1 — 2, in einem
Falle sogar 12 Nährzellen innerhalb der Eizelle gefunden zu
haben glaubt, veranlassen ihn, das Ei nicht als einfache Zelle
anzusehen.
Korscheit macht eine vorläufige Mittheilung über die
Bildung des Chorions und der Mikropylen bei den
Insekteneiern, ebenda S. 394, 420, 500. Das Chorion ist
eine einfache Kutikularbildung der Epithelzellen der Eiröhre,
welche später nur noch mit einzelnen Strängen an der abge-
schiedenen Kutikula haften bleiben. Die Mikropylbildung geht
bei Meconema varium in der Weise vor sich, dass eine Epithel-
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahig. 2. Bd. B
18 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zelle sich aus dem Verbände der übrigen löst und etwas in die
Tiefe rückt; mit einem Fortsatz ragt diese Zelle über das Ni-
veau der übrigen hinaus und in seiner Nachbarschaft unterbleibt
die Abscheidung der Kutikula, so dass auf diese Weise der
Mikropylkanal entsteht. Zum Austritt eines Eies brauchen nicht
die Epithelschicht und die ganzen, die einzelnen Eianlagen
von einander trennenden Scheidewände aufgelöst zu werden,
sondern es findet nur in der Mitte der Scheidewand eine Re-
sorption Statt, und durch diese Oeffnung, welche sich bei dem
Vorgang natürlich noch stark erweitern muss, tritt das Ei
hindurch.
The development of Phryganids, with a preliminary
note on the development of Blatta germanica, by W. Patton;
Quarterly Journal Microscop. Sc. 1884 und Leipziger Inaugural-
dissert. 1884 S. 1 ff. PI. XXXVI A, B, C. Die Phryganiden-
art, an der der Verfasser seine Untersuchungen anstellte, ist
Neophylax (Patton schreibt mit konstanter Bosheit Neophalax,
wie denn überhaupt der Druck der Namen sehr inkorrekt ist)
concinnus, die, abweichend von ihren Verwandten, ihre in
einen schleimigen Ueberzug gehüllten Eier nicht an die Unter-
seite von Blättern, sondern in den Schlamm seichter Gewässer
legt. Die Schleimhülle ist der Sitz eines moschusartigen Ge-
ruches und hat wohl den Zweck, parasitische Pilze von den
Eiern abzuhalten. Nach einer Darstellung der von ihm an-
gewandten Untersuchungsmethode und einem historischen Rück-
blick auf die wenigen, die Entwickelung der Phryganiden
behandelnden Arbeiten, schildert der Verfasser die Ergebnisse
seiner eigenen Untersuchungen, von denen er folgenden sum-
marischen Inhalt giebt:
Bereits in den jüngsten Stadien befinden sich im Dotter
zahlreiche Keimzellen zusammen mit einem unregelmässigen
Netzwerk von Protoplasma. Alle diese Kerne und das proto-
plasmatische Netzwerk wandern an die Oberfläche und bilden
ein Syncytium, das „Blastem," welches sich durch Absonderung
von wohl umschriebenen Plasmamassen um jeden der Kerne
in das Blastoderm verwandelt, und dieses bildet an dem
einen Pol durch Verdickung die Bauch platte.
Von einem Punkte der Bauchplatte sprossen Zellen, wan-
dern in den Dotter und bilden die sog. Dotterzellen, deren
grösster Theil zuletzt das Epithel des Mitteldarmes herstellt
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 19
und die demzufolge als wahre Entodermzellen anzusehen sind,
welche vom Ektoderm durch Abspaltung entstanden sind. Nach
der Segmentation des Mesoderm werden einige Zellen im Zu-
stand der Loslösung von den Mesodermsegmenten beobachtet;
diese wandern wahrscheinlich gleichfalls in den Dotter ein und
können dann von den wahren Dotterzellen nicht unterschieden
werden.
Während der Bildung der Embryonalhäute (Ammion und
Serosa) wird eine mediane Längseinstülpung des Keimstreifeus
gebildet, die zur Entstehung eines zusammenhängenden Streifens
von Mesoderm führt (Gastrulabildung). Die durch diese Ein-
stülpung gebildete Gruppe verschwindet rasch in der Richtung
von vorn nach hinten und dann tritt eine neue Furche (Neural-
furche) längs derselben Linie auf, welche die Entstehung des
Nervensystems einleitet. Dieses letztere ist gebildet durch die
Diflferenzirung eines Paares von Seitensträngen von der Theilung
von Ektodermzellen her, welche jederseits der Neuralfurche
liegen, und durch Hinzufügung eines medianen eingefalteten
Theiles des Ektoderms, welches vielleicht die Querkommissuren
bildet. Ebenso sind quere Einfaltungen des Ektoderms zwischen
den Segmenten vorhanden, die möglicher Weise die Längskom-
missuren herstellen.
Das Mesoderm trennt sich bald längs der Mittellinie so
ein Paar von seitlichen Bändern bildend, welche sich bald in
Segmente sondern, in deren jedem ein unvollkommen geschlo3-
sener Hohlraum, die Leibeshöhle, entsteht. Die innere Schicht
des Mesoderms wächst um den Dotter in abwechselnd zusammen-
hängenden und unterbrochenen Bändern. Durch die Oeffhungen
in den unterbrochenen Bändern gehen einige der Dotterzellen
in die Leibeshöhle über. Bevor die Embryonalhäute zerreissen,
haben die Dotterzellen bereits begonnen, die Wandung des
Mitteldarmes zu bilden.
Tracheen werden in allen postoralen Segmenten mit Aus-
nahme der 2 oder 3 letzten des Hinterleibes gebildet.
Die Spinn- und Speicheldrüsen werden durch besondere
ektodermale Einstülpungen an der Innenseite der zweiten Maxil-
len und den Mandibeln gebildet.
Die Malpighi'schen Gefasse sind 6 gesonderte Ausstülpungen
des blinden Endes des Afterdarmes.
Die Embryonalhüllen ziehen sich nach ihrem Zerreissen
20 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
auf den Rücken zusammen, wo sie das Rückenorgan bilden.
Dasselbe ist in einem Stadium einfach eine senkrechte, röhren-
förmige Einstülpung, welche rasch verschwindet, und die ganze
Masse der dasselbe zusammensetzenden Zellen siukt allmäh-
lich in den Dotter und wird resorbirt. Durch Verschmelzen
der Enden der Mesodermalfalten entsteht in der dorsalen Mittel-
linie ein solider Zellstrang, der später hohl wird und dann
das Herz bildet.
Als die wichtigsten Ergebnisse seiner Untersuchungen on
the development of Oecanthus niveus and its Para-
site, Teleas stellt H. Ayers selbst folgende hin: 1. An dem
Eierstock ist der blinde Endtheil als Germari um von dem
weiteren EirÖhrentheil, Vitellarium, zu unterscheiden. In
dem ersteren fehlt ein Epithel,- aber Kerne nehmen in einfacher
Lage fast das ganze Lumen ein, so dass der Kern die tun.
propria berührt. Nachdem ein solcher in das Vitellarium ein-
gewandert ist, wird er zur Anlage des Eies, indem er sich mit
feingranuliitem Protoplasma umgiebt. Die Epithelzellen des
Vitellarium lassen eine Proliferation ihrer Kerne eintreten,
welche zu einem Zerfall des dem Lumen des „Vitellarium"
zugekehrten Theils hinführen; diese Körnchen stellen den Dot-
ter des Eies dar, dessen Bildung danach 2. ein Vorgang von
Zelldegeneration anstatt Sekretion ist. 3. Vor den Erscheinungen
der bleibenden Segmentirung besitzt der Körper des Embryo
eine primitive Segmentation. 4. Jedes der bleibenden Seg-
mente entwickelt ein Paar von Anhängen, welche bei den
Abdominalsegmenten rudimentär bleiben und bald verschwinden;
am meisten ist das Gliedmassenpaar des ersten Abdominal-
segments den bleibenden ähnlich. 5. Das Rückengefäss entsteht
als ein paariges, hinten verkürztes Organ, dessen beide Hälften
später auch vorn mit einander verschmelzen und so einem
medianen Rohr in derselben Weise den Ursprung geben wie
einige Würmer; die Blutkörperchen entstehen als Nucleoli von
Entodermzellen. 6. Die Existenz embryonaler Kiemen, die als
ein Paar von Anhängen des ersten Abdominalsegments ent-
stehen. 7. Der Mangel eines scharfen Unterschiedes zwischen
einer Zelle und ihrem Kern, und zwischen einem Kern und
seinem Nucleolus. 8. Die Existenz segmentaler Hohlräume des
Mesoderm, ähnlich denen, von denen die Nephridia der Würmer
ihren Ursprung nehmen. 9. und 10. Die Herkunft und Bedeu-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 21
timg der Embryonalhäute und des Rückenorgans der Insekten.
Von den ersteren entsteht das Ammion auf einer elliptisch um-
schriebenen Stelle, dem Keimstreifen, an der späteren Bauch-
seite, indem von den Rändern des Keimstreifens her eine Zell-
haut gegen die Mitte wächst bis zur Vereinigung. Von den
Rändern des Keimstreifens treibt der Rest des Blastoderms
jederseits eine andere Falte, welche sich weit früher zur Serosa
vereinigen, als die Bildung des Ammion vollendet ist. Am
Kopfende des Embryo verschmelzen beide Häute miteinander,
werden aber später dünn und reissen ein, und aus der Riss-
spalte tritt der Kopf des Embryo heraus ; dieser Vorgang leitet
die „Umrollung" des Embryo ein. Die Serosa bildet nun den
(rückenstäudigen) Dottersack, der allmählich kleiner und kleiner
wird, und dessen Ueberbleibsel das Rückenorgau ist. Das
Ammion wird die Rückenwaud des Insekts. — Diese Punkte
gelten für Oecanthus. Für Teleas ist 11. der Mangel jeder
Embryonalhaut und 12. das Vorkommen einer Larvenform
zwischen der Blastosphäre und der von Ganin als „Cyclops-
Larve" beschriebenen Larvenform bemerkenswerth. Mem. of
the Boston Soc. Nat. Hist. Vol. III No. VIII S. 225 ff. PL 18
bis 25; Americ. Naturalist 1884 S. 537 ff.
Neue Untersuchungen über die Entwickelung der
viviparen Aphiden haben 0. Zacharias belehrt, dass Me-
tschnikoff's Mittheilungen über denselben Gegenstand nicht das
Vertrauen verdienen, das ihnen bisher entgegengebracht wurde.
Nach Zacharias umschliesst die einfache Dotterhaut — ein
Chorion besitzt das Pseudovum nicht — eine mehrschichtige
Blase, das Blastoderm, das aus hellen Zellen besteht, und
einen zentralen dunkeleren Theil, (der ebenfalls aus Zellen
besteht?). An dem der Geschlechtsöffnung zugekehrten Pol
tritt nun im Blastoderm zunächst eine Verdickung auf, aus
welcher die Anlage des Keimstreifens in Gestalt einer breiten
Zunge hervorwächst, während sich der Dotter zusammenzieht.
Der Keimstreif erhält bald eine Mittelrinne und zerfällt so in
zwei deutlich geschiedene Keimwülste. In dem späteren S-för-
migen Stadium stellt der untere Bogen die Kopf kappe, der
obere die Anlage des Abdomens dar, und der mittlere Theil
enthält das Material zur Bildung von Kopf und Thorax.
Die Anlagen der Mandibeln und ersten Maxillen werden
nicht rückgebildet, und die „retorteuförmigen" Körper sind keine
22 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Neubildung, sondern die erstem rücken in die Tiefe des Kopfes
und aus ihnen entstehen die „retortenförmigen" Körper, welche
die Rüsselstilette ausscheiden. — Hinsichtlich der Malpighi'schen
Gefässe schliesst sich Zacharias der Ansicht Witlaczil's an, dass
dieselben bei den viviparen Aphiden durch die in zwei Stränge
angeordneten grünen Zellen repräsentirt werden. Zool. Anzeig.
1884 S. 292 ff.; s. auch Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S. 54 ff.
Dagegen schildert Witlaczil die Entwickelungsge-
schichte der Aphiden mehr in üebereinstimmung mit Me-
tschnikoff; Zeitschr. wiss. Zoolog. 40 S. 559 ff. Taf. 28—34.
Durch mehrfach wiederholte Zweitheilung geht aus dem Kern
der Eizelle eine Anzahl von Kernen hervor, die grösstentheils
an die Oberfläche des Eies rücken und ein einschichtiges Bla-
stoderm bilden, während eine geringe Zahl im Innern, zwischen
dem Dotter zerstreut, verbleibt. Durch starke Wucherung und
Vermehrung von Zellen des Eiröhrenepithels am hinteren Pol
des Eies wächst in dasselbe der Pseudovitellus hinein, an dieser
Stelle das Blastoderm einstülpend, ausdehnend, und zuletzt
resorbirend. Bald nachher bildet das Blastoderm am hinteren
Pol eine neue Einstülpung, die Anlage des Keimstreifens, von
der aus eine Zelle in das Innere gedrängt wird und hier durch
Theilung einen Haiifen von Zellen, die Genitalanlage, bildet.
Bereits jetzt macht sich der Unterschied zwischen Bauch- und
Rückenseite des späteren Embryo bemerkbar, indem die Zellen
der Einstülpung, die der Bauchseite benachbart sind, niedriger
sind als die der Rückenseite. Die Einstülpung wächst weiter
nach innen vor, und bildet dann, wenn sie am entgegengesetzten
Pol angelangt ist, eine Falte, indem sie wieder nach der ent-
gegengesetzten Richtung wächst. Während die Zellen der Ein-
stülpung (an der Rückenseite) hoch sind, sind die Zellen des
Blastoderms fast im ganzen Umfang des Eies flach geworden
mit Ausnahme der Stelle, wo dasselbe mit dem Keimstreifen
zusammenhängt. Hier bleiben sie in zv/ei symmetrisch angeord-
neten Platten (Seitenplatten, Anlage des Kopfsegmentes) hoch
cylindrisch. Durch Scheidewände, die in diesen Zellen und
denen des Keimstreifens senkrecht zur Höhe auftreten, lässt
Witlaczil das Mesoderm hervorgehen, während die abgespaltete
äussere Schicht das Ektoderm bildet. Am aufsteigenden Theil
des Keimstreifens treten jetzt 3 Kopf- und 3 Thorakalsegmente
auf, später folgen 7 Abdominalsegmente, wozu noch später ein
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 23
achtes tritt. Zwischen den Seitenplatten liegt die MiindÖffnung,
davor der unpaare Vorderkopf, zu deren Seiten die Anlage der
Antennen und Mandibeln sichtbar werden, die aus den beiden
Schichten des Ektoderm und Mer,oderm bestehen. Ferner bilden
sich durch eine Einstülpung die Speicheldrüsen und durch Ab-
spaltung mittels schiefer Wände vom Ektoderm die Anlage des
Nervensystems; am hinteren Ende ist durch eine Einstülpung
der After entstanden. Der Keimstreif zieht sich nun zusammen,
der Hinterleib entfernt sich mehr vom Kopf, und der Pseudo-
vitellus, dessen Verbindung mit dem Eiröhrenepithel erst jetzt
gelöst wird, wird nach der Rückenaeite des Embryos gedrängt.
Die Segmentirung des Abdomens ist jetzt deutlicher, und jedes
Segment hat eine extremitätenähnliche Vorwulstung; das Nerven-
system entwickelt seitliche Einschnitte, die auf der Bauchseite
in, auf der RUckenseite zwischen die Segmenteinschnitte fallen.
Während bis jetzt die Lage des Embryo eine solche war, dass
der Kopf desselben am hinteren und unteren Eipole sich be-
fand, tritt nun eine Umrollung ein, indem der Kopf nach
rückwärts in die Höhe rückt, bis er am oberen und vorderen
Pol angelangt ist, während der After den entgegengesetzten
Pol einnimmt; hierdurch geht die bisherige Krümmung des
Embryo in die entgegengesetzte über, indem nun die Rücken-
seite der Länge nach konkav, die Bauchseite konvex gekrümmt
ist. Während der Umrollung hat sich die Genitalanlage quer
zur Längsachse gestreckt und getheilt; in jeder der beiden
Hälften deuten Einkerbungen die späteren 5 Eifächer an, wäh-
rend die accessorischeu Geschlechtsorgane durch eine mediane
Einstülpung vor dem After entstehen. Jetzt entstehen auch die
7 Tracheenöflfnungen am Abdomen und die 2 am Thorax;
vielleicht ist in der Anlage hinter dem letzten Abdominal-
stigma und vor dem vordersten Thorakalstigma noch je ein
Stigma vorhanden, so dass die ursprüngliche Zahl der Stigmen
11 betragen würde. — Am Stomodäum und Proktodäum, die
gegen einander wachsen, bis sie sich treffen und vereini-
gen (also ohne mittleres Stück), haben sich 2 Abschnitte ge-
sondert, der Munddarm und Magen und der End- und Dünn-
darm. In den Eifächern ist der Inhalt gegen das Ende hin
grössere Einährzellen, gegen die Eiröhren hin kleinere Zellen,
die Eichen. Aus dem Mesoderm sind eine bindegewebige Hülle
für das Nervensystem, ferner F.'.ttkörper , Körpermuskeln und
24 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ringmuskeln für den Darm hervorgegangen; letzterer ist ge-
wachsen nnd bildet bereits eine Schlinge. Auch das Herz ist
als ein solider Zellstrang aus dem Mesoderm hervorgegangen;
später wird es hohl und erhält 7 Ostienpaare (bei Callipterus
ist es sackförmig mit 4 Ostienpaaren). Malpighi'sche Gefässe
fehlen ; wahrscheinlich werden sie durch die cornicula vertreten,
die demnach mit Unrecht den Namen „Honigröhren tragen
würden. Der bei der Abspaltung des Nervensystems übrig blei-
bende Theil des Ektoderm ist die Hypodermis, die gegen das
Ende der embryonalen Entwickelung eine Chitinkutikula mit
ihrem Zubehör abscheidet.
Pädogenesis (?) bei Ephemerella ignita; Schoch,
Mitth, Schweiz. Ent. Gesellsch. VH S. 48 ff.; vgl. unten.
Cameron giebt bei folgenden Blattwespen Parthenoge-
nesis an: Nematus appendiculatus, ruficornis, compressicornis,
cadderensis, conductus; Croesus septentrionalis, varus; Cladius
Padi, rufipes; Abia nitens; Trichiosoma lucorum; Hylotoma
ustulata; Lophyrus Pini; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 104.
In einer Nachschrift betreffend die Parthenogenesis von
Zaraea fasciata führt Osborne die Zuchtresultate des Jahres
1884 an; jetzt kamen weniger Imagiues, und unter diesen mehr
cf als im vorigen Jahr zur Entwickelung. Ent. Monthl. Mag.
XXI S. 128 f.
V. Siebold stellt ein Verzeichniss der (19) Tenthrediniden-
Arten zusammen, bei denen er Parthenogenesis beobachtet hat;
auch bei einer Schlupfwespe, Paniscus glaucopterus, kommt
dieselbe vor; Ent. Nachr. 1884 S. 92 ff.
Emergence of both parasite and moth from the
same larva (Dicranura furcula); Ent. Monthl. Mag. XX S. 227.
Griffith fand in einer allerdings noch in der Puppenhülse
eingeschlossenem Imago von Taeniocampa stabilis ebenfalls
einen Schmarotzer, eine Tachina-Puppe ; ebenda XXI S. 35.
Halbirter Zwitter von Epinephele Lycaon; Jahresh.
naturw. Ver. Lüneburg IX S. 131 mit Taf.
Zwei Hermaphroditen von Lasiocampa Pini; Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 72 mit Holzschn.
Ueber einige Hermaphroditen (Colias edusa; Ino am-
pelophaga; Bombyx Quercus); ebenda S. 289 f. Taf. V.
Ocneria dispar 9 ohne Fühler aus der Puppe gekommen;
Tijdschr. v. Entom. XXVII Versl. S. XVI.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 25
Gadeau de Zerville fand auf einer Fliege, Leria caesia,
einen neuen Pilz, den Quelet als Stilbum Kervillei be-
schreibt; Bull. Soc. Amis Sei. nat. Rouen 1883 S. 305 ff.
mit Taf.
In einem Tableau synoptique et catalogue rai =
sonne des maladies de la vigne, Montpellier 1884, 20 S.
8 °, gruppirt Lichtenstein zunächst die Feinde des Weinstockes
nach den Organen der Pflanze, an denen sie Krankheitserschei-
nungen hervorrufen und giebt dann eine kurze Charakteristik
der Feinde und ihrer Verwüstungen, nach der alphabetischen
Reihenfolge der ersteren.
Zu den Insekten fangenden Pflanzen gehört nach Wolfens-
berger auch Oenothera speciosa, die in ihrer Blumenröhre laug-
rüsselige Schmetterlinge (Deilephila Elpenor, porcellus; Macrogl.
stellatarum; Cucullia; Plusia) einfängt. Die Innenseite der
Blumenröhre und der Aussenrand des Pistills ist nämlich dicht
mit nach unten gerichteten Haaren besetzt, die durch den ein-
gesenkten Rüssel zurückgedrückt werden, ihn bei der entgegen-
gesetzten Bewegung aber nur um so fester halten. Welchem
Zwecke diese Einrichtung dient, weiss Wolfensberger nicht an-
zugeben. Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 5 ff.
Essbare Insekten; Biolog. Centralbl. IV S. 281 ff.
Ueber das Vorkommen von Insekten im mensch-
lichen Körper; ebenda S. 475 ff.
Sintenis fand unter den sogen. „ Scbneewürmern" ausser
den Larven von Cantharis fusca solche eines Tenebrioniden und
einer Tipulide; erstere war am spärlichsten, die letztere am
zahlreichsten vertreten. Sitzgsber. Naturf. Gesellsch. Dorpat
1884 S. 53 f.
Packard's „Notes on salt- water Insects No. III" beziehen
sich auf eine Fliegenlarve und eine Milbe aus dem Meere an
der Küste von New Jersey; Americ. Natural. 1884 S. 826 ff.
mit Holzschn.
Eine Mittheilung von E. Ficalbi in den Atti Soc. Tose.
Sei. nat., Memorie IV S. 396 ff., Insetti in alto mare, führt
Beobachtungen, theils eigene, theils von anderen, an, dass In-
sekten entfernt von der nächsten Küste sich auf hoher See
zeigten. Es sind meist Schmetterlinge, Vanessa- und Colias-
Arten, auch Nachtfalter; dann Libellen.
Die Entomocecidien. Von F. Karsch; Ent. Nachr.
26 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
1884 S. 205 ff. — Karsch beabsichtigt, ein zoosystematisch
geordnetes Verzeichniss der durch Insekten veranlassten Gallen
zu liefern und spricht sich in der Einleitung über den Plan und
Umfang dieses Werkes aus.
Den Ursprung der verschiedenen Formen der Gallen
führt Cameron auf dieselbe Ursache zurück, durch die man
jetzt die verschiedenen Larvenformen erklärt zu haben glaubt:
auf Zuchtwahl, welche bestimmte Gallen mit bestimmter, vor=
theilhafter Gestalt oder Haarbekleidung hat entstehen lassen.
Transact. Nat. Eist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 28 ff.
Ueber die Fauna des Dobbertiner Lias macht
F. E. Geinitz in der Zeitschr. deutsch. Geol. Gesellsch. 1884
S. 566 ff. Mittheilungen, in denen von S. 569 au die zahlreichen
Arthropoden-, namentlich Insektenreste behandelt sind; zumeist
sind Flügelabdrücke erhalten, die eine sichere Deutung der
systematischen Stellung gestatten.
Scudder macht Triassic Insects from the Rocky
Mountains bekannt; Americ. Journ. of Science XXVIII
S. 199 ff. Die Fundstelle befindet sich bei Fairplay, Color.,
und lieferte ausser etwa 30 Pflanzenarten, die Lesquereux als
Permisch erkannte, 17 Blattiden in 9 Gattungen, von denen 51
in 5 Gattungen zu den Palaeoblattarien gehören, und zwar zu
den Gattungen Etoblattiua (1), Petrablattina (2), Anthraco-
blattiua? (l), SpUoblattina (4), Porohlattina (3). Dieselben
stehen hinsichtlich ihrer Grösse den übrigen Palaeoblattarien
nach, was insofern von Interesse ist, als die Jurassischen Blat-
tiden sämmtlich von geringer Körpergrösse sind. Die 6 nicht
zu den Palaeobl. gehörenden Arten lassen an ihrem Flügel-
geäder eine deutliche Annäherung an die Jurassischen Formen,
z. Th. an Rithma, erkennen, bieten dagegen mit den Palaeo-
blattarien anderer Lokalitäten keine näheren Vergleichspunkte,
wohl aber mit einigen von Fairplay, namentlich mit der Gat-
tung Porohlattina. Da der Charakter der Fauna demnach aus
karbonischen und Jurassischen Bestandtheilen gemischt erscheint,
so ist auch wohl die Ablagerung als eine Mittelstufe zwischen
beiden anzusehen, und Scudder erklärt sie demzufolge für
triassisch, indem er hinsichtlich des Widerspruches, der von
den pflanzlichen Ueberresten genommen werden könnte, auf
analoge Erscheinungen in Amerika hinweist.
Brongniart macht eine Mittheilung über Insektenreste
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 27
aus den Kohlenscliichten von Commentry; Bull. Eut.
France 1884 S. 151 ff.
Während bisher Tracheatenreste erst aus dem Karbon
und Devon bekannt waren, werden jetzt zwei Entdeckungen
gemeldet, welche ein Vorkommen von Tracheaten bereits im
Silur nachweisen; C. R. Acad. Sei. Paris XCIX S. 984 und
1164. Thorell und Lindström machen am ersteren Orte einen
Skorpion, Palaeophon[e]us nuncius aus dem oberen Silur
von Gotland in Schweden, und Brongniart a. 1. 0. eine Blat-
tide, Palaeohlattina Douvillei aus dem mittleren Silur von
Jurques bekannt; letztere ist somit bis jetzt der älteste be-
kannte luftathmende Arthropode.
Arachnoidea.
Die Recherches sur la structure et la significa-
tion de l'appareil respiratoire des Arachnides von
J. Mac Leod in den Archives de Biologie V S. 1 ff. PI. I, II
sind eine weitere Ausführung einer vorläufigen Mittheilung, über
die in diesem Bericht für 1882 S. 64 bereits kurz referirt ist.
Nach den Angaben des Verfassers, die Referent aber für grössten-
theils unrichtig hält, ist der Bau der sog. Lungen der Arach-
niden folgender: Die Stigmenspalte führt in eine fast viereckige
Athemhöhle, die durch Einstülpung der äusseren Körperhaut
entstanden ist. Von der vorderen Wand dieser Höhle, und
auch rechts an die nach innen gelegene Wand und aussen an
die Körperhaut befestigt, ragen nach hinten horizontal gerichtete,
mit dem hinteren Ende freie Blätter in die Athemhöhle hinein,
bis zur Höhe des Stigmas, Ein Theil der Blätter ist auch an
der Aussenseite, in dem Winkel, wo der hintere und äussere
Rand zusammenstossen, auf eine kurze Strecke frei. Jedes
Blatt besteht aus zwei durch Säulen von einander gehaltenen
Häuten, von denen die eine (nach der Vorstellung Mac Leod's
die untere) sehr zart ist, während die andere (obere) mit dicht
gestellten Chitinzäpfchen bekleidet ist, die am anderen Ende
sich mit einander verbinden, so eigentlich eine doppelte Haut
darstellend. Die Säulen, welche die beiden Häute auseinander-
halten, haben gewöhnlich 2 Kerne in sich eingebettet, und sie
machen wahrscheinlich einen Theil der Matrix der Chitin-
lamellen der betreffenden Häute aus; eine Partie der Säulen
28 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ist wahrscheinlich muskulöser Natur. Aehnliche Stränge heften
die Blätter auch an die Körperwand und an der Innenseite an
andere Organe an. — Eigentlich sind keine zwei getrennte
Stigmen vorhanden, sondern dieselben sind an dem Innenwinkel
zusammengeflossen und ebenso kommuniziren die beiderseitigen
Athemhöhlen noch auf eine beträchtliche Strecke mit einander.
Zwischen den einzelnen Blättern findet sich nun der Luftraum,
während innerhalb derselben, zwischen den Säulen, das Blut
kreist; der oberste dieser Lufträume hat ganz den Charakter
einer abgeplatteten Trachee.
Die Lungen der Arachniden stimmen nun ganz mit den
Kiemen des Limulus überein, wenn man sich vorstellt, dass der
Hinterleib des Limulus sich streckt und die die Kiemen tragen-
den Extremitäten an ihrem hinteren Rande mit der Haut des
Hinterleibes verwachsen. — Die Tracheen der Arachniden, von
Argyroneta z. B., lassen sich wieder leicht aus den „Lungen"
ableiten, wenn man sich zunächst alle Kiemenlamellen verküm-
mert denkt, so dass nur der obere, tracheenähnliche Luftraum
übrig bleibt, und indem man sich dann weiter vorstellt, dass
von diesem aus durch Einstülpungen die zahlreichen feineren
Röhrchen der Tracheen entspringen. Demnach haben die
Tracheen der Arachniden einen anderen Ursprung als die der
Tausendfüsser und Insekten, von denen sie sich auch dadurch
unterscheiden, dass ihre Stigmen auf der Bauchseite liegen
(Milben?), während die der Tausendfüsser und Insekten auf der
Rückenseite, oberhalb der Einlenkung der Gliedmassen ge-
legen sind.
La structure de l'intestin anterieur des Arach-
nides par J. Mac Leod; Bull. Acad. Roy. de Belgique (3) VHI
No. 9—10 S. 377 flf. mit Taf. — Der Verfasser macht eine vor-
läufige Mittheilung über den Bau des Munddarmes bei einem
oder einigen Vertretern der Skorpione, Opilionen, Spinnen,
Chernetinen und Milben, denen er folgende allgemeine Bemer-
kungen anfügt: 1. Der Saugapparat ist bei allen untersuchten
Arachniden in dem vor dem Schlundring gelegenen Theil des
Munddarms angebracht; ausgenommen sind die Spinnen, bei
denen ausserdem der Pharyngealsack in einem Zustand der
Rückbildung zu sein scheint, und die Chernetinen, bei denen
ein sehr rudimentärer Saugmagen vorhanden ist. 2. Bei den
Skorpionen, Spinnen und Chernetinen ist der Saugapparat an
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 29
einer bestimmten Stelle des Muuddarmes entwickelt; 3) bei den
Milben und Opilionen dagegen spielt der ganze oder fast der
ganze zwischen Mund und Schlundring gelegene Theil des
Verdauungsrohres die Rolle einer Saugpumpe und besitzt ein
System von Dilatatoren und Kompressoren, welches dicht
hinter dem Munde beginnt. 4. Der Mechanismus des Saug-
apparates ist bei den Milben sehr variabel, dagegen inner-
halb der übrigen Gruppen sehr einförmig und variirt nur von
Gruppe zu Gruppe. Die Unterkieferdrüse (!) der Spinnen und
Solpugen findet sich auch bei den Opilionen. 6. Bei letzteren
und den Skorpionen kommen den Pseudotracheen der Insekten
analoge Organe vor.
Mac Leod meldet das Vorkommen der Coxaldrüsen bei
den Opilionen an und zieht daraus die beiden Schlüsse, dass
die Opilionen thatsächlich zu den Arachniden gehören und dass
sie mit den Skorpionen Aehnlichkeit haben. Sur l'exi-
stence d'une glande coxale chez les Phalangides,
Bull. Acad. Roy. de Belgique (3) VIII No. 9—10 S. 392 Fig. 16
der zugehörigen Tafel.
Derselbe desgl. bei Galeodes, vermisste sie aber bei
Epeira cornuta, diademata; Lycosa sp.; Clubiona pallidula;
Marptusa muscosa; Argyroneta aquatica; ebenda S. 655 f.
Das 15. der Etudes arachnologiques von E. Simon
zählt auf die Arachnides rec . . . ä Smyrnes, ä Beirout
et k Akb6s; Ann. Ent. France 1884 S. 181 ff.
Das 16., ebenda S. 305 ff., Materiaux p. s. h la faune
des Arachnides de la Grece. In demselben werden, unter
Benutzung der in der Literatur vorliegenden Angaben, 221 Arten
aus Griechenland namhaft gemacht, und in einem Anhang 22
von Kreta.
Packard beschreibt (4) New Cave Arachnids; Amer.
Natural. XVIII S. 202 0". mit Fig. (Nach Zool. Anz. 1884
S. 439; es wird die n. G. Phlegmacera aufgestellt).
Die Arachnides recueillis par la mission du Cap
Hörn werden von Simon in dem Bull. Soc. Zool. de France
1884 PI. III aufgezählt. Es sind 26 Arten, von denen Chelifer
cancroides Kosmopolit ist. Pachylus planiceps war bereits
von der Magellanstrasse, (Lycosa australis), Epeira flaviventris
und Stephanopis ditissima von Chile bekannt; der Rest der
Arten ist neu, hat aber ein Chilenisches Gepräge.
30 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Simon zählt (46) Arachnides obs. ä Mirauda-de-
Ebro, Aug. 1883, auf; Anal. Soc. Esp. Hist. Natur. XIII
S. 113 fF. Abgesehen von 4 neuen Arten sind folgende durch
ihre geographische Verbindung bemerkenswerth: Dysdera ignava,
bisher nur von Korsika bekannt; Zodarium alacre und Larinia
lineata, bisher nur aus Südspanien und Algier gemeldet; Gona-
tium ensipotens, Tegenaria nervosa, Nemesia suffusa, bisher in
den Ostpyrenäen oder in Katalonien aufgefunden; Lycosa per-
sonata, Pardosa Wagleri, Oxyptila rauda, Cyclosa Laurae,
Lasaeola inornata, Stylotector inuncans, Dictyna bicolor, im
Süden Europas verbreitet, aber bisher noch nicht für Spanien
nachgewiesen. Die übrigen Arten sind im Mediterrangebiet
und z. Th. über dieses hinaus verbreitet. Mit Ausnahme eines
Phalanginen sind die Arten echte Spinnen.
Derselbe desgl. von Agni las, Prov. Murcia; 24 Arten,
darunter der bis dahin in Spanien noch nicht beobachtete Ga-
rypus litoralis; C. R. Soc. Ent. Belg. 1884 (5 Juillet)
S. 291 f.
Simon zählt (21) Arachnides recueillis a Char-
toum . . . auf, die der französische Vice-Consul dort gesam-
melt hatte. Von diesen sind 3 Arten im Nilthal bis zum
Mittelmeer verbreitet (Tarentula urbana, Selenops aegyptiaca,
Hersilia caudata) ; 4 dehnen ihren Verbreituugsbezirk durch das
ganze tropische Afrika aus (Peucötia pulchra, Podophthalma
bayaoniaua, Latrodectus geometricus, Epeira semiannulata) ; der
Rest ist bisher auf den Aegyptischen Sudan beschränkt und
neu. Bull. Soc. Zool. de France 1884 PI. 1.
Arachnides recueillis en Birmanie . . . par E. Simon;
Ann. Mus. Civico Genova XX S. 325 ff. — Simon zählt 25 Arten
auf, unter denen die in den tropischen und südtropischen Strichen
kosmopolitische Heteropoda venatoria und die europäische Thya
imperialis; 5 sind bereits aus Bengalen und 5 aus Indo- China
bekannt; die übrigen scheinen neu zu sein. Es sind ausser
3 Skorpionen alles Spinnen.
In No. II der Materiali per lo studio della fauna
Tunisina zählt Pavesi 188 Arten auf und versieht sie mit
Anmerkungen ; Ann. Mus. Civico Genova XX S. 446 ff.
Pavesi stellt Considerazioni sulF aracno fauna dell'
Abissinia an, zu denen die Bearbeitung einer von 0. Anti-
nori aus Scioa mitgebrachten Sammlung die nächstliegende Ver-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 31
anlassiing gab. Von den 118 (124) ans Abyssiiiien bekannt
gewordenen Arten sind bis jetzt diesem Lande 60 (59) eigen-
thümlich, eine Zahl, die sich nur durch die grosse Menge (33)
der neuen Arten der Autinori'schen Sammlung erklärt. Rendic.
Reale Istit. Lombardo (2) XVI S. 496 ff. — Die Arten sind
ausführlich besprochen und die neuen derselben beschrieben in
den Ann. Mus. Civico Genova XX S. 4 ff.
Linguatulina.
Hoyle beschreibt aus dem Mesenterium eines im Zoolog.
Garten verstorbenen Proteles cristatus Sparrm. ein eingekapseltes
Pentastomum, das er P. Protelis nennt: „Körper in der vor-
deren Hälfte cylindrisch, hinten schwach verschmälert, End-
segment stumpf zugespitzt. Keine deutliche Grenze zwischen
Cephalothorax und Abdomen. Kopf halbkugelig, mit dem
Körper von gleicliem Durchmesser. Mund mit einer Papille,
vielleicht einem hervorstülpbaren Rüssel ausgerüstet. (Die)
„Stigmata" (genannten Drüsenöffmingen) in zahlreichen unregel-
mässigen Reihen in allen Segmenten. Männchen 13 — 17 Mm.
lang mit 16 oder 17 Ringen, Weibchen 20—25 Mm. mit 18
bis 22 Ringen." Die Art ist P. polyzonum Harley ähnlich, die
aber im ausgewachsenen Weibchen konstant nur 19 Ringe hat.
— Hinzugefügt sind einige anatomische Angaben, von denen
ich erwähnen will, dass auf dieser Altersstufe die vasa defe-
rentia noch blind endigen, und dass die beiden Säcke, in die
die Geschlechtsöffnungen führen und die später den „Cirrus"
enthalten, noch leer sind. Proc. Roy. Soc. Edinburgh, Session
1882-1883 S. 219 mit 3 Holzschnitten; und Ann. a. Mag. N.
H. (5) XIV S. 92, wo Bell sich für eine Identität beider ge-
nannten Arten ausspricht.
P. proboscideum in der Lunge von Crotalus adamanteus;
Leidy, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1884 S. 140.
Acarina.
L. Karpelles' „Beiträge zur Naturgeschichte der
Milben" in der Berl Ent. Zeitschr. 1884 S. 1 ff. beziehen sich
auf Thyroglyphus carpio und die anderen Thyroglyphus- Arten ;
auf einen eigenthümlichen Gamasiden und auf neue Nothrus-
Arten; s. unten.
32 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Derselbe beschreibt neue Milben, die sich in den
Papierhlilsen vorfanden, in denen Käfer des tropischen Afrika
eingepackt waren. Ob sie mit den Käfern dieselbe Heimath
theilen, ist zweifelhaft. Ebenda S. 231 ff.
The Hypopus Question, or the Life-History of certain
Acarina; by A. D. Michael; Journ. Linn. Soc. London, ZooL,
XVII S. 371 ff. PI. XV. Der Verfasser führt zunächst die An-
sichten der verschiedenen Forscher über die Natur der Hypopus
und ihr eventuelles Verhältniss zu Tyroglyphus an und erwähnt
dann einige von ihm mit Tyroglyphus (mycophagus und an-
deren) angestellten Zuchtversuche, welche lehren, dass die rich-
tigen Hypopus keine erwachsenen Thiere, sondern heteromorphe
Nymphen von Tyroglyphus und einigen verwandten Gattungen
sind. Nicht alle Individuen aber machen ein Hypopus- Stadium
durch, das zwischen zwei normale Häutungen eingeschaltet ist.
Wodurch aber die einen Individuen veranlasst werden, sich in
Hypopus zu verwandeln, und die andern nicht, das können wir
jetzt noch nicht angeben. Die Hypopus sind aber keine wahre
Parasiten, sondern benutzen die Insekten, auf denen sie sich
festsetzen, nur als Transportmittel. — Während Megnin,
B erlese u. a. die Gattung Trichodactylus Duf. einfach als
synonym mit Hypopus betrachten, beschrieb Donnadieu unter
dem Namen Tr. Xylocopae eine Milbe, die unzweifelhaft ein
erwachsenes Thier ist. — Auch die von C. F. George von
Gamasus auf Bombus virginalis beschriebene (Hypopus-) Art
ist nach Michael eine entwickelte Form und zum Typus der
Gattung Disparipes gemacht; s. unten.
Haller liefert die Beschreibung einiger neuer Mil-
ben; dieses Archiv 1884 S. 217 ff. Taf. XV, XVI. (Amerika-
nische und europäische Arten.)
Mac Leod fand bei den Männchen von Trombidium holo-
sericeum zwischen den Sperma-Mutterzellen Eier, die aber weder
die Entwickelung noch die Dimensionen der reifen Eier der zur
selben Zeit untersuchten Weibchen erreichen. Bull. Acad. Roy.
Belgique (3) VIII No. 9—10 S. 393 Fig. 17 der zugehörigen
Tafel.
Nach Flemming sind die Charaktere der Gattung T ar so-
tt emus bisher nur nach Jugend-(Nymphen-) Stadien angegeben,
wie schon die Segmentirung der Rückenplatte und das rudimen-
täre vierte Beinpaar vermuthen Hessen. Flemming beschreibt
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 33
auch die geschlechtsreife Form, welche einen in 6 Abschnitte
geth eilten Rückenschild und wohl ausgebildete vierte Füsse
besitzt und bei Arbeitern, die mit dem Verladen russischen Ge-
treides beschäftigt gewesen waren, einen krätzeartigen Ausschlag
erzeugt hatten. Sie ist T. undnatus S. 474 genannt und wohl
mit der von Koller beschriebenen Form identisch; vergl. dies.
Bericht f. 1882 S. 47; Giebel's Zeitschr. f. Naturw. LVII
S. 472 ff. Taf. II. Kram er bezweifelt dagegen die Zusammen-
gehörigkeit der geschlechtsreifen Form (einer Pygmephorus-
Art) und der Tarsonemus-Form, welche mit Pygmephorus nur
den Aufenthalt in Staub und Müll theilt; ebenda S. 671 f. —
Ueber T. Kirchneri vgl. unten S. 36.
Pavesi hält den Gattungsnamen Caeculus Duf.j den
Canestrini und Fanzago, weil der irrigen Ansicht von der
Blindheit der Gattung entspringend, beanstandet hatten, bei,
nennt aber die Familie nach dem von Canestrini und Fanzago
gewählten Gattungsnamen Hoplop(od)idae ; Ann. Mus. Civ. Ge-
nova XX S. 481.
Nehring fand in der Nasenhijhle eines aus der Ostsee
stammenden Halichoerus grypus die vonAllman Halarachne
Halichoeri genannte Milbe sammt zahlreichen sechsbeiuigen
Larven und macht einige nähere Mittheilungen über diese in-
teressante Art. Den Namen Halarachne findet er unzutreffend,
da die Milbe nie frei im Meerwasser lebt, und er möchte ihn
durch Rhinixodes oder Rhinacarus ersetzen. Die systema-
tische Stellung ist noch nicht ganz sicher; während Halarachne
hinsichtlich der Lage der Stigmen mit den Ixodiden über-
einstimme (?), erklärte Kram er sie für einen Gamasiden. —
Sitzgsber. Ges. Naturf. Freunde Berlin 1884 S. 57 ff. mit
Holzschn.
Sarcoptidae. A. Berlese theilt die Sareoptidae in die 4 Unter-
familien Tyrogljphidae , Canestrinidae , Analgesidae, Sarcoptidae s. str.,
von denen die Canestrinidae die 3 Gattungen Canestrinia, Coleopterophagus
und Linobia enthalten. Von der Gattung AUoptes unter den Analgesiden
(Dermaleichiden) wird eine neue Diagnose gegeben. Bull. Soc. Ent. Ital.
1884 S. 287 ff.
In einer Note sur les Acariens qui vivent dans le tuyau des
plumes des oiseaux in den Compt. Rend. Acad. d. Sei. Paris XCIX
S. 1130 ff. theilt Trouessart mit, dass er den Syringophilus bipectinatus
an Gallinago major; Sterna hirundo; Anas boschas, clypeata u. a. ; Va-
nellus cristatus; Caprimulgus europaeus gefunden haben; ja, dieselbe oder
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. C
34 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ganz nahe verwandte Arten wurden auf dem Amerikanischen Trogon
curucui und dem Neuseeländischen Anthomis melanura beobachtet; die
Gattung Picobia ist mit Syringophilus nahe verwandt. Die letztere lebt
in den Spulen der Schwung- und Steuerfedern, seltener auch in den Deck-
federn der Flügel und verwandelt die eingetrocknete Pulpa derselben in
eine staubige Masse. Trouessart meint, dass im Herbst, vor der Mauser,
der Parasit durch den unteren Nabel aus- und durch den oberen Nabel in
die neue Feder einwandere. Aehnliche Wanderungen von der Spitze der
Feder nach dem Grunde zu finden auch bei anderen Arten statt und
werden dadurch veranlasst, dass der Parasit der fetten Nährflüssigkeit
nachgeht, deren Zufluss bei der Mauser, in der Winterkälta oder im
Tode stockt.
Freyana choriopto'ides (Abyss., auf Bosthichia carunculata), gracilipes
(Cochin - China , auf Grus Antigone) S. 395, pelargica (Europa; Asien;
auf Ciconia alba, nigra), Hallen (Guyana, auf Piatalea ajaja) S. 396,
horrida (ibid. auf Ibis rubra) S. 397, nettapina (Madag. , auf Nettapus
auritus) , anserina (auf Anser und Cygnus), (Halleria) hirsutirostris (aut
Phoenicopterus antiquorum) S. 404; Megnin und Trouessart, Le Natura-
liste 1884 mit Holzschn.
Pterolichus falciger M^gn. in Amerika; Americ. Naturalist 1884
S. 430 mit Holzschn.
Tyroglypllidae, Die Anatomie der Tyroglyphen ist von
A. Nalepa in erfolgreicher Weise studirt worden; Sitzber. k. Akad. d.
Wissensch. Wien 1. Abth. XC (1884) S. 197 ff. mit 2 Taf. Nachdem
der Oesophagus das Centralnervensystem durchbohrt hat, geht er in den
geräumigen, dreieckigen Magen über, der an seinen beiden Hinterecken
in geräumige Blindsäcke ausgezogen ist. Hinter dem Magen beginnt sofort
der in zwei Abschnitte getheilte Enddarm; der erste dieser Abschnitte ist
kugelig und liegt mit dem Oesophagus und Magen in einer Linie; der
Endtheil ist flaschenförmig und wendet sich fast unter rechtem Winkel
von dem kugeligen Theile abwärts. Die Afterspalte ist von einem Chitin-
saum gestüzt, an den sich Muskelbündel (Dilatatoren) inseriren; Kontrak-
toren kommen nicht vor. Das Epithel des Magens und der Blindsäcke
besteht aus niedrigen, platten, und aus hohen Zellen, welche letztere aus
den ersteren hervorgehen. Theils durch Abschnüren des Endes, theils
auch durch Zerreissen, gelangen Theile der Magenzellen in den Hohlraum
des Magens, und ihr Sekret spielt ohne Zweifel bei der Verdauung eine
Rolle. Im Enddarm ist das Epithel niedrig und liefert eine glashelle
Membran um die Kothballen. Die Exkretionsorgane sind 2 Malpighi'sche
Kanäle, welche zu beiden Seiten des kugeligen Enddarms liegen und hinter
demselben gemeinschaftlich in das Rektum einmünden. Die „Exkretions-
taschen" Claparede's, an denen auch Nalepa die von Claparede ange-
gebene Mündung immer auffand, sind nach ihm Oeldrüsen der Haut.
— Die beiderlei Geschlechtsorgane zeigen in ihrer Anlage eine unver-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 35
kennbare Uebereinstimmung und sind beim Weibchen symmetrische Bil-
dungen; beim Männchen ist die Symmetrie durch accessorische Drüsen
gestört. Die Hoden sind paarig, liegen aber nicht symmetrisch. Sie be-
sitzen ein Keimlager, das sich in Spermatoblasten umwandelt, aus welchen
letzteren durch einen nicht näher verfolgten Vorgang die Zoospermien,
runde , grosskernige Zellen , herrorgehen. Die ungleich langen vasa defe-
rentia vereinigen sich zur Bildung einer nicht sehr geräumigen Samen-
blase. Die unpaare accessorische Drüse ist zur Zeit der Geschlechts-
reife mächtig angeschwollen; ihr Ausführungsgang erweitert sich über der
Geschlechtsöffnung zu einem weiten Reservoir. — Die Saugnäpfe haben
die von Robin ihnen beigelegte und in ihrem Namen ausgedrückte Be-
deutung; sie werden durch den Druck der Blutflüssigkeit hervorgetrieben
und können durch einen Retraktor zurückgezogen werden; Ganglienzellen
kommen an ihnen nicht vor. Ausser den genitalen Saugnäpfen haben die
Männchen noch zwei ähnlich gebaute zu den Seiten der Afterspalte.
Die beiden Ovarien sind rundlich, jedoch an der dem Rektum zu-
gewandten Seite abgeplattet. Auch sie enthalten gleich den Hoden ein
Keimlager, dessen Elemente sich zu Eiern heranbilden. Die ganze Ent-
wickelung des Eies verläuft aber nicht im Eierstock, sondern das Ei nimmt
auch im Eileiter noch Dottermaterial auf, und um die bereits früher ge-
bildete Dotterhaut wird im zweiten Theil des Eileiters eine Schale abge-
schieden. Der Endabschnitt der Eileiter ist uterusartig erweitert, üeber
den Ovarien, zwischen Rektum und der Körperwand, liegt das recepta-
culum seminis, dessen Zugang ein kurzes, hinter der Analspalte mün-
dendes Chitinrohr ist; seine Bedeutung wird durch die in ihm enthalteneu
Zoospermien sicher gestellt, und wahrscheinlich ist die Annahme Hai 1er 's
richtig , dass es durch die retroanale Oefinung mit Sperma gefüllt werde.
In zwei zu beiden Seiten der äusseren OefFnung am Grunde der Blase
gelegenen Vertiefungen, die mit Spermatozoiden vollgepfropft sind, sieht
Nalepa die Verbindung mit den darunter liegenden Ovarien.
Trotz der weit gehenden Koncentration der nervösen Centren bleibt
die Scheidung in ein oberes Schlundganglion und in das Bauchmark noch
erhalten; an letzterem deutet nichts auf eine Gliederung. Vom oberen
Schlundganglion gehen 2 Nervenpaare für die Kieferfühler und Palpen
aus; vom Bauchmark nehmen 6 Nervenpaare ihren Ursprung, von denen
das erste die Kauwerkzeuge, das zweite bis fünfte die 4 Beinpaare und
das letzte den Hinterleib versorgt. Der Verlauf der einzelnen Nerven-
stämme Hess sich nicht genau verfolgen. — S. auch Anz. d. kais. Akad.
Wiss. Wien, 3. Juli 1884 S. 134 und Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV
S. 369 flf.
Karpelles schildert in ausführlicher Weise Tyroglyphus carpio
in seinen verschiedenen Entwickelungsstadien , vom Ei an. Bei dem
geschlechtsreifen Thiere wirft der Verfasser die Frage auf, ob die Dorne
an den Tarsenenden wirklich, wie Hall er wollte, Tastwerkzeuge sind
36 Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
oder zur Ausleitung einer klebrigen Substanz dienen, und führt einige
Beobachtungen über das Kriechen an der Unterseite horizontaler Glasplatten
an, die besondere Haftrorrichtungen nöthig erscheinen lassen. Eine lange
Borste am vorderen Fussgliede ist nach der Vermuthung Karpelles' bei
der Nahrungsaufnahme betheiligt. — Die Art lebt in den Essigbildem,
namentlich auf der Holzkohle, und würde nach dem Verfasser verschwinden,
wenn man statt der Kohle wie früher Spähne verwendete. Angeschlossen
ist eine systematische üebersicht nebst Beschreibung der (13) Tyrogl}-phus-
Arten. Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 1 ff.
T. longisetosus nebst entomophagus und siculus an Käfern aus dem
tropischen Afrika; derselbe ebenda S. 241, crassipes S. 218 Taf. XV
Fig. 1, curtus S. 219 Fig. 7 (beide in Amerika auf dem Weinstock, aber
nach der Ansicht des Autors nicht als Feinde der Phylloxera); G. Haller
a. a. O.
Auf den Puppen des Coraebus bifasciatus fand Laboulbene
eine Milbe, die er für Tyroglyphus -ähnlich hält und deren Hinterleib
ähnlich wie bei Sacropsylla penetrans ungewöhnlich stark entwickelt und
mit Eiern angefüllt ist. Diese Milben waren als Eier des Käfers angesehen
worden und hatten eine Verwechselung der Geschlechter veranlasst; C. R.
Acad. Sei. Paris XCVHI S. 539; Ann. a. Mag. N. H. (5) XHI S. 308.
Cheyletus rufus S. 231 , parumsetosus S. 238 (an Käfern aus dem
tropischen Afrika); Karpelles, Berl. Ent. Zeitschr. 1884, laureatus
(Deutschland); Haller a. a. 0. S. 234 Taf XVI Fig. 9.
Phytoptidae. v. ScMechtendal machte in der Sitzg. vom 31. Juli
1884 des naturw. Ver. f. Sachsen u. Thüringen Mittheilung über zwei
Milbengallen, von denen die eine sich an Acer platanoides findet und
wahrscheinlich durch Eindringen der Milben zwischen die Lentizellen von
alteren Zweigen veranlasst wird. Doch wachsen nicht alle Gallen aus den
Lentizellen hervor. Die zweite Galle fand sich an Stipa capillata und
wurde von Tarsonemus Kirchneri var. bewohnt. Zeitschr. LVII S. 491.
J. P. Mc Murrich bestätigt Landois' Angabe von dem Erwachsensein
des Phytoptus und von der Existenz zweier rudimentärer Beinpaare
ausser den beiden entwickelten. Bei P. Pyri Seh. fand er ein Paar kleiner
Höcker gerade vor der Genitalplatte jederseits, die der Verfasser mit
einigem Zweifel für Beine erklärt. Nach seiner Ansicht ist Phytoptus
näher mit Demodex als mit irgend einer anderen Form verwandt. Johns
Hopkins Univ. Circulars IV S. 17 (noch Journ. R. Microsc. Soc. V S. 236).
Myobiadae« Disparipes (n. g. ; Beine unähnlich; erstes Paar mit
einer einzigen Klaue endend, ohne Haftlappen; zweites und drittes Paar
mit einer doppelten Klaue und mit oder ohne Haftlappen in beiden Ge-
schlechtern; viertes Paar stark verdickt, mit langen Borsten endend, ohne
Klaue und Haftlappen , Borsten in beiden Geschlechtern verschieden ; vor-
derer Theil des weiblichen Körpers ganz unter einem Chitinschilde ver-
borgen; Rostrum mit dem Cephalothorax artikulirend, mit 4 zapfenförmigen
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 37
Hervorragungen; die übrigen Mundtheile verkümmert oder sehr schwach
entwickelt) Domhi; Michael, Journ. Linn. Soc. London, Zool., XVII
S. 390 ff. PI. XV; vgl. oben S. 32.
Oribatidae. Michael hat den Inhalt seiner früheren Mittheilungen
zu einer Monographie der englischen Oribatiden vereinigt. The British
Oribatidae; Ray Society, 1884. — Ist mir noch nicht zugänglich ge-
wesen.
Michaelia (n. g. bei Hoplophora; Körper cylindrisch, vom stark,
hinten weniger zugespitzt; nur einfache Grenzfurche zwischen Cephalo-
thorax und Hinterleib. Stigmata sehr klein, weit auf die Rückenfläche
verschoben. Tectum rudimentär, Augen vorhanden. Anal- und Genital-
öffnung hart aneinanderstossend , dem Hinterrande genähert, sehr gross.
Epistom von oben die Mimdtheile bedeckend; Taster der überaus grossen
Unterlippe klein und hakenförmig; die beiden ersten Kieferpaare sehr
kräftig entwickelt, Maxillarpalpen umgekehrt keulenförmig, drittes Kiefer-
paar sehr klein. Extremitäten kurz, die beiden vorderen der Epimeralbecher
entbehrend; das zweite Glied sehr lang, stark zusammengepresst und
namentlich gegen das Ende hin verbreitert; letztes Glied mit einer ein-
fachen, überaus starken sichelförmigen Kralle bewaffnet. Ueber den ganzen
Körper und die Extremitäten zerstreute blattförmige Haargebilde) paradoxa
(Karlsruhe an faulen Rebwurzeln); Haller a. a. 0. S. 229 ff. Taf. XVI
Fig. 5 — 8.
Eremaeus (die Gattungsmerkmale sind angegeben) leporosus (Ame-
rika); Haller a. a. 0. S. 225 Taf. XV Fig. 6.
Nothrus {Kornhuheri S. 32,) pileiformis (Pennsylvanien) S. 33, vialleo-
lus (ibid.) S. 34; Karpelles, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, Kühli, sulcatus,
punctatum (alle im Bernstein); Karsch, ebenda S. 176.
Michael und Poppe machen die Nymphe von Tegeocranus
cepheiformis {Nie.) durch Beschreibung und Abbildung bekannt; auch
die erwachsene Form ist beschrieben und abgebildet; Abh. naturw. Ver.
Bremen IX S. 207 ff. Taf. VHL
Oribata simplex, monodactyla Taf. XV Fig. 3 S. 221 , americana
S. 222 Fig. 4, Rileyi S. 223 Fig. 5 (Amerika, auf Weinstock und wahr-
scheinlich Feinde der Phylloxera); Haller a. a. 0.
Damaeus craieri/er (Nizza; Marseille; Körper von dem Sekret massen-
hafter Hautdrüsen bedeckt); Haller a. a. 0. S. 226 Taf. XVI Fig. 1 — 4.
Bdellidae* Bdella marina (New Jersey); Packard, American Natu-
ralist 1884 S. 828 mit Holzschn.
Hydrachnidae. Koenike macht folgende neue Arten bekannt:
Acercus uncinalus (Varel, Oldenburg) S. 215; Arrhenurus crassipetiolatus
(Bremen) S. 216, claviger (Bremen) S. 219, ßmbriatus (Bremen), {dubius^
= tricuspidator Neum. nee Müllj C. L. Koch) S. 220, (Bruzelii, =
albator C. L. Koch, emarginator Bruz. , nee Müll. S. 221); Hydrodroma
ßexxwsa (Jaderberg, Oldenburg) S. 222; Abh. naturw. Ver. Bremen IX.
38 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Atax Älzatet (Guanajuato) ; Alf. Dug^s, La Naturaleza VI S. 344 L. 8.
Ixodidae. Rhipicephalus bilenus, Beccarn (Keren); Pavesi, Ann.
Mus. Civic. Genova XX S. 102.
Amblyomma quadriguttatum (Scioa); Pavesi, Ann. Mus. Civic. Genova,
XX S. 90.
Haemaphysalis Erinacei (Tunis, auf E. algirus); Pavesi, Ann. Mus.
Civic. Genova XX S. 484.
Pantopoda.
Aus dem KvaenangsQord führt Sparre Schneider Pycnogonum lito-
rale; Pallene spinipes, discoidea; Nymphon mixtum auf; Tromsoe Mu-
seums aarshefter VII S. 132.
Hoek zählt die vom „Triton" 1882 im Faroe Channel gedredschten
(11) Arten auf, unter denen Pallenopsis Tritonis neu ist; Trans. Roy."
Soc. Edinburgh XXXII S. 1 ff.
W. A. Haswell verzeichnet 18 Arten aus Australien, worunter 8 neu
und eine vielleicht mit einer aus dem Mittelmeer (Phoxichilus charybdaeus
Dohrn) identisch ist; Proc. Linn. Soc. of New South Wales Bd. IX
S. 1021 — 1033 Taf. 54—57.
Nymphon aequidigitum und validum Haswell a. a. 0. S. 1022 und
1024, Taf. 54 Fig. 1—9, Port Jackson u. Port Stephens.
Nymphopsis, neue Gattung, erstes Gliedmassenpaar gut ausgebildet,
scheerenförmig ; zweites tasterförmig , neungliedrig ; drittes siebengliedrig,
ohne zusammengesetzte Domen. N. armatus, Port Molle in Queensland,
15 Faden tief, HasweU a. a. 0. S. 1025 Taf. 55 Fig. 1—4.
Ammothea assimilis und longicollis Haswell a. a. 0. S. 1026 und
1028 Taf. 55 Fig. 5—9 und Taf. 56 Fig. 1—4, Port Jackson.
Achelia laevis var. Australiensis Miers in Report of the zoological
collections made in the Indopacific Ocean during the voyage of H. M. S.
Alert S. 323 Taf. 35 Fig. A. Port Jackson.
Phoxichilidium Hoekii Miers ebenda S. 324 Taf. 35 Fig. B, Torres-
strasse. — Ph. tuhiferum Haswell am vorhin angeführten Ort S. 1032
Taf. 57 Fig. 6—9, Port Jackson.
Pallene pachycheira Haswell a. a. 0. S. 1030 Taf. 57 Fig. 6 — 9,
Port Jackson.
Colossendeis tenuissima Haswell a. a. 0. S. 1029 Taf. 56 Fig. 5—8,
Port Denison.
Opiliones.
Thrasychirus (n. g. Oligolopho affine, diflfert tubere ocul. laevi et
mutico, haud canaliculato, lobis maxill. 2 minutis, gracilioribus, in medio
paullo depressis et antice leviter obtuse emarginatis, pedibus patellis
cunctis muticis. Mandibulae art. 1 ad basim infra unidentato. Truncus
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 39
pedesque fere laeves, haud tnberculati nee dentati. In cf pedes maxil-
lares longi et graciles, tibia patella longiore, cylindrica, parce et aequaliter
setosa, in $ breviores, patella et tibia longitudine fere aequis, intus dense
setosis) dentichelis (Ile Hoste) S. 26 Fig. 21, gulosus (ibid.) S. 27 Fig. 22,
23 ; Simon, Arachn. rec. . . . Cap Hörn, a. a. 0. (Separat) PI. in.
Karsch stellte eine Tabelle der Gattungen und Arten derSironiden
auf; Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 143 ff. Die Gattungen sind Pettalus,
Stylocellus, Leptopsalis und Siro, letztere mit den 5 Arten Corsicus Sim.y
rubens Latr.^ duricorius Jos.^ cyphopselaphus Joseph und der neuen m-
aequipes S. 146 (Augenlos; Maxillartaster etwas kürzer als die Scheeren-
kiefer; innerer Finger der Scheerenkiefer deutlich gegliedert! Tarsus
der Beine des zweiten Paares länger und dicker als der der übrigen, seine
Klaue aber äusserst winzig und viel kleiner als die gleichen Klauen der
übrigen Beine etc. Die Art war von Getschmann bei Pajares in
Asturien gefunden worden.
Ueber Phalangium parietinum als Massenvertilger von Chermes
coccinea s. unten bei Aphiden.
Ph. amanense (Akbes) S. 193, hebraicum (Beirut und Antura) S. 194
und var. leucomelas (Naplus und Latrum, zwischen Jafia und Jerusalem)
S. 196; Simon, Ann. Ent. France 1884.
Hinzuanius africanus (Let Marefiä) ; Pavesi, Ann. Mus. Civic. Genova
XX S. 88.
Chernetina.
Tömösväry stellt in den Termesz. Füzet. VIII S. 16 ff.
ein Verzeichniss der von der Balkan -Halbinsel bekannten
Scheerenspinnen auf, das Dank den letztjährigen Sammelreisen
27 Arten aufweist, gegenüber den neun bisher bekannten.
Ferner liefert er die Beschreibung von 8 neuen Arten aus ver-
schiedenen Gegenden der Erde. Als neue Gattung stellt er
auf Heterolophus (Corpore generi Obisio similis; cephalothorax
oblongo-quadratus, aequilatus, margine antico profunde sinuato;
epistoma nullum; oculi 4 ad latus ceph. positi; mandib. ma-
ximae, digito externo tuberculo destituto; vitta abdominis nulla;
palpi graciles; pedes longissimi femoribus Ultimi paris crassis-
simis) für H. gültiger (Sao Paolo, Bras.) S. 24 Fig. 3, 4, nitens
(ibid.) S. 25 Fig. 5.
Sur le developpement des Chelifer trägt Barrois nach, dass
die von Metschnikoff bekannt gemachte Larvenform ausser der musku-
lösen Lippe nicht 2, sondern 5 Extremitätenpaare besitze, indem bereits
alle Gliedmassen des zukünftigen Thieres angelegt sind mit Ausnahme des
vordersten Beinpaares. Vor der von einer Lage von Ektodermzellen um-
40 Bertkau: Bericht über die \vi8senschaftlichen Leistungen
gebenen Dottermasse befindet sich der embryonale, zwischen den grossen
Scheeren (Unterkiefern) mündende Saugapparat, mittels dessen der an die
Bauchseite der Mutter angeheftete Embryo die „dem mütterlichen Organis-
mus entnommenen Nahrungssäfte" aufsaugt. Dieser Saugapparat wird auf
eine „höchst charakteristische" Weise ausser Thätigkeit gesetzt, indem er
gewissermassen durch das wachsende, aus zwei Anlagen, vor und hinter
dem Saugapparat, bestehende Nervensystem aus dem Körper hinausgedrängt
wird ; er bleibt mit dem Embryo schliesslich nur durch einen feinen Faden
unterhalb des definitiven Mundes verbunden und wird mit der Larvenhaut
abgeworfen. Compt. Rend. Acad. Sei. Paris XCIX S. 1082; s. auch
Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S. 152.
Nest of the Pseudo-Scorpion; Americ. Naturalist 1884 S. 427
mit Holzschn.
Als Fortsetzung seines Catalogue des Arachnides de Bel-
gique verzeichnet Becker die (lO) von ihm gefundenen Chemetinen; C.
R. Ent. Belg. 1884 S. 283 ff.
ehernes armatus (Aschanti) S. 17 Taf. I Fig. 8,9, a/Jinis (Corfu)
S. 18 Fig. 10, 11; TÖmösväry a. a. 0.
Chelifer Danaus (Corfu; Morea) S. 19 Fig. 7, macrochdatus (Colum-
bien) S. 20 Fig. 12, 13; Tomösväry a. a. 0.
Obisium Hellenum (Athen); Simon, Ann. Ent. France 1884 S. 349.
Olpium (dimidiatum L. Koch S. 21 Fig. 6,) serniviUatiim (Corfu)
S. 22 Fig. 1, 2, biaroliatum (Indien) S. 23 Fig. 15—18; TÖmösväry
a. a. 0.
Scorpiones.
Joyeux-Laffuie hat seine Untersuchungen über den Bau der Gift-
drüsen und die Wirkung des Giftes der Skorpione in ausführlicher Ab-
handlung und mit Abbildungen veröffentlicht im Arch. Zool. exper. et
gener. 1883 S. 733 ff.; vgl. den Bericht für 1882 S. 61.
Palaeophon{e^,us nuncius aus dem oberen Silur von Gotland in
Schweden, nächst Palaeoblattina der älteste bekannte luftathmende Arthro-
pode und, soweit zu sehen, mit den gegenwärtig lebenden Skorpionen ganz
übereinstimmend. Vielleicht gehört ein in den oberen Ludlow-Lagern von
Lesmahagow in Lanarkshire gefundenes Exemplar derselben Art an. —
Thorell und Lindström, C. R. Acad. Sei. Paris XCIX S. 984; Ann. a.
Mag. N. H. (5) XV S. 76; Silliman's Americ. Journal XXIX S. 168.
Isometrus atomarius (Birma) S. 363, tricarinatus (Pondichery\ mesor!
(Java) S. 371; Simon, Ann. Mus. Civico Genova XX, der ebenda S. 370
eine Tabelle der 8 ihm bekannten Arten Asiens giebt.
Palamnaeus Silenus (Slam; Cochin- China; Anam; = P. me-
gacephalus Simon nee Koch)-^ Simon, Ann. Mus. Civico Genova XX
S. 361.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 41
Heterometrus maurus var. herytensis (B.); Simon, Ann. Ent. France
1884 S. 192.
Buthus /ss€?« (Ansaba) ; Pavesi, Ann. Mus. Civic Genova XX S. 96.
Araneae.
Dahl glaubt das Gehör- und Geruchsorgan der
Spinnen gefunden zu haben; Archiv f. mikrosk. Anatom.
XXIV S. 1 ff. Taf. I. Ueber die Hörhaare hat derselbe bereits
früher eine Mittheilung gemacht (vgl. den vor. Bericht S. 59),
die hier ergänzt wird. Die als Hör haare in Anspruch ge-
nommenen Haare stehen in einem geräumigen Becher, aus dessen
Grund sich ein kleinerer Becher erhebt, in welchem das Haar
eingelenkt ist. Von dem Hauptnervenstrang, der das Bein
durchzieht, treten an jedes der einzelnen Haare mehrere Aeste,
die von Pigmentkörnchen umgeben sind. An dem Metatarsus
mancher Arten finden sich ähnliche Becher ohne Haare, und
in verschiedenem Grade der Ausbildung, so dass Dahl meint,
hier mit rudimentären Organen zu thun zu haben. Mit Rück-
sicht auf die Anordnung der Haare zerfallen die Spinnen in
zwei Abtheilungen. Die einen besitzen 2 Reihen von Hörhaaren
an Tibia, ein Haar auf dem Tarsus und einen Becher ohne
Haar auf dem Metatarsus. Diese Anordnung ist bei den Epei-
riden, Pachygnathiden , Theridiaden, Pholciden und Uloboriden
der Fall. 'Bei Pachygnatha und Tetragnatha hat ausserdem
noch der Schenkel Hörhaare. — In der zweiten Gruppe hat
der Metatarsus keinen Becher ohne Haar; an Tarsus und
Schiene, sowie auch am Metatarsus sind meist mehrere Hör-
haare vorhanden. Bei Dysdera und Harpactes fehlen dieselben
indessen auf dem Metatarsus, wo Segestria eins hat; die Tera-
phosiden haben eine grössere Zahl unregelmässig angeordneter.
Die übrigen Spinnen lassen sich hinsichtlich ihrer Hörhaare
wieder in 2 Gruppen bringen. Bei den Amaurobiaden , Agale-
niden, Thomisiden und Attiden hat der Metatarsus nur eine
Reihe von Hörhaaren, bei den Drassiden, Anyphaeniden und
Lycosiden deren zwei; manchmal (Drassiden, auch Argyroneta)
ist es schwer zu sagen, ob eine oder zwei Reihen vorhan-
den sind.
Als Geruchsorgan deutet Dahl eine Stelle an der Ober-
seite der Unterkiefer, an der die Chitinbedeckung durch beson-
42 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dere Dünne ausgezeichnet und ausserdem mit feinen Löchern
besät ist. Die Zellen der Matrix unter jener dünnen, durch-
löcherten Platte sind zapfenförmig, unten in einen Faden aus-
gezogen und mit diesem Faden an einer die Matrix von innen
umkleidenden Platte befestigt. An die Platte tritt ein vom
Tasternerven sich abzweigender Nerv, als dessen Endverzwei-
gungen Dahl die Fäden der Zapfen ansieht. Durch Experi-
mente mit Terpentin- und Nelkenöl gelangte er zur Ueber-
zeugung, dass die Spinnen Geruchsempfindungen haben, (üebers.
in Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S. 329 ff.)
Derselbe theilt einige Beiträge zur Biologie der
Spinnen mit; Zool. Anzeig. No. 180 S. 591 ff. Der Gesichts-
sinn ist wenig ausgebildet, weil jegliche Accommodation fehlt.
Gehör-, Geruchs- und Tastsinn sind dagegen recht fein aus-
gebildet. Epeira patagiata unterscheidet zwischen verschiedenen
Riechstoffen und ist gegen Ammoniak empfindlicher als gegen
Terpentinöl. — Bei der Herstellung der Netze verfahren die
Spinnen mit üeberlegung, und Zilla x-notata lässt erst von
einem gewissen Alter an den kleinen Sektor für den Faden,
der vom Centrum des Netzes zu der dahinter gelegenen Woh-
nung führt, frei; junge Exemplare nehmen in der Mitte des
vollkommen kreisförmigen Netzes Platz. — Für die sekundären
Geschlechtsunterschiede versucht der Verfasser eine Erklärung,
die mir in ihren Einzelheiten nicht recht verständlich geworden
ist. Er geht nur davon aus, dass bei der Spaltung einer Art
in zwei ein Wohlgefallen an der nächststehenden Form
anzunehmen sei, welches eine Vermischung der beiden ent-
stehenden Formen ausschliesse. Dieses Wohlgefallen könne
auch zur Weiterentwickelung eines an sich gleichgültigen oder
gar schädlichen Merkmals führen, aber nur im männlichen
Geschlecht.
Schimkewitsch hat eine frühere vorläufige Mittheilung (s.
dies. Bericht für 1881 S. 66 ff.) erweitert und mit Abbildungen
versehen in den Ann. Sei. nat., Zool., T. XVII Art. No. 1,
Etüde sur l'anatomie de l'Epeire mit VIII Taff. erscheinen
lassen. Da ich über die vorläufige Mittheilung ziemlich aus-
führlich referirt hatte, so führe ich hier von den Einzelheiten
nur diejenigen Punkte an, in denen der Verfasser entweder
seine früheren Angaben verändert oder erweitert hat. — Die
sog. innere Kutikula Graber's ist eine Bindegewebshaut, die mit
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1883. 43
dem Sarkolemm der sich an die Haut anheftenden Muskeln in
kontinuirlichem Zusammenhang steht. Die praeretinale Lamelle
im Auge ist dieselbe Bindegewebshaut, die sich zum Neuri-
lemm des Augennerven ähnlich verhält, wie an anderen Stellen
zum Sarkolemm. Der Gefühlssinn ist an die Haare der Haut
geknüpft, in denen eine Nervenfaser angegeben wird. Diese
Angabe ist nach Untersuchungen von W. Wagner gemacht,
der auch späterhin (bei den Lungen und dem männlichen Be-
gattungsorgan) wiederholt genannt wird. Die Maxillardrüsen
sind homolog den von Cronenberg bei Solpuga beschriebenen
Giftdrüsen und wahrscheinlich auch den Schleimdrüsen des Peri-
patus. Am Verdauungsapparat bezeichnet Schimkewitsch eine
Stelle dicht hinter dem Saugmagen, der durch ein drüsiges Epithel
ausgezeichnet ist, als Drüse; ausser dem unpaaren unteren Lappen
hat die „Leber" 3 Paar seitlicher Ausführungsgänge; das Epithel
hat zweierlei Epithelzellen, die er nach Analogie des anato-
mischen Befundes und der Deutung bei Crustaceen als Ferment-
und Leberzellen ansieht; die Leber der Spinnen ist demnach
ebenfalls ein „Hepatopankreas." Die Lungen sind modifizirte
Tracheen und von einer gemeinsamen Haut umhüllt. — Das
Herz hat 3 Paar venöser Ostien; an das vorderste Paar fügt
sich die kurze Lungenvene an; ausser dieser hat es 3 Paar
seitlicher Gefässe, die Arterien sind, von denen die beiden
ersten Paare unmittelbar vor den beiden hinteren Paaren der
venösen Ostien entspringen. Das Herz ist von einem Perikar-
dium umgeben, und in dem Perikardialraum bewegt sich das
Blut von vorn nach hinten; um den Perikardialraum befindet
sich ein lakunärer Raum, in dem sich das Blut von hinten
nach vorn bewegt. Die Formelemente des Blutes sind zweierlei
Art: runde Zellen und grössere, unregelmässig gestaltete mit
amöboider Bewegung ausgerüstete. Am weiblichen Geschlechts-
apparat erklärt Schimkewitsch nicht die stark chitinisirten
Blasen für Samentaschen, sondern zwei Behälter mit dünner
Wandung, welche sowohl mit jenen als auch mit der „Vagina"
kommuniziren. Den „Spiralmuskel" Menge's am Tasterbulbus
erklärt Schimkewitsch für einen chitinisirten Muskel und macht
einige Andeutungen über die Art und Weise, wie der Muskel
an die Körper Oberfläche gelangt sein soll. — Die allgemeinen
Schlussfolgerungen, zu denen der Verfasser durch seine Studien
gelangt, sind folgende:
44 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
1. „Es lässt sich eine Homologie zwischen den Anhängen
und den verschiedenen Theilen des Körpers der Arachniden
und übrigen Arthropoden (Myriapoden, Insekten, Crustaceen
und Limulus) aufstellen. 2. Die Arachniden, zwischen den
Tracheaten und Limulus auf der einen Seite, und den Crusta-
ceen auf der anderen Seite stehend, entbehren der Antennen.
3. Ihre Fortpflanzungsweise, Verdauungs-, Athmungs- und Seh-
organe näheren sie den Larven der Insekten. 4. Dagegen
nähern sich die höheren Arachniden durch ihren Kreislauf-
apparat und ihr Muskelsystem den Limuliden; aber diese Aehn-
lichkeit kann aus der gleichen allgemeinen Körpergestalt erklärt
werden, denn die Limuliden sind wahre Crustaceen ohne An-
tennen. 5. Die Skorpione sind älter als die Spinnen. 6. Die
Tetrapneumones älter als die Dipneumones. 7. Die Glied-
massen der Pycnogoniden lassen sich denen der Arachniden
vergleichen, und die Pycnogoniden näheren sich den Spinnen
durch den Bau ihrer Geschlechts- und Verdauungsorgane." —
Der Druck der Abhandlung leidet an Inkorrektheiten, die über
das gewöhnliche Mass hinausgehen und namentlich bei den
Hinweisen auf die Abbildungen störend sind. — S. auch Ann.
a. Mag. N. H. (5) XV S. 221.
Zur Entwickelungsgeschichte der Araneen theilt
derselbe nach Untersuchungen an Epeira, Pholcus, Agalena
und Lycosa im Zool. Anzeig. 1884 S. 451 fF. folgendes mit.
Nur ein Theil der Dottersegmente bildet Dotterpyramiden; ein
anderer Theil füllt die zentrale Furchungshöhle aus. Nachdem
durch Abspaltung einer äusseren Plasmamasse von den Dotter-
pyramiden die Embryonalanlage zweischichtig geworden ist,
beginnt auf der Ventralseite, zuerst unter dem Cumulus primi-
tivus, eine Ansammlung von primitiven Ektodermzellen aufzu-
treten, auf welcher hernach auch zuerst eine Mesodermschicht
entsteht; vor dem Primitivhügel befindet sich eine Einstülpung,
entsprechend dem Blastoporus. Der Mitteldarm stellt Anfangs
einen geschlossenen von einem Darmfaserblatt umgebenen und
mit den Zellen des primären Entoderms gefüllten Sack dar.
Auf der dorsalen Hälfte bildet das Darmfaserblatt jederseits
einen Einwuchs, welche zusammen eine obere Höhle, das Herz,
von der bleibenden Höhle des Mitteldarms trennen. Aus den
das Herz füllenden Eutodermzellen werden Blutkügelchen;
ebenso wandern Zellen des Entoderms in die Leibeshöhle, um
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 45
Blutkörperchen zu bilden. Andererseits aber wandeln sich auch
Zellen des Mesoderm zu Blutkörperchen um, die demnach eine
zwiefache Herkunft haben. Durch Einwüchse vom Darmfaser-
blatt her werden vom Mitteldarm die 5 Blindschlauchpaare des
Cephalothorax und die 3 (?) Paar Leberlappen und der unpaare
untere Leberlappen des Hinterleibes abgegliedert. Ein Theil
der die Mitteldarmhöhle noch füllenden primären Entodermzellen
wandelt sich zu dessen Epithelzellen um, ein kleinerer Theil
wird als Nährmaterial verbraucht. Das „Fettgewebe" entwickelt
sich später aus Blutkörperchen. — Die Bauchganglienkette setzt
sich aus dem mandibularen, rostralen, maxillaren, aus vier
pedalen Ganglien und dem abdominalen Strang zusammen; die
beiden ersten Ganglien bilden einen grossen Theil des Ober-
schlundganglions des erwachsenen Thieres. — Ober- und Unter-
lippe entstehen aus je zwei getrennten Anlagen und wachsen
dann zur Bildung des Rostrums, das dem Pycnogoniden-Rostrum
homologisirt werden kann, zusammen. Wenn die Maxillen erst
3 Glieder erkennen lassen, spaltet sich von ihrem Basalglied
der innere Lappen als Unterkiefer ab, der an seiner Aussen-
seite den gegliederten Taster trägt.
Bertkau schreibt über den Verdauungsapparat der
Spinnen; Archiv f. mikrosk. Anatomie, XXIV S. 398 ff., Taf.
XX, XXI, und kürzer im Correspbl. Naturh. Vereins d. preuss.
Rheinlande u. Westfalens 1884 S. 66 ff. Die Beschreibung be-
zieht sich zunächst auf Atypus piceus; angeschlossen sind An-
gaben über zahlreiche Arten anderer Familien. Der Munddarm
endet mit dem „Saugmagen," einer erweiterten Abtheilung des
Munddarms, an dessen rechte und linke Seitenwand und Rücken-
wand sich Diktatoren anheften, während zahlreiche Ringmuskeln
als Kompressoren fungiren. Der im Cephalothorax liegende
Theil des Mitteldarmes ist umgeben von Längs- und Querfasern
mit eingestreuten Zellen des Fettkörpers, die bisweilen (bei
Dolomedes) eine vollkommene „serosa" darstellen. Bei Atypus
ist die Zahl der Blindsäcke dieses Darmtheiles geringer als bei
den meisten einheimischen Arten, wo die beiden nach vorn
abgehenden Seitenschenkel sich gewöhnlich zu einem Ringe
vereinigen, aus dem dann jederseits 4 (resp. 5) Blindschläuche
in die Beine (und Taster) ausgehen. Diese Blindschläuche
gehen keine weitere Anastomose ein und münden auch nicht in
einen gemeinsamen Sack, wie man von tropischen Vogelspinnen
46 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
angenommen hat. Dieser Sack ist vielleicht ein Theil des
Fettkörpers, in dem sich Krystalle von phosphorsaurem Kalk
abgelagert haben. Die Ausstülpungen des Mitteldarmes im
Hinterleibe bilden die bisher sog. Leber, den „Chylusmagen"
nach der Bezeichnung Bertkau's. Im Allgemeinen liegen hier
die Verhältnisse so, wie sie früher geschildert waren (vgl. diesen
Bericht f. 1883 S. 56). Hinsichtlich der Funktion wird noch
eine Reaktion angeführt, welche auch ein diastatisches Ferment
im Chylusmagen beweist. Die zweierlei Zellen wurden überall
gefunden, und aus ihrem Verhalten zu verschiedenen Jahres-
zeiten und Lebensperioden wird der Schluss gezogen, dass der
Inhalt der breiten ähnlich wie der des Zwischengewebes zur
Bildung der Geschlechtsprodukte verbraucht werde.
Im Zusammenhang mit dem Verdauungsapparate werden
einige Nebenorgane behandelt; zunächst ein drüsiges Organ in
der Oberlippe. Dasselbe stellt eine Einstülpung der oberen
Haut der Oberlippe dar und ist in seinem Grunde stark chiti-
nisirt. Auf dieser chitinisirten Haut, die somit gewissermassen
die Intima der Drüse ist, stehen die hohen Epithelzellen, die
umgewandelte Hypodermiszellen sind. — Ueber die Bedeutung
dieser Drüse Hess sich nichts Bestimmtes ermitteln; eine in der
früheren Mittheilung angedeutete Homologie mit der Kopfdrüse
bei Ixodes wird nicht weiter beibehalten, und die Drüse, wegen
ihrer Nachbarschaft mit dem Munde, als Speicheldrüse be-
zeichnet, wie schon Wasmann that. Unzweifelhafte Speichel-
drüsen werden aus den Unterkiefern beschrieben, wo sie
zuerst von Graber, dann auch von Maule Campbell entdeckt
wurden. Bei Atypus ist ihre Zahl sehr gross und sie zeigen
in anschaulicher Weise den Uebergang von indifferenten Haut-
drüsen zu Speicheldrüsen; ihre Mündungen liegen hier längs
der Innenseite der Mandibeln zerstreut. Bei zahlreichen Arten
der Tristicta ist ihre Zahl geringer, und die Mündungen liegen
dichter gedrängt bei einander, oft auf einer charakteristisch ge-
formten Platte. Dass ihr Sekret einen Einfluss auf die einzu-
nehmende Nahrung ausübt, beweist ein leicht anzustellender
Versuch, der zeigt, dass durch dasselbe Muskeln aufgelöst
werden. In diesen Drüsen sieht der Verfasser daher jetzt die
Organe, welche die Spinne zum Aussaugen ihrer Opfer ge-
schickt machen. — Bei einigen Arten wurden ausserhalb der
Stelle, an denen die Speicheldrüsen münden, zarte Borsten
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 47
wahrgenommen, an die sich an der Innenseite ein starres Röhr-
chen anschliesst, das unten in eine kugelige Anschwellung über-
geht. Dieser Apparat wird als Sinnes-, specieller als Ge-
schmacksorgan gedeutet, doch gesteht der Verfasser selbst zu,
dass noch weitere Untersuchungen anzustellen sind. Dahl's
Deutung des Geruchsorgans (s. oben S. 41) wird beanstandet.
An dritter Stelle werden die „Coxaldrüsen" Ray-Lankester's
behandelt, die Wasmann und vorübergehend auch Blanchard
als Speicheldrüsen, letztere hernach als glandes stomacales be-
zeichnet hatte. Sie sind umgeben von Längs- und querver-
laufenden Fasern, die von Zeit zu Zeit einen Befestigungsapparat
bilden, der sich an die Verbindungshaut zwischen dem Rücken
des Cephalothorax und dem Hüftglied der Beine anheftet; sie
selbst liegen ausserhalb des Entoskelet, in die seitliche Mulde
desselben eingebettet und übrigens grossentheils von Muskeln
umhüllt. — Bei Atypus und auch bei Segestria macht die Drüse
mehrere Schleifen; bei den untersuchten Tristicta ist sie redu-
cirt; sie verläuft hier gestreckt und ihr Epithel ist grossentheils
verkümmert. Während die Drüsen bei den erwachsenen Thieren
keinen Ausführungsgang aufweisen, gelang es, einen solchen bei
ganz jungen Exemplaren von Atypus aufzufinden; derselbe
mündet in der Verbindungshaut zwischen der Hüfte des dritten
und vierten Beinpaares, nahe bei der Brustplatte. (Später fand
sich auch bei einem ausgewachsenen Exemplar dieser Ausfüh-
rungsgang erhalten und in einem schmalen Spalt mündend vor;
der Spalt findet sich bei allen Exemplaren und ein gleicher
an der entsprechenden Stelle des ersten Beinpaares.) Aus den
angegebenen Verhältnissen zieht Bertkau den Schluss, dass die
Coxaldrüsen ein embryonales Exkretionsorgan vorstellen. Der
Verdauungsapparat bestätigt dem Verfasser die früher ausge-
sprochene Ansicht von der Natürlichkeit der beiden Unterord-
nungen der Tetrasticta und Tristicta und von der tieferen
systematischen Stellung der ersteren. Ferner wird noch auf
die Aehnlichkeit des Pycnogonidenschnabels mit der Mundbil-
dung der Spinnen hingewiesen und die Arachnidennatur der
Pycnogoniden aufrecht erhalten. Dagegen erklärt er die Gründe,
welche für die Zugehörigkeit des Limulus zu den Arachniden
geltend gemacht sind, für nicht stichhaltig; Limulus ist vielmehr
ein synthetischer Typus. Die Eintheilung der Arthropoden in
Tracheaten und BrancMaten ist aber künstlich; „mit Rücksicht
48 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
auf Bau und Gliederung sind vielmehr die Krebs- und Spinnen-
thiere einerseits und die Tausendfüsser und Insekten andererseits
näher mit einander verwandt."
van Hasselt theilt Waarnemingen omtrent anomalien
van de Geslachtsdrift bij Spinnen-mares mit; Tijdschr.
V. Entom. XXVII S. 197 flf. Von mehreren Männchen von Li-
nyphia clathrata, die zusammen in ein grosses Cylinderglas ge-
sperrt waren, blieben nach erbitterten Kämpfen 4 übrig, die
sich zu zwei und zwei rechts und links im Glase ein Gewebe
verfertigten und hier in Eintracht beisammen lebten. Bei beiden
Paaren sah van Hasselt nun die Männchen „dieselben Ma-
növers mit den Palpen und Füssen ausführen, die dem Minne-
spiel mit den Weibchen vorangehen"; die Bewegungen zum
Einbringen der Palpen wurden nicht beobachtet. — Ein cT von
Neriene graminicola, das sich in der Gefangenschaft gehäutet
hatte, näherte sich am Tage nach der Häutung den wohlerhal-
tenen Exuvien, betastete dieselben mit den Vorderfüssen , und
„begann dann mit seinen Palpen die gewöhnlichen streichelnden
Manipulationen gegen die eigenen Exuvien auszuführen." —
Von Ocyale mirabilis wurde ein Pärchen, dessen cf kräftiger
war als das 2, längere Zeit lebend beobachtet. Mehrere Tage
nach der ersten Begattung versuchte das cT dieselbe auf's Neue,
jedoch ergriff das $ jetzt und bei den späteren Versuchen des
cf stets die Flucht. Das cT zwang nun zunächst das 2 eine
Hungerkur durchzumachen, indem es die von Zeit zu Zeit in's
Glas geworfenen Fliegen vorweg fing. Einige Zeit darnach
fing es wiederum zuerst die zugeworfene Fliege, sog dieselbe
aber nicht aus, sondern umspann sie mit Gespinnstfäden zu
einer weissen Kugel, die es zwischen die Mandibeln nahm.
So näherte es sich dem $, das nun blieb und auf die Beute
losfuhr, die aber vom cT festgehalten wurde. „Während nun das
Weibchen die Fliege aussog, machte das cf von der günstigen
Gelegenheit Gebrauch, um mit seinen langen Palpen, sehr um-
sichtig und langsam, die Begattung auszuführen, ohne dass sich
das 2 nun daran kehrte. " — Von Theridium bimaculatum, von
welcher Art ein Pärchen ebenfalls längere Zeit lebend gehalten
wurde, beobachtete der Verfasser dasselbe in einer Stellung,
als ob die Begattung vollzogen würde, obwohl es ihm später
schien, dass das 2 noch nicht die letzte Häutung durchgemacht
hätte. Dasselbe war aber mit an den Hinterleib herangezogenen
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 49
Beinen festgesponnen ; ob zum Zwecke, später verzehrt zu werden
oder zur Vergewaltigung, lässt der Beobachter unentschieden.
Mc Cook's Mittheilungen über den Nestbau von Attus opifex
und Peucetia aurora sind auch in den Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIII S. 229 ff. abgedruckt; vgl. den vor. Ber. S. 60.
Aquatic Spiders s. Americ. Naturalist 1884 S. 78.
Mc Cook erhielt aus den Cocons eines Attiden (wahrschein-
lich von Attus audax) Parasiten, welche nach Howard einer
neuen Gattung von Proctotrypiden , und zwar der Unterfamilie
Sceliominae, angehören; Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1884
S. 294.
Derselbe beschreibt einen von Lehm umgebenen Cocon
einer Spinne, in der er eine Drasside, vermuthlich eine Micaria
(sie ist provisorisch M. limnicunae genannt) zu erkennen glaubt.
Er sieht auch die Lehmbekleidung als das Werk der Spinne
an; aus mehreren erhielt er „Ichneumonen", Pezomachus me-
abilis Cressouy entweder ausschliesslich, oder neben jungen
Spinnen; letztere scheinen aus keinem Cocon allein ausge-
schlüpft zu sein. Ebenda S. 151 ff. (Wahrscheinlich liegt
hier dasselbe Verhältniss wie bei unseren Agroeca- Arten vor,
wo der Drecküberzug wahrscheinlich auch nicht von der Spinne,
sondern von den Parasiten herrührt.)
R. Smith fand als Parasiten der Eier von Epeira atrata
eine Solenopsis und einen Pezomachus, bei welchem letzteren
ein Chalcidier schmarotzte, der seinerseits von einem noch
kleineren Familiengenossen verfolgt wurde; von den zurück-
bleibenden Stoffen des Eiernestes nährt sich auch eine Derme-
stiden-larve, vielleicht von Attagenus pellio; Americ. Naturalist
1884 S. 77.
How Lycosa (riparia ?) fabricates her round
cocoon beschreibt Mc Cook in den Proc. Acad. Nat. Sei.
Philad. 1884 S. 138 f. Die Spinne macht in einer kleinen
Erdhöhle zunächst ein rundes Kissen, in dessen Centrum die
Eier gelegt werden. Hierauf werden die Ränder zusammen-
gefasst und gerollt, bis der normale runde Cocon dieser Gat-
tung fertig ist.
Derselbe meldet ebenda S. 140, dass im Winter unter
der Eisdecke eines zugefrorenen Teiches eine Lycosa -Art im
Wasser sich aufhielt und unter Wasser von einer Pflanze zur
anderen lief. Auch Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S. 298.
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. D
50 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Eine nicht näher bestimmte Spinne des Haussalandes
in Nordafrika, welche in Häusern lebt, veranlasst durch ihren
(nicht schmerzhaften) Biss die Bildung juckender Bläschen an
der gebissenen Stelle. Wird durch Kratzen die Haut zerstört
so bleibt eine nässende, schwer heilende Geschwürsfläche zu-
rück, von der aus die Krankheit mit der ausgeschiedenen
Flüssigkeit auf andere Körperstellen übertragen werden kann.
— Aehnliche Erscheinungen soll eine Vogelspinne in Costa Rica
(Sphaerobothria Hoffmanni?) hervorrufen. Bartels, Sitzungsber.
Ges. Naturf. Freunde Berlin 1884 S. 183 ff.
Emerton lässt den Theridiadae nun New England
Epeiridae folgen, von denen er die Gattungen Uloborus
und Hyptiotes ausschliesst; Tetragnatha und Pachygnatha,
als Unterfamilie Tetragnathinae , vereinigt er dagegen mit den
Epeiriden. Transact. Connect. Acad. VI S. 295 ff. PI. XXXIH
bis XL.
Von Keyserling's „Spinnen Amerikas" ist der 2. Band,
Theridiidae, 1. Hälfte, Nürnberg 1884, erschienen; 4:% 222 S.
mit 10 z. Th. colorirten Tafeln.
van Hasselt zählt die von Kate während einer Reise im
nördlichen Lappland gesammelten Arten auf; es sind Lycosa
amentata, monticola; Neriene rufa, atra, longipalpis; eine un-
bekannte kleine (Oonops-artige) Spinne, von der eine Diagnose
gegeben wird, und Oligolophus alpinus; Tijdschr. v. Entomol.
XXVH S. 251 f.
Keyserling beschreibt zum sechsten Mal (31) neue Spin-
nen aus Amerika, grösstentheils Attiden; Verh. Zool. Bot.
Gesellsch. Wien 1884 S. 489 ff Taf. XIH.
Bertkau führt als in der Rheinprovinz vorkommend Oonops
pulcher ; Marptusa radiata ; Attus caricis, Neon laevis ; Clubiona
pallens; Titanoeca tristis; Dictyna Koziorowiczi; Altella spini-
gera; Hahnia pusilla ; Cryphoeca mirabilis an. Altella spinigera
ist in beiden Geschlechtern beschrieben; von Cryphoeca mira-
bilis, die in die von Simon aufgestellte Gattung Tuberta gehört,
sind Angaben über das Tracheensystem gemacht, die die Ver-
wandtschaft dieser Gattung mit Cicurina und die Berechtigung
letzterer Gattung beweisen sollen. Auch der eigenthümliche
Taster von Cr. mirabilis ist beschrieben und abgebildet, und
ein Theil desselben in seiner Funktion, dem „Eindringer" zu
ermöglichen, mit Sicherheit den Weg in die Samentaschen zu
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 51
finden, erläutert. Verh. naturh. Ver. preuss. Rheinl. u. Westf.
1884 S. 352 fi-.
Die beiden 1884 erschienenen Theile, der 2. und 3., von
Bd. V von Simon's „Araclinides des France" bringen die Familie
Theridionidae im Sinne Simon's (also Theridiadae -f- Micryphan-
tidae) zu Ende. Bei den kleinen Arten von Linyphia, Bathy-
phantes u. s. w., sowie bei den Micryphantiden sind den
Beschreibungen Holzschnitte beigegeben, welche wesentlich zum
Erkennen der Arten beitragen. Ich werde diesen Band citiren.
Simon a. a. 0.
Simon beschreibt Arachnides nouveaux d'Algerie;
Bull. Soc. Zoolog, de France 1884.
Simon stellt eine neue Familie, Bradystichidae, auf, deren
Merkmale die der Drassiden und Thomisiden vereinigen. Ihre
Diagnose lautet: Cephalothorax länger als breit, hinten ab-
gestutzt, vorn verschmälert, Stirn massig, abgestutzt oder stumpf,
8 Augen, gleichmässige Tagesaugen, wenig ungleich. Clypeus
breit, senkrecht. Mandibeln stark und senkrecht, Kralle lang,
gebogen, oberer Rand der Füsse mit 3 oder 4 getrennten,
starken Zähnen, unterer mit 2 oder 3 kleinen. Lippe parallel,
abgestutzt, nicht gerandet. Unterkiefer gerade, nicht zusammen-
geneigt. Beine 1, 4, 2, 3 oder 1, 2, 4, 3, sehr kräftig, na-
mentlich die vorderen, mit Stacheln versehen; 2 Krallen nebst
Federhaarbüscheln. 6 Spinn warzen, kurz wie bei den Thomi-
siden. Die Familie enthält 2 Gattungen, die in folgender Weise
unterschieden werden:
Oculi 4 antici aequi lineam rectam, 4 postici
lineam parum recurvam formantes. Pars la-
bialis longior quam latior; laminae sat an-
gustae; metatarsi crassi et depressi . . . Borhorop actus.
Oculi 4 ant. lineam valde procurvam, 4 post.
lineam validissime recurvan^ formantes^ Medii
antici et postici majores quam laterales. Pars
labialis latior quam longior. Laminae latae;
metatarsi sat angusti et fere cylindrici . . Bradystlchus,
Die Gattungen enthalten bis jetzt folgende Arten: Bradyst.
crispatiis, calligaster (Neu-Caledonien) S. 299; Borboropactus den
Thomisus? cinerascenä DoV und Utuberadatus (Molukken), squa-
lidus (Zambesi) S. 301 ; C. R. Ent. Belg. 1884 S. 297 ff.
52 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Tetrasticta.
Teraphosidae. Van Hasselt's „Bijdrage over de nesten der
zogenaamde Metseispinnen" in Tijdschr. v. Entom. XXVI S. 229 ff.
regt den Zweifel an, ob das von Äusserer bei Eurypelma Steindachneri
erwähnte Korkdeckelnest wirklich dieser Art, oder nicht vielmehr Cteniza
Cahfomica zur Wohnung diene; die langbeinigen Eurypelma - Arten sind
zum Leben in den engen, unterirdischen Röhren gar wenig geeignet.
Regillus (n. g. Cryptothelin ; 4 (oder 6?) Spinnwarzen durch
reihenförmig angeordnete lange Haare, die über ihnen zusammenneigen,
verdeckt) asper (Ceylon); Cambridge, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 204
PI. XV Fig. 5.
Phoneyusa (n. g. ; soll wohl Phoneuusa heissen; zwischen Avicu-
laria und Eurypelma stehend; mit ersterer fast den gänzlichen Mangel der
Stacheln, von denen nur ein Bauchkranz am apikalen Schienenende vor-
handen ist, mit letzterer die starke Verlängerung der hintersten Tarsen
theilend) belandana (Centralafrika, Niam-Niam); Karsch, Berl. Ent. Zeit-
schrift 1884 S. 347 ff. , der ebenda eine tabellarische, vergleichend-fauni-
stische üebersicht der tropisch-afrikanischen Vogelspinnen aufstellt.
Simon erkennt in der Gattung Mecicobothrium Holmb. (s. den
vor. Ber. S. 64) und einigen nahe verwandten Gattungen eine Gruppe der
Teraphosen , der er nicht den Rang einer Familie einräumen will , da
hierzu die Charaktere nicht ausreichen. Die Charaktere dieser Gruppe
sind: Rückengrube longitudinal. Unterlippe und Unterkiefer
unbewehrt, ohne Spikula. Beine mit feinen und langen
Dornen. Tarsen ohne Skopula, mit 3 Krallen, die Haupt-
krallen mit einer einzigen Reihe von Zähnen. In diese Gruppe
gehören ausser Mecicobothrium und Atypoides Cbr. zwei neue Gattungen;
die Tabelle derselbe ist folgende:
1. Mamillae 4. Chelae breves et crassissimae,
haud compressae, ad apicem dentibus rastel-
lum formantibus armatae. (^ tarsus pedum
max. brevissimus et truncatus haud acuminatus Brachyhothrium.
Mamillae 6. Chelae longae valde compressae
ad apicem muticae. cf tarsus longe acumi-
natus 2.
2. Mamillae abdomine breviores, art. 3. 2. pa-
rum longiore, cylindrico. Oculi inter se parum
inaequales Atypoides Cbr.
Mamillae abdomine haud vel vix breviores,
articulo ultimo reliquis articulis multo longiore
valde attenuato et subannulato 3.
3. Oculi inter se parum inaequales, medii antici
majores quam mcdii et laterales postici . . Mecicobothrium i3b/m6^.
Oculi medii antici reliquis oculis multo minores Hexura.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 53
Die Arten der neuen Gattungen sind: Brachybothrium pacificum (Wa-
shington territ.) , accentuatum (Nord-Karolina) ; Hexura picea (Washington
terr.); Bull. Soc. Zool. de France 1884.
Cryptothele cristata (Mexiko); Simon, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 302.
Simon stellt eine analytische Tabelle der griechischen Cyrtoca-
renum- Arten (C. jonicum, lapidarium, hellenum, grajum, cunicularium)
auf; Ann. Ent. France 1884 S. 348.
Phrictus ßavopilosus (Birma); Simon, Ann. Mus. Civico Genova XX
S. 358.
Idiops crassus (Birma); Simon, Ann. Mus. Civico Genova XX S. 357.
Atypus piceus (wenigstens die Weibchen) ist im Stande, sich
mehrere Jahre hindurch fortzupflanzen und häutet sich noch als aus-
gewachsenes und ausgebildetes Geschöpf. Bei diesem Häutungsvorgang
häuten sich die alten Samentaschen nicht einfach mit, sondern es werden
ganz neue Samentaschen unabhängig von den alten angelegt, wobei die
Matrix der früheren Samentaschen resorbirt wird. Bertkau, Corrbl. Naturh.
Vereins d. preuss. Rheinl. u. Westf. 1884 S. 71 und Archiv, f. mikrosk.
Anatomie XXIV S. 420.
Dysderidae, Xestaspis (n. g. Gamasomorphae proximum; dif-
fert clypeo angustiore quam oculi anteriores, coxis posterioribus elongatis
et cylindricis, pedibus omnino muticis) für (Oonops) loricata L. Koch (von
den Fidschi-Inseln) und nitida (Bou-Saada); Simon, Bull. Soc. Zool. de
France 1884.
Leptoneta spinimana (Blidah, Algier); Simon, Bull. Soc. Zool. de
France 1884.
Harpactes Krueperi (Athen) S. 344, ahantius (Euböa) S. 345; Simon,
Ann. Ent. France 1884.
Segestria Davidi (Beirut); Simon, Ann. Ent. France 1884 S. 190
Tristicta.
Attidae. Ein Conspectus Attoidarum Galiciae in Rozpraw
i Sprawozdan Wydz. matem.-przyr. Akad. Umiej., T. XII S. 135 ff. Taf.
VII, Vin von W. Kulczyiiski führt aus Galizien 46 Arten auf und macht
zu manchen derselben Bemerkungen s}Tionymischer und kritischer Art.
Leider ist der Text polnisch ; nur die Beschreibungen einzelner Arten sind
lateinisch abgefasst, und am Schlüsse ist ein kurzer Auszug in deutscher
Sprache gegeben. Aus demselben erfahren wir, dass von den 46 Arten
8 hier zum ersten Mal aus Galizien angegeben werden. Die kritischen
Bemerkungen beziehen sich auf Synageles hilarulus, der zwei Arten ver-
einigt enthält, Heliophanus, Marptusa (bei jungen Exemplaren sind die
Vorderhüften getrennt), Dendryphantes hastatus, bombycius, rudis; Philaeus;
die beiden Geschlechter von Hasarius arcuatus und falcatus; Attus floricola,
rupicola; Ictidops; Euophrys monticola.
54 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Simon schlägt für Ictidops n. praeocc. Aelurillus vor; Ann. Ent.
France 1884 S. 313.
Mithion (n. g. Marptusae et Hyctiae simile, sed coxis I latitudine
labii separatis. Ab Icio, cui affine, differt oculorum quadrangulo aeque
longo ac lato et parallelo, spinis compluribus in tarsis posterioribus praeter
penicillium terminale) semiargenteus (Chartoum); Simon, Arachn. rec. . .
Khartoum etc. a. a. 0. S. 5 (Separat) Fig. 2.
Wala (n. g. Hyllo affine) albovittata (Nordamerika) S. 517 Fig. 20;
Ägohardus (n. g.) anormalis (ibid.) S. 519 Fig. 21; Keyserling, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1884 Taf. XIII.
In einer Note sur le groupe des Diolenii giebt Simon die
Merkmale dieser Gruppe an, die wesentlich in der starken Verlängerung
des Schenkelringes des ersten Beinpaares bestehen. Bei Diolenius und
Atrytone erreicht derselbe fast die Länge des Schenkels oder des ganzen
Cephalothorax. Der Tarsus des ersten Beinpaares ist bei den Männchen
entweder ganz unbewehrt (Chalcolecta) oder mit einigen, paarweise senk-
recht stehenden kleinen Dornen versehen (Diolenius), während er beim
Weibchen 3 oder 4 Paar sehr langer, anliegender Stacheln trägt; bei
Discocnemius und Lystrocteisa haben beide Geschlechter letzteres Merkmal.
Die Gattungen dieser Gruppe unterscheidet Simon nach folgender Tabelle:
1. Trochanter 1 coxa multo longior, femore
parum brevior 2.
Trochanter 1 coxa brevior (praesertim $)
femore multo brevior 3.
2. Cephalothorax humilis ; quadrangulus oculorum
quam longior latior ; tibia 1 gracilis parallela Atrytone Keys.
Cephalothorax sat altus; quadr. ocul. fere
aeque longus ac latus; tibia 1 compressa
plus minus dilatata Diolenius Thor.
3. Quadr. ocul. multo longior quam latior . . Lystrocteisa n. g.
Quadr. ocul. fere aeque longus ac latus . . 4.
4. Pedes breves, tibia antica valde compressa et
dilatata, spinarum validarum seriebus 2 atque
linea media pilorum crassorum infra instructa Discocnemius Thor.
Pedes longi, tibia antica compressa parallela
haud dilatata, spinis validis et numerosis bi-
seriatim dispositis infra armata Chalcolecta n. g.
Als neue Arten werden beschrieben Diolenius hicinctus (Gilolo); Lystro-
cteisa myrmex (Numea); Discocnemius albocingulatus , coccineopilosus
(Dorey); Chalcolecta dimidiata, bitaeniata (Gilolo); C. R. Soc. ent.
Belg. 1884 (5 Juillet), S. 225 ff.
Attus ruficarpus (Athen; Euböa); Simon, Ann. Ent. France 1884 S. 313.
CaUiethera icioides (Chartum); Simon, Arachn. rec. . . . Khartoum
a. a. O. S. 2 (Separat) Fig. 1,
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 55
Dendrjphantes ßavicomis (Athen); Simon, Ann. Ent. France 1884
S. 308.
Ephippus amencanus (Utah) ; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 506 Taf. XIII Fig. 13.
Ergane taeniata (Nordamerika); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1884 S. 507 Taf. XIII Fig. 14.
Euophrys monticola (Galizien); Knlczynski a. a. 0. S. 227 Taf. VIII
Fig. 22, semirufa (Beirut); Simon, Ann. Ent. France 1884 S. 182.
Homalattus septentrionalis (Massachusetts) ; Keyserling , Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 1884 S. 515 Taf. XIII Fig. 19.
Icius ocellatus (Scioa); Pavesi, Ann. Mus. Civic. Genova XX S. 85,
elegans (Nordamerika) S. 499 Fig. 8, nigromaculatus (Utah) S. 500 Fig. 9,
albovittatus (Massachusetts) S. 502 Fig. 10, crassiventer (ibid.) S. 503
Fig. 11, vittatus (Nordamerika) S. 504 Fig. 12; Keyserling, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 1884 Taf. XIII.
Menemerus cruciferus (S. Carolina); Keyserling, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1884 S. 513 Taf. XIII Fig. 18.
Pellenes nigriceps (Massach.); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1884 S. 512 Taf. XIII Fig. 17.
Phidippus purpuratus (Maine, Utah) S. 489 Fig. 1, albomaculatus
(Massachus. ; Calif. etc.) S. 491 Fig. 2, pulcherrimus (Florida) S. 492
Fig. 3, ruber (Massachus.) S. 493 Fig. 4, gracilis (Kentucky) S. 495
Fig. 5, bicolor (Utah) S. 496 Fig. 6, clarm (Maryland) S. 497 Fig. 7;
Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884 Taf. XIII.
Sa'itis x-notata (Kentucky); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 510 Fig. 16.
Synageles confusus (Galizien; Baiern; bisher mit S. hilarulus ver-
wechselt); Kulczynski a. a. 0. S. 192 ff. Taf. VII Fig. 1.
Palpimauidae. Stenochilus crocatus (Birma) S. 341, raudus (Pott-
dichery) S. 368; Simon, Ann. Mus. Civico Genova XX.
Thoinisidae. Cambridge gründet für Thomisus decipiens Forbes
(s. den vor. Ber. S. 60), tuberosus BlacTcw. und 2 neue Arten die Gattung
Ornithoscatoides; Proc. Zool. Soc London 1884 S. 198 PI. XV; die
neuen Arten, die nebst den beiden anderen abgebildet sind, heissen 0.
Ceylonica S. 201 Fig. 3, nigra S. 202 Fig. 4 (Ceylon).
Artanes kiulcus (Mahal-Üonz. ; Let-Marefiä) ; Pavesi, Ann. Mus. Civic.
Genova XX S. 55.
Diaea imitatrix (Let-Marefiä) S. 59, albicincta (ibid.) S. 61; Pavesi,
Ann. Mus. Civico Genova XX.
Monacses caudicula (Athen); Simon, Ann. Ent. France 1884 S. 324.
Philodromus Buxi (Miranda-de-Ebro; verwandt mit emarginatus
Schrank); Simon, Anal. Soc. Esp. Eist. Natur. XIII S. 115.
Synaema guadrinotatum (Chartum); Simon, Arachn. rec. . . . Khar-
toum etc. a. a. 0. S. 11. (Separat.)
56 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Thotnisus albohirtm (Chartum); Simon, Arachn. reo. . . . Khartoum,
a. a. 0. S. 13 (Separat).
Xysticus hamatus (Kentucky); Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1884 S. 521 Taf. XIII Fig, 22.
SparaSäidae. Heteropoda Uprosa (Birma); Simon, Ann. Mus.
Civico Genova XX S. 336.
Der Fund einer dritten Midamus-Art (bei Chartum) giebt Simon
Veranlassung, eine Tabelle der Arten dieser Gattung, auricomis, Baulnyi
und longipes, aufzustellen ; letztere ist auch ausführlich beschrieben ; Arachn.
rec. . . . Khartoum a. a. 0. S. 8 ff. (Separ.) Fig. 13, 14, 15.
Olios punctipes (Birma) S. 339, versicolor (Bankok) S. 367; Simon,
Ann. Mus. Civico Genova XX.
Tibellus Vossioni (Chartum); Simon, Arachn. rec. . . . Khartoum
a. a. O. S. 10 (Separ.) Fig. 4.
Anyphaenidae. Allmählich scheint die Ansicht, dass die unter
Anj^haena vereinigten Arten eine höhere systematische Gruppe bilden,
auch bei denen Eingang zu finden, die sie bisher unter dem Gattungsnamen
Anyphaena einfach der Familie der Drassiden, allenfalls der Unterfamilie
Clubioninae, einordneten. Jetzt errichtet Simon, Arachn. rec. . . . Cap Hom
a. a. 0. S. 1 4, eine eigene ünterfamilie, Anyphaeninae, für dieselben und unter-
scheidet darin für die Südamerikaner 5 Gattungen, nach folgender üebersicht:
1. Pedes antici mutici. Stemum angustum antice atte-
nuatum. Oculi postici minuti inter se late disjuncti Liparotoma.
Pedes onmes aculeati. Sternum sat latum ... 2.
2. Oculi postici in lineam recurvam dispositi . . . Axyracrus.
Oculi postici in lineam fere rectam vel procurvam
dispositi 3.
3. Oculi postici in lineam fere rectam dispositi. Spa-
tium inter oculos laterales anticos et posticos dia-
metro oculi multo latius. Tarsi metatarsique I et
II infra dense scopulati Tomopisthes.
Oculi postici in lineam procurvam dispositi. Spatium
inter oculos laterales anticos et posticos diametro
oculi haud vel vix latius. Tarsi metatarsique haud
vel vix scopulati 4.
4. Oculi medii antici lateralibus multo minores. Clypeus
diametro oculorum anticorum haud latior; pars la-
bialis vix longior quam ad basim latior. Mamillae
superiores longiores et graciliores quam inf. . . . Gayenna.
Oculi 4 art. inter se aequi. Clypeus diametro oc. ant.
fere duplo latior. Pars labialis multo longior quam la-
tior. Mamillae omnes graciles longitudine fere aequae Coptoprepes.
Mit Gayenna Nie. ist Heteromma Karsch synonym. In der ausführ-
licheren Gattungsdiagnose heisst es wiederholt fälschlich rima ventralis (die
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884 57
Stigmenquerspalte) pone mammillas statt prope mammillas. Die übrigen
Gattungen sind neu. Die neuen Arten sind Gayenna coccinea (Ile Hoste)
Fig. 15, stellata (Ooshevia) Fig. 16 S. 15; Tomopisthea immanis (Ile
Hoste) S. 17, varius (De Hoste) S. 18 Fig. 17, 18, vittatus (Ooshevia) S. 19;
Coptoprepes ßavopilosus (Ile Hoste) S. 21; Liparotoma Hyadesi (Ile
Hoste) Fig. 19, amoenum (Cap Hörn) S. 22, nigropictum (Ile Hoste) S. 23;
Axyracrus elegans (Ile Hoste; Ile Hermite) S. 24 Fig. 20. — Sämmt-
liche Arten sind von den europäischen dadurch unterschieden, dass die
Stigmenspalte hinter der Bauchmitte, in der Nähe der Spinnwarzen liegt.
Drassidae« Philisca (n. g. Clubionae affine, differt cephalothorace
magis convexo, area ocul. med. trapezium paullo longius quam latius
occupante, laminis maxillaribus paullo latioribus atque ad basim haud vel
vix angustioribus , parte labiali apicem versus paullo attenuata, sterno
latiore late cordiformi) Hahni (He Hoste); Simon, Arachn. rec. . . . Cap
Hörn a. a. 0. S. 13 (Separ.) PI. HI Fig. 14.
Storenomorpha (n. g. subf. Oedignathin. ; . . . Oculi 8 in series
2 (vel 4) dispositi; series antica validissime procurva, oculis mediis majo-
ribus; series postica antica multo latior et valde recurva, oculis minoribus,
mediis appropinquantibus, lateralibus a mediis longissime remotis; oculi 4
medii aream longiorem quam latiorem formantes, antici posticis major . . .)
Comottoi (Birma); derselbe, Ann. Mus. Civico Genova XX S. 352.
Favesi beanstandet den Gattungsnamen Micariolepis Sim., weil aus
einem der griechischen und lateinischen Sprache entlehnten Worte zusammen-
gesetzt, und schlägt dafür Bona vor; Ann. Mus. Civ. Genova XX S. 466.
Chiracanthium actdeatum (Chartum); Simon, Arachn. rec. . . . Khar-
toum etc. a. a. 0. S. 26 (Separat.) Fig. 5, 6.
Clubiona rivalis (Mahal-Uonz) S. 45, latitans (Let-Marefiä) S. 47;
Pavesi, Ann. Mus. Civic. Genova XX.
Drassus viduatus (Daimbi); Pavesi, Ann. Mus. Civic. Genova XX
S. 49, Corcyraeus (C); Simon, Ann. Ent. France 1884 S. 340.
Gnaphosa Äczoana (Let-Marefia; Giagagu^); Pavesi, Ann. Mus. Civic.
Genova XX S. 52, quagga (Tunis); derselbe ebenda S. 468.
Micaria triguttata (Miranda-de-Ebro); Simon, Anal. Soc. Esp. Hist.
Nat. Xin S. 122.
Miltia flavida (Algier) S. 1, Chaperi (Hindostan), gulosa (Numea)
S. 2; Simon, C. R. Soc. Ent. Belg. 1884 (5. Avril) S. 140, 141.
Derselbe erkennt ebenda S. 302 die Gattung als synonym mit Pro-
didomus Hentz; die Gruppe der Prodidomiden enthält ausserdem noch
Zimiris Sim, und Trochanteria Karsck.
Prosthesima birmantca (B.); Simon, Ann. Mus. Civico Genova XX
S. 351, Berytensis (B.) S. 188, Davidi (ibid.) S. 189; derselbe, Ann.
Ent. France 1884, Ilotarum (Naxos; Athen); derselbe ebenda S. 341.
Pythonissa passerina (Birma); Simon, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 350.
58 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sagana erythrina (Let-Marefiä); Pavesi, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 43.
Trachelas validus (Miranda - de - Ebro) ; Simon, Anal. Soc. Esp. Hist.
Nat. Xm S. 123.
Tylophora Cecchii (Let-Marefia); Pavesi, Ann. Mus. Civic. Genova
XX S. 50.
Zimiris indica (Ramnad); Simon, C. R. Soc. Ent. Belg. 1884
(5. Avril) S. 141.
Ctenidae, Leptoctenus denticulatus (Birma); Simon, Ann. Mus.
Civico Genova XX S. 355.
Ctenus (Phoneutria) torvus (Scioa); Pavesi, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 74.
LyCOSidae« Chiasmopes (n. g. Oxyopin.) comatus (Scioa); Pavesi,
Ann. Mus. Civico Genova XX S. 79.
Titurius (n. g. Dolomedi affine, a quo differt dispositione oculorum
4 anteriorum, qui seriem valde procurvam formant et quorum medii late-
ralibus multo majores sunt; mandibularum sulcus unguicularis in margine
inferiore dentibus 3 armatus ; für Ctenus fimbriatus Walck. und) marginellus
(Birma); Simon, Arach. rec Birmanie a. a. 0. S. 328 f.
Dolomedes Massajae (Let-Marefia) ; Pavesi, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 69.
Lycosa (Pardosa) hirmanica (B); Simon, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 333, Ma.rtinn (Mahal-Üonz; Let-Marefik) S. 64, saltuaria (Fecherie-
Ghem) S. 66; Pavesi ebenda.
Ocyale aethiopica (Daimbi; Keren); Pavesi, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 71.
Simon unterscheidet die 3 Arten von Peucetia, die sich durch einen
dunkeln Streifen auf den Mandibeln auszeichnen (Lucasi, pulchra und
striata), in analytischer Tabelle und bildet die Epigynen in Fig. 12, 10
und 11 ab; Arachn. rec. . . . Khartoum a. a. 0. S. 7 (Separ.).
P. nigropunclata (Koromandel) ; derselbe, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 365.
Derselbe macht das c^ von P. virescens Cbr. bekannt; Ann. Ent.
France 1884 S. 183.
Pirata (?) ageleno'ides ! (Birma); Simon, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 334.
Tarentula australis (Chiloe; Ile Hoste; höhlt sich tiefe Löcher im
Boden aus); Simon, Bull. Soc. Zool. de France 1884 S. 3 (Separ.)
PI. III Fig. 1, nigrotihialis (Birma); derselbe, Ann. Mus. Civico Genova
XX S. 330.
Ag'aleuidae« Cyhaeolus (n. g. Cybaeo valde affine, diflfert oc. ant.
magis approximatis et fere aequis, oc. med. post. inter se magis quam
lateralibus approximatis, mandibulis sat debilibus, antice haud convexis;
parte labiali vix longiore quam ad basim latiore, ad apicem attenuata et
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 59
fere rotundata; pedum ant. tarsis muticis. Mamillae breves uniarticulatae,
superiores inf. graciliores . . .) pustUtts (Ile Hoste); Simon, Arach. rec. . . .
Cap Hörn a. a. 0. S. 9 (Separat).
Emmenomna (n. g.; . • • Oculi 8, inter se valde inaequales; ant.
in lineam rectam dispositi , medii minutissimi punctiformes , laterales
maximi rotundati et convexi; post. in lin. valde recurvam dispositi; medii
lateralibus paullo minores et ipsis multo magis quam lateralibus approxi-
mati. . . . Mamillae uniarticulatae, sat breves, inferiores superioribus
multo crassiores et paullo longiores; .... vom Autor in diese Familie
gestellt) ocM^a^MTO (He Hoste; Ile Hermite; gemein); derselbe ebenda S. 10 f.
PI. III Fig. 8—11.
Agalena leucopyga (Mahal-Uonz; Let-Marefih); Pavesi, Ann. Mus.
Civico Genova XX S. 41.
Coelotes suhfasciatus (Ile Hermite) S. 7 , castaneifrons (Ile Hoste)
S. 8; Simon, Arachn. rec. . . . Cap Hörn a. a. 0. (Separ.).
Hahiüadae. Hahnia rupicola (Miranda-de-Ebro) ; Simon, Anal. Soc.
Esp. Hist. Nat. XIII S. 120.
Amanrobiadae. Amaurobius fuegianus (Orange-Bai) ; Simon, Arachn.
rec. ... Cap Hörn a. a. 0. S. 12 (Separat.) PI. III Fig. 12, 13.
Ausser den beiden europäischen Arten A. ferox und claustrarius
kommen in Nordamerika (Pacific -St.) folgende 3 endemische vor: A. ne-
vadensis (N.), severus, pictus (Washington terr.); Simon, Bull. Soc. Zool.
de France 1884, mit Holzschnittdarstellung des 4. Gliedes der männlichen
Taster der 3 neuen Arten.
Eresidae« Stegodyphus Mimosarum (Daimbi); Pavesi, Ann. Mus.
Civico Genova XX S. 81.
Uloboridae, üloborus NUoticus (Chartum) ; Simon, Arachn. rec, . . .
Khartoum etc. a. a. 0. S. 20.
Dictynidae« Simon ersetzt den Namen Lethia Menge, weil von
Hübner früher an eine Schmetterlingsgattung vergeben, durch Lathys
und beschreibt eine damit nahe verwandte neue Gattung Scotolathys,
die sich von ihr auf den ersten Blick durch den Besitz von nur 6 ziemlich
grossen und einander fast berührenden Augen sowie durch sehr lange
Calamistrumhaare unterscheidet. Die Scheitelaugen fehlen. Die Gattung
ist auf eine Art von Oran, Sc. simplex, gegründet.
Femer setzt derselbe an Stelle des Namens Amphissa Chr., der
früher von Adams für eine Molluskengattung verwandt worden war, Al-
iella und beschreibt aus dieser Gattung die beiden neuen Arten A. uncata
(Algier) und rupicola (Orleansville ; Bou-Saada; Mecheria).
Aus einem ähnlichen Grunde kommt für Diotima Sim. (von Pascoe
1860 bei Coleopteren vergeben) Devade in Vorschlag. Eine zweite neue
Gattung dieser Familie ist Chaerea, mit Dictjna nahe verwandt und von
ihr hauptsächlich dadurch unterschieden, dass der Kopftheil weniger convex
ist ; die Scheitelaugen sind von einander weiter als von den hinteren Seiten-
60 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
äugen entfernt und die Gruppe der Stirn- und Scheitelaugen ist weit
breiter als lang. Die typische Art ist Ch. maritimus (Nemours bei Oran;
Carthagena); Bull. Soc. Zool. de France 1884.
Micryphantidae. Ausser einigen zu Microneta (S. 421 ff.) ge-
stellten Arten enthält Simon's 3. Part, von T. V seiner Arachn. de France
auf S. 457 ff. diese Familie, in der er die Gruppen Lophocarenini,
Waickenaerini , Masonini, Cinetini unterscheidet. Die Cinetini sind durch
die geschweifte Mandibelklaue , die Masonini durch den Besitz zweireihig
angeordneter langer Stacheln an Tibia I und II charakterisirt ; die beiden
anderen Gruppen werden durch die Gestalt der Brustplatte unterschieden,
die bei den Waickenaerini eiförmig, länger als breit, bei den Lophocare-
nini dreieckig -herzförmig, so breit als lang ist. Unter Berücksichtigung
der Augenstellung, des Längenverhältnisses einzelner Glieder der Beine zu
einander, Breite des „Bandeau", Beschaffenheit der Mandibeln u. s. w.
kommt der Verfasser zu einer Menge von Gattungen, deren Namen theil-
weise mit Menge'schen übereinstimmen, die aber meistens in ganz anderem
Umfange gebraucht werden. Es sind dies (Lophoc. S. g. Gonatiini) Do-
nacochara S. 461 für speciosa Thor.-, Hylyphantes S. 463 für nigritus
iSijw. ; Trichoncus S. 465 für scrofa (Cantal etc.) S. 467, sordidus
(Bouches-du-Rhöne etc.) S. 468, aurantnpes (Alger) S. 469; Gongyhdium
für graminicola Sundev., rufipes Sundev., fuscum BL, Cantalicum (Oise;
Cantal etc.) S. 480, retusum Wstr.^ Tingitanum (Tanger) S. 483, piscator
(Marignane) S. 484, cristatum Wid. ^ perforatum TTior., apicatum BL,
gibbosum Bl., tuberosum Bl, dentatum Wid., agreste BL, longipes (Wallis)
S. 496, distinctum (Aisne) S. 497, foenarium (Alpes - Maritimes) S. 498,
harharum (Algier) S. 500, pirata (ibid.) S. 501; Scotinotylus S. 501 für
antennatus Chr. = aries Kulcz.^ alpigena L. Koch; Tiso S. 506 für
vagans Bl.^ morosus (Alpes - Maritimes) S. 509; Stajus S. 510 für trun-
catifrons Chr.; Erigone für longipalpis /Suncfev., meridionalis (Aude) S. 517,
remota L. Koch, Lantosquensis (S.-M.-L.) S. b20 , jugorum (Hautes - Pyr.)
S. 521, tenuimanus (Basses- Alpes) S. 522, dentipalpis Wid., cristatopalpus
(Hautes - Alpes) S. 523, promiscua Chr., atra BL, capra (Isere) S. 529,
vagans Aud. ^ spinosa Chr., litoralis L. Koch; Lophomma S. 532 für
punctatum BL, herbigrada BL, laudatum Chr., stativum Sim.; Dicymbium
S. 541 für tibiale Bl, nigrum BL; Gonatium S. 546 für nemorivaga Chr.,
hiimpressum (Sardinien) S. 551, corallipes Chr., Dayense (Oran) S. 553,
rubens BL, rubellum BL, ensipotens Sim., bituberculatum Wid., cornutum
BL; Dismodicus S. 563 für bifrons BL, elevatus C. L, Koch; Proso-
poncus S. 569 (durch Diplocephalus ersetzt S. 874) für cristatus BL,
culminicola (Hautes-Pyr.) S. 875, foraminifer Chr., rectiloha (Digne) S. 573,
thyrsiger (Basses-Pyr.) S. 574, bicephalus (Pyr6n.-Orient.), crassiloha (Alpes-
Mar.) S. 575, frontatus BL; Trachelocamptus S. 577 für nasutus Chr.,
Bedeli (Algier) S. 580; Thaumatoncus S. 580 für indicator (Herault)
S. 581, mystacinus , lancearius (Oran) S. 582; Typhrochrestus S. 583
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 61
für digitatus Cbr. , dorsuosus Cbr. , paetutus Cbr. , parvicornis (Aegypten),
bifurcatus S. 588, convexus S. 589 (Algier); Caracladus S. 589 für
aviculus L. Koch; Dactylopisthes S. 592 für pauper Sim.., digiticeps
Sim.-^ Grammonota S. 596 für gradata Sim., Letourneuxi (Assuan) S. 599;
Gongylidiellum S. 600 für paganum (Cantal) S. 602, placidum (ibid.)
S. 603, blandum (Seine-et-Oise) S. 604, latebricola Cbr., calcariferum (Seine-
et-Oise) S. 606, mediocre (Isere) S. 607, murcidum (Seine; Aube etc.)
S. 608, vivum Cbr., arctatum (Algier) S. 611; (Lophocarenini) Nema-
togmus S. 614 für sanguinolentus {Walck^ = Simonii Cbr,; Entelecara
S. 617 für acuminata Wid., flavipes BL, erythropus Westr., nuncia Sim.,
Thorelli Westr., trifrons Cbr., galerita (Aube) S. 630; Araeoncus S. 631
für vaporariorum Cbr. , longiusculus Cbr. , humilis Bl. , crassiceps Westr.,
discedens Sim., ahissimus (Pyren. - Orient.) S. 640, anguineus L. Koch;
Notioscopus S. 643 für sarcinatus Cbr.; Troxocharus S. 645 für
scabriculus Westr., hiemalis Blachw., ignobilis Cbr.; Äbacoproeces S. 653
für saltuum L. Koch; Lophocarenum Menge S. 655 für ineditum Cbr.,
parumpunctatum Sim., parallelum Wid., elongatum Wid., insanum (Alpes-
Marit.) S. 666, thoracatum Cbr., Medusa Sim., nivicola (Hautes-Pyr.) S. 671,
cucurbitinum Sim., rufithorax Sim., Blackwallii Cbr., Mengei (Seine -Inf.)
S. 677, stramineum Menge, nemorale Bl., capiiatum (Alpes-Mar.) S. 682,
Nicaeense (N.) S. 683, eminulum (Vallombrosa) , amabile (Algier) S. 684,
Oranense (0.) S. 685; Peponocranium S. 685 für (biovatum Cbr.,) ludi-
crum Cbr.; Exechophysis S. 690 für bueephalus Cbr., leonina, suilla
(Algier), proclivis (Rom) S. 693; Baryphyma S. 694 für Schlickt (Aisne)
S. 695; Delorrhipis S. 696 für fronticornis (Pyren. - Orient.) S. 697;
Cnephalocotes S. 699 für obscurus BL, elegans Cbr., curtus Sim.,
pusillus Menge, crassirostris (Nimes) S. 707; Hybocoptus S. 708 für
corrugis Cbr., decollatus Sim., ericicola Sim.; Pocadicnemis S. 713 für
pumila Bl., prominens (Seine-et-Oise) S. 716; Metopobactrus S. 718
für falcifrons (Pyren.-Or.) S. 719, Rayi Sim., verticalis Sim., prominulus Cbr.;
Erigonoplus S. 724 für inclarus Sim., nigerrimus (Korsika) S. 727,
nigrocaeruleus Sim., globipes L. Koch, turriger Sim., justus Cbr.; Stylo-
tector S. 733 für inuncans (Seine etc.) S. 736, penicillatus Westr., broccha
L. Koch; Äcartauchenius S. 740 für scurrilis Cbr., depressifrons (Basses-
Pyr.) S. 743; Thyreosthenius S. 744 und 876 für biovatus Cbr., pe-
cuarius (Pyren.-Or.) S. 745; Pl\_a']esicraerus S. 745 für longicarpus
(Alpes -Marit.) S. 749, procer (Var) S. 751, Eborodunensis Cbr., Hellen
L. Koch, permixtus Cbr., protuberans Cbr., Lusiseos Sim., alpinus Cbr.f
latifrons Cbr., opacithorax (Tokai) S. 764, Becki Cbr., fuscipes Bl, casta-
neipes (Ardeche) S. 768, Kochi Leber t , picinus Bl, Corsicus (K.) S. 773,
insectus L. Koch, biscissus Cbr., Cirtensis (Constantine) S. 777; Tapino-
cyba S. 778 für praecox Cbr., pallens Cbr., subitanea Cbr., Parisiensis
(Fontenay-aux-Roses) S. 784, Cyclops Sim.; Minyriolus S. 787 für pu-
sillus Wid., servulus Sim.; Panamomops S. 792 für diceros Cbr., bicuspis
62 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Chr., tauricomis Sim. ; (Walckenaerini) Wideria für cucullata C. L. Kochj
polita Sim., melanocephalus Chr., antica Wid., stylifrons Chr., fugax Chr.,
angustifrons (Gironde) S. 811; Walckenaera für obtusa BL, nudipalpis
Westr., acuminata Blackw., lugens (Aube; Limburg in Nassau) S. 822,
capito Westr. ^ mitrata Menge, jueundissima Chr.; Prosopotheca S. 829
für incisa C6r., corniculans Chr., monoceros Wid., erythrina (Korsika) S. 837;
Tigellinus S. 838 für furcillatus Menge, saxicola Chr.-, Comicularia für
cuspidata EL, unicornis Chr., vigilax BL; (Cinetini) Ceratinella für sca-
brosa Chr., brevis Wid., Wideri Thor., brevipes Westr.; Cineta S. 859
für Genistae Sim.; (Masonini) Maso S. 861 für Sundevalli Westr., We-
stringi Sim.; Minicia für marginella Wid. ■= nigrolimbata Chr.; Tuberta
S. 869 für insignipalpis (Sos) S. 869.
Erigonoplus Krueperi (Athen); derselbe, Ann. Ent. France 1884 S. 335.
Erigone antarctica (He Hoste); Simon, Arach. rec. . . . Cap Hom
a. a. O. S. 6 PI. m Fig. 7.
Walckena'ira Hasseltii (Holland) S. 89 Fig. 1, nemoralioidesl (ibid.)
S. 91 Fig. 2; Cambridge, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV PL IV.
Pholcidae. Pholcus hieroglyphicm (Let-Marefia) ; Pavesi, Ann. Mus.
Civico Genova XX S. 37.
Zodariadae* Zodarium /rena^um (Naxos); Simon, Ann. Ent. France
1884 S. 336.
Theridiadae. Der 2. Band von Keyserling's „Spinnen Amerikas"
ist der ersten Hälfte dieser Familie gewidmet, aus der 135 Arten be-
schrieben werden. In den einleitenden Bemerkungen über die Classification
erkennt Keyserling der Berücksichtigung des Tracheensystems im Prin-
zip eine Berechtigung zu, meint aber, dass einer praktischen Verwerthung
der Umstand noch hindernd entgegensteht, dass die Gestalt der Tracheen
von aussen nicht gesehen werden kann. Der Verfasser selbst nimmt nun
auch keine weitere Eintheilung dieser Familie vor, und verweist wegen
einer üebersicht der Gattungen auf das Ende des Werkes, d. h. doch
wohl des dritten Bandes , der die zweite Hälfte gegenwärtiger Familie be-
handeln soll. Es sind beschrieben aus der Gattung Theridium 63 A.,
Centropelma 1, Gaucelmus \, Achaea 9, Steatoda 3, Teutana 3, Lithy-
phantes 10, Lathrodectus 2, Chrysso 4, Hildbolda 1, Faiditus 2,
Thymoites 1, Twaitesia 2, Ariaranes 3, Helvihis 2, Spintharus 2, Ar-
gyrodes 15, Episinus 3, Audifia 1, Coleosoma 1, Formicino'ides 2,
Beilinda! 1, Theridiosoma 4 Arten, von denen folgende auch in Europa
vorkommen: Theridium tepidariorum (von Keyserling tepidatorium ge-
schrieben); Steatoda bipunctata; Teutana triangulosa; Lithyphantes co-
roUatus; Episinus truncatus?; 88 sind neu. Folgende neue Gattungen
sind aufgestellt:
Gaucelmus (Nesticus ähnlich, aber Clypeus weit höher; Viereck der
Mittelaugen weit breiter als lang; obere Augenreihe gerade) für G. Augusti-
nus (in den Kellern des Fort St. Augustin, Flor.) S. 99 Taf. V Fig. 65;
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 63
Hildbolda (mit Euryopis und Dipoena verwandt, aber durch den
niedrigen Kopf, welcher niedriger als der Brusttheil ist, verschieden) für
H. Simoni (Boston) S. 157 Taf. VII Fig. 97;
Faiditus (von Argyrodes durch den kurzen und niedrig gewölbten
Cephalothorax, von Spintharus durch die langen und kräftigen Mandibeln
unterschieden) für F. rubroviUatus (?) S. 159 Taf. VII Fig. 98, ecaudatus
(Uassa) S. 160 Fig. 99;
Thymoites (Teutana nahe stehend, aber Clypeus fast eben so hoch
als die Mandibeln lang; Seitenfurchen und Mittelgrube des Cephalothorax
flach; Stemum massig gewölbt und kaum länger als breit) für Th. crassipes
(Pumamarca, Peru) S. 162 Taf. VII Fig. 100;
Helvibis S. 172 für H. Thorelln (Peru; Amazonas) S. 173 Taf. VIII
Fig. 105, sulcaia (Amazonas) S. 175 Fig. 106;
Äudifia S. 209, für A. laevithorax (Para) S. 210 Taf. X Fig. 126;
Forviicino'ides (Formicina ähnlich; aber Kopf vorn nicht oder nur
sehr wenig erhöht; Clypeus wenig höher als die Area der Augen; die
4 M A. bilden ein vorn breites Trapez, das breiter als lang ist) für F. Bra-
siliana (Amazonas) S. 214 Taf. X Fig. 128, Chilensis (Ch.) S. 215 Fig. 129;
Bellinda für (Theridium) cancellata {Hentz) S. 216.
Simon (a. a. 0. S. 181 ff.) behandelt den Rest dieser Familie nebst
den Micryphantiden als 6. Sektion: Erigonini. In dieser Sektion unter-
scheidet er 6 Gruppen, z. Th. noch mit Untergruppen. Dieselben sind:
Enoplognathini (mit den G. Enoplognatha, Pedanostethus ■= Ctenium),
Linyphi(i)ni (G. Tapinopa, Bolyphantes, Drapetisca, Linyphia, Lep(h)t(h)y-
phantes, Bathyphanthes, Tmeticus (= Bathyphantes Menge pars), Microneta
und mehrere neue), Lophocarenini , Walckenaerini , Cinetini, Masonini.
Von diesen gehören nur die beiden ersten zu den echten Theridiaden,
während die 4 letzten (vielleicht mit wenigen Ausnahmen) richtige Micry-
phantiden sind und bei diesen aufgeführt wurden; s. oben. Die cT ^6^* Eno-
plognathini sind mit einem Stridulationsapparat versehen, der freilich bei Pe-
danostethus rudimentär ist. Die neuen Gattungen der Linyphiinen sind:
Frontina S. 206 für bucculenta = frenata Wid., Wstr., Menge, Thoreil;
Taranucnus S. 248 im furcifer (Bask. Provinzen) S. 250, Cerberus
(Basses - Pyr.) S. 252, Orpheus (Aude, Höhlenthier) S. 253, Phragmitis,
(Basses Pyren.) S. 255, Marqueti (Ariejo, Höhlenthier) S. 256, lucifuga
(Wallis) S. 260; Labulia S. 261 für thoracica Wid. und rupkola (Meer-
alpen) S. 264; Cryptocleptes (nur 6 Augen; je ein seitliches auf dem
Niveau der vorderen Mittelaugen) für ein Höhlenthier, C. paradoxiis S. 352
aus einer Höhle von Ardeche; Porrhomma S. 353, 873 für Proserpina,
decens, errans, pygmaeum, glaciale, montigena, adipatum, formidabile und
cavicola (Spanien) S. 355, Egeria (Aisne) S. 357, myops (Aude) S. 358,
suhterraneum (Lautaret) S. 359, scopiferum (Pyren. -Orient) S. 361, diabo-
licum (Gers) S. 362; Opist(h)oxys S. 372 für acuta (Aisne) S. 373;
Hila'ira S. 374 für excisa, uncata; Sintula S. 442 für corniger Bl.^
64 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
dilatus Chr., longulus (AIpes-Maritimes) S. 447, balteatus (Seine - et - Oise ;
Aube; Aix) S. 448, aerius Chr., pusio (Somme) S. 450, succiniis (Seine-
et-Marne; Wallis) S. 451; Syedra S. 453 für nigrotibialis (Korsika)
S. 454, ophthalmica (Isere) S. 455.
Achaea undata (Amazonas) S. 105 Taf. V Fig. 68, compressa
(Amable Maria) S. 107 Fig. 69, altivenler (Südamerika) S. 108 Fig. 70,
dromedaria (Peru) S. 109 Fig. 71, Guadelupensis (Peru) S. HO Fig. 72,
ignota (Cayenne; Minas Geraes) S. 112 Fig. 73, acutiventer (Peru) S. 113
Fig. 74; Keyserling a. a. 0.
Argyrodes vittatus (Sa. Fe de Bogota; Peru) S. 191 Taf. IX Fig.
114, montanus (Peru) S. 193 Fig. 115, obscurus (ibid.) S. 194 Fig. 116,
larvatus (Columbus, Texas) S. 197 Fig. 118, spinosus (Amable Maria,
Peru) S. 201 Fig. 121, glohosus (Crescent City, Flo.) S. 204 Taf. X Fig.
123; Keyserling a. a. 0.
Ariamnes spinicaudatus (Peru); Keyserling a. a. 0. S. 171 Taf. VIII
Fig. 104.
Bathyphantes mastodon (Frankreich) S. 333, Burgundicus (Aube;
Yonne etc.) S. 347, vittiger (Hautes-Alpes ; Pyren.-Orient.) S. 350; Simon
a. a. 0.
In der Gattung Bolyphantes vereinigt Simon a. a. 0. S. 209 fF.
alticeps, luteolus, nigropictus (Hochalpen; Sardinien; Korsika) S. 214, index.
Chrysso nigriceps (Sa. Fe de Bogota) S. 154 Taf. VII Fig. 95, vexa-
bilis (Neu-Granada) S. 155 Fig. 96; Keyserling a. a. 0.
Crustulina nitida (Athen); Simon, Ann. Ent. France 1884 S. 331.
Enoplognatha maritima (Saint -Valery; Morbihan, auf Salsola und
Atriplex portulaccoides) S. 189 PI. XXV Fig. 10, testacea (Gironde;
Alpen; Korsika) S. 192, nigrocincla (Gironde; Korsika) S. 193; Simon
a. a. 0., robusta (Euböa) S. 332, guadripunctata (ibid.; Athen; Algier)
S. 333; derselbe, Ann. Ent. France 1884.
Episinus Brasilianns (Br.) S. 206 Taf. X Fig. 124, longipes (Peru)
S. 207 Fig. 125; Keyserling a. a. 0.
Eine Notiz von F. Karsch über die Katipo-Spinne „laua laua"
führt einige Zeugnisse über die Giftigkeit des Lathrodectus scelio
aus dem östlichen und südlichen Neu -Holland an; Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 341 f.
Als Type der Gattung Lephthyphantes sieht Simon a. a. 0. S. 265
muscicola (minutus) an und beschreibt aus ihr nodifer (Isere) S. 282,
culminicola (Hochalpen) S. 283, euchirus (Somme) S. 284, hamifer (Var)
S. 285, monackus (Digne) S. 286, striatus (Isere) S. 291, ignavus (ibid.)
S. 294, frigidus (Hochalpen) S. 295, gladiola (Hochalpen; Korsika) S. 298,
bidens (Seine-et-Oise etc.) S. 299, culicinus (Somme etc.) S. 302, longiseta
(Korsika) S. 304, angustiformis (Korsika; Sardinien) jS. 305, aliUacius!
(Seine-et-Oise; Aube) S. 309, monodon (Cote d'Or; Isere) S. 310, stygius
(Biscaya) S. 311, pinicola (Gironde; Isere) S. 312, cernuus (Korsika), paral-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 65
lelogrammus (Pyren. -Orient.) S. 315, zonatus (Herault; Rhonemündung etc.)
S. 322, herhicola (Var) S. 323, pellucidus S. 325, Midas (Seine-et-Mame)
S. 327, prodigialis (Korsika) S. 328.
Von bekannten Arten rechnet Simon a. a. 0. S. 223 if. zu Liny-
phia nur lineata (= Phyllonet. lineata) , insignis, phrygiana, montana,
triangularis , marginata, emphana, peltata, impigra, frutetorum, pusilla,
hortensis, clathrata, furtiva und beschreibt L. Clairi (St. Martin-Lantosque)
S. 235 als neu.
L. lineola S. 28, suspiciosa S. 30, sterilis S. 31 (Scioa); Pavesi,
Ann. Mus. Civic. Genova XX, Mimonii (Euböa); Simon, Ann. Ent. France
1884 S. 334.
Lithjiihantes andinus (Peru) S. 132 Taf. VI Fig. 82, vittatus (Minas
Geraes) S. 134 Fig. 83, pidcher (Washington terr.) S. 137 Fig. 85, tectus
(Colorado) S. 138 Fig. 86, nigrofemoratus (Peru) S. 139 Fig. 87, septem-
maculatus (Denver Col.; Enterprise Flo.) S. 141 Fig. 88, fulvus (Utah)
S. 142 Fig. 89, janinensis (Peru) S. 143 Fig. 90; Keyserling a. a. O.
Zur Gattung Microneta rechnet Simon a. a. 0. S. 421 ff. die
Arten Keyserlingi Auss. , retroversa Cbr. , conigera Chr. , subtilis Chr.,
rustica (Nürnberg) S. 430, viaria BL, innotabilis Cbr.^ arietans Chr., sim-
plicitarsis (Seine- et -Oise etc.) S. 435, rurestris C. L. Koch, Grouvellei
Chr., nigripes (Wallis) S. 439; in diesem Umfange enthält die Gattung
Arten mit einfachen Röhren- und mit büscheligen Tracheen.
Spintharus elongatus (Peru); Keyserling a. a.O. S. 178 Taf. VIII Fig. 108.
Steatoda brasüiana (Rio de Janeiro); Keyserling a. a. 0. S. 115
Taf. V Fig. 75, molesta (Let-Marefiä) ; Pavesi, Ann. Mus. Civic. Genova
XX S. 34, lineiventris (Tunis); derselbe ebenda S. 461.
Tapinopa disjugata (Korsika); Simon a. a. 0. S. 205.
Teutana zonata (Mexico); Keyserling a. a. 0. S. 127 Taf. VI Fig. 80.
Theridium taeniatum (Venezuela) S. 12 Taf. 1 Fig. 2, migrans (Peru;
Parana; Amazonas) S. 18 Fig. 6, fordum! (Paranä; Caracas) S. 23
Fig. 9 , nigrovittatum (Peru) S. 26 Fig. 1 1 , alacre (Sa. Fe de Bogota)
S. 27 Fig. 12, utihile (Amazonas) S. 28 Fig. 13, maculosum (Venezuela)
S. 30 Fig. 14, giganteum (Peru) S. 31 Fig. 15, gradle (Chili) S. 32
Taf. II Fig. 16, viinutissimum (Peru) S. 34 Fig. 17, toroswn (ibid.)
S. 36 Fig. 11, volubile (Amable Maria) S. 37 Fig. 19, mirahile (Peru)
S. 39 Fig. 20, nigrescens (Minas Geraes) S. 42 Fig. 22, gymnasticum
(Rio Janeiro) S. 43 Fig. 23, ethicum (ibid.) S. 44 Fig. 24, eximium (Neu-
Granada; Amazonenstr. ; Para) S. 45 Fig. 25, magnißcum (Amazonas)
S. 47 Fig. 26, tesselatum (Peru; Rio de Janeiro; Venezuela) S. 48 Fig.
27, über (Amazonas) S. 51 Fig. 29, Antonii (San Antonio, Texas) S. 54
Fig. 31, fastosum! (Peru) S. 58 Taf. III Fig. 34, volatile (Venezuela)
S. 60 Fig. 35, rubellum (Amable Maria) S. 63 Fig. 37, pictipes (Centre-
ville, Flo.) S. 64 Fig. 38, evexum (Neu-Granada) S. 65 Fig. 39, longipes
(Sa. Fe de Bogota) S. 66 Fig. 66, Marxii (?) S. 68 Fig. 41, placem
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. E
66 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Washington terr.) S. 71 Fig. 43, nigroannulatum (Amable Maria) S. 74
Taf. IV Fig. 45, limaense (Peru) S. 76 Fig. 46, Kentuckyense (K.; Philad.)
S. 78 Fig. 47, zonarium (Peru) S. 78 Fig. 48, ruhiginosum (Parana)
S. 80 Fig. 49, Brasüianum (Br.) S. 81 Fig. 50, sexmaculatum (Amazonas)
S. 82 Fig. 51, parvum (Peru) S. 83 Fig. 52, ventillans (Florida) S. 84
Fig. 53, pusillum (Uassa) S. 87 Fig. 55, liliputanum (Washington) S. 88
Fig. 56, immundum (Brasil.) S. 89 Fig. 57, amputatwn (Centreville , Flo.)
S. 90 Fig. 58, bituberculatum (Amazonas) S. 92 Fig. 60, variipes (Amable
Maria) S. 93 Fig. 61, striatum (Brasil.) S. 95 Taf. V Fig. 62, laticeps
(Wyoming) S. 96 Fig. 63; Keyserling a. a. 0., fomicatum S. 22, Vossioni
S. 23, dbruptum S. 24 (Chartum) ; Simon, Arachn. rec. . . . Khartoum etc.
a. a. 0.
Theridiosoma argentata (Georgia) S. 218 Taf. X Fig. 132, concolor
(Amazonas) S. 219 Fig. 133; Keyserling a. a. 0.
Als Type der Gattung Tmeticus sieht Simon a. a. 0. S. 380 den
Tm. leptocaulis, eine mit Huthwaiti nahe verwandte Art, an, und giebt ihr
daher eine andere Begrenzung, als sie bei Menge, Bertkau und Emerton hatte.
Er rechnet ausserdem noch Hardi, scopiger, abnormis, rufus, dendchelis
(Var) S. 390, Huthwaiti, expertus, sdlarius (Biscaya) S. 394, levitarsis
(Aisne) S. 395, electus (Tarn-et-Garonne) S. 396, capucinus (Aube) S. 398
arcanus, encifer! (Hautes-AIpes) S. 400, bicolor, concissum, pabulator, sinus
(Cantal) S. 405, Delphinemis (Isere) S. 406, timidus (Spanien) S. 407,
prudens, silvaticus, serratus, einet us (Korsika) S. 414, brevipalpus, ülibatus
(Korsika) S. 416, probrosus (Seine-et-Oise etc.) S. 418, Satyrm (Seine-et-
Marne) S. 419 dazu.
Twaitesia adamantifera (Peru; Brasil.) S. 164 Taf. VE Fig. 101,
splendida (Neu-Granada) S. 166 Taf. VIII Fig. 102; Keyserling a. a. O.
Archaeidae« Simon hatte Gelegenheit, ein in Bernstein einge-
schlossenes Exemplar dieser Gattung zu untersuchen. Er fand, dass es
im wesentlichen mit den heute lebenden Gattungen dieser Familie (Lan-
dana, Eriauchenus) übereinstimmt; namentlich Eriauchenus kommt Archaea
nahe durch die senkrechte Richtung, welche der Kopffortsatz hat, und
durch die Augenstellung. Sie unterscheidet sich aber von allen heutigen
Gattungen der Familie durch die gerade vorgestreckten Mandibeln, sowie
durch die starke Entwickelung und das Hervorragen der Mundtheile. Die
Familie hat aber keine Verwandtschaft mit den Thomisiden, sondern mit
Tapinopa und Bolyphantes unter den Theridiaden. — Die Art, welche
Simon zur Untersuchung vorlag, ist nicht die von Koch und Berendt
beschriebene, sondern eine neue und A. Pougneti genannt S. 376.
Eine neue Gattung dieser Familie ist von der sog. Mission du Cap
Hörn mitgebracht worden und Mecysmauchenius genannt mit folgendem
Charakter : Cephalothorax elongatus , parte cephalica postice sat abrupte
elevata, supra fere plana, antice haud vel vix attenuata; oculi 6 minimi,
aequi, inter se longe remoti, medii 2 a sese aeque fere remoti atque a
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 67
lateralibus, utrinque 2 laterales contingentes. Chelae longae scd cephalo-
thorace breviores, ad apicem partis cephalicae insertae, verticales, ad basim
atque ad apicem attenuatae, postice convexae, ungue longo et arcuato,
eulco margine superiore longissime et gracillime denticulato. Partes oris
a chelis longe remotae; pars labialis latior ad basim quam longior, ad
apicem valde attenuata et subtriangularis ; laminae maxillares fere par-
allelae, angustae, curvatae, in labium fortiter inclinatae atque ad apicem
contingentes. Sternum sat angnstum, circiter duplo longius quam latius,
fere parallelum postice breviter acutum. Abdomen oblongam, antice post-
iceque rotundatum, mammillae 2 , contingentes , sat crassae , cylindratae et
uniarticulatae. Pedes parum longi, sat graciles, 4, 1 , 2, 3 vel cT 1 =
4, 2, 3, haud aculeati, tarsis posticis inferne valde setulosis et sub-spinosis ;
pedes maxillares breves, in 2 gracillimi. Die Art, M. segmentatus, S. 379,
wurde in beiden Geschlechtern von der Ile Hoste und Ile Hermite mit-
gebracht. Von den übrigen lebenden Gattungen ist die eine, Eriauchenus,
Madagaskar eigenthümlich , die andere , Landana , hat Kongo zu ihrer
Heimath. — Ann. Mus. Civico Genova XX S. 373 ff.
Pachygnathidae. Tetragnatha vermiformis (Massach.) S. 333 PI. 39
Fig. 12 — 14, straminea (Massach.; Connect.) PI. 39 Fig. 15, 17, 20, 21,
caudata (Massach.) PI. 39 Fig. 16, 22 S. 335; Emerton a. a. 0.
Epeiridae. Emerton's Bearbeitung der der Fauna Neu -Englands
angehörenden Glieder dieser Familie nimmt mit Ausschluss von üloborus
und Hyptiotes die beiden ünterfamilien Epeirinae (mit Epeira, Singa, Zilla,
Microepeira, Cyclosa, Acrosoma, Cyrtarachne, Argiope, Argyroepeira) und
Tetragnathinae (mit Tetragnatha und Pachygnatha) an. Eine Tabelle der
Gattungen wird nicht aufgestellt. Die Arten sind, z. Th. vergrüssert, ab-
gebildet ; auch sind von den Tastern und den Samentaschen mit Umgebung
Abbildungen gegeben. Mit Europa 'hat Neu -England die Arten Epeira
angulata {Clerck), Nordmanni Thorell, sclopetaria {Clerck), patagiata (Clerck),
marmorea {Clerck, ohne die pyramidata !) , carbonaria L. Koch; Cyclosa
conica {Pallas)] Zilla montana C. L. Koch, x-notata {Clerck) ; Meta Me-
nardi; (Tetragnatha extensa) gemeinsam. Im Ganzen sind (incl. Tetra-
gnatha und Pachygnatha) 61 Arten beschrieben. Für die von Mac Cook
„radiosa" benannte Art wird die Gattung Microepeira aufgestellt („this
genus is distinguished by its small size and large epigynum and palpal
Organs, and also by its web, which according to Mc Cook has the rays
united in groups of 3 or 4, and is drawn into a conical shape by a
thread attached to the center") S. 320, und für Epeira hortorum Hentz
Argyroepeira („these spiders have long slender legs like Tetragnatha.
The abdomen is long and round but often thicker in the middle and
never as slender or long as in Tetragr. The colors are bright green
and yellow with black and silvery markings on the abdomen. The
maxillae are long as in Meta. The lateral eyes are widely separated
from the middle ones. The male palpi are long and the palpal organ
68 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
large and rounded and only partly covered by the tarsus") S. 331 auf-
gestellt.
Epeiroides (n. g. Epeirae proximum) bahiensis (B.); Keyserling,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 524 Taf. XIII Fig. 23.
Glyptogona n. g. für (Epeira) sextuberculata Keyserl.x Simon, Ann.
Ent France 1884 S. 326.
Argiope arcuata (Birma); Simon, Ann. Mus. Civico Genova XX
S. 343.
Cyrtarachne bisaccata (NewHaven); Emerton a. a. 0. S. 325 PI. 34
Fig. 11; PI. 38 Fig. 12 (Eiersack).
Cyrtophora califomiensis (C.) ; Keyserling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 525 Taf. XIII Fig. 24.
Epeira solitaria (Massach.) S. 299 PI. 33 Fig. 1 1 ; PI. 35 Fig. 3,
corticaria (Beverly; Adirondack Mts.) PI. 33 Fig. 14; PI. 35 Fig. 9, sil-
vatica (verbreitet) PI. 33 Fig. 13, PI. 35 Fig. 1, 4—6 S. 300, cinerea
(Maine) S. 302 PI. 33 Fig. 10, PI. 35 Fig. 7, 8, Jum^ert (Portland) S. 313
PI. 34 Fig. 6; PI. 36 Fig. 14—16, alboventris (Peabody) S. 314 PI. 34
Fig. 5; PI. 36 Fig. 12; Emerton a. a. 0., Hyadesi (He Hoste); Simon,
Arachn. rec. . . . Cap Hörn a. a. 0. S. 5 (Separ.) PI. III Fig. 5, 6,
cerviniventris S. 16, mimosicola S. 17 (Chartum) ; derselbe, Arachn. rec. ...
Khartoum ebenda, rufofemorata (Birma); derselbe, Ann. Mus. Civico Ge-
nova XX S. 348, radulans S. 11, Chiarinii S. 14, sulphurina S. 16 (Scioa);
Favesi ebenda, volucripes (Panama; Haiti) S. 528 Fig. 27, sexpunctata
(Nordamerika) S. 530 Fig. 28, alba (Kentucky) Fig. 29, bisvinosa (St. Diego)
Fig. 30 S. 531, Nicaraguensis (N.) S. 532 Fig. 31; Keyserling, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1884 Taf. XIII
Gasteracantha pwpurea (Chartum); Simon, Arachn. rec. . . . Khar-
toum etc. a. a. 0. S. 19 Fig. 9.
Meta longipalpis S. 19, Antinorii S. 22 (Scioa); Pavesi, Ann. Mus.
Civico Genova XX.
Singa variabilis (Maine; Massach.; Connect.) PI. 34 Fig. 16; PI. 37
Fig. 19—21, pratensis (Massach.; Connect.) PI. 34 Fig. 15; PI. 35
Fig. 14—17 S. 322, maculata (Connect.) PL 37 Fig. 18 S. 323; Emerton
a. a. 0., grammica S. 328, Attica S. 329 (Athen); Simon, Ann. Ent.
France 1884.
Larinia bivittata (Brasil.); Keysarling, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 526 Taf XIII Fig. 25.
Solifugae.
van Hasselt's „Studien over de Galeodiden of Solpugiden
en hunne Pootaanhangsels" sind eine weitere Ausführung einer
früheren Mittheilung desselben Autors; vgl. dies. Bericht für 1883 S. 71.
— van Hasselt schildert unter Hinweis auf die einschlägliche Literatur
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. ßQ
und nach eigener Untersuchung einiger Exemplare aus verschiedenen
Gattungen die äussere Gliederung und Gliedmassen, und geht dann näher
auf die eigenthümlichen Anhänge an dem letzten Beinpaare ein. Dieselben
enthalten sowohl im Stiel als auch in dem scheibenartig verbreiterten End-
theile Tracheen und Muskeln. Ihre Bedeutung ist mit Sicherheit noch
nicht ermittelt. Von den über dieselbe geäusserten Vermuthungen findet
am meisten Beifall diejenige, welche ihnen eine Rolle bei der Begattung
zuschreibt. Und zwar ist diese wahrscheinlich eine doppelte. Sie mögen,
„ähnlich den Palpen der Spinnen" zu einem Vorspiel, zu einer An-
reizung zur Begattung dienen. Zweitens aber haben sie wahrscheinlich,
gleich den Kämmen der Skorpione , den Zweck , die bei der Einfachheit
der Geschlechtswerkzeuge nöthige innige Vereinigung herzustellen, indem
die des Männchens sich mit denen des Weibchens verschränken. Tijdschr.
V. Entomol. XXVII S. 25 ff., 99 ff. PI. 6.
Myriopoda.
Mit der 1884 erschienenen zweiten Hälfte von „Die My-
riopoden der österreichisch-ungarischen Monarchie"
von Dr. R. Latzel ist dieses Werk vollendet. Den Inhalt
dieser zweiten Hälfte (415 SS. mit 16 Taff.) bilden die Sym-
phylen, Pauropoden und Diplopoden nebst Bemerkungen über
exotische und fossile Myriopoden- Genera und einem Verzeichniss
der gesammten Myriopoden -Literatur. Der günstige Eindruck,
den schon der erste Theil machte, wird durch den vorliegenden
noch verstärkt: die Artkenntniss ist in den weitesten Grenzen
angestrebt, indem Lebensweise, Entwickelung , geographische
Verbreitung nicht weniger berücksichtigt sind, als die zur Er-
kennung der Art dienenden morphologischen Verhältnisse. Die
Figuren, meist Originalien, sind deutlich und sauber ausgeführt.
Neben den Resultaten eigener Forschung finden auch die An-
gaben anderer Beobachter eine kritische Verwendung. Dem
Werke ist eine fleissige und erspriessliche Benutzung von Seiten
der sich mit dieser Thierklasse beschäftigenden gesichert.
Die Symphylen sieht Latzel als echte Myriopoden an
und hebt die Unterschiede derselben von Campodea hervor;
die äussere Aehnlichkeit mit letzterer beweist für die systema-
tische Stellung nicht mehr, als die zwischen Onisciden und
Glomeriden. — Die Diplopoden zerfallen in die 3 Unterord-
nungen Pselaphognatha (für Polyxenus), Colobognatha
(. . . Oberkiefer ganz verdeckt, gewöhnlich sehr verkümmert,
70 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mund mehr oder weniger rüsselförmig ... für die Polyzonidae)
und Chilognatha (. . . Oberkiefer an den Seiten des Kopfes
hervortretend, deutlich aus Stamm und Lade zusammengesetzt;
Mundklappe gut entwickelt; für die Familien Glomeridae, Poly-
desmidae, Chordeumidae, Lysiopetalidae, Julidae).
E. Haase hat über das Respirationssystem der Sym-
phylen und Chilopoden wichtige Mittheilungen gemacht in
den Zoolog. Beitrag, von A. Schneider, I S. 65 flf. Taf. XIII bis
XV, die eine weitere Ausführung des vorläufigen Berichtes im
Zool. Anz. 1883 sind ; s. d. vor. Ber. S. 42 f. Hier ist nun
zunächst ein historischer Ueberblick über die einzelnen unter-
suchten Gattungen gegeben, und dem speziellen Theil sind all-
gemeine Betrachtungen angeschlossen. „Das einzige Stigmenpaar
am Kopf hat Scolopendrella . . . mit keinem Hexapoden ge-
mein, nur mit gewissen Acariden. Scolopendrella und die Thysan-
uren sind Endglieder eines gemeinsamen Stammes, der Proto-
symphyla, die wahrscheinlich Stigmen am Kopf und an 10 oder
11 Segmenten besassen; letztere sind bei Machilis, Lepisma,
Lepismina, Japyx erhalten und weiter ausgebildet, bei Scolo-
pendrella bis auf das cephale verloren gegangen. Auch die
Protochilopoden waren wahrscheinlich holopneustisch, wie es
Plutonium und die Geophiliden noch sind; bei den Chilopoden
ist aber jede Spur eines Stigma am Kopf und letzten beintragen-
den Segment verloren gegangen. Die Chil. anamorpha (Scuti-
gera, Lithobius, Henicops) mit höchstens 7 Paar von Respira-
tionsöifnungen an den 15 beintragenden Segmenten sind typische
Vertreter der Hemipneustie. Bei Scutigera liegen die unpaaren
Stomata am Hinterrande der 7 ersten Rückenschilde; bei He-
nicops liegen sie bilateral unter den Rückenplatten des ersten,
und dann, wie bei Lithobius, des 3., 5., 8., 10., 12., 14. Seg-
ments; eine genaue Betrachtung zeigt, dass die Stomata der
Scutigera und die Stigmen des Henicops denselben Segmenten
angehören. Die eigenthümlichen Tracheenmassen der ersteren
verbinden die Fächertracheen der Arachniden mit den echten
Tracheen derselben. Bei Lithobius und Henicops treten zum
ersten Mal besondere Tracheen auf, welche den Nervenstrang
umspinnen, sowie accessorische, mit dem Wachsthum sich mehr
und mehr entwickelnde Stämme, welche, unbeeinflusst durch
den Verlauf der Hauptröhren, besonders im hinteren Körper-
ende Darm und Genitalien begleiten.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 71
Eine weitere Ausbildung erhält der hemipneustische Typus
bei den Scolopendriden, welche als Lithobier angesehen werden
können, vor deren Genitalsegment sich noch 6 — 8 beintragende
Segmente durch Sprossung eingeschoben haben. In der Regel
finden sich 9 Stigmenpaare, die ersten 6 an denselben Segmen-
ten, wie bei Lithobius, die folgenden am 16., 18. und 20.
beintragenden. Die Geophiliden sind typische Vertreter des
holopneustischen Tracheensystems, bei denen sich stets 2 Stig-
menpaare weniger als beintragende Segmente finden, bei Hi-
mantarium Gabrielis bis 171, bei Geoph. pusillus 29, die
geringste Zahl. Den Hauptcharakter des Tracheensystems der
Geophiliden bildet ein über dem Herzen liegendes Maschennetz,
wie es Graber auch für die Hexapoden nachwies."
A. BoUes Lee wendet sich gegen Passerini's Darstellung
einer Zusammensetzung der Myriapoden - epidermis aus Zellen;
Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 123; Passerini sucht seine An-
sicht zu vertheidigen ; ebenda S. 124; vgl. den vor. Ber. S. 40.
Eigenthümliche Sinnesorgane der Myriapoden von
E. Tömösvary; Math. u. naturw. Ber. Ungarn I S. 324 fi". mit
Holzschn. (Ist mir nicht zugekommen.)
Sseliwanofif bringt Materialien zur Kenntniss der
Russischen Myriapoden; Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII
S. 68 flf. (Russisch).
Gadeau de Kerville zählt Les Myriopodes de la Nor-
man die auf, wozu Latzel die Diagnosen der neuen Arten
und Varietäten giebt. Bull. Soc. d. Amis d. Sei. nat. de Ronen
1883 S. 251 ff.
Preudhomme de Borre verzeichnet die in Belgien ge-
fundenen Juliden (2 Blanjulus, 10 Julus); C. R. Soc. Ent.
Belg. 1884.
Preudhomme de Borre hat ein tentamen Catalogi
Glomeridarum hucusque descriptarum gemacht; Ann. Soc.
Ent. Belg. 1884 S. 19 flF.
Derselbe desgl. Lysiopetalidarum, Julidarum,
Archlulidarum, Polyzonidarum atque Siphonophori-
darum; ebenda S. 46 ff.; vgl. C. R. Soc. Ent. Relg. S. 243 ff.
Karsch giebt Additions et rectifications zu beiden;
ebenda S. 164 ff.
TJlicny erstattet Bericht über (37) bei Brunn gesam-
melte Myriapoden; Verh. naturf. Ver. Brunn XXII S. 17 ff.
72 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Scndder handelt in den Mem. Bost. Soc. Nat. Hist. III
S. 283 ff. PI. 26, 27 von two new and diverse types of
carboniferous Myriapods, nämlich der Gattung Palaeo-
campa und den Arten einer neuen Gattung Trichiulus.
Der Bau von Palaeocampa wird mit den Chilopoden und Diplo-
poden, sowie mit Scolopendrella und Peripatus verglichen, wobei
sich herausstellt, dass Palaeocampa am nächsten mit den Chilo-
poden übereinstimmt, sich aber doch durch wichtige Eigenthüm-
lichkeiten, die kurzen Beine z. B. und die Büschel starker und
hoch organisirter Borsten, davon unterscheidet. Die Gattung
gehört einer neuen Unterordnung, den Protosyngnatha , an, die
neben den Archipolypoden den Beweis liefern, dass bereits zur
Steinkohlenzeit Hautanhänge von hoher Organisation unter den
Arthropoden existirten und dass die Unterschiede zwischen den
damals lebenden Myriapoden nicht geringer waren, als heut-
zutage. Der Unterordnung ist folgende Diagnose gegeben.
Protosyngnatha. Paläozoische Myriapoden mit cylindri-
schem Körper; die Kopfgliedmassen auf ein einziges Segment
beschränkt; jedes Segment hinter dem Kopf aus einer dorsalen
und ventralen Platte von gleicher Länge und wahrscheinlich
auch fast gleicher Breite zusammengesetzt, die Dorsalplatte
etwas breiter als die ventrale, den grössten Theil der Seiten
des Körpers einnehmend und mehrere Reihen von Nadelbüscheln
tragend ; die Ventralplatten die ganze Bauchgegend einnehmend,
jede mit einem Paar weit getrennter, gedrungener, weicher
Beine, also ein Paar an jedem Segment des Körpers hinter
dem Kopf; Athemlöcher wahrscheinlich in einer ausgesprochenen
Längsreihe. Von dem typischen Vertreter dieser Unterord-
nung, Palaeocampa anthrax Meek ^ Worth.y lagen dem Ver-
fasser vier Exemplare vor, die beschrieben und z. Th. abge-
bildet sind.
Die zweite behandelte Gattung ist zu den Euphoberiden
unter den Archipolypoda gestellt und mit folgenden Worten
charakterisirt:
Trichiulus n. g. Segmente drei- bis fünfmal so breit als
lang, dicht mit ziemlich grossen, in Längs- und Querreihen
angeordneten Papillen bedeckt, welche lange, biegsame Haare
tragen, die in ihrer Gesammtheit eine nachschleifende, den
ganzen Körper einhüllende Masse bilden. — Diese
neue Gattung ist durch 3 Arten vertreten, die Tr. vülosus
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 73
S. 291 PL 27 Fig. 2, nodulosus Fig. 1, 3, ommonitiformis Fig. 4
S. 292 genannt sind; sie sind sämmtlicli in den Knollen von
Mazon Creek gefunden.
Peripatina.
Gaflfron's „Kurzer Bericht über fortgesetzte Peri-
patus-Studien" im Zool. Anzeig. 1884 S. 336 ff. bezieht sich
hauptsächlich auf den Geschlechtsapparat. Das Ovarium ist
an dem Perikardialseptum befestigt. Die beim Embryo getrennt
mündenden Eileiter münden beim erwachsenen Thier in einen
stark muskulösen, gemeinsamen, kurzen Scheidentheil. Die
Eileiter sind anfangs einfach schlauchförmig, entwickeln später
zunächst dem Ovarium jederseits eine Ausstülpung, die sich
mit trichterförmiger Mündung in die Leibeshöhle öffnet. Die
rec. seminis entstehen als ein Abschnitt der Eileiter, die eine
Schlinge bilden und eine Durchbrechung der genäherten Wände
eintreten lassen; eine blasige Erweiterung des durch die
Schlingenbildung ausgeschiedenen Theiles wird dann zum rec.
seminis. — An den männlichen Geschlechtsorganen ist der
schlauchförmige Endtheil, Prostata Moseley's, die eigentliche
keimbereitende Stelle, von der die Spermamutterzellen in den
eiförmig erweiterten Theil übertreten, um hier ihre definitive
Gestalt zu erreichen. Die an diese eiförmige Blase sich an-
fügenden vasa efferentia vereinigen sich zu einem gemeinsamen
vas deferens, dessen oberster Theil als Samenblase dient, wäh-
rend der lange mittlere die Spermatophoren bildet, und der
Endabschnitt einen muskulösen duct. ejaculatorius vorstellt.
Die Spermatophorenbildung ist sehr eigenthümlich. Die Ge-
schlechtsöffnungen befinden sich im vorletzten Segment, dem
die Segmentalorgane fehlen. Die Schenkeldrüsen sind nur dem
männlichen Geschlechte eigenthümlich und auch bei diesem auf
die 7 — 8 vor dem Genitalsegment gelegenen Beinpaare be-
schränkt. Ausser diesen besitzt das Männchen noch 2 Drüsen-
schläuche, welche sich jederseits dorsal vom After öffnen. —
Im Gehirn finden sich etwa 8 „Riesenganglienzellen." Diese
Angaben beziehen sich auf Peripatus Edwardsii von Caracas.
Kennel hat seiner vorjährigen vorläufigen Mittheilung (d.
Ber. S. 46) eine ausfiihrliche Darstellung der Entwickelungs-
geschichte von P. Edwardsii und P. torquatus n. sp. I.
74 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
folgen lassen; Arb. a. d. zool.-zootom. Inst. Würzburg VII
S. 95 fF. Taf. V — XI. In Ergänzung des früheren Berichtes sei
hier folgendes hinzugefügt. Bei den genannten Arten sind die
Eier sehr klein (0,04 mm.), zerfallen durch eine totale und äquale
Furchung in einen Haufen von 32 Zellen, während welchen
Vorganges dieselben bereits Nährmaterial von aussen aufnehmen
und so wachsen. Hiernach ordnen sich die Zellen desselben
zu einer flach gewölbten Scheibe an, welche sich mit ihren
Rändern in der Höhle des Uterus festsetzt, dessen Epithel und
äussere Zellbekleidung nun tiefgehende Umänderungen er-
fahren, die mit der Ernährung des Embryos zusammenhängen.
Um letzteren bildet sich im Uterus eine Höhle, die mit dem
wachsenden Embryo wächst und sich deutlicher von den be-
nachbarten Theilen des Uterus abhebt. Ein Vorrücken des
Embryos in dem Uterus kann nicht stattfinden, und der geburts-
reife Embryo nur dadurch an die Vagina gelangen, dass das
Uterusstück zwischen ihm und Vagina durch Resorbtion seiner
Wand sich verkürzt, während der Uterus zugleich an dem
zwischen dem jüngsten Embryo und Ovarium gelegenen Theile
weiter wächst. Die Begattung scheint nur ein einziges Mal
stattzufinden, und die früher erwähnten beiden Drüsen neben
den rec. seminis sind wahrscheinlich rec. ovorum.
Nachdem im Embryo die drei Keimblätter sich gebildet
haben, tritt eine primäre Mundöffhung auf, indem das Ektoderm
eine Einwucherung gegen das Entoderm treibt; ebenso bildet
sich vorübergehend ein After als Längsspalt vor der Einwuche-
rungsstelle, von der Entoderm und Mesoderm ihren Ursprung
nehmen (Blastoporus); später schliesst sich dieser After wieder,
und der definitive After entsteht etwas vor dieser Stelle als
röhrenförmige Ektodermeinwucherung, die zwischen Darm und
Ektoderm nach vorn dringt und noch blind endigt; dies ist der
Enddarm, und seine Mündung der After. Die primäre Mund-
öfFnung ist inzwischen in die Tiefe gerückt und stellt die innere
Oeflnung des inzwischen zur Ausbildung gelangten Schlund-
kopfes in dem Mitteldarm dar; die definitive Mundöffnung und
Mundhöhle ist erst gebildet, nachdem durch wallartige Um-
wucherung das Extremitätenpaar des ersten Rumpfsegmentes
nebst den accessorischen Papillen in die Tiefe gedrängt ist. —
Die durch Spaltung des Mesoderms in den einzelnen Segmenten
sich bildenden Höhlen werden später fast ganz in die Füsschen
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 75
gezogen, während die Leibeshöble als ein den ganzen Körper
durchziehender Hohlraum durch Abheben der Darmwand von
dem Ektoderm in der Medianlinie und Zurückweichen des Meso-
derm in den Seitentheilen entsteht. Die definitive Körpergestalt
und Segmentirung ist erreicht, bevor noch weitere Organe an-
gelegt, oder eine weitere histiologische Diflferenzirung eingetreten
ist ; nur die Anlage des Nervensystems tritt in den Seitentheilen
des Kopfsegments (Scheitellappen) als eine Vermehrung der
Ektodermzellen auf der ventralen Seite auf.
Zum Schluss dieses ersten Theiles vergleicht der Verfasser
die Entwickelung der beiden westindischen Arten mit der
Kap'schen und Neuseeländischen, und bestreitet die Berechti-
gung, den ventralen Längsspalt, durch dessen mittleren Ver-
schluss 2 OefFuuugen, der Mund und After übrig bleiben sollen,
Blastoporus zu nennen; Kennel meint, jener Spalt sei eine
sekundäre Oefiiiung des schon vorher vorhandenen Lumens der
Darmhöhle nach aussen.
Habitat of Peripatus Novae-Zealandiae; F. W.
Kirk in N. Zeal. Journ. of Sei. Vol. I No. 12 S. 573.
Pauropoda.
Brachypauropus (n. g. Paur. tardigr. ; corpusculam subconicum
vel oblongo - ovatum , sat depressum, leviter convexum, scutis dorsalibus
velut 10 (forsan 11) obtectum. Caput minimum, non absconditum. Scuta
dorsalia subaequalia, sat tenera, sculptura paupera, supra spinis vel ha-
mulis transverse seriatis et pulverigeris omata, marginibus lateralibus nudis,
pili laterales sensiles sub margine scuti 2. 4. 7. 9. (et 10.?) siti, sat breves,
tenuissimi. Pleurae omnino detectae. Pedes longitudine subaequales, breves,
sat validi, ungue indistincte diviso; pedutQ art. basalis appendiculis ple-
ramque non distinctis) hamiger (Kämthen, an feuchten Orten unter Steinen ;
wohl die kleinste Arthropodengattung nächst den Milben); Latael a. a. 0.
S. 30; s. auch v. Feüler, Sitzb. zool.-botan. Gesellsch. Wien 1884 S. 20.
Haase meldet den Fund von Pauropus Huxleyi Luhb. bei Jauer,
und macht einige Angaben über seine äussere Anatomie; Zeitschr. f. Entom.
Breslau, 9. Heft, Vereinsnachr. S. XXVIII.
Chilognatha.
Jolidae. P. l von Berlese's Studi critici sulla sistematica
dei Chilognati, Veneria 1884, 34 Ss. 8° mit 2 TaflF. bezieht sich auf
diese Familie.
76 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Juhis mediterranens (Südeuropa) S. 270, luridus var. gracilis, longabo
var. exilis (nordwestl. Frankreich) S. 271; Latze! in Gadeau de Ker-
ville's „Myriopodes de la Normandie" a. a. O. , Belgiens (Brabant);
derselbe, C. R. Soc. Ent. Belg. 1884 S. 249 mit Holzschn., {Typhlo-
julus) psilonotus (Cattaro) S. 261, (Allajulus) nanus (Mitteleuropa) S. 264,
pelidnus (Kärnthen; Steiermark) S. 267, dicentrus (Kämthen) S. 270, im-
becillus (Oesterreich ; Serbien) S. 274, {Ommatojulus) italicus ^ dalma-
ticus Fanzago S. 289, platyurus (Banat; Serbien) S. 294, austriacus =
fasciatus Koch S. 296, podabrus (Cattaro) S. 300, montivagus (Ungarn;
Oesterreich; Tirol) S. 308, scandinavicus = terrestris Meinert S. 322,
(mediterraneus [Andalusien; Pyrenäen; Italien] S. 337,) caltarensis (C.)
S. 342; derselbe, Myriopoden der österr.-ung. Monarchie II.
Lysiopetalidae. Lysiopetalum degeneram (Serbien) S. 218, iÜyricum
(Litorale) S. 221, anceps (Litorale) S. 232, cognatum (Ragusa) S. 234;
Latzel a. a. O.
Chordeumidae. Rhiscosoma (n. g. ; Corpus convexum, i. e.
utrimque declive, aliquanto polyzonoideum. Segm. lateribus carinatis,
carinis sat magnis, valde deflexis et devexis vicinis se tangentibus, propterea
continuatis et serram non formantibus. Scuta dorsalia granulis senis seti-
geris omata, sulco medio longitudinali et tenui exarata; antennae minus
longae, subtenues, subclavatae, art. 5. maximo; pedes sat braves) alpestre
(Tirol; Oberösterreich) und var. illyricum (GÖrz); Latzel a. a. 0. S. 174, 175.
Chordeuma gallicum (Seine -inferieure; Eure); Latzel in Gadeau de
Kerville's „Myriopodes de la Normandie" a. a. 0. S. 269.
Craspedosoma oribaies (Tirol; Steiermark) S. 194, stygium (Adels-
berger Grotte) S. 196, moniliforme (Steiermark) S. 197, mutabile (Oester-
reich-Ungarn) S. 199, crenulatum (Steiermark) S. 205, ßavescens (Salzburg;
Oesterreich; Kärnthen; Tirol; Frankreich) S- 206, (Scotherpes) troglodytes
(Adelsberger Grotte) S. 209; Latzel a. a. 0.
Polydesmidae. Polydesmus complanatus var. angustus S. 267, gallicus
n. sp., suhinteger n. sp. S. 268, inconstans n. sp. (nordw. Frankr."» S. 269;
Latzel in Gadeau de Kerville's „Myriopodes de la Normandie" a. a. O.
P. tridentinus (Südtirol) S. 140, noricus (Obir in Kärnthen, 2050 m.)
S. 144, falcifer (Litorale) S. 146, subscabratus (Serbien) S. 147, rangifer
(Litorale; Kärnthen; Krain) S. 148, polonicus (Przemysl, Galiz.) S. 160;
Latzel a. a. 0.
Brachydesmus ßliformis (Ungarn) S. 129, superus (Wien; Mähren;
Ungarn) S. 130, dalmaticus (D.) S. 132, inferus (Militärgrenze) S. 135;
Latzel a. a. 0.
Glomeridae, Glomeris hexasticha var. intermedia (Eure; Vichy);
Latzel in Gadeau de Kerville's „Myriopodes de la Normandie" a. a. 0.
S. 267.
Gl. minima (Oberösterreich) S. 94, tyrolensis (T.) S. 97, tridentina
(Südtirol) S. 118; Latzel a. a. 0.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 77
de Borre theilt eine Note sur les Glomerides de la Belgique
mit; C. R. Ent. Belg. 1884 S. 11 ff.
Das aus den dorsal liegenden foram. repugnat. tretende Sekret von
Glomeris besitzt eine klebrige Beschaffenheit und dient vielleicht dazu,
die Fallgeschwindigkeit eines zusammen gekugelten und in's Rollen gerathe-
nen Thieres abzuschwächen; Dewitz, Biol. Centralbl. IV S. 202.
Chilopoda.
Geophilidae. Castelli. Note intomo un caso di presenza di
Geofili nelle cavitä nasali dell' uomo; Giornale R. Acc. Medicina
di Torino XLVII 1884.
Geophilus Haasei (Rjüsaxi) S. 81, Caucasicus (K.) S. 85, transmontanus
(ibid.) S. 86, minutus (Rjasan )S. 89 ; Sseliwanoflf, Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII.
Scotophilus tauricus (Krim); Sseliwanoff, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVn S. 97.
Scolioplanes pusillus (Saraisk, Gouv. Rjasan); Sseliwanoflf, Hör. Soc.
Ent. Ross. XVm S. 92.
Lithohiadae. Leydig giebt eine genaue Beschreibung und stark
vergrösserte Abbildung der von Stein „Samenkörper" genannten Zellen
aus den Hoden von Lithobius forficatus. Das Plasma dieser Zellen
zeigt eine fein streifige, faserige Anordnung; die Fasern verlaufen etwas
spiralig zum Umkreis der Zelle, sind spindelig und die angeschwollenen
Stellen treten durch feine Ausläufer mit denen anderer in Verbindung,
so dass diese Körperchen auch als die Knotenpunkte der Streifen angesehen
werden können; a. a. 0. S. 56 f. Taf. VI Fig. 67.
Scolopendridae. F. Fanzago, „sulla tana della Scolopendra
dalmatica", Sassari 1884, beschreibt die Erdwohnung der genannten
Art, die man beim Umwenden von Steinen findet. Sie besteht aus einem
a. 12 mm. im Durchmesser enthaltenden Vorraum, dessen Wände von un-
regelmässig durcheinandergezogenen Wurzelfasern gebildet sind mit einer
Oeffoung in der Mitte. Eine Oeffnung im Grunde des Vori'aumes führt
in eine cylindrische, 4 cm. tiefe Höhle. Der Bau dient dem Thiere als
Aufenthaltsort und zur Vertheidigung.
Scolopendra annuZepes (Brasil.?); Lucas, Bull. Ent France 1884 S. 74.
Cryptops hidenticulatus (Kaukasus); Sseliwanoflf, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVni S. 109, hortensis var. joauctWens (Seine inferieure ; Charente); Latzel,
Bull. d. 1. Soc. d. Amis d. Sei. nat. d. Ronen 1883 S. 267.
Scutigeridae. E. Haase beschreibt Schlundgerüst und Ma-
xillarorgan von Scutigera, Zoolog. Beiträge von A. Schneider, I
S. 97 ff. Taf. XVI. Das von Latzel bei den Chilopoden entdeckte
Maxillarorgan liegt zwischen den Maxillarstämmen, die nicht mit einander
verwachsen sind, sondern eine Spalte zwischen sich lassen. Die Spalte
führt in eine sehr tiefe Einstülpung, deren Seitenwände, zart und gefältelt,
78 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
als Hüllhaut bezeichnet werden, während der Grund dieser Einstülpung,
die Basalhaut, stärker chitinisirt ist. Die Basalhaut ist nur der Träger
eigenthümlicher Plättchen und Haare. Erstere sind langoval, gelbbraun
gefärbt und auf ihrer Oberfläche dicht schief kreuzweise gereifelt; die
Haare, bis zu 0,5 mm. lang und im lebenden Thiere mit Luft gefüllt,
stehen gewöhnlich zu 2 — 3 zusammen mit hakig gekrümmtem Ende unter
einer feinen Hautfalte. Da sich auf Schnitten die Basalhaut stets von
der Hypodermis abhob, so Hess sich über den Zusammenhang beider nichts
ermitteln. — Haase vermuthet in dem Maxillarorgan ein Gehörorgan.
Tömosvary's Aufsatz über das Respirationsorgan der Scuti-
geriden in den Math. u. naturw. Ben Ungarn I S. 175 fF. ist mir nur
dem Namen nach bekannt geworden.
Sc. asiatica (Taschkent) ; Sseliwanoff, Hör. Soc. Ent. Ross. XVIH S. 120.
Symphyla.
B. Grassi: Intorno all' anatomia della Scolopendrella; Ca-
tania, Martinez, 1884. Habe ich nicht gesehen.
Insecta.
Thysanura.
Grassi macht eine vorläufige Mittheilung über die Anatomie der
Thysanuren; II Naturalista Siciliano HI S. 203 ff., 236 ff. Er sieht
die drei Hauptformen derselben, Campodea, Japyx und Machilis, als drei
Entwickelungsstufen in der Phylogenie der Insekten an; die seitlichen
Hervorragungen an den zwei letzten Rückensegmenten des Thorax der
Machilis können bei den „typischen" Insekten sich zu Kiemen oder Flügel
umwandeln. Die Mundwerkzeuge sind wahrscheinlich ein Paar umgewan-
delter Beine. Da bei Machilis neben dem Ovipositor an denselben Seg-
menten rudimentäre Beinpaare vorkommen , so kann man den Ovipositor
nur dann mit Abdominalgliedmassen homologisiren , wenn man gespal-
tene Gliedmassen annimmt. Nach diesen allgemeinen Bemerkungen geht
der Verfasser zur Besprechung der Campodea über. Bei dieser besteht die
Bauchkette aus 3 Thorakal- und 7 Abdominalganglien; vor dem Ober-
schlundgauglion liegt, entsprechend der Oberlippe, ein sehr kleines Gan-
glion, das g. frontale. — Sinnesorgane sind die Antennen, die Taster und
vielleicht die beiden Papillen der Unterlippe. Zwei Organe an den Seiten
des Kopfes sind vielleicht Rudimente der Augen. Auf der Unterseite des
Hinterleibes finden sich die bereits von anderen gemeldeten hervorstülpbaren
Bläschen, die wahrscheinlich Haftorgane sind. Die Tracheen entbehren
des Spiralfadens, und die Stigmata sind einfache Oeffnungen. Am Nah-
rungskanal sind Speicheldrüsen bemerkenswerth , die ganz die Lage der
sog. Spinndrüsen der Bienenlarven im Ei haben. An der Stelle, wo der
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 79
Mitteldarm in den Enddarm übergeht, befindet sich ein Kranz von etwa
1 4 kurzen Ausstülpungen , die Malpighi'schen Gefdsse. Das Rückengefäss
erstreckt sich vom zweiten Brustsegment bis zum Ende des Hinterleibes
und hat 9 Paare von Spaltöffnungen , die auf der Grenze zwischen zwei
Segmenten liegen.
Ovarien und Hoden sind in der Zweizahl vorhanden. Beide gehen in
je einen kurzen, geraden Ausfuhrungsgang über, der sich mit dem der
anderen Seite vereinigt und nach einem sehr kurzen Verlauf beim Männchen
auf einer centralen Papille des achten Segmentes ausmündet. Beim Weib-
chen ist die Mündung von 3 Papillen umgeben, die unpaare hinten.
Ausserdem ist beim Männchen eine unpaare Drüse mit Andeutungen einer
Verschmelzung aus zweien und beim Weibchen ein unpaares Organ (Va-
gina?) vorhanden.
Die Campodeen leben von pflanzlichem Detritus; zur Untersuchung
diente C. staphylinus, womit C. succinea Nie, und vielleicht auch C. fra-
gilis 3It. synonym ist.
Bei Japyx ist das Nervensystem von einem Neurilemm umgeben,
innerhalb dessen die ernährende Flüssigkeit sich bewegt. Die den rudi-
mentären Augen entsprechenden Organe fehlen, ebenso die Bläschen am
Hinterleibe. — Das Tracheensystem hat einen Spiralfaden; Stigmen sind
1 1 Paare vorhanden, 4 am Thorax, 7 am Hinterleib. Das erste, sehr grosse
liegt etwas vor dem Hinterrand des ersten Brustsegments; das zweite ge-
hört dem zweiten an; das dritte ist von der Rückenseite her schwer zu
sehen, liegt an der Bauchseite und entspricht wohl dem Vorderrande des
dritten Segmentes; das vierte gehört dem dritten Brustsegment an. Mal-
pighi'sche Gefdsse fehlen; der Geschlechtsapparat ist complicirter als bei
Campodea. Bei Campodea sowohl wie bei Japyx ist der tubus ventraHs
der Collembola durch Papillen des ersten Bauchsegmentes angedeutet.
B. Grassi's „breve nota intorno all' sviluppo degli Japix, Ca-
tania, Martinez, 1884, habe ich nicht gesehen.
Bolivar meldet das Vorkommen von Campodea und Japyx in
Spanien; Actas Soc. Esp. Hist. Nat. XHI S. 31 f.
A possible sense organ in Campodea (am letzten Fühler-
gliede'; Kingsley, American Naturalist 1884 S. 540.
Brook giebt in dem Journ. Linn. Soc. Lond., Zool., XVII S. 270 ff.
PI. 10, 11 A Revision of the genus Entomobrya, Rond. (Degeeria
Nie). In den einleitenden Bemerkungen verfolgt er die Geschichte der
Gattung, die auf Kosten von Isotoma Bourl. entstand, welche letztere
von Nie ölet in Desoria und Degeeria gespalten wurde. Da aber bereits
früher von M ei gen eine Fliegengattung nach de Geer benannt war, so
ersetzte Rondani den Nicolet'schen Namen durch Entomobr}'a, der dem-
nach anzunehmen ist, obwohl er unpassend gebildet ist. Von dieser, durch
das sehr grosse vierte Hinterleibssegment, das die drei vorhergehenden
zusammengenommen an Länge erreicht oder übertrifft, ausgezeichneten
80 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Gattung der schuppenlosen Springschwänze hatte Lubbock in seiner
Monographie 16 Arten aufgeführt; TuUberg machte dazu 2, Packard
4, Reuter und Ridley je eine neue bekannt. Diese 24 Arten reducirt
Brook auf 11, nämUch E. nivaUs L. (synonym E. annulata F., Lubb.),
intermedia S. 274 PI. 10 Fig. 13—15 (Oesterreich ; Channel Isld.), multi-
fasciata Tullhg. (synonym lanuginosa iWc. , disjuncta Nic.^ corticalis Nic.^
Nicoletii Lubb., arborea Tullbff., marginata Tullbff., muscorum Nie), albo-
cincta Templet, superba Reut., membranea Nie, incerta Nie, decora Nie,
atra Nie, welche vier letzteren von Chili beschrieben sind, perpulchra
Pack., griseo - olivata Pack., purpurascens Pack., welche Packard'schen
Arten Nord -Amerika zum Vaterland haben und ebenso wie die Chileni-
schen dem Autor nicht in natura bekannt waren.
Sminthurus Poppei (Bremen) ; Beuter, Abb, . . . naturw. Ver. Bremen
IX S. 214 mit Holzschn.
Ueber Tetraphora gigas Reuter äussert Bertkau die Vermuthung,
dass sie mit Achorutes bielanensis Waga identisch sei; Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 235; vgl. dies. Ber. für 1883 S. 86.
Rhynchota.
Locy studirte die pulsirenden Organe an den Schienen
gewisser Wasserwanzen, speziell von Nepa, Ranatra, Co-
risa, Notonecta, Belostoma, und überzeugte sich, dass die Be-
wegungen dieser von Behn 1835 entdeckten Organe unabhängig
von der Beinmuskulatur seien und mit der Blutzirkulation in
Zusammenhang stehen. An einem abgeschnittenen Bein machte
das Organ anfänglich (Mittag) 146 Pulsationen; die Zahl der-
selben sank dann im Lauf des Nachmittags auf 43, stieg gegen
Abend wieder bis auf 120, worauf sie wieder bis auf 50 zurück-
ging; auf dieser Höhe hielt sie sich auch den grössten Theil
des folgenden Tages. Americ. Naturalist 1884 S. 13 ff. PI. I.
Diagnoses Hemipterorum scripsit Dr. G. Horväth;
Termesz. Füzet. VIII S. 9 ff., 315 ff.
Genera nova Hemipterorum descripsit 0. M. Reuter;
Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 1 ff., 218 ff.
Hemipteres nouveaux par le Dr. A. Puten; Revue
d'Entom. 1884 S. 85 ff.
Notes hemipterologiques par le meme; ebenda S. 142 ff.
Synonymisches über Hemipteren; von 0. M. Reuter;
Revue mensuelle d'Entom. I S. 131 ff.
Die Anal. Soc. Scientif. Argent. T. XVII enthalten auf
5. 97 ff. den Schluss von Berg's „Addenda et Emendanda ad
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. gl
Hemiptera Argen tina" und zwar Additamenta zur ganzen
Ordnung. — Die früher erschienenen Addenda etc. sind, mit
diesem Schluss zusammen, nun auch gesammelt herausgegeben,
1884 Buenos Ai'res, Pauli e. Coni; Hamburg bei Gassmann;
S. 1—213.
Nachdem die Veröffentlichung des hinterlassenen Fieber'-
schen Manuskriptes in Rev. et Mag. de Zool. durch Reib er
in der letzten Zeit ganz eingestellt war, hat sich Lethierry
durch Fortsetzung dieses Werkes in Rev. d'Entom. 1884 S. 40 ff.,
92 ff., 150 ff. den Dank aller sich für ähnliche deskriptive Werke
interessirenden Zoologen erworben. Aus einer Anmerkung er-
fahren wir, dass der Rest des noch nicht gedruckten Manuskri-
ptes mit Ausnahme der Gattungen Cicadula und Thamnotettix
und der Gruppe der Thyphlocybini verloren gegangen ist.
Letztere sind hier in Angriff genommen, wobei Lethierry die
seit Abfassung des Fieber 'sehen Manuskriptes bekannt ge-
machten Ergänzungen am gehörigen Orte einschiebt.
Reuter's „Hemipt. Gymnocerata Europ. I — III" sind aus-
führlich besprochen von Schlechtendal in (Giebel's) Zeitschr. f.
d. ges. Naturw. LVII S. 625 ff.
Als additional species zu den British Homoptera führt
J. Edwards Thamnotettix stupidula Zett. ; Deltocephalus propin-
quus Fieb. auf; Ent. Monthl. Mag. XX S. 207 f. ; Idiocerus
distinguendus Khm. XXI S. 127 = cognatus Fieh.^ welcher
letztere Name die Priorität hat, S. 162.
Reuter fährt in der Bearbeitung von Finlands och den
skandinaviska halföns Hemiptera Heteroptera fort
(Phymatidae und Reduviadae); Entomol. Tidskr. 1884 S. 173 ff.
Fokker setzt seinen Catalogus der in Nederland
voorkommende Hemiptera mit No. 2: Lygaeidae, Tingi-
tidae, Phymatidae, Aradidae, Hebridae, Hydrometridae, Redu-
viidae, Saldidae fort; Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 112 ff.;
vgl. den vor. Bericht S. 89.
Als Hemipteres nouveaux pour la faune Beige
führt Lethierry auf Plinthisus bidentatus; Rhinocoris iracundus;
Cixius pinicola; Stiroma affinis; Thamnotettix abietina; Aphalara
picta; Bothynotus pilosus; Microphysa pselaphiformis ; Salda
C-album; Nabis lineatus; Sigara Scholtzi; C. R. Ent. Belg.
1884 S. 126 t., 249 f.
Horväth schickte eine Note sur les Hemipteres du
Ai'ch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. F
82 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Haiit-Balcan et de la Dobrudscha ein, die in den C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 114 ff. abgedruckt ist.
Jakowleff beginnt in den Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII
S. 141 ff. eine Synopsis der Hemiptera Heteroptera des
Astrachanischen Gebietes, in der nach einer in russischer
Sprache abgefassten Uebersicht über die ganze Unterordnung
die Pentat omiden begonnen sind.
(22) Hemiptera in Birmania (Minhla) . . . lecta; L.
Lethierry, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII S. 649 f.
Lethierry bereichert das erste Verzeichniss der Rhyn-
choten von Scioa um 54 Arten; Ann. Mus. Civic. Genova
XVm S. 741 ff.
On the Rhynchota . . . on the Lower Niger; by
W. L. Distant; Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 458 ff.
Signoret bringt mit der 13. partie seine Revision du
groupe des Cydnides zu Ende (Sehirides, genres Crociste-
thus, Adomerus, Lalervis, Tritomegas, Sehirus, Canthophorus,
Ochetostethus); Ann. Ent. France 1884 S. 45 ff. PI. 2, 3 (25,
26 der Separatausgabe), und giebt auf S. 117 ff. ein alphabe-
tisches Inhaltsverzeichniss.
Parasitica.
Trichodectes lipeuroides (auf Cervus mexicanus); Megnin, Le Natura-
liste 1884 S. 494 mit Holzschn.
Mecopon consanguineum (im Kehlsack des Pelecanus ery throrrhynchus) ;
Piaget, Notes Leyden Museum VI S. 111 (und Tijdschr. v. Ent. XXVII
Versl. S. LXXXVI).
Phytoplithires.
Coccidae. Goethe theilt seine Beobachtungen über Schild-
läuse und deren Feinde, angestellt an Obstbäumen und Reben im Rhein-
gau, mit; Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37 S. 107 ff. Taf. I— III. Die
allgemeine Schilderung des Baues und der Lebens- und Entwickelungsweise
dieser Thiere ist der Darstellung in Signoret's Monographie entnommen,
in die Goethe hier und da seine eigenen Beobachtungen einwebt. Im
speziellen Theile trägt der Verfasser dagegen wesentlich seine eigenen Er-
fahrungen vor, die er an folgenden Arten gesammelt hat: Diaspis ostreae-
formis. Leperii, Rosae; Chionaspis (von Goethe noch als n. g. bezeichnet)
Vaccinii, Rosae; Mytilaspis Vitis S. 119, conchiformis ; Pulvinaria Ribesii,
Vitis, Pyri; Lecanium Juglandis, Persicae, Pyri, rotundum, Cerasi, varie-
im Gebiete der zVrthropoden während des Jahres 1884. 83
gatum, Vaccinü macrocarpum! S. 125; Dactylopius Vitis. Als Feinde der
Cocciden lernte auch Goethe mehrere Chalcidier kennen; femer Wanzen
aus den Familien der Anthoeoriden und Capsiden und einen kleinen Käfer,
dessen Larve sich von den Eiern nährt. Eine genauere Bestimmung war
nicht möglich; als einen unvollkommenen Ersatz dafür sind auf der
Tafel 3 diese Feinde abgebildet, aber in einer solchen Weise, dass man
glauben sollte, fossile Insekten dargestellt zu sehen; ein gleiches gilt
auch z. Th. von den Abbildungen der Cocciden.
In La Naturaleza VI S. 372 ff. finden sich weitere Documentos
relatives al Axe d Ni-in und auf Taf. X die Abbildungen des Weib-
chens und einzelner seiner Körpertheile dieser Art und von Coccus Cacti.
In einem Beitrag zur Kenntniss der Orthesia Urticae
theilt F. Low die Resultate seiner Zuchtversuche genannter Art mit;
Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. Uff. Zwei trächtige, im September an
Achillea millefolium gesetzte Weibchen Hessen aus ihrer Bruttasche in
Zwischenräumen von V2 — 2 Tagen 2 Monate hindurch Junge hervorgehen,
von denen keines in demselben Jahre seine volle Entwickelung durch-
machte. Das männliche Insekt hat 2 Njmphenstadien ; in dem ersten
bleibt es nur 3, in dem letzten 8 Tage, in beiden ist die krustenartige
Abscheidung der Larven durch flockenartige Fädchen ersetzt; etwa 40°/o
der Larven verwandelten sich zu männlichen Imagines , so dass die Zahl
beider Geschlechter nicht so sehr verschieden ist.
Eine neue Art erhielt Lichtenstein von Montechrista , wo sie auf
Erica arborea lebt; sie ist von Douglas unter dem Namen 0. maenariensis
beschrieben und abgebildet in den Transact. Ent. Soc. London 1884
S. 81 ff. PL IL
Katter druckt den wesentlichen Inhalt von Löw's Arbeit über den
Schild der Diaspiden in den Ent. Nachr. 1884 S. 25 ff. ab; vgL
dies. Ber. für 1881 S. 102.
Aleurodes immaculata Heeger in Devonshire wieder auf Epheu
aufgefunden; Douglas, Ent. Monthl. Mag. XX S. 215.
Apllididae. Aus einer in der Vorbereitung begriffenen Monogra-
phie des Aphidiens schickt Lichtenstein das 4. Kapitel, la flore des
Aphidiens, voraus; Montpellier 1884 S. I— VUI, 9—55. In der Ein-
leitung spricht er sich über den Plan seiner Monographie aus und erwähnt
aus dem Entwickelungsgang des Chaetophorus Aceris, dass der während
des Sommers spärlicher werdende Saft die Veranlassung wird, dass die
„Pseudogyne bourgeonnante," die bis dahin ihresgleichen hervorgebracht
hat, nun jenen haarigen, balgartigen Embryonen das Leben giebt, die sich
in einem Winkel der Blattnervatur ansammeln und hier regungslos mehrere
Monate verharren, bis der September mit dem reichlicheren Saft des Baumes
sie zur Häutung und Entwickelung in die geschlechtlich differenzirte Form
veranlasst. — Die eigentliche Arbeit ist eine alphabetische Aufzählung
der wissenschaftlichen Gattungsnamen der Pflanzen, auf denen Blattläuse
84 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bekannt geworden sind, bisweilen mit Angabe der Theile, die von der
betreffenden Blattlausart aufgesucht werden.
Nach Lichtenstein sind Rhizobius Sonchi und Menthae die unter-
irdischen Formen zu Pemphigus bursarius und pallidus; Ent. Monthl.
Mag. XXI S. 131 f.
Derselbe zieht aus seinen, Kessler's und Horväth's Beobachtungen
hinsichtlich der Wanderungen der Ulmenblattlaus praktische Folge-
rungen; Rev. d'Entom. 1884 S. 7 f.
Macchiati stellt Lichtenstein's Theorie über die Entwickelung
der Blattläuse im Allgemeinen und der Phylloxera vastatrix
im Besonderen dar; Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 259 ff.
Kolbe's „Beitrag zur Biologie der Aphididen" in der Berl.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 343 ff. zählt einige Feinde derselben auf.
Lichtenstein schildert den Entwickelungsgang der Aphidinen (Aphis
Avenae, craccivora, Donacis, Evonymi, frangulae, Mali, Padi, persicae, Pyri,
Viburni; Siphonophora Absynthii; Ropalosiphon persicae; Hyalopterus
Pruni) mit seiner Terminologie folgendermassen : Die aus dem Mutterei
schlüpfende Pseudogyne fundatrix bleibt immer flügellos und bringt im Ver-
lauf von 20 — 30 Tagen eine Nachkommenschaft hervor, von der die
Mehrzahl ebenfalls flügellos ist, während einige Flügel bekommen. Diese
bleiben etwa 1 Monat an den Knospen, und dann bekommen „alle von
den ungeflügelten oder geflügelten hervorgebrachten Individuen Flügel"
und wandern aus als Ps. migrans. Wo sie bleiben, ist noch nicht er-
mittelt, aber im Herbst findet sich die „Ps. pupifera" wieder auf der
früheren Nährpfianze ein und bringt die Geschlechtsthiere hervor, welche
hier, im Gegensatz zu den Pemphiginen, einen Schnabel und im männ-
lichen Geschlecht auch Flügel haben; nur die cT weniger Arten sind
ungeflügelt. Die Weibchen legen eine grössere Anzahl Eier als die Pem-
phiginen. Compt. Rend. Acad. d. Sei. Paris XCIX S. 1163; s. auch
Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S. 155.
Low macht Bemerkungen über die Fichtengallenläuse
Chermes abietis L. und strobilobius Kalt.-, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 481 ff. mit Holzschn.
Keller theilt mit Observations sur les limites que la nature
impose ä la multipli cation du Kermes coccine, in Receuil zoolo-
gique Suisse 1884 S. 306 ff., übersetzt aus „Schweizerische Forstzeitung."
Von den beiden Arten Ch. viridis und coccinea wird die letztere nie in
erheblichem Masse schädlich, obwohl sie 2 Generationen im Sommer und
eine grössere Fruchtbarkeit besitzt. Der Grund dieser geringeren Schäd-
lichkeit liegt darin, dass „Phalangium parietinum" unter den mit
Eiern beladenen Weibchen dieser Thiere grosse Verheerungen anrichtet.
So erklärt sich auch die Erscheinung, dass isolirt oder am Waldrande
stehende Bäume am stärksten von der genannten Blattlaus befallen werden,
da sie hier von ihren lichtscheuen Feinden unbehelligt bleiben.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 85
Lichtenstein vervollständigt die Lebensgeschichte des Chaetophorus
Aceris, indem er beobachtete, dass die Nachkommen der dritten Form
der „Pseudogynen," welche Anfangs Juni geboren werden, die beiden fol-
genden Monate ruhig an Ort und Stelle verbringen, ohne zu wachsen oder
sich zu häuten; erst im September tritt nach einer ersten Häutung ein
rasches Wachsthum ein, und Anfangs Oktober bringen sie die geschlecht-
lich diff'erenzirten Nachkommen hervor, die sich begatten, worauf das
Weibchen seine Eier ablegt; die Männchen kommen in zweierlei Form,
geflügelt und ungeflügelt, vor; Compt. Rend. Acad. Sei. Paris XCIX
S. 81 9 ff.; vgl. oben S. 83.
E. Witlaczil. Der Polymorphismus von Chaetophorus Po-
puli L.\ Denkschr. Kais. Akad. Wissensch. Wien (Math.-nat. Klasse)
XL VIII S. 387 fr. mit 2 Taf.
Ein Massengrab der Schizoneura Corni Flor im geflügelten
Zustand sind die Eadnetze grosser Epeiriden, die sich aber gewöhnlich um
diese geringfügige Beute nicht kümmern; Karsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 181 f.
E. A. Göldi hat eine 28 SS. 4°. mit 3 Tafeln enthaltende Abhandl-
lung „Studien über die Blutlaus" (Schizoneura lanigera Hausm.
u. s. w.) erscheinen lassen; Schaaffhausen, Rothermel. Der Verfasser hat
seinen Gegenstand in vielseitiger Weise behandelt. In einer geschichtlichen
Einleitung schildert er die Verbreitung des aus Amerika importirten In-
sektes seit seinem Auftreten (1789) in England: nach dem Ueberschreiten
des Kanals beunruhigte sie bereits 1812 die Obstzüchter der Normandie,
tauchte 1820 in Paris auf und verbreitete sich nun rasch in Frankreich,
über Belgien, die Schweiz, das Rheingebiet und weiter nach Osten, überall
der Kultur des Apfelbaumes den empfindlichsten Schaden bereitend, der,
entsprechend den meteorologischen Verhältnissen, nicht in jedem Jahre
den gleich hohen Grad erreicht. Der Schaden besteht in der Saftent-
ziehung durch so und so viel Tausende und sich noch immer vermehrende
Läuse, deren Folge eine Entkräftung und ein allmähliches Verdorren
des Baumes ist. Natürliche Bundesgenossen im Kampfe gegen diesen
Feind hat der Obstbaumzüchter wenige: Insektenfressende Vögel, wie
Staare, Meisen und Baumläufer, verschmähen die Blutlaus, wie Göldi ver-
muthet, wegen des flockigen Wachsüberzuges. Auch Coccinella septem-
punctata rührt sie nicht an. Dagegen mögen Lauf- und Raubkäfer
(Staph. caesareus) den unterirdischen Läusen nachstellen. Von künst-
lichen Bekämpfungsmitteln erfüllt nach Göldi keines der bisherigen seinen
Zweck. Dagegen erhielt er mit einem neuen Mittel im Kleinen sehr be-
friedigende Resultate. Der wirksame Bestandtheil desselben ist Schwefel-
kohlenstoff, der zu 20% mit 60% süsser Milch und 20% Terpentinöl
gemischt oberirdisch angewendet wird; für die Wurzeln werden nur
10° 0 Schwefelkohlenstoff und 30% Tei-pentin genommen. — Der Ver-
fasser schildert auch noch die verschiedenen Formen des Insektes, die
86 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
oberirdische, vivipare Form, die wurzelbewohnende ungeflügelte Form, die
geflügelten oberirdischen Weibchen und die wurzelbewohnende geflügelte
Form, hat aber über deren Zusammenhang und etwaige Bedeutung für
das Bestehen der ganzen Kolonie noch keine abschliessenden Beobach-
tungen gemacht. Durch spärliche Nahrung gelang es, auch bei anderen
Pflanzenläusen (Pemphigus buraeliae und xylostei), die geflügelte Form zu
einer Jahreszeit zu erziehen, wo sie unter dem normalen Verlauf der Ent-
wickelung nicht auftreten.
Ueber Pemphigus Zeae Maydis 6. Mitth. Ges. z. Bef. d. Acker-
baues . . . Brunn 1884 S. 273.
Th. Peyl: Die Reblaus . . . und der Wurzelpilz des Wein-
stockes, Dematophora necatrix R. Hartig; Prag 1884 bei G. Neu-
gebauer.
Die Phylloxera im Ahrthale und am Rhein; Kraatz,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 7 f.
Balbiani. Le Phylloxera du Chene et le Phylloxera de la
vigne . . .; Paris, 1884.
Derselbe erstattet Bericht über die Wirkungen eines Theer-
anstriches auf die von der Reblaus befallenen Weinstöcke. Es blieben
danach die Blattgallen gänzlich aus (das Verfahren fand bei Montpellier
mit V. riparia Statt) und auch die Nodositäten der Wurzeln waren weniger
zahlreich als in den nicht so behandelten Weinbergen. Jedenfalls tödtet
also der Theeranstrich die Wintereier. C. R. Acad. Sei. Paris XCIX
S. 634 ff.
Die von Kiley empfohlenen Mittel s. Bull. Ent. France 1884 S. 94.
Ph. vastatrix in Victoria; Proc. Entom. Soc. London 1884 S. 5.
Phylloxera Salicis (Montpellier); Lichtenstein, C. R. Acad. d. Sei.
XCIX S. 616, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S. 439, Bull. Ent. France
1884 S. 122.
V. Lemoine, die Phylloxera der Eiche; Revue scientifique 1884
No. 24 und Biolog. Centralblatt IV S. 550 ff.
Psyllidae. Die Beiträge zur Kenntniss der Jugendsta-
dien der Phylliden von F. Low in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 143 ff. bestehen in der Beschreibung der Larven der 5 Arten
Amblyrrhina cognata; Psylla Ulmi; Trioza maura, Scottii, remota und
einem Verzeichniss derjenigen Psylliden - Arten , deren Jugendstadien be-
schrieben sind; von Tr. maura ist eine Holzschnittabbildung der Larve
gegeben.
Riley macht Notes on North american Psyllidae und stellt
in denselben die n. G. Pachypsylla^ Ceropsylla^ Rhinopsylla auf;
Proc. Biol. Soc. Washington, Vol. 2 S. 67 ff. (nach Zool. Anz.).
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 87
Homoptera.
JaSSidae. Athysanus vittulatus (Uruguay); Berg, Addend. etc.
a. a. 0. XVn S. 116 und S. 199 der Separatausg.
Notus pulcherrimus (Krim); Horväth, Termesz. Füzet. VII S. 320.
Phlepsius multifarhis (Uruguay); Berg, Addend. etc. a. a. 0. XVII
S. 117 und S. 200 der Separatausg.
Ein zur Kenntniss der Cicadellinen-Gattung Tettigonia
Geoflfr. betitelter Aufsatz von E. Tasclienberg in Giebel's Zeitschr. f.
Naturwiss. LVII S. 431 ff. ist den (87) Arten der Halle'schen Museums-
sammhmg gewidmet, die vom Verfasser nach Flügel-, Kopfbildung und
Zeichnung gruppirt werden. Als neu sind aufgeführt T. rufo-nigra (Bras.),
calva (Venezuela) S. 436, luteo-linea (Brasilien), crucigera (ibid.) S. 437,
semifasciata ^ sedecim-guitata (ibid.) S. 439, albo-punctulata (Venezuela)
S. 440, fiavo-fasciata S. 441, fulva, microglyphica (Brasil.) S. 442, late-
ritia (Parana) S. 443, Tucumana (T.), punctu7n (Gaboon), ßavicauda
(Brasil.) S. 445, alho-lineata (Mendoza), nigro-lineata (Gaboon) S. 446,
quinquevittata (Columbien), quatluordecim-maculatu (Brasil.) S. 447, Jrenata
(Venezuela) S. 448, diaphana (Java) S. 449, ßavofasciata (Brasil.), para-
holica (Nordam.) S. 450, linea (Mendoza) S. 451, circulifera (Columbien),
quinque-punctata (ibid.) S. 453, bidens (Brasilien) S. 454. — Die Berg-
schen Arbeiten sind nicht berücksichtigt, und so ist die vom Autor selbst
ausgesprochene Besorgniss, „trotz aller aufgewandten Mühe in den neu
benannten Arten einige Synonyma geschaffen zu haben," nicht ungerecht-
fertigt.
Deltocephalus quadn'virgatus (nördl. Ungarn); Horväth, Termesz.
Füzet. Vm S. 319.
Thamnotettix Löwii (Theodosia); Horvath, Termesz. Füzet. VIII
S. 318.
Cercopidae. Cercopis jurasska (Dobbertiner Lias); Geinitz, Zeit-
schrift deutsch, geol. Ges. 1884 S. 581 Taf. XIII Fig. 24.
Philaenus xantkaspis (Buenos Aires); Berg, Addend. etc. a. a. 0.
XVII S. 115 und S. 198 der Separatausg.
Fulgoridae. Locris Meroglyphka (Let - Marefia) ; Lethierry , Ann
Mus. Civico Genova XVIII S. 755.
Hysteropterum piceum (Parnass); Puton, Revue d'Entom. 1884 S. 88.
Cixius parumpunctatus (Turkestan) ; Signoret, Bull. Ent. France
1884 S. 79.
Oliarus /wrca^ws S. 71, nigrofurcatus S. 72 (Turkestan), Putoni (Sa-
repta) S. 78; Signoret, Bull. Ent. France 1884.
Dictyophora xiphias (Syrien); Puton, Revue d'Entom. 1884 S. 87.
Kelisia Putoni (Porto Torres, Sard.); Costa a. a. 0.
Dicranotropis Carpathica (K.); Horväth, Termesz. Füzet. VIII S. 318.
Hemitropis arcufera (Biskra); Puton, Revue d'Entom. 1884 S. 86.
88 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cicadidae. Oxypleura truncaticeps (Metemma); Signoret, Bull. Ent.
France 1884 S. 57.
Tympanoterpes Archevaletae (Uruguay) S. 111 (l94), Corduhensis
(C.) S. 113 (195); Berg, Addend. etc. a. a. 0. XVII (und Separatausg.).
Heteroptera.
Nepidae. Anatomy and physiology of the family Nepidae;
by W. Locy; Americ. Naturalist 1884 S. 250 ff., 351 ff"., PI. XI, XII.
Ranatra linearis steckt ihre Eier (von oben her) durch Blätter
von Wasserpflanzen, z. B. Potamogeton, in denen sie mittels der Fortsätze
am Mikropylepol festgehalten werden; dadurch wird erreicht, dass sie
immer die nöthige Feuchtigkeit haben, aber auch verhindert, dass Wasser
durch die Mikropyle eindringt. Haase in Zeitschr. f. Entomologie Bres-
lau, 9. Heft, Vereinsnachr. S. XXII.
Hydrometridae. Aepophilus Bonnairei auch bei Jersey (La
Motte; Pointe - le - Nez) bis zu 20 Cm. tief im Schlamm unter Steinen ge-
funden; Revue d'Entomologie 1884 S. 313.
Aradidae. Eeuter's Beiträge ad cognitionem Aradidarum
palaearcticarum in der Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 129 ff. behandeln
die Arten der Gattung Äradus mit A. Krueperi (Anatolien) S. 130,
Brenskii (Morea) S. 131, Hahni (Breslau) S. 135 und zwei neue Arten
der Gattung Mezira, M. brevicornis S. 136 und oviventris S. 137, beide
von Wladiwostok.
Ting'itidae. Galeatus celhdans, semüucidus (Turkestan); Jakowleff,
Revue mensuelle d'Entom. I S. 121.
Orthostira finitima (St.-Martin-Lantosque) ; Puton, Revue d'Entomol.
1884 S. 313.
Anthocoridae. Termatophylum (n. g. und Vertreter einer subf.
nov. Termatophylina, Microphysinis proxima) insigne (Aegypten);
Reuter, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 218.
üeber die europäischen Arten der Gattung Anthocoris Fall.^
Fieh. s. Reuter in Meddel. af Soc. pro Fauna et Flora Fennica IX
S. 78 ff.
Saldidae. Salda nohiUs (Kesmark, Ungarn); Horväth, Termesz.
Füzet. Vm S. 317.
ReduYiadae, Harpactor UneatocolUs (Adda-Galla) ; Lethierry, Ann.
Mus. Civic. Genova XVIII S. 751.
Ectrychotes Comottoi (Birma); Lethierry, Ann. Mus. Civic. Genova
XVm S. 649.
Ectrichodia tucumana (T.); Berg, Addend. etc. a. a. 0. XVII S. 109
und S. 191 der Separatausg.
Oncocephalus Paulinoi (Portugal) S. 144, plumipes (Algier) S. 146;
Puton, Revue d'Entomol. 1884.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 188 1, 89
Coranus paradoxus (Let-Marefia) S. 752, metallicus (ibid.) S. 753;
Lethierry, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII.
Prostemma ßavomuculatum (Birma); Lethierry, Ann. Mus. Civic.
Genova XVIII S. 649.
Nabis boreellus (Finland); Reuter, Entom. Tidskrift 1884 S. 184
und Meddel. af Soc. pro Fauna et Flora Fennica XI S. 165.
Lygaeidae. Metastenothorax (n. g. Myodochin., Pterotmeto affine)
punctatipennis (Griechenland); Reuter, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 2.
Hormopleurus (n. g. Graplostetho Stäl affine, capite longiore,
thoracis margine antico distincte sinuato et lobo postico carina elevata
instructo, metapleurisque postice sensim sinuatis diversum. Statura parva
coloreque pallido transitum naturalem ad g. Lygaeosoma Spin, forraat. . . .)
nysiüules (Kaifa) S. 9;
Alampes (n. g. Rhyparochromo Cm-t. affine, capite crassiore et an-
trorsum magis declivi, gula convexa, oculis minoribus, thorace transverso,
minus convexo, fere piano et antice sinuato femoribusque anticis spina
unica armatis divergit) longiusculus (Morea) S. 10;
Homoscelis (n. g. Tropistetho Fieh. affine, thorace transverso, pone
medium transversim haud impresso, marginibus antico et lateralibus tho-
racis haud sinuatis, margine costali corii basim versus distincte reflexo,
femoribus anticis sexuum conformibus tibiisque anticis haud curvatis di-
stinctum) rußcollis (Corfu) S. 1 1 ; Horväth, Terme'sz. Füzet. VIII.
Aspilocoryphus viduus (Scioa); Lethierry, Ann. Mus. Civico Genova
XVIII S. 745.
The chinch-bug in New-York State; Americ. Naturalist
1884 S. 79.
Dermatinus aethiopicus (Scioa); Lethierry, Ann. Mus. Civico Genova
XVIII S. 749.
Horvath erkennt in der als Varietät von Erablethis arenarius
(griseus Wolß) beschriebenen Form denticollis eine selbständige Art und
stellt eine Tabelle der ihm bekannten Arten auf; Termesz. Füzet VIII S. 13.
Gastrodes (Orsillodes) longirostris (Algier); Puton, Revue d'Entom.
1884 S. 143.
L ethaeus /w/youanMÄ (Syrien); Puton, Revue d'Entom. 1884 S. 142.
Notochilus (Thaumastopus) cimiamovieus (Kaifa); Horvath, Termesz.
Füzet. Vm S. 316.
Pachymerus hrevis (Let-Marefiä; ; Lethierry, Ann. Mus. Civico Genova
XVIII S. 746.
Peritrechus pusülus (Kaifa); Horvath, Termesz. Füzet. VIII S. 12.
Piezoscelis pilosus (Abyss. ; Sudan); Signoret, Bull. Ent. France
1884 S. 56.
Pionosomus heteroirichus (Taurien) ; Horvath, Termesz. Füzet. VIII S. 1 1.
Plinthisus laevigatus (Cartagena) ; PutOn, Revue d'Entom. 1884
S. 142.
90 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pj-rrhocoris circumcinatus (Let-Marefia); Lethierry, Ann. Mus. Civico
Genova XVIII S. 747.
Rhyparochromus longipilis (Böne); Puton, Revue cTEntom. 1884 S. 312.
Tropistethus auslralis (Prov. Bonaerensis) ; Berg, Add. etc. a. a. 0.
XVII S. 105 und S. 187 der Separatausg.
Capsidae. Species Capsidarum quas legit expeditio danica
Galateae descripsit 0. M. Keuter; Entom. Tidskrift 1884 S. 195 ff.
Sthenaridea (n. g. Heterocordylo Fieb. affine, sed prinio aspectu
Sthenaro valde simile) pusilla (Bengalen); Beuter a. a. 0. S. 198.
Helopeltis Antonii (von Java?) in Ceylon eingeschleppt und auf
den Cacao- und Cinchona - Anpflanzungen Verheerungen anrichtend; The
Nature Vol. 30 S. 615; eine Schreitwanze wird von den Pflanzern auch
wohl damit verwechselt; ebenda S. 634. ,
Phytocoris Abeülei (Basses Alpes); Puton, Rev. d'Entom. 1884 S. 85.
Brachycoleus lincellus (Ordubat) ; Jakowleff, Revue mensuelle d'Entom.
I S. 122.
Campylomma livida (Bengalen); Reuter, Entom. Tidskrift 1884
S. 199.
Patrigeon macht eine Mittheilung sur un Insecte qui attaque
le jeune raisin; dasselbe ist eine Calocoris; C. R. Acad. d. Sei.
Paris XCVIII S. 1529 f.
Alloeonotus Caspicus (Baku); Horvath, Termesz. Füzet. VIII S. 316.
Pycnoptera suturalis (Bordjom, Kaukas.) ; Jakowleff, Revue mensuelle
d'Entom. IS. 110.
Deraeocoris trifasciatus L. var. regalis (Ungarn) S. 13, var.
hipartitus (Ungarn) S. 14; Horväth, Termesz. Füzet. VIII, ohvaceus Fahr.
var. fallax^ var. larvatus (Ungarn); derselbe ebenda S. 317.
Lopus himaculatus (Ordubat); Jakowleff, Revue mensuelle d'Entom.
I S. 122.
Charagochilus longicornis (Nicobaren); Reuter, Entom. Tidskrift 1884
S. 196.
Lygus fatuus (Scioa); Lethierry, Ann. Mus. Civico Genova XVIU
S. 749, bengalicus S. 195, obtusus S. 196 (Bengalen); Reuter, Entom.
Tijdskrift 1884, rhamnicola (Helsingfors) ; derselbe, Meddel. af Soc. pro
Fauna et Flora Fennica XI S. 164.
Myrmecomimus paederoides (Aritzo) ; Costa a. a. 0.
Halticus minutus (Singapore); Reuter, Entom. Tidskrift 1884 S. 197.
Cyrtorrhinus hividipennis (Nicobaren); Reuter, Entom. Tidskrift 1884
S. 199.
Labops (Orthocephalus) phoeniceus (Kaifa), (Pachytoma) arenarius
("Ungarn, Rakos-Palota, Tokaj, Kdly; lang- und kurzflügelig, erstere Form
sehr selten); Horväth, Terme'sz. Füzet. VIII S. 14.
Atractotomus morio (Finland) ; Sahlberg, Meddel. af Soc. pro Fauna
et Flora Fennica IX S. 94.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 91
Restenia flavicosta (Buenos Aires) ; Berg, Addend. etc. a. a 0. XVII
S. 106 und S. 189 der Separatausg.
Coreadae. Horväth setzt die Unterschiede zwischen Centrocoris
spiniger F., variegatus Kolen. und verwandten Arten auseinander;
Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 111 ff. mit Holzschn.
Peiltatoniidae. Mesocricus (n. g. Cydnin., a generibus affinibus
oculis supei-ne deplanatis ocellisque nullis distinctissimum) cribripennis
(Kaifa); Horväth, Termesz. Füzet. VIII S. 315.
Agabotus (n. g. inter Caystrum Stäl et Anarropam Gerst.) brun-
nescens (U. Niger); Distant, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 460.
Ä saroticus n. g. (Trigonosom. Leprosoma Bär. affine) für (Lepr.)
Solskyi Jak.', Jakowleff, Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII S. 227.
Laier vis (n. g. Cydnin. Adomero affine) expansa (Abyssinien) ;
Signoret, Ann. Ent. France 1884 S. 49 PI. 2 Fig. 216.
Nach Reuter in der Rev. d'Entom. 1884 S. 68 f. ist die Strachia
picta Fieb., Put. = Eurydema festiva (Z.); Str. festiva derselben = E.
(Cimex) dominulus Scop. und die Str. dominula Fieb.^ Put. = E. (Pentat.)
Fieberi Schumm.; eine neue Art aus Algier ist E. nigriceps S. 67;
Canthophorus Steini (Sarepta) S. 58 PI. 3 Fig. 224, variegatus (Japan)
S. 59 Fig. 225; Signoret, Ann. Ent. France 1884.
Sternodontus obtusus M. R. var. debilicostis-, Puton, Rev. d'Entom.
1884 S. 85.
Adomerus marginatus (Tarus); Signoret, Ann. Ent. France 1884
S. 48 PI. 2 Fig. 215.
Banasa pidchella (Uruguay, nebst der auf Lagenaria vulgaris lebenden
Larve); Berg, Add. etc. a. a. 0. XVII S. 101 und 183 der Separatausg.
Aethemenes Forbesi (U. Niger); Distant, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 460.
Orthoptera.
Wolter schildert die Mundbildung der Orthopteren
mit specieller Berücksichtigung der Ephemeriden;
Greifswald 1883, 4*^, 19 S. mit 4 Taf.
lieber das Stimm- und Gehörorgan der Heu-
schrecken von Brunner von Wattenwyl; Schriften des
Vereins z. Verbr. naturw. Kenntnisse in Wien, XXIV S. 461 ff.
mit 4 Holzschn.
Mc Lachlan stellte recherches nevropterologiques
dans les Vosges an; Rev. d'Entom. 1884 S. 9 if .
Finot bringt einen nouveau catalogue des Orthopteres
de la France; ebenda S. 21 if. Derselbe, auf die Cursoria,
Gressoria und Saltatoria beschränkt, enthält 160 A. in 71 G.
92 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Bormans macht 19 bei der Kreuzfahrt des „Corsaro" ge-
sammelte Orth. genuina, zumeist von den Kanaren, namhaft;
Ann. Mus. Civico Genova XX S. 176 ff.
Nach A. de Bormans weist die Faune orthopterolo-
gique des iles Hawai ... 5 Forficuliden, 8 Blattiden, 2
Locustiden, 2 Grylliden auf; Ann. Mus. Civico Genova XVIII
S. 338 ff.
Derselbe zählt 15 in Südafrika gesammelte Arten auf;
ebenda XVIII S. 704 ff.
Note sur les Orthopteres . . . ä Aguilas (Murcei);
Bormans, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 179 f.
The British Dragon-flies annotated. — Mo Lachlan
versieht die auf Grund von Hagen's Synopsis 1857 als Britisch
aufgeführten 46 Arten mit Anmerkungen, aus denen hervorgeht,
dass 8 als nur zufällige Besucher oder sonstwie als zweifelhaft
anzusehen sind. Ent. Monthl. Mag. XX S. 251 ff.
Macloskie macht Angaben über den Verlauf und die blinde
Endigungsweise der Tracheen in den Tracheenkiemen einer
Libellula-larve; (aus Psyche IV S. 110) Americ. Naturalist
1884 S. 534.
Bormans theilt Notes sur quelques Odonates (Diplax
Fonscolombii; Agrion Lindeni; Aeschna rufescens; Anax formo-
sus, nebst einem Verzeichniss von 17 bei Ixelles vom 16. Juli
bis 25. August gefangener Arten) mit; C. R. Ent. Belg. 1884
S. 276 flf.
Sur un gigantesque Neurorthoptere (Dictyoneura Gol-
denbergi), provenant des terrains houillers de Commentry (Allier); Bron-
gniart, C. R. Acad. Sei. Paris XCVIII S. 832 f.
Gennina.
Forficulidae. Sparatta semifulva (Sidjoendjoeng) ; "Bormans, Notes
Lejden Museum VI S. 183.
Chelisoches Ritsemae (Moeara Laboe) S. 185, sohrius (Padang) S. 188,
Ludekingi Böhm var. S. 199; Bormans, Notes Leyden Museum VI.
Opisthocosmia minuscula (x\gam); Bormans, Notes Leyden Museum
VI S. 190.
Forficula haivaiiensis (H.) ; Bormans, Ann. Mus. Civico Genova XVIII
S. 341 mit Holzschn., ornata (Padang); derselbe, Notes Leyden Museum
VI S. 192.
Sphingolabis furcifera (Batang-Singalang); Bormans, Notes Leyden
Museum VI S. 194.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 93
Bormans beschreibt beide Geschlechter von Labia gravidula Gerst.\
Notes Leyden Museum VI S. 197.
Blattidae. Blattina (Mesoblattina) Dohbertinensis (Lias) S. 570
Taf. XIII Fig. 1, (Bl.) incerta (ibid.) S. 571 Fig. 2; Geinitz, Zeitschr.
deutsch, geol. Gesellsch. 1884.
Scudder giebt eine S}Tiopsis der (lO) Mylacris - Arten , unter denen
antiquum! S. 300, lucifugum! S. 301 Fig. 8, carbonum S. 304 Fig. 6, 7,
10, ovale! S. 308 Fig. 5 als nn. spp. bezeichnet sind; Memoirs Bost. Soc.
Nat. Hist. m S. 299 ff. PL 27.
Palaeoblattina Douvillei (aus den mittleren Silurschichten von
Jurques (Calvados; der älteste Tracheatenrest) ; Brongniart, C. R. Acad.
Sei. Paris XCIX S. 1164.
Die Eikapseln der Schaben sind für Affen ein Lecker-
bissen; E. Engel in Ent. Nachr. 1884 S. 373.
Aphlebia baetica (Lanjaron; Chicote); Bolivar, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 105.
Mantidae« Discothera (n. g. Amorphoscelid.) Tunitana (T.);
Bonnet, Bull. Ent, France 1884 S. 26.
Von Mantis metallica Westiv. ist kürzlich ein zweites Exemplar
im Gebiet der nördl. Kaschgar-Hügel gefunden worden. Wood-Mason er-
richtet für die Art, die Odontomantis javana und Antissa pulchra ähnlich
ist, die neue Untergattung Nemotha\ Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 3 4 ff.
Pliasmidae. Necroscia moderata (Amboina); Kirby, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XIII S. 477 mit Holzschn.
Acridiadae. Bolivar beginnt in den Anal. Soc. Esp. Hist. Nat.
XIII S. 1 ff. L. I— IV eine Monografia de los Pirgomorfinos, in
der nach einer Einleitung und nach einer chronologisch angeordneten
Bibliographie die geographische Verbreitung der Tribus mit ihren 121
Arten in 37 Gattungen bespi'ochen ist. Der Verfasser unterscheidet 11 Sub-
tribus, die er mit den vielfach wohl zu beanstandenden Namen Ommex-
echae (^mit Ommexecha und Spathalium), Chrotogonae (mit Caconda,
Chrotogonus) , Sjstellae (mit Systella, Gyrtone, Stenoxyphus, Desmoptera),
Atractomorphae (mit Protomachus, Deraspis, Phymaptera, Atractomorpha,
Mestra), Pyrgomorphae (mit Pyrgomorpha, Ochrophlebia , Parasphena\
Sphenariae (mit Orthacris, Ichthidion, Sphenacris, Xyronotus, Sphenarium,
Prosphena), Poecilocera (mit Rubellia, Monistria, Poecilocerus), Phymateae
(mit Zonocerus, Phymateus, Peristegus), Petasiac (mit Taphronota, Aul-
arches, Maura, Petasia, Parapetasia, Camoensia), Pamphagodae (mit
Charilaus, Pampha;5odes) , Aspidophymae (mit Aspidophyma) belegt. Die
beträchtliche Zahl der neuen Gattungen verbietet es mir bei dem Umfange
dieses Berichtes, auf eine Charakteristik derselben einzugehen ; ihre Namen
lauten Spathalium S. 30 für Sommeri Burm.^ Audouini Blanck., serru-
latum Thunbg. etc. und Stäli (San Leopoldo) S. 32 Fig. 2; Caconda
S. 36 für fusca (C, Angola) S. 37; Desmoptera S. 57 für Novae-
94 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Guineae de Haan und pudicaia (Mohikken) S. 58 Fig. 5; Deraspis
S. 61 Fig. 6 für Volxemi (Amerika?) S. 62; Phymaptera für Jucunda
(Porto Cabello) S. 62; Parasphena für pulchripes Gerst.^ Orthacris
für filiformis, Sphenacris für crassicornis^ Prospkena für Scudderi,
Peristegus für squarrosus jC., Parapetasia für femorata.
H. de Saussure bringt unter dem Titel eines Prodromus Oedi-
podiorum in den Mem. Soc. de Physique et d'Hist. nat. de Geneve
XXVIII No. 9 S. 1—254 mit 1 Taf. eine Bearbeitung der genannten
Gruppe, in der nur die nordamerikanschen Arten, die der Verfasser nicht
vergleichen konnte, weniger vollständig abgehandelt sind. In der Einleitung
werden die verschiedenen Körpertheile bei ihrer verschiedenen Ausbildung
besprochen und bei den Flügeln die verschiedene Nomenclatur der Autoren
verglichen. Die Oedipodii bilden bei Saussure eine Tribus, die nebst den
Truxalii die Familie der Oedipodidae eonstituiren. Die letztere hat
folgende Diagnose: Tarsi inter ungues arolio instructi; pronotum meta-
notum nunquam superans. Prosternum muticum, planiusculum, nee stru-
mosum, nee mucronotum, nee inflatum, nee in processum productum, nee
antice elevato-reflexum, und die Tribus der Oedipodii : Capitis Vertex plus
minus convexus, cum facie angulum rectum vel obtusum efficiens. Facies
verticalis. Elytrorum campus marginalis saltem dimidio basali dense ir-
regulariter reticulatus. Den Diagnosen der Gattungen und Arten ist eine
Synopsis generum vorangestellt, die in dichotomischer Weise 61 Gattungen
unterscheidet; daneben sind auch freilich einzelne Arten in diese Synopsis
aufgenommen; den Artdiagnosen innerhalb der Gattungen geht in ähn-
licher Weise eine Synopsis specierum vorher. An neuen Gattungen sind
aufgestellt: Chortophaga S. 72, Xanthippus S. 88, Phrynotettix
S. 99, Pappus S. 100, Papipappus S. 101, (Oedaleus subg. Gastri-
margus S. 110,) Scintharista S. 121, Dittopternis S. 125, Pter-
noscirta S. 127, Celes S. 131, Chloeobora S. 131, Ptetica S. 133,
Lactista S. 142, Tmetonota S. 156, Conozoa S. 164, Thalpomena
S. 184, Conipoda S. 192, Helioscirtus S. 194, (Sphingonotus subg.
Leptopternis S. 209), Heliastus S. 212, Pycnostictus S. 215, Dae-
tnonea S. 217, Ere7noplana S. 232, Eremocharis S. 233, Batra-
chornis S. 234. Die zahlreichen neuen Arten, die beschrieben sind,
werde ich nicht namhaft machen.
Finotia (n. g. Pamphagid.) spinicollis (Tunis); Bonnet, Le Natu-
raliste 1884 S. 548.
Bryodema Capsitana (Tunis); Bonnet, Le Naturaliste 1884 S. 548.
Ommexecha Brunnen (Peru); Bolivar a. a. 0. S. 28.
Spathalium Stall (San Leopoldo); Bolivar a. a. 0. S. 32.
Caconda fusca (Angola); Bolivar a. a. 0. S. 37.
Chrotogonus Bormansi (Schoa) S. 39, micropterus (Angola) S. 40,
fumosus (Monomotapa) S. 42, Scudderi (Nil), Savignyi (Aegypten) S. 43,
incertus (Silhet) S. 45, Saussurei (Indien) S. 47; derselbe ebenda.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 95
Desmoptera judicata (Molukken) ; Bolivar a. a. 0. S. 58.
Deraspis Volxemi (Amerika?); derselbe ebenda S. 62 L. I
Fig. 6;
Fhymaptera jucxmda (Porto Cabello); derselbe ebenda.
Atractomorpha Gersiäckeri (Gabon ; Zanzibar; Kalkutta) S. 66,
Aurivillü (Kaffrarien) S. 67 Fig. 8, similis (Molukken; Amboina) S. 58,
liedeli (Yokohama) S. 69; Bolivar a. a. O.
Pyrgomorpha squalina (Indien) S. 423, tricarinata (Brasil.) S. 424,
dispar (Mexiko) S. 425, bruchyptera (Aleppo) S. 427; Bolivar a. a. 0,
Ochrophlebia Serpae (Angola); Bolivar a. a. O. S. 434.
Paraspkena picta (Massaua); Bolivar a. a. 0. S. 437 L. II
Fig. 10.
Orthacris ßliformis (Ceylon); derselbe ebenda S. 439 Fig. 11.
Sphenacris crassicomis (?); derselbe ebenda S. 441.
Xyronotus Aztecus (Mexico); derselbe ebenda Fig. 12.
Sphenarium Borrei (Guanajuato) ; Bolivar a. a. 0. S. 445.
Prosphena Scudden (Guatemala); Bolivar a. a. 0. S. 446.
Phymateus Brunneri (Benguela) S. 464, Hildebrandli (Somali) S. 466;
Bolivar a. a. 0.
Taphronta Stäli (Transvaalld.); Bolivar a. a. 0. S. 473.
Maura apiccdis (Massaua) S. 479, regidosa (Angola) S. 480; Bolivar
a. a. 0.
Parapetasia femorata (Gabon); Bolivar a. a. 0. S. 485 L. IV
Fig. 28.
Aspidophyma indica (Ceylon) S. 491, americana (Ecuador) S. 492
Fig. 32; Bolivar a. a. 0.
Arcyptera Tornosi (Spanien); Bolivar, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 104.
Sphingonotus coerulans var. candidus (Sardinien, auf Sandboden);
Costa a. a. 0.
Dericorys Millierei (Oran; Tunis); Bonnet, Bull. Ent. France 1884
S. 27.
Pachytylus Mlokoziewiztcki! (Tiflis); Bolivar, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 105.
The lesser migratory locust (Caloptenus atlantis Riley)-,
Biley in Rep. of the Entom. U. S. Dept. of Agricult. 1883 S. 170 flf.
Locustidae. Phaneroptera falcata in England (eingeschleppt?);
Ent. Monthl. Mag. XX S. 186.
Conocephalus Blackburni (Hawai) ; Bormans, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 346 mit Holzschn.
Gryllacris Schlieffeni (Dobbertiner Lias); Geinitz, Zeitschr. deutsch,
geol. Ges. 1884 S. 580 Taf. XIII Fig. 24.
Eugaster Revoili (Somali) S. 157 Fig. 1—7, Durandi (Zambesi)
S. 161 Fig. 8—15; Lucas, Ann. Ent. France 1884 PI. 7.
96 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Rhacocleis parvula (Cagliari) ; Costa a. a, 0.
Ephippigera coronaia (Coreboi, Sard.); Costa a. a. 0., halearica
(Mallorca); Bolivar, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 106, Oudryanus (Tunis);
Bonnet, Bull. Ent. France 1884 S. 27.
Gryllidae. Lissohlemmus pratkola (Tanger); Bolivar, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 106.
Pseudoneuroptera.
Pliysopoda. Lawen eines Thrips (cerealium Hal.T) in den
Aehren von Winter- und Sommerweizen; Sitzgsber. Naturf. - Gesellsch.
Dorpat 1884 S. 149 f.
Phloeothrips albosignata (Tlemcen, Alg.); Reuter, Revue d'Entom.
1884 S. 290.
Psocidae. Der Entwickelungsgang der Psociden im In-
dividuum und in der Zeit von Kolbe enthält wesentlich dieselben
Betrachtungen über die Phylogenie der Psociden, die derselbe Verfasser
bereits früher geäussert hat (vgl. dies. Bericht für 1882 S. 120); Berl.
Entom. Zeitschr. 1884 S. 35.
Derselbe über die in Ober-Bayern, Kärnthen und im Lito-
rale gesammelten Psociden; ebenda S. 380 ff.
Als leicht fassbaren Unterschied zwischen Stenopsocus immacu-
latus Steph. und Lachlani Kolbe hat Kolbe nun die Länge des ersten
Tarsengliedes im Vergleich zum zweiten ermittelt; bei der ersten Art ist
dasselbe an den Hinterbeinen beim (^ dreimal, beim $ mehr als zweimal
so lang als das zweite; bei der letzteren im cT zweimal, beim $ kaum
zweimal so lang; Berl. Ent. Zeitschr. 1883 S. 39 ff.
Psocus montanus (Kärnthen); Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1883
S. 380.
Caecilius oculatus (Görz); Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 381.
Kolbia quisquiliarum auch bei Berlin; Ent. Nachr. 1884
S. 287.
Kolbe knüpft an Hyperetes eine Studie über die phylogene-
tische Stellung dieser Gattung; Ent. Nachr. 1884 S. 84 ff.
Kolbe veröffentlicht eine vor mehreren Jahren angefertigte Zeichnung
und Beschreibung des Tracheensystems des Kopfes der Bücher-
laus (Atropos pulsatoria L.)\ Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 177 mit
Holzschn.
Termitidae. Hagen schreibt über Termitenschaden und die
Mittel zur Bekämpfung der Termiten; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 167 fi.
£m1)iadae. Nach Wood-Mason gehört diese Familie nicht in die
Nachbarschaft der Termiten, sondern zu den „true Orthoptera" in eine
Reihe mit den Acridiern, Locustiden, Grylliden und Phasmiden; Proc.
Zool. Soc. London 1884 und Americ. Naturalist 1884 S. 1154.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 97
Ephemeridae. Eaton's „Monograph of the May-flies,"
Part. I, habe ich nicht gesehen; eine Besprechung findet sich in Amer.
Naturalist 1884 S. 630 fr.
Schoch berichtet, dass einer Nymphe von Potamanthus ery-
thr ophthalmus (Ephemerella ignita), der er zur Fixirung ein leichtes
Deckgläschen auf den Hinterleib gelegt hatte, eine Menge von Eiern aus
demselben hervorquollen und glaubt dies als eine Erscheinung der Partheno-
genesis oder vielmehr der Pädogenesis ansehen zu können. Hiermit bringt
er auch die Seltenheit der Imagines der genannten Art in Verbindung,
indem er meint, dass dieselbe sich mehrere Generationen auf die ange-
gebene Weise pädogenetisch fortpflanze. (Aus der Darstellung geht nicht
hervor, ob die Eier aus der normalen Geschlechtsöffnung oder aus einem
durch den Druck entstandenen künstlichen Riss hervorgekommen sind.
Ref.) Mitth. Schweiz, Ent. Gesellsch. VII S. 48 ff.
Odonata. Meyer-Dür führt als seltene Libellen der schwei-
zerischen Fauna auf Aeschna borealis {Zett.) Selys\ Cordulia arctica;
Gomphus uncatus. Bei A. borealis macht er auf den Widerspruch
in den Diagnosen Brauer's und Selys' aufmerksam (bei Br. der Sector
subnodalis getheilt, nach Selys ungetheilt), der es unzweifelhaft macht,
dass beide eine verschiedene Art vor sich gehabt haben. Mitth. Schweiz.
Ent. Gesellsch. VII S. 52 ff.
Agrion? sateUes (Haleakala; Maui) S. 414, ? oahuense (0.), ? nigro-
hamatum (Maui) S. 415, ? koelense (Lana'i) S. 417; Blackburn, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XIV.
Diplax pacificus (Tongatabu); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 455.
Selys-Longchamps giebt eine Revision des (25) Diplax pale-
arctiques; Ann. Soc. ent. Belg. 1884 S. 29 ff., mit D. armeniaca S. 36,
hypomelas (Khasia Hills) S. 37, Kunckeli (Amur) S. 39, haccha (China)
S. 40.
Macrogomphus Ihoracicus (Perak, Malacca); Mac Lachlan, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 7, abnormis (Borneo); Selys-Longchamps ebenda S. 10.
Gomphus abdominalis (Nord-China), Mac Lachlan ebenda S. 8.
Hagen meldet die Wiederauffindung der Anax longipes (in Mas-
sachusetts; Florida; Baltimore); sie macht gerne auf Papilio Asterias
Jagd; Ent. Monthl. Mag. XX S. 169.
Ischnura maroccana (Casablanca) ; Kolbe, Berl. Entom. Zeitschr. 1884
S. 133.
Neuroptera.
A monographic revision and Synopsis of the Tri-
choptera of the Europeon fauna; first additional Supple-
ment (with 7 plates); by R. Mc Lachlan; London, Van Voorst,
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. G
98 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
1884. Habe ich nicht einsehen können; vgl. Nature XXX
S. 434 und Kolbe, Entom. Nachr. 1884 S. 211.
In einer vorläufigen Mittheilung über ein neues, dem
Gange der Naturschöpfung entlehntes System der
Trichoptera, nebst einem Hinweis auf die vermuthliche Ab-
stammung der Lepidoptera spricht Kolbe den Schluss aus, dass
die Gruppen mit durch Querader verbundenem cubitus anticus
und posticus der Vorderflügel (Leptoceridae, Sericostomatidae,
Limnophilidae , Phryganeadae) älter sei als die mit einfacher
knieförmiger Knickung des c. posticus (Hydroptilidae , Rbyaco-
philidae, Hydropsychidae). Und zwar hat man die Leptoceridae
als die älteste Familie der Trichoptera anzusehen, von denen
die Lepidoptera, zunächst die Tineen ausgegangen sind. Berl.
Eni. Zeitschr. 1884 S. 186.
lieber die Augen der Phryganiden und ihre Fähig-
keit, zu sehen, von N. Poletajeff; Hör. Soc. Ent. Ross. XVHI
S. 40 ff. Taf. II (Russisch).
Mo Lachlan zählt die Trichoptera von Portugal auf;
Ent. Monthl. Mag. XXI S. 46 ff.
Derselbe: On a small coUection of Trichoptera from
Unst, North Shetland; ebenda S. 153 ff.
Ein Förteckning a de Limnophilidae, Apataniidae
och Sericostomatidae . . . pä Skandinaviska haifön
von H. D. J. Wallengren zählt 67 Limnoph., 4 Apatan. und
7 Sericostom. auf; Entom. Tidskrift 1884 S. 115 ff., und ant-
wortet Hagen auf dessen Bemerkungen gegen des Autors Deu-
tungen Linne'scher Arten, S, 129 ff.
Gerstäcker macht vier Dekaden von Neuropteren
aus der Familie Megaloptera Burm. bekannt; Mitth.
naturw. Ver. Neu - Vorpommern und Rügen XVI S. 1 ff., sowie
2 Larven-Dekaden australischer Neuroptera, Megalo-
ptera, ebenda S. 84 ff. Eine der letzteren Abhandlung bei-
gefügte Zusammenstellung der bekannten australischen Megalo-
ptera führt 45 Arten in 29 Gattungen auf.
Kolbe führt (7) Neuroptera aus Marocco (incl. Pseudo-
neuroptera) auf; Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 132 ff.
Blackburn liefert Notes on Hawaiian Neuroptera,
with Descriptions of new species, welche die Angaben Mac
Lachlan's (s. den vor. Bericht S. 113 und 118) nicht unwesentlich
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 99
ergänzen. Es sind besprochen 2 Termiten, 1 Embia, 3 Psociis,
9 Odonaten, 1 Megalomus, 3 Anomalochrysa, 1 Myrmeleontide ;
Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S. 412 ff.
Trichoptera.
Orthophlebia {megapoliiana S. 572 Fig. 3, 4), parvula S. 573 Fig. 7
(Lias von Dobbertin); Geinitz, Zeitschr. deutsch, geol. Gesellsch. 188-4.
Phryganidium (? Polycentropus) perlaefoi^me S. 575 Fig. 9, (Hydro-
psyche) Seebachi S. 576 Fig. 10 (aus dem Lias von Dobbertin); Geinitz,
Zeitschr. deutsch, geol. Ges. 1884 Taf. XIII.
Notes on the larva etc. of Asynarchus coenosus Ciirt.; K, J.
Morton, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 125.
Thremma sardoiim (Tempio); Costa a. a. 0.
Sericostoma Mac Lachlanianum (Aritzo) ; Costa a. a. 0.
Eine wahrscheinlich der Gattung Philopotamus angehörige Fhryga-
nidenlarve macht an Felsen und Planken der Limmat und an den Wänden
des Aquariums ein hornförmig gekrümmes Gespinnst aus feinster Spinnwebe-
masse, dessen grosse Mündung am Felsen angeheftet ist. Von hier zieht
sich ein rasch verengter Schlauch im Bogen, der an seinem Ende ge-
schlossen und wieder in der Nähe der trompetenförmigen Mündung an
den Felsen angeheftet ist. Bei Berührungen verlassen die Larven das
Gespinnst, das natürlich ausserhalb des Wassers sofort zusammenfällt.
Schoch, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 50 ff.
Philopotamus montanus var. chrysopterus (Lanarkshire , Schottland) ;
Morton, Ent. Monthl. Mag. XX S. 273.
On the larva etc. of Beraeodes minuta Z. ; by K. J. Morton,
Ent. Monthl. Mag. XXI S. 27.
Planipennia.
Sialidae. Corydalis Asiatica (Naga Hills, Nördl. Grenze Indiens;
die erste Art der Gattung ausserhalb Amerikas) ; Wood-Mason, Proc. Zool.
Sog. London 1884 S. HO PI. VIII.
Ehaphidiadae. von zur Mühlen führt aus den Ostseeprovinzen fol-
gende 5 Rhapidia- Arten an: R. notata, laticeps, ophiopsis, xanthostigma,
Schneiden; die vier erstgenannten sind auch aus Schweden bekannt;
Sitzgsber. Naturf. Gesellsch. Dorpat 1884 S. 52.
Panorpidae. Gerstäcker schlägt a. a. 0. S. 119 für die in ihrer
Flügelbildung und Beschaffenheit der Hinterbeine ausgezeichneten austra-
lischen Arten (Bittacus) austrahs, nigriceps (und intermedius?) die Gattung
Harpohittacus vor und beschreibt aus Australien den Bittacus micvo-
cercus (Peak Downs) S. 119 und von Darjeeling den B. latipennin S. 120.
100 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mantispidae. Theristria (n. g. ; Vertex tumidus; pronotum
breviusculum , setulosum; pedes antici pilosi, femoribus parum dilatatis,
tarsis biunguiculatis , utriusque alae cellulae mediales obliquae uniseriatae)
felina (Peak Downs) S. 44, eurysticta (Sidney; Rockhampton) S. 105;
Gerstäcker a. a. 0.
Mantispa phthisica (Ega) S. 35, limhata (Chiriqui) S. 36, nuchalis
(Sidney; Rockhampton) S. 38, manca (Amboina) S. 39, imbecüla, pavida
(Rockhampton) S. 41, tenuistriga (ibid.) S. 42, pictiventris (Rockhampton)
S. 103; derselbe ebenda.
ClirySOpidae, Nesydrion (n. g. Nymphid.; antennae validi-
usculae, apicem versus attenuatae; alae obtuse lanceolatae, area costali
sat lata, apicem versus confertim venosa, sectore radii primo longe ante
secundum furcato, cellularum inter cubitum posteriorem et marginem ana-
lem sitarum serie unica; tibiae intus breviter calcaratae) fuscum (Austra-
lien) S. 48, diaphanum (Bowen) S. 108;
Ancylopteryx splendidissima (Kamerun) S. 45;
Osmylus perspicillaris (Darjeeling) S. 46;
Myiodactylus placidus (Peak Downs) S. 49 ;
Nymphes modesta (Rockhampton) S. 106;
Megalomus lanceolatus (Sidney) S. 110;
Micromus vinaceus (Rockhampton) S. 111; Gerstäcker a. a. O.
Chrysopa dorsalis, nigricostata, viridana, flava neu für
die Schweiz; Mc Lachlan, Ent. Monthl. Mag. XX S. 185. — Chr. ve-
nosa, bisher nur aus Spanien bekannt, kommt auch in Persien vor; die
Zeichnungen des Hinterleibsrückens kommen nur dem $ zu; derselbe
ebenda S. 274.
Chr. bißdilinea (Iglesias, Sard.); Costa a. a. 0., stictoneura (Rock-
hampton); Gerstäcker a. a. O. S. 108.
Anomalochrysa Maclachlani (Mauna Loa, Hawaii) S. 418, montana
(ibid.) S. 419, ornatipennis (ibid.) S. 420; Blackburn, Ann. a. Mag. N.
H. (5) XIV.
Sisyra iridipennis (Sardinien); Costa a. a. 0.
Myrmeleontidae. Eine Üebersicht der Myrmeleoniden-
Larven von Jos. Kedtenbacher in den Denkschr. math.-naturw. Klasse
Kais. Akad. Wissensch. Wien, XLVHI S. 36 flf. mit 7 Tafeln enthält nach
einer chronologisch geordneten Zusammenstellung der Literatur und einer
Schilderung des allgemeinen Baues und der Lebensweise der Mymeleoniden-
Larven eine Angabe der Unterschiede, die sich zwischen den Trichter-
bauenden und den ohne Trichter Beute machenden finden. Die wichtig-
sten derselben, die aber nicht alle ausnahmslos gelten, sind: die ersteren
haben kurze, nur Creagris massig lange Augenhügel, ein dichtes und
langes Borstenkleid , zwischen den Kieferzähnen mindestens zwei Borsten
von der Länge der Zähne; ausserdem vermögen sie nur rückwärts zu
gehen (ausg. Myrmecaelurus). Die nicht Trichter bauenden Larven haben
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1 884. 101
grosse, scharf abgesetzte Augenhügel (Dendroleon und Formicaleo? sp.
ausg.), eine dünnere, kürzere, am Hinterleibe nur büschelförmige, nicht
regelmässig pinselförmige Behaarung, entweder gar keine oder nur kurze
Borsten zwischen den Kieferzähnen; sie können ebensogut vor- wie rück-
wärts gehen. Hierauf lässt der Verfasser eine Gruppirung der Larven
nach ihrem Bau und nach ihrer Lebensweise folgen, welche mit der Ein-
theilung der Imagines in Gattungen zusammenfällt; zu den nicht Trichter-
bauenden gehören Dendroleon, Palpares, Acanthaclisis , Formicaleo; zu
den Trichter bauenden Creagris , M}Tmecaelurus , M}Tmeleon. Eine Cha-
rakteristik der bisher bekannten Larven und Beschreibung einer Anzahl
neuer und ihrer Lebensweise, nebst Abbildung macht den Hauptinhalt der
Abhandlung aus; im ganzen sind die Larven von 36 Arten beschrieben,
von denen 16 unbekannten Imagines angehören; folgende sind die be-
nannten Arten: Dendroleon pantherinus, obsoletus; Palpares libelluloides,
cephalotes, latipennis; Acanthaclisis occitanica, baetica, fallax; Formicaleo
tetragrammicus ; (Glenurus) japonicus, Catta; Creagris plumbeus; Myrme-
caelurus (Megistopus) flavicornis, trigrammus, (Macron emurus) appendi-
culatus, bilineatus; Myrmeleon Erberi, europaeus, formicarius, imma-
culatus.
Acanthaclisis rufescens (Kamerun) S. 10, inquinata (Kongo) S. 11,
conspurcata (Bowen; Rockhampton) S. 88;
Formicaleo somnolentus (Gayndah) S. 13, perlatus (Transvaal) S. 14,
septus (Peak Downs) S. 91;
Protoplectron (n. g.; al. ant. spatium costale biseriatim areolatum,
Vena analis fere ad medium usque marginis interni producta, cubiti
posterioris sectori subparallela ; pedes validiusculi , hirsuti, tarsis elongatis,
filiformibus, tibiarum calcaribus perlongis, unguiculis ante apicem dentatim
dilatatis) venustum (Rockhampton) S. 16;
Glenurus heteropteryx (Chiriqui) S. 17;
Epi Salus (n. g. ; alarum margo internus fortiter arcuatus, anticarum
rotundato - angulatus , posticarum ante apicem sinuatus; al. ant. elongato-
triquetrae, posticis acute lanceolatis breviores; utriusque alae plica sigmoidea
extra- et intracubitalis sat profunda et extensa; tibiarum calcaria valida,
arcuata, tarsorum articulos tres basales adaequantia, für Myrm. insignis
Ramb. imd) zephyrinus (Dake of York) S. 20 ;
Myrmeleon polyzonus (Kamerun) S. 21 , eurystictus (Rangun) S. 22,
trivialis (Himalaya) S. 23, polyspilus (Amur) S. 24, meleoricus (Peak
Downs) S. 25, dissolutus (Australien) S. 26, osmyloides (ibid.) S. 27,
imiseriatus (Sidney), simpHcissimus (Kamerun) S. 29, croceicoüis (Austra-
lien) S. 30, ßliformis (Kamerun) S. 31, Irivirgatus (Transvaal) S. 32,
iUustris (Sidney) S. 92, comptus (Peak Downs) S. 94, pictifrons (Sidney)
S. 96, amahüis (Peak Downs) S. 97, congestus S. 99, breviusculus S. 100
(ibid.);
Creagris nubecula (Rockhampton) S. 101;
102 Bertkau: Bericht über die wisaenschaftlichen Leistungen
Gyranocnemia pentagramma (Peak Downs) S. 34, iipularia (ibid.)
S. 102; Gerstäcker a. a. 0.
Mc Lachlan stellt die Merkmale von Acanthaelisis oecitanica
und baetica einander gegenüber; Ent. Monthl. Mag. XX S. 181.
Derselbe bespricht die Verschiedenheiten des Tpmateres par-
dalis von Indien und T. clavicornis vom Senegal; ebenda S. 184.
Derselbe weist Formicaleo tetragrammicus aus der Schweiz.
nach; ebenda S. 185.
Myrmeleon Quedenfeldti (Casablanca, Marocco); Kolbe, Berl. Entom
Zeitschr. 1884 S. 134.
Ascalapllidae. Dicolpus (n. g.; oculi divisi; antennae simplices,
alis posticis paullo breviores; al. ant. elongato-triquetrae , margine intemo
basim versus profunde bisinuato, post. rotundatae, latitudine ter longiores;
abd. cT lineare, cercis exsertis, basim versus lamellatim dilatatis) volucris
(Kamerun); Gerstäcker a. a. 0. S. 7.
Ascalaphus radians (Amur) S. 8, expansus (Kleinasien) S. 9; der-
selbe ebenda.
Ulula praecellens (Chiriqui) S. 3, immersa (ibid.) S. 4; Gerstäcker
a. a. 0. S. 4.
Suphalasca hadllus (Kamerun) S. 5, euryptera (ibid.) S. 6, spectahilis
(Peak Downs) S. 84, laeta (Sidney) S. 85, moesta (Peak Downs) S. 87;
Gerstäcker a. a. 0.
Haploglenius pictus (Amaz. super.); Gerstäcker a. a. 0. S. 2.
Diptera.
Viallanes studirte die merkwürdigen Bewegungen der
Athemröhre am Körperende der Larve von Eristalis. Die-
selbe ist von einer Zahl von Cylindern gebildet, welche
nach dem Willen des Thieres verlängert oder verkürzt werden
können. Die Verlängerung geschieht durch Kontraktionen des
Körpers, durch welche Blut in dieselbe hineingepresst wird;
die Verkürzung durch besondere Muskeln und innere elastische
Bänder. Jedes dieser Bänder ist von einer einzigen spindel-
förmigen Zelle gebildet, die mit ihrem einen Ende an das be-
nachbarte Integument befestigt und mit dem anderen in einen
Fortsatz verlängert ist, der sich an die Innenseite der Athem-
röhre anheftet. Die Zelle und ihr Fortsatz sind in eine ziem-
lich dicke, aber sehr elastische Haut eingehüllt. Im Zellcentrum
ist ein grosser kugeliger Kern, umgeben von Protoplasma, das
sich auch in die Verlängerung fortsetzt. In der Zelle selbst
ist eine lange elastische Faser entwickelt, die in ihren physi-
im Gebiete der Arthopoden während des Jahres 1884. 103
kalisclien Eigenschaften z. B. denen aus dem Nackenligament
eines Säugers ähnlich ist. Sie ist mehrere Male um den Zell-
kern gefaltet und geht durch den Fortsatz der Zelle, an dessen
Ende sie sich anheftet, in geradem Verlauf; ihr anderes Ende
ist mit dem Protoplasma der Zelle verschmolzen. Wenn die
Zelle sich streckt, entrollt sich der zusammengefaltete Theil
der Faser.
Diese mitgetheilten Thatsachen sind deshalb von Interesse,
weil sie einmal zeigen, einen wie hohen Grad von Vollkommen-
heit eine einfache Zelle erreichen kann, und andererseits eine
neue Art elastischen Gewebes kennen lehren, die bei den Ver-
tebraten in der Zwischenzell^ubstanz , in diesem Falle dagegen
in der Zelle selbst entwickelt ist. Ferner scheint es, dass das-
selbe Streben im elastischen wie im Muskelgewebe herrscht;
hier wie dort wird eine Vervollkommnung erzielt durch Theile,
welche sich von dem Protoplasma der Zellen, zu denen sie
ursprünglich gehören, trennen und als Zwischenzellsubstanz un-
getheiltes Gemeingut benachbarter Zellen werden. C. R. Acad.
Sei. Paris XCVIII S. 1552 f. und Ann. a. Mag. N. H. (5) XV
S. 151.
J. Künckel verfolgte die Herzbewegung während der Ver-
wandlung von Eristaliden. Nach der Verwandlung zur Puppe
dauern die Herzschläge noch fort, dann hören sie eine Zeit
lang auf und beginnen wieder, um bis zum Tode der Imago
nicht aufzuhören. Die Pause fällt mit dem Zeitpunkt zusam-
men, wo die Organe die histiologischen Aenderungen eingehen,
welche speziell dursh die Bildung einer Aortengegend gekenn-
zeichnet sind. C. R. Ac. Sei. Paris XCIX S. 151. ff.
Fabrica oris Dipterorum; Dipterernes mund i anato-
misk og systematisk henseen; ved H. J. Hansen. 1. afd. (Ta-
banidae, Bombyliidae, Asilidae, Thereva, Mydas, Apiocera);
med 5 Kobbertavler. Kjöbenhavn 8°; 220 Ss. (Habe ich nicht
gesehen).
Gercke macht Mittheilungen über die Metamorphose
einiger Dipteren; Verh. Ver. f. naturw. Unterhaltung Ham-
burg V S. 68 ff. Taf. 1, 2. Norellia spinimana; Cleigastra
apicalis; Rhamphidia longirostris; Agromyza flava; Ceratopogon
piceus; Sciara intermedia, Giraudii; Hydrellia fulviceps; Ephy-
dra breviventris; Ctenophora atrata; Azelia Macquarti; Cyrto-
neura caesia, stabulans; Drosophila flaveola.
104 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Portschinsky veröfFentlicht in den Hör. Soc. Ent. Ross.
XVIII S. 247 ff. mit Holzschn. eine Monographie der
Sarcophila Wohlfahrti, jener Art, die in einigen Gouver-
nements des russischen Reiches in schmerzhaften und lebens-
gefährlichen Geschwüren am Kopf (Nase, Wangen, Ohr) des
Menschen ihre Entwickelung durchmacht. Durch die Wahl der
russischen Sprache für diese Monographie hat der Verfasser den
Kreis seiner Leser sehr eingeschränkt.
Laboulbene theilt einen Fall von Myiasis mit, den dieselbe
Art, die Laboulbene unter dem Namen Sarcophaga oder Sarco-
phila magnifica aufführt, in Meze (Herault) veranlasst hat und
führt nach einer Beschreibung der Art aus der Literatur No-
tizen über ähnliche Krankheitsfälle an; Ann. Ent. France 1884
S. 28 ff. PI. I Fig. 7.
Osten-Sacken hat seinen Essay on comparative
chaetotaxy auch in den Transact. Ent. Soc. London 1884
S. 497 ff. erscheinen lassen.
Dipterous larvae from thewestern alkaline lakes
and their use as human food. By S. W. Williston; Trans.
Connect. Acad. VI S. 87 ff. mit Holzschn. Willis ton erhielt
zahlreiche Larven und Imagines einer Fliege der Gattung
Ephydra, die sich in den stark alkalischen Seeen des
Westens in „unzähligen Millionen" entwickeln; die Imagines
ruhen theils auf der Oberfläche des Wassers, theils bedecken
sie die Küste. Fische und Amphibien kommen in den Seeen
nicht vor, wohl aber eine Artemia, A. Monica Verrill. Zur Zeit,
wo die Larven in den Seeen entwickelt sind, kommen Indianer
(Pah-Utes) dorthin, um sie zu sammeln. Nachdem sie von den
anhaftenden Sandtheilchen gereinigt sind, werden sie in der
Sonne getrocknet, die Hülle in der Hand abgerieben, worauf
der Rest, einem kleinen gelben Reiskorn ähnlich, geniessbar
ist. Dieses von den Indianern „Koo-chah-bee" genannte
Nahrungsmittel soll sehr nahrhaft und dabei wohlschmeckend
sein; ein Korrespondent von Willis ton vergleicht den Ge-
schmack desselben dem von „meatbiscuit." Die Art sieht
Williston fraglich als dieselbe an, welche Packard aus dem
Clar Lake in Kalifornien beschrieben hatte (nur im Larven-
und Puppenstadium); hier ist auch die Imago beschrieben.
Vgl. dies. Bericht über 1871 und 1872 S. 398 (178).
Bonavia veranlasst eine Reihe von Erörterungen in der
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 105
Nature Vol. 31 S. 54, 82, 103 durch seine Mittheilung ebenda
S. 29, dass er die „house-fly" als Schmarotzer aus der
Raupe von Papilio Erythronius erzogen habe; Mc Lachlan,
Jenner u. A. nehmen eine Verwechselung mit einer Tachi-
narie an.
Schimkewitsch behandelt die Metamorphose einiger Schma-
rotzer von Stauronotus vastator in russischer Sprache.
Genannt sind Systoechus nitidulus, leucophaeus ; Mulio obscurus.
Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII S. 11 ff.
Spangberg berichtet über die (auf mehr als 500000 Kronen
geschätzten) Verheerungen der „Kornflugan", unter welchem
Namen sowohl Chlorops taeniopus als auch Oscinis frit
bezeichnet wird. Beide Insekten werden von einem Braconiden,
Coelinius niger, und dieser von einem Pteromalinen, Pterom.
muscarum verfolgt; Entom. Tidskrift 1884 S. 203.
Osten-Sacken erörtert auch in den Trans. Ent. Soc. London
1884 S. 489 die Frage nach der Einschleppung von Arten aus
fernen Gegenden, wobei Eristalis tenax, Sarcophaga carnaria,
Psilopus pallens, Culex sp., Syrphus pyrastri zur Sprache
kommen.
Die 24. partie von Bigot's „Dipteres nouveaux ou peu con-
nus" enthält die Beschreibung neuer Arten aus der Familie
der Syrphiden; Ann. Ent. France 1884 S. 73 ff., die 25. partie
Anthomyzides nouvelles; ebenda S. 263 ff.
van der Wulp macht Bemerkungen zu quelques Di-
pteres exotiques; C. R. Ent. Belg. 1884 S. 288 ff. Ausser
neuen Arten sind es Sciara sp. ; Odontomyia tritaeniata Bell;
Tabanus thoracinus Pall.j luteolus i?o.; Chrysops crassicornis
V. d. Wulp (geminatus Macq. nee Wied.)] Dacus ferrugineus F.
van der Wulp macht Bemerkungen zu folgenden Ameri-
kaansche Diptera: Leptogaster flavipes Liv.] Deromyia
Winthemi Wied.y basalis Wdk.'^ Somula decora Macq,\ Tijdschr.
V. Entomol. XXVII S. 207 f.
Osten-Sacken stellt ein Verzeichniss der (53) Arten, die in
der Literatur von Madeira angegeben sind, zusammen; Entom.
Monthl. Mag. XXI S. 32 f.
Sammlung von Dipteren aus Spanien, bei Elche, Ibiza
und auf Mallorca; v. Röder, Ent. Nachr. 1884 S. 253 ff.
v. Röder führt einige Dipteren von der Insel Sardi-
nien auf; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 40 flf.
106 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mik bringt Nachträge zu Schiner's „Fauna Au-
striaca", „die zunächst jenen Liebhabern der Dipterologie
zugute kommen sollen, welche bei ihren Studien fast ausschliess-
lich nur das genannte Werk zu benutzen in der Lage sind."
Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 201 ff.
No. IV der Beiträge zu einem Verzeichnisse der
Dipteren Böhmens von F. Kowarz beschäftigt sich mit den
Dolichopodiden; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 45 ff.
Diptera europaea et asiatica nova aut minus
cognita cum notis biologicis; J. PortscMnsky, Hör. See. Ent.
Ross. XVIII S. 122 ff. Ausser neuen Arten sind Tabanus gigas
Herhxt und tricolor Zell.y caraboghensis Portsch.] Microcephalus
Neugebaueri Portsch.] Cephalomyia maculata Wied. und Oestrus
purpureus Brauer ^ Oestrus Ovis L\ Echinomyia macularia Wied.\
Sarcotachina subcylindrica Portsch. behandelt. Aller Text mit
Ausnahme der Beschreibungen ist russisch.
In einem Supplement zur Enum. Dipter. Malay Ar-
chipel, in den Ann. Mus. Civico Genova XVIII S. 10 ff. stellt
Osten - Sacken eine neue Dexinen - gattung auf, macht Bemer-
kungen zu den Gattungen Laglaisia, Anaeropsis, Zygothrica,
und ergänzt und vervollständigt die Synonymie der früher er-
wähnten Arten: Acanthia obesa Walk. = azurea Gerst.] Tinda
modifera = Biastis indicus Walk.'^ Nerua ist mit dem älteren
Evasa Walk, synonym; Solenaspis Beccarii O.-S. = Plagiocera
nitens Big.] Formosia smaragdina Big. =: Rutilia pretiosa;
Trypeta quadrifera = Themara ampla Dol] Diopsis argenti-
fera Big. = subnotata; Notiphila sinensis ScMn. ist eine Para-
limna. — Graptomyza lineata ist nach einem reicheren Material
eingehender beschrieben.
Kirby ergänzt und berichtigt Hutton's Verzeichniss Neu-
seeländischer Arten (s. d. Bericht für 1882 S. 96), wonach
123 Fliegen aus Neuseeland bekannt sind; Trans. Ent. Soc.
London 1884 S. 269 ff.
V. Röder macht Dipterologisch-synonymische Be-
merkungen; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 290 ff. (Scatophaga
oeceana Mcg. und ostiorum Hai. = borealis Ze«.; Cyrtopogon
oculiferum Big. = Meyer-Dürii Mik] Low hat in seiner Gattung
Dysaletria durch ein Versehen den Artnamen (Tachypeza) atri-
ceps Boh. in melanocephala verkehrt; der australische Conops
aurosus Newm. = aureorufus Mcq. = Bulbimus Walk., C. Se-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 107
gethi Bnd. nicht = costatus F.; Haematobia ferox Roh, DestK =
Stomoxys melanogaster Mag.).
Handlirsch hält die Gattung Chi sia ÄaZ. für (Heteroneura)
spiirca Halid. ■= (Heteromyza) flava Meig. für berechtigt, und
kann den Namen auch nicht etwa deshalb für zu verwerfen
ansehen, weil bereits eine alte Pflanzengattung dieses Namens
existirt. Clusia bildet mit Heterochroa Schin. eine zwischen
Heteroneurinen und Cordylurinen stehende, am nächsten den
Cordylurinen verwandte Gruppe, von denen sie sich durch das
Fehlen der abstehenden Präapikaiborste an den Hinterschienen
unterscheidet. Die 2 Arten der chilenischen Gattung Hetero-
chroa zeigen einen interessanten Parallelismus mit den beiden
europäischen Clusia -Arten hinsichtlich der Fitigelfärbung; Verh.
Zool. Bot. Gesellsch. Wien XXXIV S. 8 ff. Taf. V Fig. 9—12.
Stilopogon aequecinctus (Sardinien); Costa a. a. 0.
Protomyia dubia (Dobbertiner Lias); Geinitz, Zeitschr. deutsch, geol.
Ges. 1884 S. 582 Taf. XIII Fig. 26.
Nematocera.
No. XXXVHI der Notes from the Leyden Museum VI
S. 248 ff. von F. M. van der Wulp handelt on exotic Di-
ptera (Nematocera).
Cecidomyidae. Cecidomyia Braueri (Mähren; erzeugt Gallen an
den unterirdischen Trieben von Hj'pericum perforatuna, in denen 2 bis
5 Larven unter einem fleischig gewordenen Niederblatt leben; zur Ver-
wandlung bleiben die Larven in der Galle und verfertigen sich an der
Innenseite der deformirten Blätter einen schneeweissen , dicht gewebten
Cocon, den die Imago durch eine unregelmässig gefranste Oeffnung von
Mitte August bis Mitte September verlässt, nachdem die N}Tnphenruhe
etwa 14 Tage gedauert hat. Ausser dieser neuen Galle waren nur 2 Di-
pterocecidien , Blättertaschen an den Triebspitzen von H. humifusum, er-
zeugt durch C. serotina, und Blätterschöpfe an den Triebspitzen von H.
perforatum und humif. , erzeugt durch C. Hyperici, an Hypericum bekannt
gewesen); Handlirsch, Verh. Zool. -Bot. Gesellsch. Wien XXXIV S. 135
Taf V Fig. 1—8.
C. iynorata (= Onobrychidis Low nee Bremi); Wachtl, Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 165 Taf. II Fig. 1, 2; (nach Mik ist C. Giraudi Frßd. =
C. Onobrychidis Bremi; ebenda S. 215 mit 2 Holzschn.).
F. Müller macht eine Art bekannt, welche auf (der Unter-, selten
der Oberseite der Blätter von) Paullinia gestielte Gallen , ähnlich einer
länglichen gestielten Moosfrucht erzeugt. Pie Puppe dieser Art besitzt an
108 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
den Fühlerscheiden einen platten, dreieckig -spitzen, gezähnelten Anhang,
der wie ein Kiefer aussieht und auch die Verrichtung eines solchen hat,
indem mittels desselben der Deckel der Galle abgeschnitten wird. Kosmos
XV S. 300 ff. mit Holzschn.
Clinorrhyncha millefolii (in den Achenen von Ach. mill.); Wachtl,
Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 161 ff. Taf. 11 Fig. 3-5.
Mycetophilidae. de Man beschreibt den abnormen Aderverlauf
eines kürzlich in Holland gefangenen männlichen Exemplars der seltenen
Polylepta leptogaster Wtz. , des dritten , das aus Holland bekannt wird ;
Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 137 ff. PI. 7 Fig. 1, 2.
Mycetophila zanthottncha , adumbrata (Niederösterreich); Mik, Wien.
Ent. Zeitg. 1884 S. 81.
Einen Beitrag zur Dipteren-Fauna Galiziens beginnt Grzegor-
zek mit der Beschreibung neuer Sciara- Arten. Er gruppirt dieselben
nach den von Winnertz angewendeten Unterscheidungsmerkmalen, ob-
wohl er von ihnen sagt, dass sie „zum äussersten geschraubt worden"
sind. — Sc. conica S. 246, Sznahlii S. 247, interdicla, interstincta S. 248,
Dziedzickii S. 249, cinerascens S. 250, Mikii S. 251, laeta S. 252, Ko-
ivarzii S. 253, Nowickii S. 254, vulpina, colorata S. 255, satiata S. 256,
ardua S. 257, angusta S. 258, cojifusa, suavis S. 259, aspirans S. 260,
difficüis S. 261, electa S. 262, rufa, fugax S. 263; Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 245 ff.
Simuliadae. Hagen beobachtete eine Simulium-Art massenhaft um
Baumstämme schwärmend, an denen Puppen von Pieris Menapia waren
und vermuthet, dass die letzteren von der Fliege ausgesogen werden; viel-
leicht thut Culex dasselbe; Proc. Bost. Soc. Nat. Hist. XXII S. 139.
Bibionidae. Bibio rubkundus (Java); van der Wulp, Notes Leyden
Museum VI S. 251.
Plecia trisds (Mt. Ardjoeno); van der Wulp, Notes Leyden Museum
VI S. 251.
Culicidae. Megarrhina Christoph! (Amur); Portschinsky, Hör. Soc.
Ent. Ross. XVm S. 122.
Anopheles harbirostris (Mt. Ardjoeno, Java) S. 248, annularis (ibid.)
S. 249; van der Wulp, Notes Leyden Museum VI.
PsycllOdidae. Macropeza liasina (Dobbertiner Lias) ; Geinitz, Zeitschr.
deutsch, geol. Ges. 1884 S. 582 Taf. XIII Fig. 27.
Tipulidae. Sintenis schreibt über die Dipteren familie der
Tipulidae in Curland und Livland, aus der nach seinen zuver-
lässigen Bestimmungen in den genannten Provinzen 80 Arten bekannt
gemacht werden, ungezählt 10—20 Arten, die noch einer Benennung
harren. Sitzgsber. Naturf. Gesellsch. Dorpat 1884 S. 2 ft'.
Beling beleuchtet einige Arten aus der Familie der Tipu-
liden, nämlich T. oleracea und paludosa, T. dilatata; Limnophila hya-
lipennis und nemoralis; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 229 ff.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 109
Aus dieser Familie sind T. pratensis und oleracea der Land-
wirthschaft schädlich; Ent. Nachr. 1884 S. 190 ff.
Mik beschreibt und bildet ab die Nymphe von Trochobola
caesarea O.-S.-, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 65 ff. Taf. I Fig. 1 — 5.
Chionea araneoides in Schlesien; Zeitschr. f. Entom., Breslau,
9. Heft, Vereinsnachr. S. XXXIX.
Pedicia rivosa bei Dorpat; Sintenis, Sitzber. Naturf. - Gesellsch.
Dorpat 1884 S. 157.
Phalacrocera replicata -Dey., Larve; Ent. Nachr. 1884 S. 260
und 311.
Tipula dux S. 270, Clara, obscuripennis S. 271 (Neuseeland); Kirby,
Trans. Ent. Soc. London 1884.
Ctenophora pectinicornis, Färbungsdifferenzen; Ent. Nachr.
1884 S. 259.
van der Wulp stellt eine dichotomische Tafel der (16) ihm be-
kannten indischen Arten dieser Gattung auf und beschreibt Ct. curvipes
(Gorontalo) S. 254, velutina (Celebes) S. 256, {annulosa S. 253); Notes
Leyden Museum VI S. 252 ff.
Dixidae. Zur Metamorphose der Dipteren-Gattung Dixa
Meig. beschreibt und bildet ab Gercke die amphipneustische Larve (und
Nymphe) von D. maculata; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 166 ff. mit Holzschn.
Brachycera.
Stratiomyidae. Amphilecta superba Br. ist in Brasilien zu
Hause; Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 171.
Nemotelus leucorrhynchus (Stagno di Cagliari) ; Costa a. a. 0.
Tabauidae. Pangonia Zig-Zag hat Madagaskar zur Heimath;
Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 171.
Nach van der Wulp in der Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 139 ff. ist
der dickfühlerige Macquart'sche Chrysops geminatus nicht die Wiede-
mann'sche gleichnamige Art und crassicornis genannt S. 141.
Chr. aterrimus (Japan); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 457.
Leptidae* Leptis dnerascens (Sardinien); v. Röder, Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 41.
Karsch findet zwischen der Walker'schen Gattung Suragina und
Atherix den Unterschied, dass bei ersterer die Augen auf der Stirn ent-
weder auf eine längere Strecke einander fast berühren (cf ) oder nur um
die Breite des Ocellarhügels getrennt sind ($); zu Suragina gehört die
neue Art S. elegans (Ceylon); Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 174.
Asilidae. Dioctria ßavicincta (Ibiza; Mallorca); v. Eöder, Ent.
Nachr. 1884 S. 253, Bigoti (Mt. di Laconi e di Desulo, Sard.); Costa
a. a. 0.
Laparus australis (Guinea); van der Wulp, C, R. Ent. Belg. 1884 S. 289.
110 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Rhadiurgus variabilis {Zett.) in der Mark; Karsch, Ent. Nachr.
1884 S. 196.
Microstylum Radamae, Rabodae (Central-Madagaskar ; in die Gruppe
mit kräftigem Endsporn der Mittelschienen gehörig); Karsch, Berl. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 172.
Cyrtopogon oculiferum^ montamim (Simplon); Bigot, Bu]l. Ent. France
1884 S. 115.
Saropogon perlatus (Sardinien); Costa a. a. 0.
Maira lauta ^Neu - Guinea) ; van der Wulp, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 290.
Dasypogon diversipes (Sydney); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 458.
Promachus ßoccosus (Opabo, Neuseeland); Kirby, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1884 S. 273.
Ommatius Schieffein (Waigiou) ; van der Wulp, Notes Leyden Museum
VI S. 84 und Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 140 ff. PI. 7 Fig. 3 — 12.
Mydaidae. Leptomydas fidviventris (Sudan) ; Bigot, Bull. Ent. France
1884 S. 57.
Mydas sardous (Fondongianus ; Stagno di Sorso); Costa a. a. 0.
Nemestrinidae. Brauer bestätigt jetzt durch Beobachtung, dass
die Entwickelung der Hirmoneura zwei Jahre in Anspruch nimmt; vgl.
den vor. Bericht S. 132; Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien 1884 S. 271.
BomJbyliadae. Anthrax stenogastra (Cagliari); Costa a. a. 0.
Empidae. Empis anfractuosa (Niederösterreich); Mik, Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 4.
Tachydromia nigricoxa., eumelaena (Niederösterreich); Mik, Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 82.
Dolicliopodidae. Seinem Verzeichniss der in Böhmen aufgefun-
denen Arten dieser Familie in der Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 46, 107 flF.
fügt Kowarz eine Tabelle zum Bestimmen der Gattungen und eine
solche der Arten einzelner Gattungen hinzu S. 49 ff., 53 ff., 107 ff.
Auf Diaphorus melancholicus Lw. ist Melanostolus n. g. gegründet;
S. 107.
Gymnopternus ßavipes (Sardinien); v. Röder, Wien. Ent. Zeitg.
1884 S. 42.
van der Wulp handelt von den (U) Oost-indische Psilopus-
•So orten, von denen er eine analytische Tabelle aufstellt, auf welche eine
ausführlichere Beschreibung folgt. Dabei sind als n. sp. angeführt Ps.
quadratus (Morotai; Halmaheira) S. 222 Fig. 3, obscuratus (Padang) Fig. 6,
7, pilosulus (Ambarawa) Fig. 8 — 10 S. 226, Jilatus (Java) S. 227 Fig. 11,
12; Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 217 ff. PI. 12.
Syrphidae. Euceratowyia (n. g.; Alae ut In genere C allicera,
.... antennae magnae, art. primis 2 perbrevibus, 3. valde elongato, com-
presso, infra ad basim valde dilatato, parte terminal! tenui, cylindrata,
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. \1\
stylum brevem et pubescentem gerente . . . .) Pergandei (Columbia) ;
Williston, Wien. Ent. Zeitschr. 1884 S. 186. — Die Gattung ist nach
Bigot mit Merapioidus Big. synonym; ebenda S. 217 und 320, was
Williston bestreitet S. 282.
Microdon mutabilis in West- Schottland; Cameron, Transact.
Nat. Eist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 42 f.
PIatych[e]irus ciliatus (Californien); Bigot a. a. 0. S. 74.
Melanostoma? octonotata (Algier) S. 7 5, parhyalinata (Madeira), annu-
lata (Sierra -Leone) S. 76, Mauritiana (Mauritius), quadiinotata (Mexiko)
S. 77, pictipes (Californien) S. 78, pruinosa (Californien), bicruciata (ibid.)
S. 79, rostruta (ibid.) S. 80, cruciata (Mexiko) S. 8 1 , anthracoules (Pa-
nama), eucerata (Bogota) S. 82, rußcortiis (Australien) S. 83, annulifera
(Mexiko) S. 84, cingulata (Mysol), apicalis (Neu-Caledonien) S. 85;
Bigot a. a. 0.
Girschuer beschreibt Syrphus arcuatus v. bipunciatus, pyrastri v. ßavo-
sculellatus S. 197, und das Puparium von Spilorayia speciosa Rossi S. 199
und meldet den Fang von Syrphus laetus bei Meiningen; Wien. Ent.
Zeitschr. 1884 Taf. IIL
Anomalie chez un Syrphus Ribesii 9; C. R. Ent. Belg. 1884
S. 237 f. mit Holzschn.
S. trilimbatus S. 86, erythropygus S. 87 (Indien), Berber (Marocco),
rufinasutus (Marocco) S. 88, Pfeifferi (Mauritius), maculifrons (Mt. Hood),
perpallidus (Nordamerika) S. 90, quinquelimbatus (Californien), eupeltatus
(Mexiko) S. 91, agilis (ibid.) S. 92, pallipes (Chili), pallidus (Australien)
S. 93, Jacksoni (ibid.) S. 94, Canaqueus (Neu-Caledonien) S. 95, rußcauda
(ibid.) S. 96, melanurus (ibid.\ Noumeae (ibid.) S. 97; Bigot a. a. 0.
D'idesL ßilvipes (Simplon); Bigot, Bull. Ent. France 1884 S. 116.
Mesograpta? saphiridiceps , Mu S. 105, pallipes S. 106, circumdata
S. 107, lacrymosa S. 108, heraldica, trilobata S. 109, bistriga S. 110, ma-
culaia S. 111, bicincta (alle von Mexiko), yaywanna (Brasilien) S. 112,
maculipes (ibid.) S. 113, cuprina (Cuba) S. 114, qidnquevittata (Neu-Cale-
donien), pallida (ibid.) S. 115; Bigot a. a. 0.
Plagiocera haemorrhoa Gerst. =■ Dolichomerus nigritus Bigot -^ Earsch,
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 172.
Ocyptamus /ttÄ-acofor (Neu-Caledonien); Bigot a. a. 0. S. 116.
Volucella nigropicta (Amur); Portschinsky, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVIII S. 127.
Ischyrosyrphus tricolor (Californien); Bigot a. a. 0. S. 73.
Eristalis nitidus (Java); van der Wulp, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 291.
Sphaerophoria Indiana (I.), pyrr{h]urn (Senegal) S. 99, Borbonica
(I. Bourbon) S. 100, pyrrhina (Californien), dubia (ibid.) S. 101, rostrata^
picticauda S. 102, nasuta S. 103, pachypyga^ fulvicauda S. 104 (Mexiko);
Bigot a. a. 0.
112 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Merodon airipes (Simplon); Bigot, Bull. Ent. France 1884 S. 116.
Conopidae. North American Conopidae: Stylogaster,
Dalmannia, Oncomyia. B, S. W, Williston, Trans. Connect. Acad.
VI S. 91 fF. Seiner früheren Gattungsübersicht und der Synopsis der
amerikanischen Conops- Arten (s. dies. Ber. für 1882 S. 145) lässt
Willis ton hier die drei genannten Gattungen folgen; Stj'logaster mit 2,
Dalmannia mit 2, Oncomyia mit 4 Arten.
Conops costatus Schin. nicht = C. costatus F.^ sondern = C.
Segethi Rond.-^ van der Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXVII Versl.
s. xvin.
Stylogaster neglecta (Connecticut; gerne auf den Blumen von Ce-
phalanthus); Williston a. a. 0. S. 91.
Oncomyia modesta (Washington terr.; Californien) S. 96, Baroni
(Californien ; Colorada) S. 97 ; Williston a. a. 0.
Dalmannia j^icta (New Mexico); Williston a. a. 0. S. 94.
Oestridae, Gyrostigma sumatre.mis aus dem Magen des Rhino-
ceros sumatrensis; nur die Larve ist bekannt, aber diese zeigt so viele
Unterschiede von Gastrophilus , dass eine generische Trennung gerecht-
fertigt erscheint, die auch durch Unterschiede der Imagines ohne Zweifel
bestätigt werden wird. Die Unterschiede der Larven sind : Bei Gyrostigma
bilden die Arkaden der Hinterstigmen drei im Zickzack gewundene Bänder,
bei Gastrophilus 3 konzentrische Halbringe. Bei Gyrostigma findet sich
zwischen 'dem 5. — 9. Segment in der Grenzfalte je ein spindelförmiger
mit Dornwarzen besetzter Zwischenwulst in der Laterallinie, der Gastro-
philus fehlt. Endlich finden sich bei ihr vom 3. bis 11. Segmente vorne
drei alternirende Gürtel von Dornwarzen, von denen die am Vorderende
sehr gross sind, die folgenden successive kleiner werden; bei Gastrophilus
(im 3. Stadium) kommen nur 1 — 2 alternirende Reihen vor. — Eine aus
Afrika stammende Art gehört ebenfalls dieser Gattung, aber wohl einer
anderen Art an, so dass die verschiedenen Rhinoceros-Arten verschiedene
Schmarotzer haben würden. Brauer, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884
S. 269 ff. Taf. X.
Gastrophilus pallens (Suakim); Bigot, Bull. Ent. France 1884 S. 58.
Hypoderma albofasciata (Amur); Portschinsky , Hör. Soc. Ent. Ross.
XVIII S. 128.
Ueber H. bovis s. Mitth. Gesellsch. z. Beförd. Ackerbaues . . .
Brunn 1884 S. 71.
Jacobs berichtet einen ähnlichen Fall wie im vorigen Jahr von
Dermatobia noxialis; C. R. Ent. Belg. 1884 S. 151; vgl. den vor.
Ber. S. 125; s. auch Joussaume und Megnin in Bull. Soc. Zool. de
France IX S. 114 ff.
Tachinidae. Semitachina (n. g. Oplisae Rond. et Tricogenae
Rond. äff.) hylemyiaeformis (westl. Transkauk.) ; Portschinsky , Hör. Soc.
Ent. Ross. XVIII S. 133.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 113
Ancylugaster (n. g. Oeypterin. Uromyiae vicinum) armatus (Mexiko);
Bigot, Bull. Ent. France 1884 S. 69.
Laboulbene beschreibt und bildet ab die beiden Geschlechter von
Alophora aurigera Eff§/er und giebt die Synonymie dieser Art, deren
Larven er als Schmarotzer von herbstlichen Orthopteren vermuthet; Ann.
Ent. France 1884 S. 17 ff. PI. I Fig. 5, 6.
Hystricia cyaneiventris (Guanaxuato) ; van der Wulp, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 291.
Echinomyia Micado (Kobe); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XDI
S. 459.
Exorista Tamara (westl. Transkauk.) ; Portschinsky , Hör. Soc. Ent.
Ross. XVIII S. 132.
Cholodkowsky fand bei verschiedenen Carabiden - Arten an dem Tra-
cheensystem, dicht hinter einem Stigma angeheftet, eine Fliegenmade, die
er für eine Tachina hält. Die Tracheenintima ist an der Stelle durch-
brochen, die Matrix bildet um das festsitzende Ende des Schmarotzers eine
Art kelchartige Hülle; das Kopfende ragt frei in die Leibeshöhle. Der Ver-
fasser meint, dass die Fliege ihr Ei an das Stigma lege und dass die
Made durch das Stigma in die Trachee einwandere und dieselbe durch-
bohre, da schon ganz junge Maden dicht hinter dem Stigma angeheftet
erscheinen. Er stellt dann noch aus der Literatur ähnliche Fälle zu-
sammen. Zool. Anzeig. 1884 S. 316 ff.; Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV
S. 74.
Sasaki schildert den Entwicklungsgang der üdschimyia sericaria
Rond.; The Nature Vol. 30 S. 435 f. — Die FUege erscheint Mitte April
und das Weibchen legt während der Monate Mai und Juni seine Eier auf
die Unterseite der Blätter, mehr an die Mittelrippe der Seitennerven, und
befestigt dieselben durch eine zähe Masse. Wenn diese mit Eiern be-
setzten Blätter von den Raupen verzehrt werden, so schlüpfen nach 1 bis
6 Stunden aus den Eiern die jungen Maden aus, bohren sich am Ende
des Nahrungskanals durch die Darmwandung und dringen in eines der
unter dem Darm befindlichen Ganglien ein, deren Neurilemm einen Sack
um den wachsenden Parasiten bildet. Hat derselbe etwa die Grösse von
5 — 6 mm. erreicht, so zerreisst die Hülle und die Made wandert in die
Leibeshühle aus. Hier sucht sie nun den Hauptstamm der Tracheen dicht
hinter einem Stigma auf, bohrt in denselben eine Oeffhung, durch welche
sie das mit 2 Spirakeln versehene Hinterleibsende in den Hohlraum der
Trachee steckt, während sie mit dem Kopfende in die Leibeshöhle hinein-
ragt und sich vom Fettkörper nährt. Mit dem weiteren Wachsthum bildet
sich um die Made eine derbe Hülle, welche mitwächst; hat sie ihre volle
Grösse erreicht, so verlässt sie die Raupe oder Puppe des Seidenspinners
als eine sehr bewegliche Made , kriecht in die Erde und verwandelt sich
hier in eine den Winter über liegende Puppe. Die befallenen Raupen
oder Puppen gehen zu Grunde und ihr Gespinnst ist minderwerthig.
Arch. f. Naturgesch. LI. Jalug. 2. ßd. H
114 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Eine Miltogramma- Art schmarotzt bei Dasypoda hirtipes.
Müller, Verh. Naturh. Ver. d. preuss. Rheinl. u. Westf. 1884 S. 16 ff.
Dexiadae. Urodexia (n. g.) penicillum (Kandari); Osten - Sacken,
Ann. Mus. Civico Genova XVIII S. 11 ff. mit Holzschn. auf S. 14.
Cholomyia (n. g.) inaequipes (Mexiko); Bigot, Bull. Ent. France
1884 S. 37.
Sarcopha^idae. üeber Sarcophila Wohlfahrti, Meigeni,
latifrons und ruralis s. Portschinsky, Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII
S. 247 ff.; vgl. oben S. 104.
MuSCidae. TricycUa (n. g. Muscin.) ferruginea (Südafrika); van
der Wulp, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 293 f. mit Holzschn.
Calliphora ßoccosa (Südafrika); van der Wulp, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 292.
Lucilia macellaria infesting man; American Naturalist 1884
S. 540 f.; vgl. den vorig. Ber. S. 138.
van der Wulp schreibt jets over de Tsetse vlieg (Glossina);
Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 1 43 ff.
Anthomyidae. Bigot beschreibt a. a. 0. folgende Arten : Proboscido-
myia sipkonina (Rocky Mts.); Spathipheromy{i)a (n. g. ; s. auch Bull.
S. 123) stellata (Chili) S. 267; Dasyphyma armata (Chili) S. 268; Coe-
nosia? caledonica (N. -C.) S. 269; Syllegoptera eurvinervis (Oesterreich) ;
Limnophora rufifrons (Frankreich) S. 270, limbata (Mexiko; Chili), chloro-
gaster (Buenos Aires) S. 271, normata (Mexiko), rufipes (ibid.) S. 272,
aurifera (Chili), zebrina (ibid.) S. 273, anthrax (Mexiko); Hydrophoria
dubia (Frankreich) S. 274, (?) pictipes, (?) calopus (Mexiko) S. 275, nigri-
cauda (Rocky Mts.), cincta (Temate) S. 276; Chortophila tridens (Frank-
reich), sezdentata (ibid.) S. 277, appendicidata (ibid.) S. 278, spinipes
(Rocky Mts.), rubrifrons (Buenos Aires) S. 279; Parachortophila mo-
desta (Marocco), rußcoxa (Chili) S. 280; Hoplogaster notatus (Australien)
S. 281; Trichop[h]ticus ? tristis (Frankreich), crenatus (Mexiko) S. 282;
Lasiops nüens (Frankreich); Homalomyia hispanica (Sp.) S. 283, Mexicana
(M.), dentaia (Rocky Mts.) S. 284, rupecula! (ibid.); Spilogaster trispilus
(Buenos Aires) S. 285, albicinctus (Cap), latevittatus (Natal) S. 286, prid-
nosiis (Ceylon), variuns (Natal) S. 287, nubianus (Khartoum), plumiferus
(Cuba) S. 288, fulvus (Washington terr.), geniculatus (Buenos Aires) S. 289,
bilimbatus, infuscatus (Neu-Caledonien) S. 290, leucocerus (Molukken), ful-
viventris (Califomien) S. 291; Lispa Lestremensis (L. in Frankreich), hirti-
basis (Cap) S. 292, spinipes (ibid.), hottentota (ibid.) S. 293; Hyctodesia
dubia^ ? chilensis (Chili) S. 294, ? antar{c)tica (AustraUen) S. 295; Antho-
myia Sancti - Jacobi S. 296, ? rub{r)ifrons (Chili), monticola (Rocky Mts.)
S. 297, ? cothurnata, ? dubia (ChiU) , anthracina (Rocky Mts.) S. 298,
oculifera (Baltimore); Hylemyia ßavicaudata (Wash. terr.) S. 299, andicola
(Chili), ornata (Natal) S. 300, tricolor (Natal) S. 301; Dialyta bicolor
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 115
(Mexiko); Ophyra aryenlina (Buenos Aires) S. 302, setosa (Chili), hirtula
S. 303, andina, pusilla (ibid.) S. 304.
Cordyluridae. Clusia Mikü (Mähren); Handlirsch, Verb. Zool.
Bot. Ges. Wien XXXII S. 137 Taf. V Fig. 9; ebenda ist (Heteromyza)
flava Meig.^ der vorliegende Art nahe steht, diagnosticirt und ein Flügel
in Fig. 10 abgebildet. (Die erstere Art ist nach v. Röder = Cl. de-
cora Zw.; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 291.)
Ortalidae. Mikimyia (n. g.) furdfera (Brasilien); Bigot, Bull.
Ent. France 1884 S. 29.
Epicausta metallica (Südafrika), nigra (Sansibar); van der Wulp, C.
R. Ent. Belg. 1884 S. 295.
Trypetidae, Chaetostoma princeps (Aritzo; Valle Sa Minda, Sard.);
Costa a. a. 0.
Sapromyzidae. Paracelyphus sumatrensü (Atjah); van der Wulp,
C. R. Ent. Belg. 1884 S. 296.
Unter den Celyphus - Arten des Berliner Museums sind C. Aurora
(Java), hyalinus (Ceylon), lucidus (Ceylon), signatus (Bintang), cognatus
(Ceylon), anisotomo'ides (Bengalen), Bigott (Ceylon) neu; Karsch, Berl. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 173.
Ephydridae. üeber Ephydra Californica (?) s. oben S. 104.
Pupipara.
Hippobosca Sudanica (S.); Bigot, Bull. Entom. France 1884 S. 59.
Aphaniptera.
Die systematische Stellung der Flohe ist nach Kräpelin
neben, nicht unter den Fliegen. Die Unterschiede beider Ordnungen
(und der Rhynchoten) lassen sich folgendermassen gegenüberstellen:
1. Diptera. Vollkommene Verwandlung. Kopf frei, mit facet-
tirten Augen. Saugrüssel von einem dorsalen und ventralen Halb-
kanal (Oberlippe und Hypopharynx) gebildet, mehr oder weniger in
seiner ganzen Lange eingeschlossen in die Unterlippe, welche wie
eine Scheide eingerollt ist und an ihrer Spitze die eingliederigen
Palpen trägt. Mandibeln fehlend, oder stiletförmig , zwischen Ober-
lippe und Hypopharynx eingezogen. Maxillen, wenn vorhanden, mit
Tastern. Speichelgang ein unpaarer Kanal im Inneren des Hypo-
pharynx. Ein „Saugmagen". Thorakalsegmente verschmolzen, ge-
wöhnlich mit einem Paar Flügel und einem Paar Halteren.
2. Siphonaptera (diesen Namen nimmt Kraepelin für Apha-
niptera an). Vollkommene Verwandlung. Kopf mit breiter Fläche
dem Thorax angefügt, ohne facettirte Augen. Mundtheile saugend.
Saugrohr von einem dorsalen und zwei seitlichen Kanälen gebildet
116 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Labrum und Mandibeln); der vordere Abschnitt nur mehr oder weniger
seitlich von den vielgliederigen terminalen Labialtastem umschlossen,
und an der Basis ausser von letzteren, von den blattartigen taster-
tragenden Maxillen. Speichelgänge paarig, an der Innenseite der
Mandibeln. Kein Saugmagen. Thorakalsegmente frei, ohne Flügel
und Halteren, mit pleuralen Fortsätzen auf den beiden letzten Seg-
menten. — Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum des Realgymna-
siums des Johanneums; Hamburg 1884. Nach Ann. a. Mag. N. H.
(5) XIV S. 36 ff.
Zur Frage nach der Veränderung der Sarcopsylla pene-
trans unter dem Einflüsse des Parasitismus von W. Schimkewitscb, Zool.
Anz. 1884 S. 673 ff. Die sämmtlichen Aenderungen beziehen sich nur
auf den Hinterleib, dessen Hautmatrixzellen wachsen und eine neue Chitin-
schicht absondern, während die alte im vorderen Theile platzt und sich
zurückzieht; die Segmentirung geht verloren, aber die hintersten Segmente
stülpen sich in den kugelig angeschwollenen Hinterleib ein und bilden eine
Kloake, in die der Darm, die Geschlechtsorgane und Tracheen münden;
jederseits sind vier Tracheenstämme vorhanden. Um die Stigmen herum
finden sich traubenförmige Anhäufungen von Drüsenzellen, und die Enden
der Tracheen verbinden sich mit den sog. Respirationszellen Landois'.
An den Verdauungsorganen ist die Bildung eines unregelmässig verästelten
Chylusmagens im Hinterleibe zu bemerken, der dem entsprechenden Darm-
abschnitt der Milben sehr ähnlich ist. Es ist daher nicht uuAvahr schein-
lich, dass die gleiche physiologische Ursache (Saugen von Blut und
Lymphe) die gleiche Gestalt des Darmes bei verschiedenen Thieren her-
vorgebracht hat (Milben, Spinnen, Pycnogoniden , Sarcopsylla), bei den
ersteren bleibend, bei Sarcopsylla von der Zeit der parasitischen Lebens-
weise an.
Lepidoptera.
Bau, Entwickelung und morphologische Bedeu-
tung der Leydig'schen Chorda der Lepidopteren sind
nach Nusbaum folgende: Bei jungen Raupen von Bombyx Mori
entstehen von der peritonealen Hülle der Tracheen Wucherungen,
von denen die vor einem jeden Abdominalganglion liegenden die
Muskulatur, die übrigen den Chordakörper liefern. Durch Ver-
mehrung der Kerne in den Wucherungen und indem sich die-
selben mit Plasma umgeben und reihenweise anordnen, entstehen
auf die bekannte Weise die Muskeln, deren inneren Theile,
verästelt und mit unveränderten spindelförmigen Zellen, in der
späteren Chorda ein Gerüst herstellen. In dem innersten Theile
der Chordaanlage bleiben die Zellen unverändert erhalten, ver-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 117
mehren sich sehr rasch endogenetisch , so dass dann in fein-
körniger Grundsubstanz die Kerne diclit gedrängt eingebettet sind.
In der Grundsubstanz treten später helle Streifen auf, die sich
weiter ausdehnen und mit einander verschmelzen; von den
Kernen bleibt nur ein geringer Theil erhalten. Die Grundsub-
stanz wird zu einer hyalinen Gallertsubstanz. Die feine Haut,
welche die Chorda umhüllt, lässt Nusbaum z. Th. aus der
„äusseren tun. propria der Tracheen" hervorgehen, theils von
der Gallertsubstanz abgeschieden werden. Die definitive Chorda
besteht demnach aus einer hyalinen gallertartigen Substanz, in
der neben Zellen auch Fettkügelchen eingebettet sind, und
welche von einem verzweigten Fasergerüst, den Enden der
Muskeln, die von der Chorda ausgehen, durchzogen ist. Im
Innern derselben liegt der Bauchstrang des Nervensystems, und
sie ist daher als äusseres Neurilemm anzusehen. Da nun bei
anderen Insekten das Bindegewebe des Bauchdiaphragmas in
verschiedenem Grade eine Verschmelzung mit dem äusseren
Neurilemm eingeht, so ist die „Chorda der Lepidopteren als
ein Homologen des Bindegewebes der Bauchdiaphragmen anderer
Insekten, ihre Muskulatur als Homologon der Muskulatur der-
selben zu betrachten." Mit der Chorda der Wirbelthiere weist
sie nur Analogieen, keine Homologieen auf, da sie ein Mesoskelet
ist. Zool. Anz. 1884 S. 17 ff. mit 2 Holzschn.
Cholodkovsky ergänzt eine frühere Mittheilung (s. diesen
Bericht für 1880 S. 136) über die Hoden der Lepido-
pteren; Zool. Anzeig. 1884 S. 564 ff. In dem (häufigsten)
Falle, wo die 2X4 Hodenschläuche durch eine gemeinsame
Hülle zusammen gehalten werden, lassen sich 4 verschiedene
Hüllen unterscheiden, die, von aussen nach folgend, sind:
1. die gemeinsame, alle 8 Schläuche umhüllende Haut, welche
aus Tracheen, die z. Th. zu einer Membran verwachsen sind-
besteht. 2. Eine gemeinschaftliche, aus dem Fettkörper be,
stehende Hülle; dieselbe fehlt z. B. Lycaena und Cidaria.
3. Eine für jeden einzelnen Follikel gesondert bestehende chi-
tinige, sehr tracheenreiche Hülle. 4. Die tunica propria jedes
Follikels. Da die drei äusseren Hüllen sämmtlich Produkte der
Hypodermis sind, so ist die früher schon gewählte Bezeichnung
„Skrotum" im eigentlichen Sinne des Wortes gerechtfertigt.
Nach dem grösseren oder geringeren Grade der Vereinigung der
8 Follikel stellt Cholodkovsky 4 Typen der Hoden auf,
118 Bertkau: Bericht über die wiasenschaftlichen Leistungen
von denen die folgenden in früheren Stadien der Entwickelung
den ersteren gleich gewesen sind: 1. der embryonale mit zwei
Hoden und ganz getrennten Follikeln. Derselbe ist nur von
Hepiolus bekannt. 2. Der larvale mit zwei Hoden, deren je
vier Follikel von einer gemeinschaftlichen Hülle umschlossen
sind (Bombyx Mori; Saturnia Pyri; Aglia tau u. a.). 3. Der
Puppentypus mit unpaarem, eine mediane Einschnürung zeigen-
dem Hoden (Lycaena; Adela). 4. Der definitive Typus mit
unpaarem, der äusseren Einschnürung entbehrendem Hoden,
dessen 8 Follikel meist um die Längsachse des Hodens gewun-
den sind. Dieser Typus ist die Kegel.
Nach demselben ist die Normalzahl der Malpighi'schen
Gefässe jederseita 3, und diese Zahl findet sich bei allen
Raupen, auch bei denen, deren Imagines von dem normalen
Typus abweichen. Letzteres ist z. B. Tineola biselliella, pel-
lionella und Blabophanes rusticella der Fall, wo jederseits nur
ein Gefäss ist. Bei der Raupe der erstgenannten Art ver-
einigen sich die 3 Gefässe zu einem gemeinsamen, in den Darm
mündenden Stamm. Bei der Verwandlung in die Puppe unter-
liegen dieselben der fettigen Degeneration und nur der gemein-
same Stamm bleibt übrig, der während des Puppenstadiums
sich vergrössert und so das Malpighi'sche Gefäss der betreffen-
den Seite im Imagozustand bildet. Bei Galleria cereana ist
jederseits ein Büschel stark verzweigter Gefässe vorhanden,
und bei Tinea misella sind von den typischen 6 jederseits zwei
bis fast zu ihrem Ende mit einander verschmolzen. Compt.
Rend. Acad. Sei. Paris XCIX S. 816 flf.; Americ. Naturalist
1884 S. 1047.
Eine Mittheilung von E. Haase in der Zeitschr. f. EntomoL,
Breslau, 9. Heft, S. 15 flf. über sexuelle Charaktere bei
Schmetterlingen bezieht sich auf den Haarpinsel am Anfang
des Hinterleibes von Acherontia Atropos cT und das gleiche
Organ an den Mittelschienen von Catocala Fraxini cT und an-
derer Arten. Die Bedeutung dieser Gebilde ist nach Haase
noch nicht ermittelt. Von dem „Schienenblatt" giebt er eben-
falls eine Beschreibung und vermuthet, dass es zur Reinigung
der Haarpinsel dienen könne. Der Aufsatz ist durch einige
Holzschnitte illustrirt; s. auch Ent. Nachr. 1884 S. 328.
Bertkau verweist auf ältere Angaben der Literatur, aus
denen mit grosser Wahrscheinlichkeit hervorgeht, dass die er-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884 119
wähnten Haarpinsel Duftapparate sind; bei Ach. Atropos
deutet er die Lage der Drüsenzellen an. — Die Bedeutung des
Schienenblattes in dem von Haase angegebenen Sinne bean-
standet derselbe, weil auch die Weibchen dieses Organ be-
sitzen. Verh. Naturh. Ver. preuss. Rheinl. u. Westf. XLI
S. 343 flf.
Der Palpua maxillaris Lepidopterorum wurde von
A. Walter an 101 Arten studirt. Bei Micropteryx ist er sechs-
gliederig, während bei den übrigen untersuchten Gattungen eine
Reduktion der Gliederzahl eingetreten ist, bei Tinea auf 5, bei
Crambus und Botis auf 4, bei Carpocapsa auf 3, bei Noctu-
inen und Zygaenen auf 2, bei Pterophoriden , Spannern,
Spinnern, Schwärmern und Tagschmetterlingen (nebst Hespe-
riaden) auf 1, und bei Lycaena sogar nichts einem Maxillar-
taster ähnliches sich auffinden Hess. Jenaische Zeitschr. f.
Naturwissensch. XVIII S. 121 ff.
lieber die Mundwerkzeuge der Schmetterlinge;
von P. Kirbach; dies. Archiv L (1884) S. 78 fif. Taf. V, VI. —
Ist eine weitere Ausführung der vorjährigen vorläufigen Mit-
theilung, und ich verweise daher auf das Referat in dem vor.
Bericht S. 140.
Kellner stellte Chemische Untersuchungen über die
Entwickelung und Ernährung des Seidenspinners an;
die landwirthsch. Versuchs-Stationen, XXX, S. 59 ff. Von dem
dargereichten Futter wurde nur Ve — Ys verdaut; schon bei der
Aufnahme fand eine Auswahl Statt, indem die zarteren Theile
der Blätter bevorzugt wurden. Von der aufgenommenen Nah-
rung wurden Fett, stickstofffreie Extraktstoffe, z. Th. auch
Rohprotein verdaut; die Rohfaser ist gänzlich unverdaulich.
Mit den Exkrementen wird von jungen Raupen auch Harnsäure
ausgeschieden, deren Menge sich später vermindert. In der
letzten Zeit des Raupenlebens häuft sich im Körper Fett an,
das nur z. Th. von dem aus der Nahrung resorbirten Fett her-
rühren kann, z. Th. aber durch Zerfall des Eiweisses und
durch Umbildung stickstofffreier Stoffe entsteht. Von den Ei-
weisskörpern der spinnreifen Raupe wird etwas über die
Hälfte zur Bildung der Seidensubstanz des Cocons verwendet;
die andere Hälfte geht in die Puppe über und unterliegt in
nicht sehr bedeutendem Umfange der Zersetzung. Von Mineral-
stoffen wird namentlich Kalk, Magnesia, Phosphorsäure und
120 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Kieselsäure angesetzt, Kali dagegen nur in untergeordneter
Menge zum Aufbau des Körpers verwendet.
Standfuss theilt mit, dass die Imagines gewisser Arten zu
ganz bestimmten Tageszeiten die Puppenhülse verlassen ; Hybo-
campa Milhauseri z. B. zwischen 3.30 und 5 Nachmittags;
Notodonta argentina cT Vormittags zwischen 7 und 9, die 9
zwischen 3 und 5 Nachmittags. Dann werden Arten namhaft
gemacht, die ein- und sogar zweimal über die gewöhnliche Zeit
hinaus überwinterten. Bei Limacodes testudo kommt sogar
eine zweimalige Ueberwinterung der in ihrem Cocon einge-
schlossenen Raupe vor, die sich bekanntlich erst nach der
Ueberwinterung in eine Puppe verwandelt. Zeitschr. f. Entom.
Breslau, 9. Heft S. 64 ff.
lieber die Hautdrüsen von Raupen aus den Familien der
Saturniaden und Bombyciden s. Dimmock, Americ. Naturalist
1884 S. 535, 1046 (aus Psyche for Sept./Octob. 1884).
Auf Grund von Zuchtresultaten an 30 Arten hält sich
Standfuss zu folgenden Thesen berechtigt, „die vielleicht im
Thierreiche eine weitere Verbreitung haben": 1. Das Geschlecht
der Nachkommenschaft ist vor jeder Befruchtung durch den
Bau des weiblichen Körpers bestimmt; die Befruchtung wirkt
nur Leben weckend. 2. Die Auslösung der Eier erfolgt nicht
gesetzlos, sondern nach dem Geschlecht der Eier reihenweise;
eine Reihe männlicher Eier beginnt. 3. Die Zahl der männ-
lichen und weiblichen Eier eines $ ist wesentlich gleich; ein
kleiner Ueberschuss fällt regulärer Weise dem männlichen Ge-
schlecht zu. Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 210.
F. Müller ftlhrt einige Fälle an, wo verwandte Schmetter-
lingsraupen auf verwandten Pflanzengattungen fressen; The
Nature Vol. 30 S. 240.
Baron theilt von Papille Orizabus und Appias Se-
lene eine gleiche Gewohnheit einer Durchspülung des Ver-
dauungskanals mittels Wassers mit, wie Jones von Panthera
apardalaria gemeldet hatte; vgl. d. vor. Ber. S. 142; Nature,
Vol. 29 S. 503.
C. E. della Torre macht eine vorläufige Mittheilung sui
tegumenti delle crisalidi di Pieris Brassicae; Bull.
Soc. Ent. Ital. 1884 S. 62 ff.
E. B. Poulton handelt in seinen Notes upon, or suggusted
by, the colours, markings, and protective attitudes
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 121
of certain lepidopterous larvae and pupae . . . von den Seiten-
streifen und (rothen) Punkten bei Smerinthus-, Sphinx- und
Endromis- Raupen, von der Haltung und Färbung der Raupe
und Puppe einiger Ephyra - Arten , von der Raupe von Noto-
donta zigzag, die durch ihre Zeichnung den Schein einer
winkelig gebogenen Haltung erregt, u. s. w. Trans. Ent.
Soc. London 1884 S. 27 ff. PL I.
Schutzfarben unserer einheimischen Lepidopte-
ren, ihrer Eier, Raupen und Puppen, von H. Freih. von Bock
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 217 ff.
C. Zimmermann hielt einen Vortrag über die Variabi-
lität der Schmetterlinge in ihren verschiedenen Entwicke-
lungsstadien und den biologischen Werth von Form, Farbe und
Zeichnung; Verhandl. Ver. f. naturw. Unterhalt. Hamburg V
S. 58 ff, 66 ff
Snellen zählt mehrere insulare Farbenvarietäten von weit
verbreiteten Schmetterlingen auf: Danais Chrysippus, Philomela,
agleoides; Euploea Midamus, Radamanthus, Bremeri; Limenitis
Nefte; Miletus Symethus; Cathaenia Hyparete; Hypsa Dama;
Nychthemera Coleta; Hazis Bellonaria, Doubledayi; Tijdschr.
v. Entom. XXVH Versl. S. LXXX ff.
Thierry-Mieg benennt mehrere Aberrationen von Nacht-
schmetterlingen: Brephos Parthenias ab. PassetH; Numeria pul-
veraria ab. PassetH; Hybernia leucophaearia ab. funehraria;
Bupalus piniarius ab. tristis; Ortholitha limitata ab unkolor;
Aglia tau ab. fere (/) nigra; Le Naturaliste 1884 S. 437.
On the European species of Lepidoptera with apte-
rous or sub-apterous females; by R. C. R. Jordan; Entom.
Monthl. Mag. XX S. 219 ff.
Gätke meldet grosse Flüge von Plusia gamma, welche
bei SO. in westlicher Richtung über Helgoland flogen und einen
Schwärm von Hybernia defoliaria untermischt mit aurantiaria,
der bei SSW. am 11. October und in den letzten Nächten
dieses Monats sich zeigte; s. Ent. Monthl. Mag. XXI S. 30,
W. Müller schreibt über einige im Wasser lebende
Schmetterlingsraupen Brasiliens; dies. Archiv I (1884)
S. 194 ff Taf. XIV. Der Verfasser glaubt 5 derselben Gattung
angehörige Arten unterscheiden zu können, die sich alle^ durch
eine ähnliche aquatische Lebensweise und einen dieser ent-
sprechenden Bau auszeichnen. Aber nur von einer Art ist die
122 Bertkau: Bericht über die wiseenschaftlichen Leistungen
Lebensweise genauer geschildert; diese Art ist Cataclysta
pyropalis Gn. genannt, gehört aber nach Berg wegen der
Tracheenkiemen der Larve und der Nebenaugen der Image zur
Gattung Paraponyx. Die Raupe lebt in massig fliessendem
Wasser in selbstgefertigten Gespinnsten auf Steinen und nährt
sich von den die Steine bewohnenden Diatomaceen, einzelligen
Algen, seltener von Conferven und Podostemeen. Das an dem
Stein befestigte Gespinnst hat einzelne Lücken, die als Aus-
wurfsöffnungen dienen. Die Tracheenkiemen befinden sich an
allen Körpersegmenten vom 2. Thorakalsegment an, und bilden
an jedem Segment eine obere und eine untere Gruppe. Das
Tracheensystem der Raupe ist geschlossen; Stigmen sind am
Pro- und Mesothorax sowie am 1.— 8. Abdominalsegment vor-
handen; bei der Puppe sind die kegelförmig hervorragenden
Stigmen des 2. und 3. Hinterleibsringes offen, die übrigen noch
geschlossen. Auch die Puppe liegt in einem Gespinnst, das
im Vergleich zu dem Raupensack weniger variabel in seiner
Gestalt ist. Vier Stützen halten den mittleren Theil desselben
vom Stein entfernt; innerhalb des Gespinnstes finden sich über-
sponnene Lufträume von regelmässiger Anordnung, welche gerade
von den Punkten ausstrahlen, wo die geöfiheten Stigmen der
Puppe liegen; sie werden noch von der Raupe mit Luft gefüllt,
indem dieselbe ein Luftbläschen abscheidet und dasselbe dann
überspinnt.
Gruber schreibt über nordamerikanische Papilio-
niden- und Nymphaliden-Raupen; Jen. Zeitschr. f. Natur-
wissensch. XVII S. 465 ff. Taf. VII, VIII, mit einer Berichtigung
XVni S. 881, indem er zunächst die Färbung und Borsten-
resp. Zapfenbildung in den verschiedenen Lebensstufen folgender
Arten in mehr oder weniger lückenloser Vollständigkeit schil-
dert: Pap. Asterias, brevicauda, Machaon, Turnus, Troilus,
Ajax, Philenor; Melitaea Phaeton, Marcia, Nycteis, Tharos,
Didyma, Myrinna. Hierbei ergiebt sich für die genannten
Papilionen, dass die Raupen im ersten Stadium mit starken,
in vier Längsreihen angeordneten und mit Borsten besetzten
Warzen versehen sind, welche in den folgenden Häutungen
nebst den Haaren verschwinden und dafür einer Zeichnung
Platz ^machen, die in den früheren Zuständen unvollkommen
war. „Man kann also wohl annehmen, dass die Papilioniden-
Raupen von Formen abstammen, die bei einer indifferenten
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. X23
Färbung und wenig auffallender Zeichnung mit starken, borsten-
tragenden Warzen bedeckt waren." „Die Zeichnung und oft
lebhafte Färbung der Papilioniden - Raupen ist es, welche die
Naturziichtung zum Objekt ihrer bildenden Kraft gewählt" und
der die störenden Warzen etc. zum Opfer fallen. Umgekehrt
ist es bei den Nymphaliden, wenigstens den angeführten Meli-
taea-Arten. Hier besitzt die aus dem Ei schlüpfende Raupe
in Längsstreifen angeordnete, lange, leicht gebogene und am
Rande gezähnelte Borsten, die auf ganz unscheinbaren Er-
höhungen der Haut stehen. In dem nächsten Stadium treten
an Stelle jener Erhöhungen kegelförmige Warzen, die dicht
mit (glatten oder am Grunde blasig aufgetriebenen) Borsten
besetzt sind, und die Ausbildung dieser behaarten Warzen oder
Zapfen nimmt mit jeder Häutung zu, während die Färbung
eine untergeordnete Rolle spielt. Die Ersetzung der ersten
Form von Borsten (A) durch die mit blasigem Grunde (B) oder
ganz stabförmigen (C) geht in verschiedenem Tempo vor sich:
bei M. Phaeton bleibt A mindestens bis zum vierten Stadium
erhalten; bei Marsia und Nycteis erscheinen im zweiten Stadium
zwischen A einzelne der Form B, welche später zur Alleinherr-
schaft gelangen oder (bei Nycteis) im vierten Stadium wieder
durch C verdrängt werden. — Bei den genannten Nymphaliden
ist also die Borstenbildung ein erworbener Charakter, der
sich im Laufe der Entwickelung vervollkommnet. Unter dieser
Voraussetzung wäre auch M. Phaeton die relativ älteste, der
Urform am nächsten stehende Art, Marcia ist jünger, und Ny-
cteis die jüngste.
Zur Biologie der Raupe von Eriopus purpureo-
fasciata theilt Lehmann mit, dass dieselbe auf grünen We-
deln von Pteris aquilina grün, auf welkenden dagegen gelblich
seien, und dass er alle Uebergänge, „dunkelgrüne, hellgrüne,
gelbliche und röthliche Raupen, mit weissen, blassgelben und
rothen Mondflecken und dementsprechenden Seitenflächen" ge-
funden habe. Hier liege also ein recht ausgesprochener Fall
von Schutzfarbe vor, wenn man nicht annehmen will, dass
mit dem Schwinden des Chlorophylls der Pflanze das Grün der
Raupe sich in's Gelbe und Röthliche wandele. Zeitschr. f.
Entom., Breslau, 9. Heft S. 26 f. und Vereinsnachr. S. XXXVH.
An letzterem Orte theilt Wocke mit, dass er auch auf grünen
Wedeln braune und roscnrothe Raupen gesehen habe.
124 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Goossens veröffentlicht einen Essai: Les oeufs des Le-
pidopteres, in dem er nach allgemeinen Bemerkungen über
Gestalt, Farbe, Befruchtung, Parthenogenesis, mütterlichen In-
stinkt eir =• Beschreibung von 42 Eiern giebt; Ann. Ent. France
1884 S. 129 flf. PI. 5.
G. Rouast: Catalogue des chenilles europeennes;
Lyon; s. C. R. Ent. Belg. 1884 S. 236.
Miniere beschreibt und bildet ab die Raupen von Lythria
sanguinaria; Cidaria vittata Bkh.j luctuata Hhn, = lugubrata
Stgr.j capitata H.-S.] EUopia capreolaria F.; Larentia flavi-
cincta Hb.'^ Hadena didyma; Goniodoma Millierella; Myelois
crudella; II Naturalista Siciliano IV S. 7 ff . Tav. I.
A. Rogenhofer schildert die ersten Stände einiger
Lepidopteren (Erebia Oeme var. Spodia; Zygaena Brizae;
Setina roscida; Lithosia cereola; Gnophos serotinaria) ; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 153 ff.
Kreithner's Mittheilungen über die ersten Stände eini-
ger Microlepidoptera beziehen sich auf Nephopteryx jan-
thinella; Gelechia scotinella (aus Blüthen von Prunus spinosa);
Lita sestertiella (in Blüthen von Acer campestre); Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 18.
Forsayeth schildert die Life-history of sixty species
of Lepidoptera observed in Mhow, Central -India; Trans.
Ent. Soc. Lond. 1884 S. 374 ff. PI. XIV, XV.
Memoires sur les Lepidopteres rediges par N. M.
Romanoff. T. I. Avec 10 pl. col. et une carte. St. Petersb.
1884. Dieses von dem Grossfürsten Nicolai Michailo witsch
herausgegebene Werk ist in erster Linie der Kenntniss der
Lepidopterenfauna des Russischen Reiches gewidmet, und ent-
hält als Beiträge: 1. Les Lepidopteres de la Transcaucasie, par
N. M. Rom an off; PI. 1 — V und eme Karte des Kaukasus.
2. Bericht über die im Achal-Tekke- Gebiet eingesammelte
lepidopterologische Ausbeute von H. Christoph; 3. Beschrei-
bung neuer Arten von Staudinger; 4. Beschreibung einer
neuen Pyraliden - Gattung von P. C. T. Sn eilen; 5. Bemer-
kungen über Arten von Sarepta von G. Grumm- Grshimaillo.
(Nach einer Besprechung von Speyer in der Stett. Ent.
Zeit. 1884 S. 477 ff. ; ich werde das Werk einfach als Mem.
zitiren); vgl. auch Heylaerts in den C. R. Ent. Belg. 1884
S. 232 ff.
im Gebiete der Arthropoden wahrend des Jahres 1884. 125
Schilde liefert Beiträge und Unterhaltungen zur Schmetter-
lingskunde; Ent. Nachr. 1884 S. 333 ff., 358 ff., 365 ff.
Exotische Lepidopteren II von G. Weymer beschäftigt
sich mit Danaiden und Heliconiern; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 7 ff .
Taf. 1, 2. Srnka macht Bemerkungen zu den Arten; ebenda
S. 295 flf.
Exotische Schmetterlinge. Abbildungen und Beschrei-
bungen der wichtigsten exotischen Tagfalter in systematischer
Reihenfolge mit Berücksichtigung neuer Arten von Dr. 0. Stau-
dinger unter technischer Mitwirkung von Dr. H. Langhans.
Mit gegen 1500 colorirten Abbildungen auf 120 Tafeln. — Von
diesem Werk, dessen Tendenz aus dem Titel zu ersehen ist,
sind 1884 Lief. 1—6 mit Taf. 1—30 erschienen.
F. Minä-Palumbo fährt in seinen Lepidotteri Druo-
fagi fort; II Naturalista Siciliano lü S. 120 ff., 184 ff., 247 f.,
298 ff., 323 f., 347 f., IV S. 16 ff. (Schluss).
Ragusa's „Note lepidotterologiche" in dem Naturalista Sici-
liano IV S. 30 ff. beziehen sich auf Thais Polyxena var. Poly-
mnia MilL] Charaxes Jasius; Deilephila Celerio, Nerii; Nychio-
des lividaria var. Audalusaria Mill.
Als Contribuzione alla fauna lepidotterologica
della Sicilia stellt Riggio ebenda S. 49 ff. ein Verzeichniss
der von Kalchberg auf Sizilien gesammelten Arten (220) auf.
In Part. II der Challenger-Expedition zählt Butler
die auf St. Thomas und den Bermudas und die auf Rat J.,
Ke Dulan, Tervate, Amboina gesammelten Arten auf; Ann. a.
Mag. N. H. (5) XIII S. 183 ff., 190 ff.
Möschler zählt die Nordamerika und Europa gemein-
sam angehörenden Lepidopteren auf und vergleicht die-
selben in morphologischer und biologischer Hinsicht; es sind
243 Arten, zu denen Rogenhofe r noch 9 hinzufügt; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 273 ff.
Godman und Salvin liefern a list of Rhopalocera col-
lect. ... in Dominica; Bruce desgl. der Heterocera; Proc.
Zool. Soc. London 1884 S. 314 ff, 321 ff. PI. XXV.
E. Hofmann: Die Grossschmetterlinge Europas;
Stuttgart, C. Hoffmann. 25 Lief. 4« zu 4 Taf.
Rhopalocera Europae. The butterflies of Europe . . .
by Henry C. Lang; London 1884; L. Rave & Co.; 396 SS.,
77 Taff.
126 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
In seinen Fortsatte jakttaj eiser over arktiske sommer-
fugels metamorphoses macht Sandberg Bemerkung zur
Verwandlungsgeschichte von Oeneis Bore; Arctia Quenselii,
festiva; Saturnia pavonia; Anarta melaleuca; Cidaria hastata
V. hastulata; Pygmaena fusca; Entom. Tidskrift 1884 S. 139 ff.
Thomson führt 36 Schwedische Arten an; Opuscul. Entom.
X S. 1036 ff.
Sparre Schneider giebt eine Uebersicht über die in der
nächsten Umgegend von Tromsoe beobachteten Schmetterlinge,
wie er eine ebensolche 1879 von den Käfern zusammengestellt
hat. Von den etwa 400 in der arktischen Region vorkommen-
den Arten ist um Tromsoe reichlich der vierte Theil (112) ver-
treten, und zwar Rhapalocera 13, Sphinges 1, Bombyces 4,
Noctuae 8, Geometrae 25, Pyralidina 9, Tortricina 27, Ti-
neina 23, Pterophorina 2. Tromsoe Museums aarsberetning for
1883 S. 14 ff.
Leucania straminea Tr.; Nola centonalis; Cidaria unifa-
sciata; Hadena rufuncula Hw. S. 96; (Zeuzera pyrina S. 162)
neu für Schweden; Entomol. Tidskrift 1884.
Ebenda S. 145 ff. macht Sven Lampa Anteckningar om
sälsyntare svenska Lepidoptera (Sarrothripa undulana
nebst varr.; Hylophila bicolorana; Nola confusalis, centonalis;
Emydia striata var. melanoptera.
Dohrn macht nach Weir's Angaben in dem Entomologist
vom Januar 1884 Mittheilungen über die Lepidopterenfauna von
ünst, der nördlichsten der Shetlandsinseln ; Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 186 ff.
Hoffmann macht gleichfalls Bemerkungen über die Schmet-
terlinge der Shetlandsinseln; ebenda S. 353 ff.
Teich giebt folgende Arten als neu für die baltische Fauna
an: Lycaena Cyllarus (Lubahn); Phragmatoecia cinerea n. sp.
(Kemmern); Lophopteryx Sieversi (Kemmern); Brephos nothum
(Techelfer); Boarmia consonaria (Kemmern); Eupithecia vale-
rianata (Kurtenhof); Eugonia fuscantaria (Estland); Scoparia
pallida (Kemmern); Ephestia polyxenella (Dubbeln); Zelleria
Saxifragae (Kurtenhof); Chilo phragmitellus ; Tortrix bifasciata;
Sciaphila nubilana; Ceratophora inornatella; Gracilaria hemi-
dactylella; Aciptilia paludum, die letzteren alle in Kemmern);
Korrespondenzblatt Naturforscher- Vereins zu Riga XXVII S. 30 f.
Derselbe macht Lepidopterologische Notizen aus
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 127
Livland, die Fangergebnisse d. J. 1883 enthaltend; Stett.
Ent. Zeit. 1884 S. 211 ff.
Sintenis theilt die Ergebnisse des Schmetterlingsfanges
der letzten Jahre . . . (bei Dorpat) mit; Sitzgsber. Natiirf.
Gesellsch. Dorpat 1884 S. 150 ff.
Verzeichniss der um Lüneburg gesammelten Ma-
crolepidopteren nebst Bemerkungen über Oertlichkeit und
Lebensweise . . . zusammengestellt von G. Machleidt und
H. Steinvorth; Jahreshefte des naturw. Vereins Lüneburg IX
S. 29 ff.
Nachtrag zur Lepidopteren-Fauna der Nieder-Elbe
(Hamburg); Verh. Ver. f. naturw. ünterh. Hamburg V S. 93 ff.,
99 ff., 176 f.
A. V. Homeyer macht Bemerkungen über Vorkommen
und Verbreitung einiger Macro-Lepidopteren in Vor-
pommern und Rügen; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 417 ff.
Notes sur quelques Lepidopteres nouveaux par M. A.
Constant; Ann. Ent. France 1884 S. 201 ff., 251 ff. PI. 9, 10.
Fuchs macht weitere Mittheilungen über die Macrolepi-
dopteren des unteren Rheingaues und der angrenzenden
Gebirgslandschaft; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 241 ff.
M. Pabst stellt die Gross-Schuppenflügler der Um-
gegend von Chemnitz zusammen und giebt ihre Ent-
wickelungsgeschichte; 9. Bericht Naturwiss. Gesellschaft
Chemnitz S. 3 ff. Diese Zusammenstellung ist keine trockene
Aufzählung, sondern überall mit auf eigene Beobachtungen des
Verfassers und seiner Bekannten gegründeten Mittheilungen über
den Entwickelungsgang und biologische Eigenthümlichkeiten
bereichert. So erfahren wir, wie viel Generationen jede
Art bei Chemnitz hat, um welche Zeit Ei, Raupe, Puppe und
Imago erscheint, und diese Angaben sind um so werthvoUer,
als aus ihnen hervorgeht, dass manche Arten bei Chemnitz nur
in einer Generation vorkommen, die anderwärts, — ich denke
hier speziell an die Rheinprovinz — deren zwei haben. Als
Arten, die durch ihr Vorkommen bei Chemnitz besonders be-
merkenswerth sind, macht der Verfasser Panthea coenobita;
Agrotis molothina, florida; Hadena gemmea, hepatica; Chlo-
antha polyodon; Tapinostola fulva; Leucania impudens; Cara-
drina arcuosa; Cidaria silaceata, miata; CoUix sparsata;
Eupithecia assimilata namhaft. Von der Puppe der Thecla
128 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Rubi, von den Imagines der Acherontia Atropos; Trochilium
apiforme werden die bekannten Lautäusserungen erwähnt. Von
manchen Arten wird eine (abnorme) ungewöhnlich lange Puppen-
ruhe (3 — 4 Jahre) angeführt, ohne dass eine befriedigende Er-
klärung dieser Erscheinung gegeben werden könnte. So lernen
wir denn manchen interessanten Zug aus dem Leben der bunten
Falter kennen und wünschen, dass der Verfasser das begonnene
Werk zu Ende bringe; der vorliegende erste Theil enthält die
Rhopalocera und von Heterocera die Sphinges und Bombyces
(incl. Cymatophoridae).
Coleophora siccifolia S. 24; Cidaria literata S. 30; Fidonia
rosaria; Olindia hybridana; Gelechia Cytisella S. 31; Hadena
literosa S. 32; Lycaena Meleager ab. Steevenii Tr. S. XXXVII,
neu für Schlesien; Wocke in Zeitschr. f. Entom., Breslau,
9. Heft, Vereinsnachr. ; Steganoptycha pusillana S. 58 ; Acrolepia
unicolor n. sp. S. 59; Coleophora siccifolia S. 61; derselbe
ebenda, Abhandlungen.
Möschler macht Bemerkungen zu dem Verzeichniss
der Falter Schlesiens von Wocke; ebenda, Abhandl. S. 28 flf.
Ebenda S. 46 ff. bringt Wocke Nachträge und Bemer-
kungen zur Fauna der Schlesischen Falter.
Beiträge zur Kenntniss der Microlepidopteren-Fauna
der Erzherzogthümer Oesterreich ob and unter der
Enns und Salzburgs; von Jos. Mann; Wien, Ent. Zeitg.
1884 S. 172 ff., 193 ff., 225 ff , 273 ff., 303 ff.
Ein dritter Nachtrag zur Lepidopteren-Fauna der
Schweiz von H. Frey beschäftigt sich mit Pamassius Delius;
Lycaena Orbitulus; Libythea Celtis; Vanessa Antiopa; Melitaea
maturna, Artemis ; Erebia Pyrrha ; Coenonympha Arcania ; Spilo-
thyrus Althaeae; Syrichthus fritillum, Sertorius; Deilephila
lineata, und 79 weiteren Arten; Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch.
VII S. 10 ff.
Auf dem Wendelstein, ein entomologischer Ausflug,
wird von C. v. Gumppenberg geschildert; Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 66 ff.
Höfner ergänzt seine früheren Mittheilungen über die
Schmetterlinge des Lavantthales und der beiden Alpen
„Kor- und Saualpe" durch einen dritten Nachtrag; Jahrb. d.
naturh. Landes-Museums von Kärnten XVI S. 162 ff.
G. Turati's „Note lepidotterologiche suUa fauna
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 129
Italiana" fügen Ergänzungen zu Curo's Katalog hinzu; Bull.
Soc. Entom. Ital. 1884 S. 68 ff.
Ein Beitrag II zur Schmetterlingsfauna St. Peters-
burgs von W. V. Hedemann führt 23 seit dem letzten Ver-
zeichniss aufgefundene Arten an; Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII
S. 63 ff.; vgl. dies. Bericht für 1881 S. 172.
Snellen setzt die Beschreibung der nieuwe of weinig
bekende Microlepidoptera van Noord-Azie mit Tineiua
und Pterophorina fort; Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 151 ff.
PI. 8, 9, 10.
On Lepidoptera coli, at Kurrachee; . . . by Swinhoe;
Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 503 ff. PI. 47, 48.
Pagenstecher schickt seinen Beiträgen zurLepidopteren-
Fauna von Amboina eine chronologische Uebersicht der-
jenigen Forscher und ihrer Abhandlungen voraus, die sich mit
der Fauna, speziell der Schmetterlingsfauna der genannten Insel
beschäftigt haben. Der Aufzählung und theilweisen Beschrei-
bung der 456 Arten von Amboina sind zoogeographische Be-
trachtungen angeschlossen. Jahrb. Nass. Vereins f. Naturk.,
37, S. 150 ff. Taf. VI, VII.
In der Fortsetzung seiner „Lepidoptera vanCelebes,"
IV, Pyralidina, zählt Snellen die Arten 79 — 157 auf und ver-
sieht sie mit Anmerkungen. Die meisten der früher von ihm
neu beschriebenen Arten werden hier in kolorirter Abbildung
vorgeführt; vgl. d. vor. Ber. S. 154; Tijdschr. v. Entom. XXVII
S. 35 ff. PI. 3-5.
Lepidoptera from the Island of Nias; by A. G.
Butler; Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 58 f.
A collection of butterflies from the Fiji Islands; by
A. G. Butler; Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 343 ff.
Die Rhopalocera der Insel Nias. Beitrag z. Kennt-
niss des indo-malayischen Archipels. Von N. M. Kheil in Prag.
Mit Einleitung und beschreibendem Text nebst 5 photogra-
phischen Tafeln. Berlin, Friedländer & Sohn. — Habe ich
nicht gesehen; eine Besprechung des Werkes (von Schilde) in
der Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 398 f. ; ebenda S. 400 reklamirt
Dr. P. Durdik die Autorschaft desselben.
Miskin liefert Descriptions of new Australian Rhopa-
locera; Trans. Ent. Soc. London 1884 S. 93 ff.
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. J
130 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
On a collectioü of Lepidoptera made . . . at or
near Aden; by A. G. Butler; Proceed. Zool. Soc. Lond. 1884
S. 478 if. PI. 46.
C. Oberthür fährt in der Aufzählung und Besprechung der
während der italienischen Expedition nach dem äquatorialen
Afrika gesammelten Schmetterlinge fort; Ann. Mus. Civico Ge-
nova XVIII S. 709 ff. Tav. IX.
Godman & Salvin und Bruce zählen auf und beschreiben
Schmetterlinge vom untern Niger; Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 219 ff. PI. XVII.
In den letzten Jahren sind werthvolle Beiträge zur
Schmetterlingsfauna Madagaskars, namentlich von Mabille und
Saalmüller, geliefert worden. Letzterer hat nun diese Berei-
cherungen mit den bereits bekannten und noch neuerdings ent-
deckten Arten in einem Sammelwerke vereinigt, welches im
Auftrage der Senckenberg'schen naturforschenden Gesellschaft
erscheint: Lepidoptera Madagascariensia; die Lepido-
pteren von Madagascar. Neue und wenig bekannte Arten
zumeist aus der Sammlung der Senckenberg'schen naturforschen-
den Gesellschaft zu Frankfurt a. M. unter Berücksichtigung der
gesammten Lepidopteren- Fauna Madagascars. 1. Abth.: Rho-
palocera, Heterocera: Sphinges et Bombyces; 4°, 246 S. mit
7 chromolithographischen Tafeln. In der Einleitung schildert
der Verfasser die horizontale und vertikale Gliederung und den
Vegetationscharakter, die meteorologischen Verhältnisse, sowie
die charakteristischen Züge aus der Fauna dieser Insel, wobei er
die Klassen und Ordnungen des Thierreichs in systematischer
Reihenfolge durchgeht. Hierauf folgt eine Zusammenstellung
der Literatur über Madagaskar, namentlich soweit in ihr
Schmetterlinge berücksichtigt sind. In der nun folgenden Auf-
zählung, welche aus den angegebenen Familien 577 Arten
namhaft macht, sind zahlreiche bekannte Arten nochmals und
andere zum ersten Male diagnostizirt und beschrieben. Die
Diagnosen sind präcise und in gutem Latein abgefasst, die
Beschreibungen sorgfältig und ausführlich. Wird noch hinzu-
gefügt, dass die auf den farbigen Tafeln gegebenen Abbildungen
wahre Kunstwerke sind, so ist genug gesagt, was diesem
Werke zur Empfehlung gereicht und es zu einer Zierde der
deutschen entomologischen Literatur macht. — Es ist der
Gräfin Luise Böse, „der hochherzigen Beschützerin der Sencken-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 131
berg'schen naturforschenden Gesellschaft" in schuldiger Dank-
barkeit gewidmet. — Dieser Band ist angezeigt und besprochen
von Snellen in Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 244 ff.
Milani und Garbini theilen ein neues Verfahren, die
Flügelschuppen der Schmetterlinge auf Papier zu
übertragen, mit; Zool. Anz. 1884 S. 276 ff. Dasselbe besteht
in einer zweimaligen Ucbertragung zu dem Zwecke, die Ober-
seite der Schuppen frei zu erhalten. Zuerst werden die Schup-
pen mittels Gummilösung vom Flügel abgezogen, wobei die
Oberseite auf's Papier kommt; von diesem werden sie dann auf
ein mit einer Lösung von Guttapercha in Aether und Benzin
bestrichenes Papier übertragen, welches nach dem Trocknen in
Wasser gelegt wird, wodurch der Gummi sich auflöst; s. auch
Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 293 f.
Rössler giebt über die Behandlung der für Samm-
lungen bestimmten Schmetterlinge und ihre Erhaltung
Anweisungen; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 105 ff.
J. T. Oudemans empfiehlt eine neue Methode, Raupen
für die Sammlung zu präpariren; Tijdschr. v. Entom.
XXVII S. 5 ff. PI. I.
Kittsteiner suchte mit Erfolg das Oeligwerden der Schmet-
terlinge dadurch zu verhindern, dass er den aufgeschnittenen
Leib durch Löschpapier austrocknete; Zeitschr. f. Entomol.,
Breslau, 9. Heft S. 20 f.
Lehmann empfiehlt, auch Präparate vom „Kremaster"
der Schmetterlingspuppen, der für die einzelnen Arten sehr
charakteristisch sei, in Sammlungen aufzubewahren; ebenda
S. 20 f.
Calliteara cZayis (Nossi-Be) S. 192 Fig. 108, fuliginosa (ibid.) S. 193;
Saalmüller, Lepid. Madag.
Numenes praestans (Notti-Be); Saalmüller, Lepid Madag. S. 187.
Microlepidoptera.
Pterophoridae. Deuterocopus Rüsemae (Java) ; Walsingham, Notes
Leyden Museum VI S. 243.
Pterophorus (Mimaeseoptilus) Hedemanni (Amur) S. 184 Fig. 4,
vacillans (ibid.) S. 18 7 Fig. 5, caesius (Irkutsk) S. 189 Fig. 6, luleocine-
reus (Amur) S. 191 Fig. 7, emurginatus (Amur) S. 193 Fig. 10, innocens
(Irkutsk) S. 195 Fig. 9; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII PI. 10.
132 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Platyptilia (Ämblyptilia) moerens (Amur); Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVII S. 182 PI. 10 Fig. 3.
Tineina. Meyrick stellt in seinen Descriptions of New Zea-
land Microlepidoptera, III Oecophoridae, die n. G. Lathi-
crossa, Thamnosara, Cremnogenes, Locheutis, Mesolecta auf.
New Zealand Journ. of Sei. I No. 11 S. 522 ff.
Atahyria (n. g.) hucephala (Chabarowska ; Suifun); Snellen, Tijdschr;
V. Entom. XXVII S. 166 PI. 9 Fig. 1.
Nepticula Hodgkinsoni (in Rosenblättem minierend) ; Stainton , Ent.
Monthl. Mag. XXI S. 103.
Bucculatrix lustrella (Amur); Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII
S. 181 PI. 10 Fig. 2.
Butalis cassiterella (Amur); Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII
S. 178 PI. 9 Fig. 11.
Die bisher für Goniodoma auroguttella gehaltene auf Statice
limonium lebende Coleophora der Insel Wight ist eine andere Art und
G. limoniella genannt; Stainton, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 59 ff.
Ueber Coleophora Tritici Lind.^ deren wahrscheinliche Zugehörig-
keit zu Metriotes Hw. s. Sorhagen in Ent. Nachr. 1884 S. 209 ff.
C. strigiferella (Irkutsk) ; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 179
PI. 10 Fig. 1.
Lampros conchylideUa (Blagoweschtschenk) ; Snellen, Tijdschr. v.
Entom. XXVII S. 176 PL 9 Fig. 10.
Gracilaria Proteeila? (Schweiz; an Birken); Frey, Mitth. Schweiz.
Ent. Gesellsch. VII S. 24.
Xystophora tripunctella S. 173 Fig. 7, rutildla S. 174 Fig. 8 (Amur),
rufulella (Irkutsk) S. 175 Fig. 9; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII PI. 9.
Oecophora flavifrontella, Lebensgeschichte; Heylaerts, C. R,
Ent. Belg. 1884 S. 150.
O. fuscifrontella (Korsika); Constant, Ann. Ent. France 1884 S. 262
PL 10 Fig. 24.
Symmoca stoechaddla (Alpes maritimes ; Raupe auf Larandula stoechas) ;
Constant, Ann. Ent. France 1834 S. 260 PL 10 Fig. 23.
Pleurota hreviella Fig. 20, histriella Fig. 21 S. 259, semicanella
Fig. 22 S. 260; Constant, Ann. Ent. France 1884 PL 10.
Nothris albidella (Blagoweschtschenk); Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVII S. 171 PL 9 Fig. 6.
Sophronia Curonella (Apenninen); Standfuss, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 193, cosmella (Corsica); Constant, Ann. Ent. France 1884 S. 258
PL 10 Fig. 19.
Cleodora invisella (Corsica); Constant, Ann. Ent. France 1884 S. 257
PL 10 Fig. 18.
Coryptilum triphaenoides (Nias; Sumatra); Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVII S. 265.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 133
Tachyptilia hirsutella (Alpes maritimes); Constant, Ann. Ent. France
1884 S. 256 PI. 10 Fig. 17.
Ptocheuusa coleella (Alpes maritimes); Constant, Ann. Ent. France
1884 S. 255 PI. 10 Fig. 16.
Recurvaria albidorsella (Amur); Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII
S. 169 PI. 9 Fig. 4.
Teleia proximella IIb. var. peritella (Corsica); Constant, Ann. Ent.
France 1884 S. 254 PI. 10 Fig. 15.
Lita gaüicella (Alpes maritimes, auf Artemisia gallica); Constant,
Ann. Ent. France 1884 S. 253 PI. 10 Fig. 14.
Brachmia adumhratella (Amur); Snellen, Tijdschr. v, Entom. XXVII
S. 170 PI. 9 Fig. 5.
lieber Dactylota Kinkerella s. Ent. Monthl. Mag. XXI S. 70 flf.
Gelechia abietisella (Providence; auf „Hemlock tree"); Eiley, Report
of the Commissioner of Agriculture for 1883 S. 150 PI. III Fig. 2, XIII
Fig. 7, pallipalpella S. 167 Fig. 2, psammitella S. 168 Fig. 3; Snellen,
Tijdschr. v. Entom. XXVII PI. 9.
Depressaria badiella Larve beschrieben; Ent. Monthl. Mag.
XXI S. 3.
D. leucocephala (Suifun) S. 160 Fig. 6, erythrella (ibid.; Chauka Meer)
S. 161 Fig. 7, septicdla (Chabarowska) S. 163 Fig. 8; Snellen, Tijdschr.
V. Entom. XXVII PI. 8, prostratella (Cöte d'Or, Raupe in Genista pro-
strata) S. 215 PI. 9 Fig. 12, cervariella (Südfrankr., in Peucedanum cer-
varia) S. 251 PI. 10 Fig. 13; Constant, Ann. Ent France 1884.
Cerostoma leuconotella (Chingan) ; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII
S. 157 PL 8 Fig. 4.
Hyponomeuta Stannellus Thunb. im Jura oberhalb Neufchätel
häufig; Raupe in den Wurzeln von Sedum maximum; (Frey, Mitth.
Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 23 und) Junod, Bull. Soc. Sei. Nat.
Neucha$el XIV S. 119 ff, mit Taf.
Acrolepia unicolor (Schönwalde, Schlesien); Wecke, Zeitschr. f. Entom.,
Breslau, 9. Heft S. 59.
Zur Lebensweise der Ochsenheimeria vacculella s. Möachler
in Zeitschr. f. Entom. Breslau, 9. Heft S. 38 f.
Nemophora minulella (Amur); Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII
S. 151 PI. 8 Fig. 1.
Incurvaria rupella auch bei Altenburg; Ent. Nachr. 1884
S. 281.
Tinea Swinhoei (Aden); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 502.
Tortricomorpha pentkinotdes (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 37 S. 291.
Simaethis Ä. coeruleum (Amboina) S. 287, plumbealis^ parva, regularis
S. 288 (ibid.); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37.
134 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Tortriciiia. Barrett fährt in seinen Notes on British Tor-
trices fort; Ent. Monthl. Mag. XX S. 236 ff., 267 flf., XXI S. 41 flf.,
61 ff., 126 ff.
Walsingham stellt eine Liste von North American Tortrici-
dae auf, die er in den letzten Jahren erhalten hat; Transact. Ent. Soc.
London 1884 S. 121 ff. PI. IV.
Pseudoconchylis (n. g.) laticapitana (Californien) ; "Walsingham
a. a. O. S. 133.
Carpocapsa molyhdana (Alpes maritimes, aus Quercus ilex und suber) ;
Constant, Ann. Ent. France 1884 S. 214 PI. 9 Fig. 11.
Semasia ochreicostana (Montana) S. 141 Fig. 13, montanana (M.)
Fig. 12, cqjacheana (Arizona) Fig. 14 S. 143; Walsingham a. a. 0.
PI. IV.
Hedya Servillana, Larve in Schösslingen der Salix capraea;
"Wood in Ent. Monthl. Mag. XX S. 245.
Grapholitha grammana (Alpes maritimes); Constant, Ann. Ent. France
1884 S. 213 PI. 9 Fig. 10, (?) duodedmstriata (Arizona); Walsingham
a. a. 0. S. 146 PI. IV Fig. 16.
Paedisca caniceps (Montana) Fig. 9 , emadatana (Arizona) Fig. 7
S. 137, Morrisoni (Montana) Fig. 8 S. 138, (giganteana Riley Fig. 11,)
corosana! (Montana) Fig. 6 S. 139, aspidana (Arizona) Fig. 10 S. 140;
Walsingham a. a. 0. PI. IV.
Aphelia (?) inquadrana (Arizona); "Walsingham a. a. 0. S. 134 PI. IV
Fig. 15.
Penthina impudens (N. Carolina); "Walsingham a. a. O. S. 135.
Conchylis inulana (Alpes maritimes; Raupe in I. viscosa und gra-
veolens); Constant, Ann. Ent. France 1884 S. 212 PI. 9 Fig. 9, £d-
loardsiana (Arizona) S. 128, comes (ibid.) S. 129, Sonorae (S.) S. 130,
hospes (N. Carolina), plicana (Sonora) S. 131, fulvotinctana (Arizona)
Fig. 5, dorsistriatana (ibid.) Fig. 4; "Walsingham a. a. 0. PI. IV.
Olindia fingalana (Alpes marit.); Milliere, Rev. d'Entom. 1884 S. 3.
Sciaphila sedana (Hautes Alpes du Dauphine; Raupen auf S. ana-
campseros); Constant, Ann. Ent. France 1884 S. 211 PI. 9 Fig. 8, ari-
zonana (A.); Walsingham a. a. 0. S. 124 PI. IV Fig. 1.
Oenectra distincta (Arizona), (?) striata Fig. 2 (Montana); Walsingham
a. a. 0. S. 126 PI. IV.
Platynota sultana (Sonora) S. 127, semiustana (N. Carolina) S. 128;
Walsingham a. a. 0.
Pyi'alidina. Unter der Aufschrift: On the Classification of
Australian Pyralidina zählt E. Meyrick die ihm bekannten austra-
lischen Epipaschiadae, Pyralididae, Musotimidac, Botididae und Scopariadae
auf; Transact. Entom. Soc. London 1884 S. 61 ff., 277 ff. — Von Neu-
seeland ist aus den beiden ersten Familien keine einheimische Form
bekannt; Asopia farinalis ist eingeführt. Aus Australien werden von
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 135
Epipaschin. und Pyralid. 31 Arten in 15 Gattungen namhaft gemacht,
von denen 9 eingeborene sind ; Aglossa und Asopia sind aus Europa ein-
geschleppt. Folgende Arten sind als neu angeführt: Titanoceros (n. g.
Epipasch.) cataxantha (New South Wales) S. 62; Catamola (n. g. für
thyridalis, xanthomelalis, funerea Walk. S. 63 und) elassota (Quorn) S. 280,
Cacozelia cholica (Queensland) S. 66; {Astrapometis r. g. für saburalis
Walk. S. 67); Balanotis (n. g. Pyralidid. für didymalis Walk., recurvalis
Walk, und) mnesibrya (New South Wales) S. 71, hercophora (Port Darwin)
S. 281; {Oedematophaga n. g. für [Pyr.] acgusalis Walk. S. 73;
Oenogenes n. g. für (Botis) fugalis Feld.] Scenedra n. g. für decora-
talis und externalis Walk. S. 75); Endotricha heliopa (New South Wales)
S, 78, aethopa! (ibid.) S. 79; Catamola elassota (Quorn) S. 280; Asopia
caustica (Queensl.) S. 282; {Persicoptera n. g. für [Endotricha] pulchri-
nalis Gn. S. 283;) Diplopseustis (n. g. für minima Butl. und) he-
miophthalma (Sydney) S. 286; Trichophysetis (n. g. Musotimid.) neophyla
(Queensland) S. 287; Musotima (n. g. fiir aduncalis Feld.^ nitidalis
Wk., ochropteralis Gn. und) acrias (New South Wales) S. 289; {Pesso-
cosma n. g. Botidid. für iolealis Wlk. S. 300; Dolicosticha n. g. Bot.
für venilialis Wlk. S. 304; Boeotarcha n. g. für crassicornis Wlk.
S. 305; Tetracona n. g. für amathealis Wlk. S. 307; Molybdantha
n. g. für bracteolalis Z. S. 309;) Notarcha (n. g. für cassalis Wlk.^
clytalis Wlk. , multilineali» Gn. und) chrysoplasta (Queensland) S. 311;
Deuterarcha (n. g.) xanthomela, mesochlora (Queensland) S. 313; {Co-
nogethes n. g. für punctiferalis Gn. , infundibulalis Snell. S. 314; Pa-
chyzancla n. g. für mutualis Z. ; Pelecyntis n. g. für abstitalis Wlk.
S. 315); Proternia (n. g.) philocapna (Hamilton, Neu -Seeland) S. 317;
Semioceros (ja. g. für amphicedalis Wlk. S. 318 und) chrysorycta
(Queensland) S. 320; {Aphytoceros n. g. für lucalis Wlk. S. 320); Ate-
locentra (n. g.) chloraspis (Victoria) S. 323; Myriostephes (n. g.)
matura (Sydney) S. 328; Mnesictena (n. g.) mamiarina (Christchurch ;
Dunedin, Neuseeland) S. 329; {Nesarcka n. g. für hybreadalis Wlk.
S. 320;) Metallarcha (n. g.) calliaspis (Südaustralien), diplochrysa (ibid.)
S. 332, epichrysa S. 333, ewychrysa S. 334 (ibid.); Proteroeca (n. g.)
comastis S. 335; Eurycreon familiaris (Sydney) S. 336, xenogama (Adelaide)
S. 337, capnochroa (Sydney) S. 338; Criophthona (n. g.) ßnitima (Quorn),
haliajjhra (ßydüey) S. 340; {Tritaea n. g. für ustahs Wlk. S. 341;)
Eclipsiodes (n. g. Scopariad.) a-ypsixantha (Sydney) S. 343; (Nyctar-
cha n. g. für persnmptana Wlk., ophideres Wlk. S. 344; Xeroscopa
n. g. für ejuncida Knaggs S. 349).
Pseudogalleria n. g. für (Galleria) inimicella Ze^/. ; Ragonot, Bull.
Ent. France 1884 S. 50.
Amphiholia n. g. Botid. für (Catastia) pyrausto'ides Ersch.-,
Snellen, Mem.
Acellalis (n. g. inter Calamochroum et Pantographam) iridalis (Am-
136 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
boina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37 S. 270 Taf. VII
Fig. 7.
Ephestia Kühniella Zell, in Dampfmahlmühlen in Neuss
Ent. Nachr. 1884 S. 109 ff.; in Lodelinsart; C. R. Ent. Belg. 1884
S. 211, 236.
Homoeosoma inustella (Basses Alpes); Ragonot, Bull. Ent. France
1884 S. 7.
Euzophera Polyxenella Mill. (Pempelia perfusella Zell. i. 1.) in den
Niederlanden; Tijdschr. v. Entom. XXVII Versl. S. LXXXIV.
E. conicolella (Alpes maritimes); Constant, Ann. Ent. France 1884
S. 209 PI. 9 Fig. 7.
Pempelia cortella (Corsica); Constant, Ann. Ent. France 1884 S. 208
PI. 9 Fig. 6, Hella (Kurrachee) ; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 529 PI. 48 Fig. 6.
Mella Yerburii (Aden); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 502.
Crambus pratellus Larve; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 62; ce-
russellus S. 86.
Cr. vallicolellus (V. di Correboi, Sard.); Costa a. a. O., graphellus
(Golf Juan); Constant, Ann. Ent. France 1884 S. 207 PI. 9 Fig. 5,
zonellus (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 528
PI. 48 Fig. 16.
Packard schildert die Verwandlung von Hydrocampa formosalis;
Americ. Natural. 1884 S. 824 ff. PI. XXIV.
Ueber die Raupe etc. der Cataclystapyropalis Gn. s. oben S. 122.
Coptobasis quadrimaculalis Kollar ist eine Botis; C. tri-
strialis Bremer gehört eigentlich in eine neue Gattung zwischen Hedylepta
und Omiodes, kann aber zur Noth in letztere eingereiht werden; Snellen,
Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 42.
Stenia punctalis Larve; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 121.
Nemophila (?) moluccana (Amboina) ; Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver.
f. Naturk. 37 S. 269.
Margarodes minor (Amboina); Pagensteclier , Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 37 S. 272.
Glyphodes uncinalis (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 37 S. 273 Taf. VII Fig. 6.
Piletocera (?) ßavomaculalis (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 37 S. 279 Taf. VII Fig. 8.
LeuciDodes erosialis (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f
Naturk. 37 S. 281.
Analthes (?) tripunctalis S. 275 Taf. VI Fig. 5, unipunctalis S. 276
(Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37.
Herbula cespitalis Larve; Porritt, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 30.
Scopula palmalis (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 525 PI. 48 Fig. 11.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 137
Entephria appensalis (Maros; Java); Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVII S. 41 PL 3 Fig. 12.
Botis hyalinalis life history; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 99.
B. siibochracealis , nigrodentalis Taf. VI Fig. 3 S. 268, amhoinalis
S. 269 Fig. 2 (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37.
Bobiu und Laboulbene schreiben über die Verheerungen, die Botis
nubilalis in den Stengeln des Mais und Hanfs anrichten und geben
eine Naturgeschichte dieses Schmetterlings; Ann. Ent. France 1884 S. 5 ff.
PI. I Fig. 1—4.
Ueber Chimaera (Atychia) radiata 0. macht Rogenhofer die
Bemerkung, dass diese Art in der That, wie schon vermuthet, aus den
europäischen Katalogen zu streichen ist, indem sie Indien zum Vaterlande
hat. Sie ist in die von Guenee aufgestellte Gattung Phycodes einzu-
reihen, und von Guenee auch als Ph. hiridinicornis beschrieben; Walker
beschrieb sie nochmals unter dem Namen Tegna hyblaeella. Verh. ZooU
Bot. Ges. Wien 1884 S. 563 flf.
Potamophora Schlegelii (Südafrika; Nordaustralien); Snellen, Notes
Leyden Museum VI S. 87.
Ennychia Arabica (Aden) ; Butler, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 500.
Scoparia crataegalis Larve; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 101.
Aglossa pinguinalis natural history; Ent. Monthl. Mag. XX
S. 193.
A. cuprealis Life history; ebenda XXI S. 75 if.
A. Brahanti (Basses Alpes); Ragonot, Bull. Ent. France 1884 S. 6.
Endotricha coreacealis! (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver.
f. Naturk. 37 S. 266.
Hypotia vafera! Fig. 8, rubella Fig. 9 (Kurrachee); Swinhoe, Proc.
Zool. Soc. London 1884 S. 523 PI. 48.
Cledeobia angustalis Larve; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 124.
Cl. (?) albipalpalis (gedruckt ist alpip. ; Amboina); Pagenstecher,
Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37 S. 265 Taf. VII Fig. 9.
Pyralis uberalis (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 523 PI. 48 Fig. 10.
Macrolepidoptera.
Geometridae. Habich beschreibt die Raupe von Stegamia dile-
ctaria; Odezia tibialis; Acidalia punctata; Wien. Ent. Zeitg.
1884 S. 245 ff.
Packard schildert Life-histories of some geometrid moths (Aplodcs
coniferaria; Endropia textrinaria; Paraphia deplanaria; Tetracis lorata;
Metaneura quercivoraria) ; Americ. Naturalist 1884 S. 133 ff.
Meyrick unternimmt in dem New Zeal. Joum. of Sei. I S. 526 ff.
ein Monograph of New Zealand Geometrinae, in der er 90 Arten,
138 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
darunter 30 neue, und folgende n. G. beschreibt unter z. Th. vergebenen
Namen: Theoxena, Parysatis^ Hippolyte, Epiphryne^ Hermione,
Tkyone, Panopaea, Eurydice, Harpalycef Stratonice ^ Pasi-
phila^ Epyaxa, Arsinoe, Pasithea, Statira, Ceqhalissa^ Bar-
sine, Atossa, Phyllodoce, Amastris^ Stratocleis.
In einem 2. Nachtrag die Eupithecien Österreich-Ungarns
betreflfend führt Bohatsch als neue Arten an E. trisignaria H.-S. und
expallidata Gn. und macht Bemerkungen zu zahlreichen anderen Arten;
Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 294 ff.
E. liguriata (Bordighera; Cannes); Milliere, Rev. d'Entom. 1884 S. 3,
artemisiata (Alpes maritimes) S. 203 Fig. 3, littorata (ibid., Küste) S. 205
Fig. 4; Constant, Ann. Ent. France 1884 PI. 9.
Cidaria dilutata Biologie; Entom. Tidskrift 1884 S. 187.
C. infidaria (Raupe auf Vaccin. myrtillus) Entwickelungsgeschichte ;
Gumppenberg, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 68.
C. frustata Naturgeschichte; Speyer, ebenda S. 81 ff.
Sintenis macht eine durch Zucht erhaltene Varietätenfamilie von
C. sociata Bkh. in Wort und Bild bekannt; Sitzgsber. Naturf.-Gesellsch.
Dorpat 1884 S. 124 ff.
C. purpurifera ; Fereday, New-Zealand Joura. of Sei. I No. 11
S. 531, Timozzaria (Corsica) S. 201 Fig. 1, casearia (ibid.) S. 202 Fig. 2;
Constant, Ann. Ent. France 1884 PL 9.
Scotosia corrugata (Yesso); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 275.
Aspilates Chiarinii (Scioa) ; Oberthür, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII
S. 739 Tav. IX Fig. 9.
Eubolia Cechii (Let-Marefia) ; Oberthür, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 739 Tav. IX Fig. 10.
Caripeta augustiorata transformations ; Packard, Americ. Na-
tural. 1884 S. 1045.
Erosia aurata S. 257, semibrunnea Taf. VI Fig. 6, focillo'ides S. 258
(Amboiüa); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37, hyperholica
(Kurrachce); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884 S. 528 PI. 48 Fig. 15.
Fidonia albofascia (Kurrachce); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 527 PI. 48 Fig. 14.
Hazis Malayaria Giienee ist von H. Malayanus Gu^rin verschieden;
ob letztere mit B. Palmyra Stoll identisch ist, bleibt einstweilen noch un-
entschieden ; für die Guenee'sche Art schlägt S n e 1 1 e n den Namen Doiible-
dayi vor; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 96 ff.
Hyposidra lutosaria (Amboina); Pagenstecher , Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 37 S. 261 Taf. VII Fig. 3.
Tephrina Bükrana (B.); Oberthür, Bull. Ent, Erance 1884 S. 134,
sublimbata (Aden); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 502, arenaria
(Kurrachce); Swinhoe, ebenda S. 527 PI. 48 Fig. 13.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 139
Gnophos sordaria var. mendicaria H. S. Entwickelungs-
geschichte; Hoffmann, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 315 ff.
Tephrosia excellens (Yesso) ; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 275.
Boarmia lutea (Ambonia) ; Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk.
37 S. 252 Taf. VII Fig. 4.
B. cinctaria ab. caminariata^ suhmarmoraria, lucialata; Fuchs , Stett,
Ent. Zeit. 1884 S. 267.
Njchiodes lividaria Hb. var. Ragusaria (Palermo); Milliere,
II Naturalista Siciliano lU S. 196 Tav. III Fig. 1, Bellieraria n. sp. (Ca-
stelbuono; Madonie); Ragusa, ebenda S. 352 Fig. 2.
Bellier hält die var. Ragusaria für identisch oder sehr nahe ver-
wandt mit einer von ihm 1860 in den Ann. Soc. Ent. France S. 700 er-
wähnten Varietät; ebenda S. 297; die Futterpflanze ist noch unbekannt.
Chondrosoma arcanaria (?); Milliere, Rev. d'Entom. 1884 S. 6
PI. I Fig. 5.
Macaria atrofasciata (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 37 S. 260.
Zonosoma porata var. visperaria (Geroldstein im Wisperthal); Fuchs,
Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 266.
Aplodes coniferaria (Providence; Raupe auf Fichte und Hemlock);
Packard, Americ. Natural. 1884 S. 933.
Acidalia Merhlaria (Algier); Oberthür, Bull. Ent. France 1884 S. 133.
Idea^V/cto (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884 S. 526
PI. 48 Fig. 12.
Noctuidae. Hjpena albifasdalis (Amboina); Pagenstecher, Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk. 37 S. 244 Taf. VH Fig. 5.
Marimatha lactea (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884
S. 522 PI. 48 Fig. 7.
Heterogramma nasonialis (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk. 37 S. 248 Taf. VI Fig. 9.
Rivula ßavonigra (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 522 PI. 47 Fig. 15.
Myana sopora S. 522 Fig. 4, atromacida S. 523 Fig. 5 (Kurrachee);
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884 PI. 48.
Madopa lutealis (Rembang; Sindanylaya) S. 213 Fig. 4, dilutalis
(Batavia) S. 215 Fig. 5; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII PI. 11.
Hydrillodes insignis (Aden); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884 S. 500.
Remigia arefacta (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 521 PI. 48 Fig. 2.
Simplicia albidorsalis (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver.
f. Naturk. 37 S. 246.
Ophisma hüuense (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 37 S. 235 Taf. VII Fig. 2, leucochiton (Madagaskar); Mabille,
C. R. Ent. Belg. 1884 S. 190.
140 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ophiodes minians! (Madagask.); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 190.
Cocytodes Odilia (Haiti); Oberthür, Bull. Ent. France 1884 S. 91.
üeber die Haarpinsel an den Mittelschienen von cf* der Catocala
Fraxini und a. A. s. oben S. 118 f.
Snellen erhielt ein Exemplar von C. nupta mit gelber (statt rother)
Grundfarbe der Hinterflügel. Tijdschr. v. Entom. XXVII Versl. S. I
XXXVII f.; dasselbe ist abgebildet auf PI. 11 Fig. 1.
C. puerpera var. rose« (Algier) ; Austaut, Le Naturaliste 1884 S. 391.
Alamis rufescens S. 228 Taf. VI Fig. 11, (?) Holzi S. 229 Fig. 4
(Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37.
Über das Puppen gehäuse von Catephia Alchymista s. Zeitschr.
f. Entom., Breslau, 9. Heft, Vereinsnachr. S. XXXV.
Leucanitis Becken (Achal-Teke); Standfuss, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 27 2, smuosa, nana (Askhabad); Staudinger, Mem.
Zethes leitimorensis S. 238 Taf. VI. Fig. 10, olivacea S. 239 (Am-
boina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37 S.
Focilla elegans (Amboina) ; Pagenstecher, Jahrb. Nass. V. f. Naturk.
37 S. 239 Taf. VI Fig. 8.
Pandesma devia (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 520 PI. 48 Fig. 3.
Oxyodes ochracea (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 37 S. 231.
Hypospila (?) iridicolor (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver.
f. Naturk. 37 S. 241.
Spiramia/Mnesiw (Amboina) ; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 202.
Othora aenea (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 520 PI. 48 Fig. 1.
Gerbatha pseudodyops (Yesso) ; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 274.
Palpangula cestina (Askhabad); Staudinger, Mem.
Euclidia remigina (Madagask.); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884. S. 191.
Photedes Erschofß^ limata (Achal-Tekke) ; Christoph, Mem.
Milliere beschreibt und bildet ab Raupe und Imago von Erastria
scitula Rh.; Rev. d'Entom. 1884 S. 1 f. PI. I Fig. 1—4.
E. fiitilis (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884 S. 517
PI. 47 Fig. 8.
Thalpochares debilis (Derbent; Nuchur), munda (Nuchur); Christoph,
Mem.
Micra chalybea S. 518 Fig. \0, furia Fig. 13, balux Fig. 14 S. 519
(Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884 PI. 47.
Anthophila zamia Fig. 12 bidla Fig. 9 (Kurrachee); Swinhoe, Proc.
Zool. Soc. London 1884 S. 518 PI. 47.
Acontia ^^Zanc^/z (Askhabad) ; Christoph, Mem., dentata, CT/o (ebenda;
alle drei durch einen nackten Stimfortsatz ausgezeichnet und in die Unter-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 141
gattung Armada gestellt); Staudinger ebenda, hortensis (Kurrachee);
Swinhoe, Proc. Zool. See. London 1884 S. 517 PI. 47 Fig. 7.
Chasmina atrata (Yesso); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 274.
Heliothus violacea (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 37 S. 223.
Plasia pulchrina ist wahrscheinlich selbständige Art; die Raupe
von PI. Ain lebt auf Lärchen und wird beschrieben; Wecke in Zeitschr.
f. Entom. Breslau, 9. Heft S. 51 und 52.
PI. Calberlae (Apenninen; Unterschiede der Raupe von der von PL
Beckeri hervorgehoben); Standfuss, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 199 ff. (hat
nach Staudinger italica Stgr. zu heissen; ebenda S. 300 ff.)
Oraesia vagabunda (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 519 PI. 47 Fig. 5.
Scotochrosta (?) disiincta, fissilis (Achal-Tekke) ; Christoph, Mem.
Gonitis propinqua (Aden); Butler, Proc Zool. Soc. Lond. 1884 S. 497.
Stendal berichtigt die in der Literatur seit 1861 verbreitete Angabe,
dass die Raupe von Orrhodia Fragariae eine Mordraupe sei dahin,
dass sie ganz harmlos sei und nie Miene mache, andere Raupen anzu-
fallen ; die Entwickelung und Zucht der Raupe wird eingehend beschrieben ;
Jahresh. Ver. f. vaterländische Naturkunde in Württemberg, 40. Jahrg.
S. 46 ff.
Orthosia infrequens (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 517 PI. 47 Fig. 11.
Über die Raupen der Gatt. Cosmia s. P. Chretien in Lc Natura-
Hste 1884 S. 460, 475, 484.
Caradrina sahulosn (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 516 Ph 47 Fig. 6.
Leucania straminea Tr. neu für Skandinavien, Kai-lskrona, S. 96
und beschrieben S. 100; Thedenius, Entomol. Tidskrift 1884.
Food plants of the army worm; Anferican Naturalist 1884 S. 297.
Callopistria Yerburn (Aden); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884
S. 496.
Apamea fibrosa Larve (auf Cladium mariscus); Buckler, Ent.
Monthl. Mag. XX S. 176.
Episema Antherici (Askhabad); Christoph, Mem.
Mamestra picta larval stagcs; Packard, Americ. Naturalist 1884
S. 1266.
M. albipicia (Michailow-Busen) ; Christoph Mem.
Ueber die Verheerungen, Futterpflanzen u. s. w. der Chareas gra-
minis schreibt Holmgren einen ausführlichen Artikel; Entom. Tidskrift
1884 S. 151 ff.
Agrotis conflua 7V. und festiva Hb. sind eine Art; conflua ist
eine den höheren Gebirgen und dem Norden Europas und Amerikas eigene
Form, die in wärmeren Gegenden schnell zur normalen festiva-Form zurück-
142 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
kehrt, wie durch Zucht bewiesen wurde. Wocke, Zeitschr. f. Entom.
Breslau, 9. Heft S. 48 ff.
A. devota (Askhabad), contrita (Nuchur); Christoph, Mem.
Acronycta Betulae (Nordam.); Riley, Bull. Brookl. Ent. Soc. VII
S. 2. f.
Notodontidae, Rkenea n. g- (für circumcincta Saalm.); Saalmüller,
Lepid. Madag. S. 242.
Äcroctena (n. g.) ßssura (Nossi-Be) S. 244 Fig. 70: derselbe ebenda.
Zoranga (n. g.) pcmnosa (Umballa, Indien); Moore, Trans. Ent.
Soc. London 1884 S. 357.
Biologisches über Cymatophora Or., Gauckler, Ent. Nachr. 1884
S. 309 ff.
Phalera Haasi (Bestsileo); SaabnüUer, Lepid. Madag. S. 245 Fig. 54.
Nach Pabst ist Notodonta tritophus ein Druckfehler; der Name
soll trilophus heissen, mit Rücksicht auf die 3 grossen Höcker der
Raupe; 9. Bericht Naturw. Gesellsch. Chemnitz S. 94
Lophopteryx elegans (Maine); Strecker, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad.
1884 S. 285.
Packard macht einige Angaben über die Raupe von Lochmaeus
tesella und erwähnt von derselben das Ausspritzen eines Saftes in der
Nähe des Kopfes; wo dieser bereitet und entleert wird, liess sieh nicht
genauer ermitteln. American. Naturalist 1884 S. 1044. (Ein entsprechender
Apparat findet sich bei Harpyia vinula, wo er nachDimmock, Klem-
siewicz u. a. auf der Bauchseite zwischen Kopf und erstem Rumpfseg-
ment ausmündet. Vgl. die früheren Berichte.)
Carea obsolescens (Bombay); Moore, Trans. Ent. Soc. London 1884
S. 356.
Harpyia alhicoma (Colorado); Strecker, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad.
1884 S. 284.
Drepaunlidae« Cilix terax (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Madag.
S. 217 Fig. 62.
Problepsis Meroearia (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Madag. S. 218
Fig. 67.
Oreta camea (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Madag. S. 220.
Satliruiadae. Ceranchia mucida (Betsileo); Saalmüiler, Lepid.
Madagasc. S. 223.
Aglia tau -Raupe an Alnus und Cornus sanguinea; Teich, Stett.
Ent. Zeit. 1884 S. 211.
Saturnia Carpini-Cocon mit 2 Puppen; Ent. Nachr. 1884 S. 159 ff^
Bomhjcidae. Palirisa n. g. für (Jana) lineosa Wlk.-^ Moore,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 360.
Spalyria n. g. für (Bombyx) collaris Gu∈ derselbe ebenda S. 370.
Syrastrena n. g. für (Metanastria) minor Moore-, derselbe ebenda
S. 374.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 143
Gastromega (n. g. inter Boroecra et Lebeda) für badia Saalm. und
cervicolora, S. 226;
Lihethra (n. g.) jejuna (Betsileo) S. 230, piinctülata (ibid.) S. 232
Fig. 71;
Lerodes (n. g.) fiilgurüa (Nossi-Be) S. 233 Fig. 86;
Glocia (n. g.) solida (Nossi-Be) S. 234 Fig. 65;
Protogenes n. g. Lechriolepis affine für (Trabala) Stumpfii! S. 240;
Saalmüller, Lepid. Madag.
Ganisa similis (Darjiling); Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 359.
Apha yfrtm (Nilgiris); Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 359.
Tagora discrepans (Bombay); Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884
S. 360.
Enpterote suhdita (Jubbulpore) , vinosa (ibid.), cupreipennis (Madras)
S. 361, suffusa, variegata (Jubbulpore), griseipennis (N. Indien), S. 362,
dissimilis (N. W. Himalaya), contaminata (Bombay), sinuata (Himalaya)
S. 363, consimilis (Darjiling), auriflua (Malabar), Todara (Nilgiris) S. 364,
castanoptera (Nepal), nigricans (Jubbulpore) S. 365, alterata (Darjiling),
permutata (Bengal), immntata (Nepal) S. 366, mollis (Bombay), caliginosa
(Jubbulpore), lativittata (Bombay) S. 367, persimilis (Calcutta), dissimilis
(N. W. Himalaya), cinnamomea (S. Indien) S. 368, similis (Calcutta), deco-
rata (Punjab), afßnis (N. Indien) S. 369; Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884.
Brachyptera primularis (Coonoor); Moore, Trans. Ent. Soc. London
1884 S. 371.
Marlida /ra«e/-na (Darjiling); Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884S. 371.
Messata ^awcZa, castanoptera (Nilgiris); Moore, Trans. Ent. Soc. London
1884 S. 372.
Sangatissa alhipars (Bombay); Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884
S. 372.
Nisaga modesta (N. Indien); Moore, Trans. Ent. Soc. London 1884
S. 373.
Auch nach Keferstein ist der Bombyx oder Bombylius des
Aristoteles als Seide hervorbringendes Insekt die Gastropacha Dryo-
phaga Tr. (Otus Drury); Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 123 ff;
vgl. den vor. Ber. S. 168.
G. divaricata (Darjiling); Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 374.
Lenodora signata (Bengal), fusca (Bombay), fasciata (Coonoor);
Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 374.
Trabala irrorata (Java; Mergui); Moore, Trans. Ent. Soc. London
1884 S. 375.
Lebeda /rt.scia^a (Khasia Hills) S, 375, purpurescens {ßornQo) S. 376;
Moore, Trans. Ent. Soc. London 1884.
Lasiocampa gargamelle (Arizona); Strecker, Free. Acad. Nat. Sei«
Philad. 1884 S. 286.
Fabst schildert die Entwickelungsgeschichte der L. lunigera und var.
144 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
lobulina; die erstere ist vielleicht die Sommer-, lobulina die Winter
generation; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 270 ff.
Bombyx castrensis var. Veneta (V.); Standfttss, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 193.
Derselbe brachte B. neustria cT ^lit ^^^ Weibchen dieser Varietät und
mit franconica zur Kopulation und erzielte auch Hybriden, die bechrieben
werden; ebenda S. 195 ff.
Pachygastra Niris (Niger); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1884 S.
228 PI. XVII Fig. 6.
Liparidae. Scaphocera n. g. für (Cypra) marginepunctata ASaaZw. ;
Saalmüller, Lepid. Madag. S. 181.
Charala n. g. für (Stilpnotia) sericea Moore; Moore, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1884 S. 359.
Laelia lilacina (Nilgiris) S. 358, pallida (Bombay) S. 359; Moore,
Trans. Ent. Soc. London 1884.
Laeliodes rubripenms (Burmah), lactea (Pundjab); derselbe ebenda
S. 358.
Basychira, phaeosericea (Madagask.); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 189, Crausis (Old Calabar) ; Druce, Proc. Zool. Soc. London 1884 S.
228 PI. XVII Fig. 5.
Pegella ichorina (Amboina); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 201.
Lymantria /uwzosa (Nossi-Be) S. 188 Fig. 79, {^xxor^ an praec. $ ?
S. 190); Saalmüller, Lepid. Madag.
Euproctis jow^z7/a.' (Nossi-Be'); Saalmüller, Lepid Madag. S. 184, im-
maculata (Java; Sikkim); Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 358.
Stilpnotia cretosa (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Madag. S. 184.
Pentophora Bolivan (Merida, Venezuela) ; Heylaerts, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 41.
Artaxa simulans (Amboina); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) VIII S. 200.
Psychidae, Biologische en systematische Beschrijving
van vier nieuwe Argentijnsche Psychiden, door Prof. Weijen-
bergh; Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 9 ff. PI. 2.
Mc. Lachlan macht ein einer Cyclostoma oder Paludina täuschend
ähnlich sehendes Larvengehäuse aus Ostafrika (an Mimosa?) bekannt; Ent.
Monthl. Mag. XXI. S. 1 f. mit Holzschn., und erkennt, dass Gerstäcker
ähnliche Gehäuse von Cochlophora valvata beschrieben hat; ebenda S. 27.
Heylaerts handelt on the exotic Psychids in the Leyden Mu-
seum; Notes Leyden Museum VI. S. 129 ff. — Acanthopsyche Ritsemae
wird als cT von Perina nuda F. erkannt; ebenda S. 133 und C; R. Ent.
Belg. 1884 S.
Derselbe theilt Observations synonyraiques et autres rela-
tives a des Psychides avec descriptions de novae species mit; C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 34 ff.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 145
Derselbe zählt ebenda S. 91 flf. Les Psychides de la Hollande
et de la Belgique auf.
Derselbe macht ebenda S. 207 ff. Remarques psy chidologiques,
die sich auf Nordamerikanische Arten beziehen.
Psyche hirtella Bsdv. = angustella H. S., hispidella Bsdv. =
opacella H. S., siculella Bsdv. = apiformis Rossi var. melasoma
Stffr. ; die Varietät hat also siculella zu heissen ; casanella Bsdv. =
villosella 0.; Psyche surinamensis Möschl. und leucosoma Snell. ge-
hören in die Gattung Lansdswnia Heyl.^ Eumeta Wlk.-, Acanthopsyche
Ritsemae Heyl. =■ Perina nuda F., basalis Wlk. ; Kophene minor Moore
ist ein Oiketicoides Heyl., Chalia Moore \ die Gattungen Lansdownia
Heyl. = Eumeta Wlk., Oiketicoides Heyl. = Chahx Moore ; die Gattungen
Dappula und Bambalina Moore sind nicht begründet; Heylaerts, C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 34 ff.
Dehorrea (n. g. Oeceticin.) Malgassa (M.); derselbe ebenda S. 37.
Psyche Cassiae (Argent., auf C. aphyllis) S. 9 Fig. 1 — 6, Burmeisteri
(ebenda und auf derselben Pflanze) S. 14 Fig. 7, 8, Bergii (desgl.) S. 17.
Fig. 9 — 11, sämmtliche in allen Stadien beschrieben; "Weljenbergh,
a. a. 0., Wockei (Rom); Standfuss, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 205.
Oeceticus tabacillus (Argentinien; polj-phag); "Weijenbergh, a. a. 0.
S. 20 Fig. 12, 13.
Manatha Edwardsii (Texas); Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 101.
Eumeta japonica (Tokio), hrasiliensis (Br.); Heylaerts, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 40, (?) Zelleri (Caffrarien; nur Raupe und Sack bekannt);
derselbe ebenda S. 98.
Chalia Rileyi (Missouri, Raupen auf Apfel- und Pfirsichbäumen);
Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 208.
Animula dimidiata (?), basalis (?), Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 38. — Derselbe beschreibt ebenda S. 97 den Sack und die Puppe
des cT sowie das $ von A. dichroa H. S.
Limacodidae. Prostemidia (n. g. Semyrae proximum) me-
tnllica (Betsileo); Saalmüller, Lepid. Madag. S. 209 Fig. 65.
Scopelodes testacea (Silhet; Moulmein; = Sc. unicolor Walk, nee
Westw.); Butler, Ent. Monthl. Mag. XXI S- 156.
Parasa reginula (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Madag. S. 204 Fig. 49.
Über das zweimalige Überwintern der eingesponnenen Raupe
von Limacodes testudo s. oben S. 120.
Aphendala tripartita (Manpuri; Jubbulpore), divaricata (Cachar);
Moore, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 376.
Cossidae. Romanoffia (n. g.) imperialis (Chiriqui); Heylaerts,
C. R Ent. Belg. 1884 S. 94 f. mit Holzschn. des Flügelgeäders und Ver-
beserung S. 150.
Endagria agilis (Krasnowodsk), clathrala (zw. dem Michailow - Busen
und Kisil-Arvat) ; Christoph, Mem.
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg-. 2. Bd. K
146 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Nemeta Sumatrensis (Sipoholon); Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 42.
Pseudopsyche Dembrowskyi Oberth. = Preyeria Sinica Moore\ S. 44.
Hypopta muscosa (Askhabad; Nuchur); Christoph, Mem.
Phragmatoecia cinerea als neue Art von Kemmern angedeutet; Teich,
Korresp. Naturf. Verein Riga XXVII S. 31 , faeda (Kurrachee); Swinhoe,
Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 515 PI. 47 Fig. 1.
Laheclera, Staudinfferi (Bogota); Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 75.
Cossus Stumpfß (Nossi-Be), Saalmüller, Lepidopt. Madag. S. 210,
(Holcocerus) nohilis, holosericeus (Margelan; Askhabad), Staudinger, Mem.
Siculidae. Siculodes aenea (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Madag.
S. 215, cuprea (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37
S. 264.
Hepialidae. Hepialus Mlokoss&ntscM (Lakodekhi) ; Eomanoff, M6m.
Arctiadae* Fodinotdea (n. g.) Slaudingeri (Betsileo Ld.) S. 154
Fig. 63; Phryganopteryx n. g. für (Macrobrochis) strigilata Saalm.
S. 155; Saalmüller, Lepid. Madag.
Spilosoma Niohe (Florida); Strecker, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad.
1884 S. 284.
Rhodogastra /raferna (Bombay); Moore, Trans. Ent. Soc. London
1884 S. 356.
Nach Oberthür ist die ursprüngliche Chelonia Dahurica Boisd.
die var. Mannerheimi von maculosa Z. ; nachdem Boisduval seinen Irr-
thum erkannt hatte, suchte er den Namen zu retten, indem er ihn später
einer californischen Art, der Ch. virguncula Kby. unterschob; Revue men-
suelle d'Entom. I S. 128 ff.
Ch. geometrica (Scioa); Oberthür, Ann. Mus. Civico Genova XVIII
S. 735 Tav. IX Fig. 7.
OcnogynaLoewivar.paZZtWeor (Artschmann; Askhabad) ; Christoph, Mem.
Ecpantheria caeca (Colorado); Strecker, Proc. Acad. Nat. Sei. Phila-
delphia 1884 S. 283.
Arctia Cervini Fall, und 5 Varietäten; Christ, Mitth. Schweiz.
Ent. Gesellsch. VII S. 44 Taf.
Die Erfahrungen, welche Hülst hinsichtlich der Variabilität von A.
excelsa machte, veranlassen ihn, A. phalerata, pallida, celia, Snowi, Phyl-
lira, figurata, placentia, decorata, flammea und excelsa mit Nais Drury zu
vereinigen; ebenso Saundersii Grote mit Parthenice Kby.^ von welcher
Anna Grote eine Varietät ist; Americ. Naturalist 1884 S. 193.
A. villica var. conßuens (Persien; Lenkoran); Eomanoff, Mem.
Lithosiadae. Devanica (n. g. Chalcos. für Sephisa praeocc.) bi-
color (Cachar); Moore, Trans. Entom. Soc. London 1884 S. 355.
Nychthemera gradlis (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid Madag. S. 179
Fig. 66.
Pterothysanus lanaris (Shanghai?) S. 406, pictus (Elephanta Isl.)
S. 407; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 147
Aletis Forbesi (Old Calabar; Cameroon); Bruce, Proc. Zool. Soc.
London 1884 S. 127 PI. XVII Fig. 4.
Lithosia cinnaharina (Amboina); Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f.
Naturk. 37 S. 216, cocciniceps (Madagaskar); Mabille, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 189.
Ametropalpis nasuta (Madagaskar); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 189.
Panaethia simulans (Nias); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S 35.
Prabhasa maculosa (Betsileo) S. 166 Fig. 68, nngidosa (Nossi-Be)
S. 167; Saalmüller, Lepid. Madag.
Nola incana (Betsileo) S. 173, praeßca (Nossi-Be) S. 174, respersa,
varia (ibid.) S. 176; Saalmüller, Lepidopt. Madag., interrupta (Amboina);
Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37 S. 218, gigas (Yesso);
Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 274.
Packard beschreibt Raupe und Puppe von N. ovilla und spricht die
Ansicht aus, dass diese Gattung neben Clemensia gehöre; Americ. Na-
turaUst 1884 S. 726.
Laurion zehra (Nias); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S. 35.
Nycteolidae. Earias dtrina (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Madag.
S. 178.
Syntomidae. Dysauxes contigua (Nossi-Be) S. 143 Fig. 93, di-
stincta (ibid.) S. 144, expallescens (ibid.), extensa (Tamatave) S. 145;
Saalmüller, Lepid. Madag.
Syntomis zygaeno'ideSf muscella (Madag.); Mabille, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 188, Blanchardi, Davidi (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France
1884 S. 136.
Zygaenidae. Syntomedia Angasi (Dominica); Druce, Proc. Zool.
Soc. London 1884 S. 321 PI. XXV Fig. 5.
Procris translucida (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1884
S. 136.
Zygaena rubicundus Hb. ist nach Standfuss eine gute Art; Stett.
Ent. Zeit. 1884 S. 207.
Z. cambysea var. rosacea (Istissa); Bomanoff, Mem., Smirnovi (Nuchur);
Christoph ebenda.
Eucereon Imnei (Dominica); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 322 PI. XXV Fig. 6.
Sesiadae. Sesia dioctniformis (Alaghez); Eomanoff, Mem.
Agaristidae. Ophthalmis dedpiens (Nias); Butler, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XIV S. 34.
Eusemia Watersii (Betsileo co.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (.5)
XIV S. 409.
Butler bespricht die systematische Stellung der Gattung Cocytia,
die er schon früher zum Rang einer besonderen Familie zwischen den
Zygaeniden und Agaristiden erhoben hatte, und beschreibt zu den beiden
148 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bekannten Arten eine dritte, C. Veitchn (Batchian) S. 352; Trans. Ent.
Soc. London 1884 S. 351 ff.
Cocytia Rihhaei (Aru Islds); Bruce, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 156.
Agarista hiformis S. 404, ardescens, vindex S. 405, darwiniensis
S. 406 (Port Darwin); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV, Epipales
(Madagaskar); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 189.
Sphingidae. Für (Zonilia) Heydeni Saalm. errichtet Saalmüller die
Gattung Maassenia und beschreibt und bildet die Art ab; Lepid. Madag.
S. 126 Fig. 38.
Sphinx oegrapha (Madagaskar); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 187.
Ambulyx Watersii (Betsileo co.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIV S. 407.
Cephonodes BucMandii (Port Darwin; = Macrogl. Cunninghamii
Boisd. nee Walker)-, Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S. 404.
Panacra Butleri (Nossi-Be); SaalmüUer, Lepid. Madag. S. 119 Fig. 51.
Smerinthus BiancMi (Scioa); Oberthür, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 734 Tav. IX Fig. 8, Ästarte (Denver, Colorado); Strecker,
Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1884 S. 283, Z^amWi (Kleinasien) , Oberthür,
Bull. Entom. France 1884 S. 12.
üeber den Haarpinsel am Anfang des Hinterleibes von Acher ontia
Atropos (^ s. oben S. 118; Raupe in Schweden beobachtet Entom. Tid-
skrift 1884 S. 193. ff".
Hesperiadae, Ploetz hat die Gruppe der Achlyoden bear-
beitet; Jahrb. Nass. Vereins für Naturkunde, 37. S. 1 ff". Die grosse
Zahl der in dieser Gruppe unterschiedenen Gattungen (Achlyodes, Anti-
gonus, Carystus, Catodaulis, Celaenorrhinus, Chaetocneme, Coleolus, Daimio,
Eagris, Eantes, Ephyriades, Erinnys, Eudamus, Hellas, Leucochitonea,
Nisoniades, Oleides, Paramimus, Pholisora, Pterygospidea , Pythonides,
Satarupa, Spioniades, Tagiades, Talides, Thanaos, Thymele) wird von ihm
auf folgende 6 reduzirt: Ephyriades (Palpen kurzborstig behaart, mit
kurzem, gerade vorstehendem oder wenig gehobenem Endgliede. Fühler
ungefähr halb so lang wie die Vdfl., mit schlanker, spindelförmiger, fein-
gespitzter Kolbe; Hinterschienen mit End- und Mittelsporen, ohne
Haarpinsel. Vdfl. ohne Umschlag am Vorderrande, Mittelzelle bis % so
lang; der Saum ist zuweilen etwas busig, selten geeckt; Glasflecken; Htfl.
meistens mit wellenförmigem oder geecktem Saum, welcher zwischen den
Rippenenden mehr oder weniger, am stärksten aber bei Zelle 4 und 5, einge-
zogen ist; gewöhnlich haben sie weisse Glasflecken; der Körper ist massig
stark, der Htlb. in der Regel kürzer als die Htrfl., Gestalt spannerähnlich),
Pythonides (Palpen borstig behaart, mit kegelförmigem grade vorgestrecktem
Endgliede, Fühler ungefähr halb so lang wie die Vfl., mit dünnem Schaft
und schwacher, spindelförmiger Kolbe; Htschienen mit End-, meistens
auch Mittelsporen, beim cT mit Haarpinsel. Körper ziemlich schwach,
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 149
Htlb. kürzer wie die Htfl. Vdfl. ohne Umschlag, Mittelzelle etwa % so
lang, Rippe 2 entspringt näher an Rippe 3 wie an der Wurzel. Htfl. mit
fast gleich starker Rippe 5. Saum aller Flügel glatt, mit angescheckten
Fransen Sie bewohnen Süd- Amerika), Achlyodes (Palpen borstig,
mit grade vorgestrecktem oder etwas geneigtem, bis ans Ende behaartem
Endgliede. Fühler halb so lang wie der Vfl., mit schwachem Schaft und
gespitzter, oft sehr schlanker Kolbe, Hinterschienen mit End- und Mittel-
sporen, beim cT Qiit Haarpinsel. Körper massig stark, Htlb. länger wie
die Htfl. Vdfl. ohne Umschlag am Vorderrande, Mittelzelle fast % so lang,
Rippe 2 entspringt ziemlich in der Mitte zwischen der Wurzel und Rippe
3. Rippe 5 der Htfl. ist sehr schwach oder fehlend; Bewohner
Süd- und Mittel - Amerikas) , Antigonus (Palpen borstig behaart, mit
dickem kegelförmigem gerade vorstehendem oder etwas gesenktem End-
glied. Fühler meistens schwach, selten mehr als halb so lang wie die
Vdfl., oft kürzer, die gespitzte, spindelförmige Kolbe ist gewöhnlich ziem-
lich kurz. Die Hinterschienen haben End- und Mittelsporen, beim cj" mit
Haarpinsel. Der Körper ist oft ziemlich stark, der Htlb. nicht so lang wie
die Htfl. Vdfl. beim cT mit einem Umschlag am Vorderrande, ihre Mittel-
zelle höchstens % so lang, oft bedeutend kürzer, Rippe 2 entspringt nicht
selten näher an der Wurzel als an Rippe 3. Rippe 5 der Htfl. schwach
oder fehlt), Nisoniades (Palpen borstig behaart, vor der Stirne erhoben,
mit kegelförmigem, gerade vorgestrecktem Endgliede. Fühler schwach,
meistens etwas über halb so lang wie die Vdfl. , mit ziemüch kurzer,
spindelförmiger, gespitzter, wenig gebogener Kolbe; die Hinterschienen
haben End- und Mittelsporen. Der Körper ist ziemlich schwach, der Htlb.
selten so lang wie die Htfl. Die Vdfl. haben beim cT am Vorderrand
einen schmalen Umschlag, die Mittelzelle ist kaum % so lang, Rippe 2
entspringt etwa in der Mitte zwischen der Wurzel und Rippe 3. Rippe 5
der Htfl. selten deutUch), Tagiades (Palpen stark, schuppig behaart, vor-
gestreckt oder vor der Stirn aufgerichtet, mit kurzem nacktem Endgliede.
Fühler halb so lang wie die Vdfl., mit spindelförmiger, gespitzter etwas
gebogener Kolbe; Hinterschienen mit End- und Mittelsporen, selten mit
einem Haarpinsel auf der Rückenseite. Der Kösper ist theils schwach
theils massig stark, Htlb. nicht so lang wie die Htfl. Vdfl. ohne Umschlag
am Vorderrande, mit bis % so langer Mittelzelle ; selten entspringt Rippe 2
näher an der Wurzel als an Rippe 3. Htfl. mit ansehnlicher Wurzelzelle,
Rippe 5 schwach oder fehlt). Aus der Gattung Ephyriades sind 15, Py-
thonides 34, Achlyodes 33, Antigonus 64, Nisoniades 19, Tagiades 64 Arten
namhaft gemacht.
Derselbe behandelt in gleicher Weise wie früher die Hesperiinen-
Gattungen Ismene Sw. S. 51 ff, Plastingia Butl. S. 145 ff, Apaustus
Hübn. S. 151 ff, Thymelicus Hübn. S. 284 ff-, Butleria Kirby S. 290 ff,
Telesto Bsdv. S. 376 ff, Isoteinon Feld. S. 385 f, Abantis HopJ. S. 386 f,
Cyclopides Hübn, S. 387 ff, und deren Arten; Stett. Entom. Zeit. 1884.
150 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Saalmüller gründet auf Amygdalis Mab. die n. G. Ploetzia; Lepid.
Madag. S. 115.
Pamphila Larika (Amboina) Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. Naturk.
37 S. 207 Taf. VII Fig. 1, Moseleyi (Ke Dulan); Butler, Ann, a Mag.
N. H. (5) XIII S. 198, Ravola (Dominica); Godman u. Salvin, Proc. Zool.
Soc. London 1884 S. 320 PI. XXV Fig. 3. 4, Ähriman (Nuchar);
Christoph, Mem., gemella (Madag.); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 187.
Die Syrichthi der Alveus-Gruppe kurz diagnostizirt von Christ
s. Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 27.
Prote'ides Angasi (Dominica); Godman u. Salvin, Proc. Zool. Soc.
London 1884 S. 318 PI. XXV Fig. 2.
He&peria Weymeri (Nossi-ße) S. 107, octofenestrata (ibid) S. 108,
dlipsis (ibid) S. 109, ypsilon (Tamatave) S. 110; Saalmüller, Lepid. Madag.
Trapezites /as^MosMs (Madag.); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 186.
Plesioneura Humbloii (Madagaskar); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 187.
Gomalia litoralis (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond. 1884
S. 513 PI. 47 Fig. 4.
Spilothyrus (Altheae Hb. var.?) Baeticus Rbr. im Wallis bei
Vex; Christ, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 28.
Lycaenidae. Liptena Homeyeri (Westafrika); Dewitz, Berl. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 188 Taf. I Fig. 3.
Gerydus Boisduvalii (Amboina), stygianus (Ternate); Butler, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XIII S. 194.
Aphnaeus Nyassae (N.) S. 250, Vicioriae (Victoria Nyanza) S. 251 ;
Butler, Ent. Monthl. Mag. XX.
Zizera mora (Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 506 PI. 47 Fig. 2.
Lycaena perparva (Nossi-Be) S. 98, quadriocularis (Nossi-Be) S. 100,
Taf. I Fig. 7, 8, coeruhoarcuata (ibid) S. 102 Fig. 9 — 11; Saalmüller,
Lepid. Madag., Mangoensis (M., Fiji L); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIII S. 347, Antinorii (Scioa); Oberthür, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII
S. 731 Tav. IX Fig. 3, Davidi (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France
1884 S. 135.
Aurivillius fand 6 Puppen von Lycaena Argus unter der Rinde
einer von Lasius niger bewohnten Kiefer und vermuthet in diesem Vor-
kommen ein durch die Abscheidung eines süssen Saftes von Seiten der
Raupen bedingtes normales Zusammenleben von beiden Insekten , wobei er
an die Vorkommnisse ausländischer Lycaeniden erinnert; Entomol. Tid-
skrift 1884 S. 190.
L. Medon var. in Holland; Tijdschrift v. Entomol. XXVII S. 134 ff.
Pseudodipsas Brisbanensis (B.); Miskin, Trans. Ent. Soc. London
1884 S. 95.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 151
Panchala trogon^ morpkina (Perak); Distant, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XIV S. 201.
Loxura Cassiopeia (Perak); Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV
S. 200.
Catochrysops trifracta (Rat Isl.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIII S. 194.
Lampides aetherialis (Ke Dulan); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
Xni S. 195.
Jolaus Fiaggiae (Scioa) ; Oberthür, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII
S. 730 Tav. IX Fig. 6.
Jamides Woodfordii, campanvlata S. 346, lobelia (Mango), pulcher-
rima, morphoides (Neu-Hebr.) S. 347 ; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII.
Hypolycaena renidens (Madag.?); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 186.
Hypochrysops Hecalius (Victoria); Miskin, Transact. Ent. Soc. Lond.
1884 S. 94.
Deudorix Demoeies (Queensland); Miskin, Transact. Ent. Soc. London
1884 S. 95.
Theritas Oakesii (Malpaso, Columb.) ; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIV S. 267.
Satyridae. Dodonidia n. g. für (?) Helmsii Fereday von Neu
Seeland; Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 172 mit Holzschnitt.
Satyrus Wilkinsi S. 243, Ahramovi S. 244 (Semiretschie) ; Erschoff,
Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII, Manzorum (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent.
France 1884 S. 134.
Debis Moupiniensis S. 140, luteofasciata S. 154, albolineata S. 155,
violaceopicta S. 158 (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1884.
Mycalesis evanescens (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Madag. S. 91,
Benacus (Madag.); Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 185, penicillata
(Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1884 S. 135.
L. de Niceville und Distant lassen M. polydecta Cram. und Langi
Nic^v., sowie ferner Yphthima yphthimoides und Melanitis Libya abbilden ;
Transact. Ent. Soc. London 1884 PI. IIL
Morphidae. Amathusia dilucida (Malacca; Borneo); Honrath,
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 206 Taf. III, V Fig. 3, 3a; IV 3b.
Zeuxidia Sihulana (S., Mindanao) ; Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 205 Taf. II, in Fig. 2, 2a; IV 26.
Ithomia soligena (Ecuador) S. 16 Taf. II Fig. 7, mellilla (ibid.) S. 17;
Weymer a. a. 0.
Leucothyris Pavla (Veragua) S. 14 Taf. II Fig. 5, solida (Ecuador)
S. 15 Fig. 8; Weymer a. a. 0.
Hymenitis viatronalis (Ecuador); "Weymer a. a. 0. S. 18 Taf. I Fig. 6.
Dana'idae. Mechanitis proceHs (Amazon.) ; Weymer a. a. O. Taf. 1
Fig. 2 S. 12.
152 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ceratinia honesta (Ecuador) S. 9 Taf. II Fig. 5, amica (Columbien)
S. 10 Taf. I Fig. 7; Weymer a. a. 0.
Sais promissa (Amaz.); Weymer a. a. 0. S. 11 Taf. II Fig. 4.
Methona curvifascia (Ecuador); Weymer a. a. O. S. 8 Taf. II Fig. 3.
Lycorea cinnamomea (Ämaz.) S. 7 Taf. II Fig. 6; Weymer a. a. 0.
Vadebra Murrayi (Amboina); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (s) XIII
S. 191, mangoensis (Mango); derselbe ebenda S. 344.
Trepsichrois Verhuelli (Borneo); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIV S. 403.
Salatura Eurydice (Nias L); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 58.
Hamadrjus niveipicta (Ke Dulan; Ceram); Butler, Ann. a. Mag. N.
H. (5) XIII S. 191.
Danisepa Schreiben (Borneo); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV
S. 403.
Bei Aden kommen Limnas Chrysippus, Alcippus, Dorippus und eine
vierte Form mit Zwischenformen unter einander vor ; die unbenannte vierte
Form wurde in copula mit Dorippus und Chrysippus gefunden; Butler,
Proc. Zool. Soc. Lond. 1884 S. 478 ff. mit Taf. 46, die geographische
Verbreitung der genannten Arten darstellend.
Danais Clarippus (Nias, vielleicht zu Chrysippus gehörig); Weymer,
Ent. Nachr. 1884 S. 257.
D. Chrysippus var.; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 210
PI. 11 Fig. 2, var. Vigelii (Atjeh); Heylaerts, C. R. Ent. Belg. 1884 S, 99.
Anosia leucogyne (St. Thomas); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIII S. 183.
Caduga/w77 emZts (Nias Isl.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) Xm S. 58.
Helicouiadae. Heüconius auHcus (Columbien) S. 19 Taf. I Fig. 1,
forlunaius (Amazon.) S. 21 Fig. 4, Mentor (Neu Granada) S. 22 Fig. 3,
metaphorus (Ecuador) S. 24 Taf. 11 Fig. 1, Hyas (Amazon.) S. 26 Taf. I
Fig. 5, Weymer a. a. 0.
Athyrtis Salvini (Jurimaguas, Peru); Srnka, Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 163.
Acrae'idae. Acraea Boseae (Nossi-Be); Saalmüller, Lepid. Mad.
S. 76 Taf. I Fig. 3, Daira (ü. Niger) Fig. 3, calyce (ibid.) Fig. 1, 2;
Godman u. Salvin, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 221 PI. XVII.
Nymplialidae. Tanaecia Nicevillei (Perak); Distant, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XIV S. 199
Chersonesia Peraka (P.); Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV
S. 199.
Anaea Dominicana (D.); Godman u. Salvin, Proc. Zool. Soc. Lond.
1884 S. 316 PI. XXV Fig. 1.
Prothoe Semperi (Sibulan, Mindanao); Honrath, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 204 Taf. II Fig. 1.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. X53
Charaxes hamatus (Afrika, 6° s. Br., 20 — 26 ö. L.); Dewitz, Ent.
Nachr. 1884 S. 285 mit Holzschn., Ändranodorus S. 184, Zoippus S. 185;
Mabille, C. R. Ent. Belg. 1884.
Prepona Neoterpe (Chanchamayo, Peru) ; Honrath, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 207 Taf. VI Fig. 5, 5 a.
Thiele macht ein Exemplar von Apatura Iris bekannt, das auf
der linken Seite und dem rechten Vorderflügel die Färbung der ab. Jole
hatte, während der rechte ünterflügel die normale Iris geblieben war;
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 161 mit Holzschn.
Symphaedra perdix (Nias Isl.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
xm s. 59.
Pseudacraea Gottbergi (Quango); Dewitz, Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 187 Taf. I Fig. 1, Colvillei (Natal); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIV S. 123.
Diadema Mechoivi (Quango); Dewitz, Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 187
Taf. I Fig. 2.
Cyrestis Themire (Perak, Malacca); Honrath, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 398 Taf. X Fig. 5.
Callithea SmJcai (Pebas, Amaz. sup.); Honrath, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 208 Taf. VII Fig. 6, 6 a.
CaUicore Panthalis Taf. VII Fig. 7, 7a, Merida Fig. 8 (Merida,
Venez.); Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 209.
Doleschallia Niasica (N.); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 59.
Vanessa Antiopa überwintert in den Brennholzstössen des Waldes;
Homeyer, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 419.
Ueber Melitaea maturna var. Wolfensberger i s. Mitth.
Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 11 und 45.
Atella propinqua (Queensland) ; Miskin, Transact. Entom. Soc. London
1884 S. 94.
Pieridae. Thestias Aenippe var.; Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVII S. 210 PI. 11 Fig. 3
Terias Placidia StoU var. maculata (Nordmolukken) ; Staudinger, Exo-
tische SchmetterUnge S. 30 Taf. 17, photophila n. sp. (Ke Dulan), bifor-
mis (Amboina); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 196, curiosa
(Kurrachee); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 508 PI. 47 Fig. 3.
Teracolus arenicolens (Arabien); Butler, Ent. Monthl. Mag. XXI
S. 81, Walkeri (Elephant Bay, Afr.); derselbe, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIV S. 403, coelestis (Aden) S. 435 PI. XXXIX Fig. 1, 2, Vi (ibid.)
S. 437 Fig. 6, 7, rorus (N. Sind) S. 438 Fig. 8, peelus (Kurrachee)
Fig. 9, dubius (ibid.) S. 439, Kinnedü (Ahmednuggur), Xanthus (zw.
Berber und Khartum) Fig. 10, 11 S. 440 Yerburii (Aden) Fig. 12, saxeus
(Aden) PI. XL Fig. 1, 2, Odysseus (Weisser Nil) Fig. 3 S. 441, fumidus
(Transvaal) Fig. 4, 5 S. 442, immaculatus (Kurrachee), subroseus (ibid.)
Fig. 6, 7 S. 443, Taplini (Bombay; Poona) Fig. 8, 9, Sipylus (Sansibar)
154 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Fig. 10, 11 S. 444; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1884, Swinhoe
(Haithalkim); Butler, ebenda S. 491.
Zur Kenntniss der Tachyris melania (F.) s. Miskin in den
Trans. Ent. Soc. London 1884 S. 91.
Pieris Spilleri (Natal); Staudinger, Ent. Nachr. 1884 S. 52 und
Exot. Schmetterlinge S. 33 Taf. 18; Spiller, Entomologist 1884 S. 62.
Hagen's „Notes on the genus Pieris" beziehen sich auf P. Menapia,
Beckeri, occidentalis ; Proc. Bost. Soc. Nat. Hist. XXII S. 134 flf.
Snellen hält Perrhybris Malenka Hew. für eine Varietät von
P. Pyrrha F. und macht auf den auffallenden Geschlechtsdimorphismus
aufmerksam: während das cj" unseren Weisslingen gleicht, ist das 9
manchen Heliconiern, namentlich aber Eueides Isabella Cram. ähnhch.
Tijdschr. V. Entom. XXVII Versl. S. XIV f.
Pereute Chiriquensis (Ch.), Cheops (ibid.) S. 23, Callinira (Chancha-
mayo) S. 24; Staudinger, Exotische Schmetterlinge Taf. 13.
Eurema Hahneli (Amazonas) , Elathides (Venezuela) ; Staudinger,
Exotische Schmetterlinge S. 28 Taf. 16.
Dismorphia Lysino'ides (Caucathal, Columbien), mimetica (Cayenne);
Staudinger, Exotische Schmetterlinge S. 25 Taf. 15.
Delias Nigidius (Queensland); Miskin, Trans. Ent. Soc. London 1884
S. 93.
Eine Studie von Hagen über die Gattung Colias führt zu dem
Schlüsse, dass in Nordamerika folgende 9 Arten vertreten sind: C. Chry-
sotheme = Keewaydin; Säsonformen Ariadne und Eurytheme; Philo-
dice mit einer Säsonform in Texas, die Ariadne nachahmt und den nord-
westlichen Formen Eriphyle und chrysomelas; i uteri or, womit Edwardsii
mit Emilia und Astraea, Alexandra, Scudderi, occidentalis, Christina, var.
Havfordii, var. Laurentina synonym sind; Palaeno mit var. Pelidne und
Chippewa; Meadii, die auf die höheren Gebirge Colorado's beschränkt
ist; Behrii, von den höchsten Bergen Californiens ; Hecla, Boothii
mit var. Chione; Nastes mit var. Rossii. — Proc. Bost. Soc. Nat. Hist.
XXII S. 150 ff.; Americ. Naturalist 1884 S. 74.
Alpheraky berichtigt einige von ihm begangene Irrthümer, resp. er
präcisirt seinen Ausdruck; er hält C. Libanotica, Heldreichii und Aurorina
für Lokalrassen einer Art, nicht aber von Aurora; Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 476.
Elwes liefert additional notes on the genus Colias; Transact.
Entom. Soc. London 1884. S. 1 ff.
Belenois leucogyne (Lahej ; Haithalkim); Butler, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1884 S. 492.
Anthocharis Belia v. pulverata , Tomyris n. sp. (Achal - Tekke) ,
Christoph, Mem.
Papilionidae. Lehmann erzog aus 2 Puppen von Papilio Po-
dalirius mit abnormen Fühlerscheiden Schmetterlinge, bei denen die
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 155
Fühler ebenfalls abnorna waren; Zeitschr. f. Entomol., Breslau, 9. Heft
S. 22.
Bössler beschreibt das (dem ^ ähnliche) 2 von P. Zalmoxis
Heii.\ Stetf. Ent. Zeit. 1884 S. 142 ff.; Staudinger erklärt die angeb-
lichen $ für cf ; ebenda S. 298.
P. Machaon ab. Drusus; Fuchs, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 241.
P. Alexanor var. Orientalis (Ordubad; Schahrud); Ramanoff, Mem.
P. Almanso?' (Aschanti) Fig. 9, Poggianns (Guinea) Fig. 10; Honrath,
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 210 Taf. VII, Streckerianus (Oberer Ama-
zonas) S. 395 Taf. X Fig. 1, Jason var. Evemonides (Malacca S.-O.-
Borneo) S. 396 Fig. 2, Bathycles var. Balhycloides Fig. 3, Chiron var.
Chironides (Darjeeling) Fig. 4, Sarpedon ab. Milonides (Celebes) S. 397;
derselbe ebenda ; Ai-ianus (Amazonas) S. 1 0 Taf. 8 , Pl[a\esiolaus (Sa.
Martha) S. 16, Pizarro (Ober. Amaz ) S. 18 Taf. 13 [Hahneli Stand.
(Rio Maues)], Tasso (Bras. ?), Äristogiton (Caucathal, Columb.) S. 19
Taf. 13, Hipparchus (ibid.), Leucadion (Batjan; Halmahera) S. 20 Taf. 13;
Staudinger, Exotische Schmetterlinge, Thomsonii (Ke Dulan); Butler, Ann.
r. N. H. (5) Xni S. 197.
Hymenoptera.
Die Etiides myrmecologiques en 1884 von A. Forel
beziehen sich z. Th. auf allgemeinere Fragen und sollen in so
weit an dieser Stelle besprochen werden. Bull. Soc. Vaud. Sei.
nat. XX S. 316 fF. PI. XI. Aus der langen Lebensdauer der
Ameisen, die von Lubbock nachgewiesen ist, erklären sich
mehrere sonst räthselhafte Erscheinungen, vor allen Dingen der
lange Bestand einer und derselben Kolonie. Gegen Ende der
Lebensdauer einer solchen Kolonie werden in ihr vorzugsweise
oder ausschliesslich Männchen hervorgebracht. Eine neue Ko-
lonie wird von einem oder mehreren befruchteten Weibchen, die
sich zusammenthun, angelegt, und die Bevölkerung besteht daher
aus lauter Töchtern derselben Mütter. Das Zurückhalten und
die Beraubung der Flügel eines Weibchens von Seiten der Ar-
beiterinnen, wie es von Lasius flavus beobachtet ist, scheint
eine seltene Ausnahme zu sein. — Bezüglich des Wieder-
kommens von Angehörigen derselben Kolonie nach längerer
Trennung erinnert Forel an seine früheren Mittheilungen, die
z. Th. den Angaben Lubbock 's widersprechen. Es verhalten
sich aber in dieser Hinsicht nicht nur verschiedene Arten, son-
dern auch Stöcke derselben Art verschieden. Imagines, die sich
aus Nymphen, welche von dem elterlichen Stocke getrennt
156 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
waren, entwickelt hatten, wurden von ihren Schwestern z. Th.
wie ganz fremde Eindringlinge behandelt. Die Wiedererken-
nung ist z. Th. eine persönliche und individuelle. — Die Ein-
wirkung des Sublimat auf eine Kolonie bei trockenem Wetter
war bei Myrmica scabrinodis dieselbe, wie zuerst von Belt
für Atta secedens berichtet war; die Ameisen fielen wie wüthend
über einander her und bekämpften sich gegenseitig, und erst
nach mehreren Minuten beruhigten sie sich; auf Lasius niger
und flavus übte das Mittel keine Wirkung. — Gegenüber
Fahre, der einen Orientirungs- Instinkt angenommen hatte,
hält Forel daran fest, dass sich die Insekten, speziell die
Ameisen, bei ihren Wegen durch ihre Sinne zurecht finden:
Gesicht, Geruch, Gefühl. — In Vaux haben Tetramorium cae-
spitum durch Benagen junge Runkelrübenpflänzchen geschädigt.
— Oecophylla besitzt keinen Stachel, sondern gleich den
übrigen Camponotiden nur das demselben entsprechende Rudi-
ment. — Sehr eingehend werden die Sinnesorgane an den
Fühlern und Unterkiefern behandelt, deren Forel zwei Gruppen,
äussere und innere, unterscheidet. Die erstere enthält die Ku-
tikularanhänge in ihrer verschiedenen Gestalt (spitze Tasthaare;
Sinneskeule oder -kegel, Riechkolben Leydig's, Grübchen Ley-
dig's, Porenplatten Kraepelin's) ; die letztere die Organe, welche
ihrer Entstehung und Ausbildung nach auf einander zurück-
zuführen sind, aber ihrer Gestalt nach als Champagner-
pfropfen- und Flaschen- ähnliche Organe unterschieden
werden. Kraepelin gegenüber, der nur die ersteren als
Sinnesorgane, die Flaschen aber als Drüsen ansehen will, be-
hauptet Forel die Identität beider Organe; es sind entweder
beides Drüsen oder beides Sinnesorgane. — Von den
Geschmackspapillen an den Unterkiefern der Form, rufi-
barbis und ihren Nerven wird eine Abbildung gegeben.
Eine Etüde sur la repartition des sexes chez les
Hymenoptöres von J. H. Fahre weist zunächst nach, dass bei
manchen Hymenopteren die Eier mit verschieden grossen Futter-
vorräthen versehen werden, und dass in den Zellen mit den
geringeren Nahrungsvorräthen sich die (kleineren) cT, in den
mit reichlicherer Nahrung verproviantirten Zellen sich die
(grösseren) $ entwickeln. Die Menge der Nahrungsmittel hat
aber keinen bestimmenden Einfluss auf das Geschlecht, wie
sich leicht an Osmia tricornis nachweisen Hess: wenn zu einem
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 157
Ei mit geringeren Vorrätben reichlichere zugeführt wurden, so
blieben die letzteren unangetastet und es kam ein cT zum Vor-
schein ; wurden andererseits die reichlicheren Vorräthe verringert,
bis sie etwa den Umfang der kleineren Zellen hatten, so starb
die Larve nach Verzehrung dieser Vorräthe aus Hunger, ohne
sich zu einer cTImago zu entwickeln. Weitere Versuche, die
in der verschiedensten Weise abgeändert wurden, lehren sodann,
dass das eierlegende Weibchen es in der Gewalt hat, ein
männliches oder weibliches Ei zu legen, und dass es von dieser
Fähigkeit den Umständen entsprechend Gebrauch macht. Dies
zeigt sich namentlich bei solchen Arten (Chalicodoma z. B.),
die, wenn sie einen frischen Bau anlegen, zuerst im Centrum
der Scheibe die grösseren weiblichen Zellen und im Umkreise
die kleineren männlichen Zellen später mit Eiern belegen, und
ihren ganzen Eiervorrath in dieser Weise vertheilen, dass zu-
erst nur weibliche und erst zuletzt die männlichen Eier gelegt
werden. Benutzen dieselben aber einen vorjährigen Bau, von
dem immer nur höchstens der dritte Theil der Zellen brauchbar
ist, so werden auch hier die grösseren Zellen mit weiblichen,
die kleineren mit männlichen Eiern belegt, und dieser Wechsel
muss sich dann natürlich mehrere (im angenommenen Falle
drei) Mal vollziehen, bis der ganze Eiervorrath erschöpft ist.
Woher die Biene nun die Fähigkeit hat, das Geschlecht des
Eies den Umständen anzupassen, lässt Fahre unentschieden;
die V. Siebold'sche Theorie, die er allerdings wohl nur sehr
unvollkommen kennt, flösst ihm tiefes Misstrauen ein; sie er-
klärt aber die Erscheinungen in sehr befriedigender Weise. —
Ann. Sei. naturelles, Zoologie T. XVII Art. No. 9.
Nach Carlet besteht der Giftapparat der Hymenopteren
aus zwei Drüsen, von denen die eine eine sauere, die andere
eine schwach alkalische Flüssigkeit secernirt. Beide öffnen sich
an der Basis des Stachels und die combinirte Flüssigkeit ist
immer sauer. Eine durch ein giftiges Hymenopteron gestochene
Stubenfliege starb immer unmittelbar nach dem Stich, während
die Inokulation eines der beiden Gifte entweder gar nicht,
oder erst nach längerem Zeitraum zum Tode führte. Die
successive Inokulation beider Gifte führte den Tod bald nach
der zweiten Einverleibung herbei. C. R. Acad. Sei. Paris
XCVIII S. 1550 f.
Nach demselben hat die Giftblase der Mellifera im
158 Bertkau: Bericht über die wissenschaftliehen Leistungen
Gegensatz zu den Diploptera keinen Muskelbeleg, der das Gift
aus ihr heraustreiben könnte. Zum Ersatz dafür haben die
Mellifera an der Basis der Stechborsten ein „piston" genanntes
Organ, welches sich mit der Bewegung der Stechborsten vor-
und zurückbewegt und dabei jedesmal einen Tropfen Gift in
die Wunde treibt und zugleich einen neuen Tropfen in das
Reservoir einsaugt. Ebenda XCIX S. 206.
Further notes on the terminal segments of acu-
leate Hymenoptera von Saunders in den Trans. Entom.
Sog. London 1884 S. 251 flf. PI. XIII sind der Betrachtung des
achten Körpersegments und der Genitalanhänge der Männchen
bei Heterogyna, Fossores, Diploptera, Anthophila gewidmet.
Die Bienen conserviren ihren Honig durch die Ameisen-
säure, die sie mittels ihres Stachels an den Waben abstreifen.
Die stachellosen Meliponen sammeln daher auch nur geringe
Honigvorräthe , da sie dieselben doch nicht conserviren können.
Die „harvesting ants" verhindern durch dasselbe Mittel das
Keimen der gesammelten Körner; s. Köln. Zeit. No. 293 1. Bl.
Mayr zeigte, wie der Kopf lebender Exemplare kleiner
Schmarotzer (Olinx aus Gallen von Quercus cerris?) eine Menge
Linien zeigt, die bei eingetrockneten Exemplaren nicht mehr
sichtbar sind. Jene Linien sind die verbindenden Häute
zwischen den 7 Chitinplatten, aus denen die Kopf kapsei ge-
bildet ist und daher zur Feststellung der Kopftheile von grosser
Wichtigkeit. Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 8.
Die 1884 erschienenen Fortsetzungen von Andre's „Spe-
cies des Hymenopteres," fasc. 20—23, PI. XXI— XXXIII,
XXXVII beschäftigen sich noch ausschliesslich mit den Wespen ;
die gesellig lebenden sind in Fasc. 20 absolvirt ; von den einzeln
lebenden sind die Eumeniden und Masariden in Fasc. 20—23
behandelt.
Schmiedeknecht's „Apidae Europaeae" sind mit fasc.
8 — 10 fortgesetzt (Andrena zu Ende, Osmia als Vertreter der
Sectio VI. B: Ap. solitariae gastrilegidae begonnen). Diese
Gattung macht auch den Anfang des 2. Bandes.
Quelques nouveaux Hymenopteres d'Amerique;
par 0. Radoszkowsky; Hör. Soc. Ent. Boss. XVIII S. 17 flf.
Taf. I.
Etudes hymenopterologiques; von demselben, ebenda
S. 23 flf.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 159
Sobre algunos Hymenöpteros de la repiiblica
oriental del Uruguay ist der Titel einer Arbeit von
L. Holmberg in den Anal. Soc. Cientif. Argentiua XVIII
S. 201 ff. , in der 37 Arten aufgezählt und mit Anmerkungen
versehen werden.
Desselben „Viajes al Tandil y ä La Tinta; Hymenoptera,
Apidae" in den Act. de la Aead. Nacional de Ciencias, Cör-
doba, T. V, habe ich noch nicht gesehen.
Harwood zählt the aculeate Hymenoptera of the
neighbourhood of Colchester auf; Ent. Monthl. Mag. XX
S. 211 ff.
Little-known british aculeate Hymenoptera by
E. Saunders; ebenda S. 270 ff.
Bridgman bringt further additions to Mr. MarshalTs
Catalogue of British Ichneumonidae; Trans. Ent. Soc.
London 1884 S. 421 ff.
Descriptions of new species of Tenthredinidae and
Cynipidae from Mexico; by Peter Cameron; Trans. Ent.
Soc. London 1884 S. 481 ff.
Thomson führt in seinem Försök tili gruppering och
beskrifning af Crypti fort; Opusc. Entom. X S. 939 ff.
von Heyden beschäftigt sich im 3. Theil seiner Beiträge
zur Kenntniss der Hymenopteren-Fauna der wei-
teren Umgegend von Frankfurt a. M. mit den Chalci-
diern, im 4. mit einem Theil der Aculeaten; Ber. Sencken-
berg. naturf. Gesellsch. 1884 S. 103 ff.
A. Moesäry liefert Charakteristische Daten zur
Hymenopteren-Fauna Siebenbürgens; Termesz. Füzet.
VIÜ S. 218 ff. (und math.-nat. Mitth. d. Ung. Akad. d. Wis-
sensch. XIX; letztere sind mir nicht zugänglich). Während
bisher aus Siebenbürgen 330, meist gewöhnliche und bekannte
Arten aufgeführt sind, gelang es dem Verfasser, bei einem zwei-
maligen Besuche während der Monate Juni und Juli 530 Arten
zu sammeln, von denen diejenigen (81), welche die Fauna
Siebenbürgens nach der einen oder anderen Richtung charakte-
risiren, namentlich aufgeführt und z. Th. mit Bemerkungen
versehen sind. Als südliche Formen werden namhaft gemacht:
AUantus unifasciatus ; Chrysis cingulicornis ; Myrmecocystus
viaticus; Myrmosa cognata; Pristocera depressa; Cerceris
tuberculata; Bombus vorticosus; Anthophora borealis, flabelli-
160 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
fera; Tetralonia basalis, dentata, armeniaca; Eucera clypeata,
difficilis, pannonica, tomentosa; Meliturga clavicornis ; Cilissa
dimidiata; Camptopoeum frontale; Ceratina Loewii; Andrena
truncatilabris ; Halictus carinaeventris, varipes; Colletes nasutus;
Nomia ruficornis; Lithurgus fuscipennis; Osmia bidentata; An-
thidium nanum; Nomada tripunctata, cinnabarina, trispinosa;
Phiarus abdominalis; Biastes brevicornis; Pasites maculatus;
Coelioxys afra; Dioxys jucunda; bis jetzt noch nicht in Ungarn
gefundene Arten Siebenbürgens sind Stizus terminalis; Odynerus
rubripes und mehrere neue Arten, welche letztere hier noch
nicht beschrieben werden, lieber Ceratocolus subterraneus ;
Phiarus abdominalis und Pasites maculatus werden biologische
Beobachtungen mitgetheilt; s. unten.
De Stefani fährt in der Beschreibung von Imenotteri
nuovi a poco conosciuti della Sicilia fort; II Naturalista
Siciliano III S. 153 ff., 197 ff., 217 ff.
Nota d'Imenotteri racc. dal S. F. Piccioli nei dintorni
di Firenze; Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 97 ff. Tav. II.
Gribodo führt die (27) bei der Fahrt des „Esploratore"
nach Assab vom 16. November 1879 bis 26. Februar 1880
gesammelten Arten auf; Ann. Mus. Civic. Genova XX S. 381 ff.
Ritsema macht Synonymical remarks about certain
Hym. ac; Notes Leyden Museum VI S. 200. — Odynerus
basalis Smith = variegatus H. S. (nee F.) = Herrichii Sams.',
Prosopis scutata Lichtenst, = picta Smith; Sphecodes perversus
Rits, = scabricollis (Wesm.) Sichel; Halictus canescens Schenck
= prasinus Smith; Xylocopa aruana Rits. = bryorum F.; Bom-
bus senex Voll. = rufipes Lepel.
Melittologia Schenckiana auct. CG. de Dalla Torre;
Revue mensuelle d'Entom. I S. 147 ff. (Schenck's Bienenliteratur).
Auf Saunders' Further notes on the caprification of
domestic figs . . ., die hauptsächlich die Frage der Bestäu-
bung der Feigen durch Blastophaga behandeln, sei hier nur
hingewiesen. — Transact. Entom. Soc. London 1884 S. 97 ff.
In seinen Notes on the Classification and syno-
nymy of the Fig-Insects setzt Patton die Gründe ausein-
ander, welche ihn abhalten, Saunders' Ansicht, die Agaoniden
zu den Cynipiden zu stellen, beizupflichten; die Beschaffenheit
der Fühler, des Legebohrers und des Flügelgeäders, sowie der
Mangel der Flügel im männlichen Geschlecht finden ihre ent-
im Gebiete der Arthropoden wahrend des Jahres 1884. Ißl
sprechenden Beispiele unter den Chalcidiern. Die Agaoniden
sind durch folgende Charaktere definirt: 9 Kopf mit zwei
Längsgruben und mit einem zurückgekrümmten Dorn am Hinter-
kopf. Mandibel mit einem gesägten Anhang; Kinn mit einem
blätterartigen Anhängsel. Fühler 10 — 12 gliederig, das 3. Glied
aussen in einen Dorn ausgezogen. Hinterleib oval und cylin-
drisch, oder zugespitzt und zusammengedrückt; 5. Bauchsegment
verlängert, messerförmig, Legebohrer hervorragend; Flügel ent-
wickelt, Geäder Chalcidier ähnlich. cT. Mandibeln kurz, zwei-
zähnig; Taster verkümmort. Fühler kurz, 3 — 7 gliederig.
Hinterleib mit angeschwollenen 4 ersten Gliedern, die folgenden
Glieder schlank imd röhrenförmig; Klappen von 2 divergirenden
gezähnten Anhängen dargestellt. Flügel fehlen. — Proceed.
Ent. Soc. London 1884 S. 14 ff.
Cosila argenteo-cincta (Australien); Gribodo, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 261.
Sparasion pallidinerve (Meana, Sard.); Costa, a. a. 0.
Tenthi'edinidae. Konow macht Bemerkungen über Blatt-
wespen; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 305 ff.; dieselben können gewisser-
massen als Vorläufer einer Synopsis der deutschen Blattwespen angesehen
werden, und bestehen in kritischen Angaben über die Arten einzelner Gat-
tungen; die betreff'enden Gattungen selbst erfahren keine Besprechung. Bei
Perineura iJi!^. zeigt der Verfasser, dass Thomson den Namen Synairema,
den Hartig für das Weibchen seiner Perineura Rubi, dessen Zusammen-
gehörigkeit mit dem Männchen er nicht erkannt hatte, eingeführt hatte, eben
für Perineura Rubi angenommen, den verfügbar gewordenen Namen Perineura
darauf für andere Arten veru-andt hat, was nicht zulässig war. Synairema
Rubi Thoms. ist daher Perineura Rubi (Pz.) zu nennen und für die Haupt-
menge der von Thomson unter Perineura vereinigten Arten schlägt Konow
den Gattungsnamen Thomsonia vor, S. 327, mit der Diagnose: Caput
subtriangulare, sulcis distinctis; oculis mand. basim haud attingentibus, or-
bita interiore haud vel vix convergente, haud intra mandibularum basim
Sita. Thorax parapsidis distinctis. Antennae longae, tenues, subfiliformes,
art. 3. 4. snbaequali. Alae superiores cellula lanceolata nervo brevi per-
pendiculari divisa, inf. (j^ saepissime nervo transverso anali et recurrente
marginem ipsum al. interiorem formantibus, 2 nervo transverso anali ner-
vum brachialem pone cellulam lanceolatam attingente. Abdomen nuditate
nulla, segm. I. medio carinato. Corpus plerumque nitidum, fere glabrum
et laeve. Für die Arten insignis Klff., solitaria Schrank, lateralis F.,
picta Klff., viridis L., punctulata Klff. wird die Gattung Rhogogaster
S. 338 gegründet. Die Bemerkungen zu den einzelnen Arten, ihre S}tio-
nymie etc. sollen hier nicht angeführt werden ; nur die neuen Arten werden
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. L
162 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
namhaft gemacht werden. — Ebenso Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 277 ff,
307 f; am letzteren Ort beschreibt er Thomsonia (s. oben) Josephi (Alt-
vater) und Hilleckei (Rosstrappe).
Schaposchnikoflf stellt ein Verzeichniss der Arten aus der Umgebung
Lissino's (Zarskoselk) auf; Horae Soc. ent. Ross. XVIII S. 3 ff.
Cameron fügt zu den früher als Britisch bekannten Arten Dolerus
pratorum und beschreibt 4 neue Nematus; Ent. Monthl. Mag. XX S. 265
ff; XXI S. 26, 80.
V. Stein erkennt in Tenthr. biguttata Hart, das (^ von T. velox F.
und beschreibt die beiden Geschlechter von T. bipunctula Klg.\ Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 309 ff.
No. VI der Tenthr. Studien von Stein in den Ent. Nachr. 1884
S. 95 ff enthält Synonymisches, VII (S. 301 ff.) die Beschreibung dreier
neuer Arten, VIII (S. 349 fi^.) Betrachtungen über die Gruppe des Nematus
miliaris Pz.^ Beschreibung eines neuen Tenthredopsis und den Nachweis,
dass T. histrio Kl. dorsalis Spin, zu heissen habe.
Klug's gesammelte Aufsätze über Blattwespen sind von Kriech-
baum er herausgegeben; Berlin 1884, Friedländer u. Sohn.
Derselbe lässt Hartig's Hymenopterologische Mitttheilungen aus
dem 1. Jahrg. der Stett. Ent. Zeitg. mit einem Vorwort in den Ent. Nachr.
1884 S. 317 ff. abdrucken.
Jacobs verzeichnet die Tenthredines, Cephides et Siricides
des environs de Bruxelles avec revue et description des quelques
especes des genres Blennocampa, Nematus, Cephus, Phylloecus denom-
mees par feu le prof. Wesmael; C. R. Ent. Belg. 1884 S. l6 ff, mit
Nachtrag S. 112 f.
Kriechbaumer schreibt über die Blattwespengattungen (Sy-
nairema), Perineura, Tenthredopsis und Ebolia, welche letztere
er als eine Tenthredopsis mit abnormem Flügelgeäder erkennt, und be-
spricht die Arten von Tenthredopsis etwas näher ; Correspondenzbl. naturw.
Ver. Regensburg 38 S. 9 ff; vgl. oben Konow.
Desselben Blattwespenstudien ebenda S. 104 ff. beschreiben einen
neuen Nematus, die Larve von N. Spiraeae Zadd., erkennen Tenthredo
miliaris Pz. als die unter dem jüngeren Namen Nem. fulvus Htg. bekannte
Art, N. xanthopus Zadd. und posticus Frst. als identisch mit N. xantho-
cerus Htg. und N. sulphureus Zadd. = melanaspis Htg., und endlich
perspicillaris Htg. nicht = pavidus Lep., wie Zaddach meinte, sondern
= melanocephalus De Geer.
Auch Osborne war so glücklich, das (^ Zaraea fasciata zu er-
beuten; Ent. Monthl. Mag. XX S. 205.
Tenthredopsis opacipleuris (Korfu) S. 302, Wüstneii (Prag?, Brunn?)
S. 354; Stein, Ent. Nachr. 1884, semirufa (Albarracin) S. 15, limbüahris^
conjungens (Chiclana) S. 16; Kriechbaumer, Correspbl. naturw. Ver.
Regensb. 38.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 163
Thomsonia (s. oben) Thotnsoni, ohscura S. 333, laticeps, Raddatzi
S. 334, Friesei, Braunsii S. 335; Konow a. a. 0.
Hylotoma crassa (Mecklenburg?); Konow a. e. 0. S. 310, alpina
(Schweiz) S. 277, distinguenda (Mecklenburg?), Josepki (Korfu) S. 278;
derselbe an 1. 0.
Athalia maritima (Griechenland); Kirby, Ent. Monthl. Mag. XX
S. 215.
Macrophya Friesei (Thüringen) S. 325, parvula (Mecklenburg?) S. 326,
Konow, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884.
Tenthredo alpicola (Salzburg); v. Stein, Ent. Nachr. 1884 S. 303.
T. mandibularis anomalie dans la nervulation; Jacobs a. a. 0.
S. 113.
Poecilostoma carbonarium (Mecklenburg?); Konow a. a. 0. S. 322.
Ptilia crasstda S. 484, nigerrima, luteiventris S. 485 (Sonora); Cameron,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1884.
Strongylogaster Rogenhoferi (Orizaba) S. 483, fumipennis (Mexiko)
S. 484; Cameron, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884.
Taxonus glabratus anomaUe dans la nervulation; Jacobs a. a. 0.
S. 113.
Gadeau de Kerville fand die Larve von Monophadnus Iridis
Kalth. in Seine -Inferieure auf Iris und beschreibt dieselbe; Bull. Ent.
France 1884 S. 103 ff.
Camponiscus luridus, Braunsii (Wismar); Konow a. a. 0. S. 318.
Blennocampa lioparea (= uncta Tkoms., nee Klg.^ Htg.), divisa
(Mecklenburg); Konow a. a. 0. S. 319, flavicollis (Belgien); Jacobs a. a.
0. S. 28, hicolorata (Mexiko); Cameron, Trans. Ent. Soc. London 1884
S. 483.
Hemichroa nigricans (Sonora, Mexiko); Cameron, Trans. Ent. Soc.
London 1884 S. 482.
Dolerus trigeminus (= palmatus Thoms.) S. 346, mandibularis S. 347,
Lamprechtiy {Thomsoni = brevicornis Thoms., wegen brevicornis Zadd.) S.
349, Schmidti S. 350, Raddatzi S. 351, carinatus, crassus S. 353; Kouow
a. e. 0., rugosus (Mecklenburg?); derselbe a. 1. O. S. 281.
Der 24. Jahrg. (1883) der Schriften der phys. - Ökonom. Gesellschaft
zu Königsberg, 2. Abth., enthält auf S. 121 ff. Taf. I den Schluss von
Brischke u. Zaddach, Beobachtungen über die Arten der
Blatt- und Holzwespen, indem noch 68 Nematus-Arten, viele mit
ihren Larven u. s. w. beschrieben sind.
Zur Lebensweise des N. ribesii s. Entom. Tidskrift 1864 S. 185.
lieber N. Erichsonii, the larch worm, s. Americ. Natural. 1884
S. 293 if.
Foultou macht auf die schützende Aehnlichkeit aufmerksam, welche
die Larve von N. curtispina leicht übersehen werden lässt; Transact.
Entom. Soc. London 1884 S. 46 PI. I Fig. 8.
164 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Nematus orhitalis (England; Deutschland) S. 265, sylvestris (auf
Salix caprea) S. 266; Cameron, Ent. Monthl. Mag. XX, Fletcheri (Wor-
cester; Clydesdale); derselbe ebenda XXI S. 25, purpureae (Worcester, auf
S. purp.); derselbe ebenda S. 80, collaris (Chodau); v. Stein, Ent. Nachr.
1884, S. 305, ensicornis, testaceicornis (Belgien); Jacobs a. a. 0. S. 23,
Thalictri (München; Larve auf Th. aquilegifolium) ; Kriecbbaumer,
Correspbl. naturw. Vereins Regensburg 38 S. 105, mexicanus (Sonora);
Cameron, Trans. Ent. Soc. London 1884 S. 481.
Cladius crassicornis, gracilicomis •, Eonow, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 314.
Cameron beschreibt die Lebensweise einer Euura nigritarsis n.
sp. genannten Art, die im Mai oder Juni ihre Eier in die Blattknospen
des nächsten Jahres legt. Aus der Galle arbeitet sich Ende September
oder im Oktober die erwachsene Larve heraus, und geht entweder in die
Erde, oder bohrt sich in den Stumpf eines abgebrochenen Zweiges ein.
Transact. Nat. Hist. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 38 flf.
Eu. mexicana (Sonora); derselbe, Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 482.
Lophyrus Thomsoni (^= variegatus Thoms. nee Hartig)\ Eonow a. a.
0. S. 312.
Uroceridae. Konoioia (n. g. Xiphydrin.) MegapoKtana (Strelitz);
Brauns, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 220.
Ichneumonidae. Paraptesis (n. g. prope Aptesim; antennae
longae, scapus incrassatus, flagellus longe attenuatus; terebra elongata;
metath. non distincte areolatus; mesoth. scutello triangulari arcuato prae-
ditus; tarsorum posticorum art. omnes inter se aequales; alarum rudimenta
metath. basim superantia; abd. segm. 1. longitudinaliter striatum, 2 valde
elongatum) ßavipes (Florenz); Magretti, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 101
Tav. II Fig. 2.
Ichneumon heracliana (aus Depressaria h. erzogen in England);
Bridgman, Transact. Ent. Soc. London 1884 S. 421.
Amblyteles laminatorius in Hylophila prasinana schmarotzend;
Holmgren, Entom. Tidskrift 1884 S, 96.
Phygadeuon grandis (Skäne) S. 940, pimplarius (Lund) S. 941, re-
curvus (Skäne) S. 943, parvipennis (Lund) S. 944, caudatus (Lappland) S.
946, paUicarpus (Skäne), longigena (ibid), annulicornis (Südschweden)
S. 947, curvipsina S. 948, liogaster (Norwegen) S. 949, grandiceps (Hel-
singborg) S. 950, ungularis S. 951, facialis (Skane), Lapponicus (L.) S.
952, puncdgena (Skäne) S. 953, acutipennis (ibid.) S. 954. brachyurus,
punctiventris (ibid), laeviventris fLund) S. 955, tenuicosta (Skäne) S. 957,
hidens (ibid) S. 958, hrevitarsis (ibid.\ inflaius (Allmän) S. 959, tenuiscapus
Lund), oppositus S. 960, ßavicans, cubiceps (Malmö), scaposus (Skäne) S.
961, punctipleuris (Helsingborg), subjnulicus (Skäne), trichops (Lund) S. 962,
dimidiatus (Skäne), rotundipennis, ovalis (ibid) S. 963, rugipectus, liostemus
(Skäne) S. 1040; Thomson, Opusc. Entom.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 165
Eine Spilocryptus in Cimbex variabilis schmarotzend; Holmgren,
Entom. Tidskrift 1884 S. 96.
Leptocryptus strigosus (Helsingborg) S. 964, Lamina (Skäne), hrevis
(aus Microgast, conglom.) S. 965, geniculosus (Skäne; Smaland), rugulosus
(Lund) S. 966, heteropus (Skane) S. 1040; Thomson, Opusc Entom.
Cryptus bicolor (Sizilien); De Stefani, II Naturalista Siciliano III S. 153.
Stilpnus crassicornis^ angustatus S. 1027 (Skäne), tenuipes (Helsing-
borg) S. 1028; Thomson, Opusc. Entom. X.
Thomson führt in seinen Opusc. Entom. X S. 967 flF. aus Schweden
87 Hemiteles-Arten, darunter viele als neu auf.
Stibeutes(?)a/ra««s 'Sizilien); De Stefani, II Naturalista Siciliano III S. 157.
Pezomachus Riggii S. 154, Ragusae S. 155, semirufus^ pusillus S.
156, ccirbonarius S. 157 (Sizilien); De Stefani, II Natural. Siciliano III
affinis (Florenz); Magretti, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 100 Tav. II
Fig. 1, myrmecinus (Südschweden) S. 1001, pilosulus (Lund) S. 1003, spinula
(Lund) S. 1006, grandiceps (Skäne) S. 1007, Gonatopinus (ibid.;' Öland)
S. 1008, mandihulans S. 1009. breviceps (Skanöe) S. 1017; Thomson,
Opusc. Entom. X.
Pimpla simüis (Norwich, aus Ephippiphora scutulana); Bridgman,
Trans. Ent. Soc. London 1884 S. 433.
Xylonomus disdnguendus (Florenz); Magretti, Bull. Soc. Ent. Ital.
1884 S. 102.
Exochus Fletcheri (England, aus Gelechia notatella); Bridgman,
Ent. Soc. London 1884 S. 432.
Anomalon cylindricum (England; aus Euchelia jacobaeae) S. 424,
minutum (New Forest, aus Chrysocoris festaliella) S. 425; Bridgman,
Trans. Ent. Soc. London 1884.
In einem Beitrag zur Kenntniss der Gattung Campoplex
in dem Correspbl. naturw. Ver. Regensburg, 37. Jahrg., S. 65 fF., 97 fF.,
giebt Kriechbaumer eine Geschichte dieser Gattung von Gravenhorst an,
durch Holmgren, Förster, wieder Holmgren, bis auf Brischke und ver-
gleicht die Fauna Schwedens und Deutschlands nach den Angaben Holm-
gren's und Förster's, wonach 22 Arten beiden Ländern gemeinsam, (18
bis 20 ? oder nur) 6 ? Schweden, und 44 (?) Deutschland ausschliesslich
eigen sind. Als neu sind beschrieben C. punctus (München) S. 101, lacu-
nosus (Tegernsee, aus Rumia luteolata?) S. 104, limiventris (Tegernsee
aus Cucullia Scrophulariae) S. 106, auritus (München) S. 108, lateralis
(Hohenschwangau) S. 111.
Campoplex Kriechbaumeri (Oristano, Sard.) ; Costa a. a. 0.
Limneria Elishae (England; aus Omix scoticella oder Nepticula
aucupariae) S. 426, ruficornis (Norwich, aus Elachista cerussela), rufata
(aus Choreutes scintillulana) S. 429, reticulata (aus Tortrix sp.) S. 430;
Bridgman, Trans. Ent. Soc. London 1884.
Atractodes marginatus (Göteborg), petwlaris (Lund), ßlicornis (Skane)
166 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 1020, ripicola, ßavipes (Helsingborg) S. 1021, tenuipes (Lund) S. 1022,
liogaster (ibid.), hreviscapus (ibid.), compressus S. 1023, ßavicoxa (Lund),
parallelus (Skane) S. 1024, crassicornis (Lund), rußpes (Skane) S. 1025,
alutaceus (Lund) S. 1026; Thomson, Opusc. Entom.
Mesochorus facialis (England, aus Apanteles popularis); Bridgman,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 431.
Cameron stellt eine Synopsis der Centralamerikanischen
Joppa- Arten zusammen, deren volle Beschreibung in Godman und
Salvin's Biol. Centn - Americana erscheinen soll; Ent, Monthl. Mag. XXI
S. 104 ff.
Braconidae. Chelonus minutus (Stagno di Sassu, Sard.); Costa
a. a. 0.
Bracon trisignatus (Philippinen), stigmaticus (Ki Dulan); Kirby, Ann.
a. Mag. N. H. (5) XHI S. 404.
Hormiopterus piciipennis (Pilbiitz); Eeinhard, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1884 S. 133.
Eyaniadae. Evania splendidula (Scala di Giocca); Costa a. a. 0.
Chalcididae« Leucaspis Sardoa (Oristano ; Portoscuso) ; Costa a. a. 0.
Schizaspidia Murrayi (Tongatabu); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIII S. 403.
"Wachtl beschreibt neue, europäische, durch Zucht erlangte
Torymiden; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 6 ff., nämlich T. Invlae S. 6
(aus den Gallen von Diplosis subterranea), und meldet von Megastigmus
collaris Boh.^ dass derselbe (als Pflanzenfresser) in den Niisschen der
Hagebutte lebe; S. 38; dasselbe gilt von M. pictus Forst., ebenda S. 214.
Choreia Proserpinae (Palermo); De Stefani, II Naturalista Siciliano
III S. 307 Tav. m Fig. 3.
Proctotrypidae# Ueber eine Gattung dieser Familie als Para-
siten von Spinneneiern s. oben S. 49.
Cynipidae. üeber Andricus xanthopsis Schlecht.; Neuroterus apri-
linus Gir. und N. Schlechtendali 3Iayr s. Schlechtendal in Wien.
Ent. Zeitg. 1884 S. 99 ff. Der Verfasser spricht auch hier die Ver-
muthung aus , dass die beiden letztgenannten Wespen in Generations-
wechsel zu einander stehen; vgl. den vor. Ber. S. 194. — Wachtl er-
innert indessen an eine Bemerkung Beyerinck's, derzufolge Andricus
solitarius und Neur. april. zusammengehören; ebenda S. 106.
Ebenda S. 147 ff. behandelt Paszlavszky die Galle und Wespe der
Cynips sup erfetationis Gir.; die Erzeugerin der Galle ist eine An-
dricus - Art.
Löw's Bemerkungen über Cynipiden in dem Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1884 S. 321 ff. beziehen sich auf Chilaspis nitida Gir., mit der
Ch. Löwi Wachtl in Generationswechsel steht; Neuroterus aprilinus Gir. als
zweigeschlechtliche Generation zu der agamen N. Schlechtendali Mayr\ vgl.
vorhin; Xestophanes tormentillae Schlecht. = brevitarsis Thoms.; Aulax
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. Iß7
Hieracii und ihre Nährpflanzen ; eine Cynipidengalle an Hypochoeris
radicata L.
Eucoela incisa (Mexiko) S. 486;
Megapelmus mexicanus (M.) S. 487;
Ibalia rußcollis (Mexico) S. 488; Cameron, Transact. Ent. Soc.
London 1884.
Cothonaspis rußventris (Mexiko); Cameron, Trans. Ent. Soc. London
1884 S. 486.
Neuroterus aprilinus und Schlechtendali gehören als die
geschlechtliche und agame Generation einer Art zusammen ; Schlechtendal,
Zeitschr. f. Naturw., Halle, LVII S. 338; vgl. oben.
Schnetzler's Notice sur une galle des feuilles de chene bezieht
sich auf N. Malphigii; Bull. Soc. Vaud. Sei. nat. (2.) XX S. 302 ff.
Aulax Hieraciis. Entom. Tidskriffc 1884 S. 188.
Au. rufipes (Mexiko); Cameron, Trans. Ent. Soc. London 1884 S. 485.
Cralbronidae« HopHsoides (n. g. Hopliso affinissimum, differt
abdomine in maribus tantum (patenter) sexarticulato , segm. VI. pygidii-
formi, VIL recondito submembranaceo) intricans (Port Elizabeth) ; Gribodo,
Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 276.
Eremochares (n. g. Ammophilae proximum , venulis transverso-
discoidalibus prima in cell, cubitalem secundam, secunda in tertiam desi-
nente distinctum; tarsorum articuli infra unidenticulati) Doriae (,Tunis);
Gribodo, Ann. Mus. Civic. Genova XVIIL
Darala (n. g. Larradae simile, absentia impressionis in mandibula
exteriore, forma cephalothoracis et abdominis etc. distinctum) Schlegelii
(Koetoer, Sumatra); Eitsema, Notes Leyd. Museum VI S. 82.
In seinem Beitrag zur Kenntniss der Hymenopteren-Gat-
tung Oxybelus Latr. zieht F. F. Kohl die Gattungen BelomicruS
Costa und die mit Notoglossa Dahlb. synonyme Alepidaspis Costa als
unhaltbar ein, und giebt nach der Radoszkowsky sehen Diagnose die
Unterschiede des Oxybelo'ides von Oxybelus an. Zu den 87 beschriebenen
Arten letzterer Gattung beschreibt Kohl 5 neue und stellt zum Schluss
sämmtliche bekannten 92 Arten zusammen, von denen 67 der paläarkti-
schen, 4 der äthiopischen, 6 der orientalischen, 5 der neotropischen, 8
der nearktischen Region angehören. Beschrieben sind 0. Treforti Sajö cT,
(s. unten) maculipes Smith (^ und Pharao (Kairo) S. 105 africanus
(ibid.) S. 106, collaris (Tor, Arab. felix) S. 107, psammobius (Brussa)
S. 108, imidaris (Ceylon) S. 109. Von 0. analis Gerst, mit der me-
lancholicus Chevr. synonym ist, wird angemeldet, dass sie Onesia sepul-
chraUs Meig. eintrage. — Termesz. Füzet. VIII S. (5 5 und) 101 ff.
0. Treforti (Waitzen, Central - Ungarn) ; Sajo, Wien. Ent. Zeitg.
1884 S. 87.
Crabro Caramuru (Rep. Orient, del Urug.); Holmberg a. a. 0. S.
168 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
219, Hypsae (Beiice; Castelbuono) S. 217, validus (Santa Ninfa) S. 218;
De Stefani, II Naturalista Siciliano HI.
Nach Eeinhard sind Ammoplanus Porrisi und Wesmaeli
Gir. eine Art, Wesmaeli eine Varietät der Stamraart; Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1884 S. 131 ff.
Ectemnius punctulatus S. 219, laevigatus S. 220, Siculus S. 221
(Santa Ninfa); De Stefani, II Naturalista Siciliano III.
Ceratocolus subterraneus trägt Crambus craterellus Scop.
(Imago) in seine im thonigen Erdboden angelegten Brutkammern; Mocsäry,
Termesz. Füzet. VIII S. 220.
Crossocerus palmatus (Sa. Ninfa, Siz.); De Stefani, II Naturalista
Siciliano III S. 221, bison (Oristano, Sard.); Costa a. a. 0.
Lindenius nasutus (Casale); Gribodo, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884
S. 278.
Trypoxylon Quartinae (Turin) S. 278, Stroudi (Port Elizabeth) S. 279,
Magrettii (Metemma) S. 280; Gribodo, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884.
Cerceris moesta (Sizilien; Griechenland) S. 198, ornata F. var. Si-
cana (Girgenti) S. 200; de Stefani, II Naturalista Siciliano III.
Nysson Doriae (Sarawak); Gribodo, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 277.
Bembex Umguayensis (Rep. Orient, del Urug.); Holmberg a. a. 0.
S. 216, Portschinskii (Kaukasus); Radoszkowsky, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVIII S. 26.
Costa a. a. 0. erkennt in B. Geneana und melanostoma die beiden
Geschlechter einer Art, für die er den ersteren Namen beibehält.
Zur Biologie des Gorytes mystaceus s. Andersson in Entom.
Tidskrift 1884 S. 186.
Harpactus Tauricus (Krim) S. 27, Morawitzi, Caiicasicus (K.) S. 28;
Eadoszkowsky, Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII, leiicurus (Tonara, Sard.);
Costa a. a. 0.
Stizus Quartinae (Sansibar); Gribodo, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884
S. 275.
Sphecius Quartinae (Guinea); Gribodo, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884
S. 275.
Astatus carbonariiis (Korsika); KoM, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 447.
F. F. Kohl macht die Gattungen und Arten der Larriden
Aut. , d. h. alle jene Gattungen , welche von den Autoren jemals zu den
Larriden Leack gerechnet sind und dazu noch Trypoxylon und Nitela, zu
seinem Studium. Er kommt dabei zu dem Schlüsse, dass sich in der
Systematik eine natürliche Larridenfamilie nicht abgrenzen lässt und die
von den Autoren zu den Larriden gerechneten Gattungen nur als eine
Gruppirung von mehr oder weniger nahe verwandten Grabwespengattungen
aufzufassen sind. Ferner können auch die anderen Sphegidenfamilien, wie
die Nyssoniden, Pemphredoniden , Bembeciden u. s. w. keinen Anspruch
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 169
auf Natürlichkeit machen wie etwa die Pompiliden, Mutilliden, Formiciden.
Er betrachtet die Sphegiden als eine an Gattungen reiche Familie, in
welcher neben nachweisbar sich enger aneinanderschhessenden Gattungen
neben Gattungscomplexen, isolirte Gattungen stehen. Solche sind Oxybelus
Miscophus, Tachyrhostus , Astatus, Philanthus, BothjTiostethus ; Gattungs
complexe bilden die Untergattungen von Crabro; Pison, Parapison, Aula
cophilus, Trypoxylon; Nitela, Sylaon, Soherella; Larra, Notogonia, Liris
Paraliris, Larraxena; Piagetia, Tachytes, Tachysphex, Prosopigastra; Am
mophila, Pelopoeus, Trigonopsis, Podium, Sphex. Verh. Zool. Bot. Ges
Wien 1884 S. 171 ff., 327 ff Taf. VIII, IX, XI, XII. Zur näheren Be
sprechung kommen Pison, (Parapison,) Aulacophilus, Trypoxylon, Solierella,
Sylaon, Nitela, Miscophus, Larra, Notogonia, Liris, Paraliris, Larraxena,
Dalara, Piagetia, Lyroda, Tachytes, Prosopigastra, Tachysphex, Gastro-
sericus, Dinetus, Palarus, Tachyrhostus, Bothynostethus.
Larrada Burmeisterii (Rep. Oriental del Urug.); Holmberg a. a. 0.
S. 221.
Palarus orienialis (Ceylon); Kohl, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884
S. 422.
Tachysphex acZ/wnc/tis (Spanien) S. 362, Äe/ve^icw* (Frankreich ; Schweiz)
S. 374; Kohl, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884.
Tachytes dives (Republ. Oriental del Urug.); Holmberg a. a. 0.
S. 220.
Miscophus Manzonn (Yemen); Gribodo, Ann. Mus. Civico Genova
XX S 386, ctenopus (Tor, Arabien); Kohl, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 228.
Pelopoeus madecassus (M.) S. 263, japonicus (J.) S. 264; Gribodo,
Ann. Mus. Civico Genova XVIIL
Chlorion Colwnbianum (Caracas); Gribodo, Ann. Mus. Civico Genova
XVni S. 262.
Fompilidae. Die Gattungen der Pompiliden werden von
F. F. Kohl in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 33 ff. Taf. II
einer Revision unterzogen, deren Resultat ist, dass Cyphonyx und Hemi-
pepsis mit Priocnemis vereinigt werden; Homonotus Dhlb., Ferreola Smith
(Salius Dhlb.) mit Pompilus; ebenso wird Aporus als künstlich eingezogen.
Die unter Agenia • vereinigten Arten erhalten den Gattungsnamen Pseud-
affenia, da Agenia von Schiödte für Pogonius Dhlb. aufgestellt wurde
und letzterer in die Reihe der Synonyma zurücktreten muss. Manche der
alten Gattungen erscheinen hier mit anderer Begründung und in anderer
Begrenzung. Auf Pompilus Gravesii Halid. wird die n. G. Sphictonotus
gegründet, mit der wiederum Haploneura, für eine neue, ebenfalls chi-
lenische Art, H. apogona, nahe verwandt ist; S. 47. Eine weitere n. G.
ist Hpipompilus, Pompilus sich anschUessend , von der 2 Arten, Maxi-
miliani von Mexiko und insularis von Neu -Seeland bekannt gemacht
werden; S. 57.
170 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pompilus Antonini (Girgenti); de Stefani, II Naturalista Siciliano
III S. 197, teterrimus (Kairo); Gribodo, Ann. Mus. Civico Genova XX
S. 385.
Priocnemis atlanticus (Cap Verd); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XIII S. 408.
Pepsis coUaris (Bahia); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIU S. 408.
Agenia Brounii (Neu -Seeland); Gribodo, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884
S. 280.
Scoliadae. Dielis WaUacei (Ki Dulan) S. 406, extranea (Admirali-
täts-I.) S. 407; Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII.
Mntillidae, Radoszkowsky fand das Weibchen von Mutilla eu-
ropaea in dem Nest von Bombus balteatus, equestris; Bull. Soc.
I. Nat. Moscou 1884 No. 1 S. 70; in dem von B. insipidus M. hume-
ralis; ebenda S. 75; Hoffer erhielt M. europaea aus B. mastrucatus;
Kosmos XIV S. 116.
Bertkau fand ein Pärchen von Mutilla ephippium auf dem
Bliithenkörbchen einer Composite und beschreibt die Begattung. Er spricht
die Vermuthung aus, dass das Männchen das Weibchen, das man ge-
wöhnlich auf dem Erdboden findet, von dort auf die gegen 1 m. hohe
Blume entfuhrt habe. Biol. Centrabl. III S. 722 fiF.
M. hispanica var. melanolepis (Camp, di Meana), Agusii (ibid., Sard.);
Costa a. a. 0., Fluonia (Port Elizabeth) S. 281, Eumenis (ibid.) S. 282,
(Psammotherma) Quartinae (Cap) S. 283; Gribodo, Bull. Soc. Ent. Ital.
1884, ellipsifera (Massaua) S. 390, cJdorotica (Tes, Yemen) S. 391; der-
selbe, Ann. Mus. Civico Genova XX.
Formicidae. Forel nimmt aus der Vorlage eines Nestes einer süd-
westafrikanischen Cremastogaster-Art Veranlassung darauf hinzuweisen, dass
auch unser einheimischer Lasius fuliginosus ähnliche Nester baue, die
aus zusammengekitteten Partikelchen von Holz etc. bestehen. Da nun
genannte Art enorm entwickelte Oberkieferdrüsen besitzt und da das Sekret
dieser Drüsen (bei der Honigbiene wenigstens) nach dem Eintrocknen harz
artig wird, so findet dasselbe wahrscheinlich als Kitt beim Nestbau Ver-
wendung. Wahrscheinlich ist auch, dass bei den anderen Bauten auf-
führenden Ameisen, z. B auch Las. niger, das Sekret der Oberkieferdrüse
als Kitt die einzelnen Erdklümpchen u. s. w. zusammenleimt. Mitth.
Schweiz. Entom. Gesellsch. VII S. 3.
Derselbe beschreibt in dem 2. Theil seiner ^Etudes myrmecologiques
en 1884 im Bull. Soc. Vaudoise Sei. natur. XX S. 339 flf. neue oder
wenig bekannte Arten und Rassen.
The wars of the ants; Ent. Monthl. Mag. XX S. 209 f.
Blocbmann beobachtete eine Metamorphose der Kerne in den Ovarial-
eiern der Ameisen. An der Wand des bläschenförmigen Eikernes ent-
stehen knötchenförmige Verdichtungen, die wachsen, sich ablösen und
zuletzt selbst Bläschengestalt annehmen. Gleichzeitig mit diesem Vorgang
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 171
wird der ursprüngliche Kern immer kleiner. Die neu entstandenen Kerne
verbreiten sich später durch das ganze Ei und gehen zuletzt zu Grunde.
Verh. naturh.-medic. Ver. Heidelberg (N. F.) 3. Bd. S. 243 flf.
Mc Cook: The rufous or thatching ant of Dakota and
Colorado; Proceed. Acad. Nat. Sei. Philad. 1884 S. 57 S. — Der
Verfasser beschreibt von Form, rufa die Verbreitung, äussere und innere
Architektur ihrer Bauten, deren Decke, den Hochzeitsflug; unter der Auf-
schrift: „a useful insectivorous habit" erwähnt er, dass Indianer und
Ansiedler ihre mit Ungeziefer behafteten Kleidungsstücke sich von den
Ameisen säubern lassen.
Herrera übersetzte in La Naturaleza VII S. 1 ff. aus Merveilles de
la nature; Les Insectes, den Abschnitt über Myrmecocystus meiliger.
Eafin meldet von einer Formica ignivora genannten Art von
St. Thomas, dass sie sich zu Tausenden in ein in der Nachbarschaft ihres
Baues angezündetes Holzfeuer stürzten, bis dasselbe gelöscht war. C. R.
Acad. Sei. Paris XCIX S. 212.
Glyptomyrmex (n. g. Myrmec. inter Apterostigma et Cyphomyrmex)
dilaceratum (Orizaba); Forel, Etud. myrmec. S. 365;
Xenomyrmex (n. g. prope Monomorium) Stollii (Guatemala) S. 370;
Megalomyrmex (n. g. prope Trichomyrmex?) Leoninus (Columbien)
S. 372; derselbe, ebenda.
Camponotas marginatns var. hyalinipennis (Tonara, Sard.) ; Costa a. a. 0 ,
Feae (Alegranza); Emery, Ann. Mus. Civico Genova XVIII S. 449, atri-
ceps Smith r. ustidatus (Guatemala) S. 339 , r. stercorarius (Mittelam.),
r. Yankee (Ver. Staat.) S. 340, Andrei n. sp. (Mexiko) S. 343, senex
Smith r. formiciformis (Guatemala) S. 345, sylvaticus Oliv. r. Guatemalensis
(G.) S. 346, nitidus Norton r. montivagus (Guatemala) S. 347; Forel,
;^tud. myrm.
Leptothorax gradlicornis (Teneriffa) ; Emery, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 450, Stollii (Krater von Agua; Guatem.); Forel, fitud. myrm.
S. 352.
Iridomyrmex dispertitus! (Guatemala); Forel, Etud. myrm. S. 351.
Dolichoderus Mariae (Vineland, New Yersey) S. 349, auromaculatus
(Rio Negro) S. 350; Forel, Et. myrm.
Cyphomyrmex Steinheili (Orizaba); Eorel, Etud. myrmec. S. 368.
Cremastogaster Stollii (Guatemala) S. 373, Sumichrasti Mayr r.
surdior (Antigua; Guatemala) S. 375; Forel, fitud. myrmecol.
Sericomyrmex Aztecus (Orizaba); Forel, Etud. myrmec. S. 363.
Atta (Acromyrmex) Landolti (Columbien) S. 357, tardigrada Buckley
r. Saussurei (Orizaba) S. 361; Forel, Etud. myrmec.
Apterostigma pilosum Moyr r. scutellare (Cordova, Mexiko); Forel,
;^tud. myrmec. S. 364.
Vespidae. Quartinia (n. g. transitum inter Celonitcs et Jugurtha)
dilecta (Tunis); Andr6, Species des Hymenopt. S. 822 ff.
172 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Vespa Z>y6owsM (Sibirien) S. 582, Sibirica (S.) S. 599; Andr6, Spec.
des Hjm., Mongolica S. 59, parallela S. 61 (Wladiwostok); derselbe, Bull.
Ent. France 1884.
Polistes fortunatus (Cap Verd) S. 410 , Madoci (St. Thomas) S. 411 ;
Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII.
Odynerus (Lionotus) Costae (Sardinien); Costa a. a. 0., lobatus (Kau-
kasus; Griechen!.; SiziHen) S. 667, disconotatus (Montpellier) S. 683,
Moraicitzi (Sarepta) S. 695, quadrimaculatus (ibid.) S. 699, humeralis
(Taschkent) S. 701, rubripes (Orenburg) S. 706, ornatus (Taschkent)
S. 713, Orenburgensis (0.) S. 719, Radoszkowskii (gedruckt Radoschowskii ;
Taschkent) S. 727, funebris (Sibirien) S. 729, Mocsaryi (Sarepta) S. 741,
rubrosignatus (Taschkent) S. 742, stramineus (ibid.) S. 745, hyalinipennis
(Sarepta) S. 746, rubiginosus (Kaukasus) S. 747, Calabricus (C.) S. 750,
Sareptanus (S.) S. 772, Hungaricus (U.) S. 77 7; Andre, Species des
Hymenopt., atlanticus (Cap Verd); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 409.
Eumenes pomiformis legt ihre aus Erde, Sand u. s. w. zusam-
mengeleimten Brutzellen nicht nur frei an Pflanzenstengeln, sondern auch
unter der losen Rinde von Bäumen (Kiefer) an; Letzner, 61. Jahresber.
Schles. Ges. vaterl. Cultur S. 315.
E. obscurus (Frankreich) S. 637, Sareptanus (S.) S. 638, bimaculatus
(Südeuropa) S. 645; Andre, Spec. des Hyme'nopt.
Belenogaster bidentatus (Fiji); Kirby, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 410.
Pterochilus punicus (Tunis) S. 801, coccineus (Algier) S. 802; Andr6,
Species des Hymenopt.
Apidae. Part. II von Saunders' „Synopsis of British Hymenoptera;"
Anthophila, behandelt die Äcutilingues , deren Genitalanhänge im männ-
lichen Geschlechte auf PI. V — XII dargestellt sind; Transact. Entom. Soc.
London 1884 S. 159 flf.
Macroglossa (n. g.; Name vergeben) Oribazi (Mexiko) S. 18 Taf. I
Fig. 16 c;
Epeicharis! (n. g.) mexicanus (Oribaza) S. 19 Fig. 2 a— e;
Epicharoides (n. g.) bipunctatus (Mexiko) S. 20 Fig, 3 a— e;
Euthyglossa (n. ^.) fasciata (Oribaza) S. 22 Fig. 3 a— c; Radosz-
kowsky, Hör. Soc. Ent. Ross. XVm.
Ecplectica (n. g.) Cucurbitae (Rep. Orient, del Uruguay); Holmberg
a. a. 0. S. 203.
Unter Benutzung von v. Hagens' Arbeiten über die Genitalien der
(/ von Sphecodes giebt E. Saunders eine Revision of the British
species, die gegenüber den bisher unterschiedenen 6 Arten deren 15
aufweist; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 148 ft.
Augochlora Camure S. 213, Tupac-Amaru S. 214 (Rep. Oriental del
Urug.); Holmberg a. a. 0.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. ^73
Nomia Magreüii (Aegypten); Gribodo, Bull. Soc Ent. Ital. 1884 S. 270.
Ein Verzeichniss der (36) Andrena- Arten Schlesiens s. in Zeitschr
f. Entomol. Breslau, 9. Heft, Vereinsnachr. S. XXXV.
A. Suerinensis (Mecklenburg; Südfrankreich); Friese, Ent. Nachr.
1884 S. 308, {Schmiedeknechti; Magretti, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 8. 110
Tav. II Fig. 4; bereits im vorigen Jahr beschrieben,) florentina S. 113
Fig. 5, Symphyti (Bordeaux) S. 169, rufula (ibid.) S. 178, Julliani
(Südfr. ; Spanien) S. 182, twzVj's (Bordeaux) S. 191, hystrix (Ungarn; Südfr.)
S. 204, Lombardica (L.) S. 260, Genevensis (G.; Zürich; Ungarn) S. 279,
(RadoszJcowskyi = fasciata Rad. nom. praeocc. S. 280), pulcherrima
(Italien; Spanien) S. 283, Magrettiana (Lombardei) S. 285, deceptoria
(Südfr.) S. 331, separanda (Thüringen) S. 366, Mocsaryi (Ungarn) S. 368,
congruens (Thüringen) S. 373, hypopolia (Südeuropa) S. 388, dissidens
(Sidney) S. 392, Korbi (Spanien) S. 411; Schmiedeknecht , Apid. Europ.
Camptopoeum Prinii S. 210, Ämargosi S. 211 (Republ. Oriental del
Uruguay); Holmberg a. a. 0,
Ein Beitrag zur Lebensgeschichte der Dasypoda hirtipes
ist der Titel eines Aufsatzes , der aus den hinterlassenen Papieren von
H. Müller (Lippstadt) in den Verh. naturh. Ver. preuss. Rheinl. u. Westf.
1884 S. 1 ff. Taf. I, II zum Abdruck gekommen ist. Das massenhafte
Erscheinen genannter Biene i. J. 1881 bei Lippstadt, wo sie spärhch
regelmässig vorkommt, bot die Gelegenheit zu folgenden Beobachtungen,
die fast eine ganze Lebensgeschichte erschöpfen. Die Biene beginnt bei
Lippstadt Anfangs Juli zu erscheinen und geht alsbald an's Werk, sich
nach einem geeigneten Platz zur Anlage der Brutkammern umzusehen.
Hat sie einen solchen gefunden, wobei namentlich Sandhügel bevorzugt
werden, so scharrt sie mit den Vorderbeinen eine Röhre aus, indem sie,
rückwärts schreitend, den losgelösten Sand mit den breitbehaarten Hinter-
beinen herausfegt und ausserhalb der Röhre noch eine Strecke weit zurück-
schiebt. Die Röhre wird gewöhnlich 4—6, selten nur 2 — 3 Dem. tief
geführt und geht anfangs schräg, dann senkrecht nach unten. Hat sie
die beabsichtigte Tiefe erreicht, so wird unten eine kurze Seitenröhre an-
gelegt, deren erweitertes Ende eine Brutkammer ist. Solcher Brutkammern
finden sich 5—6 in der Umgebung einer Hauptröhre und zwar in ver-
schiedener Höhe und verschiedenen Richtungen von der Hauptröhre sich
abzweigend Die Brutkammer wird nun zunächst mit Pollen gefüllt (ge-
wöhnlich von Compositen), wozu eine 5— 6 malige Tracht genügt; bei
jedem Sammelfluge bringt die Dasypoda eine Pollenladung von fast dem
halben eigenen Körpergewachte mit. Der ganze Pollenvorrath einer Brut-
kammer wird dann mit ausgespieenem Honig durchtränkt, zu einem kuge-
ligen Ballen geformt, mit 3 kurzen Füssen versehen und dann mit einem
Ei belegt. Hierauf wird diese Brutkammer sich selbst überlassen und
eine neue angelegt, wobei wahrscheinlich der aus letzterer geschaffte Sand
zum Zustopfen des Ganges zur ersteren und zum Ausfüllen der Hauptröhre
174 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bis zur Höhe der neuen Brutkammer verwendet wird. Die aus dem
(0,0025 Gr. schweren) Ei ausschlüpfende Larve beginnt nun den Futter-
ballen durch ununterbrochene Bewegung ihrer Kiefer in sich aufzunehmen
und ist zuletzt eine feiste, weiche, vom durchscheinenden Pollen röthhch
gefärbte Made von einfach kreisbogenfÖrmi^er Krümmung, 0,26 — 0,35 Gr.
schwer. Hierauf erst beginnt die Ausscheidung der Exkremente, womit
sie ebenfalls in Zeitintervallen von wenigen Minuten ununterbrochen mehrere
Tage fortfährt, bis aus ihr eine nur noch 0,09 — 0,20 Gr. schwere, steife,
ziemlich hart anzufühlende unbewegliche weisse Made geworden ist, als
welche sie den Rest des Jahres und das nächste Jahr bis wenige Wochen
vor dem Erscheinen der Imago liegen bleibt. Bei der Verpuppung springt
die Larvenhaut auf dem Rücken mit einem Längsriss auf und aus ihr
arbeitet sich die Puppe hervor. Dieselbe ist anfangs schneeweiss, färbt
sich aber schon innerhalb der ersten 24 Stunden gelb. Während ihres
ganzen Puppenzustandes behalten sie eine gewisse Beweglichkeit bei; beson-
ders in der ersten Zeit bewegen sie, oft ohne erkennbare Veranlassung, den
Hinterleib vielfach hin und her. In der letzten Woche des Puppenzustandes
beginnen sich erst die Augen, die Spitzen der Oberkiefer und Flügel, dann
auch die übrigen Theile dunkler zu färben. „Nach dem Abstreifen der
Puppenhaut ist die Biene in ihren Bewegungen zunächst noch ziemlich
langsam; ihre Haare sind noch feucht und etwas aneinanderhaftend. Erst
nachdem dieselben getrocknet und mit den Fersenbürsten zurecht gebürstet
sind, gewinnt das Thier seine volle Regsamkeit, und das im Sonnenschein
entkrochene Weibchen beginnt nun alsbald das Anfertigen seiner Höhle."
— Bei Dasypoda schmarotzt eine Miltogramma-Art, die der pollenbeladenen
Biene folgt, sich am Eingang der Hauptröhre niederlässt und wartet, bis
die Biene wieder herausgekommen und fortgeflogen ist. Hierauf schlüpft
die Miltogramma in den Bau. Ihre Maden schmarotzen in denen der
Dasypoda, aus denen sie sich herausbohren, bevor sie sich in eine
TÖnnchenpuppe verwandeln.
Nach Holmberg a. a. 0. S. 211 ist die Stellung der Gattung Psae-
nythia Gerst. richtig unter den Panurginen, da die Zunge immer zurück-
gebogen ist. Eine neue Art ist Ps. Bergii, ausser von der Rep. Or. del
Urug. auch von Buenos Aires und Cdrdova.
Species generis Anthidium Fabr. regionis palaearcticae, auct.
A. Moscary; Termesz. Füzet. VIII S. 241 ff. Es werden 99 Arten mit
Angabe ihres Vaterlandes und ihrer Synonyma aufgeführt, darunter dal-
maticum (D.) S. 251, excisum (Granada, Span.) S. 254, paradoxum (Brussa,
Kleinas.) S. 256, acuminatum (ibid.) S. 257, reiicuiatum (Spanien) S. 260,
Andrei (Sebdu, Algier) S. 268, harhatum (Budapest) S. 274.
A. Christophi (Achal - Tekke) ; Morawitz, Hör. Soc. Ent. Ross.
XVIII S. 66.
Allodape amhigua (Cap), ceratinoides (Port Elizabeth); Gribodo, Bull.
Soc. Ent Ital. 1884 S. 269.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 175
Morawitz beschreibt das 9 seiner Stelis ruficornis; Hör. Soc.
Ent. Ross. XVni S. 137.
Coelioxys inconspicua S. 206, pirata S. 208 (Rep. Oriental del Uru-
guay); Holmberg a. a. 0., Moniandoni (Moldau); Gribodo, Bull. Soc.
Ent. Ital. 1884 S. 272.
Pasites maculatus schmarotzt wahrscheinlich bei Meliturga clavi-
comis (oder deren Schmarotzer Phiarus?); Mocsäry, Termesz. Füzet. VIII
S. 220.
Phiarus abdominalis schmarotzt bei Meliturga clavicornis, wie
schon Morawitz angegeben hatte; Mocsäry, Termesz. Füzet. VIII S. 220.
Die (22) Schlesischen Nom ad a- Arten sind aufgezählt in Zeitschr.
f. Entom. Breslau, 9. Heft, Vereinsnachr. S. XXIX.
(N. Piccioliana [Florenz); Magretti, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 117
Taf. n Fig. 6.)
Crocisa quartinae (Celebes); Gribodo, Bull. Soc. Ent. Ital. 1884
S. 272.
Melissa charruana (Rep. Oriental del Uruguay); Holmberg a. a. 0.
S. 205.
In einer Nota sul genere Xenoglossa Smith, Ann. Mus. Civic.
Genova XVIII S. 271 ff., erkennt Gribodo mit der typischen Art, X fulva
Smith, Anthophora holopyrrha Sich., Dours synonym; ob Melissodes prui-
nosa Say auch in die Gattung gehört, wie Patton gewollt hatte, ist
noch zweifelhaft; eine neue Art dagegen ist X. ßdiffinosa von Caracas, S. 273.
Anthophora perplexa (Orenburg S. 23, Mlokosewitzii (Kaukasus)
S. 24, rugosa (Demavend) S. 25, (fulva Eversm. cf); Radoszkowsky,
Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII, Sagemehli (Persien); Morawitz, Revue men-
suelle d'Entom. I S. 93, (croceipes Mor. cf S. 95), Peterseni S. 124,
(Saussurei Fedtsch. $ S. 125), longipes S. 127 (Krasnowodsk) ; derselbe
ebenda.
Morawitz giebt eine Uebersicht der um Krasnowodsk ge-
sammelten (u) Anthophora-Arten; Revue mensuelle d'Entom. I
S. 123 ff.
Bertkau theilt seine Beobachtung mit, dass Xylocopa violacea
die Kelchröhre von Saponaria officinalis durchschneide, um zu dem Honig
zu gelangen; über die geographische Verbreitung und die Zeit des Auf-
tretens dieser Art in der Rheinprovinz sind ebenfalls einige Angaben
gemacht; Verh. naturh. Ver. preuss. Rheinl. u. Westf. 1884 S. 350 ff.
Euglossa (Eulema) auripes (Cayenne) S. 266, distinguenda (ibid.);
Gribodo, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII.
0. Badoszkowski ist zu der Ansicht gekommen, dass die bisherigen
Darstellungen des Geschlechtsapparats der männlichen Hummeln zu un-
genügend gewesen sind, um zur Speziesunterscheidung verwandt werden
zu können. Er giebt deshalb eine Revision des armurcs copula-
trices des mäles du genre Bombus, in der er die Genitalbewaffhung
176 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sämmtlicher ihm zu Gebote stehender Arten beschreibt , die er in die 1 1
Gruppen des B. pratorum, lapidarius, Wurfleini, Derhamellus, canus, sil-
varum, tristis, fervidus, Dumoucheli (s. unten), terrestris, Soroeensis bringt.
Bull. Soc. I. Natur. Moscou 1884 No. 1 S. 51 fF. Tab. I— IV.
N. Cholodkowsky fand, dass der Stachel der weiblichen
Hummeln sich ebenso zur Artunterscheidung eigene, wie die Genital-
anhänge der männlichen. In der Terminologie der verschiedenen Stachel-
theile führt er einige, zur genaueren Bezeichnung nöthigen Benennungen
ein, und macht dann von dem Stachelapparat des B. terrestris und lapi-
darius eine lateinische Diagnose; untersucht wurden noch 11 weitere
Arten. Zool. Anzeig. 1884 S. 312 ff.
Hoffer beschreibt einige bisher unbekannte oder wenig bekannte
Hummelnester; Kosmos XIV S. 114 B. pratorum macht sein Nest
tief in der Erde oder in hohlem Baume; schon im Juni und Juli wird
das Nest verlassen und die 9 suchen die Winterquartiere auf; von B. La-
treillellus wurde ein Nest V4 M. unter der Erde gefunden, dessen steiles
Zugangsloch sich am Ende einer über 2 M. langen Flugröhre befand, in
welcher das Nest einer Vespa vulgaris eingeschaltet war. Das Hummelnest
selbst, im Lager eines Maulwurfs oder einer grösseren Maus angelegt,
war in reichliches zerbissenes Gras eingebettet und hatte eine starke
Bevölkerung. B. mastrucatus macht ein sehr grosses, zellenreiches
Nest unter der Erde (in 900 — 947 M. Hohe). B. cognatus hatte ein
Eichhörnchennest zur Anlage des Wabennestes benutzt; B. Soroensis das
einer Waldmaus zwischen den Wurzeln eines Waldbaumes.
Guinchard berichtet von einem $ von B. terrestris, dass sich
dasselbe sein unterirdisches Winterquartier mit einem Deckel von der
Festigkeit des Cement verschlossen habe; Entom. Tidskrift 1884 S. 190.
Bombus plundering different species of plants; Weed,
in Americ. Natural. 1884 S. 936.
B. lapidarius var. Carpaticus! (Tatry, Karp.) S. 63, Soroeensis var.
citrinus (Tatry; Kaukasus) S. 83, Dumoucheli (Irkutsk) S. 78, Renardi (?)
S. 81 , perplexus (Kaukasus) S. 83; Radoszkowski a. a. 0., Ändamanus
(A.); Gribodo, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII S. 268.
Hockings theilt Notes on two Australian species of Trigona
mit; Transact. Entom. Soc. London 1884 S. 149 ff. Dieselben sind von
den Eingeborenen Karbi (oder Keelar) und Kootchar genannt; die erstere
ist Tr. carbonaria Smith, die andere nicht identifizirt. Die Mittheilungen
beziehen sich auf die Körperbeschaffenheit, den Wabenbau, die Feinde
dieser stachellosen Bienen.
Dewitz vergleicht die Müllenhoff'sche Theorie über die
Entstehung der Bienenzellen mit ähnlichen Versuchen einer mecha-
nischen Erklärung von BuflFon, Reclam, Heller. Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 346. — Auch A. Jonquiere zeigt, dass der Neigungswinkel von
109° 28' am Boden der Bienenzelle der Minimumforderung für die Ober-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 177
fläche entspreche; Mitth. Naturf. Gesellsch. Bern 1884 S, 71 iF. der
Abhandl.
Dagegen spricht Dönhoff seine Zweifel an der Richtigkeit der An-
sicht aus, dass die Gestalt der Bienenzellen durch Druck entstehe, weil
keine Beziehung zwischen der Form der Zelle und der des Bienenkörpers
bestehe. Arch. f. Anat. i. Phys., phys. Abth., 1884 S. 153 flf.
The Honey-Bee: its Nature, Homes, and Products; by W. H.
Harris; London, the religions tracts soc, 1884.
A collection of papers on bee-keeping in India; Calcutta
1883, Office of the Superintendent of governement printing.
Ein gefährlicher Feind der Honigbiene ist in Süd-Brasilien eine
Wanze; Ent. Nachr. 1884 S. 42.
Die Honigbiene und die Vermehrung der Bienenvölker nach den
Gesetzen der Wahlzucht . . . .; von F. W. Vogel; 410 S. 4° mit 135
Holzschn.
Änatomy and functions of the tongue of the honey bee;
by T. J. Briant; Journ. Linn. Soc. Lond. (Zoology) XVH S. 408 flf.
mit 2 Taf.
Coleoptera.
P. Bargagli theilt Note intorno alla biologia di alcuni
Coleotteri mit; Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 92 ff. Larven von
Vellejus dilatatus und Ptinus für in einem Nest von Vespa crabro.
Ptinus sexpunetatus bei Chalicodoraa muraria; die Larve von
Chalcophora mariana und Ergates fab er in einem Fichten -
stumpf. Aus einem von Larven des Capnodis tenebrionis durch-
wühlten zehnjährigen Stamme eines „Susino" (Pflaumenbaumes?)
entwickelten sich Scolytus rugulosus, wodurch die Ansicht unter-
stützt wird, dass letztere das Zerstörungswerk von Vorgängern
fortsetzen. Agrilus angustulus ist einer der vielen Schädlinge
der Eiche. In einem Neste der Vespa vulgaris wurde Metoecus
paradoxus gefunden. Brachypteroma ottomanum ist in Florenz
Anfangs Mai auf den Blüthen der Spiraea opulifolia häufig.
Buddeberg's „Beiträge zur Biologie einheimischer
Käferarten" in den Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk. 37 S. 70 ff.
schildern die Entwickelung folgender Rüssel- und Blattkäfer:
Sibynia Viscariae (in den Samenkapseln der Silene nutans und
inflata); Nanophyes Lythri (in den Blüthenknospen des Lythr.
Salicaria); Rhinoncus guttalis (in Stengeln von Polygonum am-
phibium und hydropiper), brachoides (P. lapathifolium und
Persicaria), pericarpius (P. amphibium und Rumex obtusifolius);
Arch. f. Naturgesch. 1,1. Jahrg. 2. Bd. M
178 Bevtkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ceutorrhynchus arator (in den Samenschoten der Hesperis matro-
nalis), geographicus (in Echium vulgare); Tapinotus sellatus
(im Stengelmark der Lysimachia vulgaris); Apion Genistae,
fuscirostre; Hylesinus Fraxini; Phloeophthorus Spartii (in abge-
storbenen Stämmchen von Sp. scop.); Chrysomela coerulans
(Mentha aquatica), marginalis (Linaria vulgaris), fastuosa (Lar-
ven meist auf Galeopsis); Agelasa halensis (auf Gal. Mollugo);
Longitarsus Echii (E. vulgare); Exochomus quadripustulatus
(auf Pin. Larix; Thuja und Juniperus).
Studien über neue Goliathiden aus Centralafrika geben
Kolbe Gelegenheit, einige Ansichten über die Phylogenie der
Käfer im Allgemeinen und der Goliathiden im Besonderen zu
äussern. Als die ältesten Käfer sieht er die Malacodermata
mit ihren weichen, netzartig geäderten Flügeldecken und den
7 — 8 freien Ganglien der Bauchkette an. Arten mit regelmässig
gestreiften Flügeldecken sind älter als solche mit unregelmässig
gestreiften oder glatten Flügeldecken. Unter den Coelorrhina-
Arten sind die mit geradem Hörn des Clypeus älter als die mit
krummem, und haben zugleich den Occipitalvorsprung am
wenigsten rückgebildet. Letzteres ist bei den Arten der West-
küste der Fall, während die im Inneren vorkommenden die
Scheitelhöcker stärker rückgebildet und gekrümmte Clypeal-
hörner haben. Die Verbreitung der Gattung und die Bildung
neuer Arten ist also in der Richtung von Westen nach Osten
vor sich gegangen. Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 77 ff.
Thieme theilt Fragmentarisches über Analogieen im
Habitus zwischen Coleopterenspecies verschiedener
Gattungen und Familien mit; Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 191 ff.
Czwalina macht die für die Varietätenfrage sehr interessante
Mittheilung, dass an einer bestimmten Lokalität in Preussen
Dyticus marginalis 9 und Geotrupes silvaticus mit fast glatten
Flügeldecken vorkomme; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 264.
A. K. Dimmoek beobachtete eine gegenseitige Anziehung
der beiden Geschlechter eines nordamerikanischen Prionus; s.
Ent. Nachr. 1884 S. 181. („Eine feine Käfernase" hatte schon
Dohrn kennen gelernt. Ref.)
F. Karsch stellt Bestimmungstabellen von Insekten-
Larven, zunächst von Silpha und Genossen, zusammen; Ent.
Nachr. 1884 S. 221 ff.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 179
Unter dem Titel Coleopterorum novitates, recueii
specialement consacre a l'etude des Coleopteres hat R. Oberthür
die Beschreibung neuer Käfer begonnen; 3 Bogen gross 8" mit
2 Taif. Auch aus den hinterlassenen Papieren Chaudoir's sind
einige Beschreibungen veröffentlicht.
Ritsema macht folgende Synonymical remarks: The-
rates sumatrensis Putz. = Schaumi Chaml. ; Idiochila spinipcnnis
Fr'w. =z Apatetica brunnipes Rits. ; Helota ocellata Rits. = Gue-
rini Hope] Bothrides Reitteri Rits. = nocturnus Pascoe] Eutra-
chelus sumatrensis Waterh. = Temmincki Gyll.'^ Notes Leyden
Museum VI S. 134.
Th. L. Casey bringt Contrib. to the descriptive and
systematic Coleopterology of North America, indem
er neue Gattungen und Arten aus verschiedenen Familien auf-
stellt; Bull. Brooklyn Ent. See. VII S. 1 ff.
C. Müller beschreibt (3) Käferarten von Süd- Geor-
gien, die einzigen Insekten, die von einem Mitgliede der Venus-
Expedition (im Moltke- Hafen, Royal Bay) gesammelt wurden.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 417 ff.
Th. Kirsch beschreibt Neue südamerikanische Käfer
(zweites Stück, Elateriden und Lyciden); Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 43 ff.
Fea verzeichnet die bei der Kreuzfahrt des „Corsaro" auf
Madeira, den Salvages und Canaren gesammelten Arten; Ann.
Mus. Civico Genova XVIII S. 759 ff.
Die X. Bestimmungs- Tabelle von E. Reitter in den Verh.
Zool.-Bot. Ges. Wien 1884 S. 59 ff. behandelt die Clavigeriden,
Pselaphiden und Scydmaeniden (Nachtrag zu V).
Bestimmungs-Tabellen der europäischen Coleo-
pteren. XL Bruchidae (Ptinidae). Von Edm. Reitter; Verh.
naturf. Ver. Brunn XXII S. 295 ff.
V. Harold macht Bemerkungen zur neuesten Ausgabe des
Catalogus Coleopterorum Europae; Berl. Entom. Zeitschr.
1884 S. 121 ff.; Bergroth desgl.; ebenda S. 225 ff.; die Ver-
fasser V. Heyden und Weise Gegenbemerkungen; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 403 f., 405 ff, 435 ff.
Berichtigungen und Zusätze zu demselben von den
Autoren s. Wien. Ent. Zeitschr. 1884 S. 177 ff., 207 ff.; vgl.
auch Revue d'Entomol. 1884 S. 70 ff.
Everts zählt die (13) Coleoptera door Dr. II. ten Kate jr.
]gO Bertknu: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in Noordelyk Lappland aangetroffen auf; Tijdsclir. v.
Eutom. XXVII S. 249 f.
Thomson meldet 26 für Schweden neue Arten an ; Opuscul.
Entern. X S. 1029 ff.
M. öuedenfeldt vollendet seinen Reisebericht über Süd-
Spanien, Portugal und Marocco und liefert Beiträge zur
Kenntniss der Staphylinen-Fauna genannter Länder;
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 97 ff.; 351 ff.
V. Heyden zählt die Coleopterologische Ausbeute einer Ex-
kursion nach der Sierra d'Espana, nordwestlich von Murcia,
auf; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 355 ff.
Die Fortsetzung von Bedel's Faune des Coleopteres du
bassin de la Seine et de ses bassins secondaires, den Ann.
Soc. Ent. France 1884 beigefügt, enthält noch auf S. 97—160
die Curculionidae (Anisorrhynchus — Ceutorrhynchini).
Der 4. Bd. der Faune gallo-rhenane hat die Malaco-
dermes im Umfange der Latreille'schen Benennung zum Gegen-
stande; Revue d'Entomol. 1884 mit besonderer Paginirung.
Ragusa bringt die Fortsetzung seines Catalogo ragionato
dei Coleotteri di Sicilia; II Natur. Siciliano III S. 129 ff.,
193 ff., 249 ff., 273 ff., 301 ff, IV S. 1 ff.
Derselbe beschreibt Coleotteri nuovi o poco conosciuti della
Sicilia; ebenda S. 316 ff., 332 ff., Tav. IIL
Von der Naturgeschichte der Insecten Deutsch-
lands . ., Coleoptera ist Lief. 3 vom VI. Bd., Berlin 1884,
erschienen.
Wiese meldet das Vorkommen einiger seltenen Käfer
bei Kiel an; Schriften d. Naturw. Vereins f. Schleswig-Holstein
V 2. H. S. 120.
M. Quedenfeldt macht Mittheilungen über einige für die
Mark Brandenburg neue oder bisher in derselben
selten beobachtete Käfer; Berl. Entom. Zeitschr. 1884
S. 137 ff.
Derselbe führt einige seltenere Käferarten aus den
dessauischen Forsten an der Elbe und aus der Witten-
berger Gegend auf; ebenda S. 179 f.
lieber den Status der Coleopteren- Arten Schle-
siens am Ende des Jahres 1883 erfahren wir von Letzner,
dass zu den 4314 von früher bekannten Arten 21 hinzuge-
kommen, dagegen 5 als Varietäten oder Synonyme erkannte
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 181
abzuzielion sind; Schlesien Latte daher 1883 4330 bekannte
Arten. 61. Jahresb. Schles. Ges. vaterl. Cultur S. 313 ff.
Fein und Kletke theilen Beobachtungen über Fundorte
und Fangzeiten einiger interessanteren oder selteneren
schlesischen Käfer mit; Zeitschr. f. Entom. Breslau,
9. Heft, S. 1 ff.
Die Käfer von Nassau und Frankfurt werden von
L. V. Heyden durch einen 4. Nachtrag um 26 A. bereichert,
nämlich Dryops nitidulus; Attagenus pantherinus; Saprinus
lautus; Meligethes pumilus; Phalacrus substriatus; Corticaria
foveola; Alexia ignorans ; Coccinella lyncea ; Ptomaphagus flavi-
cornis; Neuraphes carinatus; Bledius cribricollis ; Quedius rufi-
pes, paradisiarus, suturalis; Oligota atomaria; Eubria palustris;
Dryophilus anobioides; Byrrhus subpilosus; Lixus sanguineus;
Pissodes validirostris , piniphilus; Nanophyes brevis; Apion
semivittatum; Labidostomis lucida; Cryptocephalus ochroleucus;
Plateumaris rustica; 5 Arten sind zu streichen, so dass jetzt
das Verzeichniss 3334 Namen aufweist. Manche Ergänzungen
werden über Varietäten und Verbreitung gemacht; Jahrb. Nass.
Ver. f. Naturk,, 37, S. 56 ff.
Kittel setzt seine systematische Uebersicht u. s. w.
in gewohnter Weise fort; Correspondenzbl. naturw. Ver. Regens-
bnrg. 37. S. 23, 35, 116, 132, 158 (Apoderus — Cryptocepha-
lus) und bringt sie im 38. Jahrgange zu Ende, S. 18, 54,
65, 97.
Coleoptera nova ex Hungaria a Joanne Frivaldszky
descripta S. 279 ff. und Coleoptera pro fauna Hungariae
characteristica annis praeteritis in Hungaria collecta a
J. Frivaldszky S. 286 f.; Termesz. Füzet. VIII.
Ein neuer Beitrag zur Käferfauna Griechenlands
von E. Brenske und E. Reitter ist mit einem Reisebericht
(uper Corcyra, durch Morea, mit einem kurzen Aufenthalt in
Athen) ausgestattet, der wesentlich nur die Käferfauna berück-
sichtigt. In dem speziellen Theile werden die bemerkens-
werthen Arten namhaft gemacht imd die neuen (etwa 50)
beschrieben und z. Th. abgebildet. Deutsch. Ent. Zeitsclir.
1884 S. 17 ff. Taf. I, H.
Ebenda S. 101 ff. registrirt Reitter die Resultate einer
coleopterologischen Sammel-Campagne während der Monate
Februar bis April 1883 auf den jonischen Inseln.
182 Bertkuu: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
V. Heyden zählt die Coleopterologische Ausbeute ... von
der Insel Creta auf, 105 Arten, welche beweisen, dass diese
Insel faunistisch zu Europa und nicht zu Asien gehört; Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 363 ff.
Ebenda S. 362 bringt derselbe einen Beitrag zur Co-
leopteren-Fauna der Dardanellen.
Reitter beschreibt neue Coleopteren aus Russland
mit Bemerkungen über bekannte Arten; Revue mensiielle
d'Entom. I S. 111 ff.
Coleoptera nova ex Asia Minore a Joanne Fri-
valdszky descripta; Termesz. Füzet. VIII S. 1 ff. (6 Arten
resp. Var.).
Liste des Coleopteres rec. . . . ä Akbes (Kleinasien);
Fairmaire in den Ann. Ent. France 1884 S. 165 ff.
Eeitter schreibt Diagnosen neuer Coleopteren aus Len-
koran; Verh. naturf. Ver. Brunn XXII S. 3 ff.;
Eppelsheim Diagnosen neuer Staphyliniden aus dem
Kaukasus und Lenkoran; ebenda S. 11 ff.
V. Heyden und Kraatz beschreiben neue Käfer -Arten
aus Osch (Turkestan); Deutsch. Ent. Zeitschr. 1883 S. 217 ff.
Kraatz beschreibt ebenda S. 229 f. (3) neue Käferarten
von Margellan.
Ein Beitrag zur Coleopterenfauna der Insel
Askold und anderer Theile des Amurgebietes von L. v. Hey-
den fuhrt von Askold 139 Arten auf, von denen 39 mit Europa,
28 mit Japan und 4 mit Europa und Japan gemeinsam sind.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 273 ff.
D. Sharp behandelt the water-beetles of Japan (114
Arten); Transact. Ent. Soc. London 1884 S. 429 ff. (Haliplidae
3; Dytiscidae 45; Gyrinidae 7; Hydrophilidae 59 A.).
Waterhouse macht einige Arten von den Timor -Laut-
Inseln bekannt; Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 213 ff.
PI. XVI.
Waterhouse stellt als „Challenger"- Coleoptera die aut
Tristan d'Acunha, Ki Dulan, Aru Isl. und Tahiti gesammelten
Arten auf; Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 276 ff.
Bourgeois macht Dascillides et Malacodermes de
Nouvelle-Caledonie bekannt; Revue d'Entomol. 1884
S. 278 ff.
Als Bijdrage tot de Kennis der Coleopteren-Fauna van
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 1^3
liet eiland Salcijcr en van het naburige üilandje Poeloe-
katcla stellt Eitsema ein Verzeichniss von 183 Arten auf;
Tijdschr. V. Entom. XXVII S. 253 ff.
Coleopteres de Madagascar .... decrits par M. Leon
Fairmaire; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 129 ff.
Quelques Coleopteres madecasses par M. Leon
Fairmaire; ebenda S. 273 ff.
Note s. 1. Col. reo. . . . ä Madagascar par M. L. Fair-
maire; Ann. Ent. France 1884 S. 225 ff.
Verzeichniss der ... in Angola und am Quango . . .
gesammelten Pectinicornen und Lamellicornon von
G. Quedenfeldt; Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 265 ff.
Gerstäcker zählt die von G. A. Fischer während seiner
Reise nach dem Massai-Land gesammelten Coleopteren auf;
Jahrb. wissensch. Anstalten Hamburg für 1883 S. 43 ff.
Bedel veröffentlicht in den Ann. Ent. France 1884 S. 222 ff.
die Resultate seiner Recherches synonymiques s. 1. Col.
du nord de l'Afrique.
Desbrochers des Loges beschreibt Insectes coleopteres
du nord de l'Afrique nouveaux ou peu connus (Curculionid.);
Bull. Acad. d'Hippone No. 19.
K. Flach hat die Käfer der unterpleistocänen Ab-
lagerungen bei Höhbach* unweit Aschaffenburg be-
arbeitet; Verh. phys.-med. Ges. Würzburg (N. F.) XVIII
S. 285 ff. Taf. VHI, IX. Mit voller Sicherheit wurden 25 Arten
erkannt (annähernd etwa 30), von denen 23 mit jetzt lebenden
identificirt wurden, die auf den Nordosten als das Einwande-
rungsgebiet hinweisen. Fast die Hälfte der gefundenen Reste
gehören den Carabiden an.
Glycobius speciosus egg-laying habits; Packard, Americ. Natural.
1884 S. 1154.
Lithoborus stemalis (Casablanca) ; Fairmaire, Le Naturaliste 1884
S. 446.
Loxopeza angustula (Peru); Chaudoir, Coleoi^t. Novität. II S. 19.
Mychophilus Caspicus (Liryk); Reitter, Revue mensuelle d'Entomol.
I S. 113.
Porphyryba Raffragi S. 235, {chalyheata S. 236, 242) (Madag.);
Fairmaire, Ann. Ent. France 1884.
Scorpionus bedient sich seiner Fühler als Vertheidigungsmittel ;
Smith, American Naturalist 1884 S. 727.
184 B ortkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Somalibia mv.llifjuttata (Makdischu); Fairma^re, C. R. Ent. Belg.
S. 346.
Tjloderma nigrum (N. Illinois) S. 56, punclatum (Long Isl.) S. 57;
Casey a. a. 0.
Coccinellidae. Col ovocerida (n. g. Mycetaeid) unicurva (Chili);
Belin, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 164.
Pharus herytensis (B.); Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 166
Ph. bardus Muh, var. anchorogo (Biskra); Fairmaire, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 70.
Brumus fulvivenlris (Sansibar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 149.
Orcus quadrimaculatus (Rockhampton); Kerville, Ann. Ent, France
1884 S. 72 PI. 4 Fig. 9.
Exochomus apicatus (Biskra); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. G 9.
Chilocorus Amtralasiae (Rockhampton); Kerville, Ann. Ent. France
1884 S. 71 PI. 4 Fig. 8.
Scymnus (Pullus) Abeillei (Südfrankr.) ; Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 165, sumatrensis (Soeroelangoen), bilunularis (ibid.) S. 123, hrun-
neus (Moeara Laboe) S. 127; Gorham, Notes Leyden Museum VL
Neda Bourgeoisi (Australien); Kerville, Ann. Ent. France 1884 S.
70 PI. 4 Fig. 7.
Ithone hexaspilota Hope var. nigra (Daurien); Kerville, Ann. Ent.
France 1884 S. 70.
Coccinella lyncea var. asiatica (Palästina; Amasia); Weise a. a. 0.
S. 160.
Cyrtocaria Mocquerysi (Madagaskar); Gadeau de Kerville, Ann. Ent.
France 1884 S. 69 PI. 4 Fig. 6.
Adalia notata var. quinquesignata (Brussa); Frivaldszky, Termcsz.
Füzet. VIII S. 8.
Endomycllidae. Hyhopterus (n. g. prope Indalmum) ;9fe^iafico/^i5
(Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 141.
Lycoperdina pulvinata (Dalmatien; Nordmorea) S. 59, subpiibescens
(Korsika) S. 60, maritima (Alpes maritimes) S. 61; Beitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 nebst einer Tabelle der mit Bovistae verwandten Arten.
Dapsa Opuntiae (Korfu); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 117.
Erotylidae. In seinem Essai sur la famille des Erotylidae revidirt
Bedel die Gattung Triplatoma und Verwandte, nämlich Coptengis,
NeoblytuSj Trichulus (für pubescens Crotck) , Endyius (für bizonatus
Crotch), Nesitisy Linodesmus, Plagiopisthen , und beschreibt Coptengis
spinipennis (Morotai) S. 437; Neoblytus aerutus (Hatam) S. 438; Tripla-
toma Gestroi (Sarawak), cyprea (Malacca) S. 440; Nesitis discrepans (Su-
matra) S. 443; Ann. Mus. Civic. Genova XVIII S. 435 ff.
Orestia Olympica (OL, Kleinas.); Frivaldszky, Termesz. Füzet.
VIII S. 7.
im Gebiete der Arthropode)! während des Jahres 1884. |85
Aulacochilus humeralis (Philippinen); Waterhouse, Ann. a. Mag. N.
H. (5) XIII S. 372.
Tritoma ancorana, injulata (Lenkoran, Lirik) ; Reitler, Verh. . .
Brunn XXII S. 6.
Triplax valida (Hamarat); Reitler, Verh. . . . Brunn XXII S. 5.
Japanese Languriidae, with notes on their habits and external
sexual strueture; by G. Lewis; Journ. Linn. See. Lond. Zool. XVII S.
347 fF. PL XIV. — Lewis erkennt die meisten der von Crotch auf-
gestellten Gattungen an und errichtet für die L. Jansoni Crotch^ „mit
dicht gekörnelten Augen, verlängerten Fühlern mit dreigliederiger Keule,
kurzen Tarsen" die Gattung Microlanguria S. 347. Comstock's Schil-
derung des Entwickelungsganges von L. Mozardi ist grösstentheils repro-
duzirt. Zu den 10 von Japan bekannten Arten werden folgende neue be-
schrieben, wodurch ihre Zahl auf 15 steigt: Doubledaya bucculenta S. 355
Fig. 1 — 3 (Idzu; Higo); Languria inffens S. 356 Fig. 4, 5 (Chiuzcnji;
Junsai), Nara! S. 357, colimella S. 357 Fig. 9 (Hitoyoschi) , fucosa (S.
358 Fig. 12, 13 (Nagasaki; Kawasaki, Fukui, Kashieragi),
Chrysomelidae. Weise theilt einen Beitrag zur Chrysome-
liden-Fauna von Amasia mit; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 157 ff.
Derselbe beschreibt ebenda S. 161 ff. einige neue Chrysome-
liden (und Coccinelliden).
Desselben Fortsetzung der Naturgeschichte der Insekten
Deutschland's, VI S. 369 — 568 bringt die Chrysomelini zu Ende und
den Anfang der Galerucini.
Fairmaire's „Notes sur quelques Chrysomelides" sind rein
synon}Tnischer Natur; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 3.
C. van den Branden beginnt eine Enumeration des Col. phyto -
phages decrits posterieurement au catalogue de Mm. Gemminger
et Harold mit dem Hispini und Cassidini; Bull. Soc. r. d. scie. de Liege
(2) XL
Jacoby liefert Descript. of. . . . Phytophageous Coleoptera from the
Indo-Malayan and Austro-Malayan subregions . . .; Ann. Mus. Civic,
Genova XX S. 188 ff.
Derselbe desgl. Descr. of . . . Phytoph. Col. from Sumatra;
Notes Leyden Museum VI S. 9 ff, 201 ff.
Derselbe desgl. Beschreibungen neuer Phytophagen in der
Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 126 ff.
Den früheren Bearbeitungen der Halticincn lässt Leesberg die ähnlich
ausgeführten Bijdrage tot de Kennis der Inlandsche Galerucinen
folgen; Tijdschr. voor Entom. XVII S. 229 ff.
Cassidini. Coptocycla testacea (Wladiwostok); Rybakow, Hör. Soc.
Ent. Ross. XVm S. 136.
Cassida hrevis (Amasia); Weise a. a. 0. S. 159, exsangxiis (Massai)
S. 62, tetraptera (ibid.; Bagamojo) S. 63; Gerstäcker, Jahrb. wissensch,
18() Bertkau: Bericht über die wisseiischuftlichen Leistungen
Anstalt. Hamburg für 1883, Biskrensis (B.) S. 99, ramifera (Böne),
{Oxylepus!) capucinus (?) S. 100, Palaestina! (P.) S. 101 Anm. ; Des-
brochers des Loges, Bull. Aead. d'Hippone No. 19;
Charidotis sexpustulata (Bahia); Donckier de Donceel, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 154.
Notes on the life-history of Porphyraspis tristis, a Palm-
infesting Cassida from Brazil, by A. S. Oliff, Trans. Ent. Soc. London
1884 S. 435 ff.
Hispini. Parallelispa (n. g. prope Stenispam) quadralicoUis
(Madag.); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 239.
Hispa Chapuisii (Abyssinien) ; nov. nom. pro H. Gestroi Chup. nom.
praeocc); Oestro, Ann. Mus. Civic. Genova XX S. 305.
Oxycephala speciosa Verwandlungsgeschichte; Bull. Ent. France
1884 S. 5.
Galerucini. Strohiderus (n. g. Monolept.) excavatus S. 62;
Glyptolus (u. g. Scelidin.) viridis S. 63;
Sermyloides (n. g. Sermylin.) basalis S. 64;
Delocephala (n. g.) apicicornis S. 66;
Sumatrasia (n, g. Mimastrin.) unicolor S. 68;
Pseudocophora n. g. für Aulacophora Buqueti Guer. S. 69, und
iiniplagiata (Serdang) S. 214;
Sastro'ides (n. g.) himaculata S. 218, unicolor S. 219;
Neolepta (n. g.) fulvipennis S. 222, biplagiata S. 223;
Coeligetis (n. g.) submetalUcu S. 228 (Serdang);
Hoplasoma (n. g.) apicalis (Aru; Garantalo) S. 223; Jacoby, Notes
Leyden Museum VI.
Hovalia n. g. (prope Asbecestam) für comitata Klug\ Fairmaire,
Ann. Ent. France 1884 S. 240.
Mombasa (n. g.) arinicollis S. 125, subinennis (Guelidi) S. 149;
Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884.
Pseudaplosonyx (n. g.) coeruleipennis (Sumatra); Duvivier ebenda
S. 317.
Luperolophus (n. g. prope Alopenam) tenuecostatus (Madag.);
Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 241.
Doridea (?) smaragdina (Sarawak); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 320.
Platyxantha (?) nigripennis (Serdang); Jacoby, Notes Leyden Museum
VI S. 225; basalis (Manilla) S. 318, rubripennis (Borneo) S. 319; Duvi-
vier, C. R. Ent. Belg. 1884.
Theopea obliterata (Sumatra); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 56.
Eustetha variabilis (Serdang); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 224.
Ochralea marginata (Sumatra); Jacoby, Notes Leyden Museum VI S. 56.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1881. 187
Monolcpta busatis (Sumatra) S. 55, javana (Batavia; Borneo), S. 234,
albofdsciata (Batavia) S. 235; Jacoby, Notes Leyden Museum VI.
Emathea Jacobyi (Java); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 318.
Antipha dilalicornis S. 49, Balyi S. 50, capitata S. 51, ((bdominalis,
seminigra S. 52 (Sumatra) und var. S. 221, bijasciata (Serdang) S. 221;
Jacoby, Notes Leyden Museum VI.
Xenoda hirtipennis (Sumatra); Jacoby, Notes Leyden Museum VI S. 58.
Buphonida punctata (Oceanien); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 316.
Menippus Clarki (Serdang); Jacoby, Notes Leyden Museum VI S. 220,
viridis (Philippinen); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 315.
Metrioidea apicalis (Serdang); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 226.
Caritheca sumatrensis (Loeboe Tarab) ; Jacoby, Notes Leyden Museum
VI S. 60.
Haplosonyx nigripennis (Sanghir Isl.); Jacoby, Notes Leyd. Museum
VI S. 71.
Macrima pallidicomis S. 59, abdominalis S. 60, 215 (Sumatra),
subcostata S. 215, malyensis S. 216 (Serdang); Jacoby, Notes Leyden Mu-
seum VI.
Galerucella subcaertdescens (Amasia); Weise a. a. 0. S. 159, rugosa
(Sumatra); Jacoby, Notes Leyden Museum VI S. 65.
Aenidea sumatrensis (Serdang); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 229.
Momaea grucilis (Neu Guinea); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 314.
Fachytoma suturalis (Congo) S. 231, Batesi (Central Afrika) S. 232;
Jacoby, Notes Leyden Museum VI. •
Sastra fulvipennis (Sumatra); Jacoby, Notes Leyden Museum VI S. 48.
Arcastes sumatrensis (Soepajang); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 47, saturalis (Serdang); derselbe ebenda S. 217.
Luperodes scutellatus (Sumatra); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 46.
Luperus azweus, punctatissimus (Akbcs); Fairmaire, Ann. Ent.
France 1884 S. 176.
Cerophysa viridipennis (Sumatra) S. 44, sumatrensis S. 45; Jacoby,
Notes Leyden Museum VI.
Mimastra sumatrensis (Rawas) S. 42, submetallica (Sumatra) S. 43,
violaceipennis (Sum.) S. 44; Jacoby, Notes Leyd. Museum VI.
Malacosoma parvula (Rawas); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 41, cyanicollis (Serdang); derselbe ebenda S. 217.
Laetana ;)rt^/tc/rt (Natal); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 313.
Aulacophora Batesi (Sumatra); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 39, ßavomarginata (Java) S. 119, Eitsemae (ibid.; Borneo; Sumatra)
138 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 121, doesonensis (Boraeo) S. 122, circimcincta (Cclebes) S. 123, robusla
(Neu Guinea) S. 124; Duvivier ebenda, aeneoguttäta (Madagaskar); Fair-
maire, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 276.
Duvivier ersetzt die bereits vergebenen Namen Aulacophora flave-
scens CJiap. durch Chapuisi, viridipennis Chap. durch smaragdinipennv>,
limbata Chap. durch cinciipennis , nigripennis Chap. durch philippinmsis,
C. R. Ent. Belg. 1884 S. 313.
Oides metallica (Sumatra); Jacoby, Notes Leydcn Museum VI S. 37,
violaceipennis '\ßornQ,o) S. 114, ornatipennis (Aru) S. 115, antennalis (Sum-
bawa) S. 116, albicans (Sumatra) S. 267, celehensis (Toelabollo) S. 238,
flavipes (Timor) S. 239; Duvivier ebenda, sexvittata (Au-vtralicn) S. 132,
semipunctata (Deccan), abdominalis (Java) S. 133, vexilla (Luzon) S. 134,
tibialis (Siagao) S. 135, subtilissima (Luzon) S. 136, ßavida^ elliptica
(ibid.) S. 137, mardda (Philippinen) S. 138, quadrigiUlata {'Lnzon) S. 139;
derselbe, C. R. Ent. Belg. 1884.
Halticini. Imolia (n. g. Sphaerometopae similc) nigrofasciata
(Rawas) S. 32;
Cerotrus (n. g.) melanocephalus (Rawas) S. 34; Jacoby, Notes Leyd.
Museum VI.
Änicera (n. g. inter Chaloenum et Oxygonum intermedium) bima-
culata S. 2Ü8;
Homelea (n. g. transitum a Galerncinis formans) variabilis S. 212
(Serdang); derselbe ebenda.
Pseudadorium (n. g. prope Rhopalotoma) vernicaixim (Madag.);
Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 239.
Priostomus (n. g. Febrae affine) unicostatus (Java); Jacoby, Stett.
Ent. Zeit. 1884 S. 185.
Psylliodes extricata (New Jersey) S. 54, aenescens (Long Isl.) S.
55; Casey a. a. 0., Balyi (Sumatra); Jacoby, Notes Leyden Museum
VI S. 30.
Sphaerodcrma (?) striatipennis (Sumatra) S. 35, geminata, brevipennis
(Sumatra) S. 36; Jacoby, Notes Leyden Museum VI.
Lactica sumatrensis (Rawas); Jacoby, Notes Leyden Museum VI S.
27, Fromonti (Rio Janeiro); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 156.
Oedionychis angmticollis (Rio Janeiro); Duvivier, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 157.
Sebaethe sumatrana S. 208, affinis S. 209 (Serdang); Jacoby, Notes
Leyden Museum VI.
Bathophila graeca (Gr.); Allard, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 248.
Aphthona Reitteri (Kaukasus); Allard, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S.
248, sumatrana (Serdang); Jacoby, Notes Leyd. Musem VI S. 206.
Disonycha piUchra (Pennsilv.) S. 51, Arizonae (A.) S. 52; Casey
a. a. 0.
Hyphasis parvula (Rawas); Jacoby, Notes Leyden Museum VI S. 29.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 189
Phyllotreta bascdis (Algier); Brisout de Barneville, Revue d'Entom.
1884 S. 90.
Ilaltica (Graptodera) elongata (Sumatra); Jacoby, Notes Leydcn
Museum VI S. 28.
Chaetocnema paupercula (Long Isl.); Casey a. a. 0. S. 53.
Plectroscelis Delarouzeei (Syrien; Algier); Brisout de Barneville,
Revue d'Entom. 1884 S. 89.
Podagrica rufa (Marocco); Allard, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 248.
Acrocrypta fidvicollis (Medan); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 30.
Eueycla varipes (Serdang); Jacoby, Notes Leyden Museum VI S. 210.
Notozona guatemahnsis (G.); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 312.
Chrysovielini. Xenoinela (n. g. prost, pvocessu postico nullo;
iicetabula antica occiusa; mentum parvum, in medio marginis antici
modice rotundato-productum ; metastemum breve. Mandibulae haud validae;
antennae subfiliformes, articulis 5 paullo crassioribus. Proth. transversus,
basi truneatus et immarginatus , elytra eonnata. Tarsi art. 3 primis
aequilatis; mit Timarcha, Entomoscelis und Cyrtonastes zusammengehörend
imd mit diesen Gattungen in analytischer Tabelle zusammengestellt)
Kraatzi (Osch); Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 226 f.
"Weise unterscheidet (Naturg. Ins. Deutschi.) S. 514 in Phyllodecta
die beiden Untergattungen Chaetocera (ant. art. 4 — 6 longe pilosis,
prothorax basi subtiliter marginatus für vulgatissima) und Phyllodecta
i. sp. (ant. haud longe pilosae , prothorax basi immarginatus) für die
übrigen deutschen Arten; für Phaedon carniolicus errichtet er die Gattung
Sclerophaedon S. 534.
Paropsis Schlegelii (Salawatti) S. 93, Chapuisii (Sumbawa) S. 95,
20 -pustulata (Aru) S. 96, Sumatrensis (Kontoer) S. 98; Duvivier, Notes
Leyden Museum VI.
Phyllodecta coerulescens Küst. = vulgatissima Z.; Weise, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 156; bei dieser Art sind die Fühlerglieder 4, 5
und 6 abstehend zottig behaart.
Gonioctena Äkbesiana (A.) ; Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 175.
Letzner beschreibt Larve und Puppe der Phytodecta rufipes
Deg.; 61. Jahresb. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Kultur S. 308.
Stethomela marginata (Aru Isl.); Jacoby, Notes Leyden Museum
VI S. 7.
Australica unicolor (Timor) ; Jacoby, Notes Leyden Museum VI S. 8.
Chalcolampra violaceipennis (Rawas); Jacoby, Notes Leyden Museum
VI S. 26.
Cyrtonastes Weisei (Korfu) ; Reitter, Deutch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 121.
Cyrtonus Ehlers! , Ärcasi, Heydeni (Spanien); Fairmaire, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 361.
190 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
In der Einleitung zu seiner Liste complementaire des esp.
d. g. Timarcha in den Anal. Soc. Esp. Hist. Nat. XIII S. 75 ff. macht
Fairmaire auf eine entblösste und gefurchte Stelle in der Mitte an der
Unterseite der 3 ersten Tarsenglieder der Weibchen aufmerksam, die in
verschiedener Weise ausgebildet ist, doch so, dass sich die Unterschiede
nur in wenigen Fällen zur Unterscheidung nahe verwandter Arten eignen.
Die Liste enthält 78 Arten, darunter Nevademis (Sierra Nevada) S. 81,
sohrina (Cuenca) S. 85, Iransversicollis (Cordova) S. 87, Catalaunensis (C.)
S. 100, semilaevis (La Granja) S. 105 als neu.
E. Duges schildert die Metamorphoses de la Leptinotarsa
undecimlineata Stäl-, Ann. Soc. ent. Belg. 1884 S. 1 ff. PI. I, I.
Orina (pretiosa var. olim) vanabilis; Weise, Naturg. Ins. Deutschi,
a. a. 0. S. 455.
Chrysomela distincta X^sie = marcasitica Germ.-, graminicola Drap.,
Duftsch = Phaedon pyritosus Rossi-, Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 156. — Chr. Milien (Krain, Kroatien) S. 162, Reitteri (Swanetien)
S. 163, curvilinea (Aranjuez) S. 164; derselbe ebenda; immarginata (Kuld-
scha); Rybakow, Hör. Soc. Ent. Ross. XVIII S. 135, Syriaca (Haifa);
Weise, Insecten Deutschlands a. a. 0. S. 408, sumatrensis (S.); Jacoby,
Notes Leyden Museum VI S. 25.
Plagiodera apicata (Guelidi) ; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 125.
Helodes insulanus (Kanala); Bourgeois, Revue d'Entom. 1884 S. 283,
nehrodensis (Madonie) ; Ragusa, II Naturalista Siciliano III S. 335.
Prasocuris ohlongiuscvla (Batna); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 69.
Die Schlesischen Varietäten des Phaedon Cochleariae s. im
61. Jahresb. Schles. Ges. f. vaterl. Cultur S. 311 f.
Ph. segnis (Alpen; Karpathen; = pyritosa Dußschm., hederae Kraatz
nee Suffr.), Fausti (Ochotsk) ; Weise, Insecten Deutschi. VI S. 540.
Eumolpini. Entomchirus (n. g. Colaspin.) sericeiis S. 200,
dispar, cribrosus {Cay Qnne), jucundus (Caracas) S. 201;
Edistus (n. g. CdWism.) fulgidus (Bintang) S. 203;
Erotenia (n. g. Endocephal.) nigripes (Brasihen) S. 204;
Aporus (n. g. Endocephal., Name vergeben) cyaneus (Cayenne) S.
206; Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884.
Plastonothus (n. g.) für (Noda) aureus Blanch., chalybeus Blanch.;
Lefevre, Bull. Ent. France 1884 S. 44.
Melindea (n. g.) abyssinica S. 65;
Phase US (n. g=) maculatus, pallidus (Abyss.), fulvus (Sansibar) S. 66;
Pagria (n. g.) suturalis, varians (Sansibar) S. 67;
Cleoporus (n. g.) crucialus (Bohol ; Mindanao) S. 76; der8elb9
ebenda.
Pseudolpus (n. g. Chrysopida similis) ornatus (Fly r.); Jacoby,
Ann. Mus. Civic. Genova XX S. 225.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 191
Phytorus (n. g. Thypophorin.) dibatata! (Tcibodas; Singapore)
Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova XX S. 226.
Thyrasia (n. g. Typophor.) marginata (Fly r.); derselbe ebenda
S. 229.
Oolaspoides glabrata (Rawas) S. 17, nigripes (Paja Koemboeh,
Solok etc., Sum.) S. 18, apicicorms (Soekadana) S. 19, nigricornis (Loeboe
Tarab, Moeara Laboe etc.) S. 20, sumatrensis (Silago) S. 21; Jacoby,
Notes Leyden Museum VI.
Chrysochus IJageni (Serdang}; Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 206, singularis (Peking); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 205.
Corynodes angulicollis (Doesoen Tengah) S. 22, Balyi (Rawas) S. 23,
(fraternus Baly S. 24); Jacoby, Notes Leyden Museum VI, bascdis (Ser-
dang); derselbe ebenda S. 205, rutilans (Malacca); Lefevre, Bull. Ent.
France 1884 S. 149.
Stethotes basalis (Fly r.) S. 231, hirtipes (ibid.), nigroviridis (Korido;
Geelvink Bay) S. 232; Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova XX.
Typophorus simplex (Rio Janeiro); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 156, fulvipennis (Columbien), atomarius (Bahia); nigripennis (Cohimbien)
S. 203, pygmaeus (Brasilien) S. 204; derselbe ebenda.
Abirus ßavopilosus (Moeara Laboe) S. 15, violaceus (Pajah Koem-
boeh) S. 16; Jacoby, Notes Leyden Museum VI, subrugosus (Serdang);
derselbe ebenda S. 204; derselbe ebenda.
Euryope haematica (Massai); Gerstäcker, Jahrb. .wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 62.
Rhyparida bicolor (Sumatra) S. 196, strigicollis (Ternate) S. 197,
melanchoUca (Ramoi) S. 198, terminata, opacipennis (Fly r.) S. 199, sub-
costata (Buitenzorg) S. 200, laevifrons (Ramoi, Sorong; Andai) S. 201,
morosa (Australien; Yule Isl.) S. 202, nigrosignata (Sumatra) S. 203, cly-
peata (Somerset) S. 204, castanea (Fly r.) S. 205, sublaevicollis (Amboina),
quadripiistulata (Neu Guinea) S. 206, apicaVis Somerset) S. 207, minuta
(ibid.) S. 208, metallica (Ramoi) S. 209, nigroviridis (Amboina), viridana
(Katau) S. 211, viridipennis (Flyr.; Ramoi) S. 212; Jacoby, Ann. Mus.
Civ. Genova XX.
Thyra maculigera (Brasilien); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 204.
Spintherophyta cyanea (Mexiko) S. 193, aulica (Brasilien) S. 194;
Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884.
Pseudocolaspis pedestris (Congo); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 281.
Eurytus pedestris (Cap); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 203.
Piomera (?) Celebensis (Kandari); Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova
XX S. 195.
Callisina integricoUis (Serdang); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 202.
Nodostoma laevicoUis (Sumatra) S. 213, Beccarü (Java) S. 214,
192 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ornatissima (Neu -Guinea) S. 215, violacea (Kandari) S. 216, marginata
(Teibodas), sumatrensis (S. ; Java) S. 217, aruensis (A. Isl.) S. 218,
rugosa (Sarawak), diladcornis (Sumatra) S. 220, Gestroi (ibid.) S. 221,
Balyi (Teibodas) S. 222, si?nplex (ibid.) S. 223, nigritarsis (Sumatra)
S. 124; Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova XX, brevicoUis (Soeroelangoen)
S. 13, (aeneipennis, javanensis, aeneomicans ^aZj/); derselbe, Notes Leyden
Museum VI.
Chalcophana scapvlaris (Ecuador) S. 201, Volxemi (Brasilien) S. 202;
Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884.
Corysthea humilis (Amazon.); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 201.
"Dexmoxvhytxs femoralis (Somerset) S. 229, viridis (Kandari) S. 230;
Jacoby, Ann. Mus. Civ. Genova XX.
Prionodera metallica (Amazonas); Jacoby, Stett. Ent. Zeit. 1884 S.
128, Marshalli (Brasilien); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 196.
Colaspis Chapuisi (Mexico); Jacoby, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 127,
Joveolata (Buenos Aires), varia (ibid.) S. 155, pusiUa (Bahia) S. 156;
Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884, aureopunctata (Brasil.) S. 196, nohilitata
(Bahia), egena^ exarata S. 197, sulco-gemmcUa, pertusa (Brasil.), picta
(Columb.), mdanogasier (Bras.) S. 198 Crotchi (Carolina), cinctella^ anhri-^
coUis (Brasil.), rufofemorata (Columb.), despecta S. 199, pumilio (Pozuzu,
Peru) S. 200; derselbe ebenda; Z)e;€ant (Cayenne), chalcites (Peru^, lividipes
(Peru) S. 120, aerea (Cayenne) S. 121; derselbe Bull. Ent. France 1884.
Geloptera Albertisii (Somerset); Jacoby, Ann. Mus. Civ. Genova XX
S. 227.
Metaxyonycha Lacerdae (Bahia); Lefevre, Bull. Ent. France 1884
S. 120.
Agbalus Äi7am (Cayenne), Ä"Zu^2Y (Brasil.), s^riya^us (Cayenne) S. 195,
cyanipes (Cayenne) S. 196; Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884.
Iphimeis /Msc7tors/s (Bahia); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 158.
Agrianes versicolor (Brasilien); Lefevre, C. R. Ent Belg. 1884 S. 194.
Chrysolampra cyanea (Nord-China); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 194.
Lamprosphaerus kistrionalis, apicipennis (Bogota); Lefevre, C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 282.
Balya Jacohyi (Mendoza); Lefevre, Bull. Ent. France 1884 S. 150.
Chrysodina ephippium (Brasilien); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 194.
Blorus variatus (Amazonas); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 205.
Cryptocephalini. Cryptocephalus (Proctophysus) Möhringi (Amasia)
S. 158, variceps (Konstantinopel) S. 161; Weise a. a. 0., alnicola
(Fontana Minda, Sard.) Costa a. a. 0., fulvofasciatus (Fly r.); Jacoby,
Ann. Mus. Civ. Genov. XX S. 194, parenthesis, discissus (Madagaskar/,
Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 279, 280, Egerickxi! (El Hahaz, Arab.)
Tappes C. R. Ent. Belg. 1884 S. 256 mit Holzschn.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884, 193
Melixanthus (bimaculicollis Baly), sumatrensis (Rawas); Jacoby, Notes
Leyden Museum VI S. 12.
Clythrini. Megalostomis unidncta (Caracas); Lefevre, Bull. Ent.
France 1884 S. 149.
üeber Coptocephala rubicunda Laich, und seine schlesischen
Varietäten s. 61. Jahresb. Schles. Ges. f. raterl. Cultur S. 307.
C. Destinoi S. 114 fallaciosa S. 175 (Akbes); Fairmaire, Ann. Ent.
France 1884.
Aspidolopha ornata (Rawas); Jacoby, Notes Leyden Museum VI
S. 11.
Clythra Zairica (Congo); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 281.
Tityboea vivicola (Congo); Lefevre, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 281.
Labidostomis Ämurensis (Askold); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 299.
Criocerint. Crioceris Celebensis (Kandari); Jacoby, Ann. Mus.
Civic. Genova XX S. 193, Oschanini (Turkestan); Dohrn, Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 40, chamelus! (Australien); Duvivier, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 310.
Lema dimidiata (Buitenzorg), S. 189, flavosignata (Somerset S. 190,
Gestroi (Sumatra; Java) S. 191, Beccarii (Sumatra) S. 192; Jacoby, Ann.
Mus. Civic. Genova XX, separata (Rawas) S. 9, Wallacei (Soepajang) S.
10; derselbe Notes Leyden Museum VI.
Plectonycha Fromonti (Botafogo); Donckier de Donceel, C. R. Ent.
Belg. 1884. S. 152.
Donaciini. Haemonia Flohri (Mexico); Jacoby, Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 126.
Thomson sucht die Unterschiede der nahe verwandten Donacia tha-
lassina, impressa, platysterna, brevicornis und brevitarsis schärfer zu fassen;
Bull. Ent. France 1884 S. 148.
Sagrini. Sagra puncticollis (Timor; Flores); Jacoby, Ann. Mus.
Civ. Genova XX S. 188, long efemor ata (Zanzibar); Fairmaire, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 124.
Cerambycidae. Ganglbauer's Tabellen sind übersetzt und für den
Umfang der Faune gallo - rhenane zugeschnitten in der Revue d'Entom.
1884 S. 163 ff., 317 ff. abgedruckt.
A. Lameere zählt auf die (96) Longicornes ... au Bresil et
ä la Plata; Ann. Soc. Ent. Belg. 1884 S. 83 ff.
Derselbe handelt von Longicornes nouveaux ou peu connus . . .
repubUque de Venezuela; ebenda S. 105 ff".
Fromont lässt ebenda, CR., S. 171 ff", eine Note sur l'elevage
des larve]s des Longicornes et autres Xylophages abdrucken.
Lamiini. Tricholamia (n. g Monohamm.) /j/a^ta^a;
Batomena (n. g. Monohamm.) multispinis S. 15;
Noserocera (n. g. Monohamm.) tuherosa S. 17 (Cameroons);
Arch. f. Naturgresch. LI. Jahrg. 2. Bd. N
194 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Melanopolia (n. g. Monohamm.) frenata, farinosa S. 16, convexa
S. 17 (Gaboon); Bates, Entom. Monthl. Mag. XXI S. 14 ff.
Spodotaenia (n. g. prope Niphonam) hasicomis (Makdischu);
Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 77.
Diaxenes (n. g. Apomecyn.) Taylori (Philippinen?); Waterhouse,
Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 128.
Stethoperma (n. g. Onocephalin.) Batesi, Candezei (Südbras.);
Lameere a. a. 0. S. 94.
Mallosia Ganglbaueri (Malatia, Kleinas.); Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 233.
Phytoecia speciosa (Diarbekir, Arm.); Frivaldszky, Termesz. Füzet.
VIII S. 5.
Colobothea signatipennis Dej. cat. (Theresopolis , Bras.); Lameere a.
a. O. S. 98.
Eutrypanus nigrosignatus Dej. (Südbras.); Lameere a. a. O. S. 97.
Nyssodrj's ophthalmica (Venezuela); Lameere a. a. O. S. HO.
Hj'perplatys /uZyeo^us (Rio Janeiro); Lameere a. a. 0. S. 96.
Lophopoeum Volxemi (Rio Janeiro); Lameere a. a. 0. S. 95, Tim-
bouvae (Südbras.); derselbe ebenda S. 102.
Acanthoderes (Pteridotelus) h(a)emato us S. 109, (Psapharochrus)
nigricans Dej. cat. S. 110 (Venezuela); Lameere a. a. 0.
Tetraglenes Paw^i (Zanzibar) ; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 77.
Atimura Äscoldensis (A.) ; v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 298.
Dichostates capucinus (Pangani); Gerstäcker, Jahrb. wissensch.
Anstalt. Hamburg für 1883 S. 62.
Ceroplesis lacunosa (Pangani); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 61, Pauli (Guelidi); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 148.
Tragocephala trifasciata (Quango); v. Quedenfeldt, a. a. 0. S. 346.
Anoplostheta Pauli (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 124.
Coptops pyramidalis (Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 139.
Monohammus pictor (Cameroons) S. 17, X-fulvum (Gaboon) S. 18;
Bates, Ent. Monthl. Mag. XXI.
M. confusor, mode of oviposition; Packard, Americ. Naturalist
1884 S. 1149.
Pelargoderus rugosus (Larat); Waterhouse, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 218.
Epepeotes ScUegelii (Solok); Lansberge, Notes Leyden Museum VI
S. 90.
Nemophas Forbesi (Maroe; Larat); Waterhouse, Proc. Zool. Soc.
London 1884 S. 218 PI. XVI Fig. 5.
im Gebiete der Arthropoden während dos Jahres 1884. 195
Dorcadion minutum Kraatz var. Brenskei (Korinth. Meerbusen);
Ganglbauer, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 99.
D. simile (Malatia, Kleinas.); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. S. 234,
Destinoi (Akbes); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 173.
Cerambycini. Hololeprus (n. g. Hesperophanid. ; Antennae debiles,
hirtae; proth. transversus, plus dimidio latior quam longior, dente laterali
armatus, supra bicallosus ; scutellum rotundato-triquetrum ; elytra unisulcata,
disperse varioloso-impressa, apice mucronata; pedes compressi) vuriolosus
(Pangani); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt. Hamburg für 1883
S. 60.
Volxemia (n. g. Eburin.) Dianella (Südbrasilien); Lameere, a. a.
0. S. 86.
Xanthospila (n. g. Callichrom.) ßavoplagiata (Makdischu); Pair-
maire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 77.
Chrysoprasis suturalis S. 107, Dutreuxi (Venezuella) , Chevrolati (Co-
lumbien) S. 108; Lameere a. a. 0.
Demonax Vethi (Solok); Ritsema, Notes Leyden Museum VI S. 181.
Rhopalophora Lansheryei (Venezuela); Lameere a. a. 0. S. 107.
Cleroclytus semirufus (Osch) ; Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 225.
Anaglyptus angustefasciatus (Wladiwostok); v. Heyden, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 297.
Clytus tropicus authentisch in Belgien; C. R. Ent. Belg. 1884
S. 178.
Zur Biologie des Anisarthron barbipes Charp.\ Heller, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 119 mit Holzschn. der Nymphe.
Euporus partitus (Pangani); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 60.
Closteromerus argyrothorax (Makdischu) ; Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 77.
Litopus patricius (Pangani); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 60.
Callichroma purpuratum (Venezuela); Lameere a. a. 0. S. 106.
Phyllocnema petalophora (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 148.
Hypatium coerulans (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 148.
Gnomidolon elegantulum Dej. cat. (Südbras.); Lameere a. a. 0. S. 88.
Lameere weist in ausführlicher Auseinandersetzung die Identität von
Pytheus pulcherrimus Pascoe mit Erionispa Badeni Chap. nach,
und verbreitet sich über die systematische Stellung der Gattung Pytheus,
die kein Hispine, sondern ein Longicornier sei; C. R. Ent. Belg. 1884 S. 80 fF.
Charis Eupheme (Südbras.) ; Lameere a. a. O. S. 89.
Ephies pallidtus (Solok) S. 91, Ligystropteroides (Serdang) S. 92;
Lansberge, Notes Leyden Museum VI.
196 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Grammoptera Merkli (Achu-Dagh , Kleinas.); Frivaldszky, Termesz.
Füzet. Vm S. 3.
Leptura Xanthoma Bates var. diverstpes (Chabarofka) ; v. Heyden,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 298.
Kolbe schildert die Entwi ckelungss tadien der Rhagium-
Arten und das Rhamnusium Salicis, nebst einer vergleichend syste-
matischen Untersuchung der Larven und Imagines dieser Gattungen und
ihrer Species; Ent. Nachr. 1884 S. 237 ff., 269 ff.
Exilia timida var. lugubris (Sizilien); Eagusa, II Naturalista Siciliano
III S. 333 Tav. III Fig. 6.
Heterachthes submaculatm (Westindien) ; Lameere , Ann. Soc. Ent.
Belg. 1884 S. 100.
Ibidion Borrei (Südbras.); Lameere a a. 0. S. 88.
Eburodacrys sexffuttata Dej. cat. (Südbras.), /orZunato (ibid.); Lameere
a. a. O. S. 87.
Prionini. van Lansberge stellt einen Catalogue des (42)
Prionides de l'archipel Indo-Neerlandais avec descriptions des
especes nouvelles zusammen; Notes Leyden Museum VI S. 135 ff.
Empktesmenus (n. g. Derobrachin.) Schageni (Sumatra); v. Lans-
berge a. a. 0. S. 138.
Clinopleurtis (n. g. Ctenoscelin.) Arfahianus (Neu Guinea) S. 142;
Ulogastra (n. g. Rhemphanin.) Co(27si (Sumbawa) S. 152; derselbe
ebenda.
Megopis costata (Java; Sumatra) S. 158, cinnamomea (Java) S. 159;
van Lansberge a. a 0.
Aegosoma giganteum (Solok) S. 156, ßmhriatum (ibid.) S. 157; van
Lansberge a. a. O.
Archetj-pus castaneus (Maroe); Waterhouse, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 217 PI. XVI Fig. 4.
Mallodon augustatum Thoms. metamorphoses ; Duges, Ann. Soc.
Ent. Belg. 1884 S. 13 ff. PI. ü.
Xaurus Papuus (Cap Has); van Lansberge, Notes Leyden Museum
VI S. 153.
Rhaphipodus BlujneiJJsLvsL); van Lansberge, Notes Leyden Museum
VI S. 150.
Prinobius Pascoei (Sumatra; Borneo; Banka) S. 144, Celehensis (Ma-
nada) S. 145, Alfurus (Timor; Flores) S. 146, resaVws (Sumbawa) S. 147,
Ceramensis (C.) S. 148; van Lansberge a. a. O.
Nach Waterhouse sind Macrotoma Hayesii Hope und serripes
F. nicht die beiden Geschlechter derselben Art. Derselbe berichtigt einige
irrige Angaben hinsichtlich M. absurda und serripes und beschreibt dann
die neuen Arten M. signaticollis (Indien?) S. 378, Ellioti (ibid.) S. 379,
inscripiu (Bombay?) S. 380, plagiata (N.-Indien) S. 381, Fisheri (Burmah)
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 197
S. 382, Coivani (Fianarantsoa) S. 384, Waterdi (Betsilco eo.) S. 385;
Ann. a. Mag. N. H. (5) XIV S. 370 ff.
Xixuthrus lunicolUs (Amboina; Ceram); v. Lansberge a. a. 0. S. HO.
Fromont giebt eine Note sur les moeurs du Prionus coriarius,
die sich hauptsächhch mit der Begattung und dem Eierlegen etc. dieser
Art beschäftigt; CR. Ent. Belg. 1884 S. 174 ff.
Ancyloprotus Javanus (J.) S. 136, ferox (Sumatra' S. 137; van Lans-
berge a. a. 0.
Bei der Beurtheilung der systematischen Stellung des Ilypocephu-
lus armatus in der Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 399 ff. kommt Kolbe
unter Berücksichtigung der Beschaffenheit der vorderen Gelenkgruben zu
dem Resultat, dass er zu den Prionin. aberrantes (Proth. acetabula con-
clusa, integra . .) gehöre. — Fairmaire spricht ebenfalls über die systema-
tische Stellung dieses Käfers und stellt beide Geschlechter in Holzschnitt
dar; Le Naturahste 1884 S. 397 f. — Auch Sharp macht Bemerkungen
über denselben Gegenstand und einige Punkte der Anatomie; nach ihm
ist die Verwandtschaft mit Dorysthenes unbestreitbar, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 107 ff., 250 ff.; Lameere desgl., ebenda S. 265 ff. mit Holzschnitt.
Brucllidae. Lefevre u. Poujade schildern die Verwandlung des (in
den Früchten einer Orbignyia lebenden) Caryoborus nucleorum /'';
Ann. Ent. France 1884 S. 243 ff. PI. 11.
Bruchus (Mylabris Geoffr.) semicameu (Attika); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 99.
Anthribidae. Donckier veröffentlicht eine liste des Anthribides
decrits posterieurement au catalogue de Mm. Gemmingcr &
Harold; C. R. Ent. Belg. 1884 S. 324 ff.
Phloeophilus ßavopictus (Marocco) ; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 118.
Breuthidae. Lewis schreibt On Japan Brenthidae, and notes
of their habits; Journ. Linn. Soc. Lond., ZooL, XVH S. 295 ff. PI.
XII. Die nördliche Lage Japans ist Schuld daran, dass diese tropische
Famihe nicht reichlich vertreten ist; immerhin aber sind von Lewis 5
Arten in Japan, namentlich auf Kiushiu und den Uferländem des Kii-
Kanals gesammelt worden, die aber, bezeichnend genug, ebenso vielen
Gattungen angehören. Dieselben sind Zemioses Celtis S. 296 Fig. 1, 7, 8
(Hitoyoshi, auf einem Celtis, auf dem sie nach Art gewisser Histcriden
in die Larvengänge von Ptinus oder Platj'pus aus und ein gingen); Cypha-
gogus signipes (Higo; Yamato; in den 6 — 8 Zoll tiefen Gängen kleiner
Holzbohrer, und für diesen Aufenthalt wunderbar angepasst) S. 297 Fig.
2 — 4; (Jonthocerus nigripes [Saigon; Penang; Ceylon; Zanzibar]; nach
Art von Brontes oder Dendrophagus unter Baumrinde S. 298 Fig. 5, 6);
Higonius (n g. prope Cerobatem) cAlo (Higo, unter Baumrinde) S. 300
Fig. 9, 10; Baryrrhynchus Poweri Roeloffs\ Orychodes insignis (Dai Nipon)
S. 301 Fig. 12. — Ausserdem beschreibt Lewis noch von Penang den
198 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Higonius Poweri S. 299 Anm., und Oliff H. a-ux von den Andaman L
S. 300 Anm.
Donckier de Donceel stellt eine liste des Brenthides decrits
posterieurement au catalogue de Mm. Gemminger & Harold auf; C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 303 flf.
Eupsalis bifalcatus (Ouabbi) ; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 147.
Scolytidae. In dem 3. Heft (N. F.) der Mitth. a. d. forstlichen Versuchs-
wesen Oesterreichs hat F. A. Wachtl eine 14 SS. 4° mit 3 Taff. und 2 Zinko-
graphieen ausgestattete Abhandlung über die doppelzähnigen euro-
päischen Borkenkäfer erscheinen lassen. Unter diesem Namen (To-
micini duplicati) vereinigt Wachtl diejenigen Tomicus- Arten, bei denen im
männlichen Geschlecht einer der auf dem Umkreis des Flügelabsturzes
stehenden Zähne scheinbar ein Doppelzahn ist. Dieses kann entweder
dadurch entstehen, dass der zweite und dritte Zahn von der Seite her
stark zusammengedrückt, an der Basis zusammengeflossen ist, oder dadurch,
dass der letzte stark verbreitert und ausgerandet ist. Diese Arten sind der
seither nicht wieder aufgefundene T. duplicatus Sahlb., rectangulus Ferr.,
Mannsfeldi Wachtl^ acuminatus Gyll. , Judeichii Kusch, infucatus Eichh.
T. duplicatus, rectangulus und Mannsfeldi sind auf den Tafeln in zwei
Stellungen nebst den stärker vergrösserten Fühlern abgebildet; von T.
acuminatus ist das Hinterleibsende des Männchen und Weibchen ebenfalls
vergrössert dargestellt; hinzugefügt ist eine analytische Tabelle zum Be-
stimmen der Arten beiderlei Geschlechts.
T. Heydeni (Chabarofka) ; Eichhoff, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 298.
Die Gattungen Stephanoderes Eichh. und Homoeocryphalus Lindem.
sind von Hypothenemus Westw. nicht zu trennen; Fauvel, Revue d'Entom.
1884 S. 315.
Carphoborus Bonnairei (Algier); Brisout, Bull. Ent. France 1884 S. 52.
Curculionidae. Bargagli fährt in seiner Rassegna biologica
di Rincofori europei fort; Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 3 ff., 149 f!'.
Stierlin hat in der Aufstellung von Bestimmungs-Tabellen der euro-
päischen Coleopteren die Rüsselkäfer übernommen. In der ersten der-
selben, Mitth. Schweiz, entom. Gesellschaft VI S. 403 ff., sind die Tabelle
der Unterfamilien enthalten und dann die Otiorrhynchinen bearbeitet;
die 2. derselben beschäftigt sich mit den Brachyderiden ; Mitth. Schweiz.
Ent. Ges. VII S. 57 ff.
J. Faust beschreibt Russische Rüsselkäfer; Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 449 flf.
Cossonini. Broun nimmt eine Revision of thc New Zealand
Cossonidae vor, in der er 16 n. A. und folgende n. G. beschreibt:
Boeorhopalus, Eudontus, Ptychopterus, Holopsis] New Zealand
Journ. of Sei. I No. 11 S. 491 flf.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 18^4. 199
Äphyllura (n. g. Choerorrhino affine, anteunarum funiculo scptem-
articulato et clytrorum apiee foliaceo insigne) Brenskei (Kumani, Nord-
orea); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 97 Taf. I Fig. 9.
Rhyncohis Hopffyarteni (Ungarn); Stierlin, Mitth. Schweiz;. Ent.
Gesellsch. VII S. 56.
Aparopion aequale (Lenkoran) ; Reitter, Verh. . . . Brunn XXII S. 9.
Amaurorrhinus constrictus (Attika); Reitter, Deutsch. Ent. Zeit^schr.
1884 S. 98, Genuensis (G.), Lostiue (Cagliari); Coi/uereln (Oran); Fair-
maire, Ann. Mus. Civico Genova XVIII S. 757.
Pentarthrum Carmichaeli (Inaccessible Isl.); Waterhouse, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XIII S. 279.
Calandrini. Liocalandra? pijgialis (Guelidi) ; Fairmaire, C. K.
Ent. Belg. 1884 S. 148.
Baridiini. Baridius soricinus (Biskra); Fairmaire, C. K. Ent.
Belg. 1884 S. 69.
Baris crassipes (Tekke); Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 462.
CeutorrhTjnchini. Hypurus Veronicae (Siebenbürgen, auf V. Teu-
crium); Frivaldszky, Terme'sz. Füzet. VIII S. 284.
Ceutorrhynchus tnvialis (Derbent) S. 456, Volgensis (Samara) S. 471;
Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884.
Zygopini. Chirozetes Amurensis (Askold, der erste Vertreter der
Gruppe in der paläarktischen Region); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 296.
Cryptorrhynchini. Cryptorrhynchus fraudulenlua (Neu-Kaledonien);
Chevrolat, Bull. Ent. France 1884 S. 102.
Camptorrhinus humeralis (Andaman I.), quadrilinealus (Philippinen);
Chevrolat, Bull. Ent. France 1884 S. 102.
Arthrostenus ignoratus (Derbent); Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 453.
Ithyporus transversus S. 237, gracilirostris S. 238 (Madag.); Fair-
maire, Ann. Ent. France 1884.
Derelomini. Stethelasma (n. g., a. g. Derelomo affini dilt'ert:
praecipue antenn. clava sat distincte articulata, thoracis lateribus immar-
ginatis prosternique processu pcculiari) paraduxum (Kleinasien) ; Frivaldszky,
Termesz. Füzet. VIII S. 3.
Tychiini, Sibinia massageta (Turkmcnien) ; Faust, Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 463.
Tychius riijovittalns (Derbent) S. 455, -fiTiVsc/«' (Kirghisensteppe) S.
471; Faust, Slett. Ent. Zeit. 1884.
Miccotrogus Alhagi (Krasnowodsk, auf Alh.) S. 462, fcstivus (Astra-
chan) S. 469; Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884.
Anthonomini. Ps eudophylobius (n. g.) sallator (Algier); Des-
brochers des Loges, Bull. Acad. d'Hippone No. 19 S. 97.
Orchestes biplagiatus S. 92, flavipes S. 94 (Algier), Hahelmanni
200 Bertkau: Bericht über die wibsenschaftlielien Leistungen
(Pamass) S. 95, pallipes (Südfrankr.) S. 96; Desbrochers des Loges,
Bull. Acad. d'Hippone No. 19.
Massenvorkommen des 0, Populi bei Gefle, Schweden; Entom. Tid-
skrift 1884 S. 200.
Bradjbatus carbonarius (Lirik ; Lenkoran) ; Keitter, Verh. . . . Brunn
XXII S. 9.
Balaninini. Balanobius nohilis (Attika) ; Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 96.
Magdalinini. Magdalis ^oZ/se? (Chabarofka) ; v. Heyden, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 297, russata (Batna); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 68.
Zur Gattung Magdalis von G. Czwalina s. Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 415.
Rhinomacerini. Der Trichtervpickler. Eine naturwissenschaft-
liche Studie über den Thierinstinkt, von E. Wasmann, S. J. Mit einem
Anhang über die neueste Biologie und Systematik der Rhynchitesarten
und ihrer Verwandten (Attelabiden , Rhynchitiden und Nemonygiden).
Münster 1884; s. ein ausführlicheres Referat von Kraatz in Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 431 f.
Nach Faust ist der Rhynchites interpunctatus /S^epÄ. nicht =
Alliariae Fayk.\ letzterer ist vielmehr auf den conicus Illig. zu deuten;
neu ist Rh. Jhomsoni vom Amur; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 189 ff.
Rh. semicyaneus (Algier); Bedel, Bull. Ent. France 1884 S. 140.
Attelahini. Attelabus Christophi (Amur); Faust, Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 471.
Apionini. Apion arragonicum (A.), Everts, Wien. Ent. Zeitg. 1884
S. 219, Perm Mc?ten(Tiaret); Desbrochers des Loges, Bull. Acad. d'Hippone
No. 19 S. 89, squamosum (Derbent); Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 455.
Cyladinü Cylas curtipennis (Sansibar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 147.
Erirrhinini, Palaechthus (n. g. Erirrhino affine) glahratiis^
cossonoides (Nightingale Isl.); Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 278.
Mik schildert die Verwandlungsgeschichte einer in Stengelgallen
der Cuscuta europaea lebenden Smicronyx- Art , wahrscheinlich des
S. cicur; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 67 fF. Taf. I Fig. 6-14.
Bagous Kirschi (Zante); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 121.
Gadeau de Kerville beschreibt die auf den Blättern von Stratiotes
lebende Larve eines Käfers, wahrscheinlich dem B. binodulus angehörig;
Bull. Ent. France 1884 S. 82.
Ein releve d'observations ethologiques faites sur les Miarus et les
Mfecinus ou Gymnetron führt Bedel zu den Schlüssen, dass die Larven
von Miarus Steph. die Kapseln von Campanulaceen (Camp., Phyteuma,
Jasione) oder Scrophulariaceen (Linaria) angreifen ; die von Mecinus
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 188-1. 201
Germ, (einschl. Gymnetron Schh. und Rhinusa Steph.) greifen Scrophu-
lariaceen (Verbascum, Celsia, Antirrhiniim , Linaria, Scroph., Veronica)
und Phmtago an; sie leben entweder in den Kapseln oder in den Zweigen
und dem Wurzelstock; Ann. Ent. France 1884 S. 217 ff.
Mecinus erinaceus (Fontainebleau) ; Bedel, Faune S. 147.
Echinocnemus Sieversi (Tiflis; Turkestan); Faust, Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 452.
Cleonini. Lixus barhiger (Madagaskar; = fascicularis d'Urvüle)\
Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 278, posticus (Albasin) S. 466, ohliquus
(Daurien) S. 467, Salsolae (Sarepta; Astrachan; Turkestan); S. 468;
Faust ebenda.
Larinus inten-uptius (Oran); Desbrochers des Loges, Bull. Acad.
d'Hippone No. 19 S. 88.
Neocleonus virgo (Abyss.); Chevrolat, Bull. Ent. France 1884 S. 69.
Isomerus aschabadensis (Aschabad) S. 459, brahminus (Bangalor)
S. 460; Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884.
Cleonus riffensis (Casablanca) ; Fairmaire, Le Naturaliste 1884 S. 446.
Leucosomus insignis (Algier) S. 84, quadratithorax (Südspanien) S.
85; Desbrochers des Loges, Bull. Acad. d'Hippone No. 19.
Bothynoderes armeniacus (A.); Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 451.
Stephanocleonus favens (Ulangom, Mongolei), nebst den drei nahe
verwandten thoracicus, puneticolHs , compressicollis unterschieden; Faust,
Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 465, obliquivittis (Oesterreich?); Chevrolat, Bull.
Ent. France 1884 S. 68 (letztere Art ist ebenda S. 75 in die Gattung
Bothynoderes gebracht).
Chromonotus Msneines/ (Tekke) ; Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 458.
Porocleonus superciliosus ■=■ fatal is (Sibirien); Chevrolat, Bull. Ent.
Fiance 1884 S. 68 und 75.
Hyperini. Coniatus bellus (Taschkent); Faust, Revue mensuelle
d'Entom. I S. 102.
Hypera pustxdoia (Südungarn); Frivaldszky, Termesz. Füzet. VIII
S. 283, slulta (Tamga) S. 100, consimilis (Naryn) S. 101, Faust, Revue
mensuelle d'Entom. I.
Alophus quadripunctatus (Osch ; = subcostatus Ba.llion var. ?) ;
Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 225, Kaufmanni (Ungarn); Stier-
lin, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 43.
Scythropini. Scythropus longus (Konstantine) S. 11, socins
(Biskra; Batna) S. 13, metallicus (Nordamerika) S. 21 Anm.; Desbrochers
des Loges, Bull. Acad. d'Hippon. No. 19, pineti, oxycedri, phoeniceus
(Batna); Fairmaire, C. R. Ent. Belg 1884 S. 68.
Molytini. Adexius corcyreus (K.); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 120.
J. Faust giebt eine Uebersicht der (9) kaukasischen Meleus-
Arten, mit M. Faldennanni S. 218, di/Jicilis, Chaudoiri S. 220, dolosus,
202 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
incerius S. 222; die Arten werden nach der Skulptur der beiden erbten
Bauchsegmente (ob mit gewöhnlichen Punkten oder spitz gekörnt) in
2 Gruppen gebracht; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 217 ff.
Eine Revision der kaukasischen Meleus-Arten von Reitter
in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 9 ff. bringt dieselben in 2 Haupt-
gruppen, von denen die erste Arten enthält, deren Flügeldecken mehr oder
weniger gerundet sind ; der fünfte Zwischenraum bildet vor der Spitze keine
Beule; in der zweiten Gruppe sind die Flügeldecken an den Seiten ziem-
lich gleich breit, der fünfte Zwischenraum etwas erhabener als die an-
deren, vor der Spitze plötzlich verkürzt und eine Beule bildend. Im
ganzen sind 15 Arten bekannt, darunter 8 neue (I) grusinus (G.), iri-oraius
(Tbatani) S. 13, vittatus (Kasbek; Chefsurien), Fausti (Swanetien), (II)
yranulosus^ swaneiicus (S.) S. 14, mingrelicus (Letschgum), depressicollis
(Swan.) S. 15.
Bedel stellt eine Synopsis der Gattung Liosoma zusammen,
Revue d'Entom. 1884 S. 132 ff. mit L. Reuten (Suram) S. 138, Baudii
(Vallombrosa) S. 139.
Lithinini. Lithinus compressituher y rufopenicillus (Madagaskar);
Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 138.
Cylindrorrhinini. FauBt unterscheidet Macrotarsus concinnus
J5A. , varius Bh. und notatus Cap. (nebst var.? robustus) S. 107 ff. und
beschreibt M. perdix (Dschuka) S. 103, hrevirostris (Turkestau) S. 104,
latirostris (Warnoja), Kuschakewitschi (ibid.) S. 105; Revue mensuellc
d'Entom. I.
Rhytirrhinini. Rhytirrhinus Allardi (Taschkent); Faust, Revue
mensuelle d'Entom. 1884 S. 99.
Leptopini. Bastactis plurüuherculatus (Brasil.); Dohrn, Stett. Ent.
Zeit. 1884 S. 43.
Eremnini. Faust erkennt die von ihm als Platytrachelus? exqui-
situs und marmoratus beschriebenen als Arten von Corigetus; da es
schon einen C. marmoratus {Mnnh.) Desbr. giebt, so ersetzt er den Namen
seines C. marmoratus durch Kirghisicus und beschreibt als neu C. Weisei
(Tekke); Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 457.
Otiorrhynchini. Myllocerus Christophi (Scharud), Caspius (ibid.);
Stierlin, Bestimmungstabellen S. 230.
Phyllobius (Parascytopus) taygetanus (T.); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 96, Reitteri (Kaukasus), russicus (Lenkoran) S. 41,
croaticus (Kr.), Heydeni S. 42; Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch.
VII, ater (Griechenland) S. 208, Caucasicus (C.) S. 214, Caspius (Astra-
bad) S. 216, Desbrochersi (Griechenland) S. 223, Hochhuthi (Kaukasus) S.
226; derselbe, Bestimmungstabellen, vespertilio (Armenien); Faust, Stett.
Ent. Zeit. 1884 S. 449.
Cathormiocerus tenuiscapm (Marocco); Fairmaire, C. R. Ent. Belg;
1884 S. 121.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 203
Peribrotus variohsus (Massai; Bagamojo); Gerstäcker, Jahrb. wisscnßch.
Anstalt. Hamburg für 1883 S. 58.
Mylacus Beuten (Syrien) S. 36, graecus (Morea) S. 37; Stierlin,
Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII.
Nastus devians (Armenien); Faust, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 449.
Systates metallicus (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 58, angulithorax ^ fusco-aeneus (Makdischu); Fair,
maire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 76, crenatipennis S. 147, setosipennis
(Sansibar), proUxus , albido-vittatus (Makdischu) S. 357; derselbe ebenda.
Otiorrhynchus alpinus Richter kommt zahlreich und in zahlreichen
Formen in den Sudeten vor; ebenfalls sehr veränderlich ist 0. maurus
Gyll.', Letzner, 61. Jahresb. Schles. Ges. f. vaterl. Cultur S. 306 f.
0. procerus bei Mombach auf Schlehen; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 425.
Otiorrhynchus suhßliim (Taygetus), (Arammichnus) expansus (Nord-
Morea) S. 94, (Tournieria) Brenskei (Morea) S. 95; Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884, Ludyi (Bosnien) S. 37, terrifer (Kaukasus), qiiadratopun-
ctatiis (ibid.) S. 38, (Arammichnus) Pipitzi (Erzerum) S. 29, Brisouti
(Algier), (Tournieria) suhsquamulatus (Kaukasus) S. 40; Stierlin, Mitth.
Schweiz. Ent. Gesellsch. VII, strumosus (Montenegro); Heller, Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 146; Akinini S. 96, Kusckakewüschi S. 97, temds S. 98
(Turkestan) ; Stierlin, Revue mensuelle d'Ent. I, (Toumieria) Swaneticus
(Kaukasus) ; Beitter, ebenda S. 116, nitidiventris (Casa blanca) ; Fairmaire,
Le Naturaliste 1884 S. 446, Apenmnus (A.) S. 24, Grouvdlei (Seealpen)
S. 31, Troyori (Kroatien) S. 62, styphlo'ides (Konstantinopel) S. 63, borealis
(Lappland) S. 74, breviciavatus (Dalmatien) S. 80, angustipennis (Engadin),
labüis (Piemont) S. 81, Rivierae (Mentone) S. 82, crassipes (Piemont)
S. 83, Branksiki (Ungarn) S. 116, rufomarginatus (Siebenbürgen) S. 124,
angustifrons (Persien) S. 137, refrigeratus (Issik-Kal) S. 137, Russicus
(Tschaar- Tasch) , Oertzeni (Griechenland) S. 142, granulato-punctatus
(Türkei) S. 147, (Eurychirus = Arammichnus) Balassogloi (Lemiretschinsk)
S. 148, Emu (Issik-Kul) S. 157, pygmaeus (Griechenland) S. 160, Os-
manlis (Kaukasus) S. 168, Europaeus (Türkei) S. 169, Schuhmacheri (Li-
banon) S. 170; Stierlin, Bestimmungstabellen.
Brachyderini. Gewisse, bei manchen Chlorophanus -Arten
hinsichtlich ihrer Bildung konstante und dadurch zur Artunterscheidung
verwendbare Körpertheile sind bei anderen Arten, z. B. Ch. gr amini -
cola, variabel; Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 7.
Polycleis ocellatus, ornatissimus (Massai) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch.
Anstalt. Hamburg für 1883 S. 59, {difficilis (Madagaskar); Dohrn, Stett.
Ent. Zeitg. 1884 S. 180, = Bohemani Boh.\ derselbe, ebenda S. 184).
Tanymecus Fausii (Nordafr.); Desbrocher» des Loges, Bull. Acad.
d'Hippone No. 19 S. 26.
Thylacites (variegatus var. proximus S. 35,) Biskrensis (B.) S. 41,
204 Bortkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
aurovütatus (Philippeville) S. 42, multUeriatus (Oran) S. 44, depilatus
(Oran) S. 49, aenescens (Tanger) S. 51; Desbrochers des Loges, Bull.
Acad. d'Hippone No. 19. — Derselbe stellt ebenda S. 53 ff. ein table au
der Arten auf mit Th. lusitanicus (P.) S. 55, squameus (Südspanien) S. 57,
intermediKs (Portugal) S. 58, substriatus (Spanien) S. 61, Perezi (Süd-
spanien) S. 81, und einen Katalog, der 61 Arten enthält.
Eaust hält die Zusammenziehung von Polydrosus corruscus Germ.
und ligurinus Gyll. für unrichtig; Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 182, und be-
schreibt P. obliquatus (Tekke) S. 456.
Polydrusus (Chaerodrys) Rekten (Morea) S. 61, pictus (ibid.), minulus
(Tanger) S. 62, (Piecocnemus) Hopßgarteni (Szören Alpe; Steiermark,
Graubündten) S. 65, (Leucodrusus) fulvus (Kauk.) S. 66, (Eudipnus) Ka-
ramani (Dalmatien) S. 67, (Eustolus) Daldensis (Mte. Baldo) S. 69, Ibe-
ricus (Spanien) S. 70, piUgerus Kraatz i. 1. (Samarkand), Bedeli (Algier)
S. 71, alpinus (Macugnaga), capricolus (Capri), Rubi (Türkei) S. 75,
mixtus Brisout i. 1. (Portugal) S. 76, (Polydr. i. sp.) Dalmatinus (D.) S. 77,
(Conocoetus) longus Desbr. i. 1. (Tanger) S. 80, graecus (Gr.), Desbrochersi
(Cartagena) S. 8 1 ; Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII, Oberthüri (Al-
gier); Desbrochers des Loges, Bull. Acad. d'Hippone No. 19 S. 6.
Zu den 9 bekannten Arten von Ischnotrachelus >ScÄönÄ. beschreibt
Chevrolat die (8) neuen aspericollis (Gabon) S. 183, dorsalis (Alt Calabar),
marginipennis (Westafrika), scutellaris (Gabon) S. 184, trilineatus, calochloris
(Gabon), Umgicollis (Alt Calabar), immundus (Guinea) S. 185; Berl. Ent.
Zeitschr. 1884.
Karsch lehrt in Sitones griseus F. einen neuen Feind der Land-
wirthschaft (Lupinen) kennen; Ent. Nachr. 1884 S. 157 ff.
S. Hipponensis (Bone) S. 2, hirsutus (Oran) S. 4, argentellus (Alger)
S. 5; Desbrochers des Loges, Bull. Acad. d'Hippone No. 19.
Brachyderes auriger (Oran); Desbrochers des Loges, Bull. Acad.
d'Hippone No. 19 S. 9.
Barypithes validus Plason i. 1. (Schlesien) S. 93, Pirazzolii (Imola)
S. 94; Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII.
Mitophorus g?-avidus, semiaeneus (Massai) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch.
Anstalt. Hamburg für 1883 S. 58.
Sciaphilus elegans Desbr. i. 1. (Griechenland) S. 85, Reitleri (Bos-
nien) S. 86, Dalmatinus (D.) S. 87; Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent.
Gesellsch. VII.
Platytarsus Frivaldszkyi (Mehadia); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 259.
Holonychus inaequicollis (Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 137.
Microcerini. Microcerus dorsofumatus (Makdischu) ; Fairmaire, C.
R. Ent. Belg. 1884 S. 147.
Monoiumatidae. Monomma Auberti (Gabon) S. 40, maximum (San-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 205
sibar) S. 41, glohidosum S. 42, puncficolle S. 43 (ibid.); B. Oberthür,
Coleopt. Novität. I.
Hyporrhagus Mathani (Para), davicornis (Ega) S 44, Steinheili (Co-
lumbien) S. 45; R. Oberthür, Coleopt. Novität. I.
Oedemeridae. Oedemera Amurensis (Chabarofka) ; v. Heyden,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 295.
Melo'idae. üeber Meloe und die eigenthümliche Ent-
wickelung der Canthariden; von Pabst; Neunt. Bericht Naturw.
Ges. Chemnitz; Sitzung vom 20. Octob. 1882 S. XVII.
Ueber Pediculus melittae Kirby s, Saunders in Trans. Ent. Soc.
London 1884 S. 107 fif.
Preudhomme de Borre giebt eine Synopsis der mitteleuropäischen
Arten; Bull. Soc. R. Linneenne de Bruxelles 1884.
Beauregard macht einige Angaben sur l'appareil digestif des
. . . Vesicants. Die am vorderen Eingange des Magens angebrachte
Klappe ist bei Epicauta und Lytta übereinstimmend gebaut; Cantharis
vesicatoria dagegen stimmt in diesem Punkte mehr mit Mylabris überein,
und die Arten der Gattung Meloe, denen sich auch Cerocoma Schreberi
anschliesst, repräsentiren einen dritten Typus. Compt. Rend. Acad. Sei.
Paris XCIX S. 1083 ff.
Derselbe macht eine Mittheilung über die Entwicklungsgeschichte
von Cerocoma Schreberi und Stenoria apicalis ebenda S. 148 fF.
Während die Larven von Epicauta und Macrobasis von Orthoptereneiern
leben, nähren sich die von Cerocoma Schreberi vom Honig von Colletes
und Osmia. Bei Colletes signata fand sich auch Stenoria apicalis, die
von Lichtenstein als Schmarotzer bei C. fodiens angegeben worden war.
Beide Arten sind daher nicht auf einen Wirth beschränkt.
Lichtenstein macht einen neuen Triungulinus von Collet. niveo-fa-
sciatus bekannt; Bull. Ent. France 1884 S. 28.
Meloe crispatus (Akbcs); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 173.
Sitaris muralis in den Niederlanden; Tijdschr. v. Entom. XXVII,
Versl. S. LXXXVm.
Sitaris rußventris (Athen); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 175.
Zonitis seminigra (Sparta); Beitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 93, anatolica (Brussa); Frivaldszky, Termesz. Füzet. VIII S. 1.
Epicauta dichrocera (N'Guruman); Gerstäcker, Jahrb. wissensch.
Anstalt. Hamburg für 1883 S. 58.
Beauregard beschreibt den Triungulinus der Epicauta verticalis;
C. R. Acad. Sei. Paris XCIX S. 611 ff.
Cantharis validicornis (Guelidi); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 124.
Mylabris lictor (N'Guruman); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg 1883 S. 58, hacolyssa; Bochebrune, Bull. Soc. philom. Paris
(7) VII S. 182 ff.
206 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ßhipiphoridae. Scotoscopus (n. g. ; antennae art. 3 primis
simplicibus, ceteris 8 flabellatis ; palpi max. art. 2 et 3 subaequalibus j
palp. lab. minutissimi, art. ultimo subcylindrico ; tibiae 4 anteriores mu-
ticae ; unguiculi ante apicem unidentati ; corpus angustum valde elongatum)
carhonarius (Parnass) ; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 92 Taf. II
Fig. 20.
Autllicidae. Sepidiostenus (n. g. Stenidio affine) erinaceus (Mak-
dischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 75.
Anthicus hirtisetosus (Serdang, Sum.) ; Marseul, Notes Leyden Museum
VI S. 164.
Synopsis of the United States species of Notoxus and Mecyno-
tarsus; G. Hörn, Trans. Americ. Entom. Soc. XI (1884) S. 165 ff.
Reitter giebt in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 258 eine Ueber-
sicht der ihm bekannten Tomoderus - kxi&a. und beschreibt T. (?) funebris
(Spalato) S. 257.
Formicomus Serdangus (S., Sumatra) ; Marseul, Notes Leyden Museum
VI S. 163.
Lagriadae. Lagria nindiventris (Madagaskar); Fairmaire, Stett.
Ent. Zeit. 1884 S. 137.
Melaudryadae. Neogonus Emffei (Morea); Eeitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 90.
Lederia Ehlersi (Sierra d'Espana) ; v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 360.
Cistelidae, Omophlus terminatus (Akbes); Jairmaire, Ann. Ent.
France 1884 S. 171.
Cteniopus Koltzei (Askold); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 295.
Eine Revision der europäischen Mycetochares - Arten von
Reitter weist 1 5 Arten nach , von denen 2 (axillaris und flavipes) zu
subg. Mycetophila, die übrigen zu Ernocharis gehören; nach der Färbung,
die hier recht konstante und zur Anordnung brauchbare Merkmale liefert,
werden in letzterer 4 Gruppen unterschieden. Folgende Arten sind neu:
E. omlaris (Talyschgeb.) S. 245, excelsa (ibid.) S. 246, laticornis (Libanon),
auricoma (Sarepta) S. 249; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 241 ff.
Hymenalia castaneipennis (Akbes); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884
S. 172.
Pseudocistela (Gonodera) bicolor (Morea), macrophthalma (Kaukasus);
Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 89.
Gonodera Corinthia (Akbes); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 172.
Isomira hispilosa (Oran); Desbrochers des Loges, Bull. Acad. d'Hippone
No. 19 S. 99, antenncdis (Lirik) ; Reitter, Verh. . . . Brunn XXII S. 9.
AUecula divisa (Kaukasus); Reitter, Revue mensuelle d'Entom. I.
S. 115.
Teiielbrioilidae. SlryongylUni. Praogena viridicuprea, sanguini'
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 207
])enn{s (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt. Hamburg für 1883
S. 57.
Nesogena lucidicollis (Madagaskar); Fairmaire, Statt. Ent. Zeit. 1884
S. 136.
Megacanthini. Gonocnemis carhonaria (Massai); Gerstäcker, Jahrb.
wissensch. Anstalt. Hamburg für 1883 S. 56.
Hoplonjx impuncticollis (Guelidi); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 124.
Helopinini. Micrantereus lacrymosus (Massai); Gerstäcker, Jahrb.
wissensch. Anstalt. Hamburg für 1883 S. 56, seriepunctatus S. 75, ex-
ternecostatus , marginipennis^ quadricristatus S. 76 (Makdischu); Fairmaire,
C. R. Ent. Belg. 1884.
Helopini. Perimylops (n. g.; Caput trianguläre, pone oculos
constrictum; palpi max. art. ult. ovato, truncato; labrum transversum,
apice leviter emarginatum; mentum parvum, oblongum; oculi parvi, trans-
versi, integri, vix prominuli; ant. ante oculos insertae graciles, art. H
elongato; scutellum magnum, trapezoidale ; pedes graciles, coxae ant.
subglobosae , prosterno angusto separatae ; corpus apterum) antarcticus
(Süd-Georgien); Müller, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 419.
Phaeosiolus (n. g. Hedyphanem approximans) grandicornis (Mak-
dischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 147.
Nephodes gracilior (Batna); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 67.
Helops (Catomus) testaceipes (Batna); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 67, (Entomogonus) Davidis (Akbes); derselbe, Ann. Ent. France
1884 S. 171.
Mylops sparsiUus (Süd -Georgien); Müller, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 418.
Cnodalonini. Camaria gloriosa (Madagaskar); Fairmaire, Stett.
Ent. Zeit. 1884 S. 185; wird als violaceipennis Waterh. erkannt und
eingezogen S. 277.
Chremolamus villosipes (Madag.); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884
S. 236.
Pycnocerini. Pycnocerus coeruleatus (Zanzibar); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 75, Hercules (Makdischu) S. 146; derselbe ebenda.
Tenehrionini. Dolichoderas laticornis (Madagaskar); Fairmaire,
Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 135.
Pediris suhopacus (Maroe); Waterhouse, Proc. Zool. Soc. London
S. 216.
Nyctobates Mechowi (Quango); Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 189 Taf. I Fig. 4.
Cossyphini. Endostomus plidcollia (Guelidi); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 146.
Cossyphus costulicollis (Ouabbi); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 146.
208 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ulomini. Stenoscapha (n. g. prope Pygidiphorum) sjyissicornis
(Madag.); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 235.
Anthracias Amurensis (Wladiwostok); v Heyden, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 295.
Corticeus fusciventris (Herzogowina ; Spalato; unter der Rinde von
Pinus halepensis) : Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 256, basalis
(Lenkoran, Lirik); derselbe, Verh. . . . Brunn XXII S. 9.
Diaperini. Pentaphyllus nitidulus (Lenkoran); Reitter, Verh. . . .
Brunn XXH S. 8.
Platydema pernigrum (Arizona) S. 49, parvulum (Long Isl.) S, 50,
opaculum (Philadelphia) S. 5 1 ; Casey a. a. 0.
Hoplocephala quadricornis (Lenkoran) ; Reitter , Verh. . . . Brunn
XXII S. 8.
TracJiyscelidini. Anemia asperula (Haifa); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 260.
Opatrint. Micrositus decurtatus (Marocco); Fairmaire, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 120.
Pandarinus rußcornis (Kumani, Nordmorea); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 87.
Platynotus platessa (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. \2A, foveipennis (Makdischu); derselbe ebenda S. 357.
Haionomus variolatus (Syrien); Allard, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 248.
Pedinini. PlatysceUs (difficilis Kraatz (^ S. 223), acutangula,
longicollis (Osch); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 224.
Coniontini. Coniontis elliptica (San Diego); Casey a. a. 0. S. 46.
Molurini. Sepidiacis (n. g. Sepidio affine) compressa (Mak-
dischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 146.
Sepidium furdferum , spiculosum , bulbiferum (Massai) ; Gerstäcker,
Jahrb. wissensdh. Anstalt. Hamburg für 1883 S. 55, longehirtum (Mak-
dischu), aper (Guelidi); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 75.
Phrynocolus sexcostatus (Massai?) Gerstäcker, Jahrb. wissensch.
Anst. Hamburg für 1883 S. 54, transversus (GueUdi); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 74.
Melanopholus septemcostatus Fairm, = Amiantus Picteti Haag ; Gestro,
Ann. Mus. Civic. Genova XX S. 305.
Psammodes acuticosta (Makdischu) ; Fairmaire , C. R. Ent. Belg.
1884 S. 74.
Pimeliini. Pimelia Akbesiana (A.); Fairmaire ^ Ann. Ent. France
1884 S. 170, Prophettei, Latastei S. 10, pilifera S. 11, confusa, semiopaca
S. 24 (Algier), cultrimargo (Kordofan) S. 25; Senac, ebenda Bull.
Asidini. Asida basiplicata (Sierra d'Espaüa); v. Heyden, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 360.
Blaptini. Embaphion muricatura Say findet sich in der
jüngsten Zeit in Nebraska häufiger in Kellern als im Freien und vollzieht
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 209
so einen Wechsel seiner Lebensweise, den europäische Arten von Blaps
schon vollendet haben. Von letzteren finden sich Bl. mortisaga und
fatidica auch in Amerika, ebenfalls in Häusern; Americ. Naturalist 1884
S. 76.
Eleodes arcuata (Arizona); Casey a. a. 0. S. 47.
Ahisini. Akis -fiToieZit (Tetuan); V. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 172, cordicolUs (Casa blanca); Fairmaire, Le Naturaliste 1884
S. 446.
Stenosini. Dichillus modestus, castanescens (Batna, bei Cataglyphis
viatica), distinguendus (Philippeville) S. 66, myrmecophilns (Philippeville,
bei Cat. viat.) S. 67; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884.
Tentyriini. Eurymetopon piceum S. 40, emarginatum S. 41, papa-
gonum! S. 42, carbonatim S. 43, sculptile, dubium S. 44 (Arizona); Casey
a. a. 0.
Emmenastus nanulus (San Diego); Casey a. a. O. S. 45.
Mesostenopa tricostata Allard = carinata Oestro; Gestio, Ann. Mus.
Ciric. Genova XX S. 304. — M. sericea^ inßma (Makdischu); Fairmaire,
C. R. Ent. Belg. 1884 S. 346.
Rhytinota angulicollis S. 356, oxyoma S. 357 (Makdischu); Fairmaire,
C. R. Ent. Belg. 1884.
Homala integricollis (Makdischu), agona (Guelidi); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 74.
Apolites Allardi (Taygetus; Attika); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 88.
Erodiini. Arthrodeis opaculus (Larache); Fairmaire, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 119, laxepwictatus , nitidiventris ^ ruguliventris (Makdischu);
derselbe ebenda S. 123.
Zophosini. Zophosis callosa (Massai); Gerstäoker, Jahrb.
wissensch. Anstalt. Hamburg für 1883 S. 54, Alborana (A. Is.); Baudi,
Ann. Mus. Civic. Genova XVHI S. 760, nivosa (Turkestan); Dohrn, Stett.
Ent. Zeit. 1884 S. 40.
Cio'idae. Ennearthron californicum (C. , in Pilzen des Lorbeers)
S. 36, unicolor (Long Isl.) S. 37; Casey a. a. 0.
Cis alno'ides! (Korfu; Lenkoran); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 120, setifer (Lenkoran); derselbe, Verh. . . . Brunn XXII S. 8,
bilamellatus (West Wickam); Wood, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 130, 147.
Bostrycllidae. Bostrychus aequalis (Maroe); Waterhouse, Proc.
Zool. Soc. London 1884 S. 215 PI. XVI Fig. 3.
Ptiuidae, Die ll. der Bestimmungs-Tabellen etc. bezieht
sich auf diese Familie und ist von Reitter ausgearbeitet; Verh. naturf.
Ver. Brunn XXII S. 295 ff.
Reitter stellt eine Uebersi cht der Theca-Arten zusammen, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 86 f. mit curimo'ides (Griechenland), puncticollis
(Haifa) S. 86, remota (Sizilien), dorcatomoides (Haifa) S. 87.
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. O
210 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lasioderma ijunctvlata (Haifa); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 254.
Gibbium longicorne (Syrien), laevigena (Persien); Eeitter, Verh. . . .
Brunn XXII S. 296.
Ptinus (Pseudopt.) subaeneus (Morea; Syrien) S. 82, (Heteroplus)
Ktesenwetteri (Griechenland) S. 83 Fig. 19, tarsalis (Attika; Morea) S. 84,
(Eutaphrus) canaliculaius (Nord - Morea) , Lesinae (L.) S. 85; Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 Taf. II, (Pseudopt.) Lederi (Lenkoran)
S. 305, femoralis (Algier) S. 306, 307, (Ptinus) Meisten (Kaukasus)
S. 309, argolisanus (Morea) S. 310, villiger (Oesterreich-Üngarn ; Podolien;
Kaukasus) S. 311, Perrini (Marseille) S. 312, Deshrochersi (Korsika)
S. 313, (Cyphoderes) Schlerethi (Krain; Dalmatien; Griechenland) S. 317,
(Eutaphrus) albipilis (Spanien) S. 318, Frivaldszkyi (Kandia; Syrien)
S. 319, Damascenus (Sarepta), Ganglbaueri (Syrien) S. 320, globipennis
(Algier) S. 321; derselbe, Verh. . . . Brunn XXII.
Niptus (Pseudon.) globipennis (Tanger) S. 299, ovipennis (Casablanca),
(Niptodes) nobilis (Sizilien), ferrugulus (Alpujarras, Spanien) S. 300,
rotundipennis (Casablanca) S. 301; Reitter, Verh. . . . Brunn XXII.
Cnpesidae* Cupes RaJJrayi (Madag.) ; Fairmaire, Ann. Ent. France
1884 S. 234.
Cleridae. Gyponyx abyssinicus (Scioa); Gorham, Ann. Mus. Civic.
Genova XVm S. 604.
Weise macht synonymische Bemerkungen über Clerus formica-
rius, rufipes und substriatus; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 426.
Opilo vestitus (N'Guruman), rudis (Massai); Gerstäcker, Jahrb.
wissensch. Anstalten Hamburg für 1883 S. 53.
Tillus speciosus (Keren); Gorham, Ann. Mus. Civico Genova XVIII
S. 603.
Philocalus pretiosus (Bogos; Keren); Gorham, Ann. Mus. Civic. Ge-
nova XVm S. 601.
Malacodermata. Melyrini. Melyris atripilosus (Abyssinien) S. 600,
conicicollis (ibid.) S. 601; Gorham, Ann. Mus. Civico Genova XVIII.
Aphyctus Brenskei (Taygetus); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 80.
Henicopus PauZmot (Portugal) ; Bourgeois, Bull. Ent. France 1884 S. 64.
Danacaea incana (Dalmatien; Herzegowina); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 256.
Dasytiscus Emgei (Attika); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 79.
Hedybius lividus (Abyssinien); Gorham, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 598.
Attalus limbipennis (Abyssinien); Ann. Mus. Civic. Genova XVIII
S. 598.
Laius Raßrayi (Abyssinien); Gorham, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 597,
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 211
Drilini. Selasia /«Zm (Bogos); Gorham, Ann. Mus. Civic. Genova
XVm S. 596.
Drilus funebris (Attika); Reitter, Deutseh. Ent. Zeitschr. 1884 S. 79.
Telephorini. Sphaerarthrum n. g. für (Telephorus) praeustum
Gu^rin; Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 281.
Silidius {u. g.) aethiopiciis (Scioa) ; Gorham, Ann. Mus. Civic.
Genova XVIII S. 595.
Malthodes lunifer (Königsberg); Czwalina, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 272, Oceaniae (Noumea; Yahoue'); Bourgeois, Revue d'Entom.
1884 S. 288, cruckoUis (Philippeville , Algier) S. 65, atroapterus (ibid.)
S. 66; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884.
Podistrina Doriae Fairm. cT beschrieben von Bourgeois, Bull. Ent.
France 1884 S. 21.
Malthinus impressicollis, pallidipes S. 64, maculiventris S. 65 (Philip-
peville, Algier); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884.
Silis scio&nsis (Sc.) S. 593, fossulatus (ibid.), Beccarii (Ansaba; Keren)
S. 594; Gorham, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII.
Armidia nohilissima (Taygetos); Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 78.
Telephorus approxtmans , acutangulus (Akb^s); Fairmaire, Ann. Ent.
France 1884 S. 169, fissicollis (Libanon); derselbe ebenda S. 179.
Rhagonycha croceipennis (Marocco); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 119, xanthochroina (Libanon); derselbe, Ann. Ent. France 1884
S. 180.
Lavipyrini. E. Olivier nimmt in L'Abeille 1884 einen Essai
d'une revision des especes europeennes et circamediterraneennes
de la famille des Lampyrides vor. Er theilt die „Familie" nach der
Beschaffenheit des Kopfes und Prothorax und nach der Ausbildung der
Flügel in die 3 „Tribus" der echten Lampyriden, Phosphaeniden und
Lucioliden. Im ganzen sind 45 Arten als wohl unterschieden bekannt.
Auf den beigefügten 2 Tafeln sind Umrisszeichnungen theils der ganzen
Thiere, theils einzelner Theile gegeben.
Emery's Untersuchungen über Luciola italica Z. in Zeitschr.
wiss. Zool. 40 S^ 338 ff. Taf. XIX führten im Allgemeinen zu den von
anderen Lampyriden bekannten Resultaten. Bei Luciola sind die die
Harnkonkremente enthaltenden Zellen in einer regelmässigen Lage unter
den leuchtenden (Tracheenendzellen) angeordnet, und die letzteren sind
wiederum in regelmässigen, auf die Körperoberfläche senki-echt gestellten
Säulchen angeordnet (Bauchplatten). Die Tracheenendzeilen bereiten den
Leuchtstoff, der durch Oxydation in den Tracheen zum Leuchten
gebracht wird.
Luciola caZet/onica (N.-C), antipodum (Kanala etc.); Bourgeois, Revue
d'Entom. 1884 S. 285, jWaica (Syrien); Olivier a. a. 0. S. 48 Fig. 19,
galactopyga (Sansibar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 145, (Mada-
212 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gascariensis Gzi&.f Goudotii Cast.), maculiscutum S. 231, fulvago^ vitti-
collis S. 232, transversicollisj costipennis S. 233 (Madag.); derselbe, Ann.
Ent. France 1884.
Phosphaenus Rougeti (Dijon); Olivier a. a. 0. S. 42 Fig. 12.
Lampyroidea nigrescens (Syrien); Olivier a. a. 0. S. 45 Fig. 13.
Lampyris {Nyclophila) incisa (Tekke) S. 14, Heydeni (Miramai-)
S. 16 Fig. 4, (Lampyris) mucronata (Algier) S. 25 Fig. 7, harhara
(B.) S. 30, vmtahilis (Sizilien) S. 31; Olivier a. a. 0., (Pelania) scutellala
(Tunis); Fairmaire, Bull. Ent. France 1884 S. 35.
Ueber das Leuchten von Lampyris splendidula nach dem Tode s.
Kaiser im Anzeig. k. Akad. Wiss. Wien, 3. Juli 1884 S. 133 und Ann.
a. Mag. N. H. (5) XIV S. 372.
Lamprorrhiza Paidinoi (Coimbra); Olivier a. a. 0. S. 34 Fig. 9.
Aspidosoma roseiceps (Kanala); Bourgeois, Revue d'Entom. 1884
S. 286.
Cratomorphus vitreus (Neu-Caled.) ; Bourgeois, Revue d'Entom. 1884
S. 287.
Lycini. Bourgeois beschreibt Lycides nouveaux ou peu con-
nus . . .; Ann. Mus. Civic. Genova XVIII S. 621 fF. ; desgl. in den Ann.
Ent. France 1884 S. 63 fr. PI. 4.
PI an et 67' OS (n. g.) ochropterus (Scioa); Gorham, Ann. Mus. Civic.
Genova XVHI S. 591.
Dihammatus Beccarii (Tcibodas); Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 634.
Cautires amahilis (Aru I.) ; Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 281, holomelas (Madag.); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 229.
Calochromus darjeelinensis (D.) S. 622, sericeus (Sarawak) S. 623;
Bourgeois, Ann. Mus. Civic, Genova XVIII, nodicollis (Australien); der-
selbe, Ann. Ent. France 1884 S. 63 PI. 4 Fig. 1.
Trichalus fuliginosus (Sarawak), longicoUis (Manilla); Bourgeois, Ann.
Mus. Civic. Genova XVIII S. 646, discretus (Java); derselbe, Ann. Ent.
France 1884 S. 67.
Emplectus phoenicuroides (Columbien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 53.
Metriorrhynchus Antinorü (Mahal-Üonz) ; Bourgeois, Ann. Mus. Civic.
Genova XVUI S. 644.
Melampyrus pulckellus (Buitenzorg) ; Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Ge-
nova XVm S. 635.
Lycostomus Gestroi (Sarawak) S. 624, patruelis (Darjeeling) S. 625,
Waierhousei (Sarawak) S. 626; Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII.
Libnetis sejunctus (Tcibodas); Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 648.
Calopteron Bourgeoisi (Ecuador) S. 48 , (piadrimaculatum (Bogota),
biplagiatum (Columbien) S. 49, lepidulum (Ecuador), hisignaium S. 50, ner-
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 213
vosum. mono
S. 51, ßavolineatum S. f>2, fissum S. 53 (Columbien) ; Kirsch,
Berl. Ent. Zcitschr. 1884, cyanoxanihum (Cap); Bourgeois, Ann. Ent.
France 1884 S. 67 PI. 4 Fig. 5.
Plateros Waierkousei (Columbien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 54, africanus (Muhal-Uonz) ; Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Genova
XVIII S. 633.
Xylobanus elongatus (Sinagar) S. 640, vetulus (Sarawak) S. 641,
frater (Tcibodas) S. 642; Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII.
Lycus Bourgeoisii (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 74, intermedius (Natal) S. 64 Fig. 2, platypterus (Arabien) S. 65 Fig. 3,
Bocandei (Senegambien) S. 66 Fig. 4; Bourgeois, Ann. Ent. France
1884 PI. 4.
Bulenides cognatus (Sarawak) S. 637, pauperulus (ibid.) S. 638, Java-
nicus (Tcibodas) S. 639; Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Genova XVIII.
Dascyllidae, Ptilodactyla australis (Yahoue); Bourgeois, Revue
d'EntomoI. 1884 S. 218.
Scirtes caledonicus (Kanala); Bourgeois, Revue d'Entom. 1884
S. 284.
Cjphon oceankus (Tonghoue) S. 280, luteus (Kanala; Noumea) S. 281,
longipilis (verbreitet auf Neu-Caled.) S. 282; Bourgeois, Revue d'EntomoI.
1884, Abeülei (Palästina); derselbe. Bull. Ent. France 1884 S. 42.
Celbrlonidae. Cebrio Elenas (Tunis); Fairmaire, Ann. Mus. Civic.
Genova XVIII S. 446, Favieri (Marocco); derselbe, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 118.
Elateridae. In der Fortsetzung und dem Schluss des Beitrag
zur Metamorphose der Käferfamilie der Elateriden von Beling
wird die Verwandlung von Limonius Bructeri F.; Ampedus lythropterus
Germ.^ sanguinolentus Schrank, pomorum Herbst^ balteatus X., nigrinus
Hbst., erythrogonus Müll, geschildert. Eine Tabelle der Beling bekannten
Larven und die aus Perris entlehnte Beschreibung einiger anderer macht
den Schluss. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 177 ff.
Letzner macht die Puppe des E. (Ampedus) aethiops Zac, scrofa
Germ, bekannt, die er in einem modernden Fichtenstamme fand; 61. Jahresb.
Schles. Ges. f. vaterl. Cultur S. 305 f.
Pyrapractus (n. g. Pyrophoro affine) sycophanla (Madag.); Fair-
maire, Ann. Ent. France 1884 S. 228.
Corymbites melancholicus F. var. Simplonica (Central- Alpen) ; Stier-
lin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 43.
C. patrms (Wladiwostok); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 294.
Kirsch erwähnt einen Pyrophorus tesselatus Cand. von Mindo
(Ecuador) ohne jede Spur eines Leuchtfleckes auf dem Halsschilde; Berl.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 47.
Aubert & Dubois untersuchten das Licht von Pyrophorus spektro-
214 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
skopisch und seine Wirkung in chemischer Hinsicht. C. R. Acad. Sei.
Paris XCIX S. 477 ff.
Cryptohypnus riparius F. und seine Varietäten; Letzner
61. Jahresber. Schles. Ges. f. vaterl. Cultur S. 304.
Deromecus /»ro/w^ws (Columbien) ; Kirsch, Berl.Ent. Zeitschr. 1884 S.46
Athous consorsj jocosus (Askold); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr
1884 S. 293.
Pomachilius canaliculatus (Columbien) ; Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 47.
Semiotus singularis^ aeneovittatus (Ecuador) S. 44, supplicans S. 45,
carinicollis S. 46 (Columbien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1884.
Alans polyzonus (Massai) ; Gerstäcker , Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 52.
Melantho Roffrayi (Madagask.) ; Fairmaire, Ann. Ent. France 1884
S. 227.
Negastrius algidus (Lappland; Sibirien); Sahlberg, Meddel. af Soc.
pro Fauna et Flora Fennica IX S. 98.
Mq\ocqx& pectoralis (Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 276.
Agrypnus Olcesii (Mogador); Fairmaire, Le Naturaliste 1884 S. 446,
ffutturosus (Makdischu); derselbe, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 123.
Buprestidae. Str ohUodera (n. g. Sphenopterae affine) plagifera
(Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 73.
Janthe zanziharica (S.); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 145.
Ueber Coraebus bifasciatus, die Geschlechtsunterschiede und
vermeintlichen Eier desselben s. Laboulbene, C. R. Acad. Sei. Par. XCVHI
S. 539 und Ann. a. Mag. N. H. (5) XIH S. 308; vgl. oben S. 36.
Chr^'sobothris impressifrom (Ostafrika); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 145.
Chalcotaenia laeLa (Queensld.) ; Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5)
Xm S. 371.
Anthaxia Hacken (Budapest); Frivaldszky, Termesz. Füzet. VHI
S. 281, callicera (Klein- Aruscha) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 52.
Ancylochira corpulenla (Marocco); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 117, Davidis (Akbes) ; derselbe, Ann. Ent. France 1884 S. 168.
Lampra Bonnairii (Batna); Fairmaire, C. R, Ent. Belg. 1884 S. 64.
Psiloptera Äspasia (Klein- Aruscha); Gerstäcker, Jahrb. wissensch.
Anstalt. Hamburg für 1883 S. 52, inaequaUs, confossipennis (Makdischu);
Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 144.
Aurigena capnodiformis (Liryk); Reitter, Revue mensuelle d'Entom. I
S. 114.
Chalcophora procera (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 144.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 215
Cyphogastra splendens (Maroe) ; Waterhouse, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 215 PI. XVI Fig. 2.
Agdia placida (Klein- Aruscha) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 51, tricolor, ohtuskollis (Makdischu); Fairmaire,
C. R. Ent. Belg. 1884 S. 73.
Chrysaspis brunneijoennis (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 72.
Steraspis villosiventris (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 72.
Julodis puerilis (N'Guruman); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 51, angustior (Tripolis); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 142.
Stemocera Fischeri (Klein- Aruscha) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch.
Anstalt. Hamburg für 1883 S. 51 , cmnosicoUis , foveopuhens (Makdischu)
S. 72, Revoili (Guelidi) S. 145; Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884.
Scaralbaeidae« Coprinü Scarabaeus laevifrons, planifrons (Mak-
dischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 121, opacipennis^ salehrosi-
pennis (ibid.), nepos (Zanzibar) S. 142; derselbe ebenda.
Gymnopleurus olivaceus (Malange) ; G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
}884 S. 271.
Anachalcos Revoili (Makdischu) ; Fairmaire, C. R. Ent. Belg 1884 S. 73.
Epir(rh)inus tuherifrons (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 122.
Catharsius gihhicollis (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 50.
Copris inhalatus (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 272, peciiarius (Japan); Lewis, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 17, pronns, Ty-
phoeiis (Massai) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst. Hamburg für 1883 S. 50.
Heliocopris portentosus (Massai) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 49.
Onthophagus lamdlicoUis S. 273, speculicollis S. 274, unidens Taf. VIII
Fig. 2, fossicollis Fig. 3 S. 275, cinctipennis S. 2l6,foHiceps S. 277 Fig. 4,
validicomis S. 278 Fig. 5 (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884, aurifrons, ditissimus (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 122.
Oniticellus interruptus (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 279.
Aphodiini. Notocaulus (n. g.) nigropiceus (Quango) S. 286
Taf. VIII Fig. 6, auriculalus (Port Natal) S. 287; G. Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1884.
Aphodius hepaticolor S. 281, seminitidus S. 282, serrulatus S. 283,
pumilus S. 284 (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884,
harpalinus (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt. Hamburg für
1883 S. 49.
216 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pleurophorus ovipennis (Böne); Deshrochers des Loges, Bull. Acad.
d'Hippone No. 19 S. 98.
Orphnini. Cerhomalus (n. g.) Mechoici S. 290 Taf. VIII Fig. 7;
Hyhalo'ides (n. g.) foveolatus S. 292 Fig. 8; beide Arten vom
Quango; G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884.
Psephus? protensus (Pangani); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 53.
Orphnus compactilis S. 287, Angolensis S. 288 (Malange) ; G. Queden-
feldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884, Hildebrandtii (Madagaskar); Fairmaire,
Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 131.
Hyhosorini, Phaeochrous dispar (Malange); G. Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 293.
Geotrupini. Bolboceras tenuelimbatus (Malange); G. Quedenfeldt,
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 294.
Geotrupes silvaticus mit schwachgerippten Flügeldecken; Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 264.
Lethrus apterus, Verwandlungsgeschichte beschrieben von G. Emich
in den Rovartani Lapok; s. Ent. Nachr. 1884 S. 113.
Glaphyrini. Synarmostes latericostatus (Madag.); Fairmaire, Ann.
Ent. France 1884 S. 227.
Glaphyrus opulentus (Oran); Bedel, Ann. Ent. France 1884 S. 249.
cAmphicoma angulata (Akbes) ; Fairmaire, Ann. Ent. France 1884
S. 168.
Melolonthini. Pseudotrochalus (n. g. Serie; facies omnino
Trochalus, sed frons inter oculos haud carinata, plerumque subtiliter
transversim canaliculata ; clypeus minus porrectus, latior, haud rostri-
formis; tibiae posticae margine superiore haud dentatae, für (Troch.)
chrysomelinus Gerst.^ rufobrunneus Kolbe und) aericoUis (Quango) S. 303,
quadrisignatus (ibid.) S. 304, nigrosericatus (Malange) S. 305, sitperbus
(ibid.) S. 306; G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884.
Pachypo'ides! (n. g. Pachypodi affine) limhipennis (Makdischu) ;
Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 143.
Scaphor{r)hina (n. g. Pachypod.) crinipes (Quango) Taf. IX Fig. 5
S. 317;
Phalangosoma (n. g. Pachypod.) Mechoivi (Quango) S. 319,
S. 402 Fig. 6; G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884.
Hoplia coral{J)ipes (Lirik); Reitter, Verh. . . Brunn XXII S. 8.
Hymenoplia Heydeni (gedruckt ist Neydeni; Oran); Desbrochers des
Loges, Bull. Acad. d'Hippone No. 19 S. 98.
Homaloplia irideomicans (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 122.
Serica sagulata, costipemis S. 307, macuHpennis S. 308, Julvicolor
S. 309 (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884.
Trochalus speciabilis (Pungo Andongo) S. 299, obtusidtns S. 300,
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 217
fulvescens S. 301 (Malange); G. Quedenfeldt, Bcrl. Ent. Zeitschr. 1884,
fallaciosus (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst. Hamburg für 1883
S. 48, seminitens (Sansibar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 142.
Camenta setuUfera (Quango) S. 309, pilosa S. 310, fulviveniris
(Malange), nigricolUs (Quaugo) S. 311, G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884, pxierilis (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch, Anstalt. Hamburg
für 1883 S. 48.
Brachydema (soll Pachydema heisscn) Lamberti, Verryi (Libanon)
S. 177, Carcelü (Syrien) S. 178; Fairmaire, Ann. Ent. France 1884.
Empecta semirufa (Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 274.
Rhizotrogus Spartanus (Sp.); Brenske, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 77, vaUdus (Malatia, Kleinas.); Kraatz, ebenda S. 233, densaticvUis
(Algier) S. 61, tripolitanus (Tr.), tuniseus (T.) S. 62, dilulus (Tunis) S. 63
Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884.
Ancylonycha Dohrni S. 312 Taf. IX Fig. 1, intersa S. 313 (Quango);
G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884.
Lachnosterna subpruinosa (Atlantic States); Casey a. a. O. S. 38.
Schizonycha cylindrata (Quango) S. 314, lutescens (Malange) S. 315;
G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884, variolicolUs (Makdischu) ;
Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 122.
Atys diluta (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 315.
Westhoff: Ueber die Farben- und Behaarungs-Varietäten der Melo-
lontha vulgaris F. und Hippocastani F.; Berl. Entom. Zeitschr. 1884
S. 55 ff.
Kolbe: Kurze Bemerkungen über Farbenvarietäten einiger Melo-
lontha- und Anoxia-Species; ebenda S. 76.
Ueber die Farben- Varietäten von M. vulgaris und Hippocastani s. auch
V. Heyden in Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 416.
Ueber die Behaarungsvarietäten der M. vulgaris; von G. Kraatz,
Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 405.
Encya strigiscutata (Madag.) ; Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 131.
Lachnodera rufojuhata (Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit.
1884 S. 275.
Elaphocera sulcatula (Marocco); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 117, nigrata (Tripoli); derselbe, Ann. Ent. France 1884 S. 178.
Rutelini. Phyllopertha arenaria Brüll, var. Krüperi (Aetolicn);
Brenske, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 77.
Anomala (Euchlora) imctiventris (Quango); G. Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 320, (Heteroplia) adustula (Massai); Gerstäcker,
Jahrb. wissensch. Anstalt. Hamburg für 1883 S. 47, Forbesi (U. Niger);
Bates, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 404 mit Holzschn., (Spilota)
oblivia (Nordamerika); Eorn, Trans. Am. Ent. Soc. (1884) XI S. 157 ff.
nebst Bemerkungen über die übrigen nordamerikanigchen Arten.
218 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Popilia atra S. 321, liturata S. 322 (Quango); G. Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1884.
Adoretus nigritarsis (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 322, Pa^ensiecÄere (Massai) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anstalt.
Hamburg für 1883 S. 48.
A. vittaticollis Fairm. = strigatus Waierh.; albohispidus Fairm. =
albosetosus Fairm.; Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 132 f.
Dynastini. Heteronychus capreolus S. 323, (/eotrupinus S. 325
(Quango); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1884, simplex (China);
Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII S. 270.
Temnorrhynchus cribratus (ü. Niger); Bates, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 405 nüt Holzschn.
Pjcnoschema subulata (Quango) S. 327 Taf. IX Fig. 9, scrofa Har.
cf S. 329; G. Quedenfeldt, Beri. Ent. Zeitschr. 1884.
Oryctes Ilechowi (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 326 Taf. IX Fig. 7.
Cyphonistes tubercuUfrons (Quango) ; G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 329.
Xylotrupes dichotomus cf Kopfzier; Ent. Nachr. 1884 S. 49
mit Abb.
Cetoniini. Enumeration des Cetonides dccrits depuis la publi-
cation du catalogue de Mm. Gemminger & Harold par A. Berge;
Ann. Soc. Ent. Belg. 1884 S. 113 flf.
Pygovalgus (n. g. ; Anus nach hinten vorgezogen, gegen die Spitze
verschmälert und am Ende scheinbar ausgerandet; Körper unterseits dicht
anliegend beschuppt) insignis^ glahratus (Mukenge, Central- Afrika) ;
Comythovalgus (n. g. ; reiche und dichte Haarbüschel auf der
Oberseite ; ungleiche Bezahnung der Vorderschienen in beiden Geschlechtern,
für V. fasciculatus Sch.^ plumatus Fahr., Oedipus Gerst. und) vülosus
(Innerafrika); Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 166.
Centraspis (n. g. prope Euryomiam) Raffrayi ( Abyssinien) ; Fair-
maire, Bull. Ent. France 18 84 S. 23.
Anoplocarpus (n. g. Cremastochil. Coenochilo affine) marginalus
(Quango); G. Quedenfeldt, Beri. Ent. Zeitschr. 1884 S. 338 f. Taf. IX
Fig. 14.
Rhynchocephalus (n. g. Epixanthi affine) Hildehrandtii (Mada-
gaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 134.
Kolbe beschreibt neue Goliathiden aus Central -Afrika; Berl. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 81 flf.; vgl. oben S. 178.
Nach demselben ebenda S. 383 ff. ist Goliathus albosignatus Boh.
und Kirkianus Gray nicht identisch; von ersterer Art wird das 2 be-
schrieben; ebenso G. russus 2 (Mukenge, Congo) S. 386.
Hypselogenia Äctaeon (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst.
Hamburg für 1883 S. 45.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 219
Coelorrhina glahrata S. 81, Radei S. 82, furcata^ rußceps S. 83,
Poggei S. 84, imüatrix S. 85 (Inner - Afrika) ; Kolbe a. a. 0. (sind nach
Kraatz, ebenda S. 403, eine Art).
Eudicella Poggei S. 87, pauperata S. 88, Wissmanniy viridana S: 89
(Central-Afrika) ; Kolbe a. a. 0. (sind nach Kraatz, ebenda S. 403, eine Art).
Megalorrhina Poggiana S. 91, 3InJcengiana , procera S. 92 (Central-
Afrika); Kolbe a. a. 0.
Plesiorrhina vacua (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst.
Hamburg 1883 S. 46.
Genyodonta palliata (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst.
Hamburg für 1883 S. 45.
Clinteria Hageni (Serdang, Sumatra); Ritsema, Notes Leyd. Mus. VI
S. 1, Revoili (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 123.
Stenotarsia punctiventris (Madagaskar); Waterbouse, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XIV S. 348.
Gnathocera sericinitens (U. Niger); Bates, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 405 mit Holzschn.
Elaphinis a[d\sperula (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst.
Hamburg für 1883 S. 46, atomosparsa (Makdischu); Fairmaire, C. R. Soc.
Ent. Belg. 1884 S. 73.
Glycyphana venusta (Serdang, Sumatra) S. 2, Saleyeri (S.) S. 3;
Eitsema, Notes Leyden Museum VI.
Anoplochilus limbicollis (Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg.
1884 S. 143.
Leacocelis triliturata (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 322 Taf. IX Fig. 11, aviplicollis (Sansibar); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 143.
Protaetia Engelhardi (Saleyer) ; Ritsema , Notes Leyden Museum
VI S. 5.
Pachnoda rufovirens (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 334, divisa (Massai), mastrucata (Naiwascha-See); Gerstäcker,
Jahrb. wissensch. Anst. Hamburg für 1883 S. 47, chionopleura (Sansibar);
Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 143.
Ueber Aberrationen, Varietäten und Arten einiger ex-
otischen Cetonien; G. Haller, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VI! S. 30 flf.
Cetonia conspersa var. conßuens S. 222, var. immarginata S. 223
(Osch); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884.
C. apunctata!^ vennifer S. 32, pauperata S. 33; Haller a. a. 0.
Aethiessa albocincta (Malatia, Kleinas.); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 231.
Diphrontis Gerstäckeri (Malange) ; G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 325 Taf. IX' Fig. 13.
Poecilopharis imifurmis (Salomon I.) S. 370, Curtisii (Batchian)
S. 371; Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) XIIL
220 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cymophorus sexfoveatus (Sansibar); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 144.
Coenochilus Kolbei (Quango); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 337.
Lucauidao. v. Schönfeldt schreibt über die Bildung der Man-
dibeln einiger japanischen Lucaniden . . .; Ent. Nachr. 1884
S. 45 ff. mit Abb.
Sharp theilt Notes on the nomenclature of New Zealand Luca-
nidae mit; es sind 20 Arten angeführt; C. ß. Ent. Belg. 1884
S. 78 ff.
Auf Lucanus parvulus Hope gründet Albers die G. Metallactus^
und macht Bemerkungen zu der Art; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 301 ff.
Ueber Lucanus laticollis Thunhg. (== Eur. Saiga, gypaetos $?)
s. Albers in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 303.
Die var. capito, die Burmeister von Dorcus Saiga beschreibt, kehrt
nach Albers auch bei Eurytrachelus purpurascens v. Voll, wieder, und
Albers vermuthet, dass der E. Ghilianii Oestro ebenfalls eine solche var.
capito und zwar von E. intermedius Oestro sei oder Ternatensis Thoms.-,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 173 ff., 304.
Nigidius dentifer (Central -Afrika); Albers, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 16, amplicollis (Quango); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 266.
Albers unterscheidet die mit Figulus anthracinus Kluy ver-
wandten afrikanischen Arten, unter denen decipiens neu ist; Stett. Ent.
Zeit. 1884 S. 173 ff.
Heteroceridae. Heterocerus vitticoUis (Lenkoran); Beitter, Verh. . .
Brunn XXII S. 3.
Parnidae, Limnius interruptus (Algier); Fairmaire, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 61.
Byrrhidae. Chelonarium liratulum (Pernambuco) ; C. F. Ancey, Le
Naturaliste 1884 S. 463.
Ueber Cytilus varius und seine Variabilität s. Letzner, 61. Jahresb.
Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur S. 302f.; C. auricomus Z)m//scä., Reitt.
ist als selbständige Art noch zweifelhaft.
Reitter unterscheidet die europäischen Curimus- Arten in analytischer
Tabelle, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 72 ff., und beschreibt C. tayge-
tunus (Nordmorea) S. 70, parnassius (P.), terrifer (Hagios-Vlassis), Brenshei
(Morea) S. 71, terminatus (Hagios-Vlassis) S. 72.
Syncalypta minuta (Jonische L); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 119.
Dermestidae. Anthrenus miniopticKs (Algier); Bedel, Bull. Ent.
France 1884 S. 21.
Hadrotoma Antoniae (Lirik); Reitter, Verh. . . Brunn XXII S. 7.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 221
Dermestes subcostaius (Massai); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. An-
stalten Hamburg für 1883 S. 45.
Corylophidae, Sacium Damryi (Korsika; Nordmorea); Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 58.
Moronillus piimilus (Korfu); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 117.
Latliridiadae. Everts' „Bijdrage tot de Kennis der La-
thriidae" in Tijdschr. v. Entom. XXVII S. 55 ff. sind eine wesentlich
mit Rücksicht auf die Fauna der Niederlande abgefasste Synopsis dieser
Familie.
Belon giebt eine Revision des Lathridiidae de Nouvellc-
Zelande; Revue d'Entomol. 1884 S. 246 ff. (31 A.).
Desselben Notes synonymiques sur quelques Lathridiidae de la
Nouvelle-Zelande, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 222 ff. besagen: Holopara-
mecus lucidus Bronn = tenuis JReiit. ; Lathrid. antipodum White = nodifer
Wesliv., sculpturatus Broun = nodifer Westw., costulatus Broun •= costatus
Erichs., (marginalis ebenso?,) floridus i^rown ist eineEnicmus; Melanophth.
obesa Broun = splendens Reitt.
Merophysia hiplicata (Haifa), uniplicata (Casablanca) ; Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 253.
Reitter stellt die Dasyc er us- Arten zusammen und beschreibt D.
Jonicus (Korfu); Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 118 f.
Enicmus /oreaiu* (Picton, N. S.) S. 251, Sharpi (Greymouth, N. S.)
S. 252; Belon a. a. 0.
Melanophthalma zelandica (Picton; Tairua; Auckland) S. 255, horrida
(Auckland) S. 256, diversicollis (Auckland) S. 258, Sharpi (Picton) S. 260,
pustulosa (Greymouth; Picton) S. 263; Selon a. a. O., picturata, fulyurita
(Neu-Seeland); derselbe C. R. Ent. Belg. 1884 juillet 5 und a. a. 0.
S. 260 f.
Belon schreibt sur un petit groupe de Corticaria propres a la
Nouvelle-Zelande, nämlich (Melanophthalma) illustris Reitt., fulgurita
S. 219, picturata S. 220, variegata Broun, discoidea Broun; C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 217 ff.
C. Tunisiensis (T.); Brisout, Bull. Ent. France 1884 S. 81.
Cartodere laticeps (Haifa); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 253, Argus (Böhmen; Ungarn; Oran; bisher wahrscheinlich mit filifor-
mis gemengt); derselbe, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 35.
Belon unterscheidet Cartodere filiformis GylL, Argus Reitt., filum
Aub^, und intermedia (Nordamerika) in analytischer Tabelle und giebt von
letzterer eine Diagnose; C. R. Ent. Belg. 1884 S. 191 ff.
Metophthalmus Brenskei (Kumani, Nordmorea); Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1884 S. 64, sinuosus (Neu Seeland); Belon, C. R. Ent.
Belg. 1884 S. 224.
Reitter stellt eine Tabelle der mit Holoparamecus Truquii ver-
222 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
wandten Arten auf, darunter H. Beloni (Korfu; Dalmatien; Akamanien;
Morea), ohtusum (?) neu; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 63.
Cryptoplia^idae, Ephistemus dilutus (Elisabethpol, Kauk.) ; Reitter,
Revue mensuelle d'Entom. I S. 114.
Atomaria Jonica (Jon. Inseln); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 117, laevis (Haifa); derselbe ebenda S. 252, (Anchicera) stemodeoides
(Elisabethpol, Kauk.); derselbe, Revue mensuelle d'Entom. I S. 113, ca-
stanoptera (Lenkoran); derselbe, Verh. . . . Brunn XXII S. 5.
Leucohimatium alatum (Attika); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 62 mit analytischer Tabelle der bekannten Arten.
Cucujidae. Casey hat im Februarheft der Trans. Amer. Ent. Soc.
S. 69—112 eine Revision der nordamerikanischen Cucujidae
nördlich von Mexico veröffentUcht, die mir nur durch Dohrn's Referat
in der Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 401 ff. bekannt geworden ist. Bei der
Unterf. Cucujinae trib. Cucujini ist eine Gattung Dysmerus Casey mit
D. hasalis erwähnt. Auch sonst sind einige neue Arten angeführt.
Aciphus (n. g. Diagrypnodi affine) singularis (Rio Janeiro); A. S. Olliff,
Ent. Monthl. Mag. XXI S. 152.
Karsch wirft die auch ökonomisch wichtige Frage auf: Was sucht
Sil van US (surinamensis) im Samen?; Ent. Nachr. 1884 p. 261.
S. gilae (Nordamerika); Casey a. a. 0.
Einige neue Arten veranlassen Reitter eine neue Tabelle der Arten
von Airaphilus aufzustellen; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 67 ff.; die
neuen sind A. hirtulus (Kumani, Tajgetus) S. 66, arcadius (Hagios-Vlassis)
S. 67 und suhferrugineus (Pyrenäen) S. 69.
Lathropus pubescens (Nordamerika); Casey a. a. 0.
Laemophloeus terminalis^ ßoridanus , Horni, rotundicollis ^ quadratus^
Schwärzt, extricatus, pubescens, truncatus, deniicornis (Nordamerika); Casey
a. a. O.
Telephanus Lecontei (Nordamerika); Casey a. a. 0.
Inoplectus Beraneki (in Tabak aus Manilla); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 263.
Prostomis Schlegeln (Ceylon, mit Bemerkungen über die Larve, die
der von P. mandibularis sehr ähnlich ist) ; Olliff, Notes Leyden Museum VI
S. 100.
Rectarthrnm modestum (Gudlidi); Fairmaire, CR. Ent. Belg. 1884 S. 121.
Colydiadae, Cyprogenia Naxiana (Naxos); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 65 Taf. II Fig. 10.
Trachypholis Dorri (Kambodscha); Fairmaire, Bull. Ent. France 1884
S. 46.
Tro^OSitidae. Gaurambe Reiüeri (Aru Isl.); Olliff, Notes Leyden
Museum VI S. 77.
Tenebrioides maroccanus (Casa blanca) ; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 254.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 223
Latolaeva zncensa (Salwatty; Ändai); OUiff, Notes Leyden Museum VI
S. 76.
Nitidulidae. Reitter bearbeitete die Nitiduliden Japans, wozu
die von Lewis während seiner zweiten anderthalbjährigen Sammelreise
angelegte Sammlung das Material gab; Wien. Ent. Zeitg. 1884
S. 257 ff., 299 ff. Taf. IV. In diesem Theile sind die analytischen Ta-
bellen bis herunter zur Art enthalten und die Beschreibungen der (51) neuen
Arten begonnen.
Fowler behandelt in Ent. Monthl. Mag. XXI S. 54 ff., 92 ff., 145 f.
die Arten Gross-Britanniens.
Platychorodes (n. g.; Labrum distinctum, bilobum; maxillae mala
simplici; mand. simplices, acutae, intus haud dentatae, cT perparum lon-
giores et supra cornu valido armatae ; mentum latum, max. partem obtegens ;
ant. 10 — art., clava 2 — art. Metasternum simplex ; elytra apice truncata,
pygidio libero. Tibiae ant. extus bidentatae, post. 4 Gxtus denticulatae aut
serrulatae; tarsi fere simplices) plumicomis (Brasilien); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 261.
Cryptarcha Bitsemae (Serdang); Olliff, Notes Leyden Museum VI
S. 246.
Lasiodactylus maculosus (Sumatra) ; Olliff, Notes Leyden Museum VI
S. 74.
Schilsky zählt die (24) für Berlin neuen Meligethes-Arten auf;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 421.
Idaethina sohrina (Aru Isl.); Olliff, Notes Leyden Museum VI S. 73.
Ueber die Verschiedenheit der Gestalt des letzten Fühlergliedes bei cf
und $ von Epuraea aestiva s. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 422.
E. funeraria (Kiga; Miyanoshita) , (cavpathica var. quadrimacMlata)
S. 301, decolor (Chiuzenji), apposita (ibid.) S. 302; Reitter, Wien. Ent.
Zeitschr. 1884, papagona! (Arizona); Casey a. a. O. S. 35.
Cillaeus apicatus (Madag.); Fairmaire, Ann. Ent. France 1884
S. 226.
Carpophilus acutangulus (Yuyama), cingulatus (Nagasaki) S. 299,
Lewisi (Yokohama), Titanns (Junsai) S. 300; Reitter, Wien. Ent. Zeitg.
1884, Zuni (Arizona); Casey a. a. 0. S. 34.
Mystrops orientaUs (Serdang); Olliff, Notes Leyden Museum VI
S. 245.
Phalacridae. Tolyphus synacus (Haifa); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 251.
Histeridae. Schmidt bringt Nachträge und Berichtigungen
zum Catal. Col. von Gem. & Har. betreffend gegenwärtige Familie, indem
er die seit dem Erscheinen dieses Katalogs neu beschriebenen Arten und
Gattungen (334 und 13) aufführt. Abzüglich 68 ausfallender Arten ent-
hält die Familie jezt 1417 Arten in 73 Gattungen. Berl. Ent. Zeitschr.
1884. S. 147 ff.
224 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Derslbe macht einige Bemerkungen über Histeriden, zumeist
synonymischer Art; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 236 ff.
Lewis führt 49 Arten (excl. 21 zu Saprinus und Paromalus gehörend)
von Japan auf und beschreibt die neuen; Ann. a. Mag. N. H. (5) XIII
S. 131 ff.
Acritus clarulus (Lenkoran); Reitter, Verh. . . Brunn XXII S. 7.
Abraeus areolatus (Hamarat), minutissimus, punctulus (Lenkoran);
Eeitter, Verh. . . Brunn XXII S. 7.
Onthophilus cicatricosus (Nordmorea ; Attika) ; Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 76, ßavicornis (Yokohama), silvae (Akinomiya), arboreus
(Hawatchi); Lewis a. a. 0. 139.
Saprinus Brenskei (Hagios-Vlassis, Nordmorea) S. 75 Fig. 6, aegia-
lius (ibid.) S. 76 Fig. 7; Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 Taf. I,
foveisternis (Baku), speculum (Sarepta); Schmidt, Wien. Ent. Zeitg. 1884
S. 9, Bonnairii (Batna); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 60.
Paromalus ßlum (Bulgarien); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 256.
Notodoma /un^orum (Japan); Lewis a. a. 0. S. 136.
Tribalus acritoides (Kumani); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 75 Taf. I Fig. 5, creticus (C); derselbe, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 8,
semen (Miyanoshita) ; Lewis a. a. 0. S. 137.
Epierus lucus (Nara); Lewis a. a. 0. S. 136.
Hetaerius Lewisi Reitt, abgebildet in Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 Taf. I Fig. 4.
H. Bedeli (Oran); Lewis, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 83, gratus
(zwischen Shimonosuwa und Wada-togo), optatus (Yezo) ; derselbe, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XIII S. 137.
Tryponaeus Fagi, venator (Japan); Lewis a. a. 0. S. 138.
Eretmotes ajjproximans (Algier); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 60.
Phelister glaucus (Serdang, Sum.); Marseul, Notes Leyd. Museum
VI S. 162.
Pachycraerus completus (Massai) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst.
Hamburg für 1883 S. 44.
Hister atticus (A.); Schmidt, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 10, aino
(Yezo) S. 134, concolor (ibid.), Boleti (Chiuzenji; Kashiwagi), agnatus
(Nikko) S. 135, sutus (Miyanoshita) S. 136; Lewis a. a. 0.
Platysoma Pini (Higo), vagans (Süd -Yezo) S. 133, rasile (Higo),
celatum (Yokohama) S. 134; Lewis a. a. 0., Hageni (Serdang, Sum.);
Marseul, Notes Leyd. Museum VI S. 161.
Hololepta depressa (Higo -Yezo), Parallela (Higo); Lewis a. a. 0.
S. 132.
Scaphidiadae. Toxidium Reitteri (Habesch); R. Oberthür, Coleopt.
Novit. L S. 16.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 225
Scaphisoma quadratum (Transvaal) S. 13, apicerubrum (Habesch),
distinguendum (ibid.), Philippinense (Kingua) S. 14, luieipes (Matachin),
jocosum (King George's Sd.) S. 15; R. Oberthur, Coleopt. Novit. I.
Cyparium Mathani (Amazonas); R. Oberthur, Coleopt. Novit. I
S. 12.
Scaphidium cyaneüum (Indien) S. 5, exornatum (Clarence River, Austr.),
peraffine (Columbien) S. 6, nigrocinctulum (Andaman), Patinoi (Columbien)
S. 7, geniculatum (Panama) S. 8, exclamans (St. Paul, Bras.), pantherinum
(Rio Negro) S. 9, fasciatomaculatum (Ega) S. 10, (pardale var. nigripenne),
cerasinum (Amazonas) S. 11, uz^^tpenne (ibid.) S. 12; B. Oberthur, Coleopt.
Novitates I.
Trichopterygidae. Ptilium fisskolle (Zante; Korfu); Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 116.
Trichopteryx brevicornis Mots. new to Britain; Ent. Monthl.
Mag. XXI S. 35.
Platypsyllidae. Ritsema theilt den durch Bonhoure auf dem
europäischen Biber (Rhonemündung) gemachten Fund von Platy-
psyllus Castoris mit und weist Reitter in dessen Aufsatz in Wien.
Ent. Zeitg. III S. 19: „Platypsylla Castoris Rits. als Vertreter einer
neuen europäischen Coleopteren- Familie," der aus demselben Ajilass ent-
standen war, einige Ungenauigkeiten nach. Tijdschr. v. Entomol. XXVII
Versl. LXXXVI. — Bonhoure nimmt aus dem oben gemeldeten Funde
Veranlassung, eine detaillirte und mit trefflichen Abbildungen ausgestattete
Beschreibung der beiden Geschlechter dieser Art zu geben; Ann. Ent.
France 1884 S. 147 ff. PI. 6.
Silphidae. In Marseul's Abeille 1884 ist (vom Herausgeber?) ein
Precis des genres et especes de la tribu des Silphides de
l'ancien monde begonnen und die Leptoderini, Leptinini, zu denen
auch Platj-psylla gerechnet wird, Catopsinen absolvirt; von den Silphini
sind Pteroloma, Necrophilus und Silpha (z. Th.) behandelt.
Habits of beetles, fam. Silphidae; Helms, New Zealand Journ. of
Sei. I No. 11 S. 516.
Bisaya (n. g. Clambid.) nossidiiformis (Lenkoran); Reitter, Verh. . . .
Brunn XXII S. 5.
Ansibaris (n. g. Agathidio affine) alexiiformis (Nakerala, Kauk.);
Reitter, Revue mensuelle d'Entom. IS. 112.
Agathidium Brisouti (Kumani; Nordmorea); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 58, caspicum (Lirik); derselbe, Verh. . . . Brunn XXII S. 3.
Anisotoma Bedeli (Algier); Brisout de Barneville, Revue d'EntomoI.
1884 S. 88.
Ueber Lebensweise, Fangplätze und Varietäten von Colon siehe
Czwalina, Weise und Kraatz in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 265 ff.;
Czwaliua beschreibt C. appendiculatum var. regiomonianum S. 265 und
puncticeps n. sp. (Vallombrosa) S. 267.
Aroh. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. P
226 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hadrambe latissima (Kumani); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 55 Taf. 11 Fig. 11.
Die Gattung Hadrambe unterscheidet sich von Agyrtes durch das
lineare Endglied der Käfertaster, durch die gegen die Spitze stärker ver-
dickten Fühler, die verschiedene Form des Halsschildes und durch die Streifen
der Flügeldecken, welche alle die Spitze erreichen; Beitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 55.
Sciodrepa rugulosa (Skäne); Thomson, Opusc. Entom. X S. 1034.
üeber Quaestus arcanus und Quaesticulus annexus Schau/.
s. Act. Soc. Esp. Hist. Natur. XHI S. 4 fF.
Pholeuon (Apropeus Eeitt. i. 1.) Hazayi (Ungarn, Bihar. Com.);
Frivaldszky, Termesz. Füzet. VIH S. 280.
Choleva Kraatzi (Morea); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 56,
sulcipennis (Philippeville , Algier); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 59.
Catops luteipes (Lappland); Thomson, Opuscul. Entom. X S. 1033.
Bathyscia kerhyrana (K.); Beitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 115,
Karamani (Spalato), Syriaca (Beirut); derselbe ebenda S. 255, (Sophro-
cheta Reitt. i. 1.) Reitteri (Südungarn) ; Frivaldszky, Termesz. Füzet. VHI
S. 280, Doderi (Grotte des Mont Fasce bei Genua) S. 445, Spagnoli
(Grotte bei Pigna, Ligurien) S. 447; Fairmaire, Ann. Mus. Civic. Genova
XVni, Villardi (Grotte du Bugey, dep. de TAix); Bedel, Bull. Ent.
France 1884 S. 53.
Ptomaphagus grandis (Hagios-Vlassis, Nordmorea) S. 56, Pelopis
(ibid.) S. 57; Beitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884.
■ Necrophorus nigerrimus (Margellan); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 330.
Scydmaeilidae. Euthia davicomis (Kumani, Nordmorea); Beitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 53.
Neuraphes planiceps (Vallombrosa) S. 84, Nakeralae (Kauk.), Flaminü
(Apenn.) S. 85, subtetratomus (Morea) S. 86, vuhieratus (Korsika) S. 87;
Beitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884, coronatus (Finland); Sahlberg,
Meddel. af Soc. pro Fauna et Flora Fennica IX S. 96.
Cephennium (Megaladerus) divergens (Arragonien) , mantimvm (Meer-
alpen) S. 82, montanum (Mte. Rosa), delicatum (Süd - Portugal) , aglenum
(Nord-Italien) S. 83, (Geodytes) granulum (Parnes), striolatum (Andalusien)
S. 83, (Cephennarium) Carrarae (Apennin.), (Nanophthalmus) armeniacum
(Kaukasus) S. 84; Beitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884.
Leptomastax hisetosus (Korfu); Beitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 115, quadristriatus (Haifa); derselbe, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 94.
Scydmaenus aegialius (Kumani, Nordmorea); Beitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 53, (Sterichnus) Corcyreus (K.) S. 113, derselbe ebenda,
Poweri (Devonshire) ; Fowler, Ent. Monthl. Mag. XX S. 247, BamevUlei
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 227
(Frankreich), andahisiciis (A.), semipiceus (Kaukas.) S. 87, Macedo (Salo-
nichi), Tythonus! (Spanien), (Stenichnus) ellipticus (Kauk.) S. 88, anguli-
manus (?), Emgei (?), amplithorax (Haifa), lernaeus (Nauplia) S. 89;
Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884.
Eumicrus camelus (Haifa), Goliath (Algier), parmatus (Marokko), ara-
chnipes (Haifa); Eeitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884.
Euconnus (i. sp.) pulcher (Kumani, Nordmorea) S. 54 Fig. 17, (Te-
tramelus) pravus (Hagios-Vlassis), Brenskeanus (Kumani) S. 55; Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 Taf. II, Marthae, argostoliiis (Korfu, Kefa-
lonia S. 114; derselbe ebenda, (Napochus) indocilis (Haifa) S. 89, (Eucon-
nus) prolixus (ibid.), Patdinoi (Coimbra) S. 90, nehulosus (Marokko), Langei^
Peyroni (Syrien), (Tetramelus) Beddi (Meeralpen) S. 91 ; derselbe, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1884.
Clayigeridae. In einer Ergänzung über die bekannten Cla-
vigeriden-Gattungen in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 167 f^
macht Reitter darauf aufmerksam, dass das scheinbar erste, aber von
oben nicht sichtbare Fühlerglied thatsächlich das Basalgelenk des
Fühlers ist, aber so stark entwickelt, dass man es immerhin als Fühler-
glied mitzählen kann. Unter Berücksichtigung dieser Auffassung stellt nun
Reitter eine neue Gattungstabelle auf, die die Namen Claviger, Adranes,
Articerus, Pseudofustiger (mit Augen; Fühler zweigliederig; erstesi
Basal(l)glied klein; Kopf hinter den Augen halsförmig eingeschnürt; Hals-
schild glockenförmig; Abdomen mit sehr grosser Grube, wie bei Claviger;
amerikanisch), Fustiger, Commatocerus, Fustigerodes (mit Augen;
Fühler viergl.; 3 Basalglieder klein; letztes Glied cylindrisch; Abdomen
an der Basis quer vertieft), Diartiger, Radama, Clavigerodes, Clavigeropsis
aufweist.
Claviger elysius (Nordmorea); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 47, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 60, Barharus (Algier); Bedel,
Bull. Ent. France 1884 S. 124.
Pselaphidae« Rybaxis diahoUca (Haifa); Reitter, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1884 S. 66.
Trimium Brenskei (Kumani; Nordmorea); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 51, expandum (Korfu; Cefalonia) S. 111; derselbe
ebenda.
Namunia myrmecophila (Stambul); Reitter, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1884 S. 81.
Euplectus Pelopis (Kumani) S. 51, Linden (ibid.) S. 52; Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, acanthifer (Korfu) S. 111, verticalis (ibid.)
S. 113; derselbe ebenda.
Bythinus Peloponnesius (Kumani) Fig. 12, Brenskei (ibid.; Korfu)
Fig. 14; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 58 Taf. II, Corcyreus
(K.) S. 108 Fig. 13, tener (ibid.) S. 109 Fig. 14; derselbe ebenda, (Ma-
chaerites) maritimus (Meeralpen), gladiator (Poi*ella), Eppehheimi (Nord-
228 Bertkau: Bericht über die wissenschaftliehen Leistungen
italien) S. 70, (Byth.) Baudueri (Südfr.) S. 71, Nakeralae (Elbrus), late-
hrosus (Nizza) S. 72, montivagus (Pyrenäen), appendiculatus (Kaukasus),
swaneticus (Kauk.) S. 73, inßatipes (Deutschland), hlandus (?), hanaticus
(Mehadia) S. 74, lunicornis (Banat) S. 75; derselbe, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien 1884.
Bryaxis maxima (Taygetus); Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 48, longispina (Korfu; Dalmatien; Toskana) S. 106, (Reich enbachia)
morio (Zante) S. 109; derselbe ebenda, gracilis (Detroit) S. 32, inopia
(Florida) S. 33; Casey a. a. 0., carmelitana (Syrien) S. 67, tetuanica (T.),
longispina (Italien; Griechenland), Langei (Haifa), (Reichenbachia) talj/-
schensis (Lenkoran) S. 68, spinipes (Lenkoran) 69; Eeitter, Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien 1884.
Amicrops mingrelica (M.); Eeitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884
S. 65.
Amaurops Corcyrea (Korfu); Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 106, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 64.
Batrisus (Batrisodes) dysius (Kumani , Nordmorea ; bei Ameisen) ;
Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 47, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 65. ■
Tychus nodifer (Hagios-Vlassis , Nordmorea); Eeitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 49 Taf. II Fig. 16, nodicornis (Korfu) S. 109, candatus
(Zante) S. 110; derselbe ebenda, testaceus (Cambridge, Mass.); Casey
a. a. 0. S. 31, muiinensis (M.), gibhiventris (Beyrut), Serbiens (S.)
S. 76, ßorentiniis (Toscana) S. 77; Eeitter, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1884.
Pselaphus caviventris (Nordmorea); Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 50, quadricostatus (Mte. Rosa), bistriolatus (Coimbra); derselbe,
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884.
Tribatus creticus (C, bei Ameisen); Eeitter, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien 1884 S. 66.
Faronus spartanus (Taygetus), gravidus (Südspanien); Eeitter, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 81.
Enoptostomus Doderi (Cagliari), Judeorum! (Syrien); Eeitter, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien 1884 S. 64.
Marellus Biscrensis (B.); Eeitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1884
S. 81.
Centrotoma Ludyi (Südtirol); Eeitter, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
1884 S. 63.
Staphylinidae. Aufzählung der in Süd-Spanien, Portugal
und Marocco gesammelten Arten, mit zahlreichen Beschreibungen;
M. Quedenfeldt, Beri. Ent. Zeitschr. 1884 S. 351 ff.
Lynch -Arribälzaga beginnt in dem Bol. Acad. Nacion. de Ciencias
Cördoba VII S. 1 ff. eine Bearbeitung der Estafilinos de Buenos
Aires und führt dieselbe bis zu den Paederini fort; von Aleocharini sind
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 229
25, von Tachyporini 3, Staphylinini 20, Xantholinini 12, Paederini (noch
nicht abgeschlossen) 20 Arten aufgezählt.
Eppelsheim liefert Diagnosen (16) neuer Staphyüniden aus
dem Kaukasus und aus Lenkoran; Verh. naturf. Ver. Brunn XXII
S. 11 ft".
Homaliini. Homalium cephalotes (Wimpfen, Heilbronn) ; Eppelsheim,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 170, brevicolle (Lappland); Thomson,
Opuscul. Entomol. X S. 1033.
Eudectus rufulus (Japan); Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 271.
Oxytelini. Thinobius (Thinophilus) noc?icorms (Lenkoran) ; Eppels-
heim, Verh. . . . Brunn XXII S. 16.
Trogophloeus (Taenosoma) atrameniarius (Baradero); Lynch Arribäl-
zaga a. a. 0. S. 371, dilaticollis (Lenkoran); Eppelsheim, Verh. . . . Brunn
XXII S. 16.
Compsochilus procerus Eppelsh. = cephalotes Erichs.-, dagegen sind
miles Scriba und Heydeni Kraatz selbständige Arten; Eppelsheim, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 409 ff.
C. Rosti (Zante); Reitter, ebenda S. 105.
Platystethus (Pjcnocraerus) fallax (Prov. Buenos Aires) S, 360,
pallidipes (Baradero; Chacabuco) S. 363; Lynch Arribalzaga a. a. 0.
Bledius Husseini (Marokko): M. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr.
1884 S. 37 7, externus (Chacabuco) S. 353, lestaceipennis (ibid.) S. 355;
Lynch Arribalzaga a. a. 0.
Osorius /ra^er (Buenos Aires); Lynch Arribalzaga a. a. 0. S. 346.
Stenini. Euaesthetus brevipennis (Detroit) S. 20, punctatus (Crescent
City, Flo.), Floridae (Tampa; Enterprise) S. 21, similis (Tallahassu) S. 22,
miindulus (Cambridge, Mass.) S. 23, robustulus (ibid.) S. 24, iripennis!
(Ohio) S. 25, texanus (Columbus) S. 26, americanus (Detroit) S. 27,
atomus (Florida) S. 28; Casey a. a. O.
Edaphus carinaius (Washington) S. 30, lucuhntus (Columbia) S. 31;
Casey a. a. 0.
Stenus Holmhergü (ßaxBi.^Qro) 'S). 335, {sMhg. Steno sidotus) aenescens
(Chacabuco) S. 338; Lynch Arribalzaga a. a. 0., erythrocnemus! (Tiflis;
Lenkoran); Eppelsheim, Verh. . . . Briinn XXII S. 16.
Pin op h il in i. Palaminus bonariensis (Chacabuco) ; Lynch Arribalzaga
a. a. 0. S. 329.
Pinophilus subtilis (Tandil) S. 313, robustus (Baradero) S. 321,
Bergii (Montevideo) S. 324; Lynch Arribalzaga a. a. 0.
Paederini, Stereocephalus (n. g. DoUcaoni affine; capite majore
subquadrato, palp. max. art. ultimo truncato et articulo 3. securiformi
distinctum) seriatipennis (Baradero) S. 233;
Chloecharis (n. g. Scopaeo, Lithochariti et Sciochariti simile)
rufula (Chacabuco) S. 259;
230 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sciocharis (n. g. Phinochariti affine) castanoptera S. 263, atraiula
S. 265 (Chacabuco);
Calophaena (n. g. Lithochariti affine) hasalis (Chacabuco) S. 270;
Lynch Arribälzaga a. a. 0.
Paederus Pelikani (Jon. Inseln; P. Baudii nahe verwandt und in
seinen Unterschieden diesem gegenüber genauer beschrieben); Reitter,
Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 44, bonariensis (Baradero)> Lynch Arribälzaga
a. a. 0. S. 294.
Sunius paranensis (Chacabuco; Baradero; etc.); Lynch Arribälzaga
a. a. O. S. 299.
Ophites Fauvelii (Antequera, Arg.); Lynch Arribälzaga a. a. 0. S. 229.
Echiaster rugosolus (Baradero); Lynch Arribälzaga a. a. 0. S. 281.
Stilicus dilutipes (Kumani); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 46, degans (Chacabuco); Lynch Arribälzaga a. a. 0. S. 275.
Scopaeus lugubns (Baradero; Chacabuco) S. 248, frater (Baradero)
S. 250; Lynch Arribälzaga a. a. 0.
Lithocharis atricapilla (Chacabuco); Lynch Arribälzaga a. a. O. S. 255.
Lathrobium assimile (Baradero; Chacabuco; Tandil; Buenos Aires)
S. 240, bonariense (Baradero; Chacabuco) S. 242; Lynch Arribälzaga
a. a. 0., impressifrons (Lirik), Lederi (ibid.); Eppelsheim, Verh. . . Brünu
XXII S. 15.
Cryptobium egregium (Elisabethpol); Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1884
S. 83, paranense (Baradero; Chacabuco) S. 208, argentinum (Chacabuco)
S. 211, apicale (ibid.) S. 244, rubricolle (ibid.) S. 216, rufipes (Baradero)
S. 219, confusum (ibid.; Chacabuco) S. 221, atratum (Baradero) S. 224,
disjmctum (Argent.; Uruguay) S. 226; Lynch Arribälzaga a. a. O.
Staphylinini. Diaphoetes (n. g.; „general characters of Staphy-
linus, but with the head smaller than is usual in that genus . . .")
rugosus (Larat); Waterhouse, Proceed. Zool. Soc. Lond. 1884 S. 214
PI. XVI Fig. 1.
Euryporus ßavipes (Sumatra); Fauvel, Notes Leyden Museum VI
S. 241.
Quedius (Microsaurus) philonthoides (Chacabuco); Lynch Arribälzaga
a. a. 0. S. 120.
Heterothops bonariensis S. 123, fallax S. 124 (Chacabuco); Lynch
Arribälzaga a. a. 0.
Philonthus subvirescens (Lappland) ; Thomson, Opusc. Entom. X
S. 1032, apicipennis (Amerika) S. 155, convexicollis (Chacabuco) S. 157,
afßnis (Baradero) S. 160; Lynch Arribälzaga a. a. O.
Trigonopselaphus staphylino'ides (Antequera; Chacabuco) S. 141,
castaneipennis (Chacabuco) S. 144; Lynch Arribälzaga a. a. 0.
Ocypus Brenskei (Kumani); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 44, (Anodus) rufipes (Lenkoran); Eppelsheim, Verh. . . . Brunn XXII
S. 15.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 231
Leistotrophus murinus L. var. Haroldi (München); Eppelsheim,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 170.
Xanthopygus (?) OHveirae (Arrecifes, Arg.); Lynch a. a. 0. S. 132.
Xantholinus (EuUssus) aziireus (Argent. ; Uruguay) S. 179, (Megalinus)
pajupeanus (Chacabuco) S. 185, suhaequalis (Chacabuco; Baradero) S. 187;
Lynch Arribälzaga a. a. 0.
Platyprosopus bucephahs (Baradero); Lynch Arribälzaga a. a. O. S. 158.
Tachyporini. Bryocharis ;)M/cÄe//a (Chacabuco) ; Lynch Arribälzaga
a. a. 0. S. 104.
Bryoporus vittatus (Kasbek) ; Eppelsheim, Verh. . . Brunn XXII S. 1 4.
Coproporus (?) pumilio (Lenkoran); Reitter, Verh. . . Brunn XXII
S. 13.
Erchomus pallidus (Chacabuco); Lynch Arribälzaga a. a. 0. S. 108.
Conurus nigropictus (Lirik); Eppelsheim, Verh. . . Brunn XXII S. 13.
Aleocharini. Myrmecoxenia (n. g. Orphnebius M^^s. proximum)
pampeana (Chacabuco) S. 35;
Heterophaena (n. g.) palliditarsis (Chacabuco) S. 49;
Campoporus (n. g. Euryusa et Philotermes similis) elegantidus
(Chacabuco) S. 66;
Oligonotus (n. g. Actosus et Arena similis) exiguus (Chacabuco)
S. 91;
Cryptocompsus (n. g. prope Oligota) venustus (Baradero) S. 97;
Lynch Arribälzaga a. a. 0.
Titkanis n. g. für (Aleochara) valida Lee. S. 16;
Emplenota (n. g. Aleocharae et Homalotae similo) maritima (New
Jersey); S. 17 Casey a. a. 0.
Lomechusa teres (Kasbek, bei Ameisen) ; Eppelsheim, Verh. . . Brunn
XXII S. 11.
Sahlberg liefert Beschreibung und Abbildung der Larve von Lome-
chusa strumosa (?); Meddel. af Soc. pro Fauna et Flora Fennica IX
S. 89 ff. Taf. I.
Microdota bonariensis (Chacabuco) S. 51, (?) decolorata (ibid.) S. 53;
Lynch Arribälzaga a. a. 0.
Aleochara bonariensis (Chacabuco); Lynch Arribälzaga a. a. 0. S. 71,
diver sicornis (Lenkoran); Eppelsheim, Verh. . . Brunn XXII S. 11.
Tomoglossa laeta (Jssil flum.; Cap Verd); Eppelsheim, Bcrl. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 369.
Leptusa afßnis (Patras); Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 42, Ehler si (Sierra d'Espuiia); derselbe ebenda S. 357, rufescens
(Talysch) ; derselbe, Verh. . . Brunn XXII S. 1 1 , (?) dubia (Chacabuco) ;
Lynch Arribälzaga a. a. 0. S. 88.
Phloeopora Scribae (Wimpfen); Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 169.
Calodera nitidula (Chacabuco); Lynch Arribälzaga a. a. 0. S. 86.
232 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ocalea intermedia (Chacabuco) S. 80, fmebris (ibid.; Baradero) S. 82;
Lynoh Ärribälzaga a. a. 0.
Oxj'poda triangulum (Tanger) S. 369, (Bacoglena) incerta (Algeciras)
S. 370; Eppelsheiin, Berl. Ent. Zeitschr. 1884, caspia (Lenkoran); der-
selbe, Verh. . . Brunn XXII S. 13.
Thectura tricuspis (Morea, Feodosia); Eppelsheim, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 43.
Homalota (Meotica) anopkthalma (Sierra d'Espuna) S. 358, (Acrotona)
haematica (ibid.) S. 359; Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884, (Si-
palia) Quedenfeldti (Tanger); derselbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1884 S. 367,
(Hom.) Meludyi (Tetuan); Quedenfeldt ebenda S. 366, minuta (Chacabuco);
Lynch Arribälzaga a. a. 0. S. 57, (Aleuonota) mirabilis (Lirik); Eppels-
heim, Verh. . . . Brunn XXII S. 13.
Echidnoglossa ventricosa (Südspan.; Marocco); M. Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 364, Paulinoi (Portugal); Skalitzky, Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 97.
Myrmedonia £'Ä/ersi (Marocco) ; Eppelsheim, Berl. Ent. Zeitschr. 1884
S. 365, cinctipennis (Talysch); derselbe, Verh. . . Brunn XXII S. 12,
argentina S. 41, hasalis S. 44 (Chacabuco); Lynch Arribälzaga a. a. O.
Drusilla (?) extranea (Baradero); Lynch Arribälzaga a. a. O. S. 33.
Paassidae. Paussus Pipitzi S. 44, Mucius S. 45 (Madagaskar);
Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1884.
Cerapterus (Orthopterus) Lafertei Westw. auch vom Gabun; Dohrn,
Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 39.
Arthropterus Melboumei Westw. = angulatus Mac Leay\ angusticomis
Mac Leay = denudatus Westw. \ Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova XX
S. 303 f.
Hydropllilidae. D. Sharp giebt eine Revision of the Hydro-
philidae of New Zealand; Trans. Ent. Soc. London 1884 S. 465 ff.
Hydrocyclus (n. g.) lacustris (Japan) S. 451;
Peratogonus (n. g. Sphaeridiin.) reversus (Madagask.) S. 461;
Saphydrus (n. g. Hydrobio affine) suffusus S. 468, obesus, antenna-
ius, longulus S. 469 (Neu Seeland);
Tormus (n. g. Derallo affine) Helmsi (Greymouth, Neu Seeland)
S. 474;
Hydrostygnus (n. g. Hydrobiin.) Brouni S. 475, Linsi (Grey-
mouth) S. 476;
Ad ol opus (n. g. Cyclonoto simile für Cyloma altulum Broun, Cyclon.
marginale Shp. und) Helmsi (Neu Seeland) S. 478;
Phelerosus (n. g. Beroso affine) pallidipennis (Neu Seeland) S. 480;
Sharp a. a. 0.
Rey liefert Notices sur les Palpicornes et diagnoses d'especes
nouvelles ou peu connues; Revue d'Entomol. 1884 S. 266 ff. — Diagno-
sen sind nicht eigentlich gegeben; die Bemerkungen beziehen sich auf
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 233
Hydrophilus pistaceus Laporte\ G. Limnoxenus Motsch., Laccobius densa-
tus Re7/\ Limnobius perparvulus Rey, subglaber Hey] G. Empleurus Hope;
Helophorus crenatus Rej/, cognatus Rey; Ochthebius detritus (Biskra), tri-
sulcatus (ibid.), perparvulus (ibid.) S. 269; Hydraena bisulcata, subacumi-
nala^ hungarica^ evanescens, reßexa; S. 270, 271.
Ueber die Eingespinnste von Hydrophilus und Hydrous s. Zeitschr.
f. Entern. Breslau, 9. Heft, Vereinsnachr. S. XXXI.
Hydrophilus aterrimus var. barbatus; Letzner, 61. Jahresb.
Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cultur S. 301.
L. Camerano giebt die Unterschiede der 3 italienischen Hydro-
philus-Arten (piceus, pistaceus und aterrimus) und ihre Verbreitung an;
Bull. Soc. Ent. Ital. 1884 S. 88 ff.
Cercyon setulosus S. 458, vagus, placidus, aqualis S. 459, rotundulus,
rubicundus S. 460 (Japan); Sharp a. a. 0.
Paracymus relaxus (Biskra); Rey a. a. O. S. 267.
Ochthebius inemiis (Japan); Sharp a. a. 0. S. 456.
Hydrochus aequalis (Japan); Sharp a. a. 0. S. 457.
Helophorus auriculatus (Japan); Sharp a. a. 0. S. 465.
Cyloma Thomsonus^ guttulatus (Neu Seeland); Sharp a. a. O. S. 47 7.
Amphiops pisiformis (Kambodscha); Fairmaire, Bull. Ent. France
1884 S. 46.
Berosus affinis var. lineieollis (Rio Manno, Sard.); Costa a. a. 0., ve-
stitus n. sp. (Japan); Sharp a. a. 0. S. 456.
Sharp kennt aus England 4 Laccobius-Arten: L. sinuatus Motsch.,
alataceus TL, minutus auf., bipunctatus TL; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 85.
L. cupreus (Korsika); Eey a. a. 0. S. 267, Bedeli, osciV/arw (Japan) ;
Sharp, Trans. Ent. Soc. London 1884 S. 455.
Philhydrus fuscipennis (Gottland); Thomson, Opuscul. Entom. X
S. 1031, Haroldi S. 452, uniformis , vüis S. 453, ornaiiceps, umbratus
S. 454 (Japan); Sharp a. a. 0., abditus (Neu Seeland); derselbe ebenda
S. 473.
Nach Sharp ist der Hydrobius picicrus Thoms. (s. den vor. Ber.
S. 256) schon von Rye als var. a von H. fuscipes unterschieden und viel-
leicht der richtige H. subrotundus StejjL; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 84.
H. pauper (Japan); Sharp, Trans. Ent. Ent. Soc. Lond. 1884 S. 452.
Hydrocharis libera (Hakodati); Sharp a. a. 0. S. 450.
Bhygmodns femoratus S. 471, (unguicidaris), ovalis S. 472 (Neu See-
land); Sharp a a. 0.
E. Duges beschreibt die Metamorphoses du Tropisternus late-
ralis Fabr.; Ann. Soc. Ent. Belg. 1884 S. 7 ff. PI. I, II.
Gyrinidae, Orectochilus öes^rot (Sarawak; Japan), angulalus (ibid.)
S. 72, pubescens S. 73, pusülus S. 74 (ibid.); Eegimbart, Ann. Mus. Civic.
Genova XVIII, Regimbarti S. 448, agilis^ punctipennis S. 449 (Japan);
Sharp a. a. 0.
234 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Enhydrus Albertisi (Fly r.); Kegimbart, Ann. Mus. Civic. Genova
XVm S. 70.
Dineutes pectoralis (Andai) ; Eegimbart, Ann. Mus. Civ. Genova XVIII
S. 70.
Preudhomme de Borre ist geneigt, Gyrinus colymbus Er., distinctus
Auh.^ libanus Auh.^ caspius Menetr.^ vielleicht auch Suffriani Scriha für
Varietäten von natator L. anzusehen, C. R. Soc. Ent. Belg. 1884 S. 167 ff.
Orectogyrus Polli (Transvaal) ; Regimbart, Notes Leyden Museum VI
S. 165.
Dyticidae. Ein Catalogue des Co 1. carn. aquatiques (Haliplidac,
Amphizoi'dae, Pelobiidae et Dytiscidae) von Van den Branden weist gegen
1500 Arten auf, während der 2. Bd. des Münchener Katalogs vor 15 Jahren
893 Arten hatte; Ann. Soc. Ent. Belg. 1884.
Hydaticus thennonecto'ides (Japan); Sharp a. a. 0. S. 447,
Bidessus frontalis (Yokohama); Sharp a. a. 0. S. 440.
Dyticus marginalis $ an einer bestimmten Lokalität Preusscns
gerne mit fast verwischten Furchen der Flügeldecken; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 264.
Copelatus japonicus (J.) ; Sharp a. a. 0. S. 445.
Agabus insolitus S. 444, optatus S. 445 (Japan); Sharp a. a. O.
Gaurodytes callosus (nördl. Skandin.); Thomson, Opusc. Entom. X
S. 1031, Merkli (Bulgarien); Rigimbart, Bull. Ent. France 1884 S. 19.
VlüXsimhviS ßmhriatus (Japan); Sharp a. a. 0. S. 445.
Coelambus vittatus (Tokio); Sharp a. a. 0. S. 441.
Rhantus erraticus (Yumoto); Sharp a. a. 0. S. 446.
Anisomera Claussi (Süd - Georgien) ; Müller , Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 417.
Hydroporus natrix (Japan); Sharp a. a. 0. S. 443.
Deronectes anchoralis ^ simplicipes S. 442, hostilis S. 443 (Japan);
Sharp a. a. O.
Hydrachna Fahr, kollidirt mit der Wassermilben-Gattung gleichen
Namens von 0. F. Müller und ist daher durch das Synonym Hygrobia
Lalr. zu ersetzen; Haller, Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch. VII S. 29.
Haliplus /oi-ez's^na^Ms (Lund); Thomson, Opusc. Entom. X S. 1029,
ovalis^ japonicus (J.) ; Sharp a. a. 0. S. 440.
€ara1)idae. BemhidUni. Reitter stellt eine Bestimmungs-
Tabelle der mit Tachys verwandten Coleopteren auf: Tachys,
Tachyta, Tachyura, Lymnastis, und beschreibt als neu Tachys suturifer
(Haifa) S. 121, pallidus (Lenkoran) S. 122; Lymnastis narentinus (Metko-
vic, Nar.) S. 124; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 116 ff.
Tachys litoralis (New Jersey); Casey a. a. O. S. 15.
Bembidium nobile Rottenb. = combustum Men^tr.] Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 42.
B. vinnulum! (Arizona); Casey a. a. 0. S. 15.
im Gebiete der Arthropoden während des Jahres 1884. 235
Pogonini. Trechus rhilensis (Süd - Bulgarien) ; Kaufmann, Wien.
Ent. Zeitg. 1884 S. 145.
Anchomenini. Sharp bespricht einige Gattungen von Hawaii,
nämlich Metronemus , welche den grössten Theil der bisher zu Ancho-
menus, Colpodes und Dyscolus gestellten Arten enthält, Colpodiscus^
Barypristus S. 217, Blackburnia Sharp, Disenochus Blackb., Atrachy-
cnemis Blackh. und Cyclothorax Motsch.\ unter den Gattungscharakteren
finden auch die Thorakalborsten gebührende Berücksichtigung. Ent. Monthl.
Mag. XX S. 217 ff.
Blackburn erkennt an, dass Atrachycnemis besser zu den Anchome-
nini als Harpalini passt und errichtet für Blackburnia frigida die Gattung
Mauna; ebenda XXI S. 25.
Anchonemus Batesi Broun = Colpodes bidens Chaud. ■=■ Anch. ele-
vatus White ; Anchom. elevatus Broun = Colp. neozelandicus Chaud. j
Ctenognathus Novae Zelandiae Fairm.; Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 318 ff.
Beitter setzt die Unterschiede zwischen Pristonychus algerinus
Gary imd curtulus Mots. auseinander; Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 35 ff.
Antisphodrus extensus (Osch); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 220.
Feroniini. Amara apachensis (Arizona) S. 3, marylandica (Foto-
mac R.) S. 4, pallida (New York Harbor) , ferruginea (New Jersey) S. 5 ;
Casey a. a. 0.
Zabrus rugulosus (Malatia, Kleinas.); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 231, tenuestriatus (Casa blanca); Fairmaire, Le Naturaliste 1884
S. 446.
Poecilus Staudingeri (Osch); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 221.
Steropus ovicollis (Euböa); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 40 Taf. I Fig. 2.
Pterostichus (Melanins) cordaticollis (Osch); v. Heyden, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 221, zephyrus (Südw. N. Am.), oculans (Nord-
Mexiko); Casey a. a. 0. S. 2.
Eucamptognathus ahaciformis (Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent.
Zeit. 1884 S. 130.
Trigonotomini. Drimostoma subsinuaium (Fly river); Chaudoir,
Coleopt. Novität. I S. 38.
Harpalini. Amerinus n. g. für (Bradycellus) linearis Lec^ Casey
a. a. 0. S. 7.
Eine Bestimmungs-Tabelle der europäischen Acupalpus-
Arten mit A. interstitialis (Banat) S. 74, mondus (Haifa), puludicola
(Syrien, Griechenland), Oliveirae (Coimbra) S. 75, (Änthracus) quarnerensis
(Veglia Ins.) S. 78 s. Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 74 ff.
Stenolophus gracilis (Arii^ona); Casey a. a. 0. S. 14.
236 Bertkau: Bericht über die wibsenschaftlichen Leistungen
Anthracus insignis (Korfu); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 104.
Pseudophonus minor (Attika); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 41 Taf. I Fig. 3.
Selenophorus aeneopiceus (Arizona); Casey a. a. 0. S. 13.
Ophonus suturifer (Korfu); Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1884 S. 33.
Hai-palus opaciis (Pennsilv.) S. 8, manhatlanis (Staten Isl.) S. 9, re-
spertinus {AvizonsC}, placidus (Long Isl.) S. 10, convictoi- (Long Isl.), cano-
nicus (Rhode Isl.), lustralis (IÜqw York State), aenescens (Rhode Isl.) S. 12;
Casey a. a. 0.
Bradycellus lucidus (Arizona); Casey a. a. 0. S. 8.
Anisodactylini. Anisodactylus Arizonae (A.); Casey a. a. O. S. 6.
Stomini. Craspedonotus rnargellanicus (M.); Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 229.
Cnemacanthini, Barj-pus cupripennis (Montevideo); Chaudoir,
Coleopt, Novität. I S. 38 PI. II Fig. 3.
Chlaeniini. Chlaenius Dietzii (unterpleistocän , bei Aschaffenburg);
Flach, Verh. phys.-med. Ges. Würzburg XVIII S. 288 Taf. VIII Fig. 4,
(Vertagus) Hacquardi (Zanguebar) PI. II Fig. 10, pleuroderus (Indien)
S. 30, stenotrachelus (Natal), neoccdedonicus (N.-C.) S. 31, fasciger (Natal),
suhelongatus (Bagamoyo) S. 32, (patricius Har.), Mouhoti (Laos) S. 33,
communimacula (Natal) S. 34, zanzibaricus (Bagamoyo) S. 35, aherrans
(Mexico) S. 36; Chaudoir, Coleopt. Novität. I.
Scaritini. Reicheia Corcyrea (K.); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 103.
Crepidopterus P?>tto7 (Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 274, Raffrayi (ibid.); derselbe, Ann. Ent. France 1884 S. 226.
Scarites turhestanicus (Osch); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 219, hasiplicatus (Margellan); derselbe ebenda S. 229, rapax
(Madagaskar); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 129.
Anthiini. Polyhirma Boucardi (Transvaal), Fritschii (Kuruman);
Chaudoir, Coleopt. Novität. I S. 27, trilunata (Kilimandscharo); Gerstäcker,
Jahrb. wissensch. Anst. Hamburg für 1883 S. 43, grisescens, griseostriata
(Makdischu); Fairmaire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 71.
Anthia pachyoma (Transvaal); Chaudoir, Coleopt. Novität. I S. 26,
Artemis (Kilimandscharo); Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst. Hamburg
für 1883 S. 43.
Graphipterini. Piezia stenotrachela (Makdischu); Fairmaire, C. R.
Ent. Belg. 1884 S. 71.
Graphipterus Fritschi (Südafrika), cinctus (Kuruman); Chaudoir,
Coleopt. Novität. I S. 25, discicollis, casiano/^/ert/s (Makdischu) ; Fairmaire,
C. R. Ent. Belg. 1884 S. 71.
Ditomini. Penthus hrevicollis (Lenkoran); Reitter, Wien. Ent.
Zeitg. 1884 S. 249.
im Gebiete der Arthropoden wahrend des Jahres 1884. 237
Sabienus usyentensis (Osch); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 222.
Pseudo77iorphini. Nach Gestio in den Ann. Mus. Civic. Genova
XX S. 302 f. ist Silphomorpha quadrisignata Cast. = maculata IVewm.,
Brisbanensis Cast. := maculigera Mac Leai/ , biplagiata Cast. = bimacu-
lata Ca^t., polita Mac Leay = fugax Westw.^ rufomarginata Mac Leay =
suturalis Genn.] S. bicolor var. Cast. ist dagegen eine selbständige Art
und hivittata (Port Denison) genannt S. 302.
Adelotopus Paroensis Cast. = gyrinoides Hope; Oestro, Ann. Mus.
Civ. Genova XX S. 303.
Pericalini, Ectino chila (n. g. a Stenoglossa diflfert Hgula bre-
viore, minus porrecta, paraglossis antice conniventibus obducta, menti sinu
simplici, haud dentato, tarsorum unguiculis simplicibus) tessellata (Moreton
Bay); Chaudoir, Coleopt. Novität. I S. 22.
Castascopus cupricollis (Neu Guinea); Chaudoir, Coleopt. Novität.
I S. 24.
Coptodera /^i/e^rera (Moupin); Chaudoir, Coleopt. Novität. I S. 20.
Lehiini. Neotarus (n. g. ; Cymindi similis, sed palp. lab. in-
crassati, art. II. brevi, ultimo magno, securiformi, praecedente duplo
longiore; metathoracis episterna elongata, haud appendiculata ; prothorax
oblongo-cordatus , antice posticeque truncatus) Krüpeii (Attika); Eeitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 36 Taf. I Fig. 1. (Die Gattung wird
als synonym mit Glycia Chaud. erkannt; derselbe, Wien. Ent. Zeitg.
1884 S. 341.
Lebia trimacalata var. Destefanü (Sizilien); Eagusa, II Naturalista
Siciliano HI S. 316 Tav. III Fig. 8, c?isci>em (Caledon, Südafr.); Chaudoir,
Coleopt. Novität. IS. 18.
Crossoglossa politissima (Neu-Caledonien) ; Chandoir, Coleopt. Novität. I
S. 20.
Metabletus signifer (Korfu); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1844
S. 105.
Dromius longulus (Ungarn, Krasso Com.); Frivaldszky, Termesz.
Fiizet. VIII S. 279.
Cymindis Kalavrytana (Kalavr. , Nordmorea); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 38, angxistior (nov. nom. für Heydeni nom. praeocc);
Eraatz, ebenda S. 156.
Brachinini. Brachinus Emgel (Attika); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 39, frontalis (Fly river); Chaudoir, Coleopt. Novität. I
S. 18, sticticollis (Madag.) ; Fairmaire, Ann. Ent. France 1884 S. 225.
Galeritini. Galerita seminigra (Aschanti); Chaudoir, Coleopt.
Novität. I S. 17, quadricostata (KiUmandjaro) ; Gerstäcker, Jahrb.
wissensch. Anst. Hamburg für 1883 S. 44.
Odontacanthini. Stenidia hovana (Madagaskar); Fairmaire, Stett
Ent. Zeit. 1884 S. 273.
238 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pamhorini. Tefflus Hacquardi (Zanguebar), cribriceps (ibid.) PI. I
Fig. 4; Chaudoir, Ooleopt. Novität. I S. 29.
Cychrini. Cychrus Hampei nov. nom. für C. intermedius Hampe aus
Calabrien, wegen C. atten. F. var. intermedius Heer. ; v. Heyden, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1884 S. 171.
Carabini. Pseudotribax (n. g. Tribaci et Lamprocarabo affine)
validus (Osch); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884 S. 218.
Callisthenes rugiceps (Osch); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1884
S. 219, dedivis (Issik Kul, Turkestan); Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1884
S. 496, der den C. Semenowi Motsch. für synonym mit elegans Kirsch
erkennt.
Nach V. Kraatz-Ko schlau haben alle Carabus- Arten und ihre Ver-
wandten anfangs lebhafte metallische Farben, die später durch einen aus-
geschiedenen Stoff verdeckt werden, aber wieder zum Vorschein kommen,
wenn jener Stoff (mittels Gummi arabicum) beseitigt wird; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 369 ff".
C. (granulatus var.?) Thürachii (unterpleistocän bei Ashhaff enburg) ;
Flach, Verh. phys.-med. Ges. Würzburg XVIII S. 287 Taf. VIII Fig. 1,
brachycerus (Kilimandjaro) ; Gerstäcker, Jahrb. wissensch. Anst. Hamburg
für 1883 S. 43.
Kritische und nicht-kritische Bemerkungen über die Procerus-
Arten von v. Kraatz - Koschlau und G. Kraatz s. Deutsch. Ent. Zeitschr.
1884 S. 386 ff. und 401.
üeber die Varietäten der Nebria Dahli Sturm bemerkt v. Heyden,
dass er ausser litoralis Dej. eine neue Var., velebitica, aus Kroatien er-
halten habe, die durch einfarbige Fühler ausgezeichnet ist; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1884 S. 171.
N. Desgodinsi (Darjeeling) S. 47, de Kraatzi (Peking), Atlanlica
S. 48; R. Oberthür, Coleopt. Novität. I.
Cicilldelidae. Elliptica (n. g.) flavovestita (Makdischu); Fair-
maire, C. R. Ent. Belg. 1884 S. 70.
Peridexia hilaris (Madag.); Fairmaire, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 129.
Cicindela megaspilota (Turkestan); Dohrn, Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 44.
Ueber C. maritima und sein Verhältniss zu C. hybrid a s. CR.
Ent. Belg. 1884 S. 48 und weiter.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Crustaceen während des Jahres 1884.
Von
Prof. Ed. V. Rlartens.
Anatomie und Physiologie.
Eine vierte Auflage von Prof. Huxley's bekanntem Buch
über den Flusskrebs, 386 S. mit 82 Abbildungen, ist erschienen.
Nervensystem. H. Vi all an es beschreibt das Ganglion
opticum von Palinurus vulgaris: Die grossen Nervenzellen in
der Schichte der Ganglienzellen sind sehr wenig zahlreich und
zerstreut. Es findet sich ein eigener Lappen nach vorn von
der äussern Markmasse, aus riesengrossen unipolaren Zellen ge-
bildet, die aus den Fasern des Chiasma kommen. Die äussere
Markmasse ist halbkugelförmig, aber von vorn nach hinten sehr
niedergedrückt; verbunden mit ihr ist eine andere Ganglien-
masse, „couronne ganglionnaire" vom Verfasser genannt, welche
die innere Seite des Chiasma bedeckt und aus grossen und
kleinen unipolaren Nervenzellen besteht. Ein Bündel der Ner-
venfasern des Chiasma geht zum Theil in die innere Mark-
masse, zum Theil in den Sehnerven über. Die terminale Mark-
masse wird durch zwei Furchen in zwei Ballen getheilt, einen
oberen und einen unteren, beide aus punktirter Masse bestehend,
der obere von mehr weitläufigem, der untere von engerem Gefüge.
Der ganze Sehnerv tritt in den oberen Ballen ein, sein Röhren-
bündel verschmilzt vollständig mit demselben, das Fasernbündel
dagegen durchsetzt nur den oberen Ballen, ohne seine Selbständig-
keit zu verlieren und tritt endlich in den untern ein. Die ter-
minale Markmasse wird von zahlreichen Läppchen bedeckt, die
aus unipolaren Nervenzellen bestehen; aus jedem derselben geht
240 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
ein Faserbündel entweder zum obern oder zum untern Ballen.
Das Neurilem des Sehnerven setzt sich in die Scheide des
Ganglions fort und von da durch Umschlag in die Sklerotica.
Annales des Sciences Naturelles (6) XVII No. 3, 74 S. 5 Taff.
Die Kopf- und Abdominal-Ganglien von Glyptonotus Sabini
beschrieben und verglichen mit denen anderer Isopoden und
der Amphipoden durch M. Weber. Bijdragen tot de Dierkunde,
Amsterdam 1884 S. 23—31 Taf. 2 Fig. 17, 20.
Sinnesorgane. Die Calceoli an den Fühlern der Amphi-
poden histologisch beschrieben von H. Blanc in seiner Ab-
handlung über die Amphipoden von Kiel, Nova Acta Acad.
Leopold. Carol. XLVU.
Muskelsystem. F. Plateau hat die Muskelkraft in den
Scheeren des Krebses gemessen, Bull. Ac. Belgique (3) VII
No. 5 S. 450—474, auch besonders erschienen.
Anordnung der die Ortsbewegung vermittelnden Muskeln
und ihre Wirkung bei Glyptonotus Sabini, M. Weber, Bij-
dragen tot de Dierkunde 1884 S. 9, 10.
Verdauungsorgane. Mocquard beendigt seine Arbeit über
den Magen der podophthalmen Crustaceen in Annales des
Sciences naturelles (6) XVI S. 188 — 311 und beschreibt aus-
fuhrlich denjenigen von Atya, Caridina, Rhynchocinetes , Al-
pheus, Athanas, Hippolyte, mehrerer Arten von Palaemon,
Orangen, Nika, Mysis, Squilla und Gonodactylus. Er kommt
zu dem Schlüsse, dass bei allen Familien dieser Abtheilung das
Magenskelet denselben Bauplan zeigt und nur in Einzelheiten
der Gestalt oder des Zusammenhanges der einzelnen Stücke
verschieden ist; zuweilen verschwindet ein Stück, aber selbst
in den abweichendsten Formen lässt sich die Homologie der
einzelnen Stücke fast immer mit Sicherheit nachweisen. Wh-k-
lich natürliche Familien wie die Grapsiden, Gelasimiden, Leu-
cosiden, Paguriden, Palinuriden, Thalassiniden, Astaciden,
Penaeiden und Atyiden zeigen auch eine charakteristische und
eigenthümliche Konfiguration der Hartgebilde des Magens.
Pinnoteres, Myctiris und Doto zeigen sich dadurch als den
Gelasimiden nahestehend, Gonoplax gehört in dieser Beziehung
zu den Oancroiden, nicht zu den Ocypodiden. Lithodes steht
Birgus nahe, Aeglea stimmt weder mit Porcellana noch mit
Galatea überein, Pasiphaea entfernt sich von den Palaemoniden
und Rhynchocinetes von den Penaeiden. Die langschwänzigen
Naturgeschichte der Cnistaceen während des Jahres 1884. 241
Krebse ordnen sich in dieser Beziehung in deutlicher charak-
terisirte Familien als die kurzschwänzigen. Die Anomuren
zeigen sich auch hierin als ganz künstliche Abtheilung. Der
Verfasser beschreibt ferner die Muskeln des Magens und schil-
dert ihre Thätigkeit; — es gelang ihm, dieselben an frischen
Exemplaren von Stenorhynchus in Bewegung zu beobachten
S. 269 — und er behandelt endlich die Mundmagennerven.
Annales des Sciences Naturelles (6) XVI S. 188—311 Taf 2
bis 11.
Der Darm von Glyptonotus Sabini und seine Drüsen be-
schrieben, die letzteren vereinigen wahrscheinlich die Funktion
der Leber und die des Pankreas. M. Weber, Bijdragen tot
de Dierkunde 1884 S. 12—16 Taf. 1 Fig. 7—12 Taf. 3 Fig. 23.
Krei&laufsorgane. Claus beschreibt die Kreislaufsorgane
der Mysiden und verschiedener Decapoden, dieselben sind bei
den ersteren nicht so einfach, als man bis jetzt angenommen
hat, sondern sehr complicirt und entsprechen in vielen Punkten
denen der Decapoden. Das Herz ist ziemlich lang und erstreckt
sich über die Segmente der drei ersten Brustfüsse hinaus. Die
Leberarterie ist unpaar und entspringt aus der unteren Wand
des Herzens. Betreffs der Decapoden hebt Claus hervor, dass
die Ausbildung der Kreislaufsorgane zu derjenigen des ganzen
Körpers, und namentlich der paarigen Anhänge, im Verhältniss
stehe und dass ein grosser Theil des Bluts, namentlich auch das
in der Schale enthaltene, direkt zum Herzen zurückkehrt, ohne
die Kiemen zu durchlaufen; auch existiren nach ihm lakunäre
Hohlräume zwischen den kleinsten arteriellen Capillaren und
dem Anfange der Venen; das Gefässsystem ist also keineswegs
ein gesclilossenes. Arbeiten des zool. Inst, in Wien Bd. V
S. 271-318 9 Taff.
Sekretionsorgane. Die Fühlerdrüse bei den Cytheriden
dient wahrscheinlich zur Absonderung eines klebrigen Fadens,
durch welchen sich das Thier an fremde Gegenstände festheftet;
Beobachtungen hierüber an Elpidium bromeliarum. W. Müller,
Archiv für Naturgeschichte Bd. L S. 213-^216.
Geschlechtsorgane. M. Weber beschreibt die männlichen
und weiblichen Geschlechtsorgane von Glyptonotus Sabini und
ihre periodischen Veränderungen. Die Oeffnung des Eileiters
ist zeitweise geschlossen und wird durch die nächste Häutung
wieder geöffnet; auch die Platten der Bruttasche sind zu ver-
Arch. f. Naturgesch. LI. Jahrg. 2. Bd. Q
242 PrO" Ed. V. Martcns: Bericht über die Leistungen in der
schiedenen Zeiten verschieden gross und mehr oder weniger
ausgebildet. Dasselbe ist der Fall mit den Copulations- Organen
und den Fühlern des Männchens. Bei allen blinden Isopoden
sind die Geruchsorgane an den Fühlern bei den Männchen ganz
besonders ausgebildet. Bijdragen tot de Dierkunde, Amsterdam
1884 S. 16—23 und 33 Taf. 1 Fig. 11, Taf. 2 Fig. 13-16,
Taf. 3 Fig. 21, 22.
Die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane der Cy-
priden und Cytheriden verglichen und ihre Homologien ausein-
andergesetzt. Ein bisher unbekannter Kanal, wahrscheinlich zu
einer Drüse gehörig, bei Cytheridea torva beschrieben, derselbe
findet sich auch in rudimentärem Zustand bei Cytherura gibba
und Elpidium bromeliarum und ist in einem früheren Alter
derselben deutlich zu erkennen; der paarige Anhang zwischen
dem ersten Fusspaar findet sich nur bei den Männchen der
Cytheriden. Wilh. Müller, Archiv f. Naturgesch. L S. 1 — 12
Taf. 1.
Einige Experimente über die amöboiden Bewegungen der
Spermatozoiden von Polyphemus pediculus, die unter dem Ein-
fluss einer Zuckerlösung ein sehr langes Pseudopodium an jedem
Ende her vortreiben, von 0. Zachariae, Zeitschr. für wissen-
schaftl. Zoologie XLI S. 252—258 Taf. 16.
Den Testikel von Limulus beschreibt W. B. S. Benham,
Transactions Linnean Soc. (2) II S. 362—366 1 Taf. Auszug
in Journ. Royal Microscop. Soc. (2) IV S. 49.
Entwicklungsgeschichte. H. W. Conn hat die ersten Ent-
wicklungsstadien mehrerer Decapoden untersucht, besonders die
Larvenhaut, welche das junge Thier umgiebt, wenn es eben
aus dem Ei geschlüpft ist, und ihre Unterschiede von dem
Zoea-Stadium, er vergleicht ferner Zahl und Gestalt der Kiefer-
füsse, Fühler und Schwanzstacheln in den entsprechenden
Stadien bei verschiedenen Gattungen wie Panopaeus, Callinectes,
Sesarma, Pinnotheres und Penaeus, und er kommt zu dem
Schlüsse, dass alle Decapoden auf eine der Protozoea ähnliche
Form zurückgeführt werden können, in welcher die Segmente
des Thorax und wahrscheinlich auch die des Abdomens schon
vorhanden waren und deren Fühler als Schwimmorgane dienten,
aber dass bei den meisten lebenden Decapoden die Protozoea
durch das Freileben der Larve in hohem Grade modificirt
wurde und so das Zoea-Stadium entstand. Dieses sei daher
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 243
sehr verschieden bei verschiedenen Gruppen der Crustaceen und
als secundäre Modification des Larvenlebens, nicht als Stamm-
form zu betrachten und demnach auch von keinem sehr hohen
Werthe für die Systematik. Stud. Biol. Lab. Hopkins Univ.
III No. 1 S. 1—27 Taf. 1, 2.
G. 0. Sars beschreibt die Zoea-Stadien mehrerer Macrouren
der nördlichen Meere z. B. von Calocaris Macandreae, Gebia und
Nephrops; Bidrag til Kundskab on Decapodernes Forvaudlingar.
Christiania 1884, 8° 50 Seiten 7 Tafeln. Einige Bemerkungen
hierüber von Claus, Arbeiten des zool. Inst, in Wien Bd. V
S. 317, 318 betreffen hauptsächlich die Bestimmung verschie-
dener früher beschriebener Larven.
C. Claus findet sich durch seine Untersuchungen über die
Kreislaufsorgane der Decapoden in der Annahme bestärkt, dass
sowohl die Stomapoden als die Schizopoden für alterthümliche
Formen der Decapoden anzusehen seien, dagegen stelle das
Zoea- Stadium keine alterthümliche Form vor, die einmal als
selbständiges Thier gelebt hätte und er führt hierfür das Vor-
handensein eines Brust - Ganglions und einer Sternalarterie in
der Zoea an, zu einer Zeit, ehe noch die Brustsegmente und
die Füsse gebildet sind. Arbeiten des zool. Instituts in Wien
V S. 297, 298.
Y. Belage theilt seine Beobachtungen über die Entwicklung
von Sacculina carcini (s. den vorigen Jahresbericht S. 21) aus-
führlicher mit in Arch. d. Zool. exper. (2) II S. 417—736,
Taf. 22—30. Ein Auszug von Fr. Müller im Kosmos XIV
S. 454—457.
Biologie. G. Brook notirt Zahl und Daten der Häutungen
und der entsprechenden Körpergrösse bei verschiedenen Ex-
emplaren junger Krabben (Carcinus maenas) im Megalopa-
Stadium, welche er längere Zeit lebend erhalten hat; die Re-
sultate sind unter sich ziemlich abweichend und geben bis jetzt
keine Möglichkeit, aus der Grösse oder Gestalt eines einzelnen
Stückes mit Sicherheit auf dessen Alter oder die Anzahl seiner
Häutungen zu schliessen. Annais a Mag. Nat. Hist. (5) XIV
S. 202—207.
H. Dewitz bestätigt die vou Fredericq gemachte Beob-
achtung (siehe Bericht für 1882 S. 11), dass der gemeine Krebs,
wenn stark gereizt, die Scheere abwirft; kochendes Wasser, die
Flamme einer Spirituslampe oder das Abschneiden eines Theils
244 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
der Scheere kann diese Reflex -Bewegung hervorrufen. Die
Stelle, an welcher diese Selbstamputation geschieht, ist immer
dieselbe, zwischen dem Hüftglied und dem nächstfolgenden.
Biologisches Centralblatt 1884 S. 201, 202.
M. V. d. Borne hat beobachtet, dass zeitweises Aus-
trocknen eines Teiches sehr vortheilhaft zur Vermehrung kleiner
Daphniiden ist. Circular des deutschen Fisch ereivereins 1884
S. 99. — Populäre Notiz über Daphniiden von v. d. Wengen,
ebenda S. 122.
Entomostraken durch ütricularia getödtet, S. A. Forbes,
Bull. Un. St. Fish Comm. IV S. 443.
Mehrere neue Gregariniden von J. Frenz el gefunden in
Portunus, Carcinus, Pachygrapsus, Dromia, Nicaea, Phronima
und Caprella. Archiv für Mikroskop. Anat. XXIV S. 545—579
Taf. 1 Fig. 1—69.
Bemerkungen über parasitische Trematoden in amerikani-
schen Krebsen von Kellicott, Proceed. American Microscop.
Soc. 1883 S. 115 und Ramsay-Wright, American Naturalist
XVm 1884 S. 429 mit Holzschnitt.
Die Krebspest in Deutschland ist Gegenstand mehrerer
Mittheilungen; die von M. v. d. Borne und v. L in stow, beide
in den Circularen des deutschen Fischerei- Vereins 1883 S. 147,
215 und 216, sind in das Französische übersetzt in Bulletin
de la Soc. d'Acclim. 1884 S. 209 und in das Englische in Bull.
Un. St. Fish Commission IV S. 299—302.
Harz und Rud. Leuckart kommen beinahe gleichzeitig
durch Untersuchung kranker Krebse zum Resultat, dass endo-
parasitische Pilze die wahre Ursache der Krebskrankheit seien
und dass die eiförmigen Körperchen, in welchen v. Linstow die
Ursache vermuthete, normale histologische Elemente des Krebses,
eine Art Zellkerne sind. Zeitschrift des landwirthschaftlichen
Vereins in Bayern, Febr. 1884 und Circulare des deutschen
Fischerei- Vereins 1884 No. 3 April S. 62—65.
Fr. Hilgendorf giebt eine Uebersicht über seine Unter-
suchungen kranker Krebse in den Jahren 1883 (siehe den vor-
jähr. Bericht S. 38) und 1884; er bestätigt, dass die amö-
boiden Körperchen nicht die Ursache der Krankheit, sondern
normale histologische Element© sind und er fand auch Mycelien,
welche zur Pilzgattung Aphanomyces gehören, im Schwanz und
andern Theilen kranker Krebse. Ferner erwähnt er einen an-
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 245
dem Parasiten, Echinorhynchus polymorphus, und erinnert an
die Ki'ebspest in Oberitalien vom Jahre 1863, welche damals
einem äusseren Parasiten, Vaginicola, zugeschrieben wurde,
Circulare des deutscheu Fischereivereins 1884 S. 123 — 125.
Prof. Harz betrachtet sowohl die Distomen als die Pilze als
Krankheitsursache und nimmt daher zweierlei Krankheiten an,
Leuckart sieht nur in den Pilzen die Ursache der Krankheit,
Hilgendorf lässt diese Frage unentschieden.
OeograpMsche Terbreitung.
Land- und Süsswasser - Crustaceen. Ch. Chilton be-
handelt die Verbreitung der Landkrebse, New Zealand Journal
of Science II S. 154—157.
Onisciden in Spanien, gesammelt von Weyers, bestimmt
von Plateau, Comptes Rendus de la Soc. entomol. de Bel-
gique (3) No. 48 S. CCLXI. — Porcellio scaber und pruinosus
auf der Insel Ascension, ein neues Armadillo auf den Tonga-
Inseln, Studer Isopoden der Gazelle, Abhaudl. d. Berl. Aka-
demie 1883 (1884 erschienen) S. 5. — Fünf Arten aus Au-
stralien, Haswell, Proc. Linn. Soc. of New South Wales IX
S. 1001.
Einen Auszug aus den Untersuchungen über die pelagische
Fauna der Schweizerseen von Leydig 1860, P. E. Müller 1868,
A. Forel 1874—82 und Pavesi 1877—79, mit besonderer Be-
rücksichtigung der Copepoden und Cladoceren giebt 0. E. Im-
hof, Zeitschr. wiss. Zool. XL S. 154 — 162. — Bemerkungen
über die Cladoceren und Copepoden der Seen von Zürich und
Lugano, von Como und dem Lago maggiore von demselben,
Zool. Anzeiger VII 1884 S. 323-325.
Bemerkungen über die Copepoden, Cladoceren und Ostra-
coden, bekannte theils Süsswasser-, theils Brackwasserarten,
des Mannsfelder Salzsees von R. Ladenburger im Zool. An-
zeiger VII S. 300, wogegen Poppe von dort nur Süsswasserarten
erhielt, darunter aber den bis jetzt nur aus Skandinavien be-
kannten Diptomus laticeps Sars, der mitten im See lebt, ebenda
S. 499, 500.
Crustaceen von den Seen von Retyezol in Ungarn, mit
3 neuen Arten von E. Daday in Termeszetrajzi Füzetek
(Naturhistorische Hefte: Vierteljahrsschrift für Zool., Botanik,
246 Prof« Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Mineral, und Geol. Pestb, VII S. 41—72 mit 2 Tafeln in
Magyarischer Sprache mit deutschem Auszug S. 136 — 138).
Thelphusa fluviatiiis in Cypern, J. Dely, Compt. Rend.
de la Soc. Entom. de Belgique (3) no. 48 S. CCLX.
Greef recapitulirt seine Notizen über die dortigen Land-
und Süsswasser-Decapoden der Insel S. Thome in Westafrika,
von denen einige mit Amerikanischen Arten übereinstimmen,
im Sitzungsber. der Gesellsch. z. Bef. d. Naturwissensch. zu
Marburg, No. 2 S. 53, 54.
C. L. Herrick erstattet einen ausführlichen Bericht über
die nordamerikanischen Süsswasser-Cladoceren und Copepoden,
von denen eine beträchtliche Anzahl als Art identisch oder nur
als Varietät von Europäischen Arten unterschieden ist, in
seinem Final Report of the Crustacea of Minnesota 189 S.
31 Tafeln.
Tiefsee-Crustaceen. A. M. Norman hat die Crustaceen
aufgezählt, welche auf der Expedition des „Knight Errant"
1880 im Faröer-Canal gefunden wurden, worunter eine neue
Nephropsis und 20 neue Amphipoden. Proc. Roy. Soc. Edin-
burg XI 1881—82 S. 683-689.
Vorläufige Notizen über die Crustaceen, welche auf der
Expedition des ;, Talisman" an der Nord Westküste von Afrika
und in der Nähe der benachbarten Inseln gesammelt wurden,
von Alph. Milne-Edwards, Comptes Reudus de FAcad.
17. Dec. 1883 S. 389 und folgende, übersetzt in Annais and
Mag. Nat. Eist. (5) XIII S. 224—226; Auszug in Natura
No. 758 S. 531 — 533 und im American Naturalist XVIII
S. 1158.
J. Sidn. Smith giebt einige vorläufige Bemerkungen be-
treffend die Tiefsee-Crustaceen, welche von dem Schifif „Alba-
tross" zwischen Kap Hatteras und der Georgsbank gefunden
wurden; es befinden sich unter denselben mehrere neue Gat-
tungen, einige Cariden und Schizopoden, welche durch ihre
Grösse bemerkenswerth sind, 16 Arten von Decapoden oder
Schizopoden mit gut entwickelten Augen, tiefer als 2000 Fad.;
die Grösse der Eier ist ebenfalls ein auffälliger Zug für viele
Tiefseekrebse. Einige Arten finden sich in sehr verschiedener
Tiefe, z. B. Acanthephyra Agassizii von 105—2949 Faden.
American Journ. of Science (3) XXVIII S. 52- 56.
54 Arten von Schizopoden aus den Sammlungen von
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 247
H. M. S. Challenger, viele neu, vorläufig aufgeführt und be-
schrieben von G. 0. Sars in Christiania Vid. Selsk. Förhandl.
1883 No. 7, 43 Arten, einige von der Oberfläche, andere aus
der Tiefe, 3 Arten von Euphausia aus dem Antarctischen Ocean,
nahe der Eisgrenze, anf der Obei-fläche.
Nördliches Eismeer. 15 Arten von Isopoden im Polar-
meer gesammelt auf der Holländischen Expedition des „Willem
Barents" im Jahre 1880—81, aufgezählt und theilweise be-
schrieben von Max Weber, Bijdragen tot de Dierkunde, Am-
sterdam 1884 S. 3—38 Taf. 1—3.
Ostsee. Ein Cirripede, 3 Copepoden, 2 Ostracoden, 2 Cla-
doceren, 11 Amphipoden, 5 Isopoden, 1 Cuma, 4 Mysis und
endlich Orangen vulgaris im Finnischen Meerbusen, zwischen
Dago und Paponwiek, beobachtet; nur 5 von diesen Orustaceen
anderswo in süssem Wasser, nämlich Gammarus pulex, Asellua
aquaticus, Oypris pusilla, ornata und Argulus foliaceus, die
acht marinen Idotea entomon und Ouma Rathkei leben mehr
in der Tiefe bis 60 Fad., Mysis und Orangen wenigstens bis
20. M. Braun, Archiv f. Naturkunde Liv- Ehst- und Kurlands
(2) X S. 98-102, 111, 112 und 118.
17 Arten von Amphipoden in Kiel beobachtet und be-
schrieben von H. Blanc, Nova Acta Acad. Leopold. Oarol.
XL VII S. 39—96 mit 5 Tafeln.
Vier Arten von Oytheriden im Greifswalder Bodden,
W. Müller, Archiv f. Naturgeschichte Bd. L S. 13, 14.
Nordsee und Kattegat. 159 Arten von dem südöstlichen
Theil der Nordsee, an der Küste von Jütland, und 172 vom
Kattegat, 40 marine Arten aus dem Limfjord (ohne Entomo-
straken), aufgezählt durch J. 0 oll in, „Om Limfjordens
tidligere og nuvaerende marine Fauna" Kopenhagen 1884
S. 21, 22.
Porcellana platycheles Penn, und Portunus puber Leach
an den niederländischen Küsten beobachtet von 0. Kerbert,
Tijdschr. Nederland. Dierkundige Vereeniging S. 2, 3.
Zwei Arten von Baianus, 1 Sacculina, 15 Arten von Am-
phipoden, 4 Isopoden, 4 Mysiden, 3 Macroura, worunter der
Hummer, 2 Anomura und 3 Brachyura in der Ooster- Scheide
beobachtet von P. P. 0. Hoek, Tijdschrift Nederl. Dierkun-
dige Vereeniging Suppl. Lief. 2 in Holländischer und Franzö-
sischer Sprache.
248 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
9 Arten von Cytberiden auf Sylt beobachtet von Wilhelm
Müller, Archiv für Naturgeschichte L S. 13—16.
Westküste Europas. Notiz über die Crustaceen von der
Südküste von Devon, Zoologist (3) VIII S. 151—153. — Planes
Linneanus und Portunus pusillus in Penzance beobachtet, Th.
Cornish, Zoologist (3) VIII S. 75 und 116.
Zwei neue Arten von Porcellana und eine von Ancens aus
Brest, Hesse, Annales des Sciences Naturelles (6) XVII art. 5
und 6 Taf. 17 und 18,
Adriatisches Meer. 23 Arten von freilebenden Meer-
Copepoden, in Triest gefunden, 3 davon neu, aufgezählt von
Laz. Car, Archiv f. Naturgesch. L S. 237-254 Taf. 17, 18.
Mittelmeer. G. Seguenza's Arbeit über die Ostracoden
von Messina „Gli Ostracodi del Porto di Messina," beginnt im
Naturalista Siciliano 11 1883 S. 284 und ist fortgesetzt ebenda
IV 1884 S. 44—48.
Ostküste von Nordamerika. Neue oder wenig bekannte
Galateiden und Cariden, S. Smith, Proc. Un. St. Nat. Mus.
VII S. 493-511.
R. Rathbun zählt 22 Nordamerikanische Arten von Cali-
giden, Dichelesthiden, Chondracanthiden und Lernaeiden auf,
worunter mehrere mit Europa gemeinsam und zwar: Caligus
curtus, Müll., Lepeophtheirus salmonis, Kröyer, Pandarus
Cranchii, Kröy., Cecrops Latreillii, Leach, Dichelesthium sturionis,
Herm., Anteacheres Duebenii, Sars, Anchorella uncinata, Müll.,
und Lernaca branchialis, L., Proc. ün. St. Nat. Mus. VII
S. 486 bis 492.
Indischer Ozean. 74 Arten von Brachyura, 15 Anomura,
8 Macroura, 3 Stomatopoda und 1 Amphipode auf den Sey-
chellen und Amiranten von R. Coppinger gesammelt, mit
Nennung anderer Fundorte, kritischen Bemerkungen und einer
Vergleichuugstabelle für das Vorkommen dieser Arten an der
ostafrikauischen Küste einschl. des Rothen Meeres und jener
Inseln aufgezählt von C. J. Miers, Zool. Coilections of H. M.
S. „Alert" S. 513—575 Taf. 46—52. — 23 Arten von Deca-
poden und Stomapoden auf Mauritius von V. de Robillard ge-
sammelt, worunter 1 neu und 5 bisher nicht von dieser Insel
bekannte, beschreibt Miers in Proc. Zool. Society London 1884
S. 10—17 Taf. 1.
121 Arten von Brachyura, 25 Anomoura, 21 Macroura,
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 249
3 Stomatopoda, 16 Isopoda, 12 Amphipoda, nur 1 von Ostra-
coda und 3 Cirripedia, im Ganzen 262 Arten von Crustaceen.
an der Nordküste von Australien, Torresstrasse und im Hara-
fura-Meer gesammelt von R. W. Coppinger auf der Reise
I. M. S. „Alert" sind aufgezählt und die meisten derselben
kritisch besprochen von C. J. Miers; Zool. Collections of H. M.
„Alert« S. 178-322 Taf. 18—34.
Australien. 65 Arten Isopoden, 10 Laemodipoden und
einige Amphipoden aus Australien aufgezählt ven W. A. Has-
well, Proc. Linn. Soc. of New South Wales IX S. 993—1014
und 1031—1042, Taf. 46—53.
Beringsmeer. 21 Arten von Decapoden von Aur. und
Arth. Krause gesammelt, bestimmt von Ferd. Richters,
Abhandl. der Senckenberg. Gesellsch. XIII S. 401-407, 1 Taf.
Vier Arten freilebender Copepoden aus dem Beringsmeer
gesammelt von Aur. und Arth. Krause, beschrieben von
Poppe, Archiv für Naturgesch. L S. 281—304 Taf. 20—24.
Südliche kältere Meere. lieber die Gattung Serolis siehe
im speziellen Theil.
25 Arten von Isopoden, hauptsächlich von der Magellan-
strasse, Patagonien, Kerguelen und Australien, während der
Expedition der „Gazelle" gesammelt, worunter mehrere neu,
beschrieben von Th. S tu der, Isopoden der Gazelle, Abhandl.
d. Akad. d. Wissenschaften Berlin 1883 [1884] 26 S. 2 Taf.
Decapoda.
luachidae. Achaeus laeviocuUs, Miers, Zool. Collections of H. M.
S. „Alert" S. 520 Taf. 46 Fig. A. Seychellen. — A. afßni^, derselbe
ebenda S. 188, Torresstrasse.
Oncinopus aranea Haan = neptunus iVd, und Wh. = subpcllucidus
Stimps = angulatus Hasw., Oitküste von Australien, Miers, Zool. Collections
of H. M. S. „Alert" S. 190.
Anamathia, neuer Name für AmathiaRoux, von Lamouroux bei denBryo-
zoen vergeben, Liste der bekannten Arten, A. Agassizii S. Smith wahrschein-
lich — crassa A. Milne Edw., S. Smith, Proc. Un. St. Nat. Mus. VII S. 493.
Stilbognathus Martensii, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 521 Taf. 46 Fig. B. Amiranten- und Providence-Gruppe.
Maiidae. Egeria arachnoides Rumph, einschliesslich Herbstii und
Indica Miln. Edw., aber nicht Caucer longipes L , Miers, Zool. Collections
of H. M. S. „Alert" S. 191, 192.
250 Prof« Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Hyas coarctatus Leach vom Beringsmeer, jüngere Exemplare sind
mit Schwämmen und Polypen bedeckt, ältere mit Balaniden, Richters,
Abh. Senckenberg. Gesellsch. 1884 S. 402.
Paramithrax (Chlorinoides [Chor]) Coppingeri Hasw. und aculeatus
Miln. Edw. var. armatus^ Port Curtis und Insel Torres, Miers, Zool. Col-
Icctions of H. M. S. „Alert" S. 192, 193 Taf. 18 Fig. A. — P. longi-
spinus Haan var. biiuherculatus, derselbe ebenda S. 522, Amiranten.
Hyastenus convexus, Port Molle, Ost -Australien und Notizen über
andere Arten, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 136 und
134, 135. Taf. 18 Fig. B.
Eurynome Siimpsonü, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert,"
S. 523 Taf. 47 Fig. A. Procidence Riff, Mascarenen.
Micippa Thalia Hbsl., var. Haani, Stimps, Providence Insel, Miers,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert," S. 524.
Paramicippa asperimanus , Insel Providence und Seychellen, Miers,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 525.
Periceridae. Libinia emarginata Leach, anatomische Beschreibung
von E. A. Andrews, Transactions Connecticut Acad. VI S. 99 — 121,
3 Tafeln.
Entomonyx^ neue Gattung, neben Pericera, zwei tiefe Spalten der
tiefen, gut ausgebildeten Augenhöhle, Schnabel herabgebogen, keine Seiten-
reihe von Stacheln. E. spinosus, Providence Riff und Insel, Mascarenen,
Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 525, 526 Taf. 47
Fig. B.
Partlienopidae. Lambrus turriger White, Harafura Meer, Be-
schreibung, hoplonotus var. granulosus, Nordost -Australien, und L. (Par-
thenopoides) harpax Ad. und Wh. = ? Sandrockii Hasw., Torresstrasse,
Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 201, 202.
Cancridae. Banareia inconspkua , Miers, Zool. Collections of H.
M. S. „Alert" S. 210, Taf. 19 Fig. C, Port Darwin.
Euxanthus tiiberculosus, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 205 Taf. 19 Fig. A, Torresstrasse; E. exsculptus var. riiffosus, derselbe
ebenda S. 527, Amiranten.
Hypocoelus punctatus, Miers ebenda, S. 206 Taf. 19 Fig. B, Torres-
strasse.
Xantho MacgiUiorayi ^ Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert",
S. 211 Taf. 20 Fig. C, Port Molle und P. Curtis, östliches Australien.
Halimede? Coppingeri, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 208 Taf. 20 Fig. B, Harafura-Meer.
Etisodes Elcctra Herbst = frontalis Dana = rugosus Lucas = scul-
ptilis Heller, Nordost- Austrahen, Miers, Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 218.
Chlorodius rufescens (Targ. Tozz) = niger Forsk., Miers, Proc.
Zool. Soc. London 1884 S. 11.
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 251
Chlorodopsis granulatus (? Stimps. Pilodius), Miers, Zool. Collcctioiis
of H. M. S. „Alert" S 216 Taf. 21 Fig. A, Port Dcnison und Port Molle.
Cymo Andreossii Aud. var. quadrilobatus [a], Miers, Zool. CoUections
of H. M. S. „Alert" S. 533, rothes Meer.
EripMidae. Galene granulata, Miers, Zool. CoUections of H. M.
S. „Alert" S. 208 Taf. 20 Fig, A. Port Darwin.
Pilumnus pulcher, Torresstrasse, lanatus ? Latr. Port Jackson, semi-
lanalus Torresstrasse, seminudus Port Denison, Cursor.? A. Milne-Edw.,
Port Denison, und lahyrinthicus Port Molle, Miers, Zool. CoUections of
H. M. S. „Alert" S. 219—224 Taf. 21 Fig. B, C, Taf. 22 Fig. A— C.
Actumnus setifer Haan = tomentosus Dana, Varietäten, Miers, Zool.
CoUections of H. M. S. „Alert" S. 225, 226.
Cryptocoeloma ^ neue Gattung, Rückenschild quer verbreitert, oben
beinahe eben, vorderer Seitenrand viel kürzer als der hintere und mit dem
Stirnrand eine ununterbrochene Bogenlinie bildend, welche mit Härchen
dicht besetzt ist. Gaumenleisten fast verschwunden, Augenhöhlen in die
Quere, ganzrandig, oben durch den vorstehenden Rand des Rückenschildes
bedeckt. C. fimbriatum (Milne Edw. Pilumnus) Torresstrasse. Nur das
Weibchen bekannt. Gehört vielleicht zu den Grapsoiden. Miers , Zool.
Coli, of H. M. S. „Alert" S. 227 Taf. 23 Fig. A.
Eurüppeüia , neuer Name für Rüppellia M. Edw. , welcher bei den
Dipteren vergeben ist, Miers, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert"
S. 533, 534.
Tetralia cavimanus Heller, Seychellen, Varietät, Miers, Zool. Col-
lections of H. M. S. „Alert" S. 537.
Portlinidae, Callinectes hastata, bei den Männchen die Schcercn
vorherrschend blau, bei den Weibchen vorherrschend orange. Conn,
Annais and Mag. of Nat. Hist. (5) XHI S. 71.
Achelous granulatus Miln. Edw. , Varietät von der Torresstrasse,
Miers, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 230 Taf. 23 Fig. B.
Xiphonectes vigilans Dana, var. ohtusidentatus , Seychellen, Miers,
Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 538 Taf. 48 Fig. A.
Thalamita ^uarfnVoiato,, Miers, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert"
S. 539 Taf. 48 Fig. B, Seychellen.
Goniosoma variegatum Fabr. = Callianassa Herbst, Beschreibung,
und spiniferum, Port Molle, Miers, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert"
S. 233, die letztere Taf. 23 Fig. C.
Telphusidae, Telphusa fluviatilis, Cypem, Deby, Compt. rend. Soc.
entora. Belg. (3) no. 42 p. CCLIX. — T. crassa? A. MUne Edw., Torres-
strasse, Miers, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 235.
Gonoplacidae. Macrophthalmus pimctidatus, Miers, Zool. CoUections
of H. M. S. „Alert" S. 237 Taf. 25 Fig. A. Port Jackson.
Euplax (Chaenostoma) Boscii Aud. , Zusatz zu der Beschreibung,
Miers, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 238 und 542.
252 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Pseudorhombila vestita Haan, var. sexdentata (?? Haswell Eucrate),
Harafura-Meer, und sulcatifrons Stimps. var. Australiensis , Port Molle,
Miers Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 240—242 Taf. 24 Fig.
B und C.
Cavcinoplax integra^ Miers, Zool. Collections of H. M. S. „ Alert "^
S. 543 Taf. 48 Fig. C, Seychellen.
Camptoplax, neue Gattung, neben Pilumnoplax und Heteroplax, aber
ohne Gaumenleisten; Basalglied der Fühler kurz, den untern Stirnfortsatz
nicht erreichend; Ruthen am Basalglied des fünften Fusspaares, nicht auf
dem Sternum. C. Coppingeri, Torresstrasse, Miers, Zool. Coli, of H. M.
S. „Alert" S. 239 Taf. 24 Fig. A.
Ceratoplax arcuata, Port Darwin, und ? laevis, Harafura-Meer, Miers,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 243—245 Taf. 25 Fig. B und C.
Grapsidae, Metopograpsus messor Forsk. var. intermedius M.
Edw., Australien, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 245.
Pinnoteridae. Xenophthalmodes Moebü (Richters) zu den Rhizo-
poden verwiesen von Miers, Proc. Zool. Society London 1884 S. 12.
Leucosiidae* Leucosia craniolaris, laevimana, Torresstrasse, Miers,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 259 Taf. 26 Fig. A.
Philyra rectangularis , Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 546 Taf. 49 Fig. A. Seychellen.
Pseudophilyra /?oZi7a, derselbe ebenda, S. 547 Taf. 49 Fig. B. Amiranten.
Ebalia granulata Rüpp., Beschreibung, Miers, Zool. Coli. H. M. S.
„Alert" S. 549.
Oreophorus frontalis , Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 254 Taf. 26 Fig. B. Port Molle.
Areania undecimspinosa Haam, einschliesslich granulosa Miers, Va-
rietät, Miers, Zool. Coli, of H. M. S. „Alert" S. 548.
Calappidae. Calappa gallus Hbst., var. licornis, Providence Insel,
Mascarenen, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 550.
Matuta inermis^ Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 256
Taf. 26 Fig. C. Torresstrasse.
Corystidae. Platycorystes Isenbeckü Brandt, von St. Pauls's Insel,
Beeringsmeer, Richters Abhandl. Senkenberg. Gesellsch. 1884 S. 2 Taf.
Fig. 1 — 3, junge Exemplare derselben Art? im Megalopa-Stadium, ebenda
S. 3 Fig. 4—8.
Paratymolus Miers, dessen Verwandtschaft mit Telmessus und Ho-
mola, P. bituberculatus Hasw. var. gracilis und P. sexspinosus, beide Torres-
strasse, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 261, letztere
Taf. 27 Fig. B.
Dorippidae, Dorippe dorsipes L. (Cancer) =: quadridens Fabr.
Nordost- Australien und Harafura-Meer, und Australiensis ^ Port Denison
und Moreton Bay, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 257
bis 259, letztere Taf. 26 Fig. D.
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1S84. 253
Ethusina, neue Gattung, S. Smith, Annual Report U. S. Fish Comm.
für 1882 [1884] S. 345, nördlicher Atlantischer Ocean.
Cymopolia Whüei Miers Zoo). Collect, of H. M. S. „Alert" S. 551
Taf 49 Fig. C, Seychellen.
Dromiidae. Dromidia spougiosa Stimps. var. Slmpsonii, Mozam-
bique, Miers, Zool. Collection of H. M. S. „Alert" S. 552 Taf. 50
Fig. A.
Petalomera pulchra, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 260 Taf. 27 Fig. A. Torresstrasse.
Homalodromia, neue Gattung neben Pseudodromia, aber Schale flach,
die breite Stime von zwei vorstehenden Lappen gebildet, welche die Basis
der Fühler überragen und am Ende ausgehöhlt sind; das fünfte Fusspaar
viel kürzer. H. Göppingen, Providence Riff, Mascarenen, 24 Faden, Miers,
Zool. Coli. „Alert" S. 553, 554 Taf. 50 Fig. B.
LitllOdidae. Lithodes Camtschaticus, Tilesius, junges Exemplar,
Richters Abhandl. Senkenberg. Gesellsch. 1884 S. 404, die Stirngegend
abgebildet Fig. 9, 10.
Paguridae. Eupagurus compressjpes , Port Denison und KirJcü^
Harafura-Meer, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 266, 267
Taf. 28 Fig. B und C. — Fünf neue Arten von Neuseeland, Filhol, Bul-
letin de la Societe philomathique de France, Paris (7) VIII S. 66 — 68.
Pagurus guttatus Oliv.? Varietät von den Seychellen, Miers, Zool.
Collections of H. M. S. „Alert" S. 555. — P. Hessii, derselbe ebenda
S. 26 4 Taf. 28 Fig. a, Harufura-See.
Diogenes sectimamis , Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 262 Taf. 27 Fig. C. Torresstrasse.
Ptychogaster^ neue Gattung, Abdomen zweimal um sich selbst gedreht,
Pt. formosus, Atlantischer Ozean, 4000 Meter tief, Alphonse Milne Edwards
Crustaceen des Talisman, s. oben. S. 246.
Coenobita rubescens, Insel S. Thome, West-Africa, Greef, Sitzungsber.
d. Gesellsch. z. Bef. d. Naturwiss. zu Marburg No. 2 S. 53.
Porcellanidae. Petrolisthes HasivelH, Torresstrasse, annulipes White,
Port Denison und Port Molle, und corallicola (? Haswell) Port Molle, mit
Notizen über andere Arten, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 268 — 272 Taf. 29 Fig. A— C. — P. Lamarckii var. asiaticus Leach,
Amiranten, Philippinen, Viti-Inseln, P. annulipes, White ined., Seychellen,
maculatus Miln. Edw. , Mozambique, Beschreibung, villosus (? Richters)
Amiranten, derselbe ebenda S. 557, 559.
Porcellana platycheles Penn., Farbe lebend blassgelblich mit grauen
Haaren, Kerbert, Tijdschr. Nederl. Dierkundige Vereenigung S. 2. — P.
navigalrix, Brest, auf dem Kiel eines still liegenden Schiffes, der mit
Tangen und Synascidien besetzt war, und stenochehs , nur ein weibliches
Exemplar bekannt, Brest an einer ausgeworfenen Cystoseira fibrosa und
Bejchrcibuug der Larve von P. platycheles Penn., welche im Magen der
254 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Makrele gefunden wurde. Hesse, Annales des Sciences Naturelles (6) XVII
art. 5, 14 Seiten Taf. 17. — P. nitida Hasw. var. rotundiformis , Port
Denison, dispar Stimps., Port Jackson und quadrilobata, Torresstrasse,
Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 274—277 Taf. 30
Fig. B— D.
Polyonyx obesulus White, Port Denison, Miers, Zool. Collection of
H. M. S. „Alert" S. 272 Taf. 29 Fig. D. — P. biunguiculatus Dana von
den Seychellen und Amiranten, derselbe ebenda S. 558.
Platycheles pulchellus Hasw., Port Molle und Torresstrasse, derselbe
ebenda, S. 273 Taf. 30 Fig. A.
Galateidae. Galathea spinosirostris (? Dana), Amiranten und Pro-
vidence Insel, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 560. —
G. Aastraliensis Stimps., Port Denison und elegans White, Insel Albany,
derselbe ebenda S. 277, 278, erstere Taf. 31 Fig. A.
Galathodes Anionn, Alphonse Milne - Edwards , Crustaceen des Talis-
man, Tiefe 4000 Meter.
Munida Edwardsii, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 560 Taf. 51 Fig. A, Amiranten. — M. spinulifera , derselbe ebenda
S. 279 Taf. 31 Fig. B, Harafura-See.
Munidopsis Whiteaves = Galacantha (A. Milne-Edwards), crassa und
similis, Ostküste von Nordamerika 36 und 39° N. Br., 2574 und 1060 Fad.,
S. Smith, Proc. Un. St. Nat. Mus. VII S. 493 — 496 [1185].
Falinoridae. Der Bau des Kopfes bei Palinurus mit besonderer
Beziehung auf die Klassification der Gattung wird behandelt von T. Jef-
fery Park, Transactions New Zealand Institute XVI S. 297—307,
1 Taf. — Augen-Ganglion von Viallanes beschrieben s. oben S. 239.
Palinurellus, Martens, einige Notizen über denselben, Pfeffer, Verhandl.
d. Vereins für naturwiss. Unterhalt. Hamburg V 1882 S. 103.
Eryonidae. Archaeastacus , neue Gattung aus dem Lias von Lyme
Regis, ungefähr ebenso nahe dem lebenden Polycheles als dem alten Eryon.
Sp. Bäte Geolog. Mag. (s) I Juli 1884 S. 7 — 9 Taf. 10, mag hier aus-
nahmsweise erwähnt werden.
Astacidae. Abnorme Färbung des gemeinen Hummers, Zoologist
(3) VIII S. 491. — Rieh. Rathbun giebt Bemerkungen über die Ab-
nahme der Hummer in Nordamerika, Bull. Un. St. Fish Comm. IV S. 421
bis 426. — Hundert Hummer von der Fort Pond Bay, Long -Island, in
die Chesapeake Bay übertragen, im Oktober 1883, W. M. Wood, Bull.
ün. St. Fish Commission IV S. 16.
0. Micha macht Angaben über das Wachsthum des Flusskrebses
und vergleicht seine Beobachtungen mit denen von Carbonnier, Souberain
und Andern; nach Micha misst das frisch ausgeschlüpfte Thier im Mona^
Juli 9 mm., am Ende desselben Jahres 20 mm., im zweiten Jahr 30, im
dritten 40, im vierten 60, im fünften 80, im siebenten 100, im zehnten
125, im dreizehnten 170 — 200. Circular des deutschen Fischereivereins
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 255
1884 S. 19—21. — Winke für die Beseticung von Teichen mit Krebsen
von E. Friedel und 0. Micha, Circular des deutschen Fischereivereins 1884
S. 3. — Krebspest s. oben S. 244.
Flusskrebs aus Turkestan, seine Aehnhchkeiten und Unterschiede von
den andern in RussIanJ vorkommenden Arten, welche in drei Gruppen ge-
ordnet werden: l) aus dem Stromgebiet der Ostsee, 2) aus dem des
Schwarzen und Kaspischen Meeres, 3) aus dem Aralsee. Die Unterschiede
zwischen diesen 3 Gruppen sind aber nicht ganz constant. Schimkewitsch,
Zoologischer Anzeiger VII S. 339 — 341.
Die bekannten Arten von Cambarus, 55, und Astacus, 14, mit ihrer
Synonymie und geographischen Verbreitung werden aufgezählt von
W. Faxon Proceedings of the Americ. Acad. of Arts and Sciences, Boston
XX S. 135 — 158. — Derselbe hat bei Cambaras rusticus und propinquus
beobachtet, dass Männchen der sogenannten ersten Form durch Häutung
die zweite Form annehmen wnd er schliesst daraus, dass diese Formen
nicht, wie bis jetzt angenommen wurde, besonderen Individuen angehören,
also einen Dimorphismus bilden, sondern in demselben Individuum mehr
oder weniger regelmässig abwechseln. American. Journal of Science (3)
XXVII S. 42 — 44, auch in Annais and Mag. of Nat. Eist. (5) XIII
S. 147, 148, Auszug in American Naturalist XVIII S. 731.
Cambarus Diogenes, Beobachtungen über sein Graben und Bauen
von R. S. Tarr, Nature No. 726, und C. C. Abbott, Amer. Naturalist
XVIII S. 1157, der erstere betrachtet die sogenannten „Kamine" einfach
als zufällige Folge des Hinauswerfens der Erde beim Graben, der letztere
glaubt, dass sie absichtlich und mit besonderer Sorgfalt vom Krebse auf-
gebaut werden.
Cambarus Hayi Macon , Mississippi , pubescens Georgia , Allem Flo-
rida, simulans Texas und Kansas, acuminatus Süd-Carolina, dubius West-
Virginien und Tennessee, argillicola Canada, Indiana, Kansas und Louisiana,
Uhlei-i Maryland, Girardianus Alabama, Jordani Georgia, cornutus Ken-
tucky, medius Montana, Mississippensis Macon, Mississippi, Palmeri Ten-
nessee, Alabamensis und compressus Alabama, Sanbornii Kentucky und
Ohio, Harrisoni Montana, Putnami Kentucky, forceps Alabama und Shn-
feldtii Neu -Orleans, Faxon, Proceedings of the Americ. Acad. of Arts
and Sciences, Boston XX S. 107 — 135. Abbildungen sind für später ver-
sprochen.
Nephrops occidentalis Randall, Exemplare von den Sandwichsinseln,
Kingsley, Bull. Essex Inst. XIV S. 131 Taf. 2 Fig. 1.
Nephrops Nowegicus L. Zoea- Stadium, G. 0. Sars, On the Meta-
morphosis of Decapoda, Bidrag til Kundskab on Decapodernes Forvand-
lingar I Christiania: 1884 8° 50 Seiten 7 Tafeln, und Claus, Arbeiten
des zoologischen Instituts in Wien V S. 318; s. oben S. 243.
Nephropsis adantica, Norman Proc. Roy. Soc. Edinburg XI 1881 — 82
S. 6S4. Färöer-Canal 55 5 Faden.
256 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
ThalaSSinidae. Callianassa Martensi und Mauritiana (Mi er?) von
Mauritius, Miers, Proc. Zool. Society London 1884 S. 13 Taf. 1
Fig. 1, 2.
Axius plectrorhynchus? Strahl, Port Molle, Beschreibung, Miers, Zool.
Collections of H. M. S. „Alert" S. 282.
JEvaxius, neue Gattung von Gebia und Axius unterschieden durch
die Abwesenheit einer Fühlerschuppe; am zweiten Fusspaar eine Scheere.
C. tricarinatus Zanzibar, ein einziges unvollkommenes Exemplar, dem das
erste Fusspaar fehlt. Kingsley, Bull. Essex Inst. XIV S. 130 Taf. 1
Fig. 1.
Gebiopsis Darwiini, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 281 Taf. 32 Fig. A. Port Darwin.
Crangonidae, Orangon tenid/rons, Kodiac Archipel, Alaska ; vul-
garis F., auch an der West- und Ostküste von Amerika, Varietäten, batei,
neuer Name für intermedius Bäte 1863, nicht Stimpson 1860, boreas
Phipps und Franciscorum Stimps., Kingsley, Bull. Essex Inst. XIV S. 128,
129 Taf. 1 Fig. 5 — 7 und 9.
Nectocrangon Alaskensis , Kingsley, Bull. Essex Inst. XIV S. 128.
Kodiac Archipel.
Hippolysmata Wurdmanni Stimps. und intermedia Kingsl. Bull. Essex
Inst. XIV S. 128 Taf. 1 Fig. 4 und 8.
Atyidae. Caridina Africana, Kingsley, Bull. Essex Inst. XIV
S. 127 Taf. 1 Fig. 3. Zulu-Mission, Südafrika.
Alpheidae und Palaemonidae. Alpheus, einschliesslich Bctaeus
Dana, die 96 bekannten Arten aufgezählt und in Gruppen getheilt, mit
Synonymie und Fundorten; Scheeren von A. Packardii Kingsl., laevigatus
Guer., Harfordi Kingsl., Websteri Kingsl., sinuosus Guer., Thetis White und
Floridanus Kingsl. abgebildet, Kingsley, Bull. Essex Inst. XIV S. 109 bis
127 Taf. 2 Fig. 2 — 8. — A. Edwardsii Aud, , minor Say, var. Neptunus
Dana, Variabilität und Synonymie, comatularum Hasw., Torresstrasse, Be-
schreibung, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 284—290.
Hippolyte polaris Ross., Beringsmeer, Variabilität im Schnabel, äussere
Geissei des ersten Fühlerpaares beim Männchen viel länger als beim
Weibchen. Richters, Abhandl. Senckenberg. Gesellsch. 1884 S. 6 Taf. 1
Fig. 11—15.
Bythocaris gracUis und nana^ Ostküste von Nordamerika, 35 — 40°
N. Br, 65 — 142 Faden. S. Smith, Proc. Un. St. Nat. Mus. VII S. 497
bis 500.
Pontonia? brevirostns , Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 562, Seychellen, in Muscheln lebend.
Pontonia (Conchodytes) tridacnae Peters, Exemplar von der Torres-
strasse, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 290.
Coralliocaris? tridentata; Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S, 294 Taf. 22 Fig. C. Torresstrasse.
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 257
Harpilius inei-mis. Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 291
Taf. 32 Fig. B, Port Molle, in deren Innern der Schale von Pinna ge-
funden; eine andere nahverwandte Art aus dem Innern von Tridaena.
Anchistia Petitthoudtarsi ? Aud. = grandis Stimps., Port Molle,
Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 293.
Palaemon Africanus, Westküste von Afrika, longimanus Fabr. =
lar Fabr. := ornatus Oliv., P. Ohionis Smith, Fundorte, Sinensis Heller,
von Japan, acanthurus Wiegm. von der Westküste von Nicaragua, Kingsley,
Bull. Essex Inst. XIV S. 107, 108.
Leander Hammondi^ Kingsley, Bull. Essex Inst. XIV S. 108 Taf. 1
Fig. 2, Baker's Insel, nördlicher Stiller Ocean.
Nematocareinus gracilipes^ Alphonse Milne - Edwards , Crustaceen des
„Talisman."
Glyphus, neue Gattung, Seitenstücke der Abdominalsegmente beim
Weibchen zu einer Bruttasche ausgebildet. G. marsupialis, atlantischer
Ocean, Alph. Milne -Edwards, Crustaceen des Talisman, s. oben S, 246.
Peneidae. Vorkommen von Pasiphaea sivado, C. F. Fish, Natu-
ralist, (Yorks.) (2) X November S. 93.
Parapasipkae , neue Gattung, S. Smith, Annual Report, U. S. Fish
Comm. für 1882 S. 345, nördhcher Atlantischer Ocean.
Hymenodora glacialis (Buchholz Pasiphae), Ostküste von Nordamerika,
35—40° N. B. 861—2949 Fad., S. Smith Proc. Un. St. Nat. Mus. VII
S. 501, 502.
Acanthephyra microphtkalma und hrevirostris S. Smith, Proc. Un. St.
Nat. Mus. VII S. 502, 506, Ostküste von Nordamerika, 36 — 39° N. Br.
1395—2949 Fad. [1885].
Ephyrina neue Gattung neben Acanthephyra, die beiden obern Glieder
des ersten Fusspaares platt und sehr breit , anscheinend lamellenartige
Deckel an den Seiten des Rückenschildes bildend; Schnabel nicht gezähnt;
Abdomen nicht gekielt. E Benedicti, Ostküste von Nordamerika, 40° N.
B. 959 Faden, S. Smith Procedings U. St Nat. Museum VII S. 506 [1885].
Xiphocaris Martens, nicht identisch mit Caulurus Stimps, Maudibeln
wie bei den Atyiden, Kingsley, Bull. Essex Inst. XIV. S. 127.
Penaeus, Exemplare und Fundorte in den Sammlungen von Salem,
Boston und Philadelphia, Kingsley, Bull. Essex. Inst. XIV S. 105—107.
— P. Batei, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 296 Taf. 32
Fig. D., Albany-Insel , Australien. — P. Dobsoni (Miers) unterschieden
von styliferus Miln. Edw. ebenda, Anmerkung. — P. Richtersii, Insel
Cerf, Mascarenen, sowie Notizen über andere Arten, derselbe ebenda S. 563,
565 Taf. 52 Fig. A.
Solenocera Lucasii (Sp. Bäte)? kleines weibliches Exemplar aus Mau-
ritius beschreibt Miers Proc. Zool. Society 1884 S. 15.
Heterocarpus, neue Gattung, die beiden letzten Fusspaare sehr lang
und wie Fühler gegUedert, westhch von Marocco, 1000—1500 Meter.
Aich. f. Natiu-gesch. LI. Jahig, 2. Bd. R
258 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Alph. Milne-Edwards , Comptes Rendus de rAcademie des Sciences 1883,
17. Dezember S. 389; Annais and Magazine Nat. Hist. (5) XIII S. 224.
Benthoecetes ^ neue Gattung, S. Smith Annual Report U. St. Fish
Comm, für 1882 S. 34 5, nördlicher Atlantischer Ocean.
Benthonectes, neue Gattung, nahe Benthoecetes, Endglieder des vierten
und fünften Paares der Gehfüsse vielgliedrig, peitschenförmig, Mandibel
mit spitzigem Kronfortsatz, Mandibeltaster schmal. B. ßlipes, Ostküste
von Nordamerika, 39° N. Br. 693 — 1043 Fad. Benthesicymus Bartletti von
A. Milne Edwards (nicht S. Smith) ist vi^ahrscheinlich dieselbe Art.
S. Smith, Proc. Un. St. Nat. Mus. VII S. 500—511 [1885].
Schizopoda.
Vorläufige Notizen über die Schizopoden aus den Sammlungen von
H. M. S. Challenger von G. O. Sars: in Vidensk. Selskabets Förhandl.
Christiania 1883 no. 7, 43 S. 8°.
Eupliansiidae. Euphausia pellucida Dana = Mülleri Dohrn =
Thysanopoda bidentata G. 0. Sars, nördlicher und südlicher Atlantischer
Ocean, nördlicher und südhcher Stiller Ocean; E. similisf südlicher Atlan-
tischer Ocean, Miirrayi und antarctica, Antarctischer Ocean nahe der Eis-
grenze, mucronata^ nahe der Küste von Chile, ffibba, nördlicher Atlantischer
Ocean und tropischer Stiller Ocean, und spinifera, Harafura und Meer von
Celebes G. 0. Sars, Christiania Vid. Selsk. Förhandl. 1883 No. 7 S. 12—19.
Gnathophausia calcarata^ Willemoesii, elegans und longispina, Indischer
und Stiller Ocean 255 — 1425 Fad., und afßnis tropischer. Atlantischer
Ocean 1500 Fad. G. 0. Sars, Christiania Vid. Selsk. Förh. 1884 No. 7
S. 5— 8.
Thysanopoda ohiusifrons , südlicher Stiller Ocean, cristata bei Min-
danao 2050 Fad. und? amhlyons bei Tristan d'Acunha, 1000 Fad., G. 0.
Sars Christiania Vid. Selsk Förh. 1883 No. 7 S. 21 — 23.
Thysonoessa ein Exemplar mit einer länglichen, flachen Masse von
Eiern unter dem Cephalothorax am dritten Paar der Brustfüsse befestigt,
von der Ostküste Nordamerikas in einer Tiefe von 1067 Fad., Sidn. Smith
Americ. Joura. of Science (3) XXVIII S. 54.
Thysanoessa gregaria, südlicher Atlantischer Ocean, Subantarctischer
und Stiller Ocean, und macrura, Antarktischer Ocean nahe der Eisgrenze
und bei Kerguelen, Oberfläche, G. 0. Sars ebenda S. 26.
Nyciiphanes, neue Gattung, erstes Glied des Stiels der innern Fühler
mit einem hautartigen, zurückgebogenem Blättchen versehen; siebentes
Beinpaar gut ausgebildet, sein Stamm, abgesehen von dem Basalstück, aus
zwei langen, dicht behaarten Stücken bestehend; letztes Fusspaar ganz
rudimentär, ungegUedert. N. Australis Bass- Strasse und Port Jackson.
Auch Thysanopods Couchii Bell und Norvegica Sars gehören zu dieser
Gattung, G. 0. Sars, Christiania Vid. Selsk. Förhandl. 1883 No. 7 S. 23, 24.
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 259
Nematosceh's, neue Gattung, nahe Thysanoessa, zweites Beinpaar sehr
lang und schmal, fadenförmig, fast ganz ohne Haare. N. megalops^
südlicher Atlantischer Ocean, Oberfläche, microps, nördlicher Atlantischer
Ocean und nördlicher Stiller Ocean, tenella tropischer und südlicher Atlan-
tischer und Stiller Ocean, rostrata, tropischer Atlantischer Ocean. G. 0.
Sars, Christiania Vid. Selsk. Förhandl. 1883 No. 7 S. 27 — 29.
Lophog'astridae. Ceratolepis, neue Gattung. Fühlerschuppe schmal,
gebogen, fest, ohne alle Borsten; Rückenschild gross, den ganzen vordem
Theil des Körpers einschliesslich der Augen und Fühlerstiele bedeckend
und in einen spitzigen Schnabel endigend; letztes Beinpaar ohne äussern
Anhang; Schwanzfüsse sehr klein, ihre Platten kurz, lanzettförmig, und an
beiden Rändern mit Borsten besetzt. C. hamata, Stiller Ocean, von
Api bis Cap York. Sars, Christiania Vid. Selsk. Förh. 1883 No. 7 S. 3, 4.
Eucopiidae. Eucopia, (Dana 1852) = Chalarapsis "Will. Suhm
E Australis Dana, = Ch. unguiculata Will. Suhm, nördlicher Atlantischer
Ocean 1000—1250 Fad., Subantarctischer Ocean 1800 Fad., nördlicher
Stiller Ocean, 1875 Fad«, G. 0. Sars, Christiania Vid. Selsk. Förh. 1883
No. 7 S. 9, 10.
Mysidae, Boreomysis nobilis G. 0. Sars, Färöe-Canal, 540 Fad.,
Norman, Proc. Royal Soc. Edinburg, XI S. 687. — B. obiusata, nörd-
licher Stiller Ocean 2740 Fad., und mia-ops, nördlicher Atlantischer Ocean,
1250 Fad., G. 0. Sars, Christiania Vid. Selsk. Fördhandl. 1883 No. 7
S. 35.
Amblyops Crozetii (Will. Suhm mscr.) bei der Insel Crozet 1600 Fad.
und Australis, Bass-Strasse, 38 Fad., G. 0. Sars ebenda S. 36, 37.
Pseudomma Sarsii (Will. Suhm mscr.) Kerguelen 120 Fad. und Ant-
arctischer Ocean, 1675 Fad., G. 0. Sars ebenda S. 37.
Anchialus truncatus, nahe dem Cap der guten Hoffnung, Oberfläche,
und angustus Bass-Strasse, 38 Fad., G. 0. Sars, ebenda S. 38, 39.
Mysidopsis? indsa Bass-Strasse 38 Fad., G. 0. Sars ebenda S. 39.
Eurhaetomera, neue Gattung, sehr starke Borsten an den Beinen,
Abdominalfüssen und Fühlerschuppen; Mittelglied der Schwanzflosse sehr
kurz, lamellenförmig. C. typica, nördlicher Stiller Ocean, anf der Ober-
fläche, und ienuis nahe der Küste von Chile, G. O. Sars ebenda S. 41, 42.
Promysis? pusilla, Meer von Celebes, G. O. Sars ebenda S. 42.
Stomatopoda«
Squillidae. Gonodactylus elegans, Miers, Zool. Collections of
H. M. S. „Alert" S. 566 Taf. 52 Fig. B. Providence Insel, Mascarenen.
— G. trachurus Martens von Mauritius, derselbe ebenda S. 16 Taf. 1
Fig. 3.
260 Pi'of"« Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Ampliipoda.
A. Gerstäcker behandelt in den 1884 erschienenen Heften seiner
Bearbeitung der Crustaceen in H. G. Bronn's Klassen und Ordnungen
des Thierreichs Lief. 11 — 15 den Bau und die Entwicklungsgeschichte der
Amphipoden und bespricht ferner einige Punkte in Betreff ihrer äusseren
Erscheinung und Lebensweise. Taf. 29—36 stellen die äussere Form ver-
schiedener Araphiphoden- Gattungen dar, Taf. 37 und 38 die Caprelliden
und Cyamus, Taf. 39—46 die Anatomie, Taf. 47 und 48 die Entwicklungs-
geschichte.
Orcliestiidae. Allorchestes crassicornis , Haswell, var. Coogeensis^
Coogee Bay, Haswell Proc. Linn. Soc. New South Wales IX S. 1035
Taf. 46 Fig. 1.
Gammaridae. Leucothoe spinicarpa Abildg. = articulosa Mont.,
var. commensalis Hasw., Port Jackson, und L. hrevidigitata Torres Strasse,
Miers Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 312, 313, die letztere
Taf. 34 Fig. A.
Atylus, Bemerkungen über einige australische Arten, Haswell, ebenda
S. 1037.
Maera diversimamis , Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 567 Taf. 62 Fig. D. Seychellen. — M. Ramsayi, Hasw., Port Jackson
und Torresstrasse, rubi'omaculata ? Stimps, Port Molle und crassimana,
Port Jackson, derselbe ebenda S. 315, 316. — M. festiva, Hafen von
Sidney und M. petriei Thoms. wahrscheinlich = Megamaera subcarinata
Haswell, Geschlechtsunterschiede, Haswell Proceed. Linn. Soc. New South
Wales IX S. 1037—1039, ersterer Taf. 46 Fig. 2. — M. petriei Thoms.
= Megamaera subcarinata Hasw. , New Zealand Journal of Science
II S. 230.
Megamaera sp. von Port Jackson, suensis (? Hasw.), Port Denison,
und Thomsoni, Torresstrasse, Miers Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 317—319, die letztgenannte Taf. 34 Fig. B.
Ampelisca compacia, Norman, Proc. Royal. Soc. Edinburg XI 1881 — 82
S. 688, Färöe-Canal, 530 Fad.
Microdeutopus Mortoni und tenuipes Hasw., Zusätze zu ihrer Be-
schreibung, Haswell, Proc. Linn. Soc. New South Wales IX S. 1040, 1041.
Glycerina a/ßnis, Haswell, Proc. Linn. Soc. New South Wales IX
S. 1036 Taf. 47 Fig. 1. Hafen von Sidney.
Halirages elegans, Norman Proceed. Royal Soc. Edinburg XI S. 688,
Färöe-Canal 540 Fad.
Caprellidae. Caprella attenuata? Dana, Port Jackson, Miers, Zool.
Collections of H. M. S. „Alert" S. 321 Taf. 34 Fig. C.
Proto condylata und spinosa, Haswell, Proc. Linn. Soc. New South
Wales IX S, 993—997 Taf. 48 Fig. 1 — 4 und Taf. 49 Fig. 1. Australien,
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 261
sowie kritische Bemerkungen über andere Australische Caprelliden, ebenda,
S. 997 — 1000, Protella Australis, Haswell, abgebildet Taf. 49 Fig. 2-4;
eine weitere Notiz über letztere ebenda, S. 1042.
Isopoda.
Auszug aus der Schrift von Hu et über die Anatomie der Isopoden
(s. vor. Bericht S. 27) im American Naturalist XVIII S. 637, 638.
Kritische Bemerkungen über dieselbe von M. Weber, Bijdragen tot de
Dierkunde Amsterdam 1884 S. 39.
Tanaidae. Ueber die Familie im Allgemeinen s. Claus, Apseudes,
weiter unten.
Tanais Örstedii Köy = T. rhynchites und balticas Fr. Müll, nach
in Kiel gefundenen Exemplaren äusserlich und anatomisch ausführlich be-
schrieben von H. Blanc; er kommt schliessHch zu dem Resultat, dass die
Tanaiden eher zu den Isopoden als zu den Amphipoden gehören Recueil
Zoologique Suisse I S. 189 — 258 Taf. 10—12. (vgl. den vorigen Bericht
S. 30.) — T. Willemöesii, Studer, Isopoden der Gazelle S. 29 Taf. 2
Fig. 10, Kerguelen, 120 Fad. — T. tenuicornis (Haswell 1882 als Para-
tanais) aufs Neue beschrieben, Haswell Proc. Linn. Soc. New South Wales
IX S. 1006 Taf. 50 Fig. 1—8, Port Jackson.
Paratanais linearis derselbe ebenda S. 1008 Taf. 50 Fig. 9 — 16
Port Jackson. — P. ignotus ders. ebenda S. 1042 Taf. 47 Fig. 2, Taf. 46
Fig. 3, Fundort nicht angegeben.
Apseudes Latreilli M. Edw. aus dem adriatischen Meere, von
C. Claus näher beschrieben; das Auge ist nicht gestielt, sondern sitzend
und hat einen langen Stachel an seiner Vorderseite, die Lage der Kieme
in einer durch eine Duplikatur der Rückenwand gebildeten Höhlung und
einige andere Punkte zeigen eine nähere Verwandtschaft dieser Gattung
mit den Schizopoden und Decapoden an. Arbeiten des Zool. Instituts in
Wien Bd. V S. 319-330, 2 Tafln.
Apseudes spectabÜis, Studer, Isopoden der Gazelle S. 23 Taf. 2 Fig. 9
Kerguelen.
Stylocheiron ^ neue Gattung, drittes Fusspaar sehr stark ausgebildet,
sein drittes und viertes GUed sehr lang, ohne Borsten, das fünfte plötzHch
angeschwollen und mit starken Borsten besetzt, welche zwischen die
krummen Stacheln des kleinen, letzten Gliedes eingreifen, so dass beide
zusammen ein Greif-Organ bilden. S. carinaium, Südsee und bei Celebes,
an der Oberfläche, Suhmii, nördlich von Neuguinea, longicorne und elongutum^
südatlantisch, ahlreviatum, Australien und Celebes, G. 0. Sars, Christiania
Vid. Selsk. Förhandl. 1883 No. 7 S. 29 — 33.
Gcliatlliidae« Anceus Daniela, bei Brest, beide Geschlechter und alle
Alter an dersv-lben Stelle gefunden, auf lehmigem Boden zwischen den
262 Pi'of. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Wurzeln der Pflanzen. Hesse, Annales des Sciences Naturelles (6) XVII
art. 6. 11 Seiten Taf. 18.
Anceus ferox Haswell, Proc. Linn. Soc. New South Wales IX S. 1005
Taf. 52 Fig. 1—5. Port Jackson. — A. antarcticus, Studer, Isopoden
der Gazelle S. 4, Patagonien 60 Fad.
Anthuridae. Paranthura brachiata Harger = arctica Heller, cir-
cumpolar, Weber, Bijdragen tot de Dierkunde, Amsterdam 1884 S. 4, 5.
Paranthura dimenensis, Hobarttown, Miersi, Port Jackson, und Varie-
tät von crassicornis (Haswell 1881), Haswell, Proceed. Linn. Soc. New
South Wales IX S. 1011—1013 Taf. 52 Fig. 5 — 13 und Taf. 53 Fig. 2
bis 5 und 8, 9.
Haliophasma purpureum (Haswell 1881) Fühler, derselbe ebenda
S. 1014 Taf. 53 Fig. 6, 7.
EisotJiistos neue Gattung, Körper schmal, fast cjlindrisch; erstes
Brustsegment sehr kurz, kaum grösser als der Kopf, die folgenden beim
Weibchen stufenweise in Länge und Breite zunehmend, beim Männchen
sehr lang und dünn. Erstes Fusspaar den folgenden ähnlich, ohne Scheere.
E. vermiformis j Watson's Bay, Australien, in Röhren von Vermilia wohnend;
das Endglied und die ausgebreiteten hintern Anhänge ahmen Deckel und
Kfemen einer kleinen Serpula nach. Der Embryo im Ei ist nach der
Rückenseite übergebogen. Haswell, Proc. Linnean Soc. New South Wales
IX S. 676—678 Taf. 36, 37, beide Geschlechter und die Larve ab-
gebildet.
Idoteidae. Arcturus furcatus Studer 1882, Kerguelen 60 Fad., aus-
führliche Beschreibung, Studer, Isopoden der Gazelle S. 12 — 14 Taf. 1
Fig. 3.
Arcturides cornutus Studer 1882, südlicher Indischer Ocean, 64°
Long E. 47 Lat. E., 115 Fad., ausführliche Beschreibung, Studer, Isopoden
der GazeUe S. 15-17 Taf. 1 Fig. 4.
Glyptonotus Sabini Kröy. , keine Augen, vier Abdominalsegmente bei
jungen, 5 bei älteren Exemplaren; auch die Anzahl der Glieder an den
äusseren Fühlern ist nach Alter und Geschlecht verschieden; Beschreibung
der Mund- und Geschlechtsorgane, Nachweis secundärer Geschlechtsunter-
schiede und sonstige anatomische Notizen, M. Weber, Bijdragen tot de
Dierkunde, Amsterdam 1884 S. 8—31 Taf. 1, 2 und Taf. 3 Fig. 21
bis 23.
Idothea Miersii, Studer, Isopoden der Gazelle S. 17 Taf. 1 Fig. 5,
Ostküste von Südamerika, 47° S. L. 63 Fad.
Munnopsidae. Munnopsis typica Sars, Weber, Bijdragen tot de
Dierkunde 1884 S. 31 Taf. 3 Fig. 27, 28.
Asellidae. Janthe BovaUii, Studer, Isopoden der Gazelle S. 10
Taf. 1 Fig. 2, östliches Südamerika 47° S. L.
Stenetrium (Haswell) gehört zu den Aselliden, obwohl das vordere
Fusspaar nach vom gerichtet ist; Männchen von St. armatura beschrieben,
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 263
Haswell, Proc. Linn. Soc. of New South Wales IX, 4 S. 1009, 1010
Taf. 50 Fig. 1 — 12.
Ouiscidae. Geographische Verbreitung s. oben S. 245.
Ligia Gauchichaudii var. Australiensis (? Dana), Port Molle, Miers,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 299.
Philougria marina ^ Chilton, Proc. Linnean Soc. New South Wales
IX 3 S. 463 — 466 Taf. 11, Coogee Bay bei Sidney, an der Unterseite
von Steinen, welche völlig unter Wasser waren, in Vertiefungen, welche
auch bei der Ebbe mit Wasser gefüllt bleiben, nahe der Fluthgrenze.
Armadillo tongensis Budde Lund mscr. , Studer, Isopoden der Ga-
zelle S. 5, Vawau, Tonga-Inseln.
S. auch oben S. 245.
Serolidae. Serolis, Leach, allgemeine Bemerkungen über diese
Gattung, geschlechtliche Unterschiede u, s. w. , sowie Beschreibung von
6 Arten von den Crozet Inseln, Kerguelen und der Magellanstrasse, ovalis
Stud, 1879 = septemcarinata Miers 1875, Studer, Isopoden der Gazelle
S. 6 — 10, S. convexa Cunningh. Taf. 1 Fig. 1.
Serolis, vollständige Gattungsbeschreibung, anatomische und embryo-
logische Einzelheiten verschiedene Arten betreffend, Liste von 22 Arten,
wovon 16 von J. M. S. Challenger gesammelt wurden, beschrieben und
abgebildet mit Notizen über ihre geographische und Tiefenverbreitung von
Fr. Ev. Beddard, Voyage of H. M. S. Challenger, Zoology, Band XI
25 S. 10 Tafeln — die folgenden neun sind neu und sind von demselben
auch in Proc. Zool. Soc. 1884 beschrieben worden.
Serolis Bromleyana (Will. Suhm mscr.), neae)-a, gracilis^ antarctica,
Australiensis, elongata, pallida, longicaudata und minuta^ auf der Expedition
des „Challenger" an verschiedenen Orten gesammelt; die ganze Gattung
ist auf die südliche Halbkugel beschränkt, ausgenommen zwei kürzlich von
Californien und dem Senegal beschriebene Arten ; die Arten aus seichtem
Wasser kommen nicht weiter nördlich als 30° S. Br. vor, wo sie die
Küsten aller Kontinente und der hauptsächlichsten Inselgruppen bewohnen;
die Tiefwasserarten erreichen beinahe den Aequator; die grösste Tiefe, aus
der ein Exemplar erhalten wurde, beträgt 2040 Fad. Die Augen der
Arten des seichten Wassers sind gut ausgebildet, diejenigen der Tiefsee-
arten mehr oder weniger unvollkommen, ohne Retinula, oder sie fehlen
ganz wie bei S. antarctica. Beddard, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 330 — 341.
Sphaeromidae. Cymodocea hngistylis, Miers, Zool. Collections of
H. M. S. „Alert" S. 306 Taf. 23 Fig. 6, Torresstrasse. — C. Darwinii
Cunningh., Ostküste von Südamerika, 47° S. L., Studer, Isopoden der
Gazelle S. 18 Taf. 2 Fig. 6.
Nesaca Latreilli Leach, Geschlechtsunterschied und Mechanismus der
Zusammenrolluns, Studer, Isopoden der Gazelle S. 21.
Cilicaea Latreilli Leach, das Weibchen ist Sphaeroma pubescens
264 Pi'of- Ed. V, Martens: Bericht über die Leistungen in der
Miln. Edw. , Port Jackson und Torresstrasse, var. crassicaudata Hasw.,
Harafura-Meer, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 308, 309.
Hasivellia, neuer Name für Calyptura Haswell 1881, welclier vergeben
ist, H. carnea Hasw. , Port Jackson, Miers , Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 311.
Cerceis bidentata Miln. Edw. var. aspericaudata, Torresstrasse, Miers,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 306 Taf. 23 Fig. D.
Cassidina emarginata (Guer. Menev.), Magellanstrasse , Geschlechts-
unterschiede, und maculata, Kerguelen, Studer, Isopoden der Gazelle S. 19,
20, die letztere Taf. 2 Fig. 7.
Cirolanidae. Cirolana ScMödtei, Harafura-Meer, tenuistylis, Torres-
strasse, und lata Hasw. var. integra, Insel Albany, Miers, Zool. Collections
of H. M. S. „Alert" S. 302—304, die beiden erstgenannten Taf. 23
Fig. A und B. — C. laevis, Studer, Isopoden der Gazelle S. 21 Taf. 2
Fig. 8, in der Nähe von Queensland, 90 Fad.
Cirolana concharum Harger, neuer Wirth, Lockwood, Journ. Royal
Microscopical Soc. (2) IV S. .51.
Aegidae« Aega psora Lütk. und ventrosa M. Sars, Unterschiede
des Geschlechts und Alters, Weber, Bijdragen tot de Dierkunde 1884
S. 5, 6 Taf. 3 Fig. 24—26.
Aega Meinerti, Miers, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 305,
König Georg's Sund, Australien.
Rocinela orientalis Schiödte und Meinert, Torresstrasse, Miers, Zool.
Collections of H. M. S. „Alert" S. 305. Der Verfasser bezweifelt, dass
die Anzahl der Glieder in der Fühlergeissel einen constanten Art -Unter-
schied bildet.
Conilera cylindracea verzehrt die innem Theile des Dornhais, F. Day,
Proc. Zool. Soc. 1884 S. 44.
Cymothoidae. J. C. Schiödte und Fr. Meinert haben ihre
Monographie der Cymothoaden beendigt, indem sie in Naturhist-Tidskrift
Serie HI Bd. XIV S. 221 — 454 die zweite Tribus „Cymothoinae" und
die dritte „Livonecinae" behandeln. Die ersteren werden charakterisirt :
Antennae saepissime, praesertim secundi paris, plus minusve teretes, nun-
quam dilatatae vel manifesto compressae. Antennae primi paris ad basin
manifesto distantes. (Im Gegensatz zur ersten Tribus „Ceratothoinae", die
in dem vorhergehenden Band, XIH, behandelt sind.) Corpus saepissime
convexum. Cauda a trunco manifesto discreta. Dieselben ordnen sich in
folgenden Gattungen:
Antennae primi paris ad basin latius distantes.
Carina pedium parium quatuor posteriorum alta . . 1 Cymothoa.
Carina pedium parium quatuor post. leviter expressa
Corpus vel cauda saltem convexa.
Cauda obconica 2. Telotha.
Cauda subcylindrica 3. Enima.
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 265
Corpus convexiusculum vel ferme planiusculum.
Cauda ad basin constricta 4. Ichthyoxenus.
Cauda obconica 5. Catoessa.
Antennae primi paris angustius distantes.
Annulus analis annulis ceteris caudalibus conjunctis
multo brevior 6. Cinusa.
Annuhis analis annulis ceteris caudalibus conjunctis
multo longior 7. Rhiothra,
Ebenda S. 221 — 223.
Die Livonecinen werden charakterisirt :
Antennae saepissime compressiusculae, interdum, praesertim secundi
paris, plus minusve teretes, nunquam dilatatae. Antennae primi paris sae-
pissime late distantes, rarissime approximatae vel fere contiguae. Corpus
saepissime convexum vel convexiusculum. Cauda trunco continua, sae-
pissime alte vel peralte immersa. Dieselben zerfallen in folgende Gattungen :
AnnuU caudales manifeste discreti.
Pedes paris ultimi praecedentibus longitudine subae-
quales vel paulo longiores, ungulis uncinatis.
Truncus saltem pro parte gibbosus vel compressus.
Annuli posteriores trunci in latere altero
deplanate dilatati 1. Agarna.
AnnuU posteriores trunci convexiusculi . . 2. Idusa.
Truncus totus convexiusculus.
Frons late vel breviter rotundata.
Corpus planiusculum 3. Elthusa.
Corpus convexiusculum.
Cauda minus profunde immersa . 4. Livoneca.
Cauda peralte immersa 5. Irona.
Frons in angulum acutiusculum producta . 6. Cterissa.
Pedes paris ultimi praecedentibus abrupte longiores,
producti, ungulis subrectis 7. Artystona.
Annuli caudales coaliti vel concreti 8. Urozeuctes.
Ebenda S. 325—327.
Ein Nachtrag enthält die Beschreibungen einiger Arten aus früheren
Gruppen, darunter neu Renocila Indica, Java, und Braga Patagonica,
Küste am Rio Negro, ebenda S. 413—420, Taf. 18.
Ceratothoa imbricata Fabr. = Banksii Leach = trigonocephala Miln.
Edw., Port Jackson, Miers, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 300.
Bregmocerella , neue Gattung. Ein langer, hornartiger Fortsatz in
der Mundgegend, unmittelbar vor dem Epistom, Endsegment spitz ver-
längert, der äussere bewegliche Ast der Schwanzflossen verkümmert.
B. iricornis , Port Jackson , Haswell, Proc. Linnean Soc. New South
Wales IX S. 1004 Taf. 53 Fig. 1.
Cymothoa, 17 Arten beschrieben imd abgebildet, die folgenden neu:
curla auf Anableps tetrophthalmus , exigua, Panama und Galapagos, bra-
266 P^'of. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
sinensis, Rio Janeiro, pleheja, Capverde, gerris, im Mund von Gerres
brasiliensis, Januarii, Rio Janeiro im Mund von Priacanthus und Platessa,
limbata, Cap York, indica, Bangkok, 7-hina, Philippinen, glohosa, im Mund
von Ephippus faber, truncata und eximia, Indischer Ocean, Borhonica,
Ile Reunion. — C. excisa Perty ist = parasita Reuss, wahrscheinlich
auch die schon von Marcgrave 1648 erwähnte Art; C. eremita Brünnich =
oestrum Spengler = stromatei Bleeker. Schiödte u. Meinert a. a. 0.
S. 222—256 Taf. 6 — 10.
Telotha Henselii Martens (als Cymothoa) und lunaris, Brasilien, im
Mund von Süsswasserfischen, Schiödte u. Meinert ebenda S. 286 — 292,
Taf. 10 Fig. 11 — 14.
Enispa triangularis Bleeker (als Cymothoa), Indischer Ozean, die-
selben ebenda S. 292—297, Taf. 11 Fig. 1, 2.
Ichthyoxenus Jellinghausii Herklots, Männchen und Weibchen zu-
sammen in einer Tasche hinter den Bauchflossen an Puntius maculatus,
einem Süsswassei fisch von Java, und I. montanus, Himalaya, an Puntius
sophore, dieselben ebenda S. 297—309, Taf. 11 Fig. 3 — 17.
Catoessa scahricauda (Berliner Museum Mscr.), Insel Adenare bei
Timor, dieselben ebenda S. 309—311, Taf. 12 Fig. 1, 2.
Cinusa tetrodontis im Mund von Tetrodon Honckeni, dieselben ebenda
S. 311—315, Taf. 12 Fig. 3 — 7.
Riothra Callipia, Indischer Ocean, dieselben ebenda S. 315 — 324,
Taf. 12 Fig. 8 — 13.
Agarna carinata, St. Croix auf Acanthurus chirurgus, dieselben
S. 328—334, Taf. 13 Fig. 1—6.
Idusa plagusiae, Westindien, an der blinden Seite der Pleuronectide
Plagusia, dieselben ebenda S. 334—336, Taf. 13 Fig. 7, 8.
Elthusa emarginata Bleeker (als Livoneca), Indischer Ocean, unter
dem Kiemcndeckel von Upeneus, ebenda S. 337—340, Taf. 13 Fig. 9, 10.
Livoneca, zwölf Arten beschrieben und abgebildet, darunter neu:
PanamensiSf Panama und Mazatlan, caudata, Japan, Californica, Californien,
Methepia, Rio Janeiro an den Kiemen von Achims, und Samoensis, Samoa-
Inseln, dieselben ebenda S. 344—381, Taf. 14—16.
Irona Renardi Bleeker (als Livoneca), Manila und Batavia, vatia,
Manila, melanosticta, Japan und Sandwich -Inseln, nana, Westindien, Bra-
uen, dieselben ebenda S. 381—395, Taf. 16 Fig. 10—15, Taf. 17 Fig. 1 — 11.
Cterissa pterygota KÖlbel (als Livoneca), Amboina, ebenda S. 396
bis 400, Taf. 17 Fig. 12-14.
Artystone try^ibia Schiödte, Laplata und Brasilien, ebenda S. 401 bis
404, Taf. 18 Fig. 1—4.
Urozeuctes Owenii M. Edw. , monacanthi, und caudatus, alle aus
Australien, dieselben ebenda S. 404—412, Taf. 18 Fig. 5 — 12,
Bopyridae, Phryxus abdominalis Kroy und Gyge Hippolytes Krüy.
Notizen über dieselben von Weber, Bijdiagen tot de Dierkunde, Amsterdam
1884 S. 34, 35.
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 267
Crj'ptoniscidae, R. Kossmann bespricht die Geschichte der
Kenntnis der Cryptonisciden, führt die bekannten Gattungen auf und er-
örtert einige Eigenthümlichkeiten derselben, womit er die Resultate seiner
eigenen Untersuchungen verbindet. Wahrscheinlich sind alle Individuen
protandrisch zweigeschlechtlich, so dass sie in einem früheren Larven-
stadium männlich sind, mit noch freier Ortsbewegung, und später als an-
geheftete Schmarotzer nur weiblich. Der Hohlraum, in welchem die Eier
abgelegt werden und worin diese heranreifen, ist eine Einstülpung der
Aussenseite des Körpers und daher liegen die Oeffhungen der Eileiter in
diesem Hohlraum. Die sogenannte Leber ist eine Verdauungsdrüse, in
welcher die Nahrung, nämlich das Blut anderer Crustaceen, von welchen
diese Schmarotzer leben, enthalten ist und assimilirt wird, während der
eigentliche Darm im späteren Zustand mehr oder weniger reduzirt wird.
Die Gattungen unterscheidet derselbe folgendermassen :
L Parasitisch auf Cirripeden.
a. auf Baianus und Creusia . . 1. Cryptothir Dana 1852 =
Hemioniscus Buchholz 1866.
b. auf parasitischen Cirripeden.
aa. frei in der Mantelhöhle . 2. Eumetor Kossm. 1872,
bb. den Mantel von innen aus
durchbohrend 3. Liriopsis M. Schuhze 1859
= Liriope Rathke 1843.
cc. den Stiel von aussen an-
greifend,
aaa. Kopfstück kurz; auf
Peltogaster . ... 4. Cryptoniscus Fr. Müll. 1870.
bbb. Kopfstück lang, ein-
gesenkt; auf Sacculina 5. Zeuxo Kossm. 1872.
IL Parasitisch auf Ostracoden ... 6. Cyproniscus.
III. Parasitisch auf Isopoden ... 7. Cabirops.
Cabirops, neuer Name für Cabira (Kossmann 1872 vergeben).
Cyproniscus^ neue Gattung auf das von G. O. Sars als Cryptothiria
in Oversigt of Norges Crustaceer Förh. Selsk. Christ. 1882 S. 73 be-
schriebene Crustaceum begründet, aber nicht näher charakterisirt.
Sitzungsber. d. Akad. d. Wissensch. Berlin 1884 S. 457-473.
Cladocera,
C. L. Herrick's Final Report on the Crustacea of Minnesota giebt
allgemeine Beschreibungen, zum Theil auch Abbildungen nicht nur der
nordamerikanischen, sondern auch der europäischen Gattungen und Arten,
theilwcise europäischen Autoren entnommen, mit biologischen und kritischen
Bemerkungen, so dass dieses Werk als Handbuch für die Kenntniss der-
selben im Allgemeinen dienen kann. Die Feinde dieser Thiere werden
268 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
in der Einleitung S. 8 — 12 einzeln aufgeführt, der Versuch eines Stamm-
baumes der Gattungen findet sich auf S. 15. Im Folgenden werden nur
diejenigen Arten erwähnt werden, welche in Nordamerika leben und vom
Verfasser ausführlicher beschrieben sind.
Sididae* Pseudosida^ neue Gattung, unterscheidet sich von Sida
durch dreigliedrige Fühler und durch die grosse Anzahl der Borsten an
dem zweigliedrigen Seitenast derselben; die Geissei des ersten Fühlerpaares
auch beim Weibchen lang. Ps. bidentata, Mobile-Bay in Alabama, Her-
rick, Crustaceen von Minnesota S. 20 Taf. K Fig. 9.
Daphniidae« Daphnia pulex var. nasuius [— a], Alabama und bei
Lake Superior, D. hyalina Leydig, galeata Sars, dubia Herr., Kalbergensis
Schädl. und magniceps^ alle in Nordamerika, Herrick, Crustacea Minnesota
S. 56 — 67, Taf. J, K, L, N, T und ü.
Simocephalus congener Birge, Minnesota, rostratus, Ocean Springs
Mississippi, und daphnoides Herr., Fluss Tennessee, Herrick, ebenda S. 47, 48.
Ceriodaphnia scittda, Herrick, ebenda S. 46 Taf. B Fig. 5 — 7
Minnesota.
Scapholeberis armata, angulata Herrick und nasuta Birge, Herrick
ebenda S. 43, 44 Taf. B Fig. 9 — 11 Taf. T Fig. 7, Alabama; Sc. nasuta
Birge = aurita Fisch. Derselbe ebenda, S. 175.
Moina rectirostris Müll, und paradoxa Weism. 1877 auch im Thal
des Mississippi, Herrick ebenda S. 34 Taf. A Fig. 1 — 11.
Lyucodaplinidae. Macrothrix tenuicomis Kurz und pauper Herr.
Minnesota, Herrick, Crustacea of Minnesota S. 70 Taf. C Fig. 1 — 4 u. 12.
Lyncodaphnia macrothroides [macrotrichoides] Herr., grössere Seecn
von Minnesota, Herrick, ebenda S. 74, 75 Taf. B Fig. 12, 13 Taf. B,
Fig. 1 und 3.
Ilyocryptus spinifer Herr., Minnesota, Herrick, ebenda S. 77 Taf. C
Fig. 18, 19.
Lynceidae. Acroperus leucocephalus Koch, amerikanische Form,
Herrick, Crustacea Minnesota S. 82 Taf. E Fig. 5.
Camptocercus macrurus Müll, und rotundus Herr., Minnesota, Herrick,
ebenda S. 83, 84, der erstere Taf. E Fig. 10.
Alonopsis latissima Kurz und media Birge var., Minnesota, Herrick,
ebenda S. 86, 87 Taf. C Fig. 8, 9 Taf. G Fig. 1 und 9.
Leydigia quadrangularis Leyd., Alabama, Herrick, ebenda S. 88
Taf. H Fig. 4.
Graptoleberis testudinaria Leyd. var., Minnesota, Herrick, ebenda S. 90.
Alona lineata Fischer var. quadrangularis Müll., affinis Leyd., alle
von Minnesota, A. glacialis Birge varr. tuherculata und laevisj Herrick,
ebenda S. 96 — 101 Taf. E. Fig. 1, 2, Taf. F Fig. 14, Taf. G Fig. 4—7
und 14.
Alonella pulchella und excisa Fischer, Minnesota, Herrick, ebenda
S. 103, 104 Taf. Q Fig. 1—3 Taf. E Fig. 6 Taf. G Fig. 10, 11.
Pleuroxus affinis, Alabama, und denticalatus, hamatus, unidens
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 269
Birge und procurvus, Minnesota, Tennessee, Alabama, Herrick, ebenda
S. 110—113 Taf. E Fig. 3, 4 Taf. F Fig. 15 Taf. G Fig. 12, 13
Taf. H Fig. 1, 2.
Chydorus sphaericus Müll., globosus Baird und coelatus Schoedl.,
Minnesota, Herrick, ebenda S. 116, 117 Taf. F Fig. 1 — 12.
Polyphemidae. Poljphemus pediculus (Geer) im kleinen und
grossen Teich im Riesengebirge beobachtet von 0. Zacharias, Zeitschr.
für wissensch. Zoologie XLI S. 252.
Ostracoda.
W. Müller giebt ein Verzeichniss der von ihm an der Nord- und
Ostsee beobachteten Cytheriden nebst anatomischen Bemerkungen über
eine rudimentäre Schalendrüse am Auge von Xestoleberis nitida, über die
Funktion der Antennendrüse, s. oben S. 241, und über die Homologie der
Geschlechtsorgane, s. oben S. 242, Archiv f. Naturgesch. Bd. L S. 12
bis 17.
Seguenza setzt seine Beschreibung quaternärer Ostracoden aus Si-
cilien fort, Naturalista Siciliano III S. 115 — 118, 141 — 145, 179 — 183,
223 — 227, 262 — 266, 287—291, 308 — 311 und 349 — 352, Taf. I und
II; die abgebildeten Arten vsrerden unten erwähnt.
Paläozoische nordamerikanische Arten aus den Gattungen Leperditia,
Isochilina, Primitia, Entomis und Entomidella, R. Jones, Ann. and Mag.
of nat. hist. (5) XIV S. 339—347 und 391 — 402 Taf. 15.
Cypridae. Bairdia subdeltoidea Münster, in Messina lebend häufig
und 3fessanen{s, ebendaher, Seguenza, Naturalista Siciliano III S. 124 bis
127, die erstere Taf. 1 Fig. 8.
Cytheridae. Cythere Venus, Rizzolo quaternär, mit var. Messanensis,
lebend in Messina, Seguenza, Naturalista Siciliano III 1883 S. 48 und
149, Taf. 1 Fig. 7. — C. pellucida Baird., var. gracilis und C. mirabilis,
Rizzolo quaternär, derselbe ebenda, S. 179 und 223 Taf. 1 Fig. 10 tmd
Taf. 2 Fig. 4.
Cytheridea torosa Brady 1864 = lutea W. Müll. 1880, bei Grcifs-
wald beobachtet, Wilh. Müller, Archiv für Naturgesch. LS. 13.
Loxoconcha avellana (Brady, Normania), tenuis und seminulwn, Se-
guenza, Naturalista Siciliano III S. 254-256 Taf. 1 Fig. 10 Taf. 2
Fig. 1 und 2, Messina.
Elpidium bromeliarum Fr. Müller, spinnend, Wilh. Müller, Archiv
für Naturgesch. L S. 213, 216.
Xestoleberis producta Seguenza und succata, Seguenza, Naturalista
Siciliano m S. 319 und 321 Taf. 1 Fig. 13, 14, Messina. — X. com-
pressa, Messina, derselbe ebenda Bd. IV S. 45 Taf. 2 Fig. 3.
Cytherura exagonalis [hexag.], Seguenza, ebenda IV S. 47 Taf. 2
Fig. 4, Messina.
Cytherois, neue Gattung, Mund etwas mehr vorgezogen als gewöhnlich.
Ober- und Unterlippe miteinander verwachsen, eine Saugscheibe bildend;
270 Trof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
erstes Fühlcrpaar, Geissei des zweiten und Mandibular - Palpen verlängert.
Durch die Bildung der Mundtheile steht diese Gattung Paradoxostoma
nahe und ist wahrscheinlich auch saugend , aber die Kiefer sind wie
bei andern Cytheriden gebildet. C. virens, Insel Sylt, sehr beweglich,
W. Müller, Archiv für Naturgeschichte Bd. L S. 15—17 Taf. 2 Fig. 10
bis 13.
Paradoxostoma, zwei unbestimmte Arten aus der Nordsee, W. Müller
ebenda S. 15.
Cypridinidae, Cypridina concinna Jones? var. problematica , C.
foveolata, clathrata Reuss, deformis Reuss var. edentula und C. himamillata^
Seguenza, Naturalista Siciliano III S. 116, 117, 141, 262 und 265 Taf. 1
Fig. 10, Taf. 2 Fig. 2, 3, 5 und 6. Rizzolo, quaternär.
Copepoda.
C. L. Herrick's „Final Report of the Crustacea of Minnesota" ent-
hält einen allgemeinen Bericht und spezielle Beschreibungen der nicht-
parasitischen Süsswasser-Gattungen dieser Ordnung, nicht nur von Amerika,
sondern auch von Europa, theilweise europäischen Autoren entnommen,
mit vielen Abbildungen. Die Feinde derselben sind in der Einleitung
S. 8 — 12 behandelt.
Argulidae. Argulus, 4 nordamerikanische Arten, auf verschiedenen
Arten von Fischen gefunden, auch Seefischen, aufgezählt von R. Rathbun,
Proc. ün. St. Nat. Mus. VII S. 484—485.
Calanidae« Calanus cristatus Kröy., vom Berings-Meer, Poppe,
Archiv für Naturgeschichte L S. 282 — 286 Taf. 20 Fig. 1 — 6.
Temora affinis Poppe, auch im Golf von Mexico, Herrick, Crustacea
Minnesota, S. 182.
Diaptomus Minnetonka, See Minnetonka, sanguineus Forb., gigas Forb.
var. maximus Herr., longirostris Herr. var. leptopus Forb. und var. similis,
und D. pallidus Herr, mit var. sicilis Herr., alle in den Ver. Staaten von
Nordamerika, Hemck, Crust. Minnesota S. 135—142 Taf. Q Fig. 5—13
und 17, 18. — D. laticeps Sars im Mannsfelder Salzsee, Poppe, Zool.
Anzeig. VII S. 499.
Psmdodiaptomus, neue Gattung, nahe Diaptomus und Metridia, Auge
klein, Fühler anscheinend zweiundzwanzig-gliedrig in beiden Geschlechtern,
der rechte beim Männchen knieförmig gebogen; innerer Ast des ersten
Fühlerpaares anscheinend nur zwei- oder dreigliedrig; beide Aeste des
ersten Fusspaares dreigUedrig; innerer Ast des fünften Fusspaares beim
Männchen ähnlich wie bei Diaptomus, beim Weibchen schlank, einfach,
dreigliedrig ; Spermatophor gross, bimförmig. P. pelagicus, Golf von Mexico.
Herrick, Final Report on the Crustacea of Minnesota S. 180 und 181.
Epischura lacustris Forbes, Minnesota, und fluviatilis Herrick, Ala-
bama, Herrick, Crustacea Minnesota S. 131 — 133 Taf. Q Fig. 14—16.
Cyclopidae. Cyclops ater und parvus Herr., brevispinosus, grössere
Seeen von Minnesota, oithonoides Sars, Thomasi Forbes, insectus Forb.,
Naturgeschichte der Crustaceen während des Jahres 1884. 271
tenuicornis Claus, modestus Herr., serrnlatus Fischer var. clegans, fluviatilis
Herr., phaleratus Koch var. affinis Sars = adolescens Herr. = perarmatus
Cragin, und C. fimbriatus Fischer, Ver. Staaten von Nordamerika, Herrick,
Crust. Minnesota S. 144—163 Taf. 0 Fig. 17—19 Taf. Q2 Fig. 10—12
Taf. Q5, Taf. R, Taf. S, Taf. U Fig. 4, 9. — C. alpestris und nivalis,
Daday, Term. Füzetek. VH S. 46, 47. Ungarn.
Harpacticidae. Lon^ipedina, neue Gattung, nahe Longipedia, aber
erstes Brustsegment getrennt, die zwei ersten Abdominalsegmente beim
Weibchen verbunden; die vordem Fühler beim Männchen gut ausgebildet,
fünfgliedrig und greifend; der innere Ast des zweiten Fusspaares beim
Männchen auch greifend; zwei Eiersäckchen. L. paguri, Insel Sylt, in
von Einsiedlerkrebsen bewohnten Schalen von Neptunea antiqua und Bnccinum
undatum. W. Müller, Archiv für Naturgeschichte Bd. L S. 19 — 22 Taf. 3.
Bradja limicola, Ocean Springs, Mississippi, Herrick, Crustacea Minne-
sota S. 185.
Amyone [Amymone] und Laophonte, unbestimmte Arten aus dem
Golf von Mexico, Herrick, ebenda S. 183.
Canthocamptus tenuicaudis mit gracilis Sars sehr nahe verwandt,
Alabama, Northumbricus var. Ämericanus, Seen von Minnetonka und Cal-
houn, Illinoisensis Forb. , Minneapolis, JMinnesotensis , Minnesota, Herrick
Crust. Minnesota S. 164—173 Taf. O Fig. 1—4, 20, 22 Taf. Q Fig. 15,
16 und Taf. T Fig. 1 — 6. — C. omaius Daday Term. Füzetek VII S. 48
Ungarn.
Attheyclla Brady, kritische Bemerkung, ders. ebenda S. 174.
Mesochra Lilljeborgii Boeck und Adriatica, in Triest im offenen
Meer gefunden, Car., Archiv für Naturgesch. L S. 243, 244, Taf. 17
Fig. 1-4.
Laophonte }nlosa, Triest, littoral, derselbe ebenda S. 245 Taf. 17
Fig. 5—15.
Thalestris pectinimana, Triest, im offenen Meer, derselbe ebenda
S. 248 Taf. 18 Fig. 1—8.
Harpacticus chelifer Müll., var. arcticus, nördlicher Stiller Ocean und
Beringsmeer, Poppe, Archiv für Naturgesch. L S. 296 — 302 Taf. 23 und
24. — Harpaticus chelifer Müll.? neue Varietät aus dem Golf von Mexico,
Herrick, Crust. Minnesota S. 184.
Iluntemannia, neue Gattung. Erstes Fusspaar stachlig, äusserer Ast
zweigliedrig mit zwei langen Borsten, innerer kürzer, eingliedrig, in zwei
Dornen endigend; erstes Fühlerpaar beim Weibchen fünfgliedrig; Mandi-
bular-Palpus einfach, eingliedrig. H. Jadensis, Jadebusen, Poppe, Abhandl.
des naturwiss. Vereins Bremen IX S. 57.
Idya furcata M. Edw. = Tisbe ensifera Fischer, Triest, im offenen
Meer, Car, Archiv für Naturgesch. L S. 250 Taf. 18 Fig. 9, 10.
Peltidiidae. Scutellidium Arthuri, Stiller Oeean, 55° nördl. Br.
aaf Algen, Poppe, Archiv für Naturgesch. L S. 291—296 Taf. 21 Fig. 1
bis 4, Taf. 22 Fig. 1 — 12.
272 Pi'of' E(3' V. Martens: Naturgeschichte der Crustaceen.
Zaus Äurelü, Stiller Ocean, 55 ° N. Br. auf Algen. Poppe, Archiv
für Naturgesch. L S. 286—291 Taf. 20 Fig. 7—9, Taf. 21 Fig. 5—15.
Corycaeidae. Saphirina sp.? von Triest, Car., Archiv für
Naturgesch. L S. 253 Taf. 18 Fig. 11—14.
Dichelesthidae. KrÖyeria galei-vulgaris^ Hesse, Annales des Sciences
Naturelles (6) XVI S. 2 Taf. 1 Fig. 1 — 11 auf den Kiemen von Galeus
vulgaris; nur das Weibchen bekannt.
Eudactylina squatinae-angeli, derselbe, ebenda S. 5 Taf. 2 Fig. 1 — 13
auf den Kiemen von Sqaatina angelus, sehr beweglich, Weibchen und
Larve bekannt. — E. musteli-laevis und carchariae [sie!] glauci Hesse,
ebenda S. 8 Taf. 3 Fig. 1 — 23 auf den Kiemen von Mustelus laevis und
Carcharias glaucus, nur das Weibchen bekannt.
Pagodina carchanae [!] glauci, derselbe ebenda S. 13 Taf. 1 Fig. 12
bis 19, auf den Kiemen von Carcharias glaucus.
Lernanthropus, 2 neue Arten von S. Richiardi, Atti Societa Toscana
di Scienza naturali, Pisa, proc. verb. IV S. 82.
Notodelphyidae? Gastrodelphis, neue Gattung, unsicherer Stellung,
vielleicht mit Sabellacheres verwandt. G. Clausii, Adriatisches Meer,
Gräffe, BoU. Soc. Adriatica di Scienze naturali Triest, VIII, Lief. I mit
1 Tafel.
Cirripedia.
Balanidae* Baianus crenatus Brug., Basis kalkig unter der Ebbe-
grenze, und B. balanoides L. Basis häutig, zwischen Fluth- und Ebbegrenze.
Hoek, Schaaldieren van de Oosterschelde, Tijdschrift Nederl. Dierkundige
Vereeniging Suppl. I Lief. 2 1884 31 S. 800, S. 3 — 5.
Acasta suleata Lam. Varietät von Albany-Insel, Miers, Zool. Col-
lections of H. M. S. „Alert" S. 322.
Peltogastridae. Y. Delages veröfFentHcht seine Beobachtungen
betreffend die Entwicklung von Sacculina carcini Thomp. (siehe vor. Be-
richt S. 22), ausführlicher in Archives de Zoologie experimentale (2) II
S. 417—448, 9 Tfln. — Auszug in Kosmos. XIV S. 454—457.
Sacculina panopei auf Panopeus Herbstii M. Edw., Florida, allgemeine
Beschreibung, Gissler, American Naturahst XVIII S. 225 — 229, mit
Holzschnitt.
Sphaerothylacus , neue Gattung. Sph. polycarpus, Indischer Ocean,
Sluiter, Natuurkundig Tijdschrift v. Nederlandsch Indie, Batavia, XLHI
S. 201 — 204 mit 1 Tafel, auch besonders erschienen.
Xiphosura.
Notiz über die Häutung von Limulus Polyphemus, Lockwood
American Naturalist Band XVIII S. 200. — üeber den Testikel von
Limulus W. B. S. Benham Transact. of the Linn. Soc. Lond. (2) II
S. 362—366, 1 Taf., ein Auszug in Joum. Roy. microscop. Soc. (2) IV
S. 49. _^^^
Druck von E. Buchbinder in Neu-Ruppin.
Zweiter Band. Zweites Heft.
Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der
Wirbelthiere und Mollusken.
Inhalt.
Seite.
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Mol-
lusken während des Jahres 1884. Von Prof. Ed. von
Martens 1
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Säuge-
thiere während des Jahres 1884. Von Ant. Reichenow 95
Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jahres 1884. Von Ant. Reich enow . . 154
Bericht über die Leistungen in der Herpetologie während des
Jahres 1884. Von Dr. Oskar Boettger in Frankfurt
am Main 252
Bericht über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1884. Von Dr. F. Hilgendorf 328
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Mollusken während des Jahres 1884.
Von
Prof. Ed. V. Kartells.
Allgemeines.
P. Fischer setzt sein werthvolles Handbuch fort und be-
handelt in Lief. VI und VII die Opisthobranchiaten und einen
Theil der Pectinibranchiaten. Unter den letzteren theilt er die
Gattungen in Untergattungen und diese wieder in Sektionen
ein, die neuen darunter werden im Folgenden namhaft gemacht
werden.
Der dritte Band von Tryon's „Structural and Systematic
Conchology" behandelt die Pulmonaten, Dentaliiden und Bi-
valven auf dieselbe Weise, wie der vorige die Cephalopoden
und marinen Gastropoden (siehe vorigen Bericht) und giebt eine
sehr vollständige Aufzählung der Gattungen und Untergattungen,
mit ihren Daten, Synonymien und wichtigeren Kennzeichen,
geographischer Verbreitung und typischen Arten, manchmal
auch ihrer Etymologie, sowie Bemerkungen über ihre Lebens-
gewohnheiten, die letzteren meistens aus Jeffreys' „British Con-
chology" entnommen. Das alphabetische Register für Band II
u. III zusammen, 67 Seiten, wird für den praktischen Conchy-
liologen sehr nützlich sein. Die Tafeln enthalten Abbildungen
aller Gattungen und vieler Untergattungen und stellen meistens,
aber nicht ausschliesslich, die Schale dar.
E. Ray-Lankester giebt eine allgemeine Uebersicht der
Mollusken, mit besonderer Berücksichtigung ihrer Anatomie und
Entwicklungsgeschichte und schlägt folgende Klassification der-
selben vor:
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. U. Bd. 2. H. A
2 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Phylum : Mollusca.
A. Glossophora. Class. 1. Gastropoda einschl. Heteropoda
2. Scaphopoda oder Dentalia
3. Cephalopoda einschl. Pteropoda [!]
B. Lipocephala. 4. Acephala oder Lamellibranchia.
Die Gastropoden werden eingetheilt wie folgt:
Subcl. 1. Isopleura: Chiton, Neomeniidae und Chaetoderma
* 2. Anisopleura. a. Streptoneura. Ord. 1. Zygobranchia : Pa-
tella, Haliotis, Fissu-
relladae.
Ord. 2. Azygobranchia : die
meisten schaligen,
marinen Gastropoden
und die Heteropoden.
b. Euthyneura. Ord. 1. Nudibranchia
Ord. 2. Pulmonata
Ord. 3. Opisthobranchia.
Die neuen Bezeichnungen „gonad" für Geschlechtsorgan, „os-
phradium" für Sinnesorgan und „cteuidium" für Kiemen wer-
den eingeführt. Encyclopaedia Britannica, 9. Auflage, XVI
S. 632—697. — Ein Auszug mit kritischen Bemerkungen von
F. W. Dali, Science, No. 71 S. 730—732.
Anatomie und Physiologie.
F. Jickeli giebt eingehende Berichte über einige die
Anatomie der Mollusken behandelnde Arbeiten von Fleming,
Blochmann, Sarasin, Griesbach und Haller im Jahrb. d. Malak.
Gesellsch. S. 291—306.
C. G robben beschreibt die Urogenital - Organe von Sepia
und Eledone. Sepia besitzt ein Paar Nierensäcke, stark drüsig,
mit Epithel ausgekleidet und eigene Papillen, nach aussen sich
öffnend. Eine OefFnung verbindet diesen Nierensack mit einer
andern Höhle, die mit Flimmer-Epithel ausgekleidet ist und die
Kiemenherzen, das Aorten-Herz und die Geschlechtsorgane um-
schliesst. Das Ovarium bildet eine in diese Höhle vorspringende
Leiste, die aus Epithelfalten besteht; die Eier werden vom
offenen Ende der Eileiter aufgefangen und gelangen durch die-
selben in die Mantelhöhle. Bei Eledone ist die Peritonealhöhle
nicht so gross wie bei Sepia und umgiebt nicht mehr das Herz,
ihre Wand wird fast ganz von den Ovariumfalten eingenommen,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 3
ein enger, flimmernder Kanal führt von ihr noch in den Nieren-
sack. Bei Nautilus ist die betreffende Höhle noch ähnlich wie
bei Sepia; bei den übrigen Mollusken ist sie zum Pericardialraum
zusammengeschmolzen. Dentalium zeigt so manche Anklänge
an den Cephalopoden in dieser Beziehung, dass der Verfasser
geneigt ist, in demselben einen zurückgebliebenen Nachkommen
der Urform der Cephalopoden zu sehen. Die Pteropoden da-
gegen stehen auch hierin den Gastropoden weit näher als den
Cephalopoden; die Saugnäpfe bei Pneumodermon sind vermuth-
lich neu erworben und die spiralgewundenen Pteropoden-Gat-
tungen die ältesten, die seitlich-symmetrischen erst der schwim-
menden Lebensweise wieder angepasst, da ihre inneren Organe
unsymmetrisch sind, wie bei den Gastropoden. Schliesslich
kommt der Verfasser zu der Anschauung, dass alle Mollusken
eine secundäre Leibeshöhle besitzen, die durch einen Flimmer-
kanal mit der Niere in Verbindung steht und die von einem
Peritoneum ausgekleidet ist, in welches die in der Höhle befind-
lichen Organe von aussen eingeschoben sind; sie ist demnach
in allen wesentlichen Punkten der secundären Leibeshöhle der
Anneliden und Wirbelthiere homolog. Arbeiten d. zoolog. In-
stituts in Wien V S. 179—252 mit 3 Tafeln.
H. Wegmann liefert eine ausführliche anatomische Be-
schreibung von Haliotis tuberculata und weist nach, dass sie
in Vielem mit den Muscheln übereinstimmt: es sind zwei Boja-
nische Organe vorhanden; die Geschlechtsorgane bestehen nur
aus einer männlichen und einer weiblichen Drüse, die beide in
den Hohlraum des Bojanischen Organes münden. Herzohr,
Kieme, Aorta sind doppelt vorhanden, wie bei den Muscheln
und wie bei diesen wird die Herzkammer vom Darme
durchbohrt. Die gegenseitige Lage der Organe dagegen ist
durch die bedeutende Ausbildung des Schalenmuskels sehr ver-
ändert. Archives de Zool. exper. (2) H S. 289—378 Taf. 15
bis 19.
Haut und Schale. Das Epithelium und Gallertgewebe bei
Cymbulia und Tiedemannia, Carinaria und Pterotrachaea wurde
von Jos. Paneth näher untersucht, betreffs des zweiten stimmt
er mit Gegenbaur überein, dass es dem Schleimgewebe der
Wirbelthiere entspreche. Die Haut wird an den meisten Körper-
theilen nur durch eine Schichte von Epithelplatten gebildet,
aber bei Cymbulia und Tiedemannia zeigen die Flossenränder
4 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
kubisches oder cylindrisches Wimper -Epithel, das mit vielen
Nerven und Sinnesborsten versehen ist. Pterotrachea zeigt
mehrere schwach vorragende Stellen auf der Haut, die aus
zwei Arten von Zellen bestehen; jede dieser Stellen hat einen
eigenen Nerven, Wimperhaare und einen mittleren fadenartigen
Fortsatz; sie sind am besten ausgebildet in der Furche an jeder
Seite der Flosse, und sind vermuthlich Sinnesorgane, vielleicht
analog denen in der Seitenlinie der Fische. J. Paneth, Archiv
für Mikroskop. Anat. XXIV S. 230—262 Taf. 14, 15.
E. Ehrenbaum beschreibt den feineren Bau der Schalen
verschiedener Muscheln, er nennt das Periostracum „Epicuti-
cula" und unterscheidet mehrere Schichten darin bei Mytilus;
bei Cyprina wird sie quer gefaltet durch übermässiges Längen-
wachsthum am Schalenrande und zeigt sich daher oft im älteren
Theile der Schale in concentrischen Ringen abgerieben; bei
Corbula ist sie mit zahlreichen, ziemlich langen Anhängen ver-
sehen. Der Verfasser spricht sich gegen die Annahme von
TuUberg aus, dass die Epicuticula ein Produkt der chemischen
Umbildung von Zellen sei. Die äussere Schichte der eigent-
lichen Kalkschale besteht bei Mytilus aus nadelähnlichen Kalk-
partikeln, bei Cyprina und Mya aus Blättchen oder Knötcheo,
bei Cardium edule aus Querlamellen, parallel dem Schalenrand.
Die innere oder weisse Schicht bei Mytilus ist im Baue der
Perlmuttersubstanz sehr ähnlich; bei Cyprina und Astarte be-
steht sie auch aus Lamellen, einige hell und einige dunkel,
alle von mehr oder weniger zahlreichen Kanälen durchbohrt,
deren Menge gegen das Schloss hin zunimmt; bei Scrobicularia
ist sie an vielen Stellen deutlich prismatisch. Die innere
Schale von Mya vereinigt nahezu alle die genannten Eigen-
heiten. Bei Cardium edule fand der Verfasser, dass die innere
Schicht immer sehr dünn ist, die äussere dagegen an Dicke
mit dem Alter zunimmt, und diese eigenthümliche Thatsache,
die mit der allgemein angenommenen Theorie über das Wachs-
thum der Schale scheinbar im Widerspruch steht, sucht er durch
die Annahme zu erklären, dass die älteren Theile der inneren
Schicht allmählich sich umgestalten, so dass sie zuletzt von der
äusseren nicht mehr zu unterscheiden sind. Im Allgemeinen
findet der Verfasser, dass der feinere Bau der Innenschicht bei
Cardium, Tellina und Scrobicularia weit mehr mit demjenigen
der Gastropodenschale übereinstimme als bis jetzt angenommen
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 5
wurde. Die Muskeleindrücke zeigen eine dritte Art von Struktur,
eine ziemlich durchscheinende Substanz breitet sich gangartig
in der Innenschicht aus. Der Verfasser glaubt, sie stamme
aus der Umbildung von Fortsätzen des Muskels, welche in die
Schalen Substanz eindringen. Eine vierte kreideartige Substanz
findet sich in den Vorsprüngen der Schale, welche das Ligament
tragen. Die Unterscheidung, ob der Kalk in den Muschelschalen
als Kalkspath oder als Aragonit krystallisire, wie sie von
G. Rose 1858 und Serby 1879 gemacht wurde, erscheint dem
Verfasser nicht sehr zuverlässig. Zeitschr. für wissensch. Zoo-
logie XLI S. 1—47 Taf. 1, 2.
Notiz über die chemische Zusammensetzung der Schnäbel
der Cephalopoden, der Schalenhaut von Modiola und der hor-
nigen Schale von Velutina coriacea von W. H. Dali, American
Naturalist XVIH S. 777, 778.
F. Houssay beschreibt den Bau, die Bildung und Be-
festigung des Deckels; sowie die Fussdrüsen bei einer beträcht-
lichen Anzahl von Pectinibranchen (siehe den speziellen Theil) ;
er kommt zum Resultate, dass der Deckel weder der zweiten
Sohale der Bivalven, wie Gray annahm, noch dem Byssus, wie
Loven annahm, homolog sei, sondern ein ganz eigenthümliches
Organ, von beiden, sowohl in der Lage als in der Art des
Wachsthums verschieden. Ferner unterscheidet er zwei Arten
von Fussdrüsen, die suprapedalen und die eigentlichen Fuss-
drüsen; die ersteren sind sehr complizirt bei denjenigen Gat-
tungen, die einen Deckel haben, und sie sind dasjenige Organ,
welches den Deckel bildet. Die eigentlichen Fussdrüsen zeigen
dreierlei Theile: erstlich eine seichte Querrinne längs des Vorder-
randes des Fusses, 2. einen Längskanal innerhalb des Fusses
und 3. einen faltigen Hohlraum am Ende dieses Kanals, in der
Mitte der Unterseite des Fusses nach aussen geöffnet; alle diese
drei Theile sind von Drüsenzellen umgeben. Dieser ganze
Apparat ist dem Byssus -Apparat homolog und unterscheidet
sich davon nur durch die mehr untergeordneten Umstände, dass
die Oeifnung bei den Muscheln mehr nach unten und hinten
liegt, indem der obere Rand der Mündung sehr stark ausge-
bildet ist, dass der Kanal bei den Bivalven verzweigt, bei den
Schnecken einfach ist und dass die Querrinne bei den Muscheln
wegfällt. Archives de Zool. exper. (2) II S. 171-288 Taf. 7
bis 14. ~ Vorläufige Mittheilung in den Comptes rendus de
6 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
rinstitut, Januar 1883 S. 236, übersetzt in Ann. and Mag. of
nat. bist. (5) XIII S. 304—306.
Muskeln. Plateau 's Arbeit über die Muskelkraft der
Muscheln (siehe den vorigen Jahresbericht S. 523) ist auch in
den Archives de Zoologie experimentale (2) II. Bd. S. 145 bis
170 wiedergegeben.
Der histologische Bau der Muskeln in Cymbulia und Tiede-
mannia, Pterotrachea und Carimaria wird beschrieben von Jos.
Paneth im Arch. mikr. Anat. XXIV S. 262—269 Taf. 15 u. 16.
Verdanungssystem. Em. Bourquelot veröffentlicht eine
besondere Schrift über die Verdauung der Cephalopoden unter
dem Titel: Recherches sur les phenomenes de la digestion chez
les MoUusques Cephalopodes. Paris 1884 131 Seiten 3 Taf., 8^
J. Frenzel setzt seine Untersuchungen des Inhalts der
„Mitteldarmdrüse" oder der sogenannten Leber der Meer- und
Landmollusken fort; er beschreibt die Zellen und die darin
enthaltenen Körner selbst, die bei den verschiedenen Gattungen
in Farbe, Grösse u. s. w. verschieden sind, bespricht ihre che-
mischen Eigenschaften, beschreibt ferner die keulenförmigen
Fermentzellen, deren Aussehen ebenfalls je nach der Gattung
sehr verschieden ist, .und endlich die Kalkzellen. Die Körner-
zellen finden sich in allen Mollusken, ausgenommen die Cepha-
lopoden, die Keulenzellen fehlen nur in Chiton, Patella, wahr-
scheinlich auch in Fissurella und in den Pteropoden, vielleicht
auch in einigen Bivalven; die Kalkzellen fehlen wahrscheinlich
in allen Bivalven und in den Heteropoden, auch in einigen
Gattungen der Gastropoden. Archiv für mikroskopische Ana-
tomie XXV S. 48—84 Taf. 2.
Ed. Bonardi untersucht die Wirkung der Verdauungs-
flüssigkeit einiger Landschnecken auf Stärkemehl und verwandte
Substanzen. Bolletino scientifico von Maggi, Pavia VI No. 2
S. 40—53.
Der microscopische Bau der Verdauungsorgane von Helix
pomatia ist der Gegenstand einer Arbeit von Ed. Bonardi in
Atti della R. Acad. delle Scienze, Torino XIX S. 33—46 Taf. 1.
R. Rössler giebt einen vorläufigen Bericht über seine
Untersuchungen betreffs der Bildung der Zungenzähne aus
mehreren Epithelzellen „Odon toplasten," bei verschiedenen Ord-
nungen und Klassen der Mollusken. Zool. Anzeiger VII S. 540
bis 543.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 7
Gefässsystem. Alfr. Nalepa beschreibt das Gefässsystem
von Zonites Algirus, die Arterien sind ganz deutlich und unab-
hängig vom umgebenden Gewebe bis zu ihren feinsten Ver-
zweigungen, die Venen dagegen haben oft keine besondere
Wandung. Sitzungsber. der Akad. Wien 1883 S. 237 u. flF.
P. Schiemens behandelt wiederum die Frage, ob die
Mollusken Wasser von aussen durch bestimmte Oeffnungen auf-
nehmen können und weist durch Experimente nach, dass Na-
tila Josephinia in der That eine beträchtliche Menge von Wasser
in ganz kurzer Zeit aufnimmt, um sich auszustrecken, wahr-
scheinlich durch Oeffnungen am Fussrande, und dass dieses
Wasser vom Blute gesondert bleibt, indem es bei dem Zu-
sammenziehen wieder ausgestossen wird, ohne constant eine
merkliche Beimischung von Blutzellen oder Eiweiss zu enthalten.
Mittheil. d. Zool. Station Neapel Band V S. 509—543.
Th. Barrois bestreitet die Existenz von Wassercanälen
in einer besonderen Schrift unter dem Titel: Sur l'introduction
de l'eau dans le Systeme circulatoire des Lamellibranches et
sur l'anatomie du peed des Lucinidae. Lille 1884 gr. 8^
12 Seiten.
Auch H. Griesbach bespricht wieder diese Frage mit
Beziehung auf einige neuere Schriften darüber, aber ohne noch
die Resultate seiner eigenen letzten Arbeiten mitzutheilen.
Zool. Anzeiger VII S. 169—171.
Athemorgane. Die Kiemen der Prosobranchiaten-Mollusken
sind Gegenstand einer Schrift von H. L. Osborn, Studies at
the biological Laboratory, Hopkins Univ. Baltimore III 1 S. 37
bis 48 und in J. Hopk. Univ. Circular nro 32 July 1884 S. 128.
Niere. Vortrag über Bau und Thätigkeit der als Nieren
zu betrachtenden Organe bei den Mollusken von Dr. Lands-
berg, Schriften der Physikalisch - Oekonomischen Gesellschaft
in Königsberg 1884 Heft II S. 41.
Nach P. de Meuron wird die Niere von Helix zum Theil
durch eine Einstülpung des Ectoderms und zum Theil von dem
Mesoderm gebildet; beide Theile verschmelzen aber frühe und
so genau miteinander, dass sie nicht mehr unterschieden werden
können. Abstract in Am. Naturalist XVIII S. 833—834.
H. von Ihering hat beobachtet, dass bei Vaginulus und
bei Bulimus oblongus der Ureter fehlt und die Niere direct in
die Lungenhöhle mündet; bei Bulimulus auris-leporis und
8 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
papyraceus ist derjenige Theil der Lungenhöhle, in dem die
Niere sich öfihet, von dem übrigen etwas abgetrennt, bei Buli-
mus Biainvilleanua ist ein vollständiger Ureter vorhanden; der
Verfasser fühlt sich hierdurch in seiner Annahme bestärkt, dass
die Lungenhöhle der stieläugigen Landschnecken, die er dess-
halb Nephropneusten genannt hat, durch Umgestaltung der Niere
entstanden und nicht der Athemhöhle der im Wasser lebenden
Gastropoden homolog sei. Zeitschr. f. wissensch. Zoologie XLI
S. 259—283 Taf. 17.
D. Barfurth bestätigt das Vorhandensein zweier ver-
schiedener Absonderungsorgane bei Cyclostoma elegans, die
schon von Clapar6de 1858 beschrieben wurden, die sogenannte
Concrementaldrüse enthält Körnchen von Harnsäure, aber die
sogenannte Niere enthält weder diese, noch sonst eine ähnliche
chemische Substanz und gleicht in Bau und Funktion mehr
dem Bojanischen Organ der Muscheln. Zool. Anzeiger VII
S. 474, 475.
Nervensystem, L. Böhmig, Beiträge zur Kenntniss des
Centralnervensystems einiger pulmonaten Gastropoden , Diss.
inaug. Leipzig 1883, 52 Seiten 2 Tafeln 8% beschreibt die
mikroskopische Struktur des Central - Nervensystems von Helix
pomatia und Limnaea stagnalis; er unterscheidet in jedem
Ganglion die Rindenschicht, aus Ganglienzellen bestehend, wo-
von die grösseren peripherisch, die kleineren central gelagert
sind, und die Markmasse, aus Punktsubstanz, einem innigen
filzähnlichen Gewirr von Primitivfibrillen ; aus diesem gehen
durch parallele Anordnung die Nerven hervor. Das Ganglien-
system von Helix pomatia erscheint höher differencirt als das-
jenige von Limnaea stagnalis, da die Mannigfaltigkeit der
Zellen in Bezug auf Grösse und Polarität viel bedeutender ist
und man schon von Regionenbildung in Betreff der Zellen und
Nervenursprünge reden kann.
B. A. Beddard macht einige Beobachtungen das Nerven-
system von Planorbia und Limnaeus betreffend. Ersterer hat
ein kleines unpaares Ganglion zwischen den Fussganglien ; die
weissliche Masse im Cerebralganglion, unpaar in Planorbis und
paarig in Limnaea, ist wahrscheinlich eine Drüse. Proc. Roy.
Soc, Edinburg XI 1881—82 S. 576—583 Taf. 4a.
Der histologische Bau der Nerven in den grösseren Ptero-
poden und Heteropoden wird von Joseph Paneth beschrieben;
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 9
die Muskelnerven endigen in einem netzartigen Geflecht, aber
ein direkter üebergang von einer Nervenfibrille zu einer Muskel-
fibrille konnte nicht erkannt werden. Archiv für Mikroskop.
Anatomie Band XXIV S. 269—286 Taf. 15 und 16.
Die mikroskopische Struktur der Nerven im Bauchfell von
Doris tuberculata behandelt B. Hall er, Arbeiten des Zool. In-
stituts Wien Bd. V S. 253—270 mit 1 Tafel.
Nervensystem von Parmophorus australis, B out an Comptes
rendus de l'Institut XCVIII S. 1385—1387, Auszug in Journ.
Roy. microsc. Soc. (2) IV S. 720.
Centralnervensystem von Onchidium, R. Bergh Ann. and
Mag. of nat. bist. (5) XIV S. 263, 264.
Sinnesorgane. Benjamin Sharp bestreitet das Vor-
handensein dififerenzirter Augen bei Ostrea virginica, edulis,
Anomia ephippium, Lima squamosa, Avicula sterna, Area in-
congrua und Americana, Cardium muricatum, edule, magnum
und Teilina tenta. Pigmentirte Epithelzellen mit einer zarten,
homogenen, stark lichtbrechenden Cuticula am freien Ende finden
sich mehr oder weniger zerstreut überall am Mantel, namentlich
in der Nähe des Randes am hintern Ende bei Ostrea virginica
und edulis, und das Sehvermögen derselben ist auch experi-
mentell festgestellt; dieselben Pigmentzellen finden sich auch
bei manchen andern Asiphonaten. Bei Dreissena polymorpha,
Venus mercenaria, verrucosa und Tapes decussata sind diese
Pigmentzellen auf denjenigen Theil des Mantels, der sich am
weitesten aus der Schale herausstreckt (Athemröhre), concentrirt;
sie sind hier ohne besonderen Schutz, indem die Athemröhre
ganz unter die Schale zurückgezogen werden kann, aber bei
Mya arenaria, bei welcher dieses nicht möglich ist, liegen die
Pigmentzellen in Grübchen an der Basis der Fühler und bilden
hier ein schwarzes Band um jede der beiden AthemöfFuungen,
während andere Pigmentzellen weiter auf der Oberfläche zer-
streut sind. Eine höhere Stufe zeigt sich bei Solen vagina,
ensis und Mactra solidissima, indem die Pigmentgrübchen hier
nur an der Basis der Fühler vorkommen und in Zahl und Bau
mehr oder weniger spezialisirt sind; diese haben eine gewisse
Aehnlichkeit mit den Augen von Patella, welche auch ohne
Linse und vorn ganz ofi'en sind, aber am Kopfe stehen. Die
Larven einiger Muscheln haben auch Augen am Mundende des
Körpers, aber diese verschwinden im weitern Verlaufe der
10 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Entwicklung, da dieser Körpertheil den Zutritt des Lichtes ver-
liert, die Muscheln zeigen also den merkwürdigen Fall des
Verschwindens wahrer Augen durch Nichtgebrauch und die
Neubildung von Sehwerkzeugen durch Anpassung in verschie-
denen Ausbildungsstufen. Die Organe am Mantelrande von
Pecten, welche allgemein als Augen betrachtet w^erden, haben
wohl eine bestimmte Nervenausbreitung und ein metallisches
Tapetum, aber sie entbehren einer wahren Pigmentlage in
direkter Beziehung zum Nerven und sind daher keine Augen,
sondern vermitteln wahrscheinlich eine andere Sinnesempfindung;
nur die pigmentirten Zellen mit lichtbrechendem Endtheil sind
Sehorgane und sie entsprechen auch dem Grade des Sehver-
mögens, das bei dieser Gattung nicht grösser zu sein scheint
als bei andern Asiphonaten. Mittheil, der Zool. Station Neapel
V S. 447—470 Taf. 26.
Auszug aus Sharp 's Beschreibung der Sehorgane an den
Atheraröhren von Solen in Ann. and Mag. of nat. bist. (5) XIII
S. 148—150.
Mehrere Gattungen der Chitoniden zeigen microscopische
Augen in der Gestalt stark lichtbrechender, gewölbter, kreis-
runder Flecken, welche von einem schmalen Saum dunklen
Pigments umgeben sind und in birnförmigen Grübchen der
Schalen selbst sitzen; sie haben eine kalkige Hornhaut und
zeigen deutlich einen Sehnerven, welcher innerhalb eines Stran-
ges weichen Gewebes durch die Schalencanäle zu ihnen tritt.
Diese Augen finden sich nur auf den Seitenstücken der Schalen
oder auf der Grenzlinie zwischen Seiten- und Mittelstück, und
sind sehr zahlreich, mindestens 8500, und wahrscheinlich viel
mehr bei einem grossen Corephium aculeatum. In ihrer Um-
gebung findet man noch kleinere Grübchen, in denen auch ein
Klümpchen weichen Gewebes und das Ende eines sehr feinen
Nervenzweiges befindlich ist, wahrscheinlich Tastorgane. Augen
wurden gefunden und sind hier beschrieben von Schizochiton
incisus, Acanthopleura spiniger, Corephium aculeatum, Tonicia
marmorata und Onithochiton , keine Augen, nur Tastorgane bei
Chiton magnificus und marmoratus, bei Chitonellus und wahr-
scheinlich auch bei Molpalia, Maugeria, Lorica und Ischno-
chiton. Moseley, Annais and Mag. of Nat. Hist. (5) XIV
S. 141—147.
Die Retina der Cephalopoden ist Gegenstand einer Ab-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. H
handlimg von H. Grenacher, Abh. Naturforsch. Gesellscb.
Halle XVI S. 207—256 mit 1 Tafel.
Sinnesorgane in der Haut der Pteropoden und Heteropoden
siehe Paneth S. 4.
Geschlechtsorgane. M. v. Brunn beschreibt näher zwei
Arten von Spermatozoiden in Paludina vivipara und fand ebenso
zwei Arten derselben bei Ampullaria, Murex, Cerithium, Nassa
und Fusus, Archiv für Microscopische Anatomie XXHI S. 413
bis 499, 2 Tfln., ferner bei Columbella, Marsenia, Aporrhais,
Cassidaria, Dolium, Tritonium und Vermetus, Zoologischer An-
zeiger Vn S. 546, 547.
A. Schneider fand Spermatophoren mit beweglichen
Samenfäden in den Ovarien von Anodonta cygnea im August
und in denjenigen der Auster im November; er vermuthet, dass
die Eier vor Erreichung ihrer vollen Grösse befruchtet werden
und dass zwischen Befruchtung und Dotterfurchung eine Ruhe-
zeit von ungefähr einem Jahre liegt, Schneider's Zoologische
Beiträge I, Theil 2, S. 127—129, Taf. 19 Fig. 16.
Entwicklungsgeschichte. Ueber die Entwicklung von
Limax, betreffend die Segmentalorgane und die Embryonalblase
am Fusse, S. Jourdain, Comptes Rendus de l'Institut Bd. 98
No. 5 S. 308—310; Auszug in Joum. Royal Microscop. Soc.
(2) IV S. 209 ; Entwicklung des Darmkanals insbesondere ebenda
No. 25, S. 1553, 1556.
J. Brock giebt einige Beobachtungen über die Entwicklung
der Geschlechtsorgane von Limax agrestis, wonach es wahr-
scheinlich ist, dass Eileiter und Vas deferens aus einem gemein-
samen Blastem mit der Zwitterdrüse entstehen und dass ihre
äussere Oeflfnung nicht auf einer Einstülpung des Ektoderms
beruht; der von Magenot (siehe vorjährigen Bericht S. 534)
beobachtete Fall von Atresie wäre demnach eine Bildungshem-
mung. Nachr. d. Königl. Gesellschaft in Göttingen No. 12
1884 S. 499—504.
Vorläufiger Bericht über die Entwicklung von Cyclas Cornea
von H. E. Ziegler, Zool. Anzeiger VII S. 595—598. [Die
definitive Arbeit ist seither veröffentlicht worden in Zeitschr.
für wissensch. Zoologie XLI S. 524—569 Taf. 17, 18. 1885.]
J. Carriere betont, dass die embryonale Byssusdrüse bei
Anodonta, die er selbst und M. Braun beschrieben, nichts zu
thun hat mit dem Klebefaden, mittelst dessen die ganz jungen
12 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Anodonten sich an Fische anheften; die embryonale Byssusdrüse
findet sich auch bei Cyclas und andern Muscheln. Zool. An-
zeiger VII S. 41, 42.
Auszug aus Jo üb in 's Abhandlung über die Entwicklung
der Kiemen bei den Cephalopoden in Annais and Mag. Nat.
Eist. (5) XIII S. 67, 68.
Notiz über die Niere im Embryo von Helix von P. de
Meudon, Comptes Rendus de l'Institut, Band 98 S. 693—695.
Biologisches. Einfluss der Nahrung auf die Farbe der
Schale, Helix aspersa wird dunkler, wenn sie nur mit Lattich
gefuttert wird, Miss Hele, Science 1884; Auszug» im Nach-
richtsblatt d. Malak. Gesellsch. 1884 S. 109.
Wiederaufleben eines Buliminus eremita aus Turkestan
nach 2V2 Jahren, derselbe stirbt aber 3—4 Tage darauf, Gold-
fuss Zeitschr. f. gesammte Naturwiss. (4) III S. 196.
Notiz über die Verbreitung von Süsswassermuscheln durch
Enten von J. W. Fewkes in The Auk, Band L No. 2 April
1884 S. 195.
Ganze Schalen von Potamides fluviatilis Pot. Mich, von
einem Astropecten verschlungen, Fischer Journ. de Conchyl.
XXXII S. 383.
Eine neue Gregarine in den Eingeweiden von Pterotrachea,
Frenz el, Arch. f. mikr. Anat. XXIV S. 575 Taf. 26 Fig. 57
bis 60.
Eine ungewöhnlich grosse Menge schwerer Muschelschalen
nach einem Sturm an's Ufer geworfen, Leidy Proc. Acad. Phi-
ladelphia, Auszug im Nachrichtsbl. der Malak. Gesellsch. IV
S. 109.
Abnormitäten. H. Simroth constatirt die Existenz von
weiblichen, nicht hermaphroditen Exemplaren von Limax lae-
vis, Sitzungsber. der Naturforsch. Gesellsch. in Leipzig 1883
S. 74.
Arion empiricorum, Athemloch links, Baudon Journ. de
Conch. XXXII S. 320.
Limax laevis Müll, ohne Fühler, Baudon ebenda S. 209.
Linksgewundene Eltern bringen rechtsgewuudene Jungen
hervor auch bei Helix aspersa, Miss Hele, Science 1884,
Auszug im Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 109.
Linksgewundenes Exemplar von Helix hispida und Limnaea
ovata, Baudon Journ. de Conch. XXXII S. 247, 284, 321 und 322,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 13
Taf. 9 Fig. 8 imd 16; von Valvata piscinalis, Taylor Journ.
of Conchology IV S. 145; — von Placostylus Ouveanus, Crosse
Journ. de Conchyl. XXXII S. 328 Taf. 7 Fig. 3.
A. Locard behandelt den Albinismus und Melanismus
(Mangel und Uebermass der Färbung) bei Land- und Süss-
wassermollusken in Frankreich; beide zeigen sich in der Regel
zugleich an der Schale und an den Weichtheilen , nur das Pig-
ment der Augen bleibt auch bei Albino -Exemplaren schwarz;
Melanismus ist selten und findet sich mehr im Süden, Albinis-
mus ist nicht so sehr selten im Norden und in Berggegenden.
Sur quelques cas d'albinisme et de melanisme chez les Mollus-
ques terrestres et d'eau dance de la France frangaise, Lyon
1883. 36. S. 4.
Albino-Exemplare von Clausilia dubia var. Schlecht! Zeleb.
und Pomatias septemspirale Raz. Tschapeck, Nachrichtsbl.
Malak. Gesellsch. 1884 S. 17, 18; von Clausilia rugosa, Zenites
radiatulus, Planorbis corneus, contortus und Valvata piscinalis
in England, Taylor und Nelsson im Journ. of Conchology IV
S. 173, 223, 224 und 228; von Ferussacia subcylindrica [lu-
brica], Clausilia nigricans, Planorbis corneus und complanatus
in Frankreich, Baudon Journ. de Conchyliologie XXXII S. 256,
266, 321, 322.
Sealariden und scalaroide Varietäten verschiedener Arten
von Helix, Succinea und Planorbis, Baudon Journ, de Conch.
XXXII S. 320, 322, Taf. 8, 9 und 10. — Von Placostylus
Ouveanus, Crosse Journ. de Conch. XXXII S. 329 Taf. 7 Fig. 4.
Gekielte Abnormität von Limnaea palustris, von Bromley,
Taylor, Journ. of Conchol. IV S. 116 Taf. 1 Fig. 6.
Abnorme Formen von Limnaea stagnalis beschrieben und
abgebildet als var. pleurotoma, cochlearia und retusa von Rosen-
dael in der besonderen Schrift: „Vrucht van onderzoek op
conchyiiologisch Gebied," Amsterdam, 1884.
Buccinum undatum, abnorme Schale, Lovett, Zoologist (3)
VIII S. 490.
Missbildungen der Mündung von Helix pomatia, Baudon,
Journ. de Conch. XXXII S. 320 Taf. 8 Fig. 6, 7.
14 Trof. Ed. V. Märten s: Bericht über die Leistungen in der
Oeograpliisclie Yerbreitung.
A, Land- und Süsswasser- Mollusken»
H. Jordan hat eine sehr interessante Arbeit über die
geographische Verbreitung der palaearktischeu Land- und Süss-
wasser- Mollusken unter dem Titel „die Binnenmollusken der
nördlich gemässigten Länder von Europa und Asien und der
arktischen Länder" in Nova Acta der Kais. Leopold. Carol.
deutschen Akademie Band XLV no. 4 S. 185—386 mit Ta-
bellen, 8 Tafeln und 2 Karten veröffentlicht. Er behandelt
zunächst die äussern Bedingungen, welche dem Vorkommen der
Schnecken günstig oder ungünstig sind und führt dabei unter
Anderm (wie schon Ref. früher angedeutet) besonders aus, wie
der Kalkboden nicht sowohl direkt durch seine chemische Be-
schaffenheit günstig wirke, als durch die Abwechslung von Licht
und Schatten, frischer Luft und Feuchtigkeit, die er bietet;
auch der Basalt wird als günstig für die Landschnecken be-
zeichnet. Ferner werden besondere Gruppen von Landschnecken
in Bezug auf ihr näheres Vorkommen unterschieden, solche des
Waldes, sonniger oder feuchter Wiesen, in Häusern lebende,
unterirdische, und an der Meeresküste lebende; xerophile
Schnecken sind hauptsächlich von der Gesteinsart, hygrophile
von der Art der Verwitterung und den Feuchtigkeitsverhält-
nissen, indifferente mehr von der Vegetation als direkt vom
Boden abhängig; in dieser Beziehung werden interessante Pa-
rallelen mit der geographischen Verbreitung der Pflanzen ge-
zogen. Dann führt der Verfasser mit Recht wieder die ark-
tische Provinz als selbständiges Glied ein und bezeichnet
Pupa arctica, Shuttleworthiana und Helix harpa als eigenthüm-
liche Arten derselben, während Margaritana margaritifera, Physa
hypnorum, Succinea putris und Pupa muscorum zwar weiter
verbreitet, aber doch auch für die arktische Provinz charakte-
ristisch und ebendesshalb circumpolar sind. • Auch insofern tasst
Jordan die palaearktische Provinz enger, als Wallace oder
Sclater, als er ganz China und das mittlere Japan davon aus-
schliesst; die von ihm angenommene Unterabtheilungen der-
selben sind:
1. Germanische Region, a) Nord -Ostsee -Bezirk, b) nord-
russisch-sibirischer Bezirk, c) keltischer Bezirk, d) Hoch-
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 15
gebirge, e) karpathisch-kaukasischer Bezirk, f) das deutsche
Mittelgebirge und die Vogesen.
2. Mittelmeer-Region. a) Türkischer, b) italienischer,
c) spanisch -algierischer Bezirk.
3. Atlantische Inselregion.
4. Centralasiatische Region, a) Altai-baikalischer, b) tur-
kestanischer, c) tibetanischer Bezirk.
Jede dieser Abtheilungen wird eingehend geschildert und die
für dieselbe am meisten charakteristischen Arten hervorgehoben.
Schliesslich berührt der Verfasser auch noch vergleichsweise die
tropisch-asiatische und die australische Provinz in Beziehung auf
ihre charakteristischen Landschneckenformen. Auf 14 grösseren
Tabellen ist das Vorkommen aller einzelnen Arten in diesen
verschiedenen Gebieten und den weiteren Unterabtheilungen, so
weit bis jetzt bekannt, verzeichnet.
P. Fagot bespricht die Verbreitung der Europäischen
Land- und SüsswassermoUusken in einer besonderen Schrift
unter dem Titel: Glanages malacologiques III Observations sur
la repartition des Mollusques terrestres et fluviatiles dans le
Systeme dit Systeme europeen, Toulouse 1884 16 Seiten 8°.
W. Kobelt behandelt im 5. und 6. Theil der neuen
Folge der Fortsetzung von Rossmässler's Sonographie mehrere
neue Arten und interessante Varietäten der Gattungen Limnaea,
Margaritana und Unio, aus verschiedenen Theilen von Europa,
Nordafrika und Transcaucasien.
C. A. Westerlund giebt eine Uebersicht der bekannten
Palaearctischen Arten von Balea und Clausilia mit Beschrei-
bungen unter dem Titel: „Fauna der in der palaearktischen
Region lebenden Binnenconchylien." Karlskrona 212 S.
Skandinavien. C. A. Westerlund veröffentlicht „Sveri-
ges, Norges, Danmarks och Finlands Land- och Söttvatten-
MoUusker" (Land- und Süsswasser- Mollusken von Schweden,
Norwegen, Dänemark und Finnland), Excursions-Fauna, Stock-
holm 1884, 76 Seiten 8°. Die Schrift enthält in Schwedischer
Sprache kurze Beschreibungen der Gattungen und Arten und An-
gabe ihrer geographischen Verbreitung in den genannten Ländern.
Dieselben sind: Limax 8 Arten, Arion 5, Hyalina 13, Helix,
die Untergattungen Patula, Acanthinula, Gonostoma, Vallouia,
Petasia, Trichia, Striatella, Helicella, Bradybaena, Eulota,
Chilotrema, Monacha , Arionta, Tachea und Helicogena, im
16 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Ganzen 27 Arten, Buliminus 2, Cochlicopa 2, Pupa 25, Balea
1, Clausula 12, Succinea 5, Carychium 1, Limnaea 8 mit meh-
reren Varietäten, Amphipeplea 1, Physa 2, Planorbis 20, An-
cylus 2, Cyclostoma 1, Acme 1, Valvata 8, Paludina 2, Bythinia
2, Hydrobia 1, Neritina 1, Sphaerium 5, Pisidium 14, Unio 3,
Margaritana 1, Anodonta 2 und Dreissena 1.
Russische Ostseeprovinzen. M. Braun (Beiträge zur Fauna
Baltica II im Archiv für die Naturkunde Liv-, Esth- u. Kurlands,
Serie II Band IX Lief. 5, 102 Seiten) zählt 65 Arten Land-
und 51 Süsswassermollusken aus den russischen Ostseeprovinzen
auf und berichtet auch über ihr Vorkommen in anderen Theilen
Russlands. Nur 3 davon fehlen in Deutschland, nämlich: Cio-
nella minima Siemaschko, Limax pallidus Schrenk und Pupa
Büttneri Siemaschko; 88 sind in Mittel -Europa allgemein ver-
breitet, 9 sind nordische Formen (Hyalina nitidula, Pupa um-
bilicata, Clausilia cruciata, Limnaea glabra, Planorbis spirorbis,
Valvata macrostoma, Unio tumidus, Pisidium obtusale und niti-
dum), 3 südliche Formen (Pupa avenacea, Acme polita und
Hydrobia acuta), 4 alpine (Helix ruderata, Clausilia pumila,
ventricosa und filograna), 7 östliche Formen (Helix vindobo-
nensis, Clausilia orthostoma, biplicata, densestriata, cana und
latestriata und Lithoglyphus naticoides), 2 von sehr beschränkter
Verbreitung (Cionella columna Clessin und Unio pseudolitoralis
= ater Nilss.). Am Schluss giebt der Verfasser eine Liste der
die Russischen Land- und Süsswasserconchylien betreffenden
Veröffentlichungen. [Nicht ganz vollständig, indem die Arbeiten
des Berichterstatters betreffend die von Ehrenberg im Ural und
in der Gegend von Moskau gesammelten Mollusken, Sitzungsber.
der Gesellsch. Naturforsch. Freunde Berlin 1875, und die von
Polenoff im Gouv. Tambow gesammelten, ebenda 1878, sowie
Middendorff's Arbeit im Bull. Soc. Nat. Moscou 1848, und Kry-
nicki's erste Arbeit, ebenda 1833, nicht erwähnt sind.] — Von
MerreküU, Dubbeln und Gouv. Pskow zählt derselbe 21 Land-
und 25 Süsswasser- Mollusken auf, worunter Valvata antiqua
Sow, Lithoglyphus naticoides Sow und Sphaerium solidum
Norm. Sitzungsber. der Naturforsch. Gesellsch. zu Dorpat 1884
S. 47—51.
Grossbritannien. Tabellen der bis jetzt bekannten Arten
beschälter und nackter Landschnecken und der Süsswasser-
mollusken für jede Grafschaft in England, Schottland und Irland
Naturgeschichte der MoHnsken während des Jahres 1884. 17
im Journal of Conchology Band IV S. 174—183. — Kürzere
Notizen über einzelne Funde durch die ganze Zeitschrift zer-
streut; neu für England Helix villosa, bei Cardifif, Collier
ebenda S. 214. — B. Hudson zählt die in der Grafschaft
Durham gesammelten Süsswasserconchylien auf, Naturalist,
Yorksh. (2) X S. 112. — W. D. Roebuck über Nackt-
schnecken von Berwickshire in Scottish Naturalist (2) I S. 105,
106. — Conchyliologische Bemerkungen aus der Umgebung von
Hatfield Chase, ebenda IX Febr. 115, 116. — Helix cantiani-
formis, angeblich neue Art bei Folkstone, Ancey Bull. Soc.
mal. de France I S. 158.
Frankreich. Neue Arten von Helix und Hyalina, Ancey,
Bull. Soc. Malac. France I S. 157 — 159, Berenguier, ebenda
S. 285, Berthier S. 353—356, Bourguignat S. 357, Flo-
ren ce S. 359 — 366. — Französische Arten von Vivipara,
Bourguignat ebenda S. 183—188 Taf. 3.
A. Baudon hat eine dritte Liste der Mollusken des Depar-
tements Oise veröffentlicht (die erste 1853, die zweite 1862) und
zählt 79 Land- und 59 Süsswasser-Arten auf, mit verschiedenen
Varietäten und Anomalien. Helix aspersa, carthusiana und
Cyclostoma elegans sind häufig; die Gattung Clausilia ist nur
durch 4 Arten vertreten, nämlich laminata, Rolphii, nigi'icans
und parvula, die Untergattung Torquilla von Pupa gar nicht.
Paludina nur durch eine Art, P. vivipara (achatina Lam.).
Unter den Unio finden sich: sinuatus, rhomboideus, batavus,
Requienii und tumidus. Journ. de Conch. XXXH S. 139—325
Taf. 8—10.
Zwei neue Bithynien aus dem Dep. Aube, Ray Bull. Soc.
mal. de la France I S. 155, 156.
Vier neue Anodonten aus dem Dep. Nievre, Pech au d
ebenda S. 189—196.
Eine neue südfranzösische Helix -Art, Fagot diagnoses
d'especes nouvelles 1884 und Locard in den Annalcs de la
Soc. Linneenue de Lyon XXXI.
Belgien. W. Eben veröffentlicht: Die Weekdieren van
Belgie, Gent 1884 (vom Berichterstatter nicht gesehen).
Deutschland. S. Clessin giebt eine neue Auflage seiner
„Deutsche Excursions-Mollusken-Fauna," Theil 1—3 Nürnberg
1884, 8", heraus, worin er die Land- und Süsswasserconchylien
des Deutschen Reichs und Böhmens beschreibt; besondere Auf-
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. II. B
13 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
merksamkeit ist den Varietäten, sowie der geographischen Ver-
breitung gewidmet, die Abbildungen sind etwas grob.
Fr. Borcherding giebt in einem „Zweiten Nachtrag zur
Molluskenfauna der nordwestdeutschen Tiefebene" einige Zusätze
zu seiner früheren Liste (siehe vor. Bericht S. 538), hauptsäch-
lich einige Nacktschnecken, Clausilia biplicata und Margaritana
margaritifera enthaltend, Abhandlungen des Naturwiss. Vereins
zu Bremen IX 2 S. 141—166 Taf. 3. — Derselbe zählt 43
Land- und 36 Süsswasserarten , die er in Lüneburg und Um-
gebung gefunden hat, auf, Jahreshefte des naturwiss. Ver. in
Lüneburg IX S. 71 — 100. — Eine Liste (anonym) von 66 Laud-
und 52 Süsswasserarten von Hannover im Jahrb. d. Naturforsch.
Gesellsch. zu Hannover No. 31, 32 1883 S. 33—43.
Notizen über das Vorkommen mehrerer Land- und Süss-
wasserConchylien in Ost- und Westpreussen von E. Friedel,
Malak. Blätter (2) VII S. 49-52, 54—57 (siehe im speziellen
Theil Helix austriaca).
Hamburg. Mehrere Formen von Vivipara, als Arten unter-
schieden, von Servain Bull. Soc. Malac. France I S. 173 — 182.
Aug. Weiss behandelt die Land- und Süsswassermollusken
der Ober -Lausitz, Sitzungsber. d. naturwiss. Gesellsch. Isis,
Dresden 1883 S. 102—104.
Schlesien. Liste von 99 Land- und 56 Süsswassermollusken
mit vollständiger historischer Uebersicht über frühere, die Mol-
luskenfauna Schlesiens behandelnde Arbeiten ; Helix carthusiana,
von Scholtz als aus Schlesien citirt, war wahrscheinlich eine
weissliche Varietät von H. Carpatica Friv., E. Merkel, Jahrb.
Malak. Gesellsch. XI S. 263-289.
Thüringen. Clausilia orthostoma auf dem Ochsenberg,
Strubell Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 97.
Schaumburg in Nassau. 40 Arten von Land- und 1 von
Süsswasserconchylien aufgezählt von J. Blum, Nachrichtsbl.
Malak. Gesellsch. 1884 S. 180—182.
Rhön. Notizen über die dortigen Landschnecken von
S. Clessin, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 186—188.
F. X. Lehmann hat ein populäres Handbuch der Land-
und Süsswassermollusken des Grossherzogthums Baden veröffent-
licht unter dem Titel: Einführung in die Molluskenfauna des
Grossherzogthums Baden, Karlsruhe 1884 143 S. mit Holz-
schnitten 8^
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 19
Baiern. 0. Bach mann zählt 67 Land- und 32 Süsswasser-
schnecken auf, welche er in der Umgebung von Landsberg, an
den Ufern des Lech und in der Nähe des Ammersees beob-
achtet hat. Die Mollusken der Umgebung von Landsberg a. L.
Programm der Königl. Kreis -Ackerbauschule zu Landsberg
1883—84, 31 S. 8^
Schweiz. 72 Land- und 33 Süsswasser- Arten aus der Um-
gegend von Bern, worunter Arion empiricorum (Fer.) meistens
braun gefärbt und A. hortensis (Fer.), Helix sylvatica (Dr.),
Buliminus detritus (Müll,), Clausilia parvula (Stud.) und plicata
(Drap.) sehr häufig, sowie einige Bemerkungen über die
Schnecken des Berner Oberlands giebt Th. Stud er in den
Mittheil. d. Naturforsch. Gesellsch. Bern 1884 18 Seiten.
Bern und Interlaken. 53 Land- und 22 Süsswassercon-
chylien aufgezählt von Gust. Regelsberger in einer beson-
deren Schrift unter dem Titel: Mollusques terrestres et d'eau
douce recueillis aux environs de Bern et d'Interlaken. Mittheil,
der naturforschenden Gesellsch. in Bern 1883 S. 31—42. Keine
Nacktschnecken erwähnt. Cyclostoma elegans weggelassen.
Der Verfasser unterscheidet die Fauna der Ebenen und der
grossen Thäler (Zonites glaber, cellarius, Helix hispida, fruti-
cum, hortensis, nemoralis, pomatia u. s. w.), die der niederen
Berge unter 1000 Meter (Vitrina pellucida, diaphana, Helix
obvoluta, personata, lapicida, sylvatica, Bulimus montanus,
Clausilia laminata) und endlich diejenigen von der Mittagsseite
der Felsen (Helix pulchella, costata, Pupa avenacea, muscorum,
Vertigo pygmaea und pusilla). Die höheren Berge werden von
ihm nicht berücksichtigt. Aus dem Tbuner See führt er an:
Limnaea stagnalis, auricularia, limosa, palustris, Flanorbis cari-
natus, contortus, albus, Bythinia tentaculata, Valvata piscinalis,
Anodonta anatina, Unio crassus und Pisidium amnicum, aus dem
Brienzer See Limnaea limosa, Planorbis contortus, carinatus und
Ancylus fluviatilis, im Faulersee bei Interlaken Anodonta Gallica.
Oesterreichische Monarchie. Steiermark. Clausilia dubia
var. Schlechti Zeleb. häufig auf dem Semmering, Pomatias
septemspirale , Fundorte im obern Steiermark, und eine neue
Varietät von Limnaea palustris, Tschapeck, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 17—21.
Kärnthen und Krain. 58 Land- und 5 Süsswasser - Arten
aus der Umgegend von Tarvis und Kronau, worunter IG Arten
20 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
von Clausilia, von J. Stussiner und 0. Böttger, Nachrichts-
blatt Malak. Gesellsch. 1884 S. 1—16.
Siebenbürgen. M. v. Kimakowicz setzt seine Liste
Siebenbürgischer Mollusken fort (siehe vor. Bericht S. 540),
indem er die Succineen und die Süsswasser - Arten behandelt
und einige Zusätze zu dem früheren Theil giebt. Verhandl. d.
Siebenbürg. Vereins für Naturkunde XXXIV.
Spanien und Portugal. G. Hidalgo setzt unter dem
Titel: „Catalogo iconografico e descriptivo de los Moluscos
terrestres de Espanna, Portugal y las Baleares" sein Werk
über die spanischen Landschnecken fort und behandelt in dem-
selben die Gattungen Parmacella und Helix, 2. Theil, Madrid
und Paris 1884 16 Seiten u. 22 col. Tafeln gr. 8^
Bourguignat giebt eine Notiz über die in Miranda de
Ebro gefundenen Mollusken in Anales de la Sociedad Espanola
de Eist. Nat. XIII 1 S. 126, 127.
Vallvidrera, Provinz Barcelona. 57 Arten von Land-
schnecken, worunter Helix villosa, hispida, cespitum, ericetorum,
striata Müll., caperata, apicina, conspurcata, lactea, punctata
Müll., vermiculata, nemoralis und hortensis, splendida, limbata,
lapicida, Bulimus quadridens, decollatus, acutus, ventrosus,
Azeca tridens, Pupa dolium, polyodon, secale, granum, Clau-
silia dubia, rugosa und solida, und nur 6 Arten von Süsswasser-
conchylien : Physa acuta, fontinalis, Limnaea truncatula, limosa,
peregra und Ancylus fluviatilis, aufgezählt von Joaq. Salvana,
Introduction ä la Fauna malacologica de Valvidrera, y catalogo
razonado de los Moluscos terrestres y fluviatiles del territorio.
Publicationen der R. Acad. de Ciencia nat. y Artes de Barce-
lona 1883 S. 376—433 8°.
Majorca und Minorca. Neue Arten von Helix, Ancey,
Bull. Soc. Malac. France, I S. 161 und 163.
Berlingas Inseln, Küste von Portugal. 6 Arten von Land-
schnecken, alle auch vom Festland bekannt, Fischer, Journ.
de Conchyl. XXXH S. 378.
Gibraltar. 10 Arten von Landschnecken werden der Liste
von Kobelt beigefügt (siehe vor. Bericht S. 540) durch J. Pon-
sonby, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 107, 108. —
24 bekannte Arten von Landschnecken aus den Sammlungen
von A. Morelet, W. Kobelt, J. Ponsonby, G. Dautoz
und P. Hesse werden aufgezählt durch H. Crosse, Journ. de
Naturgeschichte der MoHusken während des Jahres 1884. 21
Conchyl. XXXII S. 105—112. — Nacktschuecken von da, P.
Hesse, Malak. Blatt. (2) VII S. 9—17.
Italien. Kritische Aufzählung der Italienischen Arten von
Paludiniden nach Studien in der Sammlung der Signora Mar-
chese Paulucci von C. Caroti, Bull. Soc. Malac. Ital. IX
S. 266—293.
Liste italienischer Anodonten, Bourguignat, Naturalista
Siciliano II 1882 S. 20—24.
Cottische Alpen von Grenoble bis Susa. 29 Landschnecken
von H. Simon gesammelt und durch 0. Böttger bestimmt,
worunter Helix glacialis am Mont Cenis und Monte Viso, H.
alpina Fer. var. am Col du Lantaret und nur zwei Clausilien-
arten. Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 33—49. —
Frühere Beobachtungen, dieselben Gegenden betreffend, von
demselben, Berichte d. Offenbacher Vereins für Naturkunde XXII
und XXIII 1883 S. 157—161.
C. de Stefani setzt seine Abhandlung über die Mollusken
der Apuanen fort und beschreibt mehrere Arten und Varietäten
von Hydrobiinae und Pisidium, indem er allgemeine Betrach-
tungen über die ganze Fauna hinzufügt. Bull. Soc. Malacol.
Italiana IX S. 193-253.
Sardinien. Notiz über frühere Sammlungen von Land-
schnecken dieser Insel und namentlich über die neuesten von
Forsyth Major, wodurch mehrere Arten, zwei darunter neu,
zu den von Mad. Paulucci aufgezählten (siehe Bericht für 1882
S. 304) hinzukommen, E. v. Märten s Sitzungsber. d. Naturforsch.
Freunde Berlin 1884 S. 195—197.
Sicilien. Notizen über die dortigen Landschnecken mit
einigen neuen Arten von C. Cafici, Naturalista Siciliano II
1882 1-6, 29—33, 49—52 Taf. 1. — Die von Sizilien be-
kannten Nacktschnecken aufgezählt, Auszug aus Lessona und
PoUonera (siehe Bericht für 1882 S. 305) von Mina Palumbo,
ebenda II 1883 S. 110—115. — Neue Arten von Helix, Cafici,
Bull. Soc. Malac. France I S. 305—308; neue Süsswasser-
muscheln, derselbe im Naturalista Siciliano III S. 215, 216.
Malta. 6 Süsswasser-, 30 Land- und 1 submarine Art
werden von E. F. Becher aufgezählt, wovon hier genannt
werden mögen: Pisidium pusillum, Paludina Melitensis Benoit,
[Hydrobia], Physa Melitensis Mamo, Limnaea truncatula, Ancylus
fluviatilis, Helix Schembrii Scacchi, Spratti Pfr., meda Porro,
22 Pi'of. Ed. V. Mavtens: Bericht über die Leistungen in der
candidissima Drap., Erdelii Roth, Clausilia scalaris Pfr., ma-
motica Gulia, Pupa graniim und aveuacea. Der Verfasser ver-
weist auf eine frühere, wenig bekannte Arbeit über die Con-
chylien dieser Insel von Guiseppe Mamo 1867. Journ. of
Conchol. LV S. 229- 237.
Südost -Europa. Dalmatien. lieber die Fundorte einiger
Clausilien, siehe den speziellen Theil.
Serbien. Die dorther bekannten Unioniden, 22 Arten von
Ünio, worunter 4 neu, 7 abgebildet, und 10 von Anodonta; U.
Savensis, Pancici, und Bosnensis, Anodonta Savensis, Moesica
und complanata sind die hauptsächlichsten charakteristischen
Formen, H. Drouet, Supplement aux Unionidae de la Serbie
1884 16 Seiten 2 Tfln. — Eine Schrift von Dokie in Belgrad,
„MoUusques lamellibranches de la Serbie" Belgrad 1882, und
eine andere mehr allgemeinem Inhalts, „Tableau analytique et
systematique des animaux vivants de la Serbie" 1883 ist dem
Berichterst. nicht zugänglich gewesen.
Thessalien. Neue Campylaea, Thiesse, Bull. Soc. Malac.
France I S. 271.
Insel Santorin. 20 Arten von Landconchylieu, worunter
9 für neu angesehen, gesammelt von A. Letourneux, Bull.
Soc. Malac. France I S. 287-304.
Greta und Rhodus. Kritische Notizen über einige Arten
von Helix und Clausilia von H. von Maltzan, Nachrichtsbl.
Malak. Gesellsch. 1884 S. 73-75.
Kaukasus. 44 Arten von Land- und 2 von Süsswasser-
conchylien aus Abchasien; 4 der ersteren neu, von 0. Re-
towski gesammelt, bestimmt von 0. Böttger in Ber. Sencken-
bergischen Gesellsch. 1884 S. 146—155.
Kleinasien, Nordküste. Mehrere neue Brephulus, Galland,
Bull. Soc. Malac. France I S. 272—284.
Mesopotamien. Sesteria, neue Gattung, Bourguignat, Bull.
Soc. Malac. France I S. 136 Taf. 3.
Aegypten. 37 Arten von Planorbis, worunter 18 neu, und
12 von Valvata, worunter 5 neu, aufgezählt von W. Innes,
Bull. Soc. Malac. France I S. 329—352.
Algerien. Lebendige Beschreibung verschiedener malako-
logischer Excursionen von W. Kobelt, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 121—168. — Zwei neue Arten von Uuio
von Tunis, derselbe ebenda S. 182, 183. — Notizen über bei
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 23
La Gallo, Algier und Tanger beobachtete Mollasken veröfFent-
licht J. Pechaud in einer besonderen Schrift: Exciirsions
malacologiques dous le Nord de l'Afrique No. I Paris 1888,
112 Seiten, dieselbe ist dem Berichterstatter nicht zugänglich
gewesen. — lieber einige Helix- Arten aus Algier, worunter
mehrere neu, Ancey im Naturalista Siciliano I 1882 S. 160
bis 172 und S. 285 — 295. — Arten von Clausilia und Valvata,
Hagenmüllcr ebenda S. 209—216.
Canarische Inseln. 14 bekannte Arten von Landschnecken,
auf der Expedition des „Challenger" gesammelt, E. A. Smith,
Proc. Zool. Soc. 1884 S. 276.
Tropisches Afrika. Capverdische Inseln. Auf der Insel
Branco, der Heimath des grossen Macroscincus Coctaei, sind
von der Expedition des „Talisman" nur zwei Arten von Land-
schnecken gefimden worden, nämlich Buliminus subdiaphanus
King und Helix serta Albers, beide auch auf andern Inseln
derselben Gruppe lebend, Fischer, Journ. de Conchyl. XXXII
S. 379—381.
Insel S. Thome. Greef recapitulirt seine Notizen über die
dortigen Landconchylien (s. Bericht über 1882 S. 305) in den
Sitzungsber. d. Gesellsch. z. Bef. d. Naturwissensch. zu Marburg
No. 2 S. 51, 52.
Ein neuer Unio vom Niger, Wattebled, Journ de Conchyl.
XXXH S. 132 Taf. 7 Fig. 1.
Abessinien. Neue Arten von Landmollusken von W. Innes,
Bull. Soc. Malac. France I S. 103-106.
Sokotra. H. Crosse zählt die dortigen Land- und Süsa-
wassermollusken aus den Arbeiten von Godwin- Austen und
V. Martens auf (siehe vorigen Bericht S. 544), indem er einige
wichtige Notizen über dieselben beifügt, sowie eine Liste von
Landschnecken der benachbarten Insel Abd-el-Goury, aus der
von Guillain 1848 gemachten Sammlung. Er bespricht schliess-
lich die Eigenthümlichkeiten dieser Fauna und kommt auch zu
dem Schlüsse, dass dieselbe nicht viel Aehnlichkeit mit der von
Madagascar hat. Journ. de Conchyl. S. 341—375.
Madagascar. 14 neue Helix -Arten, Mabille, Bull. Soc.
Malac. France I S. 139—153.
Tibet. Die von A. David in Moupin und Shensi gesam-
melten Laudschnecken , aufgezählt von Ancey, Naturalista
Siciliano H 1883 S. 141—144, 163—168, 209—211, 266 bis
24 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
270. — Mehrere neue Arten von Helix und Buliminus bei
Bathang, Yerkalo und Tsekau von Missionären gesammelt, der-
selbe in Annales de Malacologie I S. 381—397.
China. V. Gr edler veröffentlicht einige kritische Bemer-
kungen über die Arbeit von Heude (siehe Bericht über 1882
S. 307), beschreibt einige neue von J. Fuchs und seinen Schü-
lern in den Provinzen Kuangsi und Hunan gesammelte Arten
und giebt einige neue Fundorte, sowie Zusätze zu der Beschrei-
bung einiger anderen. Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 129 bis
161 Taf. 3. — 0. F. von Möllendorff zählt die bekannten
Chinesischen Arten von Amphidromus (nur auf Formosa), Buli-
minus und Pupa auf und fügt einige neue hinzu, ebenda S. 162
bis 181. — Einige kritische Notizen betreffend Namen und
Unterscheidungsmerkmale mehrerer Arten von ebendemselben,
Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 103—106. — Eine
Liste von 58 Arten von Landconchylien, von A. David in
verschiedenen Theilen von China gesammelt, viele davon in
centralen Provinz Shen-si, andere von Moupin in Tibet, giebt
H. Ancey 1882 im Naturalista Siciliano 1883 S. 141 — 144,
163—168, 209—212 und 266—270. — M. Heude schlägt neue
Namen für einige Arten vor, welche er in seinen früheren Werken
beschrieben hat, deren Namen jedoch vergeben sind, Journ. de
Conchyliologie XXXII S. 19, 20.
Provinz Hunan, Hupe und Schensi. Neue oder wenig
bekannte Land- und Süsswasserconchylien , von Kasp. und
Lor. Fuchs gesammelt, beschrieben von V. Gradier, Archiv
für Naturgeschichte L S. 257, 280 Taf. 19.
Hainan, Formosa und einige Theile des Kontinents von
Süd-China. Neue Arten von Landschnecken von 0. v. Möllen-
dorff, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 169—174.
Vorderindien. Godwin-Austen behandelt im 5. Heft
seiner Land- and freshwater-Mollusca of India, Taf. 43—51 die
Gattungen Alycaeus, Diplommatina und Raphaulus; der Text
dazu ist noch nicht erschienen.
Hinterindien. Slam und Cambodja. Einige Land- und
Süsswasserconchylien, worunter 2 neue Gattungen, Rochc-
brune. Bull. Soc. philomathique Paris (7) VI 1882 S. 102—118,
Cambodja. Mehrere neue Land- und Süsswassermollusken
von M. Pavie gesammelt, beschrieben von L. Mo riet, Journ.
de Conchyl. XXXH S. 386—403, Taf. 11—13.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 25
Cocliinchina. Einige neue Arten aus Long-Xuyen, G. Watte -
bled, Journ. de Conchyl. XXXII S. 125-131 Taf. 6.
Indischer Archipel. Philippinen. Neue Cyclophoriden aus
C. Semper's Sammlung von W. Kobelt, Nachrichtsbl. d.
Malak. Gesellsch. 1884 S. 49—52.
Südöstliches Borneo. Ueber einige Land- und Süsswasser-
conchylien gesammelt von Grabowsky, worunter eine neu,
giebt E. V. M arten s eine Bemerkung in Sitzungsber, d. Natur-
forsch. Freunde Berlin 1884 S. 198, 199.
Amboina, Aru- Inseln und Philippinen. Land- und Süss-
wasserconchylien von der Challenger-Expedition aufgezählt durch
E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 259—262.
Melanesien. Neuguinea. Synonymie und Berichtigung der
Fundortsangabe für einige Helix- Arten, Brazier, Proc. Linnean
Soc. New South Wales IX S. 804-806.
Admiralitäts- Inseln, Insel Api (Neue Hebriden) und Fidji-
Inseln. Land- und Süsswasserconchylien auf der Expedition
des „Challenger" gesammelt, aufgezählt von E. A. Smith,
mehrere neu, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 263—271.
Australien. Eine neue Art Parmacochlea von Kap York
und einige Arten von Sidney auf der Expedition des „Chal-
lenger" gesammelt, E. A. Smith, Proceed. Zool. Soc. London
1884 S. 272—274.
Neusüdwales. Einige neue Süsswasserconchylien von W.
F. Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 159, 160.
Tasmanien. 37 neue Arten beschrieben von W. F. Pet-
terd, Journ. of Conchol. IV S. 135—145.
Neuseeland. F. W. Hutton giebt eine verbesserte kri-
tische Liste aller Neuseeländischen Landschnecken, nach Kiefer
und Radula geordnet, mit mehreren neuen Gattungen und
kurzen Beschreibungen, Transactions of New Zealand Institute
XVI S. 186 — 212, sowie Beschreibungen von Kiefer und Radula
vieler Arten ebenda S. 161 — 174 Taf. 9—11, Schalen neuer
Arten S. 174 — 184. — Zwei neue Arten von Unio, derselbe
ebenda S. 216. — Neue Arten von Limnaeiden von ebendem-
selben, New Zealand Journal of Science II S. 175. — Zwei
neue Arten von Landschnecken, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc.
London 1884 S. 272, 273.
Berings-Insel. Limax hyperboreus West., Vitrina exilis
Mor., Hyalina radiatula Aid., Conulus pupula Gould, Patula
26 Pi"of. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
floccula Mor., Papilla decora Gould, Limnaea ovata Diap.,
und liumilis Say, und Pisidium aeqiülaterale Prime, gesammelt
von Leonh. Stejneger, aufgezählt von W. H. Dali, Proc.
Un. St. Nat. Mus. VII S. 341, 343 und 348. — Einige Arten
von Pisidium aus Alaska und der Berings- Insel aufgezählt von
T. Prime, Proc. Un. St. Nat. Mus. VII S. 102, 103.
Canada. Insel Anticosti. 17 Arten von Land- und 13 von
Süsswasserconchylien , worunter 10 Europäische, von Professor
Macoun gesammelt, aufgezählt von Fr. R. Latchford, Ame-
rican Naturalist XVIII S. 1053.
Westindien. Eine neue Chondropoma und ß neue Arten
von Cylindrella aus Cuba, Arango, Proceed. Acad. Phila-
delphia 1884 II S. 211, 212 mit Holzschnitten.
St. Thomas. 4 Arten von Land- und 2 von Süsswasser-
conchylien während der Expedition des „Challenger" gesammelt,
E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 277.
Dominica. 16 ungedeckelte und 4 gedeckelte Land-
schnecken gesammelt und aufgezählt von G. Fr. Angas, unter
denselben 3 Arten von Succinea, 1 Amphibulima, 4 Bulimus
[Bulimulu^^] und 4 Helix subgen. Dentellaria, Proc. Zool. Soc.
London 1883 S. 594—597.
Central-Amerika. Neun Arten von Sphaerium aus Costa-
rica, T. Prime, Proc. Un. St. Nat. Mus. VII S. 102.
Inseln des südlichen Oceans. 10 Arten Landschnecken,
1 neu, auf Juan Fernandez, eine neue Succinea und Chilina
patagonica auf den Falkland -Inseln, Limax Canariensis und
gagates, eine neue Hyalinia und die zwei schon früher bekannten
Arten von Balea auf Tristan d'Acunha, endlich Helix Hookeri
auf der Prinz Edwards-Insel und auf Kerguelen von der Chal-
lenger- Expedition gesammelt, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc.
1884 S. 277—281.
J5. Meer-MoUiishen,
Kobelt setzt seine Iconographie der marinen schalen-
tragenden Mollusken Europas fort und behandelt in Lief. 2 und
3 den Rest von Murex, Typhis, Trophon (8 Arten), Meyeria,
Purpura, Coralliophila (5 Arten), Fusus (7 Arten), Troschelia
und 17 Arten von Neptunea mit sehr guten Abbildungen.
Tiefsee - Untersuchungen. Die Ansprache des Rev. Nor-
man bei der Versammlung des Tyneside Naturalist's Field
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 188<. 27
Club 1881 betreffend die Tiefsccfaima des nördlichen Atlan-
tischen Oceans, ist übersetzt im Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch.
1884 S. 75—81.
Der verstorbene J. Gwyn Jeffreys zählt 42 Arten von
Rissoa mit Einschluss von Alvania, Onoba und Cingula, 2 Hy-
drobia, 1 Bithynia, 1 Barleeia, 1 Homalogyra, 1 SUiquaria,
1 StUhe, 2 Turritella, 1 Mesalia, 21 Scalaria und 1 Acirsa auf,
worunter mehrere neu, von der Expedition des „Lightoning"
und „Porcupine" in dem Mittelländischen Meer und Atlantischen
Ocean ge^-ammelt, und giebt ein Supplement zu seinen früheren
Listen über diesen Gegenstand mit Einschluss der auf der fran-
zösischen Expedition des „Talisman" gesammelten Mollusken.
Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 111—149 Taf. 9, 10. —
4 Arten von Aclidae, 51 Pyramidellidae und 17 Eulimidae
von denselben Expeditionen, ebenda S. 341 — 372 Taf. 26
bis 28.
Alph. Milne -Edwards' vorläufige Angaben über einige
Mollusken, welche von der französischen Expedition des „Talis-
man" im atlantischen Meer gefunden wurden (vgl. den vorigen
Bericht S. 549), auch in dessen Spezialbericht „L'Expedition du
Talisman," Extrait du Bulletin hebdomadaire de l'Assoc. scientif.
de France, Paris 1884 31 S., 8^
Eine Tiefsee - Gattung unter den Nudibranchien , Bothydoris,
s. unten im speziellen Theil.
Nordsee. Ueber die Conchylien des Limfjord's s. unten,
historische Aenderungen.
24 Arten von Mollusken in der Ooster- Scheide gefunden
von M. Schepman, Tijdschrift Nederl. Dierkundige Vereeni-
ging, Suppl. D. S. 508—515.
Die Meerconchylien an der Küste von Yorkshire aufgezählt
von W. G. Hey, Naturalist (2) X S. 25—31. — 72 Arten von
llfracombe aufgezählt durch J. W. C und all, Journ. of Conchol.
IV S. 147—149.
Ostsee. Mytilus edulis, Cardium edule, Teilina Baltica,
Mya arenaria, Littorina rudis und Hydrobia Baltica sind die
einzigen wirklich marinen Arten, welche im Finnischen Meer-
busen zwischen Dragö und Papenwiek gefunden werden, mit
diesen einige SüsswassermoUusken von den Gattungen ünio, Cy-
clas, Neritina, Limnaea und Bithynia, M. Braun, Archiv für
Naturkunde Liv. (2) X S. 102-107 und 112, 113, die marinen
28 l'i'of' Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Arten, sowie Neritina fluviatilis bis zur Tiefe von 15 — 20 Fad.,
die übrigen nur 'A— 3 Fad., ebenda S. 118.
lieber in Ostpreussen am Strand gefundene Conchylien,
E. Fr i edel, Malak. Blätter (2) VII S. 51—56.
Portugal, bei den Berlingas - Inseln. 6 Arten von Seecon-
chylien, alle auch im Mittelmeer, nördlichster Fundort* von
Siphonaria Algesirae Q. G. und Argonauta argo L., Fischer,
Journ. de Conchyl. XXXII S. 375—377.
Panopaea Aldrovaudi und Cymbium papillatum [olla L.]
an der Mündung des Tajo, Argonauta argo nördlich von Lissa-
bon, C hoffet, Le Naturaliste 1884 und Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 188.
Mittelmeer. Monterosato setzt seine Aufzählung der
Littoral -Conchylien des Mittelmeers fort; er behandelt die Pa-
telliden, Fissurelliden und Trochiden in Naturalista Siciliano
III S. 102 — 111 mit genauer Berücksichtigung der älteren Sy-
nonymie, namentlich von Salis-Marschlins, Payraudeau und Risso,
und mit mehreren neuen Gattungsnamen für altbekannte Arten,
die Rissoiden mit vielen neuen Gattungen und Untergattungen,
ebenda S. 137—140, 159—163, 227—231, 277—281, Jeffreysia,
Truncatella, Skenea und Verwandte, ferner die Caeciden, ebenda
IV S. 21—24, die Vermetiden S. 60—63.
Ant. de Gregorio geht mehrere Gattungen und viele
Arten des Mittelmeers durch, indem er viele Varietäten durch
etwas sonderbare Namen unterscheidet, und dieselben mit post-
pliocänen, pliocänen und sogar mit miocänen Formen aus
Italien, Oesterreich und Frankreich vergleicht, z. B. Ostrea,
Murex etc.; er beschreibt ausserdem auch mehrere neue Arten
und sogar Untergattungen und Gattungen, die in Schwämmen
gefunden sind, welche von der Küste Nordafrikas gekommen
sein sollen, dies scheint jedoch etwas zweifelhaft, da er auch
viele Arten von Aviculiden aus diesen Schwämmen beschreibt.
Bull. Soc. Malac. Italiana X S. 36—288.
R. Del Prete zählt 46 Arten auf, welche er von Korallen-
fischern in Sciacca, Sicilien, erhalten hat und die in Monte-
rosato's Liste von diesem Ort nicht enthalten sind, Bull. Soc.
Malac. Ital. IX S. 254-265.
Einige Nudibranchien von Neapel und Triest, worunter ver-
schiedene neu, beschreibt R. Bergh in Semper's Reisen im
Archipel der Philippinen, Zoologischer Theil, Heft XV.
Naturgeschichte der MoUusken während des Jahres 1884. 29
Ueber das Vorkommen von Cypraea moneta und annuliis im
Mittelmeer, Rochebrune, Bull. Soc. Malac. France I S. 96,
97. s. unten.
Ostküste von Nord - Amerika. Jeffreys giebt eine Liste
von 35 Nordamerikanischen Tiefsee-Arten, identifizirt 30 davon
mit Europäischen Arten und kommt zu dem Schlüsse, dass die
Tiefsee-Arten eine viel weitere geographische Verbreitung haben,
als die littoralen Arten. Report of the British Association 1884.
A. E. V er rill giebt eine zweite Liste von 66 Tiefsee-
mollusken aus der Fauna der Küste von Neuengland, Trans-
actions Connecticut Acad. VI 1 Theil S. 139—295, 5 Tafeln,
welche mehrere Gattungen von Cephalopoden umfassen.
Neufundland. Ein neues Buccinum imd einige andere
Arten, Verkrüzen, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 98
bis 103.
Tropisch- Atlantischer Ocean. Capverdische Inseln. 22 Arten
mariner Gastropoden und 10 Bivalven von C. Do elter gesam-
melt, bestimmt und mit europäischen tertiären Arten verglichen
von Leop. Tausch, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 181—188.
— Rochebrune über das Vorkommen von Cypraea annulus
s. im speziellen Theil bei Cypraea.
Senegambien. 22 neue marine Arten oder Varietäten von
H. V. Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 65-73.
Portorico. Eine Liste von Meerconchylien von dem ver-
storbenen W. Dunker und dem Berichterstatter bestimmt ver-
öffentlicht J. Gundlach in Anales de la Sociedad Espannola
de Hist. Nat. Madrid XII S. 441—484.
Neue oder wenig bekannte Cephalopoden aus Westindien,
Verrill, Bull. Mus. of comp. Zool. XI no. 57 S. 105—114
Taf. 1-3.
Rothes Meer. Die bekannten Arten von Ancillaria, Cy-
praea und Pleurotoma aufgezählt, theilweise nach seinen eigenen
Sammlungen, von F. Jickeli, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI
S. 189—217, die Pyramidelliden , 22 Arten, und die Gattung
Rissoina, 20 Arten, von demselben ebenda S. 245—263 Taf. 6.
Indische Meere. 101 Arten von Gastropoden und 20 von
Bivalven auf den Mascarenen, Seychellen und Amiranten von
R. Coppinger gesammelt während der Reise des Schiffes
„Alert," aufgezählt von E. A. Smith, Zool. Collections of H.
M. S. „Alert" S. 487—508 Taf. 44.
30 Piof. Ed. V. Mavtens: Bericht über die Leistungen in der
3 Cephalopoden , 137 Gastropoden und 77 Bivalven vom
Arafura-Meer, Torresstrasse und Queensland, einige neu, mit
zahlreichen kritischen Bemerkungen aufgezählt von E. A. Smith,
Zoological CoUections of H. M. S. „Alert" im Jahr 1881-82
S. 34—116 Taf. 4—7.
Nordwestküste von Australien. 50 Arten Meerschnecken
von Dampier's Land, J. Brazier, Proc. Linnean Soc. New
South Wales IX S. 793—883.
Neucaledonien. 19 Arten von Triforis, die meisten davon
neu, Jousseaume Bull. Soc. Malac. France I S. 269 — 270.
Neuseeland. F. W. Hutton giebt eine kritische Aufzählung
der bekannten Rhachiglossaten Meerconchylien von Neuseeland
mit Synonymie und kurzen Beschreibungen; er nennt 9 Muri-
cinen, 6 Purpurinen, 1 Ancillaria, 1 Columbella, 2 Arten von
Marginella, 3 von Voliita, 1 Turricula, 3 Fusideen, 18 Bucci-
niden und 1 Nassa, indem er mehrere Arten ausscheidet, w^elche
fälschlich Neuseeland zugeschrieben worden waren. Trans. New
Zealand Inst. XVI S. 216—233. — Ferner folgende Taenio-
glossen: 6 Arten von Tritoniden, 3 Doliiden, 2 Lamellariiden,
3 Naticiden, 3 Turbonilliden , 1 Pyramidellide , 2 Cypraeiden,
worunter Trivia Europaea Mont., 1 Cancellariide, 1 Trichotropide,
8 Cerithiiden, 2 Struthiolariiden , 6 Calyptraeiden , 7 Turri-
telliden, 9 Rissoiden, 3 Litoriniden, 4 Vermetiden, 3 Sealariden,
1 Ouustide, 1 Scalariide und 3 Janthiniden von Neuseeland
in Proceed. Linn. Soc. New South Wales IX S. 932
bis 944. — Von Rhipidoglossen : 1 Nerita, 40 Trochiden,
2 Pleurotomariden, 3 Haliotiden, 6 Fissurelliden, 7 Acmaeiden
und 11 Patelliden mit mehreren Varietäten. Ebenda S. 354 — 378.
Derselbe giebt eine verbesserte Liste der Neuseeländischen
Bivalven, welche 108 Arten enthält, mit Synonymie und kri-
tischen Bemerkungen, und bezeichnet eine Anzahl anderer Arten,
welche Neuseeland irrthümlich zugeschrieben worden sind, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales IX 3. Theil S. 512—533. — Einige
neue Arten aus Neuseeland von ebendemselben in Trans. Phil.
Inst. Canterbury (Neuseeland) 1883 S. 212—216.
Beringsmeer. Avatcha, Petrapaulowsk und Berings- Insel.
2 Arten von Cephalopoden, 2 Nudibranchiaten , 4 Chitoniden,
17 andere marine Gastropoden und 13 Bivalven; 12 Arten der-
selben sind arctisch und kommen auch auf den Aleuten
Inseln vor, 14 worden auch in Nord -Japan gefunden, 13 in
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 31
Californien, 2 sind eigeuthümlich. W. H. Dali, Proc. Un. St.
Nat. Mus. VII S. 340—349. [Unter den 13 Bivalven finden
sich 7 auch an den arktischen Küsten Europas, unter den
23 Gastropoden nur 7.]
C JPalaeontologisches,
H. Zittel, Grundbuch der Palaeontologie I.Band, II. Ab-
theilung, 3. Lieferung S. 329—522 (Cephalopoden — die erste
Lieferung 1881 behandelt die Muscheln, die zweite 1882 die
Schnecken) mit eingedruckten Illustrationen, und Rud. Hoer-
nes, Elemente der Paläontologie, 1884, die Mollusken S. 208
bis 357, ebenfalls mit eingedruckten Illustrationen, mögen hier
ausnahmsweise erwähnt werden, da sie einen Ueberblick ge-
währen, wie weit nach unserm gegenwärtigen Wissen die Mol-
luskenformen der Jetztwelt in die Vergangenheit zurückreichen.
Jeffreys hat die Original-Exemplare von Brocchi's „Con-
chiologia fossile subappennina" untersucht und giebt einige
Notizen, ihre Synonymie betreffend. Quarterly Journ. Geol.
Soc. Feb. 1884.
J. Depontaillier behandelt die pliocänen Arten von
Murex aus der Umgegend von Cannes, es sind deren 31 Arten,
wovon 8 noch im Mittelmeer lebend vorkommen und andere
mit lebenden nahe verwandt sind. Journ. de Conchyl. XXXII
S. 26 — 76. — G. Seguenza veröffentlicht eine Liste von Con-
chylien, welche in den Quaternär- Ablagerungen von Rizzolo,
Provinz Syrakus, Sicilien, gesammelt worden sind, Naturalista
Siciliano II S. 88, 90 und 100—104,
Diluviale Meermuscheln aus dem östlichen Pommern, Frie-
del, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 22—25.
Ein Verzeichniss von post- tertiären Conchylien aus dem
„Basement"-Thon von Bridlington Quay, Yorkshire, giebt
Jeffreys in Quarterly Journ. Geol. Soc. London XI S. 319
bis 322, es sind 83 Arten aufgezählt, 5 neue beschrieben. —
Ueber subfossile Muschelablagerungen in Nottinghamshire, welche
englische lebende Arten von Landschnecken enthalten, berichtet
C. T. Musson, Journ. of Conchol. IV S. 161—163.
Elf tertiäre Europa und Nordamerika gemeinsame marine
Arten, Otto Meyer Proc. Ac. Philadelph. 1884 S. 104-109.
Arth. Krause hat 8 Arten von Conchylien in Quaternären
Ablagerungen an der Beringsstrasse gefunden, dieselben sind
32 Pi'of- Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
alle lebend arctisch. Sitzungsber. d. Gesellsch. Naturforsch.
Freunde 1884 S. 14, 15.
38 lebende Arten von Meeresconchylien aus lehmigen Ab-
lagerungen an der Küste von Maclay, Neu -Guinea, aufgezählt
von J. Brazier, Proc. Liun. Soc. New South Wales IV S. 988
bis 992.
Das erste Vorkommen von Land-Mollusken in den Kohlen-
becken Nordamerikas wird bestätigt durch die Entdeckung von
zwei Süsswasserconchylien , Physa prisca und Ampullaria? Po-
welli, und von einer neuen Gattung, ZaptycUus, wahrscheinlich
zu den Auriculiden gehörig, in den unteren Kohlenschichten
von Nevada, Ch. Walcott in Science, II S. 808, Auszug im
Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 61, 62 mit Holzschnitt.
Die pliocänen Land- und SüsswassermoUusken Italiens
werden von Carlo de Stefani in Atti della Soc. Toscana di
Sc. Nat. III und V 196 Seiten, 3 Tafeln behandelt. Die fol-
genden Arten derselben sind noch lebend in Italien: Valvata
piscinalis Müll., Peringia ulvae Penn., Bythinia tentaculata L.,
Truncatella truncatula Dr., Planorbis complanatus L., Alexia
myosotis Drap., Helix obvoluta Müll., Hyalinia hiulca Jan.,
obscurata Parro, olivetorum Gm. und Succinea putris L. In
Bezug auf den allgemeinen Charakter der Fauna ist hervor-
zuheben die Anwesenheit der Gattungen Dreissena und Melania,
die allgemeinere Verbreitung von Melanopsis, die reichere Ver-
tretung der Auriculiden (Gattungen Ophicardelus und Cassidula)
und die verhältnissmässig kleine Anzahl von Landschnecken
(nur 10 Helix und 1 Clausilia).
E. Friedel konstatirt, dass keine Mollusken im Bernstein
gefunden werden und schreibt dies dem Umstände zu, dass die
Wälder jener Periode nur aus Kiefern und Eichen bestanden,
Malak. Blätter (2) VII S. 57-60. S. Clessin konstatirt, dass
er ein Exemplar von Helix lamellata in Bernstein eingeschlossen
gesehen hat, Anmerkung ebenda S. 59.
Valvata macrostoma in diluvialen Schichten in Mähren,
Verliandl. der Geolog. Reichsanstalt Wien 1884 No. 5 S. 75.
D» Aenderungen in historischer Zeit»
J. Coli in veröffentlicht seine Untersuchungen über die
Fauna des LimQord in Jütland, welclier frUlier fast nur Süss-
Wasser enthielt und nur gegen den Kattegat offen war, aber zu
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 33
Meerwasser wurde durch den 1825 erfolgten Durclibruch des
Dammes bei Agger an der Westküste, der den Fjord früher
von der Nordsee trennte ; 83 Arten von Meeresmollusken werden
jetzt darin gefunden. Die erhöhten Ufer des Fjord enthalten
auch Ablagerungen von Conchylien, welche dessen Fauna vor
dem Einbruch der See repräsentiren, und hier konnte der Ver-
fasser allein 76 Arten finden, welche alle lebend im Kattegat
gefunden werden, während 23 derselben im LimQord nicht
lebend zu finden sind. Der Ueberschuss lebender Arten scheint
demnach durch die seit dem obengenannten Durchbruch von der
Westküste her erfolgten Einwanderung erfolgt zu sein. Die
Arten sind: Loligo breviceps und media, Lamellidoris proxima,
Polycera Lessoni, Aeolis glauca, Matharena oxyacantha, Tectura
testudinalis, Chiton marginatus und marmoreus, Teredo Nor-
vegica, Mactra solida, Solen pellucidus, Teilina fabula und
pusilla, Cardium fasciatum, Nucula nucleus, sulcata und nitida,
Modiolaria discors und marmorata, endlich Anomia squamula.
Der Verfasser zählt ausserdem 74 Arten auf, von denen erwartet
werden kann, dass sie künftig einwandern werden. On Lim-
fjordens tidligere og nuvaerende Marine Fauna Kjöbenhavn.
1884. 69 S. 8° 1 Taf.
Erfolgreiche Acclimatisation von Helix silvatica und Cyclo-
stoma elegans, ohne Erfolg bei Buliminus detritus und Pomatias
septemspiralis zu Landsberg a. L. in Baiern, Bachmann, Die
Mollusken der Umgebung von Landsberg a. L., Programm der
Kgl. Kreis -Ackerbauschule zu Landsberg 1883—84 31 S. 8°.
Helix aspersa Müll, in Bern acclimatisirt, Studer, Mit-
theilungen d. Naturforsch. Gesellsch. in Bern 1884 S. 10.
W. Baillie versucht einige Landschnecken im East Suther-
landshire und J. D. A. Cockerell andere in Chislehurst zu
acclimatisiren, Journ. of Conchol. IV S. 160 und 238. — Helix
Carthaginiensis lebend im Moor von Cardiff (Süd -Wales); auch
H. lactea mit Ballast eingeführt, Wotton ebenda S. 151. —
Planorbis dilatatus (aus Nordamerika) lebt noch bei Gorton
(zwischen Manchester und Sheffield), wo er 14 Jahre früher
von T.Rogers zuerst gefunden wurde; Collier ebenda S. 217.
Auch die neuerdings in England aufgefundene Helix villosa ist
wahrscheinlich durch Zufall eingeschleppt, derselbe ebenda
S. 214.
Helix aspersa Müll, von Irland nach Woods Holl, Massa-
Aich. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. II. C
34 Pj*of' Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
cluisetts, übertragen, im Aug. 1883 von E, A. Andrews und
B. T. Koons, Bull. Un. St. Fish Comm. IV S. 87.
Limax gagates Drap, und Helix aspersa Müll, in Süd-
afrika acclimatisirt, E. A. Smitb, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 276. — Der erstere auch auf den Bermuda- Inseln
und Tristan d'Acunha acclimatisirt , derselbe ebenda S. 276
und 278.
Helix aspersa in Tasmanien, Petterd, Journ. of Conchol.
IV S. 133.
Helix aspersa und hortensis Müll., Zonites cellarius Müll.,
Arion fuscus Müll., Limax maximus, flavus und agrestis L. in
Neuseeland eingeführt, Hutton, Trans. New. Zealand Inst. XVI
p. 211, 212.
Verwendung durch den Menschen*
A. Locard bespricht die Verwendung von Conchylien und
anderen Theilen der Mollusken in vorgeschichtlicher und älterer
geschichtlicher Zeit als Nahrung, Schmuck u. dgl. in einer
eigenen Schrift: „Histoire des MoUusques dans l'antiquite,"
Paris 1884 212 S. gr. 8. Das Tsjanko der Hindu, Turbinella
rapa, wurde von ihm schon vorher in einem eigenen Schriftchen:
„Les coquilles sacrees dans les religions Indoues" Lyon 1884
18 S. 4^ behandelt, dessen Inhalt in das obengenannte grössere
Werk wieder aufgenommen ist.
A. J. de Rochebrune hat den zweiten Theil seines
Werkes: „De l'Emploi des MoUusques chez les peuples anciens
et modernes" veröffentlicht, siehe vorigen Bericht S. 556. —
Derselbe über Monetaria (Cypraea moneta und annulus) in
Bull, de la Soc. malac. de France I S. 99—101.
Oliva Caldania Duclos und ähnliche Arten, als Schmuck
benützt von den Eingebornen von Neuguinea und Polynesien,
indem die Schale auf heisse Asche gelegt wird um sie ganz
weiss zu machen. Brazier, Proceed. Linnean Soc. New South
Wales IX S. 795.
Notiz über die Perlfischerei auf den Aru- Inseln von
Rosenberg in seiner Schrift „Der Malayische Archipel" S. 343,
Auszug Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 29.
Notiz über die Perlenfischerei in Californien in der Zeit-
schrift: „Neue Pfade im fernen Westen," Kansas, Auszug
Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 189.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 35
Notizen über die Muschelfischereien in Nordamerika von
W. Kobelt in der Zeitschrift „Humboldt" 1884 S. 440—443.
Notiz betreffend die Kultur von Landschnecken in Europa
mit dem Rath, dieselbe in Nordamerika zu versuchen, von
R. Hensch, Bull. Un. St. Fish Comm. IV S. 166.
Rathschläge für den Transport von Muscheln, namentlich
Austern, von E. C. Stearns, Bull. Un. St. Fish Comm. IV
S. 219, 220.
Bericht über eine kürzlich zu Ipswich, Massachusetts, ent-
deckte Muschelanhäufung, welche Venus mercenaria, Ostroa
edulis, Helix albolabris und alternata u. s. w. enthielt, von
J. Robinson, Bull. Essex Inst. XIV S. 158—162.
Systeinatik im Allgefneinen,
Arn. Locard handelt sehr ausführlich über die Artcha-
ractere bei den Mollusken und über die beste Art sie zu unter-
scheiden und zu beschreiben; er vertheidigt dabei die Ver-
vielfältigung der Arten, wie sie von der neuen französischen
Schule gegenwärtig geübt wird, und meint, dass Abbildungen
in vielen Fällen entbehrlich seien. Bull. Soc. Malac. France I
S. 17 — 72. [Das Letztgenannte dürfte wohl bei wenigen unter
den praktischen Conchyliologen Beifall finden.]
P. Fagot protestirt gegen den Grundsatz, Namen, die auf
ungenügenden Beschreibungen und schlechten Figuren beruhen,
nur wegen ihres älteren Datums solchen vorzuziehen, unter
denen die Art kenntlich beschrieben und abgebildet wurde,
z. B. Helix lineata Olivi an die Stelle von maritima Drap.,
Pupa quinquedentata Born statt similis Bing, oder cinerea Drap,
zu setzen. Bull. Soc. Malac. France I S. 367—374. [Es liegt
manches Wahre darin, aber die Schwierigkeit ist nur, zu ent-
scheiden, wo die Grenze zwischen einer ungenügenden und einer
noch für ihre Zeit genügenden Beschreibung oder Abbildung
liegt; hierüber werden verschiedene Conchyliologen nicht immer
übereinstimmen.]
A. de Gregorio spricht sich dafür aus, die Linne'schen
Artnamen beizubehalten, auch wenn sie mit den jetzt geltenden
Gattungsnamen übereinstimmen, z. B. Vulsella vulsella L. sp.,
Lima lima L. sp., Triton tritonis L. sp. Bull. Soc. Malac.
Ital. X S. 33-35.
J. P. A. Grasset hat einen systematischen Katalog seiner
36 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
reichen Sammlung lebender Concbylien veröflfeutlicht, welche
Sammlern nützlich sein kann zum Ordnen ihrer Sammlungen,
da sie mit der neueren Classification übereinstimmt, Index
testaceorum viventium quae in coUectione G. extant, Paris
1884, 324 Seiten in Quart.
Lieferung 41, 42 von Sowerby's Thesaurus Conch. be-
handelt die Gattungen: Teredo, Kuphus, Gastrochaena, Fistu-
lana, Saxicava, Rotella, Phasianella, Delphinula, Liotia, Sty-
lifer, Vanikoro, Neritopsis, Planaxis, Tridacna, Hippopus,
Pleurotomaria, Trigonia, Siliquaria und die Pteropoden.
Cephalopoda.
Allgemeine Betrachtungen über die gegenseitige Verwandtschaft der
Gattungen, wobei auf die Stelle des hectocotylisirten Arms kein Wcrth zu
legen sei, und parallele Reihen in den Abstufungen von Gattungscharak-
teren innerhalb der 10 armigen und der 8 armigen Cephalopoden nach-
gewiesen von J. Brock, Zeitschr. für wissensch. Zool. XL 1884 S. 108
bis 120.
Der Saugnapf der Cephalopoden wird in Beziehung auf Bau und
Wirkung von P. Girod näher erörtert. Bei Octopus ist die Wandung
desselben bei der Anheftung wesentlich wirksam durch Ausbreitung des
Randes. Bei Sepia ist die Wandung weniger beweglich, dagegen ein
Stempel in der Mitte des Saugnapfes vorhanden, welcher die wesentliche
Rolle bei der Anheftung übernimmt. Bei beiden führt jeder Zug von
aussen zu einer Vertiefung des Innern luftleeren Raumes und damit zu
festerem Anhaften. Archives de Zool. expe'r. (2) S. 379—401 Taf. 20.
— Auszug in American Naturalist XVIII S. 637. — H. Fol recapitulirt
die Arbeit von Niemiec über die Saugnäpfe von Sepiola in Archives
des Sciences Naturelles de Geneve (3) XI S. 100 — 102.
Die Cephalopoden des Adriatischen Meeres werden aufgezählt von
A. F. Ninni in einer besonderen Schrift unter dem Titel: Catalogo dei
Cefalopodi dibranchiati osservati nell' Adriatico, Padova 1884 16 S. 1 Tafel.
Octopodidae. Octopus tuberculosus Blainv.?, nahe Barbados 69 Fa-
den und pictu.s, Flannegan- Strasse und bei Barbados, 27 und 69 Faden,
nur zwei junge Exemplare, Verrill, Bull. Mus. Comparation Zool. XI
No. 5 S. 111, 112, der letztere Taf. 3 Fig. 3. — 0. punctatus Gabb.
1862, von San Francisco bis Litka, und bimaculatus, Panama und S.
Diego, Californien, Verrill ebenda No. 6 S. 117—13 Taf. 4—6.
Octopus polyzenia Gray, Torresstrasse und Port Essington, tenebricus,
Port Denison, und maculosus Hoyle, Port Jackson, E. A. Smith, Zool.
Collections of H. M. S. „Alert" S. 34—36 Taf. 4 Fig. A-C.
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1884. 37
Eledone clrrhosa Lara, an der Küste von Holland gefunden, sowie
kritische Notizen über die Kennzeichen dieser Art von C. Kerbert,
Tijdschr. Nederl. Dierkundige Vereenigung S. 6 — 14 Taf. 1.
Leptotheutis und Eledonella, neun Gattungen, Verrill, Transactions of
the Connecticut Acad. VI 1 Theil.
Eledonenta, neue Gattung, Rochebrune, Bull. Soc. philomathique de
France, Paris (7) VIII S. 157, Arme sehr lang. Haut zwischen den
Armen schwach ausgebildet. E. Filholiana, Viti- Inseln, und microsijcia^
Rothes Meer.
Hallia, Arme ziemlich gleich, die 3 letzten Saugnäpfe gross. Haut
zwischen den Armen stark ausgebildet. //. sepioidea bei Cherbourg, der-
selbe ebenda S. 156.
Opisthoteuthis j neue Gattung, neben Stauroteuthis und Cirroteuthis,
Rumpf und Kopf eng mit der Armhaut verbunden, Athemröhre am hin-
tern Ende des Rumpfes vorstehend, nach hinten gerichtet; Arme ziemhch
gleich lang, bis nahe zur Spitze durch eine Schwimmhaut verbunden, mit
einfacher Reihe von Saugnäpfen und damit abwechselnd eine Reihe kleiner,
spitziger Girren. 0. Agassizii bei Granada, Westindien, 291 Faden.
Verrill, Bull. Museum Comparative Zool. XI No. 5 S. 113, 114 Taf. 1 u. 2.
Argonauta von Lord Howe-Insel, Wilkinson Proc. Linn. Soc. New
South Wales Febr. 1884.
Oegopsidae, Loligopsis cyclura Lesueur, zwei neue Exemplare von
J. Brock untersucht; sie scheinen Steenstrup's Vermuthung zu bestätigen,
dass L. ellipsoptera Ad. und Reeve nicht spezifisch verschieden davon ist.
Nachrichten von der KÖnigl. Gesellsch. der Wissenschaften zu Göttingen
No. 12, 1884 S. 504 — 508.
Diciydiopsis, Doratopsis, Zygaenopsis^ neue Gattungen für Loligopsis
ellipsoptera, vermicularis und zjgaena, femer Entomopsis mit 2 neuen
Arten, Velaini, St. Paul, und Clouei , atlant. Ocean, Phasmatopsis cymo-
ctypus, Madera, und Pyrgopsis rhyndiophorus^ Agulhas-Bank, Rochebrune,
Bull, de la Soc. philomatique de France (7) VIII S. 7—28 Taf. 1, 2.
Cheiroteuthis lacertosa Verrill 1881, Exemplar aus der Nähe von
S. Vincent, West-Indien, 230 Fad., Verrill, Bull. Mus. Comparative Zool.
XI No. 5 S. 107.
Abralia megalops Verrill 1882, unerwachsenes Exemplar von Bar-
bados, 137 Faden, Verrill, Bull. Mus. Comparative Zool. XI No. 5 S. 105
Taf. 3 Fig. 4.
Sthenoteuthis Bartramii Les., Fragment eines Armes aus 607 Faden
Tiefe, West-Indien, Verrill, Bull. Mus. Comparative Zool. XI No. 5 S. 106
Ein Riesentintenfisch, Körper ungefähr 50 Fuss lang, treibend ge-
sehen an der grossen Bank von Neufundland von Capt. Keene, Bull,
ün. St. Fish Comm. VII S. 15. — Notiz über einen riesigen Tintenfisch,
Nature, 29. Band No. 745 S. 348; ein anderer, J. W. Co Hins, Bull.
ün. States Fish Commission IV S. 15.
38 Ptof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Familie J ProcuUstes^ neue Gattung, beruht auf einem jungen
Cephalopoden mit gestielten Augen von der Challenger - Expedition , Ray
Lankester, Quarterly Journ. of Microscop. Soc. XXIV S. 311—318
mit Holzschnitten.
Myopsidae, Loligo subulata (Lam.) an der Küste von Holland ge-
funden, Kerbert, Tijdschr. Nederl. Dierkundige Vereenigung S. 14 Taf. 2.
Rossia bmchyiira, Verrill, Bull. Mus. Comparative Zool. XI No. 5
S. HO Taf. 3 Fig. 2. Nahe St. Kitts, Westindien, 208 Faden.
Sepioloidea lineolata Q. G., Männchen beschrieben, der linke Arm
des untersten Paares hectocotylisirt wie bei Sepiadarium und Idiosepius;
keine Spur einer inneren Schale; Brock, Zeitschr. für wissensch. Zoologie
XL 1884 S. 105 — 107.
Nectoteuthh- , neue Gattung, neben Stoloteuthis , Rückenrand des
Mantels frei, Bauchrand viel weiter vorwärts reichend; Saugnäpfe sehr
klein, konisch, auf starken, zugespitzten Stielen im obern Theil der Arme.
^. Pourtalesü, bei Barbados 180 Faden, nur Ein Exemplar bekannt, wahr-
scheinlich ein Männchen, Verrill, Bull. Mus. Comparative Zool. XI No. 5
S. 108—110 Taf. 3 Fig. 1.
Diphtherosepion., Rhombosepion^ Laphosepion, Spathidosepion^ Doralo-
sepion, Äscarosepion imd Acanthosepion, neue Gattungen für Sepia ornata,
rupellaria, Lefebrei, tuberculata, Andreana, Fischeri und aculeata, nebst
Beschreibung mehrerer neuen Arten, Rochebrune, Bulletin de la Socictc
philomathique de France, Paris (7) VIII S. 74—112, 113.
Nautilidae. Mehrere neue Beobachtungen über die Eindrücke in
den Schalen von Orthoceras hat Noetling mitgetheilt, Jahrb. d. Geol.
LandesAnstalt 1883 S. 105 u. folgende Taf. 16 u. 17.
Pteropoda.
Die Schalen von 9 Gattungen und 47 Arten beschrieben und abge-
bildet in Sowerby Thesaur. Lief. 41, 42, S. 139—148 Taf. 473 und 474
(einschliesslich Atlanta).
Cleodora lobata, Sowerby Thesaur. Lief. 41, 42, S. 143 Taf. 473
Fig. 31. Atlantischer Ocean.
Heteropoda.
Pterotrachea coronata mit einer violetten Varietät, Pt. mutica und
hippopus bei Villafranca unweit Nizza beobachtet, die zweite von November
bis Januar vorherrschend, die dritte im Februar und März. Der bei weitem
grössere Theil der Männchen hat einen Saugnapf an der Flosse, aber
einige Männchen entbehren auch desselben; die Mehrzahl der Weibchen
hat keinen Saugnapf, aber ein verhältnissmässig nicht ganz kleiner Theil
der Weibchen ist auch mit einem solchen versehen, der jedoch immer
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 39
kleiner ist als derjeni{^c der Männchen. Sinnesorgane siehe oben S. 3, 4.
J. Paneth, Archiv f. Microscop. Anat. XXIV S. 231 — 233.
Atlanta, die Schale von 3 Arten in Sowerby, Thesaur. Lief. 41, 42,
S. 148 Taf. 474.
Oastropoda.
Taenioglosstt,
Aciculucca« Acme Stussineri Böttger, Nachrichtäbl. Malak. Gesell-
schaft 1884 S. 185. Obcr-Kärnthen, nur 1V2 mm lang. — A. microspira
Pini, Atti Soc. Italiana XXVII S. 10, Val Brembana.
Truncatella Semperi, Kobelt, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884
S. 52, Philippinen.
Albertisia punica Issel Ann. mus. civic. Gen. 1880 scheint eine
Varietät von Truncatella truncatula Dr. zu sein, Monterosato, Naturalißta
SiciHano IV S. 21.
Pomatiacea. Pomatias mbalpimts, See-Alpen, striolatus var. Ue-
jUippiif Nervi, Valsabiniis, Valsabina, Slabüei, Valsassina, Pini Atti della
Soc. Ital. XXVII S. 3—9. — P. BÖttgeri Westerlund von Palermo, Cafici
Naturalista Siciliano III S. 215.
Cyclotacea. Cyclotus awiculatus, Caroli und lalecostatus ^ Kobelt,
Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 49, 50, Philippinen.
Cyclotus char7nian, Neuseeland, Hutton, Trans. New Zealand Inst.
XVI S. 183.
Cyclostoma [Cyclotus] in/ans, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. 1884
S. 266, Admiralitätsinseln.
Pterocyclos Fischerianus. Pnoms, Cambodja, Morlet, Journ. de
Conchyl. XXXII S. 393 Taf. 12 Fig. 2.
Cyclophorus, Weichtheile von C. aurora Bens, bei Godwin - Austen
land- and freshw. moll. of India Heft V Taf. 51 Fig. 1, 2.
Cyclophorus Cambodgensisf Paviei, Klobu-Boivskii und Landesi, Cam-
bodja, Morlet, Journ. de Conchyl. XXXII S. 388—392 Taf. 11 Fig. 3—5
und Taf. 12 Fig. 1. — C. Semperi und trochiformis, Kobelt, Nachrichtsbl.
Malak. Gesellsch. 1884 S. 51, Philippinen.
Cyclophorus Cousini Jousseaume, Bulletin de la Soc. Zool. de France
VIII No. 5 — 6 proces verbaux, Ecuador.
Cyclophorus (Scabrina) Jdrsutus, Möllendorff, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. S. 169, Hainan.
Lagocheilus pilosus und longipilus, Möllendorff, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 170, Hainan.
Leptopoma melanostoma Petit, weisslippige und schwarzlippige Va-
rietäten von Amboina, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 216.
— L. pannosa und calva Hutt., Radula, Hutton Trans New. Zealand Inst.
40 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
XVI S. 173, 174 Taf. 10 Fig. U. — L.? pallida, Neuseeland, derselbe
ebenda S. 184.
Alycaeus, 11 ostindische Arten vergrössert abgebildet von Godwin-
Austen, land- and freshw. moll. of India, part V Taf. 43, 44 und 48,
Anatomie Taf. 51 Fig. 3—6, Radula Fig. 4, mit Tafelerklärung, aber
ohne sonstigen Text.
Alycaeus Nipponensis Reinh. und latecostatus Möllend.. kritische Be-
merkung, Gredler, Archiv für Naturgeschichte L S. 259, Anmerkung.
Cyclostomacea. Georgia und Rochebrunia Bourg. nicht von Oto-
poma zu unterscheiden, da der Nabel selbst bei verschiedenen Exemplaren
derselben Art nur theilweise oder ganz bedeckt sein kann und auch der
Lappen des Innenrandes verschiedene Grade der Ausbildung zeigt. Crosse,
Journ. de Conchyl. XXXII S. 361 und 364.
Guülainia, neue Gattung, testa turbinato - turriculata ; apertura parva,
valde obliqua; peristoma simplex, tenue, margine externo subacuto, um-
bilicus carina circumscriptus. Deckel imbekannt. Typische Art: Cyclo-
stoma gratum Petit = tricolor Pf., von der Insel Abd-el-Goury, Crosse,
Journ. de Conchyl. XXXII S. 370.
Cyclostoma elegans, Deckel, Houssay, Archives Zool. exper. (2) II
S. 193 — 196 Taf. 8 Fig. 1, 2, 8 und 13.
Choanopoma uncinatum, Arango Proceed. Acad. Philadelphia 1884
II S. 211 mit Holzschnitt, Cuba.
Realia turriculata und Hochstetteri Pfr., Radula und Deckel, Hutton,
Trans. New Zealand Inst. XVI S. 174 Taf. 11 Fig. H.
Plipinacea. Pupina ßava, Möllendorff, Nachrichtsbl. Malak. Ge-
sellschaft 1884 S. 171, Hainan. — Radula von P. ephippium, Gredler
Jahrb. d. mal. Ges. XI S. 157 Taf. 3 Fig. 6.
Raphaulus, 4 ostindisehe Arten mit einigen Varietäten abgebildet von
Godwin-Austen land- and freshw. moll. of India Heft V Taf. 47, die
Nahtröhre von der Innenseite der Schale und die in ihr enthaltene röhren-
förmige Verlängerung des Mantels Taf. 51 Fig. 7—9.
Diplominatinacea. 28 ostindische Arten vergrössert abgebildet
von Godwin-Austen land- and freshw. moll. of India, part V Taf. 45,
46 und 49, lebende Thiere und Inneres der Schale Taf. 50 Fig. 1—5,
Radula Fig. 6.
Aiupullariacea. Ampullaria polita, Deckel, Houssay, Arch. Zool.
exper. (2) S. 232 Taf. 11 Fig. 10, 11.
Valvatacea. Valvata piscinalis var. cancellata, Dept. Aube, Bau-
don Journ. de Conch. XXXII S. 294 Taf. 10 Fig. 5. — V. Macei Bourg.
mscr. Locard, Bull. Soc. Malac. France, I S. 207, Dept. Manche, nahe
Helvetica Bourg. und frigida Westerl. — V. imperialis, Dep. Seine et
Oise und Liste 11 französischer Arten, Bourguignat ebenda S. 183 — 188
Taf. 3 Fig. 6 — 10. — V. Delevieleusae und V. Hagenmülleri Bourguignat
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884, 41
mscr. , mit Notizen über andere Arten, Hagenmüller Bull. Soc. Malac.
France I S. 212—216.
Valvata Änapensis und Monl.erosali, Cafici, Naturalista Siciliano III
S. 216, Sicilien.
V. Rothi, Pharaonum und Schoeinfurihi Bourg. mscr. Khedivialis und
Petrettinii Letourneux mscr., Egypten, sowie eine Liste anderer egyptischer
Arten, Junes, ebenda, S. 346 — 352.
Valvata minulissima aus Cochinchina, Wattebled, Journ. de Conchyl.
XXXII S. 131 Taf. 6 Fig. 8.
Paludinacea. Faludina vivipara, Deckel, Houssay, Archives Zool.
expcr. (2) II S. 230—232 Taf. 11 Fig. 9.
Faludina, 2 Arten mit 10 Varietäten in Italien, worunter vivipara
[fasciata] var. Koheltiana = Kobelt-Rossmässler V Fig. 1373 ixnd var.
Rossmässleri =: Rossmässler I Fig. 125, Caroti, Bull. Soc. Malac. Italiana
IX S. 271 — 279. — Vivipara imperialis Dept. Seine et Oise, und Liste
von 11 [sogenannten] französischen Arten dieser Gattung, die crstere
sowie V. Bourguignati , penthica und subfasciata abgebildet, Bourguignat
Bull. Soc. Mal. France I S. 183—188 Taf. 3 Fig. 6—10. — G. Servain
unterscheidet Vivipara ranarum^ Bourguignati^ Paeteliana^ Älbisiana und
penthica, alle aus der Umgebung von Hamburg, Bull. Soc. Malac. France
I S. 172—182.
Faludina Tiranii und Thomsoni, Morlet, Journ. de Conchyl. XXXII
S. 394, 395, Taf. 12 Fig. 3 und 4, Cambodja.
Bocourtia, gen. nov. Testa imperforata, ovata-oblonga, sulcata, aufra-
ctibus snbventricosis , epidermide fulva indutis; columella subcallosa, cur-
vata; apertura ovato-elliptica, labro recto, simplice. B. lymnaeformis
[limnaeif.] und /osciato, Bangkok, Rochebrune, Bull. Soc. philomathique,
Paris, (7) VI 1882 S. 117, 118.
Bythinia tentaculata, Deckel, Houssay, Archives Zool. exper. (2) II
S. 235 Taf. 11 Fig. 5—8 und 12.
Bythinia, 7 Arten mit 9 Varietäten in Italien, B. Boissieri Charp.
varr. curta und intermedia, B. Orsinii var. tumida und B. amnicolina,
Sicilien, Caroti, Bull. Soc. Malac. Italiana IX S. 279—293. — B. gravida
und Ardiissonica J. Ray, Bull. Soc. Malac. France, S. 155, 156, Dept.
Aube, Frankreich.
Bythinia misella, Gredler, Archiv für Naturgeschichte L S. 276
Taf. 19 Fig. 8, Provinz Hunan, China. — B. Crosseana, Cochinchina,
Wattebled, Journ. de Conchyl. XXXII S. 127 Taf. 6 Fig. 4.
Bythinia Richmondiana , Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 159,
Richmond-Fluss, Neusüdwales.
Stenothyra Dorriana und decollata, Wattebled, Journ. de Conchyl.
XXXII S. 129 Taf. 6 Fig. 5, 6, Cochinchina.
Emmericia. Brusina führt die 67 Arten, welche von Bourguignat
42 Pi'ot. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
unterschieden wurden, auf drei hauptsächhche Varietäten einer Art zurück,
patula Brumati, Jahrb. Malak. Gcsellsch. XI S. 104 — 111.
Bythinclla opaca Ziegl. var. gracilior , Stefani, Bull. Soc. Malac. IX
S. 104, Apuanen.
Pseudamnicola , neue Gattung, welche Frau Paulucci für die Euro-
päischen Arten von Amnicola vorschlägt, wie A. Lucensis, Issei, da die
typischen, nordamerikanischen Arten durch die Struktur des Deckels unter-
schieden sind, Stefani, Bull. Soc. Malacol. Ital. IX S. 199, 200.
Amnicola positiira, Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 159, Richmond-
Fluss, Ncusüdwales.
Pyrgula Nevadensis Stearns, ßadula und Variabilität der Länge und
Breite, EUsworth Call und Beecher, American NaturaUst XVIII S. 851
bis 855 mit Holzschnitten und einer Tabelle.
Hydrobia, historische Notizen über diese Gattung und II. Aponensis,
Martens, var. Foxianensis, welche in einer salzigen Quelle zu Pradilama
bei Pieve Foxiana, ProT. Massa, lebt, Stefani, Bull. Soc. Malac. ItaUana
IX S. 200—204.
Hydrobia Yvonneana , Wattebled, Journ. de Conchyl. XXXII S. 130
Taf. 6 Fig. 7, Cochinchina.
Paludestrina Cornea, (Risso, Leachia) = muriatica Phil., durch die
S förmige Krümmung der Anwachsstreifen unterschieden, Monterosato,
Naturalista Siciliano II S. 230.
Leachia Risso = Peringia Palad. 1870, Mundsaum deutlich begrenzt,
unten in einen kleinen Lappen verlängert; Umgänge flach. L. viridescens
Risso = Paludina Salinesii, Calcara und Aradas, derselbe, ebenda,
S. 230, 231.
Hydrobia com/?acto, Jeffreys, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 128
Taf. 9 Fig. 9, Tanger.
Melauiacea« Melania cancellata Bens. Variabilität, Gredler, Archiv
für Naturgesch. L S. 260, Anmerkung.
Melania Dmkeri, Heimburg, Nachrichtsbl. Malak. Gcsellsch. 1884
S. 94, Japan, Prov. Higo.
Melania tumida und praenotata, Provinz Hunan, China, Gredler,
Archiv für Naturgeschichte L S. 278-286 Taf. 19 Fig. 9, 10.
Melania Paviei, Lemyrei und DaiUzenberf/iana, Morlet, Journ. de
Conchyl. XXXII S. 397—399 Taf. 12 Fig. 5 und 6, Taf. 13 Fig. 1,
Cambodja.
Melania Grangert ^ Wattebled, Journ. de Conchyl. XXXII S. 127
Taf. 6 Fig. 3, Cochinchina.
Melania Savinierei Brot mscr., Morelet, Journ. de Conchyl. XXXII
S. 330, Batavia.
Melania Apiensis, turhans und ordinaria, Neue Hebriden, E. A.
Smith, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 269, 270 Taf. 23 Fig. 11
bis 13.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 43
Oncomehinia Gredl. verschieden von Prososthenia Neumayr, Büttger,
Archiv für Naturgeschichte L S. 261, Anmerkung.
Melanella. Bourguignat theilt die bekannte M. Ilolaudri in ^wei
Artenreihen, Zonatae und Laevigatae [wie schon Rossmässler Iconogr. II
1839 S. 37 var. legitima und var. laevigata], erstere in zwei Gruppen:
llolandriana und Far/odana, letztere in vier: Laeiigatiuna ^ Crassuina,
Letourneuxiana und Speciosiana , und endlich diese alle in 27 sogenannte
Arten, unter denen folgende neue Namen vorkommen: divina, eximia,
agnatella^ Piloriana, crassilabris^ Faffotiana, Krapinensis, gigantea^ Berlani,
ovoidaea, amhlya, Letourneuxi^ Boiirguignati, castanea, codiella und speciosa,
welche von dem Verfasser selbst, Letourneux oder Servain, gegeben sind.
Bourguignat, Melaniens du Systeme Europcen. S. 7 — 29.
Pyrgulifera Meek 1872. Zu dieser Gattung, die zuerst aus der
Laramie Gruppe (zwischen Kreide und Eocen) in Nordamerika bekannt
geworden, bringt Leop. Tausch nicht nur eine Anzahl tertiärer Süss-
wasserschnecken aus Ungarn, Oesterreich und Frankreich, welche bis dahiu
zu Paludomus gerechnet wurden, sondern auch die lebenden Paramelanin
E. Smith 1881 aus dem Tanganyika-See, und ebenso bringt derselbe die
lebende Syrnolopsis E. Smith 1881 ebendaher zu der eocaenen Gattung
Fascinella Stäche bei Sandberger 1871 ; die bekannten fossilen und lebenden
Arten beschrieben und abgebildet, die letzteren in Copien nach E. Smith.
Sitzungsber. der Akad. d. Wiss. Wien XC S. 56 — 70 Taf. 1, 2.
Fagotia, neue Gattung für Melanopsis Esperi Fer. und Audebardi
Prevost; Schale gefleckt, Spindel nicht eigentlich abgestutzt; in 4 Gruppen
eingetheilt: Esperiana, Locardiana, Letourneuxiana und Aa-oxiana, und
22 sogenannte Arten, worunter die folgenden neuen Namen: Hossmässleri,
Berlani, Danubialis, Pfeißeri (C. Pfeiffer, deutsche Moll. Taf. 8 Fig. 26,
27), Änceyana, pusilla, Locardiana, Ascanica, gravida^ stenostoma, Anato-
lica von Ismiot in Kleinasien, Servainiana, nocturna, Letoumeuxi, Pilariana,
Saint -Simoniana, acroxia und Bourguignati , welche theils von dem Ver-
fasser selbst, theils von Letourneux oder Servain gegeben sind. Bourguignat
Melaniens du Systeme Europeen S. 30 — 49.
Microcolpia, neue Gattung für Melanopsis acicularis Fer., Spindelende
spitz, von einer Furche umfasst, welche eine Art Einschnitt am untern
Ende bildet; in 5 Gruppen getheilt: Aciculariana, Praecluriana, Servainiana,
Villeserriana, Pyramidaliana und Potamactebiana, und 19 sogenannte Arten,
worunter die folgenden neuen Namen: praeclara, Servaini, Coutagniana,
Hagenmiilleriana, Rochebruniana, Villeserriana, Mabilliana, Gallandi, canali-
culata, peracuta, Stossichiana (Rossmässler Fig. 673 und 675), Letoumeuxi
und pachystoma, Bourguignat ebenda S. 49 — 66.
Melanopsis, Bourguignat giebt einen geschichtlichen üeberblick über
die Kenntniss dieser Gattung und beschränkt sie auf die Arten mit deut-
lich eingeschnittenem Spindelende; er theilt dieselbe in 24 Gruppen und
95 sogenannte Arten, worunter folgende meist von dem Verfasser selbst,
44 i*fof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
in einigen Fällen von Letoumeux gegebene Namen vorkommen: spae-
roidaecij microcolpia, episetna, mzabica (Bourg. Mal. Alg. Taf. 16 Fig. 1,
2, 8, 11), callichroa^ minutula, ynyosotidaea, coupha, OUvieri, ohesa (Rossm.
III 837), Bo0iana, Mauritanica (Rossm. - Kobelt Fig. 1883 und 1887),
Seignetti (Rossm. -Kob. Fig. 1884), pleiirotomidaea , subscalaris (fig. Bourg.
Mal. Alg. Taf. 15 Fig. 20), Guiraoi (Brot Melan. Taf. 47 Fig. 16,
17), Mohammedi (Morelet, Journ. de Conch. 1880 Taf. 3 Fig. 6), bdo-
nidaea (Mal. Alg. Taf. 16 Fig. 5, 6), Cossoni, sübgraellsiana (Mal. Alg.
Taf. 15 Fig. 26 und Rossmässler III 840, 842, 843), acutespira (Rossm.
Fig. 844), Isseli (Fig. Mal. Alg. Taf. 15 Fig. 25), caUista, Sesten, Alepi,
stepkanota (Rossm. -Kobelt F. 1899, 1900), hiera (Fig. ebenda 1904),
vespertina, Jehusitica, aterrimo, sancta (Fig. Rossm.-Kobelt F. 1901), ceri-
thiopsts, Hebraica, lampra, Phoeniciaca, Belusi, desertorum, subcostata (Fig.
Encycl. meth. Taf. 448 Fig. 7), Tanousi, obliqua, ovum (Rossm.-Kobelt
Fig. 1906), Felidani, eumorphia, egregia, magnißca (Chemnitz, Conch. Cab.
X 2082, 2083), pleuroplagia , macrostoma, Rossmässleri (Rossmässler II
F. 680), microstoma, Pechaudi ^ heliophila, ovula, Bourguignat, Melaniens
du Systeme Earopeen S. 67 — 165.
Bissoacea. Monographie von Rissoina von Weinkauff beendigt in
Küster, Conchylien-Cabinet, Lief. 330 S. 81—97 Taf. 15 d. — R. (Fair-
bankia) Bombayana Blanf., Bombay S. 81 Taf. 15 Fig. 8, R. pseudo-
bryerea und Basetereana, Nevill, rothes Meer, S. 82 und 84 Taf. 15 d
Fig. 1 und 7, zuvor nicht abgebildet, subvillica und pseudoprinceps , neue
Namen für villica und princeps Sow in Reeve, nicht Gould, und C. B.
Ad. S. 88 und 93.
Rissoina, 20 Arten aus dem rothen Meer aufgezählt, Erythraea Phil,
(nicht Schwarz von Mohrenstern) = Seguenziana Issel, dimidiata, assimilis
und angulata Jickeli 1882, abgebildet, Jickeli Jahrb. Malak. Gesellsch.
XI S. 255—265 Taf. 6.
Rissoina Curtisi, E. A. Smith Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 69 Taf. 5 Fig. M, Port Curtis. — R. approxima [ — ans]. Petterd,
Journ. of Conchol. IV S. 151, Tasmanien. — R. annulata, Hutton, New
Zealand Journal of Science II S. 173.
Monographie von Rissoa, enthaltend 127 Arten einschliesslich Al-
vania, Onoba und Hyala, von H. C. Weinkauff in Küster, Conchylien-
Cabinet Lief. 330 und 333 S. 100—193 Taf. 18—25, R. (Alvania)
interfossa Nevill, Indisches Meer, S. 160 Taf. 19 Fig. 16, wohl bisher
nicht abgebildet.
Rissoa, 32 Arten aus dem Mittelmeer und dem angrenzenden Theil
des atlantischen, auf den Expeditionen des „Lightening" und „Porcupine"
gesammelt, werden von Jeffreys erörtert, darunter neu: Fischeri, Tunis
30 — 120 Faden, parvula, Tanger, angulata^ Adventurebank , Mittelmeer,
turricula, Atlant. Ocean. deliciosa, Atlantisches und Mittelländisches Meer,
affinisy Vigo Bay, subsoluta und Testae^ Aradas und Maggiore, Bay von
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 45
Biscaya und Mittelmeer, die beiden letzteren abgebildet, Jeffreys Proc.
Zool. Soc. London 1884 S. 111, 127 Taf. 9 Fig. 1 — 8.
Rissoa Uneaia, dubius [ — a], bicolor, approxhna [ — ans], hadia, Die-
mensis, pulchella und Layardi, Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 137,
138, Tasmanien.
Rissoa subperfurata, Jeffreys, Quarterly Journ. Geol. Soc. XI S. 320
Taf. 15 Fig. 2, quaternär in England. — R. Wyville-Thomsoni, Jeffreys
ebenda Fig. 3.
Apicularia^ neue Untergattung für Rissoa similis Scacchi, subcostu-
lata Schw. u. s. w., Monterosato, Naturalista Siciliano III S. 139.
Alvania consociella, Monterosato, Naturalista Siciliano III S. 159,
Sudküste von Frankreich und Westküste von Italien.
Alvinia neue Untergattung von Alvania, Spiralskulptur vorherrschend,
A. Weinkauffi Schw., subareolata Monterosato, dictyophora Phil, und
Philippiana Jeffr., Monterosato, ebenda S. 160, 161.
Acinus, neue Gattung, Sculptur körnig, ohne Spiralrippen, Mündung
deutlich gezahnt, A. cimex L., cingulatus Phil, und suba-enulatus Schwarz
mscr. nur 1 Mm., häufig im Mittelmeer, Monterosato, Naturalista Siciliano
III S. 161.
Acinopis, neue Gattung, Sculptur gegittert, Mündung unten mit einer
schwachen Rinne und einem vorstehenden Höcker, A. cancellatus Dacosta
= Rissoa crenulata Mich, und hirta^ Sicilien und Neapel, Monterosato
ebenda S. 162.
Galeodina, neue Untergattung von ?, gekielt, mit Andeutung von
Varicen, ähnhch wie bei Cassis; Mündung innen glatt, Mundiand verdickt,
G. striatula Dacosta = Rissoa trochlea Phil., Monterosato, ebenda S. 163.
lliapsiu^ neue Untergattung [bei Nanina von Albers vergeben], Ge-
winde thurmförmig, Gestalt und Sculptur etwas wie bei Melania, Th. rudis
(Phil. Rissoa), Monterosato, Naturahsta Siciliano III S. 227.
Geffania, neue Gattung, Schale konisch, mit Gittersculptur, ohne
Nabel; Embryonalwindung kugehg, eingebogen. G. pinguis ^ atlantischer
Ocean, aus der Ausbeute der Porcupine- Expedition, Jeffreys, Proc. Zool.
Soc. 1884 S. 365 Taf. 27 Fig. 10. [Der Verfasser setzt diese Gattung
in die Familie der Eulimiden, mit denen aber die Schale, die allein be-
kannt ist, wenig Aehnlichkeit zeigt.]
Cingula limbata^ Neuseeland, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI
S. 214.
Cingulina, neue Untergattung von Cingula, Schale stumpf, kugelig,
durchbohrt. C. obtusa Cantr. = Alderi und soluta Jeffr., Monterosato,
Naturalista Siciliano III S. 238.
Cingilla^ neue Gattung, Sculptur aus zahlreichen Spiralstreifen be-
stehend, die einander kreuzen; Columellarrand mit einer kalkigen Auf-
lagerung. C. trifasciata Alder = cingillus Mont. und picta Wats.
Derselbe ebenda S. 228.
46 Pj*o^' Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Barlecia rubra Mont., haliotiphila und subtenuis Carp., Weinkauff in
Küster's Conch. -Cabinet Lief. 330 (Rissoa) S. 98 — 100, nur die erstere
abgebildet Taf. 2 Fig. 20—22.
Eatoniella, E. A. Smith's 3 Arten wiedergegeben von Weinkauff in
Küster's Conchylien-Cabinet Lief. 333 S. 194—196 Taf. 25 Fig. 15 — 17.
Setia JefFr. an der Oberfläche des Wassers, wie Litorina. Zu dieser
Gattung gehören die Mittelmeer- Arten : fasca Phil. (Truncatella) = Rissoa
paludinoides Calcara, glohulina^ pygmaea Mich. (Rissoa), Sciatiana Ar. und
Ben., inflata und turriciilata ^ soluta Phil., amabiHs Monteros. , Alleryana
Arad., limpida und ? Messanensis Seguenza, Rissoa, Monterosato, Natura-
lista Siciliano III S. 278, 279.
Parvisetia, neue Untergattung von Setia, undurchbohrt, Gewinde kurz,
stumpf, Mündung halbmondförmig. P. Scillae Seguenza (Rissoa), derselbe
ebenda S. 280.
Microsetia, neue Untergattung von Setia, microscopisch, glänzend,
lebhaft gefärbt, oft gebändert, undurchbohrt. M. Cossurae Calcara (Ris-
soa) = fasciata Requien, M. microscopica Seguenza (Rissoa), fulgida Ad.,
coelata und ochroleuca Brusina 1869, derselbe ebenda S. 280.
Fseudosetia, neue Gattung, Gestalt wie Setia, aber eine Tiefseeform.
P. turgida (Jeffr. Rissoa), tumidula G. 0. Sars, Ficaratiensis Brusina uud
macilenta, Monterosato, Setia, derselbe ebenda S. 281.
Homalogyra densicosiata , Jeffreys, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 129 Taf. 10 Fig. 1, Atlantischer Ocean.
Ammonicerina 0. G. Costa 1861^= Homalogyra Jeffr. 1867, Mon-
terosato, Naturalista SiciHano IV S. 21.
Caecidae* Notizen über die Arten des Mittelmeers von Monte-
rosato, Naturalista Siciliano IV S. 22 — 24.
Spirolidium O. G. Costa 1861 = Parastrophia Folin, 1869, Monte-
rosato a. a. O. S. 21.
Parastrophia Folini, Südfrankreich und Tunis, Bucquoy, Dautzenberg
und Dollfus, Moll. Marins du Roussillon fasc. VII.
Pyraiuidellacea. Pyramidella, 4 Arten, Obeliscus 7, Elusa 3,
Rüppelli (Jickeli 1883) mit Holzschnitt, Syrnola 7 und Orina 1 Art, aus
dem rothen Meer, alle mit voller Synonymie aufgezählt von Jickeli, Jahrb.
Malak. Gesellsch. XI S. 245 — 255.
Pyramidella nitidula A. Ad. (Syrnola), aus dem Biscayischen Meer-
busen und dem Mittelländischen Meer, Jeffreys, Proceed. Zool. Soc.
London 1884 S. 363 Taf. 27 Fig. 8.
Odostomia suboblonffa, tenuis, praelon</a, crassa, sigmoidea^ flexuosa,
sinuosa^ acuticostata ^ fulgidula^ attenuata, compressa und semicostata aus
dem atlantischen Ocean und dem Mittelländischen Meer, mit Bemerkungen
über viele andere Arten, worunter Chemnitzia und Eulimella, Jeffreys,
Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 345 — 363 Taf. 26 Fig. 3—10 und
Taf. 27 Fig. 1 — 7.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 47
Turbonilla Fushiana Verr. = Odostomia magnifica Seguenza, Jeffreys
Report of the British Association 1884.
Chemnitzia Copjnngeri^ E. A. Smith, Zool. CoUections of H. M. S.
„Alert" S. 505 Taf. 44 Fig. W. Providence Riff, Mascarenen.
Chemnitzia Beddoviei, Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 136,
Tasmanien.
Eulimella Smithii Verr. = unifasciata Forb., Jeffreys Report of the
British Association 1884.
Elllilliacea» Eulima glabra, fiisco-apicata, abbreviaia, suhumhilicata^
minuta und subobfusa, aus dem atlantischen Ocean und dem Mittelländischen
Meer, Jeffreysiana Brusina und piriformis Brugmone sind abgebildet und
Notizen über andere Arten gegeben von Jeffreys, Proceed. Zool. Soc.
London 1884 S. 365—371 Taf. 28.
Eulima Martinii A. Ad. Varietät von der Torresstrasse, E. A. Smith,
Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 58.
Eulima vitrea und aurantia^ Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 136
und 144, Tasmanien.
Stylifer, 18 Arten, Sowerby, Thesaur. Lief. 41, 42, S. 159—161,
Taf. 479; St. dubius (Baird mscr.), Neu - Caledonien , und bulbiformis, St.
Thomas, Fig. 6 und 19.
Stylifer robusta [ — us] und Lodderae, Petterd, Journ. of Conchol. IV
S. 140, Tasmanien.
Littoriuacea« Deckel von Littorina, Houssay, Archivcs Zool.
exper. (2) II S. 180—186 Taf. 7 Fig. 1—7.
Littorina globosa^ Jeffreys, Quarterly Journ. Geol. Soc. XI S. 320
Taf. 15 Fig. 1, quaternär in England.
Littorina Mauritiana Lam., Varietäten und Synonymie, E. A. Smith,
Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 60.
Lacunella, neue Untergattung von Lacuna, flach, Helix-fÖrmig, mit
wenig Windungen, stark ausgebildeter Schalenhaut und Nabel, aber ohne
die für die echten Lacunen charakteristische Längsgrube; Mundrand um-
geschlagen. L. refiexa PribilofT, Aleuten und Berings- Insel, Dali, Proc.
Un. St. Nat. Mus. VII S. 344 Taf. 2 Fig. 1—3.
Couthouyia (Ad. als Untergattung von Fossarus) als eigene Gattung
betrachtet und die 4 bekannten Arten beschrieben von H. Crosse, Journ.
de Conchyl. XXXII S. 15—18, reticulata Ad. abgebildet Taf. 2 Fig. 2.
Risella lutea Q. G. Varietäten und Synonymie, E. A. Smith, Zool.
CoUections of H. M. S. „Alert" S. 61.
TiUTitellacea. Turritella Higfjinsi, Petterd, Journ. of Conchol. IV
S. 135, Tasmanien.
Mesalia, Unterschiede von Turritella, Jeffreys, Proc. Zool. Soc. 1884
S. 131. — M. Freüagi, Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gcsellsch. 1884
S. 68, Goree.
Stilbe^ neue Gattung, Schale lang konisch, glatt und glänzend ; Spitze
48 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
regelmässig, stumpf; Mund unten etwas eckig, weder Weichtheile noch
Deckel bekannt. S. acuta ^ atlantisch, Jeffreys, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 120 Taf. 10 Fig. 2.
Mathilda quadricarinata Brochi , lebendes Thier beschrieben , Augen
an der Aussenseite der Fühler, Deckel multispiral; Embryonalwindungcn
abgebildet, Jeffreys, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 364 Taf. 27 Fig. 9.
Verinetacea, Vermetus triqueter, Suprapedaldrüsen, Houssay,
Archives Zool. exper. (2) 11 S. 254—258.
Vermetus Panormitanus, Palermo, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Italiana
X S. 119.
Siliquaria, 13 Arten, Sowerby, Thesaur. Lief. 41, 42, S. 163—165,
Taf. 480, 481.
Ceritlliacea. Cerithium morus Lam. mit Varietäten, moniliferum
Dufr. , Kien., und carbonarium Sow., unterschieden von tuberculatum L.
mit den Varietäten variegatum Q. G. , pupa Sow. und petrosum Wood,
und von patiens Bayle = rugosum Wood, nicht Lam. — C. nigrohalteatum
und Torresi, Torresstrasse, und C. macrostoma Hinds, Varietäten und
Synonymie, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 63, 67,
die beiden neuen Arten Taf. 5 Fig. N und 0.
Cerithium albovaricosum ^ neuer Name für gracile Pease nicht Lam.,
Providence Riff, Mascarenen, C. Amirantium^ Amiranten, und C. (Rhino-
clavis) acutinodulosum, Seychellen und Insel Cerf, Mascarenen, E. A. Smith,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 501, 502 Taf. 44 Fig. Q— S.
Clava Caledonica, Jousseaume, Bulletin de la Soc. Zool. de Franco
Vni No. 5—6 proces verbaux S. XLI, Neucaledonien.
Bittium exilis [ — e], Neuseeland, Hutton, Transactions New Zealand
Inst. XVI S. 214.
Äphcmistylus ^ neue Untergattung von Potamides, Augenstiele lang,
Fühler nicht sichtbar, wirft das obere Ende der Schale ab, typische Art:
C. Charbonnieri Petit, Fischer, Manuel de Conch. S. 682. [Die Angabe
über die Fühler beruht wohl auf der Darstellung bei A. Adams in Voyage
of the Samarang, wonach die Augen an der Spitze der Fühler zu stehen
scheinen, ähnlich wie bei Assiminea; dagegen beobachtete Referent an
lebenden Exemplaren von Potamides obtusus Sow. , dass die Fühler unter
Wasser sich weit über die Augen verlängern, wie bei Cerithium, aber an
der Luft sich zurücklegen und so scheinbar verschwinden.]
Cerithidea tricarinata^ Neuseeland, Hutton, Trans. New Zealand Inst.
XVI S. 214.
Triforis. Dr. Jousseaume giebt die vollständige litterarisehe Ge-
schichte dieser Gattung, für welche er eine besondere Familie vorschlägt,
indem er anführt, dass nach einer während der Expedition des „Traväil-
leur" gemachten Beobachtung das Thier schwimmend und mit einem
grossen, häutigen Velum statt des Fusses verschen ist; er unterscheidet
10 Gattungen, wie folgt:
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 49
a. Mit drei OefFnungen.
1. Trituba, neue Gattung, nur fossil bekannt, typische Art: Trif.
bituberculata Baudon, von Chaussy.
2. Triforis Desh., ebenfalls nur fossil, typische Art: T. plicatus
Desh. von Valmondois,
3. Imforts, neue Gattung, linksgewunden, langgezogen, gekörnt, mit
mehr als 15 Windungen. I. malvacms, Neucaledonien , und Dou-
villaei, Mauritius, Fig. 1 — 3.
4. Mastoniaeforis, neue Gattung, linksgewunden, spindelförmig, gekörnt,
ungeführ 15 Windungen. M. Chaperi, Bourbon, Fig. 4, 5, und
M. omatus (Desh. Triforis).
b. Mit 2 OefFnungen.
5. Stt/lia, neue Gattung, nur fossil, typische Art: Triforis Grig-
nonensis Desh.
6. Metalepsis, neue Gattung, nur fossil, typische Art: Trif. singu-
laris Desh.
7. Inella (Bayle 1879, Ino Hinds theilweise), linksgewunden, lang-
gezogen mit Spiralreihen von Höckern, unten abgeplattet, 15 Win-
dungen oder mehr. I. ffi^as (Hinds, Ino), Blainvilli, Mariei und
xystica, Neucaledonien, Rossiteri, Madagascar, Fig. 6 — 9.
8. Mastonia Hinds, lang -spindelförmig, höckerig, unten abgerundet,
ungefähr 15 Windungen, eine tiefe Einbucht an der Mündung.
M. rubra Hinds, Ducosensis, obesula, aegle, tricolor, cnodax, fiine-
hris und limosa, Neucaledonien, Servainsn, Aden, Fig. 10 — 16.
9. Euthymia, neue Gattung, langgezogen, längsgefurcht und spiralig
gerippt, unten abgeflacht, 15 Windungen oder mehr. E. regalis,
tibialisj Tahiti, Fig. 18, 19, und crenulata Desh.
10. Viriola, neue Gattung, langgezogen, mit glatten Spiralrippen, unten
abgeflacht, 15 — 30 Windungen, die meisten links. V. Bai/ani,
Neucaledonien, Fig. 20, comata (Montrouz., Cerithium), corrugata
Hinds, trilirata Desh. und Dunkeri, neuer Name für cingulata
(Dunker jap., nicht Adams) und dextroversa Ad.
11. Sychar Hinds, Schale glasartig, beinahe glatt, Spitze warzenförmig.
S. vitreus Hinds.
Bull. Soc. Malac. France I S. 217—270 Taf. 4.
Biforina, neue Gattung für Triforis perversa L., Bucquoy, Dautzen-
berg und Dollfus, mollusques marins du Roussillon, fasc. VI. [Vgl. Ma-
stonia im vorhergehenden Artikel.]
Triphoris [Triforis] mirificus Desh., Amiranten, E. A. Smith, Zool.
Collections of H. M. S. „Alert" S. 502 Taf. 4 Fig. T.
Planaxis, einschliesslich Qnoyia, 38 Arten beschrieben und abgebildet
in Sowerby Thesaur. Lief. 41, 42, S. 171—176 Taf. 483, 484.
Cerithiopsidae. Cerithiopsis Stejnegeri, Dali, Proc. Un. St. Nat.
Mus. VII S. 345 Taf. 2 Fig. 1, Unalaschka, Aleuten und Beringsinsel.
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. IL D
50 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Cerithiopsis Johnstoni ^ Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 142, Tas-
manien.
Aporrliaides. Aporrhais pes-pelecani L. rarr. panormitamis und
viator, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Italiana X S. 118, Mittelmeer.
Culyptraeacea. Crypta unguiformis Lam., Radula, Hutton, Trans.
New Zealand Inst. XIV S. 214.
Hipponyx cornu - copiae , die kalkige Unterlage ist dem Deckel der
anderen Gastropoden homolog, aber mit der Oberseite an fremde Körper
aufgekittet, der Fuss ist im Uebrigen sehr reduzirt, der hufeisenförmige
Muskel entspricht dem Columellarmuskel der andern Schnecken, Houssaj,
Archives de Zool. exper. (2) II S. 238 Taf. 11 Fig. 13, 14.
Naticacea. Natica ampullaria Lam., Deckel, Houssay, Archives
Zool. exper. (2) II S. 203 Taf. 7 Fig. 13, 14.
"Natica Hmpida, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 57 Taf. 5 Fig. L, Torresstrasse.
Velutinacea. Vanikoro, 24 Arten, Sowerby Thesaur. Lief. 41, 42,
S. 167 — 170 Taf. 482.
Pediculariacea. Pedicularia, die bekannten Arten aufgezählt und
verglichen von Ancey, Naturalista Siciliano II 1883 S. 45 — 48.
Cypraeacea. F. Jousseaume theilt die Gattung Cypraea in 36
sogenannte Genera, worunter die folgenden neu erscheinen:
Gisortia^ neue Gattung, typische Art: Ovula gisortiana Val.; auch die
lebende Cypraea mus L. und leucostoma Gask. sind einbegriffen.
Zoila, neue Gattung. C. Scottii Brad., thersites und marginata Gask.
Mauxiena, neue Gattung. C. Mauritiana L.
Trona^ neue Gattung. C. stercoraria L. , gibba Gm. und Thatcheri Cox.
Umbilia, neue Gattung. C. umbilicata Sow.
Vulgusella, neue Gattung. C. tigris L., lynx L., mappa L. u. s. w.
A)-abicaj neue Gattung. C. arabica L, , reticulata Martyn, eglantina
Ducl. u. s. w.
Luria^ neue Gattung. C. lurida L., spadicea und Reevei Gray u. s. w.
Zonaria, neue Gattung. C. punctata L., pyrum Gm., physis Brocchi u. s. w.
Adiista, neue Gattung. C. nymphae Ducl., onyx L., clandestina L. u. s. w.
Stolida, neue Gattung. C. stolida, hirundo, asellus L. u. s. w.
Crihraria, neue Gattung. C. Becki Gask., cribraria und punctata L. u. s. w,
Ponda, neue Gattung. C. achatiua Soland., arenosa und sulci-dentata Gray.
Staphylaea [in der Botanik vergeben], neue Gattung. C. staphylaea L. u, s. w.
Tessellata, neue Gattung. C. tessellata Swains.
Ipsa, neue Gattung. C. childreni Gray.
Nticlearia, neue Gattung. C. nucleus L,, granulata Stearns, Madagasca-
rensis Gm.
Jenneria, neue Gattung. C. pustulata L. und Duclosiana Bast.
Pusida, neue Gattung. C. radians Lam., pediculus L. , sanguinea
Gray u. s. w.
Naturgeschichte der MoHusken wahrend des Jahres 1884. 51
Triviella, neue Gattung. C. oniscus Lam., ovula Lam., vesicularis Gask.,
camea Gray, AustraHs Lam., formosa Gask.
Niveria, neue Gattung. C. nivea und globosa Gray, brevissima Sow.
Trivirostra, neue Gattung. C. scabriuscula Gray, or>'za Lam., subro-
strata Gask.
Der Name Cypraea wird auf C. cervus, exanthema L. und cervinetta
Kien, beschränkt; die Abtheilung, welche C. argus, testudinaria, talpa,
earneola und Isabella L. enthält, wird Porcellana Klein genannt. Trivia
Gray wird auf Europaea Mont., pulex Sol., multilirata Sow. und rubescens
Gray beschränkt. Alle Gattungen werden charakterisirt. Bulletin Soc.
Zoologique de France IX S. 81 — 100.
Monetaria Troschel, A. de Rochebrune beschränkt diesen Gattungs-
namen auf den Typus der Cypraea moneta und annulus L., er vervielfältigt
jedoch die Arten derselben sehr. M. ethnographica , rothes und indisches
Meer, mercatorum, Seychellen, Japan und die Lavezzi-Inseln an der Küste
von Korsika [I], vestimenti, Nordwestküste von Afrika, rothes Meer und
Zanzibar, aiava, Capverdische Inseln, quatemär, pleuronectes, Seychellen
und Tongatabn, camelorum, Nordwestküste von Afrika, phimana, Sandwichs-
inseln, Hamyi, rothes Meer und Zanzibar, Harmandiana, Cochinchina und
Japan, Ferrien, Seychellen, Tongatabu und Sandwichs -Inseln, femer M.
Barthelemyi Bemardi, icterina Lam., Noumeensis Marie und obveleta Lam.
als verschiedene Arten angenommen; alle abgebildet, die geographische
Verbreitung besprochen, das Vorkommen an der Nordwestküste von Afrika
wird dadurch gestützt, dass eine Form derselben in quaternären Ablage-
rungen auf den Capverdischen Inseln gefunden wurde; für das Vorkommen
im Mittelmeer spricht der Verfasser von der Möglichkeit einer zufälligen
EinschleppuDg [?], wirklich lebende Exemplare wurden zwar daselbst noch
nicht gefunden, aber doch Stücke, in denen sich noch Reste von Weich-
theilen befanden. EndUch wird noch die Verwendung als Schmuck bei
verschiedenen Völkern besprochen. Bull. Soc. Malac. France I S. 73 — 102
Taf. 1, 2.
30 Arten von Cypraea aus dem rothen Meer aufgezählt durch Jickeli,
Jahrbuch Malak. Gesellsch. XI S. 194—213.
Trivia Europaea, lebendes Thier, Furche, Pore und Drüsen des
Fasses. Houssay, Archives de Zool. exper. (2) II S. 272 Taf. 14 Fig. 4.
CaSSidea. Cassis undulata Gm. var. levtlabiata, Gregorio , Bull.
Soc. Malac. Italiana X S. 119, Mittelmeer.
Plesioniscia^ neue Sektion für Oniscia tuberculosa Sow., nicht definirt
Fischer, Manuel de conch. S. 660.
Dolium galea L. varr. splrintrorsum^ tardina und epidermata aus dem
Mittelmeer, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Italiana X S. 114, 115.
Triton cutaceus und nodiferus, Deckel, Houssay, Archives Zool.
exper. (2) II S. 220 — 224 Taf. 9 Fig. 13, 14 und Taf. 10 Fig. 1 und
9, Taf. 11 Fig. 1.
52 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Triton parthenopum (Salis 1793) varr. milonum und peribrantum
Palermo, einige Varietäten von T. corrugatum Lam., T. gyrinoides Brocchi
= nodiferum Lam. varr. inßectüahrum , labroplüum, imperans und singil-
lum, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Italiana X S. 95 — 101.
Tritonium Kobeln, Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884
S. 66, Gore'e.
Persona Smithi, Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884
S. 65, Goree.
Ranella reticularis L. Born. = gigantea Lam., lange Synonymie,
und varr. bicanalata, Mediterranea , parvivaricata aus dem Mittelmeer,
var. Menephinii, miocän im Wiener Becken, Gregorio, Bull. Soc. Malac.
Ital. X S. 101 — 111.
Ranella pusilla, Varietät von den Seychellen, E. A. Smith, Zool.
Collections of H. M. S. „Alert" S. 500.
Colubrellina, neue Sektion für Ranella candisata Lam., nicht definirt,
Fischer, Manuel de Conch. S. 656.
Toxoglossa,
Conoidea, Der sechste Band von Tryon's Manuel of Conchology
ist den Coniden und Pleurotomiden gewidmet, der erste Theil enthält das
Allgemeine über Conus und die Beschreibungen und Abbildungen von un-
gefähr 200 Arten, wie bei Weinkauff geordnet, mit vielen Varietäten,
S. 1 — 64, Taf. 1 — 16.
Bemerkungen Eingeborner von Neubrittanien betreffend den giftigen
Biss von Conus geographeus giebt B. Hinds im Proceed. Linnean Soc.
New South Wales IX S. 944, 945.
Conus Martensi und articulatus, Providence Riff, Mascarenen, E. A.
Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 488, 489 Taf. 44
Fig. A, B.
Pleurotomacea. 15 Arten aus dem rothen Meer aufgezählt von
Jickeli, Jahrbuch Malak. Gesellsch. XI S. 213—217.
Pleurotoma multistriata, Jeffreys Quarterly Journ. Geol. Soc. XI
S. 321 Taf. 15 Fig. 4, quaternär in England.
Pleurotoma (Drillia) Torresiana, Torresstrasse, laterculata Sow,
Chinesisches Meer , mit Varietät von Queensland , spurca Hinds , Nord-
und Nordwest -Australien, und PI. gracilenta Rv. , Nordaustralien, E. A.
Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 37—39, die 3 ersteren
Taf. 4 Fig. D— F. — PI. (Dr.) Portia, Persischer Meerbusen, amoena,
Neuseeland , auriformis , Fundort unbekannt , pupifov7nis , persischer Meer-
busen, (Crassispira) hebes, Fundort unbekannt, E. Smith, Annais of Nat.
Hist. (5) XIV S. 317, 319.
Pleurotoma (Clathurella) perinsignis^ Japan, gemma und Helenensis^
St. Helena, hicida, Bombay, Adawsii , Jamaicensis und graniclathrata
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 53
Jamaica, Horneana, crebrilirata und Jamaicensis , Persischer INIcerbusen,
E. Smith, Annais of Nat. Eist. (5) XIV S. 322—325.
Pleurotoma (Defrancia?) grisea^ E. A. Smith, Zool. Collections of
H. M. S. „Alert" S. 489 Taf. 44 Fig. C, Amiranten.
Pleurotoma (Mangilia) denticulata, Mauritius, grata ^ Fundort unbe-
kannt, Goodingii und Sinclairii, Neuseeland, albolabiata und scitula, Per-
sischer Meerbusen, E. Smith, Annais of Nat. Hist. (5) XIV S. 219—221.
Bellardiella, neuer Name für Bellardia (s. vorigen Bericht S. 567,
dieser schon vergeben), Fischer, Manuel de Conchol. S. 594.
Lienardia, neue Gattung, oben und unten an der Mündung eine
Rinne und Zähne zu beiden Seiten derselben; Typus Pleurotoma rubida
Hinds. L. ocellata, Mauritius, und Marchei, Indischer Ocean, Jousseaume,
Bulletin de la Soc. Zool. de France Band VIII No. 5 — 6 proces verb.
S. XL, und Band IX S. 184—187 Taf. 4 Fig. 4, 5.
Eucithara, neuer Name für Cythara Schumacher, nicht Klein,
typische Art: Mangelia stromboides Reeve, Fischer, Manuel de Conchyl.
S. 593. — Pleurotoma (Cithara) Guestieri Souv. hat keine Spiralstreifen,
Souverbie, Joum. de Conchyl. XXXII S. 133. — Cythara [Cith.] cylin-
drica Rv., Varietät, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 41 Taf. 4 Fig. H, Port Curtis. — Cithara Viliensis und Matakuana^
Viti-Inseln, striatella und elevata, Persischer Meerbusen,. Waterhousei und
ti/pica, Fundort unbekannt, Seychellarum, Seychellen, E. Smith, Annais of
Nat. Hist. (5) XIV S. 326—329.
Pleurotoma (Daphnella?) arcta^ Japan und persischer Meerbusen,
E. Smith, Annais of Nat. Hist. (5) XIV S. 325. — PI. (D.) Arafurensis
E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 40 Taf. 4 Fig. G
Nord-Australien.
Bela ampla, nordische Meere, und obliquigradata, Fundort unbekannt,
E. Smith, Annais of Nat. Hist. (5) XIV S. 325, 326.
Gymnohela, neue Gattung, ähnlich Bela, aber ohne Deckel, Embryonal-
windungen gegittert [also ähnlich Clathurella, Ref.], G. engonia und curia,
Ostküste von Nordamerika, in der Tiefe, Verrill, Transact. Connectic.
Acad. VI S. 157 — 159, die zweite Art Taf. 31 Fig. 10.
Terebracea. Terebra Beddomei, Petterd, Joum. of Conchol. IV
S. 142, Tasmanien.
Bhachiglossa,
Volutacea# Voluta volva Chemn., Varietät von der Torresstrasse,
E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 56 Taf. 5 Fig. K.
Mar^inellacea. Marginella picturata Nevill, Amiranten, E. A.
Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 499 Taf. 44 Fig. P. ~
M. mixta, Beddomei, Johnstoni und minima, Petterd, Joum. of Conchol.
IV S, 143, 144, Tasmanien. — M. Hahni, Südspitze von Amerika, Ma-
bille, Bull. Soc. Malac. France I S. 131.
54 Prof. Ed. V. Märten s: Bericht über die Leistungen in der
Marginella (Gibberula) liliputana und Böttgeri, Maltzan, Nachrichtsbl.
Malak. Gesellsch. 1884 S. 71, Goree.
Volvaria hibrica, Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 143, Tasmanien.
Mitracea, Mitra proscissa Rv., Varietät von Queensland, sowie eine
Notiz über Peasei Dohrn , E. A. Smith , Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 54, 55, die erstgenannten Taf. 5 Fig. J. — M. tenuis Sow.,
Seychellen, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 498
Taf. 44 Fig. N.
Mitra (Volutomitra) exigua und separanda und (Costellaria) stricte-
costata, Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 72, 73.
Turricula (Callithea) bipartüa, E. A. Smith, Zool. Collections of H.
M. S. „Alert" S. 499 Taf. 44 Fig. 0, Providence Riflf und Insel Cerf,
Mascarenen.
Cylindromitra, neuer Name für Cylindra (Schumacher 1817, nicht
Cylinder Mouf. 1810), Mittelzahn vielspitzig, typische Art: Mitra crenulata
Chemn. Lam., Fischer, Manuel de Conch. S. 614.
Fusacea. Fusus, 7 Arten aus dem Mittelmeer beschrieben und
abgebildet, F. longurio Weink. für eine gut unterschiedene Art erklärt,
Kobelt, Iconographie europäischer Meerconchylien Lief. 3 S. 50 — 58
Taf. 8, 9 und 15. — F. Boettgeri, Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gesell-
schaft 1884 S. 67, Goree. — F. cereus, E. A. Smith, Zool. Collections
of H. M. S. „Alert" S. 46 Taf. 5 Fig. D, Port Curtis.
Taron Hutt. 1882, Fusus - förmig , Kanal kurz, etwas zurückgebogen,
Columelle glatt, Mündung oval, Aussenrand einfach, ohne Rinne am obern
Ende. Zähne wie bei Lencozonia. Typische Art: Trophon dubius Hutton,
Trans. New Zealand Inst. XVI S. 227, Deckel und Radula ebenda Taf. 13
Fig. E; Fusus coreanicus Smith 1879 ist nahe verwandt.
Pleuroploca, neue Untergattung von Fasciolaria für die mit einem
höckerigen Kiel versehenen Arten wie F. trapezium L. , Fischer, Manuel
de Conch. S. 66.
Latirus angustus, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 52 Taf. 5 Fig. F, Queensland.
Polygona clathratida Martens mscr,, Gundlach, Anales de la Sociedad
Espannola de Hist. Nat. Madrid XII S. 441, Portorico.
Turl)iuellacea. Tudicula, H. und A. Adams, ist Untergattung von
Turbinella, keine eigene Gattung, verbesserte Beschreibung von armigera
A. Ad. und spinosa H. und A. Ad., E. A. Smith, Zool. Collections of H.
M. S. „Alert" S. 53, 54 Taf. 5 Fig. G und H.
Melapium Ad., verwandt mit Tudicla, Bolten und Strepsidura,
Swains, Fischer, Journ, de Conchyl. XXXII S. 10.
Bucciuacea. Neptunea, einschl. Sipho, 17 europäische Arten be-
schrieben und abgebildet von Kobelt, Iconographie Europ. Meerconchylien,
Lief 3 S. 60—80 Taf 10—12,
Naturgeschichte der MoHusken während des Jahres 1884. 55
Strombella callorhina (Dali) var. Stejnegeri, Dali, Proc. Un. St. Nat.
Mus. VII S. 346 Taf. 2 Fig. 5, 6, Berings-Insel.
Siphonalia mandarina (Ducl- , Fusus) = F. Zealandicus Q. G. =
F. Reevianus Sow.; S. dilatata (Qu. G., Fusus) = F. adustus Phil.; S.
nodosa Martyn = raphanus Lam., alle in Neuseeland, Hutton, Trans-
actions New Zealand XVI S. 228, 229.
Penion ^ neue Untergattung von Siphonalia, letzte Windung kantig,
spiralgefurcht, mit Längsrippen, typische Art: Fusus dilatatus Quoy et
Gaimard, Fischer, Manuel de Conch. S. 625.
Euthria Cornea L. Weink., varr. crassilahrum und Bellardii, Gregorio,
Bull. Soe. Malac. Italiana X S. 226, Mittelmeer.
Euthria striata und ßavescens Hutt. , Radula, Hutton, Trans. New
Zealand Inst. S. 213 Taf. 11 Fig. 3, 4.
Semifusiis, Verbesserung für Hemifusus Swains, Fischer, Manuel de
Conch. S. 624. — 31egalatr actus ^ neue Untergattung von Semifusus, Schale
aufgeblasen, mit starken Spiralkielen, genabelt, Fusus proboscidiferus Lam.
Derselbe ebenda S. 625.
Pyrula Lam. P. Fischer zeigt, wie die Arten dieser Lamarkschen
Gattung nach Radula und Deckel in verschiedene Familien und Gattungen
eingetheilt werden müssen. Journ. de Conchyl. XXXII S. 1 — 11.
Buccinum undatum, Deckel, Houssay, Archives Zool. exper. (2) II
S. 218 Taf. 10 Fig. 5, 6. — Variabilität der Radula, Collin, LimQordens
Mar. Fauna S. 81-86 Taf. 1 Fig. 1 — 14.
Buccinum undatum L. , ein recentes Exemplar von Sicilien, etwas
verwittert, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital. X S. 115.
Buccinum meridionale mit var. album und andern Varietäten, Ver-
krüzen, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 98 — 103. Südlicher
Theil der Bank von Neufundland.
Cominella, Liste Neuseeländischer Arten, C. testudinea Chemn. =
Cataracta (Chemn. Band X Fig. 1455); C. virgata A. Ad. := Bucc. Quoyi
Rv. = Bucc. lineolatum Q. G. = Bucc. laevigatum Hutt.; C. nassoides
Reeve Bucc. = Bucc. Zealandicum Hutt. = C. nodicincta Martens; C.
Huttoni Kobelt = Bucc. costatum Q. G. = C. Quoyana Ad. = C. lurida
Hutt.; C. lurida Phil. = Bucc. funereum Gould = Zealandicum Homb.
und Jacq.; Hutton, Trans. New. Zealand Inst. XVI S. 231 — 233.
Tritonidea Curiisiona, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 47 Taf. 5 Fig. E, Port Curtis.
Canthaiiis (Pollia) iurricula, suhsinualus und mulligranosxis ^ Goree,
Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 67, 68.
Pisania maculosa Br,, Deckel, Houssay, Archives Zool. exper. (2) II
S. 216 Taf. 9 Fig. 4 und 17.
Pisania, Liste von Neuseeländischen Arten, P. lineata Martyn, mit
var. pertinax Martens und Traversi Hutton; vitlata (Q. G. Fusus) = Bucc.
56 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
trilineatum Rv. = Fusus bicinctus Hutt. Neuseeland, derselbe ebenda
S. 229, 230.
Fulmentum, neue Untergattung von Macron. eine dicke Lamelle
auf der Columelle, die Mündung hinten schliessend. Buccinum sepiraentum
Rang, Fischer, Manuel ^e Conch. S. 654.
Phos nodicostatus Sow. , Varietät von den Amiranten, E. A. Smith,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 496.
Nassaria suturalis A. Ad., Synonymie, E. A. Smith, Zool. Collections
of H. M. S. „Alert" S. 49.
NaSSacea. Nassa pachycMlus ^ Mülleri, Cr-ossei, Goreensis , Heyne-
manni und argentea, Marrat, var. ?nulticostata, incrassata Müll. var. Sene-
galensis, alle von Goree, Senegambien, Maltzan, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 68 — 70. — N. stigmaria A. Ad. var. densigranata
A. Ad., Amiranten, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert"
S. 496.
Columljellacea. Columbella Seychelhnsis , Seychellen, cincinnata
Martens, rufopiperata und Amiraniiwn^ Amiranten, albocaudaia, Providence
Riff, Mascarenen, abgebildet, moleculina Duclos, Amiranten, Marquesas
und Salomons-Inseln, Beschreibung, und conspersa Gask., Farbe beschrie-
ben, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 493—495
Taf. 44 Fig. G, L.
Columbella (Mitrella) triangulifera und Broderipi Sow. var. lutea
(Anachis) Freitagi, Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 71,
72, Goree.
Olivacea. Oliva Caldania Duclos = Australis Duclos, Brazier,
Proc. Linnean Soc. New South Wales IX S. 794. Als Schmuck benützt
s. oben S. 34.
Ancillaria, 14 Arten aus dem rothen Meer, ungefähr der dritte Theil
aller bekannten, aufgezählt von Jickeli, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI
S. 189—193.
Baryspira^ neue Sektion von Ancilla, das ganze Gewinde von der
schwieligen Ausbreitung des Innenrandes bedeckt. A. Australis Sow.,
Fischer, Manuel de Conch. S. 600.
Sparellina, neue Sektion derselben Gattung, Naht bedeckt, geplättet.
A. Candida Lam., derselbe ebenda.
Muricea. Murex brandaris und inflatus, Deckel, Houssay, Archives
Zool. expe'r. (2) II S. 225—228 Taf. 10 Fig. 7, 8 und 10, Taf. 11
Fig. 2.
Murex brandaris L., dessen fossile Varietäten und die lebenden: tri-
spinosus und girisus, letztere mit kurzen, stumpfen Stacheln, M. erinaceus
L., var. ami)'j-us, M. Meyendorffii Calcara = Pyrula panormitana Monte-
rosato, M. Edwards! Payi'. varr. alpaus , perigmus, capolus und perillus,
M. cristatus Brocchi varr. ampus, berdicus, M. pirotecus, Nordküste von
Afrika, in Schwämmen, M. trunculns varr. sbirsus, lepigus, zicus, aspirtus,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 57
candinus, epitus, arpellus, gringus^ perctis, alle im Mittelmeer lebend und
verwandt mit fossilen Formen, Gregorio, Bull. Soc. malac. Italiana X
S. 227—274.
Murex scalaroides Blainr. = distinctus Jan., Edwardsii Payr., hybri-
dus Arad. , Hellerianus Brusina = Weinkauffianus Crosse und aciculatus
Lam. = corallinus Sacchi, Mittelmeer, Kobelt, Iconographie Europäischer
Meerconchylien Lief. 2 S. 17 — 20 Taf. 5 und 6.
Murex Coppingeri, Harafura-Meer, aeanthostephes Watson, gleicher
Fundort, und Maegillivrayi Dohrn, Queensland und Torresstrasse, sowie
Notizen über andere Arten, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 42—46 Taf. 5 Fig. A— C.
Murex (Ocinebra) pumilus , A. Ad. 1853, in/ans und Darrosensis,
Amiranten, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 491,
492 Taf, 44 Fig. D— T.
Aphs, neue Untergattung von Murex, Buceinura-förmig, etwas rauh,
Aussenrand verdickt und gezahnt, Innenrand gerunzelt, Skulptur Kippen
und erhabene Spiralstreifen, typische Arten: M. plicatus Brocchi, fossil,
und Buccinum Oibignyi Payr, lebend, und als neue Varietäten des letzteren :
iiritus, pirimus^ carisus und afemus [sinnlos?], Gregorio, Bull. Soc. Malac.
Ital. X S. 279 und 285, 286.
Algrus, neue Untergattung von Murex, Euthria-förmig, spiralgefurcht,
verwischt oder gar nicht gerippt, Kanal kurz, offen, Aussenrand gefurcht;
typische Art: Buccinum undosum L. , Gregorio, ebenda S. 279. — A.
enterus, Mittelmeer?, derselbe ebenda S. 287.
Trophon, 8 Europäische Arten, 6 nordisch, 2 aus dem Mittehneer,
beschrieben und abgebildet von Kobelt, Iconographie Europäischer Meer-
conchylien Lief. 2 S. 24—30 Taf. 6.
Trophon laminata, iumida, eburnea [~us], Petterd, Joum. of Conchol.
IV S. 137, 141, 142, Tasmanien.
Trophon Stangeri (Gray Fusns), viele Synonymen, worunter Purpura
rugosa Q. G. und Quoyi Rv., Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI S. 219.
Kalydon von Trophon durch Mangel der Varicen, von Urosalpinx
durch eiförmigen Deckel mit dem Kern nahe der Spitze verschieden, für
Tr. duodecimus Gray, Hutton, Trans. Phil. Inst. Canterbury, Neuseeland
1883 S. 216 und Transactions of the New Zealand Inst. XVI 1884
S. 220, wo auch Fusus plebejus und inferus Hutt. dieser Gattung zuge-
theilt werden.
Urosalpinx contracta (Rr. Buccinum) , Deckel wie der von Purpura,
Torresstrasse, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 47.
Meyeria alba Jeff"r. , Kobelt, Iconogr. Europäischer Meerconchylien
Lief. 2 S. 31 Taf. 6 Fig. 21.
Purpuracea. Purpura lapillus und haemastoma, Deckel, Houssay^
Archives Zool. exper. (2) II S. 206 — 214 Taf. 9 Fig. 8—11, 15, 16,
Taf. 10 Fig. 2, 3.
58 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Purpura haemastoma L. , Varietäten von den Capverdischen Inseln,
Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 185.
Lepsia, neue Untergattung von Polytropa, Mündung eiförmig, hinten
abgerundet, Kanal verschwindend, nicht zurückgebogen, Spindelrand aus-
gehöhlt; Deckel typisch. P. haustrum Martyn, Hutton, Transactions New
Zealand Inst. XVI S. 223.
Concholepas Peruviana, Deckel, Houssay, Archives Zool. exper. (2)
II S. 214 Taf. 9 Fig. 12.
Coralliophila, 5 Arten aus dem Mittelmeer beschrieben und abgebildet
von Kobelt, Iconograj^hie Europäischer Meerconchylien Lief. 2 S. 40—46
Taf. 8. — Coralliophila Amiraniium, E. A. Smith, Zool. Collections of
H. M. S. „Alert" S. 497 Taf. 44 Fig, M, Amiranten.
Rapa papyracea Lam., Deckel dem von Purpura ähnlich, Fischer»
Journ. de Conchyl. XXXII S. 9 Taf. 2 Fig. 1. — Literarische Geschichte
dieser Gattung und Liste der 5 bekannten Arten von Crosse, ebenda
S. 11 — 14
Ftenoglossa»
Scalariacea, Scalaria vittata, Mittelmeer und Westküste von
Afrika, 7iana, Setubal und Biscayischer Meerbusen, semidisjuncta, Atlan-
tischer Ocean, tenera, Atlantischer Ocean, formosissima, Azoren, coartata,
neuer Name für obtusicostata und varicosa G. 0. Sars, nicht S. Wood,
und Brocchi, longissima Seguenza und acus Watson abgebildet, Jeffreys,
Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 132—141 Taf. 10. — Sealaria Dalliana
Verr. = clathratnla Turt., Jeffreys, Report of the British Association 1884.
Acirsa praelonga (JeflFr. 1877) abgebildet, Jeffreys, Proc. Zool. Soc.
1884 Taf. 10 Fig. 11.
Crossea minuta, Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 139, Tasmanien.
Aclis, 4 bekannte Arten, Synonymie, Verbreitung und kurze Beschrei-
bung, Jeffreys, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 342 — 344. — A. micra und
turrita^ Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 136 und 140, Tasmanien.
Aclis (Rissopsis) hynlina, Hutton, New Zealand Journal of Science II
No. 4 S. 173.
Cioniscus gracilis und striatxis^ Jeffreys, Proceed. Zool. Soc. 1884
S. 341, 342 Taf. 26 Fig. 1, 2, Busen von Biscaya und Mittelländisches Meer.
Pherusa Clark anstatt Menippe Jeffr. , welches vergeben ist , ebenda
S. 344. [Auch Pherusa, der griechische Name einer Nereide, ist bei
Crustaceen und Bryozoen vergeben. Der Berichterst.]
JRhipidoglossa,
Hclicinacea. Helicina Mouhoti (Pf. als Trochatella) var. Martensi
Kuangsi, China, Gredler, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 141.
Helicina Ponsonbyi, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1884
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 59
Neritacea» Nerita saturata, neuer Name für atrata Lam. Reeve,
nicht Chemn., Hutton, Proceed. Linn. Soc. New South Wales IX Th. 2
S. 354 (März bis Mai 1884). — Nerita melanotragus , neuer Name für
atrata Reeve, nicht Chemnitz = nigra Gray, nicht Chemnitz, Neuseeland,
Australien und Tasmanien, E. A. Smith. Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 69 (Juni 1884). [Dieselbe wie die vorhergehende.]
Neritopsis, 1 Art, Sowerby Thesaur. Lief. 41, 42 S. 170 Taf. 482.
Neritina fluviatilis L., Deckel, Houssay, Archives Zool. exper. (2) II
S. 199—203 Taf. 9 Fig. 1—3 und 5.
Neritina caviosa Gray, ist die Art von den Sandwichsinseln, E. A.
Smith, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 275.
Neritodonta Brusina. Ausnahmsweise führe ich diese neue fossile
Gattung an, da sie auf tertiäre Neritinen mit innerem Zahn unten an der
Mündung gegründet ist, wie ein solcher auch bei vielen lebenden, aus-
ländischen Arten vorkommt. Manche tertiäre Exemplare zeigen sonderbare
Einschnitte auf der Columellarflache , was Bourguignat veranlasste, die
Gattungen Calvertia, Petreitinia und Saint -Simonia aufzustellen (Lettres
malacologiques 1882 mit Tafel), aber von Brusina als zufällige Verletzung
betrachtet wird. Jahrb. der Malak. Gesellsch. XI S. 60 — 99.
Trochacea. Kritische Liste der Neuseeländischen Trochiden mit
Synonymen und Varietäten, Hutton, Proceed. Linn. Soc. New South
Wales IX Theil 2 S. 355 — 368.
Phasianella, 22 Arten beschrieben und abgebildet in Sowerby Thesaur.
Lief. 41, 42 S. 149 — 152 Taf. 475 und 476.
Turbo argyrostomus L. , Deckel, Houssay, Archives Zool. exper. (2)
II S. 188 — 192 Taf. 7 Fig. 9.
Turbo histrio und turcicus Rv., Amiranten, E. A. Smith, Zool. Col-
lections of H. M. S. „Alert" S. 503, 504, der letztere Taf. 44 Fig. 21.
Calcar Cookianum, Deckel, Houssay, Archives Zool. experimentelle
(2) II S. 188 Taf. 7 Fig. 10.
Delphinula 14, und Liotia 2 6 Arten, in Sowerby Thesaur. Lief. 41,
42 S. 153—157 Taf. 477 und 478.
Liotia compacla und Lodderae, Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 135,
Tasmanien.
Cyclostrema micra und Hca-rietiae , Petterd, Journ. of Conchol. IV
S. 140, 141, Tasmanien. — Q. ßucluata, Hutton, Trans. New Zealand
Inst. XVI S. 215, Neuseeland.
Laiona, neue Untergattung von Monodonla, Schale wie bei Diloma,
aber durchbohrt. M. (L.) mimetica Hutton 1878, Neuseeland, Hutton,
Proceed. Linn. Soc. New South Wales IX Th. 2 S. 368. [Vergeben.]
Trochus (Euchelus) atratus Gm., Variabilität und Synonymie, E. A.
Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 72, 73.
Trochus (Monilea) Lifuana Fischer, E. A. Smith, Zool. Collections
of H. M. S. „Alert" S. 73 Taf. 6 Fig. B, Torresstrasse.
60 I'rof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Trochus (Thalotia) Torresi, E. A. Smith, Zool. Collections of H
M. S. „Alert" S. 72 Taf. 6 Fig. A, Torresstrasse.
Trochus cinerarius, Deckel, Honssay, Archives Zool. exper. (2) II
S. 196—199 Taf. 8 Fig. 10—12 und 14.
Trochus (Gibbula?) Ämirantium, E. A. Smith, Zool. Collections of
H. M. S. „Alert" S. 504 Taf. 44 Fig. V, Amiranten.
Trochus (Isanda) coronata A. Ad., Port Curtis und Torresstrasse,
verbesserte Beschreibung, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 71 Taf. 5 Fig. P.
Margarita regalis Verr. = Trochus Ottoi Phil., Jeffreys, Report of
the British Association 1884.
Rotella, 14 Arten, Sowerby, Thesaur. Lief. 41, 42 S. 135—137
Tat. 472; R. infraplanata und trilohata, Fundort unbekannt, Fig. Hu. 14.
Bankivia (Leiopyrga) picturata H. und A. Ad., Süd - Australien und
Port Jackson, E. A. Smith, Zool. Collection of H. M. S. „Alert" S. 75
Taf. 6 Fig. C.
Haliotidea. Pleurotomaria , 4 Arten, Sowerby Thesaur. Lief. 41,
42 S. 183 — 185 Taf. 491, 492.
Schismope Beddomei und pulchra, Petterd, Journ. of Conchol. IV
S. 139, Tasmanien.
Haliotis, anatomische Beschreibung von H. Wegmann, Archives de
Zool. experimentelle (2) II S. 289—378, 5 Tafeln; vorläufiger Bericht
in Comptes rendus de l'Acad. des Sciences vol. 98 S. 1387 — 1389, Aus-
zug in Journ. Royal Microscop. Soc. (2) IV S. 450.
FiSSnrellacea. Fissurella costaria Defr. var. tilla, F. miriga und
Mondelloensis , die letztere nahe nubecula L. aus dem Mittelmeer, sowie
Notizen über andere mittelländischen und verwandten fossilen Formen giebt
Gregorio, Bull. Soc. Malac. Italiana X S. 219—225.
Docoglossa.
Tecturacea. Acmaea cingvlata^ Neuseeland, Hutton, Trans. New
Zealand Inst. XVI S. 205, Radula S. 11 Fig. 5.
Patellacea. Kritische Liste der Neuseeländischen Patelliden mit
einer Uebersichtstabelle , Hutton, Proc. Linn. Soc. New South Wales IX
Th. 2 S. 374—378.
Patella ferruginea Gmel. var. siita von Lampedusa und var. impe-
raioria, P. lampedusensis , P. vulgata L. einschliesslich caerulea L. und
lusitanica Gmel. mit varr. comina, depressaspera , nacrina, albula und cim-
bulata, alle aus dem Mittelmeer. Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital. X
S. 120—122.
Chiton acea. Chiton (Ischnochiton) Curttsianus, Port Curtis, (Callis-
tochiton) Coppingeri, Port Jackson, (Macandrellus) costatus H. Ad. und
Acanthochiton asbestoides Carp. mscr., Bass's Strasse und Queensland,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. Q\
und Notizen über einige andere Arten, E. A. Smith, Zool. CoUections of
H. M. S. „Alert" S. 78-84 Taf. 6 Fig. D— G.
Lepidopleurus corrosus, Guadeloupe, melanterus, Campbell-Insel, ectypus
und Noemiae, Neu-Caledonien, Rochebrune, Bull, de la Soc. Zool. de France
(7) VIII S. 36—38.
Tonicia ptygmata^ Rothes Meer, Gaudtchaudi , Chile, und Lehruni y
Punta Arenas, derselbe ebenda S. 33—36.
Schizochiton nympha, King-Insel, derselbe ebenda S. 36.
Onithochiton rhygophilum [ — tu], Norwegen, alveolatum, Cap, pruinosum
und margaritiferum, Guadeloupe, derselbe ebenda S. 32 — 35.
Chaetopleura Venerts und Ähnniy Punta Arenas, derselbe ebenda S. 34.
Acanthochites stercorarius , Cap Roxo, Westafrika, und BelUgnyi,
Neu-Caledonien, derselbe ebenda S. 32 und 37.
Gymnoplax anaglyptus und melanotrephus, Cap, spiciferus, Guadeloupe,
Ludoviciae^ Alphonsinae und rhynchotus, Neu-Caledonien, derselbe ebenda
S. 33—39.
Chiton (Chitonellus) striatus Lara. , Varietäten und Sjnonymie , und
Burrowi, neuer Name für larvaeformis (Reeve, nicht Burrow, welcher =
fasciatus von Lam. ist), E. A. Smith, Zool. CoUections of H. M. S.
„Alert" S. 83-85.
Bulmonata,
W. G. Binney hat seine zahlreichen Beschreibungen und Abbil-
dungen der Kiefer und Radula verschiedener Pulmonaten, welche in ver-
schiedenen Zeitschriften seit 1856 zerstreut waien, gesammelt, mit einer
kurzen Einleitung, betreffend die allgemeine Eintheilung und die Termino-
logie der Zähne. Er ordnet die Gattungen und Untergattungen, deren
Kiefer oder Zunge, meistens beide, hier beschrieben und in der Regel
abgebildet sind, wie folgt:
Agnatha Chlamydephorus, Glandina, Gonospira, Ennea, Spiraxis, Rhy-
tida, Onchidium.
Holognatha Vitrine a. Stenopus, Limax, Urocyclus, Nanina, 18 Arten,
Velifera, Macrocyclis, Zonites, Janulus.
Helicea. A. Kiefer ohne Rippen. Tebennophorus, Sagda,
Endodonta, Patula, Polymita (muscarum
und picta) , Hemitrochus (varians , Tro-
scheli etc.), Acavus, Caracolus, Leucochroa,
Ochthephila, Cysticopsis, Plagioptycha, Le-
ptoloma, Achatinella v. infra, Tornatellina,
Clausilia (tridens), Stenogyra, Strophia, Cio-
nella, Caecilianella, Lithotis, Limicolaria.
B. Kiefer mit ausgeprägten, starken Rippen.
Anadenus, Carelia, Geomalaens, Veronicella,
62 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Simpulopsis, Crvptostrakon, Microphysa,
Fruticicola (pubescens), Dorcasia (similaris
und globulus), Turricula, Corjda, Plebeeula,
Leptaxis, Pomatia (Sieboldiana) , Thelido-
mus, Eurycratera, Polydontes (kein Kiefer
untersucht), Stj'lodon, Dentellaria (Kiefer
mit oder ohne Rippen, 11 Arten), Pleuro-
donta, Merope, Cochlostyla, Bulimus (mit
Einschluss von Macrodontes, Pelecychikis,
Anthinus, Paehyofcus, Orphnus und Dryptus).
C. Mit getrennten, zarten Rippen, welche in
der Regel schief gegen die Mittellinie zu-
sammenlaufen. Gaeotis , Amphibulima,
4 Arten, Bulimulus, 26 Arten (mit Ein-
schluss von Drymaeus, Liostracus, Mesem-
^ brinus, Thaumastus, Mormus, Scutalus,
Leptomerus, Rhinus und Plectostylus), Cy-
lindrella, Macroceramus , Pineria, Partula.
Elasmognatha: Omalonyx, Succlnea.
Goniognatha: Orthalicus, Liguus.
Annais of the New York Academy of Science III S. 79 — 136 Taf. 2—17.
F. W. Hut ton theilt die Stylommatophoren mit besonderer Be-
ziehung auf die Conchylien von Neuseeland auf folgende Weise ein:
1. Sect. Goniognatha, Kiefer aus mehreren Stücken bestehend: gen.
Carthaea.
2. Sect. Holognatha, Kiefer Ein Stück.
Subsect. Aulacognatha, Randzähne quadratisch.
Farn. Helicidae, ohne Schleimdrüsenöffnung am Fussende.
Subfam. Buliminae: Placostylus, TornateUina.
Pupinae : Pupa.
Hehcinae : Patula, Thera, Rhagada, Fruticicola,
Microphysa, Strobila, Endodonta, Phrixgnathua,
Amphidoxa, Otoconcha.
Fam. Charopidae, mit Schleimdrüse: Gerontia, Pyrrha, Cha-
ropa, Psyra, Therasia, Thalassia.
Subsect. Oxygnatha: Randzähne stachelförmig.
Fam. Vitrinidae: Helix- förmig, ohne Schleimdrüse am Fuss-
ende. Trochomorpha, Vitrina.
Fam. Limacidae, Nacktschnecken ohne Schleimdrüse. Limax.
Fam. Zonitidae, Helix-formig, mit Schleimdrüse am Fussende.
Hyalina, Phacussa.
3. Sect. Elasmognatha, Kiefer mit Anhangsplatte.
Fam. JaneUidae. Janella.
Naturgeschichte der Mollasken während des Jahres 1884. 63
4. Sect. Agnatha, kein Kiefer, alle Zähne stachelförmig.
Farn. Streptaxidae , Helix- förmig, ohne Schleimdrüse. Stre-
ptaxis, Paryphanta, Elaea, Rhytida.
Farn. TestacelHdae, Limax- förmig, ohne Schleimdrüse.
Helicea. Thalassia? propinqua Hutt. , Kiefer und Radula, Hutton,
Trans. New Zealand Inst. XVI S. 109 Taf. 10 Fig. G, Taf 11 Fig. 0.
— Th. Portia Gray Helix = Kappa Pfs. = collyrata Rv. ; obnubila Rv.
= igniflua Rv. und antipoda H. J. , Kiefer und Radula S. 163 (Patula),
168, 169 (Helix) Taf. 9 Fig. T, Taf. 10 Fig. E, F. — Liste Neusee-
ländischer Arten, derselbe ebenda S.. 203.
Helix (Thalassia) Traversi und (Patula) Stockesi, E. A. Smith, Proc.
Zool. Soc. London 1884 S. 274, 275 Taf. ^3 Fig. 16 u. 17, Neuseeland.
Therasia , neue Gattung , Schale conoidal , flach , in der Peripherie
etwas kantig, kaum oder eng durchbohrt, glatt, gestreift oder mit häutigen
Falten; Kiefer mit flachen Rippen, Randzähne breit, meist mehrspitzig.
Th. Celinde Gray (Nanina), Ophelia und decidua Pfr. (Helix), Tamora,
Thaisa und Valeria, alle aus Neuseeland, Hutton, Trans. N. Zeal. Inst.
XVI S. 202, 203, 162, 182 und 183, Zähne Taf. 9 Fig. 0 und Taf. 11
Fig. t und u, Kiefer Taf. 11 Fig. m und u; Schale von Th. Valeria
ebenda Bd. XIV 1881 Fig. 9 unter dem Namen hypopolia abgebildet.
Charopa Ida (Gray Helix) = ? ziczac Gould , Neuseeland , Hutton,
Trans. New Zealand Inst. XVI S. 201. Kiefer und Radula, derselbe
ebenda S. 164 (Patula) Taf. 9 Fig. U.
Psyra, neue Gattung, Schale undurchbohrt oder eng genabelt, gerippt,
nicht haarig, in der Peripherie abgerundet. Kiefer und Radula wie bei
Charopa. Ps. dimorpha Pfr. und venulata (Pfr. Helix), TuUia Gray, Kas-
sandra, Adriana, planulata und Miranda, Hutton, ebenda S. 201, 202,
175 (Fruticicola), 180, 181 (charopa). Kiefer und Radula S. 161 und
165 (Charopa) Taf. 9 Fig. 21 und Taf. 11 Fig. Y.
Pyrrha, neue Gattung, Helix-förmig ; Mantelrand glatt, den Schalen-
rand umfassend, Schwanzende warzenförmig mit Schleimporc; Kiefer mit
flachen Rippen; Randzähne breit, mit mehreren Spitzen; Schale dünn,
durchscheinend, mit 4V2 — 5% regelmässig zunehmenden Windungen, kaum
durchbohrt. P. Cressida und guttata Pfr. (Helix) , Neuseeland , Hutton
a. a. 0. S. 200 und 178 (als Pfeifferia?), Radula Taf. 9 Fig. x, Kiefer
Taf. 11 Fig. n.
Gerontia pantherina Hutt., Kiefer und Radula, Hutton, Trans. New
Zealand Inst. XVI S. 9 Fig. J, Taf. 11 Fig. R. — G. Cordelia, derselbe
ebenda S. 178 — beide auch S. 200.
Oloconcha, neue Gattung, Schale äusserlich, aus wenigen rasch zu-
nehmenden Windungen bestehend, alle unten offen; Körper gestreckt wie
bei Limax, Mantel ziemlich weit vorn, die Schale bedeckend; keine
Schwanzdrüse; Fusssohle nicht deutlich abgegrenzt („no locomotive disk");
64 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Kiefer gerippt. 0. dimidiata Pfr. (Vitrina) , Neuseeland, Hutton a. a. 0.
S. 199, Kiefer und Zähne S. 166 Taf. 9 Fig. Y und Taf. 11 Fig. 0.
Amphidoxa Perdita, Jacquenetta und Lavinia, Neuseeland, auch Kiefer
und Radula der beiden ersteren, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI
S. 179, 180 Taf. 10 Fig. C, Taf. 11 Fig. C und Q. — Kiefer und Zähne
von A. zebra Guill. = phlogophora Pfr., von A. Chiron Gray, crebri-
flammis Pfr., Cornea und costulata Hutt., ebenda S. 170 und 171 Taf. 9
Fig. a, b, d, x und z, Taf. 11 Fig. G. — Aufzählung aller neuseelän-
dischen Arten von demselben ebenda S. 198, 199.
Calymna, neue Untergattung der vorstehenden, durch gerippte Schale
unterschieden, A. costulata und Lavinia Hutt., derselbe ebenda S. 199.
(Patula) Helix flocculus Mor. = pauper Gould = ruderata var.
opulens West, von der Berings-Insel, unterschieden von striatella, Anthony,
Dali, Proc. ün. St. Nat. Mus. VII S. 342. — P. Jessica, Bianca, Ti-
mandra und Sylvia, Neuseeland, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI
S. 174, 175. — Liste der bekannten Neuseeländischen Arten, derselbe
ebenda S. 191 — 193. — Helix Hockeri Rv. var. n., mit strahligen rothen
Streifen, von Prinz Edwards Insel, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 277.
Patula coma Gray, lucetta Hutt., buccinella Rv. , anguiculus Rv.,
corniculum Rv. , infecta Rv. , tapirina Hutt., alle von Neuseeland, Kiefer
und Radula beschrieben von F. W. Hutton, Trans. New Zealand Inst.
XVI S. 162, 165 Taf. 9 Fig. C— H, Taf. 11 Fig. A, K. — (Anguispira)
Helix Cooperi Binn. vivipar, Bavay, Journ. de Conchyl. XXXII S. 383.
Thera , neue Gattung , Thier und Kiefer wie bei Patula. Schale
hoch konisch, durchbohrt, haarig, an der Peripherie kantig. T. stipulata
(Rv. Helix) = barbatula Rv. = alpha und beta Pfr., Neuseeland, Hutton,
Trans. New Zealand Inst. XVI S. 198. — Kiefer und Radula, derselbe
ebenda S. 168 Taf. 11 Fig. B. und L.
Helix (Stephanoda) Selkirki, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London
1884 S. 279, Juan Fernandez.
Endüdonta Marina und Nerissa, Neuseeland, Hutton, Trans. New
Zealand Inst. XVI S. 176. — E. poecilosticta (Pfr. Helix), Kiefer aus
21 Platten bestehend, die sich dachziegelartig decken und dicht mit
Warzen bedeckt sind; Seiten- und Randzähne zweispitzig, derselbe ebenda
S. 168 und 195.
Strobila leioda Hutt., Radula, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI
S. 166 Taf. 9 Fig. P und S. 195.
Omphalosagda Saudberg., zu dieser ursprünglich fossilen Untergattung
gehört auch die lebende Helix Tetuanensis Kobelt, Böttger, Nachrichtsbl.
d. Malak. Gesellsch. 1883 S. 4 und Neues Jahrbuch für Mineralogie
1884 II S. 139.
(Helix.) Ch. Ashford beschreibt die Pfeile von Helix ericetorum,
caperata und pisana, Journ. of Conchology IV S. 129—133 Taf. 5, von
Helix nemoralis, hortensis und fusca ebenda S. 164 — 170 Taf. 7, von
Naturgeschichte der Molhisken während des Jahres 1884. ß5
H. arbustorum, lapicida, pulchella, aspersa S. 195 — 202 Taf. 8, von H.
pomatia, rufescens, hispida und concinna S. 249 — 244 (Taf. 9 in dem
folgenden, 1885 herausgegebenen Theil).
E. Schumann hat frisch aus dem Ki geschlüpfte Exemplare von
Helix nemoralis in Blumentöpfen von Myosotis und Lysimachia aufzuziehen
versucht; nach 3 Monaten hatten die wenigen, die am Leben blieben, die
Grösse von sVa Mm. erreicht. Was die Bänder der Schale betrifft , so
glichen 7 davon dem Vater, eines der Mutter. Die Zeit von der Be-
fruchtung bis zum Eierlegen beträgt 28 Tage, von da bis zum Ausschlüpfen
der Jungen wieder 20 Tage. Schriften der Naturforsch. Gesellsch. zu
Danzig (2) VI Th. 2.
(Caracollina) Helix lens Fer., anatomische Beschreibung von P. Hesse,
Jahrb. d. Malak. Gesellsch. S. 233 Taf. 4 Fig. 5. — Helix callestha,
Berenguier, Bull. Soc. Malac. France I S. 285, Dept. Var.
(Gonostoma) Helix obvoluta Müll., Varietäten besprochen, angigyra
Jan und holoserica Stud. in Savoyen gefunden, Locard, Bull. Soc. Malac.
France I S. 197 — 202. — H. (Gonostoma) Pechaudi, Ancey, Naturalista
Siciliano I 1882 S. 294, Oran.
Anchistoma trinodis und triadis , nahe triaria Friv. , Kimakowicz,
Vcrhandl. Siebenb. Vereins f. Naturk. XXXIV, Siebenbürgen.
(Fruticicola) Helix Clessini, Mähren, unterschieden von transylvanica
Bielz, sericea Drap, und Lubomirski Slos., Ulicny, Malak. Blätter (2) VII
S. 1 — 8, mit Holzschnitt.
Fruticicola pedemontana, Pini, Atti Soc. Italiana XXVII S. 19, Thal
von Pesio, Piemont.
Helix (Fruticicola) Siussine)-i, Böttger, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch.
1884 S. 16, Sila-Wald, Calabrien. — Helix Bidinensis, Sicilien, Cafici,
Naturalista SiciUano II 1882 S. 3 Taf. 1 Fig. 2.
Helix (Fruticicola) limbata var. delomphala, Cai-tagena, Ancey, Natu-
ralista Siciliano I 1882 S. 290. — H. Tassyi, Dept. Ariege; nahe lim-
bata Dr., Bourguignat, Bull. Soc. Malac. France I S. 357.
Helix cantianiformis von Folkestone, England, Ancey, Bull, de la
Soc. Malacol. France I S. 158. — Helix Cantiana Mont., Martensiana
Tiberi, Apennina Porsa und Olivieri Fer., anatomische Beschreibungen von
P. Hesse, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 234—237 Taf. 5 Fig. 8 — 11.
— H. (Carthusiana) prachnodes und holotricha, Abchasien, und Bemer-
kungen über H. carascaloides Bourg., Böttger, Ber. Senckenberg. Gesell-
schaft 1884 S. 149 — 151.
Helix (Fruticicola) Caidis und H. (Trichia) polytrichia aus dem west-
lichen Algier, Ancey, Naturalista Siciliano I 1882 S. 291, 292. — H.
(Fruticicola) semirugosa^ Kobelt, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884
S. 27, Tetuan.
Fruticicola Adriana, Neuseeland, Hutton, Trans. New Zealand Inst.
XVI S. 175. Zu der Gattung Charopa gestellt von demselben ebenda
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. E
Qß Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
S. 201. — F. pilula (Rv., Helix) mit var. granum Ffr., Neuseeland, der-
selbe ebenda S. 194, Kiefer und Radula S. 161 und 170, Taf. 9 Fig. K,
L, Taf. 11 Fig. M.
(Xerophila) Planatella und Striatinella , neue Sektionen von Xero-
phila, Clessin, Deutsche Excursions- Mollusken -Fauna S. 187 und 193.
[= Helicella Moq. Tand., Kobelt, und Caudidula Kobelt.]
Striatella,, neue Untergattung für Helix striata Müll., Westerlund,
Sveriges etc. Land- och Söttvattens Mollusker S. 15, 18.
P. Fagot bespricht die italienischen mit striata Drap, verwandten
Formen, unter welchen er die folgenden unterscheidet: cisalpina Jan.,
Rossmässler Fig. 354 c, Venedig, subprofuga Stabile, Avellino, phari,
neuer Name für Rossmässler's Fig. 354 b, von Triest, Mediolanensis^ neuer
Name für Rossmässler's Fig. 354 &, von Mailand, Spalatensis, neuer Name
für Rossm. Fig. 354 e, von Spalato, und beschreibt die folgenden als
neue Arten: Lesiniaca, Lesina in Dalmatien, Brundusiana, Brindisi, Gra-
discanensis, Gradisca in Istrien, tringa (Westerlund als var. von profuga),
Lido von Venedig, Florentina, Florenz, Ärnusiaca [!], neuer Name für
profuga var. Etrusca Issel, Toskana, Aprutiana, Monte Majella, Colosseana^
Colosseum in Rom, Romana, Rom und Nami, Fiesolensis, Fiesole bei
Florenz. Der Name H. profuga A. Schmidt gehört nach ihm der fran-
zösischen H. striata von Draparnaud, einer noch nicht bestimmt erkannten
Form. Derselbe unterscheidet und beschreibt ferner in der Gruppe „Spa-
dana" Calcara = bathyomphala Ffr., H. Spadae Calcara, destituta Charp.
und ocellus Villa, alle von den Abruzzen. Bull. Soc. Malac. France I
S. 107 — 131. — Helix Deana und pleurestha Tassy mscr., Dep. Drome,
nahe striata, Berthier, Bull. Soc. Malac. France S. 353—356.
Helix (Xerophila) codia Bourg. var. rufa, Ancey, Naturalista Sici-
liano I S. 293, Malaga.
Helix Terveri Mich, aus der Umgegend von Toulon neu beschrieben.
Lud, adolia und maristorum, Luc, Dept. Var, Fr. Florence, Bull. Soc.
Malac. France I S. 359—366.
Helix cespitum Drap., kalkige Varietät mit dunklem Thier, Salvana,
Publ. der R. Acad. de scienc. nat. y artes de Barcelona 1883 S. 406,
Igualada und Gavä, Provinz Barcelona.
Helix ericetorum Müll, und candicans Ziegl., beide in demselben
Bezirk häufig, aber ohne sich zu vermischen, jede auf getrennte Lokali-
täten beschränkt. Bachmann, Moll. v. Landsberg a. L. S. 16, 17.
Helix homoleuca (Parr.) Sabljar 1870 = gyroides (Parr.) Pfr. 1870
= Libumica Stossich 1880 = Vukotinovici Hirc 1883, Kroatien, Bru-
sina, Bulletino della Societa mal. Italiana XI S. 1 — 6.
Helix Fedtschenkopsis , Reneana and Desgodinsi , Grenze von Tibet
und China, Ancey, Annales de Malac. I S. 384 — 386. — H. Capusi,
Turkestan, Villeserre, Bull. Soc. Malac. France I S. 133.
Helix lauracina, Villefranche - Lauraguais , Dept. Haute Garonne,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 67
Carpensoraclensis, Carpentras, Dept. Vaucluse, und Visanica, Visan, Dept.
Vaucluse, Fagot, diagnoses d'especes nouvelles S. 3, 15 und 16. — Die-
selben und H. BoUenensis Loc. 1882, Dept. Vaucluse und Dröme, Ro-
biniana Bourg. mscrpt., Dept. Alpes maritimes, Drome, Vaucluse et Basses-
Alpes, foliorum Fagot mscrpt. Narbonne, prinohila Mabille 1881, Basses-
AlpeS; Perroudiana, Dept. Vaucluse, Drome, Basses-Alpes, und IVicastinorum
Florence mscr., St. Paul Trois - Chateaux Dept. Drome, alle nahe striata
Drap., vergleichend beschrieben mit vergrösserten Abbildungen von A. Lo-
card, Annales de la Soc. Linneenne de Lyon XXXI 28 Seiten 1 Tafel.
Helix Ingoiy Palumboi, melania Bourg. mscr., enetha, philoxera und
Licodiensis, Cafici, Bull. Soc. Malac. France I S. 305—309, Sicilien. —
H. Benoiti und H. variabilis varr. luctuosa und turbinatUy Cafici,
Naturalista Siciliano II 1882 S. 29—32 Taf. 1 Fig. 3—5, Sicilien. —
H. praeclara, euphorca Bourg. var. minor und astata Bourg., derselbe
ebenda S. 49—52, die beiden ersteren Taf. 1 Fig. 6 und 7.
Helix Santorina, Therasina, Fouquei und Nomichosi, von der Insel
Santorin, Letoumeux, Bull. Soc. Malac. France I S. 293 — 297.
Helix Oberthüri, Asturien, illibatiformis , Oran, megastoma Bourg.
mscr., Majorca, euphorcopsis Letoumeux mscr., Tunis, eusarca, Süditalien,
eitsarcomaea., Minorca, ambiista, combusta, praevalens, petraea, baria, lapi-
dosa Bourg. mscr., calcarina, ardens, Saharica, ischurostoma und Nah-
rouessdiana, die letzteren drei Bourg. mscr., all diese von Algier, Ancey,
Bulletins de la Soc. Malacalogique de France I S. 159—172. — H. Jolyi
Pechaud mscr., Nemours in Algier, verwandt mit Gargottae Phil, und
Daroli^ Letoumeux mscr., Provinz Constantine, Algier, nahe Mograbina
Morel., Ancey, Naturalista Siciliano I 1882 S. 293, 294.
(Campylaea) Helix faustina Ziegl. bei Kosen, Goldfuss, Zeitschr. f.
d. gesaramten Naturwissensch. Band 57 S. 78.
Helix Desmoulinsi Farines = acrosticha Fischer, unterschieden von
Cornea Drap, durch die etwas haarige Schalenhaut. H. Crombezi Milliere
ist eine analoge Art aus den Seealpen, in einer Höhe von 2 500 M. ge-
funden. Locard, Bull. Soc. Malac. France I S. 203—207.
Helix cyclolabris Desh., anatomische Beschreibung von Hesse, Jahrb.
Malak. GeseUsch. XI S. 242 Taf. 5 Fig. 14.
Helix sigela, compsopleura und perfecta, Südtyrol, verwandt mit H.
Gobanzi Frauenf., Bourguignat, Naturalista Siciliano II 1883 S. 213 — 215.
Helix Hemonica, Kalambaka in Thessalien, Thiesse, Bull. Malac.
France I S. 271.
Pseudocampylaea ^ neue Untergattung von Helix für H. lecta und
pellita Fer., noverca Shuttl. und Westerlundi Blanc, alle von Griechenland ;
Kiefer vielrippig, keine Glandulae mucosae, kein Pfeil, Stiel des Recepta-
culum seminis ohne blinden Anhang. Liste der bekannten Arten, alle
von Greta oder den Cycladen, Hesse, Jahrb. Malak. GeseUsch. XI S. 237
bis 244 Taf. 5 Fig. 12 und 13. — H. Naxiana Fer. von der kleinen
68 Pi'of- Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Insel Standia bei Greta und lecta Fer. von der kleinen Insel S. Theodora
bei Canea, Greta. H. v. Maltzan, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884
S. 74.
(Tachea) Helix nemoralis und hortensis in copula beobachtet, J. Sal-
vana, Publikationen der R. Acad. de Science Nat. y Artes de Barcelona
1883 S. 415. — H. nemoralis L. auf dem linken Ufer der Weichsel bei
Thorn, austriaca MUf. auf dem rechten, die eine die andere ausschliessend,
Friedel, Malak. Blätter (2) VII S. 49, 50.
(Macularia) Helix ridens und Sardonia, Insel Sardinien, verwandt
mit platychela Menke und scabriuscula Desh. von Sicilien, E. v. Martens,
Sitisuugsber. d. Gesellsch. Naturforsch. Freunde Berlin 1884 S. 197.
Helix (Macularia) Ärischensis und Duriezi (Debeaux mscr.), Kobelt,
Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 26, 27, Prov. Oran. — H. Choi-
tica und Flattersiana, Prov. Oran, hieroglyphicula var. integrivittis, sowie
Notizen über H. Arabica Terv. , unterschieden von abrolena Bourg. , Zaf-
farina Terv., alabastrites Bourg. und Jourdaniana Bourg., Ancey, Natura-
lista Siciliano I 1882 S. 285—290. — Helix spiriplana Olivier (non
auctor.) = Malziana Parr. von Rhodus, Maltzan, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 73.
(Pomatia) Helix pomatia varr. cepacea und costellifera, Baudon,
Journ. de Gonch. XXXII S. 241, die letztgenannte Taf. 8 Fig. 3 abge-
bildet, Dept. Aube.
Die Italienischen Arten von der Gruppe H. ligata und lucorum Müll,
werden einer Durchsicht unterzogen, mit Beschreibung von H. yleohia,
Basilicata, virago = lucorum var. depressa Bourg., Florenz, rypara^
Trevi, Florenz und Gardasee, nigrozonata, Pavia, Mantua, und atrocincta,
Mantua, Pavia, Verona, Bourguignat, Naturalista Siciliano II 1883 S. 216,
234 — 240, 261 — 266 und 290 — 293.
Helix Da-Coronae, Insel Santorin, Letoumeux, Soc. Malac. France I
S. 200.
Helix aspersa var. lutea, Baudon, Journ. de Gonch. XXXH S. 239
Taf. 8 Fig. 2, Dtpt. Aube.
Hejix aimophila Bourg., ihr wirklicher Fundort ist Biledjik bei
Brussa, Nordwest -Kleinasien, Grosse, Journ. de Gonchyl. XXXII S. 325
bis 327 Taf. 7 Fig. 5, 6.
Helix (Aegista) pseudochinensis = Chinensis von Heude, Taf. 15
Fig. 4, und subchinensis Nevill mscr. unterschieden von der richtigen
Chinensis Philippi, v. Möllendorff, ebenda S. 553, 555, die zweitgenannte
abgebildet Taf. 7 Fig. 8.
Helix (Acusta"), Synonymie und Fundorte der chinesischen Arten,
H. Huberiana Heude = Redfieldi Pfr. und phragmitum Heude = Burtini
Desh., derselbe ebenda S. 359—371. — Helix Kiangsinensis Möllend.
wirklich spiral gerunzelt, Möllendorff", Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884
S. 103. — H. Kiangsinensis var. cerasina, triscalpta var. frater-minor^
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 69
beide Prov. Hupe, und Houaiensis var. 3Ioeltner{, Tsinau-fu, Gradier,
Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 137 und 155.
Helix trisinuata Martens var. sculptilis* Lofoushan, östlich von
Kanton, Huaiensis, Provinzen Schensi und Kansu, Gerlachi Moll., nähere
Fundortsangabe, applanata Fudshon, Prov. Fudshien, similaris Fer., Varie-
täten in China, einschliesslich Ilongkongiensis , obscura, striatissima und
nucleus Desh. , assimilaris Gredl. , graminum und arundinetorum Heude ;
H. Fortunei Pfr. unterschieden von similaris auch in ihren Fundorten, mit
var. meridionalis* Schomburffiana*, neuer Name für trochulus MöU. 1882,
nicht trochula A. Ad., Hungerfordiana Nevill mscr., Formosa, Hongkong
und bei Kanton mit var. rufopila^ MöllendorfF, Jahrb. Malak. Gesellsch.
XI S. 309 — 338, die mit * bezeichneten Taf. 7 Fig. 4, 5 und 7.
Fruticotrochus Kobelt = Satsuma Adams, 15 Chinesische Arten auf-
gezählt, derselbe ebenda S. 328—336.
Cathaica, neue Untergattung von Helix, von Trachia unterschieden
durch die gestreifte oder grob gerippte, aber nicht gekörnte Skulptur;
oberer Theil des Mündungsrandes gerade, nicht ausgebogen, aber verdickt:
typische Art: H. pyrrhozona Phil., femer H. Middendorfi Gerstf., tibetica
Desh., Christinae H. Ad., Przewalskii, plectotropis und phaeozona Martens,
Buvigneri Desh. und mehrere fossile Arten; ihre Verbreitung umfasst die
nördliche Hälfte Chinas, Ostsibirien und Centralasien, 35 Arten aufgezählt,
H. Mencii Hilber = Przevfalskii Martens, Gredleri Hilber, unterschieden von
Stoliczkana Nevill, H. subrugosa Desh. abgebildet. Nordgrenze von China, mit
var. Kalganensis MölL, von Möllendorff, ebenda S. 339—352 Taf. 7 Fig. 6.
— H. Orithyia Martens, Notiz bei Ancey, Naturalista Siciliano HI S. 346.
Helix Fortunei Pfr. unterschieden von similaris Fer., Gredler, Archiv
für Naturgeschichte L S. 262, Anmerkung. — H. Christinae H. Ad.,
Varietäten und verwandte Arten, derselbe ebenda S. 264. — H. Buvigneri
Desh., frischer Zustand beschrieben, derselbe ebenda S. 266. — H. hizona,
Provinz Schensi, und sguamulina, Provinz Hunan, Gredler, Ärch. f. Nat.
50. Bd. S. 267 — 269.
Helix porcaria, omoia, thelica, monacha, cyanostoma, oomorpha, cata-
rella, polydora, madera, eryihromorpha^ lychna^ stilpna und litkida, Mabille,
Bull. Soc. Malac. France I S. 139—153, alle von Madagascar.
(Acavus) Helix haemastoma L., das Ei 17 Mm. lang und 12 Mm.
breit, Auber und Bavay, Joum. de Conchyl. XXXII S. 385.
Helix (Obba) platyodon Pfr. von Hainan. Kiefer odontognath, Gestalt
und Farbe der Schale variabel, Möllendorff a. a. 0. S. 372 Taf. 8 Fig. 3—8.
— Helix (Hadra) cicatricosa Müll, durch die ganze Provinz Kanton, aber
sonst nirgends in China; Hainanensis A. Ad. und zanthoderma, Maanshan,
in derselben Provinz und Hongkong, mit var. polyzona , auf Bäumen in
Wäldern, Caspari, südlicher Theil der Prov. Hunan, succincta H. Ad.,
Friesiana, Formosa und stenozona, Fudshien, von Möllendorff, ebenda
S. 373—387 Taf. 7 Fig. 1—3, Taf. 8 Fig. 1, 2, Taf. 9 Fig. 1—8.
70 Pvo(, Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Helix oxystoma (Geotrochus), latiaxis, Tapparonei und (Sphaerospira)
Genardi (E. A. Smith 1883) kamen von dem Festland bei Port Moresby
und die beiden ersteren sind gleich Goldei (Brazier 1880) und zeno (Bra-
zier 1876), Brazier, Linnean Soc. New South Wales IX S. 804 — 806.
Helix (Geotrochus) Moseleyi^ Lahillardierei und (Chloritis) Dentre-
casteauxi, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 263 — 265
Taf. 22 Fig. 2, 3 und 6, Admiralitätsinseln. [Die erstgenannte gehört eher
zu Cristigibba (Tapp.), nahe Planispira, der Berichterst.]
Bulimus (Amphidromus) semitessellatus , Kampot, Cambodja, Morlet,
Journ. de Conchyl. XXXII S. 387 Taf. 11 Fig. 2. — Amphidromus
hemicyclus , Rochebrune, Bull. Soc. philomathipue Paris (7) VI 1882
S. 117, Bangkok.
Borus Seneri, Jousseaume, Bulletin Soc. Zool. France IX S. 169,
Columbia.
Petitia, Limicolarie mit abgestutzter Spindel. P. RafFrayi Jouss.
(Achatina) u. Petitia, derselbe ebenda S. 171 Taf. 4 Fig. 4.
(Eurytus) Bulimus lacrimosus, Heimburg, Nachrichtsbl. Malak. Gesell-
schaft 1884 S. 92, Iquitos am obem Amazonenstrom.
Pseudachatina vitrea, neuer Name für eine noch nicht beschriebeue
Art von der Insel Thome, Greeff, Sitzungsber. Gesellsch. Naturwissensch.
Marburg 1884 No. 2 S. 51, Anmerkung.
(Buliminus) Buliminus Lycanianus, Abessinien, Innes, Bull. Soc.
Malac. France I S. 104.
Buliminus exodon Martens = Pupa Socotrana Godw. Austen 1884,
Crosse, Journ. de Conchyl. XXXII S. 345.
Bulimus Desgodinsi^ Perrieri, Rochebrunei ^ Bieti und prostomus^
Grenze von Tibet und China, die drei ersteren linksgewunden, sowie eine
Aufzählung aller linksgewundenen Bulimus [Buliminus] in Europa und dem
Festland von Asien, Ancey, Annales de Malac. I S. 387—397.
Buliminus Cantori Phil. var. fragiUs^ Fudshien, und Taivana, For-
mosa, B. albescens, Hongkong, MöllendorfF, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI
S. 165 und 170, der letztere mit Holzschnitt. — Bulimus Cantori Bens,
var. octona, Ancey, Naturalista Siciliano II 1883 S. 211, Inkiapo. — Bu-
liminus albescens, Möllendorff, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 28,
Hongkong.
Buliminus granulatus^ derselbe ebenda S. 173, Hainan. — Buliminus
Fuchsianus (Heude 1882) = rufistrigatus var. Hunancola Gredl. 1882,
Priorität zweifelhaft, derselbe ebenda S. 104. — Buliminus Laureniianus,
Gredler, Archiv für Naturgesch. L S. 269 Taf. 19 Fig. 1, Prov. Hupe,
China. — Buliminus Anceyi, Gredler, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 144,
Kuangsi — umgetauft zu B. Hilberi, ebenda S. 386. — Buliminus misel-
lus, cylindroides und canescens^ neue Namen für minutus, pallens und
thibetanus (Heude, alle vergeben), Heude, Journ. de Conchyl. XXXII S. 19.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 71
[Schon neu benannt von Ancey 1883, B. pumilio, cadaver und Heudeanus,
siehe vor. Bericht S. 583.]
Brephulus Ghedeoni, JRivedanus, N'arcissei, Merloianus und Becha-
rianus, nahe Toumeforti Fer., sowie Bithynicus und Bradus, nahe zebra
Oliv., Galland, Bull. Soc. Malac. France I S. 272—284, Nordküste Nord-
asiens.
Chondrus Geoffreyi, Mazanderan, Ancey, Naturalista Siciliano III S. 345.
Hapalus Boe.ttgeri, Gredler, Archiv für Naturgeschichte L S. 270
Taf. 19 Fig. 2, Prov. Hunan, China.
Partula Layardi Brazier, Zwischenforra von Partula und Placostylus,
und P. radiata Pease mscr. = compressa (Pease, nicht Pfr.) von Raiatea
beschrieben, Ancey, Naturalista Siciliano III S. 344. — Partula Hart-
manni, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 266 Taf. 22 Fig. 7.
Adrairalitäts-Inseln.
Achatinella. Bimsey hat die Radula von 24 Arten untersucht und
unterscheidet darnach 2 Haupttypen, a) Kiefer sehr zart, Radula wie von
Heinemann beschrieben, mit gebrochenen Reihen, hieher die Sektionen
Partulina und Achatinella im engern Sinn, sowie auch A. auricula Fer. —
b) Kiefer kräftig, meist mit mittlerem Vorsprung, Radula lang und schmal,
die Reihen nicht gebrochen, Mittelzahn klein, dreispitzig, Seitenzähne zwei-
spitzig, mit quadratischer Basalplatte, hieher Newcombia, Laminella und
Leptachatina. Annais New York Acad. of Science III S. 96—99 Taf. 3
und 16.
Ferussacia subcylindrica [lubrica Müll.] var. coUina Drouet, klein,
blassgrünlich, Baudon, Journ. de Conch. XXXII S. 257 Taf. 9 Fig. 11,
Dept. Oise.
Zua Davidis Ancey, China, Unterschiede von lubrica Müll., Gredler,
Archiv für Naturgeschichte L S. 265.
Balfouria, neue Untergattung von Stenogyra, unterschieden durch die
behaarte Schalenhaut, St. hirsuta Godw. Aust. von Socotra, Crosse, Journ.
de Conchyl. XXXII S. 356.
Stenogyra carinaia, Cochinchina, Wattebled, Journ. de Conchyl.
XXXn S. 125 Taf. 6 Fig. 1.
Stenogyra (Euspiraxis) mira, Gredler, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI
S. 146 Taf. 3 Fig. 4, Hunan. — (Opeas) pellita, derselbe ebenda S. 147,
Hunan. — St. (Op.) Hunanensis, Kuangsiensis und arctispira, China, der-
selbe, Archiv für Naturgesch. L S. 271—273 Taf. 19 Fig. 3 — 5.
(Stenogyra) Achatina monticola Mordet = subcrenata Greeff juv.,
Greeflf, Sitzungsber. d. Gesellsch. z. Bef. d. Naturwissensch. Marburg No. 2
S. 51 Anm. 2.
Sesteria, Schale cylindrisch, rechtsgewunden, mit vielen Umgängen;
Columella hohl, oben gerade, unten stark gedreht, eine ansehnliche Falte
in der Mündung bildend. S. Gallandi, zwischen Diarbekr und Mossul,
Bourguignat, Bull. Soc. Malac. France I S. 135—138 Taf. 3 Fig. 1—5.
72 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Balea, die beschriebenen palaearctischen Arten auf eine einzige
zurückgeführt von Westerlund, Fauna palaearctica IV.
Balea (Tristania) ventricosa und Tristensis Leach, Gray, aufs Neue
beschrieben von E. A. Smith, Proceed. Zool. Soc. 1884 S. 278, 279.
Clausilia, 508 paläarktische Arten mit Beschreibungen in Wester-
lund, Fauna palaearctica IV. Heft.
Cl. laminata var. dubiosa Clessin gehört eher zu fimbriata Rossm.,
Böttger, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 11.
Clausilia nigricans var. linearis^ mit einem weissen Band, Baudon,
Joum. de Conch. XXXII S. 266 Taf. 9 Fig. 12.
Clausilia Saudrii Küst. bis jetzt nur am Ufer bei Ragiisa gefunden,
lebt wahrscheinlich in Montenegro oder Albanien ; Cl. armata Kutschig
= Lanzai Dkr. , genauer Fundort unbekannt; Cl. Kneri^ neuer Name für
Lesinensis Kutschig, welche nicht in Lesina, aber bei den Bocche di Cat-
taro lebt, Brusina, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 113 — 118; der neue
Name der letzteren schon in Bull. Soc. Malac. Ital. VII 1881 S. 247.
Clausilia stabilis Pfr. , typische Form aus dem Banat und Bulgarien,
var. haesitans, Galizien, und var. aberrans Westerl., Transilvanien, Wester-
lund, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 90 — 92.
Clausilia Baudii, Piemont, Doriae, Aosta, Li^urica, Spezzia, und
Silensis, Sila Wald, Pini, Atti Soc. Ital. XXVII S. 13—18.
Clausilia Nomickosi, Da-ceronae und Therana, Insel Santorin, Letour-
neux, Bull. Soc. Malac. France I S. 299—303.
Clausilia rudis Pfr., Creta, extensa Pfr. = Vesti Böttg. und Dra-
kakisi, neuer Name für extensa (Böttg. nicht Pfr.), Maltzan, Nachrichtsbl.
Ma'ak. Gesellsch. 1884 S. 74, 75.
Clausilia Bavayana, Hagenmüller, Bull. Soc. Malac. France I S. 208,
aus der Umgegend von Bona, sowie eine Liste der von Nord -Afrika be-
kannten Arten, derselbe ebenda S. 208 — 212.
Clausilia (Phaedusa) Hainanensis , Möllendorff, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 174, Hainan. — Cl. (Ph.) Semprinü und pacißca,
Gredler, Archiv für Naturgeschichte L S. 273, 274 Taf. 19 Fig. 6, 7,
Prov. Hunan, China. — Cl. pachyodon, flavescens und frigida^ neue Namen
für pachystoma, straminea und septemplicata (Heude, alle vergeben), Heude,
Joum. de Conchyl. XXXII S. 19 [schon von Ancey 1883 neu benannt,
siehe vor. Bericht S. 587],
Clausilia (Gamieria) Fuchsi, (Phaedusa) paradoxa und (Euphaedusa)
simiola, alle Gredl. 1883, Hunan und Kuangsi, Gredler^ Jahrb. Malak.
Gesellsch. XI S. 147—153, die ersteren abgebildet Taf. 3 Fig. 4 und 5.
Die Sektion Garnieria ist unterschieden durch einen sehr engen Hals,
breite Mündung und ein dunkles Band unterhalb der Naht, — Cl. (Phae-
dusa) praecelsa, von China, Fundort nicht genau bekannt, derselbe ebenda
S. 155, mit Holzschnitt. Cl. aculus var. popillacea, Kuangsi, derselbe
ebenda S. 140.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 73
Pupa (Torquilla) Mortilleti Stabile, var. Simoni, vom Mont Cenis,
Böttger, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 47.
Pupa cupa Jan. = Sterri Voith und P. muscorum var. madida
Gredl. = Halleriana (Jeffr.? Böttg.), Böttger, Nachrichtsbl. Malak. Gesell-
schaft 1884 S. 48, 49.
Pupa (Pupilla) Heudeana, neuer Name für cryptodon (Heude 1882,
nicht cryptodus A. Braun 1842), China, -Möllendorff, Jahrb. Malak. Ge-
sellschaft XI S. 176.
(Orcula) Pupa Polioner ana ^ nahe dolium, Pini, Atti Societa Itahana
XXVII mit Holzschnitt, ItaHen. — Orcula Turcica Bourg. von Santorin,
aufs Neue beschrieben von Letourneux, Bull. Soc. Malac. France I S. 298.
Gredleriella (Böttger mscr.) neue Untergattung von Pupa, nicht
charakterisirt, typische Art; P. Hunana Gredl., Möllendorff, Jahrb. Malak.
Gesellsch. XI S. 179, 180.
Pagodiüina, neue Untergattung von Pupa, typische Art: P. pagodula,
Desmoul., Clessin, Deutsche Excursions-Mollusken-Fauna, S. 233; = Pa-
godina Stabile, derselbe ebenda S. 242.
Edentulüia, neue Untergattung von Pupa, typische Art: P. edentula
Drap., Clessin, Deutsche Excursions- Mollusken -Fuuna S. 233 — 253 [ver-
geben in der Gattung Ennea; Clessiu's Untergattung fällt zusammen mit
Westerlund's Columella].
Pupa (Leucochilus) meridionalis , Möllendorff, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 28, und Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 179, Makao.
Goniognatha. Carthaea, neue Gattung. Goniognath, Schale
konisch-kugelig, undurchbohrt oder eng durchbohrt, mit langsam zuneh-
menden Windungen; Mündungrand scharf, gerade, Spindelrand umgeschla-
gen. C. kiwi Gray (Helix) = irradiata Gould, Neuseeland, Hutton, Trans.
New Ztaland Inst. XVI S. 180; Kiefer aus etwa 50 übergreifenden Platten
bestehend und Radula abgebildet, ebenda S. 170 Taf. 9 Fig. A, Taf. 11
Fig. J.
Phrixgnathus Celia = Hei. fatua von Hutton, nicht Pfr., Phrynia^
Ariel, Titania und ? Haastii, Neuseeland, Hutton, Trans. New Zealand Inst.
XVI S. 17C, 177. — Ph. marginatus Hutt. und regularis (Pfr. Helix),
Kiefer und Kadula, derselbe ebenda S. 168 Taf. 9 Fig. S und Taf. 11
Fig. D. — Liste Neuseeländischer Arten, derselbe ebenda S. 196 — 198.
Placostylus bovinus Brug. von Neuseeland ; B. antipodarum Gray ist
vielleicht Jugendzustand derselben Art, Hutton, Trans. New Zealand Inst.
XVI S. 190, 191. — Bulimus (Placostylus) Ouveanus monst. sinistrorsa
und scaiaris Crosse, von den Loyalite - Inseln , Crosse, Journ. de Conchyl.
XXXII S. 328, 329 Taf. 7 Fig. 3, 4.
(Bulimulus) Bulimus Nichohsi (Brown mscr.), Angas, Proc. Zool.
Soc. 1883 IV [1884] S. 596, Insel Dominica, Westindien, mit Holzschnitt
S. f)95.
Cylindrella assimilis, contentiosa, Lajoncheri, Ihomsoni und infortunata^
74 Pi'of. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Arango, Proceed. Acad. Philadelphia 1884 II S. 211, 212, mit Holz-
schnitten, Cuba.
Amphibulima patula Fer., Holzschnitt des lebenden Thieres von
Dominica, Angas, Proc. Zool. Soc. London 1883 S. 595.
Elasmog'üatha. Janella bitentaculata Quoy und marmorea Hutt.,
Kiefer und Radula, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI S. 173 Taf. 10
Fig. M, N und Taf. 11 Fig. X-iind S. 206.
Athoracophorus virgatus^ E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 263
Taf. 2 Fig. 1, Admiralitäts-Inseln.
Triboniophorus, kritische Bemerkungen von E. A. Smith, Proc. Zool.
Soc. London 1884 S. 273.
Succinea putris var. angusta, var. minuscula und var. vitrea Moq.,
Baudon, Journ. de Conchyliologie XXXU S. 214, 216 Taf. 9 Fig. 1—3,
Dept. Oise. — S. Pfeifferii, neue Varietät, Salvana, Publication der R.
Acad. de Scienc. nat. y artes de Barcelona 1883 S. 399, Bodellera,
Provinz Barcelona.
Succinea Falklandica, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 280
Taf. 23 Fig. 20, Falkland-Inseln.
Succinea hygrophila^ neuer Name für mbella (Heude, vergeben),
Heude, Journ. de Conchyl. XXXII S. 19 [schon von Ancey 1884 neu
benannt: S. erythrophana].
Zonitidae und Yitrinidae, Microcystis stenomphala^ MöllendorfF,
Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 172, Hongkong.
Nanina citrina L. Varietäten von Amboina und den Ke-Inseln, E. A.
Smith, Proc. Zool. Soc. 1884 S. 259.
Ariophanta Taivanica, MöUendorff, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch.
1884 S. 173, Formosa.
Helix (Hemiplecta?) infrastriata und Cartereti ^ E. A. Smith, Proc.
Zool. Soc. 1884 S. 264, 265 Taf. 22 Fig. 4 und 5, Admiralitätsinseln.
Nanina (?) infantilis (Gredl. 1881 als Helix similaris var.), Kiangsi
und Hunan; Zähne der Radula in schiefen Reihen, eigenthümlich fächer-
förmig, einigermassen wie bei Cylindrella, Gredler, Jahrb. Malak. Gesell-
schaft XI S. 143 Taf. 3 Fig. 2, Radula beschrieben von Bachmann und
Schacko, ebenda S. 157—161 Taf. 3 Fig. 7 — 10.
Macrochlamys? discus, MüUendorff", Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch.
1884 S. 171, Hongkong.
[Trochomorpha] Helix Paviei, Morlet, Journ. de Conchyl. XXXII
S. 386 Taf. 11 Fig. 1, Kampot in Cambodja. — Trochomorpha? Hermia,
Neuseeland, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI S. 183 und 205.
Sitala büirata, Gredler, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 141 Taf. 3
Fig. 1, Kuangsi.
Kaliella polygyra und monticola, Möllendorif, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 172, Provinz Kanton.
Phacussa, neue Gattung, Schale flach, in der Peripherie abgerundet,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 75
aus 5 — 6 regelmässig zunehmenden Windungen bestehend; Mantelrand
nicht vorragend; Kiefer mit flachen Rippen, Randzähne stachelförmig.
Ph. hypopolia (Pfr. Helix), Helmsi und fulminata Hutt., Neuseeland,
Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI S. 205, 206 und 172, 173, Kiefer
Taf. 11 Fig. W, Radula Taf. 10 Fig. I und J.
Zonites Graecus (Kobelt, als Varietät von verticillus) , Kiefer und
Radula von P. Hesse, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 229—232 Taf. 4
Fig. 3 und Taf. 5 Fig. 1. — Z. Algirus L., vollständige anatomische
Beschreibung und Vergleichung mit einigen Arten von Helix und Limax
durch Alfr. Nalepa, Sitzungsber. K. Acad. Wien 1883 S. 237 — 302, Aus-
zug von Jickeli in Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 391 — 397.
Poecilozonites , neue Untergattung von ? Zonites Monf. vorgeschlagen
für Hyalinia Bermudensis Pfr. und die tertiäre imbricata A. Braun von
Sandberger, Neues Jahrbuch für Mineralogie 1884 II S. 139.
(Hyalina) Zonites Parisiacus Mab. und subnitens Bourg. , Baudon,
Journ. de Conch. XXXIl S. 224 und 227 Taf. 9 Fig. 6,7. — Unter-
schiede zwischen dem englischen Z. purus Alder und dem französischen
nitidosus Fer., ebenda S. 229. — Hyalina mauriceti Bourg. mscr., Dept.
Morbihan und Vendee, und hypogaea Bourg. mscr., Hyeres, Südfrankreich,
nahe pseudo-hydalina, Ancey, Bull. Soc. Malac. France I S. 157, 158. —
Hyalina obscurata Porro = Porroi Paulucci von Genua mit var. Shuttle-
worthiana von Corsica, unterschieden von Antoniana Paulucci und Blauneri
Shuttlew., N. Pini, Atti Soc. Ital. XXVI. — Hyalina Westerlundi, Sicilien,
Cafici, Naturalista Siciliano H 1882 S. 2 Taf. 1 Fig. 1.
Hyalina aegopinoides Maltz. und aequata Mouss., Kiefer und Radula
von Hesse, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 227 Taf. 4 Fig. 1, 2.
Helix (Hyalinia) exulata, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1884
S. 278, Tristan d'Acunha.
(Crystallus) Hyalina diaphana var. Lessonae, Pini, Atti Soc. Ital.
XXVII S. 21, Piemont.
Vitrina, die Piemontesischen Arten revidirt und die folgenden als neu
beschrieben: gaeoiiformis ^ in einer Höhe von 2000 Met., nivahs Charp.
var. Piniana, Villae , Pegorari und Stabilei, major var. Bland und
pellucida var. Bellardii, Pollonera, Atti Acad. delle Science Torino XIX
Febr. 1884.
Vitrina (Semilimax) iruncata und (HeHcolimax) Carniolica^ Böttger,
Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 184, Krain.
Vitrina perohliqua^ Abessinien, Innes, Bull. Soc. Malac. France I
S. 103.
Parmacella Valenciennesi W. B. von Gibraltar und Tanger anatomisch
beschrieben von P. Hesse, Malak. Blätter (2) VII S. 9 — 11.
Parmacochlea , neue Gattung neben Parmarion, Schale unter dem
Mantel verborgen, flach, länglich, der Nucleus als kleines, Sigaretus-
ähnliches Schälchen nach unten vorstehend. P. Fischeri, Cap York,
76 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Australien, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 273 Taf. 23
Fig. 15.
Limacidae. Limax, Agriolimax und Amalia, anatomische und be-
schreibende Bemerkungen von H. Simroth, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch.
S. 52 — 59, Amalia Cretica, Greta, und Robici, Krain, derselbe ebenda
S. 58, 59.
Limax cinereoniger Wolf und cinereus List., Varietäten vom Mont
Cenis und Susa, Böttger, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 42, 33.
— L. Schwabi Frnfld. unterschieden von transylvanicus Heynem., Hazay,
Malak. Blätter (2) VII S. 61—64. — L. variegatus Dr. in Württemberg
gefunden, 0. Krimmel, Jahreshefte des Vereins für vaterl. Naturk. Württem-
berg XL S. 326. — L. flavus var. griseusy Roebuck, Journ. of Conchol.
IV S. 223, Bath.
Limax millepimctatus, Pini, Atti Soc. Italiana XXVII S. 25, Ligurien
und Lombardei.
Limax (Agriolimax) Panormitanus Less. und Poll. var. Ponsonbyi,
Hesse, Malak. Blätter (2) VII S. 12, Gibraltar.
Limax Santorinus , Insel Santorin, Letourneux, Bull. Soc. Malac.
France I S. 289.
Heynemannia coerulans var. interrupia und Lehmannia coerulans,
Kimakowicz, Verh. d. Siebenbürg. Vereins f. Naturk. XXXIV, Sieben-
bürgen.
Amalia nov. sp.? von Tanger, Hesse, Malak. Blätter (2) VII S. 13.
Aspidopoms (Fitzinger 1833) auf ein abnormes Exemplar von Amalia
gegründet, Heynemann, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 1 — 3.
Paralimax varius, Böttger, Ber. der Senckenberg. Gesellsch. 1884
S. 14 7, Abchasien.
PseudoUmax Retowskiiy Böttger, Ber. Senckenberg. Gesellsch. 1884
S. 146, Abchasien.
Dendrolimax Dohrn, auch äusserlich durch einen sehr starken Kiel
von ürocyclus unterschieden; U. Buchhoizi Martens 1876 gehört wahr-
scheinlich zu dieser Gattung. Heynemann, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI
S. 12 und 14, 15.
Ürocyclus Kirkii Gray, Beschreibung verbessert, typische Art abge-
bildet; zu dieser Gattung gehört auch Parmarion flavescens Keferstein,
ebenfalls von Westafrika. — Aspidoporus fasciatus Martens 1879 = U.
flavescens (Gibbons Qu. Journ. of Conchol. 1879 S. 138, nicht Keferstein)
= U. Kirkii Binney 1879, gehört wahrscheinlich zu einer neuen Gattung,
U. longicauda Fischer = EHsa bella Heynem., Heynemann, Jahrb. Malak.
Gesellsch. XI S. 3—14 Taf. 1 Fig. 1—5 und 7.
Arionidae, Anatomische und beschreibende Notizen über die euro-
päischen Arten von H. Simroth, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884
S. 59 — 61; sogar der grosse A. empiricorum ist vermuthlich in einem
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 77
Jahr erwachsen. — Heynemann wiederholt seine Angabe, dass
Letoumeuxia Bourg. nicht von Arion unterschieden sei und zählt die
Unterschiede zwischen Arion und Geomalacus auf, Nachrichtsbl. Malak.
Gesellsch. 1884 S. 178—180. — Arion ater var. plumbea^ Roebuck,
Journ. of Conchol. IV S. 146, Pool in England. — Arion fuscus var.
Böttgeri, Bremen, Pollonera, Abhandl. d. Naturwiss. Vereins zu Bremen
IX 1 S. 59 mit Abbildungen.
Arion Mabillianus = Geomalaeus Mabillei (Baudon 1868), Dept.
Oise, Baudon, Jom-n. de Conch. XXXII S. 200, Abbildungen der Zähne
von Lessona ebenda Taf. 10 Fig. 1.
Arion (Ariunculus) Moreleti, Hesse, Malak. Blätter (2) VII S. 14,
Tanger.
Philomycus bilineatus Bens., Varietäten, E. A. Smith, Proc. Zool.
Sog. London 1884 S. 259.
O
Binneyia notabilis, auf der Insel Guadeloupe häufig; dieselbe umgiebt
sich im Sommer mit einer kalkigen Decke, Dünn, Science No. 88,
Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 189.
Agliatha. Glandina pulcherrima = monilifera var. B. Strebel,
Strebel, Verhandl. d. Vereins für naturwiss. Unterhalt. Hamburg V 1882
S. 104, Mexico.
Ennea porrecta, südöstliches Borneo, mit Diaphera Alb. verwandt,
v. Martens, Sitzungsber. d. Naturforsch. Freunde Berlin 1884 S. 198.
Streptaxis pachychüus, Möllendorff, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch.
1884 S. 171, China, Prov. Kuangsi.
Streptaxis, Untergattung Lamelliger für Str. Troberti und Oophana
für Str. bulbulus Morel, und Michaui Crosse, Ancey, Le Naturahste 1884
No. 64 S. 508.
[Rhytida] Helix Greenwoodi Pfr., Rh. Australis Hutt., citrina Hutt.,
patula Hutt., kein Kiefer, Zahnreihen schief, in der Mittellinie einen
spitzen Winkel bildend, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI S. 167
Taf. 10 Fig. P— S. — Liste Neuseeländischer Arten, derselbe ebenda
S. 208.
Paryphanta Alb., nur Busbyi Gray, Hochstetteri Pfr. und Milligani
Pfr. dürfen in dieser Gattung bleiben, Hutton, Trans. New Zealand Inst.
XVI S. 207.
Elaea, neue Gattung, Schale klein, mit dicker Epidermis, welche aber
den Schalenrand nicht umschUesst, weit genabelt, mit wenigen rasch zu-
nehmenden Windungen. E. coresia Gray (Helix) und Jeftreysiana Pfr.
(ditto), Hutton, ebenda S. 207, 208; kein Kiefer, Zahnreihen einen
stumpfen Winkel bildend, ebenda S. 171, 172 (Paryphanta) Taf. 10
Fig. B, Taf. 11 Fig. E, G.
Yaginulidae. Veronicella Bocourd, Rochebrune, Bull. Soc. philo-
mathique Paris (7) VI 1882 S. 117, Bangkok.
78 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Oucllidiidae. J. Brock berichtet über die Mittheilungen von
Joyeux-Laffuye (siehe den Bericht über 1882 S. 367) und kommt zu dem
Resultat, dass Onchidium eine Nudibranchiate sei, wenn auch vielleicht in
einigen Punkten abweichend und auf dem Wege zur Luftathmung. —
R. Bergh dagegen fasst ebenfalls die früheren anatomischen Unter-
suchungen über diese Gattung zusammen und spricht sich, gestützt auf
seine ausgedehnte Kenntniss der Nudibranchiaten, dahin aus, dass Onchi-
dium von denselben weit entfernt sei, aber mit den Pulmonaten im Bau
des Nervensystems, im Vorhandensein einer Lunge und eines parenchyma-
tösen Nierenorgans, sowie einer eigenthümlichen Fussdrüse, und in einigen
Eigenthümlichkeiten der Fortpflanzungsorgane übereinstimme; die Onchi-
dien sind ihm zufolge Pulmonaten, welche sich dem Leben im Meer an-
gepasst haben. Annais and Mag. of Nat. Hist. XIV S. 259, 266.
R. Bergh behandelt die Gattung Onchidium als Anfang zu seiner
Arbeit über die Nudibranchier des Challenger, aber erklärt ausdrücklich,
dass sie Nichts mit den Nudibranchiern zu thun haben, dagegen durch
eine Anzahl von Mittelgliedern mit den Pulmonaten verbunden sind. Er
beschreibt 0. melanopneumon, Viti-Inseln, und im Vergleich damit Tonganum
Q. G. und verruculatum Cm., beide von den Nicobaren, anatomisch. Zool.
Challenger X S. 126—151 Taf. 4 Fig. 25—27, Taf. 5 Fig. 1—27,
Taf. 6 Fig. 5 — 21, Taf. 7 Fig. 1 — 12, Taf. 8 Fig. 14. — Ein Auszug
mit kritischen Bemerkungen, — das Nervensystem von 0. melanopneumon,
wie es von Bergh beschrieben ist, unterscheide sich bedeutend von dem
bei 0. celticum von J. Joyeux-Laffine beobachteten, Archives de Zool.
experimentelle (2) III 1885 IX— XI.
Auricnlacea. Pythia Apiemis, E. A. Smith, Proc. Zool. Soc.
London 1884 S. 268 Taf. 22 Fig. 10. Neue Hebriden, sowie Notizen
über andere Arten von Pythia, derselbe ebenda S. 261—268.
Alexia myosotis Dr., ihr Vorkommen auf Malta, Becher, Journ. of
Conchol. IV S. 237.
Ophicardelus costellaris Ad., Radula, Hutton, Trans. New Zealand
Inst. XVI S. 212 Taf. 11 Fig. 1.
Leuconopsis, neue Gattung, unterschieden von Leuconia durch das
Vorhandensein von nur Einer Falte am Innenrand. L. obsoleta (Hutt.
Leuconia), Radula beschrieben, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI
S. 213.
Limnaeacea* Physa Melitensis Mamo (1867) ist eine Varietät von
acuta Drap., Becher, Journ. of Conchol. IV S. 230.
Planorbis, S. Clessin setzt seine Monographie dieser Gattung in
Küster's Conchylien-Cabinet Lief. 328 und 331 S. 111—182 Taf. 23—36
fort. Die folgenden Arten sind neu oder nicht vorher abgebildet: PI.
Barhadensis Dkr. mscr., Barbados, S. 118, Dunkerianus, Kuba, S. 122
Taf. 17 Fig. 14, Janeirensis, Rio Janeiro, S. 123 Taf. 18 Fig. 3, Ban-ak-
porensis, Rarrakpore, S. 125 Taf. 18 Fig. 7, Surinamensis Dkr. mscr.,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 79
Surinam und Jamaica, S. 126 Taf. 17 Fig. 11, pulchellus Phil, mscr.,
Bolivia, S. 137 Taf. 16 Fig. 12 — 14, Huttoni Bens, zwischen Calcutta
und Benares, S. 139 Taf. 18 Fig. 4, Himalayanus Hutton mscr., Hima-
laja, S. 141 Taf. 20 Fig. 8, crystallims Pfeiffer mscr, Ostindien, S. 141
Taf. 18 Fig. .5, dedivis Gould mscr., Cuba, S. 142 Taf. 14 Fig. 18,
Aracacensis Gundl. = Isabel Sow., Cuba, S. 143 Taf. 15 Fig. 7, Gund-
lachi Dkr. mscr., Trinidad, S. 146 Taf. 17 Fig. 8, Macnabianus Ad.,
Cuba, S. 146 Taf. 11 Fig. 3, Tiücacensis , See Titicaca, S. 147 Taf. 13
Fig. 23 — 25, Gruneri Dr. mscr., Singapore, S. 148 Taf. 21 Fig. 9, singu-
laris Mouss. , Viti- Inseln, S. 149 Taf. 21 Fig. 6, crassilabrum Morelet,
Anjoana und Nossibe, S. 150 Taf. 22 Fig. 6, Fieldi Mouss. mscr.,
Samoa-Inseln, S. 154 Taf. 22 Fig. 10, aberrans Martens, Shangai, S. 155
Taf. 23 Fig. 6, purus Martens, südliches Brasilien, S. 156 Taf. 23 Fig. 8,
infralineatus Martens, Java, S. 157 Taf. 23 Fig. 4, Bavayi, Crosse mscr.?,
Guadeloupe, S. 161 Taf. 22 Fig. 9, Moreledanus , La Guayra, S. 162
Taf. 24 Fig. 1, awiculatus, Jamaica, S. 163 Taf. 24 Fig. 10, planulatus,
S. Thomas, S. 163 Taf. 24 Fig. 8, Honduras ensis , Honduras, S. 164
Taf. 24 Fig. 2, planissimus Mouss., Cap York, S. 165 Taf. 24 Fig. 7,
Brazieriy neuer Name für fragilis Brazier (vergeben), Tasmanien und
Queensland, S. 166 Taf. 24 Fig. 6, Waterhousei^ Clarence river, Austra-
lien, S. 188 Taf. 28 Fig. 2, Daemeli, Cap York, 8. 189 Taf. 28 Fig. 6,
Stvalensis Hutton mscr., Ostindien, S. 194 Taf. 28 Fig. 9, neglectus
Hasselt, Ostasien, S. 194 Taf. 29 Fig. 5, Tamsianus (Dunker), Africa,
S. 195 Taf. 29 Fig. 9, trivialis Morel., Mayotte, S. 196 Taf. 29 Fig. 7,
intermedius Phil., Mexico, S. 196 Taf. 16 Fig. 18, 19, socius, concinnus
und Strömi Westerl. , Schweden und Norwegen, S. 199—200 Taf. 30
Fig. 6, Taf. 31 Fig. 1 und 6, Ehrenbergi Beck., Alexandrien, S. 201
Taf. 31 Fig. 3, infraliratus Westerl., Sibirien, S. 202 Taf. 31 Fig. 7,
Kabilianus Letourneux, Algier, S. 203 Taf. 30 Fig. 2, tetragyrus Westerl.,
Dalmatien, S. 203 Taf. 30 Fig. 4, Strauchianus, Russland, S. 204 Taf. 31
Fig. 5, Hohenackeri, Himalaya, S. 205 Taf. 31 Fig. 7, Poeyanus^ Do-
mingo und Cuba, S. 205 Taf. 31 Fig. 2, ingenuus Morelet, Neucaledonien,
S. 206 Taf. 31 Fig. 4, Petenensis und Nicaraguanus Morelet, Central-
America, S. 206, 207 Taf. 31 Fig. 9 und 10, Salvini Tristram, Guate-
mala, S. 207 Taf. 31 Fig. 8, maya Morelet, Antigua, S. 208 Taf. 32
Fig. 2, Colon Morel., Fundort unbekannt, S. 209 Taf. 32 Fig. 3, Guate-
malensis, Guatemala, S. 209 Taf. 32 Fig. 7, decipiens Ad., St. Thomas
und Jamaica, S. 210 Taf. 32 Fig. 5, Schmackeri, Kanton, S. 211 Taf. 32
Fig. 4, MöUendorfJi, Kanton, S. 212 Taf. 32 Fig. 1, Ileudei, Hongkong,
S. 213 Taf. 32 Fig. 9, Schweinfurti, Oase Charge, S. 213 Taf. 32 Fig. 8,
und suhcarinatus Nevill mscr., S. 214 Taf. 32 Fig. 10.
Planorbis niloticus, arctespira, charopus, Laurent i, Savignyanus^ eremio-
pkilusy prochylostoma, cyclomphalus , Innesi, eximius, Letourneuxi^ tachy-
ffyrus, alle Bourguignat mscr., cosmius und Mareoticus Letourneux mscr.,
80 Pi'of- Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
subsalinarum, Schweinfurthi^ Tanquerelianus und pulchellus, alle von Egjpten,
sowie eine Liste anderer von dort beschriebener Arten, Innes, Bull. Soc.
Malac. France I S. 329-345.
Planorbis memhranacem, nahe Stelzueri Dohrn, China, Prov. Hunan,
Gredler, Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 153.
Planorbis Dorrianus, nahe nitidus, Watteblcd, Journ. de Conchyl.
XXXII S. 126 Taf. 6 Fig. 2, Cochinchina.
Gyraulus erista var. Bielzi, Kimakowicz, Verhandl. Siebenbürg. Ver-
eins f. Naturk. XXXIV, Siebenbürgen.
Planorbis (Hippeutis) Syracusanus , Cafici, Naturalista Siciliano HI
S. 215, Syrakus.
Planorbis (Segmentina) succineus, Gredler, Archiv für Naturgeschichte
L S. 275, Provinz Hunan, China.
Limnaea, Abbildungen und Bemerkungen betreffend die bei Dordrecht
vorkommenden Arten, worunter auch einige Abnormitäten, giebt J. B.
Rosendael in einer besonderen Schrift: „Vrucht von onderzoek op con-
chyliologisch Gebied," Amsterdam 1884.
Jul. Hazay giebt einige allgemeine und historische Notizen über L.
auricularia, ovata und peregra; die beiden ersteren sind nach seiner Ansicht
wohl von einander unterschieden; die Leber ist bei der ersten röthlich-
grau, bei der zweiten dagegen gelblich-braun, der Uterus bildet einen auf
sich selbst zurückgebogenen, weisslichen Schlauch bei auricularia, ist da-
gegen kugelig, gefaltet und gedreht, von blaugrauer Farbe bei ovata; die
Blinddärme der Zwitterdrüse sind fingerförmig bei auricularia, trauben-
förmig bei ovata, die dem Mittelzahn nächsten Seitenzähne ebenso hoch
als breit bei auricularia, höher als breit bei ovata u. s. w. L. peregra
dagegen betrachtet der Verfasser nur als biologische Varietät von ovata,
in hartem, fliessendem, kohlensäurereichem Wasser lebend ; er führt mehrere
Fälle an, dass Eier von L. ovata in Quellen oder kleine Bäche gebracht
wurden und die daraus sich entwickelnden Thiere zu L. peregra wurden
und umgekehrt. Malakolog. Blätter (2) VII S. 18—48.
Limnaea stagnalis, Varietäten, Livonica, Busen von Riga, zwischen
den Gruppen von stagnalis und auricularia stehend, L. auricularia var.
confinis Mouss., Armenien, Bumetti Alder, Loch Skene, wahrscheinlich
eine Seeform von ovata, Karpinskii Siemaschko?, südliches Russland, ovata
var. Janoviensis Krol. , Breslau, var. fluminea Clessin [fluminensis Clessin
im Correspondenzblatt d. zool. min. Vereins in Regensburg XXV 1871
S. 139], Donau bei Regensburg, und palustris var. Taurica Clessin, Krym.,
Kobelt, Iconographie der Land- und Süsswassermollusken (2) I S. 57 — 62
Taf. 21—24 Fig. 168—207 — die erstgenannte auch Nachrichtsbl. Mal.
Gesellfch. 1884 S. 26.
Limnaea palustris var. obesa, Taylor, Journ. of Conchol. IV S. 134,
Faversham. — L. palustris [?] var. elata und var. Vuillefroyr, Baudon,
Journ. de Conchyliologie XXXII S. 279, 280 Taf. 9 Fig. 14 und 15,
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 81
Dept. Aube. — Limnophysa palustris var. admontensis, Steyermark, Tscha-
peck, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884 S. 19.
Limnaea turricula var. Transsylvanica ^ Kimakowicz, Verhandl.
Siebenbürg. Vereins f. Naturk. XXXIV, Siebenbürgen.
Neue Arten von Limnaea aus Neuseeland, Hutton, New Zealand
Journal of Science II S. 175 [dem Berichterst. nicht zugänglich].
Ancylus. B. Sharp, Beiträge zur Anatomie von A. fluviatilis und
lacustris, Inaugural-Dissertation Würzburg 1884 34 S. 8.
Ancylus assimilis, Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 159, Richmond-
Fluss in Neusüdwales.
Gundlachia in Tasmanien, Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 150.
Nudibranchia,
24 Arten von Nudibranchiaten gesammelt von S. M. S. Challenger,
beschrieben mit zahlreichen anatomischen Bemerkungen von R. Bergh,
nur eine Tiefseeform, Bathydoris, neue Gattung; die einzelnen s. unten.
Zoology-Challenger X Nudibranchier 154 S. 14 Tafeln.
DorididaCt R. Bergh theilt die Dorididen folgendermassen ein:
I. Cryptobranchiate Dorididen mit zurückziehbaren Kiemen.
II. Phanerobranchiate Dorididen, Kiemen nicht zurückziehbar; Radula
mit einer oder mehreren grossen Seitenplatten und einer, mehreren
oder vielen Randplatten; Endstück des vas deferens mit Häkchen
besetzt.
A. Mit saugenden Mundtheilen: Goniodoriden.
B. Nicht saugend: Polyceraden.
Derselbe entwirft ferner einen Stammbaum der Dorididen, welcher
von Staurodoris in zwei parallelen Reihen aufsteigt, die eine mit Noto-
doris beginnend und über Polycera zu Euplocamus, der höchsten Form,
führend, die andere von Akiodoris über Goniodoris zu Drepania. Dann
giebt derselbe eine allgemeine Beschreibung der Polyceraden und eine
Aufzählung der bekannten Gattungen und Arten: Notodoris Bergh 1,
Triopella G. O. Sars 1 , Aegires Loven 3 , Triopa Johnst. 5 , Issa Bergh
2, Triopha Bergh 2, Crimora A. H. 1, Thecacera Flem. 4, Polycerella
Verr. 1, Palio Gray 6, Polycera Cuv. 5, Ohola 1, Trevelyana Kel. 11,
Nembrotha Bergh 7 , Euplocamus Phil. 3 , Plocamophorus Leuck. 8 , und
Kaiinga A. H. 1 Art. Die Goniodoriden gehören hauptsächlich den nörd-
lichen Meeren an und begreifen folgende Gattungen: Akiodoris Bergh 1,
Doridunculus G. 0. Sars 1, Acanthodoris Gray 8, Adalaria Bergh 5,
LamelHdoris A. H. 20, Calycidoris Abr. 1, Goniodoris Forb. 8, Idalia
Leuck. einschliesslich Idaliella Bergh 8, Ancula Loven 2, und Drepania
Lafont. 2 Arten. Verhandl. der Zool. Botan. Gesellsch. Wien XXXIII
S. 152 — 175.
Albania CoUingwood 1881 = Aethodoris Abraham 1877, Bergh
bei Semper, Reisen im Archipel der Philippinen Heft XV S. 148.
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. IL F
82 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Platydoris Bergh, Genuscharakter, Liste von 23 bekannten Arten, P.
eurychlamys Bergh, Philippinen und Tongatabu, Bergh, Zoolog. Challenger
X S. 94—105 Taf. 2 Fig. 18—24, Taf. 3 Fig. 1 — 12. — Platydoris
argo L. lebend bei Neapel beobachtet, stösst, gereizt, Theile des Mantels
ab, Laich und innere Organe beschrieben. Bergh, bei Semper Reise Arch.
Philippin. Bd. II Heft 15 S. 678—682. — Doris (Platydoris) infrapicta,
E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 91, Queensland.
Archidoris Bergh, Gattungsbeschreibung, Liste von 5 Arten, A. Ker-
guelensis und australis, beide von Kerguelen, 25 und 95 Fad., anatomisch
beschrieben, Bergh, Zoolog. Challenger X S. 84 — 91 Taf. 1 Fig. 1—15
und Taf. 2 Fig. 13. — Archidoris tuberculata von Neapel nach dem
Leben beschrieben von Bergh bei Semper a. a. 0. S. 651—654 Taf. 69
Fig. 1.
Discodoris Bergh, Gattungsmerkmale, Liste von 15 bekannten Arten,
D. morphaea Bergh, Philippinen, anatomisch beschrieben, Bergh, Zoolog.
Challenger X S. 92—98 Taf. 1 Fig. 19—22, Taf. 2 Fig. 1 — 12, Taf. 3
Fig. 13. — Discodoris maculosa von Neapel und ? erubescens von Triest,
Bergh bei Semper a. a. 0. S. 658—665 Taf. 69 Fig. 8—28.
Staurodoris bicolor, Triest, Bergh bei Semper ebenda S. 655 — 657
Taf. 69 Fig. 2 — 7.
Jorunna Johnstoni A. H., Triest und Neapel, anatomisch beschrieben
von Bergh bei Semper S. 683 Taf. 70 Fig. 21 — 23.
Paradoris, neue Gattung. Corpus depressum, dorso minute granu-
lato; tentacula digitiformia , infra canaliculata ; branchia e foliolis paucis
(6) tripinatis formata; armatura labialis e baculis confertis formata; radula
rhachide nuda, pleuris muitidentatis, dentibus hamatis; penis inermis;
bursae praeputiales spiculigerae complures. P. granulata^ Triest, mit einer
Varietät, Bergh bei Semper a. a. 0. S. 686 — 693 Taf. 76 Fig. 10—32.
Thordisa clandestina, Torresstrasse, anatomisch beschrieben, Bergh,
Zoolog. Challenger X S. 106 — 108 Taf. 3 Fig. 21—25. — Thordisa?
pallida^ Triest und Neapel, Bergh bei Semper S. 666—670 Taf. 69
Fig. 29—34.
Baptodoris, neue Gattung. Corpus subdepressum , sat molle, supra
laeviusculum, minutissime granulatum; tentacula conica; branchia pauci-
foliata, foliolis bipinnatis; armatura labialis nulla; lingua rhachide nuda,
pleuris muitidentatis; dentes hastati, extenii pecticati; prostata magna;
penis hamulis armatus. B. cinnabarina, Triest, 2—3 cm. lang, auch der
Laich beschrieben. Bergh in Semper a. a. O. S. 671 — 677 Taf. 69
Fig. 35, 36, Taf. 70 Fig. 1 — 19.
Bathydoris^ neue Gattung, Körper halbkugelig, Rücken überall mit
weichen konischen Papillen bedeckt; Kieme aus mehreren, von einander
getrennten Büschen bestehend. Kein Stirnanhang. Rückenrand schwach
ausgebildet. „Scheint ein bemerkenswerthes Verbindungsglied zwischen
den Tritoniaden und Dorididen zu bilden; mit den letzteren stimmt sie
durch das Vorhandensein einer Blutdrüse überein." B. abyssorum, mittlerer
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 83
stiller Ocean, 0° 33' S. Br. 151° W. L. 2425 Faden. Gallertartig und
durchscheinend, Fühler braun, Kiemen orange, Fuss dunkelroth, Länge
12 cm. Weder Augen noch Ohrbläschen. Anatomische Beschreibung.
Bergh. Zool. Challenger X S. 109 — 116 Taf. 12 Fig. 14—20, Taf. 13
Fig. 1 — 25, Taf. 14 Fig. 1-13.
Chromodoris, Gattungsbeschreibung und Liste von 95 Arten; Chr.
striatella Bergh, Philippinen, Torresstrasse und Port Denison, und runcinata
Bergh, Port Jackson, anatomisch beschrieben, Bergh, Zool. Challenger X
S. 64-78 Taf. 3 Fig. 26 — 29, Taf. 4 Fig. 1-4 und Taf. 6 Fig. 1—4.
— Chromodoris Crossei, Angas, Australien, beschrieben, nebst Bemerkungen
über einige von Cunningham aufgestellte Arten von Bergh bei Semper
S. 647—650.
Ceratosoma, Gattungsbeschreibung, Liste von 8 Arten, C. comigerum
A. Ad., Varietät ?, anatomisch beschrieben, Bergh, Zoolog. Challenger X
S. 79-84 Taf. 2 Fig. 14—17, Taf. 3 Fig. 14 — 20.
Doriopsidae. Doriopsis Pease, Gattungsbeschreibung, Liste von 54
bekannten Arten , D. nebulosa Pease ? , Sandwichsinseln , anatomisch be-
schrieben, Bergh, Zoolog. Challeng. X S. 117—126 Taf. 4 Fig. 5, 6,
Taf. 5 Fig. 28 — 31.
Doriopsis Denisoni Angas = gemmacea A. H. , nach Spiritusexem-
plaren beschrieben, Bergh bei Semper S. 694 — 697.
(xOniodoridae. üeber die Abgrenzung dieser Familie bei Bergh
und ihre Gattungen s. oben S. 81.
Lamellidoris bilamellata L. var. liturata Beck, Grönland, anatomisch
beschrieben, derselbe ebenda S. 150, 151 Taf. 7 Fig. 11 — 17.
Goniodoris castanea A. H. , anatomische Bemerkungen , derselbe
ebenda S. 151 Taf. 10 Fig. 10.
Polyceradae. Bergh vgl. oben S. 81. Polycera und Aegires,
Mundtheile beschrieben von R. Bergh, Verhandl. d. Zool. Bot. Gesellsch.
XXXm S. 135 Taf. 10 Fig. 11, 12.
Polycerella Emertoni Verrill, ausführlich beschrieben, derselbe ebenda
S. 137 — 139 Taf. 8 Fig. 8—19, Taf. 9 Fig. 1—6.
Ohola neben Polycera, aber Stirnrand ohne Verlängerungen, Kieme
nur mit drei einfachen Büschen; am Rückenrand jederseits zwei starke
Papillen. Obere Fühler in einer Scheide, mit blättriger Keule; keine
unteren Fühler; Radula wie bei Polycera. 0. Pacißca, Harafura-Meer,
anatomisch beschrieben, Bergh, Zoolog. Challenger Band X S. 52 Taf. 9
Fig. 9—22 und Verhandl. d. Zool. Bot. Gesellsch. XXXIII S. 136.
Trevelyana alba Bergh var. pallida, von Amboina, anatomisch be-
schrieben, derselbe ebenda S. 139—142 Taf. 6 Fig. 11 — 12, Taf. 7
Fig. 9, 10, Taf. 8 Fig. 2-8, Taf. 9 Fig. 12, 13.
Euplocamus Phil., Bemerkung über die Gattung, E. pac{/icus, bei
den Kermadec-Inseln, anatomisch beschrieben, nur zwei Seitenzähne in der
Radula, Bergh, Zoolog. Challeng. X S. 56—64 Taf. 3 Fig. 30, Taf. 4
Fig. 24. — Anatomische Beschreibung von E. croceus Phil, von dem-
84 Prof« Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
selben, Verhandl. Zool. Bot. Ges. Wien XXXHI S. 142 — 144 Taf. 6
Fig. 10 und Taf. 10 Fig. 8, 9.
Plocaraorphorus insignis^ E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 91 Taf. 6 Fig. J. , Südaustralien. — PI. imperialis Angas =
naevatus Abraham, Sydney, vollständig beschrieben von Bergh, Verhandl.
Zool. Bot. Gesellsch. Wien XXXIII S. 144-149 Taf. 6 Fig. 10, Taf. 10
Fig. 8, 9.
Tritoniadae. Allgemeine Beschreibung der Familie und Aufzählung
der bekannten Gattungen and Arten. Tritonia Cuv., Magen ohne harte
Theile. Zwei Untergattungen: 1. Tritonia im engern Sinn, Stirnsegel nur
mit Warzen; Seitenzähne zahlreich. Neun Arten. 2. Candiella Gray =
Nemocephala Costa, Stirnsegel mit fingerförmigen Fortsätzen; Seitenzähne
nicht zahlreich. 5 Arten, Typus T. plebeja Johnst. Ferner die Gattungen
Marionia Vess. , Magen mit zahnartigen Hartgebilden , 1 1 Arten , und
Hancockia Gosse 1877, 1 Art. Bergh bei Semper S. 699—704 und
Zoology of the Challenger X S. 43—45.
Tritonia Hombergii von der dänischen Küste beschrieben, nebst Be-
merkungen über einige andere Arten, Bergh bei Semper Heft XV S. 705
bis 727 Taf. 72 Fig. 1 — 24, Taf. 73 Fig. 1—30, Taf. 74 Fig. 1-4,
Taf. 75 Fig. 1.
Tritonia Challengeriana^ Patagonische Küste, 175 Faden, anatomisch
beschrieben, Bergh, Zoolog. Challenger X S. 45 — 51 Taf. 11 Fig. 16 — 19,
Taf. 12 Fig. 1 — 8.
Tritonia (Candiella) plebeja Johnst., dänische Küste, lineata A. H.,
Lamlash-Bay, anatomisch beschrieben, und moesta, Triest, Bergh bei
Semper S. 728—736 Taf. 70 Fig. 24—41, Taf. 71 Fig. 17—23, Taf. 72
Fig. 25, Taf. 74 Fig. 21—24, Taf. 76 Fig. 1 — 5.
Marionia quadrilatera Schultz, Neapel, ausführlich anatomisch be-
schrieben, afßnis, Neapel, thethydea Delle Chiaje und Blainvillea Risso,
anatomische Notizen, sowie occidentalis Bergh, Buenos Ayres, diese viel-
leicht = Trit. cucuUata Gould, Bergh bei Semper S. 737—754 Taf. 70
Fig. 42, Taf. 71 Fig. 1 — 16, Taf. 73 Fig. 31, 32, Taf. 74 Fig. 7 — 20
und Taf. 75 Fig. 2—21.
Marionia occidentalis, Bergh, Zool. Challeng. X S. 49 Taf. 9 Fig. 5
bis 15, Buenos Ayres, 13 Faden.
Melibeidae. Melibe (Rang) = Chioraea Gould, Gattungscharaktere,
Liste der bekannten Arten und spezielle Beschreibung von M. papulosa
Filippi von Japan; Kiefer auch bei dieser Art vorhanden, Bergh, Zeit-
schrift für wissensch. Zoologie XLI S. 142 — 154 Taf. 10.
Scyllaea, Gattungsbeschreibung, Liste von 9 bekannten Arten, die
erste mit mehreren Varietäten, und anatomische Notizen über S. pelagica
L., Bergh, Zoolog. Challenger X S. 31—34 Taf. 11 Fig. 26.
Dendronotidae. Bornella Gray, Gattungsbeschreibung und Liste
von 9 Arten; B. excepta, Harafura-Meer , anatomisch beschrieben, Bergh,
Zool. Challenger X S. 34—43 Taf. 7 Fig. 13-22, Taf. 8 Fig. 1 — 13.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. g5
Bornella digitata Ad. u. Rv., Port Denison, ihre Variabilität, E. A.
Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 92.
Aeolididac. Aeolis leptosoma, Neuseeland, Hutton, Trans. New
Zealand Inst. XVI S. 213, Radula Taf. 11 Fig. 2.
Facelina Drummondi Thomps. ? vom Limfjord, Radula, Collin, Lim-
fjordens Mar. Fauna S. 52 Taf. 1 Fig. 15.
Cuthonella, neue Gattung, neben Cratena und Cuthona, After auf
dem Rücken, nur ein wenig seitwärts; Rüekenpapillen schlank, in etwas
schiefen Querreihen, ohne (?) Nesselschläuche. Kiefer kurz, stark ge-
zähnelt; eine einfache Reihe ziemlich grosser Platten mit gezähneltem
Rand auf der Radula. Penis unbewaffnet. C. abi/ssicola, nördlicher
atlantischer Ocean, 60° N. Br. 6° W. L., 608 Faden. Bergh, Zool. Chal-
lenger X S. 23— 26 Taf. 10 Fig. 1—3, Taf. 11 Fig. 3, Taf. 12 Fig. 9—13.
Rizzolia Australis, Port Jackson, 2 — 10 Faden, anatomisch beschrie-
ben, Bergh, Zoolog. Challenger X S. 27 Taf. 9 Fig. 1 — 5.
Glaucus Forst. , historische und beschreibende Notiz über diese Gat-
tung, Liste der 7 bekannten Arten und anatomische Beschreibung von
Gl. atlanticus Forst., Bergh, Zoolog. Challenger X S. 10—18 Taf. 14
Fig. 16. Alle von dem Verfasser zergliederten Exemplare enthielten
Distoma glauci Bergh.
Jtmolus, neue Gattung neben Janus, Kiefer sehr stark entwickelt,
nicht gezähnelt am Rand; ein breiter Fusssaum. Janolus Australis^ Hara-
fura-Meer; die inneren Theile stimmen auch wesentlich mit Janus, Bergh,
Zool. Challenger X S. 18 — 23 Taf. 8 Fig. 15 — 22, Taf. 9 Fig. 6—8.
Hermaeidae. Fiona A. u. H. , allgemeine Bemerkung über die
Gattung und anatomische Beschreibung von F. marina Forsk. von der
Oberfläche des nordwestlichen Theils des Stillen Oceans, Bergh, Zoolog.
Challeng. X S. 8 — 10 Taf. 11 Fig. 1.
Phylliroidae« Allgemeine Beschreibung dieser Familie und Liste
der bekannten Gattungen und Arten, Phylliroe, 7 Arten, und Acura H.
und A. Ad., 2 Arten, anatomische Beschreibung von Ph. Atlantica Bergh
und Acura pelagica H. und A. Ad., Bergh, Zoolog. Challenger X S. 3 -7
Taf. 10 Fig. 4.
Monopleurohranchia,
Actaeonidae. Ringicula nitida Verr. = leptochila Brugnone,
Jeff'reys, Report of the British Association 1884.
Bullidae. Bulla crebristriata, Jeffreys, Quarterly Journ. Gcol. Soc.
XI S. 322 Taf. 15 Fig. 6, quatemär in England.
Utriculus constriclus , Jeffreys, Quarterly Journ. Geol. Soc. London
XV S. 321 Taf. 15 Fig. 5, quaternär in England.
Philine quadrata Wood, junges Exemplar von Limfjord, Collin, Lim-
fjordens Mar. Fauna S. 45 Taf. 1 Fig. 16.
Doridium marmoralum [Name von Risso schon 1826 vergeben], E. A.
Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 87 Taf. 6 Fig. J, Torresstrasse.
86 Prof- Ed. V. Märten s: Bericht über die Leistungen in der
Aplysiadae» Apljsia limacina (L. ed. lo), die von Rondelet abge-
bildete Art = fasciata Poiret = lepus Risso = camelus und alba Cuv.;
Apl. depilans L. = vulgaris Blainv. = leporina Delle Chiaje; Apl. pun-
ctata Cuv. = depilans Pennant, nicht Linne = Cuvieri Delle Chiaje;
alle in Neapel beobachtet, die Form der Schale in einigen Arten ziemhch
variabel. Blochmann, Mittheil. d. Zool. Station Neapel V S. 28 — 49
Taf. 3 (Radula, Kiemen und Drüsen).
Aplysia sparsinotata und piperata^ Torresstrasse, uud Denisoni, Port
Denison, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 89.
Stylocheilus sp. von der Torresstrasse, E. A. Smith, Zool. Collections
of H. M. S. „Alert" S. 90.
Pleiirol)ranchidae, Pleurobranchus Angasi^ E. A. Smith, Zool
Collections of H. M. S. „Alert" S. 88 Taf. 6 Fig. K, Port Jackson.
Solenoconchae,
Cadulus pandionis Verr. = Olivi Scacchi, Jeffreys, Report of the
British Association 1884 S. 553.
Lamellibrancliia.
P. Fischer giebt eine üebersicht und Kritik der neuen, von Ncu-
mayr vorgeschlagenen Klassification der zweischaligen Muscheln (siehe den
vorjähr. Bericht S. 603); auch er glaubt, dass hiebei dem Schlosse ein
zu grosser Werth für die Klassification gegeben worden sei im Vergleich
mit den Weichtheilen , und beruft sich dabei auf die unzweifelhafte nahe
Verwandtschaft von Unio mit Pleiodon und Anodonta, von Teilina mit
Scrobicularia, Donax mit Mesodesma"; ferner bezweifelt er, ob die soge-
nannten Palaeoconchae wirklich die ältesten Muscheln seien, da die von Hicks
aus den Cambrischen Schichten in Süd-Wales beschriebenen zu Neumayr's
Taxodonten und Heterodonten gehören. Bezüglich der Taxodonten macht
er darauf aufmerksam, dass Latreille's Gruppe der Plagymyones 1825 und
Blainville's Polyodonten 1824 genau damit zusammenfallen und also die
Priorität der Benennung haben. Journ. du Cochyl. XXXII S. 113—122.
Monotnyaria,
Austern. P. Hoek vergleicht gezüchtete Exemplare von Austern
mit andern, welche in Freiheit aufgewachsen sind, Tijdschrift Nederl.
Dierk. Vereeniging Suppl. D. 1 S. 481 — 495, und A. Hubrecht bespricht
die Au?ternzucht in abgeschlossenen Räumen ebenda S. 319 — 367, ferner
die physikalischen Bedingungen, w Iche die Osterschelde in Beziehung auf
Austern/jucht darbietet, ebenda S. 369—479. — K. MÖbius berichtet
über den Transport lebender Austern von Canada nach der Aarö- Insel,
im westlichen Theil der Ostsee, Circular des deutschen Fischereivereins
1884 S. 127 und 239-240; die meisten derselben lebten noch, nachdem
sie 20 Tage in Tonnen verpackt gewesen waren.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 87
G. Bouchon-Brandely bespricht die künstliche Befruchtung der
Austern in einer besondern Schrift unter dem Titel : Rapport sur la fccon-
dation artificielle et la generation des Huitres. Paris 1884, 23 Seiten mit
Holzschnitten, 8°. — Fr. Winslow veröffentlicht ein kurzes Memorandum
über den gegenwärtigen Stand und die künftigen Bedürfnisse der Austern-
Industrie in Bull. Un. St. Fish Comm. IV S. 233, 234, und J. A. Ry-
der einen Bericht über den Stand und die Aussichten für die Zukunft
der Austerncultur in St. Jeromes Creek, ebenda S. 235 — 237. Derselbe
beschreibt eine neue Art von Filter oder Diaphragma zur Benutzung bei
der Austerncultur in Teichen, ebenda S. 17, 31, Schwimmer für das so-
genannte Mästen der Austern, ebenda S. 302—304, und einen Apparat,
um die Brut der Austern zu sammeln, ebenda S. 373 — 375. Derselbe
veröffentlicht das Tagebach der Arbeiten auf den Austerbänken der Eastern
shore Oyster Company in Chincoteague-Bay , Maryland, während des
Sommers 1883, ebenda S. 43—47. — C. Rumpff betont die Wichtig-
keit der Auster als Volks - Nahrungsmittel in Nordamerika, Circular d.
deutschen Fischerei- Vereins 1884 S. 60 — 62, übersetzt in Bull. Un. St.
Fish Comm. IV S. 356—358. — G. Brown Goode macht Zahlenan-
gaben, betreffend die in verschiedenen Theilen von Europa und in Nord-
amerika produzirten Austern, ebenda S. 468. — P. Brocchi's Bericht
über den Stand der Austernkultur iu Frankreich im Jahre 1881 übersetzt
in Bull. Un. St. Fish Comm. IV S. 97 — 111. — Anonyme Bemerkung
über die Menge von Seesternen auf Austern-Bänken bei New Haven, Bull.
Un. St. Fish Comm. IV S. 138. — Ein Apparat zum Sammeln des
Austern-Laiches von Wemeldings-Company in der Internationalen Fischerei-
Ausstellung zu London 1883 im Circular des deutschen Fischereivereins
1884 S. 221 beschrieben und abgebildet.
Eine Anster von 2V2 Zoll Länge war auf einer Krabbe, Cancer irro-
ratus Say, befestigt, welche 2 Zoll breit und 1% Zoll lang war, Lock-
wood, Am. Naturalist XVIII S. 200.
A. de Gregorio unterscheidet und charakterisirt die folgenden
x\rten und Varietäten von Ostrea als im Mittelmeer vorkommend: lamel-
losa Brocchi, var. Barrensis, 0. mitulamellosa , edulis varr. peduncrassa,
cimbina, navicella, prostrema, cumpa und Älicurincola, cochlear Poli, varr.
Monterosati und lineocostata , und fügt mehrere andere aus den obern
tertiären Schichten hinzu. Bull. Soc. Malac. Italiana X S. 33 — 48.
[Einige dieser Namen sind etwas sonderbar.] — 0. edulis var. Adriatica
Lam. = Venctiana Issel, derselbe ebenda S. 198.
Ostrea cochlear Poli, zwei Varietäten, Foresti, Annales Soc. Malacol.
Belgique XVII 1882 S. 27.
Placuna lobata Sow. = planicostata Dkr. , Farbenvarietät, E. A.
Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 117.
Pectinea. Spondylus Victoriae Sow. von Nordost -Australien, kri-
E. A. Smith, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 114.
88 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Pecten hyalinus Poli var. niveoradiata, flexuosus Poli varr. alterniniis
und (jasus, P. golus nahe sulcatus, von einem Schwamm, pes-lutrae L.
varr. Siculus und simplexariosus, pes-felis L. varr. bimus =■ Reeve Fig. 66 b,
cansiciis , bertus = Reeve Fig 66a, und alipus ^ varius L. varr. arzellus
und ffaperus, alle aus dem Mittelmeer, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital.
X S. 183—190.
Pecten leopardus Rv. mit den Varietäten Kühnholtzi Bern, und
solaris (Sow., Rv., nicht Born), Arafura-See und Queensland, E. A. Smith,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 112.
Pecten (Amusium) Milne-Edioardsii^ Neucaledonien, P. Oweni, neuer
Name für pictus Sow. und Jeßreysi^ neuer Name für corneus G. B. Sow.
aus der Magellanstrasse , da beide schon für fossile Arten vergeben sind,
A. de Gregorio, Naturalista Siciliano III S. 133,
Metevomyaria»
Avicillacea, üeber die Perlenmuschel s. oben S. 34.
Vulsella, A. de Gregorio unterscheidet zwei Untergattungen : 1 . Äbisa,
Schale dick, Innenseite nicht oder kaum perlmutterartig, Schlossplatte
ziemlich gross. V. navicula, claripta^ valida, iigrina, pvlchella, rinf/ella,
cimbida, scrobula, umbotroj)a und cochlearina aus Schwämmen, hauptsächlich
in Tunis [?]. 2. Madrela^ Schale dünn, etwas durchscheinend, innen perl-
mutterartig, Schlossplatte ziemlich klein, V. spongiarum Lam. und vir-
ginis ^ cilestrina, mirula^ umboi'ersa, mitis ^ blanda und peregrina, dieselbe
Herkunft. V. vulsella L. , indipa , rugosa Leach , ililima und vwna , hians
Lam. und mytilina Lam. aus dem rothen Meer. Bull. Soc. Malac. Ital.
X S. 58 — 66 Taf. 1 — 5. [Die Unterscheidung so vieler Arten in einer
Gattung, bei der die Individuen in Folge der Lebensweise so sehr variiren,
erscheint etwas bedenklich.]
Fundella ^ Schloss wie bei Malleus, Schalenstruktur und Ungleichheit
der Klappen wie bei Ostrea, Schlosslinie gerade und ein Flügel vorhanden,
wie bei Avicula, Schale vorn klaffend, Ansehen der Wirbel wie bei Ano-
mia, von innen wie bei Ostrea [!]. F. Lioyi, 25 mm., aus einem
Schwämme von Tunis, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital. X S. 72, 73
Taf. 4 Fig. 6. [Photographische, nicht sehr deutliche Figur erinnert an
den Jugend^ustand von Malleus regula aus dem rothen Meer.]
Pinna pectinata L. Weinkauff, var. fimdazzensis, und rudis L. Haul.,
var. pernula Chemn. WeinkaufF, vom Mittelmeer, tetragona Brocchi var.
posttetragona in postpliocänsn Schichten des Monte Pellegrino, Gregorio,
Bull. Soc. Malac. Italiana X S. 77 — 80. — P. nobiiis L. varr. laiella,
maga, pisciformis, intermilla, gangina und nigella, alle von Palermo, der-
selbe ebenda S. 199 — 201.
Mytilacea. Limnopema , gen. nov. , Testa exilis , aequivalvis , in-
aequilateralis , postice carinata, subtorta, umbonibus anticis obtusiusculis,
fere absconditis, cardo linearis, ligamento marginali subexterno; impressio
palliaHs lata conica , sinu brevi, obtuso. Im süssen Wasser lebend. L.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 89
Lemeslei, See Rhampenk, Cambodja. Zu dieser Gattung gehört auch
Modiüla Siamensis Morelet und lacustris Martens, llochebrune, Bull. Soc.
philomathique Paris (7) VI 1882 S. 102—105.
Modiolaria miranda, Arafura-Meer, und varicosa, Port Jackson, E, A.
Smith, Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 108, 109 Taf. 7 Fig. M
und N.
Taxodoiita,
Arcacea. Area latecostata (Nyst coq. foss. Belg. 1843) = anti-
quata Poli, Philipp! = Polii Mayer 1868, lebend im Mittelmeer und post-
pliocäu in Sicilien, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital. X S. 84, 85.
Area navicularis Brug., Varietäten, lima Rv. , tenebrica Rv. und
symmetrica Rv. , Verbesserungen der Beschreibung, E. A. Smith, Zool.
Collections of H. M. S. „Alert" S. 109—111.
NllCUlacea. Leda Darwinij E. A. Smith, Zool. Collections of H.
M. S. „Alert" S. 1 11 Taf. 7 Fig. J, Port Darwin.
Heterodonta.
Trigoniacca. Trigonia, 5 Arten, Sowerby, Thesaur. Lief. 41, 42
S. 187, 188 Taf. 492.
Najadea. H. Jordan geht in der oben S. 14 angeführten Arbeit
S. 242 — 251 Taf. 6—13 näher auf die verschiedenen Formen der deut-
schen Unio-Arten ein und unterscheidet bestimmte durch die äussern Ver-
hältnisse bedingte und deshalb bei den verschiedenen Arten wiederkehrende
Formen, so namentlich diejenigen des stärker strömenden Wassers (Fluss-
Unionen^, mit dickerer Schale und stärker gewölbtem Vordertheil, und
diejenigen grösserer ruhiger Gewässer (See-Unionen); solche entsprechende
Formen verschiedener Arten leben daher zusammen in demselben Gewässer
und zeigen eine gewisse Habitus-Aehnlichkeit, unabhängig von den wesent-
lichen Artkennzeichen; Beispiele hiefür sind auf den 8 Tafeln nebenein-
ander gestellt.
Unio brachyrhynchus Drouet, Gardasee, Rothi var. Komarowi Böttg.
Kars, Requienii Mich., mehrere Varietäten aus der Lombardei, Toscana
und Rom, Ravoissieri Desh. var. Isserica, U. Taf minus Dcbeaux mscr.,
beide von Orati, Tetuanensis, Tetuan, crassus var. maximus Kobelt, Schlesvig
und savensis Drouet, Belgrad. Kobelt, Iconographie der Land- und
Süsswassermollusken (2) I S. 63 — 69 Taf. 26—30 Fig. 211 — 222.
Unio rmticus, Lago di Garlate, und Cusianus, Lago di Cusio, Pini,
Atti Societa Italiana XXVII mit Holzschnitt.
Unio Dokici, Serbiens, truncatulus und rivalis, neue Arten aus Ser-
bien, sowie andere ebendaher bekannte Arten sind aufgezählt in Drouet,
Supplement aux Unionidae de la Serbie, Paris 1884, 16 Seiten. Die 4
genannten, sowie Savensis, Pancici und striolatus von Serbien, und
Stevenianus aus der Krim sind abgebildet Taf. I u. IL
90 Prof- Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
Unio Micelii und Medjerdae, Kobelt, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch.
1884 S. 182, 183, Tunis.
Unio Omiensis , Heimburg, Nachrichtsbl. Malak. Gesellsch. 1884
S. 93, Japan, Prov. Omi.
Unio monticola und simpularius , neue Namen fiir montanus und mo-
destus (Heude, vergeben), Heude, Journ. de Conchyl. XXXII S. 19, 20.
Unio Decampsianiis, ans dem Niger bei Bomakon, Wattebled, Journ.
de Conchyl. XXXII S. 152 Taf. 7 Fig. 1.
Unio depauperatus und rugatus, Neuseeland, Hutton, Trans. New
Zealand Inst. XVI S. 216.
Margaritana margaritifera L. in verschiedenen Gewässern der Provinz
Hannover gefunden, beschrieben und abgebildet, mit vollständigem Litte-
raturnachweis und einem Auszug aus J. Taube's Abhandlung von 1766,
Fr. Borcherding, Abhandl. des Naturwiss. Vereins in Bremen IX 2 S. 147
bis 166 Taf. 3.
Margaritana Bonellii Fer., Krain, und crassula Drouet, Castelgoffredo
bei Mantua, Kobelt, Iconogr. der Land- und Süsswasser-Mollusken S. 62,
63 Taf. 25 Fig. 208, 209, Taf. 26 Fig. 210.
Pseudodon Thomsom, Cambodja, Morlet, Journ. de Conchyl. XXXII
S. 401 Taf. 13 Fig. 2.
Anodonta Reneana, philydra, dodoea und camurina, Dept. Nievre,
Frankreich, Pechaud, Bull. Soc. Malac. France S. 189—196.
Anodonta brevirostris, Lago di Garlate, und palustris, Sümpfe an den
Ufern des Po und Ticino , Pini , Atti Soc. Ital. Science naturah XXVII
mit Holzschnitten. — Die letztere paludosa umgenannt, da der Name
palustris vergeben ist, derselbe ebenda.
Anodonta Del-pretei und Raimondei, Viareggio, Italien, mit einer
Liste anderer Arten aus Italien, Bourguignat, Naturalista Siciliano II
1882 S. 21 und 23.
Grosse Anodonta in Nottinghamshire , E. T. Musson, Naturalist (2)
X S. 112.
Anodonta retusa, neuer Name für obtusa (Heude, vergeben), Heude,
Journ. de Conchyliologie XXXII S. 20. ^
Anodonta Grijalvae und Tabascensis , Tabasco, Morelet, Journ, de
Conchyl. XXXII S. 122—125.
Dreissenidae. Dreissensia Crosseana, Cambodja, Morlet, Journ.
de Conchyl. XXXII S. 402 Taf. 13 Fig. 3.
Astartacea. Crassatella pulchra, castanea, erronea, decipiens
Reeve, Cnmingii A. Ad. und donacina Lam. , alles wahrscheinlich Varie-
täten von Kingicola Lam., E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 108.
Cardita. Uebersicht der lebenden Arten des Mittelmeers und des
postpliocänen und pliocäncn Italiens, Vergleichung derselben untereinander,
mit einer neuen Untergattung, Coripia, ohne Definition, für C. unidentata
Basterot = corbis Philippi, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital. X S. 146 — 156.
Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884, 91
Lliciuacea. Anatomische Beschreibung des Fusses in dieser Familie
von Th. Barrois, „Sur l'introduction de l'eau dans le Systeme circulatoire
des Lamellibranches et sur l'anatomie du pied des Lucinidae. Lille 1884
12 Seiten gr. 8°.
Anfilla, neue Untergattung für Lucina tigerina L. , wegen ihrer
Skulptur, Gregorio, Bull. See. Malac. Ital. X S. 215.
Linga^ neue Untergattung für die Arten von Lucina, welche vorn
und hinten gekrümmt sind, wie L. columbella Lara, und dentifera Jonas,
derselbe ebenda S. 217.
Lucina spinifera Mont. var. Gallensis, Palermo, derselbe ebenda S. 216.
Lucina virgo Reeve von den Capverdischen Inseln, Tausch, Jahrb.
Ivlalak. Gesellsch. XI S. 188 mit Holzschnitt.
Lucina (Divaricella) omata Reeve, Synonymie und Verschiedenheit
von dentata Wood, E. A. Smith, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert"
S. 103.
Diplodonta suhcrassa und sublateralis, E. A. Smith, Zool. Colloctions
of H. M. S. „Alert" S. 104 Taf. 7 Fig. J und K, Torresstrasse.
Cryptodon obesus Verr. = Axinus flexuosus Mont. var. polygona,
Jeffreys, Report of the British Association 1884.
Lasaeidae. Kellia Jacksoniana , E. A. Smith, Zool. CoUections of
H. M. S. „Alert" S. 105 Taf. 7 Fig. F, Port Jackson.
Kellia citrina und sanguinea, Hutton, Trans. New Zealand Inst. XVI
S. 215.
Galeommatidae, Scintilla Cuvieri Desh. , Queensland, aurantiaca
Desh., Nord-Austrahen und Queensland, und Alberti, Torresstrasse, E. A.
Smith, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 105—107, die beiden
letztgenannten Taf. 7 Fig. G und H.
Tridacnacea. Tridacna und Hippopus, 8 Arten, Sowerby, Thesaur.
Lief. 41, 42 S. 179—182 Taf. 485— 489a; Tr. gigas von Reeve ist =
mutica Lara., compressa Reeve = elongata Lam., ferruginea Reeve eine
Varietät von crocea Lara., die wahre gigas L., 3 Fuss lang, Fig. 11.
ChamaCCa« Chama gryphoides L. varr. ridella^ morga^ Palermo?
und spongilla, Smyrna, ferner gryphina Brocchi, iinksgewunden, var. Iledi-
ierranea, mit ihren fossilen Verwandten, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital.
X S. 202 — 212.
Cardiacea. Cardium maculosam Wood, VariabiUtät und Synonymie,
E. A. Smith, Zool. CoUections of IL M. S. „Alert" S. 102.
Cycladea, Sphaerium Costaricense , Prime , Proc. Un. St. Nat.
Mus. VII S. 102, See von Yuriria, Coitarica.
Veueracea. Cytherea (Caryatis) Coxeni, E. A. Smith, Zool. Col-
lections of H. M. S. „Alert" S. 95 Taf. 7 Fig. A, Queensland.
Cytherea (Crista) pectinata L. varr. virgona und sgaresa, an Schwäm-
men aus dem Mittelmeer [?], Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital. X S. 214.
Dosinia histrio Gm. var. alba, E. A. Smith, Zool. CoUections of IL
M. S. „Alert" S. 96, Nordost-Australien.
92 Prof. Ed. V. Martens: Bericht über die Leistungen in der
dementia Tasmanica^ Petterd, Joum. of Conchol. IV S. 145, Tasmanien.
Venus simulans Sow. lebend auf den Capverdischen Inseln, Tausch,
Jahrb. Malak. Gesellsch. XI S. 187, mit Holzschnitt.
Venus lamellaris (Schumacher) = subrostrata (Gray) = Lamarckii
Gray, Ostküste von Australien, Brazier, Proc. Linnean Soc. New South
Wales IX S. 799, 800.
Venus Torresiana, E. A. Smith, Zool. CoUections of H. M. S.
„Alert" S. 94 Taf. 6 Fig. M, Torresstrasse.
Petricola mirula, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital. X S. 127, Nord-
küste von Afrika, in Schwämmen.
Petricola lapicida Chemn., ihre Variabilität, E. A. Smith, Zool. Col-
lections of H. M. S. „Alert" S. 98.
Telliuacea. Teilina incamata L. Weinkauff var. slazina^ Sicilien,
und var. Panormitana^ postpliocän in Sicilien, zu squalida Pulteney hin-
führend. T. tenuis, Dacosta, var. Browni, Chioggia bei Venedig, aila =
Jeffr. Brit. Conch. S. 44 Fig. 1, englisch, und lumilla, Sicilien; T. pla-
nata L. varr. antilla und apina, sowie Notizen über andere Arten des
Mittelmeera und deren verwandte Formen aus tertiären Schichten, Gregorio,
Bull. Soc. Malac. Italiana X S. 156 — 183.
Teilina semilaevis Martens = tenuilirata Sow. Fig. 253, E. A. Smith,
Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 507.
Teilina semen Haul., kritische Notiz, E. A. Smith, Zool. CoUections
of H. M. S. „Alert" S. 99.
Macoma edentula Brod. var.? Aliddendor/ß, neuer Name für edentula
Middendorff, Berings-Insel, Dali, Proc. Un. St. Nat. Mus. VII S. 347.
Gastrana fragilis L. var. nit/ella, Gregorio, Bull. Soc. Malac. Ital. X
S. 125, Mittelmeer.
Psammobia gracilenta^ E. A. Smith, Zool. CoUections of H. M. S.
„Alert" S. 98 Taf. 7 Fig. B, Torresstrasse.
Desmodonta,
Paplliacea. Syndosmya eUiptica (Sow. als Teilina), Port Jackson,
E. A. Smith, Zool. CoUections of H. M. S. „Alert" S. 99 Taf. 7 Fig. C.
Semele (Syndosmya) alba Wood var apesa = pellucida Brocchi und
S. (Scrobicularia) piperata Gm. var. atteri7ia, Gregorio, Bull. Soc. Malac.
Ital. X S. 134—136.
Eleganiula, neue Untergattung von Semele, concentrisch gefaltet,
vorn und hinten etwas klaffend, zwei Seitenzähne rechts und einer links,
S. (E.) /am«, Nordafrikanische Küste, aus Schwämmen, Gregorio, Bull.
Soc. Malac. Ital. X S. 137.
MactraC6a« Mactra, Monographie fortgesetzt und beendet von
H. C. Weinkauff in Küster's ConchyUen - Cabinet Lief. 329 S. 93 — 124
Taf. 31 — 36; M. bistrigata Morch, Panama S. 102 Taf. 34 Fig. 5—7
und planulata Conrad, CaUfornien S. 103 Taf. 35 Fig. 1, 2, vorher nicht
abgebildet.
, Naturgeschichte der Mollusken während des Jahres 1884. 93
Mactra producta Ang., Varietät von Port Jackson, und M. (Oxyperas)
Coppingeri, Torresstrasse, E. A. Smith, Zool. Collections of H. M. S.
„Alert" S. 100, die letztgenannte Taf. 7 Fig. D.
Lutraria lutraria L. = elliptica Lara. var. Panormensis und oblonga
Chemn. var. Tarantensis , beide postpliocän, Gregorio, Bull. Soc. Malac.
Ital. X S. 141 — 144.
SaxicaTidae. Saxicava, 14 Arten, Sowerby, Thesaur. Lief. 41, 42
S. 132—134 Taf. 471 Fig. 1 — 14; S. spinifera, Savannah-Bay, Fig. 4.
Panopaea Aldrovandi Men. , ihr Vorkommen in Algesiras bestätigt
durch G. Dautez, Journal de Conchyl. XXXn S. 191, und Ancey, Le
Naturaliste No. 64 S. .510.
Anatillidae* Thracia Brazieri^ neuer Name für Jacksoniensis Sow.,
welcher vergeben ist, Sowerby, Proc. Zool. Soc. 1883 IV [1884] S. 265.
Myodora, 10 von Neuseeland bekannte Arten, sowie Notizen über ihre
Unterscheidungsmerkmale, Hutton, Proc. Linn. Soc. New South Wales IX
S. 514—517.
Myochama Woodsii^ Petterd, Journ. of Conchol. IV S. 145, Tasmanien.
Fholadacea. Teredo und Kuphus, Sowerby, Thesaur. Theil 41
und 42 S. 121 — 125 Taf. 469, 21 Arten.
Teredo (Xylotrya) antarctica Hutt.? von Queensland, E. A. Smith,
Zool. Collections of H. M. S. „Alert" S. 93 Taf. 7 Fig. E.
Tuhicola. Gastrochaena, 29 Arten beschrieben und abgebildet von
Sowerby, Thesaur. 41. und 42. Theil S. 127—131 Taf. 470 Fig. 1—27
und Taf. 471 Fig. 28, 29. — G. difficilis, gigantea und humilis Desh.
Fig. 4, 12 und 27, früher nicht abgebildet.
Fistulana, 3 Arten, Sowerby, Thesaur. Lief. 41, 42 S. 131, 132
Taf. 471 Fig. 15 — 17.
Aspergillum, Auszug aus der anatomischen Abhandlung von Lacaze-
Duthiers (siehe vor. Ber. S. 612) in Journ. Microscop. Soc. (2) IV S. 550
bis 552.
Familie im1)ekaiint« Chlamydoconcha, neue Gattung, Schale inner-
lich, ohne Schliessmuskeln , Dali, Science IV S. 50, Auszug im Journ.
Royal Microscop. Soc. (2) IV S. 727.
Pygotheca fragilis ohne nähere Beschreibung, A. Milne - Edwards,
Bullet, hebdom. de TAssociation fran9aise 1884 S. 27.
Brachiopoda.
M. A. Schulgen giebt eine anatomische Beschreibung von Argiope
und kommt dabei zu folgenden Resultaten:
1. Nur der Basilartheil einer Schleife ist vorhanden.
2. Die Schale ist nicht das Produkt einer bestimmten Schalendrüse,
sondern wird von der ganzen Ausscnfläche des Thiercs abgesondert.
3. Die Arrafortsätze sind den Kiemen homolog, aber dienen nicht
zum Athmen.
94 Pi'of« Ed. V. Martens: Bericht über die Mollusken.
4. Herz und bestimmte Blutgefässe fehlen; der Blutlauf wird durch
Wimpern in der Peritonealhöhle unterhalten.
5. Das Nervensystem besteht aus wenig ausgebildeten Suboesophageal-
Ganglien, einem dünnen Nervenring und gut ausgebildeten peri-
pherischen Aesten.
6. Zehn verschiedene Muskeln sind vorhanden und werden ausführlich
beschrieben; sie zeigen keine befriedigende Homologie mit denen
der Anneliden.
7. Obgleich eine sehr schwache Segmentirung am Embryo zu sehen
ist, so zeigen doch weder die Muskeln noch die Borsten eine deut-
liche Beziehung zu den Segmenten, und selbst das Mesoderm nimmt
nicht an der Segmentirung Theil; die Borsten sind auf den künftigen
Mantel beschränkt wie bei Chiton.
8. Die Bruttasche ist das einzige Organ, das als homolog mit den
Segmental -Organen der AnneUden betrachtet werden kann, aber
ein ähnliches Organ findet sich auch bei Pedicellina unter den
Bryozoen; der Centraltheil des Nervensystems nimmt bei Argiope
dieselbe Stelle ein, wie bei Pedicellina, und die Armscheibe der
Brachiopoden ist homolog dem Lophophor der Bryozoen.
Der Verfasser ist daher geneigt, die Brachiopoden und Bryozoen als einen
eigenen, bestimmten Typus „Vermoiden" zusammenzufassen. Zeitschr. f.
wissensch. Zoologie XLI S. 116 — 141 Taf. 8, 9.
Die Schale von Rhychonella psittacea enthält nur eine Spur von
phosphorsaurem Kalk, aber 91 — 94 Procent kohlensauren Kalk. Dali,
American Naturalist XVHI S. 778.
Megerlia truncata ver. inßata^ Sciacca in Sicilien, auf Korallen, Del
Prete, Bull. Soc. Malac. Italiana IX S. 255.
Argiope granuliformis , Sardinien und Hyerische Inseln, Barroisi,
Villafranca, und Kowalewskii =■ Neapolitana von Scacchi und Dali, Sar-
dinien, Villafranca, Hyeres, Neapel, eine Varietät derselben mit drei grossen
Furchen, Schulgin, Zeitschr. f. wissensch. Zoologie XLI S. 121, 122
Taf. 8 Fig. 2, 4, 5; die bekannten Arten decollata Chemn. und cuneata
Risso Fig. 1 und 3.
Die lebenden und fossilen Arten von Megathyrideen behandelt von
J. de Morgan, Bull. Soc. Zool. France VIII S. 371—376.
Atretia gnomon Jeffr, auf Ziegelsteinen 1537 Fad. 39° N. Br. 70*^
W. L. gefunden. Verrill, American Journ. of Science (3) XVHI S. 381,
Anmerkung.
.A^^/V-^n^w'Wv.^.^-vvv.'v^
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Säugethiere wälu'end des Jahres 1884.
Von
Ant. Reichenow.
P. Albrecht, Sur la fossette vermienne du cräne des
Mammiföres. Av. 1 pl. Bruxelles, Manceaux. 1884. 8^ (Extr.
du Bull. Soc. d'Anthrop. 1884 p. 138—158).
Derselbe, Sur les elements morphologiques du manubrium
du sternum chez les Mammiferes ; Livre jubilaire publ. par la
Soc. med. de Gand. 1884.
Derselbe, Sur les homodynamies qui existent entre la
main et le pied des Mammiferes; Presse med. Belg. 1884 No. 42.
Derselbe, Sur les Spondylo - centres epipituitaires du
cräne. Bruxelles 1884. 8°. 33 p.
Derselbe, Sur la valeur morphologique de la Trompe
d'Eustache. Bruxelles 1884. 8^ 41 p.
C. Bardeleben giebt ein Referat über den ihm gelungenen
Nachweis des Intermedium tarsi bei Säugethieren und beim
Menschen. Verf. gelangte durch seinG Untersuchungen zu dem
Ergebniss, dass das Intermedium tarsi bei niederen Säugethieren,
wie den Beutelthieren, ein selbständiger Fusswurzelknochen ist,
dass es bei menschlichen Embryonen als getrennter Knorpel
angelegt ist, jedoch nur kurze Zeit selbständig bleibt, indem
es sich mit dem Tibiale zum Astragalus vereinigt, dessen hin-
teren Fortsatz es vorstellt, und endlich, dass es beim erwach-
senen Menschen gelegentlich als selbständiger Knochen vor-
kommt; Stzb. Jen. Ges. f. Med. u. Nat. 17. Bd. p. 75—77 u.
89—93; Referat: Biolog. Centralbl. 4. Bd. p. 374—378.
96 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
W. Barnes, On the development of the posterior fissure
of the Spinal Cord, and the Reduction of the central canal in
the Pig. With 3 pl.; Proc. Amer. Aead. Arts and Sc. 1883/84
p. 97—110.
E. van Beneden et Ch. Julin, Recherches sur la for-
mation des annexes foetales chez les Mammiferes (Lapin et
Cheiropteres). Av. 5 pl.; Arch. Biol. T. 5 Fase. 3 p. 369—434.
J. E. V. Boas, Ein Beitrag zur Morphologie der Nägel,
Krallen, Hufe und Klauen der Säugethiere. Mit 1 Taf. ; Morph.
Jahrb. 9. Bd. 3. Heft p. 389—400.
H. Bolan berichtet über neue Erwerbungen des Zoolog.
Gartens in Hamburg. Besonders erwähnenswerth sind: Cerco-
Idbes mexicamis, Antilope strepsiceros, Cercopitliecus ftdiginoms, Macacus
ocreatus, Ceplialophus coronatus, Mesotragus moschatus, Perodicticus
poüo; geboren wurden: Coelogmys paca, Antilope cervicapra, Bu-
halus caffer, Cervus Aristotdls, Cercolahes mexicanus, Myopotamus
coypus, Antilope dorcas, Cervus rusa, C. ScJiomburgki, C. Luhdorß,
Cynocephälus mormon, Lagostomits trichodactylus , Antilope leucoryx;
Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 26, 158, 285.
C. Brücher, Abhandlung über die Vertheilung und An-
ordnung der Geschmackspapillen auf der Zunge der Säugethiere.
speciell der Hufthiere. Mit 4 (Doppel-) Tafeln. Inaug. Diss.
Tübingen; Zeitschr. f. Thiermedicin 10. Bd.
J. Cohnstein und N. Zuntz, Untersuchungen über das
Blut, den Kreislauf und die Athmung beim Säugethier- Fötus.
Mit 1 Taf.; Pflüger's Archiv f. d. ges. Physiol. 34. Bd. 3./4. Heft
p. 173—232.
E. D. Cope, On the Trituberculate Type of Molar Tooth
in the Mammalia; Proc. Amer. Philos. Soc. Vol. 21 No. 114
p. 324—326.
Derselbe, The extinct Mammalia of the Valley of Mexico;
Amer. Philos. Soc. May 1884, Palaeont. Bull. No. 39.
Derselbe hat in einem Vortrage die Beweise besprochen,
welche die Geschichte der ausgestorbenen Säugethiere für die
Entwickelungslehre bietet. Die wichtigsten Entwicklungsvor-
gänge sind: Reduction der Zehen bez. Finger, von 5 bis 1;
Veränderung der Füsse von plantigrad in digitigrad; üebergehen
des Astragalus von flacher in gefurchte Form ; einfache Anfügung
von Carpus und Tarsus und späteres Ineinandergreifen; Ver-
änderung der Molaren, die zuerst dreihöckerig sind ohne Leisten,
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 97
in vierhöckerige mit Leisten und Zement; Umbildung des Ge-
hirns, welches bei den ältesten Säugethieren klein ist mit
glatten Hemisphären, bei späteren grösser mit Windungen auf
den Hemisphären; Nature Vol. 29 No. 740 p. 227—230 und
No. 741 p. 248—259; Kosmos 1884 2. Bd. 3. Heft p. 218
bis 221.
J. Cornely berichtet über die Züchtungen im Park von
Beaujardin während des Jahres 1884, darunter Gazella suhgvttu-
rosa und Cervulus Reevesii; Bull. Soc. Acclim. France (4) T. 1
p. 925-928; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 56—57.
W. Davies beschreibt Argillotherium toUapicum n. g. u. sp.
foss. von zweifelhafter systematischer Stellung aus dem Eocen
Grossbritanniens; Geol. Mag. (3) Vol. 1 p. 433.
W. Ellenberger, Handbuch der vergleichenden Histologie
und Physiologie der Haussäugethiere. Für Thierärzte und Stu-
dirende bearb. von Bonnet, Csokor, Eichbaum etc. 1. Bd.
1. Th. Histologie der Haussäugethiere. Berlin, Parey 1884. 8".
S. Exner ist der Ansicht, dass die feuchte Schnauze bei
den mit feinem Geruchssinn ausgestatteten Säugern mittelst
einer von der Schnelligkeit der Verdunstimg abhängigen Tem-
peraturempfindung eine Richtungswahrnehmung bezüglich der
vorhandenen Witterung vermittelt; Zeitschr. wissensch. Zool.
40. Bd. p. 557-558.
W. Flemming, Zur Kenntniss der Regeneration der Epi-
dermis beim Säugethier; Arch. f. microsc, Anat. 23. Bd. 2. Heft
p. 148—154.
M. Fies eh hat die untere Halskrümmung des Rückenmarks
der Säugethiere untersucht und weist nach, dass den Biegungen
eine selbständige Bedeutung zukommt, dass die Form des
Rückenmarks ebensowenig wie die des Gehirns in Abhängigkeit
von dessen Hüllen sich entwickelt, sondern die inneren Span-
nungsverhältnisse ihrer Substanz bei der Entwicklung zum Aus-
druck bringt; Arch. f. Anat. u. Phys. 1885 1. u. 2. Heft p. 102
bis 111 T. 6.
W. H. Flower, Catalogue of the Specimens illustrating
the Osteology and Dentition of Vertebrated Animals contained
in the Museum of the Royal College of Surgeons of England.
Pt. 2. Mammalia. London, 1884. 8°.
F. Fontannes, Etüde sur les alluvions pliocenes et qua-
ternaires du plateau de la Bresse dans les environs de Lyon.
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. U. Bd. 2. H. G
98 Ant. Reichenow. Bericht über die Leistungen in der
Siüvie d'une Note sur quelques Mammiferes des alluvions
pregläciaires de Sathonay par Ch. Deperet. Av. 1 pl. Lyon,
Georg; Paris, Savy 1884. 8°.
C. F. Forsytli Major weist besonders an dem Beispiele
der Mittelländischen Subregion nach, wie die von Wallace
zwischen dessen zoologischen Regionen gezogenen Grenzen nicht
in der von diesem Forscher angenommenen Schärfe existirten.
Das mittelländische Gebiet könne ebensowohl zur aethiopischen
oder orientalischen wie zur palaearktischen Region gerechnet
werden. Ebenso bilde die mexikanische und antillische Sub-
region einen Uebergang zwischen der nearktischen und neo-
tropischen Region, und die Inseln Celebes, Flores, Timor, Buru
stellen solchen zwischen der orientalischen und australischen
Region vor. Verf. plaidirt deshalb für Annahme von üeber-
gangsregionen und giebt folgende veränderte Eintheilung:
1. Holarktische Region, aus der W.'schen palaearktischen und
nearktischen (wobei die W.'sche mittelländische und mandschu-
rische Provinz ausgeschlossen sind) mit a) zirkumpolarer,
b) paläarktischer und c) nearktischer Unterregion; 2. Orienta-
lische Region (mit Ausschluss der Wallace'schen indo-malayischen
Provinz); 3. Aethiopische Region; 4. Australische Region mit
Ausschluss des westlichen Theiles der W.'schen austro-malayischen
Subregion; 5. Neotropische Region (mit Ausschluss der W.'schen
mexikanischen und antillischen Provinz); 6. Mediterrane Ueber-
gangsregion, zwischen holarktischer, äthiopischer und orienta-
lischer Region gelegen, also im Wesentlichen das W.'sche mittel-
ländische und mandschurische Gebiet umfassend; 7. Austro-
orientalische Uebergangsregion, ein Theil der malayischen und
austro-malayischen Inseln; 8. Nearktisch - neotropische Ueber-
gangsregion, zwischen holarktischer und neotropischer Region,
das mexikanische und antillische Gebiet; Kosmos 1884 2. Heft
p. 102—113.
C. Gegenbau r, Ueber die Unterzunge des Menschen und
der Säugethiere. Mit 2 Taf. und 1 Holzschn.; Morph. Jahrb.
9. Bd. 3. Heft p. 428—456.
H. B. Geiuitz, Diluviale Säugethiere aus dem Königreich
Sachsen in dem K. Mineral. Mus, in Dresden; Stzb. u. Abb.
Nat. Ges. Isis Dresden 1883 p. 99—101.
C. Grewingk, Neue Funde subfossiler Wirbelthierreste
unserer Provinzen; Stzb. Dorpat. Naturf. Ges. Mai.
Naturgeschichte der Saugethiere während des Jahres 1884. 99
Derselbe, Nachtrag zum Verzeichniss quartärer ganz
oder local ausgestorbener Saugethiere; ebenda 6. 1. Heft p. 4.
Derselbe, Uebersicht der altquartären und ausgestorbenen
neuquartären Saugethiere Liv-, Esth- und Kurlands; ebenda 5.
p. 332.
M. Glanville, Catalogue of the Natural History Collec-
tion of the Albany Museum, Graham's Town. Cape Town
1883. 8«.
J. Guillaud berichte! über quaternäre Säugethierfunde
bei Eymet, Elephas primigeii'm^, Bos jjrimigenius und Equus cahallus;
Journ. bist. nat. Bordeaux 3. ann. No. 4 p. 57.
J. He nie, Das Wachsthum des menschlichen Nagels und
des Pferdehufs; Abhandl. Ges. Wiss. Göttingen Bd. 31 p. 1 — 48
T. 1—5.
G. Hoggan, Neue Formen von Nervenendigungen in der
Haut von Säugethieren. Mit 2 Taf. Arch. f. microsc. Auat.
23. Bd. 4. Heft p. 508—525.
W. T. Hornaday giebt eine Anweisung für das Abbalgen
von Säugethieren und Präpariren der Häute; Proc. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 6 p. 485—491.
Hu et berichtet über die Erwerbungen und Züchtungen in
der Menagerie des Museum d'histoire naturelle in Paris. Hervor-
zuheben sind: Tragelaphus gratus, Semnopithecus cucullatus, Chiromys
madagascariensis , Genetta Schlegeli, Hylohates nasiUus, Procyon cancri-
vorus, Herpestes loempo, Cephaloplius MaxiciU, Ctenodactylus Gundi,
Crossarchus obscurus, Faradoxurus Grayi Und setosus, Choloepus di-
dactylus. Geboren wurden: Eleotragus reduncus, Lemur nigrifrons,
Macaciis sinicus, Cercopithecus pygerythrus , Hapcde jacchus, Bastard
von Cervulus lacrymans und Reevesi, Equus Burchdli, Cervus maral;
Bull. Soc. Acclim. Paris (4) T. 1 p. 126-129, 441—444, 914
bis 915, 995—997; Le Naturaliste 6 Ann. p. 497.
J. Kober tritt der Auffassung Baume's, welcher die engen
Beziehungen zwischen Milchgebiss und Ersatzgebiss nicht gelten
lassen will [Odontogr. Forschungen, s. Ber. 1882 p. 385], nach
seinen Untersuchungen an Maulwurf-Embryonen entgegen. Der
Zahnwechsel tritt beim Maulwurf kurz vor und unmittelbar
nach der Geburt überaus instructiv zu Tage. In den ersten
3 Wochen nach der Geburt lässt sich an mikroskopischen Prae-
paraten genau verfolgen, wie in gleichem Maasse als der defi-
nitive Zahn wächst, der entsprechende Milchzahn abnimmt,
100 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
nach und nach von jenem absorbirt und zuletzt als Zahn-
scheibchen ausgestossen wird. Da die Milchzähne, deren
Existenzdauer kaum über die Geburt hinausreicht, niemals zur
Functionirung gelangen, so lässt sich ihre Bedeutung nur als
eine geologische Reminiscenz an die früheste Epoche erklären,
wo das Gebiss auf niederster Stufe eines gewissen Indifferentis-
mus stand, während das definitive Gebiss das Resultat der in
späteren Epochen durchlaufenen Metamorphosen darstellt; Jahres-
hefte Ver. vaterl. Naturk. Württ. 1884 p. 60—64.
0. Koerner, Weitere Beiträge zur vergleichenden Ana-
tomie und Physiologie des Kehlkopfs. Mit 1 Taf.; Abhdl. d.
Senckenb. Naturf. Ges. 13. Bd. 3. Heft p. 261—276.
H. Leboucq, Recherches sur la morphologie du carpe
chez les Mammiferes. Av. 3 pl. ; Arch. Biolog. T. 5 Fase. 1
p. 35—102.
Derselbe, Resume d'un memoire sur la morphologie du
carpe chez les Mammiferes; Bull. Ac. R. Medec. Belg. (3)
T. 18 No. 1.
W. Leche setzt die Abtheilung der Mammalia in Bronn's
Klassen und Ordnungen des Thierreichs fort. Lief. 27 enthält
die Beschreibung des Beckens. Leipzig und Heidelberg, Win-
ter. 1884.
J. Leidy berichtet über fossile Knochen von Louisiana,
welche Mastodon americanus, Equus major und Mylodon Harlani
angehören, desgleichen über solche von Florida, einen Tapirus,
ein Rhinoceros, Mastodon und Ceruus americanus betreffend; Proc.
Acad. Philadelphia 1884 p. 22 und 118—119.
A. G. T. Leisering und C. Müller, Handbuch der ver-
gleichenden Anatomie der Haussäugethiere. 6. Aufl. von E. F.
Gurlt's Handbuch der Anatomie. Mit 248 Holzschn. Berlin,
Hirschwald 1884. 8^
V. Lemoine, Caracteres generiques du Pleuraspidotherium,
mammifere de l'eocene inferieur des environs de Reims ; Compt.
rend. Ac. Sc. Paris T. 99 No. 24 p. 1090—1092. — Die Gat-
tung zeigt Verwandtschaft zu den Palaeoiheria und Marsupialia.
H. 0. Lenz, Die Säugethiere. 6. Aufl. Bearbeitet von
0. Burbach. Mit 12 Abb. Gotha, Thienemann. 1884. 8°.
N. Lieberkühn, lieber die Chorda bei Säugethieren.
Fortsetzung; Arch. Anat. Phys. Anat. Abth. 1884 5./6. Heft
p. 435—452.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 101
J. Luys, Nouvelles recherches sur la structiire du cerveau
et ragencemeut des fibres blanches de la substance cerebrale;
Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 99 No. 1 p. 19—22.
W. Lwoff, Beiträge zur Histologie des Haares, der Borste,
des Stachels und der Feder. Mit 4 Taf.; Bull. Soc. Imp. Nat.
Moscou 1884 No. 1 p. 141-174.
R. Lydekker giebt ein systematisches Verzeichniss der
bis jetzt aus den Siwaliks und Narbadas bekannten fossilen
Säugethiere (141 Arten) nebst Angabe der bezüglichen Litte-
ratur; Palaeont. Ind. Ser. 10. Ind. Tert. and Fost-Tert. Vertebr.
Vol. 3 Pt. 3 p. 18—30.
Derselbe veröffentlicht eine Liste der fossilen Säugethier-
gattungen der Siwalik- Fauna mit Angabe der Zeit ihres Auf-
tretens und des Verbreitungsbezirkes; Geol. Mag. p. 489.
A. Marcacci, Sur le muscle areolo - mammelonnaire. Av.
1 pl.; Arch. Ital. de Biolog. T. 3 Fase. 4 p. 292—299.
St. Meunier berichtet über Reste von Elephas, Rhimceros
tlchorlimiis, Hyaena spelaea, Eqmis, Bison priscus und Cei'vus tarandtis,
welche in einer Ablagerung in der Umgegend von Argenteuil
(Seine et Oise) gefunden wurden; Bull. Soc. geol. France 3. Ser.
Bd. 11 1883 p. 462—464.
F. Müller, Lehrbuch der Anatomie der Haussäugethiere,
mit besonderer Berücksichtigung des Pferdes und mit physio-
logischen Bemerkungen. 3. verb. Aufl. Mit 75 Holzschn. Wien,
Braumüller. 8".
W. K. Parker, On Mammalian Descent. The Hunterian
Lectures 1884; being nine Lectures delivered in the Theatre
of the R. College of Surgeons during Febr. 1884; with Addenda
and Illustrations. London, Griffin 1884. 8".
H. Paul, Ueber Hautanpassung der Säugethiere. Jena,
Pohle 1884. 8«.
W. Preyer, Specielle Physiologie des Embryo. Unter-
suchungen über die Lebenserscheinungen vor der Geburt. Mit
9 Taf. u. Holzschn. Leipzig, Grieben 1884. 8^
A. Rauber, Ueber die Entwicklung des Gewebes des
Säugethierkörpers und die histologischen Systeme; Stzb. Nat.
Ges. Leipzig 1883 p. 13—38.
E. Retterer, Contribution au developpement du squelette
des extremites chez les mammiferes; Journ. de l'Auat. Physiol.
20. Ann. No. 6 p. 467—614 T. 32 u. 33.
102 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
G. Retzius, Das Gehörorgan der Wirbelthiere. Morpho-
logisch-histologische Studien. II. Das Gehörorgan der Reptilien,
der Vögel und der Säugethiere. Stockholm, Samson u. Wallin
1884. 4^
H. Rost, Versuche einer Phylogenie des Säugethiergebisses.
Jena 1884. 8^ 59 pg.
Rückert, Vorläufige Mittheilungen zur Entwickelung der
Visceralbogen bei Säugethieren ; Aerztl. Intelligen zbl. München
1884.
0. Schmidt, Die Säugethiere in ihrem Verhältniss zur
Vorwelt. Internat, wissenschaftl. Bibliothek. Bd. 65. Leipzig,
Brockhaus 1884. — Nach allgemeinen Betrachtungen über die
Stellung der Säuger im Thierreich, ihre unterscheidenden Merk-
male und über die Fortschritte des paläontologischen Wissens
seit Cuvier werden die einzelnen Ordnungen in ihren wichtigsten
Formen mit den als Fossile uns bekannt gewordenen Vorfahren
verglichen und ihre allmäligen Entwickelungen in kurzen Zügen
theoretisch erörtert. Aus den Einzelnheiten sei hervorgehoben,
dass Verfasser bezüglich der Beziehungen zwischen amerika-
nischen und australischen Beutelthieren Amerika als die ursprüng-
liche Heimath dieser Thiergruppe ansieht. Bezüglich der Phylo-
genie einzelner Ordnungen werden neue Gesichtspunkte entwickelt.
P. L. Sclater berichtet über die neuen Erwerbungen der
Menagerie der zoologischen Gesellschaft in London. Darunter
Eqims asinus somalicus, Thylacinus cynocephalus ; Proc. Z. S. p. 475,
561 u. 597—623.
W. L. Sigel berichtet über die Pflege verschiedener Thier-
arten im zoologischen Garten in Hamburg ; Zool. Gart. 25. Jahrg.
p. 82—89 u. 208—216.
G. Simmermacher bespricht die Haftapparate bei Wirbel-
thieren und geht besonders auf die an den Sohlen mancher
Säugethiere befindlichen, mit zahlreichen Schweissdrüsen ver-
sehenen Schwielen ein, durch deren Einziehung Saugnäpfe ge-
bildet werden, vermittelst welcher die Thiero an glatten Flächen
sich mit Leichtigkeit zu halten vermögen. Solche eigenthüm-
liche Sohlenbildung ist zu beobachten beim Klippschliefer und
verschiedenen Aß"en arten {Inuus speciosus und neinestrinus , Cerco-
pithecus cynomolgus, Cynocephalus niger U. a ). Die brasilianische
Fledermaus, TMroptera tricohr, vermag sich mittelst eines Saug-
näpfcheus, ähnlich dem an den Armen der Tintenfische, an
Naturgeschichte der Säugethierc während des Jahres 1884. lOo
glatten Wänden aufzuhängen; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 289
bis 301.
Strahl bespricht einige Entwicklungsvorgänge am Schwanz-
ende von Säugethierembryonen ; Zool. Anz. 7. Jahrg. p. 377—378.
C. Struckmann liefert eine Uebersicht der bisher in der
Provinz Hannover aufgefundenen fosr^ilen und subfossilen Reste
quartärer Säugethiere. Aus den Untersuchungen des Verfassers
ergiebt sich unter anderem, dass das Rennthier in verhältniss-
mässig nicht weit zurückliegender Zeit noch in grosser Anzahl
einige Gegenden Hannover? bewohnte und dass der Löwe noch
als Zeitgenosse des Menschen am Südrande des Harzes vor-
gekommen ist; 33. u. 34. Jahresb. d. naturhist. Ges. Hannover.
1884.
T. Studer, Nachtrag zu dem Aufsatze über die Thierwelt
in den Pfahlbauten des Bielersee's; Mitth. Bern. Nat. Ges. 1884,
— Beschreibung eines Hundeschädels.
Sussdorfj lieber den histologischen Bau der Herzklappen
bei Pferd und Rind; Ber. 56. Vers. d. Naturf. u. Aerzte Frei-
burg i. Br. 1883 [1884] p. 133—134.
J. B. Sutton bespricht verschiedene Erkrankungen und
Todesursachen bei Säugethieren im zoolog. Garten in London;
Proc. Z. S. p. 177—187.
R. Tigerst edt stellte Untersuchungen über die Bedeutung
der Vorhöfe für die Rhythmik der Ventrikel des Säugethier-
herzens an und gelangte zu dem Ergebuiss, dass der vollständig
von dem nervösen Zusammenhang mit den Vorhöfen abgetrennte
Theil des Herzens, d. h. die Herzkammern und die Atrioven-
tricularklappen sammt dem nächst daran stossenden ganz kleinen
Theil der Vorhöfe sich in rhythmischer Schlagfolge contrahiren
können und also in sich selbst alle Bedingungen für die rhyth-
mische Thätigkeit besitzen; Arch. f. Anat. u. Phys. Physiol.
Abth. 6. Heft p. 497-517.
Toula beschreibt einen neuen AmpUcyon {A. Göriacliemii)
von Göriach bei Turnau in Steiermark; ferner sind daselbst
neue Reste von Hyaemuschiis und llUnoceros minutus gefunden
worden. Verf. weist hierbei auf das gleichzeitige Vorkommen
zweier fossiler Rhinoceros- Arten an vielen Orten Europas hin;
Stzb. K. K. Ak. Wiss. Wien Abth. 1 No. 27 11. Dec. 1884
p. 244 — 245; s. auch Jahrb. K. geol. Reichsanst. Wien 33 Bd.
3. Heft p. 385-402.
104 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
N. Trinkler, lieber den Bau der Magenschleimhaut;
Arch. mikrosk. Anat. 24. Bd. 2. Heft p. 174—210.
W. Vignal, Formation et developpement des cellules ner-
veuses de la moelle epiniere des Mammiferes; Compt. rend. Ac.
Sc. Paris T. 99 No. 9 p. 420—423; Journ. Microsc. T. 8
p. 547—549.
H. Virchow, Durchtreten von Granulosa-Zellen durch die
Zona pellucida des Säugethiereies ; Arch. mikrosk. Anat. 24. Bd.
2. Heft p. 113—116.
A. Viti, Ricerche di Morfologia comparata sopra il nervo
depressore dell' uomo e negli altri mammiferi. II. II nervo
depressore nel Gatto, Cane, Cavallo, Topo, Porcospino, Pecora,
Bove, Scimmia e nell' uomo; Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa;
Proc. verb. vol. 4 p. 9 — 13.
Derselbe, Recherches de morphologie sur le nerf de-
presseur cLez l'homme et chez les autres Mammiferes; Arch.
Ital. Biolog. 3. Ann. T. 5 Fase. 2 p. 191—198.
K. Vogt und F. Specht, Die Säugethiere in Wort und
Bild. München, Bruckmann 1883. 440 S. Fol. mit 40 Voll-
bildern u. 265 Bildern im Text (nunmehr complet).
L. F. Ward, Animal population of the Globe; Bull. Philos.
Soc. Washington Vol. 4 1883 p. 27—29.
A. Wirth, Zur Anatomie und Entwicklungsgeschichte des
Atlas und Epistropheus. Mit 1 Taf. Inaug. Diss. Leipzig
1884. 8«.
L. Wunderlich berichtet über neue Erwerbungen des
zoologischen Gartens in Berlin. Zu erw^ähnen sind besonders:
Cervus alces, Antilope heisa, Anoa depressicornis, Cehiis hypoleucus,
Cynocephalus gelada. Geboren wurde: Macacus cynomolgics, Bastard
von Cynoceplialus hamadryas und hahuin, Cynocephalus mormon; Zool,
Gart. 25. Jahrg. p. 124, 317.
R. Zander, Die frühesten Stadien der Nagelentwicklung
und ihre Beziehungen zu den Digitalnerven. Mit 1 Taf.; Arch.
f. Anat. u. Physiol. Anat. Abth. 1884 l,/2. Heft p. 103-141.
Europa.
T. E. Buckley and J. A. Harvie-Brown, The Fauna of
Sutherlandshire in C. St. John, A Tour in Sutherlandshire etc.
2. Bd. Edinburgh 1884. 8«.
W. E. Clark e und W. D. Roebuck geben ein Verzeich-
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 105
niss der in Yorksbire vorkommenden Säugethiere; Zoologist
Vol. 8 p. 171—174.
P. Do derlei«, Rivista della Fauna Sicula dei Vertebrati.
Palermo 1881. — Aufzählung der in Sicilien vorkommenden
Säugethiere p. 5—15.
F. Th. Koppen, lieber die Verbreitung einiger Säuge-
thiere in Russland, insbesondere in der Krim etc. Mit 1 Karte;
St. Petersburg 1884. 8\
F. Lataste, Catalogue provisoire des Mammiferes sauvages
non marines du departement de la Gironde; Act. Soc. Linn.
Bordeaux (4) T. 8 p. 11.
H. de Lauzanne, Catalogue des Auimaux Vertebres de
l'Arrondissement de Morlaix et du Nord Finistere; Bull. Soc.
Finistere 5. 1883.
G. Martorelli, Osservazioni sui Mammiferi ed Uccelli
fatte in Sardegna. Pistoia 1884. — Es werden aufgeführt:
Felis catus, Vidpes melanogaster , Lepus timldus, Ovis musimon, Sus
scrofa und Phoca vitidina. Die erstgenannte ist abgebildet.
C. Massa, Notizie intorno alla Fauna del Vertebrati di
Montegibbio (Mammiferi); Atti Soc. Natural. Modena Vol. 3
Anno 18 p. 89—92.
E. Olivier, Faune des Doubs, ou Catalogue Raisonuee
des animaux sauvages observes jusqu' ä ce jour dans ce de-
partement; Mem. Soc. Doubs 1883.
T. Southwell, Mammalia of Norfolk; Trans. Norf. and
Norwich Nat. Soc. Vol. 3 p. 657.
Afrika,
W. D, Cowan, Notes on the Natural History of Mada-
gascar; Pr. Roy. Phys. Soc. Edinburgh Vol. 7 p. 133. — Ent-
hält ein Verzeichniss der Säugethiere Madagaskars sowie Be-
merkungen über deren Verbreitung und Lebensweise.
H. Johnston, The River Congo, from its Mouth to Bolobo.
London 1884. 8^ — In Kap. 15 Aufzählung der beobachteten
Säugethiere.
Th. Noack giebt Notizen über die Säiigethierfauna des
Somalilandes; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 374 — 375.
A. T. de Rochebrune, Faune de la Senegambie. Mam-
miferes. Paris, 0. Doin. 1883. — Verf. giebt in der Einleitung
eine topographische Schilderung des Gebiets und vergleicht die
106 -A-nt. Reicheuow: Bericht über die Leistungen in der
Säugetbierfaima des Senegal mit derjenigen anderer Tlieile
Afrikas, woraus hervorgehe, dass eine Eintheilung des Continents
in zoologische Zonen wenigstens auf Grund der Säugethierfauna
nicht durchführbar sei. 219 Arten sind als heimisch in Sene-
gambien aufgeführt, davon hat Verf. 10 als neu beschrieben
[vergl. verjähr. Bericht unter Insectivora, Rodentia, Carnivora
und Ungulata]; ferner wird in vorliegender Arbeit auch noch
das wilde Kaniuchen vom Senegal als besondere Art, Cunictdus
senegalensis, von dem europäischen unterschieden. Die neuen
Arten sowie OtoUcnus senegalensis, Crocidura vlaria, Atherura armata,
Aulacudus siüindenianus , Oreas derUanus und canna und Tragelaplms
gratiis sind abgebildet.
P. L. Sclater berichtet über eine kleine Collection von
Säugethierhäuten aus dem Somaliland. Dieselben gehören den
folgenden fiinf Arten an: Strejmceros imherhls Blyth, ßoselaphus
caama Cuv. , Gazella Walleri Brooke, Gazella Spekii Blyth und
Equus asinus somalicics n. Sp. 5 PrOC. Z. S. p. 538 — 542.
Asien,
A. Bunge, Naturhistorische Beobachtungen und Fahrten
im Lena-Delta; Bull. Ac. Imp. Sc. St. Petersbourg 29. p. 422.
— Aufzählung der im Lena -Delta beobachteten Säugethiere.
E. Chantre, Rapport sur une Mission scientifique dans
l'Asic occidcntale; Arch. Miss. sc. et litt. Paris (3) T. 10
p. 199. — Enthält eine Liste von 22 im Kaukasus und Trans-
kaukasien gesammelten Säugethieren.
J. A. Murray, The Vertebrate Zoology of Sind. A syste-
matic accouut with descriptions of all the known species of
Mammals, Birds and Reptiles inhabiting the Province; obser-
vations on their habits etc.; tables of their geograpbical distri-
butiou in Persia, Beloochistan, and Afghanistan, Punjab, North-
west Provinces, and the peninsula of India generally, with
woodcuts, lithographs and coloured illustrations. Roy. 8. Lon-
don and Bombay 1884.
Derselbe, Additions to the Present Knowledge of the
Vertebrate Zoology of Persia; Ann. Mag. N. H. (5) Vol. 14 p. 97.
A. Nikolsky berichtet über eine Säugethiersammlung
(50 Arten) vom Altai (Russisch); Mem. Soc. Nat. St. Peters-
bourg. 14 (Nature Vol. 30 p. 928).
0. Nordquist, Anteckningar och studier tili Sibiriska
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 107
Ishafskiistens Däggdjursfauna; in: Nordenskiöld's Vega Expe-
ditionens Vetenskapliga Jakttagelser. Stockholm 1883. 8 ^,
p. 61-117.
Th. Pleske liefert eine Uebersicht der Säugethiere der
Kola -Halbinsel; Beitr. Kennt, russ. Reichs 7. Bd.
N. V. Prschewalski, Reisen in Tibet und am oberen
Lauf des Gelben Flusses in den Jahren 1879 bis 1880. Aus
dem Russischen frei in das Deutsche übertragen und mit An-
merkungen versehen von Stein -Nordheim. Jena, Costenoble
1884. — Enthält zahlreiche Notizen über die Säugethierfauna
der durchreisten Gebiete und interessante Notizen über die
Lebensweise vieler Arten, auch Nachrichten über die Haus-
thiere der Tibetaner.
R. A. Sterndale, Natural History of the Mammalia of
India and Ceylon. With 170 illustr. London, Thacker 1884. 8 ^
H. B. Tristram, The Survey of Western Palestine. The
Fauna and Flora of Palestine. London 1884. 4^ — Auf-
zählung der Säugethiere Palästinas mit hebräischen und ara-
bischen Namen.
Australien,
R. Collett beschreibt einige neue Beutelthiere, welche von
Dr. Lumholtz in Queensland gesammelt wurden; Proc. Z. S.
p. 381—389 [s. auch Lumholtz].
G. E. Dobson weist auf die auffallende Thatsachc hin,
dass die Chiropterenfauna Australiens vielfache Uebereinstimmung
mit derjenigen der Aethiopischen Region aufweise, während das
näher gelegene Orientalische Gebiet grössere Verschiedenheiten
aufweise, so das Vorkommen von Chalinolobus in Afrika und
Australien, ebenso von Mormopterus und Megaderma u. a. Verf.
versucht die Ursachen dieses Umstandes zu erklären, insonder-
heit auch die Thatsache, dass die Vogelfauna im Gegensatz zu
den angedeuteten Erscheinungen ganz verschiedene Verhältnisse
aufweise; Ann. Mag. N. H. Bd. 14 p. 153—159.
E. T. Higgins und W. F. Petterd, Description of a
New Species of Mus, with a List of the Terrestrial Animals
of Tasmania; Proc. R. Soc. Tasm. 1883 p. 195. — 42 Säuge-
thiere, von welchen 26 der Insel eigenthümlich.
W. Leche beschreibt einige neue Fledermäuse von Süd-
Australien; Proc. Z. S. p. 49 54 [s. unter Volitantia].
108 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
C. Lumholtz bespricht Vorkommen und Lebensweise
einiger von R. Collett beschriebenen Beutelthiere aus Queens-
land; Proc. Z. S. p. 406-409.
E. B. Sang er führt die Säugethiere der Wüsten des inneren
Australiens auf und liefert biologische Notizen über einige Arten;
Amer. Natural. Bd. 18 p. 9—12.
C. W. de Vis, Notes on the Fauna of the Gulf of Car-
pentaria; Pr. R. Soc Queensland. Brisbane Vol. 1 p. 154. —
Vier Säugethiere aufgeführt, darunter Onychogale annuUcauda n. sp.
A^nerika.
E. Blanchard zählt die während eines Aufenthalts am
Cap Hörn (1882/83) beobachteten Säugethiere auf; Le Natural.
6. Ann. No. 59 p. 471.
D. J. Guzman, Apuntiamentos sobre la Topografia Fisica
de la Republica del Salvador. San Salvador 1883. 8^ —
Aufzählung der Säugethiere von San Salvador p. 297—322.
J. Hatton and M. Harvey geben in ihrem Werk: „New-
Foundland. Its History, its Present Condition and its Prospects
in the Future. Reprinted from the Engl. ed. etc. Boston 1883,"
Schilderungen der Säugethierfauna Neufundlands.
J. Macoun, Manitoba and the Great North-west. London
1883. 8°. — Ueber Säugethiere von Manitoba p. 324—353.
C. J. Maynard, The Mammals of Florida; Qu. Journ.
Boston Zool. Soc. Vol. 2 p. 1, 17, 38, 49.
C. H. Merriam, The Mammals of the Adirondack Region,
Northeastern New-York. With an introductory chapter treating
of the location and boundaries of the region, its geological
history, topographie, climate, general features, botany and
faunal position. New York 1884. roy. 8. 316 pg.
H. Nehrling entwirft ein Bild der Säugethierfauna von
Texas; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 197—202, 225—230.
0. Thomas beschreibt eine Muriden-Sammlung von Central-
Peru, welche von C. Jelski zusammengebracht wurde. Es er-
weist sich durch dieselbe für das Gebiet ein Verschwinden
tropischer Untergattungen, wie RMpidomys, Vesperimus und Ory-
zomys und Auftreten von Habrothrix und Calomys, eine Erschei-
nung, welche mit dem allmählichen Zurücktreten von Mus und
Myoxiis ZU Gunsten von Arvicola und Cricetus in der alten Welt
verglichen werden kann, wenn man aus den tropischen in die
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 109
gemässigten und arctischen Regionen vorschreitet. So vermisst
man in der Collection Ileffperomys latimanus, pi/rrliorhinuft, Taczanoios-
kii und albigularis, welche von Stolzmann in Nord-Peru gefunden
wurden; dagegen sind die mehr chilenischen und patagonischen
Formen Rheithrodon plctus n. sp., H. scalops, H. xanihorhinns und
H. hirnaculatus vertreten. Ausser letzteren enthält die Sammlung:
Holochihnt apicalis Ptrs., Hesperomys leucodactylus Tsch., H. laticeps
Luud., H. laticeps var. nitidus n. V., H. galapngomsis Waterh., H.
longicaudatus Benn., H, spinosus Thos., H. cinereiis Thos., H. oli-
vaceus Waterh., H. caliginosus Tomes und H, himacidatus var.
lepidus n. var. [vergl. unter Systematik, Murina]; Proc. Z. S.
p. 447-458 T. 42—44.
F.W. True, Catalogue of Aquatic Mammals of the United
States; Report of the Un. St. exhibit in the Internat. Fish
Exhib. of London. Washington 1884. — Führt die an den
Küsten Nord -Amerikas vorkommenden Cetaceen, Sirenen und
Pinnipedien auf mit Bemerkungen über deren Verbreitung und
Lebensweise. — Einige die Nomenclatur betreffende Anmer-
kungen zu dieser Arbeit siehe: E. D. Cope, Amer. Natural.
Bd. 18 p. 1123-1124.
Derselbe hat eine Liste der Säugethiere von Nord- und
Central-Amerika und den westindischen Inseln zusammengestellt.
Dieselbe umfasst 230 Arten; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7
p. 587—611.
Primates.
J. Fischer, Etudes psychologiques sur les Singes; Revue
Sc. Nat. Montpellier (3) T. 3 No. 3 p. 336-361.
J. V. Rohon, Zur Anatomie der Hirnwindungen bei den
Primaten. Mit 2 Taf. München, Stahl 1884. 4°.
Catarrhini. M. J. Deniker liefert eine kurze Beschreibung eines
weiblichen Foetus des Gorilla; Le Natural. 6. Ann. No. 60 p. 473 und
Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 98 No. 12 p. 753 — 756.
J. Kirk giebt an, dass Colobus Kirki nur auf Zanzibar vorkomme,
nicht auf Pemba, auch nicht auf dem Festlande, und dass die Art auf
der erstgenannten Insel auch nur noch an wenigen Stellen angetroffen
werde; Ann. Mag. N. H. Vol. 13 p. 3ü7.
A. Milne-Edwards beschreibt einen neuen Gibbon, Hylohates
nasutusj von Tonkin; vergl. Le Natural. 6. Ann. No. 63 p. 49 7.
Derselbe, Sur l'existence d'un Gorille a la menagevie du Museum;
Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 98 No. 16 p. 959—960.
110 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
P. Reichard fand am Tanganjika anthropomorphe Affen, welche
über 1V3 Meter Höhe, schwarzes Fell und dunkel violettes Gesicht haben,
sehr stark, wild und von den Eingeborenen ausserordentlich gefürchtet
sind. Ob es sich hier um eine Schimpansen art oder um den Gorilla
handelt, konnte von dem Reisenden nicht festgestellt werden; Archiv f.
Naturg. 50. Jahrg. p. 120—124.
P. L. Sclater iheilt mit, dass Cercopithecus erythrotis und Martini
in den zoolog. Garten in London gelangten, und bildet letztere Art ab;
Proc. Z. S. p. 176 T. 14.
P. Thomas beschreibt einen neuen fossilen Cynocephalus (C. atlan-
iicus) von Algier; Mem. Soc. Geol. France Paris (3) Pt. 3.
L. Wunderlich berichtet über die Geburt eines Cynocephalus mor-
mon im Zoologischen Garten in Berlin; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 317 — 318.
Platyrrhini. W. F. R. Weldon giebt einige Notizen über die
Anatomie von Callithrix gigot; Proc. Z. S. p. 6 — 10. Mit Holzschnitten.
Prosimii.
F. E. Beddard weist nach, dass Hapalemur griseus sich
durch einen Fleck stachelartiger Horngebilde auf der Unterseite
des Unterarmes von H. simus unterscheide und beschreibt die
anatomischen Verhältnisse der Art; Proc. Z. S. p. 391 — 399.
E. D. Cope beschreibt die neue zu den Anaptomorphidae
gehörende Gattung Indrodon mit der Art /. molaris; Proc. Amer.
Phil. Soc. Philad. Bd. 21 p. 318—320.
Derselbe giebt eine Uebersicht über die Gattungen der
Familien Mixodectidae und Anaptomorphidae und beschreibt einige
neue Formen. Unter den Mixodectidae (mit drei oberen Prae-
molaren) begreift Verf. fünf Gattungen, die folgendermassen
characterisirt werden :
1. Canine teeth large and lateral; well separated.
First superior premolar without internal lobe; superior true molars
tritubercular with cingula: Tricentes n. g.
2. Canine teeth median in position or much reduced in size.
A. Last inferior premolar without internal tubercle.
a. Inferior premolars all one-rooted. Canine and incisor small:
Necrolemur.
b. First premolar only one-rooted ; canine small ; incisor very large :
Mixodecter,
B. Last inferior premolar with internal tubercle.
a. A very large? canine; first premolar only one-rooted : Microsyops,
b, A very large? canine; first and sccond premolars both one-
rooted : Cynodontomys,
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. Hl
Die neue Gattung Tricentes umfasst die Arten: crassicuUldens
Cope, hucculentm {Miodaeniis Cope), inaequidens Cope, suUrigonus
{Mioclaenus Cope) [s. Proc. Amer. Pbilos. Soc. Dec. 1883]. Die
Anaptomorph'dae (mit zwei oberen Praemolaren) umfassen zwei
Gattungen: Indrodon (mit drei Schneidezähnen) und Anaptomor-
plms (mit zwei Schneidezähnen). Indrodon malnris ist eine neue
Art aus der Puerco- Formation Neu -Mexicos; Amer. Natural.
Bd. 18 p. 59—62.
Nach A. Milne-Edwards gleichen die ersten Phasen der
Entwicklung des Chiromys madagascariensis vollständig denjenigen
der Lemuriden. Auch das Zahnsystem ist weniger verschieden
als im Alter: einige Zähne fallen aus und werden nicht wieder
ersetzt; Le Natural. 6. Ann. No. 71 p. 563, Compt. rend. Ac.
Sc. Paris T. 99 No. 6 p. 265-267.
A. T. de Rochebrune bildet OtoUcnus senegalensis ab;
Faune Seneg. Mamm. T. 1 F. 1.
Tolitantia.
A. G. Brügger zählt die in Graubünden vorkommenden
Chiropteren (14 Arten) auf; Jahresb. naturf. Ges. Graubünden
(Chur) p. 26.
E. Delsaux, Sur la respiration des Chauves-souris pen-
dant leur sommeil hibernal. Avec fig.; Bull. Ac. R. Sc. Belg.
(3) T. 8 No. 7 p. 85—94.
Jaeckel giebt die Tageszeiten an, zu welchen die ein-
zelnen Fledermausarten Deutschlands auf Insektenjagd aus-
fliegen. Vespertigo noctida beobachtete Verf. mehrfach im Herbst
bereits um 3 und 4 Uhr Nachmittags, Vesperugo Nailmsii um
3 Uhr Nachmittags an einem hellen Junitage, Vesperugo pipistrelhis
im Juli und August zwischen 2 und 3 Uhr Nachmittags u. a.;
Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 273-276.
W. Lee he beschreibt Nyct'momus Petersi n. sp., Nyctinomtui
cdhidus n. sp. und Tapluyzous affinis var. insignis n. subsp. von
Südaustralien. Nycünomus plicatm, bisher nur von Indien, Ma-
lacca, den Sunda- Inseln und Philippinen bekannt, kommt auch
in Süd- Australien und Nord- Tasmanien vor. Mlniopterus Schrd-
hersi var. Uepotis wird characterisirt. Dieselbe scheint M. australis
und Sclireihersi ZU verbinden; Proc. Z. S. p. 49 — 54.
Treues sart liefert eine Uebersicht der in Frankreich vor-
112 Aiit. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
kommenden Fledermäuse und giebt dabei Analysen zur Bestim-
mung der Gattungen und Arten; Le Natural. 6. Ann. p. 491,
499, 514, 522, 531, 539, 549 u. 555.
Insectivora.
G. E. Dobson, A Monograph of the Insectivora, Syste-
matic and Anatomical. Pt. 2. Including the Families Fotamo-
galidae, Chrysochloridae und Talpidae. London, Van Voorst
1883. — Von Chrysochloris Unterscheidet Verf. die fünf Arten
aurea, villosa, Trevelyani, rutüans und oUusirostris. Die Talpidae
zerfallen in 12 Gattungen: Myogale mit 2 Arten, Condylura
(1 sp.), Scapanus (2 sp.), Scalops (1 sp.), Talpa mit den Arten
europaea, caeca, longirostris und micrura, Mogera (1 sp.), Parascaptor
(2 sp.), ScaptocMrus (1 Sp.), Scaptonyx (1 sp.), Neurotrichus (1 sp.),
ürotrichus (1 sp.), Uropdlus (1 sp.). p. 97—172 Taf. 8—22.
M. H. Filhol beschreibt ein neues fossiles Insektivoren-
Genus aus dem Phosphorit von Quercy nach zwei daselbst ge-
fundenen Unterkiefern und benennt das Fossil Campotherium
elegans; Bull. Soc. Philom. 7. Ser. Tome 8 No. 2 p. 62—63.
Derelbe beschreibt aus dem Tertiär von Lamandine-Haute
in „Tarn-et-Garonne" eine neue Art der Insektivoren - Gattung
Amphisorex, Es ist von Interesse, diese Gattung in Schichten
zu finden, deren Alter auf die obere Eocen- oder untere Miocen-
Epoche zurückgeführt werden muss. Verfasser benennt die Art
Amphisorex primaevus; ebenda p. 63 — 64.
Th. Gill, On the Classification of the Insectivorous Mam-
mals; Bull. Philos. Soc. Washington Vol. 5 1883 p. 118—120.
A. T. de Rochebrune bildet ab: EHnaceus Adamoni,
Crocidura viaria und Crossopus nasidus; Faune Seneg. Mamm. T. 2
S. 1—3.
Erinacei. G. E. Dobson weist an Beispielen, welche die Arten der
Gattung Erinaceus liefern, die Unwichtigkeit des Vorhandenseins oder
Fehlens eines Hallux als Gattungscharacter nach; Proc. Z. S. p. 402 — 403.
N. Kultschizky beschreibt die Speicheldrüsen beim Igel in ihrem
feineren Bau. Die Lage der Speicheldrüsen weicht hier von derjenigen
anderer Thiere, insbesondere bei Katze und Hund ab. Sie sind zu drei
auf jeder Seite vorhanden. Die umfangreichste liegt unmittelbar am
äusseren Gehörgang und entspricht der Oberspeicheldrüse anderer Thiere.
Unmittelbar an ihrem unteren Ende liegen die beiden anderen Drüsen und
machen durch ihren Zusammenhang eigentlich nur eine einzige aus.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 113
Ihrem Umfange nach erreichen sie kaum die Hälfte der ersten Drüse;
Zeitschr. wiss. Zool. 41. Bd. 1. Heft p. 99-106 T. 6.
H. Landois berichtet über einen Igel -Albino; 12. Jahresb. Westf.
Prov. Ver. p. 20—21.
Centetidae. 0. Thomas beschreibt eine neue Mtcrogale, M. Doh-
soni, von Central-Betsileo, Madagascar; Ann. Mag. N. H. Vol. 14 p. 337
bis 338.
Soricidea. C. H. Merriam beschreibt eine neue Gattung und Art
von Soriciden von „Klamath Basin," Oregon: Atophyrax n. g. Teeth
thirty-two, not crowded. Upper front incisor with basal hook about two-
thirds as large as next succeeding tooth; subterminal notched lobe small,
connivent with its fellow. Unicuspids five, imbricating, not crowded; fifth
nearly half as large as fourth, with a well-developed conical cusp. Upper
molariform teeth constituting just half the length of the entire series.
Lower premolar markedly bicuspidate. Rostrum much produced, occupying
a little more than five-ninths of the entire length of skull. Hind foot
more than one-fourth as long as head and body; moderately fimbriate.
Tail nearly as long as head and body. Typus: A. Bendini n. sp.;
Trans. Linn. Soc. New York Vol. 2 p. 217—225 c. t.
Talpina. H. Ayers, On the structure and development of the nasal
rays in Condylura cristata; Biol. Centralbl. 4. Bd. p. 356 — 360.
W. Heape, The Development of the Mole {Talpa europaea). The
formation of the Germinal Layers, and early Development of the Medul-
lary Groove and Notochord. Cambridge 1884. 8°. 48 pg. w. 4 plates.
J. Kober, Studien über Talpa europaea (Forts.); Verhandl. Nat.
Ges. Basel 7. Th. 2. Heft p. 465—484.
Derselbe, Mittheilungen über den Maulwurf; Jahreshefte Ver.
vaterl. Naturk. Württemb. 40. Jahrg. p. 60 — 64 [siehe oben S. 99].
Ueber ein orangefarbenes Exemplar des Maulwurfs berichtet Lilford,
Zoologist Vol. 8 p. 428.
A. Matthews berichtet über eine braune Varietät des Maulwurfs;
Zoologist Vol. 8 p. 271.
A. Milne-Edwards liefert eine Uebersicht über die Maulwürfe dei
alten Welt. Verfasser charakterisirt die vier Gattungen Talpa L., Mogera
Pomel, Parascaptor Gill und Scaptochirus , welchen er nur subgenerischen
Werth zugesteht. Die Untergattung Talpa umfasst folgende Arten: T.
europaea L. (Europa bis Japan), 7\ caeca Savi (Italien, Südeuropa), T.
longirostris Milne-Edw. (Thibet, China), T. micrura Hodgs. (Nord-Indien).
Mogera ist durch eine Art, M. Wogura Tem. von Japan und Formosa
repräsentirt. Parascaptor umfasst zwei Arten: P. leucurus Blyth (Tenas-
serim, Sylhet), P. lepturus Thomas (China). Von Scaptochirus kannte
man bisher nur eine Species, «Sc. moschatus Milne-Edw. von China. Hierzu
kommt eine neue Form von Akbes (Klein - Asien) , welche den Uebergang
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. H
114 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
zwischen letztgenannter Gattung und Parascaptor bildet, Sc. Davidianus
n. sp.; A. Milne- Edwards, Comptes Rend. T. XCIX No. 26 p. 1141
bis 1143.
A. Nikolsky beschreibt Talpa altaica n. sp. vom Altai; Mem. Soc.
Nat. St. Petersbourg 14 (Nature Vol. 30 p. 928).
Creodonta.
E. D. Cope beschreibt Dldymictis haydeniamis und primus
n. foss. Arten aus der Puerco- Epoche; Proc. Amer. Phil. Soc.
Philad. Bd. 20 p. 464 u. Bd. 21 p. 309.
Derselbe beschreibt zwei neue Tr^sodon- Arten, T, rusticus
und assurgens; ebenda Bd. 21 p. 310—311.
Derselbe beschreibt die neuen Formen Mioclaenus ferox,
buccvlentus , corrugatus und cuspidatus und charakterisirt die neue
Gattung Oxydaenus, welche sich von Mioclaenus durch Fehlen der
inneren Tuberkel an dem dritten oberen Praemolarzahn unter-
scheidet. Zu letzterer Form gehören Mioclaenus cuspidatus, corru-
gatus und ferox; ebenda Bd. 20 p. 545 u. Bd. 21 p. 312—313.
Derselbe characterisirt die neue fossile Gattung Chriacus
mit den Arten Ch. pelvidens und angulatus; Proc. Ac. Phil. 1883
p. 80. — Zwei neue Arten der Gattung, Ch. truncatus und simplex,
sind beschrieben, ebenda Bd. 21 p. 313—315.
Derselbe characterisirt eine neue Gattung Tricentes mit
den Arten crassicolUdens und inaequidens. Zu dieser Gattung ge-
hören ferner Mioclaenus subtrigonus und bucculentus Und vielleicht
auch Chriacus simplex. Verfasser giebt eine kurze Characteristik
dieser fünf Formen; ebenda Bd. 21 p. 315—318.
Derselbe giebt eine Uebersicht der Familien der von
ihm aufgestellten Unterordnung Creodonta [vergl. voijähr. Be-
richt S. 269]. Verf. stellt acht Familien auf und characterisirt
dieselben folgendermassen :
I. Inferior molars premolariform.
1. Inferior molars consisting of a cone and heel: Mesonychidae.
2. Inferior molars with a blade formed of anterior and median
cusps : Hyaenodontidae.
II. Inferior molars tritubercular without heel.
No sectorial teeth; tibia and fibula coössified: Chrysochlorididae.
m. Inferior molars tritubercular-sectorial or quadritubercular.
1. No superior sectorial teeth.
a. Tibia and fibula distinct: Centetidae.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 115
b. Tibia and fibula coössified ; external tubercles of superior mo-
lars subconic ; no claricles : Mythomyidae (= Potamogalidae).
c. Tibia and fibula coössified; external tubercles two Vs; cla-
vicles : Talpidae.
2. First true superior molar sectorial.
Tibia and fibula distinct; no tubercular molars: Oxyaenidae.
3. Fourth superior premolar sectorial.
Tibia and fibula distinct; true molars tubercular: Miacidae.
Von den Cmtetidae trennt Verf. im weiteren Verlauf seiner Arbeit
noch die Leptictidae als selbständige Familie ab, welche als Vor-
fahren jener betrachtet werden und von denselben nur durch
„the presence of the zugomatic arch, a part of the skull which
is absent in the Centetidae" sich unterscheiden. Die Mesony-
chidae umfassen die Gattungen : Amhlyctonusj Mesonyx, Sarcothraustes
und Dissacus; die Hyamodontidae sind durch das einzige genus
Hyaenodon repräsentirt, welches 13 Arten umfasst, wovon 3 nord-
amerikanisch. Zur Familie Leptictidae gehören folgende Gat-
tungen: Chriacus Cope, Mioclaenus Cope, Triisodon Cope, Diacodon
Cope, Stypolophus Cope, Proviverra Rütim., Quercitherium Filh.,
Didelphodus Cope, Estlionyx Cope, Deltatherium Cope, Ictops Leidy,
Mesodectes Cope, Leptictis Leidy. Die Gattungen der Familie
Oxyaenidae werden folgendermassen unterschieden:
1. Inferior molars with three anterior cusps.
a. Cusps obtuse; fourth premolar with tubercular heel; formula
3 -g : Palaeonyclis.
b. Cusps acute; heel of fourth premolar cutting; formula ;j |-: Oxyaena.
2. Inferior molars partly tubercular -sectorial, partly sectorial. Superior
molars unknown: Protopsalis.
3. Inferior molars sectorial.
a. Last superior molars transverse; others with two median cusps;
formula | | : Pterodon.
b. Last superior molars subround; others with one median cusp;
formula |- ^ : Thereutherium.
Die Miacidae, welche den Uebergang von den Creodonta zu den
Carnivora darstellen, umfassen zwei Gattungen: Miacis Cope
und Didymictis Cope. — Für jede Gattung sind die bekannten
Arten aufgeführt und zum Theil näher besprochen. Zahlreiche
Holzschnitte erläutern die Gattungscharaktere; Amer. Natural.
Bd. 18 p. 255-267, 344—353, 478—485.
M. H. Filhol beschreibt die Schädelbasis von Hyaenodon,
116 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
worin die Gattung von allen bekannten Raubthierformen sich
unterscheidet; Bull. Soc. Philom. 1882/83 S. 96—98.
Derselbe beschreibt die Schädelbasis von Pterodon. Die
Gattung nähert sich darin den Ursinen und unterscheidet sich
vollständig von den Raubbeutlern , insbesondere von Dasyurus
und Thylacinus; Bull. Soc. Philom. 1882/83 p. 98—99.
Carnivora.
W. Davies beschreibt zwei neue Carnivoren aus dem
Britischen Eocen, Viverra Hastingsiae und ArgiUotherium toliapicum,
dessen letzteren Familienangehörigkeit wegen UnvoUständigkeit
der gefundenen Schädelreste nicht entschieden werden kann;
Geolog. Mag. Vol. 1 No. 10 October 1884 p. 433 — 438 mit
1 Holzschnitt.
A. Gaudry weist nach, dass der Unterkiefer, auf welchem
die Gattung Tylodon begründet wurde, aus zwei, verschiedenen
Formen angehörenden Stücken zusammengesetzt sei und zwar
das hintere Ende der Gattung Adapis, das vordere Hyaenodon
angehöre; Bull. soc. geol. France 12. Bd. p. 137 1884.
R. Lydekker bespricht einige fossile Carnivoren-Arten der
Sammlung des Brittischen Museums. Eine neue Art wird be-
schrieben, Lycaon anglicm von Spritsail-Tor, Gower, Glamorgan-
shire. Ein Schädel aus dem Red Crag bei Boyon, Suffolk,
wird auf Canis vulpes bezogen. Von letzterem (Hälfte des
Gaumens) und von Oxyaena Gdliae (Hälfte des vorderen Gaumen-
theils) sind Holzschnitte beigegeben ; Zoolog. Mag. Vol. 1 No. 10
October 1884 p. 442—445.
Derselbe, Siwalik and Narbada Carnivora. Palaeonto-
logia Indica Ser. 10. Indian Tertiary and Fost-Tertiary Verte-
brata. Vol. 2 Ft. 6. With 21 plates and 21 woodcuts.
London, Trübner and Co. 1884. — Die Arbeit behandelt
Formen aus den Familien der Mustelinen, Ursinen, Caninen,
Viverrinen, Hyaeninen, Felinen und Hyaenodontinen. Aus der
ersten Familie werden zwei Arten der Gattung Mdllvora be-
schrieben, M. sivalensis und M. punjabiensis n. sp., ein neues
Genus Mellworodon und drei Ottern, Lutra palaeindica F. u. C,
sivalensis F. u. C. und L. hathygnathus Lyd. , welche letztere Art
der recenten Form L. Lalandi von Süd -Afrika nahe verwandt
ist. Von Ursinen sind aufgeführt U. namadicus F. u. C. und
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 117
U. Theohcddi Lyd., Hyaenarctus sivalensis F. U. C, IL punjahiensis
Lyd. und //. paladndiciis Lyd. und AmpUcyon palaeindicus Lyd.
Von Viven'en sind Vlverra Bakeri Böse und V. Durandi Lyd.
besprochen, von Hyaeninen Hyaena fellna Böse, H. Colvini Lyd.,
//. macrostoma Lyd., welche einen Uebergang zwischen den
typischen Formen der Gattung und den viverrenartigen und
hundeartigen Carnivoreu bildet, H. sivalensis Böse, und die neue
Gattung Lq)ihyaena, welche auf die Form Ictitherium annectens
sich gründet. Verf. gelangt bei Besprechung dieser Arten zu
dem Resultat, dass Asien eher als Africa als die Wiege der
Hyaeninen anzusehen sei. Die Felinen umfassen die neue
Gattung Aduropsis mit der Art Ael. annectens, Adurogale sivalensis
Lyd., Felis cristata F. U. C., F. brachygnathus Lyd. und F. subhi-
malayana Bronn und Machaerodus sivalensis F. U. C. Die Hyaeno-
donten sind durch eine Art, H. indicus Lyd., vertreten. Die
fossilen Formen der Siwalik - Fauna füllen manche Lücken in
der Verbindungsreihe zwischen den Bären und Hunden, zwischen
den Viverren und Hyaenen und zwischen den letzteren und
den Katzen aus.
A. Nicols, Natural History Sketches among the Carni-
vora, Wild and Domesticated ; with observations on their Habits
and Mental Faculties. Illustr. by Nettleship, Brittan and Wood
London, Gill 1884. 8°.
Ursina. J. Fraipont berichtet über den Fund von Ursus spelaeus
in einer Höhle beim Dorfe Esneux an der Ourthe; Ann. Soc. geol. Belg.
T. 11 1883 — 84 p. 98—104.
N. V. Prschewalski beschreibt Ursus lagomyiarius n. sp. , Reisen
in Tibet. D. Ausg. 1884 p. 124.
Nach G. Tegläs wurden in einer neuen Knochenhöhle in dem
siebenbürgischen Erzgebirge in der Nähe von Toroczko zahlreiche Reste
von Ursus spelaeus gefunden; Verhandl. k. geol. Reichsanst. Wien 1883
p. 180—181.
A. Zipperlen berichtet über eine zimmtfarbene Varietät des Ursus
americanus und über eine silberhaarige Varietät des Grislibären, deren
Vorkommen imd Lebensweise: Zool. Gart. 2 5. Jahrg. p. 344 — 346.
Mustelina. W. Blasius bestätigt wiederholentlich die Ansicht von
Brauns, dass Foetorius itatsi zur Untergattung Lutreola zu stellen sei,
betont hingegen die specifische Selbständigkeit der Art. Verf. charakte-
risirt hierbei die fünf Untergattungen Vormela [s. vorj. Bericht S. 284],
Futorius, Gale, Lutreola und Gymnopus; 13. Bericht d. naturf. Gesellsch.
Bamberg.
118 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
D. Brauns weist nach, dass Mustela Sibirien Fall, zur Gattung
Vison gehöre , aber von V. itatsi speeifisch unterschieden sei. Ferner
betont Verf. gegenüber den Ausführungen von W. Blasius nochmals die
specifische Identität des Itatsi mit dem europäischen NÖrz {Vison lutreola);
Jen. Zeitschr. Naturw. 18. Bd. 3. Heft p. 666—676.
Derselbe, Bemerkungen über die Musteliden Japans und ihre
geographische Verbreitung, insbesondere über die japanische Otter; ebenda
19. Bd. 1./2. Heft p. 401 — 464.
Th. Carter berichtet über das Vorkommen von Meles taxus in
Nord Yorkshire; Zoologist Vol. 8 p. 63.
R. Corneli, Der Fischotter, dessen Naturgeschichte, Jagd und
Fang, nebst einer Abhandlung über den Otterhund und dessen Gebrauch.
Mit 30 Holzschn. Berlin, Baensch 1884. 8°.
H. A. Hagen, Notes on the American Badger {Taxidea americana) ;
Qu. Joum. Boston Zool. Soc. Vol. 2 p. 29.
H. Landois beschreibt die Färbung neu geborener Iltisse; Zool.
Gart. 25. Jahrg. p. 375.
Lilford berichtet über Vorkommen von Mustela putorius in North-
amptonshire; Zoologist Vol. 8 p. 428.
A. Matthews berichtet über das Vorkommen des Iltis in Leicester-
shire; Zoologist Vol. 8 p. 271.
Derselbe berichtet über den Fang von Mdes taxus in Leicester-
shire; ebenda.
J. H. Pooley berichtet über das Vorkommen von Taxidea ameri-
cana in Ohio; Amer. Natural. Bd. 18 p. 1276.
G. T. Rope berichtet über Schwimmfertigkeit des Wiesels; Zoologist
Vol. 8 p. 337.
W. S. M. d'ürban berichtet über das Vorkommen des Iltis in
Devonshire; Zoologist Vol. 8 p. 189—190.
Viverrina. W. Da vi es beschreibt Viverra Hastingsiae n. foss. sp.
aus dem Britischen Eocen; Geol. Mag. (3) Vol. 1 p. 433.
Th. Noack beschreibt die Unterschiede von Viven-a zibetha nepa-
lensis und indica; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 113 — 115.
P. L. Sclater theilt mit, dass Herpestes Maccarthiae sich lebend
im Zoolog. Garten in London befinde; Proc. Z. S. p. 176,
F. Toula beschreibt eine neue fossile Viverre aus der Kohle von
Göriach bei Turnau Cynodictis {Elocyon?) Göriachensis. Dieselbe steht
dem Elocyon martrides Aym. sehr nahe; Jahrb. geol. Reichsanst. Wien
34. Bd. 3. Heft p. 385—393 T. 8.
Canina. J. Bungartz, Kynos. Handbuch zur Beurtheilung der
Racen - Reinheit des Hundes. 35 Taf. mit 70 Abbild. Stuttgart, Neft
1884. 8'^.
L. Buxbaum beobachtete, dass der Fuchs Hummelnester ausgräbt,
um den Honig zu verzehren; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 93—94.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 119
B. Corneli, Die deutschen Vorstehhunde, ihre Zucht, Abrichtung
und Verwendung als Gebrauchshunde. Berlin 1884. 8°.
J. E. Harting referirt über die Hunderassen der alten und neuen
Zeit und deren vermuthliche Abstammung. Nebst Holzschnitten der auf
den alten egyptischen Denkmälern dargestellten Rassen; Zoologist Vol. 8
p. 393—411.
F. V. Kraus 9 berichtet über eine weissHche Varietät des Fuchses;
Jahresh. Ver. f. vaterl. Naturk. Württemb. 40. Jahrg. p. 50 — 52.
J. Kunckel d'Herculais giebt eine eingehende Charakteristik des
Haushundes der Feuerländer sowohl in Bezug auf seine Körperformen als
seine Eigenschaften und Fähigkeiten; nebst Holzschnitt; Bull. Soc. Acclim.
Paris (4) T. 1 p. 312 — 318.
H. Landois, lieber den Hund als grösste Parasitenherberge;
12. Jahresb. Westf. Prov. Ver. p. 16—18.
A. Nehring hat die von den Herren W. Reiss und A. Stübel aut
dem Todtenfelde von Ancon in Peru gesammelten mumifizirten Hunde,
resp. Hundeköpfe untersucht und führt dieselben auf Canis Ingae Tschudi
zurück. Trotz des gemeinsamen scharf ausgeprägten Typus lassen sich
aber drei Rassen unterscheiden, eine Schäferhund - ähnliche Rasse, welche
Verf. Canis Ingae pecuarius nennt, eine Dachshund-ähnliche, welche vom
Verf. als Canis Ingae vertagus und eine Bulldog- resp. Mops - ähnliche
Rasse, welche als Canis Ingae molossoides bezeichnet wird. Es ist wahr-
scheinlich, dass die Dachshund -ähnliche und die Bulldog -ähnliche Rasse
aus der grösseren, mit gestreckterem Schädel versehenen Schäferhund-
ähnlichen hervorgegangen sind. Die letztere repräsentirt offenbar am
meisten den ursprünglichen Typus, obgleich auch sie schon die Merkmale
langjähriger Domestication an sich trägt. Als wilde Stammarten der
Inca- Hunde vermiithet Verfasser den nordamerikanischen Wolf (Lupus
occidentalis) und neben ihm vielleicht auch den Coyote (Canis latrans)',
Kosmos 1884 2. Heft S. 94 — 111 mit Holzschnitten von Schädeln der
genannten drei Rassen des Inca -Hundes; s. auch: Tagebl. 57. Vers. d.
Naturf. Magdeburg p. 169—173.
Derselbe beschreibt den Schädel einer grossen anscheinend prae-
historischen Hunderasse , welcher bei Berlin , in einem zweiten Exemplare
bei Spandau ausgegraben wurde. Verf. benennt die Rasse Canis familiaris
decumanus. Hinsichtlich ihrer Abstammung ist dieselbe auf Canis lupus
zurückzuführen. Verf. verbreitet sich sodann eingehend über das Variiren
der Form der Wolfsschädel und betont schliesslich, dass der Wolf sammt
seinen zahlreichen Varietäten ganz wesentlich als Stammvater unserer
grösseren Hunderassen anzusehen sei; Stzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 153
bis 165.
Derselbe beschreibt einen Schädel von Canis juhatus. Der Schädel
hat mit dem einer dänischen Dogge, wie Burmeister angiebt, wenig Aehn-
lichkeit, weicht auch wesentlich von der von Burmeister (Erläuter. z. Fauna
120 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Bras. T. 26) gegebenen Abbildung ab. Dagegen lassen eich mit dem
Windhund und mit Canis latrans viele Vergleichungspunkte finden; Stüb.
Ges. naturf. Fr. Berlin p. 107 — 114.
0. Nordquist berichtet über die Hunde der Tschuktschen ; Vega
Exped. 2. Bd. p. 61 — 117.
N. V. Prschewalski erwähnt eine neue Hundeart, Canis Ecldoni^
in: Reisen in Tibet. Deutsche Ausgabe 1884 p. 123.
A. T. de Rochebrune hat Canis laobetianus und Vulpes Edwardsi
abgebildet; Faune Seneg. Mamm. T. 5.
R. V. Schmiedeberg, Der deutsche Vorstehehund. Mit 6 Abb ;
Abdr. aus Vero Shaw, das illustr. Buch v. Hunde. Leipzig, Twietmeyer
1884. 8°.
V. Shaw, Das illustrirte Buch vom Hunde, übersetzt und mit An-
merkungen versehen von R. v. Schmiedeberg. Leipzig, Twietmeyer.
Lief. 20 — 28.
K.M. Siber, Schweizerisches Hundestammbuch. Im Auftr. d. Schweiz.
Kynolog. Ges. herausgeg. 1. Heft. Zürich. Orell, Füssli u. Co. 1884.
F. Specht, Abbildungen vorzüglicher Hunderassen. In Holzschnitt
ausgeführt von G. Specht. 2. Aufl. Stuttgart 1884. Fol.
F. Toula beschreibt einen Amphicyon Goeriachensis von Göriach
bei Tumau, welcher dem Ä. intermedius v. Meyer nahe steht; Jahrb. Geol.
Reichsanst. 34. Bd. 3. Heft p. 386—392 T. 8.
Feiina. J. Cordeaux berichtet über Vorkommen der Wildkatze in
Lincolnshire ; Zoologist Vol. 8 p. 380—381.
Th. Eimer setzt seine Untersuchungen über die Zeichnung der
Raubthiere fort und behandelt insonderheit die verwandtschaftlichen Be-
ziehungen von Felis catus, maniculata und domestica. Verf. gelangt auf
Grund der Zeichnung des Felles dieser drei Formen, welcher die anato-
mischen Verhältnisse durchaus entsprechen, zu dem Schluss, dass Felis
domestica von F. maniculata abstammt, beziehungsweise als gleichartig
mit derselben anzusehen ist , und dass F, catus in F. domestica , bezw. in
maniculata ihre Stammform hat. Für die Hauskatze stellt offenbar die
stark quergestreifte Varietät den ursprünglichen Zustand der Zeichnung
dar; Zoolog. Anz. 7. Jahrg. p. 13—17, 34—38 u. 56 — 62.
B. Langkavel versucht nach den in der geographischen Literatur
vorhandenen Notizen die Nordgrenze der Verbreitung des Tigers in Asien
festzustellen; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 361 — 364.
L. Matthiessen, üeber den physikalisch-optischen Bau des Auges
von Felis leo fem. Mit 1 Holzschn. ; Pflüger's Arch. f. d. ges. Physiol.
35. Bd. 1./2. Heft p. 68—75.
Th. Noack beschreibt eine neue Katze aus dem Somaliland, Felis
Hagenbecki; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 326—327.
Einiges über die Lebensweise von Felis concolor ist mitgetheilt in :
Amer. Natural. Bd. 18 p. 1160-1163.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 121
Pinnipedia.
Th. Southwell liefert eine Darstellung des Robben- und
Wal -Fanges während des Jahres 1882. Die gemeinste Robbe
an den Küsten von Labrador und Grönland ist Plioca groen-
Inndica, zwischen Island und Grönland wird im Juni Cystophora
cristata häufig angetroffen. Hyperoodon rostratrum wurde 1882 in
grosser Anzahl erlegt; Zoologist Vol. 8 p. 121 — 127.
In einem zweiten Artikel bespricht derselbe Verfasser die
Resultate des Robben- und Wal -Fanges während des Jahres
1883. Wie bedeutend die Ausbeute ist, erweist die Angabe,
dass allein von den englischen Schiffen in Grönland 37,922
Robben geschlagen wurden; ebenda p. 295 — 300.
Trichechina. Hermes berichtet über ein im Berliner Aquarium
gepflegtes junges Walross, über Wachsthum und Betragen, und hebt be-
sonders die überraschende Gelehrigkeit des Thieres hervor; Zool. Gart.
25. Jahrg. p. 187—190; Stzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 67—70.
0. Nordquist berichtet über die Verbreitung von Odobaenus ros-
marus und obesus. Letztere Form betrachtet Verf. nur als Varietät der
ersteren; Vega Exped. 2. Bd. s. oben S. 106.
Arctocephalina. H. Burmeister, Atlas de la description physique
de la Republic Argentine. 2. Sect. Mammiferes. 2. livr.: Otariidae.
Buenos Ayres 1883. Fol.
J. W. Clark beschreibt den Schädel von Otaria cinerea Peron, der
an der Ostküste Australiens vorkommenden Art, und erläutert die Be-
schreibung durch mehrere Holzschnitte; Proc. Z. S. p. 188 — 196.
Fhocina. In New-York befinden sich fünf See-Elefanten, Cystophora
proboscidea, in Gefangenschaft, welche an der Küste Kaliforniens ein-
gefangen wurden; Zool. Garten 25. Jahrg. p. 27 — 28.
H. W. Elliott beschreibt Monachus tropicalis von der Küste von
Cuba; Science (Cambridge, Mass.) Vol. 3 p. 752.
J. A. Grant, On a specimen of the Inferior Maxilla of Phoca
groenlandica; Proc. Trans. R. Soc. Canada Vol. 1 Sect. 4 p. 286.
J. E. Karting berichtet über den Fang von Halichoerus grypus auf
den Channel-Inseln; Zoologist Vol. 8 p. 337 — 338.
Nach C. H. Merriam ist Phoca groenlandica ein beständiger Be-
wohner des St. Lawrence Golfs, wandert im Sommer bald einzeln oder
in kleinen Gesellschaften, bald in grossen Heerden, geht den Lawrence-
Strom bis zum Saguenay hinauf und ist häufig zwischen Mille Vasches
und Manicougan. Mit grosser Regelmässigkeit besuchen die Thiere be-
stimmte Stellen der Küste, wo sie von daselbst sich sammelnden kleinen
Fischen sich nähren. Die Jungen werden Ende Februar oder Anfang
März geboren; Amer. Natural, p. 1227 — 1231.
122 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
A. V. Mojsisovics macht darauf aufmerksam, dass Reinhardt in
KrÖyer's Tidskrift IV p. 313 bereits auf das Vorkommen eines sechsten
kleinen Backzahns im Oberkiefer von Halichoerus grypus hingewiesen
habe; Zool. Anz. 7. Jahrg. p. 96 [vergl. Torjähr. Bericht S. 287: A.
Nehring].
A. Nehring beschreibt drei Schädel von Halichoerus z. Th. mit
auffallendem Variiren der Form und z. Th. abnormer Zahnbildung. Der
eine derselben stammt von einem an der Küste Ostfrieslandg erlegten
Exemplar; Stzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 64—67.
F. W. True liefert eine ausführliche Beschreibung des Skelets von
Phoca (Histriophoca) fasciata Zimmerman; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6
No. 27 p. 417 — 426 Taf. 11 — 14.
Rodentia.
M. H. Filhol beschreibt eine neue Nagergattung aus dem
Phosphorit von Quercy: riesispermopMlus angustidens; Bull. Soc.
Philom. 1882/83 p. 99—100.
R. Kraushaar hat an der Hand von Schnittserien einer
Embryonenreihe die Entwicklung von Hypophysis und Epiphysis
bei Nagethieren untersucht. „Die Hypophysis ist ein drüsen-
artiges Organ, welches sich aus dem Ektoderm entwickelt und
zwar durch rein mechanische Ursachen. Da sie bei allen
V^T'irbelthieren (mit Ausnahme von Amphioxus) vorkommt und
auch eine Homologie bei Ascidien gefunden wurde, so ist sie
ein von den Vorfahren ererbtes Organ, das jetzt in Rückbildung
begriffen ist. Von dem Trichterfortsatz und der Epiphysis lässt
sich w^eiter nichts sagen, als dass jener ein epithelialer, diese
ein bindegewebiger Anhang des Hirns ist. Ihre Entstehung
lässt sich ebenfalls auf mechanische Ursachen zurückführen;
Zeitschr. wissensch. Zoologie 41. Bd. 1. Heft p. 79 — 98.
R. Lydekker giebt einige kurze Bemerkungen zu einigen
fossilen Rodentien aus der Sammlung des Brittischen Museums;
Geolog. Mag. Vol. 1 No. 10 October 1884 p. 445.
Derselbe bespricht eine Theridomys aus den Headon beds,
welche mit Th. aquatiUs übereinzustimmen scheint, und eine der
Nesokia Hardwiclci augenscheinlich identische fossile Nagerart aus
den Siwaliks von Indien; ebenda p. 442 — 445.
Derselbe beschreibt eine neue fossile Art, Merycopotamm
nanus, von den Sivalik-Schichten; ebenda No. 12 p. 545—547.
Derselbe bespricht die fossilen Nager Indiens. Erst
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 123
wenige Reste dieser Ordnung sind gefunden. Verf. beschreibt:
BUzomys sivalensis Lyd. und Hystrix sivalensis Lyd.; Palaeont.
Ind. Ser. 10 Ind. Tert. and Post-tert. Vertebrata. Vol. 3 Ft. 3
p. 1-7.
A. T. de Rochebrune bildet ab: GrapMurus Hueti, Atherura
armata und Aulacodus sidnderiamis ; Faune Söneg. T. 3 F. 1 U. 2
und T. 4.
M. Schlosser, Die Nager des europäischen Tertiärs nebst
Betrachtungen über die Organisation und die geschichtliche
Entwickelung der Nager überhaupt. — Verf. beschreibt zunächst
die Nagerreste des europäischen Tertiärs, insbesondere solche
aus den Phosphoriten Frankreichs und aus süddeutschem Miocän
und giebt eine tabellarische Uebersicht über die Verbreitung
der Arten in den verschiedenen Ländern und Formationen nebst
einem Anhang, welcher die fossilen Nager Nordamerikas auf-
führt. Es werden sodann die Organisation der fossilen Nage-
thiere und deren Beziehungen zu den recenten besprochen.
Den schmelzfaltigen Backzahn der Nager hält Verf. für eine
Modification des schmelzhöckerigen, den Nagezahn hingegen für
einen modificirten Schneidezahn. Die fossilen Nagethiere mit
4 Mahlzähnen besassen sämmtlich für den vordersten einen
Milchzahn, was bei den recenten Arten nicht mehr durchweg
der Fall ist. Bemerkenswerth erscheint die üebereinstimmung
im Bau des Schädels und hinsichtlich der Extremitäten der
fossilen Nagethiere; ersterer zeigt eine breite, abgeplattete
Form. Die Untersuchung des Skelets ergiebt, dass die Lepo-
riden sich erst später als die übrigen Nager von den Marsu-
pialien abgezweigt haben. Die Nagethierfauna der älteren
Tertiärzeit Europas bestand aus Formen, welche gegenwärtig
durch nahe Verwandte in Südamerika vertreten sind. Diese
Formen verschwinden mit Beginn des oberen Miocäns, dessen
Formen von den jetzt lebenden wenig abweichen. Neu be-
schrieben werden folgende Arten: Nesokerodon n. g. mit den
Arten N. minor und Quercyi, Hystrix suevica, Theridomys gregnrius
rotundidens und parvidus, ProtecJämys gracilis und major, Trechomys
insignis, irüermedius und pusillus, Sciuroides Quercyi und intermedius,
Sciurus duhius, Sciurodon n. g. cadurcense, Myoxns primaeviis Und
Wetzleri, Sciuromys n. g. Cayluxi, Eomys n. g. Zitidi, Cricetodon
cadurcense, spectahile, murinum und incertum; Palaeontogr. Bd. 31
p. 1-143 T. 1-8.
124 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Einige Nachträge und Berichtigungen zu vorstehender Arbeit
in: Zool. Anz. 7. Jahrg. p. 639—647.
Sc lenk a giebt eine kurze Notiz über die Inversion der
Keimblätter im Ei des Meerschweinchens, der Ratten und Mäuse;
Stzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 51—52.
Sciurina. W. Blas ins beschreibt eine neue Nagethiergattung aus
Turkestan, welche bisher als Spermophilus leptodactylus oder nur als
Varietät von Sp. fulvus unter die Ziesel gestellt wurde. Verf. nennt die
Gattung Spermophilopsis ; Tagebl. 27. Versammlung deutscher Naturf.
Magdeburg p. 324.
M. H. Fi l hol beschreibt unter dem Namen Sciurus Cat/luxi einen
neuen fossilen Nager von Caylux, welcher zwischen Sciurus Feignouxii
und Sc. Chalaniati steht; Bulletin Soc. Philomatique 7. Scr. Tome 8
No. 2 p. 64.
F. Th. Koppen, Nachschrift zum Aufsatze: Das Fehlen des Eich-
hörnchens in der Krim; Beitr. Kenntn. russ. Reichs 2. Folge.
F. Lataste weist darauf hin, dass Sciurus persicus Erxl. den Typus
einer besonderen Untergattung darzustellen scheine und stellt die Syno-
nymie der Art zusammen; Le Naturaliste No. 51 p. 406 — 407.
0. V. Loewis berichtet über ein auf der Insel Osel (5. Kreis Liv-
lands) erlegtes schwarzes Eichhörnchen, während in Livland sonst nur
die fuchsrothe Rasse vorkommt, knüpft daran Erörterungen über die mög-
lichen Ursachen des Schwarzwerdens und stellt einige hierauf bezügliche
sowie die geographische Verbreitung der schwarzen Varietät betreffende
Fragen; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 202—208.
Ch. B. Plowright, The Squirrel as a Fungus - eating Animal;
Scott. Natural. N. S. Vol. 1 p. 105.
Anomalurina. M. Hu et giebt eine Uebersicht über die Arten der
Gattung Anomalurus. Gegenwärtig sind 6 species bekannt: A. Fraseri
Waterh. von Fernando Po, Ä. erythronotus Miln. Edw. vom Gabun, A.
Beecrofti Fräs, von Gabun, A. orientalis Ptrs. von Zanzibar, A. fulgem
Gray von Gabun, A. Peli Tem. von der Goldküste; Nouv. Arch. du Mu-
se'um 2. Ser. Tome 6 1884 p. 277—297 T. 19—21.
Dipodina. A. Senoner referirt über die Arbeit von Lataste (Ann.
Mus. Civ. Genova Bd. 18 1883) über Pflege und Betragen der Spring-
mäuse, insbesondere von Dipus Darricarrerei Lat. in Gefangenschaft; Zool.
Gart. 25. Jahrg. p. 276—278.
J. A. Murray beschreibt Dipus Blanfordi n. sp. von Persien; Ann.
Mag. N. H. (5) Vol. 14 p. 97.
Murina. A. H. Cocks beschreibt einen Albino von Mus sylvaticus;
Zoologist Vol. 8 p. 226.
E. Coues stellt eine neue Untergattung von Hesperomys unter dem
Namen Thomasomys auf. Typus: Hesperomys cinereus Thos. „Form stout.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 125
Pelage copious. Tail about as long as head and body, hairy, but annuli
distinctly visible. Soles perfectly naked. Ears hairy inside. Front upper
and front lower molar each with six cusps, three on a side, opposite one
another. Mammae six. Habits monticoline; Amer. Natural. Bd. 18
p. 1275.
J. Gatcombe berichtet über das Vorkommen einer Mus rattus in
Devonport; Zoologist Vol. 8 p. 64.
E. T. Higgins und W. S. Petterd beschreiben Mus griseo-caeru-
leus , leucopus , variabilis , Simsoni, pachywus , castaneus, tamarensis und
tetragonurm nn. spsp. von Tasmanien; Pr. R. Soc. Tasmania 1882 p. 173
T. 4, 1883 p. 181, 184, 195.
K. Kräpelin hat Züchtungen grauer Hausmäuse mit weissen Mäusen
vorgenommen und erhielt bei der Paarung einer weissen Maus (9) niit
einer wilden grauen (cf*) nur graue Junge, bei der Paarung dieser Blend-
linge mit weissen, graue und weisse Junge, niemals aber gescheckte;
Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 58—59.
F. Lataste erörtert die Unterschiede der Gattungen Gei-hillus Desm.
(Typus: Dipus gerhillus Olivier) und Meriones 111. (Tj-pus: Mus tamaridnus
Pall.). Beide werden verbunden durch die Untergattung Tatera Lat.
(Typus: Dipus indicus Hardw.). Meriones zerfällt in drei Untergattungen:
Meriones, Rhomhomys Wagn. (Typus: Meriones opimus Lcht.) und Psam-
momys Cretschm. (Typus: Psammomys ohesus Rüpp.). Zur Untergattung
Meriones gehört eine neue Art longifrons von Djeddah (Arabien), welche
mit M. erythrurus und Shawi nahe verwandt ist. Alle drei Arten sind
eingehend beschrieben, die Schädel durch Holzschnitte dargestellt, die
beiden letztgenannten farbig abgebildet. Auch Notizen über gelungene
Zucht der neuen Art in Gefangenschaft; Proc. Z. S. p. 88— 109 T. 6 u. 7.
C. J. Forsyth Major, Sulla conformazione dei molari nel genere
Mus, e sul Mus meridionalis e M. orthodon\ Atti Soc. Toscana Sc. Nat.
Pisa Vol. 6 p. 129—145.
C. H. Merriam, The Musk rat as a Fish-eater; Bull. U. S. Fish
Com. Vol. 4 p. 297—298.
G. W. Oldfield berichtet über das Betragen von Mus messorius
in Gefangenschaft; Naturalist (Yorkshire) (N. S.) Vol. 10 p. 88.
G. T. Rope schildert das Betragen von Mus messo7-ius in Gefangen-
schaft; Zoologist Vol. 8 p. 56 — 59, s. auch J. H. Gurney, ebenda p. 112.
T. Southwell, Black Rat (Mus ratius) at Newcastle; Naturalist
(Yorkshire) (N. S.) Vol. 10 p. 88.
0. Thomas giebt eine systematische Uebersicht über die Unter-
familie Murinae, bespricht zunächst die abweichende Zahnbildung der
beiden Gruppen der Mures und Sigmodontes und charakterisirt sodann die
einzelnen Gattungen; Encycl. Britann. XVH p. 5 — 6.
Derselbe charakterisirt die Untergruppen der Gattung Hesperomys,
und zwar nimmt Verf. die folgenden 9 subgenera an: Rhipidomys Tsch.
126 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
mit den Arten H. leucodactylus Tsch. , H. latimarms Tomes, H. pyrrho-
rhinus Wied, H. Sumichrasd De Sauss. und H. hicolor Tomes, verbreitet
über die Amazonische Subregion, Peru und Ecuador. Oryzomys Baird mit
den Arten H. palustris Harl. , H. angonya Desm. , H. albigularis Tom.,
H. galapagoensis Waterh., H. longicaudaius Benn., H. spinosus Thos. etc.
c. 30, verbreitet über den Süden der Vereinigten Staaten bis zum Cap
Hörn. Calomys Waterh. mit den Arten H. himaculatus Waterh., H. ele-
gans Waterh. und H. gracüipes Waterh., verbreitet von Peru bis Buenos
Ayres und Bahia Bianca. Vesperimus Coues mit den Arten H. leucopus
Raf. , H. californicus Gamb. , H. aztecus De Sauss., H. cinereus Thos.,
H. Taczanowskii Thos. etc. c. 10, in Nordamerika südlich bis Peru.
Onychomys Baird mit den Arten H. leucogaster Wied und H. torridus
Coues, Südl. Vereinigte Staaten. Scapteromys Waterh. mit den Arten H.
tumidus Waterh. und H. iomentosus Lcht. von La Plata. Phyllotis Waterh.
mit den Arten H. Darwini Waterh., li. holiviensis Waterh., H. griseo-
flavus Waterh. und H. xanthopygus Waterh. aus der Patagonischen Sub-
region. Habrothrix Waterh. mit etwa 20 Arten, darunter H. longipilis,
olivaceus und xanthorhinus Waterh., verbreitet über die Patagonische Sub-
region nordwärts bis Ecuador und Südost-Brasilien. Oxymycterus Waterh.
mit den Arten H. nasutus Waterh., H. hispidus Pict., H. rufus Desm. u. a.
in der südlichen Brasilianischen Subregion. Megalomys Trouess. fällt
nach Ansicht des Verf. mit Holochilus Brdt. zusammen und ist keine
Ilesperomys. Tylomys Ptrs. hält Verf. hingegen für eine besondere Gat-
tung. Es werden sodann 14 Arten aus Central -Peru aufgeführt [s. oben
S. 108], darunter neu beschrieben: Hesperomys laticeps var. nitidus^ H.
(Calomys) himacvlatus var. lepidus und Rheithrodon pictus. Dieselben sind
abgebildet, ebenso Hesperomys scalops und die Schädel von H. scalops,
cinereus j latimanus, leucodactylus j spinosus, himaculatus j lepidus und Rhei-
throdon pictus; Proc. Z. S. p. 447—458 T. 42—44.
Arvicolina. H. W. Elliot, The Destruction of Carp by the
Musk-rat (Fiber zibethicus) ; Bull. U. S. Fish Comm. Vol. 4 p. 296
bis 297.
Poliakoff, Revue systematique des campagnols de Siberie (Mem.
St. Petersb. 29. Annexe). Analyse avec annotations critiques par F. La-
taste; Ann. Mus. Civ. Genova 20. p. 253 — 301. — Französische Ueber-
setzung der vom Verf. 1881 in russischer Sprache veröffentlichten Arbeit.
Unter den aufgeführten 16 sibirischen Arten sind 6 neue: Ärvicola kam-
tschaticus p. 272, A. Wosnessenskii p. 280 von Kamtschatka, A. Evers-
manni vom Altai p. 285, A. Middendorß von Nord -Sibirien p. 289, A,
Nordenskiöldi von der Taimoursk - Halbinsel p. 290, A. Raddii von Ost-
Sibirien p. 299. Borioikon n. g. T.: Myodes torquatus Pall. Eremi-
omys n. g. für Myodes luteus und lagurus.
F. W. True beschreibt; Neoßber n. g. Skull and dentition as in
Fiber. Feet normal; toes not bent laterally at an angle with the sole;
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 127
tail round. Typus: Neoßber Alleni n. sp. von Florida; Proe. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 7 No. 11 p. 170—172.
Spalacoidea. W. Blasius beschreibt einen neuen Wurfmoll, Ello-
bius Tarieret, vom Altai-Gebirge; Zoolog. Anzeig. No. 164 1884.
Hy Strichina. P. L. Sclater theilt mit, dass Sphingurus spinosiis
lebend in den zoolog. Garten in London gelangte und giebt eine Abbil-
dung der Art; Proc. Z. S. p. 389 T. 33.
Caviina. W. H. Flow er fand bei einem acht Tage alten Hydro-
choerus capyhara den Praemolarzahn so vollkommen ausgebildet, dass er
vermuthete, es sei demselben kein Milchzahn vorhergegangen, wie gewöhn-
lich angenommen wird, oder aber der Vorgänger sei bereits in einem
frühen Zustande des Intrauterin - Lebens gewechselt; Proc. Z. S. p. 252
bis 253.
Ch. S. Mi not, Zur Kenntniss der Samenblasen beim Meerschwein-
chen. Mit 1 Taf.; Arch. mikrosk. Anat. 24. Bd. 2. Heft p. 211—215.
F. Spee, Ueber directe Betheiligung des Ectoderms an der Bildung
der Urnierenanlage des Meerschweinchens. Mit 1 Taf.; Arch. f. Anat. u.
Physiol. Anat. Abth. 1./2. Heft p. 89 — 102.
Echimyina. G. E. Dobson beschreibt die Myologie und Splanch-
nologie von Capromys melanurus (Poey), mit Skizzen von Leber, Uterus,
Caecum u. a. Theile, sowie einer farbigen Abbildung des ganzen Thieres;
Proc. Z. S. p. 233-250 T. 18—21.
F. W. True berichtet über das Vorkommen von Loncheres armalus
(Geoffr.) auf Martinique; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 p. 550 — 551.
Leporina. A. Christiani, Zur Kenntniss der, Functionen des
Grosshirns beim Kaninchen; Stzb. K. preuss. Ak. Wiss. Berlin 1884
No. 28 p. 635—640.
C. Dury giebt eine Liste der recenten und fossilen nordamerikanischen
Arten des genus Lepus; Journ. Cincinnati Soc. N. H. Vol. 7 p. 78.
F. Hermann, Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Geschmacks-
organs beim Kaninchen; Arch. mikrosk. Anat. 24. Bd. 2. Heft p. 216
bis 229.
F. Hilgendorf schreibt über das Vorhandensein einer Schmelzfalte
an den oberen Schneidezähnen einiger Hasenarten und berichtigt eine
frühere Angabe, wonach bei den Backzähnen der Lepuriden das Schmelz-
blech einen vollständig geschlossenen Cylinder bilden sollte. Vielmehr
erleidet die Schmelzwand an den Stellen, wo auf der Kaufläche die obere
und untere Zahnreihe sich bei ruhendem Kiefer nicht decken, eine deut-
liche Unterbrechung; Stzb. Ges. Naturf. Fr. p. 18—23.
H. Munk, Zur Kenntniss der Funktionen des Grosshirns beim Ka-
ninchen; Stzb. K. preuss. Ak. Wiss. Berlin 1884 No. 30 p. 655 — 660.
O. Nordquist beschreibt Lepus timidus var. tschukschorwn von der
Nordküste Sibiriens; Vega Exped. 2. Bd. s. oben S. 106.
128 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
A. T. de Rochebrune beschreibt Cuniculus senegalensis n. sp. von
Senegambien; Act. Soc. L. Bord. (4) 7. p. 120 und Faune Senegambie.
Mammiftres 1883.
Edentata.
S. Ameghino beschreibt Oracanthus Burmeisteri n. foss. g.
u. sp. von Argentinien; Bull. Ac. Arg. Cordoba. 7 p. 499.
H. Burmeister beschreibt den Panzer von Eutatus Seg-
uini] Stzb. Ak. W. Berlin 1883 H p. 1045—1063.
F. Kinkelin beschreibt die beiden Formen Scdidotherium
und Toxodon. Letztere nähert sich in Zahl und Gestalt der
Vorderzähne der Gattung Hyrax; Ber. Senckenb. naturf. Ges.
1884 p. 156—164.
W. K. Parker, On the Structure and Development of
the Skull in the Mammalia. Pt. II. Edentata; Pr. R. Soc.
Vol. 37 p. 78.
A. V. Pelz ein beschreibt Xenurus loricatus (Natt.) n. sp.
von Mattogrosso; Verhandl. Z. B. Ges. Wien Beih. zu Bd. 33
1883 p. 102.
M. Schmidt liefert eine ausführliche Naturgeschichte der
Myrmecophaga juhata, insbesondere eine Darstellung der Lebens-
weise in Freiheit und Gefangenschaft; Kosmos 1884 3. Heft
p. 191—202.
Ungulata.
E. D. Cope characterisirt die Ordnung Amblypoda [s. Be-
richt 1882 p. 415 und 1883 p. 293] und giebt eine Uebersicht
über die Unterordnungen, Familien, Gattungen und Arten der
Gruppe. Die Ordnung zerfällt in drei Unterordnungen:
Astragalus with a head; a third trochanter of femur; su-
perior incisors: Taligrada.
No head of astragalus; a third trochanter; superior in-
cisors : PantodorUa.
No head of astragalus, nor third trochanter, nor superior
incisors : Dinocerata,
Die Taligrada kommen nur in der Puerco - Epoche vor, die
Pantodonta in der Wasatch- und die Dlnoceraia in der Bridger-
Epoche. Die Taligrada sind durch eine Familie mit der ein-
zigen Gattung Pantolamhda Cope repräsentirt , von welcher
letzteren jetzt zwei Arten, P, bathmodon und caviridus Cope,
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 129
bekannt sind. Die PantodoiUa basiren ebenfalls nur auf einer
Familie, den Coryphodontidae, welche folgende 5 Gattungen um-
fassen:
1. Superior molars with two interior cusps.
All the superior molars with a well-marked external posterior V:
Manteodon.
2. Last superior molar with but one inner cusp or angle.
A. Last superior molar with posterior external cusp.
Anterior two molars with posterior external V: Ectacodon.
B. Last superior molar without external posterior cusp.
a. Anterior two molars with posterior external V.
Astragalus transverse , with internal hook and no facet : Cory-
phodon.
Astragalus subquadrate, with an internal facet and without
internal hook: Bathmodon.
b. First superior molar only with posterior external V: Metalo-
phodon.
Die einzelnen Gattungen, zum Theil auch die Arten sind cha-
racterisirt und zahlreiche Reste, insbesondere Kiefertheile und
Zähne in Holzschnitten dargestellt. Der Schluss der Arbeit
wird im folgenden Bande der Zeitschrift folgen ; Amer. Natural.
Bd. 18 p. 1110—1121 u. 1192—1202.
Derselbe beschreibt die neuen fossilen Arten Haphconus
XipJiodon und Conoryctes crassicuspis aus dem Puerco-Eocen Neu-
Mexicos; Proc. Acad. Philad. 1883 p. 466.
B. Lydekker liefert einige Bemerkungen über die Antlira-
cotheriidae der Insel Wight nach Resten im Brittischen Museum.
Mit Hyopotamus velaunus Cuv. ist H. vectianus Owen identisch, auf
//. bovinus Owen ist auch Bothriodon leptorhynchus Aymard und
Ancodus Aymardi Pomel ZU beziehen. Unter den genannten
Resten befindet sich noch Hyopotamus pordnus Gervais und zwei
Anthracotherium- Arten (minus Cuv. und alsaticim CüY.?)] Geol.
Mag. Vol. 1 No. 12 Dec. 1884 p. 547—548.
E. T. Newton beschreibt Coryphodon croydonensis n. sp.
foss. von den Eocen beds, Croydon; P. Geol. Ass. 8. p. 250
T. 3.
Fr. Teller beschreibt ein neues Anthracotherium von Trifail
in Südsteiermark, /l. illyricum, und liefert dabei eine Besprechung
der Gattung Anthracotherium, ihrer räumlichen und zeitlichen Ver-
breitung und eine Uebersicht über die bis jetzt bekannten
Arten. Diese sind: A. magnum Cuv., minus Cuv., alsaticum Cuv.,
Aich. f. Natff. 51. Jahrg. U. Bd. 2. H. J
130 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
siUstrense Pentl., lembronicum Brav., cTioeroides Brav., Cuvieri Brav,,
conoideum Gerv., Sandbergeri Mey., hippoideum Rüt., valdense Kow.,
hreviceps Trosch., dcdmatinum Mey., Laharpei Renev. , Jiyopotamides
Lyd. und die vorgenannte neue. A, minimum Cuv. gehört zu
Choerotherium oder Palaeochoerus , A, velaunum Cuv. ZU Ancodits, A,
gergovianum Blainv. ZU Palaeochoerus und A. minutum Blainv. ZU
Gdocus. Bisher sind Reste der Gattung in West- Deutschland,
Oesterreich, Frankreich, Ober -Italien, in der Schweiz und in
Indien gefunden. Die Blütheperiode der Anthracotherien fällt
in das oberoligocäne Zeitalter. Der älteste Repräsentant, A,
dalmaiinum, stammt aus dem Obereocän von Mt. Promina, ver-
einzelt zeigen sich noch Reste im Pliocän bei Eppelsheim und
in Indien. Verf. beschreibt sodann die Form Prominaüterimn
dalmaünum Meyer aus den Braunkohlenlagern des Mt. Promina.
Dieselbe ist wegen ihrer Beziehungen zu den Hyopotamen nicht
als echtes Anthracotherium ZU betrachten und scheint einen älteren
Typus darzustellen; Beitr. z. Palaeont. Oest. Ung. Wien 1884
Bd. 4 Heft 1 p. 45—133 T. 11—14.
lieber die Gattung Toxodon vergl. oben S. 128.
Condylarthra.
E. D. Cope liefert eine Uebersicht der Familien, Gattun-
gen und Arten der Unterordnung Condylarthra. Verf. hat schon
früher [s. Bericht 1882 p. 415] die Ordnung Taxeopoda in die
Untergruppen Hyracoidea und Condylarthra zerlegt. Erstere sind
jetzt folgendermassen characterisirt: „A post-glenoid process;
no fibular facet of calcaneum, but an interlocking articulation
between fibula and astragalus; ungual phalanges truncate."
Für die Condylarthra lautet die Diagnose: „A post-glenoid pro-
cess; no fibular facets on either calcaneum or astragalus; a
third trochanter of the femur; ungual phalanges acuminate."
Die Condylartha werden in drei Familien gesondert:
Dentition bunodont; toes 5 — 5; astragalus without trochlea;
neck very short; premolars very simple above and below:
Periptychidae.
Dentition bunodont; toes 5 — 5; astragalus with trochlea;
neck longer; premolar teeth different from the molars above
and below: Phetiacodontidae.
Dentition lophodont, with crescents and deep Valleys; pre-
molars partly like molars below; neck longer?: Menvscotheriidae:
Naturgeschichte der Säagethiere während des Jahres 1884. 131
Die Periptychidae umfassen 7 Gattungen:
1. Three premolars.
a. Fourth superior premolar like molars; inferior premolars without
internal ledge: Hexodon.
2. Superior molars with intermediate tubercles, and tubercles anterior
and posterior to the internal cusp; four premolars.
a. Superior molars with an external cingular cusp; inferior premolars
without internal ledge: Ecloconns.
b. No supplementär}- external cusps , inferior premolars with internal
ledges : Periptychus.
3. Intermediate tubercles wanting; four inferior premolars, without
internal lobes.
a. Superior molars with posterior internal cusp only, besides internal
V; last two superior premolars with internal lobes: Anisonchus.
b. Superior molars with internal V only, no other internal lobes; last
two superior premolars with internal cusps: Hemithlaetis.
c. Superior molars with posterior internal cusps only, besides apex
of V ; fourth superior premolar only with internal lobe : Haploconus.
4. Superior molars unknown; inferior premolar No IV? with two opposed
crescents and a heel.
Inferior molars with one or two pairs of opposed crescents: Zetodun.
Alle bekannten Arten der Periptychidae stammen aus dem
Puerco-Eocän. — Die Phenacodontidae, welche theils der Puerco-,
in grösserer Zahl aber der Wasatch-Epoche angehören, zerlegt
Verf. in 4 Gattungen:
Last superior premolars with but one external cusp; in-
ferior molars with Vs: Protogonia.
Last superior premolars with two external cusps; inferior
molars with well-developed cusps: Phenacodus,
Inferior molars with flat grinding faces; no cusps: A7iacodon,
Second, third and fourth superior premolars with two ex-
ternal cusps; those of inferior molars well developed: Diacodexis,
Die Meni<icotheriidae basiren auf dem einzigen genus Mejü-
scotJierium, dessen drei Arten der Wasatch-Epoche angehören.
Zahlreiche Holzschnitte erläutern die Charactere der einzelnen
Gattungen und Arten; darunter sind Abbildungen vollständiger
Skelette von Phmacodus primaevus und Vortmanni; Amer. Natural.
Bd. 18 p. 790-805 und p. 892-906 T. 28—30.
Derselbe beschreibt Anisonchus agapetülns und cophater n.
foss. Arten aus der Puerco -Epoche; Proc. Amer. Phil. Soc.
Philad. Bd. 21 p. 320—321.
132 -^nt. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Perissodactyla.
R. Lydekker giebt einige Nachträge zu seiner früheren
Arbeit über die fossilen Perissodactyla Indiens. Verf. beschreibt
eine neue Art AceratJwrium Blanfordi, ein Cranium von Hippo-
iherium antilopinum Und die oberen Backzähne einer anscheinend
neuen Hippotherium-kxi\ Palaeont. Ind. Ser. 10 Ind. Tert. and
Post-Tert. Vertebr. Vol. 3 Pt. 1 p. 1—17 T. 1—13.
Equidae. A. Baranski, Zähmung und Abstammung des Pferdes.
Leipzig 1884. 8°.
J. E. V. Boas, Bemerkungen über die Polydactylie des Pferdes;
Morphol. Jahrb. 10, Bd. 1. Heft p. 182—184.
T. Conte berichtet über Einführung Turkestanischer Pferde in
Frankreich und giebt eine kurze Charakteristik dieser Rasse; Bull. Soc.
Acclim. France (4) p. 209—211.
J. Mc Fadyean, The Anatomy of the Horse; a Dissection Guide.
London 1884. 8°. 380 pg.
M. Fl e seh, Bau der Hypophyse des Pferdes; Tagebl. 17. Vers. d.
Naturf. Magdeburg p. 195—196 und Arch. Sc. Phys. et Nat. (Geneve)
(3) T. 12 No. 11 p. 452-453.
A. Goubaux und G. Barrier, De l'Exterieur du Cheval. Partie 2.
Paris 1884. 8°. p. 509—680. av. 155 illustr.
H. V. Ihering theilt einen Fall von Polydaktylie bei Pferden mit,
welchen er in Rio Grande (Brasilien) beobachtete. „Die Zehenvermehrung
betraf die Vorderfüsse und zwar war die zweite Zehe, also die innere,
überzählig ausgebildet. Diese abnormen Gebilde waren verhältnissmässig
sehr stark entwickelt, indem die Nebenhufe 87 mm lang und 35 mm breit
waren. Sie berührten den Boden nicht und schlotterten ziemlich locker
am Haupthufe herum." Andere zahlreiche Fälle von Polydactylie , von
welchen der Verfasser Nachricht erhielt, betrafen ebenfalls die zweite
Zehe , wodurch Hensel's Ansicht bestätigt wird , dass die innere Zehe des
Vorderfusses zuletzt verloren wurde; Kosmos 1884 2. Heft p. 99—101.
H. Landois berichtet über einen fossilen westfälischen Pferdeschädel,
Equus cahojillus', 12. Jahresb. Westf. Prov. Ver. p. 10—12.
F. Legge e A. Lanzillott-Buonsanti, Contribuzione allo Studio
delle Circonvoluzioni cerebrali del cavallo. Con tav. Milano 1884. 8°.
C. F. Müller und G. Schwarznecker, Die Pferdezucht nach
ihrem jetzigen rationellen Standpunkt. II. Bd. Rassen der Pferde etc.
Parey, Berlin 1884.
F. Müller, Lehre vom Exterieur des Pferdes oder von der Beur-
theilung des Pferdes nach seiner äusseren Form. 4. Aufl. Wien 1884.
gr. 8°. m. 2 Tfln. u. 28 Abbildungen.
A. Nehring, Fossile Pferde aus deutschen Diluvial -Ablagerungen
und ihre Beziehungen zu den lebenden Pferden. Ein Beitrag zur Ge-
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 133
schichte des Hauspferdes. Mit 5 lith. Tafeln. Parey, Berlin 1884. Abdr.
aus „Landwirthsch. Jahrbücher" 1884 p. 81—160. Referat in: Stzb. Ges.
Naturf. Fr. Berlin p. 1 — 7. — Verf. sucht, auf bestimmte Messungen
gestützt, den Beweis zu liefern, dass ein wesentlicher Theil unserer euro-
päischen Hauspferde aus den diluvialen Wildpferden Europas durch eine
in praehistorischer Zeit allmählich ausgeführte Domestication hervor-
gegangen sei. Namentlich scheinen die sog. schweren Pferde mit den
Fossilresten aus den Diluvial-Ablagerungen Nord- und Mittel-Deutschlands
übereinzustimmen. Von besonderer Wichtigkeit für diesen Nachweis ist
der Schädel eines Diluvialpferdes aus dem Loess von Remagen, auf welchen
Verf. die neue Rasse E. caballus foss. var. germanica begründet. In dem
oben citirten Referat sind insonderheit noch Maasse des Schädels eines
Diluvialpferdes aus der Renthierstation von Schussenried (Württemberg)
gegeben, welcher sich durch ausserordentliche Breitstirnigkeit auszeichnet
und auf welchen Verf. die neue Rasse E. caballus foss. var. lalifrons
begründet.
Derselbe erwähnt eines Äjo/janon - ähnlichen Nebenhufes an dem
medialen Griffelbein des einen Vorderfusses eines in Heydekrug in Ost-
preussen geborenen Füllens; Stzb. Ges. Naturf. Fr. Berlin p. 138.
E. E. Nipher, The Evolution of the American Trotting Horse;
Trans. Acad. St. Louis Vol. 4 No. 3 p. 509—516.
Th. Noack beschreibt einen neuen Wildesel, Ä. iaeniopus var.
So7yialiens{s, aus dem Somaliland; Zool. Gart. 25. Jahrg. Aprilheft p. 101.
P. L. Sclater beschreibt dieselbe Art unter dem Namen Equus
asinus somalicus; Proc. Z. S. 542 T. 50. — Equus asinus africanus
ebenda abgebildet.
N. A. Sokolow erwähnt Hipparion gracile aus den Tertiärlagern
der Krim; Verh. Petersb. naturf. Ges. 1883 (russisch).
F. Smith berichtet über Missbildung der Tracheen bei einem Pferde ;
Joum. of Anat. Physiol. Vol. 19 Pt. 1 p. 24 — 26.
Sussdorf, lieber Anatomie und Physiologie des Respirations
apparates des Pferdes, insbesondere die Lage des Zwerchfells und der
Lungenränder; Ber. 56. Vers. d. Naturf. u. Aerzte, Freiburg i. B. 1883
p. 131 — 133.
P. Thomas beschreibt eine neue subfossile Pferdeart, Equus asinus
atlaniicus von Algier; Mem. Soc. Ge'ol. France Paris (3) Pt, 3.
M. Wilckens referirt über die Forschungen auf dem Gebiete der
Paläontologie der Hausthiere. Der erste Abschnitt behandelt die fossilen
Equinen, liefert Beschreibungen der verschiedenen Formen dieser Gruppe
in ihren einzelnen Scelettheilen und bespricht deren allmähliche Entwick-
lung und die vermuthliche Abstammung unserer jetzigen Hauspferde nach
den zahlreichen, diesen Gegenstand behandelnden PubUkationen. Ein
genauer Literaturnachweis erhöht den Werth des ausführlichen Referats;
Biol. Centralbl. 4. Bd. p. 137 — 154, 183—188, 294—310 u. 327—344.
134 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Beschreibung, Abbildung und Biologisches über Equus Prschewalskii
Polj. befindet sich in: N. v. Prschewa Iski, Reisen in Tibet, Deutsche
Ausg. 1884 p. 25; Nature Bd. 30 p. 391—392; siehe auch Th. Noack,
Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 332.
Tapirina. Th. Noack bespricht die Unterschiede des central-
amerikanischen und brasilianischen Tapirs; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 334.
Nasicornia. J. Cockburn, On the recent Existence of Rhinoceros
indicus in the North Western Provinces, and a Description of a Tracing
of an Archaic Rock Painting from Mirzapur representing the Huuting of
this Animal; Jonm. As. Soc. Bengal No. 1 1883.
P. L. Sclater berichtet über ein im zoolog. Garten von Calcutta
gepflegtes Exemplar von Rhinoceros lasiotis, welches bei Chittagong
(Begum Latifa Khatum) gefangen wurde; Proc. Z. S. p. 55 — 56.
F. Toula erwähnt, dass die in Göriach bei Turnau in Steiermark
gefundenen Rhinoceros -Reste vermuthlich einer neuen Art angehören,
welche an Rhinoceros minutus Cuv. sich anschliesst; Jahrb geol. Reichs-
anstalt 34. Bd. 3. Heft p. 400 T. 8 F. 21.
Vacek berichtet über einen Unterkiefer von Äcerotherium minutum
Kaup aus Congerienschichten bei Brunn a. G.; Verh. k. geol. Reichsanst.
1884 p. 356—358.
Palaeotherina, F. Toula beschreibt einen Schneidezahn von Pa-
laeotherium medium Cuv. von Göriach bei Turnau in Steiermark; Jahrb.
geol. Reichsanst. 34. Bd. 3. Heft p. 398 — 400 T. 8 F. 21.
Artiodactyla.
G. Baur, Der Carpus der Paarhufer. Eine morphogene-
tische Studie; Morph. Jahrb. 9. Bd. 4. Heft p. 597—603.
R. Bonnet, Beiträge zur Embryologie der Wiederkäuer
gewonnen am Schafei. Mit 3 Taf.; Arch. Anat. Phys. Anat.
Abth. 3./4. Heft p. 170—230.
Derselbe, Untersuchungen über die Entwicklung des
Schafeies; Ber. 56. Vers. Naturf. u. Aerzte Freiburg i. B. 1883
p. 144—146.
J. D. Caton, The Antelope and Deer of America; a
comprehensive Scientific Treatise upon the Natural History etc.
of the Antilocaprae and Cervidae of North America. 2 edit.
New York 1884. 8°. 426 pg. w. illustr.
E. D. Cope entwirft eine Phylogenie der Artiodactyla. Als
ältestes Glied der Reihe betrachtet Verf. die Pantolestidae. An
diese schliessen die Selmodontia sich an, von welchen drei
Zweige ausgehen, die Hyopotamidae mit ihren Nachkommen, den
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 135
Pecora, die Oreodontidae als Vorfahren der TraguUna, und die
rucbrotJierüdae als Vorfahren der Tylopoda; Nature Bd. 30 p. 600.
Ch. Deperet beschreibt Reste fossiler Wiederkäuer aus
dem Pliocän und Quartär der Auvergne, die aus den Samm-
lungen von Croizet und Bravard stammen. 1. Pliocän: GazdLa
horhonica Dep. ex Brav., Antilope ardea Dep. ex Croiz., Ant,
(TragdapJius) torticornis Aymard, eine Uebergangsform zwischen
Palaeoreas Und der recenten Gattung Tragdaphm, Cervus ardens
Croiz., C. ramosixs Croiz., zu welcher Art als verschiedene Alters-
stufen C, Croizeti, platyceros, cladoceros und pohjdadus gehören,
Cerviis borlonicus Dep. ex Croiz., C. pardinensls Croiz., C. issiodo-
rensis Croiz., C Perrieri Croiz., C. Aueriarum Croiz. , C. cusanus
Croiz., C. nescherensls Dep. ex Croiz., C. huladensis Dep. ex Croiz.,
C. arvernensis Croiz., C. {Dama) somonensis Cuv., Boselatus Pomel
ex Croiz., mit welchem Bus etruscus identisch ist. 2. Quartär:
Cervus tarandm, mit welchem die drei von Bravard aufgestellten
Arten C. parentignacus, rangiceros und tarandoides zusammenfallen,
C. elaphis, mit welchem C. daphoceros Brav, und C. gergovianus
Croiz. identisch sind, und Bison priscus; Bull. Soc. geol. France
Ser. 3 T. 12 p. 247-284 T. 5—8; Compt. rend. T. 97 p. 866;
Le Natural. 6. Ann. No. 63 p. 504.
Heude beschreibt einen neuen Hydropotes (H. argyropus)
von Korea; Le Natural. 6. Ann. No. 63 p. 499.
R. Lydekker beschreibt einen neuen Artiodactylen : Cae-
noiherium Filholi aus dem Phosphorit von Quercy und bespricht
die Gattungen Anthracoiherium Und Chaeromeryx; Geol. Mag.
No. 248 p. 63-73.
Derselbe beschreibt einige neue Ruminantia von den
Siwaliks und giebt Ergänzungen zu anderen, bereits bekannten
Formen. Es werden besprochen Oreas (?) latidens Lyd., früher
vom Autor als Cervus latidens beschrieben, Palaeoryx (?) sp.,
Boselaphus sp. , Alcelaphns paelaeindicus (Antilope palaeindica Falc),
Tragvlus sivalensis Lyd., Moschus (?) sp., Cervus simplicidens Lyd.,
C. triplidens Lyd. , C. sivalensis Lyd. ; Palaeont. Ind. Ser. 10
Ind. Tert. and Post. Tert. Vertebr. Vol. 3 Pt. 3 p. 7 — 18
T. 13.
J. Nathan referirt über die Mechanik des Wiederkauens
und erörtert die Frage, ob die Rumination als ein Reflexakt
aufzufassen sei, als welche Luchsinger dieselbe experimentell
nachgewiesen zu haben glaubt. Dieselbe scheint aus einer Ver-
136 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
knüpfung willkürlicher und unwillkürlicher Akte zu resultiren;
Kosmos 1884 2. Bd. 5. Heft p. 383—386.
G. Pauntscheff, Untersuchungen über den Magen der
Wiederkäuer. Mit 1 Taf. Leipzig, Dege 1884. 8°.
Nach W. B. Scott gehört die Gattung Oreodon zu den
Artiodactylen ; Nature Bd. 30 p. 601.
Cervina. J. D. Caton beschreibt Geweih -Abnormitäten von Cervus
virginianus und Cervus macrotis; Amer. Natural. Bd. 18 p. 733 — 737
u. 1160.
W. Da mos berichtet über Reste von Rangifer groenlandicus aus
Glacialablagerungen bei Berlin. Verf. bespricht dabei die Unterschiede
und Verbreitung von R. groenlandicus und tarandus-, Stzb. Ges. Naturf. Fr.
BerUn p. 49 — 51.
D. Gronen beschreibt Cervus macrotis und leucurus^ deren Ver-
breitung, Aufenthalt und Lebensweise; Zool. Gart. 25 Jahrg. p. 20—21.
J. E. Harting erwähnt, dass Dorsetshire zur Zeit der einzige Distrikt
in England ist, in welchem Capreolus capraea wild vorkommt und be-
richtet über Versuche, welche gemacht werden, um dieses Wild an an-
deren Orten einzubürgern; Proc. Z. S. p. 152.
Derselbe referirt über das Wachsthum der Hirschgeweihe und
Rehgehörne und giebt Holzschnitte von einigen prächtig ausgebildeten
sowie von merkwürdigen Varietäten der letzteren; Zoologist Vol. 8 p. 353
bis 366. Nachträge hierzu; ebenda p. 425 — 427.
Heu de, Catalogue des Cerfs tachetes (Sikas) du musee de Zi-ka^
wei , ou Notes preparatoires a la monographie de ce groupe. 1884. 4
— Verf. stellt die Gattung Sika für die Varietäten von Cervus sika Schi
auf und beschreibt 37 hierzu gehörende species, unter welchen 34 neue
*S. jouetiamis, a/cloceros, gracilis, grillvanus, pourrelianus ^ macrodontus
ßiniamcs, ox^cephalus, lacryrnosus^ f/uanus, andreanus, taivanus, devilleanus
dominicanus, novioninus, schuhianus, morrisianiis, Schlegeli, infelix, fuscus
brachypus, hollandianus^ orthopus, blakistoninus, dolickorhinus, legrandianus
aplodontus j mitratuSy yesonensis, sylvanus, zendaiensisj Dyhowskii Tacz,
mandschuricus Swinh., microspilus, mandarinus M. Edw., grassianus.
Derselbe beschreibt einen neuen Hydropotes, H. argyropus^ von
Korea; Compt. rend. Ac. sc. T. 98 No. 16 p. 1017.
Fr. Th. Koppen, Die Verbreitung des Elenthiers im europäischen
Russland, mit besonderer Berücksichtigung einer in den fünfziger Jahren
begonnenen Massenwanderung desselben. Mit 1 Karte; Beitr. z. Kenntn.
d. russ. Reichs. 2. Folge. 1883.
A. Nehring beschreibt Schädel verschiedener Hirscharten von Pira-
cicaba in Brasilien und zwar von Cervus {Blastocerus) paludosus Desm.
(abgebildet), C. campestris Cuv. , C. {Cuassus) rufus xqs^. simplicicomis,
C. (Coassus) nemorivagus Cuv., C. {Coassus) rufinus Prsch. Bezüglich
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 137
der systematischen Stellung der Coassinen vermag Verf. die von Rütimeyer
betonte Verwandtschaft mit Cervulus nicht zu bestätigen, hält dieselben
vielmehr am nächsten verwandt mit Cariacus] Stzb. Ges. Naturf. Fr.
Berlin p. 115—137.
Derselbe bespricht den Schädel einer kleinen Spiesshirschart,
welche er mit Coassus Sartorii (Sauss.) identificirt; ebenda p. 199 — 203.
P. Pichot berichtet über Einbürgerung von Cervus sika in England;
n. Soc. Acclim. France (4) T. 1 p. 525.
Viscount Powerscourt berichtet über die gelungene Einbür-
gerung von Cervus sika in Powerscourt (Irland). Die 1860 in einem
Areal von 1000 engl. Acres frei gelassenen Exemplare (ein Hirsch und
drei Thiere) haben sich bis 1884 auf 100 Stück vermehrt, wobei jährlich
mehrere abgeschossen und eine grössere Anzahl verkauft wurden; Proc.
Z. S. p. 207 — 209.
In N. V. Prschewalski's Reisen in Tibet Deutsche Ausg. 1884
p. 76 ist Cervus albirostris n. sp. beschrieben, mit Holzschnitt.
A. T. de Rochebrune gelangt durch Untersuchungen von Renn-
thierskeletten zu dem [bereits bekannten] Resultat, dass zwei verschiedene
Arten existiren, Rangifer hastalis und groenlandicus. Beide sind wiederum
von den fossilen Formen unterschieden. In der praehistorischen Zeit war
das Rennthier noch nicht domesticirt; Joum. Anat. Phys. 1883 p. 586
u. f. T. 41 u. 42.
L. Rütimeyer, Studien zur Geschichte der Hirschfamilie. II. Ge-
biss; Verhandl. Nat. Ges. Basel 7. Th. 2. Heft p. 399 — 464.
Derselbe, Beiträge zu einer natürlichen Gesch. der Hirsche.
III. Th. Mit 6 Taf.; Abh. Schweiz, palaeont. Ges. Bd. 10 p. 1 — 120.
F. Toula beschreibt einige Dicroceros-ArtQU von Göriach bei Turnau
in Steiermark, Dicroceros fallux^ eine dem D. elegans Lart. sehr nahe
stehende Art, Dicroceros minimus n. sp., eine vierte, vermuthlich neue
Form und eine fünfte, welche vielleicht auf Cervus furcatus Fraas zu be-
ziehen ist. Ferner wies Verf. von demselben Fundort llyaemoschus crassus
nach; Jahrb. geol. Reichsanst. 34. Bd. 3. Heft p. 393—398 T. 8 F. 15
bis 20.
Moschidae. Th. Noack beschreibt Moschus moschiferus vom Hima-
laya; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 108 — 109.
Cavicornia. A. D. Bartlett berichtet über Bastardzucht von Gayal
und Bison im zool. Garten in London. Einige dieser Bastarde sind abge-
bildet; Proc. Z. S. p. 399—402 T. 34 u. 35.
J. Biddulph liefert Beschreibung und Abbildung des Cypern-
Schafes, Ovis ophion; Proc, Z. S. p. 593—596 T. 58.
W. T. Blanford beschreibt die Gehörnbildung von Ovis Poli und
gelangt zu dem Schluss, dass kein konstanter specifischer Unterschied
zwischen dieser Form und Ovis Karelini existire; Proc. Z. S. p. 326 bis
329. Mit Holzschnitt.
138 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
J. D. Caton, The Antelope and Deer of America: a comprehensive
Scientific Treatise upon the Natural History, including the Characteristics,
Habits, Affinities and Capacity for Domestication of the Antelocaprae and
Cervidae of North America. Illust. 2 edit. New York; London 1884.
M. Durand berichtet über die Einführung der Angora- Ziege in
Algier, die Entwicklung der Zucht und deren Nutzen; Bull. Soc. AccUm.
France (4) T. 1 p. 113—125.
C. Grewingk berichtet über den Fund subfossiler Wirbel thierreste,
insonderheit von Bos primigenius bei Dorpat und von Cervus tarandus bei
Kunda in Esthland; Stzb. Dorpat. Naturf. Ges. 1884 p. 143—144.
A. Günther beschreibt einige neue Antilopenarten: Alcelaphus
Cokii, Gazella Thomsonii und Gazella Petersii von Ost-Africa; Ann. Mag.
N. H. Bd. 14 p. 425—429.
Th. Kitt, Studien über die Schädelbildung einiger bayerischer
Rinderschläge nebst Bemerkungen über die Morphologie des Rinderschädels
überhaupt; Landwirthsch. Jahrbücher 12. Bd. p. 921—952 T. 18.
J. Kühn berichtet über die Geburt eines Yak -Sanga- Bastardes im
Landwirthschaftlichen Thiergarten in Halle; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 283
bis 284; Der Naturforscher 17. Jahrg. No. 13 p. 126.
Derselbe berichtet über die Fruchtbarkeit der Gayalbastarde; Zeit-
schrift landw. Central- Ver. Prov. Sachsen 1884 11. Heft.
B. Langkavel hat die asiatischen Namen einiger Wildschafe zu-
sammengestellt, um darzuthun, wie überaus unsicher noch deren Deutung
ist; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 311 — 314.
A. Nehring fand zwei wohl entwickelte Eckzähne im Oberkiefer
einer jungen Antilope cervicapra\ Stzb. Ges. Naturf. Fr. Berlin p. 136.
E. W. Nelson beschreibt eine neue geographische Rasse des Berg-
schafs unter dem Namen Ovis montana Dalli. Dieselbe bildet den nörd-
lichen Vertreter der Art, bewohnt insonderheit die bergigen Theile von
Alaska, steigt aber an der arctischen Küste bis in das Hügelland am
Meeresstrande herab. Die Verbreitung erstreckt sich ungefähr zwischen
dem 55. und 70.°. Jedenfalls gehört das von Richardson am unteren
Mackenzie gefundene Bergschaf zu dieser Rasse; Proc. ün. St. Nat. Mus.
Vol. 7 No. 1 p. 12—13.
E. T. Newton beschreibt eine neue fossile Antilope, Gazella
anglica^ von Norwich Crag bei Thorpe in der Nähe von Norwich und
giebt eine Uebersicht über die jetzt bekannten fossilen Antilopen; Quart.
Journ. of the Geol. Soc. Vol. 40 Pt. 2 No. 158 1884 p. 280—293
T. 14 u. Ann. Mag. N. H. Vol. 13 p. 482.
Th. Noack beschreibt Cephalophus Maxwellii, insonderheit die
Unterschiede von C. mergens , ferner Antilope dorcas var. persica; Zool.
Gart. 25. Jahrg. p. 105 u. 108.
Derselbe beschreibt Nemorhoedus goral und Pseudovis nahoor vom
Himalaya; ebenda p. 110 — 111 u, 247—250.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 139
Derselbe beschreibt Fettsteissschafe aus dem SomalilaLd sowie das
Guineaschaf; ebenda p. 327 u. 329.
Derselbe beschreibt ein Hausrind von der Biafragegend in West-
afrika; ebenda p. 328—329.
Derselbe beschreibt Cephalolophus coronatus nach einem im Ham-
burger zooIog. Gai'tcn befindlichen Exemplar; ebenda p. 335.
N. V. Prschewalski schildert die Jagd auf den wilden Yak;
Reisen in Tibet. D. Ausg. 1884 p. 129-130. — Ebenda p. 268 — 269
ist Ovis Darwini n. sp. beschrieben und in einem Holzschnitt abgebildet.
S. Richiardi, Sur la Distribution des nerfs dans le foUicule des
poils tactiles a appareil vasculaire erectile chez le bocuf; Arch. Ital. Biol.
3. T. 4. Fase. p. 280 — 282.
A. T. de Rochebrune hat Bos triceros^ Oreas derhianxis , Colini
und canna, Tragelaphus gratus^ Ovis bakelensis und djalonensis abgebildet;
Faune Seneg- Mamm. T. 7 — 9.
P. L. Sclater beschreibt und bildet ab Strepsiceros imherhis Blyth
und bespricht insonderheit die Unterschiede von St. kudu. Das Vaterland
der Art ist Somaliland; F. Holmwood traf sie am Jubafluss; Proc. Z. S.
p. 45—48 T. 4.
P. Thomas beschreibt neue fossile und subfossile Arten : Bos mau-
ritanicusj Antelope Tournoueri, A. (Palaeoreas) Gaudryi, Ä. (Gazella)
adantica von Algier; Mem. Soc. Geol. France Paris (3) Pt. 3.
W. F. R. Weldon beschreibt Uterus und Placenta eines 9 ^on
Tetraceros quadricornis; Proc. Z. S. p. 2 — 6 mit Holzschnitten.
F. Wellaue r, Die Zähne des Rindes und deren Substanzen. Ein
Beitrag zur Kenntniss derselben nebst Anweisung zur Anfertigung mikro-
skopischer ZahnschlifFe. Mit 4 lith. Taf. Frauenfeld, J. Huber. 1883.
F. Zoepf, Die Rinder des oberen Donauthales. (Die österreichischen
Rinder-Rassen. Hrsg. vom k. k. Ackerbau-Minist. 2. Bd.) 2. Heft. Mit
2 Karten. Wien, Frick 1884. 8°.
Gazella Walleri abgebildet; Proc. Z. S. T. 49.
Tylopoda. Camelus hactrianus ferus Polj., Unterschiede von der
domesticir,ten Form; N. v. Prschewalski, Reisen in Tibet. D. Ausg.
1884 p. 26.
P. Pichot berichtet über Einbürgerung des Kameeis im wilden Zu-
stande in den Vereinigten Staaten; Bull. Soc. Acclim. France (4) T. 1
p. 521—524.
Oreodontidae. E. D. Cope liefert eine Monographie der Familie
Oreodontidae. Verf. stellt dieselbe den Tragulidae am nächsten, von
welchen sie durch getrennte Ulna und radius unterschieden ist. Die
Gattungen werden folgendermassen characterisirt :
1. Orbit incomplete; last premolars in both javvs with two external
crescents or Vs (Agriochoerinae).
140 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
A. Premolars three: Coloreodon Cope.
B. Premolars four: Affriochoerus Leidy.
2. Orbit complete ; premolars four, the fourth with one external creseent
(Oreodontinae).
A. No facial vaeuities.
a. Premaxillaries distinet; otic bullae not inflated: Oreodon Leidy.
b. Premaxillaries distinet; otic bullae inflated: Eucrotaphus Leidy.
c. Premaxillaries coössified; otic bullae inflated: Merycochoerus
Leidy.
B. Facial vaeuities present.
a. Premaxillaries coössified , dentigerous ; vaeuities prelachryraal
only: Merychyus Leidy.
b. Incisors six above, persistent; vaeuities prelachrymal and pre-
frontal; nasal bones much reduced: Leptauchenia Leidy.
•c. Incisors very few, caducous; vaeuities very large: Cyclopidixis
Cope.
2 a. Inferior premolars three.
True inferior canine functional; inferior incisors one on each side:
Pithecistes Cope.
Die Familie umfasst 35 Arten und zwar: Oreodon gracüis, afßnis und
Culbertsoni. Von gracüis unterscheidet Cope eine neue Subspecies colora-
doensisj von der letztgenannten die Subspecies periculorwn. Eucrotaphus
trigonocephalus n. sp. , JacJcsoni Leidy mit den neuen subspecies pacißcus
und lepiacanthus , major Leidy mit der neuen Unterart longifrons. Mery-
cochoerus mit 7 Arten: superhus, Leidyi, chelydra n. sp., macroslegus n. sp.,
montanus n. sp., rusticus und proprius. Merychyus mit 6 Arten: arenarum
n. sp. u. n. subsp. leptorhynchus , pariogonus n. sp., elegans, zygomadcus,
mediuSf major. Leptauchenia major ^ decora und nitida. Cyclopidius simus
und emydinus n. sp. Pethecistes brevifacies, decedens n. sp. und heterodon.
Agriochoerus mit 6 Arten: antiquusy major ^ latifrons, trifrons n. sp., guyo-
iianus und ryderanus. Coloreodon ferox und viacrocephalus. Die Gattungen
und Arten sind eingehend characterisirt. Von Coloreodon ferox ist ein
Schädel im Holzschnitt abgebildet. Zum Schlüsse giebt Verf. eine Ueber-
sicht der Arten nach der Zeit ihres Auftretens. Oreodon findet sich nur
in der White River-Epoche, Agriochoerus in dieser und in der John Day-
Epoche, Eucrotaphus in beiden und in der North Fork-Epoche. Coloreodon
tritt in der John Day- und North Fork-Epoche auf. Merycochoerus zieht
sich durch letztere beiden und die Ticholeptus- Epoche. In letzterer er-
scheinen noch Pithecistes, Cyclopidius, Leptauchenia und Merychyus, welche
letztere Gattung sich auch in die Loup Fork-Epoche hineinzieht; Proc.
Amer. Phil. Soc. Philad. Bd. 21 p. 503 — 572.
Suina. A. Nehring beschreibt den Schädel eines zwergartigen
Schweines aus dem Torfmoor von Tribsees in Neu-Vorpommem. Diese
Rasse, welche Verf. als Sus scrofa nanus bezeichnet, stand dem europäischen
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 141
Wildschwein (Sus scrofa ferus) nahe und war wahrscheinlich aus dieser
Art hervorgegangen, sei es durch natürliche Einflüsse, wie knappe Nah-
rung, ungünstiges Klima, sei es durch die Einwirkungen einer primitiven
Domestication; Stzb. Ges. naturf. Fr. Berlin p. 7—14.
P. L. Sclater theilt mit, dass ein junges 9 von Bahirussa olfurus
in der Menagerie in London geboren wurde; Proc. Z. S. p. 55.
P. Thomas beschreibt Sus phacochoeriodes n. foss. sp. von Algier;
Mem. Soc. Geol. France Paris (3) Pt. 3.
C. J. Forsyth Major, I Cinghiali dell' Italia. Studi craniologici ;
Atti Soc. Toscana Sc. Nat. Pisa Vol. 6 p. 1 — 18.
R. Lydekker, Siwalik and Narbada Bunodont Suina; Palaeont.
Ind. Ser. 10 Ind. Tert. and Fost-Tert. Vert. Vol. 3 Pt. 3. — Neu: Sus
titarij Sus Falconeri, Hyotherium sindiense und Listriodon Theohaldi.
Obesa. G. A. Guldberg beschreibt ein subfossiles Flusspferd von
Madagaskar, Hippopotamus madagascariensis\ Christiania Vidensk. Forhandl.
1883 No. 6.
W. L. Sigel berichtet über das Wachsthum des im zoologischen
Garten in Hamburg gehaltenen Flusspferdes, insonderheit auch über den
Zahnwechsel. Die früher erwähnte [s. Bericht 1883 p. 302], blutig er-
scheinende Schweissabsonderung hat sich nach der vorgenommenen che-
mischen Analyse als ein Fall von Chromhydrose erwiesen. Der Schweiss
reagirt stark alkaUsch. Die bräunlichen Flecke, mit welchen die Oberseite
bedeckt erscheint, sind durch den auf der Haut angetrockneten Farbstoff
des Schweisssecrets verursacht; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 33 — 38 und
353—360.
Proboscidea.
D'Acy, Le mammouth dans le forest- bed de Cromer;
Bull. soc. d'anthrop. Paris 1884.
V. Bieber entdeckte ein Z)ino^Äcntim-Skelet in dem Eger-
Franzensbader Tertiärbecken; Verhandl. k. k. geol. Reichsanst.
1884 p. 299-305.
E. Chouquet berichtet über das Vorkommen von Elephaa
primigeniiis im Alluvium bei Chelles; Bull. Soc. d'Anthrop.
Paris 1884.
E. D. Cope liefert eine Uebersicht über die Mastodon-kxiQn
Nord- Amerikas. Verf. characterisirt 9 Arten: M. proams, oU-
oiicus, serridens, Shepardi, eiihypodon, productus, angiistidens, ohscurus^
campester, mirißcus. Die älteste Art ist wahrscheinlich M. pro-
avus Cope. Die Loup Fork-Epoche enthält acht Arten, während
eine, M. oMoticm Cuv., einer späteren Zeit angehört; Amer.
Natural. Bd. 18 p. 524—526.
142 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
M. H. Filhol beschreibt eine neue fossile Gattung und
Art eines Pachyderms aus der Umgegend von Moniilac. Das
Fossil, welchem Verfasser den Namen Oxacron minimus beigelegt,
ist mit Cainotherium verwandt; Bull. Soc. Philom. 7. Ser. Tom. 8
No. 2 p. 64—65.
Derselbe bespricht ein neues Pachyderm, Adrotherium
depressum von Quercy; Bull. Soc. Phil. 1882/83 p. 94—96.
Flow er beschreibt den im zoologischen Garten in London
befindlichen Burmesischen Elephanten, welcher sich durch grössere
Ohren von der gewöhnlichen indischen Form unterscheidet und
Eigenartigkeiten der Färbung aufweist. Die im allgemeinen
dunklere Haut zeigt an verschiedenen Stellen und beiderseits
symmetrische, fleischfarbene Flecke; Zoologist Vol. 8 p. 62—63.
— B. Squire hält diese Färbung für partiellen Albinismus;
ebenda p. 110—112.
R. Lydekker liefert einige Nachträge zu seiner früheren
Arbeit über die fossilen Proboscidier Indiens. Die Anzahl der
aus den Siwaliks bekannten Arten ist um eine (sechste), M.
(Trüoplwdoji) Falcomri vermehrt. Ausser dieser sind noch neue
Reste von M. angustidens var. palaeindicus und VOn M. pandionü
beschrieben; Palaeont. Ind. Ser. 10 Ind. Tert. and Post-Tert.
Vertebr. Vol. 3 Pt. 1 p. 17—34 T. 4 u. 5.
Derselbe beschreibt Zähne von Mastodon perimensis, ver-
gleicht dieselben mit solchen anderer Mastodonten und gelangt
zu der Vermuthung, dass M. perimensis und sivalensis Abkömm-
linge des älteren M. pandionis seien, welche letztere Form ebenso
wie M. pentelici wiederum in M. angustidens einen Vorfahren haben.
Seinen M. Falconen hält Verf. für specifisch gleichartig mit M.
pentelici; ebenda Pt. 5 T. 16 u. 17.
K. Martin berichtet über Reste vorweltlicher Proboscidier
von Java und Banka. Auf der erstgenannten Insel wurde der
Zahn einer Stegodon-Art gefunden, welche sehr nahe Beziehungen
zu den tertiären Stegodonten Indiens zeigt, vielleicht mit insignis
oder ganesa identisch ist, dagegen von den in China und Japan
vorkommenden Formen abweicht. Der fossile Elephant von
Banka erwies sich als identisch mit dem jetzt auf Sumatra
lebenden. Der betreffende Zahn stammte allerdings aus oberen
quartären Schichten. Auf Java wurden bisher an fossilen Säuge-
thieren gefunden: Stegodon, Elephas (2 sp.), Hippopotamus , Sm,
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 143
Bos; Samml. d. geol. Reichs -Mus. Leyden Bd. 4 Heft 1 1884
p. 1—24 Taf. 1.
A. V. Mojsisovicz, Nachträge zur Anatomie von Loxodon
ajricanus nebst einleitenden Bemerkungen über das Gebahren
dieses Thieres in Gefangenschaft; Mitth. Naturw. Ver. Steier-
mark 1883 p. 171—192.
Munier Chalmas theilt mit, dass zwei Molarzähne von
Elephas primigenius bei Termes in den Ardennen gefunden wur-
den; Bull. soc. geol. France 12. Bd. 1884 p. 158.
H. Pohlig hat das Milchgebiss der Elephanten untersucht.
Nach einem Referat in: N. Jahrb. f. Min. etc. 2. Bd. 85 p. 151
gelangt der Verf. zu dem Resultat, dass drei Gruppen zu bilden
sind: Archidiskodonten (E. planifrons, meridionalis) j Loxodonten
(E. africanus, antiquus)^ Polydiskodonten (E. indicus, namadicus,
primigenius etc.). Die Stegodonten sind zu Mastodon zu stellen.
In den älteren thüringischen Fluviatilschottern kommt eine von
dem typischen Urelephanten verschiedene Molarenform vor,
welche Verf. E. Trogontherii nennt. E. meridionalis war nach
Ansicht des Verf. nicht grösser als E. antiquus, sondern das
Verhältniss war umgekehrt. Die von Falc. als E, Tiysudricus
bezeichneten Reste der Siwaliks sind specifisch nicht von E,
meridionalis Pohl. ZU trennen; Stzb. nat. Ver. f. Rheinl. u. West-
phalen Bd. 39 p. 134—136.
Derselbe bespricht einen Mastodon -Zahn aus der Braun-
kohle bei Bonn; ebenda Bd. 40 p. 225.
G. P. Sanderson schildert den asiatischen Elephant in
Freiheit und Gefangenschaft. Verf. giebt an, dass die Schulter-
höhe von 10 Fuss bei männlichen und von S^/.2 Fuss bei weib-
lichen Individuen nur selten erreicht werde. Der doppelte
Umfang des Vorderfusses kommt fast genau der Höhe gleich.
In Gefangenschaft erreichen die Elephanten ein Alter von 80
bis 120 Jahren. Verf. vermuthet, dass sie in der Freiheit 150
bis 200 Jahre alt werden können. Eine Elephantenheerde
besteht gewöhnlich aus 30 bis 50 Individuen, doch kommen
auch solche bis zu 100 Individuen vor. Die Heerde wird stets
von einem Weibchen geführt. Mit dem 25. Jahre ist der Ele-
phant ausgewachsen; doch erreicht er seine volle Kraft erst in
der Mitte der dreissiger Jahre. Die Stosszähne des Weibchens
erreichen selten mehr als vier Zoll Länge. Von einem männ-
lichen Exemplar mass Verf. Zähne von 8 Fuss und 9 Zoll
144 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Länge und von einem Gewicht von 168 Pfund. Die Zähne
werden nicht gewechselt, auch, wenn zufällig verloren, nicht
erneuert. Die sogenannten weissen Elephanten sind niemals
weiss, sondern haben eine schmutzig gelbliche Färbung oder
fleischfarbene Flecke an einzelnen Körperstellen. Von 1878
bis 1883 wurden 1866 wilde Elephanten durch das „Dacca
hunting establishment" in Anam gefangen. Die Gefahr einer
Ausrottung des Elephanten in Indien hält Verf. nicht für vor-
handen, da die Waldregion niemals wesentlich eingeschränkt
werden würde; Zoologist Vol. 8 p. 166 — 170.
Schaafhausen bespricht kleine Mammuthzähne aus der
Schipkahöhle , welche er für Milchzäne des E, primigenius hält.
Dass die Schmelzfalten derselben mehr denen von E. mtiquus
und E. priscus gleichen, hält Verf. für eine Bestätigung der An-
schauung Rütimeyer's, wonach die Milchzähne einer Thierart
auf die Vorfahren derselben zurückweisen, und in diesem Fall
ist E, primigenius jünger als die letztgenannten Arten; Stzb.
naturh. Ver. f. Rheinl. u. Westph. Bd. 40 p. 60—63.
M. Schmidt hat die Wachsthumverhältnisse eines im zoo-
logischen Garten in Frankfurt gepflegten indischen Elephanten
vom 14. bis 34. Lebensjahre verfolgt und ist durch Zusammen-
stellung seiner Untersuchungen mit anderen in der Litteratur
vorhandenen diesbezüglichen Angaben zu folgenden Resultaten
gelangt: Das neugeborene Thier hat 0,76 — 0,90 Meter Höhe.
Das Wachsthum ist im ersten Lebensjahre am bedeutendsten
und nimmt im weiteren Verlaufe stetig ab. Mit 20 Jahren ist
der Elephant noch nicht ausgewachsen, wie bisher irrthümlich
angenommen wurde, sondern erst gegen das dreissigste Lebens-
jahr oder gar noch später. Bevor sie ausgewachsen, sind die
Elephanten fortpflanzungsfähig. Die Höhe, welche der Elephant
erreicht, beträgt für das Weibchen 2,23—2,44 Meter, für das
Männchen 2,44 — 3 Meter. Das Wachsthum des Hintertheils
erreicht weit eher sein Ende als das der Vorhand. Die An-
nahme, dass der Umfang eines Vorderfusses beim Elephanten
doppelt genommen der Höhe des Thieres entspreche, hat nur
für ein gewisses Alter Gültigkeit; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 4 — 19.
Derselbe hat die Notizen zusammengetragen, welche
bisher über die Fortpflanzung des indischen Elephanten in Ge-
fangenschaft in der Litteratur aufbewahrt sind. Bereits Aelian
berichtet, dass von Elephanten, welche in Rom gehalten wurden,
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 145
Junge geboren seien. Wahrscheinlich handelte es sich in diesen
Fällen aber nicht um wirklich in der Gefangenschaft erfolgte
Paarung, sondern die Jungen fielen von Weibchen, welche be-
reits trächtig eingebracht wurden. lieber wirkliche Fortpflanzung
in Gefangenschaft liegen gegenwärtig nur zwei Berichte vor,
von denen der erste einen Ende des vorigen Jahrhunderts in
Indien beobachteten Fall, der andere einen solchen neuerdings
in Amerika vorgekommenen betrifft. Verf. entwirft auf Grund
des litterarischen Materials und seiner eigenen Wahrnehmungen
ein Bild des Geschlechtslebens und der Fortpflanzung des Ele-
phanten. Im Alter von 15 Jahren etwa ist der Elephant fort-
pflanzungsfähig, mit 19 vollständig entwickelt. Die hauptsäch-
lichste Entwickelung des Rumpfes fällt in das Alter von 15 bis
21 Jahren, und mit Ende dieser Periode erscheint das Wachs-
thum des Hintertheils beendet. Die Brunst scheint an eine
bestimmte Jahreszeit nicht gebunden zu sein. Die Begattung
erfolgt im Stehen, und zwar stützt sich das Männchen zuerst
mit der Basis seines Rüssels auf die Kruppe des Weibchens,
erhebt dann das Vordertheil und legt seine Vorderfüsse zu
beiden Seiten der Wirbelsäule in der Schultergegend des weib-
lichen Thieres an, wobei es sich nach vorn über dasselbe beugt.
Der Koitus dauert nicht länger als beim Pferde. Nach Ablauf
von etwa drei Monaten tritt beim weiblichen Thiere dann eine
bemerkbare Ümfangsvermehrung der Milchdrüsen ein. Die
beobachtete Trächtigkeitsdauer beträgt 626 Tage. Interessant
ist das von Arstingstall beobachtete Verfahren der Mutter nach
dem Austritt des Foetus. Dieselbe trennte die Nabelschnur
durch Kreuzen der Hinterbeine und an einander Reiben der-
selben und befreite das Junge aus dem Eihautsacke durch Zer-
treten desselben. Der in Amerika geborene junge Elephant
mass am Rücken 76 cm Höhe, ein anderer 90 cm. Das Ge-
wicht betrug zwei Stunden nach der Geburt 145 Pfund; Kosmos
1884 2. Bd. 5. Heft p. 365—377.
N. A. Sokolow erwähnt Mastodon arvermnsis aus den
Tertiärlagern der Krim; Verh. Petersb. naturf. Ges. 1883
(russisch).
Dinocerata.
M. H. Filhol bespricht die Familie der Dinocerata und
deren Gattungen Uintatherium, Loxolophodon und Bathyopsis. Das
Aich. f. Katg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. K
146 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Skelet von LüxolopTiodon wird in seinen einzelnen Theilen mit
demjenigen von Eleplias verglichen; Ann. Sc. Geol. T. 16
No. 1 u. 2 1884 Art. 4 Taf. 9.
Ch. Marsh, Dinocerata, a Monograph of ait Extinct Order
of Gigantic Mammals. 56 pl. and 200 woodc. 237 pg. 4to.
Washington 1884. United States Geolog. Survey Vol. 10. —
Nach einer geschichtlichen Uebersicht über die Entdeckung der
Dinocerata und Besprechung ihrer räumlichen und zeitlichen
Verbreitung liefert Verf. eine Beschreibung der verschiedenen
Skelettheile nebst zahlreichen Illustrationen und giebt sodann
eine Uebersicht über die bekannten Gattungen und Arten. Die
Ungulata ordnet Marsh in folgende Gruppen:
Classis Mammalia.
Subclassis Monodelphia.
Superordo Ungulata.
1. Ordo Hyracoidea,
2. Ordo Proboscidea.
3. Ordo Amhlydactyla: a. Dinocerata, b. Coryphodontia»
4. Ordo Clinodactyla: a. Mesaxonia (Perissodactyla) j b. Para-
xonia (Artiodactyla),
Die Dinocerata werden in drei Gattungen gesondert:
1. Uintatherium Leidy (Teeth thirty-six. Lower premolars
four. Base of canine tusk nearly vertical. Parietal protube-
rance above post-glenoid process. Cervical vertebrae of mode-
rate length. Lunar articulating with trapezoid?). — 2. Dino-
ceras Marsh (Teeth thirty-four. Lower premolars three. Base
of canine tusk nearly vertical. Parietal protuberancö above
post-glenoid process. Cervical vertebrae less elongate. Lunar
articulating with trapezoid). — 3. Tinoceras Marsh (Teeth
thirty-four. Lower premolars three. Base of canine tusk
horizontal. Parietal protuberance behind post-glenoid process.
Cervical vertebrae short. Lunar not articulating with trape-
zoid). — Eine ausführliche Bibliographie der einschlägigen
Litteratur schliesst die Arbeit.
Sirenia.
A. Doran, On tho Auditory Ossicles of Rhytina Steiler!;
Journ. Lin. Soc. London Zool. Vol. 17 No. 102 p. 366—370.
A. Gaudry beschreibt eine neue Sirene aus dem Pariser
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 147
Basin, Hditherium Cliouqueti, von welcher 14 Rippen gefunden wur-
den. Durch die verhältnissmässig stärkeren Proportionen unter-
scheidet sich die Art von Halitherüm Sclümi Kaup. ; Bull. Soc.
Geol. France 3. S. t. 12 p. 372—375 T. 17; Compt. rend.
T. 98 No. 13 p. 777—778; Le Natural. 6. Ann. No. 60 p. 474.
L. Stejneger untersucht die Frage, seit welcher Zeit die
nördliche Seekuh {Ryüna gigas) ausgerottet sei, und gelangt zu
dem Schluss, dass die Angabe von Baer und Brandt, welche
die Ausrottung auf 27 Jahre nach der Entdeckung des Thieres,
nämlich auf das Jahr 1768 datiren, correct ist. Die Angabe
Nordenskiöld's (Voyage of the Vega; New York 1882 p. 606
bis 608), wonach noch in den vierziger Jahren dieses Jahr-
hunderts eine Seekuh auf der Behrings -Insel angetroffen sei,
beruht auf Missverständniss. Das Thier, auf welches die be-
züglichen Angaben der Eingeborenen sich beziehen, war wahr-
scheinlich ein weiblicher Narwal; Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 7 No. 12 p. 181—189.
Natantia.
South well, lieber den Walfang an der Küste von Labra-
dor etc.; s. oben unter Pinnipedia.
Delphinida. L. Chabry und R. Boulart haben den Foetus eines
Delphinus delphin untersucht und constatirten Verschiedenheiten von ver-
wandten Gruppen in der Grösse der Allantois, der Lage des Embryo und
anderen Verhältnissen; Journ. Anat. Phys. 1883 p. 572 T. 39.
J. Cleland, Notes on the Viscera of the Porpoise {Phocaena com-
munis) and White -Beaked Delphin (^Delphinus albirostris); Journ. Anat.
Phys. Vol. 18 p. 327.
L. Crie, Pierre Belon et l'histoire naturelle du Dauphin. Avec
2 figg.; Revue scient. (3) 4. Ann. T. 33 No. 22 p. 689 — 692.
W. H. Flow er weist nach, dass Clymenia und Clymene Gray bereits
früher für andere Thiei'formen als Gattungsnamen gebraucht wurden und
deshalb Prodelphinus Gerv. anzuwenden ist. Aus demselben Grunde ist
Globiceps zu verwerfen und dafür der freilich hybride Name Globicephalus
Less. anzuwenden; Proc. Z, S. p. 417 — 418.
J. Gatcombe berichtet über den Fang von Delphinus tursio bei
Plymouth; Zoologist Vol. 8 p. 65.
M. H. P. Gervais, Sur un uterus gravide de Fontoporia Blainvillei;
Compt. rend. Ac. Sc. 1883 T. 97 No. 14 p. 760.
J. E. Harting berichtet über den Fang von Delphinapterus leucas
an der Küste von Caithness; Zoologist Vol. 8 p. 225—226.
148 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
J. A. Murray beschreibt eine neue Delphinen -Gattung: Neomeris.
„Dorsal fin none. Nose of skull short, rounded in front, flat and shelving
above. Teeth numerous, compressed, nicked, acute, extending nearly the
whole length of the jaw." Typus: iV. Kurrackiensis aus dem Indischen
Ocean; Ann. Mag. N. H. Bd. 13 p. 351—352.
J. Trail berichtet über das Erscheinen von Delphinapterus leiicas
an der englischen Küste; Scott. Natural. New Ser. No. 5 p. 200.
Monodontia. T. South well berichtet über einen zweizähnigen
Schädel des Narwal; Zoologist Vol. 8 p. 141.
Hyperoodontia. W. H. Flow er bespricht die Veränderungen des
Schädels von Hyperoodon rostratus mit zunehmendem Alter des Indivi-
duums; Proc. Z. S. p. 206.
W. N. Jaggard berichtet über Vorkommen von Mesoplodon Layardi
an der Küste von Queensland; Proc. R. Soc. Queensland 1. p. 58.
C. W. de Vis berichtet über einen bei Southport gestrandeten
Ziphius Loyardi; ebenda p. 174 T. 19.
Catodontida. W. A. Haswell beschreibt das Gehirn von Kogia
Greyi, insonderheit in Vergleich zu demjenigen von Delphinus Forsten;
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 437—439.
Balaenida. A. G. Guldberg berichtet über früheres und neueres
Vorkommen von Bcdaena hiscayensis an den Küsten Norwegens; Bull. Ac.
Sc. Belg. (3) T. 7 No. 4 p. 374-402 und Nature Vol. 30 No. 763
p. 148 — 149.
Balaenopterida. H. Beauregard liefert eine Beschreibung des
Gehirns von Balaenoptera Sihhaldii\ Journ. Anat. Phys. 1883 p. 481.
P. J. van Beneden berichtet über das Vorkommen von Balaeno-
ptera rostrata im Mittelmeer; Bull. Ac. Belg. (3) T. 8 p. 713.
Th. Bunker berichtet über den Fang von. Balaenoptera borealis bei
Goole; Naturalist (Yorkshire) N. S. Vol. 10 p 8 7 — 88; Zoologist Vol. 8
p. 483 — 484.
A. H. Cocks schildert den Finwalfang an der Küste von Finraarken
und beschreibt eingehender die Megaptera hoöps , Balaenoptera musculus,
Sibbaldii, borealis und rostrata; Zoologist Vol. 8 p. 366 — 370, 417 — 424
und 455—465.
C. Grewingk berichtet über die Strandung einiger Wale (Balaeno-
ptera boops, Megaptera longimana) an der Küste der Ostsee - Provinzen;
Stib. Dorpat. Naturf. Ges. 1884 p. 143 — 144.
G. A. Guldberg weist die specifische Selbständigkeit von Balaeno-
ptera borealis (Less.) , einer zwischen B, rostrata und B. musculus stehen-
den Form, nach. Die Gattung Balaenoptera umfasst somit vier Arten:
B. rostrata (Fabr.), B. borealis (Less.), B. musculus (Comp.) und B. Sih-
baldii (Gray). Verf. bespricht sodann das Vorkommen von Balaenoptera
borealis in den nordeuropäischen Meeren; Journ. of Anat. Phys. Vol. 19
Pt. 3 p. 293-302; Bull. Ac. Sc. Belg. (3) T. 7 No. 4 p. 360 — 374.
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 149
J. E. Harting berichtet über das Stranden einer Balaenoplera
horealis an der Küste von Essex; Zoologist Vol. 8 p. 27.
T. J. Parker, Notes on the Skeleton and Baleen of a Fin-Whale
{Balaenoplera muscidus?) recently acquired by the Otago üniversity Mu-
seum; Trans. N. Z. Inst. 1884 p. 3.
J. Struthers, On the Rudimentary Hind Limb of the Humpbacked
Whale, Mcf/aptera longiinana\ Nature Vol. 30 No. 780 p. 574.
J. Trail referirt über das Erscheinen von Megaptera longimana an
der englischen Küste; Scott. Natural. N. S. No. 5 p. 200.
T. Tullberg beschreibt den Bau und die Entwicklung der Barten
bei Balaenoplera Sibhaldi; Nov. Act. Reg. Soc. Sc. Upsala Ser. 3.
Marsupialia.
H. Caldwell, On the Arrangement of the Embryonic
Membranes in Marsupial Animals. With 1 pl.; Quart. Journ.
Micr. Soc. (N. S.) Vol. 24 p. 655—658.
R. Collett beschreibt die folgenden neuen Marsupialia
von Queensland: Phalangista (Pseudochirus) Archeri, abgeb. T. 29,
Phalangisfa lierhertensis, abgeb. T. 30, Phalangista lemuroides, abgeb.
T. 31, welche zum Typus des neuen subgenus Hemihelideus
erhoben wird und einen Uebergang zu Petaurista zu bilden
scheint, Bendrolagus Lumholtzi, abgeb. Taf. 32; Proc. Z. S.
p. 381—389 [vergl. auch Lumholtz, weiter unten].
E. D. Cope bespricht die tertiären Marsupialia. Die aus-
gestorbenen Marsupialia gehören drei Typen an, die durch die
Form ihrer oberen Molarzähne characterisirt werden, indem
diese dreihöckerig, vierhöckerig oder vielhöckerig sind. Die
erste Gruppe umfasst die Fleischfresser und ist von Owen Sarco-
phaga genannt, hierzu die ausgestorbene Gattung Peratherium Aym.;
die zweite, Poephaga Ow., enthält die Kängurus und Wombats.
Die dritte begreift nur ausgestorbene Formen, welche wenigstens
drei Längsreihen von Höckern an den oberen Molaren haben.
Verf. schlägt für dieselbe den Namen Midtüuberctdata vor und
sondert drei Familien:
Fourth superior premolars (at least) like true molars: Trilylodontidae.
Fourth premolars (and probably others) more simple than first true molars:
Pohjmasto dontida e.
Fourth premolars (and often others) developed into flat cutting blades:
Plagiaulacidae.
Die erste Familie enthält die interessante Gattung Tritylodon
Ow. von Südafrika und Stereognathm Charlesw, Die zweite ist
150 -Aot* Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
durch Polymastodon Cope repräsentirt. Die Plagiaulacidae zerfallen
in sieben Gattungen:
I. Tubercles of snperior molar crescentic.
Fourth premolar serrate, not ridged: Meniscoessiis.
II. Tubercles of molars subconic.
1. Four compressed premolars below.
a. Premolars serrate, not ridged: Ctenacodon.
b. Premolars ridged and serrate: Plioprion.
2. Three compressed premolars.
Premolars ridged; Plagiaulax.
3. Two premolars.
Fourth premolar ridged: Ptilodus.
4. One premolar.
a. Fourth premolar ridged: Neoplagiaulax.
b. Fourth premolar smooth : Liotomus.
Thylacoleo wird vom Verf. von den Plagiaulacidae gesondert. In
den beigefügten Holzschnitten sind Reste, insbesondere Kiefer-
theile von Peratherium, Tritylodon, Polymastodon, Neoplagiaulax, Cte-
nacodon, Ptilodus, Stereognathus, Meniscoessus und die untere Ansicht
des Schädels von Thylacoleo carnifex dargestellt; Amer. Natural.
Bd. 18 p. 686—697.
Derselbe characterisirt die neue fossile Gattung Chirox
(nahe Catopsalis) mit der Art plicatus; Proc. Amer. Phil, Soc.
Philad. Bd. 21 p. 321—322.
Derselbe beschreibt die neue fossile Art Catopsalis ßsidens
aus der Puerco-Epoche ; ebenda p. 322—323.
Derselbe beschreibt ferner aus dem Puerco-Eocen Neu-
Mexicos die neuen Arten Ddtaiherium Bcddiüini und interruptum;
ebenda Bd. 20 p. 463.
J. Fletcher hat die Litteratur über die MarsupiaUa und
Monotremata einschliesslich der palaeontologischen Arbeiten in
alphabetischer Folge nach den Autoren geordnet zusammen-
gestellt; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 9 Pt. 3 p. 809
bis 863.
C. Lumholtz liefert einige Notizen zu den von Collett
aus Queensland beschriebenen Marsupialien in Bezug auf Vor-
kommen und Lebensweise; Proc. Z. S. p. 406 — 409.
R. Owen hat Zähne der von Ramsay aufgestellten fossilen
Form Sceparnodon untersucht und hält dieselbe für einen mar-
supialen Nager. Die Art ist Sceparnodon P^msayi benannt; ■
Philos. Trans, roy. Soc. London 1884 Pt. 1 p. 245—248 T. 11*
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 151
Derselbe bespricht die systematische Stellung von Thyla-
coleo und findet, dass die Form in der Bezahnung den pflanzen-
fressenden Marsupialien am nächsten steht; Phil. Trans, roy.
80C. London 1883 Pt. 2 p. 575—582 T. 39—41.
Derselbe hat Beckenknochen von Thylacoleo untersucht,
welche in ihrem Bau Beziehungen zu den Carnivoren, insbe-
sondere zu den Feliden zeigen; ebenda p. 639 — 643 T. 46.
Derselbe beschreibt Schädel und Zahnbau von Trüylodon
longaems von Süd-Afrika; Ann. Mag. N. H. Bd. 13 p. 61 — 62;
Qu. Journ. Geol. Soc. London Vol. 40 p. 146—152. — M. Neu-
mayr weist auf die Uebereinstimmung der Zähne der vorstehen-
den Form mit derjenigen des von Fraas beschriebenen TriglypJms
hin; N. Jahrb. Min. Geol. 1884 1. Bd. p. 279—280.
E. B. Poulton, The Structures connected with the Ovarian
Ovum of Marsupialia and Monotremata. With 1 pl.; Quart.
Journ. Microsc. Sc. N. S. Vol. 24 p. 118—128.
Macropodida. E. T. Higgins und W. F. Fetter d beschreiben
Potorous rufus n. sp. von Tasmanien; Pr. R. Soc. Tasm. 1883 p. 181.
N. de Miklouho-Maclay beschreibt ein neues Känguru, Dorcopsis
Chalmersn, von der Südost - Spitze Neu -Guineas; Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales Vol. 9 Pt. 2 p. 569 — 577.
Derselbe beschreibt zwei neue Macr opus- Arten, Macropus lukesii
und M. gracilis, von der Südküste von Neu-Guinea; ebenda Pt. 4 p. 890
bis 895 T. 39.
Derselbe bespricht die eigenthümliche , nach vom gerichtete Lage
der Haare des Rückens und Nackens bei einigen Kängurus, insonderheit
Dorcopsis Mülleri, Dendrolagus ursinus, inustus und doriumis u. a. ; ebenda
Pt. 4 p. 1151 — 1157 T. 71.
C. W. de Vis beschreibt Onychogale annulicauda n. sp. vom Golf
von Carpentaria, Halmaturus Jardinii n. sp. von Cap York, //. gazella
n. sp. von Somerset, H. temporalis n. sp. von Moreton-Bai; Pr. R. Soc.
Queensland 1 p. 154 u. 107.
Phalangistida. F. A. Jentink bespricht die Arten der Gattung
Fseudochirus. Verf. nimmt drei species für die bisher bekannten Formen
an und zwar Ps. Cookii , wozu auch Ps. viverrinus und lanuginosus zu
ziehen ist, Ps. Bernsteini und Älberiisi. Hierzu kommt eine vierte neue
Art: Ps. Schlegeli Jent. von den Arfak- Bergen in Neu-Guinea; Notes
Leyd. Mus. Bd. 6 Note 14 p. 108—110.
Saltatoria. N. de Miklouho-Maclay beschreibt ein neues Sub-
genus der Perameliden: Brachymelis ^ ausgezeichnet unter anderem durch
vier obere Schneidezähne. Typus: B. Garayassi n. sp. von der Maclay-
Küste auf Neu-Guinea. Verf. rechnet zu dieser Untergattung ferner noch
152 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Perameles doreT/anus , rufescens und Coquerellii ; Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales Vol. 9 Pt. 3 p. 713-720 T. 38.
Scansoria. W. B. Scott beschreibt ein dem Opossum nahestehendes
fossiles Beutelthier, Didelphys pygmaea^ aus dem Pliocän von Colorado;
Amer. Journ. of sc. Vol. 27 p. 442.
Dasyuridae. E. T. Higgins und W. F. Petterd beschreiben ^n/e-
chinus rolandensis^ leucogenys^ niger^ vioorei^ concinnus und vioorei var. assi-
viilis nn. spp. von Tasmanien; P. R. Soc. Tasm. 1882 p. 171, und 1883
p. 181 u. 184.
Monotremata.
F. E. Beddard fand eine vordere Abdominal - Vene bei
Echidna; Proc. Z. S. p. 553—554.
R. Collett beschreibt Eclddna acantMun n. sp. von Nord-
Queensland; Christ. Vidensk. Forhandl. No. 13 1884.
A. Dubois beschreibt einen neuen Tachyglossen, Pro-
echidna mllosissima, von Neu -Guinea. Die Familie umfasst somit
nach unserer jetzigen Kenntniss fünf Formen: Tachyglossus acu-
leatus Shaw von Australien, setosus Cuv. von Tasmanien, Lmcesii
Rams. von Süd -Neu -Guinea, ProecMdna Bruynii Ptrs. u. Doria
von Nord -Neu -Guinea und Pr. vUlosissima ebenfalls von Neu-
Guinea; Bull. Mus. bist. nat. Belgique T. 3 p. 109—113 T. 4.
J. Fletcher, Zusammenstellung der die Monotremata be-
treffenden Litteratur; s. oben S. 150 unter Marsupialia.
C. Gegenbau r, Zur näheren Kenntniss des Maramar-
organs von Echidna; Morphol. Jahrb. 9. Bd. 4. Heft p. 604.
R. M. Gunn, On the Eye of Ornithorhynclms paradoxm;
Journ. Anat. Phys. Vol. 18 p. 400.
W. Haacke berichtet über eine auffallende Entdeckung
bezüglich der Fortpflanzung von Echidna hystrix. Verf. unter-
suchte die Mammartasche eines weiblichen Individuums genannter
Art und fand in derselben „ein veritabeles — Ei. Dasselbe
war im Durchmesser etwa anderthalb bis zwei Centimeter
gross, besass, wie viele Reptilieneier, eine pergamentartige
Schale, die unter dem Druck der Finger zerbarst und einen
leider in Zersetzung übergegangenen dickflüssigen Inhalt ent-
hielt." Verf. zweifelt danach nicht, dass Echidna Eier legt,
wie die Vögel und die meisten Reptilien; Zool. Anz. 7. Jahrg.
p. 647—648.
Vorstehende Entdeckung wird durch Caldwell und Liver^
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884. 153
sidge bestätigt, welche freilich über ihre diesbezüglichen Unter-
suchungen noch keine weiteren Einzelnheiten veröfFentliclit
haben; ebenda p. 649—653 u. Nature Vol. 30 No. 780 p. 577.
— s. auch: W. Baldwin Spencer, The eggs of Monotremes ;
Nature Vol. 31 No. 789 p. 132—135; ferner: B. Vetter,
Kosmos 1884 2. Bd. 5. Heft p. 393—394.
Ch. W. Lütken macht darauf aufmerksam, dass im Nord-
osten Australiens eine zweite, von 2\ acidedtus verschiedene
TacJiT/glossus- Art vorzukommen scheine, welche vielleicht mit
T. Lawesi von Neu-Guinea identisch ist; Proc. Z. S. p. 150 — 152.
N. de Miklouho-Maclay untersuchte die Körperwärme
von Echidna Jiystrix und fand dieselbe bedeutend geringer als die
Normaltemperatur anderer Säugethiere, nämlich nur c. 28° C;
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 8 p. 425—426.
Derselbe untersuchte die Körperwärme von OmUhurliynchus
paradoxus und stellte dieselbe auf 24 " C. fest ; Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales Vol. 9 Pt. 4 p. 1204-1205.
R. Owen giebt mit Bezug auf die Entdeckung Haacke's
und Caldwell's eine Beschreibung des Uterus und der Eier von
EcMclna Tiystrix; Ann. Mag. N. H. Bd. 14 p. 373—375 T. 13
[s. auch Poulton, oben unter Marsupialia].
Derselbe beschreibt eine neue fossile Echidna- Art, E.
llamsayi, nach einem Humerus, welcher in der Wellington-Höhle
in Neu -Süd -Wales gefunden wurde; Philos. Trans, roy. Soc.
London 1884 Pt. 1 p. 273—275 T. 14.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Vögel während des Jahres 1884.
Von
Ant. Reiohenow.
I. Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie.
Das Organ der „American Ornithologist's Union," bisher
Bulletin of the Nuttall Ornithological Club, bat seinen Titel
geändert in: „The Auk," A Quarterly Journal of Oruithology.
Die Tendenz ist dieselbe geblieben. Die Redaktion blieb in
den bewährten Händen von J. A. Allen.
American Ornithologist's Union (Report of 2. ann. meet.);
Nature Bd. 30 No. 782 p. 616-618.
Annual Report of the Curator of the Museum of Compa-
rative Zoology at Harvard College, to the President and Fel-
lows of Harvard College, for 1883— 84. 8vo. Cambridge 1884
(Allen, Special report on birds).
Congres ornithologique, premier, international ä Vienne du
7. au 14. Avr. 1884. Rapport du Delegue Suisse (Fatio)
Geneve 1884. 8«.
Inauguration of the American Ornithologist's Union; Ibis
(5) Bd. 2 p. 60—66.
Second Meeting of the American Ornithologist's Union;
Auk Bd. 1 No. 4 p. 369—379.
Sitzungs-Protokolle des Ersten internationalen Ornithologen-
Congresses, welcher unter dem Protectorate Sr. Kaiserl. u. Kgl.
Hoheit des Durclilauchtigsten Kronprinzen Erzlierzog Rudolf vom
7. bis 11. April 1884 in Wien abgehalten wurde. Wien 1884.
Ant. Reichenow: Bericht über die Vogel. 155
Taxidermie and other Notes. By a CoUector. 12 mo.
62 pg. George -town, Demerara: 1884.
J. A. Allen berichtet über kleinere ornithologische Artikel,
welche in verschiedenen amerikanischen Zeitschriften erschienen
sind imd in der Mehrzahl Faunistisches , die Verbreitung und
Biologie nordamerikanischer Vögel betreffen; Auk Vol. 1 p. 85
bis 89, 185—190, 285—290.
Derselbe, Bericht über eine am 2. Juli 1884 in London
abgehaltene Versammlung behufs Besprechung der trinären
Nomenclatur; ebenda p. 338—353.
J. V. Audouin, Explication sommaire des planches d'oi-
seaux de l'Egypte et de la Syrie publiees par J. C. Savigny
[Edited by A. Newton]. London 1883. 8vo. pp. 138 [Wieder-
druck der Willughby Society].
B. S. Barton, Fragments of the Natural History of Penn-
sylvania [Edited by 0. Salvin]. Pt. 1. London 1883, 4to.
pp. 24 [Wiederdruck der Willughby Society].
R. Blasius referirt über den Ersten internationalen Orni-
thologen-Congress in Wien; Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d.
Vogelw. 1884 No. 5.
J. Bowker, Birds of the Bible. London 1884. 12.
Constantin Branicki f. Necrologe; Le Natural. 6. Ann.
No. 63 p. 503.
S. Brusiua, Sastanak ornitologa i izlozba ptica u. Becu
(Der Ornithologen-Congress und die Vogel-Ausstellung in Wien).
Agram 1884. 8°.
L. Camerano, II congresso ornitologico di Vienna e la
questione degli uccelli e degli insetti in rapporto coli' agricol-
tura. Torino 1884.
H. Gadow, Catalogue of the Birds in the British Museum
Vol. IX. Cinnyrimorphae: containing the Families Nectariniidae
and Meliphagidae. London 1884 [vergl. System. Theil dieses
Berichtes].
M. Glanville, Catalogue of the Natural History CoUection
of the Albany Museum, Graham's Town. 8vo. Cape Town
1883. — Auf S. 15—52 die im Museum enthaltenen Vögel von
Süd -Afrika.
J. H. Gurney giebt ein Verzeichniss der Tagraubvögel
des „Norfolk and Norwich Museum." Siehe unter Systematik,
Falconidae.
156 -^i^t' Reiehenow: Bericht über die Leistungen in der
J. A. Harvie-Brown, Remarks on tbe Objects of tbe
Interuational Ornithologist's Congress at Vierma, and on Uni-
formity of Method in recording Rare Species in fatiire; Proc.
Roy. Phys. Soc. Edinb. Vol. 8 p. 105.
J. V. Madarasz bat unter dem Titel: „Zeitsebrift für die
gesammte Ornitbologie" ein neues periodiscbes Journal gegründet,
welcbes in vier Heften zu je fünf Bogen mit Abbildungen er-
scbeint und alle Zweige der Ornitbologie bebandeln soll. Ab-
bandlungen werden in allen Sprachen der gelehrten Welt auf-
genommen. Im Selbstverlag des Herausgebers.
Derselbe veröffentlicbt ein Verzeicbniss der auf Ungarn
bezüglicben neueren ornitbologiscben Werke, Abbandlungen etc.,
mit dem Jabre 1882 beginnend; Zeitscbr. ges. Ornitb. 1. Jabrg.
I. Heft p. 72-74.
A. Newton schrieb eine Geschichte der Ornithologie von
Plinius bis auf die neueste Zeit. Eingehender sind besonders
die neueren systematischen Arbeiten englischer Schriftsteller
beliandelt. Zum Scbluss entwickelt Verf. seine eigenen An-
schauungen über das ornithologische System; Encyclopaedia
Britannica Art. Ornitbology.
Ant. Reiehenow hat die Geschichte der Vogelkunde,
von Linne bis auf die Gegenwart, in kurzen Zügen behandelt.
Specieller ist auf die Entwicklung der ornitbologiscben Syste-
matik eingegangen; Encykl. d. Naturw. Erste Abth. 38. Lief.:
Handwörterb. d. Zoologie 12. Lief. p. 466-483.
Ant. Reiehenow und H. Schalow, Ornithologischer
Jahresbericht für 1882 und 1883; Zoolog. Jahresb. herausg.
von der Zoolog. Station in Neapel (Leipzig, Engelmann).
T. Salvador! hat einen neuen vervollständigten Catalog
seiner Publikationen, Arbeiten aus den Jahren 1863 — 1884,
veröffentlicht [für Privat- Circulation].
H. Schlegel, Obituary; Ibis (5) Vol. 2 p. 364 und Zoo-
logist Vol. 8 p. 75—78.
S. H. Scudder, Nomenciator Zoologicus. An Alphabe-
tical List of all Generic Names that have been employed by
Naturalists of Recent and Fossil Animals from tbe earliest
Times to the close of tbe year 1879. In 2 parts. I. Sup-
plemental List (to Agassiz' and Marschall's Nomenciator.
II. Universal Index. Washington 1884. roy. 8. 19, 376 u.
340 pg.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 157
R. B. Sharpe, Ornithological Record for 188B; Rye's
Record of zool. Literature 1883.
L. Stejneger referirt über die wichtigsten ornithologischen
Piiblicationen aus den Vereinigten Staaten vom 1. Januar 1883
bis 1. Mai 1884; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 179
bis 189.
A. W. Thienemann f. Nekrolog; Monatsschr. d. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. p. 281 — 283.
Wagler 's Six Ornithological Memoirs from the „Isis."
Edited by P. L. Sclater. London 1884.
F. B. Webster hat die Redaktion des „Ornithologist and
Oologist" mit dem 9. Jahrg. (1884) dieser Zeitschrift über-
nommen, deren Umfang bei gleichbleibender Tendenz von einem
auf einen und einen halben Bogen für die Nummer vermehrt ist.
II. Anatomie, Physiologie, Palaeontologie.
F. E. Beddard liefert eine Beschreibung der Anatomie
von Scopus umhretta, insonderheit der Muskulatur. In letzterer
Beziehung scheint die Form die Charactere der Ciconiidae und
Ardeidae ZU vereinigen. Die aus diesen Untersuchungen gezo-
genen Schlüsse auf die systematische Stellung von Scopus sind
nicht neu, sondern bestätigen nur ältere Ansichten [verg. J. f.
0. 1877 p. 139]; Proc. Z. S. p. 543—553.
M. Braess beschreibt die Eigenthümlichkeiten des Vogel-
auges; Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. p. 299—303.
G. Cattani, Recherches sur la structure normale des cor-
pusculus de Pacini chez les oiseaux. Av. 1 pl.; Arch. Ital.
Biolog. T. 6 Fase. 1 p. 6—34.
Derselbe, Istologia e Sviluppo dell' apparato gastrico
degli Uccelli. Con 4 tav. Milano 1884 (Atti Soc. Ital. Sc.
Nat. Vol. 27).
M. Cazin beschreibt die Verschiedenheiten der Struktur
des Magens von Plotus melanogaster, auhinga und Levaillanti;
Ann. Sc. Nat. Zool. Bd. 18 No. 4—6 p. 128 Art. 3.
W. Dam es liefert nach Vollendung der Präparation des
im Berliner Museum befindlichen prächtigen Objektes und Bios-
legung vieler bis dahin noch durch Stein verdeckter Einzelnheiten
des Skelettes eine ausführliche Beschreibung des Archaeopteryx.
Verf. gelangt zu dem Endresultat, dass die interessante Form
158 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
nicht etwa als Mittelglied zwischen Reptil und Vogel, sondern
als echter Vogel zu betrachten ist, welcher der Abtheilung der
Carinaten zugestellt werden muss. Der jetzt vollständig frei-
gelegte Schnabel zeigt eine Reihe von 12, fast gleich grosser,
etwa 1 mm langer, cylindrischer, nur dicht unterhalb der Spitze
sich plötzlich zuspitzender und die Schärfe der Spitze nach
hinten wendender Zähne, welche nicht in einer Rinne, sondern
in einzelnen Alveolen sitzen. Die Wirbelsäule zeigt 12 Rumpf-
wirbel, welche mit Ausnahme des letzten feine, am Ende zu-
gespitzte Rippen tragen. Die vorderen Extremitäten sind bis
auf die drei freien, nicht verwachsenen Finger vogelartig.
Ebenso die Füsse, welche je vier Zehen tragen, von welchen
drei nach vorn und eine nach hinten gerichtet ist und deren
Phalangenzahl, wie in der Klasse der Vögel die Regel, von
der Innen- nach der Aussenzehe um je ein Glied zunimmt.
Im Flügel zählt man 17 Schwungfedern, von welchen 6 — 7
Handschwingen sind; Palaeont, Abhandl. von W. Dames und
J. Kayser, 2. Bd. 2. Heft 1884.
C. Dareste, Recherches sur l'incubation des oeufs de poule
dans l'air confine et sur le role de la Ventilation dans l'evolu-
tion embryonnaire ; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 98 No. 14
p. 924—926; Le Natural. 6. Ann. No. 62 p. 489.
Derselbe, Etudes experimentales sur l'incubation; Bul-
letin Soc. d'Acclimatation 3. Ser. T. 9 p. 137 u. 4. Ser. T. 1
p. 1—13.
L. Dollo, Note sur la presance du Gastorms Edwcn-dm
dans l'assise inferieure de l'etage landenien, ä Mesoin, pres
Mons. Av. 1 pL; Bull. Mus. R. d'Hist. Nat. Belg. T. 2 No. 4
p. 297—308.
M. Duval, Sur un organe placentoide chez l'embryon
des Oiseaux; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 98 No. 7 p. 447
bis 449 und Abstr. Journal R. Microscop. Society Vol. 4 P. 3
p. 360.
Derselbe, Rudimentary Placenta in Birds; Journ. R.
Microsc. Soc. (2) Vol. 4 P. 5 p. 709-710.
Derselbe, Etudes histologiques et morphologiques sur les
annexes des Embryons d'oiseau. Avec 4 pl.; Journ. Anat.
Phys. 1884.
Derselbe liefert eine umfangreiche, durch lithographische
Tafeln und Holzschnitte erläuterte Arbeit über die Entwicklung
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1884. 159
des Blastoderms im Vogelei; Ann. Sc. Nat. Zool. 52. Ann.
T. 18 No. 1—3 p. 1—208 T. 1—5.
M. H. Filhol beschreibt die Verschiedenheiten der Form
der Leber bei den Arten der Sphenisciden, welche sich in der
Hauptsache auf verschiedene Grösse des rechten und linken
Lappens und die Form derselben beziehen und so bezeichnend
für die einzelnen Arten sind, dass man dieselben nach diesem
Kennzeichen zu bestimmen vermöchte. Verf. widerlegt durch
seine Untersuchungen die von M. Watson über den gleichen
Gegenstand gemachten Angaben; Bull. Soc. Philom. 7. Ser.
Tome 8 No. 2 p. 60—62.
H. Fol, Sur le numero d'ordre des premieres provertebres
chez l'embryon de poulet; Arch. Sc. Phys. et Nat. Geneve (2)
T. 11 No. 1 p. 104—105.
C. Frommann, lieber die Epidermis des Hühnchens in
der letzten Woche der Bebrütung; Jen. Zeitschr. Naturwiss.
17. Bd. 3./4. Heft p. 941—951.
H. Gadow setzt die Abtheilung Aves in Bronn's Klassen
und Ordnungen des Thierreichs (Winter, Leipzig) fort. Die
erschienenen Lieferungen 7 bis 9 enthalten die Fortsetzung der
Muskellehre der Vögel.
E. G. Gardiner, Beiträge zur Kenntniss des Epitrichiums
und der Bildung des Vogelschnabels. Mit 2 Taf.; Arch. mikrosk.
Anat. 24. Bd. 3. Heft p. 289—338.
A. Geberg, Ueber die Nerven der Iris und des Ciliar-
körpers bei Vögeln. Mit 3 Taf.; Internat. Monatsschr. f. Anat.
u. Hist. 1. Bd. 1. Heft p. 7-52.
J. v. Haast fand unter Moa- Knochen im Nelson - Museum
Schenkelknochen einer neuen Kiwi- Art, welcher er den Namen
Megalnpteryx Ilectori beilegt; Trans. N. Zeal. Inst. Vol. 16 p. 577.
F. Helm beschreibt die Hautmuskeln der Vögel, ihre Be-
ziehungen zu den Federfluren und ihre Functionen im allge-
meinen, die Methode der Untersuchung der Hautmuskeln und
insonderheit die Hautmuskulatur der einzelnen Vogelordnungen
nach einzelnen vom Verf. untersuchten Repräsentanten der
letzteren; Journ. Orn. 32. Jahrg. p. 321—378, mit einer zinko-
graphirten Tafel.
J. A. Jeffries bespricht die Bedeutung des Occipitalfort-
satzes bei den Kormoranen als Ansatzstelle für die Temporal-
muskeln; Auk Vol. 1 p, 196—197.
160 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe hat in einem längeren Artikel das Epidermal-
System der Vögel behandelt, die Haut und ihre Producte, als
Federn, Schuppen, Krallen, Schnabeldecke, Spornen u. dergl.
Jedes dieser Hautproducte ist in einem besonderen Kapitel
abgehandelt und zwar wird zunächst die Litteratur besprochen,
sodann die Structur des Objectes und dessen morphologische
Entwicklung beschrieben. Für seine embryologischen Studien
hat Verf. vorzugsweise Foeten von Huhn und Ente benutzt;
Proc. Boston Soc. N. H. Vol. 2 Pt. 2 (1883) p. 203—240
T. 4-6.
H. Landois, Notizen über die Entwicklung der Schale
bei den Vogeleiern; Tagebl. 57. Vers. d. Naturf. Magdeburg
p. 93—94.
Ludwig Ferdinand v. Bayern, lieber Endorgane der
sensiblen Nerven in der Zunge der Spechte. Mit 2 Taf.; Stzb.
math. phys. Cl. Ak. München 1884 Heft 1 p. 183—192.
R. Lydekker hat eine Liste der fossilen Vogelgattungen
der Siwalik - Fauna mit Angabe der Zeit ihres Auftretens und
des Verbreitungsbezirkes zusammengestellt. Es sind gefunden:
Die äthiopische Form StrutUo, die orientalisch -äthiopische Gat-
tung Leptoptüus, die kosmopolitischen Gattungen Mergus, Pdecanus
und PJialacrocorax , die australische Gattung Dromaem (?); Geol.
Mag. New Ser. Vol. 1 p. 489. — Ausführlicher behandelt der-
selbe die aus den Siwaliks bis jetzt bekannten fossilen Vogel-
arten und beschreibt die einzelnen Reste in: Palaeont. Ind.
Ser. 10 Ind. Tert. and Post-Tert. Vertebr. Vol. 3 Pt. 4. Die
aufgeführten Formen sind: Pdecanus Cauileyi Dav. und sivalensis
Dav. , Phalacrocorax sp., Leptoptüus Fcdconeri (M. Edw.), Mergus
sp., StrutUo asiaticiis M. Edw., Dromaeus (?) sivalensis Lyd., ferner
einige unbestimmte Gattungen.
Von A. B. Meyer 's Abbildungen von Vogelskeletten ist
Lief. 6 und 7 erschienen.
F. Milne-Edwards, Sur les sacs respiratoires du Calao
Rhinoceros; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 99 No. 20 p. 833—836.
K. MüUenhoff schreibt über die Grösse der Flugflächen
bei Vögeln, die Beziehungen zwischen Körpergewicht und Flug-
fläche und über die Methoden der Messungen und Berechnungen
dieser Verhältnisse; Pflüger's Arch. f. ges. Phys. Bd. 35 p. 407
bis 453.
W. V. Nathusius, üeber die feinere Structur der söge-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. \Q\
nannten Ueberzüge gewisser Vogeleier, namentlich von Croto-
phaga, Pelecanus, Carlo und Sida, sowie deren Beziehung zu den
Oberhäutchen anderer Eischalen; Tagebl. 57. Vers. d. Naturf.
Magdeburg p. 89—93.
A. Nehring weist das diluviale Vorkommen von Scolopax
rusücola in Oberfranken nach; Stzb. Ges. Naturf. Fr. Berlin
1884 p. 100—114.
Derselbe erhielt aus der Martinshöhle bei Lethmate in
Westphalen einen Tarsometatarsus der Schneeeule und schliesst
aus den stellenweise im Diluvium häufig gefundenen Raubvogel-
Gewöllen, welche namentlich Reste von Lemmingen in Menge
enthalten, dass die Schneeeule zur Glazialzeit in Deutschland
nicht selten gewesen sei; Stzb. Ges. Naturf. Fr. Berlin 1884
p. 100—114.
A. Portis fand tertiäre Vogelreste am Monte Zuello in
Italien in Gestalt zweier Tibien. Verf. begründet auf dieselben
die neue Form Palueogrus princeps n. g. et sp., welche offenbar
der Familie Gruidae angehört. In miocanen Schichten bei Civa
fand Verf. eine Fossilform, welche die Kennzeichen der LamelU-
rostres, Totipalmati und Longipennes vereinigt und mit dem Namen
Ckenornis gractdoides n. g. et sp. belegt wird. In den Ligniten
des Mte. Bamboli wurde Anas lignitifila gefunden. In einem
Torfstiche bei Pesthiera entdeckte Verf. eine der Grus cinerea
ähnliche, aber durch grössere Länge und geringere Stärke der
Beinknochen sowie durch schwächeren Körper abweichende
fossile Kranichart, welche er Grus turfa benennt. Zum Schluss
wird eine Aufzählung aller bisher bekannten quartären Vogel-
reste Italiens gegeben; Mem. Ac. Sc. Torino Ser. II T. 36 1884.
A. De Quatrefages, Moas and Moa-hunters; Ann, Mag.
N. H. Bd. 14 p. 124—141 u. 159—175 [üebersetzung aus dem
Französischen, s. vorjähr. Bericht S. 378].
R. W. Shufeldt beschreibt die Osteology von Numenius
longirostris und vergleicht mit derselben die Skelette anderer
Limicolae; Journ. of Anat. Physiol. Vol. 19 Pt. 1 p. 51—82
T. 4 u. 5.
Derselbe bespricht die Form der Patella bei einigen
Schwimmvögeln, insbesondere von Aptenodytes, Mergus, Sula, Po-
diceps, Fidmarus, Phalacrocorax Und Hesperornis und erläutert die
vergleichenden Beschreibungen durch Holzschnitte; Proc. Un.
St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 21 p. 324—331.
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. L
162 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe, Osteology of Ceryle alcyon; Journ. Anat. Phys.
18 p. 379—394 T. 14.
L. Taczanowski bemerkt, dass das Gesetz der plötzlichen
Mauser der Schwingen, auf welche d'Hamonville hingewiesen,
nicht nur der Anas boschas eigenthümlich sei, sondern auch
auf andere Enten und Gänse, ferner auch auf Tetrao tetrix
Anwendung finde; Bull. Soc. Zool. 9. Ann. No. 5 p. 303—304.
J. R. Tarchanoff führte bei einer eilegenden Henne ein
Bernsteinkügelchen in den oberen Theil des Oviducts ein und
unterband den Oviduct sofort oben (über der Schnittfläche) und
unten an der Grenze mit dem Eierreceptaculum. Die Bauch-
wunde wurde zugenäht. Nach 24 Stunden crepirte das Huhn
und es fand sich im unteren Theil des Oviducts ein völlig
formirtes Ei von normaler Form und Grösse, umgeben von
einer starken Schalenmembran, aber in welchem das Bernstein-
kügelchen die Stelle des Dotters einnahm. Damit ist der Be-
weis erbracht, dass Eiweis und Eischale accessorische oder
periplastische Gebilde sind und nicht aus dem Ei heraus sich
bilden; Pflüger's Arch. ges. Physiol. Bd. 23 p. 303. Referat:
H. Landois, Journ. Orn. 31. Jahrg. 1. Heft p. 182—184.
Derselbe hat die Verschiedenheit des Eiweisses von Nest-
flüchtern und Nesthockern nachgewiesen. Am auffallendsten
tritt die Verschiedenheit beim Erhitzen hervor. Während das
Htihnereiweis [welches als Prototyp des Nestflüchtereiweisses
vom Verf. angenommen wird] dabei ein festes, undurchsichtiges
Coagulum liefert, wird das Tataeiweis [wie Verf. dasjenige der
Nesthockereier bezeichnet] in eine durchsichtige, gelatinöse
Masse umgewandelt. Andere chemische und physikalische Ver-
schiedenheiten kommen hinzu. Während der Bebrütung wandelt
sich das Tataeiweiss in Hühnereiweiss um; ersteres bildet somit
eine Vorstufe des letzteren. Das Verhältniss des Dotters zum
Eiweiss ist bei den Nesthockereiern ein kleineres als bei den
Nestflüchtereiern und ferner enthält der Dotter bei den ersteren
mehr Wasser als bei den letzteren. Aus allen diesen That-
sacben ergiebt sich, dass die Nesthocker aus dem Dotter nicht
so viel Material zu ihrer Weiterentwicklung beziehen können
und deshalb unentwickelter zur Welt kommen als die Nest-
flüchter; Archiv f. ges. Phys. Bd. 33 Heft 7 u. 8 p. 303—378.
Referat in: Biolog. Centralbl. 4. Bd. p. 222—224. [Verf. sagt
nicht, dass er ausser dem Hühnerei noch das Eiweiss anderer
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 163
Nestflüchter untersucht habe. Die Uebereinstimmung des Eiweiss
der Sumpfvögel mit demjenigen der Hühner wäre noch zu be-
weisen. Das Weiss des Kibitzeies z. B. zeigt gekocht die
glasige, gelatinöse Beschafl'enheit des beschriebenen Tata-
eiweisses. Wie verhält sich das Weiss der Eier von Möwen,
Kormoranen, Reihern, Störchen u. a., welche, obwohl Schwimm-
oder Stelzvögel, im Gegensatz zu der Mehrzahl der Ordnungs-
genossen, doch Nesthocker sind? Ref.]
E. L. Trouessart, Les Moas ou oiseaux geants de la
Nouvelle-Zelande; Revue Scient. (3) 4. Ann. T. 34 No. 4
p. 113—115.
C. W. De Vis beschreibt eine neue Dinomis-kxi, D, Queens-
landiae, nach Oberschenkelfragmenten, welche von J. Daniels in
King's Creek gefunden wurden; Proc. R. Soc. Queensland
Vol. 1 p. 23 T. 3 u. 4.
R. Wiedersheim bespricht die Stammesentwicklung der
Vögel auf Grund der zur Zeit bekannten fossilen Formen. Die
Frage, ob die jetzigen Vogelarten von einem einzigen Zweige
des Reptilienstammes herzuleiten sind oder ob man mehrere,
einander parallel laufende Entwicklungsreihen zu denken habe,
beantwortet Verf. dahin, dass nach den gegenwärtigen Kennt-
nissen ein gemeinsamer Ursprung des Vogelgeschlechts, aber
zwei von diesem Punkt ausgehende Entwicklungslinien anzu-
nehmen seien. Die eine der letzteren führt durch die Zwischen-
form des Archaeopteryx ZU den Carinaten oder Flugvögeln,
welche durch Vergrösserung des Flügels und des Brustbein-
kieles unter gleichzeitiger Reduktion des Saurierschwanzes sich
entwickelten. In diese Reihe gehören auch Ichthyomis und Apa-
tornis. Die andere Reihe leitet von den Dinosaurier- artigen
Vorfahren und speciell von den Ornithosceliden zu Hesperomis
und zu den Ratiten hinüber. Letztere repräsentiren somit einen
abgeschlossenen, keiner weiteren Entwicklung fähigen Zweig;
Biol. Centralbl. 3. Bd. p. 654—668 u. 688—695.
L. Wunderlich liefert einen Beitrag zur vergleichenden
Anatomie des unteren Kehlkopfs der Vögel. Verfasser hat zu-
nächst in einer geschichtlichen Uebersicht die Arbeiten be-
sprochen, welche bis auf die neueste Zeit über den Gegenstand
geliefert wurden und beschreibt sodann die Beschaffenheit des
unteren Kehlkopfes bei den von ihm untersuchten Arten der
verschiedensten Familien, zum Theil ältere Angaben bestätigend
164 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
oder widerlegend. Die Entwicklungsgeschichte konnte Verf. an
Embryonen von Fringilla domestica und Anas hnschas studiren,
welche letztere in der Brutmaschine entwickelt wurden; Nov.
Act. Leop. Carol. Ak. d. Naturf. Bd. 48 m. 4 Tafeln.
III. Geographische Verbreitung, Faunistik.
Allgetneines,
M. Menzbier weist an Beispielen von Parus Plesk'd und
flavipectus, Corvus cornix und corone, Buteo vulgaris und vulpinus U. a.
nach, wie aus der Kreuzung zweier derartig nahe verwandten
Arten an den Grenzen ihres Verbreitungsbezirkes das Aussterben
einer oder beider ursprünglichen Arten resultirt, indem die
schwächere in der stärkeren aufgeht, übergehend durch eine
Bastardform, welche zunächst die Charactere beider Stamm-
formen aufweist. Auf solche Weise, also durch Kreuzung und
nicht durch unmittelbares Verdrängen wird oft das allmähliche
Vorrücken einer Form und das dementsprechende Verschwinden
der nahe verwandten Art herbeigeführt; Revue Scient. Bd. 33
No. 17 p. 513; Referat in: Biol. Centralbl. 4. Bd. p. 426—438.
Oestliche gemässigte Zone,
Europäisches Gebiet. A. Marchand, Les Poussins des
Oiseaux d'Europe, recueil de 150 planches d'oiseaux en duvet.
T. 1 176 p. T. 1—75. Chartres, Garnier 1884.
Deutschland. R. Blasius, A. Müller, J. Rohweder
und R. Tan er e veröffentlichen den 7. Jahresbericht des Aus-
schusses für Beobachtungsstationen der Vögel Deutschlands in
derselben Weise wie in den früheren Jahren geschehen. Die
Zahl der betheiligten Beobachter beträgt 30. Erwähnenswerth
ist, dass Turdus atrigularis am 29. Oct. bei Oldenburg gefangen
wurde, ferner die Nachricht über das Brüten von Turdus pilaris
in Mittelfranken und Pommern, über das Vorkommen von Ardea
purpurea in Schwaben, von Ardea garzetta bei Regensburg und
Ardea comata in Bayern. Lestris pomarina und parasitica wurden
wieder bei Altenkirchen, L. catarrhactes bei Grossenhain und
Thalassidroma leucorrhoa bei Oldenburg erlegt; Journ. Ornith.
32. Jahrg. 1. Heft p. 1—52.
H. Hintze liefert einige Notizen über die Vogelwelt von
Neuwarp in Pommern, insbesondere Beobachtungen über die
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 155
Brutzeit; Zeitschr. f. Orn. Stettin 8. Jahrg. p. 9—11, 37-41,
169—172.
Quistorp berichtet über die Ankunft der Zugvögel in
Neuvorpommern im Frühjahr 1884; Zeitschr. f. Orn. Stettin
8. Jahrg. p. 111—112.
Oesterreich. W. Capek liefert einen Beitrag zur Vogel-
fauna Mährens; P/jrrhida major, Muscicapa parva und Turdus
pilaris wurden nistend gefunden; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg.
p. 5-6.
W. E. Clark e schildert einen Besuch der Obedska Bara
in Slavonien und giebt eine Liste der beobachteten Brutvögel;
Ibis (5) Vol. 2 p. 125—148.
E. v. Dabrowski schildert die Vogelwelt der Krajna im
nordöstlichen Bosnien; Mitth. Orn. Ver. Wien. 8. Jahrg. p. 113
bis 115, 138-141.
W. Blasius Hanf, Die Vögel des Furtteiches und seiner
Umgebung. 2. Th. Graz 1884 (Separatabdr. aus Mitth. Naturw.
Ver. Steiermark 1883). Dieser zweite Theil enthält die Hühner-,
Stelz- und Schwimmvögel, Verzeichnisse der Irrgäste und Brut-
vögel des Gebiets sowie einen Abschnitt über Farbenabände-
rungen bei Vögeln.
E. v. Homeyer referirt über den Jahresbericht (1882)
des Comites für ornithologische Beobachtungs- Stationen in
Oesterreich- Ungarn und fügt einige auf eigener Beobachtung
beruhende Notizen bei; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft
p. 172—176, Heft 3 p. 261—267.
F. C. Keller, Die Vogelwelt der Kärntischen Alpen;
Klagenflirt 1884. 12.
J. V. Madarasz führt die in Ungarn vorkommenden Sing-
vögel, einschliesslich Raken, Eisvögel, Bienenfresser, Segler und
Ziegenmelker, auf, nebst kurzen Bemerkungen über deren Ver-
breitung. Als besonders bemerkenswerth ist hervorzuheben die
Beobachtung von Perisoreus infaustus in Ober -Ungarn sowie von
Farus cynnus und Orites roseus. Parus palustris L. erscheint im
Winter häufig in den Karpathen. Panis luguhris ist in den süd-
lichen und südöstlichen Gegenden Ungarns nicht selten. Motacilla
citreola wurde 1834 und Melamcorypha leucoptera 1855 in Sieben-
bürgen gefunden, Mutadlla campentris Fall. 1882 im Turoczer
Comitat erlegt. Plectruplianes lapponicus einmal bei Budapest ge-
fangen; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 112—156.
16(5 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe liefert eine Uebersicht über die in Ungarn vor-
kommenden Zahnscbnäbler. Cygnus musicus wurde vielfach auf
dem Zuge beobachtet und erlegt, von C. olor am 7. Nov. 1854
ein 9 unweit Czik-Tarcsa im Pester Comitat geschossen. Eine
Branta bernicla soU 1845 am Zusammenfluss von Theiss und
Donau erlegt sein. Eine Anser aegyptiacus wurde in den vier-
ziger Jahren im August aus einer Schaar von 14 Stück erlegt.
Anser hjperhoreus Pall. mehrfach auf dem Zuge, Anser segetum
Gm. einmal erlegt. Anser hrachyrTiynchus BaiU. regelmässiger,
zahlreicher Wintergast. Anser alUfrons und erythropus mehrfach
erlegt. Tadoma cornuia soU am Einfluss der Theiss in die
Donau geschossen sein. Casarca rutila öfter auf der Wanderung,
ebenso Chaulelasmus streperus, Querquedida falcata, Fulix marila und
cristata, Bucephala clangula und islandica, Oidemia fusca, Mergus
castor, serrator und alhdlus. Als Brutvögel sind constatirt: Anser
cinereus, Mareca penelope, Daßa acuta, Anas hoschas, Querquedula
circia und crecca, Spatula clypeata, FuUgula rufina, ferina und nyroca,
Erismatura leucocepTiala; ebenda 1. Heft p. 26 — 46.
Derselbe giebt eine Uebersicht der Raubvögel Ungarns.
Von weniger häufigen Arten werden erwähnt: Circus macrurm
Gm. wahrscheinlich Brutvogel. Buteo ferox Gm. mehrfach beob-
achtet. Gypaetus harhatus Brutvogel im Banat und am Retyezat;
im März 1861 wurde ein altes Männchen im Hügellande bei
Broos (Vajdaer Gebiet) erlegt. Aquila heliaca Sav. Brutvogel in
den Uferwaldungen der Donau und Theiss, ebenso Falco FeldeggL
Aquila Orientalis einmal erlegt. Nisaetus pennatus und BonelU
nistend. Haliaetus albicilla Überall Brutvogel. Milvus aegyptius
einmal erlegt. Falco saker Brutvogel. Falco regulus Pall. Winter-
vogel. Cerchneis tinnunculoides Tem. seltener Brutvogel. Asio
accipitrinus Pall. , Syrnium uralense Pall. Und Surnia idula L.
Wintervögel. Nyctea nivea mehrmals im Winter erlegt. Glauci-
dlum passerimm häufiger Brutvogel, Nyctale Tengmalmi in den
nördlichen Karpathen häufiger als der Steinkauz ; ebenda 3. Heft
p. 243—260.
A. Graf Marschall, Arten der Ornis Austriaco-Hungarica
in Japan; Mitth. Orn. Ver. Wien p. 77.
Derselbe, Ausser-europäisches Vorkommen von Arten der
Ornis Austriaco-Hungarica. 1. Transvaal. 2. Central -China.
3. Raubvögel im Europ. Russland, nördlich des Kaukasus;
ebenda p. 185—188.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. {{^"^
Kronprinz Rudolf von Oesterreich schildert Einzeln-
lieiten des Vogellebens der Umgebung Wiens im October 1884,
insbesondere die Lebensweise von Ilaliaetus albicUla; Mitth. Orn.
Ver. Wien 8. Jahrg. p. 33—34.
B. Schiavuzzi bespricht das Vorkommen nordischer
Vogelarten in dem nördlichen adriatischen Gebiet. 28 Arten
sind aufgeführt; Zeitschr. Ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 93
bis 103.
V. V. Tschusi liefert einen Beitrag zur Ornis des Gö-
mörer Comitats (Ungarn); Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft
p. 156—167.
Schweiz. V, Fatio, L'observation ornithologique en Suisse;
Arch. Sc. Phys. et Nat. (Geneve) (3) T. 12 No. 11 p. 420-430.
W. Fowler veröffentlicht einige Notizen über Vögel der
Schweiz; Zoologist Vol. 8 p. 374—378.
E. Hamilton bespricht einige von ihm in der Schweiz
beobachtete Vogelarten j insonderheit in Bezug auf die Häufig-
keit ihres Vorkommens; Zoologist Vol. 8 p. 41—50.
Russland. M. Bogdanow, Conspectus Avium Imperii
Rossici. Fase. 1. St. Petersbourg 1884. — Diese Uebersicht
der Vögel Russlands, von welcher der erste Theil vorliegt, führt
die Namen in systematischer Folge auf, nebst den Synonymen,
den vorhandenen Abbildungen und den speciellen Fundorten
innerhalb des russischen Reiches. Verfasser beginnt die Auf-
zählung mit den Tauben, schliesst daran seine Heteroditae {Ptero-
cUdae und Glareolidae) und lässt SOdann die Gallinae, Hydrogallinae
{Rallidae) und Grallae folgen. Auffallend ist es, dass Verf. dem
Gebrauch in der zoologischen Nomenclatur zuwider die Bris-
son'schen Speciesnamen anwendet. Neu beschrieben wird Co-
hirnix ussuriensis (p. 45), Erdorides Schrenckii (p. 115), Lagopus
rupestris insularis (p, 34), Tetrao urogalloides sachalinenm (p. 122).
E. Büchner, Die Vögel des St. Petersburger Gouverne-
ments. Materialien, Litteratur und Kritik; Arbeiten d. St.
Petersb. Naturf. Gesellsch. Bd. 14 1884 p. 358—624 [in rus-
sischer Sprache].
M. Menzbier bespricht die Verbreitung der Falconidae
des europäischen Russlands nördlich vom Kaukasus, liefert
Beschreibungen einiger weniger bekannten Arten und erörtert
insonderheit die Unterschiede von Falco peregrinm grisdvmtris,
cornlcum und hrevirostris, F. peregrimis und leucogenys, Aqvila fidva,
168 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
cJirysaetus und nohüis, Aquila orienlalis, Glüschii und Ufasciata; Ibis
(5) Vol. 2 p. 278—315.
J. Sahlberg, Corvus dauricus funnen i Finland; Meddel.
Soc. Fauna et Flora Fenn. 9. Heft p. 117—121.
H. Schulmann, Ornitologiska iakttagelser under en resa
i Östra Karelen sommaren 1880; Meddel. Soc. Fauna et Flora
Fenn. 9. Heft p. 1—38.
Scandinavien. R. CoUett weist LocusteUa naevia, Motacüla
Raü, Galerita cristata, Circus Swainsoni und Glareola melanoptera für
Norwegen nach; Christ. Vidensk. Forhandl. 1884 No. 11.
J. G. H. Kinberg hat C. J. Sundevall's Svenska Fog-
larna fortgesetzt; erschienen sind Lief. 23 — 28, enthaltend auf
p. 285 — 755 Hühner und Stelzvögel.
England. 0. V. Aplin führt einige in England seltener
vorkommende Vogelarten auf, welche sich in der Sammlung
des Herrn Whitaker in Rainworth Lodge befinden; Zoologist
Vol. 8 p. 50—52.
Derselbe referirt über einige ornithologische Vorkomm-
nisse in Oxfordshire; ebenda p. 489.
T. E. Buckley und J. A. Harvie-Brown, The Verte-
brate Fauna of Sutherlandshire. Being an Appendix to the
second edition of the late Ch. St. John's „Tour in Suther-
land." 1884.
W. E. Clarke und W. D. Roebuck schildern die Vogel-
fauna von Yorkshire; Zoologist Vol. 8 p. 171 — 180.
J. Cordeaux, The Sea Birds at Flamborough ; Naturalist
(Yorkshire) Vol. 9 p. 93-95.
Derselbe veröffentlicht einige ornithologische Notizen aus
Nord-Lincolnshire, im Herbst und Winter 1883 gesammelt;
Zoologist Vol. 8 p. 184—186.
Derselbe giebt Notizen über die Vögel von Upper Coquet
dale; Naturalist (Yorkshire) N. S. Bd. 10 p. 105—110.
J. Gatcombe liefert einige Notizen über den Herbstzug
der Vögel in Devon und Cornwall im Jahre 1883; Zoologist
Vol. 8 p. 53-56.
T. E. Gunn liefert einen ferneren Beitrag zur Vogelkunde
von Norfolk und Sufi*olk; Zoologist Vol. 8 p. 1—10.
J. H. Gurney, Catalogue of the Birds of Norfolk. Re-
printed from Mason's „History of Norfolk." 8vo. London
1884.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 169
H. Hadfield veröffentlicht einige Notizen über die Vögel
der Insel Wight; Zoologist Vol. 8 p. 29.
J. Harding theilt einige Daten über die Ankunft der Zug-
vögel in Yorksbire mit; Zoologist Vol. 8 p. 190 — 191.
J. A. Harvie- Brown, The Flannan Isles and their Bird
Life; Proc. N. H. Soc. Glasg. 5. p. 197—209 T. 4 u. 5.
J. A. Harvie-Brown, J. Cordeaux, R. M. Barring-
ton and A. G. More, Report on the Migration of Birds.
Fifth Report 1883. 8". pp. IV, 129. 1884.
W. Hörn, Additional Notes ou the Birds of the North-
west of Perthshire; Proc. N. H. Soc. Glasg. 5. p. 225-226.
Lilford theilt einige ornithologische Notizen aus North-
amptonshire mit; Zoologist Vol. 8 p. 192—194.
Derselbe veröffentlicht eine Anzahl ornithologischer No-
tizen, insbesondere Beobachtungen über den Zug der Wander-
vögel aus Northamptonshire ; ebenda p. 450 — 455.
T. List er, Natural History Notes for the Barnsley and
South Yorkshire District; Naturalist (Yorkshire) Vol. 9 p. 104
und 118.
Derselbe, Ornithological Notes from Barnsley; ebenda
p. 177.
H. A. Macpherson liefert einige Notizen über die Vogel-
welt, insbesondere über Ankunft und Abzug der Sommervögel
in Carlisle (England); Zoologist Vol. 8 p. 127—130.
J. F. Masham erwähnt einiger seltenen Vogelarten in
Linkolnshire ; Zoologist Vol. 8 p. 70.
M. A. Mathew schildert die Vogel weit von Pembrokeshire ;
Zoologist Vol. 8 p. 211—220.
Derselbe giebt einige Notizen über die Vogelwelt von
Skomer Island; ebenda p. 433 — 438.
E. C. Phillips liefert Nachträge zu seiner Liste der
Vögel von Breconshire [s. Bericht 1882 p. 446]; Zoologist
Vol. 8 p. 485—486.
Derselbe bespricht einige seltenere ornithologische Vor-
kommnisse in Breconshire; ebenda p. 144.
J. C. M. Pleydell veröffentlicht einige ornithologische
Notizen aus Dorsetshire; Zoologist Vol. 8 p. 430.
T. N. Postlethwaite liefert einige Notizen über seltene
Vorkommnisse und den Zug der Vögel in Berkshire; Zoologist
Vol. 8 p. 487.
170 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
H. Seebobm, A History of British Birds, witb Coloured
Illustrations of their Eggs. Roy. 8°. London. — Bis Th. 4
erschienen.
H. Slater, A winter visit to the Farne Islands ; Naturalist
(Yorkshire) N. S. Vol. 10 p. 89—91.
Derselbe giebt eine Uebersicht der Vogelwelt von Riding
Mill bei Tyne in Süd-Northumberland; Zoologist Vol. 8 p. 92
bis 106 u. 142.
H. Stevenson liefert Notizen über die Vogelwelt von
Norfolk; Zoologist Vol. 8 p. 370-374 u. p. 411-416.
Swinburnes veröffentlicht eine Liste der Vögel von Nord-
Barra und Nord -Bona. Dieselbe enthält 18 Arten, darunter
Thalassidroma leucorrhoa als Brutvogel; Proc. R. Phys. Soc.
Edinb. 8. p. 51.
J. E. T in kl er schildert die Vogelfauna von N. W. York-
shire; Zoologist Vol. 8 p. 131—139 u. p. 196.
W. Yarrell's History of British Birds. Fourth Edition.
Revised to the end of the Second Volume by Alfr. Newton,
continued by H. Saunders. — Th. 21 bis 25 erschienen.
Frankreich. T. Backhouse giebt ein Verzeichniss der
Vogelarten, welche von ihm während eines kurzen Aufenthalts
bei Argeies und St. Sauveur in den Pyrenäen beobachtet wur-
den; Zoologist Vol. 8 p. 20 — 27. — J. H. Gurney ergänzt
die Liste durch das von ihm daselbst beobachtete Vorkommen
von Milviis regalis und Parus palustris; ebenda p. 71; s. auch
Saunders, unten S. 171.
F. B. de Montessus, Capture de la Buse feroce dans
l'arrondissement de Chalon-sur-Saone [vergl. Revue Trav. scient.
T. 4 No. 11 p. 753].
L. Olphe-Galliard, Contributions ä la Faune Ornitho-
logique de l'Europe occidentale. Fase. 1 (Lasserre, Bayonne
und Friedländer, Berlin) 1884. — Behandelt diejenigen Vogel-
arten, welche West- Europa als Brutvögel bewohnen oder auf
der Wanderung besuchen, berücksichtigt aber auch auffallende
exotische Formen, characterisirt die Ordnungen, Familien und
Gattungen und verspricht somit eine Uebersicht über die ge-
sammte Vogelwelt zu liefern. Der erste Theil enthält die
Alcidae, Colymhidae und Fodidpedidae,
Crette de Palluel beschreibt die Vogelfauna der Um-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 171
gebiing von Paris und der Stadt selbst ; Le Naturaliste 6. Ann.
p. 443, 454, 461, 478, 483, 493, 501.
E. Teilhard, Notes siir les observations ornitbologiqiios
faites i^r P. Belon en Auvergne. Clermont-Ferrand, Thibaud
1884. 8^
Belgien. A. Dubois giebt ein Verzeichniss der Vögel
Belgiens; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jabrg. p. 51-52, 74—75,
89—91, 106—108.
Derselbe, Faune illustree des vertebres de la Belgique.
Oiseaux. Livr. 54—64. Bruxelles 1884. gr. 8^ av. pl. color.
Spanien und Portugal. A. Chapman giebt Notizen über
die Vogelwelt Spaniens, insbesondere über Lebensweise. Von
hervorragendem Interesse sind die Nachrichten über das Brüten
von Phoenicopterus ; Ibis (5) Vol. 2 p. 66—99.
A. Giraldes, Questoes de Philosophia Natural. III. Ca-
talogo das Aves de Portugal existentes actualmente no museo
de Coimbra, 1878. 8". Coimbra 1879.
Lilford berichtet über das Vorkommen einiger seltenen
Vogelarten {Cursor'ms galUcus und Hydrochdidon leucoptera) in An-
dalusien; Ibis (5) Vol. 2 p. 124.
H. Saunders liefert eine Liste der von ihm in den Pyre-
näen beobachteten Vögel; Ibis (5) Vol. 2 p. 365 392. Siehe
auch oben S. 170 Backhouse und Gurney.
Italien. G. Angelini, Nuova cattura in Toscaua dell'
Hirundo rufida Tem. ; Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Proc. verb.
Vol. 4 p. 80—81.
A. Bonomi, Avifauna Tridentina. Rovereto 1884.
P. Do der lein, Rivista della Fauna Sicula dei Vertebrati.
Palermo 1881. — Aufzählung der in Sicilien vorkommenden
Vögel p. 15-35.
G. Martorelli, Osservazioni sui Mammiferi ed Uccelli
fatte in Sardegna. Pistoria 1884. — 165 Arten sind aufge-
führt, Falco punicem wird abgebildet.
C. Massa liefert eine Uebersicht der Vogelfauna von
Montegibbio; Atti Soc. Natural. Modena Vol. 3 Anno 18 p. 92
bis 98.
T. Salvador!, Intorno ad una Specie di Falco, nuova
per la Fauna Italiana (F. punlcms)'^ Atti R. Acc. Sc. Torino
Vol. 19 Disp. 3 p. 433—437.
E. Vayreda y Vila, Fauna ornitologica de la provincia
172 -A-nt. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
de Gerona o sea breve descripcion de las Aves sedentarias en
la misma y las de paso accidental o periodico etc. Gerona
1883. 8 «.
Sibirisches Gebiet. B. Dybowski und L. Taczanowski
veröflfentlichen ein Verzeichniss der von dem erstgenannten auf
Kamtschatka und den Komandeur- Inseln beobachteten Vogel-
arten, zusammen 161 species. Zu einigen dieser Arten werden
kritische Bemerkungen geliefert. Troglodytes dauricus, Hirundo
rmtlca baicalensis und H. rustica horealis sind neu beschrieben;
Bull. Soc. Zool. France 9. Ann. No. 3 u. 4 p. 145—161.
L. Stejneger beschreibt einige neue Arten aus dem vor-
genannten Gebiet: Pica camtschatica, Corvus Grehnüskii, Alauda
Blakistoni, Dendrocopus immaculatus und Lagopiis Rklgwayi; Proc.
Biol. Soc. Washington Vol. 2 1881—84 p. 97-99.
Tartarisches Gebiet. N. v. Prschewalsky, Reisen in
Tibet und am oberen Lauf des Gelben Flusses in den Jahren
1879 bis 1880. Aus dem Russischen frei in das Deutsche über-
tragen von Stein -Nordheim. Jena, Costenoble 1884. — Ein-
gestreut zahlreiche ornithologische Notizen über Vorkommen
und Lebensweise, die grösstentheils freilich sehr kurz und
abgerissen sind, was wohl Schuld der Uebersetzung ist. Auch
mehrere neue Arten, Pyrgilauda kansuensis und harhata, Orites
calvus, Passer timidus, Sitta Eckloni, Pliasianus satscheuensis, tarimensis,
StraucU und Vlangali werden erwähnt, aber nicht beschrieben,
bleiben deshalb zweifelhaft.*) Ein ausführlicher Auszug des
ornithologischen Theils aus dem Original- Werke wäre dringend
zu wünschen. Auszüge aus dem ornithologischen Theil des
Werkes befinden sich auch in Petermann's Geogr. Mittheil.
30. Bd. 1. Heft p. 21—22 und 2. Heft p. 61 u. 63. Ueber-
setzung des letzteren s. Ibis Vol. 2 p. 242 — 244.
Mandschurisches Gebiet. T. W. Blakiston, Amended
List of the Birds of Japan, aecording to Geographical Distri-
bution; with notes concerning Additions and Corrections since
January 1882 (Printed for private circulation). London 1884.
H. Seebohm liefert feinere Beiträge zur Vogelfauna von
Japan. Neu ist das Vorkommen von Diomedea nigripes, Stema
sine7isis, Scolopax Nüsoni und grisea, Slercurarius pomaturhinus, Ardeola
*) Aus diesem Grunde sind die Namen aus dem systematischen
Theil dieses Berichtes ausgelassen.
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1884. 173
prasinoscele^, Gallicrex cristata, Laniua magnirnstris und major, Bvtalis
Sibirien. Megalurus Pryeri wird neu beschrieben, ferner das Jugend-
kleid von Merula cardis Und chrysolaus; Ibis (5) Vol. 2 p. 30—43
u. 174-183.
Persisches Gebiet. A. v. Pelz ein bespricht eine von
G. Radde in Lenkoran am Kaspischen Meer gesammelte Vogel-
coUection. Der Aufzählung der Arten sind Bemerkungen des
Reisenden über das Vorkommen beigefügt; Mitth. Oru. Ver.
Wien 8. Jahrg. p. 1—5.
G. Radde, Ornis Kaucasica. Die Vogelwelt des Kaukasus
systematisch und biologisch - geographisch beschrieben. Mit
26 Tafeln und 1 Karte. Kassel, Th. Fischer 1884. — Verf.
schildert in der Einleitung die Beschaffenheit des Beobachtungs-
gebietes mit besonderer Berücksichtigung der durch dasselbe
führenden Zugstrassen der Wandervögel. Eine ausfuhrlichere
physikalisch-geographische Skizze der Kaukasusländer folgt am
Schlüsse des Werkes. Ein umfangreiches Kapitel wird dem
Vogelzug im Kaukasus gewidmet. Demselben ist eine Karte
beigefügt, auf welcher die Verbreitung von Phasiamis colcUcus,
Caccabis saxatilis, Tetrao acatoptricus , Attagen francolinus , Starna
cinerea, Megaloperdix caspia und caucasica im Gebiet dargestellt
und die wichtigsten Zugstrassen angegeben sind. Von Buteo
iachardus wGi'dGn zwei neue Varietäten, rufus und fusco-ater,
unterschieden , von Circus aeruginosus die var. unicolor , von Acre-
dula tephronota die var. major, von CrithopJiaga miliaria die var.
minor, von Acroceplialus turdoides die var. minor, von Phylloscopus
ruf US die var. obscurus, von Lanius minor die var. obscurior, von
Piciis minor die var. quadrifasciatm. Neue Art: Accentor ocularis.
Die genannten, sowie eine Anzahl anderer Arten sind abgebildet.
H. Seebohm giebt ein Verzeichniss einer Vogelsammlung
von Lenkoran; Ibis (5) Vol. 2 p. 425—429.
H. B. Tristram, The Fauna and Flora of Palestine.
Published by the Committee of the Palestine Exploration Fund.
4°. London 1884. — 348 Vogelarten sind aufgeführt. Neu
benannt: Cindus rußventris. Abgebildet: Erithacus guttnralis, Cin-
nyris osea, Serinus canonicus, Passer moabiticus, Petronia brachydactyla,
Amydrus Tristrami, Caprimulgm tamaricis, Plotus LevaiUanti.
174 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Aethiopische Zone,
E. Hargitt liefert einige Berichtigungen und Ergänzungen
zu seiner früheren Arbeit über die Spechte der äthiopischen
Region; Ibis (5) Vol. 2 p. 199—202.
Westafrika. Barboza du Bocage liefert kritische Be-
merkungen über einige Vogelarten von Angola; Jörn. Sc. Lisboa
No. 34 p. 65 (1883).
Derselbe veröffentlicht die 25. Liste über die Vogel-
sammlungen aus Angola. Die vorliegende Collection ist durch
Anchieta in Caconda und am Rio Cuce zusammengebracht;
ebenda p. 81.
A. T. de Rochebrune, Diagnoses d'oiseaux nouveaux
propres ä la Senegambie; Bull. Soc. Philom. 7. p. 165—167.
Derselbe, Faune de la Senegambie. Oiseaux. 0. Doin,
Paris 1884. — Nach allgemeinen Bemerkungen über die ein-
schlägige Litteratur und über die Gesammtheit der Vogelfauna
Senegambiens führt Verf. in der Einleitung die Ergebnisse seiner
Untersuchungen au, welche er bezüglich des Afterschafts an
den Federn verschiedener Vogelgruppen angestellt hat, versucht
in mehrfachen Fällen die Angaben von Nitzsch zu widerlegen
und glaubt, dass das Vorhandensein oder Fehlen des Afterschafts
nicht zur systematischen Characteristik der Vogelgruppen benutzt
werden könne (hierzu T. 1—3). Als heimisch in Senegambien
sind sodann 686 Arten aufgeführt, darunter fünf vom Verf. neu
beschrieben: Scotopelia Oustaleti, Psütacus rvhrovarius, Aegühalus
calotropipMlus , Nüaus Edivardsi, Estrilda Savatieri. Psittacus ruhro-
varius bezieht sich auf die bekannte rothe Ausartung von Ps.
erithacus, welche Verf. irrthümlich als besondere Art auffasst.
Höchst auffallend ist es, dass Verf. sowohl Psittacus erithacus als
timneh, Bucorvus ahyssinicus, guineensis und caff'er, Balearica pavonina
und regidorum, Hyphantornis hrachypterus und ocularius U. a. in
Senegambien beobachtet haben will, wodurch die bisherige An-
schauung über die Verbreitung dieser vikariirenden Arten um-
gestossen würde. Die Angabe wird berechtigtem Misstrauen
begegnen und bedarf um so mehr der Bestätigung, als der
Verf. als homo novus auf dem Gebiet der Ornithologie erscheint.
Auch die Abbildungen, welche die neu beschriebenen sowie
einige andere Arten und eine grössere Anzahl Eier darstellen,
sind wenig vertrauenerweckend, so z. B. die rosenroth gemalten
Naturgeschichte der VÖgel während des Jahres 1884. 175
Eier von Scopvs umhretta und Accipiter minuUus. Befremdlich
erscheint auch, dass der junge Vogel von Chrysococcyx smarag-
dinus nach Abbildung und Beschreibung sich von dem alten In-
dividuum durch weissen Unterkörper unterscheiden soll!
R. B, Sharp e beschreibt eine von Herrn F. BohndorfF im
Niam-Niam- Lande in Centralafrika zusammengebrachte Vogel-
sammlung. Neu sind: Crateropus Bohndorf/i, Sigmodus mentalis,
Pionias crassus, Mesopicus decipiens, Ceuthmochares intermedlus, Syrnium
Bohndorffi. Die Sammlung liefert wieder den Beweis, dass das
Niam-Niam -Land faunistisch zu Westafrika zu rechnen ist,
denn sie weist folgende für den Westen characteristische Arten
auf: MaUmhus nitens, Campothera permista, Turacus giganteus, Muso-
pliaga Rossae, Corythaix Schütti, Merops angolensis, Tochus camurus,
Gypdhierax angolensis; Joum. Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103
p. 419—441.
G. Shelley beschreibt Apalis SharpU n, sp. von der Gold-
küste; Ibis (5) Vol. 2 p. 45—49.
Ostafrika. R. Böhm liefert eine Schilderung afrikanischen
Vogellebens; Zeitschr. Ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 106—112.
Derselbe beschreibt einige neue Vogelarten aus Central-
Afrika, Crex lugens, Lanius Schaloiüi, Pyromelana nigrifrons; Jouru.
Orn. 32. Jahrg. 1 Heft p. 176—178.
G. A. Fischer giebt eine Uebersicht der von ihm im
Massailande beobachteten und gesammelten Vögel. Die Anzahl
der aufgeführten Arten beträgt 345, von welchen 269 gesam-
melt wurden, darunter 36 neue species. Die den einzelnen
Arten beigefügten Notizen beziehen sich grösstentheils auf die
Verbreitung. Von besonderem Interesse ist, dass der blauhalsige
Strauss, dem Ei nach St. amtralis*)j das Massailand bewohnt.
Von verschiedenen Arten sind Nest und Eier beschrieben.
Kritische Bemerkungen über einzelne species vergl. unter Cra-
teropus, Lanius, Dryoscopus im systematischen Theil dieses Be-
richtes; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 297—396.
G. A. Fischer und Ant. Reichenow beschreiben neue
Arten aus dem Massailande [vergl. System. Theil Fam. Chara-
driidae, Perdicidae, Columhidae, Pionidae, Capitonidae, Picidae, Muso-
pTiagidae, Hirundinidae , Muscicapidae , Laniidae, Sturnidae, Ploceidae,
Fringillidae, MeLiphagidae , Natariniidae, Paridae, Brachypodidae,
*) Muss heissen: St. molyhdophanes. Ref.
176 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Timeliidae und Syhiidae]) Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 52
bis 58, 178—182 ii. 260—263.
T. Salvador!, Spedizione italiana nell' Africa equatoriale.
Risultati Zoologie!. Ueeelli dello Scioa e della regione fra
Zeila e lo Scioa (Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 21 — 276 und
separat). — Beschreibung der ornlthologischen Sammlungen,
welche der leider verstorbene Reisende Antinor! !n den Jahren
1877—1882 in Schoa zusammengebracht hat. Es sind 307 Arten
in 1531 Exemplaren, darunter fünf neue: Caprimidgus fraenatus,
Psalldoprocne Antmorii, Euplectes scioanus, Textor scioanus , Fodiceps
mfuscatus, ferner zwei vermuthlich neue selbständige species:
Nectarinia suhfamosa Und Plectropteriis scioanus. Von solchen
Arten, welche bisher nur südlich vom Aequator nachgewiesenen
waren, wurden durch Antinor! in Schoa gefunden: HypotriorcUs
Ciivieri, Nectarinia famosa (?), Otis cristata, StepTianihix coronata,
Plectropterus niger (?), Querquedida capensis, Fuligida hrunnea und
Erismatura maccoa. Interessant ist ferner der Nachweis der
bisher nur bei Lado und im Massailande (Fischer) gefundenen
Sordla Emini, wie der westafrikanischen Platystira alUfrons, von
ganz besonderer Wichtigkeit aber die Auffindung der eigen-
artigen, bisher nur in einem Exemplare vom Kamerungebirge
bekannten Pytelia Reichenoivi in Schoa. Verfasser erhebt diese
Art zum Typus der neuen Gattung Cryptospiza. Ausser den
genannten species sind noch Lanius Antinorii, Saxicola vittata, Bic-
dytes Rayi und Otis canicollis in V. Heuglin's Ornithologie Nordost-
Afrikas nicht aufgeführt. Ein Verzeichniss der von Antinor!
veröffentlichten ornithologischen Aufsätze sowie eine Liste der
von ihm entdeckten neuen Arten ist der vorliegenden Arbeit
beigefügt. Die in der Sammlung enthaltenen Arten sind in
systematischer Folge aufgeführt, mit den wichtigsten Syno-
nymen und mit kritischen Bemerkungen seitens des Verfassers
versehen.
G. E. Shelley beschreibt drei neue Arten, Muscicapa Jolm-
stoni, Nectarinia kilimensis und Pratincola axillaris, welche von
Johnston am Kilima-Ndjaro gesammelt wurden und erwähnt,
dass Drepanorliynchus Reichenoiüi und Sycohrotus Reichenowi von dem
Reisenden ebendaselbst in einer Höhe von 4000 bez. 5000 Fiiss
gefunden wurden; Proc. Z. S. p. 554—558.
Derselbe beschreibt Crateropus squamidatus, eine neue Art
von Mombassa; Ibis (5) Vol. 2 p. 45—49.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 177
Süd -Afrika. J. Cabanis beschreibt zwei neue Arten,
IlypJiantornis castaneigula und H. mdanops von den Diamantfeldem ;
Joum. Orn. 32. Jahrg. p. 240.
J. H. Gurney setzt seine Beiträge zur Ornithologie Trans-
vaals nach den Beobachtungen von Th. Ayres fort; Ibis (5)
Vol. 2 p. 217—233.
E. L. Layard, The Birds of South -Africa. New edition
thoroughly revised and augmented by R. B. Sharp e. — Das
Werk ist nunmehr abgeschlossen. Der im Jahre 1884 erschie-
nene Theil umfasst die Seiten 529—890.
Lemurisches Gebiet. W. D. Cowan giebt in seiner Arbeit
„Notes on the Natural History of Madagascar" ein Verzeichniss
der auf der Insel vorkommenden Vogelarten, sowie biologische
Notizen über einzelne Formen; Pr. Roy. Phys. Soc. Edinburgh
Vol. 7 p. 133.
R. B. Sharpe bespricht eine kleine VogelcoUection von
den Amirant-, Glorioso- und Seychellen -Inseln, darunter eine
neue Art, Turtur Göppingen; Rep. Zool. Coli, made in the Indo-
Pacific Ocean dur. Voy. of H. M. S. Alert, London 1884 p. 483
bis 485.
Orientalische Zone,
Vorder-Indien. C. H. T. Mars hall beschreibt die Vogel-
welt von Chamba im nordwestlichen Himalaya. 265 Arten
wurden vom Verf. beobachtet, darunter Gattungen wie Tarsiger,
Ixulus u. a., welche noch nicht so weit nordwestlich gefunden
wurden. Lophophorus chamhanus wird neu beschrieben; Ibis (5)
Vol. 2 p. 404—425.
J. A. Murray, The Vertebrate Zoology of Sind. A syste-
matic account with descriptions of all the known species of
Mammals, Birds and Reptiles inhabiting the province; obser-
vations on their habits, tables of their Geographical distri-
bution etc. London and Bombay 1884. Roy. 8vo. — Unter
den 399 aufgeführten Vogelarten befindet sich eine neue, Serinus
pectoralis.
Süd-China. F. W. Eastlake, Ornis Hongkongensis; Chry-
santhemum, 2. p. 178—181.
H. Seebohm bespricht eine Vogelsammlung von Central-
China. Unter den aufgeführten Arten befinden sich : Falco mda-
nogenys, Heterura sylvana, Aiiihus ludovicianus und Nettapus coro-
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. n. Bd. 2. H. M
178 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
manddianus. Neu beschrieben ist: PomatorUnus Styani; Ibis (5)
Vol. 2 p. 259—270.
Hinter-Indien. J. v. Madarasz bespricht einige in Cachar,
Birma, gesammelte Vogelarten, beschreibt als neu Siphia cacha-
riensis und liefert von dieser Art sowie von Mlxornis rubricapüla
und einem Dicaeum Abbildungen; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg.
1. Heft p. 50-53 T. 1.
Sunda-Inseln. W. Blasius liefert ein Verzeichniss einer
von F. J. Grabowsky in Südost -Borneo zusammengebrachten
Vogelsammlung. Dieselbe umfasst 50 Arten, von welchen eine
Anzahl durch den Reisenden zum ersten Mal für die Insel
nachgewiesen wurde; Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 210
bis 224 [vergl. auch Kutter unter Biologie].
J. Grabowsky giebt einige biologische Notizen über
Vögel von Südost -Borneo; Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft
p. 221—222.
A. G. Vorderman setzt in einer 4. und 5. Mittheilung
sein Verzeichniss der Batavischen Vögel fort; Natuurk. Tijdschr.
Nederl. Indie Deel 43 p. 90—123 u. 176—200.
Derselbe hat eine systematisch geordnete Liste der auf
Java bisher bekannten Vogelarten zusammengestellt, zusammen
404, darunter eine neue, Brachjpteryx salaccensis; ebenda Deel 44
Afl. 3 1884 p. 187—207.
Vergl. auch Meyer, S. 179.
Philippinen. W. Ramsay bespricht eine Vogelsammlung
von Manilla, Philippinen. U. a. sind aufgeführt: Melaniparus
semilarvatus , Falco melanogenys und Hierococcyx fugax; Ibis (5)
Vol. 2 p. 330—335.
R. B. Sharpe bespricht eine von E. Lempriere auf Süd-
Palawan zusammengebrachte Vogelsammlung. Neu sind für die
Insel: Cacatua haematuropygia, Thriponax Hargiüi n. sp. , Alcedo
hengalensis, Ceyx rufidorsa, Sipliia Lemprieri n. sp., Ptilopiis melano-
ceplmlus; Ibis (5) Vol. 2 p. 316—322.
Australische Zone.
0. Finsch macht einige Mittheilungen über die Vögel der
Südsee, indem er die wichtigsten Repräsentanten der Vogelwelt
von Neu - Britannien , Neu -Guinea, Cap York und der Torres-
Strasse, von Neu -Seeland und Micronesien aufzählt. Die No-
tizen dienen insonderheit zur Erläuterung einer von dem Ornith.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 179
Verein in Wien erworbenen Collectiou des Reisenden; Mittb.
Orn. Ver. Wien 8. Jabrg. p. 54—55, 75—76, 92—95, 108 bis
111 11. 120—127.
Australien. W. Davies berichtet über Reste des Emu
aus den Wellington -Höhlen in New- South -Wales. Dieselben
weichen von der lebenden Art, Dromaeus Novae- Hollandiae, nicht
ab; Geol. Mag. 1884 p. 265.
R. B. Sharpe beschreibt eine CoUection von Vogelbälgen,
welche auf der Reise des „Alert" in den Jahren 1878 — 1882
auf den Inseln der Torres- Strasse, in Port Molle und Port
Curtis in Queensland und in Port Darwin in Nordwest-Australien
gesammelt wurden. Die Sammlung enthält 77 Arten, darunter
eine neue: FiezorTiynchus med'ms; Report on the Zool. Coli, made
in the Indo-Pacific Ocean during the Voyage of H. M. S. Alert,
London 1884, p. 11—29.
Papuasisches Gebiet. A. Dubois beschreibt einen neuen
Chalcopättacus von Neu -Guinea; Bull. Mus. Roy. d'hist. nat.
Belgique T. 3 p. 109—114.
H. 0. Forbes bespricht die von A. B. Meyer (s. unten)
von Timorlaut beschriebenen Arten und sucht die Identität der-
selben mit bekannten Formen nachzuweisen, mit Ausnahme von
Phüemun timorlaoensis, dessen specifische Selbständigkeit Verfasser
zweifelhaft lässt. Es wird sodann eine Liste der jetzt von den
Tenimber- Inseln bekannten Vögel gegeben, welche 69 Arten,
darunter 24 der Insel - Gruppe eigenthümliche aufweist; Proc.
Z. S. p. 425 — 434 [vergl. auch Salvadori, unten].
J. Gould, The Birds of New Guinea and the adjacent
Papuan Islands, including any new species that may be disco-
vered in Australia. — Theil 16 bis 18 erschienen.
A. B. Meyer bespricht neue und ungenügend bekannte
Vogelarten, Nester und Eier aus dem ostindischen Archipel im
Kgl. zoologischen Museum zu Dresden. Es sind zunächst die
Vögel der Sangi-Inseln behandelt. 68 Arten werden aufgeführt,
von welchen 20 den Inseln eigenthümlich sind. Ferner werden
153 Arten in systematischer Folge besprochen, welche von den
wenig bekannten Inseln Kisser, Letti, Dammar, Wetter, Babbar
sowie von Timorlaut, Buru, Celebes, Sumatra u. a. stammen.
26 Arten sind als neu beschrieben; Stzb. u. Abb. d. Ges. Isis
Dresden. Abb. 1 1884 [Bezüglich der von Timorlaut beschrie-
benen neuen Arten vergl. Forbes u. Salvadori].
180 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe giebt ein Verzeichniss der bis jetzt von Timor-
laut bekannten Arten, wobei er insonderheit auf die Sammlungen
sich stützt, welche von Riedel daselbst zusammengebracht wur-
den. Die Anzahl der bekanntermassen vorkommenden Arten
beträgt 80, von welchen 32 der Insel eigenthilmlich sind. In
der jüngsten Riedel'schen Sammlung befinden sich folgende neue
species: Sauropatls australasiae var. minor, Graucalus timorlaoensis,
Corvus latirostris, Geocichla schistacea, Macropygia timorlaoensis und
Stigmatops Salvadorii. Verfasser beschreibt in derselben Arbeit
ferner die folgenden neuen Arten : Leptotodus (n. g.) tenuis, Micro-
lestes (n. g.) arfakianics, Gerygone bimacidata, Pachycephala affinis von
Neu -Guinea, Oxypogon Stubdii von Nord-Columbien, CMorostübon
Stübelii von Bolivien, Chmyris Henkel aus dem ostindischen Ar-
chipel, Myzomda (fragliche Art) von Ceram, Turdinus sepiarius
var. minor von Java, Zoster ops inceria von unbekanntem Her-
kommen, Tropidorhjnchus aruensis von den Aru-Inseln und Stigma-
tops kebirensis von der Insel Babbar, Kebir; Zeitschr. ges. Ornith.
1. Jahrg. 3. Heft p. 193-219.
Derselbe bespricht eine Anzahl Vogelarten von den Aru-
Inseln und von Neu -Guinea, von welchen einige zum ersten
Male für die Insel nachgewiesen, zwei {Rectes analogus und Xan-
thotis rubiensis) neu beschrieben werden. Von einer grösseren
Anzahl von Arten werden Eier und Nester beschrieben ; ebenda
4. Heft p. 269—296.
Th. Pleske beschreibt eine Vogelsammlung von der Insel
Ternate; Bull. Acad. Imp. Sc. St. Petersbourg. T. 29 No. 4
p. 519—540.
E. P. Ramsay beschreibt zwei neue Arten {Halcyon albo-
notata und Pitta Finschi) aus dem austro - malayischen Gebiet;
Proc. Lin. Soc. N. S. Wales Vol. 9 Pt. 3 p. 863—866.
Derselbe beschreibt einen neuen Fliegenfänger, Rhipidura
fallax, von Neu -Guinea; Proc. Z. Soc. p. 580.
T. Salvador! kritisirt eine Anzahl der von P. L. Sclater
und A. B. Meyer von Timorlaut und den Tenimber- Inseln
beschriebenen Vogelarten; Ibis (5) Vol. 2 p. 355 u. Proc. Z.
5. p. 577—580.
Derselbe kritisirt die von Ramsay (Proc. Lin. Soc. N.
S. W. Vol. 8 p. 15) neu beschriebenen Arten von Neu-Guinea;
Ibis (5) Vol. 2 p. 353—354.
R. B. Sharpe beschreibt drei von A. Goldie in den
Natargeachichte der Vögel während des Jahres 1884. 181
Astrolabe - Bergen auf Neu -Guinea gesammelte Arten: Erythro-
thriorchis Duriae Salvad. U. d'Alb., Ninox tlieomacha Bp. und
Amblyornis subalaris n. sp.J Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17
No. 103 p. 405-— 408.
Derselbe beschreibt eine neue Timeliengattung {Orthno-
cichla) von Timor; Notes Leyd. Mus. Bd. 6 p. 179.
Neu-Seeland. R. Bouchier theilt mit, dass auf einer Schaf-
Station am Wanaka-See (Neu-Seeland) in einer Nacht 200 Schafe
von Nestor notahüis getödtet wurden. Auf die Vernichtung der
Papageien sind Preise gesetzt und zwar werden 4 Shilling pro
Schnabel gezahlt. In Folge dessen wurden auf einer Inspection
1574 Schnäbel abgeliefert; Ibis (5) Vol. 2 p. 471.
W. L. Bull er bespricht einige seltenere Vogelarten von
Neu-Seeland, U. a. Sceloglaux albifacies, Hijlochelidon nigricans, An-
tJwchaera caruncidata, welche zum ersten Male für die Insel nach-
gewiesen wird; Trans. Proc. N. Zeal. Inst. Vol. 16 p. 308.
T. H. Potts, On Rhipidurae of New Zealand; New Zeal.
Journ. Sc. Vol. 2 No. 4 p. 170—171.
A. Rßischek beschreibt Klein - Barrier - Eiland (Hauturn)
im Hauraki-Golf an der Nordinsel von Neu-Seeland und dessen
Vogelwelt; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 81—83.
Ch. Smith führt die verschiedenen Lokalitäten an, wo auf
Neu-Seeland Moa-Knochen gefunden wurden. Die Reste gehören
Dinornis giganteus, elepliantopus, casuarinus, didiformis, crassus, rolnistus,
femer Palapteryx crassus Und elephantopus und Euryapteryx rJieides
an; Geol. Mag. 1884 p. 129—131.
W. T. L. Travers, Remarks upon the Distribution within
the New Zealand Zoological Subregion of the Birds of the Or-
ders Accipitres, Passeres, Scansores, Columbae, Gallinae, Stru-
thiones and Grallae; Trans. N. Z. Inst. 15 p. 178-187 (1883).
Derselbe erörtert an einigen speciellen Beispielen die
Verschiedenheiten zwischen der Vogelfauna der Nord- und Süd-
insel von Neu-Seeland; ebenda Vol. 16 p. 461 — 467.
Westliche gemässigte Zmie,
J. A. Allen, Berichte über ornithologische Litteratur Nord-
amerikas; s. oben S. 155.
S. F. Baird, T. M. Brower and R. Ridgway, The
Water Birds of North America. Vol. 1 u. 2. Boston, Little,
Brown and Comp. 1884. — Mit den vorliegenden beiden Bän-
132 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
den schliesst dieses grosse Werk über die Vögel Nord- Amerikas
ab. Die letzteren enthalten die Ordnungen Herodiones, Limicolae,
Alectorides, Phoenicopteri, Anseres, Steganopodes, Longipennes, Tubinares
und Pygopodes. Mehrere neue Gattungen sind aufgestellt und
zwei neue Arten beschrieben, s. unten Procellarüdae, Graculidae
Laridae und Pelecanidae»
R. Bell, Notes on the Birds of Hudson's Bay; Proc. and
Trans. R. Soc. Canada Bd. 1 Sect. IV p. 49—54.
W. Brewster liefert Notizen über die Vögel am Gol^
von St. Lawrence nach seinen während eines Sommers daselbst
angestellten Beobachtungen. 92 Vogelarten wurden beobachtet
und viele biologische Thatsachen festgestellt. Hinsichtlich des
Oceanites oceanicus vermuthet Verf., dass dieser Vogel, welcher
während des ganzen Sommers an den Küsten Nordamerikas
vom St. Lawrence- Golf bis Cape Henry in Virginien sich auf-
hält, ohne daselbst zu brüten, im Winter oder im ersten Früh-
jahr in tropischen oder subtropischen Regionen sein Brutgeschäft
verrichte. Die vom Verf. während des Sommers erlegten Indi-
viduen befanden sich nach dem Sectionsbefund nicht im Zustande
der Paarung; Proc. Boston Soc. N. H. Vol. 12 1883 p. 364—412.
Derselbe schildert die Vogelwelt in Berkshire County,
Massachusetts; Auk Vol. 1 p. 5 — 16.
N. C. Brown bespricht die Vogelarten, welche er während
eines zweiten Aufenthalts in Südwest -Texas [s. Bericht 1882
p. 458] im Winter 1882/83 beobachtete; Auk Vol. 1 p. 120—124.
M. Chamberlain berichtet über die Wintervögel von
Neu -Braunschweig; Auk Vol. 1 p. 294—295.
J. W. Co Hins bespricht das Vorkommen einiger Möven
und Sturmvögel an der Küste Neu-Englands ; Auk Vol. 1 p. 236
bis 238.
W. Cooke fährt die bei den Chippewa-Indianern üblichen
Trivialnamen filr eine grössere Anzahl von Vogelarten auf;
Auk Vol. 1 p. 242—250.
W. Cooke and 0. Widmann, Bird Migration in the
Mississippi Valley; Bull. Ridgway Orn. Club Chicago, Illinois
No. 1 1883.
E. D. Cope erörtert die Bedeutung von Texas als zoolo-
gische Region und gelangt zu dem Schluss, dass das Gebiet
mit der Nearktischen Region verbunden werden müsse; Bull.
Un. St. Nat. Mus. No. 17.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 183
E. Coues, Key to North American Birds. Containing a
concise accoimt of every species of living and fossil bird at
present known from tbe Continent north of the Mexican and
United States boundary, inclusive of Greenland. Second Edi-
tion. Boston: Estes & Lauriat, 1884. Royal 8vo. pp. XXX,
863, 1 col. pl. and 563 woodcuts.
E. Coues and W. Prentiss, Avifauna Coliimbiana: being
a list of Birds ascertained to inhabit the District of Columbia,
with the times of arrival and departure of such as are non
residents, and brief notices of habits, etc. Second Edition.
Bull. Un. St. Nat. Mus. No. 26 1883. 8°. pp. 133, 100 wood-
cuts and 4 folded maps.
W. Dutcher berichtet über einige auf Long Island, N. Y.,
erlegte, zum Theil bisher daselbst noch nicht beobachtete Vogel-
arten; Auk Vol. 1 p. 31—35.
Derselbe theilt einige Notizen mit über den Vogelzug auf
Long Island im Frühjahr und Herbst 1882; ebenda p. 174—179.
N. S. Goss, A Catalogue of the Birds of Kansas. Topeka,
Kansas 1883.
Derselbe berichtet über einige neuerdings für Kansas
nachgewiesene, bei Wallace erlegte Vogelarten; Auk Vol. 1 p. 100.
F. Grub er schildert das Vogelleben auf den Farallone-
Inseln; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 167—172.
J. Hatton and M. Harvey, Newfoundland. Its History,
its Present Condition and its Prospects in the Future. Reprinted
from the English edition, corrected and enlarged. 111. Boston,
Doyle & Whittle 1883. 8 ^ — Enthält auch viele Notizen über
die Vogelfauna Neufundlands.
W. J. Hoff mann hat eine Liste derjenigen Vögel zusammen-
gestellt, welche von ihm während eines einmonatlichen Aufent-
halts in Fort Berthold im nördlichen Dakota gesammelt und
beobachtet wurden. Bemerkenswerth ist unter anderem das
Vorkommen von Ortyx virginiana; Proc. Boston Soc. N. H. Vol. 21
Pt. 4 (1883) p. 397—405.
J. H. Langille, Our Birds in their Haunts: a populär
Treatise on the Birds of Eastern North America. Boston 1884.
C. H. Merriam veröffentlicht das Programm des Aus-
schusses für ornithologische Beobachtungsstationen in Nordame-
rika; Auk Vol. 1 p. 71—76; Zoologist Vol. 8 p. 106—109.
Derselbe liefert einen zweiten Nachtrag zu seiner Liste
134 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
der in der Adirondack-Region, Nordost-New-York, vorkommen-
den Vögel; Auk Vol. 1 p. 58—59 [s. Bericht 1882 p. 461].
Derselbe giebt einen zweiten Nachtrag zu seiner Liste
der Vögel von Point de Monts, Prov. Quebec, Canada; Auk
Vol. 1 p. 295.
Derselbe weist Melospiza Jasciata , Pyranga rubra, Pelionetta
perspiciUata und Cymochorea leucorrlioa auf den Bermudas nach;
Bull. Un. St. Nat. Mus. No. 25 p. 283—284.
J. M. Le Moine, Ornithology in Canada and in the United
States. From a Quebec Morning Chronicle of 23 rd. Aug. 1884.
Sep. issue.
R. Ridgway beschreibt einige neue subspecies von Nord-
amerika; Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 89—96.
Derselbe, Catalogue of the Aquatic and Fish-eating Birds
of North America. Washington 1884. 8. 46 pg.
W. L. Scott führt die im Winter in Ottawa vorkommenden
Picariae und Passeres auf; Auk Vol. 1 p. 156 — 161.
F. Stephens schildert einen Besuch der Colorado - Wüste
und beschreibt insonderheit die Lebenweise von Harporlynchus
Lecontei; Auk Vol. 1 p. 353—358.
Ch. H. Townsend, Notes on the Birds of Westmoreland
County, Penn.; Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1883 p. 59—68.
S. W. Willard erörtert in einem kleinen Artikel die Ur-
sachen der Wanderung der Wintervögel Nordamerikas; Auk
Vol. 1 p. 221—223.
C. J. Young führt eine Anzahl von Landvögeln auf, welche
während einer Fahrt von England nach Canada auf das Schiff
geflogen kamen; Auk Vol. 1 p. 398—399.
Westliche tropische Zone,
Mittelamerika. F. D. Godman and 0. Salvin, Biologia
Centrali-Americana; or Contributions to the knowledge of the
Fauna and Flora of Mexico and Central -America. Zoology.
4to. London. — Erschienen Th. 28 — 34 enthaltend p. 313 bis
344 und T. 22—24 den Schluss der Tanagridae und Anfang
der Fringillidae. Abgebildet sind: Chlor ospingus punctidatus, pileatus
und hypopJiaeus, Buarremon capitalis und ühialis, Pitylus celaeno.
Von Ch. Nutting's Arbeit über eine Vogelsammlung von
Nicaragua (herausgegeben von R. Ridgway) ist der Schluss,
welcher die Collectiouen von Sucuya an der Westküste des Nica-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 185
ragua-Sees, von der Insel Ometepe und von Los Säbalos be-
handelt, erschienen. Neu wird beschrieben: Geoihlypis Bairdi
Nutting (p. 398), Oryzohorus Nuttingi RidgW. (p. 401), Contopus
dejjressirostris RidgW. (p. 403), Cymbilanius lineatus fasciatns RidgW.
(p. 404), Porzana leiicogastra RidgW. (p. 408), als vermuthlich
neu Onjzolorus Salvini RidgW. (p. 401) und Gralloria intermedia
RidgW. (p. 406); Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 25 u. 26
(April 9-11 1884) p. 385—410.
R. RidgW ay bespricht einige Vogelarten von Costa Rica,
welche von Don Jose C. Zeledon in San Jose gesammelt wur-
den, und beschreibt dabei einige neue Arten: Carpodectes Anto-
niae Zeledon, Empidonax viridescens, Lanio melanopygius, Psittasoma
MicUeri Zdedoni und die neue Gattung CUorothraupis ; Proc. Un.
St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 (April 11 1884) p. 410—415.
Columbisches Gebiet. H. v. Berlepsch liefert einen Bei-
trag zur Vogelfauna Bucaramanga's in Neu -Granada nach
Sammlungen der Herren E. Minlos, E. Lorent und Petersen.
Die Ornis dieses Gebietes wurde bisher erst einmal (Ibis 1871)
behandelt, welcher Abhandlung die Sammlungen Wyatt's zu
Grunde lagen. Die durch Letztere bekannt gewordenen Arten
belaufen sich auf 210, welche Anzahl durch die vorliegende
Veröffentlichung um 70 vermehrt wird. Der Charakter der
Vogelfauna von Bucaramanga schliesst sich am nächsten dem
der Umgegend von Bogota an. Einige der in letzterer Gegend
vorkommenden Arten treten hier in etwas modificirter Form
auf, z. B. Certhiola mexicana colnmbiana (Uebergang zu luteola von
Venezuela vermittelnd), Pipra mtricapilla mit intensiver orange-
gelber Haube, Metallura tyriantUnu mit kürzerem Schnabel, Pany-
clilora Poortmanni major, grössere Rasse von P. Poortmanni.
Einige bisher nur im nördlichen Neu -Granada, bez. auch in
Antioquia und Venezuela nachgewiesene Arten scheinen in
Bucaramanga ihre südliche Verbreitungsgrenze zu finden, so:
Basileuterus Cahanisi, EupJionia fulvicrissa, Bucco pectoralis. Eigen-
thümlich sind dem Gebiet, bez. noch nicht anderswo nachge-
wiesen: Thryophilus Mhüosi n. sp., Poecilotriccus Lenzi n. sp.,
PTiyllomyias cristatus n. sp. und Bourcieria assimilis Ell. Eine An-
zahl nordamerikanischer Zugvögel scheint ihre Wanderungen
nicht südlicher als Bucaramanga auszudehnen, z. B. HdmintJw-
phaga peregrina, Dendroeca. castanea, Vireosylvia calidris, Myiarchiis
crinitus; Journ. Oru. 32. Jahrg. p. 273—320.
186 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
H. V. Berlepsch und L. Taczanowski liefern eine
zweite Liste von Vögeln, welche von Stolzmann und Siemiradski
in West-Peru gesammelt wurden. Neu beschrieben sind: Heni-
corhina hüaris, Clilorospingus ochraceus, Aiiiomolus Jiolosüctus siricäidorsus,
Bubo nigrescens und Poecüotriccus n. g. ; Proc, Z. S. p. 281 — 313.
E. V. Boeck schildert das Thal von Cochabamba in Bo-
livien und dessen Vogelwelt; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg.
p. 100—102, 161—168.
Hierzu Bemerkungen von W. Blasius; ebenda p. 141
bis 142.
R. Ridgway beschreibt eine Vogelsammlung, welche von
J. E. Benedict und W. Nye während einer Reise auf dem
Dampfer Albatross auf St. Thomas, Trinidad, der Insel Cura^oa
bei Venezuela, in Sabanilla in Neu-Granada und auf der Insel
Old Providence in der Caribischen See, 250 engl. Meilen nörd-
lich von Aspinwall zusammengebracht wurden, darin eine ganze
Anzahl neuer Arten: Mimus gilvus rostratus, Dendroica rufopileata,
Icterus curasoensis, Zenaida vinaceo-rufa (?), Certhiola tricolor, Vireo-
sylvia grandior, Vireo approximans und Elainea cinerescens; Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 11 u. 12 p. 172—180.
L. Taczanowski, Ornithologie du Perou. Tome Pre-
mier et Deuxieme. 1884. 8°. 542 u. 566 p. — In einem all-
gemeinen Theil bespricht Verf. die Topographie des Landes,
welche zu einer Sonderung von vier charakteristisch unter-
schiedenen Regionen berechtigt, nämlich: Küstengebiet (costa),
Gebirge (sierra), Alpenland (puna) und Waldgebiet (montana).
Verf. charakterisirt diese Gebiete und führt die für dieselben
bezeichnenden Vogelarten auf. Ein anderes Kapitel ist Eigen-
thümlichkeiten der geographischen Verbreitung der peruanischen
Vögel gewidmet, worin auf die vikariirenden Formen hinge-
wiesen wird, welche einander im centralen und nördlichen
Theil, an der Küste und in den Bergen, im Westen und Osten
vertreten. Zum Schlüsse der allgemeinen Betrachtungen wird
die Lage der einzelnen von den Reisenden Stolzmann und Jelski
besuchten Sammelorte angegeben. Es folgt die systematische
Aufzählung der vorkommenden Arten nebst Synonymie, Diagnose
der species, kritischen Bemerkungen des Verfassers und Schil-
derungen der Lebensweise nach d'Orbigny, Stolzmann und
Jelski. Eine grössere Anzahl neuer Arten wird beschrieben.
Die vorliegenden beiden Theile behandeln die Raubvögel,
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 187
Caprimulgiden , Cypseliden, Trochiliden , sämmtliche Sing- und
Schreivögel.
[Vergl. auch Meyer S. 180.]
Amazonen-Gebiet. H. v. Berlepsch beschreibt eine kleine
Vogelsammlung vom Orinoco, Venezuela. Neu: Cnipolegus ore-
nocensis; Ibis (5) Vol. 2 p. 431—441.
0. Salvin und F. Du Cane Godman beschreiben eine
Anzahl neuer Vogelarten vom Britischen Guiana (s. unten Tur-
didae, Sylvicolidae, Tyrannidae, Anahatidae und Trochüidae)'^ Ibis (5)
Vol. 2 p. US— 4.52.
A. deVerteuil, Trinidad: its geography, natural resources
administration, present condition and prospects. Second edition.
Cassel & Co., London, Paris, New York 1884. 8vo. 484 pp.
— Enthält auf S. 89—97 u. 365—381 Notizen über die Vögel
von Trinidad.
Whitely giebt einige Notizen über die Vogelwelt von
Brit. Guiana; Ibis (5) Vol. 2 p. 356—358.
[Vergl. auch Ridgway, oben S. 186.]
Antillisches Gebiet. Ch. B. Cory, The Birds of Haiti
and San Domingo. Boston, Estes and Lauriat. 4to. — Theil
1 bis 3 erschienen. Enthält eine systematische Uebersicht der
auf St. Domingo vorkommenden Vögel nebst Synonymie, aus-
führlicher Beschreibung, Bemerkungen über Vorkommen und
Lebensweise. Die Aufzählung beginnt mit den Turdidae, der
3. Theil schliesst mit Farm. Eine grosse Anzahl von Arten
sind abgebildet.
Derselbe beschreibt einige neue Vogelarten von Sant
Domingo; Auk Vol. 1 p. 1—5.
D. Gronen referirt nach Denny über die auf Jamaica und
Cuba vorkommenden Vögel mit besonderer Rücksicht auf die
gleichzeitig in Nordamerika heimischen Arten und weist auf
die Thatsache hin, dass die Inseln etwa die Hälfte ihrer Vogel-
species mit dem nordamerikanischen Festlande, dagegen kaum
ein Fünftel mit dem südlichen Theil der neuen Welt gemein
haben; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 280—283.
H. B. Tristram giebt ein Verzeichniss einer kleinen
Vogelsammlung von Sant Domingo, darunter drei Arten, Aegia-
litis semipalmatus, Strepsilas interpres und Platalea njoja, welche von
Bryant in dessen Liste der St. Domingo-Vögel nicht aufgeführt
sind; Ibis (5) Vol. 2 p. 167—168.
188 -A^iit' ßeichenow: Bericht über die Leistungen in der
[Vergl. auch Ridgway, oben S. 186.]
Süd -Brasilianisches Gebiet. W. B. Barrows hat seine
Besprechung der Vögel von Unter -Uruguay [s. Bericht 1883
p. 328] fortgesetzt; Auk Vol. 1 p. 20—30, 110—113, 270 bis
278, 313-319.
J. Dalgleish, Notes on a Second CoUection of Birds
and Eggs from Central Uruguay; Proc. Roy. Phys. Soc. Edinb.
Vol. 8 p. 77.
Patagonisches Gebiet. E. Blanchard zählt die während
eines Aufenthalts am Kap Hörn (1882/83) beobachteten Vögel
auf; Le Natural. 6. Ann. No. 59 p. 471.
R. Crawford, Across the Pampas and the Andes. Lon-
don: Longmans 1884. — Enthält viele ornithologische Notizen,
welche auf einer Reise von Buenos Ayres zur West -Küste
Südamerikas gesammelt wurden.
Holmberg, Resultados cientificos, especialmente zoologicos
y botanicos, de los tres viajes levados en 1881, 1882 y 1883
a la Sierra del Tandil; Actas Acad. Nacion. Cienc. Cordoba
T. 5 Entrega primera, Buenos Ayres 1884. — Etwa 60 bisher
schon bekannte Arten als Bewohner der Sierra Tandil in Ar-
gentinien aufgeführt.
ArktiscJie Zone,
A. H. Cocks liefert einen Nachtrag zu seinem im Vor-
jahre veröffentlichten Verzeichniss der auf Spitzbergen vorkom-
menden Vögel. Danach stellt sich die Anzahl der bis jetzt
auf der Insel beobachteten Arten auf 32; Zoologist Vol. 8
p. 13—18 u. p. 231.
[Siehe ferner: Dybowski, Taczanowski u. Stejneger,
oben S. 172.]
Antarktische Zone,
J. Cabanis beschreibt einen neuen Pieper {Anthus ant-
arciicus) von Süd - Georgien ; J. 0. 32. Jahrg. p. 254.
IV. Biologie, Zucht und Pflege.
Lebensweise (Mauser, Nestbau, Eier). Ch. C. Ab-
bott schildert die Lebensweise von Thryothorus ludovicianus;
Amer. Natural. Bd. 18 p. 21—25.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 189
H. B. Bailey beschreibt das Brutgeschäft von RostrJiamus
sociabilis plumheus; Auk Vol. 1 p. 95.
S. W. Baker, Notes on a Bird calied Malan (Megapodius
Pritchardi)'^ New Zeal. Journ. Sc. Vol. 2 No. 4 p. 174.
J. W. Banks beschreibt die Nistweise von Buteo pennsyl-
vanicus; Auk Vol. 1 p. 95.
R. M. Barrington berichtet einiges über die Aufenthalts-
orte des Troglodytes Mrtensis auf St. Kilda; Zoologist Vol. 8
p. 383—385.
R. M. Barrington und R. J. Ussher beschreiben die
Brutplätze von Sula bassana in Irland; Zoologist Vol. 8 p. 473
bis 482.
F. Becher berichtet über Niststätten von Puffmus anglorum,
1\ kuhU, ProceUaria pelagica und Columba livia auf der Insel Fil-
fola bei Malta; Zoologist Vol. 8 p. 467—468.
W. Becher beschreibt den Nestbau von Acredula rosea;
Zoologist Vol. 8 p. 383.
E. P. Bicknell bespricht in einem längeren Aufsatz den
Gesang der Vögel, das Variiren desselben nach Alter, Jahres-
zeit, Aufenthalt sowie nach individueller Befähigung, und Aus-
artungen. In dem speciellen Theil wird dann der Gesang
einzelner Arten characterisirt und die Jahreszeit angegeben,
während welcher dieselben sich hören lassen ; Auk Vol. 1 p. 60
bis 71, 126-140, 209—218, 322—332.
R. Böhm, Biologisches über afrikanische Vögel [s. oben
S. 175].
W. E. Bryant beschreibt Nest und Eier von Myiadestes
Toivnsendi', Auk Vol. 1 p. 91.
W. L. Bull er schildert die Lebensweise von Sceloglaux
alUfacies; Trans. N. Zeal. Inst. Vol. 16 p. 308.
Derselbe giebt ebenda Notizen über die Verbreitung von
Nestor notabilis Und Hylochelidon nigricans und deren Lebensweise.
A. J. Campbell, Nests and Eggs of Australian Birds,
embracing papers on Oology of Australian Birds, read before
the Field Naturalist's Club of Victoria. Melbourne 1883, 8vo.
73 pp.
Th. Carter, Notes on Birds' Nests from North Yorkshire;
Naturalist (Yorkshire) Vol. 9 p. 117—118.
Derselbe berichtet über das Nisten einiger Seevögel an
der Küste von Yorkshire; Zoologist Vol. 8 p. 438—448.
190 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
M. Chamberlain beobachtete, dsiSB Corvm frugivorus ihren
Raub, eine junge Drossel, mit den Klauen ergriff und forttrug;
Auk Vol. 1 p. 92. — Derselbe theilt eine Beobachtung Flo-
wer's mit, welcher Corvns frugilegus Fische fangen sah, indem
der Vogel herniedergleitend dieselben mit den Krallen aus dem
Wasser holte; ebenda p. 391. — Dass Krähen öfter ihre Nah-
rung in den Klauen forttragen bestätigt J. W. Fewkes, ebenda.
S. auch Flower, ebenda p. 391.
Derselbe beschreibt Nest und Eier von Regulm Calendula;
ebenda p. 90-91.
A. Chapman liefert biologische Notizen über spanische
Vögel, welche er während eines Aufenthaltes von fünfzehn
Monaten auf der spanischen Halbinsel zu sammeln Gelegenheit
hatte. Insonderheit beschreibt Verf. auch das Brüten der Fla-
mingos und giebt die Abbildung einer Brutkolonie; Ibis (5)
Vol. 2 p. 66—99 T. 4.
J. N. Clark beschreibt Nistweise und Eier von Porzana
iamaicensis; Auk Vol. 1 p. 393—394.
Derselbe schildert die Lebensweise von Sitta carolinenm;
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft. p. 80—83.
J. W. Coli ins schildert die Lebensweise verschiedener
Seevögel und beschreibt die Art, dieselben zu fangen, wie sie
auf den Fischbänken an der Ostküste Nordamerikas üblich ist.
Von Puffinus major werden oft Hunderte in wenigen Stunden
gefangen; Ann. Rep. of the Comm. of Fish and Fisheries for
1882 p. 311—338 T. 1.
Ch. B. Cory bildet Nest und Eier von Mimocichla ardesiaca
ab und beschreibt die Eier einiger anderen Vogelarteu von
Haiti und St. Domingo; Birds of Haiti etc. Pt. 1.
J. Dalgleish, Notes on a Second Collection of Birds and
Eggs from Central Uruguay; Proc. Roy. Phys. Soc. Edinburgh,
VIII p. 77—88.
C. Donovan berichtet über Vorkommen und Lebens-
weise der Scolopax rusticola in Indien; Zoologist Vol. 8 p. 148
bis 149.
F. M. Drew schreibt über die plötzliche Mauser der
Krallen von Lagopus leucurus; Auk Vol. 1 p. 392—393.
J. R. Earle berichtet über das Nisten von Tinnunculus
alaudarius in Baumlöchern; Zoologist Vol. 8 p. 148.
G. A. Fischer beschreibt Nester und Eier einer Anzahl
Naturgeschichte der Vügel wahrend des Jahres 1884. 191
ostafrikanischer Vogelarten; Zeitsclir. Ges. Ornitb. 1. Jahrg.
4. Heft p. 297—396.
N. S. Goss beschreibt die Nistweise von Bytes nigrkolUs
californicus; Auk Vol. 1 p. 18—20.
Derselbe beschreibt die Lebensweise, Nest und Eier von
Lanivireo flavifrons; ebenda p. 124 — 126.
L. V. Graff forscht nach dem Grund der Thatsache, dass
der Auerhahn während des Balzens und besonders während des
sogenannten Schleifens völlig taub ist. Die Ansicht Wurm's,
dass der Processus angularis beim Oeffnen des Schnabels den
Gehörgang fest komprimire und damit die Taubheit verursache,
sucht Verf. zu widerlegen; führt letztere dagegen im Wesent-
lichen auf die Erection der Schwellfalte zurück; Zeitschr. wiss.
Zool. 41. Bd. 1. Heft p. 107—115 T. 7.
V. V. Grossbauer schildert die Lebensweise von Columha
turtiir; Hugo's Jagd- Zeitung No. 13 u. 15 Wien 1884.
F. Grub er liefert einige biologische Notizen über See-
vögel auf den Farallone- Inseln [s. oben S. 183].
d'Hamonville erörtert die bekannte Thatsache der totalen
Mauser der Schwungfedern bei dem cT von Anas boschas und
die Lebensweise der Art; Bull. Soc. Zool. France 1. u. 2. Pt.
1884 p. 101—106.
E. Hoff er. Eine merkwürdige Form des Parasitismus un-
seres Haussperlings; Kosmos 15. Bd. 6. Heft p. 449—450.
E. V. Homeyer ist der Ansicht, dass die verschiedene
Färbung der Eier von Lantus collurio von der Kraft der Eltern,
insonderheit des Weibchens abhänge, indem die stärksten Weib-
chen die prächtig roth gefärbten Eier legten, daher man solche
auch in fruchtbaren, warmen und trockenen Sommern häufiger
fände; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 35.
J. P. Howley schildert die Lebensweise von Bemicla
canadensis; Auk Vol. 1 p. 309 — 313.
H. V. Kadich schildert die Lebensweise des Fichtenkreuz-
schnabels, insbesondere auch den Fang desselben in den ober-
österreichischen Alpen; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 25 — 30.
H. V. Kadich und 0. Reiser stellten fest, dass Pyrrho-
corax alpinus auf dem Ötscher bei Maria Zell (Nieder-Oesterreich)
in der Mitte des Mai brütet, bereits Ende April Eier in den
Nestern sich finden, und geben Beschreibung und Abbildung der
Eier; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 85—87 u. 104—105.
192 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
A. Kocyan liefert einige biologische Notizen über Aqidla
naevia und fulva im Tatragebirge; Zisitschr. ges. Om. 1. Jahrg.
1. Heft p. 70—72.
R. Koenig-Warthausen bespricht die Nistweise ver-
schiedener Vogelarten im Anschluss an den Menschen und an
die menschliche Kultur. Insonderheit sind in dieser Beziehung
die Sperlinge, Schwalben, Storch, Staar, Eulen und Rabenvögel
aufgeführt, aber auch manche Ausnahmefälle mitgetheilt. So
sollen im Schwarzwald für den Thurmfalken , zum Nisten Stroh-
körbe an den Hausgiebeln aufgehängt werden; Jahresb. Ver.
Vaterl. Naturk. Württemberg 1884 p. 306—324.
Kutter beschreibt die Eier folgender Vogelarten von
Borneo: Ardeola speciosa, Porpliyrio indicus, Gallimda frontata und
orienlalis, Ortygometra cinerea, Hydralector gallinaceus, Centrococcyx
Javanensis var. pusillus, Collocalia Linchi; Journ. Orn. 32. Jahrg.
2. Heft p. 224—227.
J. H. Langille beschreibt Lebensweise, Nest und Eier
der Bicknell's Drossel; Auk Vol. 1 p. 268—270.
F. Lataste untersuchte Eulengewölle und fand durch-
schnittlich in jedem Reste von fünf kleinen Säugethieren. Verf.
eifert gegen die Anschauung, dass unsere sämmtlichen kleinen
Nager schädlich, und deren Vertilgung den Eulen als Nutzen an-
zurechnen sei; Bull. Soc. Acclim. France (4) T. 1 p. 854 — 856.
F. Lindner schildert die Lebensweise der Calamoherpe
palustris; Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 9. Jahrg.
p. 227—232.
A. Lovassy liefert eingehende Beschreibung und Abbil-
dungen der Eier von Milvus regalis; Zeitschr. ges. Orn. 1. Jahrg.
1. Heft p. 62—70 T. 2.
A. Marchand beschreibt die Dunenjungen europäischer
Vögel. Mit Abbildungen. S. oben S. 164.
A. B. Meyer beschreibt Nester und Eier einiger Vogel-
arten von malayiscben Inseln, darunter von Monarcha ruUmsis,
Sauloprocta melanoleuca, Hypothymis puella, Rhipidura- Arten j Rhectes
j (Mensis, Hemipus ohsctirus, Aethopyga eximia, Cyrtostomus frenatus,
Anthotreptes celebensis, Dicaeum- Arten j Psaltria exilis, Ptüotis simüis,
Philemon johiensis, Zosterops- Arten y Piita maxima, Mixornis melano-
thorax, Napothera pyrrJiopterus , Turdinus sepiarius, GeocicMa Andro-
medae, Pyconotus- Arten j Cissa thalassina, TalegaRus fuscirostrisi
Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 193
Derselbe beschreibt Nester und Eier von Vögeln der
Aruinseln, darunter Lamprococcyx, Rhectes, Cracticus, Arses, Tropido-
rhynchus, Paradisea; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft
p. 269-296 T. 17 u. 18.
A. Mihalovits beobachtete Parus cyanus Pall. mehrfach
*auf dem Zuge in Ungarn. Lieblingsaufenthaltsorte der Vögel
waren Weiden- und Erlengebüsche in der Nähe von Wasser;
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 234-236.
A. Nehrkorn beschreibt die Eier von CymhorJiynchus macro-
rhynchus, Serüophus lunulatus und Attila citriniventris ; Joum. Orn.
32. Jahrg. 2. Heft p. 199.
H. Nehrling schildert die Lebensweise von Icteriis galhda;
Monatsschr. d. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 9. Jahrg. p. 41 — 49.
Derselbe beschreibt die Lebensweise von EremopUla
alpestris; ebenda p. 188 — 191.
E. W. Nelson beschreibt das Brutgeschäft von Actodromas
maculata; Auk Vol. 1 p. 218—221.
F. Norgate liefert eine Schilderung der Lebensweise von
Caprimidgm europaeus, bespricht insonderheit die Zug- und Brut-
zeiten; Zoologist Vol. 8 p. 86—91.
T, N. Postlethwaite theilt Biologisches über Caprimulgus
europaeus mit; Zoologist Vol. 8 p. 340.
T. H. Potts, Oology of New Zealand; N. Zeal. Joum.
Sc. Bd. 2 p. 222—226.
Derselbe schildert die Lebensweise von Heteralocha acuti-
rostris; Zoologist Vol. 8 p. 386—387.
Derselbe theilt einige Fälle über Vererbung und Aen-
derung der Lebensweise bei Vögeln mit und bezieht sich be-
sonders auf den Nestbau der auf Neuseeland eingeführten
Fringilla coelebs und die Raubgier des Nestor notabilis; Mitth.
Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 35—37.
Derselbe liefert biologische Notizen, Beschreibungen der
Eier einiger neuseeländischen Vogelarten. Insonderheit schildert
Verf. das Ausheben der jungen Albatros seitens der Maoris auf
den Chatam - Inseln ; ebenda p. 168—170.
Nach W. Powell soll Megapodius Hueskeri in vulkanischen
Gegenden keine Bruthügel scharren, sondern seine Eier einfach
in Spalten an Abhängen des thätigen Vulkans legen und sie
durch die dem Innern der Erde entströmende Wärme erbrüten
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. n. Bd. 2. H. N
194 Ant. Reichenow: Benc'jt über die Leistungen in der
lassen (!); Unter den Kannibalen Neu - Britanniens. Leipzig
1884 p. 250.
N. V. Prscliewalski berichtet über Nist- und Lebens-
weise von Anser indicus; N. v. Prschewalski, Reisen in Tibet.
D. Ausg. 1884 p. 226.
H. Pryer beschreibt die Nistplätze der Salanganen in'
den Felsenhöhlen auf Nord-Borneo; Proc. Z. S. p. 532 — 538.
[Der Aufsatz enthält keine neuen Thatsachen. Viel bessere
Schilderungen hat Bernstein schon 1859 im Journ. f. Orn.
gegeben, was dem Verf. wohl unbekannt geblieben.]
Quistorp, Ueber eigenthümliche Nestanlagen; 12. Jahresb.
Westf. Prov. Ver. p. 12—13.
0. V. Riesenthal, Die Kennzeichen unserer Raubvögel
nebst kurzer Anleitung zu Jagd und Fang. 2. Aufl. Char-
lotteuburg 1884.
C. H. Robson schildert das Brutgeschäft von Charadrius
fidms; Trans. Proc. N. Zeal. Inst. Vol. 16 p. 308.
A. T. de Rochebrune giebt Beschreibungen und Abbil-
dungen von Nestern und Eiern einer Anzahl afrikanischer Vogel-
arten; Faune Seneg. Oiseaux.
Röper und Lackowitz, Unsere Vögel. Bilder aus dem
Vogelleben Norddeutschlands und seiner Nachbarländer. Col.
Ausg. Berlin, F. Ebhardt, 1. Heft. 4°. [Populair].
H- Schacht schildert die Lebensweise von Fratincola ruM-
cola; Monatsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelwelt 9. Jahrg.
p. 232—234.
A. Schmidt baschreibt den Horst und das Betragen der
Syrnium uralense nach eigener Beobachtung in Ostpreussen [mit-
getheilt von Altum]; Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 267
bis 271.
P. L. Sclater beobachtete, dass der Knopf auf der
Schnabelfirste bei Pelecanus tradiyrhjnchus von einem in der
Menagerie der Zoolog. Gesellschaft in London gehaltenen Indi-
viduum dieser Art im Herbst abgeworfen wurde und im Sommer
bei Anlegung des Hochzeitskleides wiederwuchs; Proc. Z. S.
p. 410.
G. B. Sennett beschreibt Nest und Eier von Tyrannm
melancholicus Couclii: Auk Vol. 1 p. 93.
E. T. S eton beschreibt Betragen, Nest und Eier von
Oporornis agilis; Auk Vol. 1 p. 192 — 193.
Naturgeschichte der Vöge! während des Jahres 1884. 195
Simson schildert die Lebensweise von Anas carynphjllacea ;
Ibis (5) Vol. 2 p. 271—275.
J. Smail, On the Food of Rooks; Scott. Natural N. S.
Vol. 1 p. 163—167.
Nach den Beobachtungen von L. Stejneger findet der
Krallenwechsel der nordamerikanischen Tetraoniden im Juli
und August statt; Amer. Natural. Bd. 18 p. 774—776.
F. Stephens beschreibt die Lebensweise, Nest und Eier
von HarporJiynckus Lecontei; Auk Vol. 1 p. 353 — 358.
W. Wurm liefert einige nachträgliche Bemerkungen zu
seinen früheren Aufsätzen über die deutschen Waldhühner;
Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 115-123.
J. Young fand am 23. Februar 1884 bereits ein bis zwei
Tage alte Junge in Reihernestern; Zoologist Vol. 8 p. 191.
E. Ziemer liefert interessante biologische Schilderungen
der Porzana maruetta; Joum. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 184 — 188.
Varietäten. 0. V. Aplin giebt ein Verzeichniss der Va-
rietäten verschiedener Vogelarten, in der Hauptsache Albinismen,
welche sich in der Sammlung des Herrn J. Whitaker in Rain-
worth Lodge befinden; Zoologist Vol. 8 p. 10—13.
W. B. Barr 0 WS berichtet über eine Farbenabweichung
von Turdus migratorius; Auk Vol. 1 p. 90.
E. F. Becher beschreibt eine Varietät yon Alauda arborea;
Zoologist Vol. 8 p. 230.
M. Braun berichtet über eine Hausente ohne Schwimm-
häute an den Zehen; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 154.
W. Brewster beschreibt eine Farbenabweichung von
Mniotüta varia; Auk Vol. 1 p. 190—192.
J. E. Earle berichtet über eine gelbe Varietät der Blau-
meise; Zoologist Vol. 8 p. 69.
W. Grond berichtet über einen Albino von Lanius coUurio;
Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 143.
J. H. Gurney beschreibt eine Varietät von Scolopox rvsti-
cola; Zoologist Vol. 8 p. 339.
Derselbe beschreibt eine Varietät von Emberiza dtrinella;
ebenda p. 114 u. 231.
Derselbe beschreibt und bildet ab eine Varietät von
Gallinula chloropns mit haarartigen Federn, indem die Barte an
den Spitzen der Federn fehlen; Tr. Norfolk and Norwich Nat..
Soc. 3 p. 581.
196 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
J. B. Innes berichtet über Abinos von Perdlx cinerea;
Zoologist Vol. 8 p. 342.
H. A. Macpherson berichtet über eine Varietät von Cha-
radrius auratus mit weissen Schwingen; Zoologist Vol. 8 p. 346.
Derselbe beschreibt Varietäten verschieder Vogelarten;
ebenda p. 228.
J. V. Madarasz beschreibt Varietäten von Musdcapa gri-
sola und Loplwplianes cristatus sowie einen Bastard von Cyanistes
cyaneus lind Poecile horealis; Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft
p. 196-197.
Derselbe beschreibt abnorm gefärbte Vögel der Samm-
lung des Ung. Nat. Musenms in Budapest. Ein Albinismus von
Picus major ist abgebildet; Termesc. Füzetek Bd. 8 p. 227
bis 239 T. 6.
W. Pengelly beschreibt eine Varietät von Uria trolle; Zoo-
logist Vol. 8 p. 71.
E. C. Phillips berichtet über weisse Varietäten von Corvus
corone, frugilegus und moneduLa; Zoologist Vol. 8 p. 385.
T. H. Potts, On an abnormally coloured specimen ot
Petroica alUfrons; New Zeal. Journ. Sc. Vol. 2 No. 4 p. 169
bis 170.
G. Rad de bildet einen Albino von Budytes melanocephalus
und Varietäten von Motadlla dha ab; Orn. Caucas. T. 11 u. 12.
V. Rosenberg beschreibt eine Farbenabweichung von
Fringilla coelebs; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 87 c. Tab.
H. Schacht berichtet über einen weissen Heher; Zool.
Gart. 25. Jahrg. p. 187.
B. Schiavuzzi beschreibt eine Farbenabweichung von
Anas hoschas cf ; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 38.
G. Sim berichtet über einen Albino von Graculm carbo;
Zoologist Vol. 8 p. 342.
G. Simmermacher berichtet über eine Federmissbildung
am Flügel einer im Zool. Garten in Hamburg gestorbenen
Cliauna chavaria; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 250 — 251.
Alf r. Walter berichtet über eine abnorme Schnabelbildung
beim Haussperling; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 346.
J. Whitaker beschreibt eine Varietät von Totanus Jiypo-
leucos; Zoologist Vol. 8 p. 72.
Derselbe beschreibt eine Varietät von Alauda arvensis;
ebenda p. 230.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 197
Derselbe berichtet über Varietäten verschiedener Vogel-
arten; ebenda p. 487.
Bastarde. Ph. Crowley beschreibt Bastarde von Fasan
und Haushuhn; Zoologist Vol. 8 p. 70.
J. H. Gurney jun. beschreibt einen Bastard von Fedioecetcs
phasianellus und Cupidonla cupido; Auk Vol. 1 p. 391 — 392.
J. E. Hart in g berichtet über Fälle von Hybridation
zwischen Turdus musicns und merula; Zoologist Vol. 8 p. 146.
M. Menzbier bespricht die Wirkungen, welche Kreuzungen
nahe verwandter Vogelarten in der Natur haben können und
zieht bei seinen Erörterungen Formen wie Cyanistes Pleskli und
/lavipectus, Corvus cornix und corone, Buteo vulgaris und vulpinus U. a
als Beispiele an; Revue Scient, Ser. 3 p. 513.
Th. H. Potts beobachtete die Paarung von RMpidura
fuliginosa und flahellifera im Freien; Proc. Z. S. p. 530.
E. Slade berichtet über Hybridation von Anas hosdias und
Anas ohscura; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 5 p. 66.
Vogelschutz. E. Bolsaie, Les Oiseaux utiles. Bruxelles
1884. 12. 124 pg. av. illustr.
L. Camerano, II congresso ornitologico di Vienna e la
questione degli uccelli e degli insetti in rapporto coli' agicul-
tura. Torino 1884.
H. Landois, Magenuntersuchungen unserer Spechte zur
Beurtheilung ihres Nutzens und Schadens; Tagebl. 57. Vers,
d. Naturf. Magdeburg p. 320—321.
E. Lier, Deutschlands Vögel. Ihr Nutzen und Schaden.
Langensalza 1884. gr. 8.
0. V. Riesenthal, Vogelleben und Vogelschutz. Schil-
derungen aus der umgeb. Vogelwelt Trier 1884. gr. 8.
Schieb, Der Nutzen und Schaden des Sperlings im Haus-
halte der Natur. Separatabdr. aus Thiel's Landwirthsch. Jahr-
bücher 1884.
Einbürgerung, Pflege und Zucht. J. W. Banks schildert
das Gefangenleben von Buho virginianus; Auk Vol. 1 p. 194 — 195.
C. Berenger berichtet über die Zucht von Nandus in
Gefangenschaft; Bull. Soc. Acclim. France (4) T. 1 p. 917—919.
H. Bolau berichtet über neue Erwerbungen des zoolo-
gischen Gartens in Hamburg, erwähnenswerth sind: Strix cas-
tanops, Didunculus strigirostris, Scotopdia Bouvieri, StrutMo molyhdo-
phanes, Polyboroides typus; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 26, 158.
198 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe berichtet über Betragen und Ernährung eines
im zoologischen Garten in Hamburg gehaltenen Didunculus strigi-
rostris und giebt ferner einige bei der späteren Sektion erhaltene
anatomische Notizen; ebenda p. 65 — 69.
J. Cornely berichtet über die Züchtungen im Park von
Beaujardin während des Jahres 1884, darunter Anas peposaca,
A. brasüiensis, Grus vlrgo, Ibis mdanopis , Polyplectron Germani und
Hardiüicki, Ceriornis Cahoti und Blyihi, Pucrasia macrolopha, Argus
giganteus, Platycercus erythropterus und Barnardi, Trichoglossus orna-
tus, Nymphicus iwaeensis; BuU. Soc. Acclim. France (4) T. 1
p. 925—928.
E. Courtois berichtet über die Zucht einer Anzahl exo-
tischer Gänse- und Entenarten in Gefangenschaft; Bull. Soc.
Acclim. France (4) T. 1 p. 318-320.
Delaurier berichtet über die Zucht von Ceriornis Hastingi
und Blythi, Ortyx Sonnini, Platycercus Novae Zdandiae, auriceps,
alpinus und erythropterus in Gefangenschaft; Bull. Soc. Acclim.
France (4) T. 1 p. 212—218.
A. Frenz el schildert die Pflege von Erythrura pradna und
Domicella retlculata in Gefangenschaft; Monatsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. 9. Jahrg. p. 269-276.
H. Gadeau de Kerville, De l'action du persil sur les
Psittacides (nouvelles experiences et notes complementaires).
Ronen, Deshays 1884. 8^
Derselbe berichtet über die Zucht von Conurus solstitialis
in Gefangenschaft; Bull. Soc. Acclim. France (4) T. 1 p. 615
bis 616.
F. C. Göller, Der Wellensittich, seine Naturgeschichte,
Zucht, Pflege und Abrichtung. 2. verm. u. verb. Aufl. Mit
Abbild. Weimar, Voigt. 8°.
C. Goetz beschreibt einen Versuch der Aufzucht des Birk-
huhnes in Gefangenschaft; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg.
p. 37-38.
W. T. Greene, Parrots in Captivity. Vol. 1. London
1884. roy. 8. 150 pg. w. colour. pl.
G. H. Holden, Canaries and Cage-Birds; a practical
Work for Bird-Owners, Dealers and Buyers. Gare, Seeds,
Foods etc. New edit. New York 1884. 8. w. colour. pl.
E. V. Homeyer theilt einen Fall mit, wonach einem
Corythus enucleator, welcher bei der Mauser im Käfig ein blass-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 199
gelbes Gefieder erhielt, nach seiuem Entweichen aus der Ge.
fangenschaft bei weiterem Verlauf der Mauser in nunmehr freiem
Zustande die naturgemässen rothen Federn sprossten. Verf. ist
der Ansicht, dass ausschliesslich fehlende Insektennahrung das
Gelbwerden dieser Vögel wie der Kreuzschnäbel in Gefangen-
schaft bedinge; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 42.
Hu et berichtet über die Erwerbungen und Züchtungen in
der Menagerie des Museum d'histoire naturelle in Paris. Hervor-
zuheben sind: Mihago scheruoay, Rhea Danuini, Ilaliaetus vociferoi-
des, Coturnix pectoralls, Numida iiarata, Columba piciuraia, Khamphastus
viteäinus, CarpopJiaga lacermdata, AntTiracoceros convexns; Bull. Soc.
Acclim. France (4) T. 1 p. 129—130, 444, 914—915, 995-997-
E. Leroy beschreibt die Einrichtung von Volieren für
Fasanen, Enten, Rallen, Wachteln und verwandte Vögel; Bull.
Soc. Acclim. France (4) T. 1 p. 789—813.
0. Meyer und G. Wallis, Der Kanarienvogel. Hand-
buch f. Züchter u. Liebhaber. Duderstadt a. H. 1884. 8^
A. Nuijens, De Ziekten der Vogels. Een onmisbaar
Handboek vor alle Vogelliefhebbers. Aflev. 1. Amsterdam
1884. 8. 64 pg.
Derselbe, De Vogel wereld. Handboek vor Liefhebbers
van Kamer- en Parkvogels. Met 300 Abldgn. in chromolith.
n. de Natuur. Deel 1 aflev. 4 u. 5. Amsterdam 1884. gr. fol.
G. Pays-Mellier berichtet über die gelungene Zucht von
Nandus in Gefangenschaft; Bull. Soc. Acclim. France (4) T. 1
p. 111-112.
P. A. Pichot schildert die Abrichtung von Vögeln als
eine Art Sport bei den Chinesen ; Bull. Soc. Acclim. France (4)
T. 1 p. 627—635.
T. H. Potts berichtet über die Einführung europäischer
Vögel in Neu -Seeland. Es sind acclimatisirt und haben zum
Theil sich sehr bedeutend vermehrt: Accmtor modtdaris, Turdus
musicus und merida, Corvus frugilegus, Sturnus vulgaris, Fringilla
coelebs, cardudis und cUoris, Passer domesticus (gegen dessen Über-
mässige Vermehrung wegen des Schadens, welchen er in den
Feldern anrichtet, bereits mit allen Mitteln gekämpft wird),
Emberiza citrindla und Alauda arvensis; Zoologist Vol. 8 p. 448 — 450.
E. Rodigas berichtet über die Zucht von Balearica regu-
lorum in Gefangenschaft; Bull. Soc. Acclim. France (4) T. 1
p. 848—850.
200 Ant. Reichonow: Bericht über die Leistungen in der
G. Rogeron berichtet über Kreuzungen verschiedener
Entenarten; Bull. Soc. Acclim. France (4) T. 1 p. 861—868.
A. Rousse, Aviculture. Perruches d'Australie et d'Ame-
rique, soixante-treize Varietes: Installation, Acclimatation, Re-
production, Perroquets, Aras, Cacatois. 2. ed. augment. Fou-
tenay-le-Comte 1884. 12. 110 pg.
E. Rüdiger berichtet über wiederholte Züchtung des
Purpurkronfink in Gefangenschaft; Zool. Gart. 25. Jahrg.
p. 370—371.
M. Schmidt berichtet über Luftgeschwülste bei Vögeln,
veranlasst durch eine Lungen - Brustfellentzündung ; Zool. Gart.
25. Jahrg. p. 321—323.
G. Schmitt, Nouveau manuel complet de l'elever d'oiseaux,
ou Art de l'Oiselier, contenant la description des oiseaux indi-
genes et exotiques. Paris, Roret 1884. 8°.
M. J. Schuster, Der Papageienfreund. Die Beschreibung,
Zucht, Pflege, Abrichtung etc. sämmtlicher bis jetzt bekannten
Papageien. Ilmenau, Schröter. 1884. 8".
P. L. Sclater berichtet über Exemplare von Aceros nepa-
Imsis, Baradisea minor, Polyhoroides typiciis, Francolinus rubricollis
und Kirki, welche sich lebend in der Menagerie der zoolog.
Gesellschaft in London befinden; Proc. Z. S. p. 251 u. 389.
Derselbe zeigt an, dass Carpococcyx radiatus sich lebend
in der Menagerie der Zool. Gesellschaft in London befinde;
Ibis (5) Vol. 2 p. 360.
Derselbe theilt die auffallende Thatsache mit, dass ein
Exemplar von Coracopsis vasa, anscheinend ein 2, bei geschlecht-
licher Erregung Theile der Darmhaut (oder den Darm selbst)
aus der Kloake hervorblies, auf eine Länge von 6 und Breite
von 4 Zoll, und nach einigen Minuten wieder zurückzog. Refe-
rent vergleicht diese Erscheinung mit dem Aufblasen der Kopf-
und Halslappen beim Tragopan; Proc. Z. S. p. 410.
Derselbe erwähnt, dass Colins erythromdon und Corvus
capellanus lebend in den zoologischen Garten in London ge-
langten; ebenda p. 475.
Derselbe giebt ein Verzeichniss der neuen Erwerbungen
in der Menagerie der zoologischen Gesellschaft in London
während des Jahres 1884; ebenda p. 597—623.
A. le Souef theilt einen Fall mit, wo aus einem Ei von
Cygnus nigricoUis zwei Junge erbrütet wurden; Proc. Z. S. p. 390.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 201
V. V. Tschusi berichtet über Zucht von Rackelhühnern
in Gefangenschaft und bildet ein viertägiges Dunenjunges ab;
Mitth. Om. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 172.
L. Wunderlich berichtet über die neuen Erwerbungen
des zoologischen Gartens in Berlin. Erwähnenswerth sind:
Struthio mohßdophanes, Larus Bdcheri, Tigrisoma brasiliensis, Feristera
jamaicensis, chcdcospila, tympanistria, Turtur anriculata, Ectopistes
humeralis, Ceriornis Blythi, Ceriornis Cahoti, lihamphadus carincdus,
Fteroglossiis inscriptus; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 124.
Hausgefltigel. Chasse et Peche, Acclimatation, Elevage.
Journal hebdomadaire illustre. Ed. Louis van der Snickt.
Biuxelles.
J. Bungartz, Hühnerracen. lUustrirtes Handbuch zur
Beurtheilung der Racen des Haushuhns. Mit über 50 Abbild.
Leipzig, Twietmeyer. 8.
G. Canic schreibt über Verwendung von Brieftauben zu
militärischen Zwecken wie zur Sicherung der Küstenschifffahrt;
Mitth. Orn. Ver. Wien p. 4—7, 21—22, 28—29, 38-39.
C. Gronau, Die Fasanen. Pflege und Aufzucht. Mit
4 Taf. Zeichnungen. Strassburg, Trübner 1884. gr. 8°.
J. Csokor liefert Sektionsberichte über verschiedene in
Gefangenschaft gestorbene Vögel, namentlich über Hausgeflügel;
Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 11—12.
Derselbe beschreibt den feineren Bau der Geflügelpocke
(Epithelioma contagiosum); ebenda p. 13, 21—25, 39-42.
B. Dürigen, Die Geflügelzucht nach ihrem jetzigen ratio-
nellen Standpunkt. Unter Mitwirkung von Bodinus, Bruskay,
L. Ehlers u. a. Mit 80 Rassetaf. u. zahlr. Holzschn. Berlin,
Parey. 1. Lief.
Krüger giebt Anweisung zur Fütterung junger Fasanen
in verschiedenen Altersstufen in Fasanerien und deren Behand-
lung; Zeitschr. f. Orn. Stettin 8. Jahrg. p. 2—4.
E. C. Phillips zieht aus Züchtungsresultaten Schlüsse auf
die vermuthliche Gefiederfärbung, welche die wilde Stammform
des Haushuhns gehabt haben müsse; Zoologist Vol. 8 p. 327
bis 332; Mitth. Orn. Ver. Wien p. 52—53, 76—77.
L. E. Pribyl, Die Geflügelzucht. Mit einem Vorwort von
W. v. Hamm. 2. Aufl. Mit 13 Holzschn. Berlin, Parey
1884. 8".
G. Prütz, lUustrirtes Muster - Tauben - Buch. Enthaltend
202 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
das Gesammte der Taubenzucht. Hamburg, Richter. Lief.
1 — 10 erschienen.
M. J. Schuster, Das Wassergeflügel im Dienste der Land-
und Volkswirthschaft sowie als Zierde. Ilmenau, Schröter
1884. 8 °.
Derselbe, Die Gans im Dienste der Land- und Volks-
wirthschaft, sowie als Ziervogel. A. Schroeter, Ilmenau 1884.
Derselbe, Die Ente im Dienste der Land- imd Volks-
wirthschaft. A. Schroeter, Ilmenau 1884.
Derselbe, Der Schwan als Zier- und Nutzvogel. A.
Schroeter, Ilmenau 1884.
Thieme beschreibt die Verwendung der Brieftauben zur
Postbestellung neuerer Zeit; Zeitschr. f. Orn. Stettin 8. Jahrg.
p. 164—167, 182—187.
Baronin Ulm-Erbach bespricht die Geflügelzucht in
Japan und erwähnt insonderheit der langschwänzigen Phoenix-
Hühner; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 7—11.
[Zu vergleichen sind ferner die im Bericht für 1882 S. 428
bis 430 aufgeführten Zeitschriften sowie das Beiblatt zu den
Mittheüungen des ornithologischen Vereins in Wien für das
Jahr 1884.]
V. Systematik.
A, Allgmneines.
J. A. Allen erörtert nochmals die Nothwendigkeit trinärer Nomen-
clatur; Auk Vol. 1 p. 102 — 104 und 200 — 201; s. auch E. Coues und
M. Chamberlain; ebenda p. 197 u. 198.
W. E. Brooks kritisirt eine Anzahl Arten in Bezug auf deren
specifischen Werth, Verbreitung u. a. ; Ibis (5) Vol. 2 p. 234 — 240.
E. Coues, On the Application of Trinomial Nomenclature to Zoo-
logy; Zoologist Vol. 8 p. 241 — 247.
Derselbe schlägt einige neue Termini für den Gebrauch in der
zoologischen Nomenclatur vor; Auk Vol. 1 p. 320 — 321.
A. C. Merriam kritisirt den philologischen Teil von Coues' Check
List and Lexicon of N. A. Birds , indem er einige Irrthümer nachweist;
Auk Vol. 1 p, 36 — 49. — Erwiderung hierauf von E. Coues, ebenda
p. 49— .58 u. 140—144. — S. auch: L. Stejneger, ebenda p. 172 — 173.
Ant. Reichenow, Die Vögel der Zoologischen Gärten. Leitfaden
zum Studium der Ornithologie mit besonderer Berücksichtigung der in
Gefangenschaft gehaltenen Vögel. 2. Theil. L. A. Kittler, Leipzig 1884.
8°. 456 p. — Der vorliegende zweite Theil des Werkes [vergl. Bericht
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 203
1882 p. 464] behandelt die Reihe der Fibulatores mit den Ordnungen
Psiüaci und Scansores und die Arboricolae , welche in die Ordnungen
Insessores, Strisores , Clamaiores und Oscines getrennt sind. Die Familie
Coraciidae ist in Coracnnae und Podarginae gesondert, ei'sterer Unter-
familie sind auch die Gattungen Todus, Leptosomus und Atelornis zuge-
theilt, letztere begreift Steatomis, Podargus und Aegotheles. Die Ampelidae
spaltet Verf. in drei ünterfamilien : Phytotominae ^ Ampelinae und Lipau-
ginae, welche letztere die Gattungen Lipaugus, Tityra und Dasycephala
umfasst. Die Glaucopinae (Glaucopis , Creadion) sind unter die Paradi-
seidae und nicht unter die Corvidae gestellt, unter die Oriolidae wird
auch Dicrurus und Artamia gerechnet. Artamus ist zu den Stumidae
gestellt. Im Ganzen charakterisirt das Buch 100 Familien und 651 Gat-
tungen und beschreibt c. 2000 Arten.
Ant. Reichenow und H. Schalow setzen das Compendium der
neu beschriebenen Gattungen und Arten fort. 12. Folge. Serie 7; Journ.
Om. 32. Jahrg. p. 381—436.
L. Stejneger erörtert die Frage, ob alle Gattungsnamen in der
Ornithologie verworfen werden sollen, welche in der Botanik vorher ange-
wendet wurden und führt eine Liste von Namen an, welche in diesem
Falle ausgesondert werden müssten. Verf. tritt für Beibehaltung solcher
Gattungen ein. In diesem Falle ist aber Arenaria Briss. an Stelle von
Strepsilas 111., Corypha Gray für Megalophonus Gray, Cyanocephalus Bp.
für Gymnokitta Bp. , Micropus Meyer u. Wolf für Cypselus 111. , Wilsonia
Bp. [I] für Myiodioctes Aud. anzunehmen; Auk Vol. 1 p. 228 — 231.
Derselbe monirt einige Auslassungen in Scudder's Nomenciator
und ersetzt einige doppelt angewendete Gattungsnamen durch neue: Sthe-
nelides für Sthenelus ^ Heteractitis für Heteroscelus Baird; ebenda p. 234
bis 236.
Derselbe betont die Wichtigkeit des Gesetzes der Priorität in der
ornithologischen Nomenclatur, welches der einzige Weg ist, schliesslich
Einheitlichkeit zu erzielen; ebenda p. 114 — 120.
Derselbe weist nach, dass die trinäre Nomenclatur keine Erfindung
der neuesten Zeit sei, vielmehr schon 1840 von Sundevall und nach ihm
bis auf die Gegenwart von zahlreichen ornithologischen Schriftstellern im
weiteren oder engeren Umfange angewendet wurde. Verf. tritt sodann in
längerer Auseinandersetzung für die Nothwendigkeit der trinären Nomen-
clatur ein und sucht die Befürchtungen zu widerlegen, welche bei Anwen-
dung derselben in Bezug auf die Ueberlastung unserer Nomenclatur mit
neuen Synonymen und die Umwandlung guter Arten in klimatische Varie-
täten von verschiedenen Seiten geltend gemacht werden; Proc. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 7 No. 5 p. 70—81.
204 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
B. Specielles,
[Begrenzung der Familien nach dem System des Referenten (Vögel der
Zoologischen Gärten) in umgekehrter Folge.]
Familie Sylviidae.
Acc€nto7' ocularis n. sp. vom Küs-jurdi (Kaukasus); G. Radde, Orn.
Caucasica p. 244 T. 14.
Acrocephalus turdoides bei Ringwood erlegt; T. J. Mann, Zoologist
Vol. 8 p. 343. — A. turdoides var. minor n. subsp. vom Kaukasus; G.
Radde, Gm. Caucas. p. 228.
Calamodyta orientalis auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk. Tijdschr.
Nederl. Indie Deel 44 p. 188.
Cinclus rujivgntris n. sp. vom Libanon; H. B. Tristram, Fauna and
Flora of Palestine p. 51.
Daulias Haßzi abgeb.; G. Radde, Orn. Caucas. T. 15.
Erithacus gutturalis abgebildet; Tristram, Fauna and Fl. Palestine.
— E. suecica, eine Schaar im September in Norfolk beobachtet; J. H.
Gurney, Tr. Norf. and Norw. Soc. 3 p. 597.
Geocichla schistacea n. sp. von Timorlaut, nahe G. Wardi\ A. B.
Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 211 T. 8.
Hypolais icterina in Norfolk erlegt; H. E. Dresser, Proc. Z. S. p. 477.
LocusteUa naevia in Norwegen; R. CoUett, Christ. Vidensk. Forhandl.
No. 11 1884.
Lusciola africana n. sp. von Klein-Aruscha am Kilimandjaro; G. A.
Fischer u. Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 182.
Merula dactyloptera Bp. stammt von Smyrna, ist individuelle Ab-
weichung von T. merula. Angabe bezüglicher Citate; T. Salvadori, Ibis
(5) Vol. 2 p. 214—216.
Neocossyphus n. g. Diese neue Gattung gehört zur Unterfamilie der
T'urdinae^ schliesst sich nahe an die Gattung Turdus L. an, unterscheidet
sich von letzterer aber in folgenden Punkten: Der Schnabel ist flacher
und an der Basis viel breiter. Der Flügel ist runder, 3. bis 5. oder 4.
bis 6. Schwinge am längsten, 2. gleich 7. oder 8., 1. länger als die
Handdecken, aber viel kürzer als die Hälfte der 2. Die Vordertafeln des
Laufs sind verwachsen, aber nur theilweise zu einer glatten Stiefelschiene
verbunden. Namentlich am unteren Ende bleiben die Ränder der einzelnen
Tafeln noch deutlich; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn.
32. Jahrg. 1. Heft p. 58 u. 2. Heft p. 243 Anm. — Neocossyphus rufus
n. sp. von Pangani; ebenda p. 58.
Phylloscopus borealis auf Sangi und Cerara; A. B. Meyer, Abhandl.
Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 104. — Ph. rufus var. obscurus n. subsp.
vom Kaukasus; G. Radde, Orn. Caucas. p. 233 T. 13.
Poecilodryas himaculata abgeb.; Gould , New Guinea Th. 16. — P.
hypoleuca auf Salawati; P. minor n. sp., ähnlich P. hypoleuca, von West-
I
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 205
Neu -Guinea und Salawati ; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I
1884 sp. 49 u. 50. — P. sylvia identisch mit P. himaculata Salvad. ;
T. Salvadori, Ibis (5) Vol. 2 p. 353.
Pratincola axillaris n. sp. vom Kilimandjaro ; G. E. Shelley, Proc.
Z. S. p. 556. — P. Hemprtcki abgeb.; G. Radde, Orn. Caucas. T. 17.
Pseudocossyphus n. g. ; Fischer und Reichenow, J. 0. 32. Jahrg.
p. 58 [= Neocossyphus, s. oben].
Ruticilla ochrurus abgeb.; G. Radde, Om. Caucas. T. 16. — R.
tilys auf Pentland Skerries in Schottland erlegt; Harvie - Brown , Ibis (5)
Vol. 2 p. 349. — In Co. Waterford; R. J. Ussher, Zoologist Vol. 8
p. 30. — In Northamptonshire ; H. Slater, ebenda p. 31.
Saxicola cypriaca n. sp. von Cypern, nahe S. morio; E. F. v, Ho-
meyer, Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 397. — S. oenanike
am Nordufer der Mündung des Lawrence -Flusses erlegt; N. A. Comeau,
Auk Vol. 1 p. 378. — S. Schalowi n. sp. vom Naiwascha-See, Massai-
land, am nächsten S. luguhris Rüpp.; G. A. Fischer u. Ant. Reichenow,
Joum. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 57.
Sylvia mystacea abgeb.; G. Radde, Orn. Caucas. T. 13. — S. nisoria
in Yorkshire erlegt; H. Slater, Zoologist Vol. 8 p. 489; Proc. Z. S.
p. 477. — In Norfolk erlegt; H. E. Dresser, ebenda p. 477.
Tarsiger orientalis n. sp. von Pangani, sehr ähnlich T. stellata
Vieill. ; G. A. Fischer u. Ant. Reichenow, Joum. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft
p. 57.
Turdus Äliciae. Das von Nelson angegebene Vorkommen der Art
auf Kamtschatka bezweifelt L. Stejneger, Auk Vol. 1 p. 166. — T. igno-
bilis Sei., Unterschied von T. leucomelas Vieill.; H. v. Berlepsch, Joum.
Orn. 32. Jahrg. p. 278. — T. merula auf dem Zuge in Nord Oxfordshire
gefangen; 0. V. Aplin, Zoologist Vol. 8 p. 341. — T. pilaris in der
Mark; Ad. Walter, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 265. — Brutvogel
Mährens; W. Capek, Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 6. — T. Ro-
raimae n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, nahe T. olivater; O. Salvin u.
Du Cane Godman, Ibis (5) Vol 2 p. 443. — T. torquatus in Sicilien;
P. Doderlein, Natural. Sicil. Anno 11 No. 6 p. 217.
Familie Timeliidae.
R. B. Sharpe, Notes on Timeliidae; Notes Leyden Mus. Vol. 6
No. 3 Note 24 p. 167 — 178.
L. Stejneger liefert eine Synopsis der nordischen Arten der Unter-
gattung Anorthura. Es werden 5 Arten mit der Synonymie und Angabe
der Verbreitung aufgeführt, nämlich Troglodytes borealis Fisch. (Färinseln,
Island), T. parvulus Koch (grosster Theil der gemässigten europäischen
und der mediterranischen Provinz), T. parvulus bergensis n. subsp. Stejn.
(Westküste Norwegens), T pallescens Stejn. (Kommandeur-Inseln), T.
alascensis Baird (Amerikanische Aleuten und St. GeorgSrInsel der Prybiloff-
206 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
Gruppe), T. hiemalis Vieill. (gemässigter Theil von Nordamerika mit Aus-
nahme der pacifischen Provinz), T. hiemalis pacißcus Baird (pacißsche
Provinz von Nordamerika), T. fumigatus Tem. (Japan); Zeitschr. ges.
Ornith. 1. Jahrg. 1. Heft p. 6—14.
Apalis Sharpii n. sp. von der Goldküste, nahe Euprinodes schistaceus
Cass.; G. E. Shelley, Ibis (5) Vol. 2 p. 45.
Brachypteryx salaccensis n. sp. von Java; A. G. Vorderman, Natuurk.
Tijdschr. Nederl. Indie Deel 44 p. 188.
Burnesia melanocephala n. sp. von Pangani, Ost- Afrika, am nächsten
B. leucopogon Gab.; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Ornith.
32. Jahrg. 1. Heft p. 56.
Calamonastes Fischeri n. sp. vom Mittellauf des Panganiflusses , Ost-
Afrika; Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 57. [Identisch
mit Thamnobia simplex Gab. Ref.]
Cisticola erythrocephala auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk.
Tijdschr. Nederl. Indie Deel 44 p. 188. — C, nana n. sp. von Ngaruka,
Massailand; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg.
2. Heft p. 261. — C. oryziola Müll., Beschreibung der Art; A. B. Meyer,
Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 103.
Crateropus Boh7idorfß n. sp. von Sassa, Niamniam-Land, nahe C.
atripennis-, R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103 p. 422.
— C. hypostictus Gab. et Rchw. identisch mit C. Kirki Sh. ; G. A. Fischer,
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 316. — C. squamulatus n. sp.
von Mombassa (Ost-Afrika), nebst üebersicht über sämmtliche Crateropus-
Arten; G. E. Shelley, Ibis (5) Vol. 2 p. 45—49.
Euprinodes Golzi n. sp. von Gross- Aruscha, Massailand, nahe E.
flavocincta Sh.; G. A. Fischer u. Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg.
1. Heft p. 182.
Gypsophila n. g. Typus: Turdinus crispifrons Bl.; E. W. Oates,
Handb. B. Brit. Burmah Vol. 1 p. 61.
Henicorhina hilaris Stolzm. n. sp. von West-Peru, ähnlich H. prosthe-
leuca; v. Berlepsch u. Taczanowski, Proc. Z. S. p. 284.
Lioptüus ahyssinicus und Galinieri beschrieben; R. B. Sharpe, Proc.
Z. S. p. 231 u. 232.
Megalurus albolimhatus abgeb. ; Gould, New Guinea Th. 16. — M.
Pryeri n. sp. von Tokio, nahe M. graminexis; H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 2
p. 40.
Mimocichla ardesiaca abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of Haiti etc.
Th. 1 (auch Nest und Eier).
Mimus gilvus rostratus n. subsp. von Curacoa; R. Ridgway, Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 11 p. 173. — M. polygloüus brütend bei
Boston, Mass.; Ch. W. Townsend, Auk Vol. 1 p. 192.
Mixornis rubricapilla Tick, abgeb.; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg.
1. Heft T. 1 F. 1.
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1884. 207
Orthnocichla n. g, Very close to Pnoepyga , but no rictal bristles
and the front aspect of the tarsus entire. Bill much longer, thinner and
more compressed, the culmen exceeding the hind toe and claw in length,
Typus: Orthotomus subulaliis Müll. Mnscr. n. sp. von Timor; R. B. Sharpe,
Notes Leyd. Mus. Bd. 6 p. 179.
PhyUobates Sharpe g. n.; E. W. Oates, Handb. B. Burm. Vol. 1
p. 110 (= PhyUergates Sharpe; s. Ber. 1883 p. 352).
Pomatorhinus Styani n. sp. vom Yang-tse-Kiang und von Ost-Tibet;
H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 2 p. 263.
Prinia leucophrys Boie, Beschreibung der Art; A. B. Meyer, Abhandl.
Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 102.
Setaria pectoralis auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk. Tijdschr.
Nederl, Indie Deel 44 p. 188.
Thryophihis Minlosi n. sp. von Bucaramanga, Neu -Granada, am
nächsten Th. ruf albus und sinaloa; H. v. Berlepsch, Joum. Orn. 32. Jahrg.
2. Heft p. 249 T. 1 F. 3 u. p. 280.
Thryothorus ludovicianus in Massachusetts; C. B. Cory, Auk Vol. 1
p. 91.
Tricholais occipilalis n. sp. von Pangani und Maurui, Massailand,
nahe T. pulchra Boc. ; G. A. Fischer u. Ant. Reichenow, Joum. Ornith.
32. Jahrg. 1. Heft p. 181.
Trichostoma rufifrons gehört zur Gattung Turdinus; R. B. Sharpe,
Ibis (5) Vol. 2 p. 320.
Troglodytes dauricus n. sp. von Daurien, nahe Tr. pallescens Stejn.;
Dybowsky und Taczanowski , Bull. Soc. Zool. France 9. Ann. No. 3 u. 4
p. 153. — T. hirtensis n. sp. von St. Kilda; H. Seebohm, Zoologist
Vol. 8 p. 333 — 335. — T. parvulus bergensis n. subsp. von der West-
küste Norvv^egens; L. Stejneger, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 1. H. p. 10.
Turdinus sepiarius var. minor n. var. von Java; A. B. Meyer, Zeit-
schrift ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 210.
Familie Paridae.
E. Selys-Longchamps Hefert eine monographische Bearbeitung
der Gattung Parus L. Verfasser theilt das genus in 9 Untergattungen:
1) Melaniparus Bp. (africanisch), Typus: niger Vieill. 2) Baelophus Gab.
(südamerikanisch), Typus: hicolor L. 3) Lophophanes Kaup (altweltlich),
Typus: cristatus L. 4) Poecile Kaup (altweltlich), Typus: palustris L.
5) Sittiparus n. subg. (ostasiatisch), Typus: varius Tem. 6) Periparus
n. subg. (palaearktisch), Typus: ater L. 7) Parus L. (palaearktisch, ma-
layisch, südafrikanisch), Typus: major L. 8) 2£achlolophiis Gab. (indo-
chinesisch), Typus: xanthogenys Jerd. 9) Cyanistes Kaup (palaearktisch),
Typus: coeruleiis L. — Diese Untergattungen umfassen 35 Arten, welche
Verf. kurz charakterisirt mit Angabe der Synonymie; Bull. Soc. Zool.
France 1884 1. u. 2. Pt. S. 32—78.
208 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
H. B. Tristram liefert einige Correctionen zu Gadow's Catalog
der Paridae des Britischen Museums; Ibis (5) Vol. 2 p. 393 — 396 und
402—403.
Acredula. Uebersicht über die Arten der Gattung. Es sind zwei
Gruppen zu unterscheiden. Erstens solche mit einfarbiger Kehle, wozu
Verf. A. caudata L., A, caudata var. longicauda Briss. [!] (= rosea Blyth),
A. caudata var. trtvirffata Tem. u. Schi, und A. caudata var. Irbyi Sh. u.
Dr. rechnet. Zweitens solche mit grauem oder schwarzem Kehlfleck: A.
glaucogularis Gould, A. glaucogularis var. tephronota Gthr. und A. fuli-
ginosa Verr. Verf. beschreibt die genannten Arten und giebt Synonymie
und Verbreitung an; Bull. Soc. Zool. France Bd. 8 p. 437 — 444. —
A, caudata und rosea kommen beide zusammen und auch mit einander
gepaart bei Salzburg vor; V. v. Tschusi, Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg.
p. 103. — A. tephronota var. major n. subsp. vom Kaukasus; G. ßadde,
Ornis Caucasica p. 144 T. 6.
Aegithalus calotropiphüus n. sp. von Senegambien; A. T. de Roche-
brune, Bull. Soc. Philom. 7. p. 166 und Faune Seneg. Ois. p. 188 T. 16
(mit Nest und Eiern).
Cyanistes. M. Menzbier liefert eine Monographie der Blaumeisen.
Verf. theilt die Gattung in zwei Gruppen: A. Cyanistes brevicaudales, bei
welchen der Schwanz kürzer als die Flügel und ausgerandet ist. Hierzu
gehören C. caeruleus^ persicus, Pleskei, ultramarinus und Teneriffae.
B. Cyanistes longicaudales , Schwanz fast ebenso lang als die Flügel und
gerundet. Hierzu C. cyanus, tiansckanicus und ßavipectus. Die einzelnen
Arten sind beschrieben, die ausführliche Synonymie wird angegeben und
die Verbreitung erörtert; Bull. Soc. Zool. France 9. Ann. No. 3 und 4
p. 239 — No. 5 p. 302.
Melaniparus semilarvatus auf den Philippinen; W. Ramsay, Ibis (5)
Vol. 2 p. 334.
Orites roseus in Ungarn, aber 0. caudatus an gewissen Oertlichkeiten
ersetzend; J. v. Madarasz, Zeitschr. ges. Omith, 1. Jahrg. 2. Heft p. 134.
Parus atricapillus Turneri n. subsp. von Alaschka; R. Ridgway, Proc.
Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 89. — P. fringilliniis n. sp. vom Fuss
des Märu-Berg, Massai-Land; G. A. Fischer u. Ant. Reichenow, Joum.
Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 56; Abbildung: Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg.
T. 19. — P. cyanus Pall. mehrfach auf dem Zuge in Ungarn beobachtet.
Lieblingsaufenthaltsorte sind Weiden- und Erlengebüsch in der Nähe von
Wasser; A. Mihalovits, Zeitschr. ges. Orn. 1. Jahrg. 3. Heft p. 234 bis
236. — P. hudsonicus evura n. subsp. von Alaschka; E. Coues, Key to
North Amer. Birds No. 49 a. — P. palustris L. bezieht sich auf die nor-
dische Sumpfmeise, welche später von Selys - Longchamps Parus borealis
genannt wurde, während der südlichen Form, imserer gewöhnlichen Sumpf-
meise, Wallengren's Name P. fruticeti gebührt. In dem Cat. of the
British Museum Vol. 8 werden in dieser Beziehung von H. Gadow un-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 209
richtige x\ngaben gemacht. Auch Parus kamtschatkensis Bp. wurde von
Gadow unrichtig gedeutet; diese ist eine gute, selbständige Art und nicht
zu verwechseln mit der östlichen, etwas blasseren Abart von P. palustris.
Ausführliche Synonymie der genannten drei Arten und Abbildung von
P. kamtschatkensis; J. v. Madarasz, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft
p. 75—79 T. 4. — P. palustris L. erscheint im Winter häufig in den
Karpathen ; J. v. Madarasz, ebenda p. 132.
Periparus n. subg. Tete huppee ou non huppee. Calotte noire avec
une tache nuchale claire prolongee vers le dos qui est grisätre ou olivätre.
Plastron guttural noir grand, nuUement prolonge en raie mediane sur
l'abdomen. Celui-ci de couleur plus claire que le dos. Bee mediocre ou
fin. Patrie : Zone palearctique (Europe, Algerie, Asie}. Typus: Parus
rubidiventris Blyth; E. Selys-Longchamps, Bull. Soc. Zool. France 1884
1. u. 2. Pt. S. 59.
Poecilia macroura n. sp. von Kamtschatka; L. Taczanowski , Bull.
Soc. Zool. Fr. 8 p. 346.
Psaltriparus Grindae^ Unterschiede von Ps, melanotis (Berichtigung);
R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 96. — Ps. minimus
californicus n. subsp. von Californien; R. Ridgway, ebenda p. 89.
Sittiparus n. subg. Tete non huppee. Front, joues et region des
oreilles formant un espace blanchätre. La calotte, les cötes du cou et
un plastron guttural noirs. Une tache nuchale claire. Haut du dos et
dessous du corps roux ferrugineux. Pas de raie mediane longitudinale
obscure ä l'abdomen. Bas du dos, ailes et queue cendre obscur sans
taches. Bec fort, assez long, droit en coin. La mandibule inferieure un
peu relevee. Pied courts, robustes ; le doigt posterieur et son ongle longs,
Patrie: lies du Japon et Formose. Typus: Parus varius Tem. Schi.;
E. Selys-Longchamps, Bull. Soc. Zool. France 1884 1. u. 2. Pt. S. 58.
Familie Certhiidae.
E. Blyth hat eine Monographie der indischen Certhiidae hinter-
lassen, welche abgedruckt wird in: Zoologist Vol. 8 p. 202 — 211.
Salpornis Emini n. sp. von Langomeri, Ost-Aequatorial-Afrika, Sjtio-
nymie von S. spilonota und Salvadorii; G. Hartlaub, Proc. Z. S. p. 415
bis 417.
Sitta Whiteheadi n. sp. von Corsica ; R. B. Sharpe , Proc. Z. S.
p. 233 u. 414 T. 36.
Tichodroma muraria wiederum an der hohen Wand bei Wiener
Neustadt brütend gefunden; 0. Reiser, Mitth. Om. Ver. Wien 8. Jahrg.
p. 173.
Familie Daenididae.
Certhiola tricolor n. sp, von Old Providence, ähnlich C. bahamensis;
R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 12 p. 178.
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. 0
210 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Dicaeum (Prionochilus) sp. abgeb.; Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg.
1. Heft T. 1 F. 3. — D. aeneum und Tristrami abgeb.; Gould, B. New
Guinea Th. 17 u. 18. — D. Sahadorii n. sp. von der Insel Babbar,
nahe D. Mackloli; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884
sp. 79.
Prionochilus percussus Tem. von Java ist verschieden von i>. ignica-
jnllus (Eyt.) von Malacca, Sumatra und Borneo; R. B. Sharpe, Proc. Z.
S. Pt. 4 1883 p. 580.
Familie Nectariniidae.
H. Gadow hat in dem 9. Bande des Katalogs der Vögel des Bri-
tischen Museums die Nectariniidae monographisch behandelt. Verf. unter-
scheidet neun Gattungen: 1. Neodrepanis Sh. mit der Art N. coruscans
Sh. 2. Nectarinia 111. mit 5 Arten. 3. Anthohaph.es Gab. mit der Art
A. violacea (L.). 4. Chalcostetha Gab. mit der Art Ch. insignis (Tem.).
5. Aethopyga Gab. mit 19 Arten. 6. Drepanorhynchus Fschr. u. Rchw.
mit 1 Art Dr. Reichenowi Fschr. 7. Cinnyris Cuv. mit 59 Arten. 8. Arach-
nothera Tem. mit 12 Arten. 9. Anthothreptes Sws. mit 12 Arten. Die
ganze Familie umfasst somit 111 Arten. Die Gattung Cinnyris wird in
7 Untergruppen getheilt: Die erste mit dem Typus C. venustu, 2. Cin-
nyris, 3. Nectarophila (Typus: C. Hassehi), 4. Hermotimia (Typus: C.
aspasia Less), die 5. mit dem Typus C. olivacea Smith, 6. Cyrtostomus
(Typus G. jugularis L.), 7. Chalcomitra (Typus C. amethystina Shaw).
T. Salvador! berichtigt eine Anzahl von Irrthümern des Catalogs der
Nectariniidae des Britischen Museums (Bd. 9); Ibis (5) Vol. 2 p. 324 — 325.
Aethopyga chalcopogon identisch mit eupogon Gab. (= siparaja Rffl.) ;
W. Blasius, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 224.
Arachnothera flaviventris neuer Name für A. ßavigaster Eyt. ;
H. Gadow, Cat. B. Brit. Mus. Bd. 9 p. 109. — A. iliolophus und polio-
ptera abgeb.; ebenda T. 1.
Cinnyris acik (Antin.) gute von C. senegalensis unterschiedene Art;
R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103 p. 429. — C.
Eriksoni Trim. identisch mit Nectarinia ludovicensis Boc , welcher letztere
Name die Priorität besitzt; B. du Bocage, Jörn. Sc. Lisboa No. 34 p. 105
1883. — C. Falkensteini n. sp., sehr ähnhch C. affinis Rüpp., vom Nai-
waschasee, Massailand; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn.
32. Jahrg. 1. Heft p. 56. — C. Henkei n. sp. vermuthlich vom Ostin-
dischen Archipel, ähnlich C. speratus L. ; A. B. Meyer, Zeitschr. ges.
Omith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 207 T. 7. -- C. osea abgeb.; Tristram,
Fauna and Fl. Palestine. — C. venustus mit Nest und Eiern abgeb. ; A. T.
de Rochebrune, Faune Seneg. T. 18.
Drepanorhynchus Fschr. u. Rchw. n. g. Nectariniidarum. Die beiden
mittelsten Schwanzfedern bei dem alten Männchen stark verlängert und
schmal, der übrige Theil des Schwanzes gerade. Schnabel länger als der
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1884. 211
Lauf und sehr stark gebogen. Typus: D. Reichenowi n. sp. vom Nai-
wascha-Sec, Massailand; G. A. Fischer, Joum. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft
p. 56; Abbildung: Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. T. 20 und Proc. Z.
S. T. 51.
Nectarinia küimensis n. sp. vom Kilimandjaro, ähnlich A^. tacazze;
G. E. Shelley, Proc. Z. S. p. 555. — N. melanogastra n. sp. von Ngu-
ruman, Massailand, nahe N. pulchella Jard.; G. A. Fischer und Ant.
Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 181. — N. subfamosa ver-
muthlich neue, von N. famosa L. unterschiedene Art von Schoa; T. Sal-
vadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 138.
Famihe Meliphagidae.
H. Gadow liefert im 9. Bande des Catalogs der Vogel des Bri-
tischen Museum eine Monographie der Meliphagidae. Verf. theilt die
Famihe in drei Unterfamilien. 1. Myzomelinae: 2 Gattungen, Myzomela
mit 32 Arten und Acanthorhynchus mit 2 Arten. 2. Zosteropinae : 3 Gatt.,
Zosterops mit 87 Arten, Melithreptus mit 6 Arten und Plectrorhynchus mit
einer Art, PL lanceolatus Gould. 3. Meliphaginae : 21 Gatt., Glyciphila
(14 Arten), Entomophila (4 Arten), Meliphaga mit der species M. phrygia
Lath., Oedistoma (Art Oe. pygmaeum Salvad.), Ptüotis (40 Arten), Pogon-
ornis (1 Art PL cincta Dubus) , Meliornis (5 Arten), Änthornis (2 Arten),
Pt-osthemadera (l Art P. Novae Zealandiae), Manorhina (5 Arten), Äcan-
thochaera (5 Arten), Leptornis (3), Entomyza (2), Phüemon (18), Melitograis
(1 Art M. gilolensis Bp.), Promerops (2), Moho (2), Melidectes (l Art
M. torquatus Sei.), Euthyrhynchus (5), Milirrhophetes (2), Pycnopygius mit
1 Art P, stictocephalus Salvad. — Im ganzen sind 245 Arten behandelt,
vpovon 34 auf die Myzomelinae, 94 auf die Zosteropinae und 117 auf die
Meliphaginae kommen. Neu beschrieben sind: Myzomela Güntheri, Zos-
terops crissalis, gallio und fallax Sh.
T. Salvador! giebt Berichtigungen zu Gadow's Catalog der Meli-
phagidae des Britischen Museums (Bd. 9); Ibis (5) Vol. 2 p. 325—329.
Anthochaera carunculata auf Neu- Seeland; W. Buller, Trans. Proc.
N. Zeal. Inst. Vol. 16 p. 308.
Myzomela sp- , fragliche neue Art von der Insel Ceram beschrieben;
A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 208. — M. An-
nabellae auf der Insel Babbar; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden
1884 sp. 83. — M. erythrina, melanocephala und ivakoloensis abgeb. ; Gould,
New Guinea Th. 17 u. 18. — M. Güntheri n. sp. von Neu - Britannien ;
H. Gadow, Cat. Birds Brit. Mus. Vol. 9 p. 129 T. 3.
Philemon Cockerelli abgeb.; H. Gadow, Cat. B. Brit. Mus. Bd. 9
T. 2. — Ph, kisserensis und timorlaoünsis nn. spsp. ; A. B. Meyer, Abhandl.
Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 86 u. 87; s. auch Forbes und Salvador!,
Proc. Z. S. p. 429 u. 579. — Ph, j)lumigenis abgeb.; Gould, Birds New
Gumea Th. 16.
212 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Ptilotis mamiorata.f megalorhynchus^ polygramma., virescens und limhaia
abgeb.; H. Gadow, Cat. B. Brit. Mus. Bd. 9 T. 4—7.
Stigmatops albo - auricularis abgeb.; Gould , New Guinea Tb. 17. —
St. kebirensis n. sp. von der Insel Babbar, Kebir (westlich von Timorlaut) ;
A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 218. — St. Sal-
vadorii n. sp. von Timorlaut, sehr ähnUch St. squamata Salvad.; ebenda
p. 217.
Tropidorhynchus aruensis n. sp. von den Aru- Inseln, sehr ähnlich
Tr. timoriensis Müll.; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft
p. 216.
Xanthotis ruliensis n. sp. von Rubi, Neu -Guinea, nahe X. Jiligera]
A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 289.
Zosterops crissalis Sharpe n. sp. von Südost-Neu-Guinea; H. Gadow,
Cat. B. Brit. Mus. Bd. 9 p. 165. — Z. eurycricotus n. sp. vom Fuss des
Maeru-Berg, Massailand; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn.
32. Jahrg. 1. Heft p. 55. — Z. fallax Sharpe n. sp. von Java und Su-
matra; H. Gadow, Cat. B. Brit. Mus. Bd. 9 p. 197. — Z, fusdfrons und
longirostris abgeb.; Gould, New Guinea Th. 18. u. 17. — Z. gallio
Sharpe n. sp. von Java; H. Gadow, 1. c. p. 185. — Z. griseiventris aut
der Insel Babbar; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 89.
— Z. incerta n. sp. , nahe Z. javanica Horsf. und faüax Sh. , von unbe-
kanntem Herkommen; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft
p. 209.
Familie Brachypodidae.
Hypsipetes sp., fragliche von H. ganeesa Sykes abweichende Art von
Ostindien beschrieben; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg.
3. Heft p. 212.
Ixonotus Landanae n. sp. von Landana, Kongo; E. Oustalet, Ann.
Sc. Nat. Zool. Tome 17 Art. 8.
Oriolus squamiceps Kittl. ist selbständige, von Turdus amaurotis Tem.
verschiedene Art und zur Gattung Hypsipetes zu stellen; A. B. Meyer,
Zeitschr. ges. Orn. 1. Jahrg. 3. Heft p. 211.
Phyllostrephus parvus n. sp. vom Naiwascha-See , Massailand, nahe
Ph. strepitans; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg.
2. Heft p. 262.
Xenocichla tenuirostris n. sp. von Lindi, Ost -Afrika, nahe X. cani-
capiüa; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg.
2. Heft p. 262.
Familie Alaadidae.
Alauda arvensis. Die dunkelfüssigen Individuen der Art sind nur
zufällige Varietäten, aber nicht Repräsentanten einer nordischen Abart
nach Wiepken, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 230—231. — A. Bla-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 213
kistoni n. sp. von Kamtschatka und der Behrings-Insel, nahe A. japonica;
L. Stejneger, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 98.
Coraphites leucopareia n. sp. von Klein- AruFcha und der Salzsteppe
bei Gurman, Massailand; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn.
32. Jahrg. 1. Heft p. 55.
Corypha Gray für Megalophonus Gray anzuwenden; L. Stejneger,
Auk Vol. 1 p. 229 [vergl. oben S. 203].
Galerita cristata in Norwegen; R. Collett, Christ. Vidensk. Forhandl.
No. 11 1884.
Megalophonus massaicus n. sp. von Klein-Äruscha, Massailand; G. A.
Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 55
[identisch mit Älauda poecüostema Fischer u. Reichenow. Ref.]
]\Ielanocorypha leucoptera 1855 in Siebenbürgen erlegt; J. v. Mada-
rasz, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 141.
Mirafra javanica auf Ceram; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 105.
Otocorys; Uebersicht über die nordamerikanischen subspecies, 0.
olpestns j Labrador, Grönland, 0. alpestris prattcola n. subsp. aus dem
oberen Mississippi -Thal und dem Gebiet der grossen Seeen, 0. alpestris
leucolaema , Britisches Nordamerika und Alaschka, 0 alpestris arenicola
n. subsp. von den Rocky mountains, 0. alpestris Giraudi n. subsp. von
Ost-Texas, 0. alpestris chrysolaema ^ Mexico, 0. alpestris rubeus n. subsp.
von Californien, 0. alpestris strigata n. subsp. von Washington und Ore-
gon; H. W. Henshaw, Auk Vol. 1 p. 254—268. — Kritische Unter-
suchungen der Arten dieser Gattung sind von A. Dubois vorgenommen.
Verf. erkennt nur einer Form specifischen Rang zu, der 0. alpestris (L.),
welche über den Norden Europas, Asiens und Amerikas und über Grön-
land verbreitet ist. Femer unterscheidet Verf. vier Varietäten oder besser
Subspecies: 0. alpestris sibirica Swinh., Centralasien, Nord-Indien, China;
0. alpestris penicillata (Gould), Kleinasien, Syrien, Palästina, Persien, Tur-
kestan, Südost -Sibirien; O. alpestris chrysolaema (Wagl.), Texas, Califor-
nien, Arizona, Vancouver- Inseln, Mexico, Columbien, und 0. alpestris
hilopha (Rüpp.), Nord -Afrika und Arabien, zufällig in Süd -Spanien; Bull.
Mus. d'hist nat. Belgique Bd. 3 p. 223—230. — 0. Brandti, die speci-
fische Verschiedenheit der Form von 0. longirostris ; H. E. Dresser, Ibis
(5) Vol. 2 p. 117 und H. Seebohm, ebenda p. 184 — 188.
Pterocorys neuer Name für Pallassia v. Hom. , welche Gattung
schon bei den Dipteren angewendet wurde; L. Stejneger, Vol. 1 p. 228.
[Im Bericht 1883 S. 355 wurde Palassia irrthümlich als n. g. aufge-
führt! Ref.]
Familie Sylvicolidae.
Änthus antarcticus n. sp. von Süd -Georgien, nahe Ä. correndera;
J. Cabanis, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 254. — A. Bocagii neuer
214 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Name für A. pallescem Boc. nee Vig. et Horsf.; F. Nicholson, Ibis (5)
Vol. 2 p. 469. — A. cervinus bei Brighton in Kent erlegt; W. Prentis,
Zoologist Vol. 8 p. 192 u. 272; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. p. 206. —
A. spinoletta bei Lancing in Sussex gefangen; ebenda. — A. ludovirianm
Wintervogel in Central -China; H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 2 p. 262. —
A. pensilvanicus (Lath.) älterer Name für A. hidovicianus (Gm.); L. Stej-
neger, Auk Vol. 1 p. 167.
Basileuterus hivittatus aut. rec. (= tristriatus Tsch. = melanotis
Lawr.) ist nicht auf Muscicapa hivittata d'Orb. zu beziehen. Letzterer
Name ist vielmehr gleichbedeutend mit Basileuterus diachlorus Cab. (■=
chrysogaster Tsch.); H. v. Berlepsch, Joum. Om. 32. Jahrg. p. 283.
Buarremon albiceps n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith. Perou
T. 2 p. 533. — B. capitalis und tibicdis abgeb. ; Godman und Salvin,
Biol. Centr. Amer. T. 23.
Budytes melanocephalus (albino) abgeb.; G. Radde, Om. Caucas. T. 11.
Calliste argentea viridicollis Salv. n. subsp. von Peru; L. Tacza-
nowski, Ornith. Perou T. 2 p. 468. — C. coeruleocephala granadensis
n. subsp. von Neu- Granada; H. v. Berlepsch, Joum. Om. 32. Jahrg.
p. 290. — C. Hannahiae Cass. verschieden von C. coeruleocephala, ebenso
C. cyaneicollis verschiedene Art; H. v. Berlepsch, ebenda p. 290. — C.
nigriviridis Berlepschi n. subsp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith. Perou
T. 2 p. 469. — C. Whitelyi n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, nahe
C. cyanoptera; 0. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 445 T. 13.
Calyptophilus n. g. Tanagridarum (similis Phoenicophilus) -. Tail
long, equal to wing; middle toe about five sixth of tarsus; tail rounded,
and strongly graduated; bill much narrower, and the legs and feet larger
than in Phoenicophilus. Typus: Phoenicophilus frugivorus Cory; Ch. B.
Cory, Auk Vol. 1 p. 3. — Calyptophilus frugivorus abgeb. ; Ch. B. Cory,
Birds of Haiti Th. 2.
Chlorophonia Roraimae n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, nahe C.
frontalis \ 0. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 444.
Chlorospingus hypophaeus, pileatus und punctulatus abgeb.; Godman
und Salvin, Biologia Centrali - Americana T. 22. — Ch. ochraceus n. sp.
von West- Peru; v. Berlepsch und Taczanowski. Proc. Z. S. p. 291
T. 24 F. 1.
Chlorothraupis n. g. Zwischen Pyranga und Orthogonys. Typus:
Phoenicothraupis Carmioli Lawr.; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 6 No. 26 (April 11 1884) p. 411. [In Salvin und Godman, Biolo-
gia Centr. Americ. Aves Vol. 1 p. 297 ist der Name nach dem Manu-
script des Autors bereits publicirt, mit dem Citat: „Proc. Un. St. Nat.
Mus. 1883."]
Compsothlypis. Synonymie der Gattung und Uebersicht der species:
C. americana, insularis, nigrilora, pitiayumi xmd pitioyumi inornata; L. Stej-
neger, Auk Vol. 1 p. 168 — 170.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 215
Dendroeca coronata im Sommer in Süd-New- Hampshire; W. H. Fox,
Auk Vol. 1 p. 192. — D. Kirtlandi in Michigan; R. Ridgway, ebenda
p. 389. — D. rufopileata n. sp. von Curacoa, nahe D. capitalis Lawr. ;
R. Ridgway, Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 11 p. 173.
Euphonia musica abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 2.
Geothlypis aurieularis Sei. u. Salv. n. sp. von Peru, nahe G. aequi-
noctialis; L. Taczanowski, Ornith. Perou I p. 470. — G. aequinoctialis
peruviana n. subsp. ebenda p. 471. — G. Bairdi Nutting n. sp. von
Los Sabalos, Nicaragua, ähnlich G. speciosa; R. Ridgway, Proc. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 6 No. 25 (April 9 1884) p. 398. — G. trichas in Ost-
Massachusetts überwinternd; N. Browne, Auk Vol. 1 p. 389.
Helminthophaga leucohronchialis wiederum in Connecticut erlegt;
J. H. Sage, Auk Vol. 1 p. 91.
Heterura sylvana von Nankang (China) ; H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 2
p. 262.
Hylophilus s. Laniidae.
Icteria virens in Canada; Th. Mc. Ilwraith, Auk Vol. 1 p. 389.
Lanio melanopygius n. sp. von Costa Rica, sehr nahe L. leucothorax^
R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 (April 11 1884)
p. 412. [Nach dem Manuscript des Autors bereits in Salvin u. Godman,
Biol. Centr. Amer. Aves Vol. 1 p. 305 beschrieben. Vergl. Bericht 1883
p. 356.]
Ligea n. g. Sylvicolidarum (sim. Geothlypis): Bill elongated, some-
what depressed, distinctiy notched at tip; rictal bristles short; wings
rounded and equal in length to the tail; tail long and rounded; legs and
feet stout; tarsus not as long eis the head; belly and legs not yellow.
Tj-pus: L. palustris n. sp. von S. Domingo; Ch. B. Cory, Auk Vol. 1
p. 1 T. 1; Abbildung auch in: Ch. B. Cory, Birds of Haiti etc. Th. 1.
Microligea neuer Name für Ligea; Ch. B. Cory, Auk Vol. 1 p. 290.
Motacilla alba u. Varietäten abgeb.; G. Radde, Orn. Caucas. T. 12.
— M. alba in Nord-Oxfordshire beobachtet; O. V. Aplin, Zoologist
Vol. 8 p. 341. — M. campestris in Ungarn erlegt; J. v. Madarasz,
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 137. — M. citreola in Sieben-
bürgen erlegt; J. v. Madarasz, ebenda p. 136. — M. melanope nistend
in Ost-Devon; J. R. Earle, Zoologist Vol. 8 p. 195. — M. Raii in Nor-
wegen; R. Collett, Christ. Vidensk. Forhandl. No. 11 1884.
Nemosia pectoralis n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith. Perou
Th. 2 p. 508.
Phoenicophilus dominicensis abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 2.
Phoenicothraupis peruviamis n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith.
Pe'rou Th. 2 p. 498.
Pitylus celaeno abgeb.; Salvin u. Godman, Biol. Centr. Amer. T. 24.
Protonotaria ciirea auf Rhode Island; R. G. Hazard, Auk Vol. 1
p. 290.
216 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Pyranga aestiva in Canada-, Th. Mc Ilwraith, Aiik Vol. 1 p. 390.
— P. rubra auf den Bermudas; C. H. Memam, Bull. Un. Sf. Nat. Mus.
N. 25 p. 283—284.
Spindalis multicolor abgeb. ; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 1.
Vireosylvia s. Laniidae.
Familie Fringillidae.
G. Angelini, Osservazioni sopra alcuni uccelli appartenenti alla
sottofamiglia degli Emberizini; Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa. Mem. Vol. 6
Fase. 1 p. 37 — 69.
Äcanthis^ Monographie der Gattung. 2 Arten mit 5 Unterarten sind
unterschieden und zwar: Acanthis Hornemanni Halb. (Grönland und öst-
liches arktisches Amerika) mit der Unterart exilipes Coues (Arktisches
Amerika und Nordost - Asien) , A. linaria L. (nÖrdl. palaearkt. u. nearkt.
Region) mit den Unterarten pallescens v. Hom. (arktisches Europa), Hol-
hoelli Brehm (nördl. palaearkt. u. nearkt. Region), rostrata Coues (Grön-
land u. Nordost -Amerika) und caharet Müll. (Grossbritannien und Hoch-
gebirge Süd-Europas); L. Stejneger, Auk Vol. 1 p. 145 — 156.
Acanthidops wird von P. L. Sclater zu den Fringilliden , in die
Nähe von Chrysomitris gestellt; Ibis (5) Vol. 2 p. 241. — A Bairdi.
Der Name ist ursprünglich von Zeledon im Manuscript gegeben und nach
ihm von Ridgway angenommen; R. Ridgway, Proc. Un. St, Nat. Mus.
Vol. 6 No. 26 (April 11 1884) p. 414 [Vergl. Bericht 1881 p. 52].
Acanthis intermedius und A. innominatus nn. spsp. von Kamtschatka;
B. Dybowski, Bull. Soc. Zool. France 8 p. 364—366.
Ammodromus petenicus , Bemerkungen über die Art mit Bezug auf
verwandte Formen; R. Ridgway, Ibis (5) Vol. 2 p. 44.
Calamospiza bicolor in Süd - Califomien ; G. HolterhoflF, Auk Vol. 1
p. 293.
Cardinalis virginianus brütend in Brooklyn, N. Y.; E. T. Adney,
Auk Vol. 1 p. 390. — Aeltester Name der Art ist Loxia rubra [siehe
weiter unten].
Carduelis elegans alhigidaris ist schon in Degland und Gerbe's
Omithol. europeenne Vol. 1 p. 280 erwähnt und von diesen Schriftstellern
für eine höhere Altersstufe der Art gehalten; E. Ziemer, Joum. Orn.
32. Jahrg. 2. Heft p. 239.
Carpodacus mexicanus (Müll.) {Fringilla mexicana Müll. , Emberiza
mexicana Bodd.) älterer Name für C. haemorrhous (Wagl.); R. Ridgway,
Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 110—111. — C. rubicillus abgeb.;
G. Radde, Ornis Caucasica T. 7.
Chrysomitris atriceps, Bemerkungen über die Art mit Bezug auf nahe
verwandte Formen; R. Ridgway, Ibis (5) Vol. 2 p. 43. — Ch. spinus in
Nord -Devon; H. A. Evans, Zoologist Vol. 8 p. 231. — In Co. Cork
erlegt; C. Donovan, ebenda p. 149.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 217
Coccothraustes vulgaris nistend in Nord-Yorkshire ; T. Carter, Zoologist
Vol. 8 p. 487.
Crithophaga miliaria var. minor n. subsp. ; G. Radde, Orn. Caucas*
p. 196 T. 10.
Emheriza nivalis in Somersetshire erlegt; R. Ford, Zoologist Vol. 8
p. 115 und C. Smith, ebenda p. 149. — In Nord -Devon; H. A. Evans,
ebenda p. 231. ♦
Habia wurde zuerst von Reichenbach (1850) als Gattungsname an-
gewendet; L. Stejneger, Auk Vol. 1 p. 366 — 367.
Jimco hiemalis connectens n. subsp. von Colorado; E. Coues, Key to
North Amer. Birds No. 262 a.
Leucosticte pamirensis n. sp. von Pamir; N. Scvertzow, Ibis 1883
p. 58 — 60.
Linola flavirostris in Hertfordshire gefangen; J. Littleboy, Zoologist
Vol. 8 p. 194. — L, rufescens brütend in Northamptonshire ; H. Slater,
ebenda p. 144.
Loxia curvirostra Bendirei n. subsp. von der westlichen Bergregion
der Vereinigten Staaten , Bemerkungen über die verwandten Formen L.
curvirostra, curvirostra piiyopsittacus und curvirostra americana ; R. Ridgway,
Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 101. — L. curvirostra americana
wahrscheinlich brütend in Central -Maryland; R. Ridgway, Auk Vol. 1
p. 292. — L, pityopsittacus in Portugal; A. Giraldes, Cat. Aves Portugal
1879. — L. rubra Scop. ältester Name für Cardinalis virginianus Bp.;
L. Stejneger, Aak Vol. 1 p. 171 — 172.
Loximitris dominicensis abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 2.
Melospiza fasciata auf den Bermudas; C. H. Merriam, Bull. Un. St.
Nat. Mus. No. 25 1884 p. 283. — M. fasciata montana n. subsp. aus
dem Süden der Vereinigten Staaten; H. W. Henshaw, Auk Vol. 1 p. 224.
Metoponia pusilla abgeb. ; G. Radde, Ornis Caucas. T. 9.
Montifringilla alpicola und nivalis abgeb.; G. Radde, Ornis Cauca-
sica T. 8.
Oryzohorus Nuttingi n. sp. von Los Säbalos, Nicaragua; R. Ridgway,
Proc. Un. St Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 ^April 11 1884) p. 401. —
0. Salvini vermuthlich neue Art, wenn nicht $ zu 0. funereus oder 0
aethiops, von Los Säbalos, Nicaragua; ebenda.
Passer domesticus (typ. u. var.) und P. salicicolus abgeb.; G. Radde,
Orn. Caucasica T. 9. — P. rufocinctus n. fc.p., sehr ähnlich P. motitensis
Smith, vom Naiwascha-See, Massailand, 1500 — 2000 Meter Höhe; G. A.
Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 55. —
P. moabiticus abgeb. ; Tristram, Fauna a. Fl. Palestine.
Passerculus Beldingi n. sp. und Passerculus sandwichensis Bryanti
n. subsp. von Californien; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7
p. 516 u. 517. — P. princeps brütend auf Sable Irland, Neu -Schottland;
C. H. Merriam, Auk Vol. 1 p. 390.
218 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Fetronia hrachydactyla abgeb. ; Tristram, Fauna a. Fl. Palestine.
Phonipara phaeoptila n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, nahe P.
hicolor; 0. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 445.
Plectrophenax hyperboreus n. sp. von Alaschka; R. Ridgway, Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 5 p. 68-70.
Pyn^hda major Brutvogel Mährens; W. Capek, Mitth. Orn. Ver.
Wien 8. Jahrg. p. 5.
Serinus canonicus abgeb.; Tristram, Fauna and Fl. Palestine. — S.
pectoralis n. sp. von Kurrachee (Sind); J. A. Murray, Vertebr. Zool.
of Sind.
Sorella Emini in Schoa (Nordost- Afrika) gefunden; T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 175.
Spermophila giUiuralis pallida n. subsp. von Bucaramanga; H. v. Ber-
lepsch, Journ. Orn. 32. Jahrg. p. 295. — Sp. palustris n. sp. von Uru-
guay; W. B. Barrows, Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 8 p. 92 — 94. — Sp.
pauper Stolzm. n. sp. von West -Ecuador; v. Berlepsch und Taczanowski,
Proc. Z. S. p. 293 T. 24 F. 2.
Spinus Koch, Synonymie der Gattung; L. Stejneger, Auk Vol. 1
p. 360 — 361.
Spizdla pineiorum verglichen mit Sp. socialis, pusilla und pahisttis;
R. Ridgway, Ibis (5) Vol. 2 p. 44. — Sp. Wortheni n. sp. von Neu-
Mexico, ähnlich Sp. pusilla; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7
No. 17 p. 259.
Zonotrichia guerula, Verbreitung und Wanderung; W. Cooke, Auk
Vol. 1 p. 332—337.
Familie Ploceidae.
Calyphantria erythrogenys n. sp. von Maurui und dem Pare - Gebirge,
Massailand, auch bei Lado gesammelt, sehr ähnlich C. melanotis Lafr.;
G. A, Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 181.
Cryptospiza n. g. Spermestinarum. Rostrum conicum, mediocre;
pedes validiusculi , digitis longis; ala mediocris, subrotundata , remige
prima sexta subaequali, tertia et quarta longioribus et aequalibus; cauda
breviuscula, subrotundata, rectricibus duabus mediis pogoniis diffractis;
Typus: Pytelia Reichenoici Hartl.; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova
1884 p. 180.
Chlorura hyperythra auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk. Tijdschr.
Nederl. Indie Deel 44 p. 188.
Estrilda Perreini abgeb.; A. T. de Rochebrune, Faune Seneg. T. 21.
— jE*. suhßava mit Nest und Eiern abgeb.; ebenda T. 20. — E. Sava-
tieri n. sp. von Senegambien , nahe E. (/uartinia Bp.; A. T. de Roche-
brune, ebenda p. 252 T. 21 F. 1.
Euplectes Friederichseni n. sp. von Nguruman, Massailand; G. A.
Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 54. —
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 219
Abbildung: Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. T. 19. — E. scioanus n. sp.
von Schoa, am nächsten E. taha Smith; T. Salvador! , Ann. Mus. Civ.
Genova 1884 p. 169.
Hyphantornis castaneigxda und melanops nn. spsp. von Sambesi
(Diamantfelder); J. Cabanis, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 240
T. 3. — H. vieloxit Antin. als Synonym zu //. SpeJcei Hartl. aufgeführt;
T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 190.
Nigrita Cabanisi n. sp. aus der Ebene am Pare-Gebirge, Massailand;
G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 54.
Ploceella ist kein neues genus, wie im vorjährigen Bericht p. 359
irrthümlich angegeben, vielmehr schon von Hume (Nests and Eggs of
Ind. B. p. 443) aufgestellt; an der citirten Stelle (Stray Feath. 10 p. 231)
wurde nur die Diagnose gegeben.
Pyromelana nigrifrons n. sp. von Karema am Tanganjika-See, nahe
P. franciscana; R. Böhm, Journ. Orn. 32. Jahrg. p. 177.
Pi/telia Reichenowi für Nordost- Afrika (Schoa) nachgewiesen; T. Sal-
vadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 180 [vergl. Cryptospiza].
Spermospiza haematina (^j 2 u. juv. abgeb. ; A. T. de Rochebrune,
Faune Se'neg. T. 19.
Sycohrotus Reichenowi n. sp. von Gross-Aruscha und dem Naiwascha-
See, Massailand, nahe S. Emini Hartl.; G. A. Fischer, Journ. Ornith.
32. Jahrg. 1. Heft p. 181.
Textor scioanus n. sp. von Schoa, zwischen T. alecto Tem. und
T. intermedius Cab.; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 195.
Familie Icteridae.
P. L. Sclater hat in zwei weiteren Artikeln [vergl. Bericht 1883
p. 359] seine Uebersicht über die Icteridae abgeschlossen. Die dritte
Unterfamilie xigelaeinae umfasst folgende 13 Gattungen: Dolichovyx mit
1 Art, Molothrus mit 10 Arten, Cyrtotes (1 Art), Agelaeus (10 Arten),
Xanthocephalus (1 Art), Xanthosomus (4 Arten), Amhlyrhamphus (1 Art),
Gymnomystax (l Art), Pseudoleistes (2 Arten), Curaeus (l Art), Leistes
(2 Arten), T'rupialis (3 Arten), Slurnella (1 Art mit 4 Unterarten). Die
vierte Unterfamilie Quiscalinae zerfällt in 8 Gattungen: Lampropsar
(1 Art), Scolecophagus (2 Arten), Dives (3 Arten), Quiscalus, a. Subgen.
Quiscalus (l sp. mit 2 subspecies) , b. Subgen. Megaquiscalus (5 Arten,
darunter eine neue [s. unten Quiscalus Grayso7ii]) , c. Holoquiscalus
(9 Arten), Macragelueus (l Art), Hypopyrrhus (l Art), Aphobus (l Art),
Cassidix (l Art). Zusammen umfasst die Familie 127 Arten; Ibis (5)
Vol. 2 p. 1 — 27 u. p. 149 — 167 T. 1 u. 5.
Agelaeus cyanopus abgeb.; Ibis (5) Vol. 2 T. 1.
Icterus curasoensis n. sp. von Curacoa, ähnlich 7. xanthornus Gm.;
R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 11 p. 174. — /. do-
minicensis abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 2. — /. spurius in
220 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
West -Vermont; F. H. Knowlton, Auk Vol. 1 p. 390. — 7. xanf.hornus,
Synonymie der Art; Ridgway, 1. c. p. 176.
Jdiopsar hrachyurus Cass. wird von P. L. Sclater für einen Frin-
gilliden [?] gehalten; Ibis (5) Vol. 2 p. 240—241, abgebildet T. 7.
Quiscalus Graysoni n. sp. von Mazatlan, Mexico, ähnlich Qu. macru-
rus; P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 2 p. 157. — Qu, tenuirostris abgeb. ;
ebenda T. 5.
Xanthocephalus icterocephalus in Süd -Carolina; L. M. Loomis, Auk
Vol. 1 p. 293.
Familie Sturnidae.
Amydrus Trislrami abgeb.; Tristram, Fauna a. Fl. Palestine.
Äriumus Muschenhroeki von Timorlaut, neu beschrieben von A. B.
Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 60; nach H. O. Forbes
identisch mit A. leucogaster^ Proc. Z. S. p. 427; nach T. Salvador! gute
Art; ebenda p. 578.
Calomis cantoroides auf Aru, C. metalUca auf Jobi, C. 7mno7' Müll,
an n. sp. von Süd-Celebes; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I
1884 sp. 107 — 110. C. circumscripta von Timorlaut, neu beschrieben von
A. B. Meyer, ebenda sp. 111; identisch mit C. gularis Gray nach H. O.
Forbes, Proc. Z. S. p. 429; nach T. Salvadori gute Art, ebenda p. 579.
Notauges Fischeri n. sp. , am nächsten N. cdbicapillus Blyth, aus
der Ebene am Pare - Gebirge , Massailand; Ant. Reichenow, Journ. Om.
32. Jahrg. 1. Heft p. 54, Abbildung; Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg.
T. 20.
Pastor roseus im Juni in Sutherlandshire erlegt; H. A. Macpherson,
Zoologist Vol. 8 p. 339.
Familie Oriolidae.
Oriolus decipiens abgeb.; Gould, Birds New Guinea Th. 16. — 0.
squamiceps s. Brach ypodidae.
Familie Paradiseidae.
Amhlyornis suhalaris n. sp. von den Astrolabe-Bergen auf Neu-Guinea,
nahe A, inomatus; R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103
p. 408.
Drepanomis cervinicauda abgeb.: Gould, New Guinea Th. 18.
Familie Co r vi da e.
Corvus cornix auf Malta erlegt; E. F. Becher, Zoologist Vol. 8
p. 486. — C. corone bei Neuwarp in Pommern; Paske, Zeitschr. f. Orn.
Stettin 8. Jahrg. p. 66—67 u. 97—99. — C. dauricus in Finnland;
T. Sahlberg, Meddul. Soc. Fauna et Flora Fenn. 9. Heft p. 117 — 121.
— C Grebnitskü n. sp. von den Commandeur- Inseln, nahe C. corax;
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 221
L. Stejneger, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 97. — C. latiroslris
n. sp. von Timorlaut, ähnlich C. orru; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith.
1. Jahrg. 3. Heft p. 199; T. SaWadori, Proc. Z. S. p. 580. — C. Sal-
vadorii n. sp. von Port Moresby; 0. Finsch, Mitth. Orn. Ver. Wien
8. Jahrg. p. 109.
Cyanocephalus Bp. für Gymnokitta Bp. anzuwenden; L. Stejneger,
Auk Vol. 1 p. 229 [vergl. oben S. 203].
Garrulus glandarius und hyrcanus abgeb. ; G. Radde, Ornis Caucasica
T. 4 u. 5.
Ferisoreus tnfaustus L. in Ober -Ungarn erlegt; J. v. Madarasz,
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 115.
Fica camtschatica n. sp. von Kamtschatka, nahe F. caudata; L. Stej-
neger, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 97.
Ficicorvus columbianus, Beschreibung des ersten Kleides; Ch. F. Bat-
chelder, Auk Vol. 1 p. 16—17.
Familie Laniidae.
T. Salvadori berichtigt eine Anzahl von Irrthümern des Catalogs
des Britischen Museums Bd. 8 , welcher die Laniidae (u. a.) behandelt ;
Ibis (5; Vol. 2 p. 322 — 324. — Ebenso H. B. Tristram, ebenda p. 396
bis 402.
Colluricincla rufigasUr auf den Aruinseln nachgewiesen; A. B. Meyer,
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 286.
Dryoscopus afßnis, cubla, orientalis {leucopsis) und Salimae sind auf
zwei Arten, Dr. cuhla (Shaw) und Dr. afßnis (Gray), zurückzuführen und
zwar gestalten sich Syoonymie and Unterschiede beider Arten folgender-
massen: 1. Dryoscopus cubla. a) Ohne weissen Zügelstrich: cTcT. Hier-
her gehört auch Dr. Salimae (Hartl. u. F.) (weisser Schulterstreif und
schmale weisse Säume an Deckfedem und Schwingen), b) mit weissem
Zügelstrich über dem schwarzen Zügelfleck: $$ und cTcT i^^^ 2. Dr.
afßnis. a) Ohne weissen Zügelstrich: cTcT? b) ^^^ weissem Zügelstreif
über dem schwarzen Zügelfleck: $$ und cTc^ juv. Hierher gehört Dr.
orientalis (Gray) und leucopsis Gab.; G. A. Fiicher, Zeitschr. ges. Ornith.
1. Jahrg. 4. Heft p. 346.
Hylophilus minor und Sclateri vergl. Bericht 1883 p. 356.
Laniarius Lagdeni n. sp. aus dem Aschantiland , ähnlich L. polio-
cephalus; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. p. 54 T. 5.
Lanius afßnis n. sp. von Ost-Afrika, nahe L. collurio; G. A. Fischer
und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 261. — L. An-
tinorii anscheinend selbständige, von L. dorsalis Gab. unterschiedene Art;
T. Salvadori, Ann. Mus. Giv. Genova 1884 p. 265. — L. bentet auf
Kisser bei Timor; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884
sp. 73. — L. caudaius und humeralis. Die mit einem braunrothen Fleck
in der Schenkelgegend versehenen Individuen sind die Weibchen [cf. X,
222 ^^^' Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
pyrrhostictus , Bericht 1882 p. 475. Ref.]; G. A. Fischer, Zeitschr. ges.
Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 344. — A. cristatus , erwähnt von der
Wrangelinsel in Nelson's Birds of Bering Sea etc. [siehe Bericht 1883
p. 333], ist Phoneus hrachyurus Fall. (= Lantus bucephahcs Tem. Schi.),
ebenso der in dem genannten Werke erwähnte L. horealis wahrscheinlich
L. major Fall.; H. Schalow, Auk Bd. 1 p. 291 — 292. — L. excubitor in
Somersetshire; R. Ford, Zoologist Vol. 8 p. 69; C. Smith, ebenda p. 149.
— In Devonshire erlegt; E. Elliot, ebenda p. 147. — In Suffolk; E. C.
Moor, ebenda p. 191. — In Oxfordshire, sowie eine Uebergangsform zu
L. major in Northamptonshire erlegt; O. V. Aplin, ebenda p. 229. —
Zwischenform zwischen L, exubitor und L. major bei Carlisle (England)
erlegt; H. A. Macpherson, ebenda p. 114. — L. Homeyeri abgeb.;
G. Radde, Om. Caucas. T. 18. — In Siebenbürgen erlegt. Beschreibung
und Abbildung des Vogels, Erörterung der Frage, ob die Form als eine
von L. excubitor constant verschiedene klimatische Abart aufzufassen sei,
welche Frage bejaht wird; J. v. Csatd, Zeitschr. ges. Orn. 1. Jahrg.
3. Heft p. 229—234 T. 11. — L. ludovicianus wieder in Massachusetts;
F. C. Browne, Auk Vol. 1 p. 291. — L. major von Gebr. Krause auf
Alaska gesammelt; J. Cabanis, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 2.51.
— In York (England) erlegt; J. Backhouse, Zoologist Vol. 8 p. 68. —
L. minor var. obscurior n. subsp. vom Kaukasus ; G. Radde , Orn. Cauc.
p. 282 T. 18. — L. Schalowi n. sp. von Katani am Tanganjika-See,
sehr ähnlich L. excubitorius Des Murs; R. Böhm, Journ, Om. 32. Jahrg.
1. Heft p. 177.
N'ilaus Edwardsi n. sp. von Senegambien; A. T. de Rochebrune,
Bull. Soc. Fhilom. Vol. 7 p. 166 und Faune Sene'g. Ois. p. 206 T. 17.
Pachycephala sp. Zwei fragliche species vom Arfak - Gebirge , Neu-
Guinea, werden beschrieben ; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg.
3. Heft p. 202. — P. afßnis n. sp. von den Arfak-Bergen , Neu-Guinea,
nahe P. Schlegeli, nach zwei $ beschrieben; A. B. Meyer, ebenda p. 199.
[Dieser Name wird geändert werden müssen, da vom Verf. bereits früher
(Stzb. Wien. Ak. 1874) eine Art als P. affinis beschrieben ist, wenngleich
dieselbe sich später als $ von P. soror Sei. erwiesen hat.] — P. fusco-
flava^ Beschreibung des ausgefärbten cT; A. B. Meyer, Abhandl. Ges.
Isis Dresden I 1884 sp. 70. — P. Sharpei n. sp. von der Insel Babbar;
ebenda sp. 71. — P. jobiensis auf Waigiu nachgewiesen, in Grösse und
wenig in der Färbung von Jobi - Exemplaren abweichend; A. B. Meyer,
ebenda p. 203. — P. kebirensis und Riedeli von Timorlant neu beschrie-
ben von A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 68 u. 69
nach H. 0, Forbes identisch mit P. arctitorquis 9 jun. u. juv. ; Proc.
Z. S. p. 429; s. auch T. Salvadori, ebenda p. 578.
Pachycephalopsis fortis abgeb.; Gould, New Guinea Th. 16.
Prionops poliolophus n. sp. vom Naiwascha-See, nahe P. plumatus Shaw ;
G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. I. Heft p. 180,
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 223
Rhectes analogus n. sp. von den Aruinseln, identisch mit R. aruensis
Sh. juv.; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 284.
— Rh. analoffus, decipiens und riibiensis abgeb. ; ebenda T. 14 u. 15. —
Rh. ruhiensis n, sp. von Neu -Guinea; Unterschiede von Rh. dichrous,
decApiens, cirrhocephalus und rubiensis; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 64 u. 65.
Siymodus mentalis n. sp. von Sassa, Niamniam-Land, nahe S. ruß-
ventris; R. B. Sharpe, Jonrn. Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103 p. 425.
Telephonus minutus. $ und junge cTcT haben einen weissen Super-
ciliarstreif; G. A. Fischer, Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 345.
Vireo approximans n. sp. von Old Providence, ähnlich V. crassi-
rostris; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 12 p. 179. —
F. CarmioU Baird von Zeledon bei San Jose (Costa Rica) gesammelt,
weicht von dem Typus der Art durch bedeutendere Grösse und Einzeln-
heiten der Färbung ab; R. Ridgway, ebenda Vol. 6 No. 26 (April 11
1884) p. 411. — F. philadelphicus Nord-New-York ; C. H. Merriam, Auk
Vol. 1 p. 291. — In der Adirondack-Region ; M. H. Turner, ebenda.
Vireosyhia chivi griseoharbata vergl. Bericht 1883 p. 357. — V,
grandior n. sp. von Old Providence, ähnlich F. barhadensis; R. Ridgway,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 12 p. 178.
Familie Campophagidae.
Ärtamides unimodus abgeb.; Gould, Birds New Guinea Th. 16.
Campophaga caerulea und Petiti nn. spsp. vom Kongo; E. Oustalet,
Ann. Sc. Nat. Zool. Tome 17 Art. 8. — C. innominata n. sp. von
Birma; W. Oates, Handb. B. Br. Burma p. 233. — C. polioptera Sh.
identisch mit C. neglecta Hume; ebenda p. 232.
Graucalus lettiensis n. sp. von der Insel Letti, ähnlich G, personatus;
A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 54. — G. pusillus
abgeb.; Gould, New Guinea Th. 17. — G. timorlaoensis n. sp. von Timor-
laut, sehr ähnlich G. hypoleucus Gould; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith.
1. Jahrg. 3. Heft p. 199 T. 9.
Lalage Riedelii n. sp. von Kisser bei Timor und L. timoriensis var.
celebemis n. subsp.; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884
sp. 58 u. 59.
Pericrocottis miniutus auf West-Sumatra; A. B. Meyer, Abhandl. Ges.
Isis Dresden I 1884 sp. 52.
Familie Muscicapidae.
Alseonax minima beschrieben; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. p. 230. —
Ä. murina n. sp. vom Maeru-Berg, Massailand, am nächsten A. adusta
Boie; G. A. Fischer u. Ant. Reichenow, Joum. Om. 32. Jahrg. 1. Heft p. 54.
Baus molitor und pririt abgeb.; Layard's Birds of South Africa.
New Ed. T. 10.
224 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Bomhycilla gan-ula in Shetland erlegt; J. T. Garrick, Zoologist
Vol. 8 p. 113.
Bradyornis Böhmi n. sp. von Kakoma, Ost- Afrika; Aut. Reichenow,
Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 253.
Chloropeta massaica n. sp., sehr ähnlich Chi. natalensis^ von Tschaga
am Fuss des Kilimandjaro; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Jom-n.
OiTi. 32. Jahrg. 1. Heft p. 54.
Cryptolopha Schwanen auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk. Tijdsehr.
Nederi. Indie Deel 44 p. 188.
CuUcicapa ce.ylonensis auf Java; A. G. Vorderman^ Natuurk. Tijdsehr.
Nederi. Indie Deel 44 p. 188.
Dioptromis n. g. Muscicapidarum: Schliesst sich am nächsten an
Bradyornis Sund, an, stimmt mit dieser Form hinsichtlich der Schnabel-
form überein, hat aber rundere Flügel. Das Auge wird von einem Ring
kleiner Federchen umgeben, und die Oberkopffedern bilden eine kurze
Haube. Schnabel wie bei den echten Fliegenfängern [Muscicapa) geformt,
an der Spitze etwas seitlich zusammengedrückt, nicht so flach wie bei
den Myiagrinae^ Borsten massig lang und stark, aber die Farbe des
Schnabels bleigrau wie bei Teipsiphone und Verwandten. Im Flügel 4. bis
6. Schwinge am längsten, 2. gleich 10., 1. wesentlich länger als die
Handdecken, halb so lang als die 2. Schwanz schwach gerundet, wenig
kürzer als der Flügel. Lauf länger als die Mittelzehe. Tj-pus : D. Fischeri
n. sp. vom Maeru-Berg, Massailand; Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg.
1. Heft p. 53.
Erythromyias Miilleri auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk. Tijdsehr.
Nederi. Indie Deel 44 p. 188.
Entomodestes n. g. Head without crest. Outer primaries broad, not
attenuated nor pointed at end ; I st about half the 2 d. Tail graduated,
the feathers acute and acuminate at tips, the outer tapering from about
its middle. Bill somewhat lengthened, rather weak, broad at base ; nostrils
large, rounded, much exposed ; frontal feathers not reaching by far to the
posterior margin. Tarsus scutellate anteriorly, as long as middle toe and
claw. Typus: Myiadestes leucotis (Tschudi); L. Stejneger, Proc. ün, St.
Nat. Mus. Vol. 5 p. 456.
Gerygone himaculata n. sp. von den Arfak-Bergen, Neu-Guinea, nach
einem $ beschrieben, nahe G. ruficollis Salvad.; A. B. Meyer, Zeitschr.
ges. Omith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 198. — G. dorsalis abgeb. ; Gould,
New Guinea Th. 16. — G. fulvescens n. sp. von der Insel Babbar, west-
lich von Timorlaut, nahe G. dorsalis; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 51.
Heteranax n. g. Closely allied to the Australian genus Sisura, but
the latter has the bill flattened, although it is very narrow; whereas here
ttie bill is not only narrow, but is strongly compressed, so that it is higher
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 225
than broad at the nostrils. Typus: Monarcha mundus Sei.; R. B. Sharpe,
Gould's Birds New Guinea Th. 16.
Leptotodus n. g. ex fam. Muscicapidarum , rostro mediocri multo
depresso, lato, apice emarginato et pauUum uncinato, tomiis parum cur-
vatis, setis mollibus armato; alis longis rotundatis, remige prima mediocri,
secunda longiore, secundariis aequali, tertia, quarta, quinta et sexta lon-
gissimis subaequalibus ; canda mediocri subrotundata , rectricibus extimis
utrinque brevioribus; pedibus parvis gracillimis; Typus: L. tenuis n. sp.
von Amberbaki, Neu-Guinea; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1 Jahrg.
3. Heft p. 197 T. 9.
Melaenomis Gray, von Bradyornis durch die schwarze Gefiederfärbung
ausgezeichnet, durch stufigen Schwanz charakterisirt. Zu dieser Gattung
gehören M. edoUoides Sws. vom Senegal und M. pammelaena Stanl. von
Abessinien. Die Gattung Melanopepla Gab. hat dagegen ausgerandeten
Schwanz. Hierzu M. atronitens Lcht. und M. tropicalis n. sp. von Ost-
Afrika; J. Cabanis, Journ. Om. 32. Jahrg. 2. Heft p. 241.
Microlestes n. g. ex fam. Muscicapidarum. Rostro mediocri, multo
depresso, latissimo, tomiis rectis, culmine elevato, setis paucis armato;
narium fossibus elongatis; alis longis acutis, remige prima brevissima,
secunda multo breviore quam tertia; tertia paulo breviore quam quarta,
quarta, quinta, sexta et septima longissimis fere subaequalibus; cauda
mediocri, rectricibus extimis utrinque paullo brevioribus; pedibus mediocri-
bus, Typus: M. arfakianus n. sp. von Warmendi, Arfakberge, Neu-Guinea;
A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 198.
Monarcha buruensis vermuthlich neue Art; A. B. Meyer, Abhandl.
Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 41. — M. fuscescens n. sp. von Jamna bei
Neu-Guinea und gedvinkianus n. sp. von Kordo und Jobi; ebenda sp. 40
u. 39. — M. inornatus var. kisserensis vermuthlich n. subsp. ; ebenda
sp. 37. — M. mundus abgeb.; Gould, Birds New Guinea Th. 16.
Muscicapa Johnstoni n. sp. vom Kilima-Ndjaro; G. E. Shelley, Proc.
Z. S. p. 555. — M. parva Brutvogel Mährens; W. Capek, Mitth. Om.
Ver. Wien 8. Jahrg. p. 6. — In Northumberland ; G. Bolam, Naturalist
N. S. Vol. 10 p. 9.
Myiagra cervinicauda und ferrocyanea abgeb.; Gould, New Guinea
Th. 18 u. 17.
Myiadestes montanus abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of Haiti etc. Th. 1.
Piezorhynchus Brodiei, Browni, castus, squamulatus , vidua und
Richardsi abgeb.; Gould, New Guinea Th. 18, 16 u. 17. — P. medius
n. sp. von Port Molle in Queensland, nahe P. trivirgatus; R. B. Sharpe,
Report on Zool. Coli, made during the voyage of the Alert p. 14.
Platystira albifrons in Nordost -Afrika (Schoa) gefunden; T. Salva-
dor!, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 125.
Pomarea castaneicentris , rufocastanea und ugiensis abgeb.; Gould,
New Guinea Th. 18 u. 17.
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. P
226 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Rhipidura. Ueber die in Neu-Seeland vorkommenden Arten berichtet
T. H. Potts, New Zeal. Journ. Sc. Vol. 2 No. 4 p. 170—171. — Rh.
Cockerelli, leucothorax und opistherythra abgeb. ; Gould, New Guinea
Th. 17, 18 u. 16. — Rh. fallax n. sp. von Südost-Neu-Guinea, ähnlich
Rh. hrachyrhyncha ; E. P. Ramsay, Proc. Z. S. p. 580. — Rh. Lenzi
stammt nicht von Celebes, sondern von Amboina; H. 0. Forbes, Proc. Z.
S. p. 431. — Rh. rufivenlris auf Wetter-Ins. ; A. B. Meyer, Abhandj.
Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 45.
Siphia cachariensis n. sp. von Caehar, Birma; J. v. Madarasz,
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 1. Heft p. 51 T. 1 F. 2. — S. Lemprieri
n. sp. von Palawan, nahe S. philippensis ; R. B. Sharpe, Ibis (5) Vol. 2
p. 319.
Zeoc^hus cyanescens eine echte Muscicapide , nahe Terpsiphone;
R. B. Sharpe, Ibis (5) Vol. 2 p. 320.
Familie Hirundinidae.
Colyle rußgula n. sp., nahe C. fuliyula Lcht. , vom Naiwascha-See,
Massailand; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg.
1. Heft p. 53.
Hirundo gutturalis auf Ceram; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 34. — H. javanica auf Sangi und Timorlaut; ebenda
sp. 35. — H. Poucheti n. sp. von Majumba, Loango - Küste ; L. Petit,
Bull. Soc. Zool. France 1884 1. u. 2. Pt. S. 79 — 80. — H. r ußda Tem.
neuerdings in Toscana gefangen; G. Angelini, Atti Soc. Tose. Sc. Nat.
Proc. verb. vol. 4 p. 80 — 81. — H. rustica ist in Ost -Sibirien in vier
verschiedenen Lokalrassen vertreten: H. rustica baicalensis n. subsp. , H.
rustica saturata (= H. kamtschatica Dyb. und H. gutturalis Tacz ) , H.
rustica gutturalis Scop. und H. rustica borealis n. subsp. ; Dybowski und
Taczanowski, Bull. Soc. Zool. France 9. Ann. No. 3 u. 4 p. 151 — 153.
— H. Sclateri n. sp. von S. Domingo, nahe H. euchrysea; Ch. B. Cory,
Auk Vol. 1 p. 2; Abbildung: Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 1.
Fi-ogne purpurea, furcata und concolor, Unterschiede und Verbreitung
der drei Arten; R. B. Sharpe, Auk Vol. 1 p. 367 — 369.
Psulidoprocne Antinorii n. sp. von Schoa, nahe Ps. Petiti; T. Sal-
vadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 123.
Familie Eriodoridae.
Cymbilanius lineatus fasciatus vermuthlich n. subsp. von Central-
Amerika; R. Ridgway, Proc, ün. St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 (April 11
1884) p. 404.
Dysithamnus tambiüanus n. sp. von Peru; L. Taczauowski, Ornith.
Perou Th. 2 p. 30.
Grallaria intermedia vermuthlich neue, zwischen G. dives und G.
perspicillata stehende Art von Costa Rica; R. Ridgway, Proc. ün. St.
Naturgeschichte der Vügel während des Jahres 1884. 227
Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 (April 11 1884) p. 406. — G. simplex n. sp.
von Roraima, Brit. Guiana, ähnlich G. brevicauda ; 0. Salvin und Godman,
Ibis (5) Vol. 2 p. 451.
Hypocnemis cantator peruvianus n. subsp. von Peru; L. Taczanowski,
Omith. Perou Th. 2 p. 61.
Pithys albifrons peruviana n. subsp. von Peru; L. Taczanowski,
Omith, Perou Th. 2 p. 73.
Pitta hrachyura auf Dammar; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 92. — P. {Erylhropitta) Finschii n. sp. von der
Astrolabe- Gegend auf Neu-Guinea; E. P. Ramsay, Proc. Linn. Soe. N. S.
Wales Vol. 9 Pt. 3 p. 864. — P. Mülleri auf Java; A. G. Vorderman,
Natuurk. Tijdschr. Nederl. Indie Deel. 44 p. 188. — P. Vigorsii Gould
auf Dammar und Timorlaut nachgewiesen; A. B. Meyer, Zeitschr. ges.
Omith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 210.
Psittasoma Michleri Zeledoni n. subsp. von Costa Rica; G. Ridgway,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 (April 11 1884) p. 414.
Thamnophüus Berlepschi n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith.
Perou Th. 2 p. 22. — Th, insignis n. sp. von Roraima, Brit. Guiana;
0. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 450. — Th. naevius albivenlris
und subandinus major nn. subspsp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith.
Pe'rou Th. 2 p. 9 u. 7.
Familie Anabatidae.
Acanthidops s. unter Fringillidae.
Anabazenops rußcollis n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith.
Perou Th. 2 p. 160.
Auiomolus holostictus striatidorsus Stolzm. n. subsp. von West -Peru;
v. Berlepsch und Taczanowski, Proc. Z. S. p. 299.
Geositta cunicularia juninensis n. subsp. von Peru; L. Taczanowski,
Ornith. Pe'rou Th. 2 p. 93.
Philydor albigularis n. sp. von Roraima, Brit. Guiana; 0. Salvin
und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 450.
Synallaxis adusta n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, ähnlich S.
laemosticta ; O. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 450. — S. demissa
n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, nahe S. frontalis; 0. Salvin und God-
man, ebenda p. 449. — >S. paucalensis n. sp. von Peru; L. Taczanowski;
Omith. Pe'rou Th. 2 p. 131.
Familie Tyrannidae.
Chloropipo unicolor n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith. Perou
Th. 2 p. 335. — Chi. unifomiis n. sp. von Roraima, Brit. Guiana;
0. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 447.
Cnipolegus orenocensis n. sp. von Angostura, Venezuela, nahe C. uni-
color; H. v. Berlepsch, Ibis (5) Vol. 2 p. 434 T. 12.
228 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Contopus depressirostris n. sp. von Los Säbalos, Nicaragua, am
nächsten C. Schotti; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 26
(April 11 1884) p. 403.
Elainea cinerescens n. sp. von Old Providence, am nächsten E. mar-
tinica L.; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 12 p. 180.
— E. gracilis n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith. Perou Th. 2
p. 271. — E. olivina n. sp. von Roraima, Brit. Guiana; 0. Salvin und
Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 446.
Empidonax atriceps Salv. gehört zum Genus Mitrephanes ; R. Ridgway,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 (April 11 1884) p. 413. — E.
viridescens n. sp. von Costa Rica, ähnlich E. ßavescens Lawr. ; R. Ridgway,
ebenda p. 413. — E. fulvifrons kommt in drei geographischen Abarten
vor. Die typische Form E. fulvifrons (Gir.) verbreitet sich über Texas
und wahrscheinlich über das nordöstliche Mexico, E. fulvifrons rubicundus
(Gab.) bewohnt Süd-Mexico und E. fulvifrons pallescens (Coues) Süd-Ari-
zona, West-Neu-Mexico und wahrscheinlich auch West-Mexico ; R. Ridgway,
Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 1883—84 p. 108—110.
Euscarthmus russatus n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, nahe E.
gularis; 0. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 445.
Leptopogon nigrifrons n. sp. von Roraima, Brit. Guiana: 0. Salvin
und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 446. — L. rußpectus n. sp. von Peru;
L. Taczanowski, Ornith. Pe'rou Th. 2 p. 249.
Lopkoiriccus n. g. T.: L. squamicristatus (Lafr.); H. v. Berlepsch,
Pr. Z. S. 1883 p. 553.
Muscisaxicola grisea und juninensis nn. spsp. von Peru; L. Tacza-
nowski, Ornith. Perou Th. 2 p. 213 u. 214.
Myiarchus Laicrencei olivascens und mexicanus magister nn. subspsp.
von West -Mexico; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2
p. 91 u. 90. — Uebersicht der mexicanischen Arten der Gattung: M.
crinitus, mexicanus, I^uttingi , yucatanensis , Lawi^encei und ßammulatus;
ebenda p. 92—93.
Mßopads Wagae n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith. Perou
Th. 2 p. 253.
Phyllomyias cristatus n. sp. von Bucaramanga, Neu -Granada, nahe
Ph. griseiceps; H. v. Berlepsch, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 250
u. 300.
Pipra iraciinda n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, ähnlich P. rubri-
capilla; O. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 447.
Poecilotriccus n. g. rostro gracili inter genera Todirostrum et Euscarth-
mus intermedium, Typus: P. Lenzi (s. Todirostrum Lenzi früher) n. sp.
von Bucaramanga, am nächsten P. rußgenis (Salv.); H. v. Berlepsch,
Journ. Orn 32. Jahrg. p. 298.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 229
Famihe Ampelidae.
Attila citriniventris zeigt hinsichtheh der Eier Tyrannen - Charakter ;
A. Nehrkorn, Journ. Orn. 32 Jahrg. 2. Heft p. 199. — Reichenow stellt
Ättita in eine Unterfamilie der Ampelidae, welche diese mit den Tyran-
nidae verbindet [s. oben S. 203].
Cnrpodecles Antoniae Zeledon n. sp. von Südost -Costa Rica, nahe
C. nitidus; R. Ridgway, Ibis (s) Vol. 2 p. 27 T. 2 und Proc. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 p. 410.
Lathria streptophora n. sp. von Roraima, Brit. Guiana; O. Salvin
und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 448 T. 14.
Pachyrhamphus griseigularis n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, ähnlich
P. viridis; 0. Salvin und Godman, Ibis (s) Vol. 2 p. 448.
Pipreola viridis intermedia n. subsp. von Peru; L. Taczanowski,
Omith. iPerou T. 2 p. 376. — P. Whitelyi n. sp. von Roraima, Brit.
Guiana; 0. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 449.
Familie Trochilidae.
Acestrura JBombylius (Rchb.) von Peru gute, von Heliodori Bourc.
unterschiedene Art; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg. 3. Heft
p. 205.
Amazilia cupreicauda n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, ähnlich A.
viridiventris ; O. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 452.
Chlorostilbon anffiistipennis (Fräs.), Unterschiede von Chi. Haeherlini
Gab. u. Heine und von melanorhynchus Gould, welche letztere Art nicht
bei Bogota vorzukommen scheint; H. v. Berlepsch, Journ. Orn. 32. Jahrg.
p. 312. — Ch. Slübeli n. sp. von Yungas, Bolivien; A. B. Meyer, Zeit-
schrift ges. Orn. 1. Jahrg. 3. Heft p. 206.
Coeligena sagitta Rchb. wird zum Typus einer besonderen Gattung
erhoben und für letztere der Name Hypochrysia Rchb. benutzt, welcher
somit eine veränderte Bedeutung erhält [gegen den Gebrauch verstossend!
Ref.]; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 203.
Lampornis nigricollis (Vieill.) nicht identisch mit Trochilus mango L.
und T. violicauda Bodd. , ersterer bezieht sich z. Th. auf T. porphynirus
Shaw von Jamaica, letzterer scheint den jungen Vogel von L. gramineus
Gm. vorzustellen; H. v. Berlepsch, Joarn. Orn. 32. Jahrg. p. 309.
Lophornis sp. fragliche Art von Quito beschrieben; A. B. Meyer,
Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 205.
Oxypogon Stübelii n. sp. vom Vulkan Tolima im nördlichen Colum-
bien; A. Meyer, Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 204.
Panychlora Poortmani Bourc, Chlorestes mellisuga Rchb., Chi. euchloris
Rchb. und Chi. maculicollis Rchb. Synonymie dieser Art und nicht von
Panychlora Aliciae B. et M. wie Elliot annimmt; A. B. Meyer, Zeitschr.
230 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 206. — P. Poortmanni major n. subsp.
von Bucaramanga; H. v. Berlepsch, Journ. Orn. 32. Jahrg. p. 313.
Petasophora germana n. sp. von Roraima, Brit. Guiana, nahe P.
anais; 0. Salvin und Godman, Ibis (5) Vol. 2 p. 451.
Phaethornis apheles n. sp. von Peru; F. Heine, Journ. Orn. 32. Jahrg.
2. Heft p. 235.
Sdasphorus torridus Salv. nicht S. ßammula wurde von Nutting
auf dem Vulkan von Irazü in Costa Rica gesammelt (vergl. Proc. Un. St.
Vol. 5 p. 497); R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 1 p. 14.
Familie Cypselidae.
Eine von E. Blyth nachgelassene Monographie der indischen Cypse-
lidat ist veröffentlicht in: Zoologist Vol. 8 p. 300—32 7.
Collocalia fudphaga auf den Aruinseln nachgewiesen; A. B. Meyer,
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 278.
Micropus Mey. u. Wolf älterer Name für Cypselus 111.; L. Stejneger,
Auk Vol. 1 p. 230 [vergl. oben S. 203].
Rhaphidura n. g. Typus: Acanthylis leucopygialis Bl. ; E. W. Oates,
B. Brit. Burmah Vol. 2 p. 6.
Familie Caprimulgidae.
Caprimulgus aegyptius wurde bereits in sechs verschiedenen Fällen
in Europa erlegt; J. H. Gumey jun., Ibis (5) Vol. 2 p. 173. — C. Faheri
n. sp. von West-Sumatra, ähnlich C. arundinacea ; A. B. Meyer, Abhandl.
Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 33. — G. fraenatus n. sp. von Schoa, nahe
C. rußgena Smith; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 118.
— C. macrurus Horsf. von Riedel auf Timorlaut nachgewiesen; A. B.
Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 197. — C. tamaricis
abgeb. ; Tristram, Fauna a. Fl. Palestine.
Lurocalis rußventris n. sp. von Peru; L. Taczanowski, Ornith. Perou
I p. 209.
Familie Coraciidae.
Coracias und Eurystomus , Theile der Scelette und Federn abgeb.;
A. T. de Rochebrune, Faune Se'neg. T. 14.
Cymhorhynchus und Serilophus zeigen hinsichtlich der Eier Verwandt-
schaft zu den Tyrannen, dagegen keine mit den Coraciiden; A. Nehrkorn,
Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 199.
Eurystomus afer^ cT und $ abgeb.; A. T. de Rochebrune, Faune
Seneg. T. 15. — E. pacificus auf Timorlaut; A. B. Meyer, Abhandl.
Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 32.
Steatornis caripemis var. peruviana n. var. von Peru; L. Taczanowski,
Ornith. Perou I p. 199.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 231
Familie Upupidae.
Upupa epops in Ilertfordshire erlegt; J. Littleboy, Zoologist Vol. 8
p. 194. — In Sussex erlegt; J. E. Harting, ebenda p. 428. — In Hamp-
shire (Referat über ältere Mittheilungen bezüglich dieses Vorkommens);
0. V. Aplin, ebenda p. 28 und 69.
Familie Meropidae.
H. E. Dresser, A Monograph of the Meropidae, or Family of the
Bee-eaters. London 1884. — Th. 1 — 4 erschienen. In Th. 1 sind be-
schrieben und abgebildet: Nyctiornis amictus und Ätherioni, Meropogon
Forsteni, Merops Breweri^ sumatranus, hicolor und viridis, Th. 2 Merops
cyanophrys, Böhmi, albicoUis, ornatus^ philippinus und persicusj Th. 3 M.
superciliosus ^ apiaster, malimhicus , nuhicus, nubicoides, dicrocercus hirun-
dineus, Melittophagus Lafresnayei ^ Th. 4 Meliltophagus Sonnini, pusillus
guinticolor, Leschenaulti, gularis, MüUeri, hullockoides.
Merops hullockoides und nubicoides abgeb. ; Layard's Birds of South
Africa. New Ed. T. 4. — M. omatus auf Sangi; sumbaensis n. subsp. ;
A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 27.
Familie Alcedinidae.
Alcedo hengalensis von Palawan; R. B. Sharpe, Ibis (5) Vol. 2 p. 318.
Ceryle alcyan, Beschreibung der Osteologie; s. Shufeldt oben S. 162.
— C. superciliosa stictoptera n. subsp. von Yucatan; R. Ridgway, Proc.
Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 95.
Ceyx cyanopectus ^ und $ abgebildet, C. philippensis Gould ver-
muthlich cT <ler erstgenannten Art; W. Ramsay, Ibis (5) Vol. 2 p. 332
T. 9. — C. rufidorsa auf Palawan; R. B. Sharpe, Ibis (5) Vol. 2 p. 318.
Halcyon {Cyanalcyon) albonotata n. sp. von Neu-Britannien ; E. P. Ramsay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Vol. 9 Pt. 3 p. 863. — H. leucopygia
abgeb.; Gould, New Guinea Th. 18.
Sauromarptis Gaudichaudii Q. G. Varietät von den Aruinseln be-
schrieben, -S. cyanophrys Salv. auf Süd-Neu-Guinea heimisch; A. B. Meyer,
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 277.
Sauropatis australasiae var. minor n. var. von Timorlaut; A. B.
Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 196. — S. chloris auf
Babbar und Letti, S. sancta auf Timorlaut; A. B. Meyer, Abhandl. Ges.
Isis Dresden I 1884 sp. 29 u. 30.
Frfbiilie Bucerotidae.
A. Dubois hat die Gattungen und Arten der Familie Bucerotidae
einer kritischen Untersuchung unterzogen. Verf. nimmt vier Gattungen
an: 1. Rhinoplax Glog. mit der einen Art sciitatus Bodd. 2. Buceros L.,
Unterg. A: CranorrhinusYfoX^.^ Arten: cassidix Tem., l eucocevhalns VieilL,
232 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Waldeni Sh., B: Biiceros mit der Art rhinoceros L. und der Unterart
silvestris VieilL, C: Dichoceros Hume mit der Art hicornis L., D: Hydro-
corax Bp. , sp. hydrocorax L., subsp. mindanensis Twed. und semigaleata
Twed., E: Anthracoceros Rchb., sp. corona^iw Bodd., convexus Tqvü.^ mala-
baricus Gm., maloyanus Raffl., F: Ceratogymna Bp. , sp. elatus Tem., G:
Sphagolohus Gab. et H., sp. atratus Tem., H: Limonophalus EH., sp. Mon-
tont Oust., I : Bycanistes Gab. et H., sp. cristalus Rüpp., huccinator Tem.,
subcylindncus Sei., cylindricus Tem., albotibialis Gab. et Rchw., leucopygius
n. sp., J: Pholidophalus EH., sp. fislulator Gass. , casuarinus Gray, K»
Hhytidoceros Bp. , sp. plicatus Penn., subsp. subruficollis Blyth und undu-
latus Shaw , L : Änorrhinus EU. , sp. comatiis Raffl. , albocristatus Gass.,
subsp. leucolophus Sh., sp. galeritus Tem., J'ickelli Blyth, M: Aceros
Hodgs., sp. nepaUnsis Hodgs., N: Hydrocissa Bp., sp. exaratus Tem., O:
Penelopides Bp., sp. Manillae Bodd. , subsp. Panini Bodd. und afßnis
Twed., P: Lophoceros EH., sp. birostris Scop. , nasutus L. , subsp. dubia
n. subsp., sp. melanoleucus Loht., fasciatus Shaw, subsp. semifasciatus Hartl.
3. Gattung Alopkus Herapr. Ehr., sp. Hemprichi Ehr., griseus Lath., subsp.
gingalensis Shaw, sp. Deckeni Gab., Hartlaubi Gould, ßavirostris Rüpp.,
erythrorhynchus Tem., Monteiri Hartl., camurus Gass. 4. Gattung Bucorvus
Less. , sp. abyssinicus Gm., subsp. guineensis Schi, und cafer Boc. —
Anthracoceros fraterculus EH. zieht Verf. zu malabaricus Gm., Buceros
Sharpii Ell. zu fislulator. Bycanistes subquadratus hält er für das Männ-
chen von B. subcylindricus Sei., Rhyticeros Narcondami Hume für identisch
mit B. plicatus Penn, und Änorrhinus Austeni Jerd. für gleichartig mit
B. Tickelli Blyth. Tockus Bocagei Oust. ist als Synonym zu T. erythro-
rhynchus gezogen [Derselbe bezieht sich vielmehr auf T. Deckeni Gab.
Ref.]. Ausser Synonymie und Vorkommen sind auch Gattungs- und
Speciesdiagnosen gegeben; BuU. Mus. d'hist. nat. Belgique Bd. 3 p. 187
bis 222 T. 10.
Buceros leucopygius n. sp., nahe B, albotibialis, vom Niamniam-
Lande; A. Dubois 1. c. p. 202 Taf. 10 F. 1. — B. nasutus var. dubia
n. var. vom Tanganjika; ebenda p. 213 T. 10 F. 2. — B. fistulator
var. abgeb ; ebenda T. 11. — B. pyrrhops, über neue specifische Unter-
schiede von B. abyssinicus; A. de Souza, Jörn. Sc. Lisboa No. 38 1884.
Tockus Bocagei cT abgebildet; A. T. de Rochebrune, Faune Sene'g.
T. 13.
FamiUe Picidae.
Campothera balia (Heugl.) nördliche, gut unterschiedene Abart von
C. Caiüiaudi Malh. ; R. B. Sharpe, Journ.' Linn. Soc. Zool. Vol. 17
No. 103 p. 431.
Colaptes mexicanus saturatior n. subsp. vom Nordwesten Nordame-
rikas; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 90.
Dendrocopus immaculatus n. sp. von Kamtschatka, nahe D. pipra;
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1884. 233
L. Stejneger, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 98. — D. minor
bei Stockbridge (England) gefangen; J. H. Willmore, Zoologist Vol. 8
p. 192. — D. purus n. sp. von Kamtschatka, ähnlich D. major; L. Stej-
neger, Auk Vol. 1 p. 35—36.
Hemicercus. Uebersicht über die Arten der Gattung: sordidus^ con-
cretuSf canenie, cordaius, vollständige Synonymie und Beschreibung. H.
Hartlauhi (Malh.) ist nach Ansicht des Verf. das alte cf von H. concretus,
H. brookeanus (Salvad.) ein frisch vermauserter //. sordidus; E. Hargitt,
Ibis (5) Vol. 2 p. 244-259.
Jyngipicus auritus nach Grabowsky häufig in Südost-Borneo; W. Bla-
sius, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 223. — J. Seebohmi n. sp. von
Japan, nahe J. kizuki; E. Hargitt, Ibis (5) Vol. 2 p. 100.
Mesopicus decipiens n. sp. von Dem Suleiman, Niamniam - Land,
Abart von M, schoensis; R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17
No. 103 p. 430. — M. spodocephalus , Beschreibung und Synonymie,
nebst umgearbeitetem Schlüssel zur Bestimmung der Arten des genus
[vergl. Ibis 1883 p. 406]; E. Hargitt, Ibis (5) Vol. 2 p. 199—202.
Miglyptes^ Uebersicht über die vier Arten der Gattung, tristis^
grammithorax ^ tukki und jugularis, mit Beschreibung und ausführlicher
Synonymie; E. Hargitt, Ibis (5) Vol. 2 p. 189 — 199.
Picoides arcticus neuerdings in Massachusetts; W. Brewster, Auk
Vol. 1 p. 93. — P. tridactylus alascensis n. subsp. von Alaschka und
dem nördlichen britischen Amerika; E. W. Nelson, ebenda p. 165.
Picummus Iheringi n. sp. von Rio Grande do Sul; H. v. Berlepsch,
Ibis (5) Vol. 2 p. 441. — P. Lawrencii abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of
Haiti Th. 2.
Picus major ^ syriacus , St. Johannis, medius und minor var, quadri-
fasciatus R. abgeb.; G. Radde, Orn. Caucas. T. 19. — P. Poehami
abgeb.; ebenda T. 20. — P. minor var. quadrifasciatus n. subsp. vom
Caucasus; G. Radde, ebenda p. 315 T. 19. — P. {Campothera) momhas-
sicus n. sp. von Mombassa, nahe P. Abingoni; G. A. Fischer und Ant.
Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 262. — P. namaquus Lcht.,
Variiren der Art in Bezug auf das schwarze Band auf der Obergegend.
P. decipiens Sh. ist ebenfalls auf eine Varietät der ersteren Art zurück-
zuführen; G. A. Fischer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 369.
— P. {Mesopicus) rhodeogaster n. sp. vom Massailand , nahe P. spodio-
cephalus Bp.; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg.
1. Heft p. 180.
Thriponax Hargitti n. sp. von Palawan, nahe T. Feddeni] R. B,
Sharpe, Ibis (5) Vol. 2 p. 317 T. 8
Familie Capitonidae.
E. Blyth hat eine Monographie der indischen Capitonidae hinter-
lassen. Dieselbe ist jetzt veröffentlicht; Zoologist Vol 8 p. 247—264
y
234 Änt. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Barbalula simplex n. sp. vom Massailand; G. A. Fischer und Ant.
Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 180.
Trachyphonus Böhmi n. sp. vom Pare - Gebirge , Aruscha, Ukamba
und Rarawa, zwischen 4° s. Er. und 0°, Ostafrika, sehr ähnUch T,
squamiceps Heugl. ; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn.
32. Jahrg. 1. Heft p. 179.
Familie Trogonidae.
Trogon roseigaster abgeb. ; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 2.
Familie Bucconidae.
Malacoptila mystacalis Lafr. verschieden von M. panamensis Lafr.
Es sind folgende nahe verwandte Formen dieser Gruppe zu unterscheiden:
M. inornata Du Bus (Guatemala), M. inornata costaricensis (Gab. u. Heine)
(Costarica), M. panamensis Lafr. (Uragua, Panama, Antioquia?), 31. pana-
mensis poliopsis (Sei.) (West- Ecuador und West -Peru), M. mystacalis
Lafr. (Bogota, Bucaramanga, Venezuela?); H. v. Berlepsch, Journ. Orn.
32. Jahrg. p. 315 u. 316.
Familie Indicatoridae.
lynx pulchricollis n. sp. von Ost -Aequatorial- Afrika, nahe /. pecto-
raJis; G. Hartlaub, Ibis (5) Vol. 2 p. 28 T. 3.
Familie Cuculidae.
Centhmochares intermedius n. sp. von Semmio, Niamniam-Land;
R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103 p. 432.
Chrysococcyx smaragdinus cT u« j^v. [?] abgeb. ; A. T. de Rochebrune,
Faune Sene'g. T. 12.
Coccyzus americanus bei Turin erlegt; E. C. Taylor, Ibis (5) Vol. 2
p. 114 u. 214.
Eudynamis cyanocephala auf Buru; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 23. — Auf den Aru- Inseln nachgewiesen; A. B.
Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 275. — E. mindanensis
auf Siao (Sangi); ebenda sp. 24.
Hierococcyx fugax auf den Philippinen ; W. Ramsay, Ibis (5) Vol. 2
p. 333.
Lamprococcyx -"EA beschrieben; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith.
1. Jahrg. 4. Heft p. 281.
Scythrops Novae Hollandiae auf Dobbo (Aru - Inseln) ; A. B. Meyer,
Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 25.
Familie Coliidae.
Colins eryihromelon und nigricollis abgeb. ; Proc. Z. S. T. 45.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 235
Familie Musophagidae.
Corythaix Hartlaubi n. sp. vom Maeru-Berg, Massailaiid; G. A.
Fischer und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 52.
Musophaga Böhmi n. sp. von Marungu, inneres Ost-Afrika; H. Scha-
low, Zeitschr. ges. Omith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 103—105 T. 6 [Identisch
mit M, Rossae, Ref.].
Familie Pionidae.
Pionias crassus n. sp. von Ndoruma, Niamniam-Land, nahe P. fusci-
capillus; R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103 p. 429.
— P. Heichenowi n. sp. von Nord-Brasilien, Vertreter des in Guiana und
Cayenne heimischen P. menstruus L. ; F. Heine, Journ. Orn. 32. Jahrg.
2. Heft p. 264. — P. lacerus n. sp. von Tucuman, Argentinien, nahe
P. ßavirostris Spix ; derselbe, ebenda p. 265.
Poeocephalus fuscicollis abgeb. ; A. T. de Rochebrune, Faune Seneg.
T. 11. — P. massaicus n. sp. , sehr ähnlich P. Guliehni, von Gross-
Aruscha am Märuberg, Massailand; G. A. Fischer und Ant. Reichenow,
Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 179.
Familie Conuridae.
Brotogerys panychlora Salv. u. Godm. gehört zur Gattung PsiUacula;
Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 234.
Conurus chloroptencs abgeb. ; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 3.
Familie Psittacidae.
Psittacus erithacus soll nach Pechuel-Loesche nicht auf dem Plateau
von Malansche (Angola), auch nicht ostwärts im grossen Lundareiche vor-
kommen; Verh. Ges. f. Erdkunde Berlin U. Bd. p. 186. — Ps. rubro-
varius n. sp. von Senegambien (Psittacus guineensis ruhrovarius Briss.);
A. T. de Rochebrune, Faune Sene'g. Ois. p. 84 T. 10 [Ist nur Farben-
ausartung von Ps. erithacus. Ref.].
Familie Palaeornithidae,
Eclectus Rieddi (^ und $ abgeb.; Gould; New Guinea Th. 16. —
E. roratus pull, abgeb.; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft T. 16.
Geoffroyus timorlaoensis von Timorlaut, neu beschrieben von A. B.
Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 15; nach H. 0. Forbes
identisch mit G. keiensis, Proc. Z. S. p. 426; siehe auch T. Salvadori,
Proc. Z. S. p. 578.
Familie Trichoglossidae.
Chalcopsittacus Duivenbodei n. sp. von Neu-Guinea; A. Dabois, Bull.
Mus. hist. nat. Belgique T. 3 p. 113 T. 5.
Charmosyna Margaritae abgeb.; Gould, New Guinea Th. 18.
236 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Domicella reticulata abgebildet in: Monatsschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. 9. Jahrg.
Eos cyanogenysj Scelet abgebildet; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg.
T. 13.
Loriculus galgulus auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk. Tijdschr.
Nederl. Indie Deel 44 p. 188.
Neopsittacus euteles von Riedel auf Timorlaut nachgewiesen; A. B.
Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 196.
Trichoglossus Meyeri var. bonlhainensis n. subsp. von Süd-Celebes;
A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 21.
Familie Plissolophidae.
Cacatua haematuropygia auf Palawan; R. B. Sharpe, Ibis (5) Vol. 2
p. 316.
Familie Strigidae.
Bubo BlaJcistoni beschrieben und abgebildet; Ibis (5) Vol. 2 p. 42
T. 6. — B. nigrescens v. Berl. n. sp. von West-Peru, nahe B. virginianus;
V. Berlepsch und Taczanowski, Proc. Z. S. p. 309.
Glaucidium lima cT abgeb. ; A. T. de Rochebrune, Faune Seneg. T. 9.
Huhua nipalensisj geographische Verbreitung, Uebersicht über die
verwandten Arten und Abbildung; J. H. Gurney, Proc. Z. S. p. 558 bis
561 T. 52.
Ninox, Bemerkungen über verschiedene Arten der Gattungen; J. H.
Gurney, Ibis (5) Vol. 2 p. 169 — 172. — N. odiosa abgeb.; Gould, New
Guinea Th. 17. — N. theomacha (Bp.) identisch mit N. Goldiei Sh. und
N. terricolor Ramsay; R. B. Sharpe, Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17
No. 103 p. 407.
Nyctale Tengmalmi im Prater bei Wien gefunden; E. v. Dabrowski,
Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 191.
Nyctea nivea^ Vorkommen im Diluvium; H. Nehring, s. oben S. 161.
Sceloglaux albifacies^ Bemerkungen über diese Art; N. Zeal. Journ.
of Sc. Vol. 2 No. 2 p. 86 — 88.
Scops nicobaricus beschrieben; J. H. Gurney, Ibis (5) Vol. 2 p. 172.
Scotopelia Oustaleti n. sp. von Senegambien; A. T. de Rochebrune,
Bull. Soc. Philom. Vol. 7 p. 165 und Faune Seneg. Ois. p. 69 T. 8.
Strix Rosenbergi auf Sangi ; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dres-
den I 1884 sp. 15. — St, ulula L. ältester Name für die europäische
Habichtseule und St. caparoch Müll, für die amerikanische Form ; L. Stej-
neger, Auk Vol. 1 p. 362 — 364. — Syrnium Bohndorfß n. sp. von Sem-
mio und Ndoruma, Niamniam - Land , nahe S, nuchale; R. B. Sharpe,
Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103 p. 439. — S. uralense, Be-
schreibung des Jugendkleides; B. Altum, Journ. Om. 32. Jahrg. 2. Heft
p. 267 — 271.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 237
Familie Falconidae.
J. H. Gurney, A List of the Diurnal Birds of Frey with references
and annotations; also a record of specimens preserved in the Norfolk and
Norwich Museum. London: Van Voorst 1884. — Führt die Namen
sämmtlicher Raubvogelarten in systematischer Folge auf nebst einigen
bezüglichen Citaten, insbesondere Hinweisen auf die Besprechungen des
Verfassers in den letzten Jahrgängen des „Ibis" sowie mit kritischen An-
merkungen und Angabe der im Norwich-Museum vorhandenen Exemplare ;
aber ohne Synonymie und Verbreitung. In einer Anzahl von Anhängen
werden einige Arten ausführlicher besprochen, auch mehrere neue Species
beschrieben; s. unten.
J. V. Madarasz liefert eine Uebersicht der Raubvögel Ungarns
[rergl. oben S. 166].
M. Menzbier bespricht die geographische Verbreitung der Tag-
raubvögel des europäischen Russland nördlich vom Kaukasus [s. oben
S. 167].
Accipiter fringilloides abgeb. ; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 3.
— A. nisoides Blyth, yularis Tem. et Schi, und Stevensoni Gurn. identisch,
A. afßnis Hogds. und manillensis Meyen Subspecies von A. virgatus Tem. ;
J. H. Gurney, List Norwich Mus. App. 0.
Aquila holiviana vermuthlich n. sp. von Bolivien; Boeck, Mitth. Orn.
Ver. Wien 8. Jahrg. p. 101. — A. clanga^ Vorkommen in Comwals und
Irland; J. H. Gurney, List Norwich Mus. App. D.
Archibuteo lagopus, Vorkommen in Oesterreich - Ungarn. Derselbe
wurde als Brutvogel constatirt in Nord-Böhmen, Mähren, Schlesien, Nieder-
österreich und Süd -Ungarn (Com. Baranya); A. v. Mojsisovicz, Zeitschr.
ges. Omith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 237—242.
Astur atricapillus Henshawi n. subsp. von Alaschka; E. W. Nelson,
Auk Vol. 1 p. 166. — Nach R. Ridgway identisch mit A. atricapillus
striatulus; ebenda p. 252. — A. palumbarius nach Ansicht J. H. Gui'ney's
in Kamtschatka, nicht A. atricapillus, wie von Dybowski (Bull. Soc. Zool.
France 1883 p. 351) angegeben; Ibis (5) Vol. 2 p. 348.
Baza Gurneyi und Reinwardti, Unterschiede beider Arten; J. H.
Gurney, List Norwich Mus. App. K. — B. magnirostris scheint nur auf
Sumatra beschränkt, auf Borneo dagegen durch eine constant unterschie-
dene Form vertreten zu sein ; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Omith. 1 . Jahrg.
4. Heft p. 271. — B. suba-istata auf Timorlaut; A. B. Meyer, Abhandl.
Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 5. — B. Verreauxi abgeb.; Layard's Birds
of South Africa New Ed. T. 1.
Buteo, Bemerkungen über die asiatischen Arten der Gattung; J. H.
Gurney, List Norwich Mus. App. E. — B. solitarius , Färbungsabwei-
chungen verschiedener Individuen; ebenda App. F. — B. leucops eher
mit B. erythronotus als mit B, galapagoensis zu vereinigen ; ebenda App. G.
— B. fuliginosus Sei. synonym mit Buteola brachyura; ebenda App. H —
238 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
B. Cooperi Cass. wahrscheinlich identisch mit B. Harlani (Aud.);
R. Ridgway, Auk Vol. 1 p. 253. — B. ferox in Frankreich (Chalon-
sur-Saone) erlegt; F. B. de Montessus [vergl. Revue Trav. scient. Tome 4
No. 11 p. 753]. — B. lagopus in Shetland erlegt; T. Edmondston, Zoo-
logist Vol. 8 p. 113. — B. lineatiis Alleni n. subsp. von Florida; R. Rid-
gway, Proc. ün. St. Nat. Mus. Vol. 7 p. 514 — 515. — B. tachardus
var. ru/us und var. fusco-ater nn. subsp.; G. Radde, Ornis Caucasica
p. 90 T. l u. 2. — B. vulgaris in Nottinghamshire beobachtet; J. Whit-
aker, Zoologist Vol. 8 p. 73.
Circus aeruginosus var. unicolor n. subsp. ; G. Radde, Ornis Caucasica
p. 106 T. 3. — C. cineraceus in Nottinghamshire gefangen; J. Whitaker,
Zoologist Vol. 8 p. 341. — C. cyaneus brütend in Dorsetshire; J. C. M.
Plejdell, ebenda p. 340. — In Hertfordshire beobachtet; J. Littleboy,
ebenda p. 194. — C. spüonotus , Unterschiede von C aeruginosus; J. H.
Gurney, List Norwich Mus. App. A. — C. Swainsoni in Norwegen;
R. Collett, Christ. Vidensk. Forhand. No. 11 1884.
Cuncuma leucogaster auf Timorlaut; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 1.
Elanoides furcatus auf Malta erlegt; E. F. Becher, Zoologist Vol. 8
p. 145.
Falco candicans in Co. Donegal erlegt; H. Becher, Zoologist Vol. 8
p. 115. — Bei Hörn Head an der Küste von Donegal erlegt; A. G. More,
ebenda p. 31. — In Skye erlegt; H. A. Macpherson, ebenda p. 382. —
F. laniarius, Beschreibung der verschiedenen Alterskleider; E. v. Dom-
browski, Die Natur No. 35 u. 36. Halle, 1884. — F. mdanogenys auf
den Aru-Inseln nachgewiesen; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg.
4. Heft p. 272. — F. iinnunculus, junge Männchen sind schon im Nest-
kleide an dem blauen Schwanz von den Weibchen zu unterscheiden;
H. Turner, Zoologist Vol. 8 p. 70. — Von Hai San (China) und Amoy;
H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 2 p. 260. — Auf den Philippinen; W. Ram-
sey, ebenda p. 332. — F. peregrinus naevius brütend in den Helderberg-
Bergen, New -York; G. A. Lintner, Auk Vol. 1 p. 391. — F. puniceus
in Italien; T. Salvadori, Atti R. Acc. Sc. Torino Vol. 19 Disp. 3 p. 433
bis 437. — Auf Sardinien, Abbildung; G. Martorelli, Osserv. Mamm. Un.
Sardegna T. 2. — F. socer auf Rhode Island; F. T. Jencks, Auk Vol. 1
p. 94. — F. sparverius bei Helmsley, Nordost- Yorkshire , erlegt; H. See-
bohm, Proc. Z. S. p. 45. — F. subbuteo in Oxfordshire; F. C. Aplin,
Zoologist Vol. 8 p. 486.
Haliastur indus auf Sumatra; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 3. — H. gin-enera auf Sangi, Unterschiede der Art
von intemiedius ; ebenda sp. 4.
Hierofalco gyrfalco 1851 in Sussex erlegt; Zoologist Vol. 8 p. 271.
— In Nord -Amerika, vermuthliche Bastardirung mit H. Holboelli; J. H.
Gurney, List Norwich Mns. App. N.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 239
Hieracidea brunnea specifisch verschieden von H. Novae Zealandiae;
W. Smith, Trans. Proc. N. Zeal. Inst. Vol. 16 p. 318.
Hypotriorchis Cuvieri in Nordost- Afrika (Schoa) nachgewiesen; T. Sal-
vadori; Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 62.
Mdierax Mechowi Gab. vermuthlich nur individuelle Abweichung,
bez. älteres Individuum von M. polyzonus Rüpp. ; R. B. Sharpe, Joum.
Linn. Soc. Zool. Vol. 17 No. 103 p. 437.
Mtcrasiur jugularis n. subsp. von Columbia, Abart von M. gueinUa^
nebst Bemerkungen über andere Arten der Gattung Micr astur; J. H. Gur-
ney, List Norwich Mus. App. B.
Pernis apivorus Bewohner von Japan, nicht P. ptilorJiynchus ; J. H.
Gurney, Ibis (5) Vol. 2 p. 275 — 277. — Farbenabänderungen der Art;
J. H. Gurney, List Norwich Mus. App. J.
Poliohierax semitorquatus c^ und 9 abgeb.; A. T. de Rochebrune,
Faune Seneg. T. 7.
Rupornis Ridgivayi abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 3.
Spilornis asturinus n. sp., Herkommen unbekannt; A. B. Meyer,
Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 12.
Spizaelus albescens juv. abgebildet; A. T. de Rochebrune, Faune
Seneg. T. 8.
Jinnunculus Arthuri n. sp. von Mombasa, nahe T. rupicoloides; J. H.
Gurney, List Norwich Mus. App. L. — T. cenchris und pekinensis geo-
graphische Rassen derselben Art; ebenda App. M. — T. moluccensis auf
Buru; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 2.
Urospizias sp. (vielleicht sylvestris) von Sumba beschrieben; A. B.
Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 6. — U. albiventris von
Timorlaut; ebenda sp. 7; s. auch Salvadori, Proc. Z. S. p. 577. — U.
approximans var. Halmaherae n. subsp.; ebenda sp. 8. — U. toiquatus
auf Dama; ebenda sp. 9. — U. Dampieri, etorques und misoriensis^ Unter-
schiede der drei Arten; J. H. Gurney, List Norwich Mus. App. C.
Urubitinga Ridgivnyi n. subsp. von Mexico und Guatemala, Abart
von U. zonuro] J. H. Gurney, List Norwich Mus. App. J.
Familie Vulturidae.
Cathartes aura in West-New-York ; J. T. Fräser, Auk Vol. 1 p. 293.
Gyps Rüppelli juv. abgeb.; A. T. de Rochebrune, Faune Seneg, T. 4.
Sarcorhamphus erpiatorialis abgeb.; Proc. Z. S. 1883 T. 35.
Serpentarius secretarius pull, abgeb.; A. T. de Rochebrune, Faune
Seneg. T. 5.
Familie Tetraonidae.
Lagopus; Uebersicht über die Arten der Gruppe Allagen Kaup. Es
werden characterisirt : Lagopus muta, L. muta vidgaris, L. Ridgwayi
(p. 89, abgebildet T. 5), L, hyperhorea^ L. ishindorum, L. -rupestris, L.
240 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
rupestris Reinhardti, L. rupestns Nelsoni, L. rupestris atkhensis, L. leu-
cura; L. Stejneger, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 86—92.
— L. alba Alleni n. subsp. von Neufundland; L. Stejneger, Auk Vol. l
p. 369. — L. Ridgwayi n. sp. von den Commandeur-Inseln; L. Stejneger,
Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 98. — L. rupestris subsp. insularis
n. subsp. von der Behrings -Insel; M. Bogdanow, Comp. Av. Imp. Ross.
Fase. 1 p. 35. — L. rupestris Nelsoni n. subsp. von Unalasehka; L. Stej-
neger, Auk Vol. 1 p. 226. — L. scoticus, blasse Varietät, in Westmore-
land erlegt; G. F. Butt, Proc. Z. S. p. 45.
Pedioecetes phasianellus campestris n. subsp. von Montana, Colorado,
Nebraska, Dakota und Illinois; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington
Vol. 2 p. 93.
Tetrao acatoptricus Radde (nom. nov.), identisch mit T. Mlokosie-
wiczi Tacz., beschrieben und abgebildet; G. Radde, Omis Caucasica p. 358
T. 23. — T. griseiventris , Bemerkungen über die Arten und Abbildung;
H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 2 p. 430—431 T. 11. — T. medius cT bei
Teschen (oesterr. Schlesien) erlegt; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg
p. 49 — 50. — Ein $ bei Dresden erlegt; A. B. Meyer, ebenda p. 19. —
T. uroffallns, über die Taubheit des schleifenden Hahnes s. oben L. v. Graff
S. 191. — T. urogalloides sachalinensis n. subsp. von Sachalin; M. Bog-
danow, Consp. Av. Ross. Fase. 1 p. 122.
Familie Perdicidae.
Cotumix ussuriensis n. sp., ähnlich C japonica, von Daurien, Ussu-
rien, Baikalsee; M. Bogdanow, Comp. Av. Imp. Ross Fase. 1 p. 4 5.
Francolinus Altumi n. sp. vom Naiwascha-See , Maeru-Berg, und aus
dem Küstenlande bei Maurui, Ost -Afrika; G. A. Fischer und Ant. Rei-
chenow, Joum. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 179, abgebildet 2. Heft T. 2.
— Fr. (Ptemistes) leucoparaeus n. sp. von Kipini, Ost -Afrika, nahe Pt.
nudicoUis; G. A. Fischer und Ant. Reichenow, ebenda 2. Heft p. 263.
Lophortyx californicus hrunnescens n. subsp. von der Westküste
Nordamerikas; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 94.
Megaloperdix caspia abgeb. ; G. Radde, Orn. Caucas. T. 22.
Starna cinerea scheint in Frankreich durch zwei verschiedene Rassen
vertreten zu werden, von welchen die eine, vulgär „roquette" genannt, durch
kürzere Läufe und Zehen von der typischen Form sich unterscheidet {Stama
hrachydactyla)', Crette de Palluel, Le Naturaliste 6. Ann. No. 52 p. 412—413.
Familie Phasianidae.
Lophophorus chamhanus n. sp. von Chamba, Nordwest -Himalaya;
C. H. T. Marshall, Ibis (5) Vol. 2 p. 421 T. 10.
Numida coronata marungensis vermuthlich neue Art von der Westseite
des Tanganjika-Sees; R. Böhm, Zeitschr. ges. Ornith. 1 Jahrg. p. 105.
Pkasidus niger abgeb.; A. T. de Rochebrune, Faune Seneg. Ois. T. 22.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 241
Familie Megapodiidae.
Megacephalon maleo auf Sangi; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 128.
Familie Columbidae.
Columba oenos in Pertshire erlegt; Th. Marshall, Zoologist Vol. 8
p. 272.
Engyptila Wellsi n. sp. von der Insel Grenada (West-Indien); G. N.
Lawrence, Auk Vol. 1 p. 180.
Macropygia keiensis auf Timorlaut; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 122. — M. timorlaoensis n. sp. von Timorlaut, nahe
M. keiensis Salvad.; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. S.Heft
p. 214. — M. sp., fragliche Art von Aru beschrieben; ebenda p. 215.
Spilopelia tigrina (Tem.) von Riedel für Timorlaut nachgewiesen;
A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 215.
Turtur Coppingeri n. sp. von Glorioso -Ins., nahe T. aldrahanus\
R. B. Sharpe, Rep. Voy. Alert p. 484. — T. perspicillata n. sp. , sehr
ähnlich T. decipiens F. u. Hartl., von Ngaruman, Massailand ; G. A. Fischer
und Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 179.
Zenaida vinaceo-rufa vermuthlich neue von Z. ruficauda Bp. unter-
schiedene Art von Cura9oa; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7
No. 11 p. 176.
Zenaidura yucatanensis steht zwischen Z. amahilis und carolinensis
und ist vielleicht eine Hybridform beider Arten; R. Ridgway, Ank Vol. 1
p. 96.
Familie Geotrygonidae.
Caloenas nicobarica auf Sangi; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 126.
Goura Scheepmakeri und Albertisij Unterschiede und Vorkommen;
T. Salvadori, Ibis (5) Vol. 2 p. 356.
Familie Carpophagidae.
Carpophaga concinna auf Dama, C. pinon var. rubiensis n. subsp.;
A. B. Meyer, Abhandl, Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 117 u. 120. — C.
FinscM abgeb.; Gould, New Guinea Th. 17.
Ptüopus ßavovirescens von Timorlaut, neu beschrieben von A. B.
Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 113; nach H. 0. Forbes
identisch mit Pt. xanthogaster (Wagl.), Proc. Z. S. p. 430, s. auch Sal-
vadori, ebenda p. 580. — Pt. leltiensis (Schi.) von Riedel für Timorlaut
nachgewiesen; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft
p. 213. — Pt. Lewisi und Richardsi abgeb.; Gould, New Guinea Th, 17
u. 18. — Pt. melanocephalus auf Palawan; R. B. Sharpe, Ibis (5) Vol. 2
p. 322. — Pt. strophium Gould n. sp.? von Süd-Neu-Guinea beschrieben,
Ai-ch. f. Natg. 51. Jahrg. H. Bd. 2. H. Q
242 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Pt. Wallacei auf der Insel Babbar; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 116 u. 115.
Reihe Grallatores.
Baird, Brewer und Ridgway, die Grallatores Nordamerikas,
s. oben S. 181.
Familie Ardeidae.
Ärdea hubvlcus bei Lindow in der Mark erlegt; C. Bolle, Journ.
Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 245. — A. Novae HoUandiae Lath. von
Riedel auf Timorlaut nachgewiesen; A. B. Meyer, Zeitschr. ges. Ornith.
1. Jahrg. 3. Heft p. 216. — A. Wardi scheint nicht in weisser Abän-
derung vorzukommen wie A. Würdemanni] Ch. W. Ward, Auk Vol. 1
p. 161 — 163.
Botaurus lentiginosus in Sussex erlegt; W. Borrer, Zoologist Vol. 8'
p. 68. — B. minutus bei Colchester gefangen; H. Laver, ebenda p. 342.
— B. stellaris in Berkshire; J. Cordeaux, ebenda p. 469. — In Sud-
bourne bei Oxford in SafFoIk erlegt; G. Sandberg, ebenda p. 31.
Butorides Schrenckii n. sp. , ähnlich B. macrorhynchus Gould, vom
Amur, Ussurien; M. Bogdanow, Consp. Av. Irap. Ross. Fase. 1 p. 115.
Nyctiardea grisea naevia in Dakota; D. H. Talbot, Auk Vol. 1 p. 96.
Nycticorax griseus in Kent erlegt; J. E. Harting, Zoologist Vol. 8
p. 74; P. L. Sclater, Proc. Z. S. p. 2.
Tigrisoma leucolophum abgeb. ; A. T. de Rochebrune, Faune Seneg.
Ois. T. 23.
Familie Balaenicipidae.
Balaeniceps rex kommt nach A. Stecker am Zuahe-(Sui-)See in
Schoa (8,50° n. Br. u. 37,75° ö. L.) vor; H. Sehalow, Mitth. Orn. Ver.
Wien 8. Jahrg. p. 13.
Familie Scopidae.
Scopus umbretta, Nest und Eier abgebildet [mangelhaft]; A. T. de
Rochebrune, Faune Seneg. Ois. T. 24. — Beschreibung der Anatomie s.
oben Beddard S. 157.
Familie Ciconiidae.
Ciconia alba bei Pevensey, nahe Hastings erlegt; T. H. Nelson,
Zoologist Vol. 8 p. 489. — In Hertfordshire erlegt; J. Littleboy, ebenda
p. 194. — C. nigra bei Rainham (England); W. Prentis, ebenda p. 429.
Familie Phoenieopteridae.
Phoenicopterus antiquorum im November in Hampshire erlegt; H. J.
Scott, Zoologist Vol. 8 p. 338. — Ph. antiquorum, erythraeus und minor
abgeb.; A. T. de Rochebrune, Faune Seneg. Ois. T. 26.
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1884. 243
Familie Ibidae.
Eudocimus albus und ruber, Hinweis auf die nahe Verwandtschaft
beider Arten, welche nur verschiedene Farbenstufen derselben Form dar-
stellen; R. Ridgway, Auk Vol. 1 p. 239—240.
Leucibis anzuwenden für Eudocimus Wagl., da Eudocima schon früher
bei den Lepidoptern angewendet wurde; L. Stejneger, ebenda p. 235.
Platalea leucerodia in Süd-Irland geschossen; J. N. White, Zoologist
Vol. 8 p. 342. — In Suflfolk; J. H. Knights, ebenda p. 471.
Familie Rallidae.
Amaurornis moluccana auf Sangi; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis
Dresden I 1884 sp. 131.
Crex lugens n. sp. vom Ugalla, Ost- Afrika; R. Böhm, Journ. Orn.
32. Jahrg. 1. Heft p. 176.
Fulica caribaea n. sp. von Guadeloupe und Saint John, ähnlich F.
americana; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 23 p. 358.
Gallinula frontata von Grabowsky auf Borneo nachgewiesen ; W. Bla-
sius, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 219.
Podica Petersi abgeb.; Layard's Birds of South Africa. New Ed.
T. 12. — P. senegalensis abgeb.; A. T. de Rochebrune, Faune Seneg.
T. 25.
Porphyrio Älleni bei Modica in Südost-Sicilien erlegt; E. C. Taylor,
Ibis (5) Vol. 2 p. 214. — P. indicus von Grabowsky auf Borneo gefun-
den; W. Blasius, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 219. — P. veterum
abgeb.; G. Radde, Orn. Caucas. T. 24.
Porzana jamaicensis nistend in Connecticut; J. N. Clark, Auk Vol. 1
p. 393. — P. leucogastra Ridgway n. sp. von Los Säbalos, Nicaragua,
ähnlich P. albigularis Lawr. und P, cinereiceps Lawr. ; Nutting, Proc. Un.
St. Nat. Mus. Vol. 6 No. 26 (April 11 1884) p. 408.
Psammocrex n. g. Rallidarum, capite crasso, rostro robusto, loris
fere nudis, collo brevi, corpore crasso plumis densis latisque vestito, alis
rotundis, pedibus elatis digitibusque satis brevibus; M. E. Oustalet, Le
Natural. 6. Ann. No. 64 p. 509. — Ps. Petiii n. sp. vom Congo; ebenda.
[Scheint identisch mit Himantomis haernatopus Tem. Ref.]
Ballina fasciata auf Batjan; A. B. Meyer, Abhandl. Ges. Isis Dres-
den I 1884 sp. 129.
Rallus elegans in Dakota; D. H. Talbot, Auk Vol. 1 p. 97.
Familie Parridae.
Hydralector gaUinaceus von Grabowsky auf Borneo nachgewiesen;
W. Blasius, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 219.
Hydrophasianus chirurgus von Grabowsky auf Borneo nachgewiesen;
W. Blasius, Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 219.
Parra gymnostoma abgeb.; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 3.
244 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Familie Gruidae.
A. Portis beschreibt neue fossile Kranicharten, Palaeogrus princeps
und Grus turfa\ s. oben S. 161.
Grus cinerea in Mayo erlegt; R. J. üssher, Zoologist Vol. 8 p. 72.
Psophia. üebersicht über die bisher beschriebenen Arten der Gat-
tung: Ps. crepitans, napensis, ochroptera, leucoptera, viridis und obscura,
zu welchen eine siebente aus Bolivien kommt, welche als vermuthlich neu
unter dem Namen Psophia cantatrix Boeck beschrieben wird; W. Blasius,
Journ. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 203 — 210. [Der vom Verf. angenom-
menen specifischen Sonderung der sieben Formen ist sowohl in Anbetracht
der angeblichen Unterschiede, wie ganz besonders in Hinsicht auf die
Verbreitung vorläufig nicht recht zu trauen; die sieben Arten werden auf
drei, Ps. crepitans, viridis und leucoptera, zurückzuführen sein! Ref.]
Familie Otididae.
Otis cristaia und canicollis in Nordost -Afrika (Schoa) gefunden; T.
Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 213 u. 214. — 0. tetrax in
Co. Cork, England; C. Donovan, Zoologist Vol. 8 p. 69.
Familie Scolopacidae.
L. Stejneger characterisirt die Gattungen Terekia, Pseudototanus
{Pseudoglottis nora. n.) und Symphemia^ beschreibt Pseudototanus guttifera
(Nordm ) und bespricht die Synonymie dieser Art und ihre geographische
Verbreitung. Nebst Abbildung; Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3 Heft
p. 223—229 T. 10.
Actitis hypoleucus im Winter in England; C. Donovan, Zoologist
Vol. 8 p. 115.
Arenaria Briss. älterer Name für Strepsilas 111.; L. Stejneger, Auk
Vol. 1 p. 229.
Calopezus neuer Name für den schon früher bei den Coleoptern
gebrauchten Calodromas Sei. et Salv.; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc.
Washington Vol. 2 p. 97.
Eurynorhynchus pygmueus auf Hainan; G. Hartlaub, Ibis (5) Vol. 2
p. 216.
Gallinago major in Co. Cork erlegt; C. Donovan, Zoologist Vol. 8
p. 149. — G. Sahini bei Waterford erlegt; J. E. Harting, ebenda p. 272.
— G. scolopacina auf Java; G. A. Vorderman, Natuurk. Tijdschr. NederJ.
Indie Deel 44 p. 188.
Heter actitis neuer Name für Heteroscelus Baird; L. Stejneger, Auk
Vol. 1 p. 236.
Limicola Hartlauhi Verr. ist von Brewster nach dem tj'pischen Exem-
plar eingehend untersucht. Der einzige constante Unterschied von L.
platyrhynchus scheint in dem etwas (4 mm) längeren Schnabel zu liegen.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 245
die Selbständigkeit der Art daher sehr fraglich; L. Stejneger, Zeitschr.
ges. Ornith. 1. Jahrg. 2. Heft p. 84—85.
Machetes pugnax in Co. Sligo; R. Warren, Zoologist Vol. 8 p. 429.
— In Lincolnshire ; J. Cordeaux, ebenda p. 466. — Brütend in Lanca-
shire; R. J. Howard, ebenda.
Numenius horealis bei San Diego, Cal., erlegt; G. Holterhoflf, Auk
Vol. 1 p. 393. — N. longirostris ^ Beschreibung der osteologischen Ver-
hältnisse; Shufeldt, s. oben S. 161.
Phalaropus fulicarius auf Malta erlegt; E. F. Becher, Zoologist
Vol. 8 p. 486. — In Yorkshire; E. V. Thompson, ebenda p. 31. — Auf
Neu -Seeland erlegt; J. v. Haast, Tr. and Pr. N. Zeal. Inst. Vol. 16
p. 279. — Ph. hyperhoreus im Juni 1851 und Mai 1870 bei Konczar in
Siebenbürgen erlegt; J. v. Csatd, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 1. Heft
p. 22—27.
Pseudoglottis neuer Name für das hybride Wort Psendototanus Hume ;
L. Stejneger, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 223.
Scolopax ruslicola im Diluvium von Oberfranken nachgewiesen; H.
Nehring, s. oben S. 161.
Steganopus tricolor Vieill. älterer Name für Phalaropus Wilsoni Sab. ;
L. Stejneger, Auk Voi. 1 p. 367.
Totanus glareola in Nottinghamshire ; J. Whitaker, Zoologist Vol. 8
p. 468. — T. hypoleucus im Winter in England; W. E. Beckwith,
ebenda p. 73. — T. ochropus in Co. Sligo; R. Warren, ebenda p. 429.
— In North Yorkshire; Th. Carter, ebenda p. 431.
Familie Charadriidae.
Aegialitis Mechowi n. sp. von Angola, zwischen Ae. marginata (Vieill.)
und Ae. vemista Fschr. u. Rchw. ; J. Cabanis, Journ. Orn. 32. Jahrg.
p. 437.
Charadrius venustus n. sp. aus dem Massailand ; G. A. Fischer uud
Ant. Reichenow, Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 178.
Ciirsorius gaüicus bei San Lucar de Barrameda in Andalusien erlegt;
Lilford, Ibis (5) Vol. 2 p. 124. — C. gracilis n. sp. aus dem Massai-
land, ähnlich C. bicinctus Tem.; G. A. Fischer und Ant. Reichenow,
Journ. Orn. 32. Jahrg. 1. Heft p. 178.
Eudromias morinellus in Hertfordshire beobachtet; J. Littleboy, Zoo-
logist Vol. 8 p. 194.
Glareola melanoptera in Norwegen; R. CoUett, Christ. Vidensk.
Forhandl. No. 11 1884.
Oedicnemus dominicensis abgeb. ; Ch. B. Cory, Birds of Haiti Th. 3.
— Oe. grallarius (Lath.) von Riedel für Timorlaut nachgewiesen ; A. B.
Meyer, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 215.
Stephanibix coronata in Nordost- Afrika (Schoa) nachgewiesen; T^
Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 204.
246 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Reihe Natatores.
Baird, Brewer und Ridgway, die Natatores Nordamerikas, siehe
oben S. 181.
A. Portis hat einen neuen fossilen Schwimmvogel, Chenomis gra-
culoides, beschrieben ; s. oben S. 161.
R. W. Shufeldt hat die Form der Patella verschiedener Schwimm-
vögel beschrieben; s. oben S. 161.
Ordnung Lamellirostres.
J. V. Madarasz, über die Zahnschnäbler Ungarns [vergl. oben S. 166].
Familie Cygnidae.
Graf de Montlezun charakterisirt die Arten der Gattung Cygnvs
und bespricht deren geographische Verbreitung; Bull. Soc. Accl. France
(4) T. 1 p. 685 — 702.
Sthendides neuer Name für Sthenelus; L. Stejneger, Auk Vol. 1
p. 235.
Familie Anseridae.
Änsei- albalus Cass. identisch mit Ä. hyperhoreus (Pall.); R. Ridgway,
Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 107 — 108. — Ä. albifrons in
Berkshire erlegt; J. Cordeaux, Zoologist Vol. 8 p. 469. — A, canadensis
im August bei Peterhead (Aberdeenshire) erlegt; Scott. Nat. New Ser.
No. 4 p. 167.
Bernicla hrenta nigricans in Massachusetts; C. B. Cory, Auk Vol. 1
p. 96.
Plectropterus scioanus vermuthlich neue , von P. niger Sei. unter-
schiedene Art von Schoa; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884
p. 238.
Familie Anatidae.
Anas capensis, Synonymie, Beschreibung und Abbildung, Verbreitung
und Lebensweise; T. Salvadori, Proc. Z. S. p. 172 — 175 T. 13. — A,
caryophyllacea ^ Vorkommen, Lebensweise; F. B. Simson, Ibis (5) Vol. 2
p. 271 — 275. — A. lignitifera n. fossile Art; A. Portis, s. oben S. 161.
A. naevosa auf Tasmanien; Morton, Ibis (5) Vol. 2 p. 472.
Dendrocycna armata von Grabowsky auf Borneo nachgewiesen; W.
Blasius, Joum. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 219. — D. fidva abgeb.;
A. T. de Rochebrune, Faune Seneg. Ois. T. 27.
Erismatura maccoa in Nordost- Afrika (Schoa) gefunden; T. Salva-
dori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 249.
Fuligula brunnea in Nordost- Afrika (Schoa) angetroffen; T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 248. — F. cristata in Co. Kildare;
Zoologist Vol. 8 p. 146. — F. marila in Notts erlegt; J. Whitaker,
ebenda p. 70.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 247
Hardda glacialis in Cumberland erlegt; H. A. Macpherson, Zoologist
Vol. 8 p. 115.
Mareca americana in Maine im Februar; N. Brown, Auk Vol. I
p. 394—395.
Melanetta fusca L. wurde von Mc Kay auf Alaschka gesammelt.
Es ist dies der zweite Fall des Vorkommens der Art in Amerika. Der
erste wurde von Reinhardt (Vid. Medd. Nat. For. Kjöbenhavn 1869 p. l)
für Süd-Grönland constatirt ; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7
No. 5 p. 68.
Nettapus coromandelianus von Grabowsky auf Borneo nachgewiesen;
W. Blasius, Joum. Orn. 32. Jahrg. 2. Heft p. 220. — Von Kiukiang,
Central-Chira; Färbung des $; H. Seebohm, Ibis (5) Vol. 2 p. 270.
Oedemia fusca bei Manchester erlegt; T. H. Nelson, Zoologist Vol. 8
p. 143. — Oe. perspicillata an der Küste von Lancashire erlegt; R. H.
Thompson, Zoologist Vol. 8 p. 29.
Pelionetta perspicillata auf den Bermudas; C. H. Merriam, Bull. Un.
St. Nat. Mus. No. 25 p. 283 — 284.
Querguedula capensis in Nordost - Afrika (Schoa) nachgewiesen; T.
Salvador!, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 245. — Qu. gihherifrons auf
Java; A. G. Vorderman; Natuurk. Tijdschr. Nederl. Ind. Deel 44 p. 188.
Somateria mollissima bei Pilsen (Böhmen) erlegt; A. Fritsch, Mitth.
Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 31.
Familie Mergidae.
Mergus merganser Brutvogel in Bosnien; E. v. Dabrowski, Mitth.
Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 84 — 85.
Familie Pelecanidae.
Pelecanus californicus n. sp. von der pacifischen Küste Mexikos und
Mittel-Amerikas; Baird, Brewer und Ridgway, Water Birds Vol. 2 p. 143.
Familie Sulidae.
Fregata minor auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk. Tijdschr.
Nederl. Indie Deel 44 p. 188.
Sula bassana, Brutplätze in Irland ; Barrington und Ussher, Zoologist
Vol. 8 p. 473—482. — Bei Palermo erlegt; P. Doderlein, Natural. Sicil.
Anno II No. 6 p. 138.
Familie Graculidae.
Phalacrocorax dilophus albociliatus n. subsp. von der Westküste
Nordamerikas; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 2 p. 94.
— Ph. pelagicus rohustus Ridgw. n. subsp. von Alaschka; Baird, Brewer
und Ridgway, Water-B, of N. Am. 2. Bd. p, 160. — Ph. violaceus^ Vor-
248 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
kommen, Beschreibung des Federkleides und der Farbe der nackten KÖrper-
theile im Leben; N. S. Goss, Auk Vol. 1 p. 163 — 165.
Ploius Levaillanti abgeb. ; Tristram, Fauna a. Fl. Palestine. — PL
melanogaster; Beschreibung des Magens, s. Cazin oben S. 157.
Familie Sternidae.
Hydrochelidon leucoptera am Guadalquivir in Andalusien erlegt;
Lilford, Ibis (5) Vol. 2 p. 124. — H. nigra in Berkshire; J. Cordeaux,
Zoologist Vol. 8 p. 469.
Onychoprion sumatranus auf Java; A. G. Vorderman, Natuurk.
Tijdschr. Nederl. Indie Deel 44 p. 188.
Sierna mdanauchen Tem. von Riedel für Timorlaut nachgewiesen;
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 216. — St. minuta auf der
Insel North Uist; J. A. Harvie-Brown, Proc. R. Phys. Soc. Edinb. Vol. 8
p. 105. — St. nilotica Hasselqu. für St. anglica Mont. anzunehmen; L. Stej-
neger, Auk Vol. l p. 364 — 366. — St. regia in Tanger, Marocco; J. Dal-
gleish, ebenda p. 97. — St. superciliaris antillarum bei San Diego, Cal.;
G. Holterhoff, ebenda p. 294.
Familie Laridae.
L. Stejneger bespricht die Verbreitung einiger actischen Lariden
und berichtigt insonderheit einige bezügliche, von E. W. Nelson (Birds of
Bering Sea) gemachte Angaben; Auk Vol. 1 p. 358—360.
Larus Fritzei Bruch, bisher irrthümlich als Bewohner der Sunda-
strasse angeführt; A. G. Vorderman, Natuurk. Tijdschr. Nederl. Indie
Deel 44 p. 188. — L. fuscus an der Küste von Yorkshire; J. G. Tuck,
Zoologist Vol. 8 p. 485. — L. Kumlieni in New York; A. F. Park, Auk
Vol. 1 p. 196. — L. leucopterus in New York; G. N. Lawrence, ebenda
p. 240 — 242. — Z. minutus auf der Insel North Uist; J. A. Harvie-
Brown, Proc. Roy. Phys. Soc. Edinb. Vol. 8 p. 105. — Bei Penzance
in West-Cornwall erlegt; Th. Cornish, Zoologist Vol. 8 p. 74. — Bei
Rainham, Kent; W. Prentis, ebenda p. 114. — L. Nelsoni n. sp. von
Alaschka; H. W. Henshaw, Auk Vol. 1 p. 250. — L. Philadelphiae auf
dem Loch Lomond, West -Schottland, erlegt; Proc. Z. S. p. 150. — L.
Sabinii in der Dublin -Bucht erlegt; J. Dowling, Zoologist Vol. 8 p. 490.
— L. schistasagus n. sp. von Kamtschatka, zwischen L. marinus und
cachinnans; L. Stejneger, Auk Vol. 1 p. 231.
Lestris Buffoni Boie und L. pomarina Tem. in Mähren und Tirol
erlegt; J. Talsky, Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 1. Heft p. 14 — 18.
Rissa tridactyla pollicaris Stejn. nom. [nov. pro R. Kotzehui Bp.;
Baird, Brewer u. Ridgway, Water Birds N. A. Vol. 2 p. 202.
Stercorarius Bußoni in West-Vermont; Batchelder, Auk Vol. l p. 97.
Xema Sabini auf der Insel Mull (Hebriden) erlegt; H. Saunders,
Proc. Z. S. p. 150.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1884. 249
Familie Procellariidae.
Cymochorea leucorrhoa, neuer Brutplatz in Schottland; J. Dalgleish,
Auk Vol. 1 p. 98. — Auf den Bermudas; C. H. Merriam , Bull. Un. St.
Nat. Mus. No. 25 p. 283-284.
Cymodroma Ridgway n. g. Tubinarium: Size small; inner toe about
equal to or slightly longer than the middle, which is decidedly shorter
than the outer; claws very broad and flat; tarsus nearly twice as long as
the middle toe without the claw (about two and a half times as long as
the culmeu); tail more than half as long as the wing, even, the feathers
extremely broad, and truncated at the tip; plumage party-colored. Type:
Procellaria tropica Gould; Baird, Brewer und Ridgway, Water Birds Vol. 2
p. 418.
Diomedea exulans Brutvogel auf den Chatam-Inseln und der Campbell-
Insel; T. H. Potts, Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 169.
Fulmarus glacialis glupischa neuer Name für Procellaria pacißca
Aud.; L. Stejneger, Auk Vol. 1 p. 234. — F. glacialis im December in
Somersetshire erlegt; C. Smith, Zoologist Vol. 8 p. 145.
Oceanites oceanica in West -New -York; J. L. Davison, Auk Vol. 1
p. 294.
Oestrdata haesitata in Nord -Ungarn erlegt; W. E. Clarke, Ibis (5)
Vol. 2 p. 202.
Priocella tenuirostris (Aud.) kommt nicht in der Behringsstrasse vor,
dagegen Pufßnns tenuirostris Tem.; L. Stejneger, Auk Vol. 1 p. 233.
Procelhria leucorrhoa im October in Somersetshire erlegt; R. Ford,
Zoologist Vol. 8 p. 145.
Pufßnus griseus bei Redcar in Yorkshire erlegt; T. H. Nelson; Zoo-
logist Vol. 8 p. 147 und Proc. Z. S. p. 150. — P. StricUandi Ridgway
n. sp. von der nördl. atlantischen Küste Nordamerikas südlich von Neu-
England, nahe P. ynajor\ Baird, Brewer und Ridgway, Water Birds Vol. 2
p. 390.
Thalassogeron Ridgway n. g. Tubinarium: Similar to Diomedea, but
culminicorn widely separated from the latericorn by the interposition of a
Strip of naked skin behind the nostril. Bill mach compressed. Type:
Diomedea culminata Gould; Baird, Brewer und Ridgway, Water Birds
Vol. 2 p. 357.
Familie Colymbidae.
Vergl. Olphe-Galliard oben S. 170.
Pvdiceps infuscatus n. sp. von Schoa, sehr ähnlich P. cristaius; T.
Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova 1884 p. 252.
Familie Alcidae.
Vergl. Olphe-Galliard oben S. 170.
W. Blasius hat eine Geschichte der Ueberreste von Älca impennis
250 Ant. ReicheDOw: Bericht über die Leistungen in der
geschrieben. Nach einer Uebersicht der den Gegenstand behandelnden
seitherigen Veröffentlichungen untersucht Verfasser in eingehendster Weise
das Herkommen und die Schicksale der noch vorhandenen Reste, Bälge,
Skelette und Eier, des Riesenalks. Es sind dem Verf. 77 Bälge oder
gestopfte Exemplare bekannt, davon die meisten (22) in England, dem-
nächst 20 in Deutschland, in Frankreich 7, in Italien 5, in Oesterreich 4,
in anderen Staaten je 1 bis 3. Von Skeletten existiren 9 (Boston 2,
Cambridge in England 1, Dresden 1, London 3, Mailand 1, Paris 1).
Von Eiern sind noch 68 vorhanden und zwar in England 45, in Frank-
reich 11, in Deutschland 4, in Holland und Nordamerika je 2, in Däne-
mark, Portugal, der Schweiz und Neuseeland je 1. Von den Bälgen
stammen 69 oder 70 nachweislich aus Island. Verf. glaubt annehmen zu
können, dass der Vogel seit Mitte der vierziger Jahre unseres Jahrhunderts
nicht mehr lebend auf der Erdoberfläche vorkam; Journ. Orn. 32. Jahrg.
1. Heft p. 58—176.
Derselbe liefert neue Thatsachen in Betreff der üeberreste von
Alca impennis^ wodurch die Zahl der vorhandenen Bälge um einen in
einer Privatsammlung in Paris, die der Eier um 1 — 2 in England, die
der Skelettheile um einen im Museum in Darmstadt befindlichen Schädel
sich erhöht; Tagebl. 57. Vers. d. Naturf. Magdeburg p. 321—322.
R. Collett weist einige in der Litteratur vorhandene Angaben über
das frühere Vorkommen von Älca impennis in Norwegen als irrig nach.
Dagegen wurde ein Exemplar aus einer Gesellschaft von vier Stück im
Jahre 1848 bei Vardö von einem Herrn Brodtkorb erlegt. Ein ausge-
stopftes, von Island stammendes Exemplar befindet sich in einer Privat-
sammlung in Norwegen; dagegen besitzt das Universitäts- Museum in
Christiania eine grössere Anzahl Skelettheile , die von Stuwitz in Neu-
Fundland gesammelt wurden; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 65—69,
87—89.
Nach näheren Untersuchungen von J. E. Harting scheint das im
Vorjahre mitgetheilte Auffinden einer Alca impennis an der Labradorküste
im Jahre 1870 [s. Bericht 1883 S. 378] auf unrichtigen Angaben zu
beruhen; Zoologist Vol. 8 p. 141 — 142.
L. Stejneger liefert eine Monographie der Gattung Cepphus Pall.
Das Genus umfasst fünf Arten: C. Mandtii Lcht., C. grylle L., C. columha
Pall., C. carbo Pall. und C. Motzfeldi Benick. Bezüglich der letztgenannten
Form, welche Verf. für eine selbständige Art hält, ist derselbe der An-
sicht, dass dieser Vogel die westlichen Theile des nördlichen Atlantik
bewohne, während die andere schwarzflüglige Art, C. carbo, in dem west-
lichen Theil des nördlichen Stillen Oceans heimisch sei. Eingehender
sind die Unterschiede von C. columba, grylle und Mandtii erörtert. Von
sämmtlichen Arten wird eine ausführliche Uebersicht der Synonymie
gegeben; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 No. 14 u. 15 p. 210 — 229.
Alca torda am 7. Juni 1884 im Golf von Triest erlegt; B. Schia-
Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1884. 251
vuzzi, Mitth. Om. Ver. Wien 8. Jahrg. p. 127, Zeitschr. ges. Ornith.
1. Jahrg. 3. Heft p. 243.
Fratercula arctica brütend auf den Burlings -Inseln; H. W. Feiiden,
Zoologist Vol. 8 p. 470.
Brachyrhamphus hypoleucus an der Küste von Süd-Californien ; N. S.
Goss, Auk Vol. 1 p. 396.
Synthliborhamphus antiquus in Wisconsin; G. B. Sennett, Auk Vol. 1
p. 98 — 100.
Familie Spheniscidae.
M. Filhol beschreibt die Formen der Leber bei den verschiedenen
Spheniscus-knen; s. oben S. 159.
Eudyptes chrysocome bei Batavia auf Java angetroffen; A. B. Meyer,
Abhandl. Ges. Isis Dresden I 1884 sp. 153.
Reihe Brevipennes.
Nach H. Bolau dürfte das Gewicht eines erwachsenen männlichen
Strausses 170 Pfund selten überschreiten; Journ. Om. 32. Jahrg. 2. Heft
p. 252.
J. v. Haast hat eine neue subfossile Kiwiart, Megalapteryx Hectori,
beschrieben; s. oben S. 159.
K. G. Henke bespricht die Verschiedenheit der äusseren Schaalen-
textur der Strausseneier, welche drei Species unterscheiden lasse. Glatt,
gar nicht oder wenig porös sind die Eier von Slruthio camelus L., zahl-
reiche kleinere Poren zeigen diejenigen von Str. aiislralis Gurn., sparsam
gestellte, aber viel weitere, tiefere Poren die Eier von Str. violyhdophanes
Rchw. Die Eier der beiden letztgenannten Arten sind abgebildet; Zeitschr
ges. Ornith. 1. Jahrg. 3. Heft p. 219 — 222 T. 12.
C. W. De Vis beschreibt Dinomis Queenslandiae n. sp.; s. oben
S. 163.
L. Wunderlich beschreibt «S<n<^A/o molyhdophanes Rchw. unter dem
Namen Str. somaliensis n. sp. und weist darauf hin, dass dieser Name
von ihm am 16. Sept. 1883 in der Staatsbürgerzeitung No. 216 ver-
öffentlicht sei , also gleichzeitig mit Str. molyhdophanes [letztere Ansicht
ist irrthümlich, da die Sonntagsbeilage zur Nordd. Allg. Zeit, bekanntlich
bereits des Sonnabends ausgegeben wird, thatsächlich also am 15. Sept.
1883 erschien, so dass dem Namen Str. molyhdophanes die Priorität ver-
bleibt. Ref.]; Zool. Gart. 25. Jahrg. p. 125.
Struthio australis Gurney im Massailand nachgewiesen; G. A. Fischer,
Zeitschr. ges. Ornith. 1. Jahrg. 4. Heft p. 395.
Bericht
über die Leistungen in der Herpetologie während
des Jahres 1884r.
Von
Dr. Oskar Boettger
in Frankfurt a. Main.
ßeptilia.
Literatur. Den Bericht über die Leistungen in der Her-
petologie während des Jahres 1883 im „Zool. Jahr. Ber.,
herausgeg. v. d. Zool. Station zu Neapel, Abth. III, Leipzig,
W. Engelmann", den früher C. K. Hoffmann besorgt hatte,
übernahm J. E. V. Boas (Batrachia p. 211 — 218, Reptilia
p. 219—230), den Bericht für „Rye's Zool. Record for 1883;
Vol. 20 of the Record of Zool. Literature (Batrachia p. 17 — 24,
Reptilia p. 1—17)" setzte G. A. Boulenger fort.
Geschichte. 0. Boettger giebt nach den besten Quellen
eine kurze Geschichte der Reptil- und Amphibienkunde von
Linne bis auf's Jahr 1884. Handwörterbuch d. Zool., Anthropol.
u. Ethnol., herausgeg. v. A. Reichenow u. a. Bd. 3 p. 456 — 466.
Museen. H. C. Yarrow bringt eine Aufzählung aller
im U. S. Nation. Museum befindlichen nordamer. Kriechthiere
und verzeichnet die genauen Fundorte jedes einzelnen Stückes.
Aus N. America nördl. vom Cap San Lucas und Key West
nennt Verf. 130 Spec. und Subsp. von Batrachiern, 337 von
Reptilien. Die angewendete Nomenclatur ist trinomisch, die
Classification schliesst sich im wesentlichen an Cope an. Bull.
U. S. Nat. Museum No. 24 (1883), 249 pgg.
Boettger: Ber. üb. d. Leist. i. d. Herpetol. währ. d. Jahr. 1884. 253
Nach einer Mittbeilung in „Ann. Report Smithson. Instit.
for 1882, Washington 1884" p. 126 und p. 136 befanden sich
1882 im U. S. Nation. Museum 26258 Exemplare von Kriech-
thieren, davon fetwa 18000 nordamerikanische. Ebenda p. 157
bis 158 finden sich auch kurze Notizen über das Reptil- Viva-
rium des U. S. Nat. Museums und speciell über daselbst ange-
stellte Beobachtungen an nordamerik. Schlangen (Geburt von
109 jungen Tropidomtm sipedon, Verweigerung von Nahrung bei
Crotalus und Ändstrodon, Häufigkeit des Todes an Kiefernecrose,
Verträglichkeit zwischen Crotdus adamanteus und OpMbolm gaävlus,
Cannibalisraus der Königsschlangen, Begattung von Spilotes ere-
bennus).
A. Gaudry, Restauration de rept. foss. in Bull. Soc. Geol.
France (3) Bd. 12 p. 120—121 und G. Tissandier, Restau-
ration de rept. foss. au Museum d'Hist. Nat. de Paris in La
Nature (1883 — 84) p. 97 — 98 besprechen die Aufstellung einiger
besonders schön erhaltener fossiler Reptilien des Pariser Mu-
seums.
Werke allgemeineren Inhalts. Von Bronn's Klassen
u. Ordn. d. Thierreichs: Reptilien, bearb. von C. K. Hoffmann
erschienen in 1884 nur die Lieferungen 41 — 42, die den Schluss
der Saurier und der Crocodile bringen. Die beiden Hefte ent-
halten die Classification der Agamiden, Chamaeleontiden und
Amphisbaeniden, einen palaeontologischen und einen biologischen
Theil und Sach- und Namenregister.
Fr. V. Leydig bringt neue histologische Mittheilungen über
Reptilien und Batrachier. Untersuchungen zur Anatomie und
Histologie d. Thiere, Bonn (1883), Strauss. 174 pgg., 8 Taf.
Integumentalgebilde. G. Simmermacher giebt eine
kurze Recapitulation unserer Kenntnisse von der Function der
Haftapparate an den Zehen der Geckonen und bei AnoUus, sowie
an denen der Laubfrösche mit Angabe der einschlägigen Lite-
ratur. Zool. Garten p. 289—291 und p. 298—299.
R. Zander berücksichtigt in seinen Untersuchungen über
die frühesten Stadien der Nagelentwicklung und ihre Beziehungen
zu den Digitalnerven auch die entsprechenden Theile der Rep-
tilien und Batrachier. Arch. f. Anat., Phys. Abth. p. 103—144,
Taf. 6.
Sceletsystem. Eine sehr interessante Zusammenstellung
über das Vorkommen und die Homologie des Praesymphysale
254 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
DoUo's bei den DiDOsauriern mit dem Dentare Cope's, dem
sogen. Meckel'schen Knorpel, den unteren Intermaxillaren Al-
brecht's oder dem unteren Zwischenkiefer Parker's findet sich
p. 47 — 51 bei J. W. Hulke, ebenda auch p. 51—57 eine
lichtvolle Ueb ersieht über die neueren Entdeckungen in Bezug
auf die Homologie der Beckenelemente, namentlich des Prae-
pubis, Pubis und Postpubis der Reptilien, im Vergleich mit
denen der Vögel und niedersten Säugethiere. Q. Journ. Geol.
Soc. London Bd. 40 Proceed.
A. Wirth bringt zum Theil an Reptilembryonen gemachte
Beiträge zur Anatomie und Entwicklungsgeschichte des Atlas
und des Epistropheus. Diss. Leipzig, 8°. 25 pgg., 1 Taf.
A. Lavocat macht vergleichend- anatomische Bemerkungen
über die Wirbelsäule der Vertebraten, bei welcher Gelegenheit
er auch die der Reptilien und Batrachier berücksichtigt. Compt.
rend. Paris Bd. 99 p. 1125—1127.
In einer Arbeit über die Entwicklung des Beckengürtels
beim Hühnchen discutirt A. Johnson auch die Homologieen
der beiden Fortsätze des Reptilbeckens. Q. Journ. Microsc. Sc.
Bd. 23 (1883) p. 405-409.
Betreffs der Cartilago ypsiloidea der Urodelen und des
Os acetabuli bei Reptilien und Batrachiern vergl. W. Leche,
Svenska Akad. Handl. Bd. 20 (1883).
Muskelsystem. Th. Cash und F. Y. Gerald bestimm-
ten die relative Dauer der latenten Perioden bei verschiedenen
Sceletmuskeln in Rana temporaria, Bufo und Testudo, Proc. Roy.
Soc. London Bd. 35 (1883) p. 281—292.
Ueber Vorkommen und Lage gewisser Ligamente der Rep-
tilien und Amphibien macht J. B. Sutton Mittheilungen. Journ.
Anat. Phys. London Bd. 18 p. 225—238, Taf. 13 imd Bd. 19
p. 27—50, Taf. 3.
Nervensystem. J. J. Mason beschreibt die Methoden
zur Herstellung der Schnitte, nach welchen die Tafeln in seinem
grossen Werke über das centrale Nervensystem der Reptilien
und Batrachier (vergl. Ber. f. 1882 p. 505) artotypirt worden
sind. Journ. Roy. Microsc. Soc. Bd. 4 p. 149—150. — Ref.
in Amer. Naturalist Bd. 18 p. 956—958.
Sinnesorgane. G. Retzius behandelt in seinem gross-
artig angelegten Werke „Das Gehörorgan der Wirbelthiere
Bd. 2, Stockholm 1884 p. 3—136, Taf. 1—14" das Ohr der
Serpetologie während des Jahres 1884. 255
Reptilien. Für die das membranöse Ohr umschliessende Knochen-
kapsel und die Umgebung derselben stützt sich Verf. wesentlich
auf die Untersuchungen von Hasse. Gestalt und Bau des häu-
tigen Ohres, vor allem aber die Nervenendstellen desselben,
erfahren bei 23 Familienrepräsentanten eingehende Würdigung.
Das Buch wird allen, die sich mit dem Gehörorgan der höheren
Thiere beschäftigen, absolut unentbehrlich sein.
In einer Notiz über den morphologischen Werth der Gehör-
knöchelchen und des Unterkiefergelenkes der Wirbelthiere be-
rücksichtigt P. Alb recht auch das Ohr der Reptilien und
Batrachier. 56. Ber. Vers. D. Naturf. Aerzte Freiburg i. Br.
p. 143.
Derselbe verbreitet sich auch über den morphologischen
Werth der Tuba Eustachi und der Ableitungen von Palatin-,
Mandibular- und Hyoidbogen bei Reptilien und Batrachiern.
Sur la valeur morphologique de la trompe d'Eustache etc.
Commun. ä la Soc. d'Anat. Path. de Bruxelles. 41 pgg.,
11 Figg.
Bemerkungen zu Mercanti's Arbeit über den Ciliarmuskel
der Reptilien (vergl. Ber. f. 1883 p. 380) macht Morrigia.
Atti R. Accad. Lincei, Roma, Oct. 1883.
Vorläufige Untersuchungen über die Anatomie der Thränen-
drüse bei Amphibien und Reptilien bringt E. Sardemann.
Thränendrüse und Harder'sche Drüse sind laut Verf. nach der
genetischen und histologischen Seite ursprünglich gleichartige
Bildungen. Bei den Tritonen ist die Augendrüse ein der ganzen
Länge des unteren Lids folgender bandartiger Körper, dessen
zahlreiche Mündungen die Conjimctiva durchbohren. Schon bei
Salamandra kommt ein besonderes Drüsenorgan am vorderen
Augenwinkel hinzu (Harder'sche Drüse). Bei den Anuren
kommt es zu einseitiger Entwicklung der Harder'schen Drüse;
die Thränendrüse fehlt. Bei den Sauriern zeigt Harder'sche
und Thränendrüse deutliche Differenzirung, doch fehlt letztere
auch den Crassilinguern und Agamen. Berichtigend gegenüber
B. Hoffmann (vergl. Ber. f. 1882 p. 506) weist Verf. nach, dass
bei Chelone eine Thränendrüse von geradezu monströser Ent-
wicklung neben einer wohl differenzirten Harder'schen Drüse
vorhanden ist. Zool. Anzeiger p. 569—572.
Verdauungsorgane. In seiner Arbeit über den Bau
der Magenschleimhaut hat N. Trinkler auch Emys Europaea,
256 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Lacerta viridis, Tropidonotus natrix, Rana temporaria und Triton in
den Kreis seiner Untersuchungen gezogen. Beim Frosch findet
sich in der Oberfläche der Magenschleimhaut ausser Cylinder-
epithel auch Flimmerepithel, dessen Zellen als Residuum der
Embryonalperiode zu betrachten seien. Im übrigen konnte nur
das Vorhandensein einer Art von Zellen in den Cylinderröhrchen
constatirt werden, die vollkommen den Belegzellen der höheren
Thiere entsprechen. Auch die Drüsenzellen des Frosches be-
reiten Pepsin. Centr. Blatt Med. Wiss. Bd. 21 (1883) p. 161
bis 163 und Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 24 ^p. 174—210,
Taf. 10—11.
Zu ähnlichen Resultaten kam auch A. Glinsky. Im
Magen von Cistudo fand Verf. überdies ausser den Pepsindrüsen
solche, die mit Schleimzellen gefüllt waren. Centr. Blatt Med.
Wiss. Bd. 21 (1883) p. 225—227.
Respirationsorgane. C. Heinemann nimmt die so-
genannten „oscillatorischen" Kehlbewegungen bei Amphibien
und Reptilien, die er nur bei den Schlangen vermisst, als
Reste der sich rückbildenden Kiemenrespiration in Anspruch,
sucht sie als ererbte Athembewegungen zu erklären und wirft
die Frage auf, ob nicht vielleicht das Vorkommen solcher rudi-
mentärer Functionen als Anhaltspunkt bei der Bestimmung der
systematischen Stellung der betreffenden Thiere von Werth sein
könne. Verf. vermuthet für diese oscillatorischen und für die
eigentlichen Respirationsbewegungen zwei verschiedene Inner-
vationscentra, ein Kiemenathmungs- und ein Lungenathmungs-
centrum. Pflüger's Arch. Phys. Bd. 34 p. 275—279.
Circulationsorgane. Die Untersuchungen Th. v. Open-
chowski's über die Nervenendigungen im Herzen sind an
Eidechsen, Fröschen und Tritonen angestellt worden. Verf.
findet einen Grundplexus, von dem terminale Fasern nur an
die Muskelzellen treten, je eine an eine Zelle, und dort mit
einem Endknötchen endigen. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 22
(1883) p. 408-419, 1 Taf
Kasem-Beck hat am Herzen von Rana escvlenta und tem-
poraria und von Clemmys Caspia keine Thatsachen für die An-
nahme gefunden, dass im Herzen der Wirbelthiere zwei verschie-
dene Gruppen von Nervenzellen vorkommen. Alle Nervenzellen
des Herzens gehörten vielmehr ihrer Function nach zu den
excitomorischen. Ebenda Bd. 24 p. 11—19, Taf. 1 B.
Herpetologie während des Jahres 1884. 257
J. Burdon-Sanderson & F. J. M. Page, On the elec-
trica! phaeuomena of the excitatory process in the heart of the
frog and of the tortoise as investigated photographically. Journ.
of Physiol. Bd. 4 No. 6, Taf. 13—20.
L. T. Stevens & F. S. Lee machten Versuche über die
Wirkling intermittirenden Druckes und defibrinirten Blutes auf
die Blutgefässe des Frosches und der Schildkröte. Stud. Biol.
Laborat. J. Hopkins Univ. Baltimore Bd. 3 p. 99 — 119.
In ihren Untersuchungen über die Entstehung der rothen
Blutkörperchen im extrauterinen Leben der poecilothermen
Wirbelthiere kommen J. Bizzozero & A. Torre zu dem
Schlüsse, dass deren Neubildung stets an bestimmte Organe
gebunden erscheint, und dass bei den Reptilien und Anuren
das Knochenmark, bei den Caudaten die Milz das blutbildende
Organ ist. Bei Reptilien wie bei Batrachiern sei das circu-
lirende Blut dadurch dem embryonalen einigermasseu ähnlich,
dass es stets junge rothe Blutkörperchen und in indirecter
Theilung begriffene Zellen enthalte. Arch. Ital. Biol. Bd. 4
Heft 3.
Ontogenie. C. Kupffer fasst die Resultate seiner Ar-
beiten über die Gastrulation an den meroblastischen Eiern der
Reptilien und über die Bedeutung des Primitivstreifs nochmals
zusammen und giebt eine Kritik der seit 1882 in dieser Richtung
erschienenen Arbeiten. Arch. Anat. Phys., Anat. Abth. p. 1 — 17.
W. Repiachoff imterzog die Bedeutung des Primitivstreifs
und der Primitivrinne bei Reptilien einer Beurtheilung und ist
mit Rauber der Ansicht, dass die Primitivrinne der Sauropsiden
nicht dem ganzen Blastoporiis der niederen Wirbelthiere ent-
spricht; nur einen Theil der Primitivrinne, und zwar den hin-
teren, fasst Verf. als Theil des Prostoma auf. Zool. Anzeiger
(1883) p. 365—367.
Neuere Untersuchungen CK. Hoffmann 's erstrecken sich
in erster Linie auf die Bildung des Mesoderms und die Anlage
der Chorda dorsalis bei Lacerta agilis. Die Verwachsung der
Keimblätter in der Achse des postembryonalen Theiles, in dem
Primitivstreifen, ist wie bei den Vögeln eine secundäre. Das
Blut ist ein Product des Entoderms, und die Keimblätter allein
sind es, welche alles liefern, was für den Aufbau des Embryo
nöthig ist; der Nahrungsdotter betheiligt sich direct niclit dabei.
Weitere Mittheilungen behandeln die früheste Anlage der AUan-
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. II. R
258 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
tois und die Entwicklung des Amnion bei Lacerta und Tropido-
notus. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 40 p. 214—246, Taf. 13 bis
14, 1 Holzscbn.
Derselbe bestätigt in einer Arbeit über das Amnion des
zweiblättrigen Keimes bei Eidechsen und Schlangen die Strahl'-
sche Entdeckung, dass bei den Reptilien das Kopfamnion an-
fangs nur aus Ectoderm und Entoderm besteht. Dasselbe legt
sich hier nämlich schon an, ehe das Blastoderm drei- resp.
vierblättrig geworden ist. Der ebengenannte Zustand ist aber
nur vorübergehend, denn in späteren Stadien der Entwicklung
besteht das Amnion wie bei den Vögeln aus dem Ectoderm und
dem somatopleuren Mesoderm. Die eigenthümlichen Zwischen-
stufen, welche das Amnion bei seinem üebergang aus diesem
primaeren Zustande in den später erworbenen zeigt, stehen mit
der Anlage des Mesoderms in engem Zusammenhange und wer-
den durch Hertwig's Coelomtheorie vollständig erklärt. Aus
den Mittheilungen des Verf. geht weiter hervor, dass bei allen
Amnioten, bei welchen das Amnion sich anlegt, wenn der Keim
noch zweiblättrig ist, die Keimblätter scheinbar umgekehrt liegen
müssen, und dass die von verschiedenen Autoren beschriebenen
Fälle von Umkehrung der Keimblätter einfach auf diesen pri-
maeren Zustand des Amnion zurückzuführen sind. Arch. f.
mikrosk. Anat. Bd. 23 p. 530 — 536, Taf. 25, Fig. 5 — 6,
4 Holzschn.
Derselbe macht endlich auch Mittheilungen über die Be-
ziehung der ersten Kiemeutasche zur Anlage der Tuba Eustachi!
und des Cavum tympani bei den Reptilien. Als Objecto dienten
Längsschnittserien der Embryonen von Lacerta und Tropidonotus.
Verf. stimmt in seinen Resultaten mit Koelliker überein, nur
findet er, dass der Canalis tubo-tympanicus, der der Spritzloch-
kieme bei den Selachiern und der embryonalen Spritzlochkieme
bei den Knochenfischen entspricht, in die Richtung nach oben,
aussen und vorn entwickelt ist. Das Auftreten einer fünften
rudimentaeren Kiementasche bei den Reptilien wird als neuer
Beweis für die phylogenetische Verwandtschaft mit den Ba-
trachiern hervorgehoben. In derselben Folge, in welcher die
Kiementaschen sich entwickeln, scheinen sie später auch wieder
zu verschwinden; Rückbildung wie Anlage schreiten also von
aussen nach innen fort. Ebenda p. 525—530, Taf. 25, Fig. 1—4.
In einer Arbeit über die Entwicklung der Spinalganglien
Herpetologie während des Jahres 1884. 259
und der Nerveuwurzeln findet D. A. Onodi, dass im Rücken-
mark bei Reptilien (Lacerta agills, muralis)^ Batraclüeru {Triton),
Fisch- und Vogelembryonen ganz übereinstimmende Entwicklung
der Intervertebralganglien statthabe, dass aber im Gehirn bei
Fischen, Batrachiern und Reptilien einerseits und bei Vögeln
andererseits dieselbe eine wesentlich verschiedene sei. Bei der
Eidechse sind einige infolge der Auflockerung am dorsalen
Theilo des Medullarrohres sich absondernde Zellen als aller-
erste Auftrittsform des Spinalganglions zu bezeichnen. Math.
Nat. Mitth. aus Ungarn Bd. 2 (1883—84) p. 310—338, Taf. 10.
Biologisches. J. v. Fischer beschenkt uns mit einem
ausführlichen eigenen Werke über Haltung, Pflege und Zucht
der Kriechthiere. Das Buch zerfällt in drei Abschnitte: Her-
stellung und Einrichtung der Terrarien, Bepflanzung und Be-
völkerung derselben. Namentlich der letzte Abschnitt, der eine
vollständige Aufzählung und Beschreibung der im Handel vor-
kommenden Reptilien und Batrachier enthält und alles, was
Verf. über ihre Haltung und Pflege selbst erprobt hat, in
gefälliger Form mittheilt, bringt viel neues biologisches Mate-
rial. Dass die angewendete Systematik und Nomenclatur viel-
fach veraltet ist, thut dem Werke keinen wesentlichen Abbruch,
da Verf. es verstanden hat, trotzdem alles recht übersichtlich
zu ordnen und ausserdem ein deutsch-lateinisches Register bei-
gegeben hat. Das Buch füllt eine empfindliche Lücke aus.
Das Terrarium, seine Bepflanzung und Bevölkerung. Frankfurt
a. M., Mahlau & Waldschmidt, 15 u. 384 pgg., 40 Holzschn. 8".
Ueber Nahrung und Ernährung einiger Reptilien in der
Gefangenschaft giebt G. Schubert kurze Notizen. Danach kann
Boa miirina 500 Tage hungern, Champsa lucius verzehrt wöchent-
lich 8 Kilo Fleisch. Zool. Garten p. 54.
In einem Kapitel über Vertheilung von Farbe und Färbung
im Thierreich und über deren Gesetze behandelt L. Came-
rano auch die Färbungen bei den Batrachiern und Reptilien.
Mem. Accad. Torino (2) Bd. 36 p. 349-350.
Nach der Calcuttaer Amtszeitung sollen in Britisch -Indien
im Jahre 1882 durch Crocodile 202 und durch Schlangen 19579
Menschen um's Leben gekommen sein. Erlegt und mit Schuss-
geld bezahlt wurden während dieses Zeitraumes 322421 Schlan-
gen. Zool. Garten p. 285.
Palaeontologisches. Als eine der besten Zusammen-
260 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
stelluugeu, die wir im Augenblick über die fossilen Reptilien
und Batracbier in deutscher Sprache besitzen, dürften die Ab-
schnitte über Amphibien p. 445—461 mit 15 Holzschn. und
über Reptilien p. 461 — 503 mit 32 Holzschn. in R. Hoernes'
„Elemente der Palaeontologie, Leipzig, Veit & Co." zu be-
zeichnen sein. Den neueren systematischen Eintheilungen von
Owen, Marsh, Fritsch u. a. ist nach Möglichkeit Rechnung
getragen.
Eine Erörterung der Frage, ob die Säugethiere sich vom
Batrachier- oder vom Reptiltypus abgezweigt haben, bringt
E. D. Cope. Neuere Versteinerungsfunde machen die letztere
Annahme wahrscheinlicher, was mit mehrfachen Gründen belegt
wird. Die Reptilien sind in ihrer ältesten Ordnung, den
Theromorphen, wahrscheinlich von den rhachitomen Batrachiern
abzuleiten, und die Batrachier von den Dipnoern, aber nicht
von einer der jetzt bekannten Formen dieser Unterklasse. Die
Batrachier nennt Verf. eine fast gänzlich degradirte Reihe; die
Sirenidae seien dafür ein gutes Beispiel und gehörten zu
keinem primitiven Typus. Auch die Reptilien bildeten eine
zurückgehende Reihe; verglichen mit den Theromorphen sind
die Crocodilier degradirt, und die Lacertilier seien es noch in
höherem Grade. Unter den Schlangen sind es auch die Typhlo-
piden, doch dürfte diese Ordnung im ganzen als eine aufstei-
gende Entwicklungsreihe aufzufassen sein. Auch die Dinosaurier
und Pterosaurier stellten aufsteigende Reihen dar, vielleicht
beide in den Vögeln endend. Amer. Naturalist Bd. 18 p. 1136
bis 1137 und p. 1255- 1257.
Mit der Herausgabe der Supplemente der Reptilien aus
dem Wealden, mit den Reptilien des Kimmeridge und der
mesozoischen Formationen hat das grossartig angelegte Werk
R. Owen's über die fossilen Reptilien Englands seinen Abschluss
gefunden. Schon 1881 waren die Theile über die Reptilien
des Tertiärs, der Kreide, des Wealden und Purbeck und des
Lias beendet und im Verkehr. History of British Fossil Rep-
tiles. 4 Bde. London, Cassel & Co. 4« mit 268 Taf.
W. T. Blanford bringt eine Zusammenstellung der im
Pliocaen von Pikermi (1 Testudo, 1 Varanus) und der im Plio-
caen der Siwalik Hills gefundenen Reptilgattungen (Crocodilia:
1 Crocodüus, 3 Gavialis; Lacertilia: 1 Varanus; Chelonia: 1 Colos-
socJielys, 1 Testudo, 2 Bellia, 1 Damonia, 1 Emys, 1 Cautleya, 1 Fang-
Herpetologie während des Jahres 1884. 261
sJiura, 1 Emyda, 1 Triowjx), sowie der aus den Panchet-Sebichten
des ostindischen Gondwäua-Systems, das Verf. dem Jura zuweist,
bekannten Reptilien (Dinosauria: 1 AncUtrodon; Dieynodontia:
2 Dicynodon) und Batrachier (Labyrinthodontia: 2 Gonioghjptus,
1 Glyptognathus, 1 Pachygonia). Aus den Kota-Maleri- Schichten
desselben Systems nennt Verf. 2 Reptilgattungen (1 Hyperoda-
pedon, 1 Parasuclius). Adress Geol. Sect. Brit. Assoc. Montreal,
London 8° und Nature Bd. 30 p. 440—448.
E. D. Cope's Riesenwerk „The Vertebrata of the Ter-
tiary Formation of the West, Book I" in F. V. Hayden's Report
U. S. Geol. Survey of the Territories Bd. 3, Washington 4**.
34 und 1009 pgg., Taf. 1— 75 a enthält auch die fossilen Kriech-
thiere der Puerco, Wasatch und Bridger Schichten (Eocaen) und
der White River und John Day Schichten (U. und Mittl. Mio-
caen) des Westens der Union. Die für uns wichtigste Ent-
deckung ist der Nachweis des Laramie- Genus CJiampsosaurus in
Tertiärschichten. In einem einleitenden Kapitel werden die
americ. Schichtenfolgen mit denen der alten Welt auf Grund
ihrer Reste zu parallelisiren versucht. Wir greifen folgendes
als wichtig heraus. — Aus Kohlenschichten darf von Batrachiern
Ocstocephcdus (americ.) mit Urocordylus (europ.) verglichen werden,
Ceraterpetum ist beiden Hemisphaeren gemeinsam. — Generische
üebereinstimmung findet sich nicht zwischen amer. und europ.
Perm, doch sind Clepsydrops und Dimetrodon (amer.) nahe ver-
wandt mit Deideroscmrus (europ.) und Lycosaiirus (afric). Fario-
tichus (amer.) ist wahrscheinlich identisch mit ProcohpJion Ow.
(afric. und europ.). Rhachitomi finden sich in America und
Frankreich. Cricotus Cope wird mit Diplovertehmm Fritsch paral-
lelisirt. Die permischen Bolosaurus, Diadectes und Empedocles sind
dagegen bis jetzt nur aus America bekannt. — Im Keuper
lebten Bdodon in America wie in Europa und parallele, wenn
nicht identische Arten von Thecodontosanrus und Pcdaeosaurus.
Auch stegocephale Batrachier, meist Labyrinthodonten , zeigen
sich im Keuper beider Welttheile. — Im Jura Americas fehlen
die oolithischen Genera Plesioscmrus , IcMhyosaurus , Pliosaurus, Di-
rnorphodon, Teleosaurus und Stenosaurus gänzlich, dagegen finden
wir in den Camarasaurus-Schichten der Rocky Mts. sehr wahr-
scheinlich Megalosaurus und in einem fraglichen Cetiosaums und
in Epanterias Analoga der (europ.) Gattungen Cetiosaurus und
Streptospondylus. Es fehlen weiter in America die im europ.
262 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Kimmeridge vorkommenden Archaeopteryx, BhamphorhyncJius und
Pterodactylus , doch ist der (europ.) Omosmirm durch den (amer.)
HypsirTioplius , der (europ.) Iguanodon praectirsor Sauv. durch den
(amer.) Caulodon vertreten. — Dem Wealden Europas ent-
sprechen mit einigem Zweifel amer. Vertreter der Gattungen
HypsilopJiodon, Cetiosaurus Und GoniophoUs; der (amer.) Camarasaurns
aber entspricht nahe dem (europ.) Omithopsis {Chondrosteosaurus
Ow.). Eigenthümlich bleibt dem europ. Wealden Iguanodon und
Hylaeosaurus, den (amer.) Camarasaurus- Schichten Amplicoelias.
Eucamerotus und Camarasaurus sind nicht identisch, die Neural-
dornen der vorderen Rückenwirbel sind einfach bei jenem,
doppelt bei diesem p. 27. In der Niobrara- Epoche der amer.
M. Kreide dominiren 4 Genera von Pythonomorphen , während
Elasmosaurm, Polycotylus, Schildkröten und eine eigenthümliche
Pterosaurier- Gruppe nur einzeln auftreten; Crocodile fehlen.
Gemeinsam mit der U. Kreide Europas ist Elasmosaurus. In der
Fox Hills Gruppe, die Verf. als Ob. Kreide auffasst, erscheinen
in America Mosasaurus, die ersten Crocodile mit procoelen Wir-
beln und die Propleuriden. Die wichtigsten Dinosaurier dieser
Gruppe sind Laelaps und Hadrosaurus; letzterer wie auch die
Adociden fehlen Europa. Dagegen ist Mosasaurus mit den
(europ.) Maestricht- Schichten gemeinsam. — In den Laramie-
Schichteu, dem americ. Post-Cretaceous, herrschen p. 29 Dino-
saurier der Gattungen Falaeosc'mcus, Cionodon, Diclonius, Monoclonius
und Dysganus vor, die Europa vollkommen fremd sind. Croco-
dile und Schildkröten sind gleichfalls nachgewiesen worden.
Champifosaurus und Compsemys Leidy stimmen mit untereocaenen
europ. Gattungen überein. — Beschrieben werden p. 100 aus
den Bridger Schichten (U. Eocaen) von Batrachiern nur Bruch-
stücke eines Anuren aus den Fischschiefern der Green River
Epoche in Wyoming. Es ist dies der älteste bekannte Rest
eines anuren Batrachiers, aber zu genauerer Bestimmung un-
geeignet. Von Reptilien p. 101 des amer. Eocaens finden sich
5 Crocodile in den Wasatch, 6 andere in den Bridger Schichten,
eins ist gemeinsam. Von den 42 Schildkröten zeigen sich 16
in den Wasatch, 32 in den Bridger und Washakiebildungen ;
6 sind gemeinsam. Aus der Kreide gehen bis in's amer. Eocaen
Emys, Trionyx und ? Plastomenus; 6 Genera von Schildkröten er-
scheinen zum ersten Mal und 5 davon scheinen auch im Eocaen
bereits wieder zu erlöschen. Von Eidechsen hat Verf. wenig
Herpetologie während des Jahres 1884. 263
gefunden; 21 Species aus den Bridger Schichten hat aber Marsh
bereits beschrieben; ihre Verwandtschaften sind noch dunkel.
Oreosaurus Msh. non Pts. ist =: Xestops Cope 1873. Zweifellos
gehören einige dieser Formen zu den Placosauridae Gerv. Total
22 Arten. Ophidier kennt man ans americ. Eocaen 6 Arten
p. 102. — Von eocänen Schlangen werden beschrieben und
abgebildet p. 102 1 Protagras Cope, verglichen mit Boamis Msh.
und 1 Heiagras Cope; von Choristoderen p. 104 3 Cfmmpsosaurus
Cope. Was die Schildkröten des amer. Eocäns anlaugt, so
giebt Verf. nicht bloss eine Eintheilung aller fossil existirenden
Familien (vergl. Ber. f. 1883 p. 392), sondern er bringt auch
die Unterscheidungsmerkmale der sämmtlichen ihm fossil be-
kannten Genera. Weiter wird über Entwicklung des Schild-
krötenstammes während der verschiedenen geologischen Perioden
umfassendes Material beigebracht, auf das hier leider nicht ein-
gegangen werden kann. Beschrieben und abgebildet werden
von eocaenen Trionychiden p. 116 1 Axestus Cope, 9 Trionyx,
9 Plastomenus; von Chelhydroiden p. 127 2 Anostira Leidy; von
Testudiniden p. 130 11 Emys Brongn. (darunter E. ShaugJinessiana
n. sp. p. 135, Taf. 23, Fig. 3—6 aus dem Bridger von Wyo-
ming), 1 Dermatemgs Gray und 3 Hadrianus Cope. Fraglich zu
den Adociden p. 142 gehört 1 Notomorplm Cope, die ebenfalls
abgebildet wird. Von eocaenen Baeniden bringt Verf. Abbil-
dungen und Beschreibungen von 4 Baena Leidy. Von eocaenen
Crocodiliern p. 152 finden wir Beschreibung und Abbildung von
7 Crocodilus. — Die miocaenen Schichten der White River und
John Day Gruppe enthalten nach dem Verf. p. 761 keine Cro-
codiliden, nur wenige Schildkröten und Eidechsen, und nur die
Schlangen werden zahlreicher. Gefunden wurden in den ge-
nannten Schichten Schildkröten 4 resp. 1, Eidechsen 8 resp. 1,
Schlangen 4 resp. 1; alle schliessen sich nahe an noch lebende
Formen an. Die miocaenen Schildkröten des amer. Westens
p. 762 sind sämmtlich Testudiniden. Beschrieben und abge-
bildet werden 5 Testudo (darunter T. quadrata n. sp. p. 764,
Taf. 61, Fig. 5 aus den White River Beds von N. 0. Colorado)
und die der lebenden Mannria verwandte Stylemys Leidy mit
1 Art und 1 Varietät. Die miocaenen Eidechsen p. 770 ge-
hören zu den Anguidengattungen Peltosattrus Cope und Eostinm
Cope mit je 1 Art; unbekannt sind die Verwandtschaften der
gleichfalls genau beschriebenen und abgebildeten 1 Aciprion Cope,
264 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
1 Diac'mm Cope, 3 Platyrliacliis Cope (darunter PL rhamhestes
n. sp. p. 779, Taf. 60, Fig. 18 aus dem White River Beds)
und 1 Cremastosauriis Cope. Was endlich die miocaenen Schlangen
anlangt, so beschreibt Verf. p. 781 die Erycide ApMopMs Cope,
verwandt mit Charina, mit 1 Art, dann OgmopUs n. gen., in den
Wirbeln verwandt mit ApMopMs, mit den Arten 0, Oregonensis
n. sp. p. 783, Taf. 58 a, Fig. 9—11 aus den John Day Beds
in Oregon und 0. angulatus Cope {Calamagras angulatus Cope olim),
die Erycide Calamagras Cope mit 1 Art und die fraglich zu den
Crotaliden gestellte Gattung Neurodromicus Cope gleichfalls mit
1 Art.
Nach einer geschichtlichen Einleitung über die permischen
Kupfersandsteine am Westabhang des Ural und der Entdeckung
ihrer Wirbelthierfauna beschreibt H. Trautschold in seiner
Arbeit über die Reste permischer Reptilien des palaeontolo-
gischen Kabinets der Universität Kasan von Reptilien Reste
eines BrkJwpus (Cynodontidae) , eines Deuterosaurus (Rhopalodon-
tidae) und eines neuen Udemdon (rugoms). Die Gattung Uden-
odon Ow. war bis jetzt nur aus der U. Trias des Caplandes
bekannt gewesen. Von Batrachiern beschreibt Verf. einen neuen
Platyops (Stuckenbergi) und einen Zygosaurus (Chauliodontidae).
Von der Gattung Platyops Twelv. (Archegosauridae) wird p. 26
eine verbesserte Diagnose gegeben. Die weiter behandelte neue
Gattung Tremat'ma (foveolata) hat sich inzwischen als das Gaumen-
bein eines Esox herausgestellt. N. Mem. Soc. Nat. Moscou
Bd. 15 p. 5— 38j Taf. 1—8, 7 Holzschn. — Ref. in N. Jahrb.
f. Mineral. 1885 Bd. 1 p. 318 und in Naturalista Siciliano
Bd. 4, Cenni bibliogr. p. 26.
In einem Fünften Beitrage zur Kenntniss der Fauna der
Permformation von Texas und des Indianer-Territoriums (vergl.
Ber. f. 1883 p. 383) beschreibt E. D. Cope von Batrachiern
2 neue Crkotns {crassidlscus , Jiypantricus) und giebt neue Details
zu lieteroclitus Cope, alle aus Texas. Die Neuralbögen von
Cricotus sind nicht bis zu den Centren mit einander verknöchert,
das Sacrum besteht nur aus einem Centrum und einem Inter-
centrum, einige Rippen sind zweiköpfig, und es existirt eine
hyposphenale Gelenkverbindung. — Von pelecysauren Reptilien
werden beschrieben 2 neue Clepsydrops {leptocephalus, an dem
auch die Gattungsmerkmale erläutert werden, und macrospon-
dylus) und ein neuer Edaplwsaurm {microdus) y alle ebenfalls aus
Herpetologie während des Jahres 1884. 265
Texas. Zu den Clepsydropidae gehören die Genera TUropleura,
Dimdrodon lind Emholophorus. Sodann untersucht Verf. p. 38,
Fig. den Hinterfiiss der Pelecysauria,. namentlich Tarsus und
Metatarsen von Clepsydrops ncualis, constatirt die säugethierähn-
liche Bildung desselben und weist nach, dass die Beziehungen
von Astragalus und Calcaneus zu einander und zur Fibula u. a.
ähnlich wie bei den Monotremen sind. Er betrachtet „the sub-
cylindral proximal part of the astragalus" als das Intermedium
und lässt auch das zwischen „Astragalus" und Naviculare ge-
legene Tibiale mit der Tibia articulirt haben. Weiter bespricht
Verf. die Form und Stellung der Columella auris bei Clepsydrops
leptocepTialm p. 41, Fig. und die Bildung des Quadratbeins bei
dieser Gattung (Fig.). Endlich hebt er p. 43, Fig. die Gelenk-
verbindung der zweiköpfigen Rippen bei Embolophorus hervor,
die sich ungemein der der Säugethiere nähert und leitet die
Säugethiere überhaupt von den Pelecysauriern ab. Paleontol.
Bull. No. 39, Philadelphia p. 28—47, Taf. 1 und Proceed.
Amer. Philos. Soc. vom August. — Ref. in N. Jahrb. f. Mineral.
Jahrg. 1885 II p. 158-160.
G. Gürich giebt in einer Abhandlung über Saurier des
oberschlesischen Muschelkalks die Beschreibung einiger Notho-
saurier (vergl. diese). Von Placodontiern wird Placodus (im
engeren Sinne) und Cyamodus, von Lacertiliern Cladyodon, von
Labyrinthodonten ein nicht näher bestimmtes Fragment be-
schrieben. Ein systematisch noch nicht festgestelltes sehr eigen-
thümliches Gebiss wird schliesslich als Eupleurodus (sulcatus)
diagnosticirt und abgebildet; vielleicht gehört es einem Pycno-
donten an. Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin p. 125 — 144, Taf. 2.
Beyschlag bringt Notizen und Literatur über Thierfährten
(Ckirotherium , Dinosaurier) im mittleren Keuper Südthüringens.
Ebenda (1883) p. 870—871.
A. De Zigno (vergl. Ber. f. 1883 p. 397) hat die foss.
Wirbelthiere der mesozoischen Ablagerungen in den venetia-
nischen Alpen zusammengestellt. Ausser dem Schädel eines
neuen Steneosaurus {Barretoni) und den Rippen eines Plesiosaurus
aus dem Ammonitico rosso wird eine Protostega aus der Scaglia
von Fane und das Rostrumfragment eines Ichthyosaurus aus secun-
därer Lagerstätte von Erbezzo erwähnt. N. Saggi R. Accad.
Sc. Padova Bd. 9 Pt. I (1883). — Ref. in Klein's Rev. d.
Naturwiss. Bd. 14, 1886 p. 81.
266 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
E. Koken giebt eine wichtige und umfangreiche Abhand-
lung über die Reptilien der norddeutschen U. Kreide (4 Mthyo-
saurus, 3 Plesiosaurus , 1 Folyptychodon , 1 Enaliosuchus , 1 Ornitho-
cheiriis) mit zahlr. Holzschn. und Taf, 23—25. Zeitschr. d. d.
Geol. Ges. Berlin (1883) p. 735-827. — Ref. in N. Jahrb. f.
Mineral. 1885 Bd. 1 p. 317—318.
Eine kurze Aufzählung der bis jetzt aus norddeutschem
Wealden (U. Kreide) bekannten Reptilien bringt Degenhardt.
Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin p. 681—682.
Ueber neue Tertiaerfunde von Crocodilus Ehertsi Ludw. und
Alligator Daridni Ludw. bei Messel nächst Darmstadt p. 165
bis 167 und von Pseudopus Mogunünus Bttg. und Hyla in den
Corbiculaschichten der Schleusenkammer bei Frankfurt a. M.
p. 242 berichtet F. Kinkelin. Ber. Senckenberg, Ges. Frank-
furt 1884.
In seiner Abhandl. über die Dihivialfauna von Zuzlawitz
bei Winterberg im Böhmerwalde führt J. N. Woldrich p. 1013
und p. 1040 Wirbel zweier Schlangenarten, sowie Rmm tempo-
raria L., ? esculenia L. und 2 Arten von Bufo als dort vorkom-
mend an. Sitz. Ber. Akad. Wien Math. Nat. Cl. Bd. 88 I.
Palaearctische Region. V. L. Seoane nennt p. 14
als Einwohner der spanischen Prov. Galicia Vipera herus Seoanei
Lat., Tropidonotus viperinus und natrix var. astreptophora n., Coro-
ndla Girundica und Austriaca, Angui.% Seps chcdcides, Lacerta muralis
var. Bocagei n., L. ocellata var. Iberica n., L. Schreiheri Bedr.,
Sphargis, Thalassoclielys caretta, Chelone viridis und Cistudo. Identidad
de Lac. Schreiber! y L. viridis var. Gadovii Blgr. e investi-
gaciones herpet. de Galicia. La Coruna , Viceute Abad , 8 ^.
19 pgg.
V. Simonelli kennt von der Insel Pianosa bei Elba nur
Lacerta muralis, Pliyllodactylus, He?nidactylus und Zamenis viridiflavus;
Batrachier fehlen. Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa, Proc. verb.
Bd. 4 p. 67.
J. C. Forsyth Major verzeichnet als characteristisch für
die Tyrrhenis (vergl. Kosmos Bd. 7, 1883 p. 13) in einer ver-
vollständigten und verbesserten Liste von Reptilien Codopdtis,
Tropidonotus viperinus, Zamenis Mppocrepis, Rkinechis, Gongylus, Acan-
tliodactylus , Psammodromus , Lacerta oxycephahi. und ocdlata, Algirä,
Notopholis und PJiyllodactylus , von Batrachiern Euproctus Rvsconii,
Salamandra Corsica Und Discoglossus. Ebenda p. 48 — 50.
Herpetologie während des Jahres 1884. 267
Heron-Royer fand hei Ayl^won Lacerta viridis, Tropidonotus
natrix, viperinns lind Rana escidenta, Pelodytes, Pelobates cultripes, Bufo
calamita, vulgaris, Alytes, Triton palmatus und eine angeblich neue
IJyla, welch' letztere er im ganzen Dep. Basses Alpes antraf.
Bull. Soc. Zool. France Bd. 9 p. 221.
A. Gentil, Erpetologie de la Sarthe in Soc. d'Agric, Sc.
et Arts de la Sarthe, Le Mans 1884; auch separat Le Maus
(1885), 8^ 32 pgg.
H. Ludwig, Die Wirbelthiere Deutschlands in übersicht-
licher Darstellung, Hannover, Hahn, 8^8 und 200 pgg., 64
Holzschn.
W. J. Behrens nennt aus der Umgebung von Elberfeld
von Reptilien Coronella, Tropidonotus natrix, Vipera herus im Burg-
holze, Anguis, Laceria agilis und vivipara, von Batrachiern Rana
escidenta, oxyrrldnus, platyrrMnus, Bufo cinereus, variabilis, Hyla, Bom-
hinator, Salamandra, Triton cristatus, alpestris, punctatus (taeniatns) und
Helveticus, letzterer in den Sümpfen der Varresbeck. Jahr. Ber.
Nat. Ver. Elberfeld Heft 6 p. 78—79.
Conwentz giebt ein kurzes, leider wenig kritisches Ver-
zeichniss der Kriechthiere Westpreussens. Lacerta stdlata Schrank,
die rothrückige Eidechse, komme selten vor, L. viridis und Co-
ronella seien früher bei Thorn gefunden worden. Da das Vor-
kommen der meisten Thiere nur als wahrscheinlich gemeldet
wird, hat ihre Aufzählung hier keinen Werth. Schrift. Naturf.
Ges. Danzig N. F. Bd. 6 p. 13.
Eine Aufzählung der Kriechthiere Dalmatiens bringt M.
Katuric. Bull. Soc. Adriat. Sc. N. Trieste Bd. 8 p. 123—131.
S. A. Stobiecki fand in der Babia göra (W. Karpathen)
Lacerta agilis, Anguis, Vipera herus, Tropidonotus natrix und Bufo
cinereus, Bombinator, Rana temporaria, Salamandra maculosa, Triton
alpestris. Ber. Physiogr. Comm. Akad. Krakau Bd. 17 (1883)
p. 1 — 84 (polnisch).
0. V. Loewis giebt eine recht anschauliche Schilderung
des Lebens der Reptilien in den russischen Ostseeprovinzen.
Es finden sich nur 7 Arten: Cistudo, Lacerta agilis, vivipara, An-
guis, Vipera herus, Tropidonotus natrix und Coronella. Die Reptilien
Kur-, Liv- und Estlands, Riga, N. Kymmel, 8^ 62 pgg.
A. Walecki verzeichnet in seinen Materialien zu einer
Zoogeographie Polens (vergl. Ber. f. 1882 p. 511) von Reptilien
Cistudo, Lacerta viridis, agilis, vivipara, Podarcis variahilis (?), Anguis,
268 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Coronella, Calopeltis Aesculapii, Elaphis sauromates, Zamenis mrldiflavus,
Tropidonotus natrix, tessdatiis, Vipera beriis, von Batrachiern Rana
viridis, temporaria, Bufo vulgaris, viridis, calamita, Hyla, Pelohates,
Bombinator, Salamandra maculosa, atra (?), Triton cristatus, alpestris,
taeniatus, Physiogr. Denkschr. Warschau (1882) Bd. 2 p. 358
bis 394.
F. Th. Koeppeu's drei Abhandlungen (vergl. Ber. f. 1883
p. 388) erschienen jetzt auch separat. lieber die Verbreitung
einiger Säugethiere in Russland, insbesondere in der Krim, mit
Bemerkungen zur Herpetologia Taurica. St. Petersburg, 8''.
260 pgg., 1 Karte.
0. Boettger zählt aus Abchasien, W. Kaukasus, auf
Lacerta viridis, praticola Eversm., Pseudopus, Anguis, Tropidonotus
tesselaius, Vipera berus und Bufo vulgaris. Ber. Senckenberg. Ges.
Frankfurt p. 144—145.
Für denjenigen, welcher sich näher für das Vorkommen
und die geographische Verbreitung der Reptilien und Batrachier
der mittleren Gobi N. 0. Tibets und des Oberlaufs des Gelben
Flusses (Chuan-che = Hwang-ho) interessirt, dürften die genauen
Angaben in N. v. Prschewalski's Reisen in Tibet, übers, v.
Stein-Nordheim, Jena, H. Costenoble, und namentlich die Nach-
weise auf p. 44, 55, 59, 112, 238, 253, 257 willkommen sein.
Die neuen Arten sind schon früher durch A. Strauch beschrie-
ben worden.
J. A. Murray nennt als Bewohner Persiens Stellio nuptus
var. fusca Blfd. und CentrotracMus Asmussi Str. von Buschehr,
Hemidactylus Cocteaui D. B. von Beludschistan, Buschehr und
Tanjistan, Gymnodactylus brevipes Blfd. und scaher Rüpp. von
Buschehr und Tanjistan, letzteren auch von Fao im Schat-el-
Arab in S. Mesopotamien und von Beludschistan, Pristurus ru-
pestris Blfd. und Rhagerrhis productus Pts. von Buschehr und Tan-
jistan, Ceramodactylus Doriae Blfd. und affinis n. sp. VOn Tanjistan,
and Bufo viridis von Buschehr, der genau beschrieben wird.
Bei CenirutracJielus sind Bemerkungen über die Lebensweise, bei
Hemidactylus scaber genaue Beschreibung und Tabelle der Unter-
schiede der 7 nächstverwandten Arten beigegeben. Rhagerrhis
wird ebenfalls eingehend beschrieben und in 3 Holzschn. abge-
bildet. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 97—106.
J. A. Murray, The Vertebrate Zoology of Sind. A syste-
matic account with descriptions of all the known species of . . .
Herpetologie während des Jahres 1884. 269
,Reptiles and Batrachians, inhabiting the Province etc. Bombay,
1884, 8°. Figg. ist mir niclit ziigäuglich gewesen.
Derselbe fügt der Reptilfaiina von Ob. Sind 1 neue
Schildkröte, 1 neuen Gecko, sowie Gymnodaciylus scabev Rüpp.
von Sukkur und Laki und AcontiopMs paradoxa Gthr. von Zungi-
poor (Thool Talooka) an. Ann. a. Mag. N. H. (5) Bd. 14
p. 106— IIX.
Nordamericanische Region. S. Garman, The Rep-
tiles and Batrachians of N. America. Mem. Mus. Harvard Coli.
Bd. 8 (1883) 31 und 185 pgg., 9 Taf. (vergl. Ber. f. 1883
p. 410). Die flüssig geschriebene Einleitung über Systematik
und Biologie der Kriechthiere und ihrer Ordnungen bringt nichts
wesentlich neues. Der speciellere Theil I. Ophidia dagegen ist
reich an neuen Beobachtungen. Es werden alle Arten südlich
bis zum Isthmus von Tehuantepec vorgeführt, Abbild, aber nur
von den im Staat Kentucky vorkommenden Schlangen gegeben.
Eine 10. Taf., die auf dem Titel angegeben ist, fehlt.
S. Garman, The N. Americ. Reptiles and Batrachians.
A List of the Species occurring north of the Isthmus of Tehuan-
tepec, with References. Salem 8^ 46 pgg. Die beigesetzten
Jahreszahlen und die Verweisung auf die Originalpublication für
jede einzelne Species machen die Arbeit besonders dankens-
werth. Auf die genaue Angabe der geographischen Verbreitung
ist ebenfalls Werth gelegt. 2 neue Batrachiervarietäten. Aus
Bull. Essex Instit. Salem Bd. 16.
E. D. Cope bringt eine scharfe Kritik der beiden genannten
Garman'schen Arbeiten. Er rügt die Inconsequenz in der Zurück-
weisung der Gattung Eutaenia und in der Annahme des Genus
OpUholus. Ilypsiglena Cope werde angenommen, aber H. torquata
unter Sihon gestellt; Sibon padficus Cope und personotus Cope
seien gute Arten und hätten mit Hypsiglena torquata nichts zu
schaffen. SymphoUs Uppiens Cope stehe das eine Mal unter
Geoph's, das andere Mal unter dem Synonym CMlorhina Villarsi
Jan. Contia isozona, eine Varietät von episcopa, stehe unter dem
Subgenus Sonora; C. pygaea fehle ganz. Auch die Anordnung
von Geotriton und OpUholus wird bemängelt. Biploglossus mille-
punctatus O'Shgh. sei kein Eumeces. Crotahts Ximenezi sei =
pohjstictiis , während polystictus unter dem von ihm verschiedenen
Cr. triseriatus Wagl. als Synonym stecke. Amor. Naturalist
Bd. 18 p. 513—515.
270 Boettger: Berieht über die Leistungen in der
Ueber die Lebensgewohnheiten der Reptilien von Texas
macht H. Nehrling anschauliche Mittheilungen. Von Gift-
schlaugen werden Crotalus durissus und Crotalophorus terge?ninus,
Ancistrodon contortrix, dessen Biss wohl in 20 Fällen weder den
Tod noch gefährliche Leiden zur Folge gehabt hätte, und Toxic-
oplils piscivorus aufgezählt, von unschädlichen Arten OpUholus
epimius, ein geriebener Vogel- und Eierdieb, und 0. Sayi, Mas-
tigopJiis und CemopJiora coccinea, von Eidechsen AnoUus Carolinensis,
Ameiva sexUneata und Phrynosoma cornuium, von Crocodilen Alligator
Mississippiensis ; als bemerkenswerthe Schildkröten werden Macro-
clemmys lacertina, die bis 80 Pfund schwer wird, sowie der schmack-
hafte Trionyx jerox, endlich Ozotlieca odorata Und Emys pseudo-
geograpJiica in ihrem Gebahren eingehend geschildert. Zool.
Garten p. 230—234 und p. 259—262.
S. Garman giebt eine Uebersicht der Reptilien von Ber-
muda. Aufgezählt werden nur 5 Arten, eine Eidechse, Eumeces
longirostris Cope, und die 4 Seeschildkröten Splmrgis cor'mcea,
Chelonia mydas, Thalassochelys cauana und Eretmochelys imhricata.
In der älteren Literatur finden sich keine genauen Angaben,
dass die Fauna früher etwa grösser gewesen wäre. Eine ein-
gehende Schilderung giebt eine sehr gute Vorstellung von der
Häufigkeit, den Gewohnheiten, der Fortpflanzung und dem
Fange der Seeschildkröten, namentlich auch durch Notizen aus
der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Sehr beachtenswerth ist
die Aufforderung zum Schutze der Thiere und die Angabe der
zweckmässigsten Mittel, wie ihre Anzahl an den Bermudas
künstlich gehoben werden könne. Bull. No. 25 ü. S. Nation.
Museum, Washington p. 285—303.
Indische Region. G. Tirant bringt durch Aufzählung
aller in der Literatur von Cochinchina und Cambodga bekannten
Arten sammt den von ihm neu beobachteten einen wichtigen
Beitrag zur Kenntniss dieser Länder. Besonderen Werth legt
Verf. auf die Feststellung der einheimischen Namen, der Lebens-
weise, des Vorkommens und der geographischen Verbreitung
zahlreicher wenig bekannter Species. Die Darstellung ist
frisch und anregend; Verf. beherrscht sein Gebiet in recht
befriedigender Weise. Unter den 24 aufgezählten Schildkröten
finden wir eine neue Pangshura, unter den 87 Schlangen eine
neue IlypsirUna. 21 Schlangen sind giftig; im Verhältniss zu
Britisch-Ostiudien aber sind die Menschenverluste an Schlangen-
I
Herpetologie während des Jahres 1884. 271
biss selten. Acrochordus Javanicus Hoi'St. ist häufig iu Cocbin-
cbina; er wird gegessen. Ein entschiedenes Wasserthier frisst
er Fische und Frösche; tagsüber ist er sehr träge. Auch Cher-
sydrus grwmUdus Schneid, ist in beiden Ländern sehr häufig,
Herpetum tentacidatiim Lacep. nicht selten; letzteres ist ebenfalls
eine specifische Wasserschlange und omnivor. Elaphis tamiurus
Cope ist vielleicht verschleppt, Ptyas mucosus L. selten. Von
Crocodiliden werden 2, von Eidechsen 36 Arten aufgezählt.
Batrachier sollen unglaublich Individuen- und wahrscheinlich
auch artenreich sein; doch kennt Verf. nur 15 Anuren, 1 Cau-
daten und 1 Apoden. Cochinchine Frangaise; Excursions et
reconnaissances Bd. 8, Saigon, 8°. — Auch separat: Notes s.
1. Reptiles etc. de la Cochinchine etc., Saigon (1885). 104 pgg.
A. A. W. Hubrecht zählt die von 4er holländischen Ex-
pedition 1877 — 79 in Centr. Sumatra gesammelten Kriechthiere
auf. Es sind 2 Schildkröten {Cyclemys orUculata Bell, Trionyx
Javanicus Schweigg.), 12 Eidechsen (Faronus-Schädel, Tachydromus
sexlineahis , Euprepes carinatus, Gecko guttatus, rtyclwzoum liomalo-
cephalum, Peripia Feroni, Spatliodactylus midüatus Gthr., Gymnodacty-
lus pvlchellus Gray, Draco volans, Lophyrus Sumatrünus Schleg.,
Bronchocela cristatdla, Lopliocalotes interruptus Gthr.), 18 Sclllangeu
[TypJdops nigroalhus, Simoies octolineatus, purpurascens Schleg., Cyclo-
pJds tricolor Gthr., Colidjer porphyraceus Cant. , melanurus Schleg.,
Tropidonotus triangnligerus, chrysargiis, Xenelapliis Jiexahonotus Cant.,
Dendrophis caudoUneatus Gthr. , pichis Schleg. , formosus Reinw.,
ornatus Schleg., Dryiopliis prasinus, Dipms dendropliüa, Naja tripii-
dlans, Trigonocephalus piiniceus Reinw. , Wagler l Schleg.) Und
9 Anuren {Rana Kuhli Schleg., tigrina, vHtigera, Bufo asper, Hylo-
rana erythraea, clialconota Schleg., Polypedates leucomystax, qiiadri-
lineatus, RhacopTiorus Reinwardä Boie). 3 Arten werden abgebildet.
Midden- Sumatra; Reizen en Onderzoekingen der Sumatra-Ex-
peditie 1877—79, red. v. P. J. Veth p. 1-9, 1 Taf.
J. F. Snelleman giebt dazu einige Notizen über Fang
und Lebensweise. Ebenda p. 15 — 20.
Africanische Region. L. Vaillant bringt die Liste
der von M. Chaper am Assinifluss, Goldküste, gesammelten
Kriechthiere. Es sind 8 Eidechsen {Clamaeleo Smegalensis Daud.,
Hemidactyliis fasciatus Gray, Varanus Nüoticus, Agama colonorum,
Lacerta Idrticauda n. sp. , Euprepes Blandbujl Hall., Chaperl n. sp.,
Cophoschicus n. gen., simulans n. sp.), 4 Schlangen {Python Sebae
272 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
LeptopUs smaragdinus, Lycophidiiim nigromaculatiim Schleg., Rhachio-
don scaher) und 3 Anuren {Hylamhates Auhryi A. Dum., Limnodytes
albilabris Hall., Bufo regularis). Interessant ist der Fund von
Python Sebae auf den Eiern in einem hohlen Baum p. 170. Bull.
Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 8 p. 168—171 und Bull. Soc.
Zool. France Bd. 9 p. 343—354, Taf. 12.
Von der Amphibienfauna der Guinea-Inseln S. Thome und
Rolas giebt uns R. Greeff ein anschauliches Bild. Diese Inseln
sind vulkanischer Natur und zeigen sich mit üppiger Vegetation
überzogen; fast jede bildet ein in sich abgeschlossenes kleines
Faunengebiet für sich. Von Reptilien zählt Verf. auf 4 Schlan-
gen: Naja hoje, Boodon Capensis D. B. (auch auf Rolas),
Phüoihamnus irregularis Leach und OnychocepTialus caecus D. B. 5
4 Eidechsen: Hemidactylus mabuia, Euprepes notäbilis Pts. , Mocoa
Africana Gray und Scalabotes Tlwmensis Pts. (letztere 2 nur auf
Rolas, Feylinia Currori Gray auf Principe); 3 Schildkröten:
Sternoihaerus Derbyanus Gray, Clielone viridis und imbricata. Von
Batrachiern wurden auf beiden Inseln gefunden ArihroUptis cal-
caratus Pts. und Slphonops Thom&isis Barb. Ein weiterer Frosch
wird vermuthet. Bemerkungen über specielles Vorkommen und
Lebensweise sind eingestreut. Sitz. Ber. Ges. z. Bef. ges.
Naturwiss. Marburg p. 47—50.
H. E. Sau vage hat die ihm vom Congo bekannten Kriech-
thiere zusammengestellt. Die sehr unvollständige Liste enthält
2 Schildkröten {Cinyxis erosa Gray, Gymnopus Aegyptiacus Geoffr.),
1 Crocodil (C frontatus Murr.), 6 Eidechsen {Hemidactylus verrii-
culatus, Agama colonorum, Varanus Niloticus, Euprepes Anchietae Boc,
Anelytrops elegans A. Dum., Feylinia Currori Gray), 19 Schlangen
{Onycliocephalus caecus A. Dum., ? Liberiensis Hall., Pytlion Sebae,
Elapomorplius Gdbonicus D. B., Simocephalus Poensis Gray, Elapsoidea
Güniheri Boc. , Philothamnus dorsalis Boc. , heterodon Und hoplogaster
Gthr. , ornatus uud Smithi Boc. , Leptophis smaragdinus, Psammophis
irregularis Fisch., Dendraspis angusticeps Smith, Naja Jiaje var.
Capensis Jan, Echidna rhinoceros und je eine neue RJioptrura, Ile-
licops und Aspidelaps)y 10 Anuren {Rana crassipes Buchh., occipitalis
und fuscigula Gthr., albolabris und subsigillata A. Dum., Rappia
marmorata Rapp, fuscigula Boc, Hylambates Aubryi A. Dum., rufus
Reich., Bufo regularis). Bull. Soc. Zool. France Bd. 9 p. 199
bis 208, Taf. 6.
H. H. Johnston giebt in seinen anschaulichen und Hebens-
Herpetologie während des Jahres 1884. 273
würdigen Schilderungen vom unteren Congo p. 313—320 auch
eine Aufzählung der durch ihn beobachteten (leider fast durch-
weg irrig bestimmten) Amphibien. Von Batrachiern werden
erwähnt Tomoptema adspersa ?, Rana fasciata, Cystignaihus Senega-
lensis, ein Discoglossus , Biifo tiiberosus und Brachymerus hifascialus
von Reptilien in erster Linie das Crocodil, von dem eine ein-
gehende Schilderung der Lebensgewohnheiten entworfen wird.
Von Crocodiliden werden Crocodüus vulgaris, marginatus, ? Mesticops
Bennetti, von Schildkröten Trionyx ? NUoticus, von Eidechsen
Monitor NUoticus, Regenia alhogularis, AcantJiodactylus , Eremias, Zon-
urus cordylus, Ptyodactylus gecko, Tarentola Capensis, Uromastix
spinipes, Agama, von Schlangen Hortulia, ein schwarzer PyiJion
und ? Clotlio genannt. Der Kongo, deutsche Ausg., Leipzig bei
Brockhaus, 8°.
M. Buchner nennt die Fauna des S. W. afric. Hochpla-
teaus zwischen 7. und 10. ° S. Br. sehr arm und zählt von dort
gesammelten Reptilien nur auf TypUops Eschrichti Schleg., Phito-
thamnus irregularis, Causus rhomheotus, Naja nigricoUis Reinh., Vipera
nasicornis Shaw und arietans, sowie von Batrachiern HyperoUus
vermiculatus Pts. Crocodile sind selten. Krebs' Humboldt
p. 139—140.
J. G. Fischer bespricht einige Reptilien von Nossi-Be und
Madagascar. Neben einer kurzen Notiz über Pachydactylus Cepe-
dianus Per. werden als neu beschrieben und abgebildet ein Uro-
plates und ein LeptopUs. Jahrb. Hamburg, wiss. Anstalten
Jahrg. 1 und Jahr. Ber. f. 1883 über d. Nat. Mus. Hamburg
p. 33—38, Taf. 3.
Aus der Ausbeute des Alert nennt A. Günther p. 486
Hemidactylus frenatus von den Eagle - Inseln (Amiranten) und Ger-
rJiosaurus Madagascariensis von den Gloriosa- Inseln. Report Zool.
Coli. Ind. Facif. Ocean. Voyage of Alert, London, 8°.
J. G. Fischer berichlit über die von Dr. G. A. Fischer
im Massai- Gebiete, 0. Africa, gesammelten Reptilien und Ba-
trachier. Einige der von Peters aus Mossambique beschrie-
benen Arten sind danach viel variabler und haben einen weit
grösseren Verbeitungsbezirk als man bis jetzt wusste. Neben
3 n. sp. fanden sich an Schlangen Corondla oUvacea Pts., Ablahes
Hildehrandti Pts. , Lycophidium Horstocki Schleg. , Boaedon quadri-
lineatus D. B. , Theletornis Kirtlandi Hall. , Philothamnus sp. äff.
irregidaris Leach, Bucephalus typus, Dasypeltis palmarum Leach,
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. S
274 Boettger: Bericht üder die Leistungen in der
Psammopliis punctulatus D. B. var. trilineata Pts., sibilans var. sub-
taeniata Pts. und var. intermedia Fisch., hiseriatus Pts., DinopUs
intermedius Gthr., Naja nigricollis Reinh. var. Mossamhica Pts., Bitis
arietans Merr., an Crocodilen Crocodilus vulgaris, an Eidechsen
ausser 2 n. sp. Euprepes varius Pts., Agama Mossamhica Pts.,
Rhampholeon Kersteni Pts. Neben einem neuen Batrachier sind
weiter zu erwähnen Bufo regidaris, Cassina argyreomttis Pts. und
Rappia concolor Hall. Bei allen genannten Formen finden sich
eingehende Bemerkungen; die neuen Species sind abgebildet.
Jahrb. Hamburg, wiss. Anst. Jahrg. 1 und Jahr. Ber. f. 1883
Nat. Mus. Hamburg p. 3—27, Taf. 1—2.
Tropisch-americanische Region. E. D. Cope nennt
als Zahlen der bis jetzt aus Mexico und Centr. America be-
schriebenen Reptilien: Crocodilia Gen. 2, Spec. 3; Testudinata
Gen. 11, Spec. 28; Lacertilia Gen. 42, Sp. 183; Ophidia Gen.
92, Sp. 274; in Summa Sp. 488 und Batrachia: Urodela Gen.
6, Sp. 15; Gymnophiona Gen. 4, Sp. 7; Anura Gen. 31, Sp.
98; in Summa Sp. 120. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 21 p. 701
bis 702.
Wegen Bocourt's Arbeit über die Schlangen Mexicos und
Centr. Amerikas vergl. unten Calamariidae.
Eine zweite Abhandlung desselben Verf. bringt Diagnosen
einer neuen Gattung und 9 neuer Arten von Schlangen aus
Centr. America. Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 133
bis 142.
D. Gronen giebt in Beiträgen zur Naturgeschichte von
Cuba auch eine Schilderung der einheimischen Reptilien, wesent-
lich nach Cocteau. Nichts Neues. Krebs' Humboldt p. 254 — 256.
C. Berg zählt die auf Dr. E. L. Holmberg's Reisen nach
Tandil und der Serra de la Tinta gesammelten Arten auf. Es
sind von Reptilien 4 Eidechsen {Podinema tegidxin, Proctotretus
pectinatus D. B., Danoini Bell, AmpUshaena Kingi Bell) und
7 Schlangen {Heterodon UOrUgmji D. B. , Coronella pulcheUa Jan,
LiopMs reginae, Merremi, OxyrrJiopus rJiomhifer D. B., Bothrops alter-
natus D. B., nasus Garm.) und von Batrachiern 3 Anuren {Bufo
agua, Hyla agresiris Bell, Vauterii Bell). Act. Acad. Cicnc. Cör-
doba (Argentina) Bd. 5 p. 93—97.
Nach Hyades fehlen dem Süden des Archipels der Feuer-
laudsinseln alle Kriechthiere. Compt. Rend. Paris Bd. 97 p. 1340
bis 1347.
Herpetologie während des Jahres 1884. 275
Australische Region. Wegen W. Macleay's Auf-
zählung der Schlangen des australischen Festlandes vergl. unten
Ophidia.
Derselbe veröffentlicht eine kurze Liste von Reptilien
aus dem Herbert River District, N. Queensland. Neu eine
Eidechse und 3 Schlangen, darunter die neue Coronelliden-
gattung HerhertopTiis. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 8 (1883)
p. 432-435.
Derselbe führt weiter aus Ripple Creek, Ingham, N.
Queensland, folgende Schlaugen an: Liasis ametliystinus, Tropido-
notus picturatus, Dendrophis hilorecdis, Pseudechis porphyraceus , Hoplo-
cephalus nigrescens und 2 n. sp. Dendrophis hilorealis hat nicht
immer getheiltes Frenale. Ebenda Bd. 9 p. 548 — 549.
Von F. Mac Coy's Prodromus of the Zoology of Victoria,
Melbourne 8", welcher Abbildungen und Beschreibungen aller
in Victoria lebenden Thiere enthalten soll, erschienen 1883—84
die Decaden 7—9 mit 30 Taf.
G. A. Boulenger giebt Diagnosen von 8 neuen Reptilien
und ßatrachiern der Salomonsinseln. 1 Eidechse, 1 Schlange,
6 Frösche, darunter das zur neuen Familie Ceratobatrachidae
gehörige Genus Ceratolatrachus. Proc. Zool. Soc. London p. 210
bis 213.
Die Ausbeute des Alert an Kriechthieren war gering. Ver-
zeichnet werden von A. Günther p. 29 von Reptilien Chelonia
viridis aus der Torresstrasse, Varanus Gouldi Gray und Lialis
Burtoni Gray von der Thursday - Insel , Varanus Timorensis Gray
von ebenda und Prince-of- Wales-Insel, prasinus Müll, von Neu-
guinea, Gymnodactylus platurus Shaw von Port Curtis und Dlemmia
torquata Gthr. von Queensland, von Batrachiern Hyla caerulea
White von der Thursday -Insel und dolichopm Cope von Neu-
guinea. Report Zool. Coli. Ind. Pacif. Ocean. Voyage of Alert,
London, 8°, p. 29—33 und p. 486.
Theromorpha
(nur fossil).
Pelecysauria. Clepsydropidae. E. D. Cope untersuchte den Bau
der Columella auins bei Clepsydrops lepiocephalus Cope. Eine ähnliche
schiefe Durchbohrung der Basis ist bei keinem anderen Reptil , auch bei
Ilälteria nicht, bekannt. Einen neuen Processus schlägt Verf. vor Epi-
276 Boettger: Bericht über die Leistungen m der
columella zu nennen. Gewisse Aehnlichkeiten mit dem Ohr der Säuge-
thiere werden besonders hervorgehoben. Amer. Naturalist Bd. 18 p. 1253
bis 1255, Taf. 38.
Macelognatha
(nur fossil).
Ueber diese neue Ordnung oberjurassischer Reptilien aus Wyoming
macht O. C. Marsh Mittheilung. Namentlich die Zahnbeine des Unter-
kiefers, die vorn denen einer Schildkröte ähnlich sind und mit einem Horn-
schnabel bedeckt gewesen sein dürften, nach hinten aber eine fortlaufende
Reihe von eingekeilten Zähnen getragen haben, erscheinen characteristisch
für des Verfassers neue Gattung Macelognathus {vagans). Im allgemeinen
dürfte eine Verwandtschaft mit den Schildkröten noch am ersten anzu-
nehmen sein. Amer. Joum. Sc. (3) Bd. 27 p. 341, 1 Holzschn. — Ref.
in N. Jahrb. f. Mineral. 1885 Bd. l p. 473.
Chelonia,
Nervensystem. L. Stieda macht Mittheilungen über den Bau
des centralen Nervensyatems der Schildkröte. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 25
p. 361.
Respirationsorgane. L. Charbonnel-Salle giebt ausführliche
Begründung seiner schon früher (Ber. f. 1883 p. 392) kurz angeführten
anatomischen und physiologischen Forschungsresultate über den Athem-
mechanismus bei den Schildkröten. Ann. Sc. Nat. (6) Zool. Bd. 15,
Art. 6, Taf. 13, 10 Holzschn.
Circulationsorgane. W. H. Gaskell behandelt die Innervation
des Herzens mit besonderer Berücksichtigung des Herzens der Schildkröte.
Joum. of Physiol. Bd. 4 (1883) No. 2—3, Taf. 2 — 5.
Eine kurze Notiz über die Herznerven der Schildkröten bringt
Kronecker. Danach finden sich bei den Seeschildkröten Nerven, deren
Function vollkommen mit der des Vagus und der Acceleratoren des
Säugethierherzens übereinstimmt. Die pulsirenden grossen Venen der
Landschildkröten stehen ebenfalls unter dem Einfluss des Vagus. Auch
Martin fand bei einer Schildkröte ein Ganglion, das dem ThoraxgangUon
des Hundes genau entspricht, und von welchem der acceleratorische Nerv
zu dem Herzen geht. Nature Bd. 30 p. 57 6.
H. G. Beyer hat die Wirkung von Carbolsäure, Atropin und Con- n
vallamarin auf die Herzthätigkeit der Schildkröte studirt. Stud. Biol. I
Labor. J. Hopkios Univ. Baltimore Bd. 3 p. 73—98.
Palaeontologisches. In einer Ersten Abhandlung über die fos-
silen Schildkröten des Wealdens von Bernissart beschreibt L. Dollo zwei
neue Gattungen, Chitracephalus {Dujnoni), welcher zu den Thalassemyden
Herpetologie während des Jahres 1884. 277
(Chelhydroiden) gestellt wird, die als Stammformen der späteren Cherse-
mydiden, Chelydiden, Trionychiden und Cheloniiden bezeichnet werden,
und Peltochelys (Duchasteli) , eine Chelydide aus der Verwandtschaft von
Peltocephalus. Bull. Mus. R. Bist. Nat. Belg. Bd. 3 p. 63—84, Taf. 1—2.
— Ref. in N. Jahrb. f. Mineral. 1885 Bd. 1 p. 316 und in Ann. Soc
Geol. Nord, Lille, Bd. II p. 312.
Testudinidae. Muskelsystem. G. Fano, Saggio sperimentalc
sul meccanismo dei movimenti voluntarü nella Testuggine palustre {Emys
Europaea). Firenze 1884, 8°, 61 pgg., Fig.
Nervensystem. A. D. Onodi dehnte in seinen Untersuchungen
über das Verhältniss der cerebrospinalen Faserbündel zum sympathischen
Grenzstrange seine Studien auch auf Emys Europaea aus. Arch. Anat.
Phys., Anat. Abth. p. 165, Taf. 8, Fig. 20.
Circulationsorgane. W. H. Howell hat die Zusammensetzung
des Blutes der Pseudemys rugosa eingehend behandelt, die Eigenschaften
des Paraglobulins, des Serum-Albumins, des Fibrinogens chemisch geprüft
und die pleuroperitoneale Flüssigkeit dialysirt. Stud. Biol. Labor. John
Hopkins Univ. Baltimore Bd. 3 p. 49—62.
Palaeontologisches. E. Laufer weist Emys Europaea in den
diluvialen Süsswasserschichten N. 0. Hannovers nach. Jahrb. preuss.
Geol. Landesanstalt f. 1883, Berlin p. 310 — 329.
Melanochelys pictus n. sp. Doro im Kushmore Talooka (Ob. Sind).
Murray, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 107.
Pangshura Cochinchinensis n. sp. Cochinchina. Tirant, Notes Rept.
Cochinchine p. 15.
Pleurosternidae (nur fossil). In einem Beitrag zur Kenntniss der
Schildkröten des deutschen Wealden beschreibt A. Grabbe Pleurosternum
Koeneni (n.) und giebt eingehend die Unterschiede der Gattungen Pleuro-
sternum und Plesiochelys. Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin p. 17 — 28,
Taf. 1 und Holzschn. — Ref. in N. Jahrb. f. Mineral. 1885 Bd. 1 p. 472.
Chelydidae. A. Günther sucht die schwierige Synonymie der vier
Hydromedusa- Arten zu entwirren und giebt neue Diagnosen von Gattung
und Arten. Es sind //. Maximüiani (Mik.) , depressa (Gray), Wagleri
n. sp. Buenos Aires = Maximüiani Wagl. , Gray, D. B. u. a. p. 423
und Platanemis (Gray). Letztere wird eingehend beschrieben und Taf. 14
abgebildet. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 421—425.
Trionychidae. Respirationsorgane. Nachdem bereits Agassiz
gezeigt hatte, dass im Pharynx von Aspidonectes spinifer Organe sich
befänden, welche anscheinend zu einer Art Kiemenathmung dienten, führt
S. H. Gage den Nachweis, dass bei dieser Schildkröte in der That wie
bei den Dipnoern und einigen Ganoiden eine reine Wasserathmung mit
einer Luftathmung combinirt ist. Proc. Am. Ass. Adv. Sc. 32. Meet.
1883, Salem, p. 316—318.
278 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Cheloniidae. S. Gar man giebt eine Liste aller bekannten See-
schildkröten nebst deren Synonymie und Habitat. Verf. unterscheidet
10 Arten und 2 Varietäten. Bull. No. 25 U. S. Nat. Museum, Wash-
ington p. 299 — 303.
Vom Leitfaden f. d. Aquarium d. Zool. Station zu Neapel erschien
eine 2, Aufl. Nur auf p. 50 findet sich eine Notiz über Thalassochelys
corticata. Vergl. Ber. f. 1883 p. 394.
Palaeontologisches. Die im Ber. f. 1883 p. 394 erwähnte
Protostega aus der Ob. Kreide von St. Anna di Alfaedo in Valpolicella
beschreibt G. Capellini jetzt eingehend als Proiosphai-gis n. gen. {Vero-
nensis). Mem. Accad. Lincei (3) Bd. 18 p. 1—36, Taf. 1—7. — Ref.
in N. Jahrb. f. Min. 1885 II p. 253 — 255.
Crocodilia.
Palaeontologisches. V. Lemoine giebt Beschreibung und Ab-
bildung dreier sehr instructiver natürlicher Gehirnabgüsse des foss. Gavials
Thoracosaurus macrorhynchus aus dem U. Eocaen des Mt. Aime bei Reims
und vergleicht dieselben mit dem Gehirn des Alligator lucius. Die Ent-
wicklung der Hemisphaeren scheint bei der fossilen Art relativ geringer
zu sein als beim lebenden Alligator. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 12
p. 158 — 162, Taf. 4.
Teleosauridae (nur fossil). E. Koken stellt auf Wirbel, Rippen,
Tibia und Metatarsus hin ein neues Genus der Crocodilia mesosuchia
Enaliosuchus aus der norddeutschen Kreide auf. Zeitschr. d. d. Geol. Ges.
(1883) p. 792 — 824, 4 Holzschn., Taf. 24, Fig. 1—4.
Crocodilidae. Palaeontologisches. R.Owen zeigt, dass Steneo-
saurus Manselli Elke, aus dem Kimmeridge ein neues Genus Plesiosuckus
bilden müsse, beschreibt Schädel- und Wirbelmerkmale desselben und
characterisirt es durch die Convergenz der Frontalen nach einem Punkt
hin, der der Spitze des Schädels näher liegt als bei Steneosaurus , und
durch die Ausdehnung der allmählich verschmälerten Nasalen bis zu einer
Spitze, welche den Hinterrand des Nasenlochs durchbricht. Plesiosuckus
stehe zwischen den liassischen Teleosauriden und den echten neozoischen
Crocodiliden , nähere sich aber mehr den letzteren. Q. Journ. Geol. Soc.
London Bd. 40 p. 153 — 159, 5 Holzschn. — Ref. in Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 13 p. 62 und in Geol. Mag. London (3) Bd. 1 p. 42.
Notiz über einen eocaenen Crocodilus cf. Vicentinus Lioy vom Mte.
Bolca in der Turiner Nationalausstellung giebt E. Nicolis. Della posi-
zione stratigrafica d. palrae e del coccodrillo fossili scoperti etc., Verona,
8 pgg. — Ref. in Boll. R. Comit. Geolog. d'Italia Bd. 15 p. 285—286.
AUigatoridae. D. Gronen schätzt die Anzahl der jungen Alliga-
toren, die jährlich in Florida ihrer Haut, Zähne und ihres Oels wegen
Herpetologie während des Jahres 1884. 279
gefangen werden, auf 6000. Der Preis ist 25 Doli, per 100; 10 — 15,
lange Exemplare kosten 25 — 60 Doli. Zool. Garten p. 375.
Nothosauria
(nur fossil).
G. Gürich besehreibt aus oberschlesischem Muschelkalk und bildet
ab einen schön erhaltenen Rest der neuen Gattung Daclylosaurm {jgracilis
n.), die mit Nothosaurus und Neusticosaurus eingehend verglichen wird,
sowie von weiteren Nothosauriern Lamprosaurus, Nothosaurus (latifrons n.)
und Pistosaurus. Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin p. 125 — 144, Taf. 2
und vorläufige Notiz in 61. Jahr. Ber. Schles. Ges. vaterl. Cultur Breslau
f, 1883 p. 167 — 169.
Enaliosauria
(nur fossil).
Saiiropterygia. Wegen einiger Plesiosauren des Ob. Jura von
Büulogue-sur-Mer vergl. H. E. Sauvage in Bull. Soc. Acad. Boulogne-
sur-Mer Bd. 3, Lief. 3—5 (1880—1884) p. 159 u. f.
Dinosauria
(nur fossil).
Während Dames die Dinosaurier nicht für die Stammeltern der Vögel
hält, sucht G. Baur die bereits früher von ihm verfochtene Abstammung
der Vögel von diesen Reptilien z. Th. mit neuem Material zu stützen. Es
sei Thatsache, dass die Reduction des Fusses der Dinosaurier immer von
der fibularen Seite ausgehe, dass also die 5. Zehe immer vor der 1. ver-
schwindet. Zanclodon besitze keinen aufsteigenden Fortsatz am Astragalus.
Dass wir in den Atlantosaurus - Schichten alle möglichen Formen von
Extremitäten bei den Dinosauriern finden, beweise nichts gegen des Ver-
fassers Gesetz der Reduction, was derselbe eingehend ausführt. Morphol.
Jahrb. Bd. 10 p. 446—454.
W. Dames bringt in einer Entgegnung hierauf nochmals die That-
sache zur Geltung, dass die ältesten Dinosaurier durchaus nicht alle
5 Zehen wohlentwickelt besassen,. dass dagegen die Veränderung des
Dinosauricrfusses und -Beckens sich ganz unabhängig von dem geolo-
gischen Alter da einstellte , wo bei der Verkürzung der Vorderextremitüt
die Körperlast von der Hinterextremität getragen werden musste. Ebenda
p. 603 — 612.
In weiteren Bemerkungen über das Becken der Dinosaurier und Vögel
verfolgt G. Baur die Entwicklung des Postpubis bei beiden Thierklassen.
Die carnivoren Dinosaurier, welchen das Postpubis fehlt, stehen in keinem
280 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
directen genetischen Zusammenhang mit den Vögeln, sie sterben mit der
Kreide aus und scheinen keine Nachkommen hinterlassen zu haben. Da-
gegen müssen wir unter den herbivoren Dinosauriern und vorzüglich unter
den Ornithopoden- ähnlichen Formen die Ahnen der Vögel suchen und
namentlich die der Ratiten. Ebenda p. 613 — 616. — Vergl. auch Amer.
Naturalist Bd. 18 p. 1273—1275.
In einer Arbeit über die Classification und die Verwandtschaften der
Dinosaurier bringt 0. C. Marsh eine vollständige üebersicht der Ord-
nungen und Familien mit ihren Diagnosen und zählt alle ihm bekannten
amer. und europ. Gattungen auf. Er hält die Dinosauria für eine Unter-
klasse, was in Anbetracht der erheblichen Verschiedenheiten im Bau der
einzelnen Ordnungen vieles für sich hat. Alle Dinosaurier gehören dem
mesozoischen Zeitalter an. Die 4 Ordnungen , in welche Verf. die Dino-
saurier eintheilt, Sauropoda, Stegosauria, Ornithopoda und Theropoda, sind
bekannt; zu den letzteren kommen noch die 3 Unterordnungen Coeluria,
Compsognatha und Ceratosauria. Die Ordnung Sauropoda hat jetzt
3 Familien: Atlantosauridae , Diplodocidae und Morosauridae. Die Ein-
theilung der Ordnungen Stegosauria und Ornithopoda ist wie im Ber. f.
1882 p. 517 und 1883 p. 399 gebheben. Die Ordnung Theropoda hat
eine Bereicherung durch die Unterordnung Ceratosauria mit der Familie
Ceratosauridae erfahren, während die Hallopoda und Aetosauria von den
Dinosauriern ganz abgetrennt werden mussten und jetzt distincte Ordnungen
bilden (vergl. ebenfalls Ber. f. 1882 p. 518). Dass die Vögel mit gewissen
Dinosauriern nahe Verwandtschaft zeigen, unterliegt nach dem Verf. keinem
Zweifel mehr. Montreal Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. und Nature Bd. 31
p. 68—69.
B. Vetter bringt nach den neuesten Arbeiten von Marsh, Baur u. a.
Referate über die Fortschritte unserer Kenntniss der Dinosaurier und einiger
anderer foss. Reptilordnungen. Kosmos Bd. 15 p. 350 — 365, Taf. 1 — 2.
Sauropoda, In einer Siebenten Abhandlung über die Hauptcharactere
der amer. jurassischen Dinosaurier giebt 0. C. Marsh eine eingehende
Schilderung namentlich des Schädels der Diplodocidae, einer neuen
3. Familie der Sauropoda. Die typische Art von Diplodocus {longus n.)
hat eine ungefähre Länge von 50' und war, wie eine zweite kleinere
Species, ein pflanzenfressender Wasserbewohne". Die Ordnung der Sauro-
poda zeigt die nächste Verwandtschaft mit den Crocodiliern, namenthch
vermittelt durch einige der ausgestorbenen Formen. Diplodocus z. B.
ähnelt dem triassischen Belodon. Das gleichfalls triassische Genus
Aetosaurus ist eine Zwischenform und gehört zu einer neuen Ordnung
Aetosauria. Die neue Familie wird folgendermassen characterisirt:
3. Fam. Diplodocidae. Bezahnung schwach. Gehirn nach rückwärts
geneigt. Weite schleimführende Gruben. 2 Anteorbital-
öfFnungen. Ischia mit gradem Schaft, distal nicht verbreitert,
abwärts und rückwärts gerichtet, ihre Enden in der Mittellinie
Herpetologie während des Jahres 1884. 281
zusammenstossend. Caudalwirbel unten tief ausgehöhlt und auf
der Unterseite ausserdem vorn und hinten mit gelenkig ange-
hefteten Doppelbögen.
Amer. Journ. Sc. (3) Bd. 27 p. 161 — 168, Taf. 3—4 und Gcol. Mag.
London (3) Bd. 1 p. 99 — 107, 10 Ilolzschn. — Ref. in Ann. Soc. Geol.
Nord, Lille Bd. 11 p. 237.
Ornithopoda. Iguanodontidae. In einer Fünften Abhandlung
(vergl. Ber. f. 1883 p. 399) über die Dinosaurier von Bernissart führt
L. Dollo den Nachweis, dass die Marsh'schen Postoccipitalia, die Verf.
auch bei Iguanodon fand, dem Proatlas der Crocodile entsprechen. Die
Elevatoren des Unterkiefers und ihr Einfluss auf die Schädelgestaltung bei
Dinosauriern wie bei Reptilien überhaupt, sowie die Fossae praelacrymales
werden sodann eingehend untersucht. Bull. Mus. R. Hist. Nat. Belg.
Bd. 3 p. 129 — 150, Taf. 6-7. — Ref. in N. Jahrb. f. Mineral. 1885
Bd. 1 p. 315—316 und Ann. Soc. Geol. Nord, Lille Bd. 12 p. 120.
Cotteau bringt eine Notiz über den Iguanodon von Bernissart.
Assoc. Fran^. Adv. Sc. Session de Rouen 1883, Paris 1884. 8" p. 469.
Eine Mittheilung über das Humerusfragment eines Dinosauriers
{lyuanodon) aus dem Wealden von Stadthagen macht W. Dam es. Zeit-
schrift d. d. Geol. Ges. Berlin p. 186 — 187.
Theropoda, In einem Achten Theile seiner Principal characters
of American Jurassic Dinosaurs behandelt 0. C. Marsh die Ordnung
Theropoda. Von den 5 Gattungen fleischfressender Dinosaurier dürfte
jede eine eigne Familie repräsentiren. Die neue Gattung Ceralosaurus
{nasicoi-nis n.) wird hier zum ersten Mal beschrieben und neben Allosaurus
benutzt, die Organisation dieser merkwürdigen Thiere zu veranschaulichen.
Ceratosaui'us hatte ein grosses, comprimirtes Horu über der Nase, eine
höchst auffällige Wirbelbildung (Wirbel plan-concav, tief opisthocoel) , ein
verknöchertes Becken wie bei den lebenden Vögeln und knöcherne Haut-
platten. Verf. giebt folgende Eintheilung der Theropoden:
Ordn. Theropoda. Praemaxillarknochen mit Zähnen. Aeussere Nasen-
öffnungen am Ende der Schnauze. Eine grosse anteorbitale Oeffnung.
Wirbel mehr weniger hohl. Vordergliedmassen sehr klein; Extremitäten-
knochen hohl. Füsse digitigrad; Zehen mit Greifkrallen. Pubes nach
unten gerichtet, ihre distalen Enden durch Knochenmasse mit einander
verbunden.
1. Fam. Megalosauridae. Vordere Wirbel convex-concav, hintere
biconcav. Pubes schmächtig. Astragalus mit aufsteigendem
Fortsatz. — Genera: Megalosaurus {Poecilopleurum), Allosaurus^
Coelosauriis, Creosaurus, Dryptosaurus {Laelaps).
2. Fam. Ceratosauridae. Ein Homfortsatz auf dem Schädel. Hals-
wirbel plan-concav, die übrigen Wirbel biconcav. Pubes schmäch-
tig (?). Beckenelemente mit einander verwachsen. Knochen-
282 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
platten in der Hautbedeckung. Astragalus mit aufsteigendem
Fortsatz. — Genus: Ceratosaurus.
3. Fam. Labrosauridae. Unterkiefer vom zahnlos. Hals- und Rücken-
wirbel convex-concav. Pubes schmächtig, ihre Vorderränder
vereinigt. Astragalus mit aufsteigendem Fortsatz. — Genus:
Lab7-osaurus.
4. Fam. Zanclodontidae. Wirbel biconcav. Pubes breite, verlängerte
Platten darstellend, ihre Vorderränder vereinigt. Astragalus
ohne aufsteigenden Fortsatz. 5 Finger in Hand und Fuss. —
Genera: Zanclodon, ? Teratosaurus.
5. Fam. Amphisauridae. Wirbel biconcav. Pubes stabförmig. 5
Finger in der Hand, 3 im Fuss. — Genera: Amphisaurus
{Megalodactylus), ? Balhygnathus, ? Clepsysaurusj Palaeosaurus,
Thecodontosaurus,
Unterordn. Coeluria. 6. Familie. Coeluridae. Wirbel und Scelet-
knochen pneumatisch. Vordere Wirbel convex-concav, die übrigen bicon-
cav. Halsrippen mit den Wirbeln verknöchert. Metatarsalen sehr lang
und dünn. — Genus: Coelurus.
Unterordn. Compsognatha. 7. Familie. Compsognathidae.
Halswirbel convex-concav, die übrigen Wirbel biconcav. 3 functionirende
Zehen in Hand und Fuss. Ischia in der Mittellinie mit langer Symphyse.
— Genus: Compsognathus.
Von diesen 7 Familien sind die 4. und 5. triassisch, 1 jurassisch
und cretaceisch, die übrigen sämmtlich rein jurassisch. Schliesslich be-
merkt Verf. noch, dass die Hallopoda und Aetosauria zwar Fleischfresser
seien, aber doch in wesentlichen Merkmalen von den Dinosauriern ab-
wichen. Bei beiden sei der Calcaneus stark nach rückwärts verlängert,
bei Aetosaurus überdies die Bildung der Gliedmassen und des Hautscelets
crocodilartigj bei Hallopus aber sei die Hinterextremität zu Springbeinen
specialisirt. Beide Gattungen besässen nur 2 Kreuzbeinwirbel, doch möge
das auch bei triassischen Dinosauriern vorkommen können. Amer. Journ.
Sc. (3) Bd. 27 p. 329—340, Taf. 8-14 und Geol. Mag. London (3)
Bd. 1 p. 252—262, 8 Holzschn. — Ref. in Ann. Soc. Ge'ol. Nord, Lille
Bd. 11 p. 366.
Megalosauridae. W. Dames bespricht einen Zahn von Megalo-
saurus {DunJcen) aus dem Wealden des Deisters, verwandt dem M. Buck-
landi des englischen Grossooliths und Wealdens. Sitz. Ber. Ges. Nat. Fr.
Berlin p. 186 — 188.
Compsognathidae. Derselbe beschreibt 3 Metatarsen und die Pha-
lanx eines Compsognathus -'■ah.nWchQU Reptils von Solenhofen. Die Reste
haben nur insofern Wichtigkeit, als sie beweisen, dass neben Compsognathus
noch andere verwandte Dinosaurier mit langen Metatarsen im europ. Ob.
Jura gelebt haben müssen. Ebenda p. 179 — 180.
Ceratosauridae. 0. C. Marsh hat die wichtige Beobachtung ge-
Herpetologie während des Jahres 1884. 283
macht, dass die 3 Metatarsalknochen von Ceratosaurus wie bei den
recenten und fossilen Vögeln (mit einziger Ausnahme von Archaeopteryx)
zu einem einzigen Knochen verschmolzen sind. Amer. Journ. Sc. (3)
Bd. 28 p. 161 — 162, 2 Holzschn.
Pterosauria (Ornithosauria)
(nur fossil).
Fteranodontidae. In einem Ersten Beitrag über die Hauptmerkmale
der Flugechsen aus der nordamer. Kreide beschäftigt sich 0. C. Marsh
mit dem ßchädel von Pteranodon. Die aus W. Kansas stammenden Arten
von Flugechsen vertheilen sich auf 5 Species dieser Gattung von 3 — 25'
Flügelsspannung und auf 1 Species Nyctodaclylus. Sämmtlichen amer.
Flugsauriern fehlen Zähne und Verf. stellt sie deshalb den altweltlichen
Formen als Ordnung Pteranodontia gegenüber. Der als Typus heraus-
gegriffene Schädel von Pteranodon {longiceps) ist gross, stark schnabelartig
verlängert und überhaupt sehr vogelartig, trägt aber eine enorm nach
hinten verlängerte Sagittalleiste. Kein knöcherner Scieroticalring , keine
äusseren von den anteorbitalen Oeffnungen verschiedenen Nasenöffnungen,
der ganze Schnabel vermuthlich wie bei den Vögeln mit Hornscheide
überdeckt. Amer. Journ. Sc. (3) Bd. 27 p. 423-426, Taf. 15 und Geol.
Mag. London (3) Bd. 1 p. 345—348, Holzschn. — Ref. in N. Jahrb. f.
Mineral. 1885 Bd. 1 p. 472.
Rhamphorliynchidae. L. v. Ammon giebt eine kleine Monographie
des in der Sammlung des Regensburgers Naturw. Vereins aufbewahrten
Scelets von Rhamphorhynchus longicaudatus Mstr. Dem Stücke fehlen nur
die beiden Extremitätenpaare; es stammt aus Solenhofcner Schichten.
Man kennt jet/^t 5 bessere Exemplare dieser Art; die übrigen verwandten
Formen werden aufgezählt. Corr. Blatt Nat. Ver. Regensburg Bd. 38
p. 129 — 167, Taf. 1 — 2.
O. Meyer weist nach, dass der Koken'sche Rest von OrnitJiocheirus
{Hilsensis) (vergl. oben p. 266) keinem Flugsaurier angehört haben könne
und verrauthet in ihm das Phalanxende eines carnivoren Dinosauriers.
Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin p. 664—665.
Lacertilia.
Scelets y Stern. L. Dollo macht Mittheilungen über die Epiphysen
der Lacertilier, giebt Notizen über die dürftige Literatur dieses Gegen-
standes und constatirt, dass die von ihm beobachteten Epiphysen alle
Charactere derjenigen der Säugethiere aufweisen. Er giebt eine Liste der
untersuchten Species und der gefundenen Epiphysen und weist beim Varan
die Existenz eines wahren Os naviculare nach, das, stark gegen den
284 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Astragalus gedrückt, demselben anhängt. Zool. Anzeiger p. 65 — 70 und
p. 80 — 84.
Circulationsorgane. J. Schoebl fand Wundernetzbildungcn im
Fettgewebe in der Umgebung der Schwanzwirbelsäule bei Lacerta und
Anguis , also bei Gattungen, welche sich durch Brüchigkeit und Regene-
vationsfähigkeit des Schwanzes auszeichnen, nicht aber bei Chalcidiem,
Pachyglossen und Chamaeleonten. Die grossen Wundernetze, die Vei-f.
abbildet, sind einfach und amphicentrisch und gehen von der Arteria
vertebralis aus, indem sie einen soliden, mächtigen, sechskantigen Strang
bilden, in dessen Mitte die Schwanzwirbelsäule verläuft. Arch. f. mikrosk.
Anat. Bd. 24 p. 92—97, Taf. 5.
Sexualunterschiede. F. Berte th eilt Beobachtungen über secun-
däre Geschlechtsmerkmale bei einigen sicilianischen Lacertiliern mit. Die
bei Catania häufige Lacerta viridis ist je nach dem Geschlecht verschieden
gefärbt; das cT ist nicht uniform grün, sondern stets mit Schwarz ge-
punktet oder gefleckt. Das junge $ von 8 cm Kopfrumpflänge ist ein-
farbig braun oder auf dem Rücken verschiedenartig schwarz gesprenkelt;
immer zeigen sich 2 bald mehr bald weniger unterbrochene Streifen
schwarz -weisser Ocellen längs des Rückens, 2 weitere auf den Seiten;
Bauch weisslich. Gleichgrosse cTcT tragen meist schon das Kleid des
erwachsenen cf*, doch haben die jüngeren cTcT eine dem $ gleiche
Tracht. Später erst mischt sich Grün in die Rückenfarbe, Gelb in die
Bauchfarbe des 2 ; doch bleiben die Streifen immer mehr weniger deutlich.
Das $ ist niemals rein grün. Dass das erwachsene $ fast nie blaue
Kehle habe, widerstreitet den Erfahrungen des Ref., der selbst aus Deutsch-
land trächtige 99 init intensiv blauer Kehle erhielt. Varietäten von L.
viridis hat der Verf. bei Catania nicht beobachtet. Bei Lacerta muralis
dagegen unterscheidet er daselbst 3 Farbenspielarten. Die Geschlechts-
bestimmung nach der Färbung allein ist unsicher ; gewöhnlich aber sind '
die 99 kleiner und weniger lebhaft gefärbt, und braune und erdgraue
Farben herrschen vor. Die Schenkelporen sind kleiner und weniger zahl-
reich. Bei Platydactylus facetanus ist das 9 ebenfalls weniger lebhaft
gezeichnet und kleiner. II Naturalista Siciliano 3. Jahrg. p. 312—315
und p. 325—327.
Pal aeonto logisches. R. Owen berichtet über eine grosse
Eidechse der neuen Gattung Notiosaurus (dentatus) aus pleistocaenen
Schichten von Neusüdwales. Es liegt ein Kieferfragment mit 2 gestreiften
Zähnen vor, das auf die Grösse der fossilen Megalania schliessen lässt,
aber nähere Verwandtschaft mit den pleurodonten Eidechsen vom Typus
der leb. Gattung Hydrosaurus hat, der jedoch mehr als doppelt kleiner
ist. Proc. Roy. Soc. London Bd. 36 p. 221 imd Philos. Trans. Roy.
Soc. Part I London p. 249 — 251, Taf. 12. — Ref. in Nature Bd. 29
p. 328 und N. Jahrb. f. Min. 1885 II p. 355.
R. D. Fitzgerald legte der Linnean Soc. of New S. Wales Zeich-
Herpetologie während des Jahres 1884. 285
nungen von Resten zweier Arten fossiler Eidechsen von Lord Howe's Insel
vor, die nach Owen wahrscheinlich verwandt seien mit der gigantischen
gehörnten Megalania aus dem Pleistocaen von Queensland und mit Notio-
saurus. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 9 p. 1206.
Systematisches. G. A. Boulenger bringt eine wichtige Mit-
theilung über die systematische Stellung der Familien der lebenden Lacer-
tilier. Die bisherige Classification nach Dumeril & Bibron und Gray, die
sich wesentlich auf den Habitus und die Merkmale der PhoHdosis stützte,
ist in hohem Grade unnatürlich. Wie Cope legt Verf. grösseren Werth
auf osteologische Charactere und auf die Beschaffenheit der Zunge. Weiter
muss auf Vorkommen oder Mangel und Bau der Hautknochen auf Kopf
und Rumpf, auf deren systematischen Werth Bocourt hingewiesen hat,
besonders geachtet werden. Die Stellung der Amphisbaenidae als Familie
in der Nähe der Tejidae wird osteologisch begründet. Die Zusammen-
stellung der 21 vom Verf. angenommenen Familien in eine fortlaufende
Reihe stiess auf Schwierigkeiten, doch scheinen zwei Merkmale besondere
Beachtung zu verdienen, die Form der Zungenpapillen und der Clavicula,
die, mit Ausnahme der Geckonen und Eublephariden , mit einander in
inniger Wechselbeziehung stehen, in der Weise, dass die Formen mit
glatter oder pelziger Zunge eine schlanke, nicht verbreiterte Clavicula
haben, während die mit schuppiger Zunge eine proximal stark verbreiterte
Clavicula besitzen, die hier gewöhnlich ein Foramen zeigt. Die vorge-
schlagene Eintheilung, die wir für die Folge annehmen werden, ist diese:
I. Unterer dn. Lacertilia Vera.
A. Zunge glatt oder mit pelzigen Papillen; Clavicula verbreitert, am
proximalen Ende oesenförmig; weder Postorbital- noch Fronto-Squa-
mosal-Bögen.
1. Gechonidae. Wirbel amphicoel; Parietalknochen deutlich.
2. Euhlepharidae. Wirbel procoel; Parietale unpaarig.
B. Zunge glatt oder mit pelzigen Papillen; Clavicula am proximalen
Ende nicht verbreitert.
3. Uroplatidae. Wirbel amphicoel; Interclavicula sehr klein; weder
Postorbital- noch Postfronto-Squamosal -Bogen. Hieher bloss
Uroplates.
4. Pygopodidae. Weder Postorbital- noch Postfronto-Squamosal-
Bögen; Prae- und Postfrontalknochen in Berührung mit einander
und das Frontale von der Orbita trennend. Hieher die Familien
Pygopodidae, Aprasiadae und Lialisidae Gray's.
5. Agamidae. Postorbital- und Postfronto-Squamosal-Bögen vorhan-
den; Supratemporalgrube nicht mit Knochenmasse überdeckt;
Zunge dick; Bezahnung acrodont.
6. Igucmidae. Wie vorige, aber die Bezahnung pleurodont.
286 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
7. Xenosauridae. Wie vorige, aber die vordere Zungenpartie
zurückziehbar.
8. Zonuridae. Postorbital- und Postfronto - Squamosal - Bögen voll-
ständig entwickelt; Supratemporalgrube durch Knochenmasse
bedeckt; Zunge einfach. Hieher Zonurus^ Platysaurus und
Chamaesaura.
9. Anguidae. Wie vorige, aber Körper mit Knochenplatten in der
Haut, die unregelmässige, verzweigte oder radiale Canäle besitzen ;
vordere Zungenpartie zurückziehbar. Hieher Anguis, Diphglossusy
Gerrhonotus, Pseudopus etc.
10. Aniellidae. Keine interorbitale Scheidewand, keine Columella
cranii, keine Bögen.
11. Helodermalidae. Postorbitalbögen vorhanden, Postfronto-Squa-
mosal-Bögen fehlend; Prae- und Postfrontalen in Berührung mit
einander und das Frontale von der Orbita trennend. Hieher
wahrscheinlich auch Steindachner's Lanthanotidae.
12. Varanidae. Postorbitalbögen unvollständig; Postfronto-Squamosal-
BÖgen vorhanden; Supratemporalgrube nicht mit Knochenmasse
bedeckt; Nasenbein unpaar; Zunge tief zweispaltig, hinten in
einer Scheide.
C. Zunge mit dachziegelartigen , schuppenförmigen Papillen oder mit
schiefen Falten besetzt; Clavicula am proximalen Ende verbreitert
und häufig oesenförmig.
13. Xantusiidae. Parietalen deutlich; Postorbital- und Postfronto-
Squamosal- Bögen vorhanden; Supratemporalgrube mit Knochen-
masse bedeckt
14. Tejidae. Postorbital- und Postfronto-Squamosal-Bögen vorhanden;
Supratemporalgrube nicht mit Knochenraasse bedeckt; keine
Knochenplatten in der Haut. Hieher alle Cercosauridae, Chal-
cididae, Chirocolidae , Anadiadae und ein Theil der Gymnoph-
thalmidae Gra/s und die Tretioscincidae Bocourt's. Die Familie
ist streng auf die neue Welt beschränkt.
15. AmpMshaenidae, Keine interorbitale Scheidewand, keine Colu-
mella cranii, keine Bögen; Praemaxillare unpaar.
16. Lacertidae. Bögen vorhanden; Supratemporalgrube bedeckt;
Praemaxillaren unpaar; keine Hautknochen auf dem Rumpfe.
Hieher auch Tachydromus. Die Familie ist streng auf die alte
Welt beschränkt.
17. Gerrhosauridae. Wie vorige, aber Rumpf mit Hautknochen
bedeckt, die regelmässige Canäle (einen Quercanal, der mit
Längscanälen communicirt) besitzen. Hieher nur Gem-hosaurus.
18. Scincidae. Bögen vorhanden; Praemaxillaren doppelt; Rumpf
mit Hautknochen wie bei der vorigen Familie. Hieher Cope's
Herpetologle während des Jahres 1884. 287
Scincidae, Sepidae und Acontiidae oder Bocourt's Aspidoscinciens
mit Ausnahme der Diploglossidae.
19. Anelylropidae. Pracmaxillare iinpaar; keine Bögen; keine Haut-
knochen. Entsprechen den Typhliniden jüngerer Autoren.
20. Dihamidae. Praeraaxillare doppelt; keine interorbitale Scheide-
wand; keine Columella cranii; keine Bögen; keine Hautknochen.
Hieher nur Dibamus.
n. Unterord. Ehiptoglossa.
2 1 . Chamaeleontidae.
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 117—122.
Geckouidae. M. Peracca hat Gymnodactylus Kotschyi Steind. in
grosser Häufigkeit auch bei Tarent in S. Italien nachgewiesen. Zool. An-
zeiger p. 572 — 573.
Ceramodactylus afßnis n. sp. verwandt Doriae Blfd. Tanjistan (Per-
sien). Murray, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 103.
Hemidactylus Kushmorensis n. sp. Kushmore und Thool Talookas
(Ob. Sind) p. 109; dabei eine Vergleichstabelle der 9 nächstverwandten
Arten p. 110. Murray 1. c. — H. Navarri n. sp. San Blas (Mexico).
A. Duges, La Naturaleza (Mexico) Bd. 6 (1883) p. 309—312, Taf. 7.
Lepidodactylus Guppyi n. sp. Faro (Salomons-Ins.)- Boulenger, Proc.
Zool. Soc. London p. 210.
Phelsuma Neiotoni n. sp. Rodriguez. Boulenger 1. c. p. 2.
Spathodactylus mutilatus Gthr. Centr. Sumatra. Abgeb. Hubrecht,
Midden-Sumatra 1. c. Fig. 2— 2b.
Uroplatidae. Uroplates Boettgeri n. sp. Nossi-Be (Madagascar).
J. G. Fischer, Jahr. Ber. Nat. Mus. Hamburg f. 1883 p. 33, Taf. 3,
Fig. 9. Ist = Ebenaui Bttg. 1878.
Agamidae. W. Macleay macht auf das eigenthümliche Gebahren
eines Grammatophorus in Dubbo, Neusüdwales, aufmerksam, der etwa
6 Ellen weit, ohne die Vordergliedmassen zu benutzen, in aufrechter
Stellung auf den Hinterbeinen lief. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 9
p. 865.
Agama Mossamhica Pts. Abgeb. J. G. Fischer 1. c, Taf. 2, Fig. 6.
Phoxopkrys tuherculata Hubr. W. Sumatra. Abgeb. Hubrecht 1. c.
Fig. 3.
Tiaris Boydi n. sp. N. Queensland. Macleay, Proc. Linn. Soc. N.
S. Wales Bd. 8 (1883) p. 432.
Iguanidae. R. Simons hielt Phrynosoma cornulum fast 8 Monate
lang; seine interessanten Beobachtungen bestätigen vielfach Bekanntes,
bringen aber nur wenig Neues zur Lebensgeschichte der Art. Jahr. Ber.
Nat. Ver. Elberfeld Heft 6 p. 148 — 154.
Anguidae. F. Sandberger fand Anguis fragilis fossil im Löss am
Zollhaus bei Hahnstaetten (Nassau). N. Jahrb. f. Mineral. Bd. 1 p. 74.
288 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Amphisbaenidae. J. v. Bedriaga giebt eine eingehende Darstellung
der äusseren und der anatomischen Unterschiede von Amphisbaena cinerea
Vand. und von A. Strauchi n. sp. Die Schädel und die inneren Weich-
theile beider werden genau beschrieben und verglichen. In der Gefangen-
schaft halten sich die Amphisbaenen lange. Feuchtigkeit ist unerlässliche
Lebensbedingung. Verf. fütterte anfangs mit zerquetschten Mehlwürmern,
dann bei gutem Erfolg mit Mehlbrei. In der Freiheit fressen sie Myrio-
poden. In ihrem Terrain werden sie bald sehr ortskundig. Arch. f.
Naturgesch. Jahrg. 50 p. 23 — 77, Taf. 4.
Derselbe constatirt das Vorkommen von A. Strauchi bei Constan-
tinopel, Xanthus, Magnesia, Arsus und auf Greta. Zool. Anzeiger p. 346,
Amphisbaena Strauchi n. sp. Kleinasien, v. Bedriaga, Arch. f.
Naturg. Jahrg. 50 p. 35, Taf. 4, Fig. 6, 13 u. Holzschn.; Constantinopel,
Smjrna, Maeanderthal. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 13 p. 396.
— Blanus Bedriagae n. sp. Xanthus (Kleinasien). Boulenger, ebenda
p. 396.
Lacertidae. Nervensystem. H. Gessler stellt an Lacerta viridis
histologische Untersuchungen an über die letzten Endigungen der moto-
rischen Nerven im quergestreiften Muskel und bespricht ihr Verhalten
nach Durchschneidung der Nervenstämme. D. Arch. f. klin. Med. Bd. 23
(1883) p. 42.
Ontogenie. J. Kollmann 's Untersuchungen über Randwulst und
Ursprung der Stützsubstanz basiren grossentheils auf Studien an der Keim-
haut von Lacerta viridis und agilis. Arch. Anat. Phys., Anat. Abth.
p. 341 — 434, Taf. 16, Fig. 2, Taf. 17, Fig. 11 — 14, Taf. 18, Fig. 16—18.
Bei der Eidechse tritt nach J. Er dös die Allantois, abweichend
von ihrer Bildung bei den Vögeln, in Form eines aus dem distalsten
Theil des Endwulstes sich erhebenden soliden Gebildes auf. Die Ent-
stehung des Hohlraums beginnt erst secundär, sobald der erwähnte Höcker
des Endwulstes das Anfangsstadium überschritten hat. Die Bildung be-
ginnt in ganz selbständiger Art, mit ganz localer Zellzerstörung; ihre
Entwicklung kann weder mit dem Canalis neurentericus noch mit der
Einstülpung des unteren Keimblattes in Verbindung gebracht werden.
Math. Nat. Ber. aus Ungarn Bd. 2 (1883 — 84) p. 227—231, Taf. 7.
In einer Abhandlung über Wachsthumsvorgänge an Embryonen von
Lacerta agilis giebt H. Strahl eine Uebersicht über eine Reihe von
Entwicklungsstadien, die man zur Zeit der Anlage des Canalis neurente-
ricus beobachten kann, und erläutert dieselben an einer grösseren Anzahl
von Schnittserien, die vollständig abgebildet werden. Eine Aufzählung der
Resultate, die sich nicht wohl kurz zusammenfassen lassen, würde hier zu
weit führen. Abh. Senckenberg. Ges. Frankfurt Bd. 13 p. 409—473,
Taf. 1 — 5. — Ref. in Journ. R. Microsc. Soc. (2) Bd. 5 p. 212—213.
Derselbe beschreibt ausführlich weitere Entwicklungsvorgänge am
Vorderende des Embryo von Lacerta agilis und bespricht im Zusammen-
Herpetologie während des Jahres 1884. 289
hange damit die Ausbreitung des Mesoderms in den vorderen Theilen der
Keimscheibe und in der vorderen Amnionfalte und die Bildung des Chorion
und des falschen Amnion (vergl. auch Ber. f. 1883 p. 403). Zur besseren
Orientirung seien hier nur die Kapitelüberschriften mitgetheilt: 1. Der
Gefässhof bildet noch keinen abgeschlossenen Ring; seine beiden vorderen
freien Ränder enthalten einen Mesodermhohlraum. 2. Die beiden vorderen
freien Ränder des Gefässhofes haben sich durch Aneinanderlegen der
Mesodermhohlräume vereinigt. 3. Die vorher getrennten Mesodermhohl-
räume des vorderen Gefässhofrandes sind zu einem Spaltraum vereinigt;
Mesodenn gänzlich gespalten; sonstige Entwicklungsvorgänge am Vorder-
ende. 4. Das Verschwinden der mesodermfreien Zone auf der Entoderm-
seite und die Anlage des falschen Amnion. 5. Die weitere Entwicklung
des Gefässhofes. 6. Die Krümmungen des Embryonalkörpers. Arch. f.
Anat. Phys., Anat. Abth. p. 41 — 88, Taf. 3 — 4. — Ref. ebenda (2)
Bd. 4 p. 361.
Derselbe bringt weiter Notizen über Entwicklungsvorgänge am
Kopf und Schwanz von Embryonen der Lacerta agilis und vivipara. Ver-
glichen mit dem entsprechenden Entwicklungsvorgang beim Säugethier-
und Vogelembryo ergiebt sich, dass das Vordringen des Mesoderms am
Kopfe um so langsamer vor sich geht, je niedriger die Thierklasse steht.
Zool. Anzeiger p. 376 — 377.
Auch von W. F. R. Weldon erschienen Bemerkungen über die
embryonale Entwicklung von Lacerta muralis. Stud. Morphol. Laborat.
Univ. Cambridge, London 4°. Bd. 2 p. 1 — 12, Taf. 1—3.
In einer Mittheilung über das Leydig'sche Organ bei Eidechsen be-
merkt H. Strahl, dass die Epiphyse sich als eine Ausstülpung des
Zwischenhimdaches bilde und da zur Anlage komme, wo das Zwiscbenhirn
in das Mittelhirn übergehe. Sitz. Ber. Ges. z. Bef. d. ges. Nat. Marburg
No. 3.
E. Beraneck macht Untersuchungen über die Entwicklung der
Kopfnerven bei den Eidechsen. Recueil Zool. Suisse Bd. 1 p. 519 — 605,
Taf. 27—30.
In seiner kritischen Besprechung der neueren Arbeiten über Regene-
ration hebt P. Fraisse hervor, dass die histogenetischen Vorgänge bei
der Bildung der einzelnen Organe im wachsenden Schwanzende und in
den sich regenerirenden Theilen des Schwanzes von Lacerten denjenigen
gleich sind, die bei ihrem Aufbau im Embryo stattfinden. Das Verhältniss
zur Phylogenie erläutert Verf. ebenfalls am regenerirten Schwanzstummel
von Lacerta agilis und muralis. Biol. Centr. Blatt Bd. 3 (1883) p. 617
bis 627.
Biologisches. Ueber die Lebensweise von Acanthodacti/lus vulgaris
D. B. in der Gefangenschaft berichtet J. v. Fischer. Diese Eidechse
ist scheu imd ungestüm; ihr Lauf ist ein stossweiser. Sie liebt grelles
Tageslicht und hohe Sonnenwärme und flieht Nässe; trotzdem ist ihr
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. T
290 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Trinkwasser unentbehrlich. Aufmerksam auf das schwächste Geräusch,
flieht sie sofort bei verdächtigem Lärm. Zahm wird sie nicht, höchstens
zutraulich, hält sich aber lange im Terrarium; unter gleich grossen Indi-
viduen oder Eidechsenarten ist sie sehr verträglich, kleinere oder schwächere
frisst sie unbarmherzig auf. Fliegen, Hymenopteren und Käferlarven sind
auch in der Gefangenschaft die zweckmässigste Nahrung. Beim Fressen
ist sie rasch, hastig und vorsichtig. Zool. Garten p. 338 — 340.
E. F. Becher bringt eine Notiz über Lacerta muralis Filfolensis
von Filfola. Sie sei grösser als die muralis von Malta; in der Intensität
des Bronzeschwarz fand Verf. erhebliche Variationen, alle Exemplare
waren mehr oder weniger mit grünen Schuppen gezeichnet. Zur Er-
beutung derselben empfiehlt er eine Stockflinte. Zoologist (3) Bd. 8
p. 431—432.
J. V. Fischer beschreibt ausführlich Lebensweise des Psammodromus
Hispanicus Fitz, und seine Fortpflanzung in der Gefangenschaft. Die Thiere
leben in Menge in den mit spärlicher Vegetation bedeckten Dünen, aber
nur einzeln bis 20 Kilom. vom Meere entfernt auf den Bergen, und ver-
graben sich mit überraschender Schnelligkeit. Ihr Fang ist schwierig; er
wird genauer beschrieben. In äusserster Gefahr stellt sich die Eidechse
todt. Nur bei Sonnenschein und Wärme zeigt sie sich über dem Boden.
Sie liebt absolute Trockenheit. Die Nahrung im Freien besteht aus
Käfern und Fliegen. Versandt und Haltung fordern Umsicht. Die Boden-
füllung des Terrariums muss aus feinem Meersande bestehen; Licht,
Wärme, frische Luft und Trinkgelegenheit sind unentbehrlich. Die Thiere
dürften kurze Lebensdauer (ca. 1 Jahr) haben. Die vom Meere entfernter
lebende Rasse unterscheidet sich durch Färbung und Gewohnheiten vor
dem Typus erheblich. Psammodromus hat eine wirkliche piepende Stimme.
Er scheint wenig Feinde zu haben. In der Gefangenschaft frisst er
Fliegen und kleine Mehlwürmer, leckt auch an Zucker. Die Paarung
erfolgt im Juni; nach 17 — 18 Tagen werden die Eier gelegt. 4—6 Eier
bilden das 15 — 20 cm tief in den etwas feuchten Sand vergrabene Gelege.
Wichtige und sehr zweckmässige Verhaltungsmassregeln für die Pflege der
Eier werden vom Verf. gegeben. Die Eier wachsen nach der Ablage
nicht unbedeutend. Am 17. August schlüpften die Jungen aus, die bei
31—32 mm Schwanzlänge 53 — 54 mm Totallänge hatten. Ihre Färbung
wird genau beschrieben. Die Aufzucht scheiterte an der Ernährungsfrage.
Zool. Garten p. 38—44 und p. 75—82.
H. Fischer-Sigwart hat dreimal durch künstliche Athmung schein-
bar ertrunkene Lacerta viridis wiederbelebt. Ebenda p. 251 — 253.
Systematisches. V. L. Seoane weist nach, dass die spanische
Lacerta Schreiberi Bedr. nur die Jugendform der portugiesischen L. viridis
var. Gadovii Blgr. ist, hält die Form aber als Art aufrecht und nennt sie
L. Schreiberi Bedr. Für Ref. ist sie eine Viridis -Varietät; ob der ältere
Name var. Schreiberi^ der nur auf eine Jugendform aufgestellt ist, oder
I
Herpetologie während des Jahres 1885. 291
der jüngere var. Gadowi, der auf (das nahezu erwachsene) cf , $ und
Junge begründet wurde, vorzuziehen ist, bleibt zweifelhaft. Identidad de
Lac. Schreiben Bedr. y L. viridis etc. La Corunia, Vicente Abad, S".
Calosaura Chaperi n. sp. Bellari (Indien). Sauvage, Bull. Soc.
Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 142.
Lacerta hiriicauda n. sp. Kinjabo (Goldküste). Vaillant, ebenda
p. 168 und Bull. Soc. Zool. France Bd. 9, Taf. 12, Fig. \. — L. mw
ralis var. Bocagei n. Galicia (Spanien). Seoane 1. c. p. 18 (übrigens
kaum von var. fusca unterschieden). — L. ocellata var. Iberica n. Galicia
(Spanien). Seoane 1. c. p. 8 und p. 19 (kaum vom Typus verschieden).
— L. viridis var. Gadowi n. S. Portugal. Boulenger, Proc. Zool. Soc.
London p. 418 — 421, Taf. 38. Stellt sich zwischen viridis typ. einerseits
und /Schreiben und pater andererseits.
Laiastia n. gen. J. v. Bedriaga, Ann. Mus. Civ. Genova Bd. 20
p. 307 — 324, 2 Holzschn. Pristidactyl , durch Bekleidung der Zehen-
unterseite und der Sohle mit Acanthodactylus und Eremias verwandt, aber
mit aus nur 6 — 12 Poren bestehender, die Kniebeuge nicht erreichender
Schenkelporenreihe. Unter dem Brustdreieck meist eine Gruppe von etwa
1 5 sehr kleinen Schildchen. Bauchschilder in 6 Längsreihen. Ein kleines
Occipitale. Habitus wie Acanthodactylus. Abessynien. — Hieher L. Boscae
n. sp. Adäl und Bogos p. 322 — 324. — L. Doriae n. sp. Adäl p. 313
bis 316 mit var. Martensi n. Bogos p. 316—319. — L. Samharica
Blfd. = ? Sturti Blfd. (Lacerta) p. 319 — 322.
Scincidae. Biologisches. Einen sehr interessanten Bericht über
das Gefangenleben von Ahlepharus Pannonicus Fitz, bringt J. v. Fischer.
Er lebt auf grasigen Hügeln und an sandigen Orten. Seine Bewegung ist
ein ungemein gewandtes Schlängeln, doch vermag er auch?mit Leichtigkeit
rauhe Wände zu erklimmen. Seine geringe Körpergrösse, seine Glätte und
seine Wehrlosigkeit erklären einerseits das furchtsame Naturell desselben,
andererseits die Geschicklichkeit, mit der das Thier sich zu verbergen
weiss. Gegen 4 — 6 Uhr Nachmittags erst geht er seiner Nahrung nach
und verkriecht sich erst wieder mit Einbruch der Nacht. Nässe ist ihm
unangenehm, doch trinkt er. Das Auge ist besser als das Gehör. Die
Gefangenschaft erträgt er bei geeigneter Nahrung mit Fliegen und kleinen
Mehlwürmern jahrelang. Er legt Eier. Zool. Garten p. 314 — 316.
E. Bosca constatirt dagegen die Ovoviviparität bei Gongylus Be-
driagae, conform dem der Art häufig von dem spanischen Landvolk ge-
gebenen Namen vibora. Die im Sept. geborenen Jungen maassen 54 mm
in der Länge, 3 mm in der Dicke. Anal. Soc. Espan. Hist. Nat. Bd. 13,
Actas p. 92 — 95.
A. Milne-Edwards giebt eine kurze Schilderung des Fangs von
etwa 30 Stück des riesigen Macroscincus Coctei auf der Insel Branco der
Capverden. Sturmvögel und diese Eidechsen bewohnen absolut gleiche
Gänge in der Erde; man steckte den Arm in die Höhlen, der Vogel biss
292 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
zu, während die Eidechse sich ruhig verhielt, und man konnte so die von
Macroscincus bewohnten Gänge mit ziemlicher Sicherheit herausfinden.
Die Eidechse nährt sich von einer Asclepiadeenart. Bull, hebdom. Assoc.
Sc. France dec. 1883. — Ref. in Deyrolle's Naturaliste 6. Annee p. 389.
Systematisches. Cophoscincus n. gen. (Name bereits 1866 von
Peters in derselben Familie vergeben). Vaillant, Bull. Soc. Philom. Paris
(7) Bd. 8 p. 170. Aehnlich Tropidolepisma , aber mit vollkommen ver-
borgener Ohröffnung. — Typus: C. simulans n. sp. Kuakru (Goldküste),
abgeb. Bull. Soc. Zool. France Bd. 9 Taf. 12, Fig. 3.
Eumeces chalcides (L.) wird von J. Leidy aus Petchaburi (Siam)
erwähnt. Proc. Ac. N. Sc. Philadelphia p. 66. — Eu. Massaianus
n. sp. Naiwascha-See (0. Afr.). J. G. Fischer, Jahr. Ber. Nat. Mus.
Hamburg f. 1883 p. 18, Taf. 2, Fig. 5. — Eu. Schwartzei n. sp. ver-
wandt hrevirostris Gthr. Campeche -Bai. J. G. Fischer, Abh. Nat. Ver.
Hamburg -Altona Bd. 8, S. A. p. 1, Taf. 7, Fig. 1.
Euprepes Chaperi n. sp. verwandt Fernandi Gray und laevtceps Pts.
Elima (Goldküste). Vaillant 1. c. p. 169 und Bull. Soc. Zool. France
Bd. 9, Taf. 12, Fig. 2. — Eu. Smühi Gray. Gabun, neu diagnosticirt.
J. G. Fischer, Abh. Nat. Ver. Hamburg- Altona Bd. 8, S. A. p. 6.
Mabuya Joherti n. sp. Prov. Itatiaha (Brasilien). Thominot, Bull.
Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 148.
J. G. Fischer nennt Tropidopkorus Grayi Gthr. auch von S. Celebes.
Abh. Nat. Ver. Hamburg -Altona Bd. 8, S. A. p. 1.
Chamaeleontidae. Sceletsystem. L. Dollo macht die vorläufige
Mittheilung, dass die Chamaeleons cionocrane Lacertilier sind. Entgegen
der herrschenden Ansicht hat Verf. bei Chamaeleon vulgaris eine Columella
cranii gefunden, die sich von der der eigentlichen Lacerten nur durch ihr
geringes Volum unterscheidet. Zool. Anzeiger p. 547.
Sinnesorgane. G. V. Ciaccio giebt eine Notiz über die Mem-
brana hyaloidea und das Corpus vitreum des Chamaeleonauges. Mem.
Accad. Bologna Bd. 6 p. 36, Fig.
Systematisches. Chamaeleon hitaeniatus n. sp. Naiwascha-See
(0. Afr.). J. G. Fischer, Jahr. Ber. Nat. Mus. Hamburg f. 1883 p. 23,
Taf. 2, Fig. 7.
J. G. Fischer beschreibt eine durch die Lagerung der Kopftuberkeln
und durch die Färbung abweichende Varietät vom Rhampholeon Kerstem
Pts. Abh. Nat. Ver. Hamburg - Altona Bd. 8, S. A. p. 7, Taf. 7, Fig. 2.
Rhynchocephalia.
Sceletsystem. F. Bayer hat die Extremitäten einer jungen Hat-
teria einer Untersuchung unterzogen. Im Carpus fand er 2 von Günther
nicht beobachtete Centralia, an der Hinterextremität keine Spur des
Herpetologie während des Jahres 1884. 293
grossen Trochanters; a^s 5. distales Tarsale betrachtet Verf. Günther's
5. Metatarsale. Sitz. Ber. Akad. Wien Bd. 90 I p. 237 — 244, mit
col. Taf.
L. Dollo macht darauf aufmerksam, dass am distalen Ende des
Humerus von Hatteria gleichzeitig 2 getrennte Canäle auftreten, der Ca-
nalis ectepicondyleus (wie bei Uromastix) und der Can. entepicondyleus
(wie bei den Fehden), die beide also nicht mit einander homologisirt
werden dürfen. Zool. Anzeiger p. 547 — 548.
Choristodera
(nur fossil).
V. Lemoine giebt eine eingehende Darstellung und Reconstruction
des Scelets von Simoidosaurus Gerv. aus dem U. Eocaen von Reims.
4 Arten (3 neu). Verf. stellt die Gattung zu den Lacertiliem und ver-
gleicht sie wegen der Nichtverwachsung eines grossen Theiles der Knochen
mit Simosaurus und Plesiosaurus ; die biplanen oder schwach amphicoelen
Wirbel nähern das Genus den Geckonen und vor allem der Gattung Hat-
teria^ mit der es auch das Auftreten von kleinen, in einer Reihe stehen-
den Palatalzähnen theilt. Auch das Flügelbein trägt Zähne. Andererseits
werden auch Mosasaurus, Cionodon und namentlich Champsosauriis zum
Vergleiche herangezogen. Simoidosaurus war ein fischfressender Wasser-
bewohner mit gavialartig verlängerter Schnauze, vermuthHch ohne ver-
knöcherte Hautdecke, mit stark entwickelter Hinterextremität und Schwanz
von 2,5 — 5 m Körperlänge. Etüde s. 1. Caract. gen. du Simaedosaure etc.,
Reims. 38 pgg., 2 Taf. und Compt. rend. Paris Bd. 98 p. 697 — 699
und p. 1011 — 1013.
Derselbe stellt eine eigene Familie Simoidosauridae für Simoido-
saurus auf. Bull. Soc. Ge'ol. France (3) Bd. 12 p. 410.
L. Dollo bestätigt die Identität von Simoidosaurus Gerv. mit
Champsosaurus Cope und beschreibt ein ziemlich vollständiges Skelet von
Ch. Lemoinei (Gerv.) aus dem Landenien infer. (U. Eocaen) von Erque-
Unnes (Belgien). Nach eingehenden Vergleichen kommt Verf. zu dem
Schlüsse, dass Champsosauriis eine selbständige Ordnung Siraoidosauria
bildet, die er zwischen die Pterosauria und die Theriodontia einfügt. Die
Abbildungen beziehen sich auf die Wirbelsäule und ihre Anhänge, auf
Humerus und Schultergürtel. Bull. Mus. R. Hist. Nat. Belg. Bd. 3 p. 151
bis 182, Taf. 8—9.
E. D. Cope stellt Lemoine's Simoidosaurier zu Champsosaurus^ den
er 1876 vorläufig zur Unterordnung Choristodera der Rhynchocephalia
gestellt hatte. Nach den neueren Funden und Untersuchungen Lemoine's
scheint ihm diese Stellung verfehlt und die Gattung besser unter die
Pythonomorpha einzureihen, was Verf. eingehend erörtert. Von diesen
294 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
unterscheiden sich die Choristodera aber durch die Deutlichkeit der Ali-
sphenoide, die biplanen Wirbel und das Auftreten von Phalanxcondylen.
Amer. Naturalist Bd. 18 p. 815—817.
Ophidia.
Integumentalgebilde. In einer Arbeit über die Hyaline macht
uns C. F. W. Krukenberg mit einer dem Spirographidin ähnlichen
Substanz bekannt, die er aus der abgeworfenen Haut von Schlangen ex-
trahiert hat; in der neugebildeten Haut findet sie sich nicht. Verh. Phys.
Med. Ges. Würzburg Bd. 18 p. 19—38.
Urogenital System. Th. Neumann, Untersuchungen über den
Begattungsapparat der Schlangen. Leipzig, 8°. 47 pgg., 1 Taf.
Biologisches. C. C. Abbott schreibt in einer Skizze über die
Intelligenz der Schlangen dem Bascanium constrictor die Fähigkeit zu, Er-
fahrungen zu sammeln, Verdacht zu schöpfen, und ein nicht geringes Ge-
dächtniss. Heterodon platyrrhinus und Ophibolus doliatus scheinen ihm in
fast bewusster Weise die Klapperschlange in ihrem Gebahren nachzuahmen
und dadurch sich selbst zu schützen. Liopeüis vemalis kennt ihren Pfleger
und täuscht durch starre Haltung einen Baumzweig vor. Verf. hält die
von ihm beobachteten 11 Arten New Jersey's sämmtlich für kluge Thiere.
Science Bd. 3 p. 253—256.
Nach C. C. Hopley wird die Trachea beim schnellen Verschlingen
kleiner Thiere nur selten vorgeschoben, bei grossen Bissen vermittelt sie,
wie bekannt, während des Schlingacts der Schlangen die Respiration.
Amer. Naturalist Bd. 18 p. 732—733.
B. Horsford giebt eine anschauliche Beschreibung der Art und
Weise, wie Schlangen sich ihrer Beute nähern und sie verschlucken.
Amer. Naturalist Bd. 17 (1883) p. 896—897.
Nach C. F. Crehore, E. H. Evans und J. Fotheringham ver-
schlangen gewisse Giftschlangen Individuen der eigenen Art. Nature
Bd. 30 p. 216, p. 269 und p. 408.
J. Simson, Do snakes swallow their young? New York 1884.
J. Annim, R. Hessel, J. S. Warner u. a. amerikanische Beob-
achter bringen Beispiele über grosse Schädlichkeit, namentlich von Tropi-
donotus-Arterij für Brut von Karpfen u. a. Fischen ; einzelne der genannten
wollen gesehen haben, dass Fische von 8 — 10" Länge verschlungen wur-
den. Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 4 p. 220, p. 239 und p. 294—295.
J. Fayrer, On the nature of snake-poison. London 1884, 8°.
R. Urueta, Recherches anatomo-pathologiques sur l'action da venin
des Serpents. Action physiologique et toxicologique. Therapeutique.
Thfese de doctorat en medecine. Paris 1884. 8°. 85 pgg.
Eine unbedeutende Notiz über Schlangenbiss bringt J. S. Gardner
Nature Bd. 29 (1883) p. 6.
Herpetologie während des Jahres 1884. 295
G. Badaloni, Le ferite avvelenate par efFetto di vipera, scorpione
e tarantola. Milano 1884, 8°.
E. F. Hardman erzählt, dass eine australische Giftschlange, die
verwundet war und deren Wunde von Ameisen attakirt wurde, sich an der
wunden Stelle selbst biss und in weniger als einer Minute starb. Nature
Bd. 29 p. 452.
Auch J. Donnet will beobachtet haben, dass eine australische Gift-
schlange infolge ihres eigenen Bisses umkam. Ebenda p. 504.
Dasselbe theilt W. R. Manley von einer nordamerikanischen Klapper-
schlange mit. Ebenda Bd. 30 p. 268.
Palaeontologisches. NachträgHch sei hier noch auf A. T. de
Rochebrune's Revision der fossilen Schlangen des Pariser Museums
aufmerksam gemacht. Von neuen Gattungen beschreibt derselbe — meist
nach Wirbelresten — und bildet ab aus dem oberen Gres vert der Kreide
der Charente 1 Cimoliophis, sich an die Typhlopiden anschliessend, die
älteste bis jetzt bekannte Schlangenart, aus den oligocaenen Phosphoriten
von Quercy 2 Palaeopython^ verwandt Python, aus dem Miocän von Sansan
die Tortricidengattung Scytalophis und die Erycidengattung Seaptophis,
aus den Faluns von Pont-Levoy, Loir-et-Cher , die Boidengattung Bothro-
phis, aus dem Miocaen von Sansan Tamnophis, verwandt Maphis, und
PUemophisy verwandt Tropidonotus ^ alle genannten in je 1 Art. Die
übrigen 5 Species des Museums vertheilen sich auf die Pythonidengattung
Palaeophis und die lebenden Genera Elaphis, Periops, Coelopeliis und
Naja, üeberdies verzeichnet Verf. noch als bekannt aus dem Eocaen
7 Palaeophis, 2 Paleryx, 3 Boavus, 1 Lithophis, 1 Limnophis, aus dem
Miocaen l Ophiodon, 1 Heteropython (n. gen. für Python Euhoicus Roem.
aus den Mergelkalken von Kumi auf Euboea), 3 Elaphis, 1 Periops,
1 Echidna, 1 Laophis, 1 Colnher, 1 Ophis, 1 Crotalusf , 1 Thoracophis
und aus dem Pleistocaen einige noch lebende Formen, in Summa 33 Arten,
für die das Vorherrschen africanischen Gepräges behauptet wird. Zum
Schluss wird die Literatur über fossile Schlangen aufgezählt. N. Arch.
Mus. Paris (2) Bd. 3 (1880) p. 271 — 296, Taf. 12.
Nach kurzer Erwähnung dessen, was Gervais und Filhol bereits über
die Schlangenreste der oligocaenen Phosphoritlager von Quercy beobachtet
haben, beschreibt derselbe und bildet ab nach mit Schuppen bedeckten
Körperresten, nach Wirbeln und Kiefern 8 Gattungen mit 11 Species
fossiler Schlangen dieser reichen Fundstätte. Ausser 3 Palaeopython,
1 Pilemophis und 1 Scytalophis lauter neue Genera (l Odontomophis,
T}'phlopide verwandt Citnoliophis der M. Kreide, 1 Homoeotyphlops, gleich-
falls verwandt Typhlops, 1 Plesiotortrix, verwandt Tortrix, 2 Palaeo elaphis,
verwandt Elaphis, und 1 Tachyophis, verwandt Zamenis). Jedenfalls ist
diese Fauna von Quercy nicht rein africanisch, wie Filhol gemeint hatte,
sondern eine Mischfauna von asiatischen und amerikanischen Formen mit
einigen seltenen Anklängen an die afrikanische Schlangenwelt; Gift-
296 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
schlangen fehlen. Mem. Soc. Sc. Nat. Saone-et-Loir Bd. 5, 16 pgg.,
2 Taf.
Mittheilungen über die Verbreitung der fossilen Schlangen in Europa
macht J. Palacky. Sitz. Ber. Böhm. Ges. Wiss. Prag p. 165.
Faunistisches. W. Macleay giebt eine werthvolle Aufzählung
aller Schlangen des australischen Festlandes unter Beifügung der wich-
tigsten Citate, Synonyme und Fundorte. Es sind 7 Typhlops, 11 Boiden
(2 Alorelia, 6 Liasis, 2 Aspidiotes, 1 Nardoa), 5 Colubriden (l Coronella,
1 Herbertophis , 1 Zamenophis , 2 Tropidonottis) , 6 Dendrophis, 3 Dipsas,
3 Homalopsiden (l Cerbertis, 1 Ätyron, 1 Fordonia), 57 Elapiden (10
Diemenia, 2 Pseudonaja, 4 Pseudechis, 3 Brachysoma, 2 Furina, 1 Rhin-
elaps, 2 Brachyurophis, 1 Peirodymon, 5 Cacophis, 3 Vermicella, 1 Elapo-
cranium n. gen., 22 Hoplocephalus^ 1 Tropidechis, 1 Viperide {Acantophis)^
15 Hydrophiden (2 Platurus, 3 Äepysurus, 2 Emydocephalus ^ 1 Disteira^
1 Acalyptusy 4 Hj/drophis, 1 Enhydrina^ 1 Pelamis), in Summa 35 un-
schädliche und 73 giftige .drten. Auffallend ist die geringe — mindestens
zehnmal geringere — Sterblichkeit an Schlangenbiss gegenüber Britisch-
indien. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 9 p. 548 — 568.
Infolge von Ueberschwemmungen des Nemaha- Flusses waren nach
C. C. Hopley Schlangen, namentlich Tropidonotus ^ bei Falls City, Ne-
brasca, ungemein häufig. Amer. Naturalist Bd. 18 p. 639.
lieber Dasypeltis lineolata Pts., Heterurus hicolor Jan (vom Gabun!),
Pscmmophis sihilans var. intermedia n. , sämmtlich aus W. Afrika, über
Dipsas irregularis Merr., Dendrophis punctulatus Gray, Platurus colubrinus
Schneid., sämmtlich von den Aru-Inseln, und über Dendrophis pictus Gm.
aus S. Celebes macht J. G. Fischer kurze faunistische und systematische
Mittheilungen. Abh. Nat. Ver. Hamburg - Altona Bd. 8, S. A. p. 8 — 10.
Steno stomatidae. Stenostoma affine n. sp. Venezuela. Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 13 p. 396. — St. myopicum n. sp. Tampico
und St. tenuiculum n. sp. S. Luis Potosi (Mexico). Garman, Mem. Mus.
Harvard Coli. Bd. 8 (1883) p. 5, p. 130 und p. 131.
Calamariidae. A. Dumeril & F. Bocourt's Mission scientifique
au Mexique et dans l'Amerique Centrale HI. Theil Reptilien, Lief. 9
p. 529—592, Taf. 31—35, Paris (1883) enthält die Calamariiden und
einige von dem Verf. Bocourt irrthümlich zu dieser Familie gestellte
Coronellinen. 48 Arten werden beschrieben und die wichtigsten Theile
von 36 derselben abgebildet. 1 n. gen., 10 n. sp. (vergl. Ber. f. 1883
p. 391).
E. D. Cope macht zu dieser Arbeit zahlreiche kritische Bemer-
kungen und Correcturen in der Literatur. Ninia gehört nach Verf. neben
Storeria und Tropidonotiis. Amer. Naturalist Bd. 18 p. 162 — 163.
A. Strauch bespricht die Stellung der südamer. Gattung Elapo-
morphus und giebt eine kritische Revision aller bekannten 18 Arten, indem
er das african. Genus Urobelus mit 2 Arten als selbständige Gattung
Herpetologie während des Jahres 1884, 297
anerkennt. Das Genus wird in 3 Gruppen getheilt: Elapomorphus, Pha-
lotris und Apostolepis. Für alle Arten wird ein genauer Schlüssel gegeben.
Bull. Acad. St. Petersb. Bd. 29 p. 541 — 590 und Mel. Biol. Bull. Acad.
St. Pe'tersb. Bd. 12 (1885) p. 141 — 211.
Addphicus quadrivirgatus Jan abgeb, Bocourt, Miss, scient. Mexique
Taf. 32, Fig. 11 — 12.
Arrhytum taeniatum Gthr. abgeb. Bocourt, ebenda Taf. 34, Fig. 7.
Carphophis amoenus (Say) abgeb. Bocourt I. c. Taf. 32, Taf. 1, 2,
6 und Garman, Mem. Mus. Harvard Coli. Bd. 8 (1883), Taf. 7, Fig. 1;
= Carphophiops Cope 1. c. p. 162.
Chersodromus Liehmanni Reinh. abgeb. Bocourt I. c. Taf. 34, Fig. 8.
Conocephalus Boc. = Haldea B. G. Cope 1. c. p. 162.
Conopsis lineatus Kenn, abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 35, Fig. 4 =
Toluca. Cope 1. c. p. 162. — C. maculatus Jan abgeb. Bocourt 1. c.
Taf. 35, Fig. 3. — C. nasus Gthr. ebenda Fig. 2. — C. varians Jan
ebenda Fig. 5 = Ogmius, Cope 1. c. p. 162.
Contia episcopa Cope abgeb. Garman 1. c. Taf. 6 , Fig. 2. — C.
mitis B. G. abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 34, Fig. 3. — C. pygaea Cope
abgeb. Garman 1. c. Taf. 7, Fig. 5.
Cryptodacus redimitus Cope abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 35, Fig. 8
= Colorhogia. Cope 1. c. p. 162. — Cr. vittatm Gundl. abgeb. Bocourt
1. c. Taf. 35, Fig. 4.
Elapoides annulatus n. sp. Sumatra. Sauvage, Bull. Soc. Philom.
Paris (7) Bd. 8 p. 144.
Elapomorphus {Phalotris) Iheringi n. sp. Rio Grande (Brasilien).
Strauch, Mel. Biol. 1. c. p. 185. — E. scalaris Wuch. 1861 = Xeno-
pholis Braconnieri Pts. 1869. Strauch 1. c. p. 190.
Enulius murinus Cope abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 35, Fig. 9 =
Geagras longicaudatus Cope. Cope 1. c. p. 162. — E. Sumichrasd n. sp.
Tehuantepec. Bocourt 1. c. p. 538, Taf. 31, Fig. 6 = Geagras. Cope
I. c. p. 162.
Ficimia olivacea Gray abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 35, Fig. 11. —
F. ornata n. sp. Mexico. Bocourt 1. c. p. 571, Taf. 35, Fig. 10 =
Gyalopium publia Cope. Cope 1. c. p. 162.
Geophis chalybaeus Wagl. abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 31, Fig. 11 =
Catostoma. Cope 1. c. p. 162. — G. dubius Pets. abgeb. ebenda Fig. 9
= Catostoma. Cope 1. c. — G. Dugesi n. sp. Mexico. Bocourt 1. c.
p. 573, Taf. 37, Fig. 1. — G. Hoßmanni Pts. abgeb. Bocourt 1. c.
Taf. 31, Fig. 8 = Colobognathus Pts. Cope 1. c. p. 162. — G. rhodo-
gaster Cope abgeb. ebenda Fig. 12 = Colophrys. Cope 1. c. — G,
rostralis Jan abgeb. ebenda Fig. 10 = Catostoma. Cope 1. c. — G.
semidoliatus D. B. abgeb. ebenda Fig. 7 = Catostoma. Cope 1. c. p. 162.
Homalocranium himacidatum Cope abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 36,
Fig. 6. — H. coronaiwn B. G, abgeb. ebenda Taf. 37, Fig. 5. — Ä
298 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Deppei n. sp. Mexico. Bocourt 1. c. p. 584, Taf. 36, Fig. 11. — H.
gracile B. G. abgeb. ebenda Fig. 5. — H. maestum Gthr. abgeb. ebenda
Fig. 9. — H. melanocephalum (L.) abgeb. Bocourt, ebenda Taf. 37, Fig. 4.
— H. planiceps BIv. abgeb. ebenda Taf. 36, Fig. 7. — H. praeoculum n. sp.
Colorado. Bocourt 1. c. p. 582, Taf. 36, Fig. 8. — H. rubrum Cope
abgeb. ebenda Taf. 37, Fig. 6. — H. schistosum n. sp. Vera Paz. Bo-
court I. c. p. 584, Taf. 36, Fig. 10. — H. taeniatum n. sp. Guatemala.
Bocourt I. c. p. 587, Taf. 37, Fig. 3. — Homalocranium Boc. = Tan-
tilla B. G. Cope 1. c. p. 162.
Lamprosoma episcopum Kenn, abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 34, Fig. 4
= Contia. Cope 1. c. p. 162. — L. occipitale Hall, abgeb. ebenda Fig. 6
= Chionactis, Cope 1. c.
Pseudoficimia n. gen. nahe Ficimia. Bocourt I. c. p. 572. Typus:
jRsr. pulchra n. sp. Mexico. Taf. 35, Fig. 12 = Geagras frontalis.
Cope 1. c. p. 162.
Rhahdosoma maculatum n. sp. Ecuador. Bocourt 1. c. p. 539,
Taf. 34, Fig. 2, Taf. 35, Fig. 1. — Rh. zebrimm Jan. abgeb. Bocourt
1. c. Taf. 34, Fig. 1.
Scolecophis atrocinctus Schleg. abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 37, Fig. 2.
Streptophorus bifasciatus D. B. abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 32, Fig. 10.
— Str. labiosus n. sp. Guatemala. Bocourt 1. c. p. 550, Taf. 32, Fig. 6.
— Str. Lansbergi Schleg. abgeb. ebenda Fig. 9. — Str. maculatus Pts.
abgeb. ebenda Fig. 8 und Taf. 33, Fig. 2—4 (n. d. Leben). — Str. Sebae
D. B. abgeb. ebenda Taf. 32, Fig. 7, Taf. 33, Fig. 1 = Ninia atrata
Hall. Cope 1. c. p. 162. — Str. Sebae var. collaris Jan = Ninia col-
laris. Garman I. c. p. 95. — Streptophorus Boc. = Ninia B. G. Cope
I. c. p. 162.
Sympholis lippiens Cope abgeb. Bocourt 1. c. Taf. 34, Fig. 5.
Tantilla gracilis B. G. abgeb. Garman, Mem. Mus. Harvard Coli.
Bd. 8 (1883) Taf. 6, Fig. 3.
Uriechis concolor n. sp. Kilima-Ndjaro (O. Afr.). J. G. Fischer,
Jahr. Ber. Nat, Mus. Hamburg f. 1883 p. 4, Taf. 1, Fig. 1.
Virginia striatula (L.) abgeb. Garman 1. c. Taf. 7, Fig. 2 und (als
Conocephalus) Bocourt 1. c. Taf. 32, Fig. 5. — F. Valeriae B. G. abgeb.
Garman, ebenda Fig. 3.
Oligodontidae. G. A. Boulenger erinnert daran, dass Günther den
Simotes australis Kreflft bereits 1865 zum Elapidengenus Brachyurophis
gestellt hat. Nature Bd. 29 (1883) p. 149.
Colubridae. a. Coronellinae. Ueber das Gefangenleben von Co-
ronella Girundica Daud. berichtet J. v. Fischer. Sie lebt an absolut
trockenen Orten in Feldern und Gärten an Hecken und ist vorwiegend in
der Dämmerung thätig. Ihre Nahrung, Lacerta muralis^ wird nach Art
der verwandten C. Austriaca umstrickt und verschlungen. Sie ist nicht
besonders behende. In der Gefangenschaft rollt sie sich mit Vorliebe um
Herpetologie während des Jahres 1884. 299
dürre Aeste, ist von sanftem Naturell, beisst ergriffen äusserst selten, ist
sehr verträglich, wird bald zutraulich, geht gleich an's Futter und dauert
lange aus. Sie trinkt regelmässig. Das Auge nimmt unter den Sinnen
den ersten Rang ein. Die Art ist ungemein lebenszähe. Zool. Garten
p. 145—148.
Desguez hat beobachtet, dass Heterodon Madagascariensis junge
Nager, Vögel, ja selbst Frösche, besonders gern aber Eier frisst. Eier
von Sperlingen und Tauben werden in der Weise verschlungen, dass sich
die Schlange im Kreise darum legt und so dem Ei vor dem Verschlingen
einen Halt giebt. Der Oesophagus bietet nach Vaillant, im Gegensatz
zu Dasypeltis, nichts auffälliges. Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8
p. 180—182.
Cemophora coccinea (Blum.) abgeb. Garman, Mem. Mus. Harvard
Coli. Bd. 8 (1883) Taf. 6, Fig. 1 und Bocourt, Miss, scient. Mexique
Th. III (1883) Taf. 35, Fig. 6.
Coronella inomata n. sp. Massailand (0. Afr.). J. G. Fischer,
Jahr. Ber. Mus. Hamburg f. 1883 p. 6, Taf. 1, Fig. 2.
Diadophis punctatus B. G. abgeb. Garman 1. c. Taf. 2, Fig. 2.
Dipsina inihropunctata n. sp. Kilima-Ndjaro (O. Afrika). J. G.
Fischer 1. c. p. 7, Taf. 1, Fig. 3.
Enicognathus Joberti n. sp. verwandt vittatus Rapp. Marajo (Ama-
zonas). Sauvage, Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 146.
Herbertophis n. gen. verwandt Coronella. Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales Bd. 8 (1883) p. 434. — Typus H. plumbeus n. sp. N.
Queensland.
Heterodon platyrrhinus Lee. abgeb. Garman 1. c. Taf. 6, Fig. 5. —
H. simiis Holbr. abgeb. ebenda Fig. 4 und var. nasica B. G. ebenda Fig. 6.
Ophibolus doliaius (L.) abgeb. Garman 1. c. Taf. 5, Fig. 2. — 0.
getulus (L.) abgeb. ebenda Fig. 3 und var. Sayi Holbr. ebenda Fig. 4. —
0. triangxdm (Boie) abgeb. ebenda Fig. 1,
b. Colubrinae. Respirationsorgane. Das eigenthümlich hei-
sere Zischen von Pityophis rührt nach C. A. White von dem Vorhanden-
sein einer Epiglottis her, die, in anderen Schlangen fehlend oder nur
durch ein kleines Knötchen angedeutet, hier als dünner, beweglicher,
spateiförmiger Deckel der Stimmritze aufgelegt werden kann. Amer. Na-
turalist Bd. 18 p. 19—21, 1 Holzschn.
Biologisches. F. Knauer giebt eine kurze Beschreibung des
Aussehens und des Wesens von Elaphis quadrilineatus Latr. {quaterradiatus
Gmel.). Sie klettert und badet gerne, erträgt unser Klima gut, überwintert
ohne Mühe und geht leicht an's Futter. Vögel sind Liebüngsspeise; sie
fressen aber auch kleinere Schlangen. Auch die Beschreibung eines
Schlangenkäfigs wird beigefügt. Krebs' Humboldt p. 143—145, Holzschn.
Haltung und Gebahren der Rhinechis Scolaris Schz. schildert
J. V. Fischer. Sie ist als echtes Tagthier in Hecken und Weinbergen
300 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
während der Mittagszeit im Sommer am Boden oder auf den Zweigen
eines Strauches zu beobachten, im übrigen aber ungemein scheu und vor-
sichtig. Trockenheit und Wärme sind ihr Lebensbedingungen. Sie klettert
gut. Dem Menschen gegenüber ist sie ungemein muthig und bissig, schwer
zu fangen und gradezu unzähmbar; in der Gefangenschaft ist sie aber aus-
dauernd und pflanzt sich leicht fort. Ihre Nahrung besteht aus Mäusen,
Vögeln und Eidechsen, in der Jugend aus Heuschrecken und deren Larven.
Sie bedarf, wenn auch selten, des Trinkwassers. Das Auge ist sehr scharf.
Die Paarung geschieht auf der Erde und dauert anfangs 8 — 20 Minuten,
später mehrere Stunden. Nach 25 Tagen" erfolgte die Ablage der 9 Eier
von 45 — 59V2 mm Länge und 19V2 — 21 mm Breite. Zool. Garten p. 364
bis 368.
Coluher constrictor L. abgeb. Garman, Mem. Mus. Harvard Coli.
Bd. 8 (1883) Taf. 4, Fig. 3. — C. porphyraceus Cant. Centr. Sumatra.
Abgeb. Hubrecht, Midden-Sumatra etc. Fig. 1.
Coryphodon alternatus n. sp. verwandt pantherinus Daud. Isthmus
von Darien. Bocourt, Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 133.
Elaphis guttatus (L.) abgeb. Garman 1. c. Taf. 4, Fig. 1. — E.
ohsoletus (Say) abgeb. ebenda Fig. 2.
c. Dryadina e. Cyclophis (Phyllophilophis) aestivus (L.) abgeb.
Garman, Mem. Mus. Harvard Coli. Bd. 8 (1883) Taf. 3, Fig. 1. — C.
vernalis (Harl.) abgeb. ebenda Fig. 4.
d. Natricinae. Ontogenie. H. T. Wiese fand bei Kiel einen
17 cm langen echten Albino von Tropidonoius natrix. Färbung hell
fleischfarb, Nackenflecken orangegelb, alle sonst schwarzen Flecke dunkler
röthlich, Augen hell kirschroth. Die weissen Flecke der Augengegend
sind deutlich. Zool. Garten p. 372.
Biologisches. E. A. Gast man beobachtete, dass Eutaenia sir-
talis in der Freiheit unter Umständen auch todte Fische frisst. Amer.
Naturalist Bd. 18 p. 88—89.
C. R. Osten-Sacken sah, dass von 2 Exemplaren des Tropidonoius
sipedoTij die gleichzeitig begonnen hatten, eine Kröte zu fressen, die gün-
stiger situirte und stärkere ihren Kameraden mit verschlang. Nature
Bd. 30 p. 312.
Storeria Dekayi B. G. abgeb. Garman, Mem. Mus. Harvard Coli.
Bd. 8 (1883) Taf. 1, Fig. 1. — St. lineata (Hall.) abgeb. ebenda Fig. 4.
— St. occipitomaculata B. G. abgeb, ebenda Fig. 2.
Tropidonotus angusticeps n. sp. N. Queensland. Macleay, Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 8 (1883) p. 433. — Tr. cyclopion D. B.
abgeb. Garman 1. c. Taf. 2, Fig. 4. — Tr. Davidi n. sp. verwandt late-
ralis Berth. China. Sauvage, Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 144.
— Tr. Kirtlandi (Kenn.) abgeb. Garman 1. c. Taf. 1, Fig. 3. — Tr.
leheris (L.) abgeb. ebenda Taf. 2, Fig. 1. — Tr. natrix var. astreptophora
n. Gahcia (Spanien). Seoane, Identidad de Lacerta Schreiberi Bedr. etc
Herpetologie während des Jahres 1883. 301
La Coruiia, Vic. Abad p. 15. — Tr. saurita Schleg. abgeb. Garman
1. c. Taf. 3, Fig. 2. — Tr, sipedon (L.) abgeb. ebenda Taf. 2, Fig. 3.
— Tr. sirtalis (L.) abgeb. ebenda Fig. 3.
Homalopsidae. Helicops Alleni Garm. abgeb. Garman, Mem. Mus.
Harvard Coli. Bd. 8 (1883) Taf. 7, Fig. 4. — H. bifrenatus n. sp. Colon.
Bocourt, Bull. Sog. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 134, — H. Uneofasciatus
n. sp. verwandt mortuarius Kühl. Majumba (Congo). Sauvage, Bull. Soc.
Zool. France Bd. 9 p. 203, Taf. 6, Fig. 3.
Hydrops abacurus (Holbr.) abgeb. Garman 1. c. Taf. 1, Fig. 5.
Hypsirhina muUilineata n. sp. Cochinchina. Tirant, Notes Rept.
Cochinchine p. 41.
Psammophidae. Psammophis biseriatus Pts. abgeb. J. G. Fischer,
Jahr. Ber. Nat. Mus. Hamburg f. 1883 Taf. 1, Fig. 4. — Ps. sibilans
var. intermedia n. Gabun. J. G. Fischer, Abh. Nat. Ver. Hamburg-
Altona Bd. 8, S. A. p. 9.
DendropMdae. Dendrophis bilorealis n. sp. N. Queensland. Macleay,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 8 (1883) p. 435. — D. Katowensis
Macl. = punclidalus Gray. J. G. Fischer, Abh. Nat. Ver. Hamburg-
Altona Bd. 8, S. A. p. 9.
Leptophis varim n. sp. Madagascar. J. G. Fischer, Jahr. Ber.
Nat. Mus. Hamburg f. 1883 p. 36, Taf. 3, Fig. 8.
Dipsadidae. Verdauungsorgane. A. Duges beschreibt bei dem
opisthogljphen Trimorphodon {Dipsas) biscutatus eine Drüse, welche in der
Nähe des Furchenzahns ausmündet und nach den vom Verf. angestellten
Versuchen wahrscheinlich als Giftdrüse fungirt. La Naturaleza (Mexico)
Bd. 6 (1883) p. 145 — 148, Holzschn.
Faunistisches. F. Stollwerck fand zu Uerdingen (Rhein) in
centralamerikanischem Farbholz eine lebende Leptodira annulafa. Verh.
Nat. Ver. Bonn Bd. 40 (1883), Verh. p. 436.
Comastes ornatus n. sp. ähnlich quincunciatus Jan. Isthmus von
Darien. Bocourt, Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 141.
Dipsas Boydi n. sp. N. Queensland. Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales Bd. 9 p. 548.
Eteirodipsas Wieneri n. sp. Ecuador. Sauvage, Bull. Soc. Philom.
Paris (7) Bd. 8 p. 146.
Leptodira pacißra Cope = Sibon torquatum (Gthr.) var. pacißca
und L. personata Cope = S. torquatum var. personaf.a. Garman, Mem.
Mus. Harvard Coli. Bd. 8 (1883) p. 135.
Xenopholis Braconnieri Pts. 1869 = Elapomorphus Scolaris Wuch.
1861. Strauch, Me'l. Biol. Bull. St. Petersb. Bd. 12 (1885) p. 190.
Scytalidae. Oxyrrhopus rhombifer D. B. 1854 = ? 0. D'Orbignyi
D. B. 1854 (var.) = Coronella Bachmanni Weyenbergh (Periodico Zool.
Cordoba Bd. 2, 1876 p. 193). Berg, Act. Acad. Cienc. Cordoba (Argen-
tina) Bd. 5 p. 95.
302 Boettger: Bericht über die Leistungen lü der
Lycodontidae. Heterolepis bicarinatus D. B. Niger. Neu diagnosti-
cirt. Sauvage, Bull. Sog. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 144.
Amblycephalidae. Asthenognathus n. gen. Bocourt, Bull. Soc.
Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 139. Aehnlich Petalognathus nebulatus (L.),
aber mit einem Postmentale. Typus: A. mvltifasciatus (Jan) n. sp. Vera
Paz (Guatemala).
Dipsadomorus albifrons n. sp. Brasilien. Sauvage, Bull. Soc. Philom.
Paris (7) Bd. 8 p. 145. — D. fasciatus n. sp. Yucatan. Bocourt,
ebenda p. 135.
Leptognathus Andrei n. sp. Neugranada. Sauvage 1. c. p. 146. —
L. leucostomus n. sp. Yucatan. Bocourt, ebenda p. 138. — L. semi-
cinctus n. sp. Ob. Vera Paz. Bocourt, ebenda p. 139. — L. sezscutatus
n. sp. Attitlan (Guatemala). Bocourt, ebenda p. 137; die 3 letztge-
nannten ähnlich Dumerili Jan. — L. Viguieri n. sp. ähnlich incertus Jan
und Cateshyi Weig. Isthmus von Darien. Bocourt, ebenda p. 136.
Pythonidae. Nervensystem. P. Lussana hat das Gehirn eines
Python anatomisch untersucht. Der Arbeit sind vergleichend -anatomische
und physiologische Excurse angefügt. Atti Istit. Veneto (6) Bd. 1 (1883)
p. 445 — 488, 1 Taf. — Ref. in Arch. Ital. Biol. Bd. 4 (1883) p. 283
bis 286, 1 Holzschn.
Boidae. Circulationsorgane. Eine umfangreiche Arbeit über das
Gefässsystem von Pelophilus Madagascariensis D. B. giebt H. Gadow.
Proc. Cambridge Phil. Soc. Bd. 4 Heft 2 — 6 (1881—83).
Boa constnctor var. Isthmica n. Centr. America p. 9 und B. divi-
nüoquax var. Mexicana Jan ■= B. Mexicana (Rapp). [Einverstanden.
Ref.] Garman, Mem. Mus. Harvard Coli. Bd. 8 (1883) p. 10.
Erycidae. Rhoptrura Peliti n. sp. verwandt Reinhardti Schleg.
Majumba (Congo). Sauvage, Bull. Soc. Zool. France Bd. 9 p. 202,
Taf. 6, Fig. 4.
Elapidae. Biologisches. W. Macleay erwähnt einen Ophio-
phagus elaps aus Perak von 142" Länge. Die Art ist die längste be-
kannte Elapide, soll eine Länge von 170" erreichen und einen Menschen
in 3 Minuten zu tödten im Stande sein. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
Bd. 9 p. 1205.
Faun istisches. V. Mayet fand Naja haje auch in Tunisien am
Brunnen El-Aia nicht weit von Oued Leben; Laroque erwähnt sie aus
der Umgebung der Oase Gabes und der Gegend der grossen Schotts.
Compt. rend. Paris Bd. 98 p. 1296 — 1297 und DeyroUe's Naturaliste
6. Annee p. 506.
Diemenia atra n. sp. N. Queensland. Macleay, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales Bd. 9 p. 549.
Elapocranium n. gen. = Elapocephalus Macl. non Gthr. Macleay
1. c. p. 560.
Elaps ftdviiis Cuv. var. tenera B. G. abgeb. Garman, Mem. Mus.
Herpetologie während des Jahres 1884. 303
Harvard Coli. Bd. 8 (1883) Taf. 8, Fig. 3. — E. Marcgravii var. lati-
collaris Pts. = E. lalicollaris n. sp. Garman 1. c. p, 107.
Hoplocepkalus par n. sp. Faro (Salomons - Ins.). Boulenger, Proc.
Zool. Soc. London p. 210.
Ophiophagus ikaheka Less. var. fasciaia n. abgeb. J. G. Fischer,
Abh. Nat. Ver. Hamburg-Altona Bd. 8, S. A. p. 10, Taf. 7, Fig. 3.
Causidae. Aspidelaps Bocagei n. sp. Gabun und Majumba (Congo).
Sauvage, Bull. Soc. Zool. France Bd. 9 p. 204, Taf. 6, Fig. 2.
Crotalidae. Ancistrodon contortrix (L.) abgeb. Garman, Mem. Mus.
Harvard Coli. Bd. 8 (1883) Taf. 8, Fig. 1. — A. pisdvorus (Lac.) var.
pugnax B. G. abgeb. ebenda Fig. 2.
Crotalus horridus (L.) abgeb. Garman 1. c. Taf. 9, Fig. 1.
Rhinocerophis Garm. = Bothrops Wagl. Berg, Act. Acad. Cienc.
Cordoba (Argentina) Bd. 5 p. 96.
Sistrurus catenatus (Raf.) abgeb. Garman 1. c. Taf. 9, Fig. 2.
Trigonocephalus lanceolatus var. aspera n. Isthmus von Darien.
Garman 1. c. p. 124 und p. 180.
Batrachia.
Literatur. W. N. Lockington giebt eine Uebersicht
über die Fortschritte in der Batrachologie Nordamericas wäh-
rend der Jahre 1880 — 1883. Besprochen werden Brocchi's
Miss, scientif. au Mexique, Batrachia, Hinckley's Beobach-
tungen über die Metamorphose von Ilyla versicolor und über die
Verschiedenheiten im Bau des Mundes der Kaulquappen, kleinere
Notizen biologischen Inhalts von Montgomery über Nahrung
von Menohranchus , von Frear über Lebenszähigkeit, die Arbeit
Kingsley's über Polymelie bei Rana halecina, Carl in 's über
Umwandlung von Slredon in Amhlystoma, Clark e's über Ent-
wicklung von Amhlystoma punctatum und Über den Wolff'schen
Körper bei dieser Art, Se wall 's über die Ausscheidungen der
pepsinbildenden Drüsen beim Frosche, Davis & Rice 's List
of the Batrachia of Illinois, Yarrow's Check -List of Rept. a.
Batr. of N. America und Mason's grosses Werk über die
feinere Structur des Centralnervensystems gewisser Reptilien
und Batrachier. Amer. Naturalist Bd. 18 p. 149 — 154.
Integumentalgebilde. Das Krötengift enthält nach
G. C almeis eine kleine Menge von Gautier's Methylcarbyl-
amin, dem es einen Theil seines Geruches und seiner giftigen
Eigenschaften verdankt, hauptsächlich besteht es aber aus einer
304 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
noch unbeschriebenen Carbon- oder Isocyanacet - Methylcarbyl-
aminsäure. Das Gift von Triton cristatus entspricht einem
Carbon- oder a-Isocyanopropion-Aethylcarbylamin. Alle Ba-
trachiergifte gehören in die Leucin- oder in eine verwandte
höhere Amidosäure- Reihe; Verf. hält die Wirkungen dieser
niederen Carbylamine nach directen Versuchen für noch giftiger
als die der wasserfreien Cyanwasserstoffsäure. Compt. rend.
Paris Bd. 98 p. 536—539. — Ref. in Joum. R. Microsc. Soc.
(2) Bd. 4 p. 360—361.
A. Gautier & Etard erkennen die Richtigkeit der eben
angeführten Thatsachen an und betrachten sie als eine Bestä-
tigung und Erweiterung ihrer eigenen früheren Beobachtungen.
Ebenda p. 631.
Nach P. Mitrophanow sind die Eberth'schen Körperchen
in den Basalzellen der Kaulqiiappenhaut nicht nervöser Natur;
auch die senkrechten Hautfasern Canini's zeigen Bindegewebs-
natur. Arch. f Anat. Phys., Phys. Abth. p. 191—202, Taf. 2.
Nach M. Nussbaum finden sich bei Embryonen von Ba-
trachiern vor der Ausbildung der Organe der Seitenlinie in der
Haut Nervenendigungen, die denen in der Cornea der Wirbel-
thiere gleichen. Verb. Nat. Ver. Bonn Bd. 40 (1883), Sitz.
Ber. p. 165.
Muskelsystem. S. Trinchese verbreitet sich über die
Endigung der Bewegungsnerven in den Muskeln der Batrachier.
Rend. Accad. Napoli Anno 22 (1883) p. 277—279.
Nervensystem. Eine Notiz über eine microscopische
Methode das Batrachiergehirn zu studiren findet sich bei H. F.
Osborn. Amer. Monthly Microsc. Journ. Bd. 5 p. 188.
Sinnesorgane. In seinen Untersuchungen über den Bau
der Nasenschleimhaut bei Fischen und Batrachiern und nament-
lich über Endknospen als Endapparate des Nervus olfactorius
giebt J. Blaue eine eingehende Kritik der vorhandenen Lite-
ratur und beschreibt sodann den Bau der Nasenschleimhaut
von Proteus, Triton taeniatus, cristatus, Salamandra maculosa und
Amhlystoma Mexicanum. Bei Proteus findet er grosse Ueberein-
stimmung mit den Fischen: die Regio olfactoria ist aus Geruchs-
knospen zusammengesetzt und die Bowman'schen Drüsen fehlen.
Erst die Salamandrinen zeichnen sich durch das Auftreten der
mehrzelligen Bowman'schen Drüsen aus. Die Tritonen bewahren
die melir weniger umgewandelten Geruchsknospen zeitlebens,
Herpetologie während des Jahres 1884. 305
die Salamander dagegen lassen aus den in der Jugend vor-
handenen Geruchsknospen eine einheitliche Regio olfactoria ent-
stehen und vermitteln dadurch den Uebergaug zu den Anuren,
denen auch als Larven Geruchsknospen fehlen. Arch. f. Anat.
Phys., Anat. Abth. p. 231—309, Taf. 12—14.
Circulationsorgane. W. Aly, Ueber die Vermehrung
der rothen Blutkörperchen bei Amphibien. Halle, 8°. 40 pgg.
In seiner Arbeit über Herz und Blutkreislauf bei nackten
Amphibien giebt C. Gompertz als Basis seiner physiologischen
Untersuchungen eine eingehende Beschreibung der Lagerung der
Herzmuskelfasern. Arch. f. Anat. Phys., Phys. Abth. p. 203
bis 260, Taf. 4 und 4 Figg.
Urogenital System. J. H. List fand im Blasenepithel
von Rana und Triton Becherzellen , die er als einzellige Drüsen
auffasst und, da sie bereits in den tieferen Schichten des Epi-
thels deutlich differenzirt sind, als selbständige Gebilde be-
trachtet. Bei Salamandra und Testudo werden echte Becherzellen
dagegen vermisst. Zool. Anzeiger p. 328 und Sitz. Ber. Akad.
Wien, Math. Nat. Cl. Bd. 89 HI p. 186—211, 2 Taf.
Nach demselben kommen im Blasenepithel des Frosches
auch geschlossene Becherzellen in verschiedenen Schichten und
bei Bufo vulgaris, Bombinator und Triton cristatiis in den tieferen
Schichten vor. Zool. Anzeiger p. 546.
Ontogenie. In einer Notiz bemerkt G. Rom iti, das beste
Object zur Demonstrirung der Zelltheilung sei das Ei von Bufo
viridis, das beste Härtungsmittel die Kleinenberg'sche Flüssigkeit.
Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa, Proc. verb. Bd. 4 p. 21—22.
J. Schütz berücksichtigt in seiner Inaug.-Diss. über den
Dotterkern, dessen Entstehung, Structur, Vorkommen und Be-
deutung, Bonn (1882), 23 pgg., 1 Taf., auch den Dotterkern
des Batrachiereies.
Neue Untersuchungen über die Entstehung des Dotters und
der Epithelzellen bei den Batrachiern bringt L. Will. Es gelang
dem Verf. am Ei der Batrachier die Entstehung des Dotters
genau zu verfolgen. Der junge einkernige EifoUikel enthält
ein rundes Keimbläschen, in dessen Innerem sich ein heller
Kernsaft und die Keimflecke befinden. Von diesen Keimflecken
erlangen einige eine bedeutende Grösse und treten aus dem
Keimbläschen heraus. Auch die kleinen Keimflecke verlassen
das Keimbläschen unter sehr regelmässigen Erscheinungen; so-
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. ü
306 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
wohl am frischen Praeparat als an Schnitten kann man das
Loslösen derselben in Form von Knospen beobachten. Nach
diesen Untersuchungen muss man somit entweder den Namen
„Dotterkern" als morphologischen Begriff fallen lassen oder ihn
auf alle das Keimbläschen verlassenden Keimflecke übertragen,
und Verf. kommt schliesslich zu dem allgemeinen Resultate,
dass das Ei seiner Entstehung nach keine Zelle ist, sondern
dass vielmehr der ganze Process der Eibildung auf die Bildung
eines Productes hinausläuft. Zool. Anzeiger p. 272—276 und
p. 288—291.
H. Landois erwähnt das Ueber wintern von Batrachier-
larven im warmen Teiche einer Dampfmühle bei Münster.
Zool. Garten p. 288.
J. Kollmann fand mehrfach bei Basel überwinterte Larven
der Rana esculenta bis ZU 10 % cm Länge, die er kurz beschreibt,
und die noch im Juni keinen Versuch machten sich umzuwan-
deln. Er nennt diese Erscheinung Neotenie. Verf. vermuthet
sogar, dass seine Larven bereits zwei Winter überstanden
hätten und vergleicht die erwähnte Erscheinung an der Hand
der reichen neueren Literatur über diesen Gegenstand mit den
analogen Verhältnissen beim Axolotl. Neotenie ist ihm kein
Atavismus, auch nicht unter die Rubrik der Hemmungsbildungen
zu rechnen. Die Siredonstufe sei eine zweite Stufe der Neo-
tenie, welche die Larve befähige, sich fortzupflanzen, die Am-
blystomastufe die dritte, vollkommenste. Die Neotenie theilt
Verf. wieder in eine totale, da Tritonenlarven geschlechtsreif
werden und die Siredonstufe erreichen können, und in eine
partielle. Auch von den Caecilien sei es wahrscheinlich, dass
sie partielle Neotenie besitzen. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7
p. 387—398 (vergl. auch Ber. f. 1883 p. 417).
L. Camerano, Recherches sur la Prolongation de la vie
branchiale des Amphibies. Arch. Ital. Biol. Bd. 5 p. 29—36
(vergl. Ber. f. 1883 p. 416—417). — Ref. in Joum. R. Microsc.
Soc. (2) Bd. 4 p. 710 und Naturforscher Bd. 17 p. 273-274.
L. Camerano, Sur le developpement des Amphibies et
sur ce que Ton a nomme chez eux la Nöotenie. Arch. Ital.
Biol. Bd. 5 p. 27—28.
Weitere Beobachtungen über Neotenie und Entwicklung
macht derselbe am Axolotl, an Tritoji, Rana und Bufo. Atti
Accad. Torino Bd. 20. 14
Herpetologie während des Jahres 1884. 307
J. Kollmann macht in einer Notiz über die Anpassungs-
breite der Batrachier und die Correlation der Orgaue darauf
aufmerksam, dass neben den wunderbaren neueren Versuchen
am Axolotl doch auch unsere europäischen Batrachier ein er-
höhter Grad von Anpassungsfähigkeit auszeichnet. Unter be-
stimmten im Organismus wirkenden Umständen unterbleibt die
Verwandlung in die terrestrische Form des Thieres. So kann
z. B. ein frühzeitiger Winter die Dauer des aquatilen Zustandea
verlängern. Nicht minder auffallend ist auch, dass die Thiere
aus der ihnen künstlich aufgedrungenen Gefangenschaft in dem
feuchten Element nicht sofort entfliehen, sobald sich Gelegenheit
dazu bietet, eine Erscheinung, welche Verf. Neotenie genannt
hat. Auch das Stehenbleiben des Axolotl auf der Perenni-
branchiatenform bringt er unter dieselbe Rubrik. Die genannten
Thiere bleiben dabei entweder in toto auf ihrer aquatilen outo-
genetischen Stufe stehen oder nur theilweise. Ja der Organis-
mus vermag sogar einige der jugendlichen Merkmale mit in
das terrestrische Leben hinüberzunehmen. Bald ist es der
Darm, bald sind es die Lungen oder die Kiemen, bald nur die
Körperform oder die Haut, welche das vorhergehende onto-
genetische Gepräge beibehalten. Es bleibt festzustellen, wie
weit das Gesetz der Correlation durchbrochen werden kann,
und welche Organe den stärksten Einfluss auf die Correlation
ausüben. Nicht die Geschlechtsorgane sind es, sondern das
Auftreten der Lungenthätigkeit, welche den tiefstgreifenden Ein-
fluss auf die correlativen Umwandlungen der einzelnen Theile
des Organismus ausübt. Zool. Anzeiger p. 266 — 270. — Ref.
in Naturforscher Bd. 17 p. 236—238.
Heron-Royer beschreibt eine monströse Quappe von PeZo-
hates fuscus mit 2 symmetrischen Spirakeln, eins links (wie ge-
wöhnlich), das andere rechts gelegen. Er erwähnt weiter eine
zweite Pdohates-LsLYve mit rechtsgelegenem Spiraculum. Indem
Verf. die verschiedene Lage des Spiraculums bei den verschie-
denen Anuren vergleicht, neigt er zu der Ansicht, dass das
median und unten gelegene Spiraculum den vollkommensten
Typus darstelle. Von sonstigen Abnormitäten verzeichnet er
einen Embryo von Alytes ohstetricans mit 4 Augen, einen Pleuro-
deles mit dreifachen Hinterextremitäten u. s. w. — Um den
Larvenzustand zu verlängern und eine weitere Entwicklung zu
verhindern, hat Verf. den Quappen von Pelobates fuscus, Pelodytes
308 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
und Rana viridis in den von ihm gewünschten Stadien der Ent-
wicklung das directe Sonnenlicht entzogen und sie künstlich
niederen Temperaturen ausgesetzt, dann nach 8 Tagen sie in
nur mit Pflanzen besetzte Aquarien gethan und blos in Zwischen-
räumen von 14 zu 14 Tagen mit reichlicher Fleischnahrung ge-
füttert. Bull. Soc. Zool. France Bd. 9 p. 162—168, 1 Holzschn.
Biologisches. C. C. Abbott hält die geistigen Fähig-
keiten der Kröten und selbst die der Salamander für höher als
die der Frösche, und belegt seine Ansicht z. Th. mit recht
guten Beispielen und scharfsinnig ausgedachten Versuchen; die
Batrachier im allgemeinen aber stehen ihm in intellectueller
Beziehung noch tiefer als die Fische. Science Bd. 3 p. 66 — 67.
Palaearctische Region. V. L. Seoane nennt als Ein-
wohner der spanischen Prov. Galicia Trüon Alensoi n. sp., Boscae
Lat. , marmoratus D. B., Chioglossa, Salamandra maculosa var. Gal-
laica n. , Alytes ohstetricans Boscae Lat. , Discoglossns pictus mit var.
Sarda, Pelobates cidtripes, Bufo vulgaris, calamita, (viridis fehlt), Hyla,
Rana Iberica Blgr., iemporaria hrevipalmata Seoane und esculenta
Perezi Seoane. Identidad de Lacerta Schreiberi Bedr. etc. La
Coruna, Vic. Abad p. 12.
P. Pavesi macht die in den italienischen Seen von Turin
bis zum Gardasee gefundenen Batrachier namhaft. Atti Soc.
Veneto-Trent. Padova Bd. 8, (1883), p. 340—403.
Eine Zusammenstellung der italienischen Batrachier giebt
L. Camerano. Das faunistische Gebiet wird in 4 Provinzen
getheilt: 1. Festländische Prov., 2. Halbinsel - Prov. , 3. Prov.
von Corsica und Sardegna und 4. Prov. von Sicilien und Malta.
Die Aufzählung der Anuren gaben wir schon im Ber. f. 1882
p. 540; von Caudaten werden 9 Species namhaft gemacht:
Spelerpes Juscus, Salamandrina perspicülata , Euproctus montanus und
Rusconii, Triton vulgaris und subsp. meridionalis , Tr. alpestris, cris-
tatus subsp. Kardini und SUbsp. longipes, sowie Salamandra atra
und maculosa. Tr» cristatus Karelini fehlt den Inseln, longipes
findet sich nur auf dem Gran Sasso d'Italia. Zool. Anzeiger
p. 497-499 und Proc. Zool. Soc. London p. 421—425. —
Vergl. auch unten unter Salamandridae.
Tropisch-americanische Region. P. Brocchi, Etu-
des sur les Batraciens du Mexique et de l'Amerique Centrale
in Mission Scientifique au Mexique, Rech. Zool. Theil 3, Sect. 2.
In Lief. 3 p. 97—122, Taf. 7 und Taf 16—21 beschliesst Verf-
Herpetologie während des Jahres 1884. 309
das Werk mit der Beschreibimg einiger restirender Anuren und
sämmtlicher Caudaten. Neu 7 Spderpes.
Australische Region. C. W. De Vis beschreibt 3 neue
Anuren von Queensland. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 9
p. 65-67.
Systematisches. Eine interessante vergleichende Zu-
sammenstellung von Cope's und Boulenger's Systematik der
Caudaten- und Anurenfamilien bringt Th. GilL Ann. Report
Smithson. Inst, for 1882, Washington 1884 p. 615—621.
E. D. Cope giebt folgende Eintheilung aller bekannten
lebenden und fossilen Batrachierordnungen :
I. Supraoccipitale, Intercalare und Supratemporale
vorhanden. Propodialknochen deutlich (alle foss.).
Wirbeicentra mit Einschluss des Atlas segmen-
tirt, jedes Segmentpaar zusammen einen Bogen
stützend 1. Rhachitomi.
Wirbel segmentirt, jedes der oberen und der
unteren Segmente vollständig, zwei Centra für
jeden Bogen bildend 2. Embolomeri.
Wirbeicentra mit Einschluss des Atlas nicht
segmentirt, eins für jeden Bogen 3. Stegocephali.
II. Supraoccipitalen und Supratemporalen fehlen.
Frontalen und Propodialen deutlich.
1. Ein Intercalare.
Ein Palatinbogen und getrennte Caudalwirbel 4. Proteida.
2. Kein Intercalare.
Ein Maxillarbogen ; Palatinbogen unvollstän-
dig; Nasalen, Praemaxillaren und Caudalwirbel
deutlich 5. Urodela.
Maxillar- und Palatinbogen deutlich; Nasalen
und Praemaxillaren vereinigt 6. Gymnophiona.
Keine Maxillar- oder Palatinbogen; Nasalen,
Praemaxillaren und Caudalwirbel deutlich. . 7. Trachy stomata
(Sirenida).
III. Supraoccipitale, Intercalare und Supratemporale
fehlend. Frontalen mit den Parietalen ver-
wachsen; Propodialen und Caudalwirbel ver-
schmolzen.
Praemaxillaren von den Nasalen getrennt; kein
Palatinbogen; Astragalus und Calcaneus ver-
längert, einen deutlichen Abschnitt der Glied-
massen bildend 8. Anura.
310 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Verf. erläutert sodann die Phylogenie dieser Ordnungen; die
Rhachitomi hält er für den ältesten Stamm, von dem sich die
Embolomeri und Stegocephali abzweigen, welche letzteren die
Stammeltern der übrigen jetzt noch lebenden Batrachier sind.
Die Rhachitomi leitet Verf. von einem ausgestorbenen Zweig
der Dipnoer ab. Amer. Naturalist Bd. 18 p. 26 — 28.
Ecandata.
Allgemein Anatomisches. J. C. Ewart, The Dissection of
the Frog. Edinburgh, Thin and London, Simpkins, 8°.
Integumentalgebilde. In seinen Untersuchungen über die meso-
dermalen Phagocyten einiger Wirbelthiere findet E. Metschnikoff, dass
die Atrophie des Anurenschwanzes und der Kiemen durch Phagocyten
bewirkt wird, die das Muskel- und Nervengewebe gradezu auffressen.
Nach Beobachtungen an künstlichen Entzündungsherden scheinen die
Phagocyten grossentheils echte Bindegewebszellen zu sein. Biol. Centr.
Blatt Bd. 3 (1883) p. 560—565.
Sceletsystem. A. G. Bourne macht auf Abnormitäten in der
Bildung der Wirbelsäule bei Rana temporaria aufmerksam. Q. Joum.
Microsc. Sc. Bd. 24 p. 86—88.
Muskelsystem. W. Krause kommt in seiner Arbeit über die
Nervenendigung in den Froschmuskeln zu dem Schlüsse, dass jede Muskel-
faser für gewöhnlich nur die Endigung einer einzigen Nervenfaser erhält.
Internat. Monatsschr. Anat. Eist. Bd. 1 p. 194—203, Taf. 8—9.
Nervensystem. J. Gad kommt in der Frage nach directen moto-
rischen Leitungsbahnen im Rückenmark des Frosches zu dem Resultate,
dass wahrscheinlich alle motorischen Bahnen aus Hirn und verlängertem
Mark im Rückenmark eine Unterbrechung erfahren. Im Gebiet der 9.
und 10. Lumbarwurzel sind alle Bedingungen für das Zustandekommen
von Reflexen vorhanden. Aus dem Lumbarmark ragen lange, unilaterale
und bilaterale Reflexbögen in das obere Dorsalmark hinauf, die wesentlich
Beugereflexe bedingen. Eine segmentäre Anordnung der Reflexcentren
dagegen fehlt. Verh. Phys. Med. Ges. Würzburg N. F. Bd. 18 p. 129
bis 178, Taf. 4—5.
A. Grünhagen beschreibt ein Endothelialgebilde in der mit Silber-
nitrat behandelten Nervenprimitivscheide des Frosches. Arch. f. mikr.
Anat. Bd. 23 p. 380 — 38], 1 Fig.
Circulationsorgane. O. Langendorff gelangt in seinen Bei-
trägen zur Kenntniss des Herzmuskels und der Herzganglien des Frosches
zu dem Hauptresultate, dass in allen Fällen, in welchen die ganglienfreie
Hei-zspitze pulsirt, es sich nicht um automatische Bewegungen handelt.
Eingehend wird sodann die normale Rhythmik und der durch Erstickung
Herpetologie während des Jahres 1884. 311
periodisch aussetzende Rhythmus des übrigen ganglienhaltigen Herzmuskels
besprochen und eine Erklärung für beide Thätigkeiten versucht. Arch. f.
Anat. Phys, Phys. Abth., Suppl. Bd. p. 1 — 133, Taf. 1 — 2, 22 Holzschn.
C. Heinemann macht historische und kritische Bemerkungen über
Sinusreizung, diastolischen Stillstand nach mechanischer Reizung und
Strychninwirkung am Froschherzen. Pflüger's Arch. f. Phys. Bd. 34
p. 279—286.
T. L. Brunton & Th. Cash untersuchen und geben graphische
Darstellung der Wirkung electrischer Reizung auf das Froschherz und
studiren den Einfluss von Hitze, Kälte und Strychnin auf dessen Bewe-
gungen. Proc. Roy. Soc. London Bd. 35 (1883) p. 455 — 495, zahlr.
Holzschn. (vergl. auch Ber. f. 1882 p. 538).
S. Ringer vergleicht die Wirkung von Rubidium- und Caesium-
salzen auf den Herzventrikel des Frosches mit der von Kaliumsalzen.
Journ. of Phys. Bd. 4, No. 6, Taf. 22.
A. Bateil i beschreibt eigenthümhch modifizirte Endothelialzellen
m Bauchfell von Frosch und Kröte. Lo Sperimentale 1884. 24 pgg.,
2 Figg.
W. Weliky untersuchte die Endigungsweise der Nerven in den
Lymphherzen des Frosches histologisch, fand aber die Endigungen der
sympathischen Faser bis jetzt nur in den Muskeln der hinteren Lymph-
herzen. Die sehr langen Fasern theilen sich zuweilen in zwei Fäserchen.
Bull. Acad. Sc. St. Petersb. Bd. 28 (1883) p. 455—456, 2 Holzschn.
Auch M. Schiff macht Mittheilungen über die Innervation der
Lymphherzen bei den Anuren. Revue Zool. Suisse Bd. 1 p. 319 — 356.
Urogenitalsystem. A. M. Marshall hat vier Fälle abnormer
Geschlechtsorgane beim Frosch gefunden, einen Fall, wo makroskopische
Untersuchung auf ein cT schliessen Hess, bei mikroskopischer Prüfung der
Hoden aber mit Eiern durchspickt war, einen Fall, wo linksseitiges Ova-
rium mit rechtsseitigem , modifizirtem Hoden zusammen auftrat , und zwei
Fälle von entschiedenen cf cT, aber mit ungewöhnlich starker Entwicklung
der Müller'schen Gänge. Humphrey's Journ. of Anat. Phys. Bd. 18
p. 121 — 144, Taf. 6 — 7. — Ref. von Spengel , Biol. Centr. Blatt Bd. 4
p. 235 — 237.
A. G. Bourne beschreibt ein hermaphroditisches $ von Rana tem-
poraria, das rechtsseitig ein normales Ovarium besitzt, während linksseitig
in den vorderen Theil des Eierstocks ein unregelmässig gestalteter und
von dem Ovarialgewebe nicht scharf abgesetzter Hoden eingebettet ist.
Q. Journ. Microsc. Sc. Bd. 24 p. 83 — 86, Taf. 4. — Ref. und Discussion
von Spengel 1. c. p. 237 — 241.
In einer Notiz über Hermaphroditismus bei Batrachiera discutirt
J. W. Spengel die neueren Pflüger'schen Versuche (vergl. Ber. f. 1883
p. 422) und spricht die Ansicht aus, dass er sich zur Annahme eines,
wenn auch irregulären, so doch normalen Hermaphroditismus bei den
312 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Grasfröschen nicht bekennen könne. Es sei ihm vielmehr wahrschein-
licher, dass in der ursprünglich indifferenten Geschlechtsdrüse an ge-
wissen Oertlichkeiten häufiger als sonst einzelne Elemente eine von de^
Hauptmasse abweichende Entwicklungsrichtung einschlügen und so zur
Bildung eines anormalen Hermaphroditismus führten. Möglich sei auch
dass die Ovarialfollikel im Hoden der R. temporaria eine dem Bidder'schen'
Organ des Krötenhodens analoge Bildung darstellen; dann wäre der Pflü-
ger'sche Hermaphroditismus bei Rana kein echter, sondern nur ein schein-
barer, erzeugt durch die Eiähnlichkeit gewisser Entwicklungsformen der
männlichen Elemente. Biol. Centr. Blatt Bd. 4 p. 268 — 270.
Ontogenie. A. Rauber stellte gemeinschaftlich mit R. Sachsse
Untersuchungen an über den Einfluss der Temperatur, des atmosphärischen
Druckes und verschiedener Stoffe auf die Entwicklung der Eier von
Fröschen, um die Widerstandskraft, Plasticitätsbreite und Umbildungs-
fähigkeit der Embryonen kennen zu lernen. Ein Druck von 3 Atmosphä-
ren hob die Entwicklung auf; 2 Atmosphären Hessen die Entwicklung zu,
leiteten sie aber von der Norm ab; die Embryonen wuchsen im allge-
meinen mehr nach der Dicke und Breite als nach der Länge. Ver-
ringerung des Atmosphärendrucks erzeugte wassersüchtige, gequollene
Embryonen. Aufenthalt in sauerstoffreichem Wasser wirkte umgestaltend
auf die Kiemengegend ein, deren Entwicklung verringert und abgelenkt
wurde. Schon eine einprocentige Kochsalzlösung konnte von den Em-
bryonen nicht ertragen werden; sie starben sämmtlich ab. Sitz. Ber. Nat.
Ges. Leipzig (1883) p. 557 — 570 und p. 79 — 85.
Derselbe stellt weitere Beobachtungen an über den Einfluss, den
erhöhter und verminderter Atmosphärendruck auf die Kern- und Zell-
theilung der Froscheier besitzt. Ber. 57. Vers. D. Naturf. Aerzte Magde-
burg p. 196—197.
In einer dritten Abhandlung (vergl. Ber. f. 1883 p. 423) über die
Einwirkung der Schwerkraft und anderer Einflüsse auf die Richtung der
Zelltheilung bemerkt E. Pflüg er, dass es ihm gelungen sei, normale
Bombinatoren aus Eiern zu züchten, die sich infolge der ihnen künstlich
aufgezwungenen regelwidrigen Lage abnorm gefurcht hatten. Die Arbeit
ist im übrigen wesentlich allgemein physiologischer Natur ; eingestreut sind
einige Bemerkungen über die Laichzeit von Rana esculenta und Bombi-
nator in 1884. Pflüger's Arch. f. Phys. Bd. 34 p. 607—616.
In einer Arbeit über die Entwicklung der Froscheier bei Aufhebung
der richtenden Wirkung der Schwere betont W. Roux, dass Versuche
an Eierstockseiern von Rana ihn dazu geführt haben anzunehmen, dass
alle Hauptrichtungen des Embryo bereits vor der Befruchtung gegeben
seien. Im weiteren weist derselbe, im Gegensatz zu Pflüger's Auffassung
von der Wirkung der Schwerkraft auf die embryonale Entwicklung, nach,
dass die formale Differenzirung in dem befruchteten Ei von Rana fusca
unabhängig von äusseren gestaltenden Einwirkungen ablaufen kann, und
Herpetologie während des Jahres 1884. 313
dass die formale Entwicklung des befruchteten Eies überhaupt ein Process
vollkommener Selbstdifferenzirung ist. Verf. beweist dies durch positive
Erfolge erstens bei langsamer, fortwährender Umdrehung des Eies, um
eine unausgesetzte Lageänderung des obersten Meridians zu bewirken, und
zweitens bei rascher Umdrehung, um die Schwerkraft durch die Centri-
fugalkraft aufzuheben. Breslauer Aerztl. Zeitschr. p. 57 — 62.
G. Born fuhrt in einem Artikel über den Einfluss der Schwere auf
das Froschei aus, dass er unabhängig von Roux zu demselben Resultate
gekommen sei , dass auch unbefruchtete Eier sich drehen. Es handele
sich bei den in Zwangslage befindlichen Eiern nicht um eine allgemein
anzunehmende Einwirkung der Schwere auf sich theilende Zellen, sondern
um indirecte Einwirkungen der Schwere, welche die letztere, vermöge der
eigenthümlichen Anordnung und Beschaffenheit der specifisch verschieden
schweren Eibestandtheile unter Umständen an dem sich entwickelnden
Froschei hervorzurufen vermag. Ebenda p. 185 — 188.
Rosenbach und Roux machen ergänzende Mittheilungen über das-
selbe Thema. Ebenda p. 188 — 189. — Ref. über die 3 letztgenannten
Arbeiten von Spengel, Biol. Centr. Blatt Bd. 4 p. 371 — 374.
Theilweise im Anschluss an, theilweise polemisirend gegen Pflüger's
im Ber. f. 1883 p. 423 besprochene Versuche bringt auch 0. Hertwig
Mittheilungen über den Einfluss der Schwerkraft auf die Theilung der
Zellen im Froschei. Untersuchungen über Morphol. u. Physiol. der Zelle
Heft 2, Jena 1884.
G. Born führt in einer ausführlichen Darlegung seiner Studien über
den Einfluss der Schwere auf das Froschei aus, dass wenigstens in Rana
fusca bei den in abnormer Stellung festgehaltenen Eiern innere Verschie-
bungen stattfinden. Er beschreibt Material und Methode der Experimente,
äussere Besichtigung der Eier, Methode der Schnittuntersuchung, Schnitt-
bilder der normalen und der in Zwangslage gehaltenen Eier und fasst
dann die Resultate zusammen. Als besonders wichtig dürfen hier wohl
die beiden Sätze Erwähnung finden , dass eine besondere Micropyle am
Froschei fehlt, die Spermatozoe aber nicht von jeder beliebigen Stelle der
Eioberfläche aus, sondern nur von einer mit Pigmentrinde bedeckten ein-
treten kann, und dass die specifische zu vererbende Structur nur dem
Kern , der durch die Schwere keine sichtbaren Veränderungen erleidet,
angehört. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 24 p. 475 — 545, Taf. 23—24.
In einer Arbeit über die inneren Vorgänge bei der Bastardbefruchtung
der Froscheier hält derselbe seine früher (vergl. Ber. f. 1883 p. 424)
aufgestellte Theorie aufrecht; die Reihe von Erscheinungen, die er an mit
concentrirtem Samen von Rana fusca befruchteten Eiern von R. arvalis
als Barockfurchung beschrieben habe, beruhe auf dem Eindringen von
zahlreichen Spermatozoen in diese Eier. In wie weit die geringeren Un-
regelmässigkeiten, die bei diesen Bastardirungen auftreten, auf einer
schwächeren Wirkung derselben Ursache beruhen, und worin die Ursachen
314 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
für das Absterben der regelmässig abgefurchten Eier vor Bildung des
Rusconi'schen Afters zu suchen sind, bleibt weiteren Untersuchungen vor-
behalten. Breslauer Aerztl. Zeitschr. p. 208 — 211.
O. Hertwig fand im Dotter junger Eierstockseier von Rana tempo-
raria und esculenta mit grosser Constanz auftretende, sehr characteristische,
spindelig geformte Körper, über deren Herkunft, Schicksal und Bedeutung
vorläufig jede Vermuthung fehlt. Bei Bufo, Hyla und Bombinator konnten
sie nicht nachgewiesen werden. Den Schluss der Notiz bildet eine zwei-
felnde Kritik der von Will (s. oben p. 305) neuerdings gefundenen Aus-
wanderung von Keimflecken aus dem Keimbläschen und des Zerfalls der-
selben in Dotterkörnchen. Morph. Jahrb. Bd. 10 p. 337 — 343. — Ref.
in Joum. R. Microsc. Soc. (2) Bd. 5 p. 213.
Nach A. Raub er theilt die erste Furche des Frosch ei's dasselbe in
eine hintere und vordere, nicht aber in eine linke und rechte Hälfte.
Zool. Anzeiger (1883) p. 461 — 466.
F. J. Schwegmann bespricht in seiner Arbeit über die Entstehung
und Metamorphose der Wirbelsäule von Rana temporaria die Uranlage
der Wirbelkörper und deren Anhänge, sowie die Entwicklung des Steiss-
beins, widmet ein Kapitel den Intervertebralwülsten und der Differenzirung
der Gelenke und behandelt sodann die Reduction des Schwanzes. In der
wesentUch morphologischen Arbeit geht Verf. von dem Grundsatze aus,
dass alle Neubildungen durch die schon bestehende Structur in gewissem
Sinne bedingt sind , und dass auch physicalische Einwirkungen wie Druck
und Schwerkraft bei der Entwicklung eine grosse Rolle spielen. Die posi-
tiven Resultate sind nicht wohl eines kurzen Auszuges fähig. Zeitschr. f.
Naturw. Halle Bd. 57 p. 641—671, Taf. 8 — 9.
G. A. Boulenger fand drei verschiedene Stellungen der After
Öffnung bei den Larven der Anuren. Bei der „medianen" von Pseudis,
Pelobates, Alyles und Xenopus öffnet sich die Analröhre in der Mittel-
linie der Unterecke des Schwanzes, bei der „sublateralen" von Rana aber
in schiefer Richtung von links nach rechts auf der rechten Seite der
Unterecke der Schwanzmembran; bei der „lateralen" in Hyla rubra Daud.
ist die Afterröhre ausserordentlich reducirt und Öffnet sich hoch oben auf
der rechten Schwanzseite, unmittelbar unter der Muskelpartie des Schwanzes.
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 390, 1 Holzschn.
Biologisches. In der Fortsetzung ' seiner Arbeiten über den Ein-
fluss der physico- chemischen Agentien auf die Lebewesen (vergl. Ber. f
1883 p. 417) bespricht E. Yung die Wirkung verschiedener Nahrungs-
mittel auf die Entwicklung von Rana esculenta. Verf. kommt zu dem
Resultat, dass in gleichen Medien, wenn die Nahrung im Ueberfluss vor-
handen ist, die Entwicklung in gleicher Weise verläuft; dass Kaulquappen,
die von einer Mutter stammen, sich je nach der gebotenen Nahrung sehr
verschieden entwickeln können , dass die gebotenen Nahrungsstoffe der
individuellen Entwicklung in folgender Ordnung vortheilhaft sind: Rind-
Herpetologie während des Jahres 1884. 315
fleisch, Fischfleisch, geronnenes Eiweiss, Eigelb, Albuminsubstan^ von
Froscheiem und flüssiges Hühnereiweiss, vegetabilische Substanzen; dass
Pflanzenkost für sich nicht hinreicht , um die Quappen sich zu Fröschen
entwickeln zu lassen; dass dagegen eine relativ einfache plastische Sub-
stanz, wie das Hühnereiweiss, dazu genügt. Arch. Sc. Phys. Nat. Geneve
(3) Bd. 10 (1883—84). — Uebers. in Kosmos (Vetter) Bd. 15 p. 18—34.
Notizen über Intelligenz bei Fröschen in Nature Bd. 30 p. 385 und
p. 465 bringen Bekanntes.
H. Fischer-Sigwart bringt Beobachtungen dafür, dass unsere
Frösche und Kröten Nachtthiere sind; die Laubfrösche dagegen zeigen
sich nur zur Paarungszeit auch Nachts in Bewegung. Zool. Garten
p. 50 — 51.
E. H, Evans beobachtete den Angriff eines javanischen Frosches
gegen eine Fledermaus. Nature Bd. 31 p. 55.
Ranidae. Biologisches. H. Fischer-Sigwart giebt eine Notiz
zur Ehrenrettung von Rana temporaria , worin er nachweist, dass der
Grasfrosch Fische unter Wasser nicht angreifen kann, auch niemals
Fischlaich frisst. Zool. Garten p. 23 — 25.
Faunistisches. 0. Boettger nennt Mana agilis Nilss. aus Sieben-
bürgen. Ber. Senckenberg. Ges. Frankfurt p. 61.
Nach G. A. Boul enger ist Rana corrugata Pts. auf Ceylon be-
schränkt. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 387.
A. Bunge f&nd Rana temporaria bei Irkutsk Mitte April. Bull.
Acad. Sc. St. Petersb. Bd. 28 (1883) p. 532.
Das Verdienst, eine zweite Form von Wasserfröschen in den Spree-
seen bei Berlin bestimmt erkannt zu haben, gebührt E. Pflüger (Arch.
f. Phys. Bd. 29 p. 67 und Bd. 32 p. 522), sie als Species oder Subspecies
fortis n. benannt und beschrieben zu haben G. A. Boul enger. Rana
marmorata Hall, betrachtet letzterer Autor als distincte Species, R. escxt-
lenta theilt er mit Camerano in zwei Varietätengruppen, solche mit stark
entwickeltem, innerem Metatarsaltuberkel (var. viridis Roes. Centr. und N.
Europa, Italien; var. Zessonae Cam. Italien; var. cachinnans Pall. 0. Europa,
Ufer des Schwarzen Meeres) und solche mit schwachem Tuberkel (var.
Bedriagae Cam. Damaskus; var. Lalastei Cam. N. 0. Africa, Portugal).
Die berliner R. fortis gehört zur Gruppe der Esculenta-Formen mit kleinem
Metatarsaltuberkel, der etwas verlängert, schwach vorragend und nur
2 — 4 mm lang ist bei Stücken, deren Innenzeh 9—12 mm misst (4 bis
5 mm bei Stücken gleicher Zehengrösse von esculenta typ.). Kein Gelb
auf den Körperseiten und auf dem Gesäss (mehr weniger lebhaftes Gelb
in der schwarzen Marmorzeichnung daselbst bei esculenta typ.;. Dieser
„Seefrosch" hat Ende Mai bereits abgelaicht, wenn der „Wasserfrosch"
eben erst zu laichen anfängt. Unter 126 Stücken (41 esc. und 85 fortis)
konnte Verf. keine Bastarde finden. Ref. glaubt, dass der Nachweis des
Vorkommens beider Formen an ein und demselben Aufenthaltsorte, ohne
316 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Uebergänge zu bilden, genügt, um dieselben als gute Species erscheinen
zu lassen. The Zoologist (3) Bd. 8 p. 220 — 222.
G. A. Boulenger verbreitet sich über die Geschichte der Ein-
führung von Rana escuhnta in England und weist nach, dass zum min-
desten die Hauptmasse der jetzt vorkommenden Stücke der italienischen
var. Lessonae mit kräftigerem Metatarsaltuberkel angehört, und die Art
somit schon in älterer Zeit vermuthlich als Speiseobject von römischen
Mönchen eingeführt worden ist. Ebenda p. 265 — 269.
Derselbe zeigt, dass die olivenbraune R. escuhnta Lessonae in
Cambridgeshire und Norfolk lebt, dass aber neben ihr auch noch Nach-
kommen der in Norfolk vor etwa 40 Jahren eingeführten grünen typischen
esculäita (french frog) anzutreffen sind. Es kommen demnach in England
zwei Formen des Wassei-frosches vor. Von R. esculenta Lessonae wird
eingehende Beschreibung gegeben. Proc. Zool. Soc. London p. 573 — 576,
Taf. 55.
Systematisches. Nach G. A. Boulenger hat das cT von iJana
erythraea Schleg. innere Schallsäcke und keine Humeraldrüsen. Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 14 p. 387—388.
In einer Notiz über Rana temporaria und esculenta bemerkt Th.
Reibisch, dass er R. oxyrrhinus für das c^, platyrrhinus für das $ von
R. temporaria halte. Offenbar kennt Verf. weder temporaria noch arvalis.
Sitz. Ber. Nat. Ges. Isis, Dresden p. 51 — 52. — Ref. in Naturalista Sici-
liano Bd. 4 (1885), Cenni bibliogr. p. 32.
J. C. Branner bestätigt, dass Batrachichthys eine Froschlarve ist,
wie es schon früher Hartt und Garman (Larve von Pseudis) erkannt hatten.
Zuerst in Paraguay gefunden, traf sie Verf. neuerdings bei Bonito, Prov.
Pemambuco. Sie werden daselbst cacotes, die Frösche selbst sapos verdes
genannt. Science Bd. 3 p. 376—377, Holzschn.
Cornufer Guppyi n. sp. Treasury (Salomons-Ins.). Boulenger, Proc.
Zool. Soc. London p. 211. — C. Solomonis n. sp. Shortland, Treasury
und Faro (Salomons-Ins.). Boulenger, ebenda p. 212.
Phrynobatrachus monticola n. sp. Wasso-Njiro (0. Afr.). J. G*
Fischer, Jahr. Ber. Nat. Mus. Hamburg f. 1883 p. 26.
Rana biifoniformis n. sp. Treasury (Salomons-Ins.). Boulenger 1. c.
p. 210. — R. esculenta L. typ. Foulden (Norfolk) abgeb. Boulenger,
Proc. Zool. Soc. London Taf. 55, Fig. 3. — R. esculenta L. var. Les-
sonae Cam. Stow Bedon (Norfolk) abgeb. ebenda Fig. 1 — 2. — R. Guppyi
n. sp. Shortland (Salomons-Ins.). Boulenger, Proc. Zool. Soc. London
p. 211. — R. Mosoni n. sp. Batavia. Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 13 p. 397. — R. opisthodon n. sp. Faro und Treasury (Salo-
mons-Ins.). Boulenger, Proc. Zool. Soc. London p. 211.
Engystomatidae. G. A. Boulenger giebt eine verbesserte Diagnose
von Rhombophryne Bttg. Pupille horizontal. Zunge gross, verlängert,
nicht gekerbt, nur an den Seiten frei, der Länge nach mit einer Furche.
Herpetologie während des Jahres 1884. 317
Eine ununterbrochene Winkelreihe von Gaumenzähnen zwischen den
Choanen. Trommelfell versteckt. Finger und Zehen frei; Zehen mit
leicht verbreiterten Endspitzen. Aeussere Metatarsalen verschmolzen.
Innerer Metatarsaltuberkel sehr gross. Coracoide stark verbreitert, ein
wenig nach rückwärts gerichtet; Praecoracoide ausserordentlich schwach;
kein Omostemum; Stemum breit, knorpelig. Sacralwirbel mit schwach
verbreiterten Diapophysen, durch zwei Gelenkköpfe mit dem Steissbein
articulirend. Endphalangen einfach. Nächstverwandt Scaphiophryne. Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 388, 1 Holzschn.
Derselbe giebt eine osteologische Notiz über Sy Stoma yibhosum
Wagl. (=: granosum Dum.}. Ebenda p. 388 — 389.
Microhyla fissipes n. sp. S. Formosa. Boulenger, ebenda Bd. 13
p. 397.
Ceratobatrachidae. G. A. Boulenger stellt die folgende Gattung
als Typus zu dieser neuen Familie, die in der Reihe der Firmisternier den
Platz einnimmt, den die Hemiphractidae in der Reihe der Areiferen inne-
haben. Characterisirt wird die Familie durch das Auftreten von Zähnen
in beiden Kiefern und durch Nicht Verbreiterung der Diapophysen der
Sacralwirbel :
Ceratobalrachus n. gen. G. A. Boulenger, Proc. Zool. Soc. London
p. 212. Pupille horizontal. Zunge tief gekerbt und herzförmig, hinten
vollständig frei. Voraerzähne vorhanden. Kopf gross, kräftig ossificirt.
Trommelfell deutlich. Finger und Zehen frei, ohne verbreiterte Spitzen;
äussere Metatarsalen vereinigt. Praecoracoide vorhanden; Omostemum
und Stemum mit Knochenstift. Endphalaiigen einfach. — C. Güntheri
n. sp. Treasury, Faro und Shortland (Salomons-Ins.).
Cystignathidae. Hylodes Augusii Diig. abgeb. Brocchi, Miss. Scient.
Mexique 1. c. Taf. 16, Fig. 1. — H. Bocourli Brocc. abgeb. ebenda
Fig. 2.
Leptodactylus gracilis D. B. verbesserte Diagnose. Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 389.
Limnodynastes lineatus n. sp. verwandt Peroni, aber verschieden durch
kürzere Hinterextremitäten und die Continuität der Dorsalstreifen. Mackay
(Queensland). De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 9 p. 65. —
L. oUvaceus n. sp. von ebenda. De Vis 1. c. p. 6.5.
Bufonidae. Heron-Royer giebt Winke zur specifischen Unter-
scheidung von Bufo mridis und calamita. Nach Boulenger hat B. vul-
garis kupferrothe, calamita grünlichgelbe Iris. Die Iris von viridis fand
Verf. dunkelgrün und manchmal broncegrün. Geeigneter noch zur Unter-
scheidung scheint die Form der Pupille des lebenden Thieres zu sein; bei
calamita ist sie im Tageslicht quer spindelförmig, schmal , bei viridis ge-
rundet rhombisch, oder queroval. B. calamita kriecht, viridis springt.
Bei letzterer ist der Bauch fast immer weiss, bei calamita in characte-
ristischer Weise gefleckt. Bull. Soc. Zool. France Bd. 9 p. 29—31.
318 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Bufo alatus n. sp. Panama. A. Thominot, Bull. Soc. Philom.
Paris (7) Bd. 8 p. 151. — B. Bocourti Brocc. abgab. Brocchi, Miss.
Scient. Mexique 1. c. Taf. 7, Fig. 1. — B. lentiginosus Shaw var. Fowleri
n. von Manitoba bis Winnipeg und Massachusetts. Putnam, Rep. Peabody
Acad. in Garman, N. Am. Rept. a. Batr., List p. 42. — B. Mendocinus
Phil. = arenarum Hens. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 389.
— B. punciaius B. G. abgeb. Brocchi 1. c. Taf. 7, Fig. 2.
Hylidae. Integumentalgebilde. H. Dewitz findet, dass in den
gereizten Drüsen der Zehenballen des Laubfrosches ein Theil der Zellen
(vermuthlich solche, die ihr Secret entleert haben) mit Picrocarmin tief-
roth wird, während sich das Protoplasma der Drüsenzellen dabei nur sehr
schwach färbt. Biol. Centr. Blatt Bd. 3 (l883) p. 558—560.
Derselbe sucht nachzuweisen, dass die Haftscheiben der Laubfrösche
keine Saugscheiben sind, sondern dass das Festkleben derselben auf Aus-
scheidung einer fettigen Flüssigkeit beruhe, welche hauptsächlich durch
Capillarattraction , nur zum geringen Theil durch Klebrigkeit wirke. Bau
und Thätigkeit der Ballen und Secret der Drüsen werden genau beschrie-
ben. Auch beim Wasserfrosch sind die Zehenspitzen mit ähnlichen Drüsen
versehen, nur steht hier der Haftapparat auf einer niedrigeren Entwicklungs-
stufe. Das Secret reagirt nach dem Verf. bald sauer, bald neutral. Pflü-
ger's Arch. f. Phys. Bd. 33 p. 440-481, Taf. 7—9 und Zool. Anzeiger
p. 403 — 404. Polemische Notizen zu diesen beiden Aufsätzen giebt
G. Simmermacher. Zool, Anzeiger p. 513—517.
Biologisches. M. H. Hinckley bringt Beschreibung und Ab-
bildung der Larve und des ausgewachsenen Zustandes von Hyla PicTceringi
Lee. aus Massachusetts, erwähnt sodann ihre Stimme und macht auf ihr
frühzeitiges Erscheinen im Frühjahr — etwas später als Rana sylvatica
— aufmerksam. In der ersten Aprilwoche geschieht die allgemeine
Eiablage ; die Eier werden einzeln angeklebt. Rana halecina ist ihr
grösster Feind, üeberhaupt wird die ganze Lebensgeschichte des kleinen
Frosches sehr sorgfältig studirt. Mem. Boston Soc. N. H. Bd. 3 p. 311
bis 318, Taf. 28.
Palaeontologisches. F. Sandberger fand Hi/la arborea fossil
im LÖSS am Zollhaus bei Hahnstaetten (Nassau). N. Jahrb. f. Mineral.
Bd. 1 p. 74.
Hyla barytonus n. sp. Dep. Basses Alpes. Heron-Royer, Bull. Soc.
Zool. France Bd. 9 p. 221—238, Taf. 9 u. Holzschn. Verf. vergleicht
Scelet, Muskelsystem, äussere Form und Färbung mit dem von arborea L.
und theilt Beobachtungen über Stimme, Fortpflanzung und Entwicklung
mit. Wichtig ist höchstens der Unterschied in der grösseren Länge des
Tarsus der südfranzösischen Form gegenüber dem Typus. Ist übrigens
identisch mit arborea var. meridionalis Bttg. 1874. — H. cinerea (Schneid.)
1799 = Carolinensis Cat. Garman, N. Am. Rept. a. Batr., List p. 44.
— H. Rothi n. sp. Mackay (Queensland).
Herpetologie während des Jahres 1884. 319
N. S. Wales Bd. 9 p. 66. — H. rubra Daud. Beschreibung der Larve.
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 14 p. 389 — 391, Holzschn.
Pelobatidae. Biologisches. J. v. Fischer giebt eine Schil-
derung des Gefangenlebens von Pelodytes punctatus Daud. Er lebt dicht
am Wasser und ist im Februar und März zu suchen. Variirt stark sowohl
individuell als auch temporär. Er klettert ziemlich gut. Ueber Eiablage,
Fütterung der Larven und der erwachsenen Thiere werden eigene Beob-
achtungen und Rathschläge mitgetheilt. Das Auge ist namentlich in der
Dämmerung gut, das Gehör scharf. Zool. Garten p. 177 — 181.
C. C. Abbott bringt Beobachtungen über Stimme, Laichzeit, Eier
und Larve von Scaphiopus Holbrooki und macht es wahrscheinlich, dass
die entwickelten jungen Frosch chen entweder sofort auswandern oder sich
tiefer in die Erde eingraben, als dies bis jetzt bekannt ist. Sie sind Nacht-
thiere; die Veränderung des Metatarsaltuberkels im Laufe der Entwicklung
wird kurz beschrieben und abgebildet. Amer. Naturalist Bd. 18 p. 1075
bis 1080, 3 Holzschn.
Faunistische s. Nachdem Pelobates fuscus bereits in der Lombardei
und in Piemont gefunden worden war, hat E. De Betta die Art jetzt
auch bei Calcinaro, Prov. Verona, nachgewiesen. Atti R. Istit. Veneto
Sc. (6) Bd. 2.
Systematisches. Scaphiopus solitarius Kolbr. y&r. alba n. Florida.
Garman, Proc. Am. Ac. Adv. Sc, Buffalo Meet. p. 194 (1877) und N.
Am. Rept. a. Batr., List p. 45.
Discoglossidae. Ueber Habitat und Metamorphose von Alyies obste-
tricans veröffentlicht H. Fischer-Sigwart Beobachtungen. Arch. Sc
Phys. Nat. Geneve (3) Bd. 12 p. 437—441.
Aglossa. F. Hilgendorf macht Mittheilungen über das Ileosacral-
Gelenk der zungenlosen Frösche Pipa und Dactylethra Der knöcherne
Apparat , seine Befestigung und seine Muskeln werden genau beschrieben
und gedeutet. Laterale Bewegungen sind dadurch ganz ausgeschlossen.
Welchen Werth eine solche Führung für die Thiere hat, ist noch nicht
festgestellt; ein kurzer Verstoss des Kopfes, durch dieses Schiebegelenk
bewirkt, könnte den Fang von Lisekten unterstützen, oder es könnte bei
der Fortbewegung durch den Sprung den Hinterbeinen einen Theil der
Arbeit abnehmen. Sitz. Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 35 — 38.
Caudata.
Nervensystem. Eine Zusammenfassung der von ihm gefundenen
Resultate und weitere Beobachtungen über das Gehirn der Urodelen (vergl.
Ber. f. 1883 p. 430 und unten unter Amphiumidae) bringt H. F. Osborn.
Zool. Anzeiger p. 679 — 682.
Ontogenie. In seiner Arbeit über die Regeneration verschiedener
Epithelien durch mitotische Zclltheilung bespricht W. Flemming auch
320 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Theilungen am Epithel von Siredon und Salamandra. Arch. f. mikr.
Anat. Bd. 24 p. 371—398, Taf. 19, Fig. 27—37.
Salamandridae. Circulationsorgane. W. Weliky macht Mit-
theilungen über Lage und Anzahl zahlreicher Lymphherzen bei Salamandra
maculosa und Siredon pisciformis. Die Muskeln der Lymphherzen sind bei
beiden Thieren quergestreift. Zool. Anzeiger p. 672 — 673.
Biologisches. W. W. Thoburn bemerkt, dass Salamander wegen
ihrer scharfen Drüsenabsonderungen nicht von Fischen gefressen werden.
Amer. Naturalist Bd. 18 p. 88.
Faunistisches. L. Camerano giebt eine Monographie der italie-
nischen Caudaten, die eingehend sammt ihren Varietäten beschrieben
werden. Auch ihre Entwicklung wird geschildert. Auf die Abbildungen
ist grosse Sorgfalt verwendet, und die ganze Arbeit bringt überhaupt ein
wesentliche Bereicherung unserer Kenntniss der mediterranen ürodelenfauna.
Mem. Accad. Torino (2) Bd. 36 p. 405 — 486, 2 Taf.
a. Salamandrinae. Sceletsystem. Ueber eine Wirbel-Synostose
bei Salamandra maculosa berichtet J. H. List. Von den 14 Dorsolumbar-
wirbeln sind der 7. und 8. verkürzt und durch vollständige Synostose mit
einander verbunden. Verf. hält diesen Vorgang einfach für pathologisch
und für kaum geeignet, wie Claus will, eine Verkürzung der Dorsolumbar-
region, die bei den Batrachiem so sehr variirt, resp. eine Vorwärtsbewegung
des Beckens phylogenetisch zu erklären. Sitz. Ber. Akad. Wien Math.
Nat. Cl. Bd. 88 I p. 1269-1271, 1 Taf.
Nervensystem. Ueber die Varietäten des Plexus lumbosacralis
von Salamandra maculosa macht M. Davidoff Mittheilungen. Ist der
Sacralwirbel der 16., so ist der 15. bis 19. ventrale Ast der Spinalnerven
in Betracht zu ziehen, doch nehmen nur in seltenen Fällen alle 5 am
Plexus Theil. Der normale Plexus besteht aus 4 Spinalnerven. Nun
können entweder die vorderen, oder die hinteren Wurzeln der plexusbil-
denden Nerven überwiegen, oder sie können sich gegenseitig die Wage
halten. Daraus und aus der Verlagerung des Sacralwirbels ergeben sich
zahlreiche Varietäten der genannten Nervengeflechte. Der Plexus verändert
sich analog wie bei den Fischen ganz unabhängig von der Lagerung des
Sacralwirbels; dadurch aber, dass diese Vorgänge sich hier innerhalb ein
und derselben Art vollziehen, sind sie für die Fürbringer'sche Theorie der
Umbildung beweisender. Morph. Jahrb. Bd. 9 p. 401—414, Taf. 19.
Sinnesorgane. A. Dogiel findet im Bau der Retina von Triton
cristatus eine fast vollständige Uebereinstimmung mit der der Knorpelfische.
Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 24 p. 451—467, Taf. 22.
Urogenitalsystem. Eine Notiz über den Bau der Spermatozoen
von Salamandra findet sich bei A. v. Brunn. Ebenda Bd. 23 (1883) p. 108.
A. Swaen bringt Untersuchungen über Spermatogenese beim Sala-
mander. Bull. Acad. R. Belgique vom 5. Januar 1884 und im Verein
mit H. Masquelin in Arch. Biol. Bd. 4 p. 749-801, Taf. 22—26.
Herpetologie während des Jahres 1884. 321
Ontogcnie. In einer Arbeit über das Schicksal des Blastopors
und über die Anwesenheit eines Primitivstreifs bei Triton cristatus weist
A. Johnson nach, dass der Blastopor des Tritoneis sich in den bleiben-
den After umwandelt, und dass der letztere keine neue und secundäre
Bildung ist. Q. Journ. Microsc. Sc. London Bd. 24 p. 659 — 672, Taf. 44.
M. Bedot bringt Untersuchungen über die Entwicklung der Spinal-
nerven bei den Tritonen. Recueil Zool. Suisse Bd. 1 p. 161 — 189, Taf. 9
und Arch. Sc. Phys. Nat. Geneve (3) Bd. 11 p. 117 — 146, 1 Taf.
Eine vorläufige Mittheilung über die Entstehung der rothen Blut-
körperchen und den Parablast von Salamandra maculosa macht M. Da-
vid off. Wahrscheinlich entstehen aus den Dotterplättchen durch eine
protoplasraatische Umwandlung Parablastkörper und erst aus diesen gehen
dann die Blutkörperchen hervor. Der Kern der Blutzellen von Salamandra-
Embryonen bestehe aus Dotterkörnchen, die in einer protoplasmatischen
Grundlage eingebettet sind. Zool. Anzeiger p. 453 — 456.
H. Landois berichtet über einen sechsbeinigen Triton taeniatus.
Vor dem 14 mm langen rechten Hinterbeine sprossen die beiden 11 mm
langen überzähligen Beine hervor. Ihre Oberschenkel sind mit gemein-
samer Haut überzogen; der vordere überzählige Fuss trägt 5, der hintere
4 Zehen. Verf. hatte schon früher eine ähnliche Abnormität beobachtet.
Zool. Garten p. 94.
Biologisches. Ueber Pneumacität bei Triton taeniatus macht
M. Kruel eine Notiz. Die unnatürlich aufgeblasenen Thiere starben
nach einigen Tagen. Dieselbe Erscheinung führt F. C. Noll richtiger
auf Wucherung von Psorospermien zurück. Beim Einschneiden in den
Bauch quoll nämlich eine bräunliche , körnig getrübte Flüssigkeit hervor,
die microscopisch eine Unmasse brauner, kugeliger Körper ergab, welche
mit Körnern und kleinen Zellen erfüllt waren. Zool. Garten p. 373.
Faunistisches. E. v. Martens constatirt das Vorkommen von
Salamandra maculosa im Pelion und Olymp Thessaliens. Nach Belon
finde sie sich bei Brussa; Ehrenberg beobachtete sie zuerst in Syrien.
Während das Stück vom Olymp die auch für deutsche Exemplare typische
Zeichnung trägt, weicht das Stück vom Pelion dadurch ab, dass die
Rückenflecken kleiner sind, weiter von einander entfernt und unrcgelmässig
stehen, so dass sie nur gezwungen als eine Längsreihe aufgefasst werden
können, während die Seitenflecken grösser und sehr zahlreich sind und
gewissermassen ein breites, gelbes Seitenband bilden. Als Farbenabände-
rungen scheinen dem Verf. unter den Stücken des Berliner Museums
besonders beachtenswerth die aus der Tatra, aus Syrien (var. infraimma-
culata Ehrbg.) und aus Algarvc stammenden. Sitz. Ber. Ges. Nat. Fr.
Berlin p. 193 — 195.
0. Boettger nennt Salamandra maculosa aus dem Olenogebirge und
von den Quellen des Erymanthos in N. Morea. Jahrb. d. d. Malakozool.
Ges. Frankfurt (1883) p. 313-31-1.
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. IL V
322 Boettger: Bericht über die Leistungen iu der
Euproctus montanus (Savi) abgeb. Camerano, Mem. Accad. Torino (2)
Bd. 36, Taf. 2, Fig. 20 — 22. — Eu. Rusconii Gene abgeb. ebenda Fig. 23 — 30.
Salamandra atra Laur. abgeb. Camerano 1. c. Taf. 1, Fig. 23 — 2.5.
— S. maculosa Laur. abgeb. ebenda Fig. 17 — 22, 28 — 30. — S. maculosa
var. Gallaica n. Galicia (Spanien). Seoane, Identidad de Lac. Schreiberi
Bedr. etc. La Corufia, Vic. Abad p. 13.
Salamandrina perspicillata (Savi) abgeb. Camerano 1. c. Taf, 1,
Fig. 9 — 16.
Triton Alensoi n. sp. verwandt pahnatus und Boscae. Galicia (Spa-
nien). Seoane 1. c. p. 12. — Tr. alpestiis (Laur.) in 2 Formen abgeb.
Camerano 1. c. Taf. 1, Fig. 26—27, Taf. 2, Fig. 17. — Tr. cristatus
subsp. KareUni Strauch abgeb. ebenda Taf. 2, Fig. 1 — 7 und subsp. lon-
gipes Strauch abgeb. ebenda Fig. 8 — 9. — Tr. vulgaris subsp. meridionalis
Blgr. abgeb. ebenda Taf. 2, Fig. 11 — 14.
b. Amblystomatinae. Integumentalgebilde. J. Carriere
fand die Epidermis an verschiedenen Körperstellen schon bei eben erst
ausgeschlüpften Axoloteln sehr abweichend gebaut; auffallend war beson-
ders die verschiedenartige Beschaflfenheit gleichgelegener Theile der Epi-
dermis und Cutis je nach dem Alter der untersuchten Larver , und zwar
in der Weise, dass der Höhepunkt der Epidermisentwacklung bei 8 cm
Länge erreicht wird, worauf die stärkere Entwicklung der Cutis beginnt
und bei 15 cm eine ungemeine Mächtigkeit erlangt. Die Hornbildungen
beginnen bei etwa 8 cm Länge; bei 15 cm erreicht die Epidermis an
bestimmten Stellen schon ganz den Bau eines höheren Landthieres mit
Malpighi'scher Schicht, ziemUch dicker Homschicht und Aussenschicht
verhornter Zellen. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 24 p. 19—49, Taf. 2—3.
Auch Paulicki untersucht in eingehender Weise die Haut des etwa
einjährigen Axolotls und zeigt, dass die Epidermis an manchen Stellen
ein Stratum comeum und somit ganz den Bau der Haut eines höheren
Landthieres besitze, trotzdem er im Wasser lebe, und dass, abweichend
von der Haut der Salamander- und Tritonlarven, keine einzige der in der
Cutis befindlichen Drüsen einen Ausführungsgang habe, was Verf. als eine
Entwicklungshemmung erklärt. Beide Befunde lassen sich aber auch für
Weismann's Annahme verwerthen, dass der Axolotl in einer früheren Zeit
ein Landthier war, das durch äussere Verhältnisse gezwungen wurde, sich
wieder an das Wasser zu gewöhnen. Ebenda p. 120 — 173, Taf. 8 — 9.
Ontogenie. A. Rauber machte seine Untersuchungen über die
Beziehungen der ersten Furche zur künftigen Längsachse am Ei des
Axolotl. Die erste Furche scheidet nicht Links und Rechts, sondern Vorn
und Hinten von einander. Ber. 57. Vers. D. Naturf. Aerzte Magdeburg p. 197.
G. Bellonci, Intomo alla cariocinesi nella segmentazione dell' uovo
di Axolotl. Mem. R. Accad. Lincei (3) Bd. 19, 1 Taf. und Arch. Ital.
Biol. Bd. 6 p. 52—57, f Taf. — Ref. in Atti R. Accad. Lincei (3)
Trasunti Bd. 8 p. 94.
Herpetologie während des Jahres 1884. 323
Auch desselben Arbeit über Blastoporus und Primitivstreif der
Wirbelthiere (vergl. Ber. f. 1883 p. 429) stützt sich z. Th. auf Unter-
suchungen am Ei des Axolotls. Mem. R. Acead. Lincei (3) Bd. 19,
45 pgg., 6 Taf. — Ref. in Atti 1. c. p. 163 — 164.
Nach Aufzählung der einschlägigen Literatur stellt Th. Walther
fest, dass die Bildung der Vomiere des Axolotls nicht vor dem 25. Ent-
wicklungstage beginnt, dann aber rasch fortschi'eitet. Die Vorniere wird
in vier verschiedenen Stadien beschrieben und abgebildet und ein Modell
construirt und ebenfalls gezeichnet. Die Vomiere des Axolotl. Inaug.
Diss. München, C. Wolf & Sohn (1883). 15 pgg., 2 Taf.
Biologisches. Nach einer Notiz im Amer. Naturalist Bd. 18
p. 88 laicht Amhlystomu Mexicanum zweimal im Jahre.
Ämhlystoma tigrinum (Green) in verschiedenen Stadien abgeb. Brocchi,
Miss. Scient. Mexique 1. c. Taf. 17 und 17^1».
c. Plethodontinae. Sceletsystem. Anaides luguhris Hall, von
San-Luis Obispo, Calif., der von den Autoren zu den Plethodontinen ge-
rechnet wird, zeigt nach L, Vaillant die Wirbelsäule nicht amphicoel,
sondern deutlich opisthocoel, so dass die Art der Wirbelbildung nach
eigentlich bei den Desmognathinen stehen müsste. Dieser Fall bestimmt
den Verf., bei der Eintheüung der Urodelen in ünterfamilien mehr auf
die Zahnstellung als auf die osteologischen Merkmale Werth zu legen.
Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8 p. 183 — 184.
Spderpes Ättidanensis n. sp. Attitlan. p. 115, Taf. 19, Fig. 3 — 4.
— Sp. Belli Gray abgeb. Taf. 20 bis, Fig. 1-3. — Sp. Bocourti n. sp.
W. Guatemala p. 111, Taf. 18, Fig. 2. Brocchi, Miss. Scient. Mexique
Th. 3, Sect. 2, Lief. 3. — Sp. fusciis (Bon.) abgeb. Camerano, Mem.
Accad. Torino (2) Bd. 36, Taf. 1, Fig. 1—8. — Sp. latipes n. sp. Vera
Cruz. Brocchi, 1. c. p. HO, Taf 18, Fig. 1. — Sp. leprosus Cope abgeb.
ebenda Taf. 19, Fig. 1 — 2. — Sp. Mexicanus D. B. abgeb. Taf. 18 ^s,
Fig. 1—4. — Sp. Mülleri n. sp. Vera Paz. Brocchi, 1. c. p. 116,
Taf. 20, Fig. 3 — 5. — Sp. punctatus n. sp. Mexico, ebenda, p. 115. —
Sp. rostruliis n. sp. W. Guatemala, ebenda p. 112. — Sp. Salvini Gray
abgeb. ebenda Taf. 18, Fig. 3 — 4. — Sp. sulcaius n. sp. Mexico. Brocchi,
1. c. p. 112, Taf. 20, Fig. 2. — Sp. vermicularis Gray abgeb. ebenda
Taf. 20, Fig. 1.
Amphiumidae. Nervensystem. H. F. Osborn setzt an der Gat-
tung Menopoma seine Untersuchungen über das Gehirn der americanischen
Urodelen (vergl. Ber. f. 1883 p. 430) fort, verbessert frühere In-thümer
und zeigt , dass die Gehirne von Ämphiuma und Menopoma einander in
ihrem inneren Bau ähnlicher sind als im äussern, während Menopoma und
Menubranchun , äusserlich sehr übereinstimmend, in Längsschnitten wesent-
liche Abweichungen von einander erkennen lassen. Abgebildet sind Theile
des Gehirns von M. Alleghaniense und von Rana mugiens (Fig. 5). Proc.
Acad. N. Sc. Philadelphia p. 262 — 274, Taf. 6.
324 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
Proteidae. Integumentalgebilde. S. H. Gage hat Unter-
suchungen angestellt über das interstitielle Bindegewebe und die Fettzellen
von Nectums. Proc. Amer. Soc. Microsc. Buffalo (1882) Bd. 4 p. 6,
1 Taf.
Palaeontologisches. Aus dem Wealden von Bemissart beschreibt
L. Dollo die neue Gattung Hylaeohatrachus {Croyi) mit 3 persistirenden
Kiemenbögen und 4 — 5 Zehen. Sie steht zwischen den alten Stegocephalen
und den jüngeren echten Urodelen mitteninne. Bull. Mus. R. Hist. Nat.
Belg. Bd. 3 p. 85—93, Taf. 3. — Ref. in N. Jahrb. f. Mineral. 1885
Bd. 1 p. 319 und Ann. Soc. Geol. Nord, Lille Bd. 11 p. 312.
Systematisches. A. Zipperlen schildert, ohne ihn zu benennen,
einen ihm unbekannten, hellgefärbten „01m" aus Tennessee. Nach einer
dem Ref. zugegangenen Photographie dieses Thieres ist es die Larve von
Spelerpes ruber Daud., was übrigens Boulenger schon vorher auf die
unvollkommene Beschreibung hin brieflich mit Bestimmtheit ausgesprochen
hatte. Zool. Garten p. 360.
Stegocepbala
(nur fossil).
Stegocepbala s. str. Nach J. V. Deichmüller ist nach directem
Vergleich Branchiosaurus gi^acilis Crd. = Br. petrolei (Gaudry) und die
Larvenform eines echten Stegocephalen. Dieselbe Art kommt also in der
ü. Dyas von Autun , Oberhof und Niederhässlich vor. Die Berechtigung
der Gattung Pelosaurus Crd. wird bemängelt; Äcantkosioma voraz Crd. =
Melanerpetum spiniceps G. D. wird anerkannt. Mitth. K. Min. Geol. Mus.
Dresden Heft 6 p. 1 — 17, Taf. 1. — Ref. in N. Jahrb. f. Mineral. 1885
Bd. 1 p. 319—320.
Branchiosauridae. In einer Notiz über die Entwicklungsgeschichte
der Branchiosauren weist H. Credner nach, dass Branchiosaurus gracilis
Crd. aus dem Mittel -Rothliegenden des Plauen'schen Grundes die Larve
von Br. amhlystomus ist. Alle über 55 mm langen Stücke haben die
Kiemen verloren, bekommen einen Bauchpanzer und können bis zu 140 mm
Länge erreichen. Die Verknöcherung des Scelets nimmt mit dem Wachs-
thum zu, namentlich die Nasalen verlängern sich stark, während sich der
Sclcralring nicht in gleichem Maasse mit dem Durchmesser der Orbita
vergrössert. Zwischen ihm und dem Innenrande der letzteren bildet sich
ein Scleralpflaster. Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin p. 685 — 686.
Archegosauridae. L. Dollo führt den Nachweis, dass Archegosaurus
den Rhachitomi Cope's und zwar dessen Farn. Trimerorhachidae zuzuweisen
ist. Bull. Mus. R. Hist. Nat. Belg. Bd. 3 p. 88.
A. Gaudry beschreibt eine Wirbelsäule von Archegosaurus (? lati-
rostris) aus dem Perm von Lebach, Rheinprovinz, deren nach unten sich
verbreiternde und sich anscheinend theilweise deckende Rippen Licht auf
Herpetologie während des Jahres 1884. 325
die eigenthümlichen analogen Bildungen bei Euchirosnurus und Äctinodon
werfen dürften. A. Decheni dagegen hat nichts auffälliges in seiner
Rippenbildung. Euchirosaurns hält Verf. für ein mit kräftigen seitlichen
Bewegungen kriechendes Reptil. Corapt. rend. Paris Bd. 99 p. 737 — 738
und Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 13 p. 44 — 51, Taf. 4—5. — Ref.
in N. Jahrb. f. Min. 1885 II p. 444—445.
A. Makowsky & A. Rzehak stellen Archegosaurus Austriacus Mak.
jetzt zu Melanerpetum , erklären, dass in der Dyas von Klein -Lhotta bei
Czemahora in Mähren nur eine Art Stegocephalen von 25 — 30 cm Länge
vorkomme, und betrachten je eine Fi-itsch'sche Art von Branchiosaurus
und Melanerpetum für synonym damit. Aus Thonschiefern von Rossitz
werden ausserdem zweierlei Fussfährten der Gattung Saurichnites erwähnt.
Die Geologischen Verhältnisse der Umgebung von Brunn, Brunn 1884
und Verh. Nat. Ver. Brunn Bd. 22 (1885) p. 77 — 78.
Labyrinthodontidae. W. H. Baily fand neuerdings in den unteren
Kohlenschichten von Castlecomer, Cty. Kilkenny, weitere Reste von An-
thracosaurus Edgei (Baily). Der Schädel misst 12" in der Länge, 10"
in der Breite, das ganze Thier nahezu 8 ', wozu noch 2 * für den Schwanz
kommen dürften. Die Hinterextremität zeigt 5 Zehen; auch Theile des
Hautscelets sind erhalten. Report 53. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. South-
port, London p. 496 — 497.
R. Owen beschreibt Zähne und Schädeltheile des neuen Genus
Rhyddosteus (Capensis) aus der Trias von Beersheba im Oranje-Freistaat.
Der Unterkiefer mag vollständig 1 ' lang gewesen sein. Schädel nieder-
gedrückt, aus sehr stark sculpturirten Elementen bestehend und durch ganz
seitlich, nahe dem Rande liegende äussere Nasenöflfnungen ausgezeichnet,
die vorn vom Zwischenkiefer noch erreicht werden. Der einzige Vorfahre,
von dem die labyrinthodonte Structur der Zähne abgeleitet werden könne,
sei die Fischgattung Dendrodus aus dem Old Red Sandstone. Q. Joum.
Geol. Soc. London Bd. 40 p. 333—339, Taf. 16—17. — Ref. in Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 13 p. 481, in GeoL Mag. London (3) Bd. 1 p. 234
und in N. Jahrb. f. Mineral. 1885 Bd. 1 p. 473.
A. T. Metcalfe fand Kieferreste, wahrscheinhch von Labyrintho-
donten, in den oberen Sandsteinen der Trias von Sidmouth, S. Küste von
Devonshire. Q. Joum. Geol. Soc. 1. c. p. 257 — 262, 3 Holzschn. — Ref.
in Ann. Mag. N. H. 1. c. p. 146 und in Geol. Mag. 1. c. p. 94.
Bhachitomi. Nach E. D. Cope waltet diese Gruppe, die in ihren
osteologischen Hauptmerkmalen eingehend beschrieben wird, im america-
nischen wie im europäischen Perm vor. Die Rhachitomi waren salamander-
ähnlich, mit kurzen Füssen, ohne Sprungvermögen und mit langem Schwanz,
der nur bei Eryops ein Stumpfschwanz gewesen sein dürfte. Der Kopf
war gross und hatte froschähnlich weite Maulspalte ohne besonders kräftige
Bezahnung. Auch die beiden Familien derselben, die Trimerorhachidae
und die Eryopidae werden eingehend geschildert. Verf. versucht die eigen-
326 Boettger: Bericht über die Leistungen in der
thümliche Bildung ihrer Wirbelsäule recht sinnreich mechanisch zu erklären.
Beschrieben und abgebildet werden sodann 2 Trimerorhachis {insignis^ hilo-
batus) und 3 Eryops (megalocephalxis^ reticulalus^ ferricolus), sämmtlich aus
dem Perm von Texas. Der Kopf von Eryops megaloeephalus war bei
1 * Breite 1V2' lang. Von weiteren permischen Eryopidengattungen werden
1 Ächeloma (Cumminsi), 1 Anisodexis {imbricarius) und 2 Zatrachys {ser-
ratuSf apicalis) beschrieben. Amer. Naturalist Bd. 18 p. 28 — 36, Taf. 2 — 4,
6 Holzschn.
Siehe auch oben Dollo p. 324 Zeile 6 v. u.
Emiboloineri. Diese Gruppe enthält nach E. D. Cope die einzige
Familie Cricotidae mit der Gattung Cricotus und vielleicht mit Diplover-
tehrum Fritsch. Die Merkmale der Familie und Gattung werden an dem
10 'langen Cricotus heteroclüus Cope aus dem Perm von Illinois und Texas
erläutert. Kleiner ist Cr. Gihsoni Cope aus Illinois. Amer. Naturalist
Bd. 18 p. 36—39, Taf. 5, 1 Holzschn.
Apoda.
R. Greeff giebt wichtige Mittheilungen über die Caecilien nach
Beobachtungen an Siphonops Thomensis Barb. Die Art lebt auf S. Thome
und Rolas von der Küste an bis in 900 m Höhe, ist aber in 400 — 500 m
am häufigsten. Sie frisst Insecten, Insectenlarven, Myriopoden und Regen-
würmer, aber auch Schlangen der Gattung Onychocephalus. Nach der
Ansicht der Einwohner ist Siphonops sehr giftig; nach R. Wiedersheim's
Untersuchungen könnte die Tentakeldrüse wohl ein Giftapparat sein. Nach
des Verfassers Untersuchungen stellt der sogen. Tentakel einen compli-
cirten Drüsenapparat dar, doch konnte ein Ausfühnmgsgang der Orbital-
drüse nicht gefunden werden. Nach eingehender Prüfung aller Verhältnisse
glaubt Verf. annehmen zu dürfen, dass beim lebenden Thier die erigirte
und etwas nach aussen hervorgetriebene Papille sich an die vordere Wand
des Tentakelschlauchs anlegt und hier die beiden Mündungen der Tentakel-
drüse deckelartig verschliesst, bis plötzlich durch den Retractor die Papille
in den Schlauch und hinter die Tentakeldrüsenmündungen zurückgezogen
wird, um dem zurückgehaltenen Secretstrora der Drüse freien Ausfluss zu
gestatten. Weitere Beobachtungen beziehen sich auf die Haut und auf
die merkwürdige Erscheinung, dass die äusseren Hautringel oder Segmente
nach Zahl und Lage genau mit den inneren Segmenten des Achsenscelets,
resp. den Wirbeln übereinstimmen. Betreffs der Fortpflanzung und Ent-
wicklung beobachtete Verf., dass beim trächtigen $ die Müller'schen Gänge
beiderseits als ansehnliche Oviducte fast von der Dicke des unter ihnen
verlaufenden Darmcanals sich zeigen und zwar beide, wie beim nicht
trächtigen Thiere vollkommen gestreckt, ohne jegliche Windimg. Als auf-
fallendste Merkmale der embryonalen Larven werden bezeichnet, dass der
Kopf als kolbenförmiger Vordertheil und als die dickste Partie des ganzen
Herpetologie während des Jahres 1884. 327
Kurpers deutlich von diesem abgesetzt ist, und dass der hintere Theil
des Körpers in ziemlicher Ausdehnung seitlich comprimirt erscheint und
als Rudert-chwanz ausgebildet ist. Dagegen war von Kiemen keine Spur
mehr zu erkennen. Es ist somit nachgewiesen, dass Siphonops Thomensis
seine die Athmungsorgane betreffende Metamorphose innerhalb des mütter-
lichen Körpers vollendet. Sitz. Ber. Ges. Bef. Naturw. Marburg p. 15
bis 32, 2 Holzschn.
Caecilia Buckleyi n. sp. Ecuador. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 13 p. 398. — C. ochrocephala Cope abgeb. Brocchi, Miss, scient.
Mexique 1. c. Taf. 21, Fig. l.
Dermophis Mexicanus D. B. abgeb. Brocchi, ebenda Fig. 2.
Bericht
über die Leistungen in der Ichthyologie während
des Jahres 1884,
Von
Dr. F. Hilgendorf.
Allgemeines.
F. Day, Fishes of Great Britain (vergl. unter Faunistik),
berührt in der Einleitung die mannichfachsten Seiten.
Th. Gill, A contribution to the terminology of ichthyo-
graphy, acceptirt als Ausdruck für die allgemeine Körpergestalt
die üblichen Termini: anguilliform, platessiform, soleiform, squali-
form etc., schlägt aber eine Anzahl neuer vor: fusiform, dor-
sadiform (Perca), nuchadiform (Equula), frontadiform u. s. w.
Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 7, S. 356-357.
Anatomie und Physiologie.
Allgemeines. E. F. Trois, Ricerche sulla struttura della
Ranzauia truncata, Atti R. Ist. Veneto Sc. Lett. (6), Bd. 2,
S. 1269, 4 Taf. (vergl. den syst. Theil unter Plectognathi),
bringt fast über sämmtliche Organe kurze Notizen.
R. R. Wright, J. P. Mc Murrich, A. B. Macallum,
T. Mc Kenzie: „Contributions to the anatomy of Amiurus"
[Siluridae] ist eine ausführliche Arbeit, die als Beispiel ftir die
Anatomie der Knochenfische überhaupt gelten kann. Proc.
Canadian Inst. (Toronto) (2), Bd. 2, S. 251—457, 8 Taf.
M. Sagemehl, Das Cranium der Characiniden nebst all-
gemeinen Bemerkungen über die mit einem Weber'schen Ap-
Dr. F. Hilgendorf: Bericht üb. d. Leist. in der Ichthyologie. 329
parat versehenen Pbysostomenfamilien. (Beiträge zur vergl.
Anat. III) Morphol. Jahrb. Bd. 10, S. 1—119, Taf. 1, 2. Be-
rührt fast alle Organe und berücksichtigt auch oft andre Fisch-
gruppen, besonders wird fortlaufend Amia in Vergleich gezogen.
Sehr reichhaltig.
Skelet. M. Sagemehl, Cranium der Characiniden , zählt
als Knochen, die ursprünglich reine Hautknochen sind (bei
Amia), aber sich nach und nach mit dem Knorpelschädel eng
verbinden (bei Characiniden) auf: Ethmoid, Vomer, Squamosum;
das Palatinum hat dieses Stadium bereits bei den Knochen-
ganoiden erreicht und bei allen Teleostier beibehalten (gegen
Göldi), S. 31, 60, 93. Das Einsinken der ursprünglich oberfläch-
lichen Hautkn. wird durch Ueberwallung vom Rande her bewirkt.
S. 38. Die Reduction der Wirbel und Nerven am Occiput ist
bei Char. noch weiter gediehen als bei Amia; von den 3 Occ.-N.
bei A. ist der 1. verschwunden oder mit dem 2. vereint, der 3. fehlt;
nur der letzte freie Occ.-Bogen von A. erhält sich bei den Ch.
(als Claustrum), die vorhergehenden sind schon alle assimilirt,
S. 58. — Im Allgemeinen ist der Schädel der Char. dem der
Cypriniden ähnlich ; der mehr oder weniger ausgebildete Median-
schlitz in der Schädeldecke (durch Knochen und Knorpel),
Fenster im Exoccipitale, eine Bulla acustica lagenalis, Ver-
längerung der Parasphenoid - Zipfel zur Schwimmblase, Ausbil-
dung eines Gelenks am Hinterhauptsloch, Rotations-Gelenk am
Hyomandibulare , ein Palatinum accessorium (Macrodon) wären
als auffallende Organisationen hervorzuheben. Dass der Augen-
muskelcanal (bei Char. stets vorhanden, auch bei Erythrinus!)
in der That mit dem C. transv. der Selachier homolog ist, fand
Verf. durch eine Mittelform desselben bei Lepidosteus bewahr-
heitet (Lage wie bei A., aber noch ohne Muskeln), S. 86. lieber
die Zusammensetzung des oberen Mundrandes vergl. syst. Theil
bei Physostomi. Das Vorkommen von Knorpel („Submaxillaria")
im Zwischen- und Oberkiefer ist bei Teleostiern sehr verbreitet,
letzterer entspricht wohl dem oberen Labialknorpel der Haie;
andre Knorpeltheile als die am Mundrand liegenden sollten
nicht so heissen. Dazu gehört das „Rostrale", in sehr verschie-
denen Tel.-Gruppen anzutreffen, unpaar, vor dem Ethmoid; ver-
knöchert bei Cyprinus; wahrscheinlich Grundlage der Inter-
maxillaria ; bei Ganoiden fehlend, bei Notidanus und Carcharias
vorhanden. Die Supramaxillaria (Chip., Salm., Acanthopt.) sind
330 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
von einem aus Platten zusammengesetzten Maxillare (Lepido-
stens) abzuleiten, S. 99. Die Angularia der Unterkiefer fehlen
bei Citharinus, 3 andre bei Amia noch vorhandenen Stücke,
allen Char., S. 105. — Das Kiemenskelet ist reicher als bei
Teleost. sonst; eine Copula am 5. Kiemenb. (Erythrinus) , ein
Epibranchialö am 5. Kiemenb. bei Citharinus, ein vom Basi-
hyale abgelöster Knorpel bei Erythr. und Alestes. S. 105. —
Verf. prüft den primären Schultergürtel der Physostomen mit
Weber'schem Gehörapparat auf seinen systematischen Werth;
der Gürtel von Gymnotus genauer beschrieben (Holzschn.), er
besitzt noch die Spange, aber keinen unteren Fortsatz mehr
(2. Typ. nach Gegenb.), unterscheidet sich aber von den Silur.,
Charac. und Cyprinid. durch sehr geringe Verknöcherung; die
Brustflosse des Gymn. enthält 8 Radien, von denen der 7., 6.
und besonders der 1. reducirt sind und bei den andern Te-
leostiern ausfallen; sie erinnert durch grosse Mittelscheibe und
schwachen Saum an die der Crossopterygier, welche aber be-
schuppt ist; S. 15—20. — Morphol, Jahrb., Bd. 10, S. 1—119,
Taf. 1, 2.
J. P. Mc Murr ich studirte eingehend das Skelet der Si-
luroiden an Amiurus catus. Der Canal für die Orbitalmuskeln
ist stark reducirt. Eine Temporalhöhle ist ähnlich wie bei
Amia entwickelt, nur nach hinten öffnet sie sich in ein enges
Foramen. Um die sogen. Schleimcanäle des Kopfes bildet sich
eine zuerst stets selbstständige Knochenscheide; die Frontalia
und Postfrontalia werden erzeugt durch Fusion dieser Scheide
mit darunter liegendem Membran- bez. Perichondral- Knochen.
Im Basioccipitale vermehrt sich noch in einer spätem Wachs-
thumsperiode das Knorpelgewebe zur Verengerung der Höhle
für den Sacculus. Von Pterygoiden ist nur ein einziges vor-
handen; ein vor diesem (bei A. catus, nicht bei A. nigricans)
anzutreffender Knochen ist, weil ohne Knorpelgrundlage erzeugt,
nicht als Pt. zu betrachten. Maxilla (Stützknochen des Bart-
fadens) und Vomer bleiben in jedem Alter zahnfrei. Das Den-
tale entsteht nach dreifachem Schema als Caement-, Perichon-
dral- und Schleimcanal- Knochen. Von den Opercularstücken
ist das Praeop. ein Product der Schleimcanalknochen , das Op.
und Interop. ein Radius branchiostegus (des Mandibularbogens ?),
das bei Siluroiden vermisste Subop. ist im obersten R. brauch,
des Hyoidbogens gegeben. Die Pharyngialknochen sind Ursprung-
in der Ichthyologie während des Jahres 1884, 331
lieh selbstständig, keine Theile der Kiemenbögen. Der Mecha-
nismus der fixirbaren D.- und P.- Strahlen wird erläuteri. Die
drei vorderen Stücke des Schultergürtels (Omolita, Scapula,
Clavicula Stannius) nennt Verf. Supra-, Meso-, Infraclavicula.
Die Radialfa der Ventralis fehlen vollständig. Proc. Canad.
Inst., Bd. 2, S. 270-310; Vorl. Mitth. in Zool. Anz., Bd. 7,
S. 296—299.
E. A. Göldi, „Kopfskelet und Schultergürtel von Loricaria
cataphracta, Balistes capriscus und Accipenser ruthenup. Vergl.
anat. u. entwicklungsgesch. Studien zur Deckknochenfrage" (s.
Ber. f. 1883, S. 436) entfernt sich von Walther's (s. Ber. 1883,
S. 436) Schema dadurch, dass er dessen centrifugale Perichon-
dralknochen ebenso wie die centripetalen vom Perichondrium
selbst und nicht von einer aufliegenden Coriumbiudegewebs-
schicht entstehen lässt, sie denn auch von den Hautknochen
zu den Knorpelknochen stellt, dass er ferner die enchondrale
Knochenbildung ganz streicht, weil die Knochenkerne des Knor-
pels auch erst vom Perich. aus in diesen hineinwachsen. Er
unterscheidet also:
I. Hautknochen: 1. Cement-, 2. Bindegewebsknochen.
II. Perichondralkn.: 1. exo-perichondral (centrifugal),
2. endo-perichondral (centripet.).
Jenaische Zeitschrift f. Naturw., Bd. 17, S. 401—451, Taf. 4 - 6.
V. Klein, „Beiträge zur Bildung des Schädels der Knochen-
fische," eine Fortsetzung seiner früheren Studien über das Mas-
toideum (1879), enthält folgende Capitel: Sphenoideum superius,
Alae orbitales, Ethmoidalsegment, Septum narium, Schädeldach.
Mehrere hundert zerlegte Schädel dienten als Material, in
welchem die meisten Familien vertreten sind. Da in Günther's
Catalog und der sonstigen Literatur meist nur die von aussen
sichtbaren Formen und Knochengrenzen des Schädels berück-
sichtigt wurden, so hat der Fleiss des Verf. eine grosse Fülle
von neuem Material bringen können. Die Resultate für die
Systematik sind mehr negativer Natur; Aehnlichkeiten und
Verschiedenheiten entsprechen nicht den üblichen Systemen.
Jahresh. d. Ver. f. vaterl. Naturk. Württemb., J. 40, S. 129
bis 257, 2 Taf.
E. Rosenberg „Untersuchungen über die Occipitalregion
des Craniums und des proximalen Theilö der Wirbelsäule einiger
Selachier" schliesst aus dem Vergleich des Schädels von Car-
332 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
charias und Mustelus, dass bei Carch. die drei in die Schädel-
basis eingekeilten und mehr oder weniger damit verschmolzenen
Wirbel den 3 ersten völlig freien von M. (und andern Haien)
entsprechen; bei jungen Carch. scheint noch ein weiterer Wirbel
deutlich, der beim erwachsenen bereits eingeschmolzen ist.
Dorpat, 1884, 4°, 26 S., 4 Taf.
Shufeldt hat bei Micropterus (= Grystes) Knochenstücke
hinter dem Vagus -Loch gefunden, die er für Kopfrippen hält
(so auch bei Orcynus); Science, Bd. 3, S. 532 u. 749, Abb.;
Mc Murrich hält sie für supraclaviculär, ebenda S. 644.
A. Calabro Lombardo verfolgte an drei Stadien von
Clupea sardina und Engraulis encr. die Entwicklung der Wirbel-
säule und Rippen. Naturalista Sicil. Bd. 3, S. 336—339,
Taf. 4, 5 u. Bd. 4, S. 37—40.
G. Battista, Conclusioni di uno studio sullo sviluppo della
colonna vertebrale dei teleostei. Atti Soc. Ital. (Modena), Bd. 25,
S. 368—387. 1883.
J. G. Fischer macht einige Bemerkungen über Einlenkung
der D- Strahlen bei Chaenichthys , Ichthyol. Bemerk., Jahrb.
wiss. Anst. Hamb., Bd. 2, S. 51.
Vergleiche: Hautskelet bei Sagemehl syst. Th. Physo-
stomi, und bei Sörensen unt. Biologie.
Schädel der Rochen und Skelet der Haie, Haswell, s. Th.
Skelet der Gliedmaassen, Dohrn, Entwicklung.
Hautsystem (nebst Seitenorganen). R. R. Wright be-
schreibt in der Haut von Amiurus [Siluridae] kurz als Ele-
mente der Epidermis: 1. oberflächliche, 2. polygonale, 3. Spindel-,
4. Pallisaden-, 5. Schleim-, 6. keulenförmige, 7. Pigment-Zellen
und (?) eingewanderte amöboide Bindegewebszellen (auf ein-
dringende Nerven wurde nicht untersucht); in dem Corium:
1. die Pigment- oder Papillen-, 2. die geschichtete Faser-Lage,
3. das subcutane Fett -Bindegewebe; er schildert die Verschie-
denheit der Haut in verschiedenen Regionen, abnorme Bildungen
(s. u. unter Biologie) und Sinnesorgane (s. S. 333). Proc. Cana-
dian Inst., Bd. 2, S. 251—269, Taf. 1, F. 1—7.
C. Emery ergänzt die Angaben Leydig's betreffs der
Structur der Leuchtorgane von Scopelus. An den dem
Bauche aufsitzenden fand Verf. ausser der linsenartig verdickten
äusseren Schuppe noch eine zarte innere, die hinten vom Ta-
petum belegt einen Hohlspiegel im Grunde des Organs bildet;
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 333
Leydig's granulirte Substanz, welche sich in das schleimige
Bindegewebe einbettet, zerlegte Verf. mit Hülfe von Tinction
in abgeplattete Zellen; die Entwicklung derselben aus mesoder-
malen dickeren Zellen Hess sich an Larven verfolgen, ziemlich
sicher auch die des Tapetums aus einer pflasterförmigen, gross-
zelligen Schicht. In den Flecken der Zungenbeingegend und
in dem praeocularen Leuchtorgan (von Sc. Benoiti) wurden die
Schuppen vermisst. Mitth. Zool. Stat. Neapel, Bd. 5, S. 471
bis 482, Taf. 27 und Arch. Ital. Biol. Bd. 5, S. 316—325.
C. V. Merejkowsky weist Zoonerythrin bei 18 Fisclien
des Mittelmeers (und bei Cyprinus auratus) nach, er vermisst
es bei Engraulis, Clupea, Scyllium. Bull. Soc. Zoologique de
France, Bd. 8, S. 81—87, 1883.
R. R. Wright bestätigt an Amiurus [Siluridae] die wesent-
liche Verschiedenheit der beiden Schulze'schen Gruppen der
Hautsinnesorgane: der Endknospen und Nervenhügel; erstere
werden in der Mundhöhle, der Körperhaut und besonders an
den Barteln sehr entwickelt gefunden; die zweiten nicht nur
in der Seitenlinie und den sogen. Schleimkanälen des Kopfes
(deren Verbindungen von denen des Cottus und von Wieders-
heim's Schema etwas abweichen), sondern auch zerstreut am
Körper und Kopf (wie von Leydig bei Esox und Lota gesehen);
hinter der Brustflosse zieht ein horizontaler, über den Muse,
adductor mandibulae ein verticaler Streifen derselben fort. Sie
sollen den Nervensäcken der Ganoiden nahe stehen. Proc. Ca-
nadian Instit. Bd. 2, S. 259—269, Taf. 2, F. 4—7.
P. de Sede de Lieoux, Recherches sur la ligne laterale
des poissons osseux, Paris, 8° (115 S., 4 Taf.). Die Function
soll in der Wahrnehmung von Strömung und von Stoss im Wasser
bestehen, welcher durch Gegenstände in der Nähe verursacht
wird. Bei Cyclopterus sind Tastpapillen in Form eines Brenn-
haares von Urtica vorhanden, bei Scorpaena Bildungen ähnlicli
einem Pacini'schen Körperchen. Auch die Flecken von Stomias
werden hierzu gerechnet. — Auszug in: Revue scient. (3),
4. Ann. (Bd. 34), S. 467—470.
J. A. Ryder, The side organs of Gastrostomus [Fam.
Euryphar., Anacanthini], sah an der hinteren Grenze jedes
Somits eine Reihe von 2 — 5 gestielten (5 mm) Knöpfchen herab-
laufen, der helle Stiel besteht hauptsächlich aus Nerven ; (Science,
Auszug in:) Am. Naturalist, Bd. 18, S. 547.
384 I^^'* ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
W- Krause, „Die Nerveuendigungen in der äusseren Haut
und den Sclileimbäuten," II. bei Anamnioten, kurze Zusammen-
stellung des über A) Terminalkörperchen und B) Seitensinnorgane
Bekannten; Biol. Centralbl. Bd. 4, S. 210-211.
G. Fritsch, Die Schleimdrüsen der Haut können zu elek-
trischen Organen werden; s. unter Muskelsystem S. 335.
Vergleiche auch unter Sinnesorgane S. 340 (Beard).
Giftdrüse bei Trachinus s. syst. Th. (Gressin).
Cloakenepithel bei Scyllium, s. syst. Th. (List).
Muskelsystem und elektrische Organe. J. PI. Mc Mur-
rich (s. S. 328) bearbeitet die ganze Muskulatur von Amiurus
catus unter Berücksichtigung der morphologischen Bedeutung
(ob circuläre Constrictoren des Kopfes oder longitudinale Rumpf-
Muskeln) und der systematischen Ergebnisse für die Abstammung
der Siluroiden, wobei der Innervation (nach R. R. Wright) be-
sondre Aufmerksamkeit zu Theil wird. Als echte Hautmuskeln
gelten nur die seitlichen Muskeln der Analflosse und die intrin-
seken der Caudalis. Von Kopfmuskeln gehören zu den longi-
tudinalen (ventralen) nur der Hyobranchialis (= Pharyngobyoi-
des/ Ph.-arcualis u. Interarc. obl. ventr. e. p. Vetter's). Vom
N. trigeminus werden versorgt: Adductor mandibulae, Add.
tentaculi (eigenartig entwickelte tiefe Schicht des Add. mand.),
Levator arcus palatini, Diktator operculi; vom V und VII:
Intermandibularis ; vom Facialis ausschliesslich: Adductor arc.
palat. (indirect Antagonist des Add. tentaculi durch Bewegung
des vorderen Gaumbein-Endes), Add. hyomandib., Add. operc,
Levator op., Geniohyoideus , Hyo-hyoideus: vom IX und X:
Levatores branchiales, M. transv. dorsales, Interarcuales obl.
dors., Transversi ventr., Obliqui ventr. sowie der Hyobranch.
(s. 0.). — Von den Rumpfmuskeln werden durch Nerv. spin.
1 — 3 innervirt: Hyopectoralis (= Sternohyoideus autt.), Pha-
ryngo - clavic. , Vordertheil der ventralen und lateralen grossen
Körpermuskeln; zur lateralen Abtheilung gehören die Muskeln
der Brustflosse, von denen der Abd. profundus ganz für den
1. Strahl und zwar zur Fixirung desselben durch einen Haken
(vermöge Rotation des Strahls) verwandt wird, während der
Add. prof. den fixirten Strahl aushakt, und vielleicht weiter
auch der Trapezius (oder zum dorsalen Theil?) der hier ein
echtes Homologon des Trap. der Selachier (von Vetter bei Te-
leostiern sonst vermisst) bildet. Die Angabe Vetter's, dass der
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 335
Pharyngo-clav. extermis vom Vagus innervirt werde, scheint
auf einem Irrtimm zu beruhen. Von allen Kopfiierven dringt
nur Ramus lat. trigemini zu den Rumpfmuskeln rückwärts, der
als Collector für die dorsalen Aeste der Spinalnerven die Erec-
toren und Depressoren der Dorsalflosse, die suprachordalen
Muskeln der Caudalis sowie die M. supracarinales versorgt.
G. Fritsch, „Ueber die vergleichende Anatomie der elek-
trischen Organe und Nerven." Während bei den übrigen elek-
trischen Fischen leicht der Nachweis zu führen ist, dass ihre
elektrischen Organe aus Muskeln hervorgingen, ist dies bei Ma-
lapterurus nicht gelungen, es scheint vielmehr, dass einzellige
grosse Hautdrüsen in die Tiefe dringend sich zu dem elektri-
schen Organ vereinigen; die Drüsen weisen dieselbe grobe Pimk-
tirung, die den nervösen Gliedern der Elemente des el. Organs
eigen ist, auf; auch ist der Nerv des elektrischen Organs hier
nicht ein typisch motorischer (wie bei den andern elektrischen
Fischen), sondern ein sekretorischer, womit die nicht fibrilläro
Struktur des Axencylinders und die doppelsinnige Leitung har-
monirt; so ist auch im elektrischen Organ die Stromrichtimg
umgekehrt. Verf. scheidet daher die muskulären elektrischen
Organe von den „adenoiden". Amtl. Ber. 56. Versamml. deutsch.
Naturf. u. Ae. (Freiburg i. B., 1883), S. 138-140.
G. Fritsch, Ergebnisse der Vergleichungen an den elek-
trischen Organen der Torpedineen. Sitzb. Ak. Wiss. Berlin
1884, S. 445—456, vergl. d. syst. Th.
Th. Weyl, Physiolog. und chemische Studien an Torpedo;
Arch. f. A. u. Ph., Abth. Phys., S. 316—324 (u. Supplb. 1883).
W. Wolf schildert den Bau der Platten in den Prismen
der elektrischen Organe; ebenda S. 180—182.
Fritsch's Abhandl. 1883 (s. Ber. 1883 S. 439) abgedruckt,
ebenda S. 74—76.
Vergl. auch Fritsch, unter Entwickl. (Darwinismus).
Saugnapf von Liparis (Discoboli) s. syst. Th.
Nervensystem. R. R. Wright konnte an Geliirnen des
jungen Amiurus (Siluroid) leicht die Richtigkeit der Rabl-
Rückhard'schen Auffassung nachweisen. Die bedeutende Ent-
wicklung des Cerebellums, dessen Ueberklappen nach vorn über
das Vorderhirn und die Grösse der Tubercula acustica sind
hervorstechende Eigenthümlichkeiten des Gehirns von Amiurus.
Kopfnerven sowie die peripherischen des Körpers finden ein-
336 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
gehende Darstelluug. Proc. Canad. Inst. Toronto (N. S.) Bd. 2,
S. 352-372, Taf. 1, 4-6.
H. Rabl-Rückhard, „Das Gehirn der Knochenfische",
kurze Wiedergabe seiner Resultate (vergl. Ber. für 1883, S. 441)
mit Holzschn.; Deutsche medic. Wochenschr. 1884, No. 33 ff.,
25 S., sowie Biol. Centralbl., Bd. 4, S. 499—510, 528—541.
F. Ahlborn giebt über die Bedeutung der Zirbeldrüse
sein Urtheil dahin ab, dass man (mit Rabl-Rückhard) in letz-
terer das Rudiment einer unpaaren Augenanlage zu sehen habe;
er stützt sich auf deren Entwicklung durch Ausstülpung der Hirn-
wand und im Zusammenhang mit der Nervenleiste, auf ihre
Verknüpfung mit der optischen Hirnregion, auf ihre Aehnlichkeit
mit der primitiven Augenblase (gestieltes Bläschen), endlich auf
ihr Vordringen gegen die Körperoberfläche bei den Amphibien
und, wenn schon weniger deutlich, bei Selachiern, Ganoiden
und Petromyzonten. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 40, S. 331
bis 337, Abb. d. Kopfoberfläche von Petromyzon mit durch-
sclieinender Zirbel Taf. 18, Fig. 7; Ausz. in Kosmos, Bd. 15,
S. 131—132 und Journ. R. micr. Soc. (2) Bd. 4, S. 542—543.
G. Baraldi erklärt den Zirbel- Trichter -Canal für den
Rest des Gastrula- bez. Würmer - Mundes ; Atti Soc. Toscana
Sc. Nat., Pisa, Proc. verb., Bd. 4, S. 37—42.
V. Rohon, „Zur Histiogenese des Rückenmarks der Fo-
relle," erkennt als erste deutliche Nei-venzellen , die sich im
Gehirn und Rückenmark anlegen, eine doppelte Reihe grosser
Ganglienzellen, 6 — 8 jed^rseits auf eine Myotoms- Länge, dicht
an der dorsalen Mittellinie hinziehend; Reissner beschrieb sie
zuerst von Petromyzon als „mittlere (bez. innere) grosse Nerven-
zellen." Sitzb. Ak. München, m.-ph. GL 1884, S. 39—57,
Taf. 1, 2. Ausz. in: Journ. Roy. Micrcosc. Soc. (2), Bd. 4,
S. 546.
M. Sagemehl bezeichnet die 3 phylog. Stufen in der
Entwicklung des Geruchsnerven durch: 1. „Cyclostomentypus",
Vorderhirn, Bulbus und Nase schliessen unmittelbar aneinander,
2. „Selachiertypus", Vorderhirn, langer Tractus olf., Bulbus,
Nase, 3. „Teleostiertypus", Vorderhirn, Bulbus, Nerv, olf., Nase.
Uebergang vom 2. zum 3. : bei Charac. und Raniceps (Tractus,
Bulbus, Nerv.); Uebergang vom 1. zum 2. in der Ontogenie
der niedrigen Teleostier (Cyprinus, Lota); Uebergang vom 1.
zum 3. (ohne 2.) in der Ontogenie der höheren Teleostier
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 337
(Salmo) als Entwicklungs - Abkürzung. — Das Winther'sche
„Jakobson'sche Organ der Fische" (1876) ist nur ein Schleim-
kanal. Morph. J., Bd. 10, S. 72—78. — Der Ram. ophthal-
micus Trigemini innervirt keinerlei Augenmuskeln; da der
Trochlearis mit ihm sehr nahe zusammenläuft, so wurde dieser
wahrscheinlich für einen Zweig des R. oph. gehalten; ebenda
S. 71.
F. Ahlborn ergänzt in einer Schrift „Ueber den Ursprung
und Austritt der Hirnuerven von Petromyzon" seine vorjährigen
Studien. Einleitend bemerkt er, dass am ersten wie an allen
folgenden Rückenmarksnerven die dorsale, sensible Wurzel
(feiner und zu einem Ganglion sich entwickelnd) vor der ven-
tralen, motorischen liegt (mit Schneider, gegen Wiedersheim).
Die Nervenursprünge im Gehirn des Ammocoetes-Stadiums sind
von denen des reifen Petromyzon nicht wesentlich verschieden
(gegen Wiedersheim). Alle sensiblen Hirnnerven stammen aus
dem vordersten dorsalen Abschnitt der Medulla oblongata, aus
dem Ursprungsgebiete des Acusticus zur Seite der grössten Aus-
weitung der Fossa rhomboidalis ; dazu sind zu rechnen: die
beiden obern der drei Trigeminus- Wurzeln, die Acusticus-
Facialis-Gruppe (1 + 2 wurzlig), alle 8 (bisweilen 9) Wurzeln
des Vagus. Motorisch sind : der Oculomotoricus (weil vollständig
frei von Ganglienzellen), Trochlearis, die 3. Trig.-Wurzel, der
Abducens, und sämmtliche drei Hypoglossus- Wurzeln; auch
diese Nerven stehen durch Bahnen innerhalb des Gehirns, oder
durch peripherische Stränge mit jenem Stammgebiete in Ver-
bindung, so auch die Rückenmarksnerven; die Leitungen zum
Vorderhirn sind dagegen so wenig entwickelt, dass man die
Function aller genannten Nerven als im Dienste der Reflex-
bewegungen stehend betrachten darf. — Am Nervus lateralis
constatirte Verf. eine bemerkenswerthe asymetrische Lagerung.
Individuelle Variationen bietet besonders der Vagus - Ursprung.
Der Pneumogastricus reich an Ganglienzellen und in Verbindung
mit den Spinalnerven repräsentirt den Sympathicus (Born 1827).
Zeitschr. f. wiss. Zool., Bd. 40, S. 286-308, Taf. 18. (Vergl.
auch unter Entwicklung.)
M. Sagemehl erklärt die Hauptmasse der Substanz, welche
den Raum zwischen Gehirn und Scliädelknochen ausfüllt, für
einen Theil der Dura Mater (statt Arachnoides) ; Pia und
Arachnoides bleiben bei den Fischen eng vereinigt. Es liegt
Arcli. f. Nat^. 51. Jahrg. II. ßd. 2. H. W
338 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
hiermit bei Fischen dasselbe Verhältniss vor wie in den frühern
Entwicklungs- Stadien der Säuger, bei denen die zuerst sich
bildende Spalte dem Subduralraum entspricht. Die voluminöse
Dura Mater, deren peripherische Grenzschicht die Osteoblasten
der Schädelknochen enthält, vertritt functionell vielleicht die
den Fischen mangelnden Lymphdrüsen. Bei den niedern Fischen
besteht die Hauptmasse aus reinem Schleimgewebe (Knorpel-
fische, Siluriden, Gadiden, Esox), bei den höhern wird dieses
in ein Fettgewebe umgewandelt. Beitr. z. vergl. Anat. d.
Fische, II. Bern. üb. d. Gehirnhäute d. Knochenf., Morphol.
Jahrb., Bd. 9, S. 457—474, Taf. 23.
G. Fritsch vergleicht die Riesenzellen (ca. 200), welche
bei Lophius den „pseudo-electrischen Lappen" zusammensetzen
mit den 2 bei Malapterurus gefundenen; er konnte die davon
direct ausgehenden Colossalfasern zu den Spinalganglien des
Trigeminus und Vagus verfolgen und weiter zu den Hautästen
des Seitennerv -Systems, daher die centrale Masse der Riesen-
zellen, welche als histologisches Studienobject empfohlen werden,
jetzt Lobus nervi lateralis geheissen; der Angelapparat des
Lophius steht muthmasslich mit jenem sensiblen Centrum in
Beziehung. Sitzb. Ak. Wiss. Berlin, 1884, S. 1145—1151,
Holzschn.
E. Herms kommt auf Grund seiner Beobachtungen „lieber
die Bildungsweise der Ganglienzellen im Ursprungsgebiete des
Nervus acustico-facialis bei Ammocoetes" zu dem Resultat, dass
ein Theil der Nervenzellen aus wohl characterisirten Epithel-
zellen hervorgeht, die dabei zuerst in den Ventrikel hinein vor-
springen; die echten Nervenzellen bilden sich erst, wenn das
freilebende Thier schon mit ausgebildeter Motilität und Sensi-
bilität begabt erscheint. Verf. konnte den N. acusticus bis zu
den mittleren imd bis zu den grossen Nervenzellen verfolgen
(mit Rohon, gegen Ahlborn). Sitzb. Ak. München, math.-n. Gl.
1884 S. 333-354, 2 Taf.
Margarethe Traube-Mengarini experimentirt am Ge-
hirn von Silurus, Esox etc., um die Einwirkung zu beobachten,
welche durch Reizungen und Zerstörungen einzelner Hirntheile
hervorgerufen werden; im Allgemeinen werden Ferrier's Resul-
tate bestätigt, nur bez. der oberflächlichen Verletzungen der
Lobi optici findet Verf. nicht so tiefgreifende Störungen, son-
dern lediglich gewöhnliche, reitbahnartige Zwangsbewegungen,
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 339
die durch symmetrische Einw. auf die andre Hirnhälfte corrigirt
werden können. Arch. f. Anat. u. Ph. 1884, Abth. Physiol.,
S. 551—565, Holzschn.
Mc William, On reflex excitation of the cardiac nerves
in fishes. Pr. Roy. Soc. Lond., Bd. 38, S. 31—41.
Herz-Nerven vergl. unter Gefässsyst. S. 343 (Kasem-Beck).
Nerven d. Amphioxus s. syst. Th. (Hatschek).
Sinnesorgane. H. Virchow, lieber Zellen des Glaskör=
pers. Bei Leuciscus erythr. ist die Oberfläche des Glaskörpers
von einem Netze feiner Blutgefässe umsponnen, zwischen diesen
wird sie von einer Schicht platter, verästelter, sich gegenseitig
mit den Fortsätzen berührender Zellen mit plattovalen Kernen
austapezirt. Da, wo diese Zellen an die Capillaren anstossen,
legen sie sich eng an diese an, ihr Kern wird stabförmig und
lagert sich parallel zur C. dicht neben diese. Die Zellkörper sind
sehr schwierig zu sehen (l7o Sublimatl. bei 30° C. 7 Stunden).
Auch Wanderzellen sind ausser diesen fixirten vorhanden. Ent-
zündungserscheinungen durch Holostomum wurden beobachtet. —
Bei 2 Labriden- Arten säumen kubische Zellen jederseits die
Gefässe, die Zwischenfelder erscheinen aber meist frei von den-
selben. Verf. macht auf eine grosse Variation der Zellen des
Glaskörpers bei Fischen je nach deren Familien und Gruppen
aufmerksam. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 24, S. 99—113, Taf. 7.
A. Dogiel, [Bau der Retina der Ganoiden], Uebersetz.
des früh. Art., s. Ber. f. 1883 S. 445, in's Russ. Arb. Naturf.
Ges. Kasan Bd. 11, Lief. 6, 124 S., 3 Taf.
Ernst Koken, in der Absicht oligocäne Fisch -Otolithen
zu Studiren, hat dazu an lebenden Arten umfassende Vorstudien
gemacht, die an und für sich von Interesse sind. Für die syste-
matische Verwerthung hat die Betrachtung der dem Nerven
zugewandten, mit dem „Sulcus acusticus" versehenen medialen
Fläche der Sagitta (diese behandelt Verf. fast ausschliesslich)
höhere Bedeutung als die anscheinend reicher gegliederte und
bisher mehr beachtete laterale. 28 lebende Arten werden in
den sorgfältigen Abbildungen berücksichtigt und in der Be-
schreibung die folgenden Genera: Clupea, Fierasfer, Rhombus,
Solea, Merluccius, Lota, Gadus, Perca, Lucioperca, Serranus,
Apogon, Trachinus, Trigla, Peristedion, Scorpaena, Atherina,
Corvina, CoUichthys, Mullus, Smaris, Sargus, Box, Pagellus,
Lepidopus, Gobius. Eine geschichtliche und anatomische Ein-
340 ^^' F« Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
leitung und eine Terminologie des Otolithen wird voraiifgeschickt.
Zeitschr. Deutsch, geol. Ges. 1884, S. 500—565, Taf. 9—12,
Holzschn.
R. R. Wright beschreibt das Gehörorgan von Amiurus
(Siluroid). Unter den Otolithen ist der Lapillus durch Grösse
ausgezeichnet; eine Macula acustica ist im Ductus oder Sinus
endo-lymphaticus nicht vorhanden (von Nussbaum bei Cyprinus
gefunden). Eingehend wird der Weber'sche Apparat beschrie-
ben, der eine weitere Ausgestaltung der bei Cyprinoiden auf-
tretenden Bildung darstellt. Die Zahl der verwachsenden Wirbel
steigt auf 5. Die Apertura externa atrii wird durch den Stapes
und dessen Ligament bei Amiurus völlig geschlossen, auch sind
die Atria nach oben gegen den Spinalcanal so fest abgeschlossen,
dass eine directe Uebertragung des Druckes, welcher von der
Spannung der Schwimmblase herrührt, auf das Rückenmark
(wie Hasse ihn für Cyprinus annimmt) nicht wahrscheinlich ist,
sondern den Gehörnerv -Aesten des Sacculus die hauptsächliche
Leitung für die Druckempfindung zufällt, deren Zweck (nach
Moreau) wieder die Schätzung der über dem Fisch lastenden
Wassersäule sein würde. Proc. Canadian Inst. Bd. 2, S. 374
bis 386, Taf. 1, 4, 6; vorl. Mitth. in Zool. Anzeiger 1884,
S. 248—252.
J. Beard hebt die Aehnlichkeit hervor, welche zwischen
den Jüngern Entwicklungsstadien der Seitenlinie von Fischen
und den Seitenorganen bei Anneliden (Capitelliden nach Eisig)
bestehen, als Zeugniss für die Wahrscheinlichkeit der Dohrn-
Semper'schen Theorie der Vertebraten- Entstehung. Die seg-
mentalen Nerven zur Versorgung der ursprünglich der Zahl
nach streng segmentalen Sinnesorgane sind zwar nur in der
Region des Vagus-Ursprungs und vor diesem Nerv nachweisbar
(dorsale Aeste); es scheint jedoch annehmbar, dass die dorsalen
Aeste der Segmental ♦ Nerven am hintern Körper erst nach und
nach durch den sich immer weiter nach hinten verlängernden
N. lateralis in ihrer Function abgelöst wurden. Der N. lat.
verbindet sich (gegen van Wyhe und Hoffmann) in keiner Pe-
riode seiner Entwicklung mit der Epidermis, sondern bildet sich
ganz nach der Analogie andrer N. vom Ganglion des Vagus
aus. — Das Gehörorgan bietet in der ersten Entwicklung, in
seiner Innervation und seiner Function so viel Aehnlichkeit mit
den Orgauen der Seitenlinie, dass es als ein besonders specia-
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 341
lisiiter Theil derselben aufgefasst werden miiss. Zool. Anz.,
J. 7, S. 123—126, 140—143.
Bez. d. Gehörorgans vergl. Darmkanal (Schwimmblase),
Sagemehl, S. 344.
J. Blaue, Bau der Nasenschleimhaut bei Fischen und
Amphibien, überblickt eine grosse Reihe von Süsswasser- und
Meerfischen und stellt aus denselben eine fortlaufende Folge
von Bildungen zusammen, von denen die tiefstehenden (Belone)
in ihrer Schleimhaut kaum Abweichungen von der übrigen Kopf-
haut erkennen lassen: ein mehrschichtiges, gewöhnliches Epithel
nimmt zerstreute Endknospen (Sinnesbecher Leydig's) in sich
auf; bei andern Formen drängen sich diese dann mehr anein-
ander und werden grösser, so dass nur kleine Pfeiler des in-
diflferenten Epithels dazwischen bleiben, endlich verschwinden
auch diese und das ganze Feld ist lediglich mit den Elementen
der Knospen, d. h. dem Kranz der Stützzellen und den eigent-
lichen Sinneszellen bedeckt, erstere mit Flimmerhaaren, letztere
mit ihrer Endborste; dies ist die weitaus häufigste Form der
Riechhaut, z. B. bei Perca. Jene Leiter lässt sich aus den
Gattungen Bei., Exocoetus, Trigla, Cottus und Clupea, Fierasfer
zusammenfügen. Auch das Grundepithelium kann zu Flimmer-
epithel werden, z. B. schon bei Esox, wo die Endknospen noch
gut gesondert sind. Die (phylogenetische) Umwandlung der
gewöhnlichen Körperhaut in die specifische Riechhaut hängt
mit dem grösseren Schutz, den die Nasengrube durch Ein-
senkung und Bedachung gewährt, zusammen; so hat Belone
eine ziemlich offene Nase. Arch. f. Anat. u. Phys. 1884, Anat.,
S. 231-309, Taf. 12—14.
Vergl. auch Nervensyst.: Sagemehl, S. 336, und Wright,
S. 328.
Gefässsystem. Bizorrero und Torre verfolgen die Ent-
stehung der rothen Blutkörperchen im extrauterinen Leben.
Die Gefässe der Fische weisen fast immer einige junge, rothe
Blutkörperchen mit (karyokinetischen) Theilungen auf; Zählungen
derselben im Vergleich zum Blute der Milz und der Niere, be-
sonders nach wiederholten Aderlässen, gaben einen grossen
Ueberschuss zu Gunsten der Milz und Niere, welche Organe
also die Haupt- Theilungsherde darstellen, im circulirenden
Blute selbst tritt diese Neubildung sehr zurück. (Bei geschwänz-
ten Amphib. ist die Milz allein der Herd, bei den übrigen Vertebr.
342 ^^' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
das Knochenmark.) Die weissen Blutkörperchen und die kern-
haltigen Blutscheibchen haben keinen Theil an der Erzeugung
der rothen Blutkörperchen. Untersucht wurden Tinea, Anguilla,
Thymallus, Alburnus, Carassius auratus. Arch. ital. Biol.
Bd. 4, Fase. 3, S. 309—344; Auszug in Kosmos, Bd. 15,
S. 50—55.
T. Mc Kenzie in seiner Beschreibung des Blutgefäss-
Systems und der demselben anzuschliessenden Drüsen des
Amiurus [Siluroid] vermisst im Herzen Kasem-Beck's und
Dogiel's Lymphräume; entsprechende Höhlungen des Binde-
gewebes führen Blut statt Lymphe. Eine Pseudobranchie
ist vorhanden, sie liegt aber versteckt und steht in unmittel-
barer Verbindung mit der Art. carotis interna. Von der
Pseudobranchie geht nicht nur die Art. ophthalmica magna,
sondern auch die Blutmasse für das Gehirn ab, was bei
Knochenfischen nicht, dagegen bei Acipenser vorkommt. Sub-
cutan breitet sich ein reiches Capillarnetz aus, das für die
Hautrespiration dieses zählebigen Fisches von Wichtigkeit
ist. Betreffs des Venensystems ist eigenthümlich , dass die
Caudalvene sich am Rumpfende nach unten begiebt, um zuerst
die Venae renales advehentes abzuzweigen, dann aber weiter
als Stamm der Pfortader unterhalb der Schwimmblase zur Leber
hinzuziehen ; auch die V. intercostales schliessen sich der Pfort-
ader an. Die Thymus ist an alten Fischen schwer zu prä-
pariren, auch ist sie hier selbst absolut kleiner als bei jungen,
wo sie 700 fi Dicke besitzt und einen grösseren Theil der hin-
tern dorsalen Kiemenhöhlen-Ausbuchtung bekleidet; der Durch-
messer ihrer Zellen ist nur 4 fA. Die Thyreo ides dagegen
erhält im Alter eine grössere Ausbildung; sie ist vom Truncus
arteriosus histologisch nicht scharf abgegrenzt; ihre Bläschen
15 — 210 fjb. Die Nebennieren senken sich öfter unter die
Oberfläche der Niere hinab, theilen sich auch zuweilen; ihre
Lage ist veränderlich, aber stets im mittleren Drittel der Niere
unmittelbar neben einem Arterienast, Grösse 1 — 3 mm, blass;
die medulläre Abtheilung fehlt, ein Theil der Alveolen scheint
Ganglienzellen zu enthalten; eine Betheiligung an der chemi-
schen Umwandlung des Blutes (Weldon) ist unwahrscheinlich,
dass sie durch die metamorphosirte Kopfniere vertreten sei (Wel-
don), ist bei Amiurus durch gleichzeitiges Vorhandensein beider
Organe widerlegt. Dem Lymph System sind vielleicht gewisse
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 343
drüsenartige Bildungen zuzurechnen, welche die Venen stellen-
weise umgeben (an der Pfortader, in der Kopfniere), histologisch
der Nebenniere vergleichbar. Proc. Canadian Inst. Toronto,
Bd. 2, S. 418-440, Taf. 8.
Kasem-Beck bestreitet Vignal's (s. Ber. 1883, S. 445)
Annahme einer zweiten (hemmenden) Form von Ganglien im
Herzen der Knochenfische; diese (doppelkernigen) Zellen sind
Theilungsstadien, und auch nur solche sind bipolar, die nor-
malen alle unipolar; Arch. f. mikr. Anat., Bd. 24, S. 14,
Taf. IB.
Thymus vergl. Entwicklung (Dohrn), Lymphdr. S. 338.
Darmkanal und Schwimmblase. N. Trinkler, „Bau der
Magenschleimhaut." „Bei niedern Wirbelthieren [Reptilien, Am-
phibien, Fische] konnte nur das Vorhandensein einer Art von
Zellen constatirt werden, die vollkommen den Belegzellen der
höhern entsprechen." Das vorkommende Flimmerepithel ist ein
Residuum der Embryonalperiode. Die Zellen der Magendrüsen
bereiten Pepsin. Esox, Cobitis, Perca, Abb. Taf. 10, 11. Arch.
f. Mikr. Anat., Bd.- 24, S. 174—210.
Von A. B. Macallum's Notizen über das Verdauungs-
system von Amiurus (Siluroid) ist hervorzuheben, dass Rectum
und Mitteldarm (nach Härtung) durch eine kräftige Ringklappe
geschieden sind, dass die Darmlänge mit zunehmendem Alter
sich verhältnissmässig stark vergrössert, und dass die Zahn-
polster am Schlünde auf mechanische Reizungen mit Kau-
bewegungen antworten, sodann bezüglich der feinern Structur,
dass in der tiefern Epithelschicht des Mundes freie Nerven-
endigungen angetroffen werden, dass die Schleimzellen nicht
mit den „Becherzellen" verwechselt werden dürfen, und dass
an den grossen Keulenzellen ebendort keinerlei Streifungen
beobachtet wurden (gegen M. Schnitze und F. E. Schulze).
Die Pepsindrüsen des Magens enthalten nur eine einfache
Schicht wesentlich gleichartiger Zellen (gegen Nussbaum und
Cajetan), der Pylorus - Theil des Magens sendet keine Pepsin-
Drüsen in seine Crypten. Der Mittel dar m ist ausser den
gewöhnlichen Epithelzellen und den daraus während der Ruhe
entstehenden Becherzellen (die nach Einführung von Pilocarpin
in den Darm verschwinden), noch mit Zusammenhäufungen von
Lymphkörpern, also eine Andeutung von Peyer'schen Drüsen,
sonst aber mit keinerlei Drüsen versehen. Die Leber unter-
344 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
liegt betreffs ihrer Lappung häufigen Variationen; feine Ver-
ästelungen, die aus den Gallencapillaren in die Leberzellen ein-
dringen sollen (nach Kupffer), Hessen sich nicht auffinden, auch
keine auskleidende Haut für diese Capillaren. Das Pancreas
dringt in Begleitung der Pfortader in die Leber ein, sein Aus-
führungsgang verläuft mit und mündet mit dem Gallengang;
an grossen Exemplaren gelang eine theilweise Injection des-
selben; bei 1 — 2 zölligen Fischen ist noch kein Pancreas wahr-
nehmbar. Proc. Canadian Inst. Toronto Bd. 2, S. 387—417,
Taf. 7.
M. Sagemehl, Die Pharyngealtaschen der Scannen und
das „Wiederkäuen" dieser Fische. Verf. konnte in den der
5. Kiemenspalte entsprechenden, dicht vor den untern Schlund-
knochen gelegenen Ausbuchtungen heiue Spur von Drüsen ent-
decken, weswegen Speiseverdauung nicht ihre Function (Valen-
ciennes) sein kann; die Nahrungsmassen in ihnen waren nur
gi'ob zerkleinert, erst im Magen fein zerrieben, breiartig, so dass
Aristoteles wohl im Recht ist, wenn er diese Fische wieder-
käuen lässt; die Taschen dienen nur zur vorläufigen Aufnahme
der abgerupften Nahrung (Tange, Corallen, Schwämme). Mor-
phologisches Jahrb., Bd. 10, S. 193—203, 1 Holzschn.
W. Stirling findet bei Clupea, Gadus, Raja im Magen
Pepsin, in den App. pyl. Trypsin, in der Leber ein diastati-
sches Ferment; Journ. Anat. Phys. London, Bd. 18, S. 774
bis 776.
R. Wiedersheim stellte an Haifischen Experimente „ über
die mechanische Aufnahme der Nahrungsmittel in der Darm-
schleimhaut" an. Indem er dem Fleisch - Futter Graphit bei-
mischte, konnte er nach zwei bis drei Stunden sowohl in den
mesodermalen Lymphzellen, als auch in den Epithelzellen des
Oesophagus und Mitteldarms diesen Farbstoff nachweisen. Fest-
schrift d. 56. Vers, deutscher Naturf. u. Aerzte zu Freiburg. 8 ".
M. Sagemehl findet den Weber'schen Apparat in
den vier Familien Siluridae, Charac. , Cypriuidae und Gym-
notidae constant, aber in keiner andern Familie weiter, der
Bau ist typisch überall derselbe; bei Gymnarchus fehlt er
(gegen Day 1880); die bisher bei manchen Welsen noch ver-
misste Schwimmblase dürfte überall vorhanden sein (bei Tricho-
mycterus und Eremophilus vom Verf. nachgewiesen, Ceteopsis
und Hypophthalmus noch genauer zu untersuchen), somit auch
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 345
der Apparat. Die Bedeutung desselben hat zwar, wie Hasse
annimmt, zu den Druckschwaukungen Beziehung, aber nicht
zu denen des Wassers, sondern des Luftmeers (Wetterprognose),
acustische und hydrostatische Leistungen sind nicht anzunehmen.
S. 9 — 15. — Directe Verbindungen der Schwimmblase mit dem
Labyrinth, die bei verschiedenen Teleostiern vorkommen (auch
bei Physiculus, Uraleptus, Balistes, Verf.) bildeten den Aus-
gangspunkt für den W.'schen Apparat. S. 51. — Der Verbin-
dungscanal zwischen den beiden Sacculi kann, weil unter dem
Gehirn ziehend, nicht aus den Aquaeducti vest. entstanden sein
(Nussbaum). Morphol. Jahrb., Bd. 10, S. 82.
Derselbe weicht bez. der phylogenetischen Ausbildung
der Schwimmblase von Boas (Urform: Teleostier-BL, mediane
Spaltung, Wandrung ventralwärts, Bl. d. Polypterus und Lunge
höh. Vertebraten) ab; Urform ist Polypt., dessen linke Bl. ver-
schwindet bei den Dipnoern, die rechte bei den Teleost., die
andre Bl. steigt dorsalwärts (weil als hydrostat. Apparat nur
oben wirksam) und nimmt den Ausführungsgang bei den Tel.
mit, bei den Erythr. aber nur halbwegs. Ebenda S. 108.
N. T. Bieletzky, Physiologie der Fisch - Schwimmblase ;
Charkow 8^ 228 S., 1 Taf. [russisch].
Vergl. auch Sörensen, Schallorgane, unter Biologie.
Athmungsorgane. M. Sagemehl berücksichtigt beiläufig
den Respirationsmechanismus bei den Fischen ohne Dilatator
operculi: Acipenser zeigt (lebend) keine Bewegungen des Op.,
Polypterus besitzt eine starke Muskulatur in der (strahlenlosen)
Kiemenhaut, Amia einen Fächer, ähnlich dem Flagellum der
Crustaceen, bei andren Gattungen wird die Opercularkieme
respiratorisch; Morph. Jahrb., Bd. 10, S. 62. Den nicht mehr
respir. wirkenden, aber aus Kiemen entstandenen und noch
ähnlich gebauten Structuren soll die Bez. „Pseudobranchien"
bleiben (Spritzlochps. der Plagiost.); den Characiuiden fehlt
die Ps. nicht ganz, besonders jung, nur die Erythr. haben keine
Spur davon. Das accessor. K.- Organ der Charac. und Clup.
findet sich auch bei Prochilodus; es entspricht der Kieme des
5. (!) Bogens, der bei Protopterus und Selach., aber auch nicht
spurweise mehr bei Ganoiden existirt. S. 114.
Kiemenbildung vergl. Entwicklung (Dohrn).
Niere. T. Mc Kenzie. Eine Verbindung der metamor-
phosirten Kopfniere mit der eigentlichen Niere durch einen
346 ^^'' F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Ureter (Hyrtl) existirt bei Amiurus (Siluroid) nicht, nur eine
solche durch die Cardinalvene. Die Ureteren bleiben, wenn
auch zusammengelagert, bis dicht vor der Harnblase geschieden ;
diese entspricht nur einem rechten Hörn, vom linken ist keine
Spur bemerkbar. Die Generationsorgane sind nach dem
gewöhnlichen Schema angelegt. Proc. Canadian Inst. Toronto,
Bd. 2, S. 440—443.
W. F. R. Weldon, „on the origin of the suprarenal bo-
dies." Bei allen Wirbelthieren , ausgenommen Amphioxus, ist
ein Theil der Niere so umgeändert, dass er der Excretion nicht
mehr dienen kann; bei den Cyclost. ist der Pronephros allein
modificirt, bei den Teleostiern der Pr. und ein Stück des Meson.,
während bei Elasmobr. und höhern Vertebraten der M. allein
dies Organ erzeugt, welches bei diesen Formen ausserdem eine
secundäre Verbindung mit einigen sympathischen Ganglien ein-
geht. Proc. Roy. S. London, Bd. 37, S. 422-425.
W. F. R. Weldon will in der Kopfniere von Bdellostoma
das Homologon des bei den Teleostier lymphatisches Gewebe
aufweisenden Pronephros und der Nebenniere der höhern Ver-
tebraten sehen. Das fragliche Organ besteht beim erwachsenen
Bd. Forsteri aus einem mit Blut gefüllten Centralcanal, der
einerseits durch Harncanälchen (cubische Epithelzellen) mit der
Bauchhöhle, andrerseits durch Gefässe mit der V. cardinalis
communicirt, hinten aber mit einem grossen Glomerulus sich
verbindet. Quarterly Journ. micr. sc. (N. S.) Bd. 24, S. 171
bis 182, Taf. 15.
Vergl. auch syst. Th. bei Amphioxus (Hatschek).
Nebenniere s. Gefässsyst. (Mc Kenzie) S. 342.
Generationsorgane. H. Ayers bemühte sich durch Ver-
folgung der Entwicklung (an Salmo fario und Petromyzon
Planeri) die Natur der Pori abdominales zu ergründen, und
sah, dass sie in keiner Beziehung zu Segmentalorganen, Müller'-
schen Gängen, oder dem embr. Schwanzdarm stehen, sondern
durch Auseinanderrücken von Urethra und Rectum Platz und
durch Verdünnung der Leibeswand die Möglichkeit des Durch-
bruchs (zur Zeit der Geschlechtsreife) gewinnen. Verf. vermuthet,
dass die Pori abdominales uralte Erbstücke aus einer Zeit
sind, wo noch keine difFerenzirte Vorniere, sondern nur eine
diffuse secernirende Peritonealfläche vorhanden war. Morphol.
Jahrb., Bd. 10, S. 344—349, Taf. 15. — C. Gegenbaur giebt
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 347
ZU bedenken, ob nicht doch möglicherweise phylogenetisch ein
Zusammenhang der Pori mit dem Sexualapparat anzunehmen,
und ob eine Homologie der P. a. auch nur in den verschie-
denen Fischgruppen sichergestellt sei, wie Ayers annimmt.
Ebenda S. 462-464.
0. S. Jensen, Recherches sur la Spermatogenese (Suite),
behandelt Rochen; Arch. de Biol. Bd. 4, S. 669—747.
A. Swaen und H. Masquelin, Studien über die Spermato-
genese; bezieht sich auch auf Scyllium und Raja. Ebenda
S. 749—801, Taf. 22—26 (1883).
E. Perravex, Sur la formation de la coque des oeufs
du Scyllium (canicula und catulus). Der Schlauch, welclier die
hornige Masse der Eischale absondert, klappt sich für gewöhn-
lich zusammen, so dass nur die beiden Längsfalten, in denen
er knickt, hohl bleiben; die Drüsen münden in Rinnen zwischen
übereinander geschlagene Falten, und letztere leiten im unauf-
geblähten Schlauch die Masse zu jenen Höhlungen. Tritt nun
das Ei in das obere Ende des Schlauchs, so werden zuerst
nur die seitlichen Hohlrinnen ausgegossen d. h. die vorderen
Endfäden der Schale; sobald die Schlauchwände auseinander
gedrängt werden, sondern sie Platten von Hörn ab, weil die
weiche Masse nicht mehr seitlich abfliesst: die eigentliche
Eischale; dies dauert so lange, bis das Ei am untern Ende
austritt; die Plattenbildung hört auf, und es werden wieder
zwei Endfäden formirt. Compt. rend. Ac. Sc. Paris, Bd. 99,
S. 1080—1082.
V. Hensen's Arbeit über den Laich von Ostseefischen (s.
Ber. f. 1883, S. 458) ist übersetzt in Rep. U. S. Fish Comm.
for 1882, S. 427—454. (Platessa, Gadus.)
A. Agassiz und Whitman (vergl. Entwicklung) fanden
bei Newport 22 Arten pelagischer Fischeier, Bemerkungen über
Unterschiede zwischen denselben.
Max Weber, „üeber Hermaphroditismus bei Fischen,"
beschreibt als neue Fälle einen Gadus morrhua, bei dem der
hintere Abschnitt jedes Ovariums in einen Hoden, genau ent-
sprechend dem eines normalen Männchens, umgewandelt ist,
und (ein altes Präparat) eine Perca fluviatilis, an deren Ova-
rium vorn ein Hoden aufsitzt; dieser ist aber nicht, wie bei
einem normalen Perca -Hoden, innerlich zweigetheilt, sondern,
wie das normale Ovarium, einfach. Verf. unterscheidet als
348 l^i"- ^^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
„normalen" Hermaphroditismus (auch bei Fischarten, die nur
ausnahmsweise Zwitter sind, heisst er ihn so) den, bei welchem
keine Abweichungen vom gew(3hnlichen Bau der betreffenden
Theile verglichen mit dem Hoden oder Ovarium der betreffenden
Art vorkommen, und als „pathologischen H." den, wo dergleichen
Unregelmässigkeiten (in der Lappung, Symmetrie, den Ausfüh-
rungsgängen) sich zeigen. — Alle früheren Beobachtungen wer-
den zusammengestellt. Bis jetzt sind danach folgende Arten,
sei es constant, häufig oder ausnahmsweise, Hermaphroditen:
Acipenser huso und sturio, Box salpa, Charax puntazzo, Chry-
sophrys aurata, Clupea harengus, Cyprinus carpio, Esox lucius,
Gadus merlangus und morrhua, Labrax mixtus, Lota vulgaris,
Pagellus mormyrus, Perca fluviatilis, Sargus annularis und sal-
viani, Scomber scomber, Serranus cabrilla, scriba und hepatus,
Solea vulgaris. Nederl. Tijdschr. v. d. Dierk., J. 5, S. 21—43,
1 Taf.
V. Martens stellt die neuern Beobachtungen über herma-
phroditische F. zusammen; Naturforscher 1884, S. 116; Uebers.:
Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 7, S. 339.
Entwicklung.
Ontogenie. C. K. Hoffmann, Grondtrekken der verglij-
kende Ontwikkelinggeschiedenis van de gewervelde Dieren;
Leyden, 8°. Deel 1, Embryologie, 322 S., 40 Fig., 22 Taf.
J. K oll mann. Der Mesoblast und die Entwicklung der
Gewebe bei Wirbelthieren. Das mittlere Keimblatt oder Meso-
derm zerfällt in zwei scharf zu trennende Theile, den axial
gelegenen Mesoblast und den peripherischen Acroblast,
welcher dem Mesenchym (bei Wirbellosen) der Gebr. Hertwig
und dem Parablast von His und von Waldeyer entspricht (doch
sind seine Bestandtheile nach Kollmann auch bei merobl. Eiern
stets sämmtlich aus Furchungszellen herzuleiten, nicht aus
weissem Dotter); der Acrobl. liefert schliesslich die Blutzellen,
Gefässendothelien und Stützsubstanzen, welche von der Peri-
pherie aus zwischen das Material des Mesobl. eindringen. Die
ersten Zellen des Acrobl. sind der Rest der nach regelrechter
Zusammenfügung des Furchungsmaterials zu Ectob., Entob. und
Mesob. übrig gebliebenen Zellen. Sie lagern im Randwulst
zwischen Ectod. und Entod. und heissen Elementarzellen,
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 349
ihre zahlreichen Nachkommen sind die axialwärts wandernden
Zellen, „Poreuten," meist zu P.-Kugeln gruppirt. Die Ento-
dermzellen des Randwulstes fressen amöbenartig die Dotter-
ballen. Biol. Centralbl., Bd. 3, S. 737—747. Später ausführ-
licher im Arch. f. Anat. u. Ph., Abth. An. 1884, S. 341—434,
Taf. 16—18; von Fischen werden nur Selachier berücksichtigt.
J. Janosik, „Partielle Furchung bei den Knochenfischen."
(Crenilabrus, Tinea, lebende und conservirte Eier.) Die Er-
scheinungen folgen so aufeinander: Befruchtung, Austreten des
Bildungsdotters an die Peripherie; dessen Wandrung nach dem
Pol; erste Furche (ohne Kern); 2. Furche, eine Furchungs-
höhle, aber nur am conservirten Material; 3. und 4. Furche
parallel der 1.; erste Furche parallel der Oberfläche; unregel-
mässigere Furchung, innen schneller, jetzt erst die Tiefe des
Bildungsdotters ergTcifend; ellipsoide Form des gänzlich gef.
Bildungsdotters, Deckschicht von einer Lage kubischer Zellen,
welche etwas über das Blastoderm hinausgehen ; von der Deck-
schicht aus eine neue Schicht zwischen Dotter und Blastoderm
vordringend, keine freie Zellbildung im Dotter; Entoderm durch
Umschlag von den Rändern aus gebildet; jetzt erst Furchungs-
höhle im Keim am lebenden Ei, eine zweite Höhle unter dem
Keim (aber vom Dotter noch durch die obengenannte Schicht
getrennt) schon früher sichtbar, diese vielleicht der Keimhöhle
der Vögel homolog; beide Höhlen verbinden sich später. Die
Höhle im Keim wurde einmal doppelt angelegt, ohne dass Miss-
bildung erfolgte. Die Kerne der ersten Furchungskugeln er-
scheinen wie aus Bläschen rosettenförmig zusammengesetzt.
Arch. f. mikr. Anat., Bd. 24, S. 472—474. (Ausz. a. czech.
Orig.: vergl. Ber. 1883, S. 452 und aus einer früh. Arbeit 1881.)
C. Kupffer, „Die Gastrulation an den meroblastischen
Eiern der Wirbelthiere." Fortsetzung: Knochenfische. Haupt-
sächlich an der Forelle vom 8. Tage der Befruchtung an beob-
achtet. Es treten auf: Randwulst nebst Embr. -Schild mit
Schwanzknospe; dann Rückenfurche (v. B.), deren erste Spur
ein Grübchen; später eine kreuzförmige Grube; es folgt die
lange Primitivrinne mit unregelmässigen Querfurchen; sie ver-
schwindet wieder, während weder Kopfanlage noch Rumpfmeta-
meren sichtbar sind zur Zeit, wo das Blastoderm am Aequator;
dann Achsenstreif (ohne Rinne), dessen hinterer Theil keine
vorübergehende Einstülpung erlitt und bis zur Schwanzknospe
350 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
reicht ; Anlage von Hirn, Augen, Schlundsegment, ohne Furchen
auf der Oberfläche; vorderste Urwirbel; Blastoderm am Gegen-
pol, Dotterloch meist spindelförmig, dicht hinter der Schwanz-
anlage. Am Embr. von 19 T. Hirn mit 4 Abth., Vorderhirn
schmal, Mittelhirn breit, Cerebellum, Med. obl., M. o. mit
5 Segmenten zwischen Cerebellum und hinterem Gehörbläschen.
Arch. f. Anat. u. Phys., Anat. Abth. 1884, S. 1—40; Ausz.:
Journ. R. Micr. S., Bd. 4, S. 36E.
N. Goronowitsch, „Studien über die Entwicklung des
Medullarstranges bei Knochenfischen, nebst Beobachtungen über
die erste Anlage der Keimblätter und der Chorda bei Salmo-
niden," zeichnet (Taf. 18, Fig. 1 — 10) die Stadien vom ersten
Auftreten des Embryonalschilds (8.— 10. Tag) bis zum Schluss
der Einfaltung (14. Tag) in Ansichten der Obei-fläche nach
möglichst schrumpfungsfreien Präparaten, unter Controlle durch
transv. und sagittale Schnittserien. Der „Parablast" nimmt
seinen Ursprung archiblastisch von der untern Fläche des
Keimes, wenn dieser im Stadium von 8 Segmenten. Bei der
Einfaltung der Medullarplatte bleibt zwar die äusserste, flach-
zellige Schicht (Deckschicht) unverändert (gegen Romiti und
Calberla), die nächst tiefere wird aber in die sich bildende
Rinne einbezogen (gegen Götte) ; die Gehirnregionen sind schon
vor dem Schluss der Rückenfurche deutlich (His); das „Pro-
stoma" von Kupffer (in His' Hinterhirnanlage) existirt nicht;
die Mesodermplatten sind seitliche Auswüchse des Entoderms
(gegen Hoff'm.); die Chorda entstammt ebenfalls dem Entoderm;
die Augenanlagen von His sind andre Gebilde, die wirklichen
liegen weiter vorwärts neben dem Vorderhirn. Auch von einem
Stadium des Hechts und des Chondrostoma werden je ein Ober-
flächenbild und einige Schnittdarstellungen geliefert. Morph.
Jahrb. Bd. 10, S. 376—445, Taf. 18—20.
N. Goronowitsch 's „Vorläufige Mittheilung über die
Entwicklung des Centralnervensystems bei Knochenfischen" be-
stätigt C. Hoffmann's und Calberla's Angaben. Die Vorgänge
entsprechen nicht einem Faltungsschema; das sogen. Hornblatt
nimmt keinen Antheil am Einfaltungsprocesse ; der Kopftheil der
Medullarplatte erfährt während des noch offenen Zustandes ver-
schiedene DifFerenzirungen (spätere Gehirnregionen und Augen-
blasen). Die trotz der verschiedenen Raumverhältnisse des Eies
bei allen Ichthyopsiden ähnlichen Erscheinungen sprechen für
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 351
eine tiefere Bedeutung der primitiveu ontogenetischen Stadien.
[Der letzte Satz in der ausführl. Arbeit, s. o., zurückgenommen.]
Zool. Anz., 1884, S. 270—272.
J. A. Ryder, „A contribution to the embryography of
osseous fishes, with special reference to the development of the
cod (Gadus morrhua)," beobachtete die der Befruchtung vorauf-
gehende Bildung der Keimscheibe, durch strangförmiges Zu-
strömen des oberflächlichen, den Dotter umhüllenden Keim-
protoplasmas; die in diesem enthaltenen Bläschen sind nicht
öliger (Sars), sondern wässriger Natur, sie verschwinden nach
geschehener Befruchtung. Ueber letztere selbst, sowie über
Bildung der Polkörper und des Dotterhypoblast's keine Beob-
achtungen ; eingehendere über Furchung, Bildung der Keimhöhle,
welche in sehr ansehnlicher Ausdehnung sich lange erhält. Die
Scheidung des dicken, vielschichtigen Embryonalschildes in die
Keimblätter erfolgt nicht durch Einstülpung, sondern durch
Delamination, welche auch den Randwulst in Schichten zerlegt.
Die Anlage des Centralnervensystems („Neurula") erfolgt bei
fast allen Knochenfischen nicht durch Eindringen einer Rinne
von aussen, sondern durch Spaltung innerhalb des massigen
Zellstrangs. Aehnlich differenzirt sich auch das Kupffer'sche
Bläschen, für das eine morphologische Bedeutung sich nicht
nachweisen Hess. Die Herkunft der Hypophysis, ob vom Stomo-
daeum oder Mesenteron, bleibt unsicher; der Mund beginnt
nicht mit 2 später zusammenfliessendeu Oeffnungen (Kiemen-
spalten nach Dohrn), sondern mit einer medianen. Die Sinnes-
organe der Seitenlinie entsprechen in ihrer Zahl nicht denen
der Metameren (was z. B. bei Gambusia- Larven zutrifft); es
sind jederseits ihrer 5, nämlich 3 am Schwanz, 1 am
Rumpf, 1 am Kopf; bei Alosa und Pomolobus sind sie beim
ausschlüpfenden Fisch überhaupt noch nicht entwickelt. Der
Bartfaden am Kinn des Gadus tritt erst post-larval auf. Die
Rippen legen sich aus einer Säule von scheibenförmigen, auf-
gequollenen Zellen an, wie sie sich in der Chorda finden, als
deren Auswuchs die Rippen auch auftreten (bei Gambusia).
Die noch ungetheilte Rückenflosse ragt beim Embryo als hya-
lin© Falte weit nach vorn bis zu den Nasenlöchern vor [also
wie bei Pleuronectes] ; eine praeanale unpaare Flossenfalte, die
vielen Fischembryonen zukommt (Salmoniden, Clupeiden), aber
weniger entwickelt ist bei Cybium, Morone, Parephippus, fehlt
352 Dr. F. Hi Igen clor f: Bericht über die Leistungen
bei Gadus ebenso wie bei Cyprinoiden , Cottiden, Lophobran-
cbiern etc. Die Zahl dgr Somiten, welche zwischen der An-
lage der Brustflosse und dem Ohrbläschen sich einschalten,
wechselt zwischen 2 (oder 3) bei Clupeidern und 12 bei Cy-
bium. Der Schwanz wächst, nachdem er sich vom Dotter ab-
gehoben hat, kräftig fort; dabei ist merkwürdigerweise keinerlei
Circulationssystem für die Ernährung dieses voluminösen Körper-
theils vorhanden; selbst beim Ausschlüpfen ist noch kein Blut-
umlauf zu beobachten; ausgedehnte Subdermalräume vertreten
seine Stelle; in frühester Zeit erfüllt die Furchungshöhle einen
ähnlichen Zweck. Aus dieser entwickelt sich (Ziegler) die
spätere Leibeshöhle. — Ausser über Gadus werden vielfache
Bemerkungen über Alosa und Pomololus, Coregonus und Salmo,
Gambusia (Cyprinodont), Idus, Belone, Hippocampus und Sipho-
nostoma und andre vom Verf. untersuchte Arten gegeben, und
durch Herbeiziehen der Resultate andrer Forscher erscheint die
Arbeit in der That zu einer Embryologie der Knochenfische
erweitert. — Report U. S. Fish Comm. for 1882, S. 455—605,
Taf. 1 — 12 und Holzschn. — Der Autor schliesst eine andre
Abhandlung daran, in der er die Methoden zum Conserviren
embryologischen Materials zusammenstellt und kritisirt. Ebenda
S. 607—629.
A. Agassiz und C. 0. Whitman stellten an lebendem
Material unter Controlle von Schnitten Beobachtungen „über
die Entwicklung einiger pelagischer Fisch eier" an (hauptsächlich
Ctenolabrus, Pseudorhombus, Tautoga). Die erste Furchungs-
spindel liegt horizontal (wie bei allen Metazoen), die erste
Furchung geschieht entsprechend in meridianer Richtung; so
auch die zweite, beide schneiden sich in der Ei -Achse; diese
ist für die Orientirung der Theilebenen allein massgebend, nicht
die Zuglinie der Schwerkraft (gegen Pflüger), was besonders an
Eiern mit seitlich gewendetem Blastodisk klar wird, wie solche
öfter von Ryder beobachtet wurden. Die erste Furchungsfläche
ist wahrscheinlich die Medianebene des künftigen Embryo. Nach
Hoff'mann sollte die den Boden der Furchungshöhle bildende
Protoplasmaschicht (Parablast) von der Keimscheibe durch die
erste Furchung bereits getrennt und mit einem ersten Kern
versorgt werden; Verf. sahen die Kerne des Parablast aber
durch Theilimg der Kerne in den Randzellen der Keimscheibe
entstehen. Alle erst später mit Kernen ausgestatteten Proto-
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 353
plasma-üeberzüge des Dotters beissen sie „Periblast", im Gegen-
satz zu dem zuerst sieb furchenden Blastodisk (= Arcbiblast
autt.). Von der Grenze zwischen diesen beiden Bildungen aus
entwickelt sich das Entoderm, indem es der Ectodermkappe sich
anschliessend polwärts weiterwächst, also ähnlich wie vorher
unterhalb der Furchungshöhle deren Periblastboden ; man kann
demnach hier eine modificirte Invagination der Gastrula an-
nehmen. Aus dem verdickten, so entstandenen Randwulst bildet
sich durch Zusammenfügung am Hinterende des Embryo dieser
aus zwei symmetrischen, vorher getrennten Hälften; Ryder
beobachtete metamerische Gliederung bereits in den noch aus-
einander gespreizten Wulsttheilen als sichere Bestätigung der
Concrescenz-Theorie. Proc. Americ. Acad. of Arts and Sciences
Bd. 20, 1885, S. 23—75, 1 Taf.
A. Dohrn, Studien zur Urgeschichte des Wirbelthier-
körpers. IV. Die Entwicklung und Differenzirung der Kiemen-
bogen der Selachier. V. Zur Entstehung und Differenzirung
der Visceralbögen bei Petromyzon Planeri. VI. Die paarigen
und unpaaren Flossen der Selachier. — Von den Knorpel-
stützen der Kiemenbogen bei den Selachiern entstehen zuerst
die eigentlichen Bogen (die sogen, inneren), an diese legen sich
die lateralwärts fi-ei entstandenen, knorpeligen Kiemenstrahlen,
der unterste und der oberste Strahl, welche besonders lang
werden und sich über die mittleren Strahlen umschlagen, bilden
die sog. äusseren Bögen; innere Bögen und Strahlen treten
zuerst in der Mitte des Bogens, also an der Seite des Körpers,
auf. Die Knorpel der Petromyzonten entwickeln sich nun in
derselben Weise wie die in den eigentlichen Bögen der Sela-
chier, halten auch dieselbe Lage zu den primitiven Muskeln
ein, so dass sie diesen Bögen, aber nicht den sogen, äusseren
(Rathke, Gegenbaur) homolog sind. Die Umbiegung der beiden
terminalen Strahlen las st sich aus dem Vordringen der Haut
erklären, welche die Kiemenspalten von oben und unten über-
zieht und verkürzt. Ausser der Haut betheiligt sich am Ver-
schluss des obern Theils der Spalte auch die Musculatur; das
Epithel wird dadurch gehindert Kiemenblättchen zu entwickeln,
statt deren dann eine flache Epithelwucherung sich einstellt,
die Thymus, die also nicht einer ganzen Spalte, sondern nur
einem kleinen Abschnitt homolog ist; mehr oder weniger ent-
wickeln alle Kiemen-Spalten der Fische einen Thymustheil. —
Aich. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. X
354 ^^- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Während die Musculatur der Kiemenbögen aus der Epithel-
schicht der Kopfhöhlen stammt und daher, weil diese der
Leibeshöhle entsprechen, einem Peritonealepithel homolog ist,
lösen sich die Musculatur -Elemente, welche in die zur Glied-
massenbildung führende Seitenfalte eintreten, aus den morpho-
logisch weiter peripher gelegenen Myotomen los; die Muskel-
knospe jedes Myotoms theilt sich erst transversal, dann spaltet
sie sich longitudinal ; zwischen den 4 Theilen tritt der Knorpel-
strahl auf, distal vorwärtswachsend; am Vorderende der Brust-
flosse tritt dazu als selbständiges Element und ventral und
dorsal sich verlängernd der Schultergürtel; das Os pubis der
Beckenflosse verdankt dagegen nur einer Vereinigung der pro-
ximalen Strahlen-Enden sein Dasein. Die Zahl der Metameren,
die zur Brust- bez. Beckenflosse zusammentreten, ist nicht
bestimmbar; die zwischen beiden Gruppen befindlichen Meta-
meren produciren gleichfalls Muskelknospen, aber vergängliche.
Verf. schliesst, dass nach der Ontogenie die beiden paarigen
Flossen weder einem Kiemenbögen noch unter einander ähnlich
sind. Dagegen gleicht die Entstehung der unpaaren Flossen
ganz der der Beckenflosse, so aber, dass erstere aus zwei seit-
lichen Theilen zusammengewachsen zu denken wären. Die Ver-
schmelzung der Analflossenhälften zur ventralen unpaaren Flosse
wäre durch die Rückbildung des postanalen Darms zur Caudal-
vene erfolgt, in der Zeit, als der am Körperende gelegene frühere
After sich schloss, um durch ein Kiemenspaltenpaar, den jetzigen
After, ersetzt zu werden; die Doppelzeiligkeit in der Anlage
der Rückenflosse rührt noch aus der Zeit her, wo die MeduUar-
platte noch nicht geschlossen war. Der Fisch in jenem Urzu-
stände wird einem Anneliden durchaus ähnlich, wenn dessen
neurale Seite nach oben gekehrt gedacht wird. — Mitth. d.
zool. Station zu Neapel, Bd. 5, S. 102—195, Taf. 5—11.
F. Ahlborn stellt eine neue Auffassung „über die Seg-
mentation des Wirbelthierkörpers" [d. h. des Kopfes] der
Theorie Gegenbaur's gegenüber; dieser hatte die Kiemenbögen
als den echten Urwirbeln entsprechend angenommen, indem er
sie den Rippen für homolog hielt, und sich ferner auf die Ver-
theilung der Kopfnerven gestützt, die er nach Art der Spinal-
nerven in metamere Paare zu zerlegen suchte. Die vergleichend
anatomische Basis war der Zeit die einzig mögliche, nachdem
jedoch durch Götte, Balfour, Marshall und van Wijhe im Kopfe
in der Ichthyologie wahrend des Jahres 1884. 355
die bis dahin vermissten wirklichen Mesodermsegmente aufge-
funden sind, müssen diese in erster Linie zur morphologischen
Analyse des Kopfes verwandt werden. Die metamere Bogen-
bildung im Visceralapparat („Branchiomerie") erweist sich in der
Entwicklung als ganz unabhängig von der dorsalen Gliederung,
geht auch vom Entoderm, jene vom Mesoderm, aus; mit ihr,
wie überhaupt mit den peripherischen, zu innervirenden Theilen,
harmonirt dann auch die Nervengruppirung, die demnach eben-
falls keinen Schluss auf die primäre Metamerie des Leibes
(„Mesomerie") zulässt. Von den 9 durch van Wijhe bei Sela-
chiern nachgewiesenen Kopfsomiten sind die 3 letzten, die durch
Hypoglossus - Aeste versorgt werden, bei Amphibien und Petro-
myzonten leicht wiederzuerkennen; der einzige von Götte bei
Amphibien davor beobachtete ürwirbel sollte demnach 6 Somiten
der Haie gleichwerthig sein, von denen 3 für die Entwicklung
der Augenmuskeln bestimmt sind. Die homologen Branchial-
spalten, z. B. die Hyo - branchialspalten , treffen bei den ver-
schiedenen Typen nicht auf dieselben Mesodermsegmente; so
liegen sie bei Haien im Bereich des 4. Segments, bei Batrachiern
und Petromyzonten des 7. (hierbei wird mit Balfour so gezählt,
dass die vorderste Branchialspange von Petromyzon, welche
früher als Hyoid galt, erst den Mandibularbogen darstellt).
Entscheidend für die Unabhängigkeit zwischen Meso- und Bran-
chiomerie ist das Auftreten von 2 Kiemenspalteu in 1 Meso-
dermsegment (Götte). Bezüglich der Hirnnerven glaubt Verf.,
dass man für sie, selbst mit Zuhülfenahme der Ontogenie, wenig
Anhaltspunkte zu einer vollständigen Vertheilung der einzelnen
Partien auf die einzelnen Segmente finden wird; nur dass die
3 Augenmuskel-Nerven (HI, IV, VI) dem 1., 2. bez. 3. Somit
als motorische Elemente, ebenso der Hypoglossus dem 7., 8.,
9. zufallen, erscheint sicher. Der Olfactorius und Opticus stehen
den übrigen Hirnnerven und damit den Spinalnerven näher als
man bisher geglaubt. Zeitschr. f. wiss. Zool., Bd. 40, S. 309
bis 330; Ausz. in Journ. R. micr. Soc. (2) Bd. 4 S. 543-544.
Nach J. W. van Wijhe ist (wie nach Sedgwick) der Ca-
nalis neurentericus ursprünglich dazu bestimmt gewesen, das
durch den vordem Neuroporus einströmende und für die Ath-
mung und Secretabführung im Rückenmark- Canal thätige Meeres-
wasser in den Schwanzdarm und dann in den After überzu-
führen. Die Nase, an der Einflussstelle des Wassers gelegen,
356 ^i"' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
hatte dieses zu prüfen. In einem noch früheren phylogenetischen
Stadium mündete die Leitung unmittelbar durch den hinteren
Neuroporus nach aussen; der darunter liegende Blastoporus
(Urafter) verschmolz darauf mit letzterem zu einer Oeffnung
(Blastonenroporus), und diese schloss sich dann nach Entstehung
des bleibenden Anus. Zool. Anz., J. 1, S. 683—687.
J. A. Ryder gelangt bez. der Morphologie und Entwick-
lung des Schwanzes der Knochenfische zu folgenden Ergebnissen :
Der nach dem protocercalen Stadium zuerst erscheinende untere
Lappen ist homolog einer 2. Analis; Heterocercalität ist stets
verbunden mit einer Degeneration des Endes der Chordalachse;
der untere Lappen wächst durch Gebrauch und Anstrengung
und die dadurch localisirte Wachsthumsenergie ; dieses Vor-
drängen des unteren Lappens befördert die Rückbildung des
hintern (obern) Schwanztheils. Beispiel des Lamarck - Spencer-
Cope'schen Entwicklungprincips. (Amer. Assoc.) Nature, Bd. 30,
S. 601.
J. A. Ryder 's vorjährige Beobachtungen über Dotterauf-
nahme (s. Ber. 1883, S. 452) werden wiedergegeben in: Amer.
Naturalist Bd. 18, S. 395—398; Journ. R. Micr. Soc. (2),
Bd. 4, S. 711—712; Z. Anz. No. 147, S. 458.
G. Brook, In der Entwicklung von Trachinus vipera wird
eine Dotterhaut wie beim Hering gebildet, (Linn. Soc. Lond.
J. 18, S. 274.) Nature, Bd. 30, S. 71 (Not. in: Biol. Centralbl,
Bd. 4, S. 287). Die Entwicklung der pelagischen Froscheier
(Tr. vip.) ist vor der der nicht -pelagischen (Forelle) in der
Bildung des Hypoblast (aus Dotter -Nuclei) ausgezeichnet; bei
Motella mustela werden die Hypoblast- Zellen besonders gross;
(Am. Assoc.) Nature, Bd. 30, S. 601.
J. A. Ryder, Development of viviparous minnows [Gam-
busia patruelis], erkannte als Vermittler der Athmung während
der innerhalb der Mutter vor sich gehenden Entwicklung die
Wand des Eifollikels, der durch reiche Blutgefässe dazu geeignet
erscheint; Biol. Soc. Wash. 31. Mai 1884; Science (New York)
Bd. 3, S. 769; Journ. R. Micr. Soc. (2) Bd. 4, S. 712—713.
Vergl. auch: Calabro-Lomb., Battista, Knochens. S. 332;
Beard, Sinnesorg. S. 340; Herms, Ahlborn, Rohon, Nerven-
system S. 338, 336; Ayers, Perravex, Generationsorg. S. 346,
347; Vaillant, im syst. Tb. (Selachier).
Phylogenie. A. E. S. Recent morphological speculations,
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 357
II the Origin of Vertebrates. Die Abstammimgsreihe MoUusken-
Timicaten-Amphioxiis wird als überwunden betrachtet, die Tlieorie
Dobrn - Semper , Abstammung von Borstenwürmern, sowie die
neuere Balfour-Hubrecht, Abstammung von Strudelwürmern, so-
wie endlich die Beziehungen des isolirt stehenden Balanoglossus
werden eingehender behandelt. Nature, Bd. 30, S. 225—227.
[B. Vetter.] üeber die Vorfahren der Wirbelthiere. Die
von Hubrecht aufgestellte Hypothese (Q. Journ. Micr. S. 1883,
Juli) der Abstammung der Vertebraten von den Nemertinen,
wobei deren Rüssel der Hypophysis der Vertebraten entspricht,
die Rüsselscheide der Chorda etc., wird ausführlich referirt.
Kosmos, Bd. 14, S. 59—64.
A. S. Packard, Aspects of the body in Vertebrates and
Arthropodes, bespricht Owen's Essay (s. Ber. f. 1883, S. 444)
abweisend; Amer. Naturalist, Bd. 18, S. 855 — 861; Ann. Nat.
Hist. (5) Bd. 14, S. 245—249.
G. Fritsch, Die electrischen Fische im Lichte der Des-
cendenzlehre. Berlin 1884, 8".
Bastarde. B. Benecke s. bei Scardinius im syst. Th.;
F. Day bei Salmonidae desgl.
Biologie.
Fr. Heincke, „der Lebensreichthum des Meeres und
seine Ursachen," reichhaltige und übersichtliche Darstellung
der biologischen Bedingungen des Thierlebens im Meere. Kos-
mos, Bd. 15, S. 333—349, 430—448.
William Sörensen, Om Lydorganer hos Fiske, en
physiologisk og comparativ - anatomisk Undersögelse. Kopen-
hagen 1884. 8^ 245 S., 4 Kupfertafeln. Verf. theilt seine
Untersuchungen „über Lautorgane bei Fischen" in 3 Abschnitte:
1. Waffen (Stacheln), deren Bewegungen unter gewissen
Verhältnissen das Hervorbringen von Lauten veranlassen,
Flossenstacheln an der D., P. und V., sowie am Vordeckel
der Kiemen. Es sind besonders die sogen. Sperrgelenke, die
in Betracht kommen ; die Gelenkflächen besitzen nur sehr dünne
Bedeckungen des Knochen, der fast nackt erscheint; der vor-
handene Schleim wirkt dann beim Aufeinandergleiten der Flächen
so wie die Feuchtigkeit bei einem Korken, der auf einer Glas-
platte gerieben wird. Knochen, Muskeln und der Mechanismus
358 ^^' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
werden ausführlich behandelt, die Lauterzeugung selbst wenig, oft
gar nicht. Siluroiden (P. und D.); Balistes, Monacanthus, Acan-
thurus, Capros, Triacanthus, Centriscus, Gasterosteus und Anar-
rhichas (Dors.); Triacanthus, Capros und Gasterosteus (Ventr.);
Dactylopterus und Cottus (Praeop.). 2. Die Schwimmblase,
deren Tönen in Anlehnung an Dufosse untersucht wurde (in
Brasilien). Dufosse's Verdienste sind übrigens nicht so sehr über-
sehen worden, wie Verf. annimmt (s. E. v. Martens, Stimme
einiger Fische, in Zool. Garten 1876, S. 159). Die Schwimm-
blase ist das eigentliche Lautorgan der Fische; bei Doras
aculeatus gelangt dasselbe zur höchsten Entwicklung, eine durch
einen Muskel in Bewegung gesetzte Feder bringt die tönenden
Schwingungen hervor, diese werden auf die mit Querbalken
ausgestattete Blase zur Lautverstärkung übertragen. Es werden
weiter behandelt Platystoma, Pseudaroides, Pygocentrus, Myle-
tes, Prochilodus, Chalcinus, Salminus, Leporinus und Alestes;
zum Vergleich wurden noch über 30 andere Gattungen unter-
sucht. Der Weber'sche Apparat soll die Töne von andern
Individuen derselben Art deutlicher vernehmbar machen, also
eine Unterhaltung der Artgenossen ermöglichen ; die brummende
Schwimmblase des einen Fisches findet in der gleichgestimmten
des andern eine kräftige Resonanz, die durch den Weber'schen
Apparat dann dem Ohre zugeführt wird. 3. Ist die Schwimm-
blase immer ein Lautorgan? Bei vielen Fischen möglicher-
weise, bei wenigen (mit eingekapselten Blasen) sicherlich nicht.
Weiss man, dass irgend ein Fisch mit der Schwimmblase
athmet? Fische, bei denen die Luft von aussen her genü-
genden Zutritt zur Blase hat, sind Acipenser und Polypterus
(beide vom Verf. studirt), Heterotis, Gymnarchus, Sudis, Lepi-
dosteus, Amia, Spatularia, Ceratodus, Protopterus, Lepidosiren.
Es kann höchstens die Möglichkeit bewiesen werden. (Polemik
gegen Boas, Herz und Arterienbogen 1880.)
H. Eisig, Biologische Studien in der Zool. Station zu
Neapel. VIII. Einfluss künstlicher Beleuchtung; die meisten
Fische weichen derselben aus, nur Lichia glauca und Mustelus
Hessen sich dadurch anziehen. X. Medusenfressende Fische
sind: Stromateus, Caranx trachurus und Schedophilus; Balistes
frisst Actinien. XI. Ueber Eiablage von Labrax und Creni-
labrus; bei Cr. übernimmt das Männchen den Schutz (Eifer-
sucht) des Weibchens während des Laichens, und bewacht auch
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 359
nachher das Nest, in welches nach und nach mehrere Weibchen
die Eier fallen lassen. Bei L. waren 3 Männchen gleichzeitig
mehrere Tage lang lebhaft um das Weibchen beschäftigt.
Kosmos Bd. 14, S. 303—308; Zool. Anz. No. 141, S. 311.
Will. Macleay, Der Commensalismus zwischen Trachurus
und Medusen (cf. Ber. f. 1883, S. 454) ist schon vor 4 Jahren
im Rep. R. Comm. on the Fisheries N. S. Wales publicirt
worden. Pr. L. S. N. S. Wales, Bd. 8, S. 533.
R. V. Lenden feld. Die Augen der Tiefseefische können
sowohl rudimentär als besonders gross werden (daher seine
Hypothese, dass Lepidopus ein Tiefseefisch sei, nicht a priori
falsch); Pr. Linn. S. N. S. Wales, Bd. 9, S. 699—670.
G. E. Simms jun. (Fishing Gaz., 31. Mai 1884) sowie
H. N. Moseley (Nature 22. Mai 1884) beschreiben, wie Utri-
cularia (Sumpfpflanze) in ihren Bläschen Fischembryonen fängt
und tödtet; Abdr. mit Zusatz von Moseley und Abb. in Bull.
U. S. Fish. Comm., Bd. 4, S. 257—261.
Math. Dünn, Spawning of fish; Zoologist (3), Bd. 8, S. 116.
Th. Gill, „On the habits of fishes," bezieht sich nur auf
Brutpflege der Fische; (Forest und Stream, Ausz. in:) Amer.
Naturalist, Bd. 18, S. 1052—1053.
Mimicry vergl. Vaillant bei Remora und Pleuronectes im
syst. Th.
J. A. Ryder fand an einem Spiegelkarpfen, der vor fünf
Monaten eine seiner grossen Schuppen verloren hatte, eine neue
dünnere mit einer helleren bedeckenden Hautlage reproducirt.
Bull. U. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 345—346.
H. N. Moseley (Eröffn.-Rede der Sekt. f. Biologie der
Brit. Assoc. in Montreal) überblickt die physiologischen Be-
dingungen des Tiefseelebens; Nature, Bd. 30, S. 425 — 429. —
Ueber die Tiefseefische der „Talisman" -Exped. (vergl. Ber. f.
1883, S. 465) Notizen in Nature, Bd. 29, S. 483—485.
A. E. Verrill glaubt, dass noch in 3000 Faden Tiefe
das Sonnenlicht in einer Stärke eindringt, die der einer Moud-
beleuchtung gleichkommt, und dass selbst in den grössten
Tiefen ein Schimmer (wie bei Sternenlicht) übrig bleibt. [Mo-
seley, s. oben, bestreitet dies.] Nature, Bd. 30, S. 280.
R. Regnard experimentirte mit lebenden Thieren, die er
hohem Druck, bis zu 1000 Atmosphären, aussetzte; während
Evertebraten nur in einen Schlafzustand verfielen, büssten die
360 I^^*' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Fische ihr Leben ein. Revue Scient. Bd. 33, S. 404—406;
J. R. Micr. S., Bd. 4, S. 362.
Ch. W. Scudder, Lebenszähigkeit des Karpfens ausser
Wasser, Bull. U. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 179; M. P. Peirce,
desgL, ebenda S. 183; desgL gegen Gefrieren: C. W. Smiley,
ebenda S. 183.
S. Ringer experimentirte über den „Einfluss salziger
Media auf Fische". In destillirtem Wasser sterben Fische in
4—14 Stunden ; die geringsten Zusätze von Salzen sind nöthig,
wenn Chlorcalium allein oder besser neben Natr. bicarbonicum
gewählt wird. Ein Ueberschuss über den Gehalt des natür-
lichen Flusswassers ist verhältnissmässig weniger nachtheilig.
Die Schädlichkeit zu reinen Wassers kann beruhen entweder
auf der Zerstörung der Gewebe durch Quellung, besonders in
den Kiemen, oder auf der Auslaugung der für die physiolo-
gischen Vorgänge nothwendigen Kalk- (Kali- und Natron-)Salze.
Journ. of Physiol., Bd. 5, S. 98—115.
W. Hoxie beobachtete, dass [Mugil] Mullets in 3 Jahren
sich in einem allmählich ausgesüssten Becken acclimatisirten.
[Die amerikanischen 3 Arten werden von Jord. und Gilb, nicht
als Süsswasserfische bezeichnet. Ref.] Bull. U. S. Fish Comm.,
Bd. 4, S. 80.
Maur. Chaper theilt mit, dass in Cuba Cyprinodonten
(Gambusia, Girardinus, Limia), die einen grossen Theil des
Jahres in Wasserbächen von 1,19% wnd mehr Salzgehalt leben
müssen, bei plötzlichem Eintritt der Regenzeit, wobei sie inner-
halb einer Stunde in völlig süsses Wasser gelangen, doch nicht
zu Grunde gehen. Bull. Soc. Zool. France, Bd. 8, 1883, S. 445
bis 449.
E. F. Hardman, Sea fish in freshwater rivers; Nature,
Bd. 29, S. 452—453. Th. Gill, ebenda S. 573.
N. Heath Hess einige Fische in den Gefrierkammern eines
Neuseeländischen Fleischtransportschiflfes völlig gefrieren und
sah wenigstens in einem Falle das Thier („Silverfish" aus
süssem Wasser) zum Leben zurückkehren. Nach Auckland
Instit. 2. Juli 1883, im Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 4, S. 369
bis 371.
R. W. S. Mitchell, „Do flying-fish fly or not?" Sie
machen bei jedem Sprung 20 — 30 Flügelschläge, um die beim
Herausspringen gewonnene Geschwindigkeit zu bewahren. [Mo-
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 361
biiis' Abh. dem Verf. nicht bekannt.] Natnre, Bd. 31, S. 53.
J. Rae, die Flügelbewegungen in der Luft müssten vorhanden
sein, weil die durchmessene Strecke zu weit und die Bewegung
zu schnell; die Flügelschläge folgen aber zu rapid, um einzeln
gesehen werden zu können; die Fl. scheinen zu flimmern;
ebenda S. 101.
Vergl. über Wandrungen unter Salmonidae, Entwöhnung
von Wandrnngen desgl. (Day, Nicol) und bei Alosa, über
blinde Fische unter Acipenseridae (Trowbridge), Saugnapf
bei Liparis, Giftdrüse bei Trachinus, Scorpaena und Batrachus,
doppelte Laichzeit bei Salmo carpio, Eiablage bei Clupea
(Ewert) im System. Theil. Desgl. bei Acipenser. lieber Bio-
logie im Allgem. s. auch F. Day, S. 365.
Krankheiten. Ch. W. Smiley berichtet (nach Amer.
Field, 26. Juli 1884) über ein plötzliches grösseres Fischsterben
bei Madison (Wisc.) im Mendota-See (Mitte Juli), hauptsächlich
Perca americana und wenige Coregonus ; nach der Untersuchung
von Rowley soll „ein Parasit, der seine Opfer in der Nähe der
Kiemen angreift," daran Schuld sein; Bull. U. S. Fish Comm.,
Bd. 4, S. 361. Die drei unterhalb sich anschliessenden Seen
blieben verschont, ohne dass eine Differenz in ihrer Beschaffen-
heit gegenüber dem grösseren inficirten See vorzuliegen schien ;
ein Wurm [Clepsine?] soll sich zu mehreren Exemplaren am
Schlund festsetzen, den sterbenden Fisch aber verlassen (Dünn);
Vögel starben ebenfalls daselbst massenhaft, angeblich in Folge
des Genusses von Insecten, die an den faulenden Fischen ge-
zehrt. In früheren Jahren soll ebendort eine Seuche unter den
Coregonus geherrscht haben; P. Dunning, ebenda S. 439 — 443.
Ein Massensterben im Meere s. syst. Th. bei Lopho-
latilus (Trachinidae).
R. R. Wright. Hautwucherungen an Amiurus sind nicht
mit Leydig's „Perlbildungen" identisch, sondern eher als Epithe-
lioma anzusehen, Abb. Taf. 1, F. 3. (Vergl. Haut, S. 332.)
Proc. Canadian Inst., Bd. 2, S. 258—259.
F. Zschokke, Parasitische Würmer an Süsswasserfischen;
Arch. de Biol. (van Beneden et Bamb.), Bd. 5, S. 153 — 235,
Taf. 9, 10.
C. Kerbert beobachtete die „Fleckenkrankheit" an ver-
schiedenen Süsswasserfischen des Aquariums in Amsterdam
(nicht mit der „Pockenkraukheit" der Fische zu verwechseln),
362 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
die zuerst als eine Infection durch ein Infusorium von Hilgen-
dorf und Paulicki erkannt (sie stellten das I. provisorisch zur
Gattung Pantotrichum Eberh.), später von Fouquet dem Ichthyo-
phthirius multifilis zugeschrieben wurde, und deren Erzeuger
Verf. jetzt als Chromatophagus parasiticus beschreibt. Der
Unterschied der 3 Infusorien -Formen besteht darin, dass Ker-
bert einen Schlund und Mund findet, Fouquet einen Saugnapf,
Hilgendorf keins von beiden. [Den Schlund könnte ich seiner
Zeit vielleicht als eine Faltenbildung aufgefasst und darum ge-
läugnet haben; möglicherweise sind alle 3 Formen identisch.
Ref.] Nederl. Tijdschr. v. de Dierk., J. 5, S. 44—57, Taf. 4.
L. F. Henneguy erkannte an erkrankten 3 Wochen alten
Forellen als schädlichen Parasiten einen Flagellaten, Bodo
necator sp. n. (3 Flagellen); er sitzt in grossen Massen auf
den Epithelzellen der Haut, an Grösse übertrifft er etwas die
Kerne dieser Zellen. Arch. zool. exper. 1884, S. 403, Taf. 21.
J. A. Ryder erkannte in zahlreichen kleinen, dunkel
pigmentirten Knötchen auf der Haut des Ctenolabrus adspersus
Cysten mit Trematodenlarven. Bull. U. S. Fish Comm., Bd. 4,
S. 37—42.
F. Day, Acanthias vulgaris wird von Cirolana cylindracea
(über zoUgross) aufgesucht und in kurzer Zeit getödtet und
völlig ausgefressen. Etwa 100 gleichzeitig in einem Netze ge-
fangene Ac. bestanden nur noch aus Haut und Skelett; Proc.
Zool. Soc. London 1884, S. 44.
lieber eine Goldbarbe s. im syst. Th. (Veesenmayer).
Nutzen.
F. Holmwood erzählt von den Fischern in Zanzibar, dass
sie Echeneis [naucrates?] in kleinen Canoe - artigen Behältern
zum Zweck des Fangens von Seethieren halten; den Ech. wird
ein Ring mit einer Oese um den Schwanzstiel gelegt, und ge-
stattet an einer Schnur nach Schildkröten, Haifischen etc. zu
jagen; wenn sie sich daran festgesogen, zieht man die geenterte
Beute herbei; die Jagdfische haben 2 — ^^U Länge; einh. Name:
Chaso. Proc. Zool. Soc. Lond. 1884, S. 411—413.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 363
Fischfang und Fischzuclit,
U. S. Commission of Fish and Fisheries, Report of
the Commissioner for 1881, LXXI und 1146 S., desgl.: for
1882, XCII und 1101 S. Der erste kleinere Theil giebt eine
Uebersicht über die Entwicklung der Fischerei in den Verein.
Staaten, während im zweiten nicht nur ausführlichere Schriften
hierüber, sondern über Fischerei (incl. Naturgeschichte der
Fische) aller Länder veröffentlicht bez. in Uebersetzungen
reproducirt werden; die einzelnen Arbeiten sind in den be-
treffenden Tbeilen des Berichts zu finden. Es existirten 1882
15 grössere Stationen, 3 für wissenschaftliche Untersuchungen,
6 ftir Salmoniden, 4 für Alosa-, 2 für Karpfen -Zucht; der
Lopholatilus, den man practisch für werthvoU hielt, wurde
nicht wieder angetroffen (s. syst. Th.), dafür aber scheint eine
Setarches-Art (neben Sebastes) seine Stelle vertreten zu wollen;
desgl. tritt die „Pole Flounder" (Glyptocephalus cynoglossus)
mehr in den Vordergrund. Die Arbeiten und Einrichtungen
auf den Schiffen der Comm. „Fish Hawk", „Albatros" und
„Lookout" beschreibt Tanner.
Dieselbe, Bulletin, Bd. 4.
„Circulare des Deutschen Fischerei-Vereins im
J. 1884 No. 1 — 8" enthalten unter anderm einen übersichtlichen
Bericht (mit Illustrationen) der Londoner internat. Fischerei-
Ausstellung vom J. 1883, den der um die Fischerei Deutschlands
hochverdiente Prof Benecke (vor Kurzem gestorben) erstattete.
Bohuslänsk Fiskeri tidskrift, utg. af Axel Vilh.
Ljungman 1884, Göteborg, 8°.
G. Br. Goode, On the fisheries of the world. Art.
„Fisheries" in Cyclopaedia of Polit. Science by Lawlor, Chi-
cago, Vol. 2, S. 211—231, 1883.
E. Wiedersheim, Die Fischzucht mit einem Anhange
über Krebszucht. Stuttgart, 1884, VIII, 90 S., Holzschn.
R. S. Tarr, „Zoological Results of the work of the U.
S. Fish Commission in 1883;" Nature, Bd. 29, S. 406-407,
und „the U. S. Fish Comm." ebenda 31, S. 128—130.
L. Glaser, Beobachtungen hinsichtlich der Behandlung
künstlicher Fischanlagen. Zool. Gart., Jahrg. 24, S. 336—341.
Th. Lyman, Rede vor der 13. Vers, der Amer. F. Cul-
tural Assoc, Washington, 20 S.
364 Dr. F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
F. Day, Fish Cultiir, London 1883, 8°. 105 S., 4 Taf.
F. Day, Commercial sea fishes of Great Britain, London
8% 328 S.
Niels Juel, die Loffoden - Fischerei i. J. 1880, engl.
Uebers.: Rep. U. S. F. Comm. for 1881, S. 535—610.
R. B. Roosevelt, The game fish of the Northern States
and British Provinces; with an account of the salmon and
sea-trout fisheries of Cauada and New Brunswick etc. New-
York, London 1884. 12 ^
R. B. Roosevelt, Superior fishing; or, the striped bass,
trout, black bass, and blue fish of the Northern States.
1884. 12«.
H. J. Rice und J. A. Ryder beschreiben ihre Versuche,
durch Kälte - Einwirkung die Entwicklung der Eier des Shad
(Alosa sap.) soweit zu verlangsamen, dass eine Ueberführung
nach Europa möglich wäre; Schwierigkeiten boten Pilze und
Bacterien. U. S. Fish Comm., Rep. f. 1881, S. 787—811.
De Selys Longchamps, lieber die Wiederbevölkerung
der Flussläufe in Belgien; Uebers. in engl. Sprache: U. S. Fish
Comm. for 1881 S. 815—824.
E. Hof mann, „Der Fischzucht schädliche und nützliche
Thiere", Insecten, Krebse, Würmer (excl. Entozoa); Jahresh.
d. Ver. f. vaterl. Naturk. Württemb., J. 40, S. 36—40.
C. Raveret-Wattel, Les poissons migrateurs et les
echelles ä saumons; Bull. Soc. Accl. (4), Bd. 1, S. 14 — 43,
526—556, 636—652.
E. Rey, Ein neuer Durchlüftungsapparat für Aquarien;
Zool. Gart., J. 25, S. 193—196.
R. E. Hoffmann, Recept zu künstlichem Seewasser für
Aquarien; Deutsche Fischerei -Zeitung, Bd. 7, No. 30. (Bull.
ü. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 465—467.)
A. V. Ljungman, Gm de stora Sillfiskena betraktade frän
nationalekonomisk synpunkt. Stockholm 1884. 8". 21 S.
D. Vinciguerra bezeichnet als Fische, die in Tunis
hauptsächlich in Betracht kommen, Thynnus (10,000 Stück
jährlich), Labrax, Chrysophrys, Trigla, Sciaena, Lichia, Tem-
nodon, Mugil, Solea, Merluccius, Anguilla, Squatina, Mustelus;
Fauna Tunisina^ Pesci, Ann. Mus. civ. Genova, Bd. 20, S. 393
bis 395.
R. Rathbun führt die wichtigsten Einrichtungen, die bei
in der Ichthyologie wiihrend des Jahres 1884. 365
den amerikanischen Tiefsee- Untersuchungen benutzt wurden, in
einigen Abbildungen vor; Science (New York) Bd. 4, S. 400 — 404.
Verf. behandelt auch die Geschichte der Tiefseeapparate
und beklagt sicli, dass in französischen Publicationen die fran-
zösischen Apparate als französische statt als amerikanische Er-
findungen bezeichnet werden; Nature, Bd. 30, S. .399—401.
Leitfaden für die Aquarien der Zool. Station zu Neapel.
2. Aufl.
C. Rau, Prehistoric Fishing in Europe and North Ame-
rica. Smithsonian Contrib. to knowledge. 406 Abb. 1884.
XVIII u. 342 S. Z\
Vergl. auch im syst. Th. bei Scomber, Coregonus etc.;
über Entwicklung und Gefährdung der Eier unter Generations-
organe (Hensen) S. 347 ; über Echeneis statt Angelhaken S. 362.
Faunen.
Nordeuropa. A. H. Cocks „An autumn visit to Spitz-
bergen", erwähnt die beobachteten Meerfische; Zoologist (3),
Bd. 8, S. 13—20.
V. Storm, Bidrag til kundskab om Throndlijemsfjordens
Fauna, V. On de i Fjorden forekomne Fiske," 103 Arten; Kgl.
Norske Vid.-Selsk. Skrifter 1883 (1884), S. 1—48.
R. Collett, „Meddelelser om Norges Fiske; Aarene 1879
bis 1883 (2. Hoved-Supplement til „Norges Fiske")", 188 Arten,
Abb. von Lebetus orca und Lycodes Sarsii. Nyt. Mag. f.
Naturvid., Bd. 29, S. 47—96, 97-123.
Schweder giebt eine Liste der im Riga'ischen Meerbusen
vorkommenden Fische, ausser den echten Süsswasserfischen sind
27 Arten namhaft gemacht, vergl. Cottus, Pristis, Petromyzon.
Korrespbl. Naturf.-Ver. Riga, Bd. 27, S. 14—17.
Gösta Sundman, Finlands Fiskar, malade efter naturen,
Text [schwedisch und englisch] von 0. M. Reuter, Lief 1 — 4,
ä 3 Taf., Helsingfors, 1883—1884. 2", schöne Darstellungen in
Buntdruck mit knappem, populärem Text; zunächst werden
diejenigen Arten, welche nicht in W. v. Wright's skandina-
vischer Fischfauua berücksichtigt sind, zur Ausgabe gelangen.
Taf. 1 Abr. vimba, 2 Leuc. erythro phth., 3 Luciop. sandra, 4 Abr.
björkna, 5 Salmo alpinus, 6 Cor. albula (2 Var.), 7 Abr. brama,
8 T. tinca, 9 Perca fluv., 10 L. Iota, 11 Leuc. rut., 12 Esox 1.
366 I^r. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Mitteleuropa. A. v. Mojsisovics, zur Fauna v. Bellye
u. Darda [Ungarn] II, zählt auf: 7 Acipenser, 1 Perca, 1 Luciop.,
Cypr. carpio u. hung., 1 Carass., 1 Tinea, Abr. brama u. bal-
lerus, 1 Blicca, 1 Pelecus, 1 Idus, 1 Scardinius, 1 Squalius,
Clupea alosa, 1 Esox, Cob. foss. u. barb., 1 Silurus, 1 Lota,
I Anguilla (1 Ex.), Petrom. fluv. u. Planeri; dazu als Bern,
fast nur einheimische Namen. Mitth. naturw. Ver. f. Steier-
mark 1883, S. 167—170.
Vergl. bei den Salmoniden (Klunziger, Fatio, Nüsslin) u.
Cypriniden (Benecke).
Britische Inseln. F. Day, „The Fishes of Great Britain
and Ireland" wird zum Abschluss gebracht mit Lief. 8 (Subcl.
II Chondropterygii, III Cyclostomata, IV Leptocardii, Register,
S. 273—388, Taf. 149—179) und Lief. 9 (Introduction S. I
bis CXII). Die Einleitung behandelt nur kurz die Anatomie,
dafür aber ausführlicher und in origineller Weise die Biologie
und auch Fischfang und Fischzucht (Holzschnitte), wie dies
auch durchgehends bei der Beschreibung der einzelnen Arten
der Fall ist; die Tafeln, von Day selbst gezeichnet, sind cha-
racteristisch und sorgfältig hergestellt. Durch eine übersicht-
liche Liste der Arten hätte Verf. seinem trefflichen Werke noch
eine wünschenswerthe Zugabe schaffen können.
H. Ch. Pennel, A populär history of British Fresh water
fish. 150 Holzschn. London. 1884. 8^
W. Houghton, British fresh -water fishes. 111. with a
coloured figure of each species, drawn from nature by Lydon
and numerous engravings. London 1884, folio, XXVI u. 228 S.
Die Tafeln tragen mehr dem künstlerischen als dem wissen-
schaftlichen Standpunkt Rechnung, geben aber sämmtliche
britische Varietäten von Leuciscus und den Salmoniden sowie
von Gasterosteus. Der Text ist kurz und ohne Bedeutung.
Anscheinend neue Titelauflage des 1879 erschienenen Werkes.
M. Dünn, Ichthyological Notes from Mevagissey Corn wall;
Zoologist, Bd. 8, S. 348—349.
W. E. Clark e, Notes of the Vertebrate fauna of York-
shire, Liste der Seefische mit kurzen Bemerkungen; ebenda
S. 171—184.
N. Maclagan, Liste der essbaren britischen Fische mit
den fi-emdländischen Vulgärnamen; Rep. Scot. Fisheries, Bd. 2,
App. F., No. 5, S. 74—77
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 367
Vergl. Blenniidae (Day).
Niederlande. Bottemanne rechnet in seiner Liste der
in der Oosterschelde beobachteten Fische 15 zu den häufigen,
17 zu den weniger gemeinen, 14 zu den seltenen Arten;
Tijdschr. d. Nederl. Dierk. Vereenig., Suppl. D. 1, S. 502—507.
C. Kerbert bezeichnet in seinen „Beiträgen zur Kenntniss
der Niederländischen Fauna" als neu für diese: Cantharus
lineatus Mont. und Raniceps raninus L. Nederl. Tijdschr. v.
d. Dierk., Jg. 5, S. 17—19.
Frankreich. A. Gentil, Ichthyologie de la Sarthe; Extr.
du Bull. Soc. d'agricult, sc. et arts de la Sarthe, le Maus,
8«, 24 S.
Ed. Beltremieux, „Faune vivante de la Cl\arente",
zählt auf: Leptocardii 1, Cyclost. 4 (bez. 3), Malacopt. 69
(bez. 65), Acanthopt. 102 (bez. 100), Plectogn. 2, Lophobr. 13,
Sturionidae 2, Rajidae 24, Squalidae 21; die Bemerkungen be-
ziehen sich nur auf die Häufigkeit des Vorkommens; (Academie
Bell. Lettres, Sc, Arts de la Rochelle) Annales de la Soc.
Sciences nat., S. 93—108.
H. Jouan, Notes ichthyologiques ; nouvelles especes de
poissons de mer observes ä Cherbourg (s. Hering, Carcharias
u. Raja); Mem. soc. nat. sc. nat. Cherb., Bd. 24, S. 313—316.
Mittelmeer. P. Doderlein, Manuale ittiologico del Medi-
terraneo, Palermo, 4**. Bis jetzt 3 Fase; F. I 1881, Biblio-
grafia, berücksichtigt besonders die italienischen Autoren, F. II
1881, Acipenseridae (5 Arten), Chimaeridae (2), und Plagio-
stomi selachoidei (incl. Pristis) (37 und 3 zweifelhaft), F. III
1884 (Schlussnote 1885) Plag, batoidei (35 A., wobei 17 Raja).
Sehr ausführlich in der Litteratur, Angaben über Vorkommen
und einheimischen Namen; Zusammenstellung der Charactere;
alles in tabellarischer Form ; Schlüssel für Gattungen und Arten.
Bei den Rochen auch anat. Notizen. — Es mag hier auf des-
selben Verf. Prospetto metodico di pesci della Sicilia (Meer-
u. Süssw.), Palermo 1879, 4° (Atti Ac. Sc. Palermo (2) Bd. 6)
nachträglich hingewiesen werden. 405 Arten.
F. Steindachner und G. Kolombatovic, Beitr. zur
Kenntniss der Fische der Adria, siehe unter Blennius, Tripte-
rygium, Gobius; Sitzb. k. Ak. Wien, math.-nat. Cl., Abth. 1,
Bd. 88, S. 1193—1202, 2 Taf.
A. Cocco beginnt einen Catalog („Indice") der Fische der
S68 P'*- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Strasse von Messina: Rajidae 18 Arten, Sqimlidae 24, Chi-
maera 1, Lophobr. 6, Plectogn. 3, Acipenser 1, Tetragonuridae
1, Macruridae 2, Pleuren, (incl. Peloria) 10, Brama 1, Capros
1, Centriscus 1, Maenidae 7, Sparidae 20, Chromidae 1, Sciae-
nidae 3, Triglidae (incl. Scorp.) 13, Mull. 2, Trachichthys 1
(zusammen 117 Arten). Einige meist kurze Bemerkungen,
vergl. Nerophis und Maena; Trivialnamen; Naturalista siciliano,
Bd. 3, S. 145—148, 176—179, 269—272, 328-332, Bd. 4,
S. 25—29, 68—72.
L. Facciolä liefert Beiträge zur Fauna Messinas in Natur,
siciliano, Bd. 3, S. 111 (Hypsirhynchus, Gen. n. Gadid.), S. 163
(Trachypterus) , S. 231 (Jugendformen von Xiphias, Cubiceps,
Trachurus, Coryphaena), S. 291 (Krohnius).
D. Vinciguerra bearbeitete die Fische, welche Doria in
Tunis gesammelt, Verf. konnte auch selbst kurze Zeit in diesem
Lande sammeln und beobachten. Die Seefauna hat mehr den
Character des atlantischen als des thyrrhenischen Meeres, was
z. B. in dem Vorkommen von Batrachus, Pristipoma, Diagramma
sich kund giebt und durch eine warme, der africanischen Küste
folgenden Einströmung erklärt wird; die Fauna von Algier hat
grosse Aehnlichkeit, nur Blennius basiliscus und Clupea aurita
werden hier vermisst, obgleich in Tunis gefunden. Im Süss-
wasser herrscht der africanische Typus (Chromis, Barbus), ein-
zelne europäische Formen (Cyprinodon calaritanus) fehlen nicht.
Im Ganzen sind bis jetzt von Tunis nur 79 Arten nachgewiesen.
(Vergl. auch unter Fischfang.) Ann. Mus. Civ. Stör. nat. Ge-
nova, Bd. 20, S. 393—445.
Conr. Keller, „Verbreitung der Thierwelt des Rothen
und Mittel-Meeres durch den Suez-Canal." Verf. konnte bereits
bei 3 Arten einen vollständigen Durchzug vom Mittelmeer nach
dem Rothen Meer feststellen: Solea vulgaris, Umbrina cirrhosa,
Labrax lupus; umgekehrt ist Pristipoma stridens bereits bis in
den Menzaleh-See nordwärts gedrungen, wenigstens zur Hälfte:
Crenidens Forskalii, Cheilinus 5-cinctus, Caranx sansun, Mugil
oeur, nur eine kurze Strecke von Suez nordwärts: Clupea
4-maculata, Platycephalus insidiator, Ostracion cubicus und Car.
macrophthalmus. Die 7 Arten, welche das Rothe M. sonst mit
dem Mittelm. (nach Klunzinger) gemein hat, sind weitverbreitete
Formen. Die 12 vom Verf beobachteten Canalfische bilden
nur einen Theil der wirklich hier lebenden. Neue Denkschr.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 369
d. Schweiz. Ges. f. gfes. Naturw., Bd. 28 (1883), Ausz.: Naturf.,
J. 17, S. 16.
Vergleiche: Pavesi (Alosa, Salmo) P. Doderlein (Rhino-
batus), Trois (Orthagor.) im syst. Th.
Osteuropa. N. A. Warpachowsky. [Ichthyologische
Fauna des Flusses Klein-Kokschag.] Arbeit. Natf. Ges. Kasan,
Protokolle, Beilagen No. 63, 1883, 14 S.
Afrika. Die Ergebnisse der „Talisman "-Expedition
(vergl. Ber. f. 1883, S. 465) werden besprochen in: Comptes
rend. Ac. Sc. Paris, Bd. 97, S. 1389—1393 (1883), Rev. scient.
(3), Bd. 32, S. 784—787 (1883), Bd. 33, S. 231—240; Ann.
of Nat. Eist. (5), Bd. 13, S. 223—228. Vergl. S. 359.
A. R. Pereira-Guimaräes, Diagnoses de trois nouv.
poiss. d'Angola [Schübe, Barbus, Mormyrus]; Jörn. Sc. Acad.
Lisboa, No. 37, S. 1—10, Taf. 1, 2.
Derselbe, Liste der Fische von Madeira, den Agoren
und den afrikanischen Besitzungen, welche sich im Museum zu
Lissabon befinden. 38 Arten (vergl. Sphyraena); ebenda
S. 11—28.
H. E. Sauvage erhielt eine Sammlung vom obern Ogowe
und erweitert danach seine frühere Liste auf 46 Arten; neu:
1 Ophiocephalus, 1 Chromis, 1 Hemichromis; Bull. Soc. Zool.
France, Bd. 9, S. 193—198, 1 Taf., 1 Holzschn.
H. E. Sau vage liefert gelegentlich einer Fischsammlung
von Majumba eine Liste der 28 vom Congo bekannten Arten
(incl. 1 Var.); neu 1 Gobius. Ebenda S. 199—208, Taf. 6,
1 Holzschn.
R. Greeff, „Die Fauna der Guinea- Inseln S. Thome und
Rolas;" nur 1 Gobius utfd 1 Sicydium im Süsswasser ange-
troffen. Sitzb. Ges. z. Beförd. d. ges. Naturw. Marburg 1884,
S. 50.
J. G. Fischer beschreibt afrikanische Fische des naturh.
Mus. in Hamburg: 1 Chromis, 1 Ciarias, 2 Barbus in Ostafrika
von G. A. Fischer und 1 Pristis in Camerun gesammelt; Jahresb.
für 1883 üb. d. naturh. M. in Hamburg.
C. B. Klunzinger, „Die Fische des Rothen Meeres, eine
kritische Revision mit Bestimmungätabellen. I. Theil. Acan-
thopteri veri Owen," IX u. 133 S., 13 col. Taf., 4°. (Die
Gobiiden und Blenniiden werden in Th. II nachgetragen.)
Gegenüber der Synopsis (1871) lässt sich eine Veränderung
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. Y
370 ^^'' F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
(vergl. den syst. Th.) durch Zusammenziehen, Einziehen, Zu-
fügung, Namenwechsel der Arten bei etwa % ihrer Zahl con-
statiren; ein nochmaliger, dreijähriger Aufenthalt in Koseir, die
Revision von Typen in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, sowie die
neuere Litteratur (Bleeker, Day) gaben dazu Anlass, wovon
auch die Kritik der indischen Arten oft Vortheil zog. Text
und Tafeln zeugen von gleicher Sorgfalt. Die Zahl der Gat-
tungen [in ( )] und Arten beläuft sich in 30 Familien auf; Per-
cidae (11) 49, Ambassidae 2, Theraponidae (2) 5, Pristipoma-
tidae (3) 17, Sparidae (8) 23, Aphareidae 1, Caesionidae 3,
Maenidae 4, Mullidae (3) 8, Chaetodontidae (4) 20, Pimelepte-
ridae 4, Naudidae 1, Cirrhitidae 3, Scorpaenidae (6) 13, Teu-
thidae 4, Berycidae (2) 7, Kurtidae (2) 2, Acanthuridae (2) 12,
Scombridae (21) 48, Psettidae (2) 3, Trichiuridae 3, Xiphiidae
2, Trachinidae (2) 2, Pseudochromides 2, Batrachidae 1, Pedi-
culati 4, Cottidae 2, Sphyraenidae 5, Atherinidae 3, Mugi-
lidae 7.
J. G. Fischer, „Ichthyologische .... Bemerkungen," be-
handelt 1. Fische von Südgeorgien, 4 Familien repräsentirend,
welche von der Deutschen Polarkommission 1882 gesammelt
wurden, Chaenichthys, Notothenia, Harpagifer (Trachinidae),
Sclerocottus g. n. (Cottidae), Gymnelichthys n. g. (Lycodidae),
Liparis, zusammen 7 Arten; 2. afrikanische Fische, und
zwar vom atl. Oc: Pristipoma, Trachinus, Mugil, Sphyraena,
Coris, Pellonula, Monacanthus, Tetrodon, vom ind. Oc: Apogon,
DascyUus, Fierasfer; 3. Cottus von Barbados. Jahrb. wiss.
Anstalten Hamburg, Bd. 2, S. 49—79, Taf. 1, 2.
Vergleiche: bei Caranx (Steindachner) , Fische von Tunis
(Vinciguerra, S. 368) und vom Suez-Kanal (Keller, S. 368).
Asien. H. B. Tristram, The survey of Western Palae-
stina, London, 4», Süsswasserfische, S. 162—177, Taf. 17—20
(Blennius, Hemichromis, Chromis, Ciarias, Discognathus, Barbus).
H. E. Sauvage, Faune ichth. [Süssw.] de l'ouest de l'Asie
et plus particulierement sur les poissons rec. par M. Chantre
(verg. üb. die vorl. Mitth. den Ber. 83, S. 467); die Liste der
aus Kleinasien (incl. Tiflis), Palästina, Syrien und Persien be-
kannten 120 Arten umfasst: 7 Chromis, 1 Hemichr., 1 Mastac,
3 Ciarias, 2 Silurus, 2 Macrones, 1 Euclyptosternum, 3 Salmo
(Gotscha-See), 5 Cyprinodon, 1 Cyprinus, 2 Tylogn., 1 Discogn.,
17 Capoeta, 23 Barbus, 3 Cyprinion, 2 Schizothorax ?, 2 Pho-
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 371
xinellus, 1 Scard., 8 Squalius, 1 Cliondrost., 1 Rhodeus, 2 Ab-
ramis, 3 Acanthobr., 1 Aspius, 15 Alburmis, 9 Nemachilus, 1
Cobitis, 1 Anguilla; Chantre sammelte 27 Sp. (6 neu): 2 Silur.,
1 Salm., 23 Cyprinidae, 1 Anguilla, welche sämmtlich beschrie-
ben; Nouvelles archives du Museum d'hist. nat. (2), Bd. 7,
S. 1-42, Taf. 1—3.
F. Day, „Verwandtschaft der indischen und afrikanischen
Süsswasserfisch- Fauna," corrigirt die Aufstellung in Günther's
Introduction ; er zählt in Indien (nebst Burma und Ceylon)
87 Genera Süsswasserfische , wovon 14 auch in Afrika, 44 im
malayischen Archipel angetroffen werden; von den 369 Arten
sind nur 4 afrikanisch, 29 malayisch; Journ. Linn. S., Zoöl.,
Bd. 18, S. 308-317.
H. E. Sau vage beschreibt eine Sammlung von Perak
(4° N. Br.) am Kinta-Fluss auf der Halbinsel Malacca, 18 Arten,
neu 1 Betta; malaiische Namen und sonstige kleinere Notizen
des Sammlers. Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9, S. 216—220,
1 Holzschn.
H. E. Sauvage erhielt 10 Arten aus den Seen und Teichen
bei Hanoi (Tonkin), von denen nur Ciarias macrocephalus in-
dischen, die übrigen chinesischen Character tragen; neu 1 Labeo,
1 Barbus, 1 Squaliob., 1 Hypophthalmichthys, 2 Culter, 1 g. n.
Gymnognathus (Cyprinidae). Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9,
S. 209—215, Taf. 7, 8.
Vergleiche: Chlamydoselachus bei den Selachiern (Garman),
Lamna ebenda (Murray), Macrones (Sil.) Steind.
Australien. F. Steindachner, Ichthyologische Beiträge
XIII, 8 Taf., enthält: I. Beitr. zur Kenntniss der Fische Austra-
liens, die meisten neuen Arten schon 1883 im Anzeiger d. Ak.
veröffentlicht, neu daher nur: Percis Haackei, Gadopsis fuscus,
Heteroscarus elegans ; ausserdem nur eine afrikanische und eine
chinesische Art. Sitzb. Ak. Wiss. Wien, math.-n. Cl. Bd. 88,
Abth. 1, S. 1065—1114.
W. Macleay, „Supplement to the Descriptive Catalogue
of the Fishes of Australia" [excl. Neuseeland]. Es werden hier
hauptsächlich Klunzinger's übersehene Publicationen (1872 und
1879), ferner Günther's Rep. Shore Fishes Chall. 1880, die in-
zwischen in den Pr. L. S. N.-S. W. selbst erschienenen No-
tizen und endlich die „Fishes of Tasmania with a Classified
Catalogue of the known species" von Rob. M. Johnston, Proc.
372 ^^' F* Hilgendorf: Bericht über die Leistungeü
Roy. Soc. Tasmania, Aug. 1882 reproducirt; letztere Arbeit,
dem Ref. nicht zugänglich und in den früheren Berichten über-
gangen, ist nach Macleay's Auszügen im syst. Th. berücksichtigt
worden. Macleay giebt zu jeder Art eine Diagnose; die Zahl
ist nunmehr auf 1291 gestiegen. Proc. Linn. Soc. N. South
Wales, Bd. 9, S. 2—64.
W. Macleay, Notices of new fishes, 4 Sp. von Port
Jackson (Platyc, Petroscirt., Atherinosoma, Urolophus); ebenda
S. 170-172.
Ch. W. de Vis, New Australian fishes in the Queensland
Museum, No. 1. (Percidae, Pristip., Gerr.) 21 n. Sp. u. 4 n.
G. (Herops, Homodemus, Autisthes, Hephaestus), Pr. Linn. S.
N. S. Wales, Bd. 9, S. 389—400; No. 2 (Squamip., MuH.,
Pagr., Trigl., Teuth.) 17 n. Arten, ebenda S. 453—462; No. 3
(Berycidae, Sciaen., Acron., Carang., Trachin., Batrach., Pedic,
Pelor) 24 n. Arten, S. 537-547; No. 4: Gobius (9 sp. n.),
Eleostris (8), Aristeus (1), Salarias (9), Lerne (1), Amblyopus
(1), S. 685—698.
R. M. Johnston, „The fishes of Tasmania with a classi-
fied Catalogue of the known species;" Proc. Royal Soc. of
Tasmania, Aug. 1882.
Derselbe, „Notice of recent additions to the list of Tas-
manian fishes," ebenda 1884, S. 193—195 (Oiistherops sp. n.
Lahr.)
A. Günther beschreibt neue Arten in „Report on the
zoological collections made in the Indo-pacific Ocean during
the voyage of H. M. S. „Alert" 1881—1882," London 1884.
8". (Trachynotus, Syngnathus, Doryichthys, Branchiostoma).
Vergl. Hilgendorf bei Amphisile (Neu-Britannien) im s. Th.
Neuseeland. J. Hector stellt im „Handbook of New
Zealand, 1883" eine Liste der hauptsächlichsten Marktfische
(47) zusammen; von 140 in Neuseeland gefundenen Fischarten
gelten 67 als eigenthümlich, 75 gehen nach Australien, 10 wer-
den nicht hier aber anderwärts wiedergefunden: Abdr. in: Bull.
U. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 53.
J. Hector, Notes on New Zealand Ichthyology, Cymo-
lutes (vergl. Labridae); Trans. New Zeal. Inst., Bd. 16, S. 322
bis 323.
Vergl. für Neuseeland noch: Coregonus (Greenfield), Rega-
lecus, Echinorhinus und Torpedo (Parker).
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 373
Amerika. Im syst. Theil werden die folgenden, das
ganze amerik. Gebiet umfassenden Arbeiten Berücksichti
guug finden: lieber Lutjaninae u. Hoplopagr. (Jordan u. Swain)
Lutj. (Gill), Epinephelus u. verw. Gatt. (Jord. u. Sw.), Haemu
Ion (Jord. u. Sw.), Calamiis [Chrysophrys] (Jord. u. Gilbert)
Aeanthurus (Meek u. Hofifm.), Cybium (Meek u. Newland)
Trachynotus (Meek u. Goss), Stromateus (Fordice), Porichthys
(Jordan), Sphyraenidae (Meek u. Newl.), Miigilidae (Jord. u
Sw.), Sanrus (Meek), Engraulis (Swain u. Meek, Nord- u. Mittel
amerika), Hemirhamphus (Meek u. Goss); sie sind zumeist der
Anregung Jordan's zu verdanken.
Nordamerika. D. S. Jordan, „A Catalogue of the Fishes
known to inhabit the Waters of North America, north of the
tropic of Cancer." 1885. Auf dieses Werk glaubt Ref. im
Voraus aufmerksam machen zu müssen, da es zahlreiche Er-
gänzungen und Correcturen der wichtigen Synopsis Fish. N.
Amer. von Jord. u. Gilb, bringt.
D. S. Jordan, Notes on species of fishes improperly
ascribed to the fauna of North America; 14 Sp., bei deren
Herkunft, und 24, bei deren Bestimmung geirrt wurde: Proc.
Acad. N. Sc. Philad. 1884, S. 97—103.
Einzelne Gattungen oder Arten der Nordam. Fauna
sind in nachstehenden Publicationen behandelt, über welche im
syst. Th. referirt wird : Labrax (Bean, Mississippi), Etheostomat.
(Jordan), Grystes (Dury), Calamus (Jord. u. Gilb.), Physiculus
u. Lotella (Bean, Atl.), Coregonus (Bean, Alaska), Clupea (Chap-
man), 4 Cyprinidae (Jord. u. Meek), Zygonectes (J. u. M.),
Siphonostoma (Swain u. Meek), Balistes (van Mater, N. Jers.),
Carcharodon (Stevenson).
D. S. Jordan, An Identification of the figures of fishes in
Catesby's Natural History of Carolina, Florida and the Ba-
hama Islands; der Umstand, dass die Trivialnamen sich bei
den von den Bah.-I. stammenden Fischern in Key West er-
halten haben, wurde verwerthet. Von den 44 Arten C.'s sind
18 unter den für die binäre Nomencl. benutzten von Wichtig-
keit. Pr. U. S. Nat. Mus., Bd. 7, S. 190—199.
Th. Gill hat die Tiefseefauna in einem Jahr um 3 neue
Fischfam. bereichert: 1. Eurypharyngidae (siehe Bericht 1883,
S. 498), 2. Derichthys (mit Hals!), aalförmig, 3. Stephano-
berycidae (siehe Ber. f. 1883, S. 483), auch ein neuer Alepo-
374 I^r. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
cephalide; „Albatross"-Exped. Atlant. Oc. Amer. Naturalist,
Bd. 18, S. 433.
H. G. Dresel, „Notes od some Greenland Fishes." 16 Arten,
im Sommer 1883 gesammelt, werden mehr oder minder ausführ-
lich besprochen. Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 7, S. 244—258.
Roosevelt (Canadische Fische) s. oben S. 364.
Tarl. H. Bean's „Liste der Fische, welche Seitens der
U. S. Fish-Comm. zu Woods Holl Mss. während des Sommers
1881 gesammelt wurden" (keinerlei Zusätze) umfasst 114 Arten,
Rep. U. St. F. Comm. for 1882, S. 339-344.
Tarl. H. Bean, Notes on Fishes obs. at the head of
Chesapeake Bay in the spring of 1882; etc.; zus. 31 Species:
1 Pleur., 1 Sciaeu., 3 Centr., 4 Perc, 1 Temnodon, 1 Belone,
1 Esox, 1 Fundulus, 6 Chip., 4 Catast., 2 Cypr., 2 Sil., 1 An-
guilla, 1 Lepidosteus, 1 Acip., 1 Petrom.; Proc. U. S. Nat.
Mus., Bd. 6, S. 365—367.
S. F. Baird macht einige Fische namhaft, die durch das
Life-saving Service dem Smiths.-Instit. zugingen: Pseudotriacis,
Astroscopus, Cyclopterus, Fistularia, Pomacanthus. Bnll. U. S.
Fish Comm., Bd. 4, S. 177.
C. H. Gilbert, A list of fishes coli, in the Fast Fork of
White River, Indiana (1 n. g., 2 n. sp. [Cyprinidae] Hypargus,
Notropis, Hybopsis; 1 n. g. [Percidae] Serraria): 6 Siluridae,
6 Catast., 17 Cyprinidae, 1 Umbra, 1 Esox, 1 Atherin., 1
Aphredod., 5 Centrarch., 9 Perc, zus. 47 Sp.: Proc. ü. S. Nat.
Mus., Bd. 7, S. 199—205.
C. H. Gilbert, Notes on the fishes of Switz City Swamp,
Greene Co., Indiana: 1 Amia (sehr zahlreich), 2 Silur., 2 Catost.,
2 Cypr., 1 Cyprinod., 1 Esox, 4 Centrarch., 1 Perc. (Poecilich-
thys sp. n.). Pr. ü. S. N. Mus., Bd. 7, S. 206—210.
C. H. Merriam, The fish of Lake Champlain (betriff't nur
Speise-F.); Bull. U. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 287—288.
Tarl. H. Bean, Notes on some fishes coli, by Swan in
Washington Terr., incl. 1 n. sp. Macrurus; 10 and. Sp.: 1 Gad.,
3 Blenn., 1 Chiridae, 1 Brama, 2 Salm., 1 Cyprinidae, 1 Chi-
maera; Proc. U. S. Nat. Mus., Bd. 6, S. 362—364.
Tarl. H. Bean, Notes on a coli, of fishes made in 1882
and 83 by Capt. Nichols in Alaska and British Columbia with
the descr. of a n. g. and sp., Prionistius (Cottid.); zus. 48 Sp.:
2 Gasterosteus , 5 Pleur., 2 Gad., 1 Ammodytes, 5 Blenn.,
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 375
1 Bathymaster, 2 Liparis, 10 Cottidae, 6 Sebastes, 4 Chiridae,
3 Embiot., 3 Salm., 1 Clupea, 1 Raja, 2 Squali; Proc. U. S.
Nat. Mus., Bd. 6, S. 353—361.
D. S. Jordan, List of [Süss- u. Brackw.] fisbes coli, in
the vicinity of New Orleans by Dr. R. W. Shufeldt, 2 Ganoi-
den, 3 Silur., 5 Cyprinidae, 1 Clup., 1 Esoc, 4 Cyprinodont.,
8 Perc, 1 Sciaen., 1 Gob., zu?.. 26 Sp., mehrfache syst. Be-
merkungen; Proc. U. S. N. Mus., Bd. 7, S. 318—322.
G. Br. Goode und T. H. Bean, Notes on some Florida
Fishes," Lutjanus, Caulolatilus , Xyrichthys, Sparus; Proc. U.
S. N. Mus., Bd. 7, S. 42—47.
D. S. Jordan, „The fishes of Florida Keys," Häufigkeit,
Vorkommen, Fangart, Trivialnamen der wichtigeren Arten, deren
überhaupt 175 in 3 Wochen gesammelt wurden; Bull. U. S.
Fish Comm., Bd. 4, S. 77—80.
D. S. Jordan, List of fishes coli, at Key West, F^, with
notes and descriptions. Das Wasser ist hier kälter als bei
Cuba und verursacht eine merkliche Verschiedenheit der Fauna
auf beiden Seiten des Canals; 171 Arten wurden in 3 Wochen
erbeutet, von denen 49 (Liste S. 147) damals (Dec. 1883) nicht
von der Küste der Ver. St. und 17 überhaupt unbekannt waren.
Als neu wird hier beschrieben Narcine umbrosa, Schlüssel der
7 nordam. Seriola- und aller 6 Cremnobatus-Sp., Färbung nach
dem Leben bei vielen Sp., engl. Trivialnamen. Angehängt
Liste von weiteren 14 Sp., welche nach Ang. der Fischer dort
sicher vorkommen, und noch 39 solchen, die durch zweifellose
Literaturangaben belegt sind. Zus. 220 Arten, wobei die tiefer
lebenden noch fast alle fehlen. Nur 3 Sciaeniden! Pr. ü. S.
N. Mus., Bd. 7, S. 103—150.
D. S. Jordan und C. H. Gilbert, „Descriptions of 10
n. sp. of fishes from Key West (F^),« unter 190 im Dez. 1883
von J. gesammelten Arten entdeckt: Dussumieria, Belone, Mugil,
Atherina, Xyrichthys, Doratonotus, Gobiosoma, Cremnobates,
Platophrys, Achirus; Proc. Nat. Mus., Bd. 7, S. 24—32.
D. S. Jordan, List of fishes from Egmont Key, FL, in
the Mus. of Yale College witli descr. of 2 n. sp. [Coecula, My-
rophis]; zus. 22 Sp.: 1 Rhinob., 1 Clup., 6 Muraen., 1 Siphonost.,
1 Stromateus, 1 Trachyn., 1 Lutj., 1 Ephippus, 1 Batrachus,
1 Gobiesox, 1 Scorp. , 2 Pleur., 2 Pedic, 3 Plectogn.; Proc.
Ac. Nat. Sc. Philad., 1884, S. 42-46.
376 ^^- ^" Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
D. S. Jordan, Fishes from Pensacola, Florida, obtained
by Stearns, 2 sp. u.: Exocoetus, Gnathypop«. Ausserdem 5
neu für N.-Am., überhaupt 38 Arten aufgeführt; eine Liste von
55 Arten, die in grösserer Tiefe (die grössten Tiefen des Mex.
Meerb. noch unerforscht) leben und dem Magen mit der Tiefsee-
Angel gefangener Fische entnommen wurden. Proc. Nat. Mus.,
Bd. 7, S. 32—40.
D. S. Jordan und J. Swain, Notes on fishes coli, by
Jordan at Cedar Keys ; weil südlicher als Pensacola ist Malthe,
Gerres und Diplodus [Sargus] häufiger; 41 Arten: 1 Pristis,
2 Clup., 1 Säur., 2 Fundulus, 2 Scomberesoc. , 1 Siphonost.,
1 Mugil, 2 Äther., 3 Carang., 5 Perc, 2 Prist. , 4 Spar., 5
Sciaen., 2 Gerres, 1 Trigla, 1 Batr., 4 Pleuron., 1 Malthe,
1 Tetrodon, keine sp. n.; Proc. U. S. N. Mus., Bd. 7, S. 230
bis 234.
D. S. Jordan und Meek, List of fishes obs. in St. Johns
River at Jackson ville , Fa., zusammen 16 Arten: 1 Silur, und
3 Cyprinodont. mit Noten, vergl. auch Paralichthys (Pleuren.);
1 Mugil, 2 Pomotis, 1 Sargus, 6 Sciaen., nur Namen; Pr. Nat.
Mus., Bd. 7, S. 235—237.
D. S. Jordan, List of [Süssw.] fishes coli, in Lake Jessup
and Indian River, F^, by Mr. R. E. Earll, 10 Cyprinodont.
(1 n. sp.), 1 Mugil., 1 Äther., 2 Perc. (l n.), 2 Gobiid., zus.
17 Sp.; Proc. U. S. N. Mus., Bd. 7, S. 322—324.
Mittelamerika. Einzelne Gattungen behandeln (vergl.
den syst. Th.): Epinephelus (Smiley, Block Island), Sciaena
(Jord. u. Gilb.), Caranx (J. u. G.), Cottus (Fischer, Barbados,
s. S. 370), Scaridae (Jord. u. G.), Anguilla (Meek).
T. H. Bean und H. G. Dresel, „A catalogue of fishes
received from Jamaica with descriptions of Pristipoma appro-
ximans and Tylosurus [Belone] euryops;" 100 Arten, Trivial-
namen, sonst meist ohne weitere Zusätze. Proc. U. S. Nat.
Mus., Bd. 7, S. 151—170.
D. S. Jordan, Notes on fishes coli, at Guaymas, Mexico,
by H. T. Emeric. [4 Sp., Gobiosoma histrio sp. n.]. Proc. U.
S. N. Mus., Bd. 7, S. 260—261.
Südamerika. Vergl. im syst. Th. unter: Aelurichthj^s
[Silur.] (Jordan), Rhodeoides [Cyprinodont] (Thominot),
Heptranchias [Squali] (Gar man, Patagonien).
Südgeorgien. Fischer, vergl. S. 370.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 377
Systematische Arbeiten ohne faunistische Be-
grenzung, welche im syst. Th. berücksichtigt werden: Fritsch,
Torpedo, Gill u. Ryder, Saccopharyngidae, Gill, Teuthidae,
Stemoptychidae, Plectognathi, Ichthyotomi [Elasmobr.], Hilgen-
dorf, Triacis, Og.-Grant, Sicydium u. Lentipes, Sagemehl,
Physostomi, Characinidae.
Fossile Fische.
A. Alth, Bemerkungen über die Schilder von Pteraspis und Sca-
phaspis aus den palaeoz. Schichten des galizischen Podolien; Abh. Sitzb.
Akad. Krakau, Bd. 11, S. 160—187, Taf. 6 (polnisch).
Fr. Bassani, üeber 2 Fische aus der Kreide des Monte S. Agata
im Görzischen (Elopopsis Haueri B. und Coelodus suillus Heck.); Jahrb.
d. k. k. geol. Reichsanst., Bd. 34, S. 403—406, Taf. 9.
C. W. Claypole, Note on the occurrence of Holoptychius , about
500 f. below the recognized top of the Chemung Group in Bradford Co. ;
Pr. Amer. Philos. S., Bd. 20, S. 531 (1883).
Derselbe, Prelimin. note on some fossil fishes recently discovered
in the Silurian rocks of N. America, I; Amer. Naturalist, Bd. 18, S. 1222
bis 1226.
E. D. Cope, On the structure of the skull in the Elasmobranch
genus Didymodus (vergl. den syst. Theil); Proc. Am. Philos. Soc, Bd. 21,
S. 572—590, 1 Taf. und Palaeont. Bull. No. 38; Ausz. in Amer. Natu-
ralist Bd. 18, S. 412.
Derselbe, The genus Pleuracanthus ; Amer. Naturalist, Bd. 18,
S. 818, 1 Taf. [Schädel von Didymodus].
Derselbe, 5. contribution to the knowledge of the Fauna of the
Permian formation of Texas; Amer. Philosoph. Soc, 15. Aug. 1884,
1 Taf.
J. W. Davis, Description of a n. sp. of Ptycholepis [P. gracilis]
from the Lias of Lyme Regis; Ann. Nat. Eist. (5) Bd. 13, S. 335 — 337,
Taf. 10.
Derselbe, Description of a new genus [Lissolepis] of fossil fishes
from the Lias; Ann. Nat. Hist. (5) Bd. 13, S. 448—453, Taf. 16.
Derselbe, On a n. sp. of Coelacanthus (C. tingleyensis) from the
Yorkshire Cannel Goal; Trans. Linn. Soc. Lond. (2) Bd. 2, S. 427 — 433.
Taf. 46—49.
Derselbe, On .some remains of fossil fishes from the Yoredale
series at Leybum in Wensleydale [nov. gen.: Gomphacanthus, Hemiclado-
dus, Astrabodus, Cyrtonodus, Echinodus, Diplacodus; 10 sp. n.]; Quart.
Journ. Geol. Soc. London, Bd. 40, S. 614 — 635, 2 Taf.; Ann. Nat. Hist.
(5) Bd. 13, S. 145-146; Meet. Brit. Ass. Adv. Sc, Rep. 53, S. 492 — 493.
378 ^^' F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
C. Hasse, Einige seltene palaeontolog. Funde [Haie und Rochen];
Palaeontographica, Bd. 31, Lief. 1, 2, S. 1—10, 2 Taf.
O; St. -John und H. Worthen, Description of fossil fishes. A
partial revision of Cochliodonts and Psammodonts , incl. notes of miscell.
material from the Carbonif. Formations of the U. S. ; Geol. Survey Illi-
nois, Bd. 7, S. 57—260.
E. Kays er (F. v. Richthofen), Beitr. zur Paläont. von China; Pisces,
Berlin, 4°. 1883.
Kinkelin, Ueber Foss. aus Braunkohlen der Umgebung von Frank-
furt a. M.; Ber. Senckenb. naturf. Ges. S. 165 — 182, Taf. 1. (Ein Lepi-
dosteus verw. Genus nach wenigen Resten beschrieben.)
Derselbe, Die Schleusenkammer von Frankfurt-Niederrad und ihre
Fauna; ebenda S. 219—254, Taf. 2, 3. (Lepidosteus Strausi^ Alburnus
miocaemcus, Tinea Francofurtana.)
E. R. Lankaster, Rep. on fragments of fossil fishes from the
palaeozoic strata of Spitzbergen; Svenska Ak. Handl. Bd. 20, No. 9,
S. 1—7, Taf. 1—4.
R. Lawley, Selache Manzoni sp. n., Dente fossile della Molassa
miocenica del Monte Titano; Atti S. Tose. Sc. N. , Pisa, Bd. 5, S. 167,
Abbild.
M. Lohest, Rech, sur les poissons des terrains paleoz. de Belgique.
Poisp. de l'ampelite alunifere des genres Campodus, Petrodus et Xystra-
canthus; Ann. Soc. Geol. Belg., Bd. 11, S. 295—325, Taf. 3-5.
A. T. Metcalfe, On vertebr. remains in the triassic strate of the
south coast of Devonshire; Quart. Journ. Geol. Soc. London, Bd. 40,
S. 257 — 262; Ann. Nat. Hist. (5) Bd. 13 S. 146-147.
L. C. Miall, On a new specimen of Megalichthys from the York-
shire Coalfield. 6 Holzschn. Quart. Journ. Geol. Soc. London, Bd. 40,
S. 347 — 352, 6 Abb.; Ann. Nat. Hist. (5) Bd. 13, S. 483 — 484.
E. N. S. Ringueberg, A new Dinicthys from the Portage Group
of western New York [D. minor sp. n.]; Araer. Journ. Sc. (3) Bd. 27,
S. 476 — 478, Abb.
H. E. Sauvage, Note sur le genre Pachycormus; Bull. Soc. Linn.
Normand. (3), Bd. 7, S. 144, Taf. 4.
Derselbe, Notice sur le g. Caturus, les especes du Lias sup. de
l'Yonne; Bull. Soc. Sc. Yonne (3), 7, S. 32—49, Taf. 1, 2.
T. Stock, On a specimen of Gyracanthus from the Carb. Limest.
series of Burgh Lee; Trans. Edinb. Natur. Club, Bd. 1, S. 50—52.
R H. Traquair, Description of a fossil shark (Ctenacanthus costel-
latos) from the lower carbonif. rocks of Eskdale, Dumfriesshire ; Geol.
Mag. (3), Bd. 1, S. 3—8, Taf. 2.
Derselbe, Descr. of a new sp. of Elonichthys from the lower carb.
r. of Eskdale; ebenda S. 8 — 10.
Derselbe, Remarks on the g. Megalichthys Ag. with description?
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 379
of a n. sp.; ebenda S. 115—121, Taf. 5, und in: Pr. Phys. Soc Edinb.,
Bd. 8, S. 67—77, Taf. 4.
Derselbe, Notes on the genus Gyracanthus Ag.; Ann. Nat. Hist.
(5), Bd. 13, S. 37 — 48.
H. Trautschold, üeber Edestus und einige andere Fischreste des
Moskauer Bergbalkes; Bull. Soc. Imper. Natural. Moscou, Bd. 58 (1883),
S. 160—174, Taf. 5.
Derselbe, Die Reste permischer Reptilien des Palaeontol. Kabinets
der Univ. Kasan; Nouv. mem. Soc. imp. Natur. Moscou, 4". 8 Taf. Die
hier beschriebene neue G. Trematina (foveolata) stellt lediglich entzahnte
Mundknochen eines diluv. oder alluv. Esox dar.
C. de Vis, Notes on remains from the Postpliocene referred to
Ceratodus Forsten; Proc. R. S. Queensland, Bd. 1, S. 40—43.
A. S. Woodward, Chapters on fossil sharks and rays; Sc. Gossip,
S. 172—174, 227—230, 267 — 272. Abb.
, Systematik.
Incertae sedis: Derichthys, s. hinter Muraenidae.
Acanthopteri,
Fercidae. Perca fluviatilis, Hermaphroditismus, s. M. Weber, S. 347.
(Labrax.) Roccus lineatus im untern Mississippi-Gebiet angetroffen;
T. H. Bean, Pr. Nat. Mus., Bd. 7, S. 242 — 244.
Etheostoma, mit diesem Genus sollten vereinigt werden Poecilichthys,
Boleichthys, Nothonotus, Nanostoma, weil die Vollständigkeit der L. 1. kein
generischer Char. ist, ebenso auch nicht die Vereinigung der Kiemenhaut ;
Poec. borealis, D. 8/9, A. 2/7, L. 1. 53 (15 Poren), tr. 4/10, Montreal
(Canada); P. gidescens, sg. Bolei., 12/11, 2/7, 56, 2/10, ähnlich eos,
Nashville (Georgia); P. Sivaini [= Jessiae 1885], Monticello, Mississippi;
P. Beani [== Boleosoma Olmstedi maculatum 1885], Missouri; D. S.
Jordan, ebenda S. 477 — 480.
Poecilichthys palustris, Indiana, [= Etheost. sg. Boleichthys fusif.
Gir., Jordan 85]; Gilbert, ebenda S. 209.
Serraria n. g., typ. sciera Swain, von Hadropterus getrennt wegen
des gesägten Praeop. [= Hadr. subg., Jord. 85], S. sciera beschr. ; Gil-
bert, ebenda S. 205.
Centropristis wird in 3 Subg. zerlegt: Centropr. s. s., Zähne gleich-
gross, Paracentropristis, einige vordere Z. etwas grösser und Aprion
mit hundsartigen Vorderz. C. (A.) pristipoma Blk. auch im R. M., Kluu-
zinger, F. d. Roth. M., S. 16.
Paracaesio xanthurus Blk. statt Apsilus fnscus Klz. Syn.; Klz.,
ebenda S. 17.
380 ^^' F' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Serranus. Hyposerranus d. sbgn. Zähne der Unterk. selbst im
Alter nur zweireihig, Typ.: S. morrhua C. V., der Rest der G. als Ser-
ranus s. s.; S. areolatus Fk. wird S. (Hvpos.) Geoffroyi KIz., S. celebicus
Blk. wird S. (H.) areolatus Fk. , S. miniatus Fk. var. hemisticta u. sex-
raaculata Rp. werden Arten, S. micronotatus Rp. kommt zu tauvina Fk.,
melanurus Gfr. zu Geoffroyi KIz., Sebastes (I) meleagris Pet. (1864) zu
S. sumana, Epinephelus Retouti Blk. (Madagascar) zu fasciatus Fk.; sowie
zahlreiche sonstige Bemerkungen zur Synonymie. Elunzinger, F. d. Roth.
M., S. 1 — 7. Abb.: S. areolatus Fk., morrhua C. V., tauvina Fk. Taf. 1,
F. 1—3; S. sumana Fk. ad. et juv ; S. marmoratus KIz. Taf. 2, F. 1—3.
Pseudoserranus cabrilla L. im Rothen M. , syn.: Ps. bicolor Kossm.
u. R., Klunzinger, ebenda S. 6, Taf. 2, F. 4, 5. — Als S. cabrilla L.
beschreibt und bildet ab den Sebastes norv. (nach Day), J. C. Ewart, Rep.
Scot. Fish, Bd. 2, App. 7, S. 79, Taf. 12.
Serranus subfasciatus , D. Il/l5, A. 3/8, L. 1. 105, tr. 14/24, von
fasc. durch kleinere Schuppen u. Zeichnung versch. , Cardwell; de Vis,
Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 389. S. mars D. 9/15, A. 3/8, von
urodelus abw. durch fleckenlose FL, C. concav, Cardwell; ebenda S. 390.
S. mysticalis^ D. 11/16, A. 3/8, L. 1. 100, von moara abw. durch einfarb.
Körper u. schwarze Linien am Kopf, Küste von Queensland; ebenda S. 390.
D. S. Jordan und J. Swain, A review of the american sp. of
Epinephelus and related genera; nach Abscheidung der Gatt. Labrax,
Serranus (worin Centropristis-, Anthias- u. Paralabrax- Arten), Plectropoma,
Anthias, Paranthias, Polyprion und Stereolepis bleiben als Rest der Fam.
Serranidae 6 eng verwandte Gatt. I. Mycteroperca (= Trisotropis Gill,
Parepin. Blk.) mit 12 am. Sp. , IL Promicrops: nur itaiara Licht., IIL
Epinephelus, 12 Sp. , IV. Alphestes (Plectropoma - Arten) : pictus, multi-
guttatus, afer, V. Enneacentrus: panamensis St., guttatus (nebst coronatus),
taeniops, fulvus (nebst ouatalibi u. punctatus), dubius, VI. Dermatolepis:
inerrais, punctatus Gill, zusammen 35 Arten; Schlüssel, Beschreibungen,
Synonymie. Proc. ü. S. Nat. Mus., Bd. 7, S. 358—410.
(Serranus.) Trisotropis bonaci Poey beschrieben, Jamaica; Bean u.
Dresel, ebenda S. 164.
Serranus nigritus Hlbr., weit nördlich (Massach.) gefangen (300 Pfd.
schwer), Smiley, Bull. ü. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 240. — 9 Sp. Epi-
nephelus erwähnt, S. formosus, Lebensfärbung, Jordan, Pr. N. Mus.,
Bd. 7, S. 124—125; S. phoebe, neu für N. Am. (Florida), bei S. form.
juv. das Praeop. nur mit einem starken Dom, ebenda S. 35.
Anthias (Pseudanthias) squamipennis Pet., Abb., Klunzinger, F. d.
Roth. M., Taf. 3, F. 1; A. (Ps.) gibbosus KIz. dem squamip. nahe, aber
Flossen schwächer beschuppt, 3 D.-Stachel kurz, S. 9 ; A. (Ps.) taeniatus
Kk. vom vorigen durch L. 1. 50 (statt 40) u. Höhe 3V2 (st. 2V2) abwei-
chend, S. 9, Taf. 3, F. 2.
Th. Gill, The osteological characteristics of the Lutjaninae (7 am.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884, 381
Gatt.), trennt wieder die Mesoprion-artigen Genera als Subf. von den eigent-
lichen Sparidae, mit denen die neuern am. Autt. sie vereinigten; die Lutj.
haben keine deutlichen Tuberkel am Schädel für die Anlenkung der Epi-
pharyngia, keine Apophysen zur Anlenkung des Palatinums und des Prae-
orbitale, die Parapoph. der vorderen Wirbel atrophiren; Jordan schliesst
sich ihm neuerdings an. Proc. Nat. Mus., Bd. 7, S. 351 — 355.
Jordan und Swain, Review of the sp. of Lutjaninae and Hoplo-
pagrinae, in amer. waters, sehr ausführlich, erkennen in ersterer Subf.
ihrer Sparidae 7 Gatt, an: I. Lutjanus mit 20 Sp. , 6 pac, 14 atlant.,
II. Ocyurus: 0. chrysurus Bl., III. Rhomboplites: Rh. aurirubens C. V.,
IV. Tropidinius (== Apsilus): A. dentatus, V. Aprion: A. macrophth. M.
Tr. , VI. Etelis: oculatus C. V., VII. Verilus: V. sordidus Poey, also
zus. 26 Sp.; zu der 2. Subf. gehört nur: Hoplopragus Güntheri Gill, mit
ganz nach vom gerichtetem vordem Nasenloch und 3 grossen Mahlz. am
Vomer.; ebenda S. 427 — 474. — Bemerk, über 7 Sp. v. Lutj , ebenda
S. 125 — 126.
Lutj. Stearnsii G. et B. = caballerote Poey [nach Jord. = griseus
L.], L. Blackfordii G. et B., nicht id. mit dem ursprünglichen (1860)
Typus von campeachanus Poey [nach Jord. alle = vivanus C. V.] ; Goode
u. Bean, ebenda S. 42 — 43.
Mesoprion (= Diacope + Mesoprion Cuv.), die Gestalt des Zahn-
feldes am Vomer variirt (bei M. argentimaculatus mit und ohne hinteren
Ausläufer), erythrina Rüpp, wahrsch. = annularis C. V., monostigma aut.
= lioglossus Blk., macrolepis Ehrb. = argentimaculatus Forsk., M. Ehren-
bergi Pet., Abb. Taf. 2, F. 6, Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 10—15.
Genyoroge nigricauda^ D. 10/15, A. 3/8, L. 1. 48; ähnlich Benga-
lensis, Küste von Queensl. ; de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 391;
G. notata var., ebenda.
Eleutheractis coriaceus Cope (1870) ist identisch mit Rhypticus
saponaceus Bl. Sehn., Florida, neu für N. Am.; Jordan, Pr. Nat. M.,
Bd. 7, S. 35 ; Notiz üb. Rh. maculatus, ebenda.
Ambassis Commersonii Rüpp. wird Klunzingerii Steind. Abb. Taf. 3,
F. 3, Abb. von denticulata Klz. Taf. 3, F. 4. Klunzinger, F. d. Roth.
M., S. 24.
Pseudambassis nigripinnis ^ D. 7 1/8, A. 3/9, L. 1. 29, tr. 11, von
Ramsayi abw. durch schwarz gesäumte Schuppen u. Fl. , kleinem Kopf,
breitere Stim, Brisbane; de Vis, P. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 393.
Ps. pallidus, A. 3/8, L. 1. 25, tr. 9, von Macleayi abw. durch kleinere
Fl. und Augen, höheren Körper, Queensland; ebenda S. 393. Ps. convexus,
7 1/6, 3/8, 22, 11, von nigripinnis abw. durch längere D.- und A.-
Stacheln, ohne Zeichn., Queensl.; ebenda S. 394.
Apogon annularis Rüpp. wird aureus Lac, monochrous Blk. wird
bandanensis Blk., A. bifasciatus Rüpp., Abb. Taf. 3, F. 5, juv. ; Klun-
zinger, F. d. Roth. M., S. 18-22.
3öä ^^'- ^' fiilgendotf: Bericht über die Leistungen
Apogon roseus, D. 7 (incl. 1 rudim. St.) 1/9, A. 3/10, L. 1. 27,
tr. 10, rosa Längsbinde, schwarzer Fleck auf D.- Spitze, Mossambique ;
J. G. Fischer, Jahrb. wiss. Anst. Hamburg, Bd. 2, S. 66.
Apogon guttulatus All. u. Mach gehört zu Apogonichthys, Beschreib. ;
Steindachner , Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1065. — Apogon conspersus
Klz. , dazu syn. : Vincentia Waterhousei Casteln. (73) und A. opercularis
Macl. (78), ebenda S. 1066, Abb. Taf. 1, F. 1.
A-pogon Lemprieri, D. 6 — 1/10, A. 2/9, Leib ohne Zeichnung, braun,
Tasmanien, Johnston, Pr. R. Soc. Tasm. 1882, S. 142.
Apogon Simplex, D. 7 1/9, A. 2/8, L. 1. 25, tr. 9, einfarbig weinf.
grau, Cooktown; de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 394. A. rudis,
7 1/9, 2/8, 24, 2/6, einf. gelbbraun, schwarzes Band an der Basis der
D. II, Cardwell; ebenda S. 395.
Apogonichthys longicauda, L. 1. 38, tr. 3/13, bräunlich, braungefleckt,
Queensland; de Vis, ebenda S. 395. — A. auritus C. V., dazu syn.: A,
marmoratus All. u. Macl. u. poljstigma Blk. , Steind. , Sitzb. Ak. Wien,
Bd. 88, S. 1066.
Chilodipterus octovitt. C. V. wird macrodon Lac, Klunz., F. d. Roth.
M., S. 23.
Priacanthus Junonis, D. 10/13, A. 3/14, L. 1. 87, Queensland; de
Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 392.
Herops n. g. (Priacanthina). Comprimirt, hoch; Br. 6; Kopf oben
nackt ; Zähne auf Vomer und Pal. , Kiefer ohne Caninen ; Auge gross ;
Operc. mit Stacheln, Praeop. gesägt ohne St.; 1 D., tief gekerbt, D. u.
A. ohne Scheide; L. 1. ohne Unterbrechung; Mundspalte sehr schräg.
H. inunda, D. 10 11 — 12, A. 3/ll, L. 1. 51, tr. 5/ll, Cardwell; de Vis,
ebenda S. 392.
Dinolestes Klz. 1879 zu den Percidae statt Sphyraenidae gebracht,
Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 127.
(Grystes.) Micropt. Dolomieui u. nigricans, Noten, J. Dury, J.
Cincinn. Soc, Bd. 7, S. 140. — Kopfrippe bei Gr., s. Shufeldt, S. 332.
Autisthes n. g. Bleibende Vomerzähne; Körper oblong, Kiefer
subaequal; eine D., tief gekerbt, mit 12 Stacheln; in jedem Kiefer eine
Reihe starker konischer Zähne. Alle Kopfknochen bewaffnet, Op. mit
starkem Stachel; Schuppen klein; 3 starke A.- Stacheln; Auge gross;
keine Kinugrube oder Mandibularporen. A. argenteus, D. 12/10, A. 3/8,
L. 1. 85, tr. 14/26, Küste von Queensland; de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales,
Bd. 9, S. 398.
Homodemus n. g. Br. 6; D. ungetheilt mit 11 Stacheln, A. mit
3; keine Caninen, Sammetzähne auf Vomer und Palatinum, in den Kiefern
mit äusserer grösserer Reihe, Zunge zahnlos; Operc. mit einer stumpfen
Spitze, ganzrandig, Praeop. ganzr.; Schuppen klein; Unterkiefer vorragend.
H. cavifrons, D. tief gekerbt, 11/16, A. 3/l3, TuUy-River; de Vis, ebenda
S. 395—396.
in der Ichthyologie wähi'end des Jahfes 1864. 383
Microperca Tasmaniae, D. 8—1/7 — 8, A. 3/8, L. 1. 28 — 30, tr. 12,
Süssw., olivengrün mit rothem Längsstreif; Johnston, Pr. R. Soc. Tasm.
1882, S. 110.
Gulliveria Ramsayi, Br. 5, D. 6—1/10, A. 2/9, L. I. 44, tr, 4/12,
Süssw. bei Port Darwin, W. Macleay, Pr. Linn. S. N. S. Wales, Bd. 9,
S. 11.
Paradules Klz. syn. zu Nannoperca Gth., W. Macleay, ebenda S. 10.
Dules humilü, D. lO/ll, A. 3/11, L. 1. 50, tr. 5/10, ohne Flecken,
Queensland; de Vis, ebenda S. 396.
Elassoma Evergladei^ L. 1. 28, tr. 14. Indian R. (Florida); Jordan,
Pr. Nat. Mus., Bd. 7, S. 323.
Pristipomatidae. Hephaestus n. g. Verwandt mit Lobotes. Körper
ziemlich hoch, Auge ziemlich klein, Mund horizontal, Unterkiefer etwas
zurückstehend; D. mit 12, A. mit 3 Stacheln; C. ausgerandet; keine
Caninen, keine Vomer- oder Palatin - Zähne ; Praeop. gezähnt, Op. mit
stumpfen Spitzen; Schuppen massig, ctenoid; Br. 6; Pseudobr. und
Schwimmblase ?. H. Tulliensis, Tully- und Murray -River (Queensland);
lebt von Zostera; de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 399.
Theraponidae, zu dieser als Fam. betrachteten Abth. stellt Klunzinger
ausser Monoropsis u. Therapon auch Arripis, als Charaktere gelten beson-
ders die freie Schuppenscheide der D. und das weite Zurückstehen der
V. ; dagegen bleibt Dules s. s. (mit Blk.) bei den Grystinae; Therapon
ghebul C. V. wird puta C. V., Th. (Pelates) quadrilineatus BI. neu für
d. R. M., Klunzinger. F. d. Roth. M., S. 25 — 26.
Therapon spinosior, D. 14/8, A. 3/8, L. 1. 56, tr. 4/12, Queensland;
de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 397. Th. acuslirostris , ähnl.
oxyrhynchus, aber L. tr. 8/18, Queensl.; ebenda S. 398.
Helotes profundwr, D. 12/10, A. 3/9, L. 1. 90, tr. 17/36, Südaustra-
lien; de Vis, ebenda S. 397.
Pristipoma affine, nahe suillum C. V., aber Praeop. wenig ausge-
buchtet, D. 12/16, A. 3/10, Auge 3V2 in Kopf 1. , Eloloby (W. Afrika);
J. G. Fischer, Jahrb. wiss. Anst. Hamb., Bd. 2, S. 66. — Pr. furcatum
Bl. Sehn., dazu syn.: punctulatum Rüpp. Klunzinger, F. d. Roth. M.,
S. 28. Pomadasys approximans nur durch Längenverhältnisse der D.-
und A.-Stacheln von cultriferum Poey versch , Jamaica ; Bean u. Dresel,
Pr. U. S. Nat. M., Bd. 7, S. 160—161. — Pom. virginicus und chryso-
pterus, Bemerk., Key West, Fa.; Jordan, ebenda S. 127.
Diagranmia pictum Thunb., dazu syn.: punctatum C. V.; D. sordi-
dum Klz. u. umbrinum Klz. Abb. Taf. 3, F. 6, 9. Klunzinger, F. d.
Roth. M., S. 30—31.
Scolopsis inermis Schleg. neu für das Rothe M., Abb. Taf. 7, F. 3,
Sc. Vosmeri Bl. statt japonicus Bl., Klunzinger, F. d. Roth. M. , S. 32.
— Sc. plebaeitis, Queensland; de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9.
S. 400.
384 I^^- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Dentex (Polysteganus) coeruleopunctatus Klz., Abb. Taf. 4, F. 1, D.
nufar C. V. Fig. 2. Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 35.
Gymmoeranius Klz. (früher als Subg.) wird Gattung, Typ. Dentex
rivulatus Rüpp. id. S. 36.
Synagris japonicus Bl., dazu syn.: Synagris filamentosus G., Dentex
Blochii Blk. id. S. 36.
Caesio suevicus^ schlanker als lunaris und mit gelber Längsbinde, id.
S. 46, Taf. 5, F. 2.
Haemulon. Jordan und Swain revidiren diese ausschl. amer. G.
u. erkennen 20 Arten an, welche in 5 Subg. vertbeilt werden: I. Subg.
Haem. : H. sexfasc. (pacifisch) , macrostoma (atl.) , gibbosum (a.) , Parrae
(a.), acutum (a.), Scudderi (p.), fremebundum (a.), carbonarium (a.), Steind.
(p., a.?), melanurum (a.), sciurus (a.), Plum. (a.), flavolin. (a.), IL Brachy-
genys: H. chrysarg. (a.\ taeniatum (? = ehr. juv., a.), III. Bathystoma:
H. rimator (n. N. für chrysopterum antt., a.), aurolin. (a.), quadril. (a.),
IV. Lythrulon: H. flavoguttatum fp), V. Orthostoechus : H. maculicauda
(p.). Die geringen unterschiede des G. Pristipoma liegen in dessen nicht
rothera, (meist) kleinerem Maul, und der gar nicht oder weniger beschupp-
ten weichen D. und A. Pr. Nat. Mus., Bd. 7, S. 281—317. — H. fre-
mebundum (Jamaica) von chromis und rimator wohl versch.; Bean und
Dresel, ebenda S. 159. — 7 Sp. von Haem. mit kurzen Bemerk, erwähnt,
Jordan, ebenda S. 126—127.
Der Fam. Maenidae theilt Klunzinger zu: Maena, Smaris, Gerres,
und unsicherer Datnioides, Erythrichthys (Dipterygonotus Blk.), Gymno-
caesio (nicht aber Caesio). — Maena speciosa, Mittelform zwischen vulg.
u. Osbeckii, Messina; Cocco, Nat. sie, Bd. 4, S. 27.
Gerres Rueppellii Klz. = oyena Klz. Synopsis, Rüpp., Day nee Fk.;
G. argyreus Forst. = arg. autt. nee Klz. Syn., Abb. Taf. 13, F. 3, Taf. 5,
F. Ib; G. oyena Fk. = oy. Gth., Blk., argyreus Klz. Synops., Abb.
Taf. 5, F. 1, la.; Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 48—49. — Gerres
splendens^ L. 1. 48, tr. ca. 3V2/9, Cardwell; de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales,
Bd. 9, S. 400. Gerres 5 Sp. bei Key West, Lefroi und cinereus neu für
N. Am., Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 130.
Sparidae. Die Begrenzung der Fam. behandelt Klunzinger, F. d.
Roth. M., S. 34, die Denticinae werden einbegriffen, Aphareidae, Caesio-
nidae, Maenidae, sowie Pimelepteridae als Fam. abgeschieden. Triptero-
don zu den Chaetodonten, S. 62.
Cantharus lineatus Mont. in Holland, Kerbert, s. S. 367.
(Sargus.) Diplodus Holbrooki, Lebensfärb. , Jord. u. Sw. , Pr. Nat.
M., Bd. 7, S. 232. — D. unimac. und rhomboides. Bemerk., Key West,
Jordan, ebenda S. 128.
Lethrinus ornaLus^ D. IO/8, A. 3/8, L. 1. 47, tr. 5/17, Wide Bay,
de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 458. — Lethrinus miniatus
Forst., neu f. d. Rothe M., Abb. Taf. 7, F. 2, xanthochilus Klz., Taf. 6,
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 385
F. 3 , acutus KIz. (in d. Synopsis mit ramak Fk. vereinigt) = rostratus
Day, Abb. Taf. 7, F. 1, nebulosus Fk., Taf. 6, F. 1. Klunzinger, F. d.
Roth. M., S. 38—41.
Sparus wieder mit Blk. im altern Sinne erweitert = Chrysophrys
+ Pagrus -h Pagellus; Sp. (Pagrus) megalommatus Klz., Abb. Taf. 4,
F. 3, Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 43.
Sp. (s. s. [Chrysophrys C. V.]) berda Fk. = hasta Gth., Blk., Bl. ?,
Taf. 13, F. 1. id. S. 44.
Sparus pagrus L., Exempl. gleicher Grosse von Florida und Italien
identisch; Goode u. Bean, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 46.
D. S. Jordan und C. H. Gilbert, A review of the [amer.] spe-
cies of the gen. Calamus [Chrysophrys u. Pagellus], 10 Arten anerkannt
[wovon in Gth. Cat. erst 3 berücksichtigt]; C. proridens , L. 1. 5.5, oben
2 starke, nach vorn gerichtete Hundsz. (== megaceph. J. G. Syn. nee
Swains.); calamus, bajonado, brachysomus, sp. n. (Charleston), penna, ma-
crops, microps, arctifrons, medius, nur brachys. pacifisch, C. pennatulus
Guich. bleibt unerledigt (11. Art.?); ebenda S. 14 — 24. — C. proridens (s. c),
Key West, für pennatula Guich. gehalten, welcher aber gestreckter, J. u.
G., ebenda S. 150. — C. arctifrons juv., Lebensfärb., Florida, Jord. u.
Sw.. ebenda S. 232. — Kurze Bern, über 5 C.-Sp., Key West, Fa., Jor-
dan, ebenda S. 127—128.
(Pimelepterus.) Cyphosus Bosqui, Bemerk,, Key West, Jordan,
ebenda S. 128.
Pim. cinerascens (tahmel) Fk. in Klz. Synopsis zerfallt jetzt in 3 Sp. :
cinerascens Fk. , fallax Klz. (= indicus Klz. nee C. V.) und waigiensis
Q. G. (= fuscus Day nee Lac); fuscus vielleicht ein erwachsener fallax;
Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 64—65.
Squamipinnes. Chaetodon aurora, D. ca. 12/30, A. 3/20, L. 1. 30,
nahe ulitiensis, Küste von Queensland; de Vis, Pr. L. Soc. N.-S. Wales,
Bd. 9, S. 453; Ch. ephippium von Cardwell, ebenda; Ch. nit/npes, D.
14/63, A. 3/18, L. 1. 35, A. mit hinten breiterem, schwarzem Saum,
Queensl., ebenda; Ch. ffermanus, D. 13/24, A. 3/18, L. 1. 42, keine Augen-
binde, Queensl., ebenda S. 454; Ch. Townhyi, D. 6/28, A. 3/20, L. 1. 54,
6 dunkle Querbänder, Moreton Bay, ebenda.
Chaetodon guttatissimus Klz. Synop. (nee Benn.) ist Mertensii C. V.;
Ch. larvatus C. V. umgeändert in triangulum C. V., Ch. pictus Fk. in
Var. von vagabundus L., vittatus Bl. Sehn, in trifasciatus M. Park, dazu
kommt Ch. Klunzinger! Kossm. u. R. als Var.; Ch. semilarvatus C. V.
ist nicht = lineolatus juv., Abb. Taf. 11, F. 1; Klunzinger, F. d. Roth.
M., S. 55—57.
Heniochus macrolepidotus L. juv., Abb. Taf. 8, F. 3, idem S. 58.
Pomacanthus aureus, neu f. N. Am., Bemerk., Key West, Jordan,
Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 131.
Holacanthus ciliaris desgl. — H. melanospilus Blk. im Roth. M.,
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. H. Z
386 ^J"' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
H. asfur Fk., Abb. der typischen Form Taf. 8, F. 2, die in der Synopsis
damit vereinigte var. striata Rüpp. wird eigne Art H. coeruleus C. V.,
die 2 andern Var. lineata und coerulescens Rüpp. werden zus. = macu-
losus Forsk., Abb. Taf. 8, Fig. 1; Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 60—61.
— H. sphynx, D. 14/16—17, A. 3/l7, L. 1. 45, einf. hellgoldbraun,
Queensl. , wo auch bicolor und semicircularis , de Vis, Pr. L. S. N.-S.
Wal., Bd. 9, S. 457.
Scatophagus quadranus L. 1. ca. 80, von argus abw. durch 4. D.-St.
sVa (statt 2V2) in der Körperhöhe, dieser und der folgenden Sp. fehlt der
liegende Stachel vor der D. , Queensl., de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wal.,
Bd. 9, S. 455; Sc. aetate-varians , D. 12/16, A. 4/l5, ähnl. multifasc,
4. D.-St. 3 mal in Kh., Qaeensl., ebenda S. 456.
Tripterodon Playf., neu für d. Rothe M., von Klunzinger, F. d. Roth.
M. , S. 62, zu den Chaetodonten, Unterf. Drepaninae (statt Sparidae) ge-
bracht, T. orbis PI. bei Massaua von Heuglin gesammelt.
Hoplognathidae. Hoplognathus Conwayi? Rieh., Tasmania, John-
ßton, Pr. R. S. Tasm. 1884, S. 193.
MuUidae. Upenoides ruhriniger, D. 8/8, A. 7, L. 1. 27, tr. 2/5,
P. dunkler als der Körper, Kopf u. übrige Fl. schwarz, [Australien], de
Vis, Pr. L. S. N.-S. Wal, Bd. 9, S. 458.
Mulloides armatus; A. 1/6, L. 1. 40, tr. 2V2/7, einfarbig, Queensland,
de Vis, ebenda S. 458.
Mulloides erythrinus Klunzinger = ruber Klz. Synop. nee Mullus
ruber Lac, F. d. Roth. M., S. 50.
Parupeneus notospilus Klz. ibid. S. 51. = spilurus Klz. Synops. nee
Blk., Abb. Taf. 5, F. 3; P. luteus C. V. (= cyclostoma Gth.) statt pleuro-
spilus Klz. Synops. ibid. S. 52; P. chryserythrus Lac. statt cyclostoma
Klz. Syn., ibid.
üpeneus balteatus (neu f. N. Am) und maculatus, Bemerk., Key
West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 129.
Nandidae. Plesiops gigas (1883), Steindachner, Sitzb. Ak. Wien,
Bd. 88, S. 1089.
Cirrhitidae. Cirrhites aprinus C. V. neu für d. R. Meer, Klunzinger,
F. d. Roth. M., S. 67.
Chilodactylus fuscus Casteln. beschrieben bei Steindachner, Sitzb. Ak.
Wien, Bd. 88, S. 1077; Ch. nebulosus Klz. durch Rückbildung der Schupp,
auf den Wangen zu Chironemus überleitend. Abb. Taf. 2, Fig. 1, ebenda
5. 1078.
Latris hekateia Rieh., Reihe grösserer Aussenzähne, ebenda S. 1081.
Mendosoma AUporti, D. 23 — 1/25, L. 1. 76, tr. 5/16, einförmig
dunkelgrau, Tasmanien; Johnston, Pr. R. S. Tasm. 1880, S. 64.
Scorpaenidae. Scorpaena Plumieri , Stearnsi , grandicornis (neu für
N. Am.), calcarata, Key West, Bemerk., nach der Achselfärb, zu unter-
scheiden, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 137—139.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 387
Sebastiehthys proriger J. et G., subsp. n. brevispinis, Peritoneum
weiss, 2. A. -Stachel kürzer als 3., Ahiska, Bean, Pr. Nat. M., Bd. 6,
S. 359, 5 andre Sp. von N. W. Amer. erwähnt, wovon nebulosus und
nigrocinctus neu fiir Alaska, ebenda S. 353.
Sebastes guamensis Q. G. , dazu geh<3ren als SjTionyme : rubropunc-
tatus C. V. , polylepis Blk. , strongia Day (nee. aut.). S. meleagris Pet.
(1864) ist ein Serranus (S. sumana). Klunzinger, F. d. Roth. M. S. 72.
— S. norwegicus s. S. 380, unter Pseudoserranus.
Pterois cincta Rüpp. wird radiata C. V.; Pt. volitans L. Abb. Taf. 5,
F. 5 juv.; Klunz., F. d. Roth. M, S. 73.
Apistus alatus C. V., dazu syn.: carinatus Bl. Sehn. u. israelitarum
C. V. idem S. 73.
Cocotropus Kp. , hierzu Tetraroge gallus Kossm. u. R., idem S. 74.
Centropogon nitens, D. 14/10, A. 3/5, L. tr. /43, Queensl, de Vis,
Pr. L. S. N.-S. Wal., Bd. 9, S. 459.
Tetraroge bellona, D. 15/8, A. 3/4, Queensl., de Vis, ebenda S. 460.
T. Hamilloni, D. 16/9, A. 3/5, L. 1. 50, Moreton Bay u. Tweed River,
ebenda.
Aploactis liehen, D. 3 -|- ll/lO, A. 10, V. 1/3, von Milesii abw.
durch Nasenhöcker, langes Gesicht, hohe D 11, Moreton Bay, de Vis,
ebenda S. 461.
Pelor barbatus, D. 3 14/8, A. 12, Cap York; de Vis, ebenda S. 547.
Beridia flava Casteln. syn. zu Gnathanacanthus Goetzei Blk., Stein-
dachner, Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1108.
Teuthidae. Teuthis gihbosus, Queensl. Court, T. teuthopsisy Queensl.,
T. ßava [Australien], de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 462.
Siganus = Teuthis Gth., wonach d. Fam. „Siganidae" genannt;
der Name Teuthis für Acanthurus pt. verwandt, Gill (s. Acronucidae).
Berycidae. Beryx borealis D. u. K. von decadactylus nicht verschieden,
Abb. d. t)-p. Expl.; R. Collett, Christiania Vid. Selsk. Forh. 1884,
No. 1, 7 S.
Trachichthys Macleayi, D. 5/13, A. 3/10, Ventralkiel 13 Seh., Tas-
manien; Johnston, Pr. R. S. Tasm., 1882.
Myripristis murdjan Fk., Abb. d. Rhynchichthys - Stadium , Taf. 3,
F. 8 ; adustus wohl doch verschieden (Färbung , höhere D. u. A.) , Klun-
zinger, F. d. Roth. M. S. 77.
Holocentrum sammara Fk., hierzu als Jugendform: H. platyrhinum
Klz. Syn., Abb. dieser auf Taf. 3, F. 7, idem S. 79.
Acantkochaenus n. g. Lütkeni mit abdom. V. und verzweigten
Strahlen , vielleicht nur der erwachsene Stephanoberyx ; Gill , Amer. Nat.
Bd. 18, S. 433. Diese beiden Gatt, sollen eine besondre Fam. St.-idae bilden.
Neoniphon hasta, A. 3/7, A,-Stachcl, C. -Stiel länger, Schnauze und
Op.-Dorn kürzer als bei N. armatus (1881J, Queensland, de Vis, Pr. L.
S. N.-S. Wal., Bd. 9, S. 537.
388 I^'*' F« Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Kurtidae. Pempheris erylhaea Kosm. et R. beruht auf einem Miss-
verständniss, diese Art gehört, wie rhomboidea K. et R., zu der einzigen
Sp. des R. Meeres P. mangula C. V. (nee Blk., nee Day) ; Klunzinger, F. d.
Roth. M., S. 81.
Parapriacanthus Steind. 1870, dazu ist synonym Pempherichthys Klz.
1871, hat mit Priacanthus nur die Schuppenstruktur überein, gehört zu
den Kurtidae; P. Güntheri Klz. von Ransonnetti St. wenig verschieden,
Abb. Taf. 5, F. 4, Auge vertical-elliptisch, id. S. 81.
Polynemidae. Polynemus Sheridani 5 App. pect., D. 7 — l/l3, A.
2/ll, L. 1. 62, Mary-River, Queensl., sehr schmackh. , 100 Pfd. schwer;
W. Macleay, Pr. Linn. S. N. S. Wales, Bd. 9, S. 21. — P. multiradiatus
im Brisbane River, de Vis, ebenda S. 537. — P. virginicus. Bemerk.,
Key West; Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 118.
Sciaenidae. Sciaena (sg. Sc.) sciera Jordan et Gilbert (= Sc. vermic.
J. et G. 1881 nee Corv. verm. Gthr.), D. 10, 1^24, A. 2/7, L. 1. 50—55,
tr. 6/12, äuss. Zahnreihe wenig grösser, obere Sp. der C. nicht vorgezogen,
Panama; Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 480—482.
Corvina canina^ D. 10 1/29, A. 2/8, L. 1. 50, tr. 9/12; C. comes^
10 1/28, 2/7, 50, 6/12; C axillaris, 10 1/29, 2/7, 56, 10/14; Brisbane
River, de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 538.
(Corvina.) Bairdiella armata von Jamaica übereinstimmend mit dem
(pacif.) Originalexempl., verschieden von argyroleuca (Carolina), Bean und
Dresel, Pr. U. S. N. Mus., Bd. 7, S. 156.
Micropogon Fournieri von undulatus durch höhere D., grössere Seh.
und Färbung versch., ebenda S. 157; durch kürzere P., gestreckten Körper,
deutlichere Wellenlinien des Rückens, Jordan, ebenda S. 36.
Menticirrus saxatilis. Bemerk., Key West, Jordan, ebenda S. 129.
Trichiuridae. Trichiurus, Schlüssel der bekannten Arten (excl. lajor),
auriga Klunzinger, „niedriger Körper und lange Peitsche," Taf. 12, F. 1,
cristalus Klz., „scharfe, blattartige Kopfgräte," Taf. 13, F. 5 (Kopf),
Fische d. Roth. M. S. 120—121; die Trichiuridae ist Kl. geneigt zu den
Blennüdae zu stellen.
Lepidopus caudatus, in Neuseeland, W. Arthur, N. Zeal. Journ. Sc,
Bd. 2, S. 157 — 158; R. v. Lenfeld, ebenda S. 108 (vergl. S. 359 u. Ber.
f. 1883, S. 485).
Acronuridae. Th. Gill vereinigt in seiner „superfamily Teuthi-
doidea" die Fam. Teuthidae (= Acronuridae Gth.) mit den Gatt. Prio-
nurus, Monoceros (= Naseus Gth.), Teuthis (= Acanthurus I Gth. Cat.
F. in S. 326), Zebrasoma (= Ac. IV Gth.), Ctenochaetus (= Ac. III),
Colocopus (= Ac. II) und die Fam. Siganidae mit der G. Siganus
(= Teuthis Gth). Colocopus lambdurus n. Name für Ac. hepatus Bl.
Sehn.; Proc. U. S. N. Mus., Bd. 7, S. 275—281.
Acanthurus chirurgus, tractus, coeruleus (n. f. N. Am.), Bemerk.,
Key West, Jordan, ebenda S. 132. — Die 3 amer. Sp. dieses „Teuthis
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 389
L." genannten Gen. revidiren Meek u. Hoffmann: T. coeruleus nebst
hepatus L, (nee autt.) == chirurgus Bl. sind atl., tractus Poey atl. u. pac.
(dazu syn. matoides J. u. G. 82 nee C. V.), Pr- Ac. Nat. Sc. Phil. 84,
S. 227 — 231.
Ac. nigrofuscus Fk., hierzu syn.: nigrofuscus C. V. (nee Gth.) u. rubro-
punctatus Klz. Syn. u. Rüpp.?; Ac. gahm Fk. , syn.: ? matoides C. V.,
Blochii C. V., mata Day (nee Blk.) u. Acronurus melanurus u. argenteus
als Jugendformen; Klunzinger, F. d, Roth. M., S. 84.
Naseus annulatus Q. G. = annularis C. V. = marginatus C. V.
(ad.), idem, S. 87; N. vomer Klz., Abb. Taf. 13, F. 2, ibidem. — N.
strigatus, D. 4/33, A. 2/25, ohne Hom, Queensland, de Vis, Pr. L. S.
N.-S. Wal., Bd. 9, S. 539.
Xiphiidae. Xiphias gladius juv. s. Facciola S. 368.
Histiophorus immaculatus Rp. ist nijcht Jugendform (gegen Lütken),
Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 122. — Histiophorus araericanus. Bemerk.,
Key West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 118.
Carangidae. „Scombridae" (incl. Carangidae). Diese Familie zer-
theilt Klunzinger mehrfach abweichend von seiner SjTaopsis in 5 Gruppen:
1. Caranginae (Gatt.: Megalaspis, Decapterus, Trachurus, Caranx, Scyris,
Argyreiosus, Micropteryx, Temnodon, Lactarius, Naucrates, Seriola, Seriol-
ichthys, Trachynotus, Chorinemus), 2. Equulinae (Equula, Gazza), 3. Scom-
brinae (Scomber, Auxis, Pelamys, Thynnus, Cybium, Orcynus, Grammator-
cjTius, — Elacate, Echeneis), 4. Nomeinae (Cubiceps u. a.), 5. Coryphaeninae
(Cor.), wozu drei „Anhangsfamilien" Psettidae (Ps. , Platax, Stomateus,
Zanclus), Trichiuridae (Tr.) und Xiphiidae (Histiophorus) kommen. Fische
d. Roth. M. S. 87 — 89.
Trachurus trachurus juv. s. Facciola S. 368.
Decapterus jacobaeus C. V. neu für d. R. M., Abb. Taf. 12, F. 2,
D. Russellii Rüpp. statt Kurra C. V.; Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 91
bis 92.
Caranx. Hypocaranx Klz. subg. n. = Hernie, Gnathodon, Sela-
roides, Uraspis Blk., enthält C. speciosus, mentalis u. helvolus. Die in
der Synopsis zur Unterg. Leptaspis gestellten C. rhabdolepis u. elongatus
Klz. werden als Junge einer andern, nicht mehr bestimmbaren Art erklärt
(Originale verdorben) und eingezogen. C. (Selar) kalla C. V. ist auch für
d. Roth. M. (nach C. V.) anzuführen; C. (Selar) macrophthalmus Rüpp.
wird vom atlantischen crumenophthalmus getrennt gehalten, weil die Schil-
der des m. stets vor der Mitte der D II beginnen ; C. (Carangoides) fulvo-
guttatus Forsk. (nee Klz. Synops. , nee Rüpp. , nee Gth.) == Bleekeri Klz.
Syn., Abb. Taf. 12, Taf. 4, und fulvogutt. Klz. Syn. = auroguttatus C.
V.; brevicarinatus Klz. 1871 syn. zu compressus Day (70); C. (Caran-
goides) impudicus Klz. für talamparoides Klz. Synops. (nee Blk. , Gth.) ;
C. (Caranx) bixanthopterus Rüpp. wird melampygos C. V. ; C. sansun Fk.
wird ignobilis Fk.; Klunzinger, Fische d. Roth. Meeres, S. 92 — 101.
390 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Caranx africanus (1883), Abb. Taf. 7, F. 1, Steindachner, Sitzb. Ak.
Wien, Bd. 88, S. 1108.
Caranx auriffa, D. 6 1/21, A. 2 l/20, L. 1. 98 (38 Schilder), Cairns
(Australien); C. cives, 5 l/20, l/lO, Nord-Queensl. ; C. procaranx^ 5/25,
1/21, Cap York; C. eccUpsifer, D 5 -f 1/32 -|- 2 , C. York; de Vis,
Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 539-541.
Caranx Eartholomaei (= cibi u. Beani) ist doch versch. von dem
gestreckteren, mit längerer graden L. 1. verseh. C. ruber (= Blochi u.
iridinus) (cf. Ber. 1883, S. 485); C. cubensis (nahe alex.) ist von crinitus
(wozu analis Poey) versch.; Jordan u. Gilb., Pr. Nat. M. , Bd. 7, S. 32
bis 33. — C Bartholomaei, chrysos, latus, hippus, crinitus. Bemerk., Key
West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 121.
Selene vomer, ebendaher, S. 122.
Micropteryx Queenslandiae,' D. 7 1/20, A. 2 l/20, Queensland; de
Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 541.
Seriola, die Theilung in 2 Genera (Gill, Lütken) ist nicht gerecht-
fertigt; S. aureovittalus Klz. Syn. (an Schleg.?) wird Dumerilii Risso;
Klunzinger, F. d. Roth. M. S. 103. — S. Dumerilii, neu für die Ver.
Staaten, Schlüssel für die 7 dortigen Sp.: zonata, carol., Lalandii, Dum.,
fasc, falc, rivohana; Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 122.
Chorinemus, Schlüssel für die -5 Arten lysan, moadetta, St. Petri,
toloo, toi; toloo C. V. (sowie S. Petri) ist nicht im R. M., t. Klz. Syn.
= moadetta C. V., moadetta Klz. Syn. = toi C. V. Klunzinger, F. d.
Roth. M., S. 105 — 106.
Trachynotus, die amerikanischen Arten behandeln S. E. Meek und
D. K. Goss; rhomboides u. glaucus nur atl. , Kennedyi St. bez. fasciatus
Gill sind deren pacif. Vertreter, während rhodopus Gill (wahrscheinlich =
raaxillosus C. V.), carolinus (= pampanus Gth.) u. cayennensis in beiden
Meeren zu leben scheinen; noch ungenügender als die letzte Art ist mar-
ginatus C. V. bekannt; Pr. Ac. Nat. Sc. Philad., 1884, S. 121 — 129. —
Tr. carolinus L., rhodopus Gill (= carol. Poey u. goreensis G. et B.),
rhomboides, glaucus, bei Key West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 123.
Trachynotus Göppingen Günther, D. 6, l/24, A. 2, 1/23, L. 1. 85,
Queensland, Report „Alert" S. 29, Taf. 3, Fig. A.
Pammelas z. Th. zu Leirus (Stromateidae) vergl. unten.
Equula edentula Bl. imd caballa C. V. werden als Var. zusammen-
gefasst unter E. equula Fk. , E. oblonga C. V. wird berbis C. V. ; Klun-
zinger, F. d. Roth. M., S. 107.
Equula dispar, D. 8/20, A. 3/14, longispina, 7/16, 3/14, argentea^
decora, ovalis , asina, alle vier D. 8/16, A. 3/l4, simplex, alle von Cap
York, wo ausserdem gerroides Blk. und lineolata Rpp. gesammelt, E. pro-
funda, 8/16, 3/14, Queensland, wo auch nuchalis Gth.: de Vis, Pr. L.
S. N. S. Wales, Bd. 9, S. 542 — 545.
Scombridae. Scombrinae. Gempylus und Thyrsites schliesst Klun-
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 391
zinger (s. S. 388) aus dieser Gruppe aus, wegen des verhältnissm. langen
Stacheltheils der D., F. d. Roth. M., S. 108.
Scomber microlepidotus Rp. wird kanagurta C. juv. und loo C. V.
eine Var. davon, ebenda S. 110.
Scomber scomber L,, die Biologie wird ausführlich behandelt von
G. Br. Goode, während C. J. W. Collins , R. E. Earll und A. H. Clark
sich über den Fang des Fisches verbreiten, U. S. Fish Comm. Rep. f.
1881, S. 91 — 531.
Thynnus thynnus L. in Tasmanien, Johnston, Pr. R. S. Tasm. 1882.
— Th. thunnina C. V. neu f. d. Rothe M., wo vielleicht auch macropterus
Schi., Klunz., F. d. R. M., S. 111 — 112. — Euthynnus alliteratus = Th.
thunnina C. V., Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 119. — Orcynus, Kopf-
rippe s. Shufeldt, S. 332.
Cybium dgris, D. 13 4/13 IX, A. 4/14 IX, Cap York; de Vis, Pr.
L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 545.
(Cybium.) Für die 4 amerik. Scomberomorus- Arten geben einen
diagn. Schlüssel S. E. Meek u. R. G. Newland, alle 4 sp. in Jord. u. G.
Synopsis F. N.-A., Proc. Ac. N. Sc. Philad. 1884, S. 232—235. — Sc.
cavalla, mac, reg., Bemerk., Key West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7,
S. 119.
Acanthocybium Solandri, neu f, N. Am., Bemerk., Key West, Jor-
dan, ebenda.
Echeneis Holbrookii Gth. ist (mit Lütken) zu naucrates L. zu ziehen,
Vinciguerra, Ann, Mus. c. Genova, Bd. 20, S. 422. — Ausser naucr.
jet-it auch brachypterus im Roth. M. gefunden, Klunzinger, F. d. R. M.,
S. 115. — E. zum Jagen andrer Fische s. S. 362 (Holmwood). — E.
remora, der dem Licht entzogene Rücken zeigt sich beim lebenden Fisch
weniger lebhaft gefärbt (weisslich silberfarben) als die Bauchseite (blau-
schwarz), L. Vaillant, Bull. Soc. Philom. (7), Bd. 8, S. 5 — 7, Zoologist
(3), Bd. 8, S. 186 — 187.
Nomeidae. Gasterochisma melampus R., Mund. d. Derwent, Tasm.,
JohnstoD, Pr. R. Soc. Tasm. 1882.
Cubiceps brevimanus Klunzinger, von capensis durch kürzere P. ver-
schieden, p. 10, 1/14—15, A. 2/15, L. 1. 50, lebt in der Tiefe, Fische
d. Roth. M., S. 116, Taf. 12, F. 3. [Die nach Lütken als Jugendzustand
anzusehende Gatt. Psenes fehlt bislang noch im R. M.] — C. gracilis
juv., s. Facciolä, S. 368.
Stromateidae. Eine Synopsis der Gatt, giebt Th. Gill: Subf. Centro-
lophinae. Gen. Centrolophus , Schedophilus, Leirus (== Pammelas Gth.);
Subf. Stromateinac , Gen. Stromateus (subg. Str., Peprilus, Poronotus,
Apolectus), Stromateoides (subg. Str., Chondroplites), Psenopsis (= Psenes
Gth.). Die Gatt. Psenes (= Cubiceps Gth.) ist in ihrer Stellung unsicher;
Schedophilopsis St. (wofür Icosteus zu setzen) gehört nicht in die Familie.
Proc. Americ. Phil. Soc. (Philad.), Bd. 21, S. 664-672.
392 ^^'' ^* Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Stromateus, Revision der amerikanischen Arten, paru (= gardenii
Gth. Cat.), triacanthus, maculatus sind atl., simillimus und medius pacif.,
N. W. Fordice, ebenda S. 311—316.
Leirus, die amer. Arten revidirt, perciformis (Pammelas p. Gth. Cat.)
atl., peruanus (Centrolophus p. Steind.) pacif.; ebenda S. 316 — 317.
(Centrolophus) , Blackfish [C. pompiliis L.] on Devonshire coast,
J. Gatcombe, Zoologist (3), Bd. 8, S. 347 — 348.
Coryphaenidae. Coryphaena hippurus, Bemerk., Key West, Jordan,
Pr, Nat. M., Bd. 7, S. 120. — C. sp. juv., s. Facciola, S. 368.
Brama Raii bei den Vancouver-L, Bean, Pr. Nat. M., Bd. 6, S. 362.
Neopempheris Ramsayi Macl. 1881 syn. zu Leptobrama Mülleri St.
1878, Steindachner, Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1108.
Trachinidae. Astroscopus anoplus (Key West), guttatus, Y-graecum,
Bemerk., Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 139.
Trachinus. L. Gressin, Contr. ä l'etude de l'appareil ä venin chez
les poissons du genre „Vive" (Tr. draco, vipera, radiatus, araneus). Paris
1884. 8°. 51 S. 1 Taf.; enthält auch Untersuchungen von Remy üb. die
Histologie der Operculardrüse. — Tr. draco in Devonshire, d'Urban, Zoo-
logist, Bd. 8, S. 150.
Trachinus lineolaiusy D. 5!/27, A. 26, 1 Stachel vom über der Or-
bita, St. Thome (W. Afr.), J. G. Fischer, Jahrb» wiss. Anst. Hamburg,
Bd. 2, S. 67, Taf. 2, F. 10.
Percis stricticeps, D. 5/21, A. 17, L. 1. ca. 69, tr. 8/l0, Southport
(Brisbane); P. concinna, 5/22, 1/18, 84, ob. (und unt.?) C-Spitze verlängert,
Moreton-Bay; de Vis, P. L. S. N.-S. Wal., Bd. 9, S. 546.
Percis Haackei, D. 5/22, A. 19, L. 1. 55 + C-Schpp., Golf
St. Vincent, Steindachner, Sitzb. Ak, Wien, Bd. 88, S. 1070; Parapercis
Ramsayi Steind., ebenda S. 1071.
Chaenichthys georgianus J. G. Fischer, DI 0!, Du 44, Maul
kürzer als bei rhinoceratus , Süd - Georgien , Jahrb. w. Anst, Hamburg,
Bd. 2, S. 50, Taf. 1, F. 1, 2.
Notothenia marmorata J. G. Fischer, Kopf wenig beschuppt, Stirnbr.
= doppelt, vertik. Augendurchm. , D. 5/33, A. 26 (28), Südgeorgien,
S. 53; angustifrons Fisch., Kopf bis zur Nase beschuppt, Stirnbr. unter
halbem vert. Augd.., D. 6/29, A. 30, L. 1. 50 — 53, Südgeorgien, ebenda
S. 55.
Harpagifer bispinis Rieh, in Südgeorgien, ebenda S. 57.
Gnathypops nii/stacinus, D. 23—24, A. 11, L. 1. 100 (54 tub.), Fär-
bung ähnl. lonchura, Pensacola (Fa.); Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 37.
Malacanthidae. Caulolatilus microps G. et B. (L. 1. 120) versch.
von chrysops (lOO) und cyanops (l08); Goode und Bean, Pr. N. Mus,,
Bd. 7, S. 44.
Lopholatilus chamaeleonticeps G. u. B. Abb. Taf. 2, der grosse,
wohlschmeckende Tiefsee -Fisch, dessen Entdeckung 1879 als national-
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 393
ökonomisches Ereigniss gepriesen wurde, war im Frühjahr 1882 einem
Massensterben ausgesetzt, das ihn fast völHg vernichtet zu haben scheint;
die Menge der zu Grunde gegangenen Fische, fast nur Loph., dabei einige
Peristedion, wird auf wenigstens 1000 000 000 Pfund geschätzt, und 4250
geogr. Meilen Meeres waren von todten und sterbenden Loph. bedeckt;
Erkältung des Wassers durch Nordströme, Erwärmung durch den Golf-
strom, endlich submarine Ausbrüche oder Exhalationen werden als unge-
nügend für die Erklärung der räthselhaften Erscheinung befunden; J. W.
CoUins, History of the Tile- Fish, Rep. U. S. Comm. for 1882, S. 237
bis 294.
Batrachidae. Batrachus cirrhosus Klunzinger, Abb. Taf. 13, F. 4.
F. d. Roth. M. S. 124. — B. tau, Färbung variirend, für giftig gehalten,
Key West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 143.
Porichthys, 3 Sp. anerkannt: porosissimus C. V. atl., margaritatus
Rieh., Vancouver-I. bis Panama, porosus C. V., Chile; Jordan, ebenda S. 41.
Thalassophryne coeca, D. 2/20, A. 18 — 19, V. 2, Queensland, de
Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 547.
Pedioulati. Lophius piscatorius, Eier künstlich zum Ausschlüpfen
gebracht, A. H. Clark, Bull. U. S. Fish C, Bd. A, S. 407, 408. — Ge-
hirn desselben s. Fritsch S. 338.
Antennarius marmoratus Bl. Sehn, neu f. d. Rothe M. , Klunzinger,
F. d. R. M. , S. 125. — A. moluccensis Blk. in Queensland; de Vis,
P. L. S. N.-S. Wal., Bd. 9, S. 546. — A. ocellatus , hierzu pleurophth.
Gill, Florida; annulatus Gill wahrsch. = multiocell. C. V.; Jordan, Pr.
Ac. Phil. 84, S. 45.
Malthe radiata, Bemerk., Key West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7,
S. 144. — M. vespert., dazu als Var. cubifr., nasuta etc., Florida, Jord.
u. Sw., ebenda S. 234.
Cottidae. Cottus quadricornis kommt sicher im Riga'schen Meer-
busen vor (neben scorpius); Schweder, Korrbl. Natf. Ver. Riga, Bd. 27,
5. 16. — C. inaculatua, nahe bubalis, aber nur 3 Stacheln am Praeop.,
V. 1/2, V. u. P. länger, Barbadoes; J. G. Fischer, Jahrb. w. Anst. Hamb.,
Bd. 2, S. 78. Taf. 2, F. 8.
(Cottus.) Gymnacanthus galeatus neu für Alaska, Bean, Pr. Nat.
M., Bd. 6, S. 353.
Sclerocottus g. n. J. G. Fischer. Ohne Schuppen, Kopf oben
mit granulirten Knochenplatten, Zähne in Kiefern, Vomer, Palatinum,
untere P.-Strahlen unverzweigt, V. thoracisch mit wenigen Str., Operculum
mit stumpfer Spitze, Praeop. mit starken Stacheln, L. 1. vollständig, Br.
6, Kiemenhaut frei, Pseudobr. vorhanden. Sei. Schraderi, D. 10/15, A.
18, Südgeorgien; 8,2 Ctm. ; J. Hamb., Bd. 2, S. 58.
Icelus hamatus beschrieben, Grönland; Dresel , Pr. U. S. Nat. M.,
Bd. 7, S. 252.
Platycephalus longispinis^ D. 1^7/14, A. 14, L. 1. 75, ähnl. Bas-
394 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
sensis, Port Jackson; W. Macleay, P. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 170.
— PI. Haackei (1883) Abb. Taf. 2, F. 2, Steindachner, Sitzb. Ak. Wien,
Bd. 88, S. 1083.
Prionistius g. n., ähnl. Triglops, aber schlanker, ohne Knochen-
höcker an der D-Basis, der untere Theil der P. verlängert, alle D-Stacheln
und 1. Strahl gesägt, C. ausgebuchtet; P. macellus, D. 11/29, A. 29.
L. 1. 51, Carter Bay, Brit. Columb., Bean, Pr. Nat. M., Bd. 6, S. 355
bis 359.
Triglops Pingelii neu für Alaska, ebenda S. 353.
Cataphracti. Peristedium imberbe Poey, neu für N. Am., Pensacola;
Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 38.
Pegasidae. Gill bringt diese Fam. provisorisch zu den Hemibran-
chiaten, s. unten bei der F. Gasterosteidae.
Discoboli. Liparis Steineni J. G. Fischer, die erste antarktische Art
der Fam.; vertik. Fl. zusammenstossend , A. unter 10. D.-Str. beginnend,
Bauchscheibe von halber Kopfl., Stirn breiter als Schnauzenl., D. 44 — 45,
A. 36, Südgeorgien; Jahrb. wiss. Anst. Hamburg, Bd. 2, S. 63.
M. Stuckens, sur la ventouse abdominale du Liparis barbatus, findet,
wie Rathkc bei Cyclopterus, die Musculatur des Saugnapfes in engem
morphologischen Anschluss an die der Bauchfl. der Teleostier; Ball. Acad.
R. Sc. Belg. (3) Bd. 8, S. 74 — 84, 1 Taf.
Gobiidae. Gobius Lichtensteinii (s. Ber. f. 1883) ist keine sp. n.,
sondern = G. colonianus Risso, Steind. und Kolombatovicz , Sitzb. Ak.
Wiss. Wien, Bd. 88, 1. Abth., S. 1199, Taf. 2 , F. 1. — G. congoensis
Sauvage, D. 6/9, A. 9, L. 1. 35, tr. (D— A) 9, Congo, Bull. Soc. Zool.
France, Bd. 9, S. 205, Holzschn.
Gobius princeps, D. 6/11, A. 10, L. 1. 40—50, tr. 13 — 14, dunkle
Querbänder, Cap York, S. 685, G. Watkinsotii, D. 6 — 1/11, A. l/lO, L. 1.
32, tr. 10; P. seidig; dunkle Binde üb. P-basis, Moreton-Bay, S. 685,
G. marginalis, D. 6, 1/9, A. 9, L. 1. 35, tr. 11; P. seidig, Operc. weiss-
fleckig; C. York, S. 686. G. stigmaticus , D. 6 — 1/8, A. 8, L. 1. 37,
tr. 12, Moreton B., S. 686. G. pauper, D. 6 — 1/11, A. l/ll, L. 1. 30,
tr. 10, dunkler FI. auf C.-Basis, Mor. B., S. 687. G. festivus, D. 6 — 1/9,
A. l/y, L. 1. 32—34, tr. 12, P. seidig, Kopfprofil sehr convex, C. York,
S. 687. G. annulatus. D. 6/15, A. 15, L, 1. 57, tr. 20, nahe semicinctus,
C. York, S. 688. G. concolor, D. 6— l/ll, A. 1/10, L. 1. 26, tr. 8, P.
seidig, C. York, S. 689. G. ßavescens. D. 6—1/ 10, A. 1/9, L. 1. 30,
tr, 7, nahe ornatus, aber Schuppen kleiner, Augen mehr getrennt, Mor. B.,
S. 689. Ch. W. de Vis, Pr. Linn. S. N.-S. Wales, Bd. 9. — G. ta-
marensis, D. 6—1/8, A. 1/8, L. 1. 32, nahe lateralis Mc, Tamar-Fl., Tas-
manien; Johnston, Pr. R. S. Tasm. 1882, S. 120.
Gobius Würdemanni Gir., Neu -Orleans, neu charakterisirt , Jordan,
Pr. Nat. Mus., Bd. 7, S. 321. — G. stigmaturus, encaeomus. Bemerk.,
Key West, Jordan, ebenda S. 140.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 395
Lepidogobius gulosus Gin, Bemerk., Fa., Jord., ebenda S. 324.
Lebetus orca, Bemerk., Collett, Nyt Mag. Naturv. Bd. 18, S. 61,
Taf. 1, F. 1, 2.
Gobiosoma (?) ceulhoectim, D. 7/10, A. 10, Kinnfaden!, Florida;
Jord. u. Gilb., Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 29; G. ceuth. u. Bosci, Bemerk.,
Jord., ebenda S. 141. — Gobiosoma histrio, D. 7/13, A. 12, Guaymas
(Mex.), Jordan, ebenda S. 260.
Sicydium. Ogilvie-Grant liefert eine Revision der Gattung. Als
Char. werden benutzt, ob vord, Mandibularzähne länger oder nicht; Gestalt
der oberen Zähne: 1. schmal und einspitzig, rechtw. geknickt, 2. mit
2 stumpfen Spitzen, 3. dreispitzig, aber der Mittelzacken kurz und undeut-
lich, 4. dreispitzig. 19 alte, 5 neue (sämmtl. D. 6 — l/lO, A. l/lO),
1 unsichere Art. S. antillarum, Zahntypus 1, Mndz. kurz, schneiden den
Gaumen; D.-Stacheln lang, L. 1. 68, Barbadoes (S. 157, Taf. XII, F. 3);
brevifilis^ desgl., aber D.-St. kurz, L. 1. 64, Kamerun (158, XII, 3); Sal-
V1711, Zahnt. 3, L. 1. 78, Mndz. kurz, D.-St. wenig verl., Nacken und
Bauch kleinschuppig, Panama (159, XII, 2); gymnogaster^ ebenso, N. u.
B. nackt, Mazatlan (158, XI, 2); pugnans, Mndz. lang, Zahnt. 2, Ober-
lippenrand gesägt, L. 1. 60, Savaii (160, XI, 3). Ausserdem abgebildet
Plumieri (XI, 1). Proc. Zool. S. Lond. 1884, S. 153—170, Taf. 11, 12.
Sicydium, eine Art im Süsswasser von St. Thome (Westafrika) beob-
achtet von GreeflF, s. S. 369.
Lentipes , Gatt, rsvidirt, 2 Arten, concolor Gill , seminudus Gth.
(Challenger), Zähne beider abgeb. ; Ogilvie-Grant, Pr. Z. S. Lond. 1884,
S. 171 — 172, Taf. 12, F. 9, 10.
Elcotris Dumerili Sauvage nom. n. für maculata Dum. nee Bloch
(Sciasna), Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9, S. 205. — E. planiceps Macl.
(1882) nee Casteln (1878) wird Selheimi, und planiceps Mcl. 1883 (=
porocephaloides Klz. nee Blk.) wird aporocephalus ; W. Macleay, Pr.
Linn. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 33. — E. mimus, D. 7(8)— 1/12, A. 1/9,
L. 1. 34, tr. 11, ähnlich moguvnda, Brisbane, S. 690. E. humilis , D.
5(6) — 1/9 — 10, L. 1. 28, tr. 8, ähnl. compressus, aber Körper schlanker,
Kopf länger, ein Axelfleck, Brisbane, S. 690. E. longicauda, D. 6 1/8 — 9,
A. 1/8, L. 1. 29, tr. 10, Brisb.-River, S. 691. E. concolor, D. 9 l/lO,
A. l/lO, tr. 12, Küste von Queensland, S. 692. E. rohustus, D. 6 l/8,
A. 1/8, tr. 15, K. v. Queensland, S. 692. E. laticeps, D. 6 1/9, A. 1/7,
L. 1. 30, tr. 10, K. v. Queens!., S. 692. E. cavifrons, D. 6 1/8, A. 1/9,
L. 1. 28, tr. 9, N.-O. Küste, Neuholl., S. 693. E. cyanostigma Blk., D.
6 l/lO, A. 9, L. 1. 22 — 23, beträchtlich abweichend, C. York, S. 693.
Ch. W. de Vis, ebenda, Bd. 9. — E. smaragdus. Bemerk., neu für
N. Am., Jordan, Pr. Nat. M, Bd. 7, S. 141.
Aristeus perporosus, D. 1/5—1/13, A. l/l9, L. 1. 35, tr. 10, Mary-
borough; de Vis, Pr. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 694.
Amblyopus niger, schlechtes Expl., Queensland, id., S. 698.
396 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen "
Lerne purpurascens, D. 5/37, A. 31, Brisbane, id., S. 698.
Blenniidae. Blennius Rouxii Cocco, Abb. Taf. 2, F. 4 u. Bemerk.
S. 1193; Bl. adriaticus (= Canevae Kol. Fische von Spalato nee Vinc.),
Abb. Taf. I, F. 3, 3 a, Habitus v. sphynx, keine. Orbitaltentakeln, S. 1194;
Bl. Canevae Vincig. (nee Kol.) , Abb. Taf. 1 , F. 1 , 2 , ob = lineatus
Guich.?, welcher nur durch 12 weiche D.-St. (statt 13) abweicht; Bl.
dahnaiinus, Abb. Taf. 2, F. 2, S. 1198: Steindachner u. Kol., Sitzb.
Ak. Wiss. Wien, Bd. 88, I (vergl. Ber. f. 1883). — Bl. lupulus Bp.,
Bemerk., Tristram, Palaest., S. 162, Taf. 19, F. 3.
Petroscirtes Wilsoni, D. 26, A. 22, V. 2, Port Jackson; W. Macleay,
P. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 171. — P. lineatus, D. 30, A. 17, Mur-
ray-L (Torres-Str.), Ch. W. de Vis, ebenda S. 698.
Salarias decipiens, D. 34, A. 23, ohne Crista oder Tentakeln, Card-
well, S. 694. S. pauper, D. 32, A. 20, T. auf Nacken, Orbita u. Nase,
Küste v. Queensl., Cardwell, S. 69.5. S. sublineatus, D. 12/19, A. 20,
Nacken, Orb. u. Nase mit schwachen T., ebenda, S. 695. S. belemnites,
D. 12/21, A. 23, rud. Crista, kl. Orbtent., D. tief gekerbt, K. v. Queensl.,
S. 695. S.furvus, D. 12/20, A. 21, T. auf Nack. gefranzt, auf Orb. u.
N. einf., K. v. Q., S. 696. S.furcatus, D. 32, A. 23, nur kl. T. auf
der Nase; St. Helena (Moreton B.), S. 696. S. Helenae, D. 34, A. 23,
ohne Cr. u. Tent., St. H. (M.-B.), S. 697. S. viperidens, D. 29, A. 18,
ohne Cr. u. T., untere Caninen sehr lang, Murray-I. (Torres-Str.), S. 697.
Ch. W. de Vis, Proc. L. S. N.-S. Wales, Bd. 9.
Emblemaiia nivipes (Panama), neu als atl., Pensacola (Fa.); Jordan,
Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 38.
Dactyloscopus tridigitatus , Key West, Pseudobr. vorhanden, daher
kein wesentl. üntersch. von Dactylagnus, Jordan, ebenda S. 140.
Cremnobates nox, D. 3/27, A. 2/l8, L. 1. 34, Florida; Jord. und
Gilb., ebenda S. 30. — C. fasc, äff. u. nox neu f. N. Am., Schlüssel
auch für die übrigen bek. Sp.: marm. (Key West), monophth., integrip..
Jordan ebenda S. 141 — 142.
Lumpenus lampetriformis W. bei Schottland (neu für Brit., nordisch),
F. Day, Pr. Z. S. Lond. 1884, S. 445—447, Taf. 41.
Delolepis virgatus südl. bis Washington Terr. , Bean, Pr. Nat. M.,
Bd. 6, S. 362.
Tripterygium nasus , Abb. Taf. 1 , F. 3 , melanurum Geh. ist eine
Farbenvar., Steind. u. Kol., Sitzb. Ak. Wiss. Wien, Bd. 88, 1. Abth.,
S. 1194.
Peronedys anguillaris (1883), Steindachner, ebenda S. 1083.
Pataecus Vincentii (1883), Taf. 7, F. 2 juv., Steindachner, ebenda
S. 1085. P. maculatus Gth. wird wegen schlanken Schwanzstiels sbg. n.
Nevpataecusy dazu als Farbvar. P. Waterhousii Cast. , Taf. 7, F. 3,
ebenda S. 1087.
Zoarces bringt Gill zu den L}codidae, s. S. 400.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 397
Mastacembelidae. Mastacembelus Marehei u. niger Sauv. im Congo,
Sauvage, Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9, S. 206.
Sphyraenidae. Dinolestes Klz., früher vom Autor zu den Sph. ge-
stellt, soll jetzt besser den Pereiden (s. S. 382) angereiht werden.
Sphyraena chrysotaenia Klunzinger = obtusata Klz. Syn. part.,
Schuppen kleiner, die beiden D. weniger entfernt als bei obt. C. V.. Abb.
Taf. 9, F. 3, Sph. jello C. V., Abb. Taf. 9, F. 1, la, kenie (= genie)
Klz., Abb. F. 2, 2a, F. d. Roth. M., S. 129. — S. Hupferi, L. 1. 157,
Camerun; J. G. Fischer, Jahrb. wiss. Anst. Hamburg, Bd. 2, S. 70. —
S. dubia Blk. beschrieben, Guimaräes , J. Sc. Lisb., Bd. 37, S. 18. —
S. Novae HoUandiae Gth. , Bemerk, bei Steindachner , Sitzb. Ak. Wien,
Bd. 88, I, S. 1069.
Sphyraena. Die 7 amerikanischen Arten werden revidirt von S. E.
Meek und R. G. Newland, Sph. ensis und argentea sind pacifisch, picuda,
guaguanche [= vulgaris Gth. pt.], picudilla, borealis [= vulg. Gth. pt.]
und sphyraena atl., die letztere eur. und erst bei den Bermudas-I.; Pr. ac.
n. sc. Philad., S. 67—75. — S. picuda, Bemerk., Key West; Jordan,
Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 117.
Atherinidae. Atherina pinguis Lac. wird jetzt von Forskalii Rp.
unterschieden, gobio nom. n. für cylindrica Klz. Syn. (verbraucht), alle
3 Sp. d. R. Meeres abgeb. , Taf. 11, F. 2—4, Klunzinger, F. d. Roth.
M., S. 130. — A, Tasmaniensis, Johnston, Pr. R. S. Tasm. 1882. — A.
(s. s.) araea, D. 6, 1/9, A. l/l2, L. 1. 38—42, Florida, 5 Ctm., Jord.
u. Gilb., Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 27. — A. laticeps Poey (= stipes M.
Tr.), Bemerk., Key West, Jordan, ebenda S. 116.
Atherinichthys Eyresii Steind. (1883), Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, I,
S. 1075.
(Fam. Neoatherinidae Cast.) Atherinosoma (?) Jamesonn, D. 5/8,
A. 12, L. 1. 28, tr. 5—6, Bremer-Riv. (Brisbane); W. Macleay, P. L. S.
N.-S. Wales, Bd. 9, S. 171.
Mugilidae. Myxus superficialis u. trimaculatus Klz. werden als Junge
von Mugil oeur Fk. (Fig. Ib Maul) bez. seheli Fk. erkannt; femer
Mugil crenilabris Fk., tade Fk. u. labiosus C. V. abgebildet, Taf. 10,
F. 1 — 4; zu diesem letzteren syn. M. cunnesius Day (nee C. V.) sowie
longimanus Gth.; Klunzinger, F. d. Roth. M., S. 132—133. — M. pro-
ductus, D. 4, 1/8, A. 3/10, L. 1. 28, tr. 11, ein mittlerer C.-Sti-ahl ver-
längert, Eloby (W. Afr.), J. G. Fischer, Jahrb. wiss. Anst. Hamburg,
Bd. 2, S. 69.
Jordan und Swain unterscheiden 12 Arten amerik. Mugiliden:
Mugil liza (westatl.), cephalus (atl., pac. u. asiat.? Unterarten: cephalns,
albula, Günther! = mexicanus, Rammelsbergi, cephalotus), platanus (brasil.),
incilis (atl. u. pac), curema (atl. u. pac, südl. u, nördl.), Gaimardianus
(westind.), brasiliensis (bras. u. westind.), Chaenomugil proboscidens (pac),
Querimana curvidens (Ascens., Bahia), ciliilabis (südpac), harengus (pac,
398 D**' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
ob == ciliib. juv.?), gyrans (nordatl.), Schlüssel für Gatt, und Arten; das
G. Mugil wird noch in 2 Subg. zerlegt, 1. M. s. s. (wozai alle amer. Sp.)
mit, 2. Liza (altweltl.) ohne Augenlid; Fr. U. S, Nat. M., Bd. 7, S. 261
bis 275. — Mugil, Bemerk, über albula, brasiliensis , trichodon, alle bei
Key West, Fa., tr. neu f. N. Am., Jordan, ebenda S. 115. — Ueber
Acclimatisation in Süssvv. s. S. 360 (Hoxie).
Querimana gyrans^ von har. abw. durch D. 4, 1/7, A. 2/7(8?), L. 1.
28 und Färbung, 2 Ctm., Florida; Jord. u. Gilb., ebenda S. 26.
Gasterosteidae. Th. Gill theilt die Heraibranchii {■= Acanth.
gasterosteiformes -}- centriseif. Gth.), welche nicht nur durch die nume-
rische "Verkümmerung der oberen Branchihyalia und Pharyngialia, sondern
auch durch auffallende Eigenthümlichkeiten des Schultergürtels und Schä-
dels von den Acanthopterygii (incl. Anacanthini und Pharyngognathi) ab-
weichen, zunächst nach Wirbelzahl und -Verlängerung, Ausbildung der
Hautknochen und Beziehung des Beckens zum Schulterg. in 6 Familien:
Gasterosteidae und Aulorhynchidae, Auloslomidae und Fistularidae; Macro-
rhamphosidae (Gen. Macrorh. -{- Centriscops = Centriscus autt.); Amphi-
siUdae (G. Centriscus -f- Amphisile = Amphisile autt.). Dazu kommen
noch 2 selbstständige fossile Fam. , gegründet auf Urosphen fistularis und
Rhamphosus aculeatus vom Monte Bolca. Die Pegasidae werden provi-
sorisch ebenfalls hier angeschlossen. Proc. Ac. N. Sc. Philad. 1884,
S. 154 — 166.
Fistularidae siehe Gill (Gasterosteidae).
Centriscidae, s. oben bei Gill (Gasterosteidae).
Centriscus gracilis Lowe bei Port Jackson (und Tasm.), W. Macl.,
Pr. L. S. N. S. AV., Bd. 9, S. 42.
Amphisile Finschü, ähnl. scutata Bloch, aber mit schwarzer Längs-
binde ; über morph. Deutung der Rückenstacheln ; Hilgendorf, Sitz. Ges.
natf. Freunde Berlin, 1884, S. 52 — 55.
Gobiesocidae. Gobiesox virgatulus. Bemerk., Florida; Jordan, Pr.
Ac. Phil., 84. S. 45.
Ophiocephalidae. Ophiocephalus insiynis Sauvage, Zeichn. wie ob-
scurus G., aber L. 1. 48 — 50, Ogowe (W. Afr.), Bull. Soc. Zool. France,
Bd. 9, S. 195, Taf. 5, F. 3.
labyrinthici. Betta hdlica Sauvage, A. 37, L. 1. 35, sonst ähnl.
pugnax. Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9, S. 217, Holzschn.
Trichopus Cantoris Cant. selbstst. Art. nicht Var. von Osphr. Tricho-
pterus, Perak, Sauvage, ebenda S. 218.
Lophotidae. Lophotes Güntheri Johnston, Pr. R. S. Tasmania, 1882.
Trachypteridae. Trachypterus cristatus BonelH beschrieben. DJI
114 — 152, Messina; Facciolä, Natur, sicil., Bd. 163 — 169. — T. altivelis
Kner in Tasmanien; Johnston, Pr. R. S. Tasm., 1882.
Regalecus Banksii an der Küste bei Aberdeen; G. Sim, Scott. Natu-
ralist (N. S.). Bd. 1, S. 168; N. F. Dobre'e, Naturalist (Yorkshire), Bd. 9,
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 399
S. 151. — Regalecus argenteus Moeraki (Otago), T. J. Parker, Trans.
N. Zeal. Instit.; Bd. 16, S. 284-296, Taf. 23, 24.
FTiaryngognathi,
Pomacentridae. Pomacentrus obscuratus (neu f. N. Am.) und leu-
cost.. Bemerk., Key West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 133.
Dascylhis carneus, nahe xanthosoma, aber L. 1. 27, A. 2/l2, 2 dunkle
Querb., Mossambique; J. G. Fischer, Jahrb. wiss. Anst. Hamb., Bd. 2,
S. 71, Taf. 2, F. 5.
Labridae. Crenilabrus, Entvvickelung s. S. 349 (Janosik).
Lachnolaimus suillus, Bemerk., Key West, Jordan, Pr. Nat. M.,
Bd. 7, S. 134.
Decodon puellaris Poey, neu f. N. Am., Pensacola; Jordan, ebenda
S. 37.
Austrolabrus subg. n. Steindachner für Labrichthys maculatus
Mach wegen stark beschuppter D., A. u. C, Abb. Taf. 5 (mas), 6, F. 1
(fem.), Stzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1100; L. elegans (1883), Abb. Taf. 6,
F. 2 (mas), 3 (fem.), ebenda S. 1102.
Doratonotus ihalassinus , L. tr. 1V2/6V2, Florida; Jord. u. Gilb., Pr.
Nat. M., Bd. 7, S. 28.
Platyglossus radiatus u. bivitt.. Bemerk., Key West, Jordan, ebenda
S. 135—136; P. caudalis Poey, pictus P., Poeyi St. und eine 4. Form
von Florida wahrsch. nur Var, einer Sp., Jordan, ebenda S. 37.
Xyrichthys (sg. Dimalacocentras , typ. callosoma Blk.) rosipes, L. 1.
23—24, Florida; Jord. u. Gilb., Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 28. — Linne's
Typus seiner Coryphaena psittacus ist ein X., der nicht mehr lineatus,
sondern X. ps. zu nennen ist; Goode u. Bean, ebenda S. 45.
Coris Hupferi, D. 9/l2, A. 3/12, L. 1. 72, tr. 27, Liberia; J. G.
Fischer, Jahrb. wiss. Anst. Hamb., Bd. 2, S. 73.
Ophthalmolepis lineolata C. V. beschrieben vom Golf St. Vincent,
die Gatt. Ophth. von Coris zu trennen, Steindachner, Sitzb. Ak. Wien,
Bd. 88, S. 1098.
Cymolutes Sandei/eri , Tiritiri-I. (Auckl), Hector, Tr. N.-Zeal. Inst.,
Bd. 16, S. 323.
Scarina, Pharyngealtasche s. S. 344 (Sagemehl).
D. S. Jordan und J. Swain, Descr. of Scaroid fishes from Ha-
vana and Key West (5 sp. n.); die 3 Gatt. Scarus (= Pseudosc. Gth.),
Sparisoraa (= Scarus G.), Cryptotomus (= Callyodon G.) werden auf-
recht erhalten, nur die von Jordan selbst gesammelten Sp. berücksichtigt,
Schlüssel, Beschreibung, SjTionymie; ein grosser Rest als noch unentwirr-
bar bezeichnet; Proc. Nat. Mus., Bd. 7, S. 81 — 102.
Scarus. Jord. und Sw. (s. 0.) behandeln Sparisoma flavescens (=
rubrip. und squalidus Gth.), frondosum C. V. (nee Gth.), chrysopterum.
400 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
lorito mit nur 1 — 2 Caninen jederseits, weniger verzweigten Poren der
L. 1., abw. Färb., sonst ähnl. chrys., aurofrenatum, Abildgaardi, cyanolene,
blau um die Basis der P. auch bei Alcoholex. , xystrodon ähnl. radians,
lacrimosum, atomarium, hoplomystax).
Callyodon. Jord. u. Sw. (s. o.), S. 101, behandeln Cr. herylUnus,
von ustus durch Mangel hinterer Caninen (in jedem Alter) untersch., von
roseus durch Färbung, Key "West.
Pseudoscarus. Jord. u. Sw. (s. o.) behandeln Scarus guacamaia, coe-
ruleus (= c. u. chloris Gth.), croicensis (= St. crucis G.), virginalis (=
psitt. G. cf. Xyrichthys), punctulatus (= taeniopt. G.).
7 Scaridae von Key West aufgezählt, Jordan, ebenda S. 137.
Heteroscarus filamentosus Casteln, Abb. Taf. 3, F. 1, cT, Steindachn.,
Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1092; H. Castelnaui Macl. vielleicht Weibchen
von filamentosus, Abb. Taf. 4; id. juv. an sp. n. elegans, Abb. Taf. 3, F. 2,
Höhe der D. und die Zeichnung verschieden, ebenda S. 1095 — 1098.
Olistherops Broionii Johnston, Pr. R. S. Tasmania.
Embiotocidae. Micrometrus aggr. , der erste von Alaska bekannte
Embiotocide, 2 andre Gen. von Br. Colmb. erwähnt, Bean, Pr. Nat. M.,
Bd. 6, S. 360.
Chromides. Chromis Desfontainii Lac. aus Tunis ist wahrscheinlich
identisch mit dem weit verbreiteten mossambicus Pet,, wogegen Sarothe-
rodon Zillii aus Algier mit dem ebenso verbreiteten niloticus Hass. zu-
sammenfällt, moss. ist (mit Steind. 1869, gegen Pet. 1868) von niloticus
getrennt zu halten; Vinciguerra, Ann. Mus. civ. Genova, Bd. 20, S. 429.
— C. niloticus Hass. var. mossambicus P., etwas abweichend, Ostafrica,
aus einem Salzsumpf, beschreibt J. G. Fischer, Jahresb. 1883 Naturh.
Mus. Hamburg, S. 27. — C. Tholloni Sauvage, D. 16/18, A. 3/9, L. 1.
32, tr. 3/10, Ogowe (W. Afr.), Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9, S. 196,
Taf. 5, F. 1.
Melanogenes microcephalus Blk., Holzschn., id., S. 197.
Hemichromis Schwebischi Sauvage, D. 15/11, A. 3/9, L. 1. 27; tr.
3/10, Ogowe, ebenda S. 198, Fig. 2.
Anacanthini,
Th. Gill, „On the Anacanthine Fishes," will diese Abth. überhaupt
nur aus historischen und praktischen Rücksichten gelten lassen; Günther's
Gadopsidae und Chiasmodontidae sind echte Acanthopteri , Zoarces gehört
dagegen zu den Lycodidae. Er vertheilt sie in: Gadoidea (Fam. Gadidae,
Merlucciidae, Bregmatoceridae , Ranicepitidae, Macruridae), Ophidioidea
(Fam. Brotulidae, Brotulophididae, Ophidiidae, Fieraspheridae, Congroga-
didae), Lycodoidea (Lycodidae, Ammoditidae, Ateleopodidae , Xenocepha-
lidae). Proc. Acad. N. Sc. Pliilad. 1884, S. 167—183.
Gadopsidae. Gadopsis fuscus sp. n.?, nahe marmoratus, einfarbig,
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 401
Augen und Schuppen kleiner, Süssw. SüdaustraUens, Steindaehner , Sitzb.
Ak. Wien, Bd. 88, S. 1105, Taf. 1, F. 2.
Lycodidae. Gymnelichthys n. g. J. G. Fischer. Körper lang,
comprimirt, schuppenlos, ohne L. 1. ; D., C. und A. zusammenfliessend, P.
mit lauter verzweigten Strahlen, keine V., spitze Zähne in Kiefern, Vomer
und Palatinum, Infraorbitalring nicht geschlossen, Br. 6, Pseudobr. 0, Coec.
pyl. 3, gross; G. antarciicus, D. 97, C. 13, A. 74, Südgeorgien, Taf. 2,
F. 9; Jahrb. wiss. Anst. Hamburg, Bd. 2, S. 60.
Lycodes Esmarkii Coli., S. 73, und Sarsii Coli., S. 78, Taf. 1, F. 3,
4; Collett, Nyt Mag. Nat., Bd. 18.
Gadidae. Gadus morrhua, Hermaphroditismus s. M. Weber, S. 347;
ein Messer im Magen, Collins, Bull. U. S. Fish C. , Bd. 4, S. 175. —
G. pollachius und virens, M. Dünn berechnete die Zahl der Eier des
ersteren (bei 12 Pfd. Gewicht) auf 4,200,000, des letzteren (21 Pfd.) auf
8,260,000, ebenda S. 76 (nach Zoologist, März 1884), — G. ogak Rieh.
als Species betrachtet, weil C. -Stiel schlanker, Auge grösser, Stini breiter,
Bartel länger, V. vorgerückter, P. länger als bei morrhua; Dresel, Pr. U.
S. Nat. M., Bd. 7, S. 246. — G. aeglefinus, Osteologie und Sjudesmol.,
Brooks, Pr. R. Dublin S. (N. S.) Bd. 4, S. 166—196, Taf. 5 — 9.
Lotella Swainii Johnston, D. 4/60, A. 55, L. 1. 200, Tasmanien;
Pr. R. Soc. Tasm. (1882). — L. (?) maxillaris T. H. Bean, Unterkiefer
kaum vorspringend, D. 5/55, A. 44, L. 1. 115 + x, tr. 7 — 8/14— -15,
östl. V. N.-Am. 396 Fd. ; Pr. Nat. Mus., Bd. 7, S. 241.
Physiculus /M^rus T. H. Bean, D. 10/49, A. 54, L. 1. 61, tr. 6/16,
früher (Syn. F. N. Am. S. 801) als Dahvigkü aufgeführt, östl. v. Nord-
amerika, 76 Fad., ebenda S. 240.
Phycis blennioides, „Greater Forkbeard", bei Devonshire, d'ürban,
Zoologist (3) Bd. 8, S. 196.
Raniceps raninus L. in Holland, Kerbert s. S. 367.
Hypsirhynchus g. n. L. Facciolä. 2 Rückenfl. , 1 Afterfl., beide
von der Caudulis getrennt, Bauchfi. mit mehreren Strahlen und vorragender
Basis, Br. 7, Schuppen klein, Maulspalte sehr steil. H. hepatus, Zähne
klein, 1 Bartfaden, D. 5/50, V. 7, A. 50, Caec. pyl. 11, Messina; Natur.
Sicil., Bd. 3, S. 111 — 114, Taf. 2.
Ophidiidae. Fierasfer punctatus, Kieferzähne einreihig, ohne Reissz.,
1 gr. Reissz. am Vomer, Kopfl. in Körperl. 8 mal, Mossambique, J. G.
Fischer, Jahrb. w. Anst. Hamb., Bd. 2, S. 74.
Macruridae. Macrurus acrolepis, D. ll/lll + x, A. 94, L. tr.
7—8/, aus dem Magen eines Seehundes, Washington Terr., Bean, Pr.
Nat. M., Bd. 6, S. 362. — M. glohiceps, Vaill. ined.. Bemerk, von Fil-
hol, la Nature 84, S. 185, Fig. 2, und Nature Bd. 29, S. 484, F. 1.
Coryphaenoides Tasmaniae Johnston, D. 15/103, L. tr. 8/ (zw. D I
u. L. 1.), Anus unter 17. Str. der D II, Tasmanien; Pr. R. Soc. Tasm.,
1882, S. 143.
Arch. f. Natg. 51. Jahrg. II. Bd. 2. II. AA
402 ^^- F* Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Krohnius filamentosus , nach 2 Exemplaren beschrieben, vielleicht
doch keine Jugendform, Facciolä, s. S. 368.
Lyomeri, Eurypharyngidae. Th. Gill und J. A. Ryder veröffent-
lichen die im Ber. f. 1883 S. 498 erwähnten systematischen Betrachtungen
auch im Zool. Am, 1884, S. 119—123. — Dieselben, On the literature
and syst, relations of the Saccopharj'ngoid Fishes, wünschen eine schärfere
Trennung der Farn. Saccopharyngidae von den Apoda (vergl. Ber. f. 1883,
S. 498, 512), Proc. ü. S. N. Mus., Bd. 7, S. 48—64. — Th. Gill, What
are Saccopharyngoid Fishes? Nature, Bd. 29, S. 236. — Ueber die Or-
gane der Seitenlinie bei Gastrostomus s. S. 333 (Ryder).
Pleuronectidae. Rhombus maximus, Ewart, Rep. Scot. Fish. Bd. 2,
App. F., VII, S. 80, Taf. 13.
Paralichthys lethostigma Jord. u. Gilb. (M. S.), Florida, für P. den-
tatus J. u. G. Synopsis nee Pleur. dent. L. , welch letzterer nach Bean
= P. ophryas oder ocellaris J. u. G. ; Jordan und Meek, Pr. Nat. M.,
Bd. 7, S. 237. — P. albigutt., uVa Zoll, Lebensfärb., Florida, Jord. u.
Sw., ebenda S. 233.
Etropus cross., atlantisch, Florida, ebenda S. 233.
Citharichthys microst. versch. von Etr. er. und von C. spilopt.,
ebenda S. 233.
Rhomboidichthys. Parophrys leopardinus Gth. von Westmexico, Jor-
dan, ebenda S. 260.
Platophrys nebularis, D. 85, A. 64, L.'l. 75, Florida, Jord. a. Gilb.,
ebenda S. 31.
Delothyris sp. = juv. von Platophrys oder Citharichthys , Bemerk.,
Key West, Jordan, ebenda S. 143.
Lophorhombus Macl. 1882 (cristatus) wird syn. zu Lophonectes
(gallus) Gth. Challenger VI 29; W. Macleay, Proc. L. Soc. N.-S. Wales,
Bd. 9, S. 52.
Pleuronectes sp. Die Unterseite eines frischen Exemplars erschien
lebhaft roth, während die Oberseite blass war; der Meeresboden war an
jener Stelle durch Nulliporen in ganz gleicher Weise gefärbt wie die Unter-
seite, während, wenigstens wenn man an erfolgreiche Mimicr}' denken
wollte, die Farbe der Oberseite die harmonirende sein müsste. L. Vaillant,
Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8, S. 6.
Lepidopsetta bilineata Ayr. var.?, D. 77, ^A. 58, Brit. - Columbia,
Bean, Pr. Nat. M., Bd. 6, S. 353.
Solea (Achirus) Haackeana (1883), Abb. Taf. 1, F. 3, Steindachner,
Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1104.
Ammotretis rostratus Gth. var. adspersa Kner, vom Golf St. Vincent,
Steindachner, Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1105.
Achirus (sg. Baeostoma) comifer, D. 50, A. 37, L. 1. 65, Florida;
Jord. u. Gilb., Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 31. — A. inscriptus, dazu Mono-
chir retic. P., Key West; Jordan, ebenda S. 143.
[
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 403
Nach M. Sagemehl bilden die 4 mit Weber'schem Apparat aus-
gestatteten Physostomen - Fam. Silaridae, Characinidae , Cyprinidae und
Gymnotidae eine eng zusammengehörige und von allen andern Phys.-Fam.
scharf getrennte Gruppe; die üebereinstimmungen der 4 Fam. liegen in:
1. Vorhandensein des W.'schen App. (s. S. 344); 2. Bau des Schulter-
gürtels, der bei den Sil. zum 1. Gegenbaur'schen Typus, bei den andern
3 Fam. zum 2. Typ. gehört, bei Gymn. sich durch Kleinheit und Knorpel-
reichthum auszeichnet (die Brustflosse weicht hier stark von allen Teleo-
stiern ab, vergl. S. 330); 3. mediane Längsfontanelle in der Schädeldecke,
bei Sil. stets, bei Char. fast immer (ausgen, Erythrini u. einige Hydro-
cyonini), bei Cypr. oft (Catostom., Cobit., Homalopt., Barbinae), auch bei
Gymn. (Stemop.); 4. Schädelknochen; weiter noch: gezähnte D- Stacheln
(Sil. u. Cypr.), Mangel des Suboperculum (Sil. u. Gymnotus). Verwandt-
schaft mit den 4 obigen Fam., welche Verf. als Abth. der „Ostario-
physen" zusammenfasst , hätten höchstens die Muraenidae und Sym-
branchidae, es sind dies aber wohl keine phylogenetisch bedeutsame
Aehnlichkeiten (mangelhafte Ausbildung der Orbitae und ferner der eigen-
thümliche Ursprung der Seitennerven, welcher aber ähnlich auch bei
Ceratodus sich findet). — Die Momente, welche der Zusammenfassung
der Ostariophysen widersprechen könnten, sind bei eingehender Würdigung
nicht schwerwiegend: 1. die Silur, besitzen Hautzähnchen- Platten d. h.
Placoid - Schuppen , die andern 3 Fam. Cycloid-Sch. (bei Curimatus Cte-
noid-Sch.), jedoch kommen Placoid- und Ctenoid-Sch. (Berycidae, Cottidae-
Cataphacti), welche anscheinend so verschieden, in der nämlichen oder in
ganz benachbarten Fam. vor; 2. die Flossen - Charactere haben überhaupt
keinen hohen Werth, das Auftreten einer Fettfl. ändert in derselben Fam.
(Sil., Gymn.), Gymn.-artige Bildung, d. h. keine D. und lange A. besitzen
Schübe etc. und Anacyrtus; 3. bez. der Zusammensetzung des ob. Mund-
rands ergeben die 4 Fam. eine fortlaufende Reihe bunt aus allen 4 ge-
mischt: Siluridae und Serrasalmo mit verkümmertem Max., Cypr. mit ent-
wickeltem, aber hintergerücktem, Gymn. mit kleinem, aber vortretendem,
Catostomus und Callichthys mit gr. und vortretendem, so auch viele Char.
und Sternopygos, endlich Tetragonopt. mit entwick. vortret. u. gezahntem
Max.; 4. die App. pyl. schwanken in derselben Fam. (Salm., wo bei
Microstoma 0; Clup.). Morphol. Jahrb., Bd. 10, S. 1—24.
Silaridae. Ciarias mossambicus P. etwas abweichend, vom Kilima-
Ndjaro, J. G. Fischer, Jahrb. 1883 Naturh. Mus. Hamburg, S. 28. —
Cl. Teysmanni Blk. auf Malacca, Sauvage, Bull. Soc. Z. Fr., Bd. 9,
S. 219. — Cl. Orontis G., Sauvage, Nouv. Arch. Mus. Paris (2), Bd. 7,
S. 18, Taf. 1, F. 2.
Silurus Chantrei Sauv., ebenda S. 19, Taf. 1, F. 1.
Schübe Steindachneri ^ Angola; Guimaräes, J. Sei. Lisb. Bd. 27,
S. 1, Taf. 1, F. 1, 2.
404 ^^- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Macrones chinensis (1883), Fettfl. sehr lang, A. 14, Kanton, Stein-
dachner, Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1111, Taf. 8.
Amiurus catus L. vergl. unter Anatomie S. 328 (Wright), S. 330,
332, 333, 334, 335, 340, .342, 343, 345, 361. — A. nebul. var. marm.
und A. xanthoc, Indiana, Bemerk., Gilbert, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 199,
bez. S. 206. — H. Grosjean, Note sur le poisson-chat (cat-fish). Am.
catas, albidus. Bull, de l'agriculture, 8 S. 8°. — J. F. Jones, [Am. od.
letalurus sp.] publicirt Zucht- und Mästungsergebnisse an „the speckled
catfish" angestellt, Bull. ü. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 321—322.
letalurus niveiventris , von Florida, beschrieben, Jordan und Meek,
Proc. Nat. M., Bd. 7, S. 235.
Laimumena gen. nov. Pimelodinorum. Kopf oben vollständig
gepanzert, keine Zähne am Gaumen, Kieferzähne in breiter Binde (rangee),
6 Bartfäden, Schnauze stumpf, die Kiemenhaut ohne medianen Einschnitt,
Fetttlosse kurz, D. kurz, A. vielstrahlig , V. über 6 Strahlen. — L. bar-
bonica, D. 1/5, A. 19, P. l/6, V. 8. Reunion. — H. E. Sauvage, Ball.
Soc. Philomat. Paris (7) Bd. 8, S. 147.
Aelurichthys Eydouxii C. V, von pinnimaculatus Steind. (praedors.
Schild schmal) verschieden, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 40.
Malapterurus. In den sammetartigen Zöttchen auf der Haut von M.
will Sagemehl erweichte Zähnchen sehen, Morph. J. , Bd. 10, S. 3; die
electr. Org. s. Fritsch, S. 335.
Loricaria, die Osteologie dieser Gattung, aber nebenbei auch die von
Callichthys, Doras und Silurus behandelt Göldi, s. S. 331.
Scopelidae. (Saurus.) Die amerikanischen 8 Arten revidirt S. E.
Meek, nur Synodus scituliceps (= foetens Gth. e. p.) und lucioceps sind
pacifisch, myops, intermedius Ag. (nee Gth.), anolis, spixianus, foetens
atlantisch, der eur. saurus wurde nur bei den Bermudas-I. gefunden; Pr.
ac. n. sc. Philad., S. 130 — 136. — 3 Sp. Synodus bei Key West, spi-
xianus Poey, neu für N. Am., krit. Bem. über spix. u. cnbanus; Jordan,
Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 107 — 108.
Scopelus Humboldtii, Vorkommen; Cornish, Zoologist (3) Bd. 8,
S. 151. — Leuchtorgane von Scop. s. S. 332 (Emery).
Cyprinidae. Ictiobus bub. , Bemerk., Indiana; Gilbert, Pr. Nat. M.,
Bd. 7, S. 207.
Cyprinus carpio, Widerstand gegen Luft- und Wärmemangel siehe
S. 360 (Scudder etc.).
Labeo (Diplocheilichthys) Garnieri Sauvage , D. 11, A. 8 , L. 1.
40—41, tr. 9/7, Mund wie bei pleurotaenia Blk., Tonkin, Bull. Soc. Zool.
France, Bd. 9, S. 210, Taf. 7, F. 1.
Barynotus albus, bei Orfa (Mesopot.) heilig gehalten, Sau vage, N.
Arch. M., Bd. 7, S. 21: luteus, Syrien, ebenda S. 22.
Discognathus variabilis, Syrien; Sauv., N. Arch. Mus., Bd. 7, S. 23.
— D. lamta; Tristram, Palestine, S. 172, Taf. 7, F. 1.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 405
Capoeta (Gymnost.) gotschaica, Armenien; Sauvage, N. Arch. Mus.,
Bd. 7, S. 22, Taf. 3, F. 3.
Barbus fluvialilis Ag. var. aurata, aus der Donau, G. Veesenmayer,
Jahresh. Ver. f. vaterl. Naturk. Württemb. J. 40, S. 325—326.
Barbus Pagemtecheri vom Kilimandjaro, D. 3/8, A. 2/5, L. 1. 28,
tr. 4V2/2V2» B- Neumayeri, D. 3/7, A. 2/6, L. 1. 30, tr. 5V2/4V2, Nguruman
(Ostafrika); J. G. Fischer, Jahrb. 1883 Naturh. Mas. Hamburg S. 30 u.
31. — B. callensis C. V. und setivimensis C. V., deren Unterschiede und
Synonyme, Abb. d. Schlund^., Vinciguerra, Ann. Mus. c. Genova, Bd. 20,
S. 434 — 441. — B. matlozi, Guimaraes, J. Sc. Lisboa, Bd. 37, S. 7,
Taf. 2.
Barbus subquinc, im Euphrat; xanthopterus, Mesopot.; mursa Güld.,
dazu microphth. Sauv. 1883 (Ber. 83), Taf. 2, F. 1; mystaceus Fall.
(nee Heck.) versch. von mursa, Tiflis, Taf. 3, F. 1; kersin, Syrien; bar-
bulus, Syrien, Taf. 3, F. 2; lacerta, Tiflis ; Orontis (Labeob, Or. Sauv.
82), ähnl. lacerta, 3. D.-St. ungezähnt, C. mehr ausgeschnitten, keine
schwarze Flecken, Antiochia, Taf. 3, F. 4; xanthopterus, Euphrat; Lorteti
Sauv. 82, Taf. 1, F. 4; Euphrati (Labeob. Eu. Sauv. 82), heilig, bis
300 Pfd. schwer, Taf. 2, F. 3; grypus, Euphrat; Chantrei (Labeob. Gh.,
Sauv. 82), = canis?, Sehn, kürzer, Stirn convexer, D. vorgerückter,
Taf. 2, F. 2; Sauvage, Nouv. Arch. Mus. h. nat. (2), Bd. 7, S. 24—35.
— B. longiceps und canis; Tristram, Palestine, S. 174, Taf. 20, F. 2
bez. 1. — B. ionkinensis Sauvage, D. 11, A. 11 [in d. Abb. 7 längere
Str.], L. 1. 43, Hanoi, Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9, S. 211, Taf. 7, F. 3.
(Ceratichthys.) Nocomus kyostomus [Hyleopsis sg. Erinemus, Jord.
85], Indiana, Gilbert, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 203.
Scardinopsis albumiformis nennt B. Benecke die Bastardform zwischen
Alburnus lucidus und Scardinius erytrophthalmus , in Deutsch -Eylau von
den Fischern als „breite ückelei" bekannt; verglichen wird v. Siebold,
Süsswasserf. S. 168, Exempl. von Greifswald. Zool. Anz. 1884, S. 228
bis 230. [cf. Alb. Rosenhaueri Jäckel, Zool. Garten 1866.]
Squalius maxillaris, Kurdistan, ökon. wichtig; Sauvage, N. Arch. M.,
Bd. 7, S. 36.
(Leuciscus.) Notropis [sg. Alburnops] hoops, Salt Creek und Fiat
Rock Gr., Indiana, Gilbert, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 201. — Notropis
heterodon?. Bemerk., Indiana, id., S. 207.
Notropis. Cliola camura, subg. Cyprinella, D. 8, A. 9, L. 1. 38,
tr. 6/4, Fort Lyon (Colorado); Gl. urostujma, sg. Cyprinella, 8, 8, 38,
7/3, ähnl. calliura und stigmatura, San Baba Riv, (Texas); Notr. metal-
licus [sg. Lythrurus 1885], 8, 11, 35, 5/3, ähnl. rubrifrons, aber tiefere
Färbung, bei Nashville, Ga. , Altamaha R.; N. Alahamae [wahrsch. =
liras und matutinus 1885], Montgomery; Jordan und Meek, ebenda
S. 474—477.
Cliola Gir., Hypargun n. g. Forbes, M. S. (nach Jord. 1885 =
406 ^^' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Cliola), typ. H, tuditanus Cope, beschrieben [nach J. = Cl. Tigilax B.
et G.], Gilbert, ebenda S. 200.
Tinea, Entwickelung, s. S. 349 (Janosik).
Chondrostoma regium, bei Tiflis, Sauvage, N. Arch. M., Bd. 7, S. 37.
Gymnognathus g. n. von Barilius durch mangelnde Entwicklung
der Suborbitalia unterschieden, woher der grösste Theil der Wange nackt
wird, sowie durch nur 2 Reihen Pharyngialzähne (uncinati); G. Harmandi,
D. 12, A. 15, L. 1. 100, tr. 16/10, Tonkin; Sauvage, Bull. Soc. Zool.
France, Bd. 9, S. 214, Taf. 8, F. 2.
Squaliobarbus caudcdis Sauvage, curric. hat hohem Körper, Kopf
grösser, weniger steil, V. mehr hinten, Tonkin; ebenda S. 211, Taf. 7, F. 2.
Hypophthalmichthys Harmandi Sauvage, A. 18, L. 1. 90, D. näher
d. C.-Basis als d. hint. Augrd., ebenda S. 212, Taf. 8, F. 1.
Albumus, chalcoides (Leuc. clupeoides C. V.), C. V.'s Orig. beschrie-
ben; A. Orontis Sauv. 82, sehr nahe chalc, Taf. l, F. 3; A. tarichi,
gestreckter als chalc, Tiflis; Sauvage, N. Arch. Mus., Bd. 7, S. 37—39.
— Bastard s. oben bei Scardinopsis.
Culter recurvirostris Sauvage, L. 1. 78, Stimprofil noch concaver
als bei oxyceph. Blk., Tonkin, Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9, S. 213,
Taf. 8, F. 3; C. Balnei Sauv., A. 17, L. 1. 57, u. über der P. stark
S-förmig herabgebogen, Tonkin, ebenda Fig. 4.
Nemachilus galilaeus und insignis, Tristram, Palestine, S. 177,
Taf, 19, F. 2 bez. 1.
Characinidae. M. Sagemehl untersuchte die Schädel von Macro-
don, Erythrinus, Lebiasina, Citharus, Alestes, Tetragonopterus (3 Arten),
Anacyrtus, Hydrocyon (2 Ä.), Sarcodaces; auch die übrige Organisation
wird mehr oder weniger vollständig behandelt. Danach „lassen sich die
Char. in den meisten Organisationsverhältnissen direkt an die bei Amia
bestehenden anschliessen, und zwar ist es die Gruppe der Erythr., welche
die grösste Uebereinst. erkennen lässt. Nur in wenigen Punkten müssen
wir auf tiefer stehende Formen zurückgehen." Morph. Jahrb., Bd. 10,
S. 117.
Cyprinodontidae. Cyprinodon calaritanus Bon. in Tunis, kritische
Notizen, Vinciguerra, Ann. Mus. c. Genova, Bd. 20, S. 441. — C. rive-
rendi Poey, Key West, neu f. N. Am., Bemerk., auch über mydrus, Jor-
dan, Pr. Nat. Mus. Bd. 7, S. 109, 110.
Lucania parva bei Key West, Fa., Bemerk., id. S. 109.
Fundulus heterocl., die Subsp. grandis ist Golfform, Florida, Jord.
u. Sw., ebenda S. 230.
Zygonectes zonifer, D. 7, A. 9, L. l. 36, tr. 11, Nashville (Ga.);
Jordan und Meek, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 482.
Gambusia patruelis, dazu Holbrooki als Var., Florida, Jordan und
Meek, ebenda S. 235 (auch 322). — Ent\\ickelung s. S. 351, Ryder;
, Science, Bd. 3, S. 769, Auszug in J. B. Micr. S. (2) Bd. 4,
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 407
S. 712. — Verhalten von Gamb., Girardinus und Limia gegen Salz- und
Süsswasser s. S. 360 (Chaper).
MoUienesia latipinna, Uebergänge zu lineoL, welche daher nur Var.,
Florida, Jordan und Meek, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 235.
Heterandria (Ag. 1853) statt Girardinus (Poey 1855 nee 51), formosa
Ag. als Typus, beschr., Florida, idem S. 236. — Heterandria [= Girar-
dianus] ommata, D. 6, A. 10, Indian R. (Florida), Jordan, ebenda S. 323.
Rhodeoides gen. nov. Körper comprimirt, hoch; L. 1. nur auf
den 4 ersten Schuppen deutlich, durch ein Silberband vertreten, A. unter
der Mitte der D. beginnend, C. zweilappig, Unterkiefer an der Symphyse
stark verwachsen, Zähne beider Kiefer spitz, einwärts gekrümmt, einreihig,
Mund nicht vorstreckbar, keine Schlundzähne. — Rh. Vaillanti, D. 10,
A. 15, L. 1. 30—32, L. tr. 5/6, Rio Cheneche (Nebenfl. des Magdalenen-
Flusses), 2000 Mtr. -- A. Thominot, Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 8,'
S. 149.
Scombresocidae. (Belone.) Tylosurus euryops, D. l/l5, A l/l7,
Auge grösser als bei depressus Poey, von truncatus P. abweichend durch
C.-Stiel, der höher als breit, Jamaica; Bean und Dresel, Pr. U. S. Nat.
M., Bd. 7, S. 168. — T. sagitta, D. l/l5, A. 1/17, nahe scapularis J.
u. G., Florida; Jord. u. Gilb., ebenda S. 25. — T. notatus und crassus
Poey 60 (= Jonesi Gth. 79) bei Key West, Bemerk., neu für N. Am.,
Jordan, ebenda S. 112.
Hemirhamphus, die 5 amerikanischen Arten (die Gatt. Euleptorham-
phus mit H. longirostris C. excl.) revidiren S. E. Meek u. D. K. Goss:
unifasciatus Ranz, nee J. u. G., Roberti C. V. (= unif. J. u. G.) und
balao (= brasil. autt.) sind atl. u. pacif., rosae pac, Pleii (ob = balao?)
atl.; Proc. Ac. N. Sc. Philad. 1884, S. 221—226. — H. unifasciatus
Ranz. (= Poeyi Gth.) neu f. N. Am., Bemerk., auch über balao Les.,
beide Key West, Fa.; Jordan, ebenda S. 113.
Chriodorus atherinoides G. et B. (1882), Key West, Fa., Bemerk.,
id. S. 114.
Exocoetus volador, L. 1. 45, ähnl. Rondeletii, aber 1. und 2. P.-St.
einfach, Florida; Jordan, ebenda S. 34.
Esocidae. Esox lucius, Gefrässigkeit ; Canestrini, Bull. Soc. Ven.-
Trent., Bd. 3, S. 100—103.
Galaxidae. Galaxias auratus, Great Lake 4000 F. h.; Weedoni,
Mersey-R.; Alkinsonif Pieman-R.; sämmtl. D. 11 (—12), A. 14; Tas-
manien; Johnston, Pr. R. S. Tasm. 1882, S. 131.
Kormyridae. Mormyrus anckietae, Guimaraes, Jörn. Sc. Lisboa,
Bd. 37, S. 9, Taf. 1, F. 3. — M. (Isistius) Henryi Gill, D. 40, A. 39,
Abb., Sauvage, Bull. Soc. Zool. France, Bd. 9, S. 207, Taf. 6, F. 1.
Sternoptychidae. Th. Gill, Note on the Sternoptychidae ; dazu nur
2 Gatt., Stemoptyx und Argyropelecus, wo die Schultergürtelhälften hinten
am Occiput und untereinander befestigt, soDst frei vom Schädel sind, daher
408 Dj*' ^' Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Iniomi nom. n. genannt; ähnlich bei Cyclothone (äff. Gonostoma); Pr.
Nat. Mus., Bd. 7, S. 349—351.
Salmonidae. F. Day, On Races and Hybrids among the Salmonidae.
S. Gibson-Maitland züchtete S. salar in Süssw. , die schliessl. ohne je im
Meere gewesen zu sein nicht nur Milch, sondern auch Rogen lieferten
(gegen Rasch's Behauptung). S. (Salv.) fontinalis wurde nicht nur mit
S. (Salv.) alpinus (Taf. 57, „Struan"), sondern auch mit S. (trutta) leve-
nensis gekreuzt (Bastard mit schönen Netzbändern „Zebra", Taf. 56). S.
fario aus Neuseeland (Otago) beschrieben, (^ mit Haken. Auch S. leve-
nensis cT entwickelt einen Mandibularhaken (gegen Gth.). Proc. Zool.
Soc. London, 1884, 1. S. 17—40 (Ausz. Am. Nat. Bd. 18, S. 1158 bis
1160), 2. S. 376—380 (Ausz. Nature, Bd. 30, S. 488), 3. S. 581 — 593,
Holzschn.
Die britischen Salmoniden farbig dargestellt von Houghton (s. S. 366).
Salmo salar. A. J. Malmgren schliesst aus der Form der Haken,
welche häufig in altem Lachsen an der Finländischen Küste entdeckt
werden, dass diese Fische von den pommerschen und preussischen Küsten
und von Bornholra nach Norden gezogen sind, wahrscheinlich, um in
ihrem ursprünglichen Vaterlande auch selbst wieder zu laichen. Sporten
1884, No. 2; Bull. ü. S. Fish Comm. Bd. 4, S. 322—328; Nature,
Bd. 30, S. 521—522. — Von den 1000 durch Abschneiden der Fettfl.
in der Weser 1872 gezeichneten einjährigen Lachsen ward 1884 bei
Bremen das erste zurückkehrende Exemplar gefangen; Nature, Bd. 30
S. 361. — S. salar var. sebago, eine kurze Naturgeschichte dieser binnen-
steten (land locked) Form giebt Ch. G. Atkins; Bull. U. S. Fish Comm.,
Bd. 4, S. 341 — 344. — S. salar und
S. trutta sind jährlich fruchtba,r, obgleich von der See abgeschlossen
in Tasmanien; werden aber doch bald steril; A. Nicols, Nature, Bd. 30,
S. 512—513. — Salmo eriox, the Bull-trout, M. G. Watkins, Naturalist
(Yorkshire) (2), Bd. 10, S. 59 — 60. — Salmo (Trutta) bodschac, beschr.,
Armenien, Sauvage, N. Arch. M., Bd. 7, S. 20. — W. Arthur, On the
Brown Trout [S. fario Ausonii] [in Otago], N. Zeal. Journal of Sc, Bd. 2.
S. 36 — 37. — Salmo carpio L., welcher mit dem S. lacustris allein die
Gattung im Garda-See vertritt, hat eine Laichzeit im Juli, weicht also
wie der Huchen darin von den andern Arten ab; ausserdem aber laicht
er im Winter, ähnlich wie Cyprinus tinca und Clupea harengus zweimal
laichen. Rendiconti R. Istit. Lombard. (2), Bd. 17, S. 274—278.
Salvelinus stagnalis Fabr. (alipes Rieh.) beschrieben, Dresel, Pr. U.
S. Nat. Mus., Bd. 7, S. 255.
Coregonus. „Ueber die Feichenarten des Bodensees" spricht sich
C. B. Klunzinger jetzt ebenfalls zu Gunsten der altern Anschauung (Hart-
mann) aus, der Gangfisch (Coregonus macrophthalmus Nüsslin) wird als
selbständige Art anerkannt; einen Theil der von Nüsslin angegebenen
Unterschiede vom Blaufelchen (C. Wartmanni) findet er nicht stichhaltig
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 409
CAugengrÖsse), daher d. N. extguus statt macr. vorgeschlagen; noch näher
als Wartm. und ex. stehen sich Sandfelchen (lavaretus L. fera aut.) L. 1.
90 — 94, L. tr. 8V2— 9 + 1 + 9 und Küchen (hiemalis) L. tr. 7V2— 8
-|- 1 -f- 8, L. I. 76 — 87; zum fera-Typus gehört maraena Bl. wegen fast
gleich schwach entwickelter Kiemendomen , aber wahrsch. doch von fera
spec. zu trennen; Jahresh. Ver. f. vaterl. Naturk. Württ. , J. 40, S. 105
bis 128. — „Ueber das Wesen der Species bei den nordalpinen Core-
gonen," Gangfisch und Blaufelchen sind entschieden Arten; Gangf. —
Zuger Albeli — Züricher Albeli stehen im Verh. von Localvarietäten ;
der Pfäffikoner AlbeU ist wiederum artUch verschieden; der Traunsee-
felchen weicht zwar nur im Skelet und biologisch vom Blauf. ab, darf
aber doch wohl als Art gelten; 0. Nüsslin, Amtl. Ber. 56. Vers. D. Naturf.
u. Ae., Freiburg i. B. 1883, S. 113 — 116. — Den Coregonen der Schwei/s
widmet V. Fatio einige Bemerkungen: In 16 Seen, wovon der höchste
564 m. üb. d. M.; findet die Gattung Vertreter, meist 2 — 3 zu gleicher
Zeit; die Zahl der Formen, die sich, sei es nach biologischen, sei es
nach morphologischen Principien, überhaupt trennen lassen, beläuft sich
auf 25, sie gruppiren sich um drei Hauptformen, den Baichen, den Blau-
felchen und die Bondelle; letztere hat keinen Verwandten in Nordeuropa;
der Blaalig ist dagegen sehr ähnlich dem C. maraena Bl. ; Arch. Sc.
Phys. et Nat. (Geneve), Bd. 12, S. 433—437. — C. Nehonii T. H. Bean,
verw. mit clupeiformis und labradoricus, Alaska; Pr. U. S. Nat. Mus.,
Bd. 7, S. 48. — C. albus von N. America nach Neuseeland verpflanzt;
Greenfield, Bull. Ü. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 190. — Ueber die erste
Nahrung des „Common Whitefish" (C. clupeiformis Mitsch.); S. A. For-
bes, U. S. Fish Comm. Rep. f. 1881, S. 711 — 782.
Microstoma, weibl. Genitalorg. ganz nach Salmonen - Typus, obgleich
durch Mangel der App. pyl. sehr abweichend, Sagemehl, Morph. Jahrb.,
Bd. 10, S. 8.
Haplochitonidae. Haplochiton >Sea/« Johnston, B. 6, D. 8—9, A.
19—20, Derwent-R., Proc. R. S. Tasmania, 1882, S. 128.
Clupeidae. (Engraulis.) Wirbelsäule siehe S. 332 (Lombardo). —
3 Stolephorus - Arten bei Key West (Fa.), perfasc. und miarchus neu für
N. Am., Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 106. — St. eurystole Swain et
Meek für St. perfasciatus Swain 1882 u. J. et Gilb. Synopsis, (nee Poey
1858); zu St. Browni Gm. wahrsch. E. perf. Poey 1868 (nee 58); St-
miarchus J. et G. 1881 (von Mazatlan) auch atl. (Key West); Sw. u. M.,
Pr. ac. n. sc. Philad. S. 34 — 35.
CetengrauUs brevis Poey beschrieben, ebenda S. 35 — 36.
(Chatoessus.) Cl. thrissa L. ist ursprüngl. eine chinesische Sp. (von
Dorosoma [Chatoesus]), der Name „thrissa" soll dieser verbleiben; Cl. thr .
in L. XII Ed. ist Dor. cepedianum (Nordam.); Cl. thr. Brouss., Cuv. etc.,
amerik. , ist Opisthonema oglinum (Megal. ogl. Les.); Jordan, Pr. Ac.
Phil. 84, S. 42..
410 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Clupea. lieber die Wirbelsäule s. S. 332 (Lombardo). — Cl. ha-
rengus, die Befnichtung der Heringseier beschreibt J. C. Ewart; das M.
umkreist das W. , während dieses am Grunde die feine Eierschnur in
conische Massen zusammenlegt, etwas höher, so dass bei jeder Strom-
richtung etwas Sperma zu dem Eihaufen gelangen muss; Nature, Bd. 29,
S. 538—540; Bull. U. St. Fish Comm., Bd. 4, S. 193—197; eine „Na-
tural History of the Herring" publ. derselbe in: Rep. Scotish Fisheries,
Bd. 2, App. 7, No. 4, S. 61—72, Taf. 4—9. — Cl. har. nach 80jäh-
riger Spärlichkeit wieder in grossen Massen bei Cherbourg, Jouan, Me'm.
S. Cherb., Bd. 24, S. 314. — C. sardina Poey, neu f. N. Amer., Key
West (Fa.), Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 106. — Clupea Pensacolae,
Lebensfärb., Jordan u. Sw., Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 230. — Cl. (Meletta)
oglina s. Chatoessus.
Alosa vulgaris Val., in den oberitalischen Seen als Agone oder Sar-
dena bekannt, obwohl von der wandernden Form abstammend, hat sich
zu einer sesshaften Varietät umgebildet, nachdem die Communicationen
unwegsam geworden, Pavesi, Rendic. R. Istit. Lombardo Sc. L. (2)
Bd. 17, S. 271 — 274. — Clupea finta C. (aber nicht alosa) findet sich
in Tunis, die Cl. aurita ist nicht ihr Jugendzustand (hat mehr vorgerückte
D. und hintergerückte V.), Vinciguerra, Ann. Mus. c. Genova, Bd. 20,
S. 443.
Pellonula modesta, D. 17, A. 18, L. 1. 46, tr. 14—16, Eloby (W.-
Afr.); J. G. Fischer, Jahrb. w. Anst. Hamb., Bd. 2, S. 75.
Dussumieria stoU/era, ähnl. Cl. lamprotaenia Gosse, aber D. 11,
A. 17, nur 5 Ctm., Florida, Jordan und Gilbert, Pr. Nat. M., Bd. 7,
S. 25, u. Jordan S. 106.
Brisbania Staigeri Casteln. syn. zu Megalops cyprinoides Brouss.»
Steindachner, Sitzb. Ak. Wien, Bd. 88, S. 1108.
Gymnotidae, über d. Schultergürtel vergl. S. 330 (Sagemehl).
Muraenidae. Anguilla vulgaris bei Antiochia, Sauvage, N. Arch.
M., Bd. 7, S. 40. — Einfluss des Wetters auf den Fang, cT in weniger
salzigem Wasser seltner, Hinkelmann, Circ. d. deutsch. Fisch. Ver. 84,
No. 3, S. 65—66, übers.: Bull. U. S. Fish C, Bd. 4, S. 389. — A.
cubana Kp. identisch mit rostrata, dagegen (venetianische) fluviatiUs ver-
schieden; S. E. Meek, ebenda S. 111.
Myrophis Egmontis, wegen weit zurückliegendem D. -Anfang imd
Mangel der Vomerz. viell. eignes Gen., Florida; Jordan, Pr. Ac. Philad.,
84, S. 44.
(Ophichthys.) Coecula bascanium, neben scutiaris u. teres, aber mit
kürzerm Kopf und entwickelterer P., Bem. über C. scut., Florida, id.
S. 43 (1885 alle 3 Sp. zu Callechelys Kp. gezogen]. — Ophichthys inter-
tinctus, Bemerk., Florida, id., S. 43.
Muraena. Sidera funebris (= afra Gth. nee Bl.) und moringa von
Key West, Bemerk.; Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. HO.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 411
Derichthys serpenttnus, ordo nov. aalförmig, Kopf schlangenähnlich,
Palatina und Maxillaria gut entwickelt, bezahnt, Schultergürtel vom Kopf
entfernt, eine halsartige I Einschnürung, Tiefsee, atl. Oc. ; Gill, Am. Natural.,
Bd. 18, S. 433.
LopJiobranchii,
Syngnathidae. Siphonostoma. J. Swain und S. E. Meek, notes
on the pipe-fishes of Key West, Fa.; Schlüssel der 13 in der Verein. St.
vorkommenden Sp.; S. Mc Kayi, D. 29—31, auf 2 4-6 R., Ringe 18
+ 33 — 34, Op. glatt; Proc. Nat. Mus. Bd. 7, S. 237 — 239; S. Barbarae
Swain, für S. bairdianum Sw. 1882 nee Dum., ebenda S. 238 Anm. —
S. affincj Bemerk., Florida, Jord. u. Sw., ebenda S. 231; 7 Siph.-Sp. bei
Key West, Fa., Jordan, ebenda S. 114.
Syngnathus trachypoma Günther, D. 21, Ringe 18 -f 33, bei S.
Grayi, Thursday-L; Report „Alert" S. 30 (s. S. 372).
Dor>ichthys serialis Günther, D. 21, Rmge 14 + 20, L. 1. nicht
unterbrochen, Port Molle; ebenda S. 30, Taf. 3, Fig. B.
Nerophis coralUna Cocco, Messina, ohne Beschreibung, Natur, sicil.
Bd. 3, S. 272.
Hippocampus, 2 Sp. bei Key West, Fa., Bemerk, über hudsonius,
Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 115.
Plectognathi,
Th. Gill, Synopsis of the Plectognath Fishes, berücksichtigt die
höheren Gruppen, seltner Gattungen ; lOFam.: 1. Triacanthidae, 2. Baiist.,
3. Ostrac. , 4. Triod., 5. Tetrod., 6. Psilonot., 7. Chonerhin., 8. Diod.,
9. Molidae, 10. Molacanthidae ; Triodontoidea superf. n. wird den
5 letzten Fam. zusammen gegenüber gestellt; Colomesinae subf. n. (=
gen. Batrachops Holl. verbraucht, daher n. Gatt. Colomesus)\ Masturus
D. g. für Orthag. oxyuropterus Blk. ; für die Charakteristik des Plectogn.
wird hervorgehoben: Unterkiefer zu einem Stück jederseits vereinigt^
Zwischen- und Oberk. eng verbunden, Interop. reducirt, stabförmig, Post-
temporalia durch Naht dem Schädel angefügt; Proc. Nat. Mus., Bd. 7,
S. 411—427.
Sderodermi. Balistes carolinensis, Bemerk., Key West, Jordan,
ebenda S. 144. — B. capriscus bei Folkestone, Karting, Zoologist (3),
Bd. 8, S. 472. — B. capr., Osteologie s. S. 331 (Göldi).
Monacanthus (Aluteres) fttscus, nahe Heudeloti, aber D.«Stachel stark,
vom und hinten mit Spitzen, Camerun; J. G. Fischer, Jahrb. w. Anst.
Hamb., Bd. 2, S. 75, Taf. 2, F. 6. — M. ciliatus u. hispidus. Bemerk.,
Key West, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 145.
Ostracion tricome , trigonum, triquetrum, Bemerk., Key West, id.
S. 146.
412 ^^' F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Gymnodontes. Tetrodon (Hemiconiatus) guttifer Benn., Beschr. nach
Alcohol-Ex., Eloby (W. Afr.); J. G. Fischer, Jahrb. w. Anst. Hamb..
Bd. 2, S. 76. — T. reticularis Bl. Sehn, im (Salzw.) Burdekin-R., Mac-
leay, Pr. L. S. N.-S. W., Bd. 9, S. 61. — T. nephelus, die jungen mit,
die alten meist ohne Nadeln, Färbung, Key West, Jordan, Pr. N. Mus.,
Bd. 7, S. 146.
Orthagoriscus. E. F. Trois hält einen üeberblick über die äusseren
Charaktere und die Anatomie der Ranzania truncata. In der vordem
Abtheil, der Niere existiren reichliche Canälchen; die Haut der Kiemen
ist nicht mit Knochenplättchen gepanzert (welche bei 0. mola), dagegen
finden sich entwickelte Kiemendomen; in den Muskeln lagern Wunder-
netze (Abb.); im Schädel tritt der Knorpel sehr zurück (mola viel Knorpel),
die Dicke der Haut ist dagegen auffallend geringer als bei mola; Verf.
betrachtet Ranzania als gute Gattung. Die (noch nicht völlig reifen?)
Spermatozoen wurden erst durch Zusatz von Seewasser beweglich, deren
Schwanzfaden schwer sichtbar; Atti R. Istit. Veneto Sc. Lett. (6), Bd. 2,
S. 1269—1306, 1543—1560, Taf. 12, 13, 14, 16. -- O. oblongus bei
Penzanze; Th. Cornish, Zoologist (3) Bd. 8, S. 390.
Ganoidei.
Amiidae. Amia, häufig mit den Characiniden verglichen bei Sage-
mehl, s. S. 328.
Acipenseridae. [Biolog. Unters, über Stör-artige Fische]; E. Pelzam,
Protok. d. Sitz, naturf. Ges. Kasan 1883, Beilage No. 65, 17 S., 1 Taf.
Acipenser, das Vorkommen einer 2. Art, des amerik. A. maculosus,
in England ^ird angezweifelt (gegen Günther), Day, Fishes Gr. Brit.,
S. 279. — A. ruthenus, Osteologie, s. S. 331 (Göldi).
Scaphirhynchops patyrh. , erblindetes Exemplar , das Auge soll bei
dieser Art in Reduction begriffen sein; Trowbridge, Science, Bd. 3, S. 587.
Selachii.
Allgemeines. Schädel von Carcharias und mustelus s. S. 331
(Rosenberg).
W. A. Haswell, Studies on the Elasmobranch Skeleton, Pr. Linn.
S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 71 — 119, Taf. 1, 2. Verf. untersuchte
Heptanchus, Heterodontus, Carcharodon, Crossorhinus, Chiloscyllium, Squa-
tina, Pristiophorus , Trygonorhina, Trygon, Urolophus, Hypnos, Galeus,
Scyllium, Lamna, Scymnus, Mustelus, Zygaena; er sucht die Arbeit Gegen-
baurs zu ergänzen, recapitulirt die frühere Literatur, beschreibt die ein-
zelnen Species und charakterisirt endlich folgende Fam. nach ihrem Skelet,
Selachoidei: Notidanidae, — Cestraciontidae, Lamnidae, Scylliolamnidae,
Scyllidae, Rhinidae, Pristiophoridae, und Batoidei: Pristidae, Rhinobatidae,
Torpedinidae, Rajidae, Trygonidae, Myliobatidae.
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 413
A. D. Onodi, Ueber die Entw. der Spinalganglien und der Nerven-
Wurzeln; Verf. untersuchte Pristiurus, Scyllium, Torpedo; Math. natw.
Ber. Ung., Bd. 2, S. 310—336, Taf. 10.
J. H. List entdeckte in dem mehrschichtigen Cloakenepithel von
Scyllium canicula zahlreiche grosse Becherzellen (einzellige Drüsen), durch
Methylgrün färbbar; Zool. Anz., J. 7, S. 545—546, u. SiUh. k. Ak. Wiss.
Wien, m.-nat. Cl., Bd. 90, S. 159—170, 1 Taf.
L. Vaillant bemerkt bezüglich der Lage des Eies im Uterus der
eierlegenden Elasmobranchier, dass bei den Haien (Pristiurus) das bei
dem Ausschlüpfen des Fötus aufspringende Ende der Ei-Kapsel im Uterus
nach innen zu, bei den Rochen dagegen nach der Cloake zu gerichtet ist.
Bull. Soc. Philomatique Paris (7) Bd. 8, S. 178—179. — Bildung der
Eischale s. Perravex, S. 347.
W. A. Ha s well, Ueber die Copulationsorgane von Heptanchus,
beschreibt eine sackförmige Einbuchtung in dem „Clasper", die von der
V. verdeckt wird (zur Aufnahme eines Drüsen-Sekretes dienend?), Pr. L.
S. N.-S. Wales, Bd. 9, S. 381—382, Taf. 10.
Die Kiemenentwicklung sowie die der Thymus und der Flossen
untersucht A. Dohrn, s. S. 353.
W. A. Haswell beobachtete Foetus von Pristiophorus cirratus in
zwei Stadien, nur das jüngere mit einer (rudim.) Schale. Das ältere Sta-
dium war schwerer, als die Masse des Dotters allein hätte bewirken
können; da eine Placenta nicht vorhanden, so muss daher die ernährende
Substanz von Sekretionen der zottigen Uteruswände geliefert und durch
Endosmose dem Embryo zugeführt werden ; W. A. Haswell, Pr. L. S. N.-S.
Wales, Bd. 9, S. 680.
Squali. F. Day, Fishes of Gr. Brit., zählt 16 Arten in 15 Gatt,
von Haifischen auf: Carch. glaucus, Gal. vulgaris, Zyg. malleus, Must.
vulgaris, Lamna cornubica, Alop. vulpes, Sei. maxima, Not. griseus, Scyll.
canicula und catulus, Pristiur. melanostomus, Ac. vulgaris, Centr. Salviani,
Laem. microcephalus, Ech. spinosus, Rhina sc^uatina, S. 287—328.
P. Doderlein, Haifische des Mittelmeers (s. S. 367), zählt auf:
2 (3) Scyllium, 1 Frist., 2 Must., 1 Galeus, 1 Thalass., 4 Carch., 3 Zyg.,.
1 Alop., 2 Odont., 1 Lamna, 1 Oxyr., 1 Carcharodon, 1 Sei., 1 Hex.,
1 (3) Hept., 3 Acanth., 1 Centroph., 1 Spinax, 1 Centrina, 1 Scymn.,
1 Laem., 1 Echin., 3 Pristis, 2 Squat.
Ichthyotomi von Cope als eigne Abtheilung der Elasmobranchier ab-
gezweigt (deren Rest als Selachii bezeichnet werden) für die fossilen Di-
plodus und Didymodus; mit letzterem soll der lebende Chlamydoselachus
identisch sein. (Gegen die Identität spricht Gill, Science 1884, S. 429.)
Die Ichthyotomi nähern sich den echten Fischen „Hyopomata" (= Ga-
noidei + Teleostei) durch den Besitz entwickelter Schädelknochen: Basi-
4l4 Dj^» F» Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
occipitale mit Condylus, Occipitale, ? Pteroticum, Frontale, Nasale. Im
Anschluss hieran giebt Verf. einen Stammbaum der Wirbelth.; die Holo-
cephali bilden den Ausgangspunkt für 3 Linien : die Selachier, die Ichthyo-
tomi (aus diesen die Hyopomata) und die Dipnoi (woraus Batraehia etc.);
Pr. Am. Phil. Soc, S. 21, Taf.; Amer. Naturalist, Bd. 18, S. 412, 1255.
Chlamydoselachus n. g. , Ch. anguineus^ Japan; Garman, Bull.
Essex Inst., Bd. 16, 9 S. Abb. NB.! Zus. mit der Abh. über Heptran-
chias unt. d. Tit. „New Sharks ..." Salem 1884 abgedruckt.
Carcharias glaucus, 2 Expl. (neu oder selten) bei Cherbourg, Jouan,
M^m. Soc. Cherb., Bd. 24, S. 313. — C. lamia R. (auch brevirostris P.
u. punct. M.) bei Florida, Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 104. — Schädel
s. S. 331 (Rosenberg).
Leptocarcharias ist mit Triacis zu vereinigen, weil an L. ebenfalls
ein Spritzloch nachgewiesen ist; Hilgendorf, Sitzb. Ges. natf. Fr. Berlin
1884, S. 138—139.
Mustelus, Schädel s. S. 331 (Rosenberg).
Lamna Güntheri J. A. Murray, Zähne jederseits 22/28, Kiemen-
öffhungen alle gleich weit, Anf. der D. näher der P. als der V., Kur-
rachee, Ann. Nat. Hist. (5), Bd. 13, S. 349.
Carcharodon carcharias L. (= Rondeletii Autt.), Abb. nach der
Photogr. eines bei Massach. gefangenen Ex.; W. D. Stevenson, Amer.
Naturalist, Bd. 18, S. 940—941, Taf. 31 u. Holzschn.
Selache maxima „on the Comish Coast", Th. Couch, Zoologist (3),
Bd. 8, S. 273—274.
Pseudotriacis microdon, das zweite bekannte Expl. aufgefunden, neu
f. Amerika, Baird, U. S. Fish Comm., Bd. 4, S. 177.
Rhinodon typicus, 8,90 M. 1., in der Bay von Panama getödtet von
der Exp. des „Vettor Pisani"; Günther, Nature, Bd. 30, S. 364—366.
(Notidanus.) Heptranchias pectorosus; S. Garman, Bull. Essex Inst.,
Bd. 16, 2 S. — Hept. indicus, die Copulationsorg. des c^ s. ob. (Haswell).
Scyllium, Nerven s. ob. (Onodi), Cloakenepithel s. ob. (List), Eischale
s. S. 347 (Perravex).
Pristiurus, Nerven s. ob. (Onodi), Ei im Uterus s. ob. (Vaillant).
Acanthias, mit parasitischen Crustaceen, s. S. 362 (Day).
(Laemargus.) Somniosus microceph. neu für Alaska, Bean, Pr. Nat.
M., Bd. 6, S. 353.
Echinorhinus spinosus bei Cornwall, Th. Comish, Zoologist, Bd. 8,
S. 150; in Neuseeland, T. J. Parker, Trans. N. Zeal. Inst. Bd. 16, S. 280.
Rhina squatina in Loch Ryan; T. Barty, Scott. Naturalist (N. S.),
Bd. 1, S. 106.
Pristiophorus, Fötus-Ernährung s. ob. (Haswell).
Bajae. F. Day, Fishes of Gr. Brit., behandelt 15 Arten in 5 Gatt.«.
Torp. nobiliana und marmorata?, Raja batis, macrorbynchus , alba, oxy-
in der Ichthyologie während des Jahres 1884. 415
rhynchus, fdllonica, clavata, maculata, microcellata , radiata, circularis,
Trjgon pastinaca, Myl. aquila, Cephal. Giomae.
P. Doderlein, Rochen des Mittelmeers (s. S. 367), zählt auf:
3 Rhinob., 3 Torp., 17 Raja, 4 Trygon, 2 Pteropl., 1 Taen., 2 Myl.,
1 Rhinopt., 2 Cephal.
.Pristis (von Möbius und Heineke nicht erwähnt) soll (1830) bei
Libau und auch bei Oesel gefangen sein; Schweder, Korrbl. Natf. Ver.
Riga, Bd. 27, S. 15. [Ist schon der englischen Fauna völlig fremd.
Ref.] — P. Woermanniy 25 Zähne, vom nicht dichter, D I fast genau
über V., kein unt. C. -Lappen, Camerun; J. G. Fischer, Jahresb. 1883
Naturh. Mus. Hamb., S. 39.
Rhinobatns halavi Rp. „tipo siciliano" beschrieben von P. Doderlein,
Nat. Sicil., Bd. 3, S. 169—175. — Rh. halavi Forsk., ob diese Form
des Rothen M. ganz identisch im Mittelm. vorkommt ^ bleibt zweifelhaft,
da sehr wohl die jetzigen (auch Dod.'s) Angaben über das mediterr. Ha-
bitat auf Verwechselung mit dem nahverwandten Rh. cemiculus beruhen
könnten; dass diese halavi-ähnl. Form nicht den Alterszustand von Colu-
mnae darstellt, ist sicher ; auch Geschlechtsdiflferenzen sind ausgeschlossen ;
Vinciguerra, Ann. Mus. c. Genova, Bd. 20, S. 412.
Torpedo. Die aus den elektr. Organen sich ergebenden systema-
tischen Kennzeichen sind: Umrissfigur des Gesammtorgans (von der
Bauchfläche), beilförmig bei Trop., ohrenf. (Narcine), mondf. (Hypnops),
nierenf. (Astrape), gestreckt - nierenf. (Temera), Holzschn.; Zahl der
Säulen im Organ, absteigend geordnet: Torp. 1069— -421, Hypn. 436,
Narc. 428 — 168, Astr. 147, Tem. 139. Bei Torp. haben die Arten mi^
glatten Spritzlöchem (occident., hebetans, californ.), Gymnotorpedo
subg. n., hohe Säulenz. (900 — 1000), die mit gefranzten Spr. 600 und
darunter, Fimhriotorpedo sg. n. ; Bemerk, üb. Abgrenzung und Varie-
täten der T.-Arten; G. Fritsch, Sitzb. Ak. Wiss. Berlin 1884, S. 445 bis
456. — T. marmorata wurde an von Triest beschafften Exemplaren auf
Richtung, Stärke etc. der innem, äussern und der Nerven - Ströme unter-
sucht. Die elektrischen Rochen sind meist schwerer zur Austheilung von
Schlägen reizbar als Zitterwelse und -Aale; Notizen über Gefangenleben;
E. Dubois-Reymond, ebenda S. 181—242, Holzschn. — T. (fusca? sp. n.)
bei Dunedin, T. J. Parker. Trans. N. Z. Inst., Bd. 16, S. 281—284,
l Taf. (s. Ber. 83, S. 519). — Nerven von T. s. ob. (Onodi).
Narcine umbrosa, in Form ähnl. Timlei, ob Var. von brasiliensis,
Färbung abweichend, Key West (Fa.); Jordan, Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 105.
Trygon. Raja pastinaca, neu für Cherbourg, Jouan, Mem. Soc.
Cherb., Bd. 24, S. 313.
ürolophus bucculentus, Maul 3 mal so breit als bei testaceus, D. viel
grösser, Port Jackson; W. Macleay, Pr. L. S. N.-S. W., Bd. 9, S. 172.
416 ^^' F« Hilgendorf: Bericht über die Ichthyologie.
Cyclostomu
Legouis, Recherches sur le Pancreas des Cjclostomes, Ann. Soc^ Sc.
Bruxelles, Bd. 8, (Me'm.) S. 187 — 304, 2 Taf. ~ T. Sacchi behandelt
gelegentlich der Retina - Neuroglia der Vertebraten auch die von Petro-
myzon, Arch. Ital. Biol. (3), Bd. 6, S. 76 — 96. — Nervensystem s. S. 338
(Herms) u. 337 (Ahlbom).
Die Auffassung, wonach Petromyzonten , Leptocardier und endlich
Tunicaten als degenerirte Fische, nicht aber als angehende gelten sollen,
spricht A. Dohrn erneut gelegentlich der Entwicklung der Kiemen aus,
s. S. 353. — P. Planeri wird bei Riga vermisst, obgleich die beiden an-
dern angeblichen Entwicklungsstufen, Amm. br. und P. fluviatilis dort
häufig sind; Schweder, Korrbl. Naturf. Ver. Riga, Bd. 27, S. 15.
Bdellostoma, Kopfniere s. S. 346 (Weldon).
Leptocardii,
B. Hatschek, Mitth. über Amphioxus. Die Homologie zwischen
dem Zirbelcanal der Vertebraten und dem Porus am Vorderende des
Medullarcanals bei Amphioxus ist nicht auf die nachträglich (durch Ein-
senkung des Hautepithels) sich bildende Wimpergrube auszudehnen. —
Beim ausgewachsenen Amphioxus mündet an der dorsalen Wand der Mund-
höhle in einer verdickten Scheibe von Wimperepithel, die den vordersten
Theil des Räderorgans bildet, ein Geschmacks- bez. Geruchs-Organ, dessen
Cylinderzellen mit je einem starren Härchen versehen sind; es liegt rechts
von der Chorda, das austretende Wasser wird nach dem hinteren (Larven-)
Mund geleitet. Auch die Niere fehlt nicht, wie bisher geglaubt, sie
erstreckt sich linkerseits am ventralen Chorda -Rande entlang über den
Mund. Diese beiden neuen Organe entsprechen bez. dem Geruchsorgan
und der Neuraldrüse der Tunicaten; weniger sicher ist der Vergleich mit
der Hypophysis der Vertebraten. Zool. Anz., J. 7, S. 517 — 520.
Branchiostoma bassanum Günther, Myocommata 43 — 45 -j- 13 — 15
-f 17 — 18 = 75 — 76. Bass-Str. An andern Arten unterscheidet Gth.
noch: elongatum (49 -f 18 + 12 = 79), Peru; Belcheri (37 + 14 +
13 — 14 = 64—65), Australasia; caribaeum (37 + 13—14 + 9 =
59—60), westatlantisch; lanceolatum (34—35 + 12—14 -f 11 — 13 =
59—61), nordatlantiseh; cultellum = Epigonichthys c. Peters (52), nord-
australisch. Report „Alert" S. 31—33 (s. S. 372).
Druck von E. Buchbinder in Neu-Ruppin.
Zweiter Band. Drittes Heft.
Bericht über die wissenscliaftliclien
Leistungen in der Naturgeschichte der
niederen Thiere.
Inhalt.
Seite.
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Helminthen im Jahre 1885. Von Dr. von
Linstow in Hameln, 1
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Protozoen in den Jahren 1882 und 1883.
Von Prof. Max Braun in Rostock i.M 45
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Ascidien während der Jahre 1882 u. 1883.
Von Prof. Dr. Max Braun in Rostock i.M 117
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Ascidien während der Jahre 1884 u. 1885.
Von Prof. Dr. Max Braun in Rostock i.M 147
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 u. 1883. Von Prof.
Dr. Karl Kraepelin in Hamburg 174
Bericht über die Leistungen in der Spongiologie für die Jahre
1880 und 1881 (Nachtrag). Von Dr. W. Weltner . . 197
Bericht
über die wissenscliaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Helminthen im Jahre 1885.
Von
Dr. von Linstow
in Hameln.
Allgemeines.
Bergh vergleicht die Excretionsorgane der Würmer
mit einander und unterscheidet einen ungegliederten und
einen gegliederten Typus. Bei den Plattwürmem bestehen
zwei Canalsysteme, nämlich grössere Hauptstämme und
ein Netzwerk von feinen Canälen; die Trematoden haben
in der Regel eine contractile Endblase und sind hier die
Lumina der grossen wie der kleinen Canäle intracellulär ;
wenn schon bei den Trematoden hinsichthch des Baues
der Hauptstämme grosse Verschiedenheiten herrschen, so
werden diese bei den Cestoden noch bedeutender ; hier scheint
bei ganz jungen Thieren die Zahl vier in der Regel die
herrschende zu sein, und sind die Gef ässe im Scolex jeder-
seits durch eine Schlinge mit einander verbunden; durch
eine Inselbildung in dieser Stirnanastomose entsteht der
Gefässring der Tänien; bei Abothrium bestehen jederseits
3 Längsstämme, bei Triaenophorus 10, bei Caiyophyllaeus 14,
bei Leuckartia 36 — 38, bei Ligula, Schistocephalus und
Dipylidium latissimum fehlen die Längsstämme ganz; in
dem Scolex der Bandwürmer und in der ältesten Pro-
glottide wird, wie bei den Trematoden, eine contractile
Endblase gefunden, bei manchen Tänien kommen aber
auch zahlreiche, seitliche Ausmündungen vor. Die Nema-
Arch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. U. Bd. 3. H. ^
2 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
toden haben gewöhnlich 2, seltner 4 in den Seitenfeldern
gelagerte Längsstämme, die hinter dem Kopfe durch eine
mediane Oeffnung nach aussen münden, während bei den
Gordiaceen das Organsystem rudimentär ist oder ganz fehlt;
bei Tylenchus findet sich nur in der einen der beiden
Seitenlinien ein Gefäss. Den gegliederten Typus beobachtet
man bei den höheren, freilebenden Würmern. Angesichts
dieser Verschiedenheiten warnt Verf. vor dem künstlichen
Zurückführen der einen Form auf die andere und sagt,
neuerdings erblicke man oft typische Identität da, wo nur
eine unwesentliche Uebereinstimmung vorliege; man lasse
viele blosse Analogie-Aehnlichkeiten als w^ahre Homologien
gelten ; die Vergleiche steigerten sich oft bis zur Lächer-
lichkeit und in vielen Publikationen der Neuzeit erhalte
man eher ein Caricaturbild der morphologischen Wissen-
schaft als das Bild der wahren Forschung ; am Ende komme
nichts dabei heraus. Uebrigens bemerkt Verf., dass die
segmentirte Leibeshöhle der Anneliden den Höhlen der
Geschlechtsfollikel der Plattwürmer und Nemertinen ho-
molog ist; jede Hälfte einer Segmenthöhle mit dem sie be-
grenzenden Epithel entspreche einem Geschlechtsfollikel.
R. S. Bergh. Die Excretionsorgane der Würmer \ eine Ueher-
sicht Kosmos, 2. Bd. 2. Heß, pag. 91—122, Stuttgart 1885,
Tfl. IL
BütsehH vergleicht das Nervensystem der Nematoden
mit dem der Plathelminthen und meint, der Nervenring
der ersteren könne aus dem einfachen Gehirngangiion der
letzteren dadurch entstanden sein, dass die beiden Bauch-
nervenstämme dieser aUmähhch zusammengerückt seien,
bis sie endlich zu einem Bauchstamme vereint wären;
ebenso könnte der Rückennerv der Nematoden aus einer
Vereinigung der beiden Rückenstränge der Plattwürmer
hervorgegangen sein; bei den Mediannerven der Nematoden
sei der Ursprung noch jetzt paarig, auch habe Joseph bei
jungen Ascariden und bei Plectus einen paarigen Bauch-
strang beobachtet. Die von Leuckart entdeckten Nerven-
commissuren bei den Nematoden entsprächen denen der
Plattwürmer ; die dorsale Partie der Ringnerven der Nema-
Leistungen in der Natnrgesch. der Helminthen i. J. 1885. 3
toden sei auf das Gehirn, die ventrale auf die nach Ver-
einigung strebenden beiden Bauchnerven der Plattwürmer
zurückzuführen. U. Bütschli. Zur Herleitimg des Nerven-
systems der Nematoden. Morphologisches Jahrbuch, heraus-
gegeben von Gegenbaur. Bd. X, Heft 4, Leijyzig 1885,
pag. 486—492, 'Tab. XXIIL
Carus stellt die ganze bis jetzt bekannt gewordene
Fauna des mittelländischen Meeres zusammen und versieht
jede der aufgezählten Thierarten mit einer lateinischen
Diagnose; der Fundort wird angegeben und zugleich eine
kritische Sichtung vorgenommen, wobei die Arten mehrfach
anderen Gattungen als bisher zugetheilt werden; die be-
handelten Species werden unten namhaft gemacht. J. V. Carus.
Prodromus faiinae medüerraneae sive descriptio animalium
maris mediterranei incolarum quam comparata silva rerum
quatenus innoiuit adjectis locis et nominibus vidgaribus
eorumque auctoribus in commodum zoologormn congessit
J. V. Carus. Pars I. Coelenteraia, Echinodermata, Vermies,
Arthropoda. Stuttgart 1885.
Cobbold erhielt im Jahre 1869 ein Schreiben von
Darwin mit einer Anzahl Helminthen aus Süd -Amerika,
die von letzterem 40 Jahre vorher gesammelt waren; die-
selben werden nunmehr besprochen. T. Spencer Cobbold.
Notes on parasites collected by the late Charles Damvin Esq.
Linn. Soc. Journ. vol. XIX, London 1885, pag. 174 — 178.
Zwei Parasiten aus Apteryx beschreibt Chatin*
M. J. Chatin. Parasites de VApterix. Compies rendus Soc.
de Biologie, 2. ser., t. T, Paris 1885, No. 44, pag. 770—771.
Oerley untersuchte in der zoologischen Station zu
Neapel die Helminthen der Haien und Rochen und stellt
im Anschluss an die hier gemachten Funde alle bisher in
denselben entdeckten, zu den Helminthen gehörenden Pa-
rasiten zusammen, wobei sich findet, dass Acanthocephalen
gamicht vorkommen, Trematoden sehr selten, Nematoden
nicht häufig, am meisten aber Cestoden. L. Oerley. A cza-
jyaknak es rajaknak belfergei {die Entozoen der Haien und
Rochen). Termeszetrajzi füzetek, vol. IX, pars 2, a museo
A*
4 Dr. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
nationali Hungarico Budapestensi vulgato. Budapest 1S85,
pag. 97 — 126 (ungarisch), pag. 216 — 220 (Deutsch).
Ref. macht Mittheilungen über Nematoden und Tre-
matoden. 0. von Linstoic. Beobachtungen an bekannten
nnd neuen Nematoden und Trematoden. Archiv für Natur-
geschichte Bd. LT, Berlin 1885, pag. 235—255, tob. XIII
bis XV.
Parona beschreibt von Beccari und Magretti im öst-
lichen Sudan gesammelte Helminthen, und zwar Nematoden,
Acanthocephalen und Cestoden. C. Parona. Di alcuni
ehninti raccolti nel Sudan Orientale da 0. Beccari e P. Magretti,
descritti dal Prof. Parona Corrado; Annal. Mas. Civico di
Storia natural, di Genova, ser. 2 a, vol. II, Genova 1885,
pag. 424—445, tav. VI— VII
Die in vorstehend genannten Arbeiten angeführten Arten
werden hierunter besprochen.
Leuckart und Nitsche geben zoologische Wandtafeln
heraus, von denen No. 31 Nematoden darstellt und No. 15
Cestoden, während eine andere mit Trematoden in Vor-
bereitung ist. P. Leuckart und H. Nitsche. Zoologische
Wandtafeln zum Gebrauche an Universitäten und Schulen.
Cassel 1885.
Kraepelin untersucht das Wasser der Hamburger
Wasserleitung und findet in demselben nicht weniger als
61 Thierspecies , darunter auch mehrere Helminthen.
Th. Kraepelin. Die Fauna der Hamburger Wasserleitung.
Abhandl. des naturw, Ver. Hamburg 1885, Bd. IX.
Blauchard veröffentlicht eine Serie von auf die Zoologie
bezüglichen Examensfragen für Marineärzte, bei denen allen
neueren Entdeckungen besonders auch auf dem Gebiete
der Helminthologie Rechnung getragen ist; bemerkenswerth
ist die Angabe, dass in den Vereinigten Staaten von Nord-
amerika und in Australien, wo Distomum hepaticum vor-
kommt, Limnaea truncatula unbekannt ist. R. Blanchard.
Qnestionnaire de Zoologie medicale, instructions ä l'usage du
Corps de santS de la marine, Ar eh. medic. naval. t. XL IV,
Paris 1885.
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1885. 5
Bergh's Arbeit enthält nicht, wie man dem Titel nach
vermuthen könnte, enthelmintologische Beobachtungen,
sondern Angaben über das Vorkommen der lebenden Larven
von Piüex irritans auf der menschlichen Haut und über
die Entleerung zahlreicher, lebender Exemplare eines kleinen
Borstenwurmes, Enchytraeus Buchholzii, aus dem Munde
eines Kranken. R. Bergh. To sjeldne tilfaelde af Pseudo-
Parasiter hos Mennesket. Kjöhenhavn 1885.
Niemic behandelt die Saugnäpfe der Thiere ver-
gleichend-anatomisch und giebt dabei u. a. eine Darstellung
der Bildung und besonders der Muskulatur der Saugnäpfe
von Taenia coenurus und Tristomum molae. J. Niemic*
Recherches morphologiques sur les ventonses dans le regne
aniuial. Recueil zoolog. Suisse t, II, Geneve 1885,
Stossich beschreibt mehrere zum Theil neue Trema-
toden und Acanthocephalen. M. Stossich. Brani di el-
mintologia Tergestina, ser. IL Bollet. Soc. Adriat sc. natur.
Trieste, vol. IX., 1885, 9 pag., tav.IV—VI.
Den allgemeinen Theil des Jahresberichts glaubt Verf.
nicht schliessen zu dürfen ohne des im Jahre 1885 er-
folgten Todes des hochverehrten Herrn Professor C.T.E. von
•Siebold zu gedenken, welcher in der Helminthologie bahn-
brechend wirkte und als einer der Ersten die Entwicklungs-
geschichte der Helminthen wissenschaftlich verfolgte.
Nematoden.
Zacharias findet in der Embryogenese der Nematoden und der
Rotatorien, besonders im ersten Stadium, eine grosse Aehnlichkeit,
und zwar ist es das sogenannte Palmblatt- oder Palmettenstadium,
welches bei den Rundwürmern und den genannten Räderthieren in
ähnlicher Weise wiederkehrt. Verf. schliesst hieraus, dass die jetzt
lebenden Fadenwürmer und Räderthiere auf eine gemeinsame Stamm-
form zurückzuführen seien, welche einen blasenartigen Kopftheil mit
Wimperkränzen und einen damit verbundenen langgestreckten An-
hang oder Schwanztheil besass; der Mangel der Cilien bei den
jetzigen Nematoden wäre alsdann als eine Rückbildung anzusehen;
sollte es gelingen, FlimmercUien bei einem Nematodenkeim zu be-
obachten, so wäre hierdurch ein Beweis für die Verwandtschaft
6 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
zwischen Rundwürmern und Räderthieren gefunden. 0. Zacharias.
lieber die Bedeutung des Palm form- Stadiums in der Entwicklung von
Botatorien und Nematoden. Biolog. Centralhlatt, 5. Bd. No. 8, Einlangen
1885, pag. 228—233.
Die Entwicklung von Ascaris megalocephala von der Eientwicklung
und Befruchtung bis zur Bildung der ersten beiden Blastoraeren war
im vorigen Berichtsjahre von verschiedenen hervorragenden Forschern
untersucht, und von diesem Stadium an bis zur Embryonal bildung
verfolgt Hallez die weitere Entwicklung, indem er zugleich die
Eier von Ascaris lumbricoides, succisa, holoptera, Oxysoma brevi-
caudatura, Dochmius trigonocephalus , Atractis dactylura, Oxyuris
longicoUis, conica, inflata, curvula und Anguillula aceti in den ^^reis
seiner Beobachtungen zieht. Was die Entwicklungsbedingungen be-
trifft, so verlangen die Eier von Ascaris womöglich eine Temperatur
von 20 — 25" und die Berühning mit Sauerstoff; unter diesen Ver-
hältnissen entwickeln sie den Embryo in 8—10 Tagen; auf feuchter
Erde schlüpft er aus der Eischale und bleibt hier bis zu drei Wochen
lang am Leben, während er im Wasser untergeht. Das erste Pol-
kügelchen, zwischen den beiden Perivitellinschichten eingebettet,
nimmt an dem Aufbau des Embryo nicht Theil, wohl aber das zweite,
welches mit der einen der beiden Blastomeren verwächst ; diese bildet
später das Exoderm, die andere das Endoderm und von letzterem
theilt sich später das Mesoderm ab. Während der Vereinigung der
beiden Pronuclei bemerkt Verf. amöboide Bewegungen am Zell-
protoplasma. Die erste Furche berührt öfter das zweite Polkügelchen,
das aber stets nur der einen der beiden Blastomeren anhaftet. Die
weitere Furchung wird in der Regel dadurch eingeleitet, dass die
Exodermzelle sich in zwei Hälften theilt, die zur Längsachse des
Ei's quer liegen, worauf dann die Meso-Endodermzelle sich in zwei
Zellen theilt, welche vertical gestellt sind, wodurch eine T-Figur
entsteht. Sind 12 Furchungskugeln gebildet, so stammen 8 von der
Exodermzelle ab, welche so gelagert sind, dass die eine, welche das
Polkügelchen trägt, von den 7 anderen umgeben wird ; aus der Meso-
Endodermzelle haben sich zwei Zellen gebildet; bei 16 Blastomeren
bestehen 8Exo-, 4 Meso- und 4 Endodermzellen; darauf bilden sich
24 Blastomeren und nunmehr entsteht das sogenannte Sandalen-
Stadium, bei welchem die Exodermzelle die Endo- und Mesoderm-
zellen als äussere Hülle umwachsen, an der Bauchseite einen Spalt
freilassend, welcher als Prostoma bezeichnet wird. Dieser schliesst
sich allmählich, worauf sich das Cy linder- Stadium bildet, das nach
der Bauchseite gekrümmt ist und ein verdicktes Kopfende zeigt.
Darauf entsteht das Larvenstadium mit einer Oesophagus -Ein-
stülpung. Die Zellen, welche den Nervenring bilden, stammen vom
Exoderm und markiren die Grenze zwischen dem ebenfalls vom
Exoderm gebildeten Oesophagus und dem vom Endoderm stammenden
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1885. 7
übrigen Theil des Verdauungstracts. Die Endo- und Mesodermzellen
furchen sieh immer senkrecht zur Längsachse des Ei's, die Exoderm-
zellen dagegen abwechselnd parallel und senkrecht zu derselben.
Bei 24 Elastomeren dehnt sich das Prostoma von einem zum anderen
Ende der Längsachse aus und schliesst sich dann allmählich von
hinten nach vorn; zuletzt erscheint es offen, nicht am Kopfende,
sondern an der Stelle, welche den Kopflappen des Cylinderstadiums
begrenzt, einer Stelle, welche genau dem Ort entspricht, wo bei den
ausgebildeten Thieren die Oeffnung des Excretions Systems liegt. So
hat Verf. gefunden, dass jede Zelle ihre hesondere Bestimmung hat,
und was die Orientirung betrifft, so gehört die Exodermpartie immer
der Rücken-, die Meso-Endodermpartie der ßauchfläche an und ent-
spricht das zweite Polkügelchen der Mitte der Rückenfläche; dasselbe
verschwindet erst mit Eintritt des Cylinderstadiums. P. Hallez.
Becherches sur Vemhryogenie et sur les conditions du devdoppement des
Nematodes, Bull. Scient. Bep. du Nord. Ann. 1884 — 85, No. 6,
pag. 205 — 208. Comptes rend. Acad. Sc. Paris 1885 , t. 101, No. 2,
pag. 170—172.
Chatin findet in Apteryx eine neue Form, Ascaris Apterycis,
die 17 mm. lang ist und an Ascaris microcephala erinnern soll (1. c.).
An der Küste von Marocco wurde nach Fourment in einer Tiefe
von 1350 Metern eine Mora mediterranea gefangen, deren Leber von
Nematoden bewohnt war. Membranöse Cysten enthielten aufgerollte,
27 — 13 mm. lange und 4— 0,8 mm. breite Nematoden, deren Mund-
ende 3 lippig und mit einem Bohrzahn bewaffnet war; ein doppelter
Blinddarm erstreckte sich nach vorn und hinten von dem Vereinigungs-
punkte des Oesophagus mit dem Darm, Geschlechtsorgane waren
nicht vorhanden und giebt Verf. der Larve den vorläufigen Namen
Ascaris Morae. 31. L. Fourmont. Note sur un lielminthe du
Mora mediterranea. Sog. Biol. 26. December 1885.
Das Auge einer 70jährigen Frau aus Catania erkrankte im
Jahre 1882 mit Abnahme der Sehschärfe und Schmerzen; bald konnte
nur noch Hell und Dunkel unterschieden werden, die Schmerzen
wurden immer heftiger und schliesslich ging die Lichtempfindlichkeit
auch verloren. Zwischen der Conjunctiva und der Sclera des
Auges, nur einige Millimeter vom Cornealrande , hatte sich ein
röthlicher Tumor gebildet von Erbsengrösse , welcher incidirt wurde
und einen lebenden Nematoden austreten liess, welcher sich um die
Branchen der Pincette schlängelte. Addario, welcher über diesen
merkwürdigen Fund berichtet, vermuthet, dass in der hinteren Augen-
kam-raer noch ein solcher Helminth wohnte, welcher die Blindheit
verursachte. Verf. erwähnt 2 ähnliche, wenig bekannte Fälle des
Vorkommens von Nematoden im subconjunctivalen Bindegewebe:
M. Guyon, Sur un nouveau cas de filaire sousconjontival ou Filaria
oculi des auteurs, observe au Gaben (cöte occidentale d'Afrique),
8 Dr. von Li ii stow: Bericht über die wissenschaftlichen
V. Copt. Reu. 1864, tome 49, pag. 743 und A. Pace, Sopra nu nuovo
uematode, Palermo 1867. Weder mit diesen, noch mit den anderen
Filarien aus dem Auge des Menschen und der Haussäugethiere kann
diese Form verglichen werden, weil die Beschreibung der letzteren
fehlt, was auch von Filaria lentis und F. loa gilt. Filaria con-
junctivae n. sp. ist 95mm. lang und 0,27 mm. breit; der Oesophagus
misst 0,54, nimmt also den 183. Theil der ganzen Körperlänge ein.
Die Cuticula ist quergeringelt, beide Körperenden sind abgerundet
und mit wenig auffallenden Papillen besetzt; die Geschlechtsröhre
ist doppelt; ihr Inhalt ist nicht entwickelt; es wird sich also ver-
muthlich um ein unreifes Weibchen handeln; die Mundöffnung hat
keine Lippen, Vulva und Anus wurden nicht aufgefunden. C. Addario.
Sil di un Nematode delV Occhio timano. Annäl. di Ottahnologia,
ann. XIV, fasc. 2 e 3, Pavia 1885.
Colbbold findet unter den erwähnten, von Darwin herrührenden
Helminthen Filaria horrida aus dem Magen von Rhea americana im
nördlichen Patagonien; das Vorkommen im Magen ist merkwürdig,
da dieser Parasit bisher nur in der Brusthöhle und zwischen der
Muskulatiu' der Schenkel angetroffen wurde; die Beschreibung be-
zieht sich nur auf Grössenangaben ; ferner werden erwähnt Oxyuris
obesa aus dem Dünndarm von Hydrochoerus (Cavia) capybara und
Ascaris simplex aus dem Magen von Phocaena communis; auch hier
werden nur Grössenangaben gemacht und haben die Eier der letzteren
Art einen Durchmesser von ^ Zoll (1. c).
Im Darm von Merlangus vulgaris fand Fourment einen 12 mm
langen Nematoden, welcher als Spinitectus oviflagellis benannt und
im Jahresbericht 1883 pag. 783 erwähnt wurde. Der Körper ist bis
zum After mit Querringen von Stacheln besetzt, einige zwanzig in
jedem Ringe, nach hinten an Grösse abnehmend. Die Eier haben
an jedem Pole eine kleine Verdickung, von der 3 Fäden ausgehen,
die 14 — ^15 mal so lang wie das Ei sind; der Embryo in ihnen ist
vollständig entwickelt. Verf. bespricht die Helminthen, welche
ähnliche Eianhänge besitzen. Der Körper des Nematoden ist sehr
zart und schlank und das Männchen wurde nicht gefunden. Ref.
hält die Form nicht für neu, sondern identisch mit seiner im Darm
von Anguilla vulgaris und Alburnus lucidus gefundenen Filaria
echinata (dieses Archiv 1878, pag. 235, tab. III, Fig. 20); hier
wurden aber nur geschlechtlich unentwickelte Exemplare beschrieben.
L. Fourment. Note sur un nematode nouveau parasite du Blerlan.
Ann. sc. natur. zoolog. 6. ser., 1. 17, Paris 1885^ pag. 1—8, pl. 16.
Im Cöcum von Struthio molybdophanes Rchw. lebt eine Nema-
toden-Art, welche Horst Sclerostoma Struthionis n. sp. nennt.
Das Männchen ist 17 mm. lang und 0,42 mm. breit, das Weibchen
23 mm. und 0,7 mm.; hinter dem Kopfe stehen Nackenpapillen, die
Haut ist quergeringelt, der grosse Mundbecher hat am Saume einen
Leistungen in der Nat^l•ge^^ch. der Helminthen i. J. 1885. 9
Kreis von nach vorn gerichteten Borsten; die männliche Bursa ist
dreilappig und zeigen die beiden Seitenlappen je 6, der unpaare
ebenfalls 6 Rippen : die Girren sind 0,87 mm. lang. Verf. vergleicht
die Art mit den beiden in Stranssen gefundenen Strongyliden, De-
letrocephalus dimidiatus Dies., dessen Spicula 5 mm. messen und
dessen Mundöffnung 6 lappig ist, sowie mit Strongylus Douglassii Cob.,
dessen Spicula 0,2 mm. messen , der einen unbewaffneten Mund und
grössere Eier hat. B. Horst. A new entozoon from Struthio mo-
hjbdopJi eines. Notes from the Leyden Museum, vol. VII, note XXIV,
Leyclen 1885, pag. 263—268, pl. 8.
Ref. findet im Darm von Triton alpestris und cristatus eine
Nematoxys-Art, welche neu ist und Nematoxys longicauda ge-
nannt wird; das Männchen hat an der Bauchseite vor der Cloake
6 Paar Chitinapparate, die aber ganz anders gestaltet sind als bei
dem verwandten Nematoxys ornatus. Die Eier, welche von den Tri-
ton en durch den After in's "Wasser entleert werden, lassen hier den
plumpen Embryo austreten, der sich in 2 Tagen in eine gestreckte
Larve mit deutlichem Verdauungstract entwickelt. Diese wandert
in die Lungen der Tritonen ein, wo sich zunächst ein eigenthümliches,
an die Saugnäpfe der Trematoden und Cestoden erinnerndes Organ
nicht weit vom Kopfende in der Bauchlinie entwickelt, welches die
mit starken Muskelmassen umgebene Mündung des sehr entwickelten
Excretionsgefässsystems ist. Die Larve wächst in der Lunge ge-
waltig, besonders in die Breite, und bekommt am Kopfende einen
spitzen Bohrzahn; hier kann man bereits die Männchen von den
Weibchen unterscheiden, denn erstere zeigen, während alle inneren
Geschlechtsorgane zu fehlen scheinen, den gesammten der Cuticula
angehörigen männlichen Chitinapparat. Bei einer späteren Häutung
gehen die grosse Excretionsöffnung und der Bohrzahn verloren, und
der früher ovale Oesophagus-Bulbus wird kugelförmig. Die Larven
sind zart und platzen im Wasser. Nach der letztgenannten Häutung
wandern sie in den Darm über und werden hier geschlechtsreif,
wobei der bisher ovale Querschnitt des Körpers sich ändert durch
das Auftreten zweier starker, seitlicher Längsleisten. Betrachtet
man den Entwicklungsgang der Nemathelminthen , so lassen sich 14
verschiedene Weisen erkennen rücksichtlich des Mediums, in welchem
die einzelnen Entwicklungsphasen einer Art leben, unter denen die
hier beobachtete, wo eine Larve sich im Wasser entwickelt, dann in
die Lunge des Thieres einwandert, hier verschiedene Umwandlungen
erleidet, um dann in den Darm desselben Thieres zur Erlangung
der Geschlechtsreife einzuwandern, neu war. 0. von Linstow. lieber
einen neuen Entwicklung smoclus hei den Nematoden. Zeitschr. für
ivissensch. Zoolog. Bd.XLII, Leipzig 1885, pag. 7 08 — 717, tah. XXVIII.
Ref. untersucht ferner die grossen hermaphroditischen Parasiten
der Lunge und Pleurahöhle von Anguis fragilis, Augiostomum ento-
10 Dl', von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
melas nnd macrostomnm , und erzieht im Freien eine kleine, zwei-
geschlechtliche, nicht parasitische Form aus ihren Eiern, welche in
wenig Tagen geschlechtsreif wird; von den 6 — 8 Eiern des Weibchens
kommen in der Regel nur 2 zur Entwicklung; diese wachsen im
weiblichen Körper zu verhältnissmässig grossen Thieren heran, welche
alle inneren Organe des mütterlichen Körpers durch ihre heftigen
Bewegungen erst zerstören und dann verzehren ; das Mutterthier ist
nun todt und wird nur passiv durch die beiden Jungen bewegt; der
Raum im Leibe, welchen letztere nicht ausfüllen, besteht aus einer
durchsichtigen, von glänzenden Kügelchen durchsetzten Flüssigkeit.
Diese geschlechtlich diiferenzirte , freilebende Form ist klein und
erreichen die Weibchen höchstens die doppelte Länge der Embryonen.
Die Embryonen der freilebenden Form sind etwas grösser, schlanker
und lebhafter als die der hermaphroditischen, parasitischen. Es findet
also ein G-enerationswechsel statt, da eine grosse, hermaphroditische,
parasitische Form mit einer kleinen, zweigeschlechtlichen, freilebenden
wechselt. So gleicht die Entwicklung und Lebensweise genau der
des Parasiten der Froschlunge, welcher früher unter dem Namen
Ascaris nigrovenosa angeführt wurde und dessen Entwicklung Leuckart
entdeckte; derselbe wird also mit den beiden angeführten Arten in
demselben Genus zu vereinigen sein. 0. von Linstow. Zur Kenntniss
des Genus Angiostomum. Archiv für Naturgesch., Bd. LI, Heft 1,
Berlin 1885, img. 1—13, tob. I—II.
Im Jahre 1884 wurden nach Eulenberg in Preussen bei
4,611,689 untersuchten Schweinen 2,624 trichinöse gefunden; ameri-
kanische Speckseiten und andere Fleischpräparate waren in 250 Fällen
mit Trichinen behaftet. Verf. constatirt, dass diese Zahlen noch sehr
unvollständig sind, da in einzelnen Kreisen die obligatorische Fleisch-
schau noch immer nicht eingeführt ist. Verhältnissmässig häufig
wurden im Regierungsbezirk Bromberg Trichinen gefunden , nämlich
auf 300 untersuchte Schweine einmal, am häufigsten aber traten sie
im Regierungsbezirk Posen auf; im Kreise Schroda stieg die Zahl
sogar auf 68 : 1. Im Regierungsbezirk Merseburg erkrankten
88 Personen in Folge des Genusses trichinösen Fleisches, von denen
12 starben, während im übrigen Massenerkrankungen nicht beobachtet
wurden, doch bemerkt Verf., dass auch von Trichinose beim Menschen
sicher zahlreiche Fälle nicht zur Anzeige kommen. H. Eulenberg,
lieber die im Jahre 1884 in Preussen auf Trichinen und Finnen
untersuchten Schweine. Vierteljahrsschr. für ger. Med. und öffentl.
Sanitätsw. Neue Folge, Bd. XLIII, Berlin 1885, pag. 305—311.
Im Darm von Ossifraga gigantea findet Fourment etwa 50 Tri-
chosomen und beschreibt er die Art unter dem Namen Calodium
convolutum n. sp.; das Männchen ist 13mm. lang und 0,04mm.
breit, das Weibchen misst 24 und 0,1 mm. ; die Cirrusscheide ist un-
bedornt. M. L. Fourment. Observations sur un helminthe parasite
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1885. 1 1
de VOssifraga gigantea. Comptes rend. Soc. Biolog. scr. 8, t. 8, No. 41,
Paris 1885, pag. 703—705.
Railliet verfolgt die Entwicklungsgeschichte von Trichocephalus
depressiusculus des Hundes und findet, dass die dem Uterus ent-
nommenen Eier, in denen die Dotterfurchung noch nicht begonnen
hat , im Wasser in 5 Monaten einen sich bewegenden Embryo ent-
wickeln, und vertragen sie eine mehrmalige, vollständige Austrocknung.
Die Eier mit den lebenden Embryonen A^^irden mit Brod an einen
Hund verfüttert, bei dem nach 3 Monaten 150 mit dem Kopfende
in der Schleimhaut des Cöcum befestigte, geschlechtsreife Tricho-
cephalen gefunden wurden, während ein Hund, an den Trichocephalen-
Eier verfüttert wurden, die nicht im Freien den Embryo entwickelt
hätten, später keine Trichocephalen enthielt. Die Entwicklung ver-
läuft also wie bei Trichocephalus dispar, crenatus und affinis ohne
Zwischenwirth. Dochmius stenocephalus ist eine neue Art aus
dem Hundedarm; das Männchen ist 6 — 8, das Weibchen 8 -10 mm.
lang, die Mundkapsel entbehrt der Zähne und ist viel schmaler als
bei D. trigonocephalus , auch ist die männliche Bursa bei beiden
Arten verschieden. M. Bailliet. Notices helminthologiques. Beveloppement
expirimental du Trichoccphale du chien. (Paris) 1885. av. Fig.
Fahmy hat mehr als 400 Fälle des Vorkommens von Dracunculus
medinensis bei Soldaten aus Nubien in Cairo beobachtet und giebt
er die Grösse auf 40—80 Centim. an; auch er hat, wie die früheren
Forscher, nur Weibchen beobachtet (vermuthlich ist das Männchen
sehr klein wie bei dem nahe verwandten Genus Ichthyonema). Yerf.
bezeichnet die Parasiten als dragonneaux und braucht dieses Wort
also in einem anderen Sinne als Villot, welcher darunter Gordien
versteht. Von der Embryonalform wird bemerkt, dass sie ein
24 Stunden langes Eintrocknen vertrage ohne ihre Lebensfähigkeit
einzubüssen und in feuchter Erde bleibt sie 2—3 Wochen am Leben.
AVenn Fedtschenko nachwies, dass die Embryonalform in Cyclops
quadricornis einwandert, um mit diesem beim Trinken von Wasser
in den Menschen zu gerathen, so meint Verf., ohne diesen Lifections-
modus geradezu anzuzweifeln, dass die Larven sich iu der Regel
direct vom Wasser oder Schlamm aus in die Füsse bohren könnten
und führt als Grund dieser Auffassung an, dass Dracunculus sich
nicht bei Officieren zeige, die nicht bivoakiren und nicht mit blossen
Füssen gehen; dass bei Arbeitern in Madras, die oft durch ein Ge-
wässer waten mussten, der Parasit beträchtlich seltner wurde,
nachdem über dasselbe eine Brücke gebaut war; dass der Sitz des
Parasiten besonders die Füsse sind; so fand Verf. in den 400 von
ihm beobachteten Fällen den Helminthen im Fusse bei 75 Procent,
im Unterschenkel bei 12, im Oberschenkel bei 3 und im Scrotum bei
4 Procent der Kranken. Zwischen der Zeit der Einwanderung des
Parasiten und dem Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen
12 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
vergeht eine geraume Periode , die zwischen 2 Monaten und einem
Jahre schwankt; in der Regel findet sich bei einem Menschen nur
ein Parasit, doch kann die Zahl der letzteren bis auf 50 bei dem-
selben Kranken steigen; das subcutane Bindegewebe ist ihr Lieblings-
aufenthalt. Ä. Fahmy. Contribution a Vetude du dragonneau observe
cliez les Nubiens des reginients du Caire. Paris 1885.
Schneider setzt seine Untersuchungen über die Entwicklung
von Sphaerularia Bombi fort, die in Bombus terrestris und lapidarius
gefunden wurde , deren Weibchen etwa zu 20 Procent den Parasiten
beherbergten. Die in der Leibeshöhle der Hummeln entstehenden
Embryonen von Sphaerularia wandern in den Darm ein und werden
wahrscheinlich mit den Fäces entleert, denn sie finden sich im Darm-
lumen und in der Darmwand. Uebrigens forschte Verf. nach der
Einwanderung der Spaerularia- "Weibchen in die Hummeln, und glaubte,
dass die befruchteten Weibchen mit der Nahrung in den Darmkanal
der Hummellarven gelangen müssten. Zur Beantwortung dieser
Erage wurden frisch ausgeschlüpfte .Hummelköniginnen auf Sphäru-
larien untersucht, aber stets mit negativem Erfolge, woraus Verf.
schloss, dass die letzteren in die völlig entwickelten Hummeln ein-
wandern. Nun setzte er Hummeln mit gehäuteten Sphärularien,
welche auf der Erdoberfläche lebten, zusammen und fand nach einiger
Zeit in einer der Königinnen mehrere ganz junge, oifenbar frisch
eingewanderte Sphärularien in den Malpighischen Gefässen; sie
zeigten bereits die Uterus- Ausstülpung , welche den Eierstock und
eine Schlinge des Darms enthielt. Vom Mai bis Oktober leben die
Sphärularien ohne Nahrung zu sich zu nehmen in der Erde. Verf.
nennt die Art, da der Artname Bombi nur ein provisorischer war,
Sphaerularia cunctatrix und giebteine Abbildung des Schwanzes
des freilebenden Männchens. Ä. Schneider. Fortgesetzte Unter-
suchungen über Sphaerularia Bombi. Zoolog. Beitr. Bd. 1, Heft 3.
Breslan 1885, pag. 24:7—251.
Denselben Parasiten untersucht Leuckart, und findet, dass die
Embryonalform von Sphaerularia Bombi im Freien keine Nahrung
zu sich nimmt und sich durchschnittlich im September, Oktober und
November, seltner später, geschlechtlich entwickelt. In diesem Zu-
stande gleicht sie den zum Genus Tylenchus gehörenden Formen
und vollzieht wahrscheinlich im Freien den Begattungsact; die Grösse
beträgt etwa 1 mm. In die Hummelköniginnen wandern nur die be-
gatteten Weibchen ein und zwar wahrscheinlich während des Winter-
schlafs der ersteren, denn Verf. fand bei im Februar aus den Winter-
quartieren ausgegrabenen Hummelköniginnen befruchtete Weibchen
von 1.3 mm. Länge, bis zu 16 Exemplaren in einer Hummel. Die
Vagina war schlauchförmig vorgestülpt und lag der Wurmkörper
theils frei zwischen den Malpighi'schen Gefässen , theils zwischen
den Muskelfasern der äusseren Darmwand, wo dann die vorgestülpten
Leistungen in der Naturgescli. der Helminthen i. J. 1885, 13
Geschlechtsorgane frei wie Zotten in die Leibeshöhle hineinragten;
die völlig vorgestülpte Vagina misst 0,7 mm. Bei einer Thierlänge
von 1 Centim. sind die Eier noch unreif; heim Wachsthum wird der
ganze Genitalapparat vorgestülpt; der Hauptkörper der erwachsenen
Sphaerularia ist nichts anderes als der weibliche Genitalapparat, der
hervorgetreten ist und den eigentlichen Nematodenleib im Wachs-
thum nicht nur beträchtlich überholt hat, sondern sich auch später
völlig von ihm trennt und selbstständig weiter lebt.
Li einem späteren Zusatz bemerkt Verf., dass er in seiner eben
besprochenen Arbeit den Darm für das Ovarium gehalten habe; vom
Darm aus entwickelt sich der Zellkörper und der eigentliche Wurm-
körper geht mitunter schon vor Eintritt der Geschlechtsreife ver-
loren. B. Leuckart. Ueber die Entwicklung von S'phaefi'ularia Bombi.
Zoolog. Anzeiger y Leipzig 1885 ^ No. 194 , pag.273—277, No. 197,
pag. 358.
(xeuerali erwähnt, in der Stubenfliege eine Nematodenlarve ge-
funden zu haben. G. Genei-ali. Una larve di Nematode della Mosca
commune. Atti Soc. Natur. Modena. 3. ser., vol. J2, Bendic. pag. 88.
Nach Oerley ist Dacnitis Squali Duj. aus dem Darm von Galeus
canis eine seltene, aber wohl charakterisirte Art, welche Diesing zu
den zweifelhaften zählt; Acanthocheilus quadridentatus Molin wird
im Darm von Mustelus laevis gefunden und beschrieben und ab-
gebildet; Acanthocheilus intermedius ist eine neue Art aus
demselben Thier; Acanthocheilus bicuspis fand sich in einem Ei von
Pristiurus melanostomum. Ascaris rotundata Rud. aus dem Magen
von Mustelus laevis wird beschrieben, ebenso Ascaris affinis n. sp.
aus demselben Fundorte und Spiropterina elegans n. sp. aus
dem Darm von Hexanchus griseus (1. c).
Aus den im Sudan gesammelten Helminthen beschreibt Parona
eine Filaria spec? aus der Niere von Buceros nasutus; es wurde
nur ein nicht völlig entwickeltes Weibchen gefunden, das, aus der
Abbildung zu schliessen, mit Filaria tricuspis verwandt zu sein
scheint. Li der Brusthöhle einer unbestimmten Falco-Art wurden
100 mm. lange und 1 mm. breite Strongylen gefunden, welche ebenfalls
nicht benannt sind, weil auch hier die Männchen fehlten. Im Magen
von Cynocephalus hamadryas fanden sich Exemplare von Physaloptera
dilatata; diese Art wird genau beschrieben und abgebildet. Ein
Weibchen zu Plysaloptera gehörig wurde in der Orbital-Region von
Ibis aethiopica gefunden, das ebenfalls beschrieben und abgebildet,
aber des fehlenden Männchens wegen nicht benannt wird. Im Darm
von Hyrax spec? fanden sich 11 Weibchen von Ascaris ferox und im
Darm einer Tauben-Art, Stictoenas arquatrix, wurde Heterakis ma-
culosa gefunden (1. c).
Ref. prüft Perroncito's Auffassung, dass die freilebenden Larven
von Rhabdonema stercoralis und Ankylostomum duodenale sich in
14 Dl', von Linstow: Bericlit über die wissenschaftlichen
eine dem Körper eng anliegende Chitinmembran einkapseln, ein Vor-
gang, der sonst immer als Häutung bezeichnet ist, und findet, dass
bei dem stets freilebenden Dorylaimus stagnalis dieser Prozess als
eine Häutung aufzufassen ist, da sich unter der Cuticula eine neue
bildet und dann die ursprüngliche abgestreift wird. Ankylostomum
duodenale, tubaeforme Zed. aus der Katze, trigonocephalum Rud.
aus dem Fuchs und eine neue, bisher mit A. tubaeforme zusammen-
geworfene Art A. perniciosum n. sp. aus Knoten der Darmwand
von Felis tigris werden in Bezug auf die Bildung des Mundbechers
und des männlichen Schwanzendes mit einander verglichen. Larven
von Ascaris ensicaudata fanden sich in der Leibeshöhle von Motacilla
alba und die Larve Ascaris gracilescens aus dem Peritoneum von
Clupea sprattus wird beschrieben; neue Nematodenlarven sind:
Ascaris Thymalli in Cysten der Magenwand und frei im Darm
von Thymallus viilgaris, Ascaris Lotae in Kapseln der Magenwand
von Lota vulgaris, Filaria Glomeridis, eingekapselt im Fettkörper
von Glomeris limbata, Filaria Vesper uginis aus Kapseln der
Darmwand von Vesperugo serotinus, Agamonematodum Bombi-
natoris aus Cysten der Darmwand von Bombinator igneus. Es
wird die Beschreibung von Cucullanus elegans, Filaria strumosa,
Spiroptera adunca, Oxyuris stroma, Trichosoma brevispiculum aus
Lota vulgaris ergänzt und für die Larvenform Filaria Strigis als
neuer Fundort die Magenwand von Buteo lagopus angegeben; als
neu werden ferner beschrieben Filaria conoura aus dem Darm
von Anguilla vulgaris, Oxyuris Grlomeridis aus dem Enddarm
von Glomeris limbata und Trichosoma filiforme aus dem Darm
von Triton alpestris und cristatus (1. c).
Carus führt in seinem angeführten Werke auf: Ascaris acuta
aus Rhombus maximus; A. minuta aus Platessa passer; A. crassi-
cauda aus Crenilahms tinca; A. sulcata aus Chelonia mydas; A. in-
curva aus Xiphias gladius; A. rigida aus Lophius piscatorius; A. gra-
cilescens aus Clupea sprattus und incrasicholus ; A. constricta aus
Trachinus draco, Syngnathus acus und Acipenser stürio ; A. incrassata
aus Trygon brucco; A. adunca aus Clupea clausa; A. acus aus Belone
acus; A. succisa aus Raja clavata; A. labiata aus Conger vulgaris
und myrus; A. collaris aus Pleuronectes mancus; A. clavata aus
Gadus und Conger; A. ecaudata aus Conger vulgaris; A. biuncinata
ans Zeus faber; A. increscens aus Lophius piscatorius, ferner 25 von
Rudolph! als Species dubiae augeführte Ascariden. Lecanocephalus
KoUarii aus Chrysophrys aurata; L. annulatus aus Labrax lupus;
Acanthocheilus quadridentatus aus Mustelus plebejus ; A. bicuspis aus
Scyllium catulus ; Echinocephalus uncinatus aus Trygon brucco ; Tho-
minx gracilis aus Gadus merlucius ; Stelmius praecinctus aus Conger
vulgaris ; Oxysoma lepturum aus Chelonia mydas ; Heterakis foveolata
aus Phycis und Muraena; Dacnitis esuriens aus Solea vulgaris und
Leistungen in der Natiirgescli. der Helminthen i. J. 1885, 15
Dentex vulgaris; D. rotiindata aus Cantharus vulgaris; D. hians aus
Conger cassinii und Muraena helena; D. abbreviata aus Scorpaena
cirrosa; Cucullanus melanocephalus aus Scomber; C. papilliferus aus
Acipenser sturio; Filaria Congri vulgaris; F. Loliginis; F. Aphroditae.
Spiropterina Rajae aus Raja clavata; Lyorchynchus Lepidopus aus
Lepidopus perron; Iclithj'onema globiceps aus Uranoscopus faber;
I. fuscum aus Pleuronectes raancus und Labrax lupus; I. Congri
vulgaris; Agamonema capsularia aus Scomber scomber; A. Scorpaenae
cirrhosae; A. Belones vulgaris; A. Lophii; Dicentrocephalus crinalis
aus Lophius piscatorius.
An freilebenden Nematoden führt Verf. an: Enchelidium acumi-
natum, Eberthi, obtusum, Chromadora ocellata, neapolitana, chloroph-
thalma, laeta, Lasiomitus exilis, subrotundus, tenuicollis, Bierstedtii,
Phanoderma tuberculatum , laticolle, gracile, Anticoma acuminata,
leptura, macrosoma, tyrrhenica, Leptosomatum coronatum, dorylaimus,
montredonense, setigerum, Zolae, filiforme, subulatum, longissimum,
punctatum, bacillatum, Monhystera gracilis, cephalophora, Spira bio-
culata, mediterranea, Calyptronema paradoxum, Enoplus communis, ob-
tusocaudatus, minor, striatus, coeruleus, Sieboldii, tridentatus, Leydigii,
quadridentatus, Symplocostoma tenuicolle, Pauli, Phanoglene rosea,
obtusicaudata, Discophora cirrata, Eurystoma spectabile, ornatum,
tenue, Oncholaimus megastoma, papillosus, albidus, Dujardinii,
assimilis, campylocercus, Ecbini ; Necticonema Prinzi, Rhabdotoderma
Morstatti; Cyatholaimus spirophorus, longicaudatus ; Acanthopharynx
permarmata, oculata, striatopunctata , affinis, striata, micans, Chae-
tosoma Claparedii, ophiocephalum ; Rhabdogaster cygnoides; Tristi-
cochaeta inarimense; Hemidasys agaso; Echinoderes Dujardinii,
meridionalis, monocercus, Sieboldii, minutus, eruca, spinosus; Des-
moscolex minutus, elongatus, lanugiuosus; Trichoderma oxycaudatum
(1. c. pag. 168—186).
Kein Parasit hat im Berichtsjahre mehr die Aufmerksamkeit
der Forscher auf sich gezogen, als Ankylostomum duodenale, der
offenbar seine Wanderung nach Norden fortsetzt.
Lutz hatte Gelegenheit, in Brasilien Ankylostomum duodenale
häufig zu beobachten und theilt die Resultate seiner Studien mit,
indem er zugleich eine Uebersicht des Inhalts der gesammten, diesen
Nematoden betreffenden Litteratur giebt. Wenn bei an Ankylostomen
Leidenden Drastica gegeben werden, so gelingt es bisweilen, dadurch
einzelne Exemplare zu entfernen, aber meistens nur Männchen, woraus
Verf. schliesst, diese möchten im Darm mehr wandern, um die sess-
hafteren Weibchen zur Copula aufzusuchen. Die Lebensdauer wird
auf mehrere Jahre geschätzt. Die Häutung der Larve im Freien
hält Verf. im Anschluss an die Auffassung Perroncito's für eine
Einkapselung; Ref. muss in Betreff dieses Punktes auf seine Be-
merkungen im Jahresbericht pro 1880—81 pag. 81—83 und auf seine
IG Dr. von L in stow: Bericht über die wisseuschaftUclien
vorstehend ei-wähnten Beobachtungen der Häutung bei Dorylaimus
stagnalis im Freien verweisen, und wenn man die Abbildungen des
Verf. Fig. t, u und w betrachtet, so findet man bei den beiden ersteren
Zeichnungen am Kopfende der abzustreifenden Larvenhaut die Chitin-
bewaffnung der Mundöffnung, die doch eine Kapsel nicht haben kann,
bei der letzteren Figur aber eine Larvenhaut, die vom Kopf- und
Schwanzende des darin befindlichen Nematoden weit entfernt ist, sich
also wohl nicht als Kapsel um ihn abgelagert haben kann. Die
Yentilzälme des Oesophagusbulbus bei der Embryonalform, vom Verf.
als Chitinplättchen des ursprünglichen Magens bezeichnet, gehen bei
der Entwicklung im Freien verloren; die Larvenhaut ist wohl zum
Schutze des Thieres nöthig, da dieses nach Verlust derselben durch
Schrumpfung zu Grunde geht; die Larven können über ein Jahr alt
werden. Die erste Entwicklung der Larven im Freien gelingt am
besten zur Regenzeit und bei einer Temperatur von 25—30" C, und
zwar in breiigen, nicht dünnflüssigen Fäcalmassen, während für die
späteren Entwicklungsstadien Schlamm und feuchte Erde bei einer
Temperatur von 30** das geeignetste Medium ist; frühestens in
1 — 2 Wochen, spätestens in einigen Monaten ist die Entwicklung
vollendet und wird die Zeitdauer vorwiegend von den Feuchtigkeits-
und Temperaturgraden bedingt; bei einer Durch Schnittstemperatur
von 25—30" und in 3 mal 24 Stunden zeigten sich die ersten freien
Larven, nach 6 mal 24 Stunden war der Oesophagus in der an-
gegebenen Weise verändert und nach 9 mal 24 Stunden war die
erste Häutung (Einkapselung des Verf.) beendet. Die Bewegungen
der Larven sind nicht ziellos, denn [sie befördern dieselben stets an
die Oberfläche der Fäcalmassen, in denen sie sich entwickelt haben,
so dass man, wenn man einige Tage nach dem Beginn der Cultur
mehrere Tage nach einander die Oberfläche der Masse bespült,
dadurch alle Helminthen entfernt, da im Innern der Fäcalmassen
dann keine mehr vorhanden sind. Durch diese Eigenthümlichkeit ist
einer Verbreitung der Parasiten durch Regengüsse mächtig Vorschub
geleistet. Das specifische Gewicht der Larven ist grösser als das
des AVassers, denn in ruhigem Wasser sinken sie langsam zu Boden.
Die Infection wird dui'ch Essen mit verunreinigten Fingern und durch
Trinkwasser geschehen. Die geographische Verbreitung des Parasiten
ist eine ausserordentlich grosse. In Europa findet er sich in Italien,
auf Sicilien, in Frankreich, Ungarn, Deutschland, Belgien und (?)
Schweden; in Afrika, in Egypten, Abessinien, Senegambien, Guinea,
Zanzibar, Mayotte, auf den Comoren; in Asien kommt er in Indien,
Cochin, auf Borneo und in Japan vor; häufiger ist er in Amerika,
wo er im Süden der Vereinigten Staaten, auf den Antillen und in
Guyana beobachtet ist. Ausser beim Menschen lebt der Helminth
im Gorilla und im Gibbon. Das Verhältniss der Weibchen zu den
Männchen ist wie 3 : 2 und die Menge der Eier, welche ein Weibchen
Leistungen in der Naturgescli. der Helminthen i. J. 1885. 17
täglich producirt, wird anf 6000 angegeben. Die geologisch- chemische
Natur des Bodens ist für die Verbreitung ohne Bedeutung, Verf.
meint, der Parasit lebe im menschlichen Darm zunächst submucös
encystirt. A. Lutz. lieber Anchylostoma duodenale und Anky-
lostomiasis . Sammlung klin. Vorti-, Herausgegeben von Volkmamif
Leipzig 1885, No. 255—256, pag. 2295—2350, 1 Tfl,
Blauchard hat die Bergwerke von Wieliczka, Kremnitz und
Schemnitz besucht und gefunden, dass am erstgenannten Orte die
Bergwerksanäraie stets unbekannt war, weil die Larve von Anky-
lostomum duodenale in salzigem Wasser, wie es in den dortigen
Gruben sich findet, nicht leben kann; an vielen Stellen handelt es
sich um concentrirte Salzlösungen ; im Schemnitz war die genannte
Anämie bis zum Jahre 1881 endemisch, während sie in Kremnitz
fehlte, wo die Gewässer viel Eisen-, Arsen- und Schwefelverbindungen
enthalten, besonders basisch schwefelsaures Eisenoxyd und arsenige
Säure, ausserdem häufig Eisenocker, und war im Schemnitz die
Durchschnittstemperatur von 25 — 28" der Entwicklung der Larven
günstig ; an diesem Orte ist der Parasit durch Austrocknung, welche
durch unterirdische Canalisation bewirkt ist, zum Aussterben ge-
bracht. R. Blanehard. Vanemie des mineurs en Hongrie. Com/ptes
rendus Sog. Biolog. ser. 8, t.l, No.41, Paris 1885, pag. 713—715.
Fränkel giebt eine geschichtliche Uebersicht unserer Kenntniss
der Ankylostomen- Anämie und betont das Auftreten des Parasiten
in der Umgegend von Cöln und Lüttich in letzter Zeit. Guttmann
entwickelte die Embryonen aus den Eiern in Wasser im Sommer
durch die blosse Zimmerwärme; nach 2 mal 24 Stunden waren alle
Embryonen aus den Eihüllen geschlüpft. A. Fränkel. lieber An-
ckylostomen. Medic.-chir. Bundschau. 16. Heft. Berlin 1885.
Nach YÖlckers wurden bei 9 Arbeitern in dem Tiefbau der
Kohlengrube Maria zu Höngen bei Aachen Ankylostomen gefunden
und in verschiedenen Fällen 139, 196 und 268 Exemplare des Pa-
rasiten entfernt; als bisher wenig erwähntes Krankheitssymptom
führt Verf. Schmerzen in der Oberbauchgegend an; der Infections-
heerd wird in dem Tiefbau gesucht und scheinen die Arbeiter hier
schon seit 3 Jahren an schweren Anämien erkrankt zu sein. Die
Temperatur daselbst, 2000 Fuss tief unter der Erde, beträgt 28—30" C.
für die Luft, 25,7 " für das Wasser, so dass die Larven des Parasiten,
der vorwiegend in heissen Ländern vorkommt, hier besonders günstige
Bedingungen zu ihrer Entwicklung finden. Wenn auch Ziegelarbeiter
sich mit demselben inficiren, so ist der Grund wohl darin zu suchen,
dass dieselben im Winter vielfach in den tiefen Kohlengruben be-
schäftigt sind. O. Völckers. lieber die Anchylostomen-Endemie in
dem Tiefbau der Grvhe Maria zu Höngen bei Aachen. Berl. klin.
Wochenschr. 22, Berlin 1885, No. 36, pag. 573—576.
Arch. f. Naturges eh., 51. Jahrg. IL Bd. 3. H. ;g
18 T>r. von Linstow: Bericht über die wissenschaftliclieü
Mayer bemerkt, dass Menche 1882 bei einem an Anämie leidenden
Ziegelarbeiter in Kessenich bei Bonn Ankylostomum duodenale fand,
und nunmehr entdeckt Verf. bei einem 32 jährigen Bergmann aus
Herford in Westphalen, der ebenfalls au hochgradiger Anämie litt,
denselben Parasiten. Der Kranke hatte vorher in Bockum (West-
phalen), Oberhausen, Seraing (bei Lüttich), Stolberg und Höugen (bei
Aachen) gearbeitet. In den Fäces fanden sich Eier von Anchj'-
lostomum in Furchung, und auf lOgrmm. Extr. filic. mar. aether.
■wurden erst 1, dann bO, dann 50 Ankylostomen entleert, erst
nur Weibchen, dann die Männchen; hierauf genas der Kranke.
Rommelaere in Brüssel giebt an, dass Prof. Masius in Lüttich daselbst
ebenfalls Ankylostomen bei Menschen beobachtet hat und meint Verf.
daher, dass sein Kranker sich wahrscheinlich in Seraing inficirt
habe. G. Mayer. Ein ziveiter Fall von Änchylostomum duodenale in
der Bheinprovinz. Centralbl. für clin. Med. Ko. 9, 1885.
Nach Leichteusterii wurden unter 15 wegen schwerer Anämie
in .das Cölner Bürgerspital aufgenommenen Ziegelbrennern bei 11
Ankylostomen nachgewiesen und erklärt Verf. das Vorkommen dieses
Parasiten bei den anämischen Ziegelarbeitern für einen constanten
Befund und hält er die Krankheit hier gleichbedeutend mit der
egyptischen Chlorose und der Anämie der Tunnel- und ßergwerks-
arbeiter; Verf. meint, die Krankheit sei dort schon seit dem
Jahre 1872 vorgekommen, aber nicht richtig erkannt und hält die
meisten Ziegelfelder in der Umgegend von Cöln inficirt. Nicht die
Ziegelbrenner, sondern diejenigen Arbeiter erkrankten, welche den
Lehm formen und kneten oder wegtragen. Aus Lüttich wird von
einem durch diesen Parasiten getödteten Ziegelarbeiter berichtet.
Die Intensität der Erkrankung richtet sich nach der Menge der Pa-
rasiten und der Dauer des Aufenthalts im Körper. Auch ohne Be-
handlung genesen die Anämischen, da der Parasit eine beschränkte
Lebensdauer hat und bei den Arbeitern, welche sich im Sommer
inficiren, kommt die Krankheit erst in den Wiutermonaten, wenn
die Ziegeleien geschlossen sind, zum vollen Ausbruch; bei einem
Arbeiter konnten 21 Monate nach dem Verlassen des Ziegelfeldes
noch Ankylostomen nachgewiesen werden. Der Parasit verträgt oft
sehr grosse Mengen (10— 15grmm. Extr. til. mar., lügrmm. Thymol)
Anthelminthica ohne zu sterben; nach solchen Gaben erkranken die
Nematoden, wie man an dem Verschwinden der Eier in den Fäces
bemerkt, um dann entweder später zu sterben, oder sich wieder zu
erholen, wo dann die Eier wieder auftreten. 0. Leichtenstern. üeber
das Vm'kommeti von Änchylostomum duodenale hei den Ziegelarbeitern
in de)' Umgegend Cölns. Centrcdbl. für clin. Med. No. 12, 1885.
Deutsche med. Wochenschr. 12. Jahrg., Berlin 1885, No. 28.
Firket bespricht ausführlich die Geschichte unserer Kenntniss
von Ankylostomum duodenale und theilt drei Krankengeschichten
Leistungen in der Natnrgescli. der Helminthen i. j. 1885. 19
und Sectiousberichte von in Belgien Gestorbenen mit, welche diesen
Parasiten beherbergten. Der erste Kranke hatte als Ziegelarbeiter
bei Cöln gearbeitet und sich dort yielleicht mit dem Parasiten in-
ficirt ; er erkrankte schwer und starb an der Anämie, wie durch die
Section erwiesen wurde; bei Lebzeiten hatte er öfter durch Blut
schwarz gefärbte Massen erbrochen ; den Darm bewohnten mehrere
Hunderte von Ankylostomen, die zum Theil noch an der Darm-
schleimhaut hafteten. Von den beiden anderen Kranken ist für
uns nur ihr Aufenthalt in Lüttich bemerkenswerth , insofern das
Vorkommen des fraglichen Parasiten daselbst bewiesen wird; der
eine war an Herzverfettung und Lungenödem, der andere an
Lebersyphilis und Bauchwassersucht gestorben und die bei ihnen ge-
fundenen Ankylostomen standen mit dem Tode in keiner ursächlichen
Beziehung. Die Lebensdauer der Ankylostomen ist nicht genau
bekannt, doch weiss man aus verschiedenen Beobachtungen, dass sie
sich bis auf 4 Jahre erstrecken kann. Da mit Sicherheit nur aus
den mit den Fäces abgehenden Eiern auf Vorhandensein des Pa-
rasiten geschlossen werden kann, so ist es von Wichtigkeit,
deren Grösse genau zu kennen und giebt Verf. die Länge auf
0,054— 0,065 mm. und die Breite auf 0,038— 0,044mm. an; die Eier
von Anguillula stercoralis (intestinalis) sind leicht mit den von An-
kylostomum zu verwechseln; ihre Länge beträgt 0,065 — 0,070 mm.,
ihre Breite 0,034— 0,039 mm. ; schon im Darm entwickeln sie sich
und man findet in den Fäces meistens nur die Embryonen; die Eier
von Oxyuris vermicularis sind schmaler und haben eine Länge von
0,052— 0,055 mm. bei einer Breite von 0,027— 0,030 mm. Was das
Vorkommen von Ankylostomum in Belgien betriift, so hat kürzlich
E. van Beueden die Eier in den Fäces anämischer Steinkohlen-
arbeiter bei Mons constatirt. C. Firket. Note sur plusimrs cas
d' anchylostomasie observes en Belyique. Arch, de Biolog. t. 5, fasc. 4:^
Gand, Leipzig u. Paris 1884 {erschienen 1885), pag. 581—609. Sur
la p)'esence en Belgique de Vanchylostome duodenal. Bull. Äcad. R. Sc,
Belg. Ann., 3. ser., t. 8, No. 12. 1884 {erschienen 1885) pag. 654—655.
Communications ä la Soc. med.-chir. de Liege, 4. Dec. 1884, 8. Januar
und 5. März 1885.
Eine ausführliche Monographie des Parasiten giebt F. Trossat.
De V Anchylostome duodenal, anchylostomasie et anemie des mineurs,
Baris 1885, 100 pag., 2plches.
Ausserdem sind zu erwähnen: P. Guttmann. Anchylostoma
duodenale. Deutsche medic. Wochenschr. 12. Jahrg., Berlin 1885, No.28.
y, Masius und X, Francotte. L' anchylostome duodenal dans le hassin
de Jjiege. Bullet. Acad. med. de Belgique. 3. ser. XIX. Jan. 1885,
pag. 27. Nouveaux cas d'anhylostomasie observes chez les homlleurs de
Liege; ibid. No. 4. G. Bizzozcro u. C. Firket. Manuel de microscopie
B*
20 I)r- von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
clinique. 2. klit. 1885, pag. 222—236. Baeumler. lieber die Verbreitung
des Ancliylostomum duodenale auf der Darm Schleimhaut. Corres-
pondenzhl. für schiv. Äerzte. XV, I.Jan. 1885, Arbeiten, von vor-
wiegend medicinischem Interesse.
Ueber C. Grolgi und A. Moiiti, Sidla storia naturali e sid signi-
ficato clinico patölogico delle cosi dette Anguillide intestinali e sterco-
rali, T(yri7io 1885 vid. Ber. 1884 pag. 733.
Lutz findet, dass Rhabdoneraa suis, eine schon früher im Schwein
gefundene und mit Rhabdonema strongyloides (Anguillula intestinalis)
verwechselte Form, wie diese letztere im Freien zu einer Rhabditis-
form wird. A.Lutz. Centralhlatt für Min. Medic. 1885, No.23.
In den Wurzeln der Gerste (Hordeum) lebt nach SchÖyen ein
Nematode, welcher die Wurzelfasern zu Knollen oder Gallen auf-
treibt und Tylenchus hör d ei u. sp. genannt wird; die so ent-
standene Krankheit wird in Norwegen mit „Krok" bezeichnet und
zerstört das Getreide. Die in den Gallen gefundeneu Eier sind
0,085 — 0,090 mm. lang und 0,035mm. breit; die ausgeschlüpften jungen
Thiere messen 0,3mm. in der Länge und 0,015mm. in der Breite;
das erwachsene Männchen ist 1,40— 2,02 mm. lang und 0,04 — 0,07 mm.
breit, das Weibchen 1,57 — 2,70 und 0,07 mm. Das Männchen zeigt
eine elliptische Bursa, beim Weibchen liegt die Vulva im letzten
Fünftel des Körpers und der Oesophagus zeigt nicht weit hinter dem
Bohrstachel eine kleine Anschwellung, wie manche Tylenchus-Arten
sie haben. W. M. Schöyen. Bygaale (Tylenchus hordei n. sp.) en ny
for Bygget skadelig Flanteparasit hlandt Rundor^nene. Videnskabs-
Selskabs Farhandlinger, Christiania 1885, No. 22, 16 pag. 1 Tfl.
de Mau macht Mittheilungen über die geographische Verbreitung
der freilebenden Nematoden und vergleicht die niederländische Fauna
mit der Mitteldeutschlands und einigen Funden aus Russland, speciell
aus der Gegend von Moskau; bei Weimar wurden 37, bei Moskau
33 Arten beobachtet und bespricht Verf. folgende Arten: Mono-
hystera Dintheriana n. sp., M. paludicola, M. vulgaris, M. fili-
formis, M. simplex, M. villosa, Alaimus primitivus, ßastiana gracilis,
Mononchus Tunbridgensis, M. brachyuris, Ironus iguavus, Cylindro-
laimns commimis, Cephalobus persegnis, C e p h o 1 o b u s B ü t s c h 1 i i n, sp.,
Tylencholaimus minimus, Plectus Schneideri, Aphelenchus agricola,
A. modestus, Dorylaimus regius, D. intermedius, D. longicaudatus,
D. Ettersbergensis n. sp., D. Leuckarti, D. limnophilus, D. oxy-
cephalus, D. attenuatus, D. Zograffi n. sp. und D. crassus.
J. G. de Man. Helminthologische Beitrüge. Tijdschrift der Nederl.
IHerkundige Vereeniging. 2. ser., deel I, tfl. 1, pag. 1 — 26, pl. I—III.
In der Hamburger Wasserleitung findet Kraepeliu mehrere nicht
naher bestimmte Anguillula-Formen (1. c).
Leistungen in der Naturgescli. der Helminthen i. J. 1885. 21
Gordiaceen und Mermiten.
Bell berichtet über einen Fund von Grordius verrucosus. F. J. Bell.
Note on a Nematoid ivrui (Gordiiis verrucosus), ohtaincd by Mr.
H. U. Johnston on Kilima-njaro. Proc. Zool. Soc. London 1885, II,
pag. 236.
Gadeau de Kerville macht Angaben über das Vorkommen von
Gordius- und Mermis-Larven : H. Gadeau de Kerville. Ann. Soc.
Entomolog. France, 6. Str., t. 5, 3. Trim. Bull. pag. CLX.
Acanthocephalen.
Am Oesophagus, am Pharynx und am oberen Theil der Trachea
von Buceros erythrorhynchus fand Parona etwa 50 weissliche, hirse-
kornartige Körperchen, welche sich als Cysten erwiesen, die eine
Echinorhynchen- Larve enthielten; diese wird Echinorhynchus
Margrettii n. sp. benannt und ist 1,5 mm. lang und 0,5 mm. breit;
der Rüssel trägt 50 Haken in 8 Querreihen, von denen die grössten
die enorme Länge von 0,26 mm. haben. Ausser dieser interessanten
Form erwähnt Verf. noch einen kleineu Echinorhynchus, der in einem
Exemplar im Darm von Numida ptilorhyncha vorkam, der Rüssel
zeigte 4 Querreihen von Haken, dann 5 von Stäbchen; eine nähere
Beschreibung und eine Benennung fehlt, da das Exemplar leider
verloren ging (1. c).
Nach Yillot lebt die Larve von Echinorhynchus clavaeceps ein-
gekapselt im Fettkörper der im Wasser lebenden Larve von Sialis
niger Latr. (vid. Ber. 1884, pag. 738). Die Kapsel ist zunächst sehr
zart, verdickt sich aber später und wird dann bräunlich; sie ist
0,48 mm. bis 0,64 mm. lang und 0,16 mm. breit. Die 18 Haken stellen
die Zugehörigkeit zu Ech. clavaeceps fest ; die Lemniscen sind bereits
voihanden und dürften nicht, wie Megnin meint, eine Darmfunction
haben: die Gefässe derselben haben keine Oeffnung nach aussen und
stehen in directer Verbindung mit dem Ringgefäss des Halses; auch
atrophiren die Lemniscen nicht beim späteren Wachsthum der Echinor-
hynchen. Schon in der Larve sind die Geschlechtsorgane deutlich
entwickelt. Die hier besprochene Larve ist schon 1871 von Robin
unter der Bezeichnung „Nematoide" abgebildet, welche in Nephelis
octoculata gefunden war. Li letztem Thiere fanden sich die Echinor"
hynchen-Larven frei im Darm und dürften in denselben durch ver-
schlungene Sialis -Larven gelangt sein, welche diesen Parasiten be-
herbergten. Nach Lespes schlüpfen die Embryoneu von Ech. cla-
vaeceps auch in Limnäen aus. Ä. Villot. Sur Vitat larvaire et l'hbte
22 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
intermediaire de VEcliinorhynchiis clavaeceps Zeder. Zoolog. Änz. VIII,
Leipzig 1885, No. 185, pag. 18—22.
Pachln^er stndirt den Bau von Echinorhynchus haeruca und
findet, dass die Körperwand von einer Cuticula gebildet wird, unter
der eine viel mächtigere Subcuticula liegt; auf diese folgt eine sehr
starke, Anfangs körnige, dann zellige Subcuticularschicht, auf diese
eine Ringmuskel- und darauf eine Längsmuskel schiebt. Die Ring-
muskeln erscheinen dem Verf. auf Schnitten von maschiger An-
ordnung, und in ihnen liegen die mächtigen Subcuticulargefässe.
Dieselben bilden ein reich verzweigtes System, das mit zwei longi-
tudinalen Hauptstämmen zusammenhängt, und sind als ein Excretions-
gefässsystem aufzufassen, dessen Porus in einem Falle über dem
oberen der beiden Hoden als kreisrunde Oeffnung von 0,06 mm. Durch-
messer gefunden wurde. Der Rüssel enthält ein reich verzweigtes
Gefässnetz, wie die Lemniscen, das mit dem ersteren in Verbindung
steht. Die Canäle der Lemniscen münden in ein riugfönniges Hals-
gefäss, und findet Verf. in diesen Gefässen, deren Lihalt eine
gelbliche, körnige Masse darstellt, eine dreifache Strömung, nämlich 1.
eine solche aus den Lemniscen in den Halskanal und nur durch
diesen in den Rüssel und wieder zurück, 2. eine Strömung der aus
einzelligen Drüsen ausgeschiedenen Masse in den Rüssel und durch
den Halskanal in den Lemniscen und 3. eine von den beiden ersteren
unabhängige Strömung im Rüssel und dem Protractor; dieses drei-
fache Stromsystem, das durch Beschreibung mit Worten schwer zu
präcisiren ist, wird durch Abbildungen erläutert. Die Wand der
Rüsselscheide, auf der eine sehr dünne, 0,002 mm. messende Schicht
keulenförmiger, einzelliger Drüsen liegt, wird gebildet von einem
Muskel, dem Protrusor proboscidis, der grosse Muskelkerne enthält,
während im Innern der Retractor proboscidis verläuft, der am unteren
Ende das grosse Ganglion einschliesst. Mit dem Musculus compressor
lemniscorum steht ein kleinerer Muskel, der Adductor lemniscorum
in Verbindung, der als Antagonist des ersteren wirkt; der Retractor
proboscidis und der Retractor receptaculi sind als delaminirte Längs-
muskeln der Körperwand aufzufassen. Die vom Ganglion austretenden
seitlichen Nervenstämme bestehen meistens aus 2, der mittlere aus
4 Pasern. Die Ganglienzellen sind in der Regel bipolar ; der eine
Ausläufer geht in die NeiTcnfaser über, während der andere mit den
übrigen Zellen in Verbindung steht; am Vorderrande des Ganglions
liegen unipolare Zellen; vom Hinterrande derselben entspringt ein
dicker Nerv, der, die Wand des Receptaculum durchbrechend, in das
'Retinaculum tritt, nachdem er sich in einen rechten und linken Ast
getheilt hat. Ein grosses, durch eine Commissur verbundenes Ganglien-
paar, von dem nach oben und unten starke Nervenstämme abgehen,
liegt am Grunde der männlichen Vesicula seminalis, die Verf. mit
Sperma erfüllt sieht (entgegen der Beobachtung von Saefftigen,
Leistungen in der Natiirgesch. der Helminthen i. J. 1885. 23
welcher angiebt, das Organ habe kein Lumen, und es Markbeiitel
nennt. Ref.). Der Cirriis ist seitlich eingefasst von einem Musculus
levator penis internus, während an die x^ussenwand des Präpntial-
sackes ein levator externus tritt. Am Porus genitalis liegen Gruppen
einzelliger Drüsen. Die fingerförmigen Hervorragungen am Rande
der männlichen, vorstülpbaren Glocke werden durch die Endigungen
von Längsmnskeln hervoi-gerufen ; der Muskelapparat ist hier ein
complicirter und unterscheidet Verf. 2 Musculi laterales, von denen
der eine als depressor, der andere als retractor Avirkt; ausserdem
wird ein dilatator und ein depressor penis beschrieben. Die Aussen-
fläche der Uterusglocke nnd des Uterns bedeckt eine feine Schicht
einzelliger Drüsen; bei der Beobachtung der Eientwicklung wurde
gefunden, dass die Lemniscen schon bei den Embryonen sichtbar sind.
An den Haken unterscheidet Verf. eine äussere Hüllschicht, welche
aus SiOj (?Si03) besteht; dann folgt eine dünne, der Cuticula an-
gehörige und hierauf eine mächtige, zur Subcuticula gehörige Schicht,
welche letztere ein Lumen einschliesst. Die Arbeiten von Baltzer,
Saefftigen und dem Ref. über den Bau der Acanthocephalen scheinen
dem Verf. noch nicht bekannt zu sein. Ä. Pachinger. EchinorhyncJms
haeruca Bud. Eredeti adatok az Äcanthocephaloc term. rajzahoz,
Kolzsvar 1884 (erschienen 1885), 50 pg., 2 Tfln.
Carus führt an und beschreibt in seinem Werke über die Fauna
des mittelländischen Meeres: Echinorhynchus globulosus aus Muraeua
anguilla; E. propinquus aus Gobius niger, Sparus dentex, Sphyraena
speth, Sciaena urabra und Pleuronectes linguatula; E. pumilio aus
Lophius piscatorius, Gadus mediterraneus und merlucius; E. annulatus
aus Gadus merlucius; E. pellucidus aus Delphinus delphis; E. simplex
aus Trigla lineata; E. agilis aus Mugil cephalus und auratus, E. pla-
gicephalus aus Acipenser sturio ; E. pristis aus Scomber scomber und
Belone j vulgaris: E. Nardoi aus Belone acus; E. rubicundus aus
Platessa passer; E. vasculosus aus Brama Raji und Lophius pisca-
torius; E Proteus aus Acipenser sturio; E. incrassatus aus Gobius
paganellus; E. flavus aus Pagellus erj^thrinus; E. Visianii aus Gobius
paganellus; E. solitarius aus Conger vulgaris; E. roseus aus Can-
tharus vulgaris; E. aurantiacus aus Vogmarus Aristotelis; E. Ar-
gentinae aus Argentina sphyraena; E. Atherinae aus Atherina hep-
setus; E. angustatus aus Solea vulgaris und Rhombus maxinuis ;
E. lamelliger aus Naucrates ductor; E. Todari aus Ommastrephes
todarus. ß. c. pag. 187—189.)
Stossich bildet ab und beschreibt Echinorhynchus miliarius aus
Anguilla vulgaris und Gobius jozo, Ech. agilis aus Mugil cephalus,
Ech. pristis aus Scomber scombus und Ech. lateralis aus Belone acus
und Labrax lupus {l. c).
24 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Kraepelin findet in der Hamburger Wasserleitung die Larve
von Echinorhynchus angustatus in Asellus aquaticus, die geschlechts-
reifen Formen in Anguilla vulgaris (l. c).
Trematoden.
Schwarze studirt die postembryonale Entwicklung der Trema-
toden und zwar von Cercaria armata aus Limnaeus stagnalis, Cer-
caria ornata aus Planorbis corneus, Cercaria echinata aus Limnaeus
stagnalis und Cercaria spinifera aus Planorbis corneus. Cercaria
armata entwickelt sich nach Verfütterung der betreffenden Cysten
im Darm von Rana esculenta, weniger sicher in dem von Rana tem-
poraria zu Distomum endolobum. Yerf. bemerkt, wenn die Ent-
wicklung in Rana temporaria schon selten gelingt, wie viel un-
wahrscheinlicher dann die von Ercolani angegebene „Anpassung" an
die Ringelnatter und Maus sei, und habe derselbe wohl nur auf
Grund ungenauer Untersuchungen die Beweise seiner phantastischen
Hypothesen gefunden. In Cercaria armata fand Verf. Flimmer-
trichter, besonders am hinteren Rande des Mundsaugnapfes; der
Rumpf hat am Hinterende eine tiefe Einbuchtung, in welche der
Schwanz hineinpasst; derselbe ist nicht mit der ganzen Fläche an-
gewachsen, sondern nur durch zw^ei dünne Faserstränge seitlich mit
dem Rumpf verbunden; an den Seitenwänden der Ausbuchtung stehen
radiär gerichtete Borsten, deren Spitze in die Unebenheiten der
Schwanzoberfläche eingreifen. In der Sporoeyste werden selbst-
ständige Keimzellen gebildet, welche sich durch die Grösse ihrer
Kerne von deren Wandzellen unterscheiden. Aus einer solchen
Keimzelle geht nach unregelmässiger Klüftung eine Morula hervor;
die Klüftungsproducte werden Urparenchym- oder Meristemzellen ge-
nannt. Die Hautschicht entsteht aus den peripherischen Meristem-
zellen, deren Plasma verschmilzt; sie ist also nicht als Cuticula zu
bezeichnen. Centrale Zellhaufen bilden die erste Anlage der Genital-
organe; die Saugnäpfe bestehen aus den Muskelfibrillen und den
Resten der ursprünglichen Bildungszellen mit Kernen. Im Schwanz
wird ein Theil der Meristemzelle in Blasenzellen umgewandelt. Im
vorderen Körpertheile bildet eine Gruppe von Meristemzellen die
Anfangs solide Anlage des Vorderdarms, dessen Lumen durch Re-
sorption der in der Axe gelegenen Zellen entsteht; von dem Vorder-
darm entstehen die Darmschenkel. Das Excretionsorgan, das Nerven-
system und die Muskeln entstehen ebenfalls aus Meristemzellen.
Verf. glaubt, eine Homologie zwischen Cercaria und Embryo zu sehen,
hält daher die Keimzellen des Embryo für gleichwerthig mit den
Genitalzellen der Cercarien oder der jungen Distomen und nennt
daher den Fortpflanzungsmodus der Redien und Sporocysten keinen
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1885. 25
ungeschlechtlichen, sondern einen parthenogenetischen. Aus Cercaria
armata entsteht, wie bemerkt, Distomum endolohum, bei dem die
einzelnen Zellen des Darms in das Lumen desselben vorspringen;
unter der Hautschicht werden besondere Hautdrüsen beobachtet; eine
Aussackung des Anfangstheils des Eileiters ist das Receptaculum
seminis. Cercaria ornata wird zu Distomum clavigerum; schon bei
ganz jungen Exemplaren des letzteren bemerkt Yerf. den Laurer'schen
Canal; an der Wurzel des Cirrus liegt ein ringförmiges Organ, das
als Prostatadrüse bezeichnet wird. Den feineren Bau der genannten
Cercarien und Distomen untersucht Verf. an Längs- und Quer-
schnitten und findet er in den ersteren schon ein wohl entwickeltes
Gehirn mit Nervensträngen; die grossen Drüsenhaufen, deren Aus-
mündungsgänge seitlich vom Bohrstachel münden, dienen zur Ab-
sonderung der Cyste. W. Schivarze, Die iwstemJjryomde Entwicklung
der Trematoden. Zeitschr. für wissen schaftl. Zoolog. Bd. 43, Heft 1,
Leipzig 1885, xxig. 41-86, Taf III.
TVri^ht beobachtete eine in einem Süsswasser- Aquarium frei-
schwimmende Sporocyste, welche sich im Wasser sehr lebhaft be-
wegte ; sie erinnerte in der Gestalt an eine Cercarie mit gegabeltem
Schwänze und enthielt eine einzige, schwanzlose Cercarie. Die
Muskulatur der Sporocyste war gut entwickelt, ebenfalls das Gefäss-
system; die Aussenfläche war mit Tastpapillen besetzt. Leuckart,
welchem Verf. über den Fund Mittheilung machte, meinte, es handle
sich weniger um eine beständig frei lebende Sporocyste, als vielmehr
um ein vorübergehendes Schwärmstadium, da die Sporocyste keinen
Darm habe, und also wohl auf ein parasitisches Leben bei einem
Mollusk angewiesen sei. E. Ramsag Wright. A free-swimming
Sporocyst. Amer. Naturcdist. vol. 19, No. 3, March, Philadelphia 1885,
pag. 310—311.
Carriere bespricht die Sehorgane der gesammten Thierwelt und
erwähnt die Augen der Trematoden, welche mit denen der Planarien
verglichen werden; meistens sind 2 vorhanden, Tristomum coccineum
hat 4, mit der Oeffnung gegen einander gerichtet. Sie bestehen aus
einer schüsseiförmigen Pigmentausammlung, die einen ovalen Körper
umfasst, in welchem Andeutungen von Stäbchen oder Kernen zu be-
merken sind; an diesen legt sich, dem Pigment gegenüber, eine grosse
Ganglienzelle. /. Carriere. Die Sehorgane der Thicre, vergleichend-
anatomisch dargestellt. München und Leipzig 1885, pag. 25, Fig. 21.
Poirier macht Studien an verschiedenen Distomen, und zwar
Distomiim clavatum Rud., D. Heurteli n. sp. aus dem Darm von
Thynnus vulgaris, dessen Hinterleib vom sogen. Hals bis an's Körper-
ende 29 mm. lang ist, der grosse Bauchsaugnapf ist von concentrisch
gestellten Erhabenheiten umgeben und die Eier messen 0,035 und
0,014mm., der Fundort ist das nördliche atlantische Meer; ferner
26 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
D, dactyliferum n. sp., 21 mm. lang aus dem Magen von Ar-
gonauta, hier ist der mächtige Bauchsangenapf von warzigen Erhaben-
heiten umgeben; die Eier sind 0,045 und 0,024mm. gross; D. Pelagiae
aus demselben AVirth ist zur Vergleichung nicht herangezogen;
D. verrucosum n. sp. aus dem Magen von Thynnus vulgaris, 15 mm.
lang, aus dem atlantischen Ocean; der Köii)er ist mit warzigen
Erhabenheiten bedeckt und der Band des Bauchsaugnapfes mächtig
entwickelt; die Eier messen 0,033 und 0,024mm. D. personatum
n. sp. stammt aus Mexico; der Wirth ist nicht bekannt; die Art ist
18 mm. von der Basis des Halses lang und 20mm. breit; die Eier
messen 0,042 und 0,024mm. D. Pallasii n. sp. = D. ventricosum,
non D. ventricosum Rud. aus Clupea und Alosa, in dem Magen von
Phocaena communis gefunden. I)er Hinterleib ist 25 mm. lang, die
Eier messen 0 039 und 0,024 mm. D. fuscum Bosc. von den Kiemen
und aus dem Magen von Doras, 16 mm. lang mit Eiern von 0,048
und 0,025mm. Grösse; auch hier ist der Bauchsaugnapf von einem
gewaltigen, warzigen Wulst umgeben; endlich D. Megniui n. sp.,
10 mm lang; die Gegend des Bauchsaugnapfes ist weit nach vorn
gelegen; der Wirth ist eine unbekannte Fischart; der Oesophagus
reicht bis zum Bauchsaugnapf herab, die Dotterstöcke liegen vor-
wiegend in der sogen. Halsgegend und die Eier messen 0,028 und
uud 0,021 mm. ; endlich D. hepaticum. Nach einer historischen Ein-
leitung, welche die wichtigsten Erscheinungen in der Anatomie der
Trematoden bespricht, giebt Verf. die Resultate seiner Studien dieser
genannten Arten, die alle zu den grossen, auffallenden Formen ge-
hören. Die Rindenschicht besteht aus einer Cuticula, einer sub-
cuticularen Schicht, einer Muskel- und einer darunter liegenden Zell-
schicht. Die Cuticula wird von senkrecht auf die Oberfläche ge-
stellten Canälen, den sogen. Porencanälen, durchsetzt. Die Muskel-
schicht besteht, von aussen nach innen gerechnet, aus einer Ring-,
Longitudinal-, Diagonal- und dorsoventralen Schicht; bei D. insigne
wurden keine Diagonalfasern gefunden : bei D. clavatum ist die Sub-
cuticularschicht besonders mächtig und von fibro-elastischen Elementen
durchsetzt; eine äussere, feine, als Epidermis bezeichnete Schicht
der Cuticula findet Verf. nicht. Die Cuticula, welche die Saugnäpfe
überzieht, entbehrt der Porencanäle. In der äusseren Parenchym-
schicht finden sich Haufen von Drüsenzellen, die wahrscheinlich nach
aussen münden. Die Muskulatur der Saugnäpfe ist innen und aussen
von einer doppelten elastischen Schicht umgeben; die Zellen in der
Saugnapfmuskulatur sind Nervenzellen; in der Umgebung der Saug-
näpfe finden sich mehr oder weniger mächtige Muskeln, welche sich
zum Theil an dieselben inseriren uud indirect zu ihrer Contraction
beitragen; meistens gehen sie von der Aussenwand des Bauchsaug-
napfes nach der Cuticula, wo sie sich spalten ; in der Muskulatur der
Saugnäpfe selbst erkennt Verf. ausser den bekannten radiären,
Leistungen in der Natiivgesch. der Helminthen i. J. 1885. 27
äquatorialen und meridionalen Fasern noch transversale, und ist die
Anordnung der äquatorialen und meridionalen bei den einzelnen
Arten eine verschiedene. Bei Distomum clavatum sind die Muskeln,
welche von der Rückenwand des Bauchsaugnapfes dorsoventral nach
der Rückenwand des Körpers ziehen, sehr stark entwickelt; ähnliche
Muskelzüge finden sich auch, die hei D. hepaticum von der Rücken-
fläche des Mundsaugnapfes nach der Rückenfläche des Körpers hin-
laufen. Beim Pharynx, wo, wie hei den Saugnäpfen, die Radiär-
muskeln die Ringmuskeln bei weitem an Masse überwiegen, in welche
Nervenzellen, mitunter auch Drüseuzellen eingebettet sind, findet
Verf. ebenfalls Muskeln, welche an die Aussenwand sich inseriren,
bei D. clavatum ein Paar dorsale und ein Paar laterale und ventrale,
welche den Pharynx bewegen; die Darmschenkel haben bei dieser
Art, ebenso bei D. Megnini ähnliche Seitendivertikel, wie sie bei
D. hepaticum bekannt sind. Die innerste Schicht der Darmwand
besteht bei D. clavatum imd Megnini aus einer Zellschicht, deren
Zellen langgestreckt in das Darmlumen hineinragen; die zweite
Schicht ist bindegewebiger Natur; darauf folgt eine Schicht von
Ring- und Longitudinal Muskeln, die wieder vom Bindegewebe um-
geben sind. Wo ein Oesophagus vorhanden ist, wie bei D. Megnini,
besteht derselbe aus einer Cuticula, einer Schicht Ring- und einer von
Longitudinal-Muskeln, daran lagert sich eine Schicht Drüsenzellen;
die Innenwand des Danns von D. personatum zeigt gewundene,
gitterförmig verbundene Wülste. Die beiden Geschlechtsöffnungeu
liegen dicht neben einander in einer Vertiefung, welche Cloake ge-
nannt wird, und meint Verf., der Cirrus könne bei D. clavatum nicht
aus derselben heraustreten, weil sie zu tief sei, daher letzterer als
Copulationsorgan nicht dienen könne. Das äusserste Ende des un-
paaren Ausführungsganges des Samens, an dem Verf. drei ver-
schiedene Abschnitte unterscheidet, wird Canalis prosteticus ge-
nannt, und besteht die Wandung desselben aus einer inneren Zell-
schicht, auf die eine feine Ring- und darauf eine starke Längs-
muskelschicht folgt, an die sich aussen eine Drüsen schiebt legt, und
sollen diese letzteren Drüsenzellen die Rolle einer Prostata spielen;
der Cirrus wird Ductus ejaculatorius genannt und hält Verf. für
den Cirrusbeutel die Bezeichnung Saccus prostaticus für richtiger.
AVenn Verf. meint, die Schalendrüse sei stets mit der Vesicula se-
minalis posterior verwechselt, so kann Ref. diese Ansicht nicht
theilen ; Verf. scheint die letztere in keinem Falle gesehen zu haben,
Ref. hat beide Organe wiederholt neben einander gefunden und ab-
gebildet. Der Anfangstheil des Utenis, wo er von dem Schalen-
drüsen-Conglomerat umgeben ist, besteht aus einer inneren, elastischen,
homogenen, siebartig durchlöcherten Schicht, zum Durchtritt des
Sekrets der Drüsen, die aussen von einer feinen Ringmuskelschicht
umgeben sind. Die Uterus wandung zeigt in ihrem Verlaufe mehrere
28 E)i*- von L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
Modificationen ; bald nachdem der Canal die Schalendriise verlassen
hat, wird die Wandung dicker und über der inneren Schicht tritt
eine starke Zellschicht auf, die von einer homogenen Bindesubstanz
umgeben ist; im letzten Ende des Verlaufs zeigt die Innenwand
fadenförmige Zellen, auf die eine Ring- und eine Längsmuskelschicht
folgt, darauf eine Schicht ovaler Drüsenzellen, die ihr Secret in das
Lumen ergiessen. Im Laurer sehen Canal findet man bald Samen-
Elemente, bald Dotterkügelchen, bald Primordialeier ; die Bestimmung
dieses Canals kann also wohl nur die sein, überflüssige, männliche
und weibliche G-eschlechtspi-oducte nach aussen fortzuleiten. Bei
D. hepaticum besteht die Wand der Canalis excretorius aus einer
inneren, elastischen, durchscheinenden Haut, dann aus einer mus-
kulösen, die aus Ring- und Längsfasern besteht; am letzten Ende
legt sich aussen noch eine Zellschicht darum, die wahrscheinlich
drüsiger Natur ist. Was die Frage der Begattung betrifft, so hält
Verf. die Meinung Sommer's für die richtige, nach welcher die Cloake
nach aussen geschlossen wird, worauf in dieselbe der Same ergossen
wird und so in die weibliche Geschlechtsröhre eindringt; Verf. be-
denkt dabei nicht, dass die Cloake den meisten Trematoden fehlt,
auch scheinen ihm die directen Beobachtungen einer gegenseitigen
Begattung zweier Individuen, wobei der Cirrus des einen in die
Vagina des andern eingeführt war und den Samen dorthin über-
führte, unbekannt geblieben zu sein. Der supponirte Befruchtungs-
modus wird äussere Selbstbefruchtung (autofecondation externe) ge-
nannt. Was den excretorischen Apparat betriift, so findet Verf. bei
D. clavatum von der Schwanzblase ausgehend 2 dorsale und 2 ven-
trale Längsstämme, die nach dem Körperende zu nach hinten um-
biegen, um dann bis ganz nach vorn zu verlaufen; sie geben im
Verlaufe in regelmässigen Abständen anfangs dem Hauptstamme
parallel laufende Nebenäste ab, die sich wieder in feinere Aestchen
verzweigen, an deren Enden die bekannten Wimpertrichter sitzen;
letztere zeigen keine seitliche, sondern terminale Oeffuungen, auch
fand Verf. kein Cölom, mit dem sie communiciren könnten. Bei
D. Megnini haben die Gefässwandungen an der Innenseite eine Zell-
schicht, darauf folgt eine Longitudinal- und eine Ringmuskelschicht,
auf diese wieder eine Zellschicht, die drüsiger Natur zu sein scheint.
Viel wahrscheinliches hat die Ansicht des Verf., dass dieses Canal-
system nicht nur excretorischer Natur ist, sondern gleichzeitig zur
Säftecirculation dient, also Herz und Nieren vertritt. Das Nerven-
system besteht bei D. clavatum aus 2 grossen, durch eine Commissur
verbundenen, dem vorderen Theil des Pharynx aufliegenden Ganglien ;
nach vorn in der Mitte zweigen sich 2 Nerven ab, vorn seitlich
2 andere, die einen Ring um den Mundsaugnapf bilden ; nach hinten
in der Mitte der Ganglien treten 2 Dorsalnerven aus den Ganglien,
die nur bis zur Körpermitte verlaufen, seitlich aber 2 starke, welche
Leistnugen in der Natiirgescli. fler Helminthen i. J. 1885. 29
bis an's hinterste Körperende gehen; letztere schwellen dicht vor und
hinter dem Baiichsaugnapf 7a\ Ganglien an , von denen die beiden
gegenüberliegenden diircli Commissuren verbunden sind, wodurch ein
ventraler Ring gebildet wird ; ausserdem sind die Seitennerven durch
quere, ringförmige Dorsal- und Ventralcominissuren verbunden; vom
Hinterende eine Strecke nach vorn verläuft ein Ventralnerv. Das
Nervensystem ist von einer Bindegewebshülle umgeben; die einzelnen
Nervenzellen in den Saugnäpfen, im Pharynx u. s. w. sind multipolar,
die des Centralnervensystems bipolar ; sechs Längsstämme, wie Gaffron
sie fand, kann Verf. also nicht bestätigen. Der Inhalt dieser Arbeit
konnte nur in der Hauptsache angegeben werden, da der Bau aller
9 Distomum-Arten untersucht wurde und sich überall Verschieden-
heiten ergaben. J. Poirier. Contrihution h Vhistoire des Trematodes.
Archives de Zoologie experimentale, 2. ser., vol. IV, Paris 1885, 160 pag.
pl. XXIII— XXXIV.
In den Gallengängen von Delphinus delphis fand Chun 9 — 10 mm.
lange Distomen, welche Looss unter dem Namen Distomum palli-
atum beschreibt. Die Cuticula trägt Stacheln und der Hautmuskel-
schlauch besteht aus Ring-, Längs- und Diagonalmuskeln. Die
kugeligen, grossen Zellen in der Muskulatur der Saugnäpfe und des
Pharynx, welche in der Regel als Ganglienzellen beschrieben werden,
erkennt Verf. als Bindegewebselemente ; der Darm zeigt seitliche
Ausbuchtungen und steht so in der Mitte zwischen dem einfachen
Darm der meisten Distomen und dem verästelten von D. hepaticum ;
an der Theilungsstelle des Oesophagus liegen einzellige, kolben-
förmige Speicheldrüsen. Die Epithelzellen des Darmes scheinen im
Leben amöboid beweglich zu sein; der Darm wird von einer Ring-
muskellage umgeben, über der feine, longitudinale Fasern liegen.
Der unpaare Stamm der Excretionsgefässe ist lang und stark und
reicht nach vorn bis zu den Hoden. Bei Besprechung der Excretions-
gefässe erinnert Verf. daran, dass nicht nur die Enden der Capillaren
Wimpertrichter tragen, sondern auch in den grösseren Stämmen
Wimpern zu finden sind, so bei Dist. trigonocephalum ; bei Poly-
stomum ocellatum finden sich mit Wimpern besetzte Stellen nicht
nur in den grossen Gefässen, sondern auch in den Capillaren. Die
Capillaren enden mit trichterförmigen Ei'weiterungen blind, welche
für hohle, in ihrer Höhlung flimmernde Zellen gehalten werden.
Flimmertrichter fand Verf. übrigens bei Distomum clavigerum, en-
dolobum, cygnoides, ovocaudatum, giobiporum, Gasterostomum fim-
briatum, Amphistomum subclavatum, Polystomum integerrimum und
ocellatum. Das Nervencentrum besteht aus 2 seitlichen Anschwellungen,
die an der Rückenseite der vorderen Pharjaixöffnung durch eine
Quercommissur verbunden sind; 6 Nervenstämme gehen jederseits
von einer Anschwellung aus, davon 3 nach vorn ; von den nach hinten
ziehenden ist der zunächst der Bauchseite verlaufende der stärkste.
30 1^1'- von L instow: Bericht über die wissenscliaftliclien
Die männliche Samenblase zeigt aussen feine Ring- und Längsfasern
und an der Innenwand 'einen Epithelialbelag. Wo der Keimgang sich
mit dem unpaaren Verbindungsgang der Döttergänge vereinigt,
mündet der von der Rückenseite kommende Laurer'sche Canal, der
mit dem Receptaculum seminis in Verbindung steht; niemals wurden
Spermatozoen in dem Laurer'schen Canal gefunden, während bei
Distomum trigonocephalum sich einzelne Spermatozoen in dem
untersten Theile desselben bewegten. Dem Verf. ist es endlich ge-
lungen, das Räthsel der Bedeutung des Cirrus bei den Trematoden
zu lösen; er beobachtete nämlich zweimal ein Pärchen von Distomum
clavigerum in wechselseitiger Begattung; die Thiere lagen mit den
Bauchflächen einander zugekehrt, die Kopfenden nach derselben
Richtung, die Geschlechtsporen an einander gelegt, wobei der Cirrus
des einen Exemplars in die Vulva des anderen weit hineingedrungen
war und umgekehrt. Die früheren Meinungen, es bestände ein
drittes Vas deferens, oder der Laurer'sche Canal functionire als Vulva,
oder die Vorstülpung des Cirrus sei eine Leichenerscheinung, sind
damit als unbegründet erwiesen.
Ein zweites Distomum fand Verf. eingekapselt unter der Haut
und in der Muskulatur einer mittelamerikanischen Siiunis-Art, welche
Distomum reticulatum n. sp. genannt wird. (Distomum reti-
culatum nannte Wright eine in der Pleurahöhle von Ceryle alcyon
gefundene Art. Ref.) Es ist eine 9 — 11mm. grosse Larve; von den
Längsstämmen der Excretionsgefässe entspringen sehr zahlreiche
Aeste, die dicht unter der Oberhaut ein Netzwerk bilden; die An-
ordnung der Muskulatur ist hier anders als bei den übrigen Distomen,
da zunächst unter der Cuticula Längsfasern liegen, hierunter finden
sich Ringmuskeln, dann folgt eine zweite Längsmuskellage und auf
diese die starke Diagonalfaserschicht; die Parenchymmuskeln sind
sehr reich entwickelt, welche sich in 3 Gruppen bringen lassen, den
3 Körperdimensionen entsprechend, von denen die Längsmuskeln die
kräftigsten sind. Verf. meint, dass von dem Maschenwerk der Ex-
cretionsgefässe feine Aeste nach aussen gehen, um in der Cuticula
zu münden; die Endblase ist schwach entwickelt. Looss. Beiträge
zur Kenntniss d&r Trematoden , Distomum palUatum n. sp. und Di-
stomum reticulatum n. sp. Zeitschr. für wissensch. Zoolog. Bd. XLI,
Heft III, Leipzig 1885, pag. 390—446, tob. XXIII.
Fritsch beschreibt in einer vorläufigen Mittheilung die Anatomie
von Bilharzia haematobia. Die Oberfläche des Körpers ist mit feinen,
cylindrischen, nach vorn gerichteten Stacheln besetzt; vom Pharynx
zweigt sich der Darm ab, welcher dicht vor dem Bauchsaugnapf sich
gabelt, um auffallender Weise hinter den Geschlechtsorganen wieder
zu einem Stamm zu verschmelzen. Die Epithelialzellen des Darms
tragen an ihrer freien, dem Darmlumen zugewandten Fläche körnige
Leistungen in der Katurg-escb. der Helminthen i. J. 1885. 31
Protoplasmafäden, die das Lnmen giösstentlieils erfüllen. Die Innen-
wand der Endblase der Excretionsgefässe und der von ihr ausgehenden
beiden Hauptgefässstämme trägt eine Fliramerauskleidung; ausser
den beiden Hauptstämmen ist ein feines, mittleres Gefäss vorhanden.
Die Schalendrüse ist gestielt, nur ein Ei hat zur Zeit in ihr Raum
und erscheint die Schale als ein Ausguss der Höhlung, der stiel-
artige Anhang der Eischale als der des genannten Stiels, welcher
bald dem Pole, bald der Seite des Ei's aufsitzt. Den Laurer'schen
Canal meint Verf. auch gefunden zu haben, welcher hier also sicher
kein Begattungscanal ist, da die Art getrennten Geschlechts ist und
das Weibchen zur Copula mit der Bauchseite dem Männchen zu-
gewandt ist; männliche Copulationsorgane fehlen und scheint das
Männchen bei der Begattung den Samen in den das Weibchen auf-
nehmenden Canalis gynaecophorus zu ergiessen, wo er dann von der
ampullenartigen Erweiterung an der Mündung des weiblichen Genital-
apparates aufgesogen wird. G. Fritsch. Zur Anatomie von Büharzia
haematohia Cobhold. Zoolog. Anzeig. VIII, Leipzig 1885, No. 199,
pag. 407—411.
Im Munde einer Coluber-Art wurde von Darwin ein Distomum
gefunden, das Col)l)old unter dem Namen Distoma incerta (um)
beschreibt; es ist Vig" lang und ^s" hreit, die Eier sind Viooo" ^^-Mg»
der Mundsaugnapf hat die doppelte Grösse des Bauchsaugnapfes und
ist die Art mit Distomum clava und Boscii nicht identisch (1. c).
Ref. vergleicht die 5 Distomen unserer Fledermäuse, Distomum
lima, chilostomum, heteroporum, ascidia und ascidioides mit einander
und beschreibt zwei Larven, Distomum Anguis n. sp., frei im
Darm von Anguis fragilis, bei dem die beiden Hauptstämme der
excretorischen Gefässe der ganzen Länge nach an der Innenwand
mit Flimmern besetzt sind, und das eingekapselte Distomum
Limnaeae ovatae n. sp. ; für die Larve von Distomum globiporum
werden als neue Wirthe Succinea Pfeifferi, Physa fontinalis und
Planorbis marginatus angegeben; die Beschreibung von Dactylogyrus
moUis und Octoplectanum heterocotyle wird ergänzt und die Em-
bryonal-Entwicklung von Holostomum cornucopiae bis zur Ausbildung
des Tetracotyle-artigen, mit einem Flimraerkleide und vier Wimper-
läppchen versehenen Embryo schrittweise verfolgt; merkwürdig ist,
dass etwa vom 11. bis 14. Tage der Entwicklung, welche im Wasser
erfolgt, die Granula der Zellkerne eine lebhafte, zitternde Bewegung
zeigen, die bei unverletztem Ei durch die Schale hindurch deutlich
wahrzunehmen ist (1. c.^.
Carus beschreibt, als der Fauna des mittelländischen Meeres
angehörig, Holostomum clavus aus Gladus merlucius, Amphilina fo-
llacea aus Acipenser, Amphicotyle urna aus Chimaera monstrosa,
Monostomum orbiculae aus Box salpa, M. trigonocephalum aus Chelonia
32 Dr. von Li ii stow: Bericht über die wissenschaftlichen
mydas, M. capitellatnin und M. spinosissimum aus Box salpa, M. ga-
leatum aus Lichia glauca, M. filum aus Exocoetus exsiliens, Didy-
mozoon Thynni von Thynnus vulgaris, D. Scombri von Scomber colias,
D. Pelamydis von Pelamys sarda, D. Sphyraenae von Sphyraena
vulgaris, D. Auxis von Auxis Rochei, Distomuni Labracis aus Labrax
lupus, D. Gobii aus Gobius jozo, D. gibbosum aus Belone acus,
D. unicum aus Centrolophus pompilius, D, fractum aus Box salpa,
D. Tursionis aus Delphinus tursio, D. microsoma aus Serranus ca-
brilla, D. tubarium aus Umbrina \iilgaris, D. apertum aus Apagon rex
mullorum, D. ventricosuni aus Clupea, Alosa und Anguilla, D. cre-
natum aus Centrolophus pompilius, D. Raynerianum aus Luvarus
imperialis, D. rufoviride aus Conger, Muraena, Anguilla, Trigla,
Acipenser, Rhombus, Osmerus, Ophidium, Raja, Centronotus, Zeus,
Scorpaena, Labrax: D. gigas aus Luvarus imperialis, D. Polonii aus
Caranx trachurus, T>. areolatum aus Pleuronectes, D. nigroflaviim aus
Orthagoriscus mola, D. contortum aus Orthagoriscus mola, D. laticoUe
aus Caranx trachurus, D. scabrum aus Lota molva, D. fallax aus
Uranoscopus scaber, D. hispidum aus Acipenser sturio , D. ellipticum
aus Acipenser nasus, D. cesticillus aus Lophius piscatorius, D. bi-
coronatum aus Umbrina cirrhosa, D. valdeinflatum aus Gobius jozo,
D. Mulli aus Mullus barbatus, D. imbitiforme aus Labrax lupus,
D. hemicyclum aus Belone acus, D. coronatum aus Corvina nigra,
D. semiarmatum aus Acipenser Naccari, D. cristatum aus Stromateus
fiatola, D. hystrix aus Lophius, Merlangus und Lepidoleprus, D. Be-
lones aus Belone vulgaris, D. excisum aus Scomber, D. auriculatum
aus A.cipenser ruthenus, D. papilliferum aus Belone acus, D. verru-
cosum aus Ophidium barbatum, D. filicolle aus Brama Raji, D. cym-
biforme, D. gelatinosum und D. irroratum aus Chelonia mydas,
D. veliporum aus Echinorhinus, Prionodon, Chimaera und Notidanus
griseus, D. megastomum aus Galeus, Carcharias und Scyllium,
D. soccus aus Mustelus plebejus, D. tumidulum aus Hippocampus und
Syngnathus, D. labiatum aus Syngnathus pelagicus, D. baccigerum
aus Atherina hepsetus, D. divergens aus Blennius gattoruginis und
tentacularis, D. ascidia aus Box vulgaris, D. Fabenii aus Cantharus
vulgaris, D. bacillare aus Centrolophus pompilius, D. obovatum aus
Chrysophrys aurata, D, pallens aus Chrysophrys aurata, D. fasciatum
aus Crenilabrus, Serranus und Ctenolabrus, D. carnosum, D. de-
pressum und D. fuscescens aus Dentex vulgaris, D. foliaceum aus
Gobius perganellus, D. pulchellum aus Labrus cynaedus, D. clavatum
aus Pelamys, Thynnus und Coryphaena, D. genu aus Labrus luscus,
D. serpentatum aus Sayris Camperi, D. affine aus Umbrina cirrosa,
D. capitellatum aus Uranoscopus faber, D. dendriticuni aus Xiphias
gladius, D. filiforme aus Cepola taenia, D. fulvum aus Lota molva,
D. sinuatum aus Fierasfer und Ophidium, D. atomon aus Platessa
flesus und passer, D. polymorphum aus Anguilla vulgaris, D. calceolus
Leistungen in der Natnrgesch. der Helminthen i.J. 1885. 33
aus Conger vulgaris, D. Pelagiae aus Pelagia noctiluca, D. Physo-
phorae aus Physophora tetrasticha, D. Velellae aus Velella spirantis,
D. Beroes aus Beroe rufescens, D. Buccini mutabilis aus Nassa mu-
tabilis, D. fimbriatum aus Sagitta, D. crassicaudatum aus Sagitta,
D. Carinariae, Octopodis, Todari,? Amphistomum Loliginis aus Loligo
vulgaris; Cercaria elegans, dichotoma, setifera und pachycerca frei
im Meere, C. Cymbuliae, Thaumantiadis, echinocerca aus Columbella
scripta, C, cotylura aus Troclius cinereus, C. Haimeana aus Ostrea
edulis und Cardium rusticum; Grasterostomum gracilescens aus Lo-
phius piscatorius, G. miuimum aus Trigla microlepidota, G. laciniatum
aus Anguilla vulgaris, G. crucibulum aus Conger vulgaris, G. ter-
gestinum aus Gobius niger und jozo; Tristomum coccineum von
Xiphias gladius, T. Molvae von Orthagoriscus molae, T. papillosum
von Xiphias,? Orthagoriscus und? Tetrapturus, T. tubiporum von
Trigla hirundo, T. Pelamydis von Pelamys sarda, T. Nordmanni von
Brama mediterranea, Calicotyle Kroyeri von Raja batis und clavata,
Monocotyle Myliobatis von Myliobatis aquila; Octobothrium Scombri
von Scomber colias, 0. leptogaster von Chimaera monstrosa, 0. Mer-
langi von Merlangus communis, Cymothoa und Boops; Pleui'ocotyle
Scombri von Scomber, Hexocotyle Thynni von Thynnus und Pelamys
Solenocotyle Chiajei von Loligo vulgaris, Onchocotyle appendiculata
von Mustelus und Hexanchus; Axine Belones von Belone acus, Mi-
crocotyle von Pagellus mormyrus, Aspidogaster Ascidiae, Dactylogyrus
echeneis von Chrysophrys aurata, Diplectanum aequans von Labrax
lupus, D. pedatum von Julis (l. c. pag. 121 — 138).
Stossicli beschreibt und bildet ab Distomum hispidum aus Aci-
penser sturio, D. inflatum aus Anguilla vulgaris, D. coronatum, aus
Corvina nigra, D. Scorpaena aus Scorpaena scrofa, Distomum
Umbrinae n. sp. aus Umbrina cirrhosa, D. obovatum aus Chryso-
phrys aurata, Distomum Mormyri n. sp. aus Pagellus mormyrus;
D. fasciatum aus Labrus mixtus, Distomum Aloysiae n. sp. aus
Corvina nigra. Als neue Fundorte giebt Verf. an den Magen von
Gadus euxiuus für Distomum appendiculatum , die Cloake von Raja
miraletus für Callicotyle Kröyeri, die Branchien von Notidamus
griseus für Onchocotyle appendiculata und die Branchien von Laevi-
raja oxyrhynchus für Onchocotyle borealis {l. c.)
Oerlcy bespricht das im Darm der Musteliden häufige Distomum
megastomum Rud. und bildet dasselbe ab (Z. c).
Maclay bespricht Holostomum (Distomum) alatum Rud., den
einzigen Trematoden des Hundes, der häufiger in wilden Arten, wie
in Wölfen und Füchsen, als im Haushunde vorkommt. Maclay. Linn.
Soc. New South Wales, 29.JuU 1885.
Arch. f. Naturgescli. 51. Jalirg. IL Bd. 3.H. * q
34 Dl', von L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
Cuuiiiug'liam beschreibt die im Jahresbericht 1884 pag. 741 er-
wähnte Stichocotyle näher. J. T. Cumiingham. On Stichocotyle
Kephropis, a new Trematode. Trans. R. Soc. Edinburgh, vol. 32,
pag. 273—280, Iplte.
Cestoden.
Schauiusland untersucht die Embryonalentwicklung von Bothrio-
cephalus rugosus, latus und einer unbestimmten Art aus Podiceps
cristatus, ferner von Triaenophorus nodulosus, Ligula simplicissima
und Schistocephalus dimorphus. Dieselbe hat in den Grundzügen bei
allen diesen Arten grosse Aehnlichkeit, bei Bothriocephalus rugosus
fehlt aber das Flimmerkleid , mit dem die Embryonen der übrigen
nach Verlassen der EihtiUe im Wasser schwimmen. Von Bothrio-
cephalus rugosus vermuthet Verf., dass der Proglottidenkörper, wie
bei Bothr. punctatus, zeitweilig abgestossen wird und nur die Scoleces
in den Append. pylor. zurückbleiben. In den Eiern aller genannten
Arten ist eine Zelle sehr deutlich, die Keimzelle, aus welcher der
Embryo sich aufbaut, während die Dotterzellen nur eine ernährende
Rolle spielen; sie furcht sich und eine oder mehrere aus der Furchung
hervorgegangene umwachsen den ganzen Eiinhalt sammt dem Dotter,
um so eine Embryonalhülle, die sogen. Hüllmembrau, zu bilden, die
beim Ausschlüpfen des Embryo in der Eischale zurückbleibt; in der
weiteren Entwicklung umwächst noch eine andere Zelle den Em-
bryonalkörper, nicht aber die Dotterzellen, aus welcher der Mantel
entsteht, welcher dem Ektoblast, gegenüber dem eigentlichen Em-
bryonalkörper oder Entoblast, entspricht. Letztere wird zu dem
späteren Ektoderm, trägt die Flimmerhülle und wird beim Einwandern
in einen Wirth zurückgelassen, so dass die Cestoden überhaupt nur aus
Meso- und Entoderm bestehen, aus einer Rinden- und Marksubstanz,
und keine Epidermis haben. Aus dem Entoblast bildet sich der
eigentliche Embryo, Der flimmerlose Mantel von Bothr. rugosus
bläht sich im Wasser stark auf. Später bilden sich die bekannten
6 Haken, und ist es bemerkenswerth, dass der Köi'pertheil, welchem
sie aufsitzen, als der hintere oder Schwanztheil anzusehen ist, denn
das entgegengesetzte Körperende liegt nach dem Deckel der Eischale
zu, verlässt dieselbe zuerst und ist beim Schwimmen stets nach vorn
gerichtet. Beim Schwimmen rotirt der Embryo um seine Längs-
achse, welche durch das mittlere Hakenpaar geht. Der Embryo zieht
sich von der Flimmerhülle oft weit zuiück und ist nur durch feine
Fäden mit ihi' verbunden; mitunter verlässt er im Wasser den
Mantel und kriecht dann umher. Die Flimmerhaare beim Embryo
Leistungen in der Naturgescli. der Helminthen i. J. 1885. 35
von Triaenophorus sind am Vordereude zu einem spitzen Schopf ver-
einigt; er oscillirt im Wasser mit schneller, zitternder Bewegung.
Im Larvenkörper bemerkt man grössere, im Centrum, und kleinere,
an der Peripherie gelegene Zellen. Der Mantel besteht aus 2 La-
mellen, zwischen denen man Protoplasmal'äden bemerkt. Die Hüll-
membran ist homolog der van Beneden'schen couche albumineuse und
der Mantel der couche chitiuogeue dieses JForschers ; die Hüllmembran
findet mau auch bei der Trematodenentwickluug und der Mantel
entspricht dem beflimmerten Ektoderm der Trematodeu; ferner ent-
spricht die HüUmembrau der Embryonalhülle von Amphiline. Beim
Embryo des unbestimmten Bothriocephalus aus Podiceps bemerkte
Verf. Wimpertrichter (wie beim Embryo von Holostomum cornucopiae.
Ref.), die zum Gefässsystem gehören; an den Haken sind mitunter
Muskelfädchen bemerkbar. H. Sdiauhisland. Die embryonale Ent-
wicklung der Bothriocephalen. Jenaische Zeitschr. für Naturwissensch.
19, Bd., neue Folge, Heft II—lII, Jena Ititiö, 00 pg., 3 Tfln.
Küchenmeister hält die Funde und Experimente Braun's, nach
denen in Esox lucius und Lota vulgaris Bothriocephaleu-Larven vor-
kommen, die sich im Menschen zu Bothriocephalus latus entwickeln,
nicht für beweisend und zweifelt die Richtigkeit der Beobachtungen
an, nicht auf Grund zoologischer Untersuchungen, sondern weil Verf.
meint, die beiden genannten Eischarten würden niemals roh genossen,
was aber beim Lachs der Fall sei, und in diesem Fische oder seinen
Verwandten habe er schon seit lauge den Zwischenwirth gesucht.
Der Lachs eigene sich mehr als die anderen Fische dazu, roh ge-
nossen zu werden und bemerkt Verf., roher Lachs sei eine Lieblings-
speise der Schweden, wie denn auch ein Fall angeführt wird, in
welchem ein Schwede, welcher einen Bothriocephalus beherbergte,
angab, wiederholt rohes Lachsfleisch gegessen zu haben. Da in Süd-
russlaud Bothriocephalen , aber keine Lachse vorkommen, so ver-
muthet Verf. hier einen anderen Zwischenwirth : Salmo hucho könne
es nicht sein, da er sein Stromgebiet nicht verlasse, das der Donau,
welches frei von Bothriocephalen sei. Verf. glaubt, wie er sagt,
„absolut nicht", dass der Bothriocephalus im Menschen in ü Wochen
geschlechtsreif werde ; hält auch den Hecht nicht für den Zwischen-
wirth, einmal, weil er nicht roh gegessen werde, und ferner, weil
der Hecht unserer nordischen Meere nicht zur Schweiz gelangen
kann. Verf. meint nämlich, die Einwanderung der Embryonen in
die Fische geschehe im Salzwasser, was aber durch nichts bewiesen
ist; vielmehr muss man als grösste Wahrscheinlichkeit annehmen,
dass dieselbe auch im süssen Wasser vor sich geht, eben weil in der
Schweiz so viele Bothriocephalen vorkommen. Dass die Hechte ge-
wohnheitsmässig roh genossen werden, ist wohl nicht nöthig, viel-
mehr wird es genügen, dass hie und da ein Hecht im Innern einmal
36 1^1'- von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
nicht vollkommen gar gekocht oder gebraten genossen \'\drd in
Gegenden wo, wie Braun berichtet, fast jeder Hecht den fraglichen
Cysticercus beherbergt. F. Küchenmeister. Wie steckt sich der
Mensch mit Bothi'iocephaliis latus an? Berliner Min. Wochenschr.
22. Jahrg. 1885, No. 32, pag. 505—507; No. 33, pag. 527—529.
Braun wendet sich mit einer Erwiderung an Küchenmeister,
welcher, ohne die Experimente des Verf. durch Wiederholung ge-
prüft zu haben, während K. doch das helminthologische Experiment
eingeführt habe, die Entdeckung des Verf., dass der Hecht und die
Quappe die Zwischenwirthe von Bothriocephalus latus sind, angreift,
und den Lachs als solchen hinstellt, auf die Angabe hin, dass in
Schweden das Lachsfleisch mitunter roh genossen wird. Verf. betont
nun, dass der Lachs kein Volksnahrungsmittel sei, was er noth-
wendig sein müsste, wenn das häufige Vorkommen von Bothr. latus
auf ihn zurückgeführt werden sollte; dass aber der Hecht und die
Quappe häufig in nicht völlig durchgekochtem und durchgebratenem
Zustande und ausserdem schwach geräuchert genossen werden, und
in einem solchen geräucherten Hecht fand Verf. eine Bothriocephalus-
Finne noch lebend, wie auch in den schwach gesalzenen Eiern des
Hechtes, welche als „Hechtkaviar" genossen werden, lebende Exem-
plare der letzteren gefunden wurden. "Wenn K. behaupte, Verf.
habe in Hecht und Quappe Bothriocephalus - Pinnen aus den Eiern
von B. latus künstlich erzogen, so beweise er damit, dass er des
Verf. Schriften über diesen Gegenstand garnicht gelesen habe.
M. Braun. Salm oder Hecht ! M'}ie Erividerimg an Herrn Medizinal-
rath Di: F. Küchenmeister in Dresden. Berl. Min. Wochenschr. 1885,
No. 49.
Drei in der Muskulatur von Lepus timidus gefundene grosse
Cestoden-Larven bieten Reinitz Gelegenheit, diese Form, welche als
Coenunis serialis Gerv. bestimmt wird, näher zu studiren und mit
den verwandten zu vergleichen. Es handelt sich um Echinococcen-
ähnliche, handtellergrosse Larven, welche an ihrer Innenwand
4— 6 Längsreihen von 196— 204- 230 Scoleces mit je 26— 28 Haken
zeigen; mitunter bilden sich auch nussgrosse Tochterblasen, deren
Innenwand dann -wieder 4—10 Scoleces produciren, mitunter aber
auch steril sind. Das Wachsthum geschieht durch Proliferation nach
innen ; die Wand der Blase zeigt aussen Papillen und werden an ihr
unterschieden Cuticula, Subcuticula, eine bindegewebige Grund-
substanz, Muskeln, Gefässe und Körner. Der Scolex zeigt Längs-
und Querfasern, erstere gehören dem oberen und unteren, letztere
nur dem unteren Theil des Kissens an, um welches die Haken
gruppirt sind. Was die Artbezeichnung betrifft, so hält Verf. den
unvollständig beschriebenen Coenurus Lowtzowi für ein noch nicht
Leistungen in der Natiirgesch. der Helminthen i. J. 1885. 37
völlig entwickeltes Exemplar dieser Form; Coemiriis cerebralis ist
von dieser Form specifisch verschieden, weniger nach der Grösse
der Haken, die hier durchschnittlich 0,103 und 0,141 mm. messen,
bei C. cerebralis 0,114 und 0,153 mm., als nach der Form, da die
kleinen Haken bei C. serialis plumper und dicker sind und der Haken-
ast weniger krumm ist, während der Hebelast bei C. cerebralis herz-
förmig erscheint, was bei C, serialis nicht der Fall ist. Böttcher's
in der Muskulatur des Hasen gefundener Cysticercus botryoides hat
28—32 Haken, die 0,055—0,057 und 0,070—0,076 mm. lang sind, kann
mit dieser Art also nicht verwechselt werden, und Pagenstecher's in
Myopotamus coypus gefundene Form hat 28—34 Haken von 0,083 —
0,093 und 0,122 — 0,132 mm. Länge und eine wesentlich abweichende
Form. Raillet erzog aus diesem zuerst von Gervais beschriebenen
Coenurus durch Fütterungsversuche Tänien im Hundedarm, die an
T. coenurus erinnern, mit dieser aber nicht identisch sind, G. Reinitz.
Mittheilumjen über einen bisher noch loenig bekannten Blasenwurm
(Coenurus serialis Gerv.). Dorpat 1885, Mpag., 1 Tfl. vergl. auch
M. Braun. Ueber einen Blaseniüurm aus dem Muskelfleisch des Hasen.
Sitzmigsber. d. naturf. Ges. in Borpat. 7. Bd., 1. Heft, pag. 171 — 193.
Cysticercus cellulosae wurde nach Eulenberg in Preussen unter
4,611,689 Schweinen 13,938 mal gefunden, also im Verhältniss von
333 : 1 ; am ungünstigsten stellte sich das Verhältniss im Regierungs-
bezirk Königsberg, wo die Zahl 117 : 1 betrug, während Münster das
Resultat 2,141 : 1 ergab ; Verf. macht die Angabe , dass in Stettin
bei Schweinen mehrfach Taenia echinococcus gefunden sei; da von
dem Garkochen des Fleisches als Mittel, die Gefahr beim Fleisch-
genuss zu beseitigen gesprochen wird, so wird wohl die Larve, also
Echinococcus nach der gewöhnlichen Ausdrucksweise, gemeint sein.
Allein in Berlin wurden 509 Kilogramm Fleisch wegen Cysticerken
beschlagnahmt (l. c).
M. G. Asmnndo. Intorna ad una nuova varieth di Tenia umana,
Tenia solium, varietas minor. Giornale internaz. delle scienze me-
diche, 2. ser., VII., 1885, pag. 577.
Die Funde von Cysticercus cellulosae im menschlichen Auge
mehren sich, haben aber vorwiegend medicinisches Interesse. Manfredi.
Un caso di cisticerco sottocongiuntivale. Atti della B. Äcad. di Me-
dicina di Torino, vol. VI, Torino 1885, c. tav. Sperino. Cisticerco
retroretinico e suoi movimenti, ibid., c. tav. L. Terrin. Etüde sur le
Cysticerqiie de Voiel. Montpellier 1885, 64 pag., av. figures.
Thomas bespricht die früheren verschiedenen Bezeichnungen der
Echinococceu : Die Acephalocysten , welche als sterile Formen er-
38 I^i'- von Linstow: Beriebt über die wissenschaftlichen
kannt sind, Echinococcus scolecipariens =: veterinonim der Herbivoren,
Ech. altricipariens = hominis, E. multilocularis, welcher letztere sich in
geschlossenen Röhrensystemen, so in Lymphgefässen, Adern und
Gallengängeu bildet. Nach Küchenmeister sind Ech. scolecipariens
und altricipariens dadurch unterschieden, dass ersterer 28 — 30.
letzterer 46—56 Haken am Scolex führt, von denen die letzteren
schlanker und kleiner sein sollen; doch wurden später die beiden
letzteren Formen neben einander gefunden. Bei den Fütterungs-
versuchungen wurden fast nur die Echinococcen der Thiere benutzt
und aus ihnen die Taenia echinococcus im Hunde erzogen; Versuche
mit aus Menschen stammenden machten Krabbe, Finsen und Naunyn,
doch hält Verf. ihre Experimente aus verschiedenen Grründen für
nicht beweisend. Solche Fütterungen machte nun Verf. an ganz
jungen Hunden, welche nur mit Muttermilch, Regenwasser oder ge-
kochter Nahrung erhalten wurden, mit frisch dem Menschen ent-
nommenen Echinococcen und erzielte dabei unter 4 Malen 3 mal
einen Erfolg; am resp. 20., 32. und 42. Tage nach der Fütterung
wurden die Hunde getödtet und fand Verf. in ihrem Darm die junge
Taenia echinococcus, in einem Falle über 100 Exemplare : die Haken
am Scolex waren in der Anzahl 35—40 vorhanden. B. Thomas.
Notes on expei'mimentdl breeding of Taenia echinococcus in the dog
from the Echinococci of man communicated hy Cohbold. Proceed. Twy.
Soc. No. 238, vol. 38, pari IV, London 1885, pag. 444—457.
Nach demselben Forscher kommen Echinococcen in Australien
häufig vor und \\T.irde in allen Orten, wo nachgesucht wurde, die
Taenia echinococcus in Hunden gefunden , und zwar bei 40 Procent
aller untersuchten Thiere, während Krabbe auf Island bei 28 Procent
der untersuchten Hunde diese Tänie fand. B. Thomas. Note upon
the freqiient occurrence of Taenia echinococcus in the domestic dog in
certain parts of Australia, communic. by Cobbold. Proc. Boy. Soc.
vol. 38, London 1885, pag. 457—458.
Von vorwiegend medicinischer Bedeutung sind die Arbeiten über
Echinococcen von Sahli, Correspondenzbl. für Schiveizer Aerste 1885,
pag. 449, und von Madelung, Bericht mecklenburgischer Äerzte über
EchinococcenlcranlcJieit, Stuttgart 1885.
Niemic stellt Untersuchungen über das Nervensystem von Taenia
coenurus, elliptica, serrata und mediocanellata an, und findet er un-
mittelbar unter dem Innenwinkel der Haken des Rostellum einen
Nervenring, welcher nach vorn eine Anzahl NeiTen an die die Haken
bewegenden Muskeln sendet; nach hinten gehen von diesem Ringe
8 NeiTen ab und ist an der Abgangsstelle dieser letzteren eine kleine,
ganglienartige Anschwellung bemerkbar ; zwei dieser letzteren Nerven
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1885. 39
gehen jederseits an die Hauptganglien des Scolex, die beiden anderen
treten jederseits in die Proglottidenkette hinunter. Die Commissur
dieser Hanptganglien, Hauptcommissur genannt, ist in der Mitte zu
einem Centralganglion verdickt. Vom Centralganglion gehen, senk-
recht zur Hauptcommissur, zwei andere, zweigetheilte Commissuren,
die Quercommissuren , die je ein Paar secundäre Ganglien tragen.
Von den beiden Hauptganglien gehen je 3 Nerven nach hinten ab,
von denen der mediane der stärkste ist, so dass, die 4 genannten
Stämme mitgerechnet, im ganzen 10 Nerven durch die Proglottiden-
kette hinziehen. Eine achteckige Commissure polygonale superieure
verbindet die Hauptganglien mit den ganglienartigen Anschwellungen
der Längsnerven und dicht dahinter findet sich eine ähnliche Com-
missure polygonale inferieure. J. Niemtc. Sur le Systeme nerveux
des Taenias. Compt. rend. Acad. Sc. Paris, 1. 100, No. 6, pag. 385 — 387.
Aehnliche Untersuchungen macht Verf. an Bothriocephalus latus
und findet, dass von jedem der Hauptganglien 4 Nervenstämme sich
abzweigen, welche nach aussen divergiren, dann aber umbiegen und
die Ganglien umkreisen. Vorn vereinigen sich die Seitenäste zu
einer Commissur, die in der Mitte zu einem Centralganglion an-
schwillt. Aus den Seitenästen entspringen jederseits dicht hinter
der Commissur 4 Nerven, die anfangs radiär ausstrahlen, dann aber
nach hinten umbiegen und sich bis zur Mitte des Scolex nach hinten
verfolgen lassen. Die Hauptstämme enden vorn und entsenden eine
Anzahl kurzer Nebenäste an den Epithelialbelag des Scolex. J. Niemic.
Sur le Systeme nerveux des Bothryocephalides. Compt. rend. Acad. Sc.
Paris, 1. 100, No. 15, pay. 1013—1015.
Das Genus Taenia ist mit der Zeit ein so artenreiches geworden,
dass es geboten scheint, einzelne Formen, die demselben früher ein-
gereiht waren und sich durch wichtige Charaktere unterscheiden,
auszuscheiden und zu neuen Gattungen zu vereinigen. Wenn früher
Riehm die Gattung Dipylidium für die Arten aufstellt, deren Ge-
schlechtsorgane in jeder Proglottide doppelt vorhanden sind und an
beiden Seiten Oeffnungen haben, vereinigt nun Hamann die Formen,
welche nach Art des Genus Bothriocephalus flächenständige Ge-
schlechtsöffnungen besitzen, zu dem neuen Genus Psychophysa,
welches vorläufig nur aus den Arten lineata Goeze und litterata
Batsch besteht. Das Genus steht in der Mitte zwischen Taenia und
Bothriocephalus und ist gekennzeichnet durch die erwähnten flächen-
ständigen Geschlechtsöftnungen, die Stellung der Vagina vor dem
Cirrus, einen gewundenen Uterus ohne seitliche Nebenäste, längliche,
Bothriocephalus-ähnliche Eier und den sogleich zu erwähnenden Bau
der Schalendrüse. Ptychophysa lineata wurde in den Proglottiden-
ketten studii-t, die aus einem Hunde stammten, und constatirt Verf.
40 Dr. von Li n stow: Bericht über die wissenschaftlichen
die Identität mit Taenia canis lagopodis Viborg, die von Krabbe aus-
führlich geschildert wnrde. Unter der Cuticnla findet sich eine
Längsmuskelschicht , hierauf folgt eine breite, von Kalkkörperchen
durchsetzte Parenchymschicht, darauf eine zweite Längsmuskelschicht
und nach innen von dieser liegt eine Ringmuskelschicht, welche die
inneren Organe, das Wassergefässsystem , das Nervensystem und
die Geschlechtsorgane einschliesst; ausserdem finden sich Dorso-
ventralmuskeln, welche, wie auch die Ringmuskeln, von höchst merk-
würdigem Bau sind; sie stellen lange, dünne Fasern dar, denen
mitten im Verlaufe eine Zelle mit Kern und Kernkörperchen peripher
anliegt. Die den Muskeln anhangenden Zellen sind deren Bildungs-
zellen. Unterhalb der Cuticnla findet sich eine Subcuticularzell-
schicht. Das Wassergefässsystem besteht aus 2 mächtig entwickelten
Längsstämmen, in welche Capillaren münden, die in Flimmertrichter
endigen-, letztere liegen meistens innerhalb der Ringmuskelschicht
und wird der Trichter durch deren Endzelle nach aussen geschlossen ;
die die Wimpertrichter schliessenden Zellen sind von rundlicher Ge-
stalt, da sie ihre Pseudopodien eingezogen haben. Der Uterus ist
hin- und hergewunden, hat, wie bemerkt, keine Nebenäste und ist
an einem Ende kugelförmig angeschwollen ; wenn die Eier reif sind,
sammeln sie sich in diesem letztgenannten Theile, und wird dieser
dann von einer kalkigen Hülle umgeben. Die Eier sind abweichend
von denen der übrigen Tänien länglich (eine Eigenschaft, welche
auch die von Taenia Struthionis nach Parona zeigen. Ref.), und sind
die Embryonalhäkchen, von denen meistens 6, mitunter aber auch
8 und 10 vorhanden sind, in einer beständigen, rapiden Bewegung
begriffen. Die beiden rundlichen Dotterstöcke liegen im hinteren
und ventralen Theil der Proglottide, weiter nach vorn die beiden
Ovarien; die eiförmige Schalendrüse ist um den Anfangstheil des
Uterus gelagert und besteht aus 2 Schichten, von denen die äussere,
dünnere aus einer mehrfachen Lage abgeplatteter Zellen, die mäch-
tigere, innere aber aus cylindrischen Zellen zusammengesetzt ist,
die radiär zur Utemsachse stehen. Die Hoden sind rundlich-ovale
Gebilde, die innerhalb und ausserhalb der Ringmuskelschicht liegen;
die Wandung besteht aus einer Schicht cubischer Zellen, in denen
die Spermatozoen gebildet werden. Das Vas deferens ist ein viel-
fach gewundener Schlauch, der in der Rückenhälfte der Proglottide
liegt. Das Nervensystem besteht in den Proglottiden aus 2 Längs-
stämmen, die aus Nervenfibrillen mit auf- und dazwischenliegenden
Ganglienzellen gebildet werden. Die Bindesubstanzzellen haben eine
epithelartige Anordnung; es sind echte, spindelige Zellen, und eine
Protoplasmamasse mit eingestreuten Kernen findet sich nicht. Die
Aehnlichkeit mit dem Genus Bothriocephalus liegi; in der flächen-
ständigen Mündung der Genitalöffnungen, dem Bau der Eier und
der Bildung des Utems, der gewunden ist und der Nebenäste ent-
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1885. 41
behrt. 0. Hamann. Taenia lineata Goeze, eine Tänie mit flächen-
ständigen Geschleclitsöffnungen. Ein Beitrag zur Kenntniss der Band-
lüürmer. Zeitschr. für ivissenschaftl. Zoologie, Bd. XLII, Leipzig
1S85, pag. 718— 7U, Tab. XXIX— XXX.
Taenia litterata des Fuchses gehört nach Zschokke zu den Arten
mit flächenständiger Mündung der Geschlechtsorgane, und zwar
münden sie an der Bauchseite, die weibliche dicht oberhalb der männ-
lichen. Schon in ganz jungen Proglottiden zeigt sich die Anlage
der Geschlechtsorgane als läugsovaler Fleck; zunächst bemerkt man
den Cirrusbeutel als birnförmigen Sack, anfangs spiralig aufgerollt,
später nur noch schwach gebogen; die Hoden treten im 2. Fünftel
der Proglottiden auf und zwar in der Mittel- und Rückenschicht der
Glieder; ein männliches Copulationsorgan ist nicht vorhanden; der
im Cirrusbeutel eingeschlossene Theil des Samenleiters ist muskulös.
Frühzeitig tritt die Vagina auf und erweitert sich am Grunde zu
einem Behälter, in den der gemeinsame Dottercanal mündet, ebenso
der gemeinschaftliche Ausmündungsgang der Keimstöcke, die hier
also gegen die Regel in der Mehrzahl vorhanden sind. Zuerst ent-
wickeln sich die Keimstöcke, dann die Dotterstöcke, darauf die
Schalendrüsen. Bei der Begattung legt sich die Mündung der weib-
lichen Geschlechtsöffnung trichterförmig erweitert über die männ-
liche. Im ersten Drittel der Gliederkette sind Keimstöcke, Dotter-
stöcke und Schalendrüsen völlig entwickelt. Der Uterus entspringt
ganz vorn aus dem genannten Behälter und nimmt mit der fort-
schreitenden Entwicklung der Eier an Volumen zu. Der Anfang s-
theil des Uterus, welcher in einem Muskelsacke liegt, verödet mehr
und mehr und schwindet endlich ganz; zuletzt erscheint der Uterus
als eine nach oben abgeschnürte Kapsel und die Eier welche in
derselben keinen Platz mehr finden, gehen zu Grunde. F. ZschoH-e.
TJebefr den Bau der GeschlechtsiverJczeuge von Taenia litterata. Zoolog.
Anzeiger, Leipzig, 1885, No. 198, pag. 380—384.
Chatin beschreibt Taenia Apterycis n. sp. aus Apteryx, eine
hakenlose Art, deren Scolex eingezogen werden kann; die Geschlechts-
öffnnngen stehen unregelmässig abwechselnd und soll die Art der
Taenia pyriformis ähnlich sein (7. c.).
Parona beschreibt die bisher nur mit wenig Worten von
Rudolphi erwähnte Taenia Stnithionis ausführlich und giebt eine
Abbildung derselben ; sie wird bis 270 mm. lang, hat zahlreiche Haken
am Rostellum, die in 2 Reihen stehen und 0,3 und 0,2 mm. lang
sind, und auffallend grosse Eier von 0,3 mm. Länge und 0,2 mm.
Breite, deren Form an die der Bothriocephalen erinnert. Taenia
Linstowii ist eine neue Art aus dem Darm von Numida ptilor-
42 Dl*, von Linstow: Bericht über flie wissenschaftlichen
hyncha; das Rostellum trägt einen unbewaffneten fünften Sangnapf,
und erreicht die Art eine Länge von 150 mm. Eine nicht benannte,
63 mm. lange Tänie ans den Lebergefässen von Hyrax spec? hat
am Rostellum sehr zahlreiche Haken von 0,1 mm. Länge , und eine
andere 55 lange aus dem Darm von Stictoenas arquatrix wurde
ohne Scolex gefunden und konnte daher nicht bestimmt werden (1. c).
Dass Taenia solium ihren Namen nicht mit Recht führt, d. h.
keineswegs immer solitär vorkommt, ist bekannt, ein so massenhaftes
Vorkommen, wie Laker es beschreibt, dürfte aber noch kaum beobachtet
sein. Eine Bäuerin, welche mit Vorliebe stets rohes Schweinefleisch
genossen hatte, brachte dem Verf. ein faustgrosses, unentwirrbares
Convolut von jungen Tänienproglottiden , mit der Angabe, später
noch 2 ähnliche Knäuel entleert zu haben. Die Untersuchung ergab,
dass dasselbe zu Taenia solium gehörte und 59 Scoleces enthielt.
Verf. sieht in der Verfilzung zu einer kugelförmigen Masse den
Grund des Abganges ohne Anthelminthica. da die Haken und Saug-
näpfe für die Masse nicht kräftig genug waren; unter den Scoleces
zeigten zwei 6 Saugnäpfe. C. Laker. lieber multiples Vorkommen
von Taenia solium beim 3Ienschen. Deutsches Archiv für klin. Med.
Bd. 37, Heft 5, Leipzig 1885, pag. 487—494, Tab. LH.
Unter 27 Fällen von beim Menschen beobachteten Cestoden fand
Bollinger in München in 8 — 10 Jahren 16 mal Taenia saginata,
8 mal Bothriocephalus latus und 3 mal Taenia solium , und ist das
Vorkommen von Bothriocephalus von Interesse, weil dieser Parasit
in Baiern früher nicht beobachtet ist, also neuerdings eingebürgert
zu sein scheint, während. T. solium etwa dreimal seltener als früher
vorkommt, vermuthlich in Folge der sorgfältigeren Fleischschau. In
der Schweiz kann man 4 Zonen der Häufigkeit des Vorkommens von
Bothriocephalus annehmen, wobei die Häufigkeit von den Seeuferr
landeinwärts abnimmt, nämlich 1. das Seeufer, wo von 5 — 10 Menschen
je einer den Parasiten beherbergt, 2. 1 — 4 Stunden landeinwärts
findet er sich seltener, 3. in mehr als 5 Stunden von den Seen ent-
fernten Städten ist er noch seltener und 4. in den weiter entfernten
Orten nur noch ganz sporadisch. 0. Bollinger. Ueber das autoch-
thone Vorkommen des Bothriocephalus latus in München nebst Be-
merkungen über die geographische Verbreitung der Bcmdwürmer.
Deutsches Archiv für klin. Med. Bd. 36, Heft 3 — 4, Leipzig 1885,
pag. 277—284.
Leidy berichtet über Bothriocephalus aus einer Forelle. /. Leidy.
Bothriocephalus in a Trout. Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1885,
pag. 122—123.
Leistungen in der Xaturgescli. der Helminthen i. J 1885. 43
Hul)er bespricht das Vorkommen der menschlichen Cestoden in
Schwaben und fand unter 21 Tänien 13 mal T. sa2:inata und 8 mal
T. solinm. Verf. vcrschlnckte 6 lebende Exemplare von Cysticercus
cellulosae und trieb nach 8 Wochen 4 Exemplare von Taenia solium,
nach 2 Jahren die beiden letzten ab. Die Zahl der Cysticerken. die
bei Schweinen gefunden wurden, betnig in den Jahren 1880—84
für Augsburg- 1:5,483, für München 1:661, für Nürnberg 1:189.
Bothriocephalus latus und T. echinococcus sind dort selten. J. C. Huher.
Ueber die Verbreitung der Cestoden in Scliicaben.
Carus beschreibt folgende Cestoden aus dem mittelländischen
Meere: Taenia macrocephala und heraisphaerica aus Anguilla vulgaris,
Echeneibothrium tumidulum aus Trygon pastinaca, Phyllobothriura
lactuca aus Mustelus vulgaris, Ph. gracile aus Torpedo marmarata,
Ph. Delphini, Gervais (noch unbeschrieben) aus Delphinus tursio,
Anthobothrium cornucopia aus Squatina angelus, A. crispum aus
Mustelus plebejus. A. Musteli und auriculatum aus Scyllium canicula,
A. longicolle und coronatum aus Scyllium stellare, A. Carchariae
Rondeletii, A. crassicolle aus Trygon pastinaca. Octobothrium unci-
natum aus Squalus galeus, Calliobothriura verticillatum aus Mustelus
vulgaris und plebejus, Galeus canis und Eaja batis, Scolex soleatus
aus Conger vulgaris, Sc. polymorphus aus zahlreichen Fischen,
Sc. cornucopia aus Caranx trachunis, Sc. triqueter aus Belone aeus,
Sc. crassus aus Solea vulgaris, Tetrarhynchus corollatus aus Rochen
und Haien, T. macrobothrius aus Chelonia mydas, Coryphaena hippuris,
Scomber sardus und Sepia officinalis, T. claviger aus Xiphias, Brama,
Lepidopus und Lepadogaster, T. megacephalus aus Prionodon glaucus,
Raja clavata, Scyllium stellare und Brama Raji, T. strumosus aus
Brama Raji, T. viridis aus Scymnus lichia und Laemargus rostratus,
T. striatus aus Myliobates aquila, T. crassicollis aus Oxyi^hina glauca,
T. crassiceps aus Lophius piscatorius und Brama Raji, T. brevicollis
aus Myliobates aquila, T. infulatus aus Scyllium stellare, T. Trygonis
Brucconis, T. Trygonis pastinacae, T. Rajae megarrhynchae, T. tenuis
aus Myliobates aquila, T. angusticollis aus Raja clavata, Echino-
bothrium typus aus Raja aspera, E. laevicolle aus Nassa reticulata,
Bothriocephalus crassiceps aus Gadus merlucius, B. Loliginis aus
Loligo vulgaris, B. imbricatus aus Chelonia mydas, B. claviceps aus
Conger Cassinii, B. plicatus aus Xiphias gladius, B. microcephalus
aus Orthagoriscus mola, B. punctatus aus Rhombus maximus und
Gadus minutus, B. angustatus aus Scorpaena scrofa, B. heteropleurus
aus Centrolophus pompilius, B. Belones aus Belone acus, B. Labracis
aus Labrax lupus, Ligula proglottis aus Scymnus lichia, Caryophyllaeus
trisignatus aus Gadus merlucius, C. punctulatus aus Conger vulgaris.
Auch die von van Beneden aufgestellte Genera Dicyema, Dicyemopsis,
Dicyemina und Dicyemella, deren Repräsentaten in der Niere der
Cephalopodeu wohnen , werden hier aufgeführt (l. c. ^cuj. 113 — 121).
44 Dl'- von Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen etc.
Oerley giebt in seiner Arbeit über die Helminthen der Rochen
und Haien an, dass die hier gefundenen Cestoden sich durch Klein-
heit und geringe Anzahl der Individuen auszeichnen. Cylindrophorus
Carchariae Rondelettii hat keine Haken, wie "Wagener angiebt und
kann daher nicht zu Tetrarhynchus gestellt werden; die Art wird
beschrieben und abgebildet. Orygmatobothrium Dohrni ist eine
neue Art aus dem Darm von Heptanchus cinereus, deren Glieder
blattähnliche Fortsätze zeigen. Bei Acanthobothrium coronatum
Eud., wahrscheinlich auch bei Calliobothrium verticillatum Rud.
stossen sich die Proglottiden in kleinen Ketten ab, um sich dann
gegenseitig zu befruchten und während dieser Zeit um das Doppelte
an Grösse zuzunehmen [l c).
Tetrarhynchus Wardii sp. n. in dem Herzventricel von
Chlamydoselachus (G. n. Squalorum), nach E. L. Mark's Untersuch,
wird beschrieben von S. (xaruian, Bull. Mus. comp, ^ool., Cambr.,
Bd. XII. S. 19, Tfl. 18, F. 8—10.
Bericht
über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883.
Von
Prof. Dr. Max Braun
in Rostock i. 31,
A. Allgemeines.
Von der durch 0. Bütschli bearbeiteten zweiten Auf-
lage des ersten Bandes von Bronn' s Klassen und Ord-
nungen des Thierreichs sind Lieferung 10 — 25 er-
schienen; es werden darin behandelt der Schluss der He-
liozoa, die Radiolaria, die Sporozoa und die Masti-
gophora. Bei den Radiolarien hat der Verfasser die
Darstellung des Systems derselben noch unterlassen, was
mit Rücksicht auf die bevorstehende Publikation Haeckels
über die Radiolarien der Challengerexpedition gewiss all-
seitig gebilligt werden wird, da das System durch die
2000 neuen Haeckel'schen Arten gegenüber den bisher be-
kannten 300 sich ganz anders gestalten wird. Vollständig
besprochen sind die Sporozoa (Leuckart) mit Grega-
rinida, Myxosporidia und Sarcosporidia; als Masti-
gophora (Diesing) werden diejenigen Protozoen bezeichnet,
welche während der beweghchen Periode ihres Lebens mit
einer oder mehreren sogen. Geissein ausgerüstet sind, die
ebensowohl zur Bewegung, wie zur Nahrungsaufnahme bei-
tragen. Freihch ist eine scharfe Abgrenzung dieser Klasse
gegenüber den Protococcoideen, Myxomyceten und Chytri-
deen nicht zu ziehen, weil alle erwähnten Abtheilungen
46 Prof. Dr. Max Braun : Ber. über die wissenscli. Leistungen
einen gemeinsamen Ursprung haben. (C F, Winter sehe
Verlagsbuchhandlung. Leipzig und Heidelberg 1882/83.)
E. Balbiani hat seine am College de France über
„les organismes unicellulaires" gehaltenen Vorlesungen zu
publiciren begonnen; er nennt die einzelligen Wesen Mi^
crobien = Protista Haeckel und theilt sie in Protozoa
undProtophyta; zu ersteren rechnet er Ciliata, Flagellata,
Cilioflagellata, Acineta, Khizopoda, Labyrinthulea, Catal-
lactea, Noctiluca und Trypanosoma ; die Sporozoen werden
Anfangs den Protophyten, später den Protozoen eingereiht.
Das Werk ist von zahlreichen Tafeln und Abbildungen be-
gleitet, und der Text ist nicht rein referirend, sondern ent-
hält zahlreiche neue Beobachtungen und Anschauungen,
(in: Journal de Micro graphie Paris 1881 — 83; der Band:
les Sporozoaires ist auch separat erschienen Paris 1884.)
J. L. de Lauessau's Traite de Zoologie 1. part: Fro-
tozoaires Paris 1882 hat Ref. nicht gesehen.
Eine sehr auslührhche Arbeit ist das in 2 Bdn. Text
und 1 Bde. Tafeln erscliienene Werk von W. S. Keut:
a maniial of the Infusoria, inclading a descinption oj all
knoten Flagellate, Ciliate and tentacolijerous Frotozoa, british
and foretgn, and an account of the Organization and affinities
oj Sponges. Als Eintheilungsprinzip gilt Kent die Art der
Nahrungsaufnahme; danach unterscheidet der Verf. unter
den Protozoa 1. Pantostomata (Rhizopoda und ein Theil
der Flagellaten) , 2. Disco stomata (die meisten Flagel-
laten), 3. Eustomata (einige Flagellaten, die Ciüoilagellaten
und die ciliaten Infusorien), 4. Pol y stomata (Actinaria
und Suctoria). Zu den Rhizopoden stellt K. ausser den
gewöhnlich dahin gerechneten Gruppen noch die Grega-
riniden und Labyrinthuliden ; die llagellaten werden ein-
getheilt in 1. Trypanosomata, 2. Rhizoflagellata,
3. Radioflagellata, 4. Flagellata-Pantostomata,
5. Choanoflagellata, 6. Flagellata-Eustomata, 7. Ci-
lioflagellata. Bekannt ist, dass Kent die Spongien noch
immer als Kolonien von Flagellaten ansieht, sie daher hier
in der Naturgesch. d, Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 47
als Discostomatocryptozoida neben die Choanoflagel-
laten stellt. Der Werth des Werkes liegt wohl in der Be-
schreibung aller bekannten Infusorien und den zalilreichen,
guten Abbildungen, da fast alle Gattungen durch mindestens
einen Vertreter bildlich dargestellt sind {London 1880/82,
913 pag. Text, öl Tafeln.),
Leopold L.Maggfs Protistologiaist kaum etwas mehr
als eine Uebersetzung von Haeckel's: Protistenreich , die
mit 65 ziemhch schlechten Holzschnitten und einem Anhang :
i 2^'^otidi e le acque potahili versehen wurde (Milano
U. Hoepli 1882).
Den Aufsatz von R. Hitchcock: the 'j^henomena of
growtli among the microscopic foruis of Life hat
Referent nicht gesehen {Amer. montlily micr. journ. 111,
pag. 28—34).
J. KoUmauu's: Elementares Leben giebt eine Ueber-
sicht über das Leben der Protozoen, ohne Neues zu bringen
{Saniinl. gemeinv. loiss. Vortr. Hft. 423).
In C. Vogt und E. Yung: Tratte d' anatomie com-
p)aree p)ratique werden Vertreter für die einzelnen Ord-
nungen der Protozoen ausführlich besprochen, ebenso Prae-
paration u. Conservation derselben {Paris 1882/83, livr. 1. 2.^
auch in deutscher Uebersetz. in Braunschiceig erschienen).
Die parasitischen Protozoen des Menschen hat Ref.
in seinem Handbuch: Lie tliier Ischen l'arasiten des
Menschen, nebst einer Anleitung zur praktischen Be-
schäftigung mit der Helminthologie zusammengestellt; im
Anschluss an die Beschreibung der Parasiten werden
praktische Winke für die Beschaffung, Untersuchung und
Conservirung leicht zugänglicher Vertreter gemacht und
die wichtigste Litteratur angegeben ( Hwr^i^/r^, A, Staber' s
Verlag 1883. 8),
Gegen die Nothwendigkeit der Aufstellung eines be-
sonderen Protisten reich es spricht sich Julius Klein aus,
48 Pi'of . Dr. M a X B r a u n : Ber. über die wissensch . Leistungen
da man auch unter den Protisten pflanzliclie und thierische
unterscheide und trotzdem nach abwärts auf Formen stosse,
wie die vom Autor näher untersuchte Vampyrella, wo die
obige Unterscheidung nicht mehr gut ausführbar ist; den-
selben gemeinsamen Ausgangspunkt erhält man aber auch,
wenn man nur ein Pflanzen- und ein Thierreich unter-
scheidet {Vamjjyrella und das Grenzgebiet zwischen
Tili er- u. Pflanzenreich in: BioL CentralM. IL 1882/83,
pag. 131 — 14:2 mit Holzschn.).
Gelegenthch seiner Untersuchungen über Ciliofla-
gellaten (cf. unten) opponirt J. Parker gegen die An-
sicht von S. R. Bergh (cf. J.B.Protozoa 1880/81. pag. 263),
dass die Flagellaten die Ausgangsgruppe der Protozoen
seien, da man die Geissein viel eher als differenzirte Pseudo-
podien auffassen müsse {Quart, journ. of micr. scienc. XXIL
pag. 416—420).
Auf die Arbeiten von A. Brass, J. Künstler u. A.,
welche auch die Struktur des Protoplasmas von Protozoen
berücksichtigen, ist schon im allgemeinen Theil des Re-
ferates über freilebende Würmer pro 1882/83 pag. 713 u. ff.
hingewiesen worden.
Einen besonderen Abschnitt hat F. Leydig in seinen:
„Unters, z. Anat. u. Histol. d. Thiere" den Pro-
tozoen ge"\vidmet, die nunmehr als einzelHge Thiere an-
erkannt werden, nachdem es gelungen ist, gewisse kern-
ähnliche Bildungen der Protozoen auch in einzelligen Drüsen
der Insekten zu finden. Der Leib der Protozoen besitzt
dieselbe schwammige Struktur, wie die Zellen höherer
Thiere, was speziell an Epistylis plicatilis erkannt wurde;
eine Beobachtung an dieser Art spricht auch dafür, dass
im Protoplasma selbst der erste Anstoss zum Theilungs-
prozess geschieht, nicht im Kern (Bonn 1883. pag. 157
bis 160).
Die Arbeiten von ß. Hitehcock: the reticulate struc-
ture of living matter (Bioplasson) in: amer. month. micr.
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 n. 1883. 49
journ. IV. pag. 48 — 52 und von J. Hajcraft: theory to
account for certain movements exhibited by low forms of
animal life, and termed amoeboid in Proc. roy, Soc. Edin-
burgh. XL pag. 29 — 33 kennt Ref. nicht.
A. Gruber stellt die bisher vorliegenden Beobachtungen
über kernlose Exemplare von Protozoen (seine eigenen
an Actinophrys sol — cf. unten Hehozoa — , einigen Amoeben,
Oxytricha fallax, ferner von Balbiani an Paramaecium
aurelia und von Bütschli an Paramaecium putrinum) und
folgert, dass der Kern keine Bedeutung für diejenigen
Functionen des Zellkörpers hat, welche nicht direkt in Be-
ziehung zur Fortpflanzung stehen, also zur Bewegung
(Pseudopodienbildung), Nahrungsaufiiahme, Excretion (Pul-
sation der contraktilen Vacuola) und zum Wachsthum; er
hätte noch hinzufügen können zur Athmung {BioL Centralbl.
III. Bd. 1883/84. pag. 580—582).
Fr. W. Krukenberg's Grundzüge einer vergleichenden
Physiologie der Verdauung gehen von den Protozoen aus,
denen, wie es scheint ohne Betheiligung besonderer Enzyme,
die „vitale Verdauung" zukommt (Vergl. ;9%s. Vortr.
2. lieft. Heidelb. 1882).
Die dagegen gerichtete Note von El. Metschnikolf
berücksichtigt vorzugsweise Coelenteraten und Turbellarien,
Protozoen nur nebenbei und ohne Neues anzuführen {Zool.
Anz. 1882. pag. 310- 316)] das Gleiche gilt von der Ant-
wort Krukenberg's in Vergl. p)hys. Studien 2» Reihe 3. Abth,
pag. 123—126.
Ueber das bei verschiedenen Thieren vorkommende
Chlorophyll, dessen Uebereinstimmung mit dem pflanz-
lichen zweifellos ist, und die Bedeutung desselben für den
thierischen Organismus liegen eine ganze Reihe von Arbeiten
vor, welche auch Protozoen berücksichtigen; K. Brandt hat
seiner vorläufigen Mittheilung (cf J. B. über Protozoen
1880/81. pag. 264) eine ausführliche folgen lassen; es wurden
untersucht neben Coelenteraten und TurbeUarien noch
Arch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. II. Bd. 3. H. j)
50 Prof. Dr. M ax B raun : Ber. über die wissenscb. Leistungen
Stentor, Paramaeciuin, Stylonychia, verschiedene Vorticellen
und eine Amoebe (eine nähere Bestimmung der Arten
fehlt I), deren grüne Körperchen keinen wesentHchen Unter-
schied von denen anderer Thiere erkennen lassen; sie be-
sitzen nämlich eine farblose Membran, wahrscheinlich aus
Cellulose bestehend, und bestehen aus einer farblosen Pro-
toplasmamasse, welche von dem grünen Farbstoff bedeckt
wird ; ausserdem haben sie einen oder kurz vor der Theilung
zwei resp. mehrere Kerne und ein kleines schon früher
bekanntes Gebilde, das wohl mit dem Amylumkern der
Algen identisch ist. Interressant ist es, dass chlorophyll-
freie Stentoren (St. coeruleus) durch Zusammenbringen mit
grünen Körpern von Spongilla binnen wenigen Stunden sich
in grüne Stentoren verwandeln, während die Infection
andrer Infusorien damit nicht gelang, die grünen Körper
von Spongilla wurden von letzteren (Paramaecium, Sty-
lonychia und Vorticella) entweder verdaut oder sie wurden
unverdaut ausgestossen. Aus diesen und anderen Unter-
suchungen kommt der Autor zu den schon im vorigen
J.-B. pag. 264 angeführten Resultaten, dass die auch isolirt
lebenden grünen Körper keine Produkte der Thiere, sondern
einzellige Algen sind, die Zoochlorella n. g. mit den
Arten condudrix n. sp. bei Hydra und Wimperinfusorien
und parasitica n. sp. bei Spongilla genannt werden; ihrer
Funktion nach sind sie nicht Parasiten der Thiere, sondern
die sie beherbergenden Thiere sind die Parasiten, Ver-
hältnisse, wie sie ähnlich bei den Flechten bestehen; doch
während die Pilze dieser auf die Algen unbedingt ange-
wiesen sind und ohne solche nicht existiren können, sind
die Thiere selbständige Organismen, die auch ohne Algen,
von denen sie unter Umständen ernährt werden, leben
können (üeber die morpholog. u. physiol. Bedeutung
des Chlorophylls hei Thieren in: Arch f. Anat. u.
Phys. Abth. 1882. pag. 125—151 mit 1 Taf.).
Gegen diese Ansicht von Brandt wendet sich G. P.
(jeddes, der zwar die Algennatur der gelben Zellen bei
Radiolarien mit Brandt zugiebt, dagegen die grünen Körper
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 51
der Spongillen, Infusorien, Hydren, Turbellarien für en-
dogene Produkte hält ( Natur e vol. XXV. pag. 303 — 305\
pag. 361 — 62 und Proceed. roy. soc. Edinburgh 1882.
pag. 377—396.)
Auch J, Ryder theilt diese Ansicht von P. Geddes in
Bezug auf die von ihm näher untersuchten Chlorophyll-
körper grüner Vorticellen (Bull. U, St. Fish-Comm.L
pag. Ml).
Die Brandt'schen Angaben werden dagegen wieder von
G. Eiitz bestätigt; diesem Autor gelang es, an den Cho-
rophyllkörperchen der Infusorien noch zwei contraktile Va-
cuolen zu sehen, so dass wohl die selbständige Natur dieser
Bildungen, die sich in morphologischer Beziehung nur mit
einzelligen Algen vergleichen lassen, erwiesen ist, nament-
lich wenn man noch berücksichtigt, dass sie z. B. aus
Stentor polymorphus isolirt wochenlang frei leben können
und sich durch Theilung vermehren. Doch hält Entz die
grünen Körper nicht für besondere Algen, sondern
für Vegetationszustände andrer Algen (Palmellaceen),
was auch von den gelben ZeUen der Radiolarien gelten
soU; in manchen Infusorien (Stentor polymorphus) lässt
sich die Umwandlung der „Pseudochlorophyllkörper-
chen" in erkennbare Algen (Scenedesmus u. A.) direkt
beobachten. Die Thiere erhalten von den in ihnen lebenden
Algen nicht nur Sauerstoff, sondern auch andere Nahrung,
indem namentlich die Infusorien einzelne der in ihrem
Ektoplasma lebenden und dort sich rapid vermehrenden
Algen direkt verdauen, wenn sie von dem rotirenden
Endoplasma erfasst und in dieses übergeführt werden
(Paramaecium bursaria); bei manchen Infusorien scheint
diese Nahrung völhg zu genügen, da man andre von aussen
aufgenommene Nahrung nie in ihnen sieht (Das Kon-
sortialverhältniss von Algen und Thieren in: BioL
Centralhlatt IL Bd. pag. 457—464).
In einer weiteren, sehr ausführHchen Arbeit bespricht
K. Brandt zuerst die bei so vielen Thieren (namentliches
D*
52 Prof. Dr. M a X B r a u u : Bei', über die wissensch Leistungen
Verzeichniss wird gegeben und durch zalilreiche neue Funde
erweitert) vorkommenden gelben Zellen, die höcbstwalir-
scheinlicli Nichts anderes sind, ,,als zur Ruhe ge-
kommene Schwärmzustände von gemeinen Meeres-
algen, und zwar aus der Gruppe der Melanophyceen",
giebt dann einige Beobachtungen über diePseudochlorophyll-
körper einer Meeresschnecke (Elysia), widerlegt die ihm
gemachten Einwände von Geddes, Ryder und Ray Lan-
kester (bezieht sich auf Spongilla) und behandelt endlich
die Symbiose von Algen und Thieren; als Grundlage für
seine Angaben dienen hier eine ganze Reihe physio-
logischer Versuche, auf die hier nicht eingegangen
werden kann. Die grünen Körperchen niederer Thiere
betrachtet nun auch Brandt als Zustände gewisser, be-
kannter Algen (Mitth. a. d. zool. Station zu Neapel. IV. Bd.
1882. pag. 191-302 mit 2 Taf.).
G. Kessler konstatu-t die Algennatur der grünen
Körper bei Amoeba radiosa und Acanthocystis chaetophora
{Arch.f. Anat. u. Pkys.; Phys. Abth. 30. Bd. 1882. pag. 490
bis 492 mit 1 Taf.).
Der Vortrag von 0. Hertwig „die Symbiose im
Thier reich" bringt kaum Neues (Tagebl. d. 56. Vers. d.
Naturf. u. Aerzte. Freiburg 1883, separat mit 1. Taf. Jena.
Fischer).
Gegen eine von Brandt (s. o.) aufgestellte Behauptung,
dass bei Thieren niemals selbstgebildetes Chlorophyll vor-
käme, sondern stets auf parasitische Algen zurückzuführen
sei, wenden sich Th. W. Eugelinaun und G. Klebs; der
erstere konstatirte bei einer Vorticella (sp.?) diffus ver-
theiltes Chlorophyll im Ectoplasma, welches im Lichte
Sauerstoff ausscheidet und auch in anderen Eigenschaften
mit dem Chlorophyll der Pflanzen ganz übereinstimmt {lieber
thierisches Chlor ophy Hin: Pflüg. Ar eh. f. Phys, 32. Bd.
1833. pag. 80 — 96). Elebs studirte die Eugienaceen,
deren eine Abtheilung Euglenae zahlreiche chlorophyll-
führende Arten und Varietäten hat; auch hier ist der an
in der Naturgesch. fl. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 53
scheibenförmige Körperchen gebundene Farbstoff von pflanz-
Hchem Chlorophyll in Nichts zu unterscheiden; die Euglenen
sind aber zweifellos thierische Flagellaten, die mit Algen
gar Nichts zu thun haben (Ueber die Organisation
einige?' Flagellate?igruppen v>nd ihre Beziehungen
zu Algen und Infusorien in: Untei's, a. d. bot. Inst, in
Tübingen. L Bd. 1883. pag. 233-362 mit 2 Taf).
Ueber den Einfluss des Lichtes auf Protozoen
liegen zwei Arbeiten vor, von denen die eine von J. Tyn-
dall: arrestation of infusorial life by solar light (Rep.
51 meet. biol. assoc. 1882. pag. 450 — 51) unten besprochen
wird. Die zweite ist von Th. W. Eugelinaiiii; es wird zu
beweisen gesucht, dass das Licht die Bewegungen niederster
Organismen beeinflusst: 1. direkt vermittelst Aenderung
des Gaswechsels, ohne nachweisbare Einmischung einer
Empfindung, 2. durch Aenderung der Empfindung des
Athembedürfaisses in Folge der Aenderung des Gaswechsels
und 3. durch Vermittlung eines vermuthHch unsrer Licht-
empfindung entsprechenden spezifischen Prozesses ; die drei
Prozesse können combinirt vorkommen, der erstere auch
allein oder in Combination mit dem zweiten, dagegen allein
mit dem dritten (ohne den zweiten) nicht, was schon
a priori unwahrscheinlich ist, da die Empfindung des
Athembedürfaisses eine viel allgemeinere ist als die spe-
cifische Lichtempfindung; untersucht wurden mittelst des
Mikrospectralobjektives (Pflüg. Arch, 27. Bd. pag. 264) für
den ersten Prozess Navicula, für den zweiten Paramaecium
bursaria und für den dritten Euglena viridis {Ueber
Licht- und Farbenperception niederster Orga-
nismen in: Pflüg. Arch. f. d. ges. Phys. 29. Bd. 1882.
pag. 387—400). ^
Ueber Leben und Tod der Protozoen handeln
ausser den schon im J.-B. über die freilebenden Würmer
für 1882/83 pag. 720 erwähnten Brochüren von Weismann
und Goette noch 0. Bütschli, N. Cholodkowsky und
A.Weismanu; Bütschli will zur Erklärung der Thatsache
dass die Protozoen nicht im Sinne der höheren Thiere
54 Prof. Dr. Max Braun: Ber. über die wissensch. Leistungen
sterben müssen, diesen die Fähigkeit zuschreiben, ein auch
den Metazoen zukommendes, hypothetisches Lebens-
ferment neu hervorzubringen, was sie vor dem Tode
schützt; die Metazoen dagegen brauchen dieses ihnen im
Ei zukommende und nur in ihren Geschlechtsorganen sich
ersetzende Ferment allmählich in ihrem Körper auf, womit
die Lebensfunktionen erlöschen {Gedanken über Lehen
und Tod. Zool.Anz.1882, pag.64—67.). Cholodkowsky
kann diese ,, physiologische Paraphrase der Darwin'schen,
mehr morphologischen Hypothese der Pangenesis" mit
Kücksicht auf Metazoen mit geschlechtlicher und unge-
schlechtlicher Fortpflanzung nicht anerkennen; nach ihm
liegt die Ursache des Todes in der Vielzellig keit des
Organismus der Metazoen (Tod, und Unsterblichkeit
in der Thierwelt: Zool. Anz. 1882. pag.264—265.).
A. Weismann's Notiz: Bemerkuiigen zu Professor Büischlis
„Gedanken über Leben und Tod'^ (ibidem pag. 377 — 380)
ist mehr berichtigend.
Weitere Berichte über die Möglichkeit der Färbung
lebender Protozoen macht A. Certes (Bull, de la Soc.
zool. de France 6. ann. P. 5. pag. 226—227 u. P. 6. pag. 264
bis 265) vergl. auch J.-B. pro 1880/81, pag. 265.
Technische Notizen zur Behandlung und Con-
servirung von Protozoen geben C. Elcock: preparing
fossil foraminifera (Journ. roy. micr. soc. (2) IL pag. 886
bis 887); E. Korscheit: Eine neue Methode zur Conservirung
von Infusorien und Amöben (Zool. Anz. 1882, pag. 217 bis
219), B. Landsberg: lieber Conservirung von Protozoen
(ibidem pag. 336 — 337), H. Blaiic: Encore une methode,
pour conserver et colorer les Protozoaires (ibidem 1883,
pag. 22 — 23), G. Cattaneo : fissazione , colorazione degli
infusorii (Boll. scientif. Pavia. V. pag. 89 — 95; pag. 112
bis 128), W. S. Kent: Potassic Jodide for preserving In-
fusoria (Journ. roy. micr. soc. (2) III. pag. 730), H.Fol:
Beiträge zur histologischen Technik (Zeitsch. f. wiss. Zool.
38. Bd. pag. 491 — 495), L. Maggi: tecnica protistologica
(Boll. scientif. Pavia. V. pag. 48— 51), E. Parietti: ricerche
relative alla preparazione e conservazione di Bacteri e
d'Infiisori (ibidem, pag.95— 96), A. Brass: Biolog. Studien I.
Die Organisation der tliierisclien Zelle; 1. Hft. Halle 1883.
pag. 24, A. Gruber: lieber Kerntheilungsvorgänge bei
einigen Protozoen (Zeitsch. f. wiss. Zool. 38. Bd. pag. 373),
L. Maggi: suU'anilisi protistilogica delle acque potabili
(Rendic. reale istit. lomb. di scienze e lettere. ser. II. vol. XIV.
pag. 621 — 626), E. Maiipas: etude siir les infusoires cilies
(Arcli. de Zool. experim. 2. ser. L 1883, pag. 587), A.Oruber:
Unters, über einige Protozoen in Zeitsch. f. wiss. Zool.
Bd. 38. pag. 45— 62), H.Fol: Tintinnodea in: Arch. sc.
pliys. nat. Geneve (3) vol. IX. pag. 555—578 u. Ann. mag.
nat. bist, 5. ser. vol. XII. pag. 75); K. Z. Taranek: Mono-
graphie der Nebeliden Böhmens (Abb. d. K. Böhm. Ges.
d. Wiss. VI. Folge. 11. Bd. 1882. pag. 5 u. 6); W. S. Kent:
a maniial of the infusoria Ac. London 1880/82. vol. I.
pag. 115 u. ff. vol. IL pag. 863); G. Klebs: Unters, a. d. bot.
Inst. Tübingen. I. Bd. 2. Heft. 1883 über Flagellaten).
Faunistik.
A. Meer.
Nach Th. Fuchs gehören zur pelagischen Fauna
Noctiluca, Pyrocystis, die Radiolarien und von den Fora-
miniferen : Globigerina, Orbulina, Hastigerina und Pulvulina ;
während die letzteren vorzugsweise bei Nacht an der Ober-
fläche gefunden werden, trifft man die Radiolarien bei Tage
(Ueber die pelagische Flora u. Fauna in: Ver^h. d.
geol Reichsanstalt Wien 1882 No. 4).
Die pelagische Fauna führt nach Moseley folgende
Protozoen: Protomyxa aurantiaca, Globigerina, Orbulina,
Radiolaria, Cilioflagellata und Tintinnoidea (pelagic l{fß
in: Nature Bd. 26. pag. 559—564).
Eine neue und reiche Quelle für das Studium pe-
lagi scher Thiere, speciell der Peridinäen lehrt uns
Fr. y. Stein in dem Darminhalt der Salpen, A seidien.
56 Pi"of. Dr. Max Braun : Bei', über die wisseusch. Leistungen
Anneliden, Gepliyren und Ecclimodermen kennen; besonders
ergiebig sind die Salpen und Comatulen; zahlreiche neue
Formen werden nicht nur aus europäischen Meeren, sondern
aus dem atlantischen Ocean und der Südsee angeführt und
abgebildet {Der Organismus der Infusionsthiere etc.
///. Ahth. 2. Hälfte. Lpzg. 1883. foL mit 25 Taf).
G. M. R. Leyinsou's smaa bidrag til den grön-
landski faunal bringt eine Beschreibung der von Fa-
bricius entdeckten Mammaria globulus, die der Autor
für ein Rhizopod hält — Globulus Fabricii n. gen.
n. sp., lebt an Laminarien bei Grönland (Ved. Meddel. nat.
foren. Kjobenhaven 1882. pag. 127—131. 1 Abb.).
Aus dem weissen Meere bei den Solowetzki'schen
Inseln erwähnt L. Cieukowski Wagneria Meresch-
kowskii n. gen. n. sp. (Hehozoe), 4 Flagellaten, Multicilia
n. gen., Exuviella n. g., Daphnidium n. g. und ein Pe-
ridinium, ferner Haeckelina boreahs Mereschk. , Oxyrrhis
marina Duj. und Labyrinthula sp. {Ärh. d. St. Peterhurg.
Naturf. Ges. XII. 188 L mit 3 Taf. in riiss. Sprache).
J. MuiTay hat im ,Faroe-K anal Untersuchungen an-
gestellt und in 7 — 10 Fdn. Tiefe Peridinium tropos, die für
eine Alge gehalten wird, häufig gefunden (exploration of
the Faroe Channel in.'. Proc.roy. soc. Edinhurgh.l88i/82.
pag. 18).
H. Lenz führt aus der T r a v e m ü n d e r Bucht folgende
Protozoen an: Ceratium tripos Ehrb., C. fusus Ehrb. und
Peridinium acuminatum Ehrb. (F/ er ^e?' Bericht d. Com-
mission zur wissensch. Unters, d. deutschen Meere
in Kiel für 1877-81. VII— XL Berlin 1882. pag. 171).
In seinem Bericht: i protisti della Sardegna macht
C. Paroua auch Angaben über marine Protozoen der
Insel, sowie über solche der Salinen; leider ist die Arbeit
dem Ref. unzugänglich (Boll. scientif. Pavia. IV. pag. 44
bis 58). In wie weit in zwei anderen Artikeln desselben
Autors marine Protozoen berücksichtigt werden, ist dem
in der Natiirgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 57
Ref. unbekannt geblieben: di alcuni nuovi protisti riscon-
irati neue acque clella Sardegna e diie alire forme non beti
conosciufe (Atti soc. ital. sc. n. Milano XXVI. u. Journ. de
micrographie Paris VII. pag. 455 — 463 mit 1 Taf.), Essai
d'iüie Protistologie de la Sardegne avec la description de
quelques Protist es nonveaux oic peu connu Arch. sc. phys.
et nat. Geneve (3) X. pag. 225-244 mit 1 Taf.).
Aiicli die Zusammenstellung A. N. Coemaim's über die
Tiefenfauna des Oceans, speciell des atlantischen kennt
Ref. nicht (Trans. N. H. soc. Northumb., Durham a New-
castle-ou-Tyne, a. Tyneside naturalist's field club VIII. 1883.
Murray giebt einen vorhäufigen Bericht über die Re-
sultate der Untersuchung des Faroe -K anales im Sommer
1880 von dem Schiff „Knight Errant". Pelagisch wurde
an Foraminiferen erbeutet Pulvinulina micheliniana , Glo-
bigerina borealis, Gl. bulloides, Gl. reflata, Orbulina
univer sa, von Radiolarien : A c a n t h o m e t r a , X i p h a c a n t a ,
Dorataspis, Ethmosphaera, Heliosphaera, Rhizo-
sphaera, Actinomma, Spongocyrtis, Thalassicolla,
Calcaromma, Actinocyrtis, Amphilonche, Spon-
go diso US u. Thalassosphaera (nach den Bestimmungen
von E. Haeckel), endlich noch Peridinium tripos (pag. 654
bis 657. Die in Tiefen zwischen 305 u. 555 Fdn. gefundenen
Foraminiferen hat H. B. Brady bestimmt, es sind 124 Arten;
als neue werden angeführt und beschrieben Cornuspira
striolata und crassisepta, Jaciüella ohtusa, Marsipella cylin-
drica, Reophax adune a, Haplophragmium ienuimargo^
Textularia asper a und Pulvinulina sciiida (pag. 708 — 717).
(Proceed. of theroy. soc. of Edinburgh, vol. XL 1882. Session
1881/82. pag. 638—719 mit 1 Karte.)
B. Süsswasser.
L. Cienkowski hat auch die Süsswasserfauna der
Tundra der Solowetzki'schen Insel untersucht; er führt
von da 2 Monathalamien, 4 Heliozöen, 15 Flagellaten, 10 Ci-
liaten und 1 Podophrya auf (Arh. d. St. Fetersh. Natinf.-
Ges. XII. 188L pag. 130—171).
58 Pi'of . Dr. M a X B r a u K : Bei*, über die wissensch. Leistungen
Auf die Arbeiten C. Parona's über die Protozoen-
fauna Sardiniens ist bereits hingewiesen (1. c); im
Ganzen werden 15 Amoebaea, 11 Thalamophora, 5 Helioza,
25 Mastigophora, 51 Ciliata und 9 Acineta aufgezählt.
Im Lago maggiore in einer Tiefe von 65mtr. und
400 mtr. vom Ufer entfernt fand L. Maggi neben zalil-
reichen Algen und Diatomeen einen Cyclops und Amoeba
radiosa Auerb. {sulV analisi protisiol. delV acqua del
lago maggiore etc. in: Rendic. Istit. reale Lomh. d. sc. e
left. ser, IL vol. XV. 1882. pag. 326—345).
P. Pavesi hat eine „altra serie di ricerche e
studi sulla fauna pelagica dei laghi italiani ver-
öffentlicht, die jedoch fast ausschliessHch von pelagischen
Crustaceen und deren geographischer Verbreitung handelt;
von Protozoen werden erwähnt aus dem Lago superiore di
Mantova: Cyclidium glaucoma Ehr., Colpoda cucullus
Ehr., Paramaecium chrysalis, P. aurelia M., Amphi-
leptus meleagris Cl. et L., Oxytricha aspidisca Ehrb.,
Vorticella infusionum Dej. und V. microstoma Ehr.; aus
dem Lago di Loppio: Peridinium tabulatum Ehr., P. cinc-
tum Ehr., P. apiculatum Ehr. und Ceratium furca Cl. et L. ;
aus dem Lago maggiore Ceratium longicorne. (Atti deUa
soc. veneto-trent. di scienze nat. VIIL Padova 1883. pag. 340
bis 403 mit 2 Taf. u. 5 Karten; die ersten Mitth. des Autors
stehen im BoUet. entomol. Firenze. IX. 1877. pag. 293,
Renedic. Istituto Lomb. (2) vol. VII. pag. 174 u. pag. 688;
Atti della soc. ital. di scienze natur. vol. XXV. 1882. pag. 142
und Atti soc. ven.-trent. etc. 1881 No. 5. pag. 168.)
Die Arbeit von 0. Cattaneo: sui protisti del Lago
di Como kennt Ref. nicht (Boll. scient. IIL pag. 111 — 121;
ebenfalls nicht: E. Parietti: intorno ai protisti della
Valtravaglia (ibidem IV. pag. 105 — 112) und C. Bor-
gonzini: Protozoi raccolti nel Modenese (Atti soc.
natur. Modena (3) rend. vol. I. pag. 19 — 23).
In zugegefroren en Gräben ist nach J. C. S. die
Infusorienfauna reicher entwickelt als im Sommer (Amer.
monthly journ. VI. pag. 62).
in der Natiugescli. d. Protozoen in den Jahren 1882 u, 1883. 59
Eine bei ungünstiger Witterung vorgenommene Unter-
suchung des Lac duBourget (Savoyen) ergab 0. E. Imhof
an Protozoen in 20 mtr. Tiefe ein Ceratium, und Dinohrijon
cylindricimi n. sp., in 100 mtr. Tiefe eine Cothurnia mit
gelbem ungestielten, becherförmigen Gehäuse, ein Eugly-
phina und eine Cyphoderia. Im Lac d' Ann ecy wurden
gefunden am 6. October: 1 Dinobryon, 1 Ceratium an
der Oberfläche, in 80 mtr. Tiefe 4 Infusorienarten (Sten-
tor coeruleus, 2 sp. von Vorticella und Epistylis nu-
tans Ehrbg.) an Stöckchen von Floscularia proboscideaEhrbg.,
ferner Carchesium polypinum Ehrbg., 1 Amoeba und
1 Cyphoderia {Zoolog, Anz. 1883. VI. pag. 655 — 57).
Derselbe studirte die pelagische Fauna einiger
Schweizer Seen während des Winter 1882/83 und fand
an Protozoen Dinobryon sertularia Ehrb. , D. dwergens
n. sp., Peridinium tabulatum Ehrbg., Ceratium reii-
culatiim n. sp., Epistylis lacvstris n. sp. und Acineta
elegans n, sp. ; nur die letztere Art ist beschrieben. Eine
ausführliche Publikation wird vorbereitet {Zool. Anz. 1883.
pag. 466 — 471, BibL Univers. Arch. sc. not. phys. 1883.
pag. 349 ti. Ann. and mag. ofnat. hisf. ser. 5. vol. XII. 1883.
pag. 426/427).
In den Seen am Retyezat (Ungarn) traf E.Daday
an: Difflugia globulosa Duj., D. pyrifomiis Petry, D. ur-
ceolata Cart., D. constricta Ehrb., Centropyxis aculeata
Ehrb., Cyphoderia ampulla Ehrb., Euglypha ciliata
Ehrb. und Peridinium tabulatum Ehrb. (Termesz. Füzet.
naturh. Hfte. Hrsg. v. Otto Hermann. Budapest. VII. 1883.
pag. 136).
Allgemeine Angaben über Protozoen von Trinidad
macht Keimel in seinen biologischen und faunistischen
Notizen aus Trinidad (Arb. a. d. zool. List. d. Univ. Wi'irzb.
VL pag. 259—286).
J. A. Ryder's: Protozoa and Protophytes consid.
as the prim. of indirect source of the food of
60 Prof. Dr. M a x B r a u ii : Ber. über die Avisseusch. Leistimgen
fish es (U. S. Comm. fisheries rep. part. IX. pag. 755 — 770
und Bull. N. S. fish. comm. vol. I. 1882. pag. 236—251) hat
Eef. nicht erhalten können.
C. Quellen-, Brunnen- u. Trinkwasser.
In den Quellen in der Valcuvia (Oberitalien) hat
J. Clivio aufgefunden: Amoeba, Trichamoeba, Actino-
sphaerium, Monas, Euglena, Stylonychia, Aspidisca, Cy-
clidium, Glaucoma, Trachelophyllum, Urotricha, Amphileptus
und Halteria (i protisti allo sbocco deUa Valcuvia in: Boll.
scientif. Pavia. IV. pag. 113- 118).
A. Colin fand in der Quelle der March (Südabhang
des Glatzer Schneeberges, 1400 mtr. hoch, Temperatur
-j-'A'^C) am 20. Aug. 1880 neben Algen beschalte Rhizo-
po'Jen, meist Difflugien, jedoch keine Infusorien und
Räderthiere; in dem Satz der Quelle des Marie nbad es
in Landeck in Schlesien (-j- 29 ^ C) , der zahlreiche orga-
nische Substanzen enthält, wurden neben Monaden und
Bakterien Amoeben, Vorticellen und grosse, augen-
lose Räderthiere (CaUidina sp.) konstatirt {60 Jahresh. d.
schles. Ges. f. vaterl. Kultur. Breslau 188S. pag. 214—216).
Reich an verscliiedenen Thieren sind die Brunnen-
wässer Prag 's, welche F. Vej do vsky näher untersucht
hat; die Arbeit ist in ihren allgemeinen Resultaten schon
im J.-B. über freilebende Würmer pro 1882/83. pag. 727
besprochen worden; hier sei noch angeführt, dass die Zahl
der aufgefundenen Protozoen eine recht grosse ist (22Rhi-
zopoden, 3 Sporozoen und mindestens 45 Infusoria)
letztere betragen an Artenzahl eigentlich 58, jedoch hat
der Autor die 13 neuen Arten noch nicht genügend unter-
sucht, sie daher nicht mit angeführt. Die Protozoenfauna
der Brunnen Prag's setzt sich zusammen aus Amoeba 3 sp.,
Dactylosphaerium 1 sp. n., 1 Nuclearia, 1 Astramoeba, 1 Co-
rycia, 3 Eugiypha, 1 Trinema, 1 Cyphoderia, 1 Pamphagus
n. sp., 2 Difflugia, 2 Centropyxis, 1 Arcella, 1 Actinophrys,
1 Acanthocystis , 1 Actinosphaerium , 1 Heliophrynella n. g.
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 61
n. sp., 12 Flagellaten, 1 Acineta, 12 Holotriclia, 4 Hetero-
tricha, 8 H}^30triclia und 8 Peritricha; die 3 Gregarinen
leben in einem Copepoden resp. in zwei Anneliden der
Brunnen. Die Rhizopoden sind alle abgebildet (Prag. 1882.
fol. mit 8Taf.).
Im Leitungswasser (tap water) der Schule für
praktische Wissenschaft in Toronto fand G. Achesou neben
verschiedenen Algen folgende Protozoen : Amoeba proteus
und radiosa, Difflugia globulosa, Actinophrys sol,
Acanthocystis turfacea (?), Monas lens, Dinobryon
sertularia, D. stipitalum, Salpingoeca fusiformis, Stylo-
bryon petiolatum, Peridineum sp., Vorticella sp. und
Stentor sp. (Proc. of the Canadian insiitute Toronto 188 3.
L fasc. pag. 413—426 mit 1 Taf.
J. Playfair Mc. Murrich fand im Wasser des Ontario-
agricultural-CoUege neben Algen, Krustern, Rhizopoden und
Flagellaten an Infusorien Met opus sp. n. innominata, Scy-
phidia inclinans d'Udk., Cyclidium giaucoma, C. mar-
garitaceum und Vorticella microstoma {ibidem fasc. 4.
pag. 300—309 mit 1 Taf).
L. Maggi's Notiz: sulVanalisi protistolog. delle acqne
potabili kennt Ref. nicht (Boll. scientif. III. pag. 121 — 125);
ebenso nicht desselben: sidVesamine microscop. di alcinie
acque potabili della cittä e per la cittä de Padova. Pavia
1883. 106 pag. 8^
Unter dem ersten Titel hat L. Maggi eine Note in den
Rendic. reale istituto Lombordo di sc. e lottere publicirt,
welche jedoch nur technische Notizen zum Nachweis
von Mikrobien im Trinkwasser durch Osmiumsäure resp.
Palladiumchlorid und Färbung mit verschiedenen Farbstoffen
bringt (ser. IL vol. XIV. 1881. pag. 621— 626).
D. Infusionen.
Zahlreiche von den in Infusionen vorkommenden In-
fusorien fallen nach W. S. Keilt nicht aus der Luft in die
Zuchtbehälter, sondern sind bereits an dem zur Infusion
6 2 Prof- Dr . M a X B r a 11 n : Ber. über die wissensch . Leistungen
benutzten Material (Heu, Getreidehalme) als Keime vor-
handen {Infusoria wpon leaves in: amer. monthly 7nicr.
journ. IL 1881. pag. 4).
Nach J. Tyndall trüben sich Infusionen nur bei diffusem
Tageslicht, während sie bei Sonnenlicht klar bleiben; da
nun Wärme allein die Entwicklung der Mikroorganismen
beschleunigt, so schliesst T., dass es allein die Lichtstrahlen
sind, welche die Keimkraft aufheben, aber nicht gänzlich
zerstören {Report 51meet. hrit. assoc. j^ag. 450 — 51).
E. Parasiten.
Eine sehr ausführhche Studie y,sur quelques protistes
endoi^arasites appaii,enant aux classes des Flagellata, Lohosa,
Sporozoa ä ciliata'^ veröffentlicht Grassi. Unter den pa-
rasitischen Flagellaten werden folgende Familien unter-
schieden:
1. Cercomonas (!) Duj. p. parte; l'extremite posterieure
est plus ou moins effilee ou bifide; plusieurs fla-
gellums apparaissent ä l'extremite anterieure.
2. Megastomidea n. fam. ; l'extrem. post. est bifide; ü existe
un enfoncement profond pres de l'extrem. anter.
3. Lopkomonadidea n. fam.; l'extrem. post. est plus ou
moins effilee; on voit sortir de l'extrem. anter. un
mouchet fourni de nombreux flagellums.
4. Trichomonadidea n. fam. ; l'extr. post. est plus ou moins
effilee ; l'extr. ant. porte plusieurs flagell. et possede
des corpuscules trichocystimorphes.
5. Trypanosomata Kent, le corps est fourni d'un bord
ondulant dont l'une des extrem, se prolonge et de-
vient un flagellum.
Folgende Gattungen stehen in der FamiUe Cercomonas:
1. Monocercomonas Grassi, 2. Cimaenomonas Gr.,
3. Plagiomonas Gr., 4. Monomita Gr., 5. Heteromita
Daj., 6. Dicercomonas Gr.; die beschriebenen Arten
sind folgende: 1. Monocercomonas hominis Gr. = Cercom.
hominis Dav. = Trichomonas intestinalis Leuck. beim
in der NatiTrgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 n. 1883. G3
Menschen in Rovellasca, Mailand und Messina; 2. M. co-
ronellae Gr. = Cercom. colubrorum Hann? in Coronella
austriaca; 3 M. insectorum Gr. in Larven von Gryllosalpa
und von Nelolontha; 4. Cimaenomonas batracorum Gr. =
Bodo intest. Ehr. = Trichom. batracorum Perty in der
Ivloake von Rana temporaria, R. esculenta, Bufo vulgaris
und Hyla arborea ; die im Dickdarm bei Mus rattus, M. mus-
culus und Arvicola arvalis lebenden Flagellaten wahr-
scheinhch identisch mit der Art aus Batrachiern; 5. Pla-
giomonas Gryllotalpae Gr. im Darm der Larve von Gryllo-
talpa; 6. Monomita muscarum Gr. ^ Cercomonas muscae
dom. Stein Darm der Fliegen; 7. Heteromita lacertae Gr.
in der Kloake von Lac. viridis und muralis; 8. H. (?) Caviae
Gr. im oberen Theil des Dickdarms beim Meerschweinchen;
9. Dicercomonas intestinalis Daj. bei Rana esculenta und
Bufo vulgaris; 10. D. muris Gr. bei Mus und Arvicola
arvalis.
Aus der Familie der Megastomiden kennt Grassi
nur eine Art: Megastoina entericum n. gen. n. sp. = Di-
morphus muris Gr. lebt im Duodenum und Jejunum von
Mus musculus, M. rattus, M. decumanus, M. sylvaticus,
Arvicola arvalis, Felis catus und beim Menschen (3 mal
unter 50 Untersuchungen).
Auf Lophomonas blattarum Stein ist Grassi's Farn.
Lophomonadidea gegründet. Trichom onadidea mit Tricho-
monas melolonthae Gr. im Darm des Engerlings; wahr-
scheinHch gehört auch Trieb, vaginalis hierher.
Die Familie der Trypanosomata enthält 1. Trypano-
soma sanguinis Graby im Blut von Rana esculenta, Bufo
vulgaris und Hyla arborea; 2. I^aramecio'ides costatus
n. gen. = Paramaecium costatum Chaussat im Blut von
Rana esculenta selten.
Unter den Lobosa, Fam. Amoeba werden beschrieben
1. Amoeba coli Lösch, sehr häufig in Rovellasca, Messina,
Pavia und Mailand in den Dejektionen des Menschen,
2. A. muris Grassi im oberen Theile des Dickdarms bei
Mäusen und Ratten, 3. A. ranarum Grassi, 4. A. Blattae
64 'Prot. Dr. MaxBraun: Ber. über die wisseusch. Leistungen
Bütschli, 5. A. chaetognathi n. sp. = A. sagittae Gr. und
6. A. ingmeniifera Gr., beide letzteren bei Chaetognatben.
Von Coccidien werden ausfübrlich geschildert Cocci-
dium rivolta n. sp. aus dem Darm der Katzen und ein nicht
benanntes Coccidium aus dem Darm von Coronella laevis.
Balantidium coli hat Grassi wohl beim Schwein in
Rovellasca, jedoch nicht beim Menschen gefunden.
Der Schluss der Arbeit wendet sich gegen Cunningham,
welcher die Monocercomonaden und Amoeben des Menschen
mit seinem Protomyxomyces coprinarius Cunn. in Beziehung
bringen will (cf. darüber J.-B. über Protozoen 1880/81.
pag. 295) ; wenn auch Grassi die Existenz des Protomyxo-
myces und die von C. erschlossene, nicht direkt beobachtete
Vermehrung durch Zoosporen resp. Flagellaten zugiebt,
wenn er auch selbst Aehnhches bei den Amoeben von
Sagitta gesehen hat, so leugnet er doch entschieden, dass
die menschlichen Amoeben und Flagellaten mit den von C.
beobachteten aus dem Kuhdünger identisch sind. Alle von
Grassi beschriebenen Formen sind auf den beigegebenen
Tafeln abgebildet (Archives italiennes de Biologie IL 1882.
pag. 402—444; III. 1883. img. 23—37 mit 4 Taf.; auch
in der Atti sog. ital. sc. 7iat. XXIV. pug. 1 — 94 erschienen).
Die beim Menschen vorkommenden Protozoen werden
in des Ref. „Die Thier. Parasiten des Menschen"
pag. 15—30 beschrieben (Würzb. 1883).
In wieweit E. Perroncito in seinem „I parassiti delP
uomo e degli animali utili" (Milano 1882. 506 pag. 8^) und
Lanessan (1. c.) beim Menschen parasitirende Protozoen
berücksichtigen, ist Ref. unbekannt; das Gleiche gilt von
Maggi: protisti e malattie (Gaz. med. Ital. Lomb. 1882.
pag. 483).
„Sur cinq protozoaires parasites nouveaux"
berichtet J. Kiiustler; es handelt sich um zwei nicht be-
nannte Flagellaten aus dem Engerling, eine ebenfalls un-
benannte Flagellate aus dem Darm von Oryctes nasicornis
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 65
und endlich um 2 Formen aus dem Darm von Frosclilarven,
von denen die eine {Giardia ogilis n, g. n. sp.) in nahen
Beziehungen zu gewissen Schizomyceten stehen soll {Co7npt.
rend. hehd. Ac. Paris. Tom. S5. 1882. pag. :J47 — 349).
Als Darmparasiten der Auster von Cancale und
Marennes erwähnt Certes Hexamita inflata Duj. und bei
Ostrea edulis und 0. angulata ein neues Trypanosoma
Balbianin. sp. (Compf. rend. yhd. Ac. Paris Tom. 95. 1882.
pag. 463 — 465, sowie Bidl. de la Soc. zooL de France VII.
pag. 347—353 mit 1 Taf.).
In L. V. Graff' s „Monographie der Turbellarien"
werden auch Angaben über die Parasiten der Rhabdocoe-
liden gemacht; eine von M. S. Schnitze im Darm eines
Mesostoma der Ostsee gefundenen Gregarine lebt auch
in der Leibeshöhle von Proxenetes cochlear, und auf Vortex
sexdentatus ist Colepshirtus Ehrb. sehr häufig (Lpzg.
1882. fol. pag. 182).
In der Leibeshöhle von Enchytraeus vermicularis
aus der Umgebung von Philadelphia fand Leidy eine Ano-
plophrya modesta n. sp. , bei demselben Wurm aus der
Nähe von New-Jersey eine Anopl. fimiculns n. sp. und eine
dritte neue Art ( A. melo n. sp.) in einem nicht bestimmten
Lumbricus; endlich in Bist ich opus sihesiris n. gen. n. sp.
Enchytraeidorum eine Gregarine, welche unter dem Namen
Monocystis nnfis n. sp. (= Gregarina Enchytraei KölLVj
beschrieben wird (On E^ichytr aeus, Distichopus and
fheir parasites in Proc. of fhe Acad. of nat. sc. qf Phi-
ladelphia. 1882. pag. 145—148 mit Holzschnitten).
Die Arbeit von Leidy über die Parasiten der Ter-
miten ist Ref. nicht zugänglich (Journ. Acad. nat. sc. Phi-
ladelphia (2) vol. VIII. pag. 425—447. 2 Taf.).
Arch. f. Naturgesdi. 51.Jalirg. H. Bd. 3. H. g
QQ Prof. Dr. M a x B r a u ii : Ber. über die wissensch. Leistungen
B. Infusoria.
1. Suctoria.
W. S. Kent fürt die Snctoria als 3. Klasse der Infusoria unter
dem Namen Tentaculifera Huxley an; er theilt sie in:
I. Ordnung Suctoria (tentacules wlioUy or partially suctorial).
l.Fam. Rhynchetidae with one or two tentacl. only; simple.
I.Gen. Rhyncheta Zenker 1 sp.
2, „ Urnula Cl. et L. 1 sp.
2. Fam. Acinetidae multitentaculates, tentacles simple ; simple.
1. Gen. Sphaerophrya Cl. etL. 6 sp. u. Sp. stylmiychiae n. sp.
2. „ Trichophrya C. et L. 2 sp.
3. „ Podophrya Ehr. 19 sp. u. P. Wrzesnmvskii j mollis
und Buckel neu!
4. „ fi^e ?/iiojj; Ar 2/ Cl n. gen. gegründet auf Podophrya gemmi-
para Hertw. und 6 andere Arten.
5. „ Podocyathus n. gen. mit diadema u. sp.
6. „ Solenopbrya Cl. et L. 1 sp
7. „ Acineta Ehr. 20 Arten u. A. grandis, stellata neu!
3. Fam. Dendrocometidae multitentacula te, tentacles branched ;
simple.
I.Gen. Dendrocomet es Stein 1 sp.
4. Fam, Dendrosomidae multitentaculate , forming branching
colonies.
3. Gen. Dendrosoma Ehrb. 2sp.
II. Ordnung Actiuaria (none of the tentacles suctorial or capitate).
1 Fam. Ephelotidae (tentacles simple, ray-like).
I.Gen. Ep he Iota Str. Wright 2 sp.
2. „ Actinocyathus n. gen. mit cidans n. sp.
2. Fam. Ophryodendridae (tentacl. represented by one or more
retractile proboscidiform organs).
I.Gen. Ophryodendron Cl. et L. 4sp. u 0. porcellanum,
multicapitalum neu!
2. „ A eine top sis Robin 1 sp.
(W. S. Kent: Manual of the Infus, et c. Lond. 1880 '8J2. 2. Bd.
pag. 800—856).
Acineta elegans n. sp. cf. Imhof, Zool. Anz. VI. pag. 469, lebt
auf der Balanciistange von Bythotrephes lougimanus Leydig in
Schweizer Seen.
Aus Valtravaglia (N. Italien) 1 Podophi-ya cf. Parietti (BoU.
scientif. IV. pag. 105-112.
C. Parona führt aus Sardinien an; 6 Acineta, 1 Sphaerophrya,
in der Naturgesch. d. Piotozoeii in den Jahren 1882 u 1883. 67
1 Podophrya und 1 Hemiophrya (Arch. sc. phys. et nat. Geneve (3)
X. pag.225— 244. 1 Taf).
Acineta Cattanei n. sp. Seewasser bei Cagliari (Parona: Atti
soc. ital. sc. nat. Milano XXYI ii. Journ. de Micrographie VII. pag.455
bis 463. 1 Taf.), ferner A. lingnifera Gl. et L. var. n. interrupta aus
den Salinen bei Cagliari (ibidem).
„lieber einige Zwischenformen unter den Protozoen"
berichtet K. J. Taräuek und zwar zuerst über die Grruber'sche Di-
morpha nutans (cf. J. B. 1880/81. pag. 275) und dann eine neue,
Amoeben und Acineten verbindende Form, Amoehophrya
macropodia n. gen. n. sp., die bei Prag in Gesellschaft verschiedener
Algen gefunden wurde ; das Thier gleicht einer Trichophrya , indem
es wie diese unregelmässige Körpergestalt und in Gruppen gestellte,
lange Saugröhrchen besitzt, jedoch pseudopodienähnliche Ausstül-
pungen entwickeln soll, mit deren Hülfe es sich wie eine Amoebe
fortbewegt {Sitzb. d. kgl.höhm. Ges. d. Wiss. 4. Mai 1883. 4 pag. 8»
mit lAhh).
Anhang: Suctocilatae.
Auf ein bereits von Cohn unter dem Namen Acarella siro be-
schriebenes Infusor gründet C. de Merejkowski eine neue Familie
resp. Ordnung der Infusorien, A\<i Suctociliatae, weil das im Golf
von Neapel vorkommende Thier vier wohl entwickelte Saugröhren
neben seinem Cilienbesatz trägt, also zwiscken Ciliaten und Suctorien
vermittelt (X es suctocilies, nouveau groupe d'Infusoires, in-
termediaires entre les Cilies et les Acinetiens in: Compt.
rend. hebd. Acad. Paris 95. 1882. pag. 1132—1134; ühers. in Ann.
and mag. of nat. hist. 5 ser. XI. 1883. pag. 67 — 69).
Hiergegen macht E. Maupas geltend, dass, abgesehen davon,
dass Actinobolus radians Stein viel eher der gesuchten Zwischenform
entspreche, er selbst vor Jahren mit Rücksicht darauf, dass gewisse
Podophryen und alle Sphaerophryen Wimpern bekommen können, eine
Gruppe der Ciliosuetoria aufgestellt habe, jedoch heut andrer
Meinung sei. Was Acarella siro Cohn (= Halteria pulex Clap. et
Lachm. = H. tenuicollis Fresen.) anlangt, so bestreitet M., dass die
vier Saugröhren, welche Merejkowski demselben zuschreibt, wirklich
homolog mit den Saugröhren der Acineten seien, da sie nicht zur
Nahrungsaufnahme, sondern zum Festheften des Körpers dienen;
Acarella sei ein Mesodinium; nach Allem diesem bleibt der Verf.
dabei , die nächsten Verwandten der Acineten nicht unter den Ci-
liaten, sondern unter den Heliozoen zu suchen {Compt. rend. hebd.
Ac. Paris 1885. 95. Bd. pag. 1381 — 1384] übers, in Ann. and. mag.
of nat. hist. 5. ser. XI. pag. 219—221).
C. de Merejkowski erwidert, dass die Saugröhren von Acarella
morphologisch und physiologisch als solche anzusehen seien; weder
6g Prof, Dr. M a x B r a n n : Ber. über die wissensch. Leistungen
Cilieii noch Cirren besitzen die Fähigkeit, sich fest an einen fremden
Körper anzuheften, was den Saugröhrchen der Acarella zukomme;
auch sei Acarella siro durchaus nicht identisch mit Halteria (Meso-
dinium) pulex Clap. et Lachm. [sur les Infusories suctocilies
in: Compt. rend. hebd. Ac. Paris 96. Bd. 1883. pag. 27G—279).
E. Maupas bemerkt hiergegen, dass bei einer grossen Zahl von
Infusorien die Cilien oder Cirren die Fähigkeit der Fixation besitzen
(Oxytricha, Euplotes, Cyclidium etc.) ; für die Beurtheilung, ob Saug-
röhrchen oder nicht, komme weiter auch die Nahrungsaufnahme in
Betracht, die von seinem Gegner nicht beobachtet sei; die lieber,
einstimmung von Acarella siro mit Halteria pulex und anderen
sogenannten Arten wird aufrecht erhalten (ibidem pag. 516—518).
2. Ciliata.
S, 0. Gleason berichtet im Allgemeinen über die Geschichte der
Infusorienuntersuchung [the study oflnfusoria in: Amer. montli.
micr. journ. II. 1881. pag. 109—111).
Der Artikel von Ch. S. DoUey: vibratil cilia and ciliary
motion ist referirend (Amer. month. micr. journ. lY. pag. 69— 75,
89—97, 111-116).
H. J. Waddingtou: the action of Tannin on the cilia of
Infusoria, with remarks on the use of Solution of sulphur. oxide
in Alcohol (Journ. roy. micr. soc. (2) III. pag. 185 -188) u. H. Gilliet:
some remarks on the action of Tannin on Infusoria (Pro-
ceed. Linn. soc. N. S. Wales VIII. 1883. pag. 383—386) kennt Ref.
nicht.
0. BütscWi wendet sich gegen Balbiani's Darstellungen von
der Conjugation der Infusorien (Journ. de Microgr. 1. c.) und weist
das Irrige darin nach (Zool. Anz. VI. 1883. pag. 10— 14, 38—42)
Antwort darauf von Balbiani {ibidem pag. 192 — 196).
Geza Eutz berichtet über die Struktur eines interressanten
Infusors, Actinobolus radians St., das er in einem Wasser des
botanischen Gartens in Klausenburg und in sumpfigen Wiesentümpeln
des Belaberges bei Dees gefunden hat; die Gattung besitzt wie die
Acineten ein- und ausziehbare Tentakel, ist jedoch ganz bewimpert
und hat Mund sowie After ; die Nahrung besteht aus vegetabilischen
Fetzen, die mit vielem Wasser durch den Mund aufgenommen werden,
wahrscheinlich werden diese Fetzen mit Hilfe der Tentakeln, welche
wie Vampyrella ein die Cellulose lösendes Sekret aussondern sollen,
aus Cladophoren entnommen. Die Fortpflanzung geschieht nach
Einziehen der Tentakel und erfolgter Encystirung durch Theilung
in 2 — 4 Stücke , stimmt also mit der der Enchelinen überein , auf
welche auch die Organisation mit Ausnahme des Besitzes von Ten-
takeln zurückführt; letztere funktioniren niemals als Saugröhrchen
in der Natui'gesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 69
Was die Frage der Abstammung des Actin obolns resp. den
Enchelinen und ihre Beziehungen zu Acineten anlangt, so hält Verf.
sie für noch ebensowenig spruchreif, als die nach der Grenealogie der
Ciliaten überhaupt.
Des Weiteren wurde Mesodinium Acarus Stein aus sumpfigen
Grewässern Klausenburgs untersucht, welches nach Bergh (J. B.
1880 81. Protozoen pag. 263) zwischen Cilioflagellaten und Peritrichen
stehen soll. Das Thier hat die Form einer frei umherschwimmenden
Vorticella (Kerobalanenform), besitzt einen geschlossenen Kranz von
langen, griffeiförmigen Wimpern, ist sonst aber unbewirapert; vorn
steht die Mundöffnung, die in den sehr erweiterungsfähigen Oeso-
phagus führt. Ein Darm, der nach Balbiani bei dem nahe ver-
wandten Didinium nasutum Mund und After verbinden soll, kommt
nicht vor: das von B. bei letzterer Art beschiiebene zungenförmige
Oi-gan. das sich aus dem Schlünde weit hervorstülpen soll, glaubt
E. auch bei Mesodinium in der zitzenförmig sich vorstülpenden Um-
randung der Mundöffnung zu sehen. Die Fortpflanzung geschieht
durch Quertheilung. Was die systematische Stellung des
Mesodini um anlangt, das nach Stein mit Didinium und Urocentrum
die Familie Cyclodinea der Peritrichen bildet, so gesteht E. die
nahe Verwandschaft von Mesodinium und Didinium ohne Weiteres
zu, findet jedoch schon in Stein's Beschreibung von Urocentrum so
wesentliche Unterschiede, dass sich die Zusammengehörigkeit der
drei Gattungen gar nicht motiviren lässt. Ueberhaupt betont der
Autor für eine natürliche Gruppirung der Infusorien die Berück-
sichtigung auch andrer Charaktere als nur der Bewimperung; nach
der Stein'schen Eintheilung werden manche Infusorien aus ihrem
natürlichen Verwandtschaftsbande weit herausgerissen. Berücksichtigt
man die anderen Charaktere, so stehen die peritrichen Cyclodineen
(Urocentrum ausgelassen) den holotrichen Enchelinen am nächsten,
deren Bewimperung bei den ersteren auf ein resp. zwei Wimper-
kränze reducirt ist. Während nun weiter die Enchelinen den holo-
trichen Schwärmern der Acineten und Actinobolus geradezu einer
mundführenden Acineta mit bleibendem Wimperkleide entspricht,
sind die Cyclodineen, speziell Mesodinium den peritrichen Schwärmern
der Acineten gleich, beweisen also die nahe Verwandtschaft der
Enchelinen und Aciuetinen (Beiträge zur Kenntniss der In-
fusorien in: Zeitsch. f. wiss. Zool. 38. Bd. 1883. pag. 167 — 189
mit 1 Taf.).
Hub. Bocns: „note sur les Infusoires ectoparas. des
poissons" ist Ref. nicht zugänglich (Journ. de microgr. Paris VII.
pag. 536—38).
Auf die Darstellung Balbiani's ist oben schon hingewiesen
worden (ibidem).
70 Prof. Dr. Max Braun: Ber. über die wissensch. Leistungen
Die Arbeit von E. Maupas behandelt folgende Ciliaten aus
Algier und Roseoff: Colpoda cucullus O. F. Müll., C. Steinii n sp.
auf feuchten Wiesen, Cryptochilum n. gen., nigricans 0. F. M. sp.,
Cr. elegans n. sp. Seewasser, Algier, Cr. griseolum Perty sp., Cr. tortum
n. sp, Meer, Algier, Cr. echini n. sp. Darm von Echinus lividus, Col-
pidium colpoda St., Glaucoma pyriformis Ehrb., Gl. scintillans
Ehrb. , Ophryoglena magna n. sp. Süsswasser, Algier, Ptycho-
stomum saenurois St., Äncistrum n. gen. mytili Quennerst. sp.,
A. veneria gaUinae n. sp. in Venus gallina Algier, Nassula oblonga
n. sp. Meer, Roseoff, Chilodon dubius n. sp., Süsswasser, Algier,
Holophrya oblonga n. sp. Meer, Algier, Lagynus crassicoUis n. sp.
Meer, Algier, L. elongatus Clap. et Lachm., Lacrymaria coronata
Cl. et L., Loxophyllum duplostriatum n. sp. Meer, Algier, Roscoff,
L. lamella 0. F. M., Acineria incurvata Duj., Peritromus Emmae
St., Condylostoma patens Müll, sp., Actinotricha saltans Cohn,
Gonostomum pediculiforme St. sp., Holosticha Lacazei n. sp.
Meer, Algier, H. multinudeata n. sp., Meer, Algier und Uroleptus
roscomanus n. sp Roscoft.
Was die neuen Genera Maupas anlangt, so ist Cryptochilum
gegründet auf Cyclidium nigricans 0. F. M. = Enchelys triquetra
Duj., Paramaecium griseolum Perty und zwei neue Spezies; die
Gattung enthält kleine langgestreckte Infusorien, welche seitlich
comprimirt sind und auf ihrer concaven Bauchfläche weit vom
Vorderende die von einer oder zwei Lippen (Flimmermembran) um-
gebene Mundöffnung tragen; am Hinterende steht stets eine lauge^
steife Borste (Tastorgan) ; Nucleus mit Nucleolus liegen im vorderen
Körpertheile ; die Cryptochilen jagen nicht umher, sondern liegen
meist auf einer Seite und strudeln sich ihre aus Bakterien, Vi-
brionen und Mikrococcen bestehende Nahning herbei.
Das Genus Äncistrum enthält kleine, im Mantel und in den
Kiemen von marinen Lamellibranchiern lebende Infusorien, deren bald
ganz hinten, bald etwas nach vorn gelegener seitlich stehender Mund
einen äusseren, reiheuförmigen Wimperapparat trägt und von längeren
Wimpern umstellt ist; vermittelst umgewandelter Wimpern des
Vorderendes heften sich die Thiere an Mantel oder Kiemen der
Muscheln an.
Zum Schluss giebt der Autor eine Uebersicht seiner allgemeinen
Resultate; bei einigen Infusorien (Gonostomum pediculiforme und
Actinotricha saltans fam. Oxytrichidarum) fehlt jede Spur einer
äusseren Membran, sie werden daher als Infusoires nus bezeichnet;
die Membran der Infusorien entspricht einer echten Zellmembran;
was Haeckel als vier verschiedene periphere Schichten des Infusorien-
körpers beschrieben hat, sind zum Theil Cuticularbildungen oder ge-
hören zum Protoplasma des Thieres, nicht zur Haut, zum Theil
in der^^atmge.sch. d. Protozoen in den Jahren 1882 n. 1883. 71
existirt es gar nicht (Myophane und Cilienplasma). Der Sarcode-
körper oder Cytosoma der Infusorien entspricht dem Zellkörper, er
zerfällt bei gewissen Infusorien in eine eouche corticale (Ectosarc)
und raasse medullaire centrale (Endosarc). Nur einem kleinen Theil
der Infusorien (42 Arten) kommen sogenannte Trichocysten , Nessel-
fäden zu; sie besitzen keine Kapsel, sondern liegen frei im Ectosark,
Die bei 18 Arten beobachteten Concretionen hält der Autor ihrer
Fonn und ihren Reaktionen nach für harnsaures Natron. Die
wimpernden Anhänge der Infusorien werden eingetheilt in echte
Cilien, Girren und undulirende Membranen; sie werden ausführlicher
geschildert, ebenso das Verhalten der contraktilen Vacuole, welche
der Verf. in einen Gegensatz zu den anderen Vacuolen bringt. Eine
sichere Bestimmung der Lage des Anus fehlt leider noch in den
meisten Fällen, es wird constatirt, dass bei den Oxytrichen der
Anus stets dorsal liegt, bei den nahe verwandten Euploten ventral.
Gegenüber der Angabe Stein's, dass es viele zwei- resp. mehrkernige
Infusorien giebt, wird hervorgehoben, dass deren Zahl sich auf 9
beschränkt {Etudes sur les Infusoires cilies in: Arch. de Zool.
exper. 2 ser. Tom. I. 1883. pag. 427—664 mit 6 Taf.).
Die Ordnungen der Ciliata bildet W. S. Keut nach Stein;
wir geben im Folgenden, lun die Stellung der neuen Familien und
Gattungen zu kennzeichnen, das ganze System des Autors:
I. HolotriQha Stein.
A. Bearing cilia only:
1. Farn. Paramaeciidae, asymmetrical, with distinct dorsal
and ventral regions, oral aperture ventral.
I.Gen. Paramaecium Müll. 4 sp. u. marina u. sp.
2. „ Loxocephalus Eberh. 1 sp. u. granulosus n. sp.
3. „ Placus Cohn 1 sp.
4. „ Conchophthirus St. 3 sp.
2. Farn. Prorodontidae symmetrically ovate or cylindrical,
oral ap. termin. or lateral; phaiynx distinct, often
armed with rod-like teeth.
I.Gen. Prorodon Ehr. 7 sp.
2. „ Nassula Ehr. 6 sp.
3. „ Cyrtostomum St. 1 sp.
4. „ Isotricha Stein 3sp.
5. „ Holophrya Ehr. 5sp. u. lateralis n. sp.
6. „ Otostoma Gart, mit Carteri n. sp.
7. „ Helicostoma Gohn 1 sp.
3. Fam. Trachelophyllidae, flask-shaped or lauceolate, oral
apert. terminal.
I.Gen. Trachelophyllum G. et L. 2 sp.
2. „ Enchelyodon G. et L. 2 sp.
3. „ Urotricha G. et L. 2sp.
'2 Prof. Dr. M ax Braun : ßer. über die wissensch. Leistungen
4. Fam, Colepidae Ehr.
1. Gen. Coleps Ehr. 5 sp=
2. „ Plagiopogon Stein 1 sp.
3. „ Polycricos Bütschli 1 sp,
5. Fam. Enchelyidae more or less ovate, the apical extremity
not separated from the body by annular groove, nor
produced ni a neck-like manner; oral apert. term.
or lateral; cuticular surface soft and flexible.
1. Gen. Enchelys Ehrb. 3 sp.
2. ,, Metacystis Cohn 1 sp.
3. „ Perispira St. 1 sp.
4. „ Anophrys Cohn 1 sp
5. „ Colpoda Ehrb. 3 sp.
6. „ Tillina Grober 1 sp.
6. Fam. Trachelocercidae flask shaped or elongate, usually
with a prolonged neck-like anter. extremity and an
apical annular groove; oral aperture term. or sub-
term.; cuticular surface soft an flexible.
I.Gen. Trachelocerca Ehrb. 4 sp.
2. „ Lacrymaria Ehrb. 2 sp. u. Cohnii n. sp.
3. „ Phialiua Ehrb. 1 sp.
4. „ Mary na Gibr. 1 sp.
5. „ Lagynus Quennerst. 1 sp.
6 „ Choenia Quenn. 1 sp.
7. Fam. Tracheliidae Ehrb.
I.Gen. Trachelius Ehrb. 1 sp.
2. „ Amphileptus Ehr. 12 sp.
3. „ Loxophyllum Duj. 5 sp.
8. Fam. Ichthyophthiriidae gegründet auf:
I.Gen. Ichthyophthirius Fouq. 1 sp.
B. Bearing cüia and a membraniform expansiou:
9. Fam. Ophryoglinidae, „membrane vibratile, flap-like,
enclosed within or projecting slightly beyond the oral
or oesophageal fossa".
I.Gen. Ophryoglena Ehrb. 5 sp.
2. „ Panophrys Duj. 3 sp.
3. „ Cyclotricha n. g. 1 sp.
4. „ Trichoda Müll. 3 sp. u. 5 zweifelhafte Arten.
5. „ Lembadion Perty 1. sp
6. „ Colpidium St. 1 sp.
7. „ Plagiophyla St. 2sp. u. CaHeri n, sp.
8. „ Meniscostomum n. g. 1 sp,
9. „ Chasmotostoma Engelm. 1 sp.
10. „ Pleurochilidium St. 1 sp
11. „ Ptychostomum St 2 sp.
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 ii. 1883. 73
10. Farn P 1 e u r 0 n e m i d a e ,,membrane nou-vibratile, extending
in front of and araund the oral fossa in a hood-like
manner".
I.Gen. Pleuronema Diij. 3 t^p. u. coromda n. sp.
2. „ Cyclidium Ehrb. Bsp.
3. „ Uronema Duj. 1 sp.
4 „ Baeonidinm Perty 1 sp.
11. Farn. Lembidae .,freeswiinniing. vermicular, natation ri-
gorous; membrane forraing a prolonged erest-like
border".
I.Gen. Lembus Cohn 3 sp.
2. „ Proboscella n. g. 1 sp.
12. Farn. Trichonymphidae endoparasitic. vermicular ; mo-
vements sliiggisch, writhing; bearing cilia of various
lengths and an apparently more or less conspicuoiis
undnlating membrane.
1. Gen. Trichonympha Leidy 1 sp. ^ ^ _
^ V ., . Darm von Termes
2. „ Pyrsonema Leidy Isp. flavipes
3 ,, Dinenympha Leidy 1 sp. '
Appendix Holotricha-Astomata: freeswimming, more or lest com
pJetely and evenly ciliate throughout; no oral aperture.
13. Farn Opalinida St.
I.Gen. Opalina Park. 5 sp.
2. ,, Anoplophrya St. 15 sp.
3. „ Haptophrya St. 2 sp.
4. „ Hoplitophrya St. 7 sp.
II. Heterotricha Stein.
A. Oral cilia forming a simple straight, or oblique adoral fringe.
l.Fam. Bursariadae St.
1 . Gen. B u r s a r i a Müll. 1 sp.
2. „ Balantidium Gl. er L. 5 sp.
3. „ Nyctotherus Leidy 4 sp.
4. „ Metopus C. et L. 1 sp.
5. „ Metopides Quennerst. 1 sp.
6. „ Plagiotoma Duj. 2 sp.
B. Oral cilia describing a spiral or circular course around the oral
aperture :
2. Fam. Spirostomidae freeswimming, peristome and adoral
fringe confined to the ventral surface ; anal aperture
postero- terminal.
I.Gen. Condylostoma Duj. Isp.
2. „ Blepharisma Perty 2 sp.
3. „ Spirostomum Ehrb. 2 sp.
4. ., Leucophrys Ehrb. 1 sp.
74 Pi"of Dl'. Max Braun : Ber. über die wisseiisch. Leistimgen
3. Fam. Stentoridae St.
I.Gen. Stentor Oken 8 sp. u. auricula n. sp.
2. „ Folliculina Lam. 4 sp. u. hirundo, Boltoni neu.
3. „ Chaetospira Lachm. 2 sp.
4. Fam. Tintinnodae Cl. et L.
I.Gen. Tintinnus Sehr. 20 sp.
2. „ Tintinnidium n. g. 3 sp.
3. „ Vasicola Tätern 1 sp.
4. „ Strombidinopsis n. g. mit gyrans n. sp.
5. Fam. Trichodinopsidae gegründet auf:
1. Gen. Trichodinopsis C. et L. 1 sp.
6. Fam. Codonellidae „loricate, freeswimming , oral cilia
foiming two circlets, those of the outer circle atten-
nate, tentaculiform".
I.Gen. Codonella Haak 3 sp.
2. „ Tintinnopsis St. 1 sp.
7. Fam. Calceolidae gegiiindet auf:
I.Gen. Calceolus Dies. 1 sp.
III. Peritricha Stein.
l.Fam. Torquatellidae „adoral cilia replaced by a mem-
branifoim collar".
1. Gen. Torquatella Lank. 1 sp.
2. Fam. Dictyocystidae Haeck.
I.Gen. Dictyocysta Ehr. 7 sp.
2. „ Petalotricha m.g. gegründet auf Tintinnus am-
pulla u. spiralis Fol.
3. Fam. Actinobolidae „illoricate; having retractile teu-
tacula".
I.Gen. Actinobolus St. 1 sp.
4. Fam. Halteri'idae Cl. et L.
I.Gen. Halteria Duj. 5 sp.
2. „ Strombidium Cl. et L. 7 sp. u. Claparedi u. sp.
3. „ Mesodinium St. 2 sp.
4. „ Acarella Cohn 1 sp.
5. „ Arachnidium n. g. 1 sp. und A. glohoswm, con-
volutum neue Arten.
6. „ Didinium St. 1 sp.
5. Fam. Gyrocoridae St
1. Gen. Gyrocoris St. 1 sp.
2. „ Urocentrum Nitzsch 1 sp.
3. „ Telotrochidium auf Vorticella crateriformis,
0. F. Müll, basirt.
in der Natnrgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 75
6. Farn. IJrceoIariidae St.
1. Geu. Trieb odi na Ehrb. o sp.
2. ,, ürceolaria St. 1 sp.
3. „ Cyclochaeta Jackson 1 sp.
4. ,, Licnophora Clap. 2 sp.
7. Farn. Op hryoscolecidae St
I.Gen. Opbryoscolex St. 2 sp.
2. „ Entodinium St. 1 sp.
3. ,, Astylozoon Engelm. 1 sp.
8. Fam. Vorticellidae Ebrb.
l.Subfam. VorticelUna.
I.Gen. Gerda Gl. et L. 2 sp.
2. ., Scypbilia Duj. 4 sp. u. Sc. Fromentellii n. sp.
3. „ S p i r 0 c h 0 n a 2 sp. u. tintimmbuliim n. sp.
4. „ Stylochona n. gen. mit nebaUna \md coronata
n. n. sp. sp.
5. , , Bhabdostyla n. gen. 4 sp. u. ovum, sertidarium
und longipes neu.
6. „ Pyxidum 1 sp. u. cothimmdes neu
7. „ Vorticella L, 33 sp. u. folgende neue Arten:
V. crass-icmdis, longifilum, telescopica, cratera,
quadr angularis und spectabüis.
8. „ Carehesium Ehrb. 4 sp. u. C. Lachmanni neu.
9. „ Zootbamnium Ebrb. 14 sp. u. J.sim/plex neu.
10. ,., Epistylis Ehrb. 20 Arten.
11. ., Opercularia St. 8 sp.
2 Subfain. Vaginicolina.
I.Gen. Vaginicola Lam. 9 sp.
2. „ Thuricola n. g. 3 sp.
3. „ Cothurnia Ehrb. 15 sp. u. als neue Arten:
C. irregularis, Cohnü u. gracilis.
4. „ Pyxicola n. g. 3 sp. u. neu: P. operculigera, pu-
silla, affinis u. Carteri.
5. „ Pachytrocha n. g. mit cothurnoidis n. sp.
6. „ Stylocola From 2 sp.
7. „ Platycola n. gen. 7 sp. u. PI. longicollis n. sp.
8. „ Lagenophrys St. 3 sp.
3. Subfam. Ophrydina.
I.Gen. Ophionella n. geu. mit picta n. sp.
2. „ Ophrydium Ehrb. 2 sp. u. 0. sessile neu.
IV, Hypotricha St.
A. „Cilia of ventral surface uniform, fine and vibratile, not taking
the form of setae, styles or uncini".
76 Prof. Dr. M a x B r a u u : Ber. über die wissensch. Leistungen
1. Farn. Litonotidae ..animalcules soft and flexible, ventr.
surf, finely ciliate throughout; pharynx unarmed; tri-
chocycts abuudant.
I.Gen. Litouotus Wrzesn. 3 sp. u. Wrzesniowskü n. si^.
2. Farn. Chlamydodontidae „ventr. surf, wholly or in part
finely ciliate, pharynx indurated or anned which rod-
like teeth, no caudal style or fascicle of setae.
I.Gen. Phascolodon St. 1 sp.
2. „ Chilodon Ehr. 1 sp.
3. „ Loxodes Ehr. 1 sp.
4. „ Opisthodon St. 1 sp.
5. „ Chlamydodon Ehr. 1 sp.
t). „ Scaphidiodon St. 1 sp
3. Farn. Dysteriidae „ventr. surf, wholly or in part finely
ciliate, pharynx armed or indurated, a caudal style
or fasc. of setae developed at the post. extremity".
1. Gen. Iduna Gl. et L. 1 sp.
2. „ Dyteria Huxl. 1 sp.
3. „ Cypridium n. gen. 4 sp.
4. „ Aegyria Gl. et L. 5 sp.
5. „ Trochilia Duj. 3 sp.
6. „ Huxleya C. et L. 1 sp.
7. „ Trichopus G. et L. 1 sp.
4.Fam. Peritromidae St.
1. Gen. Peritromus St. 1 sp.
B. Gilia of ventr. surf, variously raodified, taking the form of
setae, styles and uncini.
5. Farn. Oxytrichidae Ehr.
I.Gen. Psilotricha St. 1 sp.
2. „ Kerona Ehrb. 1 sp.
3. „ Trichogaster Sterki 1 sp.
4. „ ürostyla Ehrb. 4 sp.
0. „ Onychodromus St, 1 sp.
6. „ Amphisia Sterki 5 sp.
7. „ Holosticha Wrzesn. 5 sp.
8. „ Plagiotricha n. gen. 2 sp.
9. „ Epiclintes St. 3sp.
10. „ Stichochaeta C. et L. 1 sp.
11. „ Stichotricha Perty 5sp.
12. „ 6'^ ic/io 5 i'p Ä o »i n. gen. 1 sp. auf Stichotricha socialis
Gruber gegründet.
13. „ Strongylidium Sterki 1 sp.
14. „ Uroleptus Ehrb. 7 sp.
15. „ Stylonetes Sterki 1 sp.
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 w. l88B. 77
16. „ Allotricha Sterki 1 sp.
17. „ Pleurotricha Stein 3 sp.
18. „ Gastrostyla Engelm. 2 sp.
19. ., Opisthotricha n. gen. 2 sp. auf Oxytricha pa-
rallel a et similis Engelni. basirt.
20 „ Oxytricha Ehrb. 9 sp.
21. „ Histrio Sterki 2 sp.
22. „ Actinotricha Cohn 1 sp.
23. „ Stylonychia Ehrb 4 sp.
6. Fani. Enplotidae Ehrb.
l.Gen. Aspidisca Ehrb, 8 sp.
2. „ Glaucoma Ehrb. 2 sp.
3. „ Microthorax Engelm, 1 sp.
4. „ Uronychia Stein 1 sp.
5. „ Euplotes Ehrb. 4 sp.
6. „ Styloplotes Stein 1 sp.
(W. S. Kent: Manual of the Infusoria etc. Lond. 1881/82.
II. Bd. pag. 474—800.)
Unter dem Namen LadaWrzesniowskii beschreibt Ycjdovsky
ein holotriches Infnsor (vielleicht doch richtiger Heterotrich?) das er
für einen Endoparasiten von Phreatothrix pragensis Vejd. hält ; der
walzenförmige Körper des ganz hellen Thieres trägt vorn einen
hufeisenartigen verdickten Rand und ist auch hinten allmählich ver-
breitert und abgerundet; Mund? After? Kern ellipsoidisch mit grob-
körnigem Inhalte; eine lebhaft pulsirende Vacuola {Thier. Organ,
d. Brunnenw. Prags. 1882. pag. 48 mit Abb.)
Die Arbeit von J. Griard: sur les Infus, du genre Freya
hat Ref. nicht erhalten können (Bull. sc. du dep. du Nord Lille (2)
VI. 1883. pag. 264. 1 Taf.)'
H. Fol hat zwei Arbeiten über Tintinnodea veröffentlicht
(Arch. sc. phys. nat. Geneve (3) vol. IX. pag. 555—578 u. Recueil
zool. suisse I. pag. 27 — 64 mit 2 Taf.), von denen jedoch nur die
erstere in englischer Uebersetzung dem Ref. zugänglich ist (Ann.
and mag. of nat. bist, ser 5. vol. XII 1883. pag 73—88 mit ITaf.);
der Autor beschreibt zuerst die Methode des Fanges und der Be-
handlung. Die Thiere trifft man bei bewölktem Himmel eher an
der Oberfläche des Meeres (Villafranca) als bei grellem Sonnenschein;
zum Fang wurde ein Seidengaze-Netz benützt, dessen Anwendung die
beschälten Tintinnoden nicht verletzt; sie leben in geeigneten Glas-
gefässen länger als viele andere pelagische Thiere; bestes Reagens
zum Fixiren Eisenchlorid. Die Schale der Tintinnoden besteht aus
zwei durch einen Hohlraum getrennten Schichten, durch welchen
Septa verlaufen; letztere sind in Form und Zahl bei den Arten ver-
schieden. Das Protoplasma der Thiere ist granulär, irgend welclie
78 Prof. Dr. Max Braun : Ber. über die wissensch. Leistungen
streifige Strukturen fehlen: der Kern, der in manchen Fällen nicht
erkannt werden konnte, ist kuglig und zeigt eine periphere Rinden-
schicht und ventrale, granuläre Masse. Die in spiraligen Linien an-
geordneten Wimpern sind an ihrer Basis zu einer undulireuden
Membran verschmolzen. Codonella ventricosa und Cyttarocylis ci-
stellula tragen am freien Rande der Schale eine Art Kragenmembran,
die beweglich ist und bei eingezogenem Thier den Verschluss der
Schale bildet.
In systematischer Hinsicht nimmt der Autor für die ganze
Gruppe nur eine Familie mit folgenden Genera an: 1. Tintinnus
Schrank mit ampulla aut. und spiralis aut„ 2. Cyttarocylis mit
cassis Haeck. u, cistellula n. sp., 3. Dictyocysta Ehrb. mit templum
Haeck., u. 4. Codonella mit campanula Ehrb., ventricosa Clap. Lach.,
nucula n. sp. und galea Haeck. (1. c).
C. M. Yorce: is it Tintinnus? (amer. monthly micr. journ. II.
1881. pag. 223) kennt Ref. nicht.
P. zur Nieden notificirt: ,,Balantidium coli bei einem
Falle von Cercinoma recti" beobachtet in der Klinik zu Frei-
burg i. B. (Ceutralbl. f. klin. Medicin 1881 No. 49. 2 pag.).
lieber das Vorkommen von Balantidium coli in Italien cf
oben Grassi (Arch. ital. de Biol. U. III).
A. Gruber beschi'eibt eine neue Art von Chilodon unter dem
Namen curvidentis n. sp., die sich durch das spiralig gekrümmte Ende
des Oesophagus auszeichnet; der Kern besteht aus lauter kleinen
Kügelchen, die beim Beginn der Theilung zu einer Kernrinden-
schicht verschmelzen, während das Centrum sich aufhellt. Der Kern
streckt sich darauf in die Länge und wird bisquitförmig eingeschnürt;
während sich nun das Protoplasma theilt, verläuft die Theilung in
diesem selbst rascher als im Kern, so däss das Protoplasma bereits
getheilt ist, der Kern noch nicht; die beiden Plasmahälften rücken
sogar weit auseinander und die beiden Thiere werden nur durch
einen schmalen Faden von Kernsubstanz zusammengehalten, bis auch
dieser einreisst, die Kerne sich dann abrunden und körnige Struktur
annehmen (Beobacht. an Chilodon curvidentis n. sp. a. d. Fest-
schrft d. 56. Vei's. deutsch. Naturf. u. Aerzte gewidm. v. d. Natiirf.-
Ges. zu Freib. i. B. 1882).
An den Röhren von Plumatella, Urnatella und Cordylophora aus
dem Schuylkill -River fand Leidy eine neue Pyxicola fperitrich),
die von ihm unter dem Namen P. annulata n. sp. kurz beschrieben
wird [Proc. of the acad. of nat. sc. of Philad. 1882. pag. 252 u. 253
mit Abb.).
A. Grul)er beschreibt zuerst zwei neue Formen von Sticho-
tricha, die eine, durch Chlorophyllkörperchen grün gefärbte lebt
in grosser Zahl in langen, fadenföimigen, mitunter sich gabelnden
in der Naturgesch. d Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 79
Gebilden, deren Substanz aus der Gallerte der von den Stichotrichen
gebauten Röhren und allerlei Detritus besteht; die zweite, helle
Varietät baut etwa handförmige Colonien. Dann wird eine neue
Stichotricha {urnula n. sp.) aus Brakwasser beschrieben, die in durch-
sichtigen, hautartigen Hülsen von flaschenförmiger Gestalt lebt; die
am kuglig aufgetriebenen Hinterende dieser Art stehenden Cilien
können sich zu Pseudopodien umbilden; zwei Kerne sind stets vor-
handen, Nucleoli?; vermehrt sich durch Längstheilung, das eine
Theilstück schlüpft aus und bildet sich rasch ein neues Gehäuse
{Unters, über einige Protozoe7i in Zeitsch. f. wiss. Zool. 38. Bd.
1883. pag. 57—62. Taf. IIL).
An den Hinterleibsringen von Niphargus stygius der Krainer
Grotten, lebt eine Vorticelline, welche von Gr. Joseph als neu
angesehen und unter dem Namen Anthochloe proserpinae n. sp. sehr
dürftig beschrieben wird (59. Jahresher. d. schles. Ges. f. vaterl. Cult.
Breslau 1882. pag. 254).
M. Kowalewski hat in polnischer Sprache eine Studie über die
Oxytr ichinen veröffentlicht, über welche Wrzesuiowski im Biol.
Centi'albl. (III. No. 8) referirt; diesem Referat entnehmen wir, dass
K. am Peristom folgende Anhänge unterscheidet: 1. die adoralen
Membranellen in der Zahl von 40 bei allen untersuchten Arten,
2. die inneren adoralen Wimpern (nur bei Urostyla grandis
beobachtet), 3. die paroralen Wimpern, 4. die endoralen
Wimpern, 5. die endorale, undulirende Membran, 6. die
innere undulirende Membran, 7. die präorale undulirende
Membran, 8. präorale Wimpern und 9. die äussere Membran.
Die von Sterki auf dem Rücken der Oxytrichinen entdeckte AVimper-
reihe wird auch bei Urostyla grandis konstatirt; der Oesophagus
stellt bei Oxytrichinen eine verschmälerte und röhrenförmig ab-
geschlossene Verlängerung des Peristoms dar, in welche die meisten
Anhänge des Peristoms hineingehen.
Von neuen Formen werden beschrieben: Strongylidium lan-
ceolatum n. sp., Urosoma CienJioivskii n. gen. n. sp und Balladyna
n. gen. paroula n. sp., der Gattung Oxytricha nahestehend, doch von
ihr durch den Verlauf der nur eine einzige schräge Reihe bildenden
ßauchwimpern unterschieden ; Fdt Warschau. (Famietn. Fizyjograf.
Tom. IL 1882. 19 pg. 8\ 2 Taf.).
F. W. Philippi: note on a new ciliate infusorian allied to Pleu-
ronema — Calyptotricha pleuremonides n. sp. (Journ. Linn. Soc.
London XVI pg. 476—478) und on a new peritrichous infusorian —
Gerda caudata — (ibidem XVII. pg. 263^— 295 mit Abb.) hat Ref.
nicht gesehen, ebenso nicht A. C. Stokes: a new Vorticella (Amer.
monthly micr. journ. IV. pg. 208).
D. S. Eellicott: Cothurnia lata n. sp, attached to Diaptomus
(Chicago Times 1883 u Journ. roy. micr. soc. (2) III. pg. 668).
§0 Pi'of. Dr. M a X B r a n ii : Ber. über die wissensch. Leistungen
A. C. Stokes: a new Thiiricola (amer. monthly micr. journ. III.
1882. pag. 182) kennt Ref. nicht.
Vergl. endlich Cap. Allgemeines und Faunistisches.
3. Mastigophora.
G. Klebs will aus den Mastigophoren die Peridineen, Volvocineen,
Chlamydomonaden imd einen Theil der Hydrouiorinen entfernen, für
den Rest (Euglenaceen, Peraneraeen und monadenartige Wesen) soll
der Name F lageil ata bleiben; es wären dahin zu rechnen alle
Organismen mit einem scharf begrenzten, einkernigen Protoplasma-
körper, der die längste Zeit des Lebens in freier Bewegung ist oder
derselben mehr oder minder stets fähig bleibt; alle haben ein be-
sonders gebautes Vorderende, an dem das Bewegungsorgan, 1 oder
mehrere Cilien (Geissein sind wohl gemeint!) sitzt und in dem die
pulsirende Vacuole sich befindet; alle vermehren sich durch Längs-
theilung ( Unters, a. d. bot. Inst. Tübhigen. II. Bd. 2. Heft. 1883.
pag. 128 der S. Ä.).
S. Kent theilt die Flagellaten, wie folgt ein:
I. Trypanosomata : „Animalcules flattened or lamellate, one or more
of the lateral borders forming a frill-like undulating membrane
by the vibrations of which progress is effected; one extremity
sometimes attenuate and somewhat resembling a flagellum;
oral or ingestive area undefined".
1. Gren. Trypanosoma Graby, 2 sp. davon 1 ^Tr. Eberthi)
neu.
II. Rhizo-Flagellata: „Animalcules progressing by means of pseudo-
podic extensions of their sarcode after the manner of the or-
dinary Rhizopoda, but bearring at the same time one or more
flagellate appendages; oral or ingestive area diffuse".
I.Gen. Mastigamoeba Schulze, 4 sp., davon 2 (simplex
und ramulosa) neu.
2 ,, Beptomonas n. g. 1 sp. n. (caudata).
3 „ Bhizomonas n. g. 1 sp. n. (verrucosa).
4. ,. Podostoma Gl. et Lachm. 1 sp.
III. Radio - Flagcllata : „Animalcules emitting numerous raj'-like
pseudopodia, after the manner of the Radiolaria, and pro-
vided at the same time with one or more flagellate appen-
dages; no distinct oral aperture; mostly marine."
1. Fam. Actinomonadidaen. fam. Anim. ovate or spheroidal,
fixed or freely motile, entirely naked, possessing
neither an indurated test nor a central capsule; fine
in der Naturgfscb. d. Protozoen in den Jahren 1882 ii. 1883. 81
ray-like pseudopodia projecting from all parts of the
periphery, supplimented at one point by a long or-
bratile flagellum.
I.Gen. Actinomonas n. gen. mit mirabilis und pusilla
n. n. sp. sp.
2. Fani. Eucbitonidae n. fani. Anim. free-floating, secreting
a variously constructed cancellate sijiceous te.st er
lorica, which is distingurshed by the invariable presence
of a central diiferentiated capsule; ray-like pseudo-
podia extending from all parts of the periphery,
supplemented anteriorly by a eomparatively large and
well-developed flagellate appendage ; entirely pelagic.
l.Gren. Euchitonia Haeck. 1 sp.
2. ., Spongocycla H. 1 sp.
3. „ Spongasteriscus H. 1 sp.
IV. Flagellata-Pautostomata : „Animalcules simply flagelliferous,
having in their characteristic aduet State no supplemeutary
lobate or ray - like pseudopodic appendages ; oral or ingestive
area entirely undefined, food-substances being incepted in-
differently at all points of the periphery".
A. Pantostomata-Monomastiga (one flagellum only).
1. Fam. Monadidae Ehrb.
l.Gren. Monas Müll, mit 26 sp., davon 1 (Dcälingeri) neu;
20 zweifelhafte Arten.
2. „ Scytomonas St. 1 sp.
3. „ Cyathomonas De From, 8 sp.
4. „ iep^omonas 1 sp. n. (Bütschlii).
5. „ Ophidomonas Ehr, 2 sp.
6. „ Herpetomonas 2 sp. davon 1 [Leioisi] neu.
7. „ Ancyromonas mit siymoides n, sp.
2. Fam. Pleuro monadidae Anim. naked or illoricate, en-
tirely freeswimming, flagellum single, lateral or ven-
tral; no distinct oral aperture,
I.Gen, Pleuromonas Perty 1 sp,
2. „ Merotricha Mereschk. 1 sp.
3 Fam. Cercomonadidae naked, freeswimming or adherent,
provided with a permanent or temporarily developed
caudal filament; vibratile flagellum single, terminal;
no distinct oral apei'ture".
I.Gen. Oikomonas mit 6sp., davon neu: mutabilis,
obliquum, rostratum u. quadratum.
2. „ Bodo Ehrb. mit 11 sp.
3. „ Cercomonas Duj. 6 sp., davon neu tyincus.
Arch. f. Naturgftsch. 51. Jahrg. II. Bd. 3. H. ^
82 Pi'of. Dr. M a X B r a u 11 : Ber. über die wissensch. Leistungen
4. Farn, Codoiioecidae „animalcules inhabiting a hoiny sheath
or lorica; flagellum Single terminal; no distinct oral
aperture".
I.Gen. Codonoeca J. Clark, 2 sp. davon inclinata neu.
2. „ Platytheca Stein 1 sp.
B. Pantostomata-Diniastiga.
5. Farn. Dendromonadidae Stein.
I.Gen. Physomonas, socialis n. sp.
2. „ Cladonema, laxa n. sp.
3. „ Dendromonas Stein 2 sp.
4. „ Anthophysa Bory 2 sp.
5. „ Cephalothainnium Stein 2 sp., dav. ameatnm neu.
6. Farn. Bicoecidae Stein.
I.Gen. Hedraeophysa bulla n. sp.
2. „ Bicosoeca J. Gl. 4 sp., dav. tenuis n. pocillum neu.
3. „ Stylobryon De From. 2sp. ; \ {epistyloides) neu.
7. Fani. Amphiinonadidae „anim. naked, freeswimming, or
sedentary and adherent by a Prolongation of the
posterior extremity or by a distinctly developed
caudal filament; flagella two in number, terminal, of
equal size; no distinct oral aperture, food-substances
being incepted at all points of the periphery".
I.Gen. Goniomonas Stein 1 sp.
2. „ Amphimonas Duj. 3 sp., davon neu: globosa und
divaricans.
3. „ Beltomonas mit cyclopum n. sp.
8. Fam. Spongomonadidae Stein.
I.Gen. Cladomonas St. 1 sp.
2. „ Rhipidodendron St. 1 sp. u. R. Huxleyi n. sp.
3. „ Spongomonas St. 3 sp. u. Sp. sacadus n. sp.
4. „ Diplom ita n. gen. mit socialis n. sp.
9. Fam. Heteromitidae „animalcules naked, freeswimming
or temporarily attached ; flagella two in number, the
more anterior appendage, tractellum, locomotive and
vibratile, the post. one, gubernaculum, usually trainig
and adherent; no distinct oral aperture".
I.Gen. Heteromita Duj. 11 sp., davon neu: rostrata u.
uncinata.
2. „ Colponema St. 1 sp.
3. „ Spiromonas Perty 3 sp.
4. „ Phyllomitus St. 1 sp.
10. Fam. Trepomonadidae „anim. naked, freeswimming en-
tirely asymmetrical ; flag. two, separately inserted;
no distinct oral aperture".
1. Gen. Trepomonas Duj. 1 sp.
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u.1883. 8;^>
11. Farn. Polytoniida ,,anim. symmetrica], freeswimming er
temporarily adherent, illoricate, but with a more
indurated raembraniform cuticular envelope; flagella
terminal, two, ef equal size ; no distiuct oral aperture ;
multiplying by endogenous subdivision,,.
l.Gren. Polytoma Ehr. 1 sp.
12. Farn. Psendosporidae gegründet auf:
I.Gen. Pseudospora Cienk. 1 sp.
C. Pantostomata-Polymastiga (three or more flagella).
13. Farn. Spumellidae gegründet auf:
I.Gen. Spumella Cienk. mit 2 sp.
14. Farn. Trimastigidae „animaicules naked, freeswimming
or temporarily adherent; flagella three, equal or sub-
equal, inserted close to one another; no distinct oral
aperture".
I.Gen. Callodictyon Cart. 1 sp.
2. „ Trichomonas Donne 3 sp.
3. „ Dallingeria n. gen. Drysdali n. sp.
4. „ Trimastix n. gen. marina n. sp.
15. Farn. Tetraraitidae „animalcules naked, entirely free-
swimming ; flagella usually four, rarely five ; inserted
close to one another, near the centre of the antei*.
border; no distinct oral aperture".
1. Gen. Tetramitus Perty 3 sp.
2. „ Tetraselmis Stein 1 sp.
3. „ Chlor aste r Ehrb. 2 sp. u. agilis neu.
16. Fam. Hexamitidae ,, naked, freeswimming or temporarily
adherent, six flagella, no dist. oral apert.".
1. Gen. Hexamita Duj. 4 sp.
17. Fam. Lophomonadidae gegründet auf:
I.Gen. Lophoraonas Stein mit 2 sp.
18. Fam. Catallactidae gegründet auf:
1. Gen. Magosphaera Haeckel I sp.
Choauo-Flagellata.
Sect. I. Discostomata-Gymnozoida: Collared monad's free-
swimming or sedentary, loricate or illoricate, solitary or
colonially associated, never in the latter instance com-
pletely immersed or hidden with in special Chambers in
a common gelatinous matrix or cytoblastema, but cither
entirely naked or with their distal regions freely exposed
to the surrounding water.
1. Fam. Codonisigidae „animalcules freeswimming or attached,
solitary or socially united, entirely naked, secreting
F*
84 Prof. Dl'. M a X B r a u n : Ber. über die wisseiisch. Leistungen
wither independent loricae nor gelatiuous zoocytia;
collar well developed, encircling the base of the
Single terminal llagellnm ; contr. vesicules two or three,
posterrosby located; endoplast spherical, subcentral",
I.Gen, Monosiga n. gen. mit 9 neuen Arten.
2. „ Codosiga 7. Gl. 10 sp., davon 8 neue.
3. „ Astros ig a n. gen. 1 sp.
4. „ Desmarella n. gen. 2 sp., davon eine neue (mo-
niliformis),
2. Farn. Salpingoecidae „Animalcules secreting and in-
habiting independent or socially united protective
sheaths or loricae, which are either free-floating or
attaclied, in a sessile manner or through the medium
of a distinct pedicle, to aquatic objets ; flagellum Single,
terminal, encircled laterally by a well -developed
membranous collar; contr. vesicles two or more,
posteriorly located; endoplast subcentral; inhabiting
Salt and fresh water".
I.Gen. Salpingoeca I. Gl, mit 23 Arten, davon 29 neu.
2. „ Lagenoeca n. gen. cuspidata n. sp.
3. „ Polyoeca n. gen. dichotoma n. sp.
3. Farn. Phalansteriidae „Animalcules solitary or social,
more or less ovate, bearing a Single terminal fla-
gellum, the base of which is encircled by a nidi-
mentary and permanently contracted, or by a well-
developed and widely extensile membranous collar;
excreting and inhabiting a simple or complex mu-
cilaginouö protective sheath or zoocytium".
I.Gen. Phalansterium Gienk. 2 sp.
2. „ Protospongia Haeckelii n. sp.
Sect. II, Discostomata-Sarcocrypta or Spongida!
VI. Flagellata-Eustomata : ,, Animalcules possessing one or more
flagelliform appendages but no locomotive organs in the form
of cilia; a distinct oral aperture or cytostome invariably de-
veloped; multiplying by longitudinal or transverse fission or
by the subdivision of a whoe a part of the body - substance
into sporular elements".
Sect. I, Eustomata-Monomastiga,
1. Farn. Paramonadidae „animalcules entirely freeswimming,
more or less persistent in form, bearing a Single ter-
minal flagellum; endoplasm transparent, colourless,
more or less granulär ; oral aperture distinct, situadet
near the base of the flagellum".
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 85
I.Gen. Faramonas n. gen. 4 sp.
2. „ Petalomonas Stein 4 sp.
3. „ Atractonenia Stein 1 sp.
4. „ Phialonema Stein 1 sp.
5. „ Menoidium Perty 1 sp.
2. Farn. Astasiadae ,.animalcules freeswimming, exceedingly
plastic and variable in form, bearing a single terminal
flagellnm; oral aperture distinct; endoplasm colourless."
1. Gen. Astasia Ehr. 5sp.; 6 zweifelhafte Arten.
2. ,, Colpodella Cienk 1 sp.
3. Farn. Euglenidae Stein.
1. Gen. Euglena Ehrb. 10 sp.
2. „ Amblyophis Ehrb. 2 sp.
3. „ Phaciis Duj. 4 Arten.
4. „ Chloropeltis Stein 2 sp.
5. „ Trachelomonas Ehrb 10 sp. u. 2 fragl
6. „ Raphidomonas St. 1 sp.
7. ., Coelomonas St 1 sp.
8. „ Ascoglena St. 1 sp.
9. „ Colaciiim Ehrb. 3 sp, u. C. Sternü n. sp.
4. Farn. Noctilucidae S. Kent.
I.Gen Noctiliica Suriray 1 sp,
2. ,, Leptodiscus Hertw. 1 sp.
Sect. B. Eustomata-Dimastiga.
5. Farn. Chrysomonadidae „Animalciües biflagellates, rarely
raonoflag., social or solitary, freeswimming or adherent,
naked, loricate, or immersed within a common mu-
cilaginous matrix or zoocytium; endoplam always
containing two lateral, occasionally green, but more
usually olive-brown or yellow, differentiated pigment-
bands; one or more supplementary eyelik pigmeut-
spots frequently present".
I.Gen. Chloromonas n. gen. 1 sp.
2. „ Chrysomonas St. 2 sp.
3. „ Microglena Ehr. 2 sp.
4. ,, Cryptonionas Ehr. 2 sp.
5. „ Nephroselmis St. 1 sp.
6. „ Stylochrysalis St. 1 sp.
7. „ Uvella Ehrb. 1 sp.
8. „ Chlorangium St. 1 sp.
9. „ Hymenomonas St. 1 sp.
10. „ Chrysophyxis St. 1 sp.
11. „ Epipyxis Ehr. 1 sp.
12. „ Dinobryon Ehr. 3 sp. n. 2 fragl.
S6 Prof. Dr. Max Brn iin : Ber. über die wissensch. Leistungen
13. „ Synura Ehr. 1 sp.
14. „ Syncrypta Ehr. 1 sp.
15. „ Uroglena Ehr. 1 sp.
6. Farn. Zygoselmidae „animalcules solitary, freeswimming
or repent; two flagella, similar in character, both
vibratile; endoplasm sometimes coloured green, but
not enclosing differentiated lateral pigment-bauds ;
oral aperture distinct, terminal ; oue or more eye-like
pigment-specks frequeutly present; mostly inhabiting
fresh water".
l.Gren. Eutreptia Perty. 1 sp.
Zygselmis Duj. 2 sp.
Distigma Ehr. 1 sp.
Cryptogleua Ehr. 2 sp.
Sterromonas n. gen. 1 sp. n. (formicina).
Binomonas vorax n. sp., tuberculatus n. sp.
7. Farn. Chilomonadidae „animalcules freeswimming or
temporarily adherent, illoricate; orale aperture con-
spicuously developed, commnnicating to the anterior
border a bilabiate or excavate appearance; flagella
two, both vibratile or nndulating in the natatory
State , but one of them coiled upon itself when the
zooid is at rest, adherent through a greater or less
portion of its length, and used for the purpose of
temporarily anchorring it to submerged objects; endo-
plasm transparent, granulär; no eye-like pigment-spot".
I.Gen. Chilomonas Ehr. 2 sp. u. amygdalum n sp.
2. „ Oxyrrhis Duj. 1 sp.
8. Farn. Anisonemidae „animalcules ovate or elongate, free-
swimming or temporarily adherent; flagella two, the
anterior one or trachellum locomotive and vibratile,
the post. on or gubernaculum used for steering or
trailed inactively in the rear during natation, ad-
herent or anchorale by its poster. extremity in the
sedentary condition; oral aperture distinct, mostly
associated with a well-defined tubula pharynx; endo-
plasm transparent, granulär".
I.Gen. Heteronema Duj. 4 sp.
2. „ Diplomastix n. gen. 2 sp u. affinis n.
3. „ Anisonema Duj . 3 sp. u. luclibundum,intermedium n.u.
4. „ Entosiphon St. 1 sp.
9. Farn. Sphenomonadidae gegründet auf:
1. Gen. Sphenomonas St. 2 sp.
iii der Natiirgesch. d. Piotozoeii in den Jahren 1882 u. 1883. 87
VII. Cilio-Flagellata Cl. et L.
1. Farn. Peridiniidae Ehr.
1. Gren. Hemidiniura St. 1 sp.
2. „ Gymnodinium St. 5 sp. u. marinum und Lach-
manni neu.
3. „ Melodinium n. gen. 1 sp.
4. „ Glenodiniura Ehrb. 2 sp.
5. „ Peridinium Ehr. 7 sp. u. aeqnalis neu.
H. „ Ceratium Schrank 17 Arten.
7. „ Dinophysis Ehrb. 10 sp. n. caudata n. sp.
8. „ Amphidiniiim Cl et Lachm. 1 sp.
9. „ Prorocentrum Ehrb. 2 sp
10. „ Dimastigoaiilax Dres. 1 sp.
2. Farn. Heteromastigidae „freeswimniing, bearing one vi-
bratile and one trailling flagelliim, these appendages
being supplemented by an adoral fring of cilia; oral
aperture distinct, anteriorly located".
1. Gen. Heteromastix J. Cl. 1 sp.
3 Farn. Mallomonadidae gegründet auf:
I.Gen. MalJomonas Perty. 1 sp.
4. Farn. Stephanomonadidae „freeswimming, bearing a single
terminal flagellum, the base of which is enibraced by
a brush-like fascicle or uninterrupted circular wreath
of cilia".
I.Gen. Stephanomonas mit 1 sp.
2. „ Asthma tos Salisb. 1 sp.
5. Fam. Trichonemidae gegründet auf:
I.Gen. Trichoneraa De From. 1 sp.
2. „ Mitophora Perty 1 sp.
(W. S. Kcnt: Manual ofthe Infusoria etc. vol. I. London 1880/81.
pag. 216— 469 mit zahlreichen Tafeln.)
Fr. V. Stein will die Flagellaten nicht als eine besondere
Klasse der Protozoen betrachtet wissen, sondern als eine Ordnung
der Infusoria; er hält dafür, zwei Unterordnungen zu unter-
scheiden und die einfacheren, kaum über die Zusammensetzung einer
Zelle sich erhebenden Formen als monere Flagellaten zu be-
zeichnen, die übrigen (Cilioflagellata Cl. et Lachm.) als arthi'odele
Flagellaten. Der Name Cilioflagellata führt zu der irrigen Vor-
stellung, dass diesen Formen neben den Geissein noch stets ein
Wimperkranz zukomme; der durchgreifende Charakter liegt
darin, dass sie einen deutlich gegliederten Körper besitzen, der
88 Prof. Dr. Max Braun : ßer. über die wissensch. Leistungen
bald durch eine Querfurche in einen vorderen und hinteren Theil,
bald durch eine Längsfurche in zwei symmetrische Hälften zerfällt;
beide Gliederungsweisen kijnnen auch mit einander kombinirt sein
{Der Organismus der Infus ionsthiere. III. Ahth II Hälfte.
Leipzig 1883. pag. 7—8).
a. Cilioflagellata.
Fr. V. Stein benützt die Modifikationen der Körpergliederung
zur Eintheilung der .,arthrodelen Flagellaten" (= Ciliofla-
gellata) in Familien; es lassen sich unterscheiden:
1. Prorocentrinen mit der Gatt, Prorocentrum Ehrb., Dino-
pyxis St. u. Cenchridium Ehrb.;
2. Cladopyxiden mit Cladopyxis St.
3. Peridiniden mit Gymnodinium St., Hemidinium St., Gle-
nodinium Ehrbg., Chathrocysta St., Heterocapsa St.,
Amphidoma St., Oxytoxum St., Pyngidium St., Cera-
tocorys St., Goniodoma St., Gonyaulax Dies., Blepharo-
cysta Ehrbg., Podolampas St., Diplopsalis ßergh, Peridinium
Ehrb. u. Ceratinm Schrk.
4. Dinophysiden mit: Amphidinium Gl. et L., Phalocroma St.,
Dinophysis Ehrb., Amphisolenia St., Citharistes St.,
Histioneis St. und Ornithocercus St.
5. Noctiluciden mit Ptychodiscus St., Pyrophacus St. und
Noctiluca Sur.
Was die neuen Formen anlangt, so werden abgebildet und kurz
beschrieben in der ersten Familie Prorocentrum dentatum u. rostratum
n. n. sp. sp. aus dem atl. Ocean und der Südsee; erstere hat grosse
Aehnlichkeit mit Miliola bursaEhrb.; die neue Gattung Binopyxis
führt zwei neue Arten (dactylus u. vaginula), wozu auch noch die
bisher zu den Diatomeen gestellte Pyxidicula compressa Bailey, resp.
P. prisca Ehrb. gehört. Cenchridium Ehrb. = Entosolenia Williamson,
bisher zu den Foraminiferen gestellt , wird der ersten Familie noch
angeschlossen. Zu Cladopyxis n. gen. rechnet Stein alle von
Ehrenberg in Feuersteinen gefundenen Xanthidium-Arten und eine
im atl. Ocean und der Südsee in Salpen vorkommende neue Art:
brachiolata. Den grössten Zuwachs hat die Familie der Peridiniden
erhalten, in welcher 10 neue Genera aufgestellt werden; eine der
einfachsten ist die neue Gattung Clathrocapsa, gegründet auf
Peridinium reticulatum Cl. et Lach, aus dem Darm von Cynthia
microcosmus Adria. Oxyotoxum n. g. besitzt einen meist hoch
conischen, die Hauptmasse des Köipers bildenden Vorderleib, der
durch ein sehr enges Gürtelband von dem mehr oder weniger ver-
kümmerten Hinterleib geschieden ist; der Panzer des Vorderleibes
iu der Naturgesch. d Protozoen iu den Jahren 1882 u. 1883. 89
besteht allein aus 5 Basalplatten , Frontalia sind nicht entwickelt;
mehrere neue Arten aus dem atl. Ocean. Pyrfjidium n. gen. mit
4 neuen Arten aus Comatula mediterranea und einer fünften neuen
aus Salpen der Siidsee ist nahe mit Oxyotoxum verwandt, doch durch
die Form der Mundbasale unterschieden. Auch Amphi dorn a n. gen.
mit einer neuen Art aus Salpen des atl. Oceans und der Südsee
schliesst sich hier an. Eine sehr eigenthümliche Form ist Cerato-
corys horrida n. gen. n. sp. aus Salpen der Südsee und Comatula
mediterranea der Adria; ihr Körper gleicht einem breitkrämpigen,
mit schwertförmigen Federn geschmückten Hute; auch der Vorder-
körper dieser wird wie bei Goniodoma n. gen., Gronyaulax Dies.,
ßlephary Costa Ehrb., Diplopsalis Bergh und Podolampas n. gen. von
5 Basalplatten begrenzt. Reichen Zuwachs haben auch die Dino-
physiden erfahren; die Gattung Phalocroma n. gen. stimmt noch
am meisten mit den Peridiniden überein, doch läuft die Gürtelfurche
vor der Mitte der Längsachse, ferner ist der Panzer bilateral und
von den Seiten her zusammengedrückt. Amphisolenia n. gen. hat
einen verschwindend kleinen Kopf und sehr langen , röhrenförmigen
Hinterleib; Citharistes n. gen. mit einer einzigen neuen Art (regius)
besitzt auf der Rückseite des Hinterleibes einen tiefen, sattelförmigen
Ausschnitt, der nur von zwei leistenartigen Pfeilern überbrückt wird.
Bei Hist ioneis n. gen. mit 5 neuen Arten hat der Hinterleib die
Gestalt eines Theekessels oder Nachens, auf dem das deckelartige,
ungleichseitige Halsband aufsitzt, dessen Vorderrand von einer
kleinen Kopfplatte geschlossen wird. Ornithocerciis n. gen. mit
magnificus n. sp. Südsee, atl. Ocean und Adria ist durch die Ent-
wicklung des Kopftrichters und flügelartiger Anhänge ausgezeichnet.
Der Ansehluss der Noctiluciden an die arthrodelen Flagellaten Avird
erst durch die beiden neuen Gattungen Ptychodiscus und Fjjro-
phacus begründet: Die erstere, mit noctiluca n. sp. aus Salpen des
atl, Oceans hat einen linsenförmigen Körper, der auf dem Rücken
und dem Bauche je eine glatte, dickwandige Schale von pergament-
artiger Consistenz trägt; die Schalenränder sind durch eine häutige,
nach innen einfaltende Membran verbunden. Pyrophacus in der
Form Ptychodiscus gleichend, trägt einen starren getäfelten Panzer,
bestehend aus Rücken- und Bauchschale mit Gürtelband; einzige
Ai't (Iiorologium) in der Südsee und bei Helgoland {Organ, d. In-
fusion st lt. III. Ahth. Lpzg.lSSS. fol. mit 24 Taf.).
Nach G. Klebs kommt den Süsswasser-Peridiniden kein
Wimperkranz zu, vielmehr nur zwei Cilien; der Körper derselben
besitzt im Allgemeinen den Bau typischer Pflanzenzellen, auch
ernähren sie sich wie alle assimilirenden Pflanzenzellen durch Zer-
setzung der Kohlensäure in den Diatominträgern bei Einfluss des
Lichtes; Nahrungsaufnahme wurde nie beobachtet; auf Grund seiner
Untersuchung, welche auch die Fortpflanzung umfasst, will nun Kl.
90 Pi'of. Dr. M a X B r a ii ii : Bei', über die wissensch. Leistungen
die Süsswasserperidinen zu den Algen stellen, wie es früher
Leuckart und Warning gethan haben {Unters, a. d. bot. Inst, in
Tübingen. I. Bd. 2. Hft. 1883. pag. 116—128 d. S. Ä. 1 Taf.).
In den Kochsalzteichen zu Toida u. Szamosfalva leben
nach Greza Entz Peridinium cinctiun Ehrb. u. P. pulvisculus Ehrb.
(Termesz. Füzet. Naturh. Hfte. red. von 0. Hermann. VII. 1883.
Budapest pag. 140).
Nach R. S. Bergh gehört die Gattung Amphidiuium Clap. et
Lachm. zu den Gymnodiniden , welche ausser dieser Gattung noch
enthalten : Gymnodinium, Hemidinium und Polykrikos ; die veränderte
Gattungsdiagnose von Amphidinium lautet: „der stark abgeplattete
Körper entbehrt einer Membran; nur eine Querfurche dicht am
vorderen Körperpole; der vor dieser liegende Körpertheil höchst
reducirt; Längs- und Querfurche stehen in keiner Verbindung; ein
einziger, hufeisenförmiger Kern im hinteren Theil des Körpers"
(Zool. Anzeiger V. 1882. pag. 693—695).
In der Bai von Concarneau hat Pouchct folgende Peri-
dinien gefunden: Ceratium furca Ehr., C. tripos Nitsch n. var. me-
gaceros, Dinophysis acuta Ehr., ? Protoperidium pellucidum Bergh,
Peridinium divergens Ehrb., ?Diplopsalis lenticula Bergh, ?Gleno-
dinium cinctum Ehr., ? Gymnodinium gracile Bergh. und ?Proro-
centrum micans Ehrb. (sur l'evolution des Peridin. etc. in Compt.
rend. hebd. Acad. Paris 95. pag. 794; übers, in Ann. mag. of nat. hist.
5. ser. X. pag. 477— 478).
Eine ausführliche Mittheilung bringt dersel1)c Autor über die
Cilioflagellaten von Concarneau und Marseille; es werden
des näheren beschrieben Ceratium furca mit 4 Varietäten, C. tripos
mit 6 Var., C. fusus; Dinophysis acuta mit 1 Var., D. laevis,
D. galea n. sp., Amphidinium operculatum Cl. et L., Proto-
peridinium pellucidum Bergh mit 8 Var., Pr. ovatmn n. sp., Pr. <Z*-
(jfitoZe n. sp., Pr. pyroph(jrum n. sp. Peridinium tabulatum Cl. et
Lach., P. divergens mit 4 Var., V . polyedricum n. sp.; Diplopsalis
sp.. Gl enodinium cinctum Ehr., Gl. lenticula n. sp.? (oder = Diplops.
lenticula Bergh.). Gl. sphaeran. sp., Gl.turbomit3 Var., (jX.obliquum
n. sp.; Gymnodinium gracile mit 2 Var., G. spirale mit 4Var.,
G. Archimedis n . sp . ; Polykrikos auricul aria und P r o r o c e n t r u m
micans Bergh.
Die Entstehung der in Ketten angeordneten Ceratien blieb
dunkel (vielleicht durch Epigenese?); Dinophysis wurde in Gruppen
zu zweien beobachtet, die sich nachher lösten, und Amphidinium
vermehrt sich wie Diatomeen [Contribution h Vhistoire des
Ciho-Flagelles in: Journ. de Panat. et delaphys.Ac. XIX. 1883.
Paris, pag. 399—455 mit 2 Taf. u. Holzschnitten im Text).
in dei- Natiirgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 91
P. Oourret's Arbeit handelt „snr les Peridiniens du Golfe
de Marseille"; die Hauptmasse des Materials besteht aus Arten
des Genus Ceratium, von dem allein 43 Formen, meist neue Arten
und Varietäten näher beschrieben und abgebildet werden; es sind
Ceratium tripos Nitsch mit 8 Var , C. limiilus n. sp., C. (jibberum
n. sp. mit 2 neuen Vr.r., C. hexacantlnim n. sp., C. carriense n. sp.,
C. parvum n. sp , C. minus n., C. ylohosum n., C. depressum n., C. ohli-
qmim n , C. procerum n. mit 1 n. Var.. C. obtusum n. C. pentagonum
n. mit 1 n. Var, C. düatatum n. u. 1 n. Var.. C. fjlobafum n., C. furca
Ehr. mit 4 n. Vnr., C. fusus Ehrb. mit 2 n. Var., C. pellucidum n.,
C. lotujirostrum n , C. Berghii n., C. Ällieri n., C. bicorne n., C. gra-
vidum n., C. rostellum n. u. C. quinquecm'ne n., dann folgen Peri-
dinium divergens Ehrb. mit 4 Var. , Dinophysis mit 4 neuen
Arten (Jourdani, AUieri , maeqiudis u. tripos) Parrocelia n. gen.
,,cornes identiques ä celles des Peridinium, echancrure ventrale trans-
formee en un large trou anterieur, pas de sillon transversal" mit
ovalis n. sp.. Prorocentrum micans Ehrb., Postprorocentrum
n. gen. „un piquant ou non, trou anterieur, pas de sillon, pas de cils"
mit ovale und maximum als neuen Arten, Protoceratium mit
densum n. sp., Roulea n. gen „cornes rndimentaires ou absentes,
echancrure ventrale transformee en un trou posterieur. sillon trans-
versal median, qui n'est presque plus en rapport avec la touche" mit
spinifera und obliqua als neuen Arten und G3'mnodinium ovatum
n. sp. In einem besonderen Capitel wird die Phylogenie der Peri-
dinien erörtert und die Verwandtschaft der Arten durch Stamm-
bäume erläutert: dem Autor sind die Peridinien „la persistance de
Tetat larvaire cilie" der flagellaten Infusorien, die sich dem pe-
lagischen Leben angepasst haben {Ann. du Musee d'hist. natur. de
Marseille puhl. aux frais de la ville sous la direction d. Prof. Marion.
Zoologie. Tom. I. sec. pari. Man. No.8. Marseille 1883. 114 pag. 4°
4 Tafeln).
Vergl. Allgemeines und Faunistik!
b. Flagellata.
Fr. Schmitz spricht sich gelegentlich seiner Untersuchungen
über „die Chromatophoren der Algen" dafür aus, dass mit
demselben Recht, mit dem die Chlamydomonadina, Volvicina und Hydro-
morina zu den Algen gezählt werden, auch die Eugleuida, Chloro-
peltidea, die olivenfarbigen Cryptomonaden, die braunen Dinobryiuen
und Chi^somonaden Stein's als Algen anerkannt werden müssen;
es wäre zweckmässig, die Flagellaten in chromatophorenfreie
und chromatophorenhaltige zu trennen und die letzteren
einfach den Algen anzuschliessen (Verh. d. naturhist. Ver. d.
preuss. Eheini. u. Westfal. XL. U83. Bonn. pag. 13 u. 14).
92 Ti'of. Dr. M a X B r a u n : Ber. über die wissensch . Leistungen
J. Künstler hat mehrfach Studien über Flagellaten ver-
öffentlicht, von denen uns seine Doctordissertation (these ä la fac.
des sc. de Lille, Meulan 1882 mit 3 Taf.) vorliegt; nach einer hi-
storischen Einleitung giebt der Autor seine Resultate, die vorzugs-
weise durch Studium an Cryptomonas ovata Ehrb. = Heteromita
olivacea n. sp. gevponnen worden; ausser diesem wurde noch unter-
sucht Chilomonas paramaecium Ehrb., Euglena oxyurus Schmarda,
Phacus pleuronatus Duj., Trachelomonas hispida St., Ento-
siphou sulcatum St., Chlaraydomonaspulviusculus Ehrb., Aetasia
costata n. sp. und Künck'elia gyrans n. gen. n. sp , den Noctiluken
verwandt. Bei der Lektüre der Arbeit fühlt man sich in die Zeiten
Ehrenberg's versetzt, denn den Flagellaten wird zum Theil eine
sehr hohe Organisation zugeschrieben, die mit der allgemein
anerkannten und wohl begründeten Zellnatur dieser Wesen nicht
übereinstimmt. Der Autor stellt denn auch der Zelltheorie eine
neue der ,,spherule protoplasmatique" gegenüber; aus solchen Proto-
plasmakugeln sollen nicht nur die Protozoen, sondern auch die Zellen
höherer Thiere zusammengesetzt sein. {De la Constitution du proto-
plasma in: Bull, scientif. du dep. du Nord. V. pag. 196—203; Con-
tribution h Vetude des Flagelles in: Bull, de la Soc. zool. de Erance.
Vn. pag. 1 — 112. 3 Taf. und nouvelles contrib. a Vetude de Flagelles
ibid. pag. 230 — 236, die beiden letzteren identisch mit der Dissertation.)
Unter solchen Verhältnissen konnte eine Zurechtstellung
und Zurückweisung der Künstler'schen Ideen nicht lange
ausbleiben; sie ging von dem dazu zweifellos berufensten und be-
fähigsten Forscher Bütschli aus, der u. A. auch constatirt, dass die
Künckelia gyrans eine „veritable Cercarie" ist {Zool. Anz. V.
1882. pag. 679—681).
In Etwas hat diese Berichtigung bei Künstler genützt, da er
nun zugiebt, seine Künkelia gyrans sei die Larve eines Meta-
zoons; im Uebrigen wird der frühere Standpunkt festgehalten
{reponse a M. Biitschli, ibidem VI. 1883. pag. 168— 171).
Cr. Künstler untersuchte Trichomonas vaginalis im Stadt-
hospital zu Bordeaux; aus der Beschreibung ist zu erwähnen, dass
über den Körper eine undulirende Membran läuft und dass an der
Insertionsstelle der Geissein sich eine Mundöffnung findet, an die
sich ein Oesophagus anschliesst; neben demselben liegt ein kugliger
oder auch abgeplatteter Kern; die Körpersubstanz ist vacuolisirt.
Weiterhin hat K. in Emyse uropaea (Tortue bourbeuse) einen Para-
siten gefunden, der seiner Giardia agilis nahe steht und beschrieben
wird, ferner im Darm desselben Thieres einen anderen Flagellaten,
äusserlich ähnlich Chilomonas paramaecium , in der Gallenblase eine
gewöhnliche Cercomonas, sowie im Blut ein Trypanosoma. Ei'wähnt
werden ferner — mau weiss nicht zu welchem Zweck, da Be-
in der Natui'gesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 n. 1883. 93
Schreibungen und Benennungen fehlen - aus Lacerta viridis Hetero-
mita lacertae und „un petit Flagellee", auch ein solches aus Hydro-
philus und eine Anioebe, aus den Larven der Tipuliden zwei Fla-
gellaten, aus der Larve von Rhizotrogus zwei Flagellaten, ein
Nj'ctotherus in der Larve von Oryctes nasicornis, ein Flagellate in
der Leibeshöhle von Toxopneustes lividus, ein dto. im Darm von
Dytiscus, ein Trypanosoma im Blut des Meerschweinchens und eine
Planarie im Darm von Solen — macht in Summa ,,quinze proto-
zoaires nonveau", unter welchem Titel diese selbst für vorläufige
Mittheil, nicht als Muster hinzustellende Note in der Litteratur zu
verzeichnen ist (Comjyt. renä.hehd. Acaä. Paris. 97. 1883. pcuj.Töo - 757).
G. Klebs veröffentlicht eine ausführliche Studie über die Eugle-
naceen; der Körper aller Formen ist von einer gestreiften Membran
umgeben, welche keine Cellulosereaktion giebt, vielmehr eiweisshaltig
ist, sich jedoch wiederum von dem Cytoplasma unterscheidet. Das
Vorderende ist hoch organisirt; hier findet sich der von einer
Membran gebildete Trichter, in dem die Basis der Cilie sitzt. Dicht
unter dem im Cytoplasma verschwindenden Ende dieses „Membran-
trichters" liegt das System der pulsirenden Vakuolen, bestehend in
einer Haupt- und einer bis mehreren in die erstere einmündenden
Nebenvakuolen. Der Hauptvakuole liegt stets der Augenfleck an,
der aus einem Netz plasmatischer Substanz und darin eingelagerten
rothen Pigment besteht. Das Cytoplasma ist feinkörnig , oft netz,
artig, bei manchen Arten in lebhafter Bewegung ; meist in der Mitte
liegt der rundliche oder ovale Kern. Die meisten Arten besitzen in
der peripherischen Schicht des Cytoplasma Scheiben- oder band-
förmige Chlorophyllträger und ferner Paramylonkörner ; die grünen
Arten ernähren sich vorzugsweise durch Kohlensäureassimilatiou
unter dem Einfluss des Lichtes, vielleicht wird auch im Wasser ge-
löste, organische Substanz aufgenommen, die für die chlorophyll-
freien Formen die einzige Nahrung ist. Die Fortpflanzung wird durch
ein mit Abwerfen der Geissei verbundenes Ruhestadium eingeleitet,
während dessen die Längstheilung stattfindet; oft werden hierbei
häutige oder schleimige Hüllen ausgeschieden, durch welche übrigens
auch unter ungünstigen äusseren Verhältnissen Schutz vor diesen
gesucht wird. Das System gestaltet sich wie folgt:
I.Gruppe: Euglenae, Theiluiig geschieht in Ruhe nach Verlust
der Cilie, die meisten besitzen Augenfleck und Chloio-
phyllträger.
1. Gen. Euglena Ehrb.
Typus der Euglena viridis mit mehreren Varietäten.
„ „ „ deses. „ „ „
oxyuris „
„ „ „ spirogyra Ehrb.
acus Ehrb,
94 Prof. Dr. M ax B r au n : Ber. über die wissensch. Leistungen
2. Gen. Phacus Nitsch. mit im G-anzen 7 Arten.
3. „ Eutreptia Perty 1 sp.
4. „ Ascoglena St. 1 sp.
5. „ Trachelomonas Ehrb. 6 Art.
6. „ Colacium St.
II. Gruppe. Astasiae: Die Theilung geschieht während der freien
Bewegung, die Cilie wird nicht abgeworfen, kein Augen-
fleck, kein Chlorophyll.
I.Gen. Astasia Ehrb.
2. „ Rhabdomonas Eres.
3. ,, Menoidium Perty.
Durch die verwandten Peranemeen sind Beziehungen der Eugle-
naceen zu den Infusorien vorhanden, dagegen bestehen solche zu
niederen Algen, speziell den Chlamydomonaden nicht, wie manche
Autoren annehmen; wohl aber gehören einige andre der Stein'schen
Flagellaten zu typischen Algen, so die Volvocineen, Chlorogonium,
Polytoma uvella, Chlorangium, Coccomonas und Phacotus, während
die verwandte Pyramimonas zu den Flagellaten gehören soll ( Untei's.
u. d. bot. Inst. Tübingen. I. Bd. 2. Hft. 1883 mit 2 Tafeln).
Fr. Schmitz'» Untersuchungen ergeben, dass Euglena viridis
und oxyuris in Bezug auf das Verhalten des „ Chrom a top hors'-
und des „Pyrenoids" mit rothen und braunen Algen überein-
stimmen; mit dem ersteren Namen bezeichnet der Autor alle ver-
schieden gefärbten Farbstoffkörper (Endochromkörper) der Algen;
die ungefärbte Grundsubstanz des Chromatophors steht dem Proto-
plasma sehi- nahe, ist wohl nur ein besonders abgegrenzter Theil
derselben, der zu besonderer physiologischer Funktion auch besonders
gestaltet ist. Bei vielen Algen treten nun in der Grundmasse des
Chromatophoi's ein oder mehrere kuglige Körperchen auf, die als
Pyrenoide bezeichnet werden {Vem-h. d. naturh. Ver. dei- preuss.
Rheinlande u. Westf. XL. 1883. Bonn. pag. 1 — 177 mit 2 Taf.).
E. Bück beschreibt eine gi'osse (0,16 mm. i Euglena aus dem
sogenannten Goldfischteich in Frankfurt am Main, welche vielleicht
eine Altersform von E. oxyuris Schmarda ist {22. u. 23. Bericht üb.
d. Thätigk. d. Offenb. Ver. f. Naturk. Offenh. 1883. pag. 234-238
mit 1 Taf.).
Die von Grassi aufgestellten Genera der endoparasitischen
Flagellaten werden, wie folgt, charakterisirt:
1. Monoearcomonas : Extremite post. simple, attenuee ou obtuse.
2. Cimaenomonas : Un flagell presque toujours tourne en arriere;
il s'agit sur la superficie du corps et ressemble h une bordure
ondulante ou ä une file de cils vibratils.
3. Plagiomonas: A la forme d'ime cornue ; extrem, post. effilee et simple.
in der Natui ge>(ch. ä. Pi-otozoeii in den Jahren 1882 n. 1883. 95
4. Monomita: Extrem, post. presque toujonrs obtuse, un seul flagell.
anter. long et gros.
5. Heteromita Duj.
6. Dicercomonas : A Textrem. post. bifide, six (?) flagell. anter. dont
deux peuvent se tourner en arriere.
7. MegaStoma mit den Charakteren der Familie cf. oben pag. 62.
8. Paramecioules : presence d'nne menibrane ondnlante sans aucun
rudiment de flagellum; mit P. Eberthi Kent im Blut von Rana
esculenta u. P. costatus n. sp. (1. c, Arch. ital. de Biol. II. 1882.
pag. 404 u. ff.).
J. Krassilstschik in Odessa will die Polytomen auf Grund
ihrer Entwicklung von den Chlamydomouaden, mit denen sie zu den
Volvicinen gehören, trennen; die aus dem Ruhezustand hervor-
gehenden Jungen theilen sich erst in 2, dann in 4 und endlich in
8 Theile, welche die mütterliche Hülle durchbrechen und umher-
schwärmen; wenn nun die äusseren Verhältnisse dieselben bleiben,
so finden während der nächsten Tage wiederholte Viertheilungen
statt; dann treten Copulation, Ausscheidung einer festen Membran
und Ruhestand ein, während dessen die copulirten Individuen und
auch ihre Kerne mit einander verschmelzen; hierauf theilen sich die
grösseren Copulationszustände in 4, die kleineren in 2 Theile und
schlüpfen unter günstigen Ernährungsverhältnissen aus, worauf die
Fortpflanzung wie oben verläuft. Eine neue Art wird unter dem
Namen P. spicatum beschrieben (Zool. Änz. V. 1882. pag. 426 — 428).
Derselbe untersuchte auch Chlorogonium eu chlor um Ehrb.
auf die Entwicklung. Die aus dem Ruhestand hervorgehenden Jungen
theilen sich in 4 32 Theile , schlüpfen dann aus und theilen sich
einige Tage lang in 8, dann einige Zeit in 4 Stücke (Macrogonidien),
etwa am 10. Tage theilen letztere sich allmählich in 32 Theile (Mi-
ciogonidien), letztere fangen nun an, sich paarweise zu copuliren
und zu einer kugligen Zelle zu verschmelzen ; diese theilen sich erst,
nachdem sie getrocknet und wieder in Wasser gelangt sind (ibidem
pag. 627—634).
N.Wille: omChrysopyxisbipesSt. ogDinobryon sertularia
Ehrb. kennt Ref. nicht (Öfvers. af Kgl. Vetensk.-Akad. Förhandl.
1882 (83) No. 6. pag. 9—22. mit 1 Taf.).
Ebenso nicht: J. Pelletan, sur la reproduction du Dino-
bryon stipitatum in Journ. de la Micrograph. Paris Vtl. 1883.
pag. 77—80 mit Abb.
Beobachtungen von kettenförmig an einander gereihten
Peridinien, speziell Ceratium furca und tripos von Concarneau,
die wahrscheinlich in der Tiefe des Meeres entstehen, führen Pouijhet
Ztti' Annahme einer Verwandtschaft der Peridinien zu den
Noctilucen {Compt. rend. luhd. Äc. Paris 95. 1882. pag. 794-796).
96 Prof. Dr. Max Braun: ßer. über die wissensch. Leistungen
Unter dem Xamen von Spongomonas (juttula n. sp. wird von
A. Grul)cr eine neue kuglige Kolonienbildende Flagellate aus einem
Aquarium in Freiburg beschrieben; durch eine bräunliche Körncben
enthaltende Gallertmasse werden die sehr kleinen Flagellaten zu-
sammengehalten; jedes der mit 2 Flagellaten versehene Einzelthiere
sitzt in einer selbstgebildeten Röhre, die aber erst bei grösseren
Kolonien ausgeschieden werden {Unters, über einige Protozoen
in Zeitsch. f. iviss. Zool. 38. Bd. 1883. pag. 56. 57. Taf. III. Fig. 30
bis 37).
C. A. Stokes: new members of the infusorial order
Choanof lag el lata hat Ref. nicht gesehen (amer. monthly micr.
journ. IV. 1883. pag. 204-208 mit Abb.).
Greza Entz führt aus den Kochsalzteichen zu Toida und
Szamosfalva folgende Flagellaten an: Cercomonas termo St.,
Codonosiga botrytis St., Codonocladium cm-ymbosrnn n. sp.,
Hymenomonas roseola St., Chlamydomonas pulvisculus Ehrb.,
Chilomonas paramaecium Ehrb., Cryptomonas ovata Ehrb.,
Euglena viridis Ehrb., Eutreptia viridis Perty, Paramema
trichophorum St., Menoidium astasia n. sp, u. Anisonema grande
St., die neuen Arten werden beschrieben und von Anisonema grande,
Eutreptia viridis und Hymenomonas roseola Beobachtungen über den
Bau etc. mitgetheilt (Termesz. Füzet. Naturh. Hfte. red. v. 0. Hermann.
VII. 1883. Budapest, pag. 139—167 deutsch, mit 2 Taf.).
L. F. Henneguy beschreibt einen e ctoparasitischen Fla
gellaten unter dem Namen Bodo (?) necator n. sp. von der Epi-
dermis junger Forellen, der den Tod zahlreicher Thierchen in
den Fischbassins des College de France verursachte, wie vor Jahren
ein ciliates Infusor, das Fouquet unter dem Namen Ichthyophthirius
multifiliis (Arch. de Zool. exper. V. 1876) beschrieben hat (sur un
Infusoire flagelle, ectoparasite des Poissons in: Compt. rend. hebd.
Ac. Paris. 96. 1883. pag. 658— 660; übers, in Ann. and mag. of nat.
bist. 5. ser. vol. XI. 1883. pag. 293—294).
Die Mittheilung von H. Boeiis: sur les Infusoires ectopara-
sites des poissons kennt Ref. nicht (Journ. de Microgr. Paris VII
pag. 536—538).
P. Mitrophauow entdeckte im normalen Blute von Cobitis fossilis
und Carassius vulgaris Haematozoen, welche zu einem neuen
Genus gestellt werden; Haematomonas n. gen., Parasiten des
normalen Fischblutes ; wurmf örmige, ungemein bewegliche Organismen
mit undeutlicher Diiferenzirung des Körperparenchyms , Körper an
beiden Enden zugespitzt, 30 — 40 ,a lang, 1 — IVa*" dick, vorn eine
Geissei, an der Seite eine undulirende Membran; H. cobitis n. sp. in
drei Formvarietäten aus dem Blute des Schlammpeizgers, H. carassii
n. sp. in zwei Formen, Blut der Karausche Schliesslich spricht sich
1
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 97
der Autor gegen die Deutung der G-auIe'schen „Wünnchen" aus dem
Froschblut als Metamorphosen oder Derivate der zelligen Elemente
des Froschblutes aus, sie seien vielmehr Parasiten! vergl. J. -B.
1880/81. pag. 276 (Beitr. zur Kenntniss der Haematozoen in:
Biol. Centralhl. III. 1883/84. pag. 35—44 mit Abb.).
K. Moebius konstatirt das Vorkommen von Trypanosoma
Balbianii Certes (cf. oben Faunistisches) im Krystallstiele und im
Darm schleswig-holsteinscher Austern (Zool. Anz. VI. 1883. pag, 148).
Ueber denselben Parasiten berichtet auch noch A, Certes
(Bull, de la soc. zool. de France VII. Proc. verb. p. XLIII u. VT TT,
pag. 209— 210); in der ersteren Note wird das Vorkommen von Try-
panosoma Balbianii und Hexamita inflata Duj., bei Austern ver-
schiedener Fundorte konstatirt; in der zweiten Note spricht sich C.
dahin aus, dass die von Mitrophanow (cf. oben) aus dem Blut von
Cobitis und Carassius beschriebenen Haematomonas- Arten vielleicht
Trypanosoma Balbianii seien.
Vergl. ferner oben Allgemeines und Faunistisches!
4. Sporozoa.
Den vier Gruppen der Sporozoen (Gregarinen, Coccidien, Sarco-
sporidien und Myxosporidien) will Balbiani noch eine fünfte Gruppe :
Microsporidien anreihen und in diese die Psorospermien der
Articulaten, speziell die Parasiten der Seidenraupen einstellen,
welche die bekannte Krankheit derselben (pebrine) verursachen. Diese
Mikroorganismen hat man bisher allgemein nach dem Vorgange von
Cohn und Naegeli zu den Schizophyten resp. Schizomyceten gestellt,
doch entwicklungsgeschichtliche Gründe veranlassen B. , sie den
Sporozoen anzureihen; er fand übrigens auch in den Epithelzellen
des Magens von Attacus Pernyi und von Platycleis grisea, einer
Orthoptere zwei andre nicht benannte Arten {sur les micros-
poridies ou psorospermies des articules in: Compt rend. hebd.
Ac. Paris. 95. 1882. pag. 1168—1171).
0. Bütschli theilt die Sporozoa ein in:
I. Gregarinida.
1. Ordn. Monocystidea.
a. Coccidiidae.
«. Monosporea.
I.Gen. Orthospora A. Schnd. 1 sp.
2. „ Eimeria Schnd. 3 sp.
Avch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. n. Bd. 3. H. ^ G
98 Prof. Dr. Max Braun : Ber. über die wissensch. Leistungen
ß. üligosporea.
I.Gen, Cyclospora Schnd. 2 sp.
2. „ Isospora Schnd. 1 sp.
3. „ Coccidium Leuck. ? sp.
y. Polysporea.
I.Gen. Klossia Schnd. 3 Arten.
2, „ Benedenia Schnd.
b. Monocystidae s. str.
I.Gen. Adelea Schnd. 1 sp.
2. „ Monocystis Stein.
3. „ Gamocystis Schnd. 2 Arten.
4. „ Conorhynchus Graff 1 Art.
5. „ Gonospora Schnd. ? Arten.
6. ,, Urospora Schnd. 3 Arten.
2. Ordn. Polycystidea Schndr.
I.Gen. Dufouria Schndr. 1 sp.
2. „ Bothriopsis Schndr. 1 sp.
3. „ Porospora Sehn. 1 sp.
4. „ Stenocephalus Sehn. 1 sp.
5. „ Hyalospora Seh, 2 sp.
6. „ Euspora Seh. 1 sp.
7. „ Clepsidrina Hammerschm. 6 sp.
8. „ Pileocephalus Sehn. 1 sp.
9. „ Echinocephalus Sehn. 1 sp.
10. „ Stylorhynchus St. 2 sp.
11. ,, Goneiorhynchus Sehn. 1 sp.
12. ,, Actinocephalus St. 7 sp.
13. „ Pyxinia Hammersch. 1 sp.
14. „ Lophorhynchus Sehn, 1 sp,
15. „ Trichorhynchus Sehn. 1 Art.
16. „ Cnemidospora Seh. 1 Art.
n. Myxosporidia.
in. Sarcosporidia.
(Bronn's Klassen u. Ordn. d. Thierreichs. IBd. Protozoa.
Leipzig.)
!Nach A. Schaeider sind die Sporen von Stylorhynchus aus
Blaps rosenkranzförmig angeordnet und enthalten je 8 sichelförmige,
mit Kernen versehene Körperchen (Keimstäbchen, Sporozoiten) ;
letztere werden dadurch frei, dass sich die Sporen im Darmsaft von
Blaps spontan öffnen. Die Sporozoiten machen bohrende Bewegungen
und Sehn, zweifelt nicht daran, dass sie im gegebenen Falle wie
Coccidien in die Epithelzellen des Darmes eindringen werden. In
letzteren findet man leicht neben dem Kern einen kernhaltigen kleinen
in flerNatnrgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 ii. 1883. 99
Parasiten übereinstimmend mit Coccidium, der allmählich wachsend
die Zelle zum Bersten bringt und damit in das Lumen des Darmes
zu liegen kommt; erst hierauf bildet sich die typische Form des
Stylorhynchus aus {Coinpt. rend. JuM. Ac. Paris, tom. 95. 1882,
pag. 47—48).
Die eben mitgetheilten Beobachtungen veröffentlicht derselbe
ausführlich und beschreibt dann folgende neue Formen:
1. Lophorhynchus i\. gen.: das kurze, gestreifte Rostrum sitzt
mit breiter Basis dem Protomerit auf. trägt an der Oberfläche
mehrfache Reihen von kleinen Zähnchen und am Aussenrande
eine Reihe von blasigen Anhängen; mit insignis n. sp. aus dem
Darm von Helops striatus.
2. Trichorhynchus n. gen. unterscheidet sich von dem nahe-
stehenden Stylorhynchus durch die Sporen, welche durch-
scheinend und ellipsoid sind, 8 Keimstäbchen einschliessen und
niemals Ketten bilden [insignis n. sp. Darm von Scutigera).
3. Gramocystis Francisci n. sp. aus dem Darmkanal der LaiTen
von Ephemeriden.
4. Hyalospora affinis n. sp. Darm von Machilus cylindrica.
5. Cnemidospora n. gen., ohne Rostrum; das Protomerit besteht
aus zwei durch ihre Farbe und sonstige Beschaffenheit ver-
schiedenen Theilen; Sporen ellipsoid; C. lutea n. sp. Darmkanal
von Glomeris (Contrib. hVetude des Gregarines in: Ärch.
de Zool. exp. et gen. X. 1882. pag. 423—450 mit 1 Taf.).
Des Weiteren berichtet A. Schneider über die Ergebnisse seiner
Untersuchung über die Entwicklung von Stylorhynchus; der-
selbe macht den grössten Theil, mitunter selbst die ganze Entwicklung
im Innern einer Epithelzelle seines Wirthes durch; diese umschliesst
oft mehrere theils isolirte, theils in Nestern vereinigte Stylorhynchen,
die in der Jugend identisch mit einem Coccidium sind. Durch
Knospung entsteht erst das Deutomerit, so dass also der Körper des
Coccidienstadiums mit seinem Kern dem Haftapparat des erwachsenen
Thieres entspricht; der Kern wandert später in das Deutomerit
{Comp>t. rend. hebd. Ac. Paris. 97. 1883. pag. 1151).
Einen sehr eigenthümlichen, in keine der heutigen Ordnungen
der Sporozoen zu stellenden Protisten beschreibt A, Schneider unter
dem Namen Ophryocystis BütscJdii n. gen. n. sp.; derselbe lebt
in den Malpighischen Gefässen von Blaps und hat die Form einer
Arno ehe; neben einkernigen Individuen kommen auch mehrkernige
vor, doch schreiten nur die einkernigen zur Fortpflanzung, indem
sich zwei konjugiren und mehrere Hüllen um sich ausscheiden ; jeder
der beiden Kerne theilt sich in drei Stücke, nur ein Paar dieser
bilden unter Betheiligung eines Theiles des Protoplasma's je eine
G*
1 00 Prof. Dr. Max B r a ii n : Ber. über die wissensch. Leistungen
grosse, Navicelleiiähnliche, mehrere sichelförmige Körperchen ent-
haltende Spore ; der Rest des Cysteninhaltes, sowie die 4 Kerne
sterben ab und verflüssigen sich {Compt. rend. hebd. Ac. Paris. 96.
1883. pag. 1378 u. Ann. and mag. of nat. bist. 5. ser. vol. XI. 1883.
pag. 459)
R. Rössler beschreibt kurz Actinocephalus fissidens n. sp. u.
Stylorhynchus caudatus n. sp. aus dem Darm resp. den Blind-
säcken von Phalangiden {Zeitsch. f. wiss. Zool. 36. Bd. pag. 700 m. Abb.).
Im mittleren Darmtheil von Canthocamptus minutus, einem die
Brunnen Prags bewohnenden Copepoden, fand F. Vejdowsky eine
Monocystis, die unter dem Namen M. lacrima n. sp. beschrieben
wird (Thier. Org. etc. 1882. pag. 46 mit Abb.).
Coccidium rivolta n. sp. lebt nach Orassi in den Epithelzellen
des unteren Theiles des Dünndarmes und des ganzen Dickdarms bei
der Katze (aus Rovellasca); es ähnelt sehr dem Cocc. oviforme,
Grösse 0,027—0,031 resp. 0,0022 -0,0024 mm. Die erwachsenen ein-
gekapselten Stadien triift man nicht nur in den Epithelzellen, sondern
auch frei im Darm; das mit einem Kern versehene Protoplasma ist
dann zu einer Kugel zusammengezogen. Kultivirt man solche
Coccidien in Quellwasser, so theilen sich einige, wie das auch im
Darm geschieht, in zwei Stücke und aus diesen bildet sich je eine
Spore mit 4 (?) sichelförmigen Körperchen; die Infection junger
Katzen gelang nicht. Der Verf. bemerkt schliesslich, dass das Cocc.
oviforme des Menschen nicht identisch zu sein braucht mit dem
der Kaninchen, weil, wenn auch grosse Uebereinstimmung in den
ausgewachsenen Stadien vorhanden ist, wie ja auch C. rivolta sehr
C. oviforme ähnelt, doch diese Entwicklung anders verlaufen kann
und diese von den Lebercoccidien des Menschen nicht bekannt ist
{1. c. Arch. ital. de Biol. II. 1882. pag. 439—441).
Nach 0. Bütsclili gehört Coccidium rivolta Grassi in das Genus
Cyclospora Schndr. (Bronns Klassen etc I. Bd. Protozoa. pag. 575).
Die Entwicklung der Sporen hat A. Schneider bei Klossia
verfolgt: bei Beginn der Cystenbildung besteht der Kern aus der
Membran, dem Kernsaft und einem frei suspendirten Kernkörperchen;
ein Fadennetzwerk im Kern fehlt; darauf treten durch Knospung
schliesslich etwa 30, traubenförmig sich anlagernde Theilstückchen
auf, die schliesslich nach Auflösung der Kernmembran in das Pro-
toplasma der Cyste gelangen, wo sie sich an der Peripherie an-
ordnen. Nach weiteren Th eilungen dieser zu Kernen werdenden
Bildungen schnürt sich eine kleine Portion Protoplasma um jeden
Kern ab und damit sind die Sporen entstanden (Compt. rend. hebd.
Ac. Paris 95. 1882. pag. 48.
Die ausführlich, mit Abbildungen versehene Mittheilung sur la
sporulation du Klossia octopiana ist in den Arch. de Zool.
exper. 2 ser Tom 1 1883 pag. 77— 104 mit 2 Taf. erschienen.
in der Natnigesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 101
Unter dem Namen Globidium Leuckarti n. gen. n. sp. beschreibt
M. Flesch eine Coccidie aus den Epithelien der Darmzotten der
Pferde (Ueber ein Sporozoon beim Pferde in: Zool. Auz. VI. 1883.
pag. 396—397).
F. Hilgendorf berichtet über ein schon von E. Haeckel beim
Flusskrebs entdecktes Psorosperm, das namentlich in der Um-
gegend der Thorakelganglienkette lebt und den Namen Psoros-
permium Uaecl'elü n. sp. erhält. Die Ursache der Krebspest liegt
nach Hilgendorf weniger in den dafür verantwortlich gemachten Di-
stomen, auch kaum in diesen Psorospermien, sondern eher in den
Branchiobdellen, deren Lebensweise jedoch erst genauer gekannt
sein rauss {Sitzgsber. d. Ges. natmi. Frde. Berlin. 1881. pag. 179 — 183).
Eine Mittheilung von 0. von Linstow über die Krebspest, für
welche ein kleines ovales Protozoon verantwortlich gemacht wird,
ist Ref. nicht zugänglich (Circular des Deutsch. Fischerei-Ver. 1883).
H. Wallerstein's Dissertation behandelt Drepanidium ra-
narum R. Lank. ; es wurde nach Gaule's Vorschrift verfahren und
in einigen Fällen Drepanidien beobachtet, die jedoch selten in die
Blutkörperchen eindrangen resp. aus ihnen auswanderten; der Verf.
stellte dann verschiedene Fütterungsversuche an, um die parasitäre
Natur der Drepanidien zu beweisen, er will damit einen Zusammen-
hang zwischen den von Kloss beschriebenen Parasiten der Niere von
Helix hortensis und den Froschdrepanidien begründen, doch sind die
Versuche durchaus nicht einwurfsfrei, gelangen nur selten und so ist
die Frage durch den Verf. kaum gefördert (Bonn 1882. In. Diss.
39 pag. 8 ".
Ueber Drepanidien handelt auch 0. Paladino in: Giorn. intern,
scieuze mediche. IV. Napoli. pag. 1 — 27.
Siehe auch oben: Faunistisches !
5. Khizopoda.
Radiolaria.
F. Grcddes hält die gelben Zellen der Radiolarien für
Algen, sie produciren Stärke und ernähren durch diese so wie
durch sich selbst die von ihnen bewohnten Thiere; die grünen
Körperchen sind zum Theil Algen, zum Theil (bei Coelenteraten,
Turbellarien) Produkte der Thiere (on the nature and functions of
the yellow cells of Radiolarians and Coelenterates in: Proc. of the
roy. soc. of Edinburgh, vol. XI. 1882. pag. 377— 396); cf. auch oben
Allgemeines.
102 Prof. Dr. Max Braun: Ber. iilter die wisseusch. Leistungen
0. Bütschli beschreibt in seinen „Beiträge zur Kenntnis s
der Eadiolarienskelette, insbesondere der der Cyrtida"
zuerst ein durch seine Grösse (1,5 cm. Durchm.) sich auszeichnendes,
bei Villafranca gefischtes Kadiolar, das zu den Phacodarien (Haeckel)
und zwar zur Familie der Coelodendrida gehört. Die Zurechnung
zur Gattung Coelothamnus ist fraglich; die Form wird als Coelo-
thamnus (?) Davidoffii n. sp. beschrieben und besonders das Skelett
berücksichtigt. Der Haupttheil der Arbeit ist jedoch der Darstellung
des Baues und der gegenseitigen Beziehungen der Acan-
thedesmiden, Zygocyrtiden und Cyrtiden gewidmet, welche
drei Abtheilungen der Monopyleen B. zu einer Gruppe „Cricoidea"
zusammenfasst. Die einfachste Form der Acanthodesmiden ist
Lithocricus J. M., von der jedoch für die von Hertwig be-
schriebene Art L. productus ein besonderes Genus Zygocricus ab-
gegrenzt werden muss; daran schliesst sich Stephanolithis, von
der zwei neue Arten (St. Mülleri u. Haeckelii) beschrieben werden.
Von Acanthodesmia kann nur die Species vinculata J. M. hergehören,
sowie eine neue A. Herhvigii, A. dumetum J. M. bleibt zweifelhaft.
Zygostephanus Hckl. schliesst sich nun an, ist jedoch von Litho-
circus resp. Zygocircus abzuleiten; die von Haeckel noch zu dieser
Familie gestellte Gattung Prismati um müsste, wenn sie überhaupt
hierher gehört, zu einer besonderen Abtheilung neben den Acantho-
desmiden erhoben werden. Die Zygocyrtiden werden im Allgemeinen
mit Hertwig von den Acanthodesmiden abgeleitet und von den ersteren
wieder die Cyrtida; jedoch ist es fraglich, ob letztere einen ein-
heitlichen Ursprung besitzen oder ob sie polyphyletisch aus zygocyr-
tidenartigen Formen hervorgegangen sind; die polyphyle tische
Abstammung wird des AVeiteren von B. zu begründen versucht
(Zeifsch. f. iviss. Zool. 36. Bd. 188^183. pag. 485—540 mit 3 Taf.).
E. Haeckels Bericht über die Radiolarien der Challenger-
Expedition ist Ref. nicht zugänglich (Tagebl. d. 55. Vers. d. Naturf.
u. Aerzte Eisenach. pag. 196).
Derselbe sprach über die T i e f s e e - E, a d i o 1 a r i e n der Challenger-
Expedition, welche besonders im Gebiet des Central-Pacifischen Oceans
häufig sind ; den verschiedenen Tiefen zwischen 10000 u. 27000 Fuss
entsprechen verschiedene Faunen der Radiolarien, die durch eine
grosse Zahl eigenthümlicher Arten charakterisirt sind ; im Allgemeinen
haben die Radiolarien der Meeresoberfläche ein zartes Kieselskelett
und zierliche Anhänge, die der Tiefe dagegen derbe und massive
Skelette [Sitzgsher. d. Jen. Ges. f. Med. u. Natiirw. f. 1881. pag. 35—36).
Ferner giebt derselbe eine neue Anordnung der Radio-
larien: von den früher aufgestellten 7 Ordnungen (cf. J.-B. 1880/81)
werden nur 4 beibehalten, nämlich Acantharia, Spume Ilaria,
Nassella ria u. Phaeodaria, sie werden mit 10 Unterordnungen
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 103
und 32 Familien näher charakterisirt, worauf verwiesen wird {Jen.
Zeitsch. f. Naturwiss. XVII. 1884. Sitzgsber. iwo 1883. pag. 18—36).
Derselbe sprach über „die Geometrie der Radiolarien",
bei den Acantharien entwickelt sich von der einfachen kugligeii
Gnmdform aus die herrschende Promorphe dieser Ordnung, das
Quadrat-Octaeder; bei Nassellarien oder Monopyleen entsteht aus der
kugligen Grundform zunächst die monaxone Form, die meist in die
bilateral - symmetrische übergeht; das Gleiche gilt für Phaeodarien
oder Tripyleen, nur kommen hier auch noch andre geometrische
Grundformen zur Ausbildung; die grösste Mannigfaltigkeit herrscht
bei den Spumellarien, indem namentlich bei der zweiten Unterordnung
derselben, den Sphaerellärien nahezu alle geometrischen Grundformen
rein verkörpert vorkommen (ibidem pag. 104—108).
Ueber fossile Radiolarien handelt (ausser Bütschli 1. c):
Wallich: note on the detection of Polycystina within the her-
metically closed cavities of certain nodular flints (Ann. and mag. of
nat. bist. (5) XII. pag. 52.
D. Pantanelli: Radiolarie nei Calcari (Atti soc Tose. sc. nat.
1881. pag. 111— 112); Fauna miocenica a Radiolarie dell' Apennino
settentrionale (Boll. soc. geol. ital. 1882); note microlitologiche sopra
i Calcari (Mem. real. Accd. Limei 1882. mit 2 Tal).
E. V. Dunikowsky: Die Spongien, Radiolarien u. Foraminiferen
der unterliassischen Schichten vom Schafberg bei Salzburg (Denksch.
d. K. Akad. d. AViss. Wien. 45 Bd. mit 6Taf.).
D. F. Welnland: Ueber die in Meteoriten entdeckten Thierreste.
Esslingen 1882; cf. auch C. Yogt: les pretend. organ des meteorites :
in Mem. de l'Inst. nation. Geneve. 1882.
Vergl. ferner Allgemeines und Faunistik!
Heliozoa.
0. Btttschli's Eintheilung der Heliozoa schliesst sich an die von
Hertwig u. Archer an; es werden 4 Unterabtheilungen : Aphrotho-
raca, Chlamydophora, Chalarothoraca u. Desmothoraca unterschieden
mit 24 Gattungen und etwa 36 Arten {Bronns- Kl. u. Ord. d. Thierr.
I. Bd. Protozoa. pag. 319 u. ff.).
Auf Grund neuer Untersuchungen von J. Klein an 4 Arten
Vampyrella, von denen 3 neu sind, will der Autor diese Formen
zu den Pflanzen, und zwar in die Nähe der Chytridien u. Myxo-
myceten stellen; übrigens werden die Beziehungen zu Thieren nicht
übersehen und sie auch als ein Uebergangsglied erklärt, das vom
Pflanzen- zum Thierreich überleitet {Bot. Zätttng. 40. Bd. 1882. No. 12
u. 13. 1 Taf.).
104 Pi'of . Dr. M a X B r a u ii : Ber. über die wissensch. Leistungen
Nach 1. Grruber verläuft die Kerntheilung bei Actinos-
phaerium Eichhornii ungemein rasch und ist deshalb nur selten
zu beobachten; an einem kouservii-ten Exemplar konnten zahlreiche
Theilungsstadien beobachtet werden, die in eine Reihe gebracht
werden; das Auffallende ist, dass die Rolle, welche sonst bei Kern-
theilungen das Fadennetzwerk spielt, hier von den Nucleoli über-
nommen wird; aus der Theilung resultiren Kerne, die sich wohl in
uninucleoläre umwandeln, aus denen dann erst die multinucleolären
hervorgehen. Eine Kernvermehrung findet ausserdem noch bei Acti-
nosphaerium Eichhornii durch Einverleibung kernhaltiger Trümmer
dieser Art statt, die wie bei Actinophrys sol Yovkommt {lieber Kern-
theilungsvorgänge bei einigen Protozoen in: Zeitsch. f. tviss.
Zool. 38. Bd. 1883. pag. 372—382. Taf. XIX. Fig. 1—8).
A. Grruber berichtigt die Zweifel von K. Brandt über die Natur
der von G-r. als aus Theilung hervorgegangene Nuclei bei Actinos-
pharium beschriebenen Gebilde, welche Parasiten (Pythium Actinos-
phaerii Br.) sein sollen, es sind Kerne! (Biol. Centralbl. III. 1883/84.
pag. 542).
Derselbe beobachtete kleine Individuen von Actinophrys sol,
die alle Lebenserscheinungen grosser darboten (Fortpflanzung aus-
genommen) jedoch sicher kernlos sind; er hält sie für individuell
gewordene Zerfallstücke grosser Exemplare und weist auf ähnliche,
später zu publicirende Beobachtungen über Infusorien hin. Merk-
würdig ist nun, dass diese Trümmer, wenn sie mit grossen kern-
haltigen Actinophrys zusammenkommen, gewöhnlich von letzteren
einverleibt werden, die Verschmelzung geht sehr rasch vor sich;
das auf diese Weise sich vergrössernde Exemplar hat natürlich nur
einen Kern {Unters, über einige Protozoen in: Zeitsch. f. iviss.
Zool 34. Bd. 1883. pag. 62—68. Taf. IV).
Eine Älittheilung von J. Cox: some phenomena in the con-
jugation of Actinophrys sol (amer. monthly micr. journ. II.
1881. pag. 183-189) kennt Ref. nicht.
Ueber Grösse und Lebenszähigkeit von Actinosphaerium
Eichhornii berichtet Leidy: die betreffenden Exemplare, au
Vallisnerien aus dem Schuylkill-rivei" gefunden, sind 1 mm. gross und
hielten sich 3 Tage in einem Wasseitropfen lebendig {Proc. Acad.
nat. sc. Philadelphia. 1882. pag. 260 u. Ann. and mag. of nat. hist.
D.ser. vol. XI. pag. 296. 1883; eine loeitere Notiz in Proc. etc. 1882.
pag. 261. 262).
S. Gr. Foulkc beobachtete Verschmelzungsvorgänge bei
Actinosphaerium (sp.?J; 4 Individuen verschmolzen zu einer Masse,
die hierauf in drei Individuen zerfielen; eins der letzteren bekam
eine ringförmige Einschnürung, doch erfolgte keine Zweitheilung,
sondern es schnürten sich kleine Protoplasmatheile ab, aus denen
in der Natnrgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 105
schliesslich kleine Actinosphaerien heiTorgingen. Die Verfasserin
konnte auch durch Druck Actinosphaerien in eine Anzahl Trümmer
y.erlegen, die nach kurzer Zeit Pseudopodien entwickelten, also nicht
abgestorben waren {Proc. Acad. nat. hist. sc. Phüad. 1883. pag. 125
und Ann. and mag. of nat. hist. 5. ser. XII. 1883. pag. 201 — 208^.
Die Vcjdovsky'sche Heliophrynella n. gen. mit pappiis
n. sp. erreicht nur 0,009— 0,013 mm. , Gestalt kuglig, umgeben von
einer deutlichen Membran, durch welche die sehr zahlreichen und
äusserst dünnen sich verzweigenden resp. anastoraosirenden Pseudo-
podien nach aussen dringen; Kern? Protoplasma reich an glänzenden,
rundlichen Körperchen; dieses Heliozoon bewegt sich, als ob es mit
Wimpern besetzt wäre, gelegentlich ruht es an einem fremden
Gegenstande und sendet seine Pseudopodien aus, um bald wieder
„weiterzuschnellen" {Th. Organ, d. Brunnen Prag's. Prag 1882-
mit Abb.).
Unter dem Namen Raphidiophrys socialis n. sp. wird ein
koloniebildendes Heliozoon aus dem Lake Hopatcoug N. J.
von Leidy kurz beschrieben, dessen Kolonien bis 0,84mm. gross
werden und über hundert Individuen zählen [Proc. oftheaead. ofnat.
sc. Philadelphia. 1883. pag. 95 — 96. ohne Abb.).
Thalamophora.
W. B. Carpcntcr, der sich zu Darwin'schen Anschauungen be-
kennt, untersucht die Verwandtschaft der Foraminif eren,
speziell von Orbitulites; die Reihe ist ganz direkt und führt von
Cornuspira über Spiroloculina, Peneroplis, Orbiculina zu Orbitolites,
die deshalb auch zu den Milioliden gestellt wird ; bestätigt wird dies
durch das Auffinden einer neuen Art Orbitolites tenuissima, erbeutet
1869 von dem Por cupine in 1500 Fdn., welche in der Anordnung
der Kammern die einzelnen Phasen fixirt hat (researches on the fora-
minifera: on an abyssal type of the Orbitolites. a study in
the theory of descent in: Proceed. of the roy. soc. of London,
vol. XXXV. 1883. pag. 276— 279 u. Phil, transact. vol. 174. pag. 551
bis 573. 2 Taf 1883).
Municr-Chalmas und Schlumberger zeigen, dass der von ihnen
1880 (Bull. Soc. geol. de France) bei Nummuliten und Assilinen
constatirte Dimorphismus auch bei allen untersuchten Milioliden
vorkommt; kleinere Individuen z. B. von Biloculina depressa zeigen
auf dem Querschliff immer eine sehr grosse kuglige Centralkammer
mit dünnen Wandungen, während diese bei den grossen Exemplaren
sehr klein ist; die daran sich anschliessenden Kammern lagern sich
im ersteren Falle in einer einzigen Richtung an, während bei der
zweiten Form kleine Kammern eine andere Direktion haben und
1 06 Pi'of. Dr. M a X B r a im : Ber. üljer die wissensch. Leistungen
dann erst die folgenden die gewöhnlichen Verhältnisse zeigen {Compt.
rencl. hebd. Ac. Paris 96. 1883. pag. 862 — 866 mit Holzschn. übers, in
Ann. and mag. of nat. hist. 5 ser. vol. XI. 1883).
0. Schacko berichtet über das Vorkommen vollkommen
ausgebildeter Embryonen bei einer Rhizopode, Peneroplis
Proteus d'Orb. aus dem westindischen Meere; die letzte Kammer
enthielt 30 Embryonen, die vorletzte 26 und in den davor liegenden
keilförmigen Kammern liegen noch etwa 60 Embryonen (Sitzgsb. d.
Ges. naturf. Freunde zu Berlin 1882. pag. 130— 132\
A. (roes veröffentlicht eine grosse Arbeit „on the r eticularian
rhizopoda of the Caribean sea"; der Autor verwirft die ge-
wöhnliche Eintheilung in „vitrious" und ,,aranaceous", weil bei No-
dosaria, Globigerina und Rotalina glasige und sandige Arten vor-
kommen; auch trägt er der Variabilität der Foraminiferen dadurch
Eechnung, dass er zahlreiche Arten als Synonyme einzieht. Be-
schrieben und grösstentheils auch abgebildet werden; Lagena
3 Arten, Nadosarina radicula L. mit 3 Var., N. communis d'Orb.
mit 1 Var., N. legumen L. 1 Var., N. crepidula Ficht, u. Mall, mit
2 Var., N. calcar L., K complanata Defr. u. N. carinata d'Orb.;
Uvigerina pygmaea d'Orb., U. auberiana d'Orb., U. laevis Pack. u.
Jones, U. dimorpha P. J. ; Bulimina pupoides d'Orb., B. elonga-
tissima d'Orb., B. squamosa d'Orb., B. punctata d'Orb., B. costata
d'Orb.; Texturalia sagittula Defr., T. gibbosa d'Orb., T. pennatula
Batsch, T. trochus d'Orb , T. pupoides d'Orb., T. triquetra v. Münst.,
V a 1 V u 1 i n a triangularis d'Orb. mit 3 Formen ; C a u d e r n a nitida d'Orb. ;
Sphaeroidina bulloides d'Orb., Globigerina bulloides d'Orb., Car-
penteriabalaniformis Gray mit var. proteiformis n.; Planorb ulina
farcta F. a. M., P. ungeriana d'Orb., P. reticulata Czjz., Tinoporus
vesicularis P, u. J., P u 1 1 e n i a sphaeroidis d'Orb., Disco rbina rosacea,
D. valvulata, D. bulloides, D. Poeyi, D. berthelotiana d'Orb., D. vesicu-
laris Lam., Spirillina vivipara Ehrb., Pulvinula auricula F. u. M.,
P. repanda dto., P. elegans d'Orb., P. Menardii d'Orb., P. micheli-
niana d'Orb., Polystomella crassula Walk., P. crispa L, Hetero-
stegina depressa d'Orb., Amphistegina vulgaris d'Orb., Orbi-
culina adunca F. u. M., Cornuspira foliacea Phil., Vertebralina
conicoarticulata Batsch, Miliolina seminulum L., M. ringens Lam.,
M. planulata Lm., Trochammina incerta d'Orb., Lituolina scor-
piurus Mlrft, L. foedissima Reny. L. irregularis Rom., Hype-
rammina elougata Brady; Rhabdammina abyssorum Sars und
Jaculella acuta Brady {Kgl. Sv. Vetensk. Alcad. Uandling. Bd. XIX.
1881—84. No. 4. 151 pag. u. 12 Taf. 4»;.
Derselbe: omett oceaniskt Rhizopodum reticulatum,
Lituolina scorpiura Montf., funnet i Östersjön (in Öfvers. af kgl.
Vetensk.-Akad. Förhandl. 1881. No.8. pag. 33—35 mit Holzschn. (1882);
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 107
eine weitere Notiz desselben: über Fusulina cylindrica in
Spitzbergen hat Ref. nicht erhalten können (ibidem 1883. No. 8.
pag. 29—35. Abb.).
Die Arbeit von W. B. Carpenter: report on the specimens
of the genus Orbitolites collect by H. M. S. Challenger
1873—76 (in Rep. of the scient. results of the voy. H. M. S. Challenger.
Zoology vol. VII. P. XXI. pag. 1—48. 8 Taf. London 1883) ist Ref.
nicht zugänglich ; cf. oben die vorläufige Mittheilnng desselben Autors
und K. Moebius in: Biol Centralbl. IV. No. 21. pag. 649. 650. Das
Gleiche gilt von H. B. Brady: report on the Foraminifera
dredged by H. M. S. Challenger (ibidem vol. IX. 814 pag. 2 Krt.
u. 114 Tafeln); nach dem Referat von K. Moebius (1. c.) löst B. die
Foraminiferen in 10 Familien auf:
1. Gromidae. Hülle chitinös, imperforat, glatt oder bedeckt mit
Fremdkörpern; mit 1 oder 2 Mündungen für die langen, ver-
zweigten oder netzartig verbundenen Pseudopodien.
2. Miliolidae. Schale imperforat, kalkig, bei manchen mit Sand
inkrustirt, unter Umständen (in Trinkwasser) chitinös oder
chitinössandig, in grossen Tiefen bisweilen aus einer dünnen
homogenen Kieselhaut bestehend.
3. Astrorhizidae. Schale stets aus Fremdkörpern zusammen-
gesetzt, gewöhnlich von bedeutender Grösse und einkammerig,
oft verzweigt oder radiär, bisweilen gegliedert durch Ver-
engung der Wand, doch nie durch vollkommene Scheidewände ;
vielkammrige Formen niemals symmetrisch.
4. Lituolidae. Schale sandig, äussere Form meist regelmässig;
Kammerscheidewände oft unvollkommen, Kammern häufig
labyrinthisch; enthält viele sandige Formen, die porcellanigen
oder glasigen chomorph sind.
5. T extularidae. Schale der grösseren Arten sandig, mit oder
ohne perforate, kalkige Unterlage; kleinere Arten hyalin und
deutlich perforat. Kammern in zwei oder mehreren alter-
nirenden Reihen, spiral oder unregelmässig an einander ge-
lagert; viele Arten dimorph.
6. Chilostomellidae. Schale kalkig, vielkammerig , mit feinen
Porenkanälen. Kammern mehr oder weniger umfassend, alle
von einem Pol der Längsachse auswachsend oder abwechselnd
von beiden Polen oder spiral dreireihig.
7. Lagenidae. Schale kalkig mit sehr feinen Porenkanälen, ein-
oder vielkammrig; Kammern gradlinig, gebogen, spiralig, alter-
nirend, selten zweigartig an einander gefügt; Mündung end-
ständig, einfach oder strahlig; keine Zwischenkammermasse
und keine verzweigten Kanäle.
108 Prof. Dr. 31 a X B r au 11 : Ber. über die wissensch. Leistungen
8. Globiger inidae. Schale frei, kalkig, perforat, mit wenigen,
stark gewölbten, spiralig geordneten Kammern; eine oder
mehrere deutliche Mündungen; ohne Zwischenkammermasse
und verzweigte Kanäle; die grösseren Arten pelagisch.
9. Botalidae. Schale kalkig, perforirt, frei oder festsitzend; die
typischen Foimen spiralig und „rotalienförmig", d. h. der Art
gewimden, dass auf der Mündungsseite nur die Kammern der
letzten Windung, auf der Gegenseite aber alle Kammern
sichtbar sind; bald die eine, bald die andre Seite mehr convex;
abweichende Formen evolut, ausgebreitet, zusammengehäuft
oder unregelmässig; einige höhere Formen mit doppelten
Kammerwänden, Zwischenkammermasse und verzweigten Ka-
nälen.
10. N um ul inidae. Schale kalkig mit feinen Porenkanälen; in der
Regel frei, vielkammerig und symmetrisch spiralig; die höher
entwickelten Formen mit Zwischenkammermasse und mehr oder
weniger ausgebildetem System verzweigter Kanäle.
Unter dem Namen Keramosphaera Murrayi n. gen. n. sp. be-
schreibt H. ß, Brady eine neue Foraminifere, die vom Challenger
am 3. März 1874 in der Tiefe von 1950 Fdu. unter lat. 53" 55' S,
long. 108° 35' E erbeutet wurde; die Diagnose lautet: „Test free,
porcellanous, spherical; formed of concentric layers, each cohsisting
of a large number of chamberlets arranged more or less regularly in
Single series; chamberlets of the same layer communicating with
each other by short lateral stolons; those of the successive layers by
the pores which formed the superficial apertures of the previous
layer; aperture consisting of numerous pores, one at the margin of
outlines of the somewhat convex chamberlets of the peripheral layer,
diameter 2,5 mm". [Ann. and mag. of nat. hist. ser. 5. vol. X. 1882.
pag. 2i2—24ö. 1 Taf.).
Derselbe beschreibt aus dem Faroe-Canal „a new type of
aranacous Rhizopoda" als Syringammina fragilissima n. gen.
n. sp. „test free; consisting of a rounded mass of branching, inoscu-
lating tubes radiating from a common centre and arranged in more
or less distinct concentric tiers or layers, which are marked by the
formation at intervals of a network of lateral branches. Walls
aranaceous, composed of nearly uniform fine sand, with little or no
inorganic cement; apertures terminal, situated at the peripheral ends
of the tubes, closed in with loosely aggregated sand-graines ; colour
dark grey when wet, drying to a much lighter tint; diameter about
l'/ainch.", gefunden am 28. August 1882 in 555 Fdn. Tiefe (Proceed.
of the roy. soc. of London, vol. XXXV. 1883. pag. 155—160 m. 2 Taf.).
J. Gwyn Jeffreys zählt in seiner Arbeit: mediterr. Mollusca
and other Invertebrata folgende Foraminiferen auf: Cor-
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 w. 1883. 109
nuspira 2 Arten, Pancispirina 1, Biloculina 4, Miliolina 12, Spiro-
loculina 3, Peneroplis 1 , Orbicnlina 1 , Psammosphaera 1 , Hyperammina 3,
Jaculella 1, Rabdammina 1, Rhizammina 1, Reophax 1, Haplophrag-
mium 2, Ammodiscus 1, Webbina 1, Textularia 2, Bigenerina 1,
Clavulina 1, Bolivina 1, Nodosaria 3, Dentalina 2, Vaginulina 1,
Marginnlina 1, Cristellaria 5, Polymorphina 2, Uvigerina 1, Cllobi-
gerina 2, Orbulina 1, Sphaeroidina 1, Discorbina 1, Planorbulina 2,
Trimcatulina 2, Polytrema 1, Pulvinulina 3, Rotalia 2, Polystomella 1
und Operculina 1 {Ann. and mag. of nat. hist 5. ser. vol. XL 1883.
pag. 401).
J, Wright: a list of receut foraminifera obtained du-
ring the Belfast naturalist's Field Club's excursion to
South Donegal" (in Proceed Belf nat. F. Club. Appendix 1880/81)
ist Ref. nicht zugänglich.
Eine interessante, wahrscheinlich zu den Milioliden gehörige
Foraminiferen beschreibt Zoltan v. Roboz unter dem Namen Calci -
tuba polymorpha n. gen. n. sp. ; die Gestalt dieser porcellanigen Fora-
minifere, die auf Ulven etc. bei Triest lebt, ist so variabel, dass kaum 2
einander gleiche Exemplare gefunden werden; sie ist bald ein- bald
mehrkammrig und zeigt dann meist auch mehrere Oeffnungen zum
Durchtritt der netzförmig sich verbindenden Pseudopodien. Der Weich-
körper ist ziegelroth und füllt die Kammern nie völlig aus, sondern
ist durch Pseudopodien an die Innenfläche angeheftet ; monothalame
Exemplare sind einkernig, polythalame vielkernig {Sitzgsb. d. K. Äkad.
d. Wiss. math. naturw. Cl. 88. Bd. Wien 1883. pag. 420 - 43:3. 1 Taf.).
G.Schacko's Untersuchungen an Foraminiferen betreffen
erstens das Verhältniss der oft in Orbulinen eingeschlossenen Grlobi-
gerinen, eine Frage, die freilich nur an todtem Material zu lösen
versucht wurde; an recenten Orbulinen ergab sich, dass dieselben
viel weniger Unterschiede zeigen als ihre Einschlüsse, die Grlobi-
gerinen, bei denen in Betreff der Bestachelung, Windungsaxe, Per-
forining u. s. w. bedeutende Differenzen vorhanden sind ; der zweite
Theil betrifft Embryonen bei Peneroplis proteus (cf. oben), und
schliesslich wird gezeigt, dass wenigstens einem Theil der sogenannten
Imperforata ursprünglich Perforation zukam, die aber später ver-
schwindet {Arch. für Natur gesch. 49. Bd. 1883. pag. 428—464 m. 2 Taf.).
L. 0. Bornemann konstatirt, dass das bisher nur fossil be-
kannte Genus der Foraminiferen ,Lingulinopsis auch imMittel-
meer bei San Pietro, Sardinien vorkommt; die neue Art wird
L. carlofm-tensis genannt und näher beschrieben {sopi-a una specie
mediteiranea del genere Lingulinopsis in: Atti della Soc. Toscana di
sdenze nat. vol. VI. fasc. 1. Pisa 18S4. pag. 26—28 mit 1 Taf.).
Gr. Schacko hat 11 Sandproben aus der Nordsee untersucht und
darin neben Resten von Echinodermen , Mollusken und Ostrakodeu
auch Foraminiferen gefunden: Rotalina Beccarii L. , R. inflata
110 Prof. Dr. M a x B r a u n : Bei", über die wissenscb . Leistungen
Will., Miliolina seminuliim L. u. Non ionin a cr3iss?i Will. {Sitzgsb.
d. Ges. naturf. Freunde zu Berlin 1882. pag. 149—151).
lieber fossile Foraminiferen handeln : Wallich, note on tbe
detection of Polycystina within tbe hermetically closed cavities of
certain nodular flints (Ann. and mag. of nat. bist. 5. ser. XII. 188B.
pag. 52. 53.); Alleyne MQholsou: contribut. to micro-palaeontology;
on Stenopora Howsii etc. (ibid. pag. 285—297 mit 1 Tal); Gr. Haeuslcr:
notes on tbe Trochamminae of tbe lower malm of tbe Canton Aargau
(ibidem vol.X. 1882. pag. 49-61 mit 2 Taf. u. pag. 349); die Astror-
biziden und Lituoliden der Bimammatuszone (N. Jabrb. f. Mn. u.
G-eol. 1883. pag, 55. 2 Taf. u. Quart, journ. geol. soc. London. XXXIX.
pag. 25 — 28. 2 Taf.) ; über die neue Foraminiferengattung Tburammi-
nopsis (N. Jabrb. f. geol. Min. u. Pal. 1883. 2 Bd. pag. 68—73. 1 Taf.)
und on tbe jurass. varieties of Tburammina papillata Brady (Ann.
and mag. of nat. bist. (5) XI. pag. 262— 266. ITaf.); Rupert Jones:
Catalogue of tbe fossil Foraminifera in tbe britisb museum (I — XXIY
and. 100 pag. 8". London 1882), E. v, Dimikowski: Die Spongien,
Radiolarien und Foraminiferen der unterliassiscbeu Scbicbten vom
Scbafberg bei Salzburg (Denkscbr. d. K. k. Akad, d. Wiss. Wien.
45 Bd. 1882. mit 6 Taf.); Haeusler: note sur une zone ä Grlobigerines
dans les terrains jurass. de la Suisse (Proc. verb. de la soc. malacol.
de Belg. X. 1881. pag. 241); derselbe: notes sur les foraminiferes de
la Zone ä Ammonites transversarius (Bull, de la Soc. vaud. d. sc. nat.
(2) XVm. pag. 220— 29): A. Heilpriin: on tbe occurence of nummu-
litic deposits in Florida, and tbe assoc. of numm. witb a fresb-water
fauna (Proc. of tbe acad. of nat. sc. of Pbilad. 1882. pag. 189 - 193) ;
Terrigi: sulla fauna microscop. del calcare zancleano di Palo (Atti
accad. Line, transunt. VI. pag. 253— 256); Uhlig: Oberjurassiscbe
Foraminiferen mit agglutinirender Scbale (Neu. Jabrb. f. Min., Geol,
u. Paläont. 1882. 1. pag. 152—155); über Foraminiferen a. d. rjäsanscben
Ornatentbone (Jabrb. d. geol. Reicbsanst. Wien. Bd. XXXIII. 1883
pag. 735— 774. 3 Tal); D. F. Weinland : Ueber die in Meteoriten ent-
deckten Tbierreste (Esslingen 1882); Berthelin: siu- l'ouverture de
la Placentula partscbiana d'Orb. sp. (Bull, de la Soc. geol. de France
(3) XI. pag. 16—18, pag. 364); Claypole: On Helicopora, a new spiral
genus of Nortb-amer. Fenestellids (Quart, journ. geol. Soc. 1883);
Harpe: Monographie der in Aegypten und der libyscben AYüste vor-
kommenden Nummuliten (Palaeonto-Grapbica XXX. 1. Abtb. pag. 155
bis 218 mit 6 Tal); W. Keeping: one some remains of plants, fora-
minifera and annelida in tbe Silurian rocks of Central- Wales (Geol.
Mag. IX. 1882. pag. 485 mit 1 Tal); Munier-Chalmas : Cbaracteres
des Miliolidae, sur le genre Barroisia (Bull, de la Soc. geol. de France
(3) X. 1883. pag 424); €r. E.Patrick: protozoan remains in Kansas
cbalk (Trans. Kansas Acad. VIII. pag. 26) ; C. Schlumberger : remarks
upon a species of Cristellaria rotulata (Journ. Cincinn. soc. N. H. V.
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. ] 1 1
pag. 119), derselbe: note sur le genre Cuneolina (Bull, de la Soc.
geol. de France (3) XI. pag. 272); sur le ßiloculina depressa d'Orb.
C. R. Ass. franc. avanc. des scienc. Congres de Ronen 1883) sur un
nouveau Pentellina (ibidem Rochellc 1882) note sur quelques Fo-
raminif. nouv. ou peu connus (Feuille jenn. natur. 1883. pag. 21. 2 Taf.);
C. Schwager: Foraminiferen aus den Eocenablagerungen der libyschen
Wüste u, Aegyptens (Palaeontographica. 30. Bd. 1 Abth. pag. 79 — 154);
0. Terqueiu: les foraminif. de Teocene des environs de Paris (Mein,
de la soc. geol. de France (3) 11. mit 20 Taf.), derselbe: observ sur
une commun. de Mr. Munier-Chalmas (Bull, de la Soc. geol. de France
(3) XI. pag. 13—14), derselbe : sur un nouv. genre de Foraminif. du
Fuller's earth de la Moselle (ibidem pag. 37—39), derselbe : note sur
la commun. de Mr. Berthelin (ibid. pag. 39-42); Gr. Yutskits: Von
den Nummuliten überhaupt mit bes. Berücks. d. siebenbürg. Nummu-
liten (Klausenb. 1883. 2 Taf. ungar.); M. C. Cooke: estimation ofthe
numbers of Foraminifera in Chalk (Journ. Quekett micr. Club (2) I.
1883. pag. 149 — 151); 0. Seguenza: stud. geolog. e paleontol. sul
cretaceo medio dell' Italia meridionale (Atti Acad. Lincei Mem. (3)
vol. XII. 1882. pag. 65—124. 21 Taf.).
lieber die Resultate mehrjähriger Untersuchungen der Süss-
wasser-Rhizopoden Böhmen's berichtet K. J. Taranek; be-
züglich der geographischen Verbreitung der Rhizopoden in Böhmen
theilt er die untersuchten Lokalitäten in 5 Kategorien: 1. fliessende
G-ewässer mit Ar cell a vulgaris, Difflugia globulosa, pyriformis,
und acumiuata, Centropyxis aculeata, Hyalosphenia cuneata,
Euglypha minor u. alveolata, Trinema enchelys; 2, Stehende und
langsam fliessende Gewässer mit (ausser den schon genannten)
Difflugia Corona u. lobostoma, Lecquereusia spiralis, Arcella
vulgaris, Cochliopodium bilimbosum, Pamphagus mutabilis und
hyalinus, Pseudo difflugia gracilis etc.; 3. Torfmoore: sie ent-
halten eine reiche Rhizopodenfauna, specifisch sind: Lecquereusia
spiralis, Hyalosphenia papilio u. tur facta n. sp., Euglypha ci-
liata, cristata, seminulum u gracilis, Gyphoderia ampulla, N e b e 1 a
collaris, hohemica n. sp , bursella, carinata, hippocrepis u. americana
n. sp., Corythion duhium n. gen. n. sp., Heleopera petricola; 4. torf-
artige Pfützen und tiefe Wassertümpel im Gebirge bis
3000': mit Arcella vulgaris u. dentata, Difflugia globulosa, acu-
miuata, pyi'iformis u. arcula, Centropyxis ecornis, Nebela bo-
hemica u. bursella, Sphenoderia lenta, Cyphoderia ampulla etc.
5. Brunnenwasser (von Vejdowsky untersucht, cf. diesen). Im ganzen
sind 42 Arten, deren Verbreitung und Häufigkeit in einer besonderen
Tabelle dargestellt wird, untersucht worden. Das neue Genus Co-
rythion wird charakterisirt: „Schale breit eiförmig, in der Gestalt
der des Trinema enchelys sehr ähnlich, mit einer subterminalen, an
der mehr oder weniger flachen Unterseite der Schale gelegenen
] ] 2 Prof. Dr. M a X B r a ii n : Ber. über die wissensch. Leistungen
Pseudopodienöffnung; Struktur und Bau der Schale wie bei den
Nebeliden". {Beitr. z. Kenntn. d. Süsswasserrhizop. Böhmens
in Sitzgsb. d. K. Böhm. Ges. d. Wiss. 1881. 15pag.).
K. J. Taränek fasst unter dem Namen Nehelidae n. fam. eine
Anzahl beschälter, monostomer Rhizopoden zusammen, deren birn-
oder flaschenförmige , in den meisten Fällen seitlich comprimirte
Schale ein reines Secretionsprodukt darstellt; die Schale ist
chitinoid, farblos, selten gelblich, braun oder violett gefärbt, mit
runden, ovalen, vier- bis vielkantigen und mannigfaltig geformten
kieseligen Platten und Körpereben bedeckt, weichein die chitinöse
Grundsubstanz eingebettet sind; die rundliche, öfters ovale Pseudo-
podienöifnung liegt meist tenninal, selten subterminal oder seitlich
am Ende eines gebogenen halsartigen Schalenanhanges; an der
Schalenobei-fläche treten häufig verschiedene chitinöse oder kiesel-
haltige Anhänge in Form von Kielen, dicken konischen Stacheln
oder feinen Härchen etc. auf. Der Sa r kodekör per füllt nur
selten den ganzen Schalenraum aus, meist nur die vordere Hälfte
oder zwei Dritttheile derselben; mittelst Pseudopodien (Epipodien) hält
er sich an der inneren Schalenfläche fest. Ecto- und Endosark sind
meist differenzirt, der Kern verhältnissmässig gross, in dem hintern
Körperabschnitt. Die Zahl der contraktilen Vacuolen beträgt 1 — 3,
die Pseudopodien sind dick und „fingerförmig verästelt". Die Ne-
beliden leben meistens in den Gewässern der Torfmoore Va — 1 "^tr.
tief. Zu denselben rechnet Taränek 1. Nebela Leidy, 2. Heliopora
Leidy, 3. Corythion n. gen., 4. QuadrulaF. E. Schulze u. 5. Lecque-
reusia Schlumb. Nebela ist in 10 Arten, darunter hohemica n. sp. u.
americana n. sp., die übrigen Gattungen mit je einer Art in Böhmen
vertreten. Corythion n. gen. ist nur auf Schalen gegründet, das
Thier ist noch unbekannt, cf. oben! {Monographie d. Nebeliden
Böhmen' s in: Ahhl. d. K. höhm. Ges. d. Wiss. VI F. 11. Bd. 1882.
60pag. 4". und 5 Taf.).
Im Bassin des Versuchsgartens zu Hamma bei Algier fand
E. Maupas die von Claparede und Lachmann beschriebene Lie b er-
kühn ia (= Gromia paludosa Cienk.); die durchsichtige, dieses
Rhizopod bekleidende Haut kann nicht als Schale im gewöhnlichen
Sinne betrachtet werden, da sie alle Formveränderungen des Körpers
mitmacht und sich auch theilt, sie ist nur ein eigenthümlich um-
gewandeltes Ectosarc. Die Pseudopodien können bis auf das 20 fache
des Körperdurchmessers ausgestreckt werden und obgleich die Be-
wegungen dieses Thieres sehr langsam sind, geht die Körnchen-
strömung doch ungemein rasch von Statten. Die Nahrungsaufnahme
wird ausführlich beschrieben. Das Protoplasma enthält zahlreiche
Vacuolen, die alle contraktil sind; es enthält ferner eine grosse
Zahl kugliger 0,004mm. grosser Kerne; die Vermehrung geschieht
durch Theilung in zwei, selbst auch in 3 Theile {Compt. rend. hebd.
in der Naturgesch. d. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. 113
Äc. Paris. 95. 1882. pag. 191 — 194; übers, in Ann. and mag. of nat.
hist. 5. ser. X. pag. 410—413.
Ueber Arceila in Trinidad cf. Keiincl (Arb. a. d. zool. Inst.
Wiirzb. 1883).
F. Vcjdovsky beschreibt ans den Brunnen Prag's als neue
Dactylosphaerium phalera n. sp., Pamphag us Dittrichii n. sp.,
Difflugia Leidyana n. sp. {Thier. Organismen der Brunnen-
tvässer von Prag. 1832.
Einen in einem Seewasseraquarium des zool. Instituts in Frei-
burg entdeckten Rhizopoden belegt A. Gruber mit dem Namen Pa-
chymyxa hystrix N. gen. n. sp.; die bis 0,6mm. gross werdenden,
bräunlichen Thiere besitzen eine porentragende, aus kleinen Stäbchen
zusammengesetzte Schale, aus deren Poren hyaline, unverästelte
Pseudopodien hervortreten, die wohl nur zur Nahrungsaufnahme
dienen. Das Protoplasma ist äusserst zäh und dick, die Form-
veränderungen des Körpers, an denen auch die Stachelhülle Theil
nimmt, vollziehen sich daher sehr langsam. Durch Reagentien lässt
sich constatiren, dass die Stäbchen auf einer feineu Cuticulaartigen
Protoplasmaschicht aufsitzen, von der die Pseudopodien abtreten; im
Protoplasma trifft man zahlreiche, in Karmin sich intensiv färbende
Körperchen, wohl die Kerne. Die Fortpflanzung geschieht durch
Theilung, vielleicht auch durch Schwärmerbildung ; die systematische
Stellung, ob Foraminiferen oder amöbenartiger Rhizopod, ist nach
Gruber unsicher. Ebenda fand Gr. noch eine 0,03 — 0,04 mm. grosse
Amoebe, die sich ein napfförmiges , bräunliches Gehäuse baut
= A. obtelan. sp. [Untersuchungen über einige Protozoen in:
Zeitsch. f. wiss. Zool. 38. Bd. 1883. pag. 46—56. mit Taf. II.
In einem Nachtrage (ibidem pag. 330) vnrd berichtigt, dass die
Pachymyxa hystrix bereits von A. Schneider unter dem Namen
Trichosphaerium Sieboldii beschrieben ist.
Nuda.
Ueber die allgemeinen Resultate der Untersuchungen von
A. Brass ist bereits in dem J.-B. über freilebende Würmer 1882/83
(pag. 713) berichtet worden; das Hauptuntersuchungsobjekt waren
neben Bakterien die Rhizopoden und von diesen besonders die
„nackten Moneren u. Amöben" des süssen Wassers; leider
werden nur wenige Formen diagnosticirt oder wenigstens so be-
schrieben, dass sie von Anderen wieder erkannt werden können;
auch ist die Art, wie der Autor seine Funde kontrolirt hat, nicht
die allgemein übliche, denn die vorhandene Litteratur wird so gut
wie gar nicht benützt, vielleicht kommt dies noch in späteren
Arch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. IL Bd. 3. H. JJ
114 Prof. Dr. M a x B r a n n : Ber. über die wissensch. Leistungen
Lieferuugeu ! Was die Resultate anlaugt, so werden den Moneren
dieselben Schichten im Protoplasma zugeschrieben, wie anderen
Protozoen und den Zellen überhaupt (cf. J.-B. 1. c. pag. 713), bei
einigen ist ein Kern beobachtet worden, er wird demnach allen
Moneren zugesprochen ! Zu den Amoeben werden nur solche Formen
gerechnet, welche sowohl vorübergehende Dauer- und Ruhestadien,
als auch Sporen oder Schwärmer zu bilden vermögen; die Ruhe-
stadien gehen unter Bildung einer dünnen Cystenwand einher und
bei den Dauerstadien bilden sich zwei Hüllen ; während der letzteren
gehen eigenthümliche Veränderungen im Plasma und im Kern einher,
es bildet sich schliesslich ein „Fortpflanzungsplasma", das
schalenartig den centralen Theil des Plasma's umlagert und diesen
allmählich bis auf kleine Reste aufbraucht; an der Peripherie ent-
wickeln sich nun die Schwärmer, die schliesslich ausschlüpfen, eine
Zeit lang mit 1 oder 2 Greissein versehen sind und dann Amoeben-
form annehmen: „Parasitirende Amoeben" d. h. Vampyrella machen
dieselben Phasen mit gewissen Modifikationen durch (Biol. Studien;
erster Tlieil: die Organisation d. thier. Zelle; 1. Hft. 1883. m. 4 Taf.).
Der Kern von Amoeba proteus = princeps besteht nach
Grruber aus einer sehr feinen, aber deutlichen Kernmembran, der
nach innen eine Schicht dicht aneinander gelagerter Körnchen folgt,
während im Centrum ein grosser, körniger Körper liegt, der seiner
Tinktionsfähigkeit nach als Nucleolus zu betrachten ist. Bei den
rasch verlaufenden Theil ungen zerfällt nun zuerst dieser Nucleolus
in zwei halbkuglige Hälften, die hierauf etwas auseinander rücken.
In diesem Zwischenraum lagern sich nun die Körnchen, die Rinden-
schicht der neuen Kerne ein, die sich zuerst an der Peripherie und
dann auch im Centnim trennen. Aehnlich verläuft die Kerntheilung
bei einer nicht näher bestimmten Amoebe, doch sind hier merk-
vnirdigerweise die beiden Theilstücke des Nucleolus meistens ein-
ander ungleich. (lieber Kerntheilungsvorgänge bei einigen Protozoen
in Zeitschr. f. wissensch. Zool. 38. Bd. 1883. pag. 382— 389. Taf. XIX.
Fig. 9—20).
A.Grubcr's Arbeit über Amoeben (cf. J.-B. 1880/81. pag. 294)
ist in engl. Uebersetzung erschienen (Ann. and mag. of nat. bist,
ser. V. vol. IX. 1882. pag. 106—116 mit 1 Taf.).
Derselbe hält seine Angaben über die Natur kernähnlicher
Bildungen bei Amoeba proteus (Kerne) gegenüber Brandt, der sie
für „sekundäre Zellkerne" oder „Embryonalzellen, Fortpflanzungs-
körper" hält, aufrecht [Biol. CentralU. III. 1883;84. pag. 54:2—43).
P. Geddes sieht Chlamydomyxa labyrinthuloides Arch.
als eine degenerirte Form von Algen (Palmellaceen) an und wünscht
sie zum Vertreter einer besonderen Ordnung erhoben zu sehen. Der
Verf. beobachtete sich mit einer Cellulosehülle umgebende Zustände
in der Natiirgescli. tl. Protozoen in den Jahren 1882 u. 1883. ] 15
in Sphagnum, die aber trotz ihrer geschichteten Hülle anaoeboide
Bewegungen vollführen {Quart. Journ. micr. sc. XXII. 1882, pag. 30
bis 34. 1 Taf.).
R. Arndt bespricht den Einfluss einer dünnen Kalilösung
auf Amoeba porrecta, die durch die Form A. radiosa in verrucosa
und schliesslich in gTittula übergeht [Mitth. d. naturw. Ver. für
Neu-Voriiommern u. Bügen. XIII. pag. 106 — 109).
Eine der Amoeba limax Duj. sehr nahestehende, höchstwahr-
scheinlich mit ihr identische Form ist nach den Untersuchungen
von Y.Fayod ein Entwicklungsstadium eines Myxomyceten,
der Gruttulina p^-otea n. sp. benannt wird ; 1 — 3 mm. hohe, gelblich-
weisse Häufchen auf Pferde- und Kuhmistkulturen zerfallen in
Wasser in bohnenförmige Sporen, aus denen im Mistdekokt bald je
ein Schwärmer in Gestalt der Amoeba limax auskriecht; die kleinen
Myxamoeben theilen sich und bilden auch unter geeigneten Um-
ständen jene Sporenhaufen, unter anderen encystiren sie sich (Botan.
Zeit. 41. Jahrg. 1883. pag. 169—177 mit 1 Taf.).
G. B. Grassi's „contribuzione allo studio delle Amibe"
betreffen Amoeba sagittae n. sp. und A. pigmentifera n. sp. aus Sa-
gitta enflata, S. bipunctata, S. serratodentata u. Spadella cephaloptera
in Messina; die erwachsenen Amöben speciell der zweiten Art ver-
lieren — zum Theil nach einer Coujugation zwischen zwei oder
mehreren Exemplaren — ihre Beweglichkeit, und bilden ihr Ecto-
plasma zu einer Cystenmembran um, während das Endoplasma in
0,003mm. grosse Sporen zerfällt. Werden diese frei, so wachsen
sie auf das Doppelte ihrer ursprünglichen Grösse an, entwickeln eine
Geissei und schwärmen umher (Rendic. reale istit. lomhard. di sc. e lett.
sei'. II. vol. XIV. 1881. pag. 353—56).
Amoeba coli Loesch ist nach Orassi beim Menschen in Ro-
vellasca, Messina, Pavia und Mailand recht häufig, namentlich in
diarrhoischen Stühlen; 24 Stdn. nach der Entleerung ist dieser Pa-
rasit nicht mehr auffindbar; die Grössenverhältnisse schwanken
zwischen 0,008— 0,022 mm., die des Kernes zwischen 0,0022 — 0,0055 mm.,
Erwärmung auf 38—40" beschleunigt nicht merklich die Bewegungen.
Des Weiteren berichtet der Autor über A. muris Gr., A. ra-
narum i?) Gr., A. blattae Bütschli und zwei neue Amoeben aus
Chaetognathen [l. c. Arch. ital. de Biol. IL 1882. pag. 428—438).
Anhang.
H. Fol untersuchte von Neuem Sticholon che zanclea Hertw.
die er bei Villefranche fand; er will hierauf eine neue Ordnung
der Rhizopoden gründen: Taxopoda n. ord. „animale sarcodaire
H*
116 Prof. Dr. MaxBraun: Ber . über die wissensch . Leistungen etc.
muui de pseudopopodes permaueuts, peu retractiles, terraines en pointe,
form6s de sarcode homogene et refringent; entoure d'une enveloppe
membraneuse, qui peut porter des piquants, possedant un corps
nucleiforme a membrane epaisse, qui sert de point d'insertion aux
pseudopodes; pas de vacuole contractile. pas d'enveloppe gelatineuse,
pas de sarcode spumeux"; einzige Gattung Sticholonche : pseudo-
podes sur quatre rangs, corps nucleiforme courbe en forme de ha-
ricot; enveloppe membraneuse formee de fibres tubulaires croisees;
piquants en forme d'epingles et de sabres, disposes en groupes di-
vergents" [Mem. de VInstitut natmial tom. XV. 1883. 31pag. 4".
:S Tafeln).
Bericht
über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883*).
Von
Prof. Dr. Max Braun
in Rostock i. M.
A. Anatomie und Entwicklung.
Die Arbeit Ch, Julin's „sur l'organisation des
Ascidies simples'' betrifft in erster Linie das von Hancock
entdeckte und von Ussow als Drüse erkannte Organ,
welches unter dem Hirnganglion liegt; der Autor
unterscheidet an den Ascidien eine Bauchseite ent-
sprechend dem Endostyl (gouttiere hypobranchiale) , eine
Rückenseite zwischen den beiden Oeffnungen, eine vordere
oder Mundöffnung und eine hintere oder Cloakenöffnung.
Gegenüber den bisher gebräuchlichen Namen für die im
Kiemensack vorhandenen Organe werden wieder neue auf-
gestellt, was jedenfalls nicht zur Vereinfachung dient. Nach
einer eingehenden Beschreibung des Ganghons, der Drüse,
der Flimmergrube, stellt der Autor selbst seine allgemeinen
Ergebnisse zusammen: 1. Die Eingangsöffnung ist homolog
dem Munde der Wirbelthiere, liegt also vorn, 2. die Mund-
region wird nach hinten durch das ,,bouiTelet pericoronal"
begrenzt, auf dem die Tentakel stehen ; 3. die Pericoronal-
falte ist von 2 halbkreisförmigen Pericoronalfurchen gefolgt,
*) Die von Troschel im Bericht für 1881 nicht angefühlten
Arbeiten sind hier mit berücksichtigt, so weit Ref. dieselben erhalten
konnte.
118 Prof. Dr, M a x B r a u u : Ber. über die wissensch. Leistungen
deren Enden einander zugekehrt sind; 4. die Dorsalralipe
trägt die „Epibranchialrinne" ; 5. weder Hypobranchial-,
nocli Epibranchial-, noch Pericoronahinne stehen in direkter
Verbindung; 6. das Ganglion besteht peripher nur aus
Ganglienzellen, central nur aus Nervenfasern; 7. bei einigen
Arten kommen noch im Bindegewebe zerstreut Ganglien-
zellen vor; 8. bei den x\scidien existirt ein Organ, das als
homolog der Hypophysis der Wirbelthiere zu betrachten ist,
es hegt unmittelbar unter dem Hirn, hat drüsige Struktur
und besitzt einen in der Flimmergrube sich öffnenden Aus-
führgang; 9. dieses Flimmerorgan besitzt keine Nerven,
keine Sinnesepithelien und kann daher nicht als Geruchs-
organ angesehen werden! Zum Schluss werden in einer
Tabelle die verschiedenen von den Autoren gebrauchten
Benennungen derselben Theile zusammengestellt (A7\'h. de
Biol. tom. IL 1881, pag. 59—126. mit 4 Taf).
In einer zweiten Mittheilung desselben wird zuerst
die vermeintliche Hypophysis bei Ascidia compressa und
dann bei Phallusia mammillata besprochen; bei letzterer
Art ist bemerkenswerth , dass an dem Ausführungsgang
der Drüse zahlreiche Aestchen ansitzen, die zum Theil
blind enden, zum Theil in schön ausgebildete Trichter
übergehen, die in der Peribranchialhöhle offen ausmünden ;
offenbar nimmt die Zahl der Trichter mit dem Wachsthum
des Thieres zu (bis über 500), während die Drüse sich
verkleinert. Der abweichende Bau wird als ein sekundärer
Erwerb betrachtet und auch hier dem ganzen ,,appareil
hypophysaire'^ excretorische Funktion zugeschrieben;
das Excret soll durch die Trichter in den Peribranchial-
raum gelangen, wie bei anderen Arten durch den im
Flimmerorgan mündenden Gang in die Mundhöhle und
schliesslich mit dem verbrauchten Wasser durch den Cloa-
kensipho nach aussen. Mit Recht wird hervorgehoben,
dass die übrigens nur zum Theil beobachtete Entwicklung
dieser Hypophysis von der andrer Drüsen abweicht; auch
ist zu bemerken, dass die Gilien in den Trichtern stets
nach innen gerichtet gefunden werden (ibidem pag. 211
i. d. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883. 119
bis 232. mit 1 Taf. cf. auch Bull, de VAcad. roy. de Belg.
(3) I. 1881 u. Ar eh. de Zool. exper. et gen. tom. X. notes).
E. V. Beneden giebt eine Mittheiliing über diese Arbeiten
(Bull, de FAcad. roy. de Belg. (3). iom. I. No. 6. 1881).
Derselbe beantwortet die Frage: „existe-t-il un
Coelome chez les Ascidiens"? auf Grund von ent-
wicklungsgeschichtlichen Untersuchungen an Phallusia men-
tula, Ph. mammillata, Ciona intestinalis, Perophora Listeri
und Clavellina Rissoana dahin, dass auf einem frühen
Stadium die Ascidien echte Enterocoelier im Sinne
Hertwig's sind; späterhin verschwindet dieses Enterocoel
und bildet sich zu einem Mesenchym um (sekundäres M.
im Gegensatz zum primären der Coelenteraten) ; aus dem
Mesoderm gehen hervor die Blutkörperchen, Bindegewebe,
Muskeln, Perikard und Gesclilechtsorgane ; ein Gegensatz
zwischen Mesoderm und Mesenchym, wie es die Hertwig's
statuiren, besteht nicht (Zool. Anz. 1881. pag. 31 ö — 318
u. Compt. rend. Ac. Paris. 92. 1881. I. pag. 1238—1240).
L. Roule wendet sich zum Theil gegen die Angaben
von E. V. Beneden, Julien und Herdman, dass die „gl an de
hypoganglionnaire" functionell ein Excretionsorgan
sei; wenn ihm auch eine sekretorische Funktion dieses
Organs seiir wahrscheinHch ist, so will er das definitive
Urtheil doch verschoben wissen, bis die Entwicklung
desselben klar vorliege {Compt. rend. Ac. Paris. 1883. IL
pag. 864—866).
Eine Notiz von W. A. Herdman: ,,olfactory tu-
ber cle ofsimpleAscidiae hat Ref. nicht gesehen (Proc.
roy. soc. Edinb. XL 1881); in einer anderen Mittheilung
spricht sich derselbe dahin aus, dass die Wimpergrube
(olfactory tubercle) doch ein Sinnesorgan sei, weil sie
Sinneszellen trage; die sogenannte Nervendrüse, H}^o-
physis hat bei Ascidia mamillata ihre primäre offene Ver-
bindung bis zur Wimpergrube verloren, sie mündet nur
durch die Trichter in den Peribranchialraum ; Verf. hält
die Nervendrüse für ein Excretionsorgan und homolog der
120 Prof- Dr. Max Braun: Ber. über die wissensch. Leistungen
Hypophysis der Wirbeltliiere, die ursprünglicli auch ex-
cretorische Funktion besessen, aber schon längst ihren
j^usfiihrungsgang wie Asc. mamillata verloren haben soll;
ihre Verbindung mit einem Sinnesorgan ist sekundär (Na-
ture. 38. Bd. 1883. pag. 284—286).
Nach L. Roule kann man bei Ciona intestinalis
di-ei Hauptrichtungen im Blutstrom unterscheiden, einen
vom Herzen zu den Eingeweiden, einen von da zu den
Kiemen und einen von da zum Herzen; der Mantel, der
nach Roule nur Mesoderm ist, aussen bedeckt mit einer
Ectodermhaut, innen mit dem Peritoneum und einem be-
sonderen Epithel, erhält kleine Gefässe von allen Organen,
mit dem er in Verbindung steht. Das Herz ist nur an
einer Stelle mit dem Perikard verlöthet; letzteres, ganz
von den Eingeweiden in der Leibeshöhle umgeben, besitzt
ein Mesenterium und zeigt keine Conmiunikation mit
dem Herzen. Das Blut enthält dreierlei Körperchen; die
Kieme ist nur ein Netz von Blutgefässen mit dünnen
Wandungen. Trotzdem den Gefässen ein Endothelium
zugeschrieben wird, sollen sie doch nicht Gefässe im
gewöhnlichen Sinne des Wortes sein, weil ihnen eine
Muscularis fehlt, es sind nur Lakunen im Bindegewebe
mit bestimmten Wänden ! (s ur la hranchie et V app a r e i l
circulatoire de la Ciona intestinalis in: Cowpt. rend.
Ac. Paris. 1882. I. pag. 1662— 6 i).
Aus der Darstellung von L. Roule über die Ge-
schlechtsorgane von Ciona intestinalis ist er-
wähnenswerth, dass Samen- und Eileiter an demselben
Punkte in der Cloake ausmünden, so wie dass der Samen-
leiter ausser einer lokalen Erweiterung seines Lumens vorn
noch etwa 10 — 15 Divertikel trägt, von denen jedes an
seiner Spitze eine Oeffnung zum Durchtritt des Sperma
hat; in der Umgebung dieser Divertikel liegen 2—3 Schichten
von orangerothen Zellen, welche Concremente, bestehend aus
Harnsäure, Oxal- und Phosphorsäureverbindungen (wahr-
scheinlich Kalk), enthalten {Compt. rend. Ac. Paris. 1882.
I. pag. 1726—1729).
i. d. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883. 121
Die Notiz von L. Roule: „sur l'histologie de la
Ciona intestinalis'* betrifft die Struktur der Muskeln,
das Endothel, Struktur des Ganglion und der zugehörigen
Drüse, sowie des Endostyls und des Darmes (Compt. re?id.
Ac. Paris. 1882. II. pag. iö—il).
Eine grosse Anzahl von Arbeit behandeln Eibildung
und Entstehung der Testazellen bei Ascidien; so hat
Ad. Sabatier die Eibildung bei einfachen und zusammen-
gesetzten Ascidien der Umgebung von Cette untersucht;
das Ovarium besteht Anfangs aus einer hellen Protoplasma-
masse mit zahlreichen Kernen (Mesoderm); Abschnitte der-
selben bilden den Kern des künftigen Eies, um den dann
eine ungefärbte Protoplasmaschicht auftritt, die sich mit
einer sehr zarten Membran umgiebt. Aus dem Eidotter
entstehen nun zellige Elemente (Testazellen), welche sich
oberflächlich anlegen und nach innen eine zweite, dickere
Membran abscheiden; in anderen Fällen verhärten diese
Zellen und bilden selbst eine dicke Eihülle ( Compf. rend.
Ac. Paris. 1883. I pag. 799-801).
Auch L. Roule hat die Frage der Eibildung bei
Phallusiaden, speziell bei Ciona intestinalis studirt;
das Ovarium ist ein Flechtwerk von Bindegewebe, welches
mit Endothel ausgekleidete Hohlräume und in diesen Eier
in verschiedenen Entwicklungsstadien einschliesst ; die Ei-
zellen entstehen von den Endothelzellen. Was die Genese
der Eihüllen und Testazellen anlangt, so bestätigen die
Angaben Roule's die Funde Fol's, Sabatier's und Semper's
{Comjit. rend. Ac. Paris. 1883. L pag. 1069—1072).
H. Fol weist auf seine älteren Beobachtungen hin und
pubhcirt die Resultate neuer, über viele Arten ausgedehnter
Untersuchungen, die in manchen Punkten von den An-
gaben andrer Autoren abw^eichen; ihm scheinen die
Follikelzellen genetisch vollkommen homolog den Sper-
matoblasten oder den Samenmutterzellen; auch weist
der Autor auf das Vorkommen analoger Erscheinungen
(endogene Zellbildung unter Betheiligung des Kerns im Ei)
bei Wirbelthieren hin ( Compf. rend. Ac. Paris 1883. pg. 1591
1 22 Prof. Dr. M a x B r a u ii : Ber. über die wissensch . Leistungen
bis 1594; ef. auch Recueil zool. suwse. L 1883. pag. 91 — 160.
mit 2 Taf,).
A. Sabatier, dessen ausführliche Mittheilung unter-
dessen in der Revue des sciences naturelles de
Montpellier (mars 1883. vol. XL (3)tom. II. pag. 348 bis
405, mit Tafeln) erschienen ist, entgegnet, dass er trotz
aller sorgfältigen Untersuchung weder eine Betheiligung
des Keimbläschens noch des Keimfleckes an der Bildung
der Kerne der im Eidotter entstehenden Zellen sehen
konnte; bei Fischen, Amphibien und Säugern Aehnliches
findend entwickelt er seine Theorie von der geschlechtlichen
Differenzirung der Zeugungsstoffe (Compt. rend. Ac. Paris
1883. I. pag. 1804—1806).
J. Play fair Mc. Murrich hält das Hervortreten der
Testazellen im Ei der Ascidien für das Resultat
der Contraktion des Dotters; legt man reife Eier von
Ascidia amphora und Cynthia ocellata, die einen in See-
wasser, die andern in Essig, Pikrinsäure und Osmiumsäure,
so bemerkt man, dass sich im ersteren Falle die Testa-
zellen im Innern des Dotters bilden und an die Oberfläche
treten, in anderen entstehen sie zwar auch, aber sie bleiben
im Dotter, wenn es sich um Pikrinsäure handelt; bei Be-
handlung mit Osmiumsäure tritt keine Veränderung ein;
folglich hängt die Bildung von den durch die angewendeten
Reagentien hervorgerufenen Contraktionen des Dotters ab,
was noch dadurch bewiesen wird, dass sehr verdünnte
Pikrinsäure einen Theil der Testazellen an die Oberfläche
des Dotters treten lässt {John Hopkins Univ., stud.from the
hiol. Lahor ato7'y 1882. Ref. in Ar eh. de zool. exper. et gen.
X. 1882. notes pag. LXII — LXIV. cf. auch note 07i the
funciion of the yJest-ceUs^^ in Ascidian ova in Zool. Anz.1882.
356—57).
A. Giard beobachtete die Entwicklung von Litho-
nephria eugyranda Lac. Duth. in Wimereux; die Gra-
nulosazellen dringen von aussen d. h. von den Follikel-
zeUen oder selbst einer anderen Stelle des Ovariums in
den Dotter ein, theilen sich hier und gelangen dann all-
i. d. Naturgesch. d. Ascidien während d, Jahre 1882 u. 1883. 123
mählich durch Contraktionen des Dotters an die Oberfläche
der Eizelle; durch Reagentien wird das Auswandern der
Granulosazellen beschleunigt. Die Eier der unter-
suchten Art haben einen orange gefärbten, grossen Nahrungs-
dotter; die Furchung ist inaequal, so dass z. B. 4 gefärbte,
grosse Entoderinzellen auf einem gewissen Stadium (VIII)
existiren, die kappenartig von 4 kleinen Entodermzellen
bedeckt werden. Auf einem späteren Stadium ist die bi-
laterale Symmetrie des Erwachsenen bereits ausgebildet;
am Nahrungspol sieht man 2 grosse und 4 kleine Ento-
dermzellen, an der Basis der ersteren 6 Mesodermzellen
einen Halbkreis bildend, und am entgegengesetzten Pole
liegen in bestimmter Anordnung 20 Ectodermzellen ; die
Mesodermzellen entstehen vom Entoderm und bilden ehie
rudimentäre Chorda; später entsteht ein Enterocoel, aus
dem der Blutgefässapparat und die eigentlichen Serosae
hervorgehen, während das primäre ,, solide" Mesoderm
Binde- und Muskelgewebe bildet (s u r l * e m bryoge nie des
Ascidies du genre Lithonephina in Compt. rend. Ac.
Paris. 92. 1881. I. pag. 1350—1352).
J. S. Kingsley hat einige Stadien der Entwicklung
von Molgula manhattensis de Kay untersucht; die
Furchung ist eine inaequale, von Seiten der kleineren
protoplasmareichen Zellen findet sehr bald eine Umwachsung
der an Zahl geringeren, grösseren Zellen statt; es ent-
wickelt sich schliesslich eine von den typischen Ascidien-
larven kaum abweichende Larve, deren weitere Entwicklung
wenigstens bis zum Beginn des Schwundes des Larven-
schwanzes beobachtet wurde (some points in (he de-
velopm. of Molg. manh.in Proc. of the Boston soc. of not.
hist. vol. XXI. pag. 441—451. mit 1 Taf. Boston 1883).
Eine Mittheilung von AL Heath: on the stinct. of
the polycarpa and the endoc. in the Tunicata hat
Ref nicht erhalten können (paper read bef. the lit. and phil.
soc. Liverpool during its 72 sess. 9 pag. 4 Taf.).
Oswald Seeliger verfolgte die Eibildung und Knos-
pung von Clavelina lepadiformis; die Anlage des
1 24 Prof. Dr. Max Braun : Ber. über die wissensch. Leistungen
Ovariums geht von freien Mesoderinzellen (Blutkörperchen)
aus, welche sich aus den seithchen vom Entoderm
stammenden Mesodermstreifen des Emhryos resp. aus dem
eingezogenen Larvenschwanz ableiten lassen. Die Elemente
sind sehr klein und die werdenden Eier zeichnen sich
durch die Grösse ihres Kerns aus; sie nehmen wahr-
scheinlich benachbarte Zellen zu ihrer eigenen Vergrösserung
in sich auf, während andre sich zu flachen Follikelzellen
umbilden, deren Zellgrenzen schHesslich verschwinden.
Während nun das Ei bedeutend wächst, wandern in das-
selbe von den Follikelzellen her zellige Elemente
ein, bewegen sich hier amoeboid, wachsen und theilen sich,
werden aber schliesslich aufgezehrt. Die Eier gelangen
nun in den Perithorakalraum und die verschmolzenen
Follikelzellen sollen sich nun "\vieder abgrenzen. Die jetzt
beginnende Entwicklung des Embryo wurde nicht genauer
verfolgt.
An den verästelten Stolonen des Mutterthieres zeigt
sich die erste Anlage der Knospe als eine zweischichtige
Blase, deren innere Schicht sich in 2 Blasen von ungleicher
Grösse theilt, die grössere ist die Anlage des Darmrohres,
die kleinere des Peribranchialrohres ; ersteres wächst rasch
in die Länge, während die zweite Blase sich abflacht und
mit einer Wand sich dicht an den oberen Theil des Darm-
rohres anlegt. Das Darmrohr gliedert sich in einen dor-
salen, zum Darm-Kiemensack bestimmten und einen ventralen
Theil; letzterer ist das Perikardialrohr, in dem durch
Einstülpung das Herzrohr entsteht; beide Darmblasen-
theile trennen sich bald und entwickeln sich weiter. Die
Peribranchialblase umwächst allmähhch den Kiemendarm
und es erfolgt die Bildung der Kiemenspalten. Die Herkunft
des Nervenrohres blieb dunkel, ebenso die Entwicklung
der nicht mit vollem Recht als Hypophysis bezeichneten
Drüse. In einem Schlussabschnitt wird die Organentwicklung
bei der Knospung mit der Embryonalentwicklung verghchen
(Zwr Entwicklung sg es eh. d. Äscidien in: Sitzgsh. d.
K. Ah d. Wiss, Wien. Bd. 85. I. Abfh. 1882. pag. 361 bis
413. mit 3 Taf.).
i. d. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883. 1 25
A. della Valle schildert in seinen ,,recherches sur
l'anatomie des ascidies composees" zuerst die ge-
meinschaftliche Mantelmasse, deren zeUige Elemente zu
mit Flüssigkeit erfüllten Hohlräumen umgewandelt sind,
in denen die mit einer lebhaften amöboiden Bewegungs-
fähigkeit begabten Kerne liegen. Die Einzelthiere haben
im Ganzen denselben Bau wie eine einfache Ascidie; das
Ectoderm stellt eine Membran dar, auf der nach aussen
oft eine Pigmentlage zu sehen ist; die Zahl der abgehenden
blindsackförmigen Verlängerungen ist bei den einzelnen
Arten gewöhnlich constant. Der Leibeshöhlensack, d. h.
Peribranchialraum, lässt die beiden Blätter, parietale und
viscerale erkennen; mitunter gehen auch von ihm blind-
sackförmige Sprossen in die des Ectoderms hinein; von
den Eingeweiden erhält nur das Ectoderm seinen peri-
tonealen Ueberzug, Nervensystem, Herz, Geschlechtsorgan
liegen zwischen Ectoderm und dem parietalen Blatt. Bei
allen zusammengesetzten Ascidien steht eine verästelte,
schlauchförmige Drüse mit dem Darm in Verbindung, die
in den Magen mündet; sie entsteht durch einfache Aus-
stülpung der Magenwand. Das Blut circuHrt theils in
interstitiellen Lacunen, theils in wirklichen Röhren; erstere
liegen zwischen Ectoderm und Peritoneum parietale, ferner
zwischen Entoderm und Peritoneum viscerale sowie endlich
zwischen Ecto- und Entoderm, wohin sich das Peritoneum
nicht mehr erstreckt; letztere sind entweder die röhrigen
Verlängerungen des Ectoderms oder des Peritoneums und
einige wenige des Entoderms auf der Neuralseite. Der
Hoden ist bei Clavelina und Diazona schlauchförmig, bei
allen anderen Synascidien follikulär; ein einziger Follikel
findet sich bei Trididemnum und Tetradidemum , zwei bei
Pseudodidemnum , zahlreiche und zwar radiär gestellt bei
Perophoren, Distomen und Distaplien, vereinigt bei den
Aplidien; das Vas deferens ist fast immer grade und cy-
lindrisch. Das aus einer Zellmasse bestehende Ovarium
hat nur bei Clavelinen und bei Diazona einen eigentlichen
Eileiter. Die Eier entwickeln sich bei Apliden, Distomen,
Clavelinen und Perophoren in der Cloake, bei Distaplia in
126 Prof. Dr. Max Braun : Ber. über die wissensch. Leistungen
einem Divertikel der Cloake, bei Didemniclen in einem
Bruchsack der hinteren Körperpartie im Mantel und bei
Diazona ausserhalb des Körpers ; Botryllus hat die kleinsten,
Distaplia die grössten Larven. Von dem ovalen Ganglion
gehen 4 Paar Nerven symmetrisch ab, irgendwelche Ano-
stomosen zwischen rechten und linken Nerven existiren
nicht. Die dem Nervensystem benachbarte ,,masse gra-
nuleuse" fehlt den Didemniden und ist bei Apliden wenig
entwickelt". (Arch. ital de Biol. IL Bd. 1882. pag. 9—49.
3 Taf.; auch in d. Ahh. d. Ahm. Accad. dei Lincei (S) vol.X
1880/81. mit 10 Tafeln erschienen.)
Bei den Didemniden kommen nach della Yalle zweierlei
Knospen vor,., die sowohl in ihrer Entwicklung als ihrer
Rolle verschieden sind. Die einen sind nämUch bestimmt,
zu Grunde gehende ältere Individuen resp. Theile derselben
zu ersetzen, die andern zur Vermehrung der Individuen-
zahl beizutragen; sie stammen theils vom Oesophagus,
theils vom Peritoneum ab. Die Oesophagusknospen
entstehen am unteren Theil der Speiseröhre von der
Ventralseite und erscheinen zuerst als eine einfache Ver-
dickung des Epithels, die aber bald zu einem cyHndrisch-
konischen Divertikel auswächst. Dieser weiter an Länge
zunehmend kreuzt den Darmtraktus des mütterlichen Thieres
und strebt dem Enddarm zu, mit dem er in offene
Communikation tritt, so dass das Thier einen zum grossen
Theil doppelten Darm hat. Diese Knospe kann nun, wenn
nöthig, den obliterirenden Darm des Mutterthieres ersetzen,
wenn nicht, so verbindet sie sich nach Auftreten des
Herzens und der Geschlechtsorgane mit der Peritoneal-
knospe; letztere entsteht etwas tiefer am oberen Drittel
des Magens als Verdickung des Peritoneum parietale und
entwickelt schliesslich Kiemensack, Rectum und Ganglion.
Mitunter bildet sich die Peritonealknospe allein, ohne dass
eine Oesophagusknospe dazu tritt, dann ist der grösste
Theil des Darms einheitlich vorhanden; im andern Falle
doppelt und unter Hinzurechnung des Darmes des Mutter-
thieres gar dreifach. Falls nun wie gewöhnlich beide
I
i. (1. Naturgesch. d. Ascidien wahrend d. Jahre 1882 n. 1883. 127
Knospen gleichzeitig entstehen und sieh entwickeln, so
kann entweder jede derselben mit den ihr fehlenden Theilen
des mütterlichen Organismus sich verbinden, so dass eigen-
thümliche Doppelbildungen entstehen oder die Knospen
vereinigen sich, wie es meist geschieht, zu einem neuen
Individuum. Bei den Botrylliden bildet sich nur eine Art
Knospen und zwar aus dem Peritoneum parietale, das
alle Theile bis auf die vom Ectoderm des Mutterthieres
stammende Haut bildet {Arcli. ital. de BioL IL 1882.
jmg. 60—72, mit 3 Taf.).
L. Joliet giebt in seinen „remarques sur l'ana-
tomie de Pyrosome" Notizen über das Wachsthum der
Kolonie, das Nervensystem, das koloniale Muskelsystem,
das Eleoblast und den Wechsel der Generation (CompU
rend. Ac. Paris. 92. 1881. L pag. 1013—1015).
Derselbe macht Angaben ,, sur le bourgeonnement
du Pyrosome" und speziell über die Herkunft des Meso-
derms der Knospen, welches vom Endostyl abgeleitet wird,
so dass alle 3 Schichten der Knospen direkt von Theilen
des Mutterthieres stammen {Compt. rend. Ac. Paris, tom. 92.
1881. I. pag. 473-^75).
Derselbe wendet sich ferner vorzugsweise gegen die
Darstellung von Kowalewski, welche letzterer von der
Entwicklung des Ganglions in der Knospe von Pyrosoma
gab; was dieser als erste Anlage des Ganglions deutete,
geht in Wirklichkeit in einen Kanal über, der sich schliesslich
zu einer birnförmigen Blase erweitert. Diese wächst unter
Verdickung ihrer Wandung und schnürt von der besonders
stark verdickten hintren Wand einige Zellen ab, die nun
zwischen die Blase und das Ectoderm zu liegen kommen;
durch starke Vermehrung entsteht ein Zellhaufen, der die
Hinterwand der Blase eindrückt und schliesslich zum
Ganglion wird, während die Zellen der Blase Wimpern
erhalten. Blase plus dem Canal geben die „glande sous-
nervienne", die der Autor für ein Geruchsorgan hält.
Manche Gründe sprechen nach Joliet dafür, dass die
Pyrosomen trotz ihrer Beziehungen zu den Thaliaceen, doch
1 28 Prof. Dr. M a x B r a u n : Ber. über die wissensch. Leistungen
echte zusammengesetzte Ascidien sind (swr le deve-
loppement de ganglion et du ,,sac cilie'^ dans le
hourgeon du Pyrosome in: Compt, rend. Ac. Paris. 1882.
L pag. 988—991).
In einer weiteren Mittheilung bespricht derselbe die
Blätterbildung und den Generationswechsel bei Py-
rosonen und Salpen ( Compi, rend. A c. Paris. 96 Bd.
pag A 67 6).
Anchinia steht nach Kowalesky und Barrois in
Bezug auf die Lage der grossen Körperhölilen und der
Kiemen zwischen Pyrosoma und Doliolum, auch nach andrer
Richtung ist A. interessant, da sie gewissermassen den
Uebergangstypus zwischen der Salpen- und der Ascidien-
form bildet; immerhin sind die Beziehungen dieser Gattung
zu Doliolum gross genug, nicht nur was den Bau des er-
wachsenen Thieres anlangt, sondern auch der Knospen.
Anchinia hat nur eine Art von Knospen, die wie bei
Salpen und Doliolum als die Geschlechtsgeneration an-
gesehen werden müssen, die geschlechtlose Generation, die
den Stolo producirt, ist noch unbekannt (Mater, pour
serv. ä Vhistoire de VAnchinie in Journ. de Vanatomie
et de la phys. Paris. XIX. 1883. pag. 123. 3Taf.).
Durch den ganzen Stolo und seine Knospen kommen
bei Anchinia nach A. Korotneif grosse amoeboide
Zellen vor, die sich schliesslich wie Eier theilen und zu
Knospen umbilden sollen; die gTOSsen Zellen werden in
ihrem Ursprung auf die Anlage der Geschlechtsorgane
zurückgeführt und als parthenogenetisch sich entwickelnde
Eier gedeutet. Die Anchiniakolonie wird als der Stolo,
besser der Schwanz eines Dolium-artigen Wesens gedeutet,
das aus dem Ei sich bildet; die an dem Stolo dieser auf-
tretenden Knospen sind die zweite und endlich die die
Geschlechtsprodukte liefernde Generation die dritte Gene-
ration. Der Autor will auch bei Doliolum grosse amoe-
boide Zellen gefunden haben, die hier dieselbe Rolle spielen
sollen (Protok. d. Sitz, vorn 19. Aug. d. zool.-antkrop. Sect. d.
Natur/.- Vers, in Odessa, russ., deutsch in: Zool. Anz. 1883.
pag. 483—487).
i. cl. Natiirgescli. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u 1883. 129
B. Uljanin kann die Angaben A. KorotnefiTs, soweit
sie sich auf Doliolum beziehen, nicht annehmen; die
grossen, amoeboiden Zellen sind Blutkörperchen, aus
denen niemals Knospen entstehen; ähnlich wird es sich
auch bei Anchinia verhalten {einige Worte über Fort-
pflanzung des Doliolum und der Anchinia] zooL
Anz. 1883. pag. 585—591).
Die ausführliche Arbeit von W. Uljanin über die
Entwicklung von Doliolum hat Ref. nicht erhalten
(Moscau 1882 in russ. Sprache).
E. Ray Lankester berichtet, dass die Muskulatur
im Schwanz von Appendicularia (Fritillaria) furcata
entsprechend den 7 Paaren von Nerven, die aus dem
Nervenstrang hervortreten, in 7 Myome ren zerfallen ist
(the vertebration of the tail of Appendiculariae in
Quart. Journ. of micr. sc. XXIL 1882. p)ag. 387 —390.
mit 2 Holzschn.).
C. Orobben beschreibt zuerst die Geschlecht sthiere
mehrerer Arten von Doliolum und bespricht dann die
Ammengenerationen; schon die aus dem Ei hervorgehende
Larve, deren langer Ruderschwanz bald resorbirt wird,
ist eine Amme; sie gleicht in der Gestalt dem Geschlechts-
thier, zeigt aber im Bau einige Besonderheiten, so besitzt
dieselbe eine Otolithenblase; das sogenannte ,,rosetten-
förmige Organ" besteht aus zwei unpaaren u. 3 paarigen,
zu den Seiten der ersteren gelegenen Zellgruppen; aus der
beobachteten Entwicklung geht hervor, dass dasselbe ein
Stolo prolifer ist, der zwar Knospen aber abortive hervor-
bringt; auf dem Rücken der Amme, die eine Rückbildung
der Kieme und des Endostyls erleidet, findet sich noch
ein Stolo proHfer, dessen Knospen in 2 Reihen seitlich und
in 1 Reihe median angebracht sind. Die Lateralknospen
sind ihrer ganzen Organisation nach eine Indi\äduenform,
die ausschliesslich der Respiration und Ernährung der
Kolonie vorsteht; die Medianknospen dagegen zeigen bis
auf den Mangel der Genitalorgane und das Vorhandensein
eines ventralen Keimstockes eine vollständige Ueberein-
Arch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. U. Bd. 3. H. j
130 Prof Dr. MaxBraun: Ber. über die wissensch. Leistungen
Stimmung mit dem Greschlechtsthier. Aus ihnen gehen die
Doliolen der zweiten Ammengeneration mit Bauch-
stolo hervor; letzterer bildet eine Urknospe, von der sich
zu Geschlechtsthieren entwickelnde Knospen abtheilen.
Auch Dolium MüUeri Krohn und eine neue Spezies
(D. rar um) wurde untersucht. In theoretischer Hinsicht
spricht sich Gr. dahin aus, dass der Generationswechsel
der Salpen, der bei den festsitzenden Vorfahren derselben
bereits vorhanden war, aus der Arbeitstheilung in Folge
der Stockbildung entstanden ist. Der Keimstock der stock-
bildenden Ascidien, der Salpen und Pyrosomen ist ein
ventraler; ihm entspricht der rudimentäre Keimstock von
Doliolum d. h. das rosettenförmige Organ, dasselbe ist also
ererbt, dagegen neu erworben der dorsale Keimstock;
ebenso sind auch die Median- und Lateralsprossen eine
neu eingeschaltete Generation, welche keines Gleichen unter
den übrigen Tunikaten hat (Doliolum u. sein Gene-
rationswechsel nebst Bemerkungen über den Gene-
rationswechsel der Acalephen, Cestoden und Tre-
matod en in: Arb. a. d. zoolog. Instit. in Wien etc. Bd. IV.
pag. 201—298. mit 5 Taf. u. 2 Holzschn.).
Mit der Anschauung Grobben's, dass bei Doliolum
zwei Ammengenerationen vorkommen sollen, kann sich
B. üljanin nicht befreunden; Kücken- und Bauchstolo sind
keine Stolonen im gewöhnlichen Sinne des Wortes, sondern
dienen nur zur Fixirung junger Thiere, die eine andre
Herkunft haben. Wenn G. angiebt, dass das rosetten-
förmige Organ der Larve ein Stolo ist, so ist dies voll-
ständig richtig, da es Junge producirt, doch gehen diese
nicht, wie Gr. meint, zu Grunde, sondern sie leben nach
der Ablösung fort und „geben das Material zu einer grossen
Anzahl von Knospen, aus denen sich alle folgenden Gene-
rationen ausbilden, nämlich die Lateralknospen", die Do-
liolen der Grobben'schen zweiten Ammengeneration und
auch die Geschlechtsthiere (Zur Natur g es eh. des Do-
liolum in Zool. Anz. 1882. pag. 429—436, 447—453).
Derselbe hat „über die embryonale Entwicklung
des Doliolum" in Neapel Untersuchungen angestellt;
i. d. Natiirgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883. 1 3 1
das Ei wird mit einer neu entstandenen FoUikelzellen-
schicht, deren Herkunft nicht sicher beobachtet wurde,
abgelegt; letztere scheidet nach innen eine feine Cuticula
aus; gewöhnhch werden nur 2 — 3 Eier reif und abgelegt;
die Furchung ist anfangs regelmässig, später unregelmässig.
Ob Gastrulation vorkommt, bleibt zweifelhaft; überhaupt
sind dem Autor nur wenige Stadien bekannt geworden.
Das rosettenförmige Organ wii'd von allen drei Blättern
gebildet. Die Larve hat Cercarienform, doch schwindet
der Schwanz noch in der EihüUe (ZooL Anz. 1881. pag. 4=13
bis 476, ö7o).
Eine Arbeit von S. Trinchese: terminaz. dei nervi
nei muscoli delle Salpi hat Ref. nicht erhalten können
(Rendic. Accad. Napoli. XXII, pag. 99).
Wi K. Brook's Arbeit über den Ursprung der Eier
bei den Salpen ist dem Ref. nur aus einem Referat im
Arch. de ZooL exp. et gen. X. 1882. notes pag. LXII. be-
kannt; die geschlechtslose Form ist in WirkUchkeit die
weibliche, die andere, bisher als Zwitter betrachtete ist
die männhche (Johns Hopkins Univei^s. Sind, from the biolog.
laboratory IL No. 2. 1882. cf. auch Zoolog. Anzeig. 1882.
pag. 213—215).
Die an 6Salpenarten angestellten Untersuchungen
haben W. Saleusby ergeben, dass spezifische Unterschiede
bei der Embryonalentwicklung vorkommen: die
Furchung zeigt bis zur Viertheilung nichts besonderes,
doch treten die Furchungszellen gegenüber den prolife-
rirenden Follikelepithelzellen , die nach Todaro mehr
nutritive Funktion haben sollen, zurück; es umwachsen die
FoUikelzellen die sich langsam theilenden Furchungszellen
von allen Seiten und bilden mit ihnen einen mit der einen
Seite an der FoUikelwand angewachsenen, mit der anderen
frei in die Höhle des Follikels hineinragenden Klumpen.
Während dieser Umwachsung zerfällt der sogenannte Uterus
in einen oberen das Ectoderm des Embryo bildenden Theil
und in einen unteren mit Bluthöhlen = Placenta; was
Todaro (1880) als Decidua vera und reflexa bezeichnet hat,
J*
] 32 Prof. Dr. M a x B r a u n : Ber. über die wissensch. Leistungen
ist eine ringförmige Falte der Athemhöhle, die schliesslich
den ganzen Embryo und Placenta einhüllt; so verhält es
sich bei S. pinnata; S. democratica und S. bicaudata bieten
mehrere wesentliche Unterschiede und differiren auch unter-
einander, sie bilden z. B. jene oben erwähnte Falte nicht,
auch entstehen bei S. bicaudata die Keimblätter ganz
anders. Letztere sind nicht in dem gewöhnlichen Sinne
aufzufassen, da die Furchungszellen kaum einen Antheil
an ihrer Bildung und auch nicht an der Bildung der
Organe haben; die Haut stammt bei den 4 Arten, welche
die ringförmige Falte bilden, aus dem Uterus (Epithelial-
oder Embryonalhügel genannt, dagegen Ento- und Meso-
derm aus den inneren Zellen des Follikels. Zuerst tritt
der Darm auf, hierauf wandelt sich die Innenmasse
^^p= Furchungs- und Follikelzellen des Embryo in das Meso-
derm resp. in Muskeln, Blut, Herz und Nervensystem um,
doch geht die Differenzirung des Mesoderms nicht bei
allen Arten gleich vor sich, worüber im Einzelnen hier
nicht referirt werden kann; der Autor verweist zum Schluss
auf Beobachtungen Kowalewsky's am Ei der Pyrosomen,
wo möglicherweise die ebenfalls sehr stark proliferirenden
Follikelzellen eine gleiche Bolle spielen dürften. (Xeue
Untersuchungen übe?' die Entwicklung der Saljyen
in ZooL Anz, 1881. pag, 597—603, 613—619).
F. Todaro wendet sich in einer zweiten vorläufigen
Mittheilung: „sur les pr emiers phenomenes du de-
veloppement des Salpes" in erster Linie gegen Sa-
lensky; die Fui'chung ist bei S. pinnata inaequal, auf dem
Stadium der Viertheilung sind 2 grössere und 2 Ideinere
Blastomeren vorhanden, von denen die beiden grösseren
sich theilen; jetzt erst beginnt die ProUferation der Follikel-
zellen, die nun zwischen und in die unterdess aus 14 Zellen
bestehende Morula eindringen, um in ihnen aufeugehen,
d. h. zur Nahrung und zum Wachsthum der Blastomeren
beizutragen. Von neuem theilen sich die Blastomeren,
neue Follikelzellen dringen in sie ein und so wächst der
i. d. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883. 133
Embryo bald zu einem cylindrischen Körper aus, der den
ganzen Embryosack ausfüllt. Schon auf einem früheren
Stadium bildet sich von der Wandung des Sackes eine
Hervorwölbung, die allmählich wachsend die sogenannte
Decidua interna entstehen lässt; der ganze Embryosack
ist jetzt gurkenförmig und steckt zum grösseren Theile in
der Bluthöhle des Uterus. Nach weiteren Veränderungen
des Embryo's und Ausbildung der Ringfalte schliesst sich
die letztere zur Uterushöhle über dem Embryo und die
Decidua interna schwindet, ohne eine Betheiligung an der
Ectodermbildung zu nehmen; vielmehr gehen die Schichten
und damit die Organe des Embryo's aus den Furchungs-
zellen hervor, welche in sich die Follikelzellen aufgenommen
haben (Arch. ital. de Biologie. IL 1882. pag. 1 — 9 u. Trans.
Accacl. Lincei VI. pag. 309).
In seiner ausführlichen Arbeit bleibt W. Salensky
bei seinen früheren Angaben stehen und kritisirt die ent-
gegengesetzten Todaro's, will jedoch ein definitives Urtheil
in letzterer Hinsicht erst nach dem Erscheinen der in
Aussicht gestellten grösseren Publikation abgeben (Neue
Untersuchungen über die embryonale Entwicklung
der Salpen in: Mitth. a. d. zooL Stat. in Neapel. IV. Bd.
1883. pag. 90-171. mit 13 Taf.).
Hiergegen wendet sich nun wieder F. Todaro in seiner
dritten vorläufigen Mittheilung, in der dargelegt wird, dass
die Gonoblasten Salensky's, die letzterer beim Aufbau des
Embryo's der Salpen eine so grosse Rolle spielen lässt,
einzig und allein für die Ernährung des Eies und des
Embryo's dienen; sie entstehen an allen Stellen des
Ovariums und der Basis des sogenannten Uterus (sui
primi fenomeni nello sviluppo delle Saljye in Accad.
R, Lincei. T^^ansunti vol. VII. fasc. 14: pag. 294 — 97. übers,
in Arch. ital. de Biol. P.IIL fasc. 3. 1883. pag. 361— 365).
W. Brooks: Chamisso and the discovery of al-
teration of generations (Zool. Anz. V. 1882. pag. 212).
1 34 Prof. Dr. M a X B r a IUI : ßer . über die wissensch. Leistungen
B. Systematik und Faunistik.
W. A.Herdman bespricht die Notliwen digkeit , bei der
Beschreibung der Ascidien auch die inneren Organe mit zu
berücksichtigen, wie das in den letzten Jahren auch allgemein
geschehen ist; doch darf man nicht vergessen, dass auch
diese mannigfach variiren, wenn auch, so weit wir wissen,
nur bei gewissen Species, was schon aus der Beschreibung
von Ctenicella Lancepiaini durch Lacaze-Duthiers hervor-
geht. Eine auf Variabilität der inneren Organe bei As-
cidien gerichtete Untersuchung bestätigte dem Autor, dass
die relaven Grössenverhältnisse und die Anordnung der
Quergefässe im Kiemensack, die Zahl und die Lage der
inneren Längsleisten, die Form der Maschen und die Zahl
der Stigmente bei gewissen Arten sehr charakterisch sind,
bei andern jedoch nicht in dem Maasse (o/z the indivichial
variat. in the brauch, sac. of simpl. Asc. in Journ.
Lin. Soc. voLXV. pag.329 — 332. mit 6 Taf., dem Ref.
nur bekannt aus Arch. de Zool, exph\ et gen. tom. X. notes
pag. XXXVII— XL).
Eine andre Mittheilung desselben Autors: „on the
indiv. variat. among Ascidia" ist Ref. nicht zugänglich
{paper read hef. the lit. and phil. soc. of Liverpool. 17. apr.
1882, 12 pag, 2 Taf.).
In systematischer Beziehung hält C. Grobben Do-
liolum für eine Salpenform, welche phylogenetisch ältere
Charaktere als die Salpen besitzt, weil die Gattung in
vieler Hinsicht grosse üebereinstimmung mit Pyrosoma, die
ohne Zweifel phylogenetisch älter ist als die Salpen, besitzt;
unter den drei bekannten Arten ist DoHolum MüUeri Krohn
die phylogenetisch älteste; von dieser hat sich die neue
Art, D. rarum, frühzeitig abgezweigt, während sich Dol.
denticulatum viel weiter entfernt. Alle drei Arten wurden
bei Messina beobachtet (Z. c. Arh. a. d. z. Inst. Wien I V.
pag. 267—275, mit Taf.).
Von der Gattung Anchinia sind bisher zwei Arten
i. (1. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 n. 1883. 135
bekannt; A. savigniana Kathke ist ein Doliolum, walir-
scheinlich D. Ehrenbergii Krohn = D. denticiilatum Qu.
u. Gaim; dagegen A. rubra C. Vogt eine selbstständige
Form, die mit T). Mülleri manche Uebereinstimmung zeigt.
Grobben hält Anchinia für eine phylogenetisch alte, und
zwar die phylogenetisch älteste uns bekannte Salpen-
form; sie ist die Stammform von Doholum und sollte den
Namen Doliapsis C. Vogt behalten (/. c. Arb. a. d. z. List.
Wien IV. pag. 270—213).
Die Didemniden will della Valle eintheilen in:
1. Didemnidae s. str. Samenleiter gewunden, Larve frei
mit einer einzigen Ascidie;
Gen. Trididemnum mit 3 Reihen von Kiemenspalten,
stark entwickeltem Cloakensipho.
Gen. Tetradidemnum mit 4 Reihen von Kiemenspalten.
2. Diplosomidae. Samenleiter gTade, Larve gemmipar.
Gen. Pseudodidemnum mit 4 Reihen von Kiemenspalten.
{Su7' le bourgeonnement des Didemnides et des
Botryllides in ArcL iial. de Biol. 11. 1882, pag. 53, auch
Atti Accad. Lincei 1880/81.)
H. C. Sorby und W. A. Herdman berichten über die
von der Yacht ,,Glimpse" 1881 an der Südküste von
England gesammelten einfachen Ascidien; 12 Arten,
darunter neu: Molgula cepaeformis (Linn. Sog, of London,
4. Mai 1882 in: Zool. Anz. 1882. pag. 339).
„Die einfachen Ascidien des Golfs von Neapel"
hat M. P. A. Traustedt bearbeitet.
1. Fam. Phallusiadae.
I.Gen. Cor eil a Aid. u. Hanc. mit paralellogramma
0. F. M.
2. „ Rhodosoma Ehrb. mit callense Lac.-Dnth.
3. „ Ciona Sav. mit intestinalis L.
4. „ Phallusia Sav. mit mamillata Cuv., mentula
0. F. M., quadrata n. sp., muricata Hill.,
fumigataGibb., oblongan. sp., venosaO. F. M.,
malaca n. sp., pusilla n. sp., ingeria n. sp.,
virginea 0. F. M. u. aspersa 0. F. M.
1 36 Prof. Dr. M ax Braun : Ber. über die wissensch. Leistungen
2. Farn. Molgulidae.
1. Gen. Molgula mit impura Hell., appendiculata
Hell. u. occulta Kiipff.
3. Farn. Cynthiadae.
1. Gen. Cynthia mit dura Hell., sutellata H. und
papulosa L.
2. ,, Microcosmus mit vulgaris H., polymorphus
Hell. u. claudicans Lav.
3. „ Stycla mit plicata Les., canopoides Hell.,
aggregata 0. F. M. u. rustica L.
4. ,, Polycarpa mit glomerata Aid., varians H.
und Meyeri n. sp.
Die Arten sind ausführlich beschrieben und auf 5 Tafeln
abgebildet (Mittk d. zool. Stat. zu Neapel. IV. Bd. 1882,
pag.448—488. 5 Taf.),
Die vom Challenger erbeuteten Ascidien hat
W, A. Herdinan bearbeitet und, nachdem er die neuen
Arten in vier Berichten an die Roy. soc. of Edinbourgh
beschrieben hat, ausführlich im Report of the scient. res.
of the voyage of H. M. S. Challenger (Zool. part XVH. 1882)
publicirt. Nach einer geschichtlichen und bibliographischen
Einleitung erörtert der Autor die Anatomie einer Ascidie
unter Beigabe einiger recht instruktiver Holzschnitte und
geht dann zur Beschreibung der einzelnen Arten über, die
nach folgendem System geordnet sind:
Ascidia simplices.
1. Fam. Molgulidae.
I.Gen. Ascojyera n. gen. Körper mehr od. weniger
birnförmig, gestielt, festsitzend ; Testa ohne Fremd-
körper und ohne haarförmige Fortsätze; Kiemen-
sack mit sieben Falten auf jeder Seite, Kiemen-
öf&iungen grade oder gekrümmt, aber nicht in
Spiralen angeordnet; Tentakel zusammengesetzt;
Geschlechtsorgane auf beiden Seiten entwickelt;
die Drüse der linken Seite ventral vom Rectum.
A. gigantea n. sp. im Süden von Kerguelen-Island,
15 Fdn. tief; A. pedunculata n. sp. ebendaher.
i. d. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883. ] 37
2. Gen. Molgula Forbes. mit gigantea Cunn., gre-
garia Less., pednncula n. sp. im Süden von Ker-
giielen-Island 150 Fdn. Tiefe; horrida n. sp. von den
Falklandsinseln 5 — 12 Fdn. Tiefe; M. Forbesi n. sp.
Port Jackson Australien 2 — 10 Fdn. 11. M. j^yriformis
n. sp. bei Buenos Ayres 600 Fdn.
3. Gen. Eugyra Aid. and Hanc. mit kerguelenensis
n. sp. von den Kerguelen 10 — 100 Fdn.
2. Fam. Cynthiadae.
a. Subfam. Bolteninae.
I.Gen. Boltenia Sav. mit elegans n. sp. im Süden
von Halifax, Neuschottland 51 Fdn. B. legumen
Less., B. jpachydermica n. sp. von Canterbury, Neu-
seeland.
2. Gen. Culeolus n. gen. Körper festsitzend, gestielt,
mehr oder weniger eiförmig; Vorderende, an dem
der lange Stiel ansitzt, schmäler als das hintere;
Kiemenöffnung dreieckig, Cloakenöffnungen zwei-
lappig; Testa knorplig, oft sehr dünn, gewöhnlich
rauh und aussen mit Papillen; Mantel dünn, Mus-
kulatur schwach; Kiemensack mit etwa 6 Längs-
falten jederseits, bestehend aus quer verlaufenden
Gefässen und innerlich längs verlaufenden Leisten,
welche ein weitmaschiges Netzwerk bilden; keine
Stigmata und keine feinen Longitudinalgefässe ; die
grösseren, speziell die innern Longitudinalleisten
durch ein System von verzweigten Kalkspiculis ge-
stützt; Endostyl ebenfalls mit Kalkspiculis; Dorsal-
falte mit einer Reihe von dreieckigen Fortsätzen;
Tentakel zusammengesetzt; Darmkanal klein, hinten
und links gelegen; Magen ventral, Dünndarm nach
vorn und dorsalwärts gerichtet. Rectum nach hinten
verlaufend. Geschlechtsorgan an der inneren Fläche
der Peribranchialhöhle, auf beiden Körperseiten.
Mit Murrayi n. sp. aus dem Pacifischen Ocean
westlich von Japan in 2300 Fdn., C. Wyville-Thom-
soni n. sp. aus dem südpacifischen Ocean 630 Fdn.
138 Prof. Dr. Max Braun: Ber. über die wissensch. Leistungen
C. recumhens n. sp. zwischen Cap der guten Hoffnung
und Kergueleninsel 1375 Fdn., C. j^erlucidus n. sp.
dto. 1600 Fdn., C. perlatus Will. Suhm, C. Moseleyi
n. sp. stiller Ocean unter dem Aequator 2425 Fdn.
3. Gen. Fungulus n. gen. kuglig., mit kurzem dicken
Stiel am vorderen Ende; Eingangsöffnung drei-
eckig, Cloakenöffnung zweilappig; Taste knorplig
und sehr dünn; Kiemensack mit einigen Falten
jederseits; Maschen viereckig, keine Stigmata, Dor-
salfalte eine Membran; Tentakel zusammengesetzt,
Geschlechtsdrüse einfach, jederseits. Mit F. cinereus
n. sp. südpacif. Ocean, 1 600 Fdn.
b. Subfam. Cynthinae.
1. Gen. Microcosmus Hell, mit M. Helleri n. sp.
Torresstrasse 28 Fdn., M. propinquus n. sp. Bass-
strasse 38—40 Fdn., M. polymorphus H. dto.
2. Gen. Cynthia Sav. mit G. cerebriformis n. sp. Port
Jackson 30—35 Fdn; C. fissa n. sp. an Micr. polym.
der Bassstrasse; C. formosa n. sp. Torresstrasse
3 — 11 Fdn., C. arenosan. sp. Torresstr. 1 — 8 Fdn.,
C. irregularis n. Port Jackson 2 — 10 Fdn., C. pallida
Hell. Cap. d. gut. Hoffn. , C. papietensis n. Tahiti
10 — 20 Fdn., C. complanata n. Port Jackson 6 Fdn.
u. C. hispida n. Bassstr. 38 — 40 Fdn.
c. Subfam. Styelinae.
1. Gen. Styela Macleay mit St. hythia n. Südaustralien
2600 Fdn., St. squamosa n. dto. , St. grandis n.
antarktischer Ocean, südlich von Kerguelensland
150 Fdn., St. grossa Hell. Port Jackson 6 Fdn.,
St. convexa n. antarkt. Ocean 150 Fdn., St. lactea n.
Kerguelensland 10— 100 Fdn., St. exigua n. Port
Jackson 2 — 10 Fdn., St. clava n. bei Japan 8 bis
50 Fdn., St. oblong a n. südatl. Ocean bei Buenos-
Ayres 600 Fdn., ^i. flava w. dto.; St. glans n. dto.
und St. radicosa n. Bassstr. 38— 40 Fdn.
2. Gen. Bathyoncus n. gen. Körper eiförmig, fest-
sitzend, leicht angeheftet, Oeffnungen nicht sieht-
I
i. d. Natiirgesch. d. Ascidieii während d. Jahre 1882 u. 1883. ] 39
bar; Testa membranös und durchscheinend; Kiemen-
sack mit einigen leichten Falten jederseits und
einer grösseren links; Maschen viereckig, keine
Stigmata; Dorsalfalte eine Membran, Tentakel ein-
fach, Darmtraktus links; Geschlechtsorgane eine
einfache Drüse jederseits. — Mit mirahilis n. sp.
zwischen Cap b. fid. und Kerguelensland 1600 Fdn.
3. Gen. Polycarpa Hell, mit P. viridis n. Port Jackson,
P. tinctor Qu. and Gaim. dto., P. minuta n. Antarkt.
Ocean 150 Fdn., P. molguloides n. Bassstr. 38 bis
40 Fdn. , P. quadrata n. Malayischen Archipel 129
Fdn., P. inlella n, Bahia 7 — 20 Fdn., P. rigida n.
Bassstrasse 38 — 40 Fdn., P. longisiijhonia n. Port
Jackson 6 — 15 Fdn., P. irregidaris n. Philippinen
18 Fdn., P. sidccda n. Molukken 17 Fdn., F.pedata n.
Philippinen 10 — 20 Fdn. u. P. radicata n. Australien
120 Fdn.
3. Farn. Ascidiidae.
1. Gen. Corynascidia n. gen. Verlängert, birnförmig,
gestielt; Oefihungen ohne Lappen; Testa gelatinös
oder membranös; Kiemensack sehr zart, innere
Longitudinalleisten vorhanden, aber ohne Papillen;
die Gefässe zwischen den Stigmata spiralig; Dor-
salfalte mit Zacken ; Tentakel einfach, fadenförmig ;
Viscera am Rücken des Branchialsackes, von vorn
nach hinten laufend. Mit C. Suhmi n. sp. zwischen
Juan Fernandez u. Valparaiso 2160 Fdn. u. zwischen
Cap. b. fid. u. Kerguelensland 1375 Fdn.
2. Gen. Cerella Aid. and Hanc. mit C. japonica n. sp.
bei Japan 8 — 50 Fdn.
3. Gen. Ahyssascidia n. gen. Körper oblong, an
der Bauchseite angeheftet; Kiemenöffnung mit etwa
12 Lappen, Cloakenöffnung mit etwa 8 Lappen;
Testa knorplig, zart, durchscheinend; Mantel dünn,
links wenige breite Muskelbänder ; Kiemensack nicht
längs gefaltet; Stigmata grade; Dorsalfalte mit
Zacken; Tentakel einfach, fadenförmig; Viscera
1 40 Pi'of. Dr. M a X B r a u n : Ber. über die wissensch. Leistungen
rechts am Kiemensack; Darm klein, Magen kurz
und weit; Geschlechtsorgane bilden eine an der
rechten Seite der DarmschKnge gelegene Masse.
Mit A. Wyviüii n. südl. v. Australien 2600 Fdn.
4. Gen. Ascidia L. mit A. Challengeri n. Kerguelens-
land 10 — 60 Fdn., A. vascidosa dto. n. 28 Fdn., A. p/a-
centa n. südl. v. Kerguelensland 150 Fdn., A. ??ie-
ridionalis n. bei Buenos Ayres 600 Fdn., Magellan-
strasse 55 Fdn., A. nigra Sav. Bermuda 150 Fdn.,
A. falcigera n. Nordatl. Ocean 83 Fdn., A. tenera n.
Magellanstr. 245 Fdn., bei Buenos Ayres 600 Fdn.,
A. translucida n. Kerguelensland 28 Fdn., A. cylin-
dracea n. Australien 120 Fdn., A. desj^ecta n. Ker-
guelensland 10 — 100 Fdn. u. A. piriformis n. Port
Jackson 6 Fdn.
5. Gen. Pachychloena n. gen. Körper festgeheftet,
ansitzend ; Eingangssipho achtlappig, Auswurfssipho
sechslappig; Testa knorplig, sehr dick, solid und
opak ; Kiemensack längsgefaltet ; innere Längsleisten
mit grossen Papillen an den Winkeln der Maschen;
Stigmata grade; Dorsalleiste membranös, Tentakel
einfach; Viscera gross, an der linken Seite des
Kiemensackes. Mit P. ohlonga n. Bassstrasse 38 bis
40 Fdn. ; P. ohesa n. dto. u. P. giyantea n. Cap der
gut. Hoff. 10— 20 Fdn.
6. Gen. Hypotythius Mosel, mit H. calycodes n.
Nordpac. Ocean 2900 Fdn., H. Moseleyi n. bei
Buenos- Ayres 600 Fdn.
7. Gen. CionaFlem. C. Flemingin. Canar. Ins. 78 Fdn.
u. C. Savignyi n. Japan 8 — 50 Fdn.
4. Fam. Clavelinidae.
1. Gen. Ecteinascidia n. gen. Körper oblong, ge-
wöhnhch hinten zugespitzt; Oeffuungen undeutlich ge-
lappt; Testa knorplig oder membranös; Mantel dünn,
Muskulatur schwach; Kiemensack mit innern Längs-
leisten, ohne Papillen; Stigmata grade; Dorsalleiste
mit Zacken; Tentakel einfach; Viscera erstrecken
i. d. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 n. 1883. ] 4 1
sich bis über den Kiemensack nach hinten hinaus.
Mit E. crassa n. an einem Hexactinelliden bei Ki-
Island 129 Fdn., E. fusca n. Molukken 17 Fdn.,
E. tarhinata n. Bermuda.
2. Gen. Clavelina Sav. mit Gl. oUonga n. Bermuda
und G. enormis n. Gap. b. fid. 10—20 Fdn.
Nach der Beschreibung der Arten bespricht der Autor
die geographische und bathymetrische Verbreitung und
stellt endlich noch die allgemeinen Resultate dar (Zool.
ChalL Exped. pari XV IL 1882. 296 pag, 4^ u. 31 Taf. cf.
auch W. A. Herdmaii: p>relim. report on tiinicata of ChalL
Exped. I. Froc. oftheroy. soc. of Edinburgh session 1879/80.
pag. 458; pari IL ibidem j^ag. 114; pari II L ibidem, session
1881182. pag. 52; pari IV, ibidem pag. 233, Ferner W. A.
Herdman: on the genus Cideolus in: Proc. roy. soc. Lond.
vol.XXXIJL pag. 104— 106 mit 2 Holzschn. 1882).
Derselbe hat auch die britischen Tunikaten
untersucht und berichtet über die Ascidiiden; er macht
zuerst auf die Verschiedenheit des Verlaufes des Darmes
und der Lage des Herzens bei Giona, Gorella und Ascidia
aufmerksam und beschreibt dann die beobachteten Arten;
die neuen Species stammen von der Westküste von Schott-
land; es werden beschrieben Ascidia latan., A. fusiformis n.,
A. virginea 0. F. M., A. truncata n., A. aspersa 0. F. M.,
A. triangularis n., A. Patonin., A. muricata Hell., A. obliqua
Aid., A. plebeja Aid. u. A. exigua n. (notes on the british
Tunicata with descrpt. ofnew species I. Ascidiidae
in : Journ. Linn. Soc. Zool. vol X V. pg. 214 — 290. m. 6 Taf.).
Nicht bekannt ist dem Ref. Leslie and Herdmau:
Invertebr. fauna of the Firth of Forth Edinburgh
1881; ferner Yerril: marine invertebr. of theNorth-
eastern coast of N. Amer. in: Proc. U. St. nat. mus.
n. pag. 196 u. marine invertebr. from new-Engl.
coast. ibid. pag. 231.
Ch. Juliu fand in IG — 20 Fdn. Tiefe bei Lerwig in
Norwegen Gorella parallelogramma, Ascidia scabra, Phal-
lusia mentula und Fh. venosa (A rch. de Biol. IL 1881 pg. 60).
] 42 Prof. Dr. Max Braun : Ber. über die wissensch. Leistungen
H. Lenz erwähnt das Vorkommen von Molgula Mac-
rosiphonica Kupff. und Ascidia canina C.F.Müll, in der
Travemünder Bucht (Vierter Ber. d. Co mm. z. wiss.
Unters, d. deutschen Meere für die Jahre 1877 — 81. VIL bis
XL Jahrg. Berlin 1882. pag. 177).
Oikopleura flabellum J. Müll, nach Moebius pelagisch
besonders im Frühjahr bis Herbst in der Ostsee {Viert.
Ber. d. C. z. wiss, Unters, d. d. Meere VII— XL Berlin 1882.
pag. 70).
L. ßoiile führt aus dem Golf von Marseille an:
Ciona intestinalis, Phallusia mamillata, Ascidiella
cristata, scabra u. lutaria n. sp., Ascidia mentula, A. Mainoni
n. sp., A. depressa u. A. involuta {Compte rend. Ac. Paris.
1883. IL pag. 10U~1016).
Ad. Sabatier erwähnt aus dem Meere bei Cette
Ciona intestinalis, Ascidia villosa, A. granulata, Phal-
lusia cristata, Ph. mammillata, Cynthia microcosmus,
C. papillosa, Molgula socialis, M. nana, Botryllus in
mehreren Arten, Botrylloides rubrum u. Didemnium sp.?
{Comp. rend. Ac. Paris. 1883. I. p>ag. 799 — 800).
C. Keller zählt aus dem Suezkanal auf: Ciona in-
testinalis und Cynthia microcosmus? bei Port Tewfik (Die
Fauna im Suezkanal etc. Denksch. d. Schweiz. Ges. ges.
Naturw. 28. Bd. 3. Abth. 1882).
Th. Studer erwähnt das Vorkommen einer Ascidia sp:
zweier Arten von Amaroecium, 2 Arten von Synoecium
und einer namenlosen Synascidia bei Kerguelensland
(Arch. f. Naturg. 45. Bd. pag. 130).
M. P. A. Traustedt giebt einen Bericht über west-
indische einfache Ascidien, in dessen ersten Theil fol-
gende Phallus laden beschrieben werden: Cor ella, minuta
n. sp. von Westindien, C. eumyota n. sp. von Bahia u. Val-
paraiso; Rhodosoma pyxis n. sp. St. Thomas, St. Croix;
Phallusia styeloides n. sp. dito; Ph. atra Les. von ver-
schiedenen Fundorten in Westindien, Ph. Hygomiana n. sp.,
St. Thomas, Cuba, Havanna; Ph. cnrvaia n. sp. St. Thomas
i. (\. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883. 1 4?,
u. P. longituhis n. sp. Westind. Alle Arten sind abgebildet,
die Diagnosen lateinisch (Vestindiske Ascidiae simp lices,
forste Afdel. tilligemed indledende Bemaerk. om
Skjaevheden hos Asc. simpl. i Almindelighed in:
Vidensk. Meddel. fra natui^h. For. i Kjebenhawen 1881.
pag, 207 — 288 mit 2 Taf.)] die Fortsetzung enthaltend
Molgulidae (ibidem 1882. pag. 108 etc.) hat Ref. nicht
erhalten können.
A. della Yalle stellt zwei bei Capri in verschiedener
Tiefe erbeuteten Synascidien zu einem neuen Genus:
iJistaplia: ,,Cenobies biens distincts; animaux avec anse
intestinale libre et pedonculee d'oü part un prolongement
tubuleux de l'epiderme qui parcourt la masse commune
Sans s'anatomoser avec les prolongements des individus
voisins ; quatre series de fentes branchiales ; estomac lisse ;
languette cloacale developpee ; organs sexuels places sur le
cote droit de l'anse intestinale; oeufs mürs et larves contenus
dans des cavites incubatrices speciales; larves gemmipares;
bourgeons scissipares, epars dans la masse du manteau
commun de la colonie"; die beiden neuen Arten sind:
Distapha magnilarva u. rosea{Arch. ital. deBiol. Tom. 1. 1882.
pag. 193 — 203 mit 1 Taf. u. Atti Accad. de Lincei. 1880/81.)
R. V. Dräsche hat den sehr dankenswerthen Versuch
unternommen, die adriatischen Synascidien, speziell
der Bucht von Rovigno zu bearbeiten und die gefundenen
Arten nach dem Leben in Farben abbilden zulassen;
wer selbst den Versuch gemacht hat, adriatische Synascidien
zu bestimmen, wird wissen, dass dies in der grösseren
Mehrzahl der Fälle unmöglich war, weil eben naturgetreue
Abbildungen fehlten und die Beschreibungen häufig nach
entstellten Spiritusexemplaren gemacht worden sind. Der
Autor giebt zuerst ein neues System der Synascidien,
wegen dessen aufZool. Anz. 1882. pag. 695 — 698 hier ver-
wiesen wird, und wendet sich dann zur Beschreibung der
Arten von Rovigno:
1. Fam. Botryllidae Giard.
1. Gen. Botryllus.
1 44 Prof. Dl'. M a X B r a u n : Ber. über die wissensch . Leistungen
1. Subgen. PolycydusLsim. mit P. Renierii Lam., P. cya-
neus n. sp., P. violaceus n. sp.
2. Subgen. Botryllus Gaertn. u. Pall. mit B. viola-
ceus M. Edw.
2. Gen. Botrylloides M. Edw.
1. Subgen. Sarcohotrylloides n. subg. (Cormus sehr
fleischig, in gi'ossen Lappen und Polstern; ellip-
tische und mäandrische Systeme; wenige u. grosse
Kloaken mit erhabenen Rändern; die beiden
Oeffiiungen der Einzelthiere einander genähert) mit
S. superhum n. sp.
2. Subgen. Botrylloides M. Edw. mit B. luteum n. sp.,
B. rubrum M. Edw., B. purpureum n. sp.
2. Farn. Distomidae Giard.
I.Gen. Distoma Sav.
L Subgen. Cystodites n. subg. (Die Thiere sind von
einer aus Kalkscheiben gebildeten Kapsel um-
schlossen; Eingeweidesack stets ungestielt, keine
Ectodermfortsätze) mit C. durus n. sp. und C. cre-
taceus n. sp.
2. Subgen. Distoma Gaertn. s. str. (keine Kalkkapsel,
Eingeweidesack gestielt oder ungestielt, basale
Ectodermfortsätze) mit D. Costae della Valle, D. cry-
stallinum Ren., D. adriaticum n. sp.
2. Gen. Distaplia delle Valle mit D. magnilarva della
Valle = Cellulophana pileata 0. Schm., D. luhrica n. sp.
3. Farn. Polyclinidae Giard.
1. Gen. Aplidium.
1 . Subgen. Ajylidiam Giard. s. str. (Cormus fleischig,
polsterförmig, nicht gestielt ; EingangsÖfinung sechs-
zähnig, Ausgangsöffnung nach unten gerückt, ohne
oder mit sehr kurzer Analzunge auf einem grade
nach hinten gerichteten, gezähnten oder glatten
Trichter. Magen gefaltet. Postabdomen meist kurz)
mit A. asperum n. sp. u. A. pellacidum n. sp.
2. Subgen. Amaroucium M. Edw. (Comius fleischig,
oft gestielt ; Eingangsöffnung sechszähnig, Ausgangs-
i. (1. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1882 u. 1883. 145
Öffnung mit langer Analzunge; Magen gefaltet
oder gestreift; Postabdomen sehr lang; Systeme un-
regelmässig oder mäandrisch) mit A. conicum Olivi,
A. commune n. sp. , A. lacteum n. sp., A. cry-
stallinum della Valle; A. subacutum n. sp., A. fus-
cum n. sp. u. A. torquatmn n. sp.
3. Subg. Circinalium Giard (Thiere einzeln oder nur
zu einem Systeme vereinigt; Eingangsöffnung acht-
zähnig, Ausgangsöffnung sechszähnig oder mit
Analzungen; Magen maulbeerförmig; Postabdomen
sehr lang) mit C. concrescens Giard.
4. Fam. Didemnidae Giard.
1. Gen. Didemnum Giard mit D. lobatum Grube; D. in-
armatum n. sp. u. D. hicolor n. sp.
2. Gen. Leptoclinum M. Edw.
1. Subgen. Leptoclinum M. Edw. s. str. mit L. fulgens
M. Edw., L. coccineum n. sp., L. commune della
Valle, L. candidum della Valle, L. ynarginatJim n. sp.,
L. coriaceum n. sp., L, gelatinosum Giard, L. gra-
7iulosum n. sp., L. asperum M. Edw., L. maculatum
M. Edw., L. dentatum della Valle und L. triden-
tatwn n. sp.
2. Subgen. Didemnoides mit D. macroopkorum n. und
resinacemn n. sp.
5. Fam. Diplosomidae Giard.
1. Gen Diplosoma Mc. Don. mit D. pseudoleptoclinum n. sp.,
D. crystallinum Giard, D. chamaeleon n. sp., D. car-
nosum n. sp. u. D. spongiforme Giard.
(R. V. Dräsche: die Synascidien de?' Bucht von
Rovigno (I Strien), ein Beitrag zur Fauna der Adria.
Wien 1883. foL 41pag. u. 11 Taf.).
Derselbe beschreibt unter dem Namen Oxycorynia
fascicidaris n. gen. n. sp. eine aus dem Archipel der Caro-
linen stammende Synascidie, deren Einzelthiere in Form
eines Blüthenkolbens auf cylindrischen Stämmen von 7 mm.
Durchmesser und 6 cm. Länge sitzen ; die Form hat Be-
ziehungen zu Chondrostachys Macdonald {Zool. Anz. 1882.
Arch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. \l. Bd. 3. H. -^
146 Prof. Dr. Max Braun : Ber. über die wissensch. Leistmigen etc.
jjag. 162—103); die von einer Tafel begleitete Abhandlung
ist in den Verh. d. k. k. zool-hot. Ges. in Wien. Jahrg. 1882.
XXXIl. Bd. Wien 1883. img. 115-178 erschienen; ana-
tomische Untersuchungen konnten nicht gemacht werden.
Ferner beschreibt Derselbe „eine neue Synascidie
aus Mauritius" unter dem Namen PolycUnoides di-
aphanuni n. gen. n. sp., der Cormus bildet sehr durchsichtige,
knollige Maschen bis 2 cm. Durchmesser; die Einzelthiere,
deren Geschlechtsorgane im gestielten Postabdomen liegen,
sind etwa 8 mm. lang. Die reifen Eier entwickeln sich im
Peribranchialraum zu einer geschwänzten Larve, die etwa
13 Embryonalknospen trägt; die Form kommt auch bei
der Insel Cebu (Phihppinen) vor ( Verh. d. k. k. zool. Ges.
Wien. XXXIII. Bd. Jahrg. 1883. Wien 1884. pg. 119—122.
mit 1 Taf.).
F. Todaro: sopra una nuova forma di Salpa
(S. dolicosoma von Neapel) cf. Atti R. Accad. Lincei Tran-
sunti vol. VII. pag. 41—43.
Technische Notizen geben: H. Fol: in Compt. rend.
Ac. Paris 1883. I. pag. 1592 zur Untersuchung der Eient-
wicklung bei Ascidien; €h. Julien: Arch. de Biologie. II.
1881. pag. 60 — 61 zum Abtödten ganzer Thiere behufs
späterer histologischer Untersuchung; 0. Seeliger: Sitzb. d.
K. Akad. d. Wiss. AVien. 85. Bd. 1. Abth. 1882. pag. 361.
Conservirung der Knospen bei Clavelina; pag. 373, Färbung
der Testazellen; L. Joliet: sur une nouvelle methode d'in-
clusion des preparations propre a faciliter les coupes in:
Arch. de Zool. exper. et gen. X. Bd. 1882. Notes pag. XLIII
bis XLV. Behandlung der Knospen von Pyrosoma.
Bericht
über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Ascidien während d. Jahre 1884 u. 1885.
Von
Prof. Dr. Max Braun
in Rostock i. M.
A. Anatomie und Entwicklung.
Ed. V. Beneden u. Ch. Julin haben eine grössere Arbeit:
„recherches sur la morphologie des Tuniciers"
publicirt, die sich an die früheren Mittheilungen der
Autoren anschliesst. Nach einer Besprechung der ver-
schiedenen Deutungen des Mesoderms und einer Re-
kapitulation der Resultate ihrer Arbeiten schildern die-
selben zuerst die Embryonalentwicklung von Cla-
velina Rissoana und zwar vom Gastrulastadium an bis
zur Ausbildung der Larve; in einzelnen Punkten werden
die Angaben Seeliger's berichtigt. In dem nächstfolgenden
Kapitel, das über die Bildung des Herzens und seiner An-
hänge (Perikard und tube epicardique) bei der Larve und
bei den Knospen handelt, wird die Herkunft des Herzens —
wie es Seeliger bereits angiebt — vom Entoderm constatirt,
im Uebrigen aber in dieser Hinsicht bei Larven und Knospen
ein bedeutender Unterschied gefunden. Des Weiteren
wird die Struktur des Herzens der erwachsenen Ascidien
und dann die Entwicklung des Darmkanals bei Cla-
velina behandelt. Das vierte Capitel handelt von der
Bildung des Geschlechtsapparates und der Eier bei Pero-
phora, Clavelina und Phallusia scabrioides und das fünfte
von der Struktur der Längsmuskeln bei Clavelina.
1 48 Prof. Dr. M a x B r a u n : Ber. über die A\assensch. Leistungen
In dem allgemeinen Theil vergleiclien die Autoren
die Embryonalentwicklung von Clavelina mit der von Am-
phioxus und wenden sich dann zur Beantwortung der
Frage, ob die Appendicularien und die Ascidienlarven
segmentirt sind; die Segmentation wird für den
Schwanz zugegeben und die Tunikaten von Vorfahren-
formen abgeleitet, welche wie die Larve von Amphioxus
zu den Seiten der Medianlinie paarige Coelomsäcke be-
sassen; diese Säcke legen sich heut nicht mehr an, doch
deutet die segmentale Anordnung der Schwanzmuskeln
deutlich die frühere segmentale Gliederung des Mesoblasts
an. Des Weiteren werden dann die verschiedenen Organe
der Tunikaten mit denen vom Amphioxus, Wirbelthieren
und selbst Anneliden verglichen und ausführlich die Frage
diskutirt, ob Ascidien und Amphioxus degenerirte Fische
sind, was entschieden verneint wird. Das Resultat der
langen, theoretischen Diskussion ist schliesslich das, dass
von einer gegliederten Urform (Protannulata) sich direkt
die Annulata einerseits (ohne Chorda) und die Pro-
tochordata andrerseits entwickelt haben; aus letzteren sind
3 Stämme hervorgegangen: Urochordata (Ascidienj, Cepha-
lochordata (Amphioxus) und Vertebrata [Archives de Bio-
logie publ. 2^' E, V. Beneden et Ch. v. Bambeke. tom. VI.
1885. pag. 237—476. mit 10 Taf.).
Bisher glaubte man, dass das Centralnerven System
der Ascidien allein aus dem längst bekannten, lang-
gestreckten Ganglion bestehe, von dem die Nerven für den
Körper abtreten; wie nun E. y. Beneden und Ch. Julin
angeben, setzt sich dieses Ganglion nach hinten in einen
Nervenstrang fort, welcher der Medianlinie längs der
Dorsalraphe folgt, dann zwischen Rektum und Oesophagus
gelangt, sich von da auf die rechte Seite des Oesophagus
schlägt und schliesslich zwischen den beiden Lappen der
Leber endet; die Existenz dieses „cordon ganglionnaire
visceral" wurde bei Perophoren, Ciavelinen, Molgula am-
pulloides, Polycarpa comata Aid., Styela grossularia v. Ben.,
Microcosmus claudicans Sav. und C^mthia polycarpoides
i. d. Naturgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1884 w. 1885. ] 49
n. sp. konstatirt. Wahrscheinlich werden Kiemensack,
Oesophagus, Magen und Leber von diesem, aus centralen
Fasern und peripheren Ganglienzellen bestehenden Strange
versorgt. In entwicklungsgeschichtlicher Beziehung wird
von Clavelina Rissoana angegeben, dass das Nervensystem
wie bei Salpen und Pyrosomen auf der Höhe seiner Aus-
bildung aus 3 Abschnitten besteht; erstens aus der die
Sinnesorgane tragenden Hirnblase, zweitens dem sogenannten
Rumpfganglion und drittens dem Schwanznervenmark ; alle
3 Partien werden der Länge nach von einem Centralkanal
durchzogen. Die Schwanzpartie atrophirt später vollständig,
die beiden anderen Abschnitte nur zum Theil; es geht das
Hirnganglion aus dem embryonalen Hirnblindsack und der
oben erwähnte Strang aus der Umbildung der epithelialen
Wandung des Centralkanales des Rumpfganglions hervor ;
folglich kann derselbe nicht als Sympathicus bezeichnet
werden, sondern ist ein Theil des Nervenmarkes selbst (le
Systeme nervenx central des Ascidies adultes et ses
rapports avec celui des larves urodeles [des As-
cidies] in Ärch. de Biol. V. 188i pag. 317—361. 4 Taf.)
Fr. Nansen hat veranlasst durch seine Untersuchungen
über das Nervensystem von Myzostoma, bei denen er
zu gleichen Resultaten wie Oolgi am Gehirn des Menschen
gelangt ist, auch das Nervensystem verschiedener ein-
facher Ascidien untersucht und findet auch hier wie
bei Myxine dieselben Verhältnisse, so dass nach seiner
Meinung der feinere, histologische Bau bei allen Thieren
gleich ist. Die Fasermasse des Centralnervensystems be-
steht aus ZAvei Bildungen, erstens aus einem Gewebe von
sehr feinen, sich vielfach la-euzenden Fasern nervöser Natur
und zweitens aus mehr grade verlaufenden „Nerven-
cylindern", die möglicherweise den Axencylindern gleich-
zusetzen sind. Die peripher gelegenen Nervenzellen sind
ebenfalls zweierlei Art: die einen geben schmale Seiten-
ästchen ab und gehen direkt in einen peripheren Nerven über,
die andern bilden durch Verästelung ihrer kleinen Fortsätze
das oben erwähnte Fasernetz; endlich bestehen auch die
1 50 Piof. Dr. Max B r a u n : Ber. über die wissensch. Leistungen
peripheren Nei-ven demgemäss aus zweierlei Elementen, die
einen kommen direkt von Nervenzellen, die anderen durch
Vermittlung des Fasernetzes {Prelim. commnnic. on some
investig. upon ihe histol. struct. of the centr. nerv,
syst, in the Ascidia and in Myxine glutinosa in:
Bergens Museums Aarsher. 1885. pag. 55 — 7(^, übers, von
W. S. Llallas in: Ann. and mag. of nat. hisf. (5. ser.) vol. 18.
1886. pag. 209— 22^).
Ueber Nervendrüse und Flimmerorgan bei As-
cidien handelt auch B. Hatschek in seinen Studien über
Amphioxus {Zool. Anz. 1884. pag.öH — 520 u. Arh. a. d.
zool. Inst, in Wien. 1885).
Wie wii' nachträglich hier berichten, kommt H. Pol in
seiner Arbeit „sur l'oeuf et ses enveloppes chez les
Tuniciers" zu folgenden Resultaten: bei den meisten
Tunikaten besteht das reife Ei aus einem körnigen Dotter
und enthält einen weiblichen Vorkern, aus dem zwei Pol-
körperchen an die Oberfläche des Dotters ausgetreten sind;
eine, zahlreiche Körperchen enthaltende, transparente Hülle
(Testazellen) umgiebt Dotter und Polkörperchen und auf
derselben liegen nach aussen die Follikelzellen. Das ur-
sprüngliche Keimbläschen besteht aus einer Membran, dem
Keimfleck und dem Kernfadennetz. Die Körperchen der
Larventesta sind homogen und enthalten eine Anzahl
grosser, gelber Granulationen: auf einem früheren Stadium
haben sie blasige Struktur, sind aber stets ohne Kern; sie
entstehen von der oberflächlichen Dotterlage, wenn das Ei
die Hälfte der definitiven Grösse erreicht hat. Bei Molgula
finden sich statt dieser Körperchen kernhaltige Zellen. Die
Follikelzellen sind stets kernhaltig und meist reich an Va-
kuolen, ihr Kern entsteht durch Knospung aus dem Keim-
bläschen, ihr Protoplasma stammt vom Eidotter; sie bilden
sich entweder nach einander während längerer Zeit, wobei
das Keimbläschen stets sichtbar bleibt oder in grosser Zahl
auf einmal und dann ist der Keimfleck nicht sichtbar.
Zwischen Testa- und Follikelzellen besteht kein Zusammen-
hang (Recueil zool. suisse T. ser. tom. 1. Geneve-Bdle. 1884.
pag. 91—160 mit 2 Taf. u. pag. 317—318).
i. (l. Natiirgescb. fl. Ascidien während d. Jahre 1884 u. 1885. 151
Eine weitere Mittheilimg von A. Sabatier „siir les
ccllules du folliciile et les cellules granuleuses
chez les Tuniciers" ist durch den Widerspruch ver-
anlasst, die die früheren Angaben (J.-B. 1882/83. pag. 121)
bei H. Fol und L. Roule (cf. J.-B. 1882/83. pag. 121)
gefunden haben; alle drei sind darüber einig, dass die
Testazellen im Eidotter in der Nähe des Kernes entstehen;
während nun Fol und Roule, bei gewissen Differenzen unter
einander, die Testazellen durch eine Art Knospung vom
Keimbläschen selbst ableiten, sieht Sabatier die ersten
Stadien derselben in kleinen Dotterkörnchen, die ausserhalb,
aber in der Nähe des Kerns auftreten, an Menge zunehmen,
dann verschmelzen und an die Peripherie des Dotters
rücken: aber nur die Kerne der Testazellen entstehen auf
diese Weise, ihr helles Protoplasma stammt aus dem Ei-
protoplasma. Diese Anschauung hält S. auf Grund neuer,
sehr zahlreicher eingehender Untersuchungen an Ciona
intestinalis, Phallusia mammillata, Ph. cristata u. Diazona
violacea fest (Recueil zool. suisse. t. I, Geneve-Bdle. 1884.
pag, 423— 158 mit 2 Taf.).
In einer kurzen Mittheilung „sur le developpement
des enveloppes ovulaires chez les Tuniciers" prä-
cisirt L. Roule nochmals seinen Standpunkt in der viel-
fach discutirten Frage, ohne Neues zu bringen (Recueil
zool. suisse. I. ser. tom. IL pag. 195 — 202).
Arthur Bollis Lee hat Untersuchungen über Ei-
und Spermabildung bei Appendicularien und zwar
Fritillaria furcata und Oikopleura cophocerca von Ville-
franche angestellt. Die erste Anlage der Geschlechtsdrüsen
ist ein Syncytium, das von einer dünnen, abgeplattete Kerne
führenden Membran umgeben ist; im Protoplasma liegt ein
grosser Kern und zahlreiche kleinere. Darauf erfolgt die
Theilung dieser Ovotestis in den Hoden und das Ovarium;
letzteres enthält den grossen Kern, umgeben von einem Kranz
etwas kleinerer Kerne, auf die nach aussen noch ein Kranz
sehr kleiner, aus den ersteren hervorgeknospter Kerne folgt.
Diese gelangen auf die Oberfläche des Ovariums, umgeben
152 Prof. Dr. M a x B r a ii ii : Ber. über die wissensch. Leistungen
sich mit Protoplasma und Membran und umhüllen als ein-
schichtige Epithellage das Ovarium vollständig. Neue Kern-
knospen treten auf und schieben sich zwischen die fertigen
Epithelzellen, doch hört letzteres schliesslich auf und die
neu entstehenden Knospen, deren Kerne sich sehr bald
vergrössern, lagern sich mit zugehörigem Protoplasma unter
die sich abflachende Epithelschicht, so dass nach innen
von dieser eine zweite Schicht grosser Zellen vorhanden
ist, die der Autor als Eizellen ansieht. Bei weiterer Ver-
grösserung der Eier, die mit ihrer Basis der Mutterzelle
aufsitzen, rücken dieselben etwas auseinander und die ab-
geflachten Follikelzellen umgeben sie von den Seiten; später
werden die Eier birnförmig, hängen an der Mittelzelle wie
an einer Rhachis und lösen sich schhesslich ab. Der
Hoden zeigt Anfangs dieselbe Struktur wie das Ovarium,
doch wird sehr bald das Protoplasma des Syncytiums von
zahlreichen, kleinen Kernen durchsetzt, die wahrscheinlich
alle durch Knospung aus den grösseren Kernen entstehen
und ein wenig Protoplasma um sich concentriren ; sie ordnen
sich dann in verzweigten, doppelreihigen Schnüren an, deren
einzelne Elemente schliesslich die Spermatozoon entstehen
lassen — doch ist letzterer Vorgang wenig erkannt worden.
(Recueil zoolog. suisse. 1. ser. tom. l. 1884. pag. 645 - 663
mit 1 Taf.).
R. V. Lendenfeld bemerkte, dass eine in 6 — 10 Faden in
Port Jackson lebende Boltenia (wahrscheinlich B. australis)
ihren Körper ganz mit Schleim bedeckt hatte, den Stiel
jedoch nicht; die Untersuchung ergab, dass beim Berühren
Boltenia ihre Eier in Massen ausstösst, welche diese
schleimige Masse darstellen (iiote on the slimy coatings
of certain Boltenias etc. in: Proceed. of the Linn. sog.
of new-souih-Wales. vol. IX. 1884. Sidneij 1885. pag. 495).
W. A. Herdman hält die im Mantel der Ascidien vor-
kommenden G e f ä s s e für bedeutungsvoll für die A t h m u n g ,
denn die Endblasen derselben liegen fast ausschliesslich
dicht unter der Oberfläche des Mantels und zwischen der
Grösse des Kiemensackes und der Menge der Mantelgefässe
i. d. Natnrgesch. d. Ascidien während d. Jahre 1884 u. 1885. 153
besteht das Verhältniss, dass, wo der erstere stark ent-
wickelt ist, die Gelasse im Mantel fast fehlen und um-
gekehrt bei relativ kleinem Kiemensack die Gefässe sehr
stark ausgebildet sind {on the ecolatio n of the hlood-
vessels of the lest in the Tu nicata hi Nat'ire. Bd. 31.
1885. pag. 247-249. mit Abb.).
eil. S. DoUey kann die Angaben KorottnefTs (cf. unten
Anchinia), soweit sie sich auf die supponirte paren-
chymatöse Verdauung bei Salpen erstrecken, nicht
annehmen; was K. Plasmodium nennt, ist nichts Anderes
als Nahrungsbrei (some observations ojjposed to the
jiresence of a parenchymatous or intra-cellu lar di-
gestion in Sal]?a in: Zool. Anzeig. 1884. pag. 1 05 — 108.
ferner Proceed. of the Acad. of nat. sc. Philadelphia. 1884.
]mg. 113-115).
Bei Diazona violacea Sav. sieht man nicht nur
bei in Aquarien gehaltenen Thieren, sondern auch solchen,
die soeben gefangen wurden, Verfärbungen auftreten und
den Stock mit schleimiger Masse sich überziehen, die
schliesslich abgestossen wird; A. della Valle hält dies fiir
V e r j ü n g u n g s e r s c h e i n u n g en eines Theiles der Individuen
des Stockes, die mit partieller oder totaler Regeneration
der ganz oder zum Theil abgestorbenen Thierchen einher-
geht (sur le rejeunissement des Colonies de la Di-
azona violacea Sav. in Rend. Accad. sc. phys. math. Na-
poli. Febr. 1884 u. Arch. ital. de BioL t. V. 1884. pag. 329
bis 332).
Die schon im vorigen Jahresbericht mitgetheilten
Untersuchungen Korottiieff's an Anchinia sind nun aus-
führlicher erschienen; auf der Kolonie findet K. wandernde
Körper, die jungen Knospen, deren Hervorbildung aus
einzelligen Gebilden, parthenogenetisch sich entwickelnden
Eiern, dargelegt wird, Erstere lassen sehr früh Ecto- und
Entoderm erkennen, das erstere liefert die Haut und das
Nervensystem, letzteres eigentlich alle übrigen Organe.
Von besonderem Interesse ist das Vorkommen einer grossen
Zelle im Magen, die von einer Epithelzelle des Magens
1 54 'Prof. Dr. M a x B r a ii ii : Ber. iiljer die -wis^eiisch . Leistiiiigeii
abstammt und sich später theilt, so dass dergleichen Zellen
nicht nur im Magen, sondern auch in anderen Theilen
des Darmes vorkommen; diese Zellen spielen bei der Ver-
dauung eine Rolle, indem sie die Nahrung sstofte , die in
den Darm eingeführt werden, aufnehmen und die Nahrungs-
säfte vermittelst Pseudopodien der Darmwand mittheilen.
Aehnliche Verhältnisse will der Autor auch bei Salpa
africana bemerkt haben; hier findet sich nicht nur ein
verschiedenes Epithel in einzelnen Bezirken des Oesophagus,
sondern im Magen ist das Lumen fast ganz von Zellen
erfüllt, die auf einer Seite noch Zellgrenzen erkennen lassen,
auf der andern dagegen ein Plasmo'lium darstellen; im
kleinen Magenlumen liegen nun ebenfalls jene bei Anchinia
entdeckten Zellen (Die Knospung der Anchinia in
Zeiisch.f. wiss. Zool. 40. Bd. JS84. pg. 50— 6l. mit 2 Taf.).
In einer kurzen Mittheilung wendet sich derselbe
^Ggen üljanin (J.-B. 1882/83. pag. 129), in Bezug auf
die Deutung der grossen wandernden Zellen bei An-
chinia, welche zu Knospen werden, jedoch mit Blut-
körperchen Nichts zu thun haben (Noch etwas über die
Anchinia in: Zool. Anz. 1884. pag. 89 — 90).
Nach den Untersuchungen von J. BaiTOis findet sich
bei Anchinia auf der oberen Fläche das ,,tube colonial",
ein Stolo, dessen Knospen alle gleich gestaltet sind; jedoch
sind die Tuben nicht alle gleich; einmal tragen dieselben
einen völlig ungetheilten Stolo, der eine erste, sterile Form
von Zooiden bildet; dann sieht man an Stelle des Stolo
Haufen von mehr oder weniger unregelmässigen Körperchen
und eine zweite, sterile Form von Zooiden, die sich von der
Geschlechtsform nur durch den Mangel an Geschlechts-
organen unterscheidet und endlich drittens tragen manche
Tuben gar keinen Stolo, dagegen Geschlechtszooide; höchst-
wahrscheinlich sind dies nur drei verschiedene, zusammen-
gehörige Entwicklungsstadien; solange der Stolo seine
Integrität behält, bildet er nur Knospen der ersten Form,
zerfällt er in unregelmässige Stücke, entsteht die zweite
Knospenform und endlich, wenn nur eine kleine Zahl der
i. d. Naturge8ch. d. Ascidieii während d. Jahre 1884 ii. 1885. 155
letzteren übrig geblieben sind, bilden sie sich zu Ge-
schlechtsthieren um. Die nahen Beziehungen zu Doliolum
liegen auf der Hand — auch dort bilden sich drei Knospen-
arten, doch entstehen sie gleichzeitig, bei Anchinia
nach einander; die geschlechtslose Form von Anchinia
ist noch ganz unbekannt, doch wird sie wahrscheinlich der
von Doliolum ähnlich sein. Was die genau verfolgte
Entwicklung der Knospen anlangt, so besteht die
erste Anlage aus Ecto- und Entoderm; die Zellen des
letzteren, im Stolo einfach, gruppiren sich sehr bald in
der Knospe zu einem centralen Kern und drei darum
liegenden Zellenmassen — Nervenzellen, Geschlechtszellen
und zerstreuten Zellen. Diese Gruppen vertheilen sich
derart, dass ventralwärts der Entodermkerii liegt, darüber
die Nervenmasse, nach hinten die Geschlechts- und zer-
streuten Zellen; erstere können stationär bleiben (sterile
Form) oder sich in eine sehr grosse Zellmasse zusammen-
ballen. Der Entodermkern wird durch eine Art Ein-
schnürung zur Anlage des Pharynx und Magens; sie höhlt
sich vollständig aus und setzt sich mit der Aussenwelt
durch Mund- und Anusöffnung in Verbindung; die Pharynx-
masse theilt sich direkt in den Pharynxsack und das
Perikard und lässt auch den Endostyl hervorgehen; die
Stomakalmasse bildet Magen und Darm. Bei der Geschlechts-
form setzt sich die Nervenmasse nach hinten in einen
grossen zwischen Cloake und Oesophagus verlaufenden
Strang fort, der in ein von der Genitalmasse bedecktes
Ganglion übergeht; dieser Strang erscheint dem grossen
Dorsalnerven der Appendicularien homolog, welcher das
Kopfganglion mit dem grossen, an der Basis des Schwanzes
gelegenen Ganglion verbindet. Bei der ersten sterilen
Form bildet sich dieser Strang aus einem cylindrischen
Nervenrohr, das sich über die ganze Länge der Knospe
erstreckt, zweifelsohne findet dies auch bei der Geschlechts-
form statt. Die vordere Anschwellung der Nervenmasse
wird zum Kopfganglion und zwei Paar grossen Nerven,
die den Ursprung des ganzen peripherischen Nervensystems
darstellen, sowie zur ,,Hypophysis". Ectodermalen Ur-
1 56 Piof. Dr. M ax B r a u n : Ber. über die wissensch. Leistungen
Sprungs ist das Mesoderm, dessen Muskeln sich wie bei
Doliolum, nur in der Zahl von 6, anlegen; eine weitere
Ectodermbildung ist die Cloake, sie bildet sich nur aus
zwei kurzen Röhren, welche sich in die beiden oberen
Flügel des Pharyngealsackes öffnen; später schliessen oder
verkleinern sich wenigstens diese beiden Oeffnungen und
die beiden Röhren schwellen zu zwei, die ganze hintere
Portion des Pharyngealsackes bedeckenden Taschen an;
sie breiten sich über den ganzen Darm aus, während sich
echte lüemenspalten zwischen ihnen und dem Pharynxsack
bilden. Die Genitalmasse bildet sich bei den Geschlechts-
thieren weiter aus; die zerstreuten Zellen gruppiren sich
zu einer ventralen Platte, welche \äelleicht dem Elaeoblast
entspricht. Diese Entwicklung bietet, wie der Autor be-
merkt, manche Anklänge an Appendicularien, so die Ent-
stehung der Cloake aus zwei kurzen Röhren, welche den
Respirationsöffnungen der Appendicularien entsprechen,
ferner die grosse, über den ganzen Körper verlaufende
Nervenröhre, die dem Dorsalnerven mit Kopf- u. Schwanz-
gangiion der Appendikularien entspricht und endlich die
ursprüngliche Lage der AnalöÖhung auf der äusseren
Haut. Eigenthümlich ist auch die ectodermale Entstehung
der Cloake, die nach Uljanin auch bei Doliolum vorkommt.
In einer Schlussanmerkung bemerkt der Autor, dass die
von Wagner beschriebene Kugelform (cf. unten) nichts
Anderes ist, als die erste sterile Form (sur le cycle ge-
netique et le hourgeonnement de V Anchinie in:
Journ. de Varicdomie et de la phys. tom, XXL Paris 1883.
pag. 193—267. mit o Taf.).
N. Wagner beobachtete im Winter in Neapel An-
chinia rubra in einem noch nicht bekannten Entwicklungs-
zustande; der Körper ist regelmässig kuglig, besitzt aber
keinen Caudalanhang ; nur bei zwei Individuen fand sich
ein kleiner Stolo, jedoch sehr verschieden von dem der
geschlechthchen Form. Vom Ganglion treten ausser den
vorderen und hinteren Nerven, die sich wie bei Doliolum
und Ascidien verhalten, noch Nerven ab, die in den
i. d. Naturgescli. d. A seidien wahrend d. Jahre 1884 u. 1885. 1 57
Epithelien enden, ferner ein Nerv zum Geruclisorgan, ein
Ner\ais pneumogastricus für Endostyl, Wimperrinne und
Kieme ; dann Cloakalnerven und Nerven zur Flimmergrube
(sur V org anisalion de V Anchynie in Compf. rend. Ac.
J'aris 1884. IL i. 99. pag. 615—616).
In der ausführlichen Abhandlung desselben wird
noch zu begründen versucht, dass An eh in ia sich vom
Genus Doliolum ableiten lässt und zwar einem Knospen-
stadium, wie es Grobben (cf. J.-B. 82/83. pag. 129)
Taf. IV. Fig. 19 abbildet; demnach würde Anchinia phylo-
genetisch ein niederes Stadium als Doliolum repräsentiren
{sur quelques poinis de V Organisation de V An-
chynie in Ar eh. de Zool. exper. et gen. 2 ser. tom.III. Paris
1885. pag. 151—188. mit 3 Taf.).
Die auf ausgedehnte Untersuchungen basirte Arbeit
B. Uljanin's über Doliolum behandelt zuerst den Bau
des Geschlecht sthieres; von Interesse ist die Mit-
theilung, dass die alte Cuticula, die bekanntlich bei Do-
liolum keine zelligen Elemente der Matrix in sich aufuimmt,
abgestossen wird und eine neue sich bildet, ferner der
beobachtete Zusammenhang zwischen Herzschlag u. Wimper-
bewegung an den Kiemenspalten. Die Geschlechtsorgane
hegen bei den verschiedenen Arten verschieden, münden
aber stets durch eine gemeinschaftliche Oeffnung in die
Cloakenhöhle und werden von einer feinen, zelligen Membran
umzogen; auch die Struktur der Ovarien ist nicht bei aUen
Arten gleich. Die von einem FolUkelepithel umgebenen
reifen Eier gelangen noch unbefruchtet in die Cloake und
von da in's Meerwasser, wo sie zu Boden sinken und sich
entwickeln. Die Befruchtung selbst wurde nicht be-
obachtet; die ersten Veränderungen treten im Keimbläschen
auf, worauf das Ei sich etwas contrahirt und an seiner
Oberfläche eine feine Membran abscheidet; die Entwicklung
selbst verläuft sehr rasch. Die Furchung ist vollkommen
regelmässig und führt zur Ausbildung einer Blastophaera,
aus der schliesshch durch Invagination eine Gastrula ent-
steht. Die weiteren Beobachtungen zeigen ziemlich grosse
158 Prof. Dr. Max Braun : Ber. über die wissensch. Leistungen
Lücken; das rosettenförmige Organ ist, wie Grobben zuerst
constatirte, ein Stolo prolifer und besteht zuerst aus
fünf, später sieben Zellmassen ; die beobaclitete Entwicklung
der Flimmergrube spricht gegen die Homologie dieser
mit der Hypophysis der Wirbelthiere.
Die vollkommen ausgebildete Larve bleibt bis zu ihrer
Umwandlung zur Amme in die stark ausgedehnte Dotter-
haut eingehüllt; der Schwanz zerfällt in wenigen Stunden
und dann wird die Dotterhaut abgestreift, womit die
Larve zur Amme geworden ist. Vom Hinterende der-
selben, etwas hinter dem siebenten Muskelstreifen, ent-
steht als sackförmige Ausstülpung der Epidermis der dorsale
Epidermisauswuchs , der zwei verschiedene Theile unter-
scheiden lässt; der basale, dünnere Theil enthält ein
Divertikel des siebenten Muskelstreifens und einige in
^inneszellen endende Nervenfasern; der zweite Abschnitt
ist lang, zugespitzt und meist durch eine Knickung vom
basalen abgesetzt. Dem Bau nach kann man in diesem
Epidermisauswuchs nicht ein Homologon der proliferirenden
Stolonen andrer Tunikaten sehen, er dient nie zur Bildung
von Knospen, auch enthält er nicht einen Theil des Kiemen-
sackes der Aimne; wohl aber kann er mit den sogenannten
Mantelgefässen einfacher Ascidien verglichen werden. Der
Schwund der Athmungs- und Ernährungsorgane der Larve,
der bei der Amme stattfindet, wird übereinstimmend mit
den Angaben Grobben's geschildert. Das rosettenförmige
Organ, der Stolo prolifer, wächst stark in die Länge, durch-
bricht den Mantel und erscheint nach hinten gerichtet;
durch eine Anzahl Querfurchen entstehen sich ablösende,
wurstförmige Körper (Grobben's abortive Knospen) ,,Ur-
knospen"; sie wandern auf die Körperoberfläche der Amme,
gelangen auf den dorsalen Körperauswuchs, theilen sich
hier und bilden sich zu den lange bekannten Mittel- und
Lateralsprossen aus. Die Organisation der Urknospen ist
die gleiche, wie die des Stolo prohfer d. h. sie bestehen
aus 7 an einander gedrückten Zellmassen, die von Epidermis
überkleidet sind; die grössere, unpaare Zellmasse dient zur
Bildung des Nervensystems, die kleinere, unpaare wird zur
i. (1. Natni'gescli d. Asciflieii während d. Jalire 1884 ii. 1885. 159
Pharyngealhöhle und zu den übrigen Ernährungsorganen;
die darunter gelegene unpaare Masse bildet Herz und
Perikard; von den zwei seitlich gelegenen paarigen Zellen-
massen sind die oberen die Anlagen der Muskeln des
späteren Thieres, die unteren die Anlagen der Geschlechts-
organe. Von diesen auf dem Rückenauswuchs sich fixirenden
Knospen legen die mittleren die Genitalien nur an, bilden
sie aber nicht aus, sie werden zu ,,Pflegethieren", die im
Bau mit den Geschlechtsthieren übereinstimmen und eine
freie Lebensweise führen; andere Knospen werden „Er-
nährungsthiere" (für die Amme) und nur ein Theil bildet
die Genitalien aus und wird zu Geschlechtsthieren. Die
Ursache für die Ausbildung dieses Polymorphismus in der
Geschlechtsgeneration von Doliolum sieht der Autor in der
für die Ernährung des ganzen Stockes so ungünstigen Organi-
sation der Amme {Fauna u. Flora des Golfs vo7i Neapel.
X Monographie Lpzg. 1884. 104 pg.foL mit 12 Taf.).
W. Salensky bemerkt, dass die sogenannte ,, folli-
kuläre Knospung" der Salpen, wo der Embryo sich
aus den Follikularzellen aufbaut, nicht aus Furchungszellen,
nach den Untersuchungen von Strasburger auch bei ge-
wissen Pflanzen (Funkia, Nothoscordum u. Citrus) vorkommt;
wahrscheinlich handelt es sich um einen coenogenetischen
Vorgang, der in einem allmähhgen Verlust der Eithätigkeit
besteht, an deren Stelle die Zunahme der Proliferations-
fähigkeit der eiumgebenden Gewebe hervortritt (BioL Cen-
fralbl. Bd. V. 1885/86. Erlangen, pag. 6—8).
W. K. Brooks vertheidigt seine Anschauung, dass die
solitären Salpen weiblich, die Ketten dagegen männlich
sind {is Salpa an example of ahernation of gene-
rationf in Nature Bd. 30. 1884. pag. 367—370 mit
Holzschn.), wogegen B. N. Goodman seinen Standpunkt,
dass es sich doch um einen Generationswechsel handle,
beibehält (o n alter nation of gener ations ibid. pg. 6 7 — 69
u. pag. 463).
Die Arbeit 0. Seeliger's „die Entwicklungsge-
schichte der socialen Ascidien" behandelt Clavelina
1 60 Prof. Dr. M a X B r a u n : Ber. über die wissensch. Leistungen
aus Triest. Die Furchung ist total, aber inaequal; die
bilaterale Symmetrie der Thiere lässt sicli bis auf das
erste Furchungsstadium zurückverfolgen, während vorn
und hinten erst im Viererstadium zu erkennen sind,
Bauch und Rücken am achtzelligen Furchungshaufen
zugleich mit den beiden primären Keimblättern zur Diffe-
renzirung gelangen. Das nächste Stadium wird nicht
durch gleichzeitige Theilung der acht Zellen erreicht,
sondern es furchen sich die Zellen paarweise nach einander.
Darauf entsteht eine Placula und endlich die Gastrula; der
ursprünghch die ganze Rückenfläche einnehmende Blasto-
porus wird durch das Vorwachsen des Ectoderms herz-
förmig. Am hintren Ende desselben liegen die beiden
entodermalen Polzellen der Chorda, doch bleibt es fraglich,
ob aus ihnen allein die Chorda hervorgeht. Das Nerven-
rohr bildet sich ähnlich wie bei Amphioxus. Das Meso-
derm, dessen Bildung mit der der Chorda und des Nerven-
rohres zusammenhängt, geht paarig aus dem Entoderm
hervor. Der Embryo wird nun birnförmig und jetzt be-
ginnt in den noch immer embryonalen Charakter tragenden
Zellen desselben ein Differenzirungsprozess, der erst nach
dem Festsetzen der Larve sein Ende erreicht. Die frei
schwimmenden Larven sind höher organisirt als die der
einfachen Ascidien, doch zeigen sich in der Ausbildung
der inneren Organe bedeutende individuelle Differenzen;
die Schwärmzeit dauert nur wenige Stunden.
Des Weiteren sucht der Autor nachzuweisen, dass in
der Larve drei Segmente vorhanden sind; von diesen sind
Kopf- und erstes Rumpfsegment zum vordren Leibes-
abschnitt der Larve verwachsen, während das zweite Rumpf-
segment den Schwanz gebildet hat. Die in den beiden
Theilen der Larven und larvenähnlicher Tunikaten von
verschiedenen Autoren betonte Segmentirung (Muskeln u.
Nerven des Schwanzes, Kiemenspaltenreihen, Muskelstreifen
der Salpen etc.) wird als pseudosegmentale Anordnung
gedeutet.
Bei einem Vergleich der Embryonalentwicklung mit
der Knospung zeigen sich grössere Differenzen, als der
i. il. Natiirgesch. d. Ascidieii während d. Jahre 1884 ii. 1885. IGl
Autor ursprünglich annahm, so entsteht der Peribranchial-
raum bei den Knospen aus einer entodermalen , bei den
Embryonen aus paarigen ectodermalen Aus- resp. Ein-
stülpungen ; das Ectoderm spielt überhaupt bei der Knospung
eine untergeordnete Rolle, es bildet nur den Cellulose-
mantel.
Die Keimblättertheorie lässt sich ohne Weiteres auf
Ecto- und Entoderm der Ascidienembryonen anwenden;
in Bezug auf das Mesoderm zeigen sich bei Ascidien ver-
schiedene Bildungsmodi, die die Aufstellung einer ziemlich
kontinuirlichen Reihe rechtfertigen, doch fragt es sich,
welcher von den beiden Endpunkten der Reihe der primäre
ist; der Verf. begründet seine Ansicht, dass den Ascidien
zwar ein epitheliales ,,Mesoblast" zukommt, doch schliesst
dasselbe keine enterocoele Leibeshöhle ein; als Erklärung
hierfür werden Einflüsse angenommen, welche in der onto-
genetischen Entwicklung einwirkten und eine phyletische
Weiterbildung bewirkten. Ursprünglich umfasste die ganze
Entodermschicht eine gemeinsame Urdarmhöhle; als nun
mit der Ausbildung des Ruderschwanzes die Darmhöhle
sich auf den vorderen Körperabschnitt zurückzog, bildete
sich aus dem nun soliden Entoderm der Schwanzanlage
der axiale Theil zur Stütze des Schwanzes, die seitlichen
zur Muskulatur aus, während der ventrale einen noch
weiteren Funktionswechsel einging. Die Mesoblastbildung
der Tunikaten bedingt nicht das Auftreten einer sekundären
Leibeshöhle, vielmehr bleibt die primäre bestehen, wird
aber nicht nur durch den Peribranchialraum, sondern auch
durch mesenchymatische Bindegewebszellen und durch einen
inneren Cellulosemantel bei einigen Formen erheblich ein-
geengt und muss dann als ein wahres Pseudocoel angesehen
werden {Jen. Zeiisch.f. Naiurw. Bd. 18. 1885. pag. 45 bis
120 \ 528—596. 8 Taf.).
eil. Maurice und Schulgin berichten zuerst über den
Bau und die Lebensweise von Amaroecium proliferum
M. Edw., besprechen dann die Geschlechtsorgane, die
Bildung der Eier, ihre Befruchtung und schildern schliesslich
Arch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. H. Bd. 3. H. t
162 Pi'of. Dr. Max Braun: Ber. über die \vissenscli. Leistungen
die Entwicklung des Embryo aus den mit viel Nahrungs-
dotter versehenen Eiern ; die Embryonalentmcklung gleicht
nach den Autoren im Ganzen mehr der Entwicklung der
Knospen. Alle primären Zellen der Organe sollen sicli
nämlich nicht durch die Furchung des Dotters bilden,
sondern frei im Grunde desselben entstehen; der hierzu
nicht verwendete Dotterrest dient zur Ernährung der Larve
in der ersten Zeit nach ihrem Ausschlüpfen. Das sich
zuerst bildende Blatt ist das Ectoderm, aus ihm geht die
Körperdecke und das Nervensystem mit den Sinnesorganen
hervor. Durch freie Zellbildung im Dotter entsteht das primäre
Entoderm, welches das Epithel des Kiemensackes und der
Peribranchialhöhle, den Darm und die Chorda, sowie endlich
durch freie Zellbildung auch noch das Mesoderm aus sich
entstehen lässt; letzteres giebt dann den Ursprung des
Endostyls, der Körpermuskeln, der Kiemen und der Muskeln
des Schwanzes (Embryogenie de V Amaroecium pro-
liferuni in Ann. des sc. not. Zool. VI. ser. iom. XVII. Faris
1884. arf. no.2. 46 pag. u. eine Tafel).
Bei Pseudodidemnum zosteramm n. sp. entsteht
die Knospe nach S. Jourdain am Oesophagus des mütter-
lichen Thieres und theilt sich bald; der eine Theil bildet
den Kiemensack, Oesophagus und Enddarm; der andere
spornförmige Theil bleibt lange in der Entwicklung zurück
und bildet schliesslich den mittleren Theil des Darmes,
vielleicht auch die Geschlechtsdrüse; in ähnlicher Weise
verläuft auch die Knospung bei Leptoclinum {sur les
Ascidies c omposees de la trihu des Dipl osomidae
in Compf. rend. hehd. Ac. Paris 1885. T. pag. 1512 — 1514).
B. Uljaiiin bestätigt die von della Valle gemachte
Entdeckung, dass die Larven von Distaplia sehr früh
Knospen bilden; die Larve selbst kommt jedoch nie zur
vollen Ausbildung, sondern stirbt nach 2 — 3 Wochen ab,
während ihr stark entwickelter Mantel den zu jungen
Thieren herangewachsenen Knospen als Gerüst dient; den
sogenannten Cellulophanenzustand von Distaplia, bei dem
sich die orossen Individuen des Stockes zersetzen, hält ü.
i. d. Naturgesch. d. Ascidieii wahrend d. Jahre 1884 u. 1885. 1G3
bedingt durch ungünstige, äussere Einflüsse {Bemerkungen
über die Synascidiengattung Distaplia d. V. in Zool.
Anz. 1885. pag. 40— U).
E. V. Beneden u. Ch. Julin haben die Furchung
bis zur Bildung der Gastrulabei einfachen und zusammen-
gesetzten Ascidien untersucht, sie verläuft überall ganz
gleich. Mit dem Auftreten der ersten karyokinetischen
Figur ist das Ei bereits orientirt, indem die erste Theilungs-
ebene der Medianebene der künftigen Ascidie entspricht;
im 8. Stadium, wo der Embryo genau der Bütschli'schen
Plakula entspricht, sondert sich das Ectoderm vom Ento-
derm und die Gastrula entsteht durch Krümmung dieser
doppelten Zellplatte {la segmentatio?i chez les Asc. et
ses rapporfs avec l' orga7iisation de la larve in Arch.
deBiol V. 1887. pag.111—126. 2 Taf.).
Dieselben berichten ferner über die postembryonale
Entwicklung von Phallusia scabroides n. sp. aus
Ostende; diese Art zeichnet sich durch die grosse Durch-
sichtigkeit ihrer Embryonen aus; der Bildung der Cloake,
der Kiemenspalten, der Entwicklung der Nieren, Geschlechts-
organe, der sogenannten Hypophysis und der Tentakel
wurde Beachtung geschenkt; die Kloaken höhle ist streng
vom Peribranchialraum zu scheiden, da sie ganz vom
Epiblast, die letztere aber nur in der äusseren Wandung
von Epiblast, in der inneren von Hypoblast ausgekleidet
wird. Im Kiemensack stehen zuerst 6 auf die bekannte
Art entstandene Spalten (primäre); diese theilen sich durch
Einschnürung in weitere sechs (sekundäre) u. s. f Die
Nierenbläschen bilden sich aus dem Mesenchjm (ibidem
tom.V. img. 611—638. mit 1 Taf, v. Bull, derkcad.roy.
de Belg. 1884).
Mit Rücksicht auf die Arbeit von Beneden u. Julin
(1. c.) macht L. Chabry darauf aufmerksam, dass die
Furchung der einfachen Ascidien sich nur sehr wenig
von der regulären Furchung entfernt und dass es möglich
ist, wenigstens bis zum Stadium von 32 Zellen, diese auf
die beiden ersten Furchungskugeln zurückzuführen (la
L*
164 Prof- Dr. Max Braun : Ber. ii])er die wissensch. Leistungen
segmentation des Ascidies simj)les in Journ. de l'Anat.
et de la physiol 20 annee. Paris 1884. pag. 387-392).
B. Systematik, Faunistik.
Nach 0. Seeliger lassen sich die Tunikaten von
Appendicularia-ähnlichen Formen ableiten, die
sich nach zwei Richtungen hin entwickelt haben ; die Ver-
wandtschaft wird am besten durch folgenden Stammbaum
illustrirt.
Ascidienstamm.
Asc. sociales
Asc. simpl. —
Botryllidae I
Polyclinidae ]■ Synascidiae
Appendicularia.
In Bezug auf die Stellung der Tunikaten im
System bespricht der Autor die bisherigen Anschauungen,
vergleicht dann die Entwicklung der Ascidien mit der des
Amphioxus und will auch den letzteren auf eine drei-
gliedrige Stammform zurückführen ; diese soll dann schliess-
lich wie die der Ascidien und der gegliederten Würmer
von einer zweighedrigen Urform abstammen, deren beide
Segmente ganz ähnlich waren und ausser den beiden
primären Keimblättern nur in der dorsalen Medianlinie
eine nervöse Differenzirung des Ectoderms, vielleicht auch
einige Mesenchymmuskeln besessen haben. Tunikaten und
Vertebraten werden als gesonderte Stämme einer gemein-
samen Wurzelform aufgefasst, doch die Stellung des Am-
phioxus unentschieden gelassen, jedenfalls ist derselbe kein
Bindeglied (1. c. pag. 569—596).
In einer längeren Auseinandersetzung über die Ver-
wandtschaftsbeziehungen der Ordnungen der As-
cidien kommt B. Uljanin zu folgendem Stammbaum:
i. d. Natiu'gesch. d. Ascidien während d. Jahre 1884 u. 1885. 165
Asc. sociales.
1
Trididemnium
Pseudodidemnum Botryllus
Salpen.
Asc. simpl.
.1
Appendicularien.
{Fauna u. Flora d. Golfs i\ Neapel. X. Monogr. Doliolam,
pag. 115—125. 1884).
Nach Ch. Maurice und Schulgin sind die zusammen-
gesetzten i^scidien phylogenetisch durch Degradation aus
den einfachen entstanden; nach letzteren folgen die socialen
Ascidien, wie Perophora, dann solche zusammengesetzte,
wie Amaroecium, bei denen die Cloaken noch getrennt
sind und endlich Formen vde Botryllus mit gemeinschaft-
licher Cloake (1. c. Ann. des sc. nat VT. tom. XV IL 1884).
W, A. Herdman bespricht die bisherigen Versuche
der Klassifikation der Synascidien und erwähnt, dass
unter dem Challenger- Material Polystyelae (Giard 1874)
vorhanden sind, welche Polycarpa u. Botryllidae verbinden
(Xatnre 1884. 29. Bd. pag. 429—431).
Lacaze-Duthiers macht darauf aufmerksam, dass die
einen Theil der Siphonen bei Cynthiaden von innen aus-
kleidende Mantelschicht („Tunica reflexa") Skulptur-
verhältnisse darbietet, welche für die Unterscheidung
der Arten auch ohne Sektion der Thiere von Bedeutung
sind; diese Tunica reflexa lässt sich sehr leicht abziehen
und untersuchen. Der Autor unterscheidet dreierlei
Bildungen „aiguilles, ecailles ä bords arrondis u. ecailles
fourchues"; nur sehr wenige Arten sind nackt z. B. C.
rustica u. C. aggregata {sur un element microsc. pou-
vant guider dans la determinations des Cynthiadees
in Conipt. rend. Äc. Paris. 1884. 2. t. 99 pag. 1103—1106).
Nicolaus Wagner hat mehrere Sommer auf den
Solowetzki 'sehen Inseln des weissen Meeres in der von
ihm u. Cienkowski unter Beihülfe des dortigen Klosters u.
des Ministeriums errichteten biologischen Station zugebracht,
166 Prof. Dr. Max Braun: Ber. über die wis.sensch. Leistungen
um die wirbellosen Thiere des weissen Meeres zu studiren;
ein grosser Theil des bisher vorliegenden ersten Bandes
ist den A seidien gewidmet, die an manchen Stellen sich
in grosser Anzahl finden. Folgende Arten werden aus-
führlich anatomisch beschrieben und abgebildet: 1. Chely-
osoma Mac-Leayanum Brod. u. Sow., 2. Glandula fibrosa
Stimps., 3. Molgula groenlandica Traust., 4. M. longi-
collis n. sp., 5. M. nuda n. sp., 6. Paera (Molgula) cry-
stallina Vern. , 7. Cynthia echinata L. , 8. C. Norden-
skjöldii n. sp. u. 9. Styela rustica L. ; beobachtet wurden
ferner Clav ellin a lepadiformis 0. F. M. u. Polyclinium
aurantium M. Edw., sowie drei einfache nicht einmal in
der Gattung zu bestimmende Formen. Alles in Allem hat
man es mit einer eigenthümlichen nördlichen Fauna zu
thun {Die wirbellosen Thiere des iceissen Meeres etc. I. Bd.
Lpzg. 1885.folpag. 121—167 mit Taf. XV— XX).
W. Kükentlial u. B. Weissenborn erbeuteten an der
Westküste Schwedens bei Alvoerstommen folgende
Tunikaten: Ciona intestinalis L., Phallusia mentula 0. F. M.,
Ph. Virginia 0. F. M., Ph. prunum 0. F. M., Ph. conchilega
0. F. M., Ph. patula 0. F. M., Ph. pustulosa Aid., Cerella
parallelogramma 0. F. M., Cynthia pomaria Sav., C. echi-
nata L., C. aggregata 0. F. M., Molgula arenosa Aid. et
Hanc; Botryllus Schlosseri Pall. u. Botrylloides albicans
M. Edw., {Ergehnisse eines zool. Aasfluges an die West-
küste Norwegens in Jen. Zeitschr. f. Naturiviss. Bd. XXX.
1886. pag. 783. 784).
R. Koehler zählt von den kleinen Inseln des Kanals
folgende Ascidien auf: Ciona intestinalis L., C. fascicularis,
Ascidia mentula Müll., A. producta Hanc, Ascidiella
aspersa Müll., A. scabra Müll.; Polycarpa glomerata Aid.,
Cynthia rustica M., C. granulata Aid., C. sulcatula Aid.,
Molgula arenosa Aid., M. socialis Aid., Anurella ros-
covita Lac, Ctenicella Lauceplaini Lac, Clavelina
lepadiformis Wigm., Perophora Listeri Müll., Aplidium
zostericola Giard; Amaroecium Nordmanni Edw. , A.
albicans Edw., A. proliferum Edw., Fragarium elegans
i. d. Natiirgesch. d. Ascidien währeud d. Jahre 1884 u, 1885. 167
GiarcL, Morchelliiim argus Giard., Leptoclinum asperum
Edw., L. durum Edw., L. Lacazii Giard., L. fulgidum Edw.,
L. gelatinosum Edw., L. sabulosum Giard., Didemnum
sargassicola Giard., Diplosoma Koehleri Lah., Botryl-
loides rotifera Edw., B. rubrum Edw., Botryllus
Schlosseri Sav., B. pruinosus Giard., B. smaragdus G.,
B. violaceus G., B. aurolineatus G., B. rubigo G. u. B.
morio G. {faune littorale des iles anglo-nomnandes in
Ann. des sc. natur. Zool. VI. ser. toiir. XX. 1886. art.
No. 4. pag. 58— 59).
H. de Lacaze-Diithiers u. Yyes Belage haben die
Cynthiaden der französischen Küsten studirt und be-
schreiben vorläufig als Typus der P'amilie Cynthia morus,
die an allen Küsten Frankreichs sich findet und in ihrer
Färbung recht variabel ist (Compt. rend. hehd. Äoad. Paris
1885. IL pag. 784—790).
L. Roiile beschreibt als „nouvelles especes d'Ascidies
simples des cotes de Provence" Eugyriopsis n. gen. der
Molguliden mit nur einem Geschlechtsorgan; ferner Mi-
crocosmus Sabatieri n. sp. und Cynthia corallina n. sp.
(Comj't. rend. hehd. Acad. Paris 1885. i. pag. 1015—1017).
Den bisher bekannten 3 Arten von Ciona fügt Roule
noch eine vierte unter dem Namen C. Edivardsii n. sp. aus
dem Golf von Marseille 35 - 40 mtr. Tiefe an ; dieselbe ist
dadurch ausgezeichnet, dass sie mit ihrer ganzen linken
Seite fixirt ist; für sie wird ein besonderes Subgenus:
Ple uro ciona creirt. Ebenda in 50 mtr. Tiefe lebt eine
neue Ascidia, A. elongata n. sp. , der A. mentula ähnelnd
(siir deux nouv. esj). d'Ascidies simples in Campt.
rend. Ac. Paris 1884. 2. t. 99. pag. 613—614),
Eine von Philippi 1843 (Müll. Arch. pag. 45) be-
schriebene Gattung einfacher Ascidien aus dem Golf von
Neapel scheint seit ihrem Entdecker nicht wieder beobachtet
worden zu sein; L. Roiile hat dieselbe (Rhopalea) in
der Nähe von Marseille in 25— 60 mtr. Tiefe häufig ge-
funden; in ihrem Exterieur nähert sich Rhopalea den
] 68 Prof. Dr. M a x B r an n : Ber. über die wissensch. Leistungen
Clavelinen, doch vermehrt sie sich nicht durch Knospen,
sie ist daher zu Phallusiaden zu stellen und zwar in die
Nähe von Ciona (Compt. rend. Ac. Paris 1884. I. pag, 1294
bis 1296).
Die grosse Arbeit von L. Roille: recherches sw les
Ascidies simples des cotes de Provence ( Plialhtsiadees) zer-
fällt in zwei Theile; der erste Theil behandelt Ciona in-
testinalis nach allen Richtungen hin monographisch, während
der zweite der Beschreibung der beobachteten Arten ge-
widmet ist. Indem wir in Bezug auf den ersten Theil auf
das Original resp. eine Anzahl vorläufiger Mittheilungen
desselben Autors verweisen, berichten wir vom 2. Theil,
dass der Verf. die Phallusiaden in zwei Tribus, Cionideen
und Phallusideen theilt; zum ersteren gehört nur Ciona
mit C. intestinalis L. (drei Varietäten: a canina, ß. ma-
crosiphonica u. y. fascicularis) u. C. Savignyi Herdm. Von
Phallusideen wurden beobachtet 1. As cidiella n. g. von
Ascidia durch die Lage des Ganglions und der Nervendrüse
— dicht hinter dem Wimperorgan — unterschieden, mit
A. cristata Risso, A. scabra 0. F. Müll. u. A. Intraria n. sp.
2. Ascidia s. str. mit A. mentula Müll., A. depressa Aid.,
A. producta Hanc, A. Mavioni n. sp. u. A. involuta Hell.,
3. Phallusia s. str. mit mamillata Cuv. und einer Var.
lutea (Annales du Musee d'hist. nat. de Marseille Zoologie
Tom. IL 1884/85. 217 pag. 4^ lu 13 Taf.).
R. V. Dräsche setzt seine Bearbeitung der adriatischen
Ascidien fort: „einige Molguliden der Adria" und
beschreibt: Eugyra adriatica w, sp. aus der Bucht von
Muggia, Molgula Helleri n. sp. von Pola u. Rovigno;
M. euprocta n. sp. dto. u. Ctenicella appendiculata Hell,
von Lacaze-Duthiers Fdt.'? (VerL d. k. L zooL-hot, Ges.
Wien. Bd. XXXIV, Jahrg. 1884. Wien 1885. pag. 159—170
mit 2 Taf.).
C. Ph. Sliiiter, der eifrige Erforscher der Fauna des
Malayischen Archipels hat auch den einfachen Ascidien der
Meeresstrasse zwischen Mendano und Billiton seine Auf-
merksamkeit geschenkt und im Ganzen 16 Arten, von denen
i. d. Naturgescli. d. Ascidieii während d. Jahre 1884 u. 1885. 1 69
12 neu sind, beobachtet; die einzelnen P^ormen werden
ausführlich beschrieben und abgebildet: 1. Ecteinascidiä
ruhricollis n. sp. in 6 Fdn. Tiefe lebend; 2. E. diaphanis
n. sp. dto. ; 3. Ascidia inelanoatoina n. sp. 6 — 8 Fdn.,
4. A. canaliculata Hell.(?) 6 Fdn., 5. Molgula Forbesi Herdm.
6 — 8 Fdn., 6. Cynthia palhda Hell. var. hillitonensis n. v.
4 Fdn., 7. Styela oligocarpa n. sp. 6Fdn. , 8. St. patens
n. sp., 9. St. papillata n. sp. 4 Fdn., 10. St. procera n. sp.
6 Fdn., 11. St. elata Hell. (?) 6 Fdn., 12. St. capüo^a n. sp.
6 Fdn., 13. St. Herdtnani ii. si^. 6 Fdn., 14. St. cryptocarpa
n. sp. 6 Fdn., 15. St. sjnralis n. sp. 5 Fdn. und 16. Stj/-
eloides abranchiata n. gen. n. sp. 6 Fdn., eine sehr merk-
würdige Form, die leider nur in einem Exemplare erbeutet
wurde; im Ganzen mit Styela übereinstimmend, soll sie
den Kiemensack und den ganzen Darm entbehren; als
Athmungsorgan soll der Mantel fuiüitioniren, wofür aller-
dings die stark entwickelten Blutgefässe in demselben
sprechen, wo dagegen die Verdauung stattfindet, ist ganz
zweifelhaft; sollte hier nicht ein durch einen Parasiten
ausgefressenes Thier vorliegen V (Ueber einige einfache
Äscidien von der Insel Biiliton in: Nataark. Tijdsehr.
voor nederlandsch Indie. Bd. XL V, Batavia 1885. pag. 160
bis 232 mit 9 z. Th. eoL Taf.).
Diese Funde geben dem Aiitor Veranlassung zu
zeigen, wie wenig gerechtfertigt die Anschauungen sind,
die nach den Bearbeitern des Challenger-Materiales sich
in Bezug auf geographische Verbreitung der Meeres-
thiere ergeben (Zur Kenntnis s der geographischen
Verbreitung der einfachen Äscidien in Zool. Anzeiger
1884. pag. 373-375).
M. P. A. Traustedt beschreibt folgende „Ascidiae
simplices fra det stille Ocean" Hypobythius caly-
codes Mos. Sandwichinseln 2900 Fdn., Chelyosoma
macleayanum Brod. et Sow. stiller Ocean, Eismeer, Grön-
land, nordatl. Ocean; Ch. productum Stmps. Westk. v.
Nordam., Corynascidia Suhmi Herdm. still, u. atl. Ocean
in grosser Tiefe; Corella japonica Herdm. still. Ocean;
170 Prof. Dr. M a x B r a u n : Bei", über die wisseiisch. Leistungen
C. eumyota Traust., Valparaiso, Bahia; Abyssascidia
Wywillü Herdm., ind. Ocean; Ciona intestinalis von ver-
schiedenen Fdn., Phallusia tenera Herdm., Ph. Suensonii
n. sp. still. Ocean bei Korea; Ph. meridionalis Herdm.,
Ph. koreana n. sp. von Korea 60—100 Fdn.; Molgula
chrystallina MU. Grönland, Island, Ostk. Nordamerikas;
M. Martensii n. sp. Indischer Ocean; Paramolgula n. gen.
„zwischen Molgula u. Eugyra stehend, keine Falten im
Kiemensack wie Eugyra, Darmkanal wie bei Molgula?
Geschlechtsorgane auf beiden Seiten, das linke über dem
rücklaufenden Theil des Darmes gelegen," mit P. Schalzü
n. sp. aus der Magelhanstrasse ; Bostrichobranchus
manhattensis Ostk. Nordamer., Cynthia clavigera Traust.
Peru; C. japonica n. sp. Japan; C. sacciformis Dräsche,
Yokohama; C. praeputialis Hell. Sidney, C. pyriformis
Rathke, Korea, Island, Norwegen, Grönland, Spitzbergen;
C. pallida Hell. atl. Ocean, Westindien, Mauritius ; C. Hilgen-
doyfii n. sp. Japan; C. Roretzii Dräsche Japan; Micro-
cosmus gleba n. sp. Still. Ocean; M. variegatus Hell, bei
Amoi 8 — 25 Fdn., Havanna; Styela plicata Les. zahh*.
Fundorte u. St. clava Herdm. Stiller Ocean, Japan. Mit
aufgezählt werden alle bisher aus dem stillen Ocean be-
kannten Arten; die Beschreibung der neuen Arten resp.
Gattungen sind im Anhang lateinisch gegeben (Vidensk.
Meddelfra naturh. For. i Kjebenhavn 1884/85. 60 j^g. 47 af.).
R. V. Dräsche beschreibt 18 „anssereuropäische , ein-
fache Ascidien": von denen 10 Arten ganz neu sind; als
wichtiges Artmerkmal ist der sogenannte „Dorsaltuberkel"
(FHmmerorgan) erkannt worden, doch muss zwischen diesem
und seiner flimmernden Oeffnung unterschieden werden;
1. Boltenia pachydermatica Herdm., von der Novara-Ex-
pedition südl. von Sydney ges., 2. Microcosmus Herdmanii
n. sp. dto. Cap d. guten Hoffnung; 3. M. Juliiiii n. sp. dto.
Sydney; 4. Cynthia haustor Stimps. N. W. Amerika (Stein-
dachner leg.); 5. C. casteneiformis n. sp. Californien Stdchn. ;
6. C. manritiana n. sp. von Mauritius; 7. C. praeputialis
Hell. Australien; 8. C. iiodidoöa n. sp. Caldera Bay-ChiH
i. d. Naturgesch. d. A-scidien -während d. Jahre 1884 u. 1885. 171
oder St. Domingo; 9. C. saccifomiis n. sp. Japan; 10. C. Ro-
retzii n. sp. Japan ; 11. C. rtiirabüis n. sp. Japan; 12. Styela
gyrosa Hell. Japan; 13. St. clava Herdm. Japan; 14. Po-
lycarpa sulcata Herdm. Molukken; 15. P. rugosa n. sp.
Rio Janeiro, 16. Chelyosoma productum Stimp. N.W.
Amerika, 17. Cor eil a Xovarae n. sp. Insel St. Paul ind.
Ocean und 18. Ascidia nigra Sav. Pdo Janeiro, Cuba,
Rothes Meer. {Ueher einige neue und wenigei- ge-
kannte ausser europäische Ascidien in: Denksch. d, K.
Akad, d. Wiss. Wien; mathem.-naturiü. Cl. 4:8. Bd. 1884.
pag. 369—384 mit 8 Taf., cf. auch Am. d. K. Ak. d. Wiss.
Wien. 1884. No. IX. pag. 61 — 67 und Ann. and mag. of
nat. hist. {5) XIIL p)ag. 424).
Vom December 1881 bis Januar 1883 hat P. Ooiirret
folgende Salpen im Golf von Marseille gefunden: 1. Salpa
runcinata Cham., 2. S. Caboti Des., 3. S. spinosa Otto u.
4. Pyrosoma gigas; früher ist Salpa maxima Forsk. öfters
gefunden worden (Consider. sur la faune pel. du Golfe
de Marseille in Ann. de musee cVhist. nat. de Mars. ZooL
Tom. 11. 1884/85. Xem. no. 2.).
Aus dem Mittehneer sind bis jetzt folgende Arten von
Doliolum bekannt: 1. D. Mülleri Krohn, 2. D. rarum
Grobben, 3. D. Ehi-enbergii Krohn und 4. D. Gegenbauri
n. sp., welche Art auch bei AustraHen vorkommt (Uljanin:
Doliolum in Fauna n. Flora d. Golfs i\ Neapel 1884).
Technische Notizen geben: Ch. Maurice und
Scliiilgin - Behandlung von Thieren u. Eiern von Amaroe-
cium proliferum mit Pikrinschwelsäure u. Färbung (Ann.
des sc. natur. Zool. VI. ser. tom. XVII. 1884. Paris art.
No. 2. pag. 5-7); 0. Seeliger- Conservirung der Eier und
Entwicklungsstadien von Clavelina mit absol. Alkohol,
Färben mit Pikrokarmin, Schneiden aus freier Hand (Jon.
Zeitschr. f. Naturw. Bd. XVIII. 1885. pag. 45); A. Sabatier
Conservirung u. Färbung der Eier zur Untersuchung der
Herkunft der TestazeUen (Recueil zool. suisse tom. I. 1884.
pag. 429); Arth. Beiles Lee Fixirung und Färbung der
Geschlechtsorgane von Appendicularien (Recueil zool. suisse
172 Prof. Dr. Max Braun : Bei', über die wissensch. Leistungen
tom. I 1884. pag. 646); L. Roule (ibid. II. 1885. pag. 199);
Kükenthal u. Weissenborn: Conservirung ganzer Ascidien
(Jen. Zeitsch. f. Naturwiss. Bd. XIX. 1886. pag. 783).
P. S. Referent muss noch bedauerlicher Weise auf
eine Anzahl Lücken in seinem Bericht aufinerksam machen,
die grösstentheils dadurch veranlasst werden, dass einige
Zeitschriften und Lieferungs werke der Berichtsjahre nicht
rechtzeitig mehreren Bibliotheken, an die sich Ref. gewandt
hat, zugegangen sind (April 18871). Dem Titel nach sind
noch folgende Arbeiten anzuführen:
Heath A.: on the struct. of the polyc. and the endocarp.
in the Tunic. 9 pag. 4 pl. Liverpool 1884.
Sabatier: sur les cellules du foU. et les cell, granul. chez
les Tuniciers in Rev. des sc. nat. Montpell. (3) tom. IV.
pag. 106—140. 2 Taf.
— sur les oeufs des Ascidiens in Mem. Acad. Sc. Mont-
pelHer Sect. d. sc. tom. X. 1885. pag. 429—480. 4 Taf.
Herdman W. A.: Tunic. dredg. dur. the cruises of Porcu-
pine and Lightning 1868 —70 in: Trans. R. soc. Edinb.
vol. 32. pag. 219-231. 2 pl.
— Tunicata of Triton, ibidem, pag. 92—117. 5 pl.
— a new organ of respir. in the Tunicata in: Proc. hter.
and phil. soc. Liverpool 1884/85. 8 pl. 1 Taf. (cf. oben).
— on the armat. of the brauch, siph. in some simpl. Asc.
ibidem 2 pag. (cf. oben Lacaze-Duthiers).
Swederus M. B. : Tunicata fran Sibir. Ishaf och Berings
Haf in: Vega-Exped. vetensk jakttag. Bd. IV. pag. 87
bis 112.
Lahille: Altern, in the hearth of Tunicates: Bull. soc. bist.
nat. Toulouse vol. XIX. 1885. pag. 13-23 u. Journ.
Roy. micr. soc. (2) vol. VI. P. 3. pag. 416.
Möglicherweise werden Ascidien noch in folgenden,
dem Ref. nicht zugängHchen Publikationen berücksichtigt:
i. d. Natnrgesch. d. Ascidien wahrend d. Jahre 1884 n. 1885. ] 73
Butschinsky P. : Fauna der Buchten des neuruss. Ufers in
Sapiski der neur. Naturf.-Ges. Bd. X. Odessa (Russ.).
Frehol H. : la vie au fond des mers ; les explorations sous-
marines et les voyage du Travailleur et du Talisman
Paris 1885. 8» mit Abb.
Giard Alfr. : Synopsis de la faune marine de la France
septentr. 1 art. Bull, scientif. du dep. du Nord, annee
7/8. pag. 293-313.
Henderson J. R.: rec. addit. to the invertebrate fauna of
the Firth of Forth (Proc. R. Soc. Edinb. 1884/85.
pag. 307—313).
Verrill A. E. Notice of recent addit. to the mar. invertebr.
of the northeastern coast of America P. V. (Proc. U.
St. nation. Mus. VIII. pag. 423—448).
— Res. of the explor. made by the Steamer Albatross of
the northern coast of the U. St. in 1883 (ü. St. Fish
Comm. P.IX rep. f. 1883. pag. 503— 699 with 44 pl.
Wash. 1885).
Haddon A. C: rec. contrib. to the marine invertebr. of
Ireland (Zoologist (3) vol. X. pag. 1—8).
Hansen G. A. : Bericht über zool. Unters, in den Sommern
1884/85 (Bergens Mus. Aarsber. f. 1885. pag. 49-54.
1 Taf.).
Korottneff A. : Compt. rend. d'un voyage scientif. dans les
Indes neerland. (Bull. Acad R. sc. Belg. (3) XIII.
pag. 540—582).
Jahresbericht
über die Bryozoen für 1882 und 1883,
Von
Prof. Dr. Karl Kraepelin
in Hamburg.
A. Anatomie, Ontogenie, Phylogenie.
J. BaiTOis versucht in einer ausführlichen Arbeit an
der Hand ausgewählter Typen (Pedicellina , Lepralia, Bu-
gula, Serialaria, Frondipora, Discopora, Alcyonella) die
verschiedenen Larvenformen der Bryozoen auf einander
zurüclizuführen und schildert namentlich die Vorgänge,
durch welche die Larve in das definitive Bryozoon über-
geht. Indem wir in Bezug auf Einzelheiten auf die Original-
arbeit verweisen müssen, sollen hier nur kurz die wichtigsten
Schlussfolgerungen des Verf. aufgeführt werden. — Die
gesammten Bryozoenlarven lassen sich in eine Reihe ordnen,
welche, mit den Entoprocten als den ältesten beginnend,
durch Chilostomen und Ctenostomen bis herauf zu den
Cyclostomen und liophopoden als continuirlich sich erweist.
Die Entoprocten machen eine verhältnissmässig einfache
(palingenetische) Metamorphose durch; die der Ectoprocten
ist complicierter und caenogene tisch. Bei sämmtlichen
Formen kann man als die 5 Hauptteile unterscheiden: 1) die
aborale Fläche, 2) den peripherischen Teil der oralen Fläche
mit dem Wimpernkranz, 3) die ,, poche incubatrice" mit
dem centralen Teil der Oralfläche, 4) den Darm und 5) die
Polypidanlage , die bei den Ectoprocten als Kappe am
aboralen Pol, bei den Entoprocten als ,, Lippenwulst" auf-
tritt. Die Verschiedenheit der Larven beruht einmal auf
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 n. 1883. 175
der verschiedenen Ausbildung des oralen und des aboralen
Hautabschnittes, sodann auf der verschiedenen Entwickelung
des Wimperkranzes, des ,,Vestibulums" und der Darm-
anlage. Bei den Ectoprocten entwickelt sich um den ab-
oralen Pol ein von der oralen AVandung gebildeter Ring-
wulst, der Mantel, welcher in seiner höchsten Ausbildung
(Ctenostomen, Lophopoden) die Kappe des aboralen Pols
völlig (bis auf einen feinen Porus) überwallen kann. Es
ergeben sich so 3 grosse Larventypen, die folgendermassen
charakterisiert werden :
1. Entoprocta: Die aborale Oberfläche prädominiert.
Vestibulum im Maximum der Ausbildung. Darm völlig
entwickelt.
2. Chilostomata und Ctenostomata: Oralfläche mit
dem Wimperkranz prädominiert. Mantel vorhanden,
aber klein. Darm nur als Zellmasse entwickelt.
„Poche incubatrice" klein.
3. Cyclostomata und Lophopoda: Oralfläche prä-
dominiert. Mantel erreicht Maximum seiner Aus-
bildung. Darm völlig fehlend, ebenso „Poche in-
cubatrice".
Bei der Metamorphose findet nicht, wie früher an-
genommen, eine völlige Zerstörung der Larvenorgane statt;
vielmehr entwickeln sich die definitiven Organe aus schon
vorhandenen, wenn auch sehr rudimentären Anlagen der
Larve. Letztere setzt sich in allen Fällen mit dem oralen
Pole fest. Der Larvendarm der Entoprocten wird, mit
Ausnahme von Mund und After, zum Darm des fertigen
Tieres. Der ,, Lippenwulst" der aboralen Körperwand bildet
hier lediglich die Mündungszone des werdenden Polypids.
Bei den Ectoprocten entsteht das Polypid wahrscheinlich
ebenfalls aus zwei getrennten Teilen, einem oralen Zell-
haufen (Aequivalent des Larvendarmes der Entoprocten)
und der aboralen, dem ,, Lippenwulst" entsprechenden Kappe
(„Calotte"), doch liefert letztere bei weitem die Haupt-
masse des Polypids, erstere nur die Muskelstränge. Der
Mantel verschwindet in allen Fällen durch ,, Umstülpen",
so dass die Auskleidung seiner Höhle schliesslich allein
176 Pi'of- 1^1'- Karl Kraepelin:
die äussere Körperwandung darstellt. — Am erwachsenen
Bryozoon unterscheidet Verf. 3 Flächen, 1) den Fuss, ent-
sprechend dem oralen Pol der Larve, 2) die Frontalfläche,
welche den Mund, und 3) die Rückenfläche, welche den
After enthält. Die beiden letzteren sind Teile der larvalen
Aboralseite. — Zum Schluss werden die Bryozoen mit den
Rotiferen verglichen und eine hypothetische Gruppe von
„Probryozoen" aufgestellt, die frei schwimmend den heutigen
Larven der Entoprocten ähnlich waren. Durch Kriech-
gewöhnung und schhessliches Festsetzen wurde dann die
Metamorphose, in specie die Umlagerung des Mundes und
Darmkanals hervorgerufen. (J. ßarrois, Emhryogenie des
Bryozoaires. Essai cVune Theorie generale du developpement
hasee sur l'ehide des metamorphoses. Ävec 1 pl. in Journ.
de l'Anat. Physiol. Rohin et Pouchet, 1882. p. 124—158;
Uehersetzung wi Ann. Mag. Nat. Hist. (o) Vol. X, pag. 265
— 279, p>ag. 388 — 403; Auszug in Jomm. R. Mic. Soc.
London {2) Vol. 2. P. 4. j^ag. 492—494.)
A. C. Haddoii behandelt in einer längeren Arbeit die
Frage nach der Knospung des ,,Polypid", sowol diejenige
im erwachsenen Zooecium, als diejenige der Larven, wobei
er in Anschluss an Balfours ,, Elemente der vergi. Embryo-
logie" eine historische üebersicht über das von früheren
Autoren auf diesem Gebiete Geleistete giebt. Seine eigenen
Untersuchungen, die sich vornehmlich auf die Bildung der
Knospen im erwachsenen Cystid beziehen, sind namentlich
an Flustra carbasea und andern Finstren, sodann an Bu-
gula avicularia, flabellata, Eucratea chelata, Alcyonidium
gelatinosum, Vesicularia spinosa und Loxosoma tethyae
angestellt. Das jüngste beobachtete Stadium der Knospe
stellt eine kleine runde Zellmasse, von einer durchsichtigen
Zelllage umschlossen, dar, welche einerseits mit der Endo-
cyste, andererseits mit dem Funiculargewebe in Verbindung
steht. Der braune Körper ist von dieser Knospenanlage
anfangs ziemlich entfernt, doch durch den Funiculus mit
ihr verbunden. Die Knospe wird bald hohl, birnförmig,
ihre äussere Zelllage bleibt unverändert zart, durchsichtig,
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 n. 1883. 177
während die innere, aus dem runden Zellhauf hervor-
gegangene mit Ausnahme des oberen Pols, wo sie dünn-
häutig ist, ein dickwandiges Cyhnderepithel darstellt und
als das eigentlich active Zellmaterial anzusehen ist. Aus
ihm bilden sich später das Aussenepithel der Tentakel-
scheide, das Aussenepithel der Tentakeln und das Innen-
epithel des Darmtraktus, während die hyaline äussere Zell-
schicht das Innenepithel der Tentakelscheide, das Innen-
epithel der Tentakeln und das Aussenepithel des Darms
aus sich hervorgehen lässt. Jetzt bildet sich aus einer
Vorwölbung der Knospe ein Blindsack, die Anlage von
Enddarm und Magen, der sich mehr und mehr abschnürt,
bis auf die Stelle, wo später der Enddarm mit dem Lopho-
phor in Verbindung bleibt; gleichzeitig legen sich auf dem
plattenförmigen Teile der Knospe die 22 Tentakeln, anfangs
als leichte Faltungen, an; da ihre Continuität dort unter-
brochen, wo der Blindsack nach abwärts zieht, so er-
scheinen sie bilateral angeordnet. Bald zeigt sich in der
Mitte des Lophophors als Anlage des Oesophagus eine
runde Depression, die rapide zu einem Blindsack sich ver-
tieft, auf den Magen trifft und nun mit diesem durch Re-
sorption der Wände communiciert. Nunmehr verbindet
sich das Polypid durch Verlängerung des Magensackes mit
dem braunen Körper. Der Magenblindsack umwächst ihn
als zusammenhängende Masse, worauf er von den gleich-
zeitig in Function tretenden Magendrüsen verdaut wird.
Während dem sind Tentakeln, Muskeln, Wimperbekleidung
zu weiterer Entmcklung gelangt. Die Retractoren ent-
stehen aus der peritonealen Bekleidung des Polypids. Der
Funiculus entsteht früh und ist wol von dem Funicular-
gewebe des parentalen Zooeciums abzuleiten. Er wächst
vom Fundus des Polypids zur Zooeciumbasis und steht
mit dem braunen Körper in Verbindung. — Nach Be-
sprechung der bisherigen Ansichten über die Gewebe,
welche bei der Knospenbildung beteiligt sind, stellt Verf.
aus theoretischen Gründen die Vermuthung auf, die Knospe
müsse Elemente des mütterlichen Epiblast, Mesoblast und
Hypoblast in sich aufnehmen, und glaubt hierfür namentlich
Arch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. H. Bd. 3. H. ]^£
178 T*rof. Dr. Karl Kraepelin:
bei Entoprocten und Phylactolaemen Anhaltspunkte zu
finden. Die Gymnolaemen erscheinen ihm als „degraded
group", bei denen die ursprünglichen Verhältnisse weniger
klar hervortreten können. Doch dürfte auch hier ein Teil
der Knospe durch Einstülpung des Epiblast der ,,Endo-
cyste" entstehen, während der Darm von einem Teile des
Funiculus abgeleitet wird, der indirect vom Archenteron
des Embryo stammen und also hypoblastischen Ursprungs
sein soll. — Polypid und Cystid sind nicht als zwei ver-
schiedene Tiere aufzufassen, da es unglaublich, dass Ge-
nerationen von Individuen, die im Wesenthchen nur Darm-
traktus sind, in der Leibeshöhle eines anderen fort-
existierenden Individuums leben sollten, das dieser Organe
entbehrt und lediglich nur aus Leibes wand und Leibes-
höhle besteht. (A. C. Haddon, On Budding in Polyzoa in
Q. Journ. Mio, Soc. Vol. 23. pag.o 16—565, mü 2 Taf. 1883.)
Elias Metsclmikoff erklärt die von Barrois (1877)
bei Phalangella, Crisia, Diastopora beschriebenen Gastrulae
nach eigenen Untersuchungen an Cyclostomen (namentlich
Discoporella radiata) für Pseudogastrulae, indem er nach-
weist, dass das Entoderm schon weit früher vorhanden,
als Barrois dies angenommen, die vermeintliche Invagi-
nationsgastrula Barrois' sich also an einer ,,Diblastula'*
vollzieht. Es muss demnach der Zustand, welcher der
echten Gastrulation entspricht, schon viel früher abgelaufen
sein. Die spätere einer Invaginationsgastrula mit Blasto-
porusbildung in seinen ersten Stadien allerdings sehr ähn-
liche Einstülpung der Diblastula führt daher keineswegs
zur Bildung von Entoderm, sondern zu der eines ecto-
dermalen Saugnapfes zur Anheftung der Larve. Der
eigentliche Entodermsack bricht erst viel später am ent-
gegengesetzten Pol mit kreisrunder Oeffnung nach aussen
durch, so dass die Larve nunmehr wieder die Form einer
secundären, mit Saugnapf versehenen Gastrula erhält.
(E. Metschnikoff, V er gleichend -emhryologische Studien TU.,
Ueher die Gastrula einiger Metazoen in Z. f. loiss. Zool.
Bd. 37. pag. 286—313, spez.pag, 310—311. 1882.)
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 u. 1883. 179
W. J. Yigelius berichtet über den Ursprung der
Genitalprodukte bei Flustra membranaceo - truncata Smitt.
Die Ovarien entstehen an der Seitenwand der Endocyste
aus Zellen des Innenepithels derselben als rundhche oder
ellipsoidische Körper, an denen sich ein Follikelepithel und
— im Innern — einige durch ihre Grösse, durch Nucleus
u. Nucleolus charakterisierte Eizellen unterscheiden lassen.
Eine dieser mit Membran versehenen Eizellen wächst
schnell heran, rückt an die Peripherie des Ovariums und
tritt schliesslich aus demselben heraus, um vermuthlich
in die Ovizelle zu wandern, während der Rest des Follikels
mit den bis dahin stationär gebliebenen Eizellen (resp.
Eizelle) sich wahrscheinlich zu einem neuen Ovarium aus-
zubilden vermag. Das Ei scheint erst in der Ovizelle
befruchtet zu werden, da ein keimfleckartiger Körper
noch hier in demselben nachzuweisen war und die mit
Ovizellen besetzten Ooecien sich sämmtHch als diclinisch
erwiesen. Selten wurden hermaphroditische Zooecien beob-
achtet. Die Entwickelung der Ovarien zeigte sich nicht
an bestimmte Entwickelungsstadien der Polypide gebunden.
— ■ Die Hoden scheinen ebenfalls aus der Endocyste (im
hinteren u. unteren Abschnitt des Zooeciums), nicht aus
Zellen eines Funiculus hervorzugehen, wie namentlich aus
der AehnHchkeit ihrer Keimzellen mit den Bildungszellen
des Ovariums geschlossen wird. Die „Spermasporen"
bilden rundliche Klumpen oder Stränge, die in ihrer Lage
und Form sehr variiren. Jede mit deutlicher Membran
versehene Spermaspore liefert mehrere aus Kopf und haar-
dünnem Schwanz bestehende Spermatozoen. Besondere
Ausfuhrgänge für letztere wurden nicht beobachtet; sie
schwärmen wahrscheinUch durch die Oeffnung des polypid-
losen Zooeciums aus. (Zar Entstehimg und Entwickelung
der Geschlechtsprodukte bei chilostomen Bryozoen in Biol.
CentralU. Bd, 2, No. IL pag. 436—442] 1SS2; Ref. in
Jonrn. R. Microcs. Soc, (2). Vol. 2. P. 6. pag. 769—770.)
H. Kohlwey liefert Beiträge zur Kenntnis von Bau
und Leben des Halodactylus diaphanus P'arre. An
M*
180 Prof. Dr. Karl Kraepelin:
dem in Form und Farbe sehr variierenden Stock werden
knospende, geschlechtsreife und ruhende Individuen unter-
schieden. Erstere finden sich nur am Rande, letztere im
Innern. Bei den ruhenden Individuen löst sich der Mittel-
darm von Oesophagus und Enddarm und wird zum „braunen
Körper", der nicht als Ausgangspunkt neuer Knospen-
bildungen zu dienen scheint. Oesophagus und Enddarm
zerfallen körnig und werden resorbiert. Die Oeffnungen
der functionierenden Individuen können sowohl durch
Knospenbildung (an der Innenseite der Aussenwand des
Stockes), als durch Verdickung der Ectocyste (am basalen
Teile des Stockes) verschwinden, wodurch die Individuen in
ruhende übergehen, die lediglich mit assimilierten Stoffen
von den Nachbarindividuen ernährt werden und dann zer-
fallen. Ein Nervensystem wurde nicht beobachtet. Sperma
und Eier, die aus der Endocyste hervorzugehen scheinen, sind
auf verschiedene Individuen desselben Stockes verteilt und
treten im Hochsommer auf. Die männlichen Individuen
bilden die grosse Mehrzahl; der Austritt der Spermatozoon
aus der Leibeshöhle geschieht wahrscheinlich nach Ab-
reissung des Darms von der Tentakelscheide, da der
Farre'sche „flaschenförmige Apparat" nicht aufgefunden
werden konnte. Die Larven bilden sich im Winter und
sitzen meist zu 5 in einem dem braunen Körper anhaftenden
Sack. Eine Weiterentwickelung derselben wurde — ab-
gesehen von der Bildung eines halbmondförmigen Fort-
satzes am aboralen Pol, einer „darmlosen Knospe" bei
einem Individuum — nicht beobachtet (H. Kohlwey, Ueher
Bau II. Leben von Halodactylas diaphanus. Tnaug. Dissert
Halle 1882. 33 pag.)
Th. Hiiicks tritt für die Ansicht ein, dass die Vibra-
cularien nicht selbständige Modifikationen des Mündungs-
deckels der Zooecien sind, sondern von den — nur in
extremen Fällen zu wirklichen ,,birds heads" entwickelten
— Avicularien sich ableiten. Gleichzeitig weist er auf die
geringe Bedeutung dieser Gebilde in Bezug auf System.
Verwerthung hin, da ein und dieselbe Species eine ganze
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 u. 1883. 181
Reihe verschiedenartiger Modifikationen der Avicularien
zeigen könne. Im Speziellen wird dies nachgewiesen an
Microporella ciliata Pallas, welche (von verschiedenen Fund-
orten) im Ganzen folgende 4 Formen jener Gebilde erkennen
lässt: 1) Gewöhnhche Avicularien mit spitzem Oberkiefer,
2) x\vicularien, deren Unterkiefer in einen Dorn verlängert
ist, 3) Avicularien, deren dornartiger Unterkiefer einen
membranösen Saum trägt und 4) Vibracularienartige Form
mit langer, wol entwickelter Borste und teilweise modi-
ficiertem Oberkiefer. ( 77i. Hincks, On certaiu remar-
kahle Modifications of the Avicularinm in a Species of Poly-
zoon; and on the Relation of the Vibracaliun to the Avicu-
larinm in Ann. Mag. Nat. Hist. IX. pag. 20 — 25, mit 4 Holz-
schnitten, 1882. Auszug in J. R. M. Sog. (2) Vol. 2. P. 2.
pag. 183—184.)
W. Reinhardt giebt in russischer Sprache eine Zu-
sammenfassung dessen, was bisher über den Bau und die
Entwickelungsgeschichte der Süsswasserbryozoen be-
kannt geworden und knüpft daran eigene Beobachtungen,
die sich namentlich auf die Entstehung der Knospen,
Statoblasten, Eier und Spermatozoon beziehen. ( Ueber sieht
über Bau u. Kntwickelang der Süssivasserbryozoen. Charkoiv
1^82, 104 pag. mit 7 Taf.)
Desselben Notiz über die Statoblasten von Cristatella
(vgl. Zool. Anzeiger 1881 No. 87) ist auch abgedruckt in
Arch. Zool. Exper. Tom. X. pag. XIV-XV.
Zum Schluss dieses Abschnittes mag noch über einige
allgemeinere Werke kurz referirt werden, soweit sie die Ver-
wandtschaftsverhältnisse der Bryozoen zu anderen Tier-
gruppen behandeln.
C. Claus vereinigt in der 4. Aufl. seiner „Gnmdzüge
der Zoologie" die Bryozoen mit den Brachiopoden zu einem
Typus der Molluscoiden und charakterisirt die hierher zu
rechnenden Formen als „Festsitzende Bilateraltiere ohne
Metamerenbildung, mit bewimpertem Tentakelapparat, von
einem cystenförmigen oder zweiklappigen Gehäuse um-
182 Pi'of. Dr. Karl Kraepelin:
schlössen, mit schlingenförmig gebogenem Darmkanal und
suboesopliagealen Ganglion". Er hält durch die Ent-
wickelungsgeschichte wahrscheinlich gemacht, dass beide
Gruppen, trotz ihrer Verschiedenheit in der ausgebildeten
Organisationsstufe, enger miteinander verwandt sind, und
dass beide ihrer Abstammung nach gemeinsame Wurzel
mit den Annehden haben. Ist diese immerhin noch als
Hypothese zu betrachtende Annahme richtig, so entspricht
die Tentakelkrone der Bryozoen den Armen der Brachio-
poden, das Ganglion der ersteren dem suboesophagealen
Ganglion der letzteren. Die Reste von 2 Segmentalorganen
in beiden Gruppen dürften der „Kopfniere" der Würmer
homolog sein. Cystid und Polypid werden nicht als 2 ver-
schiedene Individuen aufgefasst; der von der Endocyste
umschlossene Raum ist die Leibeshöhle. Das primäre
Zooecium entsteht durch Knospung aus dem Organismus
der Larve (pag. 89 — 104).
0. n. R. Hertwig stellen in ihrer „Coelomtheorie"
(Jen. Zeitschr. f. Naturw. Bd. XV. 1882) pag. 24—26 die
Bryozoen zu den Pseudocoeliern, was besonders auf Grund
der Verhältnisse bei Entoprocten bewiesen wird(Entwickelung
eines Mesenchyms, primärer Mangel einer Leibeshöhle, Be-
schaffenheit der Muskulatur). Für die Zugehörigkeit der
Ectoprocten zu den Pseudocoeliern spricht bis jetzt ledig-
lich die Muskulatur, da die embryologischen Vorgänge noch
zu wenig geklärt sind. Die AUman-Leuckartsche Theorie
von dem Verhältnis zwischen Polypid und Cystid wird ver-
worfen; die Leibeshöhle dürfte im Hinblick auf die Ecto-
procten vielleicht als ausgedehnte Genitaldrüse zu er-
klären sein.
Oscar Sclimidt stellt in der 8. Aufl. seines Hand-
buches der Vergi. Anatomie die Bryozoen zu den Würmern,
da sie in Hinbhck auf die Larvenformen mit den Gephyreen
nächst verwandt scheinen. Die Allman-Leuckartsche Theorie,
dass Polypid und Cystid 2 verschiedene Individuen seien,
wird beibehalten.
Jahresbericht über die Bryozoeu für 1882 u. 1883. 183
B. Biologie.
W. A. Haswell beschreibt eine merkwürdige Sym-
biose kleiner Actinien mit einer Cellepora von „Thursday
Island". Erstere bewohnen die oberen Teile cylindrischer
Kanäle in der Substanz der Zweige, die mit centralen
Höhlen der dickeren Zweige communicieren. Verf. führt
diese eigenthümliche Bildung darauf zurück, dass anfangs
eine junge Actinie von einer Gruppe junger Bryozoenzellen
umgeben war. Aus dem Wachsthum des Stockes in der
Peripherie der Actinie muss ein Kanal entstehen, an dessen
Mündung die Actinie verbleibt. Seitliche Knospen der
letzteren erzeugen dann die Seitenkanäle im Bryozoenstock
(Note 0)1 a Gurions instance of Symhiosis in Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales, Vol. 7. ;9a^. 608- 610. 1883).
H. Allen hat beobachtet, dass eine Plumatella vesi-
cularis, die 1 6 Stunden ausserhalb des Wassers war, wieder
aullebte, als sie in Wasser, noch dazu durch Eisenrost
stark verunreinigtes, gebracht wurde. Er hält diese That-
sache für wichtig im Hinblick auf die Frage nach dem
Modus der geographischen Verbreitung dieser Tiere ( 17-
tality of Fresh-water Polyps in Proc. Ac. Nat. Sc. Philadelphia
1882, IL pag. 223-224).
C. M. Maplestone hat gefunden, dass am Strande ge-
sammelte Bryozoen im Sammelgefäss öfter ihre Tentakel-
kronen wieder ausstreckten, während andere, sorgfältig
vom Pfahlwerk etc. abgelöste dies nicht thaten ( Ohscrvations
on lÄving Polyzoa in Trans. Proc. R. Soc. Vict. Vol. 18.
pag. 48—51).
C. Systematik, Faunen.
1. Ectoprocta, Gyninolaemata.
Th. Hincks beschreibt in der Fortsetzung seiner Con-
tributions towards a general History of the Marine Polyzoa
(Vgl. diese Zeitschr. 48. 2. pag. 588) in den Ann. Mag. (5)
Vol. IX. pag. 116 — 127, 1882, neue Arten aus den Familien
[84 Prof. Dl'. Karl Kraepelin:
der Flustriden (Fliistra dentigera West-Australien), Mono-
porelliden (Monoporella albicans Singapore od. Philippinen)
und Myriozoiden (Schizoporella incrassata Africa, Scli.
levata Australien, Seh. aperta Singapore od. Philippinen).
Abbildungen Taf. V. Von Membranipora pilosa wird eine
neue Form, M. pilosa f. multispinata, aufgeführt. Die Gatt.
Vincularia Defrance wird als unnatürlich verworfen, da
nicht die Form des Wachsthums des ganzen Zoariums für
die Systematik massgebend sei, sondern lediglich die Form
des Zoeciums. In Bezug auf diesen Punkten wird gezeigt,
dass die 3 Arten der Gatt. Steganoporella (St. [Vincularia]
Neozelanica Busk, St. [Membranipora] magnilabris Busk
und St. Smittii Hincks) zwar einen sehr verschiedenen
Wachsthumsmodus besitzen (in einfacher Fläche inkru-
stierend, aufrecht, cylindrisch etc.), der sogar bei ein und
derselben Art ausserordentlich variieren kann, stets aber
den charakteristischen Typus ihrer Zooecien beibehalten
und durch diesen ihre nahe Verwandtschaft zu einander
dokumentieren. Von Porella rostrata Hincks werden die
Ooecien beschrieben.
Des Weiteren berichtet Derselbe 1. c. Vol. X. pag. 1 60
bis 170 (mit Tafel VII u. VIII) über ausländische Chilo-
stomen aus den Familien der Eucratiiden (Rhabdozoum
Wilsoni n. g. n. sp., Victoria) Flustriden (Flustra reti-
culum n. s., Victoria, Euthyris obtecta n. g. n. s., Vic-
toria), Myriozoiden (Schizoporella 1 atisinuata n. sp.,
Victoria; Seh. conservata Waters ist auch recent in Port
PhiUip Heads, Victoria gefunden), Eschariden (Lepralia
striatula n. s., Zanzibar; Mucronella vultur n. sp., Austra-
lien; M. praestans n.sp., Neuseeland; M. rotundata n. sp.,
Singapore od. Philippinen; M. diaphana forma nov. armata ^
Neuseeland) und Membraniporiden (Membranipora pilosa
form. nov. foliacea, Neuseeland).
Rhabdozoum n. g. : Zoarium erect, phytoid, composed of
numerous celliferous shoots, held together by a ramified stem made
up of bundles of radical fibres given off from the inferior portion
of the shoots; celliferous shoots consisting of a cylindrical bi- or
trifurcate stem, which gives origin to the radical fibres aud also
Jahresbericht über die Bj-yozoen für 1882 u. 1883. 185
to erect chitinous rods, on the summit of which are borne two
or three similar stems, more or less dichotomously divided. Zooecia
pyriform, ranged in linear series round an iniaginary axis, so as
to form cylindrical steuis; aperture moderately large, subterminal,
oblique. Avicularia not capitate.
Euthyris n. g.: Zoarium corneous, erect, and foliaceous.
Zooecia with raised margins; aperture closed in by a raembrana-
ceous (or raembrano-calcareous) wall; orifice surrounded by a
chitinous border; oral valve furnished with a distinct hinge.
Von (leniHelbeii werden dann 1. c. Vol. XI pag. 193
—202, 1883 (mit Tafel VI u. VII) an neuen oder wenig
bekannten Chilostomen beschrieben resp. besprochen:
Scrupocellaria obtecta Haswell u. Sc. cervicornis Busk,
Stirparia glabra n. sp. von Geraldton, West -Australien,
Stolonella clausa n. g. n. sp., ibid. (Farn. Bicellariiden),
Farcimia appendiculata n. sp. von Port Phillipp Heads,
Victoria, Schizoporella einet ipora n. sp. von Neuseeland,
Lepralia for aminig er a n. sp. von Neuseeland, L. rec-
tilineata n. sp., ibid., Micronella bicuspis n. sp., ibid.
Stolonella n. g.: Zoarium consisting of a creeping stolon,
and zooecia distributed upon it. Stolon chitinous, free in itself,
but attached at intervals by adhesive branching disks, which
originate from short stolonic off'sets, jointed, more or less branched.
Zooecia erect, scattered, always developed close to a Joint, attached
to the stolon by the pointed lower extremity of the dorsal surface,
subcalcareous , boat-shaped, aperture occupying the whole front,
closed in by flattened spinous ribs, united together ; orifice terminal.
Tli. Hincks berichtet ferner in verschiedenen Arbeiten
über die von Dr. G. M. Dawson bei den „Queen Charlotte
Islands" gesammelten Bryozoen.
In einer vorläufigen Notiz {Polyzoa of the Queen
Charlotte Islands, Preliminary Notice of netv Species in Ann.
Mag. Nat. Ilist. (5) Vol. X. pag. 248—256) werden an
neuen Arten aufgeführt: Membranipora nigrans, exilis,
conferta, levata, echinus, protecta; Cribrilina fur-
cata, hippocrepis; Schizoporella crassilabris lon-
girostrata, insculpta, maculosa, tumulosa, Daw-
soni, fissurella; Lepralia bilabiata; nitescens,
claviculata; Mucronella praelucida, praelonga;
Smittia spathulifera.
186 Prof. Dr. Karl Kraepelin:
In der nachfolgenden ausführlichen Besprechung der
Bryozoenfauna der Königin-Charlotte-Inseln (Report on the
Polyzoa of the Queen Charlotte Islands, Ann. Mag, Nat.
Eist. (5) Vol. X pag. 459—471 mit Taf. XIX u. XX;
Fortsetzung ibid. Vol. XI pag. 442—451 mit Taf. XVII u.
XVIII) werden die oben erwähnten neuen Arten nochmals
besprochen und abgebildet. Daneben sind an neuen Arten
resp. Formen aufgeführt: Menipea comp acta n. sp., Scru-
pocellaria varians n. sp., Sc. brevisetis n. sp., Cellaria
mandibulata n. sp., Membranipora acifera form. nov.
multispinata, M. Sophiae form. nov. matura, M. cor-
niculifera n. sp., M. minuscula n. sp., M. membranacea
form. nov. s er rata, Micropora coriacea Esper var. nov.,
Micoporella ciliata form, nov. vibraculifera, form. nov.
umbonata, form. nov. californica, Monoporellabrunnea
n. sp., Schipozorella crassirostris n. sp., Seh. pristina
n. sp. Die Schizoporella fissurella wird der Gatt. Schizo-
theca zugetheilt.
H. J. Carter beschreibt 2 neue Bryozoenspecies (Celle-
pora senegambiensis und Palythoa senegambiensis)
von der Küste Senegambiens (Be)narkable Forms of Celle-
pora and Palythoa from the Senegambien Coast in Ann.
Mag. Nat. Hist. (5). Vol. IX. pag. 416—419. mit Taf. XVI.
1882).
W. J. Yigelius beschreibt die Bryozoen, welche während
der Niederländischen Polarfahrten des ,, Willem Barents"
1878 — 1879 gesammelt wurden, 27 Arten, darunter neu:
Loxosoma Nitschei auf Menipea ternata (Catalogue ofthe
Polyzoa collected during the Dutch North Polar Crinses of
the Willem Barents etc. mit 1 Taf. in Niederl. Arch.f. Zool.
Supplbd.L 3Lfg., 20 pag.; 1882).
Pieper beschreibt eine neue Bryozoe aus dem adria-
tischen Meer, die der Gattung Gemellaria nahe steht, aber
durch den Besitz von Avicularien und gelenkige GHederung
des Stammes ausgezeichnet ist. Dieselbe wird vorläufig
als Gemellaria avicularis dem System eingereiht (Eiiie neue
Bryozoe der Adria, Gemellaria (.^) avicularis im 9. Jahresber.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 u. 1883. 187
Westphäl. Prov. Vereins f. Wissensch. n. Kunst, Münster 1881,
pag. 43 — 44. mit 1 Taf.; Ref, in Jonrn. R. Mic, Soc. London
(2). Vol 2. P. 4. pag. 494).
Milne Edwards giebt einen vorläufigen Bericht über
die Resultate der Tiefseeforschungen im atlantischen Ocean
durch den „Travailleur" {Rapport sur les Travanx de la
comnüssion chargee j^ar M. le Ministre de l'Instr. pnbl.
d'etadier la Faune soiis-niarine dqns les grandes profondeurs
de la Medit. et de V Ocean Atiantique in Arch. Missions Scient.
Liter. Tom. 9. 1882; Ref. in Jonrn. R. Micr. Soc. (2). Vol. 3.
pag. 198). — Die Arbeit, welche 71 Tiefseearten von
Bryozoen aufzählt, auch über Ovicellen bei Cyclostomen
und Brutkapseln hei Frondipora und Reticulipora handelt,
ist dem Ref. nicht zugänglich gewesen.
J. Jullien beschreibt die im Jahre 1881 durch den
„Travailleur" im atlantischen Ocean gesammelten neuen
oder unvollkommen bekannten Bryozoen aus den Gruppen
der Cyclostomen und Chilostomen (15 Cyclostomen und
44 Chilostomen). Letztere werden zunächst in „Mono-
dermata" und „Diplodermata" eingeteilt (vgl. Jahresbericht
für 80/81, diese Zeitschr. 1882. Bd. 2. pag. 584) und die
Monodermata wieder nach der Form der Ovicellen in
Subovicellata (Ovicelle durch den Deckel geschlossen)
und in Superovicellata (Ovicelle oberhalb des Deckels, mit
einer eigenen Oeffnung, die keine Beziehung zum Deckel hat).
Von Cyclostomen werden als neue Gattungen be-
schrieben: Anguisia (A. verrucosa n. sp.), zu den Cri-
siiden gehörig, und Tervia (T. süperb a, discreta, Fo-
lini, solida n. sp.), zu den Tubuhporiden. An neuen
Arten sind ausserdem aufgeführt: Stomatopora c'alyp-
soides und gingrina, Crisina crassipes, Idmonea in-
solita, Diastopora inoedifioata und Hornera rugosula.
Auguisia n. g. : Zoarium fixe, non articule; zooecies tubu-
leuses, ponctuees, taiitot monoseriees, tantot biseriees et alternes;
le bourgeonnement zooecial se faisant sur la portion la plus con-
vexe fies zooecies, par une sorte d'empätement qui embrasse toute
la region dorsale de cette convexite; ovicelle vesiculeux, ouvert
en avant par im orifice saillant, place aiix points de bifurcation
du zoarium. — Farn. d. Crisüden.
188 Prof. Dr. Karl Kraepelin:
Tervia n. g.: Zoarium dendroide, ramifie dichotomiquement,
zooecies tiibuleiises, s'ouvrant du meme cote des rameaux en partie
couchees et soiidees entr'elles, en partie libres et dressees, isolees
ou disposees par series transversales ou obliques sur les bords
des branclies, et dispersees sans ordre dans leur niilieu. — Ver-
wandt mit Idmonea, Fam. d. Tubulariden.
Von Chilostomen gehört das neu aufgestellte Genus
Ascosia (A. Pandora n. sp.) den ,,Monodermata sub-
ovicellata" an, die Gattungen Temacliia (T. opulent a
n. sp.), Tegminula (T. venu st a n. sp.) und Fedora
(F. Edwards! n. sp.) den „Superovicellaten", während die
„ Diplodermata " durch die neuen Gattungen Jubella
(J. enucleata n. sp.), Euginoma (E. vermiformis n. sp.)
und Crepis (C. longip.es n. sp.) bereichert werden. An
neuen Species werden ausserdem aufgeführt: Aetea lineata,
Microporella insperata (Subovicellata) ; Scrupocellaria
marsupiata, Bicellaria evocata, Cribrilina alcicornis,
Lagenipora Edwardsi, Schizoporella Fischeri, Seh.
Neptuni, Seh. obsoleta u. Seh. ovum, Lepralia poly-
gonia, Smittia vaciva, S. spectrum, S. miniacea,
S. Perrieri, Mucronella longicollis, Palmiceilaria
inermis, Retepora arborea (Supraovicellata) ; Caberea
1 ig ata, Membranipora macilenta, M. tenuisu. Setosella
Folini (Diplodermata). — {Bragages du TravaiUeur. Bryo-
zoaires, especes draguees dans VOcean Atiantique en 1881,
par. J. Jidlien in Bull. Soc. Zool. France 1882 i^ag. 497
— 529, mit 5 Taf.)
Ascosia n. g. : Zooecies dressees, reunies les uns aux autres
seulement par la base; orifice oval davant en arriere, taille en
biseau sur le haut de la zooecie et regardant en avant, entoure
d'un rebord aplati; ovicelle globuleux, retombant en capuchon
sur le dos des zooecies qui le portent; un ou deux vibracules
places sur les cötes de Torifice. Face dorsale du zoarium formee
par le fond bombe des zooecies qui sont separees par des sillons,
— Neue Fam. des Ascosidae Juli.
Temachia n. g. : Zooecies subdressees, dilatees dans le bas
et retrecies en goulot dans le haut, peristome fendu anterieure-
ment et depourvu d'epines; ovicelle globuleux, dont louverture
correspond ä la fente du peristome. Zooecie d'origine ä paroi
frontale entiere et grillagee, avec deux fortes epines laterales au
niveau de l'orifice. — Fam. d. Cribriliniden.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 u. 1883. 189
Tegminula n. g. : Zooecies urceolees, dressees irregulierement
les nnes ä cote des autres; orifice absolument circulaire, surmonte
d'mi peristome tubuleux en partie oiwert en avant. — Fam. d.
Cribriliniden.
Fedora n. g. : Zooecies subhexagonales , k orifice circulaire,
epais mais non saillant, echancre sur son quart posterieur oii il
est mince, enlin place ä peu pres au centre de la zooecie, dont il
occupe le tiers du diametre envirou; ovicelle non saillant, indique
exterieuremeut par un riiban lisse formant uu angle obtus, dont
le sommet est tourne vers lorifice, le sommet de l'angle est comble
par une lamelle calcaire qui porte en arriere uue large ouverture.
Aviculaires non constants, situes sur les cotes et en dehors de
l'orifice. — Fam. d. Eschariden.
Jubella n. g.: Zooecies allongees, voutees en avant, tron-
quees en arriere, limitees par une paroi laterale epaisse qui s'eleve
progressivement au-dessus du cryptocyste, d'arriere en avant;
toutes les zooecies sont ouvertes en avant ou sur les cotes; face
dorsale du zoarium divisee en espaces subrectangulaires qui sont
la paroi posterieure des zooecies marginales. — Verwandt mit
Caberea.
Euginoma n. g. : Zooecies tournees toutes en avant et dis-
posees par rangs longitudinaux ; elles sont hexagonales, limitees
par une suture en relief ; orifice semi-circulaire, depourvu d'epines;
ovicelle forme par le soulevement de la paroi des deux zooecies
superieures ä celle qui le porte, il est divise en deux moities par
la ligne suturale de ces zooecies; son ouverture, en chapeau de
gendarme, se trouve tout ä fait au- dessus et en dehors de l'orifice.
Face dorsale du zoarium divisee en aires trapezoidales qui sont
la face dorsale de deux zooecies. — Verwandt mit Salicornia,
Fam. Cellariiden.
Crepisn. g.: Zooecies ovales, ä ectocyste ne fermant pas
completement l'area en avant, oü une grande ouverture existe
pendant toute la vie; cette opesie semi-elliptique a ses angles
plus ou moins arrondis; ectocyste chitineux, brillant quand il est
sec; calcifie sur les parois laterales qui s'elevent en avant de
Topesie, et se prolonge en arriere de la zooecie en un long filet,
dont la pointe se soude avec lectocyste parietal de la zooecie pre-
cedente. — Fam. der Membraniporiden.
J. R. J. Ooldsteiii ist in den Besitz einiger von der
„Challenger" -Expedition bei den „Marion -Islands" ge-
sammelten Bryozoen gelangt, von denen er als neu be-
schreibt: Alysidium inornata, Bicellaria pectogemma,
Vincularia steganoporoides, Hornera s üb dubia und
190 P^'of- ^^- Karl Kraepelin:
Malacosaria (n. g. d. Farn. d. Farciminaridae) phola-
ramphos. Er beklagt, dass das System von Hincks der
Einreihung australischer Formen viele Schwierigkeiten
bereite und hält sich deshalb an dasjenige von Busk. Zum
Schluss wird die Diagnose von Bicellaria grandis Busk
ergänzt, besonders durch Schilderung der durch einen
langen röhrenförmigen Fortsatz am Stock sich verankernden
Ovicellen (Some New Species of Bryozoa fvom ilie Marion
Islands unth Notes on Bicellaria grandis in Trans. Proc. R.
Soe. Victoria. Vol. 18. pag.39~46. mit 2 Taf. 1882).
Malacosaria n.g.: Cells ventricose, roimded; moutli near
distal end, large, arched above, narroved below, lower lip straight
suiTomided by a wide raised border, the iipper angles of which
are produced so as to form a short process on eacb side, below
which is an imniersed oval avicularinm on each side facing late-
rally, lying hidden from view in front; space below mouth orna-
mented with two circular depressions, having a fissal line between,
and a sharp, raised, transverse line below, curved upwards at
each end; two oval marks on the space above mouth; colour of
zoarium light brown.
Mac Oillivrais führt die bisher in Victoria (Australien)
beobachteten Membraniporaarten auf, darunter neu: M.
acifera, flagellum, papulifera, albispina, sowie eine
neue Beania (B. decumbens). (^Descnptions^of Nein, or
Little hiown Polyzoa P. J. in Transac. Proc. R. Soc. Vict.
Vol. 18. pag. 115-121, mÜ 1 Taf. 1883.)
J. F. Whiteaves hält eine in der Juan da Fuca
Strasse gedredgte Heteropora für identisch mit Heteropora
pelliculata Waters und Heteropora Neozelanica Busk {Anier.
Journ. Sc. (Silliman) (3) Vol. 24. pag. 219 ~2bO. 1882).
J. J. Quelcli beschreibt die Ooecien von Spiralaria
florea Busk, die bis dahin nicht bekannt waren. Dieselben
finden sich nur an den Randzooecien , an welchen die
grossen Avicularien sitzen und werden von diesen überdeckt.
— Die Stacheln an den Seiten der Zellwand sind an der
Spitze hakenförmig gekrümmt (J. J. Quelch, On the Ooecium
of Sjnralana florea Busk in Ann. Mag. Nat. Hist. (5) Vol.Xf.
pag. 276-277. 1883).
Jahresbericht über die ßryozoen für 1882 u. 1883. 191
L. Doederleiu hat in der Nähe der japanischen Insel
Enoshima gedredget und zahlreiche Bryozoen namentlich
der Tiefsee erhalten; darunter die Gattungen Retepora,
Hornera, Entalophora Distichopora, Lepralia (Fav.nütüche
Studien in Japan. Enoshima und die Sagami- Bai. Mit
1 Karte. ArchJ. Natwrg. 49 Jahrg. jmg. 102—123. 1882).
C. M. Maplestoue hat die Farbe und die Tentakel-
zahl einer Reihe von Meeresbryozoen untersucht. Er findet
im Allgemeinen die Grundzahl 4, doch auch Abweichungen
hiervon. Die Cyclostomen und Ctenostomen haben nur 8,
die Chilostomen nie unter 10 Tentakeln (^Observations on
I^iving Polyzoa in Irans. Proc. R. Soc. Victoria. Vol. 18.
pag. 48—51, mit 1 Taf. 1883).
0. Stuart Ridley hat von der Ostküste Schottlands
aus der Tiefe von 40 u. 42 Faden 2 Bryozoen erhalten
(Alcyonidium gelatinosum und parasiticum). (Jonrn. Linn.
Soc. London. Vol. 17. pag. 105—108. 1883).
2. Ectoprocta, Phylactolaemata.
J. Kafka berichtet in böhmischer Sprache über die
Süsswasserbryozoenfauna Böhmens (1 Cristatella, 1 Alcyo-
nella, 2 Plumatellen, 1 Fredericella und eine unbestimmte
Lophopusartige Form) (^Anz. 2. Vers. bökm. Aerzte v. Naturf.
jmg.Sy; 1882).
Th. Whitelegge hat in Neu-Süd- Wales verschiedene
Süsswasserbryozoen beobachtet, von denen zwei (Plumatella
repens und Fredericella sultana) mit europäischen Formen
übereinstimmen, während die dritte eine neue Plumatella
zu sein scheint (^I\oc. lAnn. Soc. N. S. Wales. Vol. 8. pg. 281,
297, 416, 466. 1883).
3. Eutoprocta.
W. J. Yigelius liefert Ergänzungen zur Diagnose
der Barentsia bulbosa Hincks, die sich namentlich auf die
Beschaffenheit des Stolo, der Zweige und des Stiels der
Einzeltiere, wie den Darmtraktus und die Muskulatur be-
ziehen. Auch er ist der Ansicht, dass Barentsia der Pe-
192 ^Yol Dr. Karl Kraepelin:
dicellina nahe stehe, hält sie aber für die jüngere und
höher entmckeltere Form (Btobachtnngen an Barentsia bul-
hosa in ZooL Anz. 1882. pag.Ul~lU).
Derselbe beschreibt als neue Art: LoxosomaNitschei
auf Menipea ternata von der Ausbeute der Polarfahrten
des „Willem Barents" 1878—1879 (vgl pag. 186).
J. Leidy ergänzt seine früheren Angaben (1851, 1854,
1858, 1870) über Urnatella gracilis aus dem Schuylkill
River bei Philadelphia und dem Scioto River in Ohio. Die
mit Pedicellina nahe verwandte Gattung ist namentlich
durch den gegliederten Stiel charakterisiert, der sich auf-
recht von einer rundlichen Fixationsscheibe erhebt und
an der Spitze entweder nur einen ,, Kelch" trägt, oder aus
den oberen Stielgliedern noch einige Tochterkelche hervor-
gehen lässt. Der Stiel mit seinen durch ringförmige Ein-
schnürungen scharf abgesetzten, urnenförmigen Gliedern
besitzt eine chitinöse, nach oben hin zarter werdende
„Ectocyste", ist biegsam und von einem Muskelstrange
durchzogen. Jugendliche Individuen zeigen anfangs noch
keine GHederung des Stiels; dieselbe tritt vielmehr erst
später durch Einschnürung hervor, so dass die ältesten
Individuen am meisten (bis 12) Stielglieder aufweisen. Die
Knospung von Seitenkelchen wurde nur an den oberen,
zartwandigen und cylindrischen Stielgiiedern beobachtet,
doch vermuthet Verf , dass schalenförmige Chitinanhänge
an den untern Gliedern Reste von Seitenzweigen seien, die
sich spontan abgelöst und so zur Propagation des Stockes
beigetragen hätten. - Der Kelch, welcher 16, seltener 14
oder 12 Tentakeln besitzt, stimmt in Bau und Lage der
einzelnen Organe mit dem von Pedicellina überein. Nerven-
centrum und Geschlechtsorgane konnten nicht nachgewiesen
werden. Im Winter sterben die Kelche ab, nicht aber die
Stiele, welche vielmehr im nächsten Frühjahr neue Kelch-
knospen entwickeln. Im Magen fast aller untersuchten
Tiere wurden zahlreiche parasitische Infusorien (Leucophrys
socialis) beobachtet. — Zum Schluss folgt eine Uebersicht
der bisher bekannten Entoproctenspecies {J. Leidy, Urna-
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 u. 1883. 193
tella yracilis^ a Fresh-Wate7' Polyzoan in Journ. Ac. Nat.
Sc. PluladelpMa. Vol. 9. j^ag. l—i6. mit 1 Taf, 1883. Ref.
in Journ. R. Microsc. Soc. London, Vol. 4. P. 2. jjag. 2M
—215).
4. Pterobraucliia.
M'Intosh berichtet über den Bau einer neuen Rhab-
dopleura-ähnlichen Brj^ozoe, die auf der Challenger- Ex-
pedition in der Magellanstrasse gedredget wurde, und
welcher er den Namen Cephalodiscus dodecalophus
giebt. Mit Rhabdopleura stimmt diese Form in der Ab-
wesenheit einer Intertentacularmembran, in der Lage von
Mund und After, im allgemeinen Bau des Nahrungskanals
und in der Entwickelung der Knospen überein. Sie unter-
scheidet sich von ersterer durch das Coenoecium, die viel
grössere Buccalplatte, den Besitz von 12 fiederförmig ver-
zweigten Tentakeln, die Structur des Stiels und die freie
Beweglichkeit der Polypide. Beide Formen verbinden die
übrigen Bryozoen mit der Gattung Phoronis {Preliminary
Notice of Cejohalodiscus etc. in Ann. Mag. Nat. Hist. (Jj)
Vol. X. 2^ag. 337 — 348 ; Auszug iii Rep. Brit. Assoc.
1882 {83).p}ag. 596—597 u. in Natur e. Vol. 26. pag. 492).
Cephalodiscus n. g. : „Cönoecium consi:?tiug of a massive,
irregulary-branched, fucoid secretioii resembliiig chitine, hispid
with long spines of the same tissiie, aud honeycombed troughout
by irregulär apertures, Channels and Spaces, in which the separate
and independent polypides occiu' singly or in groups. — Lopho-
phore richly plumose, with an enormous buccal shield and large
orale lamella, the mouth opening between the two. Anus on the
anterior dorsal prominence, behind the plumes. Two large eyes
abutting on the ovaries. The homologue of the funiculus is short
and quite free, its tip serving for the development of buds."
E. Ray Laukaster fand in der Nähe von Bergen
(Lervik) Rhabdopleura sowol in grosser Tiefe an Lopho-
helia, als auch in flacherem Wasser (25 Faden) an Ascidien
und abgestorbenen Schalen (Dredging in the Norwegian
Fjords in Nature. Vol. 26. p)ag.478—479).
Arch. f. Naturgesch. 51. Jahrg. U. Bd. 3. H. JJ
194 Pi'of. Dr. Karl Kraepelin:
D. Palaeontologie."^)
A. W. Waters giebt eine Liste von 66 Arten fossiler
Cliilostomen vom Mount Gambier in Süd-Australien. Von
diesen sind 15 neu, während 28 noch heute lebend namentlich
in den australischen Meeren gefunden werden. Im Ganzen
hat Verf. gegen 200 Chilostomen- und Cyclostomenarten
von genannter Localität nachgewiesen (A. W. Waters, On
fossil chilostomatous Bryozoa from Monnt Gambier South
Astralia in Quat. Journ. GeoL Soc. London Vol. 38. pag. 257
bis 276 mit 3 Taf.; Refer. in Ann. Mag. Nat. Hist. {5)
Vol. X. pag. 67).
W. Slirubsole verbessert die Diagnose der von King
aufgestellten palaeozoischen Gattung Thamniscus und giebt
eine ausführliche Beschreibung der silurischen Species.
(Q. Journ. Geol. Soc. London. Vol. 38. pag. 341 — 346 mit
1 Fig.; Refer. in Ann. Mag. Xat. Bist. (.5) Vol. X. jrng. 68).
Derselbe bestätigt die Ansicht Vine's, dass Retepora
keine palaeozoischen Formen enthält; die dahin gerechneten
Formen sind der Gatt. Phyllopora einzuordnen (ibid. pag. 347
bis 349).
Derselbe stellt mit G. R. Vine eine neue (ausschliess-
lich palaeozoische) Unterordnung der Bryozoen auf, welche
sie ,,Cryptostomata" nennen: Zooecia subtubular, or, in
section, slightly angular, and the orifice surrounded by a
Vestibüle or otherwise concealed." Hierher rechnen sie die
Familien der Ceramoporiden , Ptilodictyiden und Arcano-
poriden (The Silurian Species of Glajiconome, and a sng-
gested Classification of the Polaeozoic Polyzoa in Ann. Mag.
Nat. Hist. (5) Vol. X. pag. 175—176; Froc. Geol. Soc.
London, 21. Jan. 1882).
A. W. Waters beschreibt eine weitere Collection
südaustralischer (Bairnsdale, Gippsland) fossiler Bryozoen,
die von Dr. Goldstein gesammelt wurden (40 Species). Er
hebt die Verschiedenheit des Wachstums bei ein und der-
*) Die nachfolgenden kurzen Referate sollen im Wesentlichen
nur eine Aufzählung der auf palaeontologischem Gebiete er-
schienenen Arbeiten sein.
1
Jahresbericht über die Bryozoen für 1882 ii. 1883. 195
selben Form hervor und betont auf's Neue die Nothwendig-
keit, die classificatorischen Merkmale nicht dem Zoarium,
sondern dem Zooecium zu entnehmen (Ann. Mag. Nat. Hist.
{5) Vol. X. 'pag. 17 'h Q. Journ. Geol. Soc. London. Vol. 38).
Derselbe beschreibt ferner eine Sammlung miocener
Chilostomen von Muddy Creek, Bird Rock und Waurn
Fonds in Victoria. Unter den 62 Arten befinden sich
28 recente. Die Zahl der von ihm beschriebenen austra-
lischen fossilen Chilostomen ist hierdurch auf 155 gestiegen.
— Die von Jullien aufgestellten 8 Genera der Onycho-
ceUiden glaubt er verwerfen zu müssen. Für die Gattung
Catenicella bringt er eine neue Nomenclatur der Hart-
gebilde in Vorschlag (Fossil Chilostomatous Bryozoa from
Muddy Creek, Victoria etc. in Q. Journ. Geol. Soc. London,
1882. pag. 423—443. mit 1 Taj.).
J. Young weist nach, dass Ceramopora (Berenicea)
megaStoma M'Coy und Fistulipora minor M'Coy nur ver-
schiedene Entwickelungsstadien einer und derselben Form
sind. Sie müssen daher beide entweder zu den Bryozoen
oder zu den tabulaten Korallen gestellt werden, während
man bis dahin die Ceramopora den Bryozoen, Fistulipora
den Tabulaten zurechnete {Ann. Mag. Nat. Hist. (ö) Vol. X.
X>ag. 421 - 431).
0. R. Yine giebt nach dem System von Hincks eine
kritische Uebersicht der jurassischen Bryozoen Englands
(Tubuliporiden und Lichenoporiden) in seinem Third Re-
port of the Committee appointed for the Purpose of Rep)orting
on Fossil Polyzoa in Nature Vol. 26. pag. 486—488, sowie
[erweitert] in Report 52. Meeting Brit. Assoc. Adv. Sc.
jKig. 249-266).
Derselbe beschreibt einige neue Bryozoenarten aus
dem Silur von Shropshire, England (Silurian uniserial
Stoniatoporae and Ascodictya in Q. Jonrn. Geol. Soc. Lond.
Vol. 31. 1881. pag. 613—619 mit 8 Fig.).
Derselbe liefert fernere Beiträge zur Bryozoenfauna
der ob er silurischen Mergelsteine von Shropshire, England,
darunter 8 n. sp. (Notes on the Polyzoa of the Wenlock
N*
1 96 I*i'of. Dr. K a r 1 K r a e p e 1 i n : Jahresber. über Bryozoen ,
shales, Wenlock Limestone and Shales over Wenlock Lime-
stone in Q. Journ. GeoL Soc. London. Vol. 38. i^ag. 44 — 68.
mit 14 Fig.
C. Struckmami zählt in seinen Neuen Beiträgen zur
Kenntnis des oberen Jura und der Wealdenbildungen der
Umgegend von Hannover {37 pag. 5 Taf. in Abh. v. Dames
u. Kayser Bd. I. Heft 1. Berlin. 1882) 4 Arten von Bryozoen
auf, darunter neu Berenicea pustulosa und Ctenipora den-
droides, beide aus dem unteren Korallenoolith bei Völksen,
ü. P. James beschreibt Monticulipora Dychei aus
der Cincinnati-Gruppe im Journ. Cincinn. Soc. N. H. Vol. 6.
j^ag. 235 — 236. mit 1 Taf.
E. W. Claypole stellt eine neue Gatt. Helicopora auf,
welche der amerik. Gatt. Archimedes (Fenestelliden) nahe
steht. Es werden 3 neue Arten aus den palaeozoischen
Formationen von Ohio u. Kentucky beschrieben {On Heli-
copora a neic sjnral Genus [wlfh 3 sjyecies^ of North
America?! Fenestellids in Q.Joiirn. Geol. Soc. London. Vol. 39.
pag. 30—38. mit 1 Taf.).
S. A. Miller wendet sich in einer Kritik gegen die
Arbeit Nicholsons über Monticulipora und bekämpft dessen
Ansichten über die Zugehörigkeit von Chaetetes etc. zu
dieser Gattung (in Journ. Cincinnat. Sog. X. H. Vol. 5.
pag. 25 - 33).
Die umfangreichen Arbeiten von E. 0. Ulrich über
palaeozoische americanische Bryozoen in Journ. Cincinnati
Soc. N. H. Vol. 5. pag. 121—175, 232—257 mit 5 Taf. u. Vol. 6.
pag. 82— 92, 148—168, 245—279 mit 6 Taf. sind dem Ref.
nicht zugänglich gewesen.
Bericht
über die Leistungen in der Spongiologie für die Jahre
1880 und 1881 (xXachtrag).
Von
Dr. W. Weltner.
Allgemeines.
Ose. Schmidt, Die Absonderung und die Auslese im
Kampfe ums Dasein. Kosmos, 4. Jahrg. 1880. Heft 5. pag.3J39
bis 333. Der Autor, welcher schon seine Arbeit über die mexi-
kanischen Spongien mit den Worten geschlossen hatte: „Sie ist für
die Descendenzlehre und für Darwin", sucht nunmehr die Ansicht
Moritz Wagner's zu widerlegen, dass die Spongien die geeignetsten
Organismen seien, „für die formbildende Wirkung einer dauernden
individuellen Absonderung, ohne jede Mitwirkung einer Selektion
durch den Kampf ums Dasein, einen unwiderlegbaren Beweis zu
erbringen."
Die Spongien, welche unter den lebenden Organismen die
flüssigsten sind, zeigen viele „gute Arten", aber noch viel
mehr „schlechte." Unter den letzteren giebt es viele, für deren
Bildung wir die zwingenden Ursachen vergeblich suchen, und für
welche die durch das Variiren gegebenen Vorteile vorhanden sein
mögen, aber für unser Auge verborgen sind. Wir sind gezwungen
eben so oft oder öfter den Grund dieser Veränderung der Form
und Formbestandteile in die Veränderlichkeit iiberhaupt zu setzen.
Diese Veränderungen sind erblich. Die so entstandenen morpho-
logischen Varietäten und schlechten Arten sind unter den Spongien
so zahlreich, dass wir nicht daran denken können, sie in kürzester
Frist durch Kreuzung mit den nicht variirten Individuen verschwinden
zu sehen. Zur Konservirung solcher morphologischer Varietäten
trägt die Absonderung ausserordentlich viel bei, sie ist selbst eine
Gelegenheit zur Umbildung des Organismus, allein sie ist nie die
zwingende mechanische Ursache der Umwandlungen, wie es M. Wag-
ner will. Eine andere Reihe von UmformuDgen als die eben ge-
198 1^1"- W. Weltner: Ber. über die Leistungen in der
nannten sind die Veränderungen einfacher typischer Grundbestand-
teile (Skeletteile) der Spongienordnungen und Familien in scheinbar
ganz neue Organe, welche zur Aufstellung neuer Gattungen und Arten
oder Varietätengruppen geeignet sind. Schmidt hat in seiner Mono-
graphie der mexikanischen Spongien eine Reihe solcher scheinbar ab-
weichendsten Kieselkörper auf die einheitliche Grundgestalt zurück-
zuführen vermocht, er konnte wiederholt den Zusammenhang der
lebenden mit den fossilen Fonnen nachweisen, sowie denjenigen von
scheinbar ganz getrennten Gattungen; es wurde (gegen Zittel) die
Ableitung der rhizomorineu aus den tetrakladinen Lithistiden wahr-
scheinlich gemacht, und es konnte die Entstehung der Oberflächen-
körper dieser beiden Familien aus den Skelettelementen des Schwamm-
inneren verfolgt werden. Ferner erinnert der Autor an die in der
Monographie gegebeneu Beispiele der Hexactinell., Lithistid. und An-
coriniden, bei denen die Anpassung an das Leben auf Schwamm und
Sandgrund neue Organe, Schutzsiebe und Wurzeln, gezüchtet hat,
und damit neue Arten entstanden sind. Mit diesen neu erworbenen
Einrichtungen verbindet sich oft genug eine grössere Konzentration
des Spongienleibes. welches gleichbedeutend erscheint mit höherer
Entwickelung Auch diese Beispiele wie die zuerst erwähnten Fakta
finden ihre Ursache in der Selektion; sie sind „für Darwin".
F. E. Schulze, Ueber den Badeschwamm m Mitthl. Natur lü.
Ver. Steiermark 1881. (5) pag. 48 — 53. (Auch separat im Verlag des
Naturw. Ver. f. Steiermark, Graz, 1882, pag. 1 — 6 erschienen) giebt
eine kurze, allgemein gehaltene Darstellung des Badeschwammes.
Cr. C. J, Vosmaer. Zoolog. Anzeig. 1880, No. 65, legt den Plan
seiner spotigiologi sehen Bibliographie dar und bittet die Fach-
genossen, ihn zu unterstützen.
Folgende Werke, die übrigens nach dem Zool. Jahresbericht
nichts neues enthalten, hat Ref. nicht einsehen können :
R. 0. Cimnin^ham, On Sponges. In Proc. Belfast. Nat. Bist.
Soc. 1878;80, pag. 208-209.
B. W. Priest, On the Natural History and Histology
of Sponges. In Journal Quekett Microsc. Club, 1881, pag. 229—238.
Derselbe, Further remarks on the Histology of Sponges.
Das. pag. 269—271.
W. J. Sollas, The structure and Life History of a Sponge.
In Proc. Bristol Nat. Hist. Soc. 1880 (8). Vol. I. Auch separat
pag. 1—18. T. 3.
Anatomie, Systematik und Faunistik.
P.M. Dankau, On a Eadiolarian and some Microspon-
gida from considerahle depths in the Atlantic Ocean. In
Spongiologie für die Jahre 1880 u. 1881 (Nachtrag). 199
Journ. of the Boy. Micr. Society. Sei-. II, Vol. I. 1881, pag. 173—179
PI. III. Von den beiden hier beschriebenen uns näher interessirenden
Organismen ist der eine bei der Küste Portugals gefunden und stellt
wahrscheinlich eine E-adiolarie mit anhängenden Nadeln einer
Hexactinellide dar. Die andere vom Xordatlantischen Ozean
stammende Form, welche gleichfalls an dem Kelche einer Koralle
sass, ist eine Hexactinellide mit unverschmolzenem Gittergewebe.
Die Nadeln dieser 3 mm im Durchmesser haltenden Spongie werden
genau beschrieben; D. lässt jedoch die Frage offen, ob der vor-
liegende, von ihm nicht benannte Schwamm ausgewachsen war
oder nicht.
F. Leydig erwähnt das Vorkommen von Spongilla fluviatilis
aus der Tauber, dem Main und der Saale, auch bei Biebrich im
Rhein ist dieselbe häufig, Ueher Verbreitung der Thiere im
Rhöngebirge und Mainthal mit Hinblick auf Eifel und
Rheinthal. In Verhandlgn. d. natiirhist. Vereins d. preuss. Rhein-
lande und Westfalens. 38. Jahrg., 4. Folge 8 Jahrg. Erste Hälfte
1881. pag. 150—151. Bonn.
Von E. Potts erschienen 1880/81 fünf Mitteilungen über Süss-
wasserschwämme in den Proc. Acad. Natur. Sc. of Philadelphia,
teilweise schon in dem letzten Jahresbericht 48. 1882 pag. 654 von
Braun referirt. Der erste Artikel (l. c. 1880 pag. 330—331) bandelt
über Fresh-ivater Sponges of Fairmont Park in Philadelphia.
Es fanden sich hier Spongilla lacustris Aut. u. fragilis Leidy,
sowie eine neue Art Sp. tentasperma, deren Gemmulä durch
eine röhrenförmige Verlängerung an dem Porus ausgezeichnet sind.
Am oberen Ende läuft die Wand dieser Röhre in 2 — 5 Ranken aus,
mittelst deren die Gemmulä an dem sie tragenden Substrat fest-
haften, so dass der aus den Gemmulis sich entwickelnde junge
Schwamm an derselben Stelle wieder entsteht, an welcher die Mutter-
spongille lebte.
In der zweiten Mitteilung On Fresh-water Sponges (I.e.
1880. pag. 356—357) wird der Name Sp. tentasperma in teno-
sperma umgeändert. Als neu werden beschrieben: Sp. aspinosa,
argyrosperma, repens, astrosperma, fragilis var, minuta;
ferner ist das Vorkommen von Sp. stagnalis Dawsou von New
Jersey erwähnt.
In dem dritten Aufsatz Same new Genera of Fresh Water
Sponges (l. c. 1881, pag.lAO — 150) schlägt P. für diejenigen Spon-
gillen, welche sowol längere als kürzere Amphidisken auf den
Gemmulis tragen, den Namen Heteromeyenia vor; hierher ge-
hören Sp. argyrosperma und repens. Die letztere ist vielleicht
identisch mit Meyenia Baileyi Bbk. Für die von Potts be-
schriebene Sp. teno Sperma, zu der noch eine neue Art tubi"
perma kommt, wird jetzt eine neue Gattung Carterella (Name
200 I^i*- W. Weltner: Ber. über die Leistungen in der
schon an eine Lithistide vergeben, Ref.) geschaffen, deren Gemmiüä
jene Röhre am Porus besitzen.
Später Ä Neiü Form of Fresh-ivater Sponge (l. c. 1881,
pag. 176) lernen wir noch eine dritte Art dieses Genus kennen:
Cart. latitenta.
In der fünften Abhandlung The genus Carterella vs. Spon-
giophaga Pottsi (l. c. 1881, pag. 460—463) wendet sich P. zunächst
gegen die Ansicht Carters (s. An. u. Mag. n. hist. (5) VIII. 1881)^
welcher den röhrentorroigen Fortsatz an den Gemmulis von Car-
terella für eine Alge erklärt hatte. Auch die Behauptung Carters,
Carterella tubisperma sei identisch mit Heteromej^eni a
repens kann er nicht beistimmen. In einem weiteren Kapitel er-
läutert Potts die Vori'ichtungen, welche sich an den Gemmulis fast
aller Spongillen finden und diesen Keimen teils zum Schutze, teils
zum Verankern an ihrer Unterlage, teils aber zur Verbreitung der
Art dienen. In dieser Hinsicht werden Meyeuia Leidyi, Spong.
fragilis, Spong. lacustris, sowie die Gatt. Heteromeyenia
u. Carterella besprochen.
Das zweite (Schluss-) Heft der Spongien des Meerbusen von
Mexico (u. des caraib. Meeres) von Ose. Schmidt, Jena 1880,
pag. 33—90, Taf. V — X bringt die Bearbeitung der Hexactinelliden,
Tetractinelliden , Monactinelliden und in einem Nachtrage zum
1. Heft noch einige neue Lithistiden. Zu der Abtheilung Hexactinell.
giebt Schm. zunächst einleitende Bemerkungen über das Skelett der-
selben. In der Bildung des Oktoederknotens schliesst er sich der
Ansicht von Carter an, der die „Laterne" durch verkieselnde Proto-
plasm abrücken entstehen lässt, welche sich zwischen den Armen des
Sechsstrahlers ausspannten. Schm. hält aber die Ansicht Marshalls
für nicht ausgeschlossen, dass an jedem Strahle vier Dornen empor-
wachsen, welche mit den benachbarten Dornen zusammentreffen und
so die Bildung der Oktaederkanten veranlassen. Nach Schm. ist
das Auftreten oder Fehlen der Oktaederknoten charakteristisch für
die verschiedenen Arten und vielleicht auch für die Gattungen, doch
ist ihnen ein allzu grosser Wert nicht beizulegen, da bei Arten,
welche Laternen haben, diese auch mangeln und wieder bei andern
der Oktaederknoten aiiftritt, wo er sonst fehlt ( Aphrocallistes).
Auch Schm. hält mit Marshall die bei den recenten Hexactin. seltener
vorkommenden rein kubischen (oder hexaedrischen) Gitterwerke für
die ursprünglichen, aus diesen ist das polyedrische Skelett hervor-
gegangen, dessen Entstehung auf mechanische Ursachen (Wasser-
strömung) zurückzuführen ist. Bei den Hexactin. tritt im Alter
oft in den Skelettbalken eine Erweiterung der Zentralkanäle durch
Resorption der Wandungen auf. Von den hexaediischen und poly-
edrischen Gitterskeletten sind als sekundäre Bildungen die zwischen
den ersteien sich ausspannenden uni-egelmässigen Kieselnetze zu
Spongiologie für die Jahre 1880 ii. 1881 (Nachtrag). 201
trennen; diese gehen gleichfalls von Sechsstrahlern aus, aber die
Arme derselben verzweigen sich und ihre Verzweigungen verschmelzen
miteinander. Schm. sah die Enden solcher feinen Aestchen in das
„reine Protoplasma" auslaufen. Sollas hat als bekuiidäre Netze
feinere Gitterwerke bezeichnet, welche aber unter die kubischen und
polyedrischen Skelette fallen. Bei manchen Hexactin., deren Skelett
dem kubischen Tj^nis augehört (Parrea, Diaretula), findet sich
nach der Basis des Schwammes der unregelmässige und selbst poly-
edrische Habitus ; solche aus unregelmässigem Gitterwerk bestehende
Platten kennen wir aber durch Zittels Untersuchungen als ,, Deck-
schichten" an der Oberfläche fossiler Hexactin. Diese Deckplatten
hat Schm. nun auch an dem Basaltheil von Farrea, an der neuen
Cystispongia superstes und Scleroplegma herculeum ge-
funden. Die als feste Kapsel bei Cystisp. sup. auftretende Deck-
schichte „ist nur eine Weiterentwickelung der partiellen Deck- oder
Basalschichten von Farrea u. Diaretula.' Auch die von Zittel
beschriebene Form der Deckschichte, welche nur aus lose durch
Kieselsäure aneinander gekitteten Sechsstrahlern besteht, hat Schm.
bei einer Lyssakine (Schm, führt Asconema an) wieder gefunden;
hier sind indessen die Sechsstrahler nur durch Protoplasmakitt mit-
einander verbunden. Zur Kategorie der Deckschichten gehören auch
als eine Modification derselben die Siebplatten, welche sich bei
Hexatin. und auch bei Tetractinell. finden. Sie sind aber keine ho-
mologe, sondern wie die Wurzelschöpfe der Spongien, nur analoge
Bildungen und durch Anpassung erworbene Eigentümlichkeiten.
Zwischen den Maschen dieser aus Hartteilen bestehenden Sieb-
platten, welche sich sowol an den Ein- als an den Ausströmungs-
öffnungen finden, spannt sich das mit viel feineren Poren versehene
Plasmanetz aus, welch' letzteres auch (Tisiphonia fenestrata)
allein vorhanden sein kann und eben desshalb als reine Siebplatte
angesehen werden muss
In einem weiteren Kapitel behandelt Schm. die morphologische
Bedeutung der Besennadelu und Schirmnadelu. Von ersteren giebt
es zwei Sorten: die Besennadel mit borstenartigen und die mit
keulenförmigen Zinken, welche beide vom Sechsstrahler abgeleitet
werden; diese soll in ihrer einfachsten Form noch ein vollständiger
Sechsstrahler sein, jene ist ein reduzirter Sechsstrahler mit Tannen-
baumstrahl. Auch die Schirmuadel wird als ein modifizirter Sechs-
strahler angesehen, denn in der Form , in welcher die dem Schaft
aufsitzende Scheibe nur vier Zähne trägt, sah Schm. deutlich das
Axenkreuz in der Scheibe. Noch eine andere Form des modificirten
Sechsstrahlers wird erwähnt, nämlich die Rosette mit gegabelten oder
in einen Wirtel auseinandergebenden Strahlen, welche eine zwei-
zinkige Gabel oder mehrere bis viele Zinken tragen. Obwol es Schm.
nicht gelungen ist, in dem auf den Strahlen der Rosette sitzenden
202 Dr. W. Weltner: Ber. über die Leistungen in der
Schirme das Axenkreuz nachzuweisen, so möchte er doch auch diese
Form der Rosette als eine abermalige Knospung der Grundgestalt»
nämlich des Sechsstrahlers, erklären, so dass , jeder einzelne se-
kundäre Strahl der Rosette mit seinem Schirm homolog ist einer
freien Schirmnadel." Dagegen ist Verf. geneigt, die Doppel wir tel-
nadel der Hexactinell , in der er auch stets das Axenkreuz vermisste,
nicht vom Sechsstrahler abzuleiten. — Bei einigen der neu be-
schriebenen Hexactin. findet sich eine Dornennadel, deren Donien
alle nach einer Richtung stehen. Aus diesem Umstände können
solche Nadeln nicht zum sechsstrahligen Typus gehören und es fehlt
ihnen auch jede Spur eines Axenkreuzes, vielmehr geht der Axen-
kanal wie bei den mouaktinelliden Nadeln einfach durch die Mitte
der Nadel hindurch. Das Vorkommen anderer Kieselkörper, wie
Spangen, Bogen und Sterne, letztere denen von Tethya gleichend,
wird von Schm. bei verschiedenen der neuen mexikanischen Hexactn.
konstatirt; das Auftreten jener vielaxigen Sterne, wie sie schon bei
einer Lithistide gefunden waren, ist für Schm. eine Bestätigung
seiner früher ausgesprochenen Vermutung, dass dieselben indifferente
Skelettelemente sind, welche in den verschiedenen systematischen
Gruppen auftreten können
Was die Systematik der Hexactinell. angeht, so kann sich
Schm. mit der Eintheilung in die beiden Gruppen der Lyssakinen
und Dictyonineu als einer auf Verwandtschaftsverhältnissen beruhenden
nicht einverstanden erklären. Er hält dafür, dass die Verwandt-
schaft zwischen den beiden Gruppen eine viel engere ist, als bisher
angenommen, denn er hat jetzt Formen kennen gelernt, die in
ihrem Basaltheil eine Dictyonine, im übrigen Körper aber eine
Lyssakine sind (Hertwigia). Zittel hat die Eintheilung der Hex-
actinell. in Familien nach der Form, dem Gitterskelett und dem
Kanalsystem vorgenommen; Schm. weist darauf hin, dass sich eine
natürliche Gruppirung nur unter Berücksichtigung der lose im
Weichteil liegenden sogenannten Fleischnadeln ermöglichen lasse.
Aber Schm. erklärt, er sei nicht im Stande, eine solche Einteilung
zu geben und schliesst seine systematische Betrachtung: „Von einer
Eintheilung in Familien kann noch gar keine Rede sein."
Im speziellen Theile folgt die Besprechung der beobachteten
Arten. Unter ihnen sind die von Farrea, Aphrocallistes und Dac-
tylocalyx die verbreite tsten.
Farrea. Die etwa 50 untersuchten Exemplare dieser Gattung
gehören nur einer Spezies oder einer Reihe an. Schm. will also
keine besonderen Arten in derselben unterscheiden. Nur eine Form
entfernt sich aus dieser Reihe und wird zu Eurete Farreopsis gestellt.
Die Gatt. Aulodictyon kann neben Farrea nicht aufrecht erhalten
werden. Von einem Stück einer in grosser Tiefe gefundenen Farrea
wird Doppelbrechung erwähnt.
Spongiologie für die Jalue 1880 n. 1881 (Nachtrag). 203
Diaretula n. g. Maschen kubisch, aber etwas nnregelmässiger
als Farrea. Skelett auch in der Dickenrichtung entwickelt. Freie
Nadelformen fehlend. 2 Arten: D cornu u. muretta.
Cyathella lutea n. g. n. sp. Form eines Champagnerglases
mit dickem Fusse. Gritterskelet leicht, spröde, mit vielen kleinen
aufgewachsenen Sechsstrahlern. Dieses Skelett trägt Höcker und
Haken und schliesst sich obwol von unregelmässigem Habitus mehr
dem kubischen Typus an. Freie Nadelformen fehlten.
Rhabdodictyon delicatum n. g. n. sp. Form becher- oder
röhrenförmig; Wandung stark durchbrochen. Das Skelett besteht
aus einem Gemisch von Dictyoninen- und Lyssakinengewebe. Die-
jenigen Strahlen der Sechsstrahler, welche in der Längsrichtung der
Skelettstränge liegen, sind meist stark verlängert. Freie Kiesel-
körper: Sechsstrahler und Rosetten mit 8 Schirmen an jedem der
sechs Strahlen.
Syringidium Zittelii n. g. u. sp. Der junge Schwamm ist
röhrig; an ihm entwickeln sich dann am oberen Rande vier radiär
gelegene Aussackungen, in deren Wand durch Auflösung der Skelett-
teile Oskularlöcher entstehen. Sind diese Aussackungen nicht radiär
gelegen, so entstehen mehr unregelmässige Formen; eine solche ist
der Dactylocalyx crispus Schm. (Spong. des atlant. Gebietes),
den Autor nunmehr einzieht. Im ausgewachsenen Zustande stellt
Springidium einen schlanken Becher dar, dessen Wand gefaltet und
an der Aussenseite mit in Längs- und Querreihen stehenden Oskulis
versehen ist. An der Innenseite finden sich Rippen und Spalten,
letztere entsprechen den vertikalen Reihen der Oskula und stellen
die innen offenen Falten der Wand dar. Gitterskelett hexaedi'isch ;
freie Nadeln sind : einfache Sechsstrahler, Rosetten mit Borstenzinken,
Rosetten mit vier und solche mit acht Schirmen an den Armen des
Sechsstrahlers. Ausserdem verschiedene Sorten von Kolbenbesen.
Der Schwamm ist nach Schm. höchst wahrscheinlich identisch
mit Lefroyella de cor a W. Thoms. Referent, welcher sowol das
Schmidt'sche Original von Syringidium als zwei Exemplare von
Lefroyella dec. der Challenger-Exped., von Prof. Schulze beschrieben,
gesehen hat und das Gittergerüst beider Formen vergleichen konnte,
ist der Ueberzeugung , dass Syringidium Zittelii bestimmt identisch
mit Lefroy. decora ist, und der erstere Name gestrichen werden muss.
Aphrocallistes. Schmidt will die Entstehung der eigen-
tümlichen sechseckigen Waben des Skelettes dadurch erklären, dass
sich erstens bei zahlreichen Nadeln zwei Axen nicht unter 90, sondern
unter 120" schneiden, ferner dass zwei Strahlen der normalen Hex-
aktinellidennadeln unter 120 " mit einander verschmelzen und endlich
dadurch, dass eine zwischen den rechtwinklig sich schneidenden
Strahlen eines Sechsstrahlers sich ausspannende verstärkte Plasma-
bilicke die Lagerung einer Hauptaxe eines der nächsten Sechs-
204 Dr. W. Weltner: Ber. über die Leistungen in der
Strahlers bestimmt und sie dann verkieselnd fixirt oder auch für sich
allein eine Oktaederkante bildet. Das einzige Unerklärte dabei sei
der veränderte "Winkel von 120". Der junge Aphrocallistes ist
röhrenförmig, er bildet im weiteren Wachstum Aussackungen, welche
in Läugsreihen und Etagen stehen. Jede Etage hat auch eine Quer-
wand, welche die Wachstumspause andeutet. Während Zittel der
Meinung ist, dass die regelmässige Anordnung der Sechsstrahler bei
Aphroc. durch die Verteilung der Kanäle verhindert ist, und wir
in der letzteren den Grund der Wabenbildung des Skelettes zu suchen
haben, ist Schm. der Ansicht, dass die Kanäle niemals für die Ge-
staltung des Skelettes ausschlaggebend seien. Nachdem Verf. sich
über die Verhältnisse von Person, Stock und Stockgesellschaften
(s. auch Farrea) geäussert hat, bespricht er noch den systematischen
Wert von Aphroc. Bocagei und beatrix.
Cystispongia superstes n. sp. ist eine lebende Art der
bisher nur aus der Kreide bekannten Gattung; allein die von Schm-
gegebene Darstellung des Baues der lebenden Cyst. sup. weicht
ganz erheblich von der Zittelschen Gattungsdiagnose ab. Im Skelett
finden sich aus zusammenhängenden Sechsstrahlern gebildete gelbliche
Kugeln, in denen sich auch Tannenbäumchen und Rosetten fanden.
Myliusia Zittelii Marsh, ist nach Schmidt eine Cysti-
spongia ohne Deckschicht und mit Laternenknoten des Skelettes.
Freie Nadeln: Schirmrosetten.
Dactylocalyx ist in mehreren Arten vertreten. Neu ist
D. potatorum von der Gestalt eines Trinkhornes. Zu diesem Genus
will Schm. auch Myliusia callocyathus Gray stellen, welche vom
mexik. Golf vorliegt und beschrieben wird.
Margaritella coeloptychioides n. g., n. sp. Nach dem
vorliegenden Bruchstück ist der Schwamm tellerförmig. Die Unter-
seite zeigt dichotomisch verzweigte und seitlich mit einander
kommunicirende Rinnen, deren Seitenwandungen in kurzer Ent-
fernung vom Rande höher als der Breitendurchmesser der Rinnen
sind, steil aufgerichtet zur anderen Seite, auch so gefaltet, dass da
und dort Verbindungs- Rinnen und Röhren im Innern des Schwammes
hergestellt werden. Die Rinnenwandungen sind vielfach durch-
brochen. Zwischen den Rinnen liegen die Interkanäle, als unregel-
mässige Gruben erscheinend. Auf der Oberfläche des Tellers sind die
Rinnen durch eine Deckschichte geschlossen, welche Oeffnuugen führt.
Aus diesem Bau ergiebt sich nach Schmidt, dass Margaritella eine
Zwischenform von Dactylocalyx und Coeloptychium ist, aber
dem letzteren näher steht. Das Gitterskelett ist vorwiegend poly-
edrisch. Freie Nadelformen sind dornige Sechsstrahler, vielstrahlige
Schirmrosetten und Rosetten mit einfach spitzen Zinken,
Joanneila compressa n. g. n. sp. Schwamm in der Jugend
Spongiologie für die Jahre 1880 n. 1881 (Nachtrag). 205
ohrförmig mit einem aiisgekielten Stiel, später die Gestalt eines zu-
sammengedrückten Bechers annehmend, dessen eine Seite höher als
die andere ist. Die Wand besteht ans Röhren, die auf der Innen-
seite des Schwammes schräg von unten nach oben und aussen gehen,
einen grösseren Durchmesser als die der Aussenseite haben, wenig
gewölbt sind und sehr feine Poren tragen. Die Röhren der Aussen-
seite sind enger und haben runde Maschen und grössere Oeifnungen,
welche meist in einer Reihe stehen. Skelett unregelmässig mit
engen Maschen und sehr fest. Freie Skelettelemente sind Sechs-
strahler mit schlanken Strahlen und kolbiger Endanschwellung, mit
wirtelständigen Knötchen und Zähnchen; zwei Arten von Rosetten:
Schirmrosetten mit sechs mal drei oder sechs mal fünf Zinken, ferner
eine Kolbenrosette, deren 35 — 48 Zinken mit einer oft granulirten
Kugel oder einem Kölbchen enden.
Scleroplegma n. g. „Schwämme von cylindrischer oder ab-
gestutzt kegelförmiger Gestalt mit entsprechender Leibeshöhle, dick-
wandig. Wandungsgeflecht weitmaschig, aber stark und fest oder
spröde; bildet runde oder prismatische Röhren, welche vorzugsweise
schief von aussen nach innen gehen und entweder isolirt oder nach-
dem sich einige mit einander verbunden haben, in den Gatralraum
münden. Zwischen ihnen unregelmässige Interkauäle. Das Gitter-
geflecht wechselt zwischen dem kubischen und dem polyedrischen
Typus, und die eine Art hat vorherrschend Laternenknoten."
Es werden vier Arten beschrieben Sc. lauter na, couicum,
seriatum und herculeum Davon eine mit freien Sechsstrahlern
und Schirmrosetten, zwei andere mit freien Sechsstrahlern. An einer
Art eine Deckschichte an der Basis.
Diplacodium mixtum n. g., n. sp. Die plattenförmigen
Bruchstücke dieser Spongia sind meist durch parallel zur Oberfläche
ziehende Kanäle in Blätter gespalten. Dazu senkrecht ziehend
andere feinere Querkanäle. Auf der Aussenseite eine Deckschichte.
Skelett mit Laternenknoten, welche verkrüppelt, unregelmässig und
auch ganz regelmässig sind. Freie Tadeln: Borsten und Schirm-
rosetten, diese mit 12 — 20 Strahlen.
Volvulina Sigsbeei n. g., n. sp. Das unregelmässige Kiesel-
geflecht des Schwammes bildet V3— 3 mm dicke Stränge. Diese
werden durchsetzt von Höhlungen, unter denen man nicht selten
einen grösseren centralen Pseudogaster mit Gängen und unregel-
mässigen Oeffnungen unterscheiden kann. Gestalt des Schwammes
ein abgestutzter Kegel oder Becher oder eine Kugel mit kurzem
Stiel. Auf den Vertiefungen der Oberfläche liegt eine poröse plas-
matische Deckschichte, in der Fünf- uud Sechsstrahler regelmässig
gelagert sind. Das Gitterskelett zeigt kugelige höckerige Knoten
und glatte Strahlen, aber es finden sich auch rauhe Arme, oder diese
206 Dr. W. Weltner: Ber. über die Leistungen in der
sind sogar vorherrschend. Selbst die höckerigen Knoten können
schwinden. Die Maschen des Gitterskelettes sind vorherrschend po-
lyedrisch, daneben kommen auch kubische vor. Freie Nadeln : Sechs-
strahler, deren Enden mit grossen feiner bezahnten Haken ; Schirm-
rosetten, darunter solche mit einem pfeilförmigen Ende und Besen-
gabeln mit Keulenzinken. Schm. beschreibt dazu noch 3 Stücke, die
er als Varietäten ansieht.
P a c h a u 1 i d i u m n. g. Unregelmässige, etwas gekrümmte Röhren
mit einzelnen Aesten ; Durchm. 3 — 5 mm ; der Durchschnitt ist nicht
rund sondern kantig, die Kanten tragen Oeffnungen, welche die Wand
durchsetzen. Das Gittergerüst ist polj'edrisch, die Kreuzungsknoten
stehen sehr dicht; die Arme der Sechsstrahler sind meist glatt und
stark. Daneben jüngere Sechsstrahler. Freie Nadeln nicht beobachtet.
Schm. macht daher keine Art.
Rhabdostauridium retortula n. g., n. sp. Form einer
kurzen Tabakspfeife oder Retorte gleichend; vielleicht unvollständig
erhalten. Die Wand der Retorte ist von sehr verschiedener Dicke,
ihre Höhlung unregelmässig; der Stiel bildet eine Röhre. Skelett
der Hauptsache nach aus schlanken Stabnadeln mit Axenkreuz be-
stehend, welche oft in feinste Fäden auslaufen. Diese Nadeln sind
mit einzelnen vollständigen spitzhöckerigen oder mehr oder weniger
reduzirten Sechsstrahlern durch reichliches Flickgewebe verkittet.
Hier und da Stellen, wo dieses so gebaute Skelettgerüst dem Eure-
tidengeflecht gleichkommt. Andere Kieselkörper nicht beobachtet.
Der Schwamm steht auf der Grenze von Üictyoninen und
Lyssakinen.
Euplectella. Es wird eine neue Art E. Jovis beschrieben.
Regadrella Phoenix n. g., n. sp. ist eine auf steiniger Unter-
lage wachsende Euplectellide, daher ohne Wurzelschopf und mit sehr
dichter knorriger und lappiger Basis festsitzend. Diese geht nach
oben in schräge Stränge über, welche sich weiter hinauf vielfach
kreuzen und aus Sechsstrahlern und Stabnadeln mit Axenkreuz be-
stehen. Je weiter nach oben, desto mehr schwindet die Kittsubstanz,
welche jene Skelettkörper zusammenhält. Die Wand des Schwammes
ist von Löchern durchbrochen, welche dem Verlauf der Skelettstränge
entsprechen. Die Euplectella zukommenden ringförmigen Kämme
fehlen. Besondere wesentlich von dieser Gattung abweichende
Skelettkörper finden sich nicht.
Hertwigia falcifera n. g., n. sp. werden äusserst formlose,
übrigens unvollkommen erhaltene Hexactin. genannt, welche zwischen
I^yssakinen und Dictyoninen stehen. Der Körper ist unten
ästig und bildet oben ein Labyiinth von Höhlungen mit dünnblättrigen
Wandungen, in denen die das zusammenhängende Skelett bildenden
Nadeln nur sehr lose miteinander verkittet sind. Im oberen Teil
Spongiologie für die Jahre 1880 n. 1881 (Nachtrag). 207
des Schwammes bietet das G-itterskelett den Anblick eines Zaunes.
Freie Nadeln sind: Sechsstrahler, Fünf- nnd Dreistrahler mit Rauhig-
keiten gegen die Spitzen zu, andere mit Tannenbaunistrahl mit meist
sehr kurzen Stacheln. Fünf Sorten von Rosetten: die Rosette mit
vier sich kieuzenden Schirmziuken an jedem Strahl; eine Rosette
mit längeren Haken des Schirmes; die spezifische Euplectellenrosette;
die Sichehosette, welche auf den Strahlenden des Sechsstrahlers eine
unten flache, nach aussen kugelig gewölbte Scheibe tragen, worauf
mehrere Kränze sichelförmiger Zinken stehen. Endlich eine neue
Sichelrosette, die auf jedem Strahl vier Sichelzinken zeigt. Ver-
einzelt findet sich eine Stabnadel mit einfachem Axenkanal, die am
oberen Ende tauneubaumfürmig ist; Schm. hält sie für einen reduzirten
Sechsstrahler.
Rhabdopectella tintinnus n. g., n. sp. Auch die Exemplare,
nach denen dieses Genus geschaffen, waren unvollständig. Der
Schwamm ist trichterförmig mit einem halbrinnenförmigen Stiel.
Die Wand besteht aus einem sehr unregelmässigen Geflecht mit
grossen Maschen; der Zusammenhang des Geflechtes wird nach oben
hin locker und hier ist der Schwamm unvollständig. In dem Raum
des Trichters selbst befindet sich ein Gewebe, welches mit der
Trichterwand ein ganz unregelmässiges Labyrinth von Höhlungen
und Räumen bildet. Die Jugendform des Schwammes ist eine Röhre
mit scheibenförmiger Basis. Das feste Schwammgerüste besteht aus
Sechsstrahlern mit vorwiegend einer Axe oder aus Stabnadeln. Die-
selben sind nach der gewöhnlichen Weise der Euplectelliden oder
durch unregelmässige Gitterplatten mit einander verkittet. Freie
Skelettelemente: Die Euplectellenrosette, eine Rosette mit sehr
feinen Hakenzinken, eine solche mit je 2 sich kreuzenden Schirm-
zinken an den Strahlen, ferner eine andere, an der jeder Strahl sich
in 5 sekundäre Strahlen spaltet, deren jeder eine Scheibe mit etwa
16 Haken trägt, so dass im Ganzen 30 Scheiben vorhanden sind.
Endlich eine Rosette mit Scheiben an den Zinken, die Scheiben mit
langen Fransen. Ausserdem eine spiralige Bogennadel mit Quer-
riefen. Besonders interessant sind die von Schm. hier gefundenen
Sterne, welche nicht von denen der Tethya zu unterscheiden sind,
und welche nach Schm. bestimmt zum Schwämme gehören sollen.
Hyalonema. Im Gebiete fanden sich Exemplare, die wahr-
scheinlich H. Sieboldii angehören.
Pheronema. Es liegen Exemplare von Pher. Annae vor.
Holtenia ist vielleicht unter dem Materiale vertreten.
Leiobolidium nennt Schmidt eine Gattung, in welcher das
Material der mikroskopischen Formbestandtheile von Pheronema zu
einer Kugel von der Konsistenz einer zarten Reniei-e vereinigt ist.
An dem einen Pol ein Oskulum, an dem andern sass vielleicht ein
Wurzelschopf. Keine Art aufgestellt.
208 1^1'- W. Weltiier: Ber. über die Leistung-en in der
Ascoiiema. Schmidt beschreibt unter Vorbehalt als neu As c.
Kentii. Davon ist jedoch das eine der erwähnten Exemplare von
Prof. Schulze als Hyalonema erkannt und beschrieben worden
(s. Fr. E. Schulze. Ueber den Bau und das System der Hexactin.
Abhandl. d. Acad. d. Wissensch. zu Berlin. 1886).
Tetractinelliden : Als neu wurden beschrieben: Pachastrella
Lithistina; Pach. connectens var., welche die Gatt. Pacha-
strella m. Gort icium verbindet; Corticiumversatile; Stelletta
profund itatis (Ref. trägt zur Aufführung der Nadelformen dieser
Stelletta noch das Vorkommen von Spiralsternen nach, welche von
Prof Schmidt übersehen sind. Sie ähneln denen von St. scabra, eine
Axe mit einem Strahlenquirl an jedem Ende, die Strahlen raah und
stumpf endend. Grösse bis 0,023mm); Stelletta pygmaeorum;
Stell, mastoidea (zu den von Prof. Schmidt erwähnten Skelett-
elementen kommen noch kleinere Sterne und echte bis 0,03 mm
messende Spiralsterne. Ref.); Tisiphonia fenestrata; Stelletti-
nopsis annulata; Stell, euastrum.
Neu ist ferner die Gattung Fangophilina , welche als eine
durch Ansiedelung auf schlammigen Boden umgewandelte Tetilla
cranium aufgefasst wird, wie Tisiphonia nichts anderes ist als
eine im Schlamme lebende Stelletta. Durch diese Anpassung sind
an der neuen Gatt. Fangophilina besondere Wurzelschöpfe und be-
sondere grössere Ein- und Ausströmungsöffnungen mit Schutzorganen
angezüchtet. Der Autor rechnet nunmehr auch folgende Tetillen zu
Fangophilina: T. polyura Schm., euplocamus Schm. und ra diät a
Sei. Es wird eine Art beschrieben Fangoph. submersa, welche
ausser drei- auch zweizinkige Gabeln besitzt.
Ausserdem wurden von Tetractinell. im Gebiete beobachtet:
Pachastrella abyssi Schm., Corticium abyssi Schm. = Sa-
mus anonyma Gray, Arten von Ancorina, auf welche nicht
näher eingegangen wird, Craniella tethyoides Schm., nicht
genauer gekennzeichnete Arten von Tetilla, ein Bruchstück eines
Caminus und Placospongia melobesioides Gray.
Monactinelliden : Sie werden von Schmidt leider sehr kurz be-
handelt; von den meisten Formen ist entweder nur die Gattung er-
wähnt oder es wird nur die Art genannt, der sich die im mexi-
kanischen Busen gefundene Form „anschliesst". Von anderen Arten
werden zwar die Nadelformen kurz erwähnt, aber nicht genügend
beschrieben und da nicht einmal Abbildungen gegeben sind, wird es
kaum möglich sein, sie wiederzuerkennen. Wenn Prof. Schmidt
darauf verzichtet hat, Arten zu machen, teils weil ihm das Material
nicht genügend erschien, teils weil er „die Ueberzeugung gewann,
dass, Artkennzeichen nicht fixirt seien*', so ist es doch sehr zu
bedauern, dass er, der sich so grosse Verdienste um die Spongiologie
Spongiologie für die Jahre 1880 w. 1881 (Nachtrag). 209
erworben hat, gerade diese Schwämme so wenig eingehend behandeln
zu müssen glaubte.
Es werden 11 neue Arten, darunter eine Suberites und eine
Chalina von Marseille, und 5 neue G-attungen aufgestellt. Erstere
sind Siphonochalina viridescens, Rhizochalina amphi-
rhiza und fibulata, Amorphina calyx, Suberites claviger
und Chalina fangophila, diese beiden aus der Bucht von Mar-
seille, Tenacia areifera, Vomerula tenda und tibicen,
Cladorhiza concrescens und Crinorhiza amphactis. Von
Gruitarra und Melonanchora werden die Doppelanker und die
Melonenanker gegen die Darstellung Carter's richtig beschrieben.
Die Charaktere der neuen Gattungen sind folgende:
Stylorhiza, welches Genus für Hyalonema boreale Lov.
longissima 0. Sars. und Polymastia stipitata Crt. geschaffen
wird. „Es sind Schwämme mit gestreckten umspitzigen Nadeln.
Ihr Körper geht in einen längeren Stiel über, der mit Wurzel-
ausläufern im Boden haftet. Die Nadeln, im Stiel der Länge nach
geschichtet, strahlen im Körper radiär aus."
Pachychalinopsis. Ich brauche Schmidt's Worte: „Wie
man Pachychalina und Siphonochalina unterscheidet, so hat
man nach denselben Merkmalen von der Gatt. C haiin opsis die-
jenigen Formen zu trennen, welche im Aeusserlichen die Siphono-
chalina wiederholen. Es sind also von jetzt an die bisherigen
Chalinopsisaiten Pachychalinopsis zu nennen."
Siphonochalinopsis sind dagegen die röhrigen Formen. Die
Röhren können Staudenbildung eingehen. Nadeln wie bei Chali-
nopsis.
Vomerula ist eine sehr zierliche Desmacidine von inkru-
tirender oder knolliger oder von flach zeltförmiger Form, also sehr
wechselnd. Hauptcharakter sind die Spangen mit pflugscharförmigen
Schneiden. Es gehört hierher: Hymedesmia Johns oni Bbk. =
Desmacella Johnsoni Schm. und Halichondria falcula Bbk.
Crinorhiza. Die Speziesbeschr. lautet: „Die äussere Aehn-
lichkeit mit Cometella ist eine vollständige. Der Körper ist
kugelig, mit etwas zugespitzten Polen, deren einer ein kleines Os-
kulum trägt, während der andere in die einfache Wurzel übergeht.
Die aequatorische Zone ist mit langen einfachen haarförmigen An-
hängen besetzt. Nadeln stumpf-spitz. Doppelanker mit einem mitt-
leren, zwei Seitenzähnen, und jederzeit einer Schaftlamelle. Spangen."
In einem Nachtrage zu den Lithistiden (s. Abthlg. I. 1879
des Werkes) werden zwei neue Genera erwähnt:
Coli ec teil a avita n. g., n. sp. Gestalt knollig; der Körper,
an dem eine Binde nicht beobachtet ^Mirde, besteht aus sehr knorrigen
Tetracladinenelementeu und Pachastrellenvierstrahlern. Schmidt
Arch. f. Naturgescli. 51. JaLig. U. Bd. 3. H. Q
210 Dl'- W. Weltner: Ber. über die Leistungen in der
konnte hier verfolgen, wie sich erstere zu Scheiben, letztere zu
Gabelankern entwickelten. Diese Gattung Collectella beweist, dass
die Lithistiden die nächsten Verwandten der Tetractinelliden
sind. —
Neopelta ist eine verkappte Tetracladine mit entweder glatten,
schlanken, loser zusammenhängenden oder gedrungenen sich fest ver-
flechtenden Skelettkörpern mit einer Axe, aber vorzugsweise vom
Typus der Rhizomorinen. Daneben aber noch kantige Vierstrahler.
Charakteristisch sind einaxige Scheiben, welche aus den einaxigen
Tetracladinenelementen durch Anpassung entstanden sind. Dazu
noch kleine spindelförmige Körper und Umspitzer. Zwei Arten:
N. imperfecta und perfecta.
Ausserdem sind als neu beschrieben: Discodermia disso-
luta n. sp., an der die Umwandlung des Lithistidenkörpers in die
Scheibe erläutert wird und Azorica cribrophora n. sp. —
Referent verbessert zum Schluss einige der in diesem Werk
störende Druckfehler und fügt andere Bemerkungen hinzu, welche
er seiner Zeit im Strassburger zool. Institut bezüglich der mexi-
kanischen Spongien gemacht hat.
pag. 7 Zeile 2 v. u. ist Taf. II Fig. 1 b statt Fig. 18 zu lesen.
pag. 9 „ 2 „ „ „ Setidium obtectum statt Astomella setosa
zu setzen.
pag. 25 ist zu Discodermia clavatella hinzuzufügen: Fundort: Near
Havana, 292 Faden.
pag. 29 zu Scleritoderma Paccardi: 126— 240 Faden.
pag. 36 Zeile 17 v. u. herculeum statt Herculis.
pag. 40 „ 10 V. oben zu Cryptostauridium. Dieses Genus hat
Schmidt nicht aufrecht erhalten.
pag. 60 Zeile 22 v. u. Fig. 11 statt 7.
pag. 62 „ 17 V. ob. Fig. 10 c statt 9 c.
„ 18 „ „ „ 10a „ 9a.
pag. 63 „ 3 „ u. Taf. VE. 7 statt Taf. V. 7.
pag. 69 „ 16 „ ob. den statt der.
pag. 86 „ 7 „ u. muss Boglicii statt Helleri heissen.
Tafel Vin Fig. 9 u. 10 muss Rhabdopectella statt Rhadoplegma ge-
lesen werden
Gr. C. J. Yosmacr, The sponges of the Leyden Museum.
I. The family of the Besmacidinae. In Notes from the Leyden
Museum. Vol. IL 1880. Note XV LIL pag. 99—164:.
Verfasser macht uns in dieser Arbeit zunächst mit den Formeln
und Zeichen bekannt, welche er für die Kieselkörper der Desma-
cidinen in Anwendung bringen will. (Eine ausführliche Liste dieser
Abkürzungen für die Skelettelemente aller bis dahin bekannten
Spongien finden wir in Tijdsthrift Nederh Dierk. Vereenig. Vol. F.
Spongiologie für die Jahre 1880 ii. 1881 (Nachtrag). 21 1
pag. 197. Taf. VI \\\\(\ Bronn, Kl. u. Ordn. Bd. II. Spomjien, pag. 148,
Lieferung erschien 1883. Es werden dann die einzelnen Arten
dieser Familie mit der Angabe ihrer Synonyme, der Litteratur, des
Fundortes und der Form der Spicula aufgeführt. Es sind die folgenden
Gattungen: Desmacodes Schm., Desmacella Schm., Amphi-
lectus Vosm., Scerilla Schm., Myxilla Schm., Desmacidon
Bwk., Schm., Crambe Vosm., Hastatus Vosm., Cribrella
Schm., Chondrocladia Wyv. Thoms., Cladorhiza M. Sars.,
Esperia Nardo (Schm.), Sceptrella Schm., Clathria Schm.,
Vosm. , Melonanchora Ctr. nnd Guitarra Ctr. Neue Arten
sind: Amphilectus papillatus, Myxilla thela, Desmacidon
lentus, elastica, Clathria lobata, ulmus, Reinwardti und
elegans. Bezüglich der von Vosmaer creirten Gattungen: Am-
philectus, Crambe u. Hastatus verweise ich auf die Diagnosen
im Bronn, Kl. u. Ordg. II. Bd. Spongien 1887. pag. 350 u. 353.
G. C. J. Tosmaer, Voorloopig herigt omtrent het onder-
zoek door den ondergeteekende aan de Nederlandsche iverk-
^afel in het zoologisch Station te Napels verrigt. 20. Nov.
1880 — 20. Febr. 1881. In Nederlandsche Staatscourant 1881 No. 109.
Referent giebt diesen Bericht ausführlich wieder, weil derselbe
in dem schwer zugängigen Niederländischen offiziellen Tageblatt
erschien.
Nach Vosmaer sind bei Triest und nach Schmidt in der Adria
gemein: Aplysina aeroph., Suberites massa und lobata,
Clathria coralloides, Tedauia digitata, Stellettaarten,
Sycandra raphanus und andere; dagegen sind diese Formen selten
oder fehlen im Golfe von Neapel. Hier sind Schmidtia dura,
Corticiura plicat., Sycandra glabra und hystrix und andere
gemein; diese Schwämme sind aber selten oder fehlen bei Triest und
in der Adria. Als neu für den Golf von Neapel werden genannt:
Lithistiden und Hexactinelliden, Rinalda arctica Merejk.
und Tisiphonia agariciformis W. Th. Sowol an der Ost- wie
an der Westküste Italiens finden sich: Tethya lyncur., Halisarc a
lobular, und Dujardini, Geodia gigas, Spongelia palles-
cens, Suberites domuncula.
Die im Golfe von Neapel vorkommenden Spongien sind:
Halisarca lobularis O. Schm., id. var. purpurea F.E. S.,
Halisarca Dujardini Johnst., Spongelia pallescens 0.
Schm. (Char. emend. F. E. S.) id. var. elastica massa F.E. S.>
id. avara 0. Schm., id. species, Nov. genus, nov. spec, Ca'
cospongia mollior 0. Schm., id. sarx O. Schm (unbeschrieben)'
id. scalaris 0. Schm., Euspongia officinalis F. E. S., Hippo-
spongia equina F. E. S., Hircinia variabilis F. E. S., Aply-
sina aerophoba Nardo, Aplysilla sulfurea F. E. S., id. rosea
F. E. S. ?, Chalinula sp., id. nov. sp., id. nov. sp., id. fertilis
0*
212 Dl'- W. Weltiier: Ber. über die Leistungen in der
Kell., id. nov. sp., Siphonochalina coriacea 0. Schm., Lieber-
külmia calyx B. Criv., Amorphina sp., id. aurantiaca 0.
Schm. id. spec. (nov?), id. sp. (nov.?), Reniera aqnaednct.
O. Schm., id. compacta 0. Schm., id. fibnlata 0. Schm. (N. B.),
id. palmata 0. Schm., id. semitubulosa 0. Schm., id. spec,
id. spec. (nov ?), Schmidtia dura (Nardo) B. Criv., Schmidtia
nov. sp., Pachychalina sp., Axinella verrucosa O. Schm.,
id. (foveolaria 0. Schm?), id. cinnamomea 0. Schm., id.
spec. (nov.?), id. polypoides 0. Schm., Acanthella acnta
0, Schm., Phakellia folium 0. Schm., id. incisa 0. Schm.,
id. plicata 0. Schm., PI ica teil a vi] los aO. Schm., Raspaillia?,
Esperia syrinx 0. Schm. (char. emend. Yosm.), id. syrinx
var., id. spec, Desmacodes spec, Clathria coralloides
0. Schm, (char. emend. Vosm.), Myxilla nov. spec, id. nov.
spec, Desmacidon spec, Cribrella sp., id. nov. spec, Snbe-
rites domnncula Nardo, id. appendiculatus (B. Criv) 0.
Schm., id. arcicola O. Schm, id. nov. spec. (villosiis 0.
Schm.?), id. flavus 0. Schm.?, id. massa Nardo, PapiUina?,
id. suberea 0. Schm., id. spec (nov.?), id. spec. (nov.?),
Cribrella elegans 0. Schm. N. B., Osculina polystomella
O. Schm., Rinalda arctica Merejk., Rhizaxinella clavigera
Kell., Rhizoclavella neapolitana Kell., Tuberella papil-
lata Kell., id. tethyoides Kell., Tethyophaena silifica
0. Schm., Tethya lyncurinm Autt., id. var. «, id. var. ß,
Caminus Vnlcani 0. Schm., Geodia gigas O. Schm., id. spec,
Corticium plicatnm 0. Schm., Chondrilla nucula 0. Schm.,
Chondrosia reniformis Nardo, Stelletta carbonaria 0-
Schm., id. dorsigera 0. Schm., id. fibiilifera O. Schm., id.
Helleri O. Schm., id. inconspicua 0. Schm. unbeschrieben,
Nov. gen., nov. spec, Tisiphonia agariciformis W. Th., 2
bis 3 Lithistiden, 1 Hexactinellide, Ascandra falcata H.,
id. variabilis H,, id spec. (nov.?), id. reticulum H., Ascetta
blanca H., id. primordinlis H., id. (coriacea H.?), id. spec,
id. clathrus H.; Ascaltis Darwini H., id.?, Sycandra ele-
gans H., id. glabra H., id. hystrix H., id. raphanus H., Leu-
candra aspera H., id. solida H. —
Vosmaer hat den Bau der Renieriden untersucht. Dieselben
zeigen wie Euplectella eine äusserst geringe Grundsubstanz-
schichte und ein primitives Kanalsystem, welches eigentlich nur ein
Lakunensystem darstellt. Die Geisseikammern sind sackförmig und
münden stets mit weiten Oeffnmigen in breite Kanäle — Leucaltis
solida H. schliesst sich im Baue der von Vosm. früher unter-
suchten Leucandra aspera H. an. — Sodann wird eine neue
Hornspongie erwähnt und ihr Skelett beschrieben, sie gehört in
die Farn, der Spongelidae Yosm., welche Ant. für die Gatt.
Spongiologie für die Jahre 1880 u. 1881 (Nachtrag) 213
Spongelia uud für diesen neuen (1883 von Vosm. Velin ea ge-
nannten) Schwamm aufstellt.
Folgende Abhandlungen sind dem Ref. nicht zugängig gewesen:
B. W. Priest, The statohlasts ofFresh- water Sponges-
In Journal Quekett Micfrosc. Club. 1881.
H. Mills, Fresh-water Si^onges. In Americ. Journ. Microsc.
Vol. ö. 1880, pag. 125—132.
Derselbe, A variety ofSpongilla .... das. Vol. 6. 1881,
pag. 30 — 31. Auszug dieser beiden Arbeiten in Journ. de Microgr.
par Pelletan, 4. Ann. 1880, pag. 285 a. 5. Ann. 1881, pag. 265.
M, Weber, Verslag over de zoologische onderzoekingen
gedurende de vierde reis der „Willem Barents'^. In Vers-
lagen 4. tocht W. Barents 1881, pag. 101 — 140. Betriift die Spongien-
fauna der Barents-See (Zool. Jahresher. für 1882).
Entwickelungsgeschichte.
G. Vasseur, Beprodicction asexuelle de la Leucosolenia
botryoides (Ascandra variahilis Ilckl). In Arch. de Zool.
expir. et gener. T. VIII. 1879 et 1880. pag. 59—66. 3 Holzschn.
An dem Körper dieses Scliwammes fand V. eine Anzahl
schlauchförmiger blind endender Aussackungen, welche als kleine
Hervorragungen begannen. Die Oberfläche dieser Schläuche, „Knos-
pen", war mit nach rückwärts gerichteten Nadeln besetzt, während
die aus dem Mutterschwammkörper ragenden Spicula mit der Spitze
nach dem Osculum hin stehen. Auch liegen die dreistraliligen Nadeln
in den Knospen gerade umgekehrt wie in dem mütterlichen Körper.
Die Schläuche lösen sich an ihrer Basis von diesem ab, setzen sich
mit dem blinden Ende fest und wachsen aus. Verfasser hält es für
nicht unmöglich, dass hier ein Generationswechsel vorliegen könne;
es würden sich die aus dem Ei entwickelten Leucosolenieu durch
Knospen fortpflanzen, welche sich ablösen, festsetzen und auf ge-
schlechtlichem Wege vermehren würden.
Physiologie.
Vosmaer, Voorloopig herigt . . . s. pag. 211 dieses Berichtes,
hat Fütteruugsversnche mit Farbstoff köruern an Leucaltis solida
H. gemacht. Die Körner fanden sich in den Kragenzellen und den
amöboiden Zellen, scheinen aber in den ersteren nur kurze Zeit zu
verbleiben. Bei etwas überflüssiger Nahrung war sehr bald eine
Färbung der gastralen Seite des Thieres zu bemerken, vielleicht
lässt sich so die Schnelligkeit des Wasserstromes in dem Schwämme
bestimmen.
Die Arbeit von Waller J, 0. On Cliona celata. Does the
Sponge make the Burrow? in Journ. of the Quekett Microsc. Club,
London 1881. pag. 251-268 T. 20-21 hat Ref. nicht gesehen.
214 Dl'- W. W e 1 1 11 e r : Ber. üb. die Leistimgeii in der Spngiologie.
Nach Vosmaer (Zoolog. Jahresher. f. 1882) glaubt W., dass die
Höhlungen von Anneliden (Scolytus) herrühren. —
Das Referat über die Arbeiten Krukenbergs, Yergleichend-
physiolog. Studien an den Küsten der Adria II. Ahthlg.
1880 und 2. Bei he 1881 muss ich leider auf den nächsten Bericht
verschieben.
Palaeontologie.
Ausser den von Braun referirten Abhandlungen im vorigen
Jahresberichte sind noch folgende Arbeiten über fossile Spongien
erschienen :
G. Bruder, Zur Kenntniss der Juraahlagerung von
Sternher g hei Zeidler in Böhmen. In Sitzungsher. Äcad. Wien.
83. Bd. 1. Ahthlg. 1881. pag.47—90. Taf. 1—2.
J. W. Dawsou, On the structure of a Specimen of
Uphantaenia from the Collection of the American Mus.
of Nat. Hist. Neio-York , City. In Americ. Journ. Science.
Vol. 22. 1881. pag. 132—133. Auch in Ann. Mag. Hist. (5). Vol. VIII.
pag. 237—238.
Cr. Dewalquc, Prodrome d'une description geologique
de la Belgique. See. ed. conf. a la prem. Bruxelles 1880.
0. Hahn, Die Meteorite (Chondrite) und ihre Orga-
nismen. Tühingen 1880. o6pag. 32 Taf.
Dante Pantanelli, I Diaspri della Toscana e i loro
fossili. Con 1 tav. In Atti Accad. Line. Mem. Gl. fis. T. 8.
pag. 35 — 66.
W. J. SoUas, Note on the Occurence of Sponge Spicules
in Chert from the carhoniferous Limestone of Ireland. In
An. a. Mag. Nat. Hist. (5). Vol. VII pag. 141—143.
Derselbe, On Astroconia Granti, a new Lyssakine
Hexactinellid from Silurian formation of Canada. In Ah-
stracts Pi-oc. Gedl. Soc. 1881, pag. 50 — 51.
Derselbe, On Sponge-spicules from the Chalk of Trim-
mingham, Norfolk. In Report 50. Meet. Brit. Assoc. 1881. pag.
586—587.
Gr. Steinmann, Microscopische Thierreste aus dem
deutschen Kohlenkalk (Foraminif. u. Spong.). In Zeitschr.
f deutsche geol. Gesellsch. 32. Bd. 1880, pag. 394-400. Taf 19.
Derselbe, Ueher Protetraclis Linki n.f., eine Lithistide
des Malms. In Neues Jahrh. f. Mineral., Geologie u. Palaeontol.
Jahrg. 1881. Bd. II, pag. 154—163. Taf IX.
C. Vogt, Sur les pretendus Organismes des Meteorites.
In Compt. rend. hehd. T. 93, 1881. pag. 1166—1168.
J. G. Waller, On an undescrihed British Sponge of the
Genus Baphiodesma Bwk In Journ Quekett Microsc. Cluh. 1880,
pag. 97—104. PI. 5.
A. Wallich, On the Origin and Form, of the Flints of
the Upper or White Chalk etc. In Ann. Mag. of Nat. Hist. (5)
Vol. 7. pag. 162—204.
-cMIVd-
Gedruckt in Kroll's Buchdruckerei, Berlin S.
i
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y-mß<^
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