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ARCHIV
FÜR
NATURGESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIE GM ANN,
FOKTGESETZT VON
W. F. ERICHSON, F. H. TROSCHEL
UND E. VON HÄRTENS.
HERAUSGEGEBEN
Dr. P. Hilgendorf,
CUSTOS DES K. ZOOLOG. MUSEUMS ZU BERLIN.
ZWEIUNDFÜNFZIGSTEE J AHRGANG.
Zweiter Band.
Berlin 1886.
Nicolaisclie Verlags-Bucliliandliin
B. Stricker.
Inhalt des zweiten Bandes.
Erstes Heft.
Seite
Dr. Georg Pfeffer, Bericht über die wissenschaftliclien
Leistungen im Gebiete der Malakologie während
des Jahres 1885.
Allgemeines 1
Anatomie nnd Physiologie 2
Geographische Verbreitung 25
Cephalopoda 40
Pteropoda 45
Gastropoda 46
Acephala 85
Anna. Die BracMopoda folgen im nächsten Jahrgang.
Ant. Reichenow, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der l^ängethiere während des Jahres 1885.
Allgemeines 97
Geographische Verbreitung 106
Systematik 112
Ant. Reichenow, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Vögel während des Jahres 1885.
Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie . . . 145
Anatomie, Physiologie, Palaeontologie 148
Geographische Verbreitung, Zug, Faunistik .... 155
Biologie, Zucht, Pflege 183
Systematik 197
IV
Dr. Oscar Boettger, Bericht über die Leistungen iu der
Herpetologie während des Jahres 1885.
Reptilia. Allgemeines 233
Anatomie (vergl. anch die einz. System. Abth.) 237
Ontogenie (do.) 242
Biologisches (do.) 246
Palaeontologisches (do.) 248
Faunistisches (do.) 251
Systematisches 262
Batrachia, Allgemeines 300
Anatomie (vergl. auch die einz. system. Abth.) 301
Ontogenie (do.) 305
Biologisches (do.) 306
Faunistisches (do.) 307
Systematisches 310
Dr. F. Hilgeudorf, Bericht über die Leistungen in der Ich-
thyologie während des Jahres 1885.
Allgemeines 332
Anatomie und Physiologie 333
Entwicklung , 352
Biologie 366
Nutzen und Schaden 370
Fischzucht 371
Faunen 373
Fossile Fische 385
Systematik 388
Zweites Heft.
Dr. Ph. Bertkau, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
im Gebiete der Cintomologie während des Jahres 1885.
Allgemeines 1
Arachnoidea 52
Acarina 61
Pantopoda 75
Opiliones 75
Chernetina 77
Pedipalpi 77
Anthracomarti 77
Scorpiones 78
Araneae 80
Solifugae 94
Myriapoda 94
Peripatina 96
Chilognatha 98
Chilopoda 98
Insecta 100
Thysanura 100
Rhynchota . 102
Orthoptera 121
0. Genuina 124
0. Pseudoneiiroptera 126
Neuroptera 131
Diptera 132
Aphaniptera 152
Lepidoptera 163
Hymenoptera 205
Coleoptera 232
Anna. Der Bericht über die Crustaceen für das Jahr 1885 ist
im nächsten Jahrgang zu finden.
Drittes Heft.
Dr. Erich Haase, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Scilmoderiueii in den Jahren 1884
bis 1885.
Allgemeines , 1
Anatomie 6
Entwicklungsgeschichte 18
Biologie 21
Expeditionen, Verbreitung, Faunen 24
Systematik recenter Formen 33
Fossile Formen 49
Dr. von Linstow, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1886.
Allgemeines 61
Nematoden 72
öordiaceen 88
Acanthocephalen, Trematoden 90
Cestoden 95
Prof. Dr. M. Bi>aiin, Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der freilebenden
Würmer während der Jahre 1884—1885
Allgemeines (über alle Thierklassen) 103
Faunistik (hauptsächlich der niederen Thiere) .... 147
VI
Ringelwürmer 160
Aberrante Formen 204
Plathelminthes 208
Prof. Dr. M. Braun, Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der Afscidien wäh-
rend des Jahres 1886.
Anatomie und Entwicklung 219
Systematik und Faunistik 221
Prof. Dr. Karl Kraepelln, Jahi^esbericht über die Bryozoen
für 1884 und 1885.
Anatomie, Physiologie, Biologie 231
Systematik, Faunen 245
Palaeontologie 258
Dr. J, Dewitz, Bericht über die Botatorienliteratnr
von 1882—1886.
Bericht über die einzelnen Arbeiten (iu alphabetischer
Folge) 263
Neue Arten und Gattungen 295
Dr. Ludwig Will, Bericht über die wissenschaftlichen Leistun-
gen in der Naturgeschichte der Protozoen in den
Jahren 1884 und 1885.
Allgemeines 297
Faunistik 308
Fossile Protozoen 321
Rhizopoda 323
Sporozoa 335
Mastigophora 342
Infusoria . ; . . 363
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Bericht
über die wissenscliaftliclieii Leistungen im Gebiete
der Malakologie während des Jahres 1885.
Von
Dr. Georg Pfeffer.
Allgemeines.
Conchologische Journale. Journal de Conchyliologie,
herausgegeben von H. Crosse und P. Fischer. Vol. XXXIII.
— Malakozoologische Blätter, herausgegeben von S. Clessin,
Vol. VII u. VIII pt. — Jahrbücher der Deutschen Malako-
zoologischen Gesellschaft, herausg. v. W. Kobelt, XII. Jahr-
gang. — Nachrichtsblatt der D. M. Ges., XVII. — Journal
of Conchology, Vol. IV. — Annales et buUetin de la societe
malacologique de Belgique, XIX.; Proces verbaux des
sceances de la societe royale malacologique de Belgique,
XIV. — Bolletino de la Societa malacologica Italiana,
Vol. XL — Bulletin de la societe malacologique de France,
Vol. IL -
P. Fischer setzt ein werthvolles „Manual de Con-
chyliologie" fort bis zu den Scaphopoden.
(j. W. Tryon hat den Band VII seines „Manual of
Conchology" vollendet und beginnt nunmehr die Behandlung
der Pulmonaten.
Vom Martini-Chemnitz'schen Conchylien-Cabinet sind
erschienen: Dohrn, Helix in Forts., Clessin, Planorbis,
Pompholyx und Choanomphalus zu Ende, Physa in Forts. ;
Löbbecke, Cancellaria in Forts.; Weinkauff, Rissoina
und Rissoa zu Ende.
Arch. f. Naturgescli. 52 Jahrg. Bd. U. H. 1, a
2 Dr. G e 0 r g P f e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Besprechungen der Litteratur in den Fachzeit-
schriften. Ferner E. v. Martens, Mollusca in Zoological
Record und im Archiv für Naturgeschichte; Spengel und
Kobelt im Jahresbericht, herausgegeben von der Zoolo-
gischen Station.
W. A. Herdmann, A phylogenetic Classification of
animals, London 1885.
Anatomie und Physiologie.
(Anatomisch - physiologische Monographieen
sind in erster Linie an der betreffenden Stelle des
systematischen Theiles nachzusuchen, ferner bei
den einzelnen Organ-Systemen.)
Chemisclie Bestandtheile des Körpers.
D. Barfurth kommt in seiner Arbeit: Vergleichende
histochemische Untersuchungen über das Glycogen (Arch,
mikr. Anat. XXV. pag. 259—404) zu folgenden Resultaten
für die Mollusken: In der Niere enthält das Grenzepithel
kein, die Muskeln wenig, das secernirende Epithel viel und
die Bindesubstanzzellen am meisten Glycogen; ebenso in
den Speicheldrüsen; in keiner Drüse fehlt es principiell.
Die contractilen Muskelfasern selbst enthalten wenig, die
zwischen ihnen liegenden Bindegewebszellen in ungeheurer
Menge; die eigentlichen nervösen Elemente zeigen nur
Spuren, dagegen sind die Bindesubstanzzellen ganz hervor-
ragende Träger und Stapelplätze des Glycogens; in den
Darm-Epithelien findet es sich entweder in den Cylinder-
zellen oder in der Bindesubstanz. Die Leber ist nicht nur
eine Fermentdrüse, sondern durch ihre hervorragende Gly-
cogenfunction ein Analogon der Wirbelthierleber. Nach
der Fütterung tritt das G. zuerst in der Bindesubstanz der
Leber, kurz darauf in der des Fusses, dann nach und nach
in den sog. Plasmazellen der übrigen Organe auf. — Ueber
Einzelheiten ist die sehr vielseitige Arbeit selber einzusehen.
Einen Auszug seiner Arbeit hat der Verfasser ver-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 3
öffentlicht unter dem Titel: Ergebnisse vergleichend histo-
chemischer Untersuchungen über das Glycogen. Verh. Nat.
Ver. Bonn, 42. Jahrg. Sitzungsber. pag. 371—376.
Blundstone, On the occurrence of Glycogen as a
constituent of the vesicalar cells of the connective tissue of
Molluscs. P. R. Soc. XXXVIII pag. 442-445. (J. R. Micr.
Soc. (2) V pag. 986.)
C. A. Mac Munn, Researches on Myohaematin and
the Histiohaematins. P. R. Soc. XXXIX pag. 248—252.
Vorkommen bei Mollusken. Spectra. — Ders., On the Chro-
matology of the Blood in some Invertebrates. Q. J. Micr.
Sei. XXV pag. 469—490. pls. XXXIII u. XXXIV. Bemer-
kungen über das Blut von Helix aspersa, pomatia, Limnaea
stagnalis und Paludina vivipara. Ferner eine Zusammen-
stellung des bisher an Molluskenblut Beobachteten (Sepia,
LoHgo, Octopus, Eledone, Helix, Arion, Limnaea, Planorbis,
Doris, Tethys, Aplysia, Pleurobranchus und Anodonta).
A. B. Griffiths, Chemico-Physiological Investigations
on the Cephalopod Liver, and its Identity as true Pancreas.
P. R. Soc. Edinb. XIII pag. 120—122.
Chemie des Verdauungssaftes: E. Bourquelot, Re-
cherches sur les phenomenes de la digestion chez les
Mollusques Cephalopodes. Arch. Z. exp. (2) III pag. 1 — 74,
pls. I -III.
E. R. Lankester, Q. J. Micr. Sei. XXVI pag. 71—94.
(J. R. Micr. Soc. (2) VI pag. 52.) lieber Marennin; s. pag. 8.
0. Hammarsten, Studien über Mucin und mucin-
ähnliche Substanzen. Arch. Phys. Pflüger XXXVI pag. 373
bis 456. Der vom Mantel und Fuss abgesonderte Schleim
ist Mucin. Ueber das Vorkommen von Achrooglycogen
und Glycogen (auch am Ende des Winterschlafes) s. ebenda.
C. F. W. Krukenberg, Vergleichend physiologische
Vorträge IV. Grundzüge einer vergleichenden Physiologie
der thierischen Gerüstsubstanzen. Heidelberg 1885, pag. 187
bis 269. Ueber Chitin, Conchiolin, Mucin, Byssus-Substanz,
Tryptocollagen (Bestandtheil des Cephalopoden- Knorpels)
und die Mollusken-Schalen.
A*
4 Dr. Gre org Pf ef f er: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
C. F. W. Krukenberg, lieber das Vorkommen des
Chitins. Zool. Anz. VIII pag. 412—415 (R. Micr. Soc. (2) V.
pag. 984). Die Kiefer von Sepiola Rondeletii, Octopus, Ele-
done, Sepia u. Loligo bestehen vorzugsweise aus Chitin u.
wenig Eiweissstoif, bei Spirula Peronii betheiligen sich Chitin-
membranen an der Septenbildung des Gehäuses, in der
Schale von Argonauta Argo ist es nicht nachzuweisen, tritt
aber bei Nautilus pompilius kräftig auf. Lingula hat
Chitin als Hauptbestandtheil der Schalen und der Stiel-
hülle. Die Schale von Mytilus hat ausser Kalk nur Ei-
weiss und Conchiolin. Die Schnecken-Radula ist vielleicht
chitinös.
W. Krukenberg, lieber das Conchiolin und über
das Vorkommen des Chitins bei Cephalopoden. Ber. Deutsch.
Chem. Ges. XVIII. Jahrg. pag. 889-993. Die Eierschalen
von Buccinum undatum L. und Murex trunculus L. be-
stehen fast nur aus Conchiolin, die Cephalopoden-Schulpen,
abgesehen vom Kalk, fast ganz aus Chitin.
W. D. Halliburton, On the occurence of Chitin
as a constituent of the cartilages of Limulus and Sepia.
Q. J. Micr. Sei. XXV pag. 173—181. (S. auch Krukenberg,
Zool. Anz. VIII pag. 413, Fussnote.)
Allgemeine Physiologie.
Vererbung. Schumann macht Zuchtversuche mit
H. nemoralis, um die Vererbung der Binden zu beobachten,
jedoch mit massigem Erfolg. Schriften Naturf. Ges. Danzig.
pag. 232, 233.
Lebensdauer, Waclisthuni und Variation. H. po-
matia in der Gefangensch. fast 5 Jahre lebend, Kinkel in,
Nachr. M. G. 79. 80.
Arien lebt nach Simroth nicht über 1 Jahr. Sitz.
Ges. Leipz. XI.
Austern lebten vom 10. Dec. bis 25. Febr. nächsten
Jahres ausser Wasser, das Schloss nach oben gekehrt.
Verrill, How long will Oysters live out of water. Bull.
U.-S. Fish Comm. V pag. 161. 162. — Nature XXXII pag. 494.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 5
Wachsthum von Ostrea und Mya. Ryder, Bull. U.-S.
Fish. Comm. V pag. 129—131.
Zwergformen von Landschnecken zusammen gestellt,
Hazay, Jahrb. Mal. Ges. 1885. pag. 29.
Variation von Helix; Schumann, Jahrb. pag. 97.
Variation von Litorina unifasciata, je nachdem sie zur
Ebbezeit trocken liegt oder nicht. Haacke, Z. A. VIII
pag. 504. 505.
Variation von Limnaea je nach Abwechselung von
Trockenheit und Feuchtigkeit. Dodd, J. of Conch. IV
pag. 304.
Phosphorescenz. Mc Intosh, W. C. Phosphor-
escence: Presidential Adress in Rep. Brit. Ass. 1885. pag. 1043
bis 1053 (Rev. Sc. V pag. 545— 552, Naturforscher. XVIII
pag. 420). — Giglioli e Issel, Pelagos, saggi suUa vita e
sui prodotti del mare. Firenze 1884. pag. 93 u. 109. —
Hoyle, Artikel: Phosphorescence, Enc. Brit. XVIII pag. 813
u. 814.
Einfliiss elektrisclier Reize auf das Herz; Ran-
som, J. Phys. V pag. 261 — 341. — W. Biedermann,
lieber die elektrische Erregung des Schliessmiiskels von
Anodonta, Sitzb. Ak. Wien, Tom. 91 pag. 29— 96. 2 Taf.
Einfluss der Temperatur. J. Frenzel, Temperatur-
maxima für Seethiere. Arch. Phys. Pflüger XXXVI pg. 458
bis 466. Die Widerstandsfähigkeit der einzelnen Mollusken-
Arten ist verschieden, 40^ C. ist für alle das Maximum.
Erhöhung und schliesslich Abnahme der Pulsschläge bei
Erhöhung der Temperatur bis zur Wärmestarre.
Licht und Farbe. L. Camerano, Ricerche intorno
alla distribuzione dei colori nel regno animali. Mem. Acc.
Tor. XXXVI pag. 329—360. Taf I. u. IL (Mullusca pag. 348
349.) Descriptive Bemerkungen ohne neue Gesichtspunkte.
Th. Eimer, Mittheilungen über die Zeichnungen der
Säugethiere, Schmetterhnge und Mollusken im Tagebl. der
58. Naturforscherversammlung in Strassburg pag. 408.
Abhängigkeit der Farbenbildung von der Temperatur,
Simroth, Sitzb. Ges. Leipz. XI pag. 19—22.
6 Dr. G e 0 r g P f e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
V. Grab er, lieber die Helligkeits- und Farbenempfind-
lichkeit einiger Meerthiere. Sitzb. Ak. Wien. Tom. 91
pag. 129—150. —
Farbensinn von Rissoa octona; Grab er, ibid. pag. 144
bis 148.
Chemische Reize. V. Grab er. Vergleichende Grimd-
versuche über die Wirkung und die Aufnahmestellen che-
mischer Reize bei den Thieren. Biol. Centralbl. V pg. 385
bis 398, 449—459, 483-489.
Einfluss des bewegten Wassers auf Küsten-Mol-
lusken. Hunt, Nature XXXII pag. 243.
Ortssinn. Helix aspersa: Furtado, Ann. N. H. (5)
XVI pag. 519, 520. — Patella: Robertson, Notes on
common Limpet. P. N. H. Soc. Glasg. (n. s.) I pag. 1 — 21 ;
Davis, Habits of the Limpet, Nature XXXI pag. 200, 201.
(Auszug im J. R. Micr. Soc, Zool. und Am. Nat.)
Mob ins findet alle untersuchten Austern auf der
linken Klappe festgewachsen. The Resting Position of
Oysters. Nature XXXIII pag. 52. — Ryder schliesst
sich dem an. Ibid. pag. 81. — Cunningham behauptet
das Gegentheil, Nature XXXII pag. 597. — Nach Stuart-
Wortly liegt bei Felsengrund die flache, bei Sandgrund
die convexe unten. Ibid. pag. 625. — Nach Turner endlich
setzen sich die jungen Austern zunächst mit der linken
Klappe fest, ändern dann aber ihre Lage. Ibid. Tom. XXXIII.
J. F. Cattie, De la maniere, dont les LameUibranches
s'attachent ä des corps etrangers. Tijd. Ned. Dierk. Ver. VI
pag. 56—63 (J. R. Micr. Soc. (2) V pag. 626; Am. Nat. XIX
pag. 1109 u. 1110).
Segmentina lineata spinnt Fäden. Cockerell, Zool. (3)
IX. pag. 267.
Giftigkeit. Conus geographus. Giftiger Riss. Hinde,
Proc. L. S. N. S. Wal. IX. pag. 944, 945.
Giffcige Miesmuscheln, s. Mytilidae.
Molluskenfeinde. Paludina contecta, Planorbis cor-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 7
neus, Unio, Anodonta und Dreyssena von Ratten und Vögeln
gefressen, Oldham, Naturalist X. pag. 274. — Krähen
fressen Venus, Lockwood, Am. Nat. XIX. pag. 407. —
Glandina algira frisst Schnecken. Erjavec, Nachr. Mal.
Ges. XVII. pag. 88. 89. —
Eiablage und Brutgeschäft s. Generations- System.
Oeschlechts-Dimorphismus. Hektoholylisirung bei
Octopodoteuthis und Enoploteuthis s. Pfeffer unter Ce-
phalopoda.
Allgemeine Morphologie und Topographie.
Schnauze der Cyclostomaceen, Simroth, Zool. Anz.
pag. 16.
Lacaze-Duthiers hat gegenüber Spengel durch
seinen Schüler Wegmann seine früheren Untersuchungen
über das Epipodium, resp. die demselben homologen Gebilde
bei Trochus, Haliotis, Fissurella und Emarginula bestätigen
lassen. C. R. 100. pag. 320—325.
J. D. Macdonald, On the gener al Charakter of the
genus Cymbulia. Proc. R. Soc. Lond. XXXVIII pag. 251
bis 253 (J. R. Micr. Soc. (2) V pag. 627). Ueber die Mor-
phologie der Flosse von Cymbulia und die Aequivalente
des Metapodiums der anderen Pteropoden bei ihnen.
J. Paneth giebt (Arch. mikr. Anat. XXIV pag. 230
bis 288, 3 Taf.) eine detaillirte Schilderung der Histiologie
der Flosse von Heteropoden und Pteropoden hinsichtlich
des allgemeinen Baues der Flosse, des Epithels, des Gallert-
gewebes, der Muskeln, der Nerven und ihrer Endigungen
im Muskel.
J. Niemic, Recherches morphologiques sur les ventou-
ses dans le regne animal. Rec. Zool. Suisse, Tom. II pag. 1
bis 147. Taf. 1-5. (Die Arbeit war dem Re£ nicht zu-
gänglich und wird im folgenden Jahrgang besprochen werden.)
Die Untersuchungen beziehen sich auf Pterotrachea, Pneu-
modermon und Sepiola.
8 Dr. GeorgPfeffer: Bei*, üb. die wissensch. Leistungen
Vialleton hält die Zipfel der Buccal-Membran der
Cephalopoden für rudimentäre Arme, insofern sie je von einem
Ast des Armnerven innervirt werden ; die Innervation spricht
auch für die Verschmelzung des dorsalen Zipfels aus
zweien. C. K. 100. pag. 1301—1303.
Mac Murrich, On the existence of a post-oral band
of cilia in Gastropodous Veligers. J. Hopk. Univ. Circ. V
pag. 5, 6 (Ann. N. H. (5) XVI pag. 520—522; J. R. Micr.
Soc. (2) VI pag. 50). Herleitung des Velums aus dem
Lokomotionsbedürfniss und der Veränderung der Stellung
der Schale.
Haut, Schale, Bindegewebe.
G. Albini, Sui movimenti dei cromatofori nei Cefalo-
podi. Rend. Accad. Napoli. Anno XXIV pag. 121 — 124.
Die Contraction der Chomatophoren wird durch Contraction
ihres Plasmas, nicht durch die Radialfasern bewirkt. Der
farblose Zustand der Ruhe bei Loligo entspricht einem
tonischen Zustande der Chromatophoren.
Limax variegatus hat im Retr. der Tentakeln und im
Augenschwarz blaues körniges Pigment; das Roth, Gelb,
Braun der Hautfarbe ist ein Sekret der Hautdrüsen, deshalb
abwischbar. Leydig, Z. A. 752.
Farbe der Haut s. Camerano (s. o. pag. 5).
Farbe s. Eimer (s. o. pag. 5).
E. R. Lankester. On green Oysters. Qu. J. Micr. Sei.
XXVI pag. 71—94. pl. VII (J. R. Micr. Soc. (2) VI pg. 52).
Die grüne Farbe rührt von der verzehrten Diatomacee Na- ;
vicula ostrearia her, deren Farbstoff von der Muschel in
einzelligen Drüsen des Epithels der Kiemen und an der
oralen Seite der Mundtentakel abgelagert wird. Diese
Zellen sind lokomotorischer amöboider Bewegung fähig.
Der Farbstoff ist nach seinem häufigen Vorkommen in den
Austern von Marennes Marennin genannt.
J. A. Ryder. On the green coloration of the giUs
and palps of the Clam (Mya arenaria). Bull. U. S. Fish
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 9
Comm. V pag. 181 — 185, Fig. Die Färbung entspricht
denselben Ursachen wie bei der Auster.
Chitin im Gehäuse s. Krukenberg (s. o. pag. 3, 4).
V. G um bei hat durch Versuche festgestellt, dass die
Aussenschicht der Molluskenschale gegen kohlensäure-
haltiges Wasser widerstandsfähiger ist, als die Perlmutter-
schicht. Z. geol. Ges. XXXVI pag. 386-398. (Naturforscher
XVIII pag. 15 -17; J. Roy. Micr. Soc. (2) V pag. 228. 229.)
Die Bildung des Marsupiums von Thecalia, morpho-
logisch erörtert an Milneria, Dali, Proc. Unit. Stat. Nat.
Mus. pag. 549, 550. Abb.
Deckel von Pomatias, morphologisch betrachtet. Sim-
roth, Zool. Anz. pag. 18, 19.
E. R. Blundstone, On the Occurrence of Glycogen
as a Constituent of the Vesicular Cells of the Connective
Tissue of MoUusks. P. Roy. Soc. XXXVIII pag. 442—445
(J. Roy. Micr. Soc. (2) VI p. 228). Vorkommen, Bau und
mikrochemisches Verhalten der ,, Vesicular Cells" (Lan-
ger'sche Blasen, Brock's Plasmazellen, Hohmann's und
Griesbach's Lacunen) wird besprochen. Sie sind Theile
des ,,lammellären" Bindegewebes. Im Metaplasma dieser
Zellen findet sich vorwiegend das Glycogen. Ferner Be-
merkungen über Wasseraufaahme in das Blut und die
Funktion der Leber.
P. Schüler, Ueber die Beziehungen der cavernösen
Räume im Bindegewebe der Anodonta zu dem Blutgefäss-
system (Arch. mikr. Anat. XXV. u. Halle 1885) stellt fest,
dass die Lang er' sehen Blasen ZeUen mit hellem schleim-
artigen Inhalt sind, die isoHrt werden können und sich
gegen Injectionen deutlich abgrenzen. Die Gefässe, w^elche
von den Langer'schen Blasen begrenzt werden, sind en-
dothellos, aber nicht wandungslos.
Bindegewebe s. ferner Barfurth, Arch. mikr. Anat.
XXV.
Bestandtheile des Cephalopoden-Knorperls s. Kruken -
berg (s. o. pag. 4).
10 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Chitin im Sepia-Knorpel s. Halliburton, P. Roy. Soc
Lond. XXXVIII pag. 75, 76.
Gallert -Gewebe der Flossen. Paneth, Arch. mikr.
Anat. XXIV pag. 230 ff.
Muskel -System.
Glycogen in Muskeln. Barfurth (s. o. pag. 2).
Lokomotion der Cyclostomaceen. Simroth, Zool.
Anz. pag. 17.
A. Fleischmann behandelt ,, die Bewegung des Fusses
der Lamellibranchiaten" (Z. w. Z. 42. Bd. pag. 367 — 431,
5 Hzschn.) und kommt zu den Resultaten, dass Pori aquiferi
als solche nicht existiren und Wasserstrahlen aus dem
Fusse pathologischer Natur sind, dass die den Muscheln
eigene Blutmenge zur Schwellung des Fusses hinreicht und
während der Ruhe in den Mantelreservoiren aufgespeichert
ist; die Schwellung des Fusses erfolgt nach Verschluss der
Keber'schen Klappe durch Aufstauung des Blutes in den
Fusslakunen und gleichzeitige Erschlaffung der Muskulatur;
bei der Erektion des Muschelfusses findet keine Volum-
veränderung des ganzen Thieres, sondern, durch Dislokation
des Körperblutes, nur eine Volumveränderung einzelner
Körpertheile statt. — Als Untersuchungsmaterial dienten
die einheimischen Süsswassermuscheln.
Elektrische Erregung des Schliessmuskels von Anodonta.
Biedermann, s.o. pag. 5.
J. Pawlow, Wie die Muschel ihre Schale öffnet;
Taf.; Arch. Phys. Pflüger 37 pag. 6—31. Die hemmenden
Nervenfasern gehen vom vorderen Ganglion, die motorischen
Fasern des vorderen resp. hinteren Schliessmuskels dagegen
je vom vorderen resp. hinteren Ganglion aus.
Nerven -System.
Glycogen in den Nerven, Barfurth (s. o. pag. 2).
V. Grab er, Vergleichende Grundversuche über die
Wirkung und die Aufnahmestellen chemischer Reize bei
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 1 1
den Thieren. Biol. Centralbl. V. pag. 385—398, 449—459,
483 — 489. Einwirkung der Riechstoffe auf Lungenschnecken ;
das eigentliche Geruchsorgan wird nicht festgestellt, es
liegt, verbunden mit anderen Sinnesorganen, im Fühler.
J. R. Davis, Habits of the Limpet. Nature XXXI.
pag. 200. 201 (J. R. Micr. Soc. (2) V pag. 225. 226; Zool. (3)
IX. pag. 97—100; Am. Nat. XVIII. pag. 519—522. Orts-
sinn der Patellen. Verf. hält nicht die Tentakel, sondern
die Schnauze für den Sitz des Ortssinnes.
Lacaze-Duthiers beschreibt das Nervensystem von
Ancylus fluviatilis und stellt eine grössere von Tafeln be-
gleitete Arbeit über den Gegenstand in Aussicht. C. R.
Tom. 100 pag. 407—413.
Das Nervensystem von Tethys ist ganz nach dem
Typus der andern Mollusken gebaut, doch sind alle Ganglien
mit Ausnahme des ganz kleinen, unsymmetrischen Genital-
ganglions auf die Dorsalseite des Schlundes gerückt.
Lacaze-Duthiers, CR. 101 pag. 135— 139.
E. L. Bouvier, Sur le Systeme nerveux des Bucci-
nides et Purpurides. C. R. 100 pag. 1509—1512. Es sind
unter der obigen Bezeichnung verstanden die Gattungen
Purpura, Concholepas, Buccinum und Nassa; sie sind Chi-
astoneura im Sinne Ihe rings. Die erste Gangliengruppe
wird oben von den Cerebral-Ganglien gebildet, welche drei
Commissuren nach den Gg. stomatogastrica, pedalia und den
mit den Subintestinal-Gg. verbundenen Commissural-Gang-
lien abgeben. Diese Nervencentra sind hart aneinander ge-
drängt. Weit davon, in der Nähe des Herzens, liegen die Vis-
ceral Gg. über dem Schlünde. Sie liegen auf der langen Vis-
ceral-Commissur, welche an den Commisseral-Gg. entspringi;
und nicht weit davon das Supra- und Subintestinal-Gg.
entspringen lässt. Das Verhältniss der GangHen zum Ge-
fäss-System und die von ihnen abgehenden Nerven werden
besprochen. Zwischen Nassa und Buccinum treten nur
geringe Unterschiede auf; bei Purpurea sind gewisse re-
lative Verhältnisse geändert. Bei Concholepas finden sich
weitere Veränderungen, die sich zum Theil durch die Um-
12 Dr- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
lagerung der Eingeweide erklären lassen, hervorgebracht
durch die Atrophie des hinteren und Hypertrophie des
vorderen Theiles des Fusses.
E. L. Bouvier, Sur le Systeme nerveux du Buccinum
undatum. Bull. Soc. Pliilom. (7) IX. pag. 71 — 75. Jedes
Cerebral-Ganglion giebt 3 Sinnesnerven ab, den N. tenta-
cularis, opticus und auditorius; von der Comm. cerebro-
pedalis entspringt der nuchalis; 4 treten an die Scheide
des Sipho und 4 an diesen selber. Die Gg. pedalia sind
beim ? symmetrisch, beim ^ wegen des Penisnerven
asymmetrisch.
Nerven-System der Cyclostomaceen. Simroth, Zool.
Anz. pag. 18.
Nervensystem der Rhipidoglossen s. Hall er, Unter-
suchungen über marine Rhipidoglossen. IL Textur des
Centralnervensystems und seiner Hüllen. Morph. Jahrb.
pag. 321 — 436. Taf. 17 — 24. (Die ausser ordenthch reich-
haltige Arbeit ist im Auszuge nicht wiederzugeben. Ref.)
L. B out an, Sur le Systeme nerveux d'une Fissurelle
(F. alternata) C. R. 100. pag. 467—469. Zwei „cerebroide",
2 Pedalganglien, 5 Ganglien des ,, asymmetrischen Centrums",
wie bei allen typischen Schnecken. Die „dreieckige nervöse
Masse" ist eine einfache Verlängerung der Pedalganglien
und der beiden ersten Ganglien des asymmetrischen
Centrums. Parmophorus verbindet in seinem Nervensystem
Haliotis mit Fissurella, 'Emarginula dagegen Parmophorus
und Fissur eUa.
Nerven der Flosse s. Paneth (s. o. pag. 10).
R. Schar ff. On the organs of sense in the British
land and fr esh water Mollusca. J. of Conch. IV pag. 305
bis 312 pl. XII.
J. Carriere, Die Sehorgane der Thiere vergleichend
anatomisch dargestellt. München und Leipzig; 205 pag.
147 Fig. Das typische Gastropodenauge der Pulmonaten
zeigt eine Cornea, die aussen eine Epithelschicht, innen
eine solche von cylindrischen , pigmentlosen Zellen trägt.
Die Retina zeigt zwei Zellformen 1) verlängerte pigmentirte,
im Grebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 13
2) flaschenförmige pigmentlose zwischen ihnen. Das Pigment
umhüllt die Pigmentzellen nur peripherisch und lässt den
Axentheil (Stäbchen) frei; die pigmentlosen „Stütz- oder
Sekretzellen" scheiden wahrscheinlich die den centralen
Hohlraum ausfüllende Gallerte ab. Besprochen werden
ferner die offenen Augen von Haliotis und Turbo, Tritonium,
Aeolis, Aphlysia, Fissurella. Ebenso wird das Auge der
Cephalopoden beschrieben. Die von Cardium und Pinna
beschriebenen Augen sind keine solche. Die Pupille der
Mantelaugen von Pecten ist dichroitisch ; ihren Metallgianz
erhalten sie durch ein Tapetum lucidum.
J. Carriere, On the Eyes of some Invertebrata
Q. Journ. Micr. Sei. (2) XXIV pag. 673—681 Taf 45. Die
Augen von Area Noae und Pectunculus glycimeris bestehen
aus wenigen breiten Zellen, überdeckt durch eine convexe
cuticulare Cornea und umgeben von Pigment. Die Bicon-
vexität der Cornea bringt bei Area eine Art Linse zu
Stande. Die Randzellen des Auges gehen allmählich in die
des Mantels über.
C. Hilger, Beiträge zur Kenntniss des Gastropoden-
Auges. Morph. Jahrb. X pag. 351—371 Taf. XVI u. XVII.
Die Augen werden in solche von regelrechtem und in solche
von gewissermassen embryonalem Typus (niedere Proso-
branchier, Cyclobranchier, Aspidobranchier) getheilt. Der
Sehnerv, der auch bei Patelliden nicht fehlt (Fraisse)
breitet sich in gleichmässiger, unregelmässig mit Ganglien-
zellen untermischter Schicht über den ganzen Augapfel
mit Ausnahme der PeUucida aus. Die Retina besteht
1) aus einer radial angeordneten Schicht langgestreckter,
am proximalen Ende fadenförmiger, am distalen Ende mit
nicht gelöstem, körnigen Pigment versehenen Pigmentzellen,
welche im Grunde des Augapfels am längsten sind, nach
der Pellucida zu kleiner werden; 2) aus einer Schicht
pigmentfreier Stäbchenzellen, welche der Nervenschicht mit
breiter Basis aufsitzen und von einer grösseren Zahl von
Pigmentzellen umschlossen werden. Beide Schichten durch-
dringen also einander und bilden zusammen die Retina,
14 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
welche bei dem regelrechten Auge nach der Pellucida zu
sich verdünnt und schliesslich verschwindet, bei den oifenen
Augen der Patelliden dagegen proximal allmählich in das
Körperepithel übergeht. Der Retina sitzt nach innen die
Stäbchenschicht auf, an deren Bildung beide Schichten
der Retina derart theilnehmen, dass die Stäbchenzellen
einen fadenförmigen Fortsatz (axialer Theil der Stäbchen)
über das Niveau der Retina hinaus entsenden, von dem
die Stäbchenzellen umgebenden Pigmentzellen ein homo-
gener, structurloser „Stäbchenmantel" gebildet wird. Die
Pellucida setzt sich aus dem äusseren (Körper-) Epithel,
dem inneren Epithel (sog. Cornea) und der dazwischen ge-
lagerten Bindegewebeschicht in sehr verschiedenen Massen-
verhältnissen zusammen. Die Linse erwachsener Schnecken
ist immer structurlos und stösst vorn an die Pellucida.
Der Glaskörper füllt den von der Linse frei gelassenen
seitlichen uud hinteren Theil des Bulbus aus. Beide Ucht-
brechenden Medien finden sich bei den meisten Proso-
branchiern. Das Fehlen des lichtbrechenden Apparates bei
den Cyclobranchiern ist wahrscheinlich durch Ausfliessen
derselben bei der Conservirung zu erklären.
In einer „Nachschrift zu vorstehender Arbeit" weist
Bütschli (Morph. Jahrb. X S. 372— 375) die Beziehungen
und Differenzen nach, welche sich aus der Hilger'schen und
den durch Gren achers Arbeit über die Retina der Cephalo-
poden gewonnenen Resultaten ergeben.
H. N. Moseley, On the presence of eyes in the shells
of certain Chitonidae, and on the structure of these organs.
Qu. J. Micr. Sei. XXV pag. 37—60, pls. IV— VL (P. Am.
Assoc. XXXIII pag. 535 —577 ; Rev. quest. sei. IX pag. 655
bis 658; J. R. Micr. Soc. (2) V pag. 224; Am. J. Sei. XXIX
pag. 422; Biolog. Centralbl. V pag. 141—144; Rev. Montp.
(3) IV pag. 404—406; Kosmos pag. 215—218) Litteratur.
Methoden. Schilderung der Schale und der Verzweigungen
des weichen Gewebes in ihr, welche durch die Micro- und
Macro-Poren der Oberfläche als Micro- und Megalaesthetes
hervorragt. Sie dienen dem Tastsinn und sind nicht den
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. X5
Gürtelstacheln morphologiscli gleich. An der Spitze der
Magalaesthetes können sich Augen entwickeln, welche nach
dem Typus der von Lungenschnecken, nicht von Onchidium
und Pecten, gebaut sind. Die Verbreitung des Vorkommens
dieser Augen bei den verschiedenen Gruppen der Chitoniden.
A. Tafani, L'organo dell' udito. Nuove indagini
anatomiche comparate. Pubbl. R. Ist. Stud. Sup. Firenze.
18 und 371 pag. Figg. (Ref. nicht zugänglich gewesen).
Handelt ausführlich über das Gehör-Organ der Cephalo-
poden.
Yerdauungs - System.
Chitin in der Radula. Krukenberg (s. o. pag. 4).
W. Dybowski, Studien über die Mundwerkzeuge der
Physa fontinalis. Sitzb. Ges. Dorpat VII pag. 260—265.
W. Dybowski, Studien über die Zahnplatten der
Gattung Limnaea Lam. Bull. Soc. Moscou 1884. pag. 256
bis 262, Taf. V (J. R. Micr. Soc. (2) VI pag. 228). Be-
schreibung der Zahnplatten von L. stagnalis L. var. vulgaris.
W. Dybowski, Studien über die Zahnplatten des
Planorbis marginatus Drap. Sitzber. Ges. Dorpat VII
pag. 315—318.
W. Dybowski, Ein Beitrag zur Kenntniss der im
Baikal-See lebenden Ancylus-Arten. Bull. Soc. Moscou 1884,
pag. 145—160, Taf. IV. Allgemeine Bermerkungen über
die Nomenklatur der Zahnplatten, Beschreibung der Mund-
höhle samt Kiefer und Radula.
W. Dybowsky, Zur Anatomie des Kauapparates der
Schnecken. Jahrb. mal. Ges. XII pag. 331-348. Taf. VII
u. VIII. Die Mundhöhle, Radula und Kiefer von Paludina
vivipara und Limnaea stagnalis werden histiologisch be-
schrieben, lieber die Einzelheiten ist die Arbeit, welcher
die berücksichtigte Litteratur (es fehlen darunter die
neuesten Arbeiten) angehängt ist, selbst einzusehen.
Fissur eil a besitzt im Gegensatz zu Haliotis nur
2 Zungenknorpel und Oesophagealtaschen, die wahrscheinlich
16 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
bei der Verdauung mitwirken. Die zweilappige, an der Ven-
tralseite des Magens verbundene Leber mündet mit mehreren
Oeffnungen vorn in den Magen. Ausser den beiden
Speicheldrüsen findet sich in der Mundhöhle wahrscheiiüich
noch ein Paar. Boutan, CR. Tom. 100 pag. 388 ff.
lieber den giftigen Biss von Conus geographus L.:
Proc. Lin. Soc. N. S. Wal. IX pag. 944—946.
E. Bourquelot, Recherches sur les phenomenes de
la digestion chez les Mollusques Cephalopodes. Arch. Zool.
exp. (2)111 pag. 1—74, pl. I— III. Nur, Leber und Pan-
creas secerniren Verdauungs-Sekret. Die letztere enthält,
wie bei höheren Thieren, ein diastatisches Ferment; die
erstere ausser diesem noch Trypsin und Pepsin (daneben
Glocogen, Mucin, Leucin und Tyrosin, aber weder Gall-
säuren noch Oallfarbstoffe). Die Verdauung findet nur im
Magen statt, der Vormagen dient nur als Kropf.
J. Frenz el handelt „lieber die Mitteldarmdrüse (Leber)
der Mollusken (Arch. mikr. Anat. XXV pag. 48—84, 1 Tafel).
Vorausgeschickt wird ein historischer Abriss und die
Schilderung der Untersuchungsmethoden. — Das Drüsen-
epithel besteht aus 1) Körnerzellen, welche einen meist
gesonderten ,, blasenartigen Ballen" mit gefärbten Körnern
und Fettkugeln und häufig „Eiweissklümpchen" enthalten ;
2) keulenförmige Fermentzellen, welche gleichfalls
einen blasigen Sekretballen mit gefärbten Einschlüssen
verschiedener Consistenz enthält, ausserdem Fettkügelchen
und „Eiweissklümpchen". Die histiologischen und chemischen
Eigenschaften dieser Zellen und ihrer Bestandtheile werden
eingehend beschrieben. — Die sog. Kalkz eilen haben
mit der physiologischen Funktion der Drüse nichts zu tliun
und sind Bindegewebselemente. Zum Schluss wird eine
Tabelle des Vorkommens der drei Zellformen bei den ver-
schiedenen Gruppen der Mollusken gegeben.
A. B. Griffiths, Chemico-Physiological Investigations
on the Cephalopod Liver, and its Identity as true Pancreas.
Proc. Roy. Soc. Edinb. XIII pag. 120-122. Die Cephalo-
poden- Leber entspricht nicht der Leber, sondern der
im Grebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 17
Pankreas der höheren Thiere. Er fand ausser dem diasta-
tischen Ferment noch Leucin, Thyrosin und häufig
Albumin in pseudocrystallinischen Aggregationen.
Funktion der Leber. Blundstone, Proc. Roy. See.
Lond. Vol. 38 pag. 442 f^.
W. B. Ransom. On the cardiac rythm of Inverte-
brata. Journ. Phys. V pag. 261 — 341. Ueber die Einflüsse
elektrischer Ströme und Gifte auf die Herzbewegungen
von Oetopus, Pterotrachea, Aplysia und Helix. Ebenso
anatomische und histiologische Details.
R. Rössler, Die Bildung der Radula bei den cepha-
lophoren Mollusken. Z. w. Z. XLI pag. 447—482. Taf. 24
und 25. Die Bildungsstätte der Radula ist die in der
Schlundkopfpapille als ein rinnenförmig nach oben ge-
bogenes Divertikel ausgebildete Radulatasche, deren
Lumen von einem als Stütz- und Ernährungsapparat
thätigen Bindegewebspfropf ausgefüllt ist. Zwischen der
oberen und unteren Divertikelwand liegt die Radula,
deren Zahnplatten einer meist durch eine Subradular-
membran verstärkten Grrundmembran eingefügt sind.
Zähne (und zwar gleich in endgültiger Gestalt) wie Grund-
membran werden von den im Grunde des Follikels dem
Hinterende der Radula angelagerten Odontoblasten aus-
geschieden. Diese bilden bei den Pulmonaten und Opistho-
branchiern einen aus wenigen grossen, hellen Zellen be-
stehenden, annähernd ringförmigen Wulst oder (die übrigen
Abtheilungen) ein aus sehr vielen schmalen Zellen ge-
bildetes stark gewölbtes Polster. Die Schmelzschicht
wird von dem die Radula überlagernden Epithel ab-
gesondert. Das Vorwärtsrücken der Radula ist als ein
im Zusammenhang mit den umlagernden Geweben statt-
findender Wachsthumsakt aufzufassen.
Circulations- System und Wasser -Aufnalinie.
Myohaematin und Histiohaematin im Blut. Mac
Munn, Qu. J. Micr. Sei. (2) XXV pag. 469 ff.
H. Griesbach. Zur Frage: Wasseraufnahme bei
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. g
18 Dr. G-eorg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
den Mollusken. Z. Anz. VIII pag. 329—332. (J. R. Mier.
Sog. (2) V pag. 794.) Griesbacli hält an der Existenz der
Pori aqiüferi fest.
A. Gr. Bourne, On tlie supposed communication of
the vascular System with the exterior in Pleurobranclius.
Quart. Journ. Mier. Sei. XXV pag. 429—432 (J. R. Micr.
S. (2) V pag. 794). Die von Lacaze-Duthiers be-
schriebene Oeffnung führt in einen geschlossenen, mit
dem Pericardium in keiner offenen Verbindung stehenden,
neben diesem liegenden Sack, den Verf. demnach nicht
als Niere, sondern als Analogon der traubenförmigen
Drüse bei Aplysia hält.
Ein Auszug der besprochenen Arbeit findet sich in
C. R. Tom. 100 pag. 188—190; Contribution ä l'etude des
glandes byssogenes et des pores aquiferes chez les La-
mellibranches.
lieber die Aufnahme von Wasser in das Gefäss-
system der Muscheln durch die sogen. Pori aquiferi liefert
Th. Barrois eingehende Untersuchungen (Lille, 4^).
Nach einer historischen Einleitung handelt er die ,,Inter-
cellulargänge" wie die Poren bei einer Anzahl vonMuscheln
ab und kommt zu dem Schluss: Es giebt weder Inter-
cellulargänge noch Pori aquiferi; die für letztere an-
gesehenen Oeffnungen sind entweder die byssalen Oeff-
nungen oder zufällige Zerreissungen, die nirgends mit
dem lacunären Netz des Fusses in Verbindung stehen
und Wasser direct in das Blut einführen. Zu denselben
Schlüssen ist Carriere bei den Gastropoden gekommen.
Wasseraufnahme s. auch Blundstone, Proc. Roy.
Soc. Lond. Vol. XXXVIII.
Pori aquiferi und Anschwellung des Fusses: Fleisch-
mann s. oben pag. 10.
J. Kollmann. Pori aquiferi und Intercellulargänge
im Fusse der Lamellibranchiaten und Gastropoden. Verh.
Ges. Basel VII. pag. 325—351. (War Ref. bisher noch
nicht zugänglich.)
im Gebiete der Malakologie wälirend des Jahres 1885. 19
Respirations ■ System.
Athmimg der Pulmouaten im Wasser s. Forel, La
Faune profonde de Lacs suisses. N. Denkschr. Schw. Ges.
XXIX (2).
Osborn stellt fest, dass die Kieme von Neptunea
erst offen liegt und später erst vom Mantel bedeckt wird.
John Hopk. Univ. Giro. Vol. III. (1884) pag;. 16.
Excretions- System und Hautdrüsen.
Glycogen in den Nieren. Barfurth, Arch. mikr.
Anat. XXV.
B. Landsberg', lieber die Niere der Mollusken mit
Ausschluss der Cephalopoden. Schriften d. Phys.-Ökon.
Ges. Königsb. XXV. Jahrg. Sitzber. pag. 41. Verf. glaubt,
das durch die Niere aufgenommene Wasser diene zur
Ausspülung der Niere, gelange aber nicht in das Blut.
B. Hall er. Beiträge zur Kenntniss der Niere der
Prosobranchier. Morph. Jahrb. XL pag. 1—53, Taf. I— IV;
J. R. Micr. Soc. (2) V. pag. 793. Verf. schildert in ein-
gehendster Weise die histiologischen und morphologischen
Verhältnisse der Niere von Fissurella, Haliotis, Turbo,
Dolium, Cassidaria, Murex. Schliesslich giebt er eine
vergleichende Betrachtung der Schneckenniere, wobei er
die Beobachtungen von Sedgwick und v. Bemmelen
über die Einmündung der Niere in das Pericardium der
Chitoniden anerkennt, auf den Ausführungsgang der Pul-
monateu eingeht und die Angaben Leydig's über den
Befund von Paludina anzweifelt.
Die Niere von Fissurella (alternata) besteht aus zwei
Lappen, wovon der rechte grösser; sie mündet zugleich
mit den Genitalien rechts vom Anus. Boutan, C. H. 101
pag. 388 ff.
A. C. Haddon. On the generative and urinary ducts
in Chitons. P. R. Dubl. Soc. (2) IV pag. 233—237 Hzschn.
(Zool. Jan. 1886; Proc. Roy. Ir. Ac. (2) IV.)
20 Dl'- G e 0 r g P f e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistuiig-eii
Glycogen in Drüsen: Barfurth, Arch. mikr. Anat.
XXV.
Bei Gelegenheit seiner Untersuchungen über die
Byssusdrüse bespricht Th. Barrois (I.e.) auch die Schleim-
drüsen am vorderen Teil des Muschelfusses, welche den
Lippendrüsen der Gastropoden homolog sind. (Carriere.)
Chemie der Byssus- Substanz. Krukenberg; Hi-
stiologie: J. F. Cattie, De la maniere, dont les Lamelli-
branches s'attachent ä des corps etrangers. Tijdschr.
Nederl. Dierk. Ver. VI. pag. 56—63 (J. R. Micr. Soc. (2) V
pag. 626 u. Am. Nat. XIX pag. 1109 u. 1110.)
Fussdrüsen der Cyclostomaceen. Simroth, Zool.
Anz. 17.
Th. Barrois liefert unter dem Titel: Les glandes
du pied chez les Lamellibranches, Lille, 109 pag., eine
ausführliche Bearbeitung des Gegenstandes. Kap. 1 giebt
den historischen Abriss, Kap. 2 die Beschreibung des
Byssusapparates im allgemeinen, erörtert als Beispiel an
Cardium edule; Kap. 3 behandelt die Ausbildung des
Apparates bei den verschiedenen Muschel-Familien (alle
mit Ausnahme der Tridacniden und Trigoniiden); Kap. 4
enthält die allgemeinen Betrachtungen, Homologien und
die Schlusszusammenfassung, folgenden Inhalts: Der
Byssus ist ein Haftorgan, abgesondert von einem zu-
sammengesetzten Drüsen -Apparat der Unterfläche des
Fusses, der entstanden ist durch Einstülpung des Exo-
derms. Die Homologa der Byssusdrüsen sind die Drüsen
der Fusshöhle bei den Gastropoden. Der Byssus-Apparat
besteht aus 1) dem Byssus, 2) der Furche, 3) den Furchen -
drüsen, 4) dem Byssus-Canal, 5) der Byssus-Höhle, 6) den
Höhlendrüsen, 7) den Byssus-Muskeln. In der Ausbildung
und Rückbildung der verschiedenen Theile des Apparates
finden sich bei den verschiedenen Gattungen alle Stadien
vor, bis zum gänzlichen Verschwinden bei Solen, Pholas,
Venus. — Vorläufige Mittheilung zu dem Vorhergehenden
C. R. 100 pag. 188—190.
W. Breitenbach. Ueber den uropneustischen
Apparat der Heliceen. Kosmos I pag. 214 — 216.
im Grebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 21
(jenerations- System.
H. Rouzaucl, Reclierches sur le developpement des
Organs des genitaux de quelques Gasteropodes herma-
phrodites. Montpellier, 144 pag. 8 pls. (Die ausführliche
Arbeit ist dem Ref. bisher nicht zugänglich geworden
und wird im nächstjährigen Bericht besprochen werden.)
Die Untersuchungen erstrecken sich auf die Gattungen
Nanina, Zonites, Limax, Arion, Helix, Buliminus, Zua
und Limnaea.
Nanina sibylla Genitalien, Canefri, Ann. Mus. Genov.
XX (1884) pag. 9.
Pfeilsack der Heliciden. Ashford, The darts of
British Helicidae, Pt. VII (Schluss) Journ. of Conch. IV
pag. 267—270, pl. X.
Genitalien von Fissurella; Boutan, C. R. 100 pag.
388 if.
G. Platner. Die Struktur und Bewegung der Samen-
fäden bei den einheimischen Lungenschnecken. Göttingen
1885. 16 pag. 1 Taf. Der Samenfaden einheimischer
Pulmonaten ist nur bei Limnaea dreitheilig. Bei den
übrigen finden sich zwei Typen 1) mit 2 fest gewundenen
und einem darum laufenden, lockeren Schwanzfaden und
2) mit fehlendem 3. Faden und Zusammensetzung des
ganzen Samenfadens, aus zwei gewundenen Elementen;
die Kopfspitze wird nur von dem einen gebildet; die
Windung am Schwanztheile ist nicht regelmässig. Die
Bewegung ist eine intermittirende Rotation um die Axe;
Verf. schliesst die geisselnde Bewegung aus.
G. Platner handelt „Ueber die Spermatogenese bei
den Pulmonaten" (Arch. mikr. Anat. XXV pag. 564 — 581
Taf.) und kommt zu folgenden Resultaten: Die Ent-
wicklung der Samenfäden bei den Pulmonaten geht von
den Spermatogonien aus, welche, die Alveolen der Zwitter-
drüse erfüllend, durch fortlaufende, auf dem Wege der
Karyokinese erfolgte Theilungen schliesslich die Sper-
matien liefern. Der Nebenkern hat bei der Spermatogenese
keine nachweisbare Funktion zu erfüllen. Die Sperma-
99
Dr. Georg Pf eff er: Ber. üb. die Avissenscli. Leistimgeii
tosomen bestehen aus einem Axenfaden, welcher sich
durch Kopf und Schwanz erstreckt, und einer Hülle,
welche in Form zweier gewundener Fäden ihn dicht um-
giebt. Dann kommt bei einigen Gattungen noch ein
Spiralfaden, der vom hinteren Kopfende ausgehend in
weiten Umgängen den Schwanz umschlingt. Ein Mittel-
stück fehlt. Der Axenfaden geht aus dem primären
Samenfaden hervor und besteht auch im Kopf aus un-
färbbarem Plasma.
W. Reinhardt hebt hervor, dass er die von M. von
Brunn (Arch. mikr. Anat. 1884) vertretene Ansicht, dass
der Centralfaden des Samenkörpers aus dem Kerne der
Samenfäden gebildet wird, schon viel früher als v. Brunn
ausgesprochen hat. Zool. Anz. pag. 538, 539.
A. Sabatier. Contribution ä l'etude des globules
polaires et des Clements elimines de l'oeuf en general.
Montpellier 1884. Aus dem Ei von Buccinum und
Limnaea treten an den verschiedensten Stellen Körperchen
heraus, die nicht mit den Richtungskörperchen homolog
sind; sie vermehren sich ausserhalb des Eies durch
Theilung.
Chemie der Eierschalen, Krukenberg, s. oben pag.4.
A. Sabatier. Quelques observations sur la Con-
stitution de l'oeuf et de ses enveloppes chez les Chi-
tonides. Rev. Montp. (3) IV pag. 429^444 pls. 18 u. 19.
(J. R. Micr. Soc. (2) VI pag. 227. 228.)
Hektokotylisirung s. Pfeffer unter Cephalopoda.
Die Eiablage von Fissurella (reticulata) findet in
einer einfachen Schicht auf flachen Steinen statt unter
Hülfe wellenförmiger Bewegungen des Fusses. Boutan,
C. R. 100 pag. 388 if.
W. Patten, Arficial Fecundation in the Mollusca.
Zool. Anz. VIII pag. 236, 237: (J. R. Micr. Soc. 2.) V
pag. 623. Verf. hat Eier von Haliotis und Patella
künstlich befruchtet und die ersten Larvenzustände ge-
zogen. Weil die Eier einzeln abgesetzt und nirgends
flxirt werden, und äussere Genitalien den Gattungen
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 93
fehlen, glaubt Verf., dass die äussere Befruchtung hier
die Regel ist. Von Fissurella ist das gleiche anzunehmen.
Brutgeschäft von Mytilus edulis L. s. Mac Intosh,
Ann. N. H. (5) XV pag. 149—152, 2 Hzschn. (J. R. Micr.
Soc. (2) V pag. 437; Am. Nat. XIX pag. 1109).
Entwickehmgsgeschiclite.
Conn, Marine Larvae and their relation to adults,
KStudies from the Biological Laboratory, John Hopkins
University Vol. III. pag. 185, betont die Aehnlichkeit in
der Entwickelung von Mollusken (spez. Paludina und Te-
redo) mit Anneliden auf Grund des Pilidium- Stadiums.
Abb. Taf. IX Fig. 18—20.
Mc. Murrich hat an mehreren Gastropoden -Em-
bryonen ein postorales Cilienband beobachtet, dessen
Entstehung er aus dem Umstände herleitet, dass das prae-
orale Band beim Wachsthum der Schale zur Ortsbe-
wegung des Thieres nicht mehr genügt. On the Existence
of a Post- Oral Band of a Cilia in Gastropod Veligers.
J. Hopk. Univ. Circ. V pag. 5 u. 6 und Ann. N. H. (5)
XVI pag. 520—522 (J. R. Micr. Soc. (2) VI pag. 50).
Preyer, W. , Spezielle Physiologie des Embryo,
Leipzig, 9 Taff., hält die Cilien des rotirenden Mollusken-
Embryos nicht für Lokomotionsorgane, sondern für Organe
zur Steigerung der Aufnahme von Sauerstoff und Salz-
lösungen durch die Eihaut hindurch.
Salensky, W., Zur Entwicklung von Vermetus.
Biol. Centralbl. V pag. 564—568 (J. R. Micr. Soc. (2) VI
pag. 224, 225. Die kleine, aber sehr inhaltsreiche Arbeit
bietet den Stoff' in so gedrängter Kürze, dass ein weiterer
Auszug kaum angängig ist.
L. Boutan, Sur le developpement de la Fissurelle.
C. R. 101 pag. 710 — 712. Bei der 4tägigen Larve ist
der Fuss durch allmähliche Drehung zwischen das zwei-
lappige Velum und Mantel gerückt; die Tentakel er-
scheinen als zwei Hervorragungen auf dem Velum; der
24 Dl". G e 0 rg P f e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
bedeckelte Fuss hat zwei mit Cilien versehene Anhänge.
Die bisher symmetrische Schale wird nach dem Aus-
schlüpfen der Larve unsymmetrisch und entwickelt rechts
einen Schlitz (gleich einer unsymmetrischen Emarginula),
der nach oben vordringt, unten zuwächst (gleich Rimula),
bis er endgültig auf der Spitze der Schale anlangt, die
bisher dort gebildeten Schalentheile zerstörend.
Ziegler, Ernst, Die Entwickelung von Cyclas Cornea
Lam. Zeitschr. wiss. Zool. Tom. 41 pag. 525—569, 2 Taff.
Die Furchung verläuft nach dem Typus der übrigen
Muscheln (Rabl); der spaltförmige Blastoporus schliesst
sich; der Oesophagus entsteht durch Einstülpung oder
Wucherung des Ektoderms, wobei letzteres an der Cardia
(Vorderende des Blastoporus) mit dem Entoderm in Be-
rührung bleibt; der Urdarm löst sich am Hinterende des
Blastoporus nicht vom Entoderm ab. Die Trochophora
stimmt in den Organen der freien Ortsbewegung nicht
ganz mit den marinen überein und nähert sich in mancher
Beziehung den Pulmonaten.
F. Schmidt, Beitrag zur Kenntniss der postem-
bryonalen Entwickelung der Najaden. Arch. Nat. pag. 201
bis 233, Taf. XI, XU. Verf. stellt eine Anzahl früher noch
nicht untersuchter oder verschieden gedeuteter Punkte
fest. Der grössere freie Schenkel des Dreiecks der
Schale entspricht dem Vorderende (wie Schierholz
zuerst gezeigt hat). Die Drüse, welche den Klebfaden
hervorbringt, ist nicht der Byssus-Drüse anderer Muscheln
homolog, da auch diese rudimentär bei den Najaden-
Larven auftritt. Die langen Kalkstacheln rühren nicht
von der Muschel sondern vom Flossenskelet des Fisches
her, an dem die Larve sitzt. Der embryonale Schliess-
muskel geht zu Grunde, die endgültigen sind Neubildungen.
Hinsichtlich des embryonalen Mantels und des pilz-
förmigen Körpers werden die Angaben Braun 's bestätigt.
Der Vorderdarm ist ektodermalen Ursprungs. Die Ent-
wicklung von Leber, Nervensystem, Gehörbläschen und
rudimentärer Byssusdrüse wird sodann besprochen. Das
gesammte Nervensystem ist ectodermalen Ursprungs.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 25
Kiemen, Bojanus'sches Organ, Herz, Mantel und Schale
pag. 218 — 222. Das Wimperscliild ist, wie schon Schier-
holz richtig sagte, kein rudimentäres Velum, sondern
liegt am Hinterende. Den Schluss der Arbeit bildet eine
Zusammenstellung der Thatsachen aus der Embryologie
der Mollusken, welche gegen die Coelom-Theorie Hert-
wig's sprechen.
Geographische Verbreitung.
Laud- und Süsswasser - Mollusken.
Heynemann, G. F. Die nackten Land-Pulmonaten
des Erdbodens, Jahrb. mal. Ges. pag. 236 — 330. Sehr
werthvolle Arbeit, derer an den betreffenden Stellen
des allgemeinen, geographischen und systematischen
Theiles weiter Erwähnung gethan ist.
Palaearktisches Oebiet. Nacktschnecken, Heyne -
mann, Jahrb. Mal. Ges. pag. 245 — 268.
Sibirien. Dybowsky, W., Ein Beitrag zur Kennt-
niss der im Baikalsee lebenden Ancylus-Arten. Bull. Mose.
1884 pag. 145 — 160 pl. IV. — Id., Beschreibung einer
neuen sibirischen Ancylus-Art. Sitzb. Ges. Dorp. pag. 312
bis 315 pl. IL
Ostseeprovinzen. Schmidt, F., Beitrag zur Kennt-
niss der Molluskenfauua Esthlands, Sitzb. Ges. Dorpat YII
pag. 190. — Dybowski, W., Zur Molluskenfauna
Lithauens, Sitzb. Ges. Dorp. VII, pag. 265—277. —
Grossbritannien. Taylor, L W. u. Roebuck, W. D.,
Census of the Authentical Distribution of British Land
and Fresh-water Shells. J. of Conch. IV. pag. 319—336.
Mit einer Karte. — Adams, L. E., The Collector's
Manual of British Land and Freshwater Shells, con-
taining iigures and descriptions of every species.
London 1884. 122 pag., 8 pls. —Heynemann, D. F.,
Die nackten Land -Pulmonaten des Erdbodens. Jahrb.
Mal. Ges. XII pag. 248. — Bostock, F., The Mollusca
of Northamptonshire at the beginning of the Eigtteenth
Century. Proc. North. N. H. Soc. pag. 315—324. —
26 Dl*- Georg- Pfeffer: Ber. üb. die wi.sseiisch. Leistungen
Cockerell, T. D. A., The Mollusca of the Counties of
Kent, Surrey, and Middlesex. Zool. (3) IX. pag. V2 — 14,
91—97, 175—180, 298—303, 338—341, 378—383, 439,
487. — Darbishire, R. D., Land Shells at Dog's Bay,
Connemara. Journ. of Conch. VI. pag. 317, 318. —
Jenner, J. H. A. List of the Land and Freshwater
Mollusca of East Sussex. Tr. Eastbourne N. H. Soc. VIII.
pag. 44 — 56. — Mansell-Pleydell, J. C, The Land and
Freshwater Mollusca of Dorsetshire. P. Dorset N. H.
Club, XL pag. 76—127 u. 178—183. pls. V— X. —
Roebuck, J. D., Variation in Lehmamiia arborum, I.
of Conch. IV. pag. 276—280. — Shrubsole, G. W., A
List of the Land and Fresh-water Shells of the District.
Proc. ehester Soc. III. pag. 101—105. —
Frankreicli. Dubreuil, E. Notes Malacologiques.
Rev. Montp. (3) IV. pag. 299—314. Mollusken von Herault.
— Fischer, P., Contr. ä la faune malacologique du
Puy-de-D6me; IL Mollusques des environs de Chätel-
Guyon. Journ. de Conch. pag. 302 — 309. Helix adspersa
fehlt. — Heynemann, 1. c. pag. 247. — Locard, A.,
Description d'une espece nouvelle de Mollusque Gaste-
ropode. (Bythinella Lanclevi) Bull. Soc. Ronen, 1884. —
Id., Contributions ä la faune malac. franc. VIII. Descr.
de quelques Anodontes nouveaux pour la faune frangaise.
XL Monographie des Helices du groupe de FHelix uni-
fasciata Poiret. Ann. soc. agric. Lyon 1885. —
Deiitsclilaud, Schweiz und Oesterreicli. C 1 e s s i n , S.
Deutsche Excursions-Mollusken-Fauna, 2. Aufl., Nürnberg
1885; beendigt. — Simroth, Versuch einer Natur-
geschichte der deutschen Nacktschnecken und ihrer
europäischen Verwandten. Z. w. Z. Tom. 42 pag. 203 — 366
Taf. 7 — 11. (s. unter Limaeiden u. Arion.) —
Norddeutschlaiul. Borcherding, F., Zweiter Nach-
trag zur Molluskenfauna der norddeutschen Tiefebene.
Abh. Ver. Brem. IX pag. 141—166 pl. III. — Id. Ver-
zeichniss der bisjetzt von Lüneburg und Umgebung be-
kannten Mollusken. J. Ver. Lüneb. IX pag. 71 — 100.
Westfalen. Brockmeier, lieber das Vorkommen
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 27
von Hydrobia im obersten Flussgebiete der Sieg und im
mittleren der Lenne. Nachr. Mal. Ges. XVII pag. 59 — 61.
(H. Dunckeri Frfld und Schmidtii Zgl.) —
Halle. Schröder, Notice sur quelque Unionidae
Allemands de l'Elbe et des Environs de Halle. Bull.
Soc. Mal. France I. pag. 209. —
Darmstadt. Böttger, Zur Süss was serfauna der
Umgebung von Darmstadt, Nachrichtsbl. 187.
SiUl(leutsclilaii(l. Böttger, Fundortslisten mittel-
europäischer Nacktsehnecken. Bad Teinach im Schwarz-
walde, Arion flavus Müll, in Württemberg. — Krimmel, 0.,
Ueber die in Württemberg lebenden Clausilien. Beilage
zum Programm der Realanstalt Reutlingen. 1884/85.
pag. 1 — 20. 1 Taf. — Reuleaux, C, Ueber einige
interessante Funde auf deutschem Gebiet. Nachr. mal.
Ges. XVII pag. 22 — 25 u. 64. (Oberbayrische Fundorte.)
Alpenländer. v. Martens, Ueber die geographische
Verbreitung einiger Landschnecken in den Alpen. Sitzb.
Nat. Fr. pag. 158 — 164. Es werden behandelt vornehmlich
die alpinen Campylaea Presslii, ichthyomma, Rhaetica,
zonata, cingulata, planospira, ferner H. obvia, rupestris,
holoserica, ruderata, Buliminus detritus, Pupa, Balea,
Clausilia itala, Limnaea ovata, peregra, truncatula, sta-
gnalis, palustris, Planorbis, Paludina fasciata var. pyra-
midalis, Listeri, Valvata piscinalis, Bithynia, Pisidium.
— Tschapek, H., Von der Tanneben bei Peggau in
Steiermark; Nachr. mal. Ges. XVII pag. 7 — 22. — Id.,
Ein Melania- Nachtrag aus Steiermark. (Mel. Holandrei
Fer. var. afra Zgl.) — Planorbis ancylus n. sp. Tyrol,
Westerlund, Fauna palaearkt.Binnenconch. — Clessin, S.
Mollusken aus der Doline der Freka bei St. Canzian auf
dem Karst, Nachrichtsbl. XVII, pag. 151, 152. — V.
Gredler, Kleiner Sammelbericht; zählt auf Arten von
Bergen im Chiemgau, Bergen bei Kufstein, Kimberger
Klamm, Walchsee, Val Vestino. —
Schweiz. Am Stein, Die Mollusken Graubünden.
Verz. der bisher bekannt gewordenen Arten unter Be-
28 1^1'- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wisseiisch. Leistungen
rücksichtigung ihrer geographischen Verbreitung im Can-
ton. Beilage zu Jahrg. 27 u. 28 der Jahrb. Nat. Ges. Chur.
— Böttger, Fundortslisten mitteleuropäischer Nackt-
schnecken. Nachr. XVII. pag. 54 — 58 (von Simon in den
Berner und Walliser Alpen gesammelte Arten). — Blum, J.
Schnecken vom Wildhaus in Ober -Toggenburg, Canton
St. Gallen. Nachr. XVII. pag. 170—174. — Servain, G.
Unios et Anodontes du lac de Zurieh. Bull. Soc. Mal.
France IL — Forel, F. A. La Faune profonde des Lacs
suisses. N. Denkschr. Schweiz. Ges. XXIX (2). — Plessis-
Gouret, G. du., Essai sur la faune profonde des lacs
de la Suisse. Ibid. — 15 Arten von Weggis: Cockerell,
Zool. (3) IX pag. 267.
Bölimen und Mäliren. Böttger, Nacktschnecken
von Karlsbad. Nachrbl. XVII pag. 54. — Ulicny, J. Bei-
trag zur Kenntniss der Molluskenfauna von Mähren.
Verh. Ver. Brunn XXIII. —
Karpaten-Länder. E. Merkel, Ein Ausflug ins Tatra-
gebirge. Nachrbl. XVII pag. 136— 145 (45 Arten). — Ko-
tula B. J. Sur la distribution des mollusques dans les
diiferentes attidudes du Tatra; Arch. slav. de Biol. I. (1886)
pag. 228. 229. (Der slavisch geschriebene Originalaufsatz
erschien bereits 1884.) — Bakowski J., Eine Anzahl
slavisch geschriebener Aufsätze über die Molluskenfauna
Galiziens; z. Th. aus Kosmos (Lemberg) 1884, z. Th.
Ber. physiogr. Comm. Ak. Wiss. Krakau, XVIII pag. 93
bis 99. —
Hazay giebt ein mit Notizen über die Natur der
hohen Tatra, die hypsometrische Verbreitung, die Va-
riation der Arten ausgestattetes Verzeichniss der Binnen-
conchylien dieses Gebietes. „Es finden sich ßG Arten,
darunter 1 neue; 19 Varietäten, darunter 9, welche als
Arten gehalten werden, und 3 neue Varietäten." Neu:
Limax arborum var. Carpaticus ; Helix triaria var. Tatrica,
Pupa Tatrica, Clausilia biplicata var. Carpatica. Eine
Anzahl der von Jachno angegebenen Arten hat Verf. nicht
gefunden. Jahrb. mal. Ges. pag. 20 — 45. —
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 29
Donau - Fiirstentliümer und Balkan - Halbinsel.
Montenegro. Clessiii, die Binnenmollusken Monte-
negros, giebt ein Register der Litteratur und der bisher
in Montenegro gefundenen 32 Arten, darunter eine neue,
H. (Xerophila) Nikitai; Nachr. 177— 182.
Drouet, H., Supplement aux Unionidae de la Serbie,
Mem. Ac. Dijon (3) VIII pag. 159—174. 12 pls.
Böttger, Zur Fauna von Südwest-Montenegro nächst
Budua und nächst Spitza Sutumore, sowie von Spitza in
Süd-Dalmatien selbst. Eine für Dalmatien und drei für
Montenegro neue Arten; im Ganzen 11 Arten, darunter
neu: Limax Montenegrinus ; Campylaea Serbica v. Moll. f.
unitaeniata; Jahrb. Mal. Ges. pag. 53. — Pomatias tortivus
sp. n., Dalmatien, Westerlund, Palaearkt. Binnenconch.
pag. 124. —
Bosnien. Böttger zählt von Nemila in Central-
Bosnien 36 Arten Land- und Süsswasser-Schnecken auf,
darunter 6 bisher von Bosnien nicht angegebene .Formen.
Neu: Vitrina brevis Fer. var. Bosniaca; Helix obvoluta
M. var. Bosniaca; Pomatias septemspiralis Raz. var. Bos-
niaca. Jahrb. pag. 53 — 64.
Thessalien. S tu ssiner schildert seine malako-
logischen Ergebnisse auf Streifzügen in Thessalien (pag.
128 — 157), deren systematische Bearbeitung Böttger
ausführt (pag. 158 — 200). 52 Arten, darunter 3 neue Arten
und 9 neue Formen oder Varietäten. Jahrb. Malak. Ges.
Böttger, 0., Zur Fauna von Elis und Achaia.
7 Arten und Formen. Nachrichtsbl. XVII pag. 117 — 123.
Italien. Drouet, H., Unionidae de ITtalie. Mem.
Ac. Dijon (3) VIII. pag. 37 — 157. 43 Arten von Unio,
(12 neue) 6 Microcondylus (1 neu) 31 Anodonta (14 neu).
— Pini, N., Novitä malacologiche. Atti Soc. Ital. XXVII
pag. 368 — 382 Taf. XII. Arten von Piemont und Ligurien.
— Pollonera, C, Note di Malacologia Piemontese.
Monografia della sezione Charpenteria del genre Clausilia.
Atti Acc. Tor. XX pag. 409—426 Taf. II. — Adami, G. B.,
Novitä malacologiche recenti. Bull. Soc. mal. Ital. XL
pag. 204—208.
30 Dr. Ge org Pf eff er: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Italisclie Inseln. Pini (s. o.) (Sicilien). — Pla-
taiiia, C, Euiimeratio Molluscorum in Sicilia detectorum.
Aci- Regali 1885. 25 pag. — Ponsonby, J., Additions
to the Land and Fresli -water Mollusca of the Maltese
Islands. Journ. of. Conch. IV pag. 280 — 282. —
Spanien u. Portugal. Castro, Unionidae nonvelles
du Portugal. Bull. Soc. mal. Fr. IL — Fagot, P., Con-
trib. ä la faune malacologique de la Catalogne. Ann.
Mal. 1884. pag. 170—191. — Ders., Moluscos de Panti-
cosa y Valle del Cinca. Mein. Ac. Barcel. II pag. 89 — 96.
— Guenot, Descr. d'une Limnee souterraine des Py-
renees. Bull. soc. mal. Fr. IL pag. 189 — 192. — 2 Heliciden
von Algarve, v. Maltzan, Jahrb. mal. Ges. XII pag. 235.
— Hesse, P., Nacktschnecken von Tauger u. Gibraltar.
Mal. Bl. VII. pag. 9—17 u. 102, 103. Neu: L. (Agriol.)
Panormitanus Less. u. PolL, var.Ponsonbyi, Arion Moreleti.
— Ponsonby, J., Additions to the Land Shells of
Gibraltar. J. of Conch. IV pag. 266. —
Nord-AMka. Kobelt, W., Excursionen in Nord-
Afrika. 6. Bongie. 7. Durch Chabet el Akra. 8. Con-
stantine. 9. Hammam Meskhontin und der Thaya.
10. Bone. 12. Nach dem Col des Oliviers. 12. Batna
u. Lambessa.
Issel, A., Materiali per lo Studio della Fauna Tuni-
siana, racolti da G. e L. Doria. VI. Molluschi. Ann. Mus.
Genov. (2) II pag. 5 — 15. Abb. (18 Land- u. Süsswasser-
Moll., 1 neu.)
Aegypten. v. Märten s bespricht einige Land-
schnecken, die von Schweinfurth zwischen Kairo und
Koseir gesammelt sind. 1 neue Art. Sitzb. naturf. Fr.
pag. 87.
Berthier, H., Descr. du Meladomus Letourneuxii
de l'Egypte. Bull. Soc. mal. Fr. IL pag. 101, 102.
Central-Asien. Pohlig, Ueber die Conchylien des
nördlichen Persiens. Sitzb. niederrh. Gesellsch. 1885
pag. 259 — 261. — v. Martens, Centralasiatische Land-
schnecken. Sitzb. nat. Fr. 1885. pag. 17, 18.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 31
CMna. Heude, Conchyliologie fluviatile de la pro-
vince de Nanking' et de la Chine centrale; fasc. 9. Paris
18 pag-. 9 pls. Erörtert: Dipsas, Anodonta, Unio, Pseu-
dodon und Mycetopiis, letztere bisher nur amerikanisch. —
Ders., Notes sur les Mollusques terrestres de la vallee
du fleu\ e-bleu. Mem. Hist. Nat. Empire Chinois, Cah. 3.
Shanghai 1885, 46 pag. 10 pls. Es werden 134 Land-
schnecken, darunter die meisten neu, beschrieben. Die
Fauna umfasst nunmehr fast 300 Arten, die eine Ver-
mischung der palaearktischen Fauna mit der südchine-
sischen zeigen. — Ancey, C. F., Sur divers Mollusques
de l'empire Chinois. Bull. soc. mal. Fr. II pag. 113 — 137.
— Gredler, V., Zur Conchylien- Fauna von China VII.
Jahrb. mal. Ges. XII pag. 219 — 235, pl. VI. Behandelt die
Provinzen Hunan und Kuei- tscheu. 33 Arten, fast alle
neu (ferner 2 im Anhang pag. 235). Anhänglich wird ein
Nachtrag zur Provinz Hunan gegeben. — Ders. VIII.
Botzen. — Nacktschnecken von China, Heynemann,
Jahrb. mal. Ges. 300—302. — Möllendorff, 0. F. v.,
Materialien zur Fauna von China. Die Auriculaceen:
Nachträge und Berichtigungen. Jahrb. mal. Ges. XII
pag. 349 — 398 Taf.IX — XL — Ders., Diagnoses specierum
novarum sinensium. Nachrbl. XVII pag. 161 — 170.
Japan. Nacktschnecken: Heynemann, Jahrb. XII
pag. 309. 310. — Möllendorff, 0. F. v., Notes on Ja-
panese Land and Fresh- water Molluscs. J. As. Soc.
Beng. T. 54. pag. 59 — 68. — Crassatella sublamellata
Kobelt, Nachrbl. XVII pag. 186. —
Atlantisclie Inseln. Nacktschnecken, Heynemann
1. c. pag. 285 — 292. — Mabille, Materiaux pour la faune
malacologique des iles Canaries. Nouv. Arch. Mus. (2)
VII pag. 17—82.
Milne-Edwards, De la faune malacologique des
iles A^ores. Bull. soc. mal. Fr. IL —
West- Afrika. Ancey, C. F., Sur differentes especes
africaines. Bull. soc. mal. Fr. IL pag. 137—146. — Bött-
32 Dl"- Georg- Pf e f f e r: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
ger, 0., Materialien zur Fauna des unteren Congo.
24/25 Ber. Offenb. Ver. —
Assinie. — Chaper, M., Descr. de quelque especes
... de diverses provenances. Bull. Soc. Zool. Fr. X. pag.42
bis 54. 1 pl. — Ders., Descr. de quelque especes...
de l'Afrique austräte et de FAssinie. Ibid. pag. 479 —
486. Ipl.
Maltzan, H. v. , Neue Gastropoden vom Senegal
(Goree). Nacliricbtbl. 25 — 30. — Nacktschnecken der
Prinzeninsel und S. Tliome; Hejnemann, Jahrb. Mal.
Ges. pag. 293.
Gabun. — Morel et giebt eine Liste von Land- und
SüsswassermoUusken der tropischen Westküste Afrikas,
nämlich von Cacongo, 3^ 12' S, 30 Meilen nördlich vom
Flusse Zai'ra und von Mayumba, 3" S. — Coquilles
terrestres et fluviatiles de l'Afrique equinoxiale, J.d. Conch.
pag. 20 — 33 mit Taf. IL — Neu sind: Limicolaria Droueti,
Stenogyra invalida, normalis, gracilenta, acmella, saxa-
tilis, plebeja, recisa; Ennea circumcisa, Hydrobia gabo-
nensis, Unio aequatorius, Dreyssena ornata.
Central- und Ost- Afrika. Nacktschnecken siehe
Heyne mann, Jahrb. mal. Ges. pag. 83 — 127 u. 293 — 295.
— Ancey, C. F., Sur differentes especes africaines. Bull.
soc. mal. Fr. II pag. 137—146.
Bourgignat, J. E,., Mollusques terrestres et fluviatiles
recueillis par M. Paul Sol eiltet dans son voyage au
Choa (Ethiopie meridionale) Paris 1885. 48 pag. 1 pl. —
Id., Helixarionidees des regions orientales de l'Afrique
(Abyssinie, Gallas, Qomalis, Zanguebar et Mossambique.
Paris 1885. — Id., Especes nouvelles et genres nouveaux
decouverts par les rev. peres missionaires dans les grands
lacs africains, Oukerewe et Tanganyika. Paris 1885.
39 pag. — Id., Notice prodromique sur les Mollusques
terrestres et fluviatiles recueillis par M. Victor Giraud
dans la region meridionale du Lac Tanganyika. Paris
1885. 110 pag. — Id., Monographie du nouveau genre
Grandidieria. Bull. soc. mal. Fr. IL pag. 1 — 12. 1 pl. —
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 33
eil armes, X., Unionidae des environs de Baga-
moyo (Zaiig-uebar) Bull. soc. mal. Fr. II pag. 165 — 174. —
Grandidier, A., Descriptions de quelque especes nou-
velles et observations critiques sur divers Molliisques du
centre de l'Afrique. Ibid. pag. 157 — 164. — Crosse, H.,
Diagnoses MoUuscorum uovorum, in regione Usagara
dieta, Africae orientalis, collectorum. J. de Concb. (3)
XXV. pag. 310 — 312. — Revoil, Gr., Especes nouvelles
de la vallee de l'Onebi pres Moynedouchon (Qomalis)
Bull. soc. mal. Fr. II pag. 97— 100. — Bilotte, R., Re-
censement des Ampullaires du continent africain, precede
de diagnoses d' Ampullaires nouvelles. Ibid. pag. 103 — 112.
Ostafrikanisclie Inseln. Nacktschnecken, Heyne-
mann, Jahrb. mal. Ges. pag. 295 — 297.
Sokotora. Ancey, C. F., Observations critiques
sur „la Faune Malacologique des iles de Socotra et Abd-
el-Goury" de M. Crosse. Bull. soc. mal. Fr. pag. 147 — 156.
Comoren. Mordet, A., Malocologie des Comores,
4^ article; Recolte de M. Humblot ä la Grande Comore;
20 Arten aus den Gattungen Buliminus, Achatina, Steno-
gyra, Ennea, Cyclostoma und Otopoma, darunter 14 neu.
Journ. Conch. pag. 288— 301, Taf. XIV. —
Indo-Malayische Region. Nacktschnecken, Heyne-
mann, Jahrb. mal. Ges. pag. 299, 300; von den Malediven,
Nikobaren, Andamanen und Ceylon pag. 297 — 299.
Nevill, G., Hand List of Mollusca in the Indian
Museum, Calcutta. Pt IL Gastropoda Prosobranchia Neuro-
branchia. Calcutta 1884. 306 pag.
Morgan, J. de, Mollusques terrestres et fluviatiles
du royaume du Perak et des pays voisins. (Presqu' ile
Malaise) Bull. Soc. zool. Fr. X. pag. 353— 428. pls. V— IX.—
Tapparone-Canefri, C, Intorno ad alcuni mol-
luschi terrestri delle Molucche e di Selebes. Ann. Mus.
Genov. XX. pag. 143—175. pl. L
Hidalgo, J. G., Description d'une nouvelle espece
de Circe (C. Barandae) des Philippines. J. de Conch.
pag. 195, 196, pl. IX f. 7.
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd.H. H, 1. Q
34 Dr. G e 0 r g P f e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Australisch-Polyuesische Region. Nacktschnecken,
Heyne mann 1. c. pag. 303 — 309. —
Salomons-Inseln. — Smith, E. A., On a Collection
of Shells (chiefly Land and Fresh- water) from the
Solomon-Islands. P.Z.S. 1885. pag.588— 609. pls.XXXVI
u. XXXVII. — Hartmann, W. D., Descriptions of New
Species of Partula and a Synonymic Catalogue of the
Genus. P. Ac. Phil. 1885 pag. 203—223. —
Neu-Hebriden. — Thomson beschreibt und bildet
ab Hyalina (Conulus) Layardi. P. Z. S. pag. ßG.
Neu-Holland. — Täte, R., On the Community of
Species of Aquatic Pulmonate Snails between Australia
and Tasmania. Pr. Roy. Soc. Tasm. 1884. pag. 214 — 217.
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Mollusca inhabiting the Society Islands. J. Ac. Philad.
(2) IX. (1884).
Neu-Seeland. — Hutton, F. W., The Fresh-water
Shells of New Zealand belonging to the family Limnae-
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Nord -Amerika. Binney, W. G. A., Manual of
American Land Shells. Washington, 528 pag. Figg. —
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mann Jahrb. mal. Ges. 272, 273. — Nacktschnecken 1. c.
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Point Barrow. — Dali, W. H., Rep. of the Inter-
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Christie, R. M., Notes on the Land and Fresh-
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Call, R. Ellsworth, On the Quaternary and Recent
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onidae of the Mississippi Valley. Bull, des Moines Ac.
I. pag. 5 — 57. — Thomson, J. H., The Land Mollusca of
im Gebiete der Malakologie wählend des Jahres 1885. 35
Bristol County, Massachusetts. J. of Conch. IV. pag. 369
— 373. — Moore, D. R. a. Butler, A. W., Land and
Fresh-water Mollusca, observed in Franklin County, In-
diania. Bull. Brookville Soc. I. pag. 41 — 44. — Samp-
son, F. A., Shells of Pettis County, Missouri. Bull.
Sedalia Soc. I pag. 16—28. — Call, R. K, Contrib. to
the Knowledge of the Fresh-water Mollusca of Kansas.
Washburn, 10 pag. — Einige Binnen-Conchylien von San
Diego, Calif., und Todos Santos Bay, Lower Calif., Dali.
Pr. ü. S. N. Mus. VII pag. 545. —
Florida. W. H. Dali, Notes on some Floridan
Land and Fresh-water Shells with a revision of the
Auriculacea of the Lastern United States. Pr. Un. St.
Nat. Mus. pag. 255—290, Taf. 17, 18. — Das Verzeichniss
bringt die gesamte Synonymie nebst kritischen Be-
merkungen, ferner genauere Fundorte und andere werth-
volle Angaben.
Westindien. Thomson, J. H., Helix (Hemitrochus)
filicosta Pfr (v. d. Bahamas). P. Z. S. pag. 214.
Central -Amerika. Nacktschnecken, Heynemann,
Jahrb. mal. Ges. pag. 273 — 275.
Ueber mexikanische Limaeiden s. Ihering, Jahrb.
mal. Ges. pag. 201 — 218.
Süd -Amerika. Nacktschnecken, Heyne mann 1. c.
pag. 275—285. — Limaeiden, v. Jhering, ibid. 201—218.
— Eingeschleppte Landschnecken, ibid. pag. 283. —
Brasilien, v. Martens giebt eine Zusammenstellung
der für die Mollusken -Fauna Brasiliens verdient ge-
wordenen Forscher und bespricht dann eine von Nehring
in Piracicaba, Prov. San Paolo, gemachte Sammlung.
Neu: Castalia undosa und Bulimus grandis. Sitzb. Nat.
Fr. pag. 147—149. —
Nehring, A., Einige Notizen über Säugethiere und
Flussmuscheln der Gegend von Piracicaba in Brasilien.
Sitzb. Nat. Fr. pag. 126. — Ancey, C. F., Observations
sur les Bulimes des tles Galapagos. Nat. VII pag. 63. —
3G Dr. G e 0 r g P f e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Döring, A., Moluscos, in Viajes al Tandil y ä la Tinta.
Act. Ac. Cord. V. pag. 111 — 115; pl. IL — Id. Apuntes
sobre la Fauna de Moluscos de la Republica Argentina.
Bol. Ac. Arg. VII. 4. pag. 457—474. —
Meeres - Mollusken.
Smitb (Challenger-Eeport pag. 4. 5) hebt die ausser-
ordentliche horizontale und vertikale Verbreitung gewisser
Muscheln hervor; es sind das vor allem Nuculiden, Ar-
ciden, Mytiliden und Limiden.
Tiefsee-Forschungen. E. A. Smith, Report on the
Lamellibranchiata coUected by H. M. S. Challenger du-
ring the years 1873—76. pagg. 341. pls. XXV. — Ders.,
Notes on the Lamellibranchiata, in Challenger Narrative I
pag. 624— 626, Fig. 210— 213. — A. E. Verrill, Third
Catalogue of Mollusca recently added to the Faune of
the New England Coast and the adjacent parts of the
Atlantic, consisting mostly in Deep-Sea Species, with
Notes on others previously recorded. Trans. Conn. Ac.
Vol. V pag. 395—452. Taf. 42—44. —
Arktisches Oebiet.
Behring-Meer. Krause, Arth. Ein Beitrag zur
Kenntniss der Mollusken -Fauna des Behringsmeeres.
Arch. Nat. LI. pag. 14—40 mit Taf. III u. pag. 256—302 mit
Taf. 16—18. 1 Brachiopode, 40 Bivalven, 66 Gastropoden
und 3 Pteropoden werden mit speciellen Fundorten auf-
geführt und abgehandelt, darunter 7 neue Arten und eine
grössere Anzahl neuer Formen und Varietäten.
Dali, Report on the Mollusks, in: Report of the
International Polar Expedition to Point Barrow, Alaska,
Washington 4^- pag. 177 — 184. 1 pl. 4 neue Arten.
Aurivillius, C. W. S., Ö versigt över de af Vega-
Expeditionen insamlade arktiske Hafsmollusker. IL Pla-
cophora och Gastropoda. Vega-Exp. Ventensk. Jaktt. IV
pag. 313—383, Taf. XII u. XIII. (Sibirisches Eismeer und
Behrings-Meer, 9 neue Arten.)
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 37
Herzenstein, S., Beiträge zur Kenntniss der Fauna
der Murman-Küste und des Weissen Meeres. 1. Mollusca.
Petersburg. 182 pag. (166 Arten, keine neu.)
Nicol. Wagner, Die Wirbellosen des weissenMeeres.
Leipzig, Fol. 171 pag. 21 Taf.
Schneider, J. S., Undersegelser af dyrelivet i de
arktiske Fjorde. III. Tromsesundets Molluskfauna. Tromse
Mus. Aarsh. VIII. pag. 45 — 112 mit Karte.
Nord-Europa. Verkrüzen, J. A., Buccinum (Forts.)
in Nachr. Mal. Ges. pag. 85 — 88. — Henderson, J. R.,
Recent additions to the Invertebrate Fauna of the Firth
of Forth. Proc. Phys. Soc. Edinb. Vol. VIII. pag. 307—313.
— Darbishire, R. D., Marine Mollusca at Oban, Journ.
Conch. Leeds IV. pag. 350. — Pearcey, Fr. G., Investi-
gations of the Movements and Food of the Herring, with
Additions to the Marine Fauna of the Shetland Islands.
Proc. Phys. Soc. Edinb. VIII pag. 389—415. — Hey, W. C,
The Marine Shells of Yorkshire. Natural. (2) X. pag. 129
bis 133. — Smart, R. W. J. u. Cooke, A. H., Marine
Shells of Scilly. Journ. Conch. Leeds IV pag. 285—303.
F. Daniel, De la recolte des Mollusques dans
la region celtique (particulierement dans la rade de
Brest) et des Saisons les plus favorables pour leur re-
cherche. J. d. C. pag. 81 — 92. — Id., Premier Supplement
ä la faune malacologique terrestre, fluviatile et marine
des environs de Brest. J. d. C. pag. 96 (nur marin). Ent-
hält Angaben über Lebensweise der Arten und die besten
Sammelmethoden (s. oben.).
D. Raeymaekers u. A. de Loe. Recherches ma-
lacologiques ä l'embouchure de la Somme, ä Saint-Va-
lery, au Crotoy, ä Cayaux, au Bourg d'Ault, ä Mers et
au Treport. Proc.-verb. Soc. mal. Belg. XIV. pag. XXXIX
bis XLV. —
Süd- West-Europa. A. Nobre. Molluscos marinhos
de noroeste de Portugal. Porto 1884. 59 pag. — Ders.,
Catalogue des Mollusques observes dans le sud-ouest de
Portugal. Coimbra 1884. 88 pag. —
38 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Mittelmeer. H. v. Jhering, Beiträge zur Kenntniss
der Nudibranchien des Mittelmeeres II. Die Polyceraden.
Mal. Bl. (2) VIIL pag. 12—48, Taf. 1, 2. — Vayssiere,
M. A., Eecherches zoologiques et anatomiqnes sur les
Mollusques Opisthobranclies du golfe de Marseille.
1. partie, Tectibranches. Marseille 4<>, 118 pag. 6 plchs.
— Issel, A., Esame sommario di alcuni saggi di fondo
raccolti nel Golfo di Genova. Bull. Com. Geol. Ital. (2)
Anno VI. pag. 129 — 139. — Locard, A., Catalogue
general des Mollusques vivants de France. Mollusques
marins, Lyon. — Buequoy, Dautzenberg et Dollfus,
Les Mollusques marins de Roussillon. Fase. 9, 10.
pag. 343 — 418. pls. 41 — 50. (Genera: Trochus, Clanculus
u. Danilia.) — A. de Gregorio, Continuazione degli studi
SU talune conchiglie mediterranee viventi e fossili. Bull.
Soc. mal. Ital. XL pag. 27—203. — Issel, A., Materiali
per lo studio della Fauna Tunisiana, raccolti da G. e L.
Doria. VI Molluschi. Ann. Mus. Genov. (2) II pag. 5 — 15.
Hzschn. —
J. Gwyn Jeffreys (f 24. Jan. 1885) bringt den
IX. Theil seiner Mollusca procured during the „Liglitning"
and „Porcupine" Expeditions 1868 — 1870, welcher die
Janthiniden, Naticiden, Neritiden, Solariiden, Xenopho-
riden, Velutiniden, Capuliden, Cancellariiden, Aporrhaiden,
Cerithiiden und Cerithiopsiden behandelt, mit werthvollen
Notizen über Synonymik, Verbreitung in Raum und Zeit
und den Diagnosen vieler neuer Arten. P. Z. S. pag. 27 — 62
pl. IV. V. VI.
Adria. Sp. Brusina, Ueber die Mollusken-Fauna
Oesterreich- Ungarns. Mitth. Naturw. Ver. Graz. XXII.
pag. 29—56. —
Caspisches Meer. Pohlig, Ueber die Conchylien
des nördlichen Persiens. Sitzb. niederrh. Ges. 1885,
pag. 259—261. —
Ost-Atlantisclier Ocean. Jeffreys, s. Mittelmeer.
Atlantisches Nord- Amerika. A. E. Ver rill, Results
of the Explorations made by the steamer Albatross off
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 39
the Northern Coast of the United States in 1883. Rep.
Fish Comm. Mollusca pag-. 525 — 529. Die Fauna ist um
180 sp., darunter 80 neu, vermehrt. — List of Deap-Sea
and Surface Mollusca collected by the ,,Albatross" in 1883.
Ibid. pag. 561 — 578. — Fauna of the shallow water near
Cape Hatteras. Ibid. pag. 578, 579.
K. J. Bush, List of the shallow water Mollusca
dredged off Cape Hatteras by the ,,Albatross" in 1883.
7 neue Formen. Ibid. pag. 579 — 590. — Fauna of the
Surface Water of the Golf Stream. Ibid. pag. 590 — 595.
A. S. Packard, Life and Natur e in Southern La-
brador. Am. Nat. XIX. pag. 269 ff. 365 ff. —
Kather ine J. Bush, List of Deep -Water Mollusca
dredged by the U. S. Fish Commission Steamer Fish
Hawk in 1880, 1881 and 1882 with their ränge in Depth.
Ann. Rep. Comm. Fish a. Fisheries for. 1883. Synonymie
und Tiefen- Verbreitung. —
Dali, W. H., List of the Marine Mollusca, com-
prising the Quaternary Fossils and Recent Forms from
American localities between Cape Hatteras and Cape
Roque, including the Bermudas. Bull. U. S. Geolog. Surv.
XXIV. 336 pag.
West- und SM-Africa. H. v. Maltzan. Neue
Gastropoden vom Senegal (11 n. sp. v. Goree), Nachr.
Mal. Ges. XVII. pag. 25—30. — 0. Böttger, Materialien
zur Fauna des unteren Congo. Ber. Offenb. Ver. 24/25.
pag. 187 — 198. — S. auch Smith, Lamellibranchia in
Chall. Rep.
Ost- Afrika. Cooke, A. H., Report on the Testaceous
Mollusca obtained during a Dredging Excursion in the
Golf of Suez, in the Months of February and March,
1869. By Rob. Mac Andrew. Republished with Additions
and Corrections. Pt. I. Ann. N. H. (5) XV. pag. 322—339.
- Pt. IL T. XVI. pag. 32—50. Pt. IIL 1. c. pag. 262—272.
(Mit ganz ausserordentlich vielen Notizen über Synonymik,
Lebensweise und geogr. Verbreitung der Arten.)
Indien. Nevill, G., Hand List of Mollusca in the
40 l^i"- C-xeorg- Pfeffer: Ber. üb. die wisseiisch. Leistungen
Indian Museum. Calcutta, Part IL Gastropoda Proso-
branchia Neurobranchia.
Neii-(juinea. J. Brazierj List of Recent Shells found
in Clay of the Maclay Coast, N. Guinea; P. Linn. Sog.
N. S. Wales IX pag. 988—992.
Salomons- Inseln. Smith, E. A., (On a Collection
of Shells (chiefly Land and Freshwater, from the Solomon
Islands. Mit 2 Taf. P. Z. S. pag. 588—609) führt 2 Meeres-
schnecken (Cerithidea Cornea A. Ad. var. and Nerita mar-
morata Hombr. Jacqu.) von den Salomons -I. auf.
Australien. Synonymy of and Remarks upon the
Specific Names and Authorities of Four Species of
Australian Marine Shells, originally described by Dr.
J. E. Gray, in 1825 u. 1827. P. Linn. S. N. S. Wales X
pag. 85 — 94. (Nassa lurida, Strombus australis, Bulla
australis und Bullina lineata). —
Californien. Ch. R. Oscutt, Notes on the Mollusks
of the vicinity of San Diego, Cal., and Todos Santos
Bay, Lower California; with comments by W. A. DalL
Proc. Un. St. Nat. Mus. VIII. pag. 534—552.
Antarktisches Reich. Smith, Rep. Lamellibr. Chall.
— Rochebrune et Mabile, Diagnoses de Mollusques nou-
veaux, recueillis par les membres de la mission du Cap
Hörn et M. Lebrun, Preparateur du Museum, charge
d'une mission ä Sta Cruz de Patagonie. Bull. Soc. Philom.
(7) IX. pag. 82— 85. — E. v. Martens, Vorläufige Mit-
theilung über die Molluskenfauna von Süd -Georgien.
Sitzb. Nat. Fr. pag. 89—94.
Cephalopoda.
Octopoda.
W. E. Hoyle. Diagnoses of new Species of Cephalopoda collected
during the Cruise of H. M. S. Challenger. — Pt. I. The Octopoda.
Ann. N. H. (5) XV pag. 222—235.
Derselbe. Prelimiuary Report on the Cephalopoda, collected
during the Cruise of H. M. S. Challenger. Ptl. The Octopoda.
Proc. Roy. Soc. Edinb. 1884—85. pag. 96— 114.
im (rebiete der Malakologie wälireiul des Jahres 1885, 41
Cirroteuthis magna n. sp. Zwischen Edward Insel und Crozets,
1375 F. — C. Meangensis n. sp. Meangis Isl , Nähe d. Philippinen,
500 F. — C. pacifica n. sp. Zw. N. Guinea und Australien, pacifisch.
— Hoyle Ann. Mag. pag. 233—235; Proc. Roy. Soc. Ediub. 109—112.
Cirroteuthis plena n. sp. Martha's Vineyard, C. megaptera
Chesapeake Bay, Nord-Am., Ost- Küste; 1000— 2500 Fd., Verrill,
Trans. Conn. Ac. VI pag. 404-408. pl. 52 f. 3. pl. 53 f. 1, 2. — Eier
des Genus 400— 1100 Fd., id. ibid. pag. 410.
Amphitretiis n. g. Ohne Diagnose. A. pelagicus n. sp. Kermandec
Isl. — Hoyle Ann. Mag. pag. 235. Proc. Roy. Soc. Edinb. pag. 113
— 114. Holzschn. pag. 113.
Argouauta gracilis n. sp., N. Seeland, Kirk, Tr. N. Zeal. Inst.
XVII pag. 58, 59. pl.XIII. —
Octopus. Nächtliche Lebensweise; Nye, Bull. U. S. Fish Comm.
V. pag. 189 u. 190.
0. grönlandicus Mörch v. Point Barrow; Dali, Rep. Pol. Exped.
Point Barrow, Alaska. .
0. maorum Hut ton, Dimorphismus der Geschlechter; Parker,
Nature XXXI pag, 586; J. R. Micr. Soc. (2) VI pag. 49. — 0. com-
munis n. sp. Neu-Seeland. Id. Tr. N. Zeal. Inst. XVII pag. 198. 199.
0. verrucosus H. von Inaccessible Island, Tristan d'Acunha. —
0. Boscii Les. var. pallida H. Oestl. von Moncoeur Isl., Bass Str.
38 Fd.; Twofold Bay, Australien, 150 Fd. — 0. australis H. Pt
Jackson 6 — 15 Fd. — 0. Hongkongiensis Stp. MS. Japan 345 Fd. —
0. Tonganus H. Tongatahu, Riff. — 0. Vitiensis H. Kandavu, Fidji,
Riff. — 0. duplex H. Twofold Bay, Austr. 150 Fd. — 0. handensis H.
Banda. — 0. marmoratus H. Honolulu, Sandw. Ins., Riff, — 0. Ber-
mudensis H. Bermuda. — 0. levis H. Heard Isl., Südsee, 75Fd. —
O. Januarii Bp. MS. Vor Barra Grande. — Beschrieben von Hoyle
Ann. pag. 222— 230, Proc. Roy. Soc. Edinb, pag. 96— 105.
' Eledoiie rotundata n. sp, Südsee 1950 Fd.; Südpacif, 2225 Fd.
— E. brevis n. sp. Südatl. 600 Fd. Hoyle Ann. Mag, pag. 230 u. 231,
Proc. Roy. Soc. Edinb. pag. 105—107.
Japetella nov. gen. (nach Japetus Steenstrup) Körper gelatinös
und halb durchscheinend, mehr weniger länglich ; Mantelöftnung sehr
weit. Arme ungleich, die längsten (3. Paar) von Körperlänge. Um-
brella schmal, Saugnäpfe in 1 Reihe, — J, prismatica n. sp. Vor
S. Francisco, Oberfläche. — J. diaphana n. sp. Ndl. v. N. Guinea,
Obei-fläche, — Hoyle Ann, Mag. pag. 231— 233; Proc. Roy. Soc.
Edinb. pag. 107—109. Holzseh. auf pag. 117.
Hoylea n. g. (für Hallia, nom, praeocc) Rochebrune, Bull,
Soc. Philom. (7) IX pag. 82—85,
Dekapoda.
Ueber Hektokolysirung s. Pfeffer, Abh, Hamb. pag. 28.
W. E. Hoyle, Diagnoses of new Species of Cephalopoda
42 Dl*- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
collected during the Cruise of H. M. S. Challeiiger. Pt. 11. The De-
capoda. Ann. N. H. (5) XVI pag. 181—203.
G. P f e f f e r , Die Cephalopoden des Hamburger Naturhistorischen
Museums. I. Teil. Neue Dekapoden. Abb. Naturw. Ver. Hamb. 1884.
30 pag., 3Taf.
Sepiola bursa sp. n. pag. 6 Fig. 6. Hongkong. — S. tasmanica
sp. n. pag. 7 Fig. 7 Bass-Str. — S. Schneebageuii pag. 7 Fig. 8. Banda-
See. — S. pusilla sp. n. pag. 7 Fig. 9. Atl. Oc. — S. rossiaeformis
sp. n. pag. 7. Fig. 10. Postillons-I. (Sunda-Meer). Pfeffer 1. c.
Promachoteuthis (promachos = challenger) (Hoyle 1885 Narrat.
Chall. Exp. Vol. I pag. 273 f. 109) Körper kurz, gerundet, mit grossen
hinteren Flossen Mantel hinten frei wie bei Rossia. Sipho kurz,
schlank, mit umgekremptem Rand. Klappe? Kopf schmal und klein,
Augen nicht vorragend. Arme lang, mit 2 Reihen gest. Saugnäpfe.
Tentakel wie die Arme an ihrem Grunde, ohne Keule. Schulpe?
P. megaptera n. sp. östl. v. Japan, 1875 Fd. Hoyle 1. c. und Ann.
N. H. (5) XVI. pag. 181. 182.
Sepia esculenta n. sp. Markt in Yokohama. — S. elliptica n. sp.
N. Guinea. — S. Smithi, Südl. v. N. Guinea, 28 Fd. — S. sulcata
n. sp. Vor Ki Islands. — S. andreanoides n. sp. Markt in Yokohama.
— S. Kiensis n. sp. Ki Inseln, südl. v. N. Guinea. — S. Kobiensis
n. sp, Kobi, Japan, 8 Fd. — S. Papuensis n. sp. Südl. v. N. Guinea,
28 Fd. - S. cultrata Stp. MS. SOK. v. Austr. 2200 Fd. Hoyle
1. c. pag. 188—199.
S. Zanzibarica sp. n. pag. 9. Fig. 11, IIa, Zanzibar. — S.
Pageustecheri sp. n., pag. 9. Fig. 12, 12 a, Hongkong. — S. Singa-
porensis sp. n., pag. 10, Fig. 13, 13 a, Singapore — S. Polynesica
sp. n., pag. 11, Fig. 14, 14a, Südsee. — S. venusta sp. n., pag. 12,
Fig. 15, loa, Zanzibar. — Pfeffer 1. c.
Metasepia subg. nov. (ohne Beschreibung) Hoyle 1. c. pag. 199.
S. (Met.) Pfefferi n. sp. Südl. v. N. Guinea, 28 Fd. —
Sepiella curta n. sp., pag. 13. Fig. 16, 16a, Java. — S. ocellata
n. sp., pag. 13, Fig. 17, 17a, b. Java. — S. ovata n. sp., pag. 14,
Fig. 18, 18 a, hab.? — S. obtusata sp. n., pag. 15. Fig 19, 19a, hab.?
- Pfeffer I.e.
Sepioteuthis Ehrhardti sp. n., Barbados, pag. 3, Fig. 1, la. —
S. Neoguinaica n. sp., N. Guinea, pag. 1, Fig. 2, 2a. Pfeffer I.e.
Loligo ellipsura n. sp., Sandy Point, S. Amerika, 55 Fd. — L.
Galatheae Stp. MS. Philippinen, 20 Fd. — L. Kobiensis n. sp.. Japan,
8 u. 11 Fd. — L. edulis n. sp., Markt in Yokohama. — L. japonica
Stp. MS. Markt in Yokohama. — Hoyle I.e. pag. 182— 188.
L. Indica sp. n. pag. 4 Fig. 3, 3 a, Java. — L. brevipinnis sp. n.
pag. 5 Fig. 4, 4a, Ellice Gruppe. — L. spectrum sp. n. pag. 5
Fig. 5, 5a, Marquesas. Pfeffer I.e.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 43
L. Forbesii Stp., die gemeine Loligo der Englischen Küste,
Synonymie, Beschreibung und Gegenüberstellung der Charaktere von
Forbesii Stp. u. vulgaris Lam. Hoyle, Proc. Roy. Pliys. Soc. Edinb.
1884—1885 pag. 459-462.
Xiphoteuthis (Ommastrephes) ensifer Owen, ? = 0mm. pte-
ropus Stp., Loligo Brogniartii Blvlle u. Loligo todaropterus D. Ch.
Steenstrup, Notae Teuthologicae, Overs.Dan. Selsk.1885 pag. 109 — 127.
Ommastrephes und andere grosse Cephalopoden nähren sich
wahrscheinlich nach Art anderer grosser pelagischer Thiere meist
von kleinen Krebsen. Id. ibid.
Batliyteuthis gen. nov. Leib cylindrisch, hinten stumpf zu-
gerundet, mit 2 runden Flossen daselbst. Kopf breit, Augen vor-
stehend, Mundhaut mit Saugnäpfen. Arme kurz, Saugnäpfe in
2 Reihen. Tentakel schlank, zugespitzt. B. abyssicola n. sp. Südsee
1600 Fd. Hoyle 1. c. pag. 272 Fig. 108 und 1. c. pag. 308—310 Fig. 2.
BenthoteutWs gen. nov. magalops sp. nov. Martha's Vineyard,
New England, V er rill Tr. Connect. Ac. VI. pag 401—403 pl. 54. f. 1
Dosidicus Steenstrupii n. sp. pag. 20. Fig 27. hab.? Pfeffer 1. c.
Todarodes sagittatus. Das Hamburger Exemplar hat, entgegen
gesetzt den Steenstrup' sehen Angaben, an den Tentakeln 3 resp.
4 Haftknöpfe. Pfeffer 1. c. pag. 28.
Steenstrupiola nov. gen. Körper kurz mit kl. Fl. am Hinter-
ende. Nackenfalteu fehlen, die seitlichen und die quere Halsfalte
auch. Ein Rudiment der Trichtergruben mit ganz kleinen Velum.
Augeuöffn. klein, mit Sinus. Trichter ohne Klappe. Arme mit
2 Reihen von Näpfen, die an den Baucharmen sehr klein. Tent. mit
4 Reihen von Saugnäpfen, ohne Polster und Haftknöpfchen, Feder
mit gut ausgeb. Fahne, am Ende ein kleiner Konus mit aufgesetzter
solider Chitinspitze. — pag. 16. S. chilensis n. sp. pag. 16. Fig. 20, 20 a,
Chili. — S. atlantica n. sp., pag. 17. Fig. 21, 21a. Atl. Oc. —
Pfeffer 1. c.
OuroteutMs megaptera (ohne Beschr.) 3175 m., vom Talisman
gedredgt. Filhol, La Nature XITE. pag. 230.
Hyaloteuthidae. Nov. fam. Oig., Nähe der Mastigoteuthidae
Verr. ( — Kp. schlank, langhalsig, mit blattf. Fl. am Hinterende;
Mantel mit Kopf nur durch Knorpel verbunden. Keine Nacken- und
Halsfalten, keine Trichtergrube. Tr. ohne Klappe. Augenöffn. mit
vorderem Sinus. Dorsalarme sehr lang, mit 2 Reihen gestielter,
kugliger Saugnäpfe. Tent. lang, mit sehr vielen, kleinen Saugn.
Schulpe linienfg., hinten mit seitlicher, sich ventral einrollender
lanzettlicher Ausbreitung. — Pfeffer 1. c. pag. 26.
Hyaloteuthis n. g. Körper lang und durchscheinend; Augen
gross, Correa-Oeffn. ohnebemerkl. Sinus; Tent. mit 4 Reihen Saugn.,
Baucharme ausserord. lang. Einzige Art H. (Loligopsis) vermicularis
44 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch, Leistungen
Rüpp. Die Art von neuem beschrieben Pfeffer 1. c. pag. 28, 29.
Fig. 30.
Terrilliola n. g. Körper schlank, nicht durchscheiuend. Augen
mittel, Oeffnung mit Sinus, 1. Armpaar sehr kurz. Tentakel lang,
am Ende kaum verbreitert, Keule dicht mit ganz kleinen Saugnäpfeu
besetzt. — V. gracilis n. sp., pag 22. Fig. 28, 28 a— d, Salomons I.
— V. nympha n. sp. Chili, Zanzibar, pag. 23, Fig. 29, 29 a. — Pf fr. I.e.
Enoploteuthis Hoylei n. sp.; pag. 17. Fig. 22, 22a, b. — Mas-
karenen. — Beim ^ beide Baucharme hektokotylisirt. — E. pallida
n. sp.; pag. 18. Südl. Atl. Oc. — Pfeffer 1. c. ,
Aucistrocheirus megaptera sp. n. Martha's Vineyard, N. England,
707 Fd. Yerril 1 , Tr. Conuect. Ac. VI. pag. 399, 400. pl. 53. Fig 1 u. 1 a.
Teleoteuthis n. n. (für Onychia Les. nom. praeocc.) agilis n. sp.
Chesapeake Bay, N. England, Id. ibid. pag. 400, pl. 53 Fig. 2 u. 2 a.
Onychia biuotata sp. u. Atl. Oc. ; Layas-Ins. ; pag. 19 Fig. 24,
24a d. — 0. curta sp. n.; pag. 19 Fig. 25, 25 a, b. Banda-See; Wy-
tootake. — Pfeffer 1 c.
Octopodoteuthis sicula Krohn. ^ an allen 8 Armen hekto-
kotylisirt in Gestalt eines terminalen Getreide-Korn-artigen, krallen-
losen Gebildes. Pfeffer 1. c.
Onychoteuthis brachyptera n. sp.; pag. 20 Fig. 26; Chili,
Pfeffer I.e.
Histiopsis Hoyle 1885 (Narr. Ohall. Exp. I. pag. 273, nur der
Name) ähnelt Calliteuthis Verr. in Körper, Flossen und Pigmentirung,
jedoch mit einem Segel zwischen dorsalen, dorsolateralen und lateralen
Armen. Saugnäpfchen in 2 Reihen. Sipho mit Suspensorium und
Klappe. Schulpe? — H. atlantica n. sp. Süd -Atl. 2025 Fd. —
Hoyle 1. c. pag. 201- -203.
Megalocranchia u. gen. Körper glatt, Kopf gross, Arme uud
Tentakel wohl entwickelt, Zähne an den Ringen. — M. maxima
sp. n Cap. Pfeffer 1. c. pag. 24. 25. Fig. 32, 32a.
Liocranchia gen. nov. Körper glatt, kelchfg : Kopf klein; Arme
schwach entw., Ringe glatt. 2 ventrale und 1 dorsale Reihe von
Chitin-Tuberkeln.
L. Brockii n. sp. N. W. K. v. N. Guinea pag. 25 Fig. 33, 33a. —
L. cf. Reinhardt! Stp. China-See, pag. 29 Fig. 35. — Pfeffer I.e.
Crauchia s. str. Mantel mit fünfstrahl. Chitin- Concr. besetzt;
Kopf klein, Arme schwach, Ringe der Arme und Tent. ohne Spitzen.
C. tenuitentaculata sp. n. S. Thome, pag. 26, 27 Fig. 36. —
C. hispida sp. n. Wahrsch. Südsee. pag. 27. Fig. 37. — Pfeffer I.e.
Taouius Stp. n. T. hyperboreus Stp., genauer beschrieben,
Hoyle, P. Phys. Soc. Edinb VHI pag. 315-318, 321, 322.
Leachia Les. genauer festgestellt. Id. ibid. pag. 325.
Loligopsis auf L. Peronii Lam. zu beschränken. Id. ibid.
Loligopsis Schneehagenii sp. u. Chili, Pfeffer 1. c. pag. 23 Fig. 31.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885.
Pteropoda.
Wagner stellt die Pteropoden zwischen Cephalopoden mid
Heteropoden und theilt sie in 3 Gruppen: 1) Pterop. alata (Cym-
bulia, Tiedemannia) 2) Pt. pterocephala (Creseis, Cavolina, Hyalea)
3) Pt. deutocephala (Clio, Spongiodermon, Spongobranchus). N. Wag-
ner, die Wirbellosen des Weissen Meeres.
Gymnosoma.
Boas giebt eine „vorläufige Mittheilung über einige Gymnosomen
Pteropoden" Z. A. pag. 687— 691.
Clio borealis L. Anatomie, Nie. Wagner I.e. pag. 89— 120,
Taf . Vn— XIV.
Clione limacina Phipps; Krause, Arch. Nat. T. 51. pag. 298
Taf. 18 Fig. 19b - d. — Dallii sp. n. Id. ibid. Fig. 19a.
Cliopsis Troschel. Endkieme ähnlich wie bei Pneumodermon.
Das von Tr. als Penis beschriebene Organ ist in der That der
Penis. Boas Z. A. 690.
Cirrifer Pfeffer ist einzuziehen, stellt nur ein verstümmeltes
Pneumodermon vor. Boas Z. A. 690. 691.
Dexiobrancliiaea g. n. Keine Endkieme; Seitenkieme eine
dreiseitige häutige Forts, auf der rechten Seite. 2 Stück verkürzte
und uiodificirte Arme; ausserdem noch ein dritter unpaarer, ventraler,
der bis auf die 5 Saugnäpfe reducirt sein kann. Alle Arme können
in der Mundhöhle selber entspringen. Hakensäckchen werden durch
2 dornige Gruben vorgestellt. Radulareihen mit 1 Mittelzahn und
2-8 Seitenzälmen. Kiefer vorhanden. Hinterende des Körpers stark
verkürzt, im hinteren Theile keine Eingeweide aufnehmend. 4 Arten,
wovon bisher nur D. ciliatura Gegenb. (als Pneumodermon) beschrieben
ist. Boas Z. A. pag. 688, 689.
Spongiobranchiaea Orb. Nahe Pneumodermon. Endkieme ein
einf. membranöser Kragen um das hintere Körperende, ohne Strahlen.
Seitenkieme eine einf. membran. Forts, an der rechten Seite. Haken-
säckchen ähnlich Clione. Reihen der Radula mit Mittelzahn.
Kiefer. 2 mit Saugnäpfen versehene Arme, Nur 1 Art, südlich
vom 40" S. Br. vorkommend. Boas Z. A. pag. 688.
Thecosoma.
Macdonald bildet Cymbulia ab. P. R. Soc. T. 38 pag. 251—253
(J. R. Micr. Soc. (2) V. pag. 627)
Hyalea. Vorkommen bei Neu Seeland. Winkelmann, N.
Z. J. Sc. II. pag. 484.
46 Dr. Georg- Pfeffer: ßer. üb. die wissensch. Leistungen
Oastropoda.
Pulmonata Stylommatophora.
Heyne mann erörtert: die nackten Laudpulmonaten des Erd
bodens. — Es werden zunächst die einzelnen Provinzen mit ihren
Arten abgehandelt und zum Schhiss ein (nicht systematisches) Ver-
zeichniss der Gattungen mit ihren Arten gegeben. Wegen der un-
sicheren Stellung sehr vieler Gattungen ist in dem nachfolgenden
systematischen Referat auf diese Verzeichnisse nicht weiter ein-
gegangen. Jahrb. Mal. Ges. pag. 236—330.
Agnatha.
Tryon (Manual of Conchology, Pulmonata Vol. I.) theilt die
Agnathen in:
1) Testacellidae. Gen.: Testacella, Daudebardia, Chlamydephorus,
Plectrophorus, Solenochlamys.
2) Oleacinidae. Gen.: Oleacina.
3) Streptaxidae. Gen.: Streptaxis, Gibbus (Ennea, Diaphora),
Streptostele.
4) Helicoidea« Gen.: Guestieria, Diplomphalus , Micromphalia,
Rhytida, Paryphanta, Elaea, Aerope.
Lacaze-Duthiers stellt auf Grund vergleichender N eurologie
die homologen Teile des Körpers von Limax und Testacella fest.
Bei der ersteren Gattung hat sich der Fuss, bei der letzteren der
Nacken ausserordentlich entwickelt; das Schild von Limax ist homolog
den unter der Schale gelegenen Theilen von Testacella. Das Ver-
halten der Ganglien, bes. der asymmetrischen s. ebenda. (Thatsachen
wie Homologieen zum grössten Theil bekannt. Ref.) Den Schluss
bildet eine hypothetische Ableitung der Körperform der Testacella
von Limax, die dem natürlichen System der Landschnecken jedoch
gar nicht Rechnung trägt. C. R. 100 pag. 767 —773.
Testacella bisulcata Risso von Tanger, Hesse, Malak. Bl. pag. 9.
Apera (olim Chlamydephorus Binney) nov. nom. Wahr-
scheinlich Testacellide, mit ganz versch^vundenem Mantel. Genital-
öffnung samt den anderen Orificien auf der Medianlinie, nahe dem
Hinterende, in der gemeinsamen Mantelöftnung , oder nahe dem
rechten Fühler (die Angaben des Autors widersprechen sich^, keine
Schwanzpore. — A. Gibbonsii Binney, Taf. 2, Fig. 5 — 7. Heyne-
mann, Jahrb. pag. 17 — 20,
Olaudiua Poireti Pfr. durchnagt das Gehäuse von Cyclostomus
und Clausilia, um die Weich theile der Schnecken zu verzehren,
Erjavec, Nachr. 88. 89.
Eniiea circumsisa n. sp. Toumby b. Landana, W.- Afrika, M or e 1 e t ,
J. Conch. pag. 29. pl. I. f. 3. — dolium n. n. Heude (= E. doliolum
Heude 1885) J. C. pag. 43.
im Gebiete der Malakologie während des Jahi-es 1885. 47
(Gibbnlina) Coraorensis sp. n. Morel., J.-C. pag. 293. pl. 14. f. 3.
(Eunea) Humbloti pag. 294. pl. 14. f. 2; ovularis pag. 295. pl. 14
f. 6, 6a; corneola pag. 295. pl. 14, f. 11, IIa; vitrea pag. 296. pl. 14
f. 12— 12b; plicigera pag. 296. pl. 14. f. 5, 5a; spp. mi. von Gross-
Komoro; Morelet, J. Conch.
E. Usagarica, galactochila, ringens spp, nn. von Usagara, Ost-
Afrika, J. C. pag. 310—312.
E. Fuchsi nov. spec. China, Prov. Kuei-tscheii , Gredler, Jahrb.
pag. 223. —
E. Vriesiana sp. n. Assinie, W.-Afr. Ancey, Bull. Soc. Mal.
Fr. n pag. 145.
Gibbulina Comorensis Gran Comoro, Morelet, Malacologie des
Comores pag. 293 pl. 14 Fig. 3.
Streptaxis plussensis sp. n. Perak, Morgan, Bnll. Soc. Zool.
Fr. X. pag. 371 pl. V Fig. 1.
St. occidentalis , orientalis sp. n. China. Heu de, Mem. Hist.
Nat. Chin. Cahier 3, pag. 118 pl. 30 Fig. 22. 23.
Gulella elimensis, Assinie, pag. 51, Taf. 1 Fig. 13 — 15; assiniensis
sp. mi.; Chaper, Bull. Soc. Zool. Fr. pag. 53, Taf. 1 Fig. 16— 18.
Treichi nov, spec. Id. ibid. pag, 485. Taf. 11 Fig. 10, 11.
Adjua n. g. brevis n. sp. Assinie, W. Afr. Chaper 1. c. pag. 44.
Taf. 1 Fig. 4.
Tomostele n. g. für Achatina muscola Morelet, Ancey, Bull.
Soc. Mal, Fr, II pag. 143,
Rathouisia n, g. (fam. nov. Rathouisiidae) Agnath, nüt Agnathen-
Zähnen, Limaxartig, ohne Spur von Schale, nährt sich von andern
Schnecken, R. leonina = Vaginula sinensis He ude; tigriua, China,
Heude 1. c. pag. 99, 100, Taf. 26 Fig. 1. — Rathouis ibid. pag. 131, 132.
Vitrinaeea.
Hyalinia (Polita) polygyra, (Polita) Piniana, (Vitrea) Craverii,
(Vitrea) Bazattae nn. sp., (Vitrea) subhydatinan. n, für hydatina Less.,
von Piemont, Pellonera, Atti Acc. Tor, pag. 680— 682; petronella
V. Cenisia Ibid,
H. Debettana n. sp. Nord-Italien, Adami, Bull. Soc. Mal. Ital.
XI. pag. 205. Taf. 1 Fig. 1 3.
H. Oltisiana n. sp,, Süd-Frankreich; Fagot, Bull, Soc. Toulouse
1884 pag 15. — (Zonites) Harlei, Catalonien pag. 173; Arabiae
pag. 174 Id. Ann. Malac. 1884.
H. lucida Drap. Otocysten, Jourdain, C. R. 100 pag. 384,
Haz ay reiht H. alliaria als Var. an H. cellaria an. Jahrb. pag. 25.
(Polita) nitidissima Mouss. Böttger, Jahrb. pag. 163, 164,
Subg. Gemma nov., wegen Eigenthümlichkeiten der Radula, für
H, glabra Stud. Hazay, Jahrb. pag, 24.
48 1^1'- Greorg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
H. (Zonites) minusciüa Binney, Synonymie, Dali, Proc. U. S.
Nat. Mus. Vn pag. 270.
H. radiatula AI der durch ganz Nordamerika verbreitet, Id.
ibid. pag. 269.
H. (Conulus) Layardi n. sp. Thomson, P. Z. S. pag. 26, Hz.
Neu Hebriden.
(Strobila) labyrinthica Morse; hierher ist Helix Strebeli Pfr
zu ziehen. Dali, Proc. U. S. Nat. Mus. 1885. pag. 263.
H. crystallodes n. sp. China; Gr edler, Zur Conchylienfauna
von China, VIII, pag. 3.
Conulus sphaera, filocinctus, cuneus, bifilaris, infracinctus, py-
ramis, petasus, sinensis spp. nn. Heude, Not. Moll. terr. Fleuve-
bleu Cah. 3. pag. 104—106.
Zonites scrobiculatus Gr edler, China, Prov. Hunan, Jahrb.
pag. 220 Taf. 6 Fig. 2.
Libcra g. n. für Helix bursatella Gould; gregaria, recedens
spp. nn. Gesellsch. Ins. — Garrett J. Ac. Philad. 2 (IX) (1884).
Moaria g. n. conica sp. n. Assinie, Chaper, Bull. Soc. Zool.
Fr. X. pag. 49. pl. I Fig. 12.
Naniuidae. Ariophanta Kintiana, Lahatensis spp. nn. Perak,
Morgan, Bull. Soc. Z. Fr. X. pag. 381, 382, pl. VI Fig. 2— 4.
Hemiplecta Leechi sp. n. Ebendaher, Id. ibid. pag. 379. pl. V
fig. 9; filocostata sp. n. Hainan, Möllendorff, Jahrb. Mal. Ges.
pag. 387.
Nanina buccata, flavopurpurea, Delavayana, Fargesiana, distorta,
unica, sciadophila, derelicta sp. n., China; Heude 1. c. pag. 102 — 104,
mit Abb.
N. japouica, n. sp., Sengoku, Japan, Möllendorff, Journ. As.
Soc. Beng. pag. 59.
Nanina (Eurypus) nitidissima n. sp. (aufgeführt als Helix) Trea-
sury Island, Bongainville Straits; Guadalcanar. E. A. Smith, P. Z. S,
pag. 589. pl. XXVI Fig. 1, Ib.
N. (wahrsch. Eurypus) solidiuscula n. sp. Sta Anna Islands, am
Stamm der Kokospalme lebend. E. A. Smith 1. c. pl. XXXVI
Fig. 2, 2 b.
Xesta Malaouyi sp. n. Perak, Morgan 1. c. pag. 383. pl. VI,
Fig. 3.
Nanina (Thapsia) indecorata Gould (als Helix aufgeführt)
Morel et J. d. C. pag. 20. pl. II Fig. 6. (Verf. irrt, wenn er be-
merkt, dass die westafrikanischen Nanina- artigen Landschnecken,
darunter T. indecorata, noch nicht auf die Weichtheile untersucht
sind, s. Pfeffer, Abb. Naturw. Verein Hamburg pag. 19. Ref.)
Landana.
Helicarion. Tryon (Manual) stellt die Arten der Gattung zu-
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 49
sammen und zählt die australischen Vitrinen, wie auch schon frühere
Autoren, dazu.
H. (Vitrina) paulina sp. n. China, Heu de 1. c. pag. 100 Taf. 25
Fig-. 10.
H. (Vitrina) Bernardii u. sp. Gleilston, Johnston, P.Roy.
Soc. Tasm. 1884 pag. 219.
Helicarion Setchuanus, bulla (schon von Semper vergeben ; Ref.)
Fargesianus, globus, poma, riparius, resinaceus, umbraecutor, spp. nn.,
China, Heude, Fleuve bleu pag, 100— 102 mit Abb.
H. Lovi sp. n. Perak, Morgan 1. c. pag. 373 pl. V Fig. 3.
Macrochlamys? discus sp. n. Hongkong, v. Möllendorff, Jahrb.
Mal. Ges. XII. pag. 379 Taf. IX Fig. 8 b.
M. Pataniensis, Hatchongi, Jousoufi, Bartoni spp. nn. von Perak,
Morgan 1. c. pag. 376-378. Taf. V Fig. 5— 8.
Microcystis stenomphala n. sp. Hongkong, v. Möllendorff 1. c.
pag. 381 Taf. X Fig. 9; Schmackeriana Moll. ibid. Fig. 10.
M. angustivoluta, scalpta spp. nn. Gesellsch.-Ins. Garrett,
Journ. Ac. Philad. (2) IX.
lieber Tennentia Humbert s. Heynemann, Jahrb. 298, 299,
302, 303.
Parmarion Setchuanensis sp. n. Heude 1. c. pag. 99 pl. 26 fig. 4.
Trochonanina subrugosa, Tahitensis sp. n. Gesellsch.-Ins.,
Garrett 1. c.
Trochomorpha assimilis n. sp. Ebendaher, Id. ib.
Kalieila Honkongensis, polygyra spp. nn. Hongkong, v. Möllen-
dorff, Jahrb. Mal. Ges. pag. 385, Taf. X, Fig. 13, 14; rupicola var.
grandior nov. Hoo-chew-foo. G redler , Zur Conchylienfauna von China,
pag. 4.
Oxytes sakaya sp. n. Perak, Morgan I.e. pag. 380, Taf. 6,
Fig. 1.
Zonites Mooreanus n. sp. Gesellsch.-Ins. Garrett 1. c.
Z. scrobiculatus n. sp. China, G redler, Zur Conchylien-Fauna
von China pag. 220, Taf. 6, Fig. 2.
Titrina. 59 sp. bei Tryon, Manual.
V. brevis var. bosniaca n. Central-Bosnien ; Böttger, J.Mal.
Ges. XII. pag. 54.
Gaeotis Douvillei sp. n. Perak, Morgan I.e. pag. 388 pl. VIII
Fig. 9.
Limaeinae. Simroth, H. Versuch einer Naturgeschichte der
deutschen ^acktschnecken und ihrer europäischen Verwandten. Z.
w. Z. Tom. 42. pag. 203—366. Mit Tafel VII— IX. Die ausser-
ordentlich vielseitige und werthvolle Arbeit zerfällt, abgesehen von
einer allgemeinen Einleitung und einem Schlusskapitel in zwei Haupt-
theile: I. Anatomie der Arten, und IL Aeussere Beschreibung und
Naturgeschichte der Arten. In dem ersten Theile werden zunächst
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H, 1. J)
50 r^i'- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
b Arten Limax, 6 Arten Agriolimax , 7 Arten Amalia, 1 Art Para-
limax und 6 Arten Arion aufs eingehendste anatomiscli beschrieben
und mit vielen Zeichnungen illustrirt; sodann giebt Verfasser eine
sich aus dem Material ergebende Uebersicht der Anatomie und
äusseren Merkmale der Gattungen (pag. 231 — 254), mit dem Inhalt:
Nach der Morphologie des Darmes scheiden sich alle Nacktschnecken-
Gattungen von vorn herein; Radula und Kiefer sind für die vor-
liegenden Untersuchungen von geringem Gewicht. Die weite Trennung
der Theile des Retractor penis unterscheidet Arion von allen anderen
Pulmonaten; die Ausbildung der Zwitterdrüse ist ohne Belang, die
Bildung der Endorgane der Genitalien von grösster Wichtigkeit.
Eier, Niere, Fussdrüse, Nervensystem und äussere Merkmale werden
pag. 245—250 besprochen. Gegenseitige systematische Stellung der
Gattungen pag. 250. Die Limaeiden hatten früher eine Schale,
Arion nie. Schliesslich wird im Anschluss an die Sempersche
Eintheilung folgendes System mit kurzen Diagnosen entworfen:
Ordnung P u 1 m o n a t a. 1. Eam. Helicidae mit den Nackt-
schnecken - Gattungen Limax, Agriolimax, Amalia. — 2. Fam. Zoni-
tidae. — 3. Fam. Arionidae mit der einzigen Gattung Arion. — In
dem 2. Haupttheile der Arbeit werden ausser den äusseren Merk-
malen der europäischen Nacktschnecken besonders die Prinzipien
der geographischen Verbreitung und die Physiologie der Färbung
erörtert. Das „Schlusskapitel" fasst die letzteren Betrachtungen
zusammen.
Limax. Nacktschnecken mit 6 Darmschlingeu pag. 293. Ueber-
sicht der Gattung pag. 320—323.
1. Untergattung. Eigentliche Limaces mit 6 Darmschlingen ohne
Blinddarm.
1. L. maximus; pag. 296—313, Taf. VII Fig. 1—6; Anatomie
pag. 204—210, Taf. VIH Fig. 1—11.
2. L. tenellus; pag. 294—296, Taf. VII Fig. 7; Anatomie pag.
210—212, Taf. Vin Fig. 12, 13; Taf. IX. Fig. 1, 2.
3. L. nycthelius; pag. 313, 314; Anatomie pag. 212, Taf. VIII
Fig. 14, 15.
4. L. coeruleus; pag. 294; Anatomie pag. 212—214, Taf. VIII
Fig. 16.
2. Untergattung. Limaces mit 6 Darmschlingen und 1 Blinddarm.
5. L. variegatus; pag. 317—320, Taf. VII Fig. 8—10; Anatomie
pag. 214—216, Taf. VIH Fig. 17.
6. L. arborum; pag. 314— 317, Taf. VII Fig. 11— 13; Anatomie
pag. 216—218, Taf. IX Fig. 3, 4.
Agriolimax pag. 323—326. Uebersicht 332—334.
7. A. agrestis; pag. 329— 332, Taf. VII Fig. 14—16; Anatomie
pag. 218—222, Taf. IX Fig. 5-15.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 51
8. A. laevis; pag. 327-328, Taf. VII Fig. 17; Anatomie pag.
222—224, Taf. IX Fig. 16—22.
9. A. melanocephalus ; pag. 326; Anatomie pag. 224, Taf. IX,
Fig. 23.
10. A. Dymczewiczi ; pag. 329 ; Anatomie pg. 224, Taf. IX. Fig. 24, 25,
11. A. berytensis; pag. 329; Anatomie pag. 225, Taf. IX. Fig. 26.
12. A. Maltzani n sp. von Algarve pag. 329, Taf. VII Fig. 18.
(Das im Text angegebene Referat zu Taf. IX ist nicht
richtig. Ref.)
Amalia pag. 334, 335. Uebersicht 340—342.
13. A. marginata; pag. 335, 336, Taf. VII Fig. 19; Anatomie
pag. 225—228, Taf. X. Fig. 1—4.
14. A. carinata var. Sowerbyi; pag. 338; Anatomie pag. 228,
Taf. X Fig. 5—10.
15. A. carinata typ.; pag. 336, Taf. VII Fig. 20; Anatomie pag.
228, 229; Taf. X. Fig. 11, 12.
16. A. gracilis und budapestensis ; pag. 337, Anatomie pag. 229
Taf. X Fig. 13.
17. A. gagates; pag. 338; Anatomie pag. 230, Taf. X Fig. 14,
18. A. Robici nov. spec; von Kraiu pag. 339, Taf. VII Fig. 21;
Anatomie pag. 230, Taf. X Fig. 15, 16.
19. A. cretica nov. spec. ; pag. 339, 340 Taf. VII Fig. 22; Anatomie
pag. 231, Taf. X Fig. 17, 18.
Paralimax pag. 343.
20. P. intermittens pag. 231.
Heyne mann, die nackten Land-Pulmonaten des Erdbodens 1. c.
Fundortslisten mitteleuropäischer Nacktschnecken v. Dr. 0.
Böttger, Nachr. 54—58.
Ihering bespricht die amerikanischen Limaeiden. In Rio
Grande findet sich L. variegatus eingeschleppt, ausserdem einheimisch
L. brasiliensis Semper; der erstere auch in Argentinien und Nord-
Amerika. L. brasiliensis wird ausführlich äusserlich und anatomisch
beschrieben. L. argentinus Strobel wird wohl hierher zu ziehen
sein. In Nordamerika sind eingeschleppt L. cinereus L. (maximus
Binn.), L. variegatus Drap, (flavus Binn.) und L. agrestis; vielleicht
L. (Amalia?) Hewstoni Coop. Die kleinen, nordamerik. Agriolimax
(montanus, castaneus, Weinlandi) scheinen zu L. campestris Binn.
zu gehören. Von den mexikanischen steht L. stenurus Str. u. Pffr
zwischen campestris u. brasiliensis, Jalapensis Str. u. Pffr schliesst
sich daran eng an, Berendti Str. Pffr steht ferner. Bei der grossen
Aehulichkeit von brasiliensis und laevis ist diese vielleicht als laevis
var. americana zu bezeichnen und hierzu campestris, stenurus, bra-
siliensis und argentinus zu ziehen. Jahrb. Mal. Ges. p. 201—218.
Lelimannia älter als Plep(c)tolimax Malm und Simrothia
Gl es sin. Heynemann, Jahrb. pag. 244.
D*
52 Dl'- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Gruppe ciuereo-niger Wolf mit den Arten cinereus Lister,
cinereo-niger Wolf, Transylvanicus Heyn., versicolor Hazay ; Unter-
schiede Hazay, Mal. Bl. pag. 68, 69. Bemerkung über die Radula
von cinereoniger pag. 67.
L. (Lehmannia) variegatus Drap, von Gibraltar und Tanger,
Hesse, Mal. Bl. pag. 102. — Kosmopolitische Verbreitung, Heyne-
mann, Jahrb. pag. 290.
L. arborum, var. maculata nov. Irland, Roebuk, Journ. of
Conch. IV pag. 375. — L. flavus var. suffusa nov. 1. c. pag. 352.
L. canariensis viell. = L. variegatus. Heynemann, Jahrb
pag. 289, 290.
L. maxiraus var. Ferussaci nov. Cornwall. Bill, Zool. (3) IX
pag. 389.
L. (rrauenfeldia)montenegrina nov. Böttger, Jahrb. pag. 66. —
Wahrsch. = L. coerulans (Schwabi) juv. — Simroth, Nachr. 58, 59.
L. Transylvanicus Heyn. Genitalien, Kiefer, Radula. darnach
nächster Verw. von L. cinereo-niger Wolff; Hazay, Mal. Bl.
pag. 62—64.
L. Schwabi Frfld. gehört in die „Frauenfeldiana-Gmppe";
Hazay, Mal. Bl. 65, 68.
L. versicolor n. sp. Ungarn. Aeussere u. anatomische Charaktere ;
Hazay, Mal. Bl. 65-67, 69.
L. (Heynemannia) Conemenosi Bttg. Taf. 4 Fig. 1, 3; var. multi-
punctata nov. pag. L58 Taf. 4 Fig. 2. Tempethal, Thessalien; —
maximus L. var. carbonaria nov. pag. 159; Taf. 4 Fig. 6; var. sub-
maculata nov. pag. 161 ; Fig. 7 Thessalien; Böttger, Jahrb. Mal. Ges.
L. Setchuanus sp. nov. Heude, China. Fleuve bleu pag. 99,
PI. XXVI Fig. 3.
L. canapicianus spec. nov. Piemont. Pellonera, Atti Acc. Tor.
XX pag. 677.
L. (Agriolimax) fungivorus sp. n. Pellonera, Atti, Acc. Tor.
XX pag. 678.
L. (Agriolimax) agrestis L. von Tanger, Hesse, Mal. Bl. pag. 62.
L. (Agr.) Panormitanus Less. u. Poll. vai-. Ponsonbyi nov.
Hesse, Mal. Bl. 62; vielleicht = agrestis var. Id. ibid. pag. 102.
Ihering meint, dass zu (Limax) laevis Müll, als amerikanische
Varietäten gehören: brasiiiensis, argentinus, stenurus, jalapensis,
Berendti, campestris, occidentalis, castaneus, montanus. Jahrb. pag.
201-218. Heynemann rechnet ferner dazu: lacustris, hyperboreus,
rarotonganus , sandw^ichiensis, mouensis und vielleicht noch andere.
Jahrb. pag. 278—280.
L. brasiiiensis Semper, ähnlich L. laevis. Beschreibung äusser-
lich und anatomisch, Genitalien, Herz, Niere und Radula abgebildet,
Ihering, Jahrb. Mal. Ges. pag. 201—218, Taf. 5.
Amalia älter als Milax Gray. Heynemann, Jahrb. pag. 243.
im Gebiete der Malakolog'ie während (le.s Jahres 1885. 53
Amalia gagates Dr. von Gibraltar a. Tanger, Hesse, Mal. Bl
pag. 13, 102. — Hierher nach Heyne mann L. Hewtoni u. carenatus
Orb. Jahrb. pag. 269 u. 290. Hessei Bttg., Jahrb. pag. 158 Taf. 4
Fig. 4, 5. Ueher weite Verbreitung der Art Id. ihid. pag. 291, 292.
A. sp. von Tanger, Hesse, IVIal. Bl. 13.
L. Hestoni ist wahrscheinlich Amalia Gagates. Heyne mann,
Jahrb. pag. 269.
Limax (Lallemantia Mabille) (cinereus) carenatus Orb. (po-
lyptychus Bourg.) von den Can aren = Amalia gagates, H e y n e m a n n ,
Jahrb. pag. 290.
Letourneuxia besser als Geomalacus, Hesse, Mal. Bl. 102.
Geomalacus (Letourneuxia Bourg.) Numidicus Bourg. v. Gibraltar.
Hesse, 3Ial. Bl. 14. 102.
Helicacea.
Arion. Simroth 1. c. pag. 256, 257. Uebersicht der Gattung
pag. 290—292. Er theilt die Gattung je nach den Ausluhrungs-
gängen der Genitalien in Monatriiden und Diatriiden.
A. empiricorum; pag. 257—276, Taf. VII Fig. 23 — 31; Anatomie
pag. 231—236, Taf. X Fig. 19—25; Taf. XI Fig. 1-4.
A. brunneus; pag. 280 ff. Taf. VII Fig. 32, 33; Anatomie pag. 236,
Taf. XI Fig. 5-7.
A. subfuscus; pag. 280 ff'. Taf. VII Fig. 34, 35; Anatomie pag.
236, 237, Taf. XI Fig. 8—10.
A. Bourgignati; pag. 287— 289, Taf . VII Fig. 36— 40 ; Anatomie
pag. 237, Taf. XI Fig. 11—13.
A. minimus nov. spec; Niederlausitz und Leipzig; pag. 289, 290,
Taf. Vn Fig. 41 ; Anatomie pag. 237, 238, Taf. XI Fig. 14, 15.
A. hortensis pag. 276— 279; Anatomie pag. 238, 239, Taf. XL
Fig. 16—18.
? A. timidus pag. 280.
Heynemann, Die nackten Land-Pulmonaten des Erdbodens 1. c.
0. Böttger, Fundortslisten europäischer Nacktschnecken 1. c.
Arion Pellonerae sp. nov. Piemont; Pini, Atti Soc. Ital. XXVII
pag. 381 pl. XII.
Arion ater var. reticulata nov. Irland, Roebuck, Journ. of
Conch. IV. pag. 375. — var. biccolor uov. Cornwall, Belt, Zool. (3)
IX pag. 389.
Arion (Ariunculus) Moreleti nov. von Tanger und Gibraltar.
Hesse, Mal. Bl. pag. 14—16, 102, Taf. VIII F. 1, 2; Genitalapp.
F. 3, Schale F. 4.
A. foliatus ist wahrscheinlich ein Prophysaon. Heynemann,
Jahrb. pag. 269.
A. (Lochea) Stabilei sp. nov. Piemont, Pellonera, Atti Acc.
Tor. XX pag. 700.
54 r)i'- Greorg- Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
A. (Carinella) siibcarinatus sp. nov. Piemont. Id ibid.
Letourneiixia (Prolepis) ist sowohl als Gattung Avie Unter-
gattung einzuziehen. Heynemann 1. c.
Parinacella. Siniroth ergänzt seine im Jahrb. Mal. Ges. X
pag. 1—47 gegebene Darstellung der anatomischen Verhältnisse der
Gattung hinsichtlich der Morphologie der Niere und der Nierenspritze
Nachrbl. 153-158.
P. Valeucieunesii Webb u. v. Beneden (= P. Deshayesii
Kobelt, Iconographie F. 1318) von Punta de los Cantales, zwischen
Malaga u. Velez-Malaga. Hidalgo, J. C. pag. 93. — Bestätigung
der Synonymik Hidalgo's nebst Angaben über das Eierlegen und
die nächtliche Lebensweise, Crosse ibid. pag. 94—96. — Beschr. des
Aeussern u. Genitalapparates; Gibraltar u. Tauger, Hesse, Mal. Bl.
pag. 9—12 u. 102. — Ueber etwaige anatomische Unterschiede der
Arten. Simroth, Nachr. pag. 155, 156. —
Ueber Plutonia s. Heynemann, Jahrb. Mal. Ges. 285.
Patula. Verbr. v. P. rupestris u. ruderata in den Alpen,
Märten s, Sitzb. Nat. Fr. pag. 158 ff.
Patula acuficosta, lamellicosta sp. n. Gesellsch. Ins. Garret 1. c.
P. (Pitys) consobrina, subtilis, punctiperforata , boraborensis.
Ebendaher, Id. ibid.
Patula Holmbergi sp. n. Argentinien, Döring, Act. Ac. Cord.
V. pag. 113 pl.II Fig. 3.
Subg. Spelaeodiscus nov. für Pat. Hauffeni Sc hm. Brusina,
Mitth. Ver. Steierm. pag. 11.
Libera gen. nov. für H. (Endodouta) bursatella. — L. gregaria,
recedens nn. spp. Gesellsch.-Ins. Garret 1. c.
Endodonta cretacea sp. n.. Id. ibid.
Helix. H. Dohrn setzt die Monographie der Gattung in der
zweiten Auflage des Conch.-Kabinets fort.
(Microphysa) vortex Pfr, vivipar; Dali, Proc. U. S. Nat.
Mus. VII pag. 268.
(Gonostoma) diplomphala (ähnl. biconcava Heude), biuodata
spp nn. Badung, chin. Prov. Hubei, Möllendorff, Nachr. 166.
H. holoserica Stud. Verbr. in den Alpen, Martens, Sitzb. Nat.
Fr. pag. 158 ff.
H. triaria Friv. var. Tatrica u. Traussylvanica nov. Hazay,
Jahrb. pag. 26 u. 27.
H. obvoluta Müll. var. Bosniaca nov. Bttg. Jahrb. pag. 57. —
H. lentina n. sp. Kokand, Martens, Sitzb. Nat. Fr. 18.
H. Quadrasi n. sp. Valencia, Hidalgo, J. C. pag. 193, 194. Taf.IX
Fig. 6— 6 c.
H. cereolusMhlf. Ausführliche Besprechung der verschiedenen
Formen: septemvolva, laminifera, microdonta und cereolus s. str. —
Dali., Pr. Un. St. Nat. Mus. pag. 264-267.
im Gebiete der j\Ialakologie währeiul des Jahres 1885. 55
(Aegista) platyomphala sp. n., China, v. Mölleiidorff, Jahrb.
Mal. Ges. pag. 292. Taf. XI Fig. 9.
H. ericetorum, Llandiidno, Cockerell, Jonrn. of Conch. IV.
pag. 373.
H. Nikitai nov. (Gruppe obvoluta) Cettinje, Clessin, Nachr. 180.
H. obvia, Verbr. in den Alpen, Martens, Sitzb. Nat. Fr.
pag. 158 ff.
Sulliottii sp. n. Piemont, Pellonera, Atti Acc. Tor. XX.
pag. 699.
H. homoleuca Parr. Brusina, Bull. Soc. mal. Ital. XI.
H. Lr.uriniae sp. n. Tunis, Issel, Ann. Mus. Gen. (2) II pag. 6.
H. Pisana var. alba, Dublin, Cockerell, Journ. of Conch. IV>
pag. 368.
H. unifasciata Poiret = candidula Studer. L ocard, Contrib.
Faune mal. frang. IX.
H. Belloquadrica, Monqueroni, acosmia, microphana, ilicetorum,
Garoceliana, Tarasconensis , Elimberrisiana, Arelatensis, aurigirana,
Ussatensis. Id. ibid. Süd-Frankreich.
(Numidia) idia Bourg. u. Letourn. Issel, Ann. Mus. Gen. (2)
II pag. 8.
(Cochlicella) acuta, Verbr. in England, Naturalist X. pag. 112.
181 u. 366.
H. (Trichia) Cottiana, Salassia, Pegorarii; Piemont; Pello-
nera 1. c,
H. (Trichia) Clessini n. sp. Ulicny (= H. transsylvanica Ulicny
[non Bielz] Verz. der Weichthiere von Brunn) nahe verwandt, doch
unterschieden von H. sericea Dr. und H. Lubomirskii Slösarski.
Beschreibung, auch des Pfeiles und der Radula. A bb. pag. 3. Olmütz
und Brunn. Kiefer. Taf. VIII Fig. 5, 6; Zungenzähne Fig. 7, 8; Pfeil
Fig. 9, Mal. Bl.
H. Pietruskyana Parr. = hispida var. Hazay, Jahrb. pag. 41.
H. villosula Zgl.; neu beschrieben, Id. ibid.
H. sericea Müll. Anatomie, Ashford, J. of Conch. pag. 259
pl. X Fig. 5.
(Carthusiana) Euboeica Kob. Pelion-Gebirge. Böttg er, Jahrb.
pag. 167. —
(Zenobia) saxicava nov. spec. Algarve, v. Maltzan, Jahrb.
pag 235.
H. similaris Fer. Yesso, Peronai, nördlichste bekannte Fundort.
Möllendorff, J. A. Soc. Beug. T. 54 pag. 60.
H. nemoralis var. P. N. H. Glasg V. 308; vielleicht = albolabris,
Crowther, Science Gossip (1883).
H. aspersa. Ortsinn, F. d' A. Furtado, Ann. N. H. (5) XVI.
dag. 519. 520.
H. pomatia, über 4 Jahre in der Gefangenschaft lebend, Kin-
kelin, Nachr. 79, 80.
50 Dr. Georg Pfeffer: Bei*, üb. die wisseiiscli. Leistungen
H. pomatia var. contracta uov. Basalt im Neograder Comitat,
Hazay, .Jahrb. pag. 42, 43.
Elona Adams. Hesse stellt auf Grnud anatomischer Unter-
suchnng fest, dass H. Qiümperiaua keine Cami)ylaea ist, dass also
der alte Adams'sche Gruppenname wieder anzuwenden ist. Jahrb.
pag. 45 — 47. Abb. von Genit. und Kiefer Taf. 3 Fig. la— e.
H. arbustorum varr. Wo od ward, Zoologist (3) IX pag. 408— 414.
H. (Fruticocampylaea) dichorozona Mrts nov. spec. Sitzb. Nat
Fr. pag. 17. Kokand.
H. (Campylaea) Argentellei Kob. var. peritricha nov. u. H. (C.)
Conemenosi n. sp. v. Achaia. Böttger, Nachr. 119. 120.
Verbreitung alpiner Campylaen (Presslii, ichthyomma, cingulata,
planospira, Rhaetica, zonata, Cisalpina, glacialis, alpina, Fontenillei,
Schmidtii, phalerata, Ziegleri, tigrina, frigida) in den Alpen. M ar-
ten s, Sitzb. Nat. Fr. 158—162.
H. serbica v. Moll, var. unitaeniata nov. Böttger, von Monte-
negro, Jahrb. 69. —
H. OlympicaRoth var. Ossica nov. pag. 170; var. Magnesia nov.,
Ossa, Böttger, Jahrb. pag. 170. 171. — Gasparinae Kob. var. sub-
deflexa nov., Ossa; Id. ibid. pag. 172.
(Plectotropis) Hupensis sp. nov. Gr edler, China, Prov. Ost-
Hupe, Jahrb. pag. 221, Taf. 6 Fig. 1. — piligera Id. ibid. pag. 222,
Taf. 6 Fig. 3, Prov. Kuei-tscheu. —
H. (C.) tricolor Pfr. Typische Form von San Cristoval; var. ,i
(Pfr.) von Sta Anna; var. nov. picta vom Norden von S. Cristoval.
E. A. Smith, P. Z. S. pag. .589 pl. XXXVI f. 393b.
H. (C.) Anadyomene A. Ad. u. Ang. Ugi-Ins. Id. Ibid.
(Hadraj subgibbera sp. n. China, v. Möllendorff, Jahrb. mal.
Ges. pag. 394 Taf. XI. Fig. 21.
(Geotrochus) acmella Pfr. (übergehend in H. meta Pfr., früher
nur in einer Varietät bekannt) Faro Isl. u. Florida Isl. pag. 590. —
Guppyi sp. n. Faro Isl., in den höheren Gegenden bis 1900' über dem
Meere, pl. XXXVI fig. 4. — H. (G.) Dampieri Ang. var. Choiseul-
Bay; Luisiaden; pag. 592. pl. XXXVI f. 5. — H. (G.) Cleryi Recl.
Die typische Form von San Cristoval, Ugi, Guadalcanar u. New
Georgia; var. meridionalis nov. (pl. XXXVI f. 6b) von Sta Anna Ins.,
var. Simboana nov. (fig. 6 a) von Simbo; var. septentrionalis (fig. 6)
von Choiseul Bay, Shortland und Treasiuy Isl. E. A. Smith,
Proc. Z. S.
H. (Videna) Sanctae Annae nov. spec. Sta Anna, am Stamm
von Cocosnuss-Palmen ; ähnlich latimarginata S m. von den Fidschi Ins.
und Contrarietes-Ins. E.A. Smith 1. c. pag. 594. pl. XXXVI. fig. 7, 7 b.
H. (Camaena) Hombroni Pfr. Shortland und Faro Isl., Ysabel
Isl. (die Original -Angabe: Admiralitäts-Ins. ist uncorrect). E. A.
Smith, P. Z. S. pag. 594.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 57
H. (Solaropsis) Cousinii, Süd -Amerika, Joiisseaume, Bull.
Soc. zool. Fr. XXn.
H. (Chloritis.) enstoma Pfr. Ugi und Faro Islds, N. Georgia.
(H. erinaceus Pfr hierher zu ziehen.) E.A.Smith, P. Z. S. pag. 594.
H. Cyuetarum uov. spec. Algarve, v. Maltzan, Jahrb. pag. 235.
H. Bland nov. sp. N. Italien, Pellonera, Att. Acc. Tor. XX.
pag. 78.
H. liburnica Stoss., H. gyroides Parr. Synonymie. Brusina,
Boll. Soc. mal. It. XL
Chinesische Species. H. leprosa, latrunculorum, improvisa,
Conrauxiana, laciniosa, demolita, innominata, Delavayana, parasitica,
parasitarum, sedentaria, calculus, furtiva, herpestes, mola, impatiens,
Magnaciana, Seguiniana, biforis, invia, reserata, murata, diodontina,
biscalpta, rebellis, padulella, pulverulenta , puberula, araneaetela,
horripilosella, spp. nn. China, Heude, Notes Moll. terr. valle-bleu,
pag. 106 — 114 Abb. — Von diesen Namen werden, da sie bereits
vergeben sind, geändert: leprosa in leprosula, laciniosa in laciniosula,
calculus in lithina, pulverulenta in puberosula; Heude, Journ. Conch.
pag. 43.
H. hemipleuris n. sp. Badung, China, v. Möllendorff, Nach-
richtsbl. pag. 166.
H. philammia Bourg. Ausgewachsene Stücke mit lappig vor-
springender Naht der oberen Wdgn. Höhe der Gallala, 1300 m.,^
Aegypten; 29«N. Br. v. Martens, Sitzb. naturf. Fr. pag. 88.
H. ptychodia Bourg. Gebel Gharebun, Aegypten. v. Martens
1. c. pag. 88.
H. d'Hericourtiana sp. n. Shoa, Bourgignat, Moll. Choa
(Ethiopie meridionale) pag. 10 Fig. 8, 9.
Cochlostyla. v. Möllendorff giebt eine Aufzählung der Arten
mit Angabe der Gruppe, in die Semper und Pfeiffer dieselben
stellen. Jahrb. pag. 72-82.
Bulimus nasutus n. sp. Brasilien, v. Martens, Sitz. Nat. Fr.
pag. 195 ff.
Bulimus grandis nov. spec, v. Martens, Sitzb. Nat. Fr. pag. 148,
Descalvado, Prov. Matagrosso, Brasilien.
B. (Placostylus) Cleryi Petit; sehr variabel, neu beschrieben,
E. A. Smith, P. Z. S. pag. 954.
B. (Eudioptus) Aguirrei n. sp. Argentinien, Döring, Act. Ac.
Cord. V. pag. 112 pl. 11 Fig. 2.
Achatina (Homorus) cornea Morelet, Gross Komoro. J. C.
pag. 289. — A. (H.) monacha Mor. ibid. pag. 290 pl. XIV f 7. Gross
Komoro. —
Achatina Milne-Edwardsiana sp. n. Somali-Land, Revoil, Bull.
Soc. mal. Fr. II pag. 98 pl. V.
Limicolaria Droueti n. sp. Morelet, J. C. pag. 21. pl. 11.
58 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
f. 14, Toiimby, bei Landana, W.- Afrika. L. aethiops n. sp. id ibid.
pag. 23. pl. II f. 13. Gabun.
L. d'Hericourtiana, Choaua (=: Achatina Heuglini var. s. Mrts)
pyramidalis, Chefneuxi, glandinopsis, Soleilleti, Choa; Centr. Afr.,
Bourgignat, Moll. terr. Choa, pag. 15— 21. Fig. 20-23.
Perideris Verdien sp. n. Senegal, Chaper, Bull. Soc. Zool. Fr.
X. pag. 45. pl. L f. 5.
Bulimiims. Hesse macht Mittheilung über Geschlechtsapparat
und Zahnbau der Gattung. Nach dem bisher untersuchten Material
zeigen die Gruppen Zebrina, Petraeus und Napaeus einen langen, unten
dickeren, oben dünneren, am Ende kolbig angeschwollenen Penis-
anhang, dessen die Gruppen Chondrula und Mastus entbehren. Fast
alle Arten haben ein kleines Flagellum und ein Diveitikel an dem
Receptaculum. Jahrb. pag. 48—52. — Zähne v. B. bidens Kr y n. s. da. —
O. Böttger. On five new sp. of Shells of the genus
Buliminus from the Levaut, collected by Vice-Admiral T. Spratt,
P. Z. S. pag. 23—26. Hzz. - B. (Mastus) unius Bttg. P. Z. S. 1858
pag. 23. Hz. Ins. Unia. — B. (Zebrina) caesiiis. Id. ibid. pag. 24. Hz.
Smyrna. — B. (Mastus) milensis. Id. ibid. pag. 25 Hz. Ins. Milo. —
B. (Ena) Stokesii. Id. ibid. Hz. Ins. Amorgo. — B. (Eua) Carpathius.
Id. ibid. pag. 26. Hz. Ins. Karpatho. —
B. (Rhachis) Brewsheri Morel. 1878. var. Morelet, J. Conch.
pag. 289. pl. XIV. f. 13. Gross Komoro.
B. insiüaris Ehbg., N.W. v. Koseir, 26«20'N. B. nördlichstes
Vorkommen, v. Martens, Sitzb. Naturf. Fr. pag. 87.
B. (Chondrula) heptodon n. sp. an B. 7dentatus anschliessend.
29« N. B. 1300 Meter. Id. ibid. pag. 88.
B. Micelii nov., vielleicht ein eigenes Subgenus, aus Tunis,
Kobelt, Nachr. 115.
B. (Ena) Cefalonicus Mouss. var. Conemenosi n. Elis u. Achaia,
Böttger, Nachr. 121.
B. (Zebrina) detritus Müll, mit seinen Varietäten und Syno-
nymen betrachtet Clessin, Nachr. 147—151. — Verbr. in den Alpen,
Martens, Sitzb. Naturf. Fr. pag. 158 ff. — Genitalien, Hesse,
Jahrb. 49, Taf. 3 Fig. 2.
B. Hohenackeri Kryn. Genitalien, Hesse, Jahrb. pag. 50.
Taf. 3 Fig. 3.
B. tauricus Lang. Genitalien, Id. pag. 51. Taf. 3 Fig. 4.
B.obscurus Drap. Synonyme, Verbreitungsbezirk und Varietäten:
ventricosus Loc, elougatus Kob., Carthusianus Loc, Carpaticus nov.
betrachtet Clessin, Nachr. pag. 174— 177.
(Chondrula) bidens Kryn. var. Retowskiana Cless. (B. Theo-
dosianus Bourg.). Genitalien, Hesse, Jahrb. pag. 51. Fig. 5, 5a.
Radula-Zähne 23. 1. 23; die Randzähne gleich den Seitenzähneu, nur
mit kürzerer Oberplatte; Mittelspitze und Aussenzacken wohl ent-
wickelt und deutlich geschieden. Ibid. Fig. 5 b,
im Gebiete der Malakologie währeiKl des Jahres 1885. 59
(Cli.) pupa Brug. var. grandis Mouss. Genitalien, Hesse,
Jahrb. pag. 51. 52. Taf. 3 Fig. 6.
(Ena) Ossicus nov. spec. pag. 180 Taf. 4 Fig. 9; var. discolor
nov., Ossa. Böttger, Jahrb. Mal. Ges.
(Chondriila) qnadridens Müll. var. planilabris nov., Ossa; pag. 183.
Taf. 4 Fig. 13. Böttger, ibid.
Bulimimis labiellus var. Kokandensis , segregatus Benson;
V. M arten s, Sitzb. Nat. Fr. pag. 18.
Buliminus Andersonianus , von Onuma; japonicns, von Osaka,
Japan; v. Möllendorff, Journ. Asiat. Soc. Beng. pag. 60, 61.
Curvella gen. nov. snlcata, inornata spp. nn. Assinie, Oh aper
I.e. pag. 48, 49. pl. I Fig. 10, 11.
Hapalus Jonsseanmi sp. n. Perak, Morgan 1. c. pag. 370
dl. V f. 2.
Parti\la, Hartmann, W. D. Description of new species of
P. and a synonyniic catalogue of the genns. Proc. Ac. Philad. 1885
pag. 203 — 223 mit Holzschnitten. Die Gattung wird getheilt in eine
,,auriforme'' Division mit 11 Gruppen u. 61 Arten; und 2. in eine
„buliminoide" Division mit 2 Gruppen und 14 Arten. Neu werden
beschrieben: P. Magdalinae, Magdalena J., Marquesas; bellula, Wapo
J., Marquesas; Tryoni, Salomon Ins., flexuosa, St. George u. Eddy-
stone Isl., Salomon I.-. glabra, hab.?. — P. navigatoria kommt nicht
von den Schifferinselu, sondern von Raiatea, deshalb der Pease'sche
Name variabilis vorzuziehen. Auch die Angabe: Fidji- Inseln für
P. taeniata ist falsch.
Stenogyra decollata L. 2 Riesen - Exemplare von Bongie (N.-
Afr.) abgebildet, Kobelt, Nachr. pag. 42.
Stenogyra invalida n. n. (= Achatina decollata Mo r. J. Conch.
1873 pag. 330) Gabun, Morelet, J. C. pag. 23. pl. II f. 15. S. normalis
n. sp. Toumby bei Landana, pag. 24. pl. II. f. 7. — S. gracilenta
n. sp. Mayumba, pag. 25. pl. II f. 8. — S. acmella n. sp. Mayumba,
pag. 26. pl. II f. 4. — S. saxatilis n. sp. Landana, pag. 27. pl. II. f. 1.
— S. plebeja n. sp. Landana, pag. 27 pl. II f. 2, — S. recisa n. sp.
Mayumba, pag. 28. pl. IL 15.
S. terebella sp.n. Morelet, J. C. pag. 290. pl. XIV. f. 1, cano-
nica sp.n. Id. ibid. pag. 291. pl. XIV f. 8; Gross Komoro.
Stenogyra Tschehelensis , Swettenhami; Perak, Morgan 1. c.
pag. 388, 389; pl. VI f. 7 b.
Stenogyra Fuchsiana, Aubryana, utriculus, Fargesiana, Fau-
veliana, Setchuanensis ; China; Heu de 1. c. pag. 117, 118. mit Abb.
Opeas longula sp.n. Morelet J. Conch. pag. 292. pl. XIVf. 9;
0. apiculum sp. n. pag. 292. pl. XIV f. 10; 0. johannina Mor. 1878.
Gr. Komoro. —
Cochlicopa (Hypnophila) cyclothyra n. sp. Achaia, Böttger,
Nachr. 121.
60 Dr. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
Azeca tridens Poult.; Brest; Daniel, J. de Couch. XXV.
Caecilianella Soleilleti n. sp. Shoa, Bourg. (Choa) pag. 22
Fig. 10. —
Caec. pedemontana sp. n. Turin; Pellonera, Atti Acc. Tor. XX.
pag. 693.
Zua Locardi n. sp. Piemout. Ibid.
Ochroderma n. n. für Tornatellina gigas Mrts; Anzey, Le
Nat. VII pag. 93.
Bhodina n. g. neben Rliodea, ohne Kiel um die letzte Windung.
R. Perakensis n. sp. Perak, Morgan I.e. pag. 390 pl. VI f. 9.
Pupa. Verbr. in den Alpen, Martens, Sitzb. Nat. Fr. pag.
158 ff.
V. Gr edler, Kritische Fragmente. VII. Ueber einige Pupa-
Arten. Nachr. 33—38.
P. (Sphyradium) Valsabiua Spinelli, G redler pag^33— 37. P.
(SphjT.) biplicata Mich. pag. 37. — P. bigorriensis Chrptf pag. 37,38.
P. Pellonerae Pini ist = P. gularis var. spoliata Rossm., also
einzuziehen Id. pag. 38.
P. avenacea Brug. forma gracilis (gularis Jachno), tumida u.
tj^pica von der Tatra, Hazay, Jahrb. pag. 31.
P. Tatrica nov. (neben Leoutina Gredl.) von der Tatra, Hazay,
Jahrb. pag. 32.
P. (Boysidia) strophostoma sp. n. u. var. couspicua ; Quangtung,
China; v. Möllendorff, Jahrb. Mal. Ges. pag. 395. Taf. XI Fig. 23.
P. (Pupilla) Floridana sp. n. Florida; Dali, Proc. U. S. Nat.
Mus. 1885 pag. 261. pl. 17 f. 11.
P. (Torquilla) Blanci sp. n. Piemout; Pellonera, Atti Acc
Tor. XX. pag. 688.
P. (Triptychia) recticosta Böttger, Nachrichtsbl. 116, 117.
Vertigo (Isthmia) monodonta sp. n. Piemont; Pellonera 1. c.
pap. 685.
Claiisilia. Ueber Variation der Arten. Hazay, Jahrb. Mal.
Ges, pag. 44, 45.
Verbr. in den Alpen, Martens, Sitzb. Nat. Fr. pag. 158 ff.
Clausilia Gobanzi ist nicht zur var. speciosa zu ziehen, sondern
als selbständige Var. von Cl. dubia Drap, zu betrachten, daher des
Autors Cl. dubia speciosa forma magna zu streichen, da sie nur auf
gewisse Exemplare der Varietät gegründet ist. Tschapek, Nachr.
pag. 7-13.
C. (Albinaria) Conemenosi Bttgr var. macrodera n., Achaia u.
Elis; Achaica, n. sp. Achaia, Böttger, Nachr. 122, 123.
C. biplicata var. Carpatica nov. Hazay, Jahrb. 36.
C. Balsamoi var. Tiesenhameni nov. G red 1er, Nachr. 184, 185.
Derselbe macht ebenda aufmerksam auf den Parallelismus in der
Skulptur bei den versch. Varietäten von C. Balsamoi Strob. und
cincta Brum.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 61
0. (Papillifera) Stussineri nov. spec. pag. 189, Taf. 4 Fig. 11,
forma minor pag. 190. Thessalien; Böttger, Jahrbuch.
C. (Albinaria) torifera nov. spec. Thessalien, Böttger, Jahrb.
pag. 191.
C. (Oligoptychia) Castalia Roth var.crenilabris nov. Ossa, Bött-
ger, Jahrb. pag. 194.
C. (Hemiphaedusa) Laurentiana, franciscana nov. Badmig in
chines. Prov. Hubei, v. Möllendorff, Nachr. 167, 168. — gastrop-
tychia n. sp. Qneichow, Jahrb. Mal. Ges. pag. 397. Taf XI Fig. 24.
C. (Macrophaedusa) gigas, piirpurascens nov. Id. Nachr. pag.
168, 169.
C. (Garneria) trachelostropha nov. Id. ibid. 169.
C. pacifica var. Siantanensis n. -, Siantan, China; Gr edler,
Jahrb. mal. Ges. pag. 225.
C. (Pirostoma) Pagorarii u. Snlliottii spp. nn. Piemont, Pello-
nera, Atti Acc. Tor. XX. pag. 691, 692.
Clausilia Panlucciana (n. n. für diodon Lessona), Bernardensis,
hospitiorum, Inrida, Selliana, laeta, von Piemont. Id. pag. 411— 422
mit Abb.
Clausilia dubia Drap. var. Gobanzi, beschrieben, Tschapek,
Nachr. pag. 7 ff.
C. (Siciliaria) Brugnoneana sp. n. Sicilien; Pini, Atti Soc,
Ital. XXVII pag. 379 pl. XII.
C. (Marpessa) Ligurica, Silensis nn. spp. Piemont, Pini, ibid.
pag. 246—248.
Clausilia Nikkoensis, sublunellata, opeas spp. nn. von Nikko,
Japan; v. Möllendorff, Journ. As. Soc. Beng.
Clausilia Martensii Herklots, Reiniana Kobelt, C. Yoko-
hamensis Crosse und var. Reiniana Böttg. wahrscheinlich dieselbe
Art, Id. ibid. pag. 62.
Clausilia Fusangensis v. Möllendorff = C. platyauchen v.
Mrts., Id. ibid. pag. 65.
Clausilia Andouiniana, decurtata, Fargesiana, Fargesianella,
Delavayana, Vincontiana, artifina, Seguiniana, Fuchsiana, longispina,
antilopina, bisdelineata , Janseniana, acanthula, aplostoma; China;
Heude (Moll. terr. fleuve fleu) pag. 118— 122.
Pedemontiana n. sect. mit: Clausilia Baudii, Doriae spp. nn.
Pini, Atti Soc. Ital. pag. 242— 246; Studeri ibid. pag. 376. pl. XII.
Pseudonenia Kapayanensis n. sp. Perak, Morgan 1. c. pag. 391.
pl. VI f. 8.
Succineidae der palaearktischen Region, Weste rlund 1. c.
pag. 1—16. Keine neuen Arten.
S. elegans v. moravica Hazay MS, Mähren, Ulicny, Verh.
Ver. Brunn XXI.
S. Bofilli sp. n. Catalonien; Fagot, Ann. Mal. 1884 pag. 171
62 Dl'- Ge org Pf eff er: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
S. Simplex Pfr. var. von Treasory n. Shortland Is., in Taro-
Sümpfen, E. A. Smith, P. Z. S. pag. 595.
S. Fargesiana sp. n. China, Heude I.e. pag. 123 pl. 31 fig. 18.
S. JVIeneliki, Chefneuxi, Soleilleti spp. un. Shoa; Bourgignat,
Choa, pag. 8—10 Fig. 4.
Janellidae. Ueber Janella, Athoracophoriis u. Anaitea s.
Heynemann, Jahrb. Mal. Ges. pag. 305 — 309.
Va^inula. Heynemann schlägt (Jahrb. pag. 16) vor, den
Namen Vaginiüa zu belassen, trotzdem Veronicella laevis die ältest
beschriebene Vaginulide ist.
Derselbe handelt über die Vaginula - Arten Afrikas und be-
schreibt sämtliche Arten von neuem.
Anatomische Details über Arten der Gattung: Hesse, Mal.
Bl. Vni. pag. 1—11 Taf. 1.
Heynemann giebt die Prinzipien für die Besehreibung von
Yaginula-Arten an und beschreibt eine Anzahl Arten nach Stücken
des British Museum. Jahrb. Mal. Ges. pag. 1 — 20.
Heynemann vervollständigt seine Prinzipien der Beschreibung
von Vaginula- Arten. Jahrb. pag. 83—97.
V. fusca, Rio Janeiro, pag. 6, Taf. I Fig. 1—3; nigra, Chili,
pag. 7 Taf. I Fig. 4, 5; maura, Delagoa-Bai, pag. 7, Taf. I Fig. 6, 7;
picta, Anjouan, Comoren, pag. 8, Taf. I Fig. 8, 9; grossa, ebendaher,
pag. 9, Taf. n Fig. 1; bicolor, Seychellen, pag. 9, Taf. II Fig. 2;
flava, Borneo, Nias, W.-K. Sumatra, pag. 10, Taf. 11 Fig. 3; novv.
specc, tuberculosa v. Mrts, Taquara, (vielleicht = solea Orb.
teste Jhe ring) pag. 11 Taf. II Fig. 4. Heynemann I.e. pag. 6— 13.
Veronicellus laevis Blvlle ist nach dem Original - Exemplar
des British Museum = Vaginula occidentalis Guilding.
V. Liberiana Gould pag. 97; pleuroprocta Mrts pag. 99; myr-
mecophila Heyn, pag. 101; Natalensis Rapp pag. 103; maura Heyn,
pag. 104; Petersi Mrts pag. 105; Grandidieri Fisch, pag. 108;
subaspera Fisch.; verrucosa nov. spec. Nossi Be, Mayotte, pag. 110;
margaritifera nov. spec. Madagaskar, pag. 112; sulfurea nov. spec.
Madagaskar pag. 114; Comorensis Fisch, pag. 115; picta Heyn.
pag. 116; grossa Heyn. pag. 117; Seychellensis Fisch, pag, 119;
elegans nov. .spec. Seychellen pag. 119; tristis nov. spec. Seychellen
pag. 121; parva nov. spec. Sej^chellen pag. 121; bicolor Heyn. Sey-
chellen pag. 123; punctulata Fer. pag. 124; Maillardi Fisch, pag. 124;
Rodericensis Smith pag. 125. — Heynemann, Jahrb. Malak. Ges»
V. angustipes und aberrans n. sp. Süd- Amerika; Heyne mann,
Jahrb. pag 276, 277. — adspersa n. sp. Chili. Id. ibid. pag. 282. —
Chinensis Mollend, neu beschrieben. Id. ibid. pag. 301, 302. —
V. tuberculosa Mrts pag. 1, Taf. 1 Fig. 1 — 6; Boetzkesi Miller
(juv. =: complauata Mi 11.) pag. 6 Fig. 7; arcuata Mi 11. Fig. 8; An-
densis Mi 11. Fig. 9, 10; (juv. = cephalophora Mi 11. u. quadrocularis
im Gebiete der Malakologie wabrend des Jabres 1885. 63
Mi 11.; hierher auch Limayana Lesson) atropiinctata Miller; die
4 letzten von Ecuador; Hesse, Mal. Bl. VIII pag. 1— 11, Taf. 1.
Vaginula caerulescens, Carracas; Mexicana, Mexico; decipiens,
Chili; dubia, St. Thomas; Bielenbergii, Pto Cabello; punctatissima
Portorico, S. Thomas, Trinidad; Immaculata, Carracas; Kriedelii,
hab.?; Portoricensis, Portorico; linguaeformis, Gruayaquil; multicolor,
Buenos -xiyres; V. telescopium, Süd -Amerika; Behnii, Rio Janeiro;
lamellata u. marginata, ebendaher; Kjellerupii, Bahia; Kröyeri, La
Plata; Martensii, Rio Janeiro; Köllickeri, Ost -Afrika; Mörchii,
Gruadeloupe; trilineata u. Andreana, Mauritius; Idae, Borneo; Rein-
hardtii, Macao; Zamboangensis , Zamboanga; Erauenfeldi, Madras;
Voigtii, hab.? — Spp. nn. Semper, Reisen im Archipel der Phi-
lippinen, Landmollusken, Heft 7, pag. 293—326, Taf. 24—27.
Eine eigene G-attung neben Vaginula haben wahrscheinlich zu
bilden: Tourannensis Soul ey et von Cochinchina u. N.-Guinea
(= Veron. prismatica Tapp. Can.), australis Heyn, von Queens-
] and, trigonus Semper, pulverulentus B e n s o n. H e y n e m a n n 1 . c.
pag. 18, 14.
Onchidiuiii. Bergh, R., Ueber Verwandtschaftsbeziehungen
der Onchidien. Mit 1 Hzschn. Morphol. Jahrb. X. pag. 172—181.
Verf. weist auf Grund anatomischer Vergleichung nach, dass
die Onchidien keineswegs (wie Jhering, Nervens. Mollusk. 1877
und Brock Biol. Centralbl. III. 1883 pag. 370— 374 meinen) zu den
Nudibranchiern zu rechnen sind, sondern, wie Semper (Arb. zool.
Inst. Würzb. in. 1877. pag.480— 488) und Joyeux-Laffuie (Arch.
zool. exp. X. 1882) es schon gethan, den Pulmonaten beizuzählen
sind. Bergh betr. sie als „Pulmonaten, die sich einer amphibialischen
oder marinen Lebensweise angepasst haben." Ausführlicher wird,
über das Nervensystem, die Niere und das Genital-System gehandelt.
O. floridanum n. An Felsen zus. mit Chiton piceus, Knight's
Key, Florida. Dali, Pr. U. S. N. M. 288, 289. —
O. Campbelli sp. n. Campbell Ins. Filhol, Rec. Venus pag. 521.
Basommatopliora.
Dali (Proc. U. S. Nat. Mus. pag, 374) theilt die Basommatophoren
nach ihrer Lebensart in 4 ,, natürliche" Gruppen
1) Limuophila: Chilinidae, Physidae, Limnaeidae, Ancylidae
(? Latia).
2) Akteophila: Auriculidae, Otinidae.
3) Petrophila: Siphonariidae, Gadinidae.
4) Talassophila : Amphibolidae.
Aurieulacea. Dali giebt 1. c. eine kritische Zusammen-
fassung der Auriculaceen der Vereinigten Staaten und wendet dabei
folgende Eintheilung an:
64 Dr. G e 0 r g P f e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Farn. Auriculidae.
Subf. Amiciüinae. Gen.: Carychium, Auriciüa (Subg. Auri-
culastrum) Tralia (Subg. Tralia, Alexia).
— Melampinae. Gen.: Pedipes, Melampus (Subg. Melampus,
Leuconia, Detracia, Sayella) Blauneria.
Die chinesischen Auriculaceeu zusammen getragen von v.
Möllendorff, Jahrb. Mal. Ges. pag. 349-356, Taf. 9pt.
Carychium. 8 palaearktische Arten, W e s t e r 1 u n d 1. c. pag. 17 — 19.
Auricula (Auriculastrum) pellucens Mld., Dali I.e. pag. 275.
Taf. 18 Fig. 8.
Tralia (s. str.) pusilla Gm. Dali 1. c. pag. 276. Taf. 18 Fig. 5.
Plecotrema minutum n. sp. Hongkong, v. Möllendorff, Jahrb.
Mal. Ges. pag. 351. Taf. 9 Fig. B, a-c. —
Pythia scarabaeus L. Cuticula junger Stücke beschrieben. Sta
Anna Isl., auf sandigem Sumpfboden, der etliche Fuss vom Meere
ansteigt. Var. albovaricosa Pfr. , von San Christoval. E. A. Smith,
P. Z. S. pag. 599.
P, iimbriosa n. sp. Macao, Südchina; Hainan; v. Möllendorff,
Jahrb. Mal. Ges. pag. 349. Taf. 9 Fig. A, a— b.
Moussonia apicina sp. n. Queichow; Gr edler, Jahrb. Mal. Ges.
XII pag. 229.
Cassidula plecotreraatoides sp. n. Hongkong, pag. 352 — 354,
Taf. 9 Fig. C, a— c. — Schmackeriana nov. spec, pag. 354 — 356,
Hongkong; v. Möllendorff, Jahrb. Mal. Ges.
Melampus Crossei sp. n. Pulu Penang, Morgan 1. c. pag. 393
pl. Vni f. 10.
M. fasciatus Desh. sehr variabel, weit verbreitet; Rua Sura Isl.,
in Balkenritzen an der Küste, Ysabel Isld. E. A. Sm., P. Z. S. 600.
M. coffeus L. pag. 280. Taf. 18 Fig. 3. — floridanus Sh. pag. 281
Taf. 18 Fig. 2; flavus Gm. pag. 281. Taf. 18 Fig. 1. — lineatus Say
pag. 282 Taf. 18 F. 9, 12. Dali, Pr. U. S. N. M.
M. (Leuconia) bidentatus Mont. Ibid. pag. 283 Taf. 18 Fig. 13.
M. (Detracia) bulloides Mont. em. Ibid. pag. 285. Taf. 18 Fig. 7.
Subg. Sayella nov, M. (Sayella) Hemphillii Dali. 1. c. pag. 286.
Taf. 18 Fig. 11, Crosseana nov. pag. 286. Taf. 18 Fig. 10. Dali., 1. c
Species von Hongkong und dem chines. Festlande, v. Möllen-
dorff, Jahrb. Mal. Ges. pag. 349.
Pedipes liratus W. G. Binney, Dali. 1. c. pag. 279. Taf. 18
Fig. 15; unisulcatus Cooper pap. 279. Taf. 18 Fig. 6; naticoides
Stearns pag. 279. Taf. 18 Fig. 17; elongatus u. sp. pag. 279. Taf. 18
Fig. 4. Dali. I.e.
Leuconia sinica sp. n. Macao, v. Möllendorff, Jahrb. Mal.
Ges. pag. 356.
Blauneria Shuttl. Diagnose; B heteroclita Mont (pl. 17 f. 6).
Dali. I.e. pag. 287.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 65
Limnaeacea. Physa. Clessin setzt (Martini - Chemnitz,
Conchylien-Kabinet 2, Aufl.) die Monographie der Gattung fort.
16 palaearktische Arten, Westerlund 1. c. pag. 53— 61. Neu:
Ph. Achajae pag. 57.
Physopsis. 2 Arten, Westerlund 1. c. pag. 62. — Soleilleti
u. Meneliki spp. nn. Bourgignat, Moll. terr. etc. Clioa, pag. 25 u.
26; Fig. 11.
Planorbis. Clessin beendigt seine Monographie der Gattung.
(Conchylien-Cabinet.)
55 paläarktische Arten, Westerlund I.e. pag. 64— 87. Neu:
corneus v. pinguis, Königsberg; polaris (= boreales Mrts), ancylus,
Tirol; nitidus v. molytes (= Clessini var. clausulatus West, ol.);
V. oelandicus, Schweden, Bornholm; v. cupreus, Banat. —
Planorbis filaris sp. n. G red 1er, Zur Conchylien - Fauna v.
China VII pag. 225. — Sampsoni sp. n. Ancey in Sampson, Shells of
Pettis County, Missouri pag. 25. —
Opisthobrancliia.
Nudibranchia.
R. Bergh setzt seine „Beiträge zur Kenntnis s der
Aeol laden" fort, und behandelt die Familien Sacoglossa u. Nudi-
branchia kladohepatica. Es werden zum grossen Theil verbesserte
Diagnosen der Familien, Unterfamilien, Gattungen und Arten ge-
geben. Die ausführlichen Beschreibungen geben auch die anatomischen
Details. Verh.Zool. Bot. Ver. Wien XXXV Bd. pag. 1—60, 7 Tafeln.
Farn. Sacoglossa Jheriug (Ascoglossa Bgh). Centralnerven-
system stark gegliedert, 1 Otolith, Schlundkopf ein Saugapparat
ohne Mandibel, Zunge ganz kurz, mit einer einzelnen Zahnplatte;
unterhalb der Zunge die abgenutzten einreihigen Zahnplatten in
einem Sacke spiralig aufgerollt persistirend ; Speiseröhre meist mit
Kropf. Magen quer durch den Körper gespannt, Eingeweide au
Körperwand festgeheftet. Meist 2 Samenblasen. Penis oft mit
Stachel. Bergh 1. c.
Subf. Herinacidae. Dign. Verh. Z. Bot. Ver. Wien XXVII,
1877 pag. 808.
(xatt. Hermaea Loven. Rhinophoria canaliculata ; protuberantia
pericardiaco- renalis ovalis; papillae dorsales elongatae, vix subcom-
pressae. — Deutes linguales margine inferiore laevigato. — Syno-
nymie, Liste der 4 Arten. — H. dentritica Aid. Hanc. Ausführ-
lich äusserlich und anatomisch beschrieben. Bergh l. c. pag. 2— 10,
Taf. I Fig. 1—16; Taf. II Fig. 1—12; Taf. V Fig. 6.
Gatt. Stiliger Ehbg. Rhinophoria simplicia, prot. peric.-renalis
ovalis; papillae (dorsales) quasi inflatae. — Dentes ling. margine in-
feriore laeves. — Synonymie , Liste der 7 Arten. — St. Sanctae
Aich. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. ^
66 Dl'- G-e org Pfeffer: Ber. üb. die wisseiisch. Leistungen
Maiiae Meyer u. j^Löbius, ausführlich beschrieben, Bergh, 1. c.
pag. 10-16: Taf.n Fig. 13, Taf. m Fig. 1-10; Tai IV Fig. 1—7.
Sul)f. Elysiadae. Seitentheile des Fusses stark entwickelt,
durch eine Rückenschnur vom Rücken geschieden, Körper und Kopf
zusammen gedrückt, Augen weit von einander. Analöffnung rechts
am Pericardialhöcker (ausser Thuridella) ; Schlundkopf (ausser Thuri-
della) ohne Kropf. Penis unbewaffnet.
Gatt. Elysiella Bgh. Rhinophorien sehr kurz, aderartige Ver-
zweigung am Rücken eigenthümlich ; Epipodien (?) hinten nicht ver-
bunden. — 2 Arten, Synonymie. — E. catula (Agass. Grld.) Bergh
I.e. pag. 16— 20; Taf. I Fig. 17-19; Taf . ni Fig. 15; Taf. IV Fig. 8
bis 11; Taf.V Fig. 1, 2.
Gatt, Elysia Auct. — E. viridis Mtg. var. lactea Bergh 1. c.
pag. 20, Taf. VI Fig. 1—3.
Oatt. Thuridella Bgh. 1872. Caput rotundatum rhinophoriis
majoribus; anus dorsalis, posterior, medianus. Bulbus pharyngeus
processu ingluviaeformi postice instructus. — 1 bekannte Art, Th.
splendida Grube. Ausführlich beschrieben Bergh 1. c. pag. 20 — 21,
Taf. V Fig. 8—5.
Familie Nudibranchia kladohepatica Bergh 1881.
Suhf. Aeolidiadae Bgh. Stets Mandibeln, keine Ascoglossen-
Zunge, Schlundkopf kein Saugapparat; kein Vormagen, 1 Samen-
blase. — Bergh, 1. c. pag. 22.
Gatt. Aeolidiella Bgh. 1874, 1882. — 5 Arten. — Ae. Soem-
meringii Bgh 1882. Bergh 1. c. pag. 22, Taf. VI Fig. 4—7; Taf. VII
Fig. 1—2. — Ae. glauca Aid. Hanc; 1. c. pag. 22—24, Taf. IV
Fig. 17, Taf.V. Fig. 12—14; Taf. VI Fig. 8; Taf. VII Fig. 3-5. —
var. mediterranea 1. c. pag. 24 — 26.
Aeolis rubicunda, Wagner, Wirbell. d. Weiss. Meeres.
Gatt. Spurilla Bergh 1876. 1882. — S. neapolitana Delle
Chiaje var. Bergh 1. c. pag. 26, 27.
Gatt, Cratena Bergh 1864, 1870. Corp. vix depressum; rhinoph.
simplicia; pap. dors. seriebus obliquis vel transversalibus sat distinctis
dispositae, conicae vel subcompressae , podarium nntice rotundatum
vel leviter arcuatum. — Margo masticatorius mandibularum serie
denticulorura minutonim praeditus. Dent. ling. uniseriati, arcuato-
angulati, cuspide parum prominente. — Penis inermis. — Synonymie,
19 Arten. — C. pilata Gould, Bergh 1. c. pag. 29— 31, Taf.V
Fig. 16; Taf. VI Fig. 11; Taf. VII Fig. 10-12. — C. gymnota Couth.
pag. 31—33, Taf. III Fig. 14; Taf. IV Fig. 13-16; Taf. V Fig. 8—11
Gatt Emhletonia Aid. Hanc. Corp. elong., subcompressum ;
Caput declive, sat latum, angulis tentacularibus rotundatis productum,
rhinoph. elongatis, simplicibus; pap. dors. subclavatae, utrinque serie
simplice vel fasciculis paucis et parce papülatis dispositae; anus
latero - dorsalis , submarginalis ; podarium antice fere rotundatum. —
im G-ebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 67
Margo masticatorius mandibularum vix denticulatus ; dentes ling.
cuspide paullum prominente, iitrinque denticulati. — Penis inermis.
— 5 Arten. — E. pallida Aid. Hanc. Bergh, pag. 34— 37; Taf. II
Fig. 14—19, Taf. in Fig. 11—13; Taf. IV Fig. 12; Taf. V Fig. 7. —
Oatt. Amphoriua Quatr. 1882. Forma Gralvinis subsimilis,
rhinoph. tentaciilis similia, simplicia; papillae fusifoiines, subinflatae,
erectae , non facile cadiicae ; auus latero - dorsalis ; podarium antice
rotundatnm. Margo mastic, mand. serie dentical. minutor. praeditus;
dentes ling. uniseriati apice qnasi elevato. — Penis stylo recto vel
curvato armatus. - 3 Arten. — A. molios Her dm an, Bergh, I.e.
pag.37— 39. —
Gatt. Favorinus Gray. F. versicolor Costa, Berghl. c. pag. 39, 40.
Gatt. Facelina Aid. Haue. Corp. gracilius, elong., tentac. elong.,
rhinoph. perfoliata vel annulata; papill. dors. non facile caducae
seriebus transversalibus p. p. (antice) cenfertis agmina discreta for-
mantibus dispositae, podarium antice angulis tentacnlatim productis.
— Marg. mastic. mandib. serie denticulorum fortiorum armatus.
Radula paucidentata, dentibus uniseriatis, cuspidatis, denticulatis. —
Glans penis foliacea, complicata, margine serie spinarum armata;
basi glandula phalliformi instructa. — 14 Arten. — F. vicina Bgh
var. pag. 42—44. — F. bostoniensis Couth. pag. 44 — 46; Taf. V
Fig. 17; Taf. VI Fig. 9— 10; Taf. VII Fig. 6— 9. — F. modesta Bgh
nov. spec. pag. 46—48; Taf. VI Fig. 12—13; Taf. VII Fig. 14—15. —
Gatt. Flabellina Cuv. 1. c. pag. 48. — F. affiuis Grm. pag. 49—51
Gatt. Coryphella Gray 1. c. pag. 51. — 23 Arten. — C. Stimp-
soni Verrill; 1. c. pag. 52— 54; Taf.V Fig. 15.
Govia gen. nov. Trine hese, Rend. Acc. Nap. XXIV pag. 179. 180.
Tritoniadae. Adalaria sibirica n. sp. N.Sibirien, Aurivillius,
Vega-Exp. pag. 372. Taf. XIII F. 19. — Tschuktschica Krause,
Beitrag zur Kenntn. d. Behringsmeeres , Arch. Nat. T. 51. pag. 296
Radula Taf. XVn Fig. 5. —
Tritonia psoloides sp. n. Arktischer Ocean, Aurivillius L c.
pag. 373. T. 13 F. 20.
Polyceradae. H. v. Jhering, Beiträge zur Kenntniss der
Nudibranchien des Mittelmeeres. II. Die Polyceraden. Mal. Bl. (2)
VIII pag. 12-47 Taf. 1, 2.
Polycera quadrilineata 0. F. Müller pag. 16— 24. Beschreib,
und Anatomie. Fig. 3. in Copula; Fig. 4. Spermatophoren ; Fig. 5.
Kalkspikel; Fig. 6. Centrainer vensystem; Fig. 7. Penishaken.
Aegires Leuckarti Verany pag. 24—32. Beschreibung und
Anatomie. Fig. 10. Schema zur Erläuterung der Anordnung der
Tuberkel.
Triopa clavigera 0. F. Müll. pag. 32— 35. Beschreibung.
Euplocamus Phil. Rhinophorien retraktil, pag. 35; croceus
Phil. pag. 35, 36, beschrieben.
E*
68 Dr. Georg Pf e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Drepania Graeffei Bergh, pag. 37; tartanella n. sp. pag. 37 — 39;
Beschreibung und Anatomie; Fig. 8. Zahnplatte und Elemente der
Kieferplatte ; Fig. 9. Penishaken.
Idalia Leuckart. Rhinophorien nicht retraktil pag. 35;
Systematik und Liste der atlantisch-mediterranen Arten pag. 45 u. 46 ;
L mediterranea n. sp. pag. 39—45. Beschreibung und Anatomie.
Fig. 11. Lippenplatte und Haken; Fig. 12. Zahnplatten; Fig. 13. Penis
mit seiner Hakenbewaffnung.
Tectilbranchia.
A. Vayssiere, Recherches zoologiques et anatomiques sur les
Mollusques opisthobranches du Golfe de Marseille. Ire partie, Tecti-
branches. Ann. Mus. Marseille II mem. 3. 181 pag., pls. 1— VI. —
Vorläufige Notiz in C. R. Tom. 100 pag. 1381—1391. — Er theilt
die Abtheilung in 3 Gruppen: 1) Cephalaspidea mit Actaeon, den
Bulliden, Gastropteron u. Doridium. 2) Anaspidea mit Aplysia,
Aplysiella, Notarchus, Lobiger. 3) Notaspidea mit Pleurobranchus,
Oscanius, Pleurobranchaea, Umbrella, Tylodina.
Actaeonidae. Actaeon liebes n. sp. Verrill, Tr. Conn. Ac. VI
pag. 248 pl. 44 f. 15. Vor Chesapeake Bay, 2500 Fd. —
Actaeon punctatostriatus Adams, pag. 467, pl. 55f. 17. Bush,
T. c. pag. 467 pl. 45 f. 17. —
(Amathis) Senegalensis n. sp. v. Maltzan, Nachrbl. XVII
pag. 29.
Tornatella vagabunda n. sp. Gap Hörn; Mabille, Bull. Soc.
mal. Fr. IE pag. 208.
Tornatinidae. Volvula oxytata n. sp. Cape Hatteras, 7—17 Fd.
pag. 468. pl. 45 f. 12; minuta n. sp. Ebendaher 14— 16 Fd. pag. 469.
pl.45 f. 11; Bush 1. c.
Scaphandridae. Cylichna eburnea sp. n. Cape Hatteras, 70 Fd.
pag. 428 pl. 44 f. 14. Verrill 1. c.
Cylichna biplicata Lea, pag. 467. pl. 45 f. 14, Ebendaher,
7— 48Fd.; caelata n. sp., ebendaher, 15— 43 Fd., pag. 468 pl.45 f. 15.
Bush 1. c.
BuUidae. Bulla Candei Orb. Bush 1. c. pag. 468 pl. 45 f. 13. —
Aplustridae. Akera (Bullina) melinda n. n. (= Bulla Lajon-
kaireana Bast.) Gregorio, Bull. Soc. mal. Ital. XL pag. 81.
Pliilinidae. Philine Sagra Orb. Bush 1. c. pag. 467 pl. 45
f. 16, 16 a; Cape Hatteras 15 Fd. —
Philine polaris n. sp. Aurivillius 1. c. pag. 371, Taf. XII f. 21,
22, Taf.Xin f. 18.
Aplysüdac. Notarchus, Vayssiöre, Anatomie s. oben.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 69
Aplysiella Webbii ist von Aplysia zu trennen und in die Nähe
von Notarchus zu bringen. Yayssiere 1. c. pag. 71.
Pleurol}rancIiidae. Pleurobranchus americanus n. sp. Verrill
1. c. pag. 429, pl. 44 f. 13, Martha's Vineyard, U. S., 250 Fd.
Prosobranchia.
Jhering führt für seinen früheren Ausdruck: Arthrocochlidae
den neuen: Cochlidae ein.
Toxoglossa.
Hutton, F. W., Revision of the Toxoglossate Mollusca of
New Zealand. Proc. L. S N. S. Wales X pag. 115— 118.
Conidae. J. C. Melvill, A proposed Revision of the Species
and Varieties of the Subgenus Cylinder of Montfort. Proc. Manch.
Soc. XXIV pag. 49—52.
Pleurotomidae. Pleurotoma Beringi n. sp. Behrings -Meer
pag. 354 Taf. 13 F. 3; insigne Jeffr. 1883 = circinatum Dali 1883
pag. 353. Aurivillius 1. c.
Pleurotomella Jeffreys!!, tincta, Frielei, vitrea, Lotae nn. spp.
von der Ostküste der Ver. Staaten, bis 2500 Fd., Verrill. 1. c.
pag. 411— 415. pl.44 f. 3— 7.
Bela Schmidtii Friele Taf. 18 Fig. 1, Radula Fig. 7 ; tenuilirata
Dali, Radula Fig. 8; murdochiana Dali, Radula Fig. 9; Metschig-
mensis n. sp. Metschigmen-Bai; Taf. 18 Fig. 2, Radula Fig. 10;
Albrechti n. sp. Ploverbai, pag. 276, Fig. 3, Radula Fig. 11; violacea
Migh. var. nodulosa n. pag. 277, Fig. 7, Radula Fig. 12; Alaskensis
Dali, Taf. 18 Fig. 5, Radula Fig. 4; Lütkeana n. sp. pag. 281, Taf. 18
Fig. 6, Radula Fig. 16; Krause, Arch. Naturg. Tom. 51.
Bela harpa n. sp. Pt Franklin und Nunivak ; Murdochiana n. sp.
Cap Smythe, Dali, Point Barrow-Exp. pag. 179. Figg.
Bela Blakei n. sp. pag. 417 pl. 44 f. 8, Chesapeake Bay, 2000 Fd.,
tenuicostata Gr. O.Sars., 800— 1000 Fd. Verrill, Trans. Conn. Ac. VI.
Bela bicarinata v. exserta n. Ndl. Eismeer. Aurivillius,
Vega, pag. 347.
Gymnobela brevis n. sp. N. England, 1200—1600 Fd., pag. 417,
Verrill. 1 c.
Mangilia psila n. sp. pag. 455 pl. 45 f. 2. Cape Hatteras, 48 Fd. ;
eritima n. sp. pag. 456, 14— 15Fd.; ephamilla n. sp. pag. 457, pl. 45
f. 4, 4 a, 14— 18Fd.; ceroplasta n. sp. pag. 458, 10— 17Fd.; melanitica
Dali MS. var. oxia nov. pag. 459, pl. 45 f. 3, 3a, 7— 48Fd. ; oxytata
Bush pag. 460, pl. 45 Fig. 1, 48 Fd.; ? glypta n. pag. 461. pl. 45
f. 5, 5a. Bush, Tr. Conn. Ac. VI.
Mangelia ? nigropunctata n. sp. Süd -Georgien, v. Martens,
Sitzb. Nat. Fr. pag. 91.
70 Dr. Greorg Pfeffer: Ber. r.li. die wissensch. Leistungen
Daplinella Payeni n. sp., Orange Bay, Patagonien, Rocliebrune
et Mabille, Mission du Cap Hörn, pag. 101.
Terebridae. Tryon, Manual of Conchology, Vol. VII.
Terebra castigata sp. n. Golf v. Suez, Cooke, Ann. N. H. (5)
XV pag. 329.
Acus Kirki Hutt. ist Terebra tristis Desh. Hutton 1. c.
Cancellariidae. Tryon, Manual of Conchology, Vol. VII.
Löbbecke, Gattung Cancellaria im Conchylien-Kabinet, pag. 4
bis 24, Taf. 1— 10; bisher 19 Arten beschrieben.
Cancellaria viridula, mitraeformis, pusilla, minima u. cancellata.
Verbreitung, Synonymie etc. Jeffreys, P, Z. S. pag. 48— 50.
Admete viridula, f. typica, f. undato-costata. Verbr. ; f. laevior
Leche vom Behringsmeer; Krause I.e. pag. 272.
Admete nodosa n. sp. Vor Martha's Vineyard, U. S., 900 Fd.;
Verrill 1. c. pag. 419, pl.44 f. 9.
Admete frigida n. sp. Feuerland, Rochebrune et Mabille
1. c, pag. 104.
RhacMglossa.
Muricidae et Piirpuridae. Murex Senegalensis vom unteren
Congo; Böttger I.e. pag. 32.
Trophon. Neue Subgenera: Pinon für vaginatus Phil.. Chalmon
für muricatus Mont., Mipus für gyratus, Pirgos für alveatus Wood;
Gregorio, Bull. Soc. mal. Ital. XI pag. 27, 28.
Trophon Middendorffi n. n, für laciniatus Midd. Mal. Boss.
Taf.I, Fig. 8; Gregorio 1. c. pag. 27.
Trophon abyssorum n. n. (clavatus Verr., non Sars); var.
limicola n. Verrill I.e. pag. 421, 800— 2400 Fd. N. England.
Trophon brevispira n. sp. Süd- Georgien, v. Martens, Sitzb.
Nat. Fr. pag. 91.
Vexillum, Radula; Schepman, Tijd. Ned. Dierk. Ver. (2) I
pap.27— 30 pl.lV fig. 1-5.
Crosse wiederholt die Begründung Craveus (Ann. N. H. (5)
pag. 141), dass Sinusigera eine junge Purpuride ist, also Sinusigera
u. Cheletropis als selbständige Namen zu streichen sind. Journ. de
Conch. XXV pag. 161 - 166.
Biiccinidae. Buccinum Schneiden n. sp. Vardö, Nähe von
Zetlandicum Jeffr. ; undatum L. varr. Schneideri u. crispum nn. von
Finmarken; Verkrüzen, Nachrichtsbl. pag. 85— 88.
Buccinum tenue Gray, f. elatior, Ploverbai, Krause 1. c.
pag. 290.
Buccinum angulosum v. laevis n. ; grönlandicum v. inflatum;
Ovum V. angulatum n. aus dem Behrings-Meer. A u r i vi 11 i u s , Vega-
Exp. pag. 336—339.
im Gebiete der Malakologie wälireiul des Jahres 1885, 71
Buccinum glaciale, angulosum, plectnim, polare, abgebildet
Dali, Point Barrow-Exp.
Buccinum Campbelli n. sp., Veneris n. sp. ; Filhol, Moll, de ile
Campbell, Eec. Venus pag. 524—526.
Cominella modesta, n. sp. ; (Chlanidota) densesculpta n. sp. Süd-
Georgien, V. Martens, Sitzb. Nat. Fr. pag. 91.
Euthria cerealis n. sp. Feuerlaud, Rochebrune et Mabille
1. c. pag. 100.
Neptunea. Osborn stellt fest, dass die Kieme von Neptunea
zuerst offen liegt und erst später vom Mantel bedeckt wird. J. Hopk.
Un. Circ. Vol. III. 1884 pag. 16.
Neptunea fornicata v. conica, intermedia, devexa, multistriata
nn., Aurivillius I.e. pag. 361— 363.
Neptunea Kröyeri v. Rayana n. Arktisch, Dali., Proc. U. St.
Nat. Mus. VII pag. 524; v. grossestriata, Aurivillius I.e. pag. 360.
Brong'iis nov. subg. von Neptunea für Fusus antiquus L. Gre-
gorio, BoU. soc. mal. Ital. XI pag. 47.
Sipho roseus Dali, St. Lorenzbai, Behringsmeer, 8 Fd. pag. 285.
Taf. XVII Fig. 4a— c (auch Deckel und Radula); Martensii n. sp.
Metschigmen-Bai, pag. 287 Taf.XVin Fig. 18. Krause 1. c.
Sipho turritus n. sp. pag. 365; olivaceus n. sp. pag. 366 Taf. 13
Fig 10; islandicus v. insculptus n. pag. 368; Aurivillius 1. c.
Savatieriii nov. gen. „Minuta, tm-riculata, longitudinaliter
sulcata, spiraliterque lineis plus minusve distinctis decussata; aper-
tura ovata, canali brevi, recto, non curvato; margine externo in-
crassato, non denticulato. Rochebrune et Mabille 1. c. pag. 101.
— frigida n. sp. Patagonien.
Strombella malleata n. sp. Eismeer, Dali, Proc. U. S. Nat.
Mus. VII pag. 525.
Halia gehört zu den Bucciniden, Poirier, C. R. 100 pag. 461
bis 464.
Nassidae. Nassa reticulata v. coronata n. Portugal. Nobre,
Catal. des Moll, sud-ouest Port.
Bullia pura n.sp. Pt Elizabeth, Melvill, J. Concli. (Leeds)
IV pag. 316.
Fluviodorsum n. subg. von Dorsanum. „Apice rotundato, ob-
tusa, non decollata epidermide adhaerente fusca induta, columella
oblique truncata, rostro parvo inciso, a basi anfr. Ultimi carinula
spirali acuta, ati in genere Dorsano, separato. Für Bullia fusca
Craven. Böttger, Ber. Offenb. 25/26 pag. 188.
Canidia. Radula, Schepman, Tijd. Ned. Dierk. Ver. (2) I
pag. 30—32 pl. IV f. 6—9.
Fasciolariidae. Fusus rusticulus Monteros. (als Trophon).
Kobelt, Icon. europ. Meeresconch. H. 3 Taf. XIII.
72 r)i*- (reoi'g Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Fusiis decipiens n. sp. Behringsmeer, Anrivillius 1. c. pag. 356;
Taf. Xni f. 4, 5, 13. —
Mitridae. Mitra chrymochara sp.n. Cap Hörn; Rochebrune
et Mabille I.e. pag. 102.
Marginellidae. Marginella Virginiana n. sp. Vor Cape Hatteras
u. Chesapeake Bay, 15-70Fd. Verrill, I.e. pag. 420.
Taeniglossa.
Cassididae. Tryon, Manual of Conchology, Vol. VII.
Doliidae. Id. ibid.
Dolium variegatum von Lord Howe's J. Wilkinson, Z. A. VIII.
pag. 760.
Ficula. Synonymie mehrerer Arten, Gregorio, Boll. Soc. mal.
It. XI.
Ficula Reevei n. n. für F. reticulata Rv. Id. ibid. pag. 64;
reticulata Varietäten pag. 55.
Turbinellidac. Dali, Proc. Un. States Nat. Mus. VIII pag. 346
theilt die Gattung Turbinella in die Untergattungen Turbiuella s. pr.
mit längerem Kanal und glatterer Oberfläche, mehr eifg. Deckel,
heller gefärbter Schale und viell. mit 1 spitzig. Lateralzähnen; und
in Vasum mit bockiger oder gefensterter Oberfl., kürzerem Kanal,
mehr pyramidenartiger Schale, schmalerem Deckel und viell, mit
2 spitzigen Lateralzähnen. — Anatomie von T. pyrum Lam. bes. die
Bezahnuug, ebenda, Taf. XIX. —
Cypracidae. Tryon, Manual of Conchology, Vol. VII.
Naticidae. Natica notabilis n. sp. pag. 31. pl. IV f. 1, la;
Radula; subplicata n. sp. pag. 32 pl. IV f. 2, 2a; angulata u. sp. pl. IV
f. 3; globosa n.sp. pag. 33 pl. IV f. 4, 4a. Jeffreys, P. Z. S.
(Neverita) compacta Jeffreys, pag. 33 pl. IV f. 5, 5a; obtusa
n.sp. pl.rv f. 6, 6 a. Ibid.
(Nacca) operculata n.sp. pag. 34. pl. IV f. 7, 7 a. Ibid.
Natica Lebruni, Conteaudi, omoia, secunda, Payeni nn. spp. von
Patagonien u. Cap Hörn ; R o c h e b r u n e et M a b i 1 1 e 1. c. pag. 102 — 104.
Rumella g. nov. (ähnlich Ruma) aus dem Tanganyika-See.
Giraudi u. Milne Edwardsiana nn. spp., Bourgignat, Not. prodr.
Lac Tanganyika pag. 89-91.
StromMdae. Tryon, Manual of Conchology, Vol. VII.
Ceritliiidae. Cerithium procerum Je ffr. (1876) pl. IV f. 2, 2a;
gracile n. sp. pag. 54 pl. IV f. 3, 3a; obeliscoides n. sp. pag. 55 pl. IV
f. 4, 4a; cylindratum n.sp. pag. 55 pl. VI f. 5, 5 a. Atl. Ocean und
Mittelmeer, Jeffreys, P. Z. S.
(Bittium) Watsoni n. n. (= gemmatum Wats. 1880) pl. IV f. 6,
6 a. Id. ibid.
Stilus gen. nov. „Shell spit-shaped, reticulated; apex forming
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 73
a twisted and abruptly semidetached peak; basal groove short and
recnrved. Jeffr. I.e. — insignis n. sp. Ostatl. pl. YI f . 1 — Ib. —
Tricliotropidae. Jeffreys stellt Torellia mid Trichotropis zu
den Cancellariiden. P. Z. S. pag. 46 ff.
Trichotropis fimbriata sp. n. pag. 48 pl. V f. 7, 7a; densestriata
sp.n. pl.V f. 8, 8a Ostatl. Jeffreys P. Z. S.
Trichotropis coronata Gould, Taf. XVI F. 4a, Radula 4b;
Kröyeri Phil., Radiüa T. XVI Fig. 3. Krause, Arch. Nat.
Trichotropis solidula n. sp. Behrings - Meer ; Aurivillius,
Vega-Exp., pag. 328 Taf. XII Fig. 16.
Tiirritellidae. Turritella erosa Couth. Radula, Taf. XVII.
Fig. 2a— c; reticulata Migh. Radula T. XVII Fig. 3. Krause,
Arch. Nat.
Turritella erosa v. costata n. Behringsmeer, Aurivillius I.e.
pag. 323, Taf. XH F. 8.
Verinetidae. Salensky, Entwicklungsgeschichte s. pag. 23.
Melaniidae. Melania fastigiella Bv. pag. 601 pl. XXXVII f. 1 ;
sp. von den Salomons-Ins. f. 2; subgradata n. sp., ebendaher, f. 3, 3a;
Ugiensis n. sp., Ugi, pag. 602 f. 4 ; Sanctae Annae n. sp. Sta Anna
pag. 602 f. 5, 5a; Guppyi n. sp., ebendaher, pag. 603 f. 6, 6a. Smith ,
P. Z. S.
Melania tumida Gr edler v. cinnamomea n. Kuang-tung; prae-
notata Grdl. v. intermedia u. minor nn., erstere v. Kuei-tscheu,
letztere Hunan; Jahrb. Mal. Ges. 233, 234.
Melania clavus Lam. v. pirenoidea n.; acutissima Busch v.
perstriatula n., Guam; subula Lea v. contracta n., Zebu; hastula
Lea v. subacutissima, Andamanen; v. subflammulata n. Guimaras;
V. subcostata n. Philippinen; v. subpicta n. Ternate; v. pseudaculeus
n. (= aculeus Mor., non Lea) Mariannen; — Zelebori Brot v. nana n.
Gross -Nicobar; v. solidiuscula n. Andamanen; canalis Lea, v. lan-
ceolata, Cebu.
(Striatella) Arthuri Brot v. pseudomaurula n. N.-Caledonien;
scitula Gould v. subcylindrica n. Navigator's L; sublutosa n. sp.
Gross-Nikobar ; !Nevillei Brot v. Andamanica n. Andamanen; Nico-
barica Mörch v. canaliculata, fusiformis u. striatula nn. ; tuber-
culata Müll. var. subcanaliculata, Seychellen; v. canaliculata, hab.?;
V. subcrebra n. Ceylon, v. Orissaensis n. Luttack, Orissa; v. Cochin-
chinensis n. Cochinchina, v. Chinensis n., Swatow ; v. Myadoungeusis
n. Myadoung, Birma ; v. pseudotruncatula n. Mauritius ; v. appressa n.
Mauritius. — rivularis Phil. var. subunifascialis n. Andamanen;
(Melanioides) Reevei Brot v. lanceolata n. Pegu; v. solidiuscula
n. Pegu; — Tourannensis Soul. v. compacta n. Pegu; v. Beddomeana
n. Moulmein; — variabilis Bens. v. subvaricosa n. Pegu u. Aracan;
V. laevigata n. Cachar u. Sylhet; v. binodulifera n. Khasi Hills. —
subasperata sp. n. Chan States, China; v. sublaevigata n. Birma,
74 Dl". Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
Shan States; — filocarinata Mouss. v. subimbricata n. San Paolo;
(Siücospira) libertina Gould, v. microstoraa n. Pormosa;
(Pachychilns) testudinaria Busch v. elongata, subangulata nn.
Java ; — Hungerfordiana n. sp. Pegu ;
(Acrostoma) Hügeli Phil. v. compacta n. Cochiu Hills; assa-
raensis n. sp. (= Hügeli var. Hanley) N. Cachar;
(Tarebia) batana Gould v. sublineata n. Cochinchina. Penang;
rudis Lea v. ceylanica n. Ceylon, Tenasserim;
(Plotia) acanthica Lea v. Roepstorffiana n. Andamanen. Nevill,
Hand List of Mollusca in the Indian Museiim, Pt. II.
Ainphimelauia u. subg. für M. Hollandri Per. Fischer,
Manuel de Conchylioiogie pag. 701.
Bottrg:i^natia n. g. — imperialis n. sp. Giraud, Bull. soc. mal.
Fr. II pag. 193.
Clea costulata n. sp. Borneo, Shepman, Tijd. Ned. Dierk. Ver.
(2) I pag. 32.
Mainwariugia n. subg. für Melania paludomoidea sp. n. Mutiah
River; Nevill 1. c. pag. 287.
Stenomelania n, subg. für Mel. aspirans Hds. Fischer, Man.
Conch. pag. 701.
Sermyla Chaperi n. sp, Perak; Perakensis n. n. für M. infra-
costala Rv. non Mouss. Morgan, Bull. Soc. zool. Fr. X pag. 420.
Semisinus n. n. für Hemisinus Swains. Fischer, Man. Conch.
pag. 701.
Pararaelania callopleuros, Grandidieriana, Hamyana, Reymondi
(Giraud MS.) Bourgignati (Giraud MS.), Baizeana, Stanleyana
spinulosa, Milne-Edwardsiana, Lessepsiana (Giraud MS), Duveyrie-
riana (Giraud MS.), Cameroniana, Ledoulxiana (Giraud MS),
egregia (Giraud MS.), Giraudi, Locardiana, Servainiana, crassilabris,
Liviugstoniana, pulchella. Bourgignat, Notice prodromique Lac
Tanganyika pag. 69—86.
Paludomus conica Gray v. Sibsaugorensis n. Sibsagar; v.
Pealeana n. Assam; v. Jaintiaca n. Jaintia Hills; v. Kopiliensis n.
N. Assam; v. paludinoides n. Sikkim; — Tanjoriensis Gm. v. Ka-
dapaensis n. Madras; v. Malabarica Malabar; — rotunda Blfd v.
microstoma n. Anamallay River, Madura Hills; — Ajanensis Mor.
V. Silhouettensis n. Seychellen; — microsculpta n. sp. Ceylon;
(Philopotamis) sulcata Rv. v. contracta n. Ceylon; nigricans
Rv. V. subgranulosa n. Ceylon; erronea u. sp. Ceylon. Nevill,
Hand List pag. 288—300.
Paludomus rusiostoma n. sp. Kuei-tscheu, China, pag. 231 Taf. VI
Fig. 7; ? minusculus n. sp. ebendaher, pag. 232, Taf. VI Fig. 8.
Gredler, Jahrb. mal. Ges. XII.
Pleuroceridae. Goniobasis Etowahensis Lea, pl. XVII f. 7.
Dali, Proc. Un. St. Nat. Mus. VH.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 75
Litorinidae. Litorina pellita n. sp. Süd- Georgien, v. Märten s,
Sitzb. Nat. Fr. pag. 92.
Litorina filosa Sow. v. subcingnlata n. Pt. Jackson; conica
Phil. V. delicatula n. Pt. Canning, Bengalen; v. siibintermedia n.
False Point, Bengalen; — erronea n. n. (= Novae Zelandiae Ev.)
Ceylon. Nevill, Hand List pag. 149—152.
Litorina nnifasciata, Varietäten, Haacke, Z. A. VITI pag.
504, 505.
Risella (Peasiella) Roepstorffiana n. sp. Andamanen, Burma,
Hongkong; Templiana n. sp. Andamanen. Nevill, 1. c. pag. 161.
Lacuna antarctica n. sp. Süd Georgien, v. Martens, Sitzb.
Nat. Fr. pag. 92.
Limnotrochus Giraudi ii. cyclostoma nn. spp. Tanganyika-See.
Bourgignat, Expeces nouv. Oukerewe, Tanganyika pag. 59, 60.
Seguenzidae. Nach den Untersuchungen Verrill's gehört die
Familie in die Nähe von Fossarus u. Aporrhais. Rep. Fish Comm.
pag. 526. — Nach Fischer (Man. Conch. pag. 771) gehört sie zv^ischen
Subulitidae und Adeorbidae, —
Seguenzia tricarinata und laxa nn, spp. Atlantisch; Jeffreys,
P. Z. S. pag. 43, 44, pl. V f. 2, 4.
Fossaridae. Fossar mirabilis sp. n. Arakan ; ? imperforatus sp. n.
Penang ;
F. (Couthyia) appressus sp. n. Persischer Meerb.; styliferinus
sp. n. Singapore, Bombay ; solutus und subreticulatus nn. spp. Persischer
Meerb., Bombay etc. Nevill, Hand List pag. 167, 168.
Conradia Stoliczkiana n. sp. Singapore; Adamsiana n. sp. Per-
sischer Meerb., doliaris A. Ad. var. minor n. Bombay, Persischer
Meerb. Id. 1. c. pag. 169.
Skeneidae. Skenea trilix n. sp. Cape Hatteras, 7 — 17 Fd,
Bush, Tr. Conn. Ac. VI. pag. 464 pl. 45 f. 7, 7 a,
Skenea ? subcanaliculata Smith von Süd-Georgien, v. Märten s,
Sitzb. Nat. Fr. pag. 92.
Adeorbidae. Beschreibung der äusseren, anatomischen und
biologischen Verhältnisse von A. subcarinatus Mont. nebst Er-
örterung der Geschichte der Gattung. Systematische Stellung bei
den Skeneiden. Fischer, Journ. de Conch. pag. 166— 173, Taf. IX
Fig. 1—4.
Caecidae. Caecum californicum (Diego, Calif.) u. n. für C, Coo-
peri Smith, welcher Name der atlantischen Form (C. Cooperi Crptr
1864 = C. Smithii Cooper 1872) verbleibt. — Orcutti n. sp. eben-
paher. Dali, Pr. U. St. Nat. Mus. VII pag, 541.
Rissoidae. Rissoia, Neue Schreibweise für Rissoa; Fischer,
Man. Conch. pag. 720.
Rissoa grisea n. sp. Süd - Georgien ; v. Märten s, Sitzb. Nat.
Fr. pag. 92.
76 Dl"- G e 0 1" g P fe f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Cingula robiista n. sp. DallM. S. Ploverbai, Behringsmeer; 1 bis
5Fd. pag. 270. Taf. 17 F. 1. Krause, Arch. Nat.
Alaba Senegalensis n. sp. Goree; Maltzan, Nachrichtsbl. XVII
pag. 28.
Alaba Woodmasoniana sp. n. Andamaneu^ Nevill, Hand List
pag. 182.
Onoba delicata Phil. v. microstoma n. Ceylon, Rothes Meer etc.
ibid. pag. 120.
Fairbankia Bombayana Blanf. v. depauperata n. Bombay; ibid.
pag. 99.
Thapsiella n. n. fürThapsa Monter. (non Albers). (Ist schon ver-
geben. Ref.) Fischer, Manuel pag. 721.
Rissoina ambigua Gould v. perpusilla n. Mauritius, Persien,
Bombay; Woodmasoniana n. sp. Andamanen; indica n. sp., Paumben
Straits ; micans ad. v. perstriatula n. Persischer Meerb. ; monilifera n. sp.
Japan; Mainwaringiana n. sp. Persischer Meerb., Seguenziana Issel
V. paula n. Rothes Meer; — Montrouzieri Souv. v. montrosa, sub-
striolata u. convexior nn. Andamanen; — Orbignyi A. Ad. v. sub-
spirata n. Aden; v. pachylabris n. Rothes Meer; v. submarginata n.
Andamanen ; — insolita Dcsh. v. major n. Mauritius ; v. depauperata,
Mauritius, Singapore;
R. (Isseliella) pseudoconcinna n. sp. Japan. Nevill 1. c. pag. 74
bis 98.
Eatoniella? Kerguelenensis Smith; Süd-Georgien; v. Martens,
Sitzb. Nat. Fr. pag. 93.
HydroMdae. Hydrobia Schmidtii Charp. bei Plettenberg in
Westfalen gefunden. Brockmeier, Nachrbl . 59 ff.
H, Dunkeri Fr f. im obersten Laufe der Sieg; id. ibid. Beide
Arten sind durch die Behaarung der Fühler verschieden.
H. Gabonensis sp. n. Ogowe. Morel et, Journ. Conch. pag. 30.
pl. II f. 10. — Caledonensis sp. n. Caledon, Cap-Colonie. Chaper,
Bull. soc. zool. Fr. X pag. 484 pl. XI f. 6.
H. ?Wetherbyi sp. u. (?Amnicola Nuttaliana Frfld) Dali, Proc.
Un. St. Nat. Mus. VII pag. 258 pl. 17 f. 10.
Pseudoamnicola Clessini. Neue Bezeichnung für Assiminea
adriatica C 1 e s s. B r u s i n a , Mitt, Ver. Steierm. XXII pag. 52.
Amnicola Dalli sp. n. Nevada. Call, Bull. Un. St. Geol. Surv.
1884 pag. 45 pl. VI f. 4—6.
Bythinella. Verbreitung in den Alpen; v. Martens, Sitzb.
Naturf. Fr. pag. 158 ff.
P. Fischer, Note sur deux especes de Bithinella des nappes
d'eaux souterraines de la France. .1. de Conch. XXV pag. 33— 41.
pl. VII f. 1—6. Zwei neue Sectionen: Avenionina und Paulina, mit
den Typen: B. Bourguignati und Berenguieri von Avignon.
B. Lanclevi sp. n. Seine; Locard, Bull. Soc. Ronen 1884.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 77
B. Monroensis Frfld. Dali , Pr. Un. St. Nat. Mus. VII pag. 256,
Taf. 17 Fig. 9.
Bythinia subbadiella sp. n. Shoa; Bourgignat, Choa pag. 30.
B. piüchella Bens. var. obtusa n., Pt. Kanning; var. pusilla nov.,
Ferozpur; stenothyroides Dohrn var. abnormis nov., Bangalore-, ten-
taculata L. var. Kashmirensis nov. Kaschmir. Nevill, Hand List,
11, Gastropoda Neurobranchia Forts, pag. 35 — 39.
B. Kintana sp. n. Perak, Morgan, Bull. soc. zool. Fr. X
pag. 416. pl. Vn f 7.
B. Paeteli, minutoides spp. nn. China. Gredl er, Zur Conehylien-
fauna von China VIII (Botzen) pag. 13, 14.
Lithoglyphus lapidum Orb. Aeussere und anatomische Merk-
male. Ihering, Mal. Bl. pag. 96-98.
L. Fuchsianus sp. n. Hiang-tan, Hunan, China, v. Möllen-
dorff, Nachr. pag. 169.
Stenothyra Hardouini sp. n. Pulo Penang; de Morgan, Bull,
soc. zool. Fr. X. pag. 416, pl. VIII f. 15.
Baizea gen. nov. Giraudi sp. n. Tanganyika. Bourgignat,
Notice prodr. Tangan. pag. 33, 34.
Spekea Giraudi, Duveyrieriana, Hamyana, Reymondi, Grandi-
dieri spp. nn. Tanganyika. Bourgignat i.e. pag. 36— 40.
Stanleya gen. n. Typus: Lithoglyphus neritoides Smith. Gi-
raudi, Smithiana spp. nn. Tanganyika, Bourgignat 1. c. pag. 87, 88.
Paludinidae. Verbreitung alpiner Arten ; v. M arten s, Sitzb.
Nat. Fr. pag. 158 ff.
Paludina Philippinensis n. sp. Majajay, Luzon; Siamensis
Frauenf. var. Burmanica n. ; dissimilis Müll. v. Assamensis n. Nevill,
Hand List pag. 24—28.
Vivipara praeclara n. sp. Queichow. Ancey, Bull. Soc. mal.
Fr. II pag. 137.
V. Georgiana Lea. Dali, Pr. Un. St. Nat. Mus. VII pag. 256.
pl. XVn Fig. 2, 3.
Eyriesia, neue Abtheilung von Paludina, für P. Eyriesi Mor.
Fischer, Manuel pag. 733.
Vitrella Hauffeni, Neuer Name für P. pellucida Hauffen;
V. Zelebori, neuer Name für P. pellucida pt. Brusina, Mitth. Ver.
Steierm. XXII pag. 53.
Campeloma lima Anthony. Dali I.e. pag. 256. pl. XVII Fig. 1.
Bridouxia nov. gen. B. Giraudi, Villeserriana , costata, Rey-
mondi, nn. spp. Tanganyika-See. Bourgignat, Notice prodromique
Lac Tanganyika pag. 29 — 32.
Cleopatra Pauli, Soleilleti, percarinata nn. spp. von Shoa.
Bourgignat, Choa, pag. 27 — 29, Fig. 1—3. — Guillemei n. sp.
Ukerewe. Bourgignat, Espöces nouvelles . . . Oukerewe etc. pag. 6.
Neothauma Tanganyikanum , Bridouxianum , SeiTainianum nn.
78 I^i'- Gr e 0 r g P f e f f e 1" : Ber. üb. die wissenscli. Leistungen
spp. Tauganyika. G-raiididier, Bull. soc. mal. Fr. II pag. 163. —
Gii^audi, bicarinatum nn. spp. Ebendaher. Bourgiguat, Tanganyika
pag. 27. 28.
Hauttecoeuridae. Gattungen Tanganyicia Crosse und Hautte-
coeuria nov. Bourgignat, Notice prodiomique pag. 41.
Tanganyicia Fagotiana, Giraudi, Maunoiriana, ovoidea, globosa
nn. spp. Tanganyika-See 1. c. pag. 43 — 46.
Hauttecoeuria n. gen. Hamyana, Giraudi, Milne-Edwardsiana,
soluta, singularis, Duveyrieriaua , Reymondi, Maunoiriana, eximia,
Cambieri, niinuta. Ebendaher, 1. c. pag. 46—57.
Oiraudiidae nov. fam. mit Giraudia und Reymondia nn. gg.
Bourgignat I.e. pag. 60.
Giraudia n. g., praeclara, Grandidieriana nn. spp. Tanganyika,
1. c. pag. 61—63.
Reymondia n. g. mit Melania? Horei Smith und R. Giraudi
n. sp. Ebendaher, 1. c. pag. 65.
Ainpullariidae. Ampullaria Perakensis, Perak; Wellesleyensis
nn. spp., Wellesley- Provinz. Morgan, Perak, pag. 418 u. 419.
Ampullaria turbiuis Lea, v. subglobosa (Java?) und subampullacea
(Perak) nn., polita Desh. v. compressa u. Cochiuchina ; (Pomus) Marteu-
siana n. sp. Süd-Amarika. Nevill, Hand List pag. 6 — 10.
Ampullaria Revoili, Dumesniliaua , Ruchetiana, vom Somali-
Land; A. Charmesiana, Nil, Gondokoro; Bourgignati, Ballat-See,
Egyi>ten ; nn. spp. B i 1 1 o t e , Bull. soc. mal. Fr. I pag. 103—107. pl. VI.
A. (Pomus) depressa Say; Dali, Pr. Un. St. Nat. Mus. VII
pag. 255, pl. XVn f. 4, 5.
Assimineidae. Assiminea antipodum sp. n. Campbell - Ins.
Filhol, Moll, ile Campbell in Rec. Venus, pag. 523.
Assiminea Colombeliana n. sp. Mdg. des Yanktsekiaug. Heude ,
Note sur les MoUusques (s. oben pag. 31) pag. 123, pl. 31 f. 17.
y alvatidae. Valvata. Verbreitung alpiner Arten ; v. M a r t e n s ,
Sitzb. nat. Fr. pag. 158 ff.
Capulidae. Diaphorostoma, neuer Name für Platyostoma Conrad,
non Klein. Fischer, Manuel pag. 756.
Xenoplioridae. X. crispa König. Verbr. und Synonyme. Jeff-
reys, P. Z. S. pag. 45.
Aciculidae. Albertisia Issel ist junge Truncatella. Issel,
Ann. Mus. Gen. (2) 11 pag. 8.
Truiicatcllidae. A. Vayssiere, Etüde sur lorganisation de
la Truncatella truncatula. J. de Conch. XXV pag. 253-288 pls. XII
u. XIII. (C. R. 101 pag. 575—577; J. Roy. Micr. Soc. (2) V pag. 986;
— Ann. N. H. (5) XVI pag. 396—398.
Lamellariidae. Lameilaria perspicua L. Verbr. und Synonyme.
— tenuis n. sp. Porcnpine-Exp. Jeffreys, P. Z. S. pag. 45 pl. V
f. 5- 5b.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 79
Lamellaria Diegoensis n. sp. Diego und Cap S. Lucas, Calif.
Dali, Proc. Unit. St. Nat. Mus. VIII pag. 538, pl.24 f. 1—3. Ana-
tomische Notizen, ebenda. — Stearnsii Dali, 1871, ibid.
trymuog'lossa. Fischer (Manuel pag. 780) theilt die Abtheilung
in Homoeos tropha, mit einem in der Art des übrigen Gewindes
gewundenen Nucleus, und in Heteros tropha, mit einem im Winkel
zur übrigen Schale oder unregelmässig gewundenen Nucleus.
Eulimidae. Eulima Candida Marrat von Formosa. Smith, J.
of Conch. IV pag. 282, 283. Niso aeglees n. sp. Bush, Cape Hatteras,
7—32 Fd. Tr. Conn. Ac. VI pag. 465 pl. 45 f. 10 u. 10a.
de Folin, Constitution methodique, rationelle et naturelle de
la famille des Chemnitzidae , Lyon. Das Ergebniss ist folgender
Schlüssel :
Pyramiden idae. ßrachystomia (für Odostomia rissoides Han-
ley) und Auristomia (für 0. Erjaveciana Brusina) nn. sectt. v.
Odostomia. Monterosato, Nat. Sicil. IV, pag. 200, 201.
Obeliscus suturalis n. sp. Goree, Senegal; von Maltzan,
Nachr. XVII pag. 26, 27.
Odostomia engouia sp. n. und var teres n. Bush, Tr. Conn. Ac.
VI pag. 466, 467. pl. 45 f. 9 ; 15 Faden, Cap Hatteras.
Pyrgisculus (für Pyrgulina scalaris Phil.), Pyrgostelis (für P.
rufa Phil.), Pyrgostylus (für P. striatula L ). Neue Sektionen von
Pyrgulina. Monterosato I.e. pag. 82, 83.
Alaba Seuegalensis n. sp. Goree; v. Maltzan, Nachr. 28, 29.
Turbonilla Mülleri, Seuegalensis und rosea nn. spp. Goree,
Senegal; v. Maltzan 1. c. pag. 27, 28.
Turbonilla perlepida und grandis nn. spp. Vor Chesapeake-Ba5%
70 und 1500 Fd. Verrill, Tr. Conn. Ac. VI pag. 427.
Cyclophoridae. Pomatias. V. Gr edler, Ueber einige neuere
Pomatias- Arten. Nachr. pag. 38—41. Bemerkungen über P. Hen-
ricae, var. glaucinum Grdl., var. lissogyrus Westerl. und Strobeli
Pinipag. 39. Die Pini' sehen Arten: P. intermedius, Agardhi,
Valsabinum (= var. Villae Spin.), subalpinus, Stabilei, schliesslich
septemspiralis var. Gardensis sind einfach als Synonym von P. sep-
temspirale zu betrachten.
P. labrosus von Montserrat, Boettgeri von Sicilien, oribates von
Corfu, tortivus v. Dalmatien, alloglyptus (= Bourgignati Fagot) und
segnis von Nord-Italien; spp. nn. Westerlund, Fauna palaearkt.
Binnenconch. pag. 117 ff.
80 Dr. Ge o r g Pf e f f e r : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
P. tessalatus Rossm. var. achaica u., Achaia, Böttger, Nach-
richtsbl. 123.
Anat.-physiol. Bemerkungen, bes. üb. tesselatus Wgm. Sim-
roth Z. A. pag. 16-19.
P. septemspiralis Raz. var. Bosniaca nov. Böttger, Jahrb.
pag. 63. —
P. Techmegoricus, callistoma von Montenegro ; regularis, pauleios
von Cattaro, Bonficoianus von Lesina, formosus von Scordona, con-
cinnus von Spalato, Penzianus von Sebenico ; spp. nn.; Letourneux,
Bull. SOG. mal. Fr. II pag. 200—206.
P. reconditus, intermedius, Agardhi spp. nn. Nord-Italien; Pini,
Atti Soc. Ital. XXVn pag. 368—376.
Pseudopomatias gen. nov. Testa conico-turrita illi Pomatiae per-
similis: operculum simplex, membranaceum, arctispirum, v. Möllen-
dorf f, Nachr. 164. — P. amoenus n. Id. ibid. Badung in der chines.
Prov. flubei. — Vielleicht gehören Pom. Himalayae Bens., pleuro-
phorus Bens., Peguensis The ob., grandis Grodw. Aust. hierher. —
D. Setchuanensis , confusa, pupinella, pyra spp. nn. China;
Heude, Notes . . . fleuve bleu pag. 97—98; pl. XXIV f. 10, 12, 13, 14.
D. Nipponensis sp. n. Asinoin, Japan; v. Möllendorff, Journ.
As. Soc. Beng. Tom. 54, pag. 67.
Moussonia apicina nov. spec. Kuei- tscheu, Gr redler, Jahrb.
pag. 229—231.
Sinica, nov. sect. v. Diplommatina. Typus: sculptilis n. sp.
Quangtung v. Möllendorff, Jahrb. mal. Ges. XTE pag. 369.
Diplommatina (Sinica) Laurentiana u. conica nn. spp. Badung in
der chines. Prov. Hubei; v. Möllendorff, Nachr. 163.
Pupina Solomonensis nov. sp., ähnlich P. difficilis Spr und Ke-
raudreuii Vignard; Shortland Isl, in verrotteten Baumstämmen;
Treasury Isl. Smith, P. Z. S. pag. 597. pl. XXXVI f. 9, 9a.
P. Lowi, Tchehelensis spp. nn. Perak; de Morgan, Bull. soc.
zool. Fr. X pag. 414, 415; pl. VII f. 3, 4.
P. destructa sp. n. China: Heude, Notes . . . fleuve bleu pag. 98,
pl. XXIV f. 15.
P. Fuchsi sp. n. China; Gr edler, Zur Conchylien- Fauna von
China VIII (Botzen) pag. 11.
Hargravesia polita H. Ad. var. (= Hyalopsis tumida Pease,
Am. Journ. Conch. VII pag. 27) ; höhere Gegenden von Faro Isl. bis
1900 Fuss. Ed. A. Smith, P. Z. S. 598.
Hybocystis. Crosse, Etüde monographique sur les especes du
genre Hybocystis de Benson. J. de Couch. (3) XXV pag. 180—193.
P. Fischer, Note sur Fanimal de l'Hybocystis elephas de
Morgan. J. de Conch. XXV pag. 174—179.
H. elephas, Jousseaumi spp. nn. Perak; de Morgan, Bull.
soc. zool. Fr. X pag. 404-406; Le Natur. pl.X pag. 70,
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. ^1
Alycaeus globulus nov., Nähe v. A. pilula; anthostoraa spp. nn.
Badung- in der chines. Prov. Hiibei; v. Möllendorf , Nachr. pag. 162.
A. Jousseaumei , Kapayanensis , Thieroti spp. nn. Perak; de
Morgan, Bull. soc. zool. Fr. X pag. 402—404, pl. VIII f. 4, 5.
A. Chaperi sp. n., Malacca, Id., Le Natur, pag. 70.
A. muciferus, planorhulus, Fargesianus, neglectus, diminutus
spp. nn. China; Heude, Notes . .. fleuve bleu pag. 96, 97. Abb. —
Craspedopoma Servaini sp. n., Madera, Doumet-Adanson,
Bull. soc. mal. Fr. II pag. 174.
Leptopoma (?) Audouinianum sp. n. China; Heude, Notes ...
fleuve bleu pag. 95, pl. XXV f. 8.
Leucoptychia. Crosse giebt (J. d. C. pag. 9 — 20 u, Taf. 1) eine
Monographie der Gattung Leucoptychia Cr. 1878, die er eintheilt in
(A) Leptopomiformes , zartschalige Formen aus dem Papuanischen
Gebiet, und in (B) Cyclophoriformes , starkschalige Formen von den
Andamanen u. Nikobaren. — A. L. Tissotiana Crosse 1878 N. Guinea,
L. scalaris H. Adams, Insel Waigiou. — B. L. foliacea Ch. (Turbo)
(pl. 1 f. 1— le) Ins. Camorta. L. Leai Tryon (pl. 1. f. 2— 2h), Anda-
manen.
Lagochilus. v. MöUendorff, Jahrb. mal. Ges. XII pag. 364.
— L. Swettenhami sp. n. Perak; de Morgan, Bull. soc. zool. Fr.
X pag. 412 pl.VIII f. 8.
Cyclophorus fimbriosus n. sp Badung in der chines. Prov. Hubei;
V. MöUendorff, Nachr. 162.
C, ferruginosus, Fargesianus, Delavayanus, punctatulus,Frinianus,
Mediastinus, clathratus spp. nn. China; Heude, Notes . . . fleuve
bleu pag. 81—91. Abb. —
C. bifrons Heude = C. chinensis Mölldff. Jahrb. mal. Ges.
pag. 362.
C. Lahatensis sp. n. Perak; de Morgan, Bull. soc. zool. Fr. X
pag. 409 pl.VIII f. 7.
C. Lowii, Kiutanus, Baylei, Regelspergeri spp. nn. Malacca ; d e
Morgan, le Natur, pag. 69.
Ptychopoma subg. nov. von Cyclophorus. Typus: chinensis; v.
MöUendorff, Jahrb. mal. Ges. XII pag. 362.
Aulopoma Lowi sp. n. Perak; de Morgan, Bull. soc. zool. Fr.
X pag. 407, pl. Vn 16; Le Natur, pag. 69.
Pterocyclus Liuanus n. sp. Prov. Hunan, China, Gredler,
Jahrb. pag. 226—228 , Taf. 6 Fig. 5. — Lienensis. Id ibid. Taf. 6
Fig. 4. — cycloteus n. sp. Provinz Hunan, Id. ibid. pag. 228, 229.
Taf. 6 Fig. 6. —
P. Regelspergeri sp. n. Perak; de Morgan, Bull. soc. zool.
Fr.X pag. 400, pl.VIII Fig. 3.
Myxostoma recognitum, Setchuanense , humile, laciniatum,
Avch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. J^
R2 Dr. Georg- Pfeffer: Ber. üb. die wisseiisch. Leistnugen
Aubryaimm, toitile, expoliatuni, vestituiu, aureum, tabulare spp. nn.
China; Heude, Notes . . . fleuve bleu pag. 91— 95. Abb. —
Cyclotus Dautzenbergi sp. n. Perak; de Morgan, Bull. soc.
zool. Fr. X pag. 398, pl. Vin f. 1.
C. Bourgnignati sp. n. Transkaukasien ; Doumet-Adanson,
Bull. soc. mal. Fr. IL pag. 176.
Opistlioporus borealis sp. n. Badung in der chines. Provinz Hubei,
V. Möllendorff, Nachr. 161.
Rhiostoma Jousseaumi sp. n. Perak; de Morgan, Bull. soc.
zool. Fr. X pag. 400 pl. Vin f. 2.
Spirostoma gen. nov. „Testae apertura integra, peristomate du-
plici; spirae summo apiculari-mamillato ; operculo corneo, pellucido,
concavo, pyramidali-conico ; spira obliqua, sutura canaliculata, apice
piano, extico". Typus: Frinianum sp. n. China; Heude, Notes . . .
fleuve bleu pag. 95, pl. XXDC f. 2.
Cyclostomidae. Anatomische, physiologische und systematische
Bemerkungen s. H. Simroth, Z. A. pag. 16—19.
Otopoma Comorense Pfr; Humbloti pag. 298 pl. 14 f. 4, 4a, po-
lyzonatum pag. 299 pl. 14 f. 15— 15 b, anaglyptum pag. 300pl. 14 f. 14
bis 14 b; spp. nn. v. Gross-Komoro. Morelet, Journ. de Conch. XXV.
Tudorella subg. nov. von Cyclostoma. Typus : ferrugineum Lam.
Fischer, Manual pag. 747.
Otopoma Humbloti, polyzonatum, anaglyptum spp. nn. Comoren.
Morelet, J. de Conch. XXY. pag. 298— 300, pl. XIY flg. 4, 15, 14.
Gruillainia Crosse alter als Eochebrunia B o u r g n i g n a t. A n -
c e y , Bull. soc. mal. Fr. II pag. 147.
Omphalotropis nebulosa Pease, Ngi Ins., an Bäumen am Gestade,
San Christoval, Guadalcanar Islds. Sehr variabel in Färbung. E. A.
Smith, P.Z. S. pag. 597. pl. XXXVI f. 8.
RMpidoglossa.
Helicinidae. Helicina Solomonensis sp. n. Smith, P. Z. S.
pag. 599 pl. 36 f. 11, IIb — ; Faro, Shortland und Treasury Islds;
egregia Pfr., pl. 36 f. 10, 10a.
H. simulans, Raiateaensis spp. nn. Gesellsch.-Ins.; Garrett, J.
Ac. Phil. (2) IX (1884).
H. Setchuanensis, Fargesiana spp. nn. China. Heude, Fleuve
bleu, pag. 98 pl. 24 f. 16, 17.
H. Gredleri, Neuer Name für Mouhoti var. Martensi; Möllen-
dorff, Jahrb. mal. Ges. XII pag.
Geophorus. Neue Sektion von Helicina für H. agglutinans
Sow.; Fischer, Manuel pag. 795.
Eutrochatella. Neuer Name für Trochatella Swainson, non
Lesson. Fischer, Manuel pag. 796.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 83
Heudia ii. g. ans der Verwandtschaft von Ceres nnd Proserpina.
Typns: Setchuanensis Heude. Crosse, J. de Conch. pag. 43 — 45.
Hydrocenidae. Georissa sulcata sp. n. Quangtung, China; v.
Möllendorff, Jahrb. mal. Ges. XII pag. 372; Taf. IX Fig. 7.
Neritidae. Nerita marmorata Hombr, Jacq. (= oleagina Rv.;
Reeve's marmorata ist crassilabrum zu nennen) Lebend eben unter
der Flutmarke auf der Korallenkalk-Küste auf San Christoval. Edg.
A. Smith, P. Z. S. pag. 603.
Neritinidae. Neritina viridis L. Verbr. und Synonym. Jeff-
reys, P. Z. S. pag. 38.
Neritina reclivata Say. Dali, Pr. U. S. Nat. Mus. VII pag. 259.
Taf. 17 Fig. 8.
Neritina Cornea, subsulcata, dubia, adumbrata, pulligera, Petiti,
squarrosa, sanguisuga. Fundorte auf den Salomon-Ins. nebst Notizen
über Lebensweise. Smith, P. Z. S. pag. 604— 607.
Monodonta. Austrocochlea und Neodiloma. Neue Sectionen.
Typen: M. constricta Lam. und aethiops Gm., Fischer, Manuel
pag. 820.
Margarita helicina Fabr. f. campanulata nov. St, Lorenzinsel
pag. 262, Frielei sp. n., Lorenzbai pag. 263, Taf. XVI f. 2a, Radula
2b, c. Krause, Arch. Naturg. Tom. 51.
Eumargarita, = Margarita Leach; Fischer, Manuel.
Photinula vaginalis, delecta, resurrecta von Sta Cruz, Pata-
gonien; Hyadesi von Feuerland, pruinosa von Sta Cruz und Punta
Arenas, gamma ebendaher, paradoxa südl. v. Cap Hörn, Halmyris
ßeagle-Canal ; spp. nn. R o c h e b r u n e e t M a b i 1 1 e , Bull. Soc. Philom.
(7) IX pag. 104—108.
Phasianotrochus, nov. sect. v. Elenchus. Fischer, Manuel.
Delpliinulidae. Delphinula. Aspa und Vermilla, subgg. mi.
Typen: gomeza und muricata. Gregorio, Bull. soc. mal. Ital. XI pag. 67.
D. nitida sp. n. Vor Chesapeake Bay, 1400 Fd. Verrill, Tr.
Conn. Ac. VI pag. 424. pl. 54 f. 11.
Cocculinidae. Cocculina reticulata sp. n. Vor Chesapeake Bay,
70 Fd. Verrill, Tr. Conn. Ac. VI pag. 426.
Haliotidae. Haliotis Huttonisp. n. Campbell Jus.; Filhol, Moll.
de File Campbell, Rec. Venus, pag. 527.
Pleurotomariidae. Pleurotomaria Beyrichii Hilgendorf.
Wood ward, Geol. Mag. (3) II.
Fissurellidae. Fissurella Dozei ; Sta Cruz, Patagonien ; hedeia,
Punta Arenas; arenicola, Punta Arenas und Orange Harbour spp. nn.
Rochebrune et Mabille, Bull. soc. plilom. (7) IX pag. 108, 109.
Proscutum. Subg. n. von Scutum für S. compressum Desh.
Fischer, Manuel pag. 86 1 .
Puncturella abyssicola sp. n. Vor Martha's Vineyard, 1500 Fd.
Verrill, Tr. Conn. Ac.VI pag. 425.
R4 Di*. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Ptenoglossa.
Scalariidae. Acirsa subdecussata Cantr. bildet eine Unter-
gruppe für sich. E. de Boury, J. de Conch. XXV pag. 96— 98.
A. praelouga gehört in die Gruppe Acrilla. Ibid.
Elasmonema, Neuer Name = Callonema Hall, non Conrad.
Fischer, Manuel pag. 778.
Scalaria inclyta n. sp. hab.? Melvill, J. of Conch. IV pl. XI f. 1
S. trochiformis, Senegalensis, Boettgeri spp. nn. Goree, West-
Afrika, V. Maltzan, Nachr. pag. 25, 26.
S. leptalea, teres spp. nn. Cape Hatteras, 16 Fd. Bush, Tr.
Comm. Ac. VI pag. 465, die letzte abgeb. pl. 45 f. 8.
Solariidae. Climacopoma n. subg. für die Gruppe des Solarium
patulum, Fischer, Manuel pag. 714.
Omalaxis nobilis n. sp. Verrill, Tr. Conn. Ac. VI pag. 423
pl.44 f. 12; vor Chesapeake-Bay, 70 Fd.
Pseudomalaxis n. subg. von Torinia für T. zanclaea Philippi.
Fischer, Manuel 714.
Docoglossa.
Patellidae. Patella Terroris, Campbelli spp. nn. Fi 1 hol, Moll,
de nie Campbell, Rec. Venus, pag. 528. 529.
P. meridionalis, Cap Hörn; metallica, pupillata, Orange Har-
bour; tincta Magelh. Ins.; spp. nn. Rochebrune et Mabille,
Bull. soc. phil. (7) IX pag. 109, 110.
Gradlnüdae. Gadinia Garnoti, Mittheilungen über Lebensweise
und Anatomie. Lacaze-Duthiers I.e.
Lepetidae. Cryptobranchia alba Dali. Krause, Arch. Naturg.
Tom. 51 pag. 258, Radula Taf. XVI F. la— c.
Polyplacophora.
Chitonidae. Fischer theilt die Abtheilung ein in : 1) Holochiton
gen. nov. mit den Subg. Leptochiton, Hanleya und Eochiton nn.
2) Chiton L. Subg. Tomochiton und Porochiton nn. 3) Anisochiton
gen. nov., Typus Ch fascicularis L. 4) Chitonellus. 5) Diarthro-
chiton gen. nov., Tj^pus Ch. vestitus Sow. — Fischer, Manuel pag.
Lepidopleurus Campbelli sp. n. Filhol, Moll. Campbell pag. 534.
Tonicia Gryei sp. n. Id. ibid. pag. 535.
Plaxiphora Campbelli sp. n. Id. ibid. pag. 540.
Aplacophora.
Chaetodermatidae. E. Selenka in; Rep. on the Gephyrea
Challenger, Zoology XIU pt. XXXVI. pag. 23, 24. pl. IV f. 28—32.
Chaetoderma railitare sp. n.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 85
Scaphopoda.
Dentalium leptum sp. n. Cape Hatteras 7— 48Fd. Bush, Tr.
Conn. Ac. VI pag. 470 pl. 45 f. 18, 18 a.
D. laqueatiim sp. n. Vor Chesapeake Bay, 60 Fd. Verrill,
ibid. pag.431. pl. 44 f. 18.
Cadulus Carolinensis sp. n. Cape Hatteras, 7— 48Fd.; C. incisus
sp. n. Bush ibid. pag. 482 pl. 45 f. 19, 20.
C. spectabilis sp. n. N. England, 1500 Fd. Verrill, ibid. pag.
482 pl 44 f. 19.
Acephala.
Smith, E. A. Report on the Lamellibranchia collected by
H. M. Ship Challenger. Rep. Scient. Res. Chalienger, Zoology, XIII
pt. XXXV, 341 pagg., 25 Taff.
Teredidae. S. Hanley giebt eine Beschreibung des fast ver-
schollenen Teredo utriculus Gm , und macht kritische Bemerkungen
zu den in Reeve, Conch. Iconica, aufgeführten Arten: T navalis.
Norvegica, bipennata, Stuchburii, carinata, megathorax, campanulata,
Saulii, batava, affinis, brevis, palmulata, Senegalensis, nucivora, den-
ticulata.
Teredo sp. Oestl. v. C. York (? 1400 Fd.) Smith, Chall. pag. 27.
Grastrochaeuidae. Gastrochaena lamellosa Desh. Smith, Chall.
pag. 28, pl. VIII f. 2— 2b.
Ciavagella Torresii n. sp. Torres-Str., 3— 11 Fd. Smith, Chall.
pag. 28 pl. VIII f. 1—16.
Solecurtus (Azor) coarctatus Gm. Synonymie, Smith, Chall.
pag. 79.
Saxicavidae. Cyrtodaria siliqua Ch. St. Lorenzbai 15—17 F.,
Lagune bei Tumkan und Povten, Behringsmeer ; Krause, Arch.
Naturg. pag. 40. —
Saxicava arctica L. lieber die ganze Erde verbreitet; Smith,
Chall. pag. 78. — antarctica Phil. Süd-Georgien, Martens, Sitzb.
Nat. Fr. pag. 94.
Myidae. Mya arenaria L. Nytschigane Point, 15—20 F., Emma-
Hafen, 8— 20 Fd., Behringsmeer, Krause 1. c. —
Mya sp. Smith, Chall. pag. 56.
Corbiüidae. Corbula Macgülivrayi n. sp. Südl. v. N. Guinea,
28 Fd. Smith, Chall. pag. 30, pl. X f. 8a, b. — scaphoides Hinds,
pag. 32, pl. VII f. 3-3b. — Philippii n. sp. Vor Bermuda 435 Fd.,
pag. 33, pl. VIII f. 4, 4b. — C. monilis Hinds, pag. 34.
Assiniensis n. sp. Assinie, W.- Afrika; Chaper, Bull. Soc. Z.
Fr. X pag. 47, pl. I f. 7—9.
Azara afra n. sp. Congo-Mündung ; Böttger, Ber. Offenb. Ver.
24/25, pag. 197.
}^(3 Dr. Ct e 0 rg F fe t f e r : Ber. iili. die wissensch. Leistungen
Auatiiiidac. Anatina Aleutica n. sp. Ndl. v. Akutan - Pass,
70 Fd., Behrings-Meer; Krause, Arch. Natuvg. pag. 38.
Neaera. Wird in 13 Sectionen (A— M) getheilt; Einreihung
der bekannten Ai'ten in dieselben pag. 35—38. Schema der Zahn-
bildung pag. 36; Smith, Chall. —
Sectiou A. Neaera patagonica n. sp. \V. K. v. Patagonien,
165 Fd., p. 39, pl. VIII f. 5 -5b; Wollastonii n. sp. Westl. v. Azoren,
1000 Fd., pag. 40, pl. X f. 6— 6b; consociata n. sp. AV.-Indien, 390 bis
435 Fd., pag. 41, pl. IX f. 7— 7b; Azorica n. sp., östl. v. Azoren,
1000 Fd., pag. 41, pl. X f. 7— 7b; meridionalis n. sp. Siidw. v.
Australien, 1950 Fd., pag. 43, pl. IX f. 6— 6b; filocarinata n. sp
W.-Afrika, 1750 Fd., pag. 44, pl. X f. 5— 5b; Capensis n. sp. Cap der
gut. Hoffn. 150 Fd., pag. 45, pl. IX f. 5— 5b; Platensis n. sp. Mdg.
des Laplata, 600 Fd., p. 4.5, pl. IX f. 4— 4b; Kerguelenensis n. sp.
Kerguelen, 120 Fd., pag. 46, pl. XXIV f. 8— 8b; Angasi n. sp. N. S.
Wales, 410 Fd., pag. 47, pl. IX f. 2— 2b; spp. pag. 48; Murray i n. sp.
Nord-Pacif., 2900 Fd., pag. 319. Hzschn. —
Sectiou B. Neaera fallax n. sp., östl. v. Cap York, 155 Fd.,
pag. 49, pl. X f. 2— 2 b.
Sectioii E. Neaera teres Jeffreys, Cauaren, 620 Fd., pag. 50,
pl.X f. 3-3b.
Sectiou F. Neaera Brazieri n. n. (= rugata Angas, von A. Ad.,
P. Z. S. 1867 pag. 914) Pt. Jackson, 2— 10 Fd., pag. 51, pl. IX
f. 4-3 b.
Sectiou K. Neaera claviculata Dali; pl. IX f. 8— 8b; congenita
n. sp. Vor Bermuda, 435 Fd., pag. 52, pl. X f. 1-lb.
Sectiou M. Neaera fragilissima (besser fragillima Ref.) Prinz-
Edwards-Ins. 300 Fd., pag. 53, pl. IX f. 1— Ib. — Smith, Rep.
Lamellibr.
Neaera costata n. sp. Cape Hatteras^ Bush, Trans. Connect. VI
pag. 472.
Pororaya australis n. sp., östl. v. C. York, 155 Fd., pag. 54,
pl. XI f. 2— 2b; laevis n. sp., ebendaher, pag. 55, pl. XI f. 3— 3b.
Smith 1. c.
Periploma corapressa Orb., Montevideo, 13 Fd. 1. c. pag. 71.
Periploma undulata n. sp., Martha s Vineyard, 810 Fd. ; Verrill,
Tr. Conn. Ac. VI pag. 433.
Lyonsia formosa Jeft'r., Canaren, 620 Fd., pag. 72, pl. VI
f. 3 -3b. Smith 1. c.
Lyonsia arcaeformis n. sp. Süd-Georgien; v. Märten s, Sitzb.
Nat. Fr. pag. 94.
Lyonsia Morgan! sp. n. Madras, Chaper, Bull. Soc. Z. Fr. X
pag. 50, pl. I f. 19—21.
Lyonsiella Jeffreysii n. sp. Atl. 1850 Fd., pag. 73, pl. XXV
f. 1— Ib; papyracea n. sp., 1100 miles siidw. v. Austr. , 1950 Fd.,
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 87
pag. 73, pL XXV f. 2— 2b; grandis n. sp. Südatl, 1900 Fd., pag. 74,
pl. XXV f. 3— 3b. Smith I.e.
Myochama anomioides Stutchbiiry (= Keppelliana, A. Adams,
Reeve) Smith pag. 63.
Myodora pandoriformis Stutchb. (= brevis H. et A. Ad.) pag. 64;
trigona Rv. (= tiiicta Rv.) pag. 65; spp. pag. 65 u. 66; australiaca
Rv. (= Thracia Novo-Zelandica Rv., Hutton) pag. 67. Smith 1. c.
Thracia meridionalis n. sp. Kerguelen, Betsy Cove, Marion Isl,
Prinz-Edw.-Ins. 20— 150Fd., pag. 68, pl. VI f. 4— 4b; Watsoni n. sp.
Bass-Str. 38 — 40 Fd, , pag. 69, pl. VI f. 5 — 5b; myodoroides n. sp.,
ebendaher, pag. 70, pl. VI f. 6 — 6b. — Smith 1. c.
Sileiiia n. gen. Unterschieden von Lyonsiella, abgesehen von
Charakteren der Weichtheile, dui-ch das äussere Ligament ohne
Kalkstützo und das zahnlose Schloss. Sarsii n. sp. 1100 miles südw.
V.Australien, 1950 Fd. und Mdg. des Laplata, 2650 Fd., pag. 75,
pl. XXV f. 4— 4b. Smith J. c.
Mactridae. Mactra incerta n. sp. Adrairalitäts-Ins., 16 — 25 Fd.,
pag. 59, pl. V f. 7— 7c; pusilla A. Ad., Queensland, Pt. Jackson,
pag. 60, pl. V f. 8— Sc; Jacksonensis n. sp. Pt. Jackson, 2—10 Fd.,
pag. 62, pl. V f. 9— 9b. Smith 1. c.
Mactra (?) Cumingiana Dkr, Bush, Tr. Conn. Ac. VI pag. 475,
15—17 Fd.
Paphiidae. Ervilia bisculpta Gould (= australis Ang.) pag. 80;
subcancellata n. sp. W.Indien u. Brasilien, 25— 675 Fd., pag. 80,
pl. VI f. 2— 2b; Sandwichiensis n. sp. Honolulu, 40 Fd., pag. 81
pl. XXV f. 5-5b. Smith I.e.
Daviia umbonata n. sp. Kerguelen, 20—60 Fd., pag. 82, pl. VI
f. 1— Ib. Smith I.e.
Scrobiculariidae. Semele infans n. sp. Cape York, 7 Fd., p. 84,
pl. V f. 1— Ib; (Abra) Brasiliensis n. sp. Pernambuco, 350 Fd., pag. 85,
pl. V f. 2 2b; (Abra) Philippinensis n sp. Panay, Philippinen,
375 Fd., pag. 86 pl. V f. 3- 3d; (Abra) regularis n. sp. C. York,
155 Fd., pag. 87, pl. V f. 4 — 4b; profundorum n. sp. Canaren, Azoren,
\V. Africa, Nord-Pacif, 1000— 2900 Fd., pag. 88, pl. V. f. 5— 5b;
iridescens Hinds, pag. 89, pl. V f. 6 — 6b. Smith 1. c.
Telliuidae. Psammobia Castrensis Spengler (= oriens Desh.,
Rv., Dkr.) pag. 91; sp. pag. 92; lineolata Gray (= lineolata -i- con-
vexa Rv.), pag. 92; pallida Desh. (= Malaccana -;- suffusa Rv.),
pag. 93; zonalis Lani. (= tellinaeformis, puella, compta Desh., Rv.,
= radiata Dkr), pag. 94; anomala Desh. (var. = tenuis Rv., non
Desh.), pag. 95 ; modesta Desh. (= modeeta + Menkeana -!- angusta
[Desh.] Rv.) pag. 95; Smith 1. c.
Tellina (Macoma) consociata n. sp., südl. v. Amboina, 15—25 Fd.,
pag. 96, pl. IV f. 4 — 4b; (Macoma) Uruguayensis n. sp., Montevideo,
13 Fd., pag. 97, pl. IV f. 5— 5b; (Macoma) Arafurensis n. sp., Ära-
88 Dr. Georg Pfeffer: Ber. iib. die wissensch. Leistungen
fura-See, 49 Fd, pag. 98. pl. IV f. 6— 6b; Murrayi n. sp. C. York,
155 Fd., pag. 98, pl. III f. 8— 8b; compacta n. sp. C. York, 6 Fd.,
pag. 99, pl. ni f. 9— 9e; (Tellinella) Charlottae n. sp. Charlotte Sd.,
N.Seeland, 10 Fd., pag. 100, pl. IV f. 1— Ib; (Tellinella) Huttoni,
Cook -Str., N. Seeland, pag. 101, pl. IV f. 2— 2 b; rhomboides Q. G.
Synonymie, pag. 103; (Arcopagia) pretiosa Desh. (= costata Sow.)
pag. 104; (Arcopagia) elegantissima n. sp., Torres-Str. , 3 — 11 Fd.,
pag. 105, pl. IV f. 3— 3b; tenuilirata Sow. pag. 106: Fijiensis Sow.
pag. 107; diluta n. sp. Cape York, 155 Fd., pag. 108, pl. IV f. 7— 7b;
languida n. sp. Torres-Str. u. Flinders Pass., 3 — 7Fd. , pag. 110,
pl. IV f. 8— 8b; tenuilamellata n. sp., südl. v. N. Guinea, 28 Fd.,
pag. 110, pl. IV f. 9— 9b. Smith 1. c.
Galatea Congica sp. n. Mdg des Congo; Böttger, Ber. Offenb.
pag. 196.
Yeneridae. Tapes obscurata D e s h. (= grata Desh., = similis
E,v., = quadrilineata Desh., Rv., Rom., Pfr.) pag. 113; (Paratapes)
undulata Born (= rimosa Phil., Sow.) pag. 115; semirugata Sow.
(= polita Sow., Rv.) pag. 115. Smith 1. c,
Venus philomela n. sp. Nightingale Isl., 100 — 150 Fd., pag. 118,
pl. II f. 7— 7b; Torresiana Smith, Cape York, 6 Fd., pag. 118,
pl. m f. 1 — le; (Antigona) lamellaris Seh um. (=Lamarckii Gray,
Rv., Pfr., Sow.; = subrostrata Wood, Rv. ; = nodulosa Sow.)
pag. 121. Smith I.e.
(Chione) calophylla Phil. (= thiara Sow., Rv., = Curaingii
Sow.) p. 122; foliacea Phil. (= thiara Sow, Rv. = retroversa
Desh.) pag. 122: Jacksoni n. sp. Pt. Jackson, N. S. Wales, pag. 123,
pl. m f. 3— 3e; recognita n. sp. Philippinen, 10—20 Fd., pag. 125,
pl. in f. 5— oe; lionata n. sp. Südl. v. N. Guinea, 28 Fd., pag. 126,
pl. in f. 7— 7b; infans n. sp. Cape York, pag. 128, pl. in f. 3-3b;
Levukensis n. sp. Levuka, Fidschi, 12 Fd., pag. 128, pl. III f. 6— 6b;
Mindanensis n. sp. Mindanao, 82 Fd., pag. 130, pl. m f. 4 — 4b.
Smith 1. c.
(Chamaelea) mesodesma Q. G. (== crassa u. denticulata u. vio-
lacea Q. G., spissa Desh., Harl., spurca Sow. Rv.) pag. 131.
Smith 1. c,
(Callista) lilacina Lam. (= pectoralis Sow., = grata Desh.,
Rv., Rom.) pag. 133; disrupta Sow. Pt. Jackson 2—10 Fd., pag. 135,
pl. If. 4— 4e; roseotincta n. sp. Philippinen, 10— 20Fd., pag. 136,
pl. I f. 6— 6b. Smith I.e.
(Caryatis) hebraea Lam. (= Sophiae Ang.) pag. 138; Coxeui
Smith pag. 139, pl. I f. 7— 7e; regularis n. sp. Torres-Str., Cape
York, 3—28 Fd., pag. 140, pl. I f. 8— 8b. Smith 1. c.
Circe Barrandae n. sp. Philippinen, Hidalgo, J. Conch. , pag.
195, 196, pl. IX f. 7— 7 a. —
Circe sulcata Gray (= Artemis Desh., Rv. = Metcalfei Desh.,
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 89
= erythraea Jon., = pacta Rom., = plebeja Hanl.) pag. 142
Berraiulensis , n. sp. Bermuda, 435 Fd., pag. 143, pl. II f. 1 — Ib; ju-
Äwida n. sp. Cape York ii. Honolulu, 28—40 Fd., pag. 144, pl. 11
f. 3— 3b; aniica n. sp. Tongatabu, 18 Fd., pag. 145, pl. II f. 2— 2e;
Gordoni n. sp. Fidji, bis 12 Fd., pag. 146, pl. II f. 5 — 5e; Angasi
n. n. für australis Ang., Smith olim; Pt. Jackson 2 — 10 Fd., pag. 148,
pl. II f. 4 — 4e; obliquissima n. sp. Wednesday Isl., N. Austr., 8 Fd.,
pag. 149, pl. rr f. 6— 6b. Smith 1. c.
Dosinia lambata Gould pag. 151 ; mira n. sp. Südl. v. N. Guinea,
25 Fd., pag. 152, pl. I f. 3-3 e. Smith 1. c.
dementia papyracea Gray, Sjmonymie pag. 154. Smith I.e.
Petricolidae. Choristodon (?) caucellatus n. sp. Chesapeake
Bay, 70 Fd., Yer. Staat, Verrill, Tr. Conn. Ac. VI pag. 435.
Cyrenidae. Corbicula Tanganyikana n. n. (= radiata v.
Tanganyicensis Crosse) Bourgignat, Lac Tauganyika pag. 104. —
SoUeilleti, callipyga, Gravieriana spp. nn., Shoa, Bourgignat, Choa
pag. 36-38, f. 12—14.
Sphaeriidae. Ruellania n n. (= Grandidieria olim) gehört
nicht zu den Unionideu, sondern Sphaeriiden. Bourgignat, Grandi-
dieria p. 1, cyrenopsis n. sp. pag. 9, pl. 1, f. 7- 9; Servainiana n. sp.
pag. 6; Ujijensis n. n. (=*Unio !Nyassaensis v. üjijensis Crosse) pag. 7;
gravida n. sp. pag. 7, pl. 1. f. 1— 6; rostrata n. sp. pag. 10, pl. 1,
f. 10 — 12; elongata n. sp. pag. 10. Alle aus dem Tanganyika - See.
Bourgignat, Monographie du nouveau genre Grandidieria. Bull. soc.
mal. Fr. II pag. 1-12.
Ruellania Giraudi n. sp. pag. 95; mira n. sp. p. 96; rotundata
n. sp. pag. 98 ; corbicula n. sp. pag. 100 ; incarnata n. sp. pag. 101 ;
granulosa n. sp. pag. 102. Alle aus dem Tanganyika-See. Bourgignat,
Notice prodromique sur les Mollusques terrestres et fluviatiles ....
du Lac Tanganyika.
Pisidium. 19 Arten aus der Tiefe der Schweizer Seen; Forel,
JSf. Denkschr. Schw. Ges. XXIX (2) pag. 198.
Pisidium Giraudi sp. n. Tanganayika-See; Bourgignat 1. c.
pag. 105.
Soleilletia n. g. Cyreniden - ähnlich mit Galatea - Schloss ; die
rechte Klappe mit einem Cardinal- und 2 verlängerten Lateral-Zähnen,
die linke mit 2 Cardinalzähnen. Abbadiana, Hamyana nn. spp. Shoa.
Bourgignat, Choa, pag. 32— 35; if. 15— 19. —
Cardiidae (Acanthocardium) Sueziense Issel, Levuka, 12 Fd.,
pag. 158, pl. Vni f. 2— 2b; mirabile Desh. f. 1— Ic; Smith 1. c.
(Bucardium) tenuicostatum Lam. (= pallidum u. radiatum Rom.)
pag. 159; australe Sow. (= pulchrum Rv.) pag. 160; pulchellum
Gray (= striatulum Sow., Rv., Hutt.) Smith 1. c.
(Papyridea) bullatum Ch. Synonymie pag. 161; semisulcatum
90 Dl'- Georg Pfeffer: Ber. üb. die wisseusch. Leistimgen
Gray (= ringiciüum Sow., Hanl., Rv., Orb., Rom., =Petitianiim
Orb.) pag. 162. Smith 1. c.
(Fragiim) Torresii n. sp. Südl. v. N. Gruinea, pag. 164, pl. VIII
f. 4— 4b. Smith 1. c.
Isocardiidae. Callocardia (?) Adamsii n. sp. Sierra Leone,
2450 Fd., pag. 155, pl. VI f. 7— 7b; pacifica n. sp. Nord-Pac. 2900 Fd.,
pag. 156 u. 320, pl. VI f. 9— 9b; atlantica n. sp. Westl. v. Azoren,
San Jligiiel, 1000 Fd., pag. 157, pl. VI f. 8— 8 b. Smith 1. c.
Venericardia obliqna n. sp. Cape Hatteras, 7— 10 Fd. Bush,
Tr. Conn. Ac. VI pag. 478.
Verticordiidae. Verticordia S. Wood. Allgemeines über die
Gattung und Revision der Arten pag. 165. — Deshayesiana Fischer ,
= Japonia Ang., pag. 167; Australiensis n. sp., C. l^ork 155 Fd.,
pag. 167, pl. XXV f. 6— 6b; Woodii n. sp. Pernambuco, W. Indien
aöO— 390Fd., pag. 168, pl. XXV f. 7— 7b; quadrata n. sp. Palma,
1125 Fd., pag. 169, pl. XXV f. 8-8b; tornata Jeffr. pl. XXV f. 9— 9b.
Smith 1. c.
Pecchiola granulifera n. sp. Chesapeake Bay, 1423 Fd.; Verrill ,
Tr. Conn. Ac. VI pag. 434.
Lucinidae. Lucina lamellata Smith 1881 ; 1. c. pag. 173, pl. XIII
f . 1 — Ib; Ramsayi n. sp. Pt Jackson, pag. 174 pl. XIII f. 2— 2b;
cristata n. sp. C. York, 155Fd., pag. 175, pl. XIII f. 3— 3a;
(Divaricella) irpex n. sp. C. York, pag. 176, pl. XIII f. 4— 4a ;
(Codakia) pecten Lam. (=: reticulata AVeink., = obliqua Rv.)
p. 179; seminula Gould pag. 180, pl. XIII f. 5— 5a; Levukana n. sp.
Levuka pag. 181, pl. XIII f. 6— 6a; congenita n. sp. Cape York
155 Fd., pag. 182, pl. XIII f. 7— 7a; Hawaiiensis n. sp. Honolulu,
pag. 183, pl. Xni f. 8— 8a; Fijiensis n. sp. Levuka, 12 Fd., pag. 184,
pl. Xin f. 9-9 a.
(Loripes) desiderata n. sp., südl. v. N.-Guinea, 28 Fd., pag. 185,
pl. XIII f. 10 — 10a; Jacksoniensis n. sp. Pt Jackson, 6 — 15 Fd.,
pag. 185, pl. XIII f. 11— IIb; Gordoni n. sp. Levuka, 12 Fd., pag. 186,
pl. XIII f. 12— 12a.
Cryptodon. Allg. Bemerkungen pag. 187. Watsoni n. sp. Ad-
miralitäts-Ins., 150 Fd., pag. 188, pl. XIV f. 1— la; Moseleyi n. sp.
Süd-Atl. 1900 Fd., pag. 189, pl. XIV f. 2— 2a; Falklandicus n. sp.
Falkl.-L, 3— 5Fd., pag. 190, pl. XIV f. 3— 3a; rufolineatus n. sp.
Levuka, 12 Fd. pag. 191, pl. XIV f. 4— 4a; Luzonicus n. sp. Luzon,
1050 Fd., pag. 192, pl. XIV f. 5— 5a; Marionensis n. sp. Prinz-Edwards-
und Marion- Ins., 100— 150 Fd., pag. 194, pl. XIV f. 6— 6a; spp.
pp. 194 u. 195.
TJngulinidae. Diptodonta subgranulosa n. sp., Philippinen,
18 Fd., pag. 195, pl. XIV f. 7— 7a; scalpta n. sp. C. York, 6 Fd.,
pag. 196, pl. XIV f. 8— 8a; corpulenta n. sp C. York, 6Fd., pag. 196,
pl. XIV f. 9— 9a; subglobosa n. sp. ebendaher, pag. 197, f. 10— 10a;
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1885. 91
conspicua n. sp. ebendaher, pag. 198, pl. XIV f. 11 — IIa; Amboinensis
n. sp., Amboina 15— 20 Fd., pag. 199, pl. XIV f. 12— 12a; sp. p. 200.
Lasaea rubra Mont gefunden im Nordatl. Ocean, Canaren, Cap,
Spitze V. Süd-Amerika und N.-Caledonien. Pelseneer, Sur l'aire de
dispersion de Lasaea rubra. Proc. verb. Soc. mal. Belg. XIV pp.
CXI u. CXII. -
Kelliidae. Kellia nuculina Märten s; Kerguelen, Priuz-Edw.-
Ins., 20-150 Fd,, Smith 1. c. pag. 201, pl. XI f. 4— 4b; rotunda
Desh., var. Australien, pag. 202, pl. XI f. 5— 5b; cardiformis n. sp.
Kerguelen, 28 Fd., pag. 202, pl. XI f. 6— 6 b.
Kelliella nitida n. sp. Martha's Vineyard, N. S. 1500—2000 Fd.;
Ve-rrill, Tr. Conn. Ac. VI pag. 438.
Montacuta paula (= Pythina paula u. peculiaris A. Ad.) pl. XII
f. 1— Ib: Angasi n. sp. Pt. Jackson 2—10 Fd., p. 204, pl. XII f. 2-2 b;
acuminata n. sp. C. York, 155 Fd. pag. 205, pl. XII f. 3— 3b; cylin-
dracea n. sp. Nord-Atl., pag. 206, pl. XII f. 4— 4b; occidentalis n. sp.
W. Indien, 390 Fd., pag. 206, pl. XII f. 5— 5b; pura n. sp. Azoren,
Canaren, 450—620 Fd., pag. 206, pl. Xn f. 6— 6b; Smith 1. c.
Leptonidae. Lepton costulatum n. sp. Süd-Greorgien; v, Här-
tens, Sitzb. Nat. Fr. pag. 94.
Tellimya planata Dali (M S) n. sp. Nytschigane Point , Emma-
Hafen 12—20 Fd., Behringsmeer. Krause, Arch. Nat. pag. 34,
T. III F. 6a-d.
Solemyidae. Solemya Patagonica n. sp. Südw. - Patagonien,
Smith 1. c. pag. 208, pl. XI f. 1— la.
Astartidae. Astarte Macandrewi Smith I.e. pl. XV f. 1 — la.
Crassatella rhomboides n. sp. Nord-Austral, 6—28 Fd., pag. 219,
pl. XVI f. 1— la; Torresi n. sp. Südl. v. N.-Guinea, 28 Fd., pag. 223,
pl. XVI f. 2-2 a.
Crassatella Paeteli n. sp. Goree, "W.-Afrika, v. Maltzan, Nachr.
Mal. Ges. XVII pag. 30.
Crassatella acuminata n. sp. Singapore; sublamellata n. sp.,
Japan. Kobelt, Nachrichtbl. 185. 186.
Carditidae. Cardita calyculata L. (= muricata Sow., Rv.)
pag. 211; canaliculata Rv. (= cardioides Rv. = Cumingii Desh.)
pag. 211; Beddomei n. sp. Bass-Str., 38— 40Fd., pag. 211, pl. XV,
f. 5 — 5a; bimaculata Desh. pag. 211; astartoides Mrts pag. 212,
pl. XV f. 2— 2c; sp. pag. 213; dilecta n. sp., Bass-Str. 38—40 Fd.,
pag. 213, pl. XV f. 4— 4a; insignis n. sp. Sdl. v. N.-Guinea, pag. 214,
pl. XV f. 3— 3b. Smith I.e.
Cardita borealis v. crebricostata u. paucicostata nn.; Behrings-
meer, Krause, Arch. Nat. pag. 30, T. III F. 4, 5.
Carditella exulata n. sp. Tristan d'Acunha, 100—150 Fd., pag. 215,
pl. XV f. 6-6a: Capensis n. sp., Simons Bay, 15— 20Fd., pag. 216
pl. XV f. 7-7c; Torresi n. sp., südl. v. N.-Guinea u. Torres-Str.,
92 i^i'- Ct e 0 r g- P fe f fe r: Ber. üb. die wisseiisch. Leist.uugen
3— 28rd., pag. 217, pl. XV f. 8— 8a; Angasi n. sp., Pt Jackson,
35 Fd., pag. 217, pl. XV f. 9— 9a; infans n. sp. südl. v. N.-auinea
28 Ed., pag. 218. pl. XV f. 10— 10 a.
Trigoniidae. Trigonia Lamarckii G r a y (= pectiuata Stutchb.,
Canefri); margaritacea Lara. (= pectinata Lam., Wood); uniophora
Gray (= Yukesii A. Ad.) Smith 1. c. pag. 224.
Milneria Dali 1881. Ausführliche Beschreibung der Schale und
der morphologischen Beziehungen zur Gatt. Thecalia. — M. minima
Dali 1871 (als Ceropsis) v. San Diego und Todos Santos-Bay, Cali-
fornien, Dali. Pr. U. S. ?^. M. Vn pag. 549. Taf. 24 Fig. 5—7.
Thecalia concamerata Ch. Schale von innen gesehen, Dali
1. c. Taf. 24, Fig. 8.
Uniodinae. Anodonta (Pseudanodonta) Servaini n. sp. (Bourg.
M S) Locard, Descr. de quelqu. Nayades. Bull. Amis Sc. Ronen.
Anodonta Nevirnensis ; thecartiana, Henriqueziaua (Castro MS.),
Locardi (Bourg. M S), macrosteua (Serv. M S), thripodesta, Perroudi,
glycella (Bourg. M S) spathuliformis, Euthymeana, Florenciana,
campyla (Bourg. M S) Lortetiana, arundinum (Serv. M S) miranella
Bourg. M S) nn. spp. aus Frankreich. Locard, Descr. de quelques
Anodontes nouveaux pour la faune frangaise. Lyon 1884.
Anodonta Alseria, Alserio-See; utriculosa, Udine; Anxurensis,
Trasimener See; Stabilei, Modena; Padana, Po; Pinii, Po; longirostris
von vielen Fundorten ; scapulosa, Martignana-See ; Romana, Pontinische
Sümpfe etc.; leprosa, Pavia etc., Utiuensis, Udine; Villae, Garda-
See; paupercula, Garda- und Corner See; cristata, Oggione- und
Anuone-See; spp. nn. Drouet, Uniouidae de l'Italie. Mem. Ac. Dijon
(3) vni.
Anodonta intemerata, Queichow; Filippiana u. Foutozatiana
von Quang-Tung, China, spp. nn. Taf. 67— 69. Heude Conchyl.
fluviat. Nank. Chine, centr.
Cameronia Giraudi, Revoiliana, spp. nn. Tanganyika - See.
Bourgignat, ]Notice prodom. Lac Tanganyika pag. 107.
Castalia undosa sp. n. Brasilien, Sitzb. Nat. Fr. pag. 148; und
Ne bring 1. c. pag. 276.
Dipsas occidentalis n. sp. Sechuan. Heude 1. c. pl. 66.
(Anodon) herculeus Gerstf. ist Dipsas plicata. Darbishire,
Journ. of Conch. IV pag. 337, 338 und Smith T. c. pag. 366.
Margaritana margaritifera L. Borcherding, Jahresh. Ver.
Lüneb. IX. pag. 147—165; ferner Japp, Scot. Nat. VIII pag. 62,
64 u. 113—115.
Microcondylus Bonellii und truncatus spp. nn. Garda - See,
Drouet 1. c. pag. 110, 117.
Mycetopus armatus, succineus, coeruleus, viridis, triangularis ;
spp. nn. China; Heude 1. c. pl. 70—72.
Pseudodon aureus n. p. Id. ibid. pl. 72.
im Gebiete der Malakologie währeiifl des Jahres 1885. 9;^
Pseudodon Chaperi sp. n. Perak, Morgan Moll. terr. flnv. Perak.
Bull. Soc. Zool. Fr. X pag. 423, pl. IX f. 1, 2.
Spatha Droueti sp. n. Senegal; Chaper, Assinie, Tom. cit.
pag. 43, pl. 1, f. 1—3.
Unio Dokici, Serbiens, truncatulus, rivalis spp. nn., Serbien,
Drouet, Suppl. anx Unionidae de la Serbie. Mem. Ac. Dijon (3)
VIII pag. 159-174.
Unio Polii, Rom ; snbcylindricus, Ticino ; Idrinus, Idro- und Iseo-
See; Etruscus Pisa, Campanus Neapel etc., meridionalis, Castellamare ;
Longobardus, Mincio; brianteus Santirana-See; nitidus, Turin, Mo-
dena; siliquatus Turin; benacinus Garda-See ; minusculus, ebendaher;
Drouet, Unionidae de l'Italie; 1. c.
Unio zematicus Letourn. (= puniceus Issel) Ost -Algerien,
abgebildet: Issel, Ann Mus. Civ. Genov. (2) II pag. 12.
Unio Jolyi Algerien, pag. 22, Taf. 41, Fig. 256; Mejerdae, Tunis,
pag. 23, Taf. 42; Micelii pap. 24, Taf. 43. Kobelt, Rossmässlers
Iconographie, Neue Folge.
Unio Soleilleti, Ugi, Meneliki, Hamyanus, Alferianus v. Shoa.
Bourgignat, Choa pag. 39 — 44.
Unio ratidotus, Dumesnilianus, Billottianus, euphynus, spp. nn.,
Bagamoyo, Zanzibar; Charmes, Bull. soc. mal. Fr. II, pag. 166 — 172,
Unio Vaalensis, Südafrika; Essoensis, Assinie; spp. nn. Chaper
1. c. pag. 480—483, pl. XI f. 1—3 und 7—9.
Unio aequatorius sp. n. Mayumba, Congo-Mdg. Morelet, J. de
Conch. XXXIII pag. 31, pl. II f. 9.'
Unio Perakensis sp. n. Perak. Morgan 1. c. pag. 424, pl. IX
f. 3, 4.
Unio Guppyi sp. n. Shortland-Ins., Salomons-Ins. ; E. A. Smith,
P. S. Z. 1885, pag. 608, pl. 37, f. 8, Sb.
Nuculidae. Nucula sp. pag. 226; Niponica n. sp. Nipon
345 Fd., pag. 226, pl. XVII f. 8— 8a; Torresi n. sp. C. York 135 Fd.,
pag. 227, pl. XVIII f. 9 — 9a; Pernambucensis n. sp., Pernambuco,
675 Fd., pag. 227, pl. XVni f. 10-10 a; Culebrensis n. sp. W. Indien,
390 Fd., pag. 228, pl. XVIII f. 11— IIa; profundorum n. sp. Nord-
Pacif. 2050 Fd., pag. 229, pl. XVIII f. 13— 13a. Smith, Challenger.
Nuculina ovalis S. Wood (= Pleurodon ovalis "Wood, = Nu-
cinella miliaris Wood) pag. 230, pl. XIX f. 1— Ib;
Leda semen n. sp. Pernambuco , 350 Fd. , pag. 231 , pl. XIX
f. 2— 2a; decipiens n. sp. W.Indien, 390 Fd., pag. 232, pl. XIX
f. 3- 3a; inaudax n. sp. ebendaher, pag. 233, pl. XIX f. 4— 4a; con-
linis n. sp., Azoren 1000 Fd., pag. 233, pl. XIX f. 5— 5a; solidula
n. sp. Pernambuco 675 Fd., pag. 233, pl. XIX f. 6 -6a; hebes n. sp.
W. Indien, 390 Fd., pag. 234, pl. XIX f. 7— 7a; despecta n. sp. W.
Indien, 390 Fd., pag. 235, pl. XIX f. 8— Sa; inopinata n. sp. Sydney,
950 Fd., pag. 236, pl. XIX f. 9— 9a; Novae-Guineensis n. sp., südl. y.
94 r)r. Georg Pfeffer: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
N. Guinea, pag. 237, pl. XIX f. 10— 10a; Watsoni n. sp. C. York,
135 Fd., pag. 238, pl. XIX f. 11 -IIa; corbuloides n. sp., südl. v.
N. Guinea, 28 Fd., pag. 239, pl. XX f. 1— la; neaeriformis n. sp. Östl.
V. C. York, 135 Fd., pag. 240, pl. XX f. 2— 2a; Ramsayi n. sp. Sydney,
950 Fd., pag. 241, pl. XX f. 3— 3a; prolata n. sp. Ndl. v. Sandw. Ins.,
pag. 320, Holzsclm. — ultima n. sp. Südw. v. Canaren, 2740 Fd.,
pag. 324, Holzschn. Smith 1. c.
Portlandia Dalli sp. n. Behring-See; Krause, Arcli. f. Nat.
Tom. 41, pag. 27 Taf. m Fig. 1.
Yoldia Lisclikei n. sp. Inosima, 43 Fd., pag. 242, pl. XX f. 4— 4b;
isonata Mrts., Kerguelen, pag. 242, pl. XX f. 5 — 5b; Hoylei n. sp.,
N. Pacif. 2900 Fd., pag. 320, Hzsclin. Smith 1. c.
Sarepta abyssicola n. sp. Nord- u. Süd -Pacif. 2050— 2385 Fd.,
pag. 243, pl. XX f. 6— 6b;
Malletia Arrouana n. sp. Arrou Isl., 800 Fd., pag. 244, pl. XX
f. 7 — 7b; pallida n. sp., zwischen Tristan d'Acunha und Gap, 2550 Fd.,
pag. 246, pl. XX f. 8— 8a; veneriformis n. sp., W. Indien, 390—435 Fd.,
pag. 246, pl. XX f. 9— 9a; cuneata n. sp. "W. Indien, 390 Fd., pag. 247,
pl. XX f. 10— 10a; Dunkeri n. sp. Nipon, 1875 Fd., pag. 323, Hzsclm.
Arcidae. Glomus Jeffreysii n. sp. W.Indien, 390 Fd., pag. 245,
pl. XXI f. 1— 1 b; Simplex, inaequilateralis nn. spp. ebendaher pag. 249,
pl. XXI f. 2— 2b u. 3— 3b; spp. 249; Japonicus n. sp. Nipon, 1875 Fd.,
pag. 325 Hzschn.
Pectunculus Beddomei n. sp., Bass-Str. , 38 Fd., pag. 252, pl.
XVIII f.l-lb.
Limopsis Marionensis n. sp., Marion- u. Pr. Edw.-Ins. 100 -150
Fd., pag. 254, pl. X7III f. 2— 2b; pelagica n. sp. Atl. u. Inosima,
345—1850 Fd., pag. 254, pl. XVIII f. 3— 3a; straminea n. sp. zw.
Kerguelen u. Heards Islds, 150 Fd., pag. 255, pl. XVIII f. 5-5;
Torresi n. sp., Torres-Str. 155 Fd., pag. 255, pl. XVIU f. 4— 4a;
cancellata Rv. (= Woodwardii u. Philippii A. Adams) ; cristata Jeffr.
var. pag. 325, Hzschn. Bassi n. sp. Bass-Str. 38 Fd., pag. 256, pl. XVIII
f. 6— 6a; lata n. sp. N.O. v. N.Seeland, 700 Fd., pag. 257, pl. XVIII
f. 7— 7a. Smith 1. c.
Limopsis plana u. affinis spp. nn. Vor Chesapeake Bay, U. S.
N. Am., 2200 u. 197 Fd. Verrill, Tr. Gönn. Ac. VI pag. 441, 442.
Area (Barbatia) radula A. Ad. MS. Süd-Austral. 4— 38 Fd.,
pag. 260, pl. XVII f. 3— 3b; pteroessa n. sp. Nord -Pacif., Azoren,
W. Indien, 390-2050 Fd., pag. 262 u. 326, pl. XVH f. 4— 4b; corpu-
lenta n. sp. Austr., N.Guinea bis Chili 200— 2425 Fd., pag. 263, pl. XVII
f. 5— 5b; imitata n. sp. N. Pacif. 2900 Fd., pg. 321, Hzschn. Smith 1. c.
(Acar) congenita n. sp. Mindanao, 82 Fd., pag. 264, pl. XVII
f. 6— 6a;
(Scapharca) consociata n. sp. Arafura-See 25 Fd., pag. 266,
pl. XVII f. 7— 7a; inaequisculpta n. sp. W.Indien, 390 Fd., pag. 267
im Gebiete der Malakolog-ie während de^ Jahres 1885. 95
u. 326, pl. XVII f. 8- Sc; Culebrensis n. sp. ebendaher, pag. 268,
pl. XVII f. 9— 9 b.
(Macrodon) Dalli n. sp. Japan, 50 Fd., pag. 269, pl. XVII
f. 10-lOb.
Mytilidae. Mytilus edulis. lieber seine Giftigkeit s. die
zusammenfassende Darstellung im nächstjährigen Bericht.
Mytilus edulis L. von Laplata, Falklands -Ins., N. Seeland,
pag. 272; magellanicus Ch. v. Kerguelen u. Fidji, pag. 272; meridio-
nalis n. sp. zw. Kerguelen u. Heard Islds , Pr. Edw.-Ins. , pag. 273,
pl. XVI f. 3—3; Kerguelensis n. sp. Kerguelen pag. 274, pl. XVI
f. 4— 4a;
Modiola "Watsoni n. sp., Luzon, Arrou-Ins. 700—800 Fd., pag. 276,
pl.XVI f. 5-5;
Crenella Marionensis n. sp. Marion- u. Pr. Edw.-Ins. 140 Fd.,
pag. 277, pl.XVI f. 6— 6a.
Crenella fragilis n. sp. Vor Chesapeake Bay, U. S , N. Am.
70 Fd., Verrill, Tr. Conn. Ac. VI pag. 444.
Modiolaria cuneata Gould pag, 278, pl.XVI f. 7 — 7 a. Smith I.e.
Modiolarca bicolor n. sp. Süd-Georgien, Märten s, Sitzb. Nat.
Fr. pag. 93.
Modiolarca Kerguelensis n. sp. Kerguelen, 25 Fd. Smith, Chall.
pag. 280, pl.XVI f. 8— 8a.
Myrina Coppingeri n. sp. C. York 1400 Fd., pag. 281, pl. XVI
f. 9-9 b.
Idas Dalli n. sp., W.Indien, 390 Fd., pag. 281, pl.XVI f. 10-lOb.
Dreyssena cochleata Nyst aus der Nähe von Antwerpen;
Raeymakers u. de Loe; Proc. verb. Soc. Mal. Belg. XIV pag.
XXXVIII— XXXI.
Dreyssena lacustris Mor. 1860 pag. 32, pl. II f. 11 ; Grand-Bassam;
ornata n. sp. pag. 32, pl. II f. 10, Mayumba; Morel et, Jörn, de
Conch. XXXm.
Dacrydium occidentale n. sp. W. Indien, 390 Fd., pag. 282, pl.
XVII f . 1 — la; meridionalis sp. Prinz-Edw.- und Marion-Ins. 100 bis
150 Fd., pag 282, pl. XVII f. 2— 2a. Smith 1. c.
Pectinidae. Pecten undatus n. sp. Vor Chesapeake Bay, U. S.
Nord- Am., 1400 Fd. Verrill, Tr. Conn. Ac. VI pag. 444, pl.44, f. 21.
Pecten bifidus Münst. und P. lucidus Goldf. sind verschiedene
Arten; P. lucidus Jeffr. ist ein Amussium, Gregorio, Bull. Soc. imp.
Mose. 1884 pag. 178.
Pecten asperrimus Lam. (juv. = australis Sow. Rv.) pag. 294;
Patagonicus King. (juv. = rufoliratus Rv.) pag. 294; sulcatus Müller
(= aratus Gm., Sars; idaeus Rv.) pag. 295; Noronhensis n. sp. vor
Fernando Noronho, 25 Fd., pag. 296, pl. XXVI f. 4— 4b; limatula Rv.
var. pag. 297, pl. XXI f. 5— 5a; amicus n. sp. Tongatabu, 18 Fd.,
pag. 301, pl. XXI f. 6; Kermandecensis n. sp. Kermandec Ins. 600 Fd.,
96 Dr. Georg Pfeffer : Ber. üb. die wissensch. Leistungen etc.
pag. 302, pl. XXI f. 7— 7a; pndicus n. sp. Marion -Ins. 1375 Fd.,
pag. 302, pl. XXI f. 8— 8b; Murrayi n. sp. C. York, 1400 Fd., pag. 303,
pl. XXII f. 1— la; vitreus Ch. von Süd - Patagonien , Süd -Japan n.
Philippinen, pag. 303 ; subhyalinus n. sp. Südw.-Patagonien, pag. 304,
pl. XXII f. 2— 2a; distinctus n. sp. Marion-Ins. 100 Fd., pag. 304,
pl. XXII f. 3— 3a; clathratus Mrts, Kerguelen 120 Fd. , pag. 305,
pl. XXII f. 4— 4a; avicnloides n. sp. Pr.-Edw.-Ins., 100— 150 Fd.,
pag. 305, pl.XXII f. 5- 5a; Culebrensis n. sp. W. Indien, 390 Fd.,
pag. 306, pl.XXII f. 6— 6a; 2 spp. pag. 307. Smith 1. c.
Amussium Dalli n. sp. Bermudas, 435 Fd., pag. 308, pl. XXII
f. 7— 7c; Watsoni n. sp. N.O. v. N.-Uuinea, 1070 Fd., pag. 309, pl. XXII
f.8-8c; caducumn. sp. Luzon, 700 Fd., pag. 309, pl. XXni f. 1— Ic;
Jeffreysii n. sp. Philippinen, 375 Fd., pag. 310, pl. XXHI f. 2— 2;
Torresi n. sp. C. York, 155 Fd., pag. 311, pl. XXIII f. 3— 3b; scitulum
n. sp. Südl. V. N.-Guinea, 28 Fd., pag. 312, pl. XXIII f. 4— 4b;
squamigerum n. sp. W. Indien, 390—435 Fd., pag. 312, pl. XXIII
f. 5— 5a; obliquum n. sp, W. Indien, 390 Fd., pag. 313, pl. XXIII
f. 6— 6b; propinquum n. sp. Azoren, 1000 Fd., pag. 314, pl. XXIII
f. 7— 7b; cancellatum n. sp. W.Indien, 390— 1075 Fd., pag. 315,
pl. XXIII f. 8— 8b; meridionale n. n. (= lucidum v. striata Jeffr.)
Südl. Meere, Austral., Marion-Ins., Patagonien, 1375—1800 Fd.,
pag.316, pl. XXIV f.l— la; lucidum Jeffr. pag. 317, pl. XXIV f. 2— 2c.
Limidae. Lima squamosa Lam. v. Teneriffa und Mindanao,
70 u. 10 Fd., pag. 287; lata n. sp. nordöstl, v. Brasilien, Mindanao,
82— 104Fd., pag. 287, pl. XXIV f. 3— 3a; Tahitensis n. sp. Tahiti,
30— 40Fd., pag. 289, pl.XXIV f. 4— 4a; angulata Sow. (= Brasiliana
u. Orientalis Ad. u. Rv.) pag. 289 ; Groliath Sow. (= excavata Jeffreys)
pag. 290.
(Limatula) Torresiana n. sp. C. York, 8 Fd., pag. 291, pl. XXIV
f. 5— 5a; confusa n. n. {= ovata Jeffr.) Brasilien, W. Indien u. Nord-
Atl, pag. 292, pl. XXIV f. 6— 6a; 3 sp. pag. 293; laminifera n. sp.
W.Indien, 390— 450 Fd., pag. 293, pl.XXIV f. 7— 7a.
Spondylidae. Spondylus ostreoides sp. n. Süd-Pacif. Smith
1. c. pag. 326 Hzschn.
Ostreidae. Ostrea edulis s. oben pag. 6 und im nächstjährigen
Bericht.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Säugethiere während des Jahres 1885.
Von
Ant. Reichenow.
P. Alb recht, lieber den morphologischen Werth
des Unterkiefergelenkes, der Gehörknöchelchen und des
mittleren und äusseren Ohres der Säugethiere. Mit
2 Holzschn. Basel, Schwabe 1885. 8^. 8 pag.
Derselbe, Sur les Clements morphologiques du ma-
nubrium du sternum chez les Mammiferes. Av. 19 Fig.;
Livre jubil. Soc. Medec. Gland pag. 157 — 207.
H. Allen, The Shape of the Hind Limb in the
Mammalia as Modified by the Weight of the Trunk; Proc.
Ac. Nat. Sc. Philad. pag. 383—384.
S. Ameghino beschreibt eine neue Collection fossiler
Säugethierreste aus dem Oligocen von Parana. 62 Arten
wurden festgestellt, darunter 36 neue [s. unter Ursina,
Rodentia, Pentadactyla, Perissodactyla und Edentata]; Bol.
Ac. Nac. Cienc. Cordoba T. VIII pag. 5—207.
K. Bardeleben fand l)ei seinen Untersuchungen
zur vergleichenden Anatomie und Entwicklungsgeschichte
von Hand und Fuss der Säugethiere und des Menschen
zwischen Tibia, Fibula und Talus der fünfzehigen Säuge-
thiere einen Knochen, welchen er als Os trigonum tarsi
bezeichnet. Ausser dem bisher bekannten Centrale carpi
wies Verf. bei Insectivoren und Raubthieren von Ma-
dagaskar ein neues, zweites nach, welches er Os tri-
Arcli. f. Natuvgesclx. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. /^
98 An t. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
aiig-ulare carpi nennt. Ein homologes zweites Centrale
fand Derselbe am Fusse von Ch^yptoprocta ferox, zwischen
Tarsale (Cuneiforme) 3, Naviculare und Cuboideum ge-
legen, und nennt dieses Os trianguläre tarsi. Am Tar-
sale 1 oder am Naviculare oder an beiden articulirt bei
vielen Säugethieren ein accessorischer Knochen, das Ru-
diment einer sechsten Zehe, welches Verf. als Praehallux
bezeichnet. Ebenso fand Verf. einen Praepollex. Fast
sämmtliche Insectivoren besitzen gleichzeitig sechs Finger
und sechs Zehen, ausserdem manche Edentaten, Carni-
voren u. a. Die Grundzahl der Finger und Zehen bei
den Säugethieren wäre somit nicht 5, sondern 6; Jena.
Zeitschr. 19. Bd. Suppl. pag. 27— 32 u. 149—168; Stzb.
Jena. Ges. Med. Nat. 1885 Febr.; Stzb. Ges. nat. Fr. 1885
pag. 156—158.
G. Bauer liefert einen Beitrag zur Morphologie des
Carpus und Tarsus der Wirbelthiere, in welchem u. a.
die Entdeckung Bardeleben's, das Vorkommen des Rudi-
ments einer 6. Zehe bei Didelphys, Phalangista u. a. be-
stätigt wird; Zool. Anz. 8. Jahrg. pag. 326 — 329. Nach-
trag pag. 486— 488 ; Morph. Jahrb. 10. Bd. pag. 458— 461,
Amer. Natural. Vol. 19 pag. 86—88.
G. Belloni, La terminaison centrale du nerf optique
chez les Mammiferes; Arch. Ital. Biolog. 3. Ann. T. 6
pag. 405—412.
Derselbe, Intorno alla terminazione centrale dei
nervi ottici nei Mammiferi; Rendic. Acc. Sc. Bologna
1884/85 pag. 49—50.
Derselbe, Intorno al modo di genesi di un globulo
polare nelF ovulo ovarico di alcune Mammiferi; Rendic.
Acc. Sc. Bologna 1884/85 pag. 71 — 72.
H. Bolau berichtet über den Zuwachs (bez. Geburten)
an Säugethieren im Zoologischen Garten zu Hamburg
während des Jahres 1884; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 286
bis 287.
A. Bonnet, Haarspiralen und Haarspindeln. Mit
1 Taf.; Morph. Jahrb. 11. Bd. 2. Hft. pag. 220—228.
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 99
R. Boulart et A. Pilliet, Note sur l'organe folie
de la langue des mammiferes ; Journ. de l'Anat. Phys.
21. annee No. 4 pag. 337 — 345.
S. M. Burnett, Wliy tlie eyes of Animals shine in
the dark; Bull. Philos. Soc. Washington Vol. 7 pag. 13.
G. de Cherville, Le Gibier Poil, ou les Quadru-
pedes de la Cliasse. Leur description, moeurs, acclima-
tation, cliasse. Paris. Gr. 8. Av. 30 grav. et 70 vign.
J. C. Chievitz, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte
der Speicheldrüsen. M. 1 Taf.; Arch. Anal. Phys. Anat.
Abth. pag. 401—436.
G. Colin, Traite de physiologie comparee des ani-
maux domestiques consideree dans ses rapports avec les
Sciences naturelles, la medicine, la zootechnie et l'eco-
nomie rurale. 3. edit. Taf 1. Av. 131 fig. Paris, Bailliere.
40. 834 pag.
E. D. Cope bespricht Reste fossiler Säugethiere von
Mexico, darunter zwei neue Gattungen Holomeniscus und
Eschatins] Proc. Amer. Philos. Soc. Philad. Vol. 22 P. 1
pag. 1 — 21.
Derselbe, The Vertebrata of the Tertiary formation
of the West. Book 1. U. S. Geological Survey of the
Territories. F. v. Hayden in charge. Washington 1883
bis 1884. 4 to. pag. 1009, with over 100 plates and
numerous wood-cuts in the text. — Behandelt nach einem
Referat im Amer. Natural. Vol. 19 pag. 372 vorzugsweise
die in den Tertiärbecken der westlichen Vereinigten
Staaten gefundenen Säugethierreste, fasst zusammen und
behandelt ausführlicher dasjenige, was theilweise in der
letztgenannten Zeitschrift während der letzten Jahre in
kleineren Aufsätzen vom Verfasser veröffentlicht wurde,
so die neue Ordnung Taxeopoda und die Taligrada, eine
Neueintheilung der Ungulata u. a. 125 Gattungen und
349 Arten werden beschrieben.
Derselbe entwickelt seine Anschauungen über die
Phylogenie der Säugethiere, wobei er insonderheit seine
Condylarthra zunächst an die Monatremata anschliesst und
dieselben als den Urstamm für sämmtliche Säugethier-
100 An t. Reiche 110 w: Bericht über die Leistungen in der
Ordnungen mit Ausnahme der Cetacea und Marsupialia
betrachtet. Verf. giebt auch kurze, besonders auf osteo-
logischen Merkmalen beruhende Charaktere für die von
ihm angenommenen Ordnungen an. Diese sind: 1. Mono-
tremata^ 2. Marsupialia, 3. Cetacea, 4. Sirenia, 5. Ta^xeopoda
mit den Unterordnungen Condylartra, Hyracoidea, Dauben-
tonoidea, Quadrumana^ Anthropoidea, 6. Proboscidea, 7. Am-
blt/poda, 8. Diplarthra mit den Unterordnungen Perts.^oc/ad?//«
und Artiodactyla, 9. Edeniata, 10. Rodentia, 11. Chiroptera,
12. Biinotheria mit den Unterordnungen Jnsectivora, Creo-
dorda, Taeniodonta und Tillodonta, 13. Carnivora; Amer.
Natural. Vol. 9 pag. 345—353.
Derselbe beschreibt Loxolophns adap)inus n. foss. gen.
u. sp. von noch zweifelhafter systematischer Stellung aus
der Puerco-Formation Neu-Mexicos. Amer. Natural. Vol. 19
pag. 386.
Ch. Deperet bespricht die bis jetzt bekannten Säuge-
thierreste aus dem Pliocen von Casino (Italien), Mont-
pellier, Perpignan, Auvergne, Velay, Val-d'arno (Toscana)
und aus dem Crag Rouge von Suffolk. Auf einer Tabelle
sind die Arten nach ihrem Vorkommen übersichtlich zu-
sammengestellt; Ann. Sc. Geol. Art., Taf. 17 pag. 117—136.
Derselbe beschreibt die fossilen Säugethiere aus
dem Pliocen von Roussillon, darunter eine neue Art:
Viverra Pepratxi n. sp., Mastodon arvernensis, Rhinoceros
leptorhinuSf Tapirus arvernensis, Sus arvernensis, Hipparion
crassum, Cervus {Dicrocerus) australis und Falaeoryx boodon;
Ann. Sc. Geol. T. 17 Art. 1 pag. 137—213 T. 1—5.
Ch. Deperet und L. Reroll e wiesen in der Cerdagne,
einer Landschaft am Südabhange der Pyrenäen, eine
Fundstelle fossiler Säugethiere nach. Gefunden wurden:
Sus major, Hipparion gracile, Castor (Chalicomys) Jaegeri,
Amphicyon major var. pyrenaicas, ? Ictitheriam sp.. Mastodon
sp.; Bull. Soc. Geol. France 3. Ser. T. 13 pag. 488— 506
T. 17 u. 18.
G. E. Dobson, Comparative Variability of Bones
and Muscles, with Remarks on Unity of Type in Va-
riations of the origin and Insertion of certain muscles in
Naturgeschichte der Säiigethiere Wcährend <\. Jahres 1885. 101
Species unconnected by Unity of descent; Journ. Anat.
Phys. Vol. 19 P. 1 pag. 16—23.
Derselbe, An attempt to exMbit diagrammatically
the several stages of evoliition of the Mammalia; Rep. 54.
Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. pag. 768 — 769.
L. Döderlein referirt über die Leistungen in der
Naturgeschichte der Säugethiere während des Jahres 1884;
Zool. Jahresb. f. 1884 herausg. v. d. Zool. St. zu Neapel
VI pag. 337—390.
W. Ellenb erger, Lehrbuch der allgemeinen The-
rapie der Haussäugethiere Th. IL Berlin.
C. Emery, Ricerche embriologiche sul rene dei
Mammiferi; Atti Acc. Line. Mem. Cl. Sc. fis. (3) Vol. 15
pag. 411—420.
V. Familiant, Beiträge zur Vergleichung der Hirn-
furchen bei den Carnivoren und den Primaten im An-
schluss an die Untersuchung eines Löwen-Gehirns; Mitth.
Naturf. Ges. Bern. 2. pag. 49—81 m. 2 Taf.
E. Ficalbi, Ossa accessorie comparativemente stu-
diate nel cranio delFITomo e dei rimanenti Mammiferi;
Atti Soc. Toscana Sc. Nat. Proc. Verb. Vol. 4 pag. 213
bis 215.
H. Filhol, Observations sur le memoire de M. Cope
intitule Relations des horizons renfermant des debris
d'animaux vertebres fossiles en Europe et en Amerique;
Ann. Sc. geol. 17. pag. 1 — 16.
W. Flemming, lieber die Bildung von Richtungs-
figuren in Säugethiereiern beim Untergang Graafscher
Follikel; Arch. Anat. u. Phys. Anat. Abth. 1885 pag. 221
bis 244.
M. Fl e seh, Ueber den Stirnanhang der Säugethiere;
Mitth. Naturf. Ges. Bern 1885 1. Hft.
Derselbe, Die untere Halskrümmung des Rücken-
markes der Säugethiere; Arch. Anat. Phys. Anat. Abth,
1885 pag. 102-109 u. 110—111.
W. H. Fl 0 wer, An Introduction to the Osteology
of the Mammalia. 3. ed. revised with the assistance of
H. Gadow 134 woodcuts. London, Macmillan. 8^. 383 pag.
1 02 A iit. R e i c h e 11 0 w : Bericht über die Leistungen in der
Fraas liefert einen neuen Beitrag zur Fossilfauna
von Steinheim und beschreibt darin eine Anzahl fossiler
Säugethierarten , welche jetzt in vollkommeneren Resten
gefunden sind, darunter Ampkicyon Steinheimensis, Trocho-
therium cyamoides, Hyaeniciis germanica^ Choeropotainus
Steinheirnensis , Cehoclioerus suillus; Jahresh. Ver. vaterl.
Naturk. Württemb. 41. Jahrg. pag. 313—326 T. 4 u. 5.
M. Fürbringer, Heber die Nervenkanäle im Humerus
der Amnioten; Morph. Jahrb. II. pag. 484 — 486.
C. Gegenbaur, Zur Morphologie des Nagels; Morph.
Jahrb. 10. Bd. pag. 465— 479.
A. Günther, A Guide to the Galleries ofMammalia
of the British Museum (Natural History). 1885. 8 o. 125 pag.
A. C. Haddon, Note on the Blastodermic Vesicle
of Mammals; Ann. Nat. Hist. (5) Vol. 16 pag. 523.
J. He nie, Das Wachsthum des menschlichen Nagels
und des Pferdehufs. Göttingen Gr. 4. 48 pag. m. 5 col. Taf.
W. A. Her dm an, A Phylogenetic Classification of
Animals. London 1885. 8^ 76 pag.
L. Hiltner, lieber die Entwicklung des Nervus
opticus der Säugethiere; Biolog. Centralbl. 5. Bd. pag. 38
bis 40.
A. Hofmann, Säugethierreste aus der Stuhleck-
Höhle; Naturw. Ver. Steiermark. 8<>. Graz 1885. — Verf.
fand in der Stuhleck -Höhle bei Spital am Sömmering
Reste von Ursus spelaeus, arctos, Lepus variahilis^ Rangif er
tarandus, Antilope rupicapra.
Hu et berichtet über die Geburten und den sonstigen
Zuwachs in der Menagerie des Museum d'histoire naturelle
in Paris während der Monate Januar bis August 1885;
Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. Taf. 2 pag. 344 — 346,
465—470, 661—664.
J. Kaczander, Beiträge zur Entwicklungsgeschichte
der Kaumuskulatur. M. 1 Taf. ; Mitth. Embryon. Inst. Wien,
N. F. pag. 17—32.
C. Kangro, lieber Entwicklung und Bau der Steno-
schen Nasendrüse der Säugethiere m. 2 Taf. Inaug.-Diss.
Dorpat. 1884. 8«.
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 103
E. Koken giebt eine Uebersicht der fossilen Säuge-
thiere Chinas und beschreibt eine Anzahl neuer Arten
von Yünnan. Das Verzeichniss enthält ausser einigen
zweifelhaften Species: Mastodon perimensis var. sinensis
n. var., M. äff. Pandionis Falc., Stegodon Cliftii Falc.,
St. insignis Falc., *S^. äff. homhifrojis Falc, Chalicotherium
sinense Ow., Aceratherimn Blanfordi var. hipparionum n.
var., Rhinoceros plicidens n. sp., Rh. sinensis Ow., Rh. si-
valensis Falc, Rh. simplicidens n. sp., Tapirus sinensis Ow.,
Hipparion Richthofeni n. sp., Palaeomeryx Oweni n. sp.,
Cervus Orientalis n. sp., C. leptodus n. sp., Camelopardalis
microdon n. sp., Sij^hiieus arvicolitiiis Nehr., Ursus äff. ja-
ponicus, Hyaena sinensis; Palaeont. Abhandl. 3. Bd. 2. Hft.
1885. mit 7 Taf.
N. Kowalevsky, Ueber das Blutgefässsystem der
Speicheldrüsen. M. 3 Taf. ; Arch. Anat. Phys. Anat. Abth.
pag. 385—395.
W. Leche bespricht das Vorkommen und die mor-
phologische Bedeutung des Pfannenknochens (Os ace-
tabuli); Biol. Centralbl. 5. pag. 95.
Derselbe hat die Mammalia in Bronn's Klassen
und Ordnungen etc. fortgesetzt. Lief. 28 erschienen, ent-
haltend die Osteologie der Extremitäten.
V. Lemoine beschreibt einige kleine fossile Säuge-
thiere von Reims. Verf. charakterisirt die Gattung Ada-
jnsorex und die Arten A. remensis, Gaudryi und Chevillioni,
ferner die neuen Formen Adapisoriculus 7ninimus, Neo-
plagiaulax Copei, die Gattungen Procynictis und (hthaspi-
therimn; Bull. Soc Geol. France T. 13 No. 3 pag. 203-217
Taf. 10—12.
R. Lydekker hat einen „Catalogue of the Fossil
Mammalia in the British Museum (London)" verfasst.
Der vorliegende 1. Theil enthält die Primates, Chiroptera,
Insectivora, Carnivora und Rodentia. Mit 33 Holzschnitten.
Forsyth Major liefert eine Uebersicht der im Arno-
Thal gefundenen pliocenen Säugethiere. Es sind 39 Arten.
Ein Vergleich derselben mit der gegenwärtigen Fauna
1 04 A 11 1. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
ergiebt, dass keine einzige mehr mit jetzt lebenden Arten
identisch ist. Dagegen sind aethiopische und indische
Formen vertreten wie Hipjjopofamus, Tapirus und Rhino-
eeros; Quart. Journ. Geol. Soc. Vol. 41 No. 161 pag. 1-8.
0. C. Marsh, On JVmerican Jurassic Mammals; Rep.54.
Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. pag. 734— 736.
Derselbe, On the size of the brain in extinct
Animals; Nature Vol. 32 No. 832 pag. 562.
H. Nehring giebt einen kurzen Ueberblick über die
Forschungen auf dem Gebiete der Abstammung unserer
Hausthiere und einige speciellere Betrachtungen über die
Abstammung der Hunde, Schweine und Pferde; Nachr.
Klub d. Landwirthe No. 175.
Th. Noack giebt Beschreibungen verschiedener
Säugethiere, welche sich lebend in der bekannten Handels-
menagerie von Hagenbeck in Hamburg befinden, ins-
besondere von Hippopotamus liheriensis und von Antilopen-
Arten; Zoolog. Garten 26. Jahrg. pag. 170 — 180.
R. Owen, American Evidences of Eocene Mammals
of the „Plastic Clay" Period; Nature Vol. 32 pag. 556.
Pays Mellier berichtet über die Zucht verschiedener
Säugethiere, namentlich Hirscharten, in Gefangenschaft;
Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. T. 2 pag. 337—343.
F. Peli, Sul musculo epiglottico negli animali do-
mestici; Rendic. Acc. Sc. Bologna 1884/85 pag. 49.
J. Pethö berichtet über tertiäre Säugethier- Reste
von Baltavar. Dieselben zeigen die grösste Ueberein-
stimmung mit den Lagern von Pikermi. Neu ^vird be-
schrieben Chalicotherium hal^avarense; Jahresb. Ungar, geol.
Landesanst. f. 1884 pag. 63—73.
A. Pilliet, Sur les vaisseaux de la cristalloide
posterieure chez les foetus de Mammiferes; Bull. Soc.
Zool. France T. 10 1885 pag. 55—59.
A. Pilliet et R. Boulart, Sur quelques glandes
conglomerees de tegument externe; Bull. Soc. Zool. France
1885 pag. 337—347.
C. Raimondi, Di una anomalia dell' osso sacro
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 105
neir iiomo piu frequente nelle scimmie antropoidi; Ann.
Mus. Civ. Stör. Nat. Genova (2) Vol. 2 pag-. 182—199.
E. Retter er, Sur le developpement des tonsilles
ehez les Mammiferes ; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 101
No. 24 pag. 1284—1286.
Derselbe, Developpement du squelette des Extre-
mites et des Productions Cornees cliez les Mammiferes.
Paris 1885. 8. 238 pag\ av. 4 pl.
G. Retziiis, Das Geliörorg*an der Wirbeltliiere. II.
Das Gehörorgan der Reptilien, der Vögel und der Säuge-
thiere. Morphologisch-histologische Studien. Stockholm
1884, Samson und Wallin. 368 S. 39 Taf.
G. Schleich, Der Augengrund des Kaninchens und
des Frosches; mit 3 Taf. Tübingen, Laupp 1885. 8^ 16 pag.
0. Schmidt giebt einige Berichtigungen zu seiner
Arbeit über die Säugethiere in ihrem Verh. zur Vorwelt
[s. Ber. 1884 S. 102]; Zool. Anz. 8. Jahrg, pag. 562—563.
P. L. Sclater berichtet über die neuen Erwerbungen
der Menagerie der Zoolog. Gesellschaft in London. U. a.
erhielt die Sammlung: Capra nuhiana, Cervulus crinifrons,
Felis üahellifia, Macropus erubescens, Felis javanensis u.
inarmorata, Canis pallidus, Tragelaphus gratus, Callichiliys
littoralis; Proc. Zool. S. London 1885 pag. 1 — 2, 245, 322,
421, 609, 717-718, 851.
Derselbe, List of Additions to the Society 's
Menagerie during the year 1885; Proc. Z. S. London
pag. 932—956.
W. L. Sclater referirt über die Fortschritte auf
dem Gebiete der Säugethier- Kunde im Jahre 1884 in:
J. J. Bell's Record of zoolog. Literature for 1884.
F. Severin, Untersuchungen über das Mundepithel bei
Säugethieren, mit Bezug auf Verhornung, Regeneration
und Art der Nervenendigung. M. 1 Taf. ; Arch. mikrosk.
Anat. 26. Bd, 1. Hft. pag. 81— 88.
F. Toula, Ueber Amphicyon^ Hyaemosclms und Rhi-
noceros (Äceratherium) von Göriach b. Turnau in Steier-
mark; Stzb. Ak. Wiss. Wien. Math. nat. Gl. 90. Bd. 1. Abth.
pag. 406—428.
106 Ant. Reich eiiow: Bericht übe]- die Leistiiiigeii in der
Sp. Trotter, The Signiiicance of the „Collar Bone"
in the Mammalia; Amer. Natural. Vol. 19 pag. 1172—1177.
E. L. Trouessart, Catalogue des Mammiferes vivant
et fossiles. Fase. IV. Carnivores; Bull. Soc. d'Et. sc.
d' Angers. 15. (auch separat, 108 pag.). — Creodonta sind
eingeschlossen, aber nicht die Pinnipedia. 593 Arten
werden aufgeführt, welche 180 Gattungen und Unter-
gattungen repräsentiren.
F. W. True berichtet über den Zuwachs der Säuge-
thier- Sammlung des National Museums in Washington
während des Jahres 1883; Ann. Report Smiths. Inst, for
1883 pag. •208—220.
Derselbe, Provisional plan for a collection of mam-
mals to be exhibited at the world's industrial and cotton
centennial exposition of 1884 — 85, at New-Orleans; Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 7. pag. 585-586.
W. Turner, On Fossil Bones of Mammals obtained
during excavations at Silloth: Proc. Phys. Soc. Edinb.
1884/85 pag. 333—338.
L. Vi alle ton, Contribution ä l'etude de l'endartere
de rhomme et des animaux mammiferes. Av. 3 pl. Lyon,
8^. SG pag.
A. Viti, II nervo depresso nell'uomo e negli altri
mammiferi, ricerche di morfologia comparata: Atti Soc.
Toscana Sc. Nat. Vol. 6 pag. 151—248.
C. Westling, Beiträge zur Kenntniss des Peri-
pherischen Nei*vensystems ; Bih. Sv. Ak. Handl. IX. 8.
M. Wilckens, Form und Leben der landwirth-
schaftlichen Hausthiere. M. 172 Abb. u. 42 T. Neue Ausg.
Berlin, Parey. S^. 952 pag.
Ueber die im Zoologischen Garten in Dresden während
der Jahre 1883—84 geborenen Säugethiere wird berichtet
in: Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 94 — 95.
Europa,
J. V. Beneden führt die Cetaceen der europäischen
Meere auf und bespricht deren lokales Vorkommen ; Bull-
Ac. Belg. 54. ann. pag. 707 — 732.
Naturgeschichte der Säugethieie während d. Jahres 1885. 107
M. Browne bespricht die frühere und jetzige Säuge-
thierfaima von Leicestershire; Zoologist Vol. 9 pag. 161
bis 169, 214-220, 248—253.
Ch. G. Brügger bespricht die Chiropteren Grau-
bündens und der angrenzenden Alpenländer; Jahresb.
Natiirf. Ges. Graubünd. 27. Jahrg. pag. 26 — 64.
T. E. Buckley liefert einige Notizen über die Sänge-
thiere auf Eonsey, einer der Orkney Inseln; Tr. N. H.
Soc. Glasgow (N. S.) 1. pag. 44— 76.
D. Embleton berichtet über Vorkommen von Mus
ratüis in Newcastle (England); Naturalist London pag. 128.
G. A. Graham u. Th. Herbst, über den Wolf in
Irland, s. unter Canidae unten.
E. Hamilton bezweifelt das Vorkommen der Wild-
katze in Irland; Pr. Z. S. London pag. 211— 214.
Har vi e- Brown u. Buckley geben ein Verzeichniss
der Säugethiere von Sutherlandshire ; in: Ch. St. John,
A Tour in Southerlandshire. Second Ed. 2. Vol. Edin-
burgh: Douglas 1885.
J. Kolombatovic, Imenik Kraljesnjaka Dalmacije.
1. Dio Sisavci i Ptice. 2. e Aggiunte ai Vertebrati della
Dalmazia. Split 1885. — Auf S. 7—11 sind die Säuge-
thiere Dalmatiens aufgeführt.
0. V. Loewis, Die wildlebenden baltischen Säuge-
thiere; Baltische Monatsschr. Bd. 32. Hft. 4. pag. 269 -488.
K. Möbius berichtet über eine bei Sylt gestrandete
Balaenoptera Sibhaldi; Schrift, naturw. Ver. Schlesw. -Holst.
6. Bp. pag. 57 - 60.
F. R. Monticelli beschreibt eine neue Fledermaus
aus Italien; Ann. Acc. 0. Costa d'Aspir. Natur. (3) V.
pag. 1—8.
F. P. Pascoe, List of British Vertebrate Animals.
London 1885.
H. Pittier et F. Ward, Contributions ä l'histoire
naturelle du pays-d'enhaut Vaudois; Bull. Soc. Vaud. 21.
pag. 111.
D. Roebuck und E. Clark e geben Referate über
108 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
die während des Jahres 1884 erschienenen Arbeiten,
welche die Säiigethierfaima Nord -Englands betreffen;
Naturalist London No. 115 pag. 152—156.
G. T. Rope berichtet über das Vorkommen von
Muscardinus avellanarius in England and Wales; Zool. 9.
pag. 201—2 1 3.
Th. South well berichtet über einen an der York-
shire Küste gestrandeten Mesoplodon hidens; Naturalist
London pag. 385 — 386.
E. L. Trouessart, Mammiferes de la France. Paris
1885. 8'\ 359 pag. av. 148 Fig.
E. Wilson erwähnt eines bei Littleton Pill (England)
gestrandeten Balaenoptera museulus; Zoologist Vol. 8
pag. 107.
lieber lokales Vorkommen einiger Säugethierarten
in England befinden sich kurze Notizen ferner in:
Naturalist London pag. 202, 228.
Asien,
D. Brauns schreibt über die geographische Ver-
breitung der Säugethiere Japans ; Mitth. Ver. f. Erdkunde
Halle a./S. 1884.
H. 0. Forbes, A Naturalist's Wanderings in the
Lastern Archipelago: a Narrative of Travel and Ex-
ploration from 1873 — 1883. London: Sampson Low & Co.
1885. 8^. — Nachrichten über die Säugethierfauna des
Sunda- Archipels.
F. A. J entin k beschreibt einen neuen Faradoxuras
von Sumatra; Notes Leyd. Mus. Vol. 7 pag. 35 — 36.
B. Langkavel, Ueber die Verbreitung des Löwen
in Asien; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 338 — 341.
H. Lansdell, Russian Central Asia, including
Kuldja, Bokhara, Khiva and Merv. 2 vols. 8x^ London:
Sampson Low & Co. 1885. — Enthält eingestreut auch
Notizen über die Säugethierfauna des Gebiets.
Ramon Jordana y Morera, Bosquejo geograhco
e historico -natural del Archipielago filipino. Madrid
Naturgeschichte der Sängethiere während d. Jahres 1885. 109
1885. 40. — Auf S. 162-173 sind die Säugethiere der
Philippinen besprochen. Taf. 4 giebt eine sehr schlechte
Abbildung von Tarsius spectrnm.
J. A. Murray beschreibt eine neue Maus von Sind;
Proc. Z. S. London pag. 809—810.
A. Kinloch, Large Game Shooting in Thibet, the
Himalayas and Northern India. New Ed. Calcutta 1885.
— Ueber die grösseren jagdbaren Raubthiere Indiens.
A. Ne bring giebt einige Bemerkungen über Dachs,
Wolf, Hirsch und Wildschwein Japans; Stzb. Ges. naturf.
Fr. 1885 pag. 137—143.
Derselbe, über ein neues Wildschwein von Südost-
Borneo ; Zool. Anz. 8. pag. 347.
Th. Noack referirt nach den Mittheilungen des
Reisenden A. Regel (Bull, nat, Ges. Moskau 1884 pag. 220)
über die Hausthiere und wildlebenden Säugethiere am
oberen Amu-Darja; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 153 — 155.
A. V. Pelz ein u. F. Kohl berichten über eine
Sammlung ceylonesischer Säugethiere; Verb. K. K. Zool.
bot. Ges. Wien pag. 525-528.
A. V. Svertschkoff giebt einige Notizen über die
auf Ceylon vorkommenden Säugethiere; Zool. Gart.
26. Jahrg. pag. 129-131.
Afrika,
R. Greef fand auf St. Thome Cercopithecns mona,
Viverra civetta, Mustela sp., Cynonycteiis stramineus, Phyllo-
rhina caffra, Mus domesticns, Mus rattus und decumanus;
letztere beide gehen in den Urwald hinein, erklettern
sogar Bäume und richten in den Pflanzungen oft Schaden
an; Stzb. Ges. Naturw. Marburg pag. 41 — 79.
F. A. Jentink giebt einige Notizen über eine von
Bohndorff* im Niamniamlande zusammengebrachte Säuge-
thier-Collection. Dieselbe bestätigt durch Formen wie
Epomophorns comptus u. gamhianus, Sciurus Stangeri u.
rufo-hracliiatns den faunistischen Zusammenhang dieses
IIÖ Aiit. Revclienow: Bericht über die Leistungen in der
Landes mit den westafrikanisclien Küstengebieten ; Notes
Leyd. Mus. Vol. 7 pag. 35.
F. Lataste, Etüde de la Faune des Vertebres de
Barbarie; Act. Soc. L. Bord. (4) IX pag. 129—299.
Derselbe, Les Souris d'Algerie; Act. Soc. Linn.
Bordeaux Vol. 37 pag. 13—33.
J. M enges schildert die Säugetbierfauna des Somali-
landes; Ostermann's Geogr. Mitth. 1884 pag. 401 — 410.
Pagensteclier beschreibt eine von G. A. Fischer im
Massailaud gesammelte Collection von Säugethieren,
darunter neu: Crocidura Fischeri, Nesotragus Kirchen-
paueri, Sciurus cepapi var. aruscensis u. Mus barbarus
var. massaicus. Abgebildet ist Crocidura Fischeri, Schädel
von Mus microdon u. Dendromys pumilio] Jahrb. wiss.
Anst. Hamburg IL pag. 31 — 46 mit Taf.
Derselbe, über eine neue Fledermaus von Gabun;
ebenda pag. 125.
E. L. Phillips giebt eine kurze Notiz über die im
Somaliland vorkommenden Antilopenarten; Proc. Z. S.
London pag. 930—932.
A. T. de Rochebrune giebt Diagnosen einiger von
ihm für neu gehaltenen Säugethierarten von Westafrika;
BulL Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 86—88.
Derselbe, Ueber einen neuen Büffel von Sene-
gambien; ebenda pag. 15.
0. Thomas bespricht die von H. Johns ton am
Kilimandjaro beobachteten Säugethiere, 17 Arten, darunter
Colobus guereza caudatus n. subsp. ; Proc. Z. S. London
1885 pag. 219—222 T. 12.
Amerika,
G. B. Goode führt die Wale der amerikanischen
Meere auf und bespricht dei*en Verbreitung; Un. St. Comm.
Fish and Fisheries Sect 1. Washington 1884 pag. 7-32.
H. V. Ihering, Ueber Mäuseplage in Brasilien ; Kos-
mos 1885. 2. Bd. pag. 436.
M. Jones and G. B. Goode besprechen die auf den
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 1 1 1
Bahamainseln vorkommenden (9) Säugetliiere ; Bull. U. St.
Nat. Mus. No. 25 pag. 145—161.
F. W. Crag-in, Notes on some Mammals of Kansas,
Avitli a few additions to the List of Species known to in-
habit the State; Bull. Washburn Laborat. Nat. Hist.
Vol. 1 pag. 42 -47.
N. B. Frencli giebt an, dass der letzte Bison in
West-Virginia im Jahre 1810 erlegt sei; Amer. Natural.
Vol. 19 pag. 197.
J. Murdoch bespricht die auf der Expedition des
Lieutnant Ray bei Point Barrow, Alaschka, gesammelten
Säugethiere. 25 Arten sind aufgeführt; Report Internat.
Polar Exped. to Point Barrow, Alaska. Washington 1885
pag. 92—103.
A. Nehring berichtet über eine neue Sammlung von
Säugethieren von Piracicaba in Brasilien; Stzb. Ges.
Naturf. Fr. 1885 pag. 122—127.
Derselbe, über einen neuen Grison von Brasilien;
ebenda pag. 167—175.
R. W. Shufeldt beschreibt eine neue Hesperomys
von Neu-Mexico ; Proc. U. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 403
bis 408.
J. Stolz mann beschreibt eine neue Coelogemjs von
Ecuador; Proc. Z. S. London pag. 161 — 167.
F. W. True über Patorius nigripes in Texas; Amer.
Natural. Vol. 19 pag. 720.
Derselbe führt die Manatis Amerikas auf und be-
spricht deren Verbreitung ; U. St Comm. Fish and Fisheries
Sect. 1. Washington 1884 pag. 114—136.
Derselbe beschreibt einen neuen Mesoplodon von
den Kommandeur -Inseln; Proc. U. St. Nat. Mus. Vol. 8
pag. 584—585.
Derselbe berichtet über den Fang von Kogia brevi-
ceps an der Küste von Nord -Carolina; Bull. Un. Fish
Comm. Vol. 5 pag. 132.
Derselbe, A provisional list of the mammals of
North and Central America, and the West Indian Islands ;
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 7 pag. 587—611.
112 A n t. R e i c h e 11 0 w. Bericht über die Leistungen in der
Australien.
N. de Mikloubo-Maclay beschreibt neue Arten
von Neu-Guinea; Proc. L. S. N. S. Wales Vol. 10 pag. 141
bis 144.
Primates.
P. Albrecbt schreibt über die im Laufe der phylo-
genetischen Entwicklung- entstandene, angeborene Spalte
des Brustbeinhandgriifes der BrüllalFen. Verf. beschreibt
zunächst unter Beifügung von Holzschnitten das Manubrium
sterni der Brüllaffen, beleuchtet sodann die Irrthümlichkeit
der Ansichten bisheriger Autoren über den Gegenstand
und weist ferner nach, dass die bei den Brüllaffen im
Laufe der phylogenetischen Entwickelung entstandene
Fissura manubrii sterni congenita der erste positive Be-
weis für die Abstammungs- und Anpassungslehre sei;
Stzb. Ak. Wiss. Berlin 19. 20. April 1885 pag. 337—353.
A. D. Bartlett beschreibt einen weiblichen Schim-
panse des zoolog. Gartens in London mit ganz schwarz-
braunem Gesicht, nur wenigen kurzen Haaren auf dem
Kopfe u. anderen, von der gewöhnlichen Art abweichenden
Eigenschaften, welcher auch in seinem Gebahren von
letzterer abweicht und augenscheinlich eine besondere
Species, Troglodytes calvus^ darstellt; Proc. Z. S. London
1885 pag. 673—675 T. 41.
J. Deniker, Sur un foetus de Gibbon et son pla-
centa; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 100 pag. 654 — 656.
A. Kollmann hat den Tastapparat des Fusses der
Affen untersucht. „Entsprechend der Gliederung des
Tastapparates der Hand lässt auch der Fuss Tastballen
verschiedener Ordnung erkennen. Die Tastballen erster
Ordnung stellen die fünf plantaren Flächen der End-
phalangen der fünf Zehen dar. Als Tastballen zweiter
Ordnung sind der Ballen plantarwärts vom Hallux und
die drei anderen hinter den Zeheninterstitien gelegenen
Wülste des Mittelfusses anzusprechen. Ein Tastballen
Naturgeschichte der Sängethiere während d. Jahres 1885. J13
dritter Ordnung liegt über dem fünften Metatarsal-Knoclien
auf der Fibularseite. Ein anderer Tastballen dritter
Ordnung findet sich bei mehreren Species der Affen etwas
weiter nach hinten auf der tibialen Seite des Fussrandes."
Die Tastballen erster Ordnung, die wichtigsten Sitze des
Tastvermögens, zeigen die mannichfachsten Figuren der
Hautleisten. Die einfachsten Formen derselben finden
sich in dem ausgesprochensten longitudinalen Typus bei
den Halbaffen. Bei den meisten Affen liegen nur in der
Mitte der Ballen longitudinale Leisten, während dieselben
nach aussen von ellipsenartigen Systemen umgeben werden.
In der Gestalt der Tastballen zweiter Ordnung zeigen
die niederen Affen kreisartige Systeme, die Anthropo-
morphen hingegen häufiger sinuöse Bögen oder auch gar
nicht geschlossene Figuren. Der fibulare Ballen dritter
Ordnung lässt fast immer concentrische Figuren erkennen.
Verf. vergleicht schliesslich den Tastapparat des Fusses
bei Affen und Menschen und erörtert die Beziehungen
der Tastballen zum Nervensystem; Arch. f. Anat. u. Phys.
1885 1. u. 2. Hft. pag. 56—101 T. 3 u. 4.
Li s sau er, Untersuchungen über die sagittale Krüm-
mung des Schädels bei den Anthropoiden und den ver-
schiedenen Menschenrassen; Arch. Anthrop. 15. Bd. Suppl.
pag. 9—120.
0. Thomas beschreibt Colobus gnereza caudatus
n. subsp. vom Kilimandjaro; Proc. Z. S. London 1885
pag. 219 T. 12.
B. Gr. Wilder, The relative position of the cerebrum
and the cerebellum in Anthropoid Apes ; Proc. Amer. Ass.
Adv. Sc. Vol. 33 pag. 527.
[S. auch oben Familiant S. 101.]
Prosimii.
E. D. Cope beschreibt die Lemuroidea und Insecti-
vora des Eocen von Nordamerika. Verf. bespricht zu-
nächst die Unterschiede der beiden Gruppen und ihre
Stellung im System. Da die wesentlichste Verschiedenheit
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1, g
114 Ant. Reich enow: Bericht nher die Leistungen in der
der Lemuriden und Insectivoren in der Form der Nagel-
phalangen der Finger beruht, diese Theile aber den
meisten der in Betracht kommenden Fossilreste fehlt, so
lässt sich in vielen Fällen noch nicht mit Sicherheit
entscheiden, zu welcher von beiden Gruppen die be-
schriebenen Fossilformen zu stellen sind. Die Lermiroidea
sind in drei Familien zu trennen: Adapidae mit vier
Praemolarzähnen, Miocodectidae mit drei und Anaptomor-
phidae mit zwei. Die Gattungen der Adapidae unter-
scheidet Verf. folgendermaassen :
I. Inferior molars quadrituberculate.
Fourth inferior premolar with internal cusp; cusp on last molar
opposite: Hyopsodus Leidy.
Fourth inferior molar without internal cusp; cusps opposite:
Aijheliscus Cope.
Cusps of last molar alternate: Opisthotonus Cope.
n. Inferior molars quinquetuberculate.
a. Anterior triangle not well developed on inferior molars.
Fifth cusp separated from anterior inner by an apical fissure
only: Sarcolemur Cope.
Fifth cusp separated ; canine distinct ; one premolar one-rooted :
Notharctus Leidy.
Fifth cusp well separated; canine distinct; two premolars one-
rooted: Tomitherium Cope.
Fifth cusp separated, low; canine incisor-or premolar -like:
Adapis Cuv.
b. Anterior triangle well developed on all the inferior molars.
Canine distinct; one premolar one-rooted: Peli/codus Cope.
Die vom Verf. specieller erwähnten Arten, von welchen
einzelne Reste in Holzschnitten abgebildet werden, sind:
Hyopsodus paulus Leidy, H. vicurvis Cope, Apheliscus in-
sidiosus Cope, Opisthotomus flagrans, Notharctus tenehvosiis
Tomitherium ros^ra^iwi Cope, Pelycodas tulus Co^e, P.Jarrovii
Cope. Zu den Mixodectidae sind wahrscheinlich fünf
Gattungen zu rechnen, Tricentes Cope, Necrolemur Filh.
(A^. antiquus Filh.), Mixodectes {M. pungens Cope), Micro-
syops Leidy {M. gracilis Marsh) und Cynodontomys Cope
(C latidens Cope).
Die Anaptomorphidae werden nur durch eine Gattung,
Naturgeschichte der Säiigethiere während d. Jahres 1885. 115
Anaptomo7'plius Cope {A. aemulas Cope u. A. homunculus
Cope) repräsentirt.
Ferner wird die wahrscheinlich zu den Insectivoren
zu stellende Farn. ArctocT/omdae erwähnt und zwar die
Gattung Achaenodon Cope (A. insolens Cope, A. rohnstus
Osborn); Amer. Natural. Vol. 19 pag. 457 — 471.
H. Filhol fand, dass Form und Structur der Zähne
von Necrolemur vollständig von den Lemuriden abweichen.
Vielmehr zeigen dieselben in einiger Beziehung den
Charakter der Pachydermen, an die Gattung Hyracotherium
erinnernd; Bull. Soc. Philom. T. 9 No. 2 pag. 51—53.
Derselbe weist die Verschiedenheit zwischen den
Gattungen Necrolemur und Anajytornorphus nach; Ann. Sc.
Geol. T. 17 Art. 2 pag. 1—5 T. 6.
Derselbe weist auf Grund eines Schaedelfragments
von Adapis magnus auf die Aehnlichkeit dieser Form
mit Lepilemur hin; Ann. Sc. Geol. T. 17 Art. 2 Anhang.
F. A. Jentink, über Hapalemur simus u. griseus ; Notes
Leyd. Mus. Vol. 7 pag. 33—35 T. 1 u. 2.
R. Lydekker bespricht die System. Stellung von
Microchoerus Wood und hält die Gattung für identisch
mit Hyopsodus Leidy; Qu. Journ. Geol. Soc. 41. pag. 529.
G. Rüge, lieber die Gesichtsmuskulatur der Halb-
aiFen. Eine vergleichend anatomische Studie; Morph.
Jahrb. II. Bd. pag. 243—315.
P. L. Sclater berichtet, dass das Junge von Lemur
macaco von der Mutter nicht auf dem Rücken getragen
wird, sondern quer über den Leib derselben sich fest-
klammert, indem es seinen langen Schwanz um den
Rücken der Mutter und den eigenen Hals schlingt; Proc,
Z. S. London 1885 pag. 672—673. Mit Holzschnitt.
Volitantia.
Ch. G. Brügger führt die Chiropteren Graubündens
und der angrenzenden Alpenländer auf nebst Bemerkungen
über lokale Verbreitung; Jahresb. Naturf. Ges. Grau-
bünd. 27. Jahrg. pag. 26—64.
116 Ant. R, eichen ow: Bericht über die Leistungen in der
G. E. Dobison beschreibt die neuen Arten: Rhino-
lophus Antinorii von Schoa (NO. Afrika), Vesperugo ( Ves-
perus) dorianns von Argentinien und macht auf das
Vorkommen von Nyctinomns plicatus auf Jobi und Neu-
Guinea und von Nycferis thehaica bei Aden aufmerksam;
Ann. Mus. Civ. Genova Ser. 2 Vol. 2 pag. 16 — 19.
F. A. Jentink erhielt Epoinophoms comptus und
gamhianus aus dem Niamniamland ; Notes Leyd. Mus.
Vol. 7 pag. 35.
J. E. K eisall berichtet über das Vorkommen von
Vespertilio Nattereri in Berkshire (England). In einer
früheren Arbeit wurde die Art irrthümlich als V. Bech-
steini gedeutet; Zoologist Vol. 9 pag. 146.
F. R. Monticelli beschreibt Vesjjertilio oxygnatlms
n. sp. von Italien; Ann. Acc. 0. Costa Asp. Nat. 5 pag. 1 — 8.
F. Noe theilt Beobachtungen über die Lebensweise
der Fledermäuse mit; Schrift. Ver. z. Verbr. Naturw.
Keuntn. Wien 25 Bd. pag. 457 — 507.
H. A. Pagenstecher beschreibt Megaloglossus Wör-
manni n. g. et sp. von Gabun. Aehnlich den Gattungen
Melonycteris imd Macroglossns; Zool. Anz. 8. Jahrg. pag. 245;
Ann. Mag. N. H. Vol. 14 pag. 74.
Insectivora.
R. Lydekker hält die fossile Gattung i^c^^sot/i^sLeidy
mit Microchoerns Wood identisch oder sehr nahe ver-
wandt und stellt dieselbe zu den Insectivoren in die
Nähe von Erinaceus; Quart. Journ. Geol. Soc. Vol. 41
pag. 529—531.
0. Meyer weist auf einige Theile des Skelets der
Insectivoren und von Galeopithecus hin, welche beweisen,
dass beide Formen ein hohes geologisches Alter haben;
Neues Jahrb. d. Min. etc. 1885 2. Bd. pag. 229—230.
W. K. Parker, On the Structure and Development
of the Skull in the Mammalia. Pt. 3. Insectivora: Pr. R.
Soc. 38. pag. 129—138.
Naturgeschichte der Säiigethiere während d. Jahres 1885. 117
[S. auch Lern 0 ine oben S. 103 und Cope unter
Prosimii.]
Tupaiidae: F. A. Jentink erhielt Ptüocercus Lowü Gray
von Nordost- Sumatra und beschreibt einige Theile des Sceletts dieser
Art; Notes Leyd. Mus. Vol. 7 pag. 37— 38.
Soricidae: Gr. E. Dobson fand bei einem Schädel von Croci-
dura aranea einen überzähligen Praemolar im Oberkiefer wie bei
Fachyura; Proc. Z. S. London 1885 pag. 324.
H. Nitsche berichtet über einen Albino von Crocidura leiicodon;
Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 58.
H. A. Pagen stech er beschreibt Crocidura Fischeri n. sp. von
Nguruman, Massailand; Jahrb. wiss. Anst. Hamburg II pag. 34.
Erinaceidae: J. A. Jentink weist nach, dass Gymnura alba
Giebel ein älterer Name für G. Candida Gthr. sei; Notes Leyd. Mus.
Vol. 7 pag. 36-37.
Centetidae: K. Bardeleben benennt einen von C. ecaudatus
besonders durch gedrungenere Gestalt des Kopfes abweichenden
Centetes von Madagascar C. breviceps; Stzb. Ges. nat. Fr. 1885 pag. 156.
Talpidae: G. V. Ciaccio, Osservazioni anatomiche comparative
intorno agli occhi della Talpa illuminata {Talpa europaea) e a quelli
della Talpa cieca (Talpa caeca); Mem. Accad. Sc. Istit. Bologna
[Zool. Anz. No. 204 pag. 525].
L. Camerano ist der Ansicht, dass Taljja europaea L. und
T. caeca Savi nicht als selbständige Arten zu betrachten seien, sondern
nur als Varietäten. Die Charakteristik dieser einzigen europäischen
Talpa- Art würde lauten: sehr kleine Augen unter den Haaren ver-
steckt, bald mit sehr kleiner, bald ohne Augenspalte. In Südeuropa
dürften die Individuen ohne Augenspalte überwiegen; sie haben jedoch
keine bestimmte geographische Verbreitung; Zool. Anz. 8. Jahrg.
pag. 295— 296; Mem. K Acc. Sc. Torino Vol. 20 pag. 605— 606.
Hu et beschreibt eine neue Chrysochloris-Art vom Kongo, Chr.
leucorhina; Nouv. Arch. du Mus. T. 8 pag. 1 — 18 Taf. 1.
A. Milne-Edwards giebt eine kurze Charakteristik der vier
Gattungen Talpa, Mogera, Parascaptor und Scaptochirus und beschreibt
Sc. davidianus n. sp. von Syrien ; Le Natural. 7. Ann. pag. 65.
Creodonta.
E. D. Cope beschreibt Tleinlganus otariidens n. foss.
aus dem Puerco Eocen; Amer. Nat. 19. pag. 492.
Derselbe beschreibt die neuen fossilen Formen
Cliriacns hyaUiajius und Sarcothraastes coiyphaeus aus der
Puerco-Formation Neu-Mexicos; ebenda pag. 385 u. 886.
118 Ant. Reicheiiow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe beschreibt die neue fossile Form Hemi-
pöalodon grandis von den White River Beds von Swift
Current River, North-West Territory; ebenda pag. 163.
R. Lydekker hält Platychoerops Richardsoni für
identisch mit Estlwnyx ßurmeisteri. Cope stellt die letztere
Form unter die Creodonten in die Familie Leptictidae.
Verf. möchte Platychoerops den Carnivora iDrimigetiia zu-
zählen, welche die echten Carnivoren mit den Insectivoren
verbinden; Geol. Mag. Vol. 2 No. 8 pag. 360—361.
S. auch E. D. Cope; ebenda pag. 526.
Carnivora.
H. Filhol beschreibt Adracon Quercyi n. g. et sp.
foss. von Querzy ; Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 19 — 21.
R. Lydekker über Platychoerops vergleiche vorher.
G. Mivart beschreibt die Verschiedenheiten in den
Windungen des Gehirns bei den verschiedenen Carnivoren.
Hinsichtlich Phyllogenie der in den Gehirnwindungen
von anderen Carnivoren sehr abweichenden Pinnipedien
glaubt Verf. aus seinen Untersuchungen den Schluss
ziehen zu können, dass der Vorfahre dieser Gruppe ein
arctisches Thier gewesen sei, welches dem Bären-Typus
sich näherte; Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. 19 No. 108
pag. 1 — 25.
Derselbe liefert eine Beschreibung der anatomischen
Verhältnisse der einzelnen Formen der Arctoidea, giebt
einen neuen Entwurf einer Klassification der Unterordnung
und bespricht deren geographische Verbreitung. Die
syst. Eintheilung ist folgende: 1. Fam. Procyonidae. Sub-
fam. a.: Procyoninae (Procyon, Nasua^ Bassaris ^ Bassa-
ricyon, Cercoleptes), Subfam. b: Ailwrinae {Ailnrus, Ailii-
roprts). 2. Fam. Mustelidae. Subfam. a: Melinae {Meles,
Arctonyx, Taxidea. Mydaus, Mephitis, Conepatus, Mellivora,
Helictisy Tctonyx)^ Subfam. b: Mustelinae (Galictis, Grisonia»
Mustela, Putorius, Gnlo), Subfam. c: Lutrinae (Lntra,
Naturgeschichte der Säiigethicre Wcälirend d. Jahres 1885. 1 19
Aonyx, Enhydra). 3. Farn.: Ursidae (Ursas, Melursus)\
Proc. Z. S. London 1885 pag. 340—404.
[S. auch Familiant oben S. 101.]
Ursidae: F. Ameghino beschreibt zwei neue Formen fossiler
Ursiuen aus dem Oligocen von Parana : Cyonasua argenUna u. g. et
sp. und Ärctotherüim vettistum n. sp.; Biol. Ac. Nac. Cienc. Cordoba
T. VIII pag. 19—25.
B. Langkavel, Aphorismen über Eisbären; Zool. Garten
26. Jahrg. pag. 279—282.
G. Teglos berichtet über neue Funde von Ursiis spelcieus Blum,
in Ungarn; Math. Naturw. Ber. Ungarn 2. Bd. pag. 454— 460.
E. De Toni, Sopra un cranio d'Orso trovato uella Caverna
detta il Buco di S. Dona in distretto di Fonzaso {ürsus spelaetis];
Bull. Soc. Ven. Trent. Anno 1885 Luglio T. 3 pag. 124—125.
[Siehe auch Hofmann u. Koken oben S. 102 u. 103.]
Mustelidae: Th. Cornish fing Miistela putorius bei Madrou,
etwa zwei Meilen von Penzance in Cornwall; Zoologist Vol. 9 pag. 107.
W. H. Flo wer charakterisirt die Gattungen Lutra und Enhydra;
Enc. Brit. 18. pag. 69.
A. V. Krüdener bestätigt, dass neugeborene Iltisse grauweiss-
liches Fell haben; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 89 [vergl. H. Landois,
Bericht 1884 pag. 118].
F. La taste giebt eine Uebersieht der unterscheidenden
Charaktere von Putorius putorius, vulgaris, hoccamela, erminea und
africanus und beschreibt eingehend die letztgenannte Art; Le Natural.
7. Ann. pag. 85—87.
0. V. Löwis, Bemerkung über die Färbung neugeborener
Iltisse; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 88-89.
Derselbe schildert das Betragen eines Foetorius lutreola in
Gefangenschaft; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 353—359.
A. Behring weist nach, dass Meles anakuma Tem. sich im
Knochenbau, speciell im Schädel, ganz bedeutend von der europäischen
Art unterscheidet und ohne Zweifel als eine besondere Art zu be-
zeichnen ist; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 226— 233; Stzb. Ges. naturf.
Fr. 1885 pag. 137—139.
Derselbe beschreibt eine neue Grison-Art, Galictis (Grisonia)
crassidens n. sp. von Minas Geraes in Brasilien ; Stzb. Ges. naturf.
Fr. 1885 pag. 167—175.
B. Stauden berichtet über Vorkommen von Meles taxus in
Nord Lancashire; Naturalist, London No. 114 pag. 128.
Nach F. W, True wurde Putorius nigripes zum zweiten Male
in Texas (Cooke county) gefangen , Amer. Natural. Vol. 19 pag. 720
H. Wallis berichtet über den Fang einer Lutra vulgaris bei
Louth, Lincolnshire; Natural. London No. 125 pag. 393.
F. Winter fehl giebt eine Uebersieht der bisher bekannten
120 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
Miisteliden aus dem Diluvium Deutschlands und beschreibt eine An-
zahl von Resten eingehender. Aufgeführt sind folgende Arten, deren
vermuthliche Verbreitung zur Diluvialzeit ebenfalls erörtert wird:
Meles taxiis, Gulo horealis, Mustela martes u. foina, Foetwius putorius,
F. erminea u. xmsilliis, Lutra vulgaris; Zeitschr. d. Geol. Ges. 37. Bd.
pag. 826—864 T. 35 u. 36.
Viverridae: W. T. Blanford ho^iichi-^iht Farcidoxuriis Jerdoni
n. sp. von Süd-Indien; Proc. Z. S. London 1885 pag. 612— 613.
Derselbe liefert eine Monographie der (y?ittm\g Paradoxiiras .
Verf. unterscheidet 11 Arten: P. niger (Desm.), P. hermaphroditus
(Pall.), P. philippinensis Jourd., P. macrodus Gray, P. Jerdoni Blanf.,
P. aureus Cuv., P. Grayi Benn., P. larvatus (Tem.), P. leucomystax
Gray, P, Musschenbroel'i Schi. u. P. laniger Hodgs. Abgebildet sind
P Jerdoni T. 49 u. P aureus T. 50; Proc. Zool. Soc. London 1885
pag. 780—808.
Ch. Deperet beschreibt eine neue, zwischen Ictitherium und
den heutigen Viverren stehende fossile Viverrenform : Viverra Fe-
pratxi aus dem Tertiär-Becken von Rousillon (Süd-Frankreich) ; Ann.
sc. geol. T. 17 pag. 1 u. f.
F. A. Jentink beschreibt ein Exemplar von Faradoxurus
stigmaticus Tem. von Sumatra; Notes Leyd. Mus. Vol. 7 pag. 35—36.
G. Mivart giebt eine nachträgliche Bemerkung über die
Unterschiede von Viverricula und Viverra zu seiner Arbeit über die
Aeluroidea [s. Bericht 1882 p. 404]; Proc. Z. S. London 1885 p. 477.
[Vergl. auch Deperet oben S. 100 und Fr aas {Trochotherium)
S. 102.]
Canidae: G. Albini, Sulla tunica muscolare dell' intestino
tenue nel cane; Rend. Acc. Nap. 24. pag. 309.
J. A. Allen beschreibt eine neue fossile Caniden-Form von
Ely Cave, Virginia [wahrscheinlich pliocen]: Fachycyon rohustus; Mem.
Mus. C. Z. pag. 1—13 T. 1—3.
H. Bur meist er giebt einige Erklärungen zu der in seinen
„Erläut. z. Fauna Brasiliens" T. 26 F. 1 u. 2 enthaltenen Abbildung
des Schädels von Canis jubatus; Stzb. Ges. nat. Fr. 1885 pag. 97 bis
103. — Bemerkungen hierzu von H. Nehring; ebenda pag. 109—122.
C. Cook, The Dandie Dinmot Terrier; its History and Cha-
racteristics. Edinbiu'gh 1885. 8".
R. Corneli, Der Dachshund, seine Geschichte, Zucht, Ab-
richtung und Verwendung. Mit in d. Text gedr. Holzschn. Berlin,
Parey. 8".
L. Fredericq, Recherches sur la respiration et la circulation.
2 Art. La courbe plethysmographique du cerveau du chien; Arch.
Biol. T. 6. Fase. 1 pag. 65-102.
Derselbe, Note sur les mouvements du cerveau chez le chien;
Bull. Ac. Sc. Belg. (3) T. 9 pag. 362-375.
Xaturgeschiclite der Säiigethiere während d. Jahres 1885. 1"21
Fraas beschreibt Ämphicyon Steinheimensis ii, sp. foss. von
Steinheim ; Jahresh. Ver, vaterl. Naturk. AVürttemb. 4. Jahrg. pag. Bio
bis 326.
G. A. Graham, The Irish Wolf-hound. Printed for the Irish
AVolf-honnd Club. 8io. pag. 47, with two photographs. Dursley : Whit-
more & Son 188.5.
Th. Herbert weist aus älterer Litteratur nach, dass der Wolf
noch im Jahre 1659 in Irland vorgekommen sei; Zoologist Yol. 9
pag. 268.
A. Behring bespricht die Rassebildung bei den Inca-Hunden
von dem Todtenfelde bei Ancon in Peru. Unter den 11 von den
Herren Reiss und Stübel gesammelten mumificirten Hunderesten
lassen sich drei Rassen unterscheiden: 1) eine Schäferhund -ähnliche
Rasse, C. Ingae pecuarius Nehr., 2) eine Dachshund-ähnliche Rasse,
C. Ingae vertagus, 3) eine Bulldog- resp. Mops - ähnliche , C. Ingae
molossoides. Verf. vertritt die Ansicht, dass diese Rassebilduug sich
selbständig auf americanischem Boden unter dem Einflüsse verschieden-
artiger Lebensverhältnisse vollzogen habe und nicht durch Kreuzung
mit importirten europäischen Hunden herbeigeführt sei; Stzb. Ges.
naturf. Fr. 1885 pag. 5—13.
Derselbe hält Canis Jiodophylax für verschieden von C. Uipiis
und schlägt für die Art den neuen Namen Lupus japonicus oder
C. lupits var. japonica vor; Stzb. Ges. naturf. Fr. 1885 pag. 139—142;
Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 161— 170.
Th. Noack beschreibt einen angeblich aus Afrika stammenden,
im Besitz einer Thierhandlung in Hamburg befindlichen Hund, welcher
ein Bastard vom Schabrakenschakal und einem afrikanischen Haus-
hunde zu sein scheint: Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 108—114. Mit
Holzschnitt.
A. S. Packard erörtert die Abstammung einiger Rassen von
Haushunden Amerikas; Amer. Natural. Vol. 19 pag. 896— 901.
E. C. Phillips führt die Stellen in der Bibel an, welche Nach-
richten über die Haushunde der Juden enthalten ; Zoologist Vol. 9
pag. 1—3.
H. V. Schmiedeberg, Illustrierter Kalender für Hunde-Lieb-
haber, -Züchter und -Aussteller auf das Jahr 1885. Leipzig, Twiet-
meyer.
Derselbe, Der deutsche Vorstehhund. Mit 6 Abb. Abdr. aus:
Shaw, das Illustrirte Buch vom Hunde. Leipzig, Twietmeyer. 4".
Vulpian, Recherches sur la provenance reelle des nerfs secre-
teurs de la glande salivaire de Nuck et des glandes salivaires labiales
du chien; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 101 pag. 1448— 1453.
M. Wilckens referirt in einem 7. Berichte [s. Ber. 1884 S. 133]
über die hundeartigen Thiere des Tertiärs; Biol. Centralbl. 5. Bd.
pag. 459— 465, 489—499, 518—529. — In einem 8. Kapitel werden
1'22 Aiit. Reiclieiiow; Bericht über die Leistungen in der
die Caniden des Diluviums besprochen; ebenda pag. 597—604, 621
bis 627.
Hyaenidae: A. Gaudry , Siir les Hyeues de la grotte de Gargas
decouvertes par M. Felix Regnault; Compt. rend. Ac. Sc. Paris
T. 100 pag. 325 — 328. — Ein vollständiges Scelett von H. crocuta
spelaea wurde gefunden.
[S. auch Fr aas (Hyaenictis) und Koken (Hyaena sinensis) oben
S. 102 u. 103.]
Felidae: A. Günther beschreibt einen Melanismus des Leopard
von Südafrika; Proe. Z. S. London 1885 pag. 243— 245 T. 16.
E. Hamilton bestreitet das Vorkommen von Felis catus in
Irland; Proc. Z. S. London 1885 pag. 211— 214.
L. Matthiessen bespricht den physikalisch-optischen Bau des
Auges von Felis leo fem.; Arch. ges. Phys. 31 pag. 68.
B. Langkavel hat einige Notizen über die frühere und jetzige
Verbreitung des Löwen in Asien zusammengestellt; Zoolog. Garten
26. Jahrg. pag. 338—341.
A. T. de Rochebrune beschreibt Lynx Lucemi n. sp. von
Landana ( West- Afrika) ; Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 88.
[S. auch Familiant, oben S. 101.]
Pinnipedia.
G. Mivart cliarakterisirt die einzelnen Gattungen
der Pinnipedia und die Ordnung- im allgemeinen und be-
spricht deren geographische Verbreitung. Bezüglich der
systematischen Eintheilung schliesst sich Verf. den An-
sichten Flower's an und bildet drei Familien: Otariidae,
Trichechidae und Fhocidae. Letztere zerfallen in: Cysto-
pliorinae {Cystopliora und Macrorhinus) , Stenorhynchinae
{LeptonyXf Omniatoplioca, Stenorhynchus, Monachas) und
Phocinae {Halichoeras^ Fhoca); Proc. Z. S. London 1885
pag. 484—501.
Th. Southwell berichtet über den Robben- und
Wal-Fang während des Jahres 1884; Zool. Vol. 9 pag. 81
bis 88.
Trichechidae: M. Schmidt schildert das Betragen von Tri-
chechns rosmariis nach einem gefangen gehalteneu Exemplar, in-
sonderheit zu demjenigen des Seelöwen und Seehundes, berichtet über
einige bezüglich der Pflege und Krankheiten dieser Thiere gemachte
Erfahrungen und bespricht ältere und neuere Abbildungen der Art;
Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 1—16, 33—43, 65—73, mit Holzschnitten.
Naturgeschichte der Säugethieie während d. Jalires 1885. 123
Phoeidae: K J. Anderson, Note on the Peritoneum of
the Seal; Jouru. Anat. Phys. 19 pag. 228.
In dem vonG, B. Grode herausgegebenen AVerk „The Fisheries
and Fischery Industries of the United States" sind die Rohben und
Walrosse nach Allen' s Monographie dargestellt; die Lebensweise
der Pelzrobben wird von H. W. Elliott geschildert; Un. St. Comm.
of Fish and Fisheries Sect. 1, AVashington 1884 pag. 33 — 113. Ab-
bildungen einer Anzahl von Arten und Karten über die geographische
Verbreitung der Pinnipedia: Atlas T. 12— 32.
H. Laver weist darauf hin, dass Halichoerus gryphus Ende
der dreissiger Jahre bei Colchester an der Küste von Essex gefangen
wurde ; Zoologist Vol. 9 pag. 108.
Ch. H. Townsend berichtet über neueren Fang von Macro-
rhiniis angustirostris und dessen Häufigkeit; Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 8 pag. 90—93.
Rodentia.
F. Ameghino beschreibt 16 neue Arten fossiler
Rodentia aus dem Oligocen von Parana: Megamys de-
'pressidenSf Holrubergl, laevigatus, Racedi, Myopotainm para-
nensis, Cardiatherium petrosiun, denticulatiun, ininutum, Pro-
cardiatheriiim n. -g. simplicidens , crasswn, Cardiomys n. g.
cavinus, Cardiodon n. g. Marshiii Leidyl, Caviodon n. g.
midtiplicatus, Procavian. g. mesopotamica, Pwadoxomysw.^.
cancrivorus; Bol. Ac. Nac. Cienc. Cordoba T. VIII pag. 25
bis 71.
E. D. Cope beschreibt die Arten der fossilen Gattung
Ämhlyrhiza (A. inundata, quadrans und latidens) von
Anguilla (Westindien); Smith, Contr. Knowl. 25. No. 3.
30 pag. 5T.
H. Schlosser liefert einige Nachträge und Be-
richtigungen zu seiner Arbeit über die Nager des euro-
päischen Tertiärs [s. Ber. 1884 S. 123]; Palaeontogr. Bd. 31
pag. 323—328.
Sciuridae: Pagen stech er beschreibt Sciiirus cepapi var. n.
aniscensis von Ostafrika; Jahrb. wiss. Anst. Hamburg II pag. 42.
H. G. Stewart, Habits of the Squirrel; Zoologist Vol. 9
pag. 384—386, s. auch: J. C. Atkinson und Gr. B. Corbin, ebenda
pag. 431-433.
Myoxidae: F. Lataste charakterisirt die Gattungen der
Familie Myoxidae und beschreibt ein neues Genus Bifa: „Seulement
1-24 Ant. Reiclieiiow; Bericht über die Leit^tuiigen in der
trois molaires superieiires des chaque cote, leur rangee plus courte
que la loiigueur des troiis incisifs; 4e molaire iuferieure nioiiis de-
veloppee horizontalemeiit que la premiere et fortement dejetee en
dedans. Le trou sous - orbitaire a sa plus graiide largeur en bas.
Typus: Bifa lerotina von Algier; Le Natural. 7. Ann. pag. 61 — 62,
G. T. Rope referirt über das Vorkommen vom Muscardinus
avellanariiis in England und Wales; Zoologist Vol. 9 pag. 201 — 213;
Macpiierson über das Vorkommen der Art in Cumberland, Lilford
über dasjenige in Northamptonshire und Phillips in Wales; ebenda
pag. 257 — 258.
M. Schlosser hält gegenüber der Ansicht Lydekker's die
Altverschiedenheit von Mi/oxiis primaeü^is und mwrinus sowie von
Sciurus diibius und Chcdcmiati aufrecht, ebenso von Therldomys Ciwieri,
aqiiatilis, rotundidens und sideroUthicus. Die Gattung Nesocerodon
steht in der Mitte zwischen Tlteridomys und Issiodoromys. Mit
der ersteren Gattung hat die Form die Anwesenheit von Schmelz-
falten gemein, letzterer nähert sie sich durch die Höhe der Zahn-
krone und Fehlen der Falten an den älteren Zähnen. Ferner betont
Verf. die specifische Verschiedenheit von Xesocerodon Qiiercyi und
minor und weist auf die unterscheidenden Kennzeichen von Lagomys,
Myölagus und Titanomys hin ; Neues Jahrb. f. ]\Iin. 2. Bd. 2. Hft.
pag. 139—144.
Haplodontidae : C. H. Merriam beschreibt die neue Art
Axüodontia major von Californien ; Ann. New -York Ac. Sc Vol. 3
No. 10 pag. 312-328 Taf. 19 u. 20.
Muridae: H.Brown, On Spermatogenesis in the Rat; Quart.
Journ. Microsc. Sc. Vol. 25 pag. 343 — 369.
Crampe berichtet über Zuchtversuche mit zahmen AVander-
ratten namentlich in Bezug auf die Bedeutung der Innzucht, die
Gesetze der Vererbung, der Farbe und bezüglich der Veränderung
der Abarten bei Fortpflanzung in Farben - Innzucht ; Landwiithsch.
Jahrb. Berlin 1883 pag. 389—449, 1884 pag. 699—754, 1885 pag. 379
bis 399 u. 539—619. Referat: Biolog. Centralbl. 4. Bd. pag. 667—670,
5. Bd. pag. 465— 468, 615—620.
C. J. Forsyth Major, Sulla conformazione dei molari uel
genere Mus e sul Mus meridioiiaUs Costa e 3Ius orthodon Hensel;
Atti Soc. Tose. Sc. Nat. verb. Vol. 4 pag. 129—145.
D. Embleton, Mus rattus in Newcastle; Naturalist, London
No. 114 pag. 128.
H. V. Ihering entdeckte, dass ebenso wie die weiblichen
Hesperomys sich von Mas durch die geringere Zahl der Zitzen,
2 — 2, doi-t 10, unterscheiden, so auch die Männchen durch die Gestalt
des Penis. Bei Mus trägt die Eichel auf ihrer Spitze einen geraden,
von einem Knorpelstabe gestützten Griifel, bei Hesperomys einen
komplizirteren, aus drei leicht gebogeneu fingerförmigen Fortsätzen
Naturgeschichte der Säugethiere wahrend d. Jahres 1885. 125
bestehenden Apparat. Verf. berichtet sodann über grosse Mäiise-
plagen in Brasilien; Kosmos Jahrg. 1885 2. Bd. pag. 423 — 437.
J. A. Miirray beschreibt 3Iiis Gleadowi n. sp. von Sind; Proc.
Z. S. London 1885 pag. 809— 810 T. 51.
Pagen stech er beschreibt Mus havharus var. n. massaicus;
Jahrb. wiss. Anst. Hamburg II pag. 45.
A. T. de Rochebrune beschreibt Cricetomys dissimilis n. sp.
von Landana (West- Afrika), nahe C. gambiensis ; Bull. Soc. Philom.
Paris T. 9 pag. 86.
Derselbe beschreibt Mus tephrus n. sp. von Landana (West-
Afrika); nahe 31. decumrma; Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 87.
Derselbe beschreibt Malacomys Eäioardsi n. sp. von Mellacoree (?)
(West- Afrika); Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 87.
R. W. Shufeldt beschreibt Hesperomys Truei n. sp. aus dem
Nordwesten von Neu-Mexico; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 403
bis 408.
H. Steinvorth, Ein Beitrag zur Geschichte des Rattenkönigs;
Jahresh. naturw. Ver. Lüneburg IX pag. 128 — 130.
E. L. Trouessart hält die von ihm aufgestellte Untergattung
Megalomys (Typus : Mus pilorides Pall.) als Untergruppe von Hespe-
romys aufrecht und giebt eine eingehende Charakteristik dieser Form.
Die Classification der Murinae gestaltet sich nach Anschauung des
Verf. folgeudermassen: Subfam. Murinae. Ser. 1. Mureae Hab.
Alte Welt, insonderheit Orientalische, Aethiopische und Australische
Region (Madagaskar ausgeschlossen). G-attungen: Malacomys Edw.,
Pithecheirus Cuv., Mus L. mit 11 Unterg., Golunda Gray, Hapalomys
Blyth, Pelomys Ptrs., Uromys Ptrs., Hapalotis Lcht., Mastacomys
Thom., Acomys, Geoffr., Echinotrix Gray. — Ser. 2. Hesperomyeae.
Hab. America u. Madagascar. Gattungen: Hallomys Jent., Hypo-
geomys Grand., Nesomys Ptrs., Brachytarsomys Günth., Eumys Leidy
(foss.), Drymomys Tsch., Tylomys Ptrs., Hesperomys Waterh. mit
12 Unterg., Ochetodon Coues, Reithrodon Waterh. mit der Unterg.
Euneomys Coues, Sigmodon Say et Ord., Neotoma Say et Ord. mit
d. Unterg. Teonoma Gray, Paciculus Cope (foss.). — Auf der bei-
gegebeuen Tafel sind Schädel, Zähne u. Sohle von Megalomys pi-
lorides abgebildet; Ann. Sc. Nat. 16. Ser. Zool. T. 19 Art. 5.
Arvicolidae: Nach Merriam u. A. K. Fish er wurde Arvi-
cola pinetm-um in Nord New- York gefangen; Amer. Natural. Vol. 19
pag. 895—896.
E. R. Quick und A. W. Butler schildern die Lebensweise
von Synaptoiftiys Cooperi Bd., Arvicola pinetorum Le C, Arvicola ri-
parius Le C, und Arvicola austerus Ord. ; Amer. Natural. Vol. 19 pag.
113—118.
E. Rosling berichtet über einen Albino von Anncola p^'otensis ;
Zoologist Vol. 7 pag. 433.
'['2(') Aiit. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
J. Whitaker erwähnt eines Albino von Ärvicola agrestis;
Zoologist Vol. 9 pag. 229-230.
J. N. Woldrich berichtet über diluviale Arvicolinen aus den
Stramberger Höhlen in Mähren; Stzb. Ak. Wiss. Wien. 90. Bd.
1. Abth. pag. 387— 405.
Spalacidae: 0. Thomas berichtet über ein von L. Phillips
im Somaliland gesammeltes Exemplar von Heterocephaliis, welches er
für specifisch verschieden von H. gldber Rüpp. hält und H. Phillipsi
benennt, hält die Form für am nächsten verwandt mit Bathye)-gus
u. Georychus; Proc. Z. S. London 1885 pag. 611— 612.
Derselbe beschreibt Heterocephalus glaber und Phüliiosi aus-
führlicher. Letztere Art wird abgebildet; ebenda pag. 845— 849 T.54.
Caviidae; G-. Bellonci, Sul fuso direzionale delF ovulo di
Cavia; Rendic, Acc. Sc. Bologna 1884/85 pag. 43—44.
J. Cornely berichtet über Pflege und Zucht von DoUcJiotis
patachonica in Grefangenschaft ; Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. T. 2
pag. 553—557.
Echimyidae: F. W. True berichtet über das Vorkommen von
Lonclwes armatus bei Martinique (Westindien); Proc. Un. St. Nat.
Mus. Vol. 7 pag. 550—551.
Dasyproctidae : J. Stolz mann beschreibt Coelogenys Tacza-
noivsJcü n. sp. von Ecuador; Proc^ Z. S. London 1885 pag. 161— 167.
Oetodontidae : F. Lataste fand, dass Ctenodactylus Gutidi
vier Molarzähne hat, nicht drei, wie irrthümlich angegeben wird,
und berichtet näheres über Form und Entwicklung derselben. Verf.
fasst die vier Gattungen Ctenodactylus, Massoutiera , Pectinator u.
Petromys in der Familie Ctenodactylidae zusammen; Le Natural.
7. Ann. pag. 21 — 22.
Leporidae: Gr. La'grenee empfiehlt die Zucht des Angora-
Kaninchens zum Zwecke der Wollgewinnung für industrielle Zwecke.
Ein ausgewachsenes gut genährtes Kaninchen liefert 60 Gramm
Wolle. Man scheert das Thier vom vierten Monat an alle sechs
Wochen; Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. T.2 pag. 642—645.
H. Landois berichtet über Hasenzucht im Zoolog. Garten in
Münster; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 359— 361.
Derselbe berichtet über einen Hasen mit abnormer Zalin-
bildung; 13.Ber. Westpfäl. Prov. Ver. pag. 29— 30.
Derselbe über Bastarde zwischen Hasen u. Kaninchen; Zool.
Gart. 26. Jahrg. pag. 316.
Raveret-Wattel theilt mit: das wilde Kaninchen, welches
man in Australien eingeführt, habe an einigen Stellen sich derartig
vermehrt, dass es zur Landplage geworden und durch keine ]\Iittel
wieder auszurotten sei; Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. T. 2 pag. 77.
C. H. Merriam fand, dass die Grannenhaare der Alpenhasen
Naturg-eschichte der SKiigethiore während d. Jahres 1885. 127
sowohl im Herbst wie im Frühjahr unabhängig* vom Haarwechsel
sich verfärben; Amer. Natural. Vol. 18 pag. 1055 — 1056.
Im Zoologischen Garten zu Münster \Nqirde ein junger Hase,
Lepns timidus, geboren, wohl der erste derartige Fall in Gefangen-
schaft; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 62.
[Siehe auch Hof mann oben S. 102.]
Edeutata.
F. Ameghino beschreibt 12 neue fossile Edentaten
aus dem Oligocen von Parana: Ortotherium u. g-. lati-
Gitrvafus, Megatherium antiquum, Stenodon n. g*. modicuSf
Tnterodon n. g. crassidens , Mylodon amhiguiis, Lestodon
antiquus, Diodomus n. g. Copei, PUomorphus n. g. mutilatns,
rohustus, Palaehojjlophorus pressulus, Eurymms interimdatus,
Protoglyptodon n. g. primiformis; Biol. Ac. Nac. Cienc.
Cordoba T. VIII pag. 105—143.
Derselbe beschreibt einen neuen fossilen Edentaten
von Argentinien: Oracanthus Bnrmeisteri ; Bol. Acad. Noe.
Cienc. Cordoba T. VII pag. 499—504 T. 1.
H. Burmeister fand, dass die von Reinhardt als
Gattungscharakter von Coelodon angenommene verringerte
Zahl der Zähne (Vs) nur in der ersten Jugend des Thieres
sich findet; im reifen Lebensalter sind wie bei anderen
phyllophagen Edentaten im Oberkiefer fünf, im Unter-
kiefer vier Zähne vorhanden. Oracanthus Bnrmeisteri
Amegh. hält Verf. für identisch mit Coelodon; Stzb. Ak.
Wiss. Berlin 1885 2. Halbband. pag. 567—573 T. 5.
A. Hall theilt mit, dass ein Armadillo in Nord-
Denton in Texas erlegt wurde; Amer. Natural. Vol. 19
pag. 192.
P. Fischer, Sur le squelette du genre fossile SceU-
dotherium; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 101 pag. 1291
bis 1293.
H. V. Ihering fand die bisher verbreitete Annahme,
dass die Gürtelthiere bei jedem Wurfe nur Junge eines
Geschlechtes zur Welt bringen, bei zwei von ihm unter-
suchten trächtigen Weibchen des Praopm hyhridus be-
stätigt. Hierbei entdeckte Verf., dass zwar jede Frucht
128 A 11 1. R e i c li e 11 0 w : Bericht über die Leistungen in der
ihr eigenes Amnion besass, alle zusammen aber nur ein
einziges gemeinsames Chorion. Endlich beobachtete Verf.,
dass die langen Krallen der Gürtelthiere und Ameisen-
bären nicht wie diejenigen der Raubthiere als äusserlich
freie, über die Spitze der Endphalange hervorragende
Theile entstehen, sondern im Innern einer breiten foetalen
Endphalange angelegt werden. Bei weiter entwickelten
Foeten von Praopus ist das Ende der Finger und Zehen
breit, etwas dreilappig und plump. Hierin dürfte ein
interessanter Fall von Atavismus zu erblicken sein, denn
die Endphalangen der fossilen Glyptodonten waren nicht
sichelförmig, sondern breit, kurz und plump und ver-
muthlich mit einer klauen- oder hufförmigen Hornscheide
überzogen; Stzb. Ak. Wiss. Berlin 1885. 2. Halbband
pag. 1051—1053.
Leidy bespricht die Unterschiede in der Form der
Molar-Zähne von Mylodon Harlani u. rohustm; Proc. Ac.
N. Sc. Philad. 1885 pag. 49—51.
0. Thomas charakterisirt die Gattung Manis. Encycl.
Brit. 18 pag. 727.
Ungulata.
A. Andre ae giebt Beschreibung und Abbildung der
Zähne von Propalaeotherium argentonicum, Lophiodon ta-
■piroidesw. huxovülanum^ Enielodonmagnum aus deniElsässer
Tertiär; Abh. Geol. Specialkarte Elsass-Lothr. 2. Bd. 3. Hft.
331 pag. 12 Taf. 2 Karten.
M.Schlosser gelangte beim Studium der Stammes-
geschichte der Hufthiere u. a. zu folgenden Ergebnissen:
Unter den Condißarfkra sind die fünfzehigen, bunodonten
Vorläufer der Feinssodactyla und Artlodactyla zu suchen.
Dieselben dürften den Periptychiden nahe stehen. Als
Ahnen der Perissodactylen dürften die PhenacodonHdae
zu betrachten sein. Macrauchenia u. Meniscoiherivm sind
Perissodactylen, die in Bezug auf das Gebiss sich mo-
dernisirt haben. Die Ursache des Untergangs vieler
Perissodactylen dürfte in der allzu frühen Reduction des
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 1 29
Gebisses zu suclien sein, desjenigen der Paarhufer darin,
dass mit Reduction der Seitenzehen nicht auch eine
zweckmässigere Gruppirung- der Carpalien und Tarsalien
wie die Verschmelzung der mittleren Metapodien Hand
in Hand ging. Die Hyracidae sind von einer bunodonten,
fünfzehigen Urform abzuleiten, von welcher sich auch
die Condylarthra abgezweigt haben. Den bunodonten
Artiodactylen stehen die Gattungen Conoryctes und Achae-
nodon sehr nahe; die letztere gehört vielleicht in die
Nähe der PeriptycMclae. Als Vorläufer der Condylarthra
sind zweiffellos Fleischfresser zu betrachten und zwar
solche, welche den Insectivoren nahe stehen. Ferner
legt Verf. seine Ansicht über die Entwicklung des Gehirns
dar; Zool. Anz. 8. Jahrg. pag. 683 — 687.
[S. auch Koken oben S. 103.]
Perissodactyla.
F. Ameghino beschreibt folgende 3 neue fossile
Toxodonten aus dem Oligocen von Parana: Toxodon
plicide}is, foricurvatuSf Haplodonfherium n. g. Wildei; Bol.
Ac. Nac. Cienc. Cordoba T. VHI pag. 72—83.
Derselbe beschreibt Hipphaplous entreinanus n. foss.
ebendaher, ebenda pag. 84 — 105.
E. Koken beschreibt neue fossile Arten von Yünnan:
Rhinoceros simplicidens, Rh. pUcidens, Äceratherlum Blan-
fordi var. hipparionum^ Hipparion Richthof eni ; Palaeont.
Abhandl. 3. Bd. 2. Hft. pag. 31— 114.
E. D. Cope giebt eine Uebersicht über die fossilen
Eqims'MiQw Amerikas und beschreibt die neuen foss.
Species E. crenidens u. E. Barcenae von Mexico; Proc.
Amer. Philos. Soc. Vol. 22 pag. 9 — 15.
Equidae: C. Cornevin, Etüde sur le Squelette de quelques
Cheveaux de Course. Lyon. 8 " 58 pag. av. fig.
Le Couteulx de Canteleu, Etüde sur l'histoire du Cheval
Arabe, son origine, les lieux oü Ton peut le trouver etc. Paris, 1885.
J. D. Cunninghara, The Structure and Development of the
Suspensory Ligament of the Fetlock in the Horse; Amer. Natural.
Vol. 19 pag. 127 128.
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. ' J
130 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Landois hat festgestellt, dass der bei den Pferdezüchtern
verbreitete Glaube, neu geborene Fohlen spieen ihre Milz aus, darauf
beruht, „dass sedimentäre Ablagerungen des in der bei Einhufern
sehr grossen Allantoishöhle befindlichen sogenannten Schafwassers,
welches aus theils organischen, theils anorganischen Bestandtheilen
in innigem Gemenge gebildet wird" nach der Geburt ausgebrochen
werden; Zoolog. Gart. 26. Jahrg. pag. 18-22.
Leidy stellt ein neues Hij^potheriumj H. ingenuum, nach einem
Zahn aus dem Eocen von Florida auf; Proe. Ac. N. Sc. Philad. 1885
pag. 33.
A. G. T. Leise ring, Atlas der Anatomie des Pferdes und
der übrigen Hausthiere. 2. vollst, rev. Aufl. Leipzig, Teubner. 4".
1. u. 2. Lief, erschienen.
A. Ne bring berichtet über den Metacarpus eines sehr grossen
Pferdes aus dem Diluvium von Mosbach bei Wiesbaden; Stzb. Ges.
naturf. Fr. 1885 pag. 187—188.
Pages, Analyse cinematique de la locomotiou du cheval; Compt.
rend. Ac. Sc. Paris T. 101 pag. 702—705.
A. Sanson, Sur les Equides quaternaires ; Bull. soc. d'Anthrop.
Paris VII. 1884 pag. 37.
F. Smith , Congenital Malformation of the Trachea of a Horse;
Journ. Anat. Phys. Vol. 19 pag. 24—26.
B. Steglich, Schematische Darstellung des Zahnwechsels beim
Pferde zur Altersbestimmung aus dem Gebiss. Leipzig, Voigt. 8".
V. Unger, Die Pferdezucht in den Herzogthümern Bremen-
Verden und dem Land Hadeln. Aus d. Zeitschr. z. 50 jähr. Jubel-
feier des Prov. Landwirthsch. Ver. Bremervörde. Celle, Schulze. 8 ".
E. Volkers, Abbildungen vorzüglicher Pferderassen. Mit
begleit. Text v. G. v. Schwarznecker u. AV. Zipperlen 4. Aufl. Stutt-
gart. Lief. 2 u. 3.
E. Zschokke, Anleitung zur Kenntniss und Gesundheitspflege
des Pferdes. M. 1 Taf. u. 100 Abb. Zürich, Orell, Füssli u. Co. 8".
[S. auch Deperet u. Koken oben S. 100—103.]
Tapiridae: H. Filhol beschreibt Protapirus JDoumllei n. sp.
foss. von Quercy; Bull. Soc. Pliilom. Paris T. 9 pag. 50— 51.
Derselbe erörtert die Unterschiede der Gattungen Pro^a^j/r«/^'
und Hyrachius; Ann. Sc. Geol. T. 17 Art. 2 pag. 5—16 T. 6.
[S. auch Deperet u. Koken oben S. 100— 103.]
Rhinocerotidae: Leidy steWt Bhinoceros proterus n. sp. foss.
auf nach einem Zahn aus dem Eocen von Florida; Proc. Ac. N.
Sc. Philad. 1885 pag. 32.
[S. auch Deperet u. Koken oben S. 100—103.]
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 131
Artiodactyla.
E. D. Cope bespricht die Form der Füsse bei den
fossilen Artiodactylen Nord-Amerikas. Die Phylogenie
der Unterordnung- stellt Verf. folgendermaassen dar:
Bovidae Tragulidae Camelidae
Hyopotamidae Oreodontidae Poebrotherüdae
Selenodonta Quadrituh. Bimodonta
Tritubercular Bunodonta [Pmitolestidae)
Proc. Amer. Pliilos. Soc. Vol. 22 pag*. 21 — 27.
R. Lydekker beschreibt einige fossile Artiodactylen
(Caenotherium Filholi n. sp. von Qiiercy, Chaeromeryx
silisirensis von den Siwaliks und Anthracotherium Gresslyi
von den Headon beds von Hordwell; Gel. Mag. 3. pag. 63
bis 73.
Cervidae: M. Bartels berichtet über den Fund von Skelet-
resten des Cervus eurycerus in dem Thal der Chiana in der Nähe
von Arezzo, also wesentlich weiter südlich als die bisher angenommene
Grenze der Verbreitung, als welche der Po betrachtet wurde; Stzb.
Ges. nat. Fr. 1885 pag. 103—104.
W. Blasius referirt über die sog. Perrücken-Bildungen am
Gehörn des Rehbocks und deren Ursachen; Brannschw. Anzeigen
28. Oct. 1885.
W. B. Dawkins beschreibt Cervus verticornis n. foss. sp. u.
C. Savini; Pr. R. Soc. 38. pag. 345.
R. V. Dombrowski, Geweihe und Gehörne. Naturwissen-
schaftliche Studie. Die Geweihbildung der europäischen Hirscharten
mit besonderer Berücksichtigung anatomischer, physiologischer, pato-
logischer und patogenischer Momente. Wien, Gerold. 1885. 8".
132 pag. 40 Taf.
C. Hiltl, Das Reh. Mit Illustr. Klagenfurt, Leon. 1885. 8".
G4 pag.
Hu et weist auf die leichte Einbürgerung der Schweins-, Sika-
und Mnntjac-Hirsche hin und auf die Möglichkeit deren Einführung
in Frankreich; Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. T. 2 pag. 257— 259.
A. V. K rüden er weist auf die auffallende Thatsache hin, dass
das Elchwild in preuss. Litthauen bereits Ende September und
October das Geweih abwirft, in Livland erst Ende November und
December; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 29 — 30.
Derselbe, einige Notizen über das Elchwild in Livland (Zähm-
J*
132 Ant. Rcichenow: Bericht über die Leistungen in der
barkeit, Frage der Unterscheidung mehrerer Varietäten) ; Zool. Gart.
26. Jahrg. pag. 336—337.
H. Landois berichtet über eine seltene Hirschgeweih -Ab-
normität; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 363.
Nach A. E. Nathorst sind Reste von Cervus megaceros bisher
in Schweden noch nicht gefunden worden; N. Jahrb. f. Miner. etc.
1885 2. Bd. 1. Hft. pag. 94.
A. Nehring beschreibt ein auffallend starkes Geweih eines
Furcifer chilensis aus Süd - Patagonien ; Stzb. Ges. naturf. Fr. 1885
pag. 188—190.
P. L. Sclater beschreibt Cerimlus a-inifrons n. sp. von China
(Ningpo); Proc. Z. S. London 1885 pag. 1 T. 1.
W. B. Scott berichtet über eine neue fossile Elchform, Cerv-
alces americanus , aus Diluvialschichten von New Jersey; Amer.
Nutural. Vol. 19 pag. 495; Proc. Ac. N. Sc. Philadelphia 1885 pag. 181
bis 202 T. 2.
[S. auch Deperet, Hofmann, Koken u. Pays Mellier
S. 100—104.]
Camelopardalidae : E. Koken beschreibt Camelopardalis mi-
crodon n. foss. Art von Yünnan; Palaeont. Abhandl. 3. Bd. pag. 61.
Cavicornidae : G. Baraldi, L'osso sfenotico dei Pesci teleostei
(Parker) nell' Ovis aries L.; Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa, Proc.
verb. Vol. 4 pag. 251—252.
Beau regart und Boulart haben die Placenta der Ruminantia
untersucht und sondern nach der Beschaffenheit derselben, welche
andere Eigenschaften, Ab- oder Anwesenheit der Hörner, Zahnformel,
Gestalt der Extremitäten, entsprechen, drei Gruppen: 1. Acotyledones
(Ruminants ä placenta diffus) a) Ruminants ä hematies elliptiques:
Camelides, b) R. ä h. circulaires: Tragulides. 2. Oligocotyledones
(Ruminants k Cotyledons rares): Moschides, Cervides. 3. Polycoty-
ledones (Ruminants ä Cotyledons tres nombreux): Girafides, Anti-
lopides, Caprides, Bovides; Journ. de Tanat. et phys. 21. Ann. No. 2
pag. 93-99 T. 5.
J. Biddulph bespricht die Verbreitung von Ovis montana und
macht auf das Vorhandensein zweier verschiedener Rassen desselben
aufmerksam ; Proc. Z. S. London 1885 pag. 678—684.
Couput berichtet über die Fortschritte der Zucht der Angora-
ziege in der „Bergerie nationale" in Algier; Bull. Soc. Acclim.
France 4. Ser. T. 2 pag. 120—125.
W. B. Dawkins berichtet über den Fund eines Schädels von
Ovihos moschatus im j,Forest-bed"; Qu. Journ. Geol. Soc. Vol. 41
No. 162 pag. 242—244; Ann. Mag. N. H. Vol. 15 pag. 353—354.
Nach N. B. Fr euch ist der letzte Bison in West- Virginia im
Jahre 1810 erlegt worden; Amer. Natural. Vol. 19 pag. 197.
F. H. Guillemard giebt einige Notizen über Ovis nivicola
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 133
von Kamtschatka; Proc. Z. S. London 1885 pag. 675—678. Mit im
Holzschnitt abgebildeten Schädeln.
Hu et berichtet über erfolgreiche Züchtung von Köbus unc-
tiiosus in der Menagerie des Museum d'histoire naturelle in Paris;
Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. T. 2 pag. 145—147.
F. A. Jentink beschreibt zwei seltene, bisher nur nach Rudi-
menten bekannte Antilopenarten von Liberia: Ä. (Cephalophus) doria
Ogilby u. Ä. (Terpone) longiceps Glray. Letztere erinnert in der
Form ihrer Hörner an Anoa depressicornis, in der Färbung an Ta-
pirus indicus; Notes Leyd. Mus. Vol. 7 pag. 269—273 T. 9 u. 10.
F. C. Keller, Die G-emse. Ein monographischer Beitrag zur
Jagdzoologie. Klagenfurt, Leon 1885. 8".
A. Körte, Das Fleischschaf, seine Züchtung und Haltung
Breslau, Korn 1885. 8» 164 pag.
G. Kreis s, Ostpreussisches Herdbuch. Herausgeg. im Auftr.
der Herdbuch-Gesellschaft zur Verbesserung des in Ostpreussen ge-
züchteten Holländer Rindviehs. 3. Bd. Berlin, Parey.
J. Kühn stellte Zuchtversuche mit Gayalbastarden an (vergl.
Ber. 1883 pag. 300). Weibliche Gayalbastarde erwiesen sich frucht-
bar bei Anpaarung, die Versuche blieben dagegen ohne Resultat,
wenn Gayalbastarde unter sich gepaart wurden. Die männlichen
Gayalbastarde erwiesen sich als völlig steril, sowohl bei Paarung der
Bastarde unter sich wie bei Anpaarung; Zoolog. Gart. 26. Jahrg.
pag. 59-61; Biolog. Centralbl. 4. Bd. pag. 766-768.
Derselbe theilt mit, dass Exemplare von Ovis orientälis Gm.
und Ovis montana Schreb. sich lebend im landwirthsch. Thiergarten
in Halle befinden und berichtet über die Zucht von Bastarden
zwischen Muflon und Hausschaf und die Fruchtbarkeit dieser
Kreuzungsprodukte ; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 189—190.
B. Langkavel, Europas Antilopenarten; Kosmos 1885 1. Bd.
pag. 48—52.
A. List, Untersuchungen über die in und auf dem Körper
des gesunden Schafes vorkommenden niederen Pilze. Inaug.-Diss.
Leipzig, List und Franke. 4*^.
R. Lydekker liefert ein revidirtes Verzeichniss der in den
Siwalik-Bergen gefundenen fossilen Antilopenarten. Es sind : Oi'eas (?)
latidens Lyd., ßtrepsiceros (?) Falconeri n. sp (nur namentlich auf-
geführt, ohne Beschreibung), Palaeoryx (?) sp., Boselaphus sp., Hippo-
tragus sivalensis Lyd., Gazella porrecticornis Lyd., Alcelaphus palae-
indicus (Falcon.) Alcelaphus Bakeri n. sp. (ohne Beschreibung), ausser-
dem vier Arten von zweifelhafter generischer Stellung; Geol. Mag.
No. 250 pag. 169—171.
Th. Noack beschreibt Rassen des indischen Zeburindes; Zool.
Garten 26. Jahrg. pag. 205— 209.
[S. auch oben Th. Noack S. 104.]
1 34 A n t. R e i c h e 11 0 vv : Bericht über die Leistungen in der
Pagenstecher beschreibt Nesotrcujus Kirclienpaueri n. sp. von
Gross Aruscha, Massailand; Jahrb. wiss. Anst. Hamburg II pag. 36.
S. E. Peal bespricht die specifischen Unterschiede von Bos fron-
talis V. gavaeus und B. gaurus v. cavifrons; Nature Vol. 33 pag. 7.
0. Ranbold, Die Eigenthümlichkeiten der Kopfknoclien des
Rindes auf ihren AVerth zur Definition der Rasse geprüft, haupt-
sächlich am Schädel des Holländer Rindes. M. 1 Tabelle. Inaug.-
Diss. Leipzig, 1885. 8".
A. T. de Rochebrune beschreibt Buhalus Geoffroyl n. sp. von
Seuegambien; Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 15— 19.
N. Rüdiuger fand eine Drüse auf dem Kopf zwischen den
Hörnern bei Orgx capensis; Sitzb. Bayer. Ak. Wiss. 1885 pag. HO — 112.
P. N. Trebeck, Ueber Zucht der Merino-Schafe in Australien;
Proc. Linn. Soc. NS. Wales Vol. 9 pag. 173—181.
A.Wegner, Die Rindviehschläge Ostfrieslands. Emden 1885. 8.
M. Wilckens bespricht in einem dritten Kapitel [vergl. vorjähr.
Bericht S. 133] über die Forschungen auf dem Gebiete der Palaeonto-
logie der Hausthiere die Abstammung des Rindes und die tertiären
Formen desselben; Biolog. Centralbl. 4. pag. 749 — 766. — In einem
vierten Abschnitt werden die Rinder des Diluviums und der Pfahl-
bauten behandelt; ebenda 5. pag. 79— 95 u. 109—123.
Derselbe, Die Rinderrassen Mittel-Europas. Grundzüge einer
Naturgeschichte des Hausrinds. M. 12 Abb. u. 70 Taf. J^eue Ausg.
Berlin, Parey.
N. M. Witt, Die englischen Fleischschafrassen und ihre Ver-
wendung in Deutschland, Mit 10 Holzschn. u. 4 lith. Taf. Leipzig,
Voigt 1886 [Oct. 1885 erschienen].
[S. auch Deperet, Hofmann u. Koken oben S. 101—103.]
Tylopodidae : Ameghino beschreibt neue fossile Formen
aus dem Oligocen von Parana: Scalabrinitheriwm Bothii u. Mesorhinus
n. g. xyiramydatus ; Bol. Ac. Nat. Cience Cordoba 8. pag. 84—105.
G. Baur, Das Trapezium der Cameliden; Morphol. Jahrb. II. Bd.
pag. 117—118.
H. Burmeister, Neue Beobachtungen an Macrauchenia pata-
chonica; Nov. Acta Ac. Lep. Carol. T. 47 pag. 237— 268.
E. D. Cope liefert eine Uebersicht über die ausgestorbenen
Cameliden der Pliocen-Epoche Amerikas, wobei zwei neue Gattungen be-
schrieben werden. Die Formen werden folgendermassen charakterisirt:
I. Premolar teeth */^.
P. m. I separated by diastemata: Procamelus.
II. Premolar teeth Vg.
P, m. n below Avanting: JPUauchcnia.
in. Premolar teeth ^1^.
Fourth inferior premolar triangulär: Camelus.
Foiu'th inferior premolar composed of two crescents, which
enclose a lake (an inferior P. m. 3?); Palauchenia.
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 1,35
Fonrth inferior premolar composed of two crescents, with two
posterior tubercles behind theni: Protauchenia.
IV. Premolar teeth Vp
Fourth premolar helow triangulär: Auchenia.
V. Premolar teeth '/i-
Fourth superior premolar composed of two crescents: Holo-
meniscus n. g.
Fourth superior premolar consistiug of a simple cone:
Eschatius n. g.
Zu Hölomenisciis gehören Auchenia mtakefriana Cope und hesterna
Leidj^; Eschatius umfasst die beiden neuen Arten E. conidens und
longirostris; Proc. Amer. Philos. Soc. Vol. 22 pag. 16 — 21.
R. Lydekker beschreibt Cameliis antiquus n. foss. sp. von den
Siwaliks; Rec. Grel. Surv. Ind. 18. pag. 78.
F. Pell, Osservazioni sull' organo di Jacobson e sul canale di
Stenson nel cammello ; Rendic. Acc. Sc. Bologna 1884/85 pag. 48.
A. Pilliet, Structure de la Portion Gaufree de Testomac du
Chameau; Bull. Soc. Zool. France 10. Ann. I.Part, pag. 40— 41.
W. L. Sigel berichtet über das Betragen eines Kamelfohlens
während der ersten Tage nach der Geburt; Zool. Gart. 26. Jahrg.
pag. 104—108.
M Wilckens bespricht in einem 6. Kapitel seiner Referate
über die Forschungen auf dem Gebiete der Palaeontologie der Haus-
thiere die kamelartigen Thiere und deren Stammbaum; Biol. Centralbl.
5. Bd. pag. 418—434.
Suidae: H. Filhol beschreibt Hyotherium primaevum n. sp.
foss. von Querzy; Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 29— 33.
Fr. Kinkel in beschreibt einen neuen fossilen Hyopotamus,
H. Seckbachensis, aus der Braunkohle von Messel bei Darmstadt;
Bericht Senckenb. nat. Ges. 1884 Frankf. a. M. pag. 165— 182 T. 1.
R. Lydekker beschreibt einen neuen Hijopotamus aus dem
oberen Eocen des Canton Vaud (Schweiz), H. Picteti; Geol. Mag.
No. 249 pag. 131.
Derselbe beschreibt eine dritte Art von Merycopotamus (M.
namis); Rec. geol. Survey India Vol. 18 Pt. 3 1885 pag. 145 — 146.
C. J. Forsyth Major, I Cinghiali deir Italia. Studi cranio-
logici; Atti Soc. Toscana Sc. Nat. Pisa Vol. 6 fasc.2 pag. 346— 362.
A. Ne bring erörtert die Unterschiede von Siis leucomystax
Tem. und Sus scrofa ferus. „S. leucomystax stimmt in allen wichtigen
Schädelcharakteren mit S. cristatus Wagn. und ;S'. vittatus Müll, in
der Hauptsache überein. Es ist eine Art oder Lokalrasse, welche
sich auf den japanischen Inseln herausgebildet hat und einige Eigen-
thümlichkeiten zeigt, welche aber mit den beiden genannten Arten
auf das engste zusammenhängt. Durch die Wildschweine, welche
Swinhoe aus der Umgegend von Shangai erwähnt und sogar mit
136 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
S. leucomystax identificirt hat, ist der geographische Zusammenhang
zwischen chinesischen und japanischen Wildschweinen einigermassen
angedeutet"; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 825— 336
Derselbe beschreibt Sus longirostris n. sp. von Südost-Borneo
nach einem von F. Grabowsky gesammelten Schädel; Zool. Anz
No. 197 pag. 347— 353; Stzb. Ges. naturf. Fr. 1885 pag. 127.
M. Wilckens behandelt in einem ferneren Referat [s. S. 134]
über die Forschungen auf dem Gebiete der Paläontologie der Haus-
thiere die Phylogeuie der Suiden; Biolog. Centralbl. 5. Bd. pag. 208
bis 222, 233—241, 263—270, 295-308. Nachtrag pag. 332.
[S. auch Deperet u. Fr aas oben S. 100-102.]
Hippopotamidae : Ph. Lake beschreibt Reste einer von H.
majo)' abweichenden fossilen Hippopotamus-Foxm von Barrington ; Geol.
Mag. Vol. 2 No. 7 pag. 318—320.
[S. auch Noack oben S. 104.]
Anoplotheridae : J. Pethö beschreibt Chalicotherium halta-
varense von Baltavar (Ungarn); Jahresb. Ungar, geol. Landesamt.
J. 1884 pag. 63.
Probosciclea.
d'Acy, Defense de Mammouth trouvee dans la vallee
de la Draiice. 8«. Paris 1885.
A. Bunge berichtet über Mammutreste am Lena
Delta; Bull. Ac. Imp. Sc. St. Petersbourg XII. 1. p. 31—107.
E. D. Cope charakterisirt die drei Gattungen Ma-
stodon, Dihelodon und Tetrabelodon in ihren wichtigsten
Unterschieden, führt die bis jetzt bekannten Arten dieser
Fossilformen auf und beschreibt die neue Art Dibelodon
tropicus; Proc. Amer. Philos, Soc. Vol. 22 pag. 2 — 8.
W. B. Dawkins bespricht das praeglaciale Vor-
kommen des Mammuts; Geol. Mag. (2) Vol. 10 p. 331 — 332.
H. B. Geinitz beschreibt Milchzähne des Elephas
primigenius^ welche sich im Dresdener Museum befinden;
Festschr. d. Ges. Isis, Dresden 1885 pag. 66—74 T. 3.
E. Koken beschreibt Mastodon perimensis var. sinensis
n. foss. sp. von Yünnan; Palaeont. Abhandl. 3. Bd. 2. Hft.
B. Langkavel erörtert die frühere Verbreitung des
Elefanten im nordwestlichen Afrika; Zool. Gart. 26. Jahrg.
pag. 295—299.
R. Lydekker beschreibt einen Zahn von Mastodon
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 137
latidens von Borneo; Proc. Z. S. London 1885 S. 777—779
T. 48.
A. T. Metcalfe fand den rechten Oberkiefer eines
Elepltas prwiigenius^ welcher den ersten und zweiten
Milch-Molarzahn aufweist; Quart. Journ. Geol. Soc. Vol. 41
No. 161 pag\ 30. — R. Owen knüpft Bemerkungen an
obige Mittheilung, insonderheit über die Unterschiede
der Zähne von Elephas primigenius m. E. indicus] ebenda
pag. 31—34.
Th. Noack bespricht die Unterschiede von Elephas
sumatranus und indicus] Zool. Gart. 26. Jahrg. p. 148 — 149.
A. E. Nordenskiöld, On old drawing of a Mam-
moth; Nature Vol. 32 pag. 228— 229.
Pichot referirt nach G. D. Sanderson (Thirteen years
among the wild beasts of India) über die Behandlung,
den Werth und Nutzen der Arbeits elephanten in Indien
und bespricht insonderheit die Krankheiten, Avelche bei
diesen Dickhäutern auftreten. Der Preis der Arbeits-
elephanten ist ausserordentlich gestiegen. Für junge,
noch unvollständig abgerichtete Thiere werden etwa
3700 Francs bezahlt, für alte Weibchen 8—12000 Fr.,
für Männchen 20 — 50000 Fr. Erkrankungen kommen im
allgemeinen nur selten vor; Bull. Soc. Acclim. France
4. Ser. T. 2 pag. 1—9.
[S.auch Deperet u. Koken oben S. 100—103.]
Diiiocerata.
D. Baldwin beschreibt Sarcoth^austes coryphaeus
n. foss. Art aus der Puerco -Formation Neu -Mexicos;
Amer. Natural. Vol. 19 pag. 386.
E. D. Cope trennt die Dinocerata in folgende
Gattungen :
Foiu- bilobed symphyseal teeth on each side; inferior canine teeth
not enlarged; inferior premolars three: Loxolophodon Cope.
Foiir symphyseal teeth on each side, at least some of which are not
bilobed ; inferior canine langer than incisors ; four inferior pre-
molars, the first and second separated by a diastema: Bath-
yopsis Cope.
188 A n t. R e i ch e 11 o w : Bericht über die Leistungen in der
Four subequal (? bilobed) symphyseal teeth on each side; inferior
premolars four: Ditetrodon Cope.
Two or three subequal symphyseal teeth ou each side ; three inferior
premolars: Uintatherium Leidy.
No inferior canines or incisors; three inferior premolars: Tetheopsis
Cope.
Dinoceras, Tinoceras Marsh und Octotomm sind Synonyme
von Loxolophodon, vermiithlich auch Kohasilens. Ditetrodon
ist basirt auf Uintatherium segne Marsh und Tetheopds auf
Tinoceras stenops Marsh; Amer. Natural. Vol. 19 pag. 594.
Sirenia.
L. Flot berichtet über den neuen Fund eines
Beckens von Halitherium Schinzi bei Fontainebleau; Bull.
Soc. Geol. France 3. Ser. T. 13 pag. 439—441.
Derselbe giebt eingehende Beschreibung* von Hali-
therium fossile Gerv. mit Tafeln; Bull. Soc. Geol. France
T. 14 pag. 483—518 T. 26—28.
N. de Miklouho-Maclay beschreibt das Gehirn
von Halicore australis] Proc. L. S. N. S. Wales Vol 10
pag. 193—196 T. 24.
F. W. True behandelt die Manatis Americas, 2ri-
chechas manatas L. u. Tr. latirostris Harl., deren Ver-
breitung, Lebensweise, Fang und Nutzen und reproducirt
in Kürze die Geschichte von Rhytina Stelleri; Un. St.
Comm. of Fish and Fisheries Sect. 1 Washington 1884
pag. 114 — 136. Abbildungen schwimmender Manatis
T. 33 u. 34.
H. Woodward liefert eine Uebersicht über die
fossilen Sirenen, deren zeitliche und räumliche Ver-
breitung. Während jetzt zwei Gattungen mit 6 Arten in
Amerika, Afrika, Indien und Nordost-xiustralien leben,
sind von fossilen Arten aus Europa, Asien, Afrika und
Amerika 13 Gattungen mit 30 Arten bekannt. Die
Gattungen sind: ChirotheHum^ Chronozoon, Crassitherium,
JDiplotheriwu, Eotherimn, Felsiiiotheriiini (2 Arten), Hali-
theriiun (16 Arten), Hemicaulodon, Manatus (2 Arten), Pachy-
acanthus, Prorasto)nns, Rhytina, Rhytiodus^ Jrachytheriiun ;
Geol. Mag. Vol. 2 No. 9 pag. 412—425.
Natiiigeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 139
In gTÖsserer Ausführlichkeit behandelt Verf. denselben
Geg-enstand. charakterisirt die recenten Gattungen, be-
spricht die Verbreitung der lebenden Arten und giebt
eine Uebersieht über die gesammte, die Familie Sirenia be-
treffende Literatur bei Gelegenheit der Besprechung eines
fast vollständigen Skeletts von Klnjtina gigas^ welches in
pleistocänen Schichten auf der Behrings -Insel gefunden
ist; Quart. Journ. Geol. Soc. Vol. 41 No. 163 pag.457— 472;
s. auch Ann. N. H. (5) Vol. 15 pag. 420—421.
Natantia.
J. van Beneden bespricht die Cetaceen der Euro-
päischen Meere und deren lokales Vorkommen. Erwähnt
sind: Balaena hiscayensis, Megaptera boops, Balaenoptera
Sibbaldn, B. musculus, B. borealis, B. rostrata, Physeter
macroceplialus, Hyperoodon rostratus, Ziphius cavirostris,
Micropteron Sowerbyi, Phocaena communis, Globiceps melas,
Orca gladiator, Pseudorca crassidens, Grampus griseus,
T'ursiop)S tnrsio, Delphimis delphis, Prodelphinus tetliyos,
Lagenorhynchus albirostris, L. acutus, Deljyhinapterus leucas.
Zum Schluss werden die Gattungen nach ihren wichtigsten
Merkmalen charakterisirt; Bull. Ac. Ross. Belgique 54. ann.
pag. 707—732.
Derselbe beschreibt Plesioceius hialmonti, dubius,
hupschi u. burtini nn. foss. sp. aus der Umgegend von
Antwerpen ; Ann. Mus. Belg. 9. pt. 4 pag. 1 — 40.
H. Bolau, lieber die wichtigsten Wale des atlan-
tischen Oceans und ihre Verbreitung in demselben; Segel-
handb. d. atlant. Oceans, Hamburg, 14. Kapitel.
W. H. Fl 0 wer, List of the Specimens of Cetacea in
the Zool. Department of the Brit. Museum. London. 8^.
H. P. Gervais, Sur le developpement du bassin
chez les Cetaces; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 101 No. 24
pag. 1281—1282.
G. B. Goode bespricht die in den nordamerika-
nischen Meeren vorkommenden Wale, die Verbreitung
der einzelnen Arten, Grösse und Färbung, Lebensweise,
Nahrung und Fortpflanzung, sowie Nutzen; in: „The
140 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Fisheries and Fisheiy Industries of the United States",
Un. St. Comm. of Fish and Fisheries. Sect. 1. Washington
1884 pag. 7—32.
Abbildungen einer Anzahl von Arten auf T. 1 — 11.
A. Porti s liefert Beschreibungen der tertiären Ce-
taeeen-Reste, welche bisher in Piemont und Ligurien ge-
funden wurden, darunter eine grössere Anzahl neuer
Arten. Aus dem mittleren Miocän: Balaenula sp., Squa-
lodon (ra5^aW^ Brandt, Tursiops miocaenus n. sp. ; aus dem
oberen Miocän: Champsodelphis italicus n. sp., Schizodelphis
eompressus n. sp.; aus dem unteren Pliocän: Balaenula
Gastaldi Strob., Balaenoptera Cortesi Desm., B. sp., Tur-
siops Gastaldi Brandt, Felsinoiherium snhappeninum Bruno,
F. Gastaldi Zigno; aus dem oberen Pliocän: Balaenula
n. sp., Priscophy seter n. g. tyjius n. sp. , Hoplocetus minor
n. sp., Physotherium n. g. Sotterii n. sp., Berardiopsis n. g.
pjliocaenns n. sp., Tursiops Cortesi Brandt, Steno Bellardi
n. sp.; Mem. R. Acc. sc. Torino 1885.
J. Probst, Ueber fossile Reste von Squalodon.
Beitrag zur Kenntniss der fossilen Reste der Meeres -
säugethiere aus der Molasse von Baltringen; Jahresh.
Ver. vaterl. Naturk. Württemberg 41. Jahrg. pag. 49 — 67.
J. A. Ryder, On the Development of the Mammary
glands and genitalia of the Cetacea; Bull. U. St. Fish
Comm. 5. pag. 135 — 142.
Derselbe, On the Development of the Mammary
Glands of Cetacea; Amer. Natural. Vol. 19 pag. 616 — 618.
Derselbe, On the genesis of the extra terminal pha-
langes in the Cetacea; ebenda pag. 1013 — 1015.
G. Smets, Les Mystacocetes ; Rev. Quest. Sc. 9.
pag. 435—466.
[S. auch South well oben S. 108.]
Delphinidäe : Th. Birks berichtet über das Vorkommen von
Orca gladiator in der Humber- Mündung; Natural. London No. 125
pag. 386.
H. Klaatsch, Die Eihüllen von Fhocaena communis; Arch.
mikrosk. Anat. 26. Bd. pag. 1—50.
F. W. True beschreibt Phocaena Dalli n, sp. von Alaschka.
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 95—98.
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 141
Hyperoodontidae : Capellini theilt mit, dass bei Fangonero
in der Nähe von Siena in pliocänen Schichten Choneziphius plani-
rostris gefunden wurde; Acc. Lincei Ser. 4 Vol. 1 1885.
Derselbe beschreibt eine Anzahl Diplodon - Kxttw aus dem
Pliocän Italiens : D. longirostris Cuv., gibbus Owen, teniärostris Owen,
bononiensis n. sp., senensis n. sp., Lawleyi n. sp., mediolineatus Owen
u. Meneghini Lawl., ferner Mesoplodon d'Äncotiae Lawl. n.Mesoplodon
sp.; Atti Accad. Lincei (4) Rendic. Voll Fase. 7 pag. 171— 173.
A. H. Malm, Om Sowerby's hval {Mesoplodon bidens); Öfv.
Vet. Ak. Förhandl. Stockholm 42. Arg., pag. 121—153.
F. Southwell berichtet über Stranden von Phy seter macro-
cephalus bei G-rimsby in England im Jahre 1563; Naturalist London
pag. 228.
Derselbe berichtet über das Vorkommen von Mesoplodon bidens
an der Küste von Yorkshire ; Natural. London No. 125 pag. 385 — 386.
F. W. True beschreibt Mesoplodon Stejnegeri n. sp. von den
Kommandeur -Liseln; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 584 — 585.
Nach Demselben gehört Hyperoodon semijunctus zum genus
Ziphius; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 585—586.
W. Turner, Some Points in the Anatomy of Sowerby's Whale;
Nature Vol. 32 pag. 560.
Derselbe, The Anatomy of a second specimen of Sowerby's
Whale (Mesoplodon bidens) from Shetland. With 5 cuts and 1 pl. ;
Journ. Anat. Phys. Vol. 20 pag. 144—188.
Catodontidae : Gr. Pouchet, Sur le developpement des dents
du Cachalot [Physeter]; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 101 pag. 753 — 754.
Derselbe, Dissection d'un foetus de Cachalot; Compt. rend.
Ac. Sc. Paris T. 100 pag. 1277—1280.
F. W. True berichtet über den Fang von Kogia breviceps bei
Kitty Hawk, Nord-Carolina; Bull. Un. Fish Comm. Vol. 5 pag. 132—133.
Balaenidae: P. J. van Beneden, Sur Tapparition dune petite
gamuie de vraies Baleines [Balaena biscmjensis] sur les cotes Est
des Etats Unis dWmerique; Bull. Ac. Sc. Belg. [3] T. 9 pag. 212—214.
Gr. A. Guldberg erörtert die Grössen- und Gewichtsverhältnisse
des Gehirns bei den Bartenwalen im Vergleich mit dem Gehirn der
übrigen Cetaceen und anderer Säugethiere; Meddel. Naturh. Foren.
Christiania 1885 pag. 53—66.
Derselbe behandelt das Centralnervensystem der Barten wale;
Christ. Vid. Selsk. Förhandl. 1885 No. 4 pag. 184. Auszug: Biolog.
Centralbl. 5. Bd. pag 609—615.
Struthers, On the cervical Vertebrae of the Greenland Right
Whale; Nature Vol. 32 pag. 560.
Balaenopteridae : P. J. van Beneden, Une nouvelle .BaZae-
noptera rostrata dans la Mediterranee ; Bull. Ac. Sc. Belg. 53. Ann. (3)
T. 8 pag. 713—719.
142 Aiit. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe, Un mot sur les deux Baleuopteres d'Ostende de
1827 et de 1885; ebenda T. 9 pag. 145—151.
Derselbe, Sur la Baieine pechee de 15. Mai 1885 par le bateau
„Le Gaulois" de Fecamp; ebenda T. 10 pag. 582.
A. H. Cocks giebt Nachträge zu seinem im Vorjahre ver-
öffentlichten Artikel über die Finnwal -Fischerei an der Nordküste
Europas und führt die Arten und Anzahl der Exemplare auf, welche an
den verschiedenen Stationen Finmarkens gefangen wurden. Die
Gesammtzahl der während der Saison erlegten Wale beträgt 430;
Zoologist Vol. 9 pag. 134—143.
K. Möbius berichtet über eine bei Sylt gestrandete Balae-
nojptera Sibbakli Gray; Schrift, naturw. Ver. f. Schleswig-Holst. 6. Bd.
pag. 57—60.
J. T. Parker, Notes on a Skeleton and Baleen of a Fin-Whale
(Balaemptera musculus ?) ; New Zeal. Journ. Sc. Vol. 2 pag. 351—352.
Gr. Pouchet, Sur Techonemeut dune Megaptere pres de la
Seyne; Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 101 pag. 1172.
J. Struthers, On the Tay Whale {Megaptera loncjimana) and
other Whales recently obtainedin the District; Natare Vol. 32 pag. 560.
Derselbe, On the Rudimentary Hind Limb of Megaptcra
longimana; Amer. Natural. Vol. 19 pag. 124— 125.
Derselbe, On Finger Muscles in Megaptera longimana and
other Whales; ebenda pag. 126—127.
T. Tullberg, Sur la structure etle developpement des baleiues
chez le Balaenoptcfra Sibbaldü; x^rch. Zool. Experim. (2) T. 3 No. 3
Notes, pag. XXXIX.
Eine Balaenoptera musculus L. strandete am 15. Jan. 1885 bei
Littleton Pill im Severn, England; E. Wilson, Zoologist Vol. 9
pag. 107.
Marsiipialia.
E. D. Cope beschreibt ein neues fossiles Marsiipial,
Polymastodon latimoUs ans der Puerco- Formation Neu-
Mexicos; Amer. Natural. Vol. 19 pag-. 385.
Derselbe beschreibt Neoplagiaulax americanus und
Fohjmastodon attenuatus n. sp. aus dem Unteren Eocän
von Neu -Mexico und erwähnt ferner ebendaher Reste
von Ptilodus irovessariiamis und Polymastodon taoensis
(Paeniolahis scalpei^)] Amer. Natural. Vol. 19 pag. 493 — 494.
F. A. Jentink entdeckte in einer alten Publikation
„Animal Kingdom^- von Kerr (1792) die Namen nebst
guter Beschreibung zweier Beutelthiere, welchen fortan
die Priorität einzuräumen ist. Es sind: 1) Pseudochirus
Naturgeschichte der Säugethiere während d. Jahres 1885. 143
caudwohulus (Didelphis caudivolvula Kerr), synonym Pha-
langista Cooki Desm., Fh. vwerrina Og'ilby, FL Banhsi
Gray, Fk. Boiigainvülei Wagn., Fh. canescens Waterh.,
Fseudochirus lanuginosus Goulcl. 2) Trichosu7'us vulpecula
(Didelphis vidpecula Kerr), synonym D. lemurina n. vul-
pina Shaw, Fhalangista fuliginosa, ajanthopus U. canina
Ogilby, Fh. Cuvieri Gray, Fh. felina u. melanura Wagn. ;
Notes Leycl. Mus. Vol. 7 pag\ 21 — 28.
V. Lemoine giebt eine kurze Charakteristik der
Gattung Fleuraspidotherium; Le Natural. T.Ann, pag.57 — 58.
R. Owen bespricht die Aehnlichkeit der oberen
Molaren von Neoplagimdax und Tritylodon. Die wesent-
lichsten Unterschiede liegen darin, dass bei ersterer
Gattung in jeder Höckerreihe fünf Tuberkeln vorhanden
sind, bei der letzteren nur je drei in der inneren und
mittleren Reihe und nur zwei in der äusseren; Quart.
Journ. geol. Soc. Vol. 41 pag. 28 — 29.
[S. auch Lemoine oben S. 103.]
Maeropodidae: N. de Miklouho-Maclay beschreibt 3Ia-
cropus tihol 11. sp. von der Maclay-Küste auf Neu-Gruinea; Proc. L. S.
J^. S. Wales Vol. 10 pag. 141-144 T. 19.
Derselbe beschreibt JDorcopsis Beccarii ii. Macleayi nn. spp.
von der Süd-Küste Neu-Guineas; ebenda pag. 145 — 150 T. 20.
Phalangistidae : F. Mc. Coy giebt Beschreibung und Ab-
bildung von Gymnohelideus Leadbeateri; Prodrom. Zool. of Victoria.
Dec. 10. Melbourne 1885 pag. 7.
F. A. Jentink liefert eine Monographie der Gattung Cuscus.
Verf. nimmt 4 Arten an: C. orientalis Pall. von den Molucken, C. ce-
lehensis Gray von Celebes, C. maculatus Geoffr. von Neu-Guinea u.
einigen Molucken, C. ursinus Tem. von Celebes; Notes Leyd. Mus.
Vol. 7 pag. 87—119.
O. Thomas giebt eine Uebersicht über die Gattungen der
Fhalamjistinae. Verf. charakterisirt eingehend die 10 genera Pha-
langista, Cuscus, Fseudochirus, Pefaurista, Dactylopsila, Petaurus,
Gymnohelideus, Bromicla, JDistoeckurus, Äcrobccta, bespricht deren
Verbreitung und führt die wichtigsten Arten auf; Encycl. Britann.
Vol. 8 pag. 727—729.
Scansoridae: E. Selenka giebt in einer vorläufigen Mit-
theilung eine Reihe werthvoller Beobachtungen über die Entwicklung
von Bidelphys vivginiana; Biol. Centralbl. 5. Bd. pag. 294— 295.
E. J. Sidebotham beschreibt die Myologie von Chironectes
varieyatus; Proc. Z. S. London 1885 pag. 6— 22.
144 Ant. Reicheuow: Bericht über die Leistuugen in der
Monotremata.
F. E. Beddard, Remarks on the Ovaiy of Echidna;
Proc. R. Phys. Soc. Edinb. 1884/85 pag. 353—362.
H. Behrens, Die Fortpflanzimg des Sclmabeltliieres ;
Biolog*. Centralbl. 5. Bd. pag. 75 — 78.
G. Bennett, Embryology of Monotremes ; New Zeal.
Journ. Sc. Yol. 2 pag. 383.
R. Collett liefert eine eingehende Beschreibung und
Abbildung von Echidna acanihion von Nord Queensland;
Proc. Z. S. London 1885 pag. 148—161 T. 10.
W. H. Flow er charakterisirt die Gattung Piatypus ',
Encycl. Brit. 19. pag. 213.
G. A. Guldberg, Beitrag zur Kenntniss der Eier-
stockseier bei Echidna; Jena. Zeitschr. Naturw. 19. Bd.
Suppl. Hft. pag. 113—122.
H. N. Moseley, On the ova of Monotremes [Cald-
well's telegram]; Rep. 54.Meet.Brit.Assoc.Adv.Sc. pag. 777.
R. Owen, Note sur l'uterus et l'oeuf uterin de
TEchidne; Ann. Sc. Nat. Zool. T. 17 No. 5 u. 6 Art. 7.
E. P. Ramsay, Description of the Marsupial Egg
of Echidna hystrix] Ann. Nat. Hist. (5) Yol. 16 pag. 479.
Th. South well, Note on the Reproduction of the
Monotremata', Ann. N. H. (5) Yol. 15 pag. 75 — 76.
0. Thomas bespricht die Unterschiede der drei
Echidna-Ai'ien, welche er als subspecies auffasst, E. acu-
leata Lawesiy E. a. typica u. E. a. setosa, und giebt die
Synonymie von Proechidna Bruijnii; Proc. Z. S. London
1885 pag. 329—339 T. 24.
W. Turner, The dumb-bell-shaped bone in the palate
of Ornithorhynchus compared with the prenasal bone of
the pig; Journ. An. Phys. Yol. 19 Pt. 2 pag. 214— 217.
E. L. Trouessart, UnMammifere ovipare; l'oeuf de
rOrnithorhynque; Revue scientif. (3) T. 35 pag. 657 — 659.
Bericht
über die Leistungen in der Naturgescliiclite der
Yögel während des Jahres 1885.
Von
Ant. Reichenow.
I. Oesehichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie.
Additions in the Bird-collection of the British Mu-
seum in 1884; Ibis (5) Vol. 3 pag. 455— 456.
J. A. Allen berichtet über kleinere, in verschiedenen
amerikanischen Zeitschriften erschienene und die Vogel-
fauna der Vereinigten Staaten betreffende Arbeiten; Auk
Vol. 2 pag. 96—101, 209—214, 295—302, 372—375.
F. E. Beddard, The Collected Scientific Papers of
the late William Alexander Forbes. With a Preface by
P. L. Sclater. Roy. 8. 496 pag., with 25 plates. London:
R. H. Porter 1885.
Ch. E. Bendire, A list of birds the eggs ofwhich are
wanted to complete the series in the national museum,
with Instructions for coUecting eggs; Proc. Un. St. Nat.
Mus. Vol. 7 pag. 613—616.
R. Blasius u. G. v. Hayek haben unter dem Titel
„Ornis. Internationale Zeitschrift für die gesammte Or-
nithologie. Organ des permanenten internationalen or-
nithologischen Comite's unter dem Protectorate Sr. K. K.
Hoheit des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich-Ungarn"
ein neues ornithologisches Journal begründet, welches in
zwanglosen Heften (4 zu einem Jahrgang) erscheinen soll
(Wien, Gerold's Sohn).
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. U. H. 1. ;g;
146 A 11 1. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
Dieselben geben einen Bericht über die bisherige
und zu erwartende Thätigkeit des permanenten inter-
nationalen ornithologischen Coinite's und über die Ein-
richtung ornithologischer Beobachtungsstationen in ein-
zelnen Ländern; Ornis 1. Bd. pag. 1 — 67.
L. Blomefield, Reminiscences of William Yarrell.
80 Bath 1885.
R. Böhm t Nachruf; Ibis (5) Vol. 3 pag. 338—339.
A. Brandt, lieber das Schicksal des Eies von Stru-
thioUthus chersonensis; Zool. Anz. 8. Jahrg. pag. 191 — 192.
C. W. V. Dalla Torre berichtet über die ornitho-
logische Sammlung des Museum Ferdinandeum in Inns-
bruck; Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 56 — 57, 69.
E. V. Dombrowski, Mythisch -historische Ueber-
lieferungen über Seeadler und Pelikan; Mitth. Orn. Ver.
Wien 9. Jahrg. pag. 222—223, 233—235, 247—249, 259
bis 261.
A. H. Evans hat den Ornithologischen Theil in dem
„Record of zoolog. Literature" für 1884 bearbeitet, die
Redaction des Werkes hat an Stelle des verstorbenen
E. C. Rye Mr. F. J. Bell übernommen.
E. H. Giglioli, II primo Congresso internazionale
tenuto a Vienna dal 7 al 14 Aprile, 1884. Relazione del
Delegato del Governo Italiano; Ann. di Agricoltura 1885.
Roma 1885. 59 pag.
A. Günther, The Hume Collection of Asiatic Birds;
Nature Vol. 32 pag. 500—501.
J. A. Harvie -Brown, Record of Rarities exhibited
to the Royal Physical society in 1885; Proc. Phys. Soc.
Edinb. pag. 498—499.
J. V. Madarasz, Ornithologische Mittheilungen über
die Sammlungen des Ungarischen National -Museums.
M. 1 Taf ; Termesc. Füzet. Vol. 7 pag. 84—87.
M. Menzbier hat mit der Veröffentlichung der von
Sewertzow^ hinterlassenen Arbeiten begonnen. Erschienen
ist: 1. Zwei neue oder mangelhaft bekannte russische
Jagdfalken. 2. Etudes sur les variations d'äge des
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 147
Aquilines palearctiques et leur valeur taxonomique ; N.
Mem. Soc. Imp. Natural. Moscou T. 15 Livr. 3 pag. 69
bis 118 T. 1—8.
[More, Vögel des Museums in Dublin s. Abth. III
unter England].
M. E. Oustalet, Rapport ä M. le Ministre de l'In-
struction publique et des Beaux-Arts sur le Congres et
l'Exposition Ornithologiques de Vienne en 1884; Areb.
Miss. Scient. et Litt. ser. 3 Vol. 12. Paris 1885.
Ant. Reichenow widmet den verstorbenen Ornitho-
logen H. Bodinus und AI fr. Brebm einen Nachruf;
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 104—107.
Derselbe und H. Schalow, Ornithologischer Jahres-
bericht für 1884; Zool. Jahresb. herausg. v. d. zool.
Station in Neapel IV pag. 262—337.
R. Ridgway berichtet über den Zuwachs der Vogel-
sammlung des National-Museums in Washington während
des Jahres 1883; Ann. Report Smith. Inst, for 1883
pag. 220—225.
D. Roebuck und E. Clarke referiren über die
während des Jahres 1884 erschienenen, die Vogelfauna
Nord-Englands betreffenden Arbeiten; Naturalist London
pag. 185—200, 223—227.
E. Rüppell t Nachruf; Ibis (5) Vol. 3 pag. 336—338.
E. C. Rye, f Nachruf; Ibis (5) Vol. 3 pag. 239—240.
H. Schalow, Richard Böhm. Ein Blatt der Er-
innerung; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 354 — 368.
B. Schiavuzzi, 1. Congresso ornitologico inter-
nazionale a Vienna; Boll. Soc. adriat. sc. nat. Trieste Vol. 9.
A. Senoner, 1. Congresso Ornitologico tenuto a
Vienna nelF Aprile 1884; Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol. 27
Fase. 2 pag. 199—204.
N. A. Sewertzoff f Nachruf; Ibis (5) Vol. 3 pag. 238
bis 239.
R. B. Sharpe, The Hume Collection of Indian
Birds; ebenda pag. 456 — 462.
J. Talsky berichtet über die ornithologische Lokal-
Sammlung des Grafen v. Mittrowsky auf Schloss Bernstein
148 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
in Mähren; Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 29 — 30,
38—39, 52—53, 67—68, 81—82, 97—99, 113—114.
V. V. Tschusi widmet Andreas Johannes Jäckel
einen Nachruf und führt im Anhange die Publikationen
des Verstorbenen auf; 13. Jahresb. naturh. Ver. Passau
1883—85.
Derselbe hat die ornithologische Litteratur Oester-
reich- Ungarns vom Jahre 1884 (die Titel der einzelnen
Arbeiten, nach den Autoren alphabetisch geordnet) zu-
sammengestellt; Ztschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 525 — 530.
F. H. Waterhouse, The Dates of Publication of
some of the Zoological Works of the late John Gould.
8X2: London, H. Porter.
E. W. White t Nachruf; Ibis (5) Vol. 3 pag. 335—336.
II. Anatomie, Physiologie, Palaeontologie.
Amans, P. C, Comparaisons des organes du vol
dans la serie animale ; Theses presentees ä la faculte des
Sc. de Paris 1885 pag. 1 — 22. Vergleichende Beschreibung
der Flugorgane der Insekten, Chiropteren und Vögel.
G. Baur giebt einen kleinen Nachtrag zu seiner
Arbeit über den Tarsus der Vögel und Dinosaurier; Zool.
Anz. 8. Jahrg. pag. 488.
Derselbe weist nach, dass Cope der Erste war,
welcher die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen
zwischen Vögeln und Dinosauriern erkannte; ebenda
pag. 441 — 443.
Derselbe, A second Phalanx in the third digit of
a Carinate-Bird's wing [A-nas domestica]; Science May 1
1885 pag. 355.
Derselbe, A complete fibula in an adult living Ca-
rinate-Bird [Pandion carolinensis] ; Science 1885 pag. 375.
G. Baur u. W. Dam es erörtern im Austausch ent-
gegen stehender Ansichten die Beziehungen der Vögel,
insbesondere des Archaeopterycc zu den Dinosauriern;
Morphol. Jahrg. Bd. 10 pag. 446—454 u. 603—612.
F. E. Beddard widerlegt die von Rochebrune (Faune
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 149
de la Senegambie, oiseaux) gegen Nitzsch's Angaben über
das Vorkommen d. Afterschafts bei verschied. Vogelfamilien
erhobenen Einwendungen; Ibis (5) Vol. 3 pag. 19 — 23.
Derselbe, Notes on the Visceral Anatomy of Birds.
No. 1. On the so-called Omentum. — Verf. gelangt zu
dem Resultat, dass die Straussvögel bez. ihrer splanchno-
logischen Verhältnisse nicht einen stärkeren Krokodilinen-
Charakter zeigen als viele andere Ordnungen. Insbesondere
stehen sie darin den Störchen und Kranichen nahe ; Proc.
Z. S. London pag. 836 — 844. Mit Holzschnitten.
Derselbe, On the Heart of Apteryx; Proc. Z. S.
London 1885 pag. 188—189.
C. Bergonzini, Sulla struttura dello stomaco dell'
Alcedo hispida e sullo strato cuticolare (corneo) del ven-
triglio degli uccelli; Atti Soc. Nat. Modena (3) Vol. 4
Anno 19 pag. 1 — 14.
W. Blasius schlägt Messungs- Methoden zur An-
wendung bei Vogel-Skeletten vor; Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 409—415.
R. Boulart, Note sur les sacs aeriens cervicaux du
Tantale; Bull. Soc. Zool. France 10. Ann. pag. 348.
A. Brandt berichtet über das Schicksal des Eies
von Struthiolithus chersonensis; Zool. Anz. 8. Jahrg. p. 191.
G. Buchet bespricht eine die Axelmembran des
Flügels spannende Sehne, welche er nur bei gewissen
Vogelarten (Fulica atra, Cr ex pratensis, Querquedula circia^
Coturnix commmiis) fand. Das Vorkommen oder Fehlen
dieser Sehne scheint nicht mit der System. Stellung der
Vögel im Zusammenhang zu stehen, sondern mit der
Form der Flügel und der Schnelligkeit des Fluges; Le
Naturaliste 7. ann. pag. 35.
M. Cazin, Developpement de la couche cornee du
gesier du poulet et des glandes qui la secretent; Compt.
rend. Ac. Sc. Paris T. 101 No. 24 pag. 1282—1284.
J. Chatin, Contribution ä l'etude osteologique des
fosses nasales chez les Palmipedes et les Echassiers;
Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 128—130.
C. Dareste, Sur le role physiologique du retourne-
1 50 A u t. R e i c h e 11 0 w. Bericht über die Leistungen in der
ment des oeufs pendant l'inciibation : Compt. rend. Ac.
Sc. Paris T. 100 pag. 813—814.
Derselbe, Nouvelles recherches concernant rinfluence
des secoiisses sur le germe de Foeuf de la ponle, pendant
la periode qui separe la ponte de la mise en incubation ;
Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 101 No. 17 pag-. 834—836.
Derselbe, Physiological Purpose of Tnrning the In-
cubating- Hen'sEgg; Journ. Microsc. Soc. (2) Vol. 5 p. 617.
M. Duval, De la formation du Blastoderme dans
l'oeuf d'oiseau; Ann. Sc. Nat. (6) Zool. T. 18 No. 1/3
Art. 1 Av. 5 pl. und separ. Paris 1885. 8^. 208 pag.
Derselbe, Formation of the Blastoderm in the Bird's
Egg; Journ. R. Microsc. Soc. (2) Vol. 5 pag. 615 — 617.
E. F i c a 1 b i veröffentlicht histologische Unter-
suchungen über die Luftsäcke der Vögel. Bezüglich
der funktionellen Bedeutung derselben glaubt Verfasser
nicht aerostatische Apparate annehmen zu dürfen, sondern
hält die Luftsäcke für „R,eservebehälter von respira-
torischer Luft, die entweder dazu dienen, langgezogene
Töne hervorzubringen oder während des Fluges in die
Lungen eingetrieben werde, wenn die Muskeln des
Thieres anders so in Anspruch genommen sind, dass
Inspirationsbewegungen des Thorax nicht ohne Schwierig-
keit ausgeführt werden können" [!]; Atti Soc. Toscana
Sc. Natur. Pisa Bd. 6 Hft. 2 pag. 250—264 T. 23, Referat
in: Biol. Centralbl. 5. Bd. pag. 468— 469. S. auch Arch.
Ital. Biolog. T. 6 pag. 172—180.
H. C. Field, A fossil Egg. in: New Zeal. Journ.
Sc. Vol. 2 pag. 325—326.
A. Fiori, Studii anatomici e fisiologici sulla trachea
della Bucephala clangula comparativamente con quella
di altri animali. Con Itav. ; Atti Soc. Natural. Modena
(3) Vol. 3 pag. 31—64.
M. Fürbring er, lieber das Schulter- und Ellbogen-
gelenk bei Vögeln und Reptilien; Morphol. Jahrb. 11. Bd.
pag. 118—120.
Derselbe, Ueber Deutung und Nomenclatur der
Musculatur des Vogelflügels; ebenda pag. 121 — 125.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 151
H. Gadow setzt die Abth. Vögel in Bronn's Klassen
u. Ordnungen des Thierreichs fort. Lief. 10 — 12 er-
schienen, enthaltend Fortsetzung der Muskellehre. Taf. 25
giebt eine tabellarische Uebersicht, welche das Vorkommen
oder Fehlen der am meisten variirenden Muskeln der
hinteren Extremität bei den einzelnen Familien darstellt.
Derselbe erörtert die anatomischen Unterschiede
der drei Rhea-k\'iQ\\\ Proc. Z. S. London pag. 308 — 322.
L. Ger lach, Hatehing of Bird's Eggs after Lesion
of the Shell; Journ. Microsc. Soc. (2) Vol. 5 pag. 784 — 785.
[v. Haast, über fossile Vögel Neuseelands vergl.
systemat. Theil unter Brevipennes.]
J. M. W. Kit eben bespricht die Function des unteren
Kehlkopfs der Vögel; Auk. Vol. 2 pag. 24 — 31.
E. R. Lankester weist nach, dass die von Owen
1841 gegebene Beschreibung des Herzens von Apteri/j-
sich nicht auf diese Vogelart, sondern auf Ornithorhynchus
paradoxus bezieht; Proc. Z. S. London 1885 pag. 239 — 240.
Entgegnung von R. Owen, ebenda pag. 328 — 329. Wider-
legung seitens des Erstgenannten, ebenda pag. 477 — 482.
Laffont, Recherches sur Fanatomie et la physiologie
comparee des nerfs trijumeau, facial et sympathique
cephalique chez les oiseaux: Compt. rend. Ac. Sc. Paris
T. 101 No. 24 pag. 1286—1289.
B. Lindsay giebt eine eingehende Darstellung der
Entwicklung des Sternums bei den Vögeln; Proc. Z. S.
London 1885 pag. 684—716 T. 42—45. Mit Holzschnitten.
R. Lydekker berichtigt seine Notiz üb. einen fossilen
Straussvogel aus den Siwalik Hills (Dromaeus sivalensis)
dahin, dass die betreftenden Fossilreste gar keinem
Vogel, sondern einem mit Hippopotamus verwandten,
artiodactylen Ungulaten angehören; Geol. Mag. No. 251
1885 pag. 237.
L. Magnien, Recherches sur Fanatomie comparee
de la corde du Tympan des Oiseaux; Compt. rend. Ac.
Sc. Paris T. 101 pag, 1013—1016.
Derselbe, Sur le ganglion genicule des oiseaux;
Compt. rend. Ac. S. Paris T. 100 pag. 1507—1509.
152 A n t. R e i c h e 11 0 w : Bericht über die Leistungen in der
W. M. Maskell, Moas and Mo a Hunters. A Review
of M. de Quatrefages' Paper; New Zeal. Journ. Sc. Vol. 2
pag. 315—320.
L. Matthiesen, lieber d^n ph^^sikalisch - optischen
Bau des Auges der Vögel. M. 1 Taf. ; Pflüger's Arch.
Physiol. 36. Bd. pag. 104— 112.
Menzbier, s. unter Systematik (Allgemeines).
A. B. Meyer, Abbildungen v. Vogelskeletten. Dresden.
Lief. 8 u. 9 erschienen.
K. Müllenhof f, Die Grösse der Flugarbeit; Pflüger's
Arch. Ges. Phys. 36. Bd. pag. 548—572.
W. V. Nathusius macht darauf aufmerksam, dass
die an der Schale der Strausseneier (bes. St australis u.
molybdophanes) mit blossem Auge sichtbaren Vertiefungen
nicht die Poren sind wie sie bisher [vergl. Henke,
Bericht 1883 S. 338] stets bezeichnet wurden, sondern
Grübchen, in welche die Schalenporen, oft in grosser
Anzahl, einmünden. Verf. stellte ferner folgende Unter-
schiede der Eier der drei Straussenarten fest: Bei Struthio
australis münden in die dem blossen Auge sichtbaren
Grübchen ganze Gruppen von theilweise verzweigten
Porenkanälchen und zwar nicht in der Art, dass jedes
Kanälchen mit seinem Lumen für sich mündet, sondern
so, dass die Mündungen schmale netzförmig verbundene
Spalten bilden, in welche mehrere Kanälchen vereinigt
auslaufen. Bei S. molybdophanes münden die Kanälchen
hingegen jedes für sich in die Sohle des gemeinsamen
Grübchens und ZAvar der Regel nach in grösserer Zahl
als bei australis, so dass auch das ganze Grübchen grösser
und in die Augen fallender ist. Bei den Eiern von
<S. camelus^ welche sich durch ihre glatte, fast grübchen-
freie Oberfläche sehr charakteristisch auszeichnen, stehen
die Kanäle meistens nicht gruppenweise, sondern einzeln
unregelmässig verstreut. Die Mündungen der Kanälchen
sind meist rundlich, ausnahmsweise in die Länge gezogen,
und zuweilen tritt eine lineare Stellung bei den nicht
ganz vereinzelten und eine Tendenz zu einer solchen
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 153
in den Gruppen hervor; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 165
bis 178 Taf. 2 u. 3.
Derselbe regt die Frage an, ob das Hühnerei
beim Legen mit dem stumpfen oder spitzen Ende zuerst
hei-vortrete und führt für beide Vorkommnisse verbürgte
Fälle an, woraus er auf die exoplastische Bildung der
Eihülle schliesst, Zool. Anz. 8. Jahrg. pag. 415 — 417 u.
713—715.
E. T. Newton besehreibt einen neuen fossilen
Riesenvogel, Gastornis Klaassenii aus dem Untereocän
von Croydon, Surrey; Geol. Mag. Vol. 2 No. 8 pag. 362
bis 364.
L. Olphe - Galliard macht darauf aufmerksam,
dass bei Graculus carho die Nasenlöcher nicht mit der
Luftröhre Verbindung hätten ; Ibis (5) Vol. 3 pag. 235—236.
A. Pawlow, Notes sur l'histoire geologique des
oiseaux Moskou 1885. 26 S. 8^^. — Behandelt die Genea-
logie der Vögel auf Grund der geologischen Geschichte
derselben. Den Archaeopteryx und die Carinaten be-
trachtet Verf. als Glieder zweier verschiedener und aus-
einander gehender Zweige des Vogelstammes.
Retter er, des glandes et des lymphatiques qui
entrent dans la Constitution de la bourse de Fabricius;
Compt. rend. Ac. Sc. Paris T. 100 pag. 810—813.
F. Rochas, Des nerfs qui ont ete appeles vidiens
chez les Oiseaux; ebenda T. 101 pag. 573 — 575.
Derselbe, Sur quelques particularites relatives aux
connexions des ganglions cervicaux du grand sympathique
et ä la distribution de leurs rameaux afferents et efferents
chez VAnas hoschas; ebenda T. 100 pag. 649 — 651.
Derselbe, Du mode de distribution de quelques
ülets sympathiques intracraniens, et de l'existence d'une
racine sympathique du ganglion ciliaire chez l'Oie; ebenda
T. 101 No. 17 pag. 829—831.
G. Romiti, Sopra la estremitä anteriore della corda
dorsale ed il suo rapporto colla tasca ipofisaria o di
Rathke nelF embrione di pollo. Con 1 Tav.; Romiti^
Notiz, anatom. 3. pag. 35 — 43.
1 54 A 11 1. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
M. A. Schulgin, Das Vogelhirn; Jahrb. Nassau Ver.
f. Naturk. 37. Jahrg. pag. 131—149.
Derselbe, Phylogenesis des Vogelhirns. M. 2 Taf.
Jena 1885. 8«.
B. Solger, lieber Ungleichheiten der Hoden beider
Körperhälften bei einigen Vögeln; Arch. mikrosk. Anat.
•26. Bd. pag. 334— 336.
H. Strasser, lieber den Flug der Vögel. Ein Bei-
trag zur Erkenntniss der mechanischen und biologischen
Probleme der activen Locomotion; Jenaische Zeitschr. f.
Naturw. 19. Bd. pag. 174 — 327. — Eine eingehende
Analyse der mechanischen Verhältnisse des Vogelfluges
auf Grund der Beschaffenheit des Flugapparates und der
Art seiner Bewegung, welche die Bestimmung der in
jeder Phase von den Gelenkdrehkräften geleisteten Arbeit
ermöglicht. Ausserordentlich werthvolle Untersuchungen
sowohl für die Biologie wie für die Technik.
0. Taschenberg stellt einige Thesen bezüglich der
Entstehung der Färbung der Vogeleischalen auf, welche
zum Theil jedoch rein hypothetischer Natur sind; Zool.
Anz. 8. Jahrg. pag. 243—245.
B. Vetter bespricht die Verwandtschaftsbeziehungen
zwischen Dinosauriern und Vögeln und entwirft ein Bild
des vermuthlichen Entwicklungsganges dieser Gruppen;
Festschr. d. Ges. Isis Dresden 1885 pag. 109—123.
H. Woodward giebt unter dem Titel „on wingless
birds" eine kurze Besprechung der Klasse der Vögel,
deren wichtigster osteologischer Kennzeichen und der
auffallendsten fossilen Formen und rekapitulirt die be-
kannte Eintheilung der Klasse in die A^er Ordnungen
der Saururae, Odontor7iithes, Ratitae und Carinatae^ sowie
die geographische Verbreitung nach Sclater. Der nütz-
lichste Theil des Aufsatzes möchte die Zusammenstellung
fossiler Vogelarten nach deren zeitlichen Auftreten sein;
Geol. Mag. Vol. 2 No. 7 pag. 308—318.
W. Wurm wendet sich gegen die Ausführungen
V. Graff's, dass der Ohrfortsatz des Unterkiefers keinen
Antheil an dem Zustandekommen der Taubheit des
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 155
schleifenden Auerhahns habe. Der Schwellfalte legt Verf.
mir g-ering-e Bedeutung bei und erklärt den Vorgang
folgendermassen : „Nachdem der Vogel sich durch scharfes
Sichern in Sorglosigkeit gewiegt hat, beginnt er seinen
Gesang, bei dem der sexuelle Moment ganz in den Hinter-
grund tritt. Beim Schleifen bewirkt die damit verbundene
sehr heftige Körperanstrengung Blutstauungen in den
Schwellorganen der Gehörgänge, analog den Erscheinungen
bei hornblasenden, singenden oder hustenden Menschen.
Da der Auerhahn aber hierbei zugleich den Schnabel
stets weit öffnet, so steigert er die Verengerung seines
Gehöres durch jene Schwellung vermittelst des nach
vorn gehenden, nur ihm allein in dieser Entwicklung-
eigenen Ohrfortsatzes zu einem völligen Verschluss und
wird darum, zumal weil er selbst zugleich laut ist, in
diesen Momenten auch völlig taub. Sowie er den Schnabel
wieder zuklappt, vernimmt er sofort wieder äusserst fein."
Zeitschr. wiss. Zool. 41. Bd. 4. Hft. pag. 728— 730.
III. Geographische Verbreitimg, Zug, Faimistik.
Allgemeines.
A. Angot, Influence de l'altitude sur la Vegetation
et les migrations des Oiseaux; Compt. Rend. Ac. Sc.
Paris T. 100 pag. 76—78.
W. Hartwig bespricht im Anschluss an Palmen's
Werk die Züge der Wandervögel und die Ursachen des
Vogelzuges. Verf. gelangt zu dem Resultat, dass ein
nordost-südwestlicher Zug der europäischen Binnenlands-
vögel bestehe, dass bestimmte Zugstrassen im Sinne
Palmen's nicht vorhanden seien, dass das schwindende
und kommende Sonnenlicht nicht die Ursache des Vogel-
zuges sein könne, weil der Zugvogel bei Beginn des
Zuges in Orte komme, welche einen kürzeren Tag haben
als die, welche er verliess, dass die Ursache des Zug-
phänomens vielmehr Nahrungsmangel sei, dass die
höheren und gemässigten Breiten die ursprüngliche
Heimath der Zugvögel seien, nicht die tropischen, in
156 Ant.Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
welchen sie ihren Winteraufenthalt nehmen, dass die
von Südwest nach Nordost sich bewegenden Zugvögel
Mitteleuropas mit der in derselben Richtung vor-
schreitenden Entwicklung der Pflanzenwelt, ihrer direkten
oder indirekten Nahrungsquelle, gleichen Schritt halten;
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 427 — 452.
J. Palacky kritisirt Wallace's thiergeographische
Zonen und bezeichnet dieselbe schliesslich als flüchtige
Arbeit, ein Vorwurf, welchem denn doch nachdrücklich
widersprochen werden muss. Hingegen sind in der Kritik
mancherlei irrthümliche Auff'assungen nachzuweisen; Stzb.
böhm. Ges. Wiss. 15. Mai 1885.
Derselbe, Die Verbreitung der Vögel auf der Erde.
Wien, Künast 1885. 128 S. gr. 8. — Die Broschüre beab-
sichtigt, eine Uebersicht über die Verbreitung der einzelnen
Vogelfamilien mit Benutzung der neuesten, seit Wallace
erschienenen Litteratur zu liefern und danach eine natür-
liche Einteilung der Erdoberfläche in zoologische Re-
gionen zu versuchen. Verf. war bemüht, »den umfang-
reichen Stoß" auf acht Bogen zusammenzudrängen. Da-
durch sind aber die Sätze derartig kurz und abgerissen
geworden, dass sie theilweise unverständlich bleiben.
Im ersten Theil der Arbeit werden die Vogelfamilien
nach der in Gray's Handlist angewendeten systematischen
Folge mit kurzen Notizen über ihre Verbreitung auf-
geführt. Letztere sind indessen sehr lückenhaft und
geben deshalb kein dem gegenwärtigen Stande unserer
Kenntniss entsprechendes Bild. Man vermisst namentlich
die Benutzung der neuesten Litteratur, so z. B. bei den
Bucerotiden die der neuen Monographien von Elliot und
Dubois, bei den Bucconiden und Galbuliden derjenigen
Sclater's, ferner die Benutzung der neuen faunistischen
Arbeiten, z. B. über die Entdeckungen Fischer's und
Kirk's in Afrika. Auch sind viele Irrthümer unter-
gelaufen. Die Fringilliden sind z. B. als ubiquitär [!]
bezeichnet. Bei den Ploceiden heisst es, dass 5 Ploceus
bis zu den Philippinen reichen [!], bei den Rhamphastiden,
dass dieselbe eine geringere Verbreitung als andere
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885, 157
neotropische Familien hätten [!], u. a. Im zweiten Theil
entwirft Verf. nach neuen Anschauungen eine Eintheilung
der Erde in zoologische Zonen. Es werden vier Re-
gionen gebildet, indem die aethiopische und palaearktische
im Wallace'schen Sinne beibehalten werden, dagegen
Nord- und Südamerika und die orientalische mit der
australischen zu je einer grösseren Region zusammen-
gezogen sind. Amerika wird in folgende Unterregionen
getheilt: 1. Nordamerika mit a. der arktischen, b. der
östlichen, c. der westlichen Zone. 2. Mittelamerika mit
3 Zonen: a. Mexico, b. Antillen, c. Centralamerika.
3. Südamerika mit 6 Zonen: a. nördliche Anden, b. Ma-
ranonthal, c. Ostbrasilien, d. südliche Anden, e. Pampas,
f. autarktische Zone. Die vereinigte orientalische und
australische Region ist in 7 Zonen getheilt. 1. Vorder-
indien und Ceylon, 2. Osthimalaja, Hinterindien und
Südchina (excl. Malakka), 3. Sundainseln incl. Philippinen
und Malakka, 4. Papuasien incl. Queensland; 5. das
übrige Australien. 6. Neuseeland, 7. Polynesien. Dieser
neue Entwurf, gegen welchen gewichtige Einwände sich
geltend machen lassen, setzt sich nach Ansicht der Re-
ferenten insonderheit in Bezug auf die Vereinigung der
orientalischen mit der australischen Region in Wider-
spruch mit den thatsächlichen Verhältnissen.
Oestliche gemässigte Region.
Deutschland: R. Blasius u. G. v. Hayek haben
als „permanentes internationales ornithologisches Comite"
das wunderbare „Verzeichniss der Vögel Deutschlands
von E. von Homeyer" von neuem herausgegeben, welches
alle neueren Fortschritte in der Systematik ignorirt und
gegen die Regeln der zoologischen Nomenclatur verstösst.
[s. V. Tschusi u. v. Homeyer Ber. 1883 S. 321.]
R. Blasius, J. Rohweder, R. Tancre u. A. Walter;
8. Jahresbericht des Ausschusses für Beobachtungsstationen
der Vögel Deutschlands; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 225
bis 337. — Von seltenen Vorkommnissen sind u. a. er-
158 A n t. R e i c h e 11 0 w : Beri cht über die Leistungen in der
wähnt: Gypsfulvus, Circus pallidus^ Nucifraga caryocatades^
Limicola platyrhyncha. Unter den zahlreichen biologischen
Notizen sind ausführliche Angaben über die Nahrung
einiger Eulen nach Untersuchungen von Gewöllen hervor-
zuheben.
C. Bolle, Eintheilungs-Plan der zoologischen Ab-
theilung des Märkischen Provinzial- Museum in Berlin.
Vögel. — Führt 276 Arten für die Mark auf. Neben den
deutschen sind auch die niederwendischen Bezeichnungen
der einzelnen Arten angegeben.
A. V. Homeyer berichtet über Einwanderung von
Sylvia palustris in Mecklenburg; Zeitschr. Orn. prakt.
Gefl. z. 9. Jahrg. pag. 131—132.
Derselbe, über Anthus mpestris in Mecklenburg
ebenda pag. 141 — 142.
Th. Holland, Bird-life in Pomerania: Zoologist
Vol. 9 pag. 361—367, 401—408 (populär).
H. Landois, Westfalens Thierleben in Wort und
Bild. Abth. 2. Vögel. Paderborn 1885. 8^.
H. Meier zählt die bei Louisenberg in Ostpreussen
vorkommenden Brutvögel und Gäste auf: Journ. Orn.
33. Jahrg. pag. 90—96.
H. Schalow veröffentlicht einen dritten Beitrag zur
Vogelfauna der Mark Brandenburg. Derselbe enthält
besonders Beobachtungen aus dem Gebiet von Frank-
furt a. 0., Lokalnamen aus dem Ruppiner Kreise und
wendische aus der Avendischen Oberlausitz. Seit seiner
letzten Publikation konnte Verf. Buhulcus ibis und Äcanthis
alhigularis der Liste märkischer Vögel hinzufügen. Ferner
wurde das Brüten von Otis tetrax und Pyrrkula major im
Gebiet nachgewiesen. Eine am Schlüsse der Arbeit zu-
sammengestellte Liste führt 267 Arten als jetzt für die
Mark Brandenburg bekannt auf, wovon 177 Brutvögel.
Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 1 — 44.
H. Schacht, Aus dem Vogelleben der Heimath.
Ornithologische Vorträge. Detmold, Hinrichs 1885. 8«
303 pag. — Populär gehaltene Schilderungen der Vogel-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 1 59
weit des Teutoburger Waldes. Manche werthvolle bio-
logische Beobachtung.
C. F. Wiepken führt eine Anzahl von Vogelarten
auf, welche in Oldenburg als selten erscheinende Wander-
vögel vorkommen ; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 419 — 427.
Zu vergleichen ferner im systematischen Theil:
A. V. Homeyer unter Sylviidae (Turdus pilaris)^ v. Ber-
lepsch unter Paridae, Blasius unter Laniidae,
A. Schmidt unter Strigidae, Ziemer unter Vulturidae,
Wernich unter Scolopacidae und ßeichenow unter
Ardeidae.
Oesterreich: A. Bonomi, Avifauna Tridentina; Progr.
deir 1. R. Grinnasio superiore dello stato in Rovereto.
Anno scol. 1883—1884. Rovereto 1884. 8. 67 pag.
V. Capek veröffentlicht Notizen über Vorkommen
und Zugzeit sowie Biologie einiger Vogelarten Mährens;
Mitth. Orn. Ver. Wien 9. pag. 199— 201.
J. V. Csato führt die in den Comitaten Also -Feher
und Hunyad (Ungarn) vorkommenden Vogelarten auf,
theilt Beobachtungen über deren Lebensweise mit und
bespricht theoretisch den Zug derselben; Zeitschr. Ges.
Orn. 2. Jahrg. pag. 392—522.
E. V. Dabrowski schildert das Vogelleben Bosniens;
Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 145, 153, 161, 169,
177, 185.
F. V. Dalberg, Ornithologische Beobachtungen aus
Mähren; Mitth. Orn. Ver. Wien 8. Jahrg. 1884 pag. 184
bis 185.
Derselbe giebt ein Verzeiclmiss der Vogelarten,
welche in der Umgebung von Datschitz im westlichen
Mähren als Brut- und Zugvögel vorkommen; Mitth. Orn.
Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 211— 212, 223—225.
C. W. V. Dalla Torre, Beitrag zur Vogelkunde
Tirols s. oben S. 146.
M. Oreisiger, Die Vögel von Bela und Umgebung;
Jahrb. d. ung. Karp. Ver. 11. 1884. Abh. pag. 70— 95.
H. M. Grimm, Bemerkungen über den Vogelzug im
160 An t. Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
Jahre 1884 in der Umg-ebmig von Hartberg; Mitth. Naturw.
Ver. Steiermark 1884 pag. 83—85.
H. V. Kadi eh schildert die Vogelwelt der Herze-
gowina; Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 270, 295,
306, 317.
J. Kolombatovic, Imenik Kraljesnjaka Dalmacije.
1. Dio Sisavci i Ptice. 2. e Aggiunte ai Vertebrati della
Dalmazia. Split 1885, — S. 11 — 32 sind die in Dalmatien
vorkommenden Vögel aufgeführt. Zur Benutzung der
des Slavischen Unkundigen sind die Namen der Monate
lateinisch geschrieben und werden ausserdem einige
slavische Bezeichnungen in einer Vorbemerkung erklärt.
A. V. Mojsisovics berichtet über eine Reise nach
Süd-Ungarn und Slavonien im Frühjahre 1884 und theilt
biologische und faunistische Beobachtungen über die
Vögel dieser Grebiete mit; Mitth. Naturw. Ver. Steiermark
Jahrg. 1885.
C. Th. Pestalozzi theilt Beobachtungen über Loxia
curvirostra in Oberengadin mit: Jahresb. Naturf. Ges.
Graubünd. 28. Jahrg. pag. 130—138.
0. Reiser berichtet über Vorkommen von Numenins
tenuirostris bei Eger; Mitth. Orn. Ver. Wien. 9. Jahrg.
pag. 115.
B. Schiavuzzi, Osservazioni fenologiche e sui
passagi degli uccelli nel litorale austriaco durante Fanno
1884; Zeitschr. Ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 52 — 61.
J. Talsky führt die in Mähren vorkommenden Raub-
vögel auf nebst Notizen über Verbreitung und Lebens-
weise. — Von selteneren Arten sind erwähnt: Aquila
pennata, Nyctea nivea, Surnia nisovia, Nyctale Tengmalmi
(Standvogel), Syrnium uralense. Auch Brachyotus jialustris
wurde einmal brütend angetroffen: Zeitschr. Ges. Ornith.
2. Jahrg. pag. 73—93.
A. Valle liefert einen Beitrag zur Vogelfauna von
Triest insonderheit mit Bezug auf den früher von Schia-
vuzzi veröffentlichten Katalog. Unter den aufgeführten
Arten befinden sich: Somateria jnollissima, Alca torda,
Sula bassana; Boll. Soc. adriat. sc. nat. Trieste Vol. 9.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. IGl
St. V. Washington führt die von ihm während eines
längeren Aufenthalts in Istrien beobachteten Vögel auf
nebst Zugdaten und biologischen Notizen; Zeitschr. Ges.
Orn. 2. Jahrg. pag. 341—367.
Zu vergleichen ferner: Talsky im systematischen
Theil unter Laridae, v. Mojsisovics unter Anatidae,
Buquoy unter Rallidae, Bauer, von Dombrowski,
Sylva, Szikla, Michel und Reiser unter Corvidae,
V. Tschusi u. Breunner unter Sturnidae, Hartwig
unter Fringillidae.
Russland: C. Dedjtius liefert in deutscher Ueber-
setzung einen Auszug aus E. Büchner 's Vögel des
Gouvernements St. Petersburg [vergl. Bericht 1884 S. 167];
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 196—210.
[Vergl. auch Menzbier oben S. 146 und System.
Theil unter Strigidae.]
Dänemark: Ch.F. Lütken veröffentlicht einen Jahres-
bericht (1883) der ornithologischen Beobachtungsstationen
in Dänemark; Ornis 1. Bd. pag. 82 — 147.
Scandinavien : G. Kolthoff berichtet über ein drittes
Exemplar von Mergus anatarius Eimb., welches bei Kalmar
in Schweden erlegt wurde; Öfw. Kgl. Vetensk. Ak. Förh.
No. 9 pag. 185—189 T. 31 u. 32.
J. A. Palmen, Internationelt ornitologiskt samarbete
och Finlands andel deri. Ett upprop tili Kännarene af
Finlands foglar; Meddel. Soc. Fauna et Flora fenn. 11.
pag. 175 — 212 u. separat. — Enthält ausser der Anleitung
zum Anstellen der Beobachtungen auch ein Verzeichniss
der Vögel Finnlands mit den schwedischen und finnischen
Namen.
C. J. Sundevall och J. G. H. Kinberg, Svenska
Foglarna. Stockholm 1885. Hft. 29—34 (pag. 757—1164)
erschienen.
[Vergl. auch Chapman unter Abth. IV Biologie etc.]
[Ueber Island vergl. Clarke u. Backhouse unter:
Arctische Zone.]
England: 0. V. Aplin liefert einige oinithologische
Notizen von Oxfordshire; Zoologist Vol. 9 pag. 348 — 349.
Arcli. f. Natuigesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. jj
162 Ant, Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
H. T. Archer berichtet über Vorkommen von Aquila
naeoia in Northumberland; Natural. London No. 125
pag. 387.
J. J. Ar miste ad liefert ein Verzeichniss der in
Solway (England) vorkommenden Vogelarten; Natural.
No. 121 pag. 293-298.
H. D. Astley berichtet über Nisten von Cardinalis
virginianus in der Freiheit in England; Zoologist Vol. 9
pag. 261—262.
J. Backhouse giebt ein Verzeichniss der im Upper
Teesdale (England) vorkommenden Vogelarten ; Naturalist
No. 123 pag. 353—364.
E. T. Booth, Rough Notes on the Birds observed
during Twent}' Year's Shooting and Collecting in the Bri-
tish Islands. With PI. Folio. London 1883—85. Th. 5
bis 9 erschienen.
M. Browne führt die Vögel von Leicestershire auf
mit Angabe lokaler Verbreitung, Zugdaten und einzelnen
biologischen Notizen; Zoologist Vol. 9 pag. 332 — 338,
414—421 u. 459—467.
T. E. Buckley liefert Notizen über die Vögel von
Ronsay, einer der Orkney -Inseln. Unter anderen ist
Colymbus arcticus als Sommervogel erwähnt; Tr. N. H.
Soc. Glasgow (N. S.) I. pag. 44 — 76.
Th. Carter und J. G. Tuck berichten über Brüten
des Larus marinus an der Küste von Yorkshire; Zoologist
Vol. 9 pag 346 — 388. s. auch Clarke ebenda.
A. Chapman giebt Notizen über das Vorkommen
einiger Vogelarten in Upper Coquetdale mit Bezug auf
Cordeaux's Angaben über die Vogelfauna dieses Gebietes ;
Naturalist, London, pag. 150 — 151.
W. E. Clarke berichtet über die Ankunftszeiten der
Sommervögel in Nord -England während des Frühjahrs
1885; ebenda pag. 247— 251.
Derselbe berichtet über Vorkommen von Sa.ricola
deserti in Yorkshire; ebenda pag. 387 u. Zoologist Vol. 9
pag. 479.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 1 63
E. Clarke und J. Backhouse jun. liefern einige
Notizen über die Vogelwelt der Farör-Inseln; Ibis (5)
Vol. 3 pag. 364 — 380 [lieber Island vergl. dieselben unter:
Arktische Zone].
J. Cordeaux theilt einige Notizen von der Ostküste
Englands mit, die während des Frühjahres 1888 auf-
gezeichnet wurden ; Naturalist London pag. 267 — 269.
J. J. Dalgleish, List of the Birds of Culross and
TuUiallan. Forming the Appendix to „Culross and Tulli-
allan; or Perthshire on Forth: its History, Antiquities
etc." Edinburgh.
Ch. Dixon schildert die Vogelwelt von St. Kilda.
65 Arten sind nachgewiesen. Alca iiapennis war Brut-
vogel auf der Insel, und wurde 1822 das letzte Exemplar
daselbst erlegt. Trogiodytes Urtensis ist abgebildet; Ibis
(5) Vol. 3 pag. 69 — 97 T. 3. — In einem Nachtrage (eben-
da pag. 358 — 362) werden der Liste noch einige Arten
hinzugefügt.
C. Donovan traf einen Phylloscopus rufas im Winter
in Irland; Zoologist Vol. 9 pag. 29.
H. E. Dresser berichtet über Vorkommen yo\i Bar-
tramia longicauda, (Jus tetrax und Upupa epops in Cornwall;
Zoologist Vol. 9 pag. 232.
Derselbe bestätigt entgegen dem von H. Seebohm
erhobenen Zweifel, dass ein in Cornwall erlegtes Exemplar
von Aquila clanga sich in der Sammlung E. H. Rodd's in
Trebartha Hall befindet; Zoologist Vol. 9 pag. 230 — 231.
W. Evans hat eine Liste der auf der Insel Eigg
(Schottland) vorkommenden Vogelarten (84 sp.) zusammen-
gestellt; Pr. R. Phys. Soc. Edinb. 1885 pag. 430— 448.
Derselbe berichtet über Nisten von Parus palustris
in Stirlingshire im Jahre 1884; ebenda pag. 448 — 451.
R. Fortune berichtet über Brüten von Turdus
iliaciis in Yorkshire ; Zoologist Vol. 9 pag. 435.
Gainsborough berichtet über Vorkommen von Co-
lymhn.s cristatus in Rutlandshire; ebenda pag. 231 — 232.
J. Gatcombe giebt einige Notizen über die Vogel-
L*
164 Ant. Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
weit von Devon und Cornwall; ebenda pag. 21 — 23 u.
375—378.
T. E. Gunn erwähnt des Vorkommens von Coracias
garrnla bei Norwich ; ebenda pag. 480.
Derselbe giebt einige Notizen über die Vogelwelt
von Norfolk und SufFolk; ebenda pag. 51 — 57.
Nach Demselben wurde wiederum ein Exemplar
von Porpkyrio smaragdonoüis bei Norwich erlegt; ebenda
pag. 482.
J. H. Gurney berichtete über das Vorkommen von
Mergulus alle im Juli bei Norwich; Naturalist No. 123
pag. 344.
J. H. Gurney jun. referirt über einige ornithologische
Vorkommnisse in Nord Norfolk; Zoologist Vol. 9 pag. 173
bis 175.
H. Hadfield giebt einige Notizen über Vögel auf
der Insel Wight; ebenda pag. 112, 258 u. 482.
J. E. Harting berichtet über Brüten des Colymhus
septentrionalis in Irland; ebenda pag. 348.
J. A. Harvie -Brown, The North -West Coasts of
Sutherland and their Birdlife; Proc. Phys. Soc. Edinb.
pag. 485—497.
J. A. Harvie-Brown, Cordeaux, Barrington,
More und Clarke veröffentlichen den sechsten Bericht
(1884) über den Frühjahrs- und Herbstzug der Vögel in
England; Sixth Report on the Migration of Birds in the
Spring and Autumn of 1884. By a Committee of the
Brit. Association. London: West, Newman & Co. 1885.
B. Hesse erhielt Totanus glareola von Temple Mills ;
Zoologist Vol. 9 pag. 482.
E. 0. Lever berichtet über Falco aesalon und Anser
canadensis in Leicestershire; ebenda pag. 259 — 260.
Lilford, Coloured Figures of the Birds of the
British Islands. Pt. 1. 8^«- London.
Derselbe theilt einige Beobachtungen aus North-
amptonshire mit; Zoologist Vol. 9 pag. 181 — 183.
F. Lister berichtet über einige Beobachtungen aus
Yorkshire; ebenda pag. 184.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 165
H. A. Macpherson erlegte Larns glaucas im April
in Skye; ebenda pag. 190.
Nacli Demselben ^uy^lq LestrU Bnffoni h^i Carlisle
im Juni erlegt; ebenda pag. 259.
F. S. Mitchell, The Birds of Lancashire. Illustrated
by J. G. Keulemans. London: Von Voorst 1885. —
Von seltenen Vorkommnissen sind aufgeführt: Saxicola
stapazlna und Tichodroma niararia.
A. G. More, A List of L*ish Birds: showing the
species contained in the Science and Art Museum,
Dublin. 8vo. Dublin, Thom & Co. 1885.
R. P. Nicholls berichtet über seltene Vögel in
Devon; Zoologist Vol. 9 pag. 68.
E. C. Phillips theilt einige Beobachtungen über die
Vogelwelt von Breconshire mit; Zoologist Vol. 9 pag. 305
bis 306.
Derselbe über Lagopus scoticus in Somersetshire und
Wiltshire; ebenda.
[Vergl. auch Roebuck und Clarke oben S. 147.]
H. Seebohm, A History of British Birds; with Co-
loured Illustrations of their Eggs. Th. 5 u. 6 (Schluss
des Werkes) erschienen.
C. Smith giebt einige Notizen über die Vögel von
Somerset; Zoologist Vol. 9 pag. 65 — 66 u. 147.
Derselbe führt Daten an über Ankunft der Zug-
vögel in Somersetshire; ebenda pag. 233 — 235.
Th. South well berichtet über Vorkommen von Hy-
drochelidon hyhrida in Yorkshire; Naturalist London No. 125
pag. 393.
Derselbe erwähnt des Vorkommens von Hydro-
chelidon hyhrida in Yorkshire und von Sterna Dougalli
an der Küste von Sussex; Zoologist Vol. 9 pag. 481.
H. Stevenson theilt Notizen über die Vogelfauna
in Norfolk mit; ebenda pag. 321 — 332.
R. Warren berichtet über Vorkommen von Cliryso-
mitris spinus in Co. Sligo im Sommer; ebenda pag. 345.
J. Whi taker berichtet über Vorkommen von Tringa
maritima in Nottinghamshire ; ebenda pag. 480.
1(36 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
Derselbe erhielt Fhalaropns fnlicariiis von Mans-
field; ebenda pag. 481.
Derselbe berichtet über Nisten von lotanus calidris
in Notts ; ebenda pap. 482.
Derselbe über Fratercnla arctica in Nottingham-
shire; pag. 68.
C. Willmott erlegte Nucifraga caryocatactes im No-
vember in Kent; ebenda pag. 480.
W. Yarrell, A History of British Birds. Fourth Ed.
Revised to the end of the Second Volume by A. Newton,
continned by H. Saunders. Th. 26 — 30 (Schluss) er-
schienen.
Ueber lokales Vorkommen einiger Vogelarten in
England befinden sich kurze Notizen femer in: Naturalist
London pag. 148—149, 182, 201, 251, 269, 336, 364—365.
Niederlande: H. Albarda veröif entlicht einige,
während des Jahres 1885 in den Niederlanden gesammelte
ornithologische Beobachtungen; Tijdschr. Nederl. Dierk.
Ver. 2. Ser. D. 1, Afl. 2, pag. 57—68.
Belgien: A. Dubois veröifentlicht ein Verzeichniss
der Vögel Belgiens nebst den französischen und flamischen
Namen der einzelnen Arten. Verf. führt 336 Arten als
vorkommend auf, wovon 70 Standvögel, 57 Sommer-,
39 Wintervögel, 49 regelmässige Wanderer, 105 unregel-
mässige Wanderer, 16 zufällige Erscheinungen; Bull.
Mus. Roy. H. N. Belgique T. 4.
Von desselben Verfassers Werk : Faune illustree des
Vertebres de la Belgique. Ser. IL Les Oiseaux. Bruxelles,
ist Lief. 65 — 70 erschienen.
Frankreich: L. Olphe-Galliard, Contributions ä
la faune ornithologique de l'Europe occidentale. Fas. 5
u. 33. (Bayonne). [Vergl. System. Theil unter Fringillidae
und Cygnidae.]
F. Lescuyer, Noms et Classification des oiseaux de
la vallee de la Marne. Pt. 1.
Italien: A. P. Ninni, Materiali per una Fauna
Veneta. Fase. 6. Aves (Venezia, Atti Ist. Ven. 1885) 8.
pag. 197—229..
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 1G7
A. Portis, Contribuzione alla Ornitologia italiana.
Con 2 tav. ; Mem. Acc. Sc. Torino (2) T. 36 Sc. fis. pag.
361—384. [Nach zool. Anz. 8. pag. 499 3 n. sp. foss.]
J. Whitehead giebt eine Uebersicht der von ihm
während eines 15 monatlichen Aufenthalts auf Corsica
beobachteten Vögel, 176 Arten. Sitta whiteheadi wird ab-
gebildet (T. 2), auch das Nest (S. 30); Ibis (5) Vol. 3
pag. 24 — 48.
Spanien und Portugal: J. Dalgleish liefert ein
Verzeichnis« der auf den Berlengas-Inseln vorkommenden
Vögel, nach portugiesischen Quellen. Es sind: Ratidlla
tithys (Brutvogel), üpupa epops, Corviis corax, Fasser do-
mesticits (Br.), Colitmba paZimi^i«s (Br.), Tartur auritiis,
Scolopax rusticola, Uria trolle (Br.), Mormon arcticus, Pha-
lacrocorax carbo (Br.), Larus argentatiis (Br.), Pitffinas
Kahlü (Br.); Zoologist Vol. 9 pag. 27— 28.
Mandschurisches Gebiet: H. Seebohm berichtet
über das Vorkommen einiger Vogelarten {Diomedea ni-
gripes, Nnmenins minore Totanns calidris u. pugnax, Alca
troile arra) in Japan ; Ibis (5) Vol. 3 pag. 363 — 364.
L. Taczanowski veröffentlicht ein Verzeichniss
von Vogelarten, welche neuerdings von Kalinowski und
Jankowski am Sidemi und Sungatscha in Südwest-
Ussurien gesammelt wurden, darunter zwei neue Formen:
Poecilia palustris crassirostris und Suthora webbiana niant-
srlmrica: Bull. Soc. Zool. France 10 Ann. pag. 463 — 478.
H. B. Tristram führt 8 Arten auf, welche von
G. Gunn an der Küste von Korea gesammelt wurden;
Ibis (5) Vol. 3 pag. 194—195.
[Vergl. auch im systemat. Theil: Stejneger unter
Fringillidae und Seebohm unter Graculidae.]
Tartarisches Gebiet: H. Lansdell, Russian Central
Asia, including Kuldja, Bokhara, Khiva, and Merv. 2 Vol.
London 1885. — Ein Appendix zum 2. Theil giebt ein
Verzeichniss der Vögel Turkestans nach den Angaben
Sewertzoff's in Fedschenko's Turkestanje Jevotnie. —
168 Ant. Reicheuow: Beiiclit über die Leistungen in der
Deutsche Ausg. „Russisch-Central-Asien" etc. von A. v.
Wobeser. Leipzig, Hirt.
G. N. Potanin, Ocherki Severo-Zapadnoi mongolii.
Vypusklll. St. Petersburg 1883. 8«. — AufS. 241— 243
ein Verzeichniss von 37 während der Reise durch Adria-
n 0 f in der nordwestlichen Mongolei gesammelten Vogel-
arten.
[Vergl. auch im systemat. Theil: Harting unter
Fringillidae (Lenco stiele), v. Madarasz und Sclater
unter Phasianidae.]
Persisches Gebiet: G. Rad de liefert einen Nachtrag,
sowie Druckfehlerberichtigung zu seiner „Ornis caucasica".
Aquiia clanga Pall. var. Boeckii und Halcion smyrnensis
wurden bei Lenkoran, Larus fuscus am Ostufer des
schwarzen Meeres erlegt ; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 74
bis 81.
[Vergl. auch im systemat. Theil: Heller unter Dro-
madidae.]
Nordafrikanisches Gebiet: S. G. Reid führt 118
Vogelarten auf, welche während des Winters bei Tanger
in Marocco gesammelt wurden, darunter SiUa caesia, die
daselbst noch nicht nachgewiesen war und ein Garruhis,
Zwischenform von G. glandarius und cervicalis, ferner
Ruticilla Moassieri, Cyanecula Wolfi, Coccothraustes vulgaris,
Fringilla coelebs, Asio otus und Francolinns hicalcaratus.
Aethiopische Region,
Westafrika: J. Büttikofer liefert einen Bericht
über seine zusammen mit C. F. Sala unternommenen
Reisen und Forschungen in Liberia, schildert zunächst
das Land in landschaftlicher und faunistischer Beziehung
im allgemeinen und giebt sodann ein systematisches Ver-
zeichniss der von ihm gesammelten Arten nebst kritischen
Bemerkungen über einzelne Formen und werthvollen
biologischen Notizen. Die Liste umfasst 162 Arten. Co-
lumba unicincta ist abgebildet und eine Uebersichtskarte
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 169
des Gebiets beigefügt; Notes Leyden Mus. Vol. 7 pag. 129
bis 255 T. 6 u. Ga.
[Vergleiche auch im systematischen Theil: Reiche-
now unter Meropidae.]
Ostafrika: R. Böhm berichtet über eine dritte von
ihm am Ugalla-Fluss, in Uniamuesi und am Tanganjika
(Inneres Ostafrika) zusammengebrachte Vogelsammlung
und giebt biologische Notizen über die einzelnen, zum
Theil leider nicht sicher bestimmten und wegen des theil-
weisen Verlustes der Sammlung nicht mehr bestimmbaren
Arten. Himndo senegalensis fand der Reisende in Baum-
löchern brütend; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 35 — 73.
G. A. Fischer veröifentlicht ein systematisches Ver-
zeichniss der von ihm während eines siebenjährigen
Aufenthalts in Ostafrika gesammelten Vogelarten mit
Angabe der festgestellten speciellen Fundorte. Dasselbe
führt 479 Arten auf, von welchen 70 von dem Reisenden
entdeckt wurden; Journ. Orn. pag. 114 — 142.
H. Johnston, The Kilima-Njaro Expedition: a Re-
cord of Scientific Exploration in Eastern Equatorial Africa,
and a General Description of the Natural History, Lan-
guages and Commerce of the Kilima-Njaro District.
W. maps and lUustr. London, Paul.
G. E. Shelley beschreibt eine von E. Lort Phillips
im Somaliland zusammengebrachte Vogelkollection,
62 Arten, von welchen über 40 noch nicht im Gebiet
nachgewiesen wurden und sechs neu sind: Coracias Lorti,
DryosGopus ruficeps, Teleplionus Jamesi, Argya Aylmeri,
Saxicola Phillipsi, Parits Thruppi^ Cursorius gallicus so-
malensis und Coracias naevia Levaillanti ; Ibis (5) Vol. 3
pag. 389—418 T. 10—12.
Derselbe bespricht eine von H. Johnston am Kili-
mandscharo gesammelte Vogel collection, 50 Arten, darunter
drei neue, Finarochroa hypospodia, Nectarinia Johnstoni u.
Cinnyris mediocris; Proc. Z. S. London 1885 pag. 222 — 230
T. 13 u. 14.
[Vergl. auch im systematischen Theil: Reichenow
unter Paridae, Ploceidae und Perdicidae.]
170 Ant. Reicheuow: Bericht über die Leistungen in der
Südafrika: J. H. Gurney liefert Nachträge mit den
Notizen über die Vogelfaima von Transvaal [s. Bericht
1884 S. 177] nach Mittheilungen von Th. Ayres; Ibis (5)
Vol. 3 pag. 341—351.
Madagassische Region,
A. Milne-Edwards et A. Grandidier, Histoire
physique, naturelle et politique de Madagascar. Vol. 12
Hist. nat. des Oiseaux. T. 1 Texte pag. 377—379. — Ab-
schluss des ornith. Theiles.
A. Milne-Edwards u. E. Oustalet berichten über
eine von Humblot auf Gross-Comoro gesammelte Vogel-
collection. Unter den 35 Arten sind 12 neue: Cora-
copsis sibilans, Circus Humbloti, Leptosomes gracilis, Cin-
nyris Humbloti, Zoster ops moaroniensis, Z. Angasizae,
Graucalus cucnllatusy G. sulphtrens, Hiunhlotia n. g. flavi-
rostriss Terpsiphone comorensis, Hypsipetes parvh'ostris,
Foudia consohrina und Turdus comorensis; Compt. Rend.
Paris CI pag. 218—222. July 1885 u. Le Natural. 7. Ann.
pag. 161.
Malayische Region,
Vorder -Indien: H. E. Barnes, Handbook to the
Birds of the Bombay Presidency. 8. Calcutta 1885.
M. Menzbier berichtet über eine Vogel Sammlung
vom oberen Tarim-Fluss in Kaschgar. 40 Arten sind auf-
geführt, neu: Leptopoecile sophiae major. Rhop>ophibis de-
serti wird beschrieben; Ibis (5) Vol. 3 pag. 352 — 358.
A. V. Pelzein u. F. Kohl berichten über eine kleine
Vogelsammlung von Ceylon; Verh. Z. B. Ges. Wien 1885
pag. 525—528.
C. Swinhoe und H. Barnes besprechen eine Vogel-
sammlung von Central -Indien, aus der Umgebung von
Mhow und Neemuch; Ibis (5) Vol. 3 pag. 52 — 69, pag. 124
bis 138.
Hinter -In dien: A. Müller liefert einen Nachtrag
zur Ornis der Insel Salanga [vergl. Ber. 1882 S. 450].
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 171
Durch die neue, von Cpt. Weber zusammen gebrachte
Collection wurde die Liste der auf der Insel vorkommenden
Arten um 10 vermehrt, darunter Osmoti-eron biciiwta; Journ.
Orn. 33. Jahrg. pag. 151—162.
[Vergl. auch Salvadori u. Griglioli unter Alau-
didae, Picidae und Corvidae.]
Sunda- Inseln und Malacca: H. 0. Forbes, A Na-
turalist's Wanderings in the Eastern Archipelago, a Narra-
tive of Travel and Exploration from 1878 to 1883.
London 1885. — Enthält Verzeichnisse der Vogelfaunen
von Sumatra, Timorlaut, Buru und den Cocos-Keeling
Inseln und eingestreute biologische Notizen. . Myzomela
Annabella ist abgebildet. — Autor, deutsche Ausg. von
R. Teuscher, „Wanderungen eines Naturforschers im
Malayischen Archipel". Jena, Costenoble.
F. H. Guillemard veröffentlicht eine Liste der von
ihm während der Reise der Yacht „Marchesa" auf Borneo
und Cagayan Sulu gesammelten Vögel. Auf der letzteren
Insel erscheint die Vogelfauna der Philippinen, Sulu-
Inseln und der Insel Borneo gemischt, doch überwiegt
die letztere. Unter den 15 daselbst gesammelten Arten
haben 7 weitere Verbreitung; von den übrigen 8 sind
2 auch auf den Philippinen ( Tanygnathus luzoniensis und
eine Calomis), 2 (Ckihia pectoralis u. Carpophapa Ficke-
ringi) werden auf den Sulu-Inseln gefunden, 4 sind rein
bornesisch. Eine Art ist neu und eigenthümlich der
Insel: Mixomis cagayanensis; Proc. Z. S. London 1885
pag. 404—420.
A. G. Vorderman veröffentlicht eine G.Fortsetzung
seiner Beschreibung der Vögel Batavias; Nat. Tijdschr.
Nederl. Indie Batavia. Deel 44. pag. 208 — 253.
Derselbe liefert einen Alphabetischen Index zu
seinem Verzeichniss der Vögel Batavia's; ebenda pag. 254
bis 276.
[Vergl. auch im systemat. Theil: Salvadori und
Giglioli unter Picidae, Slater unter Sylviidae (Myio-
phonens) und Paridae; ferner unter Biologie: Kutter.]
172 Ant. Reich enow: Bericht üher die Leistungen in der
Philippinen: F. H. Guillemard giebt eine Ueber-
sicht der Vögel des Sulu-Archipels. In der von Sharpe
(P. Z. S. 1879) gegebenen Liste sind 20 Arten aufgeführt.
Verf. weist nach, dass vier der darin aufgeführten Species,
Ciiculus fucatus, Carpophaga Plckeringl, Caloenas nicoharica
Gallus stramineicollis, aus der Liste zu streichen sind,
vermehrt dieselbe auf Grund seiner Forschungen hin-
gegen um 49, sodass jetzt 65 Arten von der Inselgruppe
bekannt sind. Im weiteren liefert Verf. den hoch in-
teressanten Nachweis, dass die Sulu- Inseln zoogeogra-
phisch nicht zu den Sunda- Inseln zu rechnen, sondern
mit den Philippinen zu vereinigen sind. Von den
65 Arten kommen nicht weniger als 30 gleichzeitig auf
den Philippinen vor, fehlen hingegen auf Borneo, 26 haben
eine weitere Verbreitung, von den wenigen übrigen
scheinen einige dem Archipel eigenthümlich zu sein; drei
(Dicrurus pectoraliSf Pf.Uopus formosus u. Artamides pollens)
gehören dem austromalayischen Gebiet an. Neu sind
beschrieben: Pericrocotns Marchesae u. Macronus Kettlewelli;
Proc. Z. S. London 1885 pag. 247—275.
Ramon Jordana y Morera, Bosquejo geografico
e historico-natural del Archipelago filipino. Madrid 1885.
4^. — Auf S. 176 — 190 wird die Vogelfauna besprochen.
In einer systematischen Liste sind 110 species aufgeführt.
Buceros hydrocorax wird auf Taf. 5 sehr mangelhaft ab-
gebildet.
[Vergl. auch systemat. Theil: Oustalet u. Sharpe
unter Bucerotidae.]
Australische Region,
Celebes: W. Blasius beschreibt eine von Platen
bei Mangkassar und im District Tjamba in Süd -Celebes
zusammengebrachte Vogelsammlung, 56 Arten. Neu wird
beschrieben Merops p)kilippinus celehensis und Cyrtostomns
frenatus Plateni. Abgebildet sind ausser der letztgenannten
Alophonerpes Wallacei, Strepiocitta albicollis und torquata,
Piilopus Temmincki; Zeitsch. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 201
bis 328. T. 11—14.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 173
F. H. Guillemard bespricht eine von ihm auf Ce-
lebes zusammengebrachte VogelcoUection. Unter den
108 Arten sind drei bisher für die Insel noch nicht
nachgewiesen: Astur trivirgatus, Alcedo hengalensis und
Halcyon jnleata; Proc. Z. S. London 1885 pag. 542 — 561.
Neu-Gruinea, Molukken: 0. Finsch u. A. B. Meyer
beschreiben eine von K. Hunstein auf Neu-Guinea, ins-
besondere auf dem bisher noch unerforschten Hufeisen-
gebirge zusammengebrachte Vogelsammlung. Der erste
Theil der Arbeit behandelt die Paradiseidae. Unter den
19 Arten sind 8 neue. Von einer Art wird das Männchen,
von zweien sind die Weibchen zum ersten Mal be-
schrieben [s. Paradiseidae] ; Zeitschr. Ges. Orn. 2. Jahrg.
pag. 369—391.
J. Gould, The Birds of New Guinea and the ad-
jacent Papuan Islands. Th. 19 u. 20 erschienen.
F. H. Guillemard bespricht eine von ihm auf Sum-
bawa zusammengebrachte VogelcoUection von 38 Arten.
Mit Ausnahme von zwei neu beschriebenen sind die Arten
auch von den faunistisch übereinstimmenden Inseln Lom-
bok und Flores bekannt. Neu: Turnix Fowelli u. Zo-
sterops brunneicauda; Proc. Z. S. London 1885 pag. 501
bis 511 T. 29.
Derselbe sammelte 69 Arten auf den Molucken,
darunter Eos insularis n. sp. von Weeda. Cacatua alba
wird auf Obi, Ptüopus prasinorrhoKs auf Weeda nach-
gewiesen; ebenda pag. 561 — 576.
Derselbe sammelte ferner 213 Arten auf Neu-
Guinea, Waigiu, Batanta, den Aruinseln, Jobi, Mysol und
Salawatti und beschreibt diese CoUection. Baza Rein-
loardti, Ceyx solitaiia, Graucalus magnirostris, Edoliisouia
melas, Calobates melanope, Muscicajja griseosticta und To-
tanus glareola wurden auf Waigiu nachgewiesen, Astur
torquatus^ Mino Dumonti u. Alcyone pusilla auf Batanta,
Coriphihis placens und Lalage atrovirens auf den Arfak
Bergen, Gymnophaps Albertisi u. Tadorna radjah auf Jobi,
174 A n t. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
Poecilodryas hypoleiwa auf Salawatti; Proc. Z. S. London
1885 pag\ 615—665.
A. Nehrkorn veröif entlieht ein systematisches Ver-
zeichniss einer von Dr. Platen auf Waigiu zusammen-
gebrachten Vogelsammlung. Dasselbe weist 103 Arten
auf; die Anzahl der seither von der Insel bekannten
species, welche 81 betrug, wird somit um 22 vermehrt.
Unter letzteren sind besonders hervorzuheben: Cyclo-
psiitaciLS aruensis, Hirundo javanica, Hermotimia auriceps.
Verf. beschreibt auch die Eier von Rhectes leucorhynchus,
Ptüotis analoga, Pitta Mackloii, Megaloprej^^ia puella und
Macropygia doreya; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 30 — 35.
E. P. Ramsay beschreibt zwei neue Paradiesvögel
von dem Astrolabe- Gebirge auf Südost -Neu-Guinea und
erwähnt das Vorkommen von Trichoglossus ptapuana, Jo-
sepliinaet jndchellus, Muschenbroeki und Chaetorhynchus
pap>uanus daselbst; Proc. L. S. N. S. Wales Vol. 10 pag.
242—244.
[Vergl. auch Forbes S. 171 und System. Theil:
Oustalet unter Micropsittacidae u. Geotrygonidae.]
Australien: A. J. Campbell, Nests and Eggs of
Australian Birds. Illustrated with photographs of the
eggs. Melbourne: published by the author. — Die Eier
von 413 Arten sind beschrieben, darunter 122, welche in
Gould's Werk und in den Mittheilungen von E. P. Ram-
say über diesen Gegenstand nicht erwähnt wurden.
G. F. Mathew schildert einen Besuch der Claremont-
Inseln und zählt die beobachteten Vögel auf, darunter
auch Tringa variabilis; Zoologist Vol. 9 No. 108 pag. 453
bis 458 8. Proc. Lin. S. N. S. Wales Vol. 10 p. 251—257.
[Vergl. auch systemat. Theil: Ramsay unter La-
niidae {Collyridnda) und Forbes unter Sunda-Inseln.]
Neu- Seeland: H. Filhol führt nach Scott die Vögel
der Campbell- und Macquarie- Inseln auf. Erstere zeigt
ausser Zosterops lateralis nur pelagische Formen, woraus
Ref. schliesst, dass dieselbe vulkanischen Ursprungs sei
und niemals einen Zusammenhang mit Neu -Seeland ge-
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 175
habt habe, während die Macquarie-Inseln, nach dem Vor-
kommen terrestrischer Formen wie Plaiycercus, Ocydromus,
B alias zu urtheilen, früher mit Neu -Seeland verbunden
gewesen seien ; Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 49 — 50.
Th. H. Potts liefert wenige kurze Notizen über
Nester und Eier einiger Vögel Neu-Seelands; Zoologist
Vol. 9 pag. 421—423.
Derselbe, Oology of New-Zealand; New-Zeal. Journ.
Sc. Vol. 2 pag. 222—226, 274—288, 373—378, 475—485,
505—511 u. 556—559.
[Vergl. auch System. Theil: Tristram unter Alce-
dinidae und Platycercidae.]
Polynesische- Inseln: Reichenow beschreibt Phleg-
oenas virgo, Rhipidnra atrigiilaris und Corvu.s Knbaryi
von den Pelau-Inseln; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 110.
Westliche gemässigte Region,
[Vergl. Allen oben S. 145.]
G. S. Agersborg giebt ein Verzeichniss der Vögel
von Südost-Dakota; Auk Vol. 2 pag. 276— 289.
F. Bain schildert das Vogelleben von Prince Ed-
ward Island im Winter; ebenda pag. 262 — 267.
Ch. F. Batchelder schildert das winterliche Vogel-
leben Neu-Mexicos; ebenda p. 121— 128, 233—239, 306.
Ch. W. Beckham List of the Birds of Nelson
County. 4<^. 58 pag. Kentucky Geological Survey.
Derselbe giebt ein Verzeichniss der von ihm bei
Pueblo in Colorado beobachteten Vogelarten; Auk Vol. 2
pag. 139—144.
W. Brewster berichtet über das Vorkommen von
Tiirdus ustidatus, Sialia sialis aznrea und Caeligena Cle-
menciae in Arizona; ebenda pag. 84 — 85.
Derselbe giebt einen ferneren Beitrag zur Vogel-
fauna von Arizona und Sonora auf Grund der Forschungen
von F. Stephens. Neu beschrieben: Colinns Ridgwayi;
ebenda pag. 196—200.
176 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
R. M. Christy schildert die Vogelfauna von Mani-
toba; Zoolog-ist Vol. 9 pag. 121—133.
W. Cooke berichtet über das Vorkommen einiger
selteneren Vogelarten im Mississippi -Thal; Auk Vol. 2
pag. 31—33.
J. L. Davison fand Nest und Eier von Eremopkila
alj)estris in Niagara County; ebenda pag. 217 — 218.
F. M. Drew bespricht die verticale Verbreitung der
Vögel in Colorado; ebenda pag. 11 — 18.
W. Dutcher berichtet über das Vorkommen einiger
selteneren Vogelarten auf Long Island, N. Y.; ebenda
pag. 36—39.
N. S. Goss berichtet über seltene Sommervögel in
Kansas; ebenda pag. 112 — 113.
H. W. Henshaw schreibt über die an der Cali-
fornischen Küste vorkommenden Lariden; ebenda p. 231
bis 232.
Derselbe veröifentlicht ein Verzeichniss von Vogel-
arten, welche von ihm im Sommer am oberen Pecos-
Fluss in Neu-Mexico beobachtet wurden; ebenda p. 326
bis 333.
W. J. Hoffmann führt die bei den Selish-, Pah-uta-
und Shonshoni-Indianern üblichen Trivialnamen für eine
Anzahl von Vogelarten an; ebenda pag. 7 — 10.
G. E. Jones and E. J. Shulze, Illustrations of the
Nests and Eggs of the Birds of Ohio. — Th. 17—20
erschienen.
N. T. Lawrence giebt Nachträge zu seiner früher
veröffentlichten (Forest and Stream 1878j Liste der Vögel
von Long Island, N. Y. ; ebenda pag. 272 — 274.
L. M. Loomis giebt einen Nachtrag zu seiner früher
(Bull. Nutt. Orn. Club Vol. 4 pag. 209) veröffentlichten
Liste der Vögel von ehester County, Süd-Carolina; ebenda
pag. 188—193.
J. Mckinlay schildert das Vogelleben in Pictou
County (Neu-Schottland); ebenda pag. 39 — 43.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 177
C. H. Merriam giebt einen vorläufigen Bericht des
Comites für Beobaclitung* des Vogelzugs in den Ver-
einigten Staaten, im einzelnen Notizen über den Zug
von Progne snhis im Frühjahr 1884, Ankunft von Icterus
galhida im Mississippi -Thal (zusammengestellt von W.
Cooke), über den Vogelzug bei Sombrero Key in Florida,
bei Point -Barrow in Alaschka (zusammengestellt von
J. Murdoch) und an der Strasse von Mackinae; ebenda
pag. 53—65.
Derselbe veröffentlicht ein Circular für das Jahr
1888 enthaltend Instructionen für die Mitarbeiter an den
Beobachtungsstationen in den Vereinigten Staaten; eben-
da pag. 117—120.
Derselbe liefert einen dritten und vierten Nachtrag
zu der Liste der Vögel von Points des Monts, Quebec,
in Canada. Erwähnt: Änorthura troglodytes hiemaliSi So-
materia dresseri und Tachypetes aquila; ebenda pag. 113
u. 315.
H. Nehrling liefert den Schluss seiner Beiträge zur
Ornis des nördlichen Illinois; Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 142 — 151.
R. Ridgway veröffentlicht eine Liste von Namen
amerikanischer Vögel, welche seitens des Comite's für
Klassification und Nomenklatur der ,, American Ornitho-
logists' Union" neuerdings angenommen, beziehungsweise
gegenüber dem früheren Gebrauch verändert worden
sind. Eine neue Subspecies ist Callipepla californica valli-
cola; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 354—356.
W. E. D. Scott schildert das winterliche Vogelleben
in den Bergen von Süd -Arizona; Auk Vol. 2 pag. 172
bis 174.
Derselbe bespricht eine Vogelsammlung aus den
Bergen von Süd -Arizona, darunter^ Troglodytes aedon
Marianae n. subsp. ; ebenda pag. 348 — 356.
E. T. Seton führt eine Anzahl von Arten auf, welche
bei Toronto in Canada erlegt wurden; ebenda pag. 334
bis 337.
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. H. H. 1. jyj
178 Ant. Reicheiiow: Beiicht über die Leistungen in der
Derselbe über Vögel von Manitoba; ebenda pag. 21
bis 24.
F. Stephens schildert eine nach Arizona und So-
nora unternommene ornithologische Excursion und führt
die während derselben beobachteten Vogelarten auf;
ebenda pag. 225 — 231.
L. M. Turner liefert ein Verzeichniss der Vögel
von Labrador, einschliesslich Ungava, Ost -Main, Moose,
die Golfdistricte der Hudson-Bay-Company und die Insel
Anticosti. Die Brut- und Standvögel sind durch Sterne
kenntlich gemacht ; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 233
bis 254.
T. B. Wood giebt einige Notizen über die Vogel-
fauna von Manitoba; Zoologist Vol. 9 pag. 224 — 227, 241
bis 247.
[Vergl. ferner über die Verbreitung einzelner Arten
in Nordamerika und neue Species systemat. Theil unter
Sylviidae, Tiiiieliidae, Sylvicolidae, Fringillidae, Corvidae,
Laniidae, Tyrannidae, Picidae, Strigidae, Falconidae,
Vulturidae, Tetraonidae, Ardeidae, Ciconiidae, Ibidae,
Rallidae, Scolopacidae, Charadriidae, Anseridae, Ana-
tidae, Graculidae, Laridae, Procellariidae, Colymbidae,
Alcidae.]
Südamerikanische Region,
Mittelamerika: F. D. Godman und 0. Salvin,
Biologia Centrali-Americana. Erschienen Bogen 44 u. 45
pag. 345 — 360, Fortsetzung der Fringilliden.
R. Ridgway beschreibt eine Anzahl neuer Arten
von der Insel Cosumel an der Ostküste von Yueatan
[s. Timeliidae, Sylvicolidae, Laniidae, Fringillidae, Picidae,
Ampelidae, Trochilidae, Tyrannidae, Falconidae]; Proc.
Biol. Soc. of Washington Vol. 3 March 2 1885.
Derselbe bespricht eine Vogelsammlung von der
Insel Cosumel, 57 Arten. Neu wird noch Centurus nihri-
ventris pyginaeus beschrieben; Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 8 pag. 560—583.
Naturgeschichte der V(>gel während des Jahres 1885. 179
0. Salvin beschreibt eine Vogelsammlung, 27 Arten,
von der Insel Cosumel an der Ostküste Yucatans. 27 Arten
sind aufg-efülirt, darunter zwei neue [s. Timeliidae u.
Fring'illidae] , welche jedoch in der vorgenannten Arbeit
von Ridgway bereits beschrieben sind und den dort
gegebenen Namen in der Priorität weichen müssen.
Auch mehrere andere Bestimmungen werden nach der
Ridgway 'sehen Arbeit zu corrigiren sein. So ist Vireo
magister vermuthlich auf V. cinerea Ridgw. n. sp., Aüila
sp. auf A. cozjimelae Ridgw. n. sp., Centurus diibius auf
C. Leei Ridgw. n. sp., Phonipara pisilla auf Euethia oli-
vacea intermedia Ridgw. n. subsp., Chlor ostilhon caniveti
auf Ch. forficatus Ridgw. n. sp. zu beziehen; Ibis pag. 185
bis 194.
J. C. Zeledon hat ein systematisches Verzeichniss
der von Costa Rica bekannten Vogelarten (692) zu-
sammengestellt, wobei diejenigen Species durch einen
Stern kenntlich gemacht sind, welche sich in dem Na-
tional-Museum in Washington befinden; Proc. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 8 pag. 104—118.
[Vergl. auch System. Theil : Lawrence unter Paridae
{Polioptila), Tyrannidae, Cypselidae und Columbidae;
Ridgway unter Icteridae, Corvidae u. Ardeidae.]
Columbisches Gebiet: L. Taczanowski u. H. v.
Berlepsch veröffentlichen eine dritte Liste von Vögeln,
welche durch Stolzmann in Ecuador auf dem Ostabhang
der Anden gesammelt wurden. Neu sind: (Hontorhynchus
Branickii, Callisfe pulchra aequatorialis, C. Taylori, Poeci-
lofhraiqjis paZpe^rosa caerulescens, Chlorospingus signatus,
Urothraupis Stolzmanni, Pseudoiriccus Pelzehii, Pogonotriccus
Gualaquizae, Myiodynastes chrysocephalus minor, Myiohius
phoenicomilra, ßynallaocis singidaris, Anahazenops wientalis,
Herpsilochmus axillaris aequatorialis, Formicarius thoracicus
u. Galhida Pastazae. In einem Anhang wird noch Xi-
phocolapies crassirostris beschrieben. In einem zweiten
Anhang giebt H. v. Berlepsch allgemeine Betrachtungen
über die Vogelwelt von Ecuador. Auch werden einige
Bestimmungen in den voraufgegangenen Listen berichtigt;
180 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
u. a. Catamenia homochroa in C. inornata minor Berl.
verändert; Proc. Z. S. London 1885 pag. 67 — 124.
[Vergl. auch System. Tlieil: Matscliie unter Time-
liidae (Preshys), Lawrence unter Columbidae, Nation
unter Hirundinidae, Cypselidae und Conuridae, Ber-
lepseh unter Tyrannidae, Hartlaub unter Conuridae.]
Antillisches Gebiet: Ch. B. Cory, A List of the
Birds of the West Indies, including the Bahama Islands
and the Grreater and Lesser Antilles, excepting the Islands
of Tobago and Trinidad. Estes & Lauriat, Boston 1885.
— Diese, nur die Namen in systematischer Folge nebst
Vorkommen aufführende Liste weist 503 Arten für die
Westindischen Inseln nach.
Ch. B. Cory's Birds of Haiti [vergl. Ber. 1884 S. 187]
ist mit dem vierten Theil abgeschlossen. Der letztere
enthält eine Karte der Insel und Abbildungen der Köpfe
einer grösseren Anzahl von Arten. Von den 111 auf der
Insel vorkommenden Arten sind 32 derselben eigen-
thümlich. Numida meleagris ist eingeführt und verwildert.
G. N. Lawrence führt eine Anzahl von Vogelarten
auf, welche neuerdings auf Guadeloupe nachgewiesen
wurden, darunter Ceryle stictipennis n. sp. ; Proc. Un. St.
Nat. Mus. Vol. 8 pag. 621—625.
[Vergl. auch systemat. Theil: Lawrence unter Co-
lumbidae, Merriam unter Sylvicolidae {Helinaia), Ridg-
way unter Dacnididae.]
Amazonen-Gebiet: 0. Salvin beschreibt eine Vogel-
sammlung vom Britischen Guiana, welche von H. Whitely,
speciell am Atapurau-Fluss, in Bartica Grove am Esse-
quibo, in Camacusa am Mazaruni-Fl., auf dem Kukenam-
Berg (Roraima-Kette), auf den Merume-Bergen, auf dem
Roraima-Berg und am Yuruanifluss zusammengebracht
wurde. Die Liste der Arten dieser Collection ist vom
Bearbeiter durch die von Schomburgk beobachteten Species
vermehrt. Die noch nicht beendete Publication führt
379 Arten auf, darunter neu: Herpsüochmvs sticturus,
Heterocnemis satv/rata und Antrostomus Whitelyi; Ibis (5)
Vol. 3 pag. 195—219, 291—306, 418—439.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 131
[Vergl. auch System. Theil: v. Berlepsch unter
Sylvicolidae, Sclater unter Icteridae, Ridgway unter
Cucuiidae.]
Süd-Brasilianisches Gebiet: H. v. Berlepsch und
H. V. Ihering liefern eine Uebersicht über eine von
dem letztgenannten bei Taguara du Mundo Novo, Prov.
Rio Grande do Sul in Brasilien zusammengebrachte
Vogelsammlung. 221 Arten sind aufgeführt mit einzelnen
biologischen Notizen und kritischen Bemerkungen über
die Nomenklatur mehrerer Arten. Neu werden beschrieben:
Saltator simüis pallidivenfris, Orchiltis auricularis pyrrhotis,
Leptopiüa Reichenhachi Bahiae und Picumnus Ihermgi.
Cmdodes fuscus wird zum ersten Mal für Brasilien nach-
gewiesen; Zeitschr. Ges. Ornith. pag. 97 — 184 T. 6 — 9.
E. Gibson liefert einen Beitrag zur Vogelfauna von
Paisandu in Uruguay. 52 Arten sind aufgeführt mit
Notizen über Nistweise und Eier einiger derselben; Ibis (5)
Vol. 3 pag. 275—283.
[Vergl. auch System. Theil: v. Berlepsch unter
Ampelidae.]
Patagonisches Gebiet: Göring schildert das Vogel-
leben Argentiniens; Monatschr. D. Ver. z. Schutze d.
Vogelw. 10. Jahrg. pag. 82—86, 105—108.
R. W. Coppinger, Report on the Zoological Collec-
tions made in the Indo-Pacilic Ocean during the voyage
of H. M. S. Alert: Cruise of the Alert. Third Edition.
London, Sonnenschein 1885. — Einiges über die Vögel
der Mageil anstrasse.
[Vergl. auch System. Theil: Cabanis unter Pionidae.]
Arktische Region*
A. Bunge berichtet über das Vogelleben auf der
Sagastyr- Insel in der Lena -Mündung. Cygnvs Bewicki^
olor und musicus wurden brütend angetroffen, ebenso
Xema Sahini und Rhodostefhia rosea\ (Melanges Biol.),
Bull. Ac. Imp. Sc. St. Petersburg 12. 1. pag. 31—107.
E. Clarke u. J. Backhouse schildern einen Herbst-
1^2 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
aufenthalt auf dem östliclien Island nebst einigen ornitho-
log'ischen Notizen über die Faröer. Insonderheit wird
das Herbstkleid von Lac/opus rupestris beschrieben und
abgebildet; Ibis (5) Vol. 3 pag. 364—380 T. 9.
P. Matschie und E. Ziemer veröffentlichen in
deutscher Uebersetzung einen Auszug aus E. W. Nelson's
Birds of Bering-Sea [vergl. Ber. 1883 S. 333]; Journ. Orn.
33. Jahrg. pag. 179—196.
J. Murdoch bespricht die auf der Polar-Expedition
des Lieutenant Ray bei Point -Barrow, Alaschka, ge-
sammelten Vögel. Die Collection umfasst 54 Arten. No-
tizen über Zeit des Vorkommens, des Nistens und Be-
schreibung von Nest und Eiern einiger Arten, auch die
bei den Eskimos gebräuchlichen Namen sind beigefügt.
Rhodosiethia rosea Winterkl. u. erstes Herbstkleid ab-
gebildet; Eeport Internat. Polar Exped. to Point-Barrow,
Alaska. Washington 1885 pag. 104—128.
Derselbe kritisirt einige von E. W. Nelson (Birds
of Bering-Sea etc.) gemachte Angaben über die Vögel
von Alaska; Auk Vol. 2 pag. 200—201.
E. W. Nelson Entgegnung auf die Kritik Mnrdoch's
betreffend Angaben des Verf. bez. des Vorkommens ge-
wisser Vogelarten in Alaschka in seinem Werk „Birds
of Bering-Sea etc."; ebenda pag. 239 — 241.
L. Stejneger, Results of Ornithological Explorations
in the Commander Islands and in Kamtschatka; Bull.
Un. St. Nat. Mus. No. 29. Washington 1885. — Enthält
eine Uebersicht der vom Verfasser auf den Commandeur-
Inseln und bei Petropaulski auf Kamtschatka gesammelten
Vögel mit Angabe der Synonymie der einzelnen Species,
Bemerkungen über lokale Verbreitung und biologische
Notizen, ferner eine Liste der bisher auf Kamtschatka
nachgewiesenen Arten, welche 186 umfasst, und schliesslich
allgemeine Betrachtungen über den Charakter der Karat-
schatkanischen Ornis. Neu sind beschrieben: Cnculus
pe7imsulae, Carpodacits eri/thrinvs GrehiitsMi u. CJiaritonetta
n. g. Abgebildet sind Köpfe von Alken in besonderer
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 183
Berücksichtigung' der Abweichungen in der Form des
Schnabels zu verschiedener Jahreszeit u. a.
L. M. Turner veröffentlicht ein Verzeichniss von
Vogelarten, welche von ihm auf den Bleezhnee oder
Nearer Islands (Attoo, Agattoo u. Semechi), der westlichen
Gruppe der Aleuten, gesammelt wurden; Auk Vol. 2
pag. 154—159.
AntarJctische Region.
Pagenstecher hat eine Uebersicht der von der
deutschen Expedition nach Süd-Georgien an der Royal-
Bai auf dieser antarktischen Insel gesammelten Vögel
veröffentlicht. Es wurde das Vorkommen von 22 Arten
festgestellt, von welchen 18 als Brutvögel constatirt
werden konnten. Interessant ist das Vorkommen eines
Singvogels, des Antlms antarcticm [s. unter Sylvicolidae].
Ausser diesem sind noch die auf Süd -Georgien vor-
kommenden Pagodroma nivea und Eiidyptes diadernatiis
s. Z. von den drei Expeditionen nach Kerguelen-Land
auf letzteren Inseln nicht angetroffen, während die auf
Kerguelen heimische Chionis minor auf Süd -Georgien
durch Ch. alba vertreten wird; Jahrb. d. wissensch. An-
stalt. Hamburg II, in: Jahresb. über d. Naturh. Mus.
Hamburg 1884.
lY. Biologie, Zucht und Pflege.
Lebensweise (Mauser, Nestbau, Eier): J. A. Allen
erörtert die mehrfach vom theoleologischen Standpunkt be-
sprochene Frage der Ursache des verschiedenen Gefieders
der Geschlechter der Vögel, der verschiedenen Färbung
der Eier und deren Zusammenhang mit dem Nestbau;
Auk Vol. 2 pag. 129—139.
0. V. Aplin, Wryneck nesting in a Sand Martin's
Burrow; Zoologist Vol. 9 pag. 27.
Derselbe, Late stay in Autumn of the Green Sand-
piper; ebenda pag. 189 — 190.
] 84 A n t. R e i c li e 11 0 w : Bericht iü^er die Leistungen in der
Derselbe, Late stay in Spring of the Shore Lark;
ebenda pag. 350.
J. C. Atkinson sah eine Ringdrossel Kirschen fressen;
Zoologist Vol. 9 pag. 387 s. auch auch Cordeaux, ebenda
pag. 436 u. Reeve, ebenda pag. 345.
J. W. Banks beschreibt Nest und Eier von Scoleco-
phagus ferrngifieus; ebenda pag. 106 — 107.
H. Barber berichtet über frühes Nisten (Anfang
Februar) der Ohreule; Zoologist Vol. 9 pag. 112.
E. F. Becher, Sparrow feeding on Ants; Zoologist
Vol. 9 pag. 259.
K. H. Bennett schildert die Lebensweise von Falco
snhniger und Glareola grallaria in Neu-Süd-Wales; Proc.
L. S. N. S. Wales Vol. 10 pag. 162—169.
E. P. Bicknell setzt seine Mittheilungen über den
Gesang der amerikanischen Vögel fort; Auk Vol. 2 pag.
144—154^ 249—262.
Boeck berichtet über Brütezeit des Condor in Bo-
livien; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 418.
Ch. Bingham berichtet über Nisten von Microptemm
phaeoceps in Ameisennestern; Nature Vol. 32 pag. 52 u.
Ibis (5) Vol. 3 pag. 332—334.
Nach Böhm nistet Hirundo senegalensis in Baum-
löchern; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 47.
E. T. Booth, Rough Notes on the Birds observed
during twenty year's shooting and collecting in the
British Islands. With Plates. Pt. 8 u. 9 London 1885.
W. Brewster schildert die Lebensweise von Fle-
linaia Swainsoni Aud. ; Auk Vol. 2 pag. 65 — 76. Nachtrag
zu der Beschreibung von Nest und Eiern der Helinaia
Swainsoni; ebenda pag. 346 — 348.
W. E. Brooks giebt einige biologische Notizen über
Otocorys alpestris in Ontario ; Ibis (5) Vol. 3 pag. 380.
[Vergl. auch Capek oben S. 159 und Campbell
S. 174.]
Chalmers und Wyatt theilen biologische Beob-
achtungen über Paradisea raggiana mit; Ibis (5) Vol. 3
pag. 463.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 185
M. Chambe riain beschreibt Nistweise, Nest und
Eier, von Dendroeca tigrinu; Auk Vol. 2 pag. 33 — 36.
A. C. Chapman schildert einen Besuch in Lapland
und die Nistweise einer Anzahl dort heimischer Vögel;
Ibis (5) Vol. 3 pag. 158—184.
G. Claraz berichtet über Lebensweise, Brutdauer
und Unterschiede der Eier von Rhea amencana u. Darwini;
Proc. Z. S. London 1885 pag. 324—327.
Colenso theilt mit, dass er beobachtet habe, wie
Nestor merklionalis eine in Blüthe stehende Edwardsia
grandiflora besuchte, um den Blüthenhonig zu lecken.
Es wurde der obere Theil des Kelches der Blumen von
dem Vogel aufgerissen und das oberste Blumenblatt
(vexillum) entfernt, um zu dem Honig zu gelangen,
welcher dann mit der dicken Zunge ausgeleckt wurde (!) ;
F. Möwes (Auszug aus der „Nature"), Biolog. Centralbl.
5. Bd. pag. 384.
R. W. Coppinger schildert die Lebensweise von
Tacliyeres einereiis; Cruise of the Alert [s. oben S. 181].
W. M. Crowfoot beschreibt das Brutgeschäft einer
Anzahl von Seevögeln auf der Norfolk -Insel; Ibis (5)
Vol. 3 pag. 263—270.
W. Davison berichtet über das Nisten von Mi-
cropiermis gidaris und phaeoceps, sowie von Halcyon occi-
jntalis chloris in Ameisennestern. Von letzterer Art fand
Verf. in Tenasserim eine Brutröhre in einem Hornissen-
Nest und sah die Vögel hineinschlüpfen, ohne dass die
Hornissen davon Notiz nahmen; Zool. Vol. 9 No. 104
pag. 311, Nature Vol. 31 pag. 438; Ibis (5) Vol. 3 pag. 331
bis 332.
W. Dutcher berichtet über Brüten und Wachsthum
der Jungen von Bemicla canadensis; Auk Vol. 2 pag. 111.
E. B. Frost beschreibt Nest und Eier von Lanius
ladovicianus; ebenda pag. 379.
B. T. Gault beschreibt Nest und Eier von Calypte
Costae; ebenda pag. 309 — 311.
N. S. Goss beschreibt Nest und Eier von Elanoides
forficatus und Ictinia subcaeridea; ebenda pag. 19 — 21.
1 8fi A n t. R e i c h e n 0 w : Beiiclit, über die Leistungen in der
Derselbe fand Cyanocitta Stelhri frontalis in einem
Baumloch nistend und beschreibt die Eier; ebenda p. 217.
F. H. Guillemard beschreibt die Jugendkleider,
Weibchen und die Färbung* der nackten Theile ver-
schiedener Paradiseiden; Proc. Z. S. London 1885 pag.
646—656.
J. H. Gurney fand Passer montanus unter einem
Hausdache nach Art des Haussperlings nistend; Zoologist
Vol. 9 pag. 67.
[Vergl. Bericht 1882 S. 451 Swinhoe.]
E. Hartert giebt einige Notizen über das Betragen
der Uraleule, namentlich beim Horste; Mitth. Orn. Ver.
Wien 9. Jahrg. pag. 7—8, 19—20.
Hartwig theilt einen Fall mit, dass ein Schwarz-
specht ein Ei, anscheinend dasjenige einer Turteltaube,
seinen noch nicht flüggen Jungen zutrug; Journ. Orn.
33. Jahrg. pag. 220.
A. V. Homeyer bespricht Unterschiede, Verbreitung
und besonders Lebensweise von Locnstella naevla, Inscl-
nioides und ßuviatilis; Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg.
pag. 281—283, 293—295.
P. R. Hoy beschreibt Nest und Eier von Helmintho-
phüa chrysoptera; Auk Vol. 2 pag. 102 — 103.
W. H. Hudson giebt einige Notizen über die Lebens-
weise von Homorus lopliotes und gutturalis; Ibis (5) Vol. 3
pag. 283—286.
[Jones und Shulze vergl. oben S. 176.]
F. C. Keller schildert die Lebensweise der Ticho-
droma muraria; Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 329
bis 340.
W. L. Keils fand Junge von Molothms aier in den
Nestern von Tyrannas carolinensis, Troglodytes aedon und
Spizella socialis; Auk Vol. 2 pag. 106.
R. V. Koenig-Warthausen, Uebcr die Gestalt der
Vogeleier und deren Monstrositäten, Jahresh. Vaterl.
Naturk. Württemberg 41. Jahrg. pag. 289 — 305.
A. V. Krüdener schreibt, dass das Birkwild im
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 187
Norden in der Ebene immer den Boden zur Nachtruhe
wähle, im Gebirge auf Bäumen Ruhe halte; Zool. Garten
2G. Jahrg. pag. 349—350.
F. Kutter lieferteinen Beitrag zur Fortpflanzungs-
geschichte der Vögel Borneos, in welchem die Nistweise,
insonderheit die Eier von 19 Arten besprochen werden.
Von hohem Interesse ist namentlich die Beschreibung
und Abbildung des merkwürdiges Nestes des Batracho-
stomus cornuüts; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 338 — 354 T. 4.
H. Landois theilt Untersuchungen über den Magen-
inhalt verschiedener Spechtarten mit als Material zur
Beurtheilung der Frage bezüglich des Nutzens und
Schadens dieser Vögel; Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg.
pag. 93—96.
Derselbe beobachtete, wie ein Parus palastris in
einem morschen Baumstamm eine Nisthöhle nach Art
der Spechte selbst ausmeisselte; Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 384.
J. Leidy fand Filaria obtusa als Parasit bei Jiuico
hyemalis und Staniella inagiia^ Filaria physalura bei
Ceryle alcyon, Monostomum mutabile bei Gallinago
Wilsoni^ Ascaris subulata bei Antrostomus üociferus,
Spiroptera quadriloba bei Hylotomns püeatns: Proc. Ac.
N. Sc. Philad. 1885 pag. 9—11.
G. Lunel bespricht das Variiren der Eier von Vultur
vionachus und liefert sehr saubere Abbildungen von zwölf
verschiedenen Varietäten; Recueil zool. Suisse T. 2 No. 3
pag. 507—520 T. 15 u. 16.
C. H. Merriam beschreibt Nest und Eier von Den-
droeca Blackhurniae; Auk Vol. 2 pag. 103.
Derselbe bespricht die Veränderung in der Färbung
der Schwingen bei Lagopus albus mit der Jahreszeit;
ebenda pag. 201—203.
Derselbe beschreibt die bisher unbekannten Eier
von Tringa canutns^ welche von A. W. Greely bei Fort
Conger 81^ 44' N. gesammelt wurden; ebenda pag. 312
bis 313.
188 Ant. Reichenow: ßericlit über die Leistungen in der
Derselbe beschreibt das Nest von Panda wnerkana;
ebenda pag. 377.
W. Nation berichtet über die Nistweise von Fetro-
chelidon riificoUis in Peru; Proc. Z. S. London 1885 p. 277
bis 279.
H. Nehrling schildert die Lebensweise von Psaliri-
parus minimus; Monatschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw.
10. Jahrg. pag. 21 — 25.
Derselbe über die Lebensweise von Progne siibis
Baird; Zoolog. Gart. 26. Jahrg. pag. 22 — 27.
Derselbe über die Lebensweise von Protonotana
cifrea Baird; ebenda pag. 51 — 54.
Derselbe schildert die Lebensweise von Sjnzella
pusüla; ebenda pag. 63 — 67.
Derselbe beschreibt ferner die Lebensweise von
Dendroica virens; ebenda pag. 82 — 85.
Derselbe ferner über Passerina cyanea; Monatsschr.
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 10. Jahrg. pag. 87—91.
Derselbe über die Lebensweise von Panda ameri-
cana Bp. ; Zoolog. Garten 26. Jahrg. pag. 150 — 153.
Derselbe ebenso iiber Helmintherus vermivorus; eben-
da pag. 214 — 215.
Derselbe ebenso über Dendroica pennsylvanica Baird;
ebenda pag. 185 — 186.
Derselbe \\htY Mniotilta yanVe Vieill. ; ebenda p. 341
bis 343.
Derselbe über HelmmthopJiaga pinus Baird; ebenda
pag. 364—366.
C. Noll beobachtete, dass Wild-Gänse Seegras (Zo-
stera marina) fressen; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 90 — 91.
E. C. Phillips theilt die Beobachtung mit, dass
ein Reiher Feldmäuse fing; Zoologist Vol. 9 pag. 112.
T. H. Potts beschreibt die Nist- und Brutweise von
Laras poinare Bruch; ebenda pag. 148 — 150. — [lieber
Eier neuseeländischer Vögel siehe auch oben S. 175.]
H. Pryer beschreibt die Höhlen bei Gomanton auf
Nord-Borneo, in welchen Salanganen ihre Niststätten
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 189
haben. Der Wertli der jährlich gewonnenen essbaren
Nester beläuft sich auf 25 bis 30000 Dollars; ebenda
pag". 43 — 50.
Derselbe erwähnt, dass Machaerhamphus alciivis und
Ilaltastiir indus Fledermäuse fangen; ebenda pag. 47 u. 48.
Bezüglich der ersteren Art wurde dieselbe Beobachtung
bereits in Andersson's „Notes on the Birds of Damara
Land" mitgetheilt ; Gurney, Zoologist pag. 114.
A. Reischek giebt biologische Notizen über einige
neuseeländische Vögel, berichtet insonderheit über das
Brutgeschäft von Apteryx, bei welchem das Männchen
brütet; Trans. Proc. N. Zeal. Inst. Vol. 17 pag. 187.
Derselbe über die Lebensweise neuseeländischer
Vogelarten; Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 197—199,
209—211, 221—222.
W. C. Rives jr. beschreibt Nest und Eier von Hel-
miilieriLS vermivoriis; Auk Vol. 2 pag. 103 — 104.
A. Schmidt schildert die Lebensweise von Symimn
uralense; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 82 — 89.
W. E. D. Scott berichtet über Nistweise und Brut-
geschäft von Icterus parisorum und beschreibt die Eier;
Auk Vol. 2 pag. 1 — 7.
Derselbe beschreibt Brutgeschäft, Nest und Eier
von Icterus cucuUatus; ebenda pag. 159 — 165.
Derselbe beschreibt die Nistweise und Eier von
Phainopepla iiitens, ebenda pag. 242 — 246.
Derselbe beschreibt das Brutgeschäft, Nest und
Eier von Vireo vicinior; ebenda pag. 321 — 326.
E. T. Seton liefert einige Notizen biologischer Art
über die Vögel von Manitoba; ebenda pag. 21 — 24.
Derselbe beschreibt die Lebensweise einiger Vögel
in Manitoba Falco communis, Passerculus Bairdi, Neocorys
Spragnei; ebenda pag. 267 — 269.
Derselbe beschreibt Nest und Eier von Vireo phi-
ladelphicus; ebenda pag. 305 — 306.
R. W. Shufeldt bespricht die Veränderungen,
welche der Schnabel von IHomedea hrachyura beim fort-
190 Ant. Reiclieiiow: Bericht übei- die Leistungen in der
schreitenden Waclistliiim des Vogels erleidet; ebenda
pag. 175 — 178. Mit Holzschnitten.
Derselbe, On the Feeding Habits of Phalaenoptilus
Nuttalli; ebenda pag. 382 — 383.
L. Stejneger, On the Shedding of the Claws in
the Ptarmigan and allied Birds ; Ibis (5) Vol. 3 pag. 50
bis 52 [Abdruck aus: Amer. Natural. Vol. 18, s. Bericht
1884 S. 195.]
V. V. Tschüs i theilt eine Beobachtung mit, wonach
eine brütende Wachtel, welche von Mähern gestört wurde,
ihre Eier in den Krallen an einen anderen Ort trug,
ebenso dass eine Stockente ihre Jungen im Schnabel
fortschaffte; Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 108.
R. J. üssher berichtet über den auffallenden Stand
des Nestes einer Wasseramsel; Zoologist Vol. 9 pag. 110.
Nach Mittheilung von Ad. Walter wurde am I.Mai
ein Ei von Cuculus canorus in einem Rothkehlchennest
gefunden; Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 187.
Derselbe schreibt über die ausserordentliche Härte
und Festigkeit der Kukukseischale; Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 369—370.
Derselbe theilt Beobachtungen über das Nisten
und die Eierzahl von Falco subbuteo und Ficns medius
mit; ebenda pag. 370—371.
Wernich über Vorkommen von Gallinago scolopacina
u. Scoloimx rusticola im Winter in Pommern und bei Ham-
burg; ebenda pag. 219.
J. Whi taker beobachtete Schwanzmeisen auf eigene
Art badend, indem dieselben von Bäumen am Ufer eines
Sees auf die Wasserfläche flogen, eintauchten und auf
die Zweige zurückkehrten, wo sie dann ihr Gefieder
schüttelten und wieder ordneten; Zoologist Vol. 9 p. 113.
J. Whitehead beschreibt Nistweise und Eier von
Sitta WJdteheadi; Ibis (5) Vol. 3 pag. 28 — 31, Nest abgeb.
pag. 30, Ei T. 2.
Wiesbauer, Ueberwintern von Scolojm.v gallin ago;
Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 59—60.
Naturgeschichte der Yögel während des Jahres 1885. 191
Tli. Wokral, Sogenannte Strich-Repliüliner; Hugo's
Jagdzeit. 27. 1884 pag. 53—54.
W. Wurm, Das Auerwild, dessen Naturgeschichte,
Jagd und Hege. Eine ornithologische und jagdliche
Monographie. Zweite, neu bearbeitete und vermehrte
Auflage. Mit zwei Tafeln in Steindruck. Wien 1885.
Varietäten: 0. V. Aplin beschreibt eine Varietät
einer weiblichen Anas boschas; Zoologist Vol. 9 pag. 30.
Derselbe beschreibt eine Varietät der Elster; eben-
da pag. 349.
W. B. Barrows berichtet über einen Melanismus
von Diixlns migratorius; Auk Vol. 2 pag. 303.
E. F. Becher, Variety of Common Snipe; Zoologist
Vol. 9 pag. 259.
C. W. Beckham beschreibt eine Varietät von J/mco
hyemalis; Auk Vol. 2 pag. 306.
M. Chamberlain berichtet über einen Albino von
Turdus migratorins; ebenda pag. 102.
Derselbe über einen Albino von Connis fntgivorus;
ebenda pag. 107.
W. V. Dallwitz berichtet über eine dunkle Varietät
der Nebelkrähe; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 374.
J. H. Gurney jun. beschreibt die Varietät eines
Haussperlings mit rothbrauner Brust; Zoologist Vol. 9
pag. 111.
Derselbe über eine Varietät von Clangula glancion;
ebenda pag. 232 — 233.
J. E. Harting beschreibt eine eigenthümliche Va-
rietät von Tetrao tetriv: ebenda pag. 41 — 42.
K. G. Henke beschreibt ein Individuum von Anser
ruficollis mit isabellgrauer und schw^arz gefleckter anstatt
rein schwarzer Brust; Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 48
bis 49 T. 4.
E. Heinrich er berichtet über eine Elster-Varietät;
Waidm. Heil 4. 1884 pag. 252.
T. W. Kirk berichtet über Varietäten verschiedener
neuseeländischer Vogelarten; Trans. Proc. New Zealand
Inst. Vol. 17 pag. 60.
19*2 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der
J. V. Krau SS berichtet über eine weisse Varietät
von Corvus corone und über eine graue Turdus menda;
Jabresh. Vaterl. Naturk. 41. Jahrg. pag. 330— 331.
Labler, Weisses Rephuhn (in Böhmen); Waidm.
Heil 4. 1884 pag. 36.
H. Langton berichtet über einen Albino von Cnj-nn-
mulgus exiropaeus, Zoologist Vol. 9 pag. 386.
C. H. Merriam beschreibt einen Albino von Oedemia
perspicülata; Auk Vol. 2 pag. 386.
L. Nostiz, Weisse Rephühner; Hugo's Jagdzeit.
27. 1884 pag. 542.
Page ist der Ansicht, dass Melanismen durch Leber-
erkrankung herbeigeführt werden, welche einen Zerfall
der rothen Blutkörperchen zur Folge hat und wobei
dann das zerfallene schwarze oder schwarzbraune Blut-
pigment in den sich neu bildenden Feldern abgelagert
wird; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 214 — 215.
J. V. Sylva, Ein schneeweisses Rephuhn (in Mähren)
erlegt; Waidm. 15. 1884 pag. 479.
E. J. Whitehurst berichtet über einen Albinismus
von Fringilla chloris; Zoologist Vol. 9 pag. 110.
Bastarde: M. Brown berichtet über einen Bastard
von Fasan und Haushuhn; Zoologist Vol. 9 pag. 27.
R. M. Christy über einen Fall der Bastardirung
von Turdus musicus $ und T. merula <S in der Freiheit;
Zoologist Vol. 9 pag. 69.
A. K. Fish er berichtet über Zwischenbrüten von
Helminthophüa chrysoptera u. H. jnmis; Auk Vol. 2 p. 378
bis 379 [vergl. Ridgway Helmmtliophila unter Sylvicolidae.]
Baron Fischer über einen Bastard von Haus- und
Löifelente ; Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 44.
J. H. Gurney berichtet über Bastarde zwischen der
Saat- und Weissstirn -Gans in der Freiheit; Zool. Vol. 9
pag. 309—310.
K. G. Henke beschreibt einen Bastard von Lagopus
albus u. Teirao teirix, mit Abbildung; Zeitschr. ges. Ornith.
2. Jahrg. pag. 47—48 T. 3.
Naturgeschichte der Vög'el während des Jahres 1885. 193
H. W. Henshaw berichtet über einen Bastard von
Lophortyx Gamheli und L. ccdifornicus, welcher bei San
Gorgonio-Pass. erlegt wurde ; Auk Vol. 2 pag. 247 — 249.
E. C. Phillips berichtet über Paarung von Singdrossel
und Amsel; Zoologist Vol. 9 pag. 112.
E. T. Seton beschreibt einen Bastard von Colajites
anratus und 7nexiGanus von Toronto in Canada; ebenda
pag. 335.
V. V. Tschüs i beschreibt einen in Dalmatien er-
legten Bastard von Anas hoschas u. A. dypeata; Zeitschr.
ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 523 — 524.
A. Wiebke bespricht Bastarde von Birk- und Schnee-
huhn; Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 394—397.
Vogelschutz, Jagd: G. de Cherville, Le Gibier
Plunie. Les Oiseaux de Chasse : Leur acclimatation, chasse.
Paris 1885. 2. ed. 194 pag. av. 34 chromotyp. et 64 illustr.
E. Hartert, Die Feinde der Jagd. Eine natur-
wissenschaftliche Studie über die dem Wildstande wirklich
und vermeintlich schadenbringenden Thiere. Mit Illu-
strationen. Berlin, Baensch.
Th. Koeppen, Anleitung zur Züchtung und An-
siedelung von Nachtigallen, auf Grund eigener Erfahrungen.
Berlin, 0. Janke. 8«.
F. Lescuyer, Melanges d'Ornithologie: Introduction ;
Memoire ayant pour object une loi internationale pro-
tectrice des Oiseaux; la repartition des Oiseaux ä la
surface du globe etc. St. Dizier. 1885. 8^. 51 pag.
J. Ritzema, Nuttige en schadelijke Zoogdierens en
Vogels. Wageningen 1885. 8*^. 93 pag.
L. Rohr, Das Birkwild, dessen Hege und Jagd im
Gebirge. Klagenfurt, Leon. 8^. 171 pag.
[Siehe auch Wurm S. 191.]
Einbürgerung, Pflege und Zucht: F. Abrahams
giebt Notizen über die Pflege von Breitschwanz- und
Keilschwanzloris in Gefangenschaft; Mitth. Orn. Ver.
Wien. 9. Jahrg. pag. 101—102.
Derselbe hsd Dilophns canmodatus zum ersten Male
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. ^
194 A n t. R e i c h e 11 0 w : Beiiclit über die Leistungen in der
lebend nach Europa eingeführt und giebt einige Notizen
über Ptüonorhynchus holosericem in Gefangenschaft; Mitth.
Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 265—266.
Derselbe berichtet über das Betragen von Maus-
vögeln in Gefangenschaft und deren Pflege; Mitth. Orn.
Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 240—241, 253.
F. Arnold, Die Papageien. Eine Anleitung zur
Pflege, Behandlung, Abrichtung und Zucht dieser Vögel.
Köln, Püttmann. 8 ^ 89 pag.
L. Magaud d' Aubusson bespricht diejenigen Vogel-
arten, welche sich zur Einbürgerung bez. Domestikation
in Frankreich eignen würden. Es sind zunächst die
Fasanen erwähnt und werden beschrieben, zum Theil
auch in Holzschnitten abgebildet: Fhasianus Shawii^W.^
Ph. iiisignis EH., Fh. Sirauchi Prsch., Ph. Vlangalii Prsch.,
Ph. mongolicus Brandt, Ph. torquatus Gm., Ph. formosanus
EIL, Ph, decollatus Swinh., Fh. Sladeni Anders., Fh. Ellioti
Swinh., Fh. Reevesi Gray u. Hardw.; Bull. Soc. Acclim.
France 4. Ser. T. 2 pag. 471— 499.
J. M. Bech stein. Natural History of Gage Birds.
New Ed. London Groombridge. 8^. 312 pag.
H. Bolau berichtet über den Zuwachs (bez. Züch-
tungen) an Vögeln im Zoologischen Garten zu Hamburg
während des Jahres 1884; Zool. Gart. 26. Jahrg. p. 287.
Marquis de Brisay berichtet über Pflege und Zucht
von Flatycercns erythropterus in Gefangenschatt; Bull. Soc.
Acclim. France 4. Ser. T. 2 pag. 558—561.
Dareste hat durch Versuche festgestellt, dass das
Umwenden der Eier bei der künstlichen Bebrütung un-
bedingt nothwendig ist und erörtert die Gründe für dieses
Erforderniss; Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. T, 2 p. 209
bis 212.
F. K. Göller, Der Wellensittich, seine Natur-
geschichte, Zucht, Pflege und Abrichtung. 2. Aufl.
Weimar, C. F. Voigt. 1885.
Hu et berichtet über die Züchtungen und den Zuwachs
der Menagerie des „Museum d'histoire naturelle" in Paris
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 195
während des Jahres 1885; Bull. Soc. Acclim. France
4. Ser. T. 2 pag. 344—346, 465—470, 661—664.
A. Lalone referirt über die Straussenzucht- Anstalt
von Zeralda in Algier. Die gezüchteten Jungen starben
sämmtlich nach drei bis sechs Monaten. Anscheinende
Ursache war nach Analyse der Knochen mangelnder
Kalkgehalt der Nahrung; Bull. Soc. Acclim. France
4. Ser. T. 2 pag. 665—667.
H. Landois berichtet über Züchtung von Uhus im
Zoologischen Garten in Münster ; Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 407—409.
K. Th. Liebe theilt anknüpfend an einen bezüglichen
Artikel von M. Schmidt (s. Bericht 1884 p. 200) beob-
achtete Fälle von Luftgeschwülsten bei Vögeln mit;
Zool. Gart. 26. Jahrg. p. 58 — 59 [vergl. unten Pallisch].
A. de Montlezun berichtet über die Pflege und
Zucht von Anser magellanicus in Gefangenschaft; Bull.
Soc. Acclim. France 4. Ser. T. 2 pag. 609—613.
J. Nill berichtet über die gelungene Zucht afrika-
nischer Strausse durch natürliche Brütung in seinem
Thiergarten in Stuttgart; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 321
bis 324.
A. Nuijens, De Zickten der Vogels. En onmisbaar
Handboek vor alle Vogelliefhebbers. Amsterdam. Lief. 2
und 3 erschienen.
G. Roger on berichtet über das Betragen, die Pflege
und Zucht von Tadorna variegata in Gefangenschaft;
Bull. Soc. Acclim. France 4. Ser. T. 2 pag. 150—173.
Derselbe, Croisements de canards. Influence de la
privation des alles sur la ponte; Bull. Soc. Acclim.
France 4. Ser. T. 2 pag. 401—406.
E. Rüdiger berichtet über Pflege von Conurus jen-
daya.m Gefangenschaft; Zool. Gart. 26. Jahrg. p. 74 — 78.
P. L. Sclater berichtet über Zucht von Cyanopolius
cyanus im Zool. Garten in London u. üb. neue Erwerbungen
wie Mycerobas melanoxanthus^ Sturnia andamanensis, Di-
lophns curimculatus, Colins capensis; Proc. Z. S. London
1885 pag. 2—3 und 168, 322, 421, 542, 609.
N*
196 A n t. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
Derselbe, List of the Additions to the Society 's
Menagerie during the year 1885; Proc. Z. S. London
pag. 932—956.
P. L. Simmonds giebt statistisclie Notizen über den
Umfang des Handels mit Vogelfedern; [Journ. of the
Society of arts] übersetzt in: Bull. Soc. Acclim. France
4.Ser. T. 2 pag. 596— 60L
T. E. Wilcox berichtet über Einbürgerung von Pha-
sianns sp.? in Oregon und von Ortyx virginiana in Idaho;
Auk Vol. 2 pag. 315.
Hausgeflügel: J. Bungartz, Hühnerrassen. Illustr.
Handbuch zur Beurtheilung der Rassen des Haushuhns.
Leipzig, Twietmeyer. M. 24 Taf.
Derselbe, Taubenrassen. Illustr. Handbuch zur
Beurtheilung der Rassen der Haustaube. M. 24 Tafeln,
ebenda.
V. Cornil et P. Megnin, Memoires sur la Tuber-
culose et la diphterie chez les Gallinaces; Journ. de
Tanatom. et phys. 21. Jahrg. No. 3 pag. 268 — 285 T. 13.
W. Dackweiler, Rationelle Geflügelzucht für die
Züchter von Nutzgeflügel, besonders für den Landmann.
2. Aufl. Düren, Solinus. 8'^. 142 pag.
B. Dürigen, Die Geflügelzucht nach ihrem jetzigen
rationellen Standpunkte. Mit 80 Rassetafeln und zahl-
reichen Holzschnitten. Berlin, Parey 1886. gr. 8*^. 780 S.
0. Grünhaldt, Die künstliche Geflügelzucht. 3. neu
bearbeitete Auflage mit 11 Holzschnitten. Dresden,
Schönfeld. 1885. gr. 8«. 76 S.
T. W. Willard berichtet über einen Trochüus co-
hibris, welcher etwa zwei Monate in Gefangenschaft mit
Zuckerwasser erhalten wurde ; Auk Vol. 2 pag. 218 — 219.
H. Landois berichtet über Apterismus bei Hühnern:
Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 282—283.
E. Leroy, La Poule pratique. Didot et Ci. Paris 1885.
C. Pal lisch berichtet über Luftgeschwülste bei
Vögeln; Zool. Gart. 26. Jahrg. pag. 87 — 88 [vergl. oben
Liebe].
Naturgeschichte tier Vögel währenrl fies Jahres 1885. 197
G. Prütz, Illustriertes Mustertauben -Buch. Ent-
haltend das Gesammte der Taubenzucht. J. F. Richter,
Hamburg- Lief. 11 — 25 erschienen.
M. Widhalm, Die Brieftaube, deren Geschichte, Zucht,
Pflege und Dressur nach eigenen Erfahrungen für mili-
tärische, touristische und allgemeine Zwecke gesammelt;
Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 142, 150, 158—159,
182, .195, 206—207, 219, 242—243, 255, 279, 291.
L. Wright, The Book of Poultry. London 1885.
4^. 586 pag.
M. J. Schuster, Truthahn, Perlhuhn, Fasan und
Pfau als Nutz- und Ziervögel. Ilmenau und Leipzig,
Schröter. 8».
Derselbe, Das Huhn im Dienste der Land- und
Volkswirthschaft sowie des Sports. Ilmenau, Schröter. S^.
160 pag-.
V. Systematik.
A» Allge^neines,
A. Fiori, Sopra alcuni caratteri clistintivi di alcuni iiccelli;
Ann Soc. Natur. Modena (2) Ann. 15 pag. 199—206. [Vom Referenten
nicht gesehen.]
J. S. Kingsley, The Standard Natural History. Vol. 4 Birds.
[by Barrows, EUiot, Stejneger, Kingsley] Boston. 8". 558 pag. 25 pl.
273 cuts.
M. Menzbier, Vergleichende Osteologie der Pinguine und
ihre Anwendung auf die Hauptabtheilungen der Vögel (Wissensch.
Verhandl. d. Moskauer Univers. Lief. 5 1885 pag. 1—95 mit einer
Taf.) — Russisch. Nach einem Referat von S. Nikitin (N. Jahrb.
f. Min. ets. 1887 pag. 137) beleuchtet Verf. in dieser Arbeit die von
Huxley und Marsh vorgeschlagenen Klassificationen der Vögel und
kommt zu dem Schluss, dass die Pinguine als selbständige Unter-
klasse — Eupodornites — zu betrachten seien. Die Klasse der
Vögel zerfällt sonach in 5 Unterabtheilungen : 1 . Saururae (Ärchae-
oi^teryx), 2. Batitae (Laoptenjx, Hesperornis, Baptornis, Dasornis,
Diatryma, Gastornis, Stridhio etc.), 3. Odontotormae {Ichthyornis, Apa-
tornis, Ärgillornis) , 4. Eupodornites [Palaeeudyptes], receute Pinguine,
5. Carinatae. Ärchaeopteryx gehört einem selbständigen, ausge-
storbenen Seitenzweige, nicht aber den Vorfahren der recenten
Vögel an. Zwischen Ratiten und Carinaten fehlen bis jetzt die
Zvdschenformen. Die Odontotormae sind wegen der Zähne und bi-
198 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
concaven Wirbel nicht als Ahnen der Carinaten zu betrachten. Die
Osteologie der Eupodornites, namentlich ihre opisthocölen Wirbel,
eigen thümlich er Bau der Mittelfussknochen, embryonaler Ui'ostj'l etc.
nöthigen, dieselben als selbständigen Seitenzweig zu betrachten,
dessen Wurzeln wenigstens in der mesozoischen Aera zu suchen sind.
A. Reichenow und H. Schalow setzen das Compeudium der
neu beschriebenen Gattungen und Arten fort. Ser. 8 : enthaltend
die während des Jahres 1883 neu beschriebenen Gattungen und Arten ;
Joun. Orn. 33. Jahrg. pag. 452—463
[Vergl. auch Pawlow und Woodward oben S. 153 u. 154.]
B, Specielles.
[Anordnung und Begrenzung der Familien nach dem System des
Referenten (Vögel d. Zoolog. Gärten) in umgekehrter Folge.]
Familie Sylviidae.
W. E. Brooks kritisirt einige Arten der Sylviiden; Ibis (5)
Vol. 3 pag. 387—389.
Erithacus rubecida bei Tromsö unter dem 69 " n. Br. brütend
gefunden; Hartwig, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 19
Hijpolais icterina in Norfolk; J. E. Harting, Zoologist Vol. 9
pag. 65.
Myiophoneus borneensis vermuthlich n. sp. von Borneo; H. H.
Slater, Ibis (5) Vol. 3 pag. 124.
Phylloscopus sp., nahe verwandt mit Ph. rufus, aber abweichend,
vielleicht nordische Abart desselben, im Werrathal bei Münden erlegt,
wird beschrieben; H. v. Berlepsch, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 19.
Poecüodryas hypoleuca für Salawatti nachgewiesen, F. H. Guille-
mard ; Proc. Z. S. London 1885 pag. 632.
Begulus Calendula, Beschreibung der Geschlechts- und Alters-
kleider; C. W. Beckham, Proc. U. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 625—628.
Ruticilla tithys in Somersetshire ; P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 3
pag. 237.
Buticilla tithys in Oxfordshire ; W. Fowler, Zoologist Vol. 9
pag. 31.
Saxieola deserti in Yorkshire; W. E. Clarke, Natural. London
pag. 387 u. Zoologist Vol. 9 pag. 479. — Bei Spurn Head (England)
am 17. Oct. 1885 erlegt; H. E. Dresser, Proc. Z. S. London 1885
p. 836. — S. oenanthe wahrscheinlich brütend am Nordstrand des Golfs
von St. Laurence ; C. H. Merriam, Auk Vol. 2 pag. 305. — S. PhüUpsi
n. sp. vom Somaliland; G. E. Shelley, Ibis (5) Vol. 3 pag. 404 T. 12.
Sialia sialis azuream Arizona; W. Brewster, Auk Vol. 2 pag. 85.
Sylvia hortensis auf den Faroer-Inseln ; W. E. Clarke, Zoologist
Vol. 9 pag. 33. — S. nisoria in Norfolk; J, E. Harting, ebenda p. 65.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 199
Turdiis amaurochalinus Gab. besserer Name für T. leucomelas
Vieill., welche Art ungenau beschrieben und deshalb zweifelhaft
ist; H. V. Berlepsch, Zeitschr. ges. Orn. 2, Jahrg. pag. 112. — T. co-
morensis n. sp. von Gross-Comoro ; Milne Edwards u. Oustalet, Compt.
Rend. 101 pag. 221. — T. musteUnus in Maine; J. L. Goodale, Auk
Vol. 2 pag. 215. — T. murinus n. sp. vom Britischen Guiana, nahe
T. ignohilis; 0. Salvin, Ibis (5) Vol. 3 pag. 197. — T. pilaris, Ver-
breitung als Brutvogel in Deutschland; A. v. Homeyer, Mitth. Orn.
Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 8-9, 21, 31—32, 40-42, 54—56. s. auch
E. F. V. Homeyer, ebenda pag. 245—247, 257—259. — T. varius bei
Westport in Mayo erlegt; A. G. More, Zoologist Vol. 9 pag, 111.
Familie Timeliidae.
Argya Aylmeri n. sp. vom Somaliland ; G. E. Shelley, Ibis (5)
Vol. 3 pag. 404 T. 11 F. 1.
HarporhyncJms guttatus n. sp. von der Insel Cosumel (Yucatan),
nahe H. longirostris ; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3
(extras print. Febr. 26. 1885). — H. melanostoma n. sp. von Cosumel;
O. Salvin, Ibis (5) Vol. 3 pag. 187 [identisch mit H. guttatus Ridgw.].
Macronus KettleweUi n. sp. von den Sulu-Inseln; F. H. Guille-
mard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 262 T. 18 F. 2.
Mimiis caroUnensis auf den Farallone-Inseln ; Gh. H. Towusend,
Auk Vol. 2 pag. 215-216.
Mixornis cagayanensis n. sp. von Gagayana, ähnlich M. hör-
nensis; F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 419 T. 25.
Odontorhynchus Branickii n. sp. von Ecuador; L. Taczanowski
u. H. v. Berlepsch; ebenda pag. 72 T. 7 F. 1.
Pinarochroa hypospodia n. sp, vom Kilimandjaro, nahe P, sor-
dida; G. E. Shelley, ebenda pag. 226 T. 13,
Presbys hogotensis n. sp. von Bogota; H. Matschie, Journ. Orn.
33, Jahrg. pag. 466.
Beetes cerviniventris u. lettcorJiynchus abgeb.; Gould, B. New-
Guinea Th. 20.
Begulus Calendula, Färbung des $ und jungen $ ; Gh. W. Beck-
ham, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 625—628.
Bhopophilus deserti beschrieben, zwischen B. pekinensis und
alho-superciliaris stehend; M. Menzbier, Ibis (5) Vol. 3 pag. 354—356.
Troglodytes a'edon Marianae n. subsp. von Süd- Arizona; W. E. D.
Scott, Auk Vol. 2 pag. 351. — T. hirtensis abgebildet; Dixon, Ibis (5)
Vol. 3 T. 3. — T. Beani n, sp, von der Insel Gonsumel (Yucatan);
R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras print.
Febr. 26. 1885).
200 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungeu in der
Familie Paridae.
Äcredula rosea ist in AVesteuropa, in England und Belgien,
Brntvogel, während Ä. caiidata nur im Winter von Osten und Norden
her dorthin verstreicht. Letztere kommt hingegen im Osten, vielleicht
schon von Schlesien ab, sicher in Polen, allein vor. In Mittel-
deutschland und Oesterreich findet häufiges Zwischenbrüten beider
Formen statt; H. v. Berlepsch, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 17 — 18,
Aegithalus pendulinus hat nach dem Chronisten Beckmann am
Uecker-See bei Prenzlau (Mark) gebrütet; C.Bolle, ebenda pag. 215.
Leptopoeclle Sophiae major n. subsp. vom Tarimfluss in Kasch-
gar; M. Menzbier, Ibis (5) Vol. 3 pag. 353.
Panurus Uarmicus in Oldenburg beobachtet; F. Wiepken, Journ.
Orn. 33. Jahrg. pag. 423.
Panis cinerascens n. sp. von Borneo nahe P. cinereus; H. H.
Slater, Ibis (5) Vol. 3 pag. 122 T. 4. [Name später verändert
in P. saraivacensis ; P. L. Sclater, ebenda pag. 327.] — P. ixdlidi-
ventris n. sp. von Kakoma (Ost- Afrika), nahe P. rußventris Boc;
Reichenow, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 217. — P. palustris in
Stirlingshire brütend; "W. Evans, Proc. R,. Phys. Soc. Edinb, 1885
pag. 448—451. — P. Thruppi n. sp. vom Somaliland, nahe P. afer;
G. E. Shelley, Ibis (5) Vol. 3 pag. 406 T. 11 F. 2. — P. Wiemuthi
Dyb. Mss., synonym mit P. kamtschatkensis (Bp.) ; L. Stejneger, Res.
Orn. Expl. Kamtschatka pag. 297.
Poecilia palustris crassirostris n. subsp. vom Sidemi, Ussurien;
L. Taczanowski, Bull. Soc, Zool, France 10. Ann. pag. 470.
Polioptila. Uebersicht über die Arten der Gattung, welche
nach Ansicht des Verf. unter die Muscicapiden in die Nähe von
Stenostira zu stellen ist. 14 Arten sind aufgeführt, darunter 3 neue ;
R. B. Sharpe, Cdt. B. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 440—455. — P. parvi-
rostris n. sp. vom Oberen Amazonenstrom ; ebenda pag, 448. — Pol.
Sclateri u. sp, von Venezuela, Santa Maria u. Columbien; ebenda
pag. 449. — P. lactea n. sp. von unbek Herk. ; ebenda pag, 453. —
P. albiventris n. sp. von Yucatan, nahe P. nigriceps; G, N. Lawrence,
Ann. New York Ac. Sc. Vol. 3 pag. 273,
Suthora webbiana mantscJmrica n. subsp. von Alamanowka,
Ussurien; L, Taczanowski, Bull. Soc. Zool. France 10. Ann. pag. 470.
Familie Certhiidae.
Sitta caesia bei Tanger in Marocco nachgewiesen; F. G. Reid,
Ibis (5) Vol. 3 pag. 243. — S. Wldteheadi abgebildet; Whitehead,
Ibis (5) Vol. 3 T. 2.
Tichodroma muraria in Lancashire; Mitchell, Birds of Lanca-
shire, London: Van Vorst.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 201
Familie Dacnididae.
R. B. Sharpe hat im 10. Bande des „Catalogue of the Birds
in the British Museum pag. 1 — 84" die Familie Bkaeidac mono-
graphisch behandelt. Verf. unterscheidet 19 Gattungen : Hemignatlms
(3 Species), Brepanis (1), Vestiaria (l), Himatione (2), Dicaeum (47
u. 2 subsp.), Loxioides (1), Loxops (3), Psittirostra (1), Tinaroloxias
n. g. (1), Oreocharis (1), Pardalotus (8 u. 1 subsp.), Parmoptüa (1),
Prionochilus (15), Pholidornis (2), Lobornis (1), Urocharis (1), 31e-
Icmocharis (4), Pristorhamphus (1), Bhamphocharis (1).
Certhiola. Uebersicht über die Arten der Gattung mit kurzer
Charakteristik der einzelnen Species (19) in Form eines Schlüssels
und Synonymie. C. magnirostris Tacz. ist, als dem Verf. unbekannt,
nur in Anmerkung aufgeführt; R. Ridgway, Proc. Un. St Nat. Mus.
Vol. 8 pag. 27 — 30. — C. hanmüvora, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti
T. 21. — C. FinscJii n. sp. von Dominica, ähnlich C. martinicana u
C. SimdevalU n. sp. von Guadeloupe, nahe C. dominicana; R. Ridgway,
Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 25 u. 26. — C. Sancti Thomae
n. sp. von St. Thomas u. St. John (= C. p)ortoricens is Fmsch part.);
ebenda pag. 29.
Coereha coeridea microrhyncha n. sp. Bucaramanga; H. v. Ber-
lepsch, Journ. Ornith. 1884 pag. 287.
Dicaeum pidchrius und ruhrocoronatiim abgebildet ; Sharpe, Cat.
B. Brit. Mus. Vol. 10 T. 1.
Lobornis Alexandri abgebildet ; ebenda T. 2 F. 2.
Pholidornis rubrifrons abgebildet; ebenda T. 2 F. 1.
Pinaroloxias s. unter Fringillidae.
Pristorhamphus Vesteri abgeb. ; Gould, B. New Guinea T. 19
Bhamphocharis crassirostris abgeb.; ebenda Th. 20.
Urocharis longicauda abgeb. ; ebenda Th. 19.
Familie Nectariniidae.
Cinnyris HiimbloU n. sp. von Gross-Comoro ; Milne Edwards u.
Oustalet, Compt. Rend. 101 pag. 220. — C. mediocris n. sp. vom Ki-
limandjaro, zwischen C. cJialybeus und chlor opy (jiiis ; G. E. Shelley,
Proc. Z. S. London 1885 p. 228. — C. scapiüatus n. sp. von Gabun
(Westafrika) (nach Ansicht des Autors verschieden von C. fuUginosa) ;
A. T. de Rochebrune, Bull. Soc. Philom. Paris T. 9 pag. 89.
Cyrtostomus frenatiis Plateni n. subsp. von Süd-Celebes; W.
Blasius, Zeitschr. ges Orn. 2. Jahrg. pag. 289 T. 12.
Nectarinia Johnstoni n. sp. vom Kilimandjaro, nahe N. famosa;
G. E. Shelley, Proc. Z. S. London 1885 pag. 227 T. 14.
202 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Familie Meliphagidae.
Eiithyrhynchus flavigula, fulvigida u. grismjida abgeb. ; Gould, B.
New-Giünea Th. 20.
Glycychaera fallcix abgeb.; ebenda Th. 19.
Myzomela Ännabellae abgeb.; H. 0. Forbes, A Naturalist's
Wand, in the East. ArcMpelago. Titelblatt.
OecUstoma pggmaeum abgeb.; Gould, B. New Guinea Th, 20.
Ptüotis alhonotata abgeb.; ebenda. — Pt. ariiensis n. sp. von
den Ara-Inseln ; R. B. Sharpe, Rep, Zool Coli. Alert 1884 pag. 19.
Stigmatops chlm'is abgeb.; Gould, B. New-Guinea Th. 20.
Zosterops brunneicauda u. uropygialis abgeb. ; ebenda Th. 19. —
Z. sumhaensis n. sp. von Sumbava, ähnlich Z. brunneicauda; F. H.
Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 508. — Z. mouroniensis u.
Angasizae nn. spp. von Gross - Comoro ; Milne Edwards u. Oustalet,
Compt. Rend. 101 pag. 221.
Familie Brachypodidae.
Hypsipetes parvirostris n. sp. von Gross-Comoro ; Milne Edwards
u. Oustalet, Compt. Rend. 101 pag. 222.
Ixonotus Landanae n. sp. von Landana am Kongo ; E. Oustalet,
Ann. Sc. Nat. Zool. T.17 No. 5 u. 6 Art 8.
Familie Alaudidae.
Älauda hrachydactyla in Kent (England) gefangen ; Th. Fisher,
Zoologist Vol. 9 pag. 31 u, 108. — A. rufa Gm. s. Anthiis lutescens.
Mirafra erythrocephala n. sp. von Cochinchina; T. Salvadori u.
E. Giglioli, Atti^ R. Acc. Sc. Torino Vol. 20 pag. 429.
Familie Sylvicolidae.
Mniotiltidae. R. B. Sharpe giebt eine Monographie dieser von
ihm als Familie aufgefassten Gnippe. Dieselbe enthält 21 Genera:
Leucopeza (2 sp.), Helminthotherus (2), Helmintliophüa (9 u. 4 subsp.),
Protonotaria (1), Mniotüta (1), Panda (4 u. 3 subsp.), Dendroeca
(36 u. 5 subsp.), Perissoglossa (1), Peucedramiis (1), Siuriis (3 u.
1 subsp.), Oporornis (2), Ligia (1), Geotldypis (13 u. 1 subsp.), Tere-
tistris (2), Granatellus (4), Icteria (1 u. 1 subsp.), Basüeuterus (32 u.
3 subsp.), Ergaticus (2), CardelUna (1), Setophaga (15 u. 2 subsp.).
Myiodioctes (4 u. 1 subsp.); Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 225—439.
Motacülidae. R. B. Sharpe giebt eine Monographie dieser
als Familie aufgefassten Gruppe. Verf. nimmt 7 Gattungen an:
Motacüla (23 Arten u. 4 Unterart.), Limonidromus (1), Anthus (33
u. 4), Xanthocorys n. g. (1), Neocorys (1), Oreocorys n. g. (1), Ma-
crofiyx (4); Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 456-629.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 203
Änthiis lutescens Puch. für die kleine brasilianische Pieperärt
anzuwenden; Alauda rufa Gm. bezieht sich wahrscheinlich auf
Anthus correndera oder A. fureatus; H. v. Berlepsch, Zeitschr. ges.
Orn. 2. Jahrg. pag. 114. — A. nilyhirimsis n. sp. vön Süd-Indien;
R. B. Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 550. — A. 'pcdlidiventris
n. subsp. von West- Afrika; nahe A. pyrrhonotus ; ebenda pag. 560.
Basileuterus aurlcularis n. sp. von Columbien, Ecuador u. Bo-
livien; R. B. Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. Vol 10 pag. 386. — B. me-
rklanus n. sp. von Merida ; ebenda pag. 387. — B. Boraimae n. sp. ;
ebenda pag. 392. — B. boUvianus n. sp. ebenda pag. 402. — B. vera-
(jiiensis n. subsp. von Veragua und Panama, nahe B. leucopygius;
ebenda pag. 403.
Buarremon alUceps Tacz. wird zur Gattung Pyrgisoma gestellt
von P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 3 pag. 275. — B. flavo-virens wird
zur Gattung Chlorospingus gestellt von P. L. Sclater, ebenda p. 274
bis 275. — B. sordidus Lawr. identisch mit B. palUdinuchus jun.;
ebenda pag. 275.
CalUste (Tanagra) cyanocephala (Müll.) für C. festiva (Shaw)
anzuwenden; H. v. Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. p. 118.
— C. pidchra aequatoricdis v. Berl. n. subsp. von Ecuador; L. Tacza-
nowski und H. v. Berlepsch, Proc. Z. S. London 1885 pag. 77. —
C. Gouldi n. sp. von Süd-Brasilien, nahe C. thoracica; P. L. Sclater,
ebenda pag. 849, — C. Taylor i Stolzm. n, sp. von Ecuador, nahe
C. rußcervix; L. Taczanowski u. H. v. Berlepsch, ebenda pag. 78.
Calobates melanope auf Waigiu; F. H. Guillemard, ebenda
pag. 644.
Cklorospingus Eeyi n. sp. von Merida, Venezuela, nahe Ch. super-
ciliaris; H. v. Berlepsch, Ibis (5) Vol. 3 pag. 288. — Ch. signatus
n. sp. von Ecuador; L. Taczanowski u. H. v. Berlepsch, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 82.
Bendroica. Uebersicht über die Arten der Gattung nebst kiu'zer
Charakteristik derselben. Verf. nimmt 7 Species an; aestiva, petechia
mit den subsp. petechia, Gundlachi, ruficapilla, melanopbera, rufivertex
u, aureokij capitalis, rufopileata, rufigula, Vieilloti mit den subsp.
Vieilloti u. panamensis, Bryanti mit den subsp. Bryanti u. easta-
neiceps. Neu ist beschrieben: D. Bryanti castaneiceps von West-
Mexico u. Cap St. Lucas; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 8 pag. 348—350. — D. coronata im Winter in Maine ; J. L.
Goodale, Auk Vol. 2 pag. 216. — D. granadensis n. subsp. von Co-
lumbien, ähnlich D. Vieilloti; R. B. Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10
pag. 284. — D. Kirtlandi bei St. Louis erlegt; 0. Widmann, Auk
Vol. 2 pag. 382. — D. an der Westseite des Huronsee's bei den
„Straits of Mackinac" erhalten; C. H. Merriam, ebenda pag. 376. —
D. petechia rufivertex n. subsp. von der Insel Consumel (Yucatan);
R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras print. Febr. 26
204 Ant Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
1885), — D. Vigorsi (Sylvia Vigorsii Aud.) anzuwenden f. I). pinus
(Sylvia pimis Wils. nee Lath.). Certhia pinus L. {■= Sylvia pinus
Lath.) identisch mit S. soUtaria AVils.; L. Stejneger, Auk Vol. 2
pag. 343. — D. palmarum in New -Hampshire; A. P. Chadbourne,
ebenda pag 104.
Bulus siehe unter Museicapidae.
Euphonia purpurea Lawr. vermuthlich identisch mit E. violacea
von Cayenne; P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 3 pag. 272.
Geothlypis aeqiiinoctialis, auricularis, chiriquensis, melanops,
poliocephala, trichas u. velata Köpfe abgeb.; Sharpe, Cat. B. Brit.
Mus. Vol. 10 T. 9. — G. speciosa abgeb. ebenda T. 10 — G. cani-
capilla (Sws.) für G. (Trichas) velata (Vieill.) anzuwenden; H. v.
Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 115.
Granatellus Sdllaei Boucardi n, subsp. von Yucatan; R. Ridg-
way, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 23
Helinaia Swainsoni Aud., Beschreibung, systematische Stellung
und Verbreitung; W. Brewster, Auk Vol. 2 pag. 76—80 u. 105. —
H. Sivainsoni auf Jamaica; C. H. Merriam, ebenda pag. 377.
HelminthopJdla leiicohronchialis, Beschreibung der Art und der
Varietät H. Laivrencei Herrick, welche vermuthlich einen Bastard
von H. pinus und chrysaptera darstellt, sowie einer vermuthlichen
Zwischenform von H. leucohronchialis u. H. chrysoptera; R. Ridgway,
Aiik Vol. 2 pag. 359 — 363 [vergl. Fisher unter Biologie]. — H. leuco-
hronchialis in New -Jersey; C. B. Ricker, ebenda pag. 378. — Bei
Sing-Sing, New -York; A. K. Fisher, ebenda. — In Virginia; W.
Palmer, ebenda pag. 304. — In Connecticut ; J. H. Sage ebenda.
Helminthotherus vermivorus in Süd- Connecticut nistend; J, H.
Sage, Auk Vol. 2 pag. 305.
Helonaea Swainsoni in Süd -Florida; C. H. Merriam, ebenda
pag. 104.
Lanio Laivrencii nom. n. pro L. atricapillus (Lawr.) (Tachy-
phonus atricapillus Lawr.); P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 3 pag. 272
T. 6 F. 2.
Motacilla, Unterschiede von M. japonica, lugens und ocularis;
L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka pag. 289, — M. heema,
campestris u. flava, Köpfe abgeb.; R. B. Sharpe, Cat. B. Brit. Mus.
Vol. 10 T. 6. — M. horealis u. cinereicapilla, Abb. d. Köpe; ebenda
T. 7. — M. Feldeggi u. Kaleniczenkii, Abb. d, Köpfe; ebenda T. 8. —
M. Hodgsoni, per Sonata u. persica, Abb. d. Köpfe; ebenda T, 5. —
M. lugens u. ocularis, Abb. d. Köpfe, ebenda T. 4. — M. grandis
n. sp. von Japan und der Küste Ost-Sibiriens; Sharpe, Cat. B. Brit.
Mus. Vol. 10 pag. 492. — M. xantlwphrys n. sp. vonLenkoran; ebenda
pag. 532 T. 8 F. 6 (Kopf).
Nesospingus n. g. Bill much stouter and thicker than in Chloro-
spingus. Large Fringilline feet. Typus : Chlorospingus speculiferus
Naturg-eschichte der Vögel währeiid des Jahres 1885. 205
Lawr.; P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 3 pag. 273— 274 (mit Abb. von
Kopf, Fuss, Flügel und Schwanz.)
Oporornis agilis in New - Hampshire ; A. P. Chadbourne, Auk
Vol. 2 pag. 104.
Oreocorys n. g. : Plumage mottled, the feathers of the npper
siirface edged with pale margins; upper part of hinder tarsiis with
scntellations. Culmen decurved. Tyi)us: Heterura sylvana Hodgs.;
R. B. Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 622.
Panda nigrilora ii. piWa?/ifm abgebildet; Sharpe, ebenda T. 11
— P. pitiayumi pacifica n. sp. von Ecuador; H. v. Berlepsch, Proc.
Z. S. London 1884 pag. 286.
Fhoenicophüus palmarum, Kopf abgab. ; Cory, B. Haiti T. 21
Fhoenicothraupis peruvianus Tacz. anscheinend identisch mit
Ph. rhocUnolaema Salv. und Grodm. ; P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 3
pag. 272.
Pipilo mystacalis Tacz. (= Buarremou Nationi Sei.) wird zur
Gattung Pyryisoma gestellt von P. L. Sclater, ebenda pag. 275.
Poecilothraupis xKilpehrosa caerulescens v. Berl. n. subsp. von
Ecuador; L. Taczanowski u. H. v. Berlepsch, Proc. Z. S. London
1885 pag. 80.
PyrrJwcoma ruficeps ^ u. $ abgebildet; Zeitschr. ges. Ornith.
2. Jahrg. T. 6.
Saltator siviilis pallidiventris n. subsp. von Bahia (nördliche
Abart); H. v. Berlepsch, ebenda pag. 121.
Setophaga Guatemalae n. subsp., nahe S. picta; R B. Sharpe,
Cat. P. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 417.
Siyindalis Benedicti n. sp. von der Insel Cosumel (Yucatan),
nahe ^S*. zena; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extr.
print. Febr. 26 1885). — Sp. exsid n. sp. von Cosumel; 0. Salvin,
Ibis (5) Vol. 3 pag. 189 T. 5 [identisch mit Sp. Benedicti Ridgw.].
Tachyphonus Nattereri Plz. beschrieben und abgebildet; P. L.
Sclater, Ibis (5) Vol. 3 pag. 273 T. 6 F. 1.
Teretistris Fernandinae u. tornsl abgeb.; Sharpe, Cat. B. Brit.
Mus. Vol. 10 T. 12.
Trichothraupis (Muscicapa) melanops (Vieill.) hat vor Tachy-
phonus quadricoloo' Vieill. die Priorität: H. v. Berlepsch, Zeitschr.
ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 120.
ürothraupis n. g. Rostrum breve, compressum, culmine arcuato,
tomiis maxillae apice emarginatis ; pedes robusti; alae longiusculae,
remige 4 a longissima, 3 a et 5 a aequalibus, quarta parum brevioribus;
cauda longiuscula, rectricibus latis subacuminatis, apice rotundata.
Typus: U. StoUmanni n. sp. von Ecuador ;'L. Taczanowski u. H. v.
Berlepsch, Proc. Z. S. London 1885 pag. 83 T. 8.
Xanthocm-ys u. g. Plumage generally mottled and Larklike,
the feathers of the back with dark centres and pale edges; feet
206 Ant. Reiche now: Bericht über die Leistungen in der
pale; no scutellations on upper part of back of tarsiis. Profile of
culmen swollen from the centre to the tip. Outstretched feet reaching
beyond the tail. Feet extremely large, the bind toe and claw ex-
ceeding the tarsus in length. Near Macronyx, but rictal bristles
obsolete (not stroug), culmen less than bind claw (not equal) toe.
Typus: Anthus Natt&'en Sei; R. B. Sharpe, Cat. B. Brit. Mus.
Vol. 10 pag. 619.
Familie Fringillidae.
L. Olphe-Gralliard behandelt in dem 33. Fase, seiner Contri-
butions k la Faune Ornithologique de l'Europe occidentale die
Gattung Passer, welche vom Verf. der Familie Ploceidae zugerechnet
wird, eine Anschauung, welche in der That diuxh mehrere Gründe
zu rechtfertigen ist.
Ammodramus caudacutus Nelsoni an der atlantischen Küste
Nordamerikas; W. ßrewster, Auk Vol. 2 pag. 216. — Im unteren
Hudson-Thal, New- York; A. K. Fisher, Auk Vol. 2 pag. 306— 307.
Calamospka melanoeorys nom. nov. pro C. bicolor (Townsend)
(Fringüla bicolor Town. nee. Fr. Ucolw L.); L. Stejneger, Auk Vol. 2
pag. 49.
Cardinalis cardinalis superbus n. subsp. von Arizona; R. Ridg-
way, Auk Vol. 2 pag. 344—345. — C. saturatus n. sp. von der Insel
Cosumel (Yucatan) nahe C. virginianus coccineus; R. Rigdway, Proc.
Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras print. Febr. 26 1885).
Carpodacus erythrinus Grehnitskii n. subsp. von Kamtschatka;
L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka pag. 265.
Catamenia inornata minw n. subsp. von Ecuador; L. Taczanowski
u. H. V. Berlepsch, Proc. Z. S. London 1885 pag. 115 [s. auch Proc.
Z. S. 1884 pag. 293].
Chrysomitris spinus. Ueber eine abweichende Form des Zeisigs
aus Mähren berichtet Hartwig, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 103.
Euethia olivacea intermedia n. subsp. von der Insel Cosumel
(Yucatan); R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras
print. Febr. 26 1885. [Hierauf bezieht sich vermuthlich Phonipara
pusilla Salv. Ibis Vol. 3 pag. 190.]
Fringilla eitrinella in Sardinien; C. Lepori, Atti Soc. Nat.
Modena (3) Vol. 4 Anno 19 p. 163—168. — F. linaria auf Hiddensoe
brütend, auch in Ober-Engadin Brutvogel; A. von Homeyer,
Monatsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. 10. Jahrg. pag. 38—40
u. 24./25.Ber. üffenbach. Ver. f. Naturk. pag. 111—114.
Haplospiza unicolor "Gab. (^ u. $ abgebildet; Zeitschr. ges.
Ornith. 2. Jahrg. T. 8.
Junco cinereus, Beschreibung der Art und ilu'er geographischen
Abweichungen J. c. dm-salis u. /. c. palUatus n, subsp. J. cinei-eus
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 207
gehört den östlichen Bergdistrikten von Mexico an, dorsalis den Ge-
birgen Neu -Mexicos und Ost- Arizonas, paUiatiis Central- und Süd-
Arizona, vielleicht südwärts längs der westlichen Gebirgsketten
Mexicos sich ausdehnend ; E,. Ridgway, Auk Vol. 2 pag. 363—364.
Leiicosticte Eobowoskyi n. sp. Przschew. von Central -Asien
[erwähnt: Harting, Zoologist Vol. 9 pag. 227].
Linota Unaria u. Verwandte, Notizen über die Unterschiede
dieser Formen; W. E. Brooks, Ibis (5) Vol. 3 pag. 381 u. ff.
Loxia americana brütend in Columbia; H. M. Smith, Auk
Vol. 2 pag. 379 — 380. — L. curvirostra amet^icana in Ost-Massachusetts
brütend; F. C. Browne, ebenda pag, 105.
Loxigilla violacea, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti T. 21.
Melospiza palustris im Winter in Ost -Massachusetts; A. P.
Chadbourne, Auk Vol. 2 pag. 216.
Passer saturatus n. sp. von den Liu-kiu- Inseln, Japan, nahe
P. montanus; L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 p. 19—20.
Passerculiis princeps in Delaware; J. Dwight jr., Auk Vol. 2
pag. 105.
Fasserina ciris in Südwest -Kansas; N. S. Goss, Auk Vol. 2
pag. 276.
Peucaea aestivalis ilUnoensis synonym mit P. a. Baehmanni
(Fringilla Baehmanni Aud.), die Art verbreitet sich über Süd-Caro-
lina, Alabama, Texas, Kentucki, Tenessee, Süd-Illinois u. Indiana,
P. aestivalis (Lebt.) bewohnt hingegen Florida und Süd-Georgien;
W. Brewster, ebenda pag. 105—106. — P arizonae Ridgw. u. Merr.
identisch mit Coturniculus mexicanus Lawr. ; R. Ridgway, Proc. Un.
St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 98—99.
Phonipara phaeoptila von Roraima, vermuthlich identisch mit
Ph. fumosa Lawr. von Trinidad ; Salvin u. Godman, Ibis (5) Vol. 3
pag. 118. — Ph. zena u. olivacea, Kopf abgeb.; Cory, B. Haiti T. 21.
Pinaroloxias n. g. No bastard primary. Both mandibles of
ordinary proportions, and of nearly the same length. Culmen shorter
than the tarsus. Wing very long, exceeding the length of the tail
and tarsus combined. Nasal membrane exposed. Bill pointed and
not festooned, the culmen flattened in front of the nostrils. Typus:
Cactw7iis inornata Gould; R. B. Sharpe. Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10
pag. 52.
Pyrrhula major bei Berlin brütend; H. Schalow, Zeitschr. ges.
Orn. 2. Jahrg. pag. 28.
Speirmophila Euleri Cab. identisch mit mperciliaris v. Pelz.;
H. V. Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 122 T. 7.
Spiza americana in Maine; Ch. W. Townsend, Auk Vol. 2 p. 106.
Sporophila Cab. anzuwenden für Spermophila Sw. (nee Spermo-
philus Flem.) ; L. Stejneger, ebenda pag. 47.
208 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Familie Ploceidae.
Euplectes ladoensis n. sp. von Lado, nahe E. taha; Reichenow,
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 218.
Foudia consohrina n. sp. von Gross-Comoro ; Milne Edwards n.
Oustalet, Compt. Rend. 101 pag. 222.
Hahropya paludicola vielleicht $ von H. melpoda ; J. Cabanis,
Jomn. Orn. 33. Jahrg. pag. 464.
Hyphantoi'nis Cahanisi; Ptrs. identisch mit Ploceus intermedius
Rüpp. ; Reichenow, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 374. — H. castanei-
gidaO'Ah. scheint mit if. xanthoptera'E. u. Hartl. zusammenzufallen;
ebenda pag. 374. — H. melanops Gab. fällt mit Ploceus auricapillus
Sw. zusammen; ebenda pag. 374. — H. croc«^« Hartl. ist das $ von
Bymplectes ocularius (Smith); Reichenow ebenda pag. 374.
Limoneres nom. nov. i^ro DinemelUa ; Reichenow, ebenda p. 372.
Ploceus haglafecht Vieill. (= Hyphantwnis Guerini Gray) ist
kein Ploceus oder Hyphantornis, sondern ein Sijmplectes und sclüiesst
an aS'. Beichenowi u. Emini sich an; Reichenow, ebenda pag. 373. —
P. velatus Vieill., Synonymie der Art ; Reichenow ebenda pag. 374.
Sharpia Ayresi Sh. ist das $ von Calyphantria ridyiiceps (Sund.) ;
Reichenow, ebenda pag. 372.
Sycobrotus amaurocephcdus Cab. identisch mit Ploceus bicolor
Vieill, bewohnt Westafrika vom Senegal bis Angola, der südliche
Vertreter, Ploceus chrysoyaster Vig. (= greyalis Lebt. u. chrysomus
Sw.) geht im Osten nordwärts bis zum Sambesi; im tropischen Ost-
afrika kommt eine dritte Form vor: Symplectes stictifrons Fschr. u.
Rchw. n. sp. ; Reichenow, ebenda pag. 373.
Symplectes nigricollis Vieill. ist identisch mit Hyphantoi'7iis Gh'ayi
Verr., Ploceus atrogularis Voigt und Hyphantornis amauronotus
Rchw. Als $ gehört zu der Art Ploceus jonqiiülaceus Vieill. Dem
östlichen Vertreter der Form kommt der Name Sycobrotus melano-
xanthus Cab. zu, auf welchen vielleicht auch Ploceus flavocapiUus
Vieill. zu beziehen ist; Reichenow, ebenda pag. 373—374.
Textoi- Böhmi n. sp. aus Ostafrika (Gegend zwischen dem
Tanganjika und Victoria Niansa, nahe T. Binemelli; Reichenow,
ebenda pag. 372.
Familie Icteridae.
Icterus cucullatus igneus n. subsp. von Yucatan u. I. c. Nelsoni
n. subsp. aus dem Gebiet von Mazatlan bis Süd-Arizona und von
San Diego bis Cap St Lucas; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 8 pag. 18—19. — I. Hauxwelli n. sp. vom oberen Amazonen-
strom, nahe I. grace-annae; P. L. Sclater, Proc. Z. S. London 1885
pag. 671.
Molothrus ater anzuwenden für M. pec&ris; L. Stejneger, Auk
Vol. 2 pag. 49-50.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 209
Oriolus viridis Gm. bezieht sich wahrscheinlich auf den jungen
Vogel von Icterus dominicensis ; H. v. Berlepsch, Zeitschr. ges, Ornith.
2. Jahrg. pag. 127.
Quisccdus, Ursprung des Wortes, Quiscula zuerst von Gesner
als Bezeichnung für die Wachtel gehraucht; L. Stejneger, Auk,
Vol. 2 pag. 43—45. — Qu. niyer, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti T. 22.
Familie Sturnidae.
Calornis gularis abgeb. ; Grould, B. New - Guinea Th. 20. — C.
imnayensis auf Cagayana und den Suhl -Inseln; F. H. Guillemard,
Proc. Z. S. London 1885 pag. 419.
Mino Bumonti auf Batanta; F. H. Guillemard, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 645.
Pastor roseus bei Grafenegg in Niederösterreich im Juni 1884
beobachtet ; Graf Breunner, Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 46
bis 47. — Ueber Auftreten des Vogels in Oesterreich während des
Jahres 1884; v. Tschusi, ebenda pag. 59.
Strex^tocitta albicollis u. twquata abgebildet; Zeitschr. ges. Orn.
2. Jahrg. S. 13.
Familie Oriolidae.
Chibia pectm-alis auf den Sulu-Inseln; F. H. Guillemard, Proc.
Z. S. London 1885 pag. 259. — Auf Cagayana; ebenda pag. 418.
Oriolus viridis s. unter Icteridae.
Familie Paradiseidae.
Amhlyornis suhalaris, Beschreibung u. Abbildung des (J ; Finsch
u. Meyer, Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 390 T. 22.
Astrarcliia Meyer n. g. : rectricibus duabus intermediis longissimis
naviculiformibus, superne concavis et rectricibus lateralibus brevibus
a genere Astrapia differt. Typus: A. Stephaniae Finsch n. sp. von
dem Hufeisengebirge (Neu -Guinea); Finsch u. Meyer, ebenda p. 378
Taf. 18.
Biphyllodes chrysoptera Gould in Südost -Neu -Guinea heimisch;
Finsch u. Meyer, Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 387. — D. jobi-
ensis Meyer n. sp. von Jobi; ebenda pag. 388. — D. Hunsteini Meyer
n. sp. vom Hufeisengebirge (Neu-Guinea); ebenda pag. 389 T. 21.
Drepanornis cervinicauda, Abbildung beider Geschlechter; ebenda
Taf. 19.
Epimachus Meyeri Finsch n. sp. von dem Hufeisengebirge (Neu-
Guinea), nach einem $ beschrieben; Finsch u. Meyer, ebenda p. 380.
Arch. f. Naturgescli. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. Q
210 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen in der
Lo^j/iorina minor, Beschmihimg des Weibchens, Abbildung beider
Geschlechter; Finsch und Meyer, ebenda pag. 377 T. 17.
Lophoi'ina superha minw n. subsp. vom Astrolabe- Gebirge auf
Südost-Neu-Guinea; E. P. Ramsay, Proc. Lin. S. N. S. Wales Vol. 10
pag. 242—243.
Manucoclia chahßeata höhere Altersstufe von M. atra nach
F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 646. — M. ruhiensis
Meyer n. sp. von Rubi (Neu-Guinea); nahe M. chalyheata; Finsch u.
Meyer, Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 374.
Paradisea decora abgeb.; Gould, B. New-Guinea Th. 20. —
F. FinscJd Meyer u. sp. von Südwest - Neu - Guinea (Karan), nahe
P. minm-; Finsch u. Meyer, Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 383.
ParadisornisMeyer n. g. rostro altiore, magis compresso et curvato,
rectricibusque duabus intermediis angustis, spatuliformibus a genere
Paradiseae differt. Typus : P. RudolpM Finsch n. sp. von dem Huf-
eisengebirge (Neu-Guinea); Finsch u. Meyer, Zeitschr. ges. Orn.
2. Jahrg. pag. 385 T. 20.
Parotia Lawesii n. sp. vom Astrolabe-Gebirge auf Südost-Neu-
Guiuea; E. P. Ramsay, Proc. Lin. S. N. S. Wales Vol. 10 pag. 243.
. — Beschreibung des Weibchens, Abbildimg beider Geschlechter;
Finsch u. Meyer, Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 376 T. 16.
Phonygama imrpureo-violacea Meyer n. sp. von dem Hufeisen-
gebirge (Neu-Guinea), nahe Ph. Keraudreni; Finsch und Meyer,
ebenda pag. 375 T. 15.
Familie Corvidae.
Cissa hypoleuca n. sp. von Cochinchina; T. Salvadori und
E. Giglioli, Atti R. Acc. Sc. Torino Vol. 20 p. 427. - Dieselben liefern
[ebenda pag. 428] eine Uebersicht über die 5 Arten der Gattung:
C. ornata Wagl. von Ceylon, hypoleuca, speciosa Shaw, Himalaya,
Burma, Tenasserim, minor Gab., Sumatra, thalasdna Tem., Java.
Corvus cwax, Vorkommen in den Oesterreichischen Alpen-
läudern; 0. Reiser, Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 50—52,
65 — 67, 73 — 75. — C. GrehnitsMi Stejn. identisch mit C. hehringianus
Dyb.; L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka pag. 237. — C.
Kubaryi n. sp. von den Pelau- Inseln, am nächsten C. violacms;
Reichenow, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 110.
Cyanocorax cucuUaUis n, sp. von Costa Rica, ähnlich C ornatus;
R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 23. — C. Heilprini
n. sp. vom Rio Negro; A. F. Gentry, Proc. Ac. N. S. Philadelphia
Pt. 1 1885 pag. 90.
Garrulus sp., Zwischenform von G. ylandarius und cet'vicalis bei
Tanger in Marocco erlegt; S. G. Reid, Ibis (5) Vol. 3 pag. 246.
Naturgeschichte der Vög-el während des Jahres 1885. 211
Niicifraga caryocatactes, Zug im Herbst und Winter 1885 bei
Wien ; R. v. Dombrowski, Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 251
n. 274. — Zug in Sachsen; A. Bayer, ebenda pag. 263, 273—274.—
Bei Prossnitz in Mähren ; F. v. Sylva-Tarouca, ebenda pag. 299. —
In der Nähe des Stiftes Rein bei Graz im Murthale brütend;
F. S. Bauer, Mitth. Orn. Ver. AVien 8. Jahrg. pag. 43. — Zug in
Ungarn; G. Szikla, ebenda pag. 309— 310. — Bei Friedland in Böhmen ;
J. Michel, ebenda pag. 310. — In Kent; C. Willmott, Zoologist
Vol. 9 pag. 480. — In Mittelfranken, Brutvogel in Ostpreussen; Journ.
Orn. 33. Jahrg. pag. 269.
Perisoreus canadensis auffallender Zug am Golf von St. Laurence;
C. H. Merriam, Auk Vol. 2 pag. 107.
Familie Laniidae.
CoUyriocinda Boweri n. sp. von Queensland; E. P. Hamsay,
Proc. L. S. N. S. Wales Vol. 10 pag. 244.
Cydorhis insularis n. sp. von. der Insel Cosumel (Yucatan), nahe
C. flaviventris u. ochrocephala ; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. AVashing-
ton Vol. 3 (extr. print. Febr. 26 1885). — C. ochrocephala Tsch.,
Wiedi Pelz., cearensis Baird und viridis (Vieill.) bezüglich ihrer Ab-
weichungen von einander charakterisirt mit Angabe ihrer Verbreitung.
Auf Ü. cearensis bezieht sich C. viridis Burm. (nee Vieill.), auf
C. viridis (Vieill.) C. altirostris S^lv. u. Godm. (aus Tucuman); H. v.
Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 116.
Bryoscopus ruficeps n. sp. vom Somaliland; G. E. Shelley,
Ibis (5) Vol. 3 pag 402 T. 10 F. 1.
Lanius algeriensis im Elsass erlegt; W. Blasius, Braunschw.
Anzeigen 29. Oct. 1885. — L. excubitor bei Leeds (England) beob-
achtet: Th. Raine, Natural. No. 121 pag. 298. — L. ludovicianus in
New-Hampshire nistend; E. B. Frost, Auk Vol. 2 pag. 379. — L. ro-
hustus Baird; L. Stejneger hat die Litteratur über genannte Art
zusammengestellt. Das typische Exemplar wurde zuerst 1857 von
Cassin als L. elegans beschrieben. Verf. kann nicht entscheiden, ob
die Art der nordamerikanischen Fauna angehört. Das Vaterland
bleibt somit nach wie vor zweifelhaft; Proc. Ac. N. Sc. Philadelphia
Pt. 1 1885 pag. 91—96.
Pachycephala fuscoflava abgeb. ; Gould, B. New-Guinea Th. 19.
Beetes s. unter Timeliidae.
Telephonus Jamesi n. sp. vom Somaliland ; G. E. Shelley, Ibis (5)
Vol. 3 pag. 403 T. 10 F. 2.
Vireo atricapillus in Südwest-Kansas; N. S. Goss, Auk Vol. 2
pag. 274—276. — F. Bairdi n. sp. von der Insel Cosumel (Yucatan) ;
O*
212 A n t. R e i c h e n 0 w : Bericht über die Leistungen in der
E,. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras print.
Febr. 26 1885). — V. Fwreri n. sp. von Tres Marias ; J. v. Mada-
rasz, Term. Füz. Vol. 7 pag. 85 T. 6.
Vireolanius pulchellus verticalis n. subsp, von Costa Rica, R. Ridg-
way, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 24.
Vireosylvia cinerea n. sp. von der Insel Cosuniel (Yucatan), nahe
F. magister; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras
printed Febr. 26 1885). [Hierauf bezieht sich vermuthlich V. mayüter
Salv. Ibis Vol. 3 pag. 188.]
Familie Campophagidae.
Artamides x^ollens auf den Sulu-Inseln; F. H. Guillemard, Proc.
Z. S. London 1885 pag. 258,
Campophaga coendea und Petiti nn. spp. von Mayumba, resp.
Landana am Kongo; E. Oustalet; Ann. Sc. Nat. Zool. Taf. 17
No. 5 u. 6 Art. 8.
Edoliisoma melas auf Waigiu; F. H. Guillemard, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 634.
Graucalus cucuUatus u. sulphureus nn. spp. von Gross - Comoro ;
Milne Edwards u. Oustalet, Compt. Rend. 101 pag. 22L — G. magni-
rostris auf AVaigiu; F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885
pag. 633. — G. melanops auf Mysol; ebenda pag. 634.
Lalage atrovirens auf den Arfakbergen ; F. H. Guillemard, Proc.
Z. S. London 1885 pag. 635.
Pericrocotus elegans. Ueber das Variiren der rothen Berandung
der Schwingen dieser Art berichtet A. Müller, Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 153. — P. Marchesae n. sp. von den Sulu-Inseln; F. H. Guille-
mard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 259 T. 18 F. 1.
Familie Muscicapidae.
Ampelidae. R. B. Sharpe bildet eine Familie Ampelidae mit
den Gattungen Ampelis (3 Arten), Dulus {2), PhainopÜla {\), Phaino-
X>epla (1), Ptüogonys (2) und stellt dieselbe zwischen Hirundinidae
und Mniotiltidae; Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 211—224.
Chadempis Sclateri Ridgw. identisch mit Ch. macidata (Gm.),
welche Form wiederum das $ von Ch. sandwichensis Gm. darstellt;
P. L. Sclater, Ibis (5) Vol. 3 pag. 17—18. — $ und $ von Ch.
sandwicheiisis abgeb. ebenda T. 1.
Dulus dominicus, Kopf abgeb.; Cory, B. Haiti T. 21.
Humhlotia flavirostris n. g. et sp. von Gross-Comoro ; Milne Ed-
wards u. Oustalet; Compt. Rend. 101 pag. 221.
Naturgescliichte der Vögel wählend des Jahres 1885. 213
Miiscicapa (jriseosticta auf Waigiii und Mysol; F. H. Guillemard,
Proc. Z. S. London 1885 pag. 632. — 31. semitorquata n. sp. vom
Kaukasus, nahe M. alhicollis; E. F. v. Homeyer, Zeitsch. ges. Orn.
2. Jahrg. pag. 185—186 T. 10.
Myiagra fulviventris abgeb. ; Gould, B. New-Guinea Th. 19.
Bhipidura atrigularis n. sp. von den Pelau-Inseln, am nächsten
Bh. rufifrons u. versicolor; Reichenow, Journ. Orn. 33. Jahrg. p. HO.
Terpsiphone comorensis n. sp. von Gross-Comoro ; Milne Edwards
u. Oustalet; Compt. Rend. 101 pag. 222.
Familie Hirundinidae.
R. B. Sharpe liefert eine Monographie der Familie. Verf.
sondert zwei Unterfamilien: Hirundininae mit weicher Aussenfahne
der ersten Schwinge u. Pscdidoprocninae mit gezähneltem Aussensaum
an der ersten Schwinge beim Männchen. Erstere enthält 9 Gattungen :
Chelidon (6 Arten), Cotile (6 u. 6 Unterarten), Tachycineta (7), Fhe-
dina (2), Hirundo (27 u. 11 subsp.), Cheramoeca (1), Progne (7), Ätti-
cora (7), Petrochelidon (9 u. 1 subsp.). Die Psdlidoprocninae zerfallen
in: Pscdidoprocne (7 Arten) u. Steig idopteryx (3); Cat. B. Brit. Mus.
Vol. 10 pag. 85—210.
R. B. Sharpe and C. W. Wyatt, A Monograph of tlie Hi-
rundinidae, or Family of Swaliows. London Sotheram u. Co. Th. 1
u, 2 erschienen, enthält Abbildungen und Text von Hirundo semi-
rufa, leucosoma, lucida, angolensis u. striolata, Pscdidoprocne obscura,
H. senegcdensis, aethiopica, domicella, Gordoni, Chelidon dasypus u,
urhica, Cotile fuligida.
Cotile Shelleyi n. subsp., ähnlich C. riparia, Egypten; Sharpe,
Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 100.
Petrochelidon fulva, Kopf abgeb., Chory, B. Haiti T. 21. —
P. ruficollaris abgebildet; Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10 T. 3. —
Verbreitung in Peru; \Vr Nation, Proc. Z. S. London 1885 pag. 278.
— P. timoriensis n. subsp., nahe P. nigricans, Timor u. Flores; Sharpe,
Cat. B. Brit. Mus. Vol. 10 pag. 192.
Familie Eriodoridae.
Formicarius thoracicus Stolzm. n. sp. von Ecuador; L. Tacza-
uowski u. H. V. Berlepsch. Proc. Z. S. London 1885 pag. 101.
Herpsilochnms axillaris aeqitatorialis n. subsp. von Ecuador;
L. Taczanowski u. H. v. Berlepsch, ebenda pag. 100. — H. sticturiis
n. sp. von British - Guiana, nahe H. pileatus; 0. Salvin, Ibis (5)
Vol. 3 pag. 424.
214 A n t. R e i c h e n 0 w: Beric Ii r über die Leistungen in der
Heterocnemis saturata n. sp. von Roraima in Guiana, nahe
H. leuGostigma; 0. Salvin, Ibis (o) Vol. 3 pag. 427.
Tlicmmophilus maculatus Lafr. ii. d'Orb. Unterschiede von Th.
caeriilescens Vieill. ; H. v. Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg.
pag. 148.
Familie Anabat idae,
Anahazenops mentalis Stolzm. n. sp. von Ecuador; L. Tacza-
nowski u. H. v. Berlepsch. Proc. Z. S. London 1885 pag. 9H.
Owdodes fuscus (Vieill.) für Süd-Brasilien nachgewiesen; H. v.
Berlepsch u. H. v. Ihering, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 142.
Sijnallaxis slmjularis n. sp. von Ecuador; L. Taczanowski und
H. V. Berlepsch, Proc. Z. S. London 1885 pag. 96 T. 7 E. 2.
Xiphocolaptes crassirostris n. sp. von Ecuador; ähnlich X.
promeropirJiyncJms ; L. Taczanowski und H. v. Berlepsch, ebenda
pag. 113.
Familie Tyrannidae.
Contopas alhieoUis n. sp. von Yucatan; Gr. N. Lawrence, Ann.
]S. Y. Ac. Sc. Vol. 3 No. 5 pag. 156. — C. hispaniolensis, Kopf abgeb.;
Cory, B. Haiti T. 22. — C. pileatusn. sp. aus dem tropischen America;
ähnlich C. ardeskicus u. Bichardsoni; R. Ridgway, Proc. Un. St. ^at,
Mus. Vol. 8 pag. 21.
Elaenea murlna Burm. identisch mit Ornithion obsoletiim (Tem.);
H. V. Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 131.
Ernpidonax gracilis n. sp. von der Insel Cosumel (Yucatan);
R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras print. Febr. 26
1885). — E. nanus, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti T. 22.
Euscarthmus cinereus Burm. identisch mit Serpophaga nigricans
(Vieill.); H. v. Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 130.
Jodopleura leucopygia n. sp. von British-Griiiana, nahe J. pipra
0. Salvin, Ibis (5) Vol. 3 pag. 30o. -•
Milvidus fwficntus in Manitoba ; E. T. Seton, Auk Vol. 2 p. 218.
Myiarchus dominicensis, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti T. 22. —
31. plaUjrhyncJms n. sp. von der Insel Cosumel (Yucatan); R. Ridg-
way, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras print. Febr. 26 1885.)
Myiohius phoenicomitra Stolzm. n. sp. von Ecuador; L. Tacza-
nowski u. H. V. Berlepsch, Proc. Z. S. London 1885 pag. 91.
Myiodynastes chrysocephalus minor \\. subsp. von Ecuador; L. Tac-
zanowski u. H. v. Berlepsch, ebenda pag. 91.
Ochthoeea consohrina n. sp. von Bogota, Neu-Grranada ; H. v.
Berlepsch, Ibis (5) Vol. 3 pag. 289.
Orchüus auricularis pyrrhotis vermuthlich neue südliche Abart
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 215
(Süd-Brasilien); H. v. Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg.
pag. 130.
Fitangus Gabbii, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti T. 22.
Pogonotriccus Gualaquizae Sei n. sp. von Ecuador (nur Name,
ohne Beschreibung); L. Taczanowski u. H. v. Berlepsch, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 89.
Pseadotrkcus n. g ßec intermediaire entre ceux de Myiohias
et de Todirostvum, ä cils basals forts et longs; marines rondes,
ouvertes, placees, dans un enfoncement lateral; tarse eleve ä scu-
telles soudees parfaitement entre elles; ailes ä 4e et 5e remiges les
plus longues et egales, 6e ä peine plus courte; queue mediocre ä
rectrices subetagees; plumage soyeux et moux. Typus; Ps. PeUelni
n. sp. von Ecuador; L. Taczanowski u. H. v. Berlepsch, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 88.
Sauiophcujus hellicosus Gab. u. Heine (nee Vieill.) ist auf
Pitanyiis holiviamis (Lafr.) zu beziehen. Tyramms hellicosus Vieill.
ist Hiriindinea hellicosa (Vieill.) v. Berl.; H. v. Berlepsch, Zeitschr.
ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 134.
Sayornis phoehe (Lath.) anzuwenden für S. fiisca (Gm.) Musci-
capa fiisca Gm., nee Müll, nee Bodd.); L. Stejneger, Auk Vol. 2
pag. 51.
Familie Ampelidae.
Ättila Coziimelae n. sp. von der Insel Cosumel (Yucatan), nahe
Ä. citreopyyid ; R. Ridgway, Proc. Biol Soc. Washington Vol. 3
(extras print. Febr. 26 1885). [Auf diese Art ist Ättila sp. Salv.
Ibis Vol. 3 pag. 191 zu beziehen] — A. griseigiilaris n. sp. von St.
Catharina (?), nahe A. cinerea; H. v. Berlepsch, Ibis (5) Vol. 3 p. 290.
Pachyrhamphus griseigiilaris, $ u. $ abgebildet; 0. Salvin,
Ibis (5) Vol. 3 T. 8.
Familie Trochilidae.
Von J. Gould's Supplement to the Trochilidae or Humming
Birds ist Th. 4 erschienen. Enthält Abbildungen von Campylopterus
phainopeplus, Biphlogaena hesperus u. aurora, Oreopyga calolaema u.
cinereicaiida, Coeligena hemileuca, Agyrtria BartleUi, fluviatilis u.
TaczanowsMi, Uranomitra viridifrons, Eiigenes spectabilis.
Caeligena Clemenciae in Arizona; W. Brewster, Auk Vol. 2
pag. 85.
Ckrysolampis GiglioU n. sp. von Columbien, ähnlich Ch. moschitus;
E. Oustalet, Le Natural 7. Ann. pag. 108.
Chlorostilbon fwficatus n. sp. von der Insel Cosumel (Yucatan),
nahe C. Caniveti; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3
216 A n t. R e i c h e 11 0 w : Bericht über die Leistungen in der
(extras print. Febr. 26 1885). [Hierauf bezieht sich Ch. caniveti Salv.
Ibis Vol. 3 pag. 191.]
CyanölesUa n. nom. pro Cynanthus. Typus: Trochüus forfi-
catus L. Letzterer Gattungsname wird mit Unrecht auf den ge-
nannten Typus bezogen ; L. Stejneger, Auk Vol. 2 pag. 47.
Lamiwrnis dominicus, Kopf abgeb.; Cory, B. Haiti T. 22. —
L. thdlassinus n. sp. von der Lisel Cosumel (Yucatan), nahe L. Pre-
vosti ; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. AVashington Vol. 3 (extras print.
Febr. 26 1885).
Mellisuga minima, Kopf abgeb.; Cory, B. Haiti T. 22
Spm'adinus elegans, Kopf abgeb.; ebenda.
Familie Cypselidae.
Chaetura yucatanica n. sp. von Yucatan, nahe Cli. Gaumeri;
G. N. Lawrence, Ann. N. Y. Ac. Sc. Vol. 3 No. 5 pag. 156. — Ch.
peregrinator n. sp. von Yucatan, nahe Ch. Gaumeri; G. N. Lawrence,
Ann. New -York Ac. Sc. Vol. 3 No. 9 pag. 273. — Ch. Gaumeri,
Unterschiede von yucatanica ; ebenda Vol. 4 pag. 273.
Cypselus andieola, Verbreitung in Peru; W. Nation, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 279. — C. phoenicohius, Kopf abgeb ; Cory, B.
Haiti T. 22.
Nephoecetes niger, Kopf abgeb.; ebenda.
Familie Caprimulgidae.
Äntrostonius caroUnensis in Massachusetts; F. Osgood, Auk
Vol. 2 pag. 220. — Ä. Whitelyi n. sp. von Roraima in Guiana, nahe
Ä. nigrescens; 0. Salvin, Ibis (5) Vol. 3 pag. 438.
Chordeiles virginiamis (Gm.) anzuwenden anstatt Ch. popetue
(Vieill); L. Stejneger, Auk Vol. 2 pag. 178— 182.
Familie Coraciidae.
Coracias Lorti u. sp. vom Somaliland, nahe C. caudata; G. E.
Shelley, Ibis (5) Vol. 3 pag. 399. — C. naevia Levaillanti n. subsp.
von Süd- Afrika; ebenda.
Leptosomus gracilis n. sp. von Gross-Comoro ; Milne Edwards u.
Oustalet, Compt. Rend. 101 pag. 220.
Todus angustirostris u. siihulatus, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti
Tal 23.
Familie Meropidae.
Meropiscus gularis australis n. subsp. von Nieder-Guinea ; Reiche-
now, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 222.
Merops philippinus celehensis n. subp. von Süd-Celebes; W.
Blasius, Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 239.
Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. 217
Familie Alcedinidae.
[Vergl. Bergonzini oben S. 149.]
Älcedo bengaknsis auf Celebes; F. H. Guillemard, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 547.
Alcyone imsilla auf Batanta; F. H. Guillemard, ebenda p. 626.
Ceriße stictipennis n. sp. von Guadeloupe: G. Lawrence, Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 623.
Ceifx solitaria auf Waigiu; F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London
1885 pag. 626.
Halcyon nigrocyanea Salv identisch mit H. quach'icolor Oust. ;
F. H. Guillemard, ebenda pag. 626. — H. norfolkiensis n. sp. von der
Norfolk-Insel, nahe H. sancta; H. B. Tristram, Ibis (5) Vol. 3 p. 49.
— H. lyileata auf Celebes; F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London
1885 pag. 548. — H. smyrnensis an der Lenkoranka erlegt; G. Radde,
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 75. — H. Tristrami abgeb. ; Gould, B.
New-Guinea Th. 19.
Saiiromarptis Gaudichaudi, die blauschwänzigen Individuen sind
die Männchen, diejenigen mit rothbraunem Schwanz die Weibchen
nach F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 628.
Familie Bucerotidae.
Änthracoceros Lemprieri n. sp. von Palawan ; R. B. Sharpe, Proc.
Z. S. London 1885 pag. 446 T. 26. — A. Marchei n. sp. von Palawan,
Busuanga und Balabac; E. Oustalet, Le Natiu'al. 7. Ann. pag. 108.
[Identisch mit vorgenanntem. Ref.]
Bichoceros Homrai (Hodgs.) $ von D. bicornis (L.); A. Müller,
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 156 — 157.
Familie Picidae.
Älophonerpes Wallacei abgebildet; Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg.
Taf. 11.
Centurus Leei n. sp. von der Insel Cosumel (Yucatan), nahe
C. dubius; R. Ridgway, Proc. Biol. Soc. Washington Vol. 3 (extras
print. Febr. 26 1885). [Auf diese Art bezieht sich C. dubius Salv.
Ibis Vol. 3 pag. 192.] — C. rubriventris ptygmaeus n. subsp. von der
Insel Cosumel ; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 576.
— C. striatus, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti T. 23.
Colaptes auratus in Californien; F. Ball, Auk Vol. 2 pag. 383.
Jyngipicus frater n. sp. von Malacca; T. Salvadori u. E. Giglioli'
Atti R. Acc. Sc. Torino Vol. 20 pag. 824. — J. Bamsayi Harg. auf
den Sulu-Inseln; F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 p. 254,
218 Ant. Reich enow: Bericbt über die Leistungen in der
abgeb. ebenda T. 17. — J. Wattersl n. sp. von Foimosa; Salvador!
u. Giglioli, Atti R. Acc. Sc. Torino Vol. 20 pag. 825.
Micropternus, Uebersicht über die sechs Arten der Gattung
mit Beschreibung, ausführlicher Synonj^mie und Angabe der Ver-
breitung. Die Arten sind: M. phaeoceps, hadiosus, (jularis, hrachij-
ums, fökiensis, HolroycU; E. Hargitt, Ibis (5) Vol. 3 pag. 1—16.
Phloeotomus und CeoxMoeus Cab. sind nicht generisch zu treuneu,
letzterer Name ist für die Gattung anzuwenden, da der ältere Hy-
lotomus Baird früher schon für die Hymenoptera gebraucht ist;
L. Stejneger, Auk Vol. 2 pag. 51—52.
Picumnus Iheringi n. sp. von Rio Grande (Süd-Brasilien), nahe
V. Temmincki; H. v. Berlepsch, Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 156
T. 9 F. 1. — P. Temmincki abgebildet ebenda F. 2.
Picm insularis Maynard n. sp. von den Bahama- Inseln, nahe
P. villosus [vergl. Auk Vol. 2 pag. 115]. — P. kiiconotus in Ober-
bayern; Journ. Orn. 83. Jahrg. pag. 270.
Thriponax, Monographie der Gattung. 8 Arten: Th. Hodgei,
pedoralis, javensis, Craiofurdi, Ilodgsom, Feddeni, Hamitti, Bichardsi.
T. Jerdoni Cab. u. Heine ist identisch mit T. Feddeni (Blanf.) Be-
schreibung, Synonymie und Verbreitung; E. Hargitt, Ibis (5) Vol. 3
pag 140—157.
Familie Galbulidae.
Galbida Pastcaae n. sp. von Ecuador, sehr ähnlich G. tombacea;
L. Taczanowski und H. von Berlepsch, Proc. Z. S. London 1885
pag. 107.
Familie Ciiculidae.
F. E. Beddard entwirft nach der Beschaffenheit der Luftröhre,
der Schenkelmuskulatur und der Pterylose eine systematische Ein-
theilung der Familie: Snhf ?im. 1. CucuUnae. Syrinx tracheo-bronchial ;
ptei-ylosis: ventral tract of both sides Single. Muscle-formula AXY -f-.
a) Ventral tract Single at its commencement: Cuculus, CJirysococcyx,
Cacomantis, Coccystes (altwestliche Formen), b) Ventral tract double
at its commencement: Semrothera, Biplopterus, Piaya, Coccyzus. —
Subfam. 2. PhoenicopJiainae. Syrinx tracheo-bronchial; pterylosis:
ventral tract of both sides bifurcate. Muscle-formula ABXY -h:
Eudynamis, Phoenicophaes. — Subfam. 3. Centropodinae. Syrinx
bronchial; pterylosis: ventral tract of both sides bifurcate; muscle-
formula ABXY -^. a) Ventral tract occupying whole of space bet-
ween mandibles : Pyrrliocentor, Centropits, Coiia, b) Ventral tract only
occupying median portion of space between mandibles: Geococcyx,
Crotophaga, Guira; Proc. Z. S. London 1885 pag. 168 — 187.
ISatiu'geschichte iler Vögvl während des Jahres 1885. 219
Centrococcyx affinis $ von C. javanensis; W. Blasius, Zeitschr.
ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 263.
Cucidus i)emnsulae n. sp. von der Kupfer- Insel bei Kamtschatka;
L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka pag. 227.
Dromococcyx graciUs n. sp. vom Britischen Gruiana, kleiner als
D. phasianellus; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 p. 559.
Euäynamis melanorhyncha , Beschreibung der verschiedenen
Alterskleider; F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 550.
Geococcyx californkus, Beschreibung der nackten Theile des
Kopfes mit Abbildung; R. W. Shufeldt, Ibis (5) Vol. 3 pag. 286 bis
288. T. 7.
Saiirothera tlominicensis, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti T. 23.
Familie Coliidae.
G. E. Shelley liefert eine Uebersicht über die Arten der
Familie. Verf. nimmt 8 Arten an: Colius macrourus, erythromelon,
capensis, castanonotus, nigricoUis, striatiis mit drei Unterarten : striatiis
intermedius Sh., str. typiciis Gm., str. minor Gab., leucotis mit zwei
Unterarten: l. typiciis und l. affinis, leucocephalus. Kurze Charak-
teristik der Arten, Synonymie und Verbreitung; Ibis (5) Vol. 3
pag. 307—314.
Colius striatiis intermedius n. subsp. vom Cap : G. E. Shelley, Ibis
(5) Vol. 3 pag. 311. — C. leucotis affinis n. subsp. von Ost-Afrika u.
C. leucotis typiciis von Nordost-Afrika; ebenda pag. 312.
Familie Musophagidae.
Corythaix Cahanisi, Hartlauhi, Livingstonif BeicJienowi u. Schütti
abgeb. (Köpfe) Journ. Orn. 33. Jahrg. T. 5.
Famile Pionidae.
Chrysotis Sallaei, Kopf abgeb. ; Cory, B. Haiti T. 23. — Ch.
tucumana n. sp. von Tukuman, Abart von Ch. Pretrei; 3. Cabanis
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 221.
Familie Conuridae.
Conurus Gumllaclii, über die Unterschiede dieser Art von C.
chloropterus und anderen Arten; J. Cabanis, Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 222.
Psittacula andicola, Verbreitung in Peru; W. Nation, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 279. — P. Spenyeli n. sp. von Baranquilla, mit
gelben Unterschwanzdecken; G. Hartlaub, Proc. Z. S. London 1885
pag. 614 T. 38 F. 1. — P. eyanochlora beschrieben u. abgeb. ebenda
pag. 615 T. 38 F. 2.
220 Ant. Reichenow: Bericlit über die Leistungen in der
Familie Psittacidae.
Coracopsis sihüans n sp, von Gross-Comoio; Milue Edwards u.
Onstalet; Compt. Rend. 101 pag. 220.
Familie Palaeornithidae.
TanygnatJms albirostris. Ein im zool. Garten zu Beilin ge-
storbenes und anatomisch als $ festgestelltes Exemplar scheint die
von Reichenow ausgesprochene Ansicht zu bestätigen, dass die Art
das 2- von T. Mülleri sei ; AV. v. Dallwitz, Jouni. Oru. 33. Jahrg.
pag. 103. — T. liizoniensis auf Cagayana bei Borneo; F. H. Guillemard,
Proc. Z. S. London 1885 pag. 418.
Familie Trichoglossidae.
CoripJiilus placens anf dem Arfak- Gebirge in Neu -Guinea;
F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 623.
Eos insularis n. sp. von AVeeda, südöstlich von Halmahera, nahe
E. riciniata ; F. H. Guillemard, ebenda pag. 565 T. 34.
Familie Micropsittacidae.
Cydopsütacus Edwardsii n. sp. von Kafu an der Nordküste
Neu-Guinea's; E. Oustalet, Ann. Sc. nat. 6. Ser. 19 1885 Art. 3. —
C. occidentaUs abgeb.; Gould, B. New-Guinea Th. 19.
Familie Platycercidae.
Flatycercus Pennanti var. Nöbhsi Lay n. v. von der Norfolk-
Insel; H. B. Tristram, Ibis (5) Vol. 3 pag. 49.
Familie Plissolophidae.
Cacatua alba auf Obi; F. H. Guillemard, Proc. Z, S. London
1885 pag. 562. — C. Ducorpsi, gymnopis sowie triton u. ophthalmica
abgeb. ; Gould, B. New-Guinea Th. 19 u. 20.
Familie Strigidae.
M. Menzbier bespricht die Verbreitung der Eulen im euro-
päischen Russland nördlich des Kaukasus. Aufgeführt sind: Strix
flanimea, Syrnimn lapponicum u. uralense, IJlida aluco, Asio otiis und
accipitrinus, Nyctale Tenymalmi, Äthem noctiia, Glaucidium passe-
rinum, Surnia idida, Nyctea scandlaca, Buho maximus u. turcomanus,
Scojjs yiu; Ibis (5) Vol. 3 pag. 255— 263.
Ninox Göldiei und N. theomacha verschiedene Species, erstere
Natiirgeschichte der Vögel während des Jahres 1885. •2"21
in Südost-Neu-Guinea, letztere in Nord-Neu-Guinea, Jobi, Misol und
Waigiu; J. H. Gurney, Ibis (5) Vol. 3 pag. 188—139. — N. maculata
auf der Norfolk-Insel ; ebenda pag. 139.
[Vergl. auch Talsky, Raubvögel Mährens oben S. 160.]
Nyctala Tengmalmi Bichardsoni in Massachusetts erlegt; F. C.
Browne, Auk Vol. 2 pag. 384.
Scops Sav. zu verwerfen, weil früher (1772) von ßrtinnich im
Sinne von Scopus gebraucht; Ephkdtes Keys. u. Blas, schon früher
für die Hymenoptera gebraucht ; daher Meyascops Kaup anzuwenden ;
L. Stejneger, Auk Vol. 2 pag. 183—184.
Surnia funerea in New -England; W. Brewster, Auk Vol. 2
pag. 108—109. — In Ost-Massachusetts; F. C. Browne, ebenda p. 220.
— S. idula caparoch bei Chatham, Mass. erlegt; J. A. Allen, ebenda
pag. 383.
Syrnium iiralense, Verbreitung in Ost-Preussen, im Regbz.
Königsberg nicht selten ; A. Schmidt, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 82
bis 89.
Familie Falconidae.
N. A. Severtzow, Etudes sur les variations dage des Aqui-
lines palearctiques et leur valeur taxonomique. (Herausgegeben von
M. Menzbier); N. Mem. Soc. Imp. Nat. Moscou Tom. 15 pag. 84 bis
118 T. 1-7.
[Talski, Raubvögel Mährens vergl. oben S. 160.]
Äquüa amiirensis Swinh. abgeb.; N. Mem. Soc. Imp. Nat. Mos-
cou Tom. 15 T. 2 u. 3. — A. Glitschii Sev. abgeb. ebenda T. 6. —
A. danya Fall. var. Boecldi v. Hom. bei Lenkoran erlegt, ist in-
dividuelle Abweichung von A. clanya; G. Radde, Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 74. — Abbildung von A. clanya; N. Mem. Soc. Imp. Nat. Moscou
Tom. 15 T. 7. — A. naevia in Northumberland erlegt; H. T. Archer,
Natural. London No. 125 pag. 387. — A. orientaUs Gab. abgebildet;
N. Mem. Soc. Imp. Nat. Moscou Tom. 15 T. 4 u. 5.
Astur torquatus auf Batanta; F. H. Guillemard; Proc. Z. S.
London 1885 pag 617. — A. triviryatus auf Celebes; F. H. Guille-
mard, ebenda pag. 545
Baza ceylonensis, einige Notizen über die Färbung der nackten
Theile und Grössenverhältnisse von S. Bligii veröffentlicht; J. H.
Gurney, Ibis (5) Vol. 3 pag. 362—363. — B. Reimvardti auf Waigiu ;
F. G. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 617.
Buteo horealis Krideri in Illinois; H. K. Coale, Auk Vol. 2
pag. 109—110. — B. Harlani (Aud.) und B. Cooperi Cass. ver-
schiedene Arten; R. Ridgway, ebenda pag. 165—166. — B. oxypterus
ist (J juv. von B. Sivainsoni, Unterschiede zwischen letzterer Art
222 Aiit. Reicheil ow: Bericlit über die I^eistungeri in der
und B. brachyurus; R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8
pag. 75—77.
Circus aeruginosus in Dumbartonshire gefangen; J. Lumsden,
Zoologist Vol. 9 pag. 114. — C. imllidus bei Hamburg erlegt; Journ,
Orn. 33. Jahrg. pag. 247. — C. Humbloti n. sp. von G-ross-Comoro;
Milne Edwards u. Oustalet, Compt. Rend. 101 pag. 220.
ErytliTOims vespertinns in Pommern; Ziemer, Journ. Orn.
33. Jahrg. pag. 233.
Falco islandus Brunn, und F. rusticolus L., Synonymie beider
Arten. Auf ersteren (weisse Art) ist zu beziehen F. candicans Grm.,
auf letzteren (braune Art) F. arcticus Holb., Hölboelli Sharpe; L.
Stejneger, Auk Vol. 2 pag. 185—188.
Hierofalco Grebnitzkii Sev. n. sp. von der Behringsinsel ; Se-
vertzow und Menzbier, N. Mein. Soc. Imp. ^Natural. Moscou T. 15
pag. 71 mit Tafel. — H. uralensis Sev. u. Menzb., Unterschiede der
Art von H. islandicus u. gyrfalco und Verbreitung dieser drei Species ;
ebenda pag. 71—83.
OnycJiotes Gruben Ridgw. identisch mit Buteo solitarius Peale
von den Sandwichs -Inseln; Charakteristik des Subgenus Omjchotes;
R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 36—38.
Bupcyrnis gradlis n. sp. von der Insel Cosumel, ähnlich JR. riifi-
cauda griseicauda; R. Ridgway, ebenda pag. 94—95.
Familie Vulturidae.
Catharista atrata in Kansas; N. S. Goss, Auk Vol. 2 pag. 311.
Cathartes aura in Central -New -York; E. Bagg, Auk Vol. 2
pag. 109. — C. atrata in Ohio; J. Thompson, ebenda. — C. biirro-
vianus Cass. u. C. iirubitinga v. Pelz, identisch; R. Ridg-way, Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 34-36,
Fseudogryphus califoi'nianus. Die Zahl der Schwanzfedern
wechselt, bald 12, bald 14. Grrössenverhältnisse und Färbung der
nackten Theile sind angeführt; R. Ridgway, Auk Vol. 2 p. 167— 169.
SarcorhampJms aeqiiatorialis Sh. juv. von t). gryp/ms; R. Ridg-
way, Auk Vol. 2 pag. 169 — 171. — S. gryplms, Färbung des Flaum-
kleides, Nistzeit in Bolivien und Biologisches; E. v. Boeck, Journ.
Orn. 33. Jahrg. pag. 418.
Vultur fulvus am 29. Mai 1884 in der Nähe von Dörsentin b.
Cöslin in Pommern erlegt; Ziemer, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 220.
— In Oberbayern ; Jaeckel, ebenda pag. 232.
Familie Tetraonidae.
Bonasa. Ueber eine zwischen B. umbellus und umbelloides
stehende Art von Manitoba belichtet E. T. Seton, Auk Vol. 2
pag. 270—271.
Naturgeschichte der Vögel wahrend des Jahres 1885. 223
Canachites nom. uov. pro Canace, welcher Name früher bei den
Dipteren gehraucht ist ; L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8
pag. 410.
Cupidonia pinnata n. sp. aus den Prärien westlich von Illinois;
W. Brewster, Auk Vol. 2 pag. 82.
Lagopus albus Alleni vermuthlich nur durch Jahreszeit bedingte
Vaiietät der Stammform; C. H. Merriam, ebenda pag. 201— 203. —
L. rupestris in Anticosti {L. albus?); W. Brewster, ebenda p. 221.
— Herbstkleid beschrieben und abgebildet; AV. E. Clarke und
J. Backhouse, Ibis (5) Vol. 3 pag. 377 T. 9. — L. Welchi n. sp.
von Neu-Fundland; W. Brewster, Auk Vol. 2 pag. 194.
Tetrao urogaUus s. Wurm unter Biologie.
[Ueber den Rackelhahn, die Eltenifrage desselben und sein
Vorkommen in Oesterreich finden sich waidmännische Urtheile in:
Hugo's Jagdzeitung 1884 pag. 171—176, 193-198, 361—368, 237,
383 u. 578; Waidmann 1884 pag. 216 u. 284; Oesteir. Porst -Zeit.
1884 pag. 243 u. 249; Mitth. Salzb. Schutz. Ver. f. Jagd u. Fisch.
1884 pag. 143.]
Familie Perdicidae.
Callipepla callfornica vallicola n. subsp. aus dem Innern Kali-
forniens, gegenüber der Form des westlichen Küstensaums ; R. Ridg-
way, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 355.
Colinus [!] Less. anzuwenden für Ortyx Steph. (nee Ortyx
Oken); L. Stejneger, Auk Vol. 2 pag. 44— 45. — C. Bidgimyi n. sp.
von Sonora, Mexico, nahe C. coyolcos; W. Brewster, Auk Vol. 2
pag. 199.
Pternistes Böhmi n. sp. von Kakoma, Ostafrika; am nächsten
Pt, Cranchi; A. Reichenow, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 465. — Pt.
Cranchi gehört ausschliesslich AVestafrika an, im Osten wird es
durch Pt. Böhmi vertreten; H. Matschie, ebenda pag. 465.
Ortyx Montezumae Vig. älterer Name als 0. massena Less.;
L. Stejneger, Auk Vol. 2 pag. 46.
Tetraophasis Szechenyi n. sp. von Ost-Tibet; J. v. Madarasz,
Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 50—52 T. 2.
Familie Phasianidae.
Phasianus principalis n sp. vom Murghab-Fluss, Central-Asien, nahe
Ph. persims und Shaivi; P. L Sclater, Proc. Z. S. London 1885
pag. 324 T. 22.
Familie Columbidae.
Columba Uvia an der Küste von Yorkshire; W. E. Clarke,
Zoologist Vol. 9 pag. 26. — (7. unidncta abgeb. ; J. Büttikofer, Notes
Leyden Mus. Vol. 7 T. 6.
224 Ant. R eiche 11 ow: Bericht über die Leistuiigeii in der
Engyptüa Gaumen ii. sp. von Yiicataii, nahe E. jamaicensis ;
G. N. Lawrence, Ami. N. Y. Ac. Sc. Vol. 3 No. 5 pag. 157. — E.
vinacei flava n. sp. ebendaher; ebenda Vol. 4 pag. 271.
Gymnophaps Albertisi auf Jobi; F. H. Guilleinard, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 661.
Leptoptila fuhiventris gehört zur Gattung Engyptüa, ist aber
selbständige, von E. albifrons gut unterschiedene Art; Gr. N. La-
wrence, Ann. ?^Iew-York Acad. Sc. Vol. 4 pag. 272. — L. rufescens
Berl. identisch mit L. Eeichenbachi v. Pelz., Unterschiede der letzteren
Art von L. chalcauchenia ; H. v. Berlepsch, Zeitschr. ges. Ornith.
2. Jahrg. pag. 177. — L. BeichenbacJii Bahiae n. subsp.; H. v. Ber-
lepsch, ebenda pag. 177.
Phlegoenas virgo n. sp. von den Pelau-Inseln, am nächsten Ph.
erythroptera ; Reichenow, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 110.
Zenaida hogotensis n. sp. von Bogota, Neu -Granada, ähnlich
T. vinaceo-rufa ; G. N. Lawrence, Auk Vol. 2 pag. 358. — Z. rubripes
n. sp. von der Lisel Grenada, West-Indien ; ebenda pag. 357.
Familie Geotrygonidae.
Goura Victoriae var. comata n. v. von Nord - Neu - Guinea ;
E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. (3) Tome 19 Art. 3.
Familie Carpophagidae.
Carpophapa Pickeringi auf den Sulu-Inseln; F. H. Guillemard,
Proc. Z. S. London 1885 pag. 270. — Auf Cagaj^ana; ebenda pag. 420.
— C. ruh-icera abgeb.; Gould, B. New-Guinea Th. 19.
Osmotreron bidneta (Jerd.) auf Salanga nachgewiesen; A. Müller,
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 159.
Ptiloims formosus auf den Sulu-Inseln ; F. H. Guillemard, Proc.
Z. S. London 1885 pag. 269. — P. prasincurhous auf Weeda, süd-
östlich von Halmahera; F. H. Guillemard, ebenda pag. 575. — P.
solomonensis abgeb. ; Gould, B. New-Guinea Th. 19. — P. Temmincki
abgebildet; Zeitschr, ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 14.
Familie Ardeidae.
Ardea piirimrea in der Mark erlegt; A. Reichenow, Journ. Orn.
33. Jahrg. pag. 467.
Ardetta miniita in Hertfordshire ; Th. E. Gunn, Journ. Linn.
Soc. Zool. Vol. 18 pag. 330.
Cancroma Zeledoni n. sp. von Central- Amerika; R. Ridgway,
Proc. TIn. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 93-94.
Naturgeschichte der Vögel währeiul des Jahres 1885. '2'2b
Herodias egretta in Ottawa, Canada; W. L. Scott, Aiik Vol. 2
pag. 110.
Nycticorax griseus in Schottland; J. M. Campbell, Zoologist
Vol. 9 pag. 69.
Familie Ciconiidae.
[Vergl Boulart oben S. 149.]
Tantalus loculator in Ost-New-York erlegt; A. K. Fisher, Auk
Vol. 2 pag. 221.
Familie Ibidae.
Ibis falcinellus bei San Diego, Cal. ; G Holterhoff, Auk Vol. 2
pag. 311—312.
Platalea leucei^odia in Devonshire; E. Elliot, Zoologist Vol. 9
pag. 29. — In Oldenburg; C. F. Wiepken, Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 421.
Familie Hemipodiidae.
Turnix PowelU n. sp. von Sumbava, ähnlich T. rufilatus ; F. H.
Guillemard, Proc. Z. S. London 1885 pag. 511 T. 29.
Familie Parridae.
Jacana Briss. anzuwenden für Parra L., letzterer Gattungs-
name hingegen für Lobivcmellus Strickl.; L. Stejneger, Auk Vol. 2
pag. 339.
Familie Rallidae.
Notornis Hochstetteri beschrieben und abgebildet; A. B. Meyer,
Zeitschr. ges. Orn. 2. Jahrg. pag. 45— 46 T. 1.
Pwphyrio hyacinthinus in Böhmen erlegt; C. Buquoy, Hugo's
Jagdz. 27. Jahrg. 1884 pag. 513. — P. smaragdonotus bei Norwich
erlegt; T. E. Gunn, Zoologist Vol. 9 pag. 482.
Porzana noveboracensis in Kansas; N. S. Goss, Auk Vol. 2
pag. 385. — P. noveboracensis in Ottawa, Canada; W. L. Scott,
ebenda pag. 110.
Ballicula rubra abgebildet; F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London
1885 T. 39.
Familie Otididae.
Otis tetrax brütend bei Fehrbellin in der Mark Brandenburg;
H. Schalow, Zeitschr. ges. Ornith. 2. Jahrg. pag. 9. — In Cornwall
erlegt; H. E. Dresser, Zoologist Vol. 9 pag. 232. — Bei Münster;
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 317.
Avch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. p
2'2(] Ant. Reichello^v: Bericht über die Leistungen in der
Familie Scolopacidae.
L. Stejneger characterisirt die Gattungen TereJcia, Pseudoto-
tanus und Symphemia in ihi-en gegenseitigen Beziehungen; Res. Orn,
Expl. Kamtschatka pag. 124.
Actodromas, Unterschiede der Arten Ä. acuminatus, dama-
censis, ruficollis u. Temmincki ; L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamt-
schatka pag. 117. — A. Bairdi bei Locust Grove, New-York, erlegt;
H. W. Henshaw, Auk Vol. 2 pag. 384.
Bartramia longicauda in Cornwall erlegt; H. E. Dresser,
Zoologist Vol. 9 pag. 232.
Cnjmophüus Vieill. ist zu gebrauchen für den Typus fidi-
carius L., Phcdaropus Briss. hingegen für Lobipes Cuv. (T. hyperhoreus
L.) ; L. Stejneger, Auk Vol. 2 peg. 182—183.
Ei'eunetes occidentalis auf Long Island, Boston Harbor, Mass.;
H. W. Henshaw, Auk Vol. 2 pag. 384. — Am unteren Potomac;
H. M. Smith, ebenda pag. 385. — E. piisillus occidentalis an der
Küste von Virginia erlegt; C. W. Beckham, ebenda pag. 110.
Gdllinago scolopadna am 1. Dec. 1884 bei 6" Kälte bei Raven-
stein in Pommern erlegt; Wernich, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 219.
Limicola platyrhyncha in Schwaben ; Jaeckel, ebenda pag. 333.
Limosa foeda bei Portland, Maine erlegt; N. C. Brown, Auk
Vol. 2 pag. 385.
Numenius arcuatus am 1. März auf dem Zuge in Solway
(England) beobachtet; W. Hodgson, Natural, pag. 299. — N. femd-
rostris bei Eger erlegt; 0. Reiser, Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg.
pag. 115.
Phalaroims fidicarius bei Mansfield erlegt; J. Whitaker, Zoo-
logist Vol. 9 pag. 481.
Becurvirostra amefricana bei San Diego, Cal.; G. Holterhoff,
Auk Vol. 2 pag. 311—312. — B. avocetta bei Radkersburg (Steier-
mark) erlegt; A. v. Mojsisovics, Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. p. 7.
Scolopax rusücola am 23. Januar 1885 bei 13 " Kälte bei Lam-
stedt an der Eibmündung erlegt-, Wernich, Journ. Orn. 33. Jahrg.
pag. 219.
Totanus fuscus in Co Sligo; R. Warren, Zoo logist Vol. 9 p. 30.
T. glareola bei Temple Mills erlegt ; B. Hesse, ebenda pag. 482. —
T. glareola auf Waigiu; F. H. Guillemard, Proc. Z. S. London 1885
pag. 665. — T. soUtarius zum zweiten Mal in Cornwall erlegt, Th.
Cornish, Zoologist Vol. 9 pag. 113.
Tringa canutus, Beschreibung der bisher unbekannten Eier;
C. H. Merriam, Auk Vol. 2 pag. 312—313. — T. maritima in Notting-
hamshire ; J. Whitaker, Zoologist Vol. 9 pag. 480. — T. variahilis
auf den Claremont-Inseln ; G. F. Mathew, ebenda pag. 453— 458.
Naturgeschichte derVögil während des Jahres 1885. 227
Familie Dromadidae.
Dramas ardeola bei Lattagiiie in Syrien erlegt; K. M. Heller,
Mitth. Orn. Ver. Wien 9. Jahrg. pag. 146.
Familie C h a r a d r ii d a e.
Äegialitis hifrontatus, fjracüis, Mechoivi, occidentalis u. venusta
abgeb. (Köpfe) Journ. Orn. od. Jahrg. T. 6. — Ae. vociferus in Corn-
wall erlegt; Th. Cornish, Zoologist Vol. 9 pag. 113. — Bei Tresco
(Scilly) (England) erlegt; H. E. Dresser, Proc. Z. S. London p. 835.
Charadrius fulvus bei AVellington (Nen-Seeland); T. W. Kirk,
Trans. Proc. New-Zeal. Inst. Vol. 17 pag. 59.
Cursorius ijcdlicus im December 1884 bei St. Coliimb in Corn-
wall erlegt; Th. Cornish, Zoologist Vol. 9 pag. 113. — C. .gallicus
somcdensis n. subsp. vom Somaliland; Gr. E. Shelley, Ibis (5) Vol. 3
pag. 415.
Glareola niichaUs liberiae identisch mit G. megapoda: J. Bütti-
kofer, Notes Leyden Mus. Vol. 7 pag. 233 u. 256.
Haematopus, Unterschiede der Arten H. ostralegus L., uscidcms
Swinh., lorigirostris Vieill. u. palliatiis Tem.; L. Stejneger, Res. Orn.
Expl. Kamtschatka pag. 101. — H. palliatiis wieder in Massachusetts
erlegt ; W. Brewster, Auk Vol. 2 pag. 384.
Lobivanellus Strickl. ist zurückzuziehen gegen Parra L. Für
Lobivanellus Gray (Handlist 2492, nee Strickl.) ist Sarcogrammus
Rchb. (= VaneUo-chetusia Jerdon nee Brandt) anzuwenden; L. Stej-
ueger, Auk Vol. 2 pag. 339.
Ochthodjromus ivilsomus in Neu-Schottland ; N. S. Goss, ebenda
pag. 221—222.
Familie Cygnidae.
L. Olphe-Galliard behandelt die Cygnidae des westlichen
Europas. Unter der 1. Gattung i/oZor [!] sind aufgeführt : H. musicus
Wagl. und minor Gray, nebenbei erwähnt U. americanus Bp. und
hiiccinator Wagl., unter der 2. Gattung Cygmis C. mansuetus Salerne
(= Anas olor Gm.), nebenbei erwähnte, immutabilis Y?in\; Coutrib,
ä la Faune Ornith. de TEur. occ. Fase. 5.
Cygnus Bewicki, musicus u. olor Brutvögel auf der Sagastyr-
Insel in der Lena-Mündung; A. Bunge, Bull. Ac. Imp. Sc. St. Peters-
bourg XII. 1. pag. 31—107. — C. minor in Oldenburg; C. F. Wiepken,
Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 421.
Familie Anseridae,
Anser albifrons Gambeli u. A. segetum Middendorffi Abbildung
des Kopfes mit Bezug auf die Schnabelfärbung; L. Stejneger, Res.
P*
Oin. Expl. Kamtschatka T. 7. — A. h'achyrhynchus in Oldenburg;
C. F. Wiepken, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 424. — A. leucopareius
Brandt synonym mit A. Hutchinsi Sws. u. Rieh. ; R. Ridgway, Proc.
Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 22. — A. ruficoUis, Individuum mit
isabellgrauer und schwarz gefleckter anstatt rein schwarzer Brust
beschrieben und abgebildet; K. G. Henke, Zeitschr. ges. Ornith.
2. Jahrg. pag. 48—49 T. 4.
Bernida leucopareia Baird synonym mit B. occidentaUs Ridgw. ;
R. Ridgway, Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 22.
Brcmta minima n. sp. von der pacifischen Küste Nord-Americas
(= Bernida canadensis var. d. leucopareia Baird, Brew. u. Ridgw.,
Water B. N. Am.), am nächsten B. occidentaUs Baird; R. Ridgway,
ebenda pag. 22.
Tadorna radjah auf Jobi; F. H. Guillemard, Proc. Z. S.
London 1885 pag. 665.
Familie Anatidae.
Aythya. Unterschiede und Verbreitung der Arten A. affinis
(Eyt.), mariloides (Vig.), marila (L.), wearciim Stejn.; L. Stejneger,
Res. Orn. Expl. Kamtschatka pag. 161. — A. marila nearctica n. sp.
ebenda.
Charitonetta n. g. : Bill short, somewhat depressed ; nostrils in
the anterior portion of the posterior half of the bill, not pervious,
rather narrow, and with an acute tubercle visible at the posterior
corner, lamella not visible below tomia; border of frontal feathering
angular. Outer toe without claw, decidedly longer than niiddle one;
tip of inner toe, without claw, reaches only to the second Joint of
middle toe; bind toe very short. First primary longest; none of the
primaries sinuated in the inner web. Tail rather long, more than
twice the length of the tarsus; reaches beyond the folded wings by
nearly twice the length of culmen. graduated, of 16 rectrices.
Feathering of the head of the male particularly puffy. Typus : Anas
alheola L. ; L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka pag. 163
bis 164.
Glaucionetta nom. nov. pro Clangula Flem. (mit dem Typus
A. clangula L.), welcher Name zuerst von Leach 1819 für den Typus
A. glacialis L. gebraucht ist ; L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat. Mus.
Vol. 8 pag. 409.
Harelda glacialis in den Murauen bei Ehrenhausen (Steiermark)
beobachtet; A. v. Mojsisovics, Mitth. Ornith. Ver. Wien 9. Jahrg.
pag. 7. — H. hyemalis im Sommer in Maryland ; H. M. Smith, Auk
Vol. 2 pag. 385.
Naturgeschichte der Vögel währeud des Jahres 1885. 229
Querquedula discors, welche als bei Redcar erlegt im Zoologist
1882 pag. 92 erwähnt wurde, erwies sich als ein junges Männchen
von Querquedula circia; T. H. Nelson, Zoologist Vol. 9 pag. 114.
Somateria Bresseri und molUssima an der Küste von Neu-
England; W. Brewster, Auk Vol. 2 pag. 111. — S. molUssima hei
Lamach in Steiermark erlegt; A. v. Mojsisovics, Mitth. Orn. Ver.
Wien 9. Jahrg. pag. 6. — Bei Triest erlegt; A. Valle, Boll. Soc.
adriat. sc. nat. Trieste Vol. 9. — S. v-nigra, Abbild, des Kopfes mit
Bezug auf die Schnabelfärbung; L. Stejneger, Res. Orn. Expl.
Kamtschatka T. 7.
Familie Mergidae.
Mergus anatarius Eimbeck, Anas (Clangula) mergoides Kjärb., ein
drittes Exemplar 1881 bei Kalmar geschossen. Das erste wurde bei
Braunschweig 1825, das zweite auf Seeland 1843 erlegt; Öfv. Kgl.
Vetensk. Ak. Förh. No. 9 pag. 185—189 T. 31 u. 32.
Familie Sulidae.
Sula bassana bei Triest erlegt; A. Valle, Boll. Soc. adriat. sc.
nat. Trieste Vol. 9.
Familie Graculidae.
[Vergl. Olphe-Galliard oben S. 153.]
Fhalacrocm-ax carbo bei Boston Harbor, Mass.; W. A. Jeffries,
Auk Vol. 2 pag. 112. — In Massachusetts; W. Brewster, ebenda. —
Ph. carbo, capillatus und pelagkus kommen in China und Japan vor,
Fh. bicristatus (= urile Gm.) ist noch nicht dort nachgewiesen; H.
Seebohm, Ibis (5) Vol. 3 pag. 270—271. — Ph. pelagicus u. Ph. urile
^ u. juv., Abbildung des Kopfes mit Bezug auf die Schnabelfärbung;
L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka T. 8.
Familie Sternidae.
Hydrochelidon hybrida in Yorkshire; Th. Southwell, Natural.
London No. 125 pag. 393, Zoologist Vol. 9 pag. 481.
Sterna DougalU an der Küste von Sussex ; Th. Southwell, eben-
da pag. 481.
Familie Laridae.
H. Saunders, On the geographical Distribution of the Laridae
with special reference to Canadian Species ; Report 54. Meet. Brit.
Anoc. Adv. Sc. pag. 771—772.
[Ueber die californischen Lariden vergl. oben Henshaw S. 176.]
230 Ant. Reichenow: Beiiclit über die Leistungen in der
Chroicocephalus FranMini in Wisconsin; S. W. Willard, Auk
Vol. 2 pag. 222.
Larus affinis bei Hendaye in den Pyreneen; L. Olphe-Galliard;
Ibis (5) Vol. 3 pag. 236. — L. fuscus an der Küste von Yorksliire ;
W. E. Clarke, Zoologist Vol. 9 pag. 26. — In der Bucht von Nowo-
Rossiisk am Ostufer des schwarzen Meeres erlegt; G. Radde, Journ.
Orn. 33. Jahrg pag. 77. — L. leucopteriis auf Scilly; Th. Cornish,
Zoologist Vol. 9 pag. 150 — L. himtschatlxensis u. scJiistisagiis, Abb.
d. Köpfe; L. Stejneger; Res. Orn. Expl. Kamtschatka T. 6.
Lestris cephus Keys, u. Bl. im östlichen Tirol und bei Neutit-
schein in Mähren, L. pomarima Tem. bei Neutitschein erlegt, bez.
gefangen; J. Talsky, Journ. Orn. 33. Jahrg. pag. 162—165. — L. pct-
rasitica in Modena; L. Picaglia, Atti Soc. Nat. Modena (3) Vol. 4
Anno 19 pag. 41 — 44.
Wiodostethia rosea, Winterkleid und erstes Herbstkl. abgebildet;
Murdoch, Report Exped. Point-Barrow, Alaska. — Auf der Sagastyr-
Insel in der Lena-Mündung; A. Bunge, Bull. Ac. Imp. Sc. St. Peters -
bourg XII. 1. pag. 31—107.
Bisset trklaetyla Kotzebuei bei Nicasio, Cal. erlegt; Southwich
u. Jencks, Auk Vol. 2 pag. 313. — In AVashington ; N. S. Goss,
ebenda pag. 222. — B. tridactyla pollicaris Stejneger n. sp. von
Kamtschatka; Baird, Brewer u Ridgway, Water B. II p. 202 (1884).
Xema Sahini auf der Sagastyr- Insel in der Lena -Mündung;
A. Bunge. Bull. Ac. Imp. Sc. St. Petersbourg XII I. pag. 31—107.
Familie Procellariidae.
Diomedea exulans vermuthlich in Florida; E. Coues, Auk Vol. 2,
pag. 387.
Fidmarus glacialis cjlupischa $ im Winter und im Sommer
Abbild, d. Kopfes; L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka T. 6.
Oestrelata Fischeri, Unterschiede von Oe. defilippiana; R. Ridg-
way; Proc. Un. St. Nat. Mus. Vol. 8 pag. 17-18.
Belagodroma marina (Lath.) auf 40" 34' 18" N. u. 66" 9' W.
erlegt; R. Ridgway, Auk Vol. 2 pag. 386.
Puff'inus major an der Skye-Küste (England); H. A. Macpherson,
Zool. Vol. 9 pag. 310.
Familie Colymbidae.
Colymhus Adamsi, Unterschiede von C. glacialis. Die Art wurde
1852 au der Suffolk-Küste und ein anderes Mal an der Northumber-
land-Küste in England erlegt; vermuthlich kommt sie häufiger vor
Naturgeschichte der Vögel wähi-eiid des Jahres 1885. 231
und wird nur meistens mit C. glacialis verwechselt; H. Seebohm,
Zoologist Vol. 9 pag. 144 — 145. — C. arcticus Sommervogel auf
Ronsay, Orkney -Ins.; Buckley, Tr. Nat. H. Soc. Glasgow 1. (N. S.)
pag. 44 — 76. — C. nigricollis (auritus Auct. nee Linn., nee Newton,
nee Ridgw.) keine amerikanische Art ; L. Stejneger, Auk Vol. 2
pag. 340—341. — C seijtentrionalis in Irland brütend; J. E. Karting,
Zoologist Vol. 9 pag. 348.
Fodilyrnbus podiceps brütend in Kansas; N. S. Gross, Auk Vol. 2
pag. 388.
Podiceps occidentalis und P. ClarMi nur geschlechtliche Ab-
weichungen derselben Species; W. E. Bryant, ebenda pag. 313— 314.
— In Manitoba; E. T. Seton, ebenda pag. 314.
Familie Alcidae.
S. Grieve, The Great Auk or Garefowl: its History, Archaeo-
logy, and Remains. 4to. London: T. C. Jack 1885.
Älca torda bei Triest erlegt; A. Valle, Boll. Soc. adriat. sc.
nat. Trieste Vol. 9.
Ceratorhina monocerata, Schnabelform verschied. Alterzustände;
H. W. Henshaw, Auk Vol. 2 pag. 387.
Cydorrhynchus psütaculus $ im Sommer, Abbildung des Kopfes :
L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka T. 4 u. 5.
Fratercula cwniculata, $ im Sommer, ad. Winter, (J jun. im
Winter, Köpfe abgebildet; L. Stejneger, Res. Oni. Expl. Kamt-
schatka T. 3.
Lunda cirrhata, $ im Sommer u. ^ im Winter, Köpfe abge-
bildet; L. Stejneger, Res. Orn, Expl. Kamtschatka T. 1. — Dieselbe
Art pull., juv. u. jun. abgeb. ebenda T. 2.
Mergulus alle im Juli bei Norwich gefangen; J. H, Gurney,
Naturalist No. 123 pag. 344. — Im Juli bei Tadeaster (England)
beobachtet; J. Chaloner, ebenda No. 121 pag. 299.
Simorhynchus Merr. ist in Ersch & Gruber's Encycl. 1. sect. II
pag. 405 auf Alca cristatella u. A. x)sittacida basirt; L. Stejneger,
Auk Vol. 2 pag. 341—342. — *S'. cristatellus an der Küste von Massa-
chusetts; J. A. Allen, ebenda pag. 388. — S.pygmaeus, ^ im Winter,
$ im Sommer, S. pusülus ^ im Sommer u. Winter, S. cristatellus $
im Sommer, $ im Winter, ^ im Sommer, Abbildungen der Köpfe;
L. Stejneger, Res. Orn. Expl. Kamtschatka T. 4 u. 5.
Synthliboramphus antiquus ^ Kopf abgebildet; L. Stejneger,
Res. Orn. Expl. Kamtschatka T. 5.
TJria troile Brutvogel auf den Berlengas-Inseln ; J. Dalgleish,
Zoologist Vol. 9 pag. 28.
232 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen in der etc.
Brevipennes.
Dinornis Oweni n. sp. foss. von Neu-Seeland; J. v. Haast, Proc.
Z. S. London 1885 pag. 482.
Di'omaeus sivalensis vergl. Lydekker oben S. 151,
Gastmiiis Klaasseni n. sp. foss. von Neu-Seeland ; E.T.Newton,
Proc. Z. S. London 1885 pag.445— 446.
Megalapteryx Hecton n. g. et sp. foss. von Neu-Seeland; J. v.
Haast, Proc. Z. S. London 1885 pag. 541.
Bhea americana, Darwini und macrwhijncha, die anatomischen
Unterschiede der drei Arten; H. Gadow, ebenda pag. 308—322.
StruthioUthus chersonensis s. Brandt oben S. 149.
Bericht
über die Leistungen in der Herpetologie während
des Jahres 1885.
Von
Dr. Oskar Boettger
in Frankfurt a. Main.
Reptilia.
Literatur. Der Bericht über die Leistungen in der
Herpetologie während des Jahres 1884 im „Zool. Jahr.-
Bericht, herausgeg. v. d. Zool. Station in Neapel, Abth. III,
Leipzig, W. Engelmann", den im letzten Jahr J. E. V.
Boas besorgt hatte, übernahm 0. Boettger (Batrachia
pag. 194 — 214, Reptilia pag. 214 — 261), den Bericht für
F. J. Bell's Zool. Record for 1884; Vol. 21 of the Record
of Zool. Literature (Batrachia and Reptilia pag. 1 — 19)
setzte G. A. Boul enger fort. — In der Bibliography of
1884: Papers and records published during the year
with respect to the natural history and physical features
of the North of England werden die Reptilia and Ba-
trachia pag. 252 abgehandelt. Natural. London (2) Bd. 10.
Geschichte. Gelegentlich der Speisegesetze der alten
Hebräer werden im Cap. 11 des Leviticus nach L. Kar-
pell es von Reptilien erwähnt Eidechse (Letooh), Scink
(Chaumel) und Chamaeleon (Kauach), von Batrachiern die
Kröte (Zow). Die Thierwelt im Leviticus (III. Buch Mosis)
in Verh. Zool. Bot. Ges. Wien Bd. 35 pag. 257—266.
Nach F. Mercanti kann nicht mehr mit Sicherheit
festgestellt werden, ob Caldesi oder Redi der Verfasser
der „Osservazioni anatomiche intorno alle Tartarughe
2 34 i^i'- 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
marittime, d'acqua dolce e terrestri^' gewesen ist; jeden-
falls habe aber Redi, wie aus den Randbemerkungen
hervorgehe, die letzte Feile an das Werk gelegt. Di
Giovanni Caldesi, naturalista Aretino del secolo XVII.
Arezzo, 8^. 12 pag., 1 Facs.
Museen. A. Günther bringt einen kurzen, aber
recht anschaulichen Führer für die Reptilsammlung des
British Museums. Etwa 4000 Reptilarten seien jetzt be-
kannt, nämlich 25 Crocodiliden, 1 Rhynchocephalide,
1700 Lacertilier, 1800 Schlangen und 300 Schildkröten.
Von weniger bekannten Thatsachen sei hier hervor-
gehoben, dass alte <^<^ des Gavials einen grossen Knorpel-
höcker an der Schnauzenspitze tragen, der eine kleine
Luftkammer enthält, die sie zu längerem Tauchen be-
fähigt als die 5? und Jungen. Alligator sderops gehe
in S. America südlich bis zum 32^ S. Br. Hatteria lebe
nur noch auf wenigen kleinen Inseln der Plenty-Bai im
Norden von Neuseeland. Auch ein sehr charakteristischer
Holzschnitt von Chlamydosanrus Kmgi sei erwähnt.
Schlangen fehlten in Neuseeland. Pythoniden erreichten
24' Länge, Boiden in Boa murina 29'. Acrochordus Ja-
vanicus wird 8', Ophiophagus elaps 13' lang; Hydrophiden
erreichten 12' Länge. Von Croialm wird eine Rassel
mit 21 Gliedern erwähnt. Sphargis soll selten und seltener
werden; sie wird 6' lang. Das feinste Schildpat der
Caretia imhricata stamme von Celebes, von wo es nach
China ausgeführt werde. Eine 80jährige Testado ele-
phantma cj des Museums wog 870 fi. Die vermuthlich
letzten Exemplare von T. Ahingdoni wurden 1875 auf
den Galapagos gefangen. Der der Arbeit beigeheftete
Plan zeigt die Einrichtung der Schausäle für trocken ge-
stopfte Reptilien. Guide to the Gallery of Reptilia in
the Department of Zoology of the British Museum (N. H.).
London, 8«. 30 pag., 22 Fig., 1 Plan.
E. Dupont hebt mehrere im Brüsseler naturhisto-
rischen Museum neu aufgestellte fossile Reptilformen
hervor. Es werden erörtert der Dinosaurier Orthomems
Dolloiy der Pythonomorphe PlioplatecarpK.'i Marshi und die
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 235
Schildkröten Chelonia Hoffmanni Gray und Sayderbayki
Ubaghs aus der Maestri chter Kreide, der riesige Mosa-
ftattrus Campen aus der Oberkreide von Limburg* und
vom Petersberg, Reste des für Europa neuen, aber aus
N. America bekannten Mosasauridengeschleclits Poly-
gonodon {Ciplyeiisis) aus Ciply, und der Schädel eines
Crocodils, das Dollo als dem Crocodihis affinis Mrsh. aus
dem Eocän des nordamericanischen Westens verwandt
erklärt. Bull. Acad. Roy. Beige (3) Bd. 10 pag. 576—578.
— Ref. in Nature Bd. 33 pag. 332—333.
In kurzen Notizen über die neue palaeontologische
Galerie im Museum d'histoire naturelle zu Paris zählt
A. Gaudry unter den Schaustücken der Sammlung auf
zwei grosse Landschildkröten von Madagascar, Pelago-
saariis typas aus dem Lias von Curcy, Crocodihis (Dip-
locynodoii) Rateli von St. Gerand-le-Puy, Ichthyosaurus mit
Jungem und Mystriosauriis aus dem württembergischen
Lias und den Abguss der neuseeländischen Megalania.
Compt. Rend. Paris Bd. 100 pag. 698—701 und Bd. 101
pag. 1224.
E. Inge r soll macht flüchtige Mittheilungen über
Zahl und Aufstellung der fossilen Reptilien im Peabody
Museum zu New Haven. Science Bd. 5 pag. 67 — 72.
A. Gaudry bringt Reisenotizen über besonders be-
merkenswerthe fossile Reptilien und Batrachier, die er
auf einer Wanderung in den hervorragendsten deutschen
und österreichischen palaeontologischen Museen zu sehen
Gelegenheit hatte. Rev. Sc. Paris vom 7. Nov. 1885. —
Ref. in Geol. Magazine (3) Bd. 2 pag. 556 — 559.
H. Wo od ward giebt eine Aufzählung von 53 Num-
mern fossiler Reptilien und Batrachier, von denen Ab-
güsse des ganzen Thieres oder einzelner Theile des
Scelets, des Panzers oder der Zähne aus dem British
Museum abgegeben werden können; Verkaufspreise sind
beigefügt. British Museum (N. H.). List of Casts of
Fossils reproduced from specimens in the Department of
Geology. London, 8^.
In einem Vierten Nachtrage zum Katalog der her-
236 LH'- 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
petologischen Sammlung des Baseler Museums bericlitet
F. Müller über die Zunahme der dortigen Collection um
49 Schlangen, 76 Eidechsen und 6 Schildkröten, so dass
sie in Summa jetzt 503 Schlangen, 437 Eidechsen, 8 Cro-
codile und 57 Schildkröten zählt. Z. Th. sehr beachtens-
werth sind, ausser den weiter unten namhaft zu machenden
neuen Arten und Varietäten, zahlreiche kurze Bemer-
kungen, namentlich über geographische Verbreitung,
Lebensweise, Färbung und Pholidose von Calaharia fusca
Gray, Python Sebae und regius D. et B., Liasis sp. cf.
maculosus Pts. Australien pag. 677, Aspidura trachyprocta
Cope, Hajolocercus Ceylonensis Gthr., Covonella (Mizodoii)
sp. Kamerun pag. 679, Bothrophtlialmm hrunneus Gthr.,
Tropidonotus natrix picturata Jan, Tr. fevox Gthr., validus
Kenn., Atretmm schistosum und Grayia silnropliaga Gthr.,
Ahaetidla sp. Goldküste pag. 683, Hapsidophrys lineatus
Fisch., Eumesodon carinatus Cope, Heteropliis gtaber Jan,
PsammopMs sihüans L., Ps. sp. Los -Insel pag. 686, Ps.
elegaas Gthr., Coelopeltis lacertina und Dipsas regalis Schleg.,
globiceps Fisch., Naja haje var. pag. 689, X, nigricoläs
Reinh., Dendraspis Jamesoni Traill, Hydrophis sp. Tas-
manien pag. 692, Vipera aspis und berus L., Athens chlo-
roechis Str. , die südamerikanischen Bothrops - Arten
pag. 698, die Zacerto-Arten der Schweiz pag. 702, Holaspis
Güntheri Gray, Gymnop)hthalimis Siunlchrasti (Cope), Tro-
pidolejyisma Kingi Gray, Euprepes afl'. frenatus Hall. Gold-
küste pag. 706, Hemidactylus platycephalas Pts., angnlatus
Hall., Liolaemus azureus Müll., Calotes nigrilabris Gthr.,
Agama colonorum var. impalearis Bttg., Centrotrachelus
costatus Müll., Chamaeleon sp. S. Algerien pag. 715 und
Sternothaerus sp. Tumbo-Insel, W. Afrika pag. 716. Verh.
Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 668—717, Taf. 9—11 (vergl.
Ber. f. 1883 pag. 379).
Werke allgemeineren Inhalts. In „J. S. Kingsley,
Standard Natural History Vol. 3. Lower Vertebrates.
Boston, 80. 480 pag., Fig." hat H. C. Bumpus pag. 345
bis 468 die Reptilien, E. D. Cope pag. 303—344 die
Batrachier bearbeitet.
in der Herpetologie ^Yälll•ell(l des Jahres 1885. 237
Von Bronn's Klassen und Ordnungen des Thierreichs:
Reptilien, bearbeitet von C. K. Hoffmann, erschienen
in 1885 die Lieferungen 43 — 49 mit pag. 1401 — 1568
und Taf. 108—128. Sie enthalten den Anfang- der
Schlangen, im Wesentlichen nur Anatomisches behandelnd.
Eingehend dargestellt werden Integument und Scelet,
Muskeln, Nervensystem und Sinnesorgane, Darmtractus
und Nebenorgane, Urogenitalsystem und Circulations-
organe. Eine ziemliche Anzahl der gegebenen Abbildungen
ist nach Originalen gefertigt.
Integumentalgebilde. W. Lwoff bringt Beiträge
zur Histologie der Haut von Crocodilns acutus und hipor-
catiis und von HaUeria. Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou Bd. 60
pag. 313—334, Taf. 6.
Bei den Crocodiliern, Rhynchocephalen und Lacer-
tiliern steht nach C. Gegenbaur der Nagel nicht end-
ständig, sondern er deckt im Wesentlichen nur die Dorsal-
fläche der Endphalange, während die Ventralseite von
wenig resistentem Hautgewebe gebildet wird; bei den
Testudiniden ist dagegen ein endständiger Nagel vor-
handen, wenn sich auch der ventrale Theil desselben
nicht in einen Falz einschiebt wie der dorsale. Die
Schildkröten sind demnach in Bezug auf die Nagel-
bildung von allen Reptilien am tiefsten zu stellen. Im
Uebrigen ist der Nagel zwar einem Formenwechsel, aber
keinem Ortswechsel unterworfen. Morph. Jahrb. Bd. 10
pag. 465—479, 8 Fig.
Sceletsystem. Vergleichend - anatomische Studien
über den Schultergürtel und die Wirbelsäule in der Verte-
bratenreihe bringt A. Lavocat. Anatomie comparee:
Ceinture scapulo-claviculaire dans la serie des Vertebres,
1884 und Rhachis des Vertebres, 1885. Toulouse, Doula-
doure-Privat, 8^^ (vergl. Ber. f. 1884 pag. 254).
J. B. Sutton berührt in seiner Studie über die Ent-
wicklung und die Morphologie des menschlichen Keilbeins
auch die analogen Verhältnisse beim Alligator und Frosch,
deren Schädel auf Taf. 35, Fig. 2 und 4 abgebildet werden.
Proc. Zool. Soc. London pag. 577 — 587, Fig.
238 Dr. O s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
In einer Notiz über die Bildung des Maxillare erwähnt
A. Lavocat kurz auch Schlangen, Eidechsen und Schild-
kröten und constatiert in der ganzen Wirbelthierreihe
das Auftreten der fünf Maxillarstücke Coronare, Articulare,
Angulare, Maxillare und Praem axillare. Compt. Rend. Paris
Bd. 101 pag. 1279—1281.
A. Tafani macht darauf aufmerksam, dass bei einigen
Schildkröten und noch deutlicher bei den Schlangen der
Hinterhauptscondylus in drei distincte Theile getheilt
ist, deren unpaaren mittleren Condylus er bei gewissen
menschlichen Schädeln wiederfinden will. Arch. Antropol.
Etnolog. Firenze Bd. 15 pag. 35 — 72, 7 Fig.
In einer ersten Mittheilung zur Morphologie des
Carpus und Tarsus der Wirbelthiere giebt G. Baur eine
Tabelle, welche die homologen Knochen beim Säugethier
und bei den ältesten Urodelen veranschaulicht. Das
Cuboideum der Säuger entspreche nur dem Carpale 5
der Urodelen, das Unciforme nur dem Tarsale 5 der-
selben. Was den Carpus betrifft, so gelte für die lebenden
Lacertilier und Chelonier die allgemeine Homologie, für
den Tarsus sei sie aber direct nicht anwendbar; dagegen
fänden wir das für den Tarsus fehlende Glied bei den
permischen Theromorphen. In einer zweiten Mittheilung
hält Verf. das ulnare Sesambein des Carpus der Chelonier
für Metacarpale VI, Hoffmann's und Wiedersheim's
Tarsale 5 ist ihm Metatarsale V. Im Tarsus von Chelydra
findet er den Rest eines tibialen Fingers. Im Carpus
von Crocodilas zeigen sich 8 Knochenelemente; ob im
Centrale das fehlende Carpale 1 enthalten ist, bleibt
fraglich; jedenfalls articuliert das Metacarpale I direct
mit diesem Knorpel. Im Tarsus der Crocodile finden
sich 5 Elemente; Hoifmann's Tarsale 5 sei ein rudimen-
täres Metatarsale VI; Tarsale 1 fehle. Verf. bemerkt im
Tarsus der Lacertilier nur vier Elemente; die fehlenden
Tarsalen 2 und 3 sind sicher nicht mit den entsprechenden
Metatarsalien verschmolzen. Der Carpus der Dinosaurier
ist dem von Hatterla ähnlich, das Intermedium sehr
mächtig. Verf.'s Auffassung des Carpus von Hatteria
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 239
weicht etwas von der Owen'schen ab ; er stehe zwischen
dem der Chelonier und dem der Menopomiden; in der
zweiten Reihe des Tarsus befänden sich 3 Elemente. Im
Carpus der Protorosaurier zeigten sich analog wie beim
Tarsus der Menopomiden 9 oder 10 Carpalelemente, im
Tarsus 6 oder 7 Elemente. Der Tarsus der Pelecysaurier
besitzt 8 Elemente und kann nur mit dem der Säuge-
thiere verglichen werden. Verf. fasst pag. 637 diese
Resultate in einer Tabelle zusammen. Das Pisiforme
der Reptilien ist dem Ulnare der Urodelen nicht homo-
dynam, das von Hatteria scheint bei Protorosanrxis noch
nicht oder nicht mehr entwickelt zu sein. Bei den
Cheloniern finden wir das Pisiforme in allen möglichen
Lagebeziehungen; es stellt daher wahrscheinlich das rudi-
mentäre Metacarpale VI vor. Während also die Reptilien
durch Frotorosaurus und Hatteria mit den Batrachiern
verknüpft werden, verbinden die Theromorphen (Pelecy-
saurier) die Reptilien mit den Säugethieren. Zool. An-
zeiger 8. Jahrg. pag. 326—329, 631—638.
In einer Notiz über den Ursprung der Gliedmassen
bemerkt derselbe, dass eine bei den Urodelen durch
Humerus, Radius, Radiale, Carpale I, Metacarpale I,
Finger I gezogen gedachte Achse mit einer längs des
Basipterygiums oder längs des ersten Strahls des Meta-
pterygiums gelegten Linie correspondiert. Die ältesten
bekannten Extremitäten höherer Wirbelthiere finden sich
bei den Menopomiden, bei Salamandrella und Ranidens
unter den Batrachiern (2 Centralknochen), bei Flesiosaurus,
Pliosaurus und Baptanodon ( Sanranodon) Reste von Ulnar-
strahlen. Eine sehr interessante Thatsache ist das Auf-
treten von 2 Carpalknochen im Carpus der Rhyncho-
cephalen (Hatteria^ Protor osaurus). Amer. Naturalist
Bd. 19 pag. 1112. — Im Anschluss daran kommt derselbe
zu dem Schlüsse, dass die Extremitäten der höheren
Wirbelthiere direct aus der Flossenform, nach einer
Drehung von 180 o, entstanden und durch Reduction des
Pro- und Mesopterygiums und durch die darauffolgenden
240 Dt'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Strahlen des Metapteiygiums hervorgegangen sind. Zool.
Anzeiger 8. Jahrg. pag. 663 — 666.
Zur Morphologie und zur phylo- und ontogenetischen
Entwicklung des Hand- und Fussscelets der Eeptilien
und Batrachier macht auch K. Bardeleben, vielfach im
Gegensatze zu Baur, zwei Mittheilungen. Jena. Zeitschr.
Naturw. Bd. 19, Sitz.-Ber. p. 84—88 u. Tagebl. 57. Vers.
D. Naturf. Aerzte pag. 203—204.
In einer Mittheilung über die Nervencanäle im Hu-
merus der Amnioten bestätigt M. Für bringer die Co-
existenz des Canalis entepicondyleus neben dem C. ecte-
picondyleus am Humerus von Hatteria. Diese Gattung,
sammt den Anomodontiern und Theriodontiern, theilt also
mit den Säugethieren die Existenz des Entepicond^deus-
oder Medianus-Canals. Im ausgebildeten Zustand kommt
der Ectepicondyleus- oder Radialis-Canal nur den kalt-
blütigen Amnioten zu. Morph. Jahrb. Bd. 11 pag. 484
bis 486.
Muskelsystem. Derselbe giebt eine Notiz über die
histologische Beschaffenheit der von Coracoid u. Scapula
gebildeten Fossa articularis und über die Configuration
der Trochleae an der distalen Gelenkfiäche des Humerus
und an der proximalen Gelenkfläche der beiden Vorder-
armknochen, und bespricht ihren Bewegungsmechauismus.
Ebenda pag. 118—120.
J. B. Button setzt seine Untersuchungen über die
Morphologie der Ligamente fort. In einem vierten Theile
bespricht er u. a. specieller die Kniegelenkverbinduug
bei Iguana, Phrynosonm, Monitor^ Trachysaurns, C/ia>naeleo)i,
Hatteria, Alligator und Menobrancluis. Journ. Anat. Phys.
London Bd. 20 pag. 39—75, Taf. 3 (vergl. Ber. f. 1884
pag. 254).
Nervensystem. Die Beobachtungen Th. Boveri's
über die peripheren markhaltigen Nervenfasern, die speci-
fischen Fasern des sympathischen Systems und die des
Olfactorius stützen sich im Wesentlichen auf die Ver-
hältnisse beim Frosch, die letztgenannten theilweise auch
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 241
auf die Olfactoriiisfasern von Testudo Graeca. Abh. Akad.
Wiss. München, Math. Phys. Cl. Bd. 15 Abth. 2 pag. 421
bis 496, Taf. 1—2.
In seiner Arbeit über die Schädelmuskeln von Ämta
calva (L.) beleuchtet J. P. Mc Murr ich auch die Be-
ziehungen der Postoccipital- und Hypogiossus -Nerven
dieses Fisches zu den analogen Verhältnissen bei den
Reptilien und bei den Urodelen. Stud. Biol. Labor.
J. Hopkins Univ. Baltimore Bd. 3 pag. 145 — 153 und
Science Bd. 5 pag. 374—375.
W. H. Gaskell u. H. Gadow's Mittheilungen über
die Anatomie der Herznerven bei gewissen kaltblütigen
Wirbelthieren stützen sich auf Untersuchungen an Chelonia^
Crocodiliern und Rana. Auch sie haben einen Nervus
depressor cordis bei den Schildkröten gefunden. Journ.
Physiology Cambridge Bd. 5 pag. 362—372, Taf. 11.
Sinnesorgane. A. Taf an i bringt eine eingehende
Beschreibung des Gehörorgans zahlreicher Reptilien und
Batrachier. Nach Originalstudien werden behandelt
Cistudo, Testudo, Tropidonotus, Zamenis, Lacerta, Tarentola^
Champsa und Proteus, Siredon, Molge, Bufo, Hyla und
Rana. L'Organo dell' Udito: Nuove indagini anatomiche
comparate. Firenze 8^. 18, 371 pag., 87 Fig.
J. Carriere behandelt pag. 69 — 86, 8 Fig. kurz auch
das Auge der Reptilien und Batrachier. Die Sehorgane
der Thiere, München und Leipzig, R. Oldenbourg 8<^.
6, 205 pag., Fig.
K. Rumszewicz hat die Innenmuskeln des Auges
bei Eidechsen und Schildkröten studiert. Ksi§ga pam.
prof. Szokalskiego, Warschau 1884 pag. 144 — 157, 2 Taf.
(poln.).
J. Koganei weist in seinen Untersuchungen über
den Bau der Iris nach, dass Schlangen (Tropidonotus
natrix, Coluber) und Eidechsen einen starken, aus quer-
gestreiften Fasern bestehenden Musculus dilatator pupillae,
Alligator, Rana und Triton cristatus aber keinen solchen
besitzen. Fröschen und Tritonen fehle auch der Sphincter
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. Q
242 I)i"- 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
iridis. Arch. f. microsc. Aiiat. Bd. 25 pag. 1 — 48, Taf. 1
und Sitz.-Ber. Akad. Wiss. Berlin pag. 105—106.
In H. Virchow's Mittlieilungen zur vergleiclienden
Anatomie des Wirbelthierauges finden sich u. a. aucli
Notizen über die Gefässe des Corpus vitreum der Schlangen
und Anuren. Tagebl. 58. Vers. D. Naturf. Aerzte pag. 409
bis 410.
Circulationsorgane. Von P. C. Sappey's Anatomie,
Physiologie, pathologie des vaisseaux lymphatiques con-
sideres chez Thomme et les vertebres, Paris, A. Delahaye
& Lecrosnier, Fol. ist in diesem Jahre der Schluss er-
schienen.
Ontogenie. J. K oll mann geht in einer Antwort
auf Koelliker's Bedenken gegen seine Auffassung des
Randwulstes und der von ihm vorgeschlagenen Trennung
des mittleren Keimblattes in Meroblast und Acroblast
auch auf embryologische Details bei den Reptilien ein
und vertheidigt u. a. den Satz, dass der Acroblast (Rand-
keinij ein Product der Gastrulation sei, die bei den
Selachiern, Teleostiern und Reptilien bis zu den Säugern
nachweisbar ist. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 41, 1884
pag. 517 — 524.
In einer weiteren Abhandlung über gemeinsame
Entwicklungsbahnen der Wirbelthiere betont derselbe,
dass das Criterium für die Entscheidung, ob Gastrulation
vorliege, der Umschlagrand der Keimscheibe ist, wobei
der Entoblast angelegt werde. Bei den Sauropsiden sei
dieser Process mehr abgekürzt. Der Canalis neurentericus
der Reptilien, die Primitivrinne der Vögel, Säuger und
Teleostier und die Randkerbe der Selachier seien homo-
loge Bildungen. Die Bildungsstätte des Primitivstreifens
nehme in der Area opaca ein ganz bestimmtes Gebiet
ein, das bei den Sauropsiden scharf abgegrenzt ist.
Arch. Anat. Phys. Anat. Abth. pag. 279—306, Taf. 12.
J. T. Cunningham bemerkt in seiner Untersuchung
über die embryonale Entwicklung der Knochenfische,
dass der Blastodermrand der Batrachier dem der Teleostier
analog sei, der der Reptilien aber einem der ventralen
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 243
Körperseite der Selachierembryonen angehörenden Bruche
(Hernia) entspreche, und dass der vordere Theil des
Primitivstreifens der Reptilien den ursprünglichen Blasto-
por darstelle. Qu. Journ. Microsc. Sc. (2) Bd. 26 pag. 1
bis 38, Taf. 1—4.
Neue Untersuchungen C. K. Ho ff mann 's beziehen
sich auf die Entwicklung der Chorda dorsalis und des
Canalis neurentericus bei Tropidonotus natri.v und Lacerta
agilis. Während bei Schildkröten und Sauriern der ge-
nannte Canal sich sehr frühzeitig ausbildet und mit der
Anlage des Mesoblast eng zusammenhängt, tritt er bei
den Schlangen erst auf, wenn schon eine recht grosse
Anzahl von Somiten vorhanden ist, obgleich eine Stelle,
wo Epiblast und Hypoblast contiuuirlich zusammen-
hängen, schon sehr frühe den Ort seiner späteren An-
lage andeutet. Die Chorda ist bei den Schlangen wie
bei den Eidechsen ein Product des Hypoblast. Ein
zweites Capitel ist der Anlage der Allantois bei Tropi-
donotus gewidmet. Dieselbe ist nichts anderes als der
hinterste Abschnitt des Schwanzdarms, der sich bei der
Abschnürung des Hinterendes des Embryo bildet. So-
dann wird die Entwicklung der Hypophyse und der
Epiphyse besprochen. Erstere legt sich bei Sauriern
und Schlangen erst an, wenn die Mundeinstülpung schon
durchbrochen ist, scheint aber ein Product des Hypoblast
zu sein; letztere bildet sich als eine Ausstülpung des
Zwischenhirndaches und kommt da zur Anlage, wo das
Zwischenhirn in das Mittelhirn übergeht. Betreffs der
Kiementaschen der Reptilien weist Verf. nach, dass sich
dieselben auch bei den Schlangen nicht nach aussen
öffnen, wenn er auch den Durchbruch der zweiten in
späteren Stadien constatiren konnte. Weitere Capitel
handeln über die Anlage des Nervus opticus, der sich
aus den Zellen der Augenblasenstiele bildet, über die
Bildung des Blutes bei den Schlangen, das aus dem
Hypoblast stammt, und schliesslich über die Entwicklung
des Ganglion ciliare, das einem sympathischen Ganglion
homolog erscheint oder als Ganglion des Kopftheils des
244 Dl'. 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
Sympathicus aufzufassen ist. Morphol. Jahrb. Bd. 11
pag. 176—219, Taf. 10—12, 1 Fig. (vergl. Ber. f. 1884
pag. 257—258).
A. D. Önodi's Mittheilungen über die Entwicklung
des sympathischen Nervensystems erstrecken sich auch
auf Reptilien und Batrachier. Arch. f. microsc. Anat.
Bd. 26 pag. 61—81, Taf. 4.
J. F. van Be mm eleu macht Bemerkungen über
Entwicklung und Metamorphose der Kiemenspalten und
der Aortenbögen bei Embryonen von Tropidoiwtu.^ natric
und von Lacerta muvalis. Bei ersterem bleiben Reste
von allen fünf Kiemenspalten erhalten, bei letzterer soll
die vierte und fünfte Spalte frühzeitig schwinden, während
die Thymus aus der zweiten und dritten hervorgeht.
Auch über die Verhältnisse der Thymus bei Crocodil-
und Schildkrötenembryonen macht Verf. vorläufige Mit-
theilungen. Versl. Med. Akad. Amsterdam (8) Bd. 2
pag. 175 — 177.
Von Gr. V. von Mihalkovics erschienen wichtige
Untersuchungen über die Entwicklung des Harn- und
Geschlechtsapparats der Amnioten. Als Material dienten
in vielen Fällen Embryonen von Reptilien, namentlich
von Lacerta. Internat. Monatsschr. f. Anat. u. Hist. Bd. 2
pag. 41—62, 284—285, 387—485, Taf. 1—9, 9 Fig.
A. Ryder nennt diejenigen Embryonalformen, bei
denen entweder der wahre oder der Dotter- Blastopor
vor dem Auftreten des Schwanzes das hintere Ende der
Embryonalachse bezeichnet, telepore, die andern, bei
denen sich der Blastopor mehr oder weniger weit entfernt
vom Hinterende der Achse schliesst, atelopore Formen.
Zu ersteren gehören die Batrachier, zu letzteren die
Sauropsiden. Verf. sucht die Verschiedenheit der beiden
Formen durch die verschieden starke Ausbildung des
Nahrungsdotters zu erklären. Amer. Naturalist Bd. 19
pag. 411 — 415.
Indem P. Fraisse die Darwin'schen Ideen nach
dem Vorgange von Roux auch auf die Histologie und
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 245
Histogenie anwendet, vergleicht er überall die histo-
genetischen Vorgänge bei dem Regenerationsprocess mit
der embryonalen Entwicklung. Das inhaltreiche Buch
zerfällt in drei Abschnitte: 1. lieber Regenerations-Er-
scheinungen im Allgemeinen, wobei die geschichtliche
Entwicklung dieser Frage in Bezug auf die Kriechthiere
sehr übersichtlich und eingehend behandelt wird. 2. Eigene
Beobachtungen über Regeneration der Epithelien, der
Cutis, Hautdrüsen und Hautsinnesorgane, des Scelets,
Rückenmarks und peripheren Nervensystems, der Mus-
culatur und der Blutgefässe. 3. Tabellen über einige
Versuchsthiere. Versuche über Regeneration der Glied-
massen bei Anuren blieben resultatlos; überzählige
Extremitäten bei Fröschen sind also als angeborene
Missbildungen zu betrachten. Die wichtigsten Resultate,
zu denen Verfasser gelangt, formuliert derselbe in fol-
genden fünf Sätzen: 1. Bei Kriechthieren sind verletzte
Gewebe nur im Stande, wiederum gleichartige Gewebe
zu erzeugen. Die Leucocyten übernehmen bei der Ge-
websbildung nur die Function der Ernährung; ausserdem
nehmen sie zerfallende Gewebsproducte auf und assi-
milieren dieselben, um sie an anderen Orten wieder
niederzulegen; niemals werden sie selbst zu fixen Gewebs-
zellen. 2. Sämmtliche Gewebe sind im Stande, sich zu
regenerieren, entweder direct aus ihren Elementen, oder
aus einer Matrix, solange diese letztere unverletzt ist.
Als Matrix für die Epidermis ist das Rete Malpighii, für
das centrale Nervensystem das Epithel des Centralcanals,
für die Musculatur die Muskelkörperchen zu betrachten,
3. Zuerst regenerieren sich Epithel und Bindegewebe,
beides scharf getrennt, ursprünglich aus gleichartigen
Zellen bestehend, die sich später differenzieren. 4. Die
Regeneration ist weder eine reine Recapitulation onto-
genetischer oder phylogenetischer Entwicklungsvorgänge,
noch ist sie allein erklärbar durch die Verhältnisse der
functionellen Anpassung; sie muss vielmehr als eine Ver-
erbungserscheinung aufgefasst werden, bei welcher be-
sondere, oft sehr complicierte Anpassungen der Gewebe
246 Dr. Oskar Boettg-er: Bericht über die Leistungen
mitwirken, ebenso wie die Gesetze der correlativen Ent-
wicklung. 5. Weder durch den Reiz der Verwundung,
noch durch die gesteigerte Zufuhr von Nahrungsmaterial,
noch durch die Wegnahme des Wachsthumswiderstandes
allein sind wir im Stande, die Regenerationserscheinungen
zu erklären; es sind hierfür die unter 4. angeführten
Principien unbedingt die massgebenderen. Regeneration
von Geweben und Organen bei den Wirbelthieren, be-
sonders Amphibien und Reptilien. Cassel und Berlin,
Th. Fischer, 4«. 4, 164 pag., 3 Taf.
Biologisches. A. v. Svertschkoff bringt kurze
biologische Notizen über einige ceylanische Reptilien.
Zool. Garten 26. Jahrg. pag. 129—134.
H. A. Boulenger berichtet von einem Lejndosteriiuin
jjolystegum A. Dum., welches theilweise von einem
brasilianischen Elaps lenmiscatus verschlungen worden
war, seinerseits aber sich theilweise durch den Körper
desselben hindurchgestemmt hatte; die Oeffnung, aus
welcher der Amphisbaenidenkopf hervorragte, war 3"
von der Schnauze der Schlange entfernt. Die abnorme
Kopfpholidose der Eidechse wird beschrieben und ab-
gebildet. Proc. Zool. Soc. London pag. 327 — 328, Fig.
Während nach C. C. Abbott Landschildkröten in
Nordamerica einen eigentlichen Winterschlaf halten, sind
die Süsswasserschildkröten , obgleich sie sich ebenfalls
meist eingraben, doch zu Zeiten auch im Winter activ.
Schlangen halten wohl alle einen Winterschlaf, die einen
kürzer, die anderen länger. Verf. hält den Winterschlaf
für mehr oder weniger von dem Willen des betreffenden
Thieres abhängig. Science Bd. 4, 1884 pag. 36—39,
3 Fig. — Auch A. W. Butler giebt Notizen über die
Dauer des Winterschlafs der Schildkröten S. Indianas
und über die Art und Tiefe ihrer Winterquartiere. Nur
Aromochelys odorata Latr. soll beim Austrocknen ihrer
Winterquartiere selbst im Schnee nach dem nächsten
Wasser ziehen. Der Act der Ueberwinterung scheint
ihm also ebenfalls bis zu einem gewissen Grade ein
willkürlicher zu sein. Was den Winterschlaf der Kröten
in der Herpetologie währeiul des Jahres 1885. 247
und Frösche 8. Indianas anlange, so wurde Rana halecina
einmal 75' höher und 300 Yards vom Flusse über-
winternd angetroffen. Salamander und Molehe über-
wintern im Allgemeinen nicht auf dem Wassergrunde,
sondern leben im Winter in Quellen, oder verkriechen
sich im feuchten Erdreich, ohne ganz in Erstarrung zu
fallen. Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 37 — 40 und Proc.
Amer. Ass. Adv. Sc. for 1884, Bd. 33 pag. 543—545. ~
Dagegen sucht W. W. Thoburn an Rana halecina u. a.
Batrachiern und an Reptilien nachzuweisen, dass der
Winterschlaf nicht eine den Thieren eigenthümliche und
erbliche Erscheinung, sondern ein ihnen aufgezwungener
Zustand ist, der eintritt, wenn die äusseren Umstände es
verlangen. Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 405 — 407.
C. Brath macht Mittheilungen über sein Zimmer-
Terrarium und giebt kurze biologische Bemerkungen über
Angiiis, Tropidonotus natrix und Lacerta vivipara. Von
letzterer legte das $ Mitte Juli 8 Eier, aus denen erst
nach 21 Stunden die Jungen auskrochen. Arch. Fr. Nat.
Mecklenburg, Güstrow 39. Jahrg. pag. 122 — 130.
In einer Notiz über die Färbung arctischer und
alpiner Thiere bemerkt L. Ca m er an o, dass auffallender
Melanismus von Reptilien (Lacerta mnralis) auf kleinen
Inseln oder Felsen warmer Gegenden bekannt sei, während
sich bei den alpinen Reptilien und Batrachiern sowohl
Fälle von dunklerer, wie von hellerer Färbung finden.
Nature Bd. 32 pag. 77.
Besonders aufmerksam gemacht sei hier auch auf
G. J. Romanes, Die geistige Entwicklung im Thierreich,
nebst einer Arbeit von Ch. Darwin lieber den Instinct,
Deutsche Ausgabe, Leipzig, 8^. E. Günther, 4, 456 pag.,
wo, abgesehen von der lichtvollen Verknüpfung der That-
sachen, in kleineren Abschnitten z. Th. wenig bekannte
biologische Notizen angeführt werden über Sinne pag. 92,
Gedächtniss pag. 130 und geistigen Entwicklungsgrad
pag. 387 bei den Reptilien, über Farbensinn beim Cha-
maeleon pag. 99 und 101, über die Schwanzbewegungen
248 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
der Klapperschlange pag. 306, über das Träumen pag. 157
und verschiedene geistige x\nlagen pag. 203 beim Crocodil,
über die Wahrnehmung pag. 138, Einbildungskraft p. 157
und 162, das Sichtodtstellen pag. 336 und 405 und Ge-
müthsbewegungen pag. 382 bei Reptilien, über die Wande-
rungen der Schildkröten u. a. Reptilien pag. 315, über
die Zahmheit von AmMyrliynchis und über die Zahmheit
überhaupt pag. 401, endlich über Eiablage von Schlangen
pag. 410 u. a.
Job. V. Fischer behandelt in seiner bekannten,
anschaulichen Weise Nutzen und Schaden von Testndo
Mauritanica, marginata und Graeca, Emys lutaria, Clemmys
Caspia und sigriz, Sphargis, Lacerta stirpiimi, vivipara,
muralis, viridis u. ocellata, Anguis, Seps, Rhinechis, Elaphis
quaterradiatus , Callopeltis Aescidapii, Tropidonotm natrix,
viperinus und tesselatus, Coronella laevis und Girundica,
Zamensis viridifiavus, Coelopeltis, Vipera aspis, herus und
ammodytes. Role des Reptiles en Agriculture. Publication
du Progres agricole et viticole. Montpellier 1884, Grollier
& Fils, 80. 16 pag.
Palaeontologisches. Nach einer Einleitung, die im
Wesentlichen Bekanntes (vergl. Ber. f. 1884 pag. 260)
bringt, erörtert E. D. Cope pag. 144 die Frage nach der
fortschreitenden oder rückschreitenden Entwicklung, wie
sie sich bei Betrachtung der fossilen und lebenden Wirbel-
thiere beobachten lasse. Die grösste Verschiedenheit
zeige das Gefässsystem der verschiedenen Thierklassen,
das ebenso wie Nervensystem und Gehirn in den einzelnen
Klassen eine deutlich aufsteigende Entwicklung verrathe.
In ähnlicher Weise wird das Knochensystem behandelt
und auch auf retrograde Bildungen neben der allgemeinen
Tendenz zum Fortschritt in der Wirbelthierreihe hin-
gewiesen. Auf pag. 243 — 244 wird die Batrachierreihe,
auf pag. 245 — 247 die Reptilreihe erörtert. Die Batrachier-
reihe, deren Classification wir im Ber. f. 1884 pag. 309
gegeben haben, wird in folgender Weise entwickelt. Aus
den Ganocephalen (d. h. Trimerorhachidae und Archego-
sauridae) entstehen die Embolomeri und Rhachitomi (incl.
in der Herpetologie währeiifl des Jahres 1885. 249
Eryopidae) und von den Rhachitomi zweigen sich die
Stegocephalen ab. Von den Stegocephalen stammen
Anuren, Trachystomata und Proteiden und von diesen
letzteren die Urodelen. Im Allgemeinen sind die Batracliier
eine degenerierte Reihe und vielfach auch im Speciellen.
Bei den Reptilien wird eine Classification der einzelnen
Ordnungen gegeben, die mit der in Proc. Amer. Ass. Adv.
Sc. Bd. 19 pag. 233 zuerst veröffentlichten so nahe über-
einstimmt, dass ich hier nur auf diese neue Aufstellung
verweisen will. Die Crocodilier werden den Dinosauriern
eingefügt, die Choristodera den Pythonomorphen. Von
den 10 von Cope angenommenen Ordnungen bilden
pag. 247 die Ichthyopterygier und Theromorphen gleich-
sam die Basis. Von den Theromorphen werden die
Pterosaurier, Dinosaurier (mit den Crocodiliern), die
Testudinata, Rhynchocephalia, Sauropterygia und Py-
thonomorpha abgeleitet, und den letzteren entsprossen
endlich die beiden Ordnungen der Lacertilier und Ophidier.
Eingehend werden auch hierbei die theils rückschreitenden,
theils fortschreitenden Veränderungen discutiert, und es
wird auf die Degeneration der Scelettheile und der
Locomotionsorgane vieler Familien aufmerksam gemacht,
während in der Entwicklung des Gehirns sich theils
Rückschritt, theils Fortschritt nachweisen lässt. Amer.
Naturalist Bd. 19 pag. 140—148, 243—247, 341—344.
G. Burmeister, Examen critico de los Mamiferos
y Reptiles fösiles denominados p. A. Bravard, Buenos-
Aires, 4^ 80 pag., 2 Taf. und Anal. Mus. Nac. Buenos-
Aires Entr. 14 pag. 96—173.
E. D. Cope beschreibt und bildet ab aus dem
brasilianischen Nat. -Museum in Rio je einen neuen
Batrachier und ein neues Reptil. Der erstere bildet ein
neues Schwanzlurch-Genus Stereo sternum {tiunidum n.) und
stammt aus dem Carbon oder Perm der Prov. SaÖ Paulo.
Die Gruppe ist ganz unbestimmt. Ein Notochordalcanal
ist vorhanden, die Wirbel sind überhaupt amphibien-
oder theromorphenähnlich ; einfache Gelenkverbindung
der Rippen wie bei den Lacertiliern. Becken wie bei
250 üi'- 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
den Urodelen und Theromorphen, Rippen und Tarsus
wie bei den Ehynchocephalen und Sauropterygiern. Auch
Ichtliycanthus Cope (Rhachitomij habe im Tarsus, Meso-
sauras Gerv. in den Rippen Aehnliehkeit mit dem eigen-
thümlichen neuen Batrachier. Der neue Hyposanrus
CDerhyanns n.) aus cretaceischen Fox Hills-Schichten der
Prov. Pernambuco gehöre zu den Teleosauriden in die
Nähe von Steneosanrus St.-Hil. Proc. Amer. Phil. Soc.
Bd. 23 pag. 1— 21, 1 Taf. und Paleontolog. Bull. No. 40,
Philadelphia pag. 1—21, 1 Taf.
Nachzutragen ist hier die dureh eine spätere Arbeit
(vergl. Ber. f. 1884 pag. 265) überholte Notiz A. De Zigno's
„Resti di Sauriani nel Lombardo Veneto" in Boll. Soc.
Geolog. Ital. Roma Bd. 1, 1882 pag. 161.
R. Lydekker beschreibt und bildet ab die Reptilien
und Batrachier aus der jurassischen Maleri- und Denwa-
Gruppe Britisch -0. Indiens. Er bespricht eingehend
pag. 18 die Verwandtschaften von Hyperodapedon Huxl.
mit Rfiynchosaurns und Haüeria und beschreibt eine neue
Art (Hnj'leyi), sodann pag. 23 einen neuen Parasnchtus
(Hislopyi) und erwähnt ausserdem andere Crocodiliden-
und einige unbestimmbare Dinosaurier - Reste. Von
Batrachiern pag. 30 — 34 kennt er nur einige schlecht
erhaltene Stegocephalen. Palaeontologia Indica (4) Bd. 1
Theil 5. 38 pag., 6 Taf.
G. Württenberger nennt aus dem Unter-Kimmeridge
(Ob. Jura) von Goslar Zähne von Sericodon Jugleri v. Myr.
und Panzerstücke von Schildkröten. Zeitschr. D. Geol.
Ges. Berlin Bd. 37 pag. 584.
De la Moussaye fand im Purbeck (oberstem Jura)
von Wimille neben dem unten (s. Dinosauria) zu er-
wähnenden Xeosodon Reste von Machimosanrus (interraptiis
Svge.) oder von Gouiopholis Hlke. & Pict., von einem
neuen Goniopholis (unideiis), von einem Teleosaurier und
von Plesiosaurus. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 13
pag. 51 — 54, 2 Fig. und Bull. trim. Soc. Acad. Boulogne-
sur-Mer Bd. 4 pag. 162.
in der Herpetologie wähveiKl des Jahres 1885. 251
L. DoUo, Les decouvertes de Bernissart. Ann. Sc.
Geol. Paris Bd. 16, No. 2. 6 pag.
H. Schröder giebt eine Notiz über als Geschiebe
in 0.- und W.-Preussen gefundene und über schwedische
cretaceische Saurierreste in Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin
Bd. 37 pag. 551 und beschreibt und bildet diese Eeste ab
in Jahrb. Geol. Landesanst. Berlin f. 1884 pag. 293 — 333,
Taf. 13 — 17. Die beschriebenen Arten sind 4 Plesiosauren
(1 n.), 1 FUosanrits (1 n.), 2 Mosasaunis (1 n.) und 1 Leiodon
(n.). — Ref. in N. Jahrb. f Min. 1886 II pag. 115—116.
In vorläufigen Mittheilungen über das Pleistocän,
insbesondere Thüringens, zählt H. Pohlig aus der Anti-
quus-Stufe (Mittelpleistocän) pag. 263 auf Eniys Europaea
(auch Eier) von Tonna und Weimar, Rana? von Weimar;
aus der Mammuthstufe pag. 271 Rana escidenta, tempo-
raria, Biifo vulgaris und Schlangenreste, sämmtlich von
Saalfeld; aus der praehistorischen Stufe pag. 273 Emijs
Europaea aus dem Torf von Grüningen. Zeitschr. Naturw.
Halle Bd. 58.
E. Clerici nennt aus dem pleistocänen Mergeltripel
der Sedia del Diavolo bei Rom einen Wirbel von Coluher,
aus den Kalkconcretionen des Mte. della Gioie Emys und
aus den Tuffen bei Mte. Celio den Schädel einer La-
ceria. Boll. R. Comit. Geol. d'Italia, Roma Bd. 16 pag. 386
bis 387.
Faunistisches. Palaearctische Region. F. P. Pas-
coe verzeichnet als in England einheimisch je eine
Chelonia und Sphargis, 3 Lacerta und je eine Anguis, Co-
ronella, Tropidojiotus und Viper a. List of British Verte-
brate Animals. London. 8*^. Taylor u. Francis. Reptilia
pag. 27 — 28. — J. R. Byrom zählt aus dem Ashton
under Lyne-District 8 Reptilien und Batrachier ohne nähere
Angaben auf. Rep. 53. Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. 1884
pag. 541 — 543.
H. Pittier & M. F. Ward erwähnen aus dem Hoch-
land des Cnt. Waadt Angais bis 1450 m., Lacerta vivipava
mit ihrer schwarzen Varietät, stirpium^ muralis bis 1380 m.,
252 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Coronella bis 1240 m., Vipera berns bis 2100 m. Laceria
viridis fehle zum mindesten um Chäteau d'Oex. Bull.
Soc. Vaud. Lausanne Bd. 21 pag. 112 — 113.
E. Fr i edel nennt pag*. 13 — 15 8 Reptilien aus der
Mark Brandenburg: Vipera Johannisthal bei Berlin, Tro-
pidonotiis Berlin, Coronella Teupitz und Schlossberg bei
Oderberg, Änguis Berlin, Lacerta vivipara^ agilis Gesund-
brunnen bei Berlin, viridis Rüdersdorfer Kalkberge, Oder-
berg, Teupitz, Cistudo Tegeler See, Lankwitz, Tempel-
hof, Picheiswerder, Havel und Havelseen bei Potsdam,
Buckow, Müggelsee bei Friedrichshagen und Rahnsdorf,
Dahme bei Grünau, See bei Rheinsberg, Eberswalde,
Freienwalde, Oderberg, Seibelang und Brieselang im Ost-
havelland, Frankfurt a. d. Oder und fossil aus dem
alluvialen Süsswassermergel von Hermsdorf nahe Berlin.
Mark. Prov. -Museum d. Stadtgem. Berlin. Eintheilungs-
Plan d. Zool. Abth.: Lurche und Kriechthiere. Berlin,
80. 15 pag.
Munganast giebt eine Liste der Reptilien Ob.
Oesterreichs. Jahr. Ber. Ver. f. Naturk. Linz Bd. 15.
A. Carruccio bringt mit der Aufzählung der Wirbel-
thiere des Gebiets von Modena einen Beitrag zur Fauna
der Emilia. Annuario Soc. Nat. Modena (2) Bd. 15
pag. 130—184.
M. Katuric fand in der weiteren Umgebung von Zara
(Dalmatien) 3 Schildkröten, 6 Eidechsen und 10 Schlangen.
Anguis, Coronella und Tropidonotus viperinns fehlen. Auf-
gezählt werden Testudo Graeca Zara, Cistado Bokanjac,
Thalassochelys corticata Zsirsi] Pseudopus, Lacerta oxycephala,
maralis mit var. maculata Bonap., viridis mit den varr.
chlor onota Raf., variolata Dug. und qninqueradiata D. et B.
sämmtlich von Zara; Callopeltis quadrilineatus Zara und
Sebenico, Aesculapii Bokanjac, Zainenis Daldi Zara, vi-
ridiflaüas Zara und Imoski, Elaphis cervone Bokanjac,
Tropidonotus natrix typ. Zara und var. murorum Bonap.
Bokanjac und Imoski, tesselatus typ. Zdrelac und var.
hydrus Pall. Imoski, Coelopeltis lacertina und var. Neu-
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 253
mayeri Fitz. Bokanjac, Tarhophis Bokanjac und Islam bei
Zara, Vipera ammodytes Islam, Imoski und Bokanjac.
Boll. Soc. Adriat. Sc. Nat. Trieste Bd. 8, 1883 pag. 127
bis 131 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 267).
J. Stussiner fand im Ossagebirge in Thessalien
Gymnodactylus Kotschyi kStd. und Zamenis viridiflavus. Ref.
kann auch noch das Vorkommen von Anguis bezeugen.
Jahrb. D. Mal. Ges. Bd. 12 pag. 151.
0. Boettger hat die von Dr. med. W. Kobelt in
Algerien und Tunisien gesammelten Kriechthiere be-
arbeitet. Es sind 1 Schildkröte, 14 Eidechsen und
9 Schlangen; 4 Anuren und 2 Urodelen. Aus Tunis werden
genannt Zamenis hippocrepis, Tarentola Maurita?iica, Algira
Algira, Acanthodactylus Bedriagae Lat., ßeps ocellatus und
Bufo Mauritanicm, aus Biskra (Algerien) Ophiops elegans
und Podarces pardalis (D. & B.). W. Kobelt's Reise-
erinnerungen aus Algerien und Tunis, Frankfurt a. M., 8^.
480 pag., 13 Taf., 11 Fig. Anhang I pag. 457—475.
In seinem Bericht über die Resultate der Expedition
in die am Alai belegenen Landstriche (Ferghana und
Trans-Alai) nennt M. Grumm-Grshimailo auch die be-
obachteten Reptilien und Batrachier. In den Lössfeldern
von Osch wurden Pseudopus Pallasi, Testudo und Bvfo
variahilis gefunden und von Schlangen Er^yx Facidui,
Zawenis Kaufmamii, ElapMs dione und Trajyhj'ometopon
lineolaümi. Auf dem Wege nach Wadil wurde Trigono-
cephcdus halys erbeutet. In der Umgebung von Wadil
selbst leben Eremias-Arten und Tropidonotus hydrus. Auf
dem Plateau zwischen Kara-su und dem Aram wurde je
eine Lacerta und eine Elaphis in 11000' Höhe gefunden.
Nachr. Russ. Geogr. Ges. St. Petersburg Bd. 20, Heft 6,
1884—85. — Ref. in Nature Bd. 32 pag. 335.
H. Lansdell ^ählt aus dem Gebiet zwischen Oxus
und Irtisch in Russisch - Centralasien 33 Reptilien und
5 Batrachier auf. Von Schildkröten werden verzeichnet
Testudo Ibe7Yt und Homopus Horsfieldi] von Eidechsen
IPsammosaurus, 1 Teratoscincns, d Gymnodactylus, ^Phryno-
254 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistung-en
cephalus, 3 Stelllo, 3 Eremias, 2 Scapieira, 1 Laceiia, 1 Faeu-
dojjus, 2 Ahlepharus, 1 Euprepes; von Schlangen 1 /{"j^?/.!',
1 Zwnenis, 1 fragliches Genus. 1 ElaiJii.^, 1 Troindonotuji,
2 Choristodon und die bis in die Berge reichenden Gift-
schlangen Vipera hcrns und Trigonocephalns lialys. Von
Batrachiern werden genannt 1 i^a««, 2 Bufo und 1 i^«-
nidens. Russian Central Asia, including Kuldja, Bokhara,
Khiva and Merw, with Appendices etc. 2 Vols. London,
Sampson Low & Co., 8^. 1500 pag., 70 Fig. — Ref. in
Geogr. Jahrb. Bd. 11, 1887 pag. 179—180.
Nordamericanische Region. In Notizen über den
Nordwesten Canadas erwähnt G. A. Kinahan auch einige
Schlangen. Nature Bd. 30, 1884 pag. 340—341.
W. True giebt in A. P. Butler's South Carolina:
Resources and population, institutions and industries.
Charleston, 8". 72G, 20 pag., Taf. etc. eine Liste der
Wirbelthiere S. Carolinas.
F. W. Cragin, Recent additions to the list of
Kansas Reptiles and Batrachians, mth further notes on
species previously reported. Bull. Washburn Labor. Nat.
Hist. Bd. 1, pag. 100—103.
Derselbe bespricht einige Reptilien des nord-
americanischen Südwestens und Mexicos, die sich in den
Sammlungen des Washburn College befinden. 1 neue
Eidechse. Ebenda pag. 6 — 8.
E. D. Cope zählt aus Monterey, Prov. Nuevo Leon
(Mexico) auf Phryno^oina cornntnm Harl., Holbrookla
Tea'üna Trosch., Sceloporns torquatas und ranabiUs Wiegln,
und Rana halecina Kahn. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22
pag. 167 — 169.
Indische Region. Nach Sammlungen des Consuls
Dr. 0. Fr. v. Moellendorft' bringt 0. Boettger Materialien
zur herpetologischen Fauna von China I. Die Arbeit
zerfällt in zwei Theile, in eine beschreibende Liste der
ersten Möllendorff'schen Sendung südchinesischer Kriech-
thiere pag. 115 — 131 und in den Versuch einer Aufzählung
der Reptilien und Batrachier des chinesischen Reichs
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 255
pag*. 132 — 170. In dem ersten Theile werden 7 Reptilien
von Siam und 6 Eidechsen und 13 Schlangen von S. China
aufgezählt, darunter neu für China Calamarla Siamensis
Gthr., sowie eine neue Varietät von Dinodon und ein
auch für Siam neuer Pareas. Die Liste ergiebt, ab-
gesehen von einigen zweifelhaften Arten, aus China
19 Schildkröten, 2Crocodilier, 51 Eidechsen u. 66Schlangen,
in Summa 138 Reptilien. Ein Ueberblick über die noch
äusserst mangelhaft bekannte geographische Verbreitung
der einzelnen Familien und Gattungen innerhalb des
weiten Reiches ist beigefügt. 24 — 25. Ber. Offenbach.
Ver. f. Nat. pag. 115—170.
R. Jordana y Morera bringt in einem zweiten
Theil Historia Natural pag. 159 — 227 eiue Aufzählung
der philippinischen Wirbelthiere. Bosquejo geografico e
histörico- natural del Archipielago Filipino. Madrid, 4^.
14, 461 pag., 12 Taf.
In einem Bericht Seh adenberg's über seine For-
schungen auf Mindanao wird auch einiger Reptilien Er-
wähnung gethan. 60. Jahr.-Ber. Schles. Ges. Vat. Cult.
Breslau 1884 pag. 151—168.
J. G. Fischer zählt aus S. Mindanao 7 Eidechsen
(2 n.) und 24 Schlangen (3 n.) auf, die Dr. Schadenberg
1881 — 82 daselbst gesammelt hat. Jahrb. Wiss. Anst.
Hamburg Bd. 2 pag. 80—81, Taf. 3—4.
Derselbe bringt auch eine Liste der von Fr. Gra-
bowsky in S.O.Borneo gesammelten Reptilien und Ba-
trachier. Es sind 44 Arten (3 n.). Neu für Borneo dürfte
sein Tropidonotiis triangnligerns Reinw. var. Beschreibende
Notizen sind eingestreut bei Tiliqna mfcscens Shaw var.
und Draco haematopogon Schleg. pag. 49, Tropidonotiis
consjnGillatiis Gthr., ßaviceps D. u. B., Sarawacensis Gthr.
und chrysargns Boie pag. 53 — 57, Python Breitensteini Std.
pag. 68 und Trimeresums Wagleri Schleg. pag. 70. Arch.
f. Naturgesch. Bd. 51 I pag. 41—72, Taf. 4—5.
Derselbe nennt von der Insel Nias folgende im
Dresdener Museum liegende 8 Eidechsen Gecko stentor
256 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Cant. = fascwlatiis Gthr., monarchus D. et B., Gehyra
omitilata Wiegm., Tiliqna sulcata Pts., percarinata Pts. var.
Borneensis Pts. (mit beschreibender Bemerkung*), Draco
volans Li., Dilophyras grandis Gr., Bronchocela cri^tatella
Kühl nnd 14 Schlangen Xenopeltis nnicolor Reinw., Oli-
godon (Simotes) tvilineatns D. et B. (eingehende Be-
schreibung), Ahlahes (Coronella) ornatis Schleg. (desgl.),
Dendrophis pictas Gmel., cwidolineatus Gr., Chrysopelea
ornata Shaw, Tragops prasinus Reinw., Tropidonotus tri-
angnligerus Reinw., chrysargiis Boie, CcdlopMs intesfinalis
Laur. var. nigrotaeniata Pts., flavkeps Cant., Trimeresnrnf^
erythrimis Cant. var. und je einen neuen Shnotes und
eine Ablabes-YsiYietsit. Abh. Nat. Ver. Hamburg Bd. 9,
Heft 1. 10 pag., 1 Taf.
G. A. Boulenger zählt von derselben Insel 27 Rep-
tilien auf, die von Sandemann gesammelt worden sind.
Zur vorigen Arbeit giebt er zwei synonymische Be-
merkungen. Neu für Nias dürften sein: Heimdaetylus
frenafus D. et B. , Ptychozoum homalocephalum (Crev.),
Aphaniotis fusca Pts., Tiliqua rufescens (Shaw), Calarnaria
Stahlknechti Stol., Pseudorhahdium longiceps (Cant.), Simotes
octolineatns (Sehn.), Hypsirhina alhoinaculata D. et B., Za-
pyrus fuscus Gthr., Ophites subcinctus (Boie) und albofiiscus
D. et B. Kurze Beschreibungen der Pholidose und
Färbung finden sich bei Calamaria Stahlknechti und Ophites
cdbofitscH.^. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 388—389.
Africanische Region. A. T. de Rochebrune, Faune
de la Senegambie: Les Reptiles. Paris, 8^. 20 col. Taf.
W. A. Forbes' Last Journal enthält auch kurze
Notizen über Reptilien des Nigergebiets. Ibis (5) Bd. 1,
1884 pag. 494—537, Karte.
A. T. de Rochebrune l)eschreibt 2 Schlangen,
5 Anuren aus W. Africa als neu, die meisten davon aus
Niederguinea. Bull. Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 9
pag. 89—92.
In Materialien zur Fauna des unteren Congo I be-
schreibt 0. Boettger eingehend 8 von P. Hesse bei
in der Herpetologie während des Jahres 1885 257
Banana gesammelte Arten, darunter Chamaeleon gracilis
Hall., Hemidactylus malmia (Mor.), Agama colonorum Coiigica
Pts., Monitor saurns (Laur.), Dasypelüs fasciolata Pts.,
Boodon lineatus Capensis D. et B. und Causus rhombeatus
(Lieht.). In Anmerkung- wird ein neues Chamaeleon von
Goldküste und Kamerun diagnosticiert. 24 — 25. Ber.
Offenbach. Ver. f. Naturk. pag. 171—186.
Notizen über Reptilien von S. Africa giebt L. D. Bair-
stow. Natural. London (2j Bd. 9, 1884 pag. 112—114.
Kurze Bemerkungen über Reptilien und Batrachier
der Fauna des Kilima-njaro bringt H. H. Johns ton.
Crocodile leben im Jipe-See und im Fluss Ruon. Auch
wird vom Vorkommen von Varanen um Taweta, von
Riesenschlangen, Chamaeleons, Fröschen und Laubfröschen
— doch ohne ihre wissenschaftlichen Namen zu nennen —
berichtet. Proc. Zool. Soc. London pag. 214 — 218.
Tropisch -americanische Region. E. D. Cope ver-
öffentlicht einen Zwölften Beitrag zur Fauna des tropischen
Americas. Von Jalapa, Prov. Vera Cruz (Mexico) zählt
Verf. pag. 169 — 171 auf Celestus chalyhaeus Cope, ßcelo-
2?orus aheneus und mia^olepidotus Wiegm., Catostoma semi-
doliatiim D. et B., Eutaenia scalaris Cope, Ninia diademata
B. et G. , Crotalus triseriatus Wiegm. und einen neuen
Eumeces. Auf pag. 171 — 180 giebt er meist synonymische
Notizen und Beschreibung neuer centralamericanischer
und mexicanischer Arten. Von Oruba, Inseln unter dem
Winde, verzeichnet Verf. pag. 180 — 181 Gonyodactylus
albognlaris D. et B. und vittatus Wiegm., Thecadaetylus
rapicanda Houtt., Ti^etioscincus bifasciatus Dum., Cnemido-
2:)horus murinus D. et B., die auf S. Thomas und den Vir-
ginischen Inseln fehlende Ameiva Ufrontata Cope, Iguana
tiibercidata Laur., Anolis lineatus Daud., Paludicola brachyops
Cope und einen neuen Phyllodactylus. Von Curagao
nennt er pag. 182 Gonyodactylus albogularis und Cnemido-
phorus murinus, aus Nicaragua Corythophanes Mexicaniis
Wagl., Anolis Bransfordi und Pliocercus dimidiatus Cope,
iJrymobins Boddaerti Seetz., Tetranorhinus tiigroluteus und
Bothriopsis brachystoma Cope, Dendrobates tinctorius Sehn.,
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. H. H. 1. ß
258 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
typographus Kef. und 2 neue Hyliden. Vom Oberlauf
des Flusses Beni in Bolivia kennt er pag. 184 Malmia
agilis Raddi, Diploglossus fasciatus Fitz., Aporo'phis coni-
rostris Gtbr., Opheomorphus meleagris Shaw var. semilineata
Cope und 0, typlüns L., Cyclagras gigas D. et B., Xenodon
severns L. , Oxyi^rhopvs Sebae D. et B., Philodryas viri-
dissimus L. , Leptophis marginatus Cope, sowie je eine
neue Dermophis und Amphisbaena. Von den aus Rio
Grande do Sul, Brasilien, pag. 185 — 194 verzeichneten
Arten sollen unten die zahlreichen Novitäten namhaft
gemacht werden. Von anderen, durch Hensel und Bou-
lenger aus dieser Provinz noch nicht verzeichneten Arten
sind nur zu nennen Tachymenis hypoco/iia Cope, Lepto-
gnathuß Catesbyi D. et B. und OxyrrJwpns p)lumbeus Wied.
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 167—194, 1 Taf. —
Hierzu macht G. A. Boul enger kritische und syno-
n}Tnische Bemerkungen. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16
pag. 294—298.
E. D. Cope zählt weiter in einem Beitrage zur
Herpetologie von Mexico auf aus der Tierra templada
der Prov. Vera Cruz pag. 379 von Jicaltepec Anolis
Sallaei Gthr. , Sceloporus variabilis Wiegm., Laemandus
sm^raius Cope, Cnemidophorus undulatus Wiegm., Adelpkicvs
quad.rivirgatvs Jan, Henicogiiaihus sp., Rhadinaea decorata
Gthr., imperialis B. et G., ^)j)hibolus polyzonus Cope, Ninia
alrata Hall. var. ßebae D. et B., Storma Dehayi Holbr.,
Drymobius margaritiferus Schleg., Hapsidophrys Mexicarws
D. et B., Leptognathus 7iebtdatus L., fasciatvs Gthr., Sibon
annulatvs L., Elaps apiatus Jan, Bofhrops airox L. und
Boa Me^icana Jan, von Jalapa Sceloporus gi'atiosus B. et G.
var., Ninia diademata und Evtaenia ornafa B. et G., sowie
die neue Gattung Anelyiropsis, von Mizantla Chamaeleopsifi
Mexicana Wiegm., Rhabdosoma semidoliatum D. et B. und
Tropidonotus rhofnbifer Hall., aus der Tierra templada der
Prov. Puebla von Teziutlan Phrytiosoma orbindare, Scelo-
porus microlepidotus und Gerrhonotus Uocephalus Wiegm.,
Tcmiillct calamarino , Rhadinaea proterops^ Plioce^^cus ela-
poides und Eufaenia scalctris Cope, Sibon a?inulatus L. und
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 259
Crotalus triseriaimWsigl.^ von Yzucar Uta hicarinata Dum.,
Sceloporus ahenetis und variabi/is Wiegm., gratiosiis B. et G.
var., Cremidophorus sexlineahis L. und communis und Tri-
mo7yhodon collaris Cope, von Tlapanala Sceloporns spinosus,
Cyclura pectinaia und acanihura Wiegm. und von unbe-
kannten Fundorten in den Provinzen Vera Cruz und
Puebla J5öfW5S2a w?5ncöfö! Wiegm., Spilofes corais L. var.
erehenmis Cope, Crofalop)horu8 raviis und Gi'otalus hasiliscus
Cope, sowie Stenostoma sp. Von Zacualtipan, Prov. Hi-
dalgo, Mexico nennt Verf. pag. 384 Sceloporus micro-
lepidotus und Barissia imhricata Wiegm., Oligosoma Gern-
mmgeri Cope, Storeria occipitomaculata Stör., Eutaenia
Sumichrasti und pulchrilatus Cope, Sihon annulatus L.,
G^otalus triseriatus Wagl. und beschreibt 2 neue Rhabdosoma
aus Mexico. Aus dem Mexico- oder Toluca-Thal
werden pag. 386 envähnt Eumeces brevirostris Gthr. var.,
Eutaenia pulchrilatus und flavilahris Cope, Toluca lineata
Kenn, und Tantilla ccdamarina Cope, von der Insel Co-
zumel in 0. Mexico pag. 387 Sceloporus scalaris, Cyclura
j^ectinata, Iguana tuberculata var. rhinolopha und Basiliscus
vittatus Wiegm., Pseitdemys ornata Bell, Cinosternum leuco-
stomum Dum. und Shawianum Bell, sowie je ein neuer
Aristelligery Eutaenia und Cinosternum. Endlich zählt Verf.
von New Providence, Bahamas, pag. 403 auf Anolis
Sagrae Bibr., principalis L. var. porcata Gray, üngualia
maculata Bibr. und einen neuen Diadophis. Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 22.
A. Günther giebt Beschreibung und Abbildung der
Chelonier, Crocodilier und eines Theiles der Lacei-tilier
der Godman-Salvin'schen Ausbeute in Centralamerica. —
Neu sind 2 Emys, 2 GerrlionoUis und 1 Cnemidopliorus^
meist aus Mexico. F. D. Godman and 0. Salvin's Biologia
Centrali-Americana. Zool. Theil 36 — 41, London, 4^.
Reptiles pag. 1—56, Taf. 1—25.
In einem kurzen Abriss über die Fauna von Gua-
temala erwähnt 0. St oll aus den Lagunen an der S. W.
Küste Schildkröten und zwei Kaimans und auch sonst
noch einige Eidechsen, Schlangen und Batrachier, doch
2 60 I)i'- 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericlit über die Leistungen
ohne nähere systematische Bestimmung. In den an-
grenzenden, tiefgelegenen Landstrichen sei die Fauna
an Reptilien besonders reich. Arch. Sc. Phys. Nat.
Geneve (3) Bd. 10, 1884 pag. 343—346.
A. Kappler schildert anschaulich und z. Th. recht
eingehend Natur und Lebensgewohnheiten der auf-
fallendsten Reptilien Holländisch-Guianas. Besonders be-
handelt werden von Schildkröten Testudo tahnlata, die
gegessen wird, klagende Töne von sich giebt, 5 — 6 Eier
legt, carhonaria, Swanka scorpioides, Chelys fimhriato, die
in Surinam fehle, aber in Cayenne häufig sei, Hydraspis
ranicefSf Chelonia viridis, corticata und imhricata, Caretta
Krmissi Gray, SjyJiargis coriacea, die dreimal erbeutet
w^orden sei ; von Crocodiliden Jacare pnnctatns und Caiman
pcdpehrosus; von Eidechsen Jguana tuhercidata, Tejus riigro-
p)unctatvs, A7neiva Surinmnensis, PoJychriis mannoratys,
Doryphorus aztfreus, Thecadactyhs rapicauda, Amphishaena
alba und fuUginosa; von Schlangen Typhlops reticidatvs,
Tovtiix scytale, Spilotes corais, Eunecles murinus, der bis
30' lang werde, Boa constrictor, Epicrcdes cenchris und
Xiphosoma caninum. Giftschlangen seien selten und be-
trügen nur 5% <^er Gesammtzahl; von zwei Bissfällen,
die gutartig verliefen, wird berichtet. Die gefährlichste
Giftschlange sei die bis 14' lange Lachesis mnta^ dann
folgten Croialns horridus, Botkrops bilineatus und atro.v.
Ausland 58. Jahrg. p. 798—800, 815—818, 838—840, 857.
0. Boettger giebt eine Liste von Reptilien aus
Paraguay. Verzeichnet werden 1 Schildkröte, 19 Eidechsen
und 24 Schlangen. Neu für das Land dürften sein TesUido
tahdata Walb.; Tguana tuhercidata Laur. , Tupinamhis
7ugrop)nncta.tvs Spix, Cnemidophorus ocellifer (Spix), Micra-
hlephariis Maximiliani (R. et L.), Amplnshaena Daru'ini
D. et B., Mahuia dorsivittäta Cope und 6 neue Eidechsen;
Typhlops reficulatus und Herpetodryas carinatas (L.), ßavo-
lineatus Jan, Brachyrhytum occipitiluteum D. et B., Leptodira
ännulata (L.), Leptognathus Mikani (Schleg.), Boa imperator
Daud. und 3 neue Schlangen. Zeitschr. Naturw. Halle
Bd. 58 pag. 213—248, 436—437.
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 261
In einer Ersten Liste der Kriechthiere der bra-
silianischen Provinz Rio Grande do Sul verzeichnet
G. A. Boiileng-er 1 Schildkröte, 1 Alligator, 10 Eidechsen
(2 n.) und 19 Schlangen (In., 1 n. var.). Neu für die
Provinz sind ausser den unten aufzuzählenden Novitäten
Elapoiaorphns lemniscatus D. et B., Liopkis cohella (L.),
Aliiiadensis (Wagl.), Coronella anomala und Jaegevi Gthr.,
poecilo'pogon und ohtasa (Cope), Dromiciis inelanostigtna
(Wagl.) und Leptognathm Mikani (Schleg.). In einer
Zweiten Liste nennt derselbe speciell von S. Lorenzo
an der Lagoa dos Patos weitere 2 Schildkröten, 2 Ei-
dechsen (1 n.j und 7 Schlangen (2 n.). Ausser den neuen
Arten scheinen für die Provinz Rio Grande do Sul neu
zu sein Hydromedusa tectifera Cope, Thalassochelys caretta
(L.), die auch von Uruguay vorliegenden Mahuia Sorsi-
Httaia Cope und Ahlahes Agassizi (Jan) und endlich
Bothrops diporus Cope. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 15 pag. 191
bis 196 und Bd. 16 pag. 85—88.
Australische Region. F. Mc Coy giebt mehrere
weitere Tafeln Abbildungen von Reptilien aus Victoria.
Prodromus of the Zoology of Victoria; or figures and
descriptions of the liv. spec. of all classes of the Victorian
indig. animals Vol. 2, Dec. 10 — 11, Melbourne, 8^. pag. 1
bis 46, 20 Taf. (vergl. Ber. f. 1884 pag. 275).
W. Macleay beschreibt aus dem Herbert River
District in N. Queensland 2 neue Scinciden, 3 neue
Schlangen, die unten verzeichnet sind. Ncwdoa Gilherti
Gray sei jetzt von Port Essington, Port Denison und
Port Darwin bekannt; alle drei bis jetzt vom Festland
von Australien verzeichneten Tropidonotas-Axi^n (atigusti-
ceps, ater, picturatiis) lebten im Herbert River District.
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 10 pag. 64—68.
Derselbe fand zusammen mit Vermicella anmdata
und Delma Fraseri bei Mt. Brown in den Barrier Ranges
eine neue Furina. Ebenda pag. 61 — 62.
C. W. De Vis beschreibt 2 Geckoniden, 6 Agamiden,
10 Scinciden und 5 Elapiden vom Festland von Australien
als neu, stellt 1 Agamiden- und 2 Scincidengattungen auf
262 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistuugeu
und giebt Schlüssel zur Unterscheidung der australischen
Heteropus- und Hoplocephalas - Arten. Proc. Roy. Soc.
Queensland Bd. 1 pag. 53—55, 77, 97—100, 138—140,
160, 166 — 173. — G. A. Boul enger stellt eine grosse
Anzahl dieser Formen in die Synonymie. Von 15 n. sp.,
die De Vis neuerdings beschrieb, verdienen nach dem
Verf. nur 3 Berücksichtigung, 1 ist zweifelhaft, 11 sind
sichere Synonyma. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 386
bis 387.
E. C. Gold-Smith macht von den Mayor Inseln in
der Plenty-Bai, Neuseeland, einige Reptilien, meist in
der Sprache der Eingeborenen, namhaft. Transact. N.
Zealand Inst. Wellington Bd. 17 pag. 417 — 427.
Systematisches. In einer Arbeit über die An-
wendbarkeit embryologischer Charactere in der Classifi-
cation der Chordaten bringt J. A. Ryder ein Schema
der embryologischen Unterschiede in den verschiedenen
Wirbelthierabtheilungen und giebt für seine Categorien
neue Namen. Auch Reptilien und Batrachier werden in
diese embryologische Classification eingefügt. Amer.
Naturalist Bd. 19 pag. 815—819, 903—907.
Theromorpha
(um' fossil).
E. D. Cope behandelt eingehend die Verwandtschaften der
Theromorphen mit den Monotremen. Die Theromorphen besitzen ein
festes Quadi-atbein, zweiköpfige Rippen, ein Praecoracoid, ein in der
Grösse reduciertes und am Aussenrande freies Coracoid nud bicon-
cave Wirbelcentra ; das Pubis liegt gänzlich vor dem Ischiiim nnd
ist mit ihm ohne Obturatorforamen verbunden. Von den beiden
Untergruppen Pelecysauria und Anomodontia ist die erstere aus-
gezeichnet durch notochordale Wirbelbildung und das Vorhandensein
von nur 2—3 Sacralwirbeln , die letztere durch mehr als 3 Sacral-
wirbel und dadurch, dass die Wirbel nicht notochordal sind. Die
Pelecysaurier seien die einzigen bis jetzt bekannten Reptilien der
Permfonnation. Proc. Amer. Ass. Adv. Sc. Bd. 33, Philadelphia Meet.
1884, pag. 471-481, 1 Taf
Derselbe untersuchte auch G-ehirnabdmck und Gehörorgan
eines Theromoi'phen aus dem nordamericanischen Perm. Das Gehirn
zeigt Verwandtschaft mit dem Reptilgehira und mit den Gehirnen
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 263
der niedersten Säiigethiere. Die Hemisphaeren sind ausserordentlich
klein, die Epiphyse grösser als gewöhnlich bei den Reptilien. Ein
Foramen opticum fehlt. Das innere Ohr wird ebenfalls genau be-
schrieben. Ebenda 5 pag., 1 Taf. — Ref. in Science Bd. 6 pag. 224
(vergl. Ber. f. 1884 pag. 275).
Dicynodontidae. R. H. Traquair u. J. W. Judd bringen
kurze Mittheilungen über einen entweder zur Gattung Bicynodon
selbst oder doch zu einem sehr nahestehenden Genus gehörigen
Schädel aus dem triassischen Sandstein von New-Spynie bei Elgin in
Schottland. Es ist dies der erste Rest eines Dicynodontiers aus
Grossbritannien. Natura Bd. 32 pag. 556—573.
Chelonia.
Nervensystem. S. Trinchese giebt eine Notiz über die
Innervation der Muskeln bei den Schildkröten. Rend. Accad. Napoli
Anno 24 pag. 34.
A. Kazem-Beck behandelt die Innervation des Herzens bei
den Schildkröten. Er beschreibt einen Nervus depressor cordis, der
vom Ramus pulmonalis vagi abzweigt. Centr. Blatt Med. VViss.
23. Jahrg. pag. 482—484.
Palaeontologisches. A. Portis bespricht eocaene Chelonier
von Verona, von denen einer mit ReseiTe, ein anderer mit grösserer
Wahrscheinlichkeit zu Chelydra gestellt wird. Die Schildkrötenreste
aus dem Eocaen von Ronca gehören zu zwei verschiedenen Arten
von Trionyx im weiteren Sinne. Sodann wird ein Trionyx aus dem
Oligocaen von Agnana genannt und schliesslich der Schädel eines
neuen Äspiliis {Cortesii), wahrscheinlich aus dem Ob.-Miocaen oder
Pliocaen der Gegend von Parma oder Piaceuza, beschrieben und ab-
gebildet. Atti Accad. Torino Bd. 20 pag. 1095—1110, Taf. 11.
C. A. Purschke stellt die bis jetzt aus dem Wiener Becken
bekannten Schildkröten zusammen und beschreibt und bildet ab aus
dem miocaenen Tegel von Hernais eine neue Clemmys (Sarmatica).
Anz. Akad. Wien pag. 36 und Denkschr. Akad. Wien Math. Nat.
Gl. Bd 50 Abth. 2 pag. 185, 1 Taf.
C. Deperet erwähnt in Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 13
p. 466 aus grauen Süsswassersanden des Mittelpliocaens von Roussillon
neue Arten von Testudo {Perpiniana), Emys {Gaudryij und Trionyx,
und beschreibt sie in Ann. Sc. Geol. Paris Bd. 17 pag. 1—272, 6 Taf.
R. Lydekker hat die Schildkröten der indischen Siwalik- und
Narbada-Schichten bearbeitet. Die Testudiniden werden in den
pliocaenen Siwalikbildungen O.-Indiens durch Colossochelys {atlas) und
durch 4 weitere unbestimmbare Arten vertreten. Colossochelys ist
von Testudo verschieden durch NichtVereinigung der Pygalplatten,
von Manouria durch die Gestalt des Epiplastrums. C. atlas erreichte
264 Dl"- Oskar Boettg er: Bericht über die Leistungen
die doppelte Grösse von Testudo elephaniina\ von ihr scheinen die
Aldabra-Schildkröten ihren Ursprung- genommen zu haben. Weiter
fanden sich in den Siwalik- Schichten von Eniydiden 7 Clemmys
(4 n,), 2 Pangshura, 5 Batcujur (4 n.) und eine fragliche Geoemyda.
Die Cle^nmys- Arten bringt Verf. in 4 Gruppen. Aus den pleistocaenen
Narbada-Bildungen zählt er nur 1 Pangshura und 1 Batagiir auf, rlie
beide noch in den dortigen Gegenden leben. Von Triouychiden
ist in den Siwalik - Schichten jE^m?/c?« durch 4 Arten (3 n.), Chitra
durch 1, Trionyx durch 2 Arten vertreten ; in den Narbada-Schichten
fand sich nur 1 noch lebender Trionyx. Sämmtliche pleistocaene
Narbada-Arten leben also noch heute, und auch die pliocänen Siwalik-
Schildkröten sind mit lebenden indischen Arten so nahe verwandt,
dass es oft unsicher wird, sie von denselben specifisch zu trennen.
Nur die grossen Landschildkröten weichen vom heutigen indischen
Typus erheblich ab. Palaeontologia Lidica (10) Bd. 3 Theil6 pag. 155
bis 210, Taf. 18-27. — Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 2 pag. 372—373
und in Jahrb. f. Min. 1886 I pag. 473—476.
Testudinidae. Terschleppuug. Auf Anticosti wurde nach
C. H. Merriam ein wohl sicher von einem Schiffe entflohenes
Exemplar der tropisch - südamericanischen und westindischen Chelo-
noides tabulata (Walb.) gefangen. Science Bd. 5 pag. 474.
Palaeontologisches. L. Vaillant unterscheidet 2 Arten
grosser pleistocaener Landschildkröten von Madagascar Testiido
Grandidieri n. sp. (= Emys gigantea Grand.) von Etsere und T, ah-
rupta Grand, von Ambulisatse. Die Anwesenheit eines Nuchale und
doppelter Gularen nähert diese Formen mehr denen von Aldabra als
denen der Maskarenen oder der Galapagos. Compt. Rend. Paris
Bd. 100 pag. 874—877. — Ref. in Deyrolle's Naturaliste 7. Jahrg.
pag. 98.
Systematisches. Testiido yniphora n. sp. verwandt radiata Shaw.
Von einer der Inselgruppen in der Nähe der Comoren. Vaillant,
Compt. Rend. Paris Bd. 101 pag. 440—441 und Bull. Soc. Philomath.
Paris (7) Bd. 9 pag. 118—120. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16
pag. 314—315 und in Deyrolle's Naturaliste 1. c. pag. 178.
Emydidae. Nervensystem. T. W. Mills behandelt die
Innervation des Herzens von Pseudemys rugosa. Journ. Physiology
Cambridge Bd. 6 pag. 246—286.
Circulationsorgaue. H. G. Beyer hat den Einfluss von
Temperaturschwankungen auf Milz und Herzthätigkeit derselben
Art untersucht. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 8 pag. 225—229, 2 Taf.
Palaeontologisches. F. E. Koch erwähnt Emys Europaea
als in zwei Fragmenten bei Waren in Mecklenburg subfossil im Torf
gefunden. Arch. Fr. Naturgesch. Mecklenburg Bd. 39 pag. 158.
A. Is sei nennt dieselbe Art aus den Ablagerungen in der
in der Herpetologie während des Jahres 1885, 265
Höhle delle Arene Candide im Finalese Liguriens. Boll. R. Coniit.
Geol. d'ltalia, Roma Bd. 16 pag. 360.
Systematisches. E. D. Cope giebt einen Schlüssel für die
6 mexicanischen Arten von Cinosternum. Proe. Amer. Phil. Soc.
Bd. 22 pag. 389.
Cinosternum brevigidare n. sp. = leiicostomum Cope part., non
Dum. Sipurio, Costa Rica. Cope 1. c pag. 389. — C. hrevüjulare n. sp.
(hat nach Boiilenger Priorität vor dem Cope'schen Namen). Playa
Vicente, Mexico. Günther, Biolog. Centr.-Amer., Rept. pag. 17, Taf. 18,
Fig. A. — C. cruentatum A. Dum. abgeb. bei Günther 1. c. Taf. 9 — 11.
— C. cruentatum A. Dum. und Mexicanum Lee. = Shawianum Bell.
Cope 1. c. pag. 389. — C. hirtvpes "Wagl. abgeb. bei Günther 1. c.
Taf. 12—15. — C. leucostomiim A. Dum. abgeb. ebenda Taf. 16—17.
Emys catasioila n. sp. Mexico. Günther 1. c. pag. 4, Taf. 6,
Fig. B. — E. ornata Gray Taf. 1, xyulclierrima Gray Taf. 7 — 8, iimhra
Boc. Taf. 4—6, Fig. A. Günther 1. c. — E. Salvini n. sp. Guatemala
Günther 1. c. pag. 4, Taf. 2—3.
Chelydidae. Systematisches. Chelodina Maximiliani D. et B.
= Hydromedusa tectifera Cope. Boulenger, Ann. Mag. N. H, (5)
Bd. 16 pag. 85.
Hydromedusa Maximiliani Wagl., non Mik., Platanensis Gray
und Wagleri Gthr. = tectifera Cope. Boulenger 1. c.
Trionychidae. Respirationsorgaue. H. Simon und S. S.
Phelps Gage zeigen weiter an Versuchen, dass die Arten der
americanischen Gattungen Aspidonectes und Amyda normal sowohl
Luft- als auch Wasserathmung zeigen. 2 — 10 Stunden blieben die
Versuch sthiere freiwillig und bis 15 Stunden unfreiwillig in fliessendem
Wasser untergetaucht. Die Analyse des Wassers ergab einen starken
Verlust an Sauerstoff der Luft des Wassers und eine bedeutende
Zunahme an Kohlensäure in demselben. Science Bd. 6 pag. 225 und
283 (vergl. auch Ber. f. 1884 pag. 277).
Auch die australische Chelodina longicolUs hat nach W. A. Has-
well die Gewohnheit, am Grunde des Wassers liegend, in regel-
mässigen Zwischenräumen Wasser einzuziehen und wieder aus-
zustossen. Verf. kommt aber nach genauen Beobachtungen und
anatomischen Untersuchungen zu dem Schlüsse, dass wenigstens bei
der in Rede stehenden Art die Ein- und Ausathmung von Wasser
keine functionelle Bedeutung hat, ihre Entstehung vielmehr auf
leichte spasmodische Bewegungen zurückzuführen ist, wahrscheinlich
hervorgerufen durch die rhythmische Thätlgkeit des Respirations-
mechanismus. Proc. Linn. Soc. N. S. Wales Bd. 10 pag. 332—333.
Systematisches. Chelodina longicolUs Shaw abgeb. bei Mc Coy,
Prodr. Zool. Victoria Taf. 92—93.
Cheloniidae. Ifervensystem. Eine Notiz über die Herznerven
der Seeschildkröten bringen H. Krön eck er und T. W. Mills in
"266 Dl". 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. for 1884 pag. 776, einige Beobachtungen
über den Einfluss des Nervus vagus und der Acceleratoren auf das
Herz der Seeschildkröte T. W. Mills in Journ. Phj^siology Bd. 5
No. 6, eine Mittheilung über Rhythmus und Innervation des Herzens
dreier X7iefoma- Arten derselbe in Johns Hopkins Univ. Circul. Bd. 5
No. 43 pag. 6—7.
Sinnesorgane. Eingehende macro- und microscopische Unter-
suchung und Beschreibung der Thränen- und der Harder'schen Drüse
von Chelone viridis liefern A. Pilliet et F. Bignon. Bull. Soc.
Zool. France Bd. 10 pag. 60—66.
Systematisches. Sphargis coriacea L. abgeb. bei Mc Coy, Prodr.
Zool. Victoria Tal 101.
Saiiropterygia
(nur fossil).
Placodontia. G. Gürich giebt weitere Notizen über Cya-
modus [Taniowitzensis] aus dem Muschelkalk Ob.-Schlesiens und be-
schreibt von ebenda eine neue Gattung Pleiirodus {bicohr n.) von
unsicherer Stellung. 62. Jahrg. Ber. Schles. Ges. Vat. Cult. für
1884 pag. 218—220 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 265).
Plesiosauria. L. Dollo bringt eine kurze Uebersicht über
unsere heutige Kenntniss von den Plesiosauriern. Rev. Quest. Scientif.
Bruxelles Bd. 17 pag. 632—637.
H. S. Sauvage giebt eine weitere Notiz über die Reptilien
des Ob. -Portland von Boulogne. Bull. trim. Soc. Acad. Boulogne-
sur-Mer Bd. 4 pag. 169 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 279).
Nachträglich sei auch noch auf dessen wichtige Arbeit über
die Plesiosauriden und Elasmosauriden des Ob.-Jura von Boulogne-
sur-Mer hingewiesen, in der er zahlreiche Arten von Pliosaurus
(3, 1 n.), Polyptychodon (1), Plesiosaurus (5, 2 n.) und von Colymbo-
saunis (1 n.), Muraenosaurus (2) und Polycotylus (1 n.) beschreibt und
abbildet. Ann. Sc. Nat. (6) Bd. 8, 1879 Art. 13. 38 pag., Taf. 26
bis 27. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1886 11 pag. 116—117.
Ichthyopterygia
(nur fossil).
L. Dollo giebt eine kurze Uebersicht über unsere heutige
Kenntniss von der Organisation der Ichthyosaurier. Bull. Scientif.
Dep. Nord (2) 7—8 Jahrg. pag. 115—120.
W. D' Ar cy Thompson sucht durch Vergleichung der Hinter-
extremitäten eine nicht archipterygiale Theorie des Chiropterygiums
aufzubauen. Das Femur entspreche dem Basipterygium ; die drei bei
Sauranodon und bei einigen Ichthijosaurus- Arten folgenden Knochen
in der Herpetologie vvälireiid de« Jahres 1885. 267
stellten drei Basalia der Fischflosse vor. Rep. Brit. Ass. Adv. Sc.
1885 pag. 1065—1066 und Journ. Anat. Physiol. Bd. 20 p. 532-535.
E. Rene vi er bringt Beschreibung mid Photographie des
prachtvollen JcMhyosaurus quadriscissus Quenst. im geologischen
Museum von Lausanne ; er stammt aus dem Ob,-Lias von Holzmaden
bei Boll in Württemberg. Eine characteristische Krümmung der
Schwanzwirbelsäule in der Nähe der Schwanzspitze, die schon Quen-
stedt aufgefallen war, und die einer Verticalflosse zur Stütze gedient
haben dürfte, lässt sich auch bei diesem Exemplar beobachten. Bull.
Soc. Vaud. Lausanne (2) Bd. 21 pag. 8—12, Taf. 1.
Crocodilia.
Urogeuitalsystem. Nach einer Recapitulation der einschlagenden
Literatur beschreibt B. Solger und bildet ab die äussere Gestalt
und die Anordnung und den Bau der Harncanälchen der Niere von
Alligator. Zeitschr. Wiss. Zool. Bd. 41 pag. 605—615, Taf. 32.
Palaeoutologisclies. A. Smith AVo od ward giebt eine höchst
sorgfältige und dankenswerthe Zusammenstellung der 58 aus England
bis jetzt beschriebenen Crocodilier, von denen eine Art der Ob. -Trias,
die grosse Mehrzahl dem Jura, wenige Arten dem Wealden, 8 dem
Tertiaer angehören. Ausführliche Nachweise über Literatur und
Synonymie sind jeder einzelnen Art beigegeben. Geol. Mag. (3)
Bd. 2 pag. 496-510, Tabelle.
Gavialidae. Palaeontologisches. F. Toula und J. J. Kail
beschreiben und bilden ab den Schädel eines neuen Crocodiliers aus
den miocaenen Sauden von Eggenburg in Niederösterreich, der neben
der Verwandtschaft mit Crocodilus wichtige Uebereinstimmungen mit
dem lebenden Tomistoma von Borneo zeigt, und errichten dafür die
neue Untergattung Gavialosuchas (Eggenbiirgensü). Auz. Akad. Wien
22. Jahrg. pag. 107—109 und Denkschr. Akad. AVien 50. Bd., 2 Abth.
pag. 299— 356, Taf. 1-3, 3 Fig.
Crocodilidae. Sceletsystein. C. Luetken beschreibt und
bildet ab Schädel von Crocodilen verschiedenen Alters aus Venezuela,
die er sämmtlich zu der einen Species Crocodilus intermediits Grav.
zieht. Der in der Jugend ungewöhnlich lange Schädel mit sehr
stark ausgezogener, mehr cylindrischer Schnauze wird im Alter
kürzer und kürzer, und der Schädel nimmt schliesslich die Form
eines weniger gestreckten, gleichschenkligen Dreiecks mit fast geraden
Seiten und breiterer Basis an. Während ganz junge Stücke jeder-
seits vorn in dem Theil des Unterkiefers, der durch eine in das
Hinterende der Symphyse gelegte Querlinie abgeschnitten wird, fünf
Zähne tragen, zeigen die alten Exemplare deren je sechs. Vidensk.
Meddel. Nat. Foren. Kjoebenhavn 1884 pag. 61—80, Taf. 5.
268 Dr. 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
Palaeoutologisches. Aus den auf der Grenze von Kreide und
Tertiär stehenden Laramie-Schichten von Animas City, Neu-Mexico,
beschreibt E. D. Cope nach Zähnen einen neuen Crocodilus {Sta-
velianus). Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 986.
F. Noetling kennt aus dem U.-Oligocän des Samlandes von
Eeptilien nur 2 Zähne eines Crocodils. Abh. Geol. Spec.-Karte
Preussen u. Thüringen Bd. 6 , Heft 3 , Berlin 1885 und Die Fauna
des samländischen Tertiärs I. Theil , Bd. 1 Text und Atlas , 27 Taf.
Berlin 1886.
A. Hofmann giebt Abbildung und Beschreibung von 2 neuen
Crococlihis (Steiner i, Styriacus) aus der miocaenen Brannkohle der
Steiermark: die letztere Art sei möglicherweise ein Alligator. Moj-
sisovics und Neumayr s Beitr. z. Palaeont. Oestr.-Ung. Bd. ö Heft 2,
2 Taf.
Alligatoridae Circulationsorgaiie. T. W. Mills bringt eine
Notiz über die Physiologie des Herzens von Alligator. Johns Hop-
kins Univ. Circul. Bd. 5 No. 48 pag. 7—8.
Systematisches. Eine Mittheilimg C. Luetken's gilt den
Kennzeichen, die gewöhnlich für die Abtrennung eines Genus Jacare
Gray angeführt werden, und namentlich den offenen und obliterierten
oder fehlenden Supratemporalöffnungen und der Stellung des Vomers.
Verf. zeigt, dass diese Charactere nicht genügen, um Jacare oder
Caiman als gute Gattungen anerkennen zu lassen. Vidensk. Meddel.
Nat. Foren. Kjoebenhavn 1884 pag. 76—80.
Dinosauria
(mir fossil).
G. Baur macht in einer Notiz zur Vögel -Dinosaurier -Frage
darauf aufmerksam und belegt es mit Citaten, dass Cope 1867 und
nicht Huxley 1868 der erste war, der die nahen Verwandtschafts-
beziehungen zwischen Vögeln und Dinosauriern zuerst erkannte, wie
das auch von Huxley bereits 1870 eingeräumt worden sei. Zool.
Anzeiger 8. Jahrg. pag. 441—443.
In einer Arbeit über die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen
Dinosauriern und Vögeln stellt B. Vetter die verschiedenen An-
sichten über die Abstammung der Carinaten von den Ratiten, der
Ratiten von Archaeopteryx, des Archaeopteryx von den Dinosauriern,
für und gegen, übersichtlich zusammen. Namentlich werden die
Aussprüche von Huxley, Owen, Marsh, Cope, Vogt, Seeley, Baur,
Wiedersheim. Dollo und Dames gegen einander abgewogen. Verf.
scheint eine praecisierte Stellungsnahme zu den vielfach entgegen-
gesetzten Meinungen zu vermeiden, neigt sich aber am meisten den
Ansichten von Vogt, Seeley und Dames zu. Festschr. Nat. Ges. Isis
Dresden pag. 109—122.
in der Herpetologie wahrend des Jahres 1885. 269
Derselbe setzt seine Referate über die Fortschritte unserer
Kenntniss der Dinosaurier und einiger anderer fossiler Reptil-
ordnungen nach den neuesten Arbeiten von Marsh , Baur u. a. fort.
Kosmos Bd. 16 pag. 372—380, Bd. 17 pag. 20—35, 1 Taf. (vergi. Ber.
f. 1884 pag. 280).
In einer Kritik von Marsh's Amer. Jurassic Dinosauria Pt. VIII
(vergl. Ber. f. 1884 pag. 281) bemerkt E. D. Cope, dass einige der
Beckencharactere der Theropoden eine grössere Aehnlichkeit mit
denen herbivorer Dinosaurier zeigten als mit denen der Vögel, und
dass Cei'atosaurus und Megälosaurus wohl kaum sich als zwei Familien
neben einander halten Hessen. Eine zweite Familie der Theropoden
bildeten die Zanclodontiden mit biconcaven Halswirbeln und mit von
den Megalosauriden verschiedenen Pubes. Auch die Macelognatha
verwirft Verf. als Ordnung. Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 67 — 68.
L. DoUo bringt eine Notiz über einen neuen Zahn von Craspe-
dodon aus der Ob. -Kreide von Lonsee in Belgien und vergleicht
tabellarisch die Unterschiede der Zahnform von Sauropoden, Stego-
sauriern und Ornithopoden. Ann. Soc. Scientif. Bruxelles Bd. 9
pag. 309—318, Fig. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1887 I pag. 327—329.
De la Moussaye beschreibt und bildet ab einen Zahn von
Neosodon (n) aus dem Purbeck von Wimille, den er für einen Omni-
voren Dinosaurier hält, ohne seine Stellung im System genauer be-
zeichnen zu können. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 13 pag. 51 — 54,
2 Fig. und Bull. trim. Soc. Acad. Boulogne-sur-Mer Bd. 4 pag. 162.
— L. Dollo deutet diesen Zahn als einen solchen von Iguanodon
praecursm- Svg, und jedenfalls einem herbivoren Thiere zugehörig.
Rev. Quest. Scientif. Bruxelles Bd. 17 pag. 4—5.
Orthopoda. Camptosauridae. 0. Marsh ändert den
Namen Camptonotus in Camptosaurus, Camptonotidae in Campto-
sauridae. Amer. Journ. Sc. (3) Bd. 29 pag. 169.
Iguanodontidae. H. Woodward giebt eine geschichtliche
Uebersicht über die Literatur von Iguanodon Mantelli v. Myr. aus
dem englischen und belgischen Wealden und bringt Schädel und
Restauration des Brüsseler Exemplars in Abbildung. Geol. Mag. (3)
Bd. 2 pag. 10— 15, Taf. 1.
J. W. Hulke deutet drei Knochen des Schultergürtels von
Iguanodon aus dem Wealden von Hastings als Interclavicula und als
die beiden Claviculae, welche letztere danach in ihrer Beziehung zur
Interclavicula den Schlüsselbeinen der lebenden Lacertilier ent-
sprächen. Die Interclavicula dagegen weicht stark in der Form ab
von der der Lacertilier und Crocodilier; das rippentragende Sternum
ist vermuthlich wie das der Crocodilier knorpelig gewesen. Diese
Auffassung weicht von der Dollo's darin ab, dass die von diesem
als Hälften des Sternums angesprochenen Knochen hier als Clavi-
culae gedeutet werden, während das Sternum noch unbekannt sei.
270 Dr. 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
Qu. Journ. Greol. Soc. London Bd. 41 pag. 473—475, Taf. 14; Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 16 pag. 310— 311 und Geol. Mag. (3) Bd. 2 pag. 331. —
Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1886 I pag. 472. — L. Dollo sucht diese
Hypothese in fast allen Punkten zu widerlegen. Iii der Form der
Hulke'scheu Claviculae liege grosse Aehnlichkeit mit Sterualplatten,
was ausgeführt wird. Auch die gegenseitige Lage der beiden Knochen
spräche gegen Hulke's Auffassung; es existierten Dinosaurier mit
paarigem Sternum, aber keine mit Schlüsselbeinen. Rev. Quest.
Scientif. Bruxelles Bd. 18 pag. 664—675. — Ref. in N. Jahrb. f.
Min. 1886 I pag. 472—473 und in Ann. Soc. Geol. Nord, Lille Bd. 13
pag. 71. — Ct. Baur schliesst sich ebenfalls dieser Deutung an;
auch er betrachtet Hulke's Clavikeln für Sternalplatten und zwar für
das Pleurosteon, und meint, dass bei den herbivoren Dinosauriern,
wie bei den Crocodiliern, wohl nie eine Clavicula zur Entwicklung
gelaugt sei. Zool. Anzeiger 8. Jahrg. pag. 561 — 562. — Ref. in
N. Jahrb. f. Min. 1886 I pag. 472. — P. Pelseneer, L'appareil
sternal dlguanodon. Bull. Sc. Dep. Nord (2) 7— 8. Jahrg. pag. 317
bis 321.
"Weitere Notizen über die Iguanodonten von Bernissart siehe
bei L. Dollo. Rev. Quest. Scientif. Bruxelles Bd. 18 pag. 5— 55.
Hadrosauridae. E. D. Cope bsschreibt im Gegensatze zu
Ornithotarsus immanis Form und Lage von Tibia, Fibula, Astragalus
und Calcaneus von IHclonius mirdbilis aus den nordamericanischeu
Laramie - Schichten und bemerkt, dass ein Stück Hauttegument
der Beckengegend aus kleinen, subpentagonalen, scheibenförmigen
Schuppen mit gekerbten Rändern bestehe, die an die Haut von
Rhinoceros Sondaicus erinnern. Die einzelnen Schuppen haben etwa
1 cm. im Durchmesser. Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 1208, Taf. 37,
Fig. 1—3. — Ref. in Jahrb. f. Min. 1886 II. pag. 287—288.
Theropoda. Megalosauridae. E. D. Cope zieht den Marsh'-
schen Namen Dryptosauriis 1884 zu Gunsten von Laelaps Cope ein.
Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 705 Fussnote.
Douville erwähnt aus den Oxfordmergeln (Ob.- Jura) von Dives
und Villiers in Frankreich eine vermuthlich einem Megalosauriden
zugehörige Fibula und das Kieferfragmeut eines Megcdosaurus aus
den Vaches-Noires, das zu M. gracilis (Quenst.) gestellt wird. Bull.
Soc. Geol. France (3) Bd. 13 pag. 441.
Anchisauridae. E. D. Cope zieht den Marsh'schen Namen
Amphisaurus 1884 zu Gunsten von Megaäactylus Cope 1870 ein (was
aber wegen Megadactylus Fitz, und Megalodactylus Fieb. nicht an-
geht). Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 705 Fussnote. — 0. Marsh
ändert den Namen Amphisaurus in AnchisauruSf Amphisauridae in
Anchisauridae. Amer Journ. Sc. (3) Bd. 29 pag. 169.
in der Herpetologie wahrend des Jahres 1885. 271
Rhynchocephalia.
Palaeontologisches. Homoeosauridae. Ein in seinen einzelnen
Theilen vielfach loses Scelet des Homoeosaurus (Maximiliani) ans dem
lithographischen Schiefer vom Pointner Forst bei Jachenhausen in
der Ob. -Pfalz giebt L. v. Amnion Gelegenheit, denselben mit
Hatteria zu vergleichen, da nicht nur der amphicoele Wirbelbau,
sondern auch der Bau und die acrodonte Bezahnung der Kiefer, das
paarige Praemaxillare, der Schultergürtel und das Abdominalsternum
evidente Verwandtschaft mit dem lebenden Genus zeigen. Die
Gattungsdiagnose von Homoeosaurus v. Myr. wird vervollständigt
und darauf hingewiesen, dass möglicherweise H. macrodactylus =
Maximiliani ist. Abb.- Akad. München II. Gl. Bd. 15 Abth. 2 pag. 497
bis 528, Taf. 1-2. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1886 II p. 114—115.
Pythonomorplia
(nur fossil).
Pythonomorpha Vera. L. Dollo homologisiert einen bei
Plioplatecarpus gefundenen Canal mit Marsh's Pituitar - Canal bei
Morosaurus und mit Gruber's Canalis basilaris medianus beim anomalen
Menschen und nennt ihn „canal basioccipital median". Ausserdem
bespricht er noch zwei weitere seitliche Canäle, die er „hypobasilaires"
nennt, und die zum Schutz der Infrajugularvenen dienten. Sodann
wird eine Interclavicula bei Plioplatecarpus, die der der Crocodile
ähnlich ist, beschi-ieben, und die Mosasaurier werden je nach dem
Vorhandensein (Plioplatecarpidae) oder Fehlen (Mosasauridae) von
Sacnim, Interclavicula, medianem Basioccipital-Canal und zwei Hypo-
basilar-Canälen in zwei Familien getheilt. Zu den Plioplatecarpidae
gehört nur Plioplatecarpus Dollo, zu den Mosasauridae Baptosaurus,
Lestosawi-us, Tylosaurus, Edestosawus und Holosaurus Marsh, Ptery-
collosaurus und Hainosaiirus Dollo, Mosasaurus Conyb., Platecarpus,
Sironectes und Clidastes Cope und Leiodon Ow. Ann. Soc, Scientif.
Bnixelles Bd. 9 pag. 309—335, Fig. — Ref. in N. Jahrb. f. Min.
1887 I pag. 327-329.
Mosasauridae. L. Dollo bringt osteologische Beiträge zur
Kenntniss der Mosasauriden und stellt die neue Gattung Hainosaurus
(Bernardi) von 1,65 m Kopf- und 13 m Totallänge aus dem Ob.-Senon
von Mesvin-Ciply bei Mons auf. Die Praemaxillaren sind bei dieser
Gattung über die Zähne hinaus schnabelförmig verlängert; drei Arten
von Zähnen. Pterygoiden nicht in der Mittellinie verschmolzen. Dem
Quadratum fehlt die Supracolumellar-Apophyse. Kein Sacrum, keine
Interclavicula, kein Einschnitt am Coracoid. Humerus breit, eben,
in der Mitte leicht verengt, kürzer als Femur. Bull. Mus. H. N.
Beige Bd. 4 pag. 25-36. - Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1886 I pag. 341
272 1^1'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistung-en
bis 342. — Ueber die Auffindung dieser Reste vergl. E. Dupont
in Bull. Acad. Sc. Bruxelles (3) Bd. 9 pag. 215—216 und Bull. Sc.
Dep. Nord (2) 7—8 Jahrg. pag. 177—178.
Choristodera. Nach Y. Lemoine ist die Gattung Simoido-
saurus aus der Faune cernaysienne, U. -Eocaen, von Reims nicht
identisch mit dem Genus Champsosaiirus aus dem Landenien iuferieur,
U. -Eocaen, von Erquelinnes in Belgien, sondern im Bau der Rücken-
und Kreuzbeinwirbel, des Schultergürtels und Oberarms von ihm recht
wesentlich abweichend. Simoidosaurus hatte auch einen Proatlas und
ein verknöchertes Sternum. Nouv. Note s. 1. genre Simoidosaure,
Reims, 8". Matot-Braine. 16 pag. und Compt. Rend. Paris Bd. 100
pag. 753—755. — Ueber diese Streitfrage vergl. auch L. Dollo, der
von der Uebereinstimmung beider Gattungen überzeugt ist und auch
die Fundschichten derselben für gleichzeitig hält. Lemoine's Scapula
und Coracoid seien falsch gedeutet; die angebliche Scapula sei wahr-
scheinlich ein Theil des Coracoids. Rev. Quest. Scientif. Bruxelles
Bd. 17 pag. 617— 624 und Bd. 18 pag. 226— 231. — V. Lemoine
gesteht einige der Ausstellungen Dollo's zu, in anderen hält er seine
Ansicht aufrecht. Ebenda Bd. 18 pag. 223—225 (vergl. auch Ber. f.
1884 pag. 293—294).
Ophidia.
Integumentalgebilde. F. Leydig erinnert an das reif- oder
puderartige Hautsecret von Viper a herus. Zool. Anzeiger 8. Jahrg
pag. 758.
Sceletsystein, Untersuchungen über Gliedmassenrudimente bei
Schlangen hat A. Carlsson angestellt. Sitz. Ber. Akad. Stockholm
vom 14. Oct. 1885.
Nervensystem. L. Merk gelangt durch Schnitte am Medullar-
rohr der Embryonen von Tropidonotus natrix zu dem Ergebniss, dass
das Epithel der dem Centralcanal des Rückenmarks, resp. den Ven-
trikeln zugekehrten Fläche des Medullarrohrs mit Mitosen wie besäet
ist, wogegen in der übrigen Partie des Rohres keine Kerntheilungs-
figur zu erblicken ist. Etwas ähnliches gilt von der Retina. Sitz.
Ber. Akad. Wien Math. Nat. Gl. 92 Bd. 3 Abth. pag. 356-375, 1 Taf.
— Ref. in Biol. Centr. Blatt Bd. 5 pag. 729—730.
Respirationsorgane. Die Lungen der Schlangen zeigen nach
F. E, Schulze in mehrfacher Richtung auffällige Verschiedenheiten.
Während die Peropoden zwei wohlentwickelte und fast gleich lange
Lungen besitzen, zeigen die Viperiden und Hydrophiden nur eine.
Dazwischen kommen zahlreiche Uebergangsformen vor, meist mit
Verkleinerung der linken Lunge. Auch das Verhältniss des respi-
rierenden Theils zu dem hinteren, mehr oder weniger glatten wechselt
je nach der Gattung. Während so bei Boa, FAmectes, Pi/tfiou und
in dor Heipetologie wahrend des Jahres 1885. 273
Tropidonotus ein allmählicher Uebergang zwischen beiden Lungen-
abschnitten besteht, grenzen beide bei Naja scharf gegen einander
ab. Die Lungen derjenigen Schlangen, welche aus anderen Gründen
den Eidechsen am nächsten stehen, gleichen im Allgemeinen auch
den Eidechsenlungen am meisten. Sitz. ßer. Ges. Nat. Fr. Berlin
pag. 86—87.
Biologisches. Cm-onella Austriaca tödtet nach 0. E. Eiffe
Eidechsen nicht immer durch Umschlingen und verschlingt ausserdem
Eidechseneier und Schlangen, nicht aber Blindschleichen. Die Nahrung
wird mehr durch den Geruch als durch das Tastgefühl erkannt.
Aehnlich verhält sich C. Girundica. Von Tarbophis wird eine giftige
Wirkung des Bisses auf Lacerta vivipara geschildert, der in Vj^ Minuten
tüdtete; dieser Effect konnte jedoch nur einmal erzielt werden.
Weitere Notizen beziehen sich auf Elaphis cervone, Coluber Aesculapii,
Zamenis viridiflavus und Dahli. Die Zamenis - KrttVi sind gewohnt,
hinter ihrer Beute herzuschiessen und dieselbe zu verfolgen; sie
fressen Eidechsen. lieber Vipera berus werden recht auffällige Dinge
mitgetheilt. In einem jungen Stücke fand Yerf. nur Käfer (Leptura).
Halbwüchsige und kleine Ottern nähren sich von Eidechsen, besonders
von Lac. vivipara, am liebsten von frisch getödteten. Auch Frösche,
lebende wie todte, und deren Schenkel werden nicht verschmäht.
Die Ottern, an denen diese Beobachtungen gemacht wurden, frassen
nur bei Tage. Die Giftzähne ersetzten sich schon nach drei Tagen
durch neue. Alle beobachteten jungen Ottern gingen leicht — schon
nach drei Tagen — ans Futter; ältere nennt Verf. bei richtiger
Pflege ruhige Gefangene, die sich gern in die Hand nehmen und
streicheln lassen. Tropidonotus natrix lebt ausser von Fröschen auch
von der Kreuzkröte; alle Tropidonotus-Arten sind aber auch leiden-
schaftliche Fischfresser; Tr. viperinus frisst sogar Regenwürmer.
Nur die letztere ist von den mitteleuropäischen Tropidonoten als
mitunter bissig zu bezeichnen. Auffällige Körperbewegungen werden
von Tr. natrix und von Zamenis Dahli erwähnt, und auch die Art
und Weise, mit welcher Schlangen neue Ankömmlinge im Terrarium
begrüssen und ihrer Begegnung mit fremden Gegenständen Ausdruck
verleihen, beschrieben. Zool. Garten 26. Jahrg. pag. 43 — 51.
C. W. De Vis, On degiutition in the fresh-water Snake. Proc.
Roy. Soc. Queensland Bd. 1 pag. 82.
H. C. Hitchcock erwähnt neben dem Zischen der Schlangen
auch eines lauten, bellenden Geräusches bei einer ceylanischen Schlange.
Science Bd. 5 pag. 85. — H. H. Nicholson hörte dagegen Pity-
ophis Sayi im Schmerz oder Aerger einen feinen Schrei ausstossen.
Ebenda pag. 188. — R. W. Shufeldt reproduciert Abbildung und
Erklärung der letzteren Erscheinung nach White. Ebenda pag. 267,
2 Fig. (vergl. Ber. f. 1884 pag. 299).
J. B. de Lacerda ist in Uebereinstimmung mit Mitchell der
Arch. f. Naturgescli. 52. JaLrg. Bd. II. H. 1. o
274 I)i'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Ansicht, dass das Gift anderer Schlaugen nicht von dem der Klapper-
schlange verschieden ist. Er stellt weitere Versuche mit Injectionen
von Natriumpermanganat in die Bisswunde an, die, im Falle die
Wunde sich frisch zeigte und keine Arterie getroffen war, guten
Erfolg hatten. Le^ons sur le venin des serpents du Bresil. Paris, 8".
3 Taf.
Nach R. N. Wolfen den beruht die Giftigkeit des Excrets der
Naja tripudians ausschliesslich auf Proteidstoifen , und zwar auf
Globulin, das ausserordentlich giftig wirke, und auf Serumalbumin
und Syntonin, welche beide ebenfalls toxische Wirkungen besässen.
Pepton dürfte, wenn überhaupt, nur in Spuren im Cobragifte auf-
treten. Nature Bd. 33 pag. 238—239.
Einem Regierungsausweise zufolge sollen in 1883 in Britisch-
O. -Indien 20067 Menschen und 1644 Stück Rindvieh durch Schlangen-
biss getödtet worden sein. Krebs' Humboldt pag. 90.
Beim Schlangentanz der Moquis in Arizona werden nach
J. G. Bourke lebende Schlangen, meist Klapperschlangen, benutzt;
ähnliche Ceremonien finden sich angeblich noch in Centralamerica.
The Snake-Dance of the Moquis of Arizona. London 1884-. — Ref.
in Nature Bd. 31 pag. 429.
Faunistisches. Der Duke of xVrgyll macht in einer Notiz
über die geographische Verbreitung der Thiere auch auf das Vor-
kommen von Schlangen auf den Hebriden aufmerksam. Nature
Bd. 30, 1884 pag. 462.
Typhlopidae. Systematisches. Typhlops nigrescens Gray abgeb.
bei Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 103. — T. praelmigus n. sp.
verwandt perditus Pts. Cordova, Mexico. Müller, Verh. Nat. Ges.
Basel Bd. 7 pag. 674.
Calamariidae. Systematisches. E. D. Cope giebt einen
Schlüssel für die 7 nördlich von der Landenge von Darien bis jetzt
gefundenen Arten von Bliahdosoma. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22
pag. 384.
G. A. Boulenger bringt 7 Abbildungen des Vorderkörpers
von Elapomorphus lemniseatus von oben und von unten, um die grosse
Variabilität dieser Schlange zu veranschaulichen. Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 15 pag. 321—322, Taf. 10.
Derselbe beschreibt kurz ein Stück dieser Art von 0,7 m. Länge.
Ebenda Bd. 16 pag. 297.
Calamaria Grabowskyi u. sp. verwandt Temmincki D. et B.
Tameanglaijang und Telang, S.O.-Borneo. J. G. Fischer, Arch.
Naturg. Bd. 51 I pag. 50, Taf. 4, Fig. 1.
Contia Michoacanensis n. sp. Michoacan, Mexico. Cope, Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 178.
Elapomorphus lemniseatus D. et B. abgebildet Taf. 10. — E,
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 275
Jheringi Str. = lemniscatus var., E. reticulatus Pts. = lemniscatus .
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 15 pag. 321.
Geophis reticulatus n. sp. S. Lorenzo, Rio Grande do Sul. Bou-
lenger 1. c. Bd. 16 pag. 87. — G. Schadenbergi n. sp. Mindanao.
J. G. Fischer, Jahrb. Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 93, Taf. 3,
Fig. 4. — G. unicolor Fisch. = Leptoealamus. Cope 1. c. pag. 178.
Homalocranium trivittatum n. sp. Guatemala. Müller, Verh.
Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 678.
Phalotris melanopleuros n. sp. Rio Grande do Sul. Cope 1. c.
pag. 189 = Elapomorphus lemniscatus D. et B. Boulenger 1. c. Bd. 16
pag. 296.
Begnops Sargi n. sp. Guatemala. J. G. Fischer, Jahrb. Wiss.
Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 92.
Bhabdosoma guttulatum n. sp. Vera Cruz pag. 385, — Bh. mul-
titorques n. sp. Zacualtipan, Prov. Hidalgo, Mexico pag. 384. — Bh.
zebi'inum Boc. = Begnops pag. 178. Cope 1. c.
Sphenocalamus lineolatus Fisch. = Geagras redimitus Cope.
Cope 1. c. pag. 177.
Trimetopon n. gen. Zwei Internasalen, ein Praefrontale, zwei
Nasalen, ein Frenale, ein Praeoculare; Rostrale nicht vorgezogen;
Anale getheilt; Schuppen glatt mit einer Pore. Für Ablabes gracilis
Gthr. Cope J. c. pag. 177.
Virginia fasciata n. sp. Guatemala. J. G. Fischer, Jahrb. Wiss.
Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 95.
Oligodontidae. Systematisches. Simotes affinis n. sp.
Nias. J. G. Fischer, Abh. Nat. Ver. Hamburg Bd. 9 Hft. 1 pag. 4,
Taf. 1, Fig. 1 = Labuanensis Gthr. Boulenger, Ann. Mag. N. H, (5)
Bd. 16 pag. 388.
Colubridae. a. Coronellinae, Systematisches. Ahlabes ba-
Uodirus Schleg. var. cincta n. Nias. J. G. Fischer 1. c, pag. 8, Taf. 1,
Fig. 2 — 3. — A. gracilis Gthr. siehe oben Trimetopon unter Ca-
lamariidae.
Äporophis siehe unten unter Dryadinae.
Coronella Iheringi n. sp. Rio Grande do Sul. Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 15 pag. 194. — C. pulchella Jan = Äporophis
flavifrenatus Cope, Proc. Anier. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 191 = anomala
Gthr. Boulenger 1. c. pag. 194.
Cyclagras n. gen. Bezahnung diacranter ; Auge ganz von einem
Schuppenkranz umgeben ; Anale einfach ; Schuppen glatt. Für Xenodon
gigas und Liophis Ucinctus D. et B. Cope 1. c. pag. 185.
Biadophis rubescens n, sp. New Providence, Bahamas. Cope 1. c.
pag. 403.
Enicognathus bilineatus n. sp. Santos. J. G. Fischer, Jahrb.
Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 98, Taf. 3, Fig. 5.
Liophis genimaculatus n. sp. (? = Dromicus lineatus D. et B.
S*
276 1^1". Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
var. von Sta. Cruz). Paraguay. Boettger, Zeitschr. Naturw. Halle
Bd. 58 pag. 229. — L rutilus Cope = Aporophis anomälus (Gthr.).
Cope 1. c, pag. 191.
Lystrophis n. gen. für die Heterodon-Arten mit glatten Schuppen
und getheiltem Anale. Mit Heterodon D'Orbiynyi D. et B. Cope 1. c.
p. 193 = Heterodon. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 p. 295.
Manolepis n. gen. Verschieden von Tomodon D. et B. durch
getheiltes Anale und Mangel der Schuppenporen. Für Tomodon
nasutus Cope. Cope 1. c. pag. 176.
Opheommphus dorsalis Cope = Coronella Jaegeri Gthr. Boulenger
1. c. pag. 295. — 0. fuscus n. sp. Rio Grande do Sul. Cope 1. c.
pag. 190 = Liophis cobella var. Boulenger 1. c. pag. 297. — 0. me-
leagris Cope =: Liophis Merremi Wied. Boulenger 1. c. pag. 295. .
Khinaspis Ehodei n. sp. Paraguay. Boettger, Zeitschr. Naturw.
Halle Bd. 58 pag. 231.
Scapidophis dlbopunctatus Pts. abgeb. bei J. G. Fischer, Jahrb.
Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2, Taf. 3, Fig. 6.
b. Colubrinae, Systematisches. J. G. Fischer giebt be-
schreibende Notizen zu Compsosoma melanurmn Schleg. var. erythrura
Müll, im Vergleich zur Stammart. Ebenda pag. 101.
Colub&i' mutabilis n. sp. = triaspis Cope part. Vera Paz (Guate-
mala), Costa Rica, Tehuantepec, Guanajuato (Mexico). Cope, Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 175.
Elaphis Grahowskyi n. sp. verwandt taeniurus Cope. Barabei
und Pengaron, S. O.-Borneo. J. G. Fischer, Arch. f. Naturg. Bd. 51
I pag. 59.. Taf. 4, Fig. 3.
Zamenis diadema Schleg. var. atriceps n. Himalaya. J. G. Fischer,
Jahrb. Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 102. — Z. hippocrepis var.
Algira Strauch gute Art pag. 459. — Z. (Periops) vefsicolor 1830 =
CUff'ordi Schleg. 1837 pag. 458. Boettger in Kobelt's Reiseerinnerungen
aus Algerien und Tunis etc. Anhang I.
c. Dryadinae, Systematisches. Aporophis conirostris Cope
= Liophis Almadensis Wagl. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16
pag. 295. — A. cyanopleurus n. sp. Rio Grande do Sul. Cope, Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 191 = Dromicus melanostigma Wagl.
Boulenger 1. c. pag. 297.
Ih-omicus caeruleus n. sp. Guatemala. J. G. Fischer, Jahrb.
Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 103, Taf. 4, Fig. 7. — D. melano-
cephalus und undidatiis Pts. = Apoi-ophis Cope 1. c. pag. 191. —
D. Pleii Gthr., non D. et B. = melanostigma. Boulenger 1. c. Bd. 15
pag. 195.
Tropidodryas n. gen. für die Philodryas- Arten mit Kielschuppen.
Mit Bryophylax aestivus und serra D. et B. Cope 1. c. pag. 192 =
Philodryas. Boulenger 1. c. Bd. 16 pag. 295.
d. Natrieinae, Biologisches. lieber Aufenthalt und Lebens-
in der Herpetologie wählend des Jahres 1885. 277
gewohnheiten der mexicanischen Eiitaenia insUjnianim Cope und
melanogaster Jan vergleiche E. D. Cope. Die Nahrnng derselben
besteht aus zwei Arten von Hana. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22
pag. 386.
Systematisches. Derselbe giebt eine Notiz über Eutaenia
Siimichrasti Cope. Ebenda pag. 174.
Eutaenia chrysocephala n. sp. verwandt collaris Jan. Orizaba,
Prov. Vera Cruz pag. 173. — Ea. insigniarum n. sp. verwandt flavi-
lahris. Stadt Mexico und Gruanajuato pag. 172, 386. — Eu. pidchri-
latiis n. sp. verwandt flavüahris und collaris. Mexico pag. 174. — Eu.
rutiloris n. sp. verwandt Sackeni. Insel Cozumel, O.-Mexico pag. 388.
Cope 1. c.
Storeria tropica n. sp. verwandt Del'ayi Holbr. Peten, Guate-
mala. Cope 1 c. pag. 175.
Stypocemiis n. gen. für Chilopoma Cope. Cope 1. c. pag. 387.
Tropidonotiis ater n. sp. Herbert River District, N. -Queensland.
Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. -Wales Bd. 10 pag. 67. — Tr. chrys-
argiis Boie juv. abgeb. bei J. Gr. Fischer, Arch. f. Naturg. Bd. 51 I,
Taf. 4, Fig. 2. — Tr. trianguUgerus Reinw. var. annulctris n. Telang
und Lihong Bahaija, S. O.-Borneo. J. Gr. Fischer 1. c. pag 55.
Homalopsidae. Systematisches. Calopisma septemvittata
Fisch. = Limnophis. Cope, Proc. Amer, Phil. Soc. Bd. 22 pag. 177.
Heleophis flavescens Müll. = Campylodon Prevostianus (Eyd. et
Gerv.). Müller, Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 700.
Helicops baliogaster n. sp. Rio Grande do Sul. Cope 1. c. pag. 193
= carinicaudus Wied var. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16
pag. 297. — H. infrataeniatus Cope .= carinicaudus "Wied var. Bou-
lenger 1. c. pag. 296.
Hydrocalamus n. gen. Opistogiyph; zwei Internasalen, zwei
Praefrontalen, zwei Nasalen, ein Frenale, ein Praeoculare ; Anale
getheilt; Schuppen glatt. Für Homalopsis quinquevittatus D et B.
Cope 1. c. pag. 176.
Hydrops lubricus Cope = Hydrocalamus quinquevittatus (D. et B.).
Cope 1. c.
Liodytes n. gen. für die Helicops- Arten mit glatten Schuppen.
Mit Helicops Allem Garm. Cope 1. c. pag. 194.
Psammophidae. Systematisches. J. G. Fischer vergleicht
Psammodynastes pictus Gthr., pulverulentus Boie und conjunctus Pts.
in ihren diagnostischen Merkmalen mit einander und bezeichnet den
letzteren (von Calcutta) als eine Localform von pictus Gthr., diesen
aber als die Borneo- Varietät von pulverulentus. Arch. f. Naturg.
Bd. 51 I pag. 62—66.
Dryiophidae. Systematisches. Tragops fasciolatus n. sp. ver-
wandt prasinus. S. O.-Borneo. J. G. Fischer 1. c. pag. 66, Taf. 5,
Fig. 4.
278 I^i"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Dipsadidae. Systematisches. Bipsas gldbiceps Fisch, var.
Tumhoensis n. Tiimbo- Insel, W.-Africa. Müller, Verh. Nat. Ges.
Basel Bd. 7 pag. 688.
Thamnodynastes Nattereri (Mik.) var. laevis n. Prov. Rio Grande
do Siü bis Guiana. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 15 pag. 195.
Seytalidae. Systematisches. Oxyrrhopus rhomUfer Cope =
petdlarius L. Boulenger 1. c. Bd. 16 pag. 295.
Lyeodontidae. Systematisches. Dinodon rufozonatus (Cant.)
var. Fwmosana n. Formosa. Boettger, 24—25. Ber. Offenbach. Yer.
f. Nat. pag. 125.
Amblycephalidae. Systematisches. Asthenognathus multi-
fasciatus Boc. = Mesopeltis. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22
pag. 172.
Leptognathus albieinctus n. sp. Californien. G. J. Fischer, Jahrb.
Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 107, Taf. 4, Fig. 9. — L. alternans
n. sp. Santos. J. G. Fischer 1. c. pag. 105, Taf. 4, Fig. 8. — L. cisticeps
n. sp. Paraguay. Boettger, Zeitschr. Naturw. Halle Bd. 58 pag. 237.
— L. sexscutatus Boc. = Sartorii Cope, — L. tm'qxiatus n. sp. für
Dipsadomorus fasciatus Boc. Cope 1. c. pag. 172. — L. ventrimaculatus
n. sp. S. Lorenzo, Rio Grande do Sul. Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 16 pag. 87.
Pmeas Moellendorffi n. sp. verwandt margaritophorus Jan. Siam,
S.-China. Boettger, 24—25. Ber. Offenbach. Ver. f. Nat. pag. 124.
Pythonidae. Systematisches. Nardoa crassa n. sp. Herbert
River District, N.-Queensland. Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S.-Wales
Bd. 10 pag. 66.
Python Breitensteini Std. juv. abgeb. bei J. G. Fischer, Arch. f.
Naturg. Bd. 51 I, Taf. 5, Fig. 5.
Boidäe. Palaeontologisches. O. Marsh ändert den Namen
der Gattung Limnophis Marsh in Lestrophis Marsh. Araer. Journ.
Sc. (3) Bd. 29 pag. 169.
Faunistisches. Nach F. B o c o u r t kommt Tropidophis macidatus
ausser auf den Antillen auch in Mexico vor. Bull. Soc. Philomath.
Paris (7) Bd. 9 pag. 112—115.
Systematisches. Tropidophis Moreleti n. sp. verwandt maculatus.
Vera Paz, Guatemala. Bocourt 1. c.
Elapidae. Biologisches. M. J. Bywater und E. F. Taylor
bringen eine Notiz über einen angeblichen Ophiophagiis elaps von
Sarawak, Borneo, der eine Schlange, länger als er selbst, verschlungen
hatte. Nature Bd. 31 pag. 264—265.
Systematisches. J. G. Fischer giebt eine Bestimmungstabelle
der 6 bis jetzt bekannten Dinophis- Arten, die vielleicht nur als
Varietäten einer und derselben Species zu betrachten sind. Jahrb.
Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 114.
in der Heri)etulügie während des Jahres 1885. 279
A. Diiges behandelt die mexicanischen Varietäten von Elaj)s
cmalUnus L. Naturaleza (Mexico! Bd. 7 pag. 576 — 578.
C. W. De Vis beschreibt die unregelmässige Pholidose eines
Stücks von Pseudonaja nuchalis. Proc. Roy. Soc. Queensland Bd. 1
pag. 58,
Frrachysoma Sutherlandi n. sp. Norman River, Queensland. De
Vis 1. c. pag. 139.
Cacophis warro u. sp. Port Curtis, Queensland. De Vis 1. c.
Dinophis fasciolatus u. sp. AV.-Africa. J. G. Fischer 1. c. pag. 111,
Taf. 4, Fig. 10.
Elaps altirostris Cope = lemniscatus L. Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 16 pag. 296.
Ftirina Bamsayi n. sp. Milparinka, Barrier Ranges, Australien.
Macleay, Proc. Linn. Soc. N. S. -Wales Bd. 10 pag. 61.
Hoplocep)halus assimüis n. sp, verwandt nigrescens Gthr. Herbert
River District, N.-Queensland. Macleay 1. c. pag. 68. — H. Miielleri
n. sp. Queensland. J. Gr. Fischer 1. c. pag. 109. — H. oniatus n. sp.
Surat pag. 100. — H. sulcans n. sp. Mitchell District pag. 138. —
H. vestigiatus n. sp. Queensland pag. 138. De Vis 1. c.
Naja haje L. var. leucosticta n. Kamenm, Gabun, Ogowe.
J. G. Fischer 1. c. pag. 115, Taf. 4, Fig. 11 (= var. mekmoleiica Hall.
— Ref.).
Bhinoplocephalus n. g. Nur ein Paar Frontalia und zwei Prae-
ocularia jederseits, sonst wie Hoplocephalus. Mit Bh. bicolor n. sp.
Australien. Müller, Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 690, Taf. 9,
Fig. f— i.
Hydrophidae. Faimistisclies. G. H. R. Fisk constatiert
Pelamis bicolor an den Felsen des Eingangs zur Tafelbai (Cap);
schon früher habe ihm die Art von False Bay nahe Muizenburg vor-
gelegen. Proc. Zool. Soc. London pag. 482.
Crotalidae. Biologisches. Bougon bringt eine Notiz über
den Trigonocephahis der Antillen. Rev. Scientif. Paris (3) Bd. 35
pag. 92—93.
Eastlake giebt biologische Bemerkungen und Notizen über
den Volksaberglauben der Japaner und Chinesen betreffs des in
Japan, Formosa, der Mongolei, Chihli, Sze-chuan und Kiang-hsi vor-
kommenden Trigonocephahis Blomhoffi. Nature Bd. 31 pag. 587.
Systematisches. E. D. Cope giebt die vergleichenden Unter-
schiede von Crotalus polgstictus Cope und triseriatus Wiegm. Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 179.
Bothrops Patagonicus n. sp. Südlich von Bahia blanca. Müller,
Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 697 (nach Boulenger = ammodytoides
Leyb.).
Crotalus luguhris Jan = triseriatus Wiegm. pag. 171, 179. —
Cr. rhomUfer Duges = hasiliscus Cope pag. 180. Cope 1. c.
280 ^^- Oskar Boettger: Bericht über die LeistuDgen
Bhinocerophis nasus Garm. 1881 = Bottrops Berg 1884 =:
Bothrops ammodytoides Leybold 1873. Berg, Anal. Soc. Cieiit. Argen-
tina, Buenos Aires Bd. 19 pag. 236—240.
Trimeresurus erythrurus var. Fisch, wahrscheinlich = formosus
Schleg. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 388. — Tr.
Schadenbergi n. sp. Mindanao. J. G. Fischer, Jahrb. Wiss, Anst.
Hamburg Bd. 2 pag. 116.
Viperidae. Biologisches. R. M. Middleton bringt das alte
Märchen wieder auf's Tapet, dass in dem Moment, in welchem eine
Kreuzotter überrascht wurde, 10—12 junge Vipern im Maule der
Mutter Schutz gesucht hätten, und begleitet es mit geistreichen Be-
merkungen. Ref. bezweifelt das Factum. Nature Bd. 33 pag. 176.
Faunistisches. Eine Notiz über grosse Häufigkeit der Kreuz-
otter in den Waldungen um Gelnhausen im kalten und nassen
Frühjahr 1885 findet sich in der Beilage zur Kleinen Presse, Frank-
furt a. M. No. 43 vom 21. Mai 1885 pag. 2.
E. Volckmar beobachtete die Kreuzotter am Kyffhäuser.
24.-25. Ber. Offenbach. Ver. f. Nat. pag. 62.
Eine faunistische Notiz über Viperaberus bringt auch Treichel.
Schrift. Nat. Ges. Danzig (2) Bd. 6 Heft 2 pag. 162—163.
H. Simon will Vipera herus im Einfischthal, Cnt. Wallis,
häufig beobachtet haben. Nachr. Blatt D. Mal. Ges. Jahrg. 17 p. 57.
Systematisclies. G. A. Boulenger hält nicht blos die Auf-
stellung eines Genus Pelias für unstatthaft, sondern bezweifelt sogar
die Möglichkeit, in gewissen Fällen Vipera herus von V. aspis mit
Sicherheit zu unterscheiden. Er zeigt, dass, obgleich beide als
Species aufrecht zu erhalten sind, es nicht nöthig sei, die Zwischen-
form V. Seoanei als Subspecies anzuerkennen, da deren Charactere
nicht hinreichend constant gefunden würden, was Verf. an sechs
spanischen Stücken näher erläutert. Für die Unterscheidung von
V. herus und aspis wird schliesslich die Valenz der Charactere er-
wogen. Zoologist (3) Bd. 9 pag. 373—375.
F. Müller beschreibt pag. 693 mehrere Formen von Vipera
aspis aus dem Wallis, die er in eine Thalform mit dreieckigem, ganz
beschupptem Kopfe und in eine Bergform, die in dem schmäleren
Kopf und in der Körperzeichnung sich mehr der Kreuzotter nähert,
zerlegt. Zur Thalform gehörten die Stücke aus dem Jura, dem
Waadt, dem unteren Walliser Hauptthal, zur Bergform die Stücke
aus dem oberen Rhonethal und den Seitenthälern des Wallis, sowie
ein Theil der Simmenthaler Exemplare. Verf. giebt pag. 695 zahl-
reiche weitere Fundorte für V. aspis und herus aus der Schweiz
und bemerkt, dass letztere Art im Wallis südlich des Rhone ganz
zu fehlen scheine. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7.
C. Berg macht auf die Diagnose einer noch unaufgeklärten
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 281
Pelias trigonata Leybold der argentinischen Fauna aufmerksam.
Anal. Soc. Cient. Argentina, Buenos Aires Bd. 19 pag. 240.
Äther is Lucani n. sp. Landana, Nieder- Guinea pag. 89. —
.4. proximiis n. sp, verwandt Burtoni Gthr. Bissarie am Casamence,
Senegambien pag. 90. Rochebrune , Bull. Soc. Philomath. Paris (7)
Band 9.
Lacertilia.
Sceletsystem. L. Dollo giebt eine Notiz über die Epiphysen
des Calcaneums der Lacertilier. Ann. Soc. Scientif. Bruxelles Bd. 9
pag. 336— 338, Fig.
Biologisches. A. Zipperlen machte Beobachtungen an nord-
americanischen Eidechsen in der Gefangenschaft. Auffallend ist die
Notiz, dass, wenn sich Anolis principalis (L.), dessen Farbenwechsel
beschrieben wird, in den Sand eingrabe, dies mit grosser Ge-
schwindigkeit geschehe; wenige Secunden reichten hin, das Thier
ganz mit Sand zu bedecken. Von Gerrhonotus multicarinatus Blainv.
wird constatiert, dass er 17 Eier lege und auch auf Zweige klettere.
Sehr interessant ist die vom Ref. bestätigte Thatsache, dass diese
Eidechse, wie vermuthlich alle Anguiden, bei der Häutung die ganze
unversehrte Haut als Natternhemd abstreift, was Boulenger in-
zwischen auch für Anguis nachgewiesen hat. Auch sonst sind die
Beobachtungen des Verf. über die Lebensweise dieser Art von
Interesse, während über Phrynosoma nichts Neues berichtet wird.
Zool. Garten 26. Jahrg. pag. 366—368.
Palaeontologisclies. C. S. Wilkinson bringt eine kurze Notiz
über den Fund eines zu den Megalaniiden gehörigen Eidechseu-
schädels aus den pleistocänen Korallensand-Schichten auf Lord Howe-
Insel, Australien. Proc. Linn. Soc. N. S.-Wales Bd. 10 pag. 75.
Faunistisches. G. A. Boulenger macht auf die grossen
Unterschiede in der geographischen Verbreitung einerseits der Ei-
dechsen, andererseits der Batrachier aufmerksam. AVährend bei
letzteren zwei grosse Gebiete , nämlich eine nördliche palaearctisch-
nearctische Zone und eine südliche, aequatoriale Zone als Haupt-
eintheilungsgebiete gelten müssen, ist bei den Lacertiliern eine Linie
von Pol zu Pol zu ziehen, welche die alte Welt und Australien auf
der einen, America auf der anderen Seite als sich gegenüberstehende
Gebiete scheidet. Während überdies die aethiopische und die orienta-
lische Region sich in ihren Batrachiern so nahe verwandt zeigen,
fehlen diese Beziehungen nahezu ganz bei den Eidechsen ; umgekehrt
ist es bei der orientalischen und australischen Batrafchier-, resp. Ei-
dechsenfauna, Ebenso ist die palaearctische Eidechsenfauna der
aethiopischen nächstverwandt, wähi'end die Batrachierfauna sich ohne
jede Verwandtschaft zeigt. Nimmt man die cosmopolitischen Gecko-
niden und Scinciden, die aber in S.-America schwach vertreten, in
282 Dl'- O s k a r B 0 e t tg e r : Bericht über die Leistungen
Australien dominierend sind, und die sehr zerstreut auftretenden
Eublephariden aus, so kann man die übrigen Familien eintheilen in
I. kleine Familien mit engbegrenztem Gebiet, und in II. grosse,
weitverbreitete Familien. Zu I. gehören: Uroplatidae Madagascar.
Pygopodidae Australien. Xenosauridae Centralamerika. Zonuridae
S.-Africa und Madagascar. Anniellidae Califoruien. Helodermatidae
Mexico. Xantusiidae Californien, Centralamerica und Cuba. Grer-
rhosauridae Africa und Madagascar. Anelytropidae Africa. Diba-
midae Neuguinea. Zu Categorie II stellt Verf. : Agamidae absteigend
häufig in 0.- Indien, Australien, Africa und Asien nördlich des
Himalaya ; fehlen in Madagascar und Neuseeland. Iguanidae America,
zwei Gattungen in Madagascar, eine auf den Fidjis. Anguidae Cen-
tralamerica und W.-Indien, mit Ausläufern nach N.- und S, -America;
Anguis in Europa und den Mittelmeerländern, Pseudopiis in den
Mittelmeerländern und den Khasia Hills. Varanidae Africa excl.
Madagascar, orientalische Region bis Kleiuasien, Australien. Tejidae
America. Amphisbaenidae tropisches und subtropisches America,
Africa excl. Madagascar und Mittelmeerländer. Lacertidae Africa
excl. Madagascar, Europa, Asien, schwach vertreten in 0.- Indien.
Chamaeleontidae Africa, besonders Madagascar, eine nordafricanische
Art bis Indien und Ceylon. Mit Sclater wird demnach für die Ei-
dechsen ein neogaeisches und ein palaeogaeisches Reich in Anspruch
genommen und characterisiert. Dabei vertreten gewisse Familien in
dem einen Reich gewisse Familien in dem andern, wie die Agamiden
und Lacertiden des palaeogaeischen die Iguaniden und Tejiden des
neogaeischen. Im Einzelnen sei noch bemerkt, dass im neogaeischen
Reich Centralamerica Vertreter aller 11 überhaupt in dem Reiche
vorkommenden Familien besitzt, während schon in S. -America 5 der-
selben fehlen. Der Isthmus von Panama scheidet die beiden ameri-
canischen Regionen; W.-Indien gehört noch zum Norden. Für das
palaeogaeische Reich ist die Grenze nur gegen die orientalische
Region eine scharfe. Die Umgrenzung der letzteren gegen die
australische Region dagegen ist für die Eidechsen überhaupt nicht
durchführbar. Die Haupteintheilung, auf die Lacertilier allein basiert,
würde sich also so stellen:
I. Palaeogaeisches Reich.
1. Occidentalische Region (= Palaearctische Region mit
Ausnahme der manschurischen Subregiou — Aethiopische
Region von Wallace).
2. Orientalische Region (= Orientalische H- Australische
Regionen von Wallace).
II, Neogaeisches Reich. Nearctische -\- Neotropische Re-
gionen.
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 77-85.
Von Sauriern zählt L. Camerano aus Italien auf: 4 Geckoniden
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 283
Gymnodactylus Kotschyi Std. Taranto, Phyllodactylus Europaeus Gene
Port'Ercole, Mte. Argentario, Tino, Tinetto, Lo Scoglietto, Isola
Topi, Palmajola, Troja Giglio, Giannutri, Pianosa, Scuola, Monte-
cristo, Sanguinai'ie, Hemidactylus Turcicus und Tarentola Mauri-
tanica (L.) Mittel- und S. -Italien in der Nälie des Meeres, Firenze,
Sardegna, 1 Anguiden Äncjuis fragiUslu. Ob.-Italien und Bergregionen,
fehlt auf Sicilien, Sardegna, Corsica, 9 Lacertiden Lacerta muralis
(Laiu'.) Italien und Inseln, im Allgemeinen mehr im Norden, L. serpa
Raf. {Neapölitana Bedr.) Sicilien, S.-Italien und die Inseln, doch auch
im Osten der Appenninen bis Venezia, im Westen bis zum Geno-
vesato, L. Taurica Pall. subsp. Genei (Cara) Sardegna, Montecristo,
L. oxycejjJiala D. et B. subsp. Bedriagae n. Corsica, L. viridis (Laur.)
überall, fehlt nur auf Sardegna und ? Corsica, L. ocellata Daud.
Riviera bis Spezia, L. vivipara Jacq. Pothal, L. Fitzingeri Wiegm.
Sardegna, Corsica, Psamnwdromus Hispanicus Fitz. Siliqua auf Sar-
degna, 2 Sinciden Gongylus ocellatus (Forsk.) Sardegna, Sicilia, Malta,
Linosa, Lampedusa und Seps chalcides (L.) Sicilia, Sardegna, Napole-
tano, Romano, bei Livorno, Riviera und bei Torino. Zool. Anzeiger
8. Jahrg. pag. 417-419 und Mem. Accad. Torino (2) Bd. 37 pag. 405
bis 486, Taf. 36-37.
Systeiuatisches. In der Einleitung zu seiner Monographie der
italienischen Saurier beschäftigt sich derselbe mit der Frage nach
dem Umfang der von ihm benutzten Bezeichnungen Species, Sub-
species, Varietät und Variation und stellt seine Principien betreffs
der Nomenclatur fest. Andere Mittheilungen beziehen sich auf die
Variabilität in Pholidose, Sceletbau und Färbung. Die Liste der
16 Arten ist oben aufgezählt. Die erschöpfende systematische Be-
schreibung erstreckt sich auf Gattungs- und Artbeschreibung, Maasse,
Habitat und Literaturnachweise. Eine neue Subspecies von Lacerta.
Ebenda und als S. A. pag. 3—103, Taf. 1—2.
Von G. A. Bou lenger sind die langersehnten beiden ersten
Bände des Catalogue of the Lizards in the British Museum (Nat.
Hist.) 2. edit. Vol. 1 und 2, London, 8«. 12, 436 pag., 32 Taf. und 13,
497 pag., 24 Taf. erschienen. In dem von A. Günther geschriebenen
Vorwort wird erwähnt, dass das British Museum im Jahre 1845 bei
Ausgabe der ersten Auflage dieses Catalogs gegenüber dem jetzigen
Bestand nur Vs <^6r Anzahl von Exemplaren enthielt, und dass die
Ausgabe des (3.) letzten Bandes dieses Catalogs baldigst (erschien
Anfangs 1887) zu gewärtigen stehe. Ueber ^/^ aller hier beschriebenen
Arten sind von Boulenger selbst untersucht worden. Während zur
Zeit Dumeril und Bibron's (1836—39) Geckoniden 53, Eublephariden 0,
Uroplatiden 2, Pygopodiden 2, Agamiden 50, IgTianiden 94, Xeno-
sauriden 0, Zonuriden 6, Anguiden 17, Annielliden 0, Helodermatiden 1,
Varaniden 12, Xantusiiden 0, Tejiden 29 und Amphisbaeniden 15 be-
schrieben waren, wies Gray's erste Ausgabe des vorliegenden Catalogs
284 1)1'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
(1845) beziehungsweise 97, 1, 2, 7, 79, 126, 0, 8, 25, 0, 1, 23, 0, 44
und 15 Arten auf. Der vorliegende Bd. 1 enthält Beschreibungen
und prächtige Abbildungen von 270 Geckoniden, 7 Eublephariden,
3 Uroplatiden, 8 Pygopodiden und 202 Agamiden. Während 1845 das
British Museum aus diesen 5 Familien nur 152 Arten in 428 Exem-
plaren besass, zeigt es jetzt 370 Arten in 3155 Stücken. Bd. 2 ent-
hält Beschreibungen und Abbildungen von 293 Iguaniden. 1 Xeno-
sauriden, 14 Zonuriden, 44 Anguiden, 2 Annielliden, 3 Helodermatiden,
27 Varanideu, 4 Xantusiiden, 108 Tejiden und 65 Amphisbaeniden.
AVährend 1845 das Museum aus diesen 10 Familien 157 Arten in
462 Exemplaren besass, zeigt es jetzt 375 Arten in 2335 Stücken.
Das prachtvolle und mit ebenso grossem Fleiss wie eingehendster
Gründlichkeit gearbeitete AVerk wird jedem Zoologen unentbehrlich
sein und eine sichere Grundlage für alle künftigen Forschungen in
dieser Richtung abgeben. Ref. musste bei dem grossen Umfange der
Arbeit leider darauf verzichten, alle Neuerungen in der Systematik
hier zu verzeichnen.
Geekonidae. Nervensystem. Ueber die Entwicklung der
Nervenendigungen im Muskel von Tarentola Mauritanica macht
S. Trinchese Mittheilungen. Verf. zeigt, dass die sogenannten
Neurococcen von denselben embryonalen Elementen herstammen wie
die Muskelfasern, und dass sie sich secundär mit den Nervenfibrillen
vereinigen. Rendic. Accad. Napoli Anno 24 pag. 278.
Biologisches. F. H. Bauer berichtet über ein Ptychozoum
homalocephalum von Java, das in der Gefangenschaft im November
2 Eier legte, die erst Mitte Mai auskrochen. Proc. Zool. Soc. London
pag. 718—719.
Systematisches. E. E. Cope giebt im Anschluss an die Be-
schreibung eines neuen Phyllodactylus den Schlüssel für die Unter-
scheidung von 5 weiteren Phyllodactylus - Artein. Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 22 pag. 181.
Aelurosaurus n. gen. für Peiüadactylus Gthr., non Gray. Bou-
lenger, Cat. Liz. Bd. 1 pag. 73. — Ae. felinus (Gthr.) abgeb. ebenda
Taf. 3, Fig. 8 (Zehe).
Aeluroscalabotes n. gen. für Aelurosaurus Blgr., non Ow. Bou-
lenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 387; vergl. auch Pentadactylus.
Alsophylax pqnens (Pall.) abgeb. bei Boul enger, Cat. Liz. Bd. 1,
Taf. 3, Fig. 5 (Zehe).
Aristelliger irregularis n. sp. Lisel Cozumel, O.-Mexico. Cope 1. c.
pag. 387 (nach Boulenger == praeskjnis Hall.).
Calodactylus aureus Bedd. abgeb. bei Boulenger, Cat. Liz. Bd. 1,
Taf. 10, Fig. 3 (Kopf und Fuss).
Ceramodactylus Doriae BUa. abgeb. ebenda Taf. 2, Fig. 4 (Zehe).
Chondrodactylus anguUfer Pts. abgeb. ebenda Taf. 2 Fig. 5 (Hand
und Finger).
in der Herpetologie wahi end des Jahres 1885. 285
Diplodactylus cüiaris ii. sp. N. -Australien. Boulenger, ebenda
pag. 98, Taf. 8, Fig. 2. — B. pohjophthdlmus Gthr. abgeb. ebenda
Taf. 8, Fig. 4 (Fuss). — D. Stemdachnej'i n. sp. N. S.- Wales. Bou-
lenger I.e. pag. 102, Taf. 8, Fig. 5. — D. tesselatus (Gthr.) abgeb.
ebenda Taf. 8, Fig. 6. — D. vittatus Gray abgeb. ebenda Taf. 8, Fig. 3
(Fuss).
Ebenavia Boettgeri n. sp. Madagascar, Boulenger, 1. c. pag. 96,
Taf. 8, Fig. 1 {= immguis Bttg. — Ref.).
Gecl~o pumilus n. sp. einen auffälligen Uebergang zu Lepido-
dadyhis bildend. Murray -Insel. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 16 pag. 473.
Gonatodes caudiscutatus (Gthr.) abgeb. bei Boulenger, Cat. Liz.
Bd. 1, Taf. 5, Fig. 2. — G. gradlis (Bedd.) abgeb. ebenda Taf. 6 Fig. 5.
— G. humeralis (Guich.) abgeb. ebenda Taf. 5, Fig. 3 (Zehe). — G.
Imlicus (Gray) abgeb. ebenda Taf. 6, Fig. 1. — G. Kendalli (Gray)
abgeb. ebenda Taf. 5, Fig. 4. — G. litorcdis (Jerd.) abgeb. ebenda
Taf. 6, Fig. 6 (Zehe). — G. marmoratiis (Bedd.) abgeb. ebenda Taf. 6,
Fig. 4. — G. oceUatus ^Gray) abgeb. ebenda Taf. 5, Fig. 1. — G.ornahis
(Bedd.) abgeb. ebenda Taf. 6, Fig. 3. — G. Wynadensis (Bedd.) abgeb.
ebenda Taf. 6, Fig. 2.
Gymnodactylus alhofasciatus n. sp. S.-Canara, 0. -Indien. Bou-
lenger 1. c. pag, 37, Taf. 4, Fig. 3. — G. Cheverti n. sp. = Heteronota
marmorata Macleay. Australien. Boulenger 1. c. pag. 41. — G. hetero-
notus n. sp. = Heteronota fasciata Macleay. Australien. Boulenger 1. c.
— G. Jeyporensis Bedd. abgeb ebenda Taf. 4, Fig. 2. — G. Kotschyi
Std. abgeb. bei Camerano, Mem. Accad. Torino (2) Bd. 37, Taf. 2,
Fig. 41. — G. nehulosus Bedd. abgeb. bei Boulenger ebenda Taf. 4
Fig. 1.
Hemidactylus Blanfordi n. sp. Himalaya, Boulenger 1. c. pag. 141 .
— H. Boivringi (Gray) abgeb. ebenda Taf. 12, Fig. 2. — H. echinus
O'Sh. abgeb. ebenda Taf. 11 , Fig. 3. — H. fasciatus Gray abgeb.
ebenda Taf. 11, Fig. 4. — H. reticulatits Bedd. abgeb. ebenda Taf. 11,
Fig. 2. — H. Bichardsoni (Gray) abgeb. ebenda Taf. 12, Fig. 3. —
H. Sinaitus n. sp. Berg Sinai, Boulenger 1. c. pag. 126. — H. stellatus
n. sp. W.-Africa. Boulenger 1. c. pag. 130, Taf. 12, Fig. 1.
Homonota Darwini n, sp, = Gandichaudi Gray , non D. et B.
O.-Patagonien, Buenos Aires, Uruguay. Boulenger 1. c. pag. 21, Taf. 3,
Fig. 7. — H. Whitei n. sp. Cördova. Boulenger 1. c. pag. 22, Taf. 3,
Fig. 6.
Homopholis n. gen. Verschieden von Geckölepis durch kleine,
dachziegelige, flache Körperschüppchen. S.-Africa. Mit Gecko Wahl-
bergi Smith. Boulenger 1. c, pag. 191. — H. macrolepis n. sp. Delagoa-
Bai. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 474.
Hoplodactylus Änamallensis (Gthr.) abgeb. bei Boulenger, Cat,
286 Dl'- 0 s k a r B 0 e 1 1 g- e r : Bericht über die Leistungen
Liz. Bd. 1, Taf. 14, Fig. 2. — H. granulatus (Gray) abgeb. ebenda
Taf. 15, Fig. 1. — H. maculatus (Gray) abgeb. ebenda Taf. 14, Fig. 1.
Leindodactylus aurantiacus (Bedd.) abgeb. ebenda Taf. 13. Fig. 4.
— L. Ceylonensis n. sp. Ceylon. Boulenger 1. c. pag. 164, T. 13, Fig. 3.
— L. cyclurus (Gthr.) abgeb. ebenda Taf. 13, Fig. 6. — L. pulcJter
n. sp. Admiralitäts-Inseln. Boulenger 1. c. pag. 166, Taf. 13, Fig. 5.
Luperosaurus Cumingi Gray abgeb. ebenda Taf. 15, Fig. 2.
Microscaldbotes Cowani Blgr. abgeb. ebenda Taf. 13, Fig. 2.
NauUinus elegans Gray abgeb. ebenda Taf. 14, Fig. 3 (Fuss).
NepJirurus asper Gthr. abgeb. ebenda Taf. 1.
Oedura fracticölw n. sp. Kimberley, Carpentaria-Golf. De Vis,
Proc. Roy. Soc. Queensland Bd. 1 pag. 160. — Oe. Lesueuri (D. et B.)
abgeb. bei Boulenger 1. c. Taf. 10, Fig. 2 (Zehe). — Oe. marmmata
Gray abgeb. ebenda Taf. 9, Fig. 2 (Kinn). — Oe. ocellata n. sp.
Australien. Boulenger 1. c. pag. 105, Taf. 9, Fig. 1 = Tryoni De
Vis. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 387. — Oe. robusta
n. sp. Australien. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 1 pag 106, Taf. 10, Fig. 1.
— Oe. Tryoni n. sp. Queensland. De Vis 1. c. pag. 160.
Pachydactylus formosus Smith abgeb. bei Boulenger, ebenda
Taf. 16, Fig. 2. — P. maculatus Gray abgeb. ebenda Taf. 16, Fig. 4.
— P. Mariquensis Smith abgeb. ebenda Taf. 16, Fig. 6. — P. mento-
marginatus Smith abgeb. ebenda Taf. 16, Fig. 5. — P. 0" Shaughnessyi
n. sp. Nyassa-See. Boulenger 1. c. pag. 204, Taf. 16, Fig. 3.
Fentadaetylus Gthr. = Aelurosaurus. Boulenger 1. c. pag. 73.
Perochirus n. gen. Verschieden von Hemidactylus durch eine
einfache Reihe von Infradigitalplatten, von Phyllopezus, Aristelliger
und Gehyra durch rudimentären Innenfinger, der an den Händen
krallenlos, an den Füssen krallentragend ist. Philippinen, Carolinen,
Neuhebriden. Mit Hemidactylus ateles A. Dum., articulatus, dep^'essus
und scutellatus Fisch. — P. Guentheri n. sp. Neuhebriden. Boulenger
1. c. pag. 155, Taf. 12, Fig. 4.
Phelsuma Guentheri n. sp. Round Island bei Mauritius. Boulenger
1. c. pag. 213. — Ph. lineatum Gray abgeb. ebenda Taf. 18, Fig. 1. —
Ph. Newtoni Blgr. abgeb. ebenda Taf. 17.
Phyllodactylus affinis n. sp. Neuhebriden. Boulenger 1. c. pag. 89,
Taf. 7, Fig. 4 (Schnauze und Zehe). — PJt. Guentheri n. sp. Australien.
Boulenger 1. c. pag. 90, Taf. 7, Fig. 3. — Ph. Julieni n. sp. verwandt
tuherculosus Wiegm. Oruba, Inseln unter dem Winde. Cope, Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 180. — Ph. macrodactylns n. sp.
Australien. Boulenger 1. c. pag. 89, Taf. 7, Fig. 2. — Ph. marmoratus
(Gray) abgeb. ebenda Taf. 7, Fig. 6 (Schnauze). — Ph. porphyreus
(Gray) abgeb. ebenda Taf. 7, Fig. 5 (Schnauze). — Ph. Sancti-Johannis
(Gthr.) abgeb. ebenda Taf. 7, Fig. 1.
Ptenopus garrulus (Smith) abgeb. bei Boulenger 1. c. Taf. 2, Fig. 2.
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 287
E/wptropus ocellatus n. sp. Capstadt. Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 16 pag. 475.
BJiijnchoedura wnata Gthr. abgeb. bei Boulenger, Cat. Liz, Bd. 1,
Taf. 2, Fig. 1.
Sphatoscaläbotes n. gen. für Spathodactijlus G-thr. Boulenger 1, c.
pag. 156. — Sp. mutilatiis (Gthr.) abgeb. ebenda Taf. 13, Fig. 1.
Sphaerodactyliis argus Gosse abgeb. Boulenger ebenda Taf. 18,
Fig. 5. — Sph. glauais Cope abgeb. ebenda Taf. 18, Fig. 3 (Schnauze).
— Sph. niyropunctatus Gray abgeb. ebenda Taf. 18, Fig. 2. — Sph.
oxyrrhinus Gosse abgeb. ebenda Taf. 18, Fig. 4. — Sph. Richardsoni
Gray abgeb. ebenda Taf. 18, Fig. 6.
Stenodaciylus yuttatus Cuv. abgeb. Boulenger ebenda Taf. 3,
Fig. 2 (Zehe). — St. orientalis Blfd. abgeb. ebenda Taf. 3, Fig. 1. —
St. Petersi n. sp. Aegypten. Boulenger 1. c. pag. 18, Taf. 3, Fig. 4. —
St. Wilkinsoni (Gray) abgeb. ebenda Taf. 3, Fig. 3 (Kopf).
Tarentola ephipinata O'Sh. abgeb. Boulenger ebenda Taf. 16,
Fig. 1. — T. Seneyalensis n. sp. = Platydactylus Aegyptiacus Std.
part. = T. Delalandei Bttg. part, Senegambien. Boulenger 1. c. p. 414.
Teratoscincus scincus (Schleg.) abgeb. Boulenger ebenda Taf. 2,
Fig. 3 (Zehe).
Thecadactylus austrdlis Gthr. abgeb. Boulenger ebenda Taf. 11,
Fig. 1.
Eublepharidae. Systematisches. EuUepharis Dowi n. sp.
Panama. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 1 pag. 233. — Eu. fasdatus n. sp.
Mexico. Boulenger 1. c. pag. 234.
Pygopodidae. Systematisches. Cryptodehna wientalis (Gthr.)
abgeb. bei Boulenger ebenda Taf. 19.
Agamidae. Biologisches. Nach J. v. Fischer ist für Uro-
mastix acanthinurus Bell Wärme und absolute Trockenheit Lebens-
bedingung; er trinkt nie. Die Färbung variiert individuell und
temporär nicht infolge der ungleichen Einwirkung des Lichtes, sondern
der Wärme; niedere Temperaturen erzeugen dunkle, hohe lichte
Färbungen. Keine Stimme. Sie sind harmlos und verträglich.
Nahrung im Freien Datteln und Kerbthiere, in der Gefangenschaft
auch Salat, Gräser und saftige Früchte. Beste Temperatur bei Tage
32— 36"R., bei Nacht 15—18". Eine Häutungsperiode im Juni oder
JulL Zool. Garten 26. Jahrg. pag. 269-278, Fig.
Systematisches. Acanthosaura armata Gray abgeb. bei Bou-
lenger, Cat. Liz. Bd. 1, Taf. 22, Fig. 1. — A. crucigera n. sp. = armata
Blfd. part. Tenasserim. Boulenger I.e. pag. 302, Taf. 22, Fig. 2. —
A. lamnidentata n. sp. Pegu, Tenasserim. Boulenger 1. c. pag. 303,
Taf. 22, Fig. 3. — A. major (Jerd.) abgeb. ebenda Taf. 23, Fig. 3. —
A. minor (Gray) abgeb. ebenda Taf. 23, Fig. 2.
Agama brachyura n. sp. S.-Africa. Boulenger 1. c. pag. 350,
Taf. 28, Fig. 1. — A. Dmae n. sp. zwischen colononim und Bibroni
288 r)J'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
A. Dum. Keren im Bogosland, N.-Abessynien. Boulenger, Ann. Mus.
Civ. Genova (2) Bd. 2 pag. 127. — Ä. isolepis u. sp, = agilis Aud.,
non Oliv. = Savignyi D. et B., non Aud. Aegypten bis Sind. Bou-
lenger, Cat. Liz. Bd. 1 pag. 342. — .1. KirM n. sp, O.-Africa. Bou-
lenger 1. c. pag. 354, Taf. 28, Fig. 2 — A. Latastei n. sp. Aegypten.
Boulenger 1. c. pag. 344.
Amphihöliirus hranchialis n sp. Queensland. De Vis, Proc. Roy.
Soc. Queensland Bd. 1 pag. 5.5 = Physignathus Lesueuri Gray. Bou-
lenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 387. — A. caudicinctus (Gthr.)
abgeb. bei Boulenger, Cat. Liz. Vol. 1, Taf. 29, Fig. 2. — A. cristatus
(Gray) abgeb. ebenda Taf. 29, Fig. 1. — A. ixdlidus n. sp. = Ch-amma-
tophwa angulifera var. 3. Gray. W.-Australien. Boulenger 1. c. pag. 388.
Taf. 30, Fig. 3. — A pulcJierrimus n. sp. W.-Australien. Boulenger
1. c. pag. 388, Taf. 30, Fig. 2. — A. reticidatus (Gray) abgeb. ebenda
Taf. 30, Fig. 1.
Aporoscelis n. gen. Verschieden von Uromastix durch Mangel
der Femoral- und Praeanaiporen. O.-Africa. Mit Uromastix p^inceps
O'Sh und hatdlifei-as Vaill. Boulenger ebenda pag. 410.
Calotes EUiottl Gthr. abgeb. bei Boulenger I.e. Taf. 25, Fig. 3.
— 0. emma Gray abgeb. ebenda Taf. 25, Fig. 1. — C. liocephalus Gthr.
abgeb. ebenda Taf. 26. — C. liolepis n. sp. = nemwicola Gthr., non
Jerd. Ceylon. Boulenger 1. c. pag. 326, Taf. 25, Fig. 2.
Chelosania h-unnea Gray abgeb. bei Boulenger 1. c. Taf. 27.
Bipwophora Bennetti (Gray) abgeb. bei Boulenger 1. c. Taf. 31,
Fig. 2. — D. brevicauda n. sp. und pentalineata n. sp. Queensland.
De Vis, Proc. Roy. Soc. Queensland Bd. 1 pag. 99 = Ulineata Gray.
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 387. — D. nuchalis n. sp.
pag. 98 und oniata n. sp. pag. 99. Queensland. De Vis 1. c. = australis
(Std.). Boulenger 1. c.
Draco himaculatus Gthr. abgeb. bei Boulenger, Cat. Liz. Bd. 1,
Taf. 20, Fig. 6 (Kopf). — Dr. Blcmfordi n. sp. = majm- Blfd., non
Laur. Boulenger 1. c. pag. 267, Taf. 20, Fig. 7 (Kopf). — Dr. cwnutus
Gthr. abgeb. ebenda Taf. 20, Fig. 4 (Kopf). — Dr. Everäti n. sp.
Philippinen. Boulenger 1. c. pag. 258, Taf. 20, Fig. 3 (Kopf). — Dr.
Guentheri n. sp. Philippinen. Boulenger 1. c. pag. 257, Taf. 20, Fig. 2
(Kopf). — Dr. qiiinquefasciatus Gray abgeb. ebenda Taf. 20, Fig. 8
(Kopf). — Di: reticidatus Gthr. abgeb. ebenda Taf. 20, Fig. 1 (Kopf).
~ D): rostratus Gthr. abgeb. ebenda Taf. 20, Fig. 5 (Kopf).
Gonyocephalus intefrniptas n. sp. Philippinen. Boulenger 1. c.
pag. 290, Taf. 21.
Harpesaurus n. g. für Arpephorus A. Dum. , non Fisch, de
Waldh. Boulenger 1. c. pag. 279.
Japalura planidxyrsata Jerd. abgeb. bei Boulenger ebenda Taf. 24,
Fig. 2. — J. variegata Gray abgeb. ebenda Taf. 24, Fig. 1.
Macrops n. gen. (non Wagl.) mit 71/. nuchalis n. sp Queensland.
in der Herpetologie während des Jalire.s 1885. 289
De Vis, Proc. Roy. Soc. Queensland Bd. 1 pag. 97 = AmxMholiirus
reticulatus (Gray). Boiüenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 387.
Otoo-yptis Beddomei n. sp. S.-Indien. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 1
pag. 272, Taf. 23, Fig. 1.
PhysUjnathus longirostris Blgr. abgeb. ebenda Taf. 31, Fig. 3. —
Ph. temporaUs Gthr. abgeb. ebenda Taf. 31, Fig. 4.
Tympanocryptis cephalus Gthr. abgeb. bei Boulenger ebenda
Taf. 31, Fig. 1.
Uromastix costatus Müll. = Centrotrachelus. Abgeb. bei Müller,
Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 713, Taf. 10 (nach Boulenger =
loricatus Blfd.). — U. loncatiisBlfä. abgeb. bei Boulenger 1. c. Taf. 32.
Iguanidae. Biologisches. R. W. Shufeldt Hess Phrynosoma
Douglassi drei volle Monate hungern; am Ende des dritten Monats
gebar diese Eidechse 22 todte und 2 lebende Junge, so dass also
die Tragzeit etwa 100 Tage dauern dürfte. Auch Sceloporiis erträgt
Hunger ohne Mühe über einen Monat lang. Science Bd. 6 pag. 185
bis 186.
Fauuistisches. G. A. Boulenger nennt Sceloporus fulvus Boc.
als in Nicaragua vorkommend. Cat. Liz. Bd. 2 pag. 238.
Systematisches. E. D. Cope vergleicht pag. 391 Anolis aureolus
n. sp. tabellarisch mit seinen sechs nächsten Verwandten baccatus,
Bouvieri, Bransfordi, Guentheri, Bodriguezi und trochüus. In einer
Synopsis der mexicanischen Arten von Sceloxjorus pag. 393 nimmt
Verf. 30 Species an, giebt einen Schlüssel zu ihrer Unterscheidung,
bringt die vollständige Synonymie derselben in einer Tabelle und
beschreibt 4 n. sp. Eingehend werden noch pag. 402 die Unterschiede
zwischen Sc. torquatus und undulatus erörtert und die Abw^eichungen
zwischen den sechs angenommenen Varietäten des ersteren fest-
gestellt. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22.
A. F. Gentry nimmt in einer Uebersicht über das Genus
Phrynosoma 12 Species an, von denen 7 auf Nordamerica, 5 auf das
Hochland von Mexico kommen, giebt einen Schlüssel zu ihrer Unter-
scheidung und bringt die Synonymie und eingehende Diagnosen der-
selben. Proc. Acad. N. Sc. Philadelphia pag. 138—148.
E. D. Cope findet einen neuen Unterschied zwischen Cyclurami^
Ctenosaura in der Bildung der Hinterzehen und giebt einen Schlüssel
für die fünf ihm bekannten Cyclura- Arten; 2 n. sp. Als weitere
Vaterländer für Metopoceros cornutiis fügt Verf. Turks-Insel (carinata)
und Andros- Insel, Bahamas, (hoeolopha) hinzu. Amer. Naturalist
Bd. 19 pag. 1005—1006.
Anisolepis n. gen. Verschieden von Enyalius u. a. durch
gänzlichen Mangel einer Rückencrista, von Urostrophus durch hetero-
gene Rückenbeschuppung. — A. Bieringi n. sp. S. Lorenzo, Rio Grande
do Sul. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 86 und Cat.
Liz. Bd. 2, Taf. 9, Fig. 3.
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. J^
'290 Dl'- Oskar Boettger: Beiicht über die Leistungen
Anolis Anäianus n. sp. Ecuador = squamuLatus Blgr., non Pts.
Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2 pag. 60. — A. aureolus ii. sp. verwandt
Modriguezi. Yucatan, Gruatemala Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22
pag. 390. — A. hitectus Cope abgeb. bei Boulenger 1. c. Taf. 5,
Fig. 2. — A. citriiiellus Cope abgeb. ebenda Taf. 1, Fig. 3. — A.
cyhotes Cope abgeb. ebenda Taf. 1, Fig. 5 (Kopf). — A. damuliis Cope
abgeb. ebenda Taf. 2. Fig. 2. — A. fascicdus n. sp. Ecuador. Bou-
lenger 1. c. pag. 59, Taf. 3, Fig. 1. — A. Fraseri Gnthr. abgeb. ebenda
Taf. 4. — A. gemmosus O'Sli. abgeb. ebenda Taf. 3, Fig. 2. — A.
gingivinus Cope abgeb. ebenda Taf. 2 Fig. 1. — A. Godmani n. sp.
Guatemala, Costa Rica. Boulenger 1. c. pag. 85 — A. liomolechis
Cope abgeb. ebenda Taf. 1, Fig 4 (Kopf). — A. imx)etlgoms Cope
abgeb. ebenda Taf. 2, Fig. 3. — A. lentiginosus O'Sh. abgeb. ebenda
Taf. 6, Fig. 1. — A. leptoscelis n. sp. = nitens O'Sh , non Wagl.
abgeb. ebenda Taf, 5, Fig. 3. — A. Ihieatopm Gray abgeb. ebenda
Taf. 1, Fig. 1—2. — A. marmwatus D. et B. = Leachi Gray var.
Boulenger 1. c. pag. 31. — A. ma-idionalis n. sp. Parag-uay = cJiryso-
lepis Bttg., non D. et B. Boettger, Zeitsch, Naturw. Halle Bd. 58
pa'g. 215, 438. — A. quaggulus n. sp. verwandt tropidonotus Pts. und
unifoi'mis. Nicaragua. Cope, Proc. Amei-. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 391
— A. Salvini n. sp. Guatemala. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2 pag. 75.
— A. semilineatus Cope abgeb. ebenda Taf. 5, Fig. 1. — A. tropido-
lepis n. sp. Costa Rica. Boulenger 1. c. pag. 53. — A. uniformis n, sp.
verwandt tropidonotus. Yucatan, Guatemala. Cope 1. c. pag. 392.
Cydiira nigerrima n. sp. Navassa-Insel, Kl. Antillen und C. onchi-
opsis n. sp. unbek. Fundorts. Cope, Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 1006
(beide nach Boulenger = Metopoceros comutus Daud.i.
Enyalioides n. gen. Unterschieden von OpJtryoessa durch das
Auftreten von Abdominalrippen: ^ mit Gularsack und fast immer
mit einigen Femoralporen. Veragua bis Peru. Mit Enyalins Jietero-
lepis Boc, laticeps Guich., microlepis OSh., O'Shaughnessyi und pal-
pebralis Blgr. und praestaUlis O'Sh. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2
pag. 112. — E. Leechi n. sp. Ob.-Amazonas. Boulenger 1. c. pag. 473.
Enyalius Bihroni n. sp. = rhomUfer D. et B., non Spix. Bou-
lenger I.e. pag. 119. — E. Ihenngi n. sp. verwandt catenatus (Wied).
Rio Grande do Sul. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 15 pag. 192
und Cat. Liz. Bd. 2, Taf. 7.
Iguana rhinolopha Wiegm. = tuherculata Laur. var. Boulenger,
Cat. Liz Bd. 2 pag. 190.
Liocephalus acideatus O'Sh. abgeb. bei Boulenger ebenda Taf. 11.
— L. Guentheri n. sp. = ornatus Gthr., non Gray = trachycephahis
O'Sh. et Blgr., non A. Dum. Ecuador. Boulenger 1. c. pag. 169, Taf. 13.
— L. ornatus Gray abgeb. ebenda Taf. 12.
Liolaemus fuscus n. sp. Chile. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2 pag. 144,
Taf. 10, Fig. 2. — L. Grarenlimsti Gray abgeb. ebenda Taf. 10, Fig. 1.
in der Herpetolog-ie wälireiul des Jahres 1885. -21)1
— L. lineomaculatus n. sp. —- Kinyi Gray part. Patagonien. Bou-
lenger 1. c. pag. 149. — L. occipitalis n. sp. verwandt muUimaculatus
(D. et B.) Rio Grande do Sul. Boulenger, Ann. Mag, N. H. (5)
Bd. 15 pag. 192 und Cat. Liz. Bd. 2, Tai". 10, Fig. 3. — L. inäus var.
ma;jw n. Chile. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2 pag. 152.
Petrosaurus n. gen. Verschieden von Uta durch kleine Schwanz-
schuppen, von Callisaurus, Uma und Holbrookia, dass der Rand der
Gularfalten nicht gezähnt ist. Nleder-Californien. Mit Uta tJialassina
Cope. Boulenger 1. c. pag. 205.
Phrynosoma planiceps Hall. = cornutum (Harl.) var. Boulenger
1. c. pag. 246.
Sceloporus Clarki D. et B. und Jwrridus Wiegm. = apinosus
Wiegm. varr. Boulenger 1. c. pag. 227. — Sc. Ferrariperezi n. sp.
Mexico. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 400 = forquatus var.
Boulenger 1. c. pag. 220. — Sc. melanogaster n. sp. Guanajuato, Mexico.
Cope 1. c. pag. 401 = torquatus var. Boulenger 1. c. pag. 220. — Sc.
taenioc7iemis n. sp. Guatemala. Cope 1. c. pag. 399 = formosus. Bou-
lenger 1. c. pag. 222. — Sc. undulatus var. Bocourti n. = biseriatus
Boc, non Hall. =^ smaragdinus Cope, non Boc. Boulenger 1. c. pag. 229.
— Sc. vwiptarus n. sp. Orizaba, Prov. Vera Cruz, Mirador, Tehuantepec.
Cope 1. c. pag. 398 = formosus. Boulenger 1. c. pag. 222.
Steiwcercus cupreus n. sp. Peru. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2
pag. 135, Taf. 9, Fig. 1. — St. Jmmeralis Gthr. abgeb. ebenda Taf. 8,
Fig. 2. — St. moestus n. sp. Peru. Boulenger I.e. pag. 136, Taf. 9,
Fig. 2. — St. twquatus n. sp. Peru. Boulenger 1. c. pag. 133, Taf. 8,
Fig. 1. — St. varius n. sp. unbek. Vaterlands. Boulenger 1. c. pag. 134,
Taf. 8, Fig. 3
Tropidodactylus n. gen. Feraoralporen fehlen; Finger und Zehen
nicht erweitert; Praemaxillarzähne conisch; Infradigitallamellen
deutlich gekielt; Kopf hinten nicht ausgezogen; keine quere Kehl-
falte ; Kehlsack vorhanden ; Occipitale klein ; Körper seitlich zusammen-
gedrückt. Venezuela, W.-Lidien. Mit Norops onca O'Sh. Boulenger
1. c. pag. 97, Taf. 6, Fig. 2.
Tropidunis Bocourti n. sp. = Aneiiporus occipitalis Boc. = Cranio-
peltis occipitalis Cope. Peru. Boulenger 1. c. pag. 173.
Uta gularis n. sp. Guaymas, Mexico. Cragin, Bull. Washburn
Labor. N. H. Bd. 1 pag. 7.
Zonuridae. Systematisches. Platysaurus guttatus Smith ab-
geb. bei Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2, Taf. 14, Fig. 1.
Anguidae. Palaeontologisches. F. Hilgendorf beschreibt von
dem bereits im ßer. f. 1883 pag. 405 erwähnten Propseudopus (Fraasi)
aus dem Miocaen von Steinheim Schädel, Wirbelsäule, Rippen und
Hautverknöcherungen. Auch mit Ophisaurus haben sich Vergleichs-
punkte gefunden. Sehr wichtig ist die Entdeckung, dass auch bei
Reptilien der Vomer bezahnt sein kann, was Verf. am lebenden
29*2 Dl'- 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistiiiigen
Fseudopus und an Fro2)seudopub- nacli weist; bei Opliisaurus und Dopasia
scheinen dagegen Vomerzähne zu fehlen. Was die Characterisierung
der Gattung Propseuäopiis anlangt, so übertrifft sie die drei ver-
wandten lebenden Genera in der stärkeren Entwicklung ihrer Be-
zahnung und namentlich durch ihre doppelte Reihe von Vomerzähnen,
schliesst sich aber durch das breite Zahnfeld am Flügelbein an
Ophisaurus und Dopasia, in der Bildung des Supraorbitale an Fseu-
dopus an. Schliesslich wird das Wenige, was über fossile Fseudopus
oder ähnliche Lacertilier in der Literatur zu finden war, zusammen-
gestellt. Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin pag. 358— 378, Taf. 15-16,
1 Fig.
Systematisches. Anguis fragüis L. abgeb. bei Camerano, Mem.
Accad. Torino (2) Bd. 37, Taf. 2, Fig. 25-26, 31—37.
Barissia fimbriata n. sp. = Gerrhonotus auritus Boc, non Cope.
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 171.
Biploglossus Hewardi (Gray) abgeb. Boulenger. Cat. Liz. Bd. 2,
Taf. 17. — B. microlepis (Gray) abgeb. ebenda Taf. 16, Fig. 2. —
D. monotropis Kühl abgeb. bei Günther , Biolog. Centr. Amer. Rept.
Taf. 23. — i>. Steindachneri Cope abgeb. ebenda Taf. 22, Fig. A. —
B. stnatus (Gray) abgeb. bei Boulenger I.e. Taf. 16, Fig. 1.
Gei'rhonotus caeruleus Wiegni. abgeb. bei Günther 1. c. Taf. 25,
Fig. A— D. — G. Moreleti Boc. abgeb. ebenda Taf. 24, Fig C. — G.
Oaxacae n. sp. Oaxaca. Günthei" 1. c. pag. 36, Taf. 24, Fig. A. — G.
ohscurus n. sp Mexico. Günther 1. c. pag. 40, Taf. 25, Fig. E.
Opheodes Cope = Ophiodes. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 16 pag. 295.
Ophisaurus cp-acilis (Gray) abgeb. bei Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2,
Taf. 15, Fig. 1. — 0. KoelUkeii (Gthr.) abgeb. ebenda Taf. 15, Fig. 2.
Saiiresia s&poides Gray abgeb. ebenda Taf. 14, Fig. 2.
Anniellidae. Systematisches. Anniella nigra n. sp. San
Diego, Californien. J. G. Fischer, Abh. Nat. Ver. Hamburg Bd. 9,
Heft 1 pag. 9.
Helodermatidae. Systematisches. Helod&i'ma horndum
Wiegm. juv. abgeb. bei Günther, Biolog. Centr. Amer. Rept. Taf. 26.
Varanidae. Systematisches. Varanus caudolineatus n. sp.
N.-AV.-Australien. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2 pag. 324, Taf. 18. —
F. Grayi n. sp. = ornatus Gray, non Daud. Boulenger 1. c pag. 312.
Tejidae. Systematisches. G. A. Boulenger beschreibt ein
460 mm. langes Exemplar von Heterodadylus imhricatiis von den
Montequeira Mts. bei Rio, Brasilien. Proc. Zool. Soc. London pag. 63
Acrantus vindis Cope = Tejus teyoii Daud, Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 295.
Alopoglossus n. gen. Von Leposoma, Loxophölis und Fanto-
dactylus verschieden durch das Fehlen der schuppenartigen Papillen
auf der Zunge, die durch schiefe, gegen die Mittellinie hin con-
in der Herpetologie während des Jalires 1885. 993
yergierende Falten ersetzt werden, von NeiisUciirus durch den
cylindrischen Schwanz. Ecuador, Peru. Mit Leposoma carinicaudatum
Cope und BucMeyi O'Sh. — A. Copei n. sp. = Leposoma carini-
caudatum O'Sh., non Cope. Ecuador. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2
pag-. 383, Taf. 20, Fig. 1.
Ameiva Sunnamemis Laur. var. abgeb. bei Günther, Biolog.
Centr. Amer. Rept. Taf. 19. — A. hedracantha Boc. = Verticaria.
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 172.
Arthrosaura 11. gen. Unterschiedeu von Prionodactijlus durch
kleine, unregelmässige Seitenschuppen, von Heterodactylus durch fünf
gut entwickelte Finger. Verknüpft Frionodactylus imd Heterodactylus.
Ecuador. Mit Cercosaura reticidata O'Sh. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2
pag. 389.
Cercosaura vertebralis O'Sh. = Frionodactylus. Boulenger 1. c.
pag. 394, Taf. 21, Fig. 2.
Onemidophorus angusticeps und costatus Cope und Bocourti Blgr.
= sexlineatus (L.) varr. Boulenger 1. c. pag. 366, 367. — Cn. Espeiiti
11. sp. Old Providence Insel, Columbia. Boulenger 1. c. pag. 362,
Taf. 19. — Cn. guttatus AViegm. abgeb. bei Günther, Biolog. Centr.
Amer. Rept. Taf, 21. — Cn. Mariarum n. sp. Insel Tres Marias,
Mexico. Günther 1. c. pag. 28, Taf. 20. — Cn. sexlimatus var. Bocourti n.
= var. gularis Boc. part. Boulenger 1. c. pag. 367.
Ecpleopus ocidatus O'Sh. = Oreosaurus. Boulenger 1. c. pag. 410,
Taf. 20, Fig. 2.
Emphrassotis simoterus O'Sh. = Proctoporus. Boulenger 1. c.
pag. 414, Taf. 22, Fig. 1.
Micrablepharus n. gen. Von Gymnophthalmus Merr. verschieden
durch glatte Rücken-, gekielte Schwanzschuppen, Fehlen der Fronto-
nasalen, Auftreten von zwei Supraocularen und von Frontoparietalen.
Mit M. glaucurus n. sp. Paraguay. Boettger, Zeitschr. !Naturw.
Halle Bd. 08 pag. 218 = Maximiliani R et L. {Gymnophthalmus).
Boettger 1. c. pag. 437.
Pantodactylus bivittatus Cope = Schreibersi AViegm. Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 295.
Pnonodactylus 0" Shaughnessyi n. sp. = Cercosaura argidus O'Sh.,
non Pts. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2 pag. 392, Taf. 21, Fig. 1.
Proctoporus meleagris n. sp, AV.- Ecuador, Boulenger 1. c. pag. 415,
Taf. 22, Fig. 2.
Scolecosaurus n. gen. für Brachypus Fitz., non Swains. Süd-
America. Mit Sc. Cuvieri Fitz, und pallidiceps Cope. Boulenger 1. c.
pag. 416.
Tejus teguexin Cope = Tupinambis. Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 16 pag. 295.
Amphisbaenidae. Auatomisches. C. Smalian hat ..Iw^ä/a-
baena fuliyinosa L., Anops Kingi Bell, Blanus cinereiis Vand, und
■JIM L)r. U b k a r B o e t tg e r : Bericht über die Leistungen
Trogonophis Wiegmanni Kanp eingehend anatomisch untersucht.
Nach kurzen systematischen Notizen über Anops Kingi pag, 129 be-
schreibt und bildet Verf. ab das Ei desselben (Länge 39, Breite
8' 2 mm.) Taf. 6, Fig. 27 und ebenso den ans dem Ei genommenen
Embryo Fig. 28—29. Die Ruthen desselben sind wie beim Embryo
von Anguis noch ausgestülpt. Die Arbeit selbst ist eine erschöpfende
Darstellung der Myologie der Amphisbaeniden pag. 131 — 185. Kürzer
werden die Yerdauungsorgane, insbesondere Fettkörper und Darm-
kanal, Respirationsorgane, Gefäss- und Lymphgefässsystem, Thymus,
Thyreoidea, Urogenitalsystem, Sympathicus, Schädel, Extremitäten-
rudimente und Brust- und Beckengürtel behandelt, d. h. soweit des
Verf. Untersuchungen namentlich Bedriaga's Arbeit (vei-gl. Ber. f.
1884 pag. 268) zu vervollständigen im Stande sind. Wichtig ist auch
in systematischer Beziehung der Nachweis, dass anatomisch Amphis-
haena und Anops einander näher stehen, als den altweltlichen
Gattungen Blanus und Trogonophis. Kopf und Analregion von Anops
Kingi werden Taf. 6, Fig. 23—26 abgebildet. Zeitschr. f. Wiss. Zool.
Bd. 42 pag. 126-202, Taf. 5—6.
Biologisches. G. A. Boul enger weist nach, dass die Amphis-
baeniden cylindrische Eier in Ameisennester legen. Das Ei von
Anops Kingi Bell ist 35 mm. lang, 10 mm. breit und hat dünne, in
Spiritus lederbraune Epidermis; der reife Foetus misst 105 mm. Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 15 pag. 193.
Systematisches. E. D. Cope giebt einen Schlüssel für die
ihm bekannten Amphisbaeniden mit Ausnahme der Lepidosterniden .
Er führt 8 Genera und 13 Arten von Amphishaena, 1 von Aporarchus
an und giebt Abbildungen von Köpfen und Schwänzen der Amphis-
haena alba, alba var. radiata, der angustifrons, dissecta und occidcntalis.
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 187, 1 Taf.
0. Boettger bringt eine Tabelle für die Unterscheidung der
fünf Lepidosternu7n- Arten aus der Verwandtschaft des L. Giienthcri
Zeitschr. Naturw. Halle Bd. 58 pag. 226.
Amphishaena alhocingulata, n. sp. verwandt Dariüini. Paraguay.
Boettger 1. c. pag. 219. — A. Beniensis n. sp. verwandt Pretrei. Ob.-
Beni, Bolivia. Cope 1. c. pag. 184, Taf. 1, Fig. 2. — A. leonina n. sp.
verwandt gracilis Str. Tumbo- Insel, AV.-Africa. Müller, Verh. Nat.
Ges. Basel Bd. 7 pag. 700, Taf. 9, Fig. a— e. — A. plumhea Gray
abgeb. bei Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2, Taf. 23, Fig. 2. — A. pumtata
Bell abgeb. ebenda Taf. 23, Fig. 3. — A. trachura n. sp. Rio Grande
do Sul. Cope 1. c. pag. 187, Taf. 1, Fig. 1 = Darivini. Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 296.
Aporarchus n. gen. Unterschieden von Amphishaena nur durch
den Mangel von Praeanalporen. Mit A. prunicolw n. sp. Rio Grande
do Sul. Cope 1. c. pag. 189, Taf. 1, Fig. 5 = Amphishaena Darwini
Boulenger 1. c. pag. 296.
in dar Herpetologie wäliieiid dcvs Jahie.s 1885. 295
Bail'ia Äfricana Grray = Änops. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 2
pag. 452, Taf. 23, Fig. 4.
Blanus Bedriagae Blgr. abgeb. ebenda Taf. 23, Fig. 1.
Geocalamus modestus Gthr. abgeb. ebenda Taf. 23, Fig. 5.
Lepidosternum Boettgeri n. sp. Corrientes, Argentina Boulenger
1. c. pag. 466, Taf. 24, Fig. 5. — L. affine n. sp. pag. 222, L. Botdengeri
n. sp. verwandt Guentheri Str. pag. 220, L. onycJwcephcdiim n. sp.
pag. 224, L. Stranchi n. sp. ähnlich pJiocaena D. et B. pag. 221,
sämmtlich von Paraguay. Boettger, Zeitschr. Naturw. Halle Bd. 58.
Monopeltis Capensis Smith abgeb. bei Boulenger 1. c. Taf. 24,
Fig. 1. — M. Guentheri n. sp. Congo. Boulenger 1. c. pag. 456, Taf. 24,
Fig. 3. — M. scalper (Gthr.) abgeb. ebenda Taf. 24, Fig. 4. — 3/. Wel-
witschi (Gray) abgeb. ebenda Taf. 24, Fig. 2.
Laeertidae. Sceletsystem, E. Blessig zieht aus seineu
embryologischen Untersuchungen an Lacerta den Schluss , dass die
rippenlosen Halswirbel von rippentragenden dorsocervicalen Wirbeln
sich ableiten lassen, und dass die Homologie der Wirbel nach ihrer
Stellung und nicht nach ihrer morphologischen Gestaltung taxiert
werden müsse. Eine morphologische Untersuchung über die Hals-
wirbelsäule der Lacerta vävj>ara Jacq. Dissert. Dorpat, 8". 24 pag.,
1 Taf. und Sitz. Ber. Naturf. Ges. Dorpat Bd. 7, 1886 pag 291—293.
Nerveusystem. P. Bert theilt das negative Resultat eines
Experimentes mit, welches den Einfluss des Nervensystems auf die
Färbung von Lacerta viridis nachweisen sollte. Compt. Bend. Soc.
Bio!. (8) Bd. 2 pag. 523,
Urogeuitalsystem. J. H. List fand im geschichteten Blasen-
epithel von Lacerta agiUs den in der Blase der Batrachier vor-
kommenden Becherzellen ähnliche Gebilde, aber zerstreut und nur
in sehr geringer Anzahl. Verf. fasst sie als selbständige Gebilde
auf, die in den Entwicklungskreis der gewöhnlichen Epithelzellen
nicht hineingehören. Zool. Anzeiger 8. Jahrg. pag. 69 — 70.
W. F. R. We klon 's Arbeiten über die Nebenniere und ihren
Ursprung stützen sich z. Th. auf Untersuchung der Embryonen von
Lacerta. Proc. Roy. Soc. London Bd. 37 pag. 422—425 und Qu. Journ.
Microsc. Sc. (2) Bd. 27 pag. 137— 150, T. 11— 12.
Biologisches. G. Fischer- Sig wart behandelt eingehend die
Lebensgeschichte der Lacerta viridis. Vorkommen in der Schweiz
nur im Wallis, Tessin, um den Genfer See und in gewissen Theilen
Graubündens; dann aber auch pag. 223 am Kaiserstuhl zwischen
Vogtsburg und Eichstetten in Baden. Namentlich grössere, summende
oder sich lebhaft bewegende Insecten erregen ihre Mordlust; gewisse
Käfer werden nicht gefressen, dagegen aucli Ameisenpuppen. Heu-
schrecken dürften im Freien die Hauptnahrung sein. Geschmack
individuell entwickelt; die einen ziehen Mehlwürmer, die anderen
Heuschrecken oder Regenwürmer vor; Zähmung ebenso individuell
296 Dr. 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
verschieden, doch werden viele durch Kirrung mit Mehlwürmern bald
zahm. Der Winterschlaf, der, wenn auch etwas höhere künstliche
Temperatur gegeben wird, stets stattfindet, tritt ein, wenn die Luft-
wärme für gewöhnlich unter 10" R. bleibt. Sie liegen 20 — 30 cm.
tief in der Erde. Paarung wurde am 5. April beobachtet; die erste
Häutung findet stets vor der Brunstzeit im März oder April statt;
sie geschieht je nach der Wärme des Sommers 4 — 6 mal. Ein
Sommerschlaf existiert nicht. Ihr Verstand und namentlich ihre
Keuntniss von Zeit und Ort wird betont. Bei Verletzungen wird
nur der Schwanz reproduciert. Nur Pseudopus wird als Feind er-
wähnt; die Ringelnatter vergreife sich nicht au ihr. Natur (Müller)
33. Jahrg. 1884 pag. 223—224, 229—232, 246—248, 258—260, 268—270.
A. Kar dos kennt Lacerta viridis von der ßudaer wie von der
Pester Seite, wo sie z. Th. mit cujüis zusammenlebt, welch' letztere
sie aber mehr und mehr verdrängt. Er untersucht ihre Gänge. Sie
frisst auch Fliegen. A eitere Thiere sind gegen Kälte empfindlicher
als junge. Sie sind gegen Geräusche sehr empfindlich. Neben dem
Typus fand Verf. bei Budapest die Varietäten chloi'onotus Raf.,
bilineata Daud. und var. o bei Schreiber. Termeszetrajzi Füzetek
Budapest Bd. 9 pag. 89—91, 149—150.
T. Nördlinger erzählt zwei Fälle, y^o Lacerta agilis mit ihren
Jungen im Maule angetroffen worden sei. Dem Ref. ist es wahr-
scheinlich, dass diese Jungen gar nicht zu agilis gehörten und als
Nahrung verschluckt werden sollten, wie es denn allgemein bekannt
ist, dass L. agilis die L. vivipara anfällt und frisst, wo sie ihrer
nur habhaft werden kann, Zool. Garten 26. Jahrg. pag. 188—189.
Faunistisclies. F. Lataste nimmt neuerdings in N.-Africa
nur vier Arten von Acanthodactylus an {A. vulgaris D. et B., Sa-
vignyi Aud., scutellatus Aud., Bosl'ianus Daud.). Zahlreiche syno-
nymische Bemerkungen und eingehende Originalbeschreibungen aller
Arten und Varietäten werden gegeben; neu 1 Art, 2 Varietäten.
Was die Fundorte anlangt, so fehlt A. vulgaris in Aegypten xmd
Somaliland; A. Savignyi lebt auch in der Cyrenaica, in Tunis, Algerien,
Syrien und Somaliland, ^4. scutellatus in Algerien, Tunis und Somali-
land, Boskianus in Syiien und Persien. Von letzterer Art werden
drei Varietäten unterschieden: Typus aus der Berberei, Aegypten
und Persien, var, aspera Aud. und var. Syriaca Bttg. beide aus
Aegypten und Syrien. Lebensgewohnheiten und Art des Fanges von
A. Savignyi sind pag. 487 beschrieben. Ann. Mus. Civ. Genova (2)
Bd. 2 pag. 476—516.
Systematisches. Derselbe giebt auch eine Uebersicht der
pristidactylen Gattungen der Lacertiden und einen Schlüssel für die
Bestimmung aller Lacertidengenera. Er erkennt als gute Gattungen
derselben an Nua-as Gray (für Lacerta Belalandei M. Edw.^, Lacerta,
Tachydromus, Algira (mit Algira, Notopholis und Zermmia), Latasiia
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 297
Bedr., Holaspis Gray, Acanthodactylus, Ichnotropis Pts., Fsammo-
dromus, Saurites Pts., Scapteira, PctcJujrhynchas Barb. , Ophiops,
Cabiita, Eremias und Boiilengei'ia n. gen. Ebenda pag. 123.
0. Boettger benutzt die Form der Schuppen der Rückenzone
als Hauptunterscheidungsnierkmal zwischen Lacerta cujilis und viridis,
giebt eine Uebersicht der Verbreitung von letzterer im westlichen
Deutschland und coustatiert das Fehlen derselben an verschiedenen
klimatisch anscheinend für sie besonders günstigen Oertlichkeiten.
Auch das ^ zeige in der Brunstzeit blaue Kehle. Den Schluss
bilden Notizen über Häutung, Fütterung, Betragen in der Gefangen-
schaft, Eiablage (29. Mai, 11 Eier) und hochgradigen Ortsimi. Zool.
Garten 26. Jahrg. pag. 140—147.
0. V. Loewis nennt in einer Berichtigung das Verhältniss
von Schwanz- zu Körperlänge bei Lacerta vivipara kein constantes,
nachdem er früher den Schwanz irrthümlich als kürzer als den
Körper angegeben hat. Richtiger wäre gewesen, einzugestehen, dass
die Art in der Schwanzlänge hinter den übrigen deutschen Eidechsen
nur wenig zurücksteht, und dass das Verhältniss von Körper- zu
Schwanzlänge 1 : l'/<, sogar häufig überschritten wird. Ebenda
pag. 57 — 58.
Acanthodactylus Bedriayae Lat. = vulgaris Vaill. = Savignyi
Aud. pag. 484. — A. BosManus var. aspera (Aud.) n. Aegypten,
Syrien pag. 498, 514. — A. lineomaculatus D. et B. = vulgaris
D. et B. var. pag. 477. — A. Savignyi var. Schreiberi Vaill. = scu-
tellatus (Aud.) pag. 491. — A. scutellatus var. exigua n. Algerien,
Tunisien pag. 493, 513, — .4. Syriacus Bttg. = Boskianus Daxid.
var. pag. 496. — A. Vaillanti n. sp. für Savignyi Vaill. part. uon
Aud. Somaliland pag. 509 (nach Boulenger = Savignyi Aud.). Lataste,
Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 2.
Boulengeria n. gen. für Acanthodactylus mucronatus Blfd. =
Eremias luguhris Vaill. und für E. Brenneri Pts. O.-Africa. Lataste
l. c. pag. 116 (ist = Fseuderemias Bttg.; vergl. Ber. f. 1883 p. 404).
Holaspidae n. Längsreihen grösserer Schuppen am Rücken,
Körnerschuppen an den Seiten, grosse, reihenweise geordnete Bauch-
schilder, regelmässige Kopfschilder, grosse Submentalia; hintere
fleischige Partie der Zunge mit convergierenden, en chevron gestellten
Reihen von Papillen. Hierher die Gattungen Tachydromus aus S.-
und 0.- Asien und Holaspis aus W.-Africa. J. G. Fischer, Jahrb.
AViss. Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 84.
Lacerta Fitzingeri Wiegm. abgeb. Taf.2Fig.l2— 14,23. —L.muralis
(Laur.) abgeb. T. 1, Fig. 4, 5, 10-14, 17, 30-31, 33, 35, 37—39,43,
44, 46, Taf. 2, Fig. 8, 14-16, 22. — L. ocellata V>q.\\(\. abgeb. Taf.2,
Fig. 1. — L. oxycephala D. et B. abgeb. Taf.2, Fig. 5— 6. — L.
oxycephala subsp. Bedriagae n. Corsica. S. A. pag. 48, Taf. 2, Fig. 7,
18. — L. serpa Raf. abgeb. Taf. 1, Fig. 1—3, 9, 15—16, 18—20, 27,
298 JDr. ü b k ii r B 0 e ttg e r : Bericht über die Lei.stuiigen
29, 32, 34, 36, 41—42, 45, Taf. 2, Fig. 17. — L. Taurica Fall, abgeb.
Taf. 1, Fig. 6-8, 21—26, 28, 40, 47. — L. viridis (Laiir.) abgeb.
Taf. 2, Fig. 2—4, 9—11. — L. vivipara Jacq. abgeb. Taf. 2, Fig. 19
bis 21, 24. Cameiauo, Mein. Accad. Torino (2) Bd. 37.
Tachydromus Wolteri n. sp. Cbemulpo, Korea. J. G. Fischer,
Jahrb. Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2 pag. 82 (nach Bouleiiger = taclnj-
dromoides Schleg.).
Zootoca deserti Gthr. = Acanthodactylus Savi(jmji (Aiid.). La-
taste 1. c. pag. 484.
Scineidae. Biologisches. Trachysaunis asper und Cyclodus
Boddaerti sind nach W. Haacke nicht ovovivipar, sondern ent-
schieden vivipar, d. h. die Embryonen entwickehi sich in dem zum
Uterus entwickelten Eileiter, ohne von Eihäuten umgeben zu sein,
von denen die eine oder andre nicht entweder aus der Keimanlage
selbst stammte oder doch wenigstens schon im Eierstock gebildet
wäre. Der sogenannte Eizahn fehlt dem geburtsreifen, durchscbnittlicli
die halbe Länge des Mutterthieres erreichenden Embryo. Die Geburt
des Trachysaunis erfolgt in S. -Australien im 31ärz; Trachysaurus
gebiert 2, seltner 3, Cyclodus 4 Junge. Zool. Anzeiger 8. Jahrg.
pag. 435-439.
Systematisches. E. D. Cope giebt einen Schlüssel für die
centralamericanischen und mexicanischen Arten der Gattung Eumeces.
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 169.
Eumeces Bocourti Blgr. abgeb. bei Günther, Biolog. Centr.
Amer. Rept. Taf. 22, Fig. C. — Eu. brevirostris Gthr. abgeb. ebenda
Taf. 22, Fig. B. — Eu. furcirostris n. sp. Jalapa, Vera Cruz. Cope
1. c. pag. 169 (nach Boulenger = lynxe Wiegm.). — E^i. {Biopa)
yracilis n. sp. pag. 85, Taf. 3, Fig. 1 und Schadenhergi n. sp. pag. 87,
Taf. 3, Fig. 2, beide von S.-Mindanao (nach Boulenger beide zu Senira
Gray gehörig). J. G. Fischer, Jahrb. Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2.
Euprepes aureogularis n. sp. Goldküste. Müller, Verh. Nat. Ges.
Basel Bd. 7 pag. 707. — Eu. Pantaeuii n. sp. Kamerun, Sierra
Leone. J. G. Fischer 1. c. pag. 88, Taf. 3, Fig. 3 (nach Boulenger =
Baddoni Gray). — Eu. Wart/n n. sp. Prov. Dehra-Dun, N. -Westen
von 0. -Indien. J. G. Fischer 1. c. pag. 90 (nach Boulenger = dis-
similis Hall.).
Gongylus occellatus (Forsk.) abgeb. bei Camerano, Mem. Accad.
Torino (2) Bd. 37, Taf. 2, Fig. 29-30.
Heteropus Blackmanni n. sp. Port Curtis und 11. lateralis n. sp.
Moreton Bay, Queensland. De Vis, Proc. Roy. Soc. Queensland
Bd. 1 pag. 168 (nach Boulenger = Lyyosoma Peroni D. et B.). —
H. maculatus n. sp. und 11. rubricatus n. sp. Cap York. De Vis 1. c.
pag. 169 uud 170 (nach Boulenger = Lyyosoma fuscum D. et B.). —
H. mundus n. sp. Port Cnrtis. De Vis 1. c. pag. 172 (nach Boulenger
= Lyyosoma). — H. pectoralis n. sp. Port Curtis. De Vis 1. c.
in der Heipetologie während des Jahies 1885. 299
pag. 169 (nach Boulenger == Lygosoma). — H. rostralis n. sp. Card-
well, Queensland. De Vis 1. c. pag. 171 (nach Boulenger = Lijtjo-
soma rhomhoidale Pts.).
Hinulia picta n. sp. Herbert River District, N.- Queensland
Macleay, Proc. Linn. Soc. N.-S. -Wales Bd. 10 pag. 65 (nach Boulenger
= HemispJiaeriodon G'erranU Gray).
Lygisaurus n. gen. Schuppen glatt, ohne Kiele; Zehen 4—5;
Ohröftnung vorhanden; Kopf conisch; Rostrale breit; Supranasalen
fehlen; Nasale fast linsenförmig; Praefrontalia einfach ; Postfrontalen
weit getrennt. Mit L. foUorum n. sp. Queensland. De Vis 1. c.
pag. 77 (nach Boulenger =: Lygosoma äff. mundum De Vis).
Mcibuia tetrataenia n. sp. Paraguay. Boettger, Zeitschr. Naturw.
Halle Bd. 58 pag. 227 (nach Boulenger = dorsivütata Cope).
3Iyophila 1}. gen. Schuppen gekielt; Zehen 4— 5; Ohröffnung
vorhanden; Kopf conisch; Supranasalen fehlen; !Nasalen klein, oval;
Augenlid verkümmert; 4 vergrösserte Praeanalen. Mit 3L vivax
n. sp. Queensland. De Vis 1. c. pag. 77 (nach Boulenger = Lygosoma
Peroni D. et B).
Seps chalcides (L.) abgeb. bei Camerano, Mem. Accad. Torino (2)
Bd. 37, Taf. 2, Fig. 27—28, 38-40.
Süubosauriis ZelUngi u. sp. Barcoo, Australien. De Vis 1. c.
pag. 53 (nach Boulenger = Egernia Stolcesi A. Dum.).
Tetradactylus guttulatus n. sp. Herbert River District, N. -Queens-
land. Macleay, Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales Bd. 10 pag. 66.
Tüiqita nigripes n. sp. Goldküste. Müller, Verh. Nat. Ges.
Basel Bd. 7 pag. 704 (nach Boulenger = Fernandi Burt.).
Trachysauriis rugosus Gray abgeb. bei Mc Coy, Prodr. Zool.
Victoria Taf. 102.
Anelytropidae. Systematisches. E. D. Cope beschreibt
eine neue Gattung dieser bislang altweltlicheu Familie aus Central-
america. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 380, Taf. 1, Fig. 9.
Anelytropsis n. gen. Unterschieden von FeyUnia Gray in der
Beschilderung der Seitentheile der Schnauze; Nasiochin Contact mit
dem Hinterrand des Rostrale, auf der J^aht von Frenale und erstem
Supralabiale, nicht schlitzförmig. Mit Ä. papillosus n. sp. Jalapa,
Prov. Vera Cruz. Cope l, c.
Chamaeleontidae. Sceletsystem. Nach L. DoUo ist das
Epioticum von Chamaekon homolog dem Supratemporale -- dem
Parietale Parkers. Rev. Quest Scientif. Bruxelles vom Jan. 1885,
Paleontologie pag. 321.
Biologisches. S. Lock wood 's Notiz, dass ein Capchamaeleon
(pumilus!) 11 Junge gebar, ist nichts Neues. Amer. Naturalist Bd. 19
pag. 407.
Faimistisclies. S. W. Yerbury constatiert das Vorkommen
von Chamaekon calcarifer in der Umgebung von Aden ; somit ist die
300 Dl"- O 8 k a 1' B 0 e 1 1 g e r : Bericlit über die Leistungen
frühere Peters'sche Angabe „Madagascar" irrthümlich. Proc. Zool.
Soc. London pag. 833.
Systematisches. W. D'Arcy Thompson betont in einer
Notiz über die systematische Stellung von Chamaeleon und dessen
Beziehungen zu den Dinosauriern die Aelmlichkeit des Schulter-
gürtels desselben mit dem der Sauropoden, z. B. dem von Bronto-
saurus. Auch Carpus und Tarsus, Sternum, Becken imd Schädel
zeigten Verwandtschaft mit den betreffenden Theilen der Dinosaurier,
während gewisse andere Eigenthümlichkeiten an den Bau der Vögel
erinnerten. Nature Bd. 32 pag. 562.
Chamaeleon Simoni n. sp. zwischen gracilis Hall, und dilepis
Leach. Goldküste, Kamerun. Boettger, 24. — 25. Ber. Offenbach.
Ver. f. Naturk. pag. 175. — Cli. äff. vulgaris Daud. S.- Algerien
abgeb. bei Müller, Verh Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 7J5, Taf. 11
(Kopf).
Pterosauria
(nur fossil).
L. V. Ammou macht darauf aufmerksam, dass die Pterosaurier
sich durch den Besitz eines Bauchrippen -Apparats auszeichnen, der
ganz dem gewisser Reptilien entspreche und von dem der Vögel
entschieden abweiche. Abb. Akad. München II. Cl. 15. Bd. Abth. 2
pag. 517 Anmerk.
Rhamphorhyncbidae. E. Koken hält seine Deutung des
Ornithodiirus Hüsensis Kok. als eines distalen Endes des Metacarpale
eines Flugfingers 0. Meyer gegenüber aulrecht. Zeitsch. D. Geol.
Ges. Berlin pag. 214 — 215. — S. W. Willis ton sucht hingegen
wiederum nachzuweisen, dass es die Phalanx eines carnivoren Dino-
sauriers sei; pneumatische Phalangen seien von Coelurus, Me<jalo-
dactylus \md Poecilopleurum = Mcyalomiirus bekannt. Zool. Anzeiger
8. Jahrg. pag. 628—629 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 266 und 283).
Batracliia.
Museen. F. Müller berichtet in einem Vierten
Nachtrag zum Katalog der herpetologischen Sammlung
des Baseler Museums über die Zunahme der Collection
um 36 Batrachier, so dass sie jetzt 289 Species zählt.
Bemerkenswerth sind, ausser der Beschreibung je einer
neuen Anurenart und Varietät, kurze Notizen über geo-
graphische Verbreitung, Lebensweise und Färbung von
Salamaiuh'a maculosa Laur., Bafo reyidarls Rss., Bocourü
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 301
Brocc, Borborocoetes iiodosus D. et B. und Hi/la hracteata
Hens. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 668—717, Taf. 9
bis 11.
Werke allgemeineren Inhalts. Auf den reichen
und mannichfaltigen Inhalt von F. Leydig's Zelle und
Gewebe, Neue Beiträge zur Histologie des Thierkörpers,
Bonn, Em. Strauss. 6 Taf., die sich vielfach auf Unter-
suchungen am Körper der heimischen Batrachier stützen,
während die Abbildungen meist Zellbildungen, Muskel-
und Nervenfasern von Salamandra, Felobates, Rana, Ilyla
und Triton zur Anschauung bringen, sei an dieser Stelle
ebenfalls gebührend aufmerksam gemacht.
In seinen histologischen Studien an Batrachierlarven
finden wir die neuesten Ansichten A. Koelliker's über
Bau, Entwicklung und Endigung der Nerven, allgemeine
Betrachtungen über den Bau der Nervenfaser und über
die Entwicklung der Blut- und Lymphgefässe. Seine
Stiftchenzellen im Sclnvanze der Batrachierlarven hält er
für specielle peripherische Endapparate und glaubt, dass
das Eindringen der Nervenenden direkt in's Epithel möglich
ist. Zeitschr. Wiss. Zool. Bd. 43 pag. 1—40, Taf. 1—2.
Integumentalgebilde. P. Mitrophanow fand im
Epithel von Axolotl, Triton und Frosch im embryonalen
wie im erwachsenen Zustand keine besondere Kittsubstanz.
Die Zellen der tieferen Epithelschichten stehen mit ein-
ander durch protoplasmatische Brücken in Verbindung,
und die Intercellularlücken bilden ein compliciertes Netz
von communicierenden Lymphkanälen. Ebenda Bd. 41
pag. 302—309, 4 Fig.
In einer Notiz über das Blau in der Farbe der Thiere
weist F. Leydig nach, dass blaukörniges Pigment in
der That bei gewissen Thieren vorkomme, dass ein
Auftreten desselben an der Cloakenwölbung von Triton
Hehetiüiis und taeniatas und an den Larven von Salamandra
maculosa aber noch unentschieden sei. Zahlreiche blaue
Färbungen bei Reptilien und Batrachiern beruhten da-
gegen auf Interferenzerscheinungen, so bei der lebenden
Larve von Pelohates fusens, geknüpft an Lagen (Fibrillen)
802 J^i"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
des Bindegewebes der Lederhaut. Das Blau des Laub-
frosches werde hervorgerufen durch Ueberlagerung des
schwarzen Pigments von Seiten eines trüben Mittels. Das
Blau der brünstigen braunen Frösche entstehe dadurch,
dass die schwarzen Chromatophoren aus der Tiefe her-
auf das weissliche Pigment durchspinnen, wobei die
Schwellung der Lederhaut das durchscheinende Wesen
hervorrufe, das gewöhnlich als blauer Reif bezeichnet
werde. Zool. Anzeiger 8. Jahrg. pag. 752 — 758.
Nervensystem. H. F. Osborn macht Mittheilungen
über das Gehirn der Batrachier und bringt die Resultate
seiner microscopischen Studien an den Gehirnen von
Rana, Menodranclins , Mertopoma und Amplduma. Proc.
Amer. Ass. Adv. Sc. Philadelphia Meet. Bd. 33 pag. 522
bis 523.
M. Schmidt hat das Rückenmark entwickelter Tliiere
und der LaiTen aus den wichtigeren Gruppen mit Aus-
nahme der Apoden an Querschnitten eingehend unter-
sucht. Die Härtung der Präparate geschah mit Alcohol,
die Einbettung durch Benzol in Paraffin; als Färbemittel
w^urde alcoholisches Säurecarmin benutzt. Als allgemeines
Resultat findet Verf., dass die verschiedenen Batrachier
in Bezug auf das Rückenmark eine deutliche Entwick-
lungsreihe bilden. An die Untersuchung der Schnitte
dicht hinter der Medulla oblongata, die stets die höchst-
entwickelte Organisation des ganzen Markes zeigen,
schliesst sich eine Besprechung der Rückenmarksmeta-
morphose während des Larvenlebens. Eingehend behandelt
werden die graue Substanz, der Centralcanal und sein
Epithel, die grossen hüllenlosen Nervenzellen, die Kerne
oder Körner, die Grundmasse, die Faserzüge der grauen
und die weisse Substanz, sowie die Rückenmarkshüllen.
Verf. hat den Sulcus longitudinalis superior auch bei
Axolotl und Proteus gefunden; Sulcus longitudinalis und
Fissura longitudinalis gehen allmählich in einander über.
Die Nervenzellen, die Zellen der grauen Substanz und
die Epithelzellen gehen aus gleichwerthigen Gewebs-
elementen hervor und metamorphosicren sich erst im
ii» i]cv Herpetolog-ie während des Jahres 1885. :]()3
Laufe der Larrenentwicklung'. Die Metamorphose geht
verschieden weit, so dass sich diese drei Arten von Zell-
elementen bei den Caudaten am ähnlichsten bleiben, bei
den Raniden und Bufoniden aber am meisten diiferen-
zieren. Die Pelobatiden vermitteln den Ueberg-ang-. Bei
den höheren Thierclassen mag diese Metamorphose immer
weiter gehen, indem ein Theil der Körner zu kleinen
Nervenzellen wird, die andern aber ihren Zellkern-
charakter immer mehr verlieren, bis sie schliesslich
Bindegewebs-Körperchen sehr ähnlich sehen. Die Grund-
masse der grauen Substanz hat nach Verf. bei allen
Batrachiern einen gallertartigen, granulierten Character.
Die Kluft, welche in der Bildung des Rückenmarks
zwischen Raniden und Bufoniden einerseits und Caudaten
andererseits besteht, wird von den Pelobatiden über-
brückt. Es folgt sodann ein Capitel über das Rücken-
mark der Batrachier in seinen Veränderungen von vorn
nach hinten, in dem Fraisse's Angaben bei Vlcxrodeles
bestätigt werden. Verf. kommt zu dem Schluss, dass
das Rückenmark ein Organ ist, das seine histologische
Beschaftenheit zwar von vorn nach hinten bedeutend
vereinfacht, das seinen nervösen Character aber bis in
die äusserste Spitze beibehält. Zeitschr. Naturw. Halle
Bd. 58 pag. 1—45, Taf. 1—2.
Sinnesorgane. J. Beard, The System of branchial
sense organs and their associated ganglia in Ichthyopsida;
a contribution to the ancestral history of Vertebrates.
Qu. Journ. Microsc. Sc. (2) Bd. 26 pag. 95—156, Taf. 8
bis 10 und Stud. Biol. Labor. Owens Coli. Manchester
Bd. 1, 1886 pag. 170—224, 3 Taf.
G. Cuccati hat bei Rana^ Triton und Axolotl eine
strahlige Structur der äusseren Segmente der Retina-
stäbchen gefunden; er glaubt, dass die Scheiben, welche
diese Structur veranlassen, ihrerseits aus Sectoren zu-
sammengesetzt sind, welche mit einander durch eine
schwächer strahlenbrechende Substanz verbunden werden.
Atti Accad. Lincei Rend. (4j Bd. 1 pag. 286 — 292 und
Arch. Ital. Biol. Bd. 1, 1886 pag. 234—241, 1 Taf.
304 Dr. 0 s k a r B 0 e 1 1 g e r : Bericht über die Leistungen
Verdauungsorgane. An Bufo cmereus, Bombinator,
Pelobates fuscus, Rana escnlenta Viwdi fnsca und Salamandra
maculosa bespricht B. Solger das Auftreten der Leibes-
höhle und die Entwicklung und Umwandlungen des
visceralen Peritonealepithels im Bereiche des Darmcanals
eingehend, giebt Beispiele von Formveränderungen der
Coelomepithelzellen, die in Anpassung an darunter liegende
Gebilde zu Stande kommen, und fügt schliesslich Be-
merkungen über das viscerale Pleural- und Pericardial-
epithel und die sogenannten Stomata des Bauchfells an.
Morph. Jahrb. Bd. 10 pag. 494—528, Taf. 24—25. — Ref.
in Journ. R. Microsc. Soc. (2) Bd. 5 pag. 423 — 425.
Circulationsorgane. Im Gegensatz zur herrschenden
Meinung besteht S. Mayer darauf, dass die blutleeren
Gefässe im Schwanz der Batrachierlarven Röhrenstücke
darstellen, welche daran sind, aus dem Röhrensystem
ausgeschaltet zu werden, also in der Rückbildung be-
griffen zu sein scheinen. Anz. Akad. Wien 22. Jahrg.
pag. 43 und Sitz. Ber. Akad. Wien, Math.-nat. Cl. 91. Bd.,
1884, 3. Abth. pag. 204—238, 3 Taf.
S. Fubini und F. Spallitta machen Mittheilungen
über den Einfluss der thermischen Erregungen auf die
Bewegungen der Lymphherzen bei den Batrachiern.
Moleschott's Untersuchungen Bd. 13 pag. 367 — 377.
Ueber Bau, Entwicklung und Physiologie der Milz
hat C. Phisalix Untersuchungen bei Anuren und Uro-
delen angestellt. Die Milz repräsentiert modiiiciertes
und zu gewissen Specialfunctionen des embryonalen
Lebens angepasstes Bindegewebe. Arch. Zool. Experim.
(2) Bd. 3 pag. 369—464, Taf. 18—22. — Ref. in Rev.
Scientif. (3) Bd. 36 pag. 368—371.
J. Schoebl beschreibt von Rana und bildet ab ein
mächtiges, venöses Wundernetz auf der Aussenfläche der
oberen Pharynxwand, das durch die (neue) Vena oeso-
phagea dorsalis media gebildet wird. Bei anderen Anuren
und bei den Caudaten ist dasselbe viel unbedeutender.
Auch divertikeltragende Capillaren zeigen sich, namentlich
in den vorderen Gaumenabschnitten, am schönsten bei
in der Herpetologie währenrl des Jahres 1885. 305
Rana und Salamandra^ viel schwäclier bei Ba/o u. a.
Anuren und Caudaten. Arch. Microsc. Anatomie Bd. 25
pag. 89—96, Taf. 3.
How. Ayers findet nach dem Winterschlaf im Fett-
körper des Frosches zahlreiche dunkelbraune Krystalle
innerhalb der Lymphoid- und Blutzellen. Jenaische Z.
f. Natw. Bd. 18, pag. 520.
ürogenitalsystem, E. Wichmann, lieber Bau und
Entwicklung der Nierenorgane derBatrachier, Bonnl884,4o.
J. H. List fand Becherzellen im Blasenepithel von
Triton crütatus, Rana escidenta, temporaria, Bufo vulgaris
variabilis, Bombinator und Hyla und beschreibt Filarmasse,
Interfilarmasse und Kern derselben. Directe Verbindung
von Filarmasse und Kern konnte nicht nachgewiesen
werden. An die Oberfläche gerückte Becherzellen ent-
halten ein Stoma, aus dem sehr häufig als Secret ein
Pfropf hervorragt, der aus Filar- und Interfilarmasse be-
steht. Die Ausstossung dieses Secrets beruht auf einem
Quellungsvorgang, der vorzugsweise die Interfilarmasse
betrifft und öfters stattfinden kann. Der Untergang der
Becherzellen erfolgt durch Ausstossung. Verf. hält sie
für selbständige Gebilde, einzellige Drüsen, die mit den
Drüsenzellen der Schleimdrüsen nicht einfach identificiert
werden dürfen. Bemerkungen über Häufigkeit und Ver-
breitung in der Blase der verschiedenen Batrachier
bilden den Schluss der Notiz. Zool. Anzeiger 8. Jahrg.
pag. 556—559 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 305).
D. Biondi dehnt seine Untersuchungen über die
Entwicklung der Spermatozoiden auch auf Rana tempo-
raria und Triton taeuiatns aus. Er fand nur eine Zellen-
art, deren Abkömmlinge anstatt in einer Säule in cysten-
ähnlichen Haufen gesammelt sind. Arch. Microsc. Anat.
Bd. 25 pag. 611—614, Taf. 27, Fig. 14—18.
Ontogenie. M. Kowalewski bringt eine kurze
Notiz zur Frage über das Kiemenleben bei den Ba-
trachiern. Wszechswiat Bd. 3, 1884 p. 726—727 (poln.).
J. W. Spengel giebt eine Uebersicht über die
Arcli. f. Naturgesch. 52. Jalirg. Bd. II. H. 1. U
30G Dr. 0 s k a r B 0 e 1 1 g' e r : Bericlit über die Leistungen
ueuesteii Experimente betretfs der Bastardbildimg' bei
Batrachiern. Biol. Centr. -Blatt Bd. 5 pag. 70 — 74.
Biologisches. Nach C. C. Abbott sind Kröten für
Kälte empfindlicher als Frösche und Salamander, welche
letztere in N. -America meist nur einen leichten Winter-
schlaf halten. Verf. betrachtet den Winterschlaf für
mehr oder weniger von dem Willen des betreffenden
Thieres abhängig. Science Bd. 4, 1884 pag. 3G — 39, 3 Fig.
C. Bratli macht kurze Mittheilungen über die Haltung
von Hyla, Bonibinator, Rana escidenta und teinporaria^
Bnfo cinereiis^ varialilis und calamita, Triton cristatns und
taeniatns im Zimmerterrarium. Pelobates und Salcvnandra
scheinen um Zarrentin in Mecklenburg nicht vorzukommen.
Arch. Fr. Nat. Mecklenburg Jahrg. 39 pag. 122—130.
H. Fischer-Sigw^art züchtete in einem sehr grossen
Terrarium zweimal überwinternde Larven von Rana
escidenta; auch im Freien fanden sich im Herbst noch
unentwickelte Thiere in sehr verschiedenen Stadien. Als
Ursachen dieser Hemmungsbildungen bezeichnet Verf.
Nahrungsmangel, Mangel an Licht und Wärme und
schwache Körperconstitution. Bei Rana temporaria und
Bnfo vulgaris konnten keine überwinternden Larven beob-
achtet werden: Tabellen für die Dauer der Entwicklung
werden beigegeben. Für Alytes ohstetricans und Salamandra
maculosa gilt das weiter unten Mitgetheilte. Die Unter-
schiede der Salamanderlarven von denen der Tritonen
werden auch hier erörtert. Während von Triton alpestvis
keine Larven überwintern, konnten solche von Triton
Ilelveticus häufig beobachtet werden. Zoolog. Garten
26. Jahrg. pag. 299—312.
Auch über die geistigen Fähigkeiten der Batrachier
bringt G. J. Rom an es Material. Kleinere Abschnitte
bringen z. Th. wenig bekannte Notizen über Sinne pag. 92,
Gedächtniss p. 130 und geistigen Entwicklungsgrad p. 387
bei den Batrachiern, über Farbensinn beim Frosche
pag. 101 und über Instinct beim Laubfrosch pag. 277.
Die geistige Entwicklung im Thierreich, Deutsche Ausg.,
Leipzig, 8*^. E. Günther.
in der Heipetolog-ie wälirenrl des Jahres 1885. 307
Faunistisches. Im Ausland 58. Jahrg. pag. 594 — 595
findet sich eine recht anschauliche Skizze über die Ver-
breitung- der Batrachier auf der Erde, die sich zwar im
Wesentlichen auf Boulenger's neueste Arbeiten über
diesen Gegenstand stützt, aber einige Gesichtspunkte
namentlich im Vergleiche zur Verbreitung anderer Thier-
und Pflanzenklassen und Familien stärker betont; über
die fossile Fauna werden keine neuen Daten beigebracht.
Palaearctische Region. F. P. Pascoe nennt als in
England heimisch 2 Rana^ 2 Bufo und 3 Molge. List of
British Vertebrate Animals. London, 8^. Taylor and Francis.
Amphibia pag. 26.
H. Pittier und M. F. Ward erwähnen aus dem Hoch-
land des Cnt. Waadt Rana escidenta, R. teniporaria bis in
die alpine Region, Bufo vulgaris bei Chäteau d'Oex, Sa-
lamanch^a atra bis zur oberen Waldgrenze und Triton
alpestris bis zu 1800 m. Bull. Soc. Vaud. Lausanne Bd. 21
pag. 112—113.
E. Friedel zählt aus der Prov. Brandenburg pag. 10
bis 13 13, resp. 14 Batrachier auf: Triton taeniatus Berlin,
cristatus, Salcunandra in der Klöhe zwischen Klötze und
Alten-Salzwedel, bei Buckow, Pelobates^ Bomlmiator und
Hyla Berlin, Rana escidenta Berlin, fortis Blgr., temporaria,
arvalis Berlin, Biif> \^idgaris^ variahilis^ calamita Berlin.
Salamandra atra wird pag. 10 mit Recht als höchst ver-
dächtig bezeichnet und wäre besser weggeblieben. Mark.
Prov. Mus. d. Stadtgem. Berlin. Eintheil.-Plan d. Zool.
Abth.: Lurche und Kriechthiere. Berlin, 8^ 15 pag.
Munganast giebt eine Liste der Batrachier Ob.-
Oesterreichs. Jahr.-Ber. Verh. Naturk. Linz Bd. 15.
M. Katuric fand in der weiteren Umgebung von
Zara (Dalmatien) 5 Anuren und 3 Urodelen und zählt
speciell auf Bufo variahilis var. rosea Poll. von Zara,
Salamandra von Sinj und Imoski, Triton taeniatus von
Imoski und Bokanjac und Proteus angiiinns Carrarae Fitz.
von Sinj. Boll Soc. Adriat. Sc. Nat. Trieste Bd. 8, 1883
pag. 127 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 267).
U*
308 -Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Nordamerikanische Region. F. W. Cragin, Recent
atlditions to the list of Kansas Reptiles aud Batrachians,
with furtlier notes on species previously reported. Bull.
Washburn College Bd. 1 pag. 100—103.
Indische Region. 0. Boettger beschreibt nach
Sammlungen des Consuls Dr. 0. Fr. von Moellendorff
4 Anuren aus China, darunter die für China neue Raua
chloronota Gthr. Die Liste aller aus China bekannten
Batrachier, die mitgetheilt wird, ergiebt 34 Anuren und
9 Caudaten. 24—25. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk.
pag-. 115—170.
J. G. Fischer zählt 4 Frösche von S.-Mindanao auf,
die Dr. Schadenberg 1881 — 1882 daselbst gesammelt hat.
Jahrb. Wiss. Anst. Hamburg Bd. 2 p. 80—81.
Derselbe bringt die Liste der von Fr. Grabowsky
in S.-O.-Borneo gesammelten 17 Batrachier (2 n.j. Neu
für Borneo ist Megaioplivys nasuta Gthr. Beschreibende
Notizen finden sich bei Calophrynas plearodig^na Tsch.
pag. 46 und bei Nedes (Fseudobufo) pleurotaenia Bleek.
pag. 47. Arch. Naturg. Bd. 51 I pag. 41 — 72.
Derselbe verzeichnet als im Dresdner Museum be-
findliche Anuren von Nias Mana macrodon Tsch., Hylorana
chaiconota D. et B. und Bujo daviger Pts. Abh. Nat. Ver.
Hamburg Bd. 9, Heft 1 pag. 4.
G. A. Boulenger nennt von ebenda 6 Batrachier,
die von Sandemann gesammelt wurden. Neu für die
Insel dürften sein Raua Nicobar iensis (Stol.), zu der Be-
schreibung gegeben wird, erythraea Schleg., Callula haleata
(Müll.) und Ichthyo2-)Jm glntinosus (L.). Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 16 pag. 388—389.
Africanische Region. B. T. de Rochebrune, Faune
de la Senegambie : Les Amphibiens. Paris, 8^ 10 col. Taf.
L. Vaillant beschreibt 5 Anuren von Nossi-Be
(Madagascar), darunter Mantella hetsileo Grand, (ist M.
Fhenani Bttg.!) und einen angeblichen Bufo, beschreibt
und bildet den Sternalapparat von Rhomhopliry}ie tedudo
Bttg. ab und stellt diese Gattung (irrthümlieh) zu den
in der Heipetologie während des Jahres 1885. 309
Bufoniden, oline zu bestreiten, dass sie grosse Aelmlichkeit
mit den Engystomatiden und namentlich mit Rkuwphryne
besitze. Bull. Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 9 pag. 115
bis 118 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 316).
Tropisch-americanische Region. E. D. Cope zählt
aus der Tierra templada der mexicanischen Provinzen
Vera Cruz und Puebla auf von Jalapa (Vera Cruz) p. 379
Spelerpes Belli Gray, von Jicaltepec (Vera Cruz) Smilisca
Dandini D. et B., von Izucar (Puebla) Bk/o intermedius
Gthr., agua Daud., von Teziutlan (Puebla) H^/Ia nigro-
piuictata Blgr., von Stadt Puebla H. gracilipes und Litho-
dytes rliodopis Cope. Aus der Tierra templada von
Zacualtipan, Prov. Hidalgo, pag. 383 Hyla miotympannm
Cope, Rana haleciua Kalm sowie einen neuen Cystigna-
thiden, aus dem Hochland von Toluca oder Mexico p. 387
Hyla arenicolor Cope, von der Insel Cozumel, 0. Mexico,
pag. 387 Bnfo agua Daud. und von New Providence,
Bahamas, pag, 403 Trachycejjhalvs .^epteintrlonalis Tsch.
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22.
A. Kappler schildert kurz Natur und Lebensgewohn-
heiten der wichtigsten Anuren Holländisch - Guianas.
Besonders berücksichtigt werden Pipa Americana, Psendis
paradoa-a^ Dendrohates tvivittatus, Ceratophrys megastonia,
Biifo granulosns und agua, Hyla crepitans und Phyllo-
inednua hicolor. Eigenthümlich ist die Schilderung des
iJendrohates trlvittatas, der seine Quappen aufsuchen und
nach anderen Pfützen bringen soll. Zu dem Zwecke
setze sich der Frosch ins Wasser, und seine Kaul-
quappen saugten sich so an ihn an, dass er mit einem
Gürtel von 12 — 18 6 — 7 mm grossen Larven besetzt sei
und sie so forttragen könne. Ausland 58. Jahrg. pag. 857
bis 859.
0. Boettger giebt eine beschreibende Liste von
19 Anuren aus Paraguay. Neben 3 neuen Arten dürften
für Paraguay bis jetzt noch nicht erwähnt worden sein
PhrynisGiis nigricans Wiegm. , Engystoma ovale (Sehn.),
Ceratophrys Americana (D. et B.), Pahulicola fuscomaculata
(Std.), gracilis Blgr., Eupemphix Nattereri Std., Lepiodactyli^
310 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
mystacinas (Biirm.), ocellata8 (L;), Bufo marinns (L.),
D'Orhignyi D. et B., crucifer Wiecl, Byla crepitans Wied
und hracteatoi' Hens. Zeitschr. Naturw. Halle Bd. 58
pag. 213—248, 436—437.
In einer Ersten Liste von Kriechthieren der Prov.
Rio Grande do Sul, Brasilien, verzeichnet G. A. Bou-
1 enger 16 Batrachier, von denen Fseudis iaanüdadyla
(Cope), Ceratophry.^ dorsata (Wied) und Hyla pulchella
D. et B. für die Provinz neu sind. In einer Zweiten
Liste nennt er speciell von S. Lorenzo an der Lagoa dos
Patos noch Paludicola fuscomacrdata (Std.), Lvmiomednsa
macroglossa (D. et B.) und eine neue Fhyllomedusa. Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 15 pag. 191—196 und Bd 16 pag. 88.
Australische Region. C. W. De Vis beschreibt aus
Queensland 4 Hyla als neu. Proc. Roy. Soc. Queensland
Bd. 1 pag. 128—129. — G. A. Boulenger stellt 3 davon
in die Synonymie und macht auch über De Vis'sche
frühere Cystignathiden- und Hyliden-Funde synonymische
Bemerkungen. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 386—387.
Systematisches. E. D. Cope bricht in überzeugender
Weise eine Lanze für die Bezeichnung Batrachia statt
Amphibia, wie diese Thierklasse in Deutschland leider
noch vielfach genannt werde. Weder hat der Name
„Amphibia" die Priorität für sich, noch auch lässt er
sich in Anbetracht dessen festhalten, da ja noch viele
alte Zöpfe darunter Reptilien + Batrachier verstehen.
Geol. Magaz. (3) Bd. 2 pag. 575.
Ecaudata.
Allgemeiu Auatoinisches. G. B. Howes, An Atlas of Practical
Elementary Biology. London, 4". The Frog Taf. 1—7.
Von A. M. MarshaU's TheFrog: an Introduction to Anntomy
and Histology. London and Manchester, 8". J. E. Cornish. 101 pag.
erschien eine zweite, illustrierte Ausgabe. — Ref. in Nature Bd. 33
pag. 242—243.
lutegumentalgreMlde. A. Koelliker fand bei Larven von
Bana esculenta, fiisca, Hyla und Bufo über die ganze Oberfläche
des Schwanzes verbreitet sehr zahlreiche, niicroscopische Organe,
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 311
deren jedes einer einzigen Zelle entspricht und am freien Ende ein
oder mehrere Stit'tchen trägt. Jede Stiftchenzelle liat in der Tiefe
einen Kern, ferner einen körnigen Inhalt, der häufig radiär gestreift
ersclieint. Bei Pelohates fanden sich Stiftchenzellen ähnliche Elemente,
aber keine Stiftchen, hei Triton, Salamandra maculosa und Siredon
fehlen Stiftchenzellen ganz. Sie sind wahrscheinlich als Sinneszellen
zu deuten, doch konnten nur in einigen Fällen blasse feinste Nerven-
fäden nachgewiesen werden. Die von Hensen, Pfitzner und Remak
gesehenen Fäden, Nervenenden, radiären Fasern etc. hat Verf. theils
nicht heobachten können, theils hält er sie nicht für nervöse Elemente.
Zool. Anzeiger 8. Jahrg. pag. 439-441.
F. Leydig weist nach, dass diese Stiftchenzellen der Frosch-
larven und die Drüsenzellen in der Epidermis der fertigen Batrachier
eins und dasselbe sind. Die Untersuchung wurde an der Quappe der
Bana escidenta gemacht. In Anmerkung wird auch eine Beobachtung
über Byssuszellen mitgetheilt. Zool. Anzeiger 8. Jahrg. pag. 749—751.
— Ref. in Biol. Centr.-Blatt 6, Jahrg. pag. 179-181 und Journ. R.
Microsc. Soc. (2) Bd. 6 pag. 214—215.
Ein gewisser Theil der Epithelnerven im Schwänze der Quappen
von Rana halecina endet nach A. B. Macallum zwischen den
Epithelzellen, wie es Mitrophanow beschrieben hat; der grösste Theil
von ihnen geht aber aus dem Nervengeflecht hervor, welches un-
mittelbar unter dem Epithel liegt, und endet nach der Verästelung
zwischen oder in den Epithelzellen; dabei treten in jede Zelle ein,
gewöhnlich zwei, oft sogar drei Nervenendigungen. Die Eberth'schen
Bildungen dienen in diesem Falle als Scheiden für die intracellulären
Nervenenden. Qu. Journ. Micr. Sc. (2) Bd. 26 pag. 53—70, Taf. 6.
— Ref. in Journ. R. Microsc. Soc. (2) Bd. 6 pag. 218.
P. Bert bringt eine Mittheilung über das giftige Hautsecret
von Bana esculenta. Compt. Rend. Soc. Biol. (8) Bd. 2 pag. 524.
Sceletsystem. F. J. Seh weg mann, Entstehung und Meta-
morphose der Wirbelsäule von Bana temporaria. Inaug. Dissert.
Leipzig, 8". 31 pag., 2 Taf.
Nervensystem. In seineu Untersuchungen über die Physiologie
des Froschhirns. Braunschweig, 8". Vieweg & Sohn. 134 pag.,
32 Fig. verbreitet sich J. Steiner über die normalen oder grad-
linigen Bewegungen und die krummlinigen oder Zwangsbewegungen,
untersucht die Ursache der Schwimmbewegungen und die Theorie
der Zwangsbewegungen und theilt seine Beobachtungen über Ver-
suche auf der horizontalen Centrifugalscheibe mit.
In desselben Untersuchungen über die Zwangsbewegungen
des Frosches wird festgestellt, dass solche nach assymetrischer Ver-
letzung ausschliesslich der Sehhügel, der Basis der Zweihügel und
der vorderen Hälfte des Nackenmarks auftreten. Auf eine Aus-
einandersetzung der theilweise sehr wichtigen Schlüsse kann hier
312 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
nicht näher eingegangen werden. Interessant ist aber, dass es dem
Verf. gelang, jede bisher beobachtete ZwangsbeAvegnng nach Belieben
hervorzurufen und den ]N achweis zu führen, dass alle diese Er-
scheinungen sich mechanisch aus der einfachen Annahme erklären
lassen, dass durch die jedesmalige Hirnverletzung die Kraft gewisser
Muskelgruppen auf der einen Körperseite herabgesetzt wird. Sitz.
Ber. Akad. Berlin pag. 501—509, Fig.
Wenn man nach S. Talma bei einem Frosch die sensiblen
AVurzeln der einen Hinterextremität durchschneidet und durch Reizung
der andern Reflexbewegungen der ersteren erzeugt, so unterscheiden
sich dieselben von denen des normalen Frosches sowohl durch ihre
Intensität als durch ihre Zweckmässigkeit. Verf. glaubt deshalb,
wie schon andre vor ihm, dem Rückenmark psychische Funktionen,
eine Seelenthätigkeit, zuschreiben zu müssen Pflügers Archiv
37 Bd. pag. 617- 623.
Ch. Sihler beschreibt eine neue Methode zur Demonstration
der Nervenendigungen im quergestreiften Muskel des Frosches und
sucht weiter den Nachweis zu führen, dass die Endfasern der Nerven
an die Aussenseite des Sarcolemmas sich anlegen und nicht diese
Hülle durchbrechen, bestätigt also im Wesentlichen Kölliker's Unter-
suchungen. Stud. Biol. Labor. Johns Hopkins Univ. Baltimore Bd. 3
pag. 155—164, Taf. 11.
Ueber vasomotorische Funktionen der Spinalnerven beim Frosch
berichtet W. H. Waters, über plethj^smographische und vaso-
motorische Versuche an Fröschen F. W. Ellis. Journ. of Physio-
logy Bd. 6, No. 6, Taf. 10-11.
A. Maracci hat über die InneiTation des Magens beim Frosche
Versuche angestellt. Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa, Mem. Bd. 4
pag. 363—395, 2 Taf.
M. Schiff bringt von seiner Arbeit über die Innervation der
Lymphherzen bei den Anuren den zweiten Theil, welcher die Reflex-
thätigkeit behandelt. Rec. Zool. Suisse Bd. 2 pag. 327—356 (vergl.
Ber. f. 1884 pag. 311).
B. Baculo beschreibt ein Gangliennetz in den Wandungen der
Lymphherzen des Frosches, das mit den Nervi coccygii in Beziehung
steht. Nuove Ricerche intorno lapparecchio ganglionare intrinseco
dei cuoii linfatici. Napoli, 8". 11 pag., 1 Taf.
Siimesorgaue. Nach H. Virchow befestigt sich der Musculus
ciliaris des Frosches nach vom an die Sclerotica, nach hinten au die
Choroidea und ist vom Ligamentum pectinatum iridis durch einen
Fontana'schen Canal getrennt. Arch. Anat. Phys. Phys. Abth. p. 571.
G. Schleich, Der Augengrund des Kaninchens und des
Frosches. Inaug. Dissert. Tübingen, 8" H. Laupp, 3 Taf.
R. Blanchard und Heron-Royer fanden eine Rana viridis
mit linksseitiger, persistierender Pupillenmembran; das linke Auge
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 313
war vollkommen blind. Bull. Soc. Zool. France Bd. 10, Proc. verb.
pag. 21-22.
Terdauiiiig'sorgaiie. Ueber die Variationen in der Menge und
Vertheilnng von Fett in den Leberzellen des Frosches macht
J. N. Langley Mittheilnngen. Das Maximum der Fettanhäufung
in der Leber fällt auf die Monate Februar und März. Kälte ver-
grössert, Wärme verringert die Fettbildung in der Leber. Proc.
Roy. Soc. London Bd. 39 pag. 234-238.
D. Bar f u r t h 's vergleichend - histochemische Untersuchungen
über das Glycogen enthalten auch ein Capitel über Aufspeicherung
des Glycogens in den Geweben des Frosches nach dem Winterschlaf.
Verf. zeigt, dass diese Aufspeicherung sehr langsam erfolgt. Arch.
Microsc. Anat. Bd. 2.5 pag. 386— 391, Taf. 15, Fig. 4.
Circulatioiisorgane. R. Bernard, Recherches sur ceitains
effets de Texcitation electrique sur le coeur de la grenouille. Bor-
deaux, 8". 41 pag., Fig.
Urogeuitalsystem. In einer Notiz über die Nierenfarbstoife
niederer Wirlelthiei-e beschreibt B. S olger Versuche über Ein-
wirkung von Chromsäure auf den Eifarbstoff von Bafo. Auch der
Querschnitt eines Harncanälchens von Bufo cinereus wird abgebildet.
Zeitschr. AViss. Zool. Bd. 41 pag. 605—615, Taf. 32.
J. B. Sutton und A. F. Kent beschreiben Fälle von Krank-
heit und abnormer Entwicklung der Ovarien, Hoden und Geschlechts-
gänge bei Fröschen. Journ. Anat. Phys. Bd. 19 pag. 121—143, Taf.
und pag. 347—350, Taf. 18.
E. Knappe behandelt eingehend nach einer Discussion der
Literatur das Bidder sehe Organ der Bufoniden anatomisch, histologisch
und entwicklungsgeschichtlich und kommt zu dem Resultate, dass
dessen Kapseln ihrem Bau nach im Wesentlichen mit echten Eiern
auf einer frühen Stufe ihrer Entwicklung übereinstimmen, also als
Eikapseln zu betrachten sind. Eine Hilfeleistung des Organs bei
der Samenbereitung konnte nicht nachgewiesen werden. Die Ge-
schlechtsdrüsen der Kröten enthalten die Bedingungen für die Ent-
wicklung beider Geschlechter auch dann noch, wenn das Stadium
der geschlechtlichen Indifferenz bereits überschritten ist und erleiden
allmählich eine Umbildung. Erwdesen ist. dass in einzelnen Eikapseln
dieses Organs eine Bildung von Samenkörpern erfolgt, und dass
solche Eikapseln, wie die vereinzelt im Hoden vorkommenden Hoden-
eier, die Bedingungen für die Entwicklung sowohl der weiblichen
als auch der männlichen Geschlechtsstoffe enthalten. Degenerations-
und Regenerationserscheinungen, besonders bei alten $$ von Bufo
vulgaris, machen es wahrscheinlich, dass das Bidder'sche Organ,
dessen Bedeutung im Organismus noch immer unbekannt ist, doch
eine gewisse physiologische Aufgabe hat. Morph. Jahrb. Bd. 11
314 Dl"- Oskar B o e 1 1 g c r : Bericht über die Leistungen
pag. 489-522, Taf. 28—29. ~ Auch separat: Das Bidder'sche Organ.
Inaug. Dissert. Leipzig, Leipzig 1886. W. Engelmann. 64 pag., 2 Taf.
H. V. Wielowiejski nimmt in seiner Notiz „Das Keim-
bläschenstadium des Geschlechtskerns ; ein Beitrag zur Bildungs-
geschichte der Geschlechtsproducte" im Wesentlichen auf die Ent-
wicklung des Spermatoblastenkerns bei Rana temporaria Bezug. Verf.
weist ■ eine auffallende Uebereinstimmung der beiden Geschlechts-
producte in ihrer Anlage und Entwicklung nach. Zool. Anzeiger
8. Jahrg. pag. 723—728.
Li seinen spermatologischen Beiträgen giebt v. La Valette
St. George Abbildung und Beschreibung des Baues und der Ent-
wicklung der Samenkörper von Bomhinator. Arch. Microsc. Anat.
Bd. 25 pag. 581, Taf. 24-25. — Ref. in Journ. R. Microsc. Soc. (2)
Bd. 6 pag. 45.
Heron-Royer theilt Beobachtungen über die Eiablage bei
Bufo vulgaris und über die Bildung und das Verhalten der EihüUen
der Anuren im Allgemeinen mit. Von den fünf Eihüllen können
zwei, nämlich die innere und die äussere Kapsel, bei den verschiedeneu
Gattungen und Arten sehr verschiedenartig ausgebildet sein oder
ganz fehlen. Bei Bufo vulyaris sind sie röhrenförmig, bei den Hy-
lidcn, Raniden und Discoglossiden kugelig, bei den Alytiden länglich,
bei Bufo calamita und bei den Pelobatiden fehlen sie theilweise.
Jedenfalls bedingt die kugelige Form des Dotters durchaus nicht
eine solche der accessorischen Hüllen. Bull. Acad. Bruxelles (3)
Bd. 10 pag. 597—598, 1 Taf. — Ref. in Journ. R. Microsc. Soc. (2)
Bd. 6 pag. 211.
Ontogenie. Alcock, Development of the common Fi'og. Mem.
Lit. Phil. Soc. Manchester (8) Bd. 28, 20 Taf.
Weitere Notizen über den Einfluss der Schwere auf das Froschei
pag. 75—83 und über die inneren Vorgänge bei der Bastardbefruchtung
der Froscheier pag. 121—127 finden sich bei G. Born. 62. Jahr.
Ber. Schles. Ges. Vat. Cult. Breslau f. 1884. — Rosenbach und
AV. Roux machen ergänzende Mittheilungen über das erstgenannte
Thema. Ebenda pag. 84 (vergl. auch Ber, f. 1884 pag. 312—313).
Ueber das Schicksal des Blastopors bei Bana temporaria macht
W. B. Spencer eine Mittheilung. Die Medullarfalten wachsen beim
Ei des Grasfrosches über den Neuralcanal und schliessen denselben
ein, nicht aber über den Blastopor, der nach aussen offen bleibt und
sich niemals schliesst, sondern sich in den bleibenden Anus um-
wandelt. Zool. Anzeiger 8 Jahrg. pag. 97—98. -- Ref. in Arch.
Zool. Exper. (2) Bd. 3 Notes pag. 40.
Derselbe macht ähnliche Mittheihmgen über die embryonale
Entwicklung von Bana temporaria im Vergleich mit der von Triton.
Qu. Journ. Microsc. Sc. (2) Bd. 25 Suppl. pag. 123—137, Taf. 10. —
Ref. in Journ. R. Microsc. Soc. (2) Bd. 5 pag. 785.
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 315
K. Eckstein beschreibt einen Bomhinator, dem das linke
Vorderbein, eine Bona escuJcnta, der das linke Hinterbein fehlt;
Narben früherer Verletzung fehlen in beiden Fällen. Zool. Garten
26. Jahrg. pag. 317.
Biologisches. Heron-Royer macht Mittheilungen über das
Geschlechtsleben, die Eiablage und die Entwicklung der europäischen
Anuren unter specieller Berücksichtigung von JJiscoijlossus xyictas.
Bull. Soc. Zool. France Bd. 10 pag. 565-583, Taf. 14.
E. Yung hat den Einfluss des Salzwassers auf die Entwicklung
der Froschlarven studiert. In Meerwasser mit 47o Salzen stirbt
eine Froschlarve in 3-20 Minuten je nach ihrem Alter; in solchem
mit 1 '7ü Salzen in einigen Stunden. Durch Angewöhnung an Wasser
mit 2, 4, 6 und 8"/no Salzen kann schliesslich IVoiges Salzwasser
ertragen werden; eine Weiterentwicklung aber tritt nicht ein. Bei
15 7on schlüpfen die Eier noch aus, aber die Quappen sterben. Die
Larven entwickeln sich um so langsamer, je stärkei' salzhaltig das
Medium ist; das erste Fröschchen erscheint in süssem Wasser 17
Tage früher als in 8'Voo Salzwasser. Je grösser der Salzgehalt,
desto grösser auch die Sterblichkeit. Compt. Bend. Paris Bd. 101
pag. 703—714. — Ref. in DeyroUe's Naturaliste 8. Jahi-g. 1886 pag. 210.
Derselbe stellt auch fest, dass sich die Entwicklung der
Froschlarven proportional mit der Anzahl dei' Individuen in gleichem
Räume und bei Ueberfluss von Nahrung verlangsamt, und dass sie
um so schneller erfolgt, je grösser der Durchmesser, resp. die der
Luft ausgesetzte Olierfläche, des Gefässes ist. Compt. Rend. 1. c.
pag. 1018-1020 und Arch. Sc. Nat. (3) Bd. 14 pag. 502—522. —
Ref. in Deyrolle 1. c. pag. 226 - 227 und Journ. R. Microsc. Soc. (2)
Bd. 6 pag. 46 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 314).
Nach L. Hermann nahmen beim Durchleiten eines galvanischen
Stromes durch ein Wasserbecken sämmtliche darin befindlichen, etwa
14 Tage alten Larven von Bana temporaria eine Stellung ein, bei
welcher der Kopf der Anode zugewandt war; 5 Tage alte und todte
Larven verhielten sich indifferent. Diese „galvanotropische" Reaction
ist also eine Lebenserscheinung. Pflüger's Archiv Bd. 37 p. 457—460.
Heron-Royer macht Mittheilungen über die Lebensweise der
französischen Arten von Bana und Hyla. Bull. Soc ifitud. Scientif.
Angers Bd. 14 pag. 92—134.
Golem an und Mc Kendrick constatieren, dass ein lebender
Frosch bei — 20 bis - 30" F. in etwa einer halben Stunde ganz steif
gefroren ist; langsam aufgethaut, lebte derselbe in zwei Fällen wieder
auf. Längere Kältewirkung lässt das Leben erlöschen. In zwei
Fällen wurden Frösche einer Temperatur von — 100" F. für 20
Minuten ausgesetzt und, wenn sie sich auch nicht wieder erholten,
so reagierten doch nach dem Aufthauen die Muskeln noch schwach
l]\(\ Dr. Oskar Boettger: Bericbr über die Leistnngien
auf electrische Reizung. Proc. Phil. Soc. Glasgow, Sitz, vom
4. März 1885. — Ref. in Science Bd. 5 pag. 522-523.
K. Eckstein brachte einen anscheinend bereits leblosen Bufo
vulgaris durch Einsetzen in schwach alcoholisiertes Wasser wieder
zum Athmen. Zool. Garten 26. Jahrg. pag 287.
M. V. Kimakowicz theilt kurze Beobachtungen mit über die
Stimme von Bajia agilis Tho. und von Pelobates fuscus. Ebenda
pag. 315.
Paläontologisches. A. Bertis beschreibt und bildet ab die
beiden neuen Anurengeschlechter Ranavus (ßcarabellii n.) mit Ra-
niden- und Pelobatidencharacteren, und Bufavus [Meneghinii n.), mit
grösserer Hinneigung zu den Pelobatiden als zu den Rauiden, beide
verwandt PalaeohatracJms , aus dem Tertiärmergel von S. Angelo
bei Sinigaglia. Ihre Unterbringung in eine der heutigen Anuren-
familien erwies sich als eine Unmöglichkeit. Ausserdem werden
noch beschrieben und abgebildet ein Palaeohatrachus aus dem M.
Oligocaen von Mte. Viale und Prohatrachiis Vicentinus Pts. aus dem
U. Oligocaen von Ponte bei Laverda, den Verf. für eine Anuren-
larve hält und zu Palaeohatrachus verweist. Atti Accad. Torino
Bd. 20 pag. 1173—1201, Taf. 13.
Systematisches. R. Blanchard sucht die Art der Gelenk-
vei'bindung der AVirbelcentra und die Form der Wirbel als erste
und wichtigste Charactere für die Classification der Anuren zu ver-
werthen; die systematische Bedeutung des Sacralwirbels und seiner
Apophysen sei gering. Bull. Soc. Zool. France Bd. 10 pag. 584— 589.
Heron-Royer benutzt embryologische Merkmale, um gewisse
Aenderungen in der Systematik der europäischen Anuren zu stützen ;
er trennt die Discoglossiden in die drei Familien Discoglossidae,
Bombinatoridae und Alytidae. Ebenda pag. 5H5 — 583.
Ranidae. Biologisches. B. Hall er beobachtete beim ^ von
Raiia temporaria mit der steigenden Geschlechtsaufregung tauben-
graue bis himmelblaue Färbung. In wenigen Minuten konnte die
blaue Färbung durch Kneifen des Frosches mit einer Pinzette wieder
in Grau verwandelt werden. Verf. suchte blaue Pigmentzellen ver-
gebens, wohl aber konnte er constatieren, dass diese Färbung unter
Mitwirkung der dunkelpigmentierten Zellen lediglich durch Inter-
ferenz erzeugt wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bewegung
der dunklen Pigmentzellen unter Nerveneinfluss steht. Zool. Anzeiger
8. Jahrg. pag. 611— 616 Fig. — 0. Boettger macht im Anschluss
daran auf die neuere Literatur betreffs des blauen Hochzeitskleides
des Grasfrosches aufmerksam. Ebenda pag. 670.
Faunistisches. M. Peracca constatierte Rana Latastei Blgr.
in Piemont bei Robela nächst Cavoretto in der Umgebung von Turin.
Atti Accad. Torino Bd. 20 pag. 827.
?^ach A. P. Ninni finden sich in Venetien in der Ebene nur
in der Herpetolögie wahveiid des Jahres 1885. ;^17
Bana agilis Tho. und R. Latastei, in den venetianischen Alpen aber
und zwar erst in beträclitlicher Höhe komme bei Zoldiano, S. Tiziano
di Gaima, Fusine und Cadorino auch B. muta Laur. vor. Atti Ist.
Veneto Sc. (6) Bd. 3 pag. 764—765.
Systematisches. 0. B o e 1 1 g e r discutiert eingehend die
wichtigsten Unterschiede der fünf deutschen jRana-Arten esculenta,
fortis Blgr., temporaria, arvalis und ayilis. Zool. Garten 26. Jahrg.
pag. 233—246.
E. De Betta hält sämmtliche braunen Frösche Europas und
insbesondere die Bana temporaria und agilis = Latastei Italiens für
eine einzige Species jR. temporaria und unterscheidet die einzelnen
Formen höchstens als Rassen oder Localvarietäten. Da Verf. nur
die Unterschiede in der Form der Schnauze, der Länge der Hinter-
beine und der Färbung berücksichtigt, nimmt den Kef. diese Schluss-
folge nicht Wunder. Leydig's, Pflüger's, Born's u. a. einschlägige
anatomische und physiologische Untersuchungen und Boulenger's
systematische Arbeiten kennt Verf. nicht oder nützt sie nicht aus.
Atti Ist. Veneto Sc. (6) Bd. 4 pag. 45— 90.
Nach G. A. Boul enger sind die verschiedenen Formen der
europäischen Wasserfrösche durch unmerkliche Uebei'gänge mit ein-
ander verknüpft, und es ist am Besten, sie als Subspecies aufzufassen.
Bana esculmta var. ridibunda Fall, von Berlin wird eingehend be-
schrieben und mit dem Typus verglichen (Fersenhöcker des Typus
von Berlin, Düsseldorf und Basel sind abgebildet). Die Asyngamie
beider Formen bei Berlin wird besonders hervorgehoben. Proc. Zool.
Soc. London pag. 660- 671, Taf. 40, 2 Fig.
Arthroleptis hivittatus n. sp. Tumbo- Insel, W.-Africa. Müller,
Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 671, Taf. 9, Fig. k— 1 (nach Bou-
lenger = macroclactylus Blgr.).
Hylorana longipes n. sp. Pagat, S.-O.-Borneo J. G. Fischer,
Arch. Naturg. Bd. 51 I pag. 47 (nach Boulenger = Bhacophmus
maculatus var. quadrilineata Wiegm.).
Hyperolius Lucani n. sp., H. maestus n. sp. pag. 91, II. Protchei
n. sp. und H. rhizophilus n, sp. pag. 92, sämmtlich von Landana
(Nieder-Guinea). Rochebrune, Bull. Soc. Philomath. Paris {!) Bd. 9.
Bana esculenta subsp. Perezi n. Galicia, N.-W, Spanien, bis zu
1424' Höhe, B. temporaria subsp. parvipalmata n. Galicia, bis zu
1422' Höhe vorkommend (neben B. Iberica Blgr.). Seoane, Zoologist
(3) Bd. 9 pag. 169—172, 3 Fig. — B. fortis Blgr. = cachinnans Pall.
u. Eichw. = esculenta var. ridibiDida Pall. Boulenger, Proc. Zool.
Soc. London pag. 666, Taf. 40. — B. fusca var. longipes n. Baden-
weiler. Müller, Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 7 pag. 670. — B. ma-
crocnemis n. sp. verwandt tempwaria. Brussa. Boulenger, Proc.
Zool. Soc. London pag. 22—23, Taf. 3. — B. Marchei n. sp. Sangurugu
am Casamence (Senegambien). Rochebrune, Bull. Soc. Philomath.
31R Dr. Oskar Boett2:or: Bericlit über die Leistung-en
Paris (7) Bd. 9 pag. 90 — B. sternosignata n. sp. Sind. Murray, Ann.
Mag. Nat. H. (5) Bd. 16 pag. 120.
Engystomatidae. Systematisches. Engystoma albopunctatum
n. sp. pag. 240. — En. Müller i n. sp. pag. 241. beide ans Paraguay.
Boettger, Zeitschr. Naturw. Halle Bd. 58.
Cystignathidae. Systematisches. Die Boulenger'sche Gattung
Paliidicola theilt E. D. Cope wieder in drei: Pleurodema mit Parietal-
fontanelle und Inguinaldrüsen, Liuperus mit Fontanelle, aber ohne
die Drüsen, und Paludicola mit verknöcherten Frontoparietalen und
Inguinaldrüsen. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 187.
Hypodictyon n. gen. für die FhyUobates-Arten mit granuliertem
Bauch. Mit Ph. ridens Cope, verruculatus und chalceus Pts. Cope 1, c.
pag. 383.
Leptodadylus diptyx n. sp. Paraguay. Boettger, Zeitschr.
Naturw. Halle Bd. 58 pag. 244.
Limnodynastes Uneatus De Vis = Peroni (D. et B.). Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 16 pag. 386.
Paludicola edentula n. sp. Paraguay. Boettger 1. c. pag. 243 =
Eupempliix Nattereri Std. Boettger I.e. pag. 437; siehe auch unten
Bufonidae. — P. ranina n. sp. Rio Grande do Sul. Cope 1. c. pag. 185
= gradlis Blgr. Boulenger 1. c. pag. 296.
Pseudis paradoxa Cope wahrscheinlich = mantodactyla Cope.
Boulenger 1. c.
Syrrhophus n. gen. Von Phyllohates verschieden durch die
Nasenbeine, die wie bei Hylodes gestaltet sind. Mit S. 3IarnocJm von
Texas. — S. varucipes n. sp. Zacualtipan, Pi'ov. Hidalgo (Mexico).
Cope 1. c. pag. 383.
Bufonidae. Biologisches. J. J. Fl et eher erwähnt, dass
Pseudophryne australis (Gray) ihre Eier nach Regen unter Steine
an den Rand von Pfützen lege. In etwa drei Wochen hätten die
Embryonen die Bedingungen zu selbständigem Leben als Larven
erreicht, ertrügen aber im Ei noch mehr als drei Monate lang einen
Aufschub, wenn das zum Larvenleben nöthige Wasser ausbleibe.
Aeussere Kiemen wurden an den jungen Larven nicht beobachtet.
Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales Bd. 10 pag. 342.
Systematisches. Bufo levicristatua n. sp. Paraguay. Boettger,
Zeitschr. Naturw. Halle Bd. 58 pag. 246 = crucifer Wied juv. Boettger
1. c. pag. 437.
Engystomops Espada 1872 = Eupempltix Steindachner 1863.
Mit Eu. Nattereri Std., pustidosiis Cope, stcntor (Esp ) und Petersi
(Esp.). Boulenger, Zeitschr. Naturw. Halle Bd. 58 pag. 437.
Hylidae. Systematisches. Agalydtnis Helenae n sp, verwandt
callidryas Co]}e. Nicaragua. Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22
pag. 182.
Epedaphiis n. gen. für die Hyla-Arten mit drüsig granulierter
in der Herpetolog-io wälneiid dos J;ilires 1885. ;J10
Haut auch auf dem Kücken. Mit llyla gratiosa Lee Cope 1. c.
pag. 383.
Hyla fenestrata n. sp. Queensland. De Vis, Pi-oc. Roy. Soc
Queensland Bd. 1 pag. [28 = Mixoijhyes fasciolatus Grthr. ßouleuger,
xVnn. Mag-. N. H. (5) Bd. 16 pag. 387. — H. irrorata n. sp. Gympie,
Queensland. De Vis 1. c. pag. 128, anscheinend = infrataeniata
Grthr. Boulenger 1. c. p. 387. — H. nohilis n. sp. Australien. De Vis
1. c. png. 129 = Banci loapiia Less. Boulenger 1. c. pag. 387. —
H. peninsulae n. sp. Cap York. De Vis 1. c. pag. 129 — nasuta
(Gray). Boulenger 1. c. pag. 387. — H. puma n. sp. verwandt jp//aeoia
Cope und pulchella D. et B. Nicaragua. Cope 1. c. pag. 183. — H.
Bothi De Vis = Feroni Bibr. Boulenger 1. c. pog. 387. — H. Vauterii
D. et B. und Cope = imlchella Boulenger 1. c. pag. 296.
Fhyllomedusa Iheringi n. sp. verwandt Burmeister i. S. Lorenzo,
Rio Grande do Sul. Boulenger 1, c. pag. 88.
Pelobatidae. Faunistisclies. E. De Betta bestätigt das
Vorkommen von Pelobates fuscus bei Valbissära nächst Calcinaro im
Basso Veiouese. Atti Ist. Veneto Sc. (6) Bd. 3. Sep.-Abdr. 3 pag.
(vergl. Ber. f. 1884 pag. 319).
Systematisches. F. Bayer zeigt, ^vie sehr verschieden Bombi-
nator und Pelobates im Bau ihres Scelets sind, und proponiert infolge
dessen eine Eintheilung der europäischen Anuren in Bombinatoridae,
Ranidae, Hylidae, Bufonidae und Pelobatidae. Sitz, Ber. Böhm.
Akad. Prag (6) Bd. 12, 1884. 24 pag., Tat 1—2 und Arch. Slav.
Biol. Bd. 1 pag. 460-461.
Leptobrachium montanum n. sp. Gebirge Pramassan-Alai, S.-O.-
Borneo. J. G. Fischer, Arch. Naturg. Bd. 51 I pag. 44 (nach
Boulenger = Hasselti Tsch.).
Megalophrys longipes u. sp. Perak (Malacca). Boulenger, Proc.
Zool. Soc. London pag. 850, Taf. 55.
Discoglossidae. Biologisches, lieber Geschlechtsleben, Ei-
ablage und Entwicklung von Biscoglossus jyictus Otth veröffentlicht
Heron-Royer Beobachtungen. Bull. Soc. Zool. France Bd. 10
pag. 565—583.
H. Fisch er-Sigwart hat Alytes obstetricans im Terrarium
eingehend studiei't und namentlich seiner Entwicklung und Ver-
wandlung Aufmerksamkeit geschenkt. Die Art ist auch in Basel,
Aargau und Luzern verbreitet und überhaupt im Plateau zwischen
Jura und Alpen nicht selten, aber bei ihrer nächtlichen und ver-
steckten Lebensweise schwer zu finden. Alytes bevorzugt südliche
Lagen und flieht Nässe, wie auch allzu trockne Aufenthaltsorte.
Nur Nachts geht er der Nahrung nach; er macht sich nach Art der
Ameisenlöwen Fallgruben für Lisecteu. Er ist rasch in seineu Be-
wegungen und schnell entschlossen in seinen Handlungen. Nur die
(5(J singen; in beiläufig 5 Secunden hört man 8 Töne. Die geistige
320 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Begabung steht auf einer Stufe mit der des Laub- und Wasser-
frosches. Verf. hat die Entwicklung der Eier bis zum fertigen
Thier beobachtet. Am 6. Juni ausgeschlüpfte Larven von 16 — 17 mm
Länge hatten die äusseren Kiemen schon verloren; sie verlangen
zu ihrer Existenz nur sehr wenig Wasser. Nach 8 Tagen mass die
Larve 32, im October 55, im März nächsten Jahres 65, am 11. Mai
76 mm. Von da an bis zum 8. Juni verlief die entgiltige Meta-
morphose. Die Entwicklung dauert demnach weit über ein Jahr,
und ist die Ueberwinterung der Larve für die Schweiz wenigstens
als normal zu betrachten. Eine Tabelle der Masse in den ver-
schiedenen Stadien der Entwicklung ist pag. 30 beigegeben. Natur
(Müller) 34. Jahrg. pag. 1—3, 27—30, 7 Fig.
Candata.
Die inhaltreichen Untersuchungen
C. KahTs über Zelltheilung wurden fast ausschliesslich an Proteus,
To'itoii und Salamandra angestellt. Morph. Jahrb. Bd. 10 pag. 214 —330,
Taf. 7—13, 5 Fig.
Sceletsystem. G. Baur giebt als Resultat embryologischer
und literarischer Studien eine vergleichend morphologische Tabelle
für die Auffassung des Carpus und Tarsus bei Urodelen und Säuge-
thieren. Die Literatur über den Gegenstand ist sorgfältig zusammen-
getragen. Amer. Natuf allst Bd. 19 pag. 718—720.
In Bemerkungen über die Ossification der langen Knochen
weist derselbe nach, dass der Process, welcher bei der Bildung
derselben hei den höheren Wirbelthieren stattfindet, sich successive
in der Reihe der Vertebraten nachweisen lässt. Verf. unterscheidet
drei Stadien der Verknöcherung, von denen das zweite Stadium bei
den lebenden Sireniden, Amphiumiden und Proteiden, das dritte bei
den Menopomiden persistiert. Zool. Anzeiger 8. Jahrg. pag. 580 — 581.
Nervensystem. H. F. Osborn giebt eine ausführliche Dar-
legung seiner Methode der Präparation des Gehirns von Urodelen
zu microscopischen Schnitten. Proc. Amer. Ass. Adv. Sc. for 1884
Bd. 33 pag. 561—562 und Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 328—330,
Fig. — Ref. in Journ. R. Microsc. Soc. (2) Bd. 5 p. 536—537.
Faunistisches. Nach L. Camerano besitzt Europa von 30 be-
kannten Urodelengattungen 7, von etwa 105 Arten 19. Characte-
ristisch für Europa sind die Genera Chioglossa, Salamandrina, Fi'oteus,
Euproctus (und Fleurodeles). Die Verbreitungsbezirke für die ein-
zelnen Gattungen und Arten werden eingehend besprochen und
letztere in vier Gruppen getheilt. Die nordische Fauna umfasst
danach die 3 Salamandra-Arteii und Triton cristatus, alpestris und
vulgaris, die östliche Tr. cristatus und vulgaris mit ihren Varietäten
U. Tr. Montandoni, die westliche Chioglossa u. Tr. Blasii, marmoratus,
in der Herpetologie wälirend des Jahres 1885. 321
Boscae, palmatus und Waltli, die südliche die 4 Eupröctus-Axt^w,
Tr. Hagemnulleri und Salamandrina. Spelerpes und Proteus ver-
mitteln die Beziehungen mit America. Der Ausgangspunkt für die
Urodelen dürfte in der spanischen Halbinsel und in Frankreich
liegen. Atti Accad. Torino Bd. 20 pag. 791—797.
Salamandridae. a. Salamandrinae. Allgemeines. Die
Arbeit "W. Pfitzner's über die morphologische Bedeutung des Zell-
kerns stützt sich auf die Untersuchung von Zellen aus dem Haut-
epithel und dem Epithel der Kiemenplatte von Salamanderlarven.
Ein Anhang beschäftigt sich mit der Aufzucht dieser Larven im
Fischbi-utapparat. Die Neigung, ihre Metamorphose zu vollenden,
ist bei sonst ganz gleich behandelten Larven individuell sehr ungleich.
Morph. Jahrb. Bd. 11 p. 54—77, Taf. 5.
Sinnesorgane. M. Holl stellte Untersuchungen an üher die
Papillen, Drüsen und das Epithel der Zunge und der Mundhöhle
und über die Geschmacksorgane von Salamandra maculosa. Anz.
Akad. Wien 22. Jahrg. pag. 161 -163 und Sitz.-Ber. Akad. Math,
nat. Gl. 92. Bd. 3. Ahth. pag. 187—229, 1 Taf.
Ontogenie. Eine weitere Notiz über den Blastopor bei Triton
cristatus macht A. Johnson. Proc. Roy. Soc. London Bd. 37
pag. 65—66. — Ref. in Journ. R. Microsc. Soc. (2) Bd. 4 pag. 862
(vergl. Ber. f. 1884 p. 321).
Ueber Regeneration der Gliedmassen und des Schwanzes bei
Tritonen hat V. Colucci Beobachtungen und Versuche veröffent-
licht. Rendic. Accad. Sc. Bologna 1884 — 85 pag. 78 — 84 und Mem.
Accad. Sc Ist. Bologna (4) Bd. 6, Heft 3, 3 Taf.
G. Simmermacher beschreibt einen sechsfüssigen Triton von
Giessen. Am linken Hinterbein, das fünf normale Zehen trägt,
sprosst in der Gegend des Oberschenkels ein zweiter, abwärts ge-
lichteter Schenkel, der an seinem Ende neun Zehen zeigt, nämlich
zweimal vier seitliche, zwischen denen sich noch eine mittlere Zehe
befindet Zool. Garten 26. Jahrg. pag. 93.
Biologisches. H. Eis eher- Sigwart hat Beobachtungen an
Salamandra maculosa im Terrarium und im Freien gemacht. Die
Art ist für Aenderungen in der Luftfeuchtigkeit sehr empfindlich.
Strychuin wirkt schon durch die Haut tödtlich. Sie ist ein ent-
schiedenes Nachtthier. Der Winterschlaf geschieht an relativ
trockenen Orten und ist leicht. Die Paarungszeit dauert vom Februar
bis Mitte Juni; Verf. vermuthet, dass sie zu dieser Zeit auch Töne
von sich geben. Die Geburt von einmal 8, einmal 14 Jungen wurde
direct beobachtet, doch dürften bis zu 30 Junge und mehr vorkommen
können; die Aufzucht im Aquarium ist schwierig. Dagegen wurden
Beobachtungen über die Entwicklung derselben von 25 mm Länge
bis zum ausgewachsenen Thier im Freien angestellt. Ein 20 cm
langes Thier ist mindestens vierjährig. Die Unterschiede der Sala-
Avcli. f. Naturgesch. 52, Jahrg. Bd. II. H. 1. y
3*22 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
jü ander- und Tritonlarveu werden besprochen. Lebendiggebären ist
auch bei dieser Art die Regel. Natur (Müller) 34. Jahrg. pag. 486
bis 487, 493—495.
Die Neigung der Scdamandra maculosa von Stolberg a. Harz,
in der gelb-schwarzen Zeichnung zu variieren, ist nach M. Bartels
auffallend gross. Verf. beschreibt vier besonders verschiedene Stücke,
von denen eins eher gelb mit schwarzer .Fleckung als schwarz mit
gelber Zeichnung zu nennen ist. Die Parotiden scheinen immer gelb
gefärbt zu sein. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin pag. 3—5.
J. V. Fischer unterscheidet zwei Farbenvarietäten von C7«o^?05.sa
Lusitanica Barb., die eine, fast einfarbig kupferroth, aus Galicia,
die andere, goldig-bronzefarben, aus N. -Portugal. Ausserdem kennt
er auch fast einfarbig schwarze Thiere, bei denen die beiden Längs-
streifen nur angedeutet sind. Ihre Bewegungen sind äusserst leb-
haft, der Fang daher schwierig. Der Lauf ist fast eidechsenartig
schnell, nur mehr stossweise. Sie meiden grelles Licht und sind
empfindlich gegen Geräusche. Stimme fehlt. Der Schwanz bricht
sehr leicht ab, ja reisst manchmal bei ungeschickter Bewegung
zwischen Steinen von selbst. Häutung wie bei Salamandrina ;
Nahrung und Nahrungsaufnahme wie bei Molge. Li der Gefangen-
schaft sind sie ausdauernd. Zooig. Garten 26. Jahrg. pag. 289 — 295.
Faunistisches. W. Kobelt fand Salamandra maculosa am
Foi*t Groselles bei Bougie in Algerien. Nachr. Blatt D. Malak. Ges.
Jahrg. 17 pag. 48. — J. Stussiner traf dieselbe im Ossagebirge,
Thessalien. Die Bezeichnung S. atra ist Lapsus memoriae, wie Ref.
bezeugen kann. Jahrb. D. Malak. Ges. Bd. 12 pag. 148.
G. A. Boulenger nennt Molge palmata von Wormsley bei
Stoken-Church in Oxfordshire. Bekannt ist sie ausserdem aus Schott-
land von Sutherland, Edinburgh und Kirkcudbrightshire, aus England
von Herefordshire, Gloucestershire, Cornwall, Devonshire, Somerset-
shire, Dorsetshire und der Lisel Wight. Bei Nottingham fehle sie.
Die Kehle ist in beiden Geschlechtern pigmeutlos und von einer durch-
scheinenden Fleischfarbe. Zoologist (8) Bd. 9 pag. 266—267. — Nach
J. E. Kelsall findet sich die Art auch in Berkshire, Hampshire und
Surrey (England) ; die Fundorte Yorkshire, Norfolk und Irland seien
in der Literatur ebenfalls verzeichnet. Ebenda pag. 351.
0. Zacharias fand Triton alpestris im Grossen Teich des
Riesengebirges. Zeitschr. Wiss. Zool. Bd. 41 pag. 494.
E. B. Dickson beschreibt die Färbung der Molye vittata von
Brussa und P. L. Sclater bemerkt dazu, dass dieselbe Art neuer-
dings auch bei Trapezunt gesammelt worden sei. Proc. Zool. Soc.
London pag. 834—835.
b. Ainhlystotnatinae, Circulatiousorgane. W. Weliky
gelang es, bei Siredon pisciformis unter passendei- Behandlung die
gleichzeitigen Pulsationen von melir als vierzig Lymphherzen zu
in der Herpetologie wähi'end des Jahres 1885. 323
beobachten, die sämmtlich längs des Sulcus lateralis zu zwanzig an
jeder Seite liegen. Bull. Acad. St.-Petersboiu'g Bd. 30 (1886) pag. 341
bis 342 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 320).
Biologisches. Die Neigung zur freiwilligen Annahme der
Molchform bei in Gefangenschaft gehaltenen Axolotllarven ist nach
M. V. Chauvin bei verschiedenen Individuen ungleich stark aus-
geprägt. Verf. versuchte neuerdings 24 Axolotl im Alter von ßV.^
bis 77-2 Monaten eine möglichst naturgemässe Metamorphose durch-
machen zu lassen; bei keinem gelang es sofort: die gewünschte Um-
wandlung geschah erst in 48 — 277 Tagen. Ohne äusseren Zwang
würde keines dieser Thiere sich umgewandelt haben. Verf. hat er-
kannt, dass nicht die Grösse der Kiemenbüschel, sondern die erste
Häutung als Wendepunkt für die Metamorphose zu betrachten sei.
Sie war im Stande, die Thiere beliebig von der niederen auf die
höhere Entwicklungsstufe und umgekehrt zu verwandeln; letzteres
ist entsprechend schwieriger. Weitere Versuche bezweckten, die
Metamorphose willkürlich zu unterbrechen und auf Jahre zu hemmen,
um dann bei denselben Thieren das Anpassungsvermögen nochmals
zu erproben. Bei 5 Axolotllarven wurde die Ausbildung der Larve
soweit gefördert, dass die Thiere vollständig auf dem Lande leben
konnten, und nun der Versuch gemacht, die der Lungenathmung
naturgemäss folgenden weiteren Veränderungen zu unterdrücken.
Abwechselnd wurden die Larven bei Tage auf dem Lande, bei Nacht
im Wasser belassen. Die Entwicklung schritt nicht wesentlich vor,
und nach S'/s Jahren wurde der Versuch beendigt, indem 2 Exemplare
zum Ämbhjstoma, 2 zu Axolotllarven zurückgebildet werden sollten.
Das letztere gelaug im Laufe von 4 Monaten, das erstere dagegen
nur in einem Falle, aber vollständig, in 7 Vo Monaten. Die Hemmung
der Metamorphose bewirkte in beiden Fällen auch eine Hemmung
in der Ausbildung der Geschlechtstheile. Li erster Linie ist es die
Wärme, dann das Medium, die den Hauptantrieb zu den besprochenen
Umwandlungen geben, endlich langsam, aber beständig fortwirkende
äussere Einflüsse. Am leichtesten gelingen Umänderungen, wenn
wir im Thiere bis dahin latent gebliebene Entwickluugstriebe zu
wecken verstehen, viel schwerer ist es, Stillstände oder physiologische
Rückschritte hervorzurufen, am schwersten gegen infolge von Ver-
erbung eingewurzelte Naturanlagen anzukämpfen. Versuche an
Salamanclra atra wn^ maculosa bestätigten dies; ebenso 20 Ämblystoma-
Larven, die von einem Jjdind-Ainblystoma abstammten. Die sogenannte
Neotenie wird in gewissem Grade erklärt theils durch die Beob-
achtung der Verf., dass die Neigung zur Fortentwicklung unterdrückt
wird in kühlem und luftreichem Wasser, gefördert aber durch Wärme
und luftarmes Wasser, theils dadurch, dass die jungen Thiere die
zu ihrer Metamorphose geeignete Zeit gewissermassen verpasst
haben. Später büssen sie die Neigung zu einer Umwandlung voU-
324 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
ständig ein. Die Ämblystoma-eirtige Fleckzeiclinung, die in gewissen
Stadien bei dem Axolotl, wie bei zur Metamorphose reifen Sala-
mandra-JjM'yeii beobachtet wird, ist ein untrügliches Merkmal der
beginnenden Umwandlung. Tabellen über die einzelnen Versuchs-
thiere erhöhen den Werth der schönen Arbeit. Zeitschr. Wiss. Zool.
Bd. 41 p. 365-389. — Ref. in Naturforscher 18. Jahrg. p. 183—184
und Science Bd. 6 p, 90—92.
Beobachtungen an Axoloteln, namentlich an Amhlystoma ma-
vortium und tigrinum, welche R. W. Shufeldt im Nordwesten von
Neu-Mexico im Freien anstellte, bestätigen diese Fähigkeit der vor-
schreitenden und rückschreitendeu Metamorphose. Beim Auftrocknen
der Sümpfe verwandelten sich die Larven in der That rapid in die
Landform. Verf. fügt hinzu, dass reichliches Futter und ebenso,
dass allmählich sich erhöhende Temperatur die Metamorphose be-
schleunigen, dass dagegen eine grössere Wassertiefe die Umwandlung
verzögert. Science Bd. 6 pag. 263—264,
Systematisches. Amhlystoma Copeanum n. sp. Indiana. Hay,
Proc. U. St. Nat. Mus. Bd. 8 pag. 209, Taf. 14.
c. Plethodontinae. Verdauuiigsorgane. N. Rüdinger
macht eine vorläufige Mittheilung über den Bau der Zunge von
Spelerpes fuscus Bonap. im Gregensatz zu der von Salamandra.
Sitz.-Ber. Akad. München pag. 109—110.
Faunistisches. F. Sacco fsnid Speleipes fuscus in einer Höhle
des Val Casotto in der Nähe von Mondovi auf der Nordseite der
Seealpen (Piemont) und giebt dessen Masse. Das ^ ist bis 89, das
$110 mm lang. Atti Accad. Torino Bd. 20 pag. 86—90. — M.
Peracca beobachtete ihn an der Strasse von Ormea nach dem
Hügel von Nava (Piemont). Ebenda pag. 827.
Proteidae. Faunistisches. C. M a r c h e s e 1 1 i fand für Proteus
anguinus zwei neue Fundorte in unterirdischen Gewässern bei
Oarpano und Monfalcone im östreichischen Küstenland und vermuthet
auch die Anwesenheit desselben im Untergrunde des Triestiner
Karstes. Boll. Soc. Adriat. Sc. Nat. Trieste Bd. 9 p. 165—166.
Systematisches. 0. Boettger und G. A. Boul enger halten
den in Ber. f. 1884 p. 324 erwähnten angeblichen 01m aus N.-America
für die Larve von Spelerpes ruber (Daud,). Zool. Garten 26. Jahrg.
pag. 155.
Sirenidae. Respiratiousorgaue. Nach E. D. Cope sind die
Trachystomata (mit den Sirenidae) nicht allein ein degenerierter
Typus in Bezug auf Schädelbuu, Schulter- und Beckengürtel und
Gliedmassen, sondern sie besitzen auch eine rückschreitende Meta-
morphose in der Entwicklung ihres Branchialapparats, Verfasser
constatiert eine functionslose Periode der Kiemen bei jungen Stücken
von Siren; die Kiemen waren um so mehr degeneriert, je jünger
sich die Exemplai'O ei-wiesen. und um so mehr entwickelt, je alter
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 3 '25
die Thiere waren. Er glaubt, dass die Sireniden sich ans Salamander-
ähnlichen Landthieren entwickelt hätten, die erst neuerdings wieder
aquatische Lebensweise angenommen haben. Amer. Naturalist Bd. 19
pag. 1226-1227.
Stegocephala
(nur fossil).
Im 12. Capitel seiner Enchainements du monde animal dans
les temps geologiques. Fossiles primaires. 317 pag., 285 Fig. Paris
1883, 8 ^ bespricht A. Gaudry die Batrachier der alten Formationen
und insbesondere Protriton, Pleuroniira, JBranchiosaurus, Äpateon,
Äctinodon imd Euchirosaurus. Die Frage, ob die erstgenannten
kleinen Formen die Jungen von Ärchegosaurus seien, und ob diese
Gattung wiederum der Jugendzustand von Äctinodon und Euchiro-
saurus sein könne, wird ablehnend beantwortet. Schliesslich wird
Stereorhachis aus dem U.-Perm von Igornay besprochen, ein höherer
Typus als Äctinodon mit thecodonter Bezahnung. Ausgezeichnet sind
bei ihm besonders die Wirbelbildung und der in gewisser Beziehung
an die Monotremen und andererseits an die Theriodontier erinnernde
Humerus. Das Hauptergebniss seiner Untersuchungen ist der Wider-
spruch des Verf. gegen die Lehre vom Archetypus. — Ref. in N.
Jahrb. f. Min. 1885 II pag. 338—339 (vergl. auch Ber. f. 1883 p. 383).
Eine kurze Uebersicht über unsere Kenntniss der labyrintho-
donten Stegocephalen bringt L. D o 1 1 o. Rev. Quest. Scientif . Bruxelles
Bd. 17 pag. 305-312.
A. Fritsch folgt in seiner Beschreibung der böhmischen Perm-
Stegocephalen dem MialFschen und nicht dem auf den Wirbelbau
begründeten Cope'schen System, da er nachweisen zu können glaubt,
dass embolomere und rhachitome Wirbelstructur an einem und dem-
selben Individuum vorkommt. So könne der embolomere Bau in der
Schwanz-, der rhachitome in der Brust- Wirbelregion zu gleicher
Zeit auftreten; die rhachitome Form sei gleichsam der Vorläufer
der embolomeren. Die Microsauria Dawson's werden eingezogen.
Verf. theilt die Stegocephalen ein in Urodeloiden mit intervertebraler
Erweiterung der Chorda, in Gymnophionoiden mit Kiemenathmung,
in Saurioiden mit biconcaver Wirbelbildung und in Crocodiloiden mit
rhachitomer und embolomerer Wirbelbildung. Die Batrachierfauna
des böhmischen Perm bestehe jetzt aus 63 Arten von Stegocephalen,
die sich aus Fischen oder fischähnlichen Geschöpfen entwickelt hätten ;
die Formen mit biconcaven Wirbeln Hessen sich auf Knochenfische,
die rhachitomen Formen auf Knorpelganoiden, die Formen mit inter-
vertebraler Erweiterung der Chorda aber überhaupt nicht auf be-
kannte Vorfahren zurückführen. Die Schuppen mancher Stego-
cephalen hätten Aehnlichkeit mit denen der Lurchfische. Alle seien
als Glieder einer Ordnung zu betrachten, in der wir Charactere der
3"2G Dl'- Oskar Eoettg- er: Berieht über die Leistungen
jetzigen Batrachier und Reptilien vereinigt vorfänden, ohne dass wir
aber vorläufig noch sagen könnten, von welcher ihrer Familien die
heutigen Formen ihren Ausgangspunkt genommen hätten; nur für
die Gymnophionen sei eine directe Abstammung von den Aistoi>oden
wahrscheinlich. Alle waren Raubthiere. Von den böhmischen Fund-
orten hat Nyfan fast rein carbonische Flora, Xounovä zeigt ge-
mischte, Braunau rein permische Flora. Fauna der Gaskohle und
der Kalksteine der Permformation Böhmens Bd. 2. Prag. Fr. Rivnac,
Fol. 64 pag., Taf. 49—70, Fig. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1886 I
pag. 111—113, II pag. 383— 385, in Geol. Magazine (3) Bd. 2 pag. 375
bis 380 und in Science Bd. 6 pag. 97—98.
R. Lydekker characterisiert die Ärchegosauria (= Rhachitomi
Cope) folgendermassen: Wirbelcentra notochordal; jedes Centrum aus
zwei Pleiu^ocentren und einem Hypocentrum bestehend. 2 Familien :
1. Archegosauridae (= Trimerorhachidae Cope) mit nicht verknöcherten
Hinterhauptscondylen (Genera Archegosaurus, Zygosaurus, Trimero-
rhachis, Gonäwanosaurus), und 2. Actinodontidae {= Eryopidae Cope)
mit verknöcherten Hinterhauptscondylen (Genera Actinodon, Eiichiro-
sauruSj Hhachitomus, Eryops, Acheloma, Anisodexis, Zatrachys). Die
Stellung der Gattungen Platyops und Ehytidosteus sei noch unsicher.
Palaeontolog. Indica (4) Bd. 1 Theil 4. 16 pag., 4 Taf.
In einer Kritik der genannten Fritsch'schen Arbeit und der
(unten zu erwähnenden) Lydekker'schen Abhandlung über den Bijori-
Labyrinthodonten bemerkt E. D. Cope, dass die von Fritsch in
Bd. 2 Heft 1 seines Werkes behandelten Arten zu den grösseren
Formen der Rhachitomi und zu einigen Zwischentypen, wie zu den
Dendrerpetiden, gehörten. Von grösstem Interesse seien die beiden
neuen Genera der Ordnung Embolomeri, Chelydosaurus und Spheno-
sauriis, in welchen das Wirbelcentrum, beim Typus der Ordnung
Cricotns bekanntlich aus einem Stücke bestehend, in drei Abschnitte
getheilt ist, zwei seitliche und einen unteren. Sphenosaurus war
bislang für ein Reptil gehalten worden. Verf. schlägt vor, diese
beiden Genera mit der obigen Characteristik zu einer Familie Spheno-
sauridae als zweite Familie der Embolomeri zu erheben. Fritsch
weise weiter nach, dass in Archegosaurus die Schwanzgegend embo-
lomer, die Dorsalgegend aber rhachitom sei; £7-^ojj5 habe nach Verf.
rhachitome Dorsal-, aber nicht embolomere Schwanzwirbel, und
Archegosaurus stehe somit in dieser Hinsicht allein. Miall's System
der Stegocephalen hält er für durchaus verfehlt. Lydekker's rhachi-
tomer Stegocephale aus indischem Perm sei unzweifelhaft neu; die
Actinodontidae Lyd. seien = den Eryopidae Cope's. Verf.'s Inter-
centrum wurde von Gaudry Hj^pocentrum, Verf.'s Centrum von dem-
selben Pleurocentrum genannt; den letzteren Terminus habe Verf.
jetzt auch adoptiert, den Ausdruck Intercentrum aber halte er als
in der Herpetologie während des Jahres 1885 327
älter aufrecht. Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 592—594 und Geol.
Magazine (3) Bd. 2 pag. 527.
H. Credner giebt eine Fünfte Fortsetzung seiner Unter-
suchungen über die Stegocephalen aus dem Mittelrotliliegenden des
Plauen'schen Grundes bei Dresden. Zeitschr. D. Geol. Ges. Berlin
Bd. 37 pag. 694—736, Taf. 27—29, 5 Fig. — Ref. in N. Jahrb. f.
Min. 1886 n pag. 117—118 (vergl. Ber. f. 1884 pag. 324).
E. D. Cope bringt eine Zweite Fortsetzung seiner Studien
über die Batrachier der Carbonformation von Ohio. Er beschreibt
die neue Gattung Cereariomorphus (parvisquamis u.) zweifelhafter
Verwandtschaft als spindelige Körper mit langem, cylindrischem
Schwanz, bedeckt mit kleinen, quadratischen, im Quincunx gestellten
Schuppen ; AVirbel anscheinend tief concav mit Zygapophysen wie bei
den Batrachiern, sowie Mandibelrest von Anisodexis {enchodus n.)
und Schädelrest von Ceraterpetmn (divaricatum n.). Tuditanus obtusus
sei vielleicht nur ein Ceraterpetimi, das seine Hörner verloren habe.
Haftorgane carbouisclier Batrachier, vermuthlich äussere Genitalien,
fand auch Verf. ; die Unterschiede von den von A. Fritsch gefundenen,
böhmischen Formen werden hervorgehoben. Aehnliche Dinge traf
Verf. auch in den Süsswasserbildungen der Laramie-Formation von
Montana an; er nannte sie Acrotus hieroglyphicus und schreibt sie
jetzt dem in denselben Schichten häufigen Batrachiergeuus Scapher-
petum zu. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 22 pag. 405—408 und Palaeont.
Bull. No. 40, Philadelphia pag. 405-408.
In einem neuen Beitrag zur Kenntniss der permischen Batrachier
bildet A. Gaudry die im Ber. f. 1884 pag. 324 bereits erwähnten
eigenthümlichen Rippen eines Archegosaurus von Lebach Taf. 4 ab;
ob sie sich vorn mit knöchernen Sternal- oder Abdominalrippen
treffen, konnte nicht nachgewiesen werden. Verf. vergleicht sie mit
den Rippen seines Euchirosaurus Bochei (Taf. 5, Fig. 1—9) aus dem
Perm von Antun, die einen ähnlichen Fortsatz wie das untere Stück
der Hemapophyse bei Hatteria zeigen und mit knöchernen Brust-
rippen zusammentreffen, und des gleichfalls permischen Actinodon
(Taf. 5, Fig. 10) von Autun, die sich von denen des Archegosaurus
Decheni nicht wesentlich unterscheiden. Beim triassischen Laby-
rinthodouten Metopias tragen alle Halswirbel mit Ausnahme des
Atlas Rippen, deren distale Enden sich gleichfalls verbreitern; diese
Verbreiterung nimmt vom 13. Wirbel an ab, ähnelt also dem Brust-
korb kleiner Individuen von Archegosaurus und Actinodon. Bull. Soc.
Geol. France (3) Bd. 13 pag. 44— 51, Taf. 4-5. — Auch separat:
Nouv. Note s. 1. Reptiles permiens. Lagny, 8*^. F. Area«.
H. B. Geinitz beschreibt und bildet ab als Saurichnites
(Heringi n.) Fährten eines Vierfüsslers, vermuthlich eines Stego-
cephalen aus der Verwandtschaft von Ceratopedon Huxl., aus der
Steinkohle von Zwickau. Das Thier besass ziemlich gleich gestaltete
328 I^i'- 0 skar Boettger: Bericlit über die Leistungen
Vorder- und Hinterfüsse, die 5 — 5 Krallenzehen tragen. Verf. giebt
ausserdem einen Ueberblick über die wichtigste einschlägige Literatur
betreffs fossiler Thierfährten. Festschr. Nat. Ges. Isis Dresden
pag. 63—66, Taf. 2.
Apateonidae. Nach einer Ergänzung der Diagnose von
Melmierpetum Fritsch und Felosaurus Crdn. beschreibt H. Credner
und bildet ab aus dem Mittelrothliegenden des Plauen'schen Grundes
Mel. piilcherrimum A. Fritsch und Pel. laticeps Crdn. Die generischen
Unterschiede zwischen Felosaurus und namentlich Melanerpetum
werden pag. 714 gegeben, sowie Stellung von Felosaurus und Arckego-
saurus behandelt. Branchiosaurus , Melanerpetum und Felosaurus
bildeten eine natürliche Gruppe, ausgezeichnet durch einheitliche,
dünnwandige Wirbelkörper mit vertrebral erweiterter, also inter-
vertrebal eingeschnürter Chorda und durch kurze, fast vollkommen
grade Rippen. Der Schultergürtel der drei genannten Gattungen
wird pag. 716 in Holzschnitten schematisch dargestellt. Zeitschr.
D. Geol. Ges. Berlin Bd. 37.
Hylonomidae. Derselbe beschreibt eingehend und bildet
ab Hijlonomus Fritschi (G. et D.) aus dem Mittelrothliegenden des
Plauen'schen Grundes. Hyloplesion G. et D. sei = Hylonomus Daws.
und zeichne sich durch biconcave Wirbel und lauge, gebogene Rippen
aus. Ebenda pag. 734.
Dendrerpetidae. Es sind dies nach A. Fritsch Stego-
cephalen von Lacertengestalt mit massig verengter Schnauze; Zähne
an der Basis stark gefurcht mit einfacher, unregelmässiger Faltung ;
Spitze derselben glatt; Schädelknochen mit tiefen Gruben ; Parasphenoid
mit kurzem Stiel und rauhem Schild. Hierher nur Dendrerpetum
(3 n.) und fraglich Baphetes und Actinodon. Fauna der Gaskohle
Bd. 2 pag. 6.
Diplovertebridae. Sind nach demselben Stegocephaleu
von Gestalt der Dendrerpetiden, deren Wirbel (wahrscheinlich blos
auf dem Schwanztheil) aus zwei Segmeuten bestehen, von denen das
vordere den oberen Bogen und die Rippen trägt, während das hintere
blos einem Wirbel ohne Anhänge entspricht; Schädelknocheu auf
der Oberfläche ohne starke Grübchen, meist nur mit radialen Strahlen;
Knochen der Extremitäten mit feinen Nährporen dicht besetzt.
Hierher nur Biplovertehrum (1 n.). Ebenda.
Archegosauridae. Nach H. Credner p. 718 gehört Archego -
saurus Becheni zu einer Gruppe von Schuppeulurchen, die sich durch
rhachitomen (embryonalen) Wirbelbau kennzeichnet, indem die Knorpel-
höhle ihrer Chorda nur eine partielle und oberflächliche Verknöcheruug
zu drei isolierten, ringförmig gruppierten Knochenstücken erfahren
hat, denen sich nach oben zu der ebenfalls selbständige Neuralbogen
anschliesst. Die Ansichten Cope's, Gaudry's und Fritsch's werden be-
in der Herpetologie während des Jahres 1885. 329
sprechen (nach Dollo gehört Ärchegosaurus gradezu zu den Rhachitomi
Cope's nnd speciell zur Farn. Trimerorhachidae) , und es wird
nachgewiesen, dass H. v. Meyer schon 1858 eine richtige Darstellung
und Deutung des Wirbelbaues von Ärchegosaurus gegeben hat.
Ärchegosaurus repräsentiere pag. 722 gemeinsam mit AcUnodon und
Euchirosaurus des französischen und mit Trimerorhachis, EryopSj
Acheloma, Anisodexis und Zatrachys des americanischen Perm, sowie
mit den böhmischen Gattungen Simragmites, Chelydosaurus und Spheno-
saurus eine durch rhachitomen (embryonalen) Bau der Rumpfwirbel
gekennzeichnete Gruppe der Schuppenlurche. Ein Sparagmites
(arciger u.) wird beschrieben und abgebildet. Zeitschr. D. Geol. Ges.
Berlin Bd. 37.
A. Fritsch beschreibt und bildet ab ein Wirbelsäulenfragment
von Sparagmites (In.) aus dem böhmischen Perm und giebt inter-
essante Aufschlüsse über die Wirbelbildung bei Ärchegosaurus. Verf.
sucht nachzuweisen, dass die Schwanzgegeud desselben embolomer,
die Dorsalgegend dagegen rhachitom sei, und dass der rhachitome
Wirbelbau nur ein Vorläufer des embolomeren ist; aus einem rhachi-
tomen habe niemals ein normaler Wirbel entstehen können. Fauna
der Gaskohle Bd. 2 pag. 15. — Nach E. D. Cope steht Ärchegosaurus
in dieser Hinsicht isoliert da, weil Eryops zwar rhachitome Dorsal-
wirbel, aber keine embolomeren Schwanzwirbel besitze. Amer.
Naturalist Bd. 19 pag. 592—594 und Geol. Magazine (3) Bd. 2 pag. 527.
R. Ly dekker beschreibt aus der Panchet-Gruppe des Gondwäna-
Systems (U.-Trias) von Bijori in Centralindien die neue Gattung
Gondivanosaurus (Bijoriensis) nach Schädel und AVirbelsäule imd
vergleicht sie mit Ärchegosaurus, Zygosaurus und Trimerorhachis.
Schädelform wie bei dem carbonischen Loxomma; Zähne einfach ge-
faltet; Anchylose der Mandibularsymphyse wie bei Bhi/tidosteus.
Palaeontolog. Indica (4) Bd. 1, Theil 4. 16 pag., 4 Taf. (vergl. auch
Ber. f. 1883 pag. 432). — Eine Kritik dieser Arbeit bringt E. D. Cope.
Amer. Naturalist Bd. 19 pag. 592—594.
Chauliodontidae. A. Fritsch beschreibt das Unterkiefer-
fragment eines neuen Loxomma. Fauna der Gaskohle Bd. 2 pag. 16.
Melosauridae. Derselbe rechnet zu dieser Familie Stego-
cephalen mittelgrosser Dimensionen. Zähne cylindrisch, ungleich,
einfach gefaltet oder die Faltung unregelmässig. Oberfläche der
Schädelknochen grubig. Die oberen Hinterhauptsbeine zuweilen mit
stark entwickelten Sehnenhöckern. Wirbelsäule ziemlich gut ver-
knöchert; Wirbelbau rhachitom, am Schwänze zuweilen embolomer.
Von den Archegosauriden namentlich durch den Besitz von ver-
knöcherten Hinterhauptscondylen unterschieden. Hierher Melosaurus,
Osteophorus, Zygosaurus, Sphenosaurus und die aus böhmischem Perm
neu beschriebenen und abgebildeten Gattungen Chelydosaurus (mit
330 Dr. Oskar Boettg-er. Bericht über die Leistungen
Vranii n ), Cochleosaurus (mit Bohemious und fallax nn.), Gaudryia (mit
latistoma n.) und Nyrania (mit trachystoma n,). Ebenda pag. 17, Fig.
Labyrinthodontidae. Hierher rechnet A. Fritsch von
böhmischen Permarten nur die neue Gattung Macromerion (mit
abhreviatum, Bayeri, bicolor, juvenile, pauperiun, Sckwartzenbergi und
Simplex nn.). Ebenda pag. 40, Fig.
H. Kunisch beschreibt und bildet ab den Unterkiefer eines
neuen Mastodonsauriis (Siledacus) aus den Chorzower Schichten des
Muschelkalks von Sacrau bei Gogolin in Ob. -Schlesien. Zeitschr. D.
Geol. Ges. Berlin Bd. 37 pag. 528—533, 2 Fig. — Ref. in N. Jahrb.
f. Min. 1886 n. pag. 117.
Eine Notiz über Fährten von Chirosaurus und Chirotherium
im Buntsandstein von Crotenleite in Sachsen bringt H. B. Geiuitz.
Leopoldina Heft 21 pag. 55.
Apoda.
Caeciliidae. Eutwieklimgsgescliiclitliclies und Biologisches.
Nach P. B. u. C. F. Sara sin lebt Epicrium glutinosum auf Cej^lon
häufig in flachen, feuchten Bachufern etwa 1' tief unter der Rasen-
decke. Es scheut das Wasser und ertrinkt, sich selbst überlassen,
schnell darin. Es nährt sich von Typhlopiden, jungen Rhinophiden und
Regenwürmern. Epicrium ist nicht lebendiggebärend, sondern legt
durchschnittlich 13 auffallend grosse Eier von 9 mm Länge, 6^/2 mm
Durchmesser und ca. 0,23 gr Gewicht in einem eigenthümlich an-
geordneten Klümpchen in Erdhöhlen in unmittelbarer Nähe des
Wassers. Das $ übernimmt, zusammengeringelt um den Eierhaufen,
wohl um demselben die nöthige Feuchtigkeit zu erhalten, die Brut-
pflege. Die Eier scheinen während der Brütung um das Doppelte
sich vergrössern zu können. Die etwa 4 cm langen Embryonen be-
wegen sich lebhaft in der Eischale; ebenso ihre je drei blutrothen
Kiemenbüschel. Den kurzen Schwanz umläuft ein Flossensaum; das
Auge ist gross und deutlich. Oifenbar werfen die Jungen zuerst die
äusseren Kiemen ab, schlüpfen dann aus dem Ei und wandern darauf
in den nächsten Bach, wo sie bis zu einer Länge von 16 cm heran-
wachsen können. Diese aalartigen Larven schlucken Wasser ein
und lassen es durch die Kiemenlöcher wieder ausströmen; von Zeit
zu Zeit steigen sie aber an die Oberfläche, um direct Luft zu athmen.
Untersuchung derselben bestätigte die Anwesenheit von Lungen.
Die Haut der Larve ist reich an den characteristischen Sinnesorganen.
Nach alledem stehen die Gymnophionen also den TTrodelen in der
Entwicklung thatsächlich sehr nahe ; auch der Bau der Spermatozoon
und die Anwesenheit eines vierten Arterienbogens im Gefässsystem
in der Herpetologie während des Jahres 1885 331
des ausgewachsenen Thieres sind analog wie bei den Urodelen.
Arb. Zool. Inst. Wiirzbnrg Bd. 7 pag. 292—299. — Ref. in Journ.
R. Microsc. Soc. (2) Bd. 5 pag. 618 und Nature Bd. 32 pag. 526.
Systematisches. Systematische Bemerkungen über die central-
americanischen Caeciliiden bringt E. D. Cope. Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 22 pag. 171.
Caecilia ochroccphala Cope = Herpele. Cope 1. c.
Bermophis crassus u. sp. Ob.-Beui, Bolivia, und O.-Peru. Cope
1. c, pag. 184.
Siphonops oUgozomis , proximus und siimis = Gymnopis. —
S. syntremus Cope = Dermophis. Cope 1. c. pag. 171.
332 Dl'- F. H i 1 g e n d 0 r f : Bericht über die Leistungen
Bericht
über die Leistungen in der Ichthyologie während des
Jahres 1885.
Von
Dr. F. Hilgendorf,
Allgemeines.
A. Günther, Handbuch der Ichthyologie. Uebers.
von G. V. Hayek (Liefr. 1 Dec. 1885) vollendet 1886;
527 S. 80, 363 Xyl. — Dem Original gegenüber (1880)
sind eine Vermehrung der Holzschn. (um 42) sowie ver-
einzelte Zusätze und Verbesserungen zu erkennen; doch
bleibt manches zu wünschen, so fehlt Comephorus noch
immer. Die Xylogr. sind weniger sorgfältig als die der
engl. Ausg.
M. Sagemehl, Pisces (in Bronn's Klass. u. Ordn.),
Liefr. 4, enthält das Gliedmaassenskelet u. die Musculatur
der Elasmobr., S. 81 — 112, die 2 Taf. erläutern das Sk.
der unpaaren u. der Brustflossen (vergl. unter Musculatur).
„Ch all enger ''-Report, Narrative, Vol. I, Part 1. 2
(C. W. Thomson und J. Murray) 4^, bringt an vielen
Stellen meist kurze Notizen über Vorkommen, Lebens-
weise etc., meist nach Günther 's Angaben, auch einige
Xylographien. Beschreib, der Dredge und des Trawl-
Netzes für die Tiefsee S. 72 — 75.
J. S. Kingsley, Standard Natural History, Boston 8^.
Vol. 3, Lower Vertebr., Pisces S. 62— 302, 116 Xyl.
Beitr. von Jordan u. Gill.
Encyclopädie d. Naturwissenschaften, herausg.
in dei' Ichtliyologie während des Jahres 1885. 333
V. Förster etc., Abth.: Handwörterbuch der Zoologie,
Aiithrop. u. Etlm., Breslau 8^. Die Fische von Klun-
zinger bearbeitet. 1887 bis zum Buchst. M.
E. D. Cope „The position of Pterichthys in the
System" betrachtet diesen Thiertypus als den Tunicaten
zugehörig-; zumal die mit Platten versehene Gatt. Chelyo-
soma wird zum Vergleich herangezogen; der After des
Pt. hat allerdings die Lage wie bei Vertebraten. Amer.
Natur. Bd. 19. S. 289—291, 2 Xyl.
E. R. Lankester, The value of a marine laboratory
to the development and regulation of our seafisheries.
Vorschläge der Marine Biological Association bei Plymouth
eine Sektion zu gründen. Nature, Bd. 32, 8. 65 — 67
(siehe auch unter Fischzucht).
J. A. Ryder, Vorschriften zum Conserviren der
Embryonen (in Müller's Flüss.); Bull. U. S. Fish C, Bd. 5,
S. 32.
Namen der wichtigsten Fische in Englisch u. Deutsch
nebst syst. Namen, Smiley (nach 2. Ann. Rep. Fish. B.
Scotl.); Bull. U. S. Fish Comm. Bd. 5, S. 80; sinnlose
Fehler.
Zu vergleichen: Ryder, Stellung der Fische zu d.
übrig. Vertebraten, s. Entwicklung; Andrews, Urspr. d.
Vertebr., s. Phylogenie; Facciolä, Anat, Lebensw. etc,
von Blennius, s. Systematik.
Anatomie und Physiologie.
Allgemeines. Garman, versch. Organe v. Chlamy-
doselachus, s. Squali in Systemat. ; Ryder, Conserviren
(Embiotocidae), s. oben. — Ueb. Flossen s. Allen (unter
Haut), Ryder (Skelet), Krukenberg (Selachier) u. Dohrn,
Mayer, Baur (Entwickl.); über Saugnäpfe s. Niemiec
(Haut).
Haut (nebst Seitenorganen). J. H. List „lieber ein-
zellige Drüsen (Becherzellen) im Cloakenepithel der
Rochen" [Torp. marm. u. Raja mir.] und „in d. Oberhaut
von Torp. marm." — Die Becherz. sind schon in den
334 Dl'- F. H i 1 g- e lul 0 r f : Bei'icht über die Leistungen
tiefsten Scbicliten des Epithels deutl. differencirt u. darum
selbst. Gebilde : einzellige Drüsen. In d. Obb. v. T. niarm.
sehr gross; ein Zusammenbang d. reticulären Subst. mit
dem Kerngerüst niebt vorbanden (geg. Klein). Zool. Anzeig.,
J. 8, S. 50—51, bez. 388—389.
J. H. List, Stud. an Epitbelien. — „Ueb. Wander-
zellen im Epitbel", findet in der Körperoberbaut der
Oberlippe u. den Barteln von Cobitis foss., sowie in dem
Cloakenepitb. von Torpedo, Raja, Squatina zablreicbe
Leucocyten, die sieb zw. den Ep. -Zellen nacb aussen
drängen, wobei oft die Kerne stäbcbenf. verzerrt werden.
Arcb. f. mikr. Anat., Bd. 25, S. 264—8, Taf. 14; Ausz.:
Zool. Anz. Bd. 8, S. 389.
J. H. List, „Unters, üb. das Cloakenepitbel der
Plagiostomen" I Rocben, II Haie. Raja miraletus weicbt
von allen anderen Sp. darin ab, dass ein mebrscbicbtiges
basales Cylinderepitbel vorbanden ist, das leicbt von der
äusseren Hälfte abspaltet; bei R. mir. aucb zablreicbste
Wanderzellen. — Lott u. Drascb's Rudimentzellen und
Fussplatten sind nur künstl. Zerreissungen. Karyokine-
tiscbe Figuren (d, b. Regenerationen) sind selten. Die
stets gefundenen Becberzellen sind einzellige Drüsen, die
sieb an der Mucosa aus gewöbnlicben Z. bilden und an
die Oberfläcbe vorgeschoben dort ihr reticuläres Gerüst
sammt Zwichenmasse ausstossen, auch wohl selbst aus-
gestossen werden. Torp. marm., Raja Scbultzei, marg.,
mir., Scyll., Acanth. vulg. Must. laev., Squatina vulg.
untersucht. Sitzb. K. Ak. Wien math.-nat. Gl. Abth. III
1885, Bd. 92, S. 270—305 u. S. 412—438; 4 u. 4 Taf.
(Erschien 1886!)
Facciolä, Histol. d. Haut, s. Blennius,
H. Allen, „On the pectoral lilaments in the sea
robin (Prionotus palmipes)". Die abgelösten P.-Strahlen
dienen zu Locomotion, aber zugleich dem Tastsinn; für
letztere befähigt sie die Retina-artige histol. Beschaff,
des Integuments nahe der Spitze, wo 4 Schichten er-
kennbar. Pr. ac. nat. sc. Philad., 1885, S. 377.
J. Niemiec, Rech, sur les ventouses. Rec.Zool. Suisse,
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 335
Bd. 2, 8. 1 — 147, Taf. 1 — 5. Von Fischen die Saugnäpfe
V. Ecbeneis u. Lepadogaster.
Kruke nberg-, Hornfäden in Flossen, s. Selacliier.
R. Ramsay Wright fixirt als Ausdrücke statt der
deutschen Termini „Endknospe" und „Nervenhügel" für
den englischen Gebrauch: „Endbud" bez. „Neuroniast" ;
die von Carriere bei Cobitis beobachteten Canäle ge-
hören auch zu den neuromatischen Bildungen, viell. auch
die von Tinea. - Bei dem blinden Chologaster papillif.
liegen die Neuromasten frei! auf den Papillen des
Körpers, am Kopf sind sie noch in Canälen versenkt;
diese haben nur 4 Poren jederseits. Amer. Naturalist
Bd. 19, S. 187—188.
R. R. Wright, On sensory nerve sacs in the skin of
Amiurus (= Ber. 84, S. 333). Rep. 54. Meet. Br. ass.
adv. sc. S 777—778.
G. de Sede, Seitenlinie (s. Ber. 84, S. 333), Ref.
üb. die Experimente in: Amer. Nat. Bd. 19 S. 612.
Emery, Hautsinnesorg. v. Bellottia (s. Ophidiidae)
Gar man, Seitenlinie bei Chlamydosel. (s. Selachii).
Beard, segmentale Sinnesorg., s. Nervensystem.
Wright, Nervenhügel d. Hyom. -Spalte, s. Athmungs-
organe.
Mayer, Hautschuppen homol. den Wurmfüssen,
s. Entwickl.
Skelet. Jordan und Eigenmann, „Skeletons of
Etheostomatinae", untersuchten haupts. die Oberseite des
Schädels und Wirbelzahl an Percina, Hadropt., Cottogast.,
Uloc, Diples., Boleos., Ammocrypta, Etheost., Microperca
im Gegensatz zu Perca u. Stizost. (Vergl. d. syst. Th.)
Proc. Nat. Mus., Bd. 8, S. 68—72.
H. St. J. Brooks „the Osteology and Arthrology
of the Haddock (Gadus aeglefinus)". Vf. hebt hervor,
dass ein Knorpelstab jederseits in den Atlas vom Exocci-
pitale aus hineintritt, dass die 1. Rippe (am Körper des
3. Wirbels) beweglich articulirt, und dass im vorderen
Maxillomandibular- Ligament ein Knorpel, homolog dem
336 T)i'- F. Hilgendorf: Bericht über flie Leistmig-en
unteren Lippenkn. der Elasmobr., enthalten ist: Scient.
proc. r. Dublin soc. (2) Bd. 4, S. 166—196, Taf. 5—9. 1884.
A. V. Klein, „Beiträge zur Bildung des Schädels
der Knochenfische 11" (vergl. Ber. 84, S. 331), behandelt
Occipitale basilare S. 108, laterale 130, externum 161,
superius 198, Squamae temporales (Squamosum Gegb.)
220. Wesentlich descriptif, zu Anfang jedes Kapitels
allgemeinere Betrachtungen, z. B. üb. eigenthüml. Com-
bination im Vorkommen von Augenmuskelcanal u. Quer-
platten des Laterale. Das 0. sup. trennt bei Salmo ab-
weichend von den benachbarten Gatt, die Parietalia von
einander (gegen Köstlin). Im syst. Th. mussten wegen
der Fülle des Stoffes die Hinweisung im Einzelnen unter-
bleiben. — Jahresh. Ver. f. vaterl. Naturk. Württemberg,
J. 41, S. 107—261, Tfl. 2—3 mit 84 Fig.
A. Lavocat glaubt, dass ein Theil des Unterkiefers
bei Teleostiern oberhalb der Articulation zu finden sei,
uäml. das Articulare {= Quadratum autt.) u. Coronoideum
(= Metapteryg. autt.); die 3 untern Stücke nennt Vf.:
angulaire, maxillaire, premaxillaire, den ganzen ünter-
kieferbogen: maxillaire! Das Symplect. der Knochenf.
entspricht dem Complementare der Crocodile u. des Lepi-
dosteus. Compt. rend. Ac. Paris, Bd. 101, S. 1279 — 81.
Ch. Debierre, „sur l'appareil hyoidien", betrachtet
hauptsächlich die höheren Vertebraten; Fische S. 490 — 5,
Nomenklatur meist nach Geoffroy; Owen's Fig. von Gadus
missverstanden. Das Quadratum (nicht zum Mandibular-
bogen gerechnetj wird zum Zygomaticum der Mammalia,
das Hyomand. und Sympl. (beide dem Hyoidbogen zu-
getheilt) zum Incus bez. Stapes; der Malleus ist nach
Vf. bei Fischen anscheinend nur embryonal durch einen
Th. des Meck. Kn. vertreten. Auch die Homologien der
Muskeln aufgezählt. — Bull, soc zool. de France, J. 10,
S. 487—546, 48 (rohe) Xyl.
Batt. Grassi, „Lo sviluppo della colonna vertebrale
ne' pesci ossei". Ausführlichere Darlegung. Vergl. Ber.
1883, S. 437 (u. 84, S. 332 „G. Battista"?). Atti r. acc.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 337
Lincei, Mem., Cl. sc. fis., (3) Bd. 15, S. 311— 372, 8 Taf.
1883. (Erschien Sept. 84.).
L. Vaillant macht auf spongiöse Knochenan-
schwellungen an den Rippen und caudalen Haemapophysen
bei Caranx carangus Bl. aufmerksam. Bull. Soc. philom.
Paris (7), Bd. 9, S. 7—8.
J. A. Ryder unterscheidet 6 Typen der Median-
flossen-Bildung [bez. des Baues der Caudalis] ; dieselben
erscheinen auch onto- u. phylog. einigermaassen wieder.
1. Arcliicerhie, die primitivste Schwanzform, ohne jede
Flossenfalte (Hippocampus), 2. Lophocerkie, eine einzige
(selten eingeschnittene) Fl. ohne Strahlen (Triton, Embr.
von Elasm. u. Tel.), 3. Diphycerhie, mit Str., welcher am
Schwanzende continuirlich, fächerartig vom Rücken zum
Bauch sich hinüberziehen (Protopterus); protopteryglsch
heisst das entspr. embr. Stad., wobei die embr. Strählen
an Zahl die definitiven weit überholen, 4. Heterocerkie
(einige Tel.), das Ende der Wirbelsäule aufwärts ge-
bogen und zum Urostyl verwachsen (welcher, wenn über
die C. hinaus verlängert, Opisthuron genannt, Chimaera),
dabei oberer Lappen der C. länger als unterer, 5. Homo-
cerkie, weitere Rückb. des Urostyls, ob. und unt. Lappen
gleich (Teleost.), 6. GepltyroGerkle, das Ende der Wirbels,
jäh atrophirt , obere und untere Theile der vorher-
gehenden Wirbel verlängern sich nach hinten zur Bildung
der C. (nur Mola und Fierasfer). Amer. Naturalist, Bd. 19,
S. 90—97, 8 Xyl. (Ausführl. in Rep. F. Comm. for 84,
1886.)
J. A. Ryder ,, Development of the rays of osseous
fishes" hebt hervor, dass die embryonalen Flossenstrahlen,
aus deren Verwachsung die definitiven Str. hervorgehen,
zwar auf der " Grenze zwischen Epiblast und dem zum
Corium werdenden Mesoblast entstehen, dass sie aber
aus Mesoblastzellen hervorgehen, und zwar durch
spindelförmiges Ausziehen dieser Z., dann ,,Pterygo-
blasten" genannt; Vf. glaubt die Flossenstr. danach auch
nicht mehr als exoskeletal bezeichnen zu dürfen. — Die
einzelnen vordersten Stacheln von Gasterosteus u. Lophius
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. ^
338 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
sowie von Fierasfer werden in selbstständigen Divertikeln
des Epiblasts entwickelt; die Stacheln rücken allmälilig
nach vorwärts (nach A. Agass. u. Emery). — Auch in
der embryon. praeanalen Medianfl. kommen bei Salmo
embr. Flossenstr. vor; bei den Petromyz. fehlen sie
völlig*, bei Branchiostoma scheinen sie nicht homolog zu
sein. Anier. Nat. Bd. 19, S. 200—204, 5Xyl. (Ausz.: J. r.
micr. s. (2), Bd. 5, S. 213) u. S. 415.
J. A. Ryder weist auf die Wanderung hin, welche
die Ventralis bei Lophius zur Zeit des Ausschlüpfens
ausführt, indem sie aus ihrer ursprünglichen hintern
Position unten um die Pect, herumschwenkt und jugular
wird; Vf. glaubt dadurch Fürbringer's u. HaswelFs Ein-
würfe gegen die Balfour'schen Theorie der Entstehung
der paarigen Flossen zu beseitigen. Amer. Nat. Bd. 19,
S. 315—317.
Facciolä, Interoperc, Radius u. Ulna fehlt bei
Blennius (s. Syst.).
Zu vergleichen: Hasse, Wirbel (bei Elasmo-
branch.); Sagemehl (S. 332) Gliedm. d. Elasmobranch. ;
Wright, Kiemenbögen (s. Athmung); Baur, Gliedm. -
Theorie (Entwickl) ; D o h r n , Visceralsk. (Entw.) ; Mayer,
Diplospondylie der Wirbels, und unpaare Flossen (Entw.);
über Flossen s. auch S. 334 u. 335.
Muskelsystem und elektrische Organe. J. PI. Mc'
Murrich, The cranial muscles of Amia calva, with a
consideration of the relations of the post-occipital and
hypoglossal nerves in the various vertebrate groups."
1. Der Protractor hyomandib. von Acipenser u. der Lev.
max. sup. der Elasmobr. wird bei Amia durch 5 Muskeln,
die zwar physiol. den Lev. arc. pal. der Teleost., morphol.
aber einem Theil des Add. mand. der Tel. entsprechen.
2. Der Lev. arc. pal. der Tel. entsteht als eine neue
Bildung durch Abspaltung vom Add. mand. 3. Die
hintern Fasern des Lev. arc. pal. vertreten bei Am. einen
selbständ. Dilat. operc. 4. Der Intermand. u. die vordere
Portion des Geniohy. werden innervirt durch einen Ast
des V, abgehend vor dessen Vereinigung mit VII. 5. Die
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 339
Coracobrancli. der Elasmobr., bei Acip. durch Sehnen-
zipfel an den Kiemenbogen repräsentirt, verkümmern bei
Am. zu einem Sehnenpaar, das zu dem 2. Bogen zieht.
6. Ein Branchiomand. ist vorhanden. — Die Centren der
Wirbel, welche den 2 ersten extracraniellen Nerven bei
A. angehören, sind ursprünglich discret gewesen, bei Amia
schon zu einem Continuum mit der Schädelbasis ver-
schmolzen und dann völlig einbezogen bei den Tel.; die
beiden Nerven verschmolzen bei den Tel. mit dem 3. Spinal-
nerv um den anscheinend 1. Spinain. zu bilden. Mass-
gebend für diese Anschauung ist die Zugehörigkeit gleicher
Muskeln (Hyopect. u. Pharyngo-clav.). Der feine noch
intracranielle Nerv, der bei A. dem X folgt, ist bei Tel.
wohl verschwunden (Sagemehl). Zuweilen tritt der neue
combinirte N. bei Tel. weiter vorn durch das Exoccipitale
und ist dann ganz dem Hypogl. der Saurops. u. Mamm.
zu vergleichen; bei Petromyzonten hat sich der Hypogl.
in gleicher Weise selbständig zum drittenmal entwickelt.
Studies biol. labor. Hopk. University, Bd. 3, S. 121 — 153,
Taf. 10.
M. Sagemehl (s. S. 332) findet, dass die Coraco-
branchiales auch bei Galeus u. Must. vom 1. u. 2. Spinal-
nerv versorgt werden und darum (gegen Dohrn) zum
System der coracoarc. gehören, S. 102; Albrecht's Angaben
sind nicht correkt.
P. Mayer, Flossenmuskel (s. Entwickl.).
Sagemehl, Gliedmassenmusk. (s. Elasmobranch.).
G. Fritsch, „Zur Organisation des [el. Org. von]
Gymnarchus niloticus". Die Gliederung der 8 pseudo-
elektr. Org. ist wesentlich metamerisch. Die einzelnen
Glieder sind der Regel nach nicht hohl ; sie zeigen keine
Verschiedenheit der vord. von der hint. Grenzfliäche, die
beide hauptsächlich aus dichten Capillarenbüscheln be-
stehen; ob zwischen letzteren noch Schläuche oder
schlauchf. Zellen andrer Natur, bleibt zweifelhaft. Der
Nervenzutritt ist reichlich; im Rückenmark herrscht wie
bei Mormyrus die weisse Substanz abnorm vor. Der
Gymn. kann wahrsch. keine el. Entladungen bewirken,
340 Dr. F. H i 1 g e nd 0 r f : Bericht über die Leistungen
da seine Org. histologisch noch niedriger als die von
.Eaja stehen. Ob ein Zusammenhang obiger Gefässentwickl.
mit äusseren Athmungs-Schwierigkeiten? Sitzb. Ak. Wiss.
Berlin, 1885, S. 119— 129, 2 Xyl.
E. Du Bois- Raymond, ,, Lebende Zitterrochen
[T. marm.] in Berlin 11" behandelt auch einige biologisch
wichtige Punkte. Der Salzgehalt der Gewebe ist bei
Seefischen kaum höher als bei Süsswf. Den Ersatz für
die theoretisch nothwendige Isolirting des el. Org. bildet
die irreciproke Leitung in demselben. Sitzb. Ak. Wiss.
Berlin 1885, S. 691—750.
Nervensystem. H. Gierke, „die Stützsubstanz des
CentralneiTcnsystems"; bildetNeuroglia-Zellen des Rücken-
marks von Esox ab, Taf. 21. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 25,
S. 441—554.
J. Beard, „On the cranial ganglia and segmental
sense organs of fiches*'. Beide Bildungen entstehen ge-
meinschaftlich da, wo die Auswüchse der Neuralleiste
den Epiblast getroffen haben; die Gangl. treten dann
in's Innere zurück; der Nerv, der das Sinnesorg. mit d.
G. verbindet, entwickelt sich von der Haut her, so auch
der N. later. (jetzt mit Semper etc. geg. Balfour ange-
nommen). Gemäss den segm. S.-org. sind im Kopf 6 Seg-
mente vor dem X. zu finden: für d. N. olf., III (G. eil.),
V, VII, VIII, IX, wozu wenigstens 4 Segm. für X kommen.
Zool. Anz., J. 8, S. 220.
Mc Murrich, Hypoglossus u. vorderste Spinalnerven
(s. Muskels.).
P. Mayer, Spinalnerven der Selachier; Collectoren
auch vor u. hinter den Flossen längs der ganzen Wirbel-
säule. — Riesenzellen im Rückenm. der Scylliiden
(s. Entwickl.).
A. D. Önodi, „Entw. d. sympath. Nervensystems",
vermag jetzt sicher festzustellen, dass auch das sympath.
Syst. epiblastischen Ursprungs ist, indem es sich aus den
Intervertebralganglien des Rückenmarks entwickelt. Die
ventralwärts wachsenden metamerischen Sprossen ver-
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 341
binden sich erst secundär zum symp. Grenzstrang. Ein
Ganglion, das an jedem der Kiemennerven bei Must. u.
Myliob. erkennbar, fasst Vf. als Summe des spinalen u.
symp. Ganglions auf. Unters, wurden: Pristiur. Scyll.
can., Scymnus, Torpedo, Mustelus laev., Salmo fario.
Arch. f. mikr. Anal, Bd. 26, S. 61—81, Taf. 4.
G. Fritsch, Rückenm. v. Gymnarchus, S. 339.
Sinnesorgane. J. Koganei, „Unters, üb. d. Bau
der Iris des Menschen u. d. Wirbelth.", untersuchte auch
Esox, Cyprinus carp., Acip. stur., Notidanus ein., Carchar.
glauc, Scyll. cat. Der Sphincter fehlt bei Cypr., Es.,
Acip. während andre Autt. ihn bei Ac. huso, Galeus,
Thynnus, Barbus, Chrysophrys u. Vf. bei Carch. fanden.
Die Tapetalzellen denen der Katze ähnlich. Das „Lig.
annulare" entspricht dem L. pectin. iridis, in dem aber
hier die Fasern geg. die Zellen zurücktreten. Bei Carch.
fehlen Tap.-Z., der hier deutliche Sphincter besteht aus
glatten M.-Fasern nebst pigm. Stromazellen. Bei Not.
fehlt der Sph., bei Sc. ist er schwach. Den Diktator
(Fischotter, Vögel) vermisst Vf. bei allen unters. Gatt.!
Die hintere Begrenzungshaut ist fast so dick als bei
Säugern ; eine Verdickung am Pupillenrand von concentr.
Structur ersetzt den fehlenden Sph. Die hintere Lage
des Iris -Epithels ist bei Es. im ciliaren Th. farblos.
Arch. f. mikr. Anai, Bd. 25, S. 1— 48, Taf. 1; Ausz.:
Monatsb. Ak. Wiss. Berlin, 1885, S. 105—106.
H. Virchow macht Mitth. über d. Auge der Fische,
Tagebl. d. 58. Vers. d. Naturf. S. 409, 410 u. „über
Glaskörpergefässe von Cyprinoiden" etc, Arch. f. Anat.
u. Pysiol., Abth. Phys. 164, 353, 563.
J. Sacchi, „Nevroglie de la retine des vertebres"
entdeckt in der intergranulären Schicht, zwischen deren
grossen periph. u. centralen Stützzellen (bei Petromyzon
mar.) tangentiale Fasern; homogen, ohne Kern, 100 bis
300 ,w. lang u. 4 — 6 fx. dick. (2 Xyl). Arch. ital. de Biolog.,
Bd. 6, S. 76—96.
V. Grab er, Grundl. z. Erforsch, des Helligkeits- u.
342 Dr. F. H i 1 g e n d 0 r f : Bericht über die Leistungen
Farbensinnes der Thiere. Leipzig- 1884. 8^. Untersuchte
2 Fische. — J. E. micr. s. 85, S. 38.
Dohrn, Phylogenie des Auges (s. Eutvvickl.).
Lockwood, blinder Aal unterirdisch, (s. Syst.).
R. R. Wright, Chologaster (Amblyopsidae) ohne
Pigment an der Retina, Amer. Natur. Bd. 19, S. 188.
A. C. Apgar, Binocular vision of lateral-eyed fishes.
Journ. Trenton n. bist, soc, Bd. 1, S. 6 — 8.
R. Canestrini, sull' apparato uditivo di alcuni
pesci. Vf. ergänzt seine früh. Mitth. von (1883) durch
Beschreib, der häutigen Bildungen u. einiger Otolithen.
Eine kurze Uebers. der Literatur S. 256 — 268. Bei Cy-
prinus wird immer noch der Asteriscus der Autt. als
Sagitta bezeichnet. Fand im Sacculus u. Vestib. von
Acanthias u. Squatina von aussen durch den Duct. endol.
eingedrungenen Meeressand; die äusseren Oefftiungen sind
auch bei Raja, Must. u. Myliob. deutlich, fehlen aber bei
den Scylliinae. Abb. der Labyr. von Acipens., Acanthias,
Umbrina, Thynn., Zeus, Merluc, Cyprin., Anguilla, Esox
u. d. Otol. von Cypr., Zeus, Acip., Gadus min. Atti soc.
Ven.-Trent. sc. n. Bd. 9, S. 256—282, Tfl. 12.
A. Tafani, L'organo dell' udito, Firenze, 8^. 18 u.
371 S., 87. Fig., berührt: Petrom., Acip., Muraena, Conger,
Cyprin., Tinea, Barb., Esox, Rhomb., Solea, Merluc,
Mullus.
Gefässsystem. T. W. Mills, experimentirt über die
Einwirkung verschiedener Mittel auf die Herzthätigkeit
der Fische. Bei einigen (Aal, Batrachus) lässt sich der
dem Vorhof vorangehende Theil für Auge und Reactionen
vom eigentlichen Sinus unterscheiden, deshalb mit eignem
Namen „Sinus-Extension" bezeichnet, (= basaler od. ab-
geplatteter Theil Gaskell, Canalis auricularis Mc William).
Fischherzen sind sehr empfindlich, besonders die der
Selachier; am meisten widerstandsfähig und zu Exper.
geeignet erwiesen sich das von Batr. tau. Kohlens. Kali
ist Herzgift. Reize an den Kiemen, der Schwimmbl., den
Eingeweiden, Mundschleimhaut und Barteln, Brustfl., am
in der Ichthyologie Wcährend des Jahres 1885. 343
After u. Schwanz inhibiren sehr leicht den Herzschlag. —
Johns Hopkins Univ. Circ. Bd. 5, No. 43, S. 8—9.
J. A. McWiUiam, Structure and rythm of the heart
of fishes, with esp. ref. to the eel, Pr. roy. soc. Lond.,
Bd. 38, S. 108—129, 10 Fig.
C. Phisalix, die Milz der Fische (Anguilla, Acan-
thias, Raja), Revue scientif., Bd. 36, S. 368 — 371; ausführl.:
Arch. zool. exp. (2) Bd. 3, S. 369—464. Taf. 18—22.
How. Ayers, Beiträge zur Anatomie u. Phys. der
Dipnoer, widmet den Lymphoidorganen besondre Auf-
merksamkeit. Eine Thyreoidea und Thymus (Autt.) wurde
nicht beobachtet. Dagegen könnte der Thymus der
höheren Vertebr. das grosse Lymphoidorgan des Darms
(Milz Günth., Wundernetz Hyrtl, Pancreas Klein) ent-
sprechen; nach bist. Bau und Funktion ist es der Milz
ähnlich, aber die Gefässverbindungen weichen ab; der
vordere Theil liegt der Darmwand rechts an, der hintere
versenkt sich, reichliches schwarzes Pigment aufnehmend,
in die Axe der Spiralklappe. Das von Edinger am
Oesoph. der Selachier beschr. Organ (Gl. thymus Leydig
und Robin) ist viell. ein Rest des Vordertheils, S. 493,
518. Auch an dem Urogenitalapp. werden reichliche
Lymphorg. entwickelt, an den Ovarien nur in der Jugend
(viell. hierzu gehörig Brock's unreife Hodensubstanz bei
Tel. und Wiedersh.'sHodensubst.-Querstränge bei Protopt.
S. 505). Lymphorg. von Abramis u. Acerina abgebildet
Fig. 25, 60 — 64. — Die Abh. ist nicht sehr sorgfältig
redigirt. Jenaische Zeitschr. f. Natw., Bd. 18, S. 479—527,
Tfl. 16—18.
Fr. Maurer „Schilddrüse und Thymus der Teleostier".
Den Ausgang für die Gl. ihyreoiclea bildet eine kegel-
förmige unpaare Einstülpung der Schleimhaut der Mund-
höhle zwischen die vordersten Gabeläste (A. hyoidea)
des Kiemenarterien-Stammes abwärts; sie schnürt sich ab,
rückt nach unten und etwas nach hinten, lässt zahlreiche
Follikel absprossen, die nach u. nach den Stamm der
Art. zwischen die Kiemenarterien hindurch umwachsen.
Die Thyr. ist der Hypobranchialrinne der Tunicaten
344 I^i'- F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistinigen
homolog. Untersucht an Salmo fario; Beschreibung der
Lage und Histol. bei älteren Süsswasserf. ; eine Degene-
ration der Follikel bei sehr alten Cyprinus car}3io durch
Quellung und Schwund der Wandzellen. — Die Thymus
entwickelt sich (bei der Forelle) viel später als die Thyr.
an den obern Enden der 4 wahren Kiemenspalten; die
4 Knospen verwachsen, der hintere Theil entwickelt sich
stärker; bei Cypr. carpio und bei Ehodeus bildet sich
aber mehr vorn neben dem Gehörorgan ein grosser
dorsaler Zapfen. Bei erwachsenen Thieren fehlt die Th.
meist vollständig, bei Forellen schon von 25 Ctm. Länge
an. Die Th. bleibt immer mit dem Epith. der Kiemen-
höhle in Verbindung, ist ursprünglich auch gegen das
medial gelegene Bindegewebe scharf abgegrenzt durch
eine Membran, welche aber später durch Eindringen ver-
ästelter Bindegewebszellen zwischen die Epithelmasse,
die jetzt hauptsächlich aus lymphoiden Kernen besteht,
durchbrochen wird. Noch später dringen Blutgefässe u.
lymphoide Zellen ein. Die Funktion der Th. scheint in
der Zerstörang dieser Lymphzellen, deren Reste aus-
geführt werden, zu bestehen. Morphol. Jahrb., Bd. 11,
S. 129— 175. Tfl. 8, 9; 2 Xyl.
Wright, Blutlauf der Kiemenregion bei Mustel. u.
Amia (s. Athm.).
Vergleiche üb. Entwickl. d. Grefässsystems : Do hm
(Thyreoidea), Wenckebach, Swaen, Kollmann, unter
Entwicklung.
Darmkanal u. Schwimmblase. Facciolä, aktive
Bewegung des Mundsegels (zur Athm.), Darmlänge und
Darmdrüsen bei Blennius (s. Syst.).
A. Pilliet studirte die Structur des Nahrungscanais
an Seefischen bei Concarneau. Wesentliche Abweichungen
von Edinger sind nicht zu bemerken. Nach der Häufig-
keit der Magendrüsen sondert Vf. die Teleostier in 3
Gruppen. Kurzen Darm bei zahlreichen Magend. haben:
Conger, Mullus, Chrysophrys, Pagellus, Trachinus, Mugil,
Gadus, Engraulis, Caranx, Motella, Scomber; wenige
Drüsen: Rhombus, Solea, Cottus, Gobius; drüsenlos ist
in der Ichthyologie währeiifl des Jahres 1885. 345
der Magen (also der Tractus überhaupt) bei : Callionymus,
S^mgnathus, Labrus, Blennius, Lepadogaster. — Bull,
soc. zool. de France, J. 10, S. 283—308 (keine Abb.).
H. Ayers (s. 343) beschreibt bei Protopt. u. Ceratodus
die Nasen- u. Mundhöhle (hornige Lippenbekleidung,
Papillen, Geschmaksknospen), Zellanhäufungen unterhalb
des Pharynxepithels viell. zum Schleimapp. der Oberlippe
gehörig, S. 488. Becherzellen im (faltenlosen) Oesoph.
mangelnd, erst vor der Pylorusklappe einige; Labdrüsen
fehlen ganz; die Günther'schen Drüsen sind Parasiten
(Oxyuris?)- Kapseln in versch. Stadien, Hyrtl's atonische
Geschwüre macerirte Lymphkapseln, deren dünne Scheide-
wand wahrsch. den Durchtritt der Lymphzellen zum
Darm gestattet; die dadurch verstärkte mechanische
Verdauung kann die wegen mangelnder Drüsen unvoll-
kommene chemische z. T. ersetzen. S. 491 — 499. Leber
mit grossen venösen Räumen bei Cer. und grossen
Lymphr. bei Cer. u. Prot.; Kloake bei Prot, rechts, links
oder median mündend; Pori abd. bei Prot, inner- oder
ausserhalb derselben, verschmolzen oder getrennt; bei
Gerat nach Selachiertypus. S. 500 — 502. Jen. Z. f.
Natw., Bd. 18.
W. Breitenbach, „Wiederkäuer unt. d. Fischen",
Ausz. aus Sagemehl (Ber. f. 84, S. 344.) Kosmos, Bd. 16,
S. 136.
Legouis, Pancreas der Cyclostomen (Ber. 84, S. 416).
List, Cloakenepithel, s. Haut S. 334.
R. R. Wright, function of the air-bladder in Ami-
urus, glaubt dass die Schwbl. nicht nur die Tiefe des
Wassers schätzen, sondern auch Töne empfinden helfe.
Rep. 54. meet. Brit. ass. adv. sc, S. 778.
Ch. Morris, „On the airbladder of fishes", glaubt,
dass in palaeozoischer Zeit alle Ganoiden eine Luft
athmende Schwimmbl. besessen hätten, die sich aus einer
dors. Pharynxausstülpung allm. bildete und den Fischen
die Jagd auf dem Lande und den Aufenthalt in unge-
nügendem Wasser ermöglichte. Daraus resultirte die
jetzige Teleost.-Schwbl., die rudimentär wurde oder
346 Dl'. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
andre Funktionen übernahm. Die Land besuchenden Gan.
wurden theilw. Batrachier, welche durch Concurrenz den
Fischen das Landleben abschnitten. Nimmt mit Semper
an, dass der starke Oxygengehalt in d. Schwbl. der
Tiefseef. eine Reserve für die Athmung biete. Keine
selbstst. anat. od. biol. Mitth. — Pr. ac. nat. sc. Philad.
1885, S. 124—135.
Alb recht, P. Die Schwimmblase der F. ist nicht
der Lunge der höh. Vert. homolog, weil eine Wandrung
ventralwärts schwierig; dagegen sind es die ventr. Blase
des Polypterus und der Luftsack von Tetrodon. Echte
Homologa der Schwimmbl. sind dors. Oesophagalaus-
stülpungen, die normal beim Schwein, abnorm beim
Menschen getroffen werden. (Sitz. d. Physiol. Ges. Berlin
16. Jan. 85.) Nature, Bd. 31, S. 380.
Cleland, Schwimmbl. v. Gymnotus (s. Syst.).
Athmungsorgane. Cleland. Die Spritzlöcher sind
präoral, sie entsprechen nicht dem Tympanum u. äuss.
Gehörgang der höhern Vertebr., welche postoral, sondern
eher dem Ductus lacrymalis. (Brit. Assoc.) Nature,
Bd. 32, S. 561.
R. R. Wright, „On the hyomandibular clefts and
pseudobranchs of Lepidosteus and Amia". Die Opercular-
kieme wird als „hyoidean demibranch", die äussere
Oeffn. des ,,spiracular" oder ,,hyomandib. cleft" als
Spiraculum bezeichnet. Als Pseudobr. gelten Organe
mit sauerstoffreichem Blut: Hyoid- und Mandibular-
Pseudobr. — Vf. resumirt: 1. Die ,, hyoid. demibr." ist bei
Lep. in 2 Theile getrennt; der untere funktionirt, der
obere ist nicht-respiratorisch (Pseudobr.). Der prae-
trematische Ast des N. glosso-phar. geht nur zum obern
Theil. 2. Vor der Pseudobr. liegt ein persistirendes
hyom. cleft, das aber aussen geschlossen ist: ein Diverti-
culum ähnl. wie bei Mustelus, aber vom Schädelknorpel
umgeben (wie Polyodon). 3. Die Spalte u. d. Divert.
enthalten einen langen, freien Nervenhügel, zu dem ein
besonderer Ast des r. oticus VII tritt, und der viell.
durch Verbindung des r. ventralis VII mit dem Epithelium
in der Ichthyologie Wtährend des Jahres 1885. 347
der Hyomand. -Tasche (ähnl. wie die Neuromasten der
Haut durch die dors. Aeste) gebildet wird. — 4. Bei
Amia verhalten sich Spalte, Divert. u. Innervirung- ähn-
lich, aber die Spalte hängt nur indirect mit der Mund-
höhle zus. durch einen Canal, in dem die Hyoidpseudobr.
liegt. 5. Das Vorkommen der obigen Divert. leitet zu
einer Erklärung für den Canalis tubo-tympanicus der
Embr. höherer Vertebraten. 6. DieAehnlichk. derPseudobr.
von Esox mit der v. A. deutet an, dass die Psbr. d.
Teleostier zum Hyoid-, nicht zum Mndb. -Bogen gehört.
7. Die Gland. choroid. von A. hat nichts mit der Hyo-
mandib. -Spalte zu schaffen. Journ. Anat. and Phys.
Bd. 19, S. 476—499, Taf. 24.
R. R. Wright corrigirt eine erste Mittheilung (Amer.
Natur. Bd. 19 S. 188) über die Spiracula von Amia und
Lepidosteus dahin, dass die Pseudobranchie der Teleost.
doch (mit Gegenbaur gegen Dohrn) mit der von Amia u.
Lepid. homolog sei; Vfs Irrthum, die von Amia als
Spiracular-Pseud., homolog der von Acipenser, zu deuten,
wurde durch einen Canal, der bei Amia von dem Spritz-
lochrest zur Pseudobr. zieht, veranlasst. In diesem Canal
findet sich ein Nervenhügel innervirt vom R. oticus trig.
(auch bei Lepid.). Lepid. hat keine Pseudobr. im Spritz-
loch (gegen J. Müller); dieses ist aussen geschlossen; der
von ihm abgehende Zweigcanal entspricht dem gleichen
bei den Selachiern u. weiter der Tuba Eust. Amer. Nat.
Bd. 19, S. 513.
Niere. S. Grosglik, „Zur Morph, der Kopfniere
der Fische", glaubt, dass bei völlig erwachsenen Fischen
(auch bei Bdellostoma) stets der Glomerulus und die
Windungen des Wolff'schen G.'s verschwinden; Zellreste
des letzteren bleiben dem lymphoiden Gewebe beigemischt.
Dies lymph. G. entspricht der Rindenschicht in der
Nebenniere der Amnioten, während die bisher als Nebenn.
der Teleost. bezeichneten Org. nur dem nervösen Centrum
der Amn.-Nbn. homolog sind. Gasterosteus, Esox, Cypr.,
u. besond. Rhodeus wurden untersucht. Zool. Anz., J. 8,
S. 605— 611.
348 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
C. Emery hält wenigstens für Fieraster aufrecht,
dass auch im hohen Alter der Pronephr. noch in Funktion
bleibt; das lymph. Gew. der Tel.-Niere ist ihm Blut-
bildimgsorgan. Ebd. 742—744.
H. Ayers (vergl. S. 343), Nephrostomen scheinen bei
Protopterus vorzukommen, doch wurden die Canäle von
der peritonealen Mündung nicht ins Innere verfolgt; bei
Gerat, fehlen auch die äusseren Oeffn. Die Dipnoer-
Niere entspricht dem Mesonephros, von dem Pron. keine
Spur; bei Gerat, zerfällt die Niere in getrennte Theile,
aber nicht in Harmonie mit der Wirbelmetamerie. Die
Kopfn. der Teleost. entspricht dem Vorderende der Dipn.-
N. u. dem Fettkörper der Amphibien (S. 519) und ist
kein Pronephros (506). Die Ureteren können getrennt
oder einzeln in der Gloake münden. Jen. Z. Natw., Bd. 18,
S. 502—507.
W. F. P. Weldon verfolgt an Pristiurus-Embr. die
Herkunft der Nebennieren von den Segmentalröhren (also
nicht von Blutgefässen); sie sind somit wie die Kopfn.
bei Marsipobr. u. Teleost. rückgebildete Nieren. Die
Nebenniere der höhern Vertebr. entspricht dem reducirten
Mesonephros. Q. j. micr. sc, Bd. 25, S. 137—149, Taf. 11.
12, F. 9—16. Vergl. Pr. roy. soc. Lond., Bd. 37, S. 422
bis 425.
K. Möbius, „Eigensch. u. Ursprung der Schleim-
fäden des Seestichlingnestes" (Spinachia vulg.). Der
Schleim ist eine Modification des Mucins und wird vom
Männchen zur Brunstzeit in den Epithelzellen der Harn-
kanälchen erzeugt, er sammelt sich in der stark an-
schwellenden Harnblase. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 25,
S. 554—563, Taf. 22; Ausz.: Sehr. d. natw. Ver. f. Schlesw.-
Holst., Bd. 6, S. 56, übers, in Ann. Mag. N. H.; Bd. 16,
S. 153. Naturf., J. 19, S. 99.
Gleland, Nierengang bei Gymnotus (s. Syst.).
Generationsorgane (Hermaphroditismus). M. Weber
entdeckte bei Männchen u. W. von Goregonus u. Argentina
wahre, paarige Abdominalporen, die von dem Genital-
porus der Weibchen, der die Eier ausführt, wohl zu unter-
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 349
scheiden sind, sie sind rudimentäre funktionslose Bildungen.
Tijdschr.Nederl. Dierk. Vereen. (2)Bd.l, Versl. S.CXXXII.
Smiley, äusseres Erkennen des Geschlechts, Cy-
prinus (s. Syst.).
W. Turner, „oviducts of the Greenland Shark (Lae-
margus borealis)". Ein Expl. von 11 V2 Fuss hatte Ovarien
15 Zoll 1., die Eichen viel kleiner als am Expl. (7^ 1.) von
1878. Die Tuba in Form einer gespitzten Blüthenscheide
war nicht gross u. beweglich genug, um die Eier von
der ganzen Oberfl. des Ovid. zu sammeln, eine Zahl wird
daher wohl durch die Fori abd. entleert. — Im Magen
Fische von 3' L., Buccinum, junger Delphin (?); Fleisch
eines Walfisch. — Häufig bei Schottland. — Journ. Anat.
and Phys. Bd. 19, S. 221—222.
Haacke, Uterus bei Trygonorh. (s. Eajae.)
G arm an, Oviduct v. Chlamydosel. (Squali) u. Cle-
land, Ovid. u. Gymnotus (s. Syst.).
H. Ayers (s. S. 343) untersuchte weibl. Ceratodus
u. Protopt.; Ovarien nach Urodelen- Typus, Eileiter wie
bei Rana. Das Sperma wird wahrsch. durch die Fori
abd. entleert. Jen. Z. Natw., Bd. 18, S. 502—508.
E. Perravex, Bild. d. Eischale (Ber. 84, S. 347).
Ausz. in: J. r. micr. 5. (2) Bd. 5, S. 425—426.
Krukenberg, Subst. d. Eischale (Selach.) s. Syst.
Prince, Ovarien v. Zoarc, Anarrh., Gasterost., Dünn
von Molva, Facciolä von Blennius, s. Syst.
Facciolä, Zellen im Dotter, Eihülle mit Leisten
s. Blennius; Ryder, Eihaut fehlt bei Gambusia, Ver-
schiedenh. bei versch. Fischen (s. Entwickl.).
Ph. Owsjannikow, „Stud. üb. das Ei, haupts. bei
Knochenf.". Perca fluv., es wird d. Structur des Ovariums
berührt; die korkzieherart. Canäle der Gallertkapsel
(= Z. rad. ext.) gehen aus Granulosazellen hervor, Ver-
zweigungen der korkz. Can. vertheilen sich dann in die
feinen Can. der Z. rad. int. Auf diesem Wege werden
Nahrungskörnchen aus den Granulosaz. in das Ei ge-
leitet. Einwanderung von Leucocyten wurde (in spätem
Stad.) nicht beob. Die Wand des Ovar, entwickelt glatte
350 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Muskeif., die yermöge peristalt. Beweguug*en die Eier
entleeren. — Acerina vulg. zeigt statt des korkzf. Can.
einen kurzen, graden Ausläufer an den Granulosaz.
Unterh. der Z. rad. lässt sich mit Gold leicht ein Häutchen
vom Dotter isoliren, dennoch wohl nur Kimstprodukt.
Dotterelemente mit Kernen, also Zellen!, sind leicht zu
constatiren, 2 — 22 ^w Durchm.; beim Reifen des Eis ver-
schwindet deren Kern u. Zellenmembran. In diesen
Dotterzellen bilden sich die Oeltropfen des Dotters. —
Bei Gasterost. pung. u. acul. ist nur 1 Z. rad. vorh., die
aussen aufsitzenden nagelf. Bild, stammen wohl von
Granulosaz. ; die Rindenschicht des D. ist hier keine
selbst. Haut. — Bei Lota vulg. ist die Z. rad. dünn; die
Dotteroberfl. ohne isolirbare Haut, dagegen eine dünne
Haut ausserh. der Z. r. erkennbar; Abb. des ausgelaichten
Ovariums. — Trutta trutta, Eikapseloberfl. mit punktf.
Hervorragungen und mit klebrigem Mucinüberzug; eiii
äusseres Häutchen, das sich fest an die sehr dicke mit
feinen Canälen versehene Z. rad. anlegt und ein inneres,
dem D. anhaftendes H. durch Goldbehandl. nachweisbar.
Dotter unreifer Eier mit Zellen, Abb. — Osmer. ep., eine
Z. r. ext. u. int., die Canäle der letzteren feiner, zu-
weilen aber doch mit Nährpartikelchen gefüllt. In den
Trichter der Micropyle steigt auch eine Bekleidung von
FoUikelendothelz. und Granulosaz. hinab; die Microp.
scheint Nährstoffe aus den Granulosa-Z. einzuführen. Die
Z. r. ext. wird beim Reifen abgestossen, kann also hier
sicher nicht die Bestimmung haben die Eier aneinander-
zukleben (Lereb.). Die unbefruchteten Eier sind einer
ziemlich weitgehenden Segmentation fähig. — Coregonus,
Eierstockstruktur; Granulosaz. senden Fortsätze in die
Canäle der Zon. rad. hinein. — Esojj, die Granulosaz.,
welche bei Perca die korkz. Can. liefern, verbleiben hier
in Form eines Cylinderepithels ; die Ovar, aussen stellen-
weise mit Flimmerepithel. — Anguüla fl., 2 Exp., im Dec.
untersucht, hatten beide Ovar, symmetr. entwickelt, Eier
nur 0,107 bez. 0,172 mm. Z. rad. sehr dünn, im Dott.
als Formelm. nur Oeltropfen; Kern mit starker Membran.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 351
Es liegt noch eine jüngere Generation von Eiern im Eier-
stock. — Auch bei Petromyz. fluv. finden sich Granulosaz.,
oft trichterf., deren Spitze in die Zon. rad. eindringt,
cf. Acerina; stabf. Fortsätze des Kerns u. a. m. nur
Kunstprodukte, nur Fortsätze des Kerns zur uhrglasf.
Erhabenheit der Eihaut constant. Verf. hielt die Neun-
augen 7 Monate im Aquarium ohne Futter (Fische wurden
verschmäht) u. erzielte dennoch lebensfähige Brut. Das
Männchen umklammert zur Laichzeit das W. mit dem
Schwanz, ohne dass jedoch dabei eine Befruchtung statt-
findet. Unbefr. Eier furchten sich nicht; nach der Befr.
erhebt sich aus dem Dotter am „thätigen Pole" ein
„Keimzapfen", der an Stelle der friVher dort das Sperma
leitenden Stränge wiederum Dotter u. Eihaut verbindet.
Ein nach dem Zurückweichen des Keimz. an der Eihaut
hangen bleibender Tropfen ist {^Q^. Kupffer u. Benecke,
die sonst exact) nicht als Richtungskörper zu deuten,
er besteht aus Dottermasse. Trotzdem dass mehrere
Spermatozoen gleichz. in das Ei dringen, war stets nur
eine Micropyle zu sehen, die Eihaut am spitzen Pol ist
indess durch Quellbarkeit ausgezeichnet. Mem. Ac.
Petersb. (7), Bd. 33, No. 4, 3 Taf. ; Arbeit. Petersb. natf.
Ges., Bd. 15, Protok., S. 367, S. 42—43 (russisch). Ausz.:
J. r. micr. soc. (2) Bd. 6, S. 403.
W. Mcintosh „The eggsof fishes" (Vortrag). Süsswf.
besitzen fast alle zu Grunde sinkende Eier, und alle Theile
des Eierstocks reifen jedesmal gleichzeitig; die nutzbaren
Seefische haben alle (ausgen. die Clupeiden) schwimmende
Eier, und die Eier reifen und lösen sieh nach und nach ;
Aufzählung der pelagischen Eier. Sterbende Eier sinken,
Erwärmung des Wassers bewirkt kein Sinken. Schil-
derung der Jugend des Gadus morrhua. Nature. Bd. 31,
S. 534—536, 555 — 557. Vergl. auch bei Ontogenie.
Ryder, Hoden von Anguilla u. Reifung des Samens
(s. Syst.).
Facciolä, Spiraldrehung des Hodens zur Laichzeit,
Mündung der Vasa defer. u. äussere Papillenbild. beim S^
s. Blennius.
352 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Hermapliroditismus bei Stören u. anderen Fischen,
Benecke u. v. d. Borne, Handb. d. Fischzuclit und
Fischerei S. 40.
J. D. Matthews, „Oviduct in an adult male skate
[Raja clav.]". Die Ovarien waren völlig abwesend; nur
der linke Ovid. war vorhanden, wohlentwickelt u. ent-
hielt im vordem Ende Spermatozoen, die in ihm auf-
wärts geleitet worden sein müssen u. 60 Stunden nach
dem Tode des Fisches noch beweglich w^aren gleich dem
Flimmerepithel. Ob Selbstbefruchtung oder durch andre
(J? Der linke Hoden nebst Epidid. waren wenig, sein
Vas def. u. Samenblase schon mehr, der Spermasack
aber ganz reducirt. J. of Anat. Phys. Bd. 19, S. 144 — 149,
Taf. 9.
Secundäre Geschlechtscharaktere: Cyprinus,
Smiley; Blennius, Facciolä; Salmonidae, Harvie-
Brown; s. Syst.
Laichen, s. bei Entwicklung.
Entwicklung.
Ontogenie. Mcintosh „üb. das Laichen einiger
Seefische (= Notes from. St. Andrews Marine-Labor. II).
Vergl. Clupea, Zoarces, Anarrhichas, Cottus, Agonus,
Lepadogaster, Liparis, sowie üb. junge Molva u. Anguilla
im syst. Th. — Die pelagischen Eier sind meist durch
zarte Zona rad., crystallhellen Dotter und wenig ent-
wickelte Junge ausgezeichnet; der Oeltropfen be-
dürfen sie zum Schwimmen keineswegs. — Auch ein
multipler Tumor in der (Flossen-)Haut von Pleuronectes
wird beschr. u. abgebildet. Ann. Mg. Nat. Hist, Bd. 15
S. 429—437, Taf. 16.
Mcintosh, „üb. die Eier von Callionymus lyra"
{= Not. St. Andr. Lab. III, No. 1.) (s. Syst.); ebd. Bd. 16,
S. 480, Taf. 13.
Eier, vergl. auch oben (Generationsorg.).
Laichen: Gadus (E w a r t und B r o w n) , Clupea
(Ewart), s. Syst.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 353
Brunst u. Brutpflege s. bei Biologie.
Befruchtung, Forelle (Kupffer), Petromyzon
(Owsiannikow), Acipenser (Borodin nebst Entwickl.),
Clupea (Brook), s. Syst. od. Generationsorg.
Haacke, polyembry. Eikapseln u. Ernähr, d. Embr.
bei Tygonorh. (Rajae) s. Syst.
E. Ziegler, die embryon. Entw. von Salmo salar.
Freiburg i. B., 1882, 8». 4 Taf. mit 51 Fig. (Dissert.)
J. A. Ryder bespricht das Verhalten des eben aus-
geschlüpften Lachses in Bezug 1. auf die verticalen
Flossen; die embryon. Strahlen (A. Ag.) heisst Vf. „Actino-
trichia", sie entstehen aus den „Pterygoblasten," sind
bei Salmo bereits im Ei vorhanden, bei Cybium u. Gadus
erst längere Zeit nach dem Ausschlüpfen, in der Fettfl.
des Lachses bleiben sie auch später erhalten, die Fettfl.
daher ein Zeichen phylog. Alters; 2. auf die paarigen
FL, von denen die vorderen (P.) bei den niederen Typen
(Physostomen) stets früher auftreten und Actinotrichia
bilden als die hintern, bei höheren T. aber kann die
Bauchfl. sich gleichzeitig mit der Brustfl. entwickeln;
3. bezüglich des foetalen Blutumlaufs werden 5 Capillar-
systeme aufgezählt, die das Blut der Reihe nach hinter-
einander zu durchlaufen hat: das der Kiemen, das
„systemische" (Muskeln des Körpers, Haut etc.), das des
Darms, der Leber und des Dotters; im Dotterepiblast
werden becherförmige Schleimzellen erwähnt. 4. Als
krankhafte Processe werden Blutstockungen in Dotter
u. Leber (durch Stösse von aussen erzeugt) und Abhebung
der Epiblasthülle namhaft gemacht. — Proc. nat. Mus.,
Bd. 8, S. 156—162, Tfl. 12.
E. E. Prince, „üb. Nest [Abb.] u. Entwickl. des
Gasterosteus spinachia". Auch die ? haben röthliche
Brunstfärbung. Einige anatomische Details [Abb.] über
die Niere u. Blase mit Bezug aufMöbius' Arbeit; nimmt
mit Mcintosh (Cottus) an, dass die Zwischenräume
zwischen den zusammengeklebten Eiern dazu dienen
bei Trockenlegung die nöthige Feuchtigkeit zurück-
zuhalten. — Struktur der Eierschale [Abb.] — 2 Stunden
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. U. H. 1. y^
354 Dl*- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
nach d. Befrucht. die Protoplasmakappe fertig-, 12 St. n.
d. Befr. das 16 -Zellenstadium, 13 St. die Morula. Am
4. Tag: Nuclei im Periblast und d. Hornschiclit deutlich.
Am 6.: Randwulst u. Embryonalschild; Blastod. bedeckt
Vs des Eies, der Rest der Oberfläche mit multinucleolirten
Nucleis besetzt, um welche Protoplasmapseudopodien.
Am 8.: Mesodermplatten deutlich; im Blastod. ausserhalb
des Embryo zahlr., viell. periblastische, als klare runde
Bläschen erscheinende Nuclei, später minder zahlr. Am
12.: 12 Provertebrae. Am 17.: d. Herz pulsirt. Das Blut
stammt vom Periblast. Am 20.: Krümmung des Herz-
schlauchs. Ann. N. Hist. (5) Bd. 16. S. 487—496, Tfl. 14.
J. A. Ryder, „Entwicklung lebendig gebärender
Knochenfische", ergänzt Girard's Beobachtungen über die
Embiotociden (1858) sehr wesentlich, indem er ein
embr. Athemorgan in dem lappig verlängerten Dorsal-,
Caudal- u. Analflossen, die von reichhaltigen, eigen-
thümlich verlaufenden Blutgefässen gespeist werden, er-
kennt ; er sieht in dem sehr entwickelten und mit langen
Zotten ausgestatteten hintern Darmende ein später sich
rückbildendes Ernährungsorgan, das die vom Ovarial-
sack gelieferte Flüssigkeit verdaut. — Bei Grambusia
bleibt jedes Ei in einem eignen Follikel eingeschlossen;
die Nährsubstanz wird hier lediglich vom Dotter ge-
liefert. Die Eihaut (Zona radiata) scheint, weil als
Schutzhülle überflüssig, ganz zu fehlen; jeder Follikel
erhält ein eigenes Gefäss für die Vermittlung der embr.
Respiration. Ein sich stark erweiternder „Form folli-
cularis" dient wahrsch. zum Eintritt des Sperma u. zum
Austritt der sofort freischwimmenden und jagenden
Jungen; deren Zahl ist dafür aber sehr klein (10). Der
Dottersack bildet jederseits einen Fortsatz aus, so lang,
dass er mit dem der Gegenseite über dem Scheitel zu-
sammentrifi't. — Kurze Notiz über Fundulus -Embryonen.
— Abdruck von Wyman's Arbeit über Anableps (1857).
Pr. Nat. M., Bd. 8, S. 128—155, Tfl. 6—11; Ausz.: Amer.
Nat, Bd. 19, S. 1229; vergl. Ber. 1882 S. 605.
W. F. Page. Direktes Sonnenlicht beschleunigt die
in der Ichthyologie wahrend des Jahres 1885. 355
Entwicklung (Clupea sapidissima) , wobei das Wasser
nicht wärmer wurde [aber doch vielleicht der Embryo.
Ref.]. Bull. F. Comm., Bd. 5, S. 308.
A. E. Shipley, „über die Bildung des Mesoblast
und die Persistenz des Blastoporus bei dem Neunauge",
sieht als Dach der Furchungshöhle unmittelbar vor der
Invagination nur noch ein einschichtiges Epithel (mit
Calberla gegen Schnitze); an der dorsalen Mittellinie
tritt auch bei der Invagination keine Zwischenlage von
miteingestülpten Zellen auf, aus denen sich der eine
Theil des Mesoblasts (nach Scott) anlegen könnte; viel-
mehr leitet sich der ganze Mesoblast nur aus Dotter-
zellen her. Der Blastoporus wird nicht (Scott) vom
Neuralcanal aufgenommen, sondern besteht fort, um zum
Anus zu werden (Schnitze, Calb.). Die Entwickl. von
Frosch und Amphioxus verglichen. Proc. roy. s. London,
Bd. 39, S. 244—248.
G. Brook publicirt seine Notizen über Entw. von
Trachinus sowie von Motella (Ber. 84, S. 356) ausführ-
licher. Nur beim unbefruchteten Ei des Tr. ist die
Dotterhaut von der Zona rad. noch leicht unterscheidbar;
die Circulation bildet sich bei Tr. u. Mot., wie wohl bei
allen pelagischen Fischeiern, erst spät aus, mehrere Tage
nach dem Ausschlüpfen; den späten Durchbruch des
Afters theilt Mot. mit Gadus; das Kupffer'sche Bläschen
erscheint bei Mot. erst nach Schluss des Blastoporus, bei
Tr. schon vor Bildung der Urwirbel; das Vorderhirn bei
Mot. biegt sich vorübergehend unter das Mittelhirn, sodass
eine Aehnlichkeit mit Haifischembr. entsteht. Liste über
die Zeit, welche zum Ausschlüpfen bei pel. Eiern (von
10 Species) erforderlich, 20 Stunden bis 20 Tage. J. Linn.
Soc. London, Zool., Bd. 18, S. 274—291 bez. 298—307,
Tfl. 3—6 bez. 8—10. Ausz. : J. r. micr. soc. (2) Bd. 5,
S. 34—35 bez. 785—786.
J. Kollmann, „Gemeinsame Entwicklungsbahnen
der Wirbelth.", findet (bei Torpedo) den Urmund in dem
schon von Balfour u. A. gesehenen Dotterloch am vordem
Umfang der Furchungshöhle. Es entspricht somit die
356 1^1'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Gastrulation der Selachier vollk. dem Schema der
seheibenf. Gastrula. (Auch bei Teleost. ist die Discoblastula
noch sehr vollkommen.) Der Randwiüst zerfällt nach
Ablauf der Gastrulation in 2 Abschn. : d. hintere ist die
Bildungsstätte von Primitivstreifen u. -Rinne u. damit
der h. Körperanlage; d. vord., grössere ist der Bezirk
für Umwachs, des Dotters u. zugl. Bildungsst. des Bluts
(„Akroblast"). Der vord. Th. der Körperanl. (Medullar-
wülste u. Neuralrinne) entsteht selbstst. vom hint. ! in der
Area pell. — Der Can. neurent. der Rept., die Primitiv-
rinne d. Vög., Säug. u. Teleost, die Randkerbe der
Selach. sind homologe Bild., aus der paarigen Anlage
des embr. Hinterkörp. herrührend. Arcrh. f. Anat. u.
Phys. 85, S. 278—306, Taf. 7 (Torp. oc. Salmo fario).
J. Rückert, „Zur Keimblattbildung bei Selachiern".
Die im Stadium von 8 Furchungsz. schon (bei Torpedo)
beobachteten freien Kerne im Dotter, ^^Merocyten'-^ im
Gegens. zu den echten Furchz., den ^Holocyten'-^^ genannt,
lösen sich wahrsch. bei der ersten aequator. Furchung
vom Keim ab; sie ermangeln des Dentoplasma, viell. öfter
auch des Protopl., und dienen dazu, durch Verzehren
des Dotters, welches durch amöboide Fortsätze geschieht,
denselben in Zellen umzuwandeln, die in die Blastula-
höhle geschoben u. dort hauptsächlich zur Bildung des
Entoblast verwandt werden. Die Gastrulahöhle ist in dem
queren, horizontalen Spalt zu sehen, der von hinten her
zw. Embryonalrand und Dotter eindringt. Diese ürdarm-
höhle besitzt nur auf der dorsalen Seite eine regelrechte
(doppelschichtige) Wand u. einen Mundrand (den Hinten*,
der Keimscheibe), der Rest des Properistoms ist in der
Peripherie des Keims zu suchen, die vorn hin auf niederer
Stufe bleibt und die Umwachsung des Dotters aus-
führt. Bei Sauropsiden ist auch der Hinterrand nicht
mehr erkennbar umgestülpt. Sitzb. Ges. f. Morph, u.
Physiol., München, Bd.l, S.47 — 104, 7 Xyl., (auch Separat).
L. F. Henneguy, „Ligne primitive des poissons
osseux". Der früher den Anallantoidea abgesprochene
Axen- od. Primitivstreifen ist bei Knochenf. in der That
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 357
vorhanden, aber nicht, wie Kupffer (Ber. 84, S. 349) will,
im vordem Th. des Emb., er wird vielmehr durch die
Schwanzknospe repräsentirt (mit Balfour u. Stahl). Das
Kupffer'sche Bläschen entspricht dem Can. neurentr. der
Rept. u. Vög., es ist der Ausgangspunkt der Darm-
bildung. Die Primitivrinne verschwindet nicht durch
Verengerung zu einer Spalte od. Invagination (Calberla),
sondern durch Flacherwerden, „Evagination''. Unters,
im refl. Licht u. a. Schnitten, Salmo fario. Zool. Anz.,
J. 8, S. 103—108.
G. Brook, „Origin of the hypoblast in pelagic
teleostean ova", leitet den Hypoblast mit den meisten
Forschern (gegen Hoffm. und Agassiz u. Wh.) von dem
Periblast, d. h. dem unterhalb der Furchungszellen-Masse
aus dem Dotter sich zusammenziehenden Protoplasma,
ab; verwirft also die Umstülpung des Epiblastrandes.
Ob die Kerne des Peribl. von der 1. Furchungsspindel
herrühren, oder sich frei bilden, bleibt offen. Trachinus
u. Motella untersucht. Haeckel's fragliches Motella-Ei war
kein solches. Q. Journ. micr. s., Bd. 25, S. 29—36, Tfl. 3
Ausz. : Arch. Zool. exper. (2) Bd. 3, Notes S. XXI— XXIII.
J. A. Ryder' s ,,Archistom-Theorie" führt Sedgwick's
Ideen weiter aus. Archistom bedeutet den in der Median-
linie des künftigen (bilateralen) Embryo verlängerten
Gastrulamund sammt den in seiner Nachbarschaft auf-
tretenden Neuralanlagen. Die Gliedmaasen der Annu-
laten u. Arthropoden sowohl als die Flossen der Fische
gehen aus den Mundtentakeln der Urform hervor, die
mehrkreisig gedacht werden. Chaetopoden und Chordaten
bilden zwei divergirende Zweige des Stammbaums.
Amer. Nat., Bd. 19, S. 1115—21.
J. T. Cuningham erblickt (mit Henneguy 1881) in
dem Kupffer'schen Bläschen das Homologon der Gastrula-
Höhle, die sich hier allerdings (ebensowenig wie ja auch
das Ohrbläschen) nicht mehr durch einen Gastrulamund
nach aussen öffnet; das K.'sche Bl. wird zum Lumen
des Darms. Angehängt sind eine Polemik gegen Sedgwick's
Blastoporus-Theorie, Betrachtungen über Entstehung der
358 I^i'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistimgen
Chorda dors., welche mesodermatisch, und über Phylog.
des Auges. Quart. J. micr. sc, Bd. 25, S. 1 — 14, Tf. 1.
J. A. Ryder erklärt die Verschiedenheit der Lage
des Dotter-Blastoporus, „telepor" bei Amphib., Petromyz.,
Ganoiden, Chondrost. u. Teleost., „atelepor" dagegen bei
Elasmobr. u. Sauropsiden aus der Grössen- Verschiedenheit
des Dotters. — Die erste Entwickl. der Ganoiden weicht
nicht wesentlich von der der Teleost ab (gegen Balfour,
Parker, Salensky). Amer. Nat. Bd. 19, S. 411—415.
J. A. Ryder bildet ein Stadium der embr. Entw.
von Elacate ab, welches deutlich das Zusammentreten
zweier schon in Somiten zerfallener symmetrischen
Stränge zur Erzeugung der Körperaxe darthut; ventral-
Avärts davor liegt im Vereinigungswinkel allerdings noch
eine Zellmasse die keine Spuren von Concrescenz verräth.
Amer. Natur., Bd. 19, S. 614—615, 1 Xyl.
A. Swaen, Developpement des feuillets et des
Premiers ilots sanguins dans le blastoderme de la Torpille
(Torpedo ocellata). Aus einer Mischung von epi- u. hypo-
blastischen Zellen entsteht am Hinterrand der Embr.-
Anlage eine Schicht, die Vf. als secundären Hypoblast
bezeichnet, sie bildet das Dach des Urdarms und erzeugt
die Chorda dors., die 2 lateralen Mesoblastplatten, und
das Darm-Epithel, dem der Name Endoblast gegeben wird;
ein andrer Theil des Endobl. stammt vom primitiven
Hypoblast, der den Boden des Urdarms bildet. Die
ersten Spuren von Blut u. Gefässen treten vorn in der
Peripherie der extraembryonären Zone des Blastoderms
auf; die Blutinseln knospen aus dem Hypobl. hervor und
erhalten Scheiden vom Mesoblast. Bull. Ac. r. Sc. de
Belgique (3), Bd. 9, S. 385—416, 16 Xyl. J. r. micr. s.,
(2) Bd. 5, S. 977—978.
K. F. Wenckebach, „Developm. of the blood-cor-
puscles in the embryo of Perca fluviatilis". Zur Zeit,
wo das x^ugenpigment auftritt, lösen sich von dem Zellen-
strang, der die Vena vertebralis ausfüllt, Zellmassen ab,
zerfallen, färben sich während der Circulation u. werden
somit typische Blutkörperchen. In keinem anderen Ge-
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 359
fasse ist derartiges nachweisbar. Die Zellen, welche in
den Dottergefässen angehäuft liegen, sind erst durch den
Blutstrom dorthin geführt, sie sind schon gelb. Unter-
sucht an Schnitten u. beim leb. Fisch im hängenden
Tropfen. J. of Anat. Phys., Bd. 19, S. 231—236, Taf. 11.
W. Schimkewitsch berührt in „Identität der Herz-
bild, bei d. Metazoen" auch die Entwickl. des Herzens
bei Fischen. Zool. Anz., J. 8, S. 37, 384.
J. A. Ryder, das Herz der Knochenfische entsteht
nicht (wie Balfour angiebt) durch Verschmelzung zweier
symmetr. seitlichen Röhren (Typus der Vögel u. Säuger),
sondern als einfacher medianer Spalt. Amer. Natur.
Bd. 19, S. 1015—1017.
A. Tichomiroff, „Zur Entw. d. Schädels bei den
Teleosteern" (Salmo salar), weicht in folgenden Punkten
von Stöhr (82) ab: In der bindegewebigen Grundlage
des Seh. sind es die Trabeculae (nicht die Parachordalia)
die zuerst Knorpel erzeugen; jene Grundl. setzt sich
homogen bis in die Wirbelsäule fort, von der 2V2 Sclero-
tome in den Primordialsch. einbezogen werden. Getrennte
Parachordalia anter. und post. fand Vf. nicht; in der
Occipitalregion schreitet die Knorpelbild, allmählich von
vorn nach hinten fort. — Der N. vag. entsteht aus
2 Wurzeln: einer starken branchio- intestinalis u. weit
dahinter d. W. des R. lateralis. Zu den in den Schäd.
eintretenden Sclerot. gehört je ein Myomer, aber der
betreff. Nerv nebst Gangl. fehlt beim vordersten und ist
schwach beim 2. (hier noch intercraniell, = XH), beim 3.
schon ganz normal; der N. des 1. viell. in den Vag. auf-
genommen. — Im Visceralsk. treten die Copulae als
einzelne Knorp. auf (kein Copulare commune), die 3 ersten
Cop. verwachsen dann, so auch die 4. mit d. 5.; das
Glossohyale u. die sämmtl. Hypobranchialia entstehen u.
bleiben selbstständig. Zool. Anz., J. 8., S. 533 — 537.
A. Do hm, Stud. z. Urg. des Wirbelthierkörpers.
Vn Entstehung und Differenzirung des Zungenbein- und
Kieferapparates der Selachier. VHI Die Thyreoidea bei
Petromyzon, Amphioxus und den Tunicaten. IX Die
S60 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Bedeutung der unpaaren Flosse für die Beurtheilung der
genealogischen Stellung der Tunicaten und des Ampliioxus
und die Reste der Beckenflosse bei Petromyzon. — Die
Zahl der in den Kopf eingehenden Segmente beträgt
mehr als die 9 sicher constatirbaren ; die Branchiomerie
steht in strengem Zusammenhang mit der allgem. Körper-
segmentirung (mit Gegenbaur gegen Ahlborn); die Form
der segmentalen Kopfhöhlen ist individuellen Schwan-
kungen, Öfter sogar solchen zwischen rechter und linker
Hälfte unterworfen, und darum erscheinen die Kopfh.
für morphol. Schlüsse als unsichere Grundlage. Am
Kopfe sind die dorsalen Partien der Segmente fast völlig
unterdrückt (Muskeln, periph. Nerven) nur das Gehirn
gehört diesen zu, am Schwänze umgekehrt ist von der
ventralen Hälfte nichts, mit Ausn. der Caudalvene, er-
halten; dem entsprechend eifert Vf. gegen Auffassung
der sog. dorsalen Aeste der Gehirnnerven als wirklich
dorsaler Bildungen. Als modificirte Kiemenöffiiungen
erkennt er folgende 7 an: Nase, Linse, Hypophysis,
Mund, Spritzloch, Thyreoidea, Ohr. — Gegenbaur's
Theorie, wonach das Hyomandibulare der Rochen dem
dors. Haupttheil des Zungenbeinbogens entspricht, hält
Vf. für unrichtig, weil dieser Theil bei dem Rochen
(ausser dem Hyom.) angelegt wird und typisch mit
Kiemenstrahlen ausgerüstet und dorsal von der Venen-
quercommissur gelegen ist [Das Hyom. würde Ggb. dann
wohl als die vordere Partie dieses Theils betrachten.
Ref.], vielmehr ist das Hyom. ein eigner Bogen, der bei
den Rochen, die Vf. für den urspr. Typus hält, noch
selbstständig, bei den daraus entsprungenen Haien dann
mit dem Hyoid vei-wuchs [Der Doppelanlage in der
Ontogenose der Haie müsste dann nachgespürt werden.
Ref.]; die Notidaniden gelten dem Vf. bez. ihres Hyomand.
und Palatoquadratum für noch untypischer als die
normalen Haie, obgleich sie wegen der Mehrzahl der
Kiemenspalten archaistischer sind. — Die wirklichen
Homologien des Hyoid- und Kieferapparates hält, D.
zur Zeit noch für unklar; gegen Gegenbaur polemisirt
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 361
er hauptsächlich betreffs der Homologisirung des M.
addiictor mand. mit den Add. der Kiemenbögen.
Alb recht's Schema, wonach das dorsale Stück des
Hyoidb. durch dessen Verbindungs-Lig. zum Schädel,
das der Mandibel durch das Hyom., das der Maxille
endlich durch den Spritzlochknorpel vertreten sein soll,
verwirft D. als mit der Ontogenie unvereinbar. — Der
Spritzlochknorpel („Spiraculare" D) wird stets als ein-
faches Stück angelegt und hat seine Arterie hinter, nicht
vor sich; er kann darum nicht verwachsenen Radien,
sondern nur einem Bogen homolog sein; bei den Tele-
ostiern wird er durch eine Bildung vertreten, die vor
dem Quadr. liegt und das eigentliche Kiefersuspensorium
ausmacht. — Bei Petromyzon wird aus der vordersten
nie durchbrechenden (achten) Kiemenspalte, die dem
Spritzloch der Selachier u. der Pseudobr. der Tel. homolog
ist, die Schneider'sche Wimperrinne (Homologon der
Schlundrinne der Tunicaten, während die Thyreoidea
der Hypobranchialrinne der Tun. gleichzusetzen ist).
Dass die Thyr. bei Ammocoetes in der That secernirt,
wird jetzt Schneider zugestanden (S. 48). — Die mediane
praeanale Flosse der Teleostier-Embryonen ist keine
eigentliche Flosse, weil muskellos, und nur coenogenetisch
zur Balancirung des durch den Dottersack beunruhigten
Körpers entstanden; sie bietet somit der D. 'sehen Glied-
maassentheorie keine Schwierigkeit. — Auch bei den
Cyclostomen lassen sich noch Spuren der paarigen
Gliedm. nachweisen; es finden sich Kuppelzellen an den
Spitzen der Urwirbel, wie bei Tel. und Selach., ja der
von Schneider entdeckte ,, Afterflossenmuskel" ist viell.
ein Beckenmuskel. — Um das Auge der Wirbelth. mit
dem der AVirbellosen in üebereinstimmung zu bringen
nimmt D. mit Balfour an, dass die einstmalige Linse auf
der entgegengesetzten Fläche des Nervenrohrs, nämlich
der ehedem noch mit der Körperoberhaut identischen
und offenen des Centralcanals gesessen, und dass deren
Funktion erst später von der (nach D.) am Boden einer
ectodermalenKiemenlocheinstülpung entstehenden Wirbel-
362 Dr. F. H i 1 g e n d 0 r f : Bericht über die Leistungen
thier-Linse übernommen wurde; die Choroideal-Drüse ist
die frühere Kiemenarterie. Mittheil. zool. Stat. Neapel,
Bd. 6, S. 1—92, 399—480, Tfl. 1—8, 23, 24.
J. F. van Bemmelen „Ueber vermuthl. rudimentäre
Kiemenspalten bei Elasmobranchiern". Die von Weyman
als solche angesehene Einschnürung hinter den Kiemen
von Eaja ist nur eine blinde Ectodermfalte. Dagegen
können eher als Kiemensp. gelten: 1. ein Paar am Anfang
des Oesophagus sich einsenkende „Suprapericardial-
körper", immer beim Embryo, bei Erwachsenen aber in
sehr wechselnder Ausbildung vorhanden (Acipenser incL);
2. eine Nebenhöhle des Spritzlochs, die ventral von dem
von J. Müller als Gehörgang gedeuteten Canal (dem Vf.
weder morphol. noch physiol. deutbar), aber auch bei
den Rochen, angetroffen wird, vielleicht die von van
Wijhe postulirte Spalte; 3. „Mundecken-FoUikel", mög-
licherw. die Spalte zwischen 2. Labialkn. u. Kieferbogen.
— Als Kiemenbogen charakterisirt sich die hintere Wand
der letzten entwickelten Kiemsp. durch eine bisher über-
sehene embr. Kopfhöhle, die sich in Muskel umbildet.
Mitth. Zool. Stat. Neap., Bd. 6, S. 165—184, Tfl. 11, 12.
G. Baur, Ursprung der Gliedmaassen, tritt der
Thatcher-Mivart'schen Theorie bei; bei den Urodelen
entspricht die aus Humerus, Eadius, Radiale, Carpale I,
Metac. I, I Finger gebildete Reihe dem 1. Strahl des
Metapterygiums. Amer. Nat., Bd. 19, S. 1112.
P. Mayer, „die unpaaren Flossen der Selachier",
fand die bei Scyllium-Embryonen bekannten Stachelpaare
(Hautzähne) nicht nur vor der Dorsalis, sondern auch am
Schwanzende, hier anscheinend metamerisch angeordnet
jederseits in einer Reihe neben dem dorsalen und ventr.
Flossensaum; sie treten vorübergehend mit den embryo-
nalen Muskeln in Verbindung; bei Scyllium ist die heraus-
ragende Platte flach, bei Pristiurus spitzig und dreikantig
(sonst wurden sie bei keinem andern Genus gefunden);
weil sie für das erwachsene Thier und auch wahrsch.
für den Embryo funktionslos sind und Neuerwerbungen
innerhalb der Scylliiden nicht sein können, hält Vf. sie
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 363
für Reste früherer Bildimgen, Ueberreste von Anneliden-
Parapodien — eine gewichtige Stütze für Dohrn's
Theorie. [Ref. würde darin eher ein Erbtheil von einer
nahestehenden fossilen Gattung sehen, bei der viell, die
Haiitstacheln beweglich waren, wie bei Aeanthiirus; einen
auffallenden Stachelbesatz hat noch heute grade Pristiurus
an der Vorderkante seiner C. ; segmentale Anordnung
bei Hautbildungen ist häufig. Ein uraltes Embryonal-
gebilde bei Scyll. u. dem nahverwandten Prist. in sehr
specificirter u. verschiedener Form wäre kaum zu er-
warten]. — Der mediane Flossensaum des Embryo (bei
den Scyllien gut, bei den ovip. Rochen nur am Schwanz-
ende entwickelt, bei den übrigen Sei. fehlend) ist ein
ehemaliger Hautkiel zum Balanciren; die definitive Flosse
ist ohne genetischen Zusammenhang mit ihm und ist als eine
Verschmelzung zweier seitlichen die Parapodien einst ver-
bindenden Längshäute aufzufassen; der Fl.-Knorpel bildete
sich später durch Muskelzug in unpaarer Anlage, er ist
nicht eine abgeschnürte Spitze der Proc. spinosi (gegen
Gegenbaur), auch ontogenetisch entstehen die Kn. (auch die
derC. !) entsprechend. Muskelknospen konnte Vf. vor denD.
der Scylliiden (d. h. längs des ganzen Rumpfrückens) über-
haupt nicht, für die Analis und weiter hinten nur abortive
nachweisen; die Enden der Myotome selbst liefern hier
u. in der ventr. Caud. (die dorsale C. erhält niemals
Muskulatur) den Keim der Fl. -Muskeln; diese Enden sind
in Schnitten leicht mit Knospen zu verwechseln. Die
Muskeln gehen meist an die Hornfäden, in der C. aber
an die Knorpel der Fl. — Die Homologie der Rücken-
flossen bei den verschiedenen Sel.-Abtheil. erledigt Vf.
dahin, dass er 5 (6) typische Einzelfl. annimmt, von
denen die 2. am Rumpfende (d. h. über dem vordersten
Halbwirbel) zu stehen pflegt; die vordere D. der Car-
chariiden ist also nicht etwa eine nach vorn gewanderte
1. D. von Scyllium, sondern eine alte, bei Sc. ver-
schwundene Bildung; Tabelle über die Lage der Fl. bei
den mediterranen Gatt, nach der Wirbelzahl bestimmt.
Einzelheiten über 'Knorpelgerüst, Innervirung und Mus-
364 Dl'. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
kulatur, sowie Funktion der Flossen, Diplospondylie der
Wirbelsäule (im Rumpftheile und noch mehr im Kopf
wird eine Verschmelzung- von Wirbeln angenommen), u.
systematische Bemerkungen. Mitth. Zool. Stat. Neapel,
Bd. 6, S. 217— 285, Tfl 15— 19; Ausz. (Ryder): Amer.
Nat., Bd. 20, S. 142—143 (1886).
Ryder, Ortswechsel d. Bauchfl., Schwanz- u. Flossen-
bild, s. Skelet.
Grassi, Knochenbild, in d. Wirbelsäule, s. Skelet.
Weldon, Entwickl. d. Nebenniere, s. Niere.
Fischlarven. C. Emery: Peristethus, Trigla, Poly-
prion, Trachinus; die Praeop. -Stacheln dieser Jugend-
formen deuten auf eine gemeinsame Scorpaena-ähnliche
Urform (S. 156); Bellottia (ähnl. Fierasfer), Pteridium
(beide Ophidiidae), Phycis; ein unbestimmbarer Acan-
thopterygier, 9 mm. 1, D. 3, im Nacken, mit langen 1. St.
(Fig. 26.); Mitt. Zool. Stat., Neapel, Bd. 6, S. 149—164,
Tfl. 9. 10. ( = Contribuzioni all' Ittiol. X— XVII); Atti R.
Acc. Lincei, Mem., Cl. sc. fis. (3.) Bd. 14, S. 187—199.
A. Agassi z u. Whitman, Developm. of oss. fishes",
1 pelag. Stadien v. j. F.; 4 Sp. indei, Cottus, Hemitript.,
Temnod., Loph., Ctenolabr., Tautoga, Motella u. 2 ähnl.,
2 Pleuron., Osmer., Mem. m. comp, z., Bd. 14, No. 1 (1).
56 S., 19 Tfl.
Haacke, Jugendfärb. v. Helotes (Pristipom.) u. Day,
Jugendform von Belone u. Facciolä v. Pleuronect. s. Syst.
Phylogenie. E. A. Andrews stellt in Kürze die
Hypothesen Semper's, Dohrn's Hatschek's, Sedgwick's u.
Götte's, über den Ursprung der Wirbelthiere zusammen.
Amer. Natur. Bd. 19, S. 767—774, 9 Xyl.
J. A. Ryder, „über die Verwerthbarkeit embryol.
Charaktere in der Classification der Chordata" hofft, dass
auch fernerhin die scheinbaren Ausnahmen sich als
Stützen der embr. Class. herausstellen werden, unter
Berücksichtigung, dass „selbst die Entwicklungsweise
des Eies durch Anpassung Veränderung erfahren hat".
Vf. unterscheidet: I IIaj>locyemata (einfach früchtige), nur
Branchiostoma; II Ejyicyemata hierzu 1, die Ichthyoidea,
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 365
nämlich a) Amphibia ! (enterotroph) und h) Marsipobrancliia
(opisthotropli) , 2. die Iclithyes stets mit embr. Flossenstr.:
a) Selaeh. u. Holoceph. (ectotroph) und b) Teleostomi
d. i. Ganoiden u. Teleostier (coelotroph); III Endocyemata,
die Amniota. Amer. Natur., Bd. 19, S. 815—818.
E. D. Cope, „Evolution of tlie vertebrata pro-
gressive and retrogT." lässt unter den Physoclysten nur
die Entwicklung der Scombridae, Serranidae u. Scaridae
als progr. gelten, die Pharyngogn. erreichen die höchste
Stufe; die Plectogn. sind durch Anpassung an den
Korallengrund aus den Epilasmia (Chaetod.) u. diese
wieder aus höheren Physocl. („Distegi", mit dopp.
Schädelboden) hervorgegangen, die Pleuronect. ent-
stammen mittelst der Anacanth. aus den Percomorphi,
ebenso die Pediculaten, deren nächste Ahnen die Haplodoci
(Batrach.) und deren weitere die Scyphobranchi (Gobiidae,
Blenn., Gott.) sind. Die Lophobr. bilden den Gipfel
einer Reihe, welche durch die Hemibranchii (Gasterost.,
Fistular.) und Percesoces (Acanthopt. abdomin.) zu den
Haplomi (Esoc. Cyprinodont.), aus denen auch die Perco-
morphi entspringen, zurückführen. Die Haplomi stammen
von den Isospondyli (Clup., Salmon. etc.), welche noch
3 anderen Zweigen z. Ausgang dienten: 1. den Plectospond.
(Cyprin., Charac.) — Glaneucheli (Gymnot.) — Nematogn.
(Siluridae), 2. den Ichthyceph. (Monopterus) — Holostomi
(Symbranch.) — Coloceph. (Muraena etc.), endlich 3. den
Scyphophori (Mormyr., Gymnarch.). Die Isosp. sind
Nachkommen der Holostei (Ganoiden excl. Acip. u.
Polypterus). Vergl. Ber. 1884, S. 413 und 1871, S. 49.
Amer. Natur. Bd. 19, S. 236—243.
Ch. Morris speculirt im Allgemeinen über die
Aenderungen, welche Verfolgung durch Raubth. auf Bil-
dung schützender Panzer u. wiederum Entwicklung
stärkerer Zähne der Räuber auf Ersatz des Panzers
durch Beweglichkeit bei den Angegriffenen ausgeübt etc.
Auch Fische erwähnt. Pr. ac. nat. sc.Philad., 85, S.385 — 92.
W. Haacke hat Eimer's Theorie, wonach die Thiere
ehemals Längsstreifen besassen, die sich sodann in
366 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Flecken auflösten, welche sich schliessl. wiederum zu
Querbändern zusammenfügten, in der Onotogenese öfter
bestätigt gefunden, in der von Helotes scotus (Pristip omat.)
dagegen treten zuerst Quer-, dann selbständig davon,
Längsstr. auf. Zool. Anz., J. 8, S. 507 — 508.
Vergleiche: Die phylog. Ableitung der einzelnen
Selachier- Rückenflossen, ferner die Abi. der Flossen von
Anneliden-Füssen, Mayer (s. Ontogenie).
Individuelle Variation: Lage der Mund. v. Cloake
u. Pori abd., Verschmelz. d. Ureteren, Ayers (s. S. 348).
[Ob dabei eine Verwechsl. mit Speciesuntersch.?]. —
ünbeständigk. bei embry. Kopfhöhlen der Sei., Dohrn,
S. 359.
Bastarde. Day, s. Salmo u. Pleuronectes ; Cornish,
Salmo.
Biologie.
Allgemeines. Gr. Br. Goode, Fisheries U. S., s.
Faunen , Nordam. — Dünn, Trachinus ; F a c c i o 1 ä ,
Blennius.
Nahrung. V. Hensen berichtet über die Unters, d.
Deutschen Comm. in der Ostsee betreffend die Menge
des organischen Stoff's, der im Meere flottirt, und der
für die Ernährung aller Seethiere direkt oder indirekt
von Bedeutung ist. Die Menge ist von den verschiedenen
Tiefen unabhängig, ziemlich constant und sehr ansehn-
lich. Bull. U. S. Fisch. C. Bd. 5, S. 267—269 (Uebers.
aus Mitth. f. d. Ver. schlesw.-holst. Aerzte, X Nr. 7).
M. Dünn, Food of sea fishes; Zoologist (3) Bd. 9,
S. 236—237.
A. Oesterbol bespricht die Beobacht. Eisig's, dass
Fische (Makrele) mit Vorliebe Medusen fressen; Bull. F.
Comm. Bd. 5, S. 331 (nach Fiskeritid. 85, Nr. 22.)
D. Barfurth, „Vergl.-histochem. Unters, üb. das
Grlycogen^ vermisst (S. 273) Gl. in der Leber der
hungernden Winterlachse, während es d. im W. fressenden
Forellen (0,74% des Lebergewichts) zeigten; nach Wittich's
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 367
Notizen üb. Süsswf. ist das Max. 15,6 7o; Arch. f. mikr.
Anat. Bd. 25, S. 259|i5— 405.
Vergleiche: Facciolä bei Blennius; Pearey ii.
Hadfield, Clupea; Cornish, Gadus; Hadfield, Selache.
Bewegung. K. Möbius, „Fljiug- fisb do bot fly",
es mangelt das nöthige Muskelquantum; Hinweis auf
seine Abb. 1878 (Vergi. Ber. 84, S. 360). Nature, Bd. 31,
S. 192.
A. Carp enter, „Flying Fisb", ebd. Bd. 32, S. 147
u. Zoologist IX 265.
A. R. Hunt, kurze Erwähnung des Verhaltens von
Ammodytes, Lepidogaster und den Pleuronectiden den
Meereswellen gegenüber. Lepidog. kann die Farbe
wechseln. Journ. Linn. S. Lond., Bd. 18, S. 270 — 271.
Ungeheure Schwärme von Heringen drängen 6. Aug.
84 in die Mündung des York -Fl. (Me.) ein; Smiley
(nach Cheever) Bull. F. C. Bd. V, S. 87.
Verfolgung der Fischschwärme (Hering, Makrelen,
Mallotus) durch Dintenfische (Loligo), Smiley, ebd.,
S. 88.
Vergleiche: Leistungen der Flossen, P. Mayer,
S. 364; Allen, S. 334; Niemiec, Saugnäpfe, S. 334.
Wanderungen: Clupea, Pearey u. Anguilla, s. Syst.
Stimme. Bei Labeo, Tirant (s. Cyprin.).
Färbung. L. Camerano, distribuzione dei colore
nel regno animale, Mem. Acc. Torino (2), Bd. 36, S. 329
bis 360. Pisces S. 349, Fig. 33—34.
Schlaf. W. Carter, beobachtete den Schlaf von
Süss- u. Salzw. -Fischen; Goldfisch, Hecht u. Lophius
ruhen nur; meteorol. Verhältn. wirken eher als die Licht-
menge; Nature, Bd. 32, S. 580.
Leuchten. Mcintosh, la phosphoressence des ani-
maux marins, erwähnt kurz auch die leuchtenden Fische;
Revue scientif., Bd. 36, S. 350—351.
Wärme. F. Day beobachtete in Indien Fisch-Ge-
wässer, die 92^ F. (33 Vg C.) zeigten; er verweist auf
Davy's Versuche von 1853 u. 1882, wonach als Maximum
368 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Karpfen kurze Zelt selbst 95 ^ ertragen. Bull. U. S.
Fish. C, Bd. 5, S. 142—144.
(Anonym). Die Schädlichkeit hoher Wärme für
Süsswf. wurde im Aquar. zu South Kensington (London)
untersucht; erst bei 82'^ F. begann eine merkliche
Wirkung, beim Barsch, zuletzt bei 91 ^ erlag der Karpfen.
Branntwein erwies sich als Mittel zur Erholung. Nature,
Bd. 31, S. 350.
Süss- u. Salzwasser. Cyprinodon in stark salz. W.,
Lepori (Syst.); Salmo salar in süss. W. geschlechtsreif,
Day (Syst.); Aussüssung von Meeresbecken, Moseley,
Challeng. Rep., Narr. S. 459; Carcharias u. Dules in
Süssw., ebd. S. 499, 784. — Salzgehalt der Gewebe, Du
Bois-R. S. 340.
Brunst bei Gambusia nach Duly, s. Ryder S. 354,
Männchen seltener, Haacke (s. Rajae).
Brutpflege. Nestbau, Möbius, s. S. 348, Prince,
S. 353.
Bastarde s. S. 366 ; Laichen S. 352 ; Zwitter S. 352.
Riesen- u. Zwerg -Arten. Girardinus formosus und
Zygonectes ommata unter 1 Zoll 1., Hay, Pr. nat. mus.
U. S., Bd. 8, S. 555.
Goode, Fisheries U. S., hebt als grosse Sp. (ausser
Knorpelf.) hervor: Serranus, Schwertf., Thunf., Sphyraena,
Heilbutt, Molva, Ophiodon, Alepidosaurus, Megalops. —
Vergl. Salmo salar, Smiley.
Mimicry. Blennius nach Gobius, Facciolä (Syst.).
Gefangenschaft, Petromyz., Owsiannikow, s. S. 351.
Feinde. E. Hai per ine resumirt die Beob. üb.
„fischfressende Pflanzen"; Bull. F. Comm. Bd. 5, S. 353
bis 356, Tfl. 1, 2 (nach La Nature. Juli 85).
C. H. Murray, Mücken tödten ausgeschlüpfte
Forellen, wenn diese an die Oberfläche kommen, durch
Anbohren des Gehirns; ebd. S. 243.
Krankheiten. Albinobildungen in Japan häufig bei
Pleuronectes scutifer, Silurus asotus, Conger vulg., Pelor
japonicum; Stein dachner u. Döderl., Fische Japans,
III S. 198 Anm.
in der Ichthyologie wahrend des Jahres 1885. 369
J. D. Caton. Blinde Fische (Sp. indet.) aus arte-
sischen Brunnen Californiens, Am. Natur. Bd. 19 S. 811.
R. Canestrini, Nota sui pesci monstruosi, trägt
frühere Literatur zusammen; führt nach e. Briefe Ninni's
als monströs (ohne nähere Notiz) an: Mugil chelo u.
capito, Gobius ophioc, Labrax lup., Gadus min., Pleuron.
itaL, Merluc. vulg-.; bespricht kurz Carassius aur. Im
anat. Cabinet in Pavia sah Vf.: Tinea v., Wirbelsäule;
Leucisc. , blind; Solea, Flossen; Esox, Schorfbildung
(croste) am Kopfe; mopsartige Bild, bei Esox, Cypr.
carp.; Mundverschluss bei Leucisc. caved. u. Cypr. carp.
Vom Markte in Padua wird ein Mugil cap. mit verkürzter
Oberkieferpartie näher beschrieben. Atti Soc. Ven.-Trent.
Sc. Nat. Padova, Bd. 9, S. 117— 125.
Monstrum von Cjprinus carpio mit gekürztem Ober-
kief. u. ohne linkes Auge; H. Landois, Zool. Gart.,
J. 26. S. 125.
L. W. Green beobachtete an Salmo irideus plötzliches
Aufhören des Fressens, mit der linken Seite am Boden
Lagern, Tod nach 5 Tagen; „um Herz und Magen eine
gelbe Substanz, welche hart und contrahirt scheint", sonst
nichts Auffälliges; Bull. F. Comm. Bd. 5, S. 472.
H. Landois, „Fischsterben im Aaflusse bei Münster";
dieses wird auf Vergiftung durch Schwefelwasserstoff
zurückgeführt, der in dem Abflusswasser einer Papier-
fabrik sich erzeugt. 13. Ber. Westfälischer Provinzial-
Ver. S. 16—17.
M. McDonald experimentirt über die Schädlichkeit
der Abfallprodukte von Ammoniak-Fabriken; eine V4 7o-
Lösung noch deutlich schädlich; Bull. F. Comm., Bd. 5,
S. 313.
F. Day, „Intestines of diseased trout", ein Schlitz
im Darm, die Bauchwand hindert den Austritt der Nahrungs-
massen, zahlreiche Bothriocephalus. Pr. Zool. Soc. Lond.
1885, S. 483—484, Abb.
J. B. Sutton, „Tumours in Animals", stellt auch
das über Geschwülste der Fische bekannte zusammen:
Osteomata bei Platax arthriticus, Ephippus fab. u. gig.,
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. H. H. 1. y
370 1^1'- ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
PagTus unicolor am Occiput (Abb.), Gadus morrhua an e.
Wirbel u. Oberkiefer (Abb.), Esox lue. am Unterkiefer
(Abb.); Sarcom, spindelzellig an der Rückenfl. von Ca-
rassius auratus (Abb.); Teratomata werden nicht be-
handelt. — Journ. Anat. and Pliys., Bd. 19, S 415 — 475.
Strassenstaub in einen Fischteich geweht tüdtet viele
Karpfen, Smiley, Bull, F. C, Bd. 5, S. 102.
M. Raciborski, Die Pflanzenparasiten des Karpfens),
(Abh. u. Sitzb. Akad. Wiss. Krakau, Bd. 14,) ; 20 8. poln.
u. 3 8. deutsches Resume, 1 Tfl.
M. Raciborski (Die Pflanzenparasiten der Fische).
Polnisch. Przyrodnik (der Naturforscher), Jahrg. 5, 1884!,
S. 327—331.
R. Blanchard beschreibt ein peritriches Infusor,
Apiosoma piscicola, welches in Aquarien die Haut der
Karpfen u. andrer F. weisslich überzieht. Ob irgend
schädlich, nicht gesagt. Bull. 8oc. Zool. France, 85,
8. 275, Tfl. 3.
P. Megnin fand einen gefährlicheren Parasitismus
bei Barben, in deren Haut IV2 — '^ C^tm. grosse Beulen
durch Psorospermien erzeugt werden; Meurthe bei Nancy.
Ebd. 8. 351—352, Xyl.
Smiley, Branntwein als Belebungsmittel (Cyprinus),
8miley, Bull. Fish. C. Bd. 5, 8. G5.
Vergleiche im System. Th. bei Maena u. 8maris
(Parasiten), 8almo (monstr. Obkf.) Lidth, Ammodytes
(dringt in Gadus ein), Lopholatilus (Malacanthidae), An-
guilla (blind); ferner üb. Knochenanschw., Vaillant,
8. 337; Tumor der Flosse, Mcintosh 8. 352; Ayers
8. 345. — Paras. Helminthen s. den Bericht im 3. Heft,
paras. Crustaceen im 2. Heft dieses Bandes.
Nutzen und Schaden.
Verwundungen Badender durch Bisse und Giftigkeit
des Fleisches, siehe Tetrodon (syst. Th.).
Gressin u. Bottard, Gift des Petermännchens
(Trachinus), (s. Ber. 84, 8. 3V)2), Ausz. (von Behrens)
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 371
in: Biol. CentralbL, Bd. 4, S. G70--G71. Es existirt eine
Giftdrüse an der Basis des D. -Stachels; sie entleert sich
nur durch Druck von fremden Körpern. Das Gift ist in
Alkohol unlöslich, führt Starrkrampf u. danach Paralyse
herbei u. tödtet Frösche, Fische, Vögel u. kleine Säugeth.
Esox lucius ist nach M. Braun der Vermittler der
Bothriocephalus-Infection in Nordrussland (vergl. Ber. üb.
Entozoen).
Stich vonTetrarog'e, Pelor, Apistus, Steindachner, u.
Cyprinodon als Speise schädlich, Lepori; s. Syst.
Fischzucht.
Max V. dem Borne (Benecke u. Dalmer), Hand-
buch der Fischzucht und Fischerei. 581 Holzschn., XIII
u. 701 S., Berlin 1886 (ersch. Oct. 85), 8«. Die Abth.
Naturgesch. u. Leben der Fische" von Benecke mit
zahlr. Abb., berücksichtigt die Entwicklung, auch einige
praktisch wichtigere ausländische Arten sind aufgenommen,
S. 1 — 213. „Fischzucht" (v. d. Borne) behandelt, künstl.
Laichstätten, Zucht in Teichen und künstliche Zucht,
auch importirte Arten, endlich Verbesserung der Fischerei;
die ausländ. Literatur und eigne Erfahrungen sind in
der trefflichen Uebersicht verwerthet; S. 217 — 329. „See-
fischerei" (von E. Dallmer) überwiegend wird die deutsche
geschildert; die erste vollständige Uebersicht aller Fang-
geräthe in anregender klarer Darstellung, ein von sehr
wenigen gekanntes Gebiet; S. 333 — 5C)0. Süsswasser-
hscherei (v. d. Borne), die Angelfischerei ist durch Aus-
lassung des Sportwesens auf wenige Seiten reducirt, die
Netze (auch Herstellung derselben) ausführlicher; S. 563
bis 680.
Max V. dem Borne, Die Fischzucht, 3. Aufl.,
Berlin 1885. 8». 207 S. 111 Xyl.
B. Benecke, Die Teichwirthschaft. 80 Xyl., VIII
u. 126 S., Berlin 1885. 8^. Hauptsächlich Karpfen- u.
Forellen- (sowie Krebs-)Zucht.
Ch. W. Smiley u. Scudder, Chronological List of
372 Dr. F. H i 1 g e n d 0 r f : Bericht über die Leistungen
Pamphlet publications of th. U. S. Fish Commission
(1871—1885), Bull. U. S. Fish C, Bd. 5, S. 41—48.
3. Aiinual Report of New Fisheiy for Scotland.
(Parliamentaiy paper). 4^.
[Baird] Commissiouer's Report of U. S. Comm. of
Fish and Fisheries for 1883.
D. Vinciguerra berichtet kurz „üb. die Industrie
der Fischzucht im Auslände^ (Deutschi., Schweiz, Holl.)
auf Grund einer Studienreise. Annali di Agricoltura
1885, S. 77—105.
(Anonym). Les laboratoires de Zoologie maritime
et la piscicultare. Betrifft Ray Lankester's Projekt der
Züchtung- praktisch wichtiger Seethiere in Plymouth
(Solea vulg. u. Fischköder). Rev. scient. (3) Bd. 35,
S. 764—765 (Vergl. Lankester S. 333).
P. Pavesi, Conferenza diPiscicoltura tenuta il 27.Feb.
1885; Bullett. delF Agricolt., Bd. 19, Nr. 15/16, 15 S.
Derselbe. Che n' e stato de' miei pescolini? Lettera
aperta al Prof. B. Benecke; Atti soc. ital. sc. nat, Bd. 28,
11 S.
J. Staudinger, Die Anstalten u. Einrichtungen für
künstl. Fischzucht im Königr. Bayern. München 1885,
1 Karte, 18 S. 4^. Unterfränkischer Kreisfischereiverein,
Berichte. Daraus Ausz. im Zool. Gart , J. 26, S. 351 — 352 :
Die Mainfischerei.
H. Keller. Die Anlage der Fischwege; Centralbl.
der Bauverwaltung 1885, 69 S., Fig.
F. Day, Notes on the breeding of Salmonidae.
Ohne Ort u. Jahr. 8"., 40 S., 1 Taf.
Ch. W. Smiley, Notes upon fish and the fisheries,
Bull. U. S. Fish C, Bd. 5, S. 65—96.
Folgen der Fischerei mit den grossen Schleppnetzen
(Trawl); Smiley, ebd. S. 96.
„Challenger"-Report, Narr. I, S. 715, Abb. von
Fischnetzen u. Angelhaken der Admiralitäts- Insulaner.
Tiefseefischerei S. 72.
M. Jametel, Les poissons et les pecheurs de la
Chine. Nichts Ichthyolog. Rev. scient. (3) Bd. 35, S. 10—20.
ii) der Ichthyologie während des Jahres 1885. 373
D. J. MacGowan, Karpfen -Cultiir in China, Bull.
Fish C. Bd. 5, S. 235—240.
E. J. Smithers, desgl., ebd. S. 249—250.
J. F. Shephard, Fisch-Cultiir in China, ebd. S. 250.
C. Seymour, desgl., ebd. S. 252 — 254.
G. Tirant, Fischerei in Cochinchina (s. Faunen).
Laichen: s. bei Entwicklung.
Vergleiche: Petromyzon bei Owsiannikow S. 351;
und in dem syst. Th. Ictalurus (Siluridae) Jordan, Cy-
prinus (Geschlecht) Smiley, Microgadus tomcodus (Ga-
didae), Laemargus (Squali).
Faunen.
Allgemeines. A. Günther, „the Deep-Sea Fishes",
„Challenger"-Rep. Narr. 1 S. 904— 907. Nur kürzere
Wiedergabe aus seiner „Introduction" (1880).
Tiefsee, s.Syst.: Goode u. Bean, S.381 u.Ophidiidae;
Bean, Berycidae.
Nordeuropa. W. Lilljeborg, Sveriges och Norges
Fiske, 1881—84 3 Hefte, 8». 783 S. (Im Ber. 83, Druckf :
Tilljeborg.)
Sun dm an, Finlands F., Liefr. 5, G (s. Ber. 84, 365).
Mitteleuropa, v. Nettelblädt, „Zur Fischf d. Ost-
see", Stichaeus island. bei Warnemünde nicht selten;
Gadus merlangus ziemlich selten, heisst „Kleiner Dorsch".
Arch. Ver. Fr. d. Natg. Mecklenb., J. 39, S. 157.
Pittier u. Ward, 4 Sp. aus d. franz. Schweiz erw.;
Bull. soc. Vaudoise, Lausanne (2), Bd. 21, S. 111 — 112.
A. Wiedemann, in Regbezk. Schwaben u. Neuburg
vork. Fische; Ber. Nat. Ver. Augsburg, 1885, S. 1—68.
47 Species.
Forel, Fauue profonde des lacs suisses; n. Denk.
Schweiz. G. Natw., Bd. 29. Von 16 F. d. Genfersees,
bleibt nur Cott. gob. u. Coreg. hiem. der Tiefe fern; keine
ausschliessl. Tiefseesp. S. 106.
Vergleiche: Smiley bei Amiurus (Silur.); Fiedler,
Fritsch (S, salar), Klunzinger u. Fatio bei Salmonidae,
im syst. Theil.
374 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Britische Inseln. F. Day, Gacliculus argenteus
Griiich. (Macrourus linearis Couch) östl. von Schottland,
neu f. (1. Nordsee; D. 11/13/15, A. 16/16, L. 1. 56; von
Lumpenus lampetrif ein 2. Expl. gefangen. Nature Bd. 32,
S. 223, und Zoologist (3), Bd. 9, S. 312 („Eare flsh off
Aberdeen").
J. D. Ogilby „Notes on some Irish fishes", meist
kleinere Correcturen u. Zusätze zu Day's Werk betreffend,
einh. Namen, Häufigkeit, Fang etc. von 119 Arten. Eine
Anzahl derselben wird als nicht irisch erklärt, so Cottus
gobio, Scomber colias, Lepidopus caud., Liparis vulg.,
Zoarc. viv., Mugil capito?, Ctenolabrus rup. selten, Osmer.
eperl., Carass. vulg., Abram. blicca, Trygon past., Myliob.
aq., Petrom. fltuv. ; B. Knox's Angaben (1866) unzuverlässig.
Sc. Proc. r. Dublin soc. (2) Bd. 4, S. 510—535.
G. Sim, Zool. Not. from Aberdeen, Scott. Natur. (2)
II 10.
Vergleiche: Schottland S. 372 u. Mcintosh S. 352;
Shetland-L, Pearcy S. 367; ferner im syst. Th. bei
Amiurus (Smiley), Dentex (Pristipom., Cornish), Brama
(Gunn), Trachinus (Dünn), Salmo (Corbin), Belone
(Day), Selache (Day, Cornish, Gatcombe), Echinor-
hinus (More), Torpedo (Run die. Dünn).
Niederlande, vgl. Amiurus (Smiley), Clupea (Horst),
Salmo (Hubrecht) bei Syst.
Prankreich. C. Raver ct-Wattel, Einführung nord-
americ. u. deutscher Salmoniden in Frankreich. Bull.
Fish C, Bd. 5, S. 244 (Uebers.).
Vergl.: Amiurus (Smiley), Atherina (Deperet).
Mittelmeer. D. Vinciguerra, Appunti ittiologici
VII, über einige [16] für den Golf von Genua neue Fische
(dieser in engerem Sinne excl. Nizza). Es werden 36
Arten erwähnt; Vf. führt gleichzeitig Canestrini's Cat.
des Golfs von Genua (1862, 271 Sp.) fort; jetzt über 300
Sp. — Kritik der Synonymie. Ann. mus. civ. stör. nat.
Genova (2) Bd. 2, s'. 446—475.
A. Cocco, Indice ittiol. del mare di Messina (Sp.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 375
No. 118-303): Percini 11, Gobidi 10, Ciclotteridi 8, Blennidi
10, Callioiiimidi 3, Lofidi 2, Gadidi 14, Labridi 31, Mugi-
lidi 5, Aterinidi 4, Clupidi 6, Salmonidi 18, Esocidi 10.
— Trachiiiidi 4, Sfireiiidi 4, Teutidi 0, Eclien[e]idi 1,
Gasterost. 0, Scombr. 24, Corifenidi 8, CepoL 1, Oiididi 5,
Miiraenidi 5 [+ H 1886]. Das System nach Bonap., so
dass die Gatt, schwer zu finden. Eine Einleitung- wurde
schon früher gedruckt (1846); Cocco starb 1854; die
neuere Literatur fehlt daher. Neue Namen bei Gobius,
Äther., Clup., Scopelidae, Coryph. ; viele ältere in Gth.
Catal. z. Th. fehlende Namen citirt. — Natur. Sicil., Bd. 4,
S. 85, 113, 177, 191, 228, 238, 291, Bd. 5, S. 11, 35, 62
(Schlussnotizen v. Facciolä S. 144).
Verg'l.: Emery S. 364 und bei Rhomboidichthys
(Pleuron.), Lepori (Cyprinodon) , Facciolä (Blennius,
Leptocephalus , Pleuromectidae) , D o d e r 1 e i n (Raja) ;
P. Mayer S. 362 u. Selachii).
Osteuropa. C. Kochanowski. (Die Fische u. der
Fischfang im Prut). Przyrodnik (der Naturforscher),
J. 5, 1884, S. 137—142, 154—158.
N. Warpachowsky. Die Fische des Ssura-Fl. [russ.]
Kasan 1884. 8«. 14 S. Beilage Nr. 73 zu dem Protok. d.
natf. Ges. Kasan.
Africa. A. T. de Rochebrune, Diagnosen neuer
westafr, Wirbelth.: 4 Gobiiden, 1 Pomacentrus, 2 Silur.
(Gyrinostomus g. n.), 3 Morm., 1 Cyprirodont, 1 Notopt.
Bull. soc. philom. Paris (7), Bd. 9, 92—99.
Atlantisches Meer. Challenger-Rep. Im Sargasso-
Meer: Antennar. marm., Dactyl. vol., Syngn. pelag. ;
Narrat. I, S. 136.
Asien. E. Hüll, „The origin of fishes of the Sea
of Galilee", die eigenthümlichen Sp. sollen aus einer
Relictenfauna des gesunkenen Meeres stammen, die im
Laufe der Zeit modificirt wurde. (Brit. Ass.) Nature
Bd. 32, S. 563.
Lansdell giebt Notizen über Fische des Oxus
(Scaphirhynchus Kaufmanni) Nature, Bd. 31, S. 252 (nach
Briefen in „Times").
376 ^Y. F. Hilgeii dorf: Bericht über die Leistungen
A. Nikolski, „Fische des Bai cliascli - Beckens",
4 Scliizothorax (1 neu), 1 Perca, 2 Diplopliysa. Bull.
Ac. Petersb. Bd. 30, S. 12—14, u. russ.: Petersb. natf. G.
Bd. 16, Prot, S. 18—21.
D. Vinciguerra, Appimti ittiologici VI. „Fische
ges. an der Mund, des Ganges u. Irawaddi von Ansaklo",
ca. 100 Kilom. vom Meere, 8 Sp. bei Calcutta, 24 bei
Bassein. Letztere gehören zu den G. : Ambass., Toxot.,
Nandus, Sciaena, Gobius, Eleotr., Mugil, Ophioceph. 2 Sp.,
Anabas, Trichogaster, Saccobranch., Pseudotrop. 2 Sp.,
Sihmdia, Barbus, Nuria, Perilampus, Engraul. 2, Chatoess.,
Pellona 2, Notopterus. (s. Syst. bei Pellona u. Exocoetus.)
Ann. Mus. civ. st. nat. Genova (2) Bd. 2, S. 82—96.
G. Tirant, Notes sur les poissons de la Basse-
Cochinchine et de Cambodge. Die Fische der Küste
und des Inlandes werden, soweit constatirt, aufgezählt,
auch die sicher noch zu erwartenden, in den benach-
barten Meeren wxit verbreiteten, sowie einzelne von Hue
(Annam) eingeschlossen; kurze Noten zur Charakteristik
der Gattungen und Arten, Vorkommen, Lebensweise, ein-
heimische Namen, ökonomische Verwendung, Diagnosen
16 Tirant'scher Arten (ohne Abb.). In der Einleitung
eine kurze Uebersicht der Literatur. 26 Haie, 25 Rochen,
12 Lophobr., 34 Plectogn., 9 Apoda, 42 Clupeiden, 1
Chiroc, 2 Notopt., 8 Scombresoc. (unvollständig), 2
Cyprinodonten, 57 Cypriniden. Cochinchine Frangaise.
Excursions et Reconnaissances Bd. 9, S. 413 — 438 [Ein-
leitung, Haie], Bd. 10, S. 91—198 [Rochen etc.].
G. Tirant, Memoire sur les poissons de la riviere
de Hue. Saigon 1883! [Citirt im Vorigen.]
Derselbe. Bulletin de la Soc. des Etudes indo-
chinoises 1883.
Derselbe. Notes sur qu. esp. de poissons des
montagnes de Samrong Tong (Cambodge).
A. B. Meyer, Catalog der 1870—1873 im indischen
Arch. ges. Fische. Zus. 546 Sp., 19 sp. n. von Günther
beschr. Pr. Z. S. Lond. 1871, bei den Bestimmungen be-
theiligten sich Fischer, Peters, Steind., Gth. Von der
in der Iclitliyologie während des Jahres 1885. 377
Laglina de Bay (Manila) [Brackw.] werden 16 Sp. auf-
gezählt: 3 Therapon, 1 Gob., 1 Eleotr., 2 Mag., 1 Ophio-
cepli., 1 Anabas, 2 Clarius, 2 Arins, 2 Angnilla u. Pristis
PeiTotteti. Aus Süssw. von versch. Ins. 10 Sp. Bei Ein-
schiebung der Fam.-Ueberschriften 10 Versehen. Anal.
Soc. Esp. de Eist. Nat., tomo XIV, S. 5—49.
Gogorza, Peces de las islas Filipinas; Anal. Soc.
Espaii. Eist. Nat., Bd. 14, Actas, S. 72—74.
Steindachner u. L. Döderlein, Beitr. zur Kenntn.
der Fische Japans III, umfasst die Farn. Coryphaenidae,
Scombr.,Echeneidae, Cyttidae,Nomeidae, Stromat., Carang.,
Equul., Capridae, Trachin. (Neopercis nom. n.), Pedicul,
Scorpaen. (Gen. n. Bathysebastes) , Cottidae. 14 Sp. n.
unter 72 mehr oder weniger ausführlich beschr. Arten.
Denkschr. Ak. W. Wien, math.-nat. GL, Bd. 49, Abth. I,
S. 171—212, 7 Tfl.
A. Günther in Chall.-Rep. Narr. I, S. 744 zählt
19 Sp. von Tiefseefischen aus der Yedo-Bay auf.
Vergl.: Rajae, Garman (China u. Jap.) u. Cybium,
Vaillant (Liu kiu).
Australien. Challenger-Rep. Fischleben im Bro-
wera-Creek (nördlich Sidney), Aussüssung- Einwirkung;
Narr. I, S. 459; Fischfang im Mary-R., Queensland, (Cera-
todus), S. 455.
Ch. W. de Vis, New Australian tishes in the Queens-
land Museum No. 5: 1 Atherinichthys, 3 Mugil, 1 Amphis.,
2 Eeptadecanthus, 4 Pomacentrus, 1 Glyphid., 1 Onar
(g. n. Pomac), 6 Choerops, 1 Cossyph., 5 Labrichth.,
1 Torresia, 2 PseudojuL, 1 Coris, 1 Eeteroscarus, 1 Julis,
1 Julichthys (g. n.), 3 Platygl, 3 Pseudoscarus. Pr. Linn.
S. N.-S.-Wales, Bd. 9, S. 869—887.
W. Macleay, New fishes from the upper Murrum-
bidgee. 1 Oligorus, 1 Murrayia; auch 1 Galaxias und
1 Gadopsis erwähnt. Ebd. Bd. 10, S. 267—269.
J. Douglas-Ogilby, „Rare Port Jackson fishes";
1 Plectropoma, 1 Callion., 1 Ammotretis n. nov., 1 Exocoet.
sp. n.; ebd. Bd. 10, S. 119—123.
378 Dr. F. H i 1 g e li d o r f : Bericht über die Leistungen
Derselbe, „New fishes from P. J.". Petraites g. n.
Blenniid., 1 Platyceph., 1 Percis, ILatris; ebd. S. 225
bis 230.
Derselbe, „3 new iishes from Port Jackson".
Scyllium, Heliastes, Pempheris (s. Syst.); ebd. Bd. 10,
S. 445—447.
Derselbe, „Distribution of some Australian sharks
and rays". Carch., Scyll, Chilosc, Rliinob., Rhynchob.,
Taeniura, Pteropl., Aetob. (s. KSyst.j; ebd. Bd. 10, S. 463
bis 466.
W. Haacke, „Diagn. zweier bemerk, südaustral.
Fische" [Rbinobates, Helotes]. Zool. Anz. J.8, S. 508—509.
G. M. Dannevig überblickt die Einführung europ.
F. in Australien; 1864 gelangten die ersten Salmo salar
u. trutta dorthin, später sind besonders Tinea vulg. u.
Perca fluv. in Menge dort gezüchtet; Bull. F. Comm. Bd. 5,
S. 440— 442 (nach dessen Ber. üb. Lond. F. Ausst. 83).
Smiley, „Californischer Lachs" bei Melbourne an-
gesiedelt; ebd. Bd. 5, S. 466 (nach Forest and Stream,
Jan. 85).
W. J. Stephens, Die in Tasmanien acclimatisirte
europ. Lachsart ist nach Saville Kent nicht S. salar,
sondern fario var. ferox; Pr. Linn. S. N.-S.-Wal., Bd. 10,
S. 554.
R. M. Johnston, Fishes of Tasmania, Pr. r. soc.
Tasm. 1884, S. röm. 65—66 (Chilodactylus).
Derselbe, New Sp. of Odax, ebd. 231—232.
Derselbe, 6 rare fishes in Tasm. Waters, ebd. 252
bis 256.
W. Arthur, New Zealand Fishes, Tr. N. Z. Inst.
Wellington-, Bd. 17, S. 160 — 172. (Zeus, Leptoscopus
[Uranosc] , Psychrolutidae, Tripterygium).
Vergl.: Trichiurus (Robson), Salmo (Day), Rajae
(Haacke).
Amerika. Ueber das ganze amerik. Gebiet sind
folg. Arbeiten im syst. Th. zu vergl.: Hall u. McCaughan
(starb 85), Mullidae; Meek u. Newland, Scorpaena;
in der Ichthyologie während de>s Jahres 1885. 379
Meek ii. Hall, Batrach. ; Eig-enmann u. Fordice,
Eleotris; Jordan ii. Meek, Exocoetus.
Nordamerika. D. S. Jordan, Catalog der Fische
Nord-Amerikas, vergl. Ber. 84 S. 373. Alle 1883—1884
entdeckten Arten, auch einige von 1885 wurden zuge-
fügt und durch Erweiterung des Gebietes südwärts bis
Key West (Florida), Brazos Santiago (west. Mex.) u.
Cap St. Lucas wurde eine grosse Zahl tropischer Arten
dem Bestand einverleibt; trotzdem dass vielfach Sp. ein-
gezogen sind (in der Gatt. Notropis allein 26), erscheint
dadurch die Gesammtzahl von 1483 in der Sypopsis auf
1683 gesteigert, die der Gatt von 512 auf 587. Die
umfangreichen Fussnoten liefern Diagnosen aller dieser
neuen Formen und zwar nicht nur aus der Litteratur,
sondern auch in Originalzusätzen von Jord., Gill, Bean,
Gilbert, Forbes. Nova Gen.: Oxygeneum u. Luxilinus
(Cypr.), Crystallaria (Perc), Artediellus u. Icelinus (Gott),
Otophidium (Ophid.); mehrere n. Subg,, Fani. u. Sp. Die
Ichthyologie Nordamerikas scheint trotz der Emsigkeit
ihrer Vertreter noch manches Jahr der Arbeit zu bedürfen,
um zu einem gewissen Abschluss zu gelangen ; der Ueber-
blick im Cat. lässt den jetzigen Stand klar erkennen,
ein gutes Register fördert die Orientirung. Betreifs der
Kritik in der Synonymie der tropischen Arten hat der
Ref. auf Eruirung des Neuen verzichtet, sonst sind alle
wichtigen Originalnotizen excerpirt worden. — Die Ver-
theilung der einzelnen Sp. nach ihren Gebieten (jede Sp.
ist nur einmal und zwar in dem Gebiet gezählt, wo sie
hauptsächlich zu Hause erscheint) stellt Vf. in folgenden
Zahlen dar (S. 142):
105 Atlantische Tiefsee -Arten.
65 Arctisch (Grönland).
95 Neu -England (Neufundland bis Cap Hatteras).
140 Südatlantisch u. Golfküste (Uferfauna).
290 Westindisch (incl. Florida Keys und „Snapper
Banks" bei Pensacola).
240 Tropisch pacifisch (Golf v. Californien u. südlich).
220 Californisch (Cap Flattery bis Cerros-I.)
880 Dr. F. Hilgenrlorf: Bericht über die Leistungen
90 Alaska (Cap Flatteiy bis Behrings -Str.).
35 Pelagisch.
465 Süsswasser östlich der Rocky Mountains.
75 „ zwisch. d. Rocky M. ii. Sierra Nevada.
50 „ westlich von S. Nevada n. Cascade
Range. — Die Summe (1870) scheint grösser als die der
laufenden No.(1683) [die tropische Fauna vervollständigt?].
Im syst. Th. citirt: „Jord. Cat.". Als Sep.-Abdr. aus
„Ann. Rep. Commissioner of Fish and Fisheries for 1884"
erschienen Oct. 85; 185 S. — Eine anerkennende Kritik
des Werkes giebt E. D. Cope, Amer. Natur, Bd. 19,
S. 1199.
G. Brown Goode (u. Mitarbeiter), The fisheries and
iishery Industries of the United States, Sect. I Natural
history of useful aquatic animals, 1884. 4^, dazu Atlas 4^
mit 277 Tafeln. In Part III (S. 163—682. Taf. 35—252)
behandelt G. B. Goode unter Mitwirkung von Jordan,
Bean, Stearns, Collins, Baird etc. „the food fishes"; für
die Systematik wird auf Jordan u. G.'s Synopsis als
Hülfswerk verwiesen. Die amerikanischen Trivialnamen,
die Biologie, die Verbreitung und Verwendung, weniger
Fang und Statistik etc., die einer spätem Abth. ver-
bleiben, finden eingehende Besprechung, wobei über-
wiegend Bekanntes in lesbarer Form wiedergegeben wird.
Die Zeichnungen (Zinkdruck), fast sämmtlich (von H. L.
Todd) nach der Natur gefertigt, sind exacte Profilbilder.
(Die jedesmal beigefügte Linie bedeutet anscheinend
1 Zoll engl). Ein sehr willkommnes Supplement zu den
neuesten syst. Werken über nordam. Ichthyologie. Im
syst. Th. , wo citirt als: „Goode Fisheries", musste Ref.
sich mit dem Hinweis auf die Tafeln begnügen. Die
Nomenclatur stimmt im Allg. mehr mit J. u. G. Synopsis,
als mit Jord. Cat. überein.
Coregonus albula nach N.- Amerika importirt; Smiley,
Bull. F. Comm., Bd. 5, S. 468; S. fario desgl.; Mather,
ebd. S. 470.
G. Br. Goode u. Bean „American fishes in the
Linnaean Collection", studirten die von Garden an Linne
in der Ichthyologie wälirend des Jahres 1885. 381
g-esandten Fische (46 Sp.); welche z. Th. Or. -Ex. L.'s
sind. Die danach nothwendigen Aenderungen der Synon.
betreffen die Gatt. Xyrichthys (Ber. 84), Argyreiosiis,
Paralichthys, Sargus, (Tautoga), Serranus (guttatus), Cha-
toessus (Ber. 84); Pr. Nat. M., Bd. 8, S. 193—208.
D. S. Jordan, „Linnean names of american fishes",
bespricht Goode u. Bean's Notizen (2 Zeus, 2 Pleuron.,
Labrus, 2 Perca, Trigla, Haemulon). Ebd. S. 394—396.
Derselbe ändert nach dem Grundsatz der Amer.
orinthologists' Union „einmal ein Synonym, immer ein
Synonym" 6 Fisclmamen um (schon im Cat. f. N.-A.
berücks.); ebd. S. 72.
Derselbe, „Scientific name of Yellow Perch,
Striped Bass" etc., Aenderungen bei 6 Sp., schon im Catal.
berücks. ; ebd. S. 72—73.
Derselbe, „Supplementary notes [18] onN.-American
fishes", Nachtrag zu Catesby's Fischen, Agassiz's brasih
Typen in München, Vaillant u. B.'s F. d. mex. Exp.; fast
Alles schon im Catalogue verwerthet. Pr. Nat. M., Bd. 7,
S. 545—548.
Derselbe [u. Meek], „Identification of the sp. of
Cyprinidae and Catostomidae descr. by Girard 1856".
Nach Untersuchung der Typen (soweit solche noch vor-
handen) w^erden von 141 nur 64 Speciesnamen beibehalten.
In zahlreichen Anmerk. Notizen üb. die Origex. , die in
Jordan's Catalogue schon verwerthet sind. Pr. n. m.,
Bd. 8, S. 118—127.
T. H. Bean, Cottus maculatus Fischer [1884] = C.
bubalis Euph., wohl nur durch Irrthum Barbados als Fund-
ort angegeben, so auch Platycephalus americanus Sauv.
(1878) nur durch falsche Angabe als nordamer. (Potomac-
R.) ; Cottus anceps Sauv. (78) von New^-York ist lediglich
C. aeneus M. Ebd. S. 166—167.
Th. Gill vergleicht die Fische von Massachusetts mit
denen der engl. Fauna (nach Day) ; nur 49 Sp. gemeinsam.
Smithsonian Peport for 1884 I, S. 617 — 622.
Goode und Bean beschreiben 16 neue durch die
Fisch -Conimission aufgefundene Fische; meist Tiefsee,
382 I^i'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungeu
all. Oc. u. mexic. Golf; 5 Pleuronectidae, 7 Macruridae
und 4 Ophidiidae: 1 Neobythites (gen. n.), 1 Porogadus
(g. n.), 2 Bathyonus (nom. n.). — Ebd. S. 589—605.
D . H 0 n e y m a n , Nova Scotian Iclithyology. Addition
to Jones Cat. (79), Pr. N. Scot. Inst. VI 228—232.
0. P. Jenkins ergänzt frühere Listen der Fische
von Beaufort Harbor N. C. durch 20 von Jordan be-
stimmte Sp.; Johns Hopkins Univ. Circul., Bd. 5, No. 43,
S. 11.
T. H. Bean, Vorkommen einzehier Fische im Long
Island Sound. Bull. Fish Bd. 5, S. 33.
Jordan u. Swain, „3 n. sp. of fishes (2 Prionotus,
1 Anthias) coli, at Pensacola". Vergl. Pomacentrus.
5 weitere 8p. erwähnt. Pr. Nat. M., Bd. 7, S. 541—545.
0. P. Hay, „Notes on a coli, of fishes from Florida";
1 Gobius neu f. N.-Am., 1 Etheostoma sp. n., Atherina u.
Mugil, 3 Cyprinodonten, 1 sp. n. ; Pr. n. m., Bd. 8, S. 552
bis 559.
Fischleben des Indian River (Florida), ohne wissensch.
Namen, auch Meerf. ; Smiley (nach Stevens), Bull. F. C,
Bd. 5, S. 98.
C. H. Eigenmann und Fordice, „Fishes of Bean
Blossom Creek, Monroe Co., Indiana. Die 40 Sp. be-
stehen aus: 1 Ammocoetes branch., 5 Silur., 4 Catostom.,
10 Cyprinidae, 1 Esox, 1 Atherin., 1 Aphredodorus, 6 Cen-
trarchidae u. 8 andre Perc, 1 Cottid. Nur Liste mit An-
gabe der Häufigkeit. — Pr. ac. n. sc. Philad. 1885,
S. 410— 411.
D. S. Jordan, im Lake Superior nicht zahlreiche
Arten, 14 Sp. gesammelt: 1 Acipenser, 3 Catostomus,
3 Coregonus, 2 Salvelinus, je 1 Esox, Perca, Stizost.,
Uranidea, Lota; Bull. Fish. C, V 191—192.
F.W. Cragin, „Preliminary List of Kansas fishes",
revidirt von Gilbert: 3 Petromyz., 7 Ganoiden, 10 Sil.,
13 Cat, 24 Cypr., 2 Hyodon, 1 Clupea, 1 Dorosoma,
1 Salmo, 1 Percopsis, 3 Fundulus, 1 Esox, 1 Anguilla,
1 Gasterost., 8 Centrarch., 13 Perc, 1 Sciaen., 1 Lota.
Bull. Washburn laborat. nat. h.. Bd. 1, S. 105— 111.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 388
C. H. Gübert, „Fishes of Kansas" [I] 19 Sp. von
Cragin gesammelt, davon 3 neu, 4 nur vom Westen bek.,
12 durch das ganze Mississippi -Thal verbreitet: 2 Sil,
2 Catast., 11 Cypr., 1 Cyprinodont. , 3 Perc ; meist mit
längeren Notizen. Vergl. bei Amiurus u. Notropis. —
(IlSeries): 2 Sil, 3 Cat., 13 Cypr., 1 Fundulus, 4 Perc.
(1 neu). Vergi. Amiurus u. Etheost. — Ebd. S. 10 — 16
(1884), 97—99 (1885).
Derselbe, Descr. of 3 new fishes from Kansas.
1 Amiurus, u. 2 Cyprin. (Cliola, Minnilus). Pr. Nat. Mus.
Bd. 7, S. 512 — 514. (Ausz. aus Vorigem.)
Everman u. Fordice, „List of fishes coli, in Harvey
and Cowley Co., Kansas", 15 Sp. : 1 Siluride, 1 Catastom.,
6 Cypr., 2 Cyprinodont., 1 Atherin., 3 Centrarch., 1 Perc.
Häufigkeitsangabe. — Pr. ac. n. sc. Philad. 1885, S. 412.
Jordan u. Meek, „List of fishes coli, in Jowa and
Missouri Aug. 84", 3 sp. n. Bei Ottumwa: 3 Silur.,
2 Catast., 17 Cypr. , 4 Centrarch., 4 Perc. ; bei Chariton:
2 Sil., 1 Cat, 7 Cypr., 1 Centr., 2 P. ; im Hundred and
Two River: 3 Sil., 2 Cat, 11 Cypr., 1 Centr., IP.; im
Missouri R. : 1 Lepidost, 5 Sil., 4 Cat, 4 Cypr., 1 Clup.,
1 Hyodon, 4 Centr., 2 P. , 1 Sciaen. ; im Tabo Creek:
2 Sil., 4 Cypr., 1 Chip., 1 Hyod., 2 Centr.; im Mine R.:
2 Sil, 3 Cat, 11 Cypr., 1 Atherin., 4 Centr., 2P.; im
Osage R. : 1 Lepidost, 4 Sil, 2 Cat, 12 Cypr., 1 Clup.,
3 Centr., 3 P., 1 Sei. — Folgende Gatt werden erwähnt:
Lepidosteus; Notur. , Leptops, Amiur., letal; Catast,
Ictiob., Mox. ; Campost, Hybogn., Pimeph., Cliola, Notrop.
1 sp. n., Notemig., Phenacob., Platygobio, Hybops., Semot ;
Labidesthes (Atherin.); Dorosoma (Clup.); Hyodon; Mi-
cropter., Lepomis, Pomox. ; Hadropt , Boleos., Ammo-
crypta 1 sp. n., Etheostoma 1 sp. n., Stizosted.; Aplodi-
notus (Sciaen.). Pr. n. m., Bd. 8, S. 1 — 17.
S. A. Forbes, „Descr. of new Dlinois Fishes"
1 Lepomis (Perc.) und 4 Cyprin.: 1 Oxygeneum g. n.,
3 Notropis. Bulletin Illinois State Laborat Nat Hist,
Bd. 2, Jan. 85. S. 135—139.
R. Smith, „Fishes coli at San Cristobal, Lower
384 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Calif. by Townsend". Salarias u. Cliuus s. Syst.; sonst
noch 5 Sp. genannt. Proc. n. m., Bd. 7, S. 551 — 553.
J. Miirdocli, Eeport of the international Polar-
Expedition to Point -Barrow, Alaska (Fislies, pag. 1*29
bis 132), Wash. 1885, 4^ Die Bestimmungen von Bean
revidirt. Vorkommen, Fang u. Färbung von : Gastorosteus,
2 Gradus, Lota, Gymnelis, 2 Lycodes, Liparis, 2 Cottus,
Osmer., Mallot., 3 Coreg., 1 Salvelinus, 2 Oncorli. Vergl.
Systematik.
Gill, Forest and Stream, Nov. 83; s. Pediculati.
Arbeiten über einzelne nordamer. Gratt. vergl. im
syst. Theil: Epineplielus (Jordan), Hadropterus u. Ser-
ranus (Bean), Etheost. (Jordan, Jord. u. Eigenm.),
Aphredoderus (Blatchley), Plectromus (Beryc., Bean),
Pemplieris (Bean), Corypbaena (Bean, Stearns),
Aspidophoroides i^Bean), Caulolatilus (Bean), Ano-
plopoma (Chiridae, Sw^an), Stathmon. (Blenn. , Bean),
Leptoph. (Opliidiidae Goode u. Bean), Hippoglossus
(Goode), Citharichthys (Dresel), Ictalurus (Sil., Jor-
dan), Ictiobus (Cypr., Mosher), Hybogn. (Jord.), Hy-
bopsis (Meek), Semotilus (Bicknell u. Fl.), Pimephales
(Blatchley), ünibra (Blatch.), Exocoetus (Jord. u.
Meek), Esox (Meek u. Newl.), Salmo (Garman, Jor-
dan), Anguilla (Ryder), ßajae (Garman), Aetobatis
(Bean), Petromyzon (Cragin). — Vergl. auch das
Bull. U. S. Fish Comm., Bd. 5. Ferner den Rep. for 83.
Mittelamerika. L. Vaillant et Bocourt, Etudes
sur lesPoissons, 3. Livr.. in: Mission [Expedition] scientif.
au Mexique, Rech. Zool. [Zool. du Mexique], 4. partie;
Paris 1883. In diesem -schönen und wichtigen Werke
(Livr. 1: 74, 2: 77), sind besonders die Nachuntersuchung
Cuvier'scher Typen von Belang, sodann eingehende
Schilderung der Schuppenstruktur, die Färbung der
frischen Expl. (nach Bocourt's Zeichnungen; und die
Raisonnements über Systematik der Gatt. u. Fam. —
Liefr. 3, S. 121 — 200, enthält die Gatt. Lutj., Centropr.,
Micropterus, Holoceutr., Polynemus, Sphyraena, die
Sciaenoiden incl. Pristii)omat. u. Pomaccntr. , endl. den
in äev Ichthyologie wähienrl des Jahres 1885. 385
Anf. der Sparidae. Dazu Taf. 5M?, 6, 8; Taf. 9 giebt:
Chaetod. bimac. u. Holac. eil., Taf. lOM!: Clinus nuchip.,
Gob. banana, Sieyd. Plum., Elotr. macul.
D. S. Jordan [u. Gilbert], „Fishes known from the
paeific coast of tropieal Am., from the tropic of Cancer
to Panama". 362 Sp. wurden vom Vf. untersucht, 71 Arten
sind zugl. amer. atlant. 1 Branchiosi, 12 Squali (5 auch
atl.), 16 Rajae (1), 22 Siluridae (1), 22 Chip. (2), 1 Alb.
(1), 1 Elops (1), 1 Chanos, 1 Synodus (1), 9 Cyprinodont,
18 Muraen. (2), 13 Scombres. (5), 2Lophobr., 1 Fistul.,
6Mugil. (3), 5 Äther., 2 Sphyr., 2Polyn., 2 Echene. (2),
2 Trichiur. (1), 4 Seom. (3), 29 Carang. (15), 1 Stromat.,
3 Beryc, 60 Perc. Centropom. Pristip. Spar. (6), 1 Cirrites,
2 Apogon, 2 Upeneus, 40 Sciaen. (4), 8 Gerres (1), 11 Lahr.,
6 Pomac. (1), 2 Ephipp. (1), 4 Chaetod. , 2 Acanthur,,
IMalac, 16 Gob. (1); 4 Trigl. (1), 6 Gobiesox, 5 Batr.,
22 Blenn. (4), 3Cerdalidae, IFierasfer, IBrotul., ITPleuron.
(1), 3 Pedic, 11 Plectogn. (3). Vf. glaubt, dass die west-
ind. Fauna (800 Sp.) fundamental verschieden sei, da nur
6 7o beider identisch ; eine Verbindung habe früher nicht
bestanden. Pr. nat. mus., Bd. 8, S. 361—394.
Vergleiche: Jordan, Cat. fish. N. Am. (s. oben);
Gar man, Rajae; Bean bei Pempheris.
Südamerika. Juan de la Cerda, giebt einige
Notizen üb. Speisefische Chile's. Bull. Fish C. Bd. V 248.
Ed. Holmberg, Peces in: Viajes al Tandil; Act.
Tandil; Act. Ac. Nac. Cördoba, Bd. 5, S. 99— 108.
Vergleiche: Spangenberg (Typen brasil. F. von
Agass.) bei Mugil u. Haemulon.
Anhang". Systematische Arbeiten ohne fauni-
stische Begrenzung: Garman, Rajidae (Amer., Asien);
Trygon. — Bean, Pempheris.
Fossile Fische.
F. Bassani, Carcharodon nel niare Titonico. Atti Soc. ital,
sc. n. Milano, Bd. 28, S. 75— 81, Xyl.
Derselbe, Pesci ooKtici Veronesi. Ebd., S. 142— 163, Taf.2A.
Arch. f. Naturgescli. 52. Jahrg. Bd.H. H. 1. 2
386 Dr. F. Hilgeiifl orf: Bericht über die Leistungen
Derselbe, Nuovo giacimento ittiologico nel monte Moscal
(Veronese). Atti soc. Ven. - Trentiua sc. nat. Padova. Bd. 9, S. 149
bis 150. 1884.
Derselbe, Süll' etä degii strati a pesei di Castellavazzo nel
Bellimese. (Boll. soc. geolog. ital. Roma 1885. Vol. IV.)
(Vergl. Verhandl. Reichsanst. 1885. 407 ii. 408.
B ran CO, Ueber eine neue Lepidotus - Kvt aus dem Wealden.
Jahrb. d. königl. preuss. Landesanst. f. das Jahr 1884. Berlin 1885
pag. 181.
J. M. Clarke, Higher Devonian Faunas of Ontario, N.-Y.;
Bull. U. S. Geol. Survey, No. 16; 80 S., Taf. 4— 3. — Dinichthys
Newberryi n. sp., Palaeoniscus devonicus n. sp., Pristacanthus.
E, W. Claypole, On the recent discovery of pteraspidian fish
in the upper silurian rocks of N.-Amer. — Palaeaspis g. n.,
2 sp. n. Q. Journ. Geol. Soc. London, Bd. 41, S. 48—64 Abb.; Rep.
54. Meet. Brit. assoc. adv. sc, S. 733—734.
E. D. Cope, Eocener Vertreter der 'Po]yoäontk\8i,e [CrossopJiolis
magnicaudatus] und der Gonorhynchidae [Notogoneus osculus] im
Wyoming Terr.; Amer. Natur. Bd. 19. S. 1090.
Derselbe, Tertiary Vertebrata, Bookl; Rep. U. S. Geol
Surv. Territ., Pisces S. 49—100, 742—753.
Derselbe, Stellung von Pterichthys, s. S. 333-, über Didymodus
s, syst. Th. (Squali).
J. AV. Davis, On Hetet'olepidottis grandis from the Lias; J.
Linn. Soc. London, Zool. Bd. 18, S. 293—298, Tfl. 7.
F. Fontannes, Marnes pliocenes ä Brissopsis d'Eurre (Drome);
Ann. Soc. Agric. Lyon (5) Bd. 7, S. 421—436.
Gar man, n. g. Diacranodus u. üb. Cladodus etc. s. syst.
Th. (Squali).
Geinitz, E. Ueber ein Grapdolithen führendes Geschiebe mit
Cyathaspis von Rostock. (Zeitschr. d. Deutsch, geol. Gesellsch. 36. Bd.
pag. 854. Taf. 30.)
G 0 r j a n 0 V i c - K r a m b e r g e r , Palaeichthy ologische Beiträge.
(Societas hitorico-naturalis Croatica. Glasnik etc. God. 1. Broj. 1—3.
pag. 122.) Hypsospondylus n. gen. Mesiteia n. gen.
Guide to the collection of fossil fislies in the Brit. Mus.,
London 8».
Hasse, Natürl. Syst. d. Elasmobr., Ergänzungsheft. Jena 4".
Hosius u. von derMarck, weitere Beitr. zur Kenntniss der
foss. Pflanzen u. Fische aus der Kreide Westphalens. [u. g. Chari-
tosomus.'] Palaeontographica Bd. 31, S. 233—268, 2 Tfl. u. Corr. Bl.
Ver. Rheinl. Bonn, J. 42, S. 58—60.
Kiesow, Silur, u. devon. Geschiebe Westpreussens ; Sehr. nat.
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W. A. Kiprijanow, Palaeontologische Untersuchungen. (Verh.
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A. V. Konen, Paläocäne Fauna von Kopenhagen; Abh. Ges.
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Kunisch, Dactylolepis Gogolinensis nov. gen. n. sp. (Zeit-
schr. d. Deutsch, geol. Ges. 1885 pag. 588—594 t. 24.) Verwandt
mit Coiobodus.
Larrazet, Des pieces de la peau de quelques Selaciens fossiles
(Bull. soc. geol. France. (3) XIV. No. 4).
G. C. Laube, Ein Beitr. zur Kenntn. der Fische des böhmischen
Turons [n. g. Protolops.l', Denkschr. K. Ak. Wiss., Wien, math.-n.
Kl., Bd. 50, Abth. 2, S. 285—298, 1 Doppeltfl., 2 Abb., u. Anzeiger 85,
S. 85.
Miall, s. Ber. 1884 S. 378, Ausz.: Naturalist (2), Bd. 10,
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J. S. Newberry, fossil fishes in the carbonif. and devonian
rocks of Ohio and Indiana; Rep. 54. Meet. Br. ass. adv. sc. S. 724
bis 725.
Derselbe. Titanichthys and Dinichthys from the Devonian of
Ohio. (Trans. N.-Y. Acad. Sei. V. No. 2.)
Titanichthys nov. gen., vervi^andt mit Dinichthys (4 neue Arten).
Bemerkungen üb. Diplognathus mirabilis.
F. Nötling, Fauna des Samländischen Tertiärs; Abh. z. geol.
Specialk. Preuss., Bd. 6, S. 3 — 106, Taf. 1—11. Pseudosphaerodon
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Sacco, Sur quelques restes fossiles de Poissons du Pliocene
du Piemont. (Bull. soc. geol. France. 1885—86. pag. 360.)
B. Thompson, Upper Lias of Northamptonshire; Part 2, Paper-
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Bd. 3, S. 183—200, 1 Taf.
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Taf. 16 u. Geol. Mag. (3), Bd. 2, S. 338-344, Taf. 8.
H. Trau tschold, Ueber das Genus Edestus. Bull. soc. imp
natur. Moscou, 1885, S. 94-99 (s. Ber. 84, S. 379).
A. S. Woodward, Fossil Sliarks (Fortsetz.) s. Ber. 1884, S. 379.
A. de Zigno, Ittioliti del Libano. (Atti R. Istituto Veneto.
(ser. VI.) Tomo III. pag. 1017.)
Derselbe, Vetebr. fossile mesozoici delle Alpi Veneti; Nuovi
saggi Acc. Padova, Bd. 9, S. 315—326.
Derselbe, Scheletro fossile di Myliobatis. (Mem. Istituto Ve-
neto. Vol. XXII.)
Derselbe, Due nuovi pesci fossili della famiglia dei Baiistini.
(Mem. Soc. Ital. Sc. Milano (3) VL)
Z*
388 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Systematik.
Bemerk. Die sämmtlichen in dieser Abth. referirten Arbeiten
sind bereits in den vorhergehenden Theilen, besonders unter „Faunen",
aufgeführt u. dort vollständiger citirt. — Die neuen Gatt.- u. Art-
Namen sind schräg gedruckt.
Allgemeines. Phylogenie s. Cope, S. 365.
Acan th opteri.
Allgemeines. Kopfknochen, v. Klein, S. 336. — Percesoces
[mit 2 Rücken- u. abdom. Bauchfl.], die Muglidae, Äther., SphjT.,
Polynem. umfassend, werden als Ordn. dem Rest der Acanthopteri
(incl. Pharyngogn. u. Anacanth.), der nunmehr^Percomorphi (Cope 1870,
modificirt) heisst, gegenübergestellt; Jordan, Cat. f. N. Am. S. 64, 66
Vergl. Syops. S. 397.
Percidae. In Jordan 's Catalogue fish. N.-A. werden ausser
den Centrarchidae , Serran., Priacanth., Apogon. , jetzt auch die
Centropomidae u. Rliypticidae als besondre Fam. abgetrennt.
Perca. Blutentwickl. , Wenckebach, S. 358; Ei, Owsian-
nikow, S. 349.
P. Schrenckii, jung 13 Bänder, schwarze Var. im Ili, Ni-
kolski, Bull. Ac. Pet., Bd. 30. S. 14.
Die amer. Art wird P. lutea (Raf.), Jordan, Cat., S. 81; Abb.
Goode, Fischeries, Taf. 168.
Labrax. Roccus septentr. Bl. Sehn, statt lineatus, Jordan,
Cat. S. 82; Abb. Goode, Fisheries, Tf. 170, chrysops Rf. 171, Inter-
rupt. Gill 172, amer. Gm. 173.
Lucioperca. Stizosted. vitreum M. u. canad. Sm., Abb., Goode,
Fisheries, Tf. 169.
Acerina. Ei, Owsiannikow, S. 350; Lymphorgan, Ayers,
S. 343.
Etheostomatinae. Der Schädel von Percina, der grössten
Form, ist dem der Percinae am ähnlichsten u zwar dem von Perca
mehr als dem von Stizost. ; von Percina (Vert. 23 -f 21) ordnen sich
die Gatt, in 2 Reihen: die eine mit depressem Schädel u. dünneren
Knochen gipfelt in Ammocrypta (23 -\- 21), die andre mit quer-
convexem Scheitel, festeren, glatteren Knochen und~ weniger Wirbeln
in Microperca (14 - 16). Die Eth. bilden keine von den Percinae
versch. Fam., nach dem Skel. können sie viell. noch als eine einzige
Gatt, gelten. Die Schädelcharaktere ändern die auf äuss. Char.
basirte Verwandtschaft wenig; Percina, Etheost., Microp. u. etwa
Diples. u. Ammocr. sind durch das Skelet von dem Rest zu unter-
scheiden. Jordan n. Eigenmann, Pr. Nat. Mus., Bd. 8, S. 68— 72.
(s. S. 335).
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 389
Etbeostoma; Name des Subg, Nanostoma (occ.) ersetzt durch
Bhothoeca, E. (Rh.) lynceum Hay (M. S.) statt elegans; E. (Rh.)
zonale var. arccmsanum 3qi'^. u. Gilb, [noch nicht publicirt!]. Jordan,
Cat., S. 80;
E. (Nothon.) camiiriim, dazu syn. vulneratum, E. (Noth.) macu-
latum, dazu syn. sanguifluus; ebd.
E. (s. s.) flabellare, dazu Var. cumberl. (83) u. liueol. ; zu E.
(s. s.) auch Poec. artesiae; Jord., Cat., S. 80;
E. (Poecilich.) riipestre Gilb. u. Sw., luteovinctiim G. u. Sw., parvi-
pinne G. u. Sw. , boreale Jord. (alle 4 noch nicht publ. !); E. (Poec.)
punctulatum Ag. (nee Synops., welches E. Whipplei Gir. wird) be-
schrieben, Jordan, Cat., S. 80, 81.
E. (Poec.) spectab. wird westl. Var. von coerul. (od. variatum),
J. u. M,. S. 16. Zu Jessiae kommt asprigenis u. Swaini; Jordan,
Cat., S. 81. — E. (Poec.) loivae Jord. u. Meek, viell. = jessiae,
aber gestreckter mit kürz. u. niedr. Fl. u. L. 1. 59 (statt 50); Pr.
n. m. VIII 10.
Eth. Cragini, L. 1. 46 aber nur 20 — 22 durchbohrt, Kiemenhaut
beider Seiten auf einer zieml. schmalen Strecke am Isthmus ver-
einigt [also wohl noch Subg. Poecil.], D. 6-9/11—12, A. 2/6—7;
Schulterschuppe vergrössert, schwarz ; AVangen u. Op. gross-schuppig ;
12 schwarze Fl. längs d. L. 1. Gilbert, F. of Kansas, Bull. AVashb.
lab., Bd. 1, S. 99.
E. (subg.?) tuscumhia (jciW. u. Sw. (unpubl), Jord., Cat., S. 81.
E. (Boleichthys) fusif., hierzu syn.: Barattii, Buttler., erochr.,
grac, und palustris als var. eos.; zu exile ist syn. Warreni; Jordan,
Cat., S. 81.
Etheost. variatum Kirtl. siehe Hadropt. (s. s.).
Alvarius wird von Poecilichthys als Gatt, abgetrennt und Micro-
perca als Syn, damit vereinigt; A. fonticola Jord. u. Gilb, (beschr.
1886); Jordan, Cat. S. 81.
Hadropterus, hierzu Alvordius Gir. u. Serraria Gilb, als Subg. ;
zu H. (Alv.) peltatus (= variatus autt. nee. Kirtl.) syn. : A. maculatus
(nevis.) u. crassus; zu Hadr. s. s. gehört Eth. variatum Kirtl. (syn.:
Nanost. tesselatum); Jordan, Cat., S. 79 (über variatum vergl.:
Jordan, Proc. Nat. M., Bd. 8, S. 163— 165). H. (s. s.) sqiiamatus
Gilb. u. Swain, cymotaenia u, niamjuae Gilb. u. Meek. H. (Alv.)
oiiachitae Jord. u. Gilb, (alle 4 unpubl.!), Jordan, Cat., S. 79.
H. (s. s.) aurantiacus Cp. , beschr. nach 1 Expl. von Asheville
N. C, ebenfalls Westabhang der Blauen B.; T. H. Bean, Pr. Nat.
M., Bd. 8, S. 165—166.
H. (Ericos.) evides, Farbenvar, von Iowa, Jord. ii. Meek, Pr.
N. Mus. Bd. 8, S 7.
Alvordius u. Serraria zu Hadropt., Jord., Cat., S. 79.
390 Di'- F. Hilgendoif: Bericht über die Leistungen
Ulocentra. Etheostoma Bavisoni, sbg. Uloc. , bei stigmaea
Jord., aber Praemax. protractil, Mnndspalte bis hinter den vorderen
Augenrand, Schnauze weniger abschüssig und D. 9/10, A. 2/6;
Yellow R., Fla.; Hay, Pr. n. mus., Bd. 8, S. 554.
Ulocentra simotera, hierzu als adult. U. atrip. ; zu U. gehört
Etheost. histrio J. u. Gilb. (86!) und E. blennius Grilb, u. Sw. (unpubl,);
Jordan, Cat., S. 78.
Percina caprodes, dazu Var. : Pileoma zebra Ag. (= Perc.
manitou Jord.); Jordan, Cat., S. 79.
Cottogaster hiermit wird vereinigt Imostoma (Shumardi); C.
uranidea J. u. Gilb, (unpubl. !) Washita R., Arkansas; Jord.. Cat., S. 79.
Ammocrypta clara, nahe pelluc, ab. nur 6 Reihen rud. Seh.
längs der L. 1., welche 75, Iowa, Arkansas, Texas. Jord. u. Meek,
Pr. Nat. Mus., Bd. 8, S. 8.
Crystallaria n. g. (für Ammocrypta asprella) von Amm. abw.
durch nicht- pro tractile Praemax., D. 14/, A. /12, Schuppen voll-
ständiger, Körper aber auch durchsichtig. Jordan, Cat., S. 78.
Vaillantia wieder mit Boleosoma vereinigt. Jord., Cat., S. 78.
Boleosoma 4Sp. : 1, Olmstedi, hierzu werden Var.: atromac,
effulgens, macul. (nigT. Syu.), ozarcanum J. u. Gilb, (unpubl. !) mesaeum,
aesopus, 2. vexill., 3. susanae, 4. (Vaill.) camurum. Jord., Cat., S. 78.
Boleosoma Olmst., D. 9/13, L. 1. 46, Jord. u. Meek, Pr. n. m.,
Bd. 8, S. 12. .
Centropomidae. Mit Gill (82) als Fam. anerkannt, 1 Gen
mit 4 nordam. Sp. Jordan, Cat., S. 81.
Centropristis kann mit Serranus (s. s,) u. Paralabrax vereinigt
und den Epinephelus gegenüber gestellt werden; C. luciopercanus
Taf. 5, F. 1. Vaillant u. Boc, Zool. Mex. S. 135—139. — Auch in
Jord. Cat., S. 82 Subg. von Serranus. — C. atrarius, Laich; Smiley
(nach Earll), Bull. F. C, Bd. 5, S. 91. — Serr. atrar. L , Abb. Goode,
Fish., T. 162 u. Serr. fascicularis Hlbr. [nach Jord. Cat. : Serr. (Di-
plectr.) formosus L.], T. 163.
^Centropristis.) Serr. nigrescens wird furvus Walb., Jordan,
Cat., S. 82.
Anthias Bl. {= Protonogrammus Gill), typ.: sacer, durch hoch-
laufende L. 1. von „Serranus" (= Centropristis, Prionodes, Paralabrax
Gth.) unterschieden. Jordan, Cat., S. 83. — A. vivanus, nahe
multifasc. Gill, 10/13, 3/8, Sq. 272/43/12; Pensacola; Jordan und
Swain, Pr. n. m., Bd. 7, S. 544.
Neoanthias Cast. gehört zu Caprodon -, Capr. Güntheri Cast. =
Schlegelii Gth. ist das (J, C. longimanus Gth. das $; C. rasor ^ zu
richardsoni $. Dougl.-Ogilby, Pr. Linn. S. N.-S.-AV., Bd. 10, S 231.
Serranus. Vergl. S. nigresc, atrar., fasc. bei Centropristis. —
Alle Serr. -Sp. der Gruppe „Merous" (Subgen. Epinephelus) haben
9 od. 11 D.- Stach., nur S. Courtadei Boc. 10; die in Gth, Cat. mit
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 391
10 aufgeführten Sp. gehören zu Etelis (filam., zonat.), Lutjanus
(limbat.) oder Centropristis (tigrinus) ; Vaillant u. Boc, Zool. Mex.
S. 136. — Perca guttatus L. ist der Epin. lunulatus Poey [also
würde hin. u. ebenso apua Bl. etc. syn. zu Serr. gutt. ; und gutt.
Jord. u. Sw. nee L. müsste cruentatus Luc. werden]; Goode und
Bean, Pr. n. m., Bd. 8, S. 194.
(Serranus) Epinephelus guttatus der Synops. S.919, wird apua BL;
ascensionis Osb., dazu syn. punctat. Bl., macul., impetig., capreol.,
atlant., varius; Jord. u. Sw. 1884; Jord., Cat., S. 84. — E. gutt. L.
viell. doch statt apua zu setzen (mit G. u. B.), Jordan, Pr. N. M.,
Bd. 8 S. 396. — Epin. nigritus sicher von morio versch.; Bean, Pr.
n. mus. Bd. 8, S. 231, Jordan ist in Zweifel, ebd. 209. — E. morio,
Abb. Goode, Fish., T. 164.
Serranus ouatalibi autt. wird Enneacentrus fulvus ruber Bl.
Jordan, Cat., S. 85 u. Pr. n. m. Bd. 7, S. 548.
(Serranus) Mycteroperca ; Tr. falcatus Synops. wird M. f. phenax
var. n. (J. u. S. 84) ; brunnea Synops. wird bonaci, wozu agugi als Syn.
u. xantJiosticta (J. u. S. 84) als Var. n.; petros. wird venenosa, var.
a. venen.; Jordan, Cat. S. 84. — M. microlepis G. B., Abb., Goode,
Fish., T. 167.
(Serran.) Promicrops guasa Poey [itaiara], Abb., Goode, Fish.,
T. 165.
Paralabrax. Serr. clathratus Gir., Abb., Goode, Fish., T. 166.
Plectropoma nigro-rubrum C. V., Ost-nenholl. Rasse mit dunkler
Kopfzeichnung, D. 10/18.; Douglas-Ogilby, Pr. L. S. N.-S.-W.,
Bd. 10, S. 119.
Polyprion cernium, Larve 14 mm. 1., Praeop.-Dornen deuten auf
Verwandtschaft mit Scorpaena ; Emery, Mitth. z. Stat. Neap., Bd. 6,
S. 155, Tfl. 10, F. 14.
Rhypticidae Fam. nov. für Rhypticus. Im (südl.) Nordam.:
sapon., Xanti, bistrispinus (= macul. u. ?pituit.), nigripinnis. Jord.,
Cat., S. 86.
Mesoprion. Lutjanus analis C. V. (durch Seitenfleck versch. von
cynodon C. V.), dazu sobra C. V. (jung);u. isodon C. V., Taf. 5 bis,
F. 1; aratus Gth.; pacificus Boc. (68), ob = dentatus A. Dum.?
Taf. 3, F. 2 : Aubrietii Desm. (uninotat. autt.), Taf. 5 bis, F. 2 ; jocu
Bl. Sehn., dazu cynod. u. griseus nebst Syn. (excl. analis) in Gth.
Cat., Taf. 5ter, F. 1; chrysurus (Syn. wie Gth.) Taf. 5ter, F. 2.
Vaillant u. Bocourt, Zool. Mex. S. 121— 135. — Lutj. griseus L.,
dazu syn. caxis (autt. am. nee Bl. Sehn.), caballerote u. Stearnsi;
L. vivanus, dazu syn. Blackf. u. campech., Jordan, Cat., S. 87. —
Mes. vivanu.s, Lebensweise des „Red Snapper"; Smiley (nach Stearns
n. Warren), Bull. F. C, Bd. 5, S. 92, 93. — Lutj. Blackfordii G. B.,
Abb ; Goode, Fish. T. 141, L. Stearnsii G. B., T. 142.
Rhomboplites aurorub. C. V. [Mesopr.], Abb. Goode, Fish, T. 143.
392 Dl'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Xenichthys xanti, dazu syn. : xenops (82i, Jordan, Cat. S. 86.
Priacanthus macroi^th. wird catalufa (arenatus nicht in Nordam.);
Pseudopr, Blk. als Genus anerkannt; Jordan, Cat., S. 86.
Apogon imberbis L., hierzu americanus; Meek in Jordan, Cat.,
S. 92.
Grystinae (= Centrarchidae). Grystes. Micropterus, 4 Sp.
angenommen: nuecensis Gir., L. 1. 60—62 (69), ohne Zungenzähne,
Taf. 4, F. 2!; salmoides, 62—69, mit Zungz. , Fig. 8 u. 5!; variabilis
Les. 69—75; Dolomieu, 80—86, Fig. 4!; Vaillant u. Boc, S. 139
bis 143. — M. salin. Abb. Goode, Fish. T. 147, M. Dolom. T. 148.
— Skelet; Shufeldt. Rep. U. S. Fish. Comm. for 83., S. 747., Abb.
Chaenobryttus antistius wird gulosus var., Jordan, Cat, S. 76.
(vergl. Pomotis). — Ch. gul., Abb. Goode, Fish., T. 152.
(Pomotis.) Lepomis bombifrons syn. zu megalotis; aquilensis nicht
syn. zu pallidus, sondern selbst. Sp. ähnl. megal. ; lirus zu? Chaeno-
bi-yttus gul, Jordan, Cat., S. 77, — L. humilis, Lebensfärb., Jord.
u. Meek, Pr. n. mus., Bd. 8, S. 12. — Lep. Garmani (subg. Xenotis
Jord.), D. 10, 10—11, A. 3/8-10, L. 1. 34—41, tr. 5—6/13—15,
Illinois; Forbes, Bull. Illin. lab. n. bist., Bd. 2, S. 135. — Lep.
gibbus L., Abb., Goode, Fish. Tf. 153; auritus L., 154; pall. 155;
punct. C. V. 156, obsc. Ag. 157.
Mesogonistius chaetodon Bd., Abb., Goode, Fish., T. 161.
Acantharchus pomotis Bd., Abb., Goode, Fish., T. 150.
Ambloplites rap. Rf., Abb., Goode, Fish., T. 149.
Archoplites interruptus Gir., Abb., Goode, Fish., T. 151.
Pomoxys spar. Lac, Goode, T. 159, annul, Raf., 160.
Centrarchus macropt. Lac, Goode, Fish., T. 158.
OWgoYW^ (jibhkeps, Vorderkopf senkr. abfallend, D.- u. A. -Stach,
länger als bei macquar., Murrumbidgee-R. ; W. Macleay, Pr. L. S.
N.-S.-W., Bd. 10, S. 267.
Miirrayia JmÄ•^»m, 11/12, 3/8, 50, oberer Murrumbidgee-R.; das
Genus nahe Ctenolates; W. Macleay, Pr. L. S. N.-S -W., Bd. 10,
S. 268.
Dules nialo in Süssw. auf Tahiti, mit der Fliege zu angeln,
„Challenger"-Rep., Narr. I, S. 784.
Aphredoderidae Aphredoderus sayanus, nur 1 Sp. mit in-
divid., aber ohne locale Var.: After in d. Jugend hinter den V.
(Forbes 77); Blatchley, Pr. ac nat. sc Philad. 1885, S. 136—137.
Lobotidae als Farn, von Jordan aus seinen Sparidae aus-
geschieden und den Serranidae angeschlossen. Cat. S. 86 (vergl.
Ber. 83). — Lob. surin., Abb., Goode, Fish., T. 175.
Pristipomatidae. Helotes scotiis; 12/10, 3/10, 84, 18/22;
8 Lstreif., D. weiss mit schwarz. Saum u. 1 Binde , C. mit 5 Qb. u.
Saum; üb. Jugendzeichn. vergl. S. 364; Südaustral.; Haacke, Zool.
Anz., J. 8, S. 508.
in der Ichthyolugie während des Jahres 1885. 393
Pristipoma, dazu syn. Conodou ii. Paraconodon (auch bei Conodon
sind beide D. nicht getrennt!); excl. Conod. 9 atl., 15 pac, 5 gemeins.
Sp.; Pr, cavifrons, ob dazu syn. Con. pacif. Gth. u. Pr. Furthii St.?;
Dovii, D. 11/15!, ob juv. zu cavifr.?; melanopt. doch wohl nicht ad.
zu bilin. (geg. Gth.), 4. D.-St. längster; leuciscus Gth., pacif.!, ob dazu
axill. St.?; macrac. Gth. (Taf. 8 bis, F. 1); Boucardi St., pacif.!, nahe
bei huniile Kn. St.; Vaill. u. Boc, Zpoh Mex. S. 185— 193. —
Pomodasys fulvomac. M., Abb. Goode, Fish., T. 146.
(Pristiponia.) Von Pomadasys werden als eigne Gatt, abgetrennt
Anisotrenius, Orthopristis u. Conodou; Orth. fasciat. u. fulvomac. zu
chrysopterus L. ; 0. cautharinus u. chalceus, Bern. üb. Syn. ; Jordan,
Cat., S. 88.
Anisotremus virginicus L. bleibt statt rhomb. (geg. G. u. B.).
Jordan, Pr. N. M. Bd. 8, S. 396.
Conodon, eigentlich syn. zu Pristipoma, C. Plumieri; Vaill. u.
B., S. 183. (Vergl. oben Jordan.)
Haemulon. Diabasis, 15 atl., 5 pac. Sp. aufgezählt; behandelt
werden: elegans, wird syn. zu formos. L. (Taf. 7, F. 1,2); lateralis
(vergl. unten), 12/15, 3/8, 9/55/16, ob = formos.?, S. 180; chrysop-
terus [a]. Caudalfleck!; microphth., 10/52/17; alle von Jamaica;
Vaillant u. Boc, Zool. Mex, S. 178— 183.
Haemulon (Bathyst.) jeniguano wird aurolin.; trivittatum nicht
nordamer.; H. (Haem.) elegans wird sciurus; zu fremeb. syn.: lateralis
Vaill. u. Boc: elegans wird acutum; albus wird gibb. ; Jordan, Cat.,
S. 90. (Vergl. Ber. 84.) — Statt H. plumieri viell. arcuatum zu
setzen. Jordan, Pr. N. M., Bd. 8, S. 396. — H. canna u. Schranki
Ag., die Typen (nach Spangenberg) beschr., aber nicht identificirbar ;
Jordan, Pr. n. m. Bd. 7, S. 547. — H. Plumieri u. elegans, Abb.
Goode, Fish., T. 144, 145.
Dentex vulg. in Mount's Bay , C o r n i s h , Zoologist (3) Bd. 9, S. 312.
Maena vulgaris, Parasiten : Anilocra Edw^ardsii und Choriocotyle
Marionis, R. Saint-Loup; Comptes rend. Ac Paris, Bd. 101, S. 175
bis 176, Ausz.: J. r. niicr. soc. (2) Bd. 5, S. 805.
Smaris vulg., Parasit: Cymothoa oestrus (?), ebd.
Gerres olisthostoma G. B. Goode, Fish., Abb., Tfl. 90.
Sparidae. Chrysophrys. Calamus leucosteus Jord. u. Gilb.,
für bajonado Synops. nee Bl. Sehn. Charleston, der echte bajon. Bl.
Sehn, ist westindisch, Jord., Cat. S. 91; C. Milneri vdrd penna, S. 91.
Pagellus Milneri (s. Calamus), Abb., Goode, Fish., T. 136.
(Pagrus.) Die Origexpl. von Sparus chrysops u. argyrops Linne
gehören beide dem nördl. „common scup'' Stenotomus chrys. an, der
grosse südl. ist, wenn versch., St. chrys. aculeatus C. V. zu nennen ;
Jordan, Cat., S. 91. — Sparus pagrus L., Abb. Goode, Fish.,
T. 137, Stenot. chrysops, Gardeni, capriuus, Tf. 133 — 135. — Pagrus
unicolor, Osteom, Sutton, s. S. 369.
394 Di"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Sargiis, in dessen Nähe viell. Boridia zu stellen; lOatl., 2 pac.
Sp. VaiH. u. Boc, Zool. Mex. S. 200.
Sargus (Subg. Lagodon), rhomboidalis L. (Perca), hat Prior, vor
(Sparus) rhoniboides L.; Goode u. Bean, Pr. n. m , Bd. 8, S. 194. —
Dagegen Jordan, ebd. 396. — L. rhomboides, Abb.; Goode, Fish.,
T. 138. — (Sargus) Diplodus unimac. Bl., dazu caribaeus (Subg. La-
godon!), Jordan, Cat., S. 91. — Dipl. probatoc. Walb., Abb., Goode,
Fish., T. 130, 131, Holbrookii Bean 132.
(Pimelepterus) Kyphosus Bosci wird sectatrix L., Jord. , Cat.,
S. 92. — Cyph. Boscii, Abb., Goode, Fish, T. 139.
Squamipinnes. Pomacauthus arcuatus nicht nordam.; zoni-
pectus, dazu als juv. crescentalis (81); Jordan Cat., S. 103. —
Scorpis calif. St., Abb.; Goode, Fish., T. 140.
Ephippus faber, Abb., ebd. 176. — Osteome, Sutton, s. S. 369.
Mullidae. E. A. Hall u. McCaughan, „A review of the
amer. g. and sp. of Mullidae," Schlüssel, Synon. — Mullus surm.
(Vinc. nee. Gth.) var. auratus. vertritt den sunn. Europas, barb. fehlt
in Am. — Von
TJpeneus. 2 westind.: macul. , martin. u. 2 pacif. Sp. : dentat.
grandisq. Pr. ac. nat. sc. Philad., 1885, S. 149—155. — Up. marti-
nicus e.V., dazu balteat. u. flavovitt.; U. grandisquamis Gill, dazu
tetraspilus Gthr.; Jord. Cat., S. 93.
Cirritidae. Latris Bamsayi, 18/38, 3/33, 103, 10/24, P, 10/8,
Untkfz. in einf, Reihe, Obkf. mit Spuren kleinerer dahinter, Praeop.
ohne Cilien, Sidney, Dougl.-Ogilby, Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 10,
S. 229. — L. lineata ßich., Beschr., Arthur, Trans. N.-Zeal. Inst.,
AVellington, Bd. 17, S. 160, Taf. 14, F. 1.
Chilodactylus nigric. Rieh. (= ? Psilocranium Coxii Macl.) bei
Tasm., Johns ton, Pr. r. soc. Tasmania 1884, S. LXV— LXVL
Scorpaenidae. Goode, Fisheries, Abb. von: Sebastes marin. L.
Tf. 75, Sebastichthys nigrociuctus Ay. 76, serriceps J. G. 77, maliger
J. G. 78, rosaceus Gir. 79, pinniger Gill. 80, mystinus J. G. 81, mela-
nops Gir. 82.
Sebastichthys brevispinis (83) als Art; S. Matzubarae in Alaska,
Beschreibung: P. chrysomelas zu carnatus als Subsp.; Jordan,
Cat. S. 108.
Sebastes mann. C. V., eine Var. mit dickem Köpfst, u. kleinem
Auge (S. crassispinis Död.) ist nach St. nicht zu trennen; eine Var.
aus Hongkong mit schroff genäherten Litorb.-Leisten; S. dactylopt.
de la R. neu f. Jap. ; S. nivosus Hilg. , Tfl. 7 ; S. Schlegelii Hilg. ;
S. vitlpes Död. von Schlegelii durch den Mangel spitzer Stach, unten
am Praeoc. unterschieden, S. oblongus Gth. (var.?); S. elegans Död.,
D. 13/12, A. 3/8, L. 1. tub. 35, unbesch. sind Mand., Max., Praeorb.
Körper mit 5 fleckigen Querb., dunkle Radialstr. am Auge, jap.
Binnen-See bei Tagawa, ö'/a ^ni; S. inermis C. V.; S. Joyueri Gth.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 395
durch Zeichn. und kleinere Seh. von inermis versch. ; Steind. u.
Döderl., Fisch. Jap. III. S. 200-7.
Bathysehastes g. n. Br. 7, Kopf oben schuppenlos, die ober-
flächlichen Kopfknochen mit weiten Hohlräumen; Mundspalte sehr
ausdehnbar, Zahnbinden in Kiefern, Vom., Palat. , Rumpf schuppen
cycloid, Kopfsch. unter der Haut verdeckt. Sonst wie Sebastes. —
B. albescens Död., D. 12/10, A. 3/5, L. 1. tub. 27, Kopfstach, mit Ausn.
von oc'" sehr klein, weissl. gelb, Magen u. Darm schwarz, Tiefsee,
SOCtm. ; Steind. und Döderl., Fische Japans III., S. 207.
Scorpaena, vergl. Emery, S. 364, Abb. v. scrofa. — Meek u.
Newland, „A review of the amer. sp. of the g. Scorpaena". Keine
europ. Sp. in Amer., zur Uebersicht aber scrofa u. porc. beschr. ;
brasil. (auch nordam.), histrio (pacif.), gutt. (Calif.), Thompsoni Gth.
80 (Juan Fern.), Plumieri (trop. atl. u. p.), grandic. (trop. atl.), castor
(= Pontinus cast. und poll. Poey 60), fernandeziana St. 75, occipit.
Poey 60 (incl. calc. G. B. und ? inermis C. V.). Schlüssel u. Synon.
Pr. ac nat. nat. sc. Philad., 1885, S. 394 - 403. — Scorp. Stearnsi
wird brasil. C. V.; calcarata wird occip. Poey; Jordan Cat. S. 109.
Scorpaena fimhriata Död., Tokio, nach Steind. viell. mit neglecta
Schi, ident., bei welcher, weil trocken, die Hautlappen wohl nur über-
sehen wurden; kagoshimana Död., Köpfst, sind kurze Leisten mit
stark gezähntem Oberrand, L.l. 44—45 (tub. 22), Dent. pal. 0. ; Steind.
u. Död., Fische Jap. III S. 195-196.
Tetraroge longesp. C. V. jap. Ostküste, Stich der Stach, ge-
fürchtet, neu f. Jap., Steind. u. D., S. 196.
Aploactis aspera Schi., 1 Expl. bei Kagoshima, Steind. u. D.,
S. 197.
Minous pusillus Schi., 1 Expl. bei Kagoshima, ebd. S. 197.
Pelor japon. C.V. dazu als Albino P. aurant., Stich des D. -Stach
sehr schmerzhaft, aber (im jap, Binnen-Meer) ohne weitere Folgen,
an anderen Orten vereinzelt tödtlich; ebd. S. 197.
Synancidium erosum C. V. bei Tokio u. Kagoshima, ebd. S. 199.
Pterois lunul. Schi., Beschreib.; Pt. Bleekeri Död., D. 13/9, P. 16,
die Occipitalleisten oft (beim (J?) sehr hoch, sichelförmig, Tokio;
Steind. u. D., S. 199-200, Tfl. 6. F. 1.
Apistus al. C. V. südl. v. Tokio ; fliegt nicht, Stich gefürchtet,
ebd. S.200.
Hemitripterus amer., Embryo; Agass. u. Whitm. , Mem. m.
comp, z., Bd. 14, No. 1, Tfl. 2, F. 4—12.
Nandidae, Polycentridae, Teuthidae.
Beryeidae, hiervon als eigene Fam. (mit zahlr. D.-Stacheln)
die „Holocentridae" (Holoc. u. Myripristis) abgetrennt, Jordan,
Cat. S. 75.
Holocentrum pentacanthum (longip.) wird ascensione [is !] Osb.,
Jordan, Cat. S. 75. — H. pentec. Bl. (longipinne nebst Syn. in Gth.
396 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Cat.), Vaillant u. Boc, S. 144, Taf. 5 quater, F. 1. — H. pent.,
Abb, Goode, Fish. T. 119.
Trachichthys Trailli Hiitt., beschr., Arthur, Tr. J^.-Zeal. J.
Well., Bd. 17, S. 162, Tf. 14, F. 2.
Plectromus crassiceps Bean, D. 2/11—12, A. 1/8—9, L. 1. ca. 25;
grösste Tiefe, atl. Oc. 37 — 41 " N. Die Gatt. PI. ist von Melauiphaes
Gth. durch die kleinere Zahl der D.-Stach versch. ; Lütkeu's
Melamphaes megalops gehört wahrsch. zu Plectromus; hat
grössere Augen u. Schuppen u. längere Y. als PI. er.; Bean, Pr.
Nat. M., Bd. 8, S. 73-74.
Kurtidae. Pempheris Poeiji, von Mülleri P. versch. durch kl.
Schuppenzahl (56, 2/12), A. nur 3/24 und kl. Auge (-5 d. Kopfl.),
[Cuba]; Bean, Pr. nat. m., Bd. 8, S. 229. — P. Uneatus, 5/13, 3/35,
58, Port Jackson; Dougl.- Ogilby, Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 10, S. 447.
Polynemidae. Die Ventralfl. sind in Wahrheit abdominal,
nicht thoracal, daher zu den Percesoces zu stellen, s. S. 388, Jord-
Cat., S. 66, Anm. 7.
Polynemus Plumieri, Taf. 5 quater F. 2 a, b, Schuppen; octonemus
Gir.; melanopoma Gth., Fig. 2. Vaillant u. Boc, S. 147— 151. —
P. octofilis mit dunklerer P. und kürzeren Fäden, nur älteres Expl.
von octonemus, Jord. Cat. S. 66 (u. 1882).
Sciaenidae. Vaillant u. Bocourt, Zool. Mex. ziehen im
Sinne Cuvier's zu den Sciaenidae Günther's die Pristipomatidae ; die
Pomacentridae aber scheiden auch sie ab.
Pogonias chromis L., Abb.; Goode, Fish., T. 121— 122.
Haploidonotus grunniens Raf. (Corvina ose), Abb.; Goode,
Fish., T. 123.
Sciaena ocell. L., Liostomus xanthur. Lac, Bairidiella chrysura
Lac, Eoncador Stearnsii St., Abb. bei Goode, Fish,, T. 125, 124,
126, 129.
Corvina, von echt marinen 5 atl, 12 pac, ferner stellifera atl.
u. pac. aufgezählt; behandelt sind: chrysoleuca Gth., ob = der
schlankeren ronchus?, L. 1. 45—51 ; stellif.; vermicul. Gth., Sq. 8/48/13;
ronchus ; armata G. ; C. fidyens, Maul schräg und Auge gross wie bei
macrops St., aber Höhe nur '/^ der Körpl., Sq. 11/58/15 u. 2. A.-St.
.■> 3. D.-St., bei La Union (pac.) S. 164, Taf. 6, F. 2; Vaill. u. Boc,
S. 159— 166. — C. fulg. = Sciaena ensifera J. u. G. (82), Jordan,
Pr. n. m., Bd. 7, S. 548.
Micropogon undul., See Isabai, ebd. S. 176; Abb. bei Goode
Fish., T. 128.
Umbrina, Gehörorg., Canestrini, S. 342. — Schuppen alle
ctenoid (geg. Blkr. 75) S. 170; 7 atl. u. 7 pacif. Sp. aufgezählt (keine
gemeinsam); bei U. alburnus fehlt die Zähnelung des Präop. nur
alten; Broussouetii, ob dazu die pac. undul. Gir. u. analis Gth. mit
in der Ichthyologie wahrenrl des Jahres 1885. 397
mit längerem Kopf, Obkf. u. Schnauze?; Vaill. u. Bog. S. 166—169.
— Umbrina Xanti (62), dazu syn. analis (69); Jordan Cat. S. 94.
Menticirrus nebulosus wird saxatilis Bl. Sehn., ebd. — Abb.,
Goode, Fish., T. 127 A, alburnus L., 127 B.
Paralonchurus (Bocourt 69), wie Polycirr. mit 1 mehrästigen u.
mehreren einf. Kinnbarteln, aber Seh. cycloid.; Par. Petersii (B. 69),
Taf. 8, F. 1, ferner
Polycirr[h]us Dumerilli (69), Fig. 2, Vaillant u. Boc, Zool.
Mex., S. 169—176.
Otolithus. Von der atlant. Seite Amerikas werden 11, von der
pac. 5, und ausserdem cayenn. von beiden zugleich aufgezählt; be-
handelt werden; cay., squamipinnis Gthr. (Sq. 10/63 !/19) u. O.jamai-
censis, D. 10, 1/25, A. 2/9, Sq. 6/59/18, Obkf. kaum hinter Augen-
mitte, 4. Stachel der D. längster, von halber Kopfl. , 2. A.- Stach,
kaum 2/3 Augd., P. ^/g der Kopfl., Taf. 6, F. 1. Vaillant u. Boc,
S. 155—158.
(Otol.) Cynoscion macul. M. u. regale Sehn., Abb., Goode,
Fisheries, T. 120.
Xiphiidae. Abb. von Xiph. glad. L. ad. u. juv. Taf. 115, u.
Hist. glad. Br. u. Tetrapt. albid. Poey Tf. 116, Goode, Fisheries.
Trichiuridae. Goode, Fish., Abb. von Trich. leptur. L.
Tfl. 114.
Lepidopus caudat. in Amer. (pacif.) Jordan, Cat. S. 67. —
C. H. Robson, on New-Zealand frost fish; I^.-Z. Journ. Sc, Bd. 2,
S. 289-290.
Aeronuridae. In Nordam. 2 Acanth. u. 1 Prion., Jord. Cat.
S. 103.
Carangidae. Schlüssel für die 13 nord-araer. Gatt., Jordan
Cat. S. 69.
Trachurus melanosaurus Cocco (fehlt in Gth. Cat.), neben diesem
u. Tr. vulg. noch eine 3. Sp. mit höherem Körper, „Saum zappuni"
der Fischer; Cocco, Nat. sie. V 38.
Trach. saurus Bf., Abb., Goode, Fish., T. 103 (vergl. Caranx).
Decapterus hypodus wird macarellus var., Jordan Cat. S. 70.
— D. Russelii Rüpp. (wozu kurra und maruadsi) und St. Helenae
e.V., wozu muroadsi mit zahlreicheren gekielten Schienen (28—32)
syn., abgebildet; Steind. u. Död., S. 184— 185, Taf. 4, Fig. 2, 1. —
D. punct. Ag., Abb., Goode Fish., T. 102.
Caranx äelicatissimus T)'6A., D. 8, 1/25, A. 2, 1/11, L. 1.85 H- 24,
Höhe 372 in Totall., Kiefer mit einf. Reihe kleiner Z., Palat. mit Z.,
Vom. ohne Z.; P. lang, Operc. - Fleck , Tokio; erwähnt: trachurus,
torvus, equula, hippos, ciliaris; Steind. u. Död., Fische Jap. III,
S. 184. — C. (Citula) dorsalis Gill, vergl. Jord., Cat. S. 70. —
C. hippos L., crumenopth. Bl., pisq. C. V., Abb., Goode, Fish., T. 99,
100, 101. — C. carang., Knochenanschwellungen, Vaillant, s. S. 337.
398 Dr. F. Hilgeuflorf: Bericht über die Leistungen
Argyreiosiis. Zeus gallus L. ist A. vomer autt., welcher Selene
gallus zu heissen, Z. vomer L. ist setip. autt. und Vomer vomer zu
nennen-, Goode u. Bean, Pr. n. mus., Bd. 8, S, 194. — Z. gall. L.
u. vomer L. wird entweder: Sei. vom. bez. Vom. setip., oder: Sei. gall.
bez. V. vomer. (geg. G-. u. B.), Jordan, ebd. S. 395.
Selene setip. M. und argent. Lac , Abb. G- oode, Fish., T. 97, 87.
Seriola 5-rad. Schi., Lalandii C.V., Dumerilii Risso u. aisfata
Död., D. 6, 1/34, A. 2, 1/19, Tokio, aufgeführt; Steind. u. Död.,
Fische Jap. ni. S. 186 — 187. — S, Carolin, wird zonata var., Lalandii
wird aliciola (Dumerilii) var., falcata zu rivoliana, mazatlana zu dor-
salis (nach R. L. Gren), Jordan, Cat. S. 72. — S. dors. C. V., Abb.
Goode, Fish., T. 108.
Naucrates ductor L., Steind. u. Död., Fische Jap. III S. 187
— Abb., Goode, Fish., T. 107.
Temnodon. Pomatom. saltatrix, Abb., Goode, Fish. T. 174. —
Embryo, Agass. u. Whitm., M. m. c. z., Bd. 14, No. 1, Tfl. 4, 5.
Pammelas. Lirus percif. M., Abb., Goode, F. T. 111.
Trachynotus argenteus C. V. von Bean aufrecht erhalten, Jor-
dan, Cat. S. 71. — Tr. carol. , ovat. u. glauc, Abb., Goode, F.,
T. 104—106.
Platax, Osteom. Sutton, S. 369.
Hypsinotus rubescens Schi, jetzt mit grösserer Sicherheit als
1879 für syn. mit Antigonia Capros Lowe erklärt, weil alle von Japan
gekommenen Expl. hiermit übereinstimmen, Bürger's Zeichnung
wahrsch. ungenau ; Steind. u. Död., Fische Jap. III, S. 187, Taf. 5 <^
Equula nuch. Schi., Steind. u. Död, S. 187.
Cyttidae. Zeus nebul. Schi., Notizen; Steind. u. Död., Jap.
III, S. 182. — Z. faber, Gehörorg. Canestrini, S. 342. — Z. Novae-
Zealandiae, Arthur, Tr. N.-Zeal. Inst. Well., Bd. 17, S. 163,
Tf. 14, F. 3.
Zenopsis ocell. St., Abb., Goode, Fish. T. 113.
Stromateidae. Stromateus alep. L. und triacanthus Peck,
Abb., Goode, F., T. 110, 111. — Ber. 84, S. 392 corregire: Fordice,
Pr. Academy! n. sc. Phil. 1884, S. 311.
Leirus perc, Goode F., T. 111 (vergl. Pammelas S. 398 oben).
Centrolophus japonicus Död., ähnl. peruanus St. (74). D. 8/22,
A. 3/10; Steind. u. D., Fische Jap. III, S. 183. — (Centr.) Mupus
imperialis Cocco (Gatt. u. Sp. fehlt: Gth. Cat), nicht = Centro-
lophus ovalis (erste D. -Stach, deutlich innerh. ihrer Verbindungs-
membran unterscheid bar); Centrol. fasciatus ayi. n.'^ durch 3 Qbd. von
pomp. versch,, ob juv.?; Cocco, Nat. sie. V 63. — Vergl. bei
Coryphaena !
Coryphaenidae. Coryphaena hippurus L., beschr. Bean,
Pr. n. mus. Bd. 8, S.232; Lebensweise, S. Stearns, ebd. S. 635. —
Beschr. Steind. u. D., F. Jap., S. 171. - Abb. Goode, Fish., T. 109.
in der Iclit.hyologie während des Jahres 1885. 899
Cor. pavo Cocco, grösser als hippiirus, Dicke = halb. Höhe,
Nasenl. näher d. Auge als d. Schnz., Wurzelrand d. Schupp, ohne
Einschnitte, D. 57, A. 28; Kopfbild, wie equisetis, ab. Körpl. üb.
6 fache Höhe (equis. 4 — 5 fach), Kopf nicht höher als lang, Caudal-
lappen 5 mal in Total!. (Sy.j); Cocco, Nat. sie. V 40.
Die Familie Corifenidi soll in 2 Suhf. zerlegt werden : Corifenini
u. Centrolofini, erstere mit Coryphaena u. Lampugus, letzt, mit
Centrolophus, Schedoph. u. Mupus. Untersch. dieser Gatt. Ebd. S. 63.
Brama Rajii, Abb. Groode, Fish., T. 112; Ray's sea bream on
the Norfolk coast; Gunn, Zoologist, Bd. 9, S. 454. — In Japan 3 Sp.;
Br. Rajii Bl. u. japonica Hilg., Abb. Tfl. I, beide viell. nicht spec.
verschied., u. longipinnis Lowe ; Steiud. u. Död., F. Jap. III, S. 172
bis 175.
Pteraclis hierzu auch Centropholis Hilg. zu ziehen, Abb. u.
Beschr. von Centroph. Petersil H., ebd. S. 175—176, Taf. 2.
Lampris luna L. in Japan ebd. S. 177.
Icosteidae, nach Steind. (82) jetzt auch von Jordan neben
Brama gestellt, nur Bathymaster bleibt in der Nähe der Malacan-
thidae; Jord. Cat. S. 73, 104.
Nomeidae. Psenes anom. Schi., Notizen, Steind. u. D., S. 182.
Comephoridae.
Scombridae. Scomber colias L. , die einzige von Död. in
Japan gefundene Art, wozu saba, janesaba und tapeinoc. Blk., und
pneumatoph. de la Roche syn. sind; die Zahl der D. -Stach, veränder-
lich, selbst bei alten stets über 7 (9—11); Steind. u. Död., S. 177
bis 178. — S. scombrus u. pneumat., Abb., Goode, F., Tfl. 91. —
Frisst Quallen, Österbol S. 366.
Thynnus. Orcynus Schlegelü sp. n.? Steind., das junge Expl.
Död.'s von gleich grossen thynnus L. nur durch gedrungeneren
Körper und längere P. versch.; Steind. u. Död., Fische Jap. III,
S. 178, Tfi. 3, F. 1. — 0. thynnus und alalonga Gm. u. Euth. pelamys
L., Abb., Goode, Fish. T. 96, 95 A, B. — Gehörorg., Canestrini,
s. S. 342.
Thynnichthys n. g. [occ. bei Cyprinidae!] für thunnina,
(= Euthyuuus Lütk. 83) und
Pelamichthysn. g. für P. unicolor, Körper dick, Vomerzälme;
Giglioli, Esposiz. internaz. die pesca, Berlino 1880, sezione ital. ;
Catalogo, p. 85, 1880 !
Pelamys. Sarda chil. C. V. , dazu als Var. : P. Orient. Schi.,
Steind. u. Död., S. 179. — S. mediterr. Sehn., Abb., Goode, F., T.92.
Auxis Rochei Risso, dazu syn. (juv.) tapeinos. Blk.; Steind. u.
Död., Fische Jap. III, S. 180. — A. thazard Lac. [Rochei R.], Abb.,
Goode, F., T.92.
Cybium sara Benn., Beschr. einz. Ex. von 1,36 M.; D. 25, 11, 8,
A. 1, 11, 9; L. Vaillant, Bull. soc. phil. Paris (7) IX 21 - 23. —
400 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
C. chin. e.V. syn. zu nipli. C. V. Steind. u. D., S. 180. — Scom-
beromorus macul. M., caballa C. V., regalis Bl., Abb., Groode, Fish.,
T. 93, 94.
Elacate, Embryol., s. Ryder, S. 358, — E. nigra Bl. beschr.,
Steind. u. D., S. 182. — E. canada A., Abb.. Goode, F., T. 174.
Echeneis naucr. u. brachypt., Notizen; Steind. u. Död. , Fische
Jap. in, S. 182. — F. albescens in America (pac), Jordan, Cat.
S. 66. — Remoropsis brachypt. Lowe u. Rhombochirus osteochir C,
Abb., Goode, Fish., T. 177. — Saugnapf, Niemiec, S. 334.
Trachinidae. Uranoscopina. Astroscopus anoplus C V.,
Abb., Goode, Fisheries, Tf. 69.
Upsilonphorus Gill, hierzu geh()rt y-graecum u. guttatus (in
der Syops. u. sonst noch mit anoplus C. V. u. Gth. verwechselt, der
bei der Gatt. Astroscopus bleibt); Jordan, Cat., S. 117.
Uranoscopus bicinctus, asper, Anema inerme, elongatum erwähnt ;
Steind. u. Död., Fische Jap. III, S. 189.
Leptoscopus angusticeps Hutt. var. oderV sp. n.: canis, Neu-
seeland; Arthur, Tr. N. Z., Inst., AVell., Bd. 17, S. 165, Tf. 14, F. 4.
T r a c h i n i n a. Trachinus vipera ? , j ung, 1 3= 1 5 mm . , E m e r y ,
Mitth. z. St. Neap., Bd. 6, S. 156, Tä. 10, F. 16. — Dünn, Habits of
the lesser weaver, Zool., Bd. 9, S. 353. — T. aureovitt. Cocco (fehlt
in Gth. Cat.); Tr. vainus Raf. u. Corystion mustazola sind ver-
stümmelte Trach., Cocco, Nat. sie. V 13. — Gift, Gressin, S. 370.
— Entwickl., Brook, s. S. 355.
Sillago jap. Schi. u. sihama Forsk (neu für Jap.), Steind. u.
Död., Fische Jap. III, S. 192.
Champsodon vorax Gth. neu f. Jap., in 200 Fd. bei Sagami mit
einem Hanfsquasteu- Apparat und ein andres Ex. im Magen von
Megaperca ishinangi, ebd. S. 192.
Latilus argent. C. V., Ost- u. Westküste, ebd. S. 193.
Neopercis = Parapercis Steind. mit Palatinzähnen u. letzte
D-Stach. hoch (83) nee Blk. ; Parap. Blk. umfasst sowohl Sp. mit
(Percis) als ohne P- Zahne ist daher unhaltbar; zu Neop. gehören:
N. Haackei St., sexfasc. Schi., und 2 sp. n. N. multifasciata Död.,
Hinterhaupt mit gelben, braun gesäumten Streifen, 10 braune Rücken-
Querstreifen, Tokio, Taf. 6, F. 2; N. aitrantiuca Död., die 5 (gelben)
Querbinden nur an frischen Expl. sichtbar, Tiefsee [Tokio], Tfl. 3,
F. 2; Percis pulch. erwähnt; Steind. u. Död., Fish. Jap. III S. 190
bis 192.
Percis novae-camhriae, D. 4, 24 — 25, A. 20, L, 1. 65, tr. S^/s/lS.
der 4. D.-Stach. der längste, Port Jackson; Dougl.-Ogilby. Pr.
L. S. N.-S.-W., Bd. 10, S. 228.
Trichodon japonicus St., Alaska; nachgetragen Jordan Cat.
S. 117.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 401
Chiasmodus nach Gill (Jord. u. Gfilb., Synops. 964) nahe Chae-
nichthys; s, Gadidae.
Malacanthidae. Caulolatilus microps von chrysops versch.,
Bean, Pr. n. m., Bd. 8, S. 232. — C. micr., Abb., Goode, Fish.,
T. 116.
Lopholatilns chamael., Abb., Goode, F., T. 117. —Aussterben
(Ber. 84, 392) Tarr, „the Tile-fish", Science, Bd. 5, S. 29. Xyl.
Bathymasteridae als Farn, von den übr. Icosteidae (welche
zu Brama) ausgeschieden, Jordan, Cat., S. 104. — Bathymaster
signatus Cope, Abb., Goode, Fish., T. 118.
Batrachidae. S. E. Meek u. Hall, „Review of the ainer.
gen. and sp. of Batrachidae", Schlüssel u. Syn, : Thalassophr. punct.
St., amaz. St., Natter. St., mac. G., retic. G. ; Porichthys por.,
margarit. Midsh. ohne Caninen (dazu porosiss. Gth. e. p.), porosiss.
(incl. plectrod. J.); Batrachus tau (mit var, pardus u. cryptoc); Ba-
trachoides (mit Schuppen) Surinam., pacifici Gth. Pr. acad. nat. sc.
Philad. 1885, S. 52— 62. — Batr. pardus, Abb., Goode, Fish., T. 69.
— Herz, Mills, s. S.342.
Psychrolutidae. Bei Jordan Cat. S. 109 zu den Cottidae
gezogen.
Neophrynichthys latus, Abb., Arthur, Tr. N. Z. Inst., Bd. 17,
S. 166, T. 14, F. 5.
Pediculati. Lophius setig. Wahl, Steind. u. Död., S. 194.
— L. pisc, Abb., Goode, Fish., T. 40. — Embryo; Agass. u. Whit.,
M. m. c. z., Bd. 14, No. 1, Tfl. 6. — Wandrung der D. 1 u. der P.
im Embryo, Ryder, S. 337, 338. — Schlaf, Carter, S. 367.
Typhlopsaras gen. n., „Ceratiinae mit verlängertem Rumpf,
gradlinigem Rücken, rudimentären oder mangelnden Augen, weit
vorragendem basalen Gl. und verkürztem Endgliede des vordersten
Stachels; ein kleiner mittlerer und ein Paar gestielter dorsaler An-
hänge etwas vor der Rückenflosse, P. verkümmert mit 5—6 Str.";
T. Shufeldti. Gill, Forest and Stream 8. Nov. 83 (!j. [Nach Jord.
Cat. S. 138.]
Cryptopsaras gen. n., „Gerat, mit kurzem Rumpf, longi-
tudinal convexem Rücken, kleinen aber deutlichen Augen, verborg-enem
basalen u. verläng. Endgl. des vord. Stachels; ein grosser kugeliger
mittl. u. ein Paar kaum gestielter seitlicher Anh. nahe dem Vorder-
ende der Rückenfl. ; P. entwickelt mit 15 Str."; Cr. Couesii. Ebd.
[Nach Jordan Cat. S. 139; Fundort?]
Anteunarius marm. Sehn., Steind. u. D. 194. — A. pleurophth.
wird ocellatus Bl. Sehn,; von der Gatt. Ant. wird abgelöst:
Pterophrjiioides Gill, für histrio L., Jord., Cat. S. 138.
Chauuax fimbr. Hilg. (ausf. Beschreib.), Steind. u. D. 194.
Halieutaea stell, Steind. u. D., S. 194.
Cottidae. Cottus bubalis, der Laich röthlich, in Klumpen
Arch. f. Natuigesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. ^^
402 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
zusammenhängend, Ova kleiner als hei Cyclopt., von beiden Abb.,
Mcintosh, Ann. Mg. N. H., Bd. 15, S. 433. — C. bub. nicht von
Barbados, C, anceps Sauv. syn, zu aeneus, Bean, Pr. n. m. Bd. 8,
S. 166. — C. decastrensis Kr., quadricornis L., Färbung, Alaska;
Murdoch, Polar-Exp., S. 131. — C. jaok zu polyacanthoc, Bean in
Jordan, Cat. S. 111. — C. platyc. hat keine Palatinzähne (Origexpl.),
Bean u. Jord. ebd. — C. scorpius L., Abb., Goode, Fish., Taf. 72 A,
subsp. groenl. C. V. 72 B, polyac. Pall. u. 18-spin. M. 73. — C. Hilgen-
dm-ßi Död., sehr nahe pollux Gth., aber D. 8/17 (poU. 9/19) u. V.
einen Äugend, vor dem Anus endend (bei poll. über den Anus fortr.),
Tokio, 9 Ctm. Steind. u. Död., Fische Jap. HI, S. 208. — C.
groenl, Embryo; Agass. u. Whitm., M. m. c. z., Bd. 14, No. 1,
Tfl. 1, Fig. 1—5.
Enophrys claviger = diceraus juv. Bean in Jord. Cat., S. 112.
Gymnacanthus tricusp. (atl.) von pistill. (pac.) versch. (nach
Bean), ebd.
Uranidea Wheeleri als 8. Var. zu Richardsoni; das Origexpl.
von spilota beschr.; Jordan, Cat, S. 111.
Centridermichthys percoides Gth. (als Pseudoblenn.), dazu nach
Steind. als Var. (fast ganz ungefieckt): C. Schlegelii Död. sp. n.;
C. marmoi'atus Död., Zeichn. wie bei elegans Steind., aber Kopf bei m.
schlanker u. ohne Nasenstachel, Tokio, 13 Ctm., Steind. u. Död.,
Fische Jap. III, S. 209—211.
Pseudoblennius perc. (bis 1877 bei Blenniidae) s. Centriderm.
Hemitrepterus amer., dazu cavifrons als Var. Jordan, Cat.,
S. 109. — H. am. Gm., Abb., Goode, F., T. 74 A.
Hemilepidotus Jordani, Abb., Goode, F., T. 74ß.
Icelus hamatus u. Cottus polaris (nach Lütken) zu I. bicornis;
Jord., Cat. 110. Vergl. folg. Gen.
Icelinus, g. n. für Icelus 4-seriatus; Körperf., Beschuppung,
u. Dornen des Präop. abweichend von Icelus; Subg. Chitonotus (megac,
puget.) wird Gatt ; desgl.:
Ärtediellus g. n. (uncinatus); mit nackter Haut; von Centri-
derm. ausserdem durch Mangel einer Spalte hinter dem 4. Kiemenb.
und Ablösung der Kiemenhaut von dem Isthmus abw. Jordan,
Cat. S. 110.
Platycephalus macrodon, D. 1, 7, 14, A. 14, L. 1. 73. tr. 10/20.
2 Praeopstach., Port Jacks., Dougl.-Ogilby, Pr. L. S. N.-S.-W.,
Bd. 10, S. 227. — PI. americau. Sauv,, nicht nordam. (New York),
Bean, Pr. n. m. Bd. 8, S. 166.
Trigla hirundo, kleinste Larven 18 mm., C. Emery, Mitth.
z. St. Neap., Bd. 6, S. 152. T. 9, F. 7—12.
Prionotus [s. s.] Stearnsü, 8/12, 12, L. 1. 77 (Tub. 48), Schnauzen-
rand nur körnig, Kopfknochen mit regelmässigeren Körnerlinien als
bei d. verw. evolans (= sarritor), nur 4 Paar Kopfdornen (occip.,
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 403
hmn., op., praeop.); P. [s. s.] ophryas, 8/13, 11, L. 1. 75 (50), Kiemen-
dornen nur \'^ Angd., starke interorb. Concavität; beide v. Pensa-
cola; Jordan u. Swain, Pr. n. mns., Bd. 7, S. 541— 544. — P.
sarritor (83) ist doch evolans L., Bean unters. L.'s Origex., s. Jord.
Cat., S. 115. — Pr. punct. nicht in Nordam., Jord., Cat. 114. — Pr.
palmipes M. u. evol. L., Abb., Gfoode, F., T. 71. — Pr. palm.,
Finger, s. Allen, S. 334.
Trigiidae in Jord. Cat. umfassen 2 Peristedion, 9 Prionotus,
1 Cephalacanthus (volitans L.), S. 114.
Cataphracti. Agonus cataphr., laicht März, Ova 1,3 nun.,
Mcintosh, Ann. Mg. N. H: Bd. 15, S. 433.
Aspidophoroides Günthern; D. 7, A. 7; von monopt. durch
fehlende Nasaldornen u. Maxillarbarteln u. kürzern Körper versch,
(Vomer- u. Palatinzähne besitzt monopt. auch!), inermis steht zwischen
beiden; Alaska; Bean, Pr. Nat. M., Bd. 8, S. 74— 75. - A. olriki
Lütk., Grönland; nachgetragen, Jordan, Cat, S. 113.
Peristethus cataphr., Larve von 11,5 u. 16 mm., untere P. -Strahl,
noch nicht abgelöst, obere sehr lang, Emery, Mitth. z. Stat. Neap.,
Bd. 6, S. 147, TU. 9, F. 1- 6, Perist. ist näher verwandt mit Trigla
als mit Dachylopt., S. 155,
Pegasidae.
Discoboli. Cyclopterus lump., Abb., Goode, F., T. 70. — .
Embr.-Gefässe, Brook S. 355, — Eier, Abb,, Mcintosh, s. Liparis.
Liparis Montagui, Eier im Febr. bis Apr. an Sertularien etc.
als gelbliche Klumpen, leicht zu entwickeln; Mcintosh, Ann. Mg.
N. H., Bd. 15, S. 434. — L. gibbus, Alaska, Murdoch, Polarexp.
S. 131.
Gobiidae. Gobius, hierzu als Subg. Euctenog. ; Gob. Würde-
manni nicht zu Evorthodus, sondern zu G. (Coryphopt.) ; Jordan,
Cat. S. 105. — G. (pmwtulatus n. nom. ined. =) jozo L. ; Beschr. d.
Färb.; — G. spilogominis ?= G, limbatus C, nur in Färb, von jozo
versch.; — Gobius fasciatus, kastanbr., 5 weissl. Qbd., Goldstreif v.
Auge z. Mundspalte, Op., D. I. u. II, A. u. P. hellfleckig; Messina;
Cocco, Nat. siciliano, Bd. 4, S. 87, 88, 113. — G. Vaillanti, D. 6/12,
A. 9, L. 1. 37, tr. D/A 7, neun Querbänder, Kopf u. Flossen punktirt,
Casamence (W.-Afr.) und G. miniaceus, 6/12, 12, 39, 8, gelblich mit
orangef. Flecken, Congo; beide „dentibus columellaribus nullis"; de
Rochebrune, Bull. s. philom. Paris (7), Bd. 9, S. 92, 93.
Gobius. Gobionellus smaragdus O.V. neu f. Nordamer., beschr.;
Hay, Pr. n. mus., Bd. 8, S. 552.
Gob. Lepidogob. lepidus Gir. statt grac. , Jord., Pr. n. m,
VIII 72.
Periophthalmus Kölr., auf der Viti-I. Matuku, Lebensweise;
C h al 1. - Rep., Narr. I, S. 489.
Eleotris. C. H. Eigenmann u. Fordice, „Rev. of the amer.
AA*
404 Dr. F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
Eleotridinae" betrachten das G. Eleotris als Subfara., wozu 6 Gen.:
1. Gobiomorus Lac. mit Vomerz., schmalem Isthmus, Leisten ohen auf
d. Schädel (lateral., macul. [lembiis Gth.], dormit., longiceps Gth. 69);
2. Dormitator Gill, dessen unt. Schlundkn. mit äusserer Reihe bieg-
samer lamellenf. Fortsätze u. mit Bürstenz. (maculat. u. latifrons,
die viell. nur pacif, Var.); 3. Giiavina Blk. 74, von Eleotr. s. s. durch
Mangel des Praeop. - Dorns , kleinere Seh. und den Schädel versch.
(guavina); 4. Eleotris (= Culius Blk.), (amblyopsis Cp. 70, pisonis =
gyrin , aequidens J. u. G. 81, belizana Sauv. 79); 5. Erotelis Poey,
Köi-perh. nur 7^ d. Länge (smaragdus, streng marin); 6. Gymneleotris
Blk., Vorderkörper schuppenlos (seminuda Gth. 64). Charakteristik
dieser Gen. u. Sp., Schlüssel, Synonymie. Pr. acad. nat sc. Philad.
1885, S. 66—80.
Eleotris Lucani, D. 6/10, A. 1/10, L. 1. 33, tr. D/A 10, bei
Landana (W.-Afr.); Culius amethystinus, 6/10, 1/19, 52, 16, Congo-
Mündung; de Rochebrune, B. soc. phil. Paris, Bd. 9, S. 93, 94,
(E.) Dormitator microphth. Gill zu latifrons Rieh.; Gen. Culius
zu Eleotris; Erotelis Poey als Gen. anerkannt; Jordan Cat. S. 105.
Callionymus, Magen, s. Pilliet, S. 344. — C. lyra, Ova sehr
klein, durchsichtig, aussen mit gezähnelten Leisten, welche polygonale
Felderbegrenzen, pelagisch (Abb.), Nahrung Mollusken und Kruster;
Mcintosh, Ann. Mg. N. H., Bd, 16, S. 480. — C. fasciat. (Beschr.)
u. festiv. P. bei Genua; ob lyra L. wirkl. im Mittelmeer?; Vinci-
guerra, Ann. mus. Genova (2) II 453. — C. calcaratus Mach,
Domen des Präopstach. basalwärts gerichtet; Douglas -Og., Pr.
L. S. N.-S.-W., Bd. 10, S. 121. — C. dracunc, Farbe des frischen F. ;
Coc CO, Nat. sie. IV 177.
Cepolidae, Trichonotidae.
Heterolepidotidae (Chiridae). Goode, Fisheries, Abb.
von: Anoplopoma fimbria P. u. Pleurogr. monopt. P., Tfl. 83, Hexagr.
asper Stell, u. Ophiodon elong. Gir. 84. — Anopl. fimb., „Blac Cod",
Lebensweise, Verwerthung, bis 50 Zoll 1,; J. G. Swan, Bull. F. C,
Bd. 5, S. 225-234, Xyl.
Blenniidae. Jordan scheidet (mit Gill) die Anarrhichidae
und Cryptacanthodidae (Delolepis. Cryptac.) als Fam. aus, ob die
nördl. Typen mit zahlreicheren AVirbeln (Xiphist., Stichaeinae) von
den südl. (Cliuinae u. Blenn.) zu trennen, bleibt fraglich. Cat. f.
N. Am. S. 123.
Pseudoblenuius s. Cottidae.
Anarrhichas lup. L. u. minor. Ol., Abb., Goode, F., T. 68. —
Ovarium, Mcintosh, Ann. Mg., Bd. 15, S.432.
Blennius. L. Facciolä, „I Blennii del mar di Messina", 8 von
den 12 ital. Sp. vertreten: Bl. ocell., pavo, gattor., tentac. ($ mit
kurzen Orbitatentakel, Färb, abweich.), sanguinol. (nur bei dieser Sp.
die Mund, der Vasa defer. von der Mund, der Vesica urin. getrennt.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 405
geg. Valenc; die grossen Papillenbüschel des ^ ruhen auf dem 1. u.
2. A.- Stachel), Roiixii, sphynx, trigloides (2! Nasententakel). Be-
schreibung der Hautstruktur; Gobius niger wird in Färb, copirt von
Bl. pavo u. sang.; bei Bl. sang, wurden aktive Schwingungen (120
in der Minute) des Mundsegels zur Einführung des Athemstromes
beobachtet; die Bauchfl. besteht aus 2 — 5 Strahlen (nicht 3), 2 bei
Bouxi (ohne Hautmantel), ^4 ^^i sphynx, '/s ^^i den anderen Sp. ;
Darm bei pavo nur Va Köri)l., bei sang. 4 fache; Fische mit gleich-
massig dickem Darmlumen haben keine Magendrüsen, doch auch bei
Paralepis (mit abgesetztem Magen) fehlen sie ; im unbefruchteten Ei
Zellenbildungen; die Eihaut mit reticulären Leisten ; der Schädel ist
bei sang, ohne postorbit. Einschnürung. Das Interoperculum sowie
Radius und Ulna fehlen bei Bl. gänzlich! Abb. von Nasaltentakeln,
Hautstructur, Kiemendornen, äusseren Genital-Mündungen. Atti Soc.
Toscana di sc. nat., Pisa, Bd. 6, S. 273 — 345, Tfl. 24. — Magen,
Pilliet, S. 344.
(Blennius.) Statt Isesthes wird Hypsoblenuius Gill (61) ein-
geführt; Hentzi wird Syn. zu punctatus; Bl. fucorum nicht nordamer.;
Jordan Cat. S. 119.
Salarias. Rupiscartes atlaut. C. V. beschr. von Nied.-Californien.
R. Smith, Pr. n. m., Bd. 7, S. 551.
(Clinus.) Labrosomus wird Gatt.; Xanti = nuchipinnis var.;
Jord. Cat, S. 120. — L. Xanti, Ex. von Niedercalif. hat Vomerzähne
ähnl. dem Gl. nuchip. ; R. Smith, Pr. n. m., Bd. 7, S. 553.
PetraUes g. n. zwischen Clinus u. Cristic. ; Maulspalte klein;
Kieferz. in Binden, unten ein hinterer Caninus; Vomer bezahnt,
Palatinzähne fehlen; D. I niedrig, mit D. II verbunden, D. 11 mit
C. zusammenhängend. Hierzu mehrere theils zu Clin. th. zu
Crist. gestellte Sp., Typus; heptaeolus, D. 3, 27/3, A. 2/20, der letzte
D.-Str. u. die 2 1. A.-Str. von den vorhergeh. abstehend, längs der
D. 7 schwarze Fl., Port Jackson. Dougl.-Ogilby, Pr. L. S.
N.-S.-W., Bd. 10 S.225.
Tripteryg. compr. Ht., Arthur, Tr. N. Zeal. Inst., Bd. 17,
S. 168, T. 14, F. 6.
Stathmonotu s g. n., nahe Centronotus; ohne Schuppen ;
Kieferz. zweireihig, äussere R. grösser, Vomerz. spärlich, P. viel
kleiner als bei Centr., V. besser entwickelt und weiter nach vorn
als bei C. ; keine Pseudobranchien ! St. HempJiilUi, D. 51/0, A. 2/57,
V. 1/2, P. 5—6; dunkelbraun, weisser Streif von der Schnauze über
den Saum der D. u. C. von weissen Querstreifen durchkreuzt, weisse
Querstr. auch an der A. und dem untern Kopfe; Key West, Fla.;
5 Cm.; T. H. Bean, Pr. Nat. M., Bd. 8, S. 191— 192, Tfl. 13.
(Centronotus) Muraenoides gunellif. nicht americ, Anoplarchus
alectrol. desgl., Jordan, Cat. S. 22.
Xiphidion cruoreum zu^ mucosum, (Bean in) Jord. Cat, S. 122.
406 Dr. F. Hilge 11(1 ort": Bericht über die Leistuugen
(Stichaeus) Leptoclinus als Gatt, von Lump, getrennt, ebd. 123,
Stichaeus island. bei Mecklenburg, v. Nettelbladt s, S. 373.
— St. isl. (Lumpenus lampetraef.) in England, Day, S. 374.
Zoarces vivip. Die getässreichen Zotten im schwängern Ovarium
(Abb.), Färbung u. Sitten der ^Neugeborenen, starke 3Iuskulatur der
Samenleiter zur Ausstülpung behufs Begattung; Mcintosh, Ann.
3Ig. N. H., Bd. 15, S. 430. — Z. anguill. Peck, Abb., Goode, F., T. 67.
Acanthoclinidae. Mastacembelidae.
Ptilichthyidae früher Unterf. der Mastacembelidae wird
selbst. Fam. und ist viell. aus der ,,Ord. Opisthomi" zu den Acaiithopt.
zu versetzen, Jord., Cat. S. 58. — Ptilichthys Goodei, Abb.; Goode,
Fish., Tfl. 238.
Percesoces = Acanth. mugilif. Gth. + Polynemidae: vergl.
S. 388.
Sphyraenidae. Sphyr. guancho C. V., Vaill. u. Boc, S. 511.
— Sph. picuda Sehn. u. boreal. Dek., Abb., Goode, F., T. 178.
Atherinidae. Atherina Boieri im Canal du Midi bei Castel-
naudary, Deperet, Bull. soc. Toulouse, Bd. 17, S. 82— 84. — A.
velieana (79) = laticeps = stipes M. Tr., Jord. Cat., S. 65. — Labi-
desthes sicculus Cope, in Florida, Hay, Pr. n. m., Bd. 8, S. 555. —
Atherinopsis calif. Gir. u. Menidia not. M., Abb., Goode, Fish.,
T. 180. — Atherina hyalosoma Cocco, ähnl. mochon: Kpf. zieml.
spitz; Krph. kaum ^'g d. L. , Augd. P/4?mal in Schzl. ; „pinnis
dorsalibus mediis"; D. I üb. dem Ende d. V., Vert. 44; D. 7/12, A. 15.
Nat. sie. IV 239.
Atherinichthys punctatus de Vis, D. 6 1/9, A. 1/10, L. 1. 35,
Schnauze u. Unterkante der P. schwarz, Cap York; Pr. Linn. S.
N.-S.-W., Bd. 9, S. 869.
Mugilidae. Mugil, Mops- Bildung, Canestrini, s. S. 369. —
Mugil convexus, D. 4 1/8, A. 3/10, L. 1. 34, Tr. 11—12, Fettlid 0,
Maxiila völlig frei, feine Zähne, einf. silbrig, Cardwell; marginalis,
4 1/8, 3/8, 40—41, 13, Fettl. breit, Max. frei, D. u. C. schwarz ge-
säumt, Brisbane; splendens 4 18, 3 9, 40, 12, Fettl. 0, Oblipp. ge-
franzt, TJnterende d. Max. frei, goldig, undeutlich gestreift, P. mit
gelb. Basis u. schwarz. Fleck, Cardw.; de Vis, ebd. S. 869— 871.
Mugil brasiliensis Ag. ist doch wohl eher auf liza als auf
trichodon zu beziehen. Jordan, Pr. n. m., Bd. 7, S. 549, u. Catal.
pag. 64. — M. albula L., C. fast ganz besch., Hay, Pr. n. m., Bd. 8,
S, 555. — M. alb. u. bras., Abb., Goode, F., T. 179.
Gastrosteidae. Gastrosteus. Nestbau, Mob ius, S. 348. —
Ei, Owsiann., S. 350. — Entw., Prince, S. 353. — Entw. d. D.-
Stach., Ryder, S. 337. — Thymus, Maurer, (S. 158) s. S. 343. —
Pygosteus (pungitius) u. Eucalia (inconstans) zur Gatt, erhoben;
„G. biaculeatus Shaw" (Synops.) wird G. (gymnurus?) Cuvieri Gir.,
wozu als Var. G. (Cuvieri?) Wheatlandi Putn. ; Jordan , Cat. S. 63. —
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 407
G. puiig. sbsp. brachypoda Beaii, Alaska; Murdoch, Polar-Exp.
S. 129. — G. aciil, Abb., Goode, F., T. 181.
Pistularidae.
Centriscidae. Amphisile cristata, D. /9, A. 14, ein scharfer
Kiel bis zum 1. Vertebralschild, die Nähte der Schilder ungesagt,
Noosa, schlechtes Expl. 11 Zoll; de Vis, Pr. Linn. S. N.-S.-W.,
Bd. 9, S. 872.
Gobiesoeidae. Gobiesox retic. wird maeandr., Jordan, Pr.
n. m. VIII, 72.
Diplocrepis costatus, D. 8 u. A. 7 wie Tracheloch., aber stark
bezahnt, Port Jackson; Dougl.-Ogilby, ebd., Bd. 10, S. 270.
Lepadogaster. Magen, Pilliet,s.S. 334. — Saugnapf, N i e m i e c ,
S. 334. — Farbenwechsel, Hunt, S. 367. — L. bimac, Laich in
Muschelschalen, nicht zusammenhängend, Juli; Mcintosh, Ann. Mg.,
Bd. 15, S. 434. — Lepadogaster 8 Spec. ; olivaceus var. ? mit rothem
schwarzrand. Fl. auf Operc; Cocco, Nat. sie. IV 114.
Leptopterygius piger bei Genua, n. indig.: Drafinetto; Vinci-
guerra, Ann. mus. Genova (2) 11 456.
Ophiocephalidae. Labyrinthici. Luciocephalidae.
Lophotidae. Notacanthl.
Trachypteridae. Trach. repandus Costa (fehlt in Gth. Cat.)
gute Art, Cocco, Nat. sie. V 36.
Acanth, Pharyngognathi.
Allgemeines. Kopfknocheu s. v. Klein, S. 366. — Höchste
Fische, Cope, s. S. 365.
Pomaeentridae. Pomacentrus venustulus, D. 12/17, A. 2/15,
L, 1. 12 (sie!), gelblich mit blauen, rothen u. weissen Pünktchen, Fl. blau
punktirt, D. in der Mitte mit blauem roth gerändertem Auge, Mün-
dung des Mellacoree; deRochebrune, Bull. s. philom. Paris, Bd. 9,
S. 94.
Pomac. suhniger, D. 12/16, A. 2/13, L. 1. 34, tr. 3/10, Krph.
2V2 in L*., 2. A.-Stach. = Schwanzstielhöhe, Cardwell, wo auch pro-
sopot. Blk.; lyrofundus, 12/14, 2/15, 28, 3/9, Höhe in L. IV5, einf.
hellbraun, Barrier Beef ; apicalis, 13/14—5, 2/13, 26—8, 3/11, C. tief-
gablig, oben länger u. weiss, Körp. grünbraun; eine Var., Höhe 2V3
(statt 2*/g), mit schwarz. Fl. in D. I, auch von Barr. Reef ; frenatus
13/14—5, 2/13—4, 25, 3/8, Höhe 2^/4, ob. Zähne mit Basallappen,
2 Querlinien zw. d. Augen, 2 L. zw. Maul u. Praeop., 1 Punktreihe
darunter, Cardw.; de Vis, Pr. Linn. S. N.-S.-W., Bd. 9, S. 873-874.
Pomac, 7 atl. (wozu 7 zweifelh. von Poey), 2 pac., 1 gemeins.
Sp. aufgezählt; rectifraenum (12/14, 2/12) beschrieben; Vaill. u.
Boc, Zool. Mex. S. 193. — P. caudalis Poey, von Pensacola, Jord.
u. Swain, Pr. n. m., Bd. 7, S. 545.
408 1^1'- ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Heptadecanthus brevipinnis, D. 17/15, A. 2/14, P. endet bei d.
3, Schnppenr. vor den A., M'olkig- grünbrann, obere P. u. C. und
hintere D. braunfleckig, Küste Queensl. ; maculosus, 17/15, 2/16, P. u. V.
bis AuuS; vord. ^j^ d. Körp, mit Linien v. braunen Flecken, vord.
D. dunkelbr. Kopfprofil gedrückter als bei longic , Cardwell; de Vis,
P. Linn. S. N.-S.-W., Bd. 9, S. 872-873.
Glyphisodon, 3 atl., 2 pac. u. 2 gemeins. Sp. aufgezählt; Canal
der L. I.-Sch. bisweilen (concol.) einfach wie bei Pomacentrus,
bisw. (sax.) verzweigt wie bei Sciaeniden aber das Stachelfeld nicht
erreichend; Gr. saxat., 5/21-]- 5/11; concolor, beide Sp pac. u. atl.
Vaill. u. Boc, Zool. Mex., S. 195—198. — Gl. Troscheli höchstens
eine Var. v. saxat.; Jord., Cat. 102.
Glyph. expansus, 13/13, 2/11. 32, 3/8, bläulich silbern, hintere
D. u. A. weissl., die Str. schwarz punktirt, Barrier Reef, de Vis,
Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 9, S. 875.
Heliastes immaculatiis, 13/17, 2/14, 28, 4/12, Schuppen der L. 1.
dunkler, vert. Fl. mit blassblauem Saum, Port Jackson; Dougl-
Ogilby, ebd., Bd. 10, S. 446. — Hei. „Chromis enchrysurus'% Jordan,
s. Bericht f. 83, S. 495.
Onar n. g. Pomacentrid. ? Wenige D.-Stacheln, Zähne labroid,
keiner der Kopfknochen bogig, Schuppen ctenoid, L. 1. unterbrochen,
Br. 5. 0. nebulosum 2117, 3/14, 46, 3 14, Höhe 4V3, Untkf. vor-
stehend mit 1 Paar starker Vorderzähne, oben 2 P. schwacher Caninen ;
Flossen schwarz, Murray-L; Zwischenform zu d. Labridae. de Vis,
Pr. Linn. S. N.-S.-W., Bd. 9, S. 875.
Labridae. Onar n. g. s. oben!
Labrus. Magen, Pilliet, s. S. 334. — L. nereus R. von viridis
L. nur durch Zähne: 22/24 u. D. 19/11 versch.. Färb.; L. luscus L.,
Färb.; Cocco, Nat. sie. IV 192—193.
Crenilabrus ocell. Fk. var. A. Risso, Cr. masse R., Roissali R.,
5-mac. R., Färb.; Cocco, Nat. sie. IV 228—231.
Tautoga. Hiatula onitis L. (X ed.) statt hiatula (XII), Jord.,
Pr. N. M., Bd. 8, S. 396. — Vergl. Goode u. Bean, ebd. S. 201. —
Abb., Goode, Fish., T. 85. — Lai-ve; Agass. u. Wh., Mem. mus.
comp, z., Bd. 14, No. 1, Tf. 10, 11.
Ctenolabrus iris bei Genua; Vinc, Ann. m. Gen. (2) II 457. —
Ct. adspersus, Abb., Goode, F., T. 86. — Ct. adsp., Larve, Agass.
u. Wh., Mem. mus. c. zool., Bd. 14, No. 1, Tf. 7, 8.
Acantholabrus Palloni bei Genua, Beschr. ; Viucig. , 1. c.
Choerops albigena (wie bei allen 6 Sp. kein hinterer Caninus und
D. 13/7, A. 3/10) L. 1. 29. tr. 3/8, violettbraun, Kinn weissl., A. mit
4 blassen Längsb., meist dunkler Fleck unt. 9. D.- Stach., Cap York;
oUvaceiis, 28, 3V2/8V2' Postabdomen rosiggrüu, vordere A. mit 4 rosa.
Band., blass. Fl. unt. D-Ende, Cap Y. u. Cardwell; concolor 27, 2^8,
grünbraun. C. mit schwachen braunen Bändern, A. mit blass Längsstr.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 409
N.-O. -Küste Anstr.; unimacidatus 27, 2/8, hellbraun, schwache Querb.,
heller Fl. unter D-Ende, jung dunkler u. C. querstreifig, Barrier
Reef; perpulcher, 28, S'/s/lO, Caninen 4/4, unten die seitl. stark ab-
gebogen, am lebenden : Oberkopf blau mit orange Querstr., Kinn mit
blauen Lin., Op. orangefleckig, alle Flossen gezeichnet, Zähne blau,
Moreton Bay; grcqMcus, 27—28, 3/9, graubraun mit 7—8 Querb.,
Cardw.; de Vis, Pr. Linn. S. N.-S.-W., Bd. 9, S. 876-878.
Trochocopus pulcher Ay., Abb., Goode, F., T. 87.
Cossyphus latro, 12/9, 3/11, 33, 5/12, gelblich, Längslinien aus
Schuppenstrichen, D. I u. ein Fleck in der basalen C. u. P. sowie
Längsl. in der Y. schw^arz, Moreton Bay; de Vis, 1. c. S. 878.
(Coss.) Bodianus Bloch statt Harpe Lac, Jord., Cat. 97.
Lachnolaemus falcatus L. wahrsch. ein Trachynotus, daher die
amer. Sp. als L. maximus Walb.; Jordan, Cat. S. 97. — L. falc.
Abb., Goode, Fish., T. 88.
Platyglossus radiatus Synops. F ."N. Am. S. 603, später (S. 973)
cyanost., ist doch radiatus L. ; grandisq. u. humer. Syn. S. 603 sind
bivitt. Bl.; Jord. Cat. 98.
Julichthys g. u., D. 11/, ein hinterer Caninus, vordere
Can. 72» Brustschuppen verhältnissm. klein, Wangen u. Opercula fast
nackt, L. 1. ununterbrochen. /. inornata, 11/11, 2/11, 28, 3/10,
Schnauze spitz, Wange mit 1 Reihe durchbohrter Seh., C. fast ab-
gestutzt, Postorbitalfleck, Suborbitalstreif, untere Seh. mit Vertikal-
strich, Barrier Reef; de Vis, Pr. L. S. J^.-S.-W., Bd. 9, S. 884.
Torresia lineata, 13/7, 3/10, 27, schwarzer Fleck neben dem
Ende der D., Cardw^ell, de Vis, ebd. S. 881.
Labrichthys Güntheri Blk. var. , Moreton Bay; cruentatus,
Wangensch. 4-reihig; oliv, Basis der P., D. u. A. carmoisin, Fleck
an der Achsel u. hinter 3. D-Stach. tiefblau, Mor. B; sexlineatus,
Wangsch. 3-reih., Längsstr. u. Vorderende der D. schwarz, Barrier
Reef; rex, Wangsch. 6-reih., oliv, 2 schräge Streifen, schwarzes
Band in vord. D., 2 dunkle Längsl. an den Kopfseiten, Achselfl.,
Mor. B.; maculatus, Wangsch. 4-r., gelblich, 2 dunkle Str. an der Kopf-
seite, doppelter Punktstreif am Hinterkörper, D. vom 1.-3. Stach,
schwarz, Mor. B. ; nudigena, Wangsch. 1-r.; Kopf u. Flossen gelb,
Schuppen mit Vertikal strich. Sattelfleck am Schwanzstiel. Barrier
Reef; de Vis, S. 879— 881.
Platyglossus punctatus, 9/11, 2/11, 30, 3/10, blaugerandeter
Zügelstreif, dunkl. Postorbitalfl., Murray-L; amahilis, 9/11, 3/11, 30,
3/10, blassvioletter Längsstr. durchs Auge, darunter 2 andre, C.
violettpunktirt, M.-I.; equimis, 9/11, 2/10, 27, 2/8, 1. V.-Strahl ver-
längert, weisser Wangenfleck, worin ein blaues Hufeisen, C. mit
6 braunen Querb., Cardwell; de Vis, ebd. S. 885.
PseudoJulis ziczac, 9/12, 3/11, 28, 2/9, 1 dunkle Zickzackbinde,
darunter 1 röthliche B., Murray-I); murrayensis,J)/ll, 3/11, 27, IVaA
410 Dr. F. Hilgeiidorf: Bericht über die Leistungen
1 dunkle Längsb. u. 3 Flecke jeders. am Kopf, M.-I., de Vis, ebd.
S. 882.
Xyrichthys psitt. L. sp. statt X. verm. P., Goode u. B. , Pr.
n. m. Vm 195.
Julis ventralis, 8/13, 2/10, 28, 3/9, nahe aneitensis, Moreton
Bay; de Vis, Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 9, S. 884. - J. donzella viell.
versch. v. pavo; Cocco, Nat. sie. IV 194.
Coris coronata, 9/11, 2/11, 55, Fleckenkreis um das Auge, Band
auf P. u. Ocelle auf D II, Murray-L, de Vis, ebd. S. 883.
Scarus siculus Cocco, Untersch. v. cretens; Cocco, Nat. sie.
IV 238.
Callyodon, Cryptomus roseus Cope, D. 9/, A. 2/; Jordan, Pr.
n. m. VIII 545.
Heteroscarus tenuipes, nahe Castelnaui aber A. 2/12, Untkfr.
mit Mediannaht u. Kopf ohne Linienzeichn., Loc.?; de Vis, Pr. L.
S. N.-S.-W., Bd. 9, S.883.
Pseudoscarus flavijpinnis, A. 3/9, Wangensch. 3-reihig u. 1 R.
auf unt. Praeop., kein Zahn am Mundwinkel, Seh. braunstreifig; Cap
York; strigipinnis, AVsch. 3-reih. (incl. Praeop.), Flossen schwarz mit
weissen Streifen parallel d. Strahlen, Cardwell; fuscus, Wseh. 2-r.
u. 2 Seh. auf Praeop., einfarbig olivbraun, vertic. Fl. dunkler, C. weiss
gesäumt, Barrier Reef; de Vis, ebd. S. 886— 887.
Odax Beddomei, Tasmanien, Johuston, Pr. r. soc. Tasm. 1884,
S. 231. — 0. vitt. Sol. var., Abb. u. Beschr., Arthur, Tr. N. Z.
Inst. Bd. 17, S. 169, T. 14, F. 7.
Embiotocidae. Entwickl. u. Präp. d. Embr., Ryder, S. 354
u. 333.
Rhacochilus toxotes, Abb., Goode, F., T. 89.
Chromides. Chromis enchrys., Ber. f. 83 S. 495, ist ein
Pomacentride (Heliases).
Anaeanthini,
Allgemeines. KoptTfnochen s. v. Klein, S. 336.
Gadopsidae. Gadopsis von N.-S.-Wales gestreckter als mar-
moratus, AV. Macleay, Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 10, S. 267.
Lycodidae. Lycodes Turnerii u. coccineus, Alaska, Färb.;
M urdoch, Polarexp., S. 130 — 131. — L. Vahlii Reinh., Abb.; Goode,
Fisheries, Tfl. 67.
Lycenchelys (Gill 84) für die Lycodes mit stark verlängertem
(12-24) Körper, Typ.: L. muraena Coli.; Jordan, Cat. 124.
Gymnelis stigma wahrsch. nur schlecht beschr. G. viridis; wenn
aber beschuppt, viell. zu Maynea (antarkt.) gehörig; Jord. , Cat. 125.
— G. viridis, Alaska, Murdoch, Pol.-Exp., S. 130.
Lycocara (Gill 84) statt üronectes (occ), Jord., Cat. 125.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 411
Cerdalidae, fam. n. für Cerdale J. ii. G. (81) und Microdesmus
Gth. (64), von den Lycodidae durch kleine Kiemenöifnung und nicht-
isocerken Schwanz untersch.; Jord., Cat. 125.
Gadidae. Gadus. Die Subg. zu Gen. erhoben: Melano-
grammus; Gadus; Pleicrogadus Bean statt Tilesia (occ), Typ. PI.
novaga (syn. gracilis); Microg.; Pollachius; Jordan, Cat. S. 130. —
Gehörg., Cauestrini, s. S. 342. — Entwickl., Mclutosh s. S. 351.
— Osteom, Sutton, S. 369. — Parasit, Barrett, s. Ammodytes.
C. Ewart u. G. Brook hatten Gelegenheit im Aquarium das
Laichgeschäft von G. morrhua zu studiren. Männch. u. Weibch,
schwimmen dabei durch einander, Rogen u. Milch, steigt sofort
langsam zur Oberfläche; das Laichen geschieht während der
Dämmerung. 3. Ann. rep. fishery board Scotl.; Natm-e, Bd. 32,
S. 282, J. r. micr. soc. Y 786—787. — „Food of the common cod",
Cornish, Zool. IX 71. — G. morrhua, Abb., Goode, Fisheries,
T. 58 A. — (G.) Morrhua sycodes Cocco, ähnl. capelanus R., aber
mit 5 Poren neben d. Vorderrand d. Suborb. u. am Untkfr.; Nat. sie,
Bd. 4, S. 178. — G. merlangus, s. v. Nettelbladt, S. 373. — (G.)
Merlangus pertusus Cocco (29) von poutassou versch., 5 grosse Op.-
Poren u. 5 am Untkf., A. 30/25; Cocco, Nat. Sic, Bd. 4, S. 179.
(Gadus.) Microgadus tomcodus („Frost-fish") in Amer. gezüchtet;
Smiley, Bull. F. C. V 467, 471. — Abb., Goode, F., Tf. 58B.
(G.) Melanogrammus. aeglef., Abb., Goode, F., T. 59A.
(G.) Pollachius carbo u. chalocogr., Abb., Goode, F., Tf. 60. —
Boreogadus saida, Alaska, Fang; Murdoch, Polar-Exp. S. 129. —
Abb., Goode, F., Tf.59B.
(G.) Tilesia grac, zahlr. in Alaska, Murdoch, P.-E., 130.
Gadiculus argenteus, südl. bis Brit., Day, s. S. 374.
Merluccius product. Ay. u. bilin. M., Abb., Goode, F., Tf. 65.
Uraleptus. Merluccius atten. Cocco, von Maraldi versch. : Nacken
gefurcht, Nasenl. länglich u. D. 62, A. 66, Cocco, Mat. sie, Bd. 4,
S. 179.
Phycis mediterranea, jung (Hypsiptera Gth.), 40 mm. 1. ; noch
kleinere (12 mm) mit Kopfdornen, ohne D. I u. mit kleineren D- u. A-
Zahlen, sowie 3— 3V2 mm. 1. vielleicht hierher. Emery, Mitth. z.
St. Neap., S. 159, Tf. 10, F. 22—25 u. Xyl.
Phycis floridanus, von regius durch L. 1. 120, tr. 9—10/^ u.
D. 13, 57 abw., Bean u. Dre sei, Pr. biol. soc. Wash. 1884, S. 100,
u. Jord., Cat. S. 129. — Ph. chuss, tenuis, regius, Earlii, Chesteri,
Abb., Goode, F., T. 62—64.
Haloporphyrus, das Subg. Antimora (Gth. 78) wird Gen.; viola
G. u. B. viell. zu rostrata Gth.; Jord., Cat. 129. — H. viola, Abb.,
Goode, F., Tf. 64. — (Halop.) Lota ioptera Cocco, versch. v. lepid. :
A. ohne Bucht, vord. D-Str. verlängert, V. länger. Cocco, Nat. sie,
Bd. 4, S. 180.
412 Dl- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Lota, Eier, Owsianiiikow s. S. 350. — L. maculosa, Flüsse
Alaskas; Murdoch, Pol.-Exp., S. 130. — L. mac, Abb., Goode,
F., T. 61.
IVJolva vulg. Junge mit 1 braunen Seitenband, darüber ein
opalweisses, D I u. II hinten mit schwarzem Fl.; Mcintosh, Ann,
Mg. N. H., Bd. 15, S. 435. — „Ova of the ling", Dünn, Zoologist
IX 237.
(Motella.) Rhinonemus als Genus (M. cimbria) von Onos ab-
getrennt; 0. septentr. (80), Grönland, als nordam. nachgetragen;
Jordan, Cat. S. 128. — Entwickl. Brook, s. S. 355 u. 357. — Larve
V. Motella (u. 2 verwandten Formen); Agass. u. Whitm. , Mem.
m. comp, z., Bd. 14 No. 1, Tf. 18.
Brosmius brosme Müll., Abb., Goode, F., Tfl. 61.
Chiasmodus niger, Bissigkeit eines gefang. Ex., Smiley (nach
Collins), Bull. F. C, Bd. 5, S. 96. (Vergl. Trachinidae.)
Ophidiidae. Brotulidae, eigene Fam,; die in der Synopsis
f. N.-Am. den Gadidae zugetheilten Gen. Bythites u. Dinematichthys
stehen näher den Ophidiidae (oder Lycodidae) ; Jordan, Cat. S. 127.
Neohythites Ti.g. Ahnl. Bythites; stark comprimirt, Kopf
beschuppt, 2 schwache Praeop. u. 1 stärk. Op.-Dorn, Obkfr. kaum
länger, Vomerz. in e. fast kreisf. Fleck, 4 Kiemen mit schwachen
Kdorn., Pseudobr. 0, Br. 8, C. von D. u. A. kaum geschieden, D. u. A.
entwickelt mit längeren Vorderstr., V. mit 2! Str., L. 1. hinten 0. —
^.Gilli, östl. V. New-Orleans, 111 Fd., L. 1. 88, tr. 7/17. Goode u.
Bean, Pr. Nat. mus. VHI 600.
Porogadusn.g. Brotulidae. Stark compress. Zahlr. interorb.
Dornen, 2 Paar an den Schultern, 1 am Op., u. 1 Doppelreihe am
Praeop., Barteln 0; Kopf mit vielen Poren; Obkf. kaum vorspr. ;
Kiemenblätter kurz, Kmdorn. zahlr.; Psbr. 0; L. 1. undeutl., hinten 0?,
nahe der D. ; Seh. klein; 3. Porenreihen (ob., unt., mitt.) jederseits;
Bürstenz. inKfr., Vom. u. Pal; V. mit 1 gespalt. Str , C. kaum abge-
setzt, P. miles, Höhe in L. lOmal, südöstl. New- York, 1168 Fd.
Goode u. Bean, ebd. S. 602.
Bathyonus Goode und Bean, nom. n. für Bathynectes G.
(Crustac); nahe Dicrolene; diese G. aber weniger verlängert, mit
untern P-Str. abgelöst, V. zweizipflig, starken Dornen am Op. u.
Praeop., B. catena, nahe gracilis G.; Körph. IVj in Kpfl., 12 V, in
Körpl.; Porenlinien am Kopf mit grossem Sinus, kettenartig; Kopf
wenig comprimirt; P. bis unter den 18. D. -Str. B. pectoralis, nahe
laticeps G., aber P. mit verlängertem vorletzten Str., bis zum 13. A.-
Str., von fast dopp. Kopfl.; D. 93, A. 73; beide südöstl. von New-
Orleans in 1467 bez. 1430 Fd. — ebd. S. 603.
Bellottia apoda GigL (Zool. Anz. No. 144), 40 mm. 1., Übergang
von den Brotulini zu den Fierasf., zersti-eute Sinnes-Papillen, Emery,
Mitth. z. Stat. Neap., Bd. 6, S. 157, Tfl. 10, F. 17—20.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885, 413
Pteridium? (atrum) jung-, 30 mm. 1., D. 96, A. 72 (adult. ca. 80
bez. 62) oder eine im Mittelm. unbekannte Brotulinen-Gatt. ; Emery
ebd. S. 158, F. 21.
Ophidiina. Ophidium marg. Dek., Abb., Goode, F., Tf. 66.
Otophidium Gill, von Ophidium versch. durch Vorhandensein
eines scharfen verborgenen Dornes auf dem Operc, Typ. : omostigma
(82 fälschlich als Genypterus), in Jordan, Cat. S. 126.
Leptophidium Gill als Genus anerkannt, Jord., Cat. 126. —
Lept. cervinum Goode u. Bean, Zähne in schmalen Binden, worin
einzelne verlängerte, nicht bewegliche, Kiemendornen kürzer als
bei profundorum, D.- Anfang vom Auge um Kopfl. entfernt (bei pr.
2/3 Kpfl.), P. = V2 Kpfl., 13—14 in Krpl. (pr. 10, mann. 11); weiss
gefleckt; W. Atl. Oc, 35" N., 75" W. bis 40« N., 70» W.; 56— 102Fd.;
L. marmoratum G. u. B., Körperhöhe 7^/^ in Totall. (cerv. IO72), Zähne
nur in den Kiefern (aussen) verlängert; Kierad. kurz, kaum 72 Augd.
(cerv. Vs); gelbgrau, olivbraun marm.; 23 "N., 82 "W. bis 29" N.,
88« W., 68—213 Fd.; Pr. nat. mus., Bd. 8, S. 422—423.
Genypterus, s. Otophidium.
Fierasfer, Kopfniere, Emery s. S. 348.
Ammodytina. Ammodytes ,,Sand-eer' theilweis in der Leber
eines Gadus aeglef. eingebettet, Barrett, Rep. Fisheries Scotl,
App. F., S. 70—72, 3 Taf. — Biol., Hunt, s. S. 367. — Am. amer.,
Abb., Goode, F., T. 66.
Congrogadina, ob hierzu Scytaliscus? (Ber. 83, 498), Jord.,
Cat. 126.
Macruridae. Macrurus berglax Lac. statt Fabricii Sund.,
Jord., Cat. 131. — Macrurus caribbaeus, 2/8 110, 110; ähnl. atlant.,
aber Schnauze spitzer. Seh. kleiner, D. II weiter vorn, östl. v. New-
Orleans u. im Golf v. Darien, 200 Fd.; M. occa, ähnl. trachyrh.;
Sehn, fast 2 Augd. , Mundwnk. fast bis z. hint. Augr. , L. tr. 5/19;
östl. New-Orl., 335 Fd. Goode u. Bean, Pr. n. m. VIII 594—595.
— M. rupestris Müll., Abb., Goode, F., T. 66.
Coryphaenoides sulcatus, D. I 2/8—9, A. 120, L. 1. üb. 175,
Seh. mit 8 — 10 durch grosse Furchen getrennten Dornen; bei Mar-
tinique 472 Fd.; Goode u B., ebd. 596.
Malacocephalus occidentalis, ähnl. laevis, ab. A. hint. dem Ende
v. D. I u. 1 Schnzl. hinter Anus; 2. D.-Stach. gesägt, v. Kpfl.; östl.
Cap Hatteras u. Granada, 132— 164 F.; Goode u. B. 597.
Bathygadus cavernosus Goode u. Bean; D. 2/10, 133, 2. St.
der 1. D. gleich Kpfl. ohne Schnauze; 2. D. um V2 Kp^l- hinter der
1. D., sehr niedrig; Kopfknochen weich und cavernös; östl. von New-
Orleans, 227 Fd. B. macrops G. u. B., D. 2/8, 125; beide D-Stach.
kurz, 1. u. 2. D. dicht beisammen; Kopf in Körperl. 574; Kiemend.
77 Kopfl. (bei cav. sehr kurz und zahlreicher); östl. !N.-Orl., 335 Fd.
B. longifllis, D. 2/8—9, 140; der 2. einf. Str, der 1. D. hat 8 fache
414 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Sclmauzenl., 2. D. dicht an I.D.; A. niedriger als 2. D. (bei cav.
viel höher, bei macr. niedrig); ostl. N.-Orl. 724 Fd.; ebd. S. 598— 599.
Ateleopidae. Xenocephalidae. Eurypharyngidae.
Pleuronectidae. Hippoglossus vulgaris, die wichtige Fischerei
auf diese Sp. bei Island behandelt A. Thorsteinson, Fiskeritid.,
Mai 85 (Übers. Bull. F. Comm. Bd. 8, S. 429). — „Eine kurze Bio-
graphie", Ct. Br. Goode, Amer. Natur., Bd. 19, S. 953-969. — Abb.,
Goode, Fisheries, T. 54.
(Hippoglossoides.) Eopsetta als Subg. für H. Jordani, Lyo-
psetta subg. n, für exilis; Psettiehthj's wird selbst. Gatt. Jordan,
Cat. S. 135. — Hippoglossoides elassodon u. platessoides, Abb.; Goode,
F., T. 52, 55, Psetti. melanost. Gir., ebd. T. 41.
Reinhardtius Gill, statt Platysomatichthys Blk. , ebd. 133. —
Platys. hippoglossoides, Abb.; Goode, F., T. 56.
Atherestes stomias, Abb., Goode, F., Tf. 53.
Citharichthys. Subg. Aramaca Jord. u. Goss, durch breiten,
hohlen Interorbitalraum, verlängerte P. etc. an Platophrys erinnernd
(für paetulus) ; Jordan, Cat. S. 133.
C. (Citharichthys) macrops. 80, 56, Sq. 14/41/16; Mund grösser
als bei microst.; Auge und Höhe grösser als bei spilopt., Pensacola
Fa.; H. G. Dresel, „n. sp. of Flounder", Pr. n. m., Bd. 7, S. 539—541.
— C. (Cith.) ventralis; 93, 73; L. 1. stark gebogen, 66, 19/23; beim
M. auf Augseite V. 12 mal, auf blind. S. 3V2 in Krpl.; Interorb. Vg
Augd.; Pensacola, 60 F.; Goode u. B., Pr. n. m. VIII 592.
Cith. (Hemirhombus) fmbriatus; 80,60; Sq. 70, 25,'31; D.-Ende
mit 2, A., C. u. P. mit 1 Fleck, P. mit Qbd.; östl. Pensacola, 20—90 F.;
Goode u. B., ebd. 591.
Etropus rimosus; 77, 61; Sq. 41, 12/14, beiderseits stark ge-
zähnelt, kleine Nebensch. ; undeutl. Flecke; östl. Pensacola, 21 F.;
Goode u. B., ebd. 593.
(Pseudorhombus.) Ancylopsetta Gill. (dazu syn. Notosema 83)
und Xj'streurys (80) von Paralichthys getrennt, Jord., Cat. 134.
Paralichthys dent. L., oblongus M., Abb , Goode, F., T. 42, 43.
Rhoraboidichthys podas und mancus sind in • der That (Costa)
nach microsc. Unters, der Generationsorg, nur (J bez. $, die Jungen
von 10 Ctm. noch gleich, Emery, Mitth. z. St. Neap. Bd. 6, S. 161.
Pleuronectes. Parophrys als Gatt, anerkannt; Isposetta desgl.,
dazu als subg. n. (oder Genus?) Inopsetta für ischyra; Lepidopsetta
selbst. Gen., Limauda desgl.; bei Pleuronectes im engsten Sinne
bleiben nur noch die (amer.) Sp. quadritub., glaber, glacialis; den
beiden noch als Subg. daneben belassenen Platichthys u. Pseudopleur.
gebührt viell. ebenfalls der Rang einer Gatt. Jordan, Cat. S. 136.
Goode, Fisheries, bildet ab: PI. glab. Tf. 45, stellat. 46, glac. 47;
Pseudopl. amer. 44; Limanda asp. P. u. ferrug. St. 48 u. 49: Lepi-
dops. bilin. Ay. 50; Glyptoc. cynogl. L. 57. — PI. flesus, vermuth-
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 415
licher Bastard mit limanda beschr., Taf. 62; PI. pseudofl. Gottsche ist
wohl auch ein flesus- Bastard; F. Day, Pr. zool. soc. London, 1885,
S. 929 — 230. — Hautkrankh. s. Mcintosh, S. 352. — Albinismus,
Steindachuer, S. 368. — Biologie Hunt, S. 367. — Larven zweier
Sp., Agass. u. Whitm., S. 364.
Platophrys lunatus L., Syn., Jordan, Pr. n. m. VIII 395.
Ammotretis Macleayi statt zonatus M. , weil die Bänder un-
natürlich; Douglas-Og., Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 10, S. 122.
(Achirus) Baeostoma (82) nur Subg. von Achims; Ach. (Ach.)
achirus L. für die südl.. Ach. ach. var. moUis Mitch. für die nördl.
Form als Bezeichnung gewählt, Jord, , Cat. 137. — Achirus lineatus
L., Abb., Goode, F., T. 41.
Aphoristia diomedeana, Augen genau übereinander; 96, 79;
L. 1. 85, tr. 35; im Ende der D. 3, in A. 4 schw. Fl., westl. Florida,
24 F.; pusüla; 78, 70; 85—90, 38; 7 Qbd.; östl. Philadelphia; Goode
u. B., Pr. n. m. VIII 589, 590. — A. fasciata Holbr. statt A. plagusia
L., weil PI. plag. L. wahrsch. auf Aphor. ornata zu beziehen, Jord.,
Pr. N. M., Bd. 8, S. 395 u. Cat. 185, sowie Goode u. B., Pr. n. m.
VIII 196.
Larven: Charyhdia g. n. , Körper massig verlängert, beide
Profile wenig convex (Augen mehr od. w. asymm; D. vorn vom
Schädel losgelöst), 2 Veutr., C. von D. u. A. getrennt; Ch. Rüppelli
(Cocco sp.) u. rhomboidichthys , D. 99, A. 74, ähnl. dem Jungen von
Rhomboidi. candidiss., ab. L. 1. stark gebogen. Beschr. v. Bibronia
ligulata Cocco u. Peloria Heckelii Cocco, Schlüssel für die 3 Gatt.;
L. Facciolä, Natur, sie. IV 261—266.
Thysostorni.
Allgemeines. Kopfknochen, v. Klein, s. S. 336. — Dalliidae
werden eigne Farn. u. Ordn. ; s. unten.
Siluridae. Silurus, Albinismus, Steindachuer, S. 368.
Schübe Bouvieri, von Senegal, var. fasc. St. sehr verschieden,
D. 1/4, A. 57, Höhe in L.: 6, 3 bläuliche schwarz gesprenkelte
Seitenbinden, Fluss Casamence (W.-Afr.), de Rochebrune, B. soc.
philom., Paris, Bd. 9, S. 95.
Amiurus nebulosus übersiedelt nach Deutschland, Frankreich,
Belgien, Holland, England, Smiley, Bull. F. Comm., Bd. 5, S. 84
und 433.
A. melas, P.-Stach. u. A. kürzer als bei nebul., Jord. u. Meek,
Pr. N. Mus., Bd. 8, S. 10. — A. melas, dazu: xanthoceph., Cragini
Gib. (84 s. u. !), obesus Gill, brachyacanthus Cope; Jordan, Cat. f.
N.-Am., S. 14. A. nebulosus, dazu: marmor.; A. erebennus, dazu(?):
prosthistius (83) mit runderer C. ; A. albidus, dazu: lophius; A. ponde-
rosus = nigricans ad.?; ebd. S. 15 (vergl. Ictalurus). — A. Cragini,
416 Dr. F. Hilgeiidorf: Bericht über die Leistungen
durch kl. D.- u P. -Stach, v. melas untersch.; pag. 512, Note, wieder
eingezogen (= melas); Gilbert, Pr. nat. mus., Bd. 7, S. 512, u.
„F. of Kansas" Bull. Washburn lab., Bd. 1, S. 10 u. 97. — A. mel.,
catus u. vulg., Abb., Goode, Fish., T., 233, 234, — Schwimmblase,
Wright, S. 345.
Ictalurus, nicht durch gegabelte C, sondern durch feste Brücke
vor der D. zu charakterisiren, daher albid., lupus, niveiv., nigric. zu
Amiurus; Jord., Cat. 15. — I. punctatus Raf., wegen trefflichen
Fleisches für Acclim. in Europa empfohlen, Lebensweise; D. S. Jor-
dan. Bull. Fish. C, Bd. 5, S. 34. — L albidus, Abb., Goode, Fish.,
T. 232.
Noturus eleutherurus zu miurus ; elassochir S. et K. 83 = exilis ;
insignis Rieh, von ex. versch.; Jordan, Cat. S. 14.
Arius ist in Galeichthj's aufzunehmen, weil Bedeckung des
Nuchalschildes durch Haut wechselnd; Jordan, Cat. S. 15. — A.
felis L., Abb., Goode, Fish., Tfl. 236.
Aelurichthys marinus M., Abb., Goode, F., T. 235.
Gyrinostomus g. n. zu Blk.'s Sect. Synodontini; spindelf. ;
Kopf dreieckig; proc. occip. verlängert, zweizipflig; Augen winzig;
Mund klein, unterständig; Maxillarzähne hechelf.; Mandibz. äussere
Reihe dünn, sichelf., beweglich, innere R. winzig, zweispitzig; Palatz. 0 ;
Barteln 2/4; hinteres Nasenl, röhrig; P.-Stachel sehr dick, innen
tief gezähnt; Fettfl. lang. G. Marchei, D. 1/6, A. 12, P. 1/7, V. 8;
oben violet mit 3 orangef. Querb., uut. röthl. mit dunkleren vier-
eckigen Flecken, 55 Mm., Fluss Casamence W.-Afr. ; de Ro c he-
hr une, Bull. s. phil. Paris, Bd. 9, S. 96.
Scopelidae. Zu den Scopelidae gehört viell. Hyphalonedrus
(s. Salmon.), Jordan, Cat. S. 42.
Synodontidae als Fam. (Synodus, Saurida, Bathysaurus,
Harp.). Jord., Cat. S. 39.
[Saurus] Synodus iutermed. (nicht in N.-Am.) in der Sj^nopsis
verwechs. mit anolis. Ebd. — (S.) Trachinocephalus myops Forst.,
Abb., Goode, Fish., T. 203.
Scopelus Humboldti u. crocod. R. bei Genua, elongatus (hierzu :
resplend., croc. C.V., caudisp.). Vinciguerra, Ann. nius. Genova (2)
11 461. — Sc. Mülleri Gm., Abb., Goode, Fi.sh., Tfl. 203.
Nychtophus lamimnotus, wie Gemellarii, ab. ein medianer Leucht-
fleck zu D. u. C. Cocco, Nat. sie. IV 294.
Paralepis Cuvieri Bp. (wozu coreg. C. V. nee R.) bei Genua,
Syn. andrer Sp.; Vinciguerra 1. c. 466. — Darmdrüsen, Facciolä,
s. S. 405.
Symproptopterurus g. n.?, wie Paralepis, aber A. mit C. ver-
bunden, von Rüppell beob., ob monströs? Cocco, N. sie, V 14,
Sudis coruscans zu borealis, Jordan, Cat. S. 38.
Alepidosaurus ferox Lowe, Abb., Goode, Fish, Tfl. 202.
hl der Ichthyologie während des Jahres 1885. 417
Plagyodus Steller statt Alepidosaurus, Jordan, Cat. S. 38.
Bathypterois longipes, Xylogr.; Chall. -Rep,, Narr. I, S. 217.
Inops Miirrayi Xyl.; ebd. S. 239.
Cyprinidae. Revision der Girard'schen Namen für Cypriniden
u. Catast.; Jordan, Pr. n. m., VIII 118 (s. S. 381). — Entwickl.
der Wirbelsäule bei 12 Sp. sehr gleichartig, Grassi, s. S. 336. — -
Gehörorg., Canestrini, S. 342.
I. Ca to Storni na. Ictiobus (Ict.) bubalus, bis 35 Kilogr., Laich-
geschäft; Mosher, Biül. F. C, V 190. — Abb., Goode, Fisheries,
Tfl. 226.
(Ict.) Im Subg. Carpiodes niu' 3 Sp.: 1. carpio (Mississippi),
2. velifer, sehr variirend (westl. vom Allegh. Gebirge), 3. cyprinus
Les. nee. J. u. G. Syn., mit fast glattem Op. (östl. v. AU.-G.); Jor-
dan, Cat. S. 16. — I. urus, bub., cyprinella u. carp., Jord. n. Meek,
Pr. n. mus., Bd. 8, S. 2, 13, 16. — Carpiod. cypr., Abb., Goode, F.,
Tfl. 225.
Cycleptus elong. Les., Abb., Goode, Fish., Tfl. 224.
Pantostens 3 Sp.: plebejns, dazu: delph. u. bardus; P. generosus,
dazu platyrh.; P. virescens Gir. wird P. (nicht Catost. !) guzmaniensis
Cope ; Jord. , Cat. 17 (vergl. Cope, Am. Nat., Bd. 19, S. 1200).
Catostomus nanoimjzon Math er (12. Rep. Survey Airondack
Region N.-Y. 1884, S. 36), Big Moose Lake; wahrsch. Zwerg-Var.
von C. catostomus F., Jordan, Catal. S. 17. C. teresM., dazu wahrsch.
C. utaivana Mather (1. c. S. 35) ebd. S. 18 ; Hypentelium bleibt Subg.
ebd. S. 185. — Cat. retropinnis J. u. Commersoni Lac. [teres M.],
Abb., Goode, Fish., T. 223.
Erimyzon nur 1 Sp. sucetta; nördl. kleinschupp. Form suc. var.
oblonga M.; Jordan, Cat. S. 19. — E. suc, Abb., Goode, Fish.
Tfl. 220, E. Goodei (südl. F.), Tfl. 221. —
Moxostoma Valenciennesi (Jord. , Pr. Nat. Mus.?) = Catast. carpio
C. V. nee Raf. ; M. bucco = aureolum juv. ; M. albidum wird congestuni
Cp.; Catast. anisurum Raf. ist nach Gilbert ein Placopharynx;
Jordan, Cat. S. 19. — Mox. macrolep. Les. u. carpio Val. (s. o, !)
Abb., Goode, F., Tfl. 222 A, B.
II. Cyprinina. Cyprinus carpio, Geschleehtsunterschiede :
Ausser den bekannten (Depression der Genitalgegend beim M., Pro-
tuberanz und weitere Mündung beim W.) ist die Kopiform viell. ver-
schieden; Smiley , Bull. F. Conim. V, S. 36—37. — Als Kennzeichen
für das Männchen von 1 Jahr ab soll kurzer, schmaler, spitzer Kopf
und die stets beim Streichen, wenn auch spärlich, abfliessende Milch
dienen; Smiley (nach Gaines), ebd. S. 468. — C. carp. var. coria-
ceus, Abb., Goode, Fish., T. 230. — Thymus, Maurer, s. S. 343;
Auge, Koganei u. Virchow, S. 341 ; Monstrum, Landois, S. 369;
Parasiten, Blanchard, S. 370; Lebenszähigk., Day, S. 367, anonym.,
S. 368, Smiley, S. 370.
ArcU. f. Naturgescli. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. ßß
418 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Carassius aur., Abb., Groode, F., T. 231. — Sarkoma, Sutton,
S. 369.
Osteochilus melamptems, D. 17, A. 7, L. 1. 29, tr. 6V2/6V2, vier
Barteln, 9—11 schwarze Längsstr. , Hue; Tirant, Poiss. de Hue,
S. 19 (1883!), Bull. soc. et. indo-chiu., 1883, S. 96, Cochinch., Exe. et
rec. Bd. 10, S. 187.
Labeo iwiiU, D. 15, A. 8, L. 1. 58-62, tr. I2V2/I3, Schlundz.
5. 4. 2/2. 4. 5, zwei kleine Barteln, viele Schuauzenporen, Cambodscha
(häufig), Cochinch.; L. chrysophekadion grunzt sehr laut; Tirant,
Goch., Exe. et rec, Bd. 10, S. 188.
L. (Tylognathus) lehat Blk., in Cambodscha, nur 2 Barteln, ebd.
S. 189.
Crossochilus camhodyiensis, ähnl. oblongus, D. 3/8, A. 2/7, L. 1. 32,
tr. 4^/2/4 V2, zwei Barteln, ein kl. Höcker an der Mandibel- Symphyse,
Cambodscha, Tirant, Notes poiss. des mont. de Samrong tong (Jahr?),
ferner: Bull. soc. et. indo-chin. 1883, S. 170-, Cochinch., Exe. et rec.
Bd. 10, S. 191.
Barbus enoploides; 4 Barteln, D. 3/8, A. 2/6, L. 1. 39, tr. 5V2
bis 6/6, Röhren der L. 1. mehrfach verästelt, 74Ctm. , Cochinch.;
Tirant, Coch. fr., Exe. et rec. Bd. 10, S. 191. — B. geniosoma Blk.?
oder platysoma Blk.? L. 1. 26, tr. 6V2/4V2. Cambodscha, ebd. S. 193.
— B. aurotaeniatus , 2 Barteln, D. 3/8, A. 3/5, L. 1. 26, tr. 4/4,
schwache dunkle Binde auf L. 1., oben hell goldig gesäumt, alle Fl.
gelb., Cochin. Bezirk Thu-dau-mot; ebd. S. 195. — B. aureus, 0 Barteln,
D. 3/8, A. 2/5, L. 1. 21—22, tr. 3V2/3V2, silbern, Schuppenflecke
u. Längsbinde goldig, 0 Ctm., Hue; ebd. S. 197 u. Mem. poiss. Hue
1883 (!), S. 19. — B. fluv., Parasiten, Megnin, s. S. 370.
Schizothorax Kolpakowskii, P. 1/19, V. 1/10, Bauchspalt länger
als halbe Entfern, zw. V. u. A., V. bis zum Spalt, Maul kaum unter-
ständig, P. so lang wie A.; sonst ähnl. argentatus; argent. bei
erwachs. Ex. Auge 6— 7 mal in Kpfl., Kpfl. höchstens V- d. Totall.,
jung weiss, alt dunkel; grosssch. Var. 21/92/16; Tarimi u. aksaensis
wie vorige im HiFi.; Nikolski, Bull. Ac. Pet, Bd. 30, S. 12.
Diplophysa labiata u. Strauchi im Ili, ebd. S. 14.
Amerikanische Cyprinina, in Jordan's Cat.: 11 einheim.
Gen. mit 30 Sp. : Camp. (3), Zophendum (2), Dionda (8), Hybogn. (4),
Pimeph. (2), Exogl. (1), Cochlogn. (2), Ericymba (1), Phenacobius (4),
?Tiaroga (1), Rhinichthys (2).
Campostoma ; jetzt 3 Sp. , weil nasut. syn. mit u. prolix. Var.
von anomalum Raf.; Jordan, Cat. S. 20.
Dionda Gir. wieder von Hybogn. getrennt: kleine, dunkle F.
des Rio Grande-Gebiets; Zähne kürzer, etwas hakig. D. flavipinnis
zu episcopa; nur durch spitzere Sehn. u. gross. Maul weicht nubila
(olim Cliola n.) ab; serena von episc. versch. , dazu syn. nigrotaen.;
hierher viell. auch Cliola haeraatura. Jordan, Cat. S. 21.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 419
Hybognathus vergl. Dionda; H. Hayi Jordan, Pr. nat. m. VII,
548 = H. argyritis J. u. G. Syn. S. 968 (nee Gir.); H. MeeU Jord.
u. Gilb, (unpnbl.; 1886 = nnb.); H. argyritis Gir. (nee autt. poster.)
versch. v. nuchalis, dagegen placitus ii. regius Varietäten von nuch. ;
Jordan, Cat. S. 20, 21.
Coliscus fällt; ist nur der junge Pimeph. promelas; auch
Hyborhynchus fällt, weil nicht von Pim. versch.; H. supercil.
(ohne Partei!) kommt zu notatus; H. confertus = P. promelas (westl.
Var.), so dass von den 3 Gatt, nur
Pimephales mit 2 Sp. promelas u. notatus übrig. Jordan, Cat.
S.22, Jord. u. Meek, Pr. N. Mus., Bd. 8, S. 11; Blatchley, Pr.
ac. n. sc. Phil. 85, S. 63-65.
Tiaroga, eignes Genus für Cliola (Cliola) cobitis (Syn. S. 170),
Jord., Cat. 27.
III. Rhoteichthyina. IV. Leptobarbina.
V. Rasborina. Rasbora aurotaenia, L. 1. 32 — 34, tr. 57.2/3^3,
(Barteln?), 3. Schuppenreihe mit Goldbinde, in Cochinchina u. Cam-
bodscha gemein; Tirant, Cochinch., Exe. et rec, Bd. 10, S. 174.
R. Paviana, L. 1. 28, tr. 4Y2/2, schwarze Binde am Vorderkörper, im
Bezirk Th-dau-mot; ebd. S. 175.
VI. Semiplotina. VII. Xenocypridina.
VIII. Leuciscina. (Leuciscus.) Idus auratus, Winke für
Pflege; Hessel, Bull. F. C, V 254.
Tinea, Hautsinn ; Wright, s.S. 335; nach Austral. übersiedelt,
Dannevig, S. 378.
Amerikanische Leuciscina, Jordan im Cat.: 28 Gen. u.
204 Sp.
Oxygeneum g. n., nahe Acrochilus, aber ohne Hornscheide des
ob. jyiundrandes. Körper cylindrisch, D. hinter V., keine Pseudobr.,
Schlundz. 5 — 5, mahlend. O. pulvendentum, D. 1/8, A. 1/7, L. 1. 63,
tr. 20, Illinois-R.; S. A. Forbes, Bull. Illinois lab., Bd. 2, S. 136.
Orthodon microlepidotus Ay., Abb., Goode, F., T. 229.
Chrosomus eos zu erythrog.; oreas zwh. Sp.; Jord., Cat. 20.
Cliola (vergl. Dionda) wird auf vigilax beschränkt (1. D.-St. ab-
gesondert), der Rest zu Tiaroga (s. oben) und
Notropis, wozu ausserdem (mit Gilbert) noch Hemitremia und
Minnilus gezogen, im Ganzen 90 Sp.; 26 Sp. der Synopsis werden
zurückgenommen; 11 Subg.: Hemitremia (3 Sp.), Alburnops (olim
Miniellus bez. Hybopsis [vergl. Synopsis S. XVI u. 165] 19), Hudsonius
(1), Codoma (1), Moniana (5), Cyprinella (20), Luxilus (4), Hydrophlox
(olim Alburnops 19), Lythrurus (8), I^otropis (8), Protoporus (ob =
Squalius od. Phoxinus? 2). Jordan, Cat. 22 — 27.
Notropis (Subg. Alburnops). N. phenacobius 1/8, 1/8, 35—36,
tr. 7—9; N. macrolepidotus nächst atripes, aber Schupp. 40, 6/3 u.
kein Fleck vor der D. (nach Jord. Cat. =? umbratilis Gir. subg.
BB*
420 Dl'. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Lythr.); N. anogenus nahe Cliola heterodon, aber Maul mehr vertikal
als horiz., 1/8, 1/7, 34—37, tr. 8— 11; alle 3 von Illinois; Forbes,
Bull. 111. lab. n. bist., Bd. 2, S. 137— 139. — N. noeomis u comalis
(unpubl., 1886 = deliciosus) Jord. u. Gilb, in Jord., Cat. 24. — N.
deliciosus, dazu: missur. , Stramin,, longiceps u. volucell. Cope, ob
auch Minnil. microst. Rf. unsicher; Jordan, Cat. S. 23, J. u. Meek,
Pr. N. Mus., Bd. 8, S. 4, 13. — N. Gilherti (? = Alb. lineol. Ag. u.
Leuc. 1. Gth.; ?? = Hyb. scylla Cp.), gestreckter als delic, Auge u.
Seh. kleiner, L. 1. 34 — 36, tr. 5/4. häufig in lova u. südl.; Jord. u.
Meek, S. 4. — Notr. (subg. Alburnops). „Cliola (Hybopsis) topeka''\
8, 7; 35, 5 4; Z. 4—4; ^ roth, ähnlich straminea, aber höher (373),
Auge kleiner, auch Maul kl., schräg u. terminal; Gilbert, F. of
Kansas; Bull. Washb. lab., Bd. 1, S. 13 (1884) u. 98 u. in Pr. n. m, VII
513; Jord. u. Meek, ebd. VIII 11 (Analis 8, schwarzer Rückenstr.,
Iowa u. Kansas). — N. hoops, Indiana bis Missouri; Gilbert, Pr.
n. m. 1884, 201.
Notr. (Subg. Cyprinella) Garmani (statt rubripinna); Jord.,
Cat. S. 25. — N. Whipplei Gir. , dazu: analostanus G. ; Jord. u.
Meek VIII 5, u. Jord., Cat. 25.
N. (Subg. Moniana). N, lutrensis, dazu syn. (in d. Synops. als
Cliola-Sp. aufgeführt): iris, jugal, gibb., Forbesi, deliciosa pt. (Couchi,
laetab., rutil. grac), suav., Billiugs.; Jord. u. Meek VIII 9, Jord.,
Cat. 24.
Notr. (Luxilus). N. megalops Raf. hat Prior, vor cornut. Mtch.,
welcher syn.; Jord. u. M. VIII S. 5. Jord., Cat. 26. —
Notr. (Lux.) zonatus Ag., die Beschr. in Jord. u. Gilb., Sjaiops.
S. 183 gehört zu N. (Alb.) piptolep. Cp.; Jord., Cat. S. 26 (Beschr.
V. zon. 1886, Pr. n. m. IX 2).
Notr. (Hydrophlox) spilurus Gilb. u. Sw. (nicht public.) N. Ala-
bama u. Swaini Jord. u. Gilb. = Alburnellus megalops (occ.) Girard,
Jord.. Cat. 26.
Notr. (Lythr.) ardens, dazu: cyanoceph., atripes u. diplaemius
autt. nee Raf. (= lythrurus Jord. Pr. n. mus. 84, S. 476); Jordan,
Cat. S. 26 [NB. die Zahlen der Anm. 4— 6, 7, 1—3 sollen heissen:
5-7, 1— 3a.]; N. umbratilis dazu (nach Jord. ebd. S. 26, Anm. „7"):
nigripinnis (s. unt.!) Notemig. lucidus Synops. und (?) Notr. macro-
lepidoius Forbes (Bull. Illin. lab. n. h. 1885, S. 138, vergl, Jord, u.
Meek, Pr. n. mus. Bd. 8, S. 11); N. roseipinnis Hay = rubripinnis
Hay nee Heck., Cat. S. 27. — „Minnilus (Lythr.) nigripinnis, Kansas,
Gilbert, Pr. n. m. VIT 513 u. Bull, Washb. lab. 1 14 u. 98 (vergl, ob.).
Notr. (Notr.), N. rubrifrons Cp., dazu syn. Alb. percobromus
Cp. 70; zu N. dilectus (ehem. diuemus): oliga.spis u. jemez., aber
atherin. (ehem. rubell.) versch.; Jordan u. Meek, VIII 5, 16, u.
Jord., Cat. 27.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. . 421
Apocope wird siibg. von Agosia, 3 Sp. eingezogen, Jordan,
Cat. 28.
Hybopsis Ag. statt Ceratichthys Baird; hierzu Rutilus store-
rianus Kirtl. (= C. Incens Jordan), welcher mit der (bartellosen)
Notropis amara verwechselt wurde; symmetricus zu Algansea; Jor-
dan, Cat. 28. — H. [subg. Erinemus nach Jord. Cat.] montanus\
8, 6, Sq. 4/37/4, Z. 4— 4; ähnl. hyost. (ab. Sehn, weniger vorspringend)
u. aestiv. (ab. Auge 3^/^ in Kpfl.), ohne Flecken; ob. Missouri; Meek,
Proc. Nat. M., Bd. 7, S. 526— 527. — H. marconis Jord. u. Gilb,
(in Jord. Cat. 29); wird 1886 zu aestiv. var. marc. (Augen grösser,
Schwauzst. höher), Pr. n. m. IX 22 — Hyb. Bemerk, üb. storerian.,
dissini. u. hyost., Lebensfärb. von gelidus; Jord. u. Meek, Pr. n. m.
VIII, 6, 13. — Hyb. (Subg. Nocomis). Cerat. bigutt. [ersetzt durch
kentuck. Raf. Jord. C. 385], Abb., Goode, F., T. 229.
Platygobio gracilis, syn. : pallidus; Jordan, Cat. 29.
Semotilus corporalis Synops. (nee Mitch. , welcher = bullaris
Rf.) wird atromac. M. Jord., Cat. 29. — Schlüssel u. Synon. der
3 Sp.; Bicknell u. Fletcher, Pr. ac. n. sc. Philad. 85, S. 14—18.
— S. bull. u. corp., Abb., Goode, F., T. 228.
Pogonichthys (macrolep.), dazu juv.: Symmetrurus (argyr.);
Jord., Cat. 30; vergl. Algansea.
Ptychochilus Oregon., Abb., Goode, Fish., T. 227.
Phoxinus, hierzu kommt Squalius, weil der einzige Untersch.,
die Unvollkommenheit der L. 1., unwichtig und variabel; 6 Subg.:
Clinost. (4Sp.), Tigoma (23), Siboma (1), Squalius mitSSp.: atrarius
(wozu rhomaleus als adult. und viell. auch sq.) squamatus, crassus,
Cheonda (4 sp. coer., Cooperi, nigrescens, wozu Sq. lemmoni R. Smith,
Pr. Calif. Ac. Sc. 83 u. viell. mod., modestus), Phox. (4); eine Anzahl
Sp. gelten noch als zweifelh. ; Jord., Cat. S. 30, 31.
Algansea umfasst Cope's Leucos, Myloleucos u. Siphateles (cf.
83), Pogonichthys symmetr. B. u. G, ist eine Alg., dazu syn.: A.
formosa Gir. [Boucardi übersehen?]; Jord., Cat. 32.
Trycherodon (83) kommt zu Opsopoeodus (80); Tr. megal. wird
0. Emiliae; Jord., Cat. 33.
Meda, dazu syn.: Plagopterus; beide ohne Barteln, Zähne 2,5;
Jord., Cat. 33. Vergl. Cope, Am. Natur., Bd. 19, S. 1200.
IX. Rh 0 de in a. Rhodeus, Thymus, Maurer, S. 343; Pro-
nephros, Gross glik, S. 347.
X. Danionina. Danio Bheinarti, D. 13, A. 15, L. 1. 33,
silbernes Seitenband, D. u. V. schwarz gesäumt, C. schwarz mit
scharlachf. 3 Mittelstrahlen, Hue; Tirant, poiss. de Hue, S. 30
(1883!) und: Bull. soc. et. indo-chin., Saigon 1883 (!), S.97; Cochinch.,
Exe. et rec. Bd. 10, S. 172 (85).
Squaliobarbus anamiticus, D. 2/7, A. 2/12, L. 1. 50—52, tr. 9/4—5;
D. hinter V., Hue; Tirant, ebd. (83!) u. 85.
422 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
XI. Hypophthalmichthyina.
XII. Ab ra midi na. Abramis brama, Lymphoidorg. , Ayers,
S. 343.
Cnlter flavipinnis, A. 26, Sq. 77, 16/12; alle Flossen gelb, D. u.
C. schwarz gefleckt; Hue; Tirant, Cochinch., Exe. et rec. X 169.
Amerik. Abramidina. Jordan, Cat. S. 33 führt auf:
Luxilinus (1 Sp.), Notem. (2), Richardsonius (2), die zu dieser Subf.
gehören dürften.
Luxilinus, n. g. , kein die Schuppen durchbrechender Kiel
hinter der V., sonst wie Notemigonus, Typ. : N. occidentalis B. u. G-. ;
Jord., Cat. 33.
Notemigonus chrysol., südl. Varietät, dazu: Bosci C. V. (=amer.
L.); N. lucid. zu Notrop. (Lythr.); K occ. zu Luxilinus; [N. lepto-
somus übersehen?]; Jord., Cat. 33; Jord. u. Meek, Pr. n. m., Bd. 8,
S. 15. — N. chrysol., Abb., Goode, F., T. 227.
XIII. Homalopterina. Psilorhynchus Aymonieri, D. 3/9,
A. 2/5, L. 1. 40, tr. Q^l^jQ^U, dunklere Schuppenflecke, P. schwarz ge-
säiunt, Gebirge Cambodscha's; Tirant, (nach 1881), Cochinch., Exe.
et rec. Bd. 10, S. 168.
XIV. Cobitidina. Cobitis, Hautsinn, Wright, S. 335;
Wanderzellen im Epithel, List, S. 334.
Botia Moreleti, D. 9, A. 6, schwarzes Rücken- Längsband nebst
Ring um C.-Basis, Waldbäche in Cochinchina (Distr. Thu-dau-mot) ;
Tirant, Cochinch., Exe. et rec. Bd. 10, S. 165.
Kneriidae.
Charac inidae.
Csrprinodontidae. Entwickl. v. Gambusia und Anableps,
Ryder, S. 354.
Cyprinodon calaritanus, color. Abb. des Männchens u. W., Ge-
schlechtsuntersch., leben bei den Salinen v. Carloforte in stark salzigem
Wasser von „17 oder 18 Grad", als Nahrung verdächtig. C. Lepori,
„La Lebias cal." Annuar. Soc. dei Natur, in Modena (2), J. 15 1881
S. 32— 42, 1 Tfl. 1882. — C. mydrus (82) viell. = carpio, Jordan,
Cat. 47.
Haplocbilus Lacazei, D. 10, A. 16, L. 1. 26; letzte D.-, A- und
V-Strahlen fadenf.; roth mit 6 schönblauen Bändern und gelben
Flecken, Flossen gelb, blau ornamentirt; 75 mm.; Landana W.-Afr. :
de Rochebrune, B. soc. philom. Paris, Bd. 9, S. 98. — H. argyro-
taenia; 8, 22; 3b, 7; weiss mit silberner Seitenbinde; Fluss bei Hue,
Tirant (1883?), Cochinchine, Exe. et Reconn., X 162.
(Hapl.) Zygonectes auroguttatus Hay, nach Bean's Fussnote
wohl = rabrifrons J. u. dieser viell. wieder zu HenshalliJ.; Florida.
Z. Nottii Ag. wiedergefunden, viell. hierzu syn. craticula G. B. 82,
Fla.; Hay, Pr. n. mus., Bd. 8, S. 556—559 (vergl. Heterandria). —
in der Ichthyologie während des Jahres 1883. 423
Z. zonatus zu Chrysotils; Z. cingulatus Synops. (ob = C. V.?) wird
Lnciae, Jordan, Cat. 49. cf. Gambusia.
Adinia wird selbst. Gatt., einz. Sp.: multifasc. Jord., Cat. 48.
Fundulus cf. Adinia; swampinns eingezogen; Jord., Cat. 48. —
F. zebrinus, beschr., Gilbert, Bull. Washb. lab. n. h. 1, 1884, S. 15;
F. menona synon. zu diaph., Jordan, Cat. 49; F. nigrof. ist juv.
von heterocl., grandis ist var. von het., ebd. — F. majalis $, Abb.,
Goode, Fish., Tfl. 185.
Gambusia patruelis, dazu syn. : Zygon. atrilatus, inurus, melanops
u. viell. G. arlingtonia; G. humilis (ohne schwarzen Suborbitalfleck),
dazu syn. Zyg. brachypt.; die übrigen 3 Sp. zweifelh.; Jordan, Cat.
S. 50. — Entw. s. S. 354, Kyder.
Heterandria ommata J., hiermit identificirt Bean (in Fussnote)
Zygon. Mannii Hay, Weibchen unter Vg Zoll 1. schon mit reifen Eiern,
daher mit Girard. form, das kleinste Wirbelthier; Hay, Pr. n. m.,
Bd. 8, S. 555.
Heteropygii. Chologaster, Auge u. Hautsinn, Wright S. 342.
Umbridae. Umbra limi, dazu als östl. dunklere Var.: pygmaea
Jord.; Blatchley, Pr. ac. nat. sc. Philad. 1885, S. 12— 13.
Dalliidae, eigne Farn. u. (nach Gill) eigne Ordn. „Xenomi":
Teleostier, deren Schultergürtel nur hinten, ab. nicht seitlich mit
dem Schädel zusammenhängt; Coracoideum durch eine einf Knorpel-
platte vertreten; Intermax. u. Supramax. verwachsen. Jordan, Cat.
S. 51. — Dallia pect., Abb., Goode, Fish., T. 185.
Scombresocidae, hiervon (nach Gill) die Farn. Belonidae ge-
trennt; Jordan, Cat. S. 59.
Belone, für die 9 nordam. Sp. ein Schlüssel; B. gladius Bean
zu crassus Poey; B. Stolzmanni St., syn. ist sierrita J. u. G. (81);
Jordan, Cat. 59. — Tylosurus longir. M. , Abb.; Goode, Fish.,
T. 181. — B. imperialis Kaf. (Cantrainii autt.) bei Genua; Vincig. ,
Ann. m. Genova (2) II 468. — Tyl. Cantr. Cocco, wohl juv. zu B.
acus; Cocco, Nat. sie. V 12. — Junges v. Bei.; Day, Zoologist,
X 482.
Scombresox saurus Walb., Abb.; Goode, F., T. 181.
Hemirhamphus Pleei C. V., dazu syn. : brasil. [balao u. macrochir] ;
Jordan, Cat. 60. — H. unifasc, Abb.; Goode, T. 182.
Exocoetus, Flugbewegung, s. Biologie. — E. evol., speculiger
u. spilopus erw.; Vinciguerra, Ann. mus. Genova (2) S. 84. —
E. fasciatus, goldige Qbd., Fl. schwarz gefl., besond. P. u. V., sonst
wie die gewöhnl. Mittelmeer-Sp. Cocco, N. sie. IV 294. — E. mela-
nocercus, ähnl. speculiger, doch A. beginnt gegenüber der D.-Mitte;
von nigricans versch. durch D. 13, A. 11, Zeichn. u. V. weiter hinten;
Sidney; Douglas-Og., Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 10, S. 123.
Exoc. calif. Coop., Abb.; Goode, F., T. 182. — Jordan und
Meek „A review of the amer. species of Exocoetus." 4 Genera an-
424 Di'- F. H i 1 g e n d 0 r f : Bericht über die Leistungen
erkannt : 1. Fodiator g. n. einzig für den Hemirhamphus-schnäbligen
acutus (trop. Amer. östl. u. westl.). 2. Parexocoetus Blk., wie vorige
Gatt, mit nicht kantigem Körper u. mit Zähnen auf (räumen u,
Zunge (Typ. : mento), amer. (östl.) nur mesogaster (syn. : orbignianus [?],
hillianus, gryllus). 3. Halocypselus Weinl., mit kantigem K. u. fast
zahnlosem Innenmund, wie Exoc, aber V. kleiner und mehr vorn;
nur Holubi Steind. (Afr.), und der cosmop. evolans L. (syn. : georg. ?,
monocirnis?, chilensis, obtusir.). 4. Exocoetus, amerik.: exiliens L.
(syn.: fasc, lamellifer Kn. u. St.) viell. jung zu folgendem ; Eondeletii
e.V. (syn: bracyceph. Gth.?, Lütk., exiliens Goode, volador Jord.);
Vinciguerrae (syn. Rondel. Lütk. und Jord. u. Gilb. Synops., E.?
exiliens Vinc."); volitans L. (syn. speculiger 0. V., Gth., Lütk., novebor.
C. V., Roberti M. Tr., 4-remis, affinis, melanurus J. u. G. nee. C. V.,
exiliens J. u. G.); rufipinnis C. V. (syn.: Dowi, scylla 1871, Roberti
Lütk. nee M. Tr.); heterurus Raf. (syn. volitans C. V., Gth. etc.,
lineatus , ? comatus , novebor. Mitch. , append. , melanurus C. V.) ;
robustus; furcatus (syn.: maculipinnis alt, procne u. furc. jung,
Nuttalli noch jünger); cyanoi)terus; nigricans; bahiensis; californicus ;
callopterus; gibbifrons, zus. 17 Sp. (In Jord., Cat. S. 60 noch theilw.
abweichend.) Pr. Nat. Mus., Bd. 8, S. 44—67.
Cypselurus als Jugendf. von Exoc. anerkannt, ebd.
Esocidae. Esox, Iris, Kogenei S. 341; Gehörorg., Cane-
strini S. 342; Rückenmark, Gierke S. 340; Ei, Owsian. 350;
Entw. d. Wirbels., Grassi 336; Osteom., Suttou. 369, nach Austral.,
Dannevig 378.
Meek u. Newland, „A review of the sp. of the g. Esox";
5 amer. Sp. anerkannt: amer., vermic, reticul., lucius, masq.; Schlüssel,
Synon.; Pr. ac. n. sc. Philad., 85, S. 367—375. — E. nobilior wdrd
masquinongy M., Jord., Cat. 185. — E. lue. u. ret. Abb. Tfl. 183,
umbros. K. u. nobilior, Taf. 184; Goode, Fish.
Galaxidae.
Mormyridae. Petrocephalus halteatus, D. 26, A. 31, L. 1. 43;
breite blaue Querb. zwischen D. u. A.; 72 Mm.; Congo, bei Londa,
bei Bathurst etc., deRochebrune, Bull. s. philom. Paris, Bd. 9, S. 97.
Paramormyrus prohoscideus , D. 17, A. 35, L. 1. 75; Schnauze
rüsself. , ziemlich grade, 574 mal in der Körperl., nahe zanclirostris
Gth., bei Landana (W.-Afr.); ebd.
Isistius [wohl Versehen für Isichthys] marmoratas, D. 41, A. 42,
L. 1. 150, Körperh. 12 mal in L., Schnauze stumpf, Mund unten; bei
Landana; ebd. S. 98.
Gymnarchus, el. Org., Fritsch, s. S. 339.
Sternoptychidae. Argyropelecus -hemigymnus bei Genua;
Vincig. , Ann. mus. Gen. 11 469. — A. auch in Amer., hem. u.
Olfersi bei Neu-England, Jord., Cat. S. 45.
Sternoptyx (diaph.) _desgl, ebd. . ...
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 425
Chauliodus Sloanii bei Genua, Vinci g., 1. c. 469.
Stomiatidae. Stomias boa, dazu barb. ; beides nur verschieden-
artig verstümmelte Expl.; Vi neig., Ann. m. Gen. II 470. — St.
unicolor Rüpp. ined. = barb. var.; Cocco, Nat. sie. V 11.
Echiostoma micripnus, Xyl. ; Chall. -Rep., Narr. I 412.
Malacosteus, der sog. Bartfaden ein Kiefermuskel, Bean in
Jord., Cat. 42.
Salmonidae. Im Voraus mag hier auf die wichtige Arbeit
F. A. Smitt's: Kritisk Förteckning öfver de i Riksmuseum befint-
liga Salmonider (6 färb., 101 schwarze Abb.), K. Svenska Vet.-Akad.
Hand]., Bd. 21, Nr. 8, 1886, hingewiesen sein.
Ogilby behandelt die irländischen Salmoniden, etwas ein-
gehender: S. salar, trutta var. cambr., fario var. estuarius, alpinus;
Cor. pollan. (Vorkommen in Salzw.), Pr. r. Dubl. soc. (2) Bd. 4, S. 525
bis 530.
S. G arm an „the american salmon and trout", bildet die
wichtigsten Oncorhynchus, Salmo und Salvelinus (die er als 3 Subg.
von Salmo betrachtet) auf 19 8 "Tafeln ab, nämlich 0. tschawytscha,
Salmo salar, irideus, Gairdneri, Clarki, virginalis, Levisi, Salv. namay-
cush, siscowet, oquassa, fontinalis, Agassizi, stagnalis. Kurze Be-
schreibung aller (auch eingeführter) am. Sp. — 19. Annual report of
the Commissioners on Inlandfisheries of Massachusetts ; 23 S.
D. S. Jordan, „Note on Garman's paper" etc. Oncorh. und
Salvel. bleiben Genera; Clarkii nebst Levisi u. virginalis nicht einmal
Var. (einf. syn. zu purp.); hisutch, h Dnickf. fürk; irid. nur Inland-
form von Gairdneri; virgin. vom Utah-See zu purpur., nicht zu spilur. ;
die kleine Inlandf. des Waha-Sees selbst, var. (Bouvieri), nicht zu
Levisi; Naresi zu oquassa; Hoodi fällt, weil die Typen z. Th. zu
fontinalis, z. Th. namaycush. Pr. nat. mus. VIII 81—83.
Salmo. Embryol., Ziegler (salar), S.353; Entw. d. Schädels,
Tichomiroff (salar) S. 359; Entw. d. Wirbelsäule, Grassi (salar,
lacustr., fario), S. 336; Entw. d. Nerv, symp., Onodi, S. 340 (fario);
Primitstr. u. -Rinne, Henneguy u. Kollmann (fario), S. 356 u.
355; embr. präanale Fl. mit Strahlen etc. (salar) Ryder S.353; Ei
(trutta), Owsiann. S. 350; Thymus u. Thyr. (far.), Maurer S. 343;
Kopfknochen, v. Klein, S. 336; Glycogenmangel bei hungernden
S. salar, Barfurth, S. 366; kranker Darm, Day (trutta), S. 369;
Krankh. (irideus), Green S. 369; Monstrum, Lidth, s. unt.
F. Day berichtet üb. die Experimente in Howietown. Zur Er-
zielung einer Bastard-Race zw. S. salar u. fario sollen domesticirte
S. salar gewählt werden. Nature, Bd. 31, S. 599—600. Allgemeine
Resultate bez. Praepotenz der männl. u. w. Zeugungsstoffe, Grösse
der Fruchtbarkeit, Häufigk. der Missbild.; Nat. Bd. 32, 562. Ueb.
Rassen und Bastarde zw. Salmoniden IV, Pr. zool. s. Lond. 85,
S. 241—243.— Cornish, Hybridization of the, Salmonidae, Zool. IX,
426 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
438—439. — Sexuale Charaktere bei Salmoniden, Harvie-Brown;
Zoologist X 215 (1886).
S. salar. Vergl. d. S. 425 gen. allg. Arbeiten. — Abb.; Goode,
ITisheries, T. 186. — F. Day, „Breed. of salmon etc.". Auch im
süssen Wasser zurückgehalten, wird S. salar geschlechtsreif; Weib-
chen von 32 Monat geben völlig gesunden Laich, der Same der M.
liefert zu dieser Zeit wenigstens noch keine kräftige Zucht; diese
„landlocked salmon" erzeugten mit der Forelle (levenensis) Bastarde,
die viell. steril sind. Trans. Linn. soc. Lond. (2), Zool., Bd. 2, Th. 15,
S. 447—468, Tfl. 53, 54. Ausz.: J. r. micr. s. VI 212, u. Bull. U.S.
Fish. C. V. 307.
„Unters, üb. d. Biol. u, Anat. des Elblachses", A. Fritsch,
Mitth. d. österr. Fischerei- Ver., Nr. 17, 6 S. — S. salar auch westl.
von Bornholm im grossen Belt häufiger und auch hier mit Messing-
Haken (Ber. 84, S. 408) getroffen ; die Zunahme bei Bomb, zweifel-
haft; Fiedler, Bull. F. C. Bd. 5, S. 185—188 (Uebers.). — Expl. von
80 Pfund im Tey (Schottl.); Smiley, Bull. F. C. V 468. — G. B.
Cor bin, Salmon in the Hampshire Avon, Zool. IX 70—71. — Ueb.
d. Fortpflanz, referirt Hub recht, wonach eine grössere Debatte vom
prakt. Standpunkte aus; Tijd. ned. dierk. Ver. (2) Bd. 1, Sitzb.,
S. 86-93.
S. fario, vergl. S. 425. — „Die Befruchtung des Forelleneies".
Kupff er; Bayer. Fischerei-Zeit. 1885, 12 S. — S. fario nach Amerika,
s. Math er, Bull. Fish C, V 470.
Nach C. B. Klunzinger „üb. Bach- u. Seeforellen" sind nicht
nur (mit Sieb.) die 2 Landseef., d. i. Grund- u. Schwebf., sondern
auch die Bachf. (nach S. als fario von der vorigen, lacustris, zu
trennen) u. viell. auch die Meerf. (trutta) nur biol. Modificationen
einer Art: Kritik der angebl. Unterschiede, von denen keiner Stich
hält. Jahresh. Ver. f. vaterl. Natk. Württemb., J. 41, S. 266—288.
Salmo irideus, die erwachsene Meeresform desselben ist wahrsch.
Gairdneri, S. spilurus eine Var. von purpuratus, daher nur 3 Salmo
(s.S.) in Amer. : salar, Gaird., purp.; Jordan, Cat. S. 44. — Salmo
irid., Gairdneri, purp., Abb.; Goode, Fish., Tfl. 187 A, B, 188 A.
Th. W. van Lidth de Jeu de, Salmo trutta mit verkümmerter
und S. salar mit stark in das Maul zurückgerollter Oberkinnlade
beschr. ; Notes Leyden Mus. VII 259 — 261. — Nach Tasmanien
wurden Eier von der echten Bachforelle übersiedelt, nach Bestimmung
von S. Kent und von Day selbst gleichen die erwachs. Fische sehr
dem S. ferox, welcher danach höchstens eine Var. von S. fario.
S. salar ist dort noch nicht Consta tirt. F. Day, Nature, Bd. 33, S. 8.
So auch Stephens, s. S. 378.
Salvelinus vergl. S. 425. — S. namaycush var. siscowet nur in
Tiefwasser; Jordan, Bull. F. C. Bd. 5, S. 191. — S. (Salv.) oquassa,
dazu syn.: Naresi u. Rossi; zu fontinalis syn. Hoodi u. immacul.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 4-27
eine Var.; zu stagnalis: nitidus; ausserdem arcturus u. malma an-
erkannt (5 amer. Salv.); Jord., Cat. S. 44. — Salv. malma, Alaska,
Murdoch, Polar-Exp. S. 132. — Salv. namaycush, fontinalis, oquassa
u. malma, Abb.; Groode, Fish., Tfl. 193.
Oncorhynchus, vergl. S.425 (Garman, Jordan). — Salmo quinnat.,
das angebl. in Holland gefangene Ex. ist trutta, Hubrecht, Tijd.
dierk. Ver. I, Sitzb. 93. — 0. chouicha W. [= quinn., jetzt tschaw.],
keta, gorbusha, kisutch, nerka (^ ^), Abb., Goode, Fish., Tfl. 186,
188 B, 189 AB, 190, 191 A. — 0. gork, nerka?; Alaska; Murdoch,
Pol.-Ex. 132. — Calif. Lachs in Australien, Mather, B. F. C, V466.
(Luciotrutta.) Stenodus, die amer. Sp. wahrsch. syn. zu leu-
cichthys, Bean in Jord., Cat. S. 43.
Osmerus attenuatus, syn. zu thal. ; die 2 binnensteten Var. von
mordax gestrichen; Jord., Cat. 42. — 0. mord. u. dentex Std„ Abb.;
Goode, F., Tfl. 199. — 0. dent, Süssw, Alaska; Murdoch, P.-Ex.
131. — Embryo; Agass. u. Whit., Mem. m. comp, z., Bd. 14, No. 1,
Tfl. 17, F. 4— 6. — Ei; Owsiann. s. S. 350.
Thaleichthys pacif. Rieh., Abb.; Goode, F., T. 201.
Hypomesus olidus u. pretiosus Gir.; ebd. 200.
Mallotus villosus, Ende Juli in Alaska; Murdoch, P.-Ex. 131.
— Abb.; Goode, Fish., T. 201.
Coregonus, vgl. S.425. — Ei; Owsiann., s. S.350, — Für die
24 Formen der Schweiz gelten ein Wartmanni-artiger Typus (dis-
persus) und ein lavaretus- oder fera-artiger {halleus) als urspiüngliche
Arten; die 3. von v. Siebold angenommene Sp., hiemalis, und eine 4.,
Suidteri (die einzige Form des Sempach-See), sind Arten die durch
Mischung der 1. u. 2. entstanden. Alle grösseren Becken enthalten
beide Stammspecies (nur dem Genfer- See fehlt ein disp.). Der dis-
persus löst sich in 4 Gruppen auf: Wartmanni, crassirostris (wozu
nobilis Haack), annectus, restrictus (Zwergformen), jede mit 2, die
letzte mit 3 Subsp. und zus. 19 Var., wozu noch Bastarde mit balleus-
Formen kommen. Der balleus hat 3 Gruppen: Asperi (3 Subsp., wobei
Sulzeri Nüss.), Schinzii (3 Sbsp. : alpinus, palea C. V., fera Jur,),
acronius Rapp (nur der Kilchen des Bodensee) und zus. 13 Var.
Neuerdings übergeführt sind C. raaraena von Norddeutschi. u. albus
von Amerika. Im Bourget-See (Savoyen) 2 Formen des disp. V. Fatio,
Rec. zoologique suisse, Bd. 2, No. 4, 17 S., 2 Tabellen; Ausz.: Compt.
r. Ac. Paris, Bd. 101, S. 261—264, desgl. Arch. des sc. phys. et nat.,
Sept. 85 (C. r. des trav. soc. Helvet. sc. n. Locle), S. 40—42 u. Act.
Sog. Helv. 85, Locle S. 32—35 (1886).
Coregonus albus aus Am. in die Schweiz eingeführt, Frey,
Bull. F. Comm., Bd. 5, S. 358. — C. albula nach Amerika, übers. ;
Smiley, ebd. 468. — C. Laurettae Benn. , Nelsoni B. , Kenicotti
Milne in Alaska; Murdoch, Pol.-Exp., S. 132. — Pori abdom.,
428 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Weber, S. 348. — C. clupeif., Artedi, Hoyi, Merki, Laurettae; Abb.;
Goode, Fisheries, Tf. 196, 197 AB, 198 AB.
Thymallus tricolor u. siguifer, Abb.; ebd 194, 195.
Argentiuidae als Farn, abgetrennt, Magen mit Coecalabth.,
Coec. pyl. wenige; Hyphalonednis gehört viell. zu. den Scopelidae;
Jordan, Cat. 42.
Argentina, Fori abdom., Weber, S. 348.
Bathylagus atlanticus östl. von Patagonieu ; Challenger-Rep.
Narr. I, S. 903.
Haplochitonidae. Haplochiton zebra in Patagonien , Chal-
lenger-Rep. Narr. I S. 864, 866.
Percopsidae. Gonorhynchidae.
Hyodontidae. Hj^odon terg., Abb., Goode, Fish., T. 219.
Pantodontidae. Osteoglossidae.
Clupeidae. Engraulis vitt. M., Abb,; Goode, Fish., Tfl. 218.
(Chatoessus) Dorosoma ceped. sbsp. hetei1.irum, Abb.; Goode,
F., Tfl. 217A.
Clupea, 4Sp. b. Messina: sardina C, chrystaenia Cocco (Unterseh.
V. alaccia Raf. u. pilchard. B.), argyrochlora (Op. geädert, gelblich-
roth; Rücken blaugrün) u. Alosa vulg.; Cocco, Nat. sie. IV 240, 291.
Clupea harengus. Laichen und Befruchtung, natürlich und
künstlich, beschreibt J. C. Ewart, Pr. Roy. Soc. London, Bd. 16,
S. 450—461 (s. Ber. 84, S. 410). — Frisst grosse Mengen von Tang-
Sporen (Fucus) ebenso wie der Scomber u. Pilchard; Dünn, Bull.
F. Comm., Bd. 5, S. 305 (nach Land and AVater). — Eier weniger
empfindlich als junge Fische, Mc Intosh, s. S. 352. — K-upffer'sches
Bläschen, Cunningham, s. S. 357. — On the development of Herring,
Brook, Rep. Fisheries Scotl, App. F., S. 32—51, 1 Tfl. — Move-
ments and food of the herring with additions to the marine Fauna
of the Shetland-L; F. G. Pearcey, Pr. r. phys. soc. Edinb. 1884/5,
S. 389-415, 1 Tfl.. — Abb.; Goode, F., Tfl. 104. — Food of . . .
herring; Hadfield, Zool. IX 352.
Clupea sprattus (syn.: phalerica, papalina, mediterranea) bei
Genua, n. Ind. „serretta"'; aurita desgl.; Vinciguerra, Ann. m.
Genov. 11, 471. — Sprattelloides bryoporus syn. zu Cl. mirabilis,
Jordan, Cat. S. 35; Brevoortia patronus wird Var. von tyrannus,
ebd. 37.
Goode, Fisheries, Abb. von Cl. har. u. mirabilis Gir. Tfl. 104.
vernalis M. 207, 208, aestiv. M. 209, 210, chrysochl. Rf. 211, mediocris
M. 216 AB, sapid. AV. 212, 213 (Verbreitung, 214, 215); Brevoortia
tyr. Latrobe 205, patron. Gd. 206.
Cl. alosa u. finta nach d. Kiemendornen 2 Sp. ; Horst, Tijd.
Ned. dierk. Ver. (2) L, Versl., S. XLIX. — Cl. sapidiss.. Entw.;
Page, s. S. 354. — Cl. (Alosa) macrura viell. Bastard zw. ilisha u.
toli; Tirand, Cochinchine fran§.. Exe. et Rec. X 150.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 429
Chipea Huoe, Zähne auf der Zunge unbeständig, keine in den
Kiefern; D. 3/17, A. 17—18, L. 1. 31, tr. 14; 15 -f 13 Bauchschilder;
D. ganz vor der A.; 10 Ctm. ; Lagune von Hue (Annam); Tirant,
poiss. de Hue, 1883!, S. 21 (nach: Excurs. et Reconn. X 148).
Pellona indica auch in Süss w.; Vinci g., Ann. mus. Genova (2)
Bd. 2, S. 85.
Spratelloides bryop. s. Clupea (Jord., Cat. 35).
Albula vulpes L., Abb.; Goode, Fish., Tfl. 218. — Skelet;
Shufeldt, Rep. U. S. Fisch Comm. for 83. S. 747.
Elops saurus L., Abb.; ebd. 218.
Megalops thrissoides Seh., Abb.; ebd. 217 B. — Skelet; Shu-
feldt, Rep. Fish C. for 83, S. 747.
Chanos chanos auch in Amer. (Calif. bis Panama), Jord., C. 35.
Bathythrissidae. Chirocentridae.
Alepocephalidae. Alepoc. Bairdii, Abb., Goode, F., T. 202.
Notopteridae. Xenomystus Lucemi, A. -{- C. 102; gelblich,
schwarz punktirt, mit breiterer violett-rother dorsaler und schmalerer
Seitenbinde, Kopf violett - roth, schwarz punktirt; 93 mm.; im Congo,
Mellacoree, Casamence; de Rochebrune, Bull. s. phil. Paris, IX 99.
Halosauridae. Halosaurus Goodei (83) syn. zu macrochir;
Jord., Cat. 41.
Gymnotidae. Gymnotus electricus, Schwimmbl., Nierengang,
Oviduct; Cleland, Nature, Bd. 32, S. 561.
Symbranchidae.
Muraenidae. Die Ordnung Apodes löst Jordan (mit Gill
71) auf in: Colocephali (nur Fam. Muraenidae) und Enchelycephali
für die Fam. Congridae, Anguillidae (nur Anguilla), Simeuchelyidae,
Synaphobr., Nemichth. ; Cat. S. 51—56.
Anguilla vulgaris. Herz, McWilliam, s. S. 343 u. Mills 342;
Gehörorg., Canestr., 342; Ei, Owsiann., 350. — Die Hoden des
Aals enthalten gestreckte Tubuli, die Lappen des Organs entsprechen
den Metameren; die Reife des Samens scheint in Amer. gegen
Weihnachten einzutreten; im Nov. noch unreif; J. A. Ryder, Bull.
Fish Comm. V 1—3, Xyl. — Expl. 3 '/^ Zoll 1. im Meeressand, Fär-
bung, Mein tos h, Ann. Mg. XV 436. — Migration of eels; (anonym)
Zoologist IX 266. — Abb.; Goode, Fish., Tfl. 239. — Ein blinder
Aal (A. rostr.) in einem alten Brunnen aufgegraben; Lockwood,
Amer. Nat., Bd. 19, S. 405. — Reproduction of the eel; J. South-
well, Natural, London, (2) X 217—222.
Anguilla mauritiana u. aneitensis bis 5' 1. auf Tahiti, 1700'
hoch: Challenger-Rep. Narr. I, S. 788.
Conger, Albinismus, Steind. s. S. 368. — Leptocephalus conger
L., Abb.; Goode, Fish., T. 240.
Ichthyapus Barn, als Gatt, für Ophichthys Abth. III D. in
Günth. Cat. VIII S. 56. Jord., Cat. 52.
430 1^1'- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Ophichthys guttifer, nahe ocellatus, Golf von Mexico, Bean ii.
Dresel, Proc. biol. soc. Washington, II 99 (1884!), Jord., Cat. 53.
Muraena. Gymnoth. moringa C, Abb.; Goode, F., Tfl. 237.
Leptocephalus , 2 nuove sp. di Lept. del mar di Messina; L.
Facciolä, Atti soc. nat. Modena, Redic. (3) Bd. 1, S. 116—123, 1 Tfl.
Helmintosomus (bei Gth. Cat. VIII 145 als Helminthostoma) ob
zu den Trichiuridae?; Cocco, Nat. sie. V 36.
Lophobrancliii,
Solenostomidae.
Syngnathidae, hierin jetzt die Farn. Hipp ocampidae einge-
schlossen, Jord., Cat. 61. — Kopfknochen, von Klein s. S. 336;
Magen, Pilliet, S. 344.
Syngnathus [= Siphostoma Jordan, Synopsis]. Siph. crinigerum ;
Bean u. Dresel, Pr. Biol. Soc. AVashington, Bd. 2, S. 99 (1884).
Hippocampus heptagonus Raf,, Abb.; Goode, Fish., Tfl. 39.
Plectognathi,
Sclerodermi.
Kopfknochen, v. Klein, s. S. 336; Abstammung, Cope, S. 365.
— Balistes carol. Gm. statt capr. Gm., Powelli wahrscheinl. dessen
Jugendf.; Jord., Cat. 140. B. capr. Gm., Abb.; Goode, F., Tfl. 38.
Monacanthus occid. Gth. -wird ciliat. Mitch., dazu auch Davidsoni ;
Jord., Cat. 140.
Ostracion tricorne L. statt quadricorne L.; Jord., Cat. 139. —
O. quadric; Abb.; Goode, Fish., Tfl. 37.
Gymnodontes. Tetrodon (Arothron) hiocellatus, D. 14, A. 10,
eine gelbgerandete Ocelle unter der D. ; eine kleinere nahe der
Schwanzbasis, Süsswasser; T. palembangensis Blk. var. beschrieben,
Süssw.; T. (Crayracion) Lwteti, Körper indigo-, Flossen (excl. C.) u.
Auge carminfarbig, nur 4 Ctm. , Süssw. bei Thu-dau-mot ; das Gift
der Gymnodonten sitzt nach Ansicht der Annamiten in Leber und
Eingeweiden, durch ihr Gebiss werden T. sceleratus u. Xenopterus
gefährlich; Tirant, Cochinchine frang., Exe. et Reconn., Bd. 10,
S. 121—126. — T. annulatus Jen. (Heraldi Gth.) zu testud. L.;
Jord., Cat. 141. — Lagocephalus laevig. L., Abb.; Goode, Fish.,
Tfl. 36.
Chilomyctenis geometr. Sehn., Abb.; ebd. 36.
Mola rotunda C, Abb.; Goode, F., Tfl. 35.
Molacanthus als junge Mola anerkannt, Jord., Cat. 141.
Ranzania nicht nordam. (nur bis Bermudas-I.) ebd.
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 431
Ganoidei,
Embryol., Ryder S. 364; Spritzloch w. Pseudobranchie, Wright,
S. 346-347.
Amlidae. Amia. Die gesägten Anhänge (od. Flagella) im
Schlund ersetzen funktionell den fehlenden Dilatator des Kiemen-
deckels (gegen Sagemehl); R. R. Wright, Science, IV 511, 1884.
— A. calva, Abb., Goode, Fish., T. 241. — Kopfmusk., Hypoglossus
u. 1. Spinalnerven, McMurrich, S. 338. — Skelet, Shufeldt, Rep.
U. S. Fish Comm. for 83, S. 747—834, 14 Tfl.
Polypteridae.
Lepidosteidae. Lepid. platyst., Abb.; Groode, Fish., Tfl. 241.
Acipenseridae, Acipenser. Auge, Koganei S. 341; Ohr,
Canestrini, S. 342; Oesophagus-Follikel, van Bemmelen, S. 362.
Acipenser stellatus, es gelang die künstl. Befrucht. (wie schon
früher beim A. ruth.), am 3. Tag schon schlüpften die Jungen aus,
am 5. schon deutlich als A. stellatus erkennbar, am 12. verschwindet
der Dottersack, Zähne vorhanden |^", die Schnauze noch kurz, soust
wie alte stell; N. Borodin, Bull. Fish C, V 275—276, aus Deutsche
Fisch. -Zeit. VIII, No. 14. — Ac. sturio (oxyrh.), brevirostris u. rubic,
Abb.; Goode, Fisheries, Tfl. 243— 244.
Scaphirhyuchus platyrh., Abb.; ebd. 244.
Polydontidae. Polyodon spat,, Abb.; Goode, F., Tfl. 242.
jyipnoi.
Sirenidae. Protopterus wird von H. Ayers als Syn. oder
höchstens als Var. mit der südaraer. Lepidos. parad. vereinigt, so
dass Vf. im Ganzen nur drei lebende Dipnoer-Sp. anerkennt: Cera-
todus Forsteri u. miolopis und Lepid. parad. ; Anatomie (Splanchnologie)
von Gerat, u. Lepid. s. S. 343, 345, 348, 349. [Die Verein, der Gatt.
1886 von A. Schneider bekämpft.] Jenaische Zeitschr. f. Natw.,
Bd, 18, S. 479.
Ceratodus, Fang; Ghali enger -Rep. Narr. I 456.
Selachii,
Allgemeines. Morphologie des Kopfes, Rochen ursprünglicher
als Haie, Dohrn, S. 359; Spritzloch u. Morphol. d. Kopfes, van
Bemmelen, S. 362; Wirbelsäule, unpaare Flossen, Mayer, S. 362;
Skelet und Muskeln, Sagemehl, S. 332; Hornfäden der Flossen,
Krukenberg s. unten (Scyllium) ; Epithel, List, S. 333, 334; sym-
pathische Nerven, Onodi, S. 340; Auge, Koganei, S. 341; Ohr,
Ganestrini, S. 342; Nebenniere, Weldon, S. 348; Entwicklung,
Kollmann, S. 355, Rückert, S. 356, Swaen, S. 358.
432 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
C. Hasse, das natürliche System der. Elasmobranchier (vergl.
Ber. 1882, S. 617), Ergänzungsheft 27 S. Es wurden untersucht u.
sämmtl. abgebildet (1 Tfl.) : die Wirbel von Isistius , Urogymnus
Symi)terygia, Temera, Ceratoptera, Loxodon, Leptocarcharias ; eine
Tabelle über die fossilen Vorkommnisse und zwei Stammtafeln.
Chimaeridae. Chimaera affinis Br. Cap. 68, dazu syn.: ab-
breviata Grill (83) u. plumbea G-. (77); Bean in Jord. Cat. 12. --
Bei Ch. . kein Spritzlochrudiment gefunden , van B e m m e 1 e n , s.
S.362. — Vergl. Sagemehl, Pisces, s. S. 332.
Squali. Allgemeines. Haifischzähne aus der Tiefe gedredscht,
„Challenger"-R,ep. I S. 294, 775, 805; Carchar., Oxyrhynchus,
Carcharodon, Lamna; bei einem Zuge 116 Stück.
Ordn. Selachophichthyoidi Garman, Farn. n. Chlamydo-
selachidae Garm. für die Gatt. Chlamydoselachus, die dem mittel-
devonischen Cladodus zunächst steht (1884); Gill will die Ordn. lieber
Pte modo Uta heissen, und die Gatt, uur neben Didymodus nicht
wie Cope in diese stellen (1884); schliesslich neigen sich Gill u. Cope
der Ansicht Garman's zu. Garman recapitulirt in seiner Schrift:
Chlamydos. anguineus. Bull. Mus. comp, zoology, Cambr., Bd. 12, No, 1
(S. 1— 35, Tfl. 1—20), 1885, die Geschichte des Streits, und charak-
terisirt die
Chlamydoselachidae folgendermaassen : Körper verlängert,
Kepf deprimirt, Augen seitlich ohne Nickhaut, Nasenöffnung vom
Mund geschieden, Mund dicht am Vorderende, Zähne mit 2 breiten
hinteren Basalfortsätzen und schlanken Kronenzacken, Spritzlöcher
vorhanden, 1 Rückenfl. ohne Stachel, 1 Analis, C. ohne Basalgrube,
die erste Kiemenfalte mit der gegenseitigen über die Ventrallinie
fort verbunden, Darm mit Spiralklappe, vordere Basibranchialknorpel
vorhanden. — Gatt. Chlamydoselachus: 6 Kiemenspalten, 1. Kiemen-
falte breit, Zähne in beiden Kiefern mit drei schlanken zurück-
gebogenen Zacken nebst 2 Zwischenhöckerchen und breiter Basis,
nur unten eine Medianreihe von Zähnen, Mund weit gespalten, ohne
Eckfalten, Pupille horizontal, Flossen breit, C. ohne Einschnitt,
Basihyale verlängert. — Zieml. ausführliche Beschreibung u. Abb.
vom ganzen Thier, Skelet, Zähnen, Gehirn, Herz, einer eigen-
thümlichen Doppellängsfalte am Bauch, Generationsorg. — Verwandt
ist zunächst Cladodus (zusammen: Cladodonti), dann die Notidani,
weiter schon die Rhinae; ferner stehen die Hybodonti, Heterodonti
u. die typischen Haie (Lamnae). Cope's Abgrenzung der Schädel-
knochen an seinem Didymodus (welcher aber eine neue Gatt.
Dicranodus) beruht auf zufälligen Sprüngen der auch bei lebenden
Haien im Alter sich bildenden Kalkkruste des Schädels (vergl.:
Ichthyotomi, Ber. 84, S. 413). — E. D. Cope, weist Garman's Kritik
zurück, besonders darin, dass die von C. angegebenen Knochennähte
des Didymodus-Schädels unregelmässige Sprünge seien ; C. constatirte
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 433
die Nähte an 12 Schädeln u. auf beiden Seiten; die Identität de
Genera Didym. u. Chlamyd. habe er nie behauptet. C. scheint jetzt
Chi. nicht mehr zu den Ichthyotomi zu rechnen, wie noch auf S. 237.
Amer. Natur., Bd. 19, S. 878.
Carchariidae. Carcharias, Iris; Koganei s. S. 341. — C.
crenidens Klz., wohl = acutus Rp., Ost-Neuholl. 25" S.; D.-Ogilby,
Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 10, S. 464. — C. ganget. pflanzt sich auf
Kandavu im Süsswasser fort; Challenger-Rep. Narr. I 499.
Loxodon, den Wirbeln nach dicht bei Galeus; Hasse, nat. S.
d. Elasm. S. 24, Abb.
[Galeus canis] Galeorhinus galeus L. Abb. ; Goode, Fish., Tfl. 250.
Leptocarcharias, auch die Wirbel sprechen für Vereinigung d.
Gatt, mit Triacis (Ber. 84, 414); Hasse S. 25, Abb.
Mustelus Cuv. zu ersetzen durch Galeus Raf.; Jord., Cat. 6. —
Die Färbung der C. ist bei älteren Embryonen von vulg. u. laev.
constant verschieden (J. Müller), bestätigt von P. Mayer (S. 276)
s. S. 362. — Kiemenspalten v. Must., Wright, S. 347; Hautdrüsen,
Gehör, s. ob.
Lamnidae. Lamna corn., Abb.; Goode, Fish., Tfl. 249.
Alopecias vulpes, Abb.; ebd. 250.
Selache maxima. Cetorhinus max., Abb.; ebd. 249. — „The
Basking shark"; Day, Zoologist (3) IX 235— 236. — Nahrung, Had-
field (s. b. Clupea, S. 428). — Sei. Fennanti nom. n. für Pennant's
von der gewöhnl. versch. Art; Th. Cornish, Basking shark in
Mount's Bay, ebd. S. 351 — 352. — J. Gatcombe, Bask. shark on
the Coast of Cornwall, ebd. S. 266.
Rhinodontidae.
Notidanidae. Iris; Kognanei s. S. 341. — Chlamydoselachus
s. oben.
Scylliidae. Scyllium, Iris, Kogan.; Ohr, Canestr.; Epithel,
List; vergl. oben. — C. Fr. W. Krukenberg untersuchte die sog.
Hornfäden der Flossen von Scyllium; sie bestehen aus einem eigenth.
Stoff „Elastoidin", der zwischen Collagen und Elastin steht. Der
Stoff der Eierhüllen dagegen ist Hornstoff (Keratin, d. i. fest-
gewordenes Mucin). Mitth. zool. Stat. Neapel, Bd. 6, S. 286—296. —
Der Foetus von Sc. stellare mit 34—38, der von canicula mit 27
bis 31 Paaren von Hautstacheln vor der D.; die Riesenzellen im
Rückenmark auf die Scylliidae beschränkt, welche als die alter-
thümlichste Selachiergruppe gelten sollen, und allein Wurmfüsse
(„Parapodoide") ererbten; P. Mayer (s. S. 362). — Sc. anale, ähnl.
Bürgen aber Flecken grösser, A. endet etwas hinter dem Anf. der
D. II, A.-Basis IVg der D. II-Bas., Port Jackson; Dougl.-Ogilby,
Pr. L. S. N.-S.-W., Bd. 10, S. 445. Sc. maculatum nicht in N.-S.-
Wales ; es wurde anale damit verwechselt ; ebd. S. 464.
Pristiurus, Nebenniere, Weldon; Haut, List; s. ob.
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. Bd. II. H. 1. QQ
434 Dl'. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Chiloscyllium ocell, neu f. N.-S.-Wales, Douglas-0. , 1. c. 464.
Cestraciontidae.
Spinacidae. Acanthias; Ohr, Canestr.; Haut, List; s. ob.
— Squal. acanthius L., Abb., Goode, Fish., Tfl. 250.
Scymnns, Haut, List, s. ob.
Laemargus borealis, Fang u. Verwerthuug (Oel) in Island, Bull.
F. Comm., Bd. 5, S. 301—304 (nach Fiskeritidende Nov. 84). — Gene-
rationsorg., Turner, s. S. 349.
Echinorhinus spin., „in Galway Bay", A. G. More, Zool. IX 311.
Isistius, den Wirbeln nach nahe Laemargus und mehr noch
dem Scymnus; Hasse, nat. S. der El, S. 7, Abb.
Rhinidae. Rhina; Epithel, List; Ohr, Canestr.; s. ob. —
Im Mittelmeer 2 Formen von Sqat. : eine bei 40 cm. L. gleichmässig
braun. Embr. (10 cm.) mit vielen Fleckchen und mit 120 Wirbeln;
die andere am jungen Embr. mit Binden u. Flecken wie oculata Bp.,
aber nicht mehr beim reifen Embr., mit 150 W.; P. 3Iayer I.e.,
S. 278.
Pristiophoridae.
Rajae. Allgemeines. S. G arm an, „Selachians in the N. S.
Nation. Mus.", Beschr. von Kochen aus Asien u. Amer., s. Myliob.,
Tryg. Raja, Urol., Narc; 13 Sp., 7 n.; Pr. n.m. VIII 39—44.
Bei den trächtigen W. aller unters, austral. Rochen-Sp. sind die
männl. Embryonen eher in der Mehrzahl, unter den erwachsenen ge-
fangenen R. sind die M. aber sehr selten. Grund unklar; W. Haacke,
Zool. Gart., J. 26, S. 246—248.
Pristidae. Pristis pect., Abb., Goode, Fish., Tf. 248.
Rhinobatidae. Rhinobates vincentianus , Vorderrand des
Nasenl. median w. als Falte verlängert. Abstand der äuss. Nasloch-
ränder üb. 272 mal in Rostruml. vom Maul an gemessen, grau, grosse
hellere Felder; Südaustral.; Uterus u. Ernähr, d. Embr. s. Trygo-
norh.; Haacke, Zool. Anz., J. 8, S. 508. — Rh. Bougainvillei, be-
schrieben, der gewöhnl. Rh. in N.-S.-Wales, bei Gap York schon mit
granul. zus.; D.-Ogilby, Pr. L. S N.-S.-W., Bd. 10, S. 464.
Rhynchobatis djeddensis zieml. häufig bei Port Jackson, früher
mit Boug. verwechselt, Douglas-0., ebd. 465.
Trygonorhina fasciata u. Rhinobat. vinc. erzeugen für sämmt-
liche Embryonen nur eine Kapsel; der Uterus enthält kiemenartige
Bildung, zur Ernährung der Embr.: auf der Bauchseite Längsfalten,
die auf der Rückens, bei Tr. in Ki-ausen, bei Rh. in Zotten zerfallen ;
Haacke, Zool. Anz., S. 488 — 490; Ausz.: Kosmos 1886, Bd. 18,
S. 238—239.
Torpedinidae. Torpedo, „Electric Ray at Porthieven"; Ed.
Rundle, Zoologist IX 33—34. — T. marmor. at Megavissey; M. Dünn,
ebd. 353. — T. mann., Physiologie d. electr. Org.; Du Bois-R.,
s. S. 340. — T. ocell., Entwickl., Swaen, Kollmann, Rückert,
in der Ichthyologie während des Jahres 1885. 435
s. S. 358, 355, 356. — Haut, List, s. ob. — T. occid., Abb., Goode,
Fish., T. 247.
Narcine timlei, junges Ex. beschr., Hongkong; Gar man, Pr.
nat. mus., Bd. 8, S. 42.
Temera, durch den Wirbelbau näher an Astrape als an Tor-
pedo; Hasse, nat. S. Elasm., S. 18, Abb.
Rajidae. Raja miraletus, eigenth. Cloakenepithel, u.a.m.;
List, s. ob. — Ohr, Canestr. , s. ob. — R. clavata, Zwitter;
Matthews, s. S. 352. — R. chagrinea bei Sicilien gefangen;
P. Doderlein, Nat. sie. IV 97. — Raja laevis Mitch., Abb., Goode,
Fish., T. 246. — R. fusca, Form ähnl. ocellata, nach einem Fötus,
Japan; senta, Scheibenform ähnl. eglant., ganze obere Fläche und
Schwanz ringsum mit kleinen Dornen, zahlreiche grössere, Tiefsee,
Massachusetts; Jordani, Californien [beide nicht in Jord. Cat.];
Gar man, Pr. Nat. Mus., Bd. 8, S. 42—44.
Sympterygia, den Wirbeln nach eine Zwischenform zw. lang-
und kurzschnauzigen Rochen; Hasse, nat. S. Elasm., S. 16. Abb.
Trygonidae. Urogymnus den Wirbeln nach als eine Ptero-
platea, welche den Schwanzstachel verloren, zu betrachten; asperr.
u. afr. wahrsch. verschieden; Hasse, nat. S. EL, S. 13, Abb.
Trygon. Garman entscheidet sich für den Namen Dasybatus
(Klein 1742, Raf. 1810) gegen Tryg. (Adans. MSS.!, Cuvier 1817) und
zählt die haltbaren 34 Sp. auf; Pr. nat. m., VIII, 221—224. — Das.
varidens, aif. Kuhlii, aber Scheibe breiter u. ungefleckt, Hongkong;
pastinaca u. Kuhlii ohne Fundort, und ein Foetus sp. indet. (Japan)
beschrieben; Garman, ebd. 40. — Tr. violacea Bp. bei Genua, wo
brucco (viell. nur = pastin. var.) nicht constatirt; thalassia, 300 Kilogr.,
ebd.; Yinciguerra, Ann. mus. c. Genova (2) II, 450. — Tr. sabina
Les., Abb.; Goode, F., T. 245.
Taenim-a lymna bei Cap York ; D. - 0 gilby , Pr. L. S. N.-S.- Wales,
Bd. 10, S. 465.
Urolophus nehulosus, ähnl. Halleri, aber mit Rauhigkeiten,
Westmexico; fuscus, ähnl. cruciatus, aber kaum so breit als lang und
Schnauze vorspringend, Japan; torpedinus, Foetus von New- Jersey
beschr. [in Jord. Cat. keine nordam. atlant. Urol. aufgeführt]; Gar-
man, Pr. n. m. VIII 40.
Pteroplatea aiistralis (nur Namen), Cape Hawke; D.-O gilby,
1. c. 466. Gen. neu f. Australien, Beschr., ob = altavela?; Ramsay
u. Og., ebd. S. 575.
Myliobatidae. Myliobatis, Ohr, Canestr.; Haut, List; s.
ob. — M. Goodei, Flossenlappen der Kopfseite breiter, Augen und
Zähne kleiner als bei Freminvillei u. calif., Centralamerika ; M. frem.
beschrieben. Garman, Pr. Nat. M., Bd. 8, S. 39.
Aetobatis narinari in Ne w-South- Wales ; Dougl.-Og., Pr. L. s.
CC*
436 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
N.-S.-W., X 466. — Stoasodon narinari, Expl. v. Westflorida beschr. ;
Bean, Pr. n. m. Vni 192.
Ceratoptera wird nach dem Wirbelbau mit Cheplaloptera und
auch mit Rhinoptera (älteste Form) zusammengefasst, als Gruppe
, jZygobates" ; Hasse, nat. S. derElasm., S. 20, Abb.
Cyclostomi,
Petromyzontidae. Petromyzon. Haltung in Gefangenschaft,
Ei, Laichen, Befruchtung; Owsiannikow, s. S. 351. — Andeutung
paariger Extremitäten, Thyreoidea; Dohrn, s. S. 359. — Mesoblast-
bildung, Blastoporus wird After; Shipley, S. 355. — Flossen ohne
embr. Strahlen; Ryder, S. 338. — Retina v. P. mar. u. Plan,
ähnlich; Sacchi, S. 341. — P. castaneus in Kansas häufig (ob ar-
genteus [= concolor] überhaupt dort?), Mandibz. 8, 9 od. 12, Mxz.
stets dreispitzig; F. W. C ragin. Bull. Washbiu'n lab., Bd. 1, S. 99
bis 100. — P. bdelUum nom. n. für argenteus Kirtl. nee Bl., Jord.,
Cat. f. N.-Am. S. 4; in den Err. S. 185 dafür concolor Kirtl., Ammoc.
concolor die Larve dazu. — P. marinus u. Ammoc. aureus, Abb.;
Goode, Fish, Tfl. 251.
Myxinidae. Myx. glut., Abb., Goode, F., Tfl. 252.
Leptocardii.
Branchiost. lanc, Thyreoidea; Dohrn, s. S. 359. — Flossen-
strahlen, Ryder, S. 338.
-(jX«)*(s>»i)-
Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen im Gebiete der Entomologie
während des Jahres 1885.
--7-^^VC
^f^/- ii-
Inhalt.*)
Seite
Allgemeines 1
Araehnoidea 52
Acarina 61
Pantopoda 75
Opiliones 75
Chernetina 77
Pedipalpi 77
Antbracomai'ti 77
Scorpioues 78
Araneae 80
Solifugae 94
Myriapoda 94
Peripatina 96
Chilognatlia 98
Chilopoda 98
Inseeta 100
Thysannra 100
Rhynchota 102
Ortiioptera 121
0. Genuiiia 124
0. Pseudoneuioptera 126
Neuroptera 131
Diptera 132
Aplianiptera 152
Lepidoptera 153
Hymeiioptera 205
Coleoptera 232
Druckfehler.
S. 79 Z. 12 V. u. ist hinter Cyclophthalmo'idae einzuschalten:
(Rückenaugen sehr gross, vor den Seitenaugen) mit Cy clophthalmus
Corda und Eoscorpio'idae Scudd.
*) Der Bericht über die Crustaceen wird im nächsten Bande gleich-
zeitig mit dem für 1886 erscheinen.
Bericht
liber die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
der Entomologie während des Jahres 1885.
Von
Dr. Ph. Bertkau
in Bonn.
No. 3 der Melanges entomologiques von Gadeau
de Kerville in Bull. Soc. amis Sei. nat. Ronen, 1884,
S. 311 ff. enthält den Schluss der Enumeration et
description des galles observees jusqu'alors en
Normandie; description de la larve du Bagous
binodulus Hhst.; description de la larve du Mono-
phadnus Iridis Kaltenh.; Note sur la presence de
l'Aphelochira aestivalis i^. dansla Seine; Saturnia
Pyri; Julus silvarum Mrt. = luridus Koch var. gracilis
Laizel. Ein Theil der Mittheilungen ist bereits im vorigen
Jahre in den Ann. Soc. Entom. France gemacht und auch
schon im vorigen Bericht referirt.
lieber subterrane Organismen. Von R.Schneider.
32 S. mit 2 Taf. — Der Verfasser durchforschte die Stein-
kohlengruben und Erzgruben in Schlesien und dem Ober-
harz, deren Fauna, da die Zeit, seit der die Gruben in
Betrieb sind, bei den meisten bekannt ist, für die Frage
der Umwandlung der Arten von Bedeutung ist. Es fanden
Arch. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. ß'. H. 1
2 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sich auf den Wassern Podura aquatica und armata und
Anurophorus sp. (fimetarius?); ferner im Wasser (in den
Braunkohlengruben von Halle) eine Miastorlarve und in den
Klausthaler Schächten Culex pipiens, bleich und durchsichtige
mit grossen dunkeln Fazettenaugen und in Verkümmerung
begriffenem Stechapparat.
Gestro schickt Note entomologiche ein; Ann. Mus.
Civic. Genova (2) II S. 129 ff. Dieselben sind: I. Contri-
buzione aUo studio deUa fauna entomologica delle
caverne in Italia, in denen 10 Höhlen und ihre Käfer-
fauna, speziell die Anophthalmus- Arten besprochen werden,
S. 129—152 mit Tav. IV. und Appendice S. 521 ff.;
IL Materiah per lo studio delle Hispidae Malesi e
Papuane, S. 153 — 178;'III. Appunti sul genere Myoderma^
S. 179—181.
Bartels' Notiz über einige giftige Thiere des
Haussa-Landes erwähnt nach den Aussagen zweier
nach Berlin gebrachter Eingeborenen einen kleinen Tausend-
fuss, dessen Biss schmerzhaft ist und eine Geschwulst her-
vorbringt, die aber nach einigen Stunden schwindet, ohne
schädliche Nachwirkungen zu hinterlassen. Von den zwei
im Lande vorkommenden Skorpionen ist der Biss der einen,
röthhchen Art, auch schmerzhaft, wenn auch nicht so sehr
wie der des Tausendfusses, und ganz ungefährhch. Da-
gegen soU der Biss der anderen (schwarzen) Art unter aUen
Umständen tödthch sein. Sitzber. Ges. naturf. Freunde
Berlin 1885 S. 134.
In F. Falkenstein's Schilderungen von Afrika's
Westküste. Von Ogowe bis zum Damara-Land. In:
Das Wissen der Gegenwart, 29. Bd., sind auf S. 90 ff.
einige Beobachtungen über Arachniden und Insekten mit-
getheilt.
Karsch schreibt über einige neue und minder
bekannte Arthropoden des Bremer Museums (Myria-
poden und Arachniden); Abh. natun^^ Ver. Bremen IX
S. 65 ff.
Systematisch-zoologische Studien von Prof. Dr.
Friedrich Brauer; Sitzber. K. Akad. Wissensch. Wien,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 3
math.-nat. Klasse, XCI. Bd. I. Abth. S. 273 ff. mit 1. Taf.
Diese Studien zerfallen in 3 Theile: 1. System und
Stammbaum S. 237 — 272; 2. Die unvermittelten
Reihen in der Classe der Insecten S. 273 — 384;
3. Betrachtungen über täuschende und wahre sy-
stematische Aehnlichkeiten zur Beurtheilung der
Stellung der Apioceriden und Pupiparen, und über den
Werth der alten und neueren Eintheilung der Dipteren,
S. 385—413. Wie aus der Ueberschrift der 3 Stücke zu
ersehen, ist das erste ganz allgemeinen Inhaltes und das
letztere mehr einer speziellen Frage gewidmet; alle drei
enthalten aber eine solche Fülle von tiefen, fruchtbaren
und dabei umsichtigen Gedanken, dass diese Studien dreist
als das beste bezeichnet werden können, was seit langem
über natürliches System und Iragen, die man als mit dem
Darwinismus in Zusammenhang stehend zu betrachten sich
gewöhnt hat, geschrieben worden ist. Ich werde versuchen,
wenigstens den hauptsächlichsten Inhalt der zweiten Studie
hier wiederzugeben.
Unter Anwendung der in der ersten Studie für die
Abgrenzung und Charakterisirung der systematischen Kate-
gorieen entwickelten Prinzipien kommt Brauer zu der
üeberzeugung, dass man zunächst die Insekten in die beiden
Unterklassen der Apterygogenea und Pterygogenea
zu theilen habe. Die ersteren sind Insekten, die der
Urform des Insekts noch nahe stehen und deren Vorfahren
nie Flügel besessen haben, bei denen also auch keine
rudimentäre Flügel vorkommen. Sie gleichen vielen
Insektenlarven, welche erst in späteren Stadien die Flügel
zu bilden haben, also Larven vor Anlage der Flügel;
hierher die Collembola und Thysanura. — Die Ptery-
gogenea enthalten nur geflügelte Formen oder solche, die
von geflügelten abstammen; wo FlügeUosigkeit vorkommt^
ist dieselbe sekundär. Die Flügel der Insekten sind
monophyletischen Ursprungs, können aber, da sie bei den
Apterygogenea noch fehlen, nicht von den dorsalen An--
hängen der Würmer hergeleitet werden. Die Ptery-
gogenea zerfallen in 16 Ordnungen, die weiter unten
4: Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
angeführt sind und charakterisirt werden. Diese 16 Ord-
nungen bilden, neben einander stehend, unvermittelte
Reihen, und keine von ihnen lässt sich aus einer der
anderen ableiten. Auch die Paläontologie hat bis jetzt
keine Uebergangsformen zwischen diesen Ordnungen auf-
gedeckt. Eugereon Böckingii, das nach Dohrn eine
Uebergangsform zwischen Rhynchoten und Orthopteren,
resp. Neuropteren darstellt, ist nach Brauer dem Flügel-
bau nach am nächsten mit Mantiden, speziell Phyllocrania
(und Humbertiella) vei-wandt, und der vermeintliche
Rh}Tichotenschnabel ist vielleicht durch Missdeutung eines
Stirnfortsatzes, wie er z. B. bei Phyllocr. paradoxa vor-
kommt, entstanden. Für die Erforschung der Abstammung
der Ordnungen bieten die Larven wenig Anhaltspunkte;
sie können dagegen wohl über die Zusanmiengehörigkeit von
Formen innerhalb einer Familie oder Gattung entscheiden;
wo innerhalb einer Ordnung eine Larvenform bekannt
wird, die von allen anderen abweicht, da ist sie ein Beweis,
dass sie einer eigenen Gruppe innerhalb der Ordnung
angehört.
Mit Rücksicht auf die Mundtheile und deren Verhalten
im Larven- und Imagozustand unterscheidet Brauer
Menognatha (mit gegen einander beweghchen, meist
zangenartigen Kiefern der Nymphe und Imago; letztere
bisweilen mit rudimentären Kiefern), Menorrhy neben
(Imagines mit denselben saugenden Mundtheilen wie die
Jugendformen) und Metagnatha (Larven mit beissenden,
Nymphe und Imago mit saugenden Mundtheilen). Diese
Namen sollen keine systematische Bedeutung haben, wie
denn in der That innerhalb der Ordnung der Dipteren
die allmähliche Umwandlung ursprünglich beissender und
saugender Mundtheile beobachtet werden kann. Die
Culiciden sind Metagnatha, die Muscarien fast Menorr-
hyncha; sie könnten als eigene Gruppe, Metarrhyncha,
festgehalten werden, da der Saugapparat der Larve bei
der Imago nur modifizirt erscheint.
Die 16 von Brauer angenommenen Ordnungen der
Pterygogenea lassen sich in folgende Uebersicht bringen:
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 5
A. Menognatha ametahola et hemimetahola
1. Polynepliria (Orthoptera polynephria).
a) Orificia genitalia $ vel iitriusque sexus geminata,
vel per defectmii simplicia, vel in unum confluentia,
ductus genitales intus absque cuticula.
a) Ametahola^ alis heteronomis valde difformibus,
anterioribus corneis, abbreviatis, posterioribus
plicatis et geniculatis. Antennae filiformes. Partes
oris distinctae 1. Dermaptera.
ß) Hemimetahola y larva aquatica; imago alis nun-
quam plicatis, posterioribus minoribus aut ob-
soletis, antennis subuliformibus ; partes oris
obsoletae 2. Epbemeridae.
b) Orificium genitale simplex, vasa deferentia et
oviductus cum ductu communi intus cuticuloso
conjuncta.
a) Hemimetahola, larva aquatica; imago alis sub-
aequalibus haud plicatis, reticulatis; antennis
subuliformibus. Instrumenta copulationis S ab
orificio vasorum def. disjuncta. Prothorax
parvus 3. Odonata.
ß) Hemimetahola vel perennibrancbiata, larva
aquatica. Imago alis posterioribus saepe plicatis,
venis longitudinalibus praevalentibus , antennis
filiformibus. Protborax latus. Alis interdum
obsoletis 4. Plecoptera.
y) Ametahola, saepissime alata, alis posterioribus
dilatatis e basi plicatis, interdum geniculatis,
venosis; anterioribus plus minusve coriaceis,
reticulatis vel vario modo transmutatis 5. Orth.
genuina.
2. Oligonepbria (Orth. oligonephria).
a) Ametahola^ alis nuUis aut 4 aequalibus, caducis,
aut inaequalibus, homonomis, venis longitudinalibus
praevalentibus aut areolatis . 6. Corrodentia.
b) Ametahola, alis 4 fimbriatis, angustissimis vel nuUis.
Antennae in vertice positae. Unguiculis tarsorum
obsoletis. Mandibulae setaceae . 7. Thysanoptera.
6 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
B. Menorrkyncha. Ametahola et metahola; palpis maxilla-
ribus nullis, palpis labialibus in labium spurium, saepe
articulatum transmutatis, mandibulis et maxillis setaceis,
Ulis (I) conjunctis, tubum alimentarium formantibus. Alis
aut nullis, aut 4 homonomis aut heteronomis , venosis
vel areolatis 8. Rhyncbota.
C. Menognatha et Metagnatha metahola.
1. Oligonephi'ia.
a) Alis homonomis venosis vel posterior ibus obsoletis
et transmutatis vel nullis ; metatliorax mesothorace
minor aut aequalis (Petanoptera Brauer).
a) Menognatha.
* Alis 4 reticulatis homonomis, palpis labialibus
3-articulatis , art. liberis. Maxillis hberis.
Nympha mandibulis distinctis (eugnatha).
Larva campodeiformis menognatha vel myr-
meleontoidea et metagnatha 9. Neuroptera
[s. Str.
** Alis 4 homonomis reticulatis vel obsoletis,
palpis labialibus 3-art., art basahb. connatis.
MaxiUis longis cum labio connatis, lobis liberis.
Nympha mandibulis distinctis; larva eruciformis
10. Panorpatae.
^^^ Alis 4 homonomis subaequahbus vel poste-
rioribus saepius e basi plicatis, latioribus,
venis longitudinalibus praevalentibus. Man-
dibulis obsoletis; maxilUs cum labio connatis,
obsoletissimis. Palpis distinctis vel caducis.
Njmphae mandibuhs distinctis. Larva sub-
eruciformis .... 11. Trichoptera.
ß) Metagnatha, raro Menognatha,
* Alis 4 squamosis posterioribus interdum pli-
catis, anterioribus raro e basi plicatis (Ptero-
phoridae), venis longitudinalibus praeva-
lentibus; mandibulis obsoletis, raro distinctis,
lobis externis (galea) maxiUarum conjunctis
proboscidem aUmentariam formantibus. Pal-
pis labiaHbus saepissime majoribus, liberis.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 7
Nympha metagnatha, raro mandibulata; larva
mandibulata, eruciformis 12, Lepidoptera.
** Alis 2 hyalinis, nunquam plicatis, veuis longi-
tudinalibus praevalentibus, alis posterioribus
in halteres transmutatis, rarissime deficienti-
bus. Palpis maxillaribus liberis vel obsoletis,
palpis labialibus in labella transmutatis. Ductus
salivalis inh}Yopharyngem setaceamproductus.
Larva apoda vel pseudopoda, mandibulata
velmetagnatlia, palpis labialibus nullis. Nympha
metag-natlia 13. Diptera.
*** Alis nullis ; mandibulis longis, margine serratis,
maxillae breves, palpis 4-articulatis, palpis
labialibus basi approximatis 4:-articulatis.
Labro distincto, hypopbarynge nulla. Nympha
metagnatha, larva apoda mandibulata, palpis
labialibus obsoletis . 14. Siphonaptera.
b) Meno- vel raro metagnatha, alis heteronomis, ante-
rioribus coriaceis, raro obsoletis, posterioribus mem-
branaceis, plicatis et saepissime geniculatis vel defi-
cientibus. Venis longitudinalibus praevalentibus.
Metathorax mesothorace multo major. Larva man-
dibulata, campodeiformis vel eruciformis, pedata vel
apoda. Nympha mandibulata, eugnatha 15. Co-
leoptera.
:2. Poli/7iephria- menognatha et metagnatha, Alis 4 homo-
nomis membranaceis, saepius areolatis, vel caducis vel
nullis; alis anterioribus majoribus. Mcsothorax major.
Nympha mandibulata, maxiUis interdum transmutatis.
Larva mandibulata, eruciformis, pedata vel apoda
16. Hymenoptera.
Einzelne dieser Ordnungen bilden zusammen näher mit
einander verwandte Gruppen (Superorders Fackard), deren
6 zu unterscheiden sind:
1. Orthoptera im w. S. Insekten mit unvollkommener
oder keiner Verwandlung und beissenden Mundtheilen
mit getrennten Laden einer oder beider Maxillen,
resp. der zweiten.
8 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
2. Thysanoptera. Charakter der Ordnung.
3. Ehynchota. Charakter der Ordnung.
4. Petanoptera. Insekten mit vollkommener Ver-
wandlung, wenigen Harngefässen (4 — 8), und 2 oder 4,
im letzteren Falle oft verschieden geformten, aber
gleich gebildeten und nach einem Schema geäderten,
starren Flügeln, von denen die hinteren meist gar nicht
oder zuweilen, die vorderen aber höchst selten (Ptero-
phoridae) fächerartig faltbar sind. Mundtheile ver-
schieden gebildet. Metathorax kleiner oder so gross
als der Mesothorax.
5. Coleoptera. Charakter der Ordnung.
6. Hymenoptera. Insekten mit vollkommener Ver-
Wandlung; Imago mit zahlreichen, Larven oft mit
wenigen Harngelassen ; 4 häutige Flügel mit Konvex-
rippen. — Vielleicht mit den Petanoptera einem ge-
meinsamen Phylon angehörig.
T. I. von La cellule, Recueil de Cytologie et d'histo-
logie generale, enthält Etudes sur les arthropodes,
und zwar I fitude comparee de la Spermatogenese chez
les arthropodes par G. Gilson und IL La cytodierese
chez les arthropodes par J. B. Carnoy. Die histiologischen
Vorgänge bei der Samenbildung sind in fast allen Ordnungen
und einer grossen Anzahl Familien verfolgt und auf den
beigefügten zahlreichen Tafeln bildlich dargestellt; da em
die Samenbildung studierender Forscher wohl kaum um-
gehen kann, das Werk im Original einzusehen, so nehme
ich hier von einer ausführlichen Berichterstattung Abstand.
Dimmock untersuchte die Struktur der Schuppen
und Haare verschiedener Insekten (namentUch Käfer) und
ihren Einfluss auf die Färbung dieser Thiere; Ps}^che IV
S. 3, 23, 43, 63 ff. mit 11 Abbüd.
Barth elemy vergleicht den Kopf und die Mundtheile
der Larven der verschiedenen Insektentypen; Compt. Rend.
Acad. Sei. Paris C S. 121 ff.
F. Will behandelt das Geschmacksorgan der
Insekten; Zeitschr. f. wissensch. Zoologie 42 S. 674 ff.
Taf. XXVII. Zunächst überzeugie sich der Verfasser durch
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 9
Versuche, die vielleicht nicht alle unanfechtbar sind, vom
Vorhandensein eines Geschmacksorgans wenigstens bei
Fliegen und Hymenopteren. Den Sitz dieses Organes hat
man im Munde zu suchen; seinen Ort im Besonderen auf
experimentellen Wege nachzuweisen ist nicht gelungen.
Will sieht aber die runden von einer zarten Haut über-
kleideten Grübchen, aus deren Mitte sich ein kurzes, durch-
bohrtes Stiftchen erhebt als die Geschmacksorgane an; der
Hohlkanal dieses Stiftchens setzt sich nach innen in den
angeschwollenen und einige Ganglienzellen enthaltenden
Endtheil eines Astes des Zungennerven fort. Diese Grübchen
linden sich in (selbst bei den Individuen derselben Art)
wechselnder Zahl und Anordnung an dem Grunde der Zunge
und der Unterseite der Maxillen und können von dem
Speichel feucht erhalten werden. An anderen Stellen der
Mundtheile oder in der Mundhöhle fehlen Organe, die man
als Geschmacksorgane anzusehen berechtigt wäre.
F. Plateau stellte Recherches experimentales
sur la vision chez les Insectes an und theilt deren
Eesultate in einer communic. preliminaire in den Bull, de
l'Acad. r. de Belgique (3. Ser.) t. X No. 8 mit. Er verfuhr
in der Weise, dass er in einem dunkelen Zimmer zwei
Oeffnungen anbrachte, von denen die eine dem Insekt
bequem den Durchgang im Fluge gestattete, die andere
nicht. An beiden Oeffnungen war bald die durchgelassene
Lichtmenge dieselbe, bald war sie an der einen grösser
als an der anderen. Bei gleicher Lichtmenge bevorzugte
das Insekt beim Anfliegen keine der beiden Oeffnungen,
fand also bald den Weg in's Freie, bald nicht. Bei ver-
schiedener Lichtmenge beider Oeffnungen wurde meistens
die lichtstärkere bevorzugt und zwar eben so oft die
passierbare wie die unwegsame. Der Verfasser schliesst
aus diesen Versuchen, zu denen Calliphora vomitoria,
Eristalis tenax, Vanessa Urticae und Pieris napi, ferner
Hymenoptera, Odonata und Coleoptera genommen wurden,
dass die Insekten die Formen gar nicht oder sehr schlecht
unterscheiden; die Lichtfreunde unter ihnen bedürfen
ausserdem eines lebhaften Lichtes, um sich orientiren zu
10 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
können. Die einfachen Augen sind rudimentäre Organe
und dem Insekt fast nutzlos; s. auch Le Naturaliste 1885
S. 183 f.
Die Frage nach dem Sehen mittels des Fazettenauges,
die durch Grenacher in dem Müller'schen Sinne beant-
wortet worden war, erfährt dui'ch B. Th. Lowne eine
andere Lösung, die gewissermassen eine Vereinigung der
Wagener-Gottsche'schen und Müller'schen Ansicht ist
und sich kurz so ausdrücken lässt, dass das von der Kornea-
fazette erzeugte (umgekehrte) Bildchen durch die Spindel
(Rhabdom Grenacher s) wieder aufgerichtet werde. Diese
aufgerichteten Theilbildchen, deren Reihenfolge nun natürlich
die normale ist, setzen also das vergTÖsserte Bild eines
Gegenstandes zusammen. Dieses Bild ercheint hinter der
inneren Begi^enzungshaut des Auges (hinter den Retinulae
Grenacher's) , an einer Stelle, wo sich (nach Lowne) die
wahre Retina befindet und T\ird hier perzipirt. Ein wesent-
licher Unterschied in den Ansichten Lowne's und den bis-
her gültigen liegt also darin, dass Lowne die Retina der
bisherigen Autoren noch zu dem lichtbrechenden Apparat
rechnet. Er nennt nun auch die Gesammtheit der Augen-
weichtheile zwischen der Kornea und der damit parallelen
inneren Chitinmembran (membrana basilaris Lowne's) das
Dioptron, die nach innen von der m. bas. gelegenen
Theile des Neuron; die zu einer einzelnen Fazette ge-
hörigen Antheile beider sind Segmente des Dioptron und
Neui'on. Zu einem Segment des Dioptron gehören also
die Kornealinse, die Krystallkegel oder deren Aequivalente,
die Pigmentzellen am inneren Ende der Kiystallkegel („Iris")
und die ,, Spindel" mit den sie erzeugenden Zellen (4, 7 oder
8, gewöhnUch 7). Die Kornealinse ist nicht immer kuti-
kularer Natur; bisweilen enthält sie im Inneren eine aus
einer ölartigen Flüssigkeit bestehende Linse (Kistoid cornea);
dasselbe kommt auch bei den Stemmata der Arachniden
vor. Als Segmente einer solchen Linse sieht Lowne auch
die „Semper'schen Kerne" an, die von Grenacher bekannt-
lich als Kerne der Matrixzellen füi' Kornea und Krystall-
kegel gedeutet waren; in welcher Weise aber die ölartige
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. H
Linse aus der Substanz der Kornea gebildet werde, ist mir
nach den Angaben Lowne's nicht klar geworden.
Die Mittheilungen Lowne's über die übrigen Theile des
Dioptron in ihren Einzelheiten hier wiederzugeben, halte
ich für nicht am Platze. Der äussere Theil des Sehganglions
nach unseren gewöhnlichen Anschauungen ist nach Lowne
die Ketina, die nach aussen unmittelbar an die membr.
basilaris angrenzt. Die aus dem gangl. opticum austretenden
Fasern bleiben entweder in einem Bündel vereinigt bis zu
ihrem Eintritt in die Retina oder lösen sich in eine Menge
feinerer Bündel auf; im ersteren Falle bilden sie gewöhnlich
ein Chiasma. Die Retina besteht, ähnlich wie die der Wirbel-
thiere, aus mehreren Schichten von Kernen und Fasern;
die äusserste enthält die sehr vergänglichen Stäbchen, die
in ein äusseres und inneres Segment zerfallen. Dieselben
liegen unmittelbar unter der membr. basilaris, an der Stelle,
wo durch das Rhabdom der Fazettenantheil des Bildes eines
Gegenstandes entw^orfen wird. — Onthe Compound vision
and the morphology of the eye in Insects; Trans.
Linn. Soc. London (2. Ser.) Zoolog. Vol. II S. 389 ff.
PL XL— XLIIL
Hickson findet Lowne's Darstellung dem wahren
Sachverhalte nicht entsprechend; Nature Vol. 31 S. 341;
Lowne vertheidigt sich ebenda S. 433; Hickson antwortet
ebenda; vgl. auch noch S. 528, 578.
Ciaccio: Del modo di unione dei bastoncelli
ottici con i coni cristallini che sono negli occi
composti delle Sfingi , delle Libellule e delle
Squille; Rendic. Accad. Sei. Bologna 1884/85 S. 87 f;
habe ich nicht gesehen.
Hyatt giebt an, wie man zu verfahren habe, um am
besten die vielfachen Bildchen durch ein zusammengesetztes
Auge zu erzeugen; ,, Compound eyes and multiple Images" ;
Joiirn. New- York Microsc. Soc. I S. 33 ff. mit Holzschn.
In Carriere's „Die Sehorgane der Thiere ver-
gleichend-anatomisch dargestellt" sind S.108 — 201,294 — 205
den Arthropoden gewidmet. In diesem Theil des Werkes
werden zumeist Beobachtungen anderer Forscher mit-
12 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
getheilt, nur hier und da hat Carriere auch Residtate eigener
Forschungen verzeichnet, namentlich solche über die Ent-
wickelung der Augen. Bezüglich des Zusammenhanges
der einfachen Augen („Napfaugen" Carriere's) mit den
fazettirten („Fächer au gen") lässt es der Verfasser zweifel-
haft, ob man einen solchen anzunehmen habe; jedenfalls
geht die Entwickelung beider Augenarten nach zwei Rich-
tungen auseinander. Das dem Fächerauge ähnliche Auge
von Scutigera ist durch den Mangel von Krystallzellen von
diesem verschieden und bildet eine besondere Augenform
neben demselben. Die dicht gestellten Napf äugen einiger
Myriapoden (Chilognathen, Lithobius) und die Seitenaugen
bei Limulus könnte man als ,, gehäufte Augen" bezeichnen,
ohne damit einen besonderen Typus neben den Napf- und
Fächerauge aufzustellen.
Desselben Mittheilungen On the eyes of some lu-
ve rtebrata in Quart. Journ. Microsc. Sei. (N. S.) XXIV
S. 673 ff. PI. XLV sind auch in obigem Werke benutzt; sie
beziehen sich von Arthropoden auf Musca vomitoria und
Leptodora hyalina.
In einem 2. Mem. seiner Etudes histologiques et or-
ganologiques sur les centres nerveux et les organes des
sens des animaux articules behandelt Viallanes le
ganglion optique de la Libellule (Aeschna macu-
latissima); Ann. Sei. Natur. Zoolog. (6. S.) T. XVIII
No. 4—6, Art. No. 4 PI. 14 — 16. Der Verfasser zieht aus
seinen Studien folgende Conclusions:
Bei der Libelle findet man nach innen von der limitans
interna des zusammengesetzten Auges ein g. opt., das mit
dem Gehirn durch einen zwar kurzen aber vollkommen
deutlichen N. optic. verbunden ist. Das g. opt. besteht
von aussen nach innen aus folgenden Theilen: Postretinale
Fasern, Ganglienplatte, äusseres Chiasma, äussere Mark-
masse, inneres Chiasma, innere Markmasse. Von jedem
Fazettentheil des Auges geht eine Nervenfaser aus, durch-
bohrt die lim. interna und gewinnt die Ganglienplatte.
Die Gesammtheit dieser Fasern bilden die Schicht der
postretinalen Fasern. — Die Ganglienplatte ist eine Art
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 13
nervösen Schirms, der in dem Verlaufe der postretinalen
Fasern' eingeschaltet ist. Bei der älteren Larve zeigt sie
sich von 2 Häuten, einer lim. externa und interna, umgeben
und besteht aus 3 Schichten. Die äussere derselben besteht
aus unipolaren Nervenzellen, deren Fasern sich in die
mittlere Schicht begeben. Diese besteht aus Punktsubstanz
ohne irgend einen Kern. Die dritte endlich, von der
mittleren durch einen hellen Raum geschieden, ist von
Punktsubstanz (?) gebildet, die zahlreiche Kerne einschliesst.
Die postretinalen Fasern schieben sich ZAvischen die Zellen
der äusseren Schicht ein und durchbohren dann die beiden
anderen. Diesen Bau zeigt die Ganglienplatte bei der
jüngeren Larve nur im hinteren Theile; im vorderen Theile
befindet sie sich noch im embryonalen Zustande. Im
Verlauf der Larvententwickelung ändert sich auch der Bau
der Gangiienplatte. Zunächst vollendet dieselbe ihre Ent-
wickelung im vorderen Theile, dann verändert die innere
Schicht ihr Aussehen, ihr Gewebe nimmt den unzweifelhaften
Charakter von Punktsubstanz an, sie rückt an die mittlere
Schicht heran, mit der sie verschmilzt, und in dem Gewebe
dieser treten Kerne auf. — Die von der Ganglienplatte
ausstrahlenden Fasern bilden durch Kreuzung das äussere
Chiasma und treten in die äussere Markmasse ein. — Die
Schicht der postretinalen Fasern und das äussere Chiasma
geht während des Larvenlebens interessante Veränderungen
ein, die eine Folge der Lageveränderung der Ganglienplatte
sind. Diese entfernt sich nämlich im Laufe der Larven-
entwickelung weiter von dem Gehirn und rückt näher an
das Auge heran, so dass sich die postretinalen Fasern ver-
kürzen, die des äusseren Chiasma verlängern. Ausserdem
ist die Ganglienplatte anfänglich eingerollt und flacht sich
später mehr ab. — Die äussere Markmasse hat die Gestalt
einer von vom nach hinten stark zusammengedrückten
Rinne und besteht ganz aus Punktsubstanz. Auf ihrer
konvexen äusseren Seite nimmt sie die Fasern des äusseren
Chiasma auf, auf der konkaven inneren Seite sendet sie
die Fasern zum inneren Chiasma.
Der äusseren Markmasse sind als Gangiienzentrum
14: B e r t k au : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
angefügt der Ganglienkranz, das keilförmige Ganglion, die
vordere und innere Ganglienmasse (Couronne ganglionnaire,
ganglion en coin). Die beiden ersteren bilden eine Art
Ueberzug über die Markmasse an ihrer konvexen Seite;
sie bestehen aus kleinen unipolaren Zellen, deren Ausläufer
sich an das Gewebe der Markmasse verheren. Die vordere
GangUenmasse ist durch eine Anhäufimg grosser unipolarer
Zellen gebildet; sie vermengt sich nicht mit dem Kranz;
die von ihr ausgehenden Fasern ordnen sich in 3 Bündel
an, welche in die äussere Markmasse durch ihren Vorder-
rand eindringen. — Die innere GangUenmasse beldeidet
die Markmasse an ihrer konkaven Seite. — Die von der
konkaven Seite der inneren Markmasse ausgehenden Fasern
kreuzen sich, bilden das innere Chiasma und treten dann in
die innere Markmasse ein. Diese hat die Gestalt eines halben
EUipso'ids, dessen Konvexität nach hinten und dessen grosse
Achse vertikal gerichtet ist. An der konvexen Seite erhält
sie Fasern von dem inneren Chiasma; an ihrer Innen- und
Rückseite lässt sie den n. opt. entspringen. Sie besteht
aus 3 in einander geschachtelten Kapseln von Punkt Substanz,
die als hinter«, mittlere und untere unterschieden werden.
Die erstere ist mit der äusseren Markmasse durch 2 grosse
Faserbündel verbunden, die vollständig unabhängig vom
Chiasma sind und deren Fasern sich nicht kreuzen. Die
innere Markmasse ist von unipolaren Zellen bekleidet, die
in 4 getrennten Gruppen angeordnet sind. — Der n. opticus
besteht aus zwei vollkommen getrennten Bündeln, von
denen jedes eine besondere Herkunft und Endigung hat.
Das eine entspringt von der hinteren Seite der hinteren
Kapsel und geht zur vorderen und oberen Gegend des
Gehirns und dringt in die Punktsubstanz, welche dasselbe
an dieser Stelle bildet, ein. Das zweite ist bei weitem
das umfangreichste; es entspringt von der Innenseite der
Kapseln und dringt in das Gehirn an dessen unterer und
seitlicher Region ein.
Das 3. Mem. desselben schildert le ganglion op-
tique de quelques larves de dipteres (Musca, Eristalis,
Stratiomys); ebenda XIX No. 4—6 Art. No. 4 PI. 1, 2.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 15
Aus der Beschreibung geht hervor, class der so komplizirte
Sehapparat der Imago in weniger entwickeltem Zustande
schon vollständig bei der Larve angelegt ist. Er besteht
hier aus 3 Theilen: der Imaginalscheibe, dem diese mit
dem gangl. opt. verbindenden Nervenstamm und dem
gangl. optic. Der wichtigste Bestandtheil der Imaginal-
scheibe sind die „cellules optogenes", spindelförmige Zellen,
deren jede ein Elementarauge bildet. Das gangl. optic.
besteht bei der Larve aus denselben Theilen, wie bei der
Lnago ; dieselben sind aber bei der Larve w^eniger von ein-
ander geschieden.
S. J. Hickson studierte the eye and optic tract
of Insects, wobei er der Darstellung den Befand bei
Musca vomitoria zu Grunde legt und daran vergleichende
Bemerkungen knüpft; Quart. Journ. Microsc. Sei. (N. S.)
XXV S. 215 ff. PI. XV— XVIL In der Darstellung des
Auges von M. vomitoria konnte der Verfasser die meisten
Angaben Grenacher's bestätigen und die Punkte, in denen
er von demselben abwich, sind meist ganz untergeordneter
Natur. Die Retinula findet er aber zusammengesetzt aus
6 Zellen, deren jede einen Kern dicht hinter dem Pseudo-
conus und hier und da einen zweiten etwa in der Mitte
zwischen diesem und der Basilarmembran' hat. In dem
Vorkommen zweier Kerne in einzelnen RetinulazeUen findet
Hickson nichts ,, morphologisch Monströses". Die Retinula
mit ihren Rhaldomen ist nicht der Retina der Wirbelthiere
zu homologisiren, sondern nur der Stäbchen- und Zapfen-
schicht derselben; erst die zwischen der Basilarmembran
und dem Gehirn liegenden Portionen stellen im Verein mit
der Gesammtheit der Retinulae das Homologon der Retina
der Wirbelthiere, Cephalopoden und anderen Mollusken und
Würmer mit hochentwickelten Augen her, da hier noch
überall Lager von Nervenzellen, Ganglienzellen, „Neuro-
spongium" zu den Bestandtheilen der Retinula hinzutreten.
Die in dem tract. opticus Hegenden Ganglien, die bisher
gewöhnlich als gangl. optic. bezeichnet wurden, nach der
oben mitgetheilten Ansicht aber zur Retina gehören, werden
in der Reihenfolge von imien nach aussen als opticon,
16 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
epiopticon und periopticon unterschieden. Das letztere be-
steht aus einer Anzahl kleiner Elemente, die von Carriere
fälschlich für Zellen gehalten und als Pallisadenzellen be-
zeichnet wurden; diese Elemente sind thatsächlich ein Netz-
werk feinster und mit einander anastomosirender Nerven-
fibrillen, sie bestehen aus ,,Neurospongium". Das opticon
und epiopticon kommen bei allen Insekten und den meisten
Crustaceen vor; das periopticon tritt in der Entwickelung
erst verhältnissmässig spät auf, bei Periplaneta und Nepa
aber nie.
Die dasselbe zusammensetzenden cylindrischen Ele-
mente verschmelzen bei Aeschna theilweise, bei Eristalis,
Bombyx und den Crustaceen vollständig; bei Eristalis ist
es von einer Anzahl feiner Tracheen durchzogen.
Die "terminale Anastomose der Nervenfibrillen ist bei
Nepa komplizirter als bei Periplaneta und scheint einen
Uebergang von dieser zu dem echten periopticon bei Fliegen
herzustellen.
Eine ähnliche Reihe von Zwischenstufen zwischen einer
einfachen Anastomose und einem echten periopticon lässt
sich bei der Entwickelung dieser Theile bei der Biene beob-
achten. Die Entwickelung und vergleichende Anatomie dieses
periopticon der Insekten ist interessant, indem sie den Weg
zeigt, auf dem zuerst centrale Ganglien aus einfachen
Nervenfibrillen und -ZeUen entstanden. — Durch die Unter-
suchungen Hickson's wurde ferner die Ansicht unterstützt,
welche in den Retinulae die wahren Nerven-Endzellen sieht.
Ein Referat hierüber s. Journ. Microsc. Soc. (2) V S. 633 f.
J. Carriere's Bemerkungen ,, Einiges über die
Sehapparate von Arthropoden" im Biolog. Centralbl.
V S. 589 ff. enthalten eine Besprechung der oben ange-
führten Abhandlungen Viallanes',Hickson's und einer früheren
Ciaccio's.
J. Frenzel schreibt einiges über den Mitteldarm
der Insekten sowie über Epithelregeneration;
Archiv f mikrosk. Anatomie XXVI S. 229 &. Taf VII— IX.
Nach einigen einleitenden Bemerkungen schildert der Ver-
fasser die histiologische Zusammensetzung des Insekten-
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 17
mitteldarmes als aus Epithel, tunica propria oder deren
Aequivalent (Bindegewebsnetz) und Muskellage bestehend;
eine Serosa fehlt dem Insektendarm. Das Epithel des
Mitteldarmes ist theils glatt, theils springt es in Wülsten
oder Zotten vor, und im letzteren Falle lassen sich zwei
Unterabtheilungen unterscheiden, je nachdem die nach
innen vorspringenden Wülste an ihrer konkaven Aussen-
seite frei, oder durch das erwähnte Bindegewebe fest mit
einander verpackt sind; im letzteren Falle erscheint die
Aussenfläche des Darmes glatt. Bei einem glatten Epithel
des Mitteldarmes ist dasselbe oft ganz gleichförmig, d. h.
ein wesentlicher Unterschied zwischen den dasselbe
zusammensetzenden Zellen lässt sich nicht angeben. Bei
den Schmetterlingsraupen aber, deren Epithel ebenfalls glatt
ist, sind neben den gewöhnlichen Epithelzellen (Cylinder-
zellen) noch „Schleimzellen" zu unterscheiden. In dem
Darm mit Zotten, Papillen, Wülsten u. s. w. haben die die
Tiefe der Aussackung einnehmenden Zellen einen aus-
geprägten drüsigen Charakter und das übrige Epithel
schliesst über diesen „Krypten" (Basch) zu einem engen
Kanal, dem Ausführungskanal der Drüse, zusammen.
Hinsichtlich der äusseren Beschaffenheit des von den
Epithelzellen gelieferten Sekretes sind 3 Fälle zu unter-
scheiden. 1. Bei den Hymenopterenlarven ist das Sekret
weder durch seine Form noch durch die Farbe in besonderer
Weise ausgezeichnet. 2. Das Sekret ist dui'ch eine ganz
charakteristische Form, auch wohl durch Glanz, nicht aber
durch Farbe ausgezeichnet (Schmetterlinge, Hemipteren,
Hymenopteren, Eaupen von Ephestia). 3. Endlich kommt
zu der bestimmten Form noch eine charakteristische (ge-
wöhnlich gelbe) Farbe des Sekretes (die meisten Schmetter-
lingsraupen; Dermestes, Coccinelliden, Tenthredolarven,
Fhegenmaden u. a.). Die „Schleimzellen" sind auf
Schmetterlings raupen und Dermestes beschränkt. Sie ent-
halten eine eUiptisch geformte Sekretblase („Theka"), der
gegenüber das übrige Zellprotoplasma fast verschwindet.
Anfänglich besteht der Inhalt der Theka aus streifiger
Wandsubstanz und einem kleinen Binnenraum, der sich
Arch. f. Natg. 52. Jahrg. H. Bd. 5. H. O
18 B e r tk au : Bericht über die wissenschaftliclien Leistungen
später vergrössert. Mit fortschreitender Entwickelung löst
sich die Rindenschicht in Körnchen auf, diese verschwinden
mehr und mehr und es bleibt eine von einer homogenen
Flüssigkeit erfüllte Blase übrig, an der der den Kern ent-
haltende Plasmarest wie ein dünner Faden hängt, bis sich
diese von ihm löst (?) und in das Daimlumen tritt; viel-
leicht scheidet aber die ganze Zelle mit der reifen Sekret-
blase aus dem Verbände ihrer Nachbarn. Die gewöhnlichen
Epithelzellen, denen man bisher vielfach eine von Poren
durchsetzte Kutikula zugeschrieben hat, tragen nach Frenzel
thatsächlich einen unter Umständen sehr deutlichen Haar-
saum, dessen Zweck wohl ist, die darunter liegende Zelle
.vor mechanischen Insulten oder der Einwirkung chemischer
Agentien (Selbstverdauung I) zu schützen. Frenzel nennt
diese Zellen „Härchenzellen". — Die Epithelzellen
liefern das zur Verdauung nöthige Sekret, über dessen
Natur der Verfasser ein beredtes Stillschweigen beobachtet.
Mit der Produktion des Sekretes geht die Zelle aber auch
zu Grunde und die nöthige Regeneration vollzieht sich bei
den gewöhnlichen Epithel- und Schleimzellen durch du-ekte
(amitotische) Kerntheilung (Holoschisis), bei den Drüsenzellen
der Krypten durch indirekte (mitotische) Kerntheilung
(Karyolyse). Ob dieser Unterschied aber ganz ausnahmslos
ist, lässt der Verfasser noch etwas zweifelhaft.
Die Resorbtion der Nahrung ist wenigstens nicht ganz
allgemein auf den Mitteldarm beschi-änkt, und findet z. B.
bei Gryllotalpa, wo ein Mitteldarm kaum vorhanden ist,
unzweifelhaft im Enddarm statt. — Für die Annahme der
Absonderung eines gallenähnlichen Sekretes von Seiten des
Darmes fehlt jeder Anhaltspunkt, da bisher der Nachweis
der specifischen Gallenfarbstoffe und noch mehr der der
Gallensäuren nicht erbracht ist. Nach Frenzel haben die
Insekten ,, weder ein leberähnliches Organ, noch ein gallen-
ähnliches Exkret."
Tichomirow untersuchte die chemische Zusammen-
setzung der Eier von Bombyx. Er fand in der Schale,
welche man bisher als aus Chitin bestehend angenommen
hatte, einen demKeratin verwandten, aber weniger Kohlenstoff
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 19
enthaltenden Stoff, den er Chorionin nennt. Bei der Ent-
wickelung in die Raupe nimmt das Trockengewicht etwas
ab, das Glykogen verschwindet vollständig, dagegen tritt
das in den Eiern fehlende Chitin in merklicher Menge auf.
Physiol. Gesellsch. Berlin, 13. März 1885; s. Journ. R.
Microsc. Soc. (S. II) V S. 441.
Die Ernährung und das Wachsthum des Dotters
im Insektenei auf Kosten der EpithelzeUen ist nach-
drücklich zuerst von A. Brandt behauptet worden, wie
derselbe durch Abdruck einer Stelle aus einer vor 10 Jahren
erschienenen Abhandlung über die Eiröhren der Periplaneta
Orientalis beweist. Zool. Anz. 1885 S. 188 ff.
Will hat seine vorjährige vorläufige Mittheilung aus-
führlicher und mit Abbildungen veröffentlicht: Bildungs-
geschichte und morphologischer Werth des Eies
von Nepa cinerea L. und Notonecta glauca L.;
Zeitschr. wiss. Zoologie 41 S. 311 ff., Taf. XX— XXII.
Da ich bereits im vorigen Bericht (S. 17) über die vorläufige
Mittheilung referirt habe, so beschränke ich mich hier
darauf, das Schlussresume des Verfassers selbst wieder-
zugeben. Die Kerne des FoUikelepithels werden von dem
Ooblasten geliefert. Das Residuum des letzteren geht über
in das definitive Keimbläschen. Die Eier, welche eines
FoUikelepithels vollständig entbehren, sind nur homolog
dem Ei plus dem Folhkelepithel höherer Thiere. Das Ei
der Hemipteren ist weder eine ZeUe noch ein Zellen-
komplex, sondern das Produkt mehrerer Zellen. Die
Homologie zwischen den Eiern der verschiedenen Thiere
ist darin zu suchen, dass überall das reife Ei eine Keim-
masse darstellt, die alle Bedingungen für die künftige Ent-
wickelung enthält und das Produkt der Thätigkeit jener
Zellen ist, die an seinem Aufbau betheiligt sind.
Auch Schneider hat seine frühere kurze Mittheilung
zu einer ausführlichen Darstellung: Die Entwickelung
der Geschlechtsorgane der Insecten erweitert; Zool.
Beiträge I S. 257 ff. Taf. 32—35. Die Geschlechtsanlagen
gehen aus einem von einem Flügelmuskel sich abzweigenden
Muskelfaden aus, dessen mittlerer Theil anschwillt und sich
2*
20 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zur eigentlichen keimbereitenden Drüse umwandelt, während
die Enden in den MüUer'schen Endfaden und den primären
Ausfuhrungsgang übergehen. Die mittlere Anschwellung,
die „Geschlechtsanlage", ist mit Kernen von zweierlei Art
erfüllt, die als blasige und kugelige unterschieden werden.
Mit fortschreitender Entwickelung nimmt die Zalil der
ersteren ab, die der letzteren zu, und aus ihnen gehen
entweder direkt oder durch Differenzierung die Ge-
schlechtsprodukte hervor. Im ersteren Falle, der bei den
viviparen Cecidomjäenlarven, den Collembola, Coccus, Le-
canium, Aspidiotus und den männlichen Dipteren Statt hat,
umgeben sich die kugeligen Kerne mit Plasma und werden
dadui'ch zu Eiern oder Spermatoblasten, aus welchen durch
weitere Theilung die Spermazellen entstehen. Im letzteren
FaUe „entstehen in der Anlage innerhalb des kernhaltigen
Protoplasma längUchrunde Körper, welche sich früh durch
eine Membran abgrenzen, die Ei- und Samenröhren". Die
Hülle der Anlage bleibt, das nach Bildung der Eiröhren
übrigbleibende Blastem bildet als eine über die Ei- und
Samem-öhre sich hinziehende Zellschicht den von Leydig
sog. Peritonealüberzug. Ein Theil des Blastems hat sich
strangartig angeordnet und bildet den secundären Aus-
führungsgang, in den die Geschlechtsröhren später ein-
münden. Ein weiterer Theil des Protoplasma wandelt sich
in die Specialendfäden um, welche die blinden Enden der
Geschlechtsröhren mit dem MüUer'schen Faden verbinden.
Der sekundäre Ausfuhrungsgang, der bei den Coleopteren,
Hymenopteren, Neuropteren, Lepidopteren überhaupt nicht
angelegt wird, ist bei den Dipteren nur vorübergehend
entwickelt ; bei den Orthopteren, Thysanuren, Thysanopteren
und Hemipteren bleibt er erhalten und tritt an einem
Ende mit dem primären Ausführungsgang in Verbindung,
welcher letztere sich wiederum, nachdem er sich vorher
mit dem der inneren Seite durch ein Mittelstück verbunden,
mit der von der Hypodermis her vordringenden Wucherung
vereinigt, welche von Schneider nach dem Entdecker der
Herold'sche Gang genannt wird. Recept. seminis und
Kittdrüsen sind Ausstülpungen dieses Herold'schen Ganges.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 21
So ist es im weiblichen Geschlecht, und bei den Collembola,
Campodea und Thysanuren auch im männlichen. Bei den
Dipteren, Coleopteren, Neuropteren, Hymenopteren und
Lepidopteren aber bildet der Herold'sche Gang paarige
Blindsäcke, in welche die primären Ausführungsgänge ge-
trennt einmünden. Das Blastem der Keimröhren differenzirt
sich unter Umständen in Epithel-, Dotter- und Eizellen;
in anderen Fällen unterbleibt die Bildung von Dotterzellen.
Wo sie vorhanden sind, nehmen sie entweder das Endfach
ein, oder sie finden sich zu 1 oder mehreren zwischen je
2 Eianlagen. Aus dem Umstände, dass die Hoden der-
jenigen Insekten, deren Eiröhren ein terminales Dotterfach
haben, bis zum Ende des Larvenlebens die Gestalt der
Eiröhren beibehalten, schliesst Schneider, dass ,, dieselben
Zellen, welche in der Eiröhre Dotterzellen darstellen, in
der Hodenröhre zu Hodenfollikeln werden." Die Weibchen
dieser Insekten sind daher als Zwitter anzusehen und die
Dotterzellen als männliche Zellen. (Nach der Ansicht
von der Homologie der beiderlei Geschlechtszellen ergiebt
sich eine andere und, wie mir scheint, naturgemässere
Auffassung. Ref.) — Die vorstehenden allgemeinen Resultate
sind das Ergebniss von zahlreichen, auf alle Insekten-
ordnungen und viele Familien ausgedehnten Studien, deren
Darstellung den zweiten, speziellen Theil der Abhandlung
ausmacht.
Bei Pyrrhocoris geht die Eibildung nach v. Wielo-
wiejski in wesentlich anderer Weise vor sich. Die Eier
sind echte einkernige Zellen, die im Embryonal- oder früheren
Larvenleben bereits angelegt werden, später durch einen
„Dottergang" mit dem mit Dotterbildungszellen erfüllten
Endfach in Verbindung treten und durch denselben genährt
werden. Anfangs haben die jungen Eizellen in ihren
Kernen Chromatin, wie durch die Färbung mit Methylgrün
erwiesen mrd; später schwindet dasselbe und macht dem
Inhalt des echten Keimbläschens Platz. (Zur Kenntniss
der Eibildung bei der Feuerwanze; Zool. Anz. 1885
S. 369 ff.)
Zur Frage nach dem Ursprung der ver-
22 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
schiedenen Zellenelemente der Insektenovarien
lässt sich auch Korscheit vernehmen; ebenda S. 581 ff.,
599 ff. Er studierte die Frage an Angehörigen ver-
schiedener Ordnungen und nimmt in gewisser Beziehung
eine Mittelstellung zwischen Will und Wielowiejski ein,
indem er die zelHgen Elemente der Eiröhren, sowohl
Ei-, me Nähr- und Epithelzellen aus den Elementen der
Endkammer und diese aus solchen des Endfadens herleitet,
ohne dabei direkt widersprechen zu wollen, dass die Bildung
der Epithelzellen auch auf die von Will angegebene Weise
vor sich gehen könnte. Dass aber Korscheit demnach die
Elemente der Endkammer nicht ausschliesslich als Dotter-
bildungszellen ansieht, wie Wielowiejski es that, ist selbst-
verständlich.
In einer Contribution a l'etude de la formation
des organes sex'uels chez les Insectes in Kecueil
zool. Suisse II S. 527 ff PL XVI— XVII giebt E. G. Bal-
biani eine genauere und durch Abbildungen erläuterte
Darstellung von Beobachtungen, über die derselbe bereits
früher eine vorläufige Mittheilung gemacht hat; vgl. dies.
Ber. 1882 S. 88. Es handelt sich nämlich um das Schicksal
der PolzeUen, die, in der Zahl von zweien am Endpol des
Eies aus dem Eiplasma in die bei der Zusammenziehung
des Eies entstehende Polkammer ausgetreten, sich durch
zweimalige Theilung auf 8 vermehren und dann, nachdem
das Blastoderm gebildet ist und sich durch Einwachsen in
die sekundäre Plasmaschicht verdickt hat, in das Innere
rücken. Sie lagern hier dem sich nach innen einstülpenden
Theil des Blastoderm an und werden durch dasselbe tiefer
in den Dotter hineingeschoben, bleiben aber immer mit der
unteren, sich später zum Schwanztheil des Embryo ver-
dickenden Lamelle in enger Verbindung. Sie lassen sich
während der ganzen Zeit der Entwäckelung , die von der
Eiablage an bis zum Ausschlüpfen des Embryos 5 Tage
in Anspruch nimmt, an derselben Stelle beobachten; ihre
Zahl ist aber jetzt auf die Hälfte gesunken, wahrscheinlich
in Folge einer paarweisen Vereinigung der 8 ursprünglichen
Zellen. Sie sind die Anlagen der Geschlechts-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 23
drüsen, welche anfänglich einer Haut sowohl wie einer
von Zellen gebildeten Umhüllung entbehren. Zur Zeit des
Ausschlüpfens des Embryos lagern sie, zu zwei und zwei
in der Längslinie aneinandergeschmiegt zu beiden Seiten
des Darmes, und zwar an der Stelle, wo der Enddarm mit
dem Mitteldarm zusammenstösst (neuntes Körpersegment).
Auf dieser Altersstufe lassen sie eine feine Hüllhaut er-
kennen, die nach vorn und hinten in einen feinen Faden
ausgezogen erscheint; der vordere Faden heftet sich wahr-
scheinlich an die Körperwand oder das Herz an. Schon
jetzt lassen sich die beiden Geschlechter unterscheiden,
indem die Anlagen der Geschlechtsdrüsen der Männchen
schlanker sind als die der Weibchen. Ihr Inhalt zerüillt
in eine grössere Anzahl von Zellen (Spermatogonien in dem
Falle eines Männchens), die im männlichen Geschlechte
zahlreicher sind. Durch Sprossung gehen aus denselben
Rosetten von Zellen hervor, die den Spermatogemmen und
dem Inhalt einer Endkammer des Eierstockes (Dotter-
zellen) entsprechen. Die Zellen einer Rosette sind kleiner
bei dem Hoden als bei dem Eierstock.
Origin of endoderm in Lepidopteraby A.T.Bruce
s. unten bei Lepidoptera.
P. Pancritius. Beiträge zur Kenntniss der
Flügelentwickelung bei den Insekten. Inaug. Diss.
Königsberg 1885. 37 Ss. mit 2 Taff. Habe ich nicht ge-
sehen; vgl. den vor. Ber. S. 15.
Kunckel: Des mouvements du coeur chez les
Insectes pendant la metomorphose; Compt. Rend.
Acad. Sei. Paris XCIX No. 3 S. 151 ff.
Ein Aufsatz von Reuter ,,De nyaste upptäckterna
inom insekternas utvecklingshistoria" in Öfv. Finsk.
Vet.-Soc. Förhandl. XXVI S. 223 ff. beschäftigt sich mit den
neueren Entdeckungen im Gebiete der Fortpflanzungs-
erscheinungen der Blattläuse, Gallwespen und Blattwespen.
Schimkewitsch stellt über die Identität der
Herzbildung bei den Wirbel- und wirbellosen
Thieren folgende Thesen auf: Das Herz der Wirbel- und
wirbellosen Thiere entwickelt sich weder auf Rechnung des
24 Bortk au : Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
Darmliusorblatts, noch auf Rechnung des Hautfaserblatts,
sondorn auf Rechnung des Theilcs, welcher dem Rücken-
mesontcriuni der Würmer entspricht. Die Abschnürung
der Hcrzlu)hle von der Höhle des Mitteldarmes bei den
"wirbellosen 'riiieren ist nur scheinbar; hi der That ist die
Herzhöhle ein Rest der Furchungshöhle. Vgl. d. vor. Ber.
S. 44. Zool. Anz. 1885 S. 87 ff., 384 ff.
Blochniann beobachtete direkte Zelltheilung bei der
Blastodernd)ildung eines Brasilianischen Skcn-pions; ^[ov-
pholog. Jahrb. X S. 480 ff. mit l Tal.
In seinen Thesen On the origin of the metameric
segmontation and some other morphological
questions in Quart, .louru. Microsc. Sei. (N. S.) XXIV
S. 43 ff", n. II III äussert sich A. Sedgwick über den
Ursprung der Tracheen dahin, dass die Ableitung derselben
von Hautdrüsen eines wurmähnlichen Ahnen mit einem wohl
entwickelten ^littelblatt zu viele physiologische Schwierig-
keiten biete, welche bei folgender Erklärung umgangen
werden. Die IVacheen waren ursprünglich einlache ekto-
dermale Gruben bei einem diploblas tischen Geschöpf
und wurden mehr und mehr komplizirt und verzweigt, wie
auch die übrigen Organe komplizirter und gefaltet wurden.
A. Korotnoff schildert die Embryologie der
Gryllotalpa; Zeitschr. wiss. Zool. 41 S. 570 ff. Taf.
XXIX XXXI. Zur Bildung des Blastoderms treten amö-
bi>ide Zellen aus dem Inneren des Eies an die Obertläche,
wo sie sich anfangs durch Zweitheilung, später durch Zer-
fall in eine grössere Zahl von rochterzellen vermehren.
Bevor sie sich zur Bildung des Blastodorai znsammenfiigen.
verschwindet in ihnen der Kern und sie sind dann einfache
Plasma klun\pen, welche Pseudopodien in das Innere des
Dotters aussenden. Auf der Bauchseite sind die Blastoderm-
zeUen höher als aut der Rückenseite des Embryos. Indem
nun einzelne Blastodermzellen der Bauchseite sich stärker
vergrössern und Pseudopodien in den Dotter liineinsenden,
in den sie zuletzt ganz hineingedrängt werden, werden die
Elemente des Entoderms augelegt. Durch einen ähnlichen
Vorgang geht auch die Bildung des Mesodenus von dem
im Gebiete der Entomologie während des Jaljjes 1885. 25
Ektoderm aus vor sich, imd zwar besteht das Mesoderi»
aus 2 Theileu, dem zuerst gebildeten Mesenehym, das später
das Bindegewebe Hefert, und dem ,,Myobhxst", der etwas
später als das Mesenchj-m sich vom Ektoderm abschnürt
und im WesentHchen die Muskeln bildet.
Indem sich um die Keimscheibe herum das Blastoderm
in einer Falte erhebt, deren Theile bis zum Verschmelzen
gegeneinander wachsen, werden die beiden Embryonalhäute
angelegt, die dicht aneinander gelagert bleiben: an der
Bauchseite, zu innerst, das Amnion, und den ganzen Embryo
undiüllcnd die Serosa. Der Myoblast spaltet sich in zwei
Schichten (Haut- und Darmfascrblatt) , die eine antanglich
ununterbrochene Höhle zwischen sich nehmen. Später tritt
eine Segmentirung des Myoblastes in 1 8 Somiten ein, worauf
die Höhlung an der Grenze zweier Somite bis auf einen
kleinen Rest verschwindet. Weiterhin theilt sich der Myo-
blast durch je eine Längsfurche auf beiden Seiten in je
zwei Portionen, eine der .Medianlinie genäherte und eine
seitlich von dieser entferntere. Um diese Zeit lässt der
Embryo 18 Segmente erkennen, von denen 4 auf den Kopf,
8 auf den Thorax, 10 auf den Hinterleib kommen; das letzte
Segment wird als ,,Sclnvanzseginent'' bezeichnet. Die an
dem ersten Abdominalsegment zu beobachtenden Zapfen
haben nach Korotneff nichts mit AbdominalgUedmassen zu
thun und liegen ganz ausserhalb der Reihe der Brust-^
gUedmassen.
Nachdem die beiden Embryonalhäute sich um den
Embryo ausgebildet haben, vermehren sich die Entoderm-
Zellen stark, rücken unter die Serosa an den Seiten und
auf dem Rücken des Embryo und treten hier zu einer zu-
sammeidiängenden Schicht, der Rückenplatte, zusammen.
Dann löst sich die Serosa vollständig von dem Embryo al>
mid kann später abgeworfen werden, während das Amnion
ebenfalls später einen Riss erhält und abgestreift Avird. Die
Rückenplatte zieht sich mehr und mehr zusammen und
ragt zuletzt nur noch als eine Art Knopf aus dem Nacken
hervor; von ihren Zellen, die in lebhafter Theilung begriffen
sind, wandern die inneren in Menge in den darunter
26 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
liegenden Dotter ein, dessen Assimilation durch den späteren
Mitteldarm sie wahrscheinlich vorbereiten.
lieber die Entwickelung des Herzens hat derselbe Ver-
fasser bereits früher eine vorläufige Mittheilung gemacht;
vgl. dies. Ber. f. 1883 S. 77. In dem Aussenwinkel, in dem
die beiden Blätter (Haut- und Darmfaserblatt) der beider-
seitigen äusseren Portionen des Myoblastes zusammenstossen,
vergrössern sich die Zellen und ihre Kerne, lösen sich von
dem Mesoderm ab und ordnen sich beiderseits in einer Reihe
an, die anfangs in den Dotter hineinragt, sich später aber
zwischen Mesoderm und Ektoderm zurückzieht. „Unterhalb
des Nervensystems, wo die beiden Hälften des Myoblastes
zusammenstossen, werden dessen Elemente locker, lösen
sich von einander und bilden Blutkörperchen. Diese letzteren
legen sich dem Dotter dicht an und schieben sich an den
Seiten zwischen Mesoderm und Dotter, von wo sie dorthin
gelangen, wo sich die Anlage des Gefässsystems befindet."
Letztere begrenzt an der Seite eine Lakune, welche aussen
vom Ektoderm, innen von dem den Dotter nur theilweise
umgebenden Darmfaserblatt begrenzt wird. Mit dem weiteren
Fortschritt der Entwickelung zieht sich diese Lakune nach
der Mittellinie des Rückens mehr und mehr zusammen ; die
beiderseitigen Zellstränge, welche die Anlage des Herzens
bilden, treten zuerst an der Rückenseite zusammen und
verschmelzen, so dass hier das Herz schon ' gesclilossen
ist, während auf der Bauchseite noch die Rückenwand des
Darmkanals (und zwar das Darmfaserblatt) den Verschluss
bildet; später kommt es auch hier zu einer Verwachsung
der Ränder der Gefässrinne und damit ist das Herzrohr
gebildet. Das Nervensystem wird in 3 Strängen angelegt,
von denen der mittlere aber nur in der Gegend eines
Nervenknotens an der Bildung des Nervensystems theil-
nimmt; es ist der Strang, der von Nusbaum für eine
Chorda erklärt und^vom Mesoderm abgeleitet war. Die
ursprüngliche Zahl der Nervenknoten ist 17, indem das
Schwanzsegment keinen Knoten hat; später sinkt die Zahl
durch Verschmelzung auf 13.
Die Muskelbekleidung des Mitteldarmes geht von dem
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 27
inneren Blatte der äusseren Hälfte des Myoblastes aus, von
dem sich jederseits ein Polster an den Dotter legt und den-
selben unter Abplattung seiner Zellen allmählich umwächst.
Der Epithelbeleg des Mitteldarmes bildet sich in verwickelter
Weise. Der Dotter wird durch die von dem Rückenorgan
in ihn einwandernden Zellen in einzelne Schollen zerlegt,
welche epithelartig die Muscularis auskleiden, und bei der
im Ei eingeschlossenen Larve bleibt es hierbei. Bei der
ausgeschlüpften Larve aber beginnt der als eine Ausstülpung
des Munddarmes auftretende Kropf pumpende Bewegungen
auszuführen, durch welche der Dotterinhalt des Mitteldarmes
in den Kropf geschafft wird, der sich dabei so vergrössert,
dass er fast das ganze Abdomen erfüllt und alle anderen
Organe desselben bei Seite drängt. Während nun die
Dotterschollen des Darmes allmählich zu Grunde gehen,
wandern von aussen durch die Muscularis amöboide (Blut?-)
Zellen ein und schliessen zu dem Drüsenepithel zusammen.
B. Grassi's Memoria intorno allo sviluppo delle
api nell' novo ist ausführlich in den Atti dell' Accad.
Gioenia di sei. natur. in Catania (S. III) T. XVIII S. 145 if.
Tav. I — X erschienen; vgl. den vor. Bericht S. 16.
Camerano fasst seine Osservazioni intorno alle
neotenia negli insetti in folgenden Worten zusammen:
Die Verwandlungen der Insekten sind grossen Theils An-
passungserscheinungen. Die larvale und nymphale Ent-
wickelungsperiode kann nach den Umständen verlängert und
abgekürzt werden. Die Individuen, die sich im Larvenleben
fortpflanzen, können als neotenisch und analog denen der
Amphibien betrachtet werden. Als neotenisch sind ferner
die larvenähnlichen Weibchen zahlreicher Arten anzusehen.
Die flügellosen Arten der Orthopteren und Rhynchoten sind
einfach neotenisch. Bei der Klassifikation der Insekten
müssen die von der Verwandlung entlehnten Charaktere
in zweite Linie gestellt werden, die eigentlich sog. morpho-
logischen und embryologischen in erste. Bei den Insekten
entwickelt sich der Fortpflanzungsapparat, ohne in Ab-
hängigkeit von der äusseren Gestalt des Thieres zu stehen,
und tritt oft in Thätigkeit, sobald das Thier an das letzte
28 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Stadium seiner allgemeinen Entwickelung gelangt ist; Bull.
Soc. Ent. Ital. XVII S. 89 ff.
Slater untersuchte den Einfluss magnetischer Ströme
auf die Entwickelung von Insekten. Er nahm 6 Weiss-
lingraupen, anscheinend von demselben Gelege, und setzte
3 derselben in einer Schachtel zwischen die Pole eines
kräftigen Magneten, die 3 anderen in eine gleiche Schachtel,
aber dem Einfluss des Magneten entzogen; alle sonstigen
Bedingungen waren gleich. Von den ersten Raupen ver-
trockneten 2 und erwiesen sich als nicht von Schmarotzern
getödtet; die dritte verpuppte sich und lieferte im Mai
einen verkrüppelten Falter; die drei anderen Raupen er-
gaben ganz normale Falter. Proc. Entom. Soc. London
1885 S. XV.
Sulla vita latente degli ovuli del baco da seta,
durante l'ibernazione; von L. Luciani; Bull. Soc. Ent. Ital.
XVII S. 71 ff. Luciani stellte zur Lösung der Frage,
welche Umstände während der Winterruhe die Entwicke-
lungsfähigkeit der Schmetterlingseier herbeiführen und w^elche
sie ausschliessen, in zwei Jahren Versuche mit den Eiern
des Seidenspinners an. Im J. 1882 wurde eine Anzahl Eier
in Gläsern frei an der Luft, oder geschlossen mit feuchter
Luft, trockener Luft, trockener kohlensäurefreier Luft, mit
Kohlensäure, Kohlenoxyd, Wasserstoff, künstlich während
152 Tage einer Temperatur von 7 — 8^ C. ausgesetzt, dann
vom 16. April an einer solchen von 15 — 16^ C, und endlich
vom 6. an einer von 20 — 26 ^ C. im Verlaufe mehrerer Tage
steigenden Temperatur. Hierbei ergab sich, dass mit Aus-
nahme der in feuchter Luft und in Wasserstoff aufbewahrten
Eier, von denen keines eine Raupe lieferte, alle die anderen
vollständig oder nahezu vollständig ihre volle Lebenskraft
beibehalten hatten und vom 10. — 14. Mai ausschlüpften.
1883 wurden die Versuche in etwas, veränderter Form an-
gestellt. Ein Glas mit kohlensäurefreier trockener Luft wurde
durch ein solches mit Sauerstoff etc. ersetzt, und ausserdem
wurden Parallelversuche mit je zwei fast gleichen Eierproben
bei einer Temperatur von 5 — 6 ^ C. und einer solchen von
12 — 1 5 ^ C. angestellt, die Eier diesen beiden Temperaturen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 29
aber nur 76 Tage lang, bis zum 27. März, ausgesetzt und
dann in eine Kanuner mit konstanter Temperatur von 15^ C.
gebracht. Eine vorher vorgenommene Wägung ergab gegen
das Gewicht vom 10. Januar, dem Beginn des Versuches,
eine Abnahme, mit Ausnahme der in freier Luft gehaltenen
Eier. Diese Abnahme war am bedeutendsten bei den in der
höheren Temperatur aufbewahrten, und ist, da sie auch bei
den in irrespirabelen Gasen gelegenen auftrat, nicht auf eine
Athmung und in deren Folge stehende Abgabe von Kohlen-
stoff, sondern einzig und allein auf den Verlust von Wasser
zurüclizufiihren, während umgekehrt die Zunahme des Ge-
wichtes bei den an freier Luft überwinterten Eiern auf
Eechnung einer Aufnahme von Wasser zu setzen ist. Nach-
dem nun die Eier 20 Tage lang der konstanten Temperatur
von 15 ^ ausgesetzt waren, wurde die Temperatur vom
16. April an bis zum 24. allmähhch gesteigert bis auf 23*^.
Bereits vor dieser künstlichen Bebrütung hatten die an
freier Luft bei 15^ C. aufbewahrten am 27. März begonnen
auszuschlüpfen; die übrigen fingen erst vom 21. April an
auszuschlüpfen. Während die bei niederer Temperatur
gehaltenen sich entweder sämmtlich oder fast sämmtlich
entwickelten, mit Ausnahme der in Kohlenoxyd, die nur
zur Hälfte, und der in Wasserstoff gelegten, die nur zum
fünften Theil lebensfähig geblieben waren, vertrockneten
bei der zweiten Versuchsreihe eine weit grössere Zahl; nur
die in freier Luft gehaltenen entwickelten sich alle, während
der Wasserstoff sämmtliche Eier getödtet hatte. — Aus
den Versuchen ergeben sich die für die Praxis wichtigen
beiden Sclüüsse:
1. Die während des Winters in feuchter Luft ein-
geschlossenen Eier können einen nach der Dauer des Ver-
schlusses und dem Temperaturgrad grösseren oder geringeren
Schaden leiden; — 2. Die niedrige Temperatur von 5— 6^ C.
macht die Eier unempfänglich gegen äussere Einflüsse.
Derselbe (Ancora sulla ibernazione degli ovuli
del baco da seta) richtet ebenda S. 185 ff', eine risposta
alle note e appunti del Prof Verson, in der er die
Richtigkeit seiner obigen Behauptungen gegenüber Angriffen
30 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
von Verson erhärtet, die letzterer in dem mir nicht zu-
gänghchen Bull, mensile di bachicultura, Maggio 1885 No. 2,
veröffentlicht hatte.
Davidson untersuchte den Einfluss von Wärme, Licht
und Dunkelheit auf Entwickelung derSchmeissfliege. Dunkel-
heit und Wärme begünstigten dieselbe; Licht, nament-
lich blaues, wirkte ungünstig. Ein Versuch, die Larven zur
Annahme pflanzlicher Kost zu bewegen, schlug fehl. Journ»
Anat. et Physiologie XIX S. 150 ff
Passerini stellte Versuche sulla morte degli
insetti per inanizione an, indem er die Insekten
hungern Hess bis zum Tode, zwischendurch und beim Tode
wog, und ihren Gewichtsverlust nebst Temperatur der Um-
gebung notirte. Es stellte sich hierbei heraus, dass die
verschiedenen Insekten die Hungerkur verschieden lange
aushielten: Xylocopa violacea war schon nach 2 Tagen
todt; eine erwachsene (I) Raupe von Cossus ligniperda
starb nach 135 Tagen. Bull. Soc. Entom. Ital. XVII
S. 217 ff
Die von Plateau angestellten Experiences sur le role
des palpes chez les Arthropodes maxilies, premiere partie:
Palpes des Insectes broyeurs, ergaben das Resultat,
dass die Käfer und Orthopteren beim Kaugeschäft die
Kiefer- und Lippentaster nicht in Thätigkeit setzen; dass
sie das Kaugeschäft in ganz normaler Weise ausführen,
auch wenn ihnen die Taster exstii-pirt sind; auch verheren
die so verstümmelten Insekten nicht den Geruch oder die
Fähigkeit, ihre Nahrung zu erkennen und zu ergreifen»
Bull. Soc. Zool. de France X.
Griffiths fand das Sekret der Speicheldrüsen von
Periplaneta schwach alkalisch; es verwandelt Stärke in
Zucker, kann aber Albumin nicht lösen; da ausserdem die
x\nwesenheit von Sulfocyanaten und Calcium sich nach-
weisen Hess, so gleicht es bis zu einem gewissen Grade
dem Speichel der Wirbelthiere. — Das Sekret des Magen-
darmes ist wegen vorhandener Salzsäure schwach sauer.
Es löst Eiweisssubstanzen und hat sonstige Eigenschaften,
die dasselbe dem Pepsin der höheren Thiere ähnlich scheinen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 31
lassen. — Die Malp. Gefässe enthalten Harnsäure und
Urate. Chemical News LH (1885) S. 195.
Gelegentlich seiner Mittheilungen über das Geschmacks-
organ der Insekten erwähnt F. Will auch einige Beob-
achtungen, die er an stridulirenden Insekten angestellt hat
(Necrophorus, Geotrupes, Cerambyciden). Während die ge-
nannten Thiere von anderw^eitigen Tönen und Geräuschen
wenig oder gar nicht alterirfc wurden, wurden die Stridu-
lationsgeräusche , die das eine Geschlecht hervorbrachte,,
von dem anderen Geschlecht sofort w^ahrgenommen , und
zwar auf eine Entfernung hin, bei der unser Ohr versagt;,
auch künstlich nachgeahmte Stridulationstöne , namentlich
wenn sie in dem der betreffenden Art zukommenden Rhythmus
hervorgebracht wurden, machten Eindrücke. Zeitschr. L
wissensch. Zool. 42 S. 680 Anmerk.
Comparaisons des organes du vol dans la serie
animale. Des organes du vol chez les Insectes. Par
P. C. Amans; Ann. Sei. nat. Zool. (VI. Ser.) T. XIX. Art.
No. 2 S. 1—222 PL I— VIII. Soll im nächsten Bericht
besprochen werden.
V. Lendenfeld giebt ein einfaches Mittel an, wie man
sich von der Richtigkeit seiner Ansicht überzeugen könne,,
dass die Aenderungen des Insektenflügels während des^
Fluges nicht dem mechanischen Widerstände der Luft zu-
zuschreiben sind, sondern in der Muskelthätigkeit des In-
sektes selbst ihren Grund haben. Eine durch irgend ein
Mittel, z. B. Pyrethrum, Terpentin betäubte Fliege macht
einige Zeit nachdem sie dem Einfluss des Mittels entzogen
ist, einige krampfartige, langsame Bewegungen, wobei die
Gestalt der Flügel, deren Bewegung sich hier mit der
grössten Leichtigkeit verfolgen lässt, dieselben Aenderungen
wie beim Fluge zeigt. Hier aber ist, wegen der Langsam-
keit der Bewegung, die Annahme einer Aenderung in Folge
des Widerstandes der Luft ganz ausgeschlossen. Proceed.
Linn. Soc. New South Wales IX S. 986 f.
Maddox theilt die Resultate seiner Fütterungsversuche
des „Kommabacillus" und eines anderen, B. subtilis, an
32 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Insekten mit. Journ. R. Micros. Soc. (2. S.) V. S. 602 ff.,
Ml ff.
Note sur la coloration des teguments chez les
Insectes et specialement chez les Coleopteres par
M. Berge; BuU. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 100 ff., 113 ff
lieber die Nature of coloiiring of Pliytophagous
larvae und ihren Zusammenhang mit der Farbe der
Futterpflanze hat E. B. Poulton Versuche angestellt, die
mir nur durch das Referat in Journ. R. IVIiscrosc. Soc. (2)
V. S. 801 bekannt geworden sind; dieses Referat selbst
aber enthält nicht manche positive Angabe; Proc. Roy.
Soc. XXXVIII (1885) S. 269 ff
Die Frage, wie es den Insekten möglich werde, an
glatten senkrechten Flächen zu klettern, erfährt noch
einmal eine Behandlung von Seiten Dahl's im Archiv f.
mikroskop. Anatomie XXV S.236ff Taf.Xn,Xni: Die Fuss-
drüsen der Insekten. Als Hauptresultat dieser erneuten
Untersuchungen ist zu verzeichnen, dass eine unter der
Chitinhaut des Fusses, seinen Haaren und Haftlappen
liegende, bisweilen von der Chitinhaut abgehobene Drüsen-
masse ein Sekret liefert, das die Haut mit ihren Anhangs-
gebilden durchtränkt und durchschwitzt, und so zum Haften
an glatten Flächen geeignet macht. Das Sekret ist wahr-
scheinlich fettartiger Natur und stammt direkt aus dem
Blute, dem beim Durchdringen durch die Drüsenschicht
gewisse Bestandtheile entzogen sind. Die Drüsen selbst
sind bei Forficula und den Orthopteren überhaupt, bei
Dipteren, Lepidopteren die umgewandelte Matrix der
Körperhaut; bei Hymenopteren (Vespa crabro) die Matrix
der Chitinsehne des Krallenträgers, und bei Coleopteren
(nach einer Ansicht, die der Verfasser schon früher geäussert
hat), gehören die Drüsen dem zellig-blasigen Bindegewebe
an, von dem sie eine Modification darstellen. Eine Aus-
nahme machen die Hafthaare oder Saugscheiben der
männlichen Dytisciden, deren Haftdrüse die umgewandelte
und abgehobene Matrix ist. Beschrieben werden die Haft-
apparate mit ihren Drüsen von Carabus, Feronia, Dytiscus,
Ocypus, Telephorus, Saperda, Chrysomela, Donacia, Cassida,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 33
Forficula (wo die Aeliiilichkeit mit den Coleopteren eine
weitere Stütze findet), Locusta, Vespa, Sarcophaga. — Bei
Käfern werden ausserdem die von Leydig genau studierten
mit chitinisirtem Ausfuhrungsgang versehenen Hautdrüsen
besprochen, die nach Dahl nicht einzellig sein sollen, da auch
iin ihrem Ausführungsgang sich ein Kern nachweisen lässt.
Ferner werden in die Matrix eingesenkte mehrkernige
Ganglienzellen erwähnt, die mit einem dickeren Tasthaar
in Verbindung stehen sollen.
Dewitz nimmt die Richtigstellung der Be-
hauptung des Herrn Dr. Dahlvor; ebenda XXVI S. r25ff.
Auch macht derselbe weitere Mittheilungen über
das Klettern der Insekten an glatten senkrechten
Flächen, die sich auf Experimente an Fliegen stützen und
über die Natur des abgeschiedenen Sekrets Aufschluss
geben soUen; fettig scheint dasselbe nicht zu sein; Zool.
Anz. 1885 S. 157 ff. und Arch. f. mikr. Anatom. XXVI
S. 125 ff., wo er speziell auf den Bau der „Sohle" von
Locusta eingeht, die sich aus hohlen Röhren zusammen-
setze ; auch die tarsalen Klammerhaare der anderen Insekten
haben eine terminale Oeffnung.
Van Segveit sah aus einer mindestens 100 Jahre
alten Thüre Insekten hervorkommen und vermuthet, dass
dieselben während der ganzen Zeit im Larvenzustande ge-
wesen wären; Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 53.
lieber Insekten Wanderungen s. Ent. Monthl. Mag.
XXI S. 208, 232.
Siniony beobachtete ca. 20 Exemplare von Vanessa
Atalanta in einer Höhe von 11500' bei einer Tempe-
ratur von — 7,6 oR.; dieselben waren erstarrt, während bei
einer Höhe von 8800' Agrotis simulans in einer Alpen-
hütte bei einer Temperatur von +0,50R. in der Hütte
lebhaft das Licht umschwärmte; im Freien wurde bei
— 0,8 0 R. Trichocera lustig schwärmend beobachtet.
Sitzber. Zool. bot. Gesellsch. Wien 35 S. 31.
Die Track af nogle Sydamerikanske Insecters
biologi ved W. Sörensen beziehen sich auf Termiten,
Pelopoeus lunatus oder eine verwandte Art, Trypoxylon
Arch. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 3
34 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
albitarse F. ; Cicada grossa F. und Anthrax erythrocephalus
Fl Entom. Tidskr. 1884 S. 1 ff.
V. Stein macht einzelne Fälle von Hyperparasitis-^
mus bekannt; aus Macquartia sp., die in Lina tremulae
schmarotzten, entwickelten sich Mesochorus thoracicus
Grm\'^ aus Microgaster einer Kaupe kamen Hemiteles,
und aus Cocons eines in Cidaria juniperata schmarotzenden
PeriKtus ein anderer kleiner Ichneumonide zum Vorschein.
Ent. Nachr. 1885 S. 309.
lieber Farbenvarietäten bei Insekten, z. Th.
Farbendimorphismus der Geschlechter s. v. Hagen s, CorrbL
Naturh. Ver. preuss. Rheinl. u. Westf. 1885 S. 88.
E. Loew. Beobachtungen über den Blumenbesuck
von Insekten an Freilandpflanzen des botanischen
Gartens zu Berlin. Jahrb. des k. bot. Gartens zu Berlin
III. 1884. S. Biolog. Centralbl. V S. 33 ff.
Kunstgärtner Gögginger legte in der Sitzung vom
3. Sept. 1884 des Naturforscher- Vereins zu Riga eine blühende
Tabakpflanze vor, in deren haarigen Blättern zahlreiche
Insekten gefangen waren. Korrespondenzblatt Naturf.-Ver.
Riga XXVIII S. 8.
Thomas nimmt aus einer Nachricht Trelease's in
der „Psyche" über die Beziehung zwischen Pilzen einerseits
und GaUen sowie Gallmücken andererseits Veranlassung,
den bereits bekannten Fällen vom Zusammenvorkommen
von Rostpilzen auf Pflanzen und von Cecidomyienlarven
zwischen diesen Pilzen neue hinzuzufügen. Im Thüringer-
wald fanden sich Cecidomyienlarven in den Sporenlagern
von Thecopsora myrtillina auf Vaccinium uligin und in
Florenz solche zwischen den Uredosporen der Puccinia
Tanaceti balsamitae auf Tan. bals. — Die gallenerzeugenden
Insekten bahnen aber auch leicht den Pilzen den Weg in
die Planze, wofür Thomas ein neues Beispiel der Phytoptus-
gaUen an den Blättern von Pomaceen anführt. Irmischia V
No. 3 S. 4.
Ihering macht über die Galläpfel des süd-
brasilianischen Molho-Strauches eine Mittheilung;
Ent. Nachr. 1885 S. 129 ff. Auf dem Molho-Strauch (Schinus
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 35
oder Duvaua dependens) kommen 2 Gallen vor; die eine
ist blasenförmig und hat Psylla Duvauae Scott, zum Er-
zeuger, die andere liolzig, von einem Durclimesser von
18 — 20 Mm. und wird von Cecidoses eremita Curi.,
einem Schmetterling, veranlasst und öfihet sich durch Aus-
fallen eines Pfropfens, der in seinem inneren Stück cylin-
drisch, 4 Mm. Durchmesser, ist, w^orauf ein breiterer
Deckel von 6 Mm. folgt. Der Ausschlüpfkanal ist trichter-
artig nach aussen erweitert, die innere Mündung 3—4, die
äussere 5 — 6 Mm. im Durchmesser. Häufig finden sich
Schmarotzer in den Gallen, welche den Verfasser beinahe
irregeleitet und zur Annahme von Paedogenesis veran-
lasst hätten.
Schlechtendal's ,, Beiträge zur Kenntniss der
Pflanzengallen"im Jahresber . Ver . f. Naturk. zu Zwickau,
1885, S. 1 ff., Taf. I, II, enthalten auf S. 3 ff. die von
GHederfüssern (Milben, Wanzen, Fliegen, Schmetterlingen,
Hymenopteren , Käfern) veranlassten Gallen verschiedener
Pflanzen. Von Milben ist ausser Phytoptus auch Tarso-
nemus nunmehr mit Sicherheit als Gallenerzeuger er-
mittelt.
R. Trimen schreibt über schützende Aehnlich-
keit bei Insekten und Nachäffern (mimicry) bei
Insekten; The Entomologist, 1885 Februar und' März;
s. Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 290 ff.
Als a Singular case of mimicry berichtet Azam-
buja von einer kleinen weissen Insektenlarve, deren Rücken
mit „Moos" bedeckt sei; Nature 32 S. 366. (Bekanntlich
ist bei unseren Hemerobien dasselbe der FaU. Referent.)
Leptocircus virescens ahmt LibeUen nach, in deren
Gesellschaft er sich häufig findet; aus Forbes' „a Natu-
rahst's wanderings in Sumatra" in American Naturalist
1885 S. 983.
Pryer spricht on two remarkable cases of mimicry
from Elopura, British North Borneo; Trans. Ent. Soc.
Lond. 1885 S. 369 ff. PL X Fig. 9—12. Der eine FaU be-
trifft einen Käfer mit abgestutzten Flügeldecken, Colobor-
rhombus fasciatipennis, der in Grösse und Farbe der Unter-
3*
36 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
flügel eine Wespe, Mygmmia aviculus, nachahmt. Der
andere Fall von Mimikry findet zwischen einer Sesia,
Scoliomima insignis, und Triscolia patricialis statt.
Rey zählt Quelques exemples de monstruosites
chez les Coleopteres et Hemipteres auf; Ann. Soc.
Linn. Lyon XXX S. 423 ff.
Reitter erwähnt ein Exemplar von Rhytirrhinus
deformis Reiche, das auf der linken Seite seines Hals-
schildes ein vollkommen ausgebildetes Fazettenauge be-
sitzt; Wien, Ent. Ztg. 1885 S. 276.
Eine fdnfflügelige Monstrosität von Limenitis populi;
Corrbl. Ent. Ver. „Iris", Dresden 1885 No. 2 S. 31.
An example of Samia Cecropia having a fifth
abortal wing; Strecker, Proceed Acad. Nat. Sei. Phila-
delphia 1885 S.26; Ann. a. Magaz. N. H. (5) XV S. 426.
Moritz fand Barypithes mollicomus S mit Platytarsus
echinatus $ in copula; Sitzg. des Berl. Ent. Ver. 6. Juli 1885
und Ent. Nachr. 1885 S. 271.
Rey liefert eine Enumeration d'Insectes remar-
ques sous les feuilles malades du tilleul (Tilia
platyphylla Scop.)\ Ann. Soc. Linn. Lyon XXX S. 440 ff.
Sickmann studirte die Bewohner der Schwalben-
nester; 6. Jahresb. Naturw. Ver. Osnabrück S. 142 ff.
Nach einer historischen Einleitung beschreibt er seine Methode
der Untersuchung und die Ausbeute, die ihm die -Durch-
suchung von 11 Nestern der Hirundo rustica und 20 der
urbica lieferten. Dieselben gehörten den Coleopteren (9),
Hymenopteren (1), Lepidopteren (4), Dipteren (incl. Puli-
ciden, 7), Hemipteren (2), Orthopteren (1), Thysanuren (1),
Arachniden (4) an und werden in zufällige und eigen-
thümliche Bewohner emgetheilt. Zu den letzteren gehören
Tinea spretella; Ornithomyia tenella; Stenopteryx Hirun-
dinis; Pulex Hirundinis; Acanthia Hirundinis; Museide
sp. ind. ; Exochus sp. , der entweder in der Muscidenlarve
oder in Tinea spretella schmarotzt. Hirundo rustica sind
eigenthümlich Tinea spretella; Ornithomyia tenella; Acan-
thia Hirundinis; Museide; der H. urbica Stenopt. Hirund.;
Pulex Hir.; Acarus sp. — Von zufälligen Bewohnern ver-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 37
dienen Lepisma saccharina; Troctes divinatorius ; Ptinus für;
Attagenus pellio; Tenebrio molitor; Endrosis lacteella;
ClieKfer cancroides besonders Erwähnung.
Aurivillius schildert in „Studien und Forschungen,
veranlasst durch meine Keisen im Norden" von Nordenskjöld
„Das Insektenleben in arktischen Ländern"; s. auch
Ent. Monthl. Mag. XXI S. 271 f.
In dem Rapport des Operations 1882 — 83 — 84 der
Commiss. geol. et d'hist. nat. du Canada finden sich CC
S. 37 und D S. 59 ff. einige Namen von Arthropoden mit
Fundortsangaben.
In Tromse Museums Aarsberetning for 1884 S. 27 ff.
ist ein Fortegnelse over Coleoptera indsamlede paa
Fuglö (70 <^ 14' n. br.) und S. 33 ff. ein ebensolches over
Lepidoptera abgedruckt. Das erstere weist 65, letzteres
27 Nummern auf.
Die mindre entomologiske meddelelser fra det
arktiske Norge von Sparre-Schneider beziehen sich
zunächst auf das Massenauftreten einiger Insekten, unter
denen sich Phyllodceta vitellina auf Salix nigricans be-
merkbar machte. Unter den Hymenopteren waren, wahr-
scheinlich in Folge der grösseren Häufigkeit einiger Schmetter-
linge, namentlich 2 Schlupfwespenarten in ungewöhnlicher
Zahl vertreten; von Schmetterlingen vor aUen Cidaria
hastulata, dann auch C. sordidata; Eupithecia satyrata und
Vanessa Urticae. — Von Schädlingen werden genannt Silpha
opaca und Lutella cruciferarum ; Cetonia metallica hat
sich bemerkenswerther Weise auf Kartoffellaub in der Nähe
von Bodo und eine Raupe von Pieris Brassicae in einem
Garten der Stadt Tromsö gezeigt, wo seit 9 Jahren kein
einziges Exemplar dieses Schmetterlinges gesehen war.
Zum Schluss zählt der Verfasser einige bei einer Exkursion im
November gefundene Käferarten auf, unter denen sich 2 für die
arktische Fauna neue Arten fanden; Ent.Tidskr. 1885 S. 145 ff.
Ebenda S. 161 ff. führt Trybom Insekter och andra
lägre djur, funna vid flottadt timmer och bland
affal fr an sädant auf. Von Insekten fanden sich an
dem die Flüsse von Nordland hinabgeilötzten Holze Larven
38 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
von Chironomus, Phrygamden, Ephemeriden, Perliden;
Puppenhülsen und Larven von Culex und Simulia, dann
Hydrachniden, Gammarus pulex und Asellus aquaticus.
Cuni yMartorell zählt die während einer Excursion
entomologica ä varia locahdades de la provincia de
Gero na (Cataluna) gesammelten Insekten und Arach-
niden auf; An. Soc. Esp. Hist. Nat. XIV S. 51 ff.
Gadeau de Kerville's „fitudes sur la faune de
l'estuaire de la Seine" erwähnen aus dem Mündungs-
gebiete der Seine von Tracheaten ausser einigen nicht nam-
haft gemachten Tardigraden und den zufälligen Gästen
unter Orthopteren- und Coleopterenlarven Pycnogonum
littorale; Nyniphon gracüe; Aphelochira aestivahs form,
hrachypt.; Chironomus plumosus Larve. L'estuaire de
la Seine, par G. Leunier; Vol. II S. 185. Havre 1885.
Apergu des progres de l'entomologie en Alsace
et notes sur les coUections et les coUectionneurs d'insectes
de cette province . . . par F. Reib er; BuU. Societ. d'hist.
nat. de Cohnar, 24% 25« et 26« annees, 1883-1885,
S. 505 ff.
Fairmaire schildert eine Excursion entomolo-
gique au Simplon; Revue d'Entomologie IV. S. 316 ff.
La faune profonde des lacs Suisses par le
Dr. F. A. Forel, und Essai sur la faune profonde des
lacs de la Suisse par le Dr. G. du Plessis-Gouret; Neue
Denkschr. d. aUg. Schweiz. Gesellsch. f. d. gesammten Naturw.
Bd. XXIX Abth. 2 S. 1—234 und 1-64.
G. Riggio stellt als Materiali per una fauna ento-
mologica deir isola d'Ustica Verzeichnisse von Käfern,
Hymenopteren, Lepidopteren, Dipteren, Rhynchoten, Neu-
ropteren, Pseudoneuropteren zusammen; II NaturaHsta
Sicüiano V S. 25, 56 ff
A. Costa hat eine Memoria quarta seiner Notizie
ed Osservazioni sulla Geo-Fauna Sarda erscheinen
lassen ; Atti R. Accad. d. Sei. Fisiche e Matemat. di Napoli
(2) I No. 13. Die Diagnosen der neuen Arten und Varie-
täten sind auch im Bull. Soc. Entom. Ital. 1885 S. 240 ff.
abgedruckt.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 39
A. de Carlini zählt Artropodi dell' isola di
S. Pietro auf, und giebt das Verbreitungsgebiet der auf
dieser kleinen an der Südwestseite Sardiniens gelegenen
Insel gefundenen Arten an. Es sind 66 (85) namhaft ge-
macht, die zum grössten Theile auch in Sardinien resp.
an der gegenüberliegenden Nordküste Afrikas gefunden
sind (1 Hymenopt., 33 Coleopt., 3 Lepidopt., 3 Dipt.,
12 Rhynohot., 2 Neuropt., 9 Orthopt., 1 Scorpion, 19 Aran.,
1 Opüion., 1 Chüopod.). Bull. Soc. Ent. Ital. XVII S. 192 if.
In seinen Contribuzione allo sudio della nostra
fauna weist Grassi auf einige wissenschaftlich interessante
und ökonomisch^wichtige Arthropoden hin. ,Zu den ersteren
gehören Campodea, Japyx, Nicoletia, Scolopendrella, Pau-
ropus und namenthch Koenenia, worüber man bei den
Arachniden weiteres sehe. Atti dell' Accad. Gioenia di sei.
iiatur. in Catania (S. III.) T. XVIII S. 241 ff.
No. II der naturg. Mitth. a. d. Kreise Rotenburg
von Dr. Eisenach im Bericht d. Wetterau'schen GeseUsch.
zu Hanau 1883 — 1885 S. 1 ff. enthält von Arthropoden die
übrigen Insektenordnungen (nach Ausschl. der Käfer), die
Arachniden und Crustaceen; vgl. d. Bericht für 1883 S. 205.
F. Kraszny: Zur Insektenfauna der Umgebung
von Weidenau; Troppau 1884. 8i2, 19 Ss.
L. Biro führt die charakteristischen Insekten
im Gebiete der Ost-Karpathen auf; Iglau 1885.
8^; 12 Ss.
A. Becker erstattet Bericht über seine Reise nach
€hanskaja Stafka und zum grossen Bogdoberg,
beschreibt bei dieser Gelegenheit die Larve von Mylabris
melanura, theilt w^eitere Beobachtungen über die Ver-
wendung der Cetonia aurata gegen Wasserscheu und die
Namen einiger bei Sarepta beobachteter Ameisen, Schmetter-
linge und Käfer mit; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscau LX
(1884 No. 3) S. 167 ff.
Dem Bericht über seine Reise nach Achal-Teke
fügt derselbe die Namen einiger bei Kisil-Arrat beob-
achteter Schmetterlinge, Käfer und Geradflügler hinzu;
ebenda LXI (1885 No. 1) S. 198 ff.
40 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
AI. Bunge, Naturhistorische Beobachtungen und
Fahrten im Lena-Delta; Bull. Acad. J. d. Sei. St.-Peters-
bourg XXIX; S. 428 Insekten.
J. Sahlberg's „BidragtillTschutktsch-Halföns-
Insecten-Fauna" im 4. Bd. von Vega-Expeditionens
Vetenskapliga lakttagelser, S. 1 ff., sowie desselben weitere
Berichte über die im Berings-Sund an der Amerikanischen
Küste und auf der Bering -Insel gesammelten Käfer und
Wanzen, ebenda S. 43 ff. und 58 ff., sind mir nur aus
Reitter's Referat in Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 126 bekannt
geworden.
In den Amial. Mus. Civico Genova Ser. 2 werden die
Materiali per lo studio della Fauna Tunisina
raccolti da G. e L. Doria verwerthet; I S. 373 ff. III:
Rassegna delle Formiche della Tunisia del Prof. C. Emery;
S. 425 ff. IV: Sopra alcune CoUembola e Thysanura di
Tunisi del Prof C. Parona; S. 439 ff. V: Rincoti di P. M.
Ferrari; II S.97ff. VII: Orthopteres par A. deBormans.
Greeff sprach in der Sitzung vom 14. März 1884 der
GeseUsch. zur Beförd. d. gesammten Naturw. zu Marburg
über die Fauna der Guinea-Inseln S. Thome und
Rolas; Sitzungsber. 1884 S. 41 ff. Die allgemeine Regel,
dass der Formenreichthum auf einer Insel geringer ist als
auf einem gleich grossen Areal des Festlandes, trifft auch
hier zu; aber wegen der Abgeschlossenheit des Gebietes
wird der Fauna auch ein mehr eigenthümlicher Charakter
aufgedrückt, der das Interesse derselben erhöht. — Unter
den bekannten 6 Myriapoden-Arten sind 4 als neu zu be-
zeichnen; von den 27 Arachniden 12, darunter eine Seleno-
cosmia-Art. Eine Fundgrube für die kleineren Arten
lieferten die Nester von Pelopoeus spii'ifex, die ihre Brut
mit gelähmten, aber sonst ganz unverletzten Spinnen ver-
proviantiren. — Von Käfern waren 45 Arten erbeutet (vgl.
dies. Ber. für 1881 S. 241); unter den Dipteren ist am
bemerkenswerthesten eine mit einer Milbe zusammen auf
Cynonycteris stramineus vorkommende Fledermausfliege, die
Cyclopodia Greeff Karsch; sehr lästig wird der Tabanus
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 41
serratus Löiv und die seit einigen Jahren eingeschleppte
Sarcopsylla penetrans L,
W. Macleay macht einige Insects of the Maclay^
coast, New Guinea (Astrolabe Bay) namhaft (38 Käfer,
5 Orthopteren, 4 Hemipteren, 2Homopteren, 6 Hymenopteren,
1 Dipteron, z. Th. nur die Gattung angedeutet); Proceed.
Linn. Sog. New South Wales IX S. 700 ff.
Ameisenlarven und eine (Eulen-)Raupe werden von den
Indianern Mexiko's verzehrt; American Naturalist 1885
S. 893.
In Nature Vol. 31 S. 615 f. ist ein Artikel über Chi-
nesisches Insekten-Wachs, das sich an Ligustrum
lucidum findet, und über Galleninsekten (wahrscheinlich
Cocciden), einen Rüsselkäfer und eine ,, Raupe" auf diesem
Baum, ohne dass die Rolle, die diese einzelnen Insekten
spielen, klar ausgesprochen wäre. Die eigentlichen Er-
zeuger des Wachses scheinen die „GaUeninsekten" zu sein,
welche mit ihren Gallen zu einer bestimmten Zeit auf die
Bäume von den Eingeborenen übertragen werden. Der
Käfer ist nach MacLachlan wahrscheinlich ein Brachy-
tarsus und „Parasit bei Coccus"; ebenda 32 S. 6.
Reports on Insects injurious to Hop Plauts,
Gern Crops, and Fruit Crops in Great Britain;
prepared ... by Ch. Whitehead. No. II: Insects injurious
to Corn, Grass, Pea, Bean, and Clover Crops.
Reports of observations of injurious insects and
common farm pests d. the year 1885 ... by E. A.
Ormerod.
Our Insect Enemies. By Th. Wood; 220 Ss. 8^
London 1885 Society for promoting Christian knowledges.
E. Taschenberg. Die Schädigung des Hopfens
durch Insekten. Halle a. S. 1884, 8^, 20 Ss. mit 13
Holzschn.
Hess behandelt in einem Vortrage die kleinen
Feinde des Apfelbaumes unter den Insekten und
ihre Lebens- resp. Entwickelungsweise ; 33. Jahresbericht
Naturhist. Ges. Hannover S. 55 ff.
Lemoine erwähnt unter den Feinden der Phylloxera
42 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
punctata 3 Käferlarven, darunter die einer Scymnus-Art ;
Aspidiotus Nerii wird am meisten von einem Hautflügler
decimirt; Compt. Rend. dela 23®- reun. des delegues des soc.
savantes a la Sorbonne; im Bull. Soc. Amis des Sei. nat.
de Ronen (1885) S. 48.
Ceuthorrliynchus assimilis und Cecidomyia
Brassicae verursachten 1884 bei Steinau das vorzeitige
Vertrocknen und Aufspringen der Rapsscboten; Letzner,
<32. Jahresb. Scbles. Ges. f. vaterl. Kultur S. 347.
Bemerkungen über .... pflanzenfeindliclie In-
sekten von A. Doengingk; Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou
LXI (1885 No. 2) S. 355 ff.
Forbes' Report on the noxious Insects in Illinois
for 1884 enthält nach American Naturalist 1885 S. 1105 einen
neuen an der Roggenwurzel lebenden Crambus, 2 Blatt-
rollende Schmetterlinge, die ,,corn-aphis" und andere Roggen-
Insekten. Die Literatur über die Hessenflieg6 ist durch' neue
Beiträge bereichert; drei neue Parasiten (ierselben sind
beschrieben: Pteromalus pallipes, fulvipes und Tetrastichus
carinatus. Die Weizemnücke (Chlorops? „wheatmidge") ist
in aUen ihren Stadien wieder beschrieben und neue Beob-
achtungen über ihre Lebensweise mitgetheilt; einige Seiten
sind Laphygma frugiperda gewidmet.
Der Report of the Entomologist (Riley) in dem
Rep. of the Commissioner of Agriculture, 1884, S. 285 ff.,
PI. I — X enthält nach einer Einleitung] die Cabbage-
Insects S. 289 ff. Als solche auf dem Kohl lebende
Insekten sind aus Amerika behandelt und in ihrer Natur-
geschichte geschildert Agrotis messoria Harr., annexa
Treitschke, malefida Guene, clandestina Harr.y ypsilon Rott.,
saucia Treitschke; Mamestra subjuncta G. & R. ; Hadena deva-
statrix Brace; Epicaerus imbricatus Sai/; PhyUotreta vittata F.,
Zimmermanni Gt^otch., albionica Le Conte; Dorj^hora decem-
lineata Say; Murgantia histrionica Hahn; Lygus linearis
Beauv,; Nysius angustatus Uhler; Aphis Brassicae L.;
Anthomyia Brassicae Bon che; Oscinis Brassicae n. sp.;
Caloptenus spretus Uhler. Gegen die meisten dieser Kolü-
feinde werden Vertilgungsmittel empfohlen; auch wird die
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 43
gelungene Einführung des in Pieris rapae schmarotzenden
Apanteles glomeratus gemeldet, der gleich seinem Wirth
aus Europa stammt. — Ferner werden als Schädlinge
anderer Pflanzen aufgeführt Cimbex americana Leach (neuer-
dings auf Weiden beobachtet); Plagiodera scripta F. (auf
Populus monilifera) ; eine Simulium-Art, die sog. Buffalo-gnat
oder black-fly; Gelechia cerealella Oliv.; Pulvinaria innu-
merabilis i2«^Ai'.; Acrobasis Föcmz« n.sp.; Isosoma grande
n. sp. ; eine Milbe , Phytoptide , die den Rost der Orangen
hervorrufen soll. Packard erstattet einen Spezialbericht,
(S. 374 ff.) über die Baumverwüster in Neu- England und
New- York: SteganoptychaRatzeburgiana; Monohammus con-
fusor; Glycobius speciosus; Saperda calcarata; Webster
desgl. über die Insects affecting fall wheat S. 383 ff. : Iso-
soma Tritici; eine Tenthredinide ; Diplosis Tritici; Mero-
myza americana; Thyreocoris pulicarius; Lygus lineolaris;
Podisus sp.; Gryllus abbreviatus; Gortyna nitela; Smith
desgl. über die I. a. the hop and the cranberry: Acrobasis
Vaccinii; Anchylopera vacciniana; Teras oxycoccana; eine
Cecidomyia, die ,,Pear-Cecidomyia". Bruner schickt Notes
from Nebraska ein (S. 398 ff.), die sich auf Caloptenus
spretus, Oecanthus niveus, Blissus leucopterus, Pieris Rapae,
Seiandria sp. , Schädlinge von Weiden und Pop. monilifera
beziehen. Endlich werden noch Notizen über Blissus leu-
copterus, PhyUoxera vastatrix,; Psylla Buxi, Mallodon mela-
nopus, Cecidomyia leguminicola, Trichobaris trinotatus,
Oedemasia concinna, Anomala varians, Deilephila hneata,
Clisiocampa Americana, Sphenophorus robustus, Bryobia sp.,
Euphoria Kernii, PristosceHs ater, Calandra Oryzae?, Ara-
migus Falleri, Conorrhinus sanguisuga, Sphinx Catalpae,
Feinde des ,,Cotton worm", Pulvinaria innumerabilis, Gor-
tyna nitela; Grapholitha prunivora, Seiandria Vitis, Seiandria
sp. von Prunus gegeben.
Trois schreibt sopra alcuni esperimenti per la con-
servazione delle larve degl' Insetti und giebt die
Zusammensetzung einer Konservirungsflüssigkeit an, die er als
die beste erprobt hat. Atti R. Istitut. Veneto (6) III S. 189 ff.
In Zittel's Handbuch der Paläontologie enthalten
44 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lief. 8 und 9 der 1. Abth. die Arthropoden, von S. Scudder
bearbeitet; auch als Sonderabdruck erschienen, München
und Leipzig 1885.
Brongniart giebt eine Uebersicht der Lisektenreste
der paläozoischen Formationen; Compt. Rend. de la
23® reunion des delegues des soc. savantes a la Sorbonne
im Bull. Soc. des Amis des Sei. nat. de Ronen (1885)
S. 50 ff. PL I— III; Jahrb. K. K. geol. Reichsanstalt 1885
S. 649 ff. — Während bis vor wenigen Jahren die Zalil der
aus der Kohlenformation bekannten Insektenreste 100 nicht
bedeutend überstieg, ist durch den Sammeleifer der letzten
Jahre diese Zahl auf mehr als das Zehnfache gebracht
worden, theils durch Funde, die in Nordamerika gemacht
und durch Scudder gedeutet wurden, theils und in hervor-
ragender Weise durch die in den Gruben von Commentry
(AUier) gemachten Funde. Auch wurden erst in jüngster
Zeit Tracheatenreste bekannt aus älteren als dem
Carbon angehörigen Schichten. — Das Silur hat (neben dem
Palaeophonus nuncius in Gotland und Schottland) in diesem
Jahre einen Flügelrest geliefert, der von Brongniart, wenn
auch mit einigen Zweifeln, einer Blattide zugeschrieben
wii^d (Palaeoblattina Douvillei); derselbe stammt aus dem
Sandstein von Jurques (Calvados), mittleres Silur. — Die
von Scudder bekannt gemachten Reste aus dem Devon
von Neu-Braunschweig (s. dies. Ber. 1881 S. 104) sind die
einzigen aus dieser Formation bekannt gewordenen ; obwohl
Brongniart anerkennt, dass Scudder sich in der Deutung
der mangelhaften Reste bisweilen zu sehr übereilt habe,
so meint er doch, dass die Polemik Ha gen 's gegen Scudder
über ihr Ziel hinausschösse, und dass Hagen von der
Wahrheit weiter entfernt sei. - Die Kolileninsekten sind
schon sehr zalilreich und gehören den Ordnungen Ortho-
ptera (incl. Thysanura), Neurorthoptera, Pseudoneuroptera
(Neuroptera) und Rhynchota an; die von Goldenberg
als Flügeldecken von Coleopteren gedeuteten Reste sind
nach Brongniart entweder Früchte oder Arachniden.
Die Gruben von Commentry haben die ersten Tliysanuren
geliefert in 45 Exemplaren. Dieselben sind einem Lepisma
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 45
oder Machilis ähnlich und Dasyleptus Lucasi genannt.
— Unter den Orthoptera sind die Familien der Palaeo-
blattariae und Palaeacridiodea vertreten; in erstere ge-
hört auch Megahlattina (Fulgorina Goldhg.) lüiveri.
Die als Vorläufer unserer Orth. Saltat. anzusehenden
Palaeacridiodea enthalten die Gattungen Oedischia, Sthe-
naropoda, Protogryllacris (für LithosiaHs Brongniarti),
l^SiolisiScudd., StJienarocera, (^a/owewra; Macrophlebium
HoUebeni Goldhg. ist bis auf weiteres hier unterzubringen.
Die Neurorthoptera sind mit 6 Famihen vertreten.
Die Protophasmida enthalten die Gattungen Protophasma,
Lithophasma (für Gryllacris lithanthraca Goldhg.)^ Tita-
nophasma und Archegogryllus ^a^Jc/. Die Sthenaropte-
rida setzen sich aus den Gattungen J/ß^ an ewra, Archaeo-
ptilus Scudd., Megathentomum zusammen; in letztere Gattung
gehören auch Acridites formosus und carbonatus Goldhg.
Diese 3 genannten Familien büden die Neurorthoptera s.str.,
Insekten von bedeutender Körpergrösse, mit starken Flügel-
adern und einer Aehnlichkeit mit unseren heutigen Phas-
miden. [Die drei folgenden Familien setzen die Unter-
ordnung der Palaeodictyoptera zusammen. Es sind dies
die FamiUen Steno dicfyopterida, Iladrohrachypoda
und Platypterida. Die erste Familie zählt 6 Gattungen:
Eugereon Goldhg., Scudde vi a, Meg ap t ilu s , Haplophlebium
Scudd., Goldenbergia Scudd., Dictyoneura Goldhg. Bron-
gniart stellt in die Gattung Goldenbergia unter anderen
folgende beschriebene Arten: Termes Heeri, affinis, laxus
Goldhg., contusa, longitudinaHs >Scwf/r/.^ Termitidium amissum
(?o/c?6^.; Dictyoneura Decheni, Humboldtiana, anthracophila,
elegans, elongata, Schmitzii, obsoleta Goldhg., sinuosa
Scudd., und beschränkt Dictyoneura auf libelluloides(zo^c?6^.,
jucunda Scudd., Goldenher gi. — Die Hadrobrachypoda
zählen bis jetzt die beiden Gattungen Miamia Scudd. und
Leptoneura; sie haben einigermassen das Aussehen
unserer heutigen Termiten, können mit ihnen aber doch
nicht in eine Familie vereinigt werden. — Die Platypterida
sind mit 3 Gattungen, Lamproptilia, Zeilleria^ Spil-
aptera, vertreten.
46 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Die Pseudoneuroptera haben ebenfalls 6 Familien.
Von diesen ist die der Megasecopterida in mehrfacher Hin-
sicht ausgezeichnet; am Hinterleib, der mit 2 langen ge-
gliederten Anhängen endete, befanden sich bisweilen seit-
hche Platten, die der Kespiration dienten. Die Flügel
besassen weit von einander entfernte Nerven, die durch
grosse Quernerven mit einander verbunden waren. Hierher
gehören Protocapnia, Brodia Scudd., Trichaptum,
Campyloptera, Sphecoptera, Brejeria. PreudLdeBotTCy
Wo 0 dw ardia, Corydalo'ides. An diese Familie schliessen
sich an die Protodonata, die Vorgänger unserer Odo-
naten. Diese Familie ist repräsentirt durch einen einzigen
Flügel, den von Protagrion. — Die Familie der Homo-
thetida zählt ausser den bekannten Gattungen Hemeristia,
Pachytylopsis, Chrestotes, Omalia 3 in Commentry neu
aufgefundene: Oustaletia, Brachyptilus, Diapha-
noptera. — Die 3 folgenden Famüien enthalten die Vor-
läufer der Ephemeriden, Perliden und Ascalaphiden ; es sind
dies Protephemerina (Gattung Bomalo7ieura, Potam-
anthus verwandt), Protoperlida (mit Protodiamphi-
pnocty Protokollaria, Pictetia, Protoj^erla); Proto-
myrmeleonida mit der Gattung Protascalaphus; die
letztere Famüie würde wohl zu den heutigen Neuroptera
planipennia zu stellen sein. — Von Rhynchoten sind bis
jetzt nur Homoptera in den Kohlenschichten vertreten,
die Vorgänger der Sing- und Leuchtzirpen; die Funde in
Commentr)' haben die Aufstellung mehrerer neuer Gat-
tungen nothwendig gemacht: Rhipidioptera, Diclyo-
cicada, Palaeocixius, Protociccus; ferner gehören
hierher Fulgorina Ebersi und lebachensis Gold hg., sowie
einige neue Arten der Gattung Fulgorina. Auch der von
Scudder einem Heteropteron zugeschriebene und Phtha-
nocoris occidentalis genannte Rest (s. unten) ist nach
Brongniart ein Homopteron und mit Paeocera olivacea
Blanch. verwandt. Vgl. denselben, Bull. Soc. geolog.
de France (3. S.) t. XIV S. 12 f.
Scudder gruppiert Dictyoneura and the allied
insects of the carboniferous epoch, nämlich die
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 47
Gattungen Titanophasma Brongn. mit T. jucunda von
Pittston; Litonenra für (Termes) laxa (Goldhg.), (Dict.)
obsoleta {Goldhg.)^ anthracophila (Goldbg.), Dictyoneura,
welche auf die Arten Schniitzii Goldhg., Humboldtiana
Gcldhg., sinuosa Kliv. und (Termes) affinis (Goldhg.) be-
schränkt wird; Polioptenus für Dict. elegans Goldhg. S.170;
Protophasma Brongn.; Breyeria de Bo7Te, wozu auch (Dict.)
elongata {Goldhg.) gestellt wird; Goldenher gia S. 171
für (Dict.) elongata! (Goldhg.) ^ nigra (Kliv.), (Termes)
Decheni Goldhg., Heeri (Goldhg.), formosa (Goldhg.);
Haplophlebium Scudd. mit der neuen Art longipennis von
Pittston S. 172; Paolia Smith mit superha (Mazon Creek),
Lacoana (Pittston), Gurleyi (Orange Co., Indiana) S. 173;
Proc. Am. Acad. of Arts and Sei. (N. S.) XII. S. 167 ff.
Derselbe behandelt Palaeodictyoptera; or the
affinities and Classification of palaeozoic Hexapoda ; Memoirs
of the Boston Society of Nat. Hist. Vol. III No. XI Art. XII
S. 319 ff. PL XXIX-XXXII; ein Referat von Preudhomme
de Borre s. Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 77 ff. —
Scudd er führt hier aus, dass alle geflügelten paläozoischen
Insekten einer Ordnung, den Palaeodictyoptera, angehören,
die in Orthopteroid Neuropteroi'd und Hemipteroid Palaeo-
dictyoptera, zerfallen. Zu den ersteren gehören die Palaeo-
blattariae Scudd. und Protophasmida Brongn.; Archego-
gryllus priscus Scudd. wird PI. 29 Fig. 2 und 3 abgebildet.
Zu den Neuropteroi'd Palaeodictyoptera geliören die
Palephemeridae Scudd. mit Pal. antiqua Scudd. ; Ephe-
merites Rückerti Gein.; Palingenia Feistmanteli Fritsch;
Homothetidae Scudd. mit Acridites priscus Andr.i
Eucaenus (n. g.) ovalis (Mazon Creek) S. 325 PI. 29 Fig. 4;
Gerapomp US (n. g.) hlattinoules (Mazon Creek) Fig. 1,
extensus (Mazon Creek) Fig. 5, 8 S. 326; Anthracotremma
(n. g.) rohusta (Mazon Creek) PI. 30 Fig. 1, 5, 6; Geno-
pferyx! (n.g.) constricfa (Mazon Creek) PL 29 Fig. 11 S.327;
in dieselbe Gattung gehört die (Gryllacris) Hthanthraca
Goldhg.; Cheliphlehia (n. g.) carhonaHa (Mazon Creek)
PL 30 Fig. 8, elongata (Mazon Creek) PL 29 Fig. 7 S. 328;
Genentomuni (n. g.) validum (Mazon Creek) PL 30 Fig. 2, 3
48 Bertkau : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 329 ; Didym op h l ep s (richtiger — phlebs geschrieben) für
(Termes) contussi Scudd. S. 330 PL 29 Fig. 6; Homothetus
fossihs Scudd.; Mixotermes lugauensis Sierzel; Omalia
macroptera Coem. & Van Bened.; Palaeopterina Scudd.
mit Miamia Bronsoni Dana; Propfeticus (n. g.) infemus
(Little VermiHon River, lU.) S. 334 PL 31 Fig. 3, 4; Die-
coneura (n. g.) arcuata (Mazon Creek) PL 30 Fig. 4, rigid a
(Pittston, Penns.) PL 29 Fig. 10 S. 336; Strephocladus
n. g. für (Petroblattina) subtiHs Kliv. S. 337; Aetho-
phlebial (n. g.) singularis (Mazon Creek) S. 338 PL 31
Fig. 9; Xenoneuridae Scudd. mit Xenoneura antiquorum
Scudd.; Hemeristina Scudd. mit Lithomantis carbonaria
Woodw.; LithosiaHs Brongniarti Scudd. bohemica Scudd.
und (Acridites) carbonaria Germ.; Brodia priscotincta
Scudd.; Pachytylopsis Persinairei DeBorre; Lithentomum
Harttii Scudd.; Chrestotes lapidea Scudd. PL 31 Fig. 2;
Hemeristia occidentahs i)awa ; Gerarin a nov. fam., (Skapular-
ader mit -einer grossen Anzahl Aeste, die von der Ader
selbst und nicht einem einfachen Hauptzweig entspringen)
mit Polyer?ius (n. g.) complanatus (Mazon Creek) PL 32
Fig. 8, 11, laminarum (Pittston, Penns.) PL 31 Fig. 1 S. 343;
Gerarus (n. g.) väus (Mazon Creek) PL 31 Fig. 6, Mazonus
PL 32 Fig. 7 S. 344 und (IMiamia) Danae Scudd. PL 31
Fig. 5; Adiphlehia (n. g.) Lacoana (Mazon Creek) PL 32
Fig. 6 S. 345; Megathentomum pustulatum Scudd. PL 32
Fig. 1, 9, 10 S. 346, (Acridites) formosum (Goldbg.) — Zu
den Hemipteroi'd Palaeod. rechnet Scudd er Eugereon
Böckingi Dohrn; Fulgorina Ebersi (Dohrn); Phthanocorit^
(n. g.) occidentalis (Kansas City, Mo.) S. 348 PL 32 Fig. 4,
letztere zu den Heteroptera hinüberführend. — Manche
der als Insektenreste gedeuteten Fossile sind wahrscheinlich
Pflanzen oder nicht zu entziffern, so Ephenierites primordiaHs
Scudd. (Cyclopterisblatt), Libellula carbonaria Scudd. (wahr-
scheinlich ein Anthracomartus) ; Termitidium amissum
Goldhg. und rugosum Goldhg. lassen keine nähere Deutung
zu; die 3 von Scudder beschriebenen Ephenierites sind
walirscheinLLch Pflanzen.
In dem Art. XIII, ebenda S. 353 ff.: Winged Insects
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 49
from a palaeontological point of view, or the geo-
logical history of Insects führt derselbe näher aus,
dass in der paläozoischen Zeit noch keine Orthoptera,
Neuroptera, Hemiptera existirt haben, sondern nur Vor-
läufer derselben, die alle in die eine Ordnung der Palaeo-
dictyoptera gehören; auch gab es keine „Blattariae,
sondern Palaeoblattariae , keine Ephemeridae, sondern
Palephemeridae u. s. w."; die Differenzierung der Palaeo-
dictyoptera in die heutigen Ordnungen der Orthoptera,
Neuroptera, Hemiptera, (Coleoptera?) ging erst in der
mesozoischen Zeit vor sich.
Unter den Insektenresten von Commentry fanden sich
zwei Exemplare, welche deutlich an jedem Hinterleibsringe
seitlich eine ziemlich grosse Platte mit einer Art von ver-
zweigten Fäden erkennen Hessen, welche Brongniart als
Kiementracheen deutet. Die Stigmen finden sich paarweise
an der Bauchseite der Hinterleibsringe. Die übrige Orga-
nisation lässt eine Verwandtschaft mit Corydalis und Chau-
liodes vermuthen und veranlasste Brongniart, diesem
durch die erhaltenen Kiementracheen mit Pteronarcys
regalis und anderen Perliden übereinstimmenden Insekt den
Namen Corydalo'ldes ScudcWi zu geben; Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 12 f.
Scudder beschreibt The insects of the tertiary
beds at Quesnel; Keport of Progress 1875—1876, Geolog.
Survey of Canada, und Additions, ebenda 1876 — 77. Es
sind Formica arcana; Hypoclinea obhterata; Aphaenogaster
longaeva; Pimpla saxea, senecta, decessa; Calyptites
(n. g. Braconid.) antediluvianum ; Boletina sepulta; Brachy-
peza abifa, proce^ra; Sciara deperdita; Anthomyia inanimata^
Burg esst; Heteromyza senilis; Sciomyza revelaia; Lithor-
talis (n. g. Ortal.) picta; Lonchaea senescens; Palloptera
morticina; Prometopia depilis; Euschistus antiquus; Lachnus-
petrorum!, Quesneli; Bothromicromus (n. g. Hemerob.)
Lachlani; Araneal Columhiae (Eiersäckchen).
Derselbe studirte nochmals the earliest winged
Insects of America in the Light of criticisms and of
new studies of other palaeozoic types; Cambridge, 1885.
Arch. f. Nat?. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 4
50 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
4°- S. 1 — 8 mit 1 Taf. Gerephemera simplex Scudd.,
für welche früher die Gruppe der Atocina errichtet war,
erkennt Scudder jetzt als zu den Palaeodictyopteren und
zwar den Protophasmida gehörig; Platephemera antiqua
Scudd. hält der Verfasser nach wie vor für einen Ver-
wandten der Ephemeriden; die Gruppe mag Palepheme-
ridae genannt werden; Lithentomum Harttii Scudd,
ist zwar mit Chauliodes nahe verwandt, aber durch die ge-
ringere Zahl von Verzweigungen des Schulterastes ver-
schieden; Homothetus fossilis Scudd,, von Hagen für
einen Sialiden erklärt, zeigt ein Flügelgeäder , das auch
bei anderen paläozoischen Insekten vorkommt, die vielleicht
die umfangreichste Gruppe unter allen paläozoischen Neu-
ropteren ausmachen und Homothetidae genannt werden ;
bezüglich Xenoneura antiquorum bleibt Scudder bei
seiner früheren Auffassung. — Eine Kritik von Hagen
s. Natüre 32 S. 52 f.
Derselbe verfolgt the geological history of
Myriopods and Arachnids und stellt Tabellen auf,
welche die Artenzahl der einzelnen Ordnungen in den ver-
schiedenen geologischen Perioden übersichtlich erkennen
lassen; Psyche, Jan. — März 1885 S. 245.
Die devonischen Insekten Platephemera und Gere-
phemera gehören zu den Libellen, Xenoneura, Homothetus
(und Lithentomum) zu den SiaHden oder in deren Ver-
wandtschaft, wie Hagen nochmals Scudder gegenüber
ausfühi't; Zool. Anz. 1885 S. 296 ff; vergl. dies. Ber. für
1881 S. 105.
0. Helm macht die XIII. seiner „Mittheilungen über
Bernstein" über die Insekten des Bernsteins. Schrift.
Naturf. Gesellsch. Danzig (N. F.) VI. Bd. 3. H. S. 267 tt^
Er konstatiert zunächst aus der Literatur, dass die meisten
Gattungen der Bernsteininsekten auch in der Jetztzeit ihre
Vertreter haben, und dass vielfach spätere Funde die zuerst
gefasste Ansicht von dem Vorhandensein eines ausgestorbenen
Gattungstypus als unhaltbar erwiesen haben. (Diesen Fällen
ist auch Archaea anzureihen, von der durch Simon
lebende nahe Verwandte bekannt gemacht sind.) Dagegen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 51
sind die Arten wohl ohne Ausnahme ausgestorben, wenn
^uch in ein^ehien Fällen solche vorkommen, welche den
heute in Norddeutschland lebenden ausserordentlich ähnlich
sind. Aus seiner Samndung führt der Verfasser 600 Stück
Käfer an, die sich in folgendem Verhältniss auf die Familien
Tertheilen: Carabid.33, Gyrinid. 1, Dytiscid. 1, Staphylinid. 26,
Pselaph. 20, Scydmaenid. 9, Hister. 1, Pauss. 1, Silph. 9,
Trichopter. 4, Phalacrid. 2, Nitidul. 3, Trogosit, 2, Colyd. 7,
Cucuj. 7, Chryptophag. 11, Lathrid. 9, Dermest. 1, Byrrh. 4,
Buprest. 20, Eucnem. 1, Elater.70, Dascyll. 28, Telephor. 20,
Clerid.ll, Ptinid. 2, Anobiad. 42, Tenebrionid. 20, Cistel. 18,
Melandr. 12, Anthicid. 28, Pyrochroid. 3, Mordell. 17,
Cantharid.l, Oedemer.5, Curcul.18, Anthribid.3, Bostrych.21,
Cerambyc. 8, Chrysomel. 79, Erotyl. 1, Endomych. 1,
€occin.ell. 9.
Ebenda S.278f. charakterisirt Brischke die Hymeno-
pteren des Bernsteins nach der Menge'schen und
Helm'schen Sammlung. Es sind die Apiden mit 11, Ves-
piden 1, Crabroniden 59, Heterogyna 7, Chrysiden 9, Formi-
ciden41, Evaniaden 23, Ichneumoniden 81, Braconiden 120,
Proctotrypiden 93, Chalcidier 78, Tenthrediniden 9 Stück
yertreten. Beide Verfasser suchen sich nach der Fauna
und Flora ein Bild des Gesanuntcharakters des Bernstein-
■waldes zu machen.
Description of an Articulate of doubtful rela-
tionship from the tertiary beds of Floris&ant,
Colorado, by S. H. Scudder; National Academy of Sciences,
Vol. III. — Scudder beschreibt einen merkwürdigen Arthro-
poden, der in etwa 40 Exemplaren von zum Theil guter
Erhaltung in seinen Händen war. Derselbe ist etwa 1 Cm.
lang und von asselähnlicher Gestalt: zu erkennen sind
7 Leibesringe, von denen die drei vordersten unter ein-
ander von ziemlich gleicher Grösse sind und zusammen
beinahe zwei Drittel der Gesammtlänge des Körpers ein-
nehmen; die Ghederung an den 4 letzten Segmenten ist nur
undeutlich ausgedrückt. Jedes der 3 vorderen Segmente trägt
ein stämmiges Beinpaar, dessen Tibia mit einem Saume
langer Haare bekleidet ist und dessen Tarsen zweigliedi'ig
4*
52 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sind und mit einer Kralle enden; der Haarbesatz der
Tibien macht ein Leben im Wasser wahrscheinlich. Das
auffallendste ist, dass der Kopf fehlt; statt desselben ragt
ein kurzer stumpfer Zapfen von dem Vorderrande des
ersten fusstragenden Segmentes nach vorn, der von Scudder
als ein Ring von Mundplatten gedeutet wird; in denselben
hinein lässt sich der Nahrungskanal verfolgen. Scudder
nennt das Thier Planocephalus aselloldes und hält es
fiir verwandt mit den Pauropoden und Thysanuren.
Bert kau regt unter Hinweis auf Limnochares
antiquus v, Heyd. die Frage an, ob nicht auch Plano-^
cephalus eine Larvenexuvie , (vielleicht eines Galguliden)
sei; Sitzber. Niederrh. Gesellsch. f. Natur- und Heilk. 1885'
S. 298 ff.; vgl. dies. Ber. 1881 S. 104
Die von G. Qu e den fei dt beschriebenen C opal-
in sekten aus Afrika sind ausschliesslich Käfer (Cardio-
phorus; Hadroscelus n.g. Chrysom. und Ibidion, s. unten) ;^^
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 363 ff.
Araehnoidea.
Ray-Lankester assisted by W. B. S. Benham and
Miss E. J. Beck schreibt on the muscular and endo-
skeletal Systems ofLimulus and Scorpio; with some
notes on the anatomy and generic characters of Scorpions,
Transact. Zool. Societ. London XI S. 311 ff PL 72 — 83.
Die ziemlich umfangreiche Abhandlung besteht aus 5 Theilen r
I Introduction by E. Ray-Lankester; II Description of the
muscular and endoskeletal Systems of Limulus by W. B. S.
Benham. III id. of Scorpio by E. J. Beck. IV Comparison
of the muscular and endoskeletal Systems of Limulus and
Scorpio, and consideration of the morphological significance
of the facts recorded by E. Ray-Lankester. V Notes on
certain points in the anatomy and generic characters of
Scorpions by E. Ray-Lankester.
Part I ist zur Orientierung über die Trag-weite der
späterhin behandelten Fragen verfasst und enthält einen
Rückblick auf die letztvergangenen Jahre, der die Leistungen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 53
des Verfassers in der Aufdeckung der verwandtschaftlichen
Beziehungen zwischen Limulus und Scorpionen in das rechte
Licht stellt.
Part II und III enthalten die speciellen Angaben,
welche in Part IV verglichen sind. Es stellte sich dabei
heraus, dass weder Limulus noch Scorpio sich mit Rück-
sicht auf ihre Muskulatur in dem ursprünglichen Zustande
befinden. Dieser wird durch einen gegliederten, aus min-
vdestens 18 gegen einander beweglichen Segmenten zusammen-
gesetzten Körper repräsentirt, der dorsale und ventrale
Längsmuskeln, dorso-ventrale , veno-perikardiale und Mus-
keln zur Bewegung der Hüften in jedem Segmente hatte;
:ausserdem hatte der Pharynx eine besondere Muskulatur.
Bei Limulus sind die dorsalen Längsmuskeln in Folge einer
Verschmelzung der Tergite zu einem einheitlichen Stück
verschwunden mit Ausnahme derjenigen, die zur Bewegung
des MitteUeibes gegen den Vorderleib dienen. Aus dem-
selben Grunde verschwanden in beiden die dorsalen und
ventralen Längsmuskeln im Vorderkörper. Am Mittelleib
abortirten bei Scorpio die zur Bewegung der 4 hinteren
Paare von Anhängen (der Lungen I) dienenden Muskeln,
während sich dieselben bei Limulus erhielten und hier sogar
noch als eine Neubildung die mächtigen thorako-branchialen
Muskeln entwickelten. Am vollständigsten ist die Ueber-
«instimmung in der sich an das Endoskelet oder Plastron
anknüpfenden Muskulatur. Indem nun der Verfasser davon
ausgeht, dass sich die Muskeln nie direkt an die Körper-
kutikula, sondern an das „subepidermale Bindegewebe"
(ob hier die Hypodermis oder die ,, Basalmembran" gemeint
sei, kann ich nicht entscheiden. Ref.) ansetzt, hat es für
ihn keine Schwierigkeit, sich vorzustellen, dass dieses
Bindegwebe in einem einzelnen Falle grosse Dimensionen
annehmen und allmählich den Zusammenhang mit dem
zugehörigen epidermalen Sklerit verlieren könnte. So
haben wir denn in den sich an das Endoskelet anheftenden
Muskeln folgende ursprünglichen zu sehen: 1. ventrale
Längsmuskeln; 2. dorso-ventrale Muskeln; 3. Sternocoxal-
muskeln der Gliedmassen; 4. Sternobuccalmuskeln. Be-
54: B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
merkenswerth ist hierbei, dass, während bei Limulus das
Endoskelet dem 1. — 6. Körpersegment entspricht, bei Scorpio
das 2. — 7. in seine Bildung eingehen.
In Part V bespricht Ray-Lankester die Systematik
der Klasse der Arachniden und der Ordnung der Skorpione.
Er theilt die Arachniden zunächst in Delobranchia
(Limulus und die Eur}^terinen) und Embolobranchia,
von denen 3 Ordnungen, Scorpio nidea , Pedipalpi und
Aranei'dea genannt sind. (Ob der Verfasser überhaupt
nicht beabsichtigt, eine Systematik der ganzen Klasse zu
geben, oder ob er die jMilben, Opilionen, Scheerenspinnen
etc. nicht als Arachniden betrachtet, ist nicht ausgesprochen;
Ref.). Bei der Systematik der Skorpione geht er auf
Peters zurück; er erkennt nur die eine Familie mit den
Unterf. Scorpionini und Androctonini an; die erstere ent-
hält die Gattungen Scorpio (mit Unterg. Euscorpius, Buthus,
Brotheas) und Telegonus; die letztere nur die Gattung^
Androctonus mit Untergatt. Prionurus und Centrurus. Als
Punkte, welche bei einer Beschreibung und zur Gattungs-
und Artunterscheidung besondere Berücksichtigung ver-
dienen, werden folgende angeführt : 1 . Gestalt des Sternum ;
2. Anordnung der Bauchganglien und Innervation der
Lungen; 3. Skulptur der Lungenblätter; 4. Gestalt der
Stigmen; 5. Bezahnung der Oberkiefer in 1 oder 2 Reihen;
6. Bezahnung der Scheeren; 7. Chitinisirung des Genital-
deckels; 8. Proportion der Hand, ob schlank oder breit;
9. Proportion des Schwanzes im Vergleich zum übrigen
Körper; 10. Zahl der LameUen und sekundären Basalzähne
an den Kämmen; 11. Stellung der Mittelaugen; 12. Zahl
und Stellung der Seitenaugen; 13. Beschaffenheit der
Schwanzglieder (ob gekerbt oder nicht); 14. Verhältniss-
mässige Länge des dem Stachel vorhergehenden Segmentes;
15. Anwesenheit eines Dorns unterhalb des Stachels. —
Die zu berücksichtigenden Punkte sind hier ihrer Wichtigkeit
nach aufgeführt.
Nachdem derselbe also gefunden hatte, dass die an
die Spitze jedes Lungensinus von Scorpio sich anheftenden
Muskeln (m. veno-pericardiaci) keine mögliche Beziehung
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 55
zu den tliorako-branchialen Muskeln des Limulus haben,
sondern bei diesem durch genau ähnliche m. veno-pericard.
vertreten sind, sieht er sich veranlasst, seine frühere An-
sicht über den Modus der Umwandlung der Limuluskiemen
in die Skorpionlungen, nicht aber über diese Umwandlung
selbst zu verlassen. Kay-Lankester macht jetzt folgende
Annahme: „Bei Limulus wie bei Scorpio ist jederseits der
sternalen Oberfläche ein grosser Blutraum in freier Kommu-
nikation mit den blattartigen Organen. Wir nehmen nun
an, dass dasselbe bei dem gemeinsamen Vorfahr dieser
beiden Thiere der Fall war und ferner, dass derselbe
6 Paar von Gliedmassen am Mittelkörper besass, von denen
5 blättertragend waren und in ihrer Form zwischen den
Kämmen des Skorpion und den gegenwärtigen Anhängen
des Limulus standen. Nun nehmen wir ferner an, dass in
dem einen (zu den Skorpionen führenden) Zweig der Famihe
diese Anhänge kleiner und kleiner wurden, ihre lokomo-
torische Funktion einbüssten und ausschliesslich der Ath-
mung, und zwar mehr der Luft- als Wasserathmung dienten.
Wenn wir uns nun einbilden, dass die vier hinteren
Paare dieser reduzirten Anhänge im Embryonalzustand
eine sehr gew^öhnliche Aenderung der Wachsthumsrichtung
vorgenommen haben, nämlich nach innen anstatt nach
aussen, so haben wir ohne alle weitere Neuerung den ge-
nauen Zustand der heutigen Blätterlungen eines Skorpions."
Als Beispiel für ein solches Einwärtswachsen statt des
früher nach aussen gerichteten Wachsthums führt der Ver-
fasser die Bildung des Bandwurmkopfes in der Finne an,
sieht die mechanische Veranlassung dieser Aenderung in
dem Umstand, dass die Eier des Skorpions sich in den
engen Eileitern entwickeln und beschreibt ein Experiment,
wozu nichts weiter als ein Handschuh und eine Schachtel
nöthig ist, das aber trotzdem eine klare Anschauung von
dem Vorgang der Umwandlung von Kiemenblättern in die
Lungenblätter giebt. Quart. Journ. Microsc. Sei. (N. S.)
XXV S. 339 ff.
In einer Abhandlung 0 n the skeleto-trophic tissues
and coxal-glands of Limulus, Scorpio and Mygale
56 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
beschreibt Ray-Lankester die verschiedenen Arten von
Bindegewebe, welche sich in dem Cephalothorax der ge-
nannten Thiere finden und als lakunäres, retikuläres,
häutiges, grosszelliges, knorpelartiges unterschieden werden ;
letzteres setzt die endothorakale Platte, welche zur An-
heftung so wichtiger Muskeln dient, zusammen und ent-
hält Chitin. Ferner werden die Coxaldrüsen beschrieben,
von denen Ray-Lankester bei keinem der genannten
Thiere einen Ausführungsgang auffinden konnte; auch
vermisste er die Drüse bei Epeira diademata. Ihr feinerer
Bau bei den genannten Arten lässt aber wenig Zweifel
übrig, dass sie einen „thätigen sekretorischen Apparat"
vorstellen, und ihr übereinstimmendes Vorkommen und die
charakteristischen Eigenschaften ihrer Epithelzellen bei
Limulus, Skorpion und Vogelspinne sind eine weitere Stütze
der Ansicht, dass Limulus eine Arachnide sei. Quart. Journ.
Mcrosc. Sei. (N. S.) XXIV S. 129 ff. PI. VI— XL
Das Vorkommen von Chitin in der endothorakalen
Platte sowie in der Leber von Limulus wird von Halli-
burton bestätigt. Ob es in der Leber in den Leber-
zellen oder in den Zeilen des Zwischengew^ebes sich
findet, lässt sich nicht entscheiden; im ersteren unwahr-
scheinhcheren Falle würde das Chitin zum ersten Male im
Hypoblast aufgefunden sein; ebenda XXV S. 173 ff. (On
the occurrence of Chitin as a Constituent of tlie
eartilages of Limulus and Sepia).
Auch Pelseneer studierte Les glandes coxales de
Mygale, d. h. ihre Lagerungsverhältnisse zu den übrigen
Organen des Cephalothorax, an Nemesia caementaria und
einer grossen südamerikanischen Art ; Bull, scientif. du depart.
du Nord (2. Ser.) V et 8^ aneees No. 3 PI. I.
Einen gleichen Inhalt hat desselben Aufsatz in den
Proceed. Zoolog. Society London 1885 S. 3 ff. PL II: On
the coxal glands of Mygale.
Evidence in favour of the view that the coxal gland
of Limulus and of other Arachnids is a modified
nephridium sieht G. L. GuUand in dem Umstand, dass
besagte Drüse in jungen Exemplaren von Limulus an
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 57
der Hüfte des 3. Beinpaares nach aussen mündet. (Die-
selbe Beobachtung ist vom Referenten bereits früher für
Atypus mitgetheilt worden; s. den vor. Bericht S. 47; vgl.
nachstehend.) Quart. Journ. Microsc. Sei XXV S. 511 ff.
Auch Bert kau macht noch eine ergänzende Mittheilung
über die Coxaldrüsen der Arachniden. Sitzber. Niederrh.
GeseUsch. f. Natur- und Heilk. 1885 S. 13 ff. Er fand den
Ausführungsgang der Drüse bei einem erwachsenen
Exemplar von Atypus erhalten und an der Hinterseite der
Hüfte des dritten Beinpaares in einem senkrecht gestellten,
von wulstförmigen Lippen umgebenen Spalt ausmündend.
Einen gleichen Spalt fand er an allen erwachsenen Exem-
plaren, sowohl an der Hüfte des 3., wie an der des 1. Bein-
paares. — Bei einer Scurria-Art fand er an denselben
Stellen die Mündung, ausserdem aber daneben noch eine
Tasche, die w^ahrscheinlich als Reservoir des Drüsensekrets
dient. In der Wiederkehr des Ausführungsganges an
2 Segmenten sieht Bertkau eine Stütze für die Deutung
dieser Drüsen als Homologon der Segmentalorgane der
Würmer und regt die Frage an, ob die Prothorakaldrüsen
gewisser Orthopteren nicht auch liierher zu ziehen seien.
Plateau trug auf dem Congi-es de l'Assoc. frang. pour
l'avancement des sciences, Grenoble 12 — 20 aoüt, die Resul-
tate seiner Versuche über die Rolle der Taster bei Spinnen
und Tausendfüssern vor. Wie bei den Insekten mit kauenden
Mundwerkzeugen, so haben sie auch hier für das Kau-
geschäft keine Bedeutung; s. Gadeau de Kerville, Bull.
Soc. Ent France 1885 S. 167.
Claus fand bei Gamasus fucorum das bis dahin von
Acariden nicht bekannte (?) Herz auf; es ist am leichtesten
an der durchsichtigen Larve zu sehen, liegt in der hinteren
Hälfte des Körpers und besteht aus einer einfachen Kammer
mit einer spaltförmigen Oeffnung zu jeder Seite und einer
Aorta am vorderen Ende. Es ist somit dem Herzen von
Daphnia ähnlich und wahrscheinlich von einem viel-
kammerigen Herzen, wie sich ein solches bei anderen
Arachniden findet, degenerirt, ähnhch wie das Herz von
Daphnia unter den Entomostraken verkümmert ist. Nach
58 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Claus sind Limulus und seine paläozoischen Verwandten
näher mit den Arachniden als mit den Crustaceen ven\'andt;
die Luftathmung der ersteren ist kein solch ein Stein des
Anstosses, wie manche Autoren meinen, da verschiedene
Formen zur Luftathmung auf verschiedenen Wegen gelangt
sein mögen.
Die Crustaceen und Xiphosura mit den Gigantostraca
stammen von einem Protostracum ab: unter den Crusta-
ceen haben sich die Nauplius-Form und die doppelten
Antennenpaare erhalten, während in der zweiten Gruppe
das vordere Paar Antennen verschwunden ist und andere
Veränderungen Platz gegriffen haben. Die dritte Gruppe
der Arthropoden betrachtet Claus als Abkömmlinge einer
Peripatus- ähnlichen Form. Es würden also die Arthro-
poden in I Crustaceen; II Arachniden und Giganto-
straken; III Peripatus, Myriapoden und Hexapoden
zerfallen. Anzeig. Kais. Akad. Wissensch. Wien 1885
S. 250 ff.; nach Journ. R. Microsc. Soc. (2) VI S. 240;
vgl. Ann. a. Mag. N. H. (5) XVII S. 168 ff.
Das 17® Mem. der Etudes arachnologiques von
Simon beschäftigt sich mit Arachnides rec. dans la
vallee de Tempe et sur le mont Ossa, und der
Description d'une espece nouvelle du genre Trogulus;
Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 209 ff., 218. — In Thes-
salien wurden 14 bisher in Griechenland nicht bekannte
Arten gefunden, wodurch die Zahl der der gTiechischen
Fauna angehörigen Arten auf 235 steigt.
Th. Lancelevee zählt auf Arachnides rec. aux
environs d'Elbeuf et sur quelques points des departe-
ments de la Seine inferieure et de l'Eure; Bull. Soc. d'etude
des sei. nat. d'Elbeuf, 2. sem. 1884, S. SS ff. Die Arten
sind nach Simon' s Nomenklatur benannt und nach dessen
System geordnet. Simon selbst hatte die Benennungen
revidiert, und es ist also die grösste Sicherheit einer rich-
tigen Benennung geboten. Ausser genaueren Ortsangaben
sind den einzelnen Arten Bemerkungen über Häufigkeit,
Erscheinungszeit, auch wohl Lebenszeit beigefügt. Von
echten Spinnen sind 288 (Attid. 20, Lycos. 23, Sparass. 4,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 59
Thomis. 28, Epeir. 28, Tetragn. 6, Therid. 56, Micryph. 61,
Pholc. 1, Agal. (+ Argyr. + Hahniad.) 13, Dictyn. 3,
Amaurob. 3, Drassid. 35, Anyph. 1, Scytod. 1, Dysder. 4,
Teraphos. 1), Chernetinen 6, Opilionen 16 Arten auf-
geführt. — Mit Campecheholz kamen wiederholt grosse
Skorpione lebend von Haiti nach Elbeuf, die auch während
des Sommers am Leben blieben, bei den ersten Frösten aber
starben, ohne je in der Gefangenschaft Nahrung zu sich
genommen zu haben.
Hansen, H. J. ; Arthrogastra Danica: en mono-
gTaphisk fremstillning af de i Danmark levende Meiere
og Mosskorpioner med Bidrag tel sidstnaevnte Underorders
Systematik; Naturhist. Tidskr. (3) XIV. S. 491 ff.
Simon's ,,Materiaux pour servir ä la faune arach-
nologique de l'Asie meridionale im Bull. Soc. zooL
de France X gründen sich auf Sammlungen, welche (1)
zu Wagra-Karoor bei Gundacul, Distrikt von Bellary, (2)
bei Ramnad, Distrikt von Madura, (3) auf der Halbinsel
Malacca und (4) zu CoUegal, Distrikt von Coimbatoore,
gemacht sind. Ich werde diese Abhandlungen zitiren:
Arachn. Gundacul, resp. Ramnad etc., und kann nur die
Paginierung der Separatabzüge angeben.
In der Exploration scientifique de la Tunisie sind die
Arachniden und Crustaceen von E. Simon bearbeitet:
fitude sur les Arachnides S. I — IV, 1 — 55. Von den
in den Jahren 1883 und 1884 unternommenen Expeditionen
wurden 250 Arten mitgebracht, wozu noch 68 von Pavesi
erwähnte Arten kommen, die von den französischen Samm-
lern nicht gefunden wurden. Die Mehrzahl der Arten (208)
sind echte Spinnen, 10 Solifiigen, 16 Chernetinen, 6 Skor-
pione, 10 Opilionen. Von diesen ist die Mehrzahl in den
Mittelmeerländern verbreitet; auf Tunis beschränkt sind
bis jetzt 16 Arten.
Pavesi zählt Aracnidi racc .... ad Assab (10) e
Massaua (3) auf; BuU. Soc. Ent. Ital. XVII. S. 197 ff.
Die Arachniden Australiens nach der Natur be-
schrieben und abgebildet von Dr. L. Koch sind, seitdem
ich zum letzten Mal über dieses nunmehr von E. Keyser-
6Ö Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ling der Vollendung entgegengefahrte Werk berichtet habe,
mit Lief. 31 und 32 fortgesetzt. Die 31. Lieferung enthält
den Schluss der Attiden und damit der echten Spinnen
(L Bd.) überhaupt; die 32., einen neuen Band beginnende
Lieferung die Ordnung der Skorpione, Geisseiskorpione
und den Anfang der Chernetinen.
In A contribution to our knowledge of paleo-
zoic Arachnida will Scudder eine dem heutigen Stande
unserer Kenntnisse entsprechende Charakterisirung der
paläozoischen Arachniden-Ordnungen und Familien geben.
Die Ordnung der Anthracomarti Kar seh enthält die
Familien der Arthrolycosidae Karger mit Arthrolycosa
antiqua; Polio eher i da e nov. fam. mit Poliochera punctum
lata S. 16; Architarboidae mit Geraphrynus carhonarius
S. 16; verschiedenen Architarbus- und Anthracomartus- Arten
und Anthr. trilohitus S. 17, pustulatus S. 18; Eophrynoidae
mit Kreischeria und Eophrynus. Die Ordn. Pedipalpi ist
durch die erst in jüngster Zeit in Mazon Creek gefundene
Geralinura carhonaria S. 19 vertreten; die Skorpione
mit der neuen Familie Eoscorpionidae , die die Gattungen
Eoscorpius, Cyclophthalmus und Mazonia enthält. Von
echten Spinnen sind die zu den Territelariae, Faniihe Liphi-
stioidae, gestellten Protolycosa und Palaranea karbonisch.
— Proc. Amer. Acad. of Arts and Sei. (N. S.) XII S. 13 ff.
Derselbe erkennt in dem bisher für einen Brachyoiren
gehaltenen Brachypyge carbonis Woodw. einen Ange-
hörigen der Gattung Anthracomartus und stellt A. trilo-
hitus Scudd. aus den Kohlenlagern von Arkansas im Holz-
schnitt dar; C. R. Soc. ent. Belg., aoüt 1885 S. 84.
NeueArachniden aus derSteinkohlenformation
von Rakonitz werden von Kusta bekannt gemacht,
nänüich zwei Anthrocomartus- Arten, ein junges Exemplar
von Cyclophthalmus senior Corda und eine Rakovnicia
anfiqua genannte zw^eifelhafte Art, die der Autor fraghch
zu den Pseudoscorpionen stellt; Sitzgsb. kgl. böhm. Gesellsch.
Wissensch. 1884 S. 398 ff. mit Taf
Grassi fand bei Catania einen Angehörigen der
Arthrogastra, der mit den Solpugiden, Thelj^ihoniden,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. Ql
Phryniden und Tartariden manches jeweilig gemeinsam hat,
aber auch wieder Merkmale besitzt, welche eine Einreihung
in die genannten Ordnungen unmöglich macht. Doch über-
zeugte sich der Autor an den von Cambridge ihm über-
lassenen Exemplaren von Nyctalops tenuicaudata und crassi-
caudata, dass die Unterschiede von diesen geringer sind,
als er nach der Beschreibung angenommen hatte. Er er-
richtet für seine Art die Ordnung der Microtelifonidi,
Familie Koenenidae, Gattung Koeneniay Art mirahilw.
Von der Ordnung giebt derselbe folgende Definition: Glied-
leibige Arachniden ; Mandibeln zweigliedrig, mit zweifingriger
Scheere endend, 1 Finger beweglich, die 4 Beinpaare lang^
mit Krallen; die Palpen sind wahre Beine, nicht in Kiefer
und Taster differenzirt und enden ebenfalls mit 3 Krallen;
das erste Beinpaar ist länger als die andern und mit
Sinneshaaren augerüstet. Es sind Organe vorhanden, welche
als rudimentäre Antennen angesehen werden können. Augen
fehlen. Der Cephalothorax zeigt Spuren einer Zusammen-
setzung aus 6 Segmenten und lässt eine Scheidung in Kopf
und Thorax erkennen. Hinterleib aus 10 Gliedern, mit
13gliedrigem Schwanz. Keine besonderen Respirations-
organe. Bauchganglienkette aus 6 Ganglienpaaren zusammen-
gesetzt. Ovarium unpaar. Mund- und Enddarm einfach.
Mitteldarm mit Blindsäcken. Sehr klein. — II Naturalista
Siciliano IV S. 127, 162 ff.
Acarina.
G. Canestrini beschreibt Acari nuovi o poco noti:
Atti R. Istit. Veneto (6) II S. 693 ff. Tav. VI— IX, und
zwar I. Acari Italiani S. 693 ff. und IL Acari dell' Australia
S. 705 ff.
Derselbe liefert einen Prospetto dell' Acarofauna
Italiana, dessen 1. Theil die Oribatiden und Gamasiden
enthält; Atti R, Istit. Veneto (6) II S. 1397, 1563, 1631 ff.
— Auf eine Angabe der Familiencharaktere folgt eine
Schilderung der Verwandlung, Schlüssel der Gattungen,
Beschreibungen der Gattungen, Aufsählung und Beschreibung
der Arten.
^2 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
In einer Fortsetzung, ebenda III S. 319 ff. Tav. IV
bis VII, 1647 ff. Tav. XVIII— XXIII werden die Faniüien
der Hoplopinen, Trombidier, Ehyncholophinen, Erythraeinen,
Cheyletinen, Bdellinen abgehandelt.
Mina' Palumbo steUt aus Canestrini's ,,Prospetto
deU' Acarofauna italiana, Padova 1885, eine Acaro-
fauna Sicula zusammen; II Naturalista SieiHano IV
S. 246 ff
Karpell es schreibt in dem VI. Bericht d. naturw.
Ver. a. d. k. k. technischen Hochschule Wien S. 16 ff.
Miscellen, die sich auf diese Ordnung beziehen: 1. Eine
auf Brod lebende Milbe (Tyrogi. diversipes n. sp.) ; 2. Altes
und Neues über Mlben. — 3. Neue Phytoptocecidien.
L. Picaglia sprach sopra una particolare der-
matosi del cavallo, die wahrscheinlich von einer Milbe
veranlasst war; Atti Soc. Natur. Modena, Rendic. Ser. III
Vol. II S. 86.
Haller brmgt Beiträge zur Kenntniss der schwei-
zerischen Milbenfauna; s. Zoolog. Anzeig. 1885 S. 691.
A. Berlese stellt Acarorum systematis specimen
auf mit kurzen Diagnosen der Familien, UnterfamiHen und
Gattungen. Hier sollen nur die ersteren angegeben werden.
Demodicidae (Gallicoli, stigmatis nuUis, corpore elongato
vermiformi; G. Demodex, Phytoptus). Sarcoptidae (Stig-
matis nullis, corpore rotundato; Utf. Psoroptidae mit
G. Cytholeichus , Sarcoptes, Psoroptes, Chorioptes, Myo-
coptes; Utf. Analgesidae mit G. Anoplites, Dermoglyphus,
Freyana, Pterolichus, Falciger, Bdelorrhy nchus , Paralges,
Xoloptes, Pteronyssus, Pteralloptes , Protalges, Megninia,
Anaiges, Alloptes, Pterocolus, Proctophyllodes , Ptero-
dectes, Pterophagns ; Utf. Canestrinidae mit G. Linobia,
Canestrinia, Coleopterophagus ; Utf. Tyroglyphidae mit
mit G. Hypopus, Chorthoglyphus, Trichodactylus , Tyro-
glyphus, Histiogaster, Glycyphagus, Rhizoglyphus) ; Ori-
batidae (Vagantes, corpore clypeato, stigmatis in cephalo-
thoraeis dorso sculptis, setigeris; Utf. Tarsonemidae mit
G. Tarsonemus, Disparipes, Pygmephorus ; Utf. Hoplo-
im Gebiete der Entomologie wähi'end des Jahres 1885. 63
phoridae mit G. Hoplopliora, Tritia; Utf. Nothridae mit
G. Hermannia, Carabodes, Belba, Damaeus, Eremaeus,
Scutovertex, Liodes, Nothrus; Utf. Oribatidae mit G. Cepheus,
Liosoma, Oppia, Neozetes, Oribates, Pelops; Utf. Pano-
pliidae mit G. Panoplia); Gamasidae (Vagantes vel para-
siti, corpore clypeato, stigmatis ad latera corporis, stoma-
tomorphis; mandibulis cheligeris; Utf. Uropodidae mit
G. Poliaspis, Discopoma, Cillibano, Uropoda, Trachynotus,
Coeleno; Utf. Seiidae mit G. Seius; Utf. Epicriidae mit
G. Epicrius, Podocinum ; Utf. Celeripedidae mit G. Celeripes,
Antennopborus?; Utf. Dermanyssidae mit G. Ophionyssus,
Liognatbus, Dennanyssus; Utf. Gamasidae mit G. Iphis,
Laelaps, Macrocbeles, Gamasus); Ixodidae (Stigmatis in-
feris ad latera abdominis, maxillis cum ligula frustulum
styliformem saepius denticulatum sistentibus ; Utf. Ixodidae
mit G. Ixodes und Argasidae mit G. Argas); Trombi-
diidae (stigmatis ad mandi.bularum basin insitis, cribrifor-
mibus; Utf. Eupodidae mit G. Eupodes, Megamerus, Scy-
phius, Pentbaleus, Tydeus, Ereynetes; Utf. Cheyletidae mit
G. Harpirrhyncbus, Picobia, Myobia, Cheyletus ; Utf. Tetra-
nychidae mit G. Tetranycbus, Heteronycbus , Bryobia,
Khaphignatbus ; Utf. Rhyncholopbidae mit G. Rbyncholophus,
Smaridia, Smaris, Utf. Bdellidae mit G. Bdella, Scirus,
Eupalus, Cryptognathus ; Utf. Alychidae mit G. Micbaelia,
Alychus; Utf. Trombidiidae mit G. Geckobia, Actineda,
Erythraeus, Tanaupodus, Trombidium); Hoplop(od)idae
(Mandibulis unguiculatis, dermate chitineo, stigmatis? . . .
mit G. Caeculus). BuU. Soc. Ent. Ital. XVII S. 121 ff.
Derselbe giebt ebenda S. 136 ff. einige Notizen über
Italienische Milben und beschreibt drei neue Arten, die auf
Tav. I abgebildet sind.
Derselbe richtet ebenda S. 145 ff. eine offene lettera
al dott. G. Haller, in welcher er wahrscheinlich zu machen
sucht, dass Oribata monodactyla Hall. = 0. dentatus Berl. ;
Demaeus craterifer HalL vielleicht = D. Dugesii oder
bicostatus Koch; die Gattung Michaelia Hall, auf eine
Larvenform wie Hypochthonius oder Murcia Koch gegründet ;
Cheyletia laureata Hall, vielleicht = Cheyletus ornatus
64 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Can. & Fanz. sei, womit Ch. flabellifer Mich, synonym ist;
vgl. den vor. Ber. S. 32 ff.
Sarcoptidae. Trouessart beginnt eine Monographie: Le»
Sarcoptides plumicoles ou Analgesines mit I: Les Ptero-
1 ich es. Joura. de Micrographie 1885 und separat, Paris 1885^
S. 1 — 84 mit 2 Taff. und 17 Holzschn. In der Einleitung nimmt er
die Megnin'sche Eintheilung der Sarcoptiden in S. psoriques (Sar-
coptinae), plumicoles (Analgesinae), cysticoles (Cytolichinae), gliricoles
(Listrophorinae) und detriticoles (Tyroglyphinae), an und theilt dann
nach einer historischen Uebersicht die Analgesinae in folgende
4 G-ruppen: Dermoglypheae (Males depourvus de ventouses copula-
trices), Proctophyllodeae (femelle adulte ayant l'abdomen bilobe et
chaque lobe termine par des appendices gladiformes ou setiformes)»
Analgeseae (fem. ad. ayant l'abd. entier sans prolongements autres
que des poils; mäles ayant les pattes posterieures beaucoup plus
developpees que les femelies), Pterolicheae (Mäles peu differents des
femelles par le developpement des pattes posterieures). Die Ptero-
licheae bilden nun den Gegenstand vorliegender Abhandlung; sie
sind die an Gattungen und Arten zahlreichste Gruppe und werden
auf den Singvögeln durch die Proctophyllodeae ersetzt. Folgende
neue Formen sind beschrieben: Freyana anatina var. simplex, var.
armata, var. largifolia S. 13, (Michaelichus n. subg. anstatt Cane-
strinia praeocc, für M. heteropus Mich. S. 14), Microspalax
(n. subg.) manicata (Frankreich auf Puffinus cinereus) S. 17 und var.
hrevipes (auf Puff, obscurus) S. 18, Chanmji (auf Meleagris gallopavo)
S. 19; Pterolichus Ccmestrinii (Südamerika, auf Arara) S. 22, denti-
ciilatus (Brasil., auf Conurus cruentatus) S. 23 und var. inermis (Caica
leucogastra) , var. crilriformis (auf Psittaculus passerinus) S. 24,
hemiphyllus (Philippinen, auf Psittacula lunulata) mit var. micro-
lihyllus (Guyana, auf Amazona melanocephala) S. 25, ysly. pm-rectus
(auf Amazona melanocephala und menstrua), hastifoUa n. sp. (auf
Conurus smaragdinus) S. 26, Martini (Frankreich, auf Sterna hirundo)
S. 27, crassus (auf Buceros coronatus von Indien) S. 28, minm' (auf
Falco subbuteo), cataphractus (auf Ceriornis satyra vom Himalaya
und Calornis sp. von Java) S. 29, decoratics (auf Cryptonyx cristatus
von Java) S. 30, pusüdatus (auf Crax alector von Guyana) S. 3U
oi'natus (auf verschiedenen Papageien Australiens, Neu-Guineas und
Indiens) S. 32, parallelus (Frankreich, auf Scops zorca) S. 34, even-
tratus (auf Glaucidium passerinum, Europa), longiventer (Südamerika,,
auf Syrnium nebulosum) S. 35, chiragricus (Neu-Seeland, auf Pezo-
porus formosus) S. 36, affinis (Australien, auf Platycercus flaveolus
und Pennanti) S. 37, intermedius (Europa, auf verschiedenen Tag-
raubvögeln), Struthionis (auf Str. camelus und Rhea americana), Otidis
(auf O. houbara), Cticidi (auf C. canonis und anderen Arten), S. 40,
Fyroderi (Südamerika, auf P. scutatus), bi-emarginatus (Südamerika,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 65
auf Capito auratus) S. 41, rliamphastimis (Südamerika, auf Tukans),
phijlloproctus (Philippinen, auf Haliaetus leucogaster), S. 42, und var.
minor (Australien, auf Haliastnr indus) S. 43, hirundo (Gruyana, auf
Harpyia destructor), eircim'ger (Philippinen, auf Buceros plicatus etc.)
S. 44, attenuatus, ogivaUs (ebenso) ^. 4o , Limosae var. w»cro??af?<.9
(auf Totanus fuscus), var. seien wus (auf Limosa rufa und Tot. semi-
palmatus), pcdlidus (Europa, auf Oedicnemis crepitans) S. 46, forficUjer
(Nordische Meere, auf Colymbus glacialis) S. 47, Parrae (Indien, auf
Hydrophasianus chirurgus) S. 48, Fulicae, proctogamiis (auf Fulia
atra) S. 49, Rehbergi var. gracilis (auf Himantopus melanopterus)
S. 50, Phoenicopteri (Ph. antiquorum) S. 51, Buchholzi var. hastiger
(Europa, auf Tringa cinclus; Bengalen, auf Chettusia cinerea), var.
fascigei' (Europa, auf Totanus calidris ; Tringa, Strepsilas) S. 53, var.
securicatns (Europa, auf Tringa subarquata), microphyllus (Goldküste
auf Corythaix Meriani) S. 53. Colymbi var. major (Europa, auf Podi-
ceps cristatus und Colymbus septentrionalis), vexiUarius (Indien u. s.w.
auf Nashornvögeln) S. 55, mit den varr. minor, homophyUus und
mimitus S. 56, xiphiurus (Europa, auf Charadrius minor) S. 57, interi-
folia (auf Actitis hypoleucus) S. 58, theca (auf Sterna - Arten) S. 59,
setiger (auf Limosa rufa), Bouveti (auf Charadrius hiaticula) S. 60,
?o?i^z^«r5«<5 (auf Squatarola helvetica) S. 61, (Protolichus nov. subg.)
hracJiiatus (auf australischen Papageien) S. 62, nebst var. crassior
S. 63, casuarimis (Neu-Guinea, auf C. uniappandiculatus), eurycnemis
(auf Papageien Südamerikas) S. 64, falculiger (Australien, auf Nanodes
australis) S. 65, {Pseudalloptesw.^Mhg) bimiia-onatus auf Lagopus
albus und verschiedenen Fasanen), Gruis (auf Gr. cinereus) S. 66,
aquilinus (auf A. fulva, naevia) und var. milmdinus (auf M. regalis
u. a.), tenuis (Ecuador, auf Amazona menstrua) S. 67, calcaratus
(auf Nashornvögeln), tritiventris (Südamerika, auf Arara und Conurus)
S. 68, forficiventris (auf Caica leucogastra) S.69, spathidiger (Australien,
auf Calyptorrhynchus macrorrbynchus), lohiger (Molukken, auf Lorius
domicellus), cidtriventris (Australien, auf Nanodes australis) S. 70,
securicentris (Tahiti, auf Coryphilus ta'itianus), emargiventris (ebenso),
ddibativentris (Molukken, auf Lorius domicella), discifer (desgl.) S. 71,
fissicentris (auf Nashornvögeln) S. 72,- Berlesei (Neu-Guinea, auf
Rhyticeros plicatus) S. 73 , pterocolurus (auf Nashornvögeln) S. 75,
(Oustaletia ii.siibg.) pegasus S. 76 und var. retusiis S. 77 (Malacca
etc., auf Nashornvögeln; Falciger (n. g. , Pterolichus ähnlich, mit
zweierlei Männchen, die einen mit Mandibeln wie die Weibchen, die
anderen mit solchen, deren unteres Glied sichelartig verlängert ist,
für F. [Dermalich.] rostratus Biiclih. und) cornutus (Neu - Granada,
auf Cyanocorax violaceus) S. 78; Bdello{r)rhynchus (n. g., Pterol
ähnlich, mit zweierlei Männchen, die einen mit normalen Mandibeln
und Beinen, bei den anderen sind die Mandibeln ungewöhnlich gross,
beide Glieder gleichmässig verlängert, erstes Beinpaar sehr lang-
Arch. f. Natg. 52. Jahr?. II. Bd. 5. H. 5
Qß B er tk au : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und kräftig, letztes sehi' schlank, unter dem Hinterleib eingefügt)
polymorphus (Europa, auf Enten) S. 79; Paralges (n. g., von Ptero-
lichus unterschieden durch die starken, aufgeblasenen, konischen
Beine des 3. Paares und die kleinen, schwachen, fast verkümmerten
des 4. Paares) iKichycnemis (auf Struthio camelus und Rhea ameri-
cana) S. 81 ; Xoloptes didactylus (Europa, auf Ciconia alba) S. 82.
Derselbe schreibt eine Note sur la Classification des
Analgesiens et diagnoses d'especes et de genres nouveaux; Bull.
Soc. d'Etud. scientif. d' Angers 1885, S. 46 ff. Er hält darin Ein-
würfen Berlese's gegenüber die Gattung Alloptes in der Weise,
wäe Trouessart sie charakterisirt hatte, aufrecht, schliesst aber wie
Berlese die Arten Cerambj^cis und Blaptis aus; die Charaktere der
für diese beiden Arten neu gegründeten Gattung Canestrinia findet
er aber als nicht ausreichend angegeben, da sie von der „femelle
accouplee" hergenommen sind. Die auf das einzige (spezifische)
Merkmal einer Gliederung des Hinterleibes gegründete Gattung
Megninia ist nicht zulässig. Die Hai 1er 'sehe Gattung Dimorphus
ist mit Pteronyssus BoUn synonym, und der Name Megninia liesse
sich vielleicht für die von Megiiin beschriebene Gattung Dermalichus
einführen. Als neu sind beschrieben Pteronyssus cliiasma und var.
mucronatiis (Südamerika, auf Pfefferfressern) S. 47, hifidus (Guyana,
auf Capito cayanensis), spathulüjer (Guyana, auf Celeus elegans),
infiiscatus (Europa, auf Schwalben) S. 48, triincatiis (Europa, auf
Sturnus vulgaris) und var. suhtriincatas (Indien, auf Eulabes java-
nensis S. 49, plnßlophorus (Senegambien , auf Musophaga violacea)
S. 50, Megninia (s. oben) Ibidis (auf Ibis falcinellus, und var. major
auf Platalea leucorodia) S. 51, rallorum (Europa, auf R. aquaticus),
inflata (Brasil., auf Ca'ica leucogastra) S. 52, megcdixus (Java, auf
Cissa' thalassina), psoroptopus (Indien, auf Nashornvögeln) S. 53;
Anaiges lobatus (Guj^ana, auf Celeus elegans) S. 54; Protalges (n. g.;
die beiden Hinterbeinpaare beim Männchen gleich) Eobtni (Brasil.,
auf Pteroglossus sulcatus), australis (Australien, auf Glyciphila
fasciata) und var. antipodum (Neu-Seeland. auf Anthornis melanura)
S. 55, ciiiias (Australien, auf Platycercus Peunantii), accipitrinus
(Europa, auf Falco tinnunc.) S. 56, psittacinus (Neu-Seeland, auf
Strigops habroptilus) , Iminus (Molukken, auf Lorius- Arten) , larva
(auf Ära macao) S. 57 und var. integrifolia (Südamerika, auf ver-
schiedenen Papageien) und var. hrevis (Philippinen, auf Psittacula
lunulata), palmata (Malakka, auf Nashornvögeln) S. 58; Analloptes
(n. g.; Beine IV des Männchens stärker entwickelt als III) Megnini
(Europa, auf Rallus aquaticus) S. 59 und var. falcinelli (auf Ib. falc.
und Platalea leucorodia), bipartitus (Sumatra, auf Nashornvögeln)
S. 60, corrugatus, elythrura! (wie vorige) S. 61; Xolalges (n. g.;
Beine IV stärker als III, mit einem verschieden gestalteten Höcker
endend, ohne Ambulakrum) scaurus (Europa, auf Cuculus canorus)
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. (37
S. 62; Proctopliyllodes (Alloptes) Norneri (Südamerika, auf Cyuauthus
mocoa), apJiijllus (Europa, auf Strobilophaga enucleator) S. 64, lohii-
latus (Australien, auf Melioniis sericeus), securiijer (Austi-alien , auf
Microchelidon hirundinacea), pteronyssotdes (Südamerika. aufPiprasp.)
S. 65, dielijtra (ebenso), microplmeton (auf Phaet. aethereus) S. 66,
Phaetoutis (X.) var. minoi-, var. simplex S. 67, bisetatus Haller var.
mijwr (auf Alca torda; Fratercula arctica etc.). crassipes Canestr.
var. conurus (Sumpf- und Schwimmvögel) S. 68, var. myoswus (Indien,
auf Dromas ardeola), var. curtipes (Europa, auf Haematopns ostralegus),
ahbrei-iatus (Südamerika, auf Ibis rubra), euryurus (Südamerika, auf
Platalea ajaja) S. 69, (Pterocolus) trachelurus (wie vorige) S. 70,
clainger (Südamerika, auf Ibis rubra) S. 71. lamhda (Madagaskar, auf
Nettapus auritus) , Edwardsii (Europa , auf Sylvia turdoides) S. 72,
bilaniatus (Antillen, auf Mniotilla citrea), Ortj'^gometrae Canestr.
var. furcifer (Südafrika, auf Cursorius bicinctus) S. 73, flagellifer
(Eui'opa, auf Tringa) und var. discurus (auf Grus cinerea) S. 74,
bifurcatus (Europa, auf Calamodyta aquatica) und eine Var. auf
Eurylaeraus und Centropus von Malakka und den Philippinen) S. 75,
analgo'ides (auf Merops apiaster), (jracilipes (^wvo]iQ., aufLanius; eine
Var. auf Cymbirrhynchus macrorrhynchus von Malakka) S. 66,
(Proctophyllodes s. str.) megaphyllus (Europa, auf Accentor modularis,
fenestralis (Neu-Granada, auf Helianthea Bonapartei) S.77, intermedius
(Malakka, auf Eurylaemus ochromelas), (Pterodectes) major (Australien,
auf Meuura superba) S. 78, gracilis (Brasilien, auf Trupial und
Milvulus) S. 79, paradisiacus (Neu-Guinea, auf Paradiesvögeln), mega-
<^aidiis (Senegal, auf Nectarinia afra), gracilior (auf Kolibris) S. 80,
Mainati (auf Eulabis javanensis, und var. auf Lamprocolius glauco-
virens von Gabon), manicatus (Australien, auf Glyciphila fasciata)
S. 81, Trochilidarum (auf Kolibris), xiphiurus (Malakka, auf Psari-
somus Dalhousiae), gladiger (auf Kolibris), Trogonis (Südamerika und
Malayien, auf Trogon und Harpactes) S. 8o,.ßelenurus (auf Kolibris)
S. 84; Cheylabis (n. g.; Unterlippe jederseits mit einer einer ge-
bogenen Kralle ähnlichen Platte, Haftgruben rudimentär oder fehlen)
latus (Südeuropa, auf Elanus melanopterus) , praecox (Südamerika,
auf Asturina nitida) S. 85.
Tyroglyphidae. Nalepa hat seine Studien über die Ana-
tomie der Tyroglyphen fortgesetzt und die Resultate derselben
in den Sitzb. k. Akad. Wissensch. Wien I. Abth. Bd.XCIl S. 116 ff.
mit 3 Tff. niedergelegt; vgl. den vor. Ber. S. 34. Diesmal diente
die von Kramer beschriebene aber nicht benannte Milbe, welche
Haller Glyciphagus anonymus nannte und die von Berlese
in die Gattung Trieb odactylus gebracht wurde, zur Untersuchung,
deren Resultate die Zugehörigkeit zu den Tyroglyphen bestätigte
and die der Verfasser selbst in folgenden Thesen zusammeufasst :
Die Chitindecke ist im Allgemeinen ein dünnes, dehnsames
5*
()8 B ertkan : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Häutchen; an verdickten Stellen ist sie brüchig, von geschichteter
Struktur. Die Hypodermis ist ein Netzwerk stark verästelter Zellen
mit spärlichen Kernen Den gleichen Bau zeigt das Bindegewebe.
Fett und kohlensaurer Kalk sind in demselben in grosser Menge ab-
gelagert. Mitunter finden sich wahrhaft kolossale „Fettzellen". Die
Oeldrüsen sind Hautorgane ; sie entwickeln sich aus seichten Gruben
im Epiblast zu beiden Seiten des Proktodäums. Sie sind von einem
kubischen Epithel ausgekleidet, welches ein verschieden gefärbtes
ölartiges Fett secernirt. Ihre Mündung ist eine äussere. Die
Maxillen, die Ober- und Unterlippe sind zu einem Mundrohr ver-
wachsen. Die Maxille trägt an der Innenseite eine Kaulade. Der
Maxillartaster ist dreigliedrig. Die Cheliceren sind scheerenförmig
und an der Basis von einer Scheide umgeben; sie erhalten ihre-
Nerven vom Gehirnganglion. Der Darmkanal besteht aus Oesophagus,
3Iagen mit zwei seitlichen Blindsäcken, kugeligem Enddarm und
Rektum. Ein Muscularis fehlt; der Oesophagus besitzt kein Epithel,
Im Schlünde befindet sich ein Saugapparat. Die Tyrogh^phen be-
sitzen zwei schlaucha,rtige Malpighische Gefässe, welche in das'
Rektum münden; ihr Exkret ist körnig und reich an Harnsäure,
Der männliche Geschiechtsapparat besteht aus zwei Hoden, zwei
Vasa deferentia und accessorischen Drüsen. Der Penis ist viel-
gestaltig, und seine Form liefert einen guten Spezies-Charakter; er
besteht aus einer verschieden geformten Rinne, auf welcher eine vom
Duct. ejac. durchbrochene Platte eingelenkt ist. Seine Stützplatten
sind mit dem Integument beweglich verbunden. Zu beiden Seiten
des Penis liegen Saugnapftaschen mit je zwei Saugnäpfen. Di&
weiblichen Geschlechtsorgane sind: Zwei Ovarien mit zwei langen
Ovidukten, die Scheide und das Recept. sera. , welches durch zwei
kurze Kanäle mit den Ovarien verbunden ist und durch eine
retroanale Oeffnnng nach aussen mündet. Die äussere Geschlechts-
üffnung wird von zwei seitlichen und einer unpaaren medianen Platte
umgeben. Ihr zur Seite liegen wie beim männlichen Kopulatious-
apparat zwei Saugnapftaschen. Eier und Spermatoblast entwickeln
sich aus Keimlagern. Die Spermatozoen sind unbewegliche rundliche
Zellen. Die Begattung erfolgt durch die retroanale Oeffnuug des
Recept. Die Geschlechtsdrüsen entwickeln sich aus zwei zu beiden
Seiten des Proktodäums gelegenen Zellhaufen, welche wahrscheinlich
vom Epiblast abstammen. Die Leituugswege der Keimdrüsen gehen
aus derselben Zeugungsmasse wie die Keimdrüsen hervor. Die
accessorischen Drüsen des männlichen Geschlechtsapparates knospen
als solide Zellkörper aus den Leitungswegen. Das Recept. ist eine
Einstülpung des hinter dem Anus gelegenen hypodermalen Gewebes.
Die Verbindung zwischen den Ovarien und dem Recept. wird anfangs
durch solide Zellsträuge bewerkstelligt, welche aus den Wänden
beider Organe hervorsprossen und auf einander zuwachsen. Als
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 69
Hebemuskel der Hüften fuugireu Muskeln, welche von der Rücken-
wand des Körpers ausgehen; die Senker vereinigen sich zwischen
Magen und Bauchganglieuplatte in einen sehnigen Knoten. Zur
Bewegung der Cheliceren und des Capitulums dienen zahlreiche
J\Iuskelbttndel , welche über dem Gehirngauglion und dem Magen
liegen und sich an der Dorsalwand befestigen. Als Scheerenschliesser
fungiren sechs, als Scheerenöftner ein laugsehniger Muskel. Ausser
den Retraktoren der Saugnäpfe finden sich an den Kopulations-
organen noch Retraktoren der unteren Stützplatte. Zu diesen Muskeln
kommen beim Männchen noch zwei Muskelbündel, welche die vom
Duct. ejac. durchbrochene Platte bewegen.
Das Centralnervensystem besteht aus dem Gehirnganglion und
einer breiten Bauchganglieuplatte; beide sind innig mit einander
verschmolzen und lassen zwischen sich nur einen engen Kanal für
den Oesophagus frei. Das Hirnganglion entsendet Nerven zu den
Cheliceren und Maxillarpalpen , die Bauchganglieuplatte zu den
Maxillen, Füssen und in das Abdomen. Die Ganglienzellen sind von
wenig verschiedener Grösse, die Nerven feingestreift und reich an
xiugelagerten Kernen.
Bei der ersten Häutung entwickelt sich das vierte Fusspaar
aus Imaginalscheiben , welche unter den Hüften des letzten Fuss-
paares der sechsbeinigen Larve liegen. — Die Behauptung, dass die
Organe der Larve sich vor jeder Häutung verflüssigen, dass die
Larve vor jeder Häutung auf den Eizustand zurückkehrt, erweist
sich als unrichtig.
Trichodactylus ist unter gewissen Umständen ovovivipar. Die
Eier werden mit Stielen an die Unterlage befestigt; der orale Pol
ist immer abwärts gerichtet. Das Männchen von Trichod. sitzt bei
der Begattung mit dem Vorderleib auf dem Hinterleib des Weibchens
und umfasst dasselbe zwischen dem zweiten und dritten Fusspaare
mit den Vorderfüssen. — Eine vorläufige Mittheilung hierüber
s. Sitzg. math.-naturw. Classe, 18. Juni 1885 S. 135.
A. D. Michael bringt Notes on the life-histories of some
of the little-known Tyroglyphidae; Journ. R. Microsc. Soc.
(S. II) V S. 19 ff. PI. III. Dieselben beziehen sich auf eine von
Riley fraglich mit.Acarus malus Shimer identifizirte und als Zer-
störer von Cocciden angesehene Art, die Michael an Stengeln von
Phragmites communis auffand. Die Hypopus-form dieser Art ist
die von Canestrini und Fanzago als Parasit von Oribata bekannt
gemachte Milbe mit Augen oder augenähnlichen Organen, und das
Männchen ist ähnlich Tyr. carpio Kramer, die Art ist T. corticis
genannt S.26, (corticalis auf der Tafel und S. 27). Von Rhizo-
glyphus Robini wird der Hypopus beschrieben und abgebildet.
Fullea (n. g. Tyroglypho affine; palpi art. 2 liberis et simpli-
cibus compositi; tarsi allongati, unguiculo et arolio instructi; mandib.
70 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
basi dilatatae, chela didactyla terminatae ; corpus discoidale) discoidalis
(auf einem australischen Chrysomeliden) ; Cauestrini, Atti R,
Istitut. Veneto (6) II S. 720 Tav. VI Fig. 1.
T. Queenslandiae (auf Cetonia); derselbe ebenda S.721 Fig. 3^
diversipes (Wien, auf Brot); Karpell es, Bericht naturw. Ver. a, d.
k. k. technischen Hochschule Wien VI S. 16.
Phytoptidae. F. Low schreibt über neue und schon
bekann tePhytoptocecidien ohne Berücksichtigung der Erzeuger ;
Verh. zool. Bot. Gesellsch. Wien 35 S. 451 ff. Die neuen Gallen
zeigten sich an Achillea nana; Anchusa officinalis; Galium infestum,.
lucidum; Gentiana rhaetica; Lycium europaeum; Rubus Gremlii;
Sedum album; Sempervivum hirtum; Seseli hippomarathrum ; Vitex
agnus castus.
Schlechtendal beschreibt eine neue Phytoptusgalle an Achillea
Ptarmica ; Jahresber. d. Vereins f. Naturkunde zu Zwickau, 1885, S. 8,
Thomas bringt Beiträge zur Kenntniss der in den Alpen
V 0 r k 0 m m e n d e n P h y 1 0 p 1 0 c e c i d i e n ; Mitth. d. Botanischen Vereins
für Gesammtthüringen IV S. 16 ff. und (theilweise) Programm der
Herzogl. Realsch. u. d. Progymnasiums zu Ohrdruf. Es werden hier
nicht weniger als 87 in den Alpen beobachtete Milbengallen aufge-
führt und die meisten, namentlich alle neuen, so beschrieben, dass
eine AViedererkennung möglich ist; bei schon bekannten werden An-
gaben über ihre Verbreitung und Literaturnachweise geliefert. Von
einigen sind auch die Erzeuger berücksichtigt; genauer von einer
Galle an Hieracium murorum, in Gestalt filzig-zottiger Randwiilste
der Laubblätter und rundlicher Filzpolster auf der Spreite; ferner
von einer Blüthendeformation an Gentiana germanica und ein Cepha-
loneon an Salix herbacea. Die auf Hieracium lebende Art ist
Ph. vüliftcus genannt S. 44, die auf Gentiana Ph. Gentianae S. 45
und die durch ganz ungewöhnlich lange Schulterborsten ausgezeich-
nete Art der Salix herbacea Ph. glacialis S. 56 f.
A Botanical study of the mite gall found on the Black
AValnut; by L. J. Martin; Americ. Naturalist 1885 S. 136 ff.
PI. IV— VI.
Note on Phytoptidae.; by H. Osborn; Proc. Amer. Assoc,
Advanc. Sei. 32 S. 322.
Ein Phytoptus die Veranlassung des Rostes der Orange;
Hubbard, Rep. of the Commissioner of Agriculture for 1884
S. 361 ff. PI. IX Fig. 5.
Karpelle s fand die Männchen von Phytoptus auf und be-
schreibt deren Begattungswerkzeuge. Dieselben bestehen in einer
einer halben Ellipse ähnlichen Chitinplatte der Bauchseite hinter den
beiden einzigen Füssen; in dieser Chitinplatte liegen 2 hufeisen-
föimige, median mit einander verbundene Wülste, die zum Anheften
des Männchens an das W^eibchen dienen. In der Mitte des von einem
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 7 1
solchen "Wulste umgebenen Feldes stülpt sich nach innen ein Schlauch,
d e r P e n i s , ein. Die samenbereitenden Drüsen sind auch K a r p e 1 1 e s
unbekannt geblieben. Diese Beobachtung wurde an Ph. Galii S. 44
Fig. 1—8 und Fraxini S. 52 Fig. 9—12 gemacht. (Ueber Gall-
milben [Phytoptus Buj.'] in Sitzber. K. Akad. Wissensch. Wien
[1. Abth.] XC S.46 ff. mit 1 Taf.
Trombidiadae. Cheyletiella n. g. (pedes omnes inter se
aequaliter constructo; palpi basi f or titer evoluti, articulo ultimo rudi-
mentario, setulis pectinatis praedito, paenultimo unguicolo forti ter-
minato; pedes unguiculis binis et cirris dentatis terminati) für
Ch. parasitivorax Mkjn.; Canestrini, Atti R. Istitut. Veneto (6)
III S. 1658; die Art ist S. 1663 beschrieben und Tav. XIX Fig. 3
abgebildet.
Derselbe ersetzt den Namen Harpirrhynchus Megn., weil schon
bei Vögeln vergeben, durch Harpicephalus; ebenda S. 1657.
Cheyliirus (n. g. ; rostro allongato, conico truncato, palpis
gracilibus in utroque sexu instructo, quorum art. antepenultimus
hämo intus curvato armatus, ultimus cirro destitutus est; pedes IV
in (^ pergrandes, unguiculo unico terminati, forficem formantes;
pedes III graciles) socialis (auf verschiedenen Vögeln); Trouessart,
Bull. Soc. d'Etud. scientif. d' Angers, 1885, S. 90 f.
Laboulbene & Megnin geben eine Memoire sur le
Sphaerogyna ventricosa {Newport)\ Journ. de l'anat. et de la
Physiologie XXI S. 1 ff. PI. I. Die geschichtliche Einleitung zu
diesem Aufsatze zeigt, dass die Art unter verschiedenen Verhält-
nissen aufgefunden und unter verschiedenen Namen beschrieben ist:
von Lagreze in Getreide und die mit Ausladen beschäftigten Arbeiter
sehr belästigend, Acarus tritici; von Newport in Nestern von
Anthophora retusa und wegen des bei dem träclitigen Weibchen un-
förmlich blasig aufgetriebenen Hinterleibes Heteropus ventri-
c 0 s u s genannt ; von L i c h t e n s t e i n bei anderen Hy menopteren beob-
achtet und Physogaster larvarum genannt; Laboulbene
erkannte in den vermeintlichen Eiern des Coraebus bifasciatus die-
selbe Milbe ; vgl. den vor. Ber. S. 36. Die Beschaffenheit der Mund-
theile und Beine verweisen dieselbe zu den Trombidiern, Unterf.
Cheyletini, und zwar in eine eigene Gattung, für die sich die früheren
Namen als schon vergeben nicht verwenden lassen; es wird statt
derselben /Sj^Äa er 0(/2/ na in Vorschlag gebracht. Das Weibchen ist
ovovivipar ; die Jungen machen in dem angeschwollenen Hinterleibe ihre
volle Entwickelung durch und verlassen denselben als ausgewachsene
Männchen und AVeibchen, die sich „gewissermassen bei der
Geburt befruchten". Die unangenehmen Belästigungen, welche
das Thier auf der Haut des Menschen verursachen, rühren z. Th.
von dem Sekret grosser Speicheldrüsen her, die als vier paarige
72 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Blasen zu jetler Seite des Oesophagus liegen und sich in den Pha-
rynx öffnen.
Linopodes (jlohosus (Ponte Molle, Rom); Canestrini, Atti
d. R. Istit. Yeneto (6) n S. 696.
J. Wood-Mason's Report on the T he a- mite (Tetranyclms
bioculatus) . . . of Assam, London 1884 8X^, 20 Ss. mit 3 color. Taff.
habe ich nicht gesehen.
Tvomhi(}i\\m\ setulosum (Cagliari); B erlese, Bull. Soc. Ent.
Ital. XYII S. 141 Tav. I Fig. 3, Ufoliosum (Florenz) S. 693, Papuanum
(Larve auf einem Cerambyciden Australiens) S. 718 Tav. YI Fig. 5;
Canestrini, Atti R. Istitut. Yeneto (6j II.
Ottonia spinosa (Dosso di Tavon, auf Pflanzen); derselbe
ebenda III S. 333 Tav. Y Fig. 1. In dieselbe Gattung wird Trombid.
bifoliosum Can. (s. vorher) gebracht; ebenda S. 332.
Rhyncholophus Cavannae (Florenz, Campauien, Calabrien) S. 137
Fig. 1, (ßoUger (Ivrea) S. 139 Fig. 2; B erlese, Bull. Soc. Ent. Ital.
XYII Tav. I, acjilis (Trentino) S. 694, Siculus (S.) S. 695; Canestrini,
Atti R. Istit. Yeneto (6) 11, similis (Sardinien) S. 338, xmlcher (G-eno-
vesato) S.342 Tav. YII Fig. 1; derselbe ebenda IIL
Oribatidae. A. D. Michael beschreibt und bildet ab new
British Oribatidae; Journ. R. Microsc. Societ. (S. II) Y S. 385 ff.
PI. YII. Es sind dies Larve und Nymphe von Cepheus bifidatus ;
Notaspis jiwc^a S. 390 Fig. 3, loiujilamellata S. 391 Fig. 4, pectinata
S. 392 Fig. 5, clavipectinata S. 392 Fig. 6, quadricarinata S. 393 Fig. 7,
lanceolata S. 394 Fig. 8; Damaeus sufflexus S. 394 Fig. 9, tenuipes
S. 395 Fig. 10; Hypochthonius lanatus S.396 Fig. 11.
Fjhl echten dal fand seine frühere Angabe (s. den vor. Ber.
S. 36), dass anch Tarsonemus (an Stipa pennata und capillata)
Gallen erzeuge, "n diesem Jahre bestätigt, da er in den Deformitäten
die genannte Milbe und nur diese in allen Entwickeluugsstadien an-
traf. Die Missbildungen sind auf Taf. I Fig. 2 abgebildet. Jahresb.
Yer. f. Naturk. zu Zwickau, 1885, S. 4.
L. Karpelles: Eine auf dem Menschen und auf Getreide
lebende Milbe (Tarsonemus intectus [n. sp.]j: Anzeig. kais.
Akad. Wissensch. Wien 1885 No. XYII S. 160 f.
Gamasidae. Fedrizzia (n. g. Holostaspidi et Uropodae
vicinum) fjrossipes (auf einem australischen Geotrupiden) S. 707
Tav.Yni Fig. 1, 2;
Berlesia (n. g.) nqjüjc (Australien) S. 717 Tav. IX Fig. 4;
Canestrini, Atti R. Istit. Yeneto (6) II.
L(e)iognathus (n. g. S. 1573; mandibulae didactylae, inermes,
digito mobili directo, dig. fixo unguiculo terminato; corpus subtus
scuto Sternali et anali tlioracatum; pedes longitudine inter se aequales.
unguiculo et arolio terminati, für arcuatus Koch, Silviarum Can. et
Fanz. und) uncinatus (Toskana); derselbe ebenda S. 1660.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 73
Hypoaspis n. g, (S. 1569) für Krameri Gem., horridus Kr.,
imcinatiis Can., uemorensis Koch, claviger Berlese, pectinifer Can.,
aculeifer Can., holostaspoides Can., stabiilaris Koch, tumidulus Koch,
meridionalis Can., nanus Megn., lignicola Can.; derselbe ebenda.
Ophionyssus n. g. (Körperhaiit weich; Mandibeln wie bei
üamasus) für Dermanyssus natricis Gerv. Diese Art, die ähnlich
wie Dermanyssus lebt und deren Eileiter wie G-lycyphagus gebaut
sind, ist die einzige nicht zu den Ixodiden gehörende Milbe, die auf
Schlangen parasitirt. Sie kann lange ohne Nahrung leben; wenn sie
in grosser Menge auftritt, so kann sie durch Blutverlust den Tod
der Schlange herbeiführen. Megnin, Bull. Soc. Zool. France 1884
S. 107 ff. mit Taf.
Celaeno australiana (auf einem australischen Cetouiden);
Canestrini, Atti R. Istit. Veneto (6) II S. 715 Tav. VI Fig. 2.
Gamasus tiberiniis (Ponte Molle, Rom); Canestrini, Atti R.
Istit. Veneto (6) II S. 697.
Ueber Halarachne Halichoeri Allm. macht Kramer einige
wichtige Angaben; Zeitschr. f. Naturw. Halle, LVin. Bd., S. 46 ff.
Taf. III. Zur Untersuchung dienten Exemplare von demselben Fund-
orte, der im vor. Ber. S. 33 erwähnt wurde. Es waren dies nur
Weibchen und Larven, so dass Kram er es unentschieden lässt, ob
die Art sich parthenogenetisch fortpflanzt oder nicht. An der äusseren
Körperhaut sind 5 Platten zu beobachten: die Dorsalplatte, Sternal-
platte, 2 Stigmalplatten, Afterplatte, von denen die beiden letzteren
nur geringe Ausdehnung erreichen. Die Stigmenplatte hat die für
die Gamasiden charakteristische Lage.
Die Mandibeln sind dreigliederig, das Endglied stellt eine kleine
Zange dar. Taster viergliederig. Am Ende der Füsse der beiden
vorderen Beinpaare ist ein rundes von einer zarten Haut bekleidetes
Feld (Tastfläche), auf dem 10 ,. Sinnesborsten'' stehen. — Von der
inneren Organisation sind einige der wichtigeren Muskeln, der Ver-
dauungsapparat mit den Exkretionsorganen und die weiblichen Ge-
schlechtsorgane behandelt. An die beiden Ränder der spaltförmigen
Geschlechtsöffnung setzen sich Muskeln an, welche die Oeffnung zum
Zwecke der Entlassung des Embryo erweitern. Von dem hinteren
Ende des Rückenschildes zieht ein Muskel schräg nach hinten, der
sich an der Bauchhaut des Hinterleibes anheftet und den Hinterleib
zu heben hat. Weiter nach hinten ist zwischen Rückenhaut und
deren Afterrand ein Band ausgespannt, das ausschliesslich den Zweck
eines Stützapparates zu haben scheint. Die im Cephalothorax ge-
legenen, zum Heben und Senken der Hüften dienenden Muskeln
inseriren in einer ähnlichen Platte, wie von den Arachniden bekannt
ist und jüngst von Nalepa auch für Milben nachgewiesen wurde. —
Der Darm bildet jederseits ein Paar Blindsäcke, von denen der kleinere
nach vorn, der weit grössere nach hinten läuft. Vor dem After
74 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
liegt auf dem Darm eine Tasche, in deren Hals die beiden lang-
gestreckten, unverästelten Malpighi'schen Gefässe einmünden. — Der
zwischen den Hüften des ersten Beinpaares mündende Eileiter ist
zu der Zeit, wo er einen Embryo enthält, stark aufgetrieben; (dieser
Theil wäre demnach als Uterus zu bezeichnen). Als Ovarium deutet
Kram er eine kleine Anhäufung von Zellen am Rücken des Eileiters.
— Zum Schluss weist der Verfasser der Gattung ihren Platz unter
den Gamasiden an.
Iphis bombicolens (Padua, auf Bombus); Canestrini, Atti E,.
Istit. Yeneto (6) II S. 1631.
Laelaps aculeifer (Padova) S. 698, holostaspoides (Messina) S. 700,
fZoZ»c(Ä)«c«»i/?«.s(auf einem Lamellicornier Australiens) S. 709 Tav.VII
Fig. 2, 3, coniferus (Austr.) Fig. 4, stilosus (auf einem Gerambyciden)
Tav. IX Fig. 3 S. 711; Canestrini, Atti R. Istit. Veneto (6) IL
(Die erste Art wird später, S. 1598, zu der neuen Gattung Hypoaspis
gestellt).
Megisthanus testudo Thor; Canestrini, Atti R. Istit.
Veneto (6) II S. 706 Tav. VII Fig. 1.
Sejus acanthurus (auf einem australischen Lamellicornier);
Canestrini, Atti R. Istit. Veneto (6) II S. 712 Tav. IX Fig. 1, 2.
Pteroptus Cynomjcteridis (Rolas, auf C. stramineus); Kar seh,
Sitzb. Ges. z. Beförd. ges. Naturw. Marburg 1884 S. 69. euryalis
(Toskana, auf Rhinolophus euryale); Canestrini, Atti R. Istit.
Veneto (6) II S. 1657.
Uropoda Krameri (Trentino) S. 700, cristlceps (ibid.) S. 702,
)^pinulipes (auf einem australischen Geotrupiden) S. 714 Tav. VIII
Fig. 4; Canestrini, Atti R. Istit. Veneto (6) II, ^Jrt^«ri??a (Padova»
auf Blaps); derselbe ebenda S. 1647.
Ixodidae. Haemophysalis Papuana r/?o?-.; Canestrini,
Atti R. Istit. Veneto (6) II S. 705 Tav. VI Fig. 4.
P. M e g n i n studirte 1 e s A r g a s d u M e x i q u e etwas g enauer ;
es sind 3 Arten: A. turicata Diufes, Talaje Guei'in-Mennevüle und
Megnini Duges; vgl. dies. Bericht für 1883 S. 54; Journ. de l'ana-
tomie et de la physiologie XXI S. 460 ff. PI. XX, XXL
Bdellidae. Eiipalopsis n. g. (palpi directi art. 5 cylindricis
compositi, art. 1. brevi, 2. longissimo, 3. paullo breviore, 4. brevi,
apice unguiculo parvo armato, 5. longo, tenui, setula rigida terminato;
mandibulae cultriformes ; abdomen sulco transverso in partes duas
divisum ; pedes unguiculis binis et setulis binis clavatis terminati ;
oculi adsunt) für E. maseriensis Cn. et F.; Canestrini, Atti
R. Istit. Veneto (6) III S. 1670.
Bdella lignicola (Padua); Canestrini, Atti R.Institut. Veneto
(6) III S. 1672 Tav. XXIII Fig. 1.
Eupalus hrevirostris (Padua); derselbe ebenda S. 1680 Fig. 6.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 75
Hydraehnidae. Asperia Lemani S. 12 Fig. 9; Nesaea
Koenikei S. 14 Fig. 10-12; (Genfer See); Haller.
Nach Koenike, Zool. Anz. 1885 S. 691 ist erstere das Weibchen^
letztere das Männchen von Midea elliptica (0. F. Müll).
Hydrachna odontognatha (auf einem australischen Wasserkäfer);;
Canestrini, Atti R. Istit. Veneto (6) II S. 719.
Pantopoda.
Hansen liefert ein Fortegnelse over de liidtil i de
Danske Have fundne Pycnogonider eller Soespindler; Natur-
bist. Tidskr. (3) 14. Bd. S. 647—652.
Opiliones.
Om et par Punkter af Phalangidernes Anatomi
ved W. Sörensen; bezieht sich auf die Malpighi'schen
Gefässe und deren (noch unbekannte) Ausmündung und
Zusammenhang mit den „Stinkdrüsen" (Krohn'sche Drüse),
sowie die recept. seminis, die auch bei Gonyleptidae vor-
kommen; Entom. Tidskr. 1884 S. 26 fi. Taf. I Fig. 17, 18.
Sörensen behandelt die Opiliones Laniatores
Mus. Hauniensis. Naturhist. Tidskrift (3) XIV S. 555 ff.
Der speciellen Aufzählung und Beschreibung schickt der-
selbe einige allgemeinere Betrachtungen vorauf. Die Gat-
tung Gibbocellum Steck', bringt er als echten Opilioniden
zu den Palpatores Thor, wie denn auch Kefer. früher die-
selbe Ansicht ausgesprochen hat. Die Familien der Opi-
liones Palpatores sind: Sironoi'dae, Troguloidae, Nemasto-
mo'idae, Ischyropsalidae undPhalangioTdae; die der Laniatores
Phalangodidae , Cosmetidae, Assumio'idae, Herna^ida-
rio'idae, Gonyleptoidae, Caelopijgo'idae, Pachylo'idae,
Die auf die Fussbildung gegründeten Gattungen Mischonyx
und CoUonychium Berik. sind unhaltbar, weil nach un-
entwickelten Exemplaren aufgestellt. Die Fussbildung der
Arachniden ist überhaupt anders, als die bisherigen Dar-
stellungen lauten. Das letzte Fussghed hat eine harte
chitinige Spitze, welche median bald in ein Pseudonychium
ausgezogen ist oder eine Skopula oder ein Arolium, ausser-
dem aber die paarigen Krallen trägt; durch Muskeln, die
vom Metatarsus ausgehen, lässt sich dieselbe nach oben
und unten bewegen. — Von Laniatores hat das Kopen-
76 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
hagener Museum 18 Gattungen (4 neue) mit 37 Arten
(23 neue).
Die Gattung Phalangodes Tellk. ist durch ihre Augen-
losigkeit von Scotolemon Luc. abweichend, und letztere viel-
leicht noch weiter zu zerlegen ; Phalangodes Sim. = Scotolemon
Luc, und ebenso Ptychosoma Sör. — Scotolemon Luc. —
Die Unterfamilien StygTiinae Sim. und Mitobatinae Sim.^
ferner die Simon'schen und C. L. Koch'schen Gattungen
der Cosmetidae sind nicht ausreichend begründet. Neu
sind Cosmetus murginatus (Bahia; Brasil.) S. 588, Hohn-
hergi (Salta, Argentinien) S. 590, alholineatus (New-Orleans)
S. 592, argentiiius (Argentinien) S. 593, Paraguay ensis
(P.) S.594;
Assamioidae nov. fam., von Cosmetiden durch die Art
der Mündung der Stinkdrüsen verschieden, mit Assamia
(n. g.) Wesfermaimi {k.^^2im) S. 596;
Hernandarioi'dae n. f. mit Hemandaria (n. g.) sca-
hricula (Argentinien) S. 599;
Gonyleptoi'dae n. f. mit Gonyleptes pushdahis (Brasil),
himaculatus (ibid.) S. 605, carinafus (ibid.) S. 607; Mitobates
discolor (Brasil.) S. 611; Opisthoplites (n. g.) ypsilon
(Brasilien) S. 615; Asarcus lutescens (Brasilien) S. 617;
Caelopygoidae n. f. mit Ampheres C. />. Koch und
Caelopygus laeiahundus (Brasilien) S. 619;
Pachyloi'dae n f. mit Eusarcus hasfafus (Minas Geraes)
S. 624, jmsUlus (Rio de Janeiro) S. 625; Discocyrtus emydeus
(Brasil.) S. 629, düaiaius (Paraguay) S. 631, fo^'nicatus
(Brasil.) S. 633; Gyn des (n. g.) Remhardi (Brasilien)
S. 638; 1? Sichylus 7ninutiis (Paraguay) S. 643; Stjgniis validus
(Guinea) S. 645.
Biantes (n. g. Phalangodid, ; tuber oculorum nulhini, oculi inter
se valde distantes, a margiue frontali valde remoti; tarsi III et IV
quadriarticulati, articulo primo multo lougiore quam reliqui; femora
posteriora mutica) longhnanus, vittatus (Nossi-be) Simon, Arachn.
Gundacul a. a. 0. S 25 PI. X Fig. 23, 24.
Fhlegmacera (n. g. Phalangiad.) cavicolens (Bat cave, Carter
Co., Kentucky); Packard, American Naturalist 1884 S. 203.
Dasylobus egaenoiäes (Ossa); Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885
S. 215.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 77
Egaenus diadema (Ossa); Simon, Ann. Soc. Eut. France 1885
S. 214.
Nemastoma Thessalum (Ossa) S. 216, Stassineri (ibid., Grotte
Kokkino-Vracho) S. 217; Simon, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Phalangium semiechimäiim (Djebl Recas); Explor. Tunisie S. 53.
Trognlus torosns (Süddalmatien) ; Simon, Ann. Soc. Ent. France
1885 S. 218.
Clieriietiua.
0. P. Cambridge führt Pseiidoscorpions new to Britaiit
auf; The Naturalist (N. S.) X S. 103.
Joh. Canestrini stellt auf 20 Taff. mit ebensoviel Blatt Er-
klärungen C h e r n e t i d e s 1 1 a 1 i c i dar ; Padova 1 885. E s finden sich
unter denselben 2 n. A.
Chelifer J/a^efi (Gassa); Simon, Explor. Tunisie S .48, imncttäus
(Gayudah) S. 45 Taf. 4 Fig. 3, hrevispinosm (Gayudah; Rockhampton;
Peakdowus) S. 46 Fig. 4, ramosus (Rockhampton) S. 47 Fig. 5,
Irevidigitatus S. 48 Fig 6; Keyserling a. a. 0.
Chthonius caecus! (Ossa; Grotte Kokkino-Vracho); Simon,
Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 214, coecus! (Weyer's cave, A^a.);
Packard, Americ. Natur. 1884 S. 203.
Minniza deserticola (Gahes); Simon, Explor. Tunisie S. 50.
Obisium cavicola (Newmarket cave, Va.); Packard, Americ.
Naturalist 1884 S. 202.
Bal'ovnicia antirma aus dem Schleifsteinscliiefer der unteren
Radnitzer Schichten bei Rakonitz; Kusta, Sitzgsber. kgl. böhm.
Gesellsch. Wissensch. 1884 S. 400 Fig. 3; vgl. oben S. 60.
Pedipalpi.
Phrynus /Samfieri (Sedhiou, Gambia); Rochebrune; Bull. Soc.
philomatli. Paris VIII S. 28.
Thelyphonus hohem iciis, 3 Exemplare aus dem Schleifsteiuschiefer
der unteren Radnitzer Schichten bei Rakonitz; Kusta, Sitzgsber.
kgl. böhm. Gesellsch. Wissensch. 1884 S. 186 ff. und 401 mit 2 Taff.
Th. msi<?fmits (Kandavu, Fidschi-I.); Keyserling a. a. 0. S. 42
Taf. 4 Fig. 2.
Ueber die Microthelyplionidi, Koeneniadae s. oben S. 60 f.
Anthracomarti.
Anthracomartus Krejcii aus dem hellgrauen Schief erthon der
unteren Radnitzer Schichten; Kusta, Sitzber. kgl. böhm. Gesellsch.
Wissensch. 1883 S. 340 ff. mit 1 Tafel, minor S. 398 Fig. 1, affinis
S. 399 Fig. 2; derselbe ebenda 1884.
78 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Scudder erklärt Brachypyge carbonis Wooclw. für den
Hinterleib eines Autbracomartus; die Gattung Brachyi)yge muss dem-
nach eingehen; A. trilobitus Scudd. ist durch einen Holzschnitt ab-
gebildet; Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 84.
Scorpioues.
Den 2. Bd. der „Arachniden Australiens" beginnt
Keyserling mit dieser Ordnung, die in Australien mit
nur verhältnissmässig wenigen, kleinen, und mit Ausnahme
Ton Urodacus und Isometroides nicht charakteristischen
Formen vertreten ist. Besonders arm sind die Inseln des
gTossen Ozeans an diesen Thieren, von denen sie nui' die
kleinen Arten aufweisen, mit Ausnahme des durch den
Welthandel an alle wärmeren Küsten verbreiteten Isometrus
maculatus und einer anderen Art derselben Gattung.
lieber die Blastodermbildung bei Skorpionen s. obenS. 24.
Thor eil und Lindström handeln in ausführlicherer
Weise On a Silurian Scorpion from Gotland; Kgl.
Svenska Vetensk.-Akad. Handl. 21 No. 9 S. 1—33 mit Taf.
Lindström schildert die geologischen Verhältnisse und
präzisirt die Schicht, in der das Fossil gefunden wurde,
Thor eil beschreibt das Fossil selbst, betrachtet seine ver-
wandtschaftlichen Beziehungen und das System der Skorpione.
Der Palae/jhonus nimcius lässt nur wenige und unter-
geordnete Merkmale erkennen, durch die er von den heutigen
Skorpionen abweicht. Dazu gehört vor allen Dingen die
Bildung der Beine, die kurz sind und deren letztes Ghed
schmächtig und nach dem Ende hin zugespitzt ist; eine
Kralle scheint zu fehlen. Ein Augenhöcker ist zwar deutlich
ausgeprägt, aber die Augen selbst haben, wenn sie über-
haupt vorhanden waren, keine Spur hinterlassen. Zwischen
■dem 2. und 3. Beinpaare zieht parallel dem Hinterrande
des Cephalothorax eine tiefe Furche, weit deutlicher als
in anderen Skorpionen, und nur die Hüften des 4., nicht
auch die des 3. Beinpaares stossen seitlich an das breit
fünfeckige Sternum. Dagegen stimmt er durch den Besitz
von Stigmen, die auf eine Tracheenathmung hinweisen,
mit den karbonischen und den jetzt lebenden Skorpionen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 79
überein, nnd unterscheidet sich dadurch von den kiemen-
athmenden Poecilopoden etc. Die Frage, ob die Merostomen
Arachniden seien, verneint Thor eil; zugegeben ist aber,
dass die Crustaceen eine ^delgestaltigere Klasse als die
anderen Arthropodenklassen sind, von der man die Poeci-
lopoda als Unterklasse absondern könnte. Dieselben
würden dann wieder in die Ordn. Palaeadae (mit Trilo-
biten und Hemiaspiden) und Gigant o st raca (= Merosto-
mata) mit Eurypteriden und Limuliden zerfallen. — Die
Klassifikation der Skorpione gestaltet sich unter Berück-
sichtigung der fossilen Formen folgendermassen.
Subordo I. Apoxypodes: Letztes Tarsenglied all-
mählich verschmälert und zugespitzt, ohne (oder mit nur
einer sehr kleinen) Krallen. — Silurisch. — Hierher die
Familie Palaeophonoidae: Sternum breit und fünfeckig,
vorn von den Hüften des 3. Beinpaares begrenzt. Beweg-
licher Finger der Mandibeln mit einer Reihe von Zähnen.
Gattung Palaeophonus.
Subordo H. Dionychopodes: Letztes Tarsenglied
cylindrisch oder kolbig, stumpf, mit zwei bew^eglichen Krallen
am Ende.
Ser. L Anthracoscorpii. Vorderrand des Cephalo-
thorax in eine kleine centrale Spitze ausgezogen. Rücken-
augen sehr gToss, nicht weit von dem Vorderrand des Cephalo-
thorax entfernt. — Karbonisch. — Hierher die beiden
Familien der Cyclophthalmoi'dae (Rückenaugen zwischen
den Seitenaugen) mit Eoscorpius und Centromachus n. g.
S. 25 für eugiyptus Peach, tuberculatus Peach, giaber Peach,
inflatus Peach und AngUcus Woodic.
Ser. n. Neoscorpii. Vorderrand des Cephalothorax
abgestutzt oder ausgerandet in der Mitte. Rückenaugen
von demselben weit entfernt, hinter den Seitenaugen ....
Recent oder Tertiär. — Hierher die Familien Pandinoidae,
Vejovidae, Bothriuroidae, Buthoidae (= Androcto-
noidae); vgl. die früheren Berichte.
Ancient air-breathers; B. N. Peach. Nature
Vol. 31 S. 295 ff. mit Holzschn.
gO Bertkan : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Le Palaeophon[e]us nuncius et la theorie de
l'evolution par P. Delorme; s. Le Natiu^aliste 1885
S. 29, 36.
„An American Siliirian Scorpion" (Palaeophonus
Oshorni)\ Whitfield, Science VI S. 87 mit Holzschnitt. —
,,0n a fossil scorpion from the Silurian rocks ot
America" (Proscorpius Osbornei); derselbe, Bullet.
Americ. Mus. Nat. Hist. Vol. I No. 6 S. 181 (10. Octob. 1885).
— Manche der Deutungen Whitfield's Averden von
Thor eil, Americ. Naturalist 1886 S. 269 if. beanstandet.
Isometro'ides (n. g.: von Isometrus durch den Mangel des
Doms unter dem Stachel iind das glatte, ungekielte fünfte Schwanz-
glied verschieden; für Isometrus vescus Karsch und) angusticaudus
(Peak Downs); Keyserling a. a. 0. S. 19 Taf. 2 Fig. 4.
Hoplocystis (n. g. Turin, dente subter vesica posito distinctum)
seintiUa (?); Karsch, Abh. naturw. Ver. Bremen IX S. 69 f.
Butheolus Utorcdis (Assab); Pavesi, Bull. Soc. Eni Ital. XVII
S. 197.
Buthus arenicola (Gabes; Tozzer); Simon, Explor. Tunisie S. 51.
Isometrus ThoreUii (Sydney; Rockhampton) S. 12 Taf. 2 Fig. 1,
ßerfidiis (Viti Levu) S. 15 Fig. 2; Keyserling a. a. 0.
Hormurus astaticus (Ostindien) S. 24 Taf. 3 Fig. 1, Karschii,.
(Neu-Guinea; vielleicht caudicula var.) S. 31 Fig. 3; Keyserling
a. a. 0.
Lychas Maljillanus (Gambia, Casamanca); Rochebrune, Bull.
Soc. philomath. Paris Vni S. 28.
Die Heimath des Pandinus (Buthus C. L. Koch) setosus
C. L. Koch ist wahrscheinlich Westafrika: Karsch Abh. naturw.
Ver. Bremen IX S. 67 If.
Scorpio lucidipes; Simon, Araclm. Ramnad a. a. O. S. 38.
Kusta meldet neue Funde des Cyclophthalmus senior
Corda im Schleifsteinschiefer der unteren Radnitzer Schichten bei
Rakonitz und beschreibt die gut erhalteneu Exemplare; Sitzber. kgl.
böhm. Gesellsch. Wissensch. 1884 S. 48 ft'., 401 Fig. 4.
Araiieae.
Zur Anatomie der Araneen macht Dahl im Zool.
Anz. 1885 S. 241 £f. folgende Mittheilungen. Die Speichel-
drüsen sind beim Männchen von Epeira cornuta weit zahl-
reicher als beim Weibchen, und da die Männchen wohl
kaum noch Nahrung zu sich nehmen, Dahl wenigstens es
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. g]
niemals sah, so ist damit sicher ausgemacht, dass die Drüsen
in hervorragender Weisse sexuellem Zwecke, d. h. zum
Einspeicheln des Samens, dienen, was Bert kau auf
Grund von Versuchen über die auflösende Wirkung des
Drüsensekrets bezweifelte. — lieber den Saugmechanismus
des „Magens" wird eine fi'ühere Angabe reproduzirt, die
ich, weil ich sie nicht verstehe, mit den eigenen Worten
des Autors folgen lasse: „Zwei seitliche an die Platte sich
ansetzende und ein oberer Muskel können den Raum des
Magens vergrössern. Dann schliesst sich die Speiseröhre
und nun wird die Platte durch andere Muskeln nach oben
gezogen und der Inhalt in den nachfolgenden Magentheii
gepresst." — Ueber das ,, Geruchsorgan" wiederholt Dahl
die fi^üheren Angaben, die zeigen, dass der Bau des „Ge-
ruchsorgans" nicht verschieden von dem Epithel an anderen
Körperstellen, z. B. Hinterseite der Oberkiefer bei Lyco-
siden, ist, wie Referent ebenda S. 464 ausspricht.
Derselbe glaubt, wie zwischen Micrommata virescens
und ornata, so auch zwischen Meta segmentata und Mengei
einen Säsondimorphismus entdeckt zu haben und wieder-
holt eine frühere, vom Referenten als unrichtig bezeichnete,
Behauptung, dass die Spinnen nur ein Jahr leben; diese
Behauptung glaubt er einzig durch den Umstand, dass bei
den meisten Arten eine bestimmte Reifezeit des Männchens
angegeben sei, beweisen zu können; ebenda S. 376 £
Bertkau zeigt, dass die Artselbständigkeit von Meta
Mengei von vielen Araneologen nicht mehr anerkannt werde,
und dass Cambridge über dieselbe und ihr Verhältniss
zu M. segmentata ebenfalls Ansichten geäussert habe, welche
einen Säsondimorphismus begründeten. Ueber Micrommata
virescens und ornata verweist er auf seine eigenen früheren
Mittheilungen, welche die Unabhängigkeit beider Arten von
einander beweisen, einen Säsondimorphismus wenigstens
ganz ausschliessen. — Bezüglich der Entwickelungsdauer
führt er zahlreiche Beispiele an, welche eine mindestens
zweijährige Entwickelungsdauer beweisen und weist auf die
Ungiltigkeit des von Dahl geltend gemachten Argumentes
Arch. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 6
82 '^ ^ rtk a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
von der Reifezeit der beiden Geschlechter hin; ebenda
S. 459 tf. - Dahl hält seine Ansicht fest; ebenda S. 629 ff.
Auch Karsch äussert sich ebenda S. 532 zur Frage:
Säsondimorphismus bei Spinnen?, indem er auf
Her man 's Angaben von 2 — 3 Generationen im Jahre bei
mehreren Arten hinweist.
Bert kau macht eine vorläufige Mittheilung über die
Augen und ein als Gehörorgan gedeutetes Organ
der Spinnen. — Bei den Augen bestätigte er die Angaben
Grenacher's von der Einkernigkeit des Retinaelementes.
Die Musculatur findet sich bei allen Stirnaugen und wird
mit der Accommodationsfahigkeit in Verbindung gebracht;
nur die Stirnaugen haben ,, postbazilläre" Kerne. Die
übrigen Augen sind, soweit die Untersuchungen reichten,
alle (mit Ausnahme der Attiden) durch den Besitz eines
Tapetum ausgezeichnet, das bei Micrommata als zusammen-
hängende Decke, bei Lycosiden und Thomisiden gitterförmig,
bei den übrigen in Gestalt zweier gegeneinander gew^endeter,
durch einen schmalen Spalt getrennter Streifen die Retina
quer durchsetzt. Auf dem Tapetum sind die Stäbchen
aufgereiht, bei Lycosiden und Thomisiden in einer durch
den Verlauf der Tapetumstreifen bedingten ganz regel-
mässigen Anordnung. Da die Tapetumstreifen keine Durch-
bohrungen zeigen, lun Nervenfasern durchzulassen, so
spricht der Verfasser die Vermuthung aus, dass diese erst
jenseits derselben, d. h. zwischen Stäbchen und Glaskörper,
sich mit der Stäbchenzelle verbinden.
Das als Gehörorgan gedeutete Organ liegt an allen
4 Beinpaaren an der Hinterseite des Kniees und besteht
aus 2 Gruppen untereinander verschiedener feiner Spalten,
die der Verfasser als eine Modification bereits früher von
ihm erwähnter, über den Körper der Spinnen verbreiteter
Poren ansieht. Der das Bein duichziehende Nervenstamm
schickt im Knie einen Ast aus, der sich in feine einzelne
Fasern auflöst, deren jede zu eniem Spalt tritt, nachdem
sie eine grosse, grosskernige Ganglienzelle aufgenommen
hat. - Sitzber. Niederrh. Ges. f. Natur- und Heilk. 1885
S. 21H rt., 282 ff.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 83
lieber dasselbe Organ macht Sehimke witsch eme
Mittheiluug : Sur un organe des sens chez des
Araignees; Zool. Anz. 3885 S. 464ff. ; vgl. ebenda S. 537
Bertkau, der die Priorität für sich in Anspruch nimmt,
und eiidge Diflerenzpunkte in Schimkewitsch's und seinen
eigenen Mittheüungen hervorhebt.
Dahl macht einen Versuch einer Darstellung
der psychischen Vorgänge in den Spinnen. (Erster
Artikel) Vierteljahresschr. f. wissensch. Philosophie IX. 1. S.
84 ff. Der Verfasser zieht aus Beobachtungen, die er in
der freien Natur gemacht, und aus Experimenten, die er
in verschiedener Weise abgeändert hat, folgende, auf die
Sinneswahrnehmungen der Spinnen bezügliche Schlüsse.
Mittels der namenthch an Tastern und Beinen angebrachten
Organe für den Tastsinn spüren die Netzspinnen nicht nur,
dass ein Insekt sich im Netz gefangen hat , sondern auch
den Ort, wo. — Attus arcuatus reagirte in unzweideutiger
Weise auf lautes Klopfen. Dieselbe Art kann schon in
einer Entfernung von etwa 20 Cm. einen sich bewegenden
Gegenstand von der Grösse einer fliege wahrnehmen, aber
erst bei ca. 2 Cm. deutlich unterscheiden, und sieht in
der Entfernung der deutlichen Sehweite so genau, dass
sie die Biene von der Fliege unterscheiden kann. AUes^
dagegen, was nur wenig jenseits ihrer deuthchen Sehweite
liegt, sieht sie sehr undeuthch. Von der genannten Art
und Xysticus lanio werden verschiedene Farben nur in einer
recht unvollkommenen Weise unterschieden, wogegen Epeira
cornuta und Drassus quadripunctatus im Stande sind,
Farben zu unterscheiden. — Epeira patagiata (J) war im
Stande, Gerüche (Terpentin, Nelkenöl, Ammoniak) wahr-
zunehmen. Sie unterscheidet auch verschiedene Gerüche,
die für sie einen verschiedenen Gefühlswerth haben, und
dieser Gefühlswerth ist für die Spiiuie ein anderer als für
uns. Thomisiden scheinen wenig empfindlich gegen Ge-
rüche zu sein, Attiden dagegen wieder sehr. — S. auch
Kosmos 1885 II S. 309 ff.
C. Keller hat Untersuchungen über die forst-
liche Bedeutung der Spinnen angestellt und deren
6*
84 B e r t k a u : Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Resultate in dem 2. Bd. S. 149 ff. des Recueil zoologique
Suisse veröffentlicht. Er hält die Spinnen füi' mindestens
eben so schätzbare Verbündete des Menschen im Kampfe
gegen die schädlichen Forstinsekten wie Vögel, Schlupf-
wespen u. s. w., und meldet mehrere Beobachtungen, welche
darthun sollen, dass ,,auf einem Infektionsherd die Zahl
der Arachniden in rapider Zunahme begriffen ist". Ausser
den im Freien angestellten Beobachtungen beweist auch
das Verhalten der Spinnen gegenüber verschiedenen Insekten,
die mit ihnen zusammen eingesperrt waren, sowie die
Untersuchung des Darminhaltes, in welchem Keller
Insektenreste und Eier von Insekten nachweisen zu können
glaubte, die Richtigkeit der aufgestellten Behauptung. Ais-
Insekten, deren Ueberhandnahme durch einzelne Spinnen-
arten ein wirksamer Riegel vorgeschoben wird, fiihrt Keller
an: Lecanium racemosum, denen Miciyphantes rubripes'
(= Tmeticus graminicolus?); Chermes coccineus, dem ausser
Phalangium parietinum, Cerastoma cornutum und Opilio
saxatihs namentlich Tetragnatha extensa, Thonisus calycinus.
(= Misumena vatia), Clubiona holosericea, Theridium redi-
mitum (= Phyllonethis lineata), Micryphantes rubripes;
Chermes viridis, dem Theridium varians, Agalena laby-
rinthica, Linyphia montanal; Tortrix hercyniana, dem Tetra-
gnatha und Theridium; Schizoneura lanigera, der die
Kreuzspinne und Theridium varians; sowie einige Arten
der Gattungen Phyllobius, Metallites, Polydrosus, denen
namentlich Thomisus calycinus und Clubiona holocerica
nachstellen. Auf diese Aufzählung der den Spinnen zur
Nahrung dienenden Forstinsekten lässt Keller ein systema-
tisches Verzeichniss der forstlich wichtigen Afterspinnen und
echten Spinnen folgen, das ausser den oben genannten
Namen noch Xysticus Pini enthält. Auf Taf. VI sind
Tetragnatha extensa, Linyphia triangularis (unter dem
Namen einer L. montana), Micryphantes rubripes, Misumena
vatia und Clubiona holosericea! abgebildet.
Mc Cook theilt einige Beobachtungen über die Hiber-
nation and winter habits of spiders mit; Proc. Acad.
Nat. Sei. Philadelphia 1885 S. 102 ff^ Junge von The-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 85
ridium tepidariorum Hessen sich bei einer Temperatur
Yon 6 — 7 ^ C. nach einer Berühi'ung mit einem Faden herab-
fallen und krochen nach kurzer Zeit dann wieder an den
früheren Platz zurück, ganz wie es auch sonst ihre Gewohn-
heit ist. — Ein Exemplar, das einer Temperatur von — 1 8 "^ C.
.ausgesetzt gewesen war, erholte sich im warmen Zimmer
rasch. — Epeira strix überwintert in halberwachsenem
Zustand in zusammengerollten Blättern, die an den Baum-
zweigen durch Gespinnstfäden befestigt sind.
Eine in Tunis vorkommende neue Art, Lycosa cuni-
•cularia (s. unten) macht an ihrer Erdwohnung einen beweg-
lichen Deckel ähnlich wie die Nemesien. Die Erdwohnung
ist tief, bisweilen bis 25 Cm. und mehr, eng und regel-
mässig cylindrisch. Der Deckel hat eine Dicke bis zu 4 ^Im.
und einen Durchmesser von 12—20 Mm.; er ist in sehr
einfacher Weise an die Oeffnung der Erdwohnung befestigt,
ohne Elastizität, und bleibt zurückgeklappt, wenn der Ein-
wohner seinen Bau verlässt, Simon, Explor. Tunisie S. 8.
W. A. Locy: Treatment of the eggs of the spider
(xigalena nae\da); American Naturalist 1885 S. 1021 f
Kulczyi'jski macht einen halbierten Zwitter von
Erigone fusca bekannt: Die linke Seite ist normal
männlich, die rechte weiblich. Die Asymmetrie hat sich
auch auf die Genitalspalte und ihre Umgebung erstieckt,
indem an der rechten Seite eine Samentasche mit Aus-
führungsgang vorhanden ist, an der linken dagegen nicht.
Eozpraw Wydz. matem.-przyr. Akad. Umiej. XIV. S. 169 ff.
Taf IV.
Pavesi macht Controsservazioni ad un opuscolo
recente di Aracnologia, die sich auf Simon's „Mater,
p. s. a la faune des Arachnides de Grece" beziehen; vgl.
den vor. Ber. S. 29; Bull. Ent. Ital. 1885 S. 201 ff.
Em er ton behandelt als Fortsetzung eines begonnenen
^Verkes New England Lycosidae; Trans. Connect. Acad.
VI S. 481 ff., PL 46— 49.
L. Becker stellt einen neuen Catalogue des Arach-
nides de Belgique mit einer Revision der Theridiaden
86 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nach der Bearbeitung, die diese Familie von Simon ge-
funden, auf; BuU. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 93 ff.
Von W. Kulczyiiski werden (66) Araneae in Camt-
schadalia . . . collectae aufgezählt; Krakau, 1885, A^ ^
S. 1—60, 1—6, Taf. IX— XI; aus dem XL Bd. Pamietnika
Wydzialu matematyczno-przyrodniczego Akademii Umiejet-
nosci. — Die Arten gehören sämmtlich (mit Ausnahme
einer vielleicht zu Ceratinopsis Emeii. zu stellenden)
mitteleuropäischen Gattungen an, und 36 sind mit euro-
päischen Arten identisch; ausser zwei nicht zu identifi-
zirenden jugendlichen Arten sind 28 als n. sp. beschrieben.
In seiner 2® mem. der Materiaux . . . faune arachn.
de la Nouvelle-Caledonie fügt Simon den 41 bekannten
Arten von Spinnen, 5 der Familie der Attiden, 10 neue
aus letzter Familie hinzu; C. R. Soc. Entom. Belgique 1885
Seance du 5. Septbr. , S. 87 ff.
Tetrasticta.
Foecilotheria (nov. pom. pro Scurria praeocc.) fasciata,
(Latr), bisher als auf Ceylon beschränkt angesehen, kommt auch bei
Ramnad, Distrikt von Madura, vor; Simon a. a. O. S. 38.
Van Hasselt erhielt aus Java eine Calom m ata -Art, die er
mit C. fulvipes Luc. aus Amerika identifizirt, und die also neben
C. sumatrana Auss. (und der Japanischen C. signata Karsch) den
Beweis liefert, dass diese Gattung auch in Asien vertreten ist. Da
von den Seitenaugen das eine leicht zu übersehen ist und die sechs-
äugige Gattung Pelecodon Bolesch. sonst mit Calom mata überein-
stimmt, so liegt die Vei-muthung nahe, dass Pelecodon Bolesch. mit
Calommata Lue. und speziell P. sundaicus Bolesch. mit C. fulvipes
Luc. identisch ist. Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 89 ff. PI. 5 ; Verslag
S. XI f.
Fred. Enock schildert in sehr ausführlicher "Weise the life-
history of Atypus piceus Sulz.\ Trans. Entom. Soc. Lond. 1885
S. 398 ff. Durch den Versuch stellte Enock fest, dass die Weibchen,
die im Herbst eines Jahres den Besuch der Männchen in ihren
Wohnröhren empfangen haben, erst im März des zweitfolgenden
Jahres ihre junge Brut entlassen, so dass also l'/a Jalir zwischen
Begattung und Auswanderung der jungen Brut verstreicht. Die
Nahrung der Spinne besteht nach Enock in Fliegen. Käfern und
Hautflüglern, welche sich auf dem oberirdischen Theil der Wohnröhre
im Gebiete der Entomologie während des Jahres lüH'\ <S7
niederg-elasseii haben und von der Spinne, die einen Spalt in die
Röhre macht, ergriffen werden. (Aus verschiedenen Angaben geht
hervor, dass die Art nicht der piceus Thm\, Äuss., Bertkau. sondern
aifinis Eichw. ist).
Ischnocolus fuscostriatus (Tunis); Simon, Explor. Tunisie S. 41.
Nemesia caementaria Nest beschrieben von Stirrup, Proc.
Manchester litterary and philosophical Society XXIV S. 17 f.
Selenocosmia Gi-eeffi (S. Thome); Kar seh. Sitzb. Ges. z. Betord.
ges. Naturw. Marburg 1884 S. 60.
Kar seh fand Gelegenheit, nun auch das Männchen seiner
Sphaerobothria Hoffmanni von Costa Rica zu beschreiben:
Abh. naturw. Ver. Bremen IX S. 70.
Tristicta.
Attidae. Simon ändert den vergebenen Namen Xeaeru Slm.
in Neaetha um; Explor. Tunisie S.o.
Ebenso ersetzt er Scythropa Keys, durch (den bei Insekten-
fressern vergebenen) Ericulus S. 88, gründet auf (Marptusa) pla-
nissima L. Koch Holoplatys S. 88 und beschreibt Trite (n. g.
Cyrbae et Astiae affine) pemtata S. 91 und lineata S. 92 (Numea):
a R. Soc. Ent. Belg. 1885 5. Septembre.
Ferner ersetzt derselbe den (vergebenen) Namen Ephippus Tlu^i .
durch Epicalus; Arachn. Malacca S. 3 Anmerk. 2.
Harmochirus (n. g. Rhombonoto vicinum, sed oculis anticis
in lineam subrectam dispositis, tibia I valde dilatata disciformis vel
subglobosa et supra et infra validissime ciliata; a Chirotaecia Tacz.
cui non minus affine cephalothorace brevi altissimo postice fere
abrupte declivi diversum; für (Rhombonotus similis mm Hass und)
Malaccensis (Kinta-Thal); derselbe ebenda S. (3.
Stagetillus (n. g. Baviae affine, differt cephalothorace Tnnlto
lougiore etc.) opaciceps (Bodjo); Simon, Bull. Soc. Ent, Belg.
XXIX S. 32.
Ptocasiiis (n. g. Hasario vicinum) Weyersi (Fort-de-Kock) 8. 3o;
Pseudamycus n. g. für (Amycus) albomaculatus van Hasselt;
derselbe ebenda.
Pseadicins (n. g. Icio affine, differt area oculoruin supra
parallela, chelis in (^ et $ extus haud carinatis; tibiis I et II muticis,
vel aculeo unico vel aculeis binis minutis intus instructis: tibiis
metatarsisque III et IV (aculeis terminalibus ordinariis exceptis)
muticis; (^ femore et tibia I crassissimis ; (für Dendryphantes encar-
patus WalcTc.; P. badius, picaceus, Calliethera icioides undW?^ö</^?^?^yv^^•
Simon, Arachn. Ramnad a. a. O. S. 28 PI. X Fig. 2.
88 Bertkau : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lauharulla (n. g. Cyrbae affine) lyretiosa (Sydney) S. 1432
Taf. 121 Fig. 3; Scythroiia (n. g. ; vgl. ob.) macidata (Sydney; Peak
Downs) S. 1447 Taf, 122 Fig. 4; Keyserling, Arachn. Austral. L
Derselbe stellt ebenda S. 1477 ff. eine Tabelle der Attiden-
Oattungen Australiens auf, wobei er S. 1477 die (früher vergebenen)
;Namen Eulabes durch Pirithous, Tanypus durch Sinnamor a,
Acmaea durch JDrepanephora ersetzt; die Gattung Acompse L. Koch
wird als synonym mit Bavia Sim. erkannt, welch letzterer Name die
Priorität hat.
Die unter Mopsus beschriebenen Arten bipenicillatus und albo-
barbatus bilden die n. G. Sandalodes S. 1476; der Ascyltus peni-
cillatus Keys, ist nicht die gleichnamige Karsch'sche Art, sondern
Mopsus morraon Kar seh; der Ascyltus penicillatus Karsch dagegen
Hyllus pterygodes L. Koch und hat daher zu heissen Ascyltus ptery-
godes (L. Koch).
Acmaea [Drepanephora, s. oben) Vi7tosa (Sydney) ; Keyser-
ling a. a. 0. S. 1421 Taf. 120 Fig. 3.
G.W. &E. G. Beckham: Onsomenew genera and species
of the family Attidae, frora Madagaskar and central America;
Proc. Nat. Hist. Soc. Wisconsin; habe ich noch nicht gesehen.
Acompse (vgl. oben) modesta (Cap York) ; Keyserling, Arachn .
Austral. S. 1455 Taf. 122 Fig. 8.
Aelurillus Mayeti (lies deKerkenna); Simon, Explor. Tunisie
S. 4, tigrinus (Collegal); derselbe, Arachn. Collegal S. 21.
Asamonea puella (Landana, Congo); Simon, Arachn. Ramnad
a. a. 0. S. 27.
Chalcoscirtus elegans (Numea); Simon, C. R. Ent. Belg.
1885 S. 90.
Cyrho, 77iicans (Collegal); Simon, Arachn. Collegal S. 22, squa-
lida (Peak Downs; Caigan; Shelley s Fiat) S. 1436 Taf. 121 Fig. 5, 6,
himaculata (Sydney) S. 1439 Fig. 7, villosa (Austr.) S. 1444 Taf. 122
Fig. 3; Keyserling; Arachn. Austral.
Ergane coronata (Fort-de-Kock) ; Simon, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 33. — In dieselbe Gattung gehören (Hasariusj arcuatus,
falcatus, laetabundus, jucundus, während Hasarius auf Adansoni be-
schränkt wird: ebenda S. 34. — E. nigromaculata (Rockhampton) ;
Keyserling, Arachn. Austral. S. 1463 Taf. 123 Fig. 5.
Euophrys obscurofemoratus (Sydney); Keyserling, Arachn.
Australiens S. 1431 Taf. 121 Fig. 2.
Euryattus senex (Numea); Simon, C. R. Ent. Belg. 1885 S. 90.
Habrocestum cupidon (Numea); Simon, CR. Ent. Belg.
1885 S. 89.
B.3idvosoma. e2ihii)pigerum (Bodjo); Simon, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S.36.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 89
Heliophanus Camtsckadaliciis (K.); Kulczyiiski a.a.O. S. 58
Taf. XI Fig. 35.
Hyllus Morgani (Kiuta-Thal); Simon, Arachn. Malacca S. 2.
Die Marptusa maritus Kar seh wird in die Gattung Icius ver-
wiesen S. 64 und die „vulva" in Fig. 4 abgebildet; Kar seh, Sitzb,
Ges. z. Beförd. ges. Naturw. Marburg. 1884.
J. parvidus (Sydney) S. 1449 Taf. 122 Fig. 5, alhoviUatus (Peak
Downs) S. 1451 Fig. 6; Keyserling, Arachn. Austral.
Maevia Q«a<7«icmc^a (Singapore) : Simon, Arachn. Malacca S. 18.
Mogrus Fabrei; Simon, Arachn. Ramnad a. a. 0. S. 29, ornatus
(Kinta-Thal), derselbe, Arachn. Malacca S. 4.
Opisthoucus grassalor (Ped.k Downs ; Port Mackay) S. 1457 Taf. 123
Fig. 12, clarus (Peak Downs) S. 1461 Fig. 3; Keyserling, Arachn.
Ausral., aurantiacus; Simon, Arachn. Ramnad a.a.O. S. 30.
Plexippus Baemelii (Sydney) Keyserling, Arachn. Austral.
S. 1427 Taf. 131 Fig. 1.
Prostheclina 5«V/«a^a (Austral.?); Keyserling, Arachn. Austral.
S. 1464 Taf. 123 Fig. 6.
Pseudicius (s. oben) Tamaricis (Gafza; Tozzer); Simon, Expl.
Tunisie S. 2, c^ecewino^a^w* (Singapore) ;derselbe, Arachn. Malacca S. 17.
Saitis CJmperi; Simon, Arachn. Gundacul, a. a. 0. S. 6, taeniata
(Austral.); Keyserling, Arachn. Austr. S. 1434 Taf. 121 Fig. 4.
Salticus luridus (Singapore) ; Simon, Arachn. Malacca S. 18.
Simaetha aheneola (Singapore); Simon, Arach. Malacca S. 19.
Thiania suavis (Kinta-Thal); Simon, Arachn. Malacca S. 4.
Thyene (n. nom. pro Thya praeocc.) semimprea ; Simon, Arachn.
Gundacul, a. a. 0. S. 4 PI. X Fig. 1.
Viciria alho-limbata (Fort - de - Kock) ; Simon, Bull. Soc. Ent.
Belg. XXIX S. 32.
Thomisidae. Cetiima (n. g. Diaeae affine, cephalothorace
depresso, oculis antic. valde inaequalibus in lineam rectam dispositis . . .
diversum) Mm-gani (Kinta-Thalj S. 9;
Strigoplus (n. g. Tmaro et Pherecydi affine, oculis ant. med.
a sese multo magis quam a lateralibus remotis diversum) albostriatus
(ibid.) S. 11;
Alcimochthes (n. g. ex affinitate Amycle) limhatus (ibid.)
S. 13 PI. X Fig. 16 (hier ist der Artname alboUmbatus); Simon,
Arachn. Malacca. — Derselbe ersetzt den Namen Amycle Cambr., da
er bei-eits früher von Stäl bei Hemipteren vergeben sei, durch
Amyciaea, S. 12 Anmerk., stellt eine analytische Tabelle der zu
den Aphantochilini gehörenden Gattungen Strophius, Cerarachne,
Bucranium, Aphantochilus auf; ebenda S. 10 Anm., und spricht die
Meinung aus, Cerinius Tlior. sei synonym mit Tharrhalea L. Koch;
ebenda S. 9 Anmerk.
90 Bertkan : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Aspectromerus (n. g. Stiphropodi, cui Cyrsillus synon.. affine;
cephalothorax panllo longior quam latior, fere paralleliis, antice haud
vel vix attennatiis, fronte latissima ac recte tnmcata, convexus haud
impressns nee striatus ; oculi antici lineam paullo recurvam formantes,
fere aeqnedistantes , niedii lateralibus fere duplo minores, postici
lineam valde recurvam formantes, medii minntissirai inter se magis
quam lateralibus approxiraati .... Pedes 2, 1, 4, 3; 2 et 1 fere aequi
reliquis multo longiores, haud aculeati . . . ., metatarsis tarsisque
longissimis, depressis, fere aeqnis . . .) duriuscidus ; Simon, Arachn.
Gmidacul a. a. 0, S. 17 PI. X Fig. 13, 14.
Drn^A puncta (S. Thome; Rolas); Kar seh, Sitzb. Ges. z. Beförd.
ges. ^Naturw. Marburg 1884 S. 66, Pougneti (Collegal); Simon , Arachn.
Collegal S. 25.
Oxyptila Theohaldi (Collegal^; Simon, Arachn. Collegal S. 24
PI. X Fig. 15.
Philodromus ruftcapillus (Ain-Draham); Simon, Explor. . . .
Tunisie S. 18, morsus (Rolas); Kar seh, Sitzb. Ges. z. Beförd. ges
:Naturw; Marburg 1884 S. 66 Fig. 7.
Xysticus excellens (Kamtschatka); Kulczyüski a. a. 0. S 4
Taf. XI Fig. 26, crihratus (Sfax, Gabes); Simon, Explor. Tunisie S.lo.
Sparassidae. Xonianus (n. g. Olio valde affine, differt
oculis posterioribus aequidistantibus, in lineam rectam dispositis,
anterioribus non minus lineam rectam formantibus valde inter se
approximatis) j>iC^M.s(Sidi-Salem-bou-Grara, Tunis); Simon, Explor —
Tunisie S. 13.
Kar seh ersetzt den (schon bei Käfern vergebenen) Namen The-
mer o p i s L. Koch durch Th elctic op i s und beschreibt Th . trucu-
lenta (Rolas); Sitzb. Ges. z. Bef()rd. ges. Naturw. Marburg 1884
S. 65 Fig. 6.
Cebrennus tanetanus (El Kef); Simon, Explor. Tunisie S. 14.
Heteropoda sexpimctata; Simon, Arachn. Gundacul a. a. 0.
S. 14 PI. X Fig. 11, Fabrei (Ramnad); derselbe ebenda S. 32 Fig. 10.
Thanatus nigromacidatus (Kamtschatka); Kulczyi'iski a.a.O.
S.49 Taf. XI Fig. 29. Indiens; Simon, Arachn. Gundacul a. a.O. S. 16.
Tortula Simoni (J (Cochinchina; das erste bekannt gewordene
Männchen der Gattung Tortula); Karsch, Abb. naturw. Ver.
Bremen IX S. 71.
Drassidae. Coenoptych us (U. g., a Corinna differt oculis post.
valde recurvis, snlco mediano thoracali absente etc.) pulcher; Simon,
Arachn. Ramnad a. a. 0. S. 37.
Melle 11 mnis (n. g. Echemo afl^ne, a quo differt oculis medianis
posterioribus multo majori bus quam laterales, unguiculis posterioribus
longissimis. scopulis in metat. post. nullis; mammillis nniarticulatis
brevibus) bieolor; Simon, Araclin. Gundacul a.a.O. S. 23 PI. X
Fig. 22.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 91
Anahita mamma (Rolash Karsch, Sitzb. G-es. z. Beförd. ges.
Naturw. Marburg 1884 S. 61 Fig. 1.
Chira canthiura onewiafe (Kamtschatka); Kiilczyiiski a.a.O.
S. 45 Taf. XI Fig. 25.
Clubiora picta (Kamtschatka); Knlczynski a.a.O. S. 44
Taf. XI Fig. 23.
Echemus Chapei-i; Simon, Arachn. Gundacul a.a.O. S. 22
PI. X Fig. 21 , fuscipes, simplex (Tunis) ; d e r s e 1 b e , Explor. Tunisie S. 36.
Gnaphosa Stusseniri (Ossa); Simon, Ann. Soc. Ent. France
1885 S.213.
Megamyrmecium algericum (Gafsa) S. 37, piimilum (Gabes) S. 38;
Simon, Explor. Tunisie.
Micaria centrocnemis S. 42 Fig. 21, humilis S. 43 Fig. 22; Kul-
czyiiski a.a.O. Taf. XI.
Prosthesima pexa; Simon, Arachn. Gundacul a.a.O. S. 21
PIX Fig. 20, barbara (Tunis); derselbe, Explor. Tunisie S. 35.
Tephlea limbata (auch in Aegypten); Simon, Arachn. Ramnad
a.a.O. S.36.
Cryptothelidae. Begillus asper (Ceylon); Cambridge,
Proc. Zool. Soc. London 1884 S. 204 PI. XV Fig. 5.
Chryptothele cristata (Mexico); Simon, C. R. Ent. Belg. 1884
S. 302; vgl. den vor. Ber. S. 52, 53, wo die Gattungen am unrichtigen
Platz standen.
Lycosidae. Hippasa (n. g. Piratae affine; differt clypeo
altiore diametro oculorum anticorum fere triplo latiore, oculorum
linea antica linea secunda multo latiore, parte labiali haud longiore
quam latiore apicem versus haud attenuata atque late truncata,
pedibus multo longioribus, tarsis metatarsisque gracillimis, meta-
tarso IV in ^ haud, in $ vix breviore quam patella cum tibia,
tarsis curatis et metatarsis anticis and apicem scopulis longis setis
intermixtis infera munitis) für (Lycosa) Greenalliae Blackic. = Pirata
agelenoides Sim.; Simon, Arachn. Ramnad a.a.O. S. 31 , PI. X
Fig. 6, 7.
Tapponia (n. g. Oxyopi affine) micans (Bodjo); Simon, Bull.
Soc. Ent. Belg. XXIX S. 37.
Simon ersetzt den Namen Titurius (s. d. vor. Ber. S. 58), weil
bei Coleopteren vergeben, durch Thalassius; Arachn. Gundacul
a. a. 0. S. 13 Anm.
Aulonia aurantiaca (Connect.); Em ertön a.a.O. S. 499 PI. 49
Fig. 6.
Dolomedes /bw^«Hu.s (New Hampshire) : Emerton a a. 0. S. 502
PI. 49 Fig. 10.
Evippa rubiginosa; Simon, Arachn. Gundacul a.a.O. S.U.
Lycosa (Pardosa) lapidicina (Massach.; Connect.) S. 494 Fig. 5,
hrunnea (Mt. Washington; Connect.) Fig. 4, albomaculata (White Mts.)
92 B e r tk a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Fig. 3 PI. 48, pallida (Massach. ; Conuect.) Fig. 3, bilineata (Connect.)
Fig. 4 S 496, albopatella (Massach.; Connect.) Fig. 2, nigropalpis!
(ibid.) Fig. 1 S. 497, montana (Mt. Washingt. ; Mt. Tom) S. 498 Fig. 5
PI. 49; Emerton a. a. 0., latisepta S. 51 Fig. 30, Camtschadalica S. 52
Fig. 31 (K); Kulczyiiski a. a. 0. Taf. XI, ^jari/ia; Simon, Arachn.
Oundacul. a. a. 0. S. 12, PI. X Fig. 5, bacchabimda (Rolas) S. 63 Fig. 2,
gulosa (S. Thome) S. 64 Fig. 3; Karsch, Sitzb. Ges. z. Beförd. ges.
Natunv. Marburg 1884, (Pardosa) semicana (Kinta-Thal); Sirapn,
Arachn. Malacca S. 7
Pirata insularis (Long Lake) S. 492 Fig. 8, montanus (White
Mts.) Fig. 9, minutiis (Massach.; Conn.) S. 493 Fig. 10; Emerton
a. a. 0. PI. 48, rajMr S. 55 Fig. 33, pj-aedo S. 56 Fig. 34 (Kamtschatka);
Kulczynski a.a.O. Taf.XL
Tarentula nidicola (Neu -England) S. 482 Fig. 1, pratensis
(Massach. ; Connect.) S. 483 Fig. 4, imlita (ibid.) Fig. 2, frondicola
Fig. 3 S. 484, inctilis (Mt. Washington) S. 485 Fig. 5 PI. 46, vulpina
S. 487 Fig. 2, nigraventris ! (Essex) S. 488 Fig. 5, communis (Massach.;
Rhode Isl.: Conn.) S. 489 Fig. 6 PI. 47; Emerton a.a.O., Chaperi
S. 8 PI. X Fig. 3, leucostiyma S. 10; Simon, Arachn. Gundacul,
(groupe L. tarentulina) cunicularia (Tunis) S. 7, (gr. leaena) Letourneuxi
(El Kef) S.ll; derselbe, Explor.Tunisie, Thessala (Ossa); derselbe,
Ann. Ent. France 1885 S. 210, catula (Collegal); derselbe, Arachn.
Collegal S. 22 Pl.X Fig. 4, (der ebenda S. 23 eine analytische Tabelle
der zur Gruppe radiata gehörigen Arten aufstellt).
Trochosa Byhowskii (Kamtschatka); Kulczynski a.a.O. S. 54
Taf. XI Fig. 32.
Agalenidae. Hadites mijops (Ossa; Grotte Kokkino-Vracho;
die Augen sind nicht ganz verschwunden, aber sehr klein); Simon,
Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 212.
Zodariadae. Selamia histrionica (Oran; Nemours; Daya;
Marnia); Simon, Bull. Soc. Zool. de France 1884, seymentata
(Kerouan) ; derselbe, Explor. Tunisie S. 29.
Amaurobiadae. Mezentia macilcnta (Kinta-Thal); Simon,
Arachn. Malacca S. 16 PI. X Fig. 17.
Dietynidae. Dictjua olivacea (La Goulette), frutetorum (Ain-
Draham) S. 32, jja^marwm (Gabes) S. 33; Simon, Explor.Tunisie.
cognata (Holland); Cambridge, Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S. 237
PI. IX A. Fig. 1.
Mieryphantidae. Van Hasselt giebt eine Geschichte dieser
Familie; Tijdschr. v. Entom. XXVIII, Versl. S. XC ff.
Cornicularia lepida (Kamtschatka); Kulczynski a.a.O. S. 39
Taf. 10 Fig. 18.
Erigone (s. 1.) cdiena S. 40 Taf. X Fig. 19 (an gen. Ceratinopsis
Emert.?), camtschadalica S. 41 Taf. XI Fig. 20 (Kamtschatka);
Kulczynski a. a. 0.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 9S
Gouatium convexum (Kamtschatka); Kulczynski a. a. O. S. 38
Taf. X Fig. 17.
Gongylidium (s. Simon; Tmeticus Menge) suppositum S. 36
Fig. 15, vile S. 37 Fig. 16 (Kamtschatka); Kulczynski a. a. 0. Taf. X.
Theridiadae. Bathyphantes major S. 30 Fig. 11 Taf. IX, X,
pogonias S. 32 Fig. 12, anceps S. 33, Fig. 13, (?) fucatus S. 35 Fig. 14,
(Kamtschatka); Kulczynski a.a.O. Taf. X.
Enoplognatha camtschadalica (K.); Kulczynski a.a.O. S. 28
Taf. IX Fig. 9.
Lasaeola Sedilloti S. 25, LeveiUei S. 26 (Am-Draham) ; Simon.
Explor. Tunisie, Bodjensis (B.); derselbe. Bull. Soc. Eut. Belg.
XXIX S. 39.
Lephthyphantes hipilis (Kamtschatka); Kulczynski a.a.O.
S. 29 Taf. IX Fig. 10.
Linyphia viridis (S. Thome; Rolas); Karsch, Sitzb. Ges. z,
Beförd. ges. Naturw. Marburg 1884 S. 64 Fig. 5.
Lithyphantes morsitans (Swaziland, Afrika); Cambridge , Ann,
a. Mag. N. H. (5) XVI S. 237 PI. IX A Fig. 2.
Theridium impressum L. Koch var. intermedium (Kamtschatka) ;
Kulczynski a.a.O. S. 27.
Th. perpusillum (Kinta-Thal); Simon, Arachn. Malacca S. 16,
Epeiridae. Simon schlägt vor, die mit Gasteracantha ver-
wandten Gattungen in folgender Weise zu charakterisiren (Arachn,
Ramnad a. a. O. S. 35) :
Gasteracantha: Abd. infra in medio ante mammillas tuber-
culo conico corneo instructum. Cephal. in medio elevatus atque ad
apicem obtusissime bilobatus; scutum abdominale plerumque trans-
versum.
Stanneoclavis: Abd. infra in medio tuberculo valido conico
instructum. Cephaloth. in medio tuberculo obtusissimo integro mu-
nitus; scutum abdom. rotundatum vel subquadratum, aculeis brevissimis
ad basim incrassatis 6 armatum.
Actinacantha: Abd. infra planum liaud tuberculatum. Ceph ,
in medio elevatus atque ad apicem obtuse bilobatus. Scut. abd. ob-
tuse hexagonum aculeis 6 instructum, utrinque aculeis 2 approximativ
sed ab angulis anticis scutis longe remotis.
Isoxya (= Isacantha praeocc): Abd. infra planum. Ceph.
parum elevatus in medio haud vel vix sulcatus. Scutum abd. fere
quadratum aculeis minutis 6 fere aequis instructum, aculeis binis a
sese longe remotis utrinque, anticis ad angulos anticos sitis. Die
Typen sind Gasteracantha fornicata F.; Stanneoclavis brevispina
iDolesch.); Actinacantha Lepelletieri (Guer.); Isoxya cicatricosa
(C. L. Koch):
Cyclosa algerica (Feriana); Simon, Explor. Tunisie S. 21.
94 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Epeira pwxima S. 19, Fig. 1, vicaria S. 21 Fig. 4 (Kamtschatka);
Kulczynski a.a.O. Taf. IX, cUtiss hna (Am-DYa\mm) S. 22, Cossoni
(Feriana) S. 23; Simon, Explor. Tunisie, Weyersi (Fort-de-Kock) ;
derselbe, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 38, ajmca (Rolas);
Kar seh, Sitzber, Ges. z. Beförd. ges. Naturw. Marburg 1884
S. 67 Fig. 8.
Gasteracantha Dahotnensis (Dahome); Kar seh, Abb, naturw.
Ver. Bremen IX S. 70, formosa Viiis. var. confluxa (S. Thome);
derselbe, Sitzb. Ges. z. Beförd. ges. Naturw. Marburg 1884 S. 68.
Meta aryentea-nigra 1 (Rolas); Karsch, Sitzb. Ges. z. Beförd.
ges. Naturw. Marburg 1884 S. 68, stdlimicans (Kinta-Thal) ; Simon,
Arachn. Malacca S. 14.
Singa Simoniana (Sardinien); Costa, Bull. Soc. Ent. Ital,
XVII S. 255, atra (Kamtschatka); Kulczynski a. a. 0. S. 23 Taf. IX
Fig. 6, concimia (Rolas); Karsch, Sitzb. Ges. z. Beförd. ges. Natuiiv.
Marburg 1884 S. 66.
Zilla disjjar (Kamtschatka); Kulczynski a.a.O. S. 24 Fig. 7.
Solifugae.
Biton tunetanus (La Goulette) S. 46, velox (Gabes) S. 47;
Simon, Explor. Tunisie.
Rhax annulata; Simon, Arachn. Gundacul, a. a. 0. S. 2, coral-
iipes (Zarzisi; derselbe, Explor. Tunisie S. 45.
Myriapoda.
L. M. U n d e r w o 0 d : The North American Myriapoda ;
Entomologia Ainericana Vol. I No. 8 S. 141 ff.; habe ich
nicht benutzen können.
Mit Schlesiens Symphylen und Pauropoden in
der Zeitschr. f. Entomotogie , Breslau, X S. 1 ff. beendet
Haase die Bearbeitung der Myriapoden Schlesiens. Gleich
den 2 früheren Monographieen berücksichtigt auch die
gegenwärtige sowohl äusseren und inneren Bau, als Lebens-
und Entwickelungsweise. Von Symphylen sind in Schlesien
die 3 Scolopendrella- Arten notacantha, immaculata und
nivea beobachtet ; von Pauropoden nur ein Angehöriger der
P. agilia, Pauropus pedunculatus.
Latzel zählt die Myriapoden Kärntens auf
{83 Arten, 38 Chilopoden, 37 Chilognathen, 3 Symphyleil,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 95
5 Pauropoden) ; Jahrb. Naturh. Landes-Museums von Kärnten,
J 7. Heft S. 33tf.
Richard beobachtete das Leuchten des Scolioplanes
crassipes, der bei der Bewegung hinter sich einen
leuchtenden Streifen Hess und führt aus der Literatur Angaben
über die Phosphoreszenz der Myriapoden an ; die meisten der-
selben beziehen sich auf Geophilus electricus, soweit über-
haupt eine Art genannt ist; von Scolioplanes crassipes er-
wähnte erst 1883 Gadeau de Kerville diese Erscheinung,
die nun auch von Richard beobachtet wurde; Ann. Soc.
Ent. Belg. XXIX S. 15 ff.
B. Sapezin: Ueber den histologischen Bau und die
Vertheilung der nervösen Endorgane auf den Fühlern der
Myriapoden; Meni. Acad. Imper. Sei. St. Petersbourg (7)
T. 32 No. 9 (20 pp.) und separat, Leipzig, mit 3 Taff". ; vgl.
den vorig. Bericht S. 7.
Gibson-Garmichaers ,, Notes on the Anatomy of
the Myriapoda" in Proc. Royal Physical Society of
Edinburgh, 1884 — 1885 S. 37 ff. bestätigen im Allgemeinen
von Plateau's Angaben über denselben Gegenstand. Zwischen
den gewöhnhchen Magenepithelzellen von Lithobius glaubte
der Verfasser eine Zahl kleiner Drüsen zu erkennen. Die
,, Speicheldrüsen" sind bei L. forlicatus und variegatus \dolet
gefärbt; bei L. grossipes fehlt diese Farbe.
Tömösväry schreibt über den Bau der Spinn-
drüsen bei den Geophiliden; Mathem. u. naturw. Ber.
Ungarn, 2. Bd., S. 441— 445 mit Taf
G. C. Bourne's Abhandlung on the anatomy of
Sphaerotherium in Journ. Linn. Soc. London, Zoolog.,
Vol. 19 No. 112 S. 161 ff. mit 3 Taff. ist mir nocht nicht
zugekommen.
Haase fand an den Seiten des Kopfes und Halsschildes
von Julus fallax ein bis zwei Fliegeneier angeklebt und im
Innern des Eies die jugendliche Larve, in dem Wirth später
die älteren Stadien, die genau beschrieben werden. Da
die Zucht nicht gelang, so kann die Art nicht mit Sicher-
heit angegeben werden; wahrscheinlich handelt es sich um
96 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
eine Tachinine oder Dexine, vielleicht aucli Phoride. Zool.
Beiträoe von Schneider, I S. 252 ff. Taf. XXXI.
Peripatina.
Gaffron hat den 2. Theil seiner Beiträge zur
Anatomie und Histologie von Peripatus erscheinen
lassen; Zool. Beiträge herausg. von A.Schneider; I S. 145 ff.
Taf. XXI— XXIII. Da ich im vor. Ber. S. 73 über die
vorläufige Mittheilung dieses Gegenstandes referirt habe, so
beschränke ich mich hier auf einige ergänzende Bemer-
kungen. Die vonMoseley fiir eine Prostata erklärte, von
Gaffron als eigentlicher Hoden angesehene Drüse wird
Schlauchhoden (test. utricularis) genannt, im Gegensatz
zum Blasenhoden (t. vesicularis) , dem „Hoden" der
früheren Autoren. Der dünnwandige Schlauchhoden ist
gleichmässig angefüllt mit grossen Zellen, die sich nicht zu
einem geschlossenen Wandungsepithel anordnen, in den
Blasenhoden hineinrücken und hier als Spermatosporen die
Spermatozoen liefern. Der Blasenhoden besitzt ausser
einer im Vergleich zum Schlauchhoden derberen Muscularis
auch ein regelmässiges Epithel. Die Bildung der Spermato-
phoren geht in den Samenleitern vor sich, deren Wandung
in den verschiedenen Strecken ein verschiedenes Sekret
liefert und zwar so, dass die Spermatophore , je weiter
nach der Geschlechtsöffnung zu, von umsomehr Hüllhäuten
umgeben wird. Im Allgemeinen ist die Spermatophore ein
dünnes Rohr, das an 3 — 5 etwa 1 Cm. von einander ent-
fernten Stellen blasenartig erweitert ist; diese Blasen sind
mit Spermatozoenmasse angefüllt. — An sämmtHchen Bein-
paaren der (? und $ findet sich ein bisher übersehenes
bohnenförmiges Organ. Es hegt auf der Oberseite dicht
vor dem Stiele des Krallenapparates und ist von nieren-
förmiger Gestalt; an der konkaven Seite treten Muskeln
und Nerven nach Art eines Nabelstranges in das Organ
ein. „Die Zellen des Organs (Hypodermiszellen) haben ein
drüsiges Ansehen; doch scheint es bei dem Mangel einer
äusseren ^Mündung und dem Vorhandensein von Rückzieh-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 97
muskeln eher ein vorstülpbares Sinnesorgan eigentliümlicher
Art zu sein."
In Part I von The development of Peripatus
Capensis behandelt A. Sedgwick die ersten Vorgänge
im befruchteten Ei und dessen Entwickelung bis zum Aus-
schlüpfen des Embryo, soweit dabei die äusserlich sichtbar
werdenden Verhältnisse, Gliederung, Bildung der Glied-
massen u. s. w. in Betracht kommen. Vorausgeschickt sind
einige Bemerkungen über die Geschlechtsorgane, die mit
Gaffron's fi^üheren Berichtigungen der Angaben früherer
Autoren übereinstinunen. Sedgwick scheint aber eine
alljährlich sich wiederholende Befruchtung der Weibchen
anzunehmen, denen von den Männchen äusserlich an ver-
schiedene Körpertheile Spermatophoren angeklebt werden.
Wie dieselben in die Geschlechtsöffnung gelangen, ist noch
räthselhaft.
Die Furchung des Eies ist eine vollständige aber
ungleichmässige. Durch die beiden ersten auf einander
senkrechten Theilungsebenen zerßillt das Ei in 4 gleiche
Zellen; die dritte Furchungsebene, auf die beiden ersten
senkrecht gestellt, halbiert die 4 Quadranten nicht; die 4
kleineren Zellen entwickeln das Ektoderm, die 4 grösseren
das Entoderm. Von diesem Zeitpunkt an geht die Theilung
in dem Ei nicht mehr gleichzeitig in den Furchungszellen
vor sich: die Entodermzellen sind amöboider Natur und
unregelmässig angeordnet, während die Ektodermzellen
mehr eine kompakte Scheibe bilden; durch Vermehrung seiner
Zellen umwächst das Ektoderm allmählich die Entoderm-
zellen, die sich ihrerseits in die von jenen gebildete Höhle
begeben. So entsteht eine solide Gastrula, indem der
ursprünglichen scheibenförmigen Ansammlung von Ektoderm-
zellen gegenüber das Ektoderm nicht zur vollkommenen
Verwachsung kommt, sondern einen Blastoporus frei lässt.
Indem nun in dem Haufen der Entodermzellen eine Höhlung
auftritt, die sich durch jenen Blastoporus nach aussen
öffnet, geht die solide Gastrula in die typische über. An
dem hinteren Ende des Blastoporus legt sich der Primitiv-
streifen an; Embryo und Blastoporus wachsen stark in die
Arch. f. Natg, 52. Jahrg II. Bd. 5. H. 7
98 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Länge, und der letztere theilt sich, indem in seiner Mitte
die Ränder mit einander verschmelzen, in 2 Oeffnungen,
den Urmund und Urafter; ersterer bezeichnet die Stelle,
wo beim fertigen Thier der Munddarm in den Mitteldarm
übergeht, letzterer die Grenze zwischen Mittel- und Enddarm. ^
Der Embryo wächst nun namentlich in seinem hinteren
Theile stark, der in Folge dessen sich ventral einwärts
krümmt; dann erscheinen Gliedmassen, und zwar zuerst
die Antennen, dann die Mundpapillen und die übrigen in der
Richtung von vorn nach hinten ; die Augen als Einstülpungen
der Anlagen der späteren Supraösophagealganglien sind
cerebralen Ursprungs.
In einem späteren Stadium streckt sich der Embryo,
erreicht die volle Zahl der Segmente und Gliedmassen;
die Augengruben schliessen sich und das Ektoderm stülpt
sich zur Bildung des Munddarms ein. Alle weiteren
Aenderungen bestehen nur in einem weiteren Wachsthum
der bereits gebildeten Theile. Quart. Journ. Microsc. Sei.
(N. S.) XXV S. 449 ff. PI. XXXI, XXXII; s. auch Proc. Roy.
Sog. XXXVIII (1885) S. 354 ff.
Chilognatha.
Julidae. Spirostreptus (Noclopyg'e) integei' S. 57, margine
scaher S. 58 (S. Thome); Kar seh, Sitzb. Ges. z. Beförd. ges. Naturw.
Marburg 1884.
Polydesmidae. Der Polydesmus ocellatus Pack. (dies.
Ber. 1883 S. 48) ist ein Craspedosoma und wird überflüssiger
Weise Fackardü neu benannt; Stuxberg, Americ. Natural. 1885
S. 400.
Chilopoda.
Geophilidae. Geophilus fossuliferus (S. Thome); Karsch,
Sitzb. Ges. z. Beförd. ges. Naturw. Marburg 1884 S. 56.
Mecistocephalus yidneensis (S. Thome); Karsch, Sitzb. Ges.
z. Beförd. ges. Naturw. Marburg 1884 S. 56.
Lithobiadae. Die Henicops-Arten sind wahrscheinUch
Zwitter; v. Feiller, Sitzber. Zoolog. Bot Gesellsch. AVien 35 S. 31.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 99
Lithubius forficatus einen Gordius emarginatus Vülot
l)eherbergend ; Gadean de Kerville, Bull. Soc. Ent. France 1885
S. 160.
Soolopendridae. Zur Vermeidung der Konfundirung des
Otostigmus inermis Por. mit der noch problematischen „Scolopendra
inermis Newp.'' empfiehlt Kar seh, die Art 0. muticus zu nennen;
Sitzb. Gesellsch. z. Beförd. ges. Naturw. Marburg 1884 S. 55.
Scoiopocryptops Confucii (China); Kar seh, Abh. naturw. Ver.
Bremen IX S. 65.
Seutigeridae. Heathcote beschreibt ebenfalls das eigen-
thümliche Organ an der Unterseite des Kopfes von Scutigera; Quart.
Journ. Microsc. Sei. XXV S. 235 ff. PI. XVIII: On a peculiar
sense organ in Scutigera coleoptrata, one of the Myriapoda ;
vergl. den vor. Ber. S. 77. Zu den beiden Hälften des Organs tritt
je ein von der Vorderseite des Unterschlundganglions entspringender
Nerv. Das die Seitenwandungen der Höhle auskleidende Epithelium
wird von Heathcote als sensorisch bezeichnet; es besteht aus
säulenförmigen Zellen, die einen schmäleren Fortsatz aussenden«
„Es ist kein Zweifel," dass diese Fortsätze in die Vertiefungen der
Chitinhaut ragen und dass jedes der bekannten eigenthümlichen
Haare unmittelbar an die Aussenseite eines solchen Fortsatzes
inserirt ist. Auch ist der Verfasser geneigt zu glauben, dass die
Chitinhaare an ihrem Grunde eine kleine Oeffnung haben, in welche
ein fadenförmiger Fortsatz der Sinneszelle hineinragt. Die Haare
vergleicht er mit den „Hörstiften" und sieht, ähnlich wie Haase, in
dem Organ ein Gehörorgan.
W. Haacke schildert Schildasseln (Scutigera) auf der
F 1 i e g e n j a g d ; Zoolog. Garten, XXVI S . 78 f .
Auf eine neue Gattung und Art, Cermatobius Martensii
(Adenare bei Floris) gründet Haase die neue Familie der
Cermatobiaden, welche nebst den Lithobiaden und Scuti-
geriden die Chilop. anamorpha zusammensetzen und eine Mittel-
stellung zwischen Lithobiaden (speziell Henicops) und Scutigeriden
einnimmt. Mit den Scutigeriden theilt sie das etwas zugespitzte
Kopfschild mit den sonst für Scutigera charakteristischen Eindrücken
und Furchen, die fast körperlangen, peitschenf örmigen , aus über
40 Gliedern gebildeten Fühler, die einzähnige Oberlippe, die langen,
dünnen, nach hinten an Länge zunehmenden, mit nur einer End-
kralle versehenen, vielringelige Tarsen tragenden Beine. Den Litho-
biaden (Henicops) nähert sich Cermatobius durch die Bedornung der
Maxillartaster, das Fehlen des Maxillarorgans, die kui'ze Bezahnung
der Beilippenliüfte , den Besitz von 15 Rückenplatten und sieben
Stigmenpaaren. — Zur Morphologie der Chilopoden, im Zool. Anz.
1885 S. 693 ff.
100 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
I n ^ e c t a.
Thysanura.
Parona schreibt sopra alcune Collembola e
Thysanura di Tunisi, deren er 13 Arten mit Literatur-
nachweis lind Angabe ihres Vorkommens namhaft macht.
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 425 ff. Tav. IL
Tömösväry zählt die (6) Species generis Smyn-
thurus faunae hungaricae auf; Nat. Hefte Pest VII
S. 31 ff.
Rovelli stellte alcune ricerche sul tubo digerente-
degli Atteri, Ortotteri e Pseudoneurotteri an; Como;
15 Ss. Er fand bei den Poduren die After- und Genital-
öffnung einander zwar sehr genähert, aber doch deutlich
getrennt. Bei Machilis polypoda fehlt ein Kaumagen; der
Darm ist an der entsprechenden Stelle mit 6 Blindschläuchen
besetzt, die zu dreien gemeinschaftlich münden; die Malp.
Gefässe sind zahlreich. Bei Lepisma saccharina sind 4
^I. Gefässe vorhanden, und ein Kaumagen mit 6 Zähnen ;
eine neue Art, L. fumorum, hat am Kaumagen 10 und
mehr Blindschläuche, die, verschieden von Machilis, einzeln
münden. Die Blindschläuche sind bei Forficula, Aeschna.
und Libellula durch die drüsige Zone dargestellt, die der
Anfangstheil des Mitteldarmes um die Einstülpung des-
Vorderdarmes bildet. Bei den genannten Insekten zeigt
der Darm bei Larven und Imagines keine Verschiedenheiten.
Sommer schreibt über Macrotoma plumbea; Zeit-
schrift f. wissensch. Zool. 41 S. 683 ff; Taf. XXXIV, XXXV,
Die mit klaren Bildern anatomischen und histiologischen
Details ausgestattete Arbeit giebt über manche bisher
zweifelhafte Punkte der Anatomie der Poduriden Aufschluss,
— Die Schuppen, mit denen Tomocerus bekleidet ist,
werden bei den Häutungen des Thieres nicht mit gehäutet,
sondern unter der alten Chitinkutikula neu angelegt.
Zwischen der chitinogenen Matrix und der Basalmembran
ist ein retikuläres Gew^ebe ausgespannt, in dessen Maschen
sich Konkremente (kohlensauren Kalks?) anhäufen. Zwei
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 101
längliche Körper desselben Gewebes zu den Seiten des
Darmes stehen mit dem der Haut angehörigen in Ver-
bindung und werden als Exkretionsorgan in Anspruch
genommen; eine kleinere Partie oberhalb und unterhalb
des Oesophagus war von früheren Forschern für Speichel-
drüsen gehalten worden. — Der Mitteldarm hat ein
Elimmerepithel, das bei den der Häutung nahen Individuen
abgestossen wird; vgl. Kowalewsky. — Das Herz hat 5
Ostienpaare; sein hinteres Ende Hess keine Oeffnung erkennen,
xind auch das Verhalten der Aorta konnte nicht weiter
verfolgt werden. Die von Tullberg erwähnten grossen
Zellen im Ventraltubus sind einzellige Drüsen, die an den
ausstülpbaren Taschen ausmünden. — Die weiblichen Ge-
schlechtsorgane bestehen ausser aus den zur Begattung
dienenden Theilen aus je 2 nebeneinander liegenden Lappen,
Ton denen Sommer den inneren den Eierstrang, den
äusseren Keimlappen nennt. In letzterem wandeln sich
• reihenförmig angeordnete Kerne durch Umgebung mit
Plasma und Abgrenzung gegen einander zu Zellreihen um,
die sich ablösen, aufrollen und in den Eierstrang über-
treten, wo die Kerne allmählich verschwinden und die Zellen
in grosser Zahl mit einander verschmelzen. So gehen aus
ihnen kernlose Dotterballen hervor, die sich mit einer
Haut umgeben und die Eier sind, die nie ein Keimbläschen
besessen haben.
Massenauftreten einer A c h o r ii t e s (?) - A r t im März ; A u s s e r e r ,
Mitth. Naturw. Ver. f. Steiermark, 1884, Bericht, S. 103 f.
Sminthurus (viridis L. var. viridi-flavus S.428), bicoloi' S. 429
Tav. II Fig. 1, Boriae S.430 Fig. 2 (Tunis); Parona a. a. 0., macu-
latus (Ungarn); Tömösväry a.a.O. S. 36 mit Abbildg., Hessei
(Banana, Congo); Poppe, Abhandl. uaturw. Ver. Bremen IX S. 320.
Lepisma furnorum (Como); Rovelli a.a.O. S. 14.
Während bisher Thysanureu in den paläozoischen Schichten
nicht bekannt geworden waren, fanden sich' in den Kohlenablagerungen
von Commentry gegen 45 Exemplare, welche, obwohl die Gliederzahl
der Beine und Fühler nicht mehr zu erkennen ist, doch keinen
Zweifel an der Zugehörigkeit zu dieser Ordnung lassen. Ihr Körper
bestand ausser dem Kopf und den 3 Brustringen, von denen Meso-
und Metathorax gleich lang und bedeutend länger als der Prothorax
waren, aus 10 Hinterleibsriugen , und endete mit einem einzigen
102 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
vielgliedrigen Schwanzfadeu ; im übrigen ist er einem Lepisma oder
einer Machilis ähnlich. Brongniart nennt dieses Fossil Basy-
leptus Lucasi; Bull. Soc. Ent, France 1885 S. 101 f.
Rhynchota.
H. Wedele bringt Beiträge zur Kenntniss des
Rhynchotenrüssels; dieses Archiv 1885 S. 113 ff. Taf. VI^
VIT. Nachdem erst vor 2 Jahren Geise den Rhynchoten-
rüssel genauer studirt hatte, war zu erwarten, dass eine
neue Beschreibung desselben Themas wesentlich nur
Ergänzungen bringen konnte, und so ist es in der That:
während Geise vorwiegend den Schnabel der Wasserwanzen
geschildert hatte, stellte Wedde seine Untersuchungen
namentlich an Landwanzen an, dehnte sie aber auch auf
Zirpen und Pflanzenläuse aus. Hierbei stellten sich manig-
fache Variationen desselben Themas heraus. — Ueber die
das Futteral zu dem Saugrohr bildenden Theile, welche
man bisher meistens als Oberlippe und tasterlose Unter-»
lippe ansah, von denen namentlich letztere den Haupttheil
des Rohres bilden sollte, während die Oberlippe nur an
der Basis den Verschluss herstellte, hat Wedde insofern
eine andere Ansicht, als er meint, der bisher als tasterlose
Unterlippe angesehene Theil sei durch Verschmelzung von.
Garde, Stipes und Palpen entstanden, und führt einige
Beobachtungen an, welche diese Ansicht rechtfertigen. —
Die von Kraepelin geleugnete Führung der Mandibeln an
der Oeberlippe ist bei den Hydrocoren vorhanden, fehlt
aber den Geocoren. Auch darin stimmt Wedde Geise
gegenüber Kraepelin bei, dass es die Maxillen sind, welche
das Saugrohr herstellen. Ausser den Speicheldrüsen finden
sich im Kopf noch andere paarige Drüsen, die als Schmier-
drüsen für die Rüsseltheile anzusehen sind. Die sog.
Wanzenspritze kommt den Wanzen, Kleinzirpen und Pflanzen-
läusen zu, fehlt aber den Läusen und Mallophagen. Sie
kann nicht den Sauc^akt bewirken, da sie nicht mit dem
Pharynx direkt kommunizirt, dient vielmehr nur dazu, das
(alkahsch reagirende) Sekret der Speicheldrüse beim An-
bohren in die Wunde zu pressen. Der von Geise bei den
im Gebiete der Entomologie währeml des Jahres 1885. 103
Wasserwanzen im Pharyn^f beschriebene Triturationsapparat
fehlt den Landwanzen.
F. Ratle beschreibt den Larvenzustand einiger Arten
der Gattung Ptyelus, die in Gehäusen leben. Die
Gehäuse dieser Insekten sind ungleich denen der Insekten
im Allgemeinen wahre Schalen, indem sie mindestens V4
kohlensauren Kalk ( ? carbonate of lime) enthalten ; einige
sind kegelförmig, andere gewunden, fossilen und recenten
Serpulenröhren gleichend. Die conischen Schalen sind an
die Zweige, gewöhnlich etwas oberhalb der Insertion eines
Blattes eines Eucalyptus angeheftet, die Oeffnung nach
oben gewendet, die Larve mit dem Kopf nach unten. In
den gewundenen Schalen liegt die Larve den grössten
Theil ihres Lebens horizontal. Dem Eingange zu ihrem
Gehäuse kehrt die Larve in beiden Fällen die Hinterseite
zu. Um den Rüssel, mittels dessen die Larve den Saft
des Baumes saugt, durchtreten zu lassen, hat die Schale
einen Spalt. Die Larve entlässt von Zeit zu Zeit aus iln^em
After einen Tropfen einer klaren Flüssigkeit an den Ein-
gang der Schale. Der Kalk (? lime), welcher in die
Zusammensetzung der Schale eingeht, ist augenscheinlich
dem Saft des Baumes entnommen. Die Larven werden
von „kleinen schwarzen Fliegen" angegriffen, die bei ihnen
schmarotzen. Proc. Linn. Sog. New South Wales IX
S. 1164 ff. PI. 69, 70; s. auch Journ. R. Microsc. Soc. (2)
V S. 992.
Fokker sprach über den Dimorphismus der Hemipteren
hinsichtlich der Ausbildung ihrer Flügeldecken (f. macro-
ptera und f. brachyptera) , Tijdschr. v. Entom. XXVIII,
Versl. S. XIII ff., und zeigte Exemplare beiderlei Formen
von Lygaeiden (Stygnus rusticus; Trapezonotus agrestis)
und Reduviern (Nabis lativentris, major, rugosus, limbatus,
flavomarginatus) vor.
Lemoine theilte dem Congr. de l'Assoc. frang. pour
l'avanc. des sciences, Grenoble 12 — 20 aoüt 1885, die
Resultate seiner Studien über Bau und Lebensweise des
Aspidiotus Nerii und der Phylloxera punctata mit; G ade au
de Kerville, Bull, Soc. Ent. France 1885 S. 167.
104 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Liste des Hemipteres rec. a la terre de feu par
la mission de la Romanche . . . par M. V. Signoret; Ann.
Soc. Ent. France 1885 S. 63 ff.
Die Fortsetzung des Fieber-Reiber'schen Werkes
enthält die Gattungen Cicadula und Thamnotettix,
mit Bereicherungen durch Lethierry; Revue d'Entomol.
IV S. 40 ff.
Fokker setzt seinen Catalogus der in Nederland
voorkomende Hemiptera fort; Tijdschr. v. Entom.
XXVIII S. 51 ff. Nach Addenda et Corrigenda zu den
beiden ersten No. dieses Verzeichnisses werden die FamiHen
der Capsiden und Anthocoriden behandelt.
Ferrari führt 191 Rincoti als V der Materiah per
lo studio della fauna Tunisina auf; Ann. Mus. Ci\ic.
Genova (2) I S. 439 ff
Derselbe desgl. (96) Rhynchota tridentina; ebenda
S. 401 ff.
Ferrari zählt (102) Rincoti omotteri racc.
neiritalia centrale e meridionale auf und beschreibt
die Nymphen zalilreicher Arten; Bull. Soc. Ent. Ital. XV^II
S. 269 ff
Montandon erwähnt als neu für die Tunesische
Fauna Tholagmus flavolineatus F. ; Piezoscelis Putoni Reuf. ;
Aradus flavicornis Dalin; Piezostethus galactinus Fieh.;
Pirates ululans Rossi; Reduvius villosus F.; Coenocoris
gulosus Ge)'m.\ Blissus hii^tulus Klug\ Revue d'Entomol.
IV S. 114f.
Ebenda S. 351 ff. druckt Fairmaire Notes sur quelques
Hemipteres du Maroc ab, indem er zahlreiche iVrten
namhaft macht mit Bemerkungen über Cephalocteus pun-
ctipennis *S^ä/, die nicht nur am Cap vorkommt, Podops
tangira F., die von inuncta zu trennen ist, Psacasta
Lethierrp Put. und 3 neue Arten resp. Varietäten.
L. Duda hat eine systematische Uebersicht der
(431) Hemiptera-Heteroptera Böhmens (in böhm.
Sprache) verfasst und dem Jahresb. k. k. Gymnasiimi zu
Königgrätz für 1884 beigefügt; s. das Referat von Mi k in
Wien. Ent. Zeitg. 1885 S^27.
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 105
Derselbe liefert Beiträge zur Kenntniss der
Hemipteren-Fauna Böhmens, Wien. Ent. Zeitg. 1885
S. 33, 67, 99, 137, 169, 209, 237, 257, 293, indem er die
durch ihre Verbreitung interessanteren Arten Böhmens
namhaft macht.
Montandon zählt Hemipteres-Heteropteres de
Moldavie auf; Revue d'Entomologie IV S. 164 ff.
Letzner schreibt über einige Cicaden, indem er
den Fund von Cicadetta montana; Pseudopihana europaea;
Centrotus cornutus; Ledra aurita; Tettigonia viridis bei
Oswitz in der Nähe Breslaus meldet; 62. Jahrb. Schles.
Ges. f. vaterl. Cultur S. 350 f.
Eeuter zählt Sibiriska Hemiptera auf, 105 Arten,
die von Sundman im westlichen Siberien, und 34, die
von Roschier bei Minusinsk, Gouv. Jeniseisk, gesammelt
waren. Oefv. Finsk. Vet.-Soc. Förh. XXVI S. 22 ff.
Jakowleff zählt auf (96) Hemiptera Heteroptera
aus Achal Tekke; Hör. Soc. Ent. Ross. XIX S. 98 ff.
Hemipteres nouveaux rec. . . . ä Sumatra et a
Borneo par M. L. Lethierry; Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 104f.
Reuter macht synonymische Bemerkungen über
Hemipteren mit der ausgesprochenen Hoffnung, dass die-
selben der angekündigten neuen Auflage des Puton'schen
Katalogs zu Gute kommen möchten. Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 39 ff.
Derselbe desgl. über einige russische Hemi-
pteren; ebenda S. 158 f. — Scutellera obtusata K7'ijn.
= Phimodera galgulina H.-Sch.\ Sc. albopunctata Krijn
= Psacasta exanthematica Scop., Pid.; Sc. trigona Kryn.
= Trigonosoma rusticum Fahr.; AehaPanzeri Krijn. = '^eotti-
giossa pusiUa Gmel.\ Poecilocoris scitulus Jahovl. = Chro-
antha ornatula H.-Sch.', Strachia conspicua Jak. = Eury-
dema Wilkinsi Disfant ; Acompomorpha aterrima Jak. = Neu-
rocladus brachiidens lAä. ; Calocoris sanguineus Jak. = Lopus
bicolor Fieb.; Stenotus sareptanus Jak. = Oncognathus
binotatus (F.) Fieh.\ Camptotylus aphidioides JakovL
= Megalobasis Linae I\if.
106 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
P. Loew giebt in seinen Beiträgen zur Kenntniss
der Cicadinen, Verli, Zool. Bot. Ges. Wien XXXV
S. 343 ff., folgende Synonymieen : Idiocerus rutilans Kbm.
= signatus Fieh.\ Pediopsis scutellata 5o/i. = Rubi Bohr^
Agallia Fieberi Vism. = sinuata M. & B. ; Typhlocyba Vitis
H. Göihe = Chlorita flavescens F.; Deltocephalus Mayri
Fieb. = multinotatus Boh., xanthoneurus Fieb. = assimilis
Fallen; Penthimia atra 7^.= nigra Goeze.
Synonymies d'Hemipteres par Puton; Re\Tie
d'Entomol. IV S. 137 f.: Cydnus cinnamomeus Garb. = Oche-
tostethiis nanus //. S. ; Lygaeus sexmaculatus Garb. = creticus
Luc; Monanthia imicolor Garb. = auriculata Cofita\ Aradus
Geneonymus Garb. — Betulae L $ ; Capsus coruscus
Garb. = punctum Bamb.; Anthocoris rubicundulus Garb.
= nemoralis F. var. austriacus F., neglectus Garb. = Tri-
phiebs nigra Wolf; Triphl. pellucidus Garb. = minuta L.,
fasciiventris Garb. = Cardiastethus fasciiv. Garb., Beut.
— testaceus Ferris, Fieb. ; Triphiebs flavicans 6^<://-6.=Brachy-
steles rufescens Costa = testaceus Muts. ; Leptopus Strobeli
Garb. = hispanus Barnb.; Pirates coracinus Garb. = stre-
pitans Bamb.; Corisca glauca Garb. = scripta Bamb. S;
Delphax piceola Krschb. = pellucida F., fuscipennis Kb.
= leptosoma Flor $, ochroleuea A'^. = concolor Fieb. $,
fulveola Kb. = flaveola Flor ?; Idiocerus auronitens Kb.
= vitreus F., rutilans Kb. = elegans Flor; Athysanus
sejungendus Kb. = obscurellus Kb. var., connexus Kb.
= obsoletus Kb. var. sexpunctatus Sahlb.; Deltocephalus
inicantulus A'^. = mulltinotatus Boh., elegantulus A7>. = argus
Marsh., mattiacellus Kb. = distinguendus Flor S, inclusi-
valvis A^. = distinguendus Flor $, eurylobus A6. = rhom-
bifer Fieb., longiceps Kb. = Linnei Fieb.
Parasitica.
Picaglia zählt Pediculini delT istitiito anatomo-zool.
d. R. Univers, di Modena auf; es sind 82 Arten, die in Modena
heimathen und 34 weitere, die Ausländer sind; bei allen sind Syno-
nymie und AVohnthiere angegeben. Mem. Soc. Naturalist! di Modena
(S. 3) Vol. IV S. 97 ff.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 107
Derselbe theilt die Gattung Menopon in die beiden Unter-
gattungen Menopon s. Str. und Piagetia; letztere enthält die Arten
Titan und Bagazzii, letztere, wie P. Titan, auf Pelecanus, aber nicht
onocrotalus, sondern trachyrrhynchus lebend und durch schmalen, stark
verlängerten Hinterleib ausgezeichnet; ebenda Rendiconti 18. Gennaio
1885 S. 103 ff.
H. Osborn zählt in seinen Notes on Mallophaga and
Pediculidae die in Iowa gefundenen Arten der Gattungen
Docophorus, Nirmus, Oncophorus, Lipeurus, Ornithobius, Trichodectes,
Menopon, Colpocephalum , Nitzschia, Trinoton, Pediculus, Phthirius,
Haematopinus mit Angabe der Wohnthiere auf; Schmarotzer und
AVirthe sind z. Th. dieselben Arten wie in Europa, z. Th. diesen nahe
verwandt. The Canadian Entomologist XVI S. 197 ff.
Piaget hat ein Supplement zu seinem Essai monographique :
Les Pediculines erscheinen lassen; Leide 1885. 4o IX und 162 Ss.,
17 Taff. — Habe ich nicht gesehen.
F. Grosse bringt Beiträge zur Kenntniss der Mallo-
phagen; Zeitschr. f. wiss. Zool. 42 S. 530 ff., Taf. XVIII. Die
Untersuchungen wurden vorwiegend an einer neuen Art, Tetro-
2)hthahnus (n. g.) chüensis, angestellt und erstrecken sich (in aus-
gedehntem Masse) auf die äussere Gliederung, Darratraktus , Mal-
pighi'sche Gefässe (4), Speichelorgane (2 Paar), Geschlechtsorgane
(2—3 Paar Hoden, Samenblase am vas deferens, ductus ejacul. und
Penis; 3—5 Paar Eierstöcke, Eileiter, Eiergang und 2 recept.
seminis), Athmungsorgane (7 Stigmenpaare), Fettkörper, Eücken-
gefäss, Antennen mit ihren sekundären Geschlechtsunterschieden bei
manchen Gattungen, Augen.
Tetrophthalm^is (n. g. Liothe'id.. Menopon nahestehend, aber
mit 4 Augen) chüensis (Gh., auf Pelekan); Grosse a.a.O. S. 533
Taf. XVIII.
Phytophthires.
Coecidae. Die Note sopra alcune Cocciniglie (Coc-
cidei) von Targioni Tozzetti im Bull. Soc. Entom. Ital. XVII
S. 100 ff. enthalten einerseits eine Reproduktion der wichtigsten An-
gaben anderer Forscher aus der jüngsten Vergangenheit (Comstock,
Blanchard), theils die Resultate eigener Forschungen; nur die letz-
teren werden hier herücksichtigt. Tozzetti beschreibt eine Pulvi-
naria linearis (mit Holzschnitt), welche hauptsächlich Camellia heim-
sucht, S. 113, und deren Eiern ein Tyroglyphus nachstellt; erkennt
seinen Dactylopius Mammillariae als eine wahrscheinlich neue Art
der Gattung Westwoodia S. 116 und giebt von dieser Art, sowie
von Guerinia Serratulae vergrösserte Abbildungen des ganzen Thieres
und einzelner Körpertheile.
108 Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Douglas lässt eine Note on some British Coccidae ab-
drucken ; Ent. Monthl. Magaz. XXII S. 157 ff.
Ceroplastes Dugesii (Gruanajuato; auf Hybiscus; Ficus sphaero-
carpa, Nerium oleander etc.; Wachs produzirend und durch die be-
deutende Grösse — bis zu 35 Mm. — auffallend); Lichtenstein,
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 141.
Maskell bringt further notes on Coccidae in New Zealand
with descriptions of new species; Transact. New Zealand Instit.,
Wellington, XVI S. 120 ff. PI. I, IL
Eriopeltis Festucae Fonsc, an addition to the British Coc-
cidae; G. C. Bignell, Entomol. Monthl. Magaz. XXII S. 141; The
Entomologist 18 S. 286.
0. Schmidt schildert Metamorphose und Anatomie des
männlichen Aspidiotus Nerii; Dies. Arcb. 1885 S. 169 ff.
Taf. IX, X. — In der Entwickelungsgeschichte sind 5 verschiedene
Formen zu unterscheiden, die durch eine grössere Zahl von Häutungen
von einander geschieden sind. Von diesen gehören die beiden ersten
dem Larven-, die dritte und vierte dem Puppenstadium an, während
dessen die Mimdtheile rückgebildet sind und die Nahrungsaufnahme
aufgehoben ist; das fünfte Stadium ist das der Imago. Der Darm
hat einen geraden Verlauf; der Schlund mündet hinter der Bauch-
ganglienkette in den birnförmigen Magen, aus dem der Mitteldarm
hervortritt. Letzterer nimmt hinter einer Anschwellung die beiden
Malpighi'schen Gefässe auf und geht dann mit einer citronenförmigen
Anschwellung in den Dünndarm über. Während des Imagozustaudes
geht der ganze Darm vor der Einmündung der Malpighi'schen G-e-
fässe eine Rückbildung ein. — Am Nervensystem ist eine vollständige
Verschmelzung der Bauchganglienkette mit dem Unterschlundganglion
zu einem einzigen Bauchganglion eingetreten, das nur auf Schnitten
die Zusammensetzung aus dem Uuterschlundganglion, den 8 Thorakal-
ganglien und den zu einem einzigen verschmolzenen Abdominal-
ganglien erkennen lässt. Die Geschlechtsorgane sind jederseits ein
eiförmiger Hoden, dessen Inhalt in früheien Stadien aus sechsseitigen
Zellen besteht. Letztere bilden sich, indem sie sich in 5 — 6 Zellen
theilen, zu Hodenkapseln um, während die erwähnten 6 Zellen als
Spermatoblasten die Spermatozoiden hervorgehen lassen. Durch
Sprengung der AVand der Hodenkapseln gelangen die Spermato-
blasten in den Hohlraum des Hodens, in dem sie frei liegen. Der
ductus ejaculatorius mündet anfänglich in den Enddarm; später aber
trennen sich beide und ersterer ergiesst seinen Inhalt in den „durch
die drei Borsten des Penis gebildeten Kanal."
Aphididae. Von J. Lichten stein' s im vorigen Bericht
(S. 83) angezeigter „Monographie des Aphidiens. Les Puce-
rons" ist der erste Theil erschienen, S. I-VI, 7—188; PI. I— IV
In dem ersten Kapitel handelt der Verfasser in chronologischer Ord-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 109
nimg die Bibliographie ab. Das 2. Kapitel enthält eine alphabetische
Aufzählung- der Artennamen mit Hinznfügung des Gattungsnamens.
Das 3. die „Classification", d. h. die (5) Tribus und (58) Gattungen in
ihrer natürlichen Reihenfolge ; den Gattungen sind wieder die Arten
in alphabetischer Reihenfolge hinzugefügt, diesmal mit Angabe ihrer
vorzüglichsten Nährpflanze. Den Inhalt des 4. Kapitels bildet die
„Flore des Aphidiens"; vgl. d. vor. Ber. S. 83, das 5. die „Genera-
lites", d. h. Stellung der Aphiden im System, allgemeine Schilderung
des Körperbaues. Im 6. Kapitel, „biologie", trägt der Verfasser seine
wohlbekannten Ansichten über die Fortpflanzung der Aphiden vor;
im 7. „Classification naturelle" eine Synopsis der Tribus und Gat-
tungen, im 8., „chasse et collection", giebt er Anleitung über Fang
und Konservirung dieser kleinen Insekten. Die 4 Tafeln, die diesem
ersten allgemeinen Theile als Probetafeln beigegeben sind, enthalten
in äusserst naturgetreuer und dabei wahrhaft künstlerischer Aus-
führung die Abbildungen einiger auf Populus lebenden Arten und
der von ihnen, erzeugten Missbildungen. In dieser Ausführung ver-
spricht das Werk für jeden, der sich über diese umfangreiche,
schwierige und ökonomi^h so wichtige Familie unterrichten will, ein
zuverlässiger Rathgeber zu werden. — Der Text zu den erwähnten
Tafeln, Monographie des Pucerons du Peuplier, ist inzwischen
erschienen und enthält die Arten Pemphigus (BucJctonia) affinis
Kalt.; (Kessleria) spirothecae P«5S., bursarius X., ^/?/ri/brmi,9 Licht.
S. 29, protospirae Licht. S. 31, Populi Courch., marsupialis Courch.y
vesicarius Pass.; Schizoneura marsupialis Koch, treraulae L., [Löivia)
Passerinii Sign.; Chaetophorus Populi (i.): Cladobius populeus (Kalt.).
Schlechtendal beschreibt neue Aphidengallen an Aegopodium
podagTaria, Alopecurus pratensis und Hedera Helix und eine durch
Phylloxera (punctata?) hervorgerufene am Blattrande von Quercus;
Jahresber. Ver. f. Naturk. zu Zwickau, 1885, S. 13, 14 Tal 11 Fig. 2.
W. H. Ashmead's 1., 2. a. 3. paper on the Aphididae of
Florida, with descriptions of new species; Jacksonville 1884, 8X2,
17 Ss. mit Abbildungen, habe ich nicht gesehen.
Der Beitrag zur Entwickelungs- und Lebensweise
der Aphiden von Dr. H. F. Kessler in den Nov. Act. d. Ksl.
Leop.-Carol. Deutsch. Akad. d. Naturf. XL VII (No. 3) S. 107 ff
Taf. XI schildert den Lebensgang von Aphis Padi genauer, der
ganz nach der Lichten st ein 'sehen Theorie verläuft, indem im
Sommer ein Wechsel der Nährpflanze eintritt, und erst gegen Ende
August die verlassene Nährpflanze wieder aufgesucht wird. Kurz
lässt sich Entwickelungsgang schildern wie folgt. Aus den Winter-
eiern schlüpfen je nach den Witterungsverhältnissen im März oder
Anfang April kleine, 0,5 3Im. grosse, ungeflügelt bleibende Läuse (1),
die nach 3 — 4 Wochen anfangen Junge (2) zu gebären und mit diesem
Geschäfte 2 — 3 Wochen fortfahren ; die Jungen verlassen die Mutter
110 B e r t k a 11 : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
mit dem Hintertheil zuerst, so dass unmittelbar nach der Geburt
Junges und Mutter gleich orientirt sind. Sie sind bei der Geburt
0,75 Mm. lang und ihre Zahl ist mindestens 40, wahrscheinlich aber
grösser. Nach Verlauf von etwa 4 Wochen sind auch sie vermehrungs-
fähig geworden, wobei aber zweierlei Formen aufgetreten sind: die
Mehrzahl ist ungeflügelt, ein kleiner Theil aber erhält Flügel; un-
geflügelte wie geflügelte sind etwa 2 Mm. lang und gebären eben-
falls lebendige Junge, wobei die geflügelten gerne solche Sträucher
aufsuchen, an denen keine Wintereier abgelegt waren. Die An-
gehörigen dieser Generation (3) erhalten sämmtlich Flügel (die zweite
geflügelte Form). Diese geflügelten Thiere sind aber kleiner (nur
1,25 Mm. lang) und auch anders gefärbt als die Nachkommen der aus
dem Winterei sich entwickelnden Generation. Diese zweite geflügelte
Generation wandert nun Ende Mai und im Juni aus, ohne dass be-
kannt ist, wohin; in der Gefangenschaft setzen sie ihre Jungen (4)
nur zögernd ab. — Erst in der zweiten Hälfte des August finden
sich auf Pr. Padus wiederum geflügelte Individuen (also die dritte
geflügelte Form) ein, die von den ersten geflügelten kaum zu
unterscheiden sind. Sie bringen in grossen Zwischenräumen (im
Ganzen etwa 8) Junge hervor, die sich zum grössten Theile zu un-
geflügelten Weibchen entwickeln; nur ein kleiner Bruchtheil wird
zu geflügelten Männchen (vierte geflügelte Form) , deren Grösse nur
1,5 Mm beträgt. Nach der Begattung legen die Weibchen in langen
Zwischenräumen 3 — i Wintereier an die stärkeren Aeste oder den
Stamm ab, womit der Entwickelungscyclus des Jahres abgeschlossen
ist; ein Theil der von der letzten geflügelten Generation abgesetzten
Jungen kommt überhaupt nicht zur Fortpflanzung, indem die rauhe
Witterung und der Nahrungsmaugel ihren Tod herbeiführt. — Es
sind also 3 Entwickelungsphasen zu unterscheiden, von denen die des
Frühjahrs und Herbstes an Prunus Padus, die des Sommers an eine
noch unbekannte Pflanze gebunden ist. Dieselben drei Phasen, aber
ebenfalls ohne Kenntniss der Nährpflanze der Sommergenerationen,
wurde bei Aphis Evonymi, Viburni, mali, Pyri, Sambuci beobachtet.
Göldi theilt Aphorismen, neue Resultate und Con-
j ecturen zur Frage nach den Fortpflanzun gs Verhältnissen
der Phytophtiren enthaltend, mit; Mitth. Schweiz, ent. Ges.
VII S. 158 ff. — Durch einen Zufall aufmerksam gemacht, Hess der
Verfasser eierlegende, ungeflügelte Weibchen von Pemphigus
Xylostei, bumeliae; Lachnus sp.; Schizoneura lanigera längere Zeit
ohne Nahrung und erreichte dadurch, dass diese hungernden
Exemplare unter gleichzeitiger Verminderung ihres Leibesumfanges
Flügel erhielten zu einer Zeit, wo unter normalen Verhältnissen nur
luigeflügelte Individuen vorkommen. Schizoneura lanigera wurde
durch dieses Mittel schon im Juni geflügelt, während im Freien die
geflügelten Blutläuse sich erst im September zeigen. Hieraus zieht
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. Hl
Göldi den Schluss, dass durch ungünstige Existenzbedingungen der
Gang der Entwickelung beschleunigt werde; die Perioden, welche
normaler Weise die einzelnen Phasen von einander trennen, werden
abgekürzt; das Erscheinen der geflügelten Form wird beschleunigt
und diese selbst bildet den Abschluss des ganzen Entwickelungscyclus.
Die viviparen Sommergenerationen der Blattläuse sind daher parthe-
nogenetisch gewordene, hinsichtlich der übrigen Organsysteme verein-
fachte Weibchen, deren Entstehung dem Nahrungsreichthum und
dem Zweck einer potenzierten Yermehrungsfähigkeit zuzuschreiben
ist. Die parthenogenetische Entwickelung des Eies wird verständlich
unter der Annahme, dass die geschlechtliche Fortpflanzung nur den
schädlichen Wirkungen der „Self-fertilization" vorbeugen soll und
daher überall da ausbleiben kann, wo opulente Existenzbedingungen
diesen Schäden die Waage halten können. — Ueber die Mundtheile
der Pflanzenläuse hat Göldi seine eigenen Ansichten, die aber nur
Vermuthungen sind und nur durch ein Missverständniss eine Ver-
schiedenheit in der Zahl der „Stechborsten" der Pflanzeuläuse und
übrigen Schnabelkerfe annehmen. An dem 5. und 6. Fühlergliede
von Schizoneura lanigera beobachtete Göldi ein Sinnesorgan, dessen
spezifische Bedeutung, ob Tast- oder Gehörorgan, aber noch unbe-
stimmt ist.
Macchiati stellt eine Flora degli Afidi dei dintorno
di Cuneo zusammen, indem er den in alphabetischer Reihenfolge
aufgeführten Gattungen der von Aphiden bewohnten Pflanzen den
Namen, die Zeit und den genaueren Ort des Aufenthaltes der be-
treffenden Pflanzenlaus hinzuzufügt; Bull. Soc. Entom. Ital. XVII
S. 51 ff.
W. M. Maskell: On an Aphidian Insect infesting Pine
trees {Chermaphis)\ New Zealand Journ. Sei. 11 No. 6 S. 291 f.
Aphis HeliotropU (auf H. europaeum) S. 59, Polygoni (auf P. avi-
culare) S. «5, Bohiniae (auf R. pseudo-acacia) S. 65; Macchiati,
Flora degli Afidi etc.
Aus seinen Beobachtungen zur Naturgeschichte der
Fichtengallenlaus (Chermes Abietis) zieht Glaser den
Schluss, dass das beste Vertilgungsmittel im Verbrennen der jungen
Gallen bestehe ; Ent. Nachr. 1885 S. 234 ff.
Derselbe macht ebenda S. 324 ff. noch einige Mittheilungen
über Coniferenläuse.
Phorodon Calaminthae (auf C. clinopodium = Clinop. vulgare?);
Macchiati, Flora degli Afid. S. 54.
L. de And r ade Corvo sieht die Ursache des Siechthums der
,,phylloxerirten" Weinberge nicht in der Thätigkeit des Insekts,
sondern in einem „sphärischen, mit lebhafter Bewegung ausgestatteten"
Bacillus, der die „Tuberculose" der Weinstöcke erzeugt und durch
die Phylloxera von einem kranken Stocke auf einen gesunden über-
112 B e r t k a 11 : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
tragen wird. Die üebertragnng der Krankheit kann aber auch
künstlich geschehen, und andererseits verlieren die mehrere Gene-
rationen hindurch an nur gesunden Pflanzen gezüchteten Rebläuse
die Fähigkeit, „die Krankheit der sog. phylloxerirten Weinstöcke
einzuimpfen". C. R. Acad. d. Sei. de Paris CI S. 528 ff.
G. Balbiani: Le Phylloxera du Chene et le Phylloxera de la
Vigne. Etudes d'eutomologie agricole; 4«, 61 S., 11 Taf.
V. Lemoine: Sur le Systeme nerveux du Phylloxera
(punctata) in den verschiedenen Formen ; C. R. de l'Acad. des Sei. CI
S. 961 ff.
F. Reib er: Notice sur le Phylloxera en AI sace-Lorraine;
Bull. Soc. d'Hist. nat. de Colmar, 24 e, 25 e et 26 e annees, 1883—1885
S. 551 ff.
Riley hat von einigen der zahlreichen in Nordamerika vor-
kommenden Phylloxera -Arten die ganze Lebens- und Enwickelungs-
geschichte (Gallgründer, geflügeltes agames Weibchen, dessen Eier,
die geschlechtlichen Individuen und das AVinterei) kennen gelernt;
Proc. Amer. Assoc. Advancem. of Sei. 32 S. 320.
Die Phylloxera in der Rheinprovinz i. J. 1885; von
Dr. L.V.Hey den; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. lOf.
Lichten stein deutet eine auf Artemisia Absynth. lebende
neue Rhopalosipho-Art an, die er Rh. Absynthii nennt; Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 141. — Ebenda erwähnt er, dass die ^ von
Siphonophora Absynthii ungeflügelt sind.
Die Blutlaus (Schizoneura [Aphis] lanigera Hausm.), ihre
Schädlichkeit, Erkennung und Vertilgung. Von R. Goethe. 2. Aufl.
Berlin, Paul Parey.
Die Frage, Ce que devient le puceron des pommiers
pendant l'hiver beantwortet ßlanc in anderer Weise als Keller
und Kessler; nach ihm verursachen die aus dem „Herbstei" ent-
wickelten Weibchen durch ihr Saugen einen vogelschnabelähnlichen
Rindenriss, in dem sie im Winter zu Grunde gehen, nachdem sie
einer Nachkommenschaft von 20 — 40 Stück das Leben gegeben;
letztere scheinen dazu bestimmt zu sein, den Bestand der Art wäh-
rend des Winters zu sichern. Bull. Soc. Vaudoise Sei. natur. XXI
S. 189 ff.
Siphonophora Poae (auf Poa annua); Macchiati, Flora degli
Afidi etc. S. 62.
Die Erdlaus; Tychea Phaseoli ist nach Karsch eine
neue Gefahr für den Kartoffelbau, da diese Laus auch Kar-
toffelpflanzen befällt und schädigt; Ent. Nachr. 1885 S. 353, 369 ff.,
mit Hoszschn.
Psyllidae. Riley macht einige kurze Bemerkungen über die
in den Vereinigten Staaten beobachteten Arten. Es sind deren 13
von denen Psylla Pyri aus Europa eingeschleppt ist. Die übrigen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. ] ] 3
sind Calophya vitreipennis von Arizona, nigripennis auf Rhus copa-
lina, flavida anf Rh. glabra : Pacliypsylla (n. g.) Celtidis-cucurbita !
auf C. texana Gallen erzeugend, Celtidis-pubescens, C.-asteriscus,
C.-umbilicus und C-vesiculum, alle auf C. occidentalis Blattgallen
■erzeugend; Blastophysa (n. g) Celtidis-gemma, an den Zweigen des
letztgenannten Baumes Gallen hervorrufend; Ceropsylla (n. g.) Side-
roxyli auf S. masticodendron ; Trioza sanguinosa auf Piuus australis,
Sonchi auf S. arvensis ; Rhinopsylla Schwarzii. Fhylloplecta [w.g.)
tripunctata ist auf den „blackberry" schädlich. Als neuer Gattungs-
Dame ist noch Brachylivia angeführt, aber weder diese noch die
übrigen Gattungen und Arten sind näher gekennzeichnet. Proc.
Amer. Assoc. Advanc. Sei. 32.
Ps. Buxi L. in den Ver, Staaten; Rep. of the Commiss. of
the Agriculture for 1884 S. 410.
E. Witlaczil studierte die Anatomie der Psylliden, die,
■obwohl im Allgemeinen mit der der Aphiden übereinstimmend, den
Beweis liefert, wie manches Neue bei einem eingehenden ver-
gleichenden Studium der Insektenanatomie zu Tage gefördert werden
kann; Zeitschr. f. wiss. Zool. 42 S. 569 ff., Taf. XX— XXII. Die an
Einzelheiten sehr gehaltreiche Abhandlung hier im Auszuge mit-
zutheilen, würde einen zu grossen Raum beanspruchen und ich be-
schränke mich daher darauf^ die Schliissfolgerungen über die ver-
wandtschaftlichen Beziehungen der Psylliden zu den übrigen Phyto-
phthires und den Zirpen wiederzugeben. — „Die Psylliden stehen
sowohl ihren inneren Verhältnissen nach, als auch durch den Uui-
Ätaud, dass bei ihnen ^ und ^ in der äusseren Körperform w^nig
von einander unterschieden sind, beide geflügelt, mit Xebenaugen
und gleicher Ausbildung der Antennen, den Cicr.delliden am nächsten.
Die Aphiden dürften vielleicht auf dieselben zurückzuführen sein;
gewisse Formen haben sich aber der schmarotzenden Lebensweise
stark angepasst, nämlich die ungeflügelten Generationen besonders
-der in Gallen lebenden Arten. Als die ursprünglicheren Typen
müssen wir aber von den Weibchen die den Männchen ähnlichsten
geflügelten parthenogenetischen Weibchen betrachten, welche bei den
verschiedenen Arten einander am meisten ähneln und durch Körper-
g'estalt, Flügel, Nebenaugen etc. sich dem Männchen nähern. Aehn-
iiche Verhältnisse wie die in Gallen lebenden Aphiden bieten die
Chermetiden. Wir haben bei diesen geflügelte paithenogenetische
Weibchen, welche jenen der Aphiden ähnlich sind, aber keine ge-
flügelten Männchen, indem diese entweder überhaupt zu fehlen
scheinen, wie bei Chermes Abietis(?), oder indem sie bei Phylloxera
Quercus und vastatrix, ähnlich wie bei vielen Pemphiginen, ganz
klein und ungeflügelt sind, wie auch die dazu gehörigen Weibchen.
Durch einige anatomische Merkmale scheinen aber die Chermetiden
von den Aphiden einen Uebergang zu den Cocciden zu bilden. Die
Arrh. f. N:itg. 52. Jalu•^•. II, Bd. 5. H. ft
114 Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
letzteren weichen von den übrigen Phytophthires bedeutend ab, so
dass man vielleicht für dieselben wird eiuen besonderen Ursprung:
von den Zirpen annehmen müssen. Die AVeibchen bieten dabei durch ihre
Vollständige Anpassung an die parasitische Lebensweise eine würdige
Parallele zu gewissen Krustern. während die Männchen vieler Arten,
naclidem sie die ursprünglichen Beine und Antennen wie die Weib-
chen abgeworfen haben, neue Beine sowie zehngliederige Antennen
und Flügel bei der nachembryonalen Entwickelung erhalten und im
Allgemeinen dann ein an ihre Verwandten erinnerndes Aussehen
aufweisen."
Homoptera.
Jassidae. Zyginella (n. g. Typhlocybin.) pulchra (Nieder-
Österreich auf Quercus sessilifl.); Low, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXV S.346.
Anoterostemma (n. g. Athysano simile, sed ocellorum positione
Acocephalo et Anoscopo proximum) IlenschU (Krain); Low, Verh.
Zool. Bot. Ges. AVien XXXV S. 354.
Aconura Piitoni (Ungarn); Lethierry, Re\me d'Entomologie
IV S. 111.
Agallia dlmorpha (Niederösterreich); Low, Verh. Zool. Bot..
Ges. Wien XXXV S. 344.
Athysanus Thenii (Niederösterreich, Südtirol) S. 350, truncatus^
Niederösterreich) S. 351; Low, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXV,,
maculaticeps (Minusinsk); Reuter, Öfv. Finsk. Vet.-Soc. FörhandL
XXVI S. 34, Laurae (Tunis) S. 518, äubhis (ibid.) S. 519; Ferrari^
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I.
Deltocephalus rotundiceps ( Avignou) ; Lethierry, Revue d'Ento-
mologie IV S. 111.
Die Arten der Gattung Cicadula s. Revue d'Entomol. IV
S. 40 ff.
Edwards stellt eine Tabelle der brittischen Dicranoneura-
Arten mit similis (Norfolk) S. 229, auf; von der neuen Art sind die
Kopulationsorgane abgebildet. Ent. Monthl. Mag. XXI S. 228f.
Idiocerus aiigustiloris (Minusinsk); Reuter, Öfv. Finsk. Vet.-
Soc. Förhandl. XXVI S. 33.
Lepyronia coleoptrata Nymphe; Ferrari a.a.O. S. 28L
Selenocephalus obsoletus Nymphe; Ferrari a.a.O.
S. 287.
Pediopsis limbo -punctata (Sutiga, Sib.); Reuter, Öfv. Finsk.
Vet.-Soc. Förh. XXVI S. 29.
Tettigonia viridis Nymphe; Ferrari a.a.O. S. 285.
Thanniotettix (paryphantus Leth. var.) ruhrostriatus (Attika)
S. 348, aciUu.s (Niederösterreich) S. 349; Low, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXV, fenestrata var. fasciata (Abruzzen); Ferrari a. a. O,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 115
S. 288, adspersula (Borneo); Lethierry, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 105.
Eine Tabelle der Arten dieser Gattung von Fieber -Reiber
und Lethierry s. Revue d'Entom. IV S. o9ff.
Typhlocyba salicicola (anf "Weide; verbreitet und gemein in
England); Edwards, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 230 mit Holzschnitt-
zeichnung der männlichen Begattungsorgane.
Fulgoridae. Chlor io7iidea (n. g. Delphac. Chlorionae etEuidi
intennedium) //ar« (Niederösterreich ; Krain); Low, Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXXV S. 357.
Ip s nol a (n.g. Achilixi.) seoctuberciUata (Chili); Signoret, Ann.
Soc. Ent. France 1885 S. 70.
Da sich die Angaben von dem Vorkommen von Achorotile
Fiel, in England auf A. albosignata im Nymphen Stadium
gründen, die Nymphen zahlreicher anderer Delphaciden aber eben-
falls das Aussehen von Achorotile haben, so ist das Indigenat der
Gattung in England noch so lange zweifelhaft, bis es an Imagines
sich nachweisen lässt. Edwards, Ent. Monthl. Mag. XXII S. 66 f.
Cixius Parinarü (Senegambien, auf P. excelsum); de Roche-
brune, Bull. Soc. philomath. Paris VII S. 177.
Conosimus Violantis (Ins. Galita); Ferrari, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I S. 505 mit Holzschn.
The reputation of the lantern-fly (Fulgora lanter-
naria) ist nach J. B. Branner unverdienter Weise schlecht. Dieses
von der Bevölkerung Brasiliens unter dem Namen gitiranaboia für
todbringend gehaltene Insekt ist natürlich ganz harmlos. Americ.
Naturalist 1885 S. 835 ff. mit Holzschn.
Hysteropterum grylloi'des, maculifrons, Nymphe;
Ferrari a. a. 0. S. 276, 278.
H. Boriae (Tunis); derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova (2)
I S. 507.
Issus dilatatus Nymphe; Ferrari a.a.O. S. 274.
Edwards stellt die Unterschiede von Liburnia guttula Germ.
und guttulifera Kschhm. einander gegenüber; Ent. Monthl. Mag.
XXII S. 133.
Mycterodes orthocephcdus Fieb. ined. (Avellana); Ferrari a.a.O.
S. 272.
Cieadidae. Riley hat einige Artikel über die Cicada se-
ptendecim L. veröffentlicht. Der erste derselben, in U. S. Dept. of
Agriculture, Divis, of Entomology, Bull. No. 8 S. 1—46, ist eine
revidierte Ausgabe von desselben Autors in seinem Report Ins. of
Missouri publizirten Artikel und enthält neben anderem auch eine
Erörterung über die 17- und 13jährigen Rassen und über die Zu-
sammengehörigkeit der beiden Formen septendecim L. und Cassinii
Fisch. — In dem zweiten Artikel, in Entomologica Americana I
116 Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 91, theilt er einige Experimente mit, die er angestellt hat, um
den Einfluss des Klimas auf die verschiedeneu Brüten zu be-
stimmen. Eier der 17jährigen Brüten aus den nördlichen Staaten
wurden in die südlichen übertragen, und Eier der 13jährigen Brut
aus den südlichen in die nördlichen. — Der dritte Artikel beschäftigt
sich mit den Lautäusserungen des Insektes, in denen Riley drei
vorzugsweise auftretende Töne unterscheidet; Science VI S. 264 1;
s. auch Stett. Ent. Ztg. 1885 S. 370 ff.
lieber C. grossa F. s. Sörensen, Entom. Tidskr. 1884 S. 17 f.
Proarna capistrata (Buenos Aires); Distant, Ent. Monthl. Mag.
xxn s. 60.
Heteroptera.
Corisidae. Corixa quadrata (Baie Orange; Cap Hörn);
Signoret, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 68.
Nepidae. Laccocoris Nymphaearum (Senegambien, in Sümpfen) ;
de Rochebrune, Bull. Soc. philomath. Paris VII S. 177.
Ueber Ranatra linearis s. Proc. Ent. Soc. London 1885 S. III.
Hydrometridae. Ueber Aepophilus Bonnair ei Sign.
s. Köhler in den 0. R. de l'Acad. d. Sciences 1885 12 janvier und
Le Naturaliste 1885 S. 73, 94.
Ueber die pelagisch lebende Gattung Halobates
Eschsclt. macht Ha 11 er nach der Monographie Buchanan-White's
Mittheilungen in den Mitth. Schweiz. Ent. GJ-es. VII S. 182 ff.; vgl.
d. Ber. für 1883 S. 88.
Saldidae. Salda diibia (Irtisch); Reuter, Öfv. Finsk. Vet.-Soc.
Förhandl. XXVI S. 27.
Reduviadae. Amphibolus iiTmwui (Kairuan, Tunis); (Reuter
i. 1.,) Ferrari, Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 492.
Ectrychotes marginatus (Sumatra): Lethierrj-, Bull. Soc. Ent.
Belg. XXIX S. 104.
Holoptilus Oraniensis (0.); Puton, Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 119.
Oncocephalus impictix^es (Achal-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc.
Ent. Ross. XIX S. 127.
Opisthoplatys velutinus (Borneo); Lethierry, Bull. Soc. Ent.
Belg. XXIX S. 105.
Opsicoetus Komaroioii S. 125, elegans S. 126 (Achal-Tekke);
Jakowleff, Hör. Soc. Ent. Ross. XIX.
Ploearia Xambeui (Montelimar); Montandon, Revue d'Entom.
IV S. 113.
Vilius varicolor (Sumatra); Lethierry, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 104.
Aradidae. Reuter setzt die Merkmale der ^ der Arten
Aradus Krueperi, hieroglyphicus, Caucasicus, Brenskei, Betulae aus-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 117
einander, erhielt A. Brenskei aus Beanme und erkennt in A. Cau-
casicus Fat. aus Korsika das bisher unbekannte ^ von Krueperi-
Der A. Betulae H.-Sch. ist eine andere als die Linne'sche Art und
wahrscheinlich synonym mit Brenskei Beut., der brevicollis H.-Sch.
= betulinus Fall. AVien. Ent. Zeitg. 1885 S. 149 If. — Neu ist
A. Montandoni (Brosteni an der Bistriz; aus Tannenstämmmi , die
zum Brückenbau verwendet wurden); ebenda S. 147; der A. dissi-
milis Costa kommt auch in den Karpathen unter der Rinde von Abies
excelsa des Prahava-Thales vor,
Aradus Komarotvn (Achal-Tekke) ; Jakowleff, Hör. Soc. Ent.
Ross. XIX S. 122, lorientalis {jRY)?iYi) S. 7, emarginatus (Peking) S. 8;
Bergroth, Ent. Monthl. Mag. XXII.
Die Untersuchung eines reichen exotischen Materials hat
Bergroth zu der Ueberzeugung gebracht, dass die G-attung Mezira
Am. & Set'v., obwohl von allen späteren Autoren angenommen, von
Brachyrrhynchus Am. & Serv. nicht zu trennen, und nicht einmal
als Untergattung aufrecht zu halten ist; die ostasiatischen brevi-
cornis Beut, und oviventris Beut, liessen sich vielleicht in eine be-
sondere Sektion oder Untergattung bringen. Wien. Ent. Zeitschr.
1885 S. 181.
Tingitidae. Dictyonota (Kalama), Putonii Stal var. brevicornis
(Tunis); Fei-rari, Annal. Mus. Civico Genova (2) I S. 474.
Monanthia Mojitandoni (Rumänien); Horvath, Revue d'Ento-
mologie IV S. 322.
Anthocoridae. Von dem für die Vermehrung unserer Kennt-
nisse von dem Reichthum äusserer Formen unermüdlich thätigen
Reuter liegt eine Monographie dieser Familie in den Act. Soc.
Scient. Fennicae T. XIV S.5o5ff. vor: Monographia Anthocori-
darum Orbis terrestris. Die Beliandlungsweise ist die gewöhn-
liche: Auf eine Charakteristik der Familie folgt ein Conspectus der
Unterfamilien und diesem die spezielle Bearbeitung der letzteren mit
einer ausführlichen Charakteristik, und in dieser Weise geht es
weiter zu den Divisionen, Gattungen, Untergattungen und Arten.
Letzterer sind 143, oder mit Einrechnung dreier von Fieber auf-
gestellten incertae sedis, 146 beschrieben, darunter 47 neue. In
welchem Umfange die Familie genommen ist, zeigen die Unter-
familien, die nebst den neuen Gattungen und Untergattungen hier
folgen: Anthocorina mit Divis. Lyctocoraria (n. g. Euspudaeus
S. 565, Lasiocolpus S. 581, Asthenidea S.602 \md Metriosteles
Utg. von Lyctocoris S. 562, Semiotoscelis Utg. von Lasiochilus'.
S. 578, Stictosynechia Utg, von Piezostethus S. 587, Arrostus
desgl. S. 589), Anthocoraria (n. g. Elatophilus S. 615 mit Utg.
gleichen Namens und Euhadrocerus S. 619, und Dimorphella
Utg. von Triphiebs S. 646, 745), Xylocoraria (mit n. g. Physo-
pleurella S. 678, Buchananiella S. 680, Hypophloeohiella
T 18 Bert kau: Bericht über die wisöenscliaftliciieu Leistungeü
S. 701, Lasiella S. 702 und Dysepicritus Utg. von Brachysteles
S. 670, Wollastöniella desgl. S. 676, Orthosolenia Utg. von
Cardiastethus S. 686), Termatophylina und Mycrophysina.
Acanthia Generalii (auf Gecinusviridis); Picaglia, Atti Soc.
Natural. Modeua (3) 2 Rendic. S. 44.
Micropliysa bi punctata Ferr. in Holland (Loosduinen^;
Fokker, Tijdschr. v. Entom. XXVIII, Versl. S. XV.
Piezostethus afer (Tozer, Tunis); (Reuter i. 1.,) Ferrari. Ann.
Mus. Civico Genua (2) I S. 488.
Capsidae (8) Species Capsi darum regionis palaearcticae
descripsit 0. M. Reuter; Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 42 ff.
mit 3 n. CI.
Litoxenus (n. g.) tencllus (Ungarn) S. 45;
Acroteliis (n. g.) Loeion (Donau-Auen bei Wien) S. 46;
Älloeotarsus (n.g.) vitellinus (Portugal) S. 47; Reuter, Bull.
Soc. Ent. Belg. XXIX.
Oligohiella n. g. (Myrmedobiae simile, sed Capsid. genus
formans) für (Myrm.) fuliginea Buch. White; derselbe, Ent.
]\Ionthl. Mg. XXI S. 201.
Reuter berichtigt die N omenklatur einiger a 1 p i n e n C a p s i d e n
Tirols: Plagiognathus viridulus Gredl. = alpinus Beut.; Sthenaru.>^
Roseri Gredl. = Psallus Laricis {Frey) Beut., Rotermundi Gredl. =
luridus Beut.; Apocremnus Quercus Gredl. = Psallus lapponicus Beut.
ürthocephalus minor (Costa) Gredl. = parallelus Mey.; Wien. Ent,
Zeitg. 1885 S. 124.
Die Fortsetzung von Distant's Rhynchota Heteroptera in
Biolog. central.-americ. S. 265 ff. PI. 24—28 behandelt diese Familie,
aus der 129 Arten aufgeführt werden; ich beschränke mich auf die
Angabe der neuen Gattungen: (Phj^tocorar.) Bappus S.266, Calondas
S. 268, Broha S. 269, Paraproba S. 270, Neoproba S. 270, Pan-
dama S. 271, (Caspar.) Neoborus S. 276, Neocapsus, Eubatas
S. 277, Calocorisca S. 280, Cimatlan S. 281, (Brj^ocorar.) {Aniß
S. 289 =) Annona S. 297, Monalocorisca, Bseudobr yocoris
S. 286, {Camus S. 287 =-) Carmelus S. 297, Pseudocarnus S. 288,
Paracarnus, Neocarnus S. 289, Fundanius S. 290, Neofurius
S. 292, Bibaculus S. 295, [Silia ^.2m =) Neosilia, Chius,
Zoll US [= Zopyrus), Zacynthus (== Zacorus) S. 297, Parachius,
Falconia, Mala, Antias S. 298, Keoleucoii, Spartacus,
Fuscus, Trygo S. 299, Jornandes, Florus S. 301, Pirithous
S. 302), (Plagiognathar.) Eurotas, Lampethusa S. 303; (Div.
incert.) Demarata S. 303.
Lauriiiia {n. g.) fuyax {T\mh); (Reuter i. 1.,) Ferrari, Ann.
Mus. Civico Genova (2) I S.481f.
Cap.sus <"«^eymt^c/i«(5 (Katyschinskijn, Sib.); Reuter, Öfv. Finsk.
Vet.-Soc. Förh. XXVI S. 25.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 119
Camptobrochis Futoni (Dobrudscha) ; Montaudon, Revue
^'Entomologie IV S. 280.
Deraeocoris rutilus H.-Sch. var. helUcosiis (Sebastopol), scliach F.
var. Novaki (Lesina); Horvath, Revue d'Entomologie IV S. 324.
Dicrooscytus intermedius (Sachsen; Moldau; auf Abies excelsa);
Reuter, Bull. Soc. Eut. Belg-. XXIX S. 42.
Wood-Masou's Report on the Tea bug (Helo-
peltis theivora) of Assam, London 1884, 8=, 20 Ss. mit 8 color.
Taif. ist mir nur durcji die Anzeige bekannt geworden.
Lygus hrachycnemis (Algier, auf Pinus ledrus); Reuter, Bull.
Soc. Eut. Belg. XXIX S. 43.
Megacoelum clegantulum (Achal Tekke); Jakowleff, Hör. Soc.
Ent. Ross. XIX S. 124.
Odontoplatys bidentulus H.-Sch. ^ abgebildet Revue
d'Entomologie IV PI. I Fig. 1.
Orthocephalus Boriae (Tunis) ; ( R e u t e r i. 1.,) Ferrari, Ann.
Mus. Civic. Genova (2) I S. 480.
Orthotylus quercicola (Wien, auf Quercus) S. 44, Paulinoi (Por-
tugal) S. 55; Reuter, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX.
Phytocoris punctum Beut. var. Beuterianiis (Marocco); Fair-
mai re, Revue d'Entomologie IV S. 355.
Plagiognathus Betovsldi (Krim); Reuter, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 48.
Horvath stellt eine Tabelle der zur Untergattung Systra-
tiotus von Poeciloscytus gehörigen Arten auf und beschreibt P. (S.)
diversipes (Kesmark) ; Revue d'Entomologie IV S. 323.
Berytidae. Berytus consimüis (Ungarn ; Moldau) S. 320, (jeni-
■culatus Fieb. i. 1. (Frankreich. Schweiz, Ungarn, Griechenland, Krim)
;S.321; Horvath, Revue d' Entomologie IV.
Lygaeidae. Ad Cognitionen! Lygaei'darum palaearcti-
carum scripsit O.M.Reuter in Revue d'Entom. IV: I ad cogni-
tionem divisionis Lygaearia StM S. 199; II ad cogn. subf. Blissina
Sm S. 207; III Species 2 nov. gen. Geocoris Fall S.211; IV ad
cognit. div. Rhyparochrom.aria Stäl; V ad. cogn. div. Beosaria
Stkl (A. nova generum dispositio; B. ad cogn. specierum) S. 217;
VI Emblethis n. sp. S. 230; VII ad. cogn. subf. Pyrrhocorina Stäl
S. 230 ff.
Mela not eins (n. g. S 209, für Lygaeosoma villosulum StM,
bipunctatnm Ball und) argülaceus S. 303;
Parajioli/crates (n. g. Rhyparochr. Poiycrati affine) ciliatus
(Bogdo) S. 216:' Reuter a.a.O.
Diudymus Behyi (Sumatra); Lethferry, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 104.
Emblethis pallens (Tanger); Reuter a.a.O. S. 230.
1'20 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Dj^sdercus sanguinarius Stkl in Schwärmen von der Laterne
des Leuchtthurmes angezogen; Science No. 91; Ent. Nachr. 1885 S. 16.
Pyrrhocoris sinuaticoUis (Wladiwostok); Reuter a. a. 0. S. 232.
Geocoris alaiensis Oschan. i. 1. (Alai) S. 211, FedtschenJiOi
(Taschkent) S.212; Reuter a.a.O.
Germalus Timjitanus (Marocco); Fairmaire, Revue d'Ento-
mologie IV S. 354.
Henestharis (jeocoricex)s (Loire-inf. , im Küstensand); d'An-
tessanti, Revue d'Entomolog. IV S. 112.
Ischnodemus (mit conspectus specierum) jaxartensis Oshanin i. I.
(Turkestan); Reuter a.a.O. S. 209.
Ischnorrhynchus Resedae Vz. var. flavicornis (Prag; Chodau; auf
Birken); Duda, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 170.
Lygaeosoma amjulare (Corfu); Reuter a.a.O. S. 205.
Microplax conspersa (Achal-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc. Ent.
Ross. XIX S. 120.
Microtoma Syriaca (Caiffa); Reuter a.a.O. S. 220.
Pachymerus (Microtomideus) motrens (Syrien) S. 222 , dasy-
cnewws (Algier) S. 223, (Liolohus) ^zXke^ri Samul. S. 224, (Bleteo-
(jonus) circumcinctus (Turkestan) S. 226, (Xanthochilus) minusculus^
(Korfu; Morea) S. 227, (Bagliodes) delineatus Bamb. S. 229;
Reuter a.a.O., (Xanthochilus) Beideri (Montpellier; Ungarn; Dal-
matien); Horvath, Revue d'Entomologie IV S. 321.
Peritreclius oculatus (Achal-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc^
Ent. Ross. XIX S. 121.
Piezoscelis Futoni (Tunis); Reuter a.a.O. S. 215.
Coreadae. Camptonotus (n. g.) maculatus (Achal-Tekke);
Jakowleff, Hör. Soc. Ent. Ross. XIX S. 119.
Enoplops scapha var. curvidens (San Remo); Puton, Revue
d'Eutomologie IV S. 356.
Pentatomidae. Promecosoma (n. g. Eurygastr., von Mela-
nodema Jak. verschieden durch den sehr breiten, abgerundeten Seiten-
rand des Halsschildes, das mit glatten Knötchen besetzte Connexivum,
die stark gezähnten Schienbeine und das Fühlerglied 3, das doppelt,
kürzer als 2 ist) laticollis (Achal-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc.
Ent. Ross. XIX. S. 105.
Ochrotijlus (n. g.) helvinus S. 114, Signoi-eti S. 115;
Cellobius (n. g. Brachynema nahestehend) abdominalis S. 127
(ibid.); derselbe ebenda.
Aelia Sibirica (Minusinsk); Reuter. Öfv. Finsk. Vet.-Soc.
Förh. XXVI S. 31.
Amaurocoris orbicularis (Achal-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc.
Ent. Ross. XIX S. 110.
Reuter unterscheidet the European species of the genus Cli-
nocoris Hahn, Sthl in analytischer Weise, wobei sich eine Art,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 121
antennatiis, als neu herausstellt. Ent. Mouthl. Mag. XXII S. 37 ff.
mit Holzschn.
Ditomotarsus Hyadesi (Canal du Beagle, Feuerland); Signoret,
Ann. Sog. Ent. France 1885 S. H4.
Eurygaster S'cÄre»7;eri (Illyrien) S. 171 Fig. 2, minor (Dröme)
S. 172 Fig. 3; Montandon, Revue d'Entomologie IV PI. I.
Eusarcoris scuteUaris (Achal-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc.
Ent. Ross. XIX S.112.
Jakowleff beschreibt nowie widi roda Jalla Hahn, nemlich
J. anthracina (Hyeres) S. 162, suhcalcavata (Songarei) S. 163; BulL
Soc. Imp. Natur. Moscou LX (1884 No. B) S. 161 ff.
Leprosoma Olcesü (Marocco); Fairmaire, Revue d'Entomologie
IV S. 354.
Odontotarsus flavus (Achhi-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc. Ent.
Ross. XIX S. 102.
Putonia asiatica (Achal-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc. Ent.
Ross. XIX S 108.
Trigonosoma prodtictum (Achal-Tekke); Jakowleff, Hör. Soc.
Ent. Ross. XIX S. 106.
Orthoptera.
D. A. Rost er behandelt in seinem Contribiito slW
anatomia ed alla biologia degli Odonati in dem
BuU. Soc. Ent. Ital. XVII S. 256 ff. Tav. III, IV die
Respirationsorgane der Larven, speziell der von
Aeschna cyanea, wobei namentlich die Angaben Dufour's
und Oustalet's ergänzt und berichtigt werden. Von den
drei Paaren von Centralkanälen des Tracheensystems, • die
als inneres oder dorsales, als viscerales und als ventrales
äusseres, oder laterales bezeichnet werden, hat das erstere
das grösste Lumen (0,75 Mm.), entspringt zwischen Pro-
und Mesothorax und macht in dem zweiten Drittel des
Hinterleibes, in der Gegend des Büschels Malpighi'scher
Gefässe, einen Bogen nach aussen, um dann wieder zum
longitudinalen Verlauf zurückzukehren und sich am Körper-
ende in die feinsten Aestchen aufzulösen; ein äusserer Ast
tritt in Verbindung mit den hier vereinigten lateralen und
visceralen Strängen, während sie an den Enddarm in regel-
mässigen kurzen Abständen Aestchen in der Gesammtzahl
von 13 — 14 aussenden, die sich in die Kiemen auflösen.
122 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
An der Innenseite ■\\drcl ausserdem noch in der Höhe der
Malpighi' sehen Gefässe ein stärkerer Ast abgegeben, und
a,n der Grenze zwischen Meso- und Metathorax treten die
l)eiderseitigen Kanäle durch eine Querbrücke mit einander
in Verbindung, aus deren Riickenseite ein Ast zur Ver-
theilung in die Anlagen der Vorderflügel tritt. Weiter
nach vorn vertheilen sich seine Aeste im Kopf. Die
visceralen Kanäle haben einen Durchmesser von nur 0,06 ^Im.
Sie nehmen ihren Ursprung von dem in das zweite Bein-
paar eintretenden Queraste, und zwar so, dass sie bogen-
förmig von der einen Seite auf die andere übertreten; ihr
weiter Verlauf ist fast parallel dem der dorsalen Kanäle;
Muten vereinigen sie sich mit den lateralen Kanälen. An
den Chylusmagen geben sie jederseits 2Eeihen von Aesten ab.
Die lateralen Kanäle haben eine Weite von 0,55 ^Im.
und treten durch 5 Aeste mit dem dorsalen derselben Seite
in Kommunikation. Die Tracheen der Beine gehen von
den dorsalen Kanälen oder deren Aesten aus; die des
zweiten Flügelpaares von der in das dritte Beinpaar ein-
tretenden Trachee.
Die Kiemen sind am Enddarm in 12 Reihen angeordnet,
welche ihre Tracheen von den dorsalen Kanälen (je 4) und
den visceralen (je 2) erhalten. Die Endigungsweise der
Tracheen an den Kiemen ist bald in feinen parallelen
Aestchen, bald in charakteristisch gestalteten Papillen.
Die Aehnlichkeit zwischen Batrachotetrix bufo und
einer Kröte ist nicht mimetischer Natur; J. Weir, Proc.
Entom. Soc. London 18<S5 S. XXIII.
J. Bolivar zählt auf die Insectos Neuropteros y
Ortöpteros in Artropod. del Viaje al Pacific, ver. de 1862
ä 1865 ... .; Madrid, 114 Ss., 3 Taff. (Blattidae 15, Phas-
midae 2, Mastac. 2, Acrid. 15, Coeloptern. 1, Phaneropt. 8,
Pseudophyll. 13, Conocephal. 13, Grylhdae 6, Forficul. 4).
Als Contributions to the North Trans Conti-
nental Survey zählt L. B runer die von Hagen und
Henshaw 1881 längs der Linie der Northern Pacific-Bahn ge-
sammelten Arten auf (40 Acridier, 9 Locustiden, 5 GryUiileu,
1 Mantispa-Larve). Canad. Entomologist XVII S. 9 ff.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 12o
Die Notes on the Neuroptera of Argyllsliire
von J. J. F. X. King zählen 9 Psociden, 7 Odonaten,
12 Planipennien, 59 Triclioptera auf; Transact. Nat. Hist.
Soc. Glasgow (N. S.) I T. 163 ff.
Derselbe erwähnt ebenda Proceed. S. 29 den Fund
von Hydroptila femoralis Eaion in Schottland und
zeigte die vor kurzem beschriebene H. longispina i\r Luchl.
vor; S. 47.
Mac Lachlan schickt Notes additionelles sur les
^europteres des Vosges ein; Revue d'Entom. IV S. 1 ff".
(16 Neuropt., 7 Pseudon.).
Gli Ortotteri di Lesina e Curzola, con alcune
iiotizie biologiclie che li risguardano; Ant. Greg. Bucchich;
Verh. zool.-bot. Gesellsch. Wien 35 S. 377 ff. — Die Ortho-
pteren sind auf den genannten Inseln schwach vertreten,
sowohl mit Rücksicht auf die Arten- wie Individuenzahl.
In erster Linie ist diese Erscheinung der Trockenheit des
Bodens, dann auch der vermehrten Anpflanzung von Chrys-
anthemum cinerariafolium zuzuschreiben, welche die uncul-
tivierten Plätze mehr und mehr verringert und durch die
Ausdünstungen der Pflanzen die Insekten vertreibt. Von
Forficuliden sind 6, Blattiden 7, Mantiden 4, Phasmiden 1,
(der Bacillus Rossii, dessen Männchen äusserst selten sind),
Acridiern 17, Locustiden 20, Grylliden 8 Arten aufgeführt.
Ein Beitrag zur Kenntniss der Pseudoneuro-
pteren Algeriens und der Ostpyrenäen vonH. J.Kolbe
beschäftigt sich mit der Ausbeute, die M. Quedenfeldt
auf seiner Reise 1884 gesammelt hatte. Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 151 ff Taf. V Fig. 3—8.
Bormans führt 53 von Doria in Tunis gesammelte
Orthopteres auf; von denselben kommen 38 auch in
Sizilien, 13 in Algerien, aber nicht in Sizilien, 1 in Tur-
kestan und Südrussland vor; 1 ist neu. Die Arten ver-
theilen sich auf die einzelnen Familien wie folgt: Forficu-
lidae 5, Blattidae 3, Mantidae 4, Phasmidae 1, Acridiadae 25,
Locustidae 5, Gryllidae 10; Ann. Mus. Civic. Genova (2)
II S. 97 ff.
124 Bertkau: Bericht über die wisseuschaftl ichen Leistungen
Helioscirtus Finotianus (Oran); H. de Saussure, Le Natu-
raliste 1885 S. 28.
Gemiiiia.
Forficulidae. Pygidicraua jFmsc7?i (Somerset; von Dubrony
für marmoricrura gehalten); Kar seh, Ent. Nachr. 1885 S. 322.
Echinosoma insiilamim (Madagaskar); derselbe ebenda S. 323.
Blattidae. Scudder beschreibt New genera and species
of fossil cockroaches, from the older american rocks; Proc. Acad.
Nat. Sei. Philad. 1885 S. 34 ö'. und Ann. a. Mag. N.H. (5) XV
S. 408 ff. Promylacris ovale! S. 34; Faromylacris rotundum!
S. 35; Spilohlattina Gardinen, triassica, (juttata S. 36, marginata;
Oryctoblattina occidiia S. 37; Petrablattina aequa, Meieri S. 38;
Poroblattina arcuata, LaJ:esii ^.3^.
«Derselbe giebt ebenda S. 105 ff. Notes on mesozoic cock-
rjoaches, indem er auf Blatta pluma Gieb. die Gattung Vterino-
hlattina S. 105 gründet, die ausserdem noch Blattina chrj^sea Gein.y
Ricania hospes Genn., gigas Weijenh. und die neuen penna (Engiish
Purbecks) S, 106, intermixta (Upper Lias of Alderton, Gloucestershire,
Engl.) S. 108 enthält.
Ferner beschreibt er Trias sie Blattariae from Colorado,
nemlich 2\e orthrohlattina (n. g. ) albolineata, Lakesii , rotundata S. 1 09,
attenuata; Scutinohlattina (n. g.) Bromjniarti S. 110, intermedia,
recta S. 111, und unterzieht die für die mesozoischen Blattiden auf-
gestellten Gattungen Blattidium Westw., Elisama Gitb., Rithma Gieb.,
Nethania Gicb., Mesoblattina Gein. einer Prüfung. Die Gattung
Nethania ist auf einen undefinirbareu Rest gegründet; Elisama und
Rithma sind wohl begründet, und letztere enthält die Arten purbec-
censis Gieb., Morrisi Gieb., (Blattina) formosa (Heer), liasina (Gieb.).
Zu Mesoblattina Gein. sind ausser den Geinitz'schen Arten protypa,
dobbertinensis noch Blattina angustata Beer, Rithma Murchisoui
Gieb., antiqua Gieb., Blatta elongata Gieb. zu bringen. — S. auch Ann.
a. Mag. N. H. (5) XVI S. 52 ff.
G 0 s s bespricht den Fund der mittelsilurischen P a 1 a e o b 1 a 1 1 i n a
Douvillei; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 199f.; s. auch Stett. Ent.
Zeitg. 1885 S. 134 ff.
Aphlebia Cazurroi (Figari); Bolivar, Le Naturaliste 1885
S. 116.
Gyna Colini (Senegambien); de Rochebrune, Bull. Soc. philo-
math. Paris VII S. 176.
Oxyphaloa Kitensis (Senegambien); de Rochebrune. Bull.
Soc. philomath. Paris VH S. 175.
Hallez konstatierte bei den Jungen von Periplaneta orientalis,
dass sie in den Eikapseln so orientirt sind, dass ihr Kopf nach dem
gezähnelten Rande der Dehiszenz gerichtet ist; letzterei- ist bei der
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 125
Oebiirt nach der dorsalen Seite der Mutter gekehrt. Die Eier ge-
langen aber in die Kapseln so, dass ihr gegen die Mündung der Ei-
leiter gekehrtes Ende auf den Boden der Kapsel, das nach, dem
blinden Ende des Eierstockes gekehrte nach dem Rande der Dehiszenz
gerichtet ist; es ist somit, da die Achse der Eiröhren mit der der
Mutter parallel ist, der Embryo in demselben Sinne orientirt wie die
Mutter. — C. R. Acad. Sei. Gl S. 444 ff.; Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVI S. 315 f.
Ueber die physiologische Wirkung der verschiedenen Darm-
drüsensekrete bei Periplaneta nach Griffiths s. oben S. 30.
Phyllodromia cassiphila (Senegambien) ; de Rochebrune, Bull.
Sog. philomath. Paris VII S. 175,
Mantidae. Oxyophthalma Savatieri i Senegambien); de Roche-
brune, Bull. Soc. philomath. Paris VII S. 176.
Poly spilota G^a6co??i (Senegambien), derselbe ebenda Supplem.
der Diagnoses d'Arthropod. uouv. propres ä la Senegambie S. 3.
Phasmidae. Cyphocrania Maclayi S. 710, lobiceps S. 711
(Maclay coast, Neu-Guinea); W. Macleay, Proc, Linn. Soc. New
South Wales IX.
Acridiadae. Bradynotus montanus (Nordamerika); Bruner,
Canad. Entomol. XVII S. 16.
Duronia Lcmrae (Tunis); Bor maus, Ann. Mus. Civic. Genova
(2) II S. 103 mit Holzschn.
On the courtship of the sexes in Oedipoda Carolina
meldet Townsend im Canadian Entomologist XVI S. 167, dass er
einzelne Exemplare der genannten Art an Nachmittagen des August
und September sich in die Luft 3 — 6 Fuss hoch erheben sah. die
dann in regelmässigen Zwischenräumen ein eigenthümliches Geräusch
erzeugten und sich dann wieder zu Boden fallen Hessen. Der Ver-
fasser sieht in diesen Individuen Männchen, die auf die beschriebene
AVeise sich den Weibchen angenehm machen wollen.
Linde mann beobachtete, dass die Eier der Wanderheuschrecke
selbst durch eine zweimonatliche Ueberschwemmung nicht getödtet
werden, während in der trockenen Steppe die Mehrzahl der Eier ab-
stirbt; hieraus ist zu schliessen, dass die Wanderheuschrecke ein
Sumpfthier ist, das nur ab und zu die trockene Steppe angreift.
Ent. Nachr. 1885 S. 190.
Pezotettix hispidiis S. 12, Washingtoiiianus S. 14 (Nordamerika;;
Bruner, Canad. Entomolog. XVII.
Stenobothrus Bonneti (Tunis); Bolivar, Le Naturaliste 1885
S. 116.
Trime rotropis caenileipennis ( Nordamerika) ; Bruner, C ana d .
Entomol. XVII S. 10.
Zoniopoda p*c^« (Südamerika); Bolivar, Viaje al Pacific S. 87.
1-26 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Locustidae. Ephippigera ^jeZ/^c^V?« (Sierra deGerez, Portugal)
S. 116, serrata (Milfontes Ribeiro, Portugal) S. 117; Bolivar, Le
T^aturaliste 1885.
Eugaster Bloi/eti (Kondoa, Ostafr.); Lucas, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 91.
Platycleis umhilicata (Sardinien), Costa a.a.O.
Gryllidae. Ectatoderus ncumeensis (Neu-Caled.); Bolivar,
Ann. Soc. Ent. France 1882 p. 460.
Gryllodes littoreus (Talavera); Bolivar, Le Naturaliste 1885
S. 174.
CTryllomorphus Fragosoi (Dos Hermauas); Bolivar, Le Natu-
raliste 1885 S. 117.
Homaloblemmus Olcesei (Tanger); Bolivar, Le Naturaliste
1885 S. 117.
Sur l'evolution de l'Oecanthus pellucidus; p. G. de
Horvath, Mathemat. u. naturw. Ber. a. Ungarn, II S. 170f.
G r y 1 1 0 1 a 1 p a V u l g a r i s wirft an der Erdoberfläche (verzweigte )
Gallerieen auf, die fossilen Pflanzenabdrücken (Phymatoderma ;
Brachyphj^llum) täuschend ähnlich sehen; Zeiller, Bull. Soc. Geol.
de France (3. S.) XII (1884) S. 676 ff. PI. XXX.
Die Embryologie der Gryllotalpa s. oben S.24.
Gr. CoUni (Senegambien); de Rochebrune, Supplera. zu Diagn.
d'Arthr. nouveaux propres a la Senegambie, in Bull. Soc. philomath.
Paris VII.
Miogryllus argyropterus (Senegambien); de Rochebrune, Bull..
Soc. philomath. Paris VII S 176.
Pseudoiieuroptera.
Thysanoptera. Reuter beginnt in Bidrag tili Kännedom
afFinlands Natur och Folk, 40 H. S. 1 ff. eine Synopsis der Thysa-
noptera Fennica. Er theilt die „Ordnung" in die beiden Hali-
day'schen Familien der Tubulifera (Antennae 8-art.; alae mem-
branaceae, venis destitutae, cruciato incumbentes vell. nullae; segm.
apicale abd. tubulosum. $ terebra nulla) und der Terebrantia
(Ant. typice 9-art; alae venis distinctis, coriaceae vel nullae; $ terebra
instructa). Vorläufig ist nur die erste Familie behandelt, die die
einzige Gattung Phloeothrips Haliä. enthält mit 12 Arten, von
denen zuerst eine analytische Tabelle und später die ausführlichere
Beschreibung mit Angabe des Fundortes und der Art des Vor-
kommens gegeben ist. Die Mehrzahl der Arten ist neu: Phl. nigripes
S. 11, dentipes (auf Tanacetum?) S. 12, parvipennis S. 14, nodicoi'nis
(auf Lindenblättern) S. 16, similUma (auf Antennaria dioeca) S. 18,
annulipes S. 19, monilicornis (zwischen Calamagrostis epigaeus?) S. 21,
üpicalis (unter Pappelrinde) S. 25.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 127
Heliothrips haemorrhoidalis Bouchc den in Gewächs-
hänsern knltivirten Weiiipflanzen sehr verderblich; Bnll. See, Ent.
Belg. XXIX S. 70.
Ein Thrips (1881), jnngen Getreidepilanzen sehr schädlich;.
Entom. Tidskr. 1884 S. 90.
Psocidae. Kolbe will den Psociden, da die Angen der
Troctes einfache Ozellen sind nnd eine Rückbildung nicht anzunehmen
ist, ihre Stellung unter den Apteryg ogenea anweisen; Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 266.
Ein Beitrag zur Kenntniss der Psociden-Fanna Mada-
gaskars von H. J. Kolbe lehrt 4 Arten kennen, von denen eine
einer neuen Gattung, eine zweite einer bisher nur aus dem Bernstein
bekannten Gattung (Thylax), vielleicht aber auch einer neuen Gat-
tung angehört; die dritte Art gehört einer indischen (xlmphipsocus)
und die vierte einer kosmopolitischen Gattung (Caecilins) an. Die
neue Gattung ist Xenopsocus n. g. Caeciliinorum, venis alarnm haud
consnetis praeditum: ramiilo rami radialis antico alarum omnium
bifurcato, ramulis venae medianae in alis anticis 4, areola postica
libera, subtiigonali; ramo radiali medianaque vena vennla transversa
separatis: venis omnibus ciliatis, margine toto alarum rugulis trans-
versis exstructo; membrana consita setis minimis; pterostigmate
plicam postice emittente; labro late emarginato ; tarsis biarticulatis,
unguiculis deuticnlo pone apicem destitutis. Die Art ist X. Hagenii
genannt S. 188 und in Fig. 2 abgebildet.
Die anderen Arten sind Thylax medagascariemis S. 184 Fig. 1 ;
Amphipsocus Hildebrandti S. 189 Fig. 3 und Caecilins amicus S. 191.
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 183 if. Taf. IV B.
Derselbe benennt wegen der gelben Färbung des Stigma die
Borneo-Rasse des Psocns Taprobanes Hag. als var. flavi-
yfigma; Ent. Nachr. 1885 S. 329.
Cyrtopsocus (n. g.) irroratiis; Caecilins ahjectus, flavipennis;
Psocus funerulus (Sardinien); Costa a.a.O.
Termitidae. Sörensen macht einige Mittheilungen über den
Bau nnd die Lebensweise südamerikanischer Termes- Arten, die
T. Strunckil S 2 nnd 18, Christiernsonii S. 3 und 20, Orensis S. 11
und 22 und Lacus Sancti, genannt sind ; Entom. Tidskr. 1884 Taf. I
Fig. 1—16.
A. Aloi macht eine communicazione sülla comparsa delle
Termiti nelle vigne di Catania; Atti dell'Accad. Gioenia di sei.
nat. in Catania (S. III) T. XVIII S. 89 ff.
B. Grassi verliest eine Nota interna ad alcuni protozoi
parassiti delle Termiti; ebenda S. 235 ff. Grassi fand in
C.üotermes flavicollis einen Parasiten, den er zur Familie der
Lophomonaden rechnet und loenia annectens nennt.
128 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Termes flavipes wurde in Amerika als Zerstörer lebender
Bäume, Acer rubrum, beobachtet. Dabei veränderten sich die Blätter
der angegTiifenen Bäume so, dass gewiegte Botaniker die Art bloss
nach den Blättern nicht erkennen konnten. Canad. Entom. XVII.
Juli 1885; s. auch Hagen in Stett. Ent. Zeitg. 1885 S.61.
Durch die Entdeckung einer indigenen Termes-Art, dieT. speratus
genannt ist. auf Nipon und Jesso durch Hilgendorf ist die Frage,
ob Japan Termiten habe oder nicht, entschieden. Die Art ist am
meisten mitT. flavipes verwandt; die Larven, Nymphen, Soldaten, aber
keine geflügelten Imagines sind beschrieben und abgebildet. Kolbe,
Berl Ent. Zeitschr. 1885 S. 145 ff. Taf. VI.
Embiadae. In seiner Monograph of the Embidina,
Canad. Entomologist 1885 S. 141 ff., 171 ff"., 190 ff"., liefert Hagen
zunächst eine Beschreibung der (incl. der neuen, 17) bekannten Arten
dieser Familie. Hierauf folgt ein geschichtlicher Rückblick, der
zeigt, wie äusserst spärlich die einschlägliche Literatur ist. In dem
,. Charakters of the Embidina" überschriebenen Kapitel linden
namentlich die Flügel eine gründliche Schilderung. Gleich den
Termiten sind auch bei den Embiden die 4 Flügel von gleicher Grösse
und gleichem Aderverlauf, entbehren aber der starken Schuppe an
der Basis, die nur bisweilen schwach angedeutet ist; auch werden
sie nicht abgeworfen. Im Verhalten der subcosta stimmen sie zum
Unterschied von den Termiten mit den Psociden überein ; mit letzteren
theilen sie auch den Besitz eines Spinnapparates an der Unterlippe.
Die folgenden Abschnitte befassen sich mit den „different formes and
stages; habits; distribution ; systematic position and relation (die
Embidinen bilden eine eigene Familie mit den Gattungen Oligotoma
und Embia, welche letztere die Untergattung Olyntha enthält);
systematic position of the family " Mit Bezug auf die letzte Frage
erklärt sich Hagen gegen eine nähere Verwandtschaft mit einer
anderen Orthopterenfamilie ausser den Termiten. Als neue Arten
werden beschrieben Oligotoma Huhhardi (Enterprise, Florid., die erste
Art aus den Vereinigten Staaten) S. 142, Westwoodi (Zanzibar?,
in Kopal) S. 171, ni(jra (Aegypten, Kleinasien) S. 174; Embia (Olyntha)
Midleri (Itajahy, Brasil.)
Ephemeridae. Eaton'sRevisional monograph of recent
Ephemeridae or May flies ist jetzt vollendet; Trausact. Linn.
Soc. London (2. Ser. Zoolog.) Vol. III S. 1 — 2a0; PI. I — LXIII mit
einem Supplem., das die 64. Taf. darstellt. Diese Monographie hat
sich in erster Linie die Unterscheidung der Arten als die Grundlage
einer weiteren wissenschaftlichen Beai-beitung zur Aufgabe gestellt
und ist dieser Aufgabe vollkommen gerecht geworden. Die all-
gemeine Schilderung des Baues, der Entwickelung und Lebensweise
ist möglichst kurz gefasst; auch die früheren Versuche einer Klassi-
fikation werden besprochen. Den weitaus grössten Theil der Mono-
im G-ebiete der Eiitoinolog-ie während des Jahres 1885. ] 2V)
•graphie nimmt die spezielle Beschreibung- in Anspruch, der der Ver-
fasser zwar eine Gruppirung der Gattungen, aber keine Synopsis
derselben vorausschickt; die 46 Gattungen werden in 3 Gruppen mit
3, 6, 5 Sektionen vertheilt; die Sektionen sind nach den typischen
Gattungen benannt: Palingenia, Polymitarcys , Ephemera, Potam-
anthus, Leptophlebia , Ephemerella, Caenis, Prosopistoma , Baetis,
-Siphlurus, ßaetisca, (unbenannte Gattung), Atopopus, Ecdyurus.
Auf den Tafeln sind vergrösserte Abbildungen der Flügel, des Kopfes
mit den Mundtheilen, der Beine, Haltzangen der Männchen und, was
^anz besonders wichtig ist, der Jugendzustände, ihrer Mundtheile
und Tracheenkiemen enthalten. Von manchen der Larvenformen ist
die zugehörige Imago noch unbekannt. Die Synonymie der Arten
ist sehr vollständig gegeben. Von neuen Gattungen, deren der Ver-
fasser in den letzten Jahren mehrere in Entoni. Monthl. Mag. be-
kannt gemacht hatte, sind hier nur zwei aufgestellt, dagegen sind
zahlreiche Arten zum ersten Male beschrieben: Spaniophlebia j;«Z//jj»e-s
(Ecuador) S. 34; Lachlania lucida (Guatemala) S. 35; Euthyplocia
miceps (Brasil.) S. 38 ; Hexagenia mexicana (M.) S. 50, munda (Mor-
-ganton) S. 53, venusta (Texas, Utah u. s. w.) S. 54; Atalophlebia
Chüensis (Gh.), tabularis (Cap, Tafelberg) S. 91 : Leptophlebia Meyeri
(Zürich) S. 95, vadva (Oregon) S. 97, (jregalis (ibid.) S. 98, rufivenosa
{Washington t%YY\t),pi'aepedita (Massach.) S. 99; Blasturus yravastellus
(Montana) S. 102; Thraulus e:ciguiis (Lahat) S. 108, Mexicanus (M ),
Xepidus (Panama) S. 109, laetus (Neu-Granada) S. 110; Habrophlebia
nervidosa (Algarve; Portugal) S. 117, umhratilis (Apenninen) S. 119;
Ephemerella inermis (Colorado) S. 127, grandis (ibid.) S. 128; Telo-
ganodes major (Ceylon) S. 136; Caenis rohusta (Holland) S. 145;
Baetis venestidus (Schweiz) S. 160, Bocagii! (Portugal) S. 162, gemeUus
(Schweiz) S. 163, Salvini (Costa Rica) S. 170, feminaUs (Ceylon)
S. 171 ; Centroptilum lacustre (Lago maggiore) S.176, nemorale (Italien),
pulchrum (Frankreich) S. 177, Po'egi (Cuba) S. 179, himacidatum
(Ceylon) S. 182, concinnum (Portugal) S. 187; Callibaetis mmitarms
(Centralamerika) S. 196; Chirotonetes intermedius {kxizow^) S. 207;
Met am on ins (n. g.) anceps (Chili) S. 209; Ameletus {w. g.) dissitus
(Nordara.) S. 210, mihnotatus (Colorado) S. 211, exqiiisitus (Nordam.)
S. 212; Siphlurus miriis (New Hampshire) S. 221, typicus (Massach.)
S. 222.
lieber den Kreislauf der Ephemerenlarven theilt
Creutzberg mit, dass das von Verloren beschriebene birnförmige
Gefäss im letzten Hinterleibssegment, dessen Kontraktionen das Blut
in die Schwanzborsten treiben, mit dem Herzen in Verbindung steht^
wogegen eine solche mit der Leibeshöhle, die Verloren annahm, nicht
aufgefunden w^erden konnte-. Zool. Anz. 1885 S. 246 ff,; Ami. a.
Mag. N. H. (5) XV S.494; vgl. diese Ber. für 1880 S. 116.
Aich. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 9
130 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistuu gen
Johnson meldet Great swarms of Ephem eridae on Loiigb
Xeagh; Entom. Monthl. Magaz. XXII S. 165.
Chloe Rhodani Pidet im Veneto: Ninni, Att. R. Istit.
Veneto (6) II S. 600.
Perlidae. Perla ochracea (Algier); Kolhe, Berl. Ent..
Zeitschr. 1885 S. 156 Taf. V Fig. 8.
Odonata. Ueher das Ange n. gangl. opticum der Libelle s. o. S.12^
Libelluliden- Larven sind gefährliche Feinde der Fischbrut;.
Rovartani Lapok, December 1884, und Ent. Monthl. Mag. XXI S. 234.
In seinem Programme d'une revision des Agrionines
unterscheidet Selys-Longchamps die 4 „Legionen" Pseudostigma
Podagrion, Platycnemis, Protoneura, die zusammen 181 Arten ent-
halten. Den ^Namen Podagrion für die Gattung ändert er (wegen
Podagrion Spinola 1811) in Megapodagrion um S. 144, für 2 neue
Arten wird die Gattung Heteropodagrion errichtet (sehr nahe
mit Heteragrion verwandt) mit den Untergattungen Mesagrio7i
(M. leiicorrJiinum von Bogota) und Heteropodagrion s. str. (H. san~
guinipes von Ecuador). In Protoneura wird die Untergattung Pro-
tost i et a für Pr. simplicinervis von Mirabassa errichtet und in
AUoneura den beiden bestehenden Alloneura und Disparoneura
Iso stiel a hinzugefügt für I. spinipes von Neu-Caledonien S. 145 ;
Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 141 ff.
Mac Lachlan beobachtete Weibchen von Agrion mer-
curiale mit angetrocknetem Schlamm am Hinterleibsende, was sich
so erklärt, dass dieselben, um ihre Eier vor dem Austrocknen zu
schützen, diese tief in den Schlamm einsenkten; dass diese Art ganz,
unter die Oberfläche des Wassers -hinabsteige, ist Mac Lachlan
nicht bekannt; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 211.
A viridulum Climp. undLindenii Sehjs im Veneto; Ninni
Atti R. Istit. Veneto di Sei., Lettere ad Arti (6) II S. 599.
Anax tiimorifer (Madagaskar); Mc. Lachlan, Ent. Monthl,
Mag. XXI S. 250 mit Holzschn.
Selys-Longchamps erkennt in Goraphus excelsus CostOr
das wahre ^ des Onychographus Genei Schjs , während das von
Selys früher als ^ dieser Art beschriebene Insekt aus Oran einer
anderen Art angehört, die er 0. Costae nennt; ferner beschreibt er
O. atratus (Vivi; Congo); Bull. Soc. Ent Belg. XXIX S. 146.
Ischnura lamellata (Algier); Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S. 155 Taf. V Fig 7.
Ritsema meldet einen grossen Flug von Libellula quadri-
maculata; Tijdschr. v. Entom. XXVIII, Versl. S. XXI ff.
Ophiogomphus forcipatus ver. eonsobrinus Fig. 3, var. socialis
Flg. 4 (Algier); Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 152 Taf. V.
Platycnemis cdglra (A.); Kolbe, Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S. 153 Taf. V Fig. 5.
im Gebiete der Entomologie währeml des Jahres 1885. 131
Neiiroptera.
Schneider stellt ein Verzeichniss der Neuropteren
Schlesiens (incl. Pseudoneuropteren) auf; Zeitschr. f. Entomol.
Breslau, X S. 17 ff.
Vgl. auch oben unter Orthoptera.
Trichoptera.
Hydroptila femoralis Eaton und H. longispina Mc.Ladil.
in Schottland; King,- Proceed. N. H. Soc. Glasgow CN. S.) I S. 29
und 47
Stenopsyche taucht und schwimmt als Imago unter Wasser;
Mc. La Chi an, Ent. Monthl. Magaz. XXI S. 234 ff.
Planipeimia.
Sialidae. Ueber den (fossilen) durch Kiemen und Tracheen
zugleich athmenden. C o r y d a 1 o i d e s S c u d d er i Brongn. s. oben S. 49.
W. C. Kräuss schreibt on the nervous System of the
iarva of Corydalus cornutus L.; Psyche IV S. 179 ff. T. 2.
Obwohl nur 6 Ozellen vorhanden sind, theilt sich der Opticus jeder-
seits in 7 Züge, deren jeder eine Retina entwickelt.
Chrysopidae. Dewitz macht auf die Angel haare auf-
merksam, mittels deren sich manche Chrysopen-Larven fremde
Körper, die Bälge ausgesogener Insekten, Pflanzenhaare, in der
Gefangenschaft auch Papierstückchen, auf dem Rücken befestigen
und sich so maskieren. Biol. Centralblatt IV S. 722 f.
Coniopterygidae. F. Low bringt einen Beitrag zur
Kenntniss der Coniopterygiden; Sitzber. K. Akad. Wissensch.
Wien (1. Abth.) XCI S. 73 ff. mit 1 Taf. — Aus einer auf Pinus
Mughus von Schildläusen (Aspidiotus Abietis und Leucaspis Pini)
sich nährenden Neuropterenlarven, die durch ihre langen", an eine
Osrayluslarve erinnernden Mandibeln von den bekannten Coniopteryx-
larven abweicht, erzog Low die Coniopteryx lutea Wallgr.y
für die er, da auch die Imago einige Differenzen von den übrigen
Coniopteryx-Arten aufweist, die neue Gattung Aleuropteryx S. 79
aufstellt. Die beiden Gattungen haben folgende Diagnose:
Aleuropteryx. Kopf von oben gesehen beinahe breiter als
lang, wenig schmäler als der Thorax. 2. Fühlerglied beim ^ unten
mit einem Zahn. Schienen der Mittel- und Hinterbeine cylindrisch.
In den Vdfl. der Sector radii ungetheilt, der Cubitus in 3 Aeste
getheilt, das Discoidalfeld mit 2 Queradern. In den Htfl. der Sector
radii nahe der Basis des Radius entspringend und ebenso wie der
Cubitus in 2 Aeste getheilt, letzterer ausserordentlich nahe an die
vordere Postcosta gerückt, scheinbar ihr angelagert, das Diskoidalfekl
mit 2 Queradern.
9*
132 B e r tk a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistuugeu
Coniopterj'x. Kopf von oben gesehen beinahe länger ab
breit, viel schmäler als der Thorax. 2. Fühlerglied beim q ohne
Zahn. Schienen der Mittel- und Hinterbeine von der Seite her
zusammengedrückt, in der Mitte deutlich breiter als an den Enden.
In den Vdfl. der Sector radii und der Cubitus in 2 Aeste getheilt,
das Diskoidalfeld mit 1 Querader. In den Htfl. der Sector radii in oder
nahe der Mitte des Radius entspringend und ebenso wie der Cubitus
in 2 Aeste getheilt oder ungetheilt, letzterer von deren Postcosta
fast ebensoweit entfernt als vom Sector radii, das Diskoidalfeld mit
1 oder ohne Querader.
Zu Aleuropteryx gohört die eine genannte Art, deren Larve
beschrieben und abgebildet ist; zu Conioptei-yx gehören die 3 Arten
aleurodiformis Stejjh., psociformis Ciirt. und lactea Wesm., die genau
beschrieben sind; die C. haematica Mc. Lachl. ist nach Ansicht Löw's
eine röthlich gefärbte lactea.
Die Familie der Nematopteridae ist auch in Südamerika
vertreten, wie der Fund J. J. Walkers bei Coquimbo, Nord -Chili,
zeigt. Die gefundene Art Hesse sich vielleicht in der G-attung
Brachystoma Eamb. unterbringen ; da aber dieser Name bereits ver-
geben ist, so gründet Mac Lachl an eine neue Gattung, Steno-
taenia, für dieselbe, S. 376; die Art ist St. Walkeri genannt S. 377.
Derselbe schafft für die Arten von geringerer Grösse, deren Stirn
in einen schlanken Schnabel verlängert ist, und deren Hintei-flügel
lang borstenförmig sind, die Gattung Croce S 378. Neben der
Type filipennis gehören noch alba, aristata, capillaris, setacea und
pusilla in diese Gattung. Trans. Ent. Soc. London 1885 S. 375 ff.
Myrmeleontidae. Gymnocnemia africana (Vivi, Coiigo);
Mac Lachlan, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 25.
Diptera.
Adolph wendet auf cl i e Diptereiiflügel, ihr Schema
und ihre Ableitung dieselben Betrachtungen an wie
früher auf die Hymenopterenflügel und statuirt eine Zurück-
führung der Flügel der Hymenopteren , Lepidopteren, Di-
pteren, Neuropteren und Pseudoneuropteren auf eine gemein-
same Grundform. Das Schema des Dipterenflügels
ist ein durch die vierte Längsader und die Postikalader
in 3 Felder getheilter Flügel, der in dem Vorderfelde
(area antica) vier grössere konkave und eben soviele kon-
vexe Züge enthält, die sich gegen den Saum hin z. Th. auch
gabeln. Das Mittelfeld (a. media) enthält 3 grosse Konkav-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 133
züge, darunter als ersten die vierte Längsader, die das
Mittelfeld gegen das Vorderfeld abgi-enzt; hinter, resp. unter
diesen konkaven Linien lagern die 3 konvexen, deren letzte
die Postikalader ist. Li dem hauptsächlich von der Anal-
zelle eingenommenen Hinterfelde (a. postica) liegen 3 Kon-
kavadern und 2 Konvexzüge. Die erste Konkavader ist
die unter der Postikalader gelegene, bisher unbenannte
und daher anonyma genannt; die zweite ist die Analader,
die dritte die Angularader; die zweite Konvexader ist die
Axillarader. Li dem Vorderfelde sind die 4 Konkavzüge
durch die Hilfsader, zweite Längsader, eine Falte oder Vene
und wieder eine Falte oder Vene dargestellt; die Konvex-
züge sind die erste Längsader, eine Falte oder Vene, und
die vena spuria; der dritte Konvexzug scheint nicht mehr
erhalten zu sein; in dem Mittelfelde sind die 3 Konkavzüge
die Diskoidalader, die Theilungsader und eine Falte; die
o Konvexzüge eine Vene, die vor der postica gelegene
Konvexader und die postica selbst. — Auf dieses Schema
werden nun die Flügel aus einer grossen Anzahl von Familien
zurückgeführt, was indessen bei den Tipuliden seine
Schwierigkeiten hatte. Die Abbildungen geben die kon-
vexen und die konkaven Züge durch verschiedene Farben
vdeder, wodurch sie recht übersichtlich sind. Nova Acta
Acad. C. L. C. G. Natur, curios. T. XLVII S. 271 ff.
Taf. XXIV— xxvn.
Die Beiträge zur nachembryonalen Entwicke-
lung der Museiden von Kowalewsky, Zool. Anz. 1885
S. 98 ff., 123 ff, 153 ff'., beschäftigen sich hauptsächlich mit
der Frage nach der Herkunft und dem weiteren Schicksal
der von Weismann sog. Körnchenkugeln und der Ent-
v\^ickelung des Darmes der Liiago. Die Körnchenkugeln
sind ein Produkt der intrazellulären Verdauung durch die
Blutkörperchen, der alle die Organe unterliegen, die nicht
mehr wachsen. Es sind dies die Muskeln, die Zellen des
Fettkörpers, Speicheldrüsen, der Vorder- und Hinterdarm,
sowie die Muskelschicht des Mitteldarmes. Die Blut-
körperchen dringen z. B. unter das Sarkolenum, führen
einen Zerfall der benachbarten Muskelsubstanz herbei,
] 34 Bertkau : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nehmen die kleinen abgerissenen Stückchen in sich auf
und wandeln sich so in die Körnchenkugeln um, in denen
man noch den Kern des Blutkörperchens w^ahrnehmen kann.
Ist die Verdauung der aufgenommenen Massen vollendet,
so wird das Yerdauungsprodukt wieder abgegeben und zum
Aufbau neuer Organe verw^endet ; die Körnchenkugeln gehen
dann wieder in gewöhnliche Blutkörperchen über, w-ie es
sich in den Beinen beobachten Hess. — Am Larvendami
bezeichnet Kowalewsky einen Zellenring am Anfang des
Proventrikulus als Vorderdarmring, und einen solchen hinter
der Einmündung der Malpighi' sehen Gefässe als Hinter-
darmring; zwischen den beiden Ringen liegt der Mitteldarm,
unter dessen Intima, ausserhalb der grossen Epithelzellen,
vereinzelt kleine Zellen liegen. Die ersteren wachsen stark
nach innen vor und lösen sich nebst einem Theil der
inzwischen stark vermehrten kleineren Zellen ab; auf diese
Weise geht eine Häutung des Darmepithels vor sich, die
zum Auftreten eines inneren Rohres innerhalb des Lumens
des sich neubildenden Darmes führt. Letzerer erhält sein
Epithel von den sich stark vermehrenden und ausbreitenden
zurückgebliebenen kleinen Epithelzellen, die zuletzt eine
zusammenhängende Schicht bilden. Die abgestossene alte
Epithelschicht erhält einen Gallertüberzug und wird durch
pulsierende Bew^egTingen des neuen Darmes vor- und rück-
wärts getrieben. Die Muskulatur des alten Darmes nimmt
zunächst den Charakter eines Epithels an und wird dann
von den Blutkörperchen, resp. Körnchenkugeln verdaut;
der Ursprung der neuen Muskelschicht Hess sich noch nicht
ermitteln. Vom VorderJarnn-ing aus geht die Bildung des
Epithels des neuen Oesophagus vor sich, und vom hinteren
Darmring wächst eine sich kegelförmig verjüngende Zell-
masse nach hinten bis zum Zusammentreffen mit der Körper-
haut an der Stelle, wo sich der After bildet. Die Thorax-
muskeln bilden sich nach Kowalewsky, der Viallanes
gegenüber in diesem Punkte Ganin's und Künckel's Angaben
bestätigt, aus dem Mesoderm der Lnaginalscheiben.
In einer Nota intorno alla strutture intima dei
bilancieri dei Ditteri w'eist Bolles Lee den Zusammen-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 1 35
liang der ,, Nervenstifte" mit den eigenthüniliclien Haut-
poren zurück; dieselben besitzen eine distale Chorda, die
.sich an eine nicht weiter modiiizirte Stelle der Körperhaut
inserirt. Auch ein Dimorphismus unter den Stiften (schlan-
kere und plumpere Form) existirt nicht. Dagegen besteht
•ein solcher unter den Kutikularpapillen , wenn auch in
:anderer Weise, als Grab er angegeben hatte, indem die
sog. astomalen Papillen Grab er' s thatsächlich einen Spalt
besitzen, der in eine Höhle führt, in deren Grunde sich
-ein Protoplasmapfröpfchen befindet. Dasselbe ist von einem
Kanal durchbohrt, aus dem sich ein äusserst feines Haar
•erhebt. Die Papille steht mit einer einzigen bipolaren
< ranglienzelle in Zusammenhang. Der Bau der zweiten
Art von Papillen (schizostomalen Graber's) ist eine noch
verwickelterer und kann ohne Abbildung nicht gut erläutert
^Verden. — In dem angeschwollenen Endtheile der Haltern
fand Lee zwei durch eine aus fibrillärem Bindegewebe be-
stehende Lamelle geschiedene Bäume, die grosse, mit Fett
•erfüllte Zellen mit 2 oder 4 Kernen enthalten. Während
•er für die die Stifte einschliessenden Organe die Bedeutung
;als Gehörorgane beibehält, ist er hinsichtlich der Deutung
-der Hautpapillen in Verlegenheit, meint aber, sie in die
Kategorie der organi aeroscopici unterbringen und den
Oeruchsorganen nähern zu können, wobei der Dimorphismus
des Organs auch einer Verschiedenheit der Funktion ent-
sprechen würde. — Bull. Soc. Ent. Ital. XVII S. 96 ff.,
sowie ausführlicher unter dem Titel: Les balanciers des
Dipteres, leurs organes sensiferes et leur histologie in
Eecueil zoologique Suisse II S. 363 ff. PL XII.
Schneider fand die C h i r o n o m u s - Art, bei der G r i m m
Pädogenesis beobachtet haben will, bei Giessen wieder und
macht über dieselbe wichtige Mittheilungen. Die in ge-
krümmten Bohren an den Wänden von Aquarien lebenden
Xiarven verpuppten sich in der Bohre, die Puppe selbst aber
schwimmt frei herum. Nicht die Puppe legt die Eier ab,
sondern die fi-isch ausgeschlüpfte Imago, und zwar entleert
sie sich der Eier durch die gewöhnliche Vagina, nicht wie
Orimm angegeben hatte, durch zwei seitliche Oeffnungen
1 36 B ertk an : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
am Hinterleibe der Puppe. Im Winter bis in den Juni
folgen sich mehrere Generationen, die auch nach dem Eier-
legen in den Eiröhren noch halbreife Eier haben. Es.
wäre, da diese Thiere nach dem Eierlegen auch noch fort-
leben, möglich, dass sie von den \äelleicht im Sommer auf-
tretenden Männchen befruchtet werden. Jedenfalls aber
kommt bei dieser, von Schneider Chironomus Grimmii
genannten Art Parthenogenesis, nicht Pädogenesis^
vor. Zool. Beitr. I S. 301 f.
Ciaccio's ,,Figure dichiarative della minuta fabbrica
degli occhi dei Ditteri" in Mem. d. R. Accad. dell' Ist..
di Bologna (4) VI fasc. I habe ich nicht erhalten.
F. Müller macht Fühler mit Beisswerkzeugen
bei Mückenpuppen bekannt; Kosmos, XV S. 300 ff.
Die 3. von Brauer 's systematisch zoologischen Studien
(s. oben Seite 2) behandelt einige wichtige Fragen des
Fliegensystems. Unter den Asiliden giebt es mehrere Fälle
von Mimicry mit anderen Insekten; Scylaticus-Arten (z.B.
tricolor, fulvicornis, Philippii) ahmen die Xylophagiden
Heterostomus curvipalpis Big. in Chili nach ; Laphria lasipus.
die Syrphide Arctophila flagrans in Colorado; Laphria
dizonias eine Wespe; Asilus Mydas Bremer den Mydas.
rubidapex in Mexiko, sowie mehrere Pompiliden. (Eine
Colobata-Art von Mexiko ist in Gestalt und Färbung einem
Cryptus täuschend ähnlich). Aus den häutigen Fällen von
Mimicry, die bei Asiliden beobachtet werden können, folgte
dass eine Aehnlichkeit einzelner mit Apioceriden nichts für
eine nähere Verwandtschaft letzterer mit ihnen beweist.
Die Asiliden sind überhaupt durch ihre eigenthümliche:
Ptüsselbildung von den ihnen sonst nahestehenden Familien
der Orthorrhapha brachycera heterodactyla, den jMydaiden,.
Aspioceriden und Thereuiden unterschieden. Eine Vereini-
gung der Apioceriden mit den Asiliden ist um so weniger
möglich, da eine zu den Apioceriden gezogene Larve mit den
polytomen Thereua-Larven übereinstimmt. Die Apioceriden
sind daher zunächst mitXhereua undXestomyza verwandt und
vielleicht der gemeinsame Ausgangspunkt der Asiliden, My-
daiden uuvi Thereuiden, deren keiner sie aber zugezählt werden
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1885. \:^J
dürfen. — Die Pupiparen stellen dagegen das Ende einer
Entwickeliingsreihe (der Miiscarien) dar und ihre Merkmale
sind auf geringfügige Anpassungsersclieinungen an die para-
sitische Lebensweise zurückzuführen. Als systematische
Kategorie sind sie daher auch keineswegs gieichwerthig mit
den Nematocera z. B. Ueberhaupt lässt sich die Beibehal-
tung der alten Eintheilung der Diptera in die 4 „Unter-
ordn." der Nematocera, Brachycera, Pupipara und Apha-
niptera nicht länger entschuldigen, da wiederholt bewiesen
ist, dass diese 4 Gruppen sehr ungleichen Werth haben.
Die Aphaniptera bilden eine Ordnung, die Brachycera
enthalten Elemente zweier Unterordnungen, die Nemato-
cera nur einen Theil einer Unterordnung und die Pupipara
sind etwa einer Familie gieichwerthig. Die einzige Ein-
theilung der Diptera, die eine natürliche genannt zu werden
verdient, ist die von Brauer schon vor mehr als 20 Jahren
angegebene in Orthorrhapha und Cyclorrhapha. Die ersteren
zerfallen in Nematocera und Brachycera (sensu Brauer);
die letzteren in Aschiza (Syrphidae, Pipunculidae , Platy-
pezidae, Phoridae) und Schizophora (mit Eumyidae und
Pupipara).
Bigot theilt die Ordnung in (H) Omalocerati mit
normalen Fühlern, und Anomalocerati (= Pupipara). Die
ersteren zerfällt er in Macroceratae (Empodiata und An-
empodiata) und Brachyceratae.
Die Anomalocerati enthalten ausser den Zoobiae
die Nycteribien und Melitobiae (= Braula), welche beide
letzteren Gruppen der Verfasser aus der Ordnung der
Dipteren beseitigen möchte. Von den Zoobiae und Nycte-
ribiae giebt er eine synoptische Gattungstabelle und die
Beschreibung neuer Arten.
Williston's iirst paper on the Classification of
North American Diptera im Bull. Brookl. Ent. See.
VII S. 129 ff. habe ich nicht gesehen; nach Mik's Referat
in Wien. Entom. Zeitung 1885 S. 158 ist es ein Auszug
aus einer unter der Presse befindlichen Monographie der
Syrphiden.
Joseph schreibt über Dipteren als Schädlinge
138 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und Parasiten des Menschen, wobei er drei von ihm
"beobachtete Fälle anfiilut, in denen Oestrilen (Hypoderma
Diana, bovis; Oestrus ovis [?]) beim Menschen in Ge-
schwulsten gelebt hatten. Ent. Nachr. ] 885 S. 1 7 ff. ; Deutsche
Medicin. Zeitung 1885 No. 99 — 101 und im Sonderabdruck
Berlin 1885 (E. Gosser) 8i5, 19 Ss.
Eine Nematoden -Larve im Kopf der Stubenfliege;
Generali, Atti Soc. Natural. Modena, Rendic. Ser. III
Yol. II S. 88.
Ueber eine in Julus schmarotzende Dipterenlarve
s. oben S. 95.
Larsson macht noch einige Worte über die ,,Getreide-
iliegen" und ihre Verwüstungen auf Gotland 1883 und 1884;
beide Arten, Chlorops taeniopus und Oscinis frit,
wurden von Coelinius niger N. v. E. verfolgt, der seiner-
seits wieder von Pteromalus muscarum Walker dezimirt
wurde. Entom. Tidskrift 6 S. 179 ff.
Mik macht einige dipterologische Bemerkungen;
Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien XXXK S. 327 ff (Doros;
Holopogon nigripennis; Eupalamus JdVi?^ ; Brachycoma devia;
Orimargula alpigena Mik; Cecidomyiden- Larven;
GirscJin.)
Van der Wulp bringt Part 1 seiner Notes on exotic
Diptera zu Ende, S. 1 ff". (Tipulidae; Pthyphidae) und be-
ginnt Part -2 S. 57 ff. PI. 5 (Stratiomyidae; Xylophagidae ;
Tabanidae; Bombyliadae) ; Notes Leyden Museum VII.
VonBigot's „Dipteres nouveaux ou peu connus"
sind 26® partie (G. Glossina), 27® p. (Familles des Anoma-
locerati Birjoi, Coriacea, Pupipara, Nycteribidae ^4^^.),
28® p. (Syrphidi, Especes nouveUes) erschienen. Ann. Soc.
Ent. France 1885 S. 120 ff; 225 ff; 247 ff
Van der Wulp wiederholt die Beschreibungen einiger
im vorigen und vorvorigen Jahr in den Not. Leyden Mus.
aufgestellten Arten und liefert von den meisten derselben
Abbildungen; Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 79 ff PL 4.
Bigot stellt Tabellen der Gattungen der Dexidae
und Sarcophagidae auf; I\e^'ue d'Entomologie IV S. 259
und 268.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 139
Portschinsky schreibt (in russischer Sprache) eine
Muscarum cadaverinarum stercorariarumque bio-
logia comparata; Hör. Soc. Ent. Ross. XIX S. 210 ff.
mit Holzschn.
Brischke zählt seine erzogenen parasitischen
Fliegen mit Angabe des Wirthes auf; Schrift. Naturf.
Oesellsch. Danzig (N. F.) VI. Bd. 2. Heft S.15 ff. Die meisten
gehören natürlich den Tachinarien an.
V. V. Röder beschreibt Dipteren von der Insel
Portorico; Stett Ent. Zeitg. 1885 S. 337 ftl
Sickmann liefert ein Verzeichniss einiger Dipteren,
welche bei W ellin gholthausen gesammelt wurden;
6. Jahresb. Naturw. Ver. Osnabrück S. 184 ff.
Mik führt die Diptera des Gebietes von Hern-
stein in Niederösterreich . . . mit Angabe ihrer Flug-
zeit u. s. w. auf; Beck's „Fauna von Hernstein", IL Theil,
IL Halbband S. 43 ff. — Die meisten Arten wurden im
Mai und Juli 1883 gesammelt; dazu kommen einige von
älteren Sammlern aufgeführte Arten; immerhin aber meint
der Verfasser, dass die von Hernstein bekannten und in
vorstehender Aufzählung namhaft gemachten Arten nur ein
Zehntel der dort überhaupt vorkommenden ausmache. Aber
selbst so ist das Verzeichniss von Wichtigkeit, da es ausser
manchen in Niederösterreich noch nicht aufgefundenen
Formen 5 neue Arten enthält, deren kurze Diagnosen be-
reits im vorigen Jahre veröffentlicht wurden, die hier aber
auch ausführlicher beschrieben und abgebildet sind.
Kowarz setzt seine Beiträge zu einem Verzeich-
niss der Dipteren Böhmens fort; Wien. Ent. Zeitg. 1885
S. 105, 133, 167, 201, 241.
Dziedzicki liefert 1. Beiträge zur Fauna der zwei-
flügeligen Insekten; Physiogr. Denkschriften zu War-
schau, 1884, 27 S., 5 Taff. Behandelt sind die Arten der
Gattungen Mycothera, Mycetophila, Staegeria, darunter
21 neue, meist russische. Bei der Unterscheidung der
Arten ist ein Hauptgewicht auf die Kopulationsorgane der
Männchen gelegt, die von jeder Art abgebildet sind: das
Hypopygium von oben und unten, und die obere und untere
1 40 B e r t k an : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zange ; von Mycetophila punctata sind ausserdem die inneren
Geschlechtsorgane dargestellt.
Sznabl desgl. Beschreibung (3) neuer einheimischer
Fliegen; ebenda; 5 S. Der Text beider Abhandlungen ist
polnisch.
In einem 2. Beitrage behandelt Dziedzicki die Arten
der Gattungen Hertwicjia, Eurycera, Boletina, Sciophila;
ebenda (1885) T. V S.'l-31, Ta£ IV-IX. Ich werde die
beiden Dziedzicki'schen Abhandlungen citiren a. a. 0. 1 und II.
Engel macht über einige in Algier gesammelte Di-
pteren Aufzeichnungen; Ent. Nachr. 1885 S. 177f.
Osten-Sacken's Aufsatz on the New Zealand Di-
pterous fauna in New Zealand Journ. Sei. II S. 198 ff.
habe ich nicht einsehen können.
Eutropha Polonica; Sznabl a. a. U.
Orthorrhaplia,
Cecidomyiadae. Löw's Beiträge zur Naturgeschichte
der gallenerzeugenden Cecidomyiden in der Verh. Zool.
bot. Ges. Wien 85 S. 483 ff. Tai XVII enthalten die Beschreibung
neuer Arten und Beiträge zur näheren Kenntniss schon bekannter
Arten. Von neuen Arten sind 2 auf Erica beobachtet; C. ericina
S. 484 Fig. 6 auf C. carnea und Diplosis mediterranea S. 485 Fig. 7
auf E. arborea; bisher Avar nur eine Gallmücke von E. scoparia, die
„C." ericae scopariae Uuf. bekannt. In den ßlüthen von Phyteuma
orbiculare und spicatum findet sich die Larve von Cec. Fhyteumatis
S.487 Fig. 4; aus unterirdischen Gallen an Chrysanthemum atratum
entwickelte sich C. hypogtiea S. 488. — Ueber die bekannten Cec.
Persicariae L., serotina Wtz., Euphorbiae H. Lw., Salicis Schrank,
Galii H. Lw., Asperulae F. Lw., Hieracii L". L^io., marginemtorquens
Wtz., terminalis H. Lw., Rosarum Hardij, Taxi Lnch, Beckiana
Mik; Displosis Helianthemi Hardy, anthophthora F. Lw.; Lasioptera
carophila F. Lw.; Asphondyiia Ononidis F. Liv., Verbasei Vullot;
Hormomyia Poae Bosc. sind ei-gänzende Bemerkungen mitgetheilt.
Von zahlreichen, z. Th. neuen Gallen sind die Erzeuger noch nicht
bekannt; Blattgallen von Acer campestre und pseudoplatanus sind
Fig. 3, solche von Lathyrus platyphyllus Fig 1, Orobus pannonicus
Fig. 2, Senecio nemorensis Fig 5 abgebildet.
Die „Lasioptera" Hieronymi Weyeub. gehört in die Gattung
Asphondyiia und lebt nicht in Weiden, sondern einer strauch-
artigen Composite, der Baccharis salicifolia, Avie schon Hieronymus
im Gebiete der Entomologie wälireiid des Jahres 1885. 141
in dem (i2. Jahresb. Scliles. Ges. f. vaterl. Cultur S. 271 berichtigte;
ausserdem beging Weyenbergh in der Beschreibung einige Irr-
thümer, die berichtigt werden; derselbe ebenda S. 511 if.
Schlechtendal macht neue Gallen bekannt an Genista
tinctoria (Stengelanschwellung) S. 17 Taf. I Fig4, Geranium
molle (Stengelanschwellung) S. 18 Fig. 5. Melandryum rubrum
(eiförmige Auftreibung der Blüthe, welche innerhalb des Kelches
geschlossen bleibt) S. 18, Quercus sessiliflora (Blasengalle)»
Salix alba (Verdickung der Terminalblätter) S. 19; die Erzeuger,
Gallmücken, sind ihrer Art nach nicht zu ermitteln gewesen.
Jahresber. Vereins für Naturk. z Zwickau 1885.
Mik liefert die Beschreibung und Abbildung der Gallen von
Cec. Taxi Inchh. (auf T. baccata), Euphoi'biae Lw. (E. Cyparissias)
und einer kapseiförmigen Galle auf Euph. Cyparissias, deren Erzeuger
noch unbekannt ist. Wien. Ent. Zeitg. 1885 S 65 f. Taf. I.
Beyerinck behandelt die Galle von Cecidomyia Poae
an Poa nemoralis und die Entstelnuig normaler Wurzeln in Folge
der Wirkung des Gallenthieres; Botan. Zeitg. 43 S. 305 ff., 321 if.
mit Doppeltafel III; vergl. auch Kosmos 1885 II S. 140. Die „Haare''
dieser Galle sind Wurzeln.
Cecidomyia Beckiana (auf Conyza squarrosa, zwischen lang-
filzigen Haaren, wie sie gewöhnlich durch die Anwesenheit von
Phytoptus vei-anlasst werden); Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 35
S. 137 ff. Tal. X, Olcae (Fiume, Gallen an Blättern des Oelbaums)
S. 109, alpina (in den Triebspitzen der nicht blühenden Stämmchen
von Silene acaulis) S. 110; Low, Berl. Ent. Zeitschr. 1885, Fotentillae
(Znaim; Wittekind, in den Blüthenständen von P. argentea) S. 193
Fig. 1, Trachelü (aus den bekannten Gallen an den Terminal- und
Blattachselknospen von Camp, rotundifolia ; der damals nuralsLai*ve
bekannte Erzeuger war von A. Müller C. Campanulae genannt
worden; Schmarotzer derselben ist Torymus Campanulae Cam.;
S. 195 Fig. 2; Wachtl, Wien. Ent. Zeitsch. 1885 Taf. II.
Nach Hagen ist die von A. Costa in seinen Lezioni di Entom.
agraria etc. auf S. 514 angeführte C. Tritici sicher nicht diese Art,
sondern vielleicht C. destructor. Einige der von Costa mitgetheilten
Züge aus der Lebensgeschichte sind sehr zweifelhafter Natur.
Canadian Entomologist Juli 1885.
Thomas ergänzt Trelease's Mittheilung in Psyche IV S. 195
von dem Vorkommen von Larven in Host- und Brandpilzen ;IrmischiaV
S.4; Canad. Entom. XVII, Juli 1885; vgl. oben S. 34.
On the paras-ites of the Hessian fly; Riley in Amer.
Ass. Adv. Sei. und Araeric. Naturalist 1885 S. 1104; Merisus (Homo-
poms) suhapterus ist mit destructor vielfach verwechselt worden.
Campylomyzapallipes Zci^. Flügel abgebildet; Mik, Diptera
von Henistein S. 46
142 B e r t k a 11 : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mycetophilidae. Hertwigia (n. g.) marginata (Polen) S. 2
Taf.IV Fig. 1—7;
Eurijcera (n. g.) flava (ibid.) S. 4 Fig. 8— 15; Dziedzicky
a. a. 0. IL
Gi'zegorzek beschreibt Nene Mycetophiliden mitfolgenden
nenen Gattungen:
Parastemma S. 199. Ocelli in fronte horizontaliter siti Vena
costalis transscendens venae cubitalis cacumen. Vena axillaris exigua
septimam partem venae subcostalis exaequans; vena transversalis
superior deficiens. Cellula humeralis prolongata, apice tarnen non
attingente basim cellulae posterioris secundae. Furcae apicalis Stylus
diminutus. Basis cellulae posterioris quartae ante basim cellulae
posterioris secundae. Corpus septies annulatum.
Aj)olei}hthisa S. 205. Caput compressum nonnihil productum
Oculi oblongi, ocelli 3 horizontaliter siti. Palpi prostantes quater
articulati. Antennae porrectae, sessiles, 2 + 14 articulatae, art.
ultimo conico, basalibus rotundatis apice pilosis. Thorax arcuatus,
metauotum elevatum. Scutellum parvum. Halteres exarati. Abdomen
septies annulatum, a latere compressum, anus longior et latior quam
ultimum segmentum. Crura sat longa, tibiae calcaribus instructae.
Die Arten sind Parastemma amhigua S. 199 und A. rara S. 206
genannt und in Fig. a b c und Fig. e abgebildet. Sie stammen aus
AVestgalizien. Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 199 ff. Taf. LX A.
Mycetophila Luhomirskü S. 7, öbscura S. 8, confusa, nigrofusca
S. 9, russata S. 10. sigillata S. 11, guttata S. 12, signatoides! S. 13,
mohilevensis S. 13, hialorussica S. 14, 3Iilii S. 15, fuliginosa S. 16,
triangulata S. 17, confliiens S. 18, W. fuscum S. 19, Osten-Sackemi S. 20;
Dziedzicki a. a. 0. L
M. xanthotri^ha MiJc, S. 48, adumbrata Jlik S. 50 Flügel
abgebildet; Mik, Diptera von Hernstein.
Polylepta flava ; G r z e g o r z e k , Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 204.
Sciophila Wrzesnioivskü Taf. VII Fig. 1, 2 S. 12, parva Fig. 3, 4
S. 13, tiitida Fig. 5, 6 S. 14, penicillata Fig. 12, 13, hrunnea Fig. 17, 18;
Radoszkowskii Fig. 18, 19, levis Fig. 20, 21 S. 17, trivittata Taf. VIII
Fig. 3. 4 S. 18, marginata Fig. 9, 10 S. 19, hicolor Fig. 15, 16 S. 20,
egregia Fig. 19 S. 21, livida Fig. 21, 22 S. 22, Wimiertzii Taf. IX
Fig. 8, 9 S. 23, pulchella Fig. 10, 11 S. 24, fulva Fig. 4, 5 S. 25, Waxiko-
iciczii Fig. 14, 15 S. 26; Dziedzicki a.a.O. IL
Derselbe bildet ebenda das Hypopygium von Scioph. apicalis
Winn. Taf. VI Fig. 22 — 25, omata ilg. Fig. 26, 27, tumida Wimi.
Fig. 28, 29, nigricornis Zät. Taf.Vn Fig.7— 9, trilineata Zett. Fig. 10, IL
lucorum Winn. Fig. 14 — 16, cinerascens Zett. = alacris Witin. = inanis
Wimi. Taf. VII Fig. 5— 8, fasciata Fries Fig. 11, 12, hyalinata Jfp«.
Fig. 17, 18, occultans Winn. Fig. 13, 14, flavicollis Zett. Fig. 23, Taf. IX
im Gebiete der Entomologie währeml des Jahres 1885. 145
Fig. 1, iucisurata Zeit. Fig 2, 3, exigua Winn. Fig. 4, 5, punctata ISIgn.
= limbata Winn. Fig. 6, 7, affinis Staeg. Fig. 18, 19, ab.
Boletina nitida; Grzegorzek, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 204,
Winnertzi Taf. V Fig. 2 — 5, nigrofusca Fig. 14— 17 S. 7, dispecta
Taf. V Fig. 18—20, VI Fig. 1 S. 8, yripha! Taf. VI Fig. 2—5, silvcdiea
Fig. 6— 9 S. 9, Grzegorzeldi Fig. 10— 13 S. 10, nigricans Fig. 14—17
S. 11 (Polen); Dziedzicki a.a.O. II, der ebenda Hypopygium und
Theile desselben von ß. trivittata Mgn. Taf. IV Fig. 22—24, V Fig. 1,
basalis Mgn. Fig 6—9, sciarina ASiae^/. Fig. 10— 13, disparTFm«. Taf. VI
Fig. 18— 21 abbildet.
Platyura simplex S. 201 Fig. d, lucosa S. 202, decora S. 203;
Orzegorzek, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 Taf. IX A.
Die Fortsetzung und der Schluss von A. Grzegorzek's
,, Beitrag zur Dipteren-Fauna Galiziens" (vgl. d. vor. Ber.
S. 108) in der Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 49 ff., 193 ff. enthält eine
analytische Tabelle und ein Register der (240) Sciara- Arten; eine
Besprechung dieser Arbeit von Mik s. Wien. Ent. Zeitg. 1885
S. 222 f.
Sc. dispar (Seesen); Beling, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 307.
Beling beschreibt Larve und Puppe von Zyganeura s da-
rin a Meig., die er unter der Rinde eines gefällten Cytisus Laburnum
fand ; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 808.
Paratinia difficilis (Polen); Dziedzicki a.a.O. II S. 6 Taf. IV
Fig. 16—21.
Staegeria unicornuta; Dziedzicki a. a. 0. 1 S. 21.
Mycothera >S'^wrt6?ii S.2, immacidata S.4, stylata S. 5, vanderWulpi
S.6; Dziedzicki a. a. 0. 1.
Simuliadae. E. Tömösvary. Die Kolumbaczer Mücke
(Simulia columbacensis). Im Auftrag des K. ungar. Minist,
f. Ackerbau etc. Uebersetzt von Joh. Weny; 1885. 8o 24 Ss. mit 1 Taf.
Riley bildet Larve, Puppe und Imago einer Simulium- Art, der
Buffalo-gnat oder black-fly, ab; Report of the Commiss. of Agriculture
for 1884 S. 340 PI. IX Fig. 1—3.
Tömösvary schreibt sur les organes respiratoires de
la nymphe des Simulies, die aus einem kurzen, zu jeder Seite
des Pronotum hervorragenden Röhrchen bestehen , das in je 4 lange,
den Kopf weit überragende fadenförmige Anhängsel ausläuft. Diese
tragen an ihrer Oberfläche feine Poren, welche die Mündungen kleiner
quergestellter Kanälchen sind. Der Grundstamm des Athemorgans
geht nach innen in die echten Tracheen über. Supplem. der Rovar-
tani Lapok I S. 34 ff. mit Abb. (Nach Mik's Referat in Wien. Ent.
Zeitg. 1885 S.61.)
Culieidae. Megarrhina PoWor«ceHs/s (P.); Röder a.a.O. S.337.
V. Röder hält es noch für zweifelhaft, ob die Tipula culici-
formis De Geer wirklich, wie Me inert wollte, ein Mochlonyx
144 Bertkau : Bericht über die wisseuschaftlicheu Leistungen
ist, da in De C-reer's Beschreibung nichts über die Längenverhältnisse
der Fussglieder gesagt ist; Meine rt's Art ist ein richtiger Mo-
chlonyx. Ent. Nachr. 1885 S.2l7f.
Corethra appendiculata (Lake of the Isles, near Minneapolis;
nur Larve und Puppe bekannt); Herrick Geol. a. Nat. Hist. Survey*
of Minnesota, 12. ann. report for 1883 S. 10 PI. V Fig 1—4.
Uses and construction of the g i z z a r d o f 1 a r v a e o f C o r e t h r a
plumicornis; T. B. Rossiter, 14 th. Octob. 1885; s. Journ. R.
Microsc. Soc. (2) V S 991.
Diamesa Branickii Nov. Flügel abgebildet; Mik, Diptera
von Hernstein S. 52.
Tipulidae. Prionota (n. g. Ctenophorae affine, sed antennae
in utroque sexu fortiter nodulosae vel serratae, in (^ non ramulosae)
ni(jriceps (Java); v. d. Wulp, Notes Leyd. Museum VII. S. 2.
Die Heimath der Orimargula alpigena Mili ist nicht Linz,
sondern Lunz; Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXV S. 331;
vgl. dies. Ber. für 1883 S. 130.
Poecilostola imllens (Java); v. d. Wulp, Notes Leyd. Museum
VII S. 13.
Eriocera ferruijinea (Java) v. d. Wulp, Notes Leyd. Museum
VII S. 13, trifusciata (Portorico); Rö der a.a.O. S. 338.
Tipula serrata (Serahan, Sumatra), pilosiila (Ambarawa, Java)
S. 5, Zmco2^?/(/a (Ambarawa) S. 6, tenuis (Surinam) S. 7; v. d. Wulp,
Notes Leyd. Mus. VII.
Pachyrrhina Maderensis (M.), nigra -annulata (Morotai) S. 8,
quadrivittata (Java) S. 9, triplasia (Ambarawa, Java) S. 10; v. d. Wulp,
Notes Leyd. Mus. VII.
Ctenophora ammlosa (Java); v.d.Wulp, Notes Leyd. Mus. VII S.l.
Bhyphidae. Rhyphus macuUpennis (Java): v. d. AVulp, Notes
Leyd. Museum S. 14.
Stratiomyiadae. Caenacantha (n. g.) bipartita (Bogota);
V. d. Wulp, Notes Leyd. Mus. VII S.59 PI. 5 Fig. 1.
Sargus laetus (Sumatra) S. 66, puhescens (Gorontalo) S. 67;
V. d. Wulp, Notes Leyd. Museum VII.
Die Gattung Nerua Walk, ist von Evasa nicht zu unterscheiden ;
(Evasa) impendens wurde von Nord-Celebes und den Aru-I., E. sceno-
pio'ides von Gilolo eingesandt; Tinda indica (sub Biastes) Wcdk., mit
der Tinda modifera Wcdk. und Phyllophora bispinosa Thoms. synonym
sind, von Java; obwohl Biastes Indiens Walk, der älteste Name für
diese Art ist, so kann der Gattungsname Biastes doch nicht bei-
behalten werden, da er von Panzer einer Hymenopterengattung
verliehen wurde; v. d. AVulp, Notes Leyd. Museum VII S. 57.
Ptecticus apicalis (Sumatra; Borneo); v.d.Wulp, Notes Leyd.
Museum VII S. 62.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 145
Hermetia batjanensis v. d. Wulp ist vielleicht mit Massicyta
cerio'ides Walk, und Herm. Melanesiae Big., sicher mit H. cerio'ides
O. S. synonym; v. d. Wulp, Notes Leyd. Mus. VII S. 67; neu ist
H. armata (Morotai) S. 68.
Odontomyia mutica (Teniate); v. d. Wulp, Notes Leyd. Museum
YII S. 62.
Stratiomyia japonica (J.), flavoscutellata (Java); v. d. Wulp,
Notes Leyd. Museum VII S. 60.
Tabanidae. Chrysops striatus (Amoy, China); v. d. Wulp,
Notes Leyd. Museum VII S.79, dimidiatus (Chimfimo, S.W.Afrika) S.80.
Tabanus muUipunctatus (Chimfimo, S.W.Afrika) S. 72 Fig. 2,
leucaspis (Goldküste) S. 74 Fig. 3 , atripes (Ogowe , W. - Afr.) Fig. 4,
bipimctatus (W.- und S.-Afr.) Fig. 5 S.75, eqiiestris (Sundainseln) S.77
Fig. 6, Felden (Ningpo, China) S. 78 Fig. 7; v. d. Wulp, Notes Leyd.
Mus. VII PI. 5.
Leptidae. Willis ton fing in den White Mts. eine mit
Triptotricha fasciventris Lw. nahe verwandte Fliege mit nur 3 Hinter-
randszellen, während bisher unzweifelhafte Leptiden nur mit 5 Hinter-
randszellen bekannt waren. Die Gattungen Leptis und Atherix
haben 2 Sporen am Ende der Hiuterschienen, Chrysopila und Sympho-
romyia nur 1. Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 400.
Vielleicht ist Hilarimorpha mit 4 Hinterrandszellen doch zu
den Leptiden zu stellen; v. Roeder ebenda S. 401.
Der Besitz eines Empodiums bei dem ^ einer neuen Lampro-
myia-Art vom Cap, L. argentata, veranlasst Bigot, seine frühere
Ansicht, die Gattung gehöre zu den Empiden, aufzugeben und zu
der Macquart's zurückzukehren, der sie zu den Leptiden gestellt
hatte, worin ihm auch Schiner gefolgt war. Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 67 f.
Asilidae. Willis ton schreibt weiter on the North Ame-
rican Asilidae; Trans. Amer. Entom. Soc. Philad. XII S. 53ff.
Aphamartania für (Nordam.); Willis ton a.a.O. S. 53.
Microstylum Ä7<ieiraw<?ii (Inner- Madag.) ; Karsch, Ent. Nachr.
1885 S. 345.
Holopogon nigripennis Meig. aus Mehlwurmkasten gezogen;
Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXV S. 328.
Bigot erkennt die von v. Roeder angegebene Synonymie,
Cyrtopogon oculiferum Big. = Meyer-Dürii Mik als richtig an und
ersetzt den Namen seines C. montanum durch C. culminum, da schon
Low einen C. montanus beschrieben hatte ; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 90.
Nach Mik ist die Gattung Eupalamus Jänn. höchstens als subg.
zu Cyrtopogon berechtigt, und Eup. alpestris Jänn. wahrscheinlich
= longibarbus Lw.; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXV S.328f.
V. Röder macht auf einen Schreibfehler Bigot's in dessen
Arch. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 10
1 46 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Beschreibung seines Dasypogon japonicum aufmerksam und giebt
eine neue Diagnose der Art; Mitth. Schweiz, ent. Ges. VII S. 192-
Dasyllus nigripennis hat Zanzibar zum Vaterland ;
V. Röder, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 137.
Laphria ruföcatida, ventralis S. 55, chdlybea S. 56 (Nordamerika);^^
AVilliston a.a.O., rufa (Japan); v. Röder, Hitth. Schweiz, entom.
Gesellsch. YII S. 192.
Mallophora «/^ra S. 58, Guildiana S. 60 (Nordamerika) ; Willi-
ston a. a. 0.
Promachus pi'inceps S. 62, alhifacies S. 63 (Nordamerika); Willi-
ston a. a 0.
Erax tayax S. 65, jubatus S. 66, latrimculiis , furax S. 67,
stamineus, similis S. 68, leiicocomus S. 69, varipes S. 71; Williston
a. a. 0.
Proctacanthus rufus (Nordamerika); Williston a.a.O. S. 74.
Emphysomera j>t(Zc7Arrt (San Joäo del Rey, Bras,); Engel, Ent.
Nachr. 1885 S. 146.
Bombyliadae. Osten-Sacken referirt über eine 1881 in
den Verhandl. der naturf. Gesellsch. an der Univers. Kharkoff
(Vol. XV) erschienene Arbeit von Stepanoff, welche das massen-
hafte Vorkommen der Larven eines Bombyliers (Systoechus leuco-
phaeus? Meig.) in den Eikapseln von Stauronotus vastator ^^ey.- be-
handelt. Neben diesem Systoechus ist dann auch Mulio obscurus
Meig. in den Eikapseln hospitirend beobachtet worden. Ferner wurde
an den Eiersäcken von Pachytylus migratorius die Larve der An-
thomyia radicum gefunden; Wien. Ent. Ztg. 1885 S. 9f.
Der Anthrax nox Walk, gehört in die Gattung Exoprosopa
und kommt auch in Zanzibar vor; v. Röder, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 137.
E. ciw^M?a^a (Adelaide) ; v. d.Wu 1 p , Notes Leyd. Museum VEE S. 82.
Anthrax erythrocephalus F., in der Provinz Entre-Rios
häufig, sucht die Nester eines Pompilus auf, (in denen sie schmarotzt?);
Sörensen, Ent. Tidskr. 1884 S. 18.
V. Stein erhielt Argyramoeba sinuata aus einem Nest
der Osmia uncinata Gerst. und A. varia? nebst Cryptus aus 0. cae-
mentaria Gerst. ; Ent. Nachr. 1885 S. 306 ff.
A. melania (Java); v. d. Wulp, Notes Leyd. Museum VII
S.84 PI. 5 Fig. 8.
Anastoechus longirostris (Himalaya); v. d. Wulp, Notes Leyd.
Museum VII S. 85.
Systoechus leucopygas (Adelaide); v. d. AVulp, Notes Leyd.
Museum VII S. 86.
Neuria indecora (Poeloe Gamoe); v. d. Wulp, Notes Leyd,
Museum VII S 85.
Epibates Qiiedenfeldti (Algier); Engel, Ent. Nachr. 1885 S. 178.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 147
Thereuidae. Walker hat seiner Gattung Phycus fälschlich
einen ziisammengedrückten Hinterleib zugeschrieben. Zu den beiden
bekannten Arten canescens und dioctriaeformis beschreibt
V. Röder eine dritte, P. tristis Low i. 1., von Sarepta. Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 140 f.
Die Gattung Agapophytus 6^«ter, die Walker mit Cyclotelus
vereinigt hatte, bleibt vorläufig besser bestehen, da die Beschaffen-
heit der Fühler bei Cyclotelus wahrscheinlich eine andere als bei
Agapoph. ist. Letztere gehört nicht zu den Xylophagiden, sondern
zu den Thereuiden. Eine neue Art ist A. albopitnctatus (Neu-
Holland) S. 139 Tai IV A Fig. 1—3; v. Röder, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 137 ff.
Empidae. Empis anfractuosa Mik Hinterleibsende des (^^
und Fliigelgeäder abgebildet; Mik, Diptera von Hernstein, S. 57, 58.
Tachydromia nigricoxsiMiTc S. 60, 61, eumelaena Mik
S. 62 Kopfprofil und Flügel abgebildet; Mik, Diptera von Hernstein.
Dolichopodidae. Pelastoneurus /«Äcm^«« (Portorico); v.Röder,
a. a. 0. S. 341.
Schiner hat mit Unrecht Rhaphium sulcipes Mg. zu Por-
phyrops gezogen; die Art gehört in die Gattung Syntormon, und
S. oedicnemus Lw. ist mit ihr synonym; Förster und v. Röder»
Ent. Nachr. 1885 S 8f.
Cyclorrhapha.
Syrphidae. Kowarz stellt a.a 0. S. 203 ff. eine Tabelle zum Be-
stimmen der Chilosia- Arten auf und beschreibt Ch. lasiopa S. 206.
Desgl. der Chrysogaster-Arten S. 208.
Kowarz stellt eine Tabelle zum Bestimmen der (böhmischen)
Melanostoma- Arten auf; AVien. Ent. Zeitg. 1885 S. 201.
Melanostoma cyaneocincta (Mexiko); Bigot, Ann. Soc. Entom.
France 1885 S. 251.
Orthoneura varipes (Kaukasus); Bigot, Ann. Soc. Ent. France;
1885 S.249.
Platychirus tarsalis Schml. = eiliger i^ü., peltatus Mg.
= cristatus Schml; Kowarz a.a.O. S. 203.
Kowarz stellt eine Tabelle zum Bestimmen der Syrphus-
Arten auf; Beiträge etc. a.a.O. S. 134 ff. mit
S. euchromus S. 135, 167.
Doros conopseus var. hipunctatus (Frankreich); Mik, Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXXV S. 328, desUUatorius n. sp. (Görz);
derselbe, AVien. Ent. Zeitg. 1885 S. 53.
Ocyptamus fenestratus (Mexiko) S. 251, fuscicolor (Neu-Cale-
donien) S. 252; Bigot, Ann. Soc. Ent. France 1885, fasciatus
Portorico); v.Röder a.a.O. S. 342.
10*
148 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Brachyopa rubi'iventris (Australien); Bigot, Ann. Sog. Ent.
France 1885 S. 248.
Lasiophthicus ! yinnfwm'ies / (Cochinchina) ; Bigot, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 250.
Eristalomyia notata (Cap); Bigot, Ann. Soc. Ent. France 1885
S. 249.
Ischyrosyrphus tigerinus! (Indien); Bigot, Ann, Soc. Ent.
France 1885 S. 249.
Ritzema-Bos hat einen ausführlichen Aufsatz verfasst über
la niouche du Narcisse (Merodon equestris F.), ihre Ver-
wandlung, Lebensweise, Verheerungen und Vertilgungsmittel; die
Versuche mit letzteren sind noch wenig befriedigend. Archives du
musee Teyler (2. S.) T. II, 2. Partie S. 45 ff. Taf. I, IL.
, M, trochantericus, ruhidiventris (Sardinien); Costa a.a.O.
Xylota cup-ina (Indien); Bigot, Ann. Soc. Ent. France 1885
S. 247.
Syritta vitrijpennis (Cap); Bigot, Ann. Soc. Ent. France 1885
S.248.
Eumerus crassitar&is (Sardinien); Costa a. a. 0.
Spilomyia vespiformis L. in der Schweiz (Zürichberg);
Haller, Mitth. Schweiz, ent. Ges.VH S.203.
Conopidae. Williston bringt den Schluss seiner North
AmericanConopidae; Transact. Connect. Acad. VI S. 377 ff. PI. XLI.
Conops gracilis (Arizona) S. 377, fronto (W. Kansas) S. 378;
Williston a. a. 0.
TiQ^ma. pictulum (Neu -Mexiko) S. 379, leucostoma (Montana;
Arizona), S. 380, pygmaeum {Qdlii., Color.) S. 381 Fig. 4; Williston
a. a. 0.
Myopa pictip'emüs (Arizona; Calif.) S. 382, pilosa (Calif.) S. 383,
plebeja (Arizona) S. 384; Williston a. a. 0.
Pipunculidae. Callomyia Wmikowiczü ; Sznsihl a,.?i.O.
Oestridae. Larven einer noch unbekannten Art in den Hals-
muskeln von Cistudo Carolina ; Ent. Nachr. 1885 S. 63.
lieber Oestridenlarven im Menschen s, oben S. 137, 138.
Zum Schutz gegen Oestrus ovis bepinselt der Schäfer in
der Zeit des Schwärmens der Fliege die Nase der Schafe mit etwas
Theer, wäscht auch wohl das geschorene Schaf mit Theerwasser.
Mitth. K. K. Mährisch-Schlesischen Ges. z. Bef. des Ackerbaues etc.
in Brunn, 65. Jahrg., S. 256 f.
E. A, Ormerod macht some observations on the Oestridae
commonly known as ,',Bot- flies", especially on the Ox warble fly.
London 1884, 12o 24 Ss. 4 d.
Tachinidae. Bolbochaeta (n. g.) haustellata (Buenos- Aire^);
Trichodischia (n.g.) caerulea S.45, cswor S. 46 (Buenos-Aires) ;
Basyuromyia (n. g) jyeniciUata (Chili);
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 149
Glossidionophora (n. g. Ocypterae simile) nigra (Buenos-
A'ires), bicolor (Kvistral.) S. 55; Bigot, Bull. Sog. Ent. France 1885.
Dimorphomyia (n. g. „valde arabiguum; caput Syrphidarum
alasque certe Muscidarum exhibens; ad Phasia[ni]das tamen mihi
pertinere videtur") calliphorides (Mexico); Bigot, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 173 f.
Mikia n. g. (Echinom^dae simile, antennarum vero articulo
tertio ovali secundo vix breviore et hoc non latiore diversum; facie
subrecta, ore minime prominente, palpis clavatis et tarsis ped. ant.
reliquis non latioribus) für (Fabricia) magnifica Mik; Kowarz,
Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 51.
Brachycoma devia (= Meigenia bombivora v. d. Wulp) aus
einem Nest von Vespa silvestris erzogen; Verh. Zool. Bot. Ges
Wien XXV S. 330.
Trichopoda flava (Portorico); v. Bö der a. a. 0. S. 343,
Ocyptera atra, minor (Portorico); v. Röder a. a. 0. S. 344.
Tachina nigrifrons (aus Deil. porcellus), ripae (aus Leucania
Elymi, Apamea suffuruncula und litorea) S. 18, omnivora (aus Van.
polychlorus und Porth. auriflua), Geometrae (aus Ortholitha cervinaria)
S. 19, Papilionis (aus P. Machaon), (Phorocera) abnormis (aus Acro-
nycta auricoma) S. 20, flavibarbata (Gastrop. Trifolii), (Plagia) setosa
(aus Porth. auriflua), (Degeeria) flavifrons (aus Tortrix vitana; Ne-
matus cheilon und Blennocampa rosarum) S. 21; Brischke, Schrift.
Naturf. Gesellsch. Danzig (N. F.) VI Bd. 2 Heft.
Stein erhielt eine Macquartia- Art als Schmarotzer der
Lina tremulae ; in ihr schmarotzt ihrerseits ein Mesochorus thoracicus
Grav.; Ent. Nachr. 1885 S. 309; Mik erinnert daran, dass M. trima-
culata, Mcq., nitida Zeit, und praefica Mg. als Schmarotzer von
Chrysomela varians F. bekannt sind; ebenda S. 343.
Exorista tessellata (Portorico); v. Röder, a.a.O. S. 345.
Frontina rufifrons (Portorico»; v, Röder, a.a.O. S. 346.
Dexiadae. Ehamphinina (n. g. Rhamphinae vicinum) dubia
(Mexiko) ;
Bh y nchiodexia (n. g. Prosenae vicinum) tenuipes (Neu-Cale-
donien) S. 10;
Siphoniomyia (n. g.) 7nelas (Mexiko) S. 11;
Anastellor(r)hina (n. g. Rhynchomyiae vicinum) bicolor
(Australien);
Homodexia (n. g. Dexiosomati simillinum) rufina (Kalif.),
obscuripennis (Ceylon) S. 26 ;
Atractodexia (n. g. Doleschallae vicimim) argentifera (Neu-
Caledonien) S. 32;
Oxydexia (n. g. ; wird S. 91 als synonym mit Uromyia Böb.-
Desv. erkannt; s. auch Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 182) acuminata
(Brasilien) S. 33; Bigot, Bull. Soc. Ent. France 1885.
150 B e r t k a II : Bericht über die wissenschaftUchen Leistungen
Sarcophagidae. S a r c o p h a g- i n e n - M a d e n in einem Skorpion
(Heterometrus spinifer); Karsch, Ent. Nachr. 1885 S. 321.
Muscidae. Van der Wulp führt die Mittheilungen einiger
anderer Beobachter an, die die Ungefährlichkeit der Tsetsefliege
ebenfalls wahrscheinlich machen; Tijdschr. v. Entom. XXVIII. Versl.
S. Clllff.; vgl. Marshall im ßiolog. Centralbl. V S. 183f.
Bigot stellt eine Liste der 6 bekannten (einschl. einer neuen)
Glossiua-Arten auf; von denen 5 Afrikanisch sind; eine neue Art,
Gl. ventricosa S. 123, stammt angeblich aus Australien. Ann. Soc.
Eilt. France 1885 S. 121 ff.
Anthomyiadae. Die Larven von Anthomyia radicum in
den Eikapseln von Pachytylus migratorius beobachtet; s. Osten-
Sacken, Wien. Ent. Zeitschr. 1885 S. 10.
Anthomyza spinaciae ein Feind der rothen Rüben;
ILo Imgren, Nature 30 S. 495.
Lispa Sznahlii Low i. 1. ; Sznabl a. a. 0.
Cordyluridae. Ceratinostoma (n. g. inter Scatophagam
et Cordyluram; caput modice latum, oculi sub-rotundi, genas ne longe
tegenti ( !) ; antennae breves, truncatae, epistoma distantes (? !) ; arista
tenuis, pluraata, articulo sesundo producto et spissato; setae orales
plures; proboscis elongata, acuminata, comea; palpi longi, filiformes,,
subelevati; thorax ellipticus; abd. 6-annulatum, $ subcylindricum,
fusiforme, apice incurvato-clavato, $ subovatum, ano acuto. Scu-
tellum 4 spinosum; alae abdomine longiores. Pedes validi, tibiis
setosis. Corpus parce pilosum) maritiiimm (Engl. Küsten, im aus-
geworfenen Tang etc.); Meade, Ent. Monthl. Mag. XXII S. 152. —
Die (Cordylura) lurida Schin. gehört ebenfalls in diese Gattung.
Sciomyzidae. Phaeomyia umhi'iiiennis (Thüringen) ; G i r s c b n e r,
Ent. Nachr. 1885 S. 1 Fig. 1.
Derselbe beschreibt ebenda S. 3 ff. eine merkwürdige
Museide, deren Kopf durch symmetrisch gestellte verschieden ge-
färbte Fiederborsten ausgezeichnet ist; möglicher Weise sind dies
Haare, die von einem fremden Naturkörper an dem Fliegenkopf
haften geblieben sind.
Zu Phaeomyia umbripennis GirscJm. bemerkt Mik, dass
die Art in die Rondani'sche Gattung Lignodesia gehöre, deren
Name aber nicht haltbar sei, da Schiner den Namen Phaeomj'ia
gerade für die Arten bildete, für welche Rondani später seine
Lignodesia aufstellte. Mik schlägt nun für die Sciomyza'Arten mit
kahler erster Längsader den Rondani'schen Namen Pelidnoptera
vor, ilen Schiner als Sjmonymon seiner Phaeomyia betrachtet hatte.
Ebenda S. 342 f.
Micropezidae. Calobata ichneumonea (Orizaba; Mime eines
Gryptus); Brauer, Sitzber. 'kais. Akad. Wissensch. Wien, Math.-
nat. Klasse XCL Bd. I. Abth. S. 388 Fig. 4.
im' Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 151
Nerius cinereus (Portorico); v. Röder a.a.O. S. 348.
Micropeza limhata (Portorico); v. Röder, a.a.O. S. 347.
Ortalididae. Mik nimmt die von Low auf Kosten der alten
Gattung Ceroxys Mcq. errichteten Gattungen Hypochra, Anacampta,
Holodasia an und unterscheidet diese 4 Gattungen in analytischer
Tabelle; zu Hypochra gehören ausser albipennis Löiv auch (Melieria)
subappenina Bnd. und parmensis Mjid. und eine n. A., atricornis
(Salzenhausen bei Aigen) S. 281; die genannten Hypochra - Arten
werden eingehend beschrieben: Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 277 ff.
Teretrura (n. g.) flaveola (Chili) S. 165;
Stictomyia (n. g. Platystomati affine) longicornis (Mexiko)
S. 166; Bigot, Bull. Soc. Ent. France 1885.
Trypetidae. v. Röder schreibt über die Dip t er en - Gat-
tung Gera titis MacLeay und einige ihrer Arten, von denen ra^ifZ«
(Delagoa-Bai) S. 134, Umaculata (ibid.) S. 135, albo - maculata (ibid.)
S. 136 neu sind. Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 132 ff.
Opomyzidae. Ueber die systematische Stellung der
Dipteren-Gattung Tetanura Fall, äussert sich v. Röder dahin,
dass die Gattung zu den Opomyzinen gehöre ; Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 131.
Drosophilidae. The Wine-fly (Drosophila ampelo-
p h i 1 a ) ; by S. L 0 c k w 0 0 d ; Amer. Monthl. Mikrosk. Journal V S. 103 f.
Oscinidae. Die Larven von Elachiptera cornuta i^. leben
nach Lindenau nicht nur in den Halmen der Gerste, wie schon
Nowicki angab, sondern auch im Sommerweizen, und zwar in zwei
Generationen. Sie sind den Larven von Oscinis frit sehr ähnlich,
unterscheiden sich aber von ihnen durch die Form der Kopfstigmen-
träger, welche bei Oscinis geweihartig mit 7 Fäden, bei Elachiptera
pinselartig mit 6 Fäden sind, die ohne Stiel dem Körper aufsitzen.
Die Kopfhaken von Elachiptera sind am Kaurande sägeartig gezähnt,
bei Oscinis kaum gekerbt. Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1884 No. 4
S. 254 f. mit Holzschn.
Oscinis Brassicae (St. Louis); Riley , Report of the Commissioner
of Agriculture for 1884 S. 322 PI. Vni Fig. 5.
Lindemann beschreibt die in den unteren Blättern gewisser
Getreidearten, namentlich Gerste, minirende Larve von Meromyza
saltatrix F. Die Art hat eine doppelte Generation und die Lna-
gines der Sommergeneration erscheinen Mitte August. Ein Schma-
rotzer der Meromyzalarven ist Ceraphron destructor. Bull, Soc. Lnp.
Nat. Moscou 1884 No. 4 S. 251 ff. mit Holzschn.
Agromyzidae. Mik bildet den Kopf von ? Agromyza
curvipalpis Zeit, ab, die durch den Besitz von zwei schwarzen,
pfi'iemenf önnigen , gerade vorgestreckten, sanft aufwärts gebogenen
Fortsätzen am vorderen Mundrande ausgezeichnet ist; diese Foitsätze
152 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
wurden vielleicht von Zetterstedt und Schiner für die Taster ge-
halten. Diptera von Hernstein S. 72.
Phytomyzidae. Phytomyza annulipes Mg. (bei Berlin)
an Artemisia campestris Grallen erzeugend; Kar seh, Ent. Nachr.
1885 S.344.
Hippoboseidae. Ueber Ornithomyia tenella und Ste-
nopteryx Hirundinis s. Sickmann in dem 6. Jahresb. Naturw.
Ver. Osnabrück S. 171 ff.
0. Hova (Madagaskar), nitens (Panama) S. 241, fuscipenni&'
(Kolumbien), Haitiensis (H.) S. 242, rußventris (Porto Alegre) S. 243,
Kanakoium (Neu-Kaledonien), aenescens (ibid.) S. 244, variegata (Neu-
seeland) S. 245; Bigot, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Hippobosca 5'ime S. 235, calopsis {Ceylon) S. 236; Bigot a.a.O.
Olfersia maura (Algier), iinpressa (Kalifornien) S. 237, lividicolor
(Bras.) S. 238, sordicla (Guatemala), erythropsis (Neu-Kaledonien)
S. 239, Noumeana (ibid., auf Alcedo), Capensis {C) ^.2A0; derselbe
ebenda.
Nyeteribiadae. Nycteribia mexicana (M.) S. 245, oceaniccc
(Neu-Kaledonien), fulvida (Cap) S. 246; Bigot, Ann. Soc. Ent.
France 1885.
Cyclopoda Greefft (S. Thome, Rolas: auf Cynonycteris stramineus);
Karsch, Sitzb. Ges. z. Beförd. ges. Naturw. Marburg 1884 S. 77.
Aphaiiiptera.
Development of the flea's egg; by M. H. Robson;
Sei. Gossip 1885 S. 252 ff. mit 7 Figuren; s. Journ. K
Microsc. Soc. (2) VI S. Q±
Schimkewitsch macht eine neue Gattung der
Sarcopsyllidae- Familie bekannt. Zool. Anz. 1885
S. 74 ff. Die Gattung ist wegen der wurmähnlichen Gestalt
des Leibes eines angeschwollenen Weibchens Vermipsylla
genannt, und der Art ist der Name belassen, mit dem er
in seiner Heimath bezeichnet wird, Alahiri, d. h. bunter
Wumi. Die V. Alakurt ist in den Thälern des Tjan-Schan
verbreitet; bisweilen kommt sie auch in Taschkent und
Tschischgent auf eingetriebenem Vieh vor. Sie erscheint,
im Herbst, wenn auf den Bergen schon Schnee liegt, und
ihre grösste Menge ist während der strengen Fröste zu
bemerken. Sie lebt auf Pferden, Schafen, Kameelen und
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 153
dem „Hornvieh", wo sie eine starke Entkräftung, bei den
Füllen aber den Tod erzeugt. S. auch Ann. a. Mag. N.
H. (5) XV S. 270 ff.
Lepidoptera.
Das Musee scolaire Deyrolle hat die Herausgabe von
populären, für den Anfänger bestimmten Werken, Histoire
naturelle de la France, unternommen. Das ganze Werk
wird 23 Bde. umfassen, von denen der 8. (Coloopteres)
und 11. (Hemipteres) früher erschienen waren; jetzt ist auch
12 (Lepidopteres) par E. Berce, herausgekommen, S. I— IX,
1—235 mit 26 Taff.
Von den Memoires sur les Lepidopteres red. par
N. M. E Oman off ist T. H, St. Petersburg 1885, erschienen;
S. 1 — 262; 16 kolorirte Taff. Der Inhalt dieses Bandes ist:
Romanoff: Les Lepidopteres de la Transcaucasie. Deux.
partie. Christoph: Lepidoptera aus dem Achal-Tekke-
Gebiet. Zweit. Theil. Heylaerts: Description d'un genre
nouveau et d'une espece nouvelle appart. aux Cossina.
Heylaerts: Psychides nouvelles ou moins connues du
TEmpire Russe. Sn eilen: Description d'un nouveau genre
du Pyrahdes. Christoph: Schmetterlinge aus Nordpersien.
Er seh off: Verzeichniss von Schmetterlingen aus Central-
Sibirien. Grumm-Grshimailo: Bericht über meine Reise
in das Alai-Gebiet. — Namenverzeichniss. Der Reise-
bericht von Grumm-Grshimailo berücksichtigt alle Natur-
verhältnisse des durchreisten Gebietes, in besonders aus-
führlicher Weise die Schmetterlinge. Die 16 beigegebenen
Tafeln enthalten in prächtig kolorierten Abbildungen die
Darstellungen einer grossen Anzahl von Arten, z. Th. auch
ihrer Raupen. — Ich werde dieses Werk zitieren: Me-
moires II.
A. Speyer 's Lepidopterologische Mittheilungen in
Stett. Ent. Ztg. 1885 S. 81 ff. beziehen sich auf Lycaena
Escheri var. dalmalica Sp.; Pyrgus Serratulae var. major
Stgr. ; Macroglossa bombyliformis 0. (mit gezähnter Saum-
binde der Vorderflügel); Plusia chrysitis (Dichotomische
154 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Form); PL moneta (Verbreitung); Nemoria viridata; Aoi-
dalia punctata Tr. ; Phalaena equestraria F.; Cidaria uni-
dentaria Haw.; Eupithecia strobilata //., inturbata B.
(parasitische Hyprotrophie in Folge scbmarotzender Ptero-
malinen).
Die 3® et derniere partie von Constant's Notes sur
quelques L e p i d o p t e r e s n o u v e a u x bringt die Beschreibung
und Abbildung von 11 weiteren Kleinschmetterlingen,
meistentheils zugleich mit ihrer Verwandlungsgesehichte ;
Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 1 ff. PL I.
Schilde setzt seine Beiträge und Unterhaltungen
zur Schmetterlingskunde fort; Ent. Nachr. 1885 S. 22,
55,97, 166.
Stein verfolgt mit seinen Lepidopterologischen
Bemerkungen in Ent. Nachr. 1885 S. 156 f. den Zweck,
einigen älteren Namen aus Poda's ,,Ins. Mus. Graec. etc."
und Schrank's ,,Naturh. Briefe ü. Oesterreich etc." ,,zu
ihrem Rechte zu verhelfen."
Schilde erhärtet seine Ansicht über Immanente
Verbindungen beim Entstehen der x\npassungs-
Musterung auf Schmetterlingsflügeln an dem Bei-
spiel von Melitaea und Argynnis; Ent. Nachr. 1885
S. 225 ff. mit Holzsclm.
H. Tetens macht Mittheilungen über das Vor-
kommen mikroskopischer Formenunterschiede der
Flügelschuppen in Correlation mit Farbendiffe-
renzen bei dichromen Lepidopterenarten. Er fand
bei dem nach dem Geschlecht verschieden gefärbten Gono-
pteryx Rhamni und farinosa und bei den saisondimorphen
Vanessa levana und prorsa auch eine verschiedene Gestalt
der verschieden gefärbten Schuppen. Berl. Ent. Zeischr.
1885 S. 161 ff. TaLVIL
Cholodkovsky macht eine Mittheilung über den
Geschlechtsapparat von Nematoisl metallicus Fod.,
der im weiblichen Geschlecht durch die grosse Zahl der
Eiröhrcn (12—20 jederseits), im männlichen durch die
ebenso grosse Zahl der Hodenschläuche interessant ist.
Der Hoden von Nematois repräsentirt hiernach eine bisher
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 15')
unter den Schmetterlingen noch nicht bekannte Form;
Zeitschr. f. wiss. Zoologie 42 S. 559 ff. Taf. XIX.
Der 1. Theil der Beiträge zur Morphologie
Schmetterlinge von A.Walter beschäftigt sich mit den
Mundtheilen. Jenaische Zeitschr. XVIII S. 751 ff. Taf. 23, 24;
vgl. auch Sitzber. 1885 S. 17 ff. Walter bestätigt die
Richtigkeit der Angaben Meinert's und Tichomiroff's,
welche die von Savigny als Man dib ein in Anspruch ge-
nommenen Theile als die hervorragenden Ecken einer aus-
geschweiften Oberlippe, und die Oberlippe Savigny's als
Epipharynx gedeutet hatten. Dagegen bestreitet Walter
die Richtigkeit der von den genannten neueren Forschern
gemachten Angaben vom Vorkommen von Mandibeln bei
Grossschmetterlingen, glaubt aber solche bei Kleinschmetter-
lingen gefunden zu haben. Am deutlichsten sind dieselben
bei einigen Micro pteryx- Arten (M. calthella, aruncella,
Anderschella, auratella), wo sie sogar gezähnte Kauladen
vorstellen. Ueberhaupt weisen die niederen Micropteryx-
Arten den primitivsten Bau der Mundwerkzeuge unter den
Schmetterlingen auf Die beiden Laden der Maxillen sind
noch getrennt erhalten, und während die innere Lade seit-
lich die Innenseite der Unterlippe stützt, sind die Aussen-
Men zu einem sehr primitiven Rüssel umgestaltet. Ferner
ist an der Unterlippe neben freien Aussenladen eine Ligula
ausgebildet. Bei anderen Arten derselben Gattung (M. fastuo-
sella, purpurella, semipurpurella) ist die Zähnelung der
Mandibeln und die Innenlade der Maxillen verloren ge-
gangen, während die Aussenladen sich zu einem voll-
kommeneren Rüssel umgebildet haben. — Auch bei Tineinen
(Argyresthia, Tinea, Tineola, Hyponomeuta), Fyralo-Cram-
biden, Pterophoriden finden sich die Mandibeln in reduzirter
Form vor, und sind vielleicht ein Gemeingut sämmtlicher
Kleinschmetterlinge. Bei Grossschmetterlingen sind sie
dagegen noch nicht unzweifelhaft nachgewiesen, indem die
Deutung der an den Wangen vorkommenden Höcker, die
bei Trochilium apiforme am stärksten entwickelt sind, vor-
läufig noch unbestimmt bleibt.
In Micropteryx hat man zur Zeit die einfachste Form
156 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
der Schmetterlingsmundtlieile repräsentii't , und diese Gat-
tung ist als Ausgangspunkt der Schmetterlinge anzusehen.
Acentropus bildet keinen Uebergang von anderen Wasser-
insekten zu den Schmetterlingen; seine Organisationseigen-
thümlichkeiten sind nicht als Ererbungs-, sondern als An-
passungerscheinungen an das Wasserleben anzusehen, wie
schon Speyer gewollt hatte. Die Mundtheile der Gattung
werden genau beschiieben ; der Eüssel ist zu breiten, drei-
seitigen Zapfen verkümmert; der Maxillarpalpus ist stark
und dreigliedrig, der Lippentaster zweigliedrig; bei der
Raupe von A. Badensis konnte Walter keine Tracheen-
kiemen auffinden. Die Stellung des Acentropus zwischen
den Pyralididen und Chiloniden ist nicht ganz natürhch;
er nimmt vielmehr eine ebenso isolirte Stellung, etwa am
Schluss der Pyralo - Crambiden , ein. Die Grossschmetter-
linge mit stark verkürztem oder gar geschwundenem Rüssel,
die, wie Cossus z. B., wegen ihres Flügelgeäders von anderer
Seite als zum Ausgangspunkt der Schmetterlinge angenommen
sind, stellen die Verkümmerungsformen dar, wie deut-
lich daraus herorgeht, dass die in die Rüsselstummel ein-
tretende Trachee eine oder mehrere Schlingen macht;
Walter deutet diese Erscheinung so, dass mit der Ver-
kümmerung des Rüssels die in ihn eintretende Trachee
nicht auch in gleichem Maasse reduzirt sei, und nun, um
Platz zu finden, eben jene Schlingen machen müsse. Viel-
leicht ist die Angabe älterer Forscher, dass sich die Rüssel-
trachee an ihrem Ende in Aeste auflöse, von allgemeiner
Wichtigkeit.
Diese Resultate werden auch benutzt, um nach den
natürlichsten ^^erw^andten der Schmetterlinge unter den
übrigen Insektenordnungen zu suchen. Während man die-
selben bisher allgemein unter den Trichoptera gefunden zu
haben glaubte, sieht Walter die Hymenoptera, speziell
die Blattwespen, als diejenigen Insekten an, deren Mund-
theile die nächste Verwandtschaft mit Micropteryx haben.
Bertkau macht eine ergänzende IVIittheilung über den
Duftapparat einiger einheimischer Schmetter-
linge; Sitzber. Niederrh. Gesellsch. f. Natur- und Heil-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 157
künde 1885 S, 300 f. Bei allen untersuchten Spliingiden
(nicht nur bei Acherontia) münden die im 2. Hinterleibs-
segment liegenden Duftzellen getrennt von dem am ersten
Segment entspringenden Duftpinsel aus; vgl. den vor.
Ber. S. 118f.
DallaTorre schildert nach den in der Literatur nieder-
gelegten Angaben die Duftapparate der Schmetter-
linge; Kosmos 1885 II S. 354, 410 ff. Er behandelt die
sog. Männchenschuppen (z. B. bei Pamphila), auch wenn
sie keine Schutzvorrichtung besitzen, ebenfalls als Duft-
organe. Bei Catocala wird der Haarpinsel unrichtiger Weise
an das Vorderbein verlegt.
Haase unterzieht in einem Zur Kennt niss der
sexuellen Charaktere bei Schmetterlingen über-
schriebenen Aufsatze das Schienenblatt einer eingehen-
deren Besprechung; Zeitschr. f. Entom. Breslau X S. 36 ff.;
vgl. den vor. Ber. S. 118. Eine Schilderung seines inneren
Baues wird nach Acherontia Atropos gegeben. Hier ist es
im Inneren von einer blasenartigen Erweiterung eines
Beintracheenastes angefüUt, um welche herum ein dichter
Fettkörper und dann, unter der Chitinkutikula, eine drüsige
Zellenlage liegt. Die DrüsenzeUen zeigen namentlich an
der nach der Schiene gewendeten Innenseite eine gleich-
massige Anordnung in regelmässig nebeneinander verlau-
fenden Bächen von je 2 Reihen. Indem Haase die Ver-
wendung dieses Blättchens zur Reinigung der Fühler an-
nimmt, sieht er in den Drüsen noch Organe, die die
Oeruchsbecher feucht zu halten haben.
Die Ausbildung des Organs in beiden Geschlechtern
ist sehr verschieden: den flügellosen Spannerweibchen, den
Weibchen von Orgyia, fehlt es vollkommen; ebenso Zeuzera
Aesculi; Stauropus Fagi; Hybocampa Milhauseri; Saturnia
Pyri; in beiden Geschlechtern bei Hepialus sylvinus und
hectus; Bombyx Populi, lanestris, Crataegi; Crateronyx
dumi; Lasiocampa otus; gewöhnlich ist es beim Männchen
stärker entwickelt als beim Weibchen, kommt aber bei
Hepialus lupulinus und Velleda nur dem letzteren zu.
158 Bertkau : Bericht über die wisseuschaftlichen Leistungen
Origin of the endoderm in Lepidoptera. By
A. T. Bruce; Johns Hopkins Univers. Circul. Vol. V No. 43
S. 9. Nach Bruce entsteht der Embryo als eine Ver-
dickung des Blastoderms, die in den Dotter liineinsinkt
und sich zuletzt vom Blastoderm abschnürt, während die
mit einander verwachsenen Seitenwände der Einstülpung
das Amnion bilden, das später dorsal stark wächst. Gleich-
zeitig mit dem Auftreten der Segmentation spaltet sich
vom Ektoderm eine innere Schicht ab, die sich in zwei
Streifen theilt, und nach diesem Vorgang werden die
Ganglien als eine Verdickung des Ektoderms zu beiden
Seiten der Mittellinie angelegt. ,,Die die Dotterkugeln
(yolk cells nach Bruce) umgebenden Zellen der inneren
Schicht bilden das EpitheHum des Mitteldarmes und sind
demnach als Endodermzellen zu betrachten. Die grossen
Dotterzellen nehmen augenscheinlich keinen Antheil an der
Bildung der letzteren." — ,,Der Theil der inneren Schicht,
der die Gliedmassen und die Leibeshöhle auskleidet, ist
als Mesoderm anzusehen."
Dimmock. On some glands which open exter-
nally on insects. Psyche III S. 387 ff. Bezieht sich auf
Smerinthus Populi.
Fallou beschreibt die Varietäten folgender Arten:
Argynnis Pales; Vanessa Antiopa; Arge Galathea; Bull.
Soc. Ent. France 1885 S. 9 f.
Schöyen macht Bemaerkningar om enkelte
variationer af vore Bhopalocera; Entomol. Tidskrift 6
S. 139 ff. Der Verfasser sah in der Sammlung des Museums,
in Christiania ein Exemplar von Papilio Machaon, bei
dem die rothe Farbe eine noch grössere Ausdehnung hatte
als in dem von Fuchs erwähnten Falle. Er ist der An-
sicht, dass diese Anomalie der künstlichen Zucht zuzu-
schreiben ist. — Von der Herbstgeneration von Pieris napi
sah er ein ganz schwefelgelbes Männchen, das eine inter-
essante Analogie zur Var. novangliae von P. rapae liefert.
— Von Polyommatus phlaeas entdeckte der Verfasser unter
dem 64*^ n. Br. ein Weibchen, dessen linker Vorderflügel
mit dem von Fuchs von Bornich beschriebenen S überein-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. ] 59
stimmt, indem fast die ganze Oberfläche entfärbt ist, aber
mit den normalen schwarzen Flecken. Auch diese Anomalie
schreibt Schöyen irgend welchen abnormen Einflüssen auf
die Puppe zu und sieht in ihr keine Annäherung an die
südliche Aberr. Schmidti. — Ferner mrd eine ganz dunkle
Aberration von Argynnis freya erwähnt, und ein Exemplar
von A. Frigga, das den üebergang zu A. improba ButL
von Novaja Semlia zu bilden scheint. — Erebia Medusa
var. polaris ist nicht, wie Frey meinte, mit der alpinen var.
hippomedusa identisch. Vielleicht wäre sogar zu prüfen,
ob sie nicht mit der angeblichen var. uralensis eine von
Medusa zu unterscheidende Art bildet. — Erebia lappo na
ab. Pollux findet sich mit der Stammart sowohl in den
alpinen wie arktischen Regionen Norwegens. — E. ligea
von Dovrefjeld betrachtet der Verfasser nicht als zu Euryale
gehörig.
Steudel und Hofmann lassen Aberrationen von
Schmetterlingen nach einem neuen Verfahren abbilden
(Zwitter von Limenitis Populi; Parnassius Apollo ab.;
Vanessa Cardui ab.; Apatura Iris ab.); Jahresh. f. vaterl.
Naturk. in Württemberg, 41. Jahrg. S. 327 ff. Taf. VI.
Walsingham: On some probable causes of a tendency
to melanic Variation in Lepidoptera of high latitudes;
s. The Entomologist 18 S. 81 ff.
H. Goss: Melanic Variation in Lepidoptera of
High Latitudes; ebenda S. 122 f.
Peracca fing in Ligimen einen Albino von Melitaea
didyma; bei den Melitaeen sind melanitische Aberrationen
häufiger als Albinismen; Zool. Anz. 1885 S. 24.
Semper beobachtete bei einigen Pieriden von Manila
Saisondimorphismus, indem die vom Dezember bis März
fliegenden Exemplare alle viel heller waren als die vom
Juni bis September fliegenden, welche die dunkelste Farbe
hatten; die der zwischenliegenden Monate hatten auch eine
mittlere Färbung. Wegen des Klimas sind die einzelnen
Brüten nicht so scharf geschieden wie in Europa, und die
obige Angabe gilt nur für die vorherrschende Farben-
nuance. — Die Arten waren Tachyris Nerissa Goed.;
1 60 B e 1* t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pieris Aspasia StolL; Eronia Boebera Escksch. — Führer
durch die geographische Ausstellung, Hamburg 1885, S.60f.
und Entom. Monthl. Magaz. XXII S. 131.
Distant zeigte in der Sitzung vom 4. Februar 1885
der Entom. Gesellsch. in London eine Serie von Indischen
Schmetterlingen vor, welche den Saisondimorphismus der-
selben illustriren, so dass von 14 bisher als selbständig
angenommenen Arten nur 7 übrig bleiben. So ist Yphthima
Howra Moore — Huebneri Kirhy; Y. Marshallii Buil.
= Philomela Joh.; Mycalesis Blasius F. = Perseus F.,
indistans Moore = Mineus L., runeka Moore = Medus F.,
und zwar zeigen sich die erstgenannten Formen in der
trockenen Jahreszeit. Ebenso ist es mit Melanitis Ismene
Gram, und Leda L., und wahrscheinlich auch Junonia
Almania L. und Asterie L. Hierbei taucht die Frage auf,
warum sich die Formen mit Augenflecken auf den Flügeln
in der Regenzeit, und die ohne solche in der trockenen
Jahreszeit zeigen. Proceed. 1885 S. IL Butler macht
Bemerkungen, theils zustimmender, grösstentheils aber
widersprechender Natur, zu vorstehenden Aufführungen;
ebenda S. V ff.
Riehm erklärt die Erscheinung, dass bei Tagsclunetter-
lingen auf der Unterseite die Spitzen der Oberflügel ebenso
gefärbt sind wie die Unterflügel als eine Schutzfärbung in
der Ruhestellung der Tagfalter; Zeitschr. £ Naturwissensch.
Halle LVIII (4. F. IV) S. 665 f.
In einer Note sur l'albinisme imparfait unilateral
chez les Lepidopteres zählt Gadeau de Kerville 21 Fälle
von einseitigem Albinismus von Schmetterlingen auf; die
meisten betretten Tagschmetterlinge und unter diesen sind
10 Satyriden; Ann. Ent. France 1885 S. 431 ff.
Strecker macht ein Exemplar von Samia Cecropia
mit einem überzähligen Flügel bekannt; derselbe stellt ein
Stück eines dritten Vorderflügels vor. Proc. Acad. Nat.
Sei. Philad. 1885 S. 26.
Als ein auffallendes Beispiel schützender Aehnlichkeit
zwischen Raupe und Futterpflanze führt Chris ty die auf
Elaeagnus argentea lebende Raupe von Platysamia columbia
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 161
an, deren Farbe mit der silbergrauen Farbe der Blätter
genannten Strauches trefflich harmonirt ; Proc. Entom. Soc.
London 1885 S. VIII f.
Gadeau de Kerville erhielt eine Mermis acuminata
aus der Raupe von Hypsipetes sordidata F. und M. nigrescens
Dujard. aus Hibernia defoliaria L.; Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 160.
Teten s fand im Inneren eines Erdpilzes (Clavella
flavaria) eine Microlepidopterenlarve , die im Pilze weite
Oänge gefressen hatte. Er vermuthet in ihr eine Zünslerart.
Berl. Ent. Zeitschr. 1835 S. 160.
Als a new sexual character in the pupae of
some Lepidoptera erwähnt Lintner, dass die männ-
lichen Puppen von Cossus und Aegeria auf dem 10. Segment
zwei Reihen von Zähnen haben, die weiblichen nur eine.
Psyche IV S. 103 fi\
Ebenda S. 184 erwähnt M. E. Murtfeldt, dass die
männlichen Puppen von Grapta interrogationis sich von den
weiblichen durch dunklere Farbe und den Mangel einer
Ornamentik unterscheiden.
Packard fand die Zahl der Abdominalsegmente bei
allen Raupen gleich 10; das letzte Segment ist aber bis-
weilen stark verkümmert; die Zahl der Beinpaare des
Hinterleibes übersteigt nicht 5 (mit Ausnahme von Lagoa);
die Eulen scheinen von den Spannern abzustammen, da
die jungen Raupen von Catocala, Plusia z. B. drei Paar
von Bauchfüssen haben und erst später ein Paar dazu er-
halten. Amer. Naturahst 1885 S. 307 f.
Bei der Raupe von Lagoa finden sich ausser den
normalen 5 Bauchfusspaaren 2 Paar rudimentärer am 2.
und 7. Hinterleibsring; derselbe ebenda S. 714.
Derselbe giebt einige Beispiele zu dem use of the
pupae of moths in distinguishing species; ebenda
S. 715.
G. Rouast bringt den Schluss (Microlepidoptera) seines
Catalogue des chenilles Europeennes connues mit
Angabe der Nahrung der jeweiligen Raupenart; Annal. Soc.
Linneenne de Lyon XXX S. 70 ff.
Arch. f. Natg. 52 Jalirg. II. Bd. 5. H. H
162 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Poulton bringt further notes upon tlie markings
and attitudes of lepidopterous larvae, together wliit
a complete account of the life-history of Sphinx Li-
gustri and Selenia illiinaria (larvae); Transact. Ent.
Soc. London 1885 S. 281 ff. PI. VIL
Matliew die life-history of three species of
Western Pacific Khopalocera; ebenda S. 357 ff. PL X
(Papilio Schmeltzi, Godeffroyi; Xois Sesara).
Unter der Ueberschrift Lepidopterorum Rossiae
biologial ürepanuhdae, Cymatophoridae, Noctiiae (partim)
hat Por tschinsky in den Hör. Soc, Ent. Ross. XIX S. 50 ff-
eine umfangreiche Abhandlung erscheinen lassen, deren
Inhalt ich wegen Unkenntniss der gewählten russischen
Sprache nicht angeben kann. Aus den auf Taf. X bei-
gefügten Abbildungen glaube ich schliessen zu können, dass-
der Verfasser die eigenthümliche, Rostflecken oder Vogel-
koth nachahmende Gestalt und Färbung von Raupen und
Schmetterlingen behandelt hat.
Zur Entw^ckelungsgeschichte der Lepido-
pteren untersuchte L. Knatz die Jugendformen von einigen
Eulenraupen und konstatierte bei einigen derselben einen
Spannerhabitus, der sich im Besitz von nur 12 Füssen und
der damit zusammenhängenden Bewegungsart, ästchenartiger
Ruhestellung, und einer starken Verschmächtigung des
Körpers nach vorn dokumentiert. Diese vollständige Spanner-
form bestätigte der Verfasser bei Agrotis pronuba ; Mamestra
leucophaea, oleracea; Luper. matura; Brotol. meticulosa;
Caradrina Morpheus, Aisines; Pachn. rubricosa; Xylomiges
conspicillaris ; CucuUia umbratica; bei Mam. Genistae und
Grammesia trigrannnica fehlen einige Spannermerkmale^
indem erstere nicht ästchenförmig sitzt, letztere sich zwar
kugelt, aber nicht am Faden herablässt und auch wie
Eulenraupen sitzt. Auch die erstgenannten Raupen zeigten
die Spannerform nur bis zur Beendigung der zweiten
Häutung, indem mit den vorschreitenden Häutungen sich
die fehlenden Fusspaare entwickelten, an deren Stelle auch
schon in der ersten Jugend kleine Wülste herausgetrieben
Avurden ; auch die übrigen habituellen Merkmale der Spanner
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 163
machten allmählich denen der Eulenraupen Platz. Da nun
auch von den hier nicht genannten Eulenraupen manche
in ihrer erwachsenen Form Spannereigenthümlichkeiten
besitzen, so stellt Knatz folgende zwei Sätze auf:
1. Eulen und Spanner stehen in allernächster
Blutsverwandtschaft.
2. Die Stammeltern beider Familien hatten
spannerartige Raupen. Die Spannerform der
Schmetterlinge ist älter als die Eulenform. Der
letztere Satz wird auch durch die höhere Stufe der Voll-
kommenheit, welche die Eulen gegenüber den Spannern
sowohl im Larven- wie Imagozustand einnehmen, bestätigt.
Festschr. Ver. f Naturk. zu Kassel, 1886 S. 195 ff.
Lafaury liefert Descriptions de Chenilles de Micro-
lepi dopte res inedites ou peu connues; Ann. Soc. Ent.
France 1885 S.397 ff. (Crambus inquinatellus unter Hypnum;
Epischnia Bouisduvaliella Guenee in den Hülsen von Lotus ;
Acrobasis Fallouella Rag. auf Eiche; Heterographus La-
fauryelle Rag. auf Astragalus bayonnensis; Tortrix dume-
tana Tr. auf Mentha, Teucrium und Scrophularia; Penthina
lucivagana Z. auf Helianthemum alyssoides, achatana F.
auf Crataegus oxyac. ; Eudemis helichrysana auf H. stoechas;
Grapholitha prunivorana Rag. in Pflaumen, litorana Const.
auf Euphorbia parahas; Tinea fuliginoselle Z. unter den
Rindenschuppen der Pinus maritima, flavescentella Hw. in
Gespinnstsäcken auf Wollenstoffen ; Depressaria badiella Hb.
an der Wurzelrosette vonHieracium, Leontodon, Hypochoeris;
Aplota palpella Hw. an Eichenrinde; Coleophora nivei-
costella Z. auf Thymus serpyllum, albicostella Dup. auf
Ulex europaeus, squamella Const. auf Lotus v. crassifoHus,
ononidella Mül. auf 0. arvensis, Settari Woche auf Arte-
misia crithmifolia ; Chauliodus insecurellus ßtaint. auf
Thesium linophyllum; Butalis cistorum Mill. auf Helian-
themum alyssoides, siccella Z. auf Helianth. guttatum,
auch Cerastium vulgatum und Plantago lanceolata ; Buccu-
latrix Myricae Rag. in Blattminen von M. gale).
Acidalie nouvelle, Lepidopteres nouveaux et
chenilles inedites pour la faune frangaise par
11*
164 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
M. P. Milliere; Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 113 ff. PI. 2.
— Beschrieben und z. Th. abgebildet werden mit ihren
Raupen Acidaüa luteolaria ConsL, robiginata Sfgr., asellaria
B.-S. var. ; Thamnonoma Acquiaria <J; Liodes tibiaria Rh.;
Nothris limbipuncteUa Stgr.; CucuUia cineracea Fr.; Ino
Statices var. crassicornis Stgr. ; Gelechia rumicivorella Mül.
Des variations dans l'epoque d'apparitions des
Lepidopteres par P. Deiorme; Le Naturaliste 1885
S. 77 ff.
Sorhagens Fortsetzung „Aus meinem entomo-
logischen Tagebuche" enthält die weitere Beschreibung
von Raupen etc. von (30) KleinschmetterHngen. Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 81 ff
G. Sandberg theilt Beobachtungen über Meta-
morphosen der arktischen Falter mit, die er während
eines zwölfjährigen Aufenthaltes in Norwegisch-Finmarken
gesammelt hat. Ausser der Verwandlungsgeschichte von
Oeneis Bore; Erebia Lappona; Arctia festiva; Agrotis spe-
ciosa; Anarta melaleuca; Pygmaena fusca; Crambus fur-
catellus, von der bisher noch nichts bekannt war, werden
Notizen über Argynnis Freja(?); Arctia Quenseli var. gelida;
Trichiura Crataegi v. ariae; Eriogaster sp.; Saturnia pavonia;
Notodonta dromedarius; Cymatophora duplaris; Acronycta
auricoma; Pachnobia carnea; Agrotis hyperborea; Anaita
Lapponica('?); Selenia bilunaria; Cidaria dilutata, hastata
V. hastulata; Eupithecia h}^erboreata; Plutella Cruciferarum
gegeben. Die meisten dieser wie der nordischen Falter
überhaupt entwickeln sich langsam und bedürfen zwei Jahre
zu ihrer vollen Verwandlung; einjährig sind im Norden
Vanessa Urticae; Notod. dromed.; Acren, auric. ; Selenia
bilun.; Cid. hastata, dilutata; Pygmaena fusca und Plutella
crucif. ; Endrosis lacteeUa scheint sogar zwei Flugzeiten im
Jahre zu haben, zeigt sich freilich gewöhnlich in Häusern.
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 245 ff'.
Synonymische Aanteekeningen, doorP.C.T.Snel-
len; Tijdschr. v. Entomol. XXVIII S. 201 ff
Derselbe nimmt die Determinatie der exotische
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 165
Lepidoptera afgeb. in Rösel, Insektenbelust. , vor;
ebenda S. 204 ff.
Berg beschreibt 15 Lepidoptera nova Faunae
reip. Argent. et Uruguayensis; An. Soc. Cientif. Argent.
XIX S. 266 ff.
Descriptions of new species of Lepidoptera
Heterocera, chiefly from South America; by Herbert
Druce; Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 518 ff. PL XXXII,
XXXIII.
Srnka beschreibt und bildet ab neue südamerika-
nische Danaidae und Heliconiidae; Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 121 ff Taf. L
In Vol. I der Biologia Centrali-Americana fahren Druce
auf S. 33ff. PL VI— XI mit der Bearbeitung der Hetero-
cera (Sesiadae, Syntomidae, Agaristidae, Zygaenidae,
Arctiidae), Godman & Salvin auf S. 289 ff PL XXVIII
—XXXVII der Rhopalocera fort.
H.Strecker liefert Descriptions of (6) new species
ofLepidoptera; dieselben haben Mittel- und Südamerika,
sowie Colorado zum Vaterlande; Proc. Acad. Nat. Sei.
Philad. 1885 S. 174 ff
J. B. Smith stellt eine Synopsis of the North
American Heliothinae zusammen; Philadelphia 1883,
812, 52 S. mit 2 Taff.
J. B. Smith hat in seinen Notes on the systematic
Position of some North-American Lepidoptera die
Stellung der zu den Zygaeniden gerechneten Nordamerika-
nischen Gattungen untersucht und ist dabei zu dem Resultat
gelangt, dass keine derselben in diese Familie gehört.
Grote's New Checklist hatte unter den Zygaenidae die
Hesperi-Sphinges mit Alypia, Pseudalypia, Edwardsia,
Psydomorpha, Copidryas, Eudryas, Ciris; Glaucopes mit
Horama, Didarys, Leamocharis, Cosmosoma, Syntomeida,
Scepsis, Ctenucha, Gnophaela, Acoloithus, Harrisina, Tri-
procris, Pyromorpha, Lycomorpha, Anatolmis; Cydosiina
mit Cydosia und Penthetria. Von diesen Gattungen konnte
Smith Pseudalypia, Edwardsia, Laemocharis, Psychomorpha,
Horama, Triprocris, Penthetria und Cydosia nicht unter-
166 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
suchen; von den übrigen gehört Pseudalypia wahrscheinlich
zu den Noctuiden, Edwardsia zu Spinnern, Eulen oder
Spannern, Laemocharis zu den Syntomiden, Psychomorpha
in die Verwandtschaft von Brephos, Cydosia zu den Litho-
sien; Didasys, Cosmosoma, S}Titomeida, Anatolmis, Lyco-
morpha, Ctenucha, Scepsis, vielleicht auch Horama, zu den
Syntoniiden, Pyi'omorpha, Harrisina und Acoloithus zu den
Pyromorphina; Alypia zu den Agaristiden ; Copidryas,
Eudryas und Ciris zu den Notodontiden, „oder vielmehr
zwischen Datana Wlk. und die Notodontidae , also zu den
Spinnern"; (nach Möschler würden sie zu den Eulen ge-
hören). — Nach Möschler's Referat in Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 203 ff.; möglicher Weise rühren einige der von mir
dem Verfasser zugeschriebenen Ansichten vom Referenten her.
Meyrick macht von St. Vincent ausser einer neuen
Gattung und Art Phacellura indica Saund. ; Zinckenia
recurvalis F. ; Eromene sp. ; Trichoptilus compsochares Meyr.
und Agdistis Tamaricis Z. bekannt. Der Trichoptilus scheint
endemisch, die beiden zuerst genannten dagegen durch den
Verkehr eingeschleppt zu sein. Ent. Monthl. Mag. XXII
S. 105 f.
Ueber europäische und amerikanische Ver-
wandtschaften macht J. B. Smith einige zusätzliche
Bemerkungen; vgl. den vor. Bericht S. 125. Smith ver-
glich speziell die von Möschler als Europa und Nord-
amerika gemeinsam bezeichneten (18) Agrotis- Arten; er
erkennt die Identität bezüglich A. Chardingi,. baja, speciosa,
C-nigrum, plecta, fennica, rava, saucia, ypsilon, prasina
und occulta an. Dagegen ist nach Smith haruspica GL
mit augur F. zwar sehr nahe verwandt, aber nicht identisch
mit ihr; ebenso steht es mit Ükakensis Pack, und Wockei
Möschl. (mit letzterer, nicht mit carnea, ist scropulana
Morris synonym) ; die als var. conflua von festiva bezeichnete
Form von Labrador ist eine eigene Art, solitaria SniitJi;
die Islandica Sigr. var. Labradorensis Sfgr. ist ebenfalls
eigene Art, opipara Morris^ texanus Groie ist nicht
= segetum.
European Butterflies; by W. F. des Vismes
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 167
Kane. S. I— XXXI, 1—184, mit Tafeln. London 1885.
(S. die Besprechung von Mc Lachlan in Nature 33 S. 171;
in Science IV S. 535).
Förteckning öfver Skandinaviens och Fin-
lands Macrolepidoptera af Sven Lampa; Entomo-
logisk Tidskrift 6 S. 1 ff.
G. Sandberg giebt ein Supplement til Syd-
Tarangers Lepidopterfauna, Entomol. Tidskrift 6
S. 187 ff., das den von Schöyen und Schneider be-
i^annt gemachten Arten 33 hinzufügt, so dass jetzt die
<dortige Fauna 183 Ai-ten zählt.
Tilvaext til Norges Lepidopterfauna sind Cyma-
tophora fluctuosa Hh. ; Herminia modestalis Heycl. ; Tholo-
miges turfosalis \Vk. ; Timandra amata L. ; Eugonia fu-
scantariaÄ6'.; Botis septentrionalis Tgstr.-, Crambushamellus
T/ibg.] Myelois advenella Zk.; Cochylis aurofasciana Mn.\
Talaeporia pseudobombycella Hh. ; Nemophora pilulella Hb. ;
Plutella Haasi Sfgr. ; Semioscopis strigulana 5. V. ; Teleia
luculella Hb. ; von den Arten ist die geographische Ver-
I)reitung angegeben; Schöyen, Entomol. Tidskr. 1884
S. 55 ff.
Cidaria minor ata Tr. bei Ai-eskutan; Lampa
ebenda S. 70.
Ebenda S. 71 ff. Zcählt Meves mindre bekanta eller
för Sverige nya Nattfjärilar auf.
W. M. Schöyen bringt Tillaeg og Berigtigelser
til Norges Lepidopterfauna, mit Bemerkungen über
Lithosia cereola Hb.; Bryophila raptricula Hb.; Agrotis
-castanea Esp., florida Schm.^ fennica Tausch; (Dryobota
protea Bkh.); Hadena rubrirena Tr., illyrica Frr.; (Ca-
radrina arcuosa Hw.); Taeniocampa miniosa F.; Orthosia
Iris Zeit.; Acidalia straminata Tr.; Eugonia autumnaria
Wernbg. (erosaria Bkh.); Pericallia syringaria L.; (Nemoria
Tiridata L.); Hibernia marginaria Bkh.; (Acidalia ochrata
.Scop.); Anisopteryx aescularia Schif.; Biston stratarius
Hiifn.; Odezia tibialis Ev. var. Eversmannaria HS.; Ci-
daria cognata Thbc/., funerata Hb., hydrata Tr.; Eupithecia
subnotata Hb., scriptaria H.-S., immundata Z., laricata
168 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Frr. ; (Boarmia angularia Thhg.). Forh. i Vidensk.-Selskab.
i Christiania 1885 No. 10.
Ein zweiter Nachtrag zum Neuen Verzeiclmiss der irt
Estland, Livland, Curland und auf Oesel bisher
aufgefundenen Schmetterlinge, zusammengestellt von
F. Sintenis, bringt die Fauna durch Hinzufligung von 64
neu aufgefundenen Arten auf 1873 Arten. Archiv f. die
Naturkunde Liv-, Ehst- und Kurlands, 2. Serie, Bd. X, Lief. 2
S. 253 ff.
In dem Korrespondenzbl. Naturf.-Ver. Riga XXVIII
S. 18 f. sind als neu aufgefunden angeführt Notodonta bi-
coloraria var. albida; Nonagria geminipunctata ; Leucania
L-album, impudens; Taeniocampa stabilis; Herminia cribru-
malis; Acidalia herbariata; Lobophora appensata; Eupithecia
var. callunaria; Biston stratarius; Botis stachydalis, ferru->
gahs; Teras rufana; Tortrix dumetana; Conchylis notulana;
Rhopobota var. geminana;Glyphipteryx forsterella; Opostega.
auritella. Die Rigaer Fauna zählt jetzt 1867 bekannte Arten.
C. A. Teich schickt Lepidopterologische Mit-
theilungen aus Livland (Sammelbericht) ein; Stett. Ent.
Zeitg. 1885 S. 130ff .
Gauckler schickt Lepidopterologische Skizzen
aus Ostpreussen ein; Ent. Nachr. 1885 S. 182 ff.
Sorhagen schildert die Microlepidopteren der
Hamburger Torfmoore; ebenda S. 257, 273 ff. mit Nach-
trag S. 337 ff. (264 Arten).
Mi liiere schickt ein 2. Suppl. zu seinem Catal. rai-
sonne des Lepid. des Alpes-Maritimes ein; II Natura-
lista Siciliano IV S. 147, 170, 195, 218, 234, 275, 301; V
S. 16, 44, 67 ff.
Supplement au catalogue des Lepid opteres d'Al-
sace . . . par Macker & Fettig; Bull. Soc. d'Hist. natur.
de Cobnar, 24% 25« et 26« annees, 1883-1885, S. 560 ff.
Erstes Verzeichniss aus der Schmetterlings-Fauna
von Kremsmünster, von P. A. Pfeiffer; 15. Jahres-
Ber. Ver. f. Naturk. in Oesterreich ob der Enns zu Linz.
J. Mann setzt seine Beiträge zur Kenntniss der
Microlepidopteren-Fauna der Erzherzogthümer
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 169
Oesterreich ob und unter der Enns und Salzburgs
fort bis zum Schluss; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 5, 45, 71,
97,129,161,197,233,265.
A. Schmidt verzeichnet die Lepidopteren-Fauna
der Regensburger Umgegend mit Kelheim und
Wörth und macht dabei Angaben über die Raupen, Futter-
pflanze, Erscheinungszeit. Es sind 108 Rhopalocera,
46 Schwärmer, 133 Spinner, 286 Eulen, 264 Spanner nam-
haft gemacht, nebst 13, 3, 8, 8, 15 Varietäten. Die Klein-
schmetterlinge sollen im nächsten Jahre behandelt werden.
Corrbl. naturw.Ver. Regensburg, 39, S.31ff.,75ff.,97ff.,151ff.
Eastlake erstattet einen Report on the Lepido-
ptera of Hongkong; Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1885
S. 81 ff.
C. Swinhoe stellt eine List of (93) Lepidoptera
collected in Southern Afghanistan zusammen und
beschreibt einige neue; Trans. Entom. Soc. London 1885
S. 337 ff. PI. IX.
Swinhoe schreibt on the Lepidoptera of Bombay
and the Deccan; PartL Rhopalocera S. 124 ff. PI. IX. —
Part IL Heterocera S. 287 ff. PI. XX, XXI; PartllL Hete-
rocera contin. S. 447 ff PL XXVII, XXVIII, Part IV S. 852 ff.
Pl.LVI, LVII; Proc. Zool. Soc. London 1885.
On a collection of Lepidoptera made atManipur
and on the borders of Assam . . . .; by A. G. Butler;
Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI S. 298 ff, 334 ff PL VIII.
(16) Lepidoptera collect ... in the Ellice and
Gilbert Islands; by A. G. Butler; Ann. a. Mag. N. H.
(5) XV S. 238 ff. — Woodford macht ebenda S. 414 ff.
Bemerkungen über das Vorkommen der namhaft gemachten
Arten.
Some account of the . . . Paraponyx oryzalis,
a Lepidopterous Insect-pest of the Rice -Plant in Burma;
by J. Wood-Mason; Calcutta 1885; s. unten.
Als IL seiner Beiträge zur Lepidopteren-Fauna des
malayischen Archipels behandelt Pagen Stecher die He-
terocera der Insel Nias (bei Sumatra), so eine Ergänzung
170 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zu Kheil's: „Die Rhopaloceren der Insel Nias" liefernd.
Jahrb. Nassau. Ver. f. Naturkunde, 38, S. 1 ff., 180, Taf. I, II.
Beitrag zur Lepidopteren-Fauna von Nias; von
G. Weymer; Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 257 ff. Taf. 1 und 2.
Sn eilen behandelt in der Fortsetzung seiner Lepido-
ptera van Celebes die (Tortricina und) Tineina; Tijdschr.
V. Entom. XXVIII S. 15ff. PI. 2, 3.
Derselbe macht ebenda S. 37 ff. Nadere A^anteeke-
ningen omtrent de Lepidoptera van Celebes, die
sich auf die früheren Mittheilungen beziehen, dieselben
theils berichtigend, theils ergänzend.
Het erocera rec. . . . a Sumatra; par F. J. M. Hey-
laerts; Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 121 ff.
G. F. Mathew: List of Lepidoptera observed ad
Claremont Isis.; Proc. Linn. Soc. New South Wales X
S. 257 f.
Derselbe: an afternoon among the Butterflies ot
Thursday Isld.; ebenda S. 259 ff.
R. Rosenstock schreibt Notes on Australian Le-
pidoptera, with description of new species; Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVI S. 376 ff PI. XI.
E. Meyrick fährt in seinen Descriptions of Au-
stralian Microlepidoptera fort; Proc. Linn. Soc. New
South Wales IX S. 721 ff. No. XI (Oecophoridae cont.),
S. 1045 ff. (Oecophoridae contin.).
Godman stellt a list of the (27) Lepidoptera col-
lect ed by Mr. H. H. Johnston during Ins recent expedition
to Kilima-njaro zusammen; Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 537 ff.
Saalmüller stellt ein Verzeichniss der (67) von
Kobelt in Nordafrika . . . gesammelten Schmetterlings-
arten zusammen; Reiseerinnerungen aus Algerien und Tunis
von Dr. W. Kobelt; Frankfurt a. M. 1885 (Herausgeg. v. d.
Senckenb. Gesellsch.) S. 476 ff.
Baker bringt Descriptions of some new species of
Lepidoptera from Algeria; Entom. Monthl. Mag. XXI
S. 241, 268 ff".
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. IJ]
Butler giebt an account of two collect, of Lepido-
ptera . . . from Somali-Land und stellt eine Tafel auf,
welche die Beziehungen der Schmetterlinge von Somali zu
denen von Aden, Abessinien, Kilimandscharo und Natal
zeigt; Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 756 ff. PL XLVIL
P. Oppenheim behandelt die Ahnen unserer
Schmetterlinge in der Sekundär- und Tertiär-
periode; Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 331 tf. Taf. X— XIL
Aus den dem braunen Jura gleichalterigen Schichten
Ostsibiriens war schon von Heer ein Schmetterlingsrest
angezeigt worden, der hier als Palae ocossus jurassicus
benannt und abgebildet wird; einen zweiten Flügel aus
denselben Schichten schreibt Oppenheim einem Phrag-
wataecites Damesi zu. Das Flügelgeäder weist die Thiere
in die Verwandtschaft der Gattungen, die durch die Namen
bezeichnet sind. Dass in der Juraformation, wo noch wenig
Blüthenpflanzen existirten, schon Schmetterlinge leben
konnten, wird durch den Hinweis auf Ophideres, Apatura,
Limenitis u. s. w. erhärtet, welche Gattungen zeigen , dass
das Saugen von Bliithensäften nicht unbedingt zum
BegTiff des Schmetterlings gehört.
Im Weissen Jura (Solenhofen) sind Schmetterlinge
von höchst eigenthümlichem Bau vertreten, oder vielmehr
Insekten, welche in keine der heute lebenden Ordnungen
gehören, aber doch den Schmetterlingen am nächsten ver-
wandt sind und vielleicht den Durchgangspunkt von den
Neuropteren zu den Schmetterlingen darstellen. Die Ent-
wickelung der Schmetterlinge aus den Neuropteren (wahr-
scheinlich nicht aus dem Zweig der Trichopteren) ist schon
früher, in der Trias oder gar der Steinkohlenperiode vor
sich gegangen, und die nun zu besprechenden Solenhofener
Insekten sind die letzten Reste der ausgestorbenen Gruppe,
die jenen Uebergang vermittelte. Sie besitzen eine charak-
teristische Nervatur der Flügel, indem von der durch 2 Längs-
adern und verschiedene Quervenen in 5 Theile zerlegten Dis-
koidalzelle, deren Gestalt z. B. an die von Zeuzera erinnert,
folgende stark chitinisirte Adern abgehen : 1 . eine der disc.
ant. der Lepidopteren entsprechende zum Vorderrand der
172 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Flügel verlaufende; 2. eine aus Zelle II entspringende zum
Aussenrand verlaufende, der Ader 5 des Lepidopterenflügels
äquivalente; 3. die discoid. post., die zum Innenrande ver-
läuft. Von jeder dieser starken Adern entspringt nun auf
der durch die Diskoidalzelle abgeschnittenen Flügelhälfte
ein System von fächerartig am Rande sich vertheilenden
parallelen Erhabenheiten, wie sie auch an den Unterflügeln
der Käfer und Wanzen bekannt sind. Der Hinterleib war
9gliedrig, die beiden letzten (Glieder waren stachelartig
zugespitzt und konnten vielleicht (als Kopulationsorgane)
in den Leib zurückgezogen werden. Tarsen der Füsse
fünfgliedrig ; Fühler lang und schnurförmig ; Augen gross.
Wegen der eigenthümlichen Beschaffenheit der Flügel nennt
der Verfasser die Gruppe Rhipidorrhabdi und theilt sie
in Rhip. s. str. mit kleinem Kopf, langen Fühlern und
grossem, nach hinten langsam verjüngtem Hinterleib und
Fabellovenae von plumperem Körperbau, grösserem Kopf,
breiteren Fühlern und entweder plötzlich oder gar nicht
verjüng-tem Hinterleib ; die ersteren lassen sich etwa Deile-
phila, die letzteren Smerinthus vergleichen. Hierher gehört
Rh. (Sphinx) Schroeteri, gracilis Taf XI Fig. 10, ininimus
Fig. 9 und Fabellovena Karschi Taf. XII Fig. 13 S. 344,
elegans Fig. 14, covtpresm Fig. 11 ; das ,,Belostoma elongatum"
Germ, ist wahrscheinlich auch eine Fabellovena. — Aus dem
Tertiär wird von bereits bekannten Schmetterlingsresten
Ocn eriies macroeeralicus (= Bomb.? Heydeni Pohl.) aus der
Braunkohle von Rott beschrieben S. 347 Taf. XII Fig. 15.
Nach Ansicht des Verfassers ist das Thier gleich bei seinem
Ausschlüpfen in die weiche Schlammmasse gerathen; (viel-
leicht handelt es sich hier aber auch um eine Phryganiden-
Puppe; Refer.).
Microlepidoptera.
Pterophorina. Heptaloba \\. g.\ (Palpi capite longiores, al.
ant. ultra medium fissae ; laciniae singulae. antica ad medium, postica
lütra medium,etiam fissae; cilia digiticuli costalis ad apicem acuminata,
aliorum subabrupte deflexa; al. post. trilobatae, fissurae, ant. vix ultra
medium, post. prope basimprojectae; digitus tertius denticujatus : tibiae
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 173
post. cristatae, calcaribus perlongis; abdominis margines subciliati) für
(Platyptilus) argyriodactyla Walk. (Ceylon) S. 175f. mit Holzschnitt ;
Cenoloba n. g. (Antemiae fortes; palpi labiales capite bis
longiores, maxillares depressi; al. ant. paene ad medium fissae) für
(Pterophorus) obliteralis Walk.; Walsingham, Ent. Monthl. Magaz.
XXI S. 176 mit Holzschn. S. 175.
Philobota n. g.; Compsotropha n. g.; Meyrick, De-
scriptions of Australian Micro-Lepidoptera. P. X. in Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales VIII Part. IV S.469§'.; s. Zool. Anzeig. 1885 S. 402.
Oedematophorus pelodactylus (Buenos- Aires ; Larve auf Solanum
bonariense); Berg a. a. O. S. 284.
Aciptilia punctinervis (Collines de TEsterel, auf Carlina corym-
bosa); Constant, a.a.O. S. 14 PI. I Fig. 35, atomosa (Bombay);
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 885.
Doxosteres (Meyr., Pterophorus Walk.) canalis Walk, von
Duaringa und Brisbane; Sydney und Bfeckheath beschrieben;
Meyrick, Trans. Ent. Soc. London 1885 S. 425.
Mimaeseoptilus pulcher (Nuchur); Christoph, Memoires II
S. 164 PI. VIII Fig. 13.
Platyptilia sematodactyla (Argentin.); Berg a. a. 0. S. 283.
Porritt beschreibt die auf Schafgarbe lebende Raupe von
Pterophorus Bertrami; Ent. Monthl. Mag. XXII S. 103 ff.,
desgleichen von Pt. cosmodacty lus H. Seh. = punctidactylus
Steph., die auf Stachys sylvatica lebt; ebenda S. 149 f.
Micropterygina. Schöyeu meldet das verheerende Auftreten
von Mi er opteryx- Larven in Birkenwäldern Norwegens; es sind die
Arten M. Sparmannella Bosc, unimaculella Zeit, und semipurpurella
Steph. Ueber dieselben werden auch literarische Notizen mitgetheilt.
Entom. Tidskr. 1884 S. 37 ff.
Tineina. Meyrick ist in seinen Descriptions ofNewZealand
Microlepidoptera zu den Celechiadae gekommen; New Zeal. Journ.
Sei. Vol. II No. 12 S. 589 ff. Nach Zool. Anz. 1886 S. 130 werden
dort die neuen Oattungen Tsochasta, Thistricha, Scieropepla,
Anisoplaca, Phaeosaces, Protosynaema, Orthenches, Mne-
sarchaea, Palaeomicra und Conopomorpha aufgestellt.
Sesiomo rpha (n. g., vom Habitus einer Sesia, aber un-
zweifelhaft hierher gehörend, vor Atychia) abnormis (Bantimoreug,
Süd-Celebes) ; Snellen, Jahrb. Nass. Vereins f. Naturk., 38, S. 112.
Adelomorpha (u. g. forma al. ant., longis antennis, palpis
falciform. Lecithocerae simile, sed al. post. ciliis brevioribus . . .)
E/feemae (Bonthain); Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVin S. 32
PI. 3 Fig. 1—3.
AgriopJiara (n. g. Cryptolech.) cinerosa S. 439, diminuta S. 440
(Südaustr.); Roseustock, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI.
174 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Phryganeutis (n. g. Oecophor. inter Protoraachum et Pleu-
rotam) cinerea (Mt. Lofty) S. 742;
Ocystola (n. g. Oceophor. prope Peltophoram) liemicalypta
(Melbourne), thymodes (S. Austr.) S. 1061, gnomica (Sydney), tliiasotis
(ibid.) S. 1062, hemisema (ibid.) S. 1063, oxytora (ibid. und Brisbane),
mcdacella (N. S. W.; Victoria; Tasmania) S. 1064, isarithma (Mt.
AVellington) S. 1065, acroxantha (Blackheath), anthera (Sydney) S. 1066,
callista (Sydney) S. 1067, tyranna (Quora, S. Austr.) S. 1068, enoplia,
(Port Lincoln), coniata (Tasmania) S. 1069, agelaea (ibid.), psamathina
(Sydney) S. 1070, milicJna (Blackheath), pi'otosticha (Queensl.) S. 1071,
eiianthes (Adelaide), placoxantha (Bathurst, N. S.W.) S. 1072, meso-
xantha (Sydney), pyramis (ibid. und Blackheath) S. 1073, acrobaphes
(Sydney), illuta (ibid. und Blackheath) S. 1074, lithophanes (Deloraine,
Tasman.), \monostro2)ha (Sydney und Blackheath) S. 1075, homoleuca
(Sydney und Bathurst), chionea (Wirrabara Forest, S. A.) S. 1076)
glacialis (Mt. Lofty), crystallina (ibid.) S. 1077, diclethra (Sydney)
S. 1079, niphodesma (Queensld.) S. 1080, trilicella (Sydney), tJmlamepolay
(ibid. und Blackheath) S. 1081, neurota (Duaringa und Brisbane,
Queensl.) S. 1082; Meyrick, Proc. Linn. Soc. N. S. W. IX.
Amhlypalpis (n. g. Gelech. prope Oecocecis) Olivierella (in
Tamarix - Gallen , ähnlich denen von Saperda populnea); Ragonot,
Bull. Soc. Ent. Prance 1885 S. 208.
Nepticula assimilfilla Zell, in England; Fletcher, Ent.
Monthl. Mag. XXII S. 113.
Unter N. aucupariae Frey sind wahrscheinlich 2 Arten ver-
einigt, die echte aucupariae und Nylandriellae Tengstr.; Warren
ebenda S. 131 f.
!N. (Trifulii?, nur Mine bekannt S. 280), JDewitziella (Hamburg;
Raupe im Spätherbst in Salix caprea); Sorhagen, Ent. Nachr.
1885 S.284.
Lithocolletis chrysella (Alpes maritimes in Alnus glutinosa und
incana minierend), Constanta. a. 0. S. 13 PI. I Fig. 34, Anderidae
(England; in Birkenblättern minierend); Fletcher*, Ent. Monthl.
Mag. XXII S. 40.
L. caudiferella Bagon. =^ sc\t\\\Q\\2i Zell.; Snellen, Tijdschr. v.
Entom. XXVni S. 203.
H. Frey bringt Beiträge zur Kenntniss des Tineen-
Genus Elachista; Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 97 ff.
E. longipeyinis (Wallis) S. 102, exiguella (ibid.) S. 105, spectrella
(ibid.) S. 107; Frey a.a.O.
Batrachedra dimidiella (Saleyer); Snellen, Tijdschr. v. Entom
XXVni S. 35 PI. 3 Fig. 7, 8.
Sorhagen fand bei Hamburg in Birkenblättern die Minen
einer wahrscheinlich unbekannten Heliozela-Art, für die er den
im Gebiete der Entomologie währeud des Jahres 1885. 175
Namen Hammoniella eventuell in Vorschlag- bringt; Ent. Nachr.
1885 S. 338 mit Holzschn.
Stainton führt zur Beantwortung der Frage: Pancalia
Leuwenhoekella and Latreillella; are they the sexes of one
^pecies? die von Snellen mitgetheilten Daten an, welche eine Be-
jahung dieser Frage begünstigen. Ent. Monthl. Mag. XXI S. 193 if.
Stagmatophora divitella (Golf Juan; auf Helichrysum angusti-
folium); Constant a. a. 0. S. 10 PI. I Fig. 30.
Butalis serella (Golf Juan) S. 11 Fig. 31, Focella (col de la Foce^
Corsica, auf Anthyllis Hermanniae) S. 12 Fig. 32, mediella (Mte.
Eotondo, Corsica) S. 13 Fig. 33; Constant a.a.O. Pl.I, vitüella
(Nuchur); Christoph, Memoires II S. 163 PI. VHI Fig. 12.
Die Raupe von Chauliodus insecurellus lebt auf Thesium
divaricatum und humifusum; Stainton, Ent. Monthl. Mag. XXI
S. 255; XXII S. 13; Proc. Ent. Soc. London 1885 S. III.
Coleophora squameMa (Golf von Gascogne, auf Lotus Allionii)
S. 6 Fig. 26, macrohitlla (Alpes maritimes, Küste; auf Camphorosma
monspeliaca) S. 7 Fig. 27, albicella (Golf Juan, auf Artemisia gallica)
S. 8 Fig. 28, camphorosmella (ibid., auf C. monspel.) S. 9 Fig. 29;
Constant a. a. 0. PL I, paliidicola (Shoeburyness) ; Stainton, Ent.
Monthl. Mag. XXII. S. 9, amethystinella (Cannes); Ragonot, Bull.
Soc. Ent. France 1885 S. 181.
Stainton, behandelt die metallisch grünen Arten (Frischella X.,
melilotella Scott, deauratella Z., Fabriciella Vill. und alcyonipennella
Köllar) von Coleophora (Metallosetia Steph., Damophila Gurt.);
Ent. Monthl. Mag. XXII S. 97 f.
Glyphypteryx argyroguttella , GianelUella (Turin); Ragonot,
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 56.
Blastobasis co>«ere^d?a (Makassar); Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVIII S. 34 PI. 3 Fig. 4—6
Philonympha aparthena (N S. W.), pura (Tasmanien) ; M e y r i c k ,
Proc. Linn Soc. N. S. W. IX S. 722.
Meyrick stellt Proc. Linn. Soc. N. S. W. IX S. 723 eine
Tabelle der zahlreichen Australischen Arten der Gattung Pelto-
phora Meyr. auf und beschreibt P. orthogramma (Sydney; Mt. Lofty),
coniortia (Sydney S. 725, atricolUs (Sydney; Mt. Lofty) S. 726, in-
composita (Sydney) S. 728, theorica (Murrurundi) S. 729, thermochroa
(Sydney), niphias (Tasmania) S. 730, carphcdea (Brisbane) S. 731,
crypsüeuca (Mt. AVellington) S. 732, Iielias (Sydnej') S. 733, pdlopla
(Sydney), glaphyropla (Hobart) S. 735, cataxera (Tasmanien) S. 736,
cevatma (Mt. Wellington) S. 737.
Oecophora Ragonotella (Corsica); Constant a. a. 0. S. 5 PI. I
Fig. 25.
Philobota athletica (Südaustral.); Rosen stock, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVI S. 443 PI. XI Fig. 13.
176 Bertkau: Bericht über di e wissenschaftlichen Leistungen
Eulechria leucopsina (Südaustral.) ; Rosenstock, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVI S. 441 PI. XI Fig 5.
Pleurota ochreostrigella, alger iella (Guelma); Baker, Ent. Monthl.
Mag. XXI S. 269, themeropis (Tasmanien), zalocoma (Mt. Wellington)
S, 749, tephrina (Tasmanien) S. 750, psephena (Mt. Wellingt.), p)roto-
gi'amma (Victoria) S. 751, crassinervis (Sydney), S. 752, cdllizmia
(y\Q,tQvm), peloxantha (Brisbane) S. 7ö3, pyrosema (N. S. W.; Victoria),
S. 754, psammoxantha (Queensl.; N. S. AV.), endesma (Victoria)
S. 755, gypsina (ibid.) S. 756, chlwochijta (N. S. W.; Tasmanien),
stadatica (Sydney), S. 757, argoptera (ibid.) S. 758; Meyrick, Proc.
Linn. Soc. N. S. W. IX.
Metan arsia jimcit a7ie//rt (Askhabad) PL VIII Fig. 11 (modesta
Stgr. Fig. 10); Christoph, Memoires II S. 161.
Orophia cmetica (Sydney); Meyrick, Proc. Linn. Soc. N. S. W.
IX S. 738.
Derselbe beschreibt ebenda Protomacha chalcaspis (Sydney)
S. 740;
Thalerotricha mylicella (Sydney) S. 741 ;
Saropla melmwneura (Sydney), hyperocha (Blackheath) S. 744,
caelatella (Queensl.; N.S.W.) ^.lAo, philocala (Sydnej^), deronoma
^Brisbane) S. 746;
Atheropla melichlora (Blackheath) S. 759;
Coeranica eftitima (S. Austral.) S, 760;
Eulachna dasyptera (Sydney), S. 761 ;
Ariste'is chrysoteuchis (Sydney) S. 762;
Coesyra panchrysa (Sydnej"^), paragramma (ibid.) S. 766, iozona
(ibid.), distephana (ibid.; Port Lincoln) S. 768, anthodora (Victoria)
S. 76i<, basilica (Sydney) S. 770, triptycha (Queensl.; N. S. W.), cyclo-
toma (Brisbane; Sydney; Melbourne) S. 771, zonostola (Sydney) S. 772,
öcellaris (ibid.), zanclotoma (Mt. Lofty) S. 773, amiularis (?), personata
(Sydney) S. 774, ophthalmica (Tasmanien), ecliptica! (Sydney) S. 775,
Catoptrina (ibid.) S. 776, paracycla (ibid.) S. 777, seleniaca (Queeensl.)
S. 778, isogramma (Sydney), philoxena (ibid.), acrotropa (Sydney)
S. 779, stenoptera (ibid.), pyrrhoptera (ibid.) S. 780, ochroptera (ibid.),
melliflua (Queensl.) S. 781 , deUosema (Adelaide), aphanes (Murrurundi)
S.7S2, parvula (Sydney), aspasia (Port Lincoln) S 783, panxantha
(Sydney), amylodes (Murrurundi) S. 784, omichlota (Queensl.), ergatis
(Brisbane) S. 785, disema (Sydney) S. 786, amphüyca (ibid.), apothyma
(S. Austral.) S. 787, gephyrota (Queens).), discincta (Sydney) S. 788,
austalea (Bulli Pass, N. S. W ) S. 789, arenivaga (Sydney), vegrandis
(ibid.) S.790;
Epipyrga agacUta (Rosewood, Queensld.) S. 791;
Brachynemata cingulata (Queens].; N. S. W.) S. 1U45;
Microbela epicona (S. Austr.) S. 1044, allocoma (N. S. W. ; Victoria)
S. 1047, viomdyas (Queensl.) S. 1048;
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 177
Heterozyga coppatias (N, S. W. ; Adelaide) S. 1049 ;
Oxythecta wep^eZoMOia (Tasmanien) S. 1051. Ä/ero</Z«/p7<ica (Queensl. ;
N.S.W.) S. 1052, zonoteles (Sydney) S. 1053, %ro.9ewa (Queensl.;
N. S.W.) S. 1054;
Crepidosceles iostephana (Brisbane) S. 1056, exanthema (S. Austr.)
S. 1057.
Ypsolophus argentinellus (A.); Berg a.a.O. S. 282.
Hypsolophns bisignellus (Bonthain) ; S ne 1 1 e n , Tijdschr. v. Entom.
XXVIII S. 30 PI. 3 Fig. 12, 13.
Namiodia Eppelsheimi (Rheinpfalz; auf Silene nutans); Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 351.
Parasia alhiramosella (Askhabad; Nuchur); Christoph, Me-
moires II S. 159 PI. VIII Fig. 9.
Chelaria indica (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 884.
Gelechia tetragonella (in Salzsümpfen bei Eedcar, zwischen
Artemisia maritima); Stainton, Entom. Monthl. Mag. XXII S. 99,
•clerica (Südaustralien); Rosenstock, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI
S. 438, umhripemns (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 884.
Ol i vi er versuchte die Räupchen von Lita tabacella mit
Kartoffelblättern zu erziehen, um auf diese Weise die Frage, ob
tabacella und solanella identisch seien, zu entscheiden; mit einer
Raupe misslang der Versuch, der bei einer jüngeren Raupe glückte.
Auch die Schmetterlinge scheinen identisch zu sein, und Olivier be-
trachtet seinen Versuch als entscheidend. Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 111 f.
Setomorpha corticinella (Saleijer, Maros, Makassar); Snellen,
Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 24 PI. 2 Fig. 12—15.
Cryptolechia Uruguayensis (U. ; Raupe gesellig auf Salix Hum-
boldtiana); Berg a. a. 0. S. 280.
Choregia striana (Saleijer; Bantimoerong, Celebes) S. 17, basalis
(Java; Makassar) S. 18, Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVIIL
Bemerkungen über die Larve von Argyresthia Goedartella und
Brockeella s. A. Bai ding, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 203 ff.
In London trat eine Hyponomeuta-Art verheerend auf Apfel-
bäumen auf, welche nicht H. malinellus, sondern eine Form von
padellus war; Barrett, Ent. Monthl. Mag. XXII S. 100.
Tortricomorpha hilineella (Makassar) S. 27 Fig. 16, 17, niveidliella
(Makassar) S. 28 Fig. 18; Snellen, Tijdschr v. Entom. XXVIII PI. 2.
Nemoto'is xanthobasella (Bonthain) ; Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVm S. 23.
lieber den Geschlechtsapparat von Nemotois me-
tallicus Pod. s. oben S. 154.
Arch. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 12
178 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Adela chrysolampi'ella {^Ma.ustr2d.); Rosenstock, Ann. a. Mag-,
N. H. (5) XVI S. 438.
Blabophaues trimacidella (Bonthain, Makassar); Snellen;
Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 21 PI. 2 Fig. 5—7.
Hapsifera rugosella (Java; Makassar); Snellen, Tijdschr. v.
Entom. XXVni S. 20 PI. 2 Fig. 1—4.
lieber die Lebensweise der in den Nestern der Hirundo rustica
lebenden Tinea spretella s. Sickmann im 6. Jahresb. Naturw.
Ver. Osnabrück S. 168 ff.
T. Turatiella (Pegli bei Genua); Milliere, Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 111, (?) fraudulens (Südaustral.), Rosenstock, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVI S.437 PI XI Fig. 12, sacerdos (Bombay); Swinhoe,
Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 882.
Tortrieina. On the value of the costal fold in thfr
Classification of Tortrices äussert sich Barret dahin, dass der
systematische Werth dieses nur dem männlichen Geschlecht zu-
kommenden Merkmals ein sehr geringer ist und sich nicht zur Grup-
pierung der Familien, nicht einmaL der Gattungen eignet, da von
ganz nahe verwandten Arten die eine diese Falte hat, die andere
nicht. Ent. Monthl. Mag. XXII S. 1 ff.
Steganoptycha Luedersiana (Hamburg); Sorhagen, Ent. Nachr.
1885 S. 284.
Phthoroblastis dorsilunana Erscli. abgebildet PI. XVI Fig. 16-
der Memoires n.
Ph. Trauniana Schiff. Raupe (in Früchten des Acer cam-
pestre) beschrieben, nebst Bemerkungen über die Unterschiede von
regina Zell; A. Hoff mann, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 310 ff.
The Larva of Paedisca oppressana and its habits; by
J. H.Wood; Ent. Monthl. Mag. XXn S. 151.
Grapholitha abacana Ersch. Fig. 14 und subterminana Ersch,
Fig. 15 abgebildet auf PI. XVI der Memoires.
Gr. (Semasia) lignana Snell. = Messingiana Fisch, v. Bössl.;
Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 203.
Penthina enervana Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 13 der
Memoires II. .
Eupoecilia Mussehliana Tr. in Schottland; J. J.F. X. King,
Proc. N. H. Soc. Glasgow (N. S.) I S. 49.
Conchylis Zelleri Chnst. nochmals abgebildet in Memoires II
PI. VIII Fig. 7, pistrinana Ersch. PI. XVI Fig. 12.
C. imicolor (Guelma); Baker, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 268.
Oxypteron impar Stgr. abgebildet in Memoires II Pl.VIII Fig. 6.
Cheimatophila praeviella Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 11;
Tortrix excentricana E^rsch. abgebildet PI. XVI Fig. 10 der
Memoires II.
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 179
T. subrufana Snell. = ingentana Christ.; Snellen, Tijdschr.
V. Entom. XXVH S. 203.
Pyralidina. E. Meyrick fährt in seinen Bemerkungen on
the Classification of the Australian Pyralidina fort; Trans.
Ent. Soc. London 1885 S. 421 If. — Er behandelt hier die restierenden
Familien, d. h. Pterophoridae, Alucitidae, Hydrocampidae und Oxy-
chirotidae, sowie einige erst in letzter Zeit erhaltene Arten der früher
absolvirten Familien.
lieber das Verhältniss der 13 die Gruppe der Pyralidina zu-
sammensetzenden Familien äussert sich Meyrick dahin, dass die
Phycididae als eine Entwickelung der Galleriadae, die Botydidae der
Scopariadae und die Hydrocampidae und Musotimidae der Pyralididae
angesehen werden können. Mit diesen Ausnahmen lässt sich keine
andere Familie von irgend einer jetzt lebenden ableiten. Die Pyra-
lididae und Epipaschiadae können auf einen gemeinsamen, nur wenig
entfernten Vorfahr bezogen werden, und dasselbe gilt von den Sco-
pariadae und Crambidae. Die Tineodidae, Oxychirotidae , Ptero-
phoridae und Alucitidae sind Ueberbleibsel einer früher ausgedehnteren
Sektion. — Aus dem Angeführten folgt, dass eine lineare Anordnung
die natürliche Verwandtschaft nicht vollkommen zum Ausdruck bringen
kann, aber folgende Reihe scheint noch am passendsten zu sein:
Epipaschiadae, Pyralididae, Musotimidae, Hydrocampidae, Botydidae,
Scopariadae, Crambidae, Galleriadae, Phycididae, Tineodidae, Oxy-
chirotidae, Pterophoridae, Alucitidae.
Anydraula n. g. Hydrocamp. für (Cataclysta) glycerialis und
drusialis TFaZÄ-. S.427;
Hydreuretis (n.g. Hydrocamp. inter Paraponyx et Schoenobius,
für Hydroc. tullialis Wcdl\ und) euryscia (Säle, Victoria) S. 435;
Oxychirota (n.g. Oxychirotid.) loaradoxa (Sydney) S. 435;
Drymiarcha (n. g. Pyralidid. Oedematophagae affinissimum)
exanthes (Sydney) S.441;
Hydriris (n.g. Botidid.) chalybitis (Duaringa, Queensld.) S.444;
Hyalobathra (n. g. Botidid., Botidi affine) arcÄe?mca (Sydney)
S. 445;
Myriotis n.g. praecedenti affine für Botis ptousalis Walk.
= Osiriaca inturbidalis Walk.; die Art ist ptoalis genannt; S.446;
Stereocopa n. g. (Notarchae et Molybdauthae affine) für
(Gabrisa) scoparialis Walk. S. 449 ;
(Erotomanes Meyr., von welcher Gattung eine neue Diagnose
entworfen wird, wird zu den Scopariadae gestellt, S. 451); Mey-
rick a. a. O.
Harpagoneura (n. g. „allied to Melissoblaptes") complexa
(Nukufetau, Ellice Isl); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S. 242.
Sorocostia n.g. Diptychophor. für (Eromene?) vetustella Walk,;
Rosenstock, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI S.435.
12*
180 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Thylacoptila (n. g. Phycid.; Nephopteryx nahe stehend)
paurosema (St. Vincent) ; Meyrick, Ent. Mouthl. Mag. XXII S. 106.
Xestula (n. g.) miraculosa (Amur); Snellen, Memoires II
S. 195 ff. PI. XI.
Commotria (n. g. Phycid. ex affinitate Ematheudis Zell, et
Anerastiae Hb.; diffeit ah ambohus autennis pectinatis et ocellis
distinctis . . ,) invenustella (Argent. ; Urug.); Berg a. a. 0. S. 278.
Meyrick giebt für 3 von Zeller in „Lep. Micr. Caffr." be-
schriebene Arten folgende Synonymie an: Eurrhyparodes bracteo-
lalis Z. = accessalis mj:., stibialis Snell.: Molybdautha tricoloralis
Z. = plumbalis Gn. = abnegatalis Wll\; Sameodes cancellalis.^.
= pipleisalis, lepidalis, sidealis, meridionalis WU\ = trithyralis
Snell. = vespertinalis Saalm. ; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 202.
Derselbe liefert partV (VI Pyralidina) seiner Description of
New Zealand Micro-Lepidoptera; New-Zealand Journal Sc.
Vol. 2No. 7 S. 3461; 28 n. A. und die n. G.Hygraula, Orocramhus,
Ctenopseustis; s. Zool. Anzeig. 1885 S. 402.
Charltona (n. g. Crambin.) Kala (Sattara); Swinhoe, Proc.
Zool. Soc. London 1885 S. 879 PI. LVII Fig. 4.
Ragonot unternimmt eine Revision of the British species
of Phycitidae and Galleridae; Ent. Monthl. Mag. XXII
S. 17, 52 ff.
Ho ff er theilt Biologisches über Aphomia colonella
L. mit; Kosmos 1885 I S. 109 ff. Die Motte spürt mit grossem
Scharfsinn die Hummelnester auf, in die sie mit grosser Vorsicht ein-
dringen muss ; wird sie bemerkt und entzieht sich nicht durch Flucht
ihrem Schicksal, so wird sie von den erbitterten Hummeln buchstäblich in
Stücke zerrissen. Nach einer Untersuchung der Waben legt sie ihre
Eier in deren Nähe ab, in grossen Nestern einen grösseren Vorrath
als in kleineren, doch wohl nie alle Eier in ein Nest, Die jungen
Räupchen kriechen zu den Waben, bohren sich in dieselben ein und
fressen neben dem Wachs und den Vorräthen auch die junge Nach-
kommenschaft der Hummeln. Das Wachsthum der Maden geht sehr
rasch vor sich, und in 14 Tagen haben sie eine Länge von 5 Cm.
erreicht; dabei ist ihre Haut so zäh, dass die Hummeln ihnen weder
mit den Mandibeln noch mit ihrem Stachel beikommen können: auch
scheint ein Stich, der ihnen doch zwischen den Segmenten beigebracht
ist, nicht immer tödtlich zu sein. Die in den Nestern der frühzeitigen
Hummelarten (B. terrestris v. lucorum. Scrimshiranus, hypnorum,
pratorum u. a.) lebenden verlassen schon nach 14 Tagen die Puppen-
hülle und produziren in anderen Nestern eine neue Brut; die in den
späten Nestern (B. terrestris Stammform, confusus) verpuppten über-
dauern den Winter als Puppen und liefern den Falter erst im April
des nächsten Jahres.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 181
Melissoblaptes depressellus (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 876 PI. LVH Fig. 5.
Homoeosoma derasella (Poona; Bombay); derselbe ebenda
S. 877 Fig. 19.
Nephopteryx lentalis (Bombay) Fig. 18, laxalis (Poona), creperalis
(Poona), Fig. 20; derselbe ebenda.
Ephestia xanthotricha Stand, aus Korken erzogen;
E. ficella Staint. ist vielleicht synonym mit dieser Art^ Sn eilen,
Tijdschr. v. Ent. XXVHI, Versl. S. XCV.
E. elutella in Capsicum annuum; Rovartani Lapok S. 59 und
Ent. Monthl. Mag. XXII S.41.
Ueber Ephestia Kühniella s. Landois, Corrbl. Naturh.
Ver. preuss. Rheinl. u. Westf. 1885 S. 50; Kar seh, Ent. Nachr.
1885 S. 46, 239; Pagenstecher, Jahrb. Nassauischen Ver. f. Natur-
kunde, 38, S. 114.
Aanteekeningen over Ephestia Kühniella Zell, en eenige
verwante soorten, door P. C. T. Snellen; Tijdschr. v. Entom.
XXVin S. 237 ff. PI. 8.
Anerastia (Mesodiphlebia) trinotella (Argent. ; Urug.); Berg
a.a.O. S.279.
Nach Ragonot ist Zophodiopsis hyaenella Fromliolz
= Metoecis lepidocerella Mabille; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 42;
vgl. dies. Ber. für 1883 S. 158 und 1879 S. 423.
Myelois terstrigella Christ, nochmals abgebildet in Memoires 11
PI. VIII Fig. 5.
Epischnia staminella Christ, nochmals abgebildet in Memoires II
PI. Vin Fig. 4.
Zophodia Cactorum (Argent., Urug.; Larve in Cactusblüthen) ;
Berg a.a.O. S 276.
Acrobasis Vaccinii (Nordam.); Riley, Report of the Commiss.
of Agricultui-e for 1884 S. 356, 394 PI. IX Fig. 4 und Canad. Ento-
molog. 16 S.237f.
Eucarphia gregariella Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 9 der
Memoires II.
Catastia umbrosella Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 7 der Me-
moires IL
Hypochalcia caminariella Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 8 der
Memoires II.
Lasiocera antelia (Ardrossan, S.-Austr.); Meyrick, Transact.
Ent. Soc. London 1885 S. 455.
Spermatophthora Schini (Buenos Aires ; Larve auf Schinum molle
Gallen erzeugend); Berg a.a.O. S. 275.
Salebria minutella (Ceylon); Ragonot, Bul]. Soc. Ent. France
1885 S. 150.
182 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Thinasotia termia (Duaringa, Queensld.) S. 452, pedionmna
(Bathurst, N. S. W.), panteucha (Mt. Lofty, S.-Austr.) S. 453, rtiega-
lardm (Mt. Kosciusko, N.S.W.) S. 454; Meyrick, Transact. Ent.
Sog. London 1885.
Cramhus zeellus Fern, injuring corn roots; Forbes, Ame-
rican Naturalist 1885 S. 891.
Cr. Kohelti (Lamhessa); Saalmüller, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S. 335 Taf.^ Fig. 12, partellus (Poona, Bombay); Swinhoe, Proc.
Zeel. Soc. London 1885 S. 879.
Jartheza ohstitella (Poona); derselbe ebenda S. 880 PI. LVIE
Fig. 3.
Metasia candidulalis (Poona); derselbe ebenda Fig. 6.
Chilo concolorellus (Askhabad ; Baranowka) S. 149 Pl.Vin Fig. 15,
terrestreUus (Askhabad) S. 151 Fig. 2; Christoph, Memoires IL
Paraponyx dicentra (Duaringa, Queensland) S. 431, myina (ibid.)
S. 432, marmorea (ibid.; Sydney) S. 434; Meyrick, Trans. Ent.
Soc. London 1885.
Wood-Mason: Some acount of the „Palan Byoo" or, Teindoung
Bo' (Paraponyx oryzalis) a Lepidopterons Insect-pest of the
Rice-plant in Burma which in the Caterpillar-stage breathes water
by means of tracheal gills. With 1 pl. Calcutta 1885, Gov. Print.
81? 12 Ss.
Hydrocampa scitalis (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 869.
Isopterj'x enixalis (Bombay); derselbe ebenda.
Margaronia Woodfordn (Tapetewea, Gilbert J.); Butler, Ann.
a. Mag. N. H. (5) XV S. 24L
Orobena Grummi (Nuchur); Christoph, Memoires II S. 147
PI. VII Fig. 14.
Chrysauge unicolw (Argentin.); Berg a.a.O. S. 274.
Eurycreon Pechi (Lamhessa); Baker, Ent. Month. Mag. XXI
S. 268, homopham (Bathurst, N . S.W.) ; Meyrick, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1885 S. 449.
Lonchodes coramochra (Duaringa); Meyrick, Trans. Ent. Soc.
London 1885 S.443.
Mecjma rJiodochrysa (Sydney); Meyrick, Trans. Ent. Soc.
London 1885 S.447.
Myriostephes ÄeZ/amwia (Duaringa); Meyrick, Trans. Ent. Soc.
London 1885 S. 448.
Noctuelia alticolalis Christ, abgebildet PI. XII Fig. 7 der
Memoires 11.
Nach Oberthür ist Botis varialis Bremer = zealis Guenee;
basipunctalis Brem. = multiliuealis Guenee; Ebulea Zelleri Brem.
— Hyalitis luctuosalis Guen. ; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 57.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 183
B. aurithoracalis (Askhabad); Christoph, Memoires II S. 145
PI. VII Fig. 11, quinquemaculalis S. 54, murinalis (auch Java) S. 55,
/rti?cw/oZa?i? S. 56 (Nias); Pagenstecher a.a.O., epa^faZ*« (Bombay) ;
.Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 874 P. LVII Fig. 13.
B. hyalinalis embryology; J. A. Osborne, Science Gossip
1885 S. 32 if. mit 10 Abbild.
Astura festivalis (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 872.
Scopula totalis (Poona); Swinhoe a.a.O. S. 875 Fig. 9.
Deba müvindlis (Poona; Bombay); derselbe ebenda Fig. 2.
Microsca striatalis (Bombay); derselbe ebenda.
Asopia farinalis life history; Hellins, Ent. Monthl. Mag.
ICXI S. 248 f. — Als Schmarotzer der Raupe wurde Exochus man-
snetor erhalten.
Coptobasis aenealis (Poona; Bombay); Swinhoe, Proc. Zool.
iSoc. London 1885 PI. 867.
Scoparia ^W5*7Za (Südaustral.) ; Posenstock, Ann. a. Mag. N.H.
(5) XVI S. 427, iwothorthra (Sydney); Meyrick, Trans. Ent. Soc.
London 1885 S. 450, ictericalis (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 876 PI. LVII Fig. 16.
Hypotia siieciosalis (Askhabad); Christoph, Memoires 11 S. 141
PI. VII Fig. 8.
Pyralis rubicundalis (Poona) S. 864, robarealis (Bombay) Fig. 1,
quisqualis (Poona) Fig. 11, zizanialis (Bombay) Fig. 12, xylinalis
(Poona) Fig. 17 S. 865, recisalis (Sattara) S. 866; Swinhoe, Proc.
Zool. Soc. London 1885 PI. LVII.
Cledeobia hypotialis (Poona); derselbe ebenda S. 866, oculataUs
(G-renade, Spanien; Algier); Ragonot, Bull. Soc. Ent. France 1885
S. 201.
Arrade messalis (Bombay); Swinhoe a.a.O. Fig. 10.
Macrolepidoptera.
Geometridae. Bohatsch's Lepidopterologische Mittheilungen
In Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 143, 176, beziehen sich auf Arten der
"Gattungen Acidalia, Pellonia, Abraxas, Macaria, Boarmia, Eupithecia.
ChWkasa (n.g. Oenochrom.) falcata (Bombay); Swinhoe, Proc.
-Zool. Soc. London 1885 S. 853 PI. LVI Fig. 2.
Acodia (n. g. prope Coremiam) pauper (Südaustralien); Rosen-
stock, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI S. 434 PI. XI Fig. 7.
Chretien beschreibt die Zucht der Eupithecia Nepetata
aus dem Ei; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 142.
E. (Gueneata var. separata Stgr. PI. VII Fig. 2,) scalptata
(Askhabad; Ordubad) S. 134 PI. VII Fig. 4, demetata (Askhabad)
184 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 136 Fig. 5, stigmaticata (ibid.) S. 137 Fig. 6, cincjulata (ibid.) S. 139>
Fig. 7; Christoph, Memoires 11, (artemisiata Cotist. var. Constantincc
von Lambessa; Baker, Ent. Mouthl. Mag. XXI S. 244); Sydyi
(Kuldscha); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 351, testacea
Fig. 15, consceiisa Y\g.^, bilinea Fig. 7 (Poonaj ; Swinhoe, Proc.
Zool. Soc. London 1885 PI. LVII.
Casbia melanops (Südaustral.) ; Roseustock, Ann. a. Mag. N. H..
(5) XVI S. 431 PI. XI Fig. 10.
Cidaria bigeminata (Askhabad); Christoph, Memoires II S. 131
PI. Vn Fig. 1, purpurifera (Neu-Seeland) ; Fereday, Transact. New
Zealand Instit. Wellington XVI S. 119 (vgl. den vor. Ber. S. 138).
Zur Biologie der Cidaria taeniata Steph. und der
scripturata Hbn.; H. Gross. Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 375 ff.
Coremia languescens (Südaustral.); Rosenstock, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVI S. 433 PI. XI Fig. 8.
Lithostege luminosata (Askhabad) S. 127 PI. VI Fig9, amoenata.
(ibid.) S. 128 Fig. 10, (TJsgentaria %r. Fig. 11); Christoph, Me-
moires II.
Ortholitha Langi (Kasikoparan) S. 108 PI. V Fig. 9; Kawrigini
(ibid.) S. 110 Fig. 10; (Christoph,) Romanoff, Memoires IL
Ophthalmophora bracteata (Rio Janeiro) ; Butler, Ent. MonthL
Mag. XXI S. 199.
Aspilates Smirnovi (Tiflis); Romanoff, Memoires II S. 10&
PI. V Fig. 8, innocentaria (Nuchur); Christoph ebenda S. 125»
PI. VI Fig. 5.
Scodiona Tekkearia (Nuchur); Christoph, Memoires II S. 123
PI. VI Fig. 4.
Eubolia undulata (Südäustr.) ; Rosenstock, Ann. a. Mag, N. H^
(5) XVI S. 432.
Phasiane clathrata L. aberr.; Kautz, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S.47.
FidoniaÄef?e?na«m (Askhabad); Christoph, Memoires II S. 121
PI. VI Fig. 3.
Tephrina ossea (Quetta); Swinhoe, Trans. Ent. Soc. London
1885 S. 353 PI. IX Fig. 9.
Lygia Jourdanaria var. ohscura (Lambessa); Baker, Ent. MonthL
Mag. XXI S. 244.
Gnophos annubilata (Lagodekhi); (Christoph), Romano ff ^
Memoires H S. 103 PI. V Fig. 7.
Hypochroma PaiiUnaria (Nias); Pagenstecher a.a.O. S. 47;
(vielleicht = Radamaria Giien. ; ebenda S. 180).
Boarmia yleba (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 853 PI. LVI Fig. 3.
Macaria boaria (Poona) Fig. 12, bolina (ibid. ; Bombay) S. 861^
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 185
infrktaria (Poona) S. 862; Swinhoe, Proc. Zool. Soc London 1885
PI. LVI.
Hibernia hibernaria (Bombay); derselbe ebenda S. 862 Fig. 4.
Lycaugus albatus (Poona); derselbe ebenda Fig. 5.
Euschema Ares Maass. i. 1. S. 279 Taf. 2 Fig. 9, Electra S. 281
(Nias); Weymer a.a.O.
Epione Umaria (Ordubad); (Christoph), Romanoff, Memoires
n S. 97 PI. V Fig. 6.
Zanclopteryx infelix (Poona) ; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 858 PI. LVI Fig. 13.
Hyria volutaria (Bombay); derselbe ebenda Fig. 14.
Asthena urhica (Bombay), tristicula (ibid.) Fig. 17, querula (Poona
Fig. 16; derselbe ebenda S. 8.59.
Crocallis Tusciaria Scriha var. Gaigeri (Dalmatien); Stau-
dinger, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 349.
Sintenis erhielt von einem Angerona primaria $ neben
der Stammform 4 Exemplare von Corylaria Thunhg. und züchtete
beide Formen zwei weitere Generationen hindurch, wobei die Nach-
kommen der Stammform die richtige prunaria darstellten; von den
Abkömmlingen der Corylaria schlug etwa der 4. Theil in die Stamm-
form zurück, während die übrigen zu Corylaria gehörten. Von den
Nachkommen der letzteren entwickelten sich 3 (Corylaria) noch im
Herbst desselben Jahres zu Imagines, während die übrigen normaler
Weise im halbwüchsigen Zustand überwinterten. Die durch mehrere
Generationen fortgesetzte Inzucht führte ein massenhaftes Sterben
der jungen Raupen der späteren Generationen mit sich. Sitzber.
Naturf. Ges. Dorpat VII S. 363 ff.
Eurymene viridhnacularia (Nias); Pagenstecher a. a. 0. S. 46
Taf. II Fig. 6.
Odontopera australis (Südaustr.); Rosen stock, Ann. a. Mag.
N.H. (5) XVI S.428 PI. XI Fig. 9.
Selenia illunaria liefe history; Poulton, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1885 S. 309 ff. PI. VII Fig. 1.5— 21.
Phaeochlaena inaria (Intaj; Sarayacu), PI. XXXIII Fig. 16
S. 534, cimjuUna (Ost -Peru), auvantiaca (Bolivia) Fig. 17 S. 535
Druce, Proc. Zool. Soc. London 1885.
Stegania ttvidula (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 860.
Abraxas Davidi (Tybet); Ch. Oberthür, Bull. Soc. Ent. France
1885 ^S. 229.
Heterusia dividata Snell. = Scordylia Salvini Butl. & Bruce;
Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 50.
Rhopalodes lobophoraria Oherth. = patrata Snell.; Snellen,
Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 50.
Rh. muscosaria (Buenos Aires); Berg a.a.O. S. 273.
186 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Acidalia italicata (Acqui) S. 113 PI. 2 Fig. 1, asellaria H.-S. ab.
ruminata S. 115 Fig. 4, 5; Milliere, Ann. Soc. Ent. France 1885,
hyalinata (Ordubad); (Christoph), Romanoff, Memoires II
S. 89 PI. V Fig. 3, Mauritanica (Gruelma); (virgularia var. Afra)
S. 243, Terentius (Lambessa) S. 244; Baker, Ent. Monthl. Mag. XXI.
G-eometra aperta (Bombay), Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 855 PI, LVI Fig. 7.
Jodis quantula (Bombay); derselbe ebenda Fig. 6.
Comibaena gloi'iosa (ibid.); derselbe ebenda Fig. 8.
Thalera obnupta (ibid.); derselbe ebenda Fig. 9.
Ephyra quieta (ibid. ; Poona) Fig. 1, suhdolaria (Bombay), flui-
daria (ibid.; Poona) Fig. 10; derselbe ebenda S. 856.
Idaea /"a^-maZis (Südaustr.); Rosenstock, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XVI S.430, idearia (Poona; Bombay) S.857 PI. LVI Fig. 15,
grandicidaria (Poona) Fig. 11, chotaria (ibid.; Bombay) PL LVII
Fig. 14 S. 858; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885.
Noctuidae. Discordia (n. g. Leucan. ) evulsa (Poona);
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 448 PI. XXVII Fig. 2.
Lithilaria (n. g. Gissirae vicinum) o^sicoZor (Südaustralien);
Rosenstock, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI S.425.
Bleptina? 5orcZe6rce?i5 '(Südaustralien)^ derselbe ebenda S. 424
Pl.XIFig. 11.
Herminia (»ihosiana (Bombay) Fig. 15, velifer a (Poowa) Fig. 17;
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 473 PI. XXVin.
Apphadana rusticula (Poona) Fig. 1 S. 474, ruhicimdtda (Bombay)
Fig. 2, festina! (ibid.) Fig. 3, nigrofusca (Poona) Fig. 4, S. 475;
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 PI. XXVIIL
Spadix vegetus (Bombaj^); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 PI. XXVin Fig. 14 S. 475.
Rivula auropurpurea (Nias); Pagen stech er a.a.O. S. 42.
Pasira aenigmatica (Poona; Bombay) Fig. 11, russa (ibid). Fig. 13
S. 472, inscitia (Bombay) S. 473; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 PI. XXVIIL
Die Phalaena hilaria Cr am. = punctigera L. ist eine Noctuine
und nahe verwandt mit Epizeuxis? tenuipalpis Snell.; beide gehören
in dieselbe, von Epizeuxis abzuzweigende Gattung; Snellen, Tijdschr.
V. Entora. XXVIII S. 202.
Rhynchina ptervulgaris (Poona; Bombay); Swinhoe, Proc. Zool.
Soc. London 1885 S. 471 PI. XXVIII Fig. 5.
Hypena mimiccdis (Poona ; Bombay) Fig. 6, ohstupidalis (Poona)
Fig. 7 S. 471, specidalis (Bombay) Fig. 8, recm-dicdis (Bombay) Fig. 10
S.472; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 PI. XXVIIL
Remigia quaesita (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S.468 PI. XXVII Fig. 8.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 187
Fiimcm x>iipiUaiis (Sumatra; Nias): Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVIU S. 7 PI. 1 Fig. 4.
Toxocampa wooZ/a (Poona) ; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 459 PI. XXVII Fig. 10.
Moore bringt einen Aufsatz on the genera and species of the
Lepidopterous subfamily Ophiderinae inhabiting the Indian
Region; Transact. Zool. Societ. London XI S.63ff. PI. XU— XIV.
Er stellt diese Unterfamilie zusammen mit den Phyllodinae zwischen
dieBendidae und Ophiusidae, Von Othreis fullonica, ancilla;
Maenas salaminia; Argadesa materna; Rhytia cocale, Hypermnestra
werden colorirte Abbildungen der Larven, z. Th. auch Puppen ge-
geben. Folgende neue Grattungsnamen sind gebildet:
Khadira S. 69 für (Ophideres) aurantia i^foore;
J.(^r^s S. 69 für (Ophideres) tyrannus Cruenee miA rutilus n. sp.
(Ceylon auf Menispermaceen) ;
Purhia S. 70 für (Ophideres) discrepans Walker;
Vandana S. 72 für (Ophideres) dividens Walker;
Argadesa S. 74 für (Phal. noct.) materna L. Im ganzen sind
13 Arten aufgeführt, von denen 10 kolorirt abgebildet sind.
Ercheia ztira, zygia (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S.465.
G. D. Hülst: The genus Catocala; with 1 pl. ; Brooklyn,
N. Y., 1884, 8X2, 44Ss.; besprochen von Möschler, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 115.
Poujade konstatierte an 60 Exemplaren von Catocala
Fraxini, dass die Schmetterlinge (wenigstens in der Gefangenschaft)
zwischen 9 und 11 Uhr Abends ausschlüpfen, mit äusserst wenigen
Ausnahmen, jedenfalls aber in der Nacht; Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 165.
C. afghana (Gwal; Quetta); Swinhoe, Trans. Ent. Soc. London
1885 S. 352 PI. IX Fig. 8.
Hülst (a.a.O.) vereinigt die Gattungen Allotria, Andrewsia,
und Parthenos als Untergattungen mit Catocala, substituirt aber für
Parthenos, wegen der gleichnamigen Nymphalidengattung den Namen
Catocalirrhus. — Die oben angeführte Hulst'sche Abhandlung giebt
auch Snellen Veranlassung, jets over de europeesche Soorten
van het genus Catocala zu sagen; Tijdschr. v. Entom. XXVIII
S. 108 fe.
Stictoptera Richardi (Nias); Pagenstecher a, a. 0. S. 29
Taf. II Fig. 7.
Catephia Alchymista bei Dorpat; v. Schultz, Sitzber.
Naturf. Ver. Dorpat VII S. 290.
Lophoptera Kheili (Nias) ;Pagenstechera. a.O. S. 30 Taf. I Fig. 3.
Grammodes mirdbüis (Baku), R o m a n o f f , Memoires II S. 78 PI. IV.
188 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zethes propbiquus (Lagodekhi); (Christoph), Roman off,
MemoiresII S. 75 PI. III Fig. 12, albiguttata (Nias); Pagen Stecher
a. a. 0. S. 40 Taf. H Fig. 4.
OphideresCacica Jugendstadien; Ernst, Ent. Nachr. 1885
S. 6 mit Holzschn.
Ophiusa Olympia (Poona; Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 466.
Potamophora (Schlegelii PI. 1 Fig. 2,) HcKjenii (Sumatra);
Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVin S. 6 PI. 1 Fig. 3.
Erastria Penthima Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 6 der Me-
moires II.
Thalpochares uherosa (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S.457.
Die Noctua moldavicola H.-S. gehört nach Snellen in
die Gattung Thalpochares, gleich (Choreates) lascivalis Led.. mit der
sie im Aderverlauf übereinstimmt; Tijdschr. v. Entom. XXVIII S. 111 f.
Acontia firina (Poona; Bombay) Fig. 5, exci-sa Walk. M. S.
(Poona) S. 455, o/^eZZ« (Poona) Fig. 16, pulla Fig. 15 (Poona) S. 456 ;
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 PI. XXVIL
Marimatha pwrrt (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S.456 Pl.XXVni Fig. 16.
Protheodes veprecola (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S.456.
H e 1 i 0 1 h i s i m p e r i a 1 i s Stgr. neb& t Raupe abgebildet ; Roma-
noff, Memoires II PL IV Fig. 7.
H. juncea (Bombay,; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885
S.448 PI. XXVII Fig. 4.
Adisura unda (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 449 PI. XXVII Fig. 12.
Anophia ^lr«oWi (Nias); Pagen Stecher a.a.O. Taf. 11 Fig. 9.
0 r b i f r 0 n s s i n g u 1 a r i s Styr. abgebildet auf PI . VI Fig. 1 der
Memoires IL
Lagoptera Z>mVf/«^a (Philippinen); Snellen, Tijdschr. v. Entom.
XXVni S. 11 PI. 1 Fig. 5.
Plusia moneta neuerdings häufiger in Holland (Arnhem;
Breda) gefangen ; die Raupen meistens auf Arctiiim lappa ;Heylaerts»
Tijdschi'. V. Entom. XXVIII, Versl. S. XIX.
PI. corusca (Colorado), alterna (ibid.); Strecker, Proc. Acad.
Nat. Sei. Philad. 1885 S. 178.
Durdara zonula (Bombay); Swinhoe^ Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 469 PI. XXVIII Fig. 12.
Gesomia yemma (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 469.
Orthosia im?/or>ms (Quetta, S.- Afghanistan) ; Swinhoe, Trans.
Ent. Soc. London 1885 S. 350 PI. IX Fig. 6.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 189
C. Oberthür meldet eine Varietät von Dasycampa S tän-
dln geri Grasl. an; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 213.
Cucullia (Argyritis?) Teichii (Argentin.; nebst der auf Mühlen-
beckia sagittifolia lebenden Raupe); Berg a.a.O. S. 271, improba
(Ordubad; Raupe auf Anthemis); (Christoph,) Romanoff, Me-
moires II S. 65 PI. III Fig. 7.
Tetens fand auf Typha latifolia eine Raupe dieser Gattung,
deren Zucht misslang und die daher nicht näher zu bestimmen ist;
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 159.
C. Artemisiae added to the British Fauna ; W.Brooks, The
Entomologist 18 S. 280.
Cirrhoedia, Borjo7nen»is (Borjom); Romanoff, Memoires II S. 61
PI. III Fig. 6.
Taeniocampa ASim'm (Tiflis); Romanoff, Memoires II S. 58
PL III Fig. 5.
Seiepa vitea (Bombay) S. 460 Fig. 18, occulta (Poona) S. 461
Fig. 11; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 PI. XXVII.
Symitha sceptica (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 461 PI. XXVn Fig. 6.
Caradrina imupera (Eriwan); (Christoph,) Rom an off, Me-
moires II S. 56 PI. III Fig. 4, Bremusa (Poona); Swinhoe, Proc.
Zool. Societ. London' 1885 S. 451, belucha (Quetta, S.-Afghanistan) ;
derselbe, Trans. Soc. Ent. London 1885 S.348 PI IX Fig. 2.
Matella caduca (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Societ. London
1885 S. 470 PI. XXVIII Fig. 9.
Daxata tantüla (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 470
Leucania polemusa (Poona); Swinhoe, Proceed. Zool. Societ.
London 1885 S.447 PI. XXVII Fig. 1.
Axylia furtiva (Poona); Swinhoe, Proceed. Zool. Soc. London
1885 S. 448.
Hypopyra (Poecilojytera subg. n.) Laiuinda (Nias); Pagen-
stecher a.a.O. S. 35 Taf. II Fig. 5 (der Name der Untergattung
wird ebenda S. 180, weil schon vergeben, durch Hexamitoxytera
ersetzt.)
Rhizogramma iinilhiea (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 452 PI. XXVII Fig. 7.
Ozarba Itwarra Fig. 14, mallarha Fig. 3 (Poona); Swinhoe,
Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 452 PI. XXVII Fig. 7.
Luperina mutica (Ordubad); (Christoph,) Roman off, Me-
moires II S. 47 PI. III Fig. 2.
Peregea supplex (Poona; Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 452.
Ueber die Raupe und Verwandlung der Laphygma exigua,
1 90 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
die auch die Weinstöcke angreift s. Lichtenstein und Chretien,
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 156 ff.
Sparre Schnei der 's „Nogle bemaerkninger over Hadena
adusta Esp. beziehen sich auf die in der Jugend mit Cidaria dilu-
tata zu verwechselnde Raupe, die polyphag ist (Achillea, Origanum,
Galium, Solidago; alle möglichen Topfpflanzen, wie Reseda, Dianthus,
Sedum, Fachsia, Althea, Pelargonium) ; Tromso Museums Aarshefter
VIII S.44.
H. didyma Es}). var. Struvei (Castelbuono) ; Ragusa, II Natu-
ralista Siciliano IV S. 247 Tav. IV Fig. 7 (ist nach Beliier de la
Chavignerie, ebenda S. 299, eine „Untervar." der var. secalina).
Ai^&mea. pullata (Argent.); Berg a. a. 0. S. 270, viriata (Poona);
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 450.
Als Feinde des „Cotton-worm" lernte Kent den Oxyopes viri-
dans; Clubioua pallens, Chrysopa-Larve (?); Metapodius und andere
nur mit Volksnamen bezeichnete Wanzen; Mantis Carolina kennen;
Report of the Commissioner of Agriculture for 1884 S. 415.
Polia voi-ax (Kalifornien;; Smith, Papilio IV S. 114; (zuerst
von Behrens als Agrotis vorax erwähnt; ebenda S. 21).
Eine Note sur la chenille de THeliophobus Lolii von
P. Chretien s. Le Naturaliste 1885 S. 132f.
Episema Lederi (Helenendorf) S. 44 PI. III Fig. 1, paenulata
(Borjom) S.45 PI. II Fig. 12; (Christoph), Romanoff, Memoires 11.
Mamestra variegata (Oudja, Marocco); Au staut, Le Naturaliste
1885 S. 142.
Bidrag til kännedomen om gräsflyet och dess parasiter
af C. H. Neren; Eutomol. Tidskrift 6 S. 169 ff. — Als Parasiten
der Charaeas graminis erzog der Verfasser Ichneumon impressor,
gradarius, raolitorius; Pimpla arctica.
Ragusa hält Brytis [Brithys] encaustus Hb. für eine Va-
rietät von Pancratii und bildet beide nebst ihren Raupen ab; II
Naturalista Siciliano IV S. 272 f. Tav. IV Fig. 3—6.
Spaelotis coruscantis (Chaman, Süd- Afghanistan) ; Swinhoe»
Trans. Ent. Soc. London 1885 S. 348 PI. IX Fig. 3.
Clidia excelsa (Schahkuh); Christoph, Memoires II S. 205
PI. Xni Fig. 4.
Sn eilen erkennt die von Berg angegebene Synonymie: Agrotis
pseudoplecta Snell. = gypaetina Guen. als richtig an; Tijdschr. v.
Entora. XXVIII S. 50.
A. vana (Sattara; Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 453 PI. XXVn Fig. 9, Hahni (Shahkuh) S. 33 PI. II Fig. 8,
(Raddei Christ, abgeb. Fig. 9), Korsiikovi (Helenendorf) S. 35 Fig. 10,
Bomaiiovi (Kasikoparan) S. 37 Fig. 7; (Christoph), Romanoff.
Memoires 11 (A. degeniata Christ. Fig. 4, stabulorum Bienert Fig. 5,
mustelina Christ. Fig. 6 abgebildet ebenda PI. XII; A. Ledereri
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 191
Ersch. Fig. 4, difficilis Ersch. Fig. 5; ebenda PI. XYI), cespüis (Quetta)
Fig. 4, confwinis (ibid.) Fig. 5; Swinhoe, Trans. Ent. Soc. London
1805 S. 349 PI. IX.
Ueber die nordamerikanischen nnd europäischen Arten dieser
Gattung s, oben S. 166.
Bryophila Seladona (Kasikoparan) ; { C h r i s t o p h ) , E, o m a n o f f ,
Memoires II S. 28 PI. II Fig. 4.
Cymatophoridae. Thyatira Hedemanni (Lagodekhi); (Chri-
stoph), Rom an off, Memoires II S. 24 PI. II Fig. 3.
Notodontidae. Notodonta Grummi (Ordubadj; (Christoph),
Rom an off, Memoires II S. 21 PI. 1 Fig. 6.
Clostera curtuloi'des Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 3 der Me-
moires II.
Phalera Bohi (Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 302 PI. XXI Fig. 6.
Discophlebia Lucasii (Südaustral.); Rosen stock, Ann. a. Mag.
N.H. (5) XVI S.421 PhXI Fig. 4.
Corma Ernestina (Bombay) ; Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 302 PI. XX Fig. 2.
Arsacia frontirufa (Bombay); Swinhoe, Proceed. Zool. Soc.
London 1885 S. 301 PI. XXI Fig. 12.
Hunt fand in der Eischale von Ceruravinula eine Oeffnung
(unzweifelhaft die Mikropyle) vor, deren Bedeutung ihm unklar blieb;
:Nature 32 S. 574.
Saturniadae. Saturnia Cephalariae (Spini am nächsten stehend ;
Raupe auf Cephal procera; in der Umgegend von Kasikoparan am
Ararat; die meisten Imagines schlüpften erst nach mehr als zwei-
jähriger Puppenruhe im November aus) ; (Christoph), Romanoff,
Memoires II S. 14 PI. XIV.
Ueber die Raupe von Platysamia columbia nokomis Brodie
s. oben S. 160, 161.
Brahmaea lunulata Brem. var. Christophi Styr. abgebildet von
Romanoff, Memoires 11 PI. I Fig. 5.
Die Puppe von Endromisversicolora arbeitet sich (14 Tage)
vor dem Ausschlüpfen des Schmetterlinges durch die Bewegung ihrer
auf der Rückenseite mit nach hinten gerichteten Stacheln besetztem
Hinterleibsringe aus ihrem Gespinnste heraus und legt sich frei auf
den Boden. Poujade, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 66.
Bombycidae. Bondotia (n. g. ; al. ant. breviores et magis
trianguläres quam in B. mori, . . .; ein Seidenspinner des wilden
Maulbeerbaumes) Menciana (China, Provinz Chehkiang; die Eier
werden haufenweise an die Rinde des Baumes abgelegt und mit der
Afterwolle bedeckt); Moore, Ann. a. Mag. N.H. (5) XV S. 492.
Dirphia Zeta (Buenos Aires) S. 167 , Buscheweyi (Tucuman)
S.268; Berg a.a.O.
192 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlicheu Leistungen
Quajat stellte Versuche sugli incrociamenti fra le razze
blanche del baco da seta an und theilt deren Resultate mit;
Bull. Soc. Ent. Ital. XVII S. 229 ff.
Lucas beschreibt das Nest von Bombj^x Psidii; Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 83.
B. Acanthophylli Christ, abgebildet PI. Xni Fig. 2 der Me-
moire s II, (Loti var. Algeriensis,) Staudingeri (A]gier); Baker, Ent.
Monthl. Mag. XXI S. 242.
Thiacides postica Walk. Larve, Puppe und Imago $ ab-
gebildet; Swinhoe, Proceed. Zool. Soc. London 1885 S. 302 PI. XXI
Eig. 1, 2.
Eupterote lucia (bei Assam); Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVI S.346 Pl.Vin Fig. 4, gyra (Belgaum), diabolica (ibid.); Swinhoe,
Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 303.
Colussa vinosa (Südaustral.) ; Rosenstock, Ann, a. Mag. N. H.
(5) XVI S. 384.
Megasonia Alphei-akyi (Schahrud ; Raupe an Lycium) ; C h r i s t o p h ,
Memoires H S. 202 PI. Hm. Fig. 3.
Messata translata (Sattara); Swinhoe, Proceed. Zool. Soc.
London 1885 S. 304 PI. XXI Fig. 5.
Trisulavariegata Moore Puppe abgebildet; Swinhoe, Proc.
Zool. Soc. London 1885 S. 305 PI. XXI Fig. 7.
Liparidae. Nach Hill er ist die Zucht von Dasychira
Abietis schwierig, und von über 100 Räupchen sind nur wenige
Falter zu erziehen. So ist es wahrscheinlich auch im Freien, und
hieraus erklärt sich die Seltenheit des Schmetterlings; Zeitschr. f.
Entomolog. Breslau X S. 33 ff.
Grynaephora xerampelma (Poona); Swinhoe, Proceed. Zool.
Soc. London 1885 S. 299 PI. XXI Fig. 8, 9.
Olene olearia (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885
297 PI. XX Fig. 14, 15; 0. fusiformis Walk. ^, deren Raupe auf
Zizyphus jujuba lebt, ist ebenda Fig. 8 abgebildet.
Orgyia aurolimbata Gn. var. an nov. sp.; Romanoff, Me-
moires II S. 8.
Ocneria Baddei (Batras; Charofan, gouv. Elisabethpol); (Chri-
stoph,) Romanoff, Memoires II S. 10 PI. I Fig. 3, 4.
'E]i\Q,om^ pontificalis (Südaustral.); Rosenstock, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVI S. 383.
Ueber die Beinzahl der Raupe von Lagoa crispata Pack.
.s. oben S. 161.
Enome detersa Walk, in beiden Geschlechtern abgebildet;
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 300 PI. XXI Fig. 3, 4.
Aroa Sagrara (Belgaam) Fig. 13. clara (Bombay) Fig. 9, 10;
Swinhoe, Proceed. Zool. Soc. London 1885 S. 299.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 193
Psychidae. Heylaerts beschreibt und bildet ab Psychides
iiouvelles ou moins connues de l'Empire Russe; Memoires II
S. 176 ff. PI. IX, X. Abgebildet sind Amicta lutea Stgr. var. Ärmena
PI. IX Fig. 2, var. Schahl-uhensis Fig. 3, Uralensis Frr. Fig. 4, var.
demissa Lecl. Fig. 5; Epichnopteryx Hofmanni S. 181 PI. X Fig. 1, 2,
flavescens Heyl. Fig. 11, var. Kuldchaensis S. 184 PI. IX Fig. 8,
Staudingeri ZZeT/?. PI. X Fig. 4, MiWierei Heyl. Fig. 8, nocturnella
Al2)h. PI. IX Fig. 6; Bijugis Alpherakii Heyl PI. IX. Fig. 10, proxima
Led. PL IX Fig. 9; Fumea Rouasti Heyl Fig. 11.
Clania ^ei?w«> (Südaustral.); Rosenstock, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XVI S. 422 PI. XI Fig. 3.
Oeceticus Dewitzi (Sydney); Heylaerts, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 119.
Eumetat?) Hehneyeri (Java); Heylaerts, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 59, Ernesti (Sidney); derselbe ebenda S. 120, Leemveni
(Neu-Holland) ; derselbe S. 148.
Copliene Weyersi (Padang, Sumatra); Heylaerts, Bull. Soc.
Ent. Belg. XXIX S. 69.
Chalia Javana (Batavia); Heylaerts, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S. 85, grisea (Adelaide), lurida (Cap York); derselbe ebenda
S. 120.
Cossidae. Zeuzera n. sp. (Kasikoparan) angedeutet von
Romanoff, Memoires II S. 2.
Heylaerts bringt eine nochmalige Beschreibung und kolorierte
Abbildung seiner Romanoffia imperialis; Memoires II S. 172 ff".
PI. IX Fig.l.
Endagria Älpherakyi (Ordubad) S. 3 PI. II Fig. 1, saxicola (ibid.)
;S. 5 PI. I Fig. 1; (Christoph), Romanoff, Memoires II.
Hepialidae. Charagia virescens Lebensgeschichte ; Gr. V.Hud-
son; The Entomologist 1885 (Februar) S. 30 und Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 313 ff.
Ar o tiadae. S utonocre a (n. g. Charidem .) tripunctata (Panama) ;
Druce, Biol. centr. americ. I S. 79.
Pygoctenucha (n. g. für Cten. Harrisi und) fimerea (Neu-
Mexiko) S.46;
Alexicles (n. g.) aspersa (Neu-Mexico) S. 47; Grrote, Transact.
Kansas Acad. VIII.
Berg ergänzt die Walker'sche Gattungsdiagnose von Laora
und zählt deren Arten, L. antennata Wcdk., deserticola (Berg), latior
Butl, tegulata Butl, angustior Butt., obscura Butt, auf; Verh. Zool.
Bot. Ges. Wien XXXV S. 360 f.
Aclytia conspiciia (Guatemala); Druce, Biolog. central.-ame-
rican. I S. 70.
Acreagris togata (Guatemala); derselbe ebenda S. 73,
Arch. f. Natg 52. Jahrg II. Bd. 5. H. 13
194 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Aloa Flora (Bombay); Swinhoe, Proceed. Zool. Soc. London
1885 S. 296 PI. XX Fig. 5.
Alope clavatus (Poona; Mahableshwnr) ; Swinhoe, Proceed.
Zool. Soc. London 1885 S. 295.
Arctia JDehanna (Nias); Pagenstecher a. a. 0. S. 14 Taf. I
Fig. 10.
A. Hebe L. aberr.; Kautz, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 46.
Automolis grandis, Lucinia (Costa Rica), imitata (Mexiko),
Sicilia (Panama); Druce, Biolog. central. -americ. I S. 75.
Christoph liefert die Beschreibung nnd Abbildung der Raupe
von Axiopoena m^iwi'?^. Eichwcdd, die auf Artemisia und Centaurea
lebt, sich am Tage aber in den Ritzen und Hohlen der Felsen ver-
steckt hält. Memoires n S. 171 PI. XV Fig. 3.
A. fluviatilis (Quetta, S. -Afghanistan); Swinhoe, Trans. Ent.
Soc. London 1885 S. 351 PI. IX Fig. 7.
Ctenucha affinis (Guatemala i; Druce, Biolog. central. -americ.
I S. 83.
Ecpantheria ^retitZa (Guatemala), co^?/07-a (Costa Rica); Druce,
Biolog. central. -american. I S. 97 f.
Carales ohscurata (Mexiko); derselbe ebenda S. 99.
Arachnis confma (Mexiko); derselbe ebenda.
Epanycles gigantea (Guatemala); Druce, Biolog. central. -americ.
I S. 80.
Eucyane Childon Fig. 4, Phlegon Fig. 5, Chescdon S. 520 (Ecuador)^
Simsoni (Columbien), Chislon (Ecuador) S. 521; Druce, Proc. Zool.
Soc. London 1885 PI. XXXII, ninonia, Arcaei (Panama), Phaenicides
(Guatemala); derselbe, Biolog. Central.-americ. I S.104f.
Coreura Salmoni (Columbien); derselbe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 521 Fig. 6.
Hyalurga caralis (Ecuador), (?) Fuhites (Upp. Amaz.); derselbe
ebenda S. 522.
Phaloe pgste (Ecuador); derselbe ebenda S. 522, Gaitmeri
(Mexiko), verania (Guatemala), helotes, Trötschi , cerealia (Panama);
derselbe. Biolog. central.-americ. I S. 107 f.
Pericopis cerialis (Panama), Lygdamis, Leda (Costa Rica), Tiheris
(Mexiko); derselbe ebenda S. 1101, Irene (Paraguay), Phyleis
(Ecuador); der seihe, Proc. Zool. Soc. Lond 1885.
Eucereon mgrina, tripunctatum (Guatemala), Myrtusa, Maja
(Costa Rica), Högei (Mexiko), Leria, minutum, Lutetia (Panama)»
Rogersi (Costa Rica); derselbe. Biolog. central.-americ.I S. 84ff.
Die Gattung Fodinoidea ist nach Butler am nächsten mit
Colbusa verwandt; eine n. A. derselben ist F. )»rtc«7aia (Ankafaua,
Madagaskar); Ent. .Monthl, Mag. XXI S. 198.
Halesidota atra (Guatemala); 'Druce, Biolog. central.-americ.
I S. 92.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 195
Enhalesidota «^9er^a, cervina (Mexiko); derselbe ebenda S. 77.
Metriophyla alpha (Panama); Druce, Biolog. central.- americ.
I S. 73.
Helinra testacea (Guatemala), atava (Panama); derselbe
ebenda S. 74.
Idalus crinis (Mexiko), Crühezs (Panama); Driice, Biolog.
central. -americ. I S. 89.
Evins lineatus (Panama); derselbe ebenda.
Neritos Laodamia, asana (Panama), chozeha (Costa Rica), amastris
(Guatemala); Druce, Biolog. central. -americ. I S. 90.
Mazaeras ipsea (Panama); derselbe ebenda S. 91.
Opharus albipimctatiis (Honduras), munclator (Costa Rica), rufi-
collis (Panama); Druce, Biolog. central.-americ. I S. 102.
Phaegoptera alba (Mexiko), siiperba (Panama); Druce, Biolog.
central.-americ. I S. 95.
Pionia undulata, ohtusa, affmis (Guatemala), agnonides, striata
(Nikaragua), e%aws (Panama) ; Druce, Biolog. central.-americ. I S. 77 f.
Pseudapistosia hjstra (Panama) ; Druce, Biolog. central.-americ.
I S. 101.
Palustra Uruguayensis (Montevideo); Berg, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 211.
VurinB jjitnctatus (Guatemala); Druce, Biolog. central.-americ.
I S. 100.
Spilosoma Mona (Mahableshwur) ; Swinhoe, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 295 PI. XX Fig. 3. 4.
Lithosiadae etc. Philenora n. g. (prope Mosodam) für
(Acontia) undulosa Walk.; Rosenstock, Ann. a. Mag. N. H. (5)
XVI S. 382.
Formiana (n.g. Melamerid.) Maenades (Bolivia); Druce, Proc.
Zool. Soc. London 1885 S. 528 PI. XXXII Fig. 18.
Ueber die auf Ficus religio sa lebende Raupe von Damalig
sericea, ihre Verwandlung, Zeit des Ausschlüpfens s. Swinhoe,
Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 292.
D. onusta (Nias); Weymer a. a. 0. S. 276 Taf. 2 Fig. 6, 7.
Hypsa ^;en'w2e?e (Mas); Weymer a.a.O. S. 275 Fig. 3.
Bepara Chiguinda (Ecuador); Druce, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 524 PI. XXXII Fig. 10.
Lyces fornax (Ecuador); derselbe ebenda S. 525 Fig. 11.
Scea fluonia (Ecuador) Fig. 12 , orilochia (ibid.) , cleonica (ibid.)
Fig. 13; derselbe ebenda S. 525.
Actea minuta (Sarayacu, Ecuador); derselbe ebenda.
Darna unifasciata (Intaj, Ecuador) Fig. 14, imperialis (Chi-
guinda) Fig. 15 S.526, tripunctata {^2iX2iV^Q\\) Fig. 16 S. 527; derselbe
ebenda.
13*
196 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hagnagora Buckleyi (Intaj) Fig. 17, lex (Sarayacu); derselbe
ebenda S. 527.
Josia GZycem (Columbien) S. 527, oriZ/i'a (Ost-Peru) S. 528; der-
selbe ebenda.
Josiomorpha striata (Sarayacu); derselbe ebenda S. 528.
Flavinia Cyi-ene (Bolivia), Boxana (Cosnipata - Thal , Peru)
PI. XXXII Fig. 19, ops (jSeu-Granada); derselbe ebenda S. 529.
Micropus elegans (Intaj); derselbe ebenda S. 529 PI. XXXII
Fig. 20.
Mennis fiäeniia (Antioquia, Columbien) PI. XXXIII Fig. 1,
Hcrona (Sarayacu) Fig. 2, ficulnea (Intaj) Fig. 3, Hagno (Intaj)
S.530, Balca (Chiguiuda) Fig. 4, ficaria (ibid.) Fig. 5; derselbe ebenda.
Devara Buhona (Sarayacu) Fig. 6, Phylets (Intaj) S. 531 ; der-
selbe ebenda.
Nelo uxisama (Intaj) Fig. 7, xenopithia (Sarayacu), tolosa (ibid.),
Tomisa (ibid.) Fig. 7 S. 532, veliterna (Ecuador; Columbia) Fig. 9,
splendens (Ecuador) Fig. 11, fustina (Sarayacu) Fig. 10, paterna (ibid.)
Fig. 12 S. 533, Philodamea (ibid.) Fig. 13 S. 534; derselbe ebenda.
Sangala Antiphates (Sarayacu); derselbe ebenda S. 534
Fig. 14, 15.
Erbessa Calydon (Sarayacu), capena (ibid.); derselbe ebenda
S. 534.
Pseudebessa C«s5rtWf/ra (Sarayacu), care-s-a (Ost-Peru); derselbe
ebenda S. 535.
Aemene Kiasica (Nias); Pagenstecher a.a.O. S. 25 Taf. I
Fig. 7.
Brunia Chota (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885
S.293 PI. XX Fig. 11.
Eudule sicelides {BoUYiSi), Tritonia {Ecimdor) PI. XXXII Fig. 9;
Druce, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 524.
Josioides Sihyllae (Ecuador); Druce, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 523 PI. XXXn Fig. 7.
Mosoda consolatrix, jocidaris PI. XI Fig. 6 (Südaustralien);
Rosenstock, Ann. a. Mag. N. H. (5) XYI S. 381.
Nychthemera Cijdippe (Nias) ; AV e y m e r a. a. 0. S. 274 Taf. 2 Fig. 8.
Pterothysauus atratus (Grenze von Assani); Butler, Ann. a.
Mag. X. H. (5) XVI S. 346 PI. YUI Fig. 3.
Ptychoglene splendida(EQW?i([o\)\ Druce, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 524 PI. XXXn Fig. 8.
Roeselia j^;«5a/a (Poona; Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 293 PI. XX Fig. 6.
Teinopj'ga haemacta (Java; Sumatra): Sn eilen, Tijdschr. v.
Entom. XXVin S. 1 PI. 1 Fig. 4. — Mit T. reticularis Feld, ist Sinna
Fentoni Butl. synonym.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 197
Chalcosiadae. Callamesia n. g. (prope Amesiam) für
(Epyrgis) midama Herr. -Seh; Bntler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI
S. 345.
Pedoptila {n.^.; „general aspect of Himantopterus, but diife-
ring in the neiiration of the primaries and structiire of the secon-
daries . . .") nemopteridia (Cape Coast, AVestafrika) ; Butler, Ann.
a. Mag. N. H. (5) XV S. 340 f. mit Holzschn.
Ebenda XVI S. 51 f. setzt derselbe die Unterschiede dieser
Gattung von Doratopteryx Rogenh. auseinander und führt die
Gründe an, welche ihn bestimmen, dieselbe nicht mit Rogenhofer
die Nachbarschaft von Procris, sondern zu den Chalcosiiden, in
die Nähe von Aglaope, zu bringen.
Amesia hyala (Darjeeling) ; Druce, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 518.
Die Chalcosia caudata Bremer ist früher von Sn. von Vol-
lenhoven als Agalope AVestwoodii beschrieben worden; auch Elcysma
translucida Butler ist mit ihr synonym und der Butler'sche Gattungs-
name kann beibehalten werden, da die Art weder eine echte Chal-
cosia noch Agalope ist; Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXVIII S.201.
Erasmia Loja (Nias); Pagenstecher a.a.O. S.ll Taf. I Fig. 5.
Pidorus flavofasciatus (Nias); Pagen stech er a.a.O. S. 12
Taf. I Fig. 4.
Zygaenidae (nebst Syntomidae). Debos (n. g.) iratiis
(Indien); S winhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S.291 PI. XX Fig. 7.
Eressa Musa (Bombay); derselbe ebenda S, 290 Fig. 1.
Fseudoprocris (n. g. Zygaenin.) gracilis (Mexiko), dolosa
(Guatemala) S. 56 ;
Fs e u doch a r i s (n. g. Euchromiin.) Naenia, Sithon (Guatemala)
S. 38; Druce, Biol. centr.-americ. I.
Druce beschreibt in der Biol. centr.-amer. I folgende neue
Arten : Procris Thyana, Tliyesta (Guatemala), Forreri (Mexiko) S. 37 ;
Seryda melanops (Guatemala) S. 38; Harrisina Guatemcdena (G.)
Bümelii (Mexiko) S. 40; Eupyi'a Corydon (Guatemala)!; Calonotus
Trötsehi S. 44, metcdlicus (Panama); Amycles albomarginata (ibid.)
S. 45, strigosa, flavicollis (Guatemala) S. 46; Ichoria lycone (Costa
Rica) S. 47; Macrocneme Jole (Guatemala), Adonis (Mexiko', Evelina
(Panama) S. 48; Callicarus laconia (Mexiko) S. 49; Isanthrene Echemon
(Guatemala), Championi (Panama) S. 50; Erruca a^i'a (Guatemala)
S. 53; Myrmecopsis Crabronis (ibid.); Gymnelia gigantea (Costa Rica)
S. 54, Xenodorus (Guatemala); Laemocharis stryma, hercyna (Nika-
ragua) S. 55; Thrinacia 5a/?//wme« (Guatemala), intermedia (Panama);
Gymnopoda mbflamma (Panama) S. 56; Cosmosoma elegans , advena,
myrrha (Guatemala), saron (Panama) S. 59 ; Homoeocera beatrix (ibid.)
S. 61; Dycladia imitata, augusta (Guatemala) S. 62, pyrgion, flavi-
ventris, semifidva (Panama) S. 63; Argyroeides eurypon (Guatemala)
198 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 64, Laurion, Meiiephron (Panama); Trichura Bibbei (ibid.) S. 65;
SyntriG\mr3i placida (Guatemala); Napata Guatemalena (Gr.) S. 66; Pro-
calypta Victorina (Costa Rica); Pterygopterus superbus (Panama)
S. 67 ; Antichloris viridis (Panama), panacea (Costa Rica) S. 68.
Charidea Mariamne (Bogota); Druce, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 519 PI. XXXII Fig. 3, costaricensis (CR.), Xenodice (ibid.)
Fanamensis (P.), Griseldis (Mexiko); derselbe, Biolog. central. -
american. I S. 71 f.
Mydrodoxa Semperi (Luzon); Druce, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 519 PL XXXII Fig. 1.
Syntomis Bibbei {SM-Ce\ehes); Röber, Corrbl. Ent. Ver. „Iris'^
Dresden 1885 No. 2 S. 29 Taf. I Fig. 6, (dilatata Snell. abgebildet
Taf. I Fig. 6), albi frontalis Taf. I Fig. 8, (?) Lasara Taf. II Fig. 8
(Nias); Pagenstecher a.a.O. S. 13, geon (Mindanao; Druce, Proc.
Zool. Soc. London 1885 S. 519 PI. XXXII Fig. 2.
Zygaena Wagneri (Nizza; Monaco; nebst der auf Hippocrepis
comosa lebenden Raupe! ; Milliere , Bull. Soc. Ent. France 1885 S.92 f.
Z. Sarpedon und Ephialtes var. ; Oberthür ebenda S. 214.
Z. Ecki Christ, abgebildet PI. XIII Fig. 1 der Memoires IL
Sesiadae. Scoliomima (n. g. Toosae (= Ninia) affine) insignis
(Elopura; Mime von Triscolia patricialis) ; Butler, Trans. Ent.
Soc. London 1885 S. 371 Pl.X Fig. 10; vgl. oben S. 35.
Sesia (ichneumouiformis F. var. ? Fig. 2), aurifera (Kasikoparan) ;
(Christoph), Romauoff, Memoires II S. 116 PI. IV Fig. 1.
S. crueutata Mann, abgebildet von Ragusa, II Naturalista
Siciliano IV S. 272 Tav. IV Fig. 1, 2.
S. asiliformis Larve und Puppe; Schmarotzer der Art ist
Ephialtes tuberculatus ? ; Ralfe, Proc. Ent. Soc. London 1885 S. XXL,
Sincara lytaea, Phyllis (Guatemala), Cambyses (Panama); Druce,
Biol. cent.-americ. I S. 33.
Sanniua verrugo (Mexiko), korites (Guatemala); derselbe
«benda S. 34.
Agaristidae. Eusemia mollis Walk, abgebildet von Pagen -
Stecher a. a. 0. Taf. II Fig. 1.
E. opheltes (North-Burmah); Druce, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 518, Thruppi (Somali-Land); Butler, ebenda S. 775.
Hecatesia falcata (Panama); Druce, Biol. centr.-americ. I S. 35.
Alypia disparata (Mexiko); derselbe ebenda.
Agarista Bieti (Tybet); Ch. Oberthür, Bull. Soc. Ent. France
1885 S.228.
Sphingidae. Ueber das häufige Auftreten der Acherontia
Atropos i. J. 1885 in Frankreich s. Le Naturaliste 1885 S. 181 f.
Choerocampa stipularis (Chaman, S.- Afghanistan); Swinhoe,
Trans. Ent. Soc. London 1885 S. 346 PI. IX Fig. 1.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 199
Ch. suffusa Boisd. abgebildet von van Leeuwen jr.; Tijdschr.
V. Entomol. XXVIII PI. 9 Fig. 2
Deilephila Komarovi (Askhabad); Christoph, Memoires II
S. 169 PI. XV Fig. 2, (Euphorbiae var. Grentsenhergi von Capri;
Staudinger, Ent. Nachr. 1885 S. 10).
Panacra vigil Verwandlung; Swinhoe, Proceed. Zool. Soc.
London 1885 S. 287.
P. »i?5i^m.9 (Toeban. Java) ; Snellen, Tijdschr. v. Ent. XXVIII
S.252 PI. 9 Fig. 1.
Sphinx Pcmaquire (Argent., Prov. Saltensis et Catamarcensis) ;
Berg a.a.O. S. 266.
Sph. Ligustri life history; Poulton, Trans. Ent. Soc. London
1885 S. 281 ff. PI. VII Fig. 1—14.
Hesperiadae. Ploetz beschreibt in der Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 225 ff. (36) neue Hesperiden des indischen Archipels
und Ost-Africa's, nemlich Proteides Xrtw^^«e (Ceylon) ; Plesioneura
Queda (Malacca), Zawi (Celebes i, WoJcana ( Aru-I.) ; Hesperia Maykora
(Aru-I.) S. 225, Sekara (Neu-Guinea), Taprobamis (Ceylon), Ebitrus
(Malacca), Sewa (Celebes), Urejus (Aru-I.) Baendeli (Batavia) S. 226,
Berdka (Celebes), Kolantus, Saruna (Indien), Dschaka (Batavia),
Bohho'e (Arn) S. 227, Warna (Aru) ; Plastingia Kobros (Arn); Apaustus
Sinhalus (Ceylon), Tamis (Neu-Guinea) S. 228, Dschilus (Neu-Guinea),
Colattus (Delagoa-B.), Alfums (Celebes) S 229; Thymelicus Talantus
(Celebes); Telesto Sangira (Celebes); Isoteinon Melania (Malacca);
Antigonus Sezendis (Gty\ow)\ Tagiades L^rt«M5 (Malacca), Neira{kv\\)
S. 230, Kowaia (Neu-Guinea), Menanto (Malacca), Editus (Aru), Area
H.-Sch. i. 1. (Bengalen; Celebes), Zm?i««a (Malacca) S. 231; Ismene
radiosa (Celebes), Salanga (Aru; Malacca) S. 232.
Derselbe behandelt in der Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 35 die
Hesperiinen-Gattung S a p a e a PI. und ihre (3) Arten, und S. 36 ft",
die Hesperiinen-Gattung Leucochitonea Wlgr.? und ihre (12,
Tesp. 15) Arten.
Isoteinon flexüis (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 147 PI. IX Fig. 9, 10.
Pamphila lascivia! (Südaustral.) ; Rosenstock, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XVI S. 378 PI. XI Fig. 1, mijus\ French, Canadian Ento-
mologist 17 S. 33.
Telesto drachmophora (Mt. Kosciusko. Austr., 3000'); Meyrick,
Ent. Monthl. Mag. XXII S. 82, scepticalis {^M?imtv.)\ Rosenstock,
Ann a. Mag. N. H. (5) XVI S. 379 PI. XI Fig. 2.
Lyeaenidae. Chlorosellas (n. g. bei Spindasis) Esmeralda
<Somali-Land); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1885 S.765 PI. XL VII
Fig. 4.
Castalius Chota (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc, London 1885
S.133, Zacf/?K</M5 (Somali-Land) ; Butler ebenda S. 764 Pl.XLVIIFig.3.
'200 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Nach Butler ist der Linne'sche (Chrysophanus) Hippothoe
nicht, wie Kirby nnd Staudinger in ihren Katalogen annehmen, mit
Chryse'is, sondern mit rutilus Werneb., dispar Haw. identisch; Ent.
3Ionthl. Mag. XXII S. 64. Nach Wallengren ist dies nicht möglich,
da Ch. dispar in Skandinavien nicht vorkommt, Linne aber seine
Hippothoe „apud nos'- angiebt; die Deutung der Chryseis auf Hippothoe
ist daher vorzuziehen; ebenda S. 90; Butler S. 110.
Jolaus silarus (Delagoa B.), Druce, Ent. Monthl. M?g. XXII
S. 154, Glaucus (Duderi); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 766.
Hypolycaena umbrosa (Somali-Land); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 766 PI. XL VII Fig. 6.
Lucia? pyrodiscus Newm. M. S. (Südaustral.); Rosenstock^
Ann. a. Mag. N. H. (5) XYI S. 377.
Lycaena opalina (Mou-Pin, Tybet); Poujade, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 143, marginata, Tliibetensis (ibid.); derselbe ebenda
S. 151 , atra, timida (Kara-Kasuk ) ;Grumm-Grrshimailo, Meraoires II
S. 217, moerens (Südaustr.); Rosen stock, Ann. a. Mag. N.H. (5)
XVI S. 377.
L. Theophrastus F. var. rosacea (Algier); Austaut, Le Na-
turaliste 1885 S. 141.
Marsden schreibt the probable extinction of Lycaena
Arion in England vorzüglich dem schlechten Wetter der letzten
Jahre zu ; Ent. Monthl. Magaz. XXI S. 186 ff.
Megisba gunga (Pooua); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 133 PI. IX Fig. 7.
Catochrysops Theseus (Bombay) S. 131 PI. IX Fig. 8, Kkola
(Poona) S. 132; Swinhoe, Proceed. Zool. Soc. London 1885, Naidina
PI. XL VII Fig. 2. fumosa, Lots (Somali-Land); Butler, ebenda S.762.
Zizera ossa (Poona; Bombay); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. Lond..
1885 S. 132 PI. IX Fig. 11, 12.
Neocheriton Theodora (ßorneo); Druce, Entom. Monthl. Magv
XXII S. 155.
Butler spricht sich dafür aus, dass undularis als Type der
Gattung Pentila gelten soll; Ent. Monthl. Mag. XXII S. 59.
Spindasis Clymenus (Cameroons); Druce, Ent. Monthl. Mag.
XXII S. 155, Somalina (Bunder Maria); Butler, Proc. Zool. Soc«
London 1885 S. 764 PI. XLVII Fig. 5.
Theorema Titania (Costa Rica); Strecker, Proc. Acad. Nat.
Sei. Philad. 1885 S. 176.
Satyridae. Neocoenyra (n. g.) duplex (Somali -Land);
Butler, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 758.
Butler hält seine Aulocera Scylla, welche Marshall und
Niceville als var. zu brahminus Blanch. gezogen hatten, für eine-
selbständige Art; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 245 ff.; Elwes dagegen
schliesst sich Marshall und Niceville an und erörtert die Berechtigung
im Gebiete der Entomologie während des Jalires 1885. 201
der Gattung und ihrer Arten; ebenda XXII S. lOif. ; s. auch Nice-
ville ebenda S. 101 ff., Butler S. 127; Graham-Young S. 128.
Coenonyrapha Hero var. stolida (Westermanland, Schweden);
Schilde, Ent. Nachr. 1885 S. 171.
Debis ocellata (Mou-Pin, Tybet); Poujade, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 10. — Derselbe erkennt in seiner im vor. Jahr
beschriebenen D. albolineata die Zophoessa Anderson! Alkins.;
ebenda S. 143.
Elymnias Kiinstleri (Malacca); Honrath, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 276 Taf. YIII Fig. 3.
Epinephele Hyperanthus mit unsymmetrischer Zeichnung^
der Unterseite; Ent. Monthl. Mag. XXI S. 190.
Erebia Dabanensis Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 1 der Me-
moires II.
Mycalesis oculatissima (Mou-Pin, Tybet); Poujade, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 24, ustulata (Malacca); Di staut, The Ento-
mologist 18 S.289.
Pararge Bavidianus (Mou-Pin, Tybet); Poujade, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S.94, episcopa?i5 (ibid.); Ch.Oberthür ebenda S.226.
Chretieu beschreibt Ei, Raupe und Puppe von Satyrus
Arethusa; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 134 f.
Raupe von S. sylvicola ^ifsi. beschrieben von Aus taut, Le
Naturaliste 1885 S. 99.
S. Sieversi (Askhabad); Christoph, Memoires II S. 168
PI. XV Fig. 1.
S. Fidia L. var. alhovenosa (Algier); Aus taut, Le Naturaliste
1885 S. 142.
Triphysa albovenosa Ersch. abgebildet PI. XVI Fig. 2 der
Memoires II.
Yphthima albescens (Mou-Pin, Tybet); Poujade, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 41, ea;cdZews (Ankafana, Madag); Butler, Ent.
3Ionthl. Mag. XXI S. 198, Alemola (Pooua, Indien); Swinhoe, Proc.
Zool. Soc. London 1885 S. 127.
Nymphalidae. Agrias Amydon (Pebas; Mime von Cata-
gramma Sinamara Heio.); Strecker, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad.
1885 S. 177, Sahlkei (Cayenne); Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S.278 Taf. VIII Fig. 4.
In Tibet (Tä-tsien-lou) kommt Apatura Iris in einer der als
var. Clytia von Ilia entsprechenden Varietät vor, die Oberthür
var. Bieti nennt; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 136.
A. suhalha (Mou-Pin, Tybet); Poujade ebenda S. 207.
Adolias Thihetana S. 205, Armandiana S. 216 (Mou-Pin);,
Poujade, Bull. Soc. Ent. France 1885.
Aiaschnia Bavidis (Mou-Pin, Tybet); Poujade, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 94.
202 Bert kau: Bericht über die wissenscliaftliclien Leistungen
Argynnis Pandora var. pauperciila (ohne Silbei-flecken auf den
ünterflügeln); Ragusa, II Naturalista Siciliano IV S. 271.
Athjana gracilis (Tiraorlaut); Kirsch, Proceed. Zool. Soc.
London 1885 S. 276 PI. XIX Fig. 4.
Calinaga hrahma (Assam). Butler, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI
S. 309.
Charaxes D/^^aw^i (Perak; Sarawak); Honrath, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 277, Violetta (Delagoa Bay); Grose Smith, Ent.
Monthl. Mag. XXI S. 247, Burnfordi (Malacca); Distant, Ento-
jnologist XVn S. 191.
Diadema Alimena X. var. *Sa??;z>u (Timorlaut); Kirsch, Proced.
Zool. Soc. Entom. 1885 S. 276 pi. XIX Fig. 3.
Gramer hat unter dem Namen (Doleschallia) Polibete
zwei verschiedene Arten als die beiden Geschlechter einer Art
abgebildet; Distant behält den Gramer sehen Namen für die in Pap.
Exot. III t. 234 D.E. dargestellte Art bei und nennt die t. 235 G.D.
abgebildete, von der er beide Geschlechter von Amboina erhielt,
D. Crameri Ent. Monthl. Mag. XXII S. 41.
Hypolimnas discandra (Nias) ; W e y m e r a. a. 0. S. 264 Taf . 1 Fig.6.
H. Bolinai. ist im weiblichen Geschlechte ungemein veränderlich ;
s. G. F. Mathew, Proc. Ent. Soc. Lond. 1885 S. XXVI.
Junonia Here (Asiat. Türkei, Arabien); Lang, The Ento-
mologist XVII S. 206.
Guillot macht eine melanitische Aberr. von Limenitis Si-
bylla bekannt; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 136; Le Naturaliste
1885 S. 118;
Fallou fing (nahezu) dieselbe Aberration in 2 Exemplaren und
«ine andere, var. nigra; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 200.
L. mimica S. 200, ciocolatina S. 207 (Mou-Pin, Tybet); Poujade,
ebenda.
Melitaea didyma $ Albino; Peracca, Zool. Anz. 1885 S. 24.
M. Maracandica Stgr. var. saxatilis Christ, abgebildet PI. XII
Fig. 3 der Memoires II.
Messaras disjunda (Nias); Weymer a.a. 0. S. 263.
Neptis cura (Nias); Weymer a.a.O. S. 265 Taf. 1 Fig. 5.
Euthalia numerica (Nias); Weymer a. a O. S.267 Taf. 1 Fig. 1,2.
Dewitz lässt Precis Amestris Dr. in verschiedenen Farben-
varietäten aus Gentralafrika und Liberia abbilden; Berl. Ent Zeitschr.
1885 S. 142 Taf. II.
Hypanis castanea (Somali -Land); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 759.
On the blue-belted species of the Butterflj'-genus Prothoe
zeigt Butler, dass P. Franckii nicht die einzige hierher gehörige
Art ist; er unterscheidet noch P. angelica (Tenasserim, Borneo;
Sumatra), (uniformis?), regalis (Manipur); Ann. a. Mag. N. H. (5)
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 203
XVI S.52if.; Pr. regalis .ist S. 306 eingehender beschrieben und
PL VIII Fig. 1 abgebildet.
Vanessa Cardui, Massenauftreteu im Juli 1883 bei Turin;
Bull. Sog. Entom. Ital. XVII S. 95.'
V. polychloros L. var. enjthromelas (Algier); Aus taut, Le
:Naturaliste 1885 S. 142.
V. C-album Var.; Schatteumann, Ent. Nachr. 1885 S. 122.
Aeraeidae. Acraea Andromacha F. var. Indica (Kabia);
Röber, Corrbl. Ent. Ver. „Iris'\ Dresden 1885 No. 2 S. 22.
A. Johnstoni S. 537, Braesia S. 538 (Kilimanjaro); Godman
a.a.O., mirabüis (Somali-Land); Butler, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 760 PI. XL VII Fig. 1.
Heliconiadae (nebst Danaidae). Athesis Hewitsonü (= A.
Dercyllidas ^ Heiv.; das wahre Männchen letzterer Art wird ebenfalls
beschrieben); Srnka a. a. 0. S. 121.
Athyrtis (Salvini SrnJia (^ abgebildet Fig. 1.) Mechanitis Feld.
var. Oherthüri (Ecuador); Srnka a.a.O. S. 129 Fig. 2.
Ceratinia Porsenna (Tabatinga; Pevas) S. 122 Fig. 5, soror
(Pevas) S. 124; Srnka a. a. 0.
Guides 2)eUucida (Cundinamarca) ; Srnka a.a.O. S. 130 Fig. 3.
Euploea Bauermanni (Kabia); Röber, Corrbl. Ent. Ver. „Iris",
Dresden 1885 No. 2, S. 21 Taf. I Fig. 4, (StoUii nov. nom. = Ochsen-
heimeri Moore, nee E. (Tiruna) Ochsenheimeri Lucas S. 258,) Kheili
(Nias) S. 259 Taf. 1 Fig. 4, Maasseni [Wm^) S. 260 Fig. 3; Weymer
a. a. 0.
Weymer fand, dass E. Eupator $ Äew;. Exot. Butt. III Taf. II
Fig. 1 nicht zu der als Männchen abgebildeten Art gehört, und nennt
die Art, deren Weibchen Hewitson zu Eupator gezogen hatte,
latlfasda; a. a. 0. S. 284.
Ithomia Honrathi (Chanchamajo) S. 125 Fig. 4, tromhona (Pevas ;
Tunantins) S. 126 Yig.^, excellens (Ecuador) Fig. 7, tenera (Pevas)
Fig. 8 S. 128; Srnka a.a. 0.
Tithorea Cassandrina (Ecuador); Srnka a.a.O. S. 129.
Pieridae. Ueber Saisondimorphismus bei Pieriden s. oben S. 159.
Appias Ares (Poona); Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885
S. 188, Andersoni (Malacca); Di staut, The Entomologist 18 S, 146.
Anthocharis Pechi (Lambessa, Algier); Baker, Ent. Monthl.
Mag. XXI S.241, Staudinger, Ent. Nachr. 1885 S. 10.
Catopsilia Heera (Belgaum; Poona); Swinhoe, Proceed. Zool.
Soc. London 1885 S. 140.
Synchloe distorta (Somali-Land); Butler, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 774 PL XL VII Fig. 12.
Herpaenia melanarge (Somali-Land); derselbe ebenda.
Colias elis (Rocky nits.); Strecker, Proc. Acad. Nat. Sei.
204 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Philadelphia 1885 S. 24, CristoxM S. 220, Bomanovi ^.22^ (Kara-
Kasuk, im Alai); Grumm-Grshimailo, Memoire» II.
C. aurorina var. Libanotica Led. aberr. abgebildet PI. XII Fig. 2
der Memoires II.
In einer Note respecting Butterflies confounded under
the name of Delias Belladonna of Fabricius spricht Butler
aus, dass sich die Ansicht, D. Belladonna, von Donovan in „Natu-
ralist's repository" abgebildet, sei das $ zu D. Horsfieldii Gray, nicht
bestätigt habe, da Donovan's Figur ein braunes, schwarzes ^ dar-
stellt, von dem neuerdings ein Exemplar in den nordwestlichen Pro-
vinzen Indiens gefunden wurde. Es ist daher anzunehmen, dass
D. belladonna auf diese, und Horsfieldii auf Nepal beschränkt sei.
Mit letzterer sind zwei Arten zusammengeworfen worden, die jetzt
eigene Namen erhalten: D. Hearseyi (Barrakpore), Boyleae (Darjiling)
S. 58; Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S.57f.
J. Ale man schreibt apuntes acerca de la mariposa del
Madroiia (Euch[e]ira socialis yVestiv.); La Naturaleza VII
S. 152 ff. L. I A. Die Raupe dieses Schmetterlings lebt gesellig und
zieht Nachts in Prozession zum Frass auf Arbutus madrogno aus.
Das gemeinsame Puppengespinnst hängt beuteiförmig von einem Ast
herunter; in demselben sind die Puppen mit dem Kopf nach unten
befestigt. Der Schmetterling zeigt sich im Mai und Juni.
Gonepteryx carnipennis (Kali Valley, Indien), maxima (Nikko;
N. China) S. 407, Antonia (Tabor, Syrien) S.408; Butler, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XV.
Hiposcritia argyridina (Manipur); Butler, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XVI S.340, SJdva (Parbutti Hill, Poona); Swinhoe, Proc. Zool.
Soc. London 1885 S. 138 PI. IX Fig. 1, 2.
Huphina paZZiWa (Bombay; Poona); SAvinhoe, Proceed. Zool.
Soc. London 1885 S. 137.
Ixias meridionalis (Poona; Bombay) S. 140 PI. IX Fig. 5, Cum-
halla (Bombay) S. 141 Fig. 13, 14, Colaba (Bombay) Fig. 6, Ihoda
(Bombay) Fig. 3, 4 S. 142; Swinhoe, Proceed. Zool. Soc. London 1885.
Pieris Iranica Bienert abgebildet PI. XII Fig. 1; Memoires IL
P. Kiihni (Kabia); Röber, Corrbl. Ent. Ver. „Iris", Dresden
1885 No.2 S. 20 Taf. I Fig. 2, 3, Selma (Nias); Weymer a. a. 0.
S.269 Taf. 2 Fig. 5, Acraea (Tybet); Chr. Oberthür, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 226.
Rhodocera Cleopatra kommt auch bei St. Etienne (am
Pilat) vor; Ebrard, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 84.
Terias hdiophila (Assam); Butler, Ann a. Mag. N. H. (5)
XVI S. 338 PI. VIII Fig. 2.
Teracolus ocellatus S. 767, JteUocaustiis S. 768 Fig. 8, 9, praedarus
Fig. 7 S. 769, compilexivus S. 770, 27?rwppi Fig. 10, Jamesi S. 711^
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 205
Fhülippsi Fig. 11 S. 772; Butler, Proceed. Zool. Soc. London 1885
PI. XL VII.
Papilionidae. Deichina Thermodusa (Matheran, Indien);
Swinhoe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 146.
Oberthür beschreibt Ornithoptera Tithonus $; Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 123. — 0. Haliphron Boisd. Y2a\ Bauermanm
nebst Raupe (Kabia) ; Höher, Corrbl. Ent. Yer. „Iris" Dresden, 1885
No. 2 S. 19 f.
0. Biedeli (Timorlaut); Kirsch, Proceed. Zool. Soc. London
1885 S.275 PI. XIX Fig. 1, 2.
Ueber Papilio Alcidinus Butl. s. Röber, Corrbl. Ent. Ver.
„Iris" Dresden 1885 No. 2 S. 30 Taf. I Fig. 1.
Goossens macht Mittheilungen über die ganz junge Raupe
von P. Machaon; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 181 ff.
Papilio NezaJiualcoyotl (Neu-Mexiko) S. 174, Cleomhrotus (Amazon.
Sup.) S. 175; Strecker, Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1885, Sijcoi-ax
(Sumatra); Grose Smith, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 247, (Zetides)
Acheron (Bengalen); Moore. Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI S. 120,
danisepa S. 343, cacharensis S. 344 (Grenze von Assam); Butler,
ebenda, i?ro>?^es' (Kilima-njaro); Godmann a.a.O. S. 540, Uranus
<Nias); Weymer a.a.O. S. 271.
Papilio albinus v. Sekarensis (Sekar) S. 275 , Isidorus v. leuco-
Mictus (Columbien) S. 276; Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1885.
P. Machaon Farbenvarietät; Schattenmann, Ent. Nachr.
1885 S. 123.
P. Cypraeafila Butl. var. Mechoivicma (Angola); Dewitz ebenda
S. 305 mit Holzschn.
Parnassius Bremeri v. Graeseri (Apfelgeb. , Sib.) S. 272 Fig. 1,
Nordmanni v. minima (Daghestan) Fig. 2, Mnemosyne ab. melaina
! (Kärnthen) S. 273, Stubbendorfii ab. melanoplna\ (Nicolajefsk) S. 274;
Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 Taf. VIIL
Hymeiioptera.
Ueber ,,Bees and other hoarding iiisects; their
specialisation iiito females, males and workers" hielt
E. A. Curley vor der Brooklyn Ent. Soc. am 29. Decbr. 1884
einen Vortrag, dessen Inhalt in der Nature, Vol. 33, S. 64 ff.
abgedruckt ist. Der Verfasser glaubt, sich den Polymor-
phismus hl einem Bienenstaat auf folgende Weise erklären
zu können. Er nimmt eine ursprünglich fruchtbare,
sammelnde und intelligente Biene an, deren Eierzahl durch
Nahrungsmangel vermindert werden muss. Einige der Eier
206 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
werden unvollkommen durch Beeinflussung der Fort-
pflanzungsorgane der Mutter, und die aus diesen sich ent-
^\dckelnden Nackommen weisen ihrerseits einen Defekt in
ihren Fortpflanzungsorganen auf. Während nun gewöhnlich
die übrigen unvollkommenen Bienen sterben, bevor sie ihre
Reife erlangt haben, bleiben diese nur in ihren Geschlechts-
organen unvollkommenen Indi\^duen mit den normalen am
Leben, und einige dieser zur Paarung unfähigen bleiben
bei der Mutter und richten ihre Thätigkeit auf das Ein-
sammeln und Aufspeichern von Futter. Der auf diese
Weise gewonnene üeberfluss an Futter Avird von der Mutter
benutzt, und ihre Familie wird reich werden. Die vorher über-
bürdete Mutter gewinnt ihre Gesundheit wieder und ihre
Xaclikommenschaft wird wieder vollkommen werden. Die
Sammelbienen haben also keine Nachfolger und ihre Familie
fällt dadurch wieder dem Mangel anheim. Einige der mit
den Sammlern ausgeschlüpften neugeborenen unvollkom-
menen Bienen verlassen aber ihre Mutter und paaren sich.
Ihre Nachkommenschaft ist sehr variabel und einige der-
selben sind unfähig zur Reproduktion und bleiben bei der
Mutter als Gehilfinnen. Diese, von einer angeborenen
Unvollkommenheit ihrer Mutter herrührenden Gehilfinnen
(Arbeiter), werden also auch Nachfolger haben und die so
entstehende Variation wird eventuell auf einen bestimmten
Typus reduzirt werden, indem die zweckmässigst ein-
gerichteten überleben. Welche andere Umstände nun auch
die Herbeiführung des in Rede stehenden Resultates be-
günstigen mögen, dieses ist für sich allein geeignet, um die
Spezialisation der Bienen und Ameisen in Weibchen^
Männchen und Arbeiter herbeizuführen. Vgl. auch Trans.
New York Academy of Sciences Vol. III S. 103.
V. Dalla Torre verzeichnet die hymenopterolo-
gischen Arbeiten Prof Dr. Arn. Försters und druckt
aus einer wenig bekannt gewordenen („Ein Tag in den
Hochalpen") einige Seiten ab, die die Beschreibung von
131 auf einer einzigen Exkursion gesammelten neuen
(■halcidiern und Proctotrypiden enthalten. Jahresb. Na-
turf Gesellsch. Graubündens (N. F.) XXVIII S. 44 fl\
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 20T
Thomson's ,, Notes hymenopterologiques" be-
stehen in der Beschreibung neuer Arten: premiere partie:
Cryptidae; Ann. Soc. Ent. France 1(S85 S. 17 Ö.; deuxieme
partie: genre Mesochorus; ebenda S. 327 ff.
F. R. Cheshire schildert The apparatus for diffe-
rentiating the sexes in bees^'and wasps. An anato-
mical investigation into the structure of the receptaculum
seminis and adjacent parts. Journ. R. Microsc. Societ.
(S. II) V S. 1 ff. PI. I, IL
T. J. Briant's Aufsatz über den Fühler der Honig-
biene in Journ. Linn. Soc. London, Zoolog. XIX S. 84ft'.y
liabe ich noch nicht einsehen können.
Morphologie analytique et comparee de la
niächoire chez les Hymenopteres. — Chatin tritt
der Ansicht entgegen, als stelle der Unterkiefer der Biene
den eigentlichen Typus dieses Organs bei den Hymenopteren .
dar. Derselbe ist vielmehr der Endpunkt einer Ent-
wickelungsreihe, die mit einer Bildung (bei Vespa) beginnt,
die von dem Unterkiefer kauender Insekten, Termiten z. B.,
wenig abweicht. Compt. Rendus Acad. Sei. Paris CI S. 257 ff..
N. Poletajew macht eine Mittheilung über die
Spinn drüsen der Blattwespen; Zool. Anz. 1885 S. 22 f.
,,Jede der beiden Drüsen besteht aus einer Masse kleiner
chitiniger Kügelchen, die mit Seide absondernden Zellen
erfüllt sind und, traubenweise oder einzeln angeordnet, mit
ihren Ausführungskanälchen in einen gemeinsamen nach
dem Kopfe zu verlaufenden Ausführungsgang einmünden.
Jede Drüse ist 4—5 mal länger als der Larvenkörper. '^
Der Spinnapparat ist ähnlich dem der Schmetterlinge.
Als eine seltene Erscheinung meldet Brischke
das massenhafte Schwärmen von Lissonota variabilis
Bolmgr. an Eichenstämmen. Schrift. Naturf. Gesellsch.
Danzig (N. F.) VI Bd. 2. Heft S. 23.
Bees and Flowers; Nature Vol. 31 S. 409. Berück-
sichtigt die Farbe der von der Honigbiene besuchten
Blumen.
Die Beobachtungen über blüthenbesuchende
Apiden von E. Hoffer zählen die Blüthenbesucher von
208 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Solanum Dulcamara und Polygala cliamaebuxiis mit spe-
zielleren Angaben über die Pollen- und Nektargewiimung
auf; Kosmos 1885 II S. 135 ff.
G. Romane s stellte einen Versuch zur Entscheidung
der Frage an, ob die Bienen den Weg zu ihrem Stocke in
Folge der Anhaltspunkte, die die Umgebung für ihre Orien-
tirung durch das Gesicht liefert, finden oder in Folge eines
mysteriösen Richtungssinnes. Der Versuch fiel zu Gunsten
der ersteren Alternative aus. Nature, 32 S. 630.
Dieselbe Frage hatte Lubbock mit demselben Erfolge
geprüft; Contemporary Re\dew, 1885, November, 14 pp.;
s. Journ. R. Microsc. Soc. (2) V S. 990.
Schmiedeknecht's „Apidae Europaeae" sind
mit Fase. XI, S. (899) 33—110 (976) Tab. 16, 17, fortgesetzt.
Dieses Heft vollendet die analytische Tabelle der Gattung
Osmia und enthält die Beschreibung von 23 Arten derselben.
Peter Gameron: A Monograph of the British Phy-
tophagousHymenoptera (Tenthredo, Sirex and Gynips,
Linne). Vol. II 8^ London. Ray Society 1885. ,, In diesem
Bande setzt der Verfasser die Beschreibung der Blattwespen
fort, und wir erfahren aus der Vorrede, dass der Gegenstand
noch zwei weitere Bände in Anspruch nimmt, von denen
der 3. den Rest der Tenthrediniden, die Siriciden und die
Einleitung zu den Cynipiden mit Einschluss einer Schilderung
der auf den Bau und die Bildung der Gallen bezüglichen
Allgemeinheiten enthalten soll; der 4. soll in einer syste-
matischen Beschreibung der Cynipiden bestehen.
In diesem 2. Bande handelt Cameron nur von den
Arten einer einzigen Tribus oder Unterfamilie der Blatt-
wespen, den Nematina, die grosse Gattung Nematus und
ihre Verwandte umfassend. Diese Gruppe, obwohl nicht
so ausgedehnt, wie die im 1 . Band behandelten Tenthredinina,
bietet dem beschreibenden Entomologen die grössten Schwie-
rigkeiten, da sie die grosse Gattung Nematus enthält, von
der Cameron 107 Arten als Britisch erwähnt. Manche
derselben sind einander so ähnlich, dass es nöthig ist, die
Insekten aufzuziehen, da die Larven deutliche Unterschiede
zeigen, wo die der Imagines verwischt sind. Die Gesammt-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 209
zahl der Britischen Arten in dieser Gruppe beträgt nur 132.
In einem Anhang fügt Cameron einige Arten zu den im
1. Bande abgehandelten Gattungen hinzu, und macht
wichtige Bemerkungen zu der Erscheinung der Partheno-
genesis, welche unter den Blatt wespen ganz gewöhnlich
ist." (Nach einer Besprechung in Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) XV S. 416 f., wo auch noch rühmend hervorgehoben
ist, dass von den 27 diesem Bande beigegebenen Tafeln
13 kolorirt sind; ich habe diesen Band ebensowenig wie
den ersten einsehen können).
In Part II von The fauna ofScotland; mth special
reference to Clydesdale and the western district giebt
Cameron zunächst ein Supplement zu den Tenthrediniden
und dann ein Verzeichniss der (121) Cynipiden; Trans. N. H.
Sog. Glasgow (N. S.) I, mit besonderer Paginierung S. 53 — 95.
Notes on the aculeate Hymenoptera of Gou-
cestershire; by V. B. Perkins; Ent. Monthl. Mag. XXII
S. 145 ff.
Little known british aculeate Hymenoptera
(Pompilus pectinipes v.d.L. S\ Andrena angustior Khy.\
Bombus nivalis i)a/</6.); Saunders, Ent. Month. Mag. XXI
S. 226 ff.
Holmgren führt Parasitsteklar insamlade i Norr-
land och Lappland auf und beschreibt die neuen Arten;
Entom. Tidskr. 1884 S. 63 ff.
Als ersten seiner Beiträge zur Insektenfauna Schleswig-
Holsteins zählt Wüstnei die bisher in Schleswig-
Holstein aufgefundenen Blattwespen (Tenthredi-
nidae) (276 A.) auf; Schriften Naturw. Ver. für Schleswig-
Holstein VI S. 21 ff.
o
Beiträge zur Hymenopteren-Fauna der Insel
Spiekerooge, von F. Sickmann; Abhandl. naturw.
Verein Bremen IX S. 275 ff'. — Bei zweitägigem Aufenthalt
wurden 26 Arten gefangen, welche aufgeführt sind.
Poppe macht einige von Hollmann in der Umgegend
Bremens gesammelte Arten namhaft, die z. Th. in Ameisen-
nestern gefunden wurden (Dolerus eglanteriae; Ichneumon
Arch. f. Natg. 52. Jalirg. IL Bd. 5. H. 14
210 Bertkan : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
raptorius; Paniscus giaucopterus ; Pezoinachus fasciatus;
Formica gagates; Andrena xanthina; Heriades Campanu-
larum; Prosopis communis); Abli. naturw. Ver. Bremen VIII
S. 590 f.
Systematisches Verzeichniss der bisher in der Um-
gegend von Bremen aufgefundenen Faltenwespen;:
von D. Alfken (21 A.); ebenda IX S. 282 ff.
In einem Nachtrag zu dem Verzeichniss der bei
Wellingholthausen aufgefundenen Raubwespen
macht Sickmann 14 w^eitere Arten namhaft und fügt bei
einzebien biologische Beobachtungen bei; 6. Jahresb. Na-
turw. Ver. Osnabrück S. 175 ff.
• Liste des Hymenopteres . . . ä Bruxelles; BuU.
Soc. Ent. Belg. XXIX S. 147 f
Hall er erwähnt als in der Schw^eiz gefangen Allantus-
costalis Klug] Macrophya antennata Klufj, militaris Klug;
Tenthredo olivacea Klug; Emphytus rufocinctus Reizius;
Dolerus leucopterus Zacld., saxatilis Khg; Lyda histrio
Latr. ; Mitth. Schweiz, ent. Ges. VII S. 202 f.
Hoffer macht einige Hymenopteren aus der
Umgebung von Travnik in Bosnien namhaft (Apiden,
Vespiden); Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. Uff.
Mocsary's Adatok Magyar. Fürkcszdarazsarnak isme-
retehez (Data ad cognitionem Ichneumonidarum
Hungariae) in Math, es termeszetud. közlemenyek XX
S. 51 ff. enthalten in einer ungarisch geschriebenen Ein-
leitung die Systematik der Ichneumoniden und dann eine
Aufzählung der (204) in Ungarn beobachteten Arten mit
Angaben über ihr Vorkommen, ihre Wirtlie u. s. w.
De Stefani beschreibt Imenotteri nuovt o poca
Gonosciuti della Sicilia; II Natur alista Siciliano IV
S. 185 ff.
Derselbe führt die raccolte imenotterologiche sui
Monti di Renda auf; ebenda V S. 41 ff.
Antiga schickte eine Liste de . . . himenopteres
rec. en San Esteban Palantordera . . . y no com-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 211
prendidos en las listas publ. en los Anales ein (36 A.);
Anal. Soc. Esp. Hist. Natur. XIV, Actas S. 74 f.
Magretti bucht die Kesultati di raccolte ime-
notterologiche nell' Africa Orientale; Ann. Mus. Civ.
Genova (2^ I S. 523 ff. Tav. I. Die Ausbeute der von Suakin aus
im Januar 1883 durch den östhchen Sudan unternommenen
Reise bestand aus 83 Gattungen mit 190 Arten, von denen
2 Gattungen und 35 Arten als neu beschrieben werden.
Die Ichneumoniden sind von Kriechbau mer, die Formi-
ciden von Andr^, die übrigen Nova vom Autor selbst
beschrieben.
Gribodo zählt in einer Memor. seconda über die auf
der italienischen Expedition nach dem äquatorialen Afrika
gesammelten Imenotteri 62 Arten auf; Ann. Mus. Ci\ico
Genova (2) IS. 277 ff.
W. Kirby stellt a list of the Hymenoptera of
New Zealand zusammen; New Zealand Journal of Sei.
II S. 65 ff.
Gribodo zählt in einer Note supra alcuni Ime-
notteri raccolti a Minhla nel regno di Birmania
34 Arten auf; Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 349 ff.
H. L. Roth theilt Notes on tlie habits of some
Australian Hymenoptera Aculeata mit; Journ. Linn.
Societ. Lond., Zool., XVIII S. 318 ff. mit Holzschn. Bezieht
sich auf Pelopoeuslaetus; (Sphex ephippium; Pison Spinolae;
Bembex tridentifer) ; Eumenes Latreillii; Abispa splendida;
Rhynchium Rothi; Odynerus bicolor; PoHstes Bernardii,
Formica rufonigra; OecophyUa virescens; Ectatonmia di-
minuta; Meranoplus dimidiatus; s. diese.
Blackburn macht eine Mittheilung über die Hyme-
nopteren der Sandwichs-Inseln; Proceed. Liter, a. Scient.
Soc. Manchester XXV S. 123 ff., zu der Cameron eine
Einleitung und Anmerkungen giebt. Dem Namen nach auf-
geführt und beschriebsn sind 84 Arten, doch meint Black-
burn, er habe über 100 gefangen. Die grösste Zahl der-
selben scheint autochthon zu sein. Von Apiden sind
(ausser der eingeführten Honigbiene) 14 Arten angeführt,
14*
212 Bertkau : Bericht über die wisseiiscliaftliclien Leistuugen
von denen 10 der Gattung Prosopis angehören. Raub- und
Grabwespen werden 35 Arten namhaft gemacht, und auch
hier ist wieder die Armuth an Gattungen zu bemerken,
da 19 Arten der Gattung Odynerus und 11 Crabro an-
gehören. Ameisen wui'den 10 Arten erbeutet. Der Rest
{'25) vertheilt sich auf die verschiedenen Sclmaarotzerfamilien.
Von Phytophagen ist keine Art erwähnt.
Feigeninsekten beschrieben von Dr. G. Mayr; Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXXV S. 147 ff. Taf. XI - XIII. -
Nachdem hi neuerer Zeit zuerst wieder durch Mayer resp.
Solms-Laubach das Interesse auf die in der domestizirten
Feige lebenden Insekten und deren Lebensweise gelenkt
war, nachdem dann namentlich englische Entomologen
ehien grösseren Formenreichthum unter den Feigeninsekten
bekannt gemacht hatten, zeigt hier Mayr, wie eine ganze
Fauna von kleinen Hpnenopteren in den Feigen lebt. Die
zur Untersuchung dienenden Feigen stammten theils aus
den Mittelmeerländern, theils aus Brasilien und Java und
beherbergten eine Fauna, die man nach Mayr in 3 Gruppen
theilen kann: Gallenerzeuger, Parasiten, Feigenbesucher.
Die ersten sind z. Th. durch den bekannten, von der Ge-
wohnheit abweichenden Geschlechtsdimorphismus inter-
essant, indem die Weibchen gefärbt, geflügelt, mit wohl-
ausgebildeten Fühlern und Sehwerkzeugen versehen sind,
wogegen die Männchen blass gefärbt, und mit nur rudi-
mentären Fühlern, Seh- und Flugwerkzeugen ausgerüstet,
sind. Nun lehrt aber Mayr unter den Männchen selbst
noch einen Dimorphismus kennen, der auf einer ver-
schiedenen Ausbildungsstufe jener die Männchen von den
Weibchen unterscheidenden Merkmale beruht. Em solcher
Dimorphismus unter den Männchen kommt bei Crossogaster ;
Heterandrium und Aepocerus intiaticeps vor.
Die Entscheidung, ob ein Feigenbewohner ein Gallen-
erzeuger oder ein Parasit eines solchen sei, ist nach der
blossen Kenntniss seiner systematischen Stellung nicht zu
treffen. Doch glaubt Mayr mit grosser Wahrscheinlich-
keit alle Agaoninen, ndndestens die Arten der Gattung
Blastophaga, zu ersteren rechnen zu dürfen, während dagegen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 2 1 3
z. B. unter den vorwiegend parasitischen Eurytominen auch
Phytophagen vorkommen.
Die Zahl der Gattungen und Arten, die hier charak-
terisirt werden, ist eine sehr grosse und liefert wohl den
besten Beweis dafür, wie wenig wir noch von den Minutien
der Tropen und Subtropen kennen, da die allermeisten
neue Arten sind und neuen Gattungen angehören.
Die beschriebenen Arten sind: Blastophaga (Cerato-
solen) appencUndafa (aus Sycomorus umbellata im bot.
Gat. zu Buitenzorg) S. 164 Fig. 1, 2, occultiventris (aus
S. panifica im tropischen Nilgebiet) S. 166, fusciceps (aus
F. glomerata auf Java) S. 167 Fig. 3, Solmsi (aus Cysto-
gyne canescens auf Java) S. 168 Fig. 4, 5, consiricta (aus
C. subopposita auf Java) S. 169 P'ig. 6, hisidcata (aus C.
lepicarpa auf Java) S. 170, crassitarsus (aus C. Ribes auf
Java) S. 171 Fig. 7, (Blast, i. sp.), hrevicentris (aus Ficus
sp. in Indien) S. 172 Fig. 8, 9, clavigera (aus F. elastica
auf Java) S. 174, socoirensis (aus F. salicifolia auf Sokotra)
S. 175, quadraiiceps (aus Urostigma religiosa in Singapur)
S. 176, grossorum Grav. (aus F. carica, pseudocarica, per-
sica und serrata aus verschiedenen Gegenden), javana (aus
F. hirta) S. 179 Fig. 10, hrasiliensis S. 180, hifissulcüa
(Brasilian. Feigen) S. 181 Fig. 11, Mmjeri (aus Fic. sp.
vom Isl. of Bally), quadrupes (aus Erythrogyne diversifoha
auf Java) S. 182; Tetrapus (n. g.) a??imca/?z^s (Blumenau)
S. 188 Fig. 12 — 19; Crossogaster (n. g.) /n/Vm/s (aus
F. salicifolia auf Sokotra) S. 192 Fig. 20 — 'l'>\ Sycophaga
Sycomori Ilasselq , perplexa Coquerel\ Nannocerus {\\. g.)
hiaiiicidülvs (Brasilien) S. 196 Fig. 23; Physolliorax (n. g.)
disci g er ^hidi.) S. 197, annidiger (ibid.) S. 198; Cril ogaster
(n. g.) singidaris (ibid.) S. 200 Fig. 24, piliventn's Fig. 25, ?itfda
(ibid.) S. 201; Ganosoina (n. g.) rohusium Fig. 25, 2Q^
parallehim, afienuatum (ibid.) S. 204; Teiragonaspis (n.g.)
jlavicollis S. 207, gracilicornis Fig. 28, forticornv^ S. 208,
coriaria, hrevicoUis, punctata (ibid.) S. 209, iestacea (aus
Syc. glomerata auf Java); Otitesella serrata (aus F. salici-
folia auf Sokotra.) S. 210; Sycorgctes (n. g.) patellaris
(aus Syc. umbellata und glomerata auf Java) S. 215
214 Bertkau: Bericht über die wisseuschaftlicheu Leistuugen
Fig. 29, 30, Simplex (aus F. hirta auf Java) S. 216
Fig. 31 — 33, coccothr allstes (aus F. salicifolia auf Sokotra)
S. 217 Fig. 34 — 36, trvncalus (aus F. salicifolia auf Sokotra)
-S. 218 Fig. 37; Philotrypesis caricae (Hasselq.) (aus F.
carica, persica und palmata), spinipes (aus Cystog. suboppo-
sita und lepicarpa auf JaA^a) S. 223, himacidata (aus F.
sp. auf Java), minuta (aus Covellia Ribes auf Java) S. 224;
Trichaulus (n. g.) versicolor (Brasilien) S. 226 Fig. 38;
Plesi osfigma (n. g.) hicolor (Brasilien) S. 227 Fig. 39, 40;
Diomorus variahiUs (ibid.) S. 228; Decatoma lojigiramidis
S. 229, aequiramvUs, hreviramvUs (ibid.) S. 230; Heter-
andrium (n. g.) loiigtpes, 7iudwenfre Yig. 4:1, 4:2, n7i{a7irn(-
latuni Fig. 43, 44 S. 236, bia?invlatym, \?>-articulatum (ibid.)
S. 237; Cohjostichus (n. g.) longicaudis, brevicaudis (ihid.)
S. 239; G 07110 gaste?' (n. g.) varicolo7' (aus Cyst. suboppo-
sita auf Java) S. 241; Aepocei-us (n. g.) excavatas S. 243,
ema7'ginatus, swiplex, ßavomacuJatus S. 244, ]mndi2)en7i7s,
inßaticeps Fig. 46 S. 245 (alle aus Brasilien).
Kohl macht Bemerkungen zur Synonymie der
Hymenoptera aculeata; Ent. Nachr. 1885 S. 161 fi^^
(Mut. arenaria F. = maura F.; Sapj'ga rufipes Costa =
similis F.; Pomp, fraterculus Costa = (,,Larra") 6-maculatus
Spin.', fimereipes Costa == tripunctatus Dahlh., (letzterer
aber nicht = tripunctatus Spin., welcher ein Salius ist);
semicinctiis Tasch., = bilunulatus »S<r/?/.s%s. ; nigripennis SieJi.
= aterrinms Ro-^s var. ; repraesentans Smith = scalaris
Taschenb. = coruscus Smith 1879; costatus Tasch. =
polistoides und flavopictus Snnth = interruptus Sag; auri-
fi'ons Smith = australis Gver. var.; incisus Tischh. = nijier-
rimus Scop. exempl. mutilatum; nubecula Costa = cin-
ctellus r. d. L., = vomeriventris Costa = operculatus Klug ;
Priocnemis sordidipennis Kohl = Salius infumatus Palm ;
Bellieri Sich. = propinquus LepeL; Agenia iallsiX Fversm ,
= Pseudagenia albifi^ons Dalm. ; Ammophila nigritaria
Walk, und festiva Smith = dives Brülle; Chlorion lobatum
F. = Sphex chrysis Christ; Sphex sericea F., ferruginea
Lep., lineola Lep., ferox Smith, Lepeletierii Sauss., Godef-
froyi Saiiss. sämmtlich = aurulentus F. ; Isselii Gribodo =
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 215
liviclocinctiis Costa, confinis Dhlb. = argyrius Brülle =
«marginatus BrvlU-^ Cerceris laminata Eversm. = Ferreri
V. d. L.; Stignius niger Motsch. = congriius Walk.; Bem-
bex dissecta Dhlb. = tarsata Latr. var.).
In einem Nachtrag zu den Beobachtungen über
•die Blatt- und Holzwespen konstatiert Brischke durch
die Zucht die Zusammengehörigkeit von Nematus histrio
und faUax, ferner von N. caprea und trisigiiatus (vielleicht
.auch turgidus) und macht Bemerkungen über die Futter-
pflanze und Zucht anderer Arten. Schriften Naturf.
Oesellsch. Danzig (N. F.) VI. Bd. 2 H. S. 243 ff. Taf. I.
Tenthredinidiae. Kriechbaum er fährt in seinen Blatt-
wespen Studien fort; Corrbl. naturw. Ver. Kegensburg, 39, S. 9 if.,
135 ff., 145 ff.; vgl. den vor. Bericht S. 162.
Epitactus praecox Frst. ist wahrscheinlich nur eine aberrante
Torrn von Nematus capreae (Pz.) Zadd.; die Gattung wenigstens
nicht haltbar; Nematus brachycercus Htg. (brachycerus Msc.) (= tri-
signatus Fst.), flaviventris Htg. gehören zu den Varietäten des
K Capreae im Sinne Zaddach's; K sulcipes Htg. ist noch eine un-
sichere Art; unter N. cocruleocarpus Htg. sind die beiden Formen
longispinis und brevispinis zu unterscheiden S. 13; N. melanurus ist
«in Druckfehler für melaneurus; die Art ist synonym mit K. betulae
{Btz.) Zdd. (und vielleicht auch betularius Htg.); N. approximatus
Fst. = eurysternus Zdd., ebenso auch umbratus T/ioms., während
umbratus Zdd. eine davon verschiedene, noch der Aufklärung be-
dürfende Art ist; N. xauthobabptus Fst = hortensis Htg.: die
(Tenthredo) fuliginosa Schrk. ist eine Phymatocera-Art, die Klug 'sehe
fuliginosa davon verschieden und eine Blennocampa, mit der brevi-
cornis Brischke und eine neue, intermedia (Triest), nahe verwandt
sind; alle drei Arten sind durch Diagnosen unterschieden, die neue
fiuf S. 148; das (^ von Hylotoma enodis ist von dem sonst sehr
ähnlichen (^ der Berberidis durch die Genitalklappen zu unter-
scheiden; Försters Hyl. aenescens ist nicht mit melanochroa Gm.
zu vereinigen, wie Andre that; synonym mit ihr ist H. con-
fusa Bietr.
Konow erkennt unter den in Strongylogaster vereinigten
Arten die Typen dreier Gattungen, die er in folgender Tabelle
unterscheidet :
Drittes Fühlerglied so lang oder kürzer als das vierte; Fühler
hakenförmig; Sägescheide des $ an der Spitze dreispaltig
Thrinax n. g.
216 B e r tk a 11 : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Drittes Fühlerglied länger als das vierte; Fühler schlank, in der
Mitte mehr oder weniger verdickt; das erste Fühlerglied viel
dicker als das zweite, dieses knrz kegelförmig, länger als-
breit Stromhoceros n. g.
; Fühler kräftig, kurz, gleich dick; 1. Fühlerglied kaum
dicker als das zweite, dieses sehr kurz, quer . Strongylogaster
Bahlh,
Zu Strongylogaster gehören filicis Klg., cingulatus F., geni-
culatus Thoms.; zu Stromboceros alhilahris, gracilicornis, tihialis (alle
von Korfu) S. 21 ; zu Thrinax mixta Klg. {■= femoralis Cameron)^
macula Klg., intermedia (?) S. 23 und mixta Thoms., für die der
^Name contlgua S. 22 in Vorschlag gebracht wird. Wien. Ent. Zeitg..
1885 S. 19 ff.
V. Steinbeschreibt neue Afterraupen, nemlich von Tenthredo
rufipes Klg.; Seiandria aperta Hrtg. mit ihrem höchst eigenthümlichen
Cocon; Nematus albipennis Hrtg., punctipes Jli.; Wien. Ent. Zeitg.
1885 S. 245, 302 ff.
Derselbe setzt seine Tenthredinologische Studien mit IX:
Die deutschen Arten der G-attung Allantus Jiir. fort; Ent.
Nachr. 1885 S. 113 ff.
Cameron stellt eine Synopsis of the British species of
Cimbicidina, Hylotomina, Lophyrina and Lydina zu-
sammen; Ent. Mouthl. Mag. XXII S.47, 83, 117 ff.
Schlectendal schreibt ein jetzt zum ersten 3Ial beschriebenes
Umrollen der Blattränder von Prunus spinös a der Eiablage einer
Teiithredinide (Blennocampa ?) zu; Jahresber. Vereins f. Naturk. zu
Zwickau, 1885 S. 20.
Konow macht Bemerkungen über einige Blattwespen-
gattungen S. 117 ff. und über Blattwespeu S. 295ff. ; Wien.
Ent. Zeitg. 1885. Den Namen Rhogogaster ändert er in Bhogo-
gast er a um S. 123; für Dineura parvula Klg., mentiens Thoms.y
despecta Htg., Hepaticae ^mc7?Aewird die Gattung Pseudodineura
errichtet; S. 297.
Konow führt aus, dass die Hylotoma violacea Klug die be-
kannte fuscipes Fall., violacea Hart, dagegen eine andere Art sei^
die er Hartigi nennt; dieselbe ist bei Berlin nicht selten; Wien.
Ent. Zeitg. 1885 S. 117.
H. cyanocrocea Forst, var. Messanensis (M.); De Stefani;
II Natural. Sicil. IV S. 185.
Poecilos(t)oma undulata (Altvater); Konow, Wien. Ent. Zeitg.
1885 S. 122.
Strongylogaster caucasictis ( Stauropol ); Schaposchnikow,
Ent. Nachr. 1885 S. 181.
Hoplocampa ferruginea F. in Villeneuve- sur- Lot auf
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. '2\T
Pflaumenbäumen Verheerungen anrichtend; Lucas, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 67.
Perineura Crippae (Enna); De S tefani, II Natur. Siciliano IV
S. 185.
Konow unterscheidet die (12) Arten der Gattung Seiandria
Klg. in analytischer Tabelle, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 23f. und
beschreibt die neuen excisa (Mecklenburg) S. 24 , Fürstenhergensis
(ibid.) S. 35.
S. Wüst7ieii (Kiel: Hagen; Berlin); derselbe ebenda S. 123.
Derselbe führt aus, dass Eabricius zwei Arten morio ge-
nannt habe, und zwar die zuerst, die er später unter dem jetzt
üblichen aethiops aufführte; die morio (F.) aut. wird von Konow
Fabricii genannt ; ebenda S. 300.
Dineura sulcifrons (Corvin); Konow, Wien. Ent. Zeitg. 1885
S. 296.
Fenusa excisa (Schweiz) und andere n. sp.; Konow, Wien»
Ent. Zeitg. 1885 S. 298.
Konow giebt die Synonymie der blauschwarzen mit einem
halbkreisförmigen Eindruck an den Mittelloben des Mesonotum ver-
sehenen Dol er US- Arten in folgender Weise an: D. nitens Zacld.
= anthracinus Htg. ^ = ? coracinus Htg. $; anthracinus Klg.
= atricapillus Htg., Zacld. $\ coracinus Klg. = coerulescens
Htg. (5 = anthracinus Zadd. (J. Ferner ist D. varispinus Thoms.
= leucopterus Zadd., elongatus Thoms. = aeneus Htg.\ anthracinus
Thoms. gehört zu varispinus Htg. und coracinus Thoms. zu nitens
Zadd.; uliginosus Klg.= hiiQY\ti\\9, Klg., aut. = madidus Konow;
madidus Klg. = Lamprechti Konoiv. Wien. Ent. Zeitg. 1885
S. 118 ff.
D. *S'^ei7?i (Zürich-Hottingen); derselbe ebenda S. 301, piadri-
iiotatus (Ost-Ungarn); Birö, Rovart. Lapok I S. 57.
Nematus lateralis (Danzig; Larve auf Schlehen); Brischke
a. a. 0. S. 246 Fig. 3.
Ichneumonidae. Thomson gründet auf Cryptus bima-
culatus Grav. die n. G. Nyxeophilus und beschreibt weiter N.
nigricornis (Südfrankreich); Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 18; der
Cr. Coraebi Beg. gehört in die Gattung Macrocryptus und ist
M. lancifer Grav. sehr ähnlich.
Ichneumon bellicosus (Sicil. ?j; De S tefani, II Natur. Sici-
liano IV S. 1S6, Möllert (Helsingland) S. 63, Bingii (Jämtland; Lapp-
land) S. 64, Budolphi (Helsingland) S. 65; Holmgren, Entom.
Tidskr. 1884, Gastoldi (Sardinien); Costa, Rendic. Acc. Sei. fis. e.
mat. Napoli XXIV S. 323.
Trogus cyaneipennis (Sardinien); Costa, Rend. Acc. Sic fis. e
mat. Napoli XXIV S. 323.
Mesostenus cingulatellus (ibid.); derselbe ebenda.
218 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Amblyteles Spilosomae (Eperies, aus Sp. menthastri) S, 106,
dirus (Ungarn, Siebenbürgen) S. 119, moestus (Südungarn) S. 123;
Mocsäry, Data ad cognit. a. a. 0., der ebenda S. 77 eine eingehende
Beschreibung seines Amblyteles puerperae giebt und denselben auf
Taf. Vn abbildet.
A. ruf US (Catania); De Stefani, II Natural. Sicil. IV S. 186.
Platylabus a/er (Ostsudan) ; (Kriechbaumer i. 1.,) Magretti,
Ann. Mus. Civ. Genova (2) I S. 527.
Apaeleticus Sardous, Xn'ecAiaw mm (Sardinien); Costa a.a.O.
Phaeogenes Sesiae (Ungarn, aus S. asiliformis) ; Mocsäry,
Data ad cognit, etc. a.a.O. S. 137, montanus (G-iacalone); De Stefani,
II Natural. Siciliano IV. S. 187.
Oronotus thoracicus (Sardinien); Costa a.a.O.
Ischnus ridihundiis, p-oximiis (Sardinien); Costa a. a. 0., Minai
(Sicil. ?); De Stefani, II. Natur. Siciliano IV S. 187.
Neotypus semirufus (Aikota, Ostafr.); (Kriechbaumer i. 1.,)
Magretti, Ann. Muss. Civico Genova (2) I S. 527.
Phygadeuon ripicöla (Schweden) S. 19, parvicauda (Marchienne,
Frankr.) S. 20, varicornis (le Crotoy, Frkr.) S. 21, heterogaster (Portif.,
Frkr.) S. 22; Thomson a. a. 0., xwoximator (Sardinien); Costa,
Eend. Acc. Sei. fis. e matemat. Napoli XXIV S. 323.
Mesoleius tricoloripes (Sardinien;
Orthocentrus Firasii (ibid.); derselbe ebenda.
Phytodiaetus rufipictus BriscMe in England; Capron,
Proceed. Ent. Soc. London 1885 S. XIX.
Cryptus fidiyinipennis (Sardinien); Costa a.a.O.
Microcryptus ornaticeps (Paris), nigritulus (Angre): Thomson
a.a.O. S.23.
Hemiteles ohliquus (Nordfrankr.) S. 24, liambus (Avignon) S. 25,
australis (ibid.), trochantercdus (Phalempin, Frkr.) S. 26, hiHiceps
(Pyrenäen) S. 27, balteatus (Fortif., Frkr.), dis2)ar (Libercourt) S. 28,
homocerus (ibid.), fuscicarpus (ibid.) S. 29, liostylus (ibid.), lissono-
toides (Schweden) S. 30, rubrocinctus (Avignon) S. 32; Thomson
a.a.O., coUimis (Sardinien); Costa a.a.O.
Pezomachus Numidicus (Algier); Thomson a.a.O. S. 32.
P. immaturus Frst. und vulnerans Fst. neu für England
(Headley Lane); Proc. Entom. Soc. London 1885 S. VIII.
Pimpla cercopithecus, apricaria, cimjidatella (Sardinien); Costa
a.a.O., jKa^/itsae (Catania) ; De-Stefani, II Natural. Siciliano IV
S. 188.
lieber Lissonota variabilis s. oben S. 207.
L. liectorcdis (Sardinien); Costa a.a.O.
Ophion adustus (Schweiz); Hall er, Mitth. Schweiz, ent. Ges.
VII S. 200, dichromopterus (Sardinien); Costa, Rendic. Accad. Sei.
fis. e mat. Napoli XXIV S. 324.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 219
Anomalon secernenduni, posticum (Sardinien);
Porizou arthroleucus (ibid.); derselbe ebenda.
CharopsZ>ra;?ce2?5 (Ostsudan); (Kriechbaumer i.l.), Magretti,
Ann. Mus. Civ. Geno\^ (2) I S. 529.
Casinaria (?) Magrettii (Ostsudan); (Kriechbaumer i.l.).
Magretti, Ann. Mus. Civ. Gen. (2) I S. 529.
Cremastus pallidus (Ostsudan); (Kriechbaumer i. 1.,) Ma-
gretti, Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 530.
Thomson unterscheidet in der Gattung Mesochorus Gi-av.
drei Untergattungen nach folgendem Schema:
1. Astiphrommus: Caput sulco genali nuUo. Alae superiores nervo
parallelo supra medium cellulae brachialis egrediente; inferiores
nervello saepissime fracto.
2. Mesochorus: Caput sulco genali impressa. AI. sup. nervo
paralllelo supra medium cell, brach, egrediente. Nervellus haud
fractus. Scutelli fovea lata, profunda.
3. Stictopisthus: Caput facie lata, antennis inter se magis quam
ab oculis distantibus. AI. sup. nerv, parall. infra medium cell,
brach, egrediente, nervulo postfurcali, areola sessili; nervello haud
fracto. Scutelli fovea transversim linearis. — Die Arten werden
nach Färbung, Skulptur u. s. w. weiter gruppirt.
Von Astiphrommus sind 15, von Mesochorus s. str. 43, von
Stictopisthus 4 Arten beschrieben, folgende als neu: Astiphrommus
ijvanifjer (Schweden, Frankreich) S. 328, buccatus (Schweden) S. 329,
hamiilus (Dänemark), mandihularis (Schweden) S. 330, incidens (Eng-
land) S. 331, Simplex, tenuicornis (Schweden), plagiatus (ibid. und
England) S. 332; Mesochorus tubercidüjer (Schweden) S. 333, mgripes
(Nord- und Mittel-Europa), xmnctiplearis (ibid.) S. 334, curvicauda,
hrevicollis (Schweden) S 335, temporalis (Ei\\g\2iml),pectinipes (Schweden,
aus ,,Geometra" grossulariata) , fulmis (Schweden), Lapponiciis (L.)
S. 336, longicauda (?), hrevigena, Salicis (Schweden) S. 338, crassicrus (?)
marginatus (Nord- und Mittel -Europa) S. 339. picticrus (Schweden)
S. 340, tenuiscapus, cdhipes (Schweden), stigmaticus (Nord- und Mittel-
Europa) S. 341, macrurus (Lappland) S. 342, acuminatus (Schweden),
angusfatus (ibid., aus Microgaster glomeratus), curvidus (ibid. und
Frankreich) S. 343: Stictopisthus bilineatus (Schweden und Frank-
leich), laticeps (Schweden und England), convexicollis (Schweden)
S. 344: Ann. Eut. France 1885 S. 327 if.
Braconidae. Marshall beginnt in den Transact. Entom.
Soc. London 1885 S. 1 ff. P1.I--VII eine Monograph of British
Braconidae. Die Einleitung setzt die angewandte Terminologie
auseinander und erläutert dieselbe, soweit sie das Flügelgeäder be-
trifft, an einem vergrösserten Flügelpaar. Marshall theilt die Bra-
coniden in 6 Divisionen, deren jede in Familien zerfällt. I Cyclostomi
(mit Familie Bracouides. Exothecides, Rhyssalides, Spathiides, Heca-
220 B e r t k a u : Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
bolides, Pambolides, Doryctides, Hormiides, Rhogadides) , II Cry-
ptogastres (mit Sigalphides, Chelonides), III Areolarii (mit Micro-
gasterides, Agathidides), IV Polymorphi (mit Euphorides, Perilitides,
Calyptides , Blacides , Liophronides, Ichneutides, Helcontides , Macro-
centrides, Diospilides, Opiides), V Exodontes (Alysiides, Dacnnsides),
VI Flexiliv^entres (mit Aphidiides), so dass im Ganzen 26 Familien
unterschieden werden, von denen hier die 13 ersten (Braconides-
Agathides) behandelt sind. Für Divisionen, Familien, Gattungen
und Arten sind analytische Tabellen aufgestellt, welche durch eine
ausführlichere Charakteristik vervollständigt werden. Als British
sind erwähnt: Bracon 38 (erythrostictus S. 17 von Milford Haven
und aus Gallen von Triticum repens, exaratm- S. 26 von Brundall,
Norfolk, tornator S. 32 von Leicestershire , Nunton, Devonshire,
fraudator S. 34 von Clober, eiiitriptus S. 35 von London, Yorkshire,
Devonshire aus Gallen von Hormomyia capreae, j/raetermissus
S. 37 = immutator vai'. 2 Wesm., otiosus S. 42. clegenerator S. 44 von
Leicestershire, harypus S. 47 von Wight), Phänomens 2, Xenarcha 1
(lustratos Hai. abgebildet), Bathystomus 1 (funestus Hai. abgeb.),
Rhysipolisl(meditatorīZ.abgeb.),Rhyssalus 2 (indagator Hai abgeb.),
Colaster 3 (decorator Ual. abgeb.), Oncophanes 1, Spathius 2 (rubidus
Rossi abgeb.), Hecabolus 1 (sulcatus Curt. abgeb.), Dimeris 1 (mira
Ruthe abgeb.) , Coelo'ides 2 (scolyticida Wesm. abgeb.) , Doryctes 4
(Heydenii Remh. abgeb.), Histeromerus l (mystacinus Wesm. abgeb.),
Chremylus 1 (rubiginosus Nees abgeb.), Hormius 1 (moniliatus
Nees abgeb.), Cliuocentrus 5 (exsertor Nees abgeb.), Petalodes 1
unicolor Wesm. abgeb,), Pelecystoma 1 (lutea Nees abgeb.), Hetero-
gamus 1 (dispar Curt. abgeb.), Rhogas 12 (irregularis Wesm. abgeb.);
Allodorus 1 (lepidus Hai. abgeb.), Sigalphus 7 (obscurellus Nees
abgeb.), Phanerotoma 1 (dentata Pz. abgeb.), Chelonus 18 (cane-
scens Wesm., sulcatus Nees abgeb., neu carbonator S. 123 von
3Iargate, Devonshire, speculator S. 126 von Nunton, cwvulas S. 127
= annulipes var. 1 Wesm., decorus S. li^8, dispar S. 129 Darenth
Wood, Devonshire, catulus S. 162 von Nunton, pusio S. 133 aus
Elachista atricomella Staint. oder luticomella Zell, secutov S. 135 von
Nunton, latrunculus S. 138 von Northants und Glasgow, exilis S. 139
aus Cosmopteryx Lienigiella), Ascogaster 10 (instabilis Wesm. abgeb. ;
wawRatseburijü S. 1^16 von Brundall, Norfolk), Sphaeropyx l(irroratorK
abgeb.), Mirax 1 (Spartii Hai. abgeb.), Acoelius 1 (subfasciatus Hol.
abgeb.), Apauteles 69 (ferrugineus Reinh. abgeb.; neu salebrosus
S. 164 aus Oporobia dilutata, ferrugineus Reinh. M. S. 170 aus Chilo
phragmittellus, BignelUi S. 171 aus Melitaea aurinia, limhatus S. 173
aus Abraxas grossulariata, ruhecula S. 175 aus Pieris rapae, Geryonis
S. 180 aus Procris Geryon, Zygaenarum S. 181 aus Z. lilipendulae,
Jucundus S. 182, nothus Reinh. il. S. S. 186, laetus S. 189 aus Gracilaria
semifascia und Eupoecilia ciliella, cultrator S. 192 aus „einer haarigen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 2'21
Raupe", pi'aetor S. 197 aus Catoptria aemulana, naso S. 203, sicarius
S.209 aus Diasemia literata, abjectus S. 211 aus Lophopt. camelina,
Notod. dromedarius und dictaeo'ides, Caberae S. 212 aus Cabera
pusaria; Jodis laetearia; Selenia bilunaria, und Lomaspilis marginata.
lautellus S. 219 aus Lithocolletis lautella, lantanella; Grracilaria semi-
fascia), Microplitis 12 (xanthopes Buthe abgeb. ; neu dolens S. 232,
horealis S. 237), Microgaster 19 (russatus Hai., tiro Beinh. abg. ; neu
scoticus S. 251 , novicius S. 252 , hospes S. 257 , spretus S. 259 aus
Rhodophaea consociella, xyolitus S. 260). Agathis 5 (brevisetis Nees
abgeb. ; neu anglica S. 265 aus Coleophora albitarsella und Depressaria
nervosa), Earinus 3 (gloriatorius Pz. abgebildet; neu zonatiis S. 268
aus Eupoecilia notulaua), Microdus 9 (tremidulus Nees abgebildet),
Orgilus 1 (obscurator Nees abgeb.).
Von Apanteles formosus Wesm. erwähnt Marshall ein aus
TJropteryx sambucaria gezogenes (J, das einen langen fadenförmigen
Stiel an seinen Cocon gemacht hatte.
Phanerotoma noctivaga (Antigua; nächtlicher Weile durch
Lampenlicht angelockt) S. 112 Anm. ;
Gh^lowA.^ Antillarum (Westindien) S. 118 Anm.; derselbe ebenda.
Fsenobolus (n. g.; Os circulare, apertum; caput subcubitum
öccipite immarginato; abdomen petiolatuni; al. ant. cellulis cubita-
libus 3, nervo recurrenti interstitiali vel cellulae cubitali primae apice
inserto, cellulis discoidalibus aequilongis, postica apice aperta, nervo
parallelo non interstitiali) pygmaeus (in Feigenfrüchten in Sta.
Catharina in Brasilien); Reinhard, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien
XXXV S.247 Taf. XIII Fig. 46.
Bracon genicidator, humo'ator (Sardinien); Co3ta a.a.O.
Dinocampus imlUäipes (Sardinien); Costa a.a.O.
Meteorus sxüendens, scutatus (Sardinien): Costa a.a.O.
Helcon helveticus (Bürgenstock); Hai 1er, Mitth. Schweiz, ent.
Gesellsch. VII S.201.
Macrocentrus jprocerMÄ (Sardinien); Costa a.a.O.
Rogas reticidatoi', gasterator, fta^aZis (Sardinien) ; Costa a.a.O.
Evaniadae. A. Schletterer behandelt die Hymen opter en-
Gattung Gasteruption Latr.; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXV
S. 267 ff. Taf. XIV. Dem Namen Gasteruption wird vor dem allge-
mein bekannten Foenus das Prioritätsrecht und damit die Allein-
berechtigung zuerkannt. Die Gattung enthält 83 beschriebene Arten,
von denen 40 der paläarktischen, 4 der äthiopischen, 1 der orienta-
lischen, 9 der nearktischen, 6 der neotropischen, und 23 der austra-
lischen Region angehören. Der Verfasser stellt eine tabellarische
Uebersicht eines Theils der paläarktischen Arten zusammen, und be-
schreibt dieselben ausführlicher, darunter austriacum (Frankenfeld),
distingiiendum (Niederösterreich, Tirol, Toskana, Frankreich) S. 277,
graecum (Epirus) S. 279, KoJiln (Bozen) S. 280, laeviceps (Rhodus),
'>l'l Bertkaii : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nitidum (Calabrieu) S. 281, Thomsoni (Schweden) S. 285, tilidle
(Bozen) S. 286, Toumieri S. 287, caffrarium (Caffr.; Cap) S. 288,
tenuicolle (Orizaba) S. 291, hrachyurum (Vaudiemensland) S. 293,
dubium (Neuholland) S. 294, latigencde (Amboina) S. 295, longicolle
(Sydney), mcdaicum (Neuholland) S. 296, Novae- Hollandiae (Sydney)
S. 297, peregrinum (ibid.) S. 298, BogenJwferi (Swan River) S. 299,
Steindachneri (Sydney) S. 300, variegcdum (ibid.) 8.301.
F. rugidorsum (Sardinien): Costa a.a.O.
Chalcididae. L. O.Howard liefert Descriptions of North
American Chalcididae.... with biolog. Notes (U. S. Depart-
ment of Agriculture. Bureau of Entomology. Bulletin No. 5^
AVashington 1885). Die bekannten Arten Nordamerikas werden auf-
gezählt und folgende, zumeist durch Zucht erlaugte neue beschrieben:
Spilochalcis Missouriensis, virens S. 6, Odontotae (aus der Puppe von
0. scutellaris) S. 7-, Chalcis Columhiana S. 8, Tachinae (aus T. sp.)
S. 8 -, Haltichella Americana S. 9 ; Copidosoma Gelechiae (aus G.
Gallae-Solidaginis) S. 10, vagiim (aus Gel. pseudacaciella), Celaenae
(aus C. reuigera) S. 11, intermedium (aus Gel. gallae-asterella) S. 12;
Encyrtus sidjlestus (aus einer auf Pinus australis lebenden Lecanium-
Art) S. 12, ensifer (aus Aspidiotus corticalis Hiley, fascicornis S. 13,
puncticeps, trioziphagus (aus Gallen von Tr. Diospyri) S. 14, solus (aus
Gallen von Fr. Magnoliae), Fachypsyllae (aus Gallen von P. Celtidis-
gemma) S. 15, Cecidomyiae (aus Gallen von C. Salicis-siliqua) S. 16;
Chiloneurus duUus (aus Lecanium sp. auf „Scotch pine"), Dacty-
lopii (aus D. destructor) ; Aphycus hrimneus (aus Diaspis Rosae) S. 17,
Ceroplastis (aus C. Artemisiae), macidipes (aus Lecanium auf Quercus
aquatica) S. 18; Bothriothorax Virginiensis, pecidiaris (aus Syrphiden-
larven) S. 26; Psilophrys hyalinipennis ^.21: Leptomastix Dactylopii
(aus D. destructor) S. 23; Coccophagus vividus (aus Lecanium Hespe-
ridum) S. 24, flavifrons, KoeheUi (beide aus Lecanium auf Pinus
australis) S. 25; Euplectrus leHCotrophis (aus Bärenraupe), Plcdyhypenae
(aus PI. scabra) S. 26, Catoccdae (aus C. -Raupe), frontalis (aus Eulen-
raupe auf Juglans) S. 27; Elachistus Proteoteratis (aus P. aesculana)
S. 27 , Cacoeciae (aus Gallen der C. rosaceana), coxalis S. 28 ; Elasmus
varius (aus Blattwickelu von Gracilaria rhoifolieila) S. 29. nigripes
(aus Lithocolletis gregariella). alhicoxa, pullatus (Tischeria malifoliella).
Tischeriae (aus T. solidaginifoliella) S. 30.
Die Fortsetzung von Cameron's Bearbeitung der Hymeno-
ptera in Biolog. Central -american. VI S. 81 ff. PI. 28, 31, 33 ist
dieser Familie gewidmet. Ausser zahlreichen neuen Arten werden
folgende neue Gattungen aufgestellt: Acanthochalcis (Leucospis
ähnlich, für) nigricans (Mexiko) S. 101; Kapala S. 102, für furcata F.;
Lirata für luteogaster (Panama) S. 102; Lophyrocera (bei Schiza-
spidia) für sti-amineipes (Panama) S. 103; Orasema (Psilogaster
und Stilbula ähnlich) für stramineipes (Panama) S. 105; Blephrata
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 223
für ruficoUis (Panama) S. 109; Faralaesthia für mandibularis
(Panama) S. 111; Hontalia (bei Axima Walk) für coerulea (Nika-
ragua) und ruficornis (Panama) S. 113; Brasema für brevispina
(Gruatemala) S. 124; Äseirba für caudata (Guatemala) S. 128.
Ueber „Feigeninsekten" aus dieser Familie s. oben S. 212.
Leucospis coxalis (Buenos Aires); Kirby, Ann. a. Mag. N. H.
(5) XV S. 243.
Derselbe berichtigt, dass die Heimath der Smicra Burmeisteri
Kly. nicht die Argentinische Republik, sondern Rio de Janeiro ist,
wo sie aus einer Caligo-i\.rt erzogen wurde und beschreibt Sm.
(?, oder Conura) Bergi (Buenos A'ires, aus Oeceticus Platensis J5^.>
S. 244".
Tetrastichus prodiictus Ril. und carinatus Forbes Schmarotzer
der „Hessenfliege"; s. American Naturalist 1885 S. 11041
Isosoma gründe (Amerika; in Getreidehalmen); Riley, Bull.
Brookl. Ent. Soc. VII S. 111 und Rep. of the Commissioner of Agri-
culture for 1884 S. 358 PI. VU Fig. 2, 3, Vm Fig. 3, 4; Ann. a. Mag.
N. H. (5) S. 356, nigrum (Amerika, im Weizen); A. J. Cook, Americ.
Natural. 1885 S. 804 ff. mit Holzschn.
Bethylidae. Pristocera afra (Ostsudan); Magretti, Ann.
Mus. Civic. Genova (2) I S. 533 Tav. I Fig. 1.
Cynipidae. Schi echten dal beschreibt und bildet ab eine
bisher nicht bekannte Blattgalle von Quercus pedunculata (von Linz
am Rhein), vermuthlich von einem Neuro terus veranlasst; Jahresber.
Vereins f. Naturk. zu Zwickau, 1885, S. 21 Taf. II Fig. 3.
Allotria ancylocera (Carruber Glen) S. 85, maculicoUis (New
Galloway), basimacula (Milngavie, Mugdock) 87, Ccdedonka (Mugdock)
S. 88; Cameron, Fauna of Scotland.
Kleditoma striata (Clyde) S. 91, picipes S. 92; Cameron, Fauna
of Scotlad.
Magretti fand an den AVurzeln von Vitis vinifera von Novellara
(Emilia) in Gallen ein flügelloses Insekt mit 14-gliedrigen Fühlern,
das er zur Gattung Biorrhiza bringen zu können glaubt. Bull. Soc.
Ent. Ital. XVII S. 207 f.
Chrysididae. Chrysis Andromeda (Ambo-Karra; Sansibar)
S. 317, inops (Let-Marefia) S. 318, {callaina? ; vielleicht = angolensis
Badoszk.; Daimbi) S. 317; Gribodo, Ann. Mus. Civic. Genova (2) I.
Chr. ignita L., fulgida L.j bidentata L. und neglecta Shuck,
aus Nestern des Odynerus spinipes L. erzogen; Billups, Proc. Ent.
Soc. London 1885 S. XIX.
Crabronidae. Nitela ist kein Schmarotzer, wie Schenck
vernmthete ; N. Spinolae wurde beim Eintragen einer Battlaus (Aphis
Picridis) betroffen; Sickmann, 6. Jahresber. Naturw. Ver. Osna-
brück S. 181.
224 B e r tk an : Bericht über die wissenschaftlicheu Leistungen
Ueber das Nest von Trypoxylon albitarse F., das raitSpinnen,
zumeist Epeiriden und Tlieridiaden verproviantirt wird, und über
die Thätigkeit der Wespe s. Sörensen, Entom. Tidskr. 1884 S. 15ff.
Philanthus nitidus (Ostsudan); Magretti, Ann. Mus. Civic.
Oenova (2) I S. 595.
Berabex Boriae (Ostsudan); Magretti, Ann. Mus. Civic. Genova
(2) S. 590 Tav. I Fig. 14.
B. t r i d e n t i f e r Sm. macht unterirdische N ester ; Roth a. a. 0.
S. 321.
Larrada oöscwra (Ostsudan) ; Magretti, Ann. Mus. Civic. Genova
<2) I S. 585 Tav. I Fig. 13.
Pison Spinolae Shuck. und perplexus Smith legen sehr
zerbrechliche Nester aus Erde an, die sie mit kleinen Spinnen füllen;
Roth a.a.O. S. 321.
Sphex Taschenher gi (Ostsudan); Magretti, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I. S. 581.
Sph. ephippinm Sm. legt unterirdische Nester an und ver-
sorgt dieselben mit Heuschrecken (? cricket): Roth a.a.O. S. 321.
Podium Maracandicum Radoszk. ist kein Podium, sondern
ein Sphex nnd mit S. (Enodia) nigropectinatus Taschb. synonym;
Kohl, Ent. Nachr. 1885 S. 165.
Pelopoeus Spinolae ie/). var. rufopictus (Ostsudan); Magretti,
Ann. Mus. Civico Genova (2) I S. 577.
P. Quartinae (Let. Marefia; Daimbi); Gribodo ebenda S. 298.
P. laetus Smith verproviantirt seine lang- elliptischen Zellen
aus Erde mit gelähmten Spinnen von massiger Grösse, deren 15 — 22
Exemplare den Vorrath einer Zelle bilden; die Spinnen gehören
3 verschiedenen Arten an ; äusserst selten wird eine andere Art ein-
getragen. Solcher Zellen werden 10 — 20 in zwei übereinander
liegenden Reihen angelegt; die Zwischenräume zwischen den einzelnen
Zellen werden mit Dreck ausgefüllt und die Gesammtheit gleich-
massig damit überzogen. Bei dieser Wespe schmarotzt eine Fliege,
die die für die jungen Wespenlarven eingetragenen Vorräthe diesen
vorwegnimmt; Roth a. a. 0. S. 318 ff.
P. lunatus F. (oder verwandte Art) legt seine Zellen an Ge-
bäuden, in hohlen Bäumen, selten unter umgefalleneu Baumstämmen
an, und versieht sie mit gelähmten Spinnen (Epeiriden, Theridiaden,
selten einer Clubiona-Art). Die Art ist am Parana, Paraguay und
bei Bnenos-Ayres nicht selten; Sörensen, Ent. Tidskr. 1884 S.13ff.
Mocsäry beschreibt (oO)Spec. nov vel minus cognit. gen. Pepsis
Fabr.; Termesz. Fiizet. IX S. 236 ff.; die neuen Arten sind P. Pan
(Amaz.), Jiyaliniiiennis (Pebas, Amz.) S. 240, .4«ny>/ias (Obidos, Amaz.).
basalis (Colunibien) S. 241, Parthenope (Brasilien) S. 2^2, pulchripennis
<Amaz.) S. 243, erythroptera (Amaz.) S. 244. egregia (Amaz.) S. 246,
insignis (Amaz.) S. 248, jucunda (Venezuela: Brasilien , micans
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 225
(Columbien) S. 249, albolimbata (Brasil.), Sciron (Obidos, Amaz.) S. 250,
fulgidipennis (Amaz.), chlorotica (Brasil.) S.251, fulvicornis (Panama),
Heciiba (Pebas, Amaz.) S. 252. amahilis (Fonteboa,i\.maz.),?;ioZacapen»r<5
(Pebas) S. 253, crassicornis (Obidos) S. 254, Charon (Chiriqui; Panama),
violacea (Südamerika) S.255, pallidicornis{0\)\^o^), ac^üe>?a (Südamerika)
S. 256, hymenaea (Merida, Venezuela) S. 257, nana (Säo Paolo, Bras.),
Sibylla (Quito) S. 258, Frivaldszl'yi (Obidos) S. 259, Diana (Amazon.),
Niphe (Obidos) S. 260, Pulszliyi (Teife und Fonteboa, Amaz.), diversi-
2)ennis (Minas Geraes, Brasil.) S. 261, aurimacula (Blumenau, Bras.),
chlorana (Sao Paolo, Bras.) S. 262, Circe (Merida) S. 263, cinctipennis
(Guatemala), Sabina (Merida) S. 265, Chiron (Honduras) S. 266,
Andrei (Guatemala), Ätalanfa (Columbien) S. 267, Hecate (Obidos),
Kiobe (Guyana) S. 269.
Pompilidae. Paracyphonyx (n. g. für die Arten der
Gattung Pompilus mit zweispaltigen Krallen; von Cyphonyx durch
die Bewaffnung der Tibien verschieden, welche bei Cyphonyx gesägt
und bedornt sind, wie bei Priocnemis, bei Paracyphonyx dagegen nur
Dornen tragen, wie bei Pompilus) melanicrus (Giagague); Gribodo,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 307.
Kohl ändert seinen Gattungsnamen Haploneura wegen
Aploneura Pass. (Aphiden) in Haploneiirion um; Ent. I^achr. 1885
S. 163.
Ceropales Kricchbaumeri (Ostsudan); Magretti, Ann. Mus.
Civ. Genova (2) I S. 571.
Aporus variipennis Saiiss. ist nicht = Planiceps variipennis
Pei-ty, aber auch ein Planiceps, der von Kohl P. Saussurei genannt
wird; Ent. Nachr. 1885 S. 163 f.
Hemipepsis Gestroi (Cialalaka); Gribodo, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I S. 311, sycophanta (Minhla, Birmah): derselbe ebenda
S. 359.
Salius elongatus S. 568, ruficwnis S. 569 (Ostsudan); Magretti,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I, elegans (ßenna); De-Stefani, II
Naturalista Siciliano IV S. 188.
Parac3q)honyx (s. oben) Metemmensis (M.); Magretti, Ann.
Mus. Civ. Genova (2) I S. 565.
Agenia nigroaurantiaca (Ostsudan);- Magretti, Ann. Mus.
Civic. Genova (2) I S 575 Tav. I Fig. 11, Quartinae (Cialalaka) S.303,
valida (Daimbi) S. 304; Gribodo ebenda,
Ag. nana Sauss. ist ein Pompilus, und da es schon einen P.
nanus Sehende giebt, so wird er von Kohl P. Novarae neubenannt;
Ent. Nachr. f885 S 164.
Pompilus contentiosiis (Daimbi); Gribodo, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I S. 305.
Seoliadae. Myzine Sauakinensis (S .) . Magretti, Ann. Mus.
■Civ. Genova (2) I S. 560 Tav. I Fig. 2.
Aldi. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 15
226 Bei'tkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Discolia scapulata (Minhla, Birmah)-, Gribodo, Ann. Mus,
Civico Genova (2) I S. 362.
Mutillidae. Radoszkowski giebt eine Revision des
armures copnlatrices des mäles de la famille de Mutil-
lides; Hör. Soc. Ent. Ross. XIX S. Iff. Taf. I-IX und Holzschn..
im Text. — Das Studium der Begattungsorgane von den $ von
68 Arten hat den Verfasser von dem hohen Werthe dieser Organe-
für die Artenunterscheidung überzeugt. Sogar Gattungen lasseu
.«ich mit Berücksichtigung derselben unter der grossen Zahl der bis-
her zu Mutilla gebrachten Arten unterscheiden. Der Verfasser will
aber seinen Kollegen die Schöpfung Aveiterer neuer Gattungen über-
lassen und stellt selbst deren „nur drei" auf, nämlich Dasylahris
S. 28 (Augen des $ rund, Hinterleib birnförmig, Flügel mit 2 oder
3 Cubitalzellen; Ast des forceps breit, volsella und tenaculum des
forceps einem an der Unterseite der forceps-Basis befindlichen Stücke?
eingefügt) für arenaria F., maura L., cariuata Rad. etc.: Edrio-
notus S. 33 (Augen des ^ nmd, Hinterleib fast sitzend, das erste
Segment von dem zweiten bedeckt; 2 Cubitalzellen, Ast des forceps,
nach unten gebogen) für litoralis, obliterata Smith, capitata Luc. etc. ;.
Tricholabiodes S. 35 (Körper verlängert, erstes Hinterleibssegment
lang, stielförmig, nicht vom zweiten bedeckt, Kopf quer, Augen rund :
Flügel mit 3 Cubitalzellen ; Volsella oval) für peduuculata Klug und
eine neue Art.
Von neuen Arten wird beschrieben Mutilla Saltensis (Daghestan)
S. 8 Fig. 2, duplex (Persien) S. 12 Fig. 5, Hymalajensis ! (H.) S. 13
Fig. 9, Lezginica (Daghestan) S. 16 Fig. 12, elongata (Kaukasus;
Persien) S. 17 Fig. 13, Caffra (C.) S. 20 Fig. 18, Daghestanica (Süd-
europa; Kaukasus) S. 24 Fig. 22, Trunconomalica ! (Tr.) S. 26 Fig. 27,
Luzonica (L.) S. 27 Fig. 28, Etschmiadzini (E.) S. 45. serta (Orenburg)
S. 46; Dasylahris 5e/MY/i5 (Askhabad; Pichpek) S. 46, Mlokosewitzii
(Daghestan) S. 47; Tricholabiodes asiaticus S. 36 Fig. 69; Agama
Caucasica (Lagodechi) S. 38 Fig. 56, Komaromi (Askhabad) S. 38
Fig. 58, Äskhabadensis (A.) Fig. 59, Caspica (ibid.) Fig. 70 S. 39,.
Kokpetica (Kokpet-Dag) S. 40 Fig. 71.
Mutilla Sudanensis (Ostsudan) S. 546 Fig. 3, sidcata S. 54T
Fig. 4, tarsispinosa S. 549 Fig. 5, unguicidata S. 549 Fig. 6, Badosz-
kowshji S. 552 Fig. 7, Takriira S. 553 Fig. 8, Favesii S. 554 Fig. 9,.
aureocincta S. 555 Fig. 10; Magretti, Ann. Mus. Civic. Genova (2)
I Tav. I, vicinissima S. 364 , Comottoi S. 365 (Minhla, Birmah);;
Gribodo ebenda.
Pseudomutilla (n g.) Sardtniensis (S.); Costa'a. a. 0. 1884
S. 169.
Formicidae. Der Indische Micropternus gularis, ein
Specht, nistet regelmässig in Ameisennestern; Davison, Nature
Vol. 31 S.438; 32 S. 52.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 227
Grimm berichtet, wie Exemplare von Formica rufa ihren
in eine Pfütze gefallenen Kameraden Pichtennadeln und Grashalme
zutrugen, mit deren Hülfe sie ans Land gelangen konnten, wo sie
von den anderen freundlich empfangen und gepflegt wurden. Mitth.
Naturw. Ver. f. Steiermark, 1884, Bericht S. 100.
Blochmann macht eine Mittheilung über die Gründun'g
neuer Nester hei Camponotus ligniperdus Latr. und
anderen einheimischen Ameisen, welche die alte Angabe
Huber's bestätigt, nach der ein befruchtetes Weibchen allein einen
neuen Staat gründet. — Ein beigefügtes Verzeichniss der bei
Heidelberg aufgefundenen Arten weist 20 Namen auf. Zeitschr.
wissensch. Zool. 41 S. 719 ff.
In einer Rassegna delle formiche della Tunisia führt
Emery 40 von Doria gesammelte Arten auf; Annali Mus. Civico
Genova (2) I S. 373 ff.
Formica rufo nigra Lowne, zu Mackay in Queensland sehr
häufig und zerstörend, säuberte einst einen Baum von grünen Raupen,
die sich massenhaft auf demselben eingefunden hatten ; Rotha. a. O.
S. 327.
Dass Ameisen hören können, ist Rev. E. C. Spicer sehr
wahrscheinlich , der in Australien eine unbenannte Art fand, welche
„eine Reihe abgestossener , zischender und zirpender Töne hervor-
bringt, welche noch mit Leichtigkeit 3 Zoll vom menschlichen Ohr
entfernt wahrgenommen werden können." Proc. Roy. Soc. Queens-
land I S. 79 ff.
Notes on the mounds of the occident ant, Pogono-
myrmex occidentalis ; J, E. Todd, Americ. Naturalist 1885 S. 305 ff.
H. Bos: Bijdrage tot de kennis van den lichaamsbouw der
rode Boschmier (Formica rufa); Acad. Proefschr. Groningen 1885;
8x2 114 Ss. med 2 tav. — Ist mir nur dem Titel nach bekannt ge-
worden.
Anochetus Sedüloti (Tunis) S. 377 mit Holzschn., Mayri
(St. Thomas, Antillen) S. 378; Emery, Ann. Mus. Civic. Genova (2) L
Leptothorax Laurae (Tunis); Emery, Ann. Mus. Civic. Genova
(2) I S. 380.
Meranoplus Magrettii (Ostsudan); (Andrje i. 1.), Magretti,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 543 mit Fig.
Monomorium Pharaonis L. eine neue Hausplage auch in
Finnland; Reuter, Öfv. Finsk. Vet.-Soc. Förhandl. XXVI S. 1 ff.
Der Autor giebt auch eine Beschreibung und Synonymie der Art.
M. afrum (Ostsudan); (Andre i. 1.), Magretti, Ann. Mus. Civ.
Genova (2) I S. 540.
Vespidae. Paramischocyttarus (n. g. Mischocyttaro
affine; at: palpi max. art. 4 primis longis, 2 ultimis parvis; man-
dibulae mediocriter longae, tridentatae ; antennarum dimidium flagelli
15*
228 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
incrassatum ; clypeus latior quam longior, apice excavato bidentato;
thorax leviter compressus ; .... alarum cellula 2. cubitalis triangu-
laris) siibtilis (Eassala, Ostsudan) S. 602 mit Holzschn.;
Ischnogastero'ides (n. g. Ischnog., Belonog., et Mischocyttaro
affine, at: abdominis petiolus valde arcuatus, metathoracis sulcus
medius longitudinalis postscutellum attingens; mandibulae dentatae
anguste oblongatae, rostrum conficientes, clypeus apice triangulariter
excavato, hinc bidentato; alarum cell. cub. 1 pentagona, 2 et 3
trapezo'idales ; ped. post. mediocriter longi) flavus (Kor Oheru, Ost-
sudan) S. 606 mit Holzschn. S. 604; Magretti, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I.
Abispa spien dida Guer. entwickelt sich ohne Cocon (? .,de-
velops without forming any shell"); Roth a. a. 0. S. 323 mit Holz-
schnittdarstellung des Nestes.
Eumenidarum species novae beschrieben von Morawitz
in den Hör. Soc. Ent. Ross. XIX sind Eumenes hispinosus (Dalmatieu)
S. 135; {Pterochilus hellenicus (Gr.; Syra; Rhodus) S. 137, Eckloni
(China) S. 139, atrohirtus (Griechenland) S. 142, punctiventris (Scharud)
S. 143, aberrans (Adshikent, Transkauk.) S. 145 ; Hoplomerus quadricolw
(Krasnowodsk) S. 146, Persa (Scharud) S. 148, mammillatiis (ibid.)
S. 149, Caroli (Algier) S. 151, calcaratus (Eriwan) S. 153, congericr
(Syra) S. 155, Armeniaciis (Etschmiadzin ; Eriwan) S. 157, mandibalaris
(Nucha) S. 158, grandis (Scharud) S 159; Lionotus nigricornis (Bala-
klawa) S. 160, Frzewalskiji (China) S. 161, atrofasciatus (China,
Alaschangeb.) , S. 162, tegidaris (Tschemachli) S. 165, cardinalis
(Etschmiadzin), S. 167, siäfuripes (Asschabad) S. 169, crihratus (Dorot-
schitschach) S. 171, sellcdus (Bogdo) S. 172; Ancistrocerus Komaroivi
(Asschabad) S. 175; Microdynerus bifidus (Balaklawa) S. 177, alasto-
roides (Borshom) S. 179.
Eumenes Latreillii Sauss. sucht, nachdem sie einen passend
scheinenden Brutplatz gefunden hat, Wasser auf, von dem sie einigen
Vorrath einnimmt; dann arbeitet sie mit ihren Mandibeln und dem
ersten Beinpaar von einem Erdkloss Bröckchen ab, die sie mittels
des ausgespieenen Wassers zu einem Klumpen etwa von der Grösse
ihres Brustkastens zusammenballt; aus solchen Ballen fügt sie ihr
halbkugeliges Nest zusammen, in welchem (3) grüne Raupen von
der Länge eines Zolles in sorgsamer Weise aufgespeichert werden;
hierzu wird dann das längliche, mit einem „Seidenfaden" an der
inneren Oberfläche des Nestes befestigte Ei gelegt und die Zelle
geschlossen. Ein Exemplar hatte (bei Mackay in Queensland) vom
12. — 20. Sept. 10 Zellen angelegt, und dieselben hernach mit einer
gemeinsamen Lage von Dreck überzogen, so dass das ganze Nest
einem länglichen Dieckklumpen gleich sah. Am 12. November
schlüpfte aus einer am 22. Sept. geschlossenen Zelle die Wespe aus.
Roth a. a. 0. S. 321 ff. mit Holzschn.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 229
In einem Appendice au memoire sur les Guepes solitaires de
larchipel Anstro-Malais schildert Maindron la vie evolutive de
TEumenes petiolatus var. Fabr. mit Betrachtungen über die
Brutpflege anderer Insekten, Die genannte Art legt Nester aus
Erde an, in denen die Zellen in einer Reihe übereinander liegen.
In dem Falle, der die Veranlassung zu dieser Mittheilung gab, be-
trug die Zahl der Zellen 7; die unterste enthielt eine bereits ein-
gesponnene Larve, die oberste war noch leer, die übrigen enthielten
die Larven in verschiedenen Altersstufen neben den ihnen zur
Nahrung dienenden Raupen (eines Spanners?). Eine der letzteren
hatte sich, wahrscheinlich von der Eumenes nicht ge-
lähmt, in eine Puppe verwandelt, die einen normalen Falter
lieferte. Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 219 ff.
Eum. sulcigastra (Giagague); Gribodo, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I S. 295.
Odynerus Mettmmensis (M.); Magretti, Ann. Mus. Civic.
Genova (2j I S. 617, Quartmae (Let-Marefia), Ma^reiin ( Abessinien) ;
Gribodo ebenda S. 290.
0. bicolor Sauss. benutzt verlassene Nester von Pelopoeus
laetus; Roth a.a.O. S. 326.
Chrysis- Arten als Schmarotzer bei 0. spinipes L. oben S. 223.
Rhynchium Gestroi (Ostsudan); Magretti, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I S. 614, Bothi (Mackay, Queensland); Kirby, Journ.Linn.
Soc. Lond., Zoolog., XVIII S. 324 mit Abbildung des Nestes.
Polistes Bernardii Le Guillon baut Papiernester an einem
schwarzen Stiel und ohne Hülle, und füttert ihre Jungen mit einer
hellgelben Substanz, die sie in grossen Klumpen sammelt. Roth
a. a. 0. S. 326.
Quentel gelang es, eine Horniss und deren Brut zu
zähmen, so dass die Thiere ihr Nest betrachten Hessen, ohne den
Beschauer irgendwie zu belästigen; Ent. Nachr. 1885 S. 218f.
Cole erhielt Vespa norvegica F. und silvestris Scop.
aus demselben Nest; Proceed. Ent. Soc. London 1885 S.U.
Apidae. J/ehs5ojj^«Z« (n g. Anthophorar. , facies moresque
Tetraloniae conformes; nidificat in solo) Tandilensis [T.)^. 120 1j. 111
Fig. 1,2;
Ecplectica (n. g. Anthophorar , mores faciesque Melissoptilae)
tintinnans (Tandil; La Tinta) S. 125 Fig. 3, 4;
Svastra {n. g. Anthophorar.) homhilans (Tandil) S. 12 Fig. 5, 6,
f?eiec^a (Buenos Aires ; Collon-gueyü ; Arrecifes) S. 131 Fig. 7; Holm-
berg, Acta d. 1. Acad. Nacion. de Cienc. en Cördoba V.
Radoszkowski nimmt eine Revision des armures copula-
trices des mäles de la tribu Phileremides vor; Bull. Soc.
Imp. Natur. Moscou LXI (1885 No. 2) S. 359 ff. Tab. I, IL
Cilissa nigra (Sieders, Cant. "Wallis); Friese, Ent. Nachr.
1885 S. 85.
230 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Nachdem Morawitz auch das Weibchen seiner „Melitta-'
curiosa aus Transkaukasien erhalten, erweist sich die Art durch
den Sammelapparat als zu Andre na gehörig, wo sie aber eine be-
sondere Gruppe ausmacht, die folgendermassen charakterisirt wird:
Corpus robustum, habitus euceraeformis ; lingua sat longa cylindrica
acuminata ; genae latae ; caput elongatum clypeo latitudine longiore .
antennae scapo art. 3. fere breviore, art. 4. latitudine paullo longiore.
alae superiores cellula cubitali intermedia longitudine latiore, nerv,
recurr. nonnihil ante medium excipiente, transverso ordinario ante
furcam cubiti sito. Hör. Soc. Ent. Ross. XIX S. 181 f.
Andrena Orenburgensis Schmiedekn. = compta Eversm. ; A r n o 1 d ^
Hör. Soc. Ent. Ross. XIX S. 282 ff.
A. apicata Smith, Clarkella Kb)/. und Morawitzi Tlioins. bei
Schwerin; Friese, Ent. Nachr. 1885 S. 81 ff.
lieber eine starke Kolonie einer Andrena s. Nature 32 S. 6.
Nomada parvula (Sa. Ninfa); De-Stefani, II Naturalista
Siciliano IV S. 189.
Nomiapa^e^Za^a (Ostsudan); Magretti, Ann. Mus. Civic. Genova
(2)1 S. 621 Tav. I Fig. 15, ()Mar^«??ae (Let-Marefia) ; Gribodo ebenda
S. 285 mit Holzschn.
Stelis Frey - Gessnet-i (Sieders, Ct. Wallis; schmarotzt wahr-
scheinlich bei Anthid. flavilabre Lep.)\ Friese, Ent. Nachr. 1885 S.83.
Hylaeus _pZMw?icorw?s, strigulosus (Sardinien); Costa a.a.O.
Ctenoplectra Antinorii (Let-Marefia) ; G r i b o d o , Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I S. 284.
Girard fand ein (wahrscheinlich) einer Osmia angehöriges Nest
in einem Gehäuse von Helix pomatia; Bull. Soc. Ent. France 1885
S. 134. (Aehnliches ist schon bekannt.)
0. laterifasciata, &//?aw?aia (Sardinien) ; Costa a.a.O., maritima
(Warnemünde); Friese, Ent. Nachr. 1885 S. 85.
Anthidium melanostomum, peregrinum (Sardinien); Costa a. a.O.
Megachile Schmiedeknechti (Sardinien); Costa a. O.O., (lanata
F. var. Minhlensis,) Quartinae (Minhla, Birma); Gribodo, Ann. Mus.
Civic. Genova (2) I S. 352.
Arnold liefert eine genaue Beschreibung (und Abbildung der
Kopulationsorgane) des wenig bekannten Epeolus luctuosus
Eversm.; Hör. Soc. Ent. Ross. XIX S. 286 ff. PI. XII.
Ceratina rupestris (Tandil); Ho Im her g, Act. d. 1. Acad. Nacion.
de Cienc. en Cördoba V S. 136 L. III Fig. 10.
Tetralonia gilva (CoUon-gueyü ; Tinta); Holmberg, Act. d. 1.
Acad. Nacion. de Cienc. en Cördoba V S. 133 L. III Fig. 8, 9.
Anthophora parietina F. in Holland (Zierikzee) ; Fokker,
Tijdschr. v. Entom. XXVIII, Versl. S. XII.
Xylocopa Sdoensis ( Ambo-Karra) ; Gribodo, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I S. 279.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 231
X. Forbesii Khy. = coronata Smith; Ritsema Gz., Notes
Xieyd. Museum VII S. 54.
Hoff er macht neue Hummelnester von den Hochalpen
bekannt. Kosmos 1885 I S. 291 ff. Dieselben gehören B. alticola
Kriechb. und mendax Gerst. an. Die ersteren zeigten sich in grösserer
Zahl in einer Höhe von 1100 — 2000 M. an Campanula Scheuchzeri:
-Calamintha alpina und Phj^euma hemisphaericum sammelnd. Das
Nest mit PoUencylindern war in einer von einer Alpenmaus ge-
grabenen Wohnung angelegt und beim Einfangeu der aus- und ein-
fliegenden Thiere zeigte sich die (auch sonst häufiger beobachtete)
Erscheinung, dass die frisch ausgekommenen Exemplare am meisten
von Gamasus heimgesucht werden. — Das Nest von B. mendax lag
zu ungünstig, um ausgenommen werden zu können. — Ein Nest von
B. pomorum var. mesomelas entbehrte der Pollencylinder, die bei der
Stammform, wenn auch nicht ausnahmslos, vorkommen; das übrige
Terhalten beider stimmt mit der Ansicht übereiu, dass beide „stark
differirende Glieder derselben Species sind." Die Männchen verlassen
ihr Nest, um in fremde behufs Begattung der fremden Weibchen
einzudringen.
In der Gefangenschaft in der Ebene sammelten die mit dem
Neste heruntergebrachten Imagines nur auf Trifolium; die erst in
der Ebene ausgeschlüpften auch auf Lamium- Arten und Onopordon.
— Durch dieses Nest liess sich die Zugehörigkeit des B. pyrenaeus
J^ej-ez zu alticola unanfechtbar nachweisen. Nach dem Tode der
Xönigin legte ein kleines (ob befruchtet oder nicht, war nicht
entschieden) Weibchen Eier, aus denen sich ausser Männchen
:auch kleine Weibchen entwickelten.
Ueber Aphomia colonella L. in Hummelnestern s. den-
selben ebenda S. 109 ff.; vgl. oben S. 180.
Da IIa Torre bestätigt die Beobachtung Frey-G essner 's,
derzufolge die Weibchen von Bombus Gerstäckeri ausnahmslos
:auf Aconitum lycoctonum, die Arbeiterinnen auf A. napellus und
paniculatum sammeln, und findet eine Erklärung dieser von ihm
Heterotrophie genannten Erscheinung in der kurzen Sammelzeit.
Die AVeibchen mit ihrem 21 — 23 mm. langen Rüssel sind auf das
langröhrige Aconitum lycoct., die Arbeiterinnen mit ihrem nur
8—12 mm. langen Rüssel auf die blauen Aconitumarten angewiesen.
Zool. Anz. 1885 S. 691 ff.
Grimm beoachtete Bombus terrestris, wie die Hummeln,
um ihr Nest gegen eindringendes Regenwasser zu sichern, um
dasselbe einen Graben zogen, der das Wasser ableitete. Mitth.
Naturw. Ver. f. Steiermark, 1884, Berichte, S. 101.
Ein sehr lehrreiches Nest des B. terrestris enthielt
zahlreiche Farbenabänderungen, von denen eine zur Aufstellung der
'232 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Var. soroensioides S. 87 Anlass gab; Hoff er, AVien. Ent. Zeitg, 1885
S. 84 ff.
Saunders erwähnt als eine oft beobachtete Erscheinung, dass
Hummeln in mehr oder minder verstümmeltem Zustande unter
Lindenbäumen in Blüthe gefunden werden. Als Uebelthäter ermittelte
er Parus major, der alle auf dieselbe Weise tödtete: ein grosses
Loch auf der Oberseite des Thorax und ein anderes am Hinterleibs-
ende. Entom. Monthl. Mag. XXII S. 94.
Trigona Gribodoi (Ostsudan); Magretti, Ann. Mus. Civic
Oenova (2) I S. 630.
A. V. Planta-Reichenau's „Beiträge zur Kenntniss
der biologischen Verhältnisse bei der Honigbiene" in
dem Jahresb. Naturf. Ges. Graubündens (KF.) XXVIII S. 3 ff. be-
schäftigen sich ausser mit einer chemischen Untersuchung des
Haselstaudenpollens mit dem Brutdeckel, den Höschen und dem
Bienenbrod, \md der Bedeutung der Ameisensäure im Honig.
Der Brutdeckel, der von den Arbeiterinnen über den von der sich
verpuppenden Larve gesponnenen Deckel gelegt wird, besteht aus
Wachs, das einem körnigen Gefüge als Kitt dient; eingemischt sind
ganze und geplatzte Pollenkörner. Reichen au vermuthet, dass das
Wachs durch Auflösen des Randes der Brutzelle mittels Speichels
gewonnen ist und dass die körnige Masse, vielleicht ausgebrochene
unverdauliche Reste der Pollenkörner, Kutikula, damit verkittet
werde. — Eine mikroscopische Untersuchung der Höschen ergab
die Bestätigung der schon von Sprengel gemachten Beobachtung,
dass dieselben aus einer Pollensorte bestehen; dagegen ist der
Inhalt einer Bienenbrodzelle gemischt. — Die Beobachtung Müllen-
hoff's über das Beimengen^ des ( antiseptischeu ) Bienengiftes
(Ameisensäure) zum Honig liefert eine Ergänzung zu dem Nach-
weis der Ameisensäure im Honig durch Erlenmeyer und v. Planta-
Reichenau.
Cheshire & Cheyne erkennen in Bacillus alvei die
Ursache der Faulbrut und beschreiben die Erscheinungsformen des
Bacillus, wie sie sich im Bienenstocke und bei künstlicher Zucht
zeigen. Journ. R. Microsc. Soc. (2. S.) V S. 581 ff. PI. X, XI.
Coleoptera.
Das Rostrum in der Ordnung Coleoptera ist
nach H. J. Kolbe ein Analogon zum Rüssel der Diptera^
Lepidoptera und Hemiptera. Unter den Coleoptera ist es
bei den Rhynchophoren gleichmässig und reich ausgebildet
und giebt hier einen begleitenden Charakter dieser Gruppe
ab, die eine höhere Organisationsstule einnimmt, als die
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 233^
sog. C. genuina, welche Kopf- und Mundtlieile nach dem
Typus der niedriger stehenden Ordnungen ausgebildet und
wie die Larven 2 Kehlnäthe haben. Vereinzelt kommt das
Rostrum noch unter den Lyciden (Lyons, Dictyopterus,
Porrostoma), Oedemeriden (Mycterus, Stenostoma), Meloiden
(Nemognatha, Zonitis), Cerambyciden (Rhinophthalmus)
vor. Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 80.
Vion's Bemerkungen über Polymorphisitie chez.
les Arthropodes beziehen sich auf die Weibchen von
Dytiscus mit glatten Flügeldecken, speziell D. dimi-
diatus var. mutinensis Fiori; Bull. Soc. Linn. Nord France VI
S. 74 ff.
W. H. Patton: Sound-producing organs in Ano-
mala, Anthonomus, and other Coleoptera; Psyche IV
S. 146.
Morawitz bringt für gewisse Skulpturverhältnisse der
Flügeldecken folgende Terminologie, zunächst für die Caia-
biden, in Vorschlag: Die erhabenen Längsstreifen werden
als limites, Limes, bezeichnet, und zerfallen in Ketten-
streifen und die ihnen morphologisch gieichwerthigen, 1. pri^
marii s. costales, die zwischen diesen befindlichen 1. secun-
darii s. intercostales, die zwischen diesen beiden befindlichen
Nebenlimes, collimites, und, falls zwischen den drei ge-
nannten noch andere Streifen vorkommen, interlimites.
BuU. Soc. Imp. Sei. St. Petersbourg XXX S. 392 Anm.
Laboulbene beschreibt bei Orchestes Populi die letzte
Entwickelung der Flügel nach dem Ausschlüpfen aus der
Nymphenhaut. Die Flügeldecken sind leicht erhoben, die
Flügel ausgebreitet und überragen die Decken und legen
sich erst einige Zeit nachher unter diesen zusammen. —
Poujade beobachtete bei Callidium sanguineum und He-
sperophanes pallidus eine ähnliche Erscheinung ; Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 217 f.
Von Buddeberg sind weitere Beiträge zur Biolo-
gie einheimischer Käferarten erschienen; Jahrb.
Nassauischen Ver. f. Naturkunde, 38, S. 81 ff.
Lugger giebt die food-plants of beetles bred
in Maryland an. Psyche 4 S. 203 f.
234 B e r t k au : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zur Biologie der Käfergattung Phengodes theilt
Haase mit, dass der von Murray als vermeintliche Larve
beschriebene Astraptor illuminans das larvenähnliche
Weibchen eines Phengodes sei und sieht darin einen
Beweis dafür, dass diese Gattung mit den Telephoriden
und Lampyriden s. str. am besten in eine Gruppe zu ver-
einigen sei; Sitzgsb. . . . Natui^w. Gesellsch. Isis in Dresden,
Jahrg. 1885 S. 10 f.
Donovan veranlasst durch eine Note über einen Fund
des Dyticus marginalis in der See mehrere Berichte über
ähnliche Vorkommnisse anderer Hydradephaga und Palpi-
cornia; Ent. Monthl. Mag. XXII S. 13 und 44 f
Reitter fährt in seinen Coleopterologischen
Notizen fort; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 58, 81, 116, 220,
228, 273, 313 ff.
Ritsema Cz. macht folgende Synonymical remarks:
Parastasia Zoraidae Ges^r. = Coelidia marginata Boisd.;
Parast. degenerata VoUenh. = puncticollis Deyr. i. 1. = rugo-
sicollis Blanche Heterorrhina infuscata Voll. = afiicana
Drvry\ Gymnetis hamata Fa?/ r. = liturata Olw.\ Euryomia
Sieboldii Voll. = Glycyph. fuhdstemma Moisch. ; Cyphogastra
splendens Waterh. = ventricosa Gast & Gor. (nee. Fahr.) ■=
javanica Saunders; Notes Leyden Museum VII S. 16.
G. Hörn liefert Synonymical Notes; Entomolo-
gica Americana II No. 1. Dieselben beschäftigen sich mit
der Identifizirung verschiedener Newman'scher Arten aus
Nordamerika; mit der von 92 kürzlich von Casey be-
schriebenen Arten und dem Bau und der systematischen
Stellung der Gattung Scotocryptus, die Hörn zu den
Ainsotomiden stellt, wie schon Reitter gethan hatte.
Derselbe bringt Contributions to theColeopte-
rology of the United States; Trans. Am. Ent. Soc. XII
S. 128— 162, mit 2 Taff.
In Part II von Casey's ,,Contrib. to the descriptive
and systematic Coleopterology of North-America"
werden beschrieben 5 Bembidium , 1 Tachys , 2 Barytachys,
1 Pterostichus, 3 Cratacanthus, 1 Discoderus, 1 Selenophorus,
1 Stenolophiis, 1 Bidessus, 1 Helophorus, 1 Philhydrus,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 935
1 Colon , 2 Eumicrus , 1 Bryaxis , 1 Arthmius , 3 Batrisus,
8 Euplectus, 1 Quedius, 1 Belonuclius, 1 Xantliolinus, 4 Ciy-
ptobium, 2 Lathrobium, 1 Stilicus, 1 Erchomus, 5 Conurus,
2 Bolitobius, 1 Bryoporus, 1 Mycetoporus, 4 Apocellus, 2 Pti-
liiim, 3 Trichopteryx , 7 Cryptomorpha , 1 Rhizophagus,
1 Moiiocrepidius, 1 Drasterius, 3 Anthaxia, 1 Lyctus, 2 Serica,
.2 Diplotaxis, 1 Strigoderma, 1 Disonycha, 1 Bruchus, 1 Epi-
tragiis, 1 Blapstinus, 1 Mordella, 1 Xylophilus, 1 Notoxus,
1 Anthicus, 1 Rliynchites, 1 Anthonomus, 1 Elleschus,
1 Brachytarsus. Auf Bradycellus nitidus I)ej. wird die
n. G. Glycerius, auf Euplectus cavifrons J^ec. Thesium
gegründet; ferner werden 1 Thesium, 1 Fal/scvs, 1 Nico-
1 1leus, 2 Oriis beschrieben. Die Gattung Emplenota Caseijy
welche Fauvel mit Polystoma Sfeph. identifiziert hatte,
wird aufrecht erhalten und auf S. 123 ihre Berechtigung
nachgewiesen.
Casey's „Contributions to the descriptive and
systematic Coleopterology of North America" sind
auch separat erschienen; Philadelphia, Pt. 1. u. 2, Seite
1—198 mit iTaf.
Derselbe beschreibt New genera and species of
Californian Coleoptera; Bull. Calif. Acad. Sei. I S.283 ff.
mit 1 Taf.
In einem Beitrag zur Chrysomeliden- und Cocci-
nelliden-Fauna Portorico's zählt Weise die von Krug
gesammelten Arten genannter Familien (51 und 10) auf.
Die meisten derselben sind mit festländischen oder cubar
nischen Arten identisch und nur wenige neu. Dies. Archiv
1885 S. 144 ff. Taf VIIL
Kirsch beschreibt neue südamerikanische Käfer.
3. Stück: Nitidulidae Pectinicornia und Lamellicornia ; Berl.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 207 ff. Taf. IX C.
15 Coleoptera nova faunae Reipublicae Argen-
tinae auct. C. Berg; An. Soc. Cientif. Argent. XIX
S. 219 ff
Fairmaire stellt eine Liste des Coleopteres rec. a
la terre du feu par la mission de la Romanche zusammen
mit Beschreibung der neuen Arten; Ann. Soc. Ent. France
236 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
1885 S. 33ff.; die Diagnosen einiger Arten sind zuerst in
le Naturaliste, 15. Jan vier 1885, erschienen.
Die XXL der Bestimmungs-Tabellen der euro-
päischen Coleopteren in den Verhandl. naturf. Vereins
Brunn XXIII. S. 3 ff . von E. Reitter ist den Necrophaga
gewidmet, unter welchem Namen Reitter die Platypsylli-
dae, Leptinidae, Silphidae, Anisotomidae und Clambidae zu-
sammenfasst. Die beiden ersten Familien enthalten nur
je eine Gattung und Art, während die übrigen Familien
an Gattungen und Arten reicher sind. Die ,,konsequente"^
Anwendung des Prioritätsprinzips führt auch hier w^ieder
zu einigen unliebsamen Aenderungen, die geeignet sind,
allgemach eine babylonische Verwirrung herbeizuführen.
Derselbe hat als Fortsetzung der ,,Insecten Deutsch-
lands" von Erichson die 2. Lieferung der 2. Abth. 3. Bds.
von „Coleoptera" erscheinen lassen, Berlin 1885, w^elche sich
mit den Deutschen ^Angehörigen der Necrophaga be-
schäftigt.
Bedel schickt noch Zusätze und Berichtigungen zum
„Cat. Col. Europae et Caucasi" edit. III. ein; Wien. Ent.
Zeitg. 1885 S. 56f. ; v. Hey den eine kurze Antwort auf
Fauvel's „Rectifications ; ebenda S. 55; Reitter desgl
S. 151 ff.; Fauvel setzt seine ,,Rectif." fort; Revue d'Eiito-
mologielV S. 174, 285 ff.
Oliveira setzt seinen Catalogue des Insectes du
Portugal — Coleopteres — fort; Revist. Soc. Instr.
Porto. III S. 113 ff. (Staphylinidae-Lamellicornia).
Abeille de Perrin führt Coleopteres rares ou
nouveaux de France auf; Revue d'Entomol. IV S. 153 ff.
Coleopteres de la Loire-Inferieure; Fauvel,
ebenda S. 188 ff., 357 f.
Von L. Bedel's „Faune des Coleopteres du bassin
de la Seine et de ses bassins secondaires" (II. Vol. Rhyn-
chophora) ist den Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 161 — 200
beigefügt, Gattungen Mononychus bis Nanophyes.
Leprieur skizziert die Faunule aquatique d'Arro-
manches (Calvados); Revue d'Entom. IV S. 35 ff.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 237
Reitter beschreibt 6 neue Coleopteren aus Italien;
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 369 ff.
Coleott. racc. n. valle Lagarina per B. Halbherr;
fasc. I: (5) Cicindelidae, (256) Carabidae. — Rovereto 1885.
Eine weitere Fortsetzung von A. Fiori's „Saggio di
un catalogo dei Coleotteri del Modenese e delReggiano
bringt ausser einem Nachtrag zu den Carabiden (7 A.) die
Staphylinidae (211), Pselaphidae (29) und Scydmaenidae
(7); Atti. Sog. Natur. Modena. Memorie S. III Vol. II S. 125 ff.
Ragusa setzt seinen Catalogo ragionato dei Cole-
otteri di Sicilia fort; II Naturalista Siciliano IV S. 73,
121, 153, 181, 209, 257, 281; V S. 1.
Reitter theilt Coleopterologische Ergebnisse
einer Excursion nach Bosnien im Mai 1884 mit;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 193 ff.
Homer zeigte als bei Tonbridge gefangen vor:
Throscus carinifrons; Abdera 4-fasciata; Anthribus albinus;
Epuraea diffusa; Colon Zebei; Thalycra sericea; Anthero-
phagus pallens ; Xyletinus ater ; Microglossa puUa ; Aleochara
lygaea; Oxypoda exoleta; Homalota splendens, humeralis;
Proc. Ent. Soc. Lond. 1885 S. XIX f.
Lövendal liefert ein Fortegnelse over de i Dan-
mark levende Phalacridae, Nitidulidae, Trogosi-
tidae, Colydiidae og Cucujidae ,,mit zahlreichen Citaten
und ausführlichen Fundortsangaben"; Naturhist. Tidsskrift
(3R.) J4.B. S. 455 ff.
Mater, pour la faune entomol. des Flandres. Cole-
opteres. Trois. centurie. Par A. Preudhomme de Borre.
Bull, scient. du depart. du Nord. (Dytisc; Gyrinid. ;
Scarabaeid.).
Mat. p. la faune entoml. de la province d'Anvers.
Coleopteres. Trois. centur. Par. A. Preudhomme de
Borre avec collab. de F. Dietz et E. van Segveit.
Anvers 1885. (Nachträge zu den in den früheren Centurien
behandelten Familien; Dytisciden; Gyriniden; Scarabaeid.
Anfang).
Ein Nachtrag zu dem System. Verzeichn. . . . Olden-
burg gefund. Käferarten vom C. F. Wiepken erhöht die
238 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zahl der aus Oldenburg bekannten Arten um 212 (von
1444 auf 1656); Abhandl. naturw. Ver. Bremen IX S. 339 ff,
Hollmann fügt in einem Nachtrag zu Brügge-
mann's Verzeichniss der bisher in der Gegend von
Bremen gefundenen Käferarten, mit besonderer Be-
rücksichtigung der unter Ameisen gefundenen Käfer, Abh.
naturw. Ver. Bremen VIII S. 476 ff., genanntem Verzeichniss
143 Arten neu hinzu.
Bohr zählt die (4) Lucaniden, (60) Scarabaeiden
und (59) Cerambyciden der Umgegend Osnabrücks auf;
6. Jahresb. Naturw. Ver. Osnabrück S. 121 ff.
Hahn stellt ein Verzeichniss der in der Umgegend
von Magdeburg mit den angrenzenden Bezirken aufge-
fundenen Käfer (1. Stück: 4 Cicindelidae , 125 Carabidae)
zusammen; Sitzgsber. und Abhandl. des Naturwissensch.
Vereins in Magdeburg, 1885, S.95ff.
Letzner beginnt in Zeitschr. f. Entomol. Breslau, X
S. 1 ff. ein Verzeichniss der Käfer Schlesiens.
Derselbe meldet über den Status der Coleo-
pteren-Arten Schlesiens Ende des Jahres 1885, dass
zu den 4330 bis dahin bekannten Arten weitere 16 hinzu-
gefunden sind, ^vogegen 2 als synonym mit anderen er-
kannte wegfallen, so dass 4344 Arten aus Schlesien bekannt
sind. 62 Jahresb. Schi. Ges. f. vaterl. Cultur S. 349.
Czwalina schickt einen Sammelbericht aus Ost-
und West-Preussen ein; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885
S. 251 ff;
Schreiber desgl. aus dem Karst; ebenda S. 265 ff.
J. Sahlberg hat im 4. Bd. von Nordenskjöld's ,,Vega
Expeditionens Vetenskapliga Jakttagelser", Stockholm 1885,
3 entomologische Abhandlungen veröffentlicht:
I. Bidrag til Tschuktsch-Halfoens Insektfauna (Coleoptera
och Hemiptera);
IL Coleoptera och Hemiptera pa Berings Sunds Ameri-
kanske Kust;
III. Coleoptera och Hemiptera pa Bering On. — Ich
kenne diese Arbeiten nur aus Dohrn's Referat in
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 239
Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 218 und werde, indem ich
im übrigen auf dieses Keferat verweise, nur die neuen
Arten unter J. Sahlberg I, II, III namhaft machen.
Bergroth stellt aus Sahlberg's Abhandlungen die
Vega-Coleoptera (und Hemiptera), d. h. die während
der Vega - Expedition in den arktischen Gegenden ge-
sammelten Arten zusammen; Ent. Nachr. 1885 S. 268 fi.
V. Heyden und Kraatz bringen weitere Beiträge
zur turkestanischen Coleopteren-Fauna; Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 243 ff.
V. Heyden desgl. zur Coleopteren-Fauna des
Amur-Gebietes; ebenda S. 299 ff.
S. Olliff theilt Notes on certain Ceylonese Cole-
optera (Clavicornia) described by. . . F. Walker mit;
Proc. Linn. Soc. New vSouth Wales X S. 69 ff". (Inclica so-
lida, nach Walker zu den Byrrhiden gehörig, ist ein Crypto-
cephalide, wahrscheinlich Monachus; Nitidula contegens
WIk. = Carpophilus vittiger Murray =biguttatus Mofscli.,
intendens Wlh. == Haptoncus pubescens Murray, significans
<^7A\ = Hapt. tetragonus Murr., submaculata Wlk. = Epu-
raea n. sp. , tomentifera Wlk. = Aethriostoma undulata
Motsch. und .gehört zu den Dermestiden; Nitidulopsis
aequalis Wlk. = Brachypeplus omalinus Mvrr., Rhizophagus
parallelus Wlk. = Nausibius dentatus Marsh, und gehört
zu den Cucujidae; Meligethes respondens IF//-. = Idaethina
nigritula Reitf. ; Tritoma bifascies und Chilocorus opponens
Wlk. sind eine Art (der Coccinelliden) , die Caniptodes-
bifascies zu heissen hat und mit der Camptodes ornatus
Mol seh. und Hemirrhopalon notatum Murr. i. 1. synonym
ist; Trogosita insinuans Wlk. ist eine Tenebrioide (insi-
nuans); Trog, rhizophagoides Wlk. bildet den Typus einer
neuen Gattung; Silvanus retrahens Wlk. = Lyctus sp. ;
Cucujus? incommodus W/Ä*. = Telephanus cruciger Waterh,
= Psammoecus trimaculatus Motsch.; Prognatha! decisa
Wlk. = Inopeplus lateralis Motsch. ; Monotoma concinnula
Wlk. = Cryptamorpha fasciata Wollast. und gehört zu den
Cucujidae; Attagenus defectus Wlk. = Trogoderma defectum
Ollilf.
240 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Nachdem in neuerer Zeit vornehmlich durch Black-
burn 's Sammlungen reichlicheres Material einer Insekten-
fauna der Hawaiischen Inseln zusammengebracht ist, ist
«in Theil derselben von Blackburn (mit Ergänzungen
von Sharp) zu Memoirs on the Coleoptera of the
Hawaiian Islands verarbeitet worden; Scient. Transact.
K. Dublin Society; 182 Ss. mit 2 Taff.
In einem B eitrag zur Fauna der Niederländischen
Besitzungen auf den Sunda-Inseln zählt Schaufuss
100 in Makassar gesammelte Arten auf; Hör. Soc. Ent.
Boss. XIX. S. 183 ff.
W. Macleay führt the Insects of the Macleay-coast,
New-Guinea (38 A.) auf; Proc. Linn. Soc. New-South-
Wales IX. S. 700 ff.
Masters beginnt einen Catalogue of the de-
scrib ed Coleoptera of Australia; Parti. Cicindehdae
(32) and Carabidae (928). Proc. Linn. Soc. New South
Wales X S. 359 ff.
S. Olliff bringt Contributions to a knowledge of the
Coleoptera of Australia; ebenda S. 467 ff.
Coleopteres de la Grande-Comore; s. Fairmaire,
BuU. Soc. Ent. France 1885 S. 196.
In einer Note sur la dispersion geographique des
Coleopteres en Abyssinie schildert Raffray zunächst
den verschiedenen klimatischen Charakter, den Abyssinien
in seinen verschiedenen Begionen bietet und der der wesent-
lichste Grund für die Mannigfaltigkeit des Thier- und
Pflanzenlebens in diesem Lande ist. Er unterscheidet
4 Begionen, deren jede auch in der Käferfauna ihr be-
sonderes Gepräge hat.
1. Die Begion des Küstengebietes oder Zone saharienne,
ziemlich reich an Käfern , aber einförmig ; die Melasomen
überwiegen; einige Carabiden, auf den blühenden
Mimosen Buprestiden; Clythrineu und Mylabris- Arten
zahlreich.
2. Die Begion der Thäler und tieferen Plateaus oder Zone
senegalienne, zwischen 1 — 2000 M., mit zahlreichen und
mannigfaltigen Käfern, die eine grosse Analogie mit
im Gebiete der Entomologie wähi'encl des Jahres 1885, 241
denen Senagambiens zeigen; fast alle Gattungen und
zahlreiche Arten sind beiden Gebieten gemeinsam,
finden sich aber nicht in einer der anderen Regionen
Abyssiniens.
S. Die Region der hohen Plateaus oder Zone ethiopieime,
von 2 — 2500 M. mit der reichsten und typischsten Fauna.
4. Die Region der hohen Gipfel oder Zone subalpine, von
3500—4000 M.
Diese Region umfasst ein nur kleines Gebiet mit wenig
Insekten, die aber insofern sehr interessant sind, als sie
-eine auffallende Verwandtschaft mit den Bewohnern unserer
Alpen und Pyrenäen darbieten, w^as sich bei Carabiden,
Hydrophiliden , Staphyliniden , Lamellicorniern ; Opatrum,
Ptinus, Otiorrhynchus zeigt. Ann. Soc. Ent. France 1885
■S. 293 ff. PL 6.
Bedel verzeichnet 40 von ihm in Algier gefundene
Arten, die bisher aus Afrika noch nicht bekannt gewesen
zu sein scheinen. Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 174 ff.
Derselbe stellt recher dies synonymiques sur
les Coleopteres du Nord de l'Afrique an; ebenda
Annales S. 85 ff.
Lefevre stellt eine Liste des (156) Coleopteres
rec. enTunisie... zusanunen; Exploration scientifique
de Tunisie, Zoologie.
Verzeichniss der ... in Angola und am Quango-Stroni
gesammelten Tenebrioniden und Cisteliden; von
•O. Quedenfeldt; Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 1 ff. Taf. III.
Note sur les Coleopteres rec. . . ä Obock; par
Fairmaire, mit Beschreibung der zahlreichen neuen Arten;
Ann. Ent. France 1885 S. 435 ff.
Waterhouse macht die von Johnston auf dem Kili-
manjaro gesammelten Käfer namhaft und beschreibt
einige neue; Proceed. Zool. Soc. Lond. 1885 S. 230 ff. PL XV.
Gorham bringt Descriptions of some Endomy-
chidae and Erotylidae. Ann. Mus. Civico Genova (2) II
5. 517 ff.
Van den Branden stellt einen Catalogue des Cole-
opteres carnassiers aquatiques (Haliplidae, Amphi-
Arch. f. Natg. 52. Jalirg. H. Bd. 5. H. 16
242 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
zoiclae, Pelobiidae et Dytiscidae) zusammen; Ann. Soc. Ent.
Belg. XXIX S.öff.;
Kerremans eine Enumeration des Buprestides.
decrits posterieurement au cat. de Mm. Gemminger & de
Harold ; ebenda S. 1 1 9 ff.
Fric beschreibt aus dem tertiären Süsswasserquarz;
von Nogent le Rotrou in Frankreich einen fossilen Mai-^
käfer, d. h. einen zu den LameUicorniern, entweder Rute-
lini oder Melolonthini, gehörigen Käfer, den er Anomalites
fuxjitiinis nennt; Sitzgsber. kgl. böhm. Gesellsch. d. Wissensch.
'l884 S. 163 ff. mit Holzschn.
Corylophidae. Matthews beschränkt die Gattung Corylo-
phus auf cassidoides, sublaevipennis und tectipennis und errichtet für
die zahlreichen übrigen Arten (marginicollis, truncatus, rotundus etc.)
die neue Gattung Corylophodes; Ent. Monthl. Mag. XXII S. 160,
Peltinus Matthewsi (Haifa), alutaceus (Narentathal, Dalmatien) ;:
Reitter. Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 273.
Arthrolips Simoni (Haifa); Reitter, Wien. Ent, Zeitg. 1885
S. 273.
Orthoperus columbianus (C) S. 68, Borrei (?) S. 69; Matthews,
Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX, punctatulus (Guinley) S. 108, mundiis:
(Oxfordshire) S. 109; derselbe, Ent. Monthl. Mag. XXn, wo er
S. 1071f. eine Synopsis der Brittischen Arten giebt.
Coceinellidae. Ueber Coccinellen, ihre Verwandlung,.
Variabilität hinsichtlich der Färbung u. s. w. s. v. Hagen s, CorrbL
Naturh. Yer. preuss. Rheinl. u. Westf. 1885 S. 86.
Chnootriba hippodaino'ides (Stanley pool); Weise, Stett. Ent,
Zeitg. 1885 S. 227.
Rhizobius litura F. Verwandlungsgeschichte; Buddeberg
a. a. 0. S. 108.
Brachyacantha bistripustulatai^. var. guUata{C(A\\mh\%\i) ; AV e i s e^
Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 231.
Aspidimerus laetas (Birnia), Jexndus (ibid.); Weise, Stett. Ent,
Zeitg. 1885 S. 233.
Brumus lineatus (Birnia) S. 229, septentrionis (Hudsons-B.) S.230;
Weise, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Chilocorus ruficoUis (Minahassa, Celebes); Weise, Stett. Ent,
Zeitg. 1885 S. 230.
Exochomus subcoeruleus [ColiimhieTi); Weise, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S.231.
Sticholotis Bebyi (Sumatra); Du vi vier, Bull. Soc. Ent. Belg,
XXIX S. 112, ÄYZeri (Japan) S. 238, rufosiynata {Md.) S. 239, ciiicti-
pennis (Siara), Duhrni (Birma) S. 240; Weise, Stett. Ent. Zeitg. 1885,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 243
Coccinella redimita (Turkestan) ; Weise, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S.234.
Scyranus (Diormus) sphragitis (Südaiistral.) S. 236, scapularis
(ibid.), pumilio (ibid.) S. 227; Weise, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Endomychidae. Beccaria (n. g.) papuensis (Ramoi);
Gorham, Ann. Mus. Civico Genova (2) II S. 522.
Monocoryna (n. g. Lithophilo affine) decempunctata (Ms. Sin-
galang, Sumatra); Gorham, Ann. Mus. Civic. Genova (2) II S. 529.
Dioedes atroclavatus , öblongulus (Madagaskar); Fairmaire,
Stett. Ent. Zeit. 1884 S. 140, costipennis [Mii.); derselbe, Ann. Ent.
France 1884 S. 242.
Alexia gldbra (Nemila; Varna; Mehadia); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 204.
M[e]ilichius expetitus (Sarawak); Gorham, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) II. S. 523.
Stenotarsus plagiatus (Ajer Mantcior) S. 525, hrevis (ibid) S. 526,
ATbertisii (Andai) S. 527; Gorham, Ann. Mus. Civic. Genova (2) II.
Mycetina Doriae (Sarawak), trimacidata (Tcibodas); Gorham,
Ann. Mus. Civico Genova (2) II S. 524.
Trycherus Baffrayi (Sansibar); Gorham, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) H S. 520.
Engonius Brookei (Sarawak); Gorham, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) II S. 521.
Amphisternus gibbosus (Sungei Bulu); Gorham, Ann. Mus.
Civic. Genova (2) H S.517.
Erotylidae. Tritomidea xanthosticta (Sarawak); Gorham,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) II S.517, atripennis und var.? (Loeboe
Tarub; Silago; Mehauw auf Sumatra); derselbe, Notes Leyden
Museum VH S. 257.
Triplax Emgel (Attika); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885
S.391.
Helota africana (Angola); OUiff, Ann. a. Mag. N. H. (5)
Xni S.479.
Languriadae. Fowler beschreibt N e w species of Langu-
riidae, mit Ausnahme der Callilanguria sämmtlich von Guinea;
Trans. Ent. Soc. London 1885 S. 381 ff., nämlich Callilanguria eximia
(Philippinen) S. 383; Languria Nyassae S. 384, Calabarensis (Old-C),
dubia (Kamerun Geb.) S. 385, Murrayi (Cid - Calab.), femoralis
(Kamerun) S. 386, monticola (ibid.) ;
Stenolanguria (n. g.) in'coZor (Old- Calab.), G^orÄawi (Kamerun
Geb.) S. 388.
Chrysomelidae. Phytophages (Halticides et Galerucides)
rec. . . Sumatra et ä l'ile de Bodjo; par A. Duvivier; Bull. Soc.
Ent. Belg. XXIX S.48ff.
16*
244 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaitlichen Leistungen
A. Duvivier beschreibt Phytophages exotiques; Stett.
Ent. Zeitg. 1885 S. 241 ff., 385 ff.
Descriptions of new genera and species of Phytophagous
Coleoptera from the Indo-Malayan and Austro-Malayau
subregions, by M. Jacoby; II part; Ann. Mus. Civico Grenova (2) II
S. 20 ff.
Descriptions of the Phytophagous Coleoptera of Japan
.'...; Part. I: by M. Jacoby; Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 190ff.
PI. XI: Part II S. 719 ff. PI. XLVL
C. Van den Branden liefert eine Enumer. des Col. Phyt.
decr, posterieurement au catal. de Mm. Gemminger et de
Harold; Hispides et Cassidides; Mem. Soc. roy. des Sei. de
Liege (2. S.) XI No. 10.
Donckier deDonceel desgl. des Sagrides, Criocerides,
Glytrides, Megajopides, Cryptocephalides et Lamproso-
mides; ebenda No. 14.
A. Duvivier desgl. des Chrysomelides, Halticides et
G-alerucides; ebenda No. 15.
Ebenda No. 16 stellt E. Lefevre einen Eumolpidarum
hueusque cognitarum catal ogus zusammen, sectionum conspectu
systematico, generum sicut et specierum nonnullarum novarum de-
scriptionibus adjunctis.
Cassidini. Donckier de Donceel schildert in Wort und
Bild die premiers etats de quelques Cassidides exotiques,
nämlich von Omoplata axillaris und einer anderen (Omoplata-?) Art
und von Mesomphalia lineatocollis; Ann. Soc. Ent. Belg. XXIX
(l.part.) S. 158ft'. PI. 1.
Harrach behandelt die deutschen Cassiden und ihre
Fundstellen, d.h. ihre Futterpflanzen; Ent. Nachr. 1885 S. 193 ff.
Engel schildert die Verwüstung eines Rübenfeldes
durch Cassida nebulosa L.\ (mit „Rübe' ist Beta vulgaris ge-
meint); ebenda S. 316 f.
Fairmaire erkennt in Oxylepus capucinus DesZ/r. seine Cassida
involuta, für die er den Grattungsnamen Chelysida vorgeschlagen hat,
und in Cass. biskrensis Besbr. die C. Koechlini Mars.; Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 53.
Hisiiini. Gestro bringt Materiali per lo studio delle Hi
spidae Malesi e Papuane; Ann. Mus. Civic. Genova (2) 11 S. 153 ff.
(38 Arten besprochen und z. Th. beschrieben).
Hispa postica (Kandari) S. 175, dimidiata (ibid.), cincta (Andai)
S. 177; Gestro a.a.O.
Ochthispa loricata (Portorico); Weise a.a.O. S. 166 Fig. 10.
Oncocepliala cuujidata (Ajer Mantcior, Sumatra); Gestro a. aO.
S. 172.
Arescus Waterhousei (Cauca, Amaz.), Duvivier, Stett. Ent.
Zeitg. 1885 S. 249.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 245
Gonophora unifasdata (Kaudari) S. 165, hasalis (Lubu Selassi,
Sumatra) S. 168, atra (Sarawak) S. 169, sinuata (Tcibodas) S. 170,
minuta (Ajer Mantcior, Sumatra) S. 171; Gestro a. a. 0.
Anisodera elongata (Ms. Singalang); Gestro a.a.O. S. 163.
Hispopria coeruleipennis (Philippinen); Du vi vier, Stett. Ent.
Zeitg. 1885 S. 399.
Oxycephala Bruijnii (Halmahera) S. 158, metalUca (Fly river)
S. 159, latirostris (ibid.) S. 160, Alhertisii (ibid.) S. 161, longissima
(Wokan, Aru-J.) S. 162 mit Holzschn.; Gestro, a.a.O.
Hispodonta Chapiiisii (Andai, Neu-Guinea); Gestro a. a. 0.
S. 156.
Galerucini. Die Fortsetzung der Phytophaga in Biol.
centr.-americ. VI. 1. S. 263 ff. Pi. XYI— XX von M. Jacoby be-
handelt vorstehende Gruppe. (Jacoby a.a.O.).
Aphanocera (n. g. Halticin. prope Peloniam) fulveola (Panama)
S. 320;
Megasus (n. g. prope Aphanocera, Lacticae afline) bimaculatus
(Guatemala); Jacoby a.a.O. Ä 321.
Taphina in. g. inter Antipham et Ematheam) diwwdia^a (Bodjo) ;
Duvivier a.a.O. S. 52.
Clerotilia (n. g.) flavomarginata (Tsumago, !Nara); Jacoby,
Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 751 PI. XL VI Fig. 12.
Praeochralea (n. g. prope Ochraleam) antennalis (Malaccn);
Duvivier, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 245.
Platyxantha suturalis (Manilla); Duvivier, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 398.
Theopea Weyersi S. 53, Bodjoensis S. 54 (Bodjo); Duvivier
a.a.O., Fairmairei (Java); Duvivier, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S. 248.
Hylaspes JDohrni (Birma); Duvivier, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S. 246, ? ornatijjeiinis (China); derselbe ebenda S. 397.
Doryida Balyi (Malacca); Duvivier, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S. 394.
Cynorta cavifrons (Philippinen); Duvivier, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 247.
Haplosonyx coWam (Bodjo) ; Duvivier a.a.O. S. 50, nigricoUis
(Nias; Malacca); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 244.
Leptosonyx hirtus (Mongolei); Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 315.
Antipha Candezei (Fort de Kock); Duvivier a.a.O. S. 51.
Parastetba ? apicipennis (Bangkok); Duvivier, Stett. Ent.
Zeitg. 1885 S. 395.
Aenidea tibkdis (Nara; Kobe;Mikko); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 750 PI. XLVI Fig. 8.
246 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
GaleruceJla Nymphaeae L. Ei, Larve, Nymphe und deren
Lebensweise beschrieben von Gadeau de Kerville, Ann. Ent.
France 1885 S. 427 ff.
Galerucella t'ancorms (Portorico) ; Weise a.a.O. S. 157, nigro-
mwrginata S 743 Fig. 10, seminigra (Yagohara), viridipennis (Kuri-
gahara) Fig. 9 S. 744, semifulva (Kiga) Fig. 11, (vittaticoUis Balg,)
modesta (Nikko) S. 745, fuscipennis (Awomori) S. 746; Jacoby, Proc.
Zool. Soc. London 1885 PI. XL VI.
Galeruca (Adimonia) muÜicostata (Kiga ; Konose) etc. ; derselbe
ebenda Fig. 7.
Galerucida Lewisi (Oyama); derselbe ebenda S. 747 Fig. 6.
Sphenoraia intermedia S. 747, melanocephala (Yuyama) S. 748;
derselbe ebenda.
Monolepta cganea (Nikko; Yuyama etc.) S. 748, fulvicollis
(Kaschiwagi) , (dichroa Ifar. var. ?) apicipennis (Sapporo) S. 749;
derselbe ebenda.
Luperus hirsutus (Nikko; Yuyama etc.) Fig. 4, longicornis
(Nikko; Koba; Yuyama) Fig. 5; Jacoby, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 742 PI. XLVL
Cerophysa spletidens (Ceylon) S. 892, biplagiata (Hong-Kong)
S. 393; Duvivier, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Chthone'is suturaUs (Brasilien); Duvivier, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 243.
Malacosoma Zanziharica (Z.); Duvivier, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S.391.
Bonesia ?;ar/a&27i.s (Nyassa) ; Duvivier, Stett. Ent. Zeitg. 1685
S. 242
Phyllobrotica ???'(/nYa (Osaka); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London
1885 S. 742 PI. XLVI Fig. 3.
Diacantha Oberthuri (Agoue) S. 928, viridipennis (Quango)
S. 929; Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1885.
Aulacophora scutellata var. posi*caZis (Makassar) ; Schaufuss,
Hör. Soc. Ent. Eoss. XIX S. 208, nigripda n. sp. (Ceylon) S. 389,
andamcmica (A. J.) S. 390; Duvivier, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
I^eopraea (n. g. Aphthonae aliquantulum simile, subquadratuni,
tibiis apice inermibus, elytrorum basi convexa, scrobibus coxalibus
Q\2L\\&h) suhmetallica (Ms. Siiigalang, Sumatra) S. 38;
Erystus (n. g. Arsipodae affine; statura late ovata, thoracis
lateribus rotundatis, epipleuris elytror. inusitato latis; antennarum
articulis brevibus distinctum) Celebensis (Makassar) S. 40; Jacoby,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) II.
Aphthono'ides (n. g. Aphthonae simile) Beccarii (Tcibodas,
Java) S. 59 ;
Eudolia (n. g. Lemae et Crioceridi simile) Sumatrana (Ms.
Singalang) S. 69 ;
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 247
Thrasychroma (n. g.) submetallica (Ms. Siugalang) S. 71;
Manobia (n. g.) nigripennis S. 73, palli]}es S. 74, bascdis, ful-
•vicolUs S. 75 (ibid.); derselbe ebenda, ieM;i>i (Ichiuchi); derselbe;
Proc. Zool. See. London 1885 S. 741.
Aphthono'ides Beccarii Jacoby; ebenda und abgebildet PI. XL VI
^ig. 2.
Licyllus (n.g.) splendidus (Australien); derselbe ebenda S.928.
Enneamera Celebensis (Kandari), laevipennis (Wokan, Aru-I.);
-Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) II S. 47, tibiaUs (Jensai;
J'ukushima); derselbe, Proc. Zool. Soc. London 1885*8.740.
Psylliodes subi'uyosa (Hakadate), intei-media (Otsu) S. 739,
Japonica (Sapporo) S. 740; Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1885.
Megistops fictm- (Portorico); Weise a. a. 0. S. 162 Fig. 7.
Argopistes insularis (Ternate); Jacoby, Ann. Mus. Civic.
'Genova (2) II S.56, unicoloi' (Yuyama), undecimmaculata (Sapporo);
derselbe, Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 738.
Sphaeroderma abdomincdis (Ms. Singalang) S. 51, Mcdayana
(ibid.), flavicoUis (ibid.) S. 52, cyanipennis (ibid.) Celebensis (Kandari)
S. 53, Beccarii (Sumatra; Java), funelris (Ms. Singalang) S. 54;
Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova (2) II, Balyi (Japan), atra
(Oyama; Kiga; Nikko) S. 735, abdominalis (Yuyama; Kashiwagi),
unicolor (Nikko) S. 736, nigricollis (Yviya.nm) S. 737; derselbe, Proc.
Zool. Soc. London 1885.
Oedionychis Swnatrana (Ms. Singalang); Jacoby, Ann. Mus.
€ivic. Genova (2) II S. 76.
O^^hri^^ striatipennis (Fly river) S.32, nigromaculata (ibid.) S.33;
Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova (2) IL
Homophyla Krugi (Portorico); Weise a.a.O. S. 163 Fig. 8.
Chaetocnema Albertisi (Somerset); Jacoby, -Ann. Mus. Civic:
•Genova (2) 11 S. 37, chalceola (Hosokute) S. 731. japonica (Hakodate;
Fukusliima). fulvipes (Hakodate) S. 732, aurifrons (Oyuma) S. 733;
derselbe, Proc. Zool. Soc. London 1885.
Hypliasis inconstans (Yuyama; Hitoyoshi); derselbe ebenda
S. 733.
Argopus nigripennis (Shimonosuwa), Clarlci (Miyanoshita);
derselbe ebenda S. 734.
Sebaethe vanabilis (Ms. Singalang) S. 48 , Celebensis (Kandari)
S. 49, pallida (ibid.), viölaceipennis (Ramoi) S. 50; Jacoby, Ann.
Mus. Civic. Genova (2) IL
Plectroscelis pdlliddpes (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 462.
Chaloenus dimidiata (Sarawak, Borneo); Jacoby, Ann. Mus.
€ivic. Genova (2) II S. 36.
Sphaerometopa 22<afZr2jji<nc^rt^a (Sarawak), fulficollis ßis. Singa-
lang) S. 41, discoidalis (Tcibodas) S. 42; Jacoby, Ann. Mus. Civic
248 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Genova (2) n, nigricollis (Malacca); Du vi vier, Stett. Ent. Zeitgv
1885 S. 386.
Phyllotreta fiilvicollis (Somerset) S. 60, nigricornis (Fly river)-
S. 61, suturalis (Yule J.) S. 62; Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova
(2) II, tenebrosa (Kobe: Kumamoto; Yuyama); derselbe, Proc.
Zool. Soc. London 1885, semcorms (Manilla) ; Du vi vier, Stett. Ent.
Zeitg. 1885 S. 387.
Aphthona pa;pue'nsis (Yule J.) S. 63, fulvicollis (Somerset) S. 64 ;:
Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova (2)11, Foudrasi (Oyama) S. 729,
semwiridis (Japan) S. 730; derselbe, Proc. Zool. Soc. London 1885.
Longitarsus exoletus L. und melanocephalus (?//Z/. Ver-
wandlungsgeschichte; Buddeberg a. a.O. S. 105 und 107.
L. nigricollis (Ms. Singalang, Sumatra); Jacoby, Ann. Mus.
Civic. Genova (2) II S. 65 , nitida (Sapporo) S. 727, haemm-rhoidalis^^
(Yokohama), orientalis (Kurigahara) S. 728, quadraticollis (Nara))
S. 729; derselbe, Proc. Zool. Soc. London 1885.
Diphaulaca; 9 n. A. aus Central -Amerika von Jacobya. a. 0.
S. 264—268 beschrieben.
Disonycha xxdlipes (Portorico); Weise a.a.O. S.159, procera
(Delawara); Casey, Contributions II S. 182.
Jacoby a. a. 0. S. 305 — 317 beschreibt 23 neue Arten aus^
Central -Amerika.
Hermoeophaga cylindrica (Portorico); Weise a.a.O. S. 160.
Lactica; 29 n. A. aus Central- Amerika werden von Jacoby
a. a. 0. S. 270—284 beschrieben.
L. hicoloi' (Espirit. Santo, Brasil.) S. 387, australis (Queensland))
S.388; Duvivier, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Plectrotetra; 14 n. A. aus Central -Amerika werden von:
Jacoby a. a. 0. S. 284 — 290 beschrieben.
Pelonia (elegantula Baly var. S. 318), Balyi (Panama), ClarM
(Guatemala) S. 319, seminigra (Panama) S. 320; Jacobya. a. 0.
Phrynocepha elongata S. 292, capitata, intermedia (Mexiko),.
laevicollis (Guatemala) S. 293; Jacobya. a.O.
Haltica mexicana (M.) S. 296, Forreri, rugicollis, S. 297, flavi-
collis (ibid.), guatemalensis (G.) S. 298, minuta (Mexiko), parvula
(Guatemala; Panama) S. 299, limitata (Guatemala) S. 300; Jacoby
a.a.O., latericosta (Sapporo), ohscura (Yuyama) S. 726, Lewisi (Ka-
shiwagi; Chiuzenji) S. 727; derselbe, Proc. Zool. Soc. London 1885..
Systena varia (Portorico); Weise a. a. 0. S. 164 Fig. 9.
Jacoby beschreibt a. a. 0. S. 323—336 29 Arten, resp. var. dieser
Gattung
Podagrica cyanipennis (St. Thomas); Weise, dieses Archiv
1885 S. 165.
Liprus Malayanus (Ms. Singalang, Sumatra); Jacoby, Ann.
Mus. Civic. Genova (2) II S. 71, niyritus (Orana) S. 724, suturalis:
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 249
(Fukushima), minutiis (Nagasaki) S. 725; derselbe, Proc. Zool. Soc.
London 1885.
Sutrea Sumatrensis (PaimaiJi) ; Dnvivier a. a. 0. S. 49, Balyi
(Fly river) S. 43, dimidiatipennis (ibid.), collaris (Hatam) S. 44, violacei-
pennis (Ternate) S. 45; Jacaby, Ann. Mus. Civic. Genova (2) ü.
Crepidodera seminigra (Somerset) S. 65, unicolor (Siingei Bulii,
Sumatra) S. 66, Gestroi (Fly river), dubiosa (Sorong, Neu -Guinea)
S 67; Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) II, Lewisi, recticollis
(Kashiwagi) S. 721, laevicoUis (Oiwake), acuminata (Nikko) S. 722,
japonica (Nikko), himaculata (Subashiri) S. 723; derselbe, Proc.
Zool. Soc. London 1885.
Arsipoda _p«»Tw?« (Somerset); Jacoby, Ann. Mus. Civic. Ge-
nova (2) II S. 34.
Mantura Japontca (Hakodate), fulvipes (Kumamoto); Jacoby,
Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 720.
Simaethea hiplagiata (Ms. Singalang, Sumatra); Jacoby, Ann.
Mus. Civico Genova (2) 11 S. 46.
Nisotra obliterata (Neu-Guinea) S. 35, chrysomeloides (Sarawak,
Borneo) S. 36; Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova (2) II, signatipennis
(Madagaskar) S. 241, bicolor (Swan River) S. 385 ; Duvivier, Stett.
Ent. Zeitg. 1885.
Eucycla flavo?naculata (Katsiu) S. 67, Malayana (Fly river) S. 58;
Jocoby, Ann. Mus. Civic. Genova (2) 11.
Chrysomelini. Aeserno'ides (n. g. Aeserniae affine) nigro-
fasciatus (Qneensld.); Jacoby, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 223.
Hadroscelus (n. g. Gonioctenae vicinum, . . . femoribus omnibus
incrassatis, tibiis medio externo triangulariter dilatatis . . .) Schulzü
(Benguela, in Copal); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S.364.
Phytodecta rohusta (Miyanoshita; Hiogo) Jacoby, Proc. ZooL
Soc. Lond. 1885 S. 209, scutellaris (Berings-Sd.) ; J. Sahlberg IL
Stethomela basalis (Mt. Epa, Neu-Guinea) S. 25, paUiata (Wo-
kan, Aru J.) S. 26, fulvicollis (Cap York, Somerset), papuana (Fly
river) S. 27, varians (Yule J.) S. 28, Chapiiisi (Fly river) S. 29, semi-
violacea (ibid.) S. 30; Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova (2| II.
Xenomela Heydeni (Turkestan) S. 406, fuscipes (Samarkand)
S.507; Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Lamprolina unicokyr (Australien); Jacoby, Ent. Monthl. Mag.
XXI S. 225.
Calomela ' (Austraclica) capitata (Rockhampton), Q-maeiäata
(Port Moresby); Jacoby, Ent. Monthl. Mag. XXI S. 224.
Australica sittaralis (Somerset); Jacoby, Ann. Mus. Civico
Genova (2) II S. 25.
Chalcolampra nt/?2^eÄ (Queensland); Jacoby, Ent. Monthl. Mag.
XXI S. 225.
250 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Phyllocharis cyanicornis' var. confluens (Torres Str.); Jacoby,
Ent. Monthl. Mag. XXI S. 225. Jansoni Baly var. a und b (Somer-
set) S. 23, impressicollis n. sp. (Cape York, Somerset) S. 24; derselbe,
Ann. Mus. Civico Grenova (2) II.
Timarcha tenebricosa F. und violaceonigra Deg. Ver-
wandlungsgeschichte. Buddeberg a. a. 0. S. 101, 104.
Claypole macht einige Mittheilungen über das Auftreten des
Xartoffelkäfersi.J. 1882 in den Vereinigten Staaten; Proc. Amer.
Assoc. Adv. of Sei. 32 S.320f. —
Riley meldet das Vorkommen und Fressen der Larve des
Käfers auf Kohl; Keport of the Coramissioner of Agriculture 1884
S. 308.
Doryphora ]yraetextata (Amazons), gratiosa (ibid.) S. 925, Ober-
thuri (ibid.) S. 926, pictipennis (ibid.) S. 927; Jacob y, Proc. Zool.
Soc. London 1885.
Leucocera laevicolUs (Portorico); "Weise a.a.O. S. 156 Fig. 5.
Deuterocampta discicoUis (Amazons); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 927.
Weise macht einige x\ndeutungen über die Entwickelung
-und Zucht der Orinen; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 403 ff.
Orina dolens (Samarkand); Kr a atz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 298.
Tableau des Orina G-allo-Rhenanes par Fauvel (nach
IVeise's Tabellen in Ins. Deutschi.); Revue d'Entomol. IV S. 271 ff.
Chrysomela cyrtono'ides (Konose) S. 206, Nil'koe^isis (ß.; Yuno-
shiku; Urasa) S. 207, (Orina) obscurofasciata (Niigata) S. 208 PI. XI
Fig. 11; Jacoby, Proceed. Zool. Soc. London 1885, cavigera, magni-
ceps (Tschuktschen-Distrikt); J. Sahlberg I.
Caulfield macht Remarks on Chrysomela scalaris iec, laby-
rinthica Lee. and Physonota unipunctata Saij; Canad. Entom. XVI
S. 226 f.
Plagiodera bis-trqmnctata (Chiriqui), Phüippinensis (Ph.);
Duvivier, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S 118, Chapuisi (Fly river,
Yule J.), riparia (Fly river); Jacoby, Ann. Mus. Civico G-enova
(2) II S. 31.
Melasoma ^^^ntoms (Delagoa B.); Jacoby, Ent. Monthl. Mag.
XXI S. 226.
Gastrolina japana (J); Jacoby, Proc. Zool. Soc. Lond. 1885
S. 210 PI. XI Fig. 12.
Eumolpini. Lefevre's, ,,Catalogus" s. oben S. 244. — Ich
werde diese Abhandlung citiren Lefevre Catal.
Phaedrias nov. nom. pro Phaedra Chap, praeocc. S. 166;
Hylax nov. nom. pro Amasia Chap. praeocc. S. 14 und 166; vgl.
Bull. Ent. France 1884 S.45;
Nodonota nov. nom. pro Noda C/iap. praeocc. S. 166;
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 251
Sibotes (n. g. Iphim.) ater (Brasilien) S.20;
Eurysarciis (nov. nom. pro Polysarcus Lefevre praeocc. S. 24)
rufinus (ßahia) S 166;
Gastropius (n. g. Colasp. prope Adoream) insignis (Ecuador)
S. 167;
DoHchenus nov. nom. pro Dolometis Harold praeocc. S. 39;
Alethaxiiis (nov. nom. pro Aletes Chap. praeocc. S. 42) geni-
culatus (Ecuador), iwolixus (Bogota) S. 43;
Agetinus nov. nom. pro Agetus Chap. praeocc. S.43;
Bhahdopterus (nov. nom. pro Rhabdophorus Lefevre praeocc.)
Chiliensis (Gh.), cupreatus (Golumbien) S. 46, Kirschi (Bogota), limhalis
(Gayenne), ohsitus (Garacas), versutus (Venezuela) S. 47;
Eupales nov. nora. pro Pales Bedtb. praeocc. S. 50;
. Obelistes (n. g. Odontionop.) varians (Old-Galabar) S. 66;
Pagellia (n. g. Scelodont.) acuticosta, foveolata, suturalis
-(Luzon) S. 70;
Callipta nov. nom. pro Galliope TFe/se praeocc. S. 87 (und Bull.
Ent. France ie85 S. 125);
Eurysthenes nov. nom. pro Eurytus Chap. praeocc. S. 88;
Himerida nov. nom. pro Himera Chap. praeocc. S. 90;
Ennodius nov. nom. pro Enipeus Chap. praeocc. S. 90;
. Ocnida nov. nom. pro Genus Clark praeocc. S. 111;
Edusia nov. nom. pro Edusa Chap. praeocc. (incl. Edusina,
Edusella Chap) S. 112;
Cleptor (n. g. ^diisit.) inermis (Queensl), rufimanus (Pt. De-
nison) S. 113;
Argoa nov. nom. pro Argolis Chap. praeocc. S. 116;
Eurypelta^nov. nom. pro Eur(y)aspis Chap. praeocc. S. 118;
Liniscus (n. g. Typophor.) Sansibaricus ( S.) S. 130;
Nossioecus (n. g. Typophor.) für Lefevrei Harold S. 143;
Cleorina (n. g. Typophor.) a«<Z/ca (Batavia), castanea (Luzon),
janthina (Hong-kong), metallica (Java), morosa (Mindanao), nobilis
(Indien) S. 141, pidchella (Gooktown), Sumatrenms (Ms. Singalang).,
tibialis (Mindanao; Bohol) S. 145;
Aporistiis nov. nom. pro Aporus Lefevre praeocc. S. 156;
Melinophora (nov. nom. pro Melina Chap. praeocc.) nigripeß
(Brasil.», S. 157; Lefevre Gatal.
Phaedrozdes (n. g. Nodostom.) Phüippmensis (Luzon; Bohol;
Mindanao) S. 125;
Clypeolaria (n. g. Metachrom. prope Rhyparidam) thoracica
(Bohol) S 126;
Tricliona (n. g. Typophor.) fasciata, nigromacidata (Sumatra)
S. 147; Lefevre, Bull. Soc. Ent. France 1885.
Semmiona (n. g. Scelodont.) squameo-guttata (Semmio, Niam-
Niam); Fairmaire ebenda S. 128.
252 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Colaspis adusta (Bahia), aeraria (Columbien) S. 31, cyanea
(Bahia), Biufesi (Tupataro) S. 32, flavicans (Nordam.), gemellata
(Columbien; Peru) S. 33, pectoralis (Brasilien) S. 34, iwopinqua (Bra-
silien), speciosa (Venezuela) S. 35, tibialis (Brasilien) S. 36, corrugata
(Amazonas) S. 168; Lefevre Catal., Jacohyi (Gruatemala) S, 190,
fastidiosa (Columbien; Venezuela) S. 191; derselbe. Bull, Soc. Ent.
France 1885.
Colasposoma regulär is (Fly river); Jacoby; Ann. Mus. Civ.
Genov. (2) II S. 21, annamita! (Saigon), asperatum (ibid.), cribratum
(Kaffrar.) S, 104, Gounellei (Ramnad), Ovulum (Natal) ^. IQo, pilosum
(ibid.), rugiceps (Luzon), serratulum (Malacca) S. 106, velutinum
(Senegal), viUosulum (Madras) S, 107; Lefevre Catal.
Corysthea impressicollis (Ecuador); Lefevre Catal. S 55.
Coytiera strigatipennis (Brasilien); Lefevre Catal. S. 167.
Corynodes cribratellus, caerulescens (Niam-]SIiam); Fairmaire,
Bull. Soc. Ent. France IfcSö S. 82, Chapuisi (Pulo-Pinang) S, 147,
egregius (Mindanao), gibhifrons (Siam) S. 148, simplicicornis (Phi-
lippinen) S. 150; Lefevre Catal.
Syagrus aeratus (Gabon); Lefevre Catal. S. 138.
Rhembastus bicolor (Guinea); Lefevre Catal. S. 139, melano-
stictus (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1885 S,461.
Ivongius inconstans (Madagaskar); Lefevre Catal. S. 141.
Stethotes tibialis (Tonkin); Lefevre, Bull. Soc. Ent. France
1885 S,65.
Abirus rubripes (Ceylon), tuberculipennis (Luzon; Mindanao);
Lefevre Catal. S. 114.
Tymnes omoplata (Mexiko); Lefevre Catal. S. 115.
Mecistes seriatus (Natal); Lefevre Catal. S. 122.
Typophorus für ms (Brasil.), Lefevre Catal. S. 131,
Phytorus cijclopterus, fervidus, gibbosus, nigripes, plebejus S, 134,
puncticoUis (Philippinen), simplex (Malacca) S. 135; Lefevre Catal.
Trichostola magnicollis (Obock); Fairmaire, Ann. Soc, Ent.
France 1885 S. 461,
Metachroma antennalis (Portorico); Weise a.a.O. S. 155.
Ehyparida rt^rato (Maclay coast, Neu-Guinea); Macleay, Proc.
Linn. Soc. New- South -AVales IX S. 709, fulvo-Umbata (Sydney);
Lefevre Catal. S. 95.
Der Pseudocolaspis Oberthüri Fairm. gehört in die
Weise'sche Gattung Calliope; letzterer Name kann aber wegen
seiner mehrfachen Anwendung in der Zoologie nicht beibehalten
werden und wird durch Calliopta ersetzt; Lefevre^ Bull, Soc.
Ent. France 1885 S. 124 f.
Heteraspis morosa (J. Juthia ; Lefevre Catal, S, 83.
Chrysopida aureovillosa (Bohol), cuHa (Philippinen), depressicoUis
(L\\zo\i),2yuhipenms {ihk\.), 6'ewjJ6ri (Mindanao) ; Lefevre, Catal. S. 99.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 253
Demotina hipunctata (Kobe); Jacoby, Proceed. Zool. Soc.
London 1885 S. 204.
Fidia lurida (Nordamerika); Lefevre Catal. S. 76.
Aulexis flavopilosa (Philippinen) S. 76, humilis (J. Juthia),
Luzonica (L.), puberida (ibid.), pusüla (Philippinen) S. 77; Lefevre
Catal.
Habrophora costulata (Brasilien), Lefevre Catal. S. 78.
Hemiplatys Chapuisi (Malacca); Lefevre Catal. S. 81.
Eryxia virescens (Abyssinien); Lefevre Catal. S. 82.
Leprotes_2)^<Zyen^7e»^i^<5(Oyama;Kiga: Nikko); Jacoby, Proceed.
Zool. Soc. London 1885 S. 203 PI. XI Fig. 9 (= Lypesthes ater
Motsch.; derselbe ebenda S. 752).
Scelodonta 2>^^clira (Sumatra; Makassar); Schaufuss, Hör.
Soc. Ent. Ross. XIX S. 207, aeneola (Luzon), corrugata (Old Calabar),
dispar (Mindanao) Lefevre Catal. S. 68.
Tomyris elegantula (Tasmanien), piisilla (K. George's Sd.);
Lefevre Catal. S. 64,
Nodina CeZe&ew5t> (Kandari) ; Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova
(2) II S. 22.
Nodostoma Martini (Tonkiu); Lefevre Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 65, Japonicum (Kisa), ruficolle (Nikko; Fukushima) PI. XI
Fig. 10 S. 205, modestum (Yuyama; Hitoyoshi) S. 206, varicolor
(Hitoyoshi) S. 751; Jacoby, Proceed. Zool. Soc. London 1885.
cyrtopus (Luzon) S. 68, janthinum (ibid.) S. 59, philippinense (ibid.)
S.60; Lefevre Catal.
N. Japonicun Jac. (s. vorhin) hält Jacoby für eine schwarze
Varietät von N. Balyi Har.; consimile Baly für eine Varietät von
aeneipenne Motsch.; Proc. Zool. Soc. London 1885 S. 752.
Odontionopa chloris (Cap); LefeVre Catal. S. 65.
Phascus (Lefevre) maculatus = Nodostoma vulgaris Chap. und
hat zu heissen Phascus vulgaris (Chap.); Lefevre, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 40.
Campylochira metallica (Brasilien); Lefevre Catal. S. 41.
Colaspoides Martini (Tonkin); Lefevre, Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 66, dmplicipennis (Somerset) S 20, fiigntarsis (Ms. Singalau,
Sumatra) S. 21; Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova (2) II, femoralis
(China), hypoxantha (Amazonas) S. 158, nigro-maculata (Brasilien)
S. 159, vidgata (Bahia) S. 160; Lefevre Catal.
Podoxenus Permianus (P.); Lefevre Catal. S. 42.
Hermesm janthina (Venezuela); Lefevre Catal. S. 39.
Choris caerulea (Bogota); Lefevre Catal. S, 23.
Metaxyonycha signata S. 189, validicornis S. 190 (Brasilien);
Lefevre, Bull Soc. Entora. France 1885.
Agbalus elongatus (Ecuador), flavipes (Peru) S. 31, peruanus
954 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Sarayacu), rutilans (Columbien), tarsalis (Camana) S. 22; Lefevre
Catal.
Teaspes luguhris (Brasilien); Lefevre Catal. S. 20.
Noda {Nodonota, s. oben) acuminata (Columbien), granosa (Bra-
silien) S. 16, insignis (Columbien), ruficornis, spinulosa (Brasil.), S. 17,
tibialis (Bogota) S. 18; Lefevre Catal.
Lepronota fulvicornis (Brasilien); Lefevre Catal. S. 19.
Agrianes cyanicornis (Brasilien); Lefevre Catal. S. 14.
Lamprosphaerus amoenus (Amazonas) S. 9, fulgidus (Peru),
janthinus (Bogota), ornatus (Amazonas), venustus (Bogota), imicolor
^Cayenne) S. 10, rufipes (Amazonas) S. 166; Lefevre Catal.
Chrysodina collaris (Brasilien), gracüis (Buenos Ayres), jucunda
(Peru), laevicollis (Cartagena), opacicollis (Brasilien) S. 7, parvula
(Columbien), reticulata {BYa.si\ien), tarsalis (Peru) S. 8; Lefevre Catal.
Lamprosomini. Oomorphus japanus (Oyama); Jacoby,
Proceed. Zool. Soc. London 1885 S. 197.
Lamprosoma vicinum (Sa. Catharina. Bras.); Duvivier, Bull.
Soc. Ent. Belg. XXIX S. 117.
Cryptocephalini. Stylosomus xantholus (Montpellier); Hey
(Des Gozis i. 1.), Revue d'Entomologie IV S. 274.
Cryptocephalus nobilis Kraatz abgebildet; Jacoby, Proceed.
Zool. Soc. London 1885 S. 203 PI. XI Fig. 7.
Cryptocephalus tristiculus S. 147, Krugi S. 148 Fig. 1 , stolidus
S. 149 Fig. 2, perspicax S. 151 Fig. 3, nothus S. 152 Fig. 12 (Porto-
rico); Weise a.a.O., interstitialis (Majunga, Madag.); Jacoby, Ent.
Monthl. Mag. XXI S. 222, limhatipennis (Shimonosuwa) S. 199, par-
titiis (Wada toge) PI. XI Fig. 8. nigrofasciatus (Nowata; Matsuida;
Fukin) S. 200, difformis (Nikko) S. 201 Fig. 6; Jacoby, Proc. Zool.
Soc. London 1885, ellipsoidalis (Massach.; Long Isl); Casey, Bull.
Brookl. Ent. Soc. VH S. 66.
Pachybrachys mendicus (Portorico); Weise a. a.O. S. 153 Fig. 4.
Chlamydini. Chlamys ja^w>i/ca (Kiga; Fukushima); Jacoby,
Proceed. Zool. Soc. London 1885 S. 198 PI. XI Fig. 5.
Clytrini. Labidostomis siibfasciata (Haraarat, Kaspi) S. 313,
Beitteri (Lenkoran) S. 314, AVeise, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Criocerini. Crioceris Lewisi (Nikko) S. 194 PI. XI Fig. 3
Orientalis (Sapparo) S. 195; Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1885.
Pedrillia nigricolUs (Wada toge; Fukushima) S. 195, varipes
(J^ikko; Chiuzenzi) S. 196, unifasciata (Nikko) S. 197 PI. XI Fig. 4;
Jacoby, Proceed. Zool. Societ. London 1885.
Lema nigripes (Portorico); Weise a. a.O. S.145; nigra (Grimont) ;
Delherme de Larcenne, Catalogue des Coleopt. du Gers et du
Lot-et-Garonne und Le Naturaliste 1885 S. 120.
Bonaciini. Haemonia jVtpawa (Bukenji); Jacoby, Proc. Zool.
Soc. London 1885 S. 190 PI. XI Fig. 1.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 255
Donacia (Plateumaris) Weisel (Sibirien); Duvivier, Bull. Soc_
Ent. Belg. XXIX S. 116, Frovostii (Peking, die erste aus China be-
kannt werdende Art), Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 64,
gracüipes (Junsai) S. 191, constrkticoUis (ibid.) S. 192 PI. XI Fig. 2;
Jacoby, Proceed. Zool. Soc. London 1885.
Sagrini. Mecynodera PF «cÄV^awi (Queensland) ; Waterhouse,.
Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S. 342.
Bruchldae. Andromisus ! Mariae (in Bordeaux, aus Amerika,
eingeschleppt?); Des Gozis, Revue d'Entomologie IV S. 125.
Der bei Lissabon und Kustendje aufgefundene Bruchus (Caryo-
borus) pallipes Oliv, vom Senegal ist unter die europäischen Käfer
aufzunehmen; Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 65.
Poujade beobachtete bei der der Verpuppung nahen Larve von
C. nucleorum F. eine beträchtliche Verkürzung und andere Ver-
änderungen; Bull. Soc. Ent. France 1885 S 124; 140.
Franchet theilt Observations sur le Br. (Caryoborus)
nucleorum et son developpement mit; Bull. Soc. Philomath.
Paris (7) IX S. llff.
Die Heimath des Br. spinipes Er. ist nicht China, sondern
Chile, wo er im Samen der Acac. cavenia lebt; Karsch, Ent. Nachr.
1885 S. 285.
Br. cubiculus (Arizona); Casey, Contributions II S. 183.
Megacerus Stübelii (Brasilien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 223 Taf. IX C.
Cerambycidae. G an gib au er beschreibt neue und wenig-
bekannte Longicornier des paläarktischen Faunen-
gebietes; Verh. zcol. bot. Gesellsch. Wien 35 S. 515 ff.
Note sur quelques Longicornes du Paraguay; par
A. Lameere; Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 51 f.
Catalogue des Longicornes Gallo-Rhenans; derselbe,
Revue d'Entom. IV S. 162 f.
Roullet bejaht die Frage: les Longicornes sont-ils
susceptibles d'hibernation für Mesosa nubila vmd Cerambyx
Scopolii; Revue d'Entomol. IV S. 34. (Ich kann noch Astynomus
aedilis hinzufügen. Ref.).
Pascoe liefert Descriptions of some new Asiatic Longi-
cornia; Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S.49ff.
Bates bringt ein Supplement zu den Longicornia in BioL
centr.-amer. V S. 225 ff. PL XVI— XVHI (wird angeführt werden:
Bates a. a. 0.).
Derselbe beschreibt Longicorn Beetles of Japan; Journ.
Linn. Soc. Zool. XVIII No. 106 S. 205 ff. PI. 1, 2. (Bates, Longic.
Beetl.), wodurch die Zahl der Gattungen von 64 auf 121, der Arten
von 107 auf 236 erhöht wird. Während nach unseren bisherigen
Kenntnissen in der Longicornierfauna Japans das tropische Element
256 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ein bedeutendes Gewicht hatte, hat sich durch die neuen Funde dieses
Oe wicht verringert, indem (ausser einigen neuen Grattungen) nur
6 tropische, dagegen eine Menge palä- und nearktischer hinzuge-
kommen sind (Asemum, Tetropium, Rhagium, Encyclops, Pachyta,
Grammoptera, Rosalia etc.).
In seinen Contributions äl'histoire des metamorphoses
des Longicornes de la famille des Prionidae beschreibt und bildet
ab Lame er e die Larven von Psalidognathus modestus?; Macrotoma
palmata? und die Nymphe von Parandra polita; Mem. Soc. roy. des
Sciences de Liege (2 S.) XI No. 11 mit Taf.
Lamiini. Fhlyctidola (n g. Deucalioni et Dorcadidae affine)
metallica (Sapporo ; Nikko ; Oyayama) S. 236 PI. I Fig. 2 ;
Dolophrades (n. g. iucert. sed. Monohammis minoribus haud
dissimile) terrenus (Hitoyoshi) S. 238 Fig. 10;
Haplohammus n. g. (a Monoh. differt scapi cicatrice laeviore;
a Dihammo tibiis et tarsis antic. $ normalibus) für luxuriosus, frau-
dator, sejunctus, degener und zahlreiche indo-malayische und austra-
lische Arten, S. 239;
Mecynippus (n, g. Goes simillimum) pubicornis (Sapporo)
S.241 PI. II Fig. 12;
Apalimna (n. g. Palimnae affinissimum) liturata (alle Inseln)
Fig. 5;
Xenicotela (n. g. Xenoleae simillimum) fuscula (Higo) S. 242
Fig. 2;
Nanohammus (n. g. Olenocampto et Xenoleae affine) rufescens
(Chiuzenji) S. 244 Fig. 4;
Mesosella (n. g. Mesosae simile) simiola (Nikko) S. 246 Fig. 3:
Xylariopsis (n.g. Atimurae affine) mimica (Chiuzenji; Sapporo)
S. 247 Fig. 7 ;
Graphidessa (n. g, Tetroreae affine) venata (Higo) S 248.
Terinaea (n.g. Eupogonio subsimile) atrofusca (Junsai) S. 250
Fig. 6;
Cylindilla (n.g. praec. aif.) giisescens (Suyama) S. 250;
Eryssamena (n. g. Polimetae et Rhopaloscelidi affine) saper-
dhia (Chiuzenji, Usui-toge) S. 2.51, acuta (Usui-toge; an var. praeceed.?),
spinidorsis (ibid.) S. 252 Fig. 10 ;
Miccolamia (n. g. Phlyaro appropinquans) clerozdes (Idzu;
Nikko) Fig 11, verrucosa (Suyama), glahicula (Nikko) S. 253;
Clytosemia (n. g. Ostedi, Polimetae et Rhopalosc. affine) pwZcÄra
(Nikko) Fig. 9;
Callapoecus (n. g. Kt2i\it\ioi{Q.Ym.) (juttatus (Nara) Fig. 1 S. 254;
Eutetraj)ha (n.g. Saperdae affine) variicornis (Junsai), chrysar-
gyrea (Higo) S. 256;
Epiglenea (n.g. facies gen. Gleneae) co^nes (Higo) S. 1:59;
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 257
Praolia (u. g. Serixiae affine) CiYnmpes (Kashiwagi, auf Celtis)
S.261 Fig. 8; Bates, Longic. Beetl.
Disco lops (n. g. Pericopt. prope Plociam) strigicollis (Obock);
Fairmaire, Ann. Soc. Eut. France 1885 S. 459.
Syhropsis (n. g. „Sybra congriiit sed tibiae intermediae haud
€marginatae") frontalis (Ellopura); Pascoea. a. 0. S. 53.
Oberea sericans (Otarn; Nanai; Junsai); Bates, Longic. Beetl.
S. 260.
Stenostola argyrostida (Chiuzenji) S. 258, anomala (Higo) S.259;
Bates, Longic. Beetl.
Phytoecia (Coptosia) Faiisti (Persien) S. 521, (Helladia) adelpha
(Syrien), (Pbyt.) farinosa (Schahrud) S. 522, Astarte (Kleinasien) S.523;
Ganglbauer a. a. 0.
Mallosia imperatrix (Bloudan, Antilibanon) ;Abeille dePerrin,
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 140.
Paraglenea eximia (Junsai), theaphia (Sapporo); Bates, Longic.
JBeetl. S.257.
Singalia rufescens (Nagasaki); Bates, Longic. Beetl. S. 258
Pithomictus irroratus (Maclaycoast, Neu -Guinea); Macleay,
Proc. Linn. Soc. New-South-Wales IX S. 707.
Acanthocinus stiUatus (Chiuzenji; Junsai; Nikko); Bates,
Longic. Beetl. S. 254.
Metamorphoses de TAcanthoderes Borrei Duges; Duges,
Ann. Ent. Belg. XXDC (2. part.) S.45ff. PI. 3 Fig. 13—28.
Tetraglenes diuroides (Deli, Ost-Sumatra); Ritsema Gz.,
Notes Leyd. Mus. VII S. 44 PI. 3 Fig. 4.
Pogonochoerus cristulatusl (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 458.
Sydonia divaricata (Higo; Yuyania); Bates, Longic. Beetl.
S. 247.
Eupogonius ie^m/corwis (Nishinnura ; Kashiwagi); Bates, Lon-
gic. Beetl. S.249.
Sybra suhfasciata (Higo); Bates, Longic. Beetl. S. 246.
Stbenias lunulatus (Ellopura); Pascoe a.a.O. S. 52.
Praonetha laterifusca (Obock); Fairmaire Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 460.
Dichostates vagepictiis (Obock) S. 456, strigifrons (Sudan) S. 457,
suhocellutus (Obock) S.458; Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1885.
Diallus guttatus (Kaioa; Batchian); Pascoe a. a. S. 51.
Rhodopis mtegrijiennis (Wada-toge); Bates, Longic. Beetl.
■S. 243.
Eutaenia elegans (Travancore, Indien); Waterhouse, Ann. a.
Mag. N.H. (5) p.460.
Phryneta sewm-asa (Zambese); Dohrn, Stett. Ent. Zeitg. 1885
-S. 140.
Aicli. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 17
258 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zographus älboguttatus (Guelidi); Fairmaire, Bull. Soc. Ent».
Belg. XXIX S. 9.
Agelasta po??/52)i7a (Naas Isl., Sumatra); Pascoe a.a.O. S. 50^
obscura (Maclay coast, Neu - Gruinea) ; Macleay, Proc. Linn. Soc.
J^ew-South- Wales IX S. 707.
Mesosa incongi'ua (EUopura); Pascoe a.a.O. S. 52, gradlior
(Oyayama), hirsuta (Kobe) S. 244, senilis (Junsai; Oyama; Sapporo),
poecila (Nikko; Junsai), cribrata (Sapporo) S. 245; Bat es, Longic.Beetl
Apriona tigris Thoms. nicht = punctatissima Kaup, wie
Oberthür wollte; Ritsema Gz., ü^otes Leyden Museum VII S. 128,
C. Ritsema Cz. macht Aanteekeningen op Snellen van Vollen-
hoven's opstel „Les Batocerides du Musee de Leide" (Tijdschr..
V. Entom. XIV S. 211 ff.); Tijdschr. v. Entomol. XXVIII S. 101 ff.
Uraecha griseola (Kashiwagi); Bates, Longic. Beetl. S. 240..
Cereopsius arbiter (Labuau) S. 50, spilotus (ibid.), satelles (Sara-
wak) S. 51; Pascoe a.a.O.
Cerosterna oblita (Concepcio, bei Valparaiso); Fairmaire,.
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 189.
Pelargoderus semitigrinus (Sumatra); Ritsema Gz., Notes
Leyden Museum Vn S. 43 PI. 3 Fig. 3.
Monohammus nitens (Niohozan) S. 238, xmrdalinus (Yuyama)
S. 239; Bates, Longic. Beetl.
Dorcadion Emgel (Peloponnes) S. 519, Eugeniae (Arkadien)^
S. 521; Ganglbauer a.a.O.
Nach Rey sind D. navaricum, meudax, monticola, meridionale
Muls., striola Dej., pyrenaeum Germ, selbständige Arten neben fuli-
ginator L.; Revue d'Eutomologie IV S, 235 ff.
Echthistatus furciferus (Hiogo), gt'ossus (Yuyama); Bates,.
Longic. Beetl. S. 237. — Die Gattung gehört nach Bates zu den
echten Lamiinae, nicht Dorcadioninae , wo sie bei Lacordaire steht.
Tmesisternus Bafaelae (Menado); van Lansberge, Bull. Soc.
Ent. Belg. XXIX S. 20.
Cerambycini. Xenophyrama {n.g. Rhamnusio approximans)
purpureum (Yuyama) S. 210 PI. 1 Fig. 1 ;
Lemula (n. g.) decipiens (Miyanoshita ; Kiga) S. 212 Fig. 5:
Toxotinus (n. g. facies gen. Toxoti) Zon^icor«z5 Oyama) S. 213
Fig. 6;
Eustrangalis (n. g. Stenurae affine) distenioides (Nikko;.
Sapporo) S.222 Fig. 4;
Pyrrhona (n. g. Lepturin.) laeticolor (Yuyama) S. 224 Fig. 8;:
Corennys (n. g. Pyrocalymmae affine) sericata (Nanai; Ghiu-
zenji; Ontaki) S. 225 Fig. 2;
Paraclytus (n. g. Anaglypto affine) excultus (ganz Japan)
S.234 Fig. 11; Bates, Longic. Beetl.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 259
Uornius (n. g. Dorcasominis affine, Tetraopi et Astathe simile)
sulcifrons (Baie Orange); Fairmaire, Naturaliste 15 janvier 1885
und Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 62.
Amphelictus (n. g. prope Hesperophan., thorace spina laterali
armato diversum) melas (Mexiko); Bates a.a.O. S. 242.
Sotira (n. g. Hesperophanid.? an Callidiopsid. ?) flexuosa (Kaioa;
Amboina) S. 54;
Cym'aterus (n. g. Erythro affine; caput exsertum, antice pro-
dnetum; antennae breves crassae ($); prothorax breviter ovatus;
elytra breviuscula; coxae anticae separatae; abdomen breve, sub-
conicum) torriclus EUopura S. 55; Pascoe a. a. 0.
Pseudomyrmecion (n. g. prope Graciliaml ramaZmm (Algier) ;
Bedel, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 132.
Distenia Prj/m (Ellopura) ; Pascoe a.a.O. S. 57.
Purpuricenus Koehleri in der Mark; Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 180.
Eurycephalus maxillosus Oliv, ist nicht das (^ von
E. Lundii F. = nigripes Oliv., sondern von variabilis Pascoe;
E. Wieneckei Voll, und Purpuricenus sanguinolentus Oliv, gehören
in die Gattung Philagathes; RitsemaCz. , Notes Leyd. Museum
VII S. 128.
Smodicum parandroides (Mexiko; Guatemala); Bates a.a.O.
S. 241.
Demonax transilis (Suyama ; Nikko ; Yokohoma) ; Bates, Longic.
Beetl. S. 229.
Artimpaza foimosa (Ellopura) S. 55, bicolor (Andaman 1.) S. 56;
Pascoe a. a. 0.
Clytellus Olesteroides (Andaman I.); Pascoe a.a.O. S. 56.
Aglaophis colobotheotdes (Sapporo) ; B a t e s , Longic. Beetl. S. 235.
Nach Sharp ist die Gattung Plagithmysus Motsch., die der
Autor für den Stenopterus pulverulentus Eschsch. aufstellte, hernach
aber für synonym mit Oenemona Newm. hielt, eine wohl begründete,
und Clytarlus Sharp ist damit synonym, nicht dagegen Neoclytus.
Ausser P. pulverulentus, dessen Vaterland wahrscheinlich die Sand-
wich-Inseln und nicht, wie Motschoulsky angab, Californien ist,
gehört dazu (Clytarl.) robustus Sharp, attenuatus Boisd.; Clytus
distortus Chevr. ist dagegen keine Angehörige dieser Gattung, die
bisher auf die pacifische Inseln beschränkt ist. Bull. Soc. Ent.
Belg. XXIX S. 74 ff.
Metamorphoses du Cyllene erythropus CÄetJr./Duges, Ann.
Soc. Ent. Belg. XXIX (2. part.) S.40 ff. PI. 3 Fig. 1—12.
Anaglyptus Niponensis (Miyanoshita ; Kiga; Oyayama; Nikko);
Bates, Longic. Beetl. S. 234.
Clythanthus misellus (Yokohama) S. 228, icemscws (Hakodate;
Sapporo) S. 229; Bates, Longic. Beetl.
17*
260 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Clytus (Xylotrechus) Namaganensis (N.); v. Hey den, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 297, (Clytus i. sp ) melaenus (Junsai), auripilis
(Sapporo) S. 230, (Xylotrechus) emaciatus ( Kurigahara) , clarinus
(Junsai) S. 231, albifUis (Junsai) S. 232, rufdiiis (Junsai) S. 233;
Bates, Longic. Beetl.
Gleroclytus collaris (Kuldscha); Jakowleff, Hör. Soc. Ent.
Ross. XIX S. 290.
Callidium (Linderes) TürM (Cilicien); G an gib au er a. a. 0.
S. 517, (Call.) simplarium (Jsamagan); v. Hey den, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 296.
Chelidonium qiiadricolle (N&.Y?i; Junsai; Tokio); Bates, Longic.
Beetl. S. 226.
Chloridolum thaliodes (Sapporo; Kobe); Bates, Longic. Beetl,
S. 226.
Zonopterus suspectus (Bandong, West -Java); Ritsema Cz.,
Notes Leyden. Mus. VH S. 125 PI. 4 Fig. 5.
Coloborrhombus fasciatipennis (Elopura, Borneo; Mime einer
Wespe, Mygnimia aviculus); Water ho use, Trans. Ent. Soc. Lond.
1885 S. 369 PI. X Fig. 12.
Necydalis solida (Chiuzenji), cbenina (Yezo); Bates, Longic.
Beetl. S. 225.
Encyclops olivaceus (Chiuzenji; Omine) ; Bates, Longic. Beetl.
S.211 P1.I Fig. 7.
Strangalia verticalis var. Adcdiae (A., Lycischer Taurus);
Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 390.
Str. diilcis (Wada-toge ; Yuj'^ama) S. 222, contractu (Kashiwagi ;
Niohozan), regcdis (Sapporo; Igo; auf Birkenstümpfen) S. 223; Bates,
Longic. Beetl.
Strangalomorpha aenescens (Chiuzenji; Niohozan; Wada-toge);
Bates, Longic. Beetl. S. 221.
Grammoptera grallatrix (Nikko) S. 214, signifera mit 4 varr.
(Nikko; Oyama; Hitoyoshi), amentata\x\\([ var. a und b (Miyanosliita ;
Suyama; Oyama; Chiuzenji) S. 215, chcdyheella (Nikko) S. 216; Bates,
Longic. Beetl.
Alosterna (chrysomelo'ides Y?ir. subvittata), talgschensis (Kaukasus^ ;
Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 391.
Leptura Sicida (S.); Ganglbauer a. a. 0. S. 515, picticornis
(Kreta); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 390.
Nach Rey ist unter L. maculicornis Beg. eine neue Alt ver-
steckt gewesen, die er hybrida nennt; von dubia Scop. kann man
ebenfalls eine (Art oder) Varietät unter dem Namen ochracea ab-
zweigen; Revue d'Entomol. IV S. 275 ff. ; eine weitere mit maculi-
cornis nahe verwandte und bisher verwechselte Art ist simplonica
Fairm. i. 1. ; derselbe ebenda S. 3241".
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 261
L. misella (Kashiwagi), Pyrrha (Wada-toge; Nikko) S, 216,
granulata (Sapporo: Yani), excavata (AVada-toge; Niohozan) S. 217,
(Judolia) cometes (Chiuzenji; Niohozan; Sapporo), (Stenura) vicaria
(Niohozan; Sapporo) S. 218, mzmcct (Sapporo; Junsai; Nikko), suhtilis
(Chiuzenji) S. 219, adumbrata (Tokio), nympkula und var. (Chiuzenji;
Niohozan; Wada-toge var.) S. 220; Bates, Longic. Beetl.
lieber Letzneria lineata s. 62. Jahresbr. Schles. Ges. f. vaterl.
Kultur S. 344.
In einer Note on the species Gau rotes Leconte spricht sich
F. Blanchard für eine Vereinigung dieser Gattung mit Acraaeops
aus; Bull. Brookl. Ent. Soc. VII S. 108.
G. Doris (Chiuzenji; Niohozan); Bates, Longic. Beetl. S. 212.
Pachyta erebia (Chiuzenji); Bates, Longic. Beetl. S. 212.
lieber Farbenvarietäten des Oxymirus Cursor; 62. Jahresb.
Schles. Ges. f. vaterl. Cultur S. 346.
Wilke macht eine fast schwarze Varietät von Toxotus
Cursor bekannt; Zeitschr. f. Entomol. Breslau X S. 16.
• Atenizus simiüex (Panama); Bates a.a.O. S. 240.
Ceresium coronarium (Bouru) S. 53, rotundicolle (Ceylon) S. 54;
Pascoe a. a, 0.
Ibidion alienum (Madagaskar, in Copal); G. Quedenfeldt,
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 365.
Eburodacrys coalescens (Nikaragua), laevicornis (Panama ; Vene-
zuela), mexicana var. interrvpta (Guatemala; Panama); Bates
a. a. 0. S. 247.
Eburia patruelis S. 244, rotundipennis, clara S. 245, nigrovittata
S. 246 (Mexiko), pedestris var. mutata (Panama) S. 245; Bates a.a.O.
Chion garganicus var. oc/?race«t6^ (Mexiko); Bates a.a.O. S.243.
Stromatium signiferum (Ceylon); Pascoe a.a.O. S. 55.
Gnaphalodes trachyderoides var, menm's (Mexiko) ; Bates a.a.O.
S. 238.
Xestia sanguinipennis (Nicaragua; Panama); Bates a. a. 0.
S. 242.
Xoanodera amoena (Ceylon); Pascoe a.a.O. S. 53.
Dymasius vitreus (Ellopura); Pascoe a.a.O. S. 53.
Hammatochaerus jjactor (Paraguay); Lameere a.a.O. S. 51.
Prionini. In einer Note sur quelque Prionidae erklärt
Lameere den Psalidognathus mygalo'ides Thoms. für das Männchen
von Ps. modestus Fries und schlägt für die von Thomson als Ps. mo-
destus ^ beschriebene Art den Namen Thomsoni vor S. 9; der Mero-
scelius opacus Biiquet = apicalis W/iäe (^ und Servillei Thoms. =
violaceus Serville ^•, von Eurynassa werden die Gattungscharaktere
nach E. Odewahni $ angegeben; Phaolus Macleayi Pascoe = Jotherium
metallicum Pascoe ^•, ferner beschreibt der Verfasser einige neue
Arten. Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S.9ff.
262 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
A. K. Dimmock giebt Beispiele für die sexual attraction
in Prionus; Psyche IV S. 159;
Clarkson desgl. von Pr. brevicornis F.\ Canad. Entomol.
XVI S. 95.
Prionus Flohri, meodcanus (M.); Bates a.a.O. S. 227, (Psilo-
tarsus) Balassogloi (Turkestan) S. 91, brevispinus (ibid.) S. 92, B. E.
Jakowlew, Bull. Imp. Nat. Moscou LXI.
Soleiio-pterB, parandroides (Cuba); Lameere a.a.O. S. 12.
Pyrodes Candezei (Ecuador); Lameere, a.a.O. S. 12.
Mallaspis lampros S. 236, Iris S. 237 (Gruatemala) , insignis
(Costa Rica; Panama) S. 238; Bates a. a. 0.
Trichoderes rugosus (Guatemala); Bates a.a.O. S. 236.
Aegosoma (Megopis) Lacordairei (Mauritius) ; Lameere
a.a.O. S. 12.
Nothopleurus loUgenis (Mexiko); Bates a.a.O. S. 235.
Strongylaspis (scobinatus var. Belti (Nicaragua),) graniger
(Panama), Championi (Gruatemala); Bates a.a.O. S. 233.
Xixuthrus costatus (Sa. Anna, Solomon J.); Waterhouse,
Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S. 383.
Derobrachys granulatus, 3Iegacles, Forreri (Mexiko); Bates
a. a. 0. S. 230.
Polyarthron Bienerti (Persien); v. Hey den, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S.311 Taf. IV Fig. 1, Komaroffi (Merw); Dohrn,
Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 64.
Ueber Hypocephalus s. Lucas im Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 132 und Le Naturaliste 1885 S. 125 f. mit Holzschn.
Parandra Villei (Ecuador); Lameere a.a.O. Sil, lata (Mexiko);
Bates a.a.O. S. 226.
Anthribidae. Cylindro'ides (n. g.) alboplagiatus (Obock);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 456.
Brachytarsus paululus (Delaware); Casey, Contributions II
S. 194.
Reitter hält die europäischen Choragus- Arten in analytischer
Tabelle auseinander; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 275; darunter Ch.
vittatus fLirik im Talyschgebirge) S. 276.
Brenthidae. Orychodes femoratiis (Makassar); Schaufuss,
Hör. Soc. Ent. Boss. XIX S. 206.
Miolispa bicanalicidata , semivelata (Makassar), striata (New
South Wales); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Ross. XIX S. 206.
Anisognathus augurius (Caffrar.); Kolbe, Entom. Nachr. 1885
S. 187.
Amorphocephalus hospes (Zanzibar); Kolbe, Entom. Nachr. 1885
S. 188.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 263
Scolytidae. Lindemann's Verzeichniss der bei Moskau
T^orkommenden Borkenkäfer weist 42 Arten auf; Bull. Soc.
Imp. Nat. Moscou 1884 No. 4 S. 263 f.
Supplement au Xylophages d'Europe (pour le catalogue) ;
Fauvel, Revue d'Entomologie IV S. 326 f.
Duges schildert die Verwandlungsgeschichte einer Art, aiif
die er die n. G. Chapuisia gründet (Tete completement degagee du
prothorax. Languette libre, depassant fortement le menton. Palpes
lab. et max. de 3 art. Labre distinct. Antennes coudees de 7 art.,
dont 5 au funicule, leur massue en forme de palette compacte. Pro-
thorax muni sur ses flaues d'excavations pour la reception des
cuisses anterieures avec le pronotum retreci au milieu. Hauches
ant. grosses, saillantes legerement obliques, fortement separees.
Premier article des tarses aussi long que les autres unis, 3® bilobe,
noeud basal du 4« tres visible. Metasternum tres grand. Epist. meso-
thoraciques tres developpes remontant entre le prothorax et les
elytres. Sexes semblables?) und die er Ch. mexicana nennt; Ann.
Soc. Ent. Belg. XXIX S. 56 ff. PL 5.
L. Camerano macht Osservazioni intorno a due specie di
Eccoptogaster nocivi agli olmi; Ann. Accad. Agric. Torino
XXVII.
Scolytes v. Pyri Batzeb. und rugulosus Batzeh. Larve,
Puppe und deren Lebensweise; Buddeberg a.a.O. S. 91, 94.
Xylocleptes bispinosus Bft. Verwandlungsgeschichte;
Buddeberg a.a.O. S. 98.
Tomicus Lipperti (Insel Meleda, in Pinus halipensis) ; H e n s c h e 1 ,
■Oesterreichische Forstzeitung 1885 No. 144 Fig. 84.
Ernoporus Fagi Nördl. Lebensweise und Verwandlungs-
geschichte; Buddeberg a.a.O. S. 97.
Crypturgus Gaunei'sdorferi (Euböa); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 389.
Curculionidae. Barg agli fährt in seiner Ras segna bio-
logica di Rincofori Europei fort; Bull. Soc. Entom. Ital. XVII
S. 3 ff., 293 ff.
Faust beschreibt neue Rüsselkäfer aus Algerien; Berl.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 233 ff.
Derselbe beschreibt weitere (31) neue asiatische Rüsselkäfer
(aus Turkestan); Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 181 ff.
Derselbe desgl. Turkestanische Rüsselkäfer; Stett. Ent.
Zeitg. 1885 S. 149 ff.
Pascoe stellt eine List ofthe Curculionidae of theMalay
Archipelago . . . . zusammen; Ann. Mus. Civic. Genova (2) II
S. 201 ff'. Tav. I — m. Das Verzeichniss enthält 431 Arten, die zumeist
von Beccari und d'Albertis gesammelt und von denen die meisten
neu sind und manche zur Aufstellung neuer Gattungen Veranlassung
'264: B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
geben. Eine neue Phaenomerus-Art lasse ich, da die Stellung der
Gattung verschieden beurtheilt wird, hier folgen: Ph. lineatus (Fljr
river) S. 324. — Ich werde diese Abhandlung citiren: Pascoe a. a. 0.
Schwarz theilt Notes on the food-habits of some N. A..
Rhynchophora mit; Bull. Brookl. Ent. Soc. VII S. 84 f. Panscopus
erinaceus; Eudiagogus pulcher, Rosenschoeldi; Pachytychius disco'ideus;
Anthonomus gularis, flavicornis; Rhyssematus lineatocollis; Himatium
errans; (Hypothenemus eruditus, Micracis rudis, opacicollis; Scolytus
nmticus; Chramesus Chapuisi; Phloeotribus frontalis; Onesimus strigi-
collis; Brachytarsus lirabatus, variegatus: Choragus Sayi; Euxenus
piceus).
Emydica (n. g. incertae sedis; „in Lacordaire's System to the
Ithj^ormo-e'') platyjwta (Ansus); Pascoe a.a.O. S. 255.
Cossonini. Tetraspartus (n. g.) bagokles (Tdhoö.?i8) S. 309;:.
Elatticus (n. g.) Beccarii (Hatam) S. 310;
Dexipeus (n. g.) fumosus (Tcibodas), costatus (Ms. Singalang)
S. 311;
Allaeotes (n. g.) (jriseus (Araboina) S. 312;
Anius (n. g.) pauperatus (Sarawak) S. 313;
Ochronanus (n, g.) py(jmaeus (Tcibodas) S. 314;
Tarchius (n. g.) pinguis (Ms. Singalang) S. 314;
Psilotrogus (n. g.) extensus (Hatam: Ansus) S. 318;
Bhypax (n. g.) ohscurus (Sarawak; Celebes; Sumatra) S. 323:
Pascoe a. a. 0
Rhyncolus mfarius (Taschkent); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr,
1885 S. 190.
Oxydema naso (Hatam), elonyata (Singalang); Poscoe a.a.O.
S. 321.
Pachyops pusilla (Tcibodas); Pascoe a.a.O. S. 323.
Stenotrupis exilis (Aru); Pascoe a.a.O. S. 313.
Homalotrogus arctatiis (Somerset); derselbe ebenda S. 315.
Stereoborus indudus (Somerset); derselbe ebenda S. 320.
Stereoderus lonyipennis (Hatam) S. 320, teres (Ternate) S. 321 ;
derselbe ebenda.
Synommatus lineatus S. 310, interruptus S. 311 (Tcibodas);
Pascoe a. a. 0.
Xenotrupis congruens (Tawan Is.); Pascoe a.a.O. S. 322.
Orthotemnus disparilis (Somerset); derselbe ebenda.
Cossonus anxius (Dorey) S. 315, macer (Hatam), indigens
(Somerset), excavatus (Somerset) S. 316, üwisus (Celebes; Andai),
hasalis (Key; Tcibodas), Alhertisi (Somerset) S. 317, tJwracicus (Fly-
river)S. 318; Pascoe a.a.O.
Isotrogus hilmeatus (Somerset); derselbe ebenda S. 318.
Heterophasis fulvipennis (Tcibodas); derselbe ebenda S. 319.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 265
Ueber die Arten von A m a u r o r r h i n u s s. B e d e 1 in dem Bull .
Soc. Ent. France 1885 S. 139.
Sipalini. Sipalus cristatus (Makassar) ; Scliaufuss, Hör.
Soc. Ent. Eoss. XIX S. 204.
Oxyrrhynchini. Ritsema Cz. schlägt für Oxyrrhynchus
Schönh. wegen des gleichlautenden Spix'schen Namens Cryptoderma
vor; Notes Leyden Mus. VII S. 54.
Calandrini. In den Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 91 ff.,
275 ff. ist der 2. und 3. Theil von des inzwischen verstorbenen
Chevrolat's „Calandrides, nouveaux genres et nouvelles especes,
observations, synonymies, doubles emplois de noms de genres et
d'especes, etc., mit einem Vorworte von Jekel abgedruckt. —
Phryno'ides (n. g. bei Crepidotus) ?it^e2<s (Para); Polyaulax n. g.
für Sphenoph. castaneipennis Bohem. S. 95; 31 er o plus (n. g. bei
Sphenophorus) serrirostris (Celebes), dentkidatus (Amboina) S. 96,
alternans (Amboina), cinereiventris (Moluccen) S. 97, nigrocinctiis
(Philippinen), genicidatus (Celebes), lineanujra (Java) S. 98, haematicus
(Ceylon), subscutellaps (Cochinchina), flavoUneatus (Manilla) S. 99;
(H) Aplotes (n. g. für Sphenoph. cruciger Mots., Roelofsi Chevr.,
carinicollis Gyllh. und) alienus (Java), diversilineis (Moluccen) S. 100;
TrachorrhopcdonrefIexus{CeYdjm)S J02 Jeucogrammiis {Ceylon), humeralis
(Kambodja), cincticauda (Malacca) S. 103, Uneolatus (Java), Horsfieldi
(ibid.), fissicauda (Kambodja) S. 104, inversicornis (Indien?) S. 105;
Sphenophorus sanguinipenms{l!il?ii^e\\\e)^. 107, geminatus {G\\i\\ , Peru),
glcdjripes (Mexiko), swZcz/miÄ (ibid.) S.llO ; ilhodobaenus/e?no?-aZis (Mexiko ;
Yukatan) S. 277, elegmis, haematidus (Mexiko) S. 278, deltoides, Ayidreae
S. 279, ypsilon, cornicidatics (Mexiko), centromaculatus (Cayenne) S. 280,
miniatus, nigricornis, crucicoUis {Byrs.) S. 281, hipunctatus Südbras.),
&tcmc^w5 (Magdalenenfl. , Columbien), lineiger (ihki.) S. 2S2, pinguis
S. 283, quinquemacidcdus , alboscutellcdus , varieguttatus S. 284, nigro-
lineatus, suturellus, confusus S.285(alle von Mexiko); Homalostylus
n.g.für Sphenoph.latiscapus Kirsch; Paradiaphorus{odGr Pantod.?)
n. g. für Sph. crenatus Bilb. S. 287; Odoiporus! n. g. für Cal.
longicollis Oliv. S. 288; Temnoschoita n. g. für Sph. quadri-
maculatus Gyllh.; Cosmopolites x\. g. für Cal. sordida Germar S.289;
Merothricus! (n. g. für Sph. rusticus Gyllh. und) nigroscutellatus
(Cayenne), campestris (ibid.) S. 291.
Anathymus (n. g.) singidaris (Fly river) Tav. 3 Fig. 13 S. 299;
Gana'e (n. g.) pulchella (Arn) Fig. 9, amoena (Andai) S. 307;
Nephius (n. g.) Gestroi (Ms. Singalang! Fig. 12 S. 308; Pas-
coe a. a. 0.
Barystethus tropicus (Fly river); Pascoe a.a.O. S. 303.
Diatlietes nigripeyinis (Ternate) S. 303, imparcdus (Fly river),
pictus (Fly river) S. 304; derselbe ebenda.
Laogenia longicollis (Sumatra); derselbe ebenda S. 305.
266 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Calandra punctigera (Ramoi; Celebes) S. 305, crihrosa (Sorong),
joorcata (Ms. Singalang), rugulosa (Ramoi), fuliginosa (Hatam;
Fly river) S. 306; Pascoe a.a.O.
Sphenophorus Morreni (in London auf einer Cattleya von
Ecuador; auch in Brasilien); Roelofs, Ann. Soc. Ent. Belg. XXIX
(2. part.) S. 10. interrupte-costatus (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc.
Ent. Ross. XIX S. 204, jjrommw.s (Fly river; Katau) S. 300, atomarius
(Ms. Singalang), tincturatus (Ternate), Beccarii (Buru; Arn) S. 301,
Dwiae (Sarawak), torridus (Arn) S. 302; Pascoe a.a.O.
Prodioctes amoenus (Sarawak); Pascoe a.a.O. S. 300.
Sphenocoryues melanaspis (Java); Pascoe a.a.O. S. 298.
Rhynchophorus ferrugineus Varietätenreihe; Haller,
Mitth. Schweiz, ent. Ges. VII S. 198 mit Holzschu.
Rh. glabrirostris (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Ross.
XIX S.203.
Baridiini. Oxynia (^. g.) lineata (Singalang, Sumatra) Tav. 3
Eig. 5 S.294;
Degis (n. g.) trigonopterus (Fly river) Fig. 4 S. 294;
Theogama (n. g.) Zw^/w&m (Kandari) Fig.l S. 295;
Zena (n. g.) CT/^ei^A/oüfe« (Kandari ; Sarawak ; Amboina) Fig. 11
S.296;
Plaxes (n. g.) wqxir (Sarawak; Sungei-Bulu) S.296; Pascoe
a. a. 0.
Pseudocholus quenUus (Yule J.), Pascoe a.a.O. S. 297.
Baris leucospüa (Katau) S. 291, fulvicornis (Fly river), mutica
(Celebes), e?^ewma (Andai) S. 292; Pascoe a.a.O., i^^^ercaZa7•^V (Tasch-
kent), Balassogloi (Tschaar-Tasch) S. 200, (T-album var.?) sculptu-
o'citum (europ. und asiat. Russlaud) S. 201, fimbriata (Taschkent)
S. 202; Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Myctides familiaris (Somerset), nitidulas (Fly river) aeneus
(Sarawak); Pascoe a.a.O. S. 293.
Ceutorrhynchini. Phaydiuchus n. g. für (Rhinoncus)
topiarius Germ, mit analytischer Tabelle der verwandten Gattungen ;
Des Gozis, Reuve d'Entomol. IV S. 129 ff.
Phytobius taschkentensis (T.); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S. 194.
Rhytidosomus dentipes (Klagenfurt); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 389.
Ceutorrhynchidius troglodytes Verwandlungsgeschichte;
Buddeberga. a. 0. S. 88.
Ceutorrhynchus formosus (Taschkent; volgensis Faust kommt
ebenfalls dort vor) S. 195, sulphureus (ibid.), viator (ibid.) S. 196,
optahüis (ibid.) S. 197, sordidus (ibid.), hisei-iatus (ibid.^ S. 198, (?)
transversus (Kirghisen steppe) S. 199; Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885,
IKrelegans (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1885
S. 455.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 267
Coeliodes (Stenocarus) frater (Taschkent), Bohrni (Osch ; Tasch-
kent) S. 189, (Platygaster) venustus (Taschkent) S. 190, (Oxyomjx)
Brisouti (Alahuga) S. 102, Solskiji (Kirghisensteppe) S. 193; Faust,
Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Isorrhynchini. Othippia guttula (Somerset); Pascoe a.a.O.
S. 291.
Lobotrachelus ?«ar^M2a^«<5 (Tcibodas), exilis (Somerset); Pascoe
a. a. 0. S. 290.
Zygopini. Pantiala (n. g. Semiathe affine) iUusa (Flj rhev)
S.284;
Diomia (n. g.) tetrayramma (Fly river) S. 285;
Idoyenia (n. g. Idotasiae affi,ne) croceicornis (Kaju Tanam;
Tcibodas) S.287;
Camia (n. g.) superciliaris (Fly river) S. 288:
Zyyara (n. g.) Doriae (Yule J.) Tav. 3 Fig. 2 S. 289;
Caenochira (n. g.) Doriae (Fly river) Tav. 3 Fig. 6 S. 290;
Pascoe a. a. 0.
Mecopus onca (Fly river); Pascoe a.a.O. S. 280.
Phylaitis coyifusa (Fly river; Ynle J.); Pascoe a.a.O. S. 282.
Osphilia afßnis (Goram); derselbe ebenda S. 283.
Telaugia assimilis (Fly river); derselbe ebenda.
Idotasia honesta (Ternate) S. 285, ampUata (Fly river), rufi-
pennis, pulicaris (ibid.) S. 286, pulchella (Hatam), oblonga (Arn J.)
S.287; derselbe ebenda.
Arachnopusjpa^ro««e.s' (Fly river; Sorong), Pascoe a. a. 0. S. 281.
Chirozetes marmoreus (Fly river) ; Pascoe a.a.O. S. 282.
Cryptorrhynchini. Polyzelus (n. g. Ithyporin Psepliolaci
affine) a-assicoUis (Fly river) Tav. III Fig. 7 S. 248 ;
Mayaris (n. g.) variaUlis (Fly river) Tav. II Fig. 2;
Tili SU s (n. g.) hiyuttatus (Sumatra) S. 250;
Imathia (n. g.) hella (Hatam), unicolor (ebenda) S. 251;
Eurysia (n. g.) fulvicornis (Kandari) S. 252;
Dystropicus (n. g. Sophrorrhin.) squaUdus (Yule J.) S. 252;
Thadius (n. g.) erirrhinoides (Makassar) ;
Theoelia (n. g.) hifasciata (\"ule J.) Tav. III Fig. 3 S. 253.
Praodes (n. g.) acalMdes {J?l\2l) S. 254; Pascoe a.a.O.
Diathryptus (n. g. Tylodin.) as2)er (Fly river) Tav. 2 Fig. 6
S.256;
Anchithyrus [n. g.) obesus (Yule J.) S. 257, Gestroi (Fly river)
S. 258;
Ptolycus (n. g.) trachypterus (Fly river) Tav. 2 Fig. 13 S. 258,
carinirostris (Y'ule J.; Fly river), fidiyineus (Fly river) S. 259;
Hybicus (n. g.) rotimdatus (Y^ule J.);
Chirogonia (n. g.) opatroides (Fly river) S. 260;
268 B e r tk all : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Äporonotus (n. g. Poroptero forsan affine) simplex (Yule J.)
S.264;
Cleohis (n. g. Tragopodi affine) gemmatus (Fly river) S. 266;
Berosicus (n. g. Berosiiidi affine) persona (Fly river) Tav. 3
Fig. 10 S.269;
Gygaeus (n. g.) prodigus (Fly river) Tav. 2 Fig. 10 S. 273;
Enäyasmus (n. g.) Albertisii (Fly river) Tav. 2 Fig. 5 S. 275;
Hyparinus (n. g.) cZ/sjmr (Fly river) Tav. 2 Fig. 3 S. 276;
Amadus (n. g.) Gestroi (Hatam; Eamoi; Arn) S. 278; Pascoe
a. a. 0.
Berosiris ccdidris (Fly river; Timor; Somerset), tristis (Yule J.)
S. 267, incertus (Arn), irrer atus (Tcibodas; Sumatra), sparsus (ibid.)
paiiper (Ms. Singalang, Sumatra) S. 268; Pascoe a.a.O.
DmlRsssi pida (Fly r.); derselbe ebenda S.269.
Neochyrus indignus (Yule J.), restridus (Arn) S. 270, decisus
(Fly r.) S. 271; derselbe ebenda.
Syrichius rusticus (Yule J.); derselbe ebenda S. 271.
Tyrtaeosus concretus (Somerset) S. 271, xmrdalis, hicolor (ibid.)
asservandus (Fly river), discrepans (Yule J.)S. 272; derselbe ebenda.
Odosyllis ingens (Fly river) S. 276 Tav. 2 Fig. 8, gemmata
(Yule J.), crucigerä (Fly river; Somerset) S. 277; derselbe ebenda.
Chaetectetorus histrio (Yule J.) S. 277, gronopoides (Yw\q 3.;
Somerset) S. 278; derselbe ebenda.
Blepiarda Simulator (Katau, Neu -Guinea); derselbe ebenda
S. 279.
Der Stridulationsapparat von Cryptorr'hynchus La-
pathi beschrieben von Will; Ent. Nachr. 1885 S. 179 ff.; vgl. Lan-
dois ebenda S. 221.
Cyamobolus mimicus (Fly river) S. 273, ludiosus (ibid.), trivittatiis
(Andai) Tav. 2 Fig. 7, funereus (ibid.) S 274; Pascoe a.a.O.
Asytesta Uvirgata (Hatam); Pascoe a.a.O. S. 259.
Salcus gramdatus (Yule L); Pascoe a.a.O. S. 256.
Bagous binodulus Hhst. Larve, Nymphe und Lebensweise
beschrieben von Gadeau de Kerville, Ann. Ent. France 1885
S. 423 ff.
Erebaces ater (Korido, Neu-Guinea) Tav. 2 Fig. 9 S. 265, Beccarii
(ibid.) S.266; Pascoe a.a.O.
Anaballus scahrosus (Yule L); Pascoe a.a.O. S. 261.
Acalles Brisouti (Korfu); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885
S. 388, riigosus (Somerset) S. 256, Doriae (ibid.) S. 257 Tav. 2 Fig. 12;
Pascoe a. a. 0.
Poropterus glanis (Fly river) Tav. 2 Fig. 11, gemmifer (Fly river)-
S. 261, socius (Yule I,), concretus (Fly r.), echiimjs (Yule I.), mitratus
(Fly r.) S. 262, archaicus (Arn), vicarius (Fly r.), pertinax (Fly r.).
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 269
ßciureus (Yule I.) S.263, (yrdinarius (Faor I., Neu-Guinea) S. 264;
Pascoe a. a. 0.
Pachyonyx Lalicjantii (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S.454.
Mormosintes nodosus (Fly river); Pascoe a.a.O. S. 265.
Camptorrhinus Doriae (Sarawak; Gilolo; Tondano); Pascoe
a.a.O. S. 254, nigronotatus (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 455.
Mecistocerus Quedenfeldti (Quango; Aschanti); Faust, Ent.
Nachr. 1885 S. 94.
Species of Psepholax; G.V. Hudson, New Zealand Journ.
Sei. II No. 11 S.515f.
Orobitis nigrinus (Bosnien); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 213.
Melanterius aratus (Somerset); Pascoe a a. 0. S. 249.
Arthrostenus für (Taschkent); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S. 179.
Perrhaebius deponens (Buitenzorg) ; Pascoe a.a.O. S. 248.
Fairmaire erkennt in seinem Ectatorrhinus Godeffroyi
den Ithyporus magicus Gerst.; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 32.
Cholini. C h o 1 u s F o r b e s i i Pascoe neuerlich wieder in London
auf einer Cattleya aus Ecuador; Roelofs, Ann. Soc. Ent. Belg. XXIX
(2. part.) S. 9.
Menemachini. Acicnemis longirostris (Fly river; Ramoi),
ßigera (Sumatra) S. 244, laticolUs (Yule I. ; Fly riv.), linea (Yule I.),
Gestroi (Ansus) S. 245, JDoriae (Sarawak), clypeifera (Ansus) S. 246,
angustula (Aru), spüonota (Yule I.), sororia (Somerset) S. 247;
Pascoe a. a. 0.
Alcidini. Aleides pro/Zt*e«5 (Dorey ; Ramoi) ^.2^% detentus (Tci-
bodas), intrusus (Sarawak), decursus (Java; Sumatra; Ceram) S. 240,
rostratus ;Fly river), naso (Sarawak) S. 241, Gestroi (Fly river) Tav. I
Fig. 8, zonatus (Ms. Singalang) Fig. 10 S. 242, geometrims (Ajer
3Iantcior) Fig. 9, hrevicollis (Katau), Fig. 7, imsillus (Fly river; Katau;
Somerset) S. 243; Pascoe a.a.O.
Laemosaccini. Laemosaccus insularis (Yule I.), petuldns
(Fly river); Pascoe a.a.O. S. 238.
Derelomini. Derelomus Chamaeropis F. bei Cannes in
Frankreich, wo bisher die Gattung noch fehlte; Des Gozis, Revue
d'Entomologie IV S. 254.
Gymnetri7ii. Gryumetron sajpiens (Constantine); Faust, Berl.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 242, ajoicale (Taschkent); derselbe, Stett.
Ent. Zeitg. 1885 S. 187.
Cionini. Corimalia n. g. für (Nanophyes) pallidus, palli-
dulus, Tamaricis; Des Gozis, Revue d'Entomologie IV S. 129.
270 Bertkau : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cionus (Platylaemus) perlatus (^yassa); Faust, Ent. I^achr.
1885 S. 93.
Nanophyes pruinosiis (Margelan); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 188.
Tychiini. Eudela{ji.g. uuguiculis liberis, attamen Tychiinis
adnumerandum) rufescens (Sarawak); Pascoe a.a.O. S. 238.
Sibinia exigua (Biskra); Faust, Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S. 241, subirrorata (Taschkent); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S. 186.
Zur Biologie von Tychius crassijostris Kirsch theilt
Mik in der Wien. Ent. Zeit. IV S. 289 ff. Taf.IV die Abbildung
und Beschreibung der in Gallen von Melilotus lebenden Larve und
der Puppe mit. Die zur Yerpuppung reife Larve beisst in die
Gallenwand ein Loch und begiebt sich in die Erde, wo sie Sand-
körnchen zu einem Cocon verspinnt, in dem die Puppe gegen Nässe
geschützt liegt. Die Puppenruhe der ersten Generation dauert etwa
20 Tage ; wahrscheinlich kommen 2 Generationen vor.
Tychius Biskrensis (B.); Faust, Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S. 240, gigas (Taschkent) , retusus (ibid.) S. 181 , Kuschakewitschi
(Andidjan) S. 182, Bedeli (Taschkent) S. 183, conformis (Margelan),
urbanus (Artscha-Masar) S. 184, (Miccotrogus) mixtus (Taschkent),
Oschianus (Osch) S. 185, distans (Osch) S. 186; derselbe, Stett.
Ent. Zeitg. 1885.
Pachytychius (Styphlotychius) avidms (Tlemcen; Constantine) ;
Faust, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 237, crassirostris (Turkestan),
planmsculus (Taschkent) S. 174, solidus (Taschkent); derselbe, Stett.
Ent. Zeitg. 1885.
P. Kirschi Tourn. = ^imcticoWis Beitt. ; Reitter, Wien. Ent.
Zeitg. 1885 S. 83.
Miccotrogus Chevrolati (Biskra); Faust, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 241.
EUeschus Californicus (C); Casey, Contributions 11 S. 193.
Prionomerini. Synnada s^/Zv/eZZa (Kandari) ; Pascoe a.a.O.
S. 237.
Coryssomerini. Coryssomerus scolopax (Batna); Faust,
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 243
Anthonomini. Telphasia (n. g.) diluta (Ms. Singalang,
Sumatra) ;
Niseida (n. g.) virginea (Arn) S. 236;
Imera (n. g.) pedestris (Kandari) S. 237; Pascoe a.a.O.
Orchestes flavescens (Chodschent); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 188.
Anthonomus moleculus (Philadelphia); Casey, Contributions 11
S. 191.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 271
Balaninini. F. Blanchard stellt eine Table of Balaninus
Germ, mit B. obtusus (Massachus.; Texas; Nebraska) S. 107 auf;
Bull. Brookl. Ent. Soc. YU S. 106 ff.
Balaninus tersus (Fly river); Pascoe a.a.O. S. 235.
Magdaliyiini. Magdalis egregia (Kuldscha); Faust, Stett.
Ent. Zeitg. 1885 S. 180.
Magdalinus asphaltinus aus dürrem Ulmenreisig erhalten;
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 180.
Ueber die deutschen Magdalis- Arten s. Weise, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 410 ff.
M. Grilati (Algier); Bedel, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 102.
Ectemnorrhinini. Ectemnorrhinus simiUs,parvulus{}il2ir\0Yi\.) ;
Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI S. 122.
Rhinomacerini. Eugnamptus tenuicollis (Ms. Singalang);
Pascoe a.a.O. S. 234.
Auletes Äkinini (Taschkent); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 161, 2^icticornis (Andai) ; Pascoe a.a.O. S. 234.
Rhynchites corvmus (Ms. Singalang), femoralis (Kandari), Beccarii
(Kandari) S. 232, hirteUus (Ms. Singalang) S. 234; Pascoe a.a.O.,
naso (Californieu) ; Casey, Contributions 11 S. 190.
Attelahini. Apoderus satelles iSarawak) S. 230, discoideus
(Ajer Mantcior; Penang), picticornis (Ajer Mantcior; Sungei Bulu),
Fei-rarii (Buitenzorg), clavatus (Tcibodas) S. 231, Doriae (Sungei
Bulu) S. 232; Pascoe a.a.O.
Äpionini. Apion occmZ^mw (Philippeville) ; Faust, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 244, uniseriatum (Taschkent) S. 185, gemidum (Ak-
Dshar) S. 186, causticum (ibid.) S. 187, merale (Andidjan) S. 188,
gelidum (Wernoje) S. 188, gaudiale (ibid.; Ak-Dshar) S. 189; der-
selbe. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885, Älbe7-tisü {Somei'&et); Pascoe
a. a. 0 S. 230, vesx)ertinum (Kalifornien); Casey, Bull. Brookl. Ent.
Soc. Vn S. 67.
J. B. Smith stellt eine Synopsis of the Apionidae of
North America zusammen, die 64 Arten von Apion (40 neue) und
1 Podapion aufweist ; Transact. Amer. Entom. Soc. XI S. 41 ff. PI. III.
A. Sedi und immune Larve und Puppe beschrieben ; Budde-
berg a.a.O. S. 90, 91.
Beiini. Belus divisus (Somerset); Pascoe a.a.O. S. 229.
Oxycorynini. Metrioxena decisa (Ternate); Pascoe a.a.O.
S. 228.
Erirrhinini. Die Gattungen Metacinops und Auchme-
resthes Kraatz, deren systematische Stellung verschiedenartig be-
urtheilt worden ist, sind nach Faust phanerognath und gehören zu
den Eugnomiden unter den Erirrhinini. Von den Eugnomiden wird
eine Gattungstabelle aufgestellt. Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 118 ff.
Ctylindra (n. g.) rhomhoidea (Fly river) S. 227 Tav. I Fig. 2;
272 B ertka 11 : Bericht über die wisseuscliaftlicheu Leistungen
Hexeria (n, g. Xedae affine) concinna (Kandari) S. 228;
Pasc 06 a. a. 0.
Stenodema (n. g. Erirrhino simile) ferruginea (Nyassa) ;
Faust, Ent. Nachr. 1885 S. 92.
Smicrouyx robustus (Taschkent) S. 175, Balassogloi (Artscha-
Masar; Samgor) S.llQ, iwaecox ( Artscha-Masar ; Margelan) S. 177;
Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Geranorrhinus virens (Margelan); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 177.
Hydronoiuus sinuatocolUs (Margelau); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 178.
Mecinus pyraster, Eierlegen und Verwandlung; Budde-
berg a.a.O. S. 86.
Sharpia soluta und var. dorsalis (Turkestan); Faust, Stett.
Ent. Zeitg. 1885 S. 171 f.
Nütaris imprudens (Tamga) S. 170, Oherti (Pamir) S. 171; Faust,
Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Apachiscelus alternans (Taschkent); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1885 S. 173.
Hylohiini. Orthorrhinus patruelis (Somerset; Yule J. ; Fly
river) S. 225, perversus (Fly river; Ansus; Aru; Tondano), hrachypus
(Yule J.; Fly river) Tav. I Fig. 5 S.226; Pascoe a.a.O.
Lepyrus Nordenskjöldi (Tschuktschen-Distrikt) ; J. Sahlberg L
Hylobius rusticus (Sumatra, Java), crassirostris (Fly river) S. 234,
acleeoides (Korido) S. 225; Pascoe a.a.O.
Cleonini. Lixus professus (Biskra); Faust, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 239, wmcorews (Java), vulpinus (Sumatra) S. 222,
confcyrmis ("Hatam) S. 223; Pascoe a.a.O.
Larinus lanmjinosus (Turkestan) S. 168, Capiomonti (Taschkent)
S. 169, contractus (ibid.) S. 170; Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Cleonus implicatus (Quango); Faust, Ent. Nachr. 1885 S. 90.
Pachycerus taciturnus (Usgent) S. 166, atrox (Wernoje) S. 167;
Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
^othjüoderes 2)artitiis (Kasalinsk; Margelan etc.); Faust, Stett.
Ent. Zeitg. 1885 S. 164.
Hyperini. In einer Note on Phytonomus opimus Lee.
in Bull. .Brookl. Ent. Soc. VII S. 76 schildert Reine cke den
Schaden, den genannte Art auf Kleefeldern in verschiedenen Distrikten
der Vereinigten Staaten angerichtet hat.
Faust giebt eine analytische Tabelle der mit Hypera ver-
wandten Gattungen Bubalocephalus, Macrotarsus, Hypera, Donus,
Metadonus, Phytonomus und Coniatus, in der die Gattungen nach
dem Besitz oder 3Iangel von Flügeln und Schulterecken, nach der
Ausbildung der Hinterbrust. Länge des Fühlerschaftes, Gestalt der
Augen, Beschaffenheit der Hintertarsen gruppiert sind. Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 115 fe.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 273
Alophus Stierlini (Neniila, Bosnien); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 211 mit analytischer Arttabelle, subnudus [Osch)
.S. 154, eximius (Samarkand) S. 155, paupercidus (Tuek-Ssu) S. 156;
Eaust, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Molytini. Euthycus (n. g-. Plintho simile) macilentus (Java)
S.220 Tav.I Fig. 6;
Euthycodes (n. g.) Beccarii (Ms. Singalang, Sumatra) S. 221;
Pascoe a. a. 0.
Scytliropini. Scythropus longus Besbr. == oxycedri Fairm.;
socius Desb?'. = pineti Fairm.; Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 58.
Cylindrorr hinin i. Adioristus sidcatus (Canal du Beagle,
Feuerland); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 60,
Macrotarsus (Faldermanni var. asininus S. 160), haskarensis (B.)
8.161; Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Rhyparosomini. Ergias (n. g.) turbatus (Fly river; Java)
S. 219;
Miotus (n. g.) styphloides (Hatam) S.220; Pascoe a.a.O.
Byrsopini. Rhytirrhinus socius (Oran); Faust, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 236.
Gronops Oranensis (Gar Rouban); Faust, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 238.
Leptopini. Stenocorynus marginatus (Somerset); Pascoe
a. a. 0. S. 218.
Deracanthus costatus (Namagan); v. Hey den. Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 295.
Eremnini. Phytoscaphus onustus (Kandari), e?TO (Java) S. 217,
■sutwalis (Sumatra) S. 218; Pascoe a. a. 0.
Chloebius contractus (Andidjan) S. 184, latifrons (Taschkent)
8.185; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Otiorrhynchini. Stierlin giebt Corrigenda et addenda
zur Bestimmungstabelle der Otiorrhynchiden; Mitth.
Schweiz, ent. Ges. Vn S. 147 ff
Otiorrhynchus tuherculatus, obtusoides (Illyrien); derselbe.
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 272, tenuis (Namagan); derselbe
ebenda S. 294, Betoivski (Tscherkessien) ; Reitter ebenda S. 387,
ÄirtrcÄ-i (Novorossick, Kauk.); Retowski, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S.IO.
Zu den angenommenen Untergattungen von Otiorrhynchus
errichtet Des Gozis die beiden neuen Timalphis (für chrysocomus
Germ.) und Fendragon (für ovatus und muscorum) und gruppiert
sämmtliche Untergattungen; Revue d'Entomol. IV S. 126 ff.
Fhraotes (n. g. prope Celeuthetes) tuberculatiis (Fly river)
Tav. I Fig. 4 S. 209 ;
Synomus (n. g. Myllocero affine) cephalotes (Somerset) S. 217;
Pascoe a. a. 0.
Arch. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 18
274 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Myllocerus trepidus, dupUcatus S. 215, modestus, chrysideus-^
grattis S. 216 (alle von Somerset); Pascoe a.a.O.
Phyllobius exaequatus (Kar-Kara) S. 162, Solsliyi (Taschkent)
S. 163; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885, fulvagoldes (Kreta)
S. 387, euchromus (Taygetus) S. 392; Reitter ebenda.
Cathormiocerus Syriacus (S.) S. 142, Beitteri (Süd- Spanien) S.143,.
Maroccanus (}ll.) S. 144; Sti erlin, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VII.
Uhagon erklärt Cathormiocerus socius Bed. für verschieden
von C. socius Boh., Seidl. und = maritimus Bye, giebt ein Ver-
zeichniss der in Spanien und auf den Balearen gefundenen (22) Arten
und beschreibt C. Carpetanus (Escorial) S. 365, porciilus (ibid.) S. 367,.
Bolivarii (Badajoz) S. 370, proximus (ibid.) S. 372, elongatulus (ibid.)
S. 374; An. Soc. Esp. Hist. Nat. XIV S. 365—381.
Trachyphloeus Maroccanus (M.) S. 139, Deshrochersi (Oran), muri-
catus (Süd-Spanien) S. 141; Sti erlin, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VIL
Pholicodes Deshrochersi (Kleinasien) S. 109, pusülus (Erzerum)
S. 110; Stierlin, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VII.
Ptochus aurichalceus (Dolon; Otar); Faust, Deutsch. Ent...
Zeitschr. 1885 S. 163.
lieber Omias Hanaki Friv. s. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885
S. 409.
Peritelus Sardmis (S.); Costa a.a.O.
Cyrtolepus insidiosus (Daya); Faust, Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S. 234.
Derselbe unterscheidet ebenda S. 235 die 4 nahe verwandten
Gattungen Holcorrhinus, Cyclomaurus, Cyrtolepus und Mylacus in
analytischer Tabelle.
Nastus luteosquamosus (Namagan); v. Hey den, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 295.
Mylacus pennatus (Ammi-Moussa) ; Faust, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 235.
Cyclomaurus Bonnairei (TJemcen, Algier); Faust, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 233.
Platyomicus quadritiiberculatus (Quango); Faust, Ent. Nachr.
1885 S. 75.
Axyraeus Oertzeni (Kreta); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 388.
Apirocalus Gestroi (Yule J.); Pascoe a. a. 0. S. 209 Tav. I
Fig. 3.
Coptorrhyuchus Gestroi (Somerset), griseus (Goram), in&rnatus
(Ternate), servilis (Fly riverj S. 211, ligatus (Dorei; Ramoi), moeren^
(Korido), immitis (Hatam, Korido) S. 212, crassirostris (Sorong),
Beccarü (Kandari), disjunctus (Kandari) S. 213, quinarius (Geelviuk
Bay), leiccostictus (Sorong), guttatiis (Yule Jsl.) S. 214; Pascoe a.a.O.
1
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 275
Celeuthetes setiger (Yule J.); Pascoe a.a.O. S. 210.
Brachyderini. Das 3. Heft des 7. Bd. der Mitth. d. Schweiz,
entom. Gesellsch. enthält auf S. 99 ft'. (mit Erratum S. 203) die
Fortsetzung und den Schluss von Stierlin's Bestimmungs-Tabellen
europäischer Rüsselkäfer. IL Brachyderidae; und auf S. 151 ff.
ein systematisches Verzeichniss der Arten dieser Gruppe.
Platyr(r)hamphus (n. g. prope Shelopium Desbr.) Akini
(Taschkent); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 159.
Antarctohius (n, g. Barynoto affine) Hyadesii (Canal du Beagle)
S. 58, lacunosus (Baie Orange) S. 59, dissimüis (ibid. und Gipfel des
Choungougon) ; Fairmaire, Ann. Sog. Ent. France 1885; auch le
Naturaliste, 15janv. 1885.
Ischnomias (n. g. Dermatodi affine, abdominis segm, 2. longo
postice sinuato, thoracis basi subtruncata, elytrorum basi reflexa,
scutello conspicuo diversum) nohilis (Quango); Faust, Ent. Nachr.
1885 S. 88.
Anomoederus (n. g.; ab Herpystico differt scrobe subito sub
oculos ovales flexa; art. 7. ad clavam haud adnexo, tibiis apice
interiore inermibus) GerstaecJceri (Quango); Faust, Ent. Nachr.
1885 S. 66.
Orthomias (n. g. a genere Piazomia scapo antenn. oculos
haud attingente, rostro lateribus ante oculos impresso et pluricarinato . .
diversum) seriatus (Transvaal) S. 72; derselbe ebenda.
Eupholus asureus (Maclay coast, Neu-Guinea); Macleay, Proc.
Linn. Soc. New-South- Wales IX S. 704.
Rhinoscapha generosa (Dorey), Älhertisii (Sorong) S. 204, per-
versa (Dorey), albipennis (Yule I,), Scolaris (Halmahera; Gilolo)
Tav. I Fig. 12 S. 205, Doriae (Fly riv.) Fig. 11 S. 206; Pascoe a. a. 0.,
uniformis (Aneiteum); Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) XV
S. 382, Maclayi (Maclay coast; Neu-Guinea); Macleay, Proc.
Linn. Soc. New-South-Wales IX S. 705.
Dermatodes elevatus (Tcibodas), designatus (Sungei-Bulu, Su-
matra); Pascoe a.a.O. S. 207.
Dereodus Schönherri (Damara) S. 69, vagccbundus (Quango) S. 71 ;
Faust, Ent. Nachr. 1885.
CimhviS umbraüis (Quango) S. 67, barbicauda (N'Gami) S. 68;
Faust, Ent. Nachr. 1 885, phasianellus, limbalis (Obock) ; F a i r m a i r e ,
Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 453.
Tanymecus (Esamus) albilaterus (Namangan) S. 183, nothus
(Taschkent) S. 184; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Zur Fixirung der Gattung Corigetus Desbr. stellt Faust
eine Tabelle auf, welche die Curcul. adelogn. oxyophth. spaltet und
die Corigetini durch die oberständigen Fühlerfurchen von den Tany-
mecini mit unter die Augen gebogenen Fühlerfurchen unterscheidet.
Den Tanymecini entsprechen in der Abtheilung mit tiefer Ausrandung
18*
276 B e rtk au : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
des Prosternalvorderrandes , mit breiten Augenlappen, die, wenn
überhaupt gewimpert, Wimpern aus kurzen, gleichlangen Härchen
besitzen, die Leptopsini; den Corigetini die Eremnini. Zu den
Corigetini gehört ausser Corigetus die n. G. Eusomidius. Von
den Arten aus dem russischen Asien wird eine Tabelle aufgestellt,
der sich die Beschreibung der neuen Arten anschliesst: Cor. sella-
tocoUis (Dirana) S. 170, trepidus (Taschkent) S. 171, copi^o (ibid.),
Heydeni (Samgor) S. 172, armiger (Samarkand) S. 173, turkestauicus
(Osch; Ak-Dshar) S. 174, paradoxiis (T&schkent) S 175; Eusomidius
clavator (Taschkent) S. 176, angustus (Osch ; Ak-Dshar j S. 177; Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 164 ff.
Piazomias modestus (Margelan-Osch) S. 178, vennicidosus (Harm)
S.180, manus (Dshaman-Davau) S. 181; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885. Die Gattung Piazomias hat nicht, wie Lacordaire an-
giebt, geschlossene, sondern offene Körbchen an den Hinterschieuen.
Molybdotus angustus (Somali); Faust, Ent. Nachr. 1885 S. 73.
Xylinophorus prorZrowms (Naryn); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S.177.
Phacephorus russicus (Turkestan) S. 182, hirtellus (Bar-Bulak)
S. 182; Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Polydrosus Oberthüri Beshr. — (Scythropus) phoenicius Fairm. ;
Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 53.
P. nodulosus Cheirol. = cervinus v. melauostictus mit auf
Kosten der Schuppen vermehrter Behaarung; Des Gozis, Revue
d'Entomologie IV S. 128.
Mesagroecus affaber, S. 152, petraeus , insipidüs S. 153 (Tasch-
kent); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885.
Sitones Bamascenus (D.) S. 125, Syriacus, Hebraeus (Syrien)
S. 127; Stierlin, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VII, Bedeli {KsirA-kvil)
Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 157.
S. griseus Lupinenfresser; Ent. Nachr. 1885 S. 45 f.
Eusomus laticeps (Dobrudscha) S. 111, auro-vittatus (Portugal)
S. 114; Stierlin, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VLE.
Barypithes i?«YiV/«Z<<5 (Amnii-Müussa); Faust, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 236, Carpathicus (K.); Reitter ebenda S. 387.
Brachyderes Beitteri (Spanien); Stierlin, Mitth. Schweiz, ent.
Ges. VII S. 121.
Ottistira iirorata ;Salwatty) S. 202, mixta (Aru I.) S. 203,
Pascoe a. a. 0.
Strophosomus globosus (Spanien) S. 100 , (Neliocarus) pusillus
(Süd -Portugal), lleitteri (Andalusien; S. 103; Stierlin, Mitth.
Schweiz, ent. Gesellscli. VII, (Neliocarus) Kirschi (Nj^assa); Faust,
Ent. Nachr. 1885 S. 89.
Strophomorphus Caspicus (Kasum Kent) S. 106, Hebraeus (Syrien)
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 277
Barharus (Algier) S. 108; Sti erlin, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VII,
'üirescens (Taschkent); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 149.
Catapionus peregrimts (Namangan), molitor (Kasbek-Pass) S. 150,
eximkis (ibid.), insulsus (Kara-kura) S. 151; Faust, Stett. Ent.
Zeitg. 1885.
Blosyrus? trivialis (Taraga); Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 161.
Oedemeridae. Colohostomus (n. g. Proboscae simile) griseo-
vestitus (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France. 1885 S. 453.
Ananca simrcaticollis (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 452.
Oedemera immunda (Lenkoran^, ruhricoUis (Syrien), rostralis
(Derbent); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 386.
Melo'idae. Hörn stellt Studies among the Meloi'dae
an, beschreibt die neuen Arten Macrobasis lauta; Epicauta fcdlax;
Cantharis molesta; Pyrota invita, hilineata und giebt Bestimmungs-
tabellen von den nordamerikanischen Arten der Gattungen Macro-
basis und Tetraonyx; Trans. Amer. Ent. Soc. XII S. 107 ff.
Beauregard theilt seine Erfahrungen hinsichtlich der Ent-
wickelung der Cantharide mit. Die junge Larve lebt vom Honig
gewisser Hymenopteren, Colletes signata z. B. ; die Pseudo-Chrysaliden
entwickeln sich ausserhalb der Hymenopterenzellen, hierin verschieden
von Meloe, Sitaris und Zonitis und gleich Cerocoma, denen sie auch
in ihrer Gestalt gleichen. Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 118; CR.
Acad. Sei. Paris 0 S. 1472; Ann. a. Mag. N. H. (5) XVI S. 74ff.
Derselbe stellte Recherches sur les Insectes Vesicants
an, deren 1. Theil, Anatomie, im Journ. de Fanatomie et de la Physio-
logie XXI S. 483 ff. PL XXII— XXV und mit mehreren Holzschnitten
erschienen ist; er beschäftigt sich wesentlich mit der äusseren Ana-
tomie und kann hier nicht näher berücksichtigt werden.
Die "Weichheit der Flügel dieser Insekten rührt nach demselben
daher, dass die die beiden Chitinlagen der Flügeldecken verbindenden
Chitinpfeiler hier sehr dünn sind, während sie bei den übrigen Käfern
zahlreicher und dicker sind; Journ. Soc. scientif. I S. 209; nach Journ.
R. Microsc. Soc. (2) V S. 992.
Cantharis picitarsis (Obock) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1885 S.451; s. auch unten S. 286.
Der 2. Theil von Katter's „Monographie der Europäischen
Arten der Gattung Meloe" ist als Beilage zu dem Jahresber.
Königl. Pädagog. zu Putbus ü. d. Schuljahr 1884 — 85 gedruckt und
enthält die Beschreibung der (22) Arten ; vgl. dies. Ber. über 1883 S. 230.
Meloe CMiereo-i'ane^a^its (Namagan); v. Hey den, Deutsch, Ent.
Zeitschr. 1885 S. 294, carnicus (Tomiefka); Katter a.a.O. S. 42.
Beauregard überzeugte sich durch das Experiment, dass die
Larven von Epicauta verticalis. ähnlich wie es Riley für die
278 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
amerikanischen Arten nachgewiesen, nicht von Honig leben, sondern
von Orthoptereneiern ; auf die Orthopteren art kommt es dabei wenig
an, da Eier von Oedipoda, Empusa, Decticus verzehrt wurden ; die
Eier müssen nur in genügender Zahl beisammen sein und dürfen
keine zu harte Schale haben; die Acridier entsprechen diesen Be-
dingungen am besten. Die erste Häutung fand bei einer am 30. August
zu den Eiern gesetzten Larve am 4. September, die zweite am
12. September statt, und am 15. October hatte die Larve sich in die
Pseudochrysalis verwandelt, die ziemlich klein ist so dass wahrschein-
lich eine zweite Acridier- Art aufgesucht werden muss. C. R. Acad.
d. Sei. CI S. 754 ff.
Mylabris melanura, Triungulinus beschrieben von Becker,
Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou LX (1884 No. 3) S. 171.
M. diffinis Abeille = gilvipes Chevr.; Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 39.
M. hacolyssa (Senegambien ; Abyssinien); de Rochebrune,
Bull. Soc. philomath Paris VH S. 182 jßf. PI. 3, (Ceroctes) aurantiaca
(Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 450.
Diaphorocera obscuritarsis (Biskra); Fairmaire, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 38.
Reitter giebt eine Uebersicht der Arten der G-attung
Cerocoma Geoffr.; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1855 S. 12 ff., mit
C. ephesica S. 12.
Cissites Debyi (Sumatra); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXrX. S. 111.
Horia anguUceps (Sumatra) ; Fairmaire, Bull. Soc. Ent. Belg.
XXIX S.lll.
Rhipidophoridae. Nach Hoff er erwirbt sich Metoecus
paradoxus das Gastrecht der Wespen durch eine von letzteren
eifrig aufgeleckte Abscheidung; Ent. Nachr. 1885 S. 34.
Mordellidae. Mordella deserta (Arizona); Casey, Con-
tributions IL S. 186.
Anaspis Defarguesi (Hyeres); Abeille de Perrin, Revue
d'Entomologie IV S. 161.
Anthicidae. Notoxus sectator S. 52, insitus S. 54 (Quango);
G. Quedenfeldt; Ent. Nachr. 1885, fZeZim^M*' (New- Jersey) ; Casey,
Contributions II S. 189 und Bull. Calif. Acad. Sei. I S. 333.
Anthicus quisquilius premiers etats; Rey in Ann. Soc.
Linn. Lyon XXX S. 425 ff. mit Taf.
Zur Unterscheidung des A. antheriuus et laeviceps s. Des
Gozis, Revue d'Entomologie IV S. 125.
A. gradlior (Marseille, Hyeres etc. an der Küste auf Juncus)
S. 150, quadridecoratus (Korsika) S. 151 ; A b e i 1 1 e d e P e r r i n ebenda,
facilis (Pennsylvanien) ; Casey, Contributions II S. 190.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 279
Pedilidae. Xylophilus atomus (Sardinien); Costa a.a.O.,
densus (Philadelphia); Casey, Contribiitions II S. 187.
Euglenes serricornis (Mehadia), imnctatissimus (Attika), (Olotelus)
nodicoUis (Dalmatien); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 384.
Scraptia Bevelierei (Porto- Vecchio, Corsica), Abeille de Perrin,
Eevue d'Entomologie IV S. 157.
Melandryadae. Fauvel macht Remarques synony-
miques sur les genres Phloetrya, Dircaea et Dolotarsus;
Revue d'Entomologie IV S. 133 ff. — Die Gattung Dolotarsus ist
auf ein abnormes Exemplar von Xyiita livida Sahlb. gegründet und
nicht berechtigt.
Cistelidae. Reitter beschreibt das bisher unbekannte
Männchen von Cteuiopus graecus Heycl.; Wien. Ent. Zeitg. 1885
.S. 274.
Podonta daghestianica (Kaukasus); Reitter, Deutsch. Ent.
jZeitschr. 1885 S. 383.
Homoropsis ustulata (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S.450.
Cistela aereonitens (Angola); G. Quedenfeldt, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 37.
Allecula (Dietopsis) cinnamomea S. 35, Mechowi S. 36 (Angola);
G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1885.
Tenebrionidae. Champion bearbeitete die Tenebrionidae
in Biol. central.-american. IV. 1. S. Iff. PI. I- III.
Asthenochirus (n. g. Hoplonychi affine, corpore breviter ovali,
valde convexo, oculis distantibus, femoribus anterioribus subtus angulo
-obtuso, pronoto aequilato atque elytra, tibiis rectis, mesosterno
iitrimqne fortiter angulato diversum) nigropunctatus (Ouebi), velutinus
<Guinea); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 8.
Conophthalmus (n.g. Eutelin.) setulosus (Angola); G. Queden-
feldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 14 Taf.III Fig. 4.
Pseudonosoderma (n.g. Zopherid.; a gen. Nosoderma diftert
antenn. 12-art., art. 11 distinctis, 12 mo in 11 mo incluso) Avmireme
(Chabarofka; Nikolajevsk) ; v. Hey den, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885
S. 306 Taf. IV Fig. 2.
Paramarygmus (n. g. Amarygmo simile) nigroaeneus (Angola);
O. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 26 Taf.III Fig. 9. .
Perichilus (n.g. Cnodalonin.) brevicornis (Angola); G. Que den-
feldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 19 Taf.III Fig. 6.
Mesahates (n.g. Gnathosiin.) latifrons (Mexiko) S. 3;
Pescennius (n. g, Eurymetopon. Trimytis und Emmenastus
nahe stehend) villosus (ibid.) S. 4;
Soemias (n.g. bei Trimytis) minuta (ibid.) S. 5;
Mencheres (n. g. bei Emmenastus) Nicaraguensis (N.) S. 5,
elongatus (Guatemala) S. 6;
280 B e r tk au : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Poß ides (n. g. primo aspectu Helopi simile) discedens (Mexiko) S. 6;
Champion a. a. 0.
Brachyhelops (n. g. Parahelopi affine! Hahnii (Baie Orange^
Feuerland); Fairmaire, le Naturaliste, ISjanv. 1885 und Ann. Soc.
Ent. France 1885 S. 57.
Triam en es (n. g. Asidae valde affine) Truquii (Mexiko) S. 64;
Ucalegon (n. g. prope Asidam) pulchelliis (Mexiko) S. 65;
Sicharbas (n. g.) lobatas (Mexiko) S. 67;
Zamolxis (n. g. Asidae affine) dilatatus (Mexiko) S. 70 ;
Poliorcetes (n. g. Asidae et Ologlypto affine) platestJwides
(Mexiko) S. 71;
Oxinthias (n. g. Brancho et Nycteliae affine) praocioides
(Mexiko) S. 72; Champion a.a.O.
Dysgena fulkjinosa (Angola); G. Quedeufeldt, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 33.
Praogena aurichalcea S. 30, gracilis S. 31, aeneola S, 32, suhovata
S. 33 (Angola); G. Qu edenfei dt, Berl. Ent. Zeitschr. 1885.
Strougylium coerulescens , marginipenne S. 27, semiaeneum S. 28:
(Angola); G. Qu edenfei dt, Berl. Ent. Zeitschr. 1885.
Eupezus rußpes (Angola; Cap Palmas); G. Quedeufeldt.
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S 24.
Zur Gattung Hoplonyx bemerkt G. Quedeufeldt, dass-
Lacordaire's Angabe von einem Haken am inneren Lappen der
Maxillen irrig sei; auch andere Megacanthidengattungen zeigen an
dem inneren Maxillenlappen nur gekrümmte Börstchen; neue Arten.
Angola sind H. anthracinus S. 21, hnmneus S. 22, ovipennis S. 23^
Taf. in Fig. 7 ; Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 20 ff.
Helops glabriventris (Eubüa); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 382.
Parahelops angulicollis (Feuerland); Fairmaire, le Naturaliste^
15janv. 1885; Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 56.
Fairmaire vei-weist seinen Mylops Mayellauicus in die
Gattung Hydromedion Waterh. und beschreibt H. distinguendum
(Baie Orange), anomocerum (Gipfel des Choungougon) ; Ann. Soc.
Ent. France 1885 S. 53, 54.
Nalassus brevicollis Kryn. in Belgien; de Borre, Bull.
Soc. Ent. Belg. XXIX S. 26.
Eine Uebersicht der bekannten Laena-Arten in der
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 398 ff. von Reitter weist 24 Arten
auf, darunter älternata (Türkei), Oertzeni (Kreta), Libanotica (L.)
S. 401, parvula (ibid.), Sckwarzi (Corfu) S. 402.
Eucyrtus punctato-lineatus, carlunculus (Sumatra) ; Fairmaire,
Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 109.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 281
Nyctobates (Hemerobates) iphthinoides S. 15, hrevitarsis, hifa-
sdatus Fig. 5 S. 16 (Angola); G. Quedenfeldt,Berl.Ent.Zeitschr.l885,
Endustomns &zcm<c?a^«ts (Quango) ; G. Quedeufeldt, Berl. Ent.
Zeitsehr. 1885 S. 12.
Toxicum giganteum (Java), gazellae und var.? öbtusum (Makassar),
nitidifrons (Caffrar.) S. 201, tenuiclaviim (Old-Calabar), opacurti
(Caffrar.), Indicum (I.), elotigatimi (Philippinen), diver sepunctatum
(Makassar) S. 202; Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Ross. XIX.
Holaniara picescens (Sumatra); Fairmaire, Bull. Soc. Ent.
Belg. XXIX S. 109.
Cataphronetis angustula (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 449.
Hemicera alter nicolor (Sumatra); Fairmaire, Bull. Soc. Ent.
Belg. XXIX S. 110.
Heledona hellenica (Euböa); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitsehr,
1885 S.381.
Metamorphoses de la Bycrea villosa Pascoe; Duges, Ann.
Soc. Ent. Belg. XXIX (2. part.) S. 51 ff. PI. 4. Die Larve lebt bei
Atta cephalota.
Trachyscelis tenuestriatiis (Obock); Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. France 1885 S. 449.
Anemia mspa (Angola); G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitsehr.
1885 S. 9.
Penthicus vulneratiis (Namagan); Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitsehr. 1885 S. 293.
Brachyidium asx>ericolle (Sumatra): Fairmaire, Bull. Soc.
Ent. Belg. XXIX S. 108.
Die Gattung Clitobiiis Mids. ist synonym mit Haionomus
Wollast., aber älter, und zählt gegenwärtig 7 Arten; die Art, auf
die Mulsant die Gattung gründete, sabulicola, stammte nicht von
Bengalen, sondern Benguela; Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France
1885 S.205.
Blapstinus jpmaZis (Arizona); Casey, Contributions II S. 185.
Pandarinus ruficornis Beitt. = Colpotus pectoralis Muls. var. ;
Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 82.
Opatrinus atratus (Cap Palmas, Jsle de Prince); G. Queden-
feldt, Berl. Ent. Zeitsehr. 1885 S. 8.
Eusattus depi-essus (Mexiko); Champion a. a. 0. S. 75.
Sepidium Mechowi Fig. 1 S. 6, Ängolense Fig. 2 (A.); G. Que-
denfeldt, Berl. Ent. Zeitsehr. 1885 Taf in.
Phrynocolus plicatus Gerst. ist ein Amiantus; eine neue Phry-
nocolus~Art ist 'PhY.2)lc(cidtis (Gondokoro); Kolbe, Berl. Ent. Zeitsehr.
1885 S. 112.
Psammodes expletus S. A.propinqims S. 5 (Angola); G. Queden-
feldt, Berl. Ent. Zeitsehr. 1885.
282 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Melanolophus aier (Kilimanjaro) ; Waterhouse, Proceed. Zool.
Sog. London 1885 S. 234 PI. XV Fig. 6.
Pimelia ohlonga (Mogador) S. 81, Brisouti (Algier) S. 82; Senac,
Bull. Soc. Ent. France 1885.
H. Senac 's „Essai monographique sur le genre Pimelia
Fabr. 1. Part. Especes ä tarses posterieurs et intermediaires com-
primes. Paris 1885 8«, (XIX, 110 Ss.) habe ich nicht eingesehen.
Lasiostola ÄM-^<j)e5 (Namagan); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 293.
Callyntra Paulsenii (Chili); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 156.
Asida; 27. n. A. aus Central- Amerika werden von Champion
a. a. 0. S. 53—67 beschrieben.
Ologlyptus canus S. 68, planatus, sinuaticolUs, hicarinatus S. 69
(Mexiko); Champion a.a.O.
Astrotus Umosus, debilis (Mexiko); Champion s. a. 0. S. 66.
Eleodes scapularis (Mexiko) S. 81, curia (ibid.) S. 82, dilaticoUis
(ibid.), sulcatula (ibid.) S. 83, i^onderosa (ibid.) S. 84, Sonm-ae, glahri-
collis S. 85, Chihuahuensis , montana, calcarata (ibid.) S 86, erratica,
longicornis (ibid.) S. 87, exarata, Fwreri, Hepburni (ibid.) S. 88,'
Champion a. a. 0.
Prosodes alaiensis (Alai) S. 288, nitida (Namagan) S. 289,
rugosicoUis (ibid.) S. 290; Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885,
consanguineus (Asterabad); Allard, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 180.
Uroblaps Reitteri (Lenkoran); Allard, Wien. Ent. Zeitg. 1885
S. 180.
Blaps Maeander S. 291, (Dineria) gracilicollis S. 292 (Namagan);
Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Cryptoglossa meocicana (M.); Champion a.a.O. S. 73.
Scaurus striatus var. Sardous (S.); Costa a.a.O.
Reit t er kennt 3 Adelostoma- Arten, cordatum Sol, sulcatum
Dup. und Bedeli (Algier) S. 317; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 316 f.
Nosoderma aequale S. 44, asperatum S. 45, lutosum (Mexiko),
venustum, zunilense (Guatemala) S. 46, Guatemalense (G.), inteiTuptum
(Mexiko) S. 47, insigne, carinatam (Mexiko) S. 48, exsculptum (ibid.)
S. 49, anceps, Impressum (ibid.), sparsum (Guatemala) S. 50; Cham-
pion a. a. 0.
Zopherus Jansoni (Nicaragua; Costa Rica) S. 39, Costaricensis
(C), laevicollis Sol. var. venosus S. 40, maculatus, tuberculatiis (Mexiko)
S. 41, angulicoUis, nodulosus Sol. var. Sallaei (Mexiko) S. 42, compactus
(ibid.), Haldemanni Sol. var. verrucosus (ibid.), nervosus Sol. var.
reticulatus (ibid.) S. 43; Champion a.a.O.
Tydeolus atratus, tibialis, singularis (Mexiko); Champion,
a. a. 0. S. 37.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 283
Schoenicus oculatus, panamensis (P.) S. 18, rufipes (Nicaragua),
Salvini (Gruatemala ; Costa -Rica), viridis (Mexiko) S. 19, chalyhams,
diffbcilis (ibid.), impressus (Costa Rica) S. 20, niger (Guatemala),
hasalis (Mexiko) S. 21, yucatanensis (Y.), vestitus (Mexiko) S. 22;
Champion a. a. 0.
Himatismus nigrosulcatus (Angola); Gc. Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1885 S.4.
Epitragus; 30 neue Arten aus Central- Amerika beschrieben
von Champion a.a.O. S. 24 — 34.
'El. ovalis (Texas); Casey, Contributions II S. 184.
Eurymetopon brevicoUe (Mexiko); Champion a. a 0. S. 7.
Cratopus adspersus (Eagle, Amirante Jsl.l; Waterhouse, Rep.
on the Zool. Collect, made in the Indo-Pacif. ocean dur. the voy. of
H. M. S. „Alert" S. 576.
Emmenastus; 25 n. A. aus Central-Amerika beschrieben von
Champion a.a.O. S. 8 — 16.
Macropoda maadicoUis (Malange); G. Quedenfeldt, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 2.
Allard giebt in einer Classification des Adesmides et
des Megagenides eine tabellarische Zusammenstellung der Gat-
tungen und Arten dieser Gruppen, die den Zweck verfolgt, die Er-
kennung und Bestimmung der in den verschiedenen Werken zer-
streut beschriebenen Arten zu erleichtern. Ann. Soc. Ent. France
1885 S. 155 ff".
Physosterna punctigera (Angola) S. 170; Adesmia Buponclielii
Solier ined. (Algier) S. 179, aethiopica (Abessinien) S. 182; Otero-
scelis /bs6'M7a^a (Arabien) S. 191, indica (Nordindien) S. 192; Allard
a. a. 0. und Le Natui'aliste 1885 S. 39.
Physosterna laevis (N'Gami), [punctiger! [Angola]); Allard,
Le Naturaliste 1885 S. 39.
Amnode'is Wagneri Chevr. = asiaticus 3Iill.; nitidus Chevr. =
confluens; Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 205.
Zophosis acuticosta (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1885 S.448.
Cioidae. Cis Juglandis (Bosnien, in „Schwämmen des welschen
Nussbaumes") ; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 208.
Cisarthron (n. g. Enuearthro affine, antennarum clava biar-
ticulata, capite lato, pronoto antice et postice truncato, lateribus
deflexo . . . distinctum) laevicoUe (Bosnien) S. 208 f. ;
Diphyllocis n. g. (Ennearthro affine, clava biarticulata, corpore
breviore diversum) für Ennearthron opaculum Beitt.;
Cisdygma n. g. Baudi i.l. S. 209 (Ant. 10-art.; art. 3, 4 sub-
aequalibus, clava biarticulata) für Cis clavicornis Baudi; Reitter
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Lyctus parvidiis (Arizona); Casey, Contributions II S. 175.
284 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Bostrychidae. Apoleon (n. g.; caput prominens, autennae
10-art.; labriim band discretum, mandib. validae, apicibus dentatis;
prothorax lateribus angiilatis, angulis subelevatis, basi contractu, antice
submuricato , tuberculari; coxae anticae contiguae, tibiae anticae
muticae; elytra subaequalia, apice haud declivia) erfaa? (Laos ; Borneo ;
Sumatra; Malacca); Gorham, Notes Leyd. Museum VII S. 52.
Ptinidae. Caenocara occidens {CdMioYu.) \ Casey, Bull. Calif.
Acad. Sei. I S. 830.
Theca Italica (Lucca-Vorno) S.380, dorcatomoides (Syrien) S.381;
Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885, breviuscula (Obock); Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 447.
Xestobium plumbeum Verwaudlungsgeschichte ; Budde-
berg a. a. 0. S. 83.
A u 0 b i u m f a g i c o 1 a Verwandlungsgeschichte ; B u d d e b e r g
a.a.O. S. 85.
A. (?) alternatmn (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1885 S.448.
Hedobia imperialis Verwandlungsgeschichte; Buddeberg
a.a.O. S.81.
Cleridae. Diplocladus (n. g. Ciadisco affine, sed antennis
biflabellatis, labro late emarginato, tarsis haud compressis, articulis 4
primis lamellatis et unguibus brevibus, basi obtuse lobatis distinctum)
ocidicoUis (Makdischu); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 8.
Aphelochroa (n. g. ex affinitate Opilo) carneipennis {AugolB,) ;
G. Quedenfeldt, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 268 Taf.IXB.
Cardio st ich US (n. g.) Mechowi (ibid.); derselbe ebenda S. 269.
Atractocerus /?55icoZZ/Ä (Sumatra) ; Fairmaire, Bull. Soc. Ent.
Belg. XXIX S. 108.
Stigmatium granigerum (Angola); G. Quedenfeldt, Berl. Ent.
Zeitschr. 1886 S.27I.
Opilus cyaneopurpureus (Makdischu); Fairmaire, Bull. Soc.
Ent. Belg. XXIX S. 8.
Clerus (Cleronomus?) fulcas (Angola»; G. Quedenfeldt, Berl.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 270.
M. Quedenfeldt fing bei Medeah C. (Trichodes) sanguinosus
Chevr. und vervollständigt nach seinen Funden die Beschreibung des
Autors; Ent. Nachr. 1885 S. 76f. ; Kraatz genügt diese Ergänzung
nicht; ebenda S. 185.
Malacodermata. Gor harn liefert ein Supplement Malaco-
dermata in Biolog. central. -americ. III. 2. S. 225 ff. PI. XI, XII.
(Wird Gorham a. a. 0. citirt werden).
Melyrini. Catalogus Malachiidarum Europae et circa
auct. E. Abeille de Perrin; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 257 ff.
Derselbe liefert nouveaux documents p. s. ä,rhistoire
des Malach i des durch die Beschreibung neuer Arten; Revue
d'Entom. IV S. 4 ff., 139 ff.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 285
Derselbe desgl. renseignements sur diverses especes;
ebenda S. 18 ff.
In seinen remarques sur les genres Cyrtosus, Anthocomus
et Troglops findet derselbe die Gattung Cyrtosus durch das am
Grunde bei beiden Geschlechtern eingeschnürte Halsschild charak-
terisirt; bei der G. Anthocomus sind die Hinterschienen stark ge-
krümmt; die Gattung Troglops ist sehr natürlich, Cephalogonia und
Psiloderes aber nicht von ihr zu trennen. Von den Arten dieser
Gattung stellt er eine analytische Tabelle auf; ebenda S. 23ff.
Nach Einsicht der Typen stellt derselbe ebenda S. 153 folgende
Synonymieen auf: Cyrtosus armifrons Kr. = ovalis Gast, var., caelatus
Peijr. = nitidicollis Chevr. ; Malachius macer Kiesw. = fucatus Peyr.
= angustatus Motsch.; Attalus ecaudatus Pe^/r. = maculicollis Xiic,
ulicis Er. = limbatus F., miniatocollis Tourn. = lusitanicus Eh'.,
viridifrons Schauf. = siculus Er.; Ebaeus decorus Ah. = tricolor
Ball.; Charopus multicaudis Ksw. = rotundatus Er., saginatus Ksw.
= rotundatus var.; Antidipnis palpator Mars. = cinctus Mots.;
Apalochrus flavicollis Schauf. = fulvicollis Gehl.
Malachius quadricolUs (Askold) S. 5, Mariae (Türkei) S. 6, Fausti
(Tasch, Persien), judex (Baku) S. 7, allochromus (Ourmiah), [pinguis
(Tibet)] S. 9; Abeille de Perrin, Revue d'Entom. IV.
Amauronia contracta (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 446.
Julistus griseo-hirt US (Greta,); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 380.
Bourgeois giebt eine eingehende Beschreibung der Gattung
Dasytiscus und der neuen Arten D. transcaspicus (Taschkent)
S. 256 Fig. 1, Aheülei (Palästina) S.261, puherulus (Libanon) S. 262,
syrtiais (Tunis) S. 266, laticollis (Mossul) S. 267, SediUoti (Tunis)
S. 268 Fig. 4, rufimanus (Taschkend) S. 269, Melitensis (Malta) S. 270;
Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 253 ff.
In seiner Uebersicht der bekannten Dasytiscus- Arten
lehrt Reitter als neue Arten kennen D. hyhridus (Libanon), fulvipes
(Syrien, Anatolien), nigropilosus (Spanien?) S. 244, danacaemdes
(Attika), Syriacus (S.), suhtüis (Greta; Smyrna), impressicollis (Morea)
S. 246, aequalis (Griechenland), rotundicollis (Syrien) S. 246, hirtulus
(Baku) S.247; Ent. Nachr. 1885 S. 241 ff.
Troglops diminutus (Marseille; Deutschland) S. 14. Bourgeoisie
(Misserghin, Algier), pyriventris (Biskra) S. 15, punctulatus (Spanien)
S. 16; Abeille de Perrin, Revue d'Entom. IV, (Psiloderes) dia-
holicus (Bex, Aegypt.) S. 150, {TrogX.) furcatas (Perregaud, Alg.)
hisignatus (Biskra, Alg.) S. 151, (?) planicollis (Taschkent) S. 152;
derselbe ebenda.
Charopus P/iiloctetes (Kurush, Kaukas.); Abeille de Perrin,
Revue d'Entom. IV S. 13.
286 Bertkau : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hypebaeus virgineus (Algier); Abeille de Perrin, Revue
d'Entom. IV S. 13, Cedrorum (Teniat-el-Had) ; derselbe ebenda S. 150.
Ebaeus nigrocaudatus (Italien?), 7nodestus (Daurien) S. 11, decorus
(Persien) S. 12 (= tricolor Ball S. 153); Abeille de Perrin,
Revue d'Entomol. IV, epipleuralis (Irkutsk), Turkestanicus (Tasch-
kent; Hysch-Kupruk) S. 146, hystrix {Oti\]k, Turkest.) S. 147, mirandus
(Minussinsk) S. 148, oculifer (Taschkent), personatus (ibid.) S. 149;
derselbe ebenda.
Anthocomus azureiis (Raddilka, Sibir.); Abeille de Perrin,
Revue d'Entomol. IV S. 143.
Attalus Peucedani n. nom. pro A. pulchellus Muls..-Bey, wegen
pulchellus Klg.; Abeille de Perrin, Revue d'Entom. IV S. 10,
leptocephalus (Algier), Bonnairei (ibid.) S. 144, punctifer (ibid.),
(Pelochrus) brevicollis (Kaukasus) S. 145, {dasytiformis = dasyto'ides
Ab. n. praeocc. S. 153); derselbe ebenda
Axinotarsus nigritarsis (Azares, Portug.); Abeille de Perrin,
Revue d'Entom. IV S. 10.
Cyrtosus dolorosus (Batna); Abeille de Perrin, Revue
d'Entom. IV S. 4, rußfrons und var. cyanipes, tibiellus (Algier), meri-
dionalis (ibid. ; Spanien) S. 140, afer (Algier) S. 141 , strangulatus
(Orenburg) S. 143; derselbe ebenda.
Collops abrinoides (Kaldjo); Abeille de Perrin, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 116.
Apalochrus f lavo-limbatus Larve beschrieben; V. Mul-
sant, Ann. Soc. Linn. Lyon XXX S. 437 ff.
Telephorini. Haplous (n. g. prope Telephorum) segmentarius
(Baie Orange, Feuerland); Fairmaire, le Naturaliste, 15janv. 1885
und Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 47.
Cydistus (n. g. prope Phengodem) Beitteri (Caiffa, Syrien);
Bourgeois, Bullet. Ent. France 1885 S. 38 und ibid. Ann. S. 273
PI. 5 Fig. 5.
Malthinus dromioides (Griechenland); Bourgeois, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 126.
Silis bihamaticollis S. 106, (?) apicicornis, spurcaticornis S. 107
(Sumatra); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX.
Rhagouycha latiuscula (Tschuktschen-Distrikt) ; J. Sahlbergl.
Podabrus caUosus (Tschuktschen-Distrikt); J. Sahlbergl.
Ein Beitrag zur Biologie einiger . . . Telephoriden
von Forstmeister Beling schildert Larve und Puppe von Cantharis
alpina Bayli., abdominalis F., violacea Payk., fusca L., rustica Fall.f
nigricans 3Iüll., pellucida F., livida L., rufa L. discoi'dea Ahrens,
fulva Scop.; Malthodes pellucidus Kiesw.; Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S. 350 ff.
Cantharis sangiüniceps (Biskra); Fairmaire, Bull. Soc. Ent.
France 1885 S. 38 ; s. auch oben S. 277.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 287
Telephorus (Cantharis) Cordubensis (C.) S. 233, postangularis
(Buenos Aires) S. 234; Berg a.a.O., forUcornis (Namagan) S. 287,
pitmiUo (ibid.) S. 288; v. Hey den. Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
'Pheyigode^ pallens (Buenos Aires; Uruguay); Berg a. a. 0. S. 232.
Ueber die larvenähnlichen Weibchen der Gattung Phengodes
s. oben S. 234.
Lampyrini. Olivier zählt die Lampyrides rec. auBresil
etälaPlata... avec description des especes nouvelles auf; Ann.
Soc. Ent. Belg. XXIX S. 22 if.
Desselben „Etudes sur les Lampyrides", Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 125 if. PI. 3, beschäftigen sich mit der Artkenntniss
und bestehen zumeist in der Beschreibung neuer Arten.
Derselbe bringt les Lampyrides d'Olivier dans Tento-
mologie et Tencyclopedie methodique auf unsere heutigen Benennungen;
Revue d'Entomologie IV S. 281 ff.
Derselbe stellt einen Catalogue des Lampyrides... du
musee civique de Genes zusammen; Ann. Mus. Civic. Genova (2) II
S. 333 ff. Pl.V.
Kaiser stellte einige Versuche über das Leuchten ausge-
schnittener Leuchtorgane von Lampyris splendid ula an; Anzeig.
Kais. Akad. Wissensch. Wien 1884 S. 133.
Fhaenopyrus (n. g. Diaphani affine) hirmanensis (Minhla)
S. 347 Tav. 5 Fig. 1 ;
Pyrophanes (n. g. für Luciola indica Motsch. und) Beccarii
(Aru I.), appendiculata (Ramoi ; Andai) S. 369, similis (Kandari) Fig. 12
S.370; Olivier, Ann. Mus. Civic. Genova (2) n.
Luciola italica in Darlington; Entom. Monthl. Mag. XXII
S. 138.
Emery untersuchte das Licht der Luciola italica in ver-
schiedenen Phasen des Leuchtens und in verschiedenen Reagentien
und kommt durch Vergleichung der so gewonnenen Bilder mit dem
Anblick, den ein gehärtetes Leuchtorgan zeigt, zu dem Schluss, dass
die „Tracheenendzeilen" nicht leuchten, sondern das Plasma der
Parenchymzellen ; der Kern der letzteren macht sich als kleiner
dunkler Fleck innerhalb der leuchtenden Fläche bemerkbar. Bull.
Soc. Entom. Ital. XVII S. 351 ff. Tav. V.
Zu den von Fairmaire im vor. Jahre beschriebenen L. vitti-
collis und costipennis bemerkt Olivier, dass es schon eine L. vitti-
collis Kiesemv. und costipennis Gorh. gebe ; Bull. Soc. Ent. France
1885 S. 109.
L. hamulata (Sarawak) S. 357, Don«« (Ceylon) S. 358, cingulata
(ibid.) Tav.V Fig. 359, tarsalis (Fly river) Fig. 6 S. 360, anthracina
(Yule I.) S. 363, microthorax (Hatam; Arfak) Fig. 7 S. 364, antennata
(Fly river) Fig. 8, tenuicornis (Kandari) Fig. 9 S. 365, Gestroi (Somer-
set) Fig. 10 S. 366; Olivier, Ann. Mus. Civic. Genova (2) IL
288 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Colophotia dives (Manilla): Olivier, Ann. Mus. Civic. Genova
(2) II S. 367.
Megalophthalmus ohsourus (Bras.), decorus (Amazon.) S. 146,
spiloceras (Amazon.) S. 147; Olivier, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Phaenolis Gorhami, sternalis (Amazon.); Olivier, Ann. Soc.
Ent. France 1885 S. 142.
Olivier ergänzt nach besser erhaltenen Exemplaren die Be-
schreibung derLampyris attenuata Fairm. $; Bull. Ent. France
1885 S. 9, der L. depressiuscula Motsch. 2 S. 63.
L. longicollis (Bogos); derselbe, Ann. Mus. Civic. Gfenova (2)
II S. 351 Tav. V Fig. 3.
Lamprophorus 7iitens (Sarawak) S. 344, mmm' (Minhla, Birma)
S. 345; derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova (2) IL
Diaphanes hiimeraUs (Ms. Singalang); Olivier, Ann. Mus.
Civic. Genova (2) II S. 346 Tav. 5 Fig. 4.
Cratomorphus altivolans S. 270, ovatus (Panama), fasdatus (Costa
Rica) S. 271; Gorham a.a.O.
Aspidosoma laetum (Argent.) S. 230, argutum (Corrientes) S. 231 ;
Berg a. a. 0 , fusifonne (Buenos- Ayres) S. 24, rotundata (Sa. Cruz)
S. 25; Olivier a.a.O., Aelianum (Guatemala), _2J%50??oi?tm (Nikara-
gua; Panama); Gorham a.a.O. S. 272.
Pyrocoelia opaca (Sarawak); Olivier, Ann. Mus. Civic. Genova
(2) II S: 349 Tav. 5 Fig. 2.
Photinus lineatus Gorh. i. 1. (Rio de Janeiro); Olivier a.a.O.
S. 23, omissus (Missiones, Argentin.); derselbe, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) II S. 340, incongruiis (Guatemala, Panama) S. 258, ignis-
^fatuus (Panama) S. 259, volcanicus (ibid.; Nicaragua), infirmus (Pa-
nama) S. 260, radians (Panama) S. 261, Flohri (Mexiko), (?) hrevicomis
(Guatemala) S. 262, montanus (Guatemala), nigrolimbatus (ibid.) S.263,
Eons (Panama), moestus (Guatemala) S. 264, armatus (Panama), suh-
fuscus (ibid.) S. 60, diurmis (ibid.) S. 66, puridanus (ibid ), Championi
(Guatemala), signaticornis (Panama) S. 267, minusculus (Panama),
jmsillus (ibid.) S. 268: Gorham a.a.O.
Photuris coxalis (Terezopolis); Olivier a.a.O. S. 25.
Rhagophthalmus 6'«w«t;-e??M'5 (Ms. Singalang); derselbe, Ann.
Mus. Civico Genova (2) II S. 372.
Pyrectomena disco'idea (Panama); Gorham a.a.O. S. 269.
Vesta rotundata (Ms. Singalang); Olivier, Ann. Mus. Civic.
Genova (2, II S. 335.
Lucidota approximans (Säo Joao del Rey, Bras.) S. 22, perpusilla
(Rio de Janeiro), parvicolUs (\h\(\.) S. 23: Olivier a.a.O., incompleta,
fuscata (Panama) S. 253, xanthopleura (ibid. S. 254, difformis, sinuato-
collis, tincta S. 255, Chiriquiana (ibid.), vitncollis (Guatemala) S. 256,
<omplanata , fenestrata S. 257, comitata S. 258 (Panama); Gorham
a. a. 0.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 289
Calyptocephalus gratiosus S. 143 PI. 3 Fig. 8, mimicus S. 144
i^Amazon.); Olivier, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Olivier erkennt Drilolampadius Gorh. als synonym mit Psilo-
cladus Blanch., welche letztere Gattung auf Ps, miltoderus gegründet
war, und stellt eine Tabelle der Arten mit der Beschreibung folgender
neuen auf: Ps. melas (Amazonas) S. 149, formosus (Amaz.), suturalis
(Columbien) Fig. 9 S. 150, inauditus (Cayenne), pulcher (Brasil.) S. 151,
nehulosus (Columbien) S. 152 Fig. 10, Imeolatus (Brasil.), Guerini
(Columbien) Fig. 11 S. 153; Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 148 ff. PI. 3.
Hyas quadrimaculata (Sa. Catharina, Brasil.), luctuosa (Ecuador)
PI. 3 Fig. 2, afflicta (ibid.) S. 133, /aWa^a? (Columbien), fasciata {Kmdizoix.)
S. 134; Olivier, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Lucio ruflventris (?), splendens (Paraguay; Brasil.) jPl. 3 Fig. 1
S. 129, melanura (Amazon.) S. 130, dimidiata {Km2LZ0\\.\ Peru) S. 131,
obscura (Neu-Granada) S. 132; Olivier, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Olivier theilt die Gattung C lad ödes nach folgendem Schema
in Untergattungen:
Elytra oblongo-ovalia aut elliptica Cladodes.
elongata, angusta, parallela Ledocas.
regulariter acuminata, ita ut maxiraa latitudo
in regione humerorum sit Dodacles.
subulata, paullo pone basim dehiscentia, alas
uon obtegentia Dryptelytra.
In die letztere Untergattung gehören Dr. cayennensis Cast.
und calocerus Kirsch, in die anderen ausser bereits beschriebenen
folgende neue Arten : Cladodes humeralis (Brasilien) Fig. 3, Delalandei
(Bras.) S. 139, Boiirgeoisi (Brasil.) Fig. 4, [Ledocas] parallelus
(Bras.)Fig. 5 S. 140, (Dodacles) attenuatus (Montevideo; Rio de
Janeiro), elegans (Brasil.) Fig. 7 S. 141; Ann. Soc. Ent. France 1885
S. 136 ff. PI. 3.
Cladodes attenuatus (Montevideo); derselbe, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) II S. 333; vgl. auch vorhin.
Lamprocera dihita (Cayenne); Olivier, Ann. Soc. Ent. France
1885 S. 127.
Lycini. Bourgeois liefert zum fünften Mal Diagnoses de
Lycides nouveaux ou peu connus; Ann. Soc. Ent. France 1885
S. 71 ff.
Coloberos (n. g. Pyroptero affine, antennis tantum 10-articulatis,
in (5 longe hirsuto-pilosis distinctum) tenellus (Darjeeling) ; Bour-
geois a.a.O. S. 83.
Teroplas n. g. (prope Plateros) für Calocladon fusculura Gwlt.
S. 243;
Linoptes [u.g. prope Calocladon) imbrex (Nicaragua; Panama)
:S. 247;
Aich. f. Natg. 52. Jahrg. II. Bd. 5. H. 19
290 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ceratroprion (n. g. Atelio Waterh. ^ifine) serricorne (Panama)
S. 248;
Lycinella (n. g. prope Ceratoprion; nee minus Taphi simile,
thorace diversum) opaca, parvula (Panama) S. 249; Gorham a.a.O.
Calleros fäiformis, aterrimus (Panama); Gorham a. a. 0. S. 244.
Trichalus Olivieri (Gilolo) S. 83, pygoxanthus (Moluccen) S. 84;
Bourgeois a. a. 0.
Lyponia Himalejica! (Himalaya, Darjeeling); Bourgeois
a. a. 0. S. 79.
Conderis Waterhousei (Darjeeling); Bourgeois a.a.O. S. 81.
Calocladon Instrionicum und var. (Guatemala; Mexiko), Chiri-
quense (Panama) S. 245, ruhidum, plumosum (ibid.) S. 246, ephippium
(Mexiko; Guatemala; Panama) S. 247; Gorham a.a.O.
Lucaina manjinata (Mexiko); Gorham a.a.O. S. 229.
Plateros correntinus (Prov. Corrientes); Berg a.a.O. S. 229,.
Hoegeanus (Mexiko) S. 237, Foireanus (ibid. ; Guatemala) S. 289, Erebusr
(Guatemala; Panama), w/ernMS (Panama) S. 240, carhonarius, fusi-
formis (Guatemala), huydbensis (Panama) S. 241; Gorham a. a. 0.
Xylobanus a7i*eo?i*s (Darjeeling), approximans (Himalaya); Bour-
geois a. a. O. S. 80.
Calopteron hiplectüe (Terr. Mission.); Berg a.a.O. S. 228,
opwZen^wm (Ecuador) S. 77, lyretiosum (Neu-Granada) S. 78; Bour-
geois a. a. 0., ainuatocoUe (Panama), funestiiis (Mexiko) S. 231, hifur-
catum (Nicaragua,' Panama), suturale (Panama) S. 232, nihricolle
(Mexiko), Simulator (Guatemala; Panama) S. 234, notatidum (ibid.),
decipiens {GostR-Ric?i; Panama) S. 235, m/iator (Guatemala, Panama),
debile (Panama), p)latero'ides (ibid.) S. 236; Gorham a.a.O.
Metriorrhynchus papuensis (Maclay coast, Neu -Guinea);
Macleay, Proc. Linn. Soc. New-South- Wales IX S. 704.
Lygistopterus Missionum (Terr. Miss.); Berg a.a.O. S. 226",
coeruleu.s (Guatemala), laetus (Panama) S. 227. flammeus (ibid.) S. 228;
Gorham a. a. 0.
Bourgeois a. a. 0. ersetzt den Namen des Lycus (Lycostomus)
modestus Wattrh. wegen einer gleichnamigen y. Kieseuwetter'schen
Art durch L. honestus und beschreibt weiter L. elongatulus (Birma)
S. 73, restitutus (Indien; = ambiguus Waterh. $) S. 75, (Thoracocladon)
umhraticeps (Neu-Granada) S. 77.
L. (Lycostomus) «npii^a^M^ (Guatemala) S.225, rustiais, sanguineus
(Mexiko), bueoUcus (Panama) S. 226 Gorhama. a. 0.
Dascyllidae. Euscaphurus (n. g. Eucinetin.) saltator (ßdAM.)\
Casey, Bull. Calif. Acad. Sei. I S. 329.
Eucinetus Hopffgartcni (Franzdorf, Banat); Reitter, Bestim-
mungs-Tabellen S. 71. (Diese Gattung und die ganze Unterfamilie
der Eucinetini wird von Reitter bei den Silphiden abgehandelt)^
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 291
Cyphon pallicolor (Baie Orange, Feuerland)-, Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1885 S. 46.
Rhipidoceridae. Cebriorrhipis hasipennis (Sumatra); Fair-
maire, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. lOo, piceiventris (Cochinchina) ;
derselbe, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 155.
Callirrhipis angustior (Sumatra); Fairmaire, Bull. Soc. Ent.
Belg. XXIX S. lOß.
Chamaerhipis Laligantii (Obock; Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 445.
Elateridae. Hey stellt eine Comparaison entre plusieurs
larves de divers genres d'Elaterides an (Adelocera, Lacon,
Athous, Corymbites, Cami)ylus, Limonius, Melanotus, Agriotes, Am-
pedus, Cardiophorus) ; Ann. Soc. Linn. Lyon XXX S. 443 ff.
Elaterides rec. . . . a Sumatra et Borneo; Candeze,
Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 130.
Elater rubidus Cand. bei Bourboule, neu für Frankreich;
Du Buysson, Bull. Soc. Entom. France 1885 S. 197.
E. Km-pathicus (K.); derselbe ebenda S. 216.
Lepturoides miniatus (Japan); Candeze, Notes Leyden Museum
vn s. 121.
Corymbites Fuegensis (Baie Orange); Fairmaire, le Natura-
liste, 15 janv. 1885 und Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 46.
C. Putonis Desbr. = (Liotrichus) angustulus Kiesw. ; Du Buysson,
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 197.
Cardiophorus inclusus (Benguela, in Copal); G. Quedenfeldt,
Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 363.
Cryptohypnus barbatus (Tschuktschen-Distrikt) ; J. Sahlbergl.
Deromecus canalkulatus (Feuerland); Fairmaire, le Natura-
liste, 15 janv. 1885 und Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 45.
Drasterius fretus (Philadelphia); Casey, Contributions II S. 170.
Aeolus BaUioni (Namagan); v. Hey den, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 287.
Monocrepidus finitimus (New- Jersey); Casey, Contributions II
S. 169.
Oxynopterns Harmseni (Sipirok, Sumatra); Candeze, Notes
Leyden Mus. VII S. 120.
Metamorphoses du Chalcolepidius z o iiQ>tu s Eschs.; Duges,
Ann. Soc. Ent. Belg. XXIX (2. part.) S. 32 ff. PI. 2 Fig. 16—35.
Alans Debyi (Sumatra); Candeze, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX
S. 130.
Eucnemidae. Arisus atripennis (Maclay coast, Neu-Guinea) ;
Macleay, Proc. Linn. Soc. New-South-Wales IX S. 703.
Hypocoelus procerulus Mann, abgebildet Revue d'Ento-
mologie IV PI. I Fig. 4.
19*
292 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Anelastes barbarus Luc. abgebildet Revue d'Entomologie IV
PI. I Fig. 5.
Phlegon Königi (Wernoje, Sibirien); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 379.
Throscidae. Throscides et Eucnemides Gallo-Rhe-
nans; tableau analytique et catalogue, par A. Fauvel; Revue
d'Entomologie IV S. 330 ff.
Throscus Boiigeti (Cote d'Or); Fauvel, Revue d'Entomologie
IV S. 333.
Trixagus awociliatus (Mödling); Reitter, Wien. Ent. Zeitg.
1885 S. 314.
Buprestidae. Enumeration des Buprestides decrits
posterieurement au catalogue de Mm. Gemminger & de Harold; par
Ch. Kerremans: Ann. Soc. Ent. Belg. XXIX (1. part.) S. 119 ff.
Berg macht folgende synonymische Bemerkungen: Psiloptera
impressa Burm. (non Har.) = ornata Gory; Anthaxia orientalis Burm.
ist eine Melanophila und nahe verwandt mit M, chrysoloma Mamih.;
Dactylozodes cribricollis Fairm. = jucundissima Gm-y; Agrilus frigidus
Gory = insanus Goi-y; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 104.
Belionota o?ms5a (Makassar) ; Schau fuss, Hör. Soc. Ent. Ross.
XIX S. 199.
Sphenoptera prosternalis (Tchinas) S. 130, curta (Ak-Djoulpass),
Balassogloi {HQ\i\n2L&) S. 131, striatipennis (Obichpa) S. 132, turlcestamca
(Tchinas), jyrotracta (Tachkent) S. 133; W. E. Jakowleff, Hör.
Soc. Ent. Ross. XIX.
Acmaeodera laeta (Namagan); v. Hey den. Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 287.
Vto^im?^ patcKjiata (Buenos Aires; Uruguay); Berg a. a. 0. S. 225.
Amblysterna Johnstoni (Kilimanjaro); Water ho use, Proc.
Zool. Soc. London 1885 S. 233 PI. XV Fig. 4.
Calodema Ilihhei (Aru I.); v. d. Poll, Notes Leyden Museum
VII S. 31 PI. 3 Fig. 5.
Ganglbauer unterscheidet die Anthaxien der Cratomerus-
Gruppe in analytischer Tabelle, darunter A. Eiiyeniac (Smyrna,
Amasia) S. 317, Xrwji3e?i (Smyrna) S. 319; Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 317 ff.
Casey hat aus der Gruppe aeneogaster Lap. & Gor. 5 Ai'ten,
die in analytischer Tabelle unterschieden und weiterhin ausführlicher
beschrieben werden, darunter A. nanula (Calif.) S. 174, simiola,
aenescens (ibid.) S. 175; Contributions ll.
Die Larve der Kisanthobia Ariasi Jvo&. lebt in abgestorbenen
Zweigen der „Chene blanc", auf der auch das vollkommene Insekt
zu suchen ist; Abeille de Perrin, Revue d'Entomol. IV S. 155.
Psiloptera Comottoi (Birmah?); van Lansberge, Ann. Mus.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 298
Civic. Genova (2) II S. 399, laeta (Kilimanjaro) ; Waterhouse,
Proceed. Zool. Soc. London 1885 S. 234 PI. XV Fig. 5.
Cyphogastra Riedeln (Timorlaut; Am), aeripennis (Amboina)
S. 113, auriventris (Duke of York Isl.) S. 114; Kirsch, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885, terminata (Sa. Anna, Solomon Isl.), abdominalis
(Duke-of-York-I.) S. 381, Macfarlani (Murray J., Torres Str.), sodalis
(Cornwallis J., Torres Str.) S. 382; AVaterhouse, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XV.
C. splendens Waterh. -= ventricosa Gast, & Gor. (nee Fabr.) =
javanica Saund.; die Art stammt aber nicht von Java, sondern
den Arn-, Kay- und Timor -Laut J. ; Eitsema Gz., Notes Leyden
Museum VII S. 16.
Chrysodema occidta (Solomon J.) S. 379, Brownii (Duke-of-
York-J.) S. 380, ventralis (Guam, Ladronen J.) S. 381; Waterhouse,
Ann. a. Mag. N.H. (5) XV.
Chrysochroa lata (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Ross.
XIX S. 199.
Julodis Ffmcld (Bir, Beludschistan); Waterhouse, Ann. a.
Mag. N. H. (5) XIV S. 429 und im Holzschn. abgebildet Proceed.
Zool. Soc. London 1885 S. 64.
Scarabaeidae. Die Descriptions of newNorth American
Scarabae'idae von G. Hörn beziehen sich auf 2 Glaresis-, 4 Phy-
talus-, 2 Cremastochilus-, 1 Plusiotis-, 4 Orizabus-, 2 Listrochelus-
Arten; Trans. Amer. Ent. Soc. XII S. 117— 128.
Coprini. Scarabaeus Thomsoni (Taveta, Masai country, Kili-
manjaro); Waterhouse, Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S. 377, cribri-
collis (Kilimanjaro); derselbe, Proc. Zool, Soc. London 1885 S. 231
PI. XV Fig. 1.
Poujade macht eine Mittheilung über die Lebensweise des
Ateuchus semipunctatus; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 109 f.
Temnoplectron aeneolum (Fly river); van Lansberge, Ann.
Mus. Civic. Genova (2) II S. 375.
Deltochilum Haroldi {Colwmhieji) \ Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S.211.
Tesserodon Gestroi (Somerset) S. 375, elongatum (Fly river)
S. 376; van Lansberge, Ann. Mus. Civic. Genova (2) II.
Pinotus acuminiger (Cohimbien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S.210.
Platyphymatia tuberculata (Mt. Ernest, Torres-Str.) ; van Lans-
berge, Ann. Mus. Civic. Genova (2) 11 S. 376.
Heliocopris bucephalus Nymphe beschrieben von Lucas;
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 23.
Cassolus Sumatranus (Sungei - Bulu) ; van Lansberge, Ann.
Mus. Civico Genova (2) II S. 377.
294 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Catharsius quadridentatus (Minhla, Birmah); van Lansberge,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) II S. 392.
Coptodactyk papua (Fly river); van Lansberge, Ann. Mus.
Civic. Genova (2) H S. 393.
Copris r/&mwÄ (Makassar) ; Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Ross.
XIX S. 189.
Onthophagus centurio (Fly river) S. 378, occipitalis (Minhla,
Birmah) S. 379, hastifer (ibid.) S. 380, gibbicoUis (ibid.) S. 381, Comottoi
(ibid.) S. 382, heteiwrlünus (ibid.) S. 383, ripariiis (Fly river) S. 384,
investigatoi' (ibid.) S. 385, scatonomo'ides (Suugei Bulu, Sumatra) S. 386,
or&«c«/am (Fly river) S. 387, viduus (Amberbaki) S. 388, decurio
(Somerset) S. 389, griseoaeneus (Kandari) S. 390, aspericollis (Dorei
Hum), granum (Somerset) S. 391 ; van Lausberge, Ann. Mus.
Civic. Genova (2) 11, Johnstoni (Kilimanjaro); Waterhouse, Proc.
Zool. Soc. London 1885 S. 232 PI. XV Fig. 2, pacificus (Java, Malacca)
S. 17, Deliensis (Deli, Ost - Sumatra ) , Forsteri (Celebes) S. 18,
van Lausberge, Notes Leyden Museum VII.
Phalops rufosignatus (Südafrika); van Lausberge, Notes
Leyden Museum VII S. 19.
Aphodiini. Colobopterus erraticus monströses Exemplar;
Des Gozis, Revue d'Entomol. IV S. 121.
Zur Unterscheidung des Aphodius foetens i'". et fimetarius
F.; ferner immundus Creutz., sordidus F., rufus Moll., nitidulus i^.,
lugens Creutz. s. Des Gozis, Revue d'Entomologie IV S. 121 ff.
Massenausammlung des A. iuquinatus; Americ. Natural.
1885 S. 716.
A. pallicolor (Obock): Fairmaire, Ami. Soc. Ent. France
1885 S. 442.
Hybosorini. Bhaeochrcus swi<<raZi.s(Minhla,Birmah)-. van Lans-
berge, Ann. Mus. Civic. Genova (2) II S. 394.
Geotrupini. Lethrus dünoi/ienitw (Fergaua) ; Wilkius, Hör.
Soc. Ent. Russ. XIX S. 292.
Bolboceras midticostatus (Fly river), Birmamcus (Minhla) S. 395,
consanguineus (ibid.) S. 396; van Lansberge, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) n.
Tr ogin i. Liparochrus papuus (Fly river), pimelioides (Somerset) ;
Vau Lansberge, Ann. Mus. Civico Genova (2) IL
Synarmostes pulcher ( Ayer Mantjor, Sumatra) ; van Lansberge,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) II S. 398.
Glaphyrini. A m p h i c o m a v u 1 p e s var. pyrrhothrix (Malatia,
Kleinas.); Dohrn, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 80.
Melolonthini. Anisochelus (?) gnomonicus und var. bicolor
S, 190, ornatus und var. pjlagiatus, var. castaneus, var. pachypodoides
(Makassar); Schauffuss, Hör. Soc. Ent. Ross. XIX.
im Gebiete der Eutomologie während des Jahres 1885. 295
Hoplia unifminis (Eiiboea) S. 377, nigrina (Griechenland) S. 378 ;
Heitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
^evicdi parallela (New- Jersey) S. 176, i)orcula (Arizona) S. 177;
Casey, Contribntions II.
Astaena foveicolUs (Columbien) S. 212, aequatorialis (E.), inlosella
(Columbien) S. 213, pygidicdis (Columbien) S. 214; Kirsch, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885.
Clavipalpus Blanchardi (Columbien), sinuatus (Ecuador) S. 215,
Mrsiitus (Ecuador) S. 216; Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1885.
Philochlaenia anoyndla (Quito), micans (Mindo, Ecuad.); Kirsch,
Berl. Ent. Zeitschr. 1885.
Macrodactylus thm'acinus (Ecuador; S. 218, aeneus (Bolivia)
feUx (Columbien) S. 219; Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1885.
Diplotaxis l{a)evicula (Arizona) S. 178, jjopino (ibid.j S. 179:
Casey, Contributions 11.
Schizonycha Uangulata (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
Erance 1885 S. 445.
Lepidiota quinquelineata S. 701, sciitellata S. 702 (Maclay coast,
Neu-Guinea); Macleay, Proc. Linn. Soc. New- South- Wales IX.
Lachnosterna ruf/ventris (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 220.
Nach Des Gozis lassen sich die Gattungen Rhizotrogus
und Amphimallus nicht trennen, da die Zahl der Fühierglieder
l)ei Rhizotrogus (wenigstens den ^) nicht immer 10 ist; Revue
d'Entomol. IV S. 123.
Rhizotrogus ochraceus Knoch in England; Hall, Entom.
Monthl. Mag. XXI S. 221.
Kraatz's Bemerkungen über die Artrechte der euro-
päischen und die Varietäten der deutschen Maikäfer
(Melolontha F.) in Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 49 ff. beschäftigen
sich mit M. albida Friv., tibialis Eraatz, die wahrscheinlich eine
abweichende Form der vulgaris ist, vulgaris F., Hippocastani F. und
pectoralis Germ. (= albida, Aceris Er); die Varietäten der 3 letzteren
Arten Averden eingehend besprochen und mit den von Westhoff
aufgestellten verglichen.
Massenauftreten des Maikäfers 1884 bei Rickarum, Skäne;
Holmgren, Entom. Tidskr. 1884 S. 43 ff.
Nach Vogel gab es (1885) bei Augsburg und an vielen anderen
Orten keine Maikäfer; 28. Bericht Naturhist. Ver. Augsburg S. 166.
Rutelini. Aglycoptera (n. g. ex affinitate Pelidnotae) La-
•cerdae (Bahia); Sharp, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 24 (ist nach
Eairmaire, ebenda S. 39, Pelidnota Burmeisteri Burm., als dessen
Heimath irrthümlich Guatemala angegeben war).
Rhinyptia Dollei (Obock); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1885 S.444.
296 B e r t k a u : Bericht über die -wissenschaftlichen Leistungen
Anisoplia depressa F. var. nigra S. 175, floricola F. var. nigri-
pennis S. 176 (Portugal); Olive ira a.a.O.
Reitter stellt eine Uebersicht der Phyllopertha- Arten aus
Europa und den angrenzenden Ländern zusammen mit Ph. Gangl-
haueri (Frankreich?) S. 396; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 393 ff.
Anomalites fugitivus aus dem tertiären Südwasserquarz von
!Nogent le Rotrou; Eric, Sitzber. kgl. böhm. Gesellsch. Wissensch..
1884 S. 163 ff. mit Holzschnitt.
Anomala (Spilota) _2>M>^ciicoZ/i5 (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 220.
Hörn macht Notes on the species of Anomala inhabiting
the United States, Trans. Americ. Entom. Soc. XI S. 157 ff. und
beschreibt A. oblivia (Pennsylvanien ; Georgien) S. 163.
Casey hält, entgegen Hom, A. luteipennis Lee. und binotata
Gyll. für verschiedene Arten ; Contributions II S. 180.
Odontognathus striatopunctatus (Bolivia); Kirsch, Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 222.
Strigoderma _p7-mrtZi5 (Arizona),'; Casey, Contributions 11 S. 181.
Chlorota flavofemorata (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S.221.
Platycoelia jjarm (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr..
1885 S. 222.
Dynastini. Xylotrupes Clinias S. 192, Baumeister i und var..
yicias, Beckeri S. 193, Lorqiiini Deyr. i. 1. (Makassar) ; Schaufuss,
Hör. Soc. Ent. Ross. XIX.
Scapanes poZzii/s (Maclay coast, Neu-Guinea); Macleay, Proc.
Linn. Soc. New-South- Wales IX S. 703.
Astaborus Thomsoni (Enderta) S. 320, tridens (Gallas-Raias)
S. 321, deplanatus {K([o\\?i), i-udis (ibid.) S. 322; Raffray, Ann. Soc
Ent. France 1885.
Phyllognathus Paulseni (an huj. gen.?: Concepcion), simplicifrons^
(Peru); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 189.
Cyclocephala Atacazo (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 223.
Cetoniini. Kraatz behandelt die Cetoniden der Aru-
Inseln; Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 81 ff. Taf. I Fig. 4— 6. Es sind
(von Ribbe gesammelt) 13 Arten, von denen 2 die Aufstellung je-
einer u. G. veranlassten :
Microlomaptera .... scutellum parvum; . . . elytra lineis
juxtasuturali duabusque dorsalibus impressa; margine pone medium
transversim striolato ; . . processus mesosternalis longus, apice fortius
reclinatus ... für M. aenea S. 88 Fig. 5, und
Bichrosoma, bei Sternoplus, für D. Lanshergü S. 90 Fig. 6.
Derselbe macht Bemerkungen über einige Cetoniden
(C. Porcina Wall.; Protaetia leucopyga Biirm.; Euryomia andamana
Thoms.; Leucocelis cinctipennis Lansh.; ebenda S. 15.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 297
0. Janson bringt Notices of new or little known Ceto-
Tiidae; Cistul. Entom. HI S. 103 ff.
Fairmaire ersetzt den Namen Centraspis Fairm. durch
Centrantyx; Bull. See. Ent. France 1884 S. 35; vgl. den vor.
Bericht S. 218.
Kraatz bildet Varietäten des Sternoplus Schaumii White
ab; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 94 ff. Taf.I Fig. 10—14.
Becker empfiehlt auf Grund eigener Beobachtungen Cetonia
aurata als Mittel gegen die Folgen des Bisses toller Hunde; Bull.
See. Imp. Nat. Moscou LX (1884 No. 3) S. 171 f.
C. aurata var. Oertzeni (Kreta); Beitter, Deutsch. Ent. Zeit-
schrift 1885 S. 379.
C. (?) strigicollis (Sumatra ; in ihren Unterschieden von mixta F.
erörtert); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 246 Taf.I Fig. 7,
scutellaris (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Boss, XIX S.198,
vetusta (Sumatra); BitsemaCz., Notes Leyden Museum YII S. 123.
Ueber die Varietäten der Pachnoda sinuata Fabr. s.
Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 341 ff. Taf. V.
Protaetia indecora (Arn J.); Kraatz a.a.O. S. 91, Hageni
(Nagasariba, Inner-Sumatra) ; Ritsema Gz., Notes Leyd. Museum
VII S. 124 PI. 4 Fig. 4.
Scythropesthes tricolor (Südafrika?); Janson a.a.O. S. 105.
Glycyphana (aromatica var. contristata (Ternate) S. 77,) rufo-
picta (Neu-Britannien), bisigiiata (Nms) S. 78, bimacidata (Andaman)
S. 79, (rufovittata Wcdl. var. melanaria (Nias) S. 80); Kraatz,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Kraatz beschreibt und bildet ab Clithria (eucnemis Burm.
var. nigrkollis S. 74,) bicostcda S. 75 Fig. 3, Albersi Fig. 1, 2, S. 75;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 Taf. I.
Coptomia ventralis (Madagskar); Janson a.a.O. S. 108.
Gnathocera valida (Zambesi); Janson a.a.O. S. 105.
Macronota alveata (Sumatra); Janson a.a.O. S. 108.
Plectrone 2^oUta (Nias); Janson a.a.O. S. 107.
Ueber den systematischen Werth der Forceps-Bildung
bei den mit Lomaptera verwandten Gattungen giebt ein
Aufsatz von Kraatz mit Abbildungen Aufschluss; Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 349 ff. Taf. V Fig 32—31.
Lomaptera Günickü (Deyrolle i. 1.?), Bibbei {Kv\\-1.)\ Kraatz
a. a. 0. S. 85.
In einer Note pour servir a la monographie du genre Age-
strata giebt Berge eine Beschreibung der äusseren Körpertheile,
aus der eine grosse Variabilität derselben bei den verschiedenen
Arten hervorgeht. Diese Erscheinung bringt den Verfasser auf den
Gedanken, dass die Gattung in voller Entwickelung begriffen sei und
298 Bertkau: Bericht über die wisseuschaftlicheu Leistmig-eu
dass sich erst 2 Arten fixirt hätten. Ann. Soc. Ent. Belg. XXIX
(2.p.) S. llff.
Argyripa subfasciata (N eu- Granada ?); Bitsema Gz., Notes
Leyden Mus. VII S. 41 PI. 3 Fig. 2.
Digenethle spilophora Gestr. v. nigerrima (Aru-J.); Kr a atz
a. a. 0. S. 86.
Eudicella Chlo'e (Bogos; Keren); Raffray, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 325.
Raffray beschreibt mehrere Farbenvarietäten des Compsoce-
phalus Horsfieldianus White; K\\\\. Soc. Ent. France 1885 S. 323 f.
Wie lebt Gnorimus variabilis? M. Quedenfeldt S. 34,
Weise S. 124; Ent. Nachr. 1885.
Agenius snturalis (Cap); Water house, Ann. a. Mag. N. H, (5)
XV S. 378.
Myoderma rufa! (Mamboja, Ostafrika); Gestro, Ann. Mus.
Civic. Genova (2) II S. 179 mit einer analytischen Tabelle der drei
Arten alutacea Afz., rufa und rufipennis Gestr. auf S. 181.
M. rufa! (Zulu); Water house, Ann. a. Mag. N. H. (5) XV
S. 379.
Pseudinca robusta (Goldküste); Janson a.a.O. S 108.
Calometopus (?) ijilanatus (Kilimanj aro) ; W a t e r h o u s e , Proc.
Zool. Soc. London 1885 S. 233 PI. XV Fig. 3.
Trieb ins abdominalis Menetr. in England; Hall, Entom.
Monthl. Magaz. XXI S. 221.
Lueanidae. Lucanidae of New Zealand; byTh. Broun;
New Zealand Journal of Sei. 2 S. 381 ff.
Homol am prima (n. g. ; aspectus generis Lamprimid., sed
pedibus anticis distantibus, prosterno lato, structura mesosterni Lu-
canid ver. affine) crewwZrtto (Clarence River) -. Macleay, Proc. Linn.
Soc. New-South- Wales X S. 199 f.
Phalacrognathus n. g. (Mandibulae perlongae, recurvae, gla-
bratae, subtus et intus inermes ; antennarum art. basalis vix clavatus,
reliquis art. simul suraptis aequilongus ; tibiae ant. (^ calcari foliaceo
destitutae) für (Lamprima) Muelleri Macleay (s. unten); W. Macleay,
Proc. Linn. Soc. New-Sonth- Wales X S. 473 f.
Ritsema Cz. schlägt vor, Metallactns Albers wegen Metallactus
Suffr. durch Metallactulüs zu ersetzen; Notes Leyd. Mus. VII S.54.
F. Leuthner beschenkt uns mit a monograph of the
Odontolabini, a subdivision of the Coleopterous family Lucanidae;
Transact. Zoolog. Societ. London XI S. 385 ff. PI. 84-97. In Parti
sind Introductory remarks, in II Description of the genera and species
of Odontolabini, in III Geographica! distribution of the Odontolabini
enthalten. Die einleitenden Bemerkungen von Part I beziehen sich
hauptsächlich auf die Variabilität der Arten, die sich bei den
verschiedenen Gruppen der Lucaniden und bei beiden Geschlechtera
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 299
in verschiedener Weise zeigt. Im Allgemeinen ist die Variabilität
im männlichen Geschlecht weit grösser als im weiblichen. Die
Weibchen stimmen in der Färbung meist mit den Männchen überein, und
in Fällen, wo sie sich auch in der Färbung von ihnen unterscheiden, ist
die Zusammengehörigkeit beider oft schwer zu erkennen, da beide
Geschlechter in Grösse und Gestalt gewöhnlich sehr erheblich von
einander abweichen. Die Variabilität der Männchen der Lucaniden
erstreckt sich auf fast alle KörjDertheile : Gesammtgrösse; Grösse,
Gestalt und Bezahnung der Mandibeln; Zahl der Endlamellen der
Fühler; Gestalt des Kopfes; Bildung des Prothorax; Flügeldecken;
Gestalt und Bewaffnung der Vordertibien; Bewaffnung der vier
hinteren Tibien. Besonders wichtig ist die Bildung und Bezahnung
der Mandibeln, nach welcher bei manchen Odontolabinen 4 Varietäten
unterschieden werden können: forma priodonta mit kleinen Mandibeln
mit gleichmässig sägezähnigem Innenrande; f. amphiodonta mit klei-
neren oder grösseren Mandibeln, deren an Grösse wenig verschiedene
Zähne in 2 Gruppen stehen; f. mesodonta mit grossen Mandibeln,
die in der Mitte einen und am Ende mehrere kräftige Zähne tragen;
f. telodonta, wie vorige, aber ohne den mittleren Zahn. Bei dieser
grossen Variabilität hat sich der Verfasser bemüht, konstante ana-
tomische Merkmale aufzufinden, aber ohne Erfolg. Speziell erwiesen
sich die in anderen Familien mit Vortheil verwendbaren Geschlechts-
organe hier (bei den Odontolabini) wegen ihrer Uebereinstimmung
zur Artunterscheidung fast werthlos. Im einzelnen wird dann die
Variabilität bei den verschiedenen Arten verfolgt, wobei sich heraus-
stellte, dass 0. dux Westiv., alces F. und Cumingi Hope einer Art
angehören. Die Exemplare mit grossen Mandibeln (telodonte) mögen
sich derselben als Angriffswaffen (im Kampfe um Weibchen) bedienen ;
die priodonten Formen benutzen die Mandibeln wohl nur als Ver-
theidigungswaffen.
Die Odontolabini zählen die 3 Gattungen Neolucanus mit 15,
Odontolabis mit 30 und Heterochthes mit 2 Arten und sind auf die
Gegenden des südöstlichen Asiens, Festland und Inseln, beschränkt.
Odontolabis ist am weitesten verbreitet: von China, durch Vorder-
und Hinterindien von den Hängen des Himalaya an über Malacca,
die Sundainseln und Philippinen; auf den Inseln sind nicht weniger
als 21 Arten verbreitet. ^Neolucanus überwiegt in China und Vorder-
indien (7 Arten), hat 3 Vertreter im südlichen Himalaya, 1 in Ma-
lacca und 4 auf den Inseln. Von Heterochthes ist 1 Art von Siam
und 1 von den Andaman-I. bekannt. Im ganzen sind 16 Arten kon-
tinental, 24 insular und 7 auf dem Kontinent und den Inseln ver-
breitet. — Auf den 14 Tafeln sind die Arten und ihre Varietäten
abgebildet.
Neolucanus Lanshenjii (Oestl. Sumatra) S. 421 PI. 84 Fig. 4,
Farryi (Prov. Keuey Cheou, China; Laos, Siam) S. 424 PI. 85 Fig. 4,
300 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
pallescens (China) S. 426 PI. 85 Fig. 2, Oherthueri (Keue^ Cheou) S. 429
mit 2 Holzschn.; Leuthner a.a.O.
Odontolabis Celebensis Lansberg. (Celebes; Sangir) S. 442 PI. 88
Fig. 6—8, fratellus (Luzon) S. 472 PL 96 Fig. 5, 6; derselbe ebenda.
Petrejus alticola (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S. 209.
Popilius depressicornis (Ecuador); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 209.
Pertinax aequatorialis (Ecuad.); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S.208.
■Wytsman stellt einen Catalogue systematique des
Passalides zusammen, der 192 Arten in 60 Gattungen gegen 175
Arten in 27 Gattungen des Gemra.-HarokVschen Katalogs nachweist;
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 326 ff.
Pas Salus tr ans versus Larve und Nymphe beschrieben von
Lucas; Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 72 f.
Eriocnemis Gelon (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Ross.
XIX S. 187.
Leptaulax Macassariensis (M.) S. 186, ursulus (Makassar) S. 187;
Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Ross. XIX.
IT eher Gnaphaloryx aper Oestro und cur tu s Kirsch äussert
sich Albers dahin, dass ersterer ein grösserer Gn. sculptipennis
ist, während letzterer eine gute Art ist, von der eine neue Diagnose
mitgetheilt wird ; Deutsch. Ent Zeitschr. 1885 S. 232 ff.
Gn. perforatus (Sumatra); Ritsema Gz., Notes Leyden Mu-
seum Vn S. 39 PI. 3 Fig. 1.
Rhyssonotus laticeps (Australien); Macleay, Proc. Linn. Soc.
New-South-AVales X S.201.
Macleay schreibt eine Revision of the genus Lamprima
of Latreille with descriptions of new species, nämlich Muelleri (Nord-
Austral.) S. 135, insularis (Lord Howe Jsld.), nigripennis (Austral.)
S. 137, violacea (Botany Bay), minima (Süd-Aust ) S. 138; Proc. Linn.
Soc. New-South- Wales X S. 129 ff.-, zu L. Muelleri s. oben, Phala-
c r ocjnat h u s Macleay.
Neolamprima mandibularis (Queensld., Herbert River District);
derselbe ebenda S. 139.
Chiasognathus Gaujoni (Ecuador); R. Oberthür, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 198.
Heteroceridae. Da Mulsant & Rey bei der Theilung der
Gattung Heterocerus die Untergattung Augyles in anderem
Sinne als ihr Autor, Schiödte, anwendeten, so muss für Augyles
sensu Muls. & Rey ein anderer Name eintreten, als welchen Des
Gozis Littorimus vorschlägt; Revue d'Entomologie IV S. 118 ff.
Parnidae. Latelmis insignis (Kaukasus); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 364.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 301
Dryops (Pomatinus) Argentinus (Buenos Aires); Berg a. a.O.
S. 223.
Helichus C(yrdubensis (Prov. Cord., Arg.); Berg a.a.O. S. 224.
Psephenus Lecontei; external an atomy of the larva ; K e II i -
cott, Proc. Amer. Assoc. Advanc. Sei. 32 S. 322.
Byrrhidae. Auf Byrrhus australis Blanch. gründet Fair-
maire die n. G. Morychastes; Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 43.
Brachijmys (u. g. prope Aniphicyrtum) puberulus (Feuerland);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 44 und le Naturaliste,
15janv. 1885.
Lathridiadae. Enumeration des Lathridiidae du Japon,
par M. J. Belon-, Ann. Soc. Ent. Belg. XXIX (2. part.) S. 1 ff.
(20 Arten , von denen 10 auch in Europa vorkommen ; von den 10
übrigen sind mindestens 3 auch aus China bekannt).
Derselbe liefert Materiaux p. s. ä l'etude des Lathri-
diens, Revue d'Entomologie IV S. 239 ff., indem er mehrere Typen
und neue Arten beschreibt.
Lathridius humeralis (Valdivia) S. 246, dimidiatus (ibid.), for-
tuitus (ibid.) S. 247; Belon, Revue d'Entomol. IV.
Belon bespricht die systematische Stellung der Gattung
Lange 1 an dia, die bisher unbeanstandet bei den Lathridiern stand.
Durch den Fund von L. (Agelandia) grandis Beut, mit viergliederigen
Tarsen wird es aber zweifelhaft, ob es nicht richtiger wäre, sie bei
den Colydiern unterzubringen. Mit den Colydiern hat die Gattung
(auch die Arten mit dreigliederigen Tarsen) sehr viele Ueberein-
stimmungspunkte, sowohl als Imago, wie im Larvenzustande. Ann.
Soc. Linn. Lyon XXX S. 431 ff.
Abromus Abeülei (Spanien); Belon, Revue d'Entomologie IV
S. 244. V .
Merophysia 3/acZo>^* (Cypern); Belon, Revue d'Entomologie IV
S. 241.
Metophthalmus Baffray i (Aden); Belon, Bull. Soc. Ent. Erance
1885 S. 39.
MeJanophthalma seminigra (Valdivia) S. 250, setigera (Neu-
Caled.) S. 251, antipodum (ibid.) S. 252, Fauveli (ibid.) S. 253; Belon,
Revue d'Entomol. IV.
Cartodere costulata Beitter, ursprünglich aus Japan be-
schrieben, kommt auch in Deutschland vor ; Wien. Ent. Zeitg. 1885
S. 313 f.
C. crenicollis (Valdivia) ; Belon, Revue d'Entomologie IV S.250.
Enicmus alutaceiis (Blagowestschensk); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 305.
Holoparamecus (Tomyrium) similis (Aden); Belon, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 39, d^■spöfr (Brasilien); derselbe, Revue d'Ento-
mologie IV S. 241.
302 B e r tk an : Bericht über die Avissenschaftlichen Leistungen
Cryptophagidae. Cryptophagns berhiyensis (Tschuktschen-
Distrikt); J. Sahlbergl.
Tomarus j)/Zi/er (Lenkoran. der erste Vertreter dieser Gattung
im europäischen Faunengebiet)-, Reitter, Wien. Ent. Zeitschr. 1885
S. 315.
Cucujidae. S. Olliff liefert a list of the (46) Cucujidae
of Australia, with notes and descriptions of new species;
Proc. Linn. Soc. New-South- Wales X S. 203 ff.
Cucujus cohyiiarius (Illawarra , New-South- Wales) ; Olliff
a.a.O. S. 207.
Cryptamorpha optata (Tasmanien); Olliff a.a.O. S. 221, Huh-
hardi (Crescent City, Florid.); Casey, Contributions II S. 167.
JVIatz möchte nach seinen Erfahrungen den Silvanus Suri-
namensis für phytophag und schädlich halten; Kar seh meint
aber, dass die Frage noch nicht spruchreif sei; Ent. Nachr. 1885
S. 139 ff.
S. eongener (Süd -Australien); Olliff a.a.O. S. 223, javanicus
(Batavia); Grouvelle, Notes Leyden Museum VII S. 48 PI. 4 Fig. 2.
Laemophloeus amabilis (Queensl. ; New - South - Wales) S. 21 1 ,
Bamsayi (AVide Bay, Queensl.) S. 212, articepsl iQueensld.; New-
South- Wales, S. 213, conterminus (ibid) S. 214, rigidus (King George's
Sd.) S. 216; Olliff a.a.O., insularis (Soekadana, Süd-Sumatra);
Gronvelle, Notes Leyd. Mus. Vn S. 47 PI. 4 Fig. 1.
Brontes Madeayi (Port Darwin; Richmond River); Olliff
a.a.O. S.218.
Ipsaphes hicölor (Illawarra, New -South -Wales; Melbourne);
Olliff a.a.O. S. 209.
Hectarthmm apicale (Senegal); Grouvelle, Bull. Soc, Ent.
France 1885 S. 32. longicolle (Obock); Fairmaire, ibid. Ann. S. 441.
Passandra DeyroUei (Australien), Waterhoiisei { Abyssinien ) ;
Grouvelle, Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 32.
Rhysodidae. Rhysodes lignarius (Yass, New- South- Wales,
in morschem Holz); Olliff, Proc. Linn. Soc. New-South- Wales X
S. 471.
Colydiadae. On the Colydiidae coli. . . in Japan; Journ.
Linn. Soc. Lond. 18 No. 109 S. 58 ff mit 1 Taf. — Habe ich noch
nicht erhalten; neben 31 n. A. sind folgende n. G. aufgestellt:
Neotrichus, Sympanotus, Glyphocrypttis, LahromimuSy
Acolophus, Trionus, Cylindromicrus, Teredolaemus, Le-
ptoglyxjhus, Ectomicrus, Cantomus, Thyroderus.
Optis (n. g. ; corpus peltiforme; oculi prominuli, squami-
feri . . . .) Ucarinata (Nord-Borneo); Pascoe, Proc. Entom. Soc.
London 1885 S. XIII.
Ueber die systematische Stellung der Gattung Langelandia
s. oben S. 301.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 303
lieber Synchita Juglaiidis und Mediolanensis s. Sharp,
Ent. Monthl. Mag. XXII S. 44.
Coxelns hiuneridens (Libanon); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 392.
Trogositidae. Asana n, g. (Lipaspidi Wollast. affine, scutello
distincto diversum) für (Trogosita) rhizophago'ides Wlk.; Oiliff,
Trans. Linn. Soc. New-South-Wales X S. 71.
Leperina opatro'ides (Yule Isl.); Leveille, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) I S. 637.
Für Peltis Illig. hat Ostoma Laich, einzutreten; vgl. unten
bei den Silphidae; Reitter, Bestimmungs-Tabelle S. 76 Anmerk.
Trogosita Eeitteri (Columbien); Kirsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1885 S. 2Q7.
Narcisa Lynceus (Borneo); Oiliff a. a, 0. S. 178.
Ancyrona Pnjeri (Borneo); Oiliff a.a.O. S, 179.
V Melarabia pumila (Minhla, Birmah); Leveille, Ann. Mus. Civic.
Genova (2) II S. 200.
Oiliff macht additional notes on the genus Helota ilfac ieai/
and a synonymic list of the described species; Cistul. Entom. III
S. 99 ff. — H. curvipes Oberth. = Guerini Ho2)e; neu ist H. scintiUans
(Java) S. 1(jO.
Nitidulidae. Die Nitiduliden Japans werden von Reitter
fortgesetzt: Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 15 ff.. 39, 75, 101, 141, 173
(109 Arten).
Fowler setzt The Nitidulidae of Great Britain fort;
Ent. Monthl. Mag. XXI S. 213, 265; XXII S.33,69if.
Aphenolia (n. g, inter Epuraeam et Soroniam) Pseudosoronia
(Higo; Konose) S. 16;
Parametopia (n. g.) x-ndjrum (Higo) S. 17 Taf. IV Fig. 6;
Physoronia (n. g. Soroniae simile, Lobiopae affine) explanata
(Konose; Kiga; Suyama etc. in weissen Buchenschwämmen) S. 18;
Atarphia (n. g. praecedenti affine, habitus TsLn^hii) fasciculata
(Yuyama; Miyanoshita etc.) Taf. IV Fig. 5, ([uadripunctata (Hitoyoshi,
Suyama) S. 39;
Lordyrodes (n. g. Pocadio affine) latipes (Hiogo) S. 44;
Pocadites (n. g. Pocadio affine, für Stelidota dilatimanus Beitt
nebst var. dorsicjer und) rufobasalis (Ichiuchi), oviformis (Yuyama)
S. 75, corpulentus (Kukuwayama) ;
Euyoniopus (n. g.) Leioisi (Oyayama; J^ikko; Sapporo) S. 76
Fig. 3;
Neopallodes (n. g. Pallodi simile) clavatus (^ara; Kioto) S. 78,
inermis (Y^okohama) S. 79 ;
Monotopion (n. g. prope Ewro^em) ferrugineum (Kiga; Nikko)
S. 103; Reitter a.a.O.
304 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Platynema (nov. nom. pro Orthogramma Murr, nom praeocc.)
Olliffi (Andamanl.); Ritsema Gz., Notes Leyden Museum VII S. 29.
Europs temporis (Higo; Yuyama); Reitter a.a.O. S. 103.
Nach Thomson wäre das von Erich so n als (^ zu seinem
Rhizophagus perforatus beschriebene Exemplar vielleicht anders zu
benennen (Erichsonii) ; Erich son hat unter seinem parallelocollis
2 Arten vereinigt, deren eine Thomson Gyllenhalii nennt; von
Erichsonii, parallelocollis und Gyllenhalii giebt derselbe Diagnosen;
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 108.
Rh. Simplex (Nikko) S. 101, japonicus (verbreitet), parviceps
(Yuyama, Kumamoto), subvillosus (Oyayama) S. 102; Reitter a. a. 0.,
jyrocerus (Arizona); Casey, Contributions II S. 168.
Cryptarcha inhalita (Nagasaki); Reitter a.a.O. S. 79.
Pallodes cyrtuso'ides (Nagasaki); Reitter a.a.O. S. 79.
Strongylus &rei-ii*scwZi<s (Miyanoshita ; Idzu), semiglohosus(JA.i^2inO'
shita), dorsalis (Konose) S.77, ea;ceZ/ew5 (Sapporo) S.78; Reitter a.a.O.
Micrurula fusciceps (Hakodate) S. 15, dura (Enoshima) S. 16;
Reitter a. a. 0.
G^dhYdimu^ plagiatus (Konose), dorsalis (Nikko), Lewisi (Miyano-
shita), subopacus (Junsai) S. 42, floiicola (Junsai) S. 43; Reitter
a.a.O. (C, alutaceus = fungicola ^; derselbe ebenda S. 317).
Pocadius unicolm- (Sado), rufimargo (Ichiuchi); Reitter
a.a.O. S.43.
Aethina flavicollis (Miyanoshita), macidicollis (Tsumago; Kiga)
suturalis (Fukushima; Suyama); Reitter a.a.O. S. 41.
Meligethes mus (Miyanoshita), Mikado {Voi^.); Reitter a.a.O.
S. 40.
Soronia Lewisi (Shiba, Tokio) S. 17. fracta (Junsai) S. 18 Fig. 2;
Reitter a. a. 0.
Zur Unterscheidung der S. punctatissima et grisea s. Des
Oozis, Revue d'Entomologie IV S. 121.
Epuraea suhm icrurula (Miyanoshita), rapax (Hitoyoshi) ; Reitter
a. a. 0. S. 15.
Librodor clavatus (Kiga; Usui-toge) S 80, subcylindricus (G-oka;
Konose; Kiga) S. 101; Reitter a.a.O.
Heterostomus longidus (Portugal); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 377.
Der bisher unbekannt gebliebene ßrachypterus la;bicollis Küst.
ist mit Linariae Stephens, Com. identisch; die bisher unter dem
Namen laticollis verbreitete Art wird (Heterostomus) ?;/Z%e?- genannt;
Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 315f.
Brachyleptus aurosiis (Turkmenien); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885. S. 377.
Amartus .S'^roZ^Z« (Mesopotamien); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 376.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 305
Histeridae. Schmidt stellt Tabellen zur Bestimmung
der europäischen Histeriden und ein Verzeichniss der euro-
päischen Arten zusammen; Berl. Eut. Zeitschr. 1885 S. 279 ff. und
326 ff.
Derselbe macht Bemerkungen zur Synonymie dieser
Familie; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 239 ff., 440 ff.
Lewis beschreibt (58) New species of Histeridae, with
synonymical notes; Ann. a. Mag. N. H. (5) XV S. 456 ff.; XVI
S. 203 ff.
Baconia (n. g.) loricata, patula (Blumenau) XV S. 463;
Ebonius (n. g.) 2^olitus (Para) XVI S. 209;
Benia (n. g.) meticulosa (Parana) XV S. 467;
Teratosoma (n. g.) longipes (Blumenau) S. 471;
Jdolia (n. g. prope Aeletes) laevigcda (Honduras) XVI S. 214,
^unctisternum (Blumenau) S. 215; Lewis a.a.O.
Niponius (n.g.) impressicollis Fig. 1 — 11, osorioceps Fig.l2 — 14,
furcatus Fig. 15—19, ohtusiceps^ Fig. 20 — 23 (Japan); derselbe,
Trans. Ent. Soc. London 1885 S. 333 f. PI. VIU.
Satrapes n.g. für (Eretmotes) Sartorii Bedth. und Talychensis
Beitt. S.441:
Trihallodes n.g. für (Triball.) acritoides Beitt. S.442; Schmidt,
Deutsch. Ent. Zeitschr.
Chlamydopsis M?gm7i7?a (Australien); Lewis a.a.O. XV S. 472.
Homalopygus commensalis (Blumenau, in Termitenbauten);
Lewis a.a.O. XV S.47L
Onthophilus foveipennis (Amurland) XV S. 472, hova (Mada-
;gaskar) S. 473, tuber cuUsternum, bipartitus (Sansibar) XVI S. 213;
Lewis a. a. 0.
Teretrius aestiims (Abyssinien); Lewis a.a.O. XV S. 470.
Tryponaeus iorpecZo (Chontales) S. 469, bomhads (Ceylon), veda
(ibid.) S.470; Lewis a.a.O. XV.
Pachylopus Hpae (Euoshuna und Hakodate, Japan); Lewis
a. a. 0. XV S. 469.
Hetaerius Merklii (Konstantinopel); Schmidt, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 238, incisus (Spanien); derselbe ebenda S. 440.
Triballus ^/•ojjiCMS [SmgRiwre'), montanus (Ceylon); Lewis a.a.O.
XVI S. 212.
Coelocraera nitida (Abyss.; Sansibar); Lewis a. a.O. XV S. 467.
Paromalus simpUcistrius (Türkei); Schmidt, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 237, loceUus (Sarawak), oblisus! (Andaman I.),
^ommeatus (Ceylon); Lewis a.a.O. XV S. 466.
Carcinops striatisternum (Ceylon); Lewis a.a.O. XVI S. 211
Xenonychus cdtus (Aegypten); Lewis a.a.O. XV S. 468.
Hister congener (Japan); Schmidt, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S.242, luciscus (Birmah) XV S. 463, Somali (ß.), metallims
Arch. f. Natg 52. Jahrg II. Bd. 5. H. 20
306 Bertkaii: Bericht über die wisseuschaftlicheu Leistiiugeu
(Indien) S. 464, castus (El Hahaz), castaneus (Chontales) S. 465^
indicus (Assam) XVI S. 2ü9, carnaticus (^Nilghiri Hills), martius
(Abyss.), Euffrcnji (ibid.) S. 210, occidentalis (China) S. 211; Lewis
a.a.O.
Pachycraerus nigro-caeruleus (Abyssinien) XV S. 462, hellulus-
(ibid.) XVI S. 208; Lewis a.a.O.
Piacodes ebeninus (Sansibar); Lewis a. a 0. XV S. 458.
Platysoma novum (Malabar) XV S. 459, Eohestorfi (Andaman I.),
2)lcmisternum (JSLysol; wird XVI S. 207 in die Gattung Apobletes ver-
wiesen) S. 460, ahyssinicum, elingue (Cej'lon) S. 461, directum (Para)
S. 462, ^Mwc^MZa^ww (Assam), sexstriatum (Java), XVI S.207, exiguum
(Ceylon) S. 208; Lewis a.a.O.
Apobletes esurialis (^^eu Guinea), cavatus (Java) XV S. 459,
fictitius (Gilolo) XVI S.206; Lewis a.a.O.
In dieselbe Gattung gehört Platysoma planisternum Lew. f.
derselbe a.a.O. S. 207.
Lioderma nudum (Aschanti); Lewis a.a.O. XVI S. 206.
Hololepta püipes (Borneo) XV S. 457 , aecßm (Assam) , prona
(Cap) XVI S. 204, maura (Abyss.), Sahlbergi (Brasil.), Belti (Chon-
tales) S.205; Lewis a.a.O.
Scaphidiadae. Baeocera Ho5i7is (Santadi, Sardinien); Eeitter,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 371.
Keitter erkennt in den früher für Scaphosoma Boleti Fz. ge-
haltenen Exemplaren aus Lenkoran eine neue, Sc. dilutum genannte
Art und unterscheidet dieselbe von Boleti und assimile Erichs.:
AVien. Ent. Zeitg. 1885 S. 83.
Trichopterygidae. Matthews beschenkt uns mit einer
Synopsis of Xorth American Trichopterygidae; Trans.
Americ. Entom. Soc. XI S. 113 ff. (30 Arten, die zum grössten Theil
aus Mittel amerika stammen). — Derselbe handelt von einigen Tri-
chopterygidae found in Japan; Cistul. Entomol. II S. 77 ff.
Europäisch ist Trichopteryx graudicollis Mannh., tropisch cursitans
Nietn., und Tr. Lewisi S. 79; die als n. sp. bezeichnete Tr. jaijonica
S. 81 ist vielleicht eine Rasse der europäischen variolosa ; neu ist
ferner Ptinella Lewisiana (Yokohama) S. 78.
Championella (n. g. prope Ptinellam) nuhigena (Guatemala)
S. 119;
Fterycodes! (n. g. inter Pterygem et Ptinellam) Scdvini
(Guatemala) S. 121; Matthews a.a.O.
Trichopteryx Godmani (Vera Paz) S. 128, similior (Mittelamer.)
S. 130, rufescens (y^Tdc Paz), glauca (Panama) S. 131, angustipennis
(Guatemala) S. 132, excelsa (ibid.) S. 133, minoi- (ibid.) S. 134, hrevior
(ibid.) S. 136, hidilatata (ibid.), nigrita (ibid.) S. 138, vitrea (Panama)^
lucida (Mittelamer.) S. 139; Matthews a.a.O., rccdicola (Delaware)
im Gebiete der Entomologie Avährencl des Jahres 1885. 307
S. 163, funginus! (Penns.) S. 164, longipennis (ibid.) S. 166; Casey,
Contributions 11 und Bull. Calif. Acad. Sei. I S. 327.
Actidium robiistuliim S. 324, granulosum S. 325, attemiatiim
S. 326 (Californien); derselbe, Bull. Calif. Acad. Sei. I.
Astatopteryx himgarica (Banat); Beitter, Deutsch. Eut.
Zeitschr. 1885 S. 375.
Nephanes pM&e5cew5 (Guatemala)-, Matthews a.a.O. S. 141.
Ptinella Championana (Guatemala) S. 116, peUucida S. 117,
incerta S. 118 (ibid.); Matthews a.a.O.
Actidium Fowlerianum (Guatemala); Matthews a. a. 0. S. 144.
Ptilium /zm^iCoZa (Pemisylv.) S. 162, truncatum {ihiA.) S. 163;
Casey, Contribut. etc., (und Bull. Calif. Acad. Sei. I S. 327), Hornia-
num (Texas), planum (Guatemala), tropicum (P&niima,}; Matthews
a. a. 0. S. 144.
Ptenidium Strangulation (Guatemala) S. 148, nitens (Nikaragua),
-gnobile (Guatemala) S. 149, foveatum (Guatemala), impunctatum
(ibid.) S. 150, speculifer (Cambridge, Mass.), Ulkei (Distr. of Columbia),
ohesum (Guatemala) S. 151 ; Matthews a.a.O.
Clambidae. Loricaster Viertli (Mehadia), Caspicus (Lenkoran),
atomus (Haifa, Syrien) S. 119, pumilus (Tirol; Korsika) S. 120;
Keitter, Bestimmungs-Tabelle.
Cybocephalus viridiaeneus (Dresden?) S. 120, smaragdifrons
(Konstantine), Hispanicus (Andalusien) S. 121; derselbe ebenda.
Anisotomidae. Reitter theilt diese Familie in seiner XIL
Bestimmungs-Tabelle inLiodini, Agathidini undScotocryptini;
letztere Gruppe, auf Scotocryptus Gir. (= Apharia Beitt.) begründet,
ist im europäischen Faunengebiet nicht vertreten und enthält Arten,
die schmarotzend bei Bienen leben; Sc. parasitiis S. 92 von Blumenau.
Bei den Liodini wird Pseud(o)colenis n. g. aufgestellt für
Vs.HiUeri (Japan) S.92;
Cyrtoplastus n. g. Agathid. für (Agathidum) seriatopunctatus
S. 110.
Liodes subtilis (Namaganj; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 286, rectangula (Kaukasus), nitida (Karpathen) S. 97, pilifera
(Lenkoran) S. 98, subglohosa (Deutschland; Böhmen) S. 100, gallica
(Central-Frankreich) S. 101, calcarifera (Kaukasus) S. 104; derselbe
Bestimmungs-Tabelle.
Cyrtusa subferruginea (Genua; Frankreich); derselbe ebenda
S. 107.
Agathidium Caucasicum (K.) S. 111, Bohemicum (Böhmer wald),
Opuntiae (Griechenland; Jonische Inseln), Banaticum (Resicza)
S. 113, aglypjto'ides (Kroatien), tenuicorne (Meskisches Gebirge, Kauk.)
S. 114, nasicorne (Lirik, Lenkoran), Bescidicum (Beskiden; Kaukasus
S. 115. rotundulmn (Tirol; Serbien; Kaukasus), hellenicum (Griechen-
land) S. 116; Reitter Bestimmungs-Tabelle.
20*
308 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hydnobius Demarchii Ragusa i. 1. (Sizilien) , puncticolUs (Mart-
kopi, Kaukasus); Reitter, Bestimmungs-Tabelle S. 94.
Silphidae. Reitter in seiner 12. Bestimmungstabelle theilt
die Familie in Cholevi^ni, Eucinetini und Silphini, jede dieser
Abtheilungen in Gruppen, letztere auch noch in Sektionen, bevor es
zu den Gattungen kommt. Unter deu Gattungen finden sich einige
mir unbekannte Namen, von denen ich aber nicht mit Bestimmtheit
angeben kann, ob sie hier zum ersten Male angewandt sind.
Trocharanis (Leptoderit.) für Mestrei Aheille S. 9, 12;
Apropeus (Leptoderit.) für leptoderus Friv. S. 10, 13.
Spelaeodromus (Leptoderit.) für Pluto (Grotten in Kroatien)
Beut. S. 10, 13;
Fericeus (Leptoderit.) für Kraatzi Friv. S. 10, 13;
Hexaurus (Leptoderit.) für Merkli Friv. S. 10, 15;
Perrinia (Leptoderit.) für Kiesenwetteri Dieck S. 11, 16;
Sophrochaeta (subg. von Bathyscia) für Paveli, Merkli, in-
signis Fiv. S. 17:
Dissochaetus (n. g. Cholevid. prope Nemadum) für Murrayi,
Hetschkoi S. 39, gldbricöllis S. 40 (Blumenau. Bras.) ;
Anemadiis (n. g. Cholevid., für %tY\^o^M'& Kraatz, acicularis
Kraatz, Graecus Kraatz, etc. und) Arcadicus (Griechenland; Klein-
asien), pulchellus (Sizilien) S. 59, maritimiis (Nizza), pelUtus (Korfu)
S. 60;
(Die Gattung Colon behandelt Reitter als Neutrum, bildet aber
nach ihr die Gruppe Colones);
Ahlattaria (Silphin.) für laevigata jP., cribrata M6netr., arenaria
Kraatz S. 78, 75;
Peltis Geoffr. für (Phosphuga) atrata L. S. 76;
Parasilpha für cariuata IlUy., perforata Gehl. etc. S. 73
und 76;
Achjpea (Silphin. für undata BIülL und) cicatricosa (Persien)
S. 74, 81 und 82;
Blitopha(ja (Silphin.) für opaca L., Souverbiei Fairm., nuda
Motsch. S. 74, 82;
Pseudopelta Foe^ -Thanathophilus Leach S. 83;
Abolus Voet. = Necrodes Wilk. für litoralis L. S. 85;
Silpha L. = Necrophorus F., füi* germanicus P\, humator F.,
interrupta Steph.. vespillo L. etc. S. 76 und 85:
Ipelates (Agyitin.) für (Hadrambe) latissimus Beitt. S. 89, 90,
Reitter a.a.O.
Colon Perrini (Spanien); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1885 S. 375 , (derselbe tauft seinen C curvipes wegen der gleich-
namigen Mäklin'schen Art in mhcurvipes um; AVien. Ent. Zeitg. 1885
S. 276), lonijitarse (Casablanca ; wegen der Endung vgl. oben), troglo-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 309
cerum (Algeciras) S. 65, curvipes (s. vorhin; Oberitalien) S. 66; der-
selbe, Bestimmnngs-Tabelle.
C. decoris! (Pennsilv.); Casey, Contributions II S. 84.
Scotocryptus (Gattiingscharaktere angegeben) obscurus (Bahia) ;
Sharp, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 22.
Hörn findet in den verschiedenen G-attiingen der Anisotomini
alle Zahl der Tarsenglieder, von 5 bis 3 vertreten, und schliesst daher
auch vorstehende Gattung, aus der Sharp eine eigene Tribus zwischen
Anisotomini und Cholevini gemacht hatte, in dieselben ein; Entomolog.
Americana 1885 No. 3 ; nach Americ. Natur. 1885 S. 1003.
Ptomaphagus hyhridus (Erzerum), Grusinus (Surampass) S. 52,
speluncarum (Sardinien) S. 53, subfasciatus (Bona) S. 55, substriatiis
Sahlb. i. 1. (Finnland) S. 56, dichrous (Surampass) S. 57; Reitter,
Bestimmungs-Tabelle.
Bathyscia Bosnica (B.); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885
S. 202, delicata (Abruzzen); derselbe ebenda S. 375, subrotimdata
(Adelsberger Grotte) S. 19, turcica (Türkei), [Bosiiica (Central-
Bosnien)] S. 20, Majori (Sardinien) S. 24, frondicola (Genua), pumilio
Baudi i. 1. (Toskana) S. 25, fugitiva (Montserrat, Catalonien) S. 35 ;
derselbe, Bestimmungstabelle.
Catops Tarbensis (T.) S. 62, clavalis (Sardinien) S. 63; Reitter,
Bestim^mungs-Tabelle.
Choleva islamita (Nemila, Bosnien); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 202, hirtula (Libanon) S. 41, pilifera (Lenkoran)
S. 42, libanotica (L.), Emgei (Attika) S. 43, (subg. Nargus) cribellarius
(Surampass, Kaukas.) S. 44, rotundangula (Casablanca, Marokko),
Lenl'orana (L.) S. 45, Niküana (Montenegro; Süddalmatien), Arme-
niaca (Elisabetpol) S. 46, [islamita S. 47]; derselbe, Bestimmungs-
Tabelle.
Trocharanis Xambeui (grotte de St. -Meme, Isere); Arg od.
Bull. Soc. Ent. France 1885 S. 163.
Lyrosoma opacum Mannh. auf der Berings-Iusel von der
Vega -Expedition erbeutet; die Art gehört in diese aufrechtzuhaltende
Gattung, nicht zu Pteroloma, wie aus der sehr eingehenden Be-
schreibung folgt; J. Sahlberg III.
Aphaobius Heydeni (Krainer Grotten); Reitter, Bestimmungs-
Tab. S. 17.
Zu den Silphen als Rübenfeinden gehört ausser S. opaca
und atrata auch reticulata; Hess, Ent. Nachr. 1885 S. 9.
S. coeruleoviridans (Zambese); Dohrn, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S 138.
Grimm beschreibt das Gebahren des Necrophorus vespillo
beim Vergraben eines Wachtelnestes mit dem Ausschlüpfen nahen
Eiern und die Entwickelung der Necrophorus-Larven; Mitth. Naturw.
Vereins f. Steiermark, 1884, Berichte S. 87 f.
310 Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
N. distinctus (Celebes); Grouvelle, ]!*Iotes Leyden Museum
VIl S. 262, (unter dem Gattungsnamen Silpha, vgl. oben) funeror
(Swanatien) S. 87, antennata (Kaukasus; Ungarn; Oesterreich) ;
S. 88; Reitter, Bestimmungs-Tabelle.
Scydmaenidae. Schau fuss untersuchte und bearbeitete die
Scydmaeniden !Nord-Ost-Afrika's, der Sunda-lnseln und
Neu-Guinea'sim Museo Civico di Storia Natur, zu Genua; Annal.
Mus. Civ. (2) I S. 387 ff. — Eeitter macht Bemerkungen zu
dieser Arbeit; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 152 ff.; dieselben suchen
die Berechtigung von Reitter adoptierter oder aufgestellter, von
Schaufuss aber ignorierter Gattungen nachzuweisen; z. Th. beziehen
sie sich auf spezielle Fragen.
Th. Broun giebt einen Abstract of paper on New-Zealaud
Scydmaenidae; New Zealand Journal of Sei. 2 S. 384 ff. 28 n. A.
und die n. G. Bryopais.
Elacatojihora (u. g., palpis maxill. elongatis, filiformibus, 3-art.
ai't. 3 acuto) robusta (Tcibodas, Java) S. 404 ;
Agathelor (n. g., ab Eumicro tarsis brevibus crassis, trochan-
teribus posticis brevibus, statura deplanata; a Cholero oculis grandibus
diversum) deplanatum (Sarawak, Borneo), hrevitarse (ibid.) S. 421;
Schaufuss a, a. 0.
Syjiäicus, Sumairensis (Ms. Singalan); derselbe ebenda S. 405.
Clidicus Doriae (Ms. Singalan, Sumatra); Schaufuss a. a. 0.
S. 419.
Cephennium (Geo(\ytes) i^uncticoUe (Ewhöa); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 373, (Cephenarium) Sardoum (Sassari); der-
selbe, Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 371, Boiiac (Sarawak,
Borneo); Schaufuss ebenda S. 422.
Eumicnis BdUeri (Tcibodas, Java), Ai-uensis (Wokan, Aru-L),
tricolor (Hatam, Neu-Guinea) S. 407, Mantciwanus (Sarawak) S. 408,
cohaerens (ibid.) S. 409, ovicollis (Singapore), hellus (Neu-Guinea),
tythops (Ansus, Neu-Guinea) S.410, hulbosiis (Key-I.) S. 411, umhonatus
(Süd -Neu -Guinea), ruflcornis (Neu-Guinea) S. 412, intactus, Bau-
meisteri (ibid.) S. 413, filiforviis (Java) S. 414, convexus (Sarawak),
subsimilis (Ajer Mantcior, Sumati'a) S. 415, tenuicornis (Key-I.) S. 416,
Aurorae (Ansus, Neu-Guin.) S.417, Robiniae (Awdai, ^eu-G.l, cxi)U-
'ccUionis (Nord-Neu-Guinea) S. 418, uncinatus (Ajer-Mantcior) S. 419;
Schaufuss a.a.O., vestalis (Arizona) S. 85, punctatus (Michigan)
S. 86; Casey, Contributions II; (über E. punctatus s. auch noch
Casey, Bull. Calif. Acad. Sei I S. 333).
Scydmaenus ovalipennis (Fontainebleau); Bonuaire, Bull. Soc.
Ent. France 1885 S. 54, nigripalpis (Borneo, Sarawak), fractionis
(ibid.), longipalpis (Makassar) S. 395, Gestroi (Makassar) S. 396,
(Euconnus) bilatus! (Hatam, Neu-Guinea) S. 397, pictoris (Makassar),
seminudus (Bali) S. 398, furcatus (Abyss.) S. 400, Singcdanensis
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 311
«•(Ms. Sing"., Sumatra) S. 401, Zanzebariciis ! (S.). hradypoclus (Sara-
wak, Borneo) S.402; Schaufnss a.a.O.
Chevrolatia Bomiairei (Philippeville, Medeah in Algier); M. Que-
denfeldt, Ent. Nachr. 1885 S. 147 und Berl. Ent. Zeitschr. 1885
S. 168 Taf.V Fig. 1, 2.
Ueber das Verbreitungsgebiet der Chev. insignis Diiv. s. Ent.
Nachr. 1885 S. 54. 96 und 147; nach Reitter ist dieselbe auf Frank-
reich und Istrien beschränkt.
Neuraphes Korbi (Portugal) S. 373, tri^nmctatus (Derbent)
S. 374; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Stenichnus eurypouensis (Euböa); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 374.
Pselaphidae. Reitter beschreibt in einem zweiten Bei trag
zur Kenntniss der Pselaphiden-Fauna von Valdivia in der
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 321 ff. Taf. II Aplodea adiimhrata
S. 322 Fig. 1, spinula S. 323 Fig. 2; Decarthron verticicomis Fig. 3;
Bryaxis approximans S. 326 Fig. 4, monstrata Fig. 6, nasuta Fig. 7,
longiceps Fig. 8 S 327, vaJMicornis Fig. 9, simulans Fig. 10 S. 328,
j)raeclara Fig. 12, humidida Fig. 13 S. 329, bitubereulata, tripunctata,
.larvata Fig. 15 S. 330; Pseudoplectus trimiiformis S. 331; Sagola
Elfridae, brevipen72is S. 332. — Derselbe liefert ebenda S. 333 ff.
Taf. II, III Abbildungen und Bemerkungen zu wenig ge-
kannten Pselaphi den -Gattungen mit Beschreibungen neuer
Arten: Sintectodes diversipalpus (Ceylon) S. 333 Taf. II Fig. 16;
Metopias hirtus (Blumenau) S. 334 Fig. 17, aglenus (Sao Paolo);
Metopioxys gladiator (Blumenau) S. 335 Fig. 18; Euphalepsus longi-
cornis Fig. 19; Batrisus (Syrbatus) mirabilis (Blumenau) S. 336.
Taf. III. Eig. 25; Imt^m^iwa punctatissimiis (Manilla) S. 339. Fig. 27;
Adalmus velutinus (Neu Seeland) S. 338 Fig. — Die Bryaxis nasuta
(s. oben) tauft derselbe wegen einer gleichnamigen columbischen
Art in Br. anas um; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 317.
Für die bereits früher vergebenen Namen von 4 Pselaphiden-
•Oattungen bringt Reitter folgende neue in Vorschlag: für Narcodes
King Edocranes, für Simus Baffr. Ipsimus, für Psilocephalus
Maifr. Äpenicillus, für Mirus Saulcy Imirus; AVien. Ent. Zeitg.
1885 S.228.
Broun macht Notes on the Pselaphidae ofNew-Zealand;
New Zealand Journ. Sei. II S. 238 f.
Casey stellt in seinen Coutributions II S. 94 eine analytische
Tabelle der Gattungen der Euplectini auf (Trimium, Euplectus,
Thesium, Faliscus, Nicotheus, Eutyphlus) und beschreibt
Thesium (cavifrons Lee.,) laticolle (Columbus, Texas) S. 11S\ Faliscus
bkanalis (Trenton Falls, New- York) S. 120; Nicotheus tibialis
((Columbia; Virginia) S. 121.
Tjchws creticus {C); 'Reitter . Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 371.
312 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pygoxyon tycJiio forme (Ruta, Ligurien); Reitter, Ann. Mus^
Civico Genova (2) I S. 370.
Arthmius gracilior (Tampa, Florida); Casey, Contributions
II S. 88.
Batrisus Ormayi (Siebenbürgen); Reitter, Deutsch. Entom..
Zeitschr. 1885 S. 367, denticolUs (Washington) S. 89. Vinjiniae (Stone
Creek) S. 90, aterrimus (Cambridge) S. 91; Casey, Contributions 11.
Machaerites Halbherri (Südtirol): Reitter, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1885 S. 368, dentimanus {Cä-^o Caccia, Sardiniee); derselbe,
Ann. Mus. Civic. Genova (2) I S. 369.
Bryaxis sylvicola (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 238, facilis
(Long Isl.); Casey, Contributions II S. 87.
Bythinus isZami^its (Nemila, Bosnien), Nemilensis (^.)\ Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 201, angidiceps (Portugal), sculpticollis-
(Genua) S. 369, Atticus (A.) S. 370, Balkanlcus (B.) S. 371; derselbe
ebenda, difficilis (Sardinien); derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova^
(2) I S. 369, (Machaerites) Argodi (grotte du Vercors); Croissan-
de au, Revue d'Entomol. IV S. 173 mit einer Note von Fau ve 1 S. 269.
Euplectus Boderoi (Sassari); Reitter, Ann. Mus. Civico Ge-
nova (2) I S. 370, crassipes S. 238, cereus, incomptus, impressus, oh-
nisus, vacuus, mirificus, monticola S. 239; Broun a.a.O., longicollis-
(Maryland) S. 99, congener (Washington) S. 101, sexualis (Süd-Caro-
lina) S. 103, spinifer (Columbus, Texas) S. 104, pertenuis (Washington)
S. 109, capitulum (Florida; Michigan) S. 112, docorus (Columbus;
Texas) S. 113, l(a)eviceps (Washington; Maryland) S. 115; Casey,^
Contributions II.
Claviger JSlerliU (Türkei), Emgel (Euböa); Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 372.
Staphylinidae. Rey setzt seine Bearbeitung der Triba
des Brevipennes mit Micropeplides und Stenides fort; Ann.
Soc. Linn. Lyon XXX S. 153 ff. PI. I- III.
Bei den Stenini werden die Untergattungen von Stenus Nestus-
S. 2^6, Tesnus S.Slo, Mesostenus S. 326, Hern ist en us S. 364^
Hypostenus S. 390 gebildet.
Eppelsheim bringt einen Beitrag zur Staphylinenfauna
West-Afrikas; Deutsch. Ent Zeitschr. 1885 S. 97 ff.
Fauvel bespricht Les Staphylinides du Manual of the
NewZealandColeopteraby Capt. Th. Broun ; Revue d'Entomol. IV
S. 311 ff. — Danach enthält die Gattung Dasynotus Broun 5 Arten,
von denen die 4 Fauvel bekannten zu Calodera gehören; Stilicodes
Broun, auf eine Art gegründet, ist synonym mit Falagria; auch
zahlreiche andere Arten sind nicht bei den richtigen Gattungen
untergebracht.
Arribä-lzaga's „Los Estafil. etc. finden sich besprochen von.
Kraatz in der Deutsch, entom. Zeitschr. 1885 S. 149 ff.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 31B
Sharp setzt die Beschreibung der Staphylinidae in Biologe
centr.-amer. I. 2 S. 313 ff. PI. VII- X fort. (Sharp a. a. 0.).
Matthews macht Notes on M. Fanvers observations ou Am-
blyopinus Jansoni, with a figure and füll dissections of Amblyo-
pinus Jelskii; Cistiü. Entomol. III S. 85ff. PI. 5. Von diesen
beiden auf Säuge thieren parasitierenden Arten ist die eine, A. (Myo-
typhlus) Jansoni zwischen Philonthus und Xantholinus zu stellen;
statt Myotyphlus bringt Matthews Crytommatus in Vorschlag. Am-
blyopinus s. str. nimmt eine Mittelstellung zwischen Tachyporinen
und Staphylininen ein.
Aleocharini. Colusa (n. g.) graciUs S. 292, eximia S. 293,
välida, exüis S. 294, grandicollis S. 295;
Pont(h)omalota (n. g. für Phytosus opacus Lee. und) Cali-
fornica S. 298, nigriceps S. 299 (Californien) ; Casey, Bull. Calif.
Acad. Sei. I.
Fiat y US a (n.g. prope Myrmedeniam Sonomae (Calif.); derselbe
ebenda S. 305.
Falagria occidua S. 285, laticollis S. 287 (Calif ornica) ; Casey,
Bull. Calif. Acad. Sei I.
Phytosus Ucolor S. 311, maritimus S. 312 (Californien) ; Casey,
Bull. Calif. Acad. Sei. I.
Aleochara (Baryodma) jpieipeww« (Adda, West-Afr.); Eppels-
heim a.a.O. S. 110, Beitteri (Bosnien); derselbe ebenda S. 197,
salina (Noirmontier) ; Fauvel, Revue d'Entomol. IV S. 198.
Myrmedonia aculeata S. 100, imnceps S. 102, Koppi S. 103, pili-
ventris S. 104, angusticoUis S. 105, costata S. 107, marginata S. 108>
alternata S. 109 (Adda, West-Afr.); Eppelsheim a.a.O.
Maseochara Californica (San Diego); Casey, Bull, Calif. Acad.
Sei. I S. 309.
Calodera attenuata (Californien); Casey, Bull. Calif. Acad.
Sei. I S. 306.
Hyobates Californicus S. 307, nigrinus S. 308 (Calif.); Casey,
Bull. Calif. Acad. Sei. I.
Tachyusa experta S. 300, linearis S. 301, laticeps, faceta S. 302,
Harfordi S. 304 (Californien); Casey, Bull. Calif. Acad. Sei. I.
Oxypoda insignis (San Francisco); Casey, Bull. Calif. Acad.
Sei. I S. 310.
Geostiba beringensis (Tschuktschen-Distrikt) ; J. Stahl her gl.
Atheta rugipennis, atricornis f gelida (Tschuktschenland);
J. Sahlberg I.
Gyrophaena angularis {AMdi, West-Afr.); Eppelshein a.a.O.
S. 111.
Tachyporini. Erchomus flavidus (Philadelphia); Casey,
Contributions II S. 141,
314 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Conurus versicolor (Philadelphia) S, 142, imhricatus (New York)
S. 143, occultus (Columbien) S. 145, corticola (Philadelphia) S. 146,
setifer (ibid.) S. 147; Casey, Contributions 11.
Conosoma plebejum (Guatemala), gravidum (Panama) S. 313,
mediale, (yrnatum, parcum (Guatemala) S. 314, subornatum (ibid.)
S.31o, diffine (ibid.) S. 316; Sharp a.a.O.
Megacronus acuminatus, yiigerriwiis (Panama), oscillans (Guate-
mala) S. 318, meridioncdis, regularis (ibid.) S. 319, minw (ibid.) S. 320;
Sharp a. a. 0.
Bolitobius festivus (Guatemala) S. 316, cdticola (ibid.) S. 317;
Sharp a.a.O., facilis (Philadelphia; Washington) S. 148, occiduus
(Washington Territ.) S. 150; Casey, Contributions IL
Bryoporus parvulus (Philadelphia); Casey, Contributions TL
S. 151.
Mycetoporus coxaZ/Ä (Panama) ; Sharp a.a. 0. S. 320, inquisitus
(Philadelphia); Casey, Contributions II S. 152.
Tanygnathus antennalis, muticus (Guatemala) S. 321, vüis
(Guatemala; Nikaragua; Panama) S. 322. crassidus (Nikaragua)
S. 323: Sharp a.a.O.
Staphylinini. Bryonomus n. g. für (Cafius) canescens
Mann, und seminitens Hörn; Casey, Bull. Calif. Aead. Sei. I S.313.
Mimostictus (n. g. Quediin., ant. haud geniculatis, subfractis,
art. basali longiore, prothorace absque membrana stigmatica) viridi-
pennis (Panama) S.328;
Quedionychiis (n. g. Quediin. inter Quedium et Philonthum,
für Staph, laevigatus Gyllh., Quedius impunctatus Solslc. und) spinipes
(Mexiko) S. 337, femoralis, nigerrimus, angustus (Guatemala) S. 338;
Quediomacrus (n. g. Quediin. prope Quedium, für Q. punicei-
pennis Solsk. und) pollens (Guatemala) S. 339 :
Lampropygus n. g. Xanthopygin. für Staph. xanthop. Nordm.;
Xanthopygus cognatus Sharp; Philonthus analis Erichs. S. 346;
Styngetus (n. g. Philontho et Philotalpo affine, für Philotalpus
egregius etc. und) flavicaudus S. 361, Championi (Guatemala), anticus
(Costa Rica; Panama) S. 362;
Ocyolinus (n. g. Xanthop.) amethystinus (Costa Rica), rugatus
(Venezuela) S. 363;
Thanolinus (n. g. Xanthop.) ohsoletiis, JF/o/zW (Mexiko) S. 364,
gravidus (Guatemala), divisus (Panama), pollens (Nikaragua) S. 365,
Godmani und vai-. (Panama; Guatemala), auratus (Guatemala) S. 366,
hngulus (Nikaragua), punctatus (Panama), speciosus (Mexiko) S. 367,
discedens (Panama) S. 368 ;
Nausicotus (n. g. prope Phanolinum, für Trigonopselaphus
opacipennis Sharp, und) spectahilis S. 369 ;
Amichorus (n. g. Staphylin.) cyawew.s, Fauveli {iSi^'^iko) S. 390,
vividus (Panama) S. 391;
im G-ebiete der Entomologie -während des Jahres 1885. 315
Flohria (n. g. Staphj'lin. inter Philouthum et Ocypodem) Icdi-
cornis (Mexiko) S. 392;
Onthost'ygnus (n. g. Staphyliu. prope Hesperum) fasciatus
(Mexiko) S. 392;' Sharp a. a. 0.
Acylophorus proximus (Guatemala), simplex (Mexiko) S. 325,
mexicanus (M.). Chontalenus (Nikaragua), parviceps S. 326, palpalis,
didymus (Guatemala), pJanatus (Nikaragua) S. 327; Sliarp a.a.O.
Cyrtothorax hullatus (Panama) S. 346, Salvini (Guatemala),
cyanescens (ibid.), fulgidus (Nikaragua) S. 341; Sharp a.a.O.
Heterothops remota S. 323, orbicidaris, temiicornis, insolita S. 324,
(Guatemala etc.); Sharp a.a.O.
Quedius arfre^a (Mexiko) ; Sharp a.a.O. S. 329, 677y/co?a (Phila-
delphia); Casey, Contributions II S. 123.
Glenus Flohri (Mexiko; Guatemala); Sharp a.a.O. S. 369.
Staphylinus; 31 n. A. aus Mittelamerika beschrieben und
z. Th. abgebildet von Sharp a.a.O. S. 374— 389.
S. Calloni war Zeuge eines Kampfes zwischen einem Ocypus
olens und einem Lumbricus agiicola; Rendiconti R. Istit. Lombardo
di sei. e lettere (S. II) Vol. XVII S. 410 ff.
Unter dem Titel ,. Synopsis of the Philonthi of Boreal
America" beschreibt G. H. Hörn die (85) Arten der Gattungen
Philonthus (49 n. sp.), (10) Cafius (2 n. sp.) und (23) Actobius (14 n. sp.);
mit Europa hat Nordamerika SPhilonthns, 1 Cafius und 1 Actobius
gemeinsam. Trans. Am. Ent. Soc, Jun. 1884, S. 177 ff.
Philonthus (Rabigus) mgriceps ( Adda, West-Afr.) : E p p e 1 s h e i m
a.a.O. S.112.
Ph. tenuicornis Mids. & Bey ist eine zwischen carbonarius
Gyll. und proximus Kraatz stehende selbständige Art; Rey,
Revue d'Entomologie IV S. 233.
Belonuchus moquinus (Arizona); Casey, Contributions II S. 125.
Gastrisus opacidus (Panama) S. 359, mimetes (Costa Rica) S. 360;
Sharp a. a. 0.
Isanopus Sallaei (Mexiko); Sharp a.a.O. S. 360.
Tympanopliorus concolor (Costa Rica); Sharp a.a.O. S. 343.
Xanthopygus Flohri (Mexiko ; Guatemala), puncticollis (Panama)
S. 345, rufipemiis (Mexiko), morosits (Guatemala) S. 346; Sharp
a. a. 0.
Plociopterus lugubris, collaris (Panama), varipes (Guatemala)
S. 351, histrio (Nikaragua), variegatus, mollis (Panama) S. 352, Belti
(Nikaragua) S. 354; Sharp a.a.O.
Philotalpus; 11 n. A. aus Mittelamerika von Sharp be-
schrieben und z. Th. abgebildet a. a. 0. S. 355 — 359.
Brachydirus tei-minalis Guatemala), solitarius S. 348, gracilis
316 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Nikaragua), divisus (Panama) S. 349, Championi (Guatemala) S. 350,
fungicola (Panama) S. 351 ; Sharp a.a.O.
Xantholimis fucosus (New Jersey); Casey, pontributions II
S. 126.
Othius punctipennis Massenauftreten; 62. Jahresb. Schles
Ges. f. vaterl. Cultur S. 342.
0. antardicus (Baie Orange, Feuerland); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1885 S. 42.
Platyprosopus longicoUis (Adda, West-Afr.); Eppelsheim a. a. 0.
S. 113.
Paederini. Orus (n. g. ; antennae g<3niculatae ; palp. maxill.
art. 3. longior quam 2., plus duplo crassior, valde robustus, apice
obtuse rotundatus; für Scopaeus exiguus und) picipes (New -Jersey)
^.1^1, Xmnctatus (Califoinien) S. 138; Casey, Contributions II.
„Aveugle ou non", die Arten der Gattung Glyptomerus
sind nichts anderes als Lathrobien; neu ist L. (Glyptomerus)
anophthcdmum (\j\\g?im\ Sardinien) S. 33; Fauvel, Revue d'Entom.
IV S. 28 ff.
Dolicaon castanetts S. 114, Umhatiis S. 115 (Adda, West-Afr.);
Eppelsheim a. a. 0.
Cryptobium crihripemie S. 118, apicale S. 119, rugiceps S. 120
;Adda, West-Afr.); Eppelsheim a. a. 0., caiyito (Philadelphia) S. 127,
convergens (New- Jersey) S. 129, parallehim (Philadelphia) S. 130,
proximum (Long Isl.) S. 132; Casey, Contributions II.
Stilicus rubelliis (Adda, West-Afr.); Eppelsheim a. a. 0. S. 121,.
latiusculus (Long Isl.; New- Jersey); Casey, Contributions 11 S. 139.
Lathrobium subseriatum S.116, incertum S.117 (Adda, West-Afr.);
Eppelsheim a. a. 0., tricolor (New-Jersey) S. 133, inops (Lake Sup.?)
S. 135; Casey, Contributions II.
Scopaeus major S. 125, fossiceps S. 126, pjruinosulus S. 127,
tenuis S. 128, laetus S. 129 (Adda, AVest-Afr.); Eppelsheim a.a.O.
Medon Simoni S. 133, intermixtus S. 134 (Adda, West-Afr.);
Eppelsheim a. a. 0.
Lithocharis peregrina S. 130, nitidiventris S. 131 (Adda, West-
Afr.); Eppelsheim a.a.O., tahacina (Nordam.); Casey, Bull.
Brookl. Ent. Soc. VII S. 65.
Sunius hivittatus S. 122, simüUmus S. 123, longicoUis, pictus
S.124 (Adda, West-Afr.); Eppelsheim a.a.O.
Zur Unterscheidung des S. similis Aust. und longiusculus
s. Casey, Bull. Brookl. Ent. Soc. VII S. 64.
Oedichirus heterop])gus (Adda, West-Afr.) ; Eppelsheim a. a. 0.
S. 138.
Pinophilus hrachyceriis S. 135, reticidatus Fauv. i. 1. S. 136,
infans S. 137 (Adda, West-Afr.); Eppelsheim a.a.O.
im G-ebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 317
Stenini. Th. L. Casey nimmt eine Revision of the
Stenini of America North of Mexico vor; Philadelphia, 1884
S. 1 — 206 mit 1 Taf. Nach einer Schilderung der Unterfamilie und
Erläuterung der angewendeten Kunstausdrücke stellt der Verfasser
eine Tabelle dei' Gattungen auf, deren er neben Dianous und Stenus
eine neue errichtet, Äreus, für die Arten mit zweilappigem viertem
Tarsenglied. In Stenus wird ausserdem für die Arten, bei denen
das letzte Fühlerglied verkürzt, beim Männchen viel kürzer als das
vorletzte ist, die Untergattung Mutinus errichtet; S.8. Von Dianous
sind 3, Stenus s. str. 124, Mutinus 2, Areus 41 Arten beschrieben.
Incertae sedis sind 5 Arten, vier zu Stenus, eine wahrscheinlich zu
Areus gehörig. Die beigegebene Tafel enthält Detailzeichnungen.
Eolgende Arten sind neu: Dianous zephyrus (Vancouver Isl.) S. 11;
Areus lyunctiger (Colorado) S. 13, gemmeus (Georgia) S. 18, hilenti-
(jatus (Virginia) S. 19, sculptilis (Nevada; Kalif.) S. 22, laecophilus
(Ontario) S.23, verticosus (Vancouver I.) S. 25, tristis (Kalif.) S. 27.
Austini (White Mts.; Lake Superior) S. 28, rcmops (Südstaaten)
S. 29, delaivarensis (Mittelstaaten) S. 30, sectatm- (Washington terr.)
S. 31, zunicus (Arizona) S. 32, Tacomae (Thurston Count.) S. 34, strai}-
(julatus (New- York; Detroit) S. 39, tenuis (Ontario), angustus (ibid.)
S. 40, difficüis (Mittelstaaten) S. 41, Pettiti (ibid.) S. 42, scrupeus
(Ontario) S. 43, intrusus (verbreitet) S. 44, rugifer (Kolorado) S. 47,
anastomozans (Mt. Washington) S. 48 , Shostonis (Washington territ.)
S.49, insularis (Vancouver I.) S. 50, vexatus (ibid.) S. 51, Schwarzi
(Cambridge, Mass.) S. 52, pauper (ibid.) S. 53, suhtiUs (Detroit) S. 54,
indigens (Massach.) S. 55, simplex (Oregon) S. 56, vicinus (Columbia)
S. 57, ignratits (Detroit) S. 58, neglectus (Cambridge) S. 59, scdbiosiis
(Lake Sup.) S. 60, vespertinus (Washington terr.) S. 61, convictor
(ibid.) S. 62, com/wams (Michigan) S. 63, inm-natus (C^imbriäge; Michi-
gan) S. 64, placidus (Detroit) S.65, mendax (Cambridge) S.66, eriensis
(Detroit) S. 67, sphaerops (Massach.) S. 68, müitaris (Lake Sup.)
S. 69, PZwto (Cambridge) S. 70, incidtus (Arizona) S. 71, corvus (Brit.
Columbia; Calif.)S. 72, mo?itonM5 (New Hampshire) S. 74, costcdis
(Nevada; Californien) S. 77, alveolatus (Nevada) S. 78, ellipticus
(Californien) S. 79, adclops {(j2k\ii.) S. 80, Zwci(^<o^M5 (Californien) S. 81,
pmsio (Cambridge; Canada) S. 82, nanulus (Br. Columb.) S. 83, ato-
marius (Detroit; Cambridge) S. 84, Virginiae (Penningtou Gap) S.87,
Texanus (Columbus) S. 88, venustusi^) S. 89, occidentalis (Br. Columb )
S. 90, pacificus (Los Angeles) S. 91, obtrusus (New- York) S. 92, Ari-
zonae (A.) S. 93, integer (Massach.) S. 94, Floridanus (Cedar Keys)
S. 95, mammops (verbreitet) S. 97, gravidus (Cambridge) S. 98, ani-
matus (Lake Super.) S. 99, tumicoUis (Detroit) S. 100, carinicollis
(Michigan) S. 101, insignis (Californien) S. 102, dolosus (Colorado)
S. 108, villosus (Californien) S. 109, sectüifer (Columbia) S. 110, mäle-
porus (New-Y'"ork; Florida) S. 111, jejunus (Br. Columbia), vimiuliis
318 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Cambridge) S. 112, Carolinae (Südstaaten), ageus! (Cambridge) S. 116,
imdicus (Lake Sup.) S. 117, minor (Detroit) S. 118, rigidus (Cam-
bridge) S. 119, incertus (Nebraska) S. 120, ixircdlelus (Cambridge),
noctivagus (New-Hampshire) S. 121, luculentus {Cü\\i.)^.Y22, juvenais
(Detroit) S. 123, pauperculus (Michig.) S. 124, haplus (Detroit) S. 125,
enodis (Colorado) S. 126, dives (Calif.), suhgriseus (ibid.) S. 127, terri-
cola (Nevada) S. 128, mundulus (Wash. territ.) tuberculatus (Florida)
S. 129, indistinctus (Detroit) S. 130, brmncdis (Michigan) S. 131,
gratiosus (Detroit) S. 133, monticola (White Mts.) S. 134, curtus
(Michigan), alacer (Florida; Arizona) S. 135, hirmtas (Detroit) S. 137,
vestalis (Calif.) S. 138, Taho'ensis (Nevada), nimbosus (Colorado)
S. 139, pugetensis (Wash, terr.) S. 140, vacuus (Calif.) S. 141, amiciis
(Colorado) S. 142, exilis (Calif.) S. 143, Calif ornicus (C; Nevada)
S. 145, (Mutinus) gilae (Arizona) S. 146, disjmi- (Cambridge) S.147;
Areas retrusus (Vancouver I.) S. 154. fraternus (Wyoming terr.)
S. 155, umbratilis (Br. Columb.) S. 156, croceai^^s (Nebraska; Detroit),
advena (Lake Sup.) S. 158, euroijs (Maryland; Virginia) S, 106, mega-
lops (Crescent City, Flo.), liigens (Cambridge) S. 161, plidpennis
(Vancouver I.) S. 162, agnatus (Br. Columbia) S. 163, Sayi (Calif.)
S. 164, amabiUs (Delaware) S. 166, perforatus (Arizona) S. 169, nitescens
(Florida) S. 170, poUens (Wash. terr.: Calif.) S. 171, patens (Colorado)
S. 172, reconditus (Cambridge) S. 173, i^rojjm^^wi^s (New-Hampshire)
S. 174, Canadensis (Grimsby; North-IUinois) S. 175, pinguis (Br. Co-
lumbia etc.) S. 177, JJtensis (Fort Garland) S. 178, trajectiis (Colorado)
^.\1^, impagonis (Arizona) S. 180, o&soZefws (Grimsby) S. 181, artus
(New- York) S. 182, dilutus (Louisiana) S. 184, mevidionalis (Florida)
S. 185, varipes (Detroit) S. 187, dissentiens, (Lake Sup.) S. 190,
Hubbardi (ibid.) S. 191, laetulus (Calif.) S. 192, laeviceps (Vancouver I.),
2)olitulus (ibid.) S. 193, simiolus (Lake Sup.) S. 194, pertinax (Wyo-
ming terr) S. 195, lucidus (Calif.). S. 196.
Edaphus africanus (Adda, AVest-Afr.); Eppelsheim a. a. 0.
S. 139.
Oxytelini. Oncophorus (n. g. ; palp. max. art. 4o 3« parum
longiore, labial, filiformes, art. 2« tertioque subaequalibus Mandibulae
muticae; antennae geniculatae, ait. 3 ultimis crassioribus; scutellum
distinctum, apice rotundatuni: coxae intermediae distantes; tibiae
anteriores spinulosae, anticae dilatatae, apice intus unco curvato
valido armatae; tarsi 5-art.) P/m-c^oZn (Tunis) ; Eppelsheim, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 47.
Bledius gemdlus (auch vom Cap Verd) S. 140, nitidicollis S. 142,
cavus S. 143, fratellus S. 144 (Adda, W>st-Afr.); Eppelsheim a. a. 0.
Casey stellt in seinen Contributions II S. 153 eine Tabelle der
(7) nordamerikanischen Apocellus- Arten auf und beschreibt die-
selben; darunter A. bicolor (Nebraska) S. 154, crassicornis (Colorado)
S. 156, gracilicornis (Calif.) S. 157, brevipennis (Louisiana) S. 158.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 319
Trogophloeus glohkollis S. 145, Koppi S. 146 (Adda, West-Afr.);
Eppelsheim a. a. 0.
Homaliini. Vellica (n. g. inter Phloeopterum et Lestevam)
longipenne (Calil); Casey, Bull. Calif. Acad. Sei. I S. 321.
Phloeopterus longipalpus (Calif.); Casey, Bull. Calif. Acad.
Sei. I S. 319.
Acidota crenata kommt vom Frühjahr bis in den Winter
hinein vor; (nach Reitter sind die Acidota- Arten im Norden hei-
misch und zeigen sich daher bei uns in den kalten Monaten, vom
Herbst bis ins Frühjahr); Fleischer, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 26.
Lesteva trimcata (Calif.); Casey, Bull. Calif. Acad. Sei. I S. 322.
Fleischer fand das seltene Homalium Stria tum Grav. im
November in Brunn in Masse schwärmen; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 26.
H. algarum S. 316, rugipenne S. 317 (Calif.); Casey, Bull. Calif.
Acad. Sei. I.
Proti^iini. Protinus sahhrosus (Calif.); Casey, Bull. Calif.
Acad. Sei. I S. 323.
Mi c r op ep l i n i. Micropeplus caspius (Lenkoran) ; von R e i 1 1 e r
in analytischer Tabelle der Micropeplus -Arten in Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1885 S. 365 ff. charakterisirt.
Hydrophilidae. L. Camerano beginnt eine Monografia
degli Idrofilini (Hydrophilus e Hydrocharesj; Atti Accad. Torino
XIX S. 270 ff. mit photogr. Tafel.
Hydraena </rancZis (Thessalien); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S.360.
Ochthebius remotus (Kaukasus) , aliäaceus (Lenkoran) S. 361,
Narentinus (Narenta), Lenkoranus (L.) S. 362, Umhicollis (ibid.), sub-
opacus (Surampass) S. 363, p)ubenthis (Tifiis) S. 364; Reitter, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885.
Kuwert bringt Beiträge zur Kenntniss der Helophoren
aus Europa und den angrenzenden Ländern; Wien. Ent.
Zeitg. 1885 S. 229, 261, 309 ff. Dieselben beziehen sich auf H. p^?-e-
naeus (P.) S. 229, nubilus F. und var. costatus Goeze, micanu Falderm.
und var. subcostatus Kolen., oxygonus Bedel, alternans Gene und var.
intermedius Muls., aquaticus L. var. Syriaciis (S.) S. 231, arvernicus
Muls., insularis Reiche und var. Caucasicus (K.) S. 232. 312, griseus
Er., var. Creticus Kiesiv., brevipalpis Bed., griseus var. Montenegrinus
(M.) S. 261, affinis Marsh, und Erichsoni Bach, Seidlitzii (Portugal)
S. 261, Beitteri (Parnass), Asturiensis (A.) S. 262, strigifrons Thoms.,
laticollis Thoms., pumilio Thoms. und var. Bedtenhacheri (Süd- und
Mitteleuropa) S 264, Maroccamis (M.) S. 264, linearis (Dalmatien)
S. 309, Corsicanus (K.), umlüicicolUs (Schweiz) S. 310, pallidipennis
Muls., als dessen Varietät Reitteri Kuw. erkannt wird, während für
pallidipennis Thoms. der Name Thomsonis in Vorschlag gebracht
320 Bertkau: Bericht über die wissenschaftlicTieii Leistungen
wird S. 312, guttulus Motsch., in dem die var. caucasicus des insularis
erkannt wird S. 312; vgl. oben.
H. pallens (Arizona); Casey, Contributions II S. 81.
Berosus honaerensis (B.-A.) S. 219, patruelis S. 220, festivus S.221,
seriatus S. 222 (ibid.); Berg a.a.O.
Phil hydrus amjustulus ( New - Jersey ) ; Casey, Contributions
n S. 83.
Gyrinidae. Bitsema führt (nach Regimbart's Monographie)
die (7) Arten der Niederländischen Fauna auf: Tijdschr. v. Entom.
XXVIII, Versi. S. XIX ff.
Dytiscidae. Bidessus nirjrinus (Californien) ; Casey, Contri-
butions II S. 80.
Metamorphoses du Cybister fimbriolatus Say; Duges,
Ann. Soc. Ent. Belg. XXIX (2.part.) S. 26 ff. PI. 2 Fig. 1—15.
Pelodytes Sumatrensis (Medan; Deli); Reg im hart, Notes
Leyden Mus. YII S. 55.
Carabidae. J. B. Gehin: Catalogue synonymique et
systematique des Coleopteres de la tribu des Carabides.
Avec 10 planches noires. Remiremont, 1885.
V. Kraatz - Koschlau macht einige ergänzende Be-
merkungen zu Dr. Gerstäcker's Monographie der chileni-
schen Carabus- Arten; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 417 ff.
Umfangreichere Beiträge zur Kenntniss der chilenischen
Carabinen bringt A. Morawitz; Bull. Acad. Imp. St. Petersb.
XXX S. 383 ff.
V. Heyden beschreibt einige neue und seltene Carabidae
aus dem tscherkessischen Kaukasus; Wien. Ent. Zeitg. 1885
S. 183 ff.
Bates bringt ein Supplement zu den Carabidae in Biologia
centrali-americana Vol. I Part 1 S. 256 ff. PI. 13.
Broun beschreibt a decade of new Feroniidae; New-Zea-
land Joum. Sei. II S. 226 ff.
Metabola vivida (Arizona; Mexiko); Bates, Biol. centr.-amer.
I. 1. S.298.
Phloeoxena gi'aphiptera v.limbicollis (Panama): Bates, Biolog.
centr.-amer. I. 1. S. 295.
Bembidiini. Des Gozis stellt eine Tabelle der franzö-
sischen Bembidion- Arten der Gruppe Peryphus auf; Revue d'Eu-
tomologie IV S. 1 17.
Ehlers bringt die Description of n e w b 1 i n d B e m b i d i i, nämlich
Fetrocharis (n. g.) Etjfjersi (St. Thomas; Antillen);
Anilins Dohrm (Florida); Transact. Amer. Ent. Soc. XI S. 36.
ß. (Peryphus) frontale, (Notaphus) aethiopicum (Abyssinien;;
Raffray; Ann. Soc Ent. France 1885; (B.) vei'mda (New- Jersey) S.62,
acticola! (ibid.; Delaware) S. 63, militare (Long Isl.) S. 65, vividum
(New Jersey) S. 66, dejedum (Arizona) S. 67; Casey, Contributions 11.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 321
Pericompsus histrionellus (Panama), quadrillum ( Mexiko) ; B a t e s ,
Biolog. central.-amer. I. 1. S. 290.
Xystosomus ampliatus (Panama); Bates, Biol. centr.-am. I. 1.
S. 290.
Tachys (sexstriatus var. euphraticus [Mesopotamien,]) jucundus
(Syrien); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885, Imibatellus, insu-
larum (Panama) S. 288, duplex (Guatemala), gracilior (Mexico) S. 289;
Bates, Biol. centr.-amer. I. 1, occuUator (New Jersey); Casey,
Contributions etc. II S. 69.
T. parvulus Dej. new to Britain; Ent. Monthl. Mag. XXII S.43.
Barytachys glossema (Pennsilv.) S. 70, gemellus (New -Jersey)
S. 71; Casey, Contributions etc. II.
Lymnastis capito (Guatemala); Bates, Biol, centr.-amer. I. 1.
S. 287.
A.m\\vi?> pallidus (Neu-Seeland); Broun a.a.O. S. 228,
Nach Reitter ist Mycrotyphlus Revelierei Penis nicht =
Aubei Saidcy, wie Fauvel angegeben hatte; AVien. Ent. Zeitg. 1885
S. 313.
Anchonodevini. Euphorticus ?M«(^i<5 (Panama) ; Bates, Biol.
centr.-americ. I. 1. S. 293.
Anchonoderus myops Beiche var. duplicatus S. 292, infirmus n.
sp. S. 293 (Panama); Bates, Biol. centr.-amer, I. 1,
Fogonini. Anophthalmus Doderü (Grotta di Suja; delle Fata;
Dragonara) S, 139 Fig. 4, Canevae (gr. di Pollera, pr. Finalborgo)
S, 141 Fig. 1, Geiüilei (gr. d'Eca pr. Ormea) S, 142 Fig. 7, SpagnoU
(gr. dello Giacheira in Ligurien, unweit Pigna) S. 143 Fig. 6, (Ca-
rantii) Sella Fig. 2 , Targionii della Tmre Fig. 8 abgebildet) ; Vaccae
(gr. della Besta, colle di Tenda) S. 532, apenninus (pr. Bardinetto)
S.533; Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova (2) I Tav. IV.
Trechus grandiceps (Swanetien), Mingreliciis (M.); Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 355, Hornensis (Baie Orange, Feuer-
land); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 41, suhlaevis
(Mt. Abonna-Yousef), hipartitus (ibid.) S. 318; Raffray ebenda.
Homalodera dorsigera, suturata (Feuerland); Fairmaire, le
Naturaliste, 15 janv. 1885 und Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 39, 40.
Anchomenini. Ittytolus (n. g. prope Ophryogaster inter
Pterostich. et Anchomenin. intermedium; für CjTtolaus lobipennis
und) anomcdus (Mexiko); Bates, Biol. centr.-amer. I. 1. S. 278 PI. 13.
Onychopterygia valdestriata, ruhida (Mexiko); Bates, Biol.
centr.-amer. I. 1. S. 286.
Omphreus ÄV/«pm (Taygetus) ; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 357.
Colpodes Nydimus (Mexiko) S.282, Petüus, minimus (ibid.)
S. 283, Lucilius (ibid.), epüissus, Eudemus (Panama) S. 284, Cleantlnis
(Costa Rica), viridans (Panama) S. 285, rufidus (Guatemala) S. 286;
Bates, Biol. central.-amer. I. 1 .
Arch. f. Natg, 52. Jahrg. II. Bd. .5. H. 21
322 B e r t k au : Bericht über die wissenscliaftlicheii Leistungen
Megalonychus hirtus (Tigre); Raffray, Ann. Soc. Ent. France
1885 S.317.
Glyptoglenus Z«t«Yrtr.si5 (Panama) ; Bat es, Biolog. centr.-americ.
I. 1. S. 282.
Platynus Chihuahuae (Mexiko); Bates, Biol. centr.-amer. I. 1.
S. 279.
Anchomenus Cluirmis (Mexiko) S. 280, xantJiocnemis , ovatulus
(ibid.) S. 281; Bates, Biol. centr.-americ. I. 1.
Pristodactyla xjvaestans (Pseoscliha, Kaukas. ); v. Hey den,
Wien. Ent. Zeit. 1885 S. 189.
Autisphodrus Plasoni (Rhilo-Dagh) S. 357, Lederi (Helenendorf,
Kauk.) S. 358, Suramensis (S.) S. 360; Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885.
Feroniini. Auf Pterostichus placidus Eosenh. gründet H abel-
mann die n. Ug. Crisimus (thorax in margine laterali ante medium
puncto setigero singulari; angulo posteriore punctum non exhibente;
prosternum validum, in apice carinatum; elytra sine Stria scutellari,
herum basi latera versus subrotundata) und beschreibt die typische
Art, von der er Exemplare von dem Mte. Baldo hatte. Berl. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 143 f.
LobobracJius (n. g.; palpi omnes art. ultimo secariformi . . . .)
Lacerdae (Bahia); Sharp, Stett. Ent.' Zeitg. 1885 S. 403.
Amara ellixjtica (Blagowestschensk) ; v. Hey den, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1885 S. 305, angustata (Berings-Sd.); J. Sahlberg II,
Fairmairei (Mt Abonna-Yousef) S. 316, Abyssinica (ibid.) S.317;
Raffray, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Jjiocnemis wqyi'essipennis n. sp. ?; Carret, Bull, bimens. Soc.
Linn. Lyon 1885 No. 6.
Zabrus ohtusan(ßdiis\(W\a.diksi-wk?iS), OeHzeni (Greta,); Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885.
Trichosternus amplicoUis, erraticus, angulatus, erythropus, con-
vexus, curtulus S.22Q, meritus, agriotes, suspicaXj riparius S. 227
(Neu-Seeland); Broun a. a. 0.
Pterostichus (Arachno'idius) iHmim(Nemila, Bosnien); Reitter,
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 196, sodalicius (Namagan); v. Hey den,
ebenda S. 286, (Platypterus) Stardxi (Atchischho, Kaukas.); derselbe
Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 187, manJiattanis (New York Harbor);
Casey, Contributions II S. 72.
Argutor strenuus Pz. und diligens St. lassen sich nicht nach
der Punktirung der Unterseite des Halsschildes, sondern nur nach
der Form des letzteren unterscheiden, da auch Exemplare des strenuus
ohne diese Punktirung vorkommen. A. diligens ist meistens un-
geflügelt; strenuus besitzt immer Flügel, aber oft verkürzte. Ha bei-
mann, Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 141.
Loxandrus sculptüis (Mexiko ; Panama) ; Bates, Biol. centr.-
amer. I. 1. S. 278.
im Gebiete der Entomologie währeml des Jahres 1885. 328
V. Heyden giebt Notizen zum Genus Ortbomus Chaud.;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S, 191, denen Kraatz Bemerkungen
zufügt S. 192.
Feronia Tsuctschorum, despecta, excepta, sulcipennis, laeviuscula,
thulensis, Noräquisti (Tschuktschen-Distrikt); J. Sahlberg a.a.O. I,
splendida, ep>ipleuralis, plana (Berings-Sd.); derselbe IL
Ein Poe eil US cupreus mit viergliedrigen Tarsen an allen
Füssen; Berl. Ent. Zeitschr. 1885 S. 180.
Harpalini. Glycerius n. g. (inter Bradycellum et Tachy-
cellum) für Gl. nitidus Dejaen; Casey, Contributions II S. 79.
Cratacanthus litoreus (New-Jersey) S. 74, hisectus (Philadelphia),
texanus (T.) S. 75; Casey. Contributions IL
Stenolophus scituliis (Pennsilvania) ; Casey, ContributionsII S.78.
Da Abeille de Perrin irriger Weise den Acupalpus
quarnerensis JRezY^. zu longicornis 5c/?m«w gezogen hatte, so stellt
Eeitter die Merkmale beider Arten einander gegenüber; Wien.
Ent. Zeitg, 1885 S. 251.
Harpalus foveicoUis (ßareges, Hautes-Pyrcn.) ; Delherm de
Larcenne, Cat. d. Col. du Gers et du Lot-et-Garonne und Le Na-
turaliste 1885 S. 119, lustrans nov. nom. (= lucidus Lee. nee Mm-aw);
Casey, Bull. Brookl. Ent. Soc. VII S. 64.
H. litigiös US I)ej. in England; Hall, Entom. Monthl. Mag.
XXI S. 220.
Des Gozis ist, da das von Bedel angegebene Unterscheidungs-
merkmal von dem Saum an der Basis des Halsschildes nicht stich-
haltig ist, zweifelhaft, ob Ophonus puncticoUis et rufibarbis
in der That zwei Arten sind; Revue d'Entomologie IV S. 116.
Pangus namaganensis (N.); v. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S.285.
Selenophorus chryses (^Nicaragua; Panama), midüporus (Panama)
S. 272, dives (Panama) S. 273, Hephurni, suavis (Mexiko) S. 274;
Bates, Biol. centr.-amer. I. 1, perpolüus (llOi^di^); Casey, Contribut.
II S. 76.
Discoderus Melanthus, acinopoides, pulvinatus (Mexiko); Bates,
Biol. centr.-americ. I. 1. S. 275, pingnis (Arizona); Casey, Contri-
butions II S. 75.
Bradycellus rufithorax Sahlhg. neu für Schweden und be-
schrieben; Sven Lampa, Entom. Tidskr. 1884 S. 61.
Casey hält Br. parallelus für eine von rupestris verschiedene
Art; Contributions II S. 79.
Anisodactylini. Gynandropus laevicolUs (Panama); Bates,
Biol. centr.-americ. I. 1. S. 276.
Notiobia Chiriqimisis (Panama; = concolor Bates nee Putz.)
S. 270, umbrifera (ibid.; Ober-Amazon.) S. 271; Bates, Biol. centr.-
amer. I. 1.
21*
324 B e r t k a 11 : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Anisotarsus foveicolUs (Guatemala ; Panama) S. 269, castaneus
(Mexiko) S. 270; Bates, Biol. centr.-americ. 1. 1.
Amblyguathus nigrijjennis (Panama; Ober- Amazonas); Bates,
Biol. centr.-americ. I. 1. S. 276.
Cnemacanthini. Cascellius Hyadesii (Baie Orange, Peuer-
land); Fairmaire, le Naturaliste, ISjanv. 1885 und Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 38.
Dioctes concinnus (Merw); Do hm, Stett. Ent. Zeitg. 1885
S. 78 und 256, Taf. 3 Fig. 6; die Gattung möchte Do hm in die
Nachbarschaft von Scarites bringen.
Chlaeniini. Chlaenius Forreri, planiilatas (Mexiko); Bates,
Biol. centr.-americ. I. 1. S. 266, deserticola (Massauah), instahilis
(Eiiderta); Raffrey, Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 315.
Fanagaeini. Burmeister giebt eine Revision der Gat-
tung Eurysoma mit eingehender Schilderung der Muudtheile und
des übrigen Körpers. Zu den bekannten Arten beschreibt er angusti-
colUs (Paraguay) S. 329 und fervida (Argent. Republ. , südl. von
Cordova) S.332; Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 321 ff. Taf. 3 Fig. 1—5;
(Brachygnathus) Burmeister i (Bahia); Sharp, ebenda S. 402.
Eudema (Panagaeus) Chaudoiri (Abyssinien), Gcdla (Kobbo) S. 312,
cordicoUe (Damotkonene) S. 313; Raffray, Ann. Ent. France 1885.
Craspedophorus pustulosus (Enderta, Abyss.); Raffray, Ann.
Soc. Ent. France 1885 S. 314.
Anthiini. Polyhirma cinereocincta {Ow^hi), seriefoveata, posti-
ccdis (Somali); Fairmaire, Bull. Soc. Ent. Belg. XXTX S. 7, alter-
riata (Bogos) S. 309, anchora (Anseba. Abyss.) S. 310 PI. 6 Fig. 5;
Raffray, Ann. Soc. Ent. France 1885.
Grapliipterini. Raffray fing in Abyssinien 3 Graphipterus-
Arten: Gr. lineatus Klug bei Massauah, comptus Chaud. im Bogos-
land und eine neue, Gr. drcumdatus, im Thal der Labka, welche
PI. 6 Fig. 6 abgebildet ist. Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 312.
Dito mini. Coscinia funerida (Obock); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1885 S. 440.
Sabienus (Odontocarus) Esaii (Namagan); v. Hey den, Deutsch.
Ent. Zeitschr. 1885 S. 285.
Ozaenini. Pachyteles longicornis S. 263, inflatus S. 264
(Panama); Bates, Biol. centr.-americ. I. 1.
Fs eudomor phini. Hydropomorpha monilis (Keren) S. 308
PI. 6 Fig.4, Westwoodi{K^ven) S.309; Raffray, Ann. Ent. France 1885.
Miscelus Celebensis (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent.
Ross. XIX S. 184.
Pericalini. Catascopus chalydicus (Richmond River, New-
South- Wales); Olli ff, Proc. Linn. Soc. Ne w-South- Wales X S.470.
Coptodera rohusta (Costa Rica); Bates, Biol. central. -amer. I.
1. S. 296.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1885. 325
Lehiini. Onota /wZreW« (Panama) ; Bates, Biol. centr.-amer. I.
1. S. 297.
Blechrus Syriacus (S.) S. 102, Abeülei (Hyeres; Marseille; An-
dalus. ; Portugal), Esco7-ialensis (E.), confusus (Algier; Sizilien; Anda-
lusien) S. 103; Brisout de Barneville, Bull. Soc. Ent. France
1885; (den Bl. confusus hält Ragusa für eine der vielen Varie-
täten von minutula; II Naturalista Siciliano IV S. 267).
Blechrus Platensis (Rio Colorado); Berg, Stett. Ent. Zeitg.
1883 S. 393.
Plagiotelum opalescens (Mt. Wellington, Tasm.; der erste Ver-
treter dieser bisher nur von der Westküste Südamerikas bekannten
Gattung in Australien; unter der losen Rinde von Eucalyptus"» ;
Olliff, Proc. Linn. Soc. New South Wales X S.469.
Hystrichopus elegans (Homacenl ; Raffray, Ann. Soc. Ent.
France 1885 S. 307.
Corsyra ohsoleta (Kam-su, Turkestan); Jakowleff, Hör. Soc.
Ent. Ross. XIX S. 289.
Apenes calligramma (Panama); Bates, Biol. central. -americ.
I. 1 S. 297.
Glycia obscuripemiis , seminigra (Obock); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1885 S. 439.
Platytarus simplex (Küste des Rothen Meeres); Raffray,
Ann. Soc. Ent. France 1885 S. 306.
Cymindis ohsoleta (Khorgosse); Jakowleff, Hör. Soc. Entom.
Ross. XIX S. 288, uniseriata (Mexico); Bates, Biol. centr.-amer.
I. 1. S.296.
Xantrophaea pallida (King George's Ld.; Bateman's Bay; unter
Rinde); Olliff, Proc. Linn. Soc. New South Wales X S. 468
Calleida tinctipes (Panama): Bates, Biol. central.- americ. I. 1.
S. 298, distinguenda (Obock); Fairmaire, Ann. Soc Ent France
1885 S. 438.
Br achinini. Brachynus hirsiitus (Mexiko); Bates, Biolog.
central. -amer. I. 1. S. 295.
Färbungsanomalie bei Brachinus crepitans; Des Gozis,
Revue d'Entomologie IV S. 116.
Helluonini. Acanthogenius /ewes^raiws (Hamacen); Raffray,
Soc. Ann. Ent. France 1885 S. 306.
Galeritini. Galerita Championi (Panama), mustelina (Costa
Rica); Bates, Biol. centr. -americ. I. 1. S. 294.
Odontacanthini. Casnonia lineolata (Panama); Bates, Biol.
centr.-americ. I. 1. S. 294, aethiopica (Abyssinien) ; Raffray, Ann.
Soc. Ent. France 1885 S. 305.
Od(ont)acantha melanura am Greifensee; Haller, Mitth.
Schweiz, ent. Ges. VII S. 202.
0. interrupta (Obock); Fairmaire, Ann. Ent. France 1885 S.438.
Pamhorini. Lacordairia terrena (Mt. Kosziusko, New South
326 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
AVales); Olliff, Proc. Linn. Soc. New South Wales X S. 467. —
Von der Stellung, die dieser Gattung von Casteluau angewiesen ist,
erklärt sich Olliff wenig befriedigt, der sie ungeachtet der starken
Entwickelung der Palpen mehr für verwandt mit den „späteren
Tribus der Geodophaga, wie Anchomenini'- hält.
Carahini. Faust übersetzt die synoptische Tabelle der
Callisthenes-Arten in Fedtschenko's Reise in Turkestan aus dem
Russischen; Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 43 ff.
Calosoma Flohri (Mexiko); Bates, Biol. centr.-amer. I. 1. S. 262.
Coptolabrus Jankowskii (Wladiwostok); Oberthür, Coleopt.
novitates Taf. I; s. auch Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 309.
Nach Kraatz ist Ceroglossus Darwinii Gerst. nicht der C. Dar-
winii Hope, sondern vielleicht eine neue Art oder indiconotus Sol.;
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 249f., 445 f.
C. simills (Arauco) S. 435, gloriosus var. Vülericensis (V.) S. 431,
Buqueti var. suhnitens (Arauco) S. 434, suturalis var. chiloensis (Ch.)
S. 435; V. Kraatz-Koschlau ebenda.
Ein Aufsatz von A. Morawitz in dem Bull. Soc. Imp. Sei.
St. PetersbourgXXX S. 383ff. zur Keuntniss der chilenischen
Carabinen, bezieht sich auf die Arten der Gattung Ceroglossus,
deren Literatur eine weitläufige Besprechung findet und die nach
der Bildung der Vorderbeine, Fühler und des Forceps in 4 Gruppen
gebracht werden. Der C. Mochae Beed ist wahrscheinlich gloriosus
var. S. 404, der chiloensis var. fallaciosus Kraatz = Buqueti Lap.
de Gast. S. 414, der suturalis var. chilensis Kraatz-Koschlau (s. oben)
ist ancudanus neu benannt S. 387; ferner sind neue Kvt^n pyrilampes
S. 406 (= Valdiviae Motsch. (J), Beedi (Yaldivia) S. 421, Gerstäckeri
(= Valdiviae Kraatz nee Solier) S. 429, Kraatzianus S, 432, Mont-
tianus (Puerto Montt, Prov. Llanquehue, zu den bisher als Gruppe
des Buqueti bezeichneten Arten gehörig) S. 437 nebst var. xmnctulatus
S. 438, Valdivianus (V.; = Buqueti 6^er5it. nee. Lap. de Cast.)'^.4ä^.
Plectes Beitteri (Kaukasus); Retowski, Wien. Ent. Zeitg.
1885 S. 3 mit Holzschn. (Den Gattungsnamen hatte Fischer v.
Waldh. zuerst auf eine Feronia-Art (Drescheri Fisch) gegründet
und später, als er sich von der Unbaltbarkeit der Gattung überzeugt
hatte, auf Carabus nothus, osseticus und ibericus übertragen. Reitter
hält diese Manipulation für unzulässig und ersetzt den Namen durch
Neoplectes; ebenda S. 27).
Neoplectes Starcki (Atchischho, Kauk,); v. Hey den ebenda
S. 183 mit Holzschn.
Carabus monilis var. ^n7«?eato (Schweizer Jura ; vielleicht = re-
gularis Wissm.) ; Haller, Mitth. Schweiz, ent. Ges. VII S. 199.
Ueber C. glabratus v. punctatocostatus Uaury und v. n.
extensus s. Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr. 1885 S. 243 f.
C. irregularis var. Peronae (Negoi, Mehadia; siebenb. Karpathen);
Hopf f garten, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 264.
im Gebiete der Entomologie wahrend des Jahres 1885. 327
Des Varietes du C. auronitens F. au point de vue de la
coloration; Berge, Bull. Soc. Ent. Belg. XXIX S. 126 ff.
C. semistriatus (Namagan); Kr a atz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885
S. 283.
Carabus (Megadontus) caelatus ysir.procenis (Montenegro) S. 81,
montivagus var. sutomorensis (Sutomora), Scheidleri var. dominus
(Linz), ßothi var. Birthleri (Siebenbürgen) S. 82; Reitter, Wien.
Ent. Zeitg. 1885.
Ebenda S. 110 ff. behandelt Haury die Yarietäten des C. cae-
latus, catenatus und glabratus; C. dalmatinus var. Ljuhinjensis
(Herzegowina) S. 112, catenatus var. alternatus (Gospic in Kroatien)
S. 114, glabratus var. punctatoco Status (Sassow, Galizien) S. 115;
die letztere Var. ist auch Le Naturaliste 1885 S. 31 beschrieben.
C. catenulatus var. Trapeti (Bareges, Hautes-Pyren.); Bleux,
Le Naturaliste 1885 S. 54.
Platychus irregularis var. hrunnipes ; Orinocarabus Linnei var.
Hopffgartenianus ; Melanocarabus cavernosus var. Bosti; Carabus
auratus var. obscuricornis, monilis var. polycMorus; errans var. femo-
ralis; Beuthin, Ent. Nachr. 1885 S. 219 f.
C. Deckeni Ger st. wurde von Johnson auf den Kilimanjaro
in 2 Exemplaren, $ und $, erbeutet; die Art gehört aber nicht zu
Carabus, sondern zu Calosoma; AVaterhouse, Proc. Zool. Soc.
London 1885 S. 231.
Procerus scabrosus var. angusticollis ; Haller, Mitth. Schweiz,
ent. Ges. Vn S. 200. (Ist nach Reitter sicher var. cribratus
Motsch.; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 317).
V. Kraatz-Koschlau macht ergänzende Bemerkungen
über Procerus-Arten; Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 217 ff.,
437 ff.; über die spezifische Umgrenzung der Procerus-
Arten S. 222 ff'.; G. Kraatz über die specifische Scheidung
der Procerus-Arten S. 226 ff., 439; Reitter zur specifischem
Umgrenzung der Procerus-Arten, Correspbl. d. Internat.
Vereins d. Coleopt. u. Lepid. — Sammler I S. 66.
Procrustes rugosus var. proximus (Bosnien; Herzegowina);
Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 81.
Ps. incertus (Kleinasien); Haury, ebenda S. 109 und Le Na-
turaliste 1885 S. 30.
Reitter giebt eine analytische Uebersicht der be-
kannten europäischen Arten der Coleopterengattung
Le'istus Fröhl und bildet auf Taf . III das Hinterende des Kopfes,
Pronotum und die Basis der Flügeldecken ab; als n. sp. sind be-
zeichnet punctatus (Attika; Euböa; Montenegro) S. 114, Oberthüri
(Portugal) S. 215, Lenkoranus (L.) S. 217, Fig. 11, ellipticus (Smyrnaj
S.219; Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 213 ff.
Nach Fairmaire bildet Lissopterus nicht ein Bindeglied
zwischen Harpalinen und Feroniinen, wie Lacordaire meinte, sondern
328 B e r t k a u : Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nähert sich den Xebrien; er beschreibt ausser L. quadrimaculatus
Waterh. von den Malvinen eine neue Art vom Feuerlande, L. Hya-
desii (Baie Orange); Ann, Soc.Ent. France 1885 S. 34; Le Naturaliste,
löjanv. 1885 S. 11.
Nebria ^jeWow^a (Namagan) ; v. Hey den. Deutsch. Ent. Zeitschr.
1885 S. 284, viridipennis (Swanetien) S. 353, planulata (ibid.) S. 354;
Reitter ebenda, retrospinosa (Atchischho, Kaukas.); v. Heyden,
Wien. Ent. Zeitg. 1885 S. 18ß, parfwZa (Berings-Sd.); J. Sahlbergll.
Pelophila borealis Faiß. peculiarity of tarsi ; W. W. F o w 1 e r ,
Entom. Monthl. Magaz. XXII S. 138 f.
Cicindelidae. Dokhtouroff behandelt die Cicindeliden
der Faune Aralo-Caspienne; Hör. Soc. Ent. Boss. XIX S. 245 ff.
PI. XI.
Odontochila exilis (Panama); Bates, Biol. centr.-am. 1. 1. S. 260.
Everts hält Cicindela mairtima Z)ej. für eine Varietät von
C. hybrida; Leesberg und Dietz dagegen für selbständige Art:
Tijdschr. v. Entom. XXVIH, Versl. S. XV ff.
Ueber C Saxeseni Preller nnd hybrida var. striatoscutellata
Beuthin s. Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1885 S. 244.
C. campestris N.rufipennis, hybrida var. 6'inaio-scw^eZ/aia (Harburg) ;
Beuthin, Ent. Nachr. 1885 S. 106.
C. trisignata var. incompleta\ Fairmaire, Bull. Ent. France
1885 S.8.
C. hybrida var. cdhopilosa (Naryupol); Dokhtouroff a.a.O. S.248.
C. re^i';«« (Mukenge, Central- Afr.) S. 50 mit Holzschnitt, exigua
(ibid.) S. 51; Kolbe, Ent. Nachr. 1885, (turkestanica Ball. var.
dis^'upta (Namagan) S. 276), vitiosa (Kuloscha) S. 283; v. Heyden,
Deutsch. Ent. Zeitschr, 1885, gigantea (Aybss.; zone ethiop.); Raffray,
Ann. Sog. Ent. France 1885 S. 301 PI. 6 Fig. 1, Ferganemis (Marg-
helan) S. 256 Fig. 5, Gissariensis (Karatag) S. 269, lacteola Fall. var.
mdanoleuca (HdiX^i) S.274 Fig. 8, Burmeisteri Fisch, var. unipunctata
(Songarei) S. 276, var. 10-maculata (Tschaartasch) S. 277, Wilkinsi
(Mouk-sou) S.279 Fig. 3, exteiisomarginata (Kuldscha) Fig. 2, illecebi'osa
(Kurgau - Tuba) S. 280; Dokhtouroff a. a 0., obsoleta Say var.
(Mexiko) S. 256, hydrophoba var. taretana S. 257, viridisticta var.
arizoncnsis (ibid.; Arizona) S. 260,) Chrgsippe {^iQ,xiko) S.-Jöl, Uugcsi
(ibid.) S. 258, castissima (Golf von Mexiko) S. 260; Bates, Biolog.
centr.-amer. I. 1, octussis (Merw) Dohrn, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S.256.
Kolbe beschreibt die Larve einer nicht näher bezeichneten Man-
ticora-Art aus dem westlichen Südafrika ; Berl. Ent. Zeitschr.1885S.48.
Ueber die Art des Vorkommens von Platychile pallida nach
Mittheilungen Trimen's s. Dohrn, Stett. Ent. Zeitg. 1885 S. 42.
Die Art lindet sich in der Nähe der Capstadt in Sanddüueu, etwa
bis 2 Zoll tief im Sande eingegraben.
>t;Kh$
Zweiter Band. Drittes Heft.
Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der
niederen Thiere.
Inhalt.
Seite
Dr. Erich Haase, Bericht über die Leistungen in der Natur-
geschichte der Schinoderinen in den Jahren 1884
bis 1885 1
Dr. TonLinstow, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in der Naturgeschichte der Uelmintlien im Jahre 1886. 61
Prof. Dr. M. Braun, Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der freileben den
Würmer während der Jahre 1884—1885 103
Prof. Dr. M. Braun, Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen in der Naturgeschichte der Asci<lien wäh-
rend des Jahres 1886 219
Prof. Dr. Karl Kraepelin, Jahresbericht über die Bryozoen
für 1884 und 1885 231
Dr. J. Dewitz, Bericht über die Rotatorienliteratnr
von 1882—1886 263
Dr. Ludwig Will, Bericht über die wissenschaftlichen Leistun-
gen in der Naturgeschichte der Protozoen in den
Jahren 1884 und 1885 297
Bericht
Über die Leistungen in der Naturgeschiclite der
EcMnodermen in den Jahren 1884 — 1885.
Von
Dr. Erich Haase.
Allgemeines. H. Ludwig giebt eine umfassende
Uebersicht über äusseren und inneren Bau und die
Systematik der Ecbinodermeu mit Berücksiclitigung ibrer
geograpbiscben und geologiscben Verbreitung, sowie der
wicbtigsten morpbologiscben Gesiclitspunkte. L. tlieilt
die Echinodermen in 7 Klassen ein, indem er den
Holotburioidea, Ecbinoidea, Opliiuroidea, Asteroidea die
Crinoidea, Cystidea und Blastoidea als gleicbwertbig an
dieSeite stellt (in Leunis, Synopsis derTMerkunde, 3. Aufl.
Bd. II, 1885 (ed. 1886), pag. 870—959, Fig. 838—930.
C. Viguier tritt entgegen E. Häckel für Perrier's
Ansiebt ein, dass die Ecbinodermeu aus 5 radialen Ge-
scbleebts- und einem centralen Näbrindividuum besteben,
indem er besonders die Bildung von Odontopboren seitens
eines einzelnen, losgelösten Armes verneint (Compt. Rend.
Bd. 98, 1884, pag. 1451—1453).
E. Perrier behauptet entgegen Ludwig und Car-
penter, dass das Blut- und das Wassergefässsystem der Cri-
noideen zugleich mit der Leibesböble und ibreu Aus-
strablungen ein Netz communicirender Kanäle bilden,
welches dieselbe Function habe, wie die Lacunenmaschen
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. IL Bd. 3. H. ^
2 Dr. Erich Haas e: Bericht über die Leistungen in der
im Leibe der Polypen und Schwämme. So stellt er denn
die Eehinodermen mit dem Coelenteraten als Zoopliyten
zusammen (Revue scientif. Bd. 35, 1885, pag. 690 — 693).
Der Wasser- (Irrig-ations-) Apparat der Crinoiden ersetzt
noch Blut- und Athmungsapparat zugleich; erst bei den
bilateralen, ursprünglich freien Thieren bildet sich die
abgeschlossene, blutführende Leibeshöhle aus. Die Zoo-
phyten P.'s sind „aminaux originairement fixes, ä l'ap-
parence vegetale ou ä sj^metrie rayonnee, chez qui circule
de l'eau" (Compt. Rend. Tome 100, pag. 431—434; Zool.
Anzeiger 1885, pag. 261—269).
Ebenso vergleicht 0. Hamann die Eehinodermen
mit den Coelenteraten und findet wohl die Holothurien
den letzteren in Bezug auf die niedere Ausbildung der
Gewebe sehr ähnlich, hält sie aber doch mit den übrigen
Eehinodermen für Ausläufer des grossen Wurmstammes
(Beiträge zur Histologie der Eehinodermen. I. Die Holo-
thurien 1884). Diese Aehnlichkeiten zwischen beiden
Typen beruhen besonders auf dem dauernd ectodermalen
Nervensystem, das bei beiden unabhängig entwickelt
wurde und bei beiden primitiv blieb (Beitr. z. Hist. d.
Ech. n. Die Asteriden 1885).
Weiter betont Hamann (ib.) die gleich starke Ent-
wickelung des Entero- und Schizocoels bei Eehinodermen
und spricht sich für die, Annahme der ursprünglich bi-
lateralen Symmetrie des Baues aus.
H. F. Nachtrieb kommt auf Grund der Entwickelung
der Leibeshöhle und des Wassergefässsystems der ver-
schiedenen Classen zu der Ansicht, dass die Holothurien
am tiefsten, die Asteroideen in der Mitte, die Crinoideen am
höchsten stehen (J. Hopkin'sUniv. Circ. Vol. 4, pag. 67— 68).
Aehnlich sieht A. W. Marshall die Asteroideen für
die primitivste Gruppe und die Holothurien für stark
abgeänderte Formen an; so gilt ihm auch das antiam-
bulacrale Nervensystem der Crinoideen als eine Weiter-
ausbildung des primitiven Hautnervengeflechtes, nicht als
Naturgescli. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 3
eine Neubildung (Quart. Journ. Micr. Sc. Bd. 24, 1884
pag. 544 — 545).
P. H. Carp enter stellt, ebenfalls in Bezug auf das
antiambulacrale Nervensystem, die Crinoidea, Blastoidea
und Cjstidea den übrigen Echinodermen als Pelmatozoa
(Leuckart) gegenüber; die Pelmatozoa sind auch durch
geringe, nicht Bewegungszwecken dienende Ausbildung
des Wassergefässsystems gekennzeichnet, welches sich
nicht (entgegen Perrier) nach aussen hin, sondern, wie
bekannt, in die Leibeshöhle öffnet (pag. 186 in: „Report
on the Crinoidea collected during the voyage of H. M. S.
Challenger during the years 1873 — 1876. Part. I: General
Morphologie with Descriptions of the stalked Crinoids"
in Rep. Challenger Vol. 11 Part 32 1884, XII und 452 S.
mit 69 Taf.).
Nach E. Perrier entspricht der Kelch vieler Cri-
noideen gewissermassen der „Laterne des Aristoteles"
besonders der Clypeastriden (Compt. Rend. Tome 98
1884, pag. 448— 450).
Nach Sven Loven entspricht das calycinale System
der Echinoideen dem Kelch der Cystideen, indem die
Centralplatte der Echin. der Basis (J. Müller), den Infra-
basalien (Carp.) ; die Glenitalplatten der Echin. den Para-
basalien (J. Müller), Basalien (Carp.); die Ocellarplatten
der Echin. den Radialien entsprechen. Für die Parabasalia
führt Loven die alte Bezeichnung Costalia wieder ein
(On Pourtalesia, a genus of Echinoidea [Kongl. Sv. Vet.-
Ak. Handl. XIX 1883] 1884 m. 21 Taf.).
P. H. Carp enter hebt gegen Ludwig's verschieden-
artige Deutung der Terminalplatten bei Asteroideen als
radial, bei Ophiuroideen als interradial für beide Familien
und die Crinoideen die vollkommene Homologie dieser
Platten und überhaupt des ganzen Apicalsystems hervor.
Die bei Larven von Amphiura durch Ludwig nachge-
wiesenen primären Radialia finden sich nach Lyman's
Figuren bei vielen erwachsenen Ophiuriden, nur bei
A*
4 Dr. Erich Haase: Bericht üher die Leistungen in der
Ophiomitra exigua fehlen sie durchaus. Meist treten
später zwischen diese und dasDorsocentrale 1 — 2 Plättchen-
reihen, die sich bei Asteroideen früher entwickeln und den
Basalien und radialen Infrabasalien des Crinoideenkelches
homolog sind. Ursprünglich sind die primären Radialia
wie bei Thaumatocrinus und den fossilen Rhodocriniden
auch bei den jungen Neocriniden durch Interradialia,
ähnlich wie bei Amphiura, getrennt. Weiter tritt C.
energisch für Einheitlichkeit der Benennung der Apical-
platten ein (Quart. Journ. Micr. Sc. 1884 XXIV pag. 1
bis 23, Taf. I). Zu diesem Aufsatze giebt W. P. S laden
eine zustimmende Erläuterung. Bei Crinoideen finden sich
zuerst nur Basal- und Oralplatte, später bilden sich die
Radialia, die sich schnell vergrössern ; bei Larven von
Ophiura liegen letztere dann zwischen Armen und Dorso-
centrale, später treten interradiale Basalia und dann
radiale — den Larven von Comatula fehlende — Infra-
basalia auf. Auch bei Asteridenlarven lassen sich ein
Dorsocentrale, 5 Interradialia (Basalia) von bedeutender
Grösse, Radialia und kleine Infrabasalia nachweisen,
ausserdem am Ende der Arme noch den Crinoideen
fehlende Terminalia. So sind die Terminalia derxisteroideen
den ersten Radialien des Crinoideenkelches nicht homolog.
Besonders klar sind diese Verhältnisse bei Zoroaster
fulgens, der deutliche Infrabasalia besitzt. Der Ort der
Oeffnung des Wassergefässsystems ist nach S laden von
geringer morphologischer Bedeutung. Sl. kommt am Ende
zu dem Resultat, dass die Ophiuroideen von viel höher
entwickelten Crinoideen stammen, als die Asteroideen.
(Quart. Journ. Micr. Sc. 1884, XXIV, pag. 24—42.)
P. H. Carpenter giebt in Tabelle VII pag. 169 seiner
„Challenger-Crinoideen" obigen Ansichten auf beifolgendem
Schema präcisen Ausdruck, wobei hervorzuheben ist, dass
sich Infrabasalia bisher weder im Apicalsystem eines
Echinoiden noch im actinalen System irgend eines Echino-
derms nachweisen Hessen.
Naturgesch. d. Echinoderraen i. d. Jahren 1884—1885.
6 Dr. Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
Chemisches. Als Farbstoff wurde nacli P. H. Car-
p enter bei Peiitacrinus, Metacrinus ii. Holopus spectrosko-
piscli Pentacrinin nachgewiesen. Das Antedonin Moseley's
stammt wohl von Actinometra strata und findet sich gering
modifizirt auch bei Tiefseeholothurien (in „Rep. Challenger
Crinoid. I 1884").
C. A. Mac Munn untersuchte die Farbe in der Peri-
visceralflüssigkeit bei Strongylocentrotus lividus besonders
spectroskopisch bei Einwirkung verschiedener Agentien
(vergl. Taf. XXXIVj. Das braune Pigment hatte er schon
früher als Echinochrom bezeichnet (Quart. Journ. Micr.
Soc. XXV 1885, pag. 482—489 m. 2 Taf.).
J. F. Bell fand in Alkohol, in dem Holothur. nigra
eine Stunde lag, eine fluorescirende, bei reflectirtem
Licht grünliche, bei durchfallendem gelbe Lösung; der
Farbstoff ähnelt Moseley's Antedonin, zeigte aber keine
Absorptionsstreifen. Die Fäden der Cuvier'schen Organe
enthalten kein Mucin, aber die Röhren haben sehr viel
Bindegewebe (Proc. Zool. Soc. London 1884, pag. 563
bis 565).
Nach W. H. Ho well besteht der Farbstoff rother,
ovaler kernhaltiger Köi*perchen in der Leibeshöhle und
dem Wassergefässsystem einer Holothurie von Beaufort
aus einer dem Haemoglobin ähnlichen Verbindung von
davon verschiedenem Eiweissgehalt (J. Hopkin's Univ.
Circ. 1885. Vol. 5, pag. 5).
Anatomie.
Hautgewebe. Nach 0. Hamann besteht das Epithel
der Asteriden am Rücken aus Stützzellen, die besonders
auf den Ambulacralkiemen lang bewimpert sind. Die
Wimpern treten durch sehr feine Porencanälchen einer
glashellen Cuticula hindurch. Zwischen dem Epithel
liegen Drüsenzellen, welche den Becherzellen der Ho-
Jothurien ähnlich sind und zwischen den basalen Fort-
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 7
Sätzen der Epithelzellen verlaufen Nervenfasern und
Ganglienzellen. Das Bauchepithel tritt in der Mitte
V-förmig vor (Beiträge zur Histologie der Echinodermen.
Heft 2. Die Asteriden. Jena 1885).
Anhangsgebilde. J. F. Bell bespricht das Ostracum
über den Cidaridenstacheln, das auch noch bei Salenia
und an der Spitze bei Echinocidaris vorkommt (Trans.
R. Micr. Soc. 1884, pag. 846—850).
P. M. Dune an untersuchte den „tag", einen ziemlich
nackten Raum auf der Seeigelschale über den Mund-
kiemenschlitzen, bei Coelopleurus Maillardi und fand, dass
er je drei kleine, oben höckerige Körperchen trägt,
welche sicherlich respiratorisch fungiren und auch den
Kiemen auf der Peristommembran zu gleichen scheinen
(Ann. and Mag. Nat. Hist. XV 1885, pag. 88—89).
Die Kiemenbläschen der Asteriden entstehen nach
0. Hamann als Ausstülpungen der Rückenhaut; ihr Hohl
räum ist ein Theil des Enterocoels (Beitr. z. Hist. d.
Ech. n Asterid. 1885).
J. Niemiec giebt eine Darstellung des Baues der
Füsscilen von Asteriscus, Psammechinus, Sphaerechinus,
Brissopsis und bestätigt Teuscher's und Köhler's Angaben
zum Theil. Bei Asteriscus findet sich ein äusseres Epithel,
subepitheliales Bindegewebe, Längsmuskeln und ein Endo-
thel, von denen nur die zwei innersten Lagen sich scharf
gegen einander abgrenzen. Der Bau der Füsschen von
Sphaerechinus ist complicirter als bei Psammechinus ; die
Füsschen von Spatangus dienen nicht mehr zum Saugen,
doch sind alle Gebilde einheitlichen Ursprunges. (Recueil
Zoologie Suisse II. 1. 1885, pag. 4— 29, Taf. I, 1—8.)
E. Perrier berichtigt Niemiec's Angaben besonders
hinsichtlich der Füsschen von Echinus lividus (ebendort
II, 2. 1885, pag. 357—361). J. Niemiec giebt Perrier
bezüglich dieses Punktes Recht, bestreitet jedoch weiter
Perrier's Behauptung, dass die regulären Seeigel von den
irregulären stets durch den Besitz einer Endrosette
8 Dr. ErichHaase: Bericht über die Leistungen in der
an den Füsschen unterschieden seien (ib. II, 3. 1885,
pag. 521 — 526).
Die Füsschen von Astropecten sind nach 0. Hamann
Tastfüsschen. Ihre Muskulatur nimmt nach dem Ende
zu ab und an der Spitze liegen Epithelsinneszellen, die
feine Ausläufer nach der Peripherie senden und am
andern Ende in solche des Nervengeflechts verlaufen.
Die Saugfüsschen von Solaster haben deutliche Cuticula
und 2 Lagen Bindesubstanz, deren innere aus ring-
förmigen Fibrillen (Antagonisten der Längsmuskeln) be-
steht. Am Rande der Saugscheibe liegen schlauchförmige
Drüsen, die wohl ein klebendes Secret liefern. Die
Eadien der Saugscheibe sind Bindegewebsstrahlen im
Epithel (Beitr. z. Eist. d. Ech. II Asterid. 1885).
Muskulatur, Die Muskulatur von Synapta ist nach
O.Hamann theils epithelial, theils mesenchymatös; letztere
ist nach dem Typus der ersteren gelagert und bildet die
Ringmuskulatur, nur die des Oesophagus ist auch epi-
thelial. Diese doppelte Bildungsweise der Muskeln war
bisher bei Enterocoeliern nach H. noch nicht nach-
gewiesen (Beitr. z. Hist. d. Ech. I Die Holothurien. Jena
1884). Aehnlich unterscheidet Derselbe auch bei Aste-
riden epitheliale Muskulatur (Längsmuskelschicht des
Körpers, Muskeln des Wassergef ässsystems, der Kiemen-
bläschen, der Wand des schlauchförmigen Canals, der
Mesenterien) von mesenchymatischer, (welche z. B. in der
Bindesubstanz der dorsalen Körperwand durch ihre Con-
traction die Schizozoelräume schliesst). Ludwig's „innere
Lamelle" ist Körpermuskulatur (Beitr. z. Hist. d. Ech. IL
Asteriden 1885).
Muskeln des Mundskeletes s. unter „Echinoideen" bei
Duncan.
Darmsystem. Der Darm von Synapta zeriällt nach
0. Hamann in 4 Abschnitte: Schlund, Drüsenmagen,
Dünndarm und Rectum. Im Drüsenmagen befindet sich
ein Epithel aus schlauchförmigen Zellen, doch bilden
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 9
sich keine Zotten aus, wie sie im Dünndarm vorkommen.
Das Epithel des Rectum ist dem der Körperhaut gleich;
vielleicht dient dieser Endabschnitt der Athmung. Der
Bau des Darmes scheint höchstens bei Arten einer Gat-
tung gleich zu sein (Beitr. z. Hist. d. Ech. I Holothur. 1884).
Der Darm der Asteriden zerfällt nach Denis, in:
1. Schlund mit eiförmigen Drüsenzellen, 2. Magendarm
mit grossen schlauchförmigen Drüsenzellen ; zwischen den
basalen Fortsätzen der Epithelzellen verlaufen longitudi-
nale Nervenfasern; 3. Blindsäcke mit Becherzellen. Das
Lacunensystem ist sehr ausgebildet. Das von Deslong-
champ erwähnte lähmende, von den fressenden See-
sternen ausgesonderte Secret stammt nach H. aus den
grossen Drüsen des Magendarms (Beitr. z. Hist. d. Ech.
Asteriden 1885).
Nach Prouho fehlt Dorocidaris papillata der bei
regulären Seeigeln so häufige äussere Nebendarm, doch
liegt in der ersten Darmkrümmung eine Längsgrube, die
mit hellen Epithelfalten bekleidet ist, an seiner Stelle und
ist als ein Rudiment des Nebendarms anzusehen (Compt.
Rend. T. 100. 1885, pag. 124—126).
Bei Antedon und Pentacrinus läuft das Darmrohr
nur einmal um, bei Actinometra hingegen viermal
(P. H. Carpenter in „Report Challenger Crinoidea"
pag. 92 m. Abbildg.).
Gefässsystem. Die sog. Blutgefässe des Darmkanals
von Synapta sind nach 0. Hamann nur Aussackungen
der Darmwand und stehen durch Lücken in der Binde-
substanz des Dünndarmes mit einander in Verbindung;
vielleicht communiciren sie auch mit den 12 Tentakel-
lacunen. Die Plasmawanderzellen stellen wohl nur Ent-
wickelungsstufen der Blutzellen dar (Beitr. z. Hist. d.
Ech. n Holothur. 1884). Bei Asteriden deutet Ders. das
Greef'sche Kanalsystem der Rückenwand als echtes
mesenchymatisches Schizocoel, und dasselbe gilt von
Ludwig's Perihämalkanal : beide werden durch eine Com-
10 Dr. E r i c h fl a a s e . Bericht über die Leistungen in der
munication zwischen dem schlauchförmigen Kanal und
dem oralen Perihämalkanal verbunden. So entsteht ein
besonderer Theil des Enterocoels, in den sich dorsale
wie ventrale Schizocoelbildungen öffnen. Das „radiäre
Blutgefäss" ist nur eine wandungslose Lacune und ent-
steht erst nach der Ausbildung der verticalen 8epta der
radiären Perihämalräume (Beitr. z. Hist. etc. IL Aste-
riden 1885).
Die Aeste des oralen Blutgefässringes, welche den
visceralen Blutgefässen sehr ähnlich sind, öffnen sich
nach P. H. Carpenter bei Crinoiden in ein dichtes
Geflecht mehr drüsig aussehender Gefässe, das sich um
die Lippe zieht. Dieser Labialplexus hängt zusammen
1) mit den Ventralästen des Centralgeflechtes (plexiform
gland), 2) mit den radiären Genitalgefässen, 3) mit
einzelnen intervisceralen. Bei Promachocrinus und 3 Arten
von Antedon (Eschrichtii, quadrata, antarctica) wird ein
Theil des Labialplexus als „schwammiges Organ", das fast
ganz aus einem feinen Bindegew ebsnetz besteht, unter-
schieden. Das Centralgeflecht steht mit den Hohlräumen
des gekammerten Organs in Verbindung. Letztere setzen
sich in die Gefässachse des Stieles fort und bilden bei
den Pentacriniden in jedem Knoten ein kleines ge-
kammertes Organ, von dem jede Kammer ein Cirrhen-
gefäss abgiebt (in „Report Challenger Crinoid." 1884).
Bei der erwachsenen Comatula ist nach E. Perrier
das Axialorgan eine Röhre mit drüsigen Wänden, von
deren Divertikeln die einen sackförmig enden, die andern
sich in Kanäle ausziehen. Einige der letzteren gehen
zu den Armen, die meisten aber bilden um den Schlund
mit Bindegewebssträngen ein Geflecht, Cai-penter's
„schwammiges Organ". Sie durchbrechen die Körper-
wand und münden durch Wasserporen (entonnoirs vibra-
tiles) nach aussen, von denen einzelne mit den Wasser-
gefässen des Ambulacralringes in Verbindung stehen.
So bilden diese Wasserporen, das schwammige, das
Axial-, das gekammerte Organ ein System, das der
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 1 1
Madreporenplatte, dem Steinkanal und der „eiförmigen
Drüse" der Seesterne, Schlangensterne und Seeigel analog
und homolog ist (Compt. Rend. Bd. 98. 1884, pag. 1448
bis 1450).
P. H. Carp enter wendet sich gegen R. Kohl er' s
durch Injectionspräparate befestigte (Zool. Anzeiger VIII
1885 pag. 73 — 83) Ansicht, dass das Centralgeflecht bei
Echiniden durch die Madreporenplatte mit dem äusseren
Medium in Verbindung stehe und bezweifelt ebenso die
von K. behauptete Vereinigung zweier Radialstämme vor
dem Erreichen des Gefässringes (Quart. Journ. Micr. Sc.
XXV 1885, pag. 139—155.
Bei jungen Seesternen (Asterias) ist die „eiförmige
Drüse" nach E. Perrier dem einfachen, durch eine
grosse Oetfnung ausmündenden Steinkanal (tube hydro-
phore) parallel und beide sind von einer gemeinsamen
Hülle eingeschlossen (Zool. Anzeiger 1885, pag. 261 — 269).
Nach Prouho fehlt das von Perrier bei Echinus
beobachtete collaterale, frei in der Leibeshöhle flottirende
Gefäss, das als ein Ast des äusseren Randgefässes ent-
steht, bei Dorocidaris (Compt. Rend. T. 100. 1885, pag. 124
bis 126).
Weiteres von Perrier über das Gefässsystem siehe
unter „Entwickelung".
C. F. und P. B. Sara sin finden auch bei Diadema
kleine, durch die Cutis nach aussen mündende Gefässe,
die wie bei Epicrium etc. mit dem äusseren Medium in
Verbindung stehen und der Athmung dienen (Zool. An-
zeiger VIII 1885, pag. 720).
W. Essl, Ueber das Blut- und Wassergef ässsystem
der Echinodermen. Budweis (Gymnas.-Progr. 1883 — 1884),
46 S. m. 1 Taf. enthält nur eine Zusammenstellung des
bisher Bekannten.
Wassergefässsystem. Nach 0. Hamann besitzt das
Wassergefässsystem von Synapta einen dorsal am Mesen-
terium befestigten Steinkanal, der in die ihm seitlich auf-
liegende, von Poren durchbrochene Madreporenplatte
endigt; die Platte wird von einem hohen Wimperepithel
1 2 Dr. ErichHaase: Bericht über die Leistungen in der
Überzogen, über dem noch eine feine Cuticula liegt. Nur
die centralen Poren gehen direct in den Steinkanal, die
peripheren durch Zuleitungsröhren. Die Porenzahl nimmt
mit dem Alter zu (wie bei Asteriden). Der Steinkanal
hat keine Muskulatur, der Ringkanal hingegen hat eine
äussere Längsmuskelschicht und innere Ringmuskellage,
während bei Crinoiden und Asteriden eine der beiden
Lagen die andere ausschliesst. Zwischen Kalkring und der
Wandung des Tentakelkanals liegen die sog. „Semilunar-
klappen^', die den Rücktritt des Wassers aus den Tentakel-
schläuchen hindern. Die Radialwassergefässe verlaufen
centralwärts vom Nervenstamm. Der Hohlraum der Ten-
takeln ist von einfachem Plattenepithel ausgekleidet. Bei
Holothuria tubulosa wird der Steinkanal von der Madre-
porenplatte sackartig umhüllt; dieser Madreporensack ist
als Umbildung der typischen Platte aufzufassen (Beitr.
z. Hist. d. Ech. I Holothur. 1884, pag. 26—36 und 81—83).
Bei Asteriden öifnen sich nach Dem s. alle Porenkanälchen
in den Steinkanal und seine Ampullen, und das Wasser
wird nur durch die Madreporenplatte aufgenommen und
wohl auch entleert (Beitr. z. Hist. d. Ech. H Asterid. 1885).
E. Perrier behauptet, dass sich bei gestielten Cri-
noiden ein System von Hohlräumen belände, das mit
mächtigen Muskeln versehen sei ; diese jagten das Wasser
in die Arme und führten es durch Oeffnungen im Um-
kreis der Syzygien nach aussen (Revue scientif. 1885,
pag. 690 — 693), was P. H. Carp enter zurückweist, indem
er (Ann. and Mag. Nat. Hist. XVI 1885, pag. 100—119)
Ludwig's Angaben bestätigt.
Im ersten Pentacrinusstadium tritt bei Antedon nach
P. H. Carpenter nur ein interradiärer Steinkanal auf,
im späteren Stande finden sich wie bei Rhizocrinus deren 5 ;
bei Bathycrinus sind sie in der Mehrzahl, bei Antedon
zu ca. 30 in jedem Interradius vorhanden. Mit den
Steinkanälen steht Anlage und Zahl der Wasserporen in
Verbindung: der junge Antedon hat wie Rhizocrinus in
jedem Interradius einen Porus auf der Mundplatte; bei
Hyocrinus liegen 2 Pori auf der Mundplatte, aber keine
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 13
auf den anambulacraleu Platten des analen Interradius; im
5. Interradius trägt die Oralplatte 1 Porus, die anambu-
lacraleu Plättchen deren 2 — 7. Auch an den Pinnulae
kommen Poren vor, sie gehen hier in den Genitalkanal
(im „Report. Challenger Crinoidea" I 1884).
Weiteres s. unter „Entwickelung" bei Perrier.
Wasserlungen. 0. Hamann bestätigt Semper's An-
gabe, dass die Endäste an ihrem peripheren Ende eine
papillöse, von einem dünnen Kanal durchsetzte Erhebung
tragen und stellt so das Vorhandensein einer Communi-
cation zwischen dem Seewasser, das in die Wasserlungen
aus der Kloake gelangt, und der Leibeshöhle fest (Beitr.
z. Hist. d. Ech. I Holothur. 1884).
Excretionsorgane. J. F. Bell untersuchte die
Cuvier'schen Organe des „Cotton -Spinner" (Holothuria
nigra). Sie gehören zu den von J. Müller als coecal
bezeichneten; ihre Entleerung erfolgt durch die Kloake
und die Fäden sind bis auf das 12 fache ausdehnbar.
B. theilt, wie Jourdan, Semper's Ansicht, dass die betr.
Organe Angriffszwecken dienen (Proceed. Zool. Soc. Lond.
1884, pag. 372—376, m. Fig.).
0. Hamann bestätigt bei Asteriden Ludwig's An-
gaben über die Entstehung der Tiedemann'schen Körper
aus dem Wassergefässring; das Vorkommen von Farb-
stoffen in ihren Hohlräumen scheint für ihre secretorische
Drüsennatur zu sprechen. Ders. hält das im schlauch-
förmigen Kanal liegende, fragliche Organ der Asteriden
nicht für ein Herz, da es in seinen Hohlgängen mit
Epithel bekleidet ist und keine Muskeln besitzt; wegen
seiner bunten Farbe nennt er dasselbe „Chromatogenorgan".
An der Dorsalscheibe der Seesterne befindet sich noch
ein violettfarbiges, bisher als Blutgefäss angesehenes
excretorisches Kanalsystem, das aus Ringgefäss und 10
zu dem Gleschlechts- und 2 zu dem Chromatogen-Organ
gehenden Kanälen besteht; sein Epithel gleicht dem des
letzterwähnten Organs (Beitr. z. Hist. d. Ech. H Asterid.
1885).
14 Dr. Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
Nervensystem. 0. Hamann erweitert seine früheren
Angaben (s. vor. Bericht pag\ 622) über das Nervensystem
von Synapta. Die Radiahiervenstämme Averden bis zum
After von einem blind endenden Wassergefäss begleitet;
von ihnen gehen Stränge zu den Sinnesknospen, Tast-
papillen (vgl. Petit unter „Biologie") und Sinneszellen.
Ausserdem fand H. 12 Tentakelnervenäste und einen
Darmast, sowie ein Magen- und Dünndarmgeflecht (pag. 6
bis 26). Die von J. Müller und Baur beschriebenen
bläschenförmigen Organe an der Aussenfläche des Kalk-
ringes fungiren bei der Larve wohl als Gehörorgane,
werden aber bei dem erwachsenen Thier rückgebildet.
Die von J. Müller sogenannten „Augeuflecke" entstehen
nur durch Anhäufung von pigmentirten Plasmawander-
zellen. Bei den Pedalen finden sich ausser Gehirnring, den
5 Radialnervenstämmen, Tentakel- u. Oesophagealnerven-
ästen noch Nei-venendigungen in den Füsschen, den
Rückenpapillen und Tentakeln. Die Sinnesknospen auf
den Tentakeln von Synapta werden mit Reserve als
Geschmacksorgane bezeichnet; sie sind wohl mit den
„Saugnäpfen" Quatrefages' identisch (Beitr. z. Hist. d.
Ech. I Holothur. 1884).
C. F. und P. B. Sarasin beschreiben an Diadema
setosum zahlreiche, leuchtend blaue, nach dem Apicalpol
zu häufigere Flecke. Unter zahlreichen, wimpernden
Cornealfacetten liegt eine Epithelschicht, welche die
„Pyramiden" erzeugt, die aus zahlreichen blasigen, in
einander gekeilten Zellen bestehen. Die untere Hälfte
der Pyramide wird von einem Pigmentbecher umschlossen.
Die Augen liegen über einem ausgebildeten Hautnerven-
plexus. Das Blau der Flecke ist eine Interferenzfarbe.
Die Funktion der Organe als Augen wurde durch's Experi-
ment erwiesen (Zool. Anzeiger 1885, pag. 719 — 720).
Nach H. Ayers sind die Sphaeridien der Seeigel in
für die Art bestimmter Zahl entwickelt, nur bei jungen
Thieren sind sie noch spärlich. Meist frei gelegen, sitzen
sie doch bei einigen Clypeastriden, Cassiduliden und Spa-
taugiden in geschlossenen Hohlräumen der Oralplatten.
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 15
Die Beobaclitung*en Loven's über ihren Bau werden er-
gänzt und schliesslich die Sphaeridien als hochentwickelte
Sinnesorgane, die wahrscheinlich einer Combination von
Functionen dienen (Geschmack und Geruch) in Ueber-
einstimmung mit Loven angesehen (Qu. Journ. Micr. Sc.
XXVI 1885, pag. 39— 5G, Taf. 5).
Das Radialnervensystem der Asteriden besitzt nach
0. Hamann spiudlige Sinneszellen, deren feine basale
Fortsätze sich in die Fibrillen verzweigen. Grössere
Ganglienzellen finden sich nur an den Fühlern. Neu ist
ein Nervensystem des Darmtractus. Um den Mund liegt
ein hoher Wulst von Fibrillen und von diesem perioeso-
phagealen Nervenring gehen Züge zu Schlund und Magen.
Die Terminalfühler besitzen unten verdicktes Epithel
(Augenwulst), das aus Stützzellen, feinen Epithelsinnes-
zellen und grossen Ganglienzellen besteht. Die Augen-
flecke nehmen mit dem Alter zu; es gelang H., in ihnen
eigenthümliche Retinazellen mit Stäbchen nachzuweisen;
zwischen den Pigmentzellen liegen gestreckte Sinneszellen ;
der Glaskörper ist kegelförmig (Beitr. z. Hist. d. Ech. II
Asteriden 1885).
W. R Carpenter giebt eine übersichtliche Darlegung
des von ihm bekanntlich schon 1865 entdeckten anti-
ambulacralen Nervensystems von Antedon (Proceed. Royal.
Soc. Edinb. 1884, pag. 67—76 m. 1 Holzschn.).
C. F. Jickeli bestätigt im Allgemeinen Carpenter's
Ansichten über das Centralorgan und die Tentakelpapillen
un ihre Deutung als nervöser Organe. Die 2 Endglieder der
Cirrhen fungiren als Haltezangen; die dazu gehörigen
Muskeln weist J. nach, Nerven sieht er in dorsalen Fasern.
Der Achsenkanal ist eine von Blutkörperchen und Plasma
erfüllte Röhre, deren Wandungen aus nervöser Substanz
bestehen; die Blutflüssigkeit wies schon J. Müller nach.
Im Nervengeflecht kommen Ganglienzellen mit 2 — 5 Aus-
läufern vor, welche J. bis zu den Muskeln verfolgte.
J. bestreitet die Vereinigung der Ambulacralnerven zu
einem Ringe und behauptet, dass dieselben im Darm all-
mählich verstreichen. So sind die Ambulacralnerven der
1 6 Dr. ErichHaase: Bericht über die Leistungen in der
Ästenden und Crinoiden wohl nicht homolog. J. weist
noch ein drittes Nervensystem bei Comatula nach, das
in Gestalt eines Pentagons und in Höhe des Wasser-
gefässringes den Mund umgiebt (vergl. Marshall's Figg.).
In den Ecken des Fünfeckes stehen die Stränge der an-
stossenden Seiten mit einander durch Abzweigungen in
Verbindung, laufen dann längs des Wassergefässsystems
fort und geben Zweige zu letzterem und den Tentakel-
papillen sowie in die ventrale Körperwand ab (von
Marshall bestätigt). An lebenden Tentakelpapillen sind
eine mittlere schwingende Geissei und 3 — 4 peripherische
Sinneshaare zu unterscheiden; die in der Achse der
Papille aufsteigende Faser endet in der Geissei (Zool.
Anzeiger 1884, pag. 346—349 und 366—370).
Ebenso bestätigt A.W. Marshall in umfassender
Darstellung, die zugleich eine historische Zusammen-
fassung enthält, AV. P. Carpenter's Deutung des anti-
ambulacralen Nervensystems. M.'s Experimente beziehen
sich auf 1. Bewegungen unverletzter Stücke, 2. Wirkung
der Entfernung der Scheibe, 3. Regeneration und 4. Func-
tion der Centralkapsel, 5. der Achsenstränge und 6. des
Subepithelialbandes. Ausgewaidete Stücke reagiren auf
Reizung des Armes noch schneller als intacte; die Scheibe
regenerirt sich allmählich. Ein Reiz der Centralkapsel
verursacht starke Beugung aller Arme während der Dauer
desselben; ihre Entfernung hebt den physiologischen
Connex zwischen den Armen auf. Die Verbindung zwischen
den einzelnen Achsensträugen wird durch die Pentagonal-
commissur und — geringer — zwischen den 2 Strängen
eines Armes durch ein zartes Nervennetz hergestellt, das
unter dem dritten Radiale liegt. Die nervöse Function
des Subepithelialbandes scheint von geringerer Bedeutung
(Qu. Jouru. Micr. Sc. XXIV 1884, p. 507—584, Taf. XXXV).
Nach P. H. Carpenter ist das Nervensystem der
gestielten Crinoiden wie die Muskeln mesodermal; die
Faserhülle des gekammerten Organs ist nervöser Natur.
Obwohl von Nährflüssigkeit getränkt, ist der Achsenkanal
auch nervös, nicht blos bindegewebig; er sendet im Stiel
Naturgesch. d. Echiiiödermeii i. d, Jahren 1884—1885. 17
zahlreiche Zweige ans, die sich wahrscheinlich zu einem
subepidermoidalen Geflechte vereinigen. Aehnliche Zweige
gehen auch von den Achsensträngen der Strahlen und
Arme nach oben und unten aus. So entsteht im ven-
tralen Perisom ein Parambulacralgeflecht, das etwa vor-
handene Stacheln versorgt (Report. Challenger Crinoidea I.
[XI] 1884).
Sacculi wurden von Demselben ebendort auch bei
Larven von Antedon rosaceus über dem gekammerten
Organ nachgewiesen; bei Actinometra und Thaumato-
crinus fehlen sie wohl ganz.
Geschlechtssystem. Die Eizellen von Synapta liegen
nach 0. Hamann zwischen vorspringenden Längsstreifen
und bilden sich durch Wachsthum von Epithelzellen aus,
wie durch Theilung von solchen die Spermamutterzellen
entstehen. Bei Holothur. tubulosa besteht das Aussen-
epithel der Ovarialschläuche aus Epithelmuskelzellen.
Die Eizellen sind durch Bindesubstanzfibrillen befestigt;
an allen reifen Eiern fand sich ein in ein kugeliges Gebilde
endender Strang (Beitr. z. Hist. d. Ech. I Holothur. 1884).
lieber Spermatogenesis von Cucumaria frondosa,
s. 0. S. Jensen (Arch. Biol. IV, pag. 74—80 u. 669—679);
Bau der Hodenschläuche ebenda pag. 679 — 696, der Eier
pag. 696—701.
Die jungen Eier der Asteriden besitzen nach 0. Ha-
mann ein Follikelepithel aus deutlich abgegrenzten Zellen,
das zu dem Keimepithel gehört; ein Product dieses
Epithels ist wohl die Zona pellucida. Die sog. „Drüsen-
zellen" im Ausführungsgang der Genitalorgane sind nicht
zelliger Natur (Beitr. z. Hist. d= Ech. II Asteriden 1885).
P. H. Carp enter bestätigt Ludwig's Angaben über
das Genitalsystem der Crinoideen und erwähnt bei einem
Stücke von Antedon die gelegentliche Entwickelung rudi-
mentärer Ovarien in der Scheibe; vielleicht haben auch
die Genitalien der armlosen Blastoideen und Cystideen
im Leibe gelegen (Rep. Crinoid. Challeng. 1884).
R. Hertwig kritisirt Pflüger's Theorie vom Einfluss
der Schwerkraft auf die Zell theilung auf Grund der
Aicli. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. g
18 Dr. Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
Untersuchung der Seeigeleier (Jen. Zeitschr. Naturw. XIX
1885 Suppl. pag. 70—72).
Entwicklungsgeschichte. E. Metscbnikoff sieht bei
Synaptalarven und den Auricularien (der Holothurien)
mit gelben Zellen ein provisorisches Nervensystem in den
von Job. Müller erwähnten Bauchleisten und fand neben
vielen Fasern auch bi- bis tripolare Ganglienzellen; er
vergleicht das System dem Nervenringe der craspedoten
Medusen. Vor dem Beginne der Metamorphose ver-
schwinden die Fasern, während die Kerne sich vermehren ;
schliesslich verschmelzen die Nervenleisten zu einem
Mundringe. Weiter wurde dies provisorische Nerven-
system bei Larven von Ophiuren nachgewiesen; die der
Echinoideen sowie die Bipinnarien besitzen keine Spur
davon (Zool. Anzeiger 1884, pag. 45 — 47). Derselbe
hält ebenda entgegen Ludwig seine Angabe über die
principiell paarige Anlage des Wassergefässsystems auf-
recht und schildert sie bei dem Pluteus der Ophiuren
genauer; bei den Echinoideenlarven steht die Schliessung
des Wassergefässringes nicht in Beziehung zu dem sich
später bildenden Oesophagus. — Gegen E. Metscbnikoff
hält E. Selenka die Anlage des Mesenchyms in Form
zweier Mesenchymzellen, die Existenz zweier Mesenchym-
streifen und die Umwandlung von Mesenchymzellen in
die Schlundmuskulatur der Larve durchaus aufrecht (Zool.
Anzeiger, 1884, S. 100), während Metscbnikoff wieder
seine Angaben durch Untersuchungen aus künstlich be-
fruchteten Eiern gezogener Larven von Astropecten und be-
sonders Strongylocentrotus bestätigt glaubt und weiter für
die unregelmässige Gruppirung der Mesodermelemente und
ihre Entwicklung aus Zellen des unteren Blastoderm-
abschnittes eintritt (Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 42, 1885,
pag. G56— 671, Taf. XXV, 44 bis XXVI, 76).
H. F. Nachtrieb fand bei Ophiothrix und Meilita,
dass das Ei durch 3 Theilungsebenen, deren beide ersten
meridional, deren dritte äquatorial ist, in 8 Blastomeren
zerfällt; die weitere Theilung scheint unregelmässig.
Entgegengesetzt dem Bildungspol wirken einzelne Wimpern
Naturgesch. d. Echinodermen i. ä. Jahren 1884 — 1885. 19
des Epithels vielleicht sensorisch; öfters ist die Fläche
mit diesen langen Cilien verdickt. N. vergleicht diese
Wimperausbildung mit dem langen präoralen Haarschopf
von Wurmlarven und hält sie besonders deshalb für
wichtig, weil sie sich schon im Ei bildet. Der hintere
unpaare Arm des Pluteus von Moira entsteht gleich nach
den zwei ventralen (vgl. u. Fewkes). Nach der künst-
lichen Befruchtung streckten unreife Eier von Moira durch
die Eihaut Pseudopodien aus, die sich nachher wieder
langsam zurückzogen; diese Eier starben ab. Die Eier
von Ophiothrix stossen nach der Befruchtung 2 Richtungs-
körperchen aus (J. Hopkin's Univ. Circulat. 1885, S. 67
und Ann. and Mag. Nat. Eist. XV. 1885, S. 421—425).
J. Fewkes sieht auf Grund der Untersuchung einer
neuen Pluteusform von den Bermudas -Inseln, welche
zwischen den Larven der Ophiuren und KSeeigel die Mitte
hält, die Seitenstäbe der Ophiurenlarven als den „Apical-
oder Analstäben" der Larven von Echiniden (Arbacia)
homolog an, obwohl sich beide in ungleichem Stadium
der Entwicklung ausbilden. Diese Differenz in der Zeit
ihres Auftretens hält F. für belanglos, da er dem Kalk-
stabgerüst der Pluteusformen überhaupt wenig Werth für
die Stammesgeschichte zuschreibt (Amer. Naturalist, 1884,
pag. 431—432).
Während bei Cidaris nutrix Viviparität nachgewiesen,
berichtet H. Prouho über die Larve von Dorocidaris
papillata. Die Gastrula ist länglich, wird bald bilateral
und wandelt sich zum Pluteus um, der nur an der
Wimperschnur ectodermale Wimpern trägt und 3 ver-
schiedene Zellelemente im Mesoderm besitzt. Das Wasser-
gef ässsystem entsteht aus 2 Säcken, deren jeder sich früh
in 2 Lappen theilt. Von diesen legt sich einer an den
Oesophagus, der andere steigt den Darm herab. Der
linke Sack steht mit der Aussenw^lt durch den Rücken-
porus in Verbindung. Ausser 4 Paaren von Armen findet
sich noch ein unpaarer Dorn, dessen Lage der des un-
paaren Armes bei Spatanguslarven entspricht. Wimper-
epaulettes fehlen ; die Wimperlappen zerfallen in 3 hintere,
20 Dr. Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
deren mittelster besonders gross ist, in 2 Paar dorso-
laterale und 1 Paar laterale Lappen (Compt. Rend. T. 101,
1885, pag. 386—388).
Nach E. Perrier entsteht bei der Larve von Coma-
tula das Centralorgan aus einer Längsfalte des äusseren
Blattes der rechten Leibeshöhlenhälfte. Dann entspriessen
vom Ambulacralring aus 15 Tentakeln, der Darm bricht
durch und die Arme beginnen sich auszubilden. An der
Basis des Centralorgans liegen innerhalb eines Mesoderms,
aus dem sich das Nervensystem entwickelt, die 5 Höhlen
des gekammerten Organs. Die Gefässe entstehen aus
Zellsträngen entlang des Darms, und ein Theil von ihnen
durchbricht die Haut und gehört dann zu den Wasser-
poren auf der Buccalfläche des Kelches. Andere bilden
fein verästelt das schw^ammige Organ. Die Kammern
des gekammerten Organs sind als Gefässdivertikel auf-
zufassen, die als Gefässhülle des Dorsalorgans dienen;
von ihnen aus geht ein sich verästelnder Canal in jeden
Cirrhus (Compt. Rend. T. 100 , pag. 431—434). — Nach
Demselben besitzt Comatula am Schlüsse des Cystideen-
stadiums einen halbumlaufenden Darm und einen seit-
lichen After. Von dem Mundkanal geht ein kurzes
V-förmiges Rohr aus, das durch einen Porus auf der
Rückenwand ausmündet, Wasser in die Tentakelhöhle
führt und vielleicht dem Steinkanal homolog ist. Der
centrale Zellstrang des Stieles verlängert sich nach oben
und wird zur Darmachse; seine Zellwände bilden das
solide „Corps ovoide", das oben mit der Sehlundwand
verbunden ist. Die 5 peripheren Stränge des Stieles
schwellen im Körper an und bilden den Anfang des ge-
kammerten Organs; von der Spitze dieser Kammern aus
entstehen die Arme. Im Pentacrinusstadium verlaufen
zum After 5 Tentakelkanäle und zwischen denselben
öffnet sich je 1 Wasserporus. Die Cirrhen entstehen
vom Centralstrang des Stieles aus, sind also den Armen
nicht homolog. Sobald die junge Comatula sich loszulösen
beginnt, falten sich die Wände des Axialorgans und
bilden Lamellen, die an die des Steinkanals der Seesterne
Naturgesch. d. Echiiiodernien i. d. Jahren 1884—1885. 21
erinnern; das untere Ende zieht sich fein aus und dringt
in das gekammerte Organ ein. Gefässe sind nicht vor-
handen, nur Bindegewebsmassen. Der Steinkanal der
übrigen Echinodermen wird durch das Axialorgan dar-
gestellt, das mit der Ernährung der Cirrhen in Ver-
bindung steht (Compt. Rend. T. 98. 1884, pag. 444—446).
Gegen Perrier's Behauptung, dass im Cystideen-
stadium von Comatula sich das primäre Wassergefäss
nach aussen öffne, wendet sich P. H. Carpenter und
schliesst sich durchaus Ludwig's Ansicht an, dass es in
die Leibeshöhle mündet. Ebenso weist Carpenter
Perrier's auf oberflächliche Aehnlichkeit hin aufgestellte
Ansicht, dass das Centralgeflecht dem Steinkanal der
Seesterne entspreche, zurück und tritt auch P.'s Be-
hauptungen über die Entstehung der Arme von den
Höhlungen des gekammerten Organs aus, entgegen (Qu.
Journ. Micr. Sc. XXIV 1884, pag. 319—327).
Biologie. Nach L. Petit lebt Synapta inhaerens
den Kopf nach unten im Boden meist nahe der Fluth-
höhe, wurde aber auch vom „Travailleur" in 160 m Tiefe
gefunden. Bei Ergreifen lässt sie aus dem After eine
Menge reinen Wassers ausströmen, das aus der Leibes-
höhle kommen soll. Die Haut ist mit Drüsenhöckern be-
setzt, die früher als Tastpapillen bezeichnet wurden, und
ein schützendes gallertiges Secret um die zarte Haut
ausscheiden (Bull. Soc. Philomath. Paris VIII. 1884, pag. 51
bis 55).
Brutpflege wird von Th. Studer bei Stichaster
nutrix n. sp. nachgewiesen und zwar lagen die jungen See-
sterne in interradialen Aussackungen vom Anfangstheil
des Magendarmes; die ausgestossenen Eier müssen so
erst durch den Mund in den Magen gelangen (Jahrb. Hamb.
wiss. Anst. 1885, pag. 157).
Nach 0. Hamann sondern Muscheln fressende Aste-
riden ein lähmendes Magendrüsensecret aus (s. o.) und
stülpen ihren Magen über das Thier (Beitr. z. Hist. d.
Ech. n Asterid. 1885).
Als Seesterne mit grosser Reproductionsfähigkeit er-
22 Dr. Erich Haas e: Bericht über die Leistungen in der
wähnt E. V. Martens Asterias rubens, Linckia multiforis,
L. Ehrenbergi, L. diplax, L. ornithopus; bei beiden letzten
dieselbe noch fraglich. Neubildung der ganzen Scheibe etc.
aus einem Arm ist sicher nur bei Linckia nachgewiesen.
Ein Theil der Scheibe wird reproducirt bei Asterias
tenuispina, Ophiactis virens etc. Bei Seesternen mit
anormal grosser Armzahl ist letztere oft auf solche Neu-
bildungen zurückzuführen; bei Solaster scheint das Re-
productionsvermögen sehr gering. Die Anzahl der Strahlen
gehört wesentlich zur Individualität der Art (Sitzungsber.
Ges. nat. Freunde Berlin 1884, S. 26—30).
Die japanische Cidaris metularia ahmtnachL.Doeder-
lein in Farbe und Gestalt das Geäste der Milleporiden
nach, auf denen sie lebt (Arch. f. Nat. LI 1885 I, S. 75).
Diadema setosum zeigt frisch ein prächtiges Phosphores-
ciren in zitterndem Licht in 5 Meridianen und in der Mitte
derselben je einen ruhig und mild leuchtenden Punkt.
Die langen Stacheln dringen bei der geringsten Berührung
in die Haut, wo sie abbrechen (ebenda S. 85).
lieber leuchtende Schlangensterne (Amphiura elegans,
Ophiacantha spinulosa etc.) berichtet W. C. McIntosh
(Nature Vol. XXXII, pag. 478).
W. A. Herdmann fand das Pentacrinoidstadium von
Antedon rosaceus nie früher als im September (Nature,
Vol. XXXI pag. 634); allgemeiner bezeichnete W. B. Car-
penter als die Reifezeit der Art den frühen Sommer,
als die Zeit des Pentacrinoidstadiums den folgenden
Herbst (ebenda pag. 27 — 28).
A. W. Mars hall berichtet über die Leichtigkeit, mit
der sich die Scheibe einer Comatula nach ihrer Entfernung
neu bildet (Rep. 54. Brit. Assoc. Adv. Sc. pag. 256 — 258).
C. F. Jickeli beobachtete eine über 12 Stunden
dauernde Verschlingung zweier Comatulen; nach einem
Tage fielen die Arme unter gleichzeitigem Loslösen der
Pinnulae ab. Letztere enthielten neben Spermatozoen
Eier im Blastulastadium. Der Vorgang erinnert an den
von Ludwig bei Asterina gibbosa geschilderten (Zool.
Anzeiger 1884, pag. 448—449).
Naturgesch fl. Echinodernieii i. d. Jahren 1881 — 1885. 23
Wie die Comatulen manchmal in ungeheuren Mengen
auftreten, bilden nach P. H. Carpenter auch Burgeto-
und Pentacriniden meist grössere Massen und bedecken
den Meeresboden wie ein „Wald". Während Bourgeto-
criniden und Holopiden stets fest angeheftet sind, leben
einzelne Pentacriniden zeitweilig frei und halten sich
wie Comatuliden mit ihren Cirrhen fest. Die Crinoideen
nähren sich von kleinen Crustaceen, Diatomeen, Radio-
larien, Foraminiferen etc. Als Schmarotzer oder Tisch-
genossen der Crinoiden werden besonders erwähnt Ani-
locra und Stylifer; Myzostomen verursachen Beulen auf
Armen und Pinnulae („Report Challenger Crinoidea" I
1884, pag. 130—136).
Abnormitäten. L. Petit fand bei St. Vaast eine
Synapta inhaerens mit nur 10 Tentakeln [= Rhabdomolgus
ruber Kef.?] (Bull. Soc. Phil. VIII 1884, pag. 51—55).
Horst bildet einen Astropecten irregularis mit einem
zweitheiligen Arm ab (Tidschr. Nederl. Dierk.Vereen. 1885,
pag. 75, Taf.V, 5), den er als polymeletisch ansieht.
M. Braun erwähnt eine vierstrahlige Asterina gib-
bosa, bei der zwei Strahlen [von den fünf] verwachsen
sind (Sitz. Ber. Nat. Ges. Dorpat, VII 1885, pag. 307—310).
W. Haacke sucht an zahlreichen abnormen Schalen
von Amblypneustes zu entscheiden, ob neben dem durch
die Madreporenplatte in seiner Lage bestimmten Bivium
und Trivium noch ein Bi- und Trifolium zu unterscheiden
sei, indem er feststellt, dass die Ambulacralplattenreihen
„zweier unbenachbarter Parameren unter sich congruent
und den übrigen drei, die gleichfalls unter einander con-
gruent sind, symmetrisch gleich sind" (Zool. Anzeiger
1885, pag. 490 — 493). Derselbe erwähnt 4- und 6 strahlige
Exemplare von Amblypneustes (ebenda pag. 506).
Bastardirung". 0. und R. Hertwig stellen als Resul-
tate ihrer Experimente über Bastardirung bei Seeigeln
(bes. Echinus microtuberculatus, Strongylocentrotus lividus,
Sphaerechinus granularis und Arbacia pustulosa) folgende
drei Sätze fest:
24 Dr. Erich Haase: Bericht über die Leistiingeu in der
1. Das Gelingen oder Niclitgelingen der Bastardirung
hängt nicht ausschliesslich von dem Grade der syste-
matischen Verwandtschaft der gekreuzten Arten ab.
2. In der Kreuzbefruchtung zweier Arten besteht sehr
häufig keine Reciprocität.
3. Für das Gelingen oder Nichtgelingen der Bastar-
dirung ist die jeweilige Beschaffenheit der zur
Kreuzung verwandten Geschlechtsproducte von Wich-
tigkeit.
Der verschiedene Erfolg derBastardirungsexperimente
hängt fast ausschliesslich von der Veränderlichkeit der
Eier ab; Bastardirung gelingt um so leichter, je kräftiger
die Spermatozoen und je geschw^ächter die Eier sind,
denn der Widerstand gegen Bestardbefruchtung wie auch
gegen Polyspermie geht offenbar vom Ei aus (Experi-
mentelle Untersuchungen über die Bedingungen der
Bastardbefruchtung, 1885, 45 S.).
Bibliographie über die Echinodermen-Literatur von
1884 — 1885: Zoologischer Jahresbericht für 1884 (Leipzig
1886). „Echinodermata" von 0. Hamann, pag. 168 — 182.
Derselbe für 1885 (Leipzig 1887). „Echinodermata" von
P. H. Carp enter und L. Döderlein, pag. 180 — 209.
Zoological Report. Vol. XXI. „1884". Echinodermata
von F. J. Bell 10 S., derselbe Vol. XXII. „1885". Echino-
dermata von Dems. 9 S.
Expeditionen. lieber die bei der „Challenger"-Ex-
pedition gewonnenen gestielten Crinoiden handelt P. H. C a r -
penter's *öfter erwähntes wichtiges Werk („Report.
Crinoid. Challenger-Expedition" (XI) I. 1884), das unter
„Verbreitung" und „Crinoideen" näher besprochen wird.
Die Ausbeute der Schiffe „Lightning", „Porcupine",
„KnightErrant", „Triton" und „William Barents" s. ausser
bei „Crinoideen" und „Ophiuroideen" noch unter „Faunen"
bei Carp enter und Hoyle. Die Ausbeute der Nor-
wegischen Nordsee-Expedition s. unter „Asteroideen" und
„Faunen" bei Danielssen und Koren.
Die Ausbeute des „Alert" siehe ausser im syste-
matischen Theil noch unter „Verbreitung" und „Faunen"
Naturgesch. d. Echinodenneu i. d. Jahren 1884—1885. 25
bei J. F. Bell. Die Ausbeute der „Gazelle" siehe ausser
unter „Asteroideen" und „Opliiuroideen" noch unter „Ver-
breitung" bei Th. Studer, die der deutschen Polar-
Commission s. bei Denis, unter „Biologie", „Faunen",
„Asteroideen" und „Ophiuroideen"; die Ausbeute des
„Blake", „Talisman", „Travailleur" s. unter „Verbreitung"
und „Asteroideen" bei E. Perrier, die des „Albatross"
s. unter „Faunen" bei R. Rathbun.
Verbreitung. P. H. Carpenter bespricht die geo-
graphische Verbreitung der Crinoideen und giebt eine
tabellarische Uebersicht dieser und der bathymetrischen
Vertheilung. So kommen Comatulen zwischen 8PN. und
520 S., gestielte Crinoideen zwischen 68«^. und 46« S.
vor. Bathycrinus und Hyocrinus sind eigentliche Tiefsee-
formen; während Actinometra selten über 200 Faden
hinuntergeht, wurde Antedon noch in einer Tiefe von
2900 Faden gefunden (Rep. Crinoid. Challenger [XL] 1884,
pag. 136—141).
Th. Studer erwähnt unter 73 Arten von der „Gazelle"
gesammelter Asteroideen und 4 Arten Euryaliden als be-
sonders bemerkenswerth Archaster Christi, 400 Faden tief
bei Neuseeland. Arten des nordatlantischen Oceans und des
Mittelmeeres steigen an der afrikanischen Küste bis 4oN.
hinab und suchen das kalte Wasser der Tiefe auf. Aehn-
liches gilt für Arten der Magelhaensstrasse an der Küste
Argentiniens, auch kommen Arten des mexikanischen
Meerbusens aus grösseren Tiefen an der Küste Pata-
goniens in geringerer Tiefe vor. Asteriaden fanden sich
am reichlichsten in der südlichen ( — ähnlich wie in der
nördlichen — ) gemässigten Zone vor. Für die Wende-
kreise sind Linckiaden und Goniasteriden neben Asteri-
niden charakteristisch (Abh. König!. Ak. Wiss. Berlin [1884]
1885. 8 [II] 64 S. m. 5 Taf.).
J. F. Bell giebt besonders auf Grund der Samm-
lungen des „Alert" an den Küsten des nordöstlichen
Australiens und der Torresstrasse und von den Insel-
gruppen zwischen den Seychellen und Madagaskar, die
124 Arten (30 n.) enthalten, und des Cataloges von Ramsay
26 Dr. Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
(s. u. „Faunen") eine tabellarische Uebersicht der Ver-
breitung der Echinodermen im indo-pacifisclien Oeean.
So wurden von 28 Echinoideen in den tropischen Meeren
Australiens nur 4 auch bei Port Jackson, hingegen 23
auch in den tropischen Theilen des westlichen indischen
Oceans gefunden. Von 26 iVsteroideen kamen nur 3 bei
Port Jackson, 8 auch im westlichen indischen Ocean vor.
Von 29 Ophiuriden fand dasselbe bei 3 resp. 16 Arten
statt. So ist ein grosser Theil der Fauna des indischen
Oceans weit verbreitet, allerdings meist zugleich auf die
tropische Zone beschränkt und eine „australische" Meeres-
fauna ist ein unrichtiger Begriff (Rep. Zool. Coli. etc. in the
Indo-Pacif. Oc. during the voy. of H. M. S. „Alert",
London 1884, „Echinodermata", pag. 118—177, 509—512,
m. 11 Taf.).
E. Perrier stellt den vom „Travailleur" und „Talis-
man" im afrikanisch-europäischen Theile des atlantischen
Oceans gesammelten Asteroideen die vom „Blake" im west-
indischen Theile gesammelten gegenüber. In ersterem
finden sich von Brisingiden 6 sp. Brisinga und Coronaster
brisingioides, in letzterem nur Hymenodiscus ; ersterem
fehlen Ctenaster, Radiaster, Anthenoides, letzterem Cau-
laster, Machairaster, Porcellanaster, Hymenaster, und es
kommt nur 1 sp. Pteraster vor. Beiden gemeinsam sind
Pentagonaster, Dorigona, Archaster (Nouv. Arch. Mus.
d'Hist. nat. Paris, VI 1883, pag. 271—272).
Faunen.
Nor datlantisch-cir cumpolar es Gr ebiet. D.C.Daniels-
sen und 0. Koren beschreiben und bilden theilweise ab
41 Seesterne der Norske Nordhavs Expedition (s. u. Aste-
roideen) und geben eine Zusammenstellung der Fauna Fin-
markens, des Nordhavs, Grönlands und von Nova Semlja,
im Ganzen bei 44 Arten, denn zu obigen treten noch hinzu
Asterias polaris (Grönland), A. Linckii (Nov. Seml.),
Archaster bifrons (Nordhav) (Norske Nordhavs Expedition,
1876—1878. XI Asteroidea 1884. m. 15 Taf. u. 1 Karte).
Naturgesch. d. Echiuodermen i. d. Jahren 1884 — 1885. 27
N. Wagner giebt von einer Liste der 1869 — 1870
gesammelten Echinodermen einen Neuabdruck (in „Die
Wirbellosen des Weissen Meeres. I. Coelenterata" 1885,
pag. 69—88).
P. H. Carp enter führt von Comatuliden der Expe-
dition des „Willem Barrents" aus dem nördlichen Eismeer
4 Arten Antedon auf (Bijdrag tot de Dierk. 13. Afl. 4 Ged.
pag. 1—12, Taf. I).
W. E. Hoyle führt an Opliiuroideen aus dem Färöer-
Kanal, besonders vom „Triton" gefischt, 20 Arten an,
von denen 6 auf die warme und ebenso viele auf die
kalte Region angewiesen sind, während 8 in beiden vor-
kommen (pag. 720 — 721), vergleicht dieselben mit denen
der arktischen Meere und denen der nordamerikanischen
Ostküste (pag. 724 — 727) und stellt die Beziehungen ihres
Vorkommens zur Art des Meeresgrundes zusammen. Nur
in der warmen Region kommen vor 2 Amphiura, 1 Ophio-
cantha, 2 Ophioglypha, 1 Ophiothrix; ~ nur in der kalten
1 Ophiobyrsa, 1 Ophiomyxa, 1 Ophiopus, 1 Ophiactis,
1 Ophioglypha, 1 Ophioscolex; in beiden 1 Gorgono-
cephalus, 2 Ophiocantha, 1 Ophiactis, 1 Ophiocten,
1 Ophioglypha, 1 Ophiopholis, 1 Ophioscolex (Proc. R.
Soc. Edinburgh XII 1884, pag. 707— 730). Ders. giebt
eine Uebersicht über die speciellen Fundorte britischer
Ophiuroideen, von denen er anführt an Astrophytidae :
Asteronyx 1, Gorgonocephalus 2; an Ophiuridae: Am-
phiura 7, Opliiacantha 3, Ophiactis 2, Ophiobyrsa 1,
Ophiochiton 1, Ophiocnida 1, Ophiocoma 1, Ophiocten 1,
Ophioglypha 7, Ophiomusiuml, Ophiomyxa 1, Ophiopholis 1,
Ophiopsila 1 , Ophiopus 1 , Ophioscolex 2 , Ophiothrix 3.
H. berücksichtigt auch andere europäische Fundorte und
giebt eine Uebersicht der Synonymie (Proceed. Roy. Phys.
Soc. Edinb. VIII, pag. 135—155).
J. Bell führt 18 Arten vom „Triton" an der Ost-
küste Schottlands gedredschter Echinodermen an (Journ.
Linn. Soc. XVII, 1884, pag. 102—104).
Echinodermen von den Shetland-Inseln s. bei Pearcey
(Proc. R. Phys. Soc. 1884—1885, pag. 404—405).
28 Dr. Erich Haase: Bericht üher die Leistungen in der
RH. Carpenter erwähnt Crinoideen des „Lightning",
„Porcup ine", „Kniglit Errant" und „Triton" zwischen
Gibraltar und den Färöer-Insehi (s. u. „Crinoideen").
J. Co Hin führt aus dem Limfjord auf Asteracanthion
rubens, Ophiura texturata, Toxopneustes Droebachiensis,
Psammechinus miliaris, Echinocyamus angulosus, Solaster
papposus und Echinus esculentus (Om Limfjordens tid-
ligere og nuvärende Marine Fauna etc. Kopenhagen 1884).
R. Horst erwähnt als niederländische Echinodermen
Echinus miliaris, Echinocyamus pusillus, Spatangus pur-
pureus, Echinocardium cordatum; Asterias rubens, Solaster
papposus, Astropecten irregularis Penn. (=MülleriM.u.Tr.);
Ophiothrix fragilis, Ophiolepis ciliata, albida u. squamata
(Tijdschr. d. Nederl. Dierk. Vereen. 1885, pag. 69— 76,
mit Taf. V).
Kerb er t führt als Bewohner der Osterschelde an
Asterias rubens, Ophiolepis albida und ciliata, Ophiothrix
fragilis, Strongylocentrotus Droebachiensis, Amphidetus
cordatus (Tijdschr. Nederl. Dierk. Ver. Suppl. I, 1884,
pag. 558—569).
Echinodermen der Kanalinseln s. bei Köhler (Bull.
Soc. Nancy [2] XVHI, pag. 74—76).
In der Schlammregion der Adria leben nachE. Graeffe
Synapta digitata, Ophioglypha lacertina, Arten von Schi-
zaster und Echinocardium (Boll. Soc. Adriat. Sc. Natur.
Trieste VHI, 1883, pag. 85).
M. Stossich führt für die Adria an: Synapta 3,
Ocnus 1, Cucumaria 6, Thyonidium 1, Thyone 3, Sti-
chopus 1, Holothuria 7; Schizaster 1, Echinocardium 1,
Spatangus 1, Echinocyamus 1, Echinus 1, Psammechinus 2,
Toxopneustes 3, Arbacia 1, Cidaris 2; Ophiom}Ti:a 1,
Ophiothrix 2, Ophioderma 1, Ophioglypha 3, Amphiura 3,
Ophiopsila 1, Pectinura 1; Luidia 1, Astropecten 6,
Goniaster 2, Asteriscus 1, Palmipes 1, Echinaster 1,
Asteracanthion 3, Comatula 1 (Boll. Soc. Adriat. Sc. Nat.
Trieste VHI 1883, pag. 90—110).
J. V. Carus giebt eine gedrängte Uebersicht der
Echinodermen des Mittelmeeres und führt an: Antedon 2,
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 29
Asterias 3, Ecliinaster 2, Ophidiaster 2, Chaetaster 1,
Pentagonaster 2, Pentaceros 1, Asteropsis 1, Asterina 1,
Palmipes 1, Archaster 1, Astropecten 8, Luidial, Astrellal,
Brisinga 1; Ophioderma 1, Pectinura 1, Ophioconis 2,
Ophioglyplia 3, Opliiocten 1, Ophiacantlia 2, Ophiactis 1,
Amphiura 3, Ophiocnida 1, Ophiocoma 1, Ophiopsila 2,
Ophiotlirix 5, Opliiomyxa 1, Astrophyton 1 ; Dorocidaris 1,
Arbacia 1, Centrosteplianus 1, Diadema (?), Hetero-
centrotus 1 , Strongylocentrotus 1 , Sphaerechinus 1 , Echinus 3,
Echinocyamus 1, Spatangus 1, Echinocardium 3, Bris-
sopsis 1, Brissus 1, Metalia 1, Schizaster 1; Stichopus 2,
Holothuria 9, Cucumaria 11, Ocnus (?), Thyone 4, Thyo-
nidium 1, Phyllophorus 2, Synapta 3, ? Haplodactyla 3
(in „Prodomus Faun. Mediterr." L 1885, pag. 84 — 111).
— Vgl. dazu Perrier unter „Asteroideen".
M. Braun fand bei Menorca 2 Asterias, 1 Echinaster,
1 Asterina, 3 Astropecten, 1 Luidia, 1 Ophioderma,
1 Ophioglypha, 1 Ophiomyxa und Ophiothrix, 1 Arbacia,
1 Strongylocentrotus, 1 Echinus, 1 Sphaerechinus, 1 Spa-
tangus, (Sitz. Nat. Ges. Dorpat VII 1885, pag. 307—310).
Nordamerika. A. E. Verrill beschreibt [n. d. Zool.
Anz. No. 184] von den südlichen Küsten von Neu-England
an neuen Arten und Gattungen Benthopectes n. g., Brisinga
2 n.sp., Archaster 2 n.sp., Ophiochiton 2 n.sp. (Amer. Journ.
Sc. [3] Vol. 28, pag. 213 — 220). — Ders. erwähnt von der
Nordostküste Ophiomitra 1, Ophiacantha 8, Ophiolebes 1,
Amphiura2, Ophioscolexl, Hemieuryale 1 ; Synapta brychia
Verr. (Proc. U. St. Nat. Mus. VIII 1885, pag. 440—447).
üeber „Echinodermen von Point Barrow, Alaska"
s. Report U. S. Fish. Comm. Washington 1885, pag. 1562.
Amerikanisch-südatlantisches Gebiet. R. Rathbuhn
erwähnt an Echinoideen, die vom „Albatross" im Caraiben-
meer und dem Golf von Mexico gesammelt wurden, Cidarisl,
Dorocidaris 2, Porocidaris 1, Salenia 2, Arbacia 1, Coelo-
pleurus 1, Diadema 1, Aspidodiadema 2, Asthenosoma 1,
Phormosoma 1, Echinometra 2, Trigonocidaris 1, Tem-
nechinus 1, Toxopneustes 1, Hipponoe 1, Echinocyamus 1,
Echinanthus 1, Meilita 1, Clypeaster 2, Encope 2, Homo-
30 I)^- Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
lampas 1, Conolampas 1, Linopneustes 1, Hemiaster 1,
Brissopsis 1, Agassizia 1, Metalia 1, Meoma 1, Schizaster 1
(pag. 83—89 und 606—616) und giebt (pag. 616—620)
genaue Verbreitungsangaben. An gestielten Crinoiden
ebendaher führt Ders. an Rhizocrinus Rawsoni, Penta-
erinus decorus und P. Mülleri pag. 628 — 635 (in Proceed.
Un. St. Nat. Mus. VIII, 1885).
Die Seesterne des „Blake" s. bei E. Perrier unter
„Asteroideen".
Indisch -pacifisches Gebiet. J. F. Bell führt 124
Arten vom „Alert" an den Küsten des nordöstlichen
Australiens und der Torresstrasse und an den Insel-
gruppen zwischen Seychellen und Madagascar gesammelter
Echinodermen auf (darunter 30 n.). Dieselben gehören zu
den Gattungen: Phyllacanthus (1), Diadema (1), Sal-
macis (3), Temnopleurus (3), Echinus (2), Tripneustes (1),
Strongylocentrotus (1), Echinometra (1), Fibularia (1),
Clypeaster (1), Laganum (2), Echinoneus (2), Maretia (1),
Lovenia (1), Breynia (1), Echinocardium (1); Asterias (2),
Echinaster (1), Metrodira(l), Linckia(4-|~ln.), Anthenea(l),
Oreaster (2), Stellaster (2), Pentagonaster (2 n.), Dori-
gona (1), Asterina (6), Patiria (1), Luidia (sp.), Astropecten
(1 + 1 n-)? Archaster (1), Retaster (1) ; Pectinura (2 + 1 n.),
Ophiopinax n. g. (1 n.), Ophiopeza (1 n.), Ophiolepis (1 n.),
Ophioplocus (1), Ophiactis (1), Ophionereis (1), Ophio-
coma (2), Ophiarthrum (1), Ophiothrix (9 ~|- 3 n.), Ophio-
maza (1), Euryale (1); Synapta (1), Cucumaria (1 + 1 n.),
Ocnus sp., Colochirus (2), Actinocucumis (1 n.), Thyone
(2 + 1 n.), Thyonidium (1), Orcula (1), Phyllophorus (1 n.),
Stereoderma (1 n.), Stichopus (1), Holothuria (3 + 1 n.),
Antedon (4: + lln.), Actinometra (8 + 4n.) [Rep. Zool.
Coli. „Alert" etc. 1884].
L. Doederlein erwähnt aus dem Japanischen Meer
(Sagamibai, Tagawa, Kagoshima, Tango, Liu-Kiu-Inseln)
66 Arten von ihm gefischter Echinoideen, von denen schon
36 Agassiz als japanisch bekannt, 10 als indo-pacifisch
bekannt und 20 überhaupt neu sind. Die Arten ver-
theilen sich auf die Gattungen Cidaris (1), Dorocidaris
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 31
(3 n. sp.), Phyllacantlius (1), Stephanocidaris (1 n. sp.),
Discocidaris (1 n. sp.), Goniocidaris (1 n. sp.); Salenia
(1 n. sp.); Diadema (1), Heterocentms (1), Echinometra (1),
Strongylocentrotus (2), Sphaerechinus (1), Temnopleurus(3),
Pleurecliinus (2 n. sp.), Salmacopsis (2 ii. sp.), Mespilia (1);
Hemipedina (1 n. sp.), Echinus (1 n. sp.), Toxopueustes (1);
Clypeaster (4 n. sp.), Laganum (4 sp., davon 2 — 3 n. sp.);
Eclimaraclmius (1), Astriclypeus (1), Poiirtalesia (1);
Maretia(l), Lovenia(l), Ecliinocardium (1), Palaeostoma(l),
Brissopsis (1), Brissus (1 n. sp.), Metalia (2), Schizaster (1).
Auf S. 109 — 111 giebt D. eine Uebersielit über die der-
zeitig bekannte Verbreitung der Familien im Japan. Meer.
Die Fauna der Liu-Kiu-Inseln gehört zu dem tropischen
District des indo-pacifischen Gebietes (Arch. f. Nat. LI
1885, I. pag.73— 112).
Haarsterne aus Japan und Singapore s. unter „Cri-
noideen" bei P. H. Carp enter.
A. Walter beschreibt genauer die von E. Häckel um
Ceylon gesammelten Echinodermen, von denen Luidia
maculata, Ophiocnemis marmorata, Ophiothrix punctato-
limbata, Echinometra oblonga, Stomopneustes variolaris,
Toxopueustes pileolus, Hipponoe variegata, Maretia alta,
Chirodota dubia für die Fauna neu sind (Jen. Zeitschr.
f. Nat. XVIII 1885, pag. 365—384). — Zu den von W.
angeführten 23 Arten kommt noch der schon länger aus
Ceylon bekannte Antedon Reynaudi und neuerdings
Synapta Beseli hinzu (Journ. R. Micr. Soc. 1885, pag. 363).
Von St. Mauritius werden von P. de Loriol be-
schrieben und zum Theil abgebildet an Asteroideen: Bri-
singaster n.g., Asterias (1), Valvaster (1), Acanthaster (1 n.),
Echinaster (1), Mithrodia (1), Linckia (5), Ophidiaster
(2 -f- 3 n.), Leiaster (2), Goniodiscus (1 + 1 n.), Pentago-
naster (1), Scytaster (1), Ferdina (1), Fromia (1), Pentaceros
(l-{-2n.),Culcita(l),Gymnasteria(l), Asterina(l), Luidia(l),
Astropecten (2 — 3), Archaster (1); an Echinoideen: Ci-
daris (1), Rhabdocidaris (5), Diadema (1), Echinothrix (2),
Astropyga (1), Microcyphus (1), Salmacis (1), Echinus
(1 ~f 1 n.), Tripneustes (1), Boletia (1), Pseudoboletia (1),
32 Dl'- Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
Echinostreplius (1), Stomopneustes (1), Echinometra (1),
Colobocentrotus (1), Heterocentrotus (2), Ecliinodiscus (1),
Laganum (1), Clypeaster (1), Eclimoneus (1-|-1 n.), Ecliino-
lampas (1), Metalia (2), Brissns (1), Maretia (2) [Mem. Soc.
Phys. Nat. Geneve XXVIII 1883. 64 S. m. Taf. I— VI;
id. XXIX 1885. 84 S. m. Taf. VII bis XXII).
P. de Loriol beschreibt ausser den unten als neu
aufgestellt oder als abgebildet angeführten Seesternen
von Mauritius noch Echinaster purpureus, Linckia miliaris,
Scytaster variolatus, Astropecten polyacanthus in „Catalogue
raisonne des Echinodermes recueillis par M. V. deRobillard
a l'ile Maurice II Stellerides" (Mem. Soc. Phys. Geneve
XXIX 1885, 83 pag., 16 Tafeln).
J. F. Bell berichtet über eine Collection australischer
Echinodermen, bestehend aus: Antedon 5, Actinometra 3;
Asterias 1, Echinaster 1, Linckia 1, Stellaster 1, Penta-
gonaster 1, Anthenea 1, Asterina 2, Asteropsis 1, Astro-
pecten 1, Actaster 1; Pectinura 3, Ophioplocus 1, Ophio-
glypha 1, Ophiactis 1, Amphiura 1, Ophionereis 1,
Ophiocoma 2, Ophiarthrum 2, Ophiomastix 1, Ophiothrix4,
Euryalel; Phyllacanthus 3, Goniocidaris 2, Diadema 1,
Centrostephanus 1, Echinothrix 1, Salmacis 4, Ambly-
pneustes 2, Strongylocentrotus 2, Sphaerechinus 1, Echino-
strephus 1 , Echinometra 1 , ? Heterocentrotus 1 , Echi-
nanthus 2, Laganum 2, Arachnoides 1, Maretia 1, Lovenial,
Breynia 1, Echinocärdium 1, Hemiasterl: Colochirus 2,
Actinocucumis 1, Thyone 1, Orcula 1, Stereoderma 1,
Stichopus 1, Holothuria 1 (Proceed. Linn. Soc. New
South Wales for 1884 [1885] II, pag. 496—507).
E. P. Ramsay zählt die Echiniden des austral.
Museums auf (s. unter „Echinoideen").
Antarctisches Gebiet. Th. Studer beschreibt die
von der deutschen Polarstation (v. d. Steinen) 1882 — 1883
bei Süd -Georgien bis zu 14 Faden Tiefe gesammelten
Seesterne, von denen die Gattungen Anasterias, Stichaster
und Ophioceramis für die antarctische Fauna neu sind.
Neben Ophioglypha hexactis wurde auch bei Stichaster
nutrix (s. o.) Brutpflege beobachtet. Die Arten sind mit
Naturgesch. d. Ecliinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 33
denen von Kerguelensland näher verwandt, mit denen
von der Südspitze Ameril^a's scheinbar nicht. Von 9 neuen
Seesternen fanden sich Asterias meridionalis und Porania
antarctica noch auf Kerguelensland, ebenso Ophioglypha
hexactis. Im Ganzen führt St. an: Pedicellaster 2 n.,
Asterias 1 + 2 n. , Anasterias 1 n. , Stichaster 1 n. , Cri-
brella 1 n., Porania sp., Ophioceramis 1 n., Ophioglypha
1 + 1 n., Amphiura 2 n. (Jahrb. wissen seh. Anstalt Ham-
burg II Beilage z. Jahresber. f. d. Nat. Mus. 1885 1. c).
Systematik recenter Formen.
1. Pelmatozoa.
P. H. Carp enter behandelt in seinem grossen Crinoideenwerk
in der allgem. Morphologie zuerst 1. das Skelett im Allgemeinen
und die Verbindung seiner Grlieder, 2. den Stamm und seine Anhänge,
3. den Kelch, 4. die Radien, 5. die Scheibe, Visceral Mass., 6. die
feine Anatomie der Scheibe und der Arme (pag. 1 — 126). Bei der
grossen Reichhaltigkeit des Inhalts dieser werthvollen Arbeit können
nur einzelne Punkte hervorgehoben werden.
So zeigt die Entwickelung des Stammes drei Typen: Bei
den Pentacriniden besteht derselbe aus scheibenförmigen Gliedern,
welche (bei erwachsenen Thieren) nie höher als breit und an den
Endflächen mit charakteristischer petaloider Skulptur gezeichnet
sind. Einzelne Grlieder, die Knotenglieder, tragen meist 5 Cirrhen.
Bei den Bourgetocriniden sind die Glieder ungleichmässig ausgebildet,
bilden nie Syzygien, sondern sind auf einander frei beweglich und
durch successive Paare von Ligamenten verbunden, anstatt auf
5 Sehnen von verschiedener Länge aufzusitzen. Die Hyocriniden
ähneln in den Endflächen der Stammglieder den Apiocriniden und
vielen Palaeocrinoideen ; die kurzen Glieder des starren Stieles sind
durch gleichmässige einfache Ligamente aus gleich langen Fasern
verbunden ; die Glieder enthalten wie bei der vorigen Familie radiale
Hohlräume. Der Kelch besteht bei allen recenten Crinoideen aus
Basalien und den Radialien ; nur hei Thaumatocrinus sind die Radialia
durch Interradialia getrennt, welche über den Basalien sitzen. Bei
den übrigen Formen hingegen bilden die Radialia einen geschlossenen
Ring. Thaumatocrinus hat eine lange Afterröhre wie die Ichthyo-
und Reteocriniden.
Die Arme der Neocrinoideen beginnen eigentlich nach den ersten
Radialien. Die Pinnulae sind Wiederholungen der Arme in kleinerem
Maassstabe und entstehen keinesfalls vor dem zweiten Glied über
dem ersten Radiale des Kelches. Bei Hyocrinus (Taf. VI) sind die
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. 0
34 Dl'- Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
Pinnulae fast so lang als die Theile des Armes über den Gliedern,
von welchen sie entspringen, so dass ihre Enden mit denen der Arme
fast in einer Ebene liegen. Die Function der Pinnulae ist dreifach :
sie dienen zum Schutz der Genitalausführungsgänge , zur Athmung
und zur Hilfe bei der Nahrungsaufnahme. Die Pinnulae der Actino-
crinideu entsprechen denen der Neocrinoideen und nicht, wie Wachs-
muth und Springer wollen, den Ambulacralplatten der Cyathocriniden,
denn solche Platten sind bei Neocrinoideen besonders auf den Pinnulae
deutlich entwickelt. Die sogenannte „recente Cystidee", Hyponome
Sarsi, ist die plättchenreiche Scheibe eines Antedon; solche los-
gebrochenen Scheiben machen noch langsame Bewegungen.
Die bei der Larve von Antedon und Actiuometra bekannten
Mundplatten persistiren nur bei Holopus, Hyocrinus, Rhizocriuus und
Thaumatocrinus, wo sie das Peristom unmittelbar umgeben; bei
Holopus haben sie noch ihre embryonale Lage und sind überhaupt
kaum von den ersten Radialien getrennt. Auch bei den Palaeo-
crinoideen waren die Oralplatten stark entwickelt.
Bei dem perisomatischen Skelet bespricht C. die kleinen Inter-
radialplatten zwischen den Armen, die wenig constant sind, und die
anambulacralen Plättchen, die besonders auf den Genitalpinnulä aus-
gebildet sind. Zum Visceralskelet, das aus zahlreichen Stacheln und
Netzen von Kalk im Bindegewebe der Scheibe besteht, ist auch die
früher als „Sandkanal" angesehene Columella zu rechnen, die bei den
Actinocriniden besonders entwickelt war. Der Schlund wird bei
Bathycrinus und Rhizocrinus in seinen grossen interradialen Blind-
säcken durch flügelartige Erweiterungen der Radialen zweiter
Reihe gestützt.
Für die drei Classen der Crinoideen, Blastoideen und Cystideen
nimmt C. den Leuckart'schen Begriff der Pelmatozoa auf und
definirt sie S. 186 als frühzeitig oder stetig auf einem vom Neuro-
vascularstrang durchzogenen gegliederten Stiele festsitzend oder
stiellos. Apicalsystem aus einem Dorsocentrale , Basalien und
Radialien, oft noch mit Infrabasalien und Literradialien zusammen-
gesetzt. Das Oralsystem besteht aus einem Orocentrale und 5 Oralien,
entwickelt sich über dem Peristom der Larve und wird resorbirt
oder zu einer Kelchdecke entwickelt. Der Wassergefässring steht
nicht mit dem Aeusseren in Verbindung und die Seitenzweige der
Radialgefässe wirken höchstens respiratorisch, nicht locomotorisch.
Die Crinoideen theilt C. in die Palaeo- und Neocrinoideen und
letztere in die Familien 1. der Holopidae mit Holopus (dazu die
fossilen Eudesicrinus, Cyathidium, Cotylecrinus), 2. der Hyocrinidae
mit Hyocrinus, 3. der Bourgueticrinidae mit Bathycrinus und Rhizo-
crinus (dazu die fossilen Eugeniacrinus , Phyllocrinus, Tetra crinus),
4. der Pentacrinidae mit Pentacrinus und Metacrinus (mit den fossilen
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 35
Extracrinus und Balanocrinus) , 5, der Comatulidae mit Comatula,
Actinometra und Thaumatocrinus.
Bei den Bourgetocriniden hängt der Basalring an dem Stiel so
fest, dass der Kelch über ersterem abbricht; so sind wohl auch die
zu dieser Familie gerechneten fossilen Gattungen hier einzureihen,
für deren Kelch das Fehlen der Basalia als charakteristisch galt
(S. 227). (Report Crin. Challenger I 1884.)
Ders. beschreibt die von „Lightning" und „Porcupine" sowie
später „Knight Errant" und „Triton" zwischen Gibraltar und den
Färöer- Inseln mitgebrachten Crinoiden: Pentacrinus Wyville-Thom-
soni (1095 Faden), Rhizocriuus lofotensis (530 Fad.), Rh. Rawsoni
(862 Fad.), Bathycrinus gracilis (2435 Fad.), Antedon rosaceus, pha-
langium (30—220 Fad.), dentatus (203—740 Fad.), Eschrichtii nebst
Larve, 2 n. sp., pulchellus (477 Fad.), petasus (87 Fad.), quadratus
Carp. [= celticus Marenz.] (327—430 Fad.) [Proceed. Roy. Soc. Edinb.
1884, pag. 353—378.
Von Comatuliden des „William Barents" aus dem Nordatlantischen
Ocean führt Ders. an A. Eschrichtii; A. quadratus, dentatus, A. n. sp.
(Bijdrag tot de Dierkunde 3. IV, pag. 1—12.
I. Neocrinoidea.
1. Fam. : Holopidae. Holopus Rangi pag. 199—209, Taf. I— Vc
P. H. Carpenter (Report Ghali. Crin.).
2. Fam.: Hyocrinidae. -H^/^cmms n. mit H. bethellianus. Ders.
ib. Taf.Vc, 4—10, VI.
3. Fam. : Bourguetierinidae. Bathycrinus (n. diagn. pag. 225),
B. aldrichianus Taf. VII, Vlla, 1—21, Vllb; CamphelUaniis
n. 1" 47' N., 24« 26' W., 1050 Faden, pag. 238, Taf.VIIa,
22—23, VIII; gracilis Taf.Vnia, 1—3. Ders. ebenda.
Rhizocrinus (n. diagn. pag. 245) lofotensis Taf. Villa, 6—8, IX — X,
1—2; Rawsoni Taf. IX, 3-5, X, 3—20, LIII, 7—8. Ders. ebenda.
4. Fam. : Pentaorinidae.
Pentacrinus (n. diagn. pag. 273) asterius Taf. XI, XII, 15—25, XIII,
7 — 8; Mülleri Taf. XIV, XV, XVII, 9-10; Maclearanus XVI,
XVn, 1; Wyville-Thomsoni XVII, 2-6, XVIH, XXIV; alternicirrus
n. Pacific, Kermadecs, Meangis - Inseln, Panglao und Siquijor- Inseln,
? 375-600 Fad., S. 321, Taf. XXV— XXVII, 1—10; mollis n. Nord-
westpacific, 365 Fad., S. 338, Taf. XXXIII, 7—10; naresianus n.
Fundort wie bei P. alternicirrus, ? 375— 1350 Fad., S. 324, Taf. XXVII,
II, XXXa; Blakei Taf. XXXI— XXXIII, 1—3; decorus Taf. XXXIII,
4-6, XXXIV— XXXVII. Ders. ebenda.
Metacriniis n. g. ähnlich Pentacrinus, aber mit 4—6 Radialien
S. 339. M. angulatus n., Ki- Inseln, 140 Fad., S. 345, Taf. XXXVIII,
und XXXIX; cingulatus n. ebendaher, S. 347, Taf. XL— XL, 1—4;
Mmraiji n., ? ebendaher, S. 349, Taf. XLI, 12 — 17, und XLII;
noUlis n. Ki- Inseln, 140 Fad., S. 351, Taf. XLI, 5—11, XLITE;
36 Dr. Erich Haase: Bericht üher die Leistungen in der
varians n. nahe Meaugis-Iuselu, 5ü0 Fad., S. '606, Tat. XLIV, XL VII,
6—9; Moseleiji n. ebendaher, S. 355, Taf. XLV, XLVI; Wyvilli n.
ebendaher und nahe den Kermadecs, 630 Faden, S. 358, Taf. XLYII,
1—5, XLVni-, costatus n. nahe Meangis - Inseln , 500 Fad., S. 360,
Taf. XLVn, 13, XLVni— XLIX. ; nodosus n. nahe den Kermadecs,
630 Fad., S. 364, Taf. L— LI; interruptus n. Philippinen, 95 Fad.^
S. 367, Taf. XLII; tube)'Osus n. Ki-Inseln, 140 Fad., S. 369, Taf. LIIl!
1-6, P. H. Carpenter (Report. Crinoid. Challenger Exped. L 1884).
— rotundus n. Sagamibay, S. 436 Figg., superbus Singapore, S. 440
Figg., Stewarti ebendaher, S. 443 Figg. Ders. („Trans. Linn. Soc."
vol. II, Pt. 14, 1885, pag. 435-446, m. 3 Tal).
5. Farn. Comatulidae. Thanmatocrinns renovatus Taf.LVI, 1— 5.
Antedon rosaceus Taf. LYI, 6; magnificus n. LVI, 7; stelliger n.
LVI, 8 Carpenter (Rep. Crin. „Challenger" I 1884); — Eschrichtii
Taf. I, 7—10; quadratus Taf. I, 6; Barentsii n. 70« 40' N., 31 " 10' O.,
132 Faden. S. 9 Taf. I, 1—5. Ders. (Bidrag tot de Dierk. 1885); —
hystrixn. S.365; lusitanicns n. 39"39'N., 9''39'W. S.368; quadratusw.
(=celticns Marenz) zwischen Faröern und Gibraltar. S. 375. Ders.
(Proceed. Roy. Soc. Edinb, 1884); — A. Carpenteri n. Port Curtis
S. 157, Taf. X, A, a— c; pumila n. Port Jackson S. 157, Taf. X.
B, a — b; bidens n. Torresstr. S. 158, Taf. XI, A, a— c; Loveni n.
Arfurensee, S. 159, Taf. XI, B, a; reginae n. Port Molle, S. 160,
Taf. Xn, A, a; gyges n. Thursdayinsel, S. 161, Taf. XII, B, a-b;
irregularis n. Torresstrasse S. 161, Taf. XIII, A, a— c; elegans n.
Port Molle, S. 162, Taf. Xni, B, a; hiareus n. Port Denison, S. 163,
Taf. XIV; microdiscus n. Port Molle, S. 163, Taf. XV. J. F. Bell
(Zool. Coli. ,.Alert." London 1884).
Actinometra intermedia n. Albanyinsel S. 166; Coppingeri n.
Flinders, S. 168, Taf. XVI B; paucicirra n. Prince of Wales-Kanal,
S. 169, Taf. XVII, A, a; variabilis n. Thursday-Ins., S. 169, Taf.
XVII, B,a. J.F.Beil 1. c.
II. Aster oidea (Stelleridea).
E. Perrier theilt die Seestenie in 4 Ordnungen ein:
1. Foreipulatae ; mit gestielten, geraden oder gekreuzten Pedi-
cellarien (Brisingid., Pedicellasterid., Asteriad., Heliasterid.).
2. Spinulosae : mit zangenförmigen, aus Stacheln umgebildeten
Pedicellarien (Echinasterid., Pterasterid., Asterinid.).
3. Valvatae: mit klappen- oder salznapfförmigen Pedicelhirien
(Linckiad , Goniasterid., Asteropsid.).
4. Paxillosae: Pedicellarien aus einer Verknöcherung und den
sie bedeckenden Stacheln gebildet (Archasterid., Astropectinid.).
(Nouv. Arch. du Mus. 2 ser. VI 1883, pag. 154.)
Ders. beschreibt die im vor. Bericht S. 638 erwähnten See-
sterne von der Expedition des „Blake" im westindischen Antillen-
meer und dem Golf von Mexico und zählt 52 Arten auf, die zu den
Naturgesch. d. Echinoclermen i. d. Jahren 1884—1885. 37
Gattuugen Hymenodiscus 1, Pedicellaster 1, Zoroaster 1, Asterias
1 + 4 n., Echinaster 1, Cribrella 2, Korethaster 1 -1- 1 n., Ctenaster
1 n., Pteraster 1, Asterina 2 + 1 n., Ophidiaster 2, Linckia 1,
Fromia 1 n., Marginaster 2, Pentagoiiaster 6 + 3 n., Gouiodiscus 1 n.,
Anthenoides 1, Goniopecteii 3 n., Archaster 1 + 6 n., Blakiaster 1 n.,
Luidia 2 + 2 u., Astropecten 1 + 1 n. gehören (ib. S. 187—270).
Ders. berichtet über 54 Arten Ästenden des „Talisman" in
200 Stücken, von denen 35 Arten neu sind. Von Echinasteriden
wurde nur 1 Cribrella abyssicola bis über 4000 m Tiefe gefischt
(Compt. Rend. T. 101, pag. 884-887). — Ders. erwähnt an neuen
Brisingiden des „Talisman" Bris, robusta, semicoronata , elegans;
Freyella spinulosa, sexradiata, Coronaster Parfaiti, besonders in der
Bay von Biscaya und bei Marocco gesammelt. Die Zahl der Arme
sinkt von 19 bei Br. elegans (aus 1435 m Tiefe) auf 6 bei Fr. sex-
radiata (4060 m Tiefe). Besonders Coronaster bildet einen Uebergang
zu den Ästenden, hat aber nur 2 Füsschenreihen ; Freyella ist eine
aberrante Gattung und leitet von den Brisingiden zu den 5— 6 armigen
Pedicellasteren über (Compt. Rend. T. 101, 1885, S. 441, cfr. Ann.
and Mag. Nat. Hist. XVI, 1885, pag. 312—314). — Ders. stellt für
Bris, elegans, semicoronata, robusta wegen der regelmässigen „tubes
tentaculaires," die Brisinga und Freyella fehlen, Odinia n. g. auf.
(Compt. Rend. T. 101, 1885, pag. 884—887).
F. J. Bell bearbeitet die Gattung Oreaster und nennt die
dorsale Mittellinie der Arme Lophiallinie und die 5 Dornen an ihrer
Basis Apicaldornen. Heteractinie ist sehr selten. Die Dornen
wachsen meist mit dem Alter, bei 0. occideutalis verschwinden sie.
Nidorella P. ist mit Oreaster zu vereinigen.
Die Arten bilden die Gruppen der 0. iuermes und die der
O. armati (mit grossen Stacheln); Monacanthie kommt nicht vor.
(Proc. Zool. Sog. Lond. 1884, S. 57—87.)
Brisingidae: Brisinga mediterranea Marseille, von 550 m an,
pag. 3, E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX, 1885) [s. vor. Ber. pag. 664].
Freyella n. g. pag. 5. F. spinosa, Küste von Sudan, pag. 5,
sexradiata pag. 6, Edwardsii pag. 7, E. Perrier ebenda [s. vor. Ber.
pag. 664].
Odinia n. g. pag. 9 ; B. semicoronata, Pilones, über 1000 m Tiefe,
pag. 9; robusta wie die folgenden ebenda in 800 m Tiefe, pag. U;
elegans pag. 12, E. Perrier ebenda.
Coronaster n. g. pag. 13; C. Parfaiti n., Cap Verde, in 225 m Tiefe,
pag. 14, E. Perrier ebenda.
Hymenodiscus Agassizii, Westindien, 321 — 450 Faden, pag. 189,
Taf. I-II. E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 2. VI 1883) [s. vor. Ber.
pag. 664].
Pedicellasteridae : Pedicellaster Pourtalesii Taf. III, 4,
E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883); P. odoradiatus n., pag. 147,
38 I^i"- Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
Tal la— d, Sarsii n., pag. 149, Taf. I, 2 a— 6, beide ans Süd-Georgien,
Th. Studer (Jahrb. -sviss. Anst. Hamburg 11 1885); margaritaceus
und sexradiatus pag. 15, E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX, 1885).
Zoroaster longicauda n. , Azoren , fast 3000 m tief, pag. 19,
E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX, 1885); Sigsbeei pag. 195, Taf. in, 2;
Ackleyi pag. 197, Taf. HI, 1, Westind. Ocean, E. Perrier (Noiiv.
Arch. Mus. 1883) [s. vor. Ber. pag. 663].
Asteriadae: Asterias fascicularis pag. 200, Taf. III, 3; linearis
pag. 201, Taf. III, 5; angulosa pag. 202; gracilis pag. 204, Westind.
Meer, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. VI 1883); — A. Studeri,
Taf. I, 1; georgiana n. , pag. 150, Taf. I, 3 a — d und Steineni n.,
pag. 152, Taf. I, 4a — b aus Südgeorgien, Th. Studer (Jahrb. wiss.
Anst. Hamburgs 11. 1885). — A. calamaria, Taf. VII, 1—2, P. de
Loriol (Mem. Soc. Phys. etc. XXIX 1885).
A. fragilis n., Neu-Seeland, pag. 11, Taf. I, 2; Belli n., 47" 1' S.,
63" 29' W., pag. 12, Taf. I, 3, Th. Studer (Abh. K. Ak. Wiss. Berlin
1885); — A. spitzbergensis pag. 5, Taf. I; Gunneri ebendort pag. 7,
Taf. n, III, 8—9; hyperborea, Bäreninsel, pag. 10, Taf. ni, 1—7;
stellionura Taf. V, Mülleri Taf. ni, 10—13, rubens Taf. III, 14, IV, 10 ;
Normanni, Spitzbergen, pag. 25, Taf. VI, 1 — 9. Danielssenu. Koren
(Norske Nordhavs Exped. XI 1884) [s. vor. Ber. pag. 663].
Valvaster striatus, P. de Loriol 1. c. XXIX. pag. 11, Taf. VIII, 1.
Anasterias Ferri&'i n., Süd- Georgien, pag. 153, Th. Studer
(Jahrb. wiss. Anst. Hamburg n. 1885).
Stichaster nutrix n. , ebendort, pag. 154, Taf. I, 11, 5a — 1,
Th. Studer (Jahrb. wiss. Anst. Hamh. 11. 1885); — St. arcticus,
Finmarken, pag. 27, Taf. IV, 1—8; roseus Taf. VIU, 16; albulus
Taf. Vin, 13 — 15. Dauielssen u. Koren (Norske Nordhavs Exped.
X^ 1884); — St. Talismani n. , Canarien etc., von 900 m Tiefe an,
pag. 22, E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX 1885).
Labidiaster radiosus pag. 14—25, Taf. II, HI, 4 bei Th. Studer
(Abh. K. Ak. Wiss. Berlin 1885).
Gymnöbrisinga n. g., pag. 13, G. Sarsi n., 47" 8' S. 64" 51' 0.,
pag. 13, Taf. HI, 5, Th. Studer (Abh. Ak. Wiss. Berlin 1885). Vgl.
dazu die Abbildung der Pedicellarien bei P. de Loriol (Mem. Soc.
Phys. XXVni No. 8. 1883), Taf. VI, 3.
Echinasteridae : Echinaster modestus, Montserrat, St. Vin-
cent, Taf. III, 7, E. Perrier (Arch. Mus. Hist. Nat. 1883); —
E. scrobiculatus , Finmarken, pag. 40, Taf. VI, 10—11, VII, 12—14
Danielssen u. Koren 1. c. [s vor. Ber. pag. 664].
Acanthaster mauritiensis n. (= echinites Moeb.), St. Mauritius,
P. de Loriol (Mem. Soc. Phys. Geneve 1885, pag. 6, Taf. XII, 1—3).
Mithrodia clavigera, Taf. XL, 1, P. de Loriol (Mem. Soc. Phys.
etc. XXIX 1885).
Natüi'gesch. d. Echiiioderinen i. d. Jahren 1884—1885. 39
Cribrella antillarum, Westind. Meer, pag. 207, Taf. Ill, 6;
sexradiata, ebendort, pag. 209, Taf. IV, 6, E. Perrier (Nouv. Arch.
Mus. VI 1883); abyssicola n., Marocco, von 900 m Tiefe an, E. Perrier
(Ann. sc. nat. XIX 1885. — Pagenstecheri n., Süd-Georgien, pag. 158,
Taf. II, 6a— b, Tli. S tu der (Jahrb. wiss. Anst. Hamburg 1885).
Solasteridae : Solaster glacialis, Norwegische See, pag. 42,
Taf. VIII, 9—10, IX, 1-6, XV, 1; affinis Taf. VIII, 11, Taf. IX,
7, 8, 14; furcifer Taf. VIII, 12, Taf. IX, 9-16; papposus Taf. IX, 12;
S. endeca Taf. IX, 13, Danielssenu. Koren (Nordhavs Exi)ed.).
Korethaster palmatus pag. 211, Taf. VIII, 5—6; hispidus pag. 212,
Westind. Meer, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. VI 1883); — hispidus
Taf. XII, 1 — 14, Daniel ssen u. Koren 1. c. [s. vor. Ber. pag. 667].
Radiaster (diagn.), pag. 213; elegans pag. 213, Taf. IX, l, West-
ind., E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883) [s. vor. Ber. pag. 665].
Ctenaster n. g. , pag. 214 ; spectabilis n. , AVestindien , pag. 215,
Taf. V, 1—2, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883).
Pterasteridae ; Pteraster caribboeus, Westindien, pag. 216,
E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883).
Pt. militaris Taf. XIII, 18—19; Hymenaster pellucidus, Taf. XIII,
1—17, XV, 7—8, Danielssen u. Koren (Nordhavs Exped. XI).
Kurz erwähnt sind noch Cryptaster n. g. mit 'personatus n.;
Hymenaster rex n. , Gihoriji n., Marsipaster areolatus n., Myxaster
sol n., Pteraster sordidus n. vom „Talisman" bei E. Perrier (Ann.
sc. nat. XIX 1885, pag. 69—70).
Asterinidae: Asterina cephea, Taf. XXI, 1 — 5, Loriol (Mem.
Soc. Phys. 1885); - A. Lymani pag. 219; pilosa pag. 219, Taf. III, 8;
E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883); — tumida Taf. X, 1—4, XI,
7—8, XV, 2; var. tuberculata, pag. 63, Taf. X, 5-7, Taf. XV, 3,
Danielssen u. Koren (Norske Nordhavs Exped. XI); — A. brevis
Taf. Vin, A, J. F. Bell (Zool. Coli. „Alert").
Tylaster Willei pag. 64, Taf. XI, 1—6, Taf. XV, 4—5, Da-
nielssen u. Koren 1. c. [s. vor. Ber. pag. 666].
Linckiadae: Linckia megaloplax, J. F. Bell (Zool. Coli.
Alert pag. 126); — L. multifora Taf. IX, 1—12; Ehrenbergii Taf. X,
1 — 7; marmorata Taf. XIII, 1, P. de Loriol (Mem. Soc. Phys.
Geneve 1885).
Ophidiaster Floridae , Florida , pag. 221 , Taf. IV, 1 ; Agassizii,
Juan-Fernandez, pag. 223, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883);
— O. Buncani n., Insel Mauritius, pag. 15, Taf. XI, 2; Perrieri n.,
ib. pag. 17, Taf. VII, 3; Bobillardi n., ib. pag. 24, Taf. XV, 1-5;
cylindricus ib. Taf. XI 3—4, purpureus ib. Taf. XIV, 3, P. de Loriol
(Mem. Soc. Phys. Geneve XXIX 1885).
Leiaster coriaceus Taf. XIII, 2 u. 3; Leachii Taf. XIV, 1—2,
P. de Loriol (Mem. Soc. Phys. Geneve XXIX 1885).
Ferdina flavescens Taf. XV, 8, Ders. ebenda.
40 J^i"- Erich Haase: Bericht über die Leistnugen iu der
Fromia japonica, Japan, pag. 227, Taf. IV, 2, E. Perrier
(Nouv. Arch. Mus. 1883); Narcissiae n., Cap Verde, pag 28, Ders.
(Ann. sc. nat. XIX 1885); — milleporella , Taf. XVI, 2—4., P. de
Loriol (Mera. Soc. Phys. Geneve 1885).
Goniasteridae s.l.: Marginaster [diagn.] (Gymnasterid.), p. 229;
pectinatus, Westind. Meer, Taf. I, 4—5; echimüatus, Taf. I, 6 ii. 7,
aus Barbados, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883) [s. vor. Ber.
pag. 666].
Poranioraorpha rosea, Taf. X, 8 — 14, Danielssen u. Koren
(Nordhavs Exped. XI).
Goniodiscus pedicellaris , Westind. Meer , pag. 245 , Taf. IV, 3,
E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883); — articulatus, Taf. XXXV,
Loriol (Rec. Zool. Suisse 1884, pag. 638); — Studeri n., Mauritius,
pag. 49, Taf. XV, 7: Sebae, Taf. XV, 6, P. de Loriol (Mein. Soc.
Phys. XXIX 1885).
Culcita Schmideliana, Taf. XX, 1—6, P. de Loriol (Mem. Soc.
Phys. XXIX 1885).
Astrogonium fallax n., Fayal, pag. 37, E. Perrier (Ann. sc.
nat. XIX 1885).
Dorigona arenata n., Marocco etc., pag. 39; prehensilis, ebendort,
E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX 1885).
Pentagonaster spinulosus, Taf. XVI, 1, de Loriol (Mem. Soc.
Phys. Geneve XXIX 1885); — parvus n., Barbados etc., pag. 231,
Taf. VII, 7—8; grenadensis n., Grenada, pag. 232, Taf. XIII, 2; tet'-
nalis n. , Gouadeloupe, pag. 233, Taf. I, 1; subspinosus , Havana,
pag. 234, Taf. VI, 1; arenatus (nicht „armatus", wie im vor. Ber.
pag. 665 angeführt), Westind. Meer, pag. 236, Taf. VII, 3—4; Alexandri
ebendort, pag. 238, Taf. VI, 3—8; dentatus, ebenda, pag. 242, Taf. III,
8; affinis, ebenda, pag. 243, Taf. VIII, 4; intermedius, ebenda, pag. 243,
Taf.V, 5, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883). — P. liispidus,
Taf. XV, 6, Danielssen u. Koren 1. c. — P. Coppingeri n., Port
Cui'tis, pag. 128; validus n., pag. 129, Thursday - Insel, J.F.Beil
(Zool. Coli. „Alert" 1884). — P. crassus n., Marocco, 1100 m. Tiefe,
pag. 34; Deplasin., ebenso; Vincentin., Canarien, pag. 34; Gosselini n.,
Marocco etc., pag. 35, grandis n. ebenso, haesitans n. , Cap Ghir,
2210 m Tiefe, pag, 36; elongatus n., Azoren, 2995 m Tiefe, pag. 38,
E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX, 1885), — P. Belli n., Magelhaens-
strasse, pag. 31; squamulosus n., N.W.-Australien, pag. 33, Taf. IV, 6;
Moebü n., ebenda pag. 35, Th. Studer (Abh. K. Ak. Wiss. Berlin
1885).
Anthenoides (diagn.), nahe Anthenea (Pentagonast,), pag. 246 ;
Peircei, Barbados, pag. 247, Taf. VIII, 1, E. Perrier (Nouv. Arch.
Mus. 1883) ; [ist im vor. Ber. pag. 666 als A. Poiresi angeführt],
Gj^mnasteria carinifera Taf. XX, 7—10, P. de Loriol (Mem.
Soc. Phys. 1885).
Naturgesch. d. Echinodermeii i. d. Jahren 1884—1885. 41
Stephanaster Bourgeti n., St. Vincent etc., pag 31, 400 — 600 m
tief. E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX, 1885).
Pentacerotidae: Pentaceros 2Vo5c7?eZü n., Müller l n., Billiton,
pag. 85—86, J. F. Bell (Proc. Zool. Soc. Lond. 1884).
P. Belli n., Insel Mauritius, pag. 53, Taf. XVI, 5, XVII, 1—2;
Sladeni n., ib. pag. 57, Taf. XVni, 1; Grayi Taf. XIX, 1 — 2,
P. de Loriol (Mem. Soc. Phys. Geneve XXIX 1885).5
Archasteridae : Archaster pulcher, St. -Vincent, pag. 254,
Taf. IX, 3-, efflorescens n., pag. 255; insignis n., pag. 256, Taf. IX, 5;
mirabilis pag. 256, Taf. Vm, 7—8, IX, 4, X, 2—3; coronatus n.,
pag. 252; echinulatus Taf. I, 4; simplex pag. 264, Taf. I, 8, Westind.
Meer, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. VI 1883) [vgl. vor. Ber. pag. 668].
Blakiaster (diagn.) pag. 265; conicus, Granada, Havanna, ib.
Taf. IX, 2, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. VI 1883).
Goniopecten n. gen., pag. 249; demonstrans pag. 249, Taf. IV, 5;
interraedius Taf.Vn, 1—2, IV, 4; subtilis pag 253, Taf. V, 3-4,
Westind. Meer, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. VI 1883); — sub-
tilis, Cap Verde etc., 220 und 4060 m., pag. 41, E. Perrier (Ann.
sc. nat. XIX, 1885).
Cheiraster Gazellae Taf. IV, 8; pedicellaris Taf.V, 9, Th. Studer
(Abb. K. Ak. AViss. Berlin 1885).
Cheiraster i^oZmi n. ; Crenaster Jfan'om'sn., mollisn.; Pectinaster
n. g. mit itmgnis n. und FilhoU n., Goniopecten inermis n. vom „Talis-
man" erwähnt kurz E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX, 1885, pag. 70—71).
Astropectinidae: Astropecten Andromeda, Taf. XIV, 16,
Danielssen u. Koren (Nordhavs Exped. XI); — irregularis Horst
(Tijdschr. Ned. Dierk. Ver. 1885, Taf. V) ; — A. alligator, Florida,
pag. 270, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. VI 1883). — capensis n.,
Tafelbay, pag. 44, Th. Studer (Abh. K. Ak. Wiss. Berlin 1885); —
Göppingen n., Thursday-Insel etc., pag. 132, J. F. Bell (Report Zool.
Coli. „Alert" 1884); — A. Hemprichii Taf. XXI, 7—8; angulatus
Taf. XXn, 2; sp., Mauritius, Taf. XXII, 1, P. de Loriol (Mem.
Soc. Phys. XXIX 1885).
Luidia Savignyi Taf. XXI, 6, P. de Loriol (Mem. Soc. Phys.
1885); — L. barbadensis pag. 267, Taf. I, 7; convexiuscula pag. 268,
Taf. VI, 10, Westind. Meer, E. Perrier (Nouv. Arch. Mus. VI 1883).
Luidiaster hirsutusn., Kerguelen, pag. 47, Taf. IV, 7, Th. Studer
(Abh. K. Ak. Wiss. Berlin 1885) [s. vor. Ber. pag. 669]. — Ebendort
Labidiaster radiosus Taf. II, III, 4, pag. 14-25.
Bathybiaster pag. 89; pallidus, Norweg. See etc., Taf. XIV, 1 — 15;
Hyaster pag. 100; mirabilis ebendort Taf. VII, 15—19, Danielssen
u. Koren (Nordhavs Expedition XI 1884) [vergl. vor. Ber. pag. 669].
Vgl. zu Perrier (Nouv. Arch. Mus. 1883) stets den vor. Be-
richt (dieses Archiv. L. 1884. 2).
42 Di'- ErichHaase: Bericht über die Leistungen in der
Porcellanasteridae: Caiüaster [s. vor. ßer. pag. 669] pedim-
culatus, 2400 ra tief, pag. 45; Sladeni, Marocco, 1900— 1435 m tief,
pag. 47. — Porcellanaster inermis n., Azoren, pag. 50, 3000 m tief;
granulosus n., Cap Blanco, pag. 53; — Styracaster spinosusn., Azoren,
2995 m, pag. 55; Edwards!, Cap Verde, 3655 m, pag. 59. — Hypha-
laster Ardonii n. , Azoren, 2995 m, pag. 61 ; Parfaiti n., Grascogne,
4787 m, pag. 65. — Pseudaster n. g. , pag. 68; coi'difer n. , Azoren,
4060 m, E. Perrier (Ann. sc. nat. XIX 1885).
ni. Ophiuroidea.
Ophioglyphidae : Ophioglypha Martensii n., Süd -Georgien,
pag. 160, Taf. II, 8 a— b; Ophioceramis antarctica n., Süd - Georgien,
pag. 161, Taf. n, 8a— b, Th. Stnder (Jahrb. wiss. Anst. Hamburg
II 1885).
Ophiopeza C07ijimgens n. , Port Molle, pag. 134; — Pectinura
megaloplax n., Port Molle, pag. 134; infernalis Taf.VIII, B; Ophio-
pinax n.g. (für Pectinura) stellatus, Taf.Vm, C bei J. F. Bell
(Resort Zool. Coli. „Alert" 1884).
Ophioglypha signata Taf. YII, 4 — 8, E. Hoyle (Proceed. R.
Soc. Edinb. Xn 1884).
Amphiuridae : Amphiura affinis n., Süd- Georgien, pag. 162,
Taf. n, 9a — b; Lymani n. ebenda, pag. 163, Taf. 11, 10a— b,
Th. Studer (Jahrb. wiss. Anst. Hamb. 11 1885); — A. fragilis n.,
Martha s Yineyard, pag. 445, A. E. Verrill (Proc. Un. St. N. Mus.
Vin 1885 (1886). — A. bellis, var. Tritonis n., Färöer-Kanal, Hoyle
(Proc. R. S. Edinb. XH 1884, pag. 716, Taf. VII, 1—3).
Ophiacantha fraterna n., pag. 441; variispina n., pag. 442; gra-
nulifera n., pag. 443; enopla n., aculeata n., crassidens n., pag. 444;
Acanellae n., pag 445; Nordostküste Amerikas, A. E. Verrill (Proc.
U. St. Nat. Mus. Vm 1885).
Ophiomitra spinea n., Nordostküste Amerikas, pag. 441,
A. E. Verrill (Proc. U. St. Nat. Mus. 1885).
Ophioscolex quadrispinus n., ebenda pag. 446, A. E. Verrill 1. c.
Ophiothrix microplax n., Port Darwin, pag. 143; Darivini n.,
ebendaher, pag. 144; melanogrmnma n., Prinz vonAVales-Kanal,pag. 145,
J. F. Bell (Report Zool. Coli. „Alert" 1884).
Ophiomyxidae : Hemieuryale tenuispina n., Nordostküste
Amerikas, pag. 446, A. E. Verril (Proc. U. St. Nat. Mus. 1885).
Astrophytidae : Ophiiiropsis n. g., nahe Astroceras, den Ophiu-
riden in Einzelnem verwandt; 0. Lymanni n., 25 "50 'S., 11"36'Ö.,
pag. 55, Taf. V, 12, Th. Studer (Abh. K. Ak. Wiss. Berlin 1885).
Euryale aspera, Taf. V, 10; — Ophiocreas adhaerens n., N. -W.-
Australien, pag. 54, Taf. V, 11, Th, Studer ebenda.
IV. Echinoidea.
Sven Loven untersuchte die Ananchytiden-Gattung Pourta-
lesia Ag. in den Arten Jeffreysii Wyv. Thoms. und mii-anda Ag.
Naturgesch. il. Echinodeniieu i. d. Jahren 1884—1885. 43
und kommt zu höchst wichtigen Resultaten für die ganze Echinoideen-
Forschung, besonders auch für die Auffassung der fossilen Formen.
Er bespricht zuerst die allgemeine Form des Skelets, das er in das
perisomatische (interradiale), ambulacrale und calycinale (apicale)
System gliedert. Nachdem er die Bezeichnung der Reihen der
Platten durch Ziffern besprochen und besonders die allgemein bilateral
symmetrische Anlage aller Echinoideen hervorgehoben, schildert er
den äusseren Bau von P. Jeffreysi Thoms. genauer mit Berück-
sichtigung der übrigen 5 beschriebenen Arten. Von fossilen Formen
stehen der Gattung Pourtalesia höchstens Infulaster (Kreide) und
Schizaster (Tert.) etwas näher. Das perisomatische System macht
nach Loven die eigentliche Hülle des Thieres aus und ist von dem
ambulacralen unabhängig; bei Collyrites und Perischoechiniden
(palaeoz.) überwiegt es bedeutend, bei Pourtalesia finden sich nur
2 Tafelreihen. An das Peristom reicht nur das frontale (III) Ambu-
lacrum, sowie der 5. Interradius mit kleinen Plättchen und der 2.
und 3. mit ihren vorderen Reihen. Wie bei den Spatangiden ist im
Interradius 1 der rechten Seite eine Verschmelzung von Platten ein-
getreten, allerdings in der b-Reihe, während sie bei Spatangiden in
der a-Reihe sich zeigt; das Product ist bei Pourtalesia eine Platte =
(Ib, 3 + 2). Bei den Collyritiden fehlt diese Heteronomie. Bei
P. Jeffreysii ist das Labrum des Interradiums 5 sehr klein, bei
P. laguncula gross, auch bilden hier ebenfalls Interradius 1 und 4
einen geschlossenen Körperring. Dieser Ring bildet nach L. die
erste Anlage zur Ringtheilung des Skelets.
Bei allen exocyclischen Echinodeen war der After in älteren
Formationen nahe am apicalen System gelegen; mit den jüngeren
Formen rückt er immer mehr nach rückwärts und zum Munde hin;
Aehuliches zeigt die Entwicklung bei Abatus cavernosus und Echino-
cardium flavescens (Taf. XIV, XV). Die Periproctmembran von
Pourtalesia gleicht der der Cassiduliden (Taf. I, 4). Eine deutliche
subanale Fasciole umzieht die caudale Verlängerung.
Stacheln meist schlank und zerstreut, Stachelwarze und Stachel-
basis durchbohrt, letztere aus maschigem Gewebe gebildet (Taf. IV, V).
Das ambulacrale System tritt nur mit dem dritten Ambulacrum an
das Peristom breit heran ; die Ebene des letzteren ist nahezu vertical,
was noch bei keinem anderen Seeigel beobachtet ist, auch der Mund-
schlitz selbst steht senkrecht (Taf. IV). Wie die Theilnahme der
Ambulacren an der Bildung des Peristoms, ist auch die ununter-
brochene Reihenfolge ihrer Täfelchen bei Pourtalesia verloren
gegangen, dagegen verschwindet die Schiefe des Baues in Bezug
auf die Achse cao und macht einer höheren vollkommenen Symmetrie
der paarigen Ambulacren Platz. Der dorsale Theil der Ambulacra
ist bei Pourtalesia nicht petaloid, und oberflächlich gelegen.
Die Arten von Pourtalesia besitzen 4—24 nur auf die sub-
44 Dr. Erich H aase: Bericht über die Leistungen in der
labialen Platten beschränkte Sphaeridien. Die Pedicellen haben bei
Spatangiden verschiedenen Stand und entsprechend Gestalt und
Function (Taf. VIII— XI) ; so dienen die phyllodialen (um das Peristom
gelegenen) als Tast-, die subanalen vielleicht zugleich als Greiforgane.
Als Peripodien bezeichnet Loven die Ambulacralporen mit den
sie umgebenden Feldern und deutet sie als den Poren der Cystideen
homologe Gebilde (vgl. Taf. XII); ihrer Lage nach theilt er sie wie
die Pedicellarien ein. Pourtalesia hat gleichartige, einfache Pedi-
cellarien, gehört also in dieser Beziehung in die Nähe von Echinoneus.
Mit der Rückwärtsbewegung des Afters verbindet sich bei den
Spatangiden eine solche der Madreporenplatte. Bei den merido-
sternalen Adeten aus dem Jura bis zu Tiefseeformen der Jetztzeit
ist die Filterplatte auf das rechte vordere Costale 2 beschränkt
(Ethmophracti Loven); bei jüngeren Formen bereitet sich mit dem
Heraustreten des Periproctes aus dem Scheitel die Madreporenplatte
über das Centrale und Costale 5 aus, wobei 2 — 3 Tafeln verschmelzen
(Ethmolysii Loven).
Die Richtigkeit dieser morphologischen Betrachtung wird durch
ontogenetische Beobachtungen von Abatus, Echinocardium, Spatangus
(Taf. XIV, XVn — XIXj bestätig-t, zugleich aber bewiesen, dass die
Madreporenplatte erst accessorisch in das Calycinalsystem eintritt,
was auch für die Genitalporen gilt. Bei Goniopygus liegen die Ge-
schlechtsöffnungen ausserhalb der Costalia in den Interradieu. Da-
gegen sind die 5 Ocellarporen auf den 5 Radialien von Anfang au
ununterbrochen beständig. Bei Palaeotropus sind ausnahmsweise
(Taf. XVII, 208) sämmtliche Costalia in eine Platte verschmolzen,
in der "Wassergefäss- und Genitalsystem münden, ähnlich ist es bei
Palaeostoma : wegen der stark vortretenden 2 Genitalporen vereinigt
sie Loven zur Gruppe der Perissogenea.
Bei Pourtalesia fehlen meist die Radialia und die Costalia sind
verschmolzen, was eine starke Degeneration des calycinalen Systems
bedeutet und dafür spricht, dass die Pourtalesien der jüngsten
Entwicklungsgeschichte angehören. Sie bilden eine besondere Familie ;
ihre Arten sind in Tiefen von 442—5300 m in allen AVeltmeeren ge-
funden werden. Bei recenten, in der Litoralzone lebenden Spatan-
giden und ihnen verwandten fossilen Formen werden die der Athmung
dienenden dorsalen Pedicellarien mehr ausgebildet und so treten die
Ambulacren II, IV, I und V am Rücken mehr zurück, werden
petaloid und sinken ein. Diese Eigenthümlichkeit wird mit zu-
nehmender Tiefe des Wassers immer mehr verwischt. (On Pourta-
lesia, a Genus of Echinoidea [Kongl. Svenska. Vet.-Ak. Handl. B. 19
No. 7. 1883] 1884. Mit 21 Taf.) [vgl. die Besprechung von H. Rauff
in Sitzungsber. niederrh. Ges. Bonn 1885, S. 93—118 (m. Figg.).]
P. M. Duncan weist nach, dass die Aurieulae der Echi-
noideen einander nicht homolog sind und schlägt den Ausdruck
Naturgescb. d. Echinodermcn i. fl. Jahren 1884 — 1885. 45
„Kiefergürtel" (perignathic girdle) vor. Bei Cidariden setzen sich
alle Kiefermuskeln an die gewöhnlich unverbimdenen „Zacken" (ridges)
an, die Modificationen der peristomalen Interradialplatten sind. Bei
Temnopleuriden gehen die Retractoren an die oben verbundenen
ambulacralen „Fortsätze" (processes); Protractoren und E-adial-
ligament setzen sich an die aus einer einzelnen Platte bestehenden
„Zacken". Bei jungen Echinen liegen die „Fortsätze" als Knötchen
durchaus ambulacral. Bei Echinometriden und Diadematiden sind
die „Fortsätze" ähnlich, aber die „Zacken" breit und niedrig und aus
mehreren Plättchen zusammengesetzt. Die „Zacken" der Grlyptostomen
sind den sog. auriculae der Cidariden bomolog, doch fehlen bei
letzteren die „Fortsätze" zum Ansatz der kräftigen Retractoren.
Bei Clypeaster finden sich nur 10 radiale „Fortsätze" mit schwachen
Muskeln, keine „Zacken"; bei Laganuni nur 5 interradiale „Zacken".
(Journ. Linn. Soc. XIX [1886] pag. 179-212, Taf. XXX— XXXI.)
P. M. Dune an und W. P. Sladen zeigen, dass die Ambu-
lacralplatten von Coelopleurus und Arbacia aus einem grossen primären
Mittelplättchen und je einem secundären oralen und aboralen Halb-
plättchen bestehen. Nur bei A. (Tetrapygus) nigra finden sich über
der unteren primären Porenplatte 3 sekundäre Halbplatten (Journ.
liinn. Soc. XIX (1886) pag. 25—57; Taf. I— II).
P. M. Duncan findet, dass die Ambulacralplatten recenter
Diadematiden meist jede aus drei 2-porigen Plättchen zusammengesetzt
sind. Bei Astropyga radiata werden die Ambulacralplatten aus
6 Plättchen gebildet und enthalten 12 Poren (Journ. Linn. Soc. XIX
(1886), pag. 95—114, Taf. V). — Derselbe stellt überhaupt 6 Typen
von Ambulacren bei den regulären Seeigeln auf, die sich bei Cida-
riden, Diadematiden, Arbaciiden, Echiniden, Cyphosomiden und den
diplopodischen S. zeigen (Journ. Geol. Soc. Lond. XLI 1885, pag. 492
bis 494).
J. F. Bell bildet Querschliffe der Stacheln von Goniocidaris
florigera, Phyllacanthus imperialis, Stephanocidaris bispinosa, Salenia
profundi und Echinocidaris spathuligera ab (Trans. R. Micr. Soc.
1884, pag. 846-850, Taf. XIII).
Die von Rathbuhn, Walter, de Loriol, Bell undDöder-
lein besprochenen Seeigelcollectionen s. o. unter „Faunen".
E. Ramsay zählt die Echinoideen des australischen Museums
auf und bespricht an australischen Arten Phyllacanthus anulifer
(5—15 Faden tief), dubius, parvispinus, Goniocidaris turbaria (Taf. III),
G. geranioides, Diadema setosum, Centrostephanus Rodgersii, Hetero-
centrotus mamillatus, Echinometra lucuuter, Strongylocentrotus tuber-
culatus, Str. erythrogrammus, Spaerechinus Australiae, Temnopleurus
toreumaticus, Microcyphus zigzag, Echinostrephus molaris, Salmacis
Dussumieri, Salmacis sp., pag. 47 (Taf. II), S. Alexandri, S. rarispina,
S. globator, Mespilia globulus, Amblypneustes ovum, A. griseus,
46 I)r. Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
A. formosns, Holopneustes porosissimus, Echinns Darnleyensis, Trip-
neustes angulosus, Euechinus Anstraliae, Echinocyamus und Fibu-
laria sp., Clypeaster humilis, Anomal anthus tumidus, Echinanthus
testudinarius, Laganum decagonale, L. Peronii, Arachnoides placenta,
Maretia planulata, Eupatagus Valenciennesii , Lovenia elongata,
Breynia Australasiae, Echinocardium australe, Hemiaster apicatus,
Brissus carinatus, Linthia australis, Scliizaster ventricosus. (Catalogue
of the Echinodermata in the Australian Mus. I Echini. Sidney 1885,
m. 5 Photogr.).
Cidaridae: Dorocidaris japanica n. , Sagamibay, pag. 76;
grandis n., ebendort, pag. 77; gracilis n., ebendort, pag. 78; — Stephano-
cidaris Useridlis n., ebendort, 100 — 160Fuss tief, pag. 79; — Disco-
cidaris mikado n., ebendort, 200 Fuss tief, pag. 80; Goniocidaris
clypeata n., ebendort, pag. 84, L. Döderlein (Arch. f. Nat. LI 1885).
Saleniidae: Salenia clypeatan., Sagamibay, pag. 84, L. Döder-
lein ebenda.
Echinidae: Salmacis Alexandrini n., für S. globator A.
Agassiz bei J. F. Bell (Zool. CoU. „Alert" 1884, pag. 118).
Echinus lucidus n., Sagamibay, pag. 97, L. Döderlein (Arch.
f. Nat. LI 1885).
Hemipedina mirabilis n., Sangamibai, pag. 96; — Toxopneustes
elegans n., Kagoshima pag. 99; — Pleurechinus variabüis n., pag. 91;
ruber n. , Tokiobai , pag. 92 ; — Salmacopsis oUvacea n. , Sagamibai,
pag. 93; lactea n., Kagoshima, pag. 94, L. Döderlein (Arch. f,
Nat. LI, 1885).
Euclypeastridae: ÄnomcdantJms n.g. für Echinanthus tumidus
Wood (Küste von N -S.-Wales) aufgestellt und genauer geschildert,
nahe verwandt mit Echinanthus und Clypeaster, vielleicht aus-
sterbende Grattung. J. F. Bell (Proc. zool. soc. London 1884, pag. 40
bis 44, Taf. H— DI).
Clypeaster clypeus n., Kagoshima, pag. 100; japonicus n.,
Tokiobai, pag. 100; excelsior n., ebenda, pag. 101; virescens n.,
Sagamibai, pag. 102, L. Döderlein (Arch. f. Nat. LI, 1885).
Laganum fudsiyama n., Sagamibai, pag. 104; L. (Peronella)
pellucidum ebenda, pag. 105; {?} ruh'tim n., Japan, Inneres Meer,
L. Döderlein (Arch. f. Nat. LI, 1885).
Spatangidae: Brissus Ayassizü n., Enoshima, pag. 108,
L. Döderlein (Arch. f. Nat. LI, 1885).
V. Holothurioidea.
K. Lampert giebt eine vollständige Uebersicht der bekannten
Holothurien und erleichtert ihre Determination durch die Beigabe
von 21 Bestimmungstabellen. Besonders berücksichtigt werden die
Kalkkörper. L. schliesst sich der Annahme Sempers an, dass die
Arten mit scharf geschiedener Bauch- und Rückenseite die älteren
seien und theilt, da diese Arten äussere Ambulacralanhänge besitzen, die
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 47
ganzen Holothurien nach letzteren ein, indem er sich in den Haupt-
zügen der bisher gebräuchlichen Anordnung anschliesst. Besonders
ansführlich geht L. auf die geographische Verbreitung ein, wobei er
sich im Allgemeinen an die von Agassiz bei den Echiniden gegebene
Eintheilung der Gebiete hält, deren er 13 annimmt (S. 257 — 259);
auch giebt er ausführliche Verbreitungstabellen der einzelnen Arten
und Abtheilungen (S. 260—283). (in C. Semper's Reisen im Archipel
der Philippinen. Theil 2, Bd. IV, Abth. 3. „Die Seewalzen" Wies-
baden 1885).
Nach Demselben nehmen bei manchen Sporadipoden (Thyone,
Thyonidium) die Füsschen in der Jugend oft eine deutliche Reihen-
stellung ein, während letztere sich im Alter bei Stichopoden ver-
wischen kann (Stichopus). Veränderlich ist bei Phyllophorus die
Zahl der Tentakeln, im Allgemeinen auch die Zahl der Cuvier'schen
Schläuche. Steinkanal und Poli'sche Blasen sind meist constant,
wenn sie einzeln, variabel, wenn sie in Mehrzahl auftreten; selbst
die Kalkkörperchen scheinen sich mit dem Alter zu verändern (Biolog.
Centralblatt, V, 1885, pag. 102—104).
H. N. Moseley beschreibt den Kalkring einer unbekannten
dendrochiroten Holothurie aus dem Sulu-Meer. Das auf der ventralen
Mittellinie gelegene Radiale des Ringes ist schmal und auch die
danebenliegenden 2 Interradialia sind klein. Die 4 symmetrischen
Radialien sind am Ende gespalten und durchbohrt. Die Radialia
setzen sich nach unten in längere, am Ende zerschlissene Fortsätze
fort. Das Schlundgerüst war Vj^" lang (Quart. Journ. Micr. Sc.
XXIV, 1884, pag. 255, Taf. XXHI).
Nach K. Lampert giebt es 320 Arten pedater, 55 elasipoder,
102 Arten fussloser Holothurien („Die Seewalzen" 1885).
F. J. Bell giebt einen Stammbaum der Dendrochirota (Proc.
Zool. Soc. 1884, pag. 257).
Aspidochirotae. Holothuria anapinusa n., Torres- Insel,
pag. 241, Fig. 7; — aplianes n., Kosseir, pag. 242; — remollescens n.,
ebenda, pag. 242, Fig. 8, 9, 22; — truncata n., Queensland, pag. 243,
Fig. 5; — Klunzingeri n., Kosseir, pag. 244, Fig. 16, 32; enalia n.,
Bahia, pag. 245, Fig. 39, parva Krauss n., Natal, pag. 246, Fig. 38,
bei K. Lampert („Die Seewalzen" 1885).
Holothuria Madeari n., pag. 150, Taf. IX, G bei J. F. Bell (Zool.
Coli. „Alert" etc. 1884).
Stichopus paradoxus n., Neu-Holland, pag. 247, Fig. 14, 17, 27,
K. Lampert („Die Seewalzen" 1885).
Dendroehirotae (A. Decachirotae): K. Lampert theilt
die Unterfamilien der Polychirotae in die Gruppe der MonocycUca
mit Orcula und Thyonidium und der Amphicijclica Lamp. mit Pseudo-
cucumis, Actinocucumis, Phyllophorus, Amphicyclus und Eucyclus
(„Die Seewalzen" 1885).
48 Dr. Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
Colochirus tuberculosus, Taf. IX, B bei J. F. Bell (Zool. Coli.
„Alert" 1884).
CnGunmYm 2^osthuma n., Java, Tafelbai, Cap, pag. 248, Fig. 51;
— Jaegeri Krauss n., Natal, pag. 249; — obunca n., Hakodato, pag. 250,
Fig. 55, K. Lampert („Die Seewalzen" 1885).
C. Semperi n., Torresstrasse, pag, 147, Taf. IX A bei J. F. Bell
(Zool. Coli. „Alert" 1884).
Semperia n. g., pag. 17, von Cucumaria abgetrennt. S. sykion n.,
Algoabai, pag. 250; — cognata n., Cuba, Fernando di Oronha, pag. 251,
Fig. 51, K. Lampert („Die Seewalzen" 1885).
Stereoderma väliäum n., Port Jackson, pag. 150, Taf. IX, E a — f,
J. F. Bell (Zool. Coli. „Alert" 1884).
Thyone curvata n., Zanzibar, pag. 252, Fig. 57 B ; Lechleri n.,
Magelhaensstrasse, pag. 253, Fig. 64, K. Lampert („Die Seewalzen"
1885). — Tb. OTceni n., Port Jackson, pag. 149, Taf. IX, D bei
J. F. Bell (Zool. Coli. „Alert" 1884).
(B. Polychirotae) Orcula luminosa n., Grönland, pag. 253,
K. Lampert („Die See walzen" 1885).
Psendocucmnis intercedens n., Patria?, pag. 254, Fig. 54 A.
K. Lampert („Die Seewalzen" 1885).
Actinocucumis difficüis n,, Torresstr,, pag. 148, Taf. IX, C bei
J. F. Bell (Zool. Coli. „Alert" 1884).
Phyllophorus proims n., ebendaher, Ders. , ebendort, pag. 150,
Taf. IX, F.
ÄmpJdcyclus n. g , von Echinocncnmis nnd Actinocucumis in der
regelmässig paarigen Anordnung der kleineren Radialtentakeln ab-
weichend, mit beiden von allen Polychiroten durch die Beschränkung
der Saugfüsschen auf die Ambulacra unterschieden, A. japonicus n.,
Japan, J. F. Bell (Proc. zool. Soc. 1884, pag. 253— 258).
Eucyclus n. g., 20 Tentakeln in 2 regelmässigen Kreisen, deren
jeder aus 5 Paaren gleich grosser Tentakeln besteht. Tentakel des
äusseren Kreises interradial, die des inneren kleiner und radial.
Kalkring aus 5 pantoffelartigen Gliedern; duplicatus n., Peru, pag. 290,
K. Lampert („Die Seewalzen" 1885).
Elasipoda: (Deimatidae): haetmogone Jourdainii n., 614 m
tief, der L. violacea Theel verwandt, mit sehr zahlreichen Darm-
gefässanastomosen und ungetheiltem Geschlechtsausführungsgang,
L. Petit (Bull. Soc, Philom. Paris IX 1885, pag. 9—11).
Apoda : ( P n e u m o n o p h o r a ) : Ankyroderma Ferrieri n. , bei Cap
Finisterre, pag. 162; — hispanicum n., ebendort, vom „Travailleur" ge-
fischt, pag. 163, L. Petit (Bull. Soc. Phil, Vn 1883, pag. 162-164).
(A p n e u m 0 n a) : Synapta hrychia n,, Cap Hatteras (N,- O.-Amer,),
pag. 440, A. E. Verril (Proc. Un. St. Nat. Mus. VHI 1885 [1886]).
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 49
Fossile Formen.
Caenozoisclie Formen.
A. Pliocän und Miocän. F. Parona erwähnt unter den
pliocänen Fossilien von Taino bei Angera 3 Arten Echinodermen
(1 Crinoid). (Eend. R. Ist. Lomb. 1883 [Im N. Jahrb. f. Min. etc.,
1884 ref.].)
K. Martin erwähnt von Ergebnissen der Tiefbohrung auf
Java an Echinoideen Maretia planulata, Arachnoides placenta (den
recenten Stücken gleich), Dorocidaris papillata, Phyllacanthus 2 n.,
Temnopleurus und Salmacis sp. (Samml. Geol. Reichsmus. Leyden
XI — XII in „Martin u. Wichmann, Beitr, z. Geol. Ost- Asiens und
Australiens", III, Heft 4 — 5).
Mazzetti und Pantanelli führen von der Fossilfauna von
Montese an Echinodermen an: Cidaris 5 H- 1 n. , Dorocidaris 1,
Hipponoe 1, Psammechinus 1, Spatangus lO + Sn., Maretia 1, Peri-
cosmus 6-rl n., Macropneustes 1, Linthia 8 -f- 4 n., Hemiaster 4-(-7 n.,
Schizaster 17 4- 7 n., Brissopsis 2, Toxobrissus 1, Brissus 1, Hetero-
brissus 1, Hemipneustes 1, Hemipatagus 1 + 1 n., Clypeaster 1,
Echinanthus 2, Pigorhynchus 1 , Nucleolites In., Echinolampas 21 + 7n.,
Conoclypeus 8 + In. (Atti Soc. Nat. Modena 3. IV. 19. 1885, pag.58— 96,
Tai I— II).
Dune an und Sladen geben eine umfassende Darstellung der
fossilen Echinodermen des westlichen Sind. In den miocänen Graj-
Schichten finden sich 34 Arten Cidariden, Arbaciiden, Echiniden,
Clypeastriden, Scutelliden, Cassiduliden, Spatangiden (Palaeont. Indica
1884—1885, pag. 273—367).
Gr. Cotteau beschreibt Echinoideen aus dem Miocän von Pata-
gonien und Oberparana (Bull. Soc. zool. France XI 1884, pag. 328
bis 342, Taf. X— XI).
B. Oligocän und Eocän: Duncan u. Sladen beschreiben
aus den oligocänen Nari - Schichten des westlichen Sind 19 Arten
Seeigel aus den Familien der Cidariden, Arbaciiden, Clypeastriden,
Cassiduliden und Spatangiden, ans den eocänen Khirtav- Schichten
69 meist neue Arten aus den Familien der Cidariden, Echiniden,
Conoclypeiden, Clypeastriden, Cassiduliden und Spantangiden (Palaeont.
Ind. 1883-1884).
A. Koch führt von alttertiären Seeigeln Siebenbürgens an:
Cidaris 4 + 2 n. , Leiocidaris 1 , Phorocidaris 1 , Hemicidaris 1 n.,
Cyphosoma 1, Coelopleurus 1, Leiopedina 1, Psammechinus 2, Cono-
clypeus l-fln., Echinocyamus 1, Sismondia 2, Scutellina 2, Laganum 1,
Scutella 1 + 1 n., Echinanthus 2 + 1 n-, Echinolampas 6, Hemiaster 1,
Toxobrissus 1, Schizaster 5, Prenaster 1, Gualteria 1 n., Macro-
Arcli. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. D
50 Dl'- Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
pneustes 1 n, , Euspatangus 2 + 5 n. (Jahrb. k. u. geol. Anst. VII
1885, pag. 47—132, m. 4 Taf.).
G. Cottean erwähnt aus dem Eocän von St. Palais (Charente-
Inferieure) 21 Arten Seeigel in 12 Gattungen, von denen 7 zu den
irregulären G. gehören. Von diesen Arten waren 8 schon länger
aus dem unteren Eocän bekannt, während 6 auch schon von St. Palais
angeführt wurden (Ann. soc. geol. XVI 1884, pag. 1—38, Taf. I— VI;
Compt. Rend. T. 98, 1884, pag. 116— 118).
Nötling beschreibt und bildet aus dem samländischen Tertiär
ab an Seesternen Crenaster poritoides; an Seeigeln Coelopleurus 1 n. ;
Baueria n. g., 1 n. sp.; Salenia Pellati, Echiuocyamus piriformis,
Lenita patellaris, Scutellina Michelini, Epiarachnius germanicus,
Echinolampas subsimilis, Schizaster acuminatus, Maretia sambiensis,
M. grignonensis , Laevipatagus bigibbus (Abh, Geol. Specialkarte v.
Preussen, 6. Bd., Hft. 3).
Echinodermen aus dem Eocän von Kärnten, darunter 1 n. Gat-
tung Echiniden, beschreibt K.A. Penecke (Sitz.-Ber. Akad. Wiss.
Wien XC. 1, 1885, pag. 327—371, m. 5 Taf.).
Mesozoische Formen.
Kreide. Neue Echiniden beschreibt P. de Loriol von Gard
und Portugal (Rec. Zool. Suisse I, 1884, pag. 605—643) u. G. Cotteau,
z. Th. aus Tunis und Frankreich (Bull. soc. zool. France IX, 1884,
pag. 328 — 342). Weiteres s. unter „Echinoidea".
lieber Holothurienreste s, n. unter „Holothurien".
Jura: Für die Juraformation Frankreichs giebt G. Cotteau
525 Arten Seeigel in 50 Gattungen an, von denen 24 dieser Formation
eigenthümlich sind. Von den in der Kreide noch vorkommenden
erreichen Collyrites (18 sp.), Pyrgaster (12 sp.), Acrosalenia (24 sp.),
Pseudodiadema (53 sp.) im Jura ihre Entwickluugshöhe, während
Pyrina, Peltaster, Cyphosoma, Goniopygus, Codiopsis, die nur in den
oberen Lagen des Jura vorkommen, diesen Grad erst in der Kreide
erreichen. Von jurassischen Gattungen findet sich im Tertiär noch
vor Pyrina, Cyphosoma. Stomechinus und Cidaris, von denen die
letzten 2 auch recent sind (Compt. Rend. T. 100, pag. 1515—1516).
[Dazu kommt nach L. D öder lein noch Hemipedina als auch recent
(Zool. Jahresbericht für 1885, pag. 180.]
A. Boehm und Jan Lorie finden, dass der Kehlheimer
Diceratenkalk hinsichtlich seiner Echinidenfauna dem oberen Corallien
nahe steht. Beschrieben werden Cidaris (4), Rhabdocidaris (5), Diplo-
cidaris (?3), Acrosalenia (2), Hemipedina (1), Magnesia (1), Glypticus
(1), Pedina (1), Stomechinus (1), Pygaster (2), Pygurus (1), Collyrites
(1). (Palaeontographica XXXI 1885, pag. 197—223).
Neue Echiniden beschreibt G. Cotteau aus den Stramberger
Schichten (Compt. Rend., T. 99, pag. 826—829; Palaeontogr. Suppl. II,
Abth. 5, 1884, 40 S , m. 5 Taf.), aus Frankreich und Tunis (Bull. Soc.
Naturgesch, d. Echinodermen i. d. Jahren 1884 — 1885. 51
Z. France IX 1884, pag. 328—342), aus Frankreich (Paleont. fran?. X
1885, pag. 849-958, Taf. 504—520); solche aus dem Berner Jura
schikiert P. de Loriol (Mem. Soc. Pal. Suisse XII, 1885, 25 S.),
ferner beschreibt Derselbe einen Seestern aus Portugal (Rec. Zool.
Suisse I, 1884, pag. 633—635).
Muschelkalk: Von Hildesheim erwähnt H. Eck Trichaste-
ropsis ciliata [Stellend.] (Zeit. d. Geol. Ges. XXXVII 1885, pag. 817
bis 825, Taf. 34).
Zech stein (Perm.): W. Waagen erwähnt aus den Kalken der
indischen Salt-ranges Eocidaris Forbesiana, Cyathocrinus (4), Poterio-
crinus, Philocrinus corneta (Palaeont. Ind. 1885, pag. 772—834).
Palaeozoisclie Formen.
Kohle: Aus dem Kohlenkalk von Illinois beschreibt Gr. Ham-
bach an Echinoideen Melonites (2 n.), Oligoporus (In.), Archaeo-
cidaris (In.) und an Blastoideen Pentremites (l + 2n.), Codonites
(1 n.), (Trans. Acad. Sc. St. Louis IV 1884, pag. 548—554). Ueber
Tribrachyocrinus aus dem Kohlenkalk von N.-S, -Wales s. unter
„Pelmatozoa" bei Ratte.
Devon: Ueber Pelmatozoa aus dem Devon berichten Gr. Frai-
pont, W. H. Barris, C. Wachsmuth, G. Hinde, H. S.Wil-
liams. Näheres s. unter „Pelmatozoa" bei den betr. Autoren.
Silur. H. Loretz stellt fest, dass der von Richter erwähnte
Echinosphaerites aus dem Untersilur Thüringens E. aurantium nahe
steht, auch erwähnt er Abdrücke von Crinoideenstielgliedern. Sämmt-
liche Reste stammen aus Quarzitknollen im Thonschiefer von Gräfen-
thal (Jahrb. preuss. geol. Landesanstalt für 1883 [1884], pag. 136—158).
Ueber Pelmatozoa aus dem Silur s. unter diesen bei llfliller
und Ringueberg; Ersterer beschreibt auch einen neuen Seestern
(s. u. „Asteroid.") aus dem unteren Silur von Nordamerika.
I. Pelmatozoa.
C. Wachsmuth und F. Springer lassen P. H. Carpenter's
Ansicht, dass alle Ventralplatten wie bei den Neocrinoideen auch bei
den Palaeocrinoideen perisomatisch seien oder einen Theil des acti-
nalen Systems bildeten, fallen, da ein grosser Theil der Ventralfläche
bes. der Palaeocrinoideen von abactinalen Platten bedeckt war und
der Kelch sich bis zur apicalen Domplatte ausdehnte. Bei den
Camarata W. u. S. sind die unteren Arme durch Interradialplatten
mit dem Kelch verwachsen und alle Theile der Schale fest durch
Nähte verbunden. Bei den Articulata sind die Platten der Schale
durch lose Ligamente und Muskeln verbunden und etwas beweglich.
Bei den Inadunata sind die Arme über den ersten Radialien frei
und 5 einzelne ventrale Interradialia vorhanden. Weiter gehen
W. u. S. auf Basalia, Infrabasalia , Radialia, Brachialia etc. näher
ein und schliessen damit, dass Interradialia bei allen Palaeocrinoideen
D*
52 Dl'. Erich Haase: Bericht über die Leistungen in der
vorkommen und besonders bei den ältesten Gruppen entwickelt sind.
Wenn die Arme von den ersten Radialien an frei sind, werden die
Interradialia durch 5 einzelne ventrale Platten gebildet. Weiter
gehen W. u. S. auf die Analplatten, den Analtubus, das Apicalsystem
ein und zeigen, dass die Aehnlichkeit zwischen Proximal- und Oral-
platte der erwachsenen Rhizocriniden oder Thaumatocriniden und
zwischen den Scheitelplatten bei Allagecrinus und Haplocrinus mit
denen des Peutacrinusstadiums nur oberflächlich ist und die Oralia
bei Palaeocrinoideen höchstens von der Centralplatte gebildet werden.
Die bei den Camaraten noch ausgebildete Scheitelplatte verschwindet
bei den Inadunaten allmählich. S. 295 geben W. u. S. eine Definition
der 2 Hauptabtheilungen der Crinoideen , die der von Carpenter sehr
ähnlich ist. W. u. S. theilen die Palaeocrinoideen ein in die Familien :
1. der Reteocriniden (pag. 313ff.), dahin Canistrocrinus n. g. (für
Glyptocrinus Pattersoni und Richard soni) ; 2. Rhodocriniden , dahin
Rhaphanocrinus n. g., pag. 320 (auf Glyptocr. subnodosus); 3. Glypt-
asteridae mit Psychocrinus n. g. , pag. 321 (auf Glyptocr. angularis,
parvus etc.) ; 4. Melocriniden mit den Abtheilungen der Stelidiocrinites
und Melocrinites ; 5. Actinocriniden mit den Abtheilungen der Agarico-
criuiten, Periechocriniten , Actinocriniten, Batocriniten ; 6. Platy-
criniden; 7. Hexacriniden (mit Arthroacantha; s.u. bei Hin de);
8. Acrocriniden ; 9. Barraudeocriniden ; 10. Calyptocriuiden. Dazu
zahlreiche Abbildungen auf Taf. IV — IX (vgl. das genauere Referat
im Zool. Jahresbericht 1885, pag. 202—204). (Proceed. Ac. Nat. Sc.
Phil. 1885, pag. 225—364.)
G. Hambach erklärt P. H. Carpenter's Sublanzetstück oder
Subambulacralplatte am Blastoideenkelch für die obere Decke des
„hydrospiric sac" oder die Kalksubstanz des darüber gelegenen Ductus
und hält die Angaben über die Zickzackplatte über den Ambulacral-
feldern und über die engere Verwandtschaft mit Pentremites auf-
recht (Trans. Ac. Sc. St. Louis, Vol. 4, No. 3, 1884, pag. 537—547).
P. H. Carpenter führt die „elastische Zickzackplatte" Ham-
bach's über dem Ambulacralfelde der Blastoideen im Anschluss an
F. Römer auf die Leisten und Furchen der Lanzetstückoberfläche
zurück und hält das schon länger nachgewiesene Vorkommen kleiner
Scheitelplatten um die Centralöffnung von Pentremites und das Vor-
kommen von Deckplatten über den Ambulacralfurchen gegen H. un-
bedingt aufrecht. Hambach's Peutremitesgruppen sind identisch
1. mit Pentremites und Troostocrinus, 2. mit Schizoblastus, 3. mit
Granatocrinus. Weiter schliesst sich Carpenter Ludwig's Annahme
von der Homologie der Hydrospiren der Blastoideen mit den Bursae
der Ophiuroiden an und weist Hambach's Vergleich der ersteren mit
den dorsalen Genitalporen der Echiniden zurück (Ann. u. Mag. Nat,
Hist. XV, 1885, pag. 277—300).
A. Foerste schildert einen zur Clinton - Gruppe gehörigen
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 53
Crinoiden aus Ohio, dessen Stielglieder in eine fast dreifach herum-
gehende Spirale geordnet sind und an Dicke sehr schnell abnehmen.
Er schliesst daraus, dass die Crinoiden die Fähigkeit besassen, ihren
Stiel spiralig zu winden (Amer. Naturalist 1884, pag. 51— 58, Figg).
G. J. Hin de fügt dem von Williams beschriebenen Crinoiden
mit beweglichen Stacheln (Arthroacantha ithacensis s. u.) aus dem
Devon einen zweiten hinzu, der wie jene Art zu Hystricicrinus n. g.
(Arthroacanthus von Schmarda an Rotatoria vergeben!) gehört.
Hystricicrinus steht abgesehen von den Stacheln dem auf das euro-
päische Devon beschränkten Hexacrinus nahe; vielleicht hat auch
Astrocrinites Benniei Stacheln besessen (Ann. and Mag. Nat. Hist. XV
1885, pag. 157— 173; Taf.YI).
L. V. öraff erkennt als Deformitäten, an Crinoiden durch
Myzostomen hervorgebracht, Anschwellungen mit scharf begrenzten
Löchern an fossilen Poteriocrinus, Apiocrinus etc. (Palaeoutogr. XXXI
1885, pag. 185—191, Taf. XVI).
Archaeocrinus desideratus n., Unter-Silur, Canada, W. R Bil-
lin gs (Trans. Ottawa Field Nat. Club 1885)
Arthroacantha n. g., Ithacensis n., Ober-Devon, Ithaka, H. S.Wil-
liams (Amer. Phil. Soc. XXI 1884, pag. 81—88). s. u. Hinde.
Codonites campanulatus n., Kohlenkalk, Nordamerika, pag, 353,
Taf. D, 8—9, G. Hambach (Trans. Ac. Sc. St. Louis 1884).
Cyathocrinus göliathus n., virgalensis n., indicusn., Kattaensis n.,
Productus-Kalk von Indien, W. Waagen (Palaeont. Ind. 1885,
pag. 772—834, Taf. 87—96.
Dolatocrinus tridactylus n. , Hamilton - Gruppe , Michigan,
W. H. Barris (Geol. Rep. Illinois 1885, pag. 102—104, m. Figg.).
Elaeocrinus meloniformis n., obovatus n., Hamilton - Gruppe von
Buffalo, Jowa, W. H. Barris (Geol. Rep. Illinois 1885, pag. 357—364).
Eucalyptocrinus inconspicuus n., Niagara -Gruppe, Taf. HI, 5,
Ringueberg (Proc. Ac. Nat. Sc. Phil. 1884).
Euspirocrinus ohconicus n., Trenton - Gruppe , Canada, Bil-
lings 1. c.
Heterocrinus Vaupeli = constrictus Hall, var , S. A. Miller
(Journ. Cincinnati Soc. 1884, pag. 16—20, 1 Taf.).
Heteroschisma n. g. , zwischen Codaster und Phaenoschisma
(Blastoid), Hamilton-Gruppe, Michigan, C. Wachsmuth (Geol. Rep.
Illinois 1885, pag. 346—357, Figg.).
Hexacrinus verrucosus Dewalque n. und minor Dew. n., Ober-
devon Belgiens, G. Fraipont (Ann. Soc. Geol. Beige 1884, pag. 105
bis 118, Taf. I).
Hystricicrinus n. g. (s. o.), Carpenteri n., Mitteldevon, Ontario,
G.J. Hinde I.e. 1885.
Megistocrinus concavusn., Hamilton-Gruppe, Michigan, C.W a c h s -
muth (Proc. Davenport. Ac. IV. 1885, pag. 95—97, m. Figg.).
54 I^r. ErichHaase: Bericht über die Leistungen in der
Melocrinus inornatus Dewalque n. und ohsciirus Dew. n., Ober-
devon Belgiens, G. Fraipont 1. c.
Pentremites Fraiponti Dewalque n., Rheinisches Devon, G. Frai-
pont I.e.; — P. Sampsoni n., pag. 551, Taf. D, 4, 4a; Roemeri
Taf. D, 3, 3a; granulosus Taf. D, 4, 4a; gemmiformis n., pag. 553,
Taf. D, 5, Kohlenkalk Nordamerika's, Gr. Hambach (Trans. Ac. Sc.
St. Louis IV 1884).
Pentremitidea amencana n., Hamilton-Gruppe, Michigan, Barris
(Geol. Rep. Illinois Vol.VII, pag. 357—364 und Proc. Davenp. Acad.
IV, 1885, pag. 88—94, Figg.).
Triao'mus n. g., nahe Hybocrinus; pyriformis n. , pag. 145,
Taf. in, 1; (jlobosusn., pag. 146, Taf. III, 2, Clinton-Gruppe, Ringue-
berg 1. c.
Tribrachycrinus corrugatus n., Kohlensandstein von N.-S.-Wales'
J. Ratte (Proc. Linn. Soc. N.-S.-AVales IX, 1885, pag. 1158—1163,
Taf. 68).
Zeacrinus Beyrichii Dewalque n. sp., Oberdevon Belgiens,
G. Fraipont 1. c.
n. Asteroidea.
Aspidaster n. g., verwandt mitOreasterbulbiferusForb., pag. 633;
Delgadoi n., Jura Lusitaniens, pag. 635, Taf. XXXIV, 8, P. de Loriol
(Rec. Zool. Suisse I, 1884).
Palaeaster magnificus n., Untersilur Nordamerika's, S. A. Miller
(Journ. Cincinnati Soc.VH, 1884, pag. 16—20, m. 1 Taf.).
Vgl. dazu 0. unter „Formen" bei Eck und Nötling.
in. Echinoidea.
Munier-Chalmas untersuchte an fossilen Seeigeln 1. die
Vertheilung der Wasserporen an der Oberfläche der Genital- und
Augenplatten. Entgegengesetzt der Regel, dass nur eine Genital-
platte zugleich als Madreporenplatte dient, besitzt Micropedina
Cotteaui (Cenoman) 3 solche, Discoidea infera 5 und dasselbe findet
sich bei Disc. cylindrica und mehreren Echinoconus, oft bei einer Art
variabel. Bei Hemipneustes kommen Wasserporen, besonders bei
H. radiatus, auch auf den 3 vorderen Augenplatten vor. So gehen
alle Poren von der vorderen Genitalplatte aus. 2. untersuchte M -C.
die Vertheilung der Geschlechtsöffnungen bei cretaceischen und
jurassischen Echiniden. Drei Genitalporen finden sich bei Isaster,
Isopneustes, Cyclaster, 'Pericosmus, nur zwei bei Ditremaster M.-Ch.
(n. g. für Hemiaster nux Des., pag. 1076), beide Poren auf den
hinteren Genitalplatten; ebendahin Hem. Covazii (Compt. Rend.
T. 101, pag. 1074—1077).
P. M. Dune an setzt 6 Typen von Ambulacraltäfelchen fossiler
regulärer Seeigel fest, die durch die Familien der Cidariden, Dia-
dematiden, Arbaciiden, Echiniden, Cyphosomen und Diplopodiden ge-
Naturgesch. d. Bchinodermen i. d. Jahren 1884 — 1885. 55
bildet werden. Bei Pseudodiadema bestehen die Ambulacralplättchen
ans 3 verschmolzenen Primärtäfelchen, gelegentlich mit einem vierten,
das als Halbtäfelchen auftritt; so grenzt D. für Arten mit wenig-
stens 4 — 5 Porenpaaren auf einem Täfelchen, z. B. P. mamillanum,
die Gattung Plesiodiadema n. g. ab (Journ. Geol. See. XLI, 1885,
pag. 419—453, Figg.).
G. C 0 1 1 e a u beschreibt die Gattungen der Cidariden und
Saleniden; von den 9 der Cidariden sind im Jura Frankreichs nur
Cidaris, Khabdocidaris und Diplocidaris aufgefunden. Von den
85 Arten werden 35(!) als neu beschrieben; von den 23 Arten Bhabdo-
cidaris sind 3 neu, von Diplocidaris werden 8 Arten angeführt. Von
Saleniden finden sich in Frankreich Acrosalenia, Pseudosalenia und
Peltastes. Acrosalenia tritt in 18 Arten, Pseudosalenia nur mit
P. aspera im oberen weissen Jura auf; P. Valleti vertritt die sonst
nur cretaceische Gattung Peltastes im oberen Corallien (Paleont.
frang. X pt. 1, 1884). — Vgl. dazu o. unter „Jura" bei Dems.
K. A. Zittel zieht seine Gattung Anaulocidaris ein, weil er
sich überzeugte, dass die vermeintlichen Coronatafeln nur eigen-
thümlich abgeplattete Stacheln von Cidaris Buchi sind (Verh. K. K.
geol. ßeichsanstalt, 1884, pag. 149 — 150; Neues Jahrb. f. Min. u.
Palaeont. 1884, IT, pag. 132). — E. W. Benecke bildet einen
Radiolus dieser Art ab (N. Jahrb. f. Min. u. Pal. 1884, II, pag. 132
bis 134, Figg.).
P, M. Duncan und W. P. S laden halten gegenüber Sv. Loven's
Behauptung, dass der von ihnen beschriebene Hemiaster elongatus
zu Palaeostoma gehöre, gestützt auf neue, zur selben Gattung ge-
stellte Arten die Zugehörigkeit jener Species aufrecht und betonen
den geringen Werth der Geschlechtsporenzahl für die Charakteristik
der Gattung (Ann. and Mag. Nat. Hist. XIV 1884, pag. 225—242).
Später stimmt ihnen Loven selbst bei (ibid. XV, 1885, pag. 72).
P, M. Duncan bestreitet, dass die von G. Cotteau beschriebenen
Echinoconus (Galerites) Lapieri (d. Orb.) und Antillensis Cott. zu
dieser Gattung gehören (Geol. Magazine 11, 1885, pag. 492—494).
A. Koch bildet ab Leiocidaris itala, Leiopedina Samusi, Psam-
mechinus cfr. Gravesii, Laganum transsilvanum , Echinolampas
giganteus, Euspatangus Haynaldi (Jahrb. k. u. geol. Anst. VII, 1885,
Taf. V— VII).
Melonitidae : Melonites era55i<5 n., Kohlenkalk Nordamerikas,
pag. 548, Taf. C, 1 ; irregularis n., ebenda pag. 549, Taf. C, 2, G. Ham-
bach (Trans. Ac. St. Louis 1884). Oligoporus parvus n., ebenda
pag. 550, Taf. C, 3, G. Hambach 1. c.
Archaeoeidaridae : Archaeocidaris Neivberryi n., ebenda,
pag, 551, Taf. D, 1, G. Hambach 1. c,
Cidaridae: Cidaris Pacomei n., Peroni n., Basseti n., houUe-
fortensis n., Jura Frankreichs, G. Cotteau (Paleont. Fran^. X 1884,
56 Dr. Erich Haas e: Bericht über die Leistungen in der
pag. 765 — 848, Taf. 455 — 502); — C. Porcsesdiensis n., pag. 53,
Taf.VI. 3; Bielzi n., pag. 54, Taf.V, 8; sp. pag. 56, Taf. V, 7; Eoeän
Siebenbürgens, A. Koch (Jahrb. k. u. geol Anst. VII 1885); —
C. excelsa n., ovipara n., Gaj-Schichten von West-Sind, Dune an u.
Sladen (I.e. Pal. Ind. 1884); — C. gibhosa n. , strambergensis n.,
Sturi n. , subpunctata n. , Stramberger Schichten, G. Cotteau
(Palaeontogr. 1884, 40 S., m. 5 Taf.); — C Uesbergensis n., Berner Jura,
P. de Loriol (Mem. Soc. Pal. Siüsse 1885); — C. subglandifera n.,
Michdleti n. (= Peroni Cott.), Französischer Jura, G. Cotteau (Pal.
Fran§. X 1885 I.e.); — C. verticülum n., Modena, Mazzetti und
Pantanelli (Atti Soc. Natur. Modena 3 lY. 19. 1885, pag. 58—96,
Taf. I— n).
Gymnodiadema n. g. , Jura Portugals , nahe Orthocidaris und
Amblypneustes, pag. 606; Choffati n, pag. 608, Taf. XXX, 1, P. de
Loriol (Rec. Zool. Suisse I 1884).
Leiocidaris candliculata n. , Khirtarschichten , Dune an und
Sladen (Pal. Ind. 1884).
Phyllacanthus jam»iMsn., sundaicus n., aus quaternären Bohrungen
auf Java, K. Martin 1. c. (s. o. Cänozoische Formen).
Porocidaris anomdla n., Khirtarschichten, Duncan u. Sladen
(Pal. Ind. 1884).
Rhabdocidaris F&rryi n., Bajocien Frankreichs, G. Cotteau
(Paleont. Franc. 1884 1. c.).
Saleniidae: Acrosalenia _2>w?c/ie?Za n., porifera n., Legayi n.,
Bathonien des französischen Jura, G. Cotteau (Pal. Frang. 1884 1. c).
Arbaciidae: Baueria n. g. für Coelopleurus Agassizii d'Arch.
und geometrica n., Tertiär des Samlandes, Fr. Nötling 1. c. (s. o.
Cänozoische Formen).
Coelopleurus sindensis n., Gaj-Schichten, Duncan u. Sladen
(Pal. Ind. 1884); — C. Zaddachiji., Tertiär des Samlandes, Fr. Nöt-
ling 1. c).
Magnosia biturgensis n., Jura Frankreichs, G. Cotteau (Pal.
FrauQ. X 1885, pag. 849—958).
Glyphostomata (Diadematidae u. Echinidae): Codiopsis
lusitanicus n., Jura Portugals, pag. 610, Taf. XXXII, 2, P. de Loriol
(Rec. Zool. Suisse I, 1884).
Cyphosoma Biseti n., dupUcatum n., Jui'a Frankreichs, G. Cot-
teau (Bull. Soc. Geol. XIII, 1885, pag. 517 — 535) ; — C. mao'ostoma n.,
undatum n., Khirtarschichten von West-Sind, Duncan u. Sladen
(Pal. Ind. 1884 1. c); — C. Mattheyi n., Berner Jura, P. de Loriol
(Mem. Soc. Pal. Suisse XU, 1885 1. c).
Bididemoi^sis varusensis n., Jura Frankreichs, G. Cotteau (Pal.
Frang. 1885 1. c).
Echinus subcrenatus n., Gaj-Schichten von West-Sind, Duncan
u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c).
Naturgesch, d. Echinodermen i. d. Jahren 1884 — 1885. 57
Hemicidaris CHrardoti n., Jura Frankreichs, Co tte au (Pal. Frang.
1885 1. c.) ; — H. HerUchi n., Eocän Siehenhürgens, pag. 58, Taf. V, 6,
A. Koch (Jahrb. k. u. g. Anst. VII, 1885); — H. Kohiji n., Berner
Jura, Loriol (Mem. Soc. Pal. Suisse 1885 1. c); — H. Zitteli n.,
Stramherger Schichten, Co tte au (Palaeoutogr. 1884, Suppl. 1. c).
Heterodiadema ouremense n., Cenoman Portugals, pag. 626,
Taf. XXXIV, 1-4, Loriol (Rec. Zool. Suisse 1884).
Hipponoe antiqua n., proava n., Gaj- Schichten von West-Sind,
Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 I.e.).
Lepidopleurus n. g. , nahe Temnechinus; granulatus n. , hemi-
sphaericus n., ebendort, Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884).
Micropsis Veronensis n., Oberital. Eocän, pag. 444—448, m. Figg.,
Bittner (Sitzungsber. math.-nat. Cl. Wiss. Wien 1884, Bd. 88, 1);
— M. venustula n., Khirtarschichten von West-Sind, Duncan und
Sladen (Pal. Ind. 1884).
Orthopsis Saemanni (Whrigt), Jura Portugals, pag. 614, Loriol
(Rec. Zool. Suisse 1884): — 0. Peroni n., varusensis n., Jura Frank-
reichs, Cotteau (Pal. Frang. 1885 1. c).
Polycyphus Bibeiroi n., Jura Portugals, pag. 612, Taf. XXXII, 1,
Loriol (Rec. Zool. Suisse 1884).
Pseudodiadema episcopale n„ Berner Jura, Loriol (Mem. Soc.
Pal. Suisse XII , 1885 1. c.) ; — P. Gauthieri n. , stellatum n. , Jura
Frankreichs, Cotteau (Pal. Frang. 1885 1. c).
Pseudopedina Bakeri n. , Bajocien Frankreichs, G-. Cotteau
(Pal. FrauQ. 1884 1. c).
Stomechinus sulcatus n., Peroni n., varusensis n., Demayersi n.,
Heberti n., cUstindus u., Jura Frankreichs, Cotteau (Pal. Frang.
1884 1. c).
Temnechinus affinis n., gajensis n., stellulatus n., Gaj-Schichten
von West-Sind, Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c).
Conoclypeidae: Conoclypeus Ackneri n., pag. 66, Taf. VI, 2,
A. Koch (Jahrb. k. u. g. Anst. 1885); — C. alveolatus w., gälerusn.,
pinguis n., rostratus n., Khirtar-Schichten von West-Ind., Duncan
n. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c); — deptxssus n., pag. 95, Taf. I, 1,
Modena, Mazzetti u. Pantanelli (Atti Soc. Modena 1885).
Clypeastridae: Clypeaster cmnplanatus la., depressus n., pelvi-
formis n., profundus n., Gaj - Schichten von West-Sind, Duncan u.
Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c); — C. monticulifera n., simplex n., Nari-
Schichten von West-Sind, Dieselben (Pal. Ind. 1884 1. c).
Echinocyamus ie&e^con^t n., Miocän der Bretagne, Bazin (Bull
Soc. Geol. France 1883, pag. 34—45, Taf. 1—3); — nummuliticus n.
mit3n. Var., rotundusn., Khirtarschichten von West-Sind, Duncan
u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c).
Echinodiscus Desori n., ellipticus n., placenta n., Gaj-Schichten
von West-Sind, Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 I.e.).
58 I^r- ErichHaase: Bericht über die Leistungen in der
Monophora Darwini Taf. XI, 13; Duhoisi n., Miocän von
Parana, pag. 341, Taf. XI, 9—12, Cotteau (Bull. Soc. Zool. France
IX, 1884).
Scutella circularis n., Miocän der Bretagne, Bazin (Bull. Soc.
Geol. Fr. 1883 1. c). — S. subtrigona n., Eocän Siebenbürgens,
pag. 73, Taf. VI, 4, A. Koch (Jahrb. k. uug. geol. Anst. 1885).
Sismondia polymorpha n., Khirtarschichten von West- Sind,
Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c.j.
Cassidulidae: Amblypygus latus n., patellaeformis n., sub-
rotundus n. mit 1 n. Var. , tumidus n. , Khirtarschichten von West-
Sind, Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 I.e.)
Bothriopygus TorccqyeUn., Kreide v.Gard, pag. 615, Taf. XXXII, 2:
lussanensis n., ebendort, pag. 617, Taf. XXXII, 3, Loriol (Rec. Zool.
Suisse I, 1884).
Cassidulus lusitanicusw.. Kreide Portugals, pag.629,Taf. XXXIV, 6,
Loriol (Rec. Zool. Suisse 1884); — C. suhinvaginatus n., Khirtar-
schichten von "West-Sind, Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c);
— C. Jacquoti n., Eocän der Landes, pag. 338, Taf. XI, 4—8, Cotteau
(Bull. Soc. Zool. X 1885).
Echinanthus aremoricus n., Miocän der Bretagne, Bazin (Bull.
Soc. Geol. France 1883 1. c); — E. intermedius n., Khirtharschichten
von West-Sind, Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 I.e.); — C.
inflatus n., Eocän Siebenbürgens, pag. 79, Taf. VI, 5, A. Koch (Jahrb.
k. u. geol. Anst. 1885).
Echinobrissus Basseti n., Jura der Charente inferieure, pag. 335,
Taf. XI, 1 — 3; Bigauxi n., Jura des Pas de Calais, pag. 333, Cot-
teau (Bull. Soc. Zool. X. 1885).
Echinolampas aequivoca n., angustifolia n.. juvenilis n., lepadi-
formis n., nummulitica n., obesa u., rotunda n., subconica n., Khirtar-
schichten von West-Sind, Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 I.e.);
— E. d'Ärchiaci n., difficilis n., placenta n., radal'ensis n., tmnida n.,
Nari - Schichten von West-Sind, Duncan u. Sladen (Pal. Ind.
1884 1. c); — E. productus n. , pag. 90, Taf. II, 9; rostratus n.,
pag. 91, Taf. II, 10 ; subquadrangulatus n., pag. 91, Taf. 11, 2 ; patellaris n.,
pag. 93, Taf. II, 11, Montese, Modena, Mazzetti u. Pantanelli
(Atti Soc. Nat. Mod. 1885).
Eolampas excentricus n. , Khirtar- Schichten von West-Sind.
Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 I.e.).
Ilarionia sindensis n., ebendort, Dieselben (1. c).
Nucleolites Binanensis n., Miocän der Bretagne, Bazin (Bull.
Soc. Geol. Fr. 1883 1. c); — pyramidalis n., pag. 88, Taf. II, 8, Mon-
tese, Modena, Mazzetti u. Pantanelli (Atti Soc. Nat. Mod. 1885).
Ottiliaster n. g. (Echinolampad.) ; pusillus n., Eocän Kärnthens,
K. A. Pen ecke (Sitz. Ber. Ak. Wiss. Wien, Bd. 90, 1884 1. c).
Naturgesch. d. Echinodermen i. d. Jahren 1884—1885. 59
Petdlaster n. g. , nahe Archiacia, pag. 330; Maresi n., Senon
von Tunis, pag. 331, Taf. X, 6—12, Cotteau (Bull. Soc. Zool. France
X, 1885).
Rhynchopygus pygmaeus n., Khirtar-Schichten von West- Sind,
Dune an u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c).
Holasteridae : Collyrites Changarnieri n., Jura, Cote d'or,
pag. 332, Taf. X, 13—15, Cotteau (Bull. Soc. Zool. Fr. X. 1885).
Spatangidae: Ätelospatangus n. g. mit nur 18 meridionalen
Asselnreihen, pag. 115; transilvanicus n., Eocän Siebenbürgens,
pag. 115, Taf. VII, 4, K. Koch (Jahrb. k. u. geol. Anst. 1885).
Brissopatagus sinclensis n., Khirtar-Schichten von West-Sind,
Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c).
Brissopsis suf flatus n., ebendort, Dieselben 1. c.
Brissus Humberti n., Miocän der Bretagne, Bazin (Bull. Soc.
Geol. Fr. 1883 1. c).
Euspatangus cordiformis n., Khirtarschichten von West-Sind,
Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c); — E. Pavayin., pag. 111,
Taf. VIII, 3—4; crassus Hofmann n., pag. 102, Taf. VIII, 2; transil-
vanicus Hofmann n., pag. 106, Taf. VII, 6—7; gibbosus Hofmann n.,
pag. 108, Taf. VII, 8, Eocän Siebenbürgens, A. Koch (Jahrb. k. u.
geol. Anst. 1885).
Gualteria Damesi n., ebendort pag. 93, Taf. VII, 2, 3, A. Koch 1. c.
Hemiaster apicalis n., carinatus n., nobilis n., Khirtarschichten
von West-Sind, Duncan und Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c); —
H. gibbus n., pag. 73, Taf. I, 8; varus n., pag. 74, Taf- 1, 6; rostratus n.,
pag. 74, Taf. I, 7; semirostratus n., pag. 75, Taf. I, 9; hertiiglobus n.,
pag. 75 ; truncatus n., pag. 76, Taf. I, 10; declivus n., pag. 77, Taf. II, 2,
Montese, Modena, Mazzetti und Pantanelli (Atti. Soc. Nat
Mod. 1885).
Hemipatagus cordiformis n., pag. 86, Taf. II, 7, ebendort, Die-
selben 1. c.
Laevipatagus n. g., nahe Spatangus, für Sp. bigibbus Beyr.,
Fr. Noetling (Abh. Geol. Spezialk. PreussenVI, 3. 1885).
Linthia subelliptica n., pag. 71, Taf. I, 4; Cucghii n., pag. 71;
auris leporis n., pag. 72, Taf. I, 5; inflata n., pag. 73, Montese, Modena,
Mazzetti u. Pantanelli (Atti. Soc. Nat. Mod. 1885); — L. orien-
tälis n., Khirtarschichten von West-Sind, Duncan u. Sladen (Pal.
Ind. 1884 1. c ).
Macropneustes rotundus n. , speciosiis n. , ebendort, Duncan
und Sladen I.e.; — Hofmanni n., "Eocän Siebenbürgens, pag. 95,
Taf. VIII, 1, A. Koch (Jahrb. k. a. geol. Anst. 1885).
Maretia calvimontana n., Desmoidinsi n., Heberti n., integra n.,
Pellati n., Eocän Frankreichs, Cotteau (Paleont. Frang. 1885,
pag. 1-48, Taf. 1-12).
60 I>r- ErichHaase: Bericht über die Leistungen etc.
Metalia agariciformis n. , depressa n., Khirtar - Schichten von
West-Sind, Duncan ii. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c).
Micraster tumidus n., ebendort, Dieselben 1. c.
Moira primaeva n., ebendort, Dieselben 1. c.
Ovulaster n. g., nahe IVIicraster, pag. 328; Gauthieri n., ? obere
Kreide, Taf. X, 1—5, Cotteau (Bull. See. Zool. X. 1885).
Pericosmus malatinus n., pag. 68, JVIontese, Modena, Mazzetti
u. Pantanelli (Atti See. Nat. Mod. 1885).
Schizaster Granti n., Nari- und Gäj - Schichten ; sufflatus n.,
Gäj-Schichten; simulans n. , symmetricus n., Khirtarschichten von
West-Sind, Duncan u. Sladen (Pal. Ind. 1884 1. c); — S. trigo-
nalis n., pag. 76, Taf. II, 1 ; convexus n., pag. 79, hexagonalis n., pag. 79,
Taf.n,3; oz;i/(>n?w5n.,pag.80,Taf.II,4; rotundusn., pag. 80; pumüiusn,,
pag. 83, Taf. II, 6 ; ci'ista galli n., pag. 83, Taf. ü, 5, Montese, Modena,
Mazzetti u. Pantanelli 1. c.
Spatangus armatus n., pag. 62, Taf. I, 2; hemiornatus n., pag. 62,
Taf. I, 3; Pagliarolensis n., pag. 63, ebendort. Dieselben 1. c.
IV. Holothurioidea.
R Pocta beschreibt und bildet aus den Kreideschichten von
Koschtiz Kalkkörperchen ab, die er auf eine Holothuride in der
Nähe von Psolus bezieht (Sitzungsber. math.-nat. Gl. Ak. Wiss.
Wien, 92 Bd. I. 1885, pag. 11, Fig. 8—9).
Bericht
über die wissenschaftlicilen Leistungen in der Natur-
geschichte der Helminthen im Jahre 1886.
Von
Dr. von Linstow
in Göttingen.
Allgemeines.
Blanchard giebt eine gedrängte Uebersicht der Hel-
minthen des Menschen und bespricht die hervorragendsten
dieselben behandelnden Werke. Taenia nana hat Verf.
selber zu untersuchen Gelegenheit gehabt; ein Tjähriges
Mädchen in Belgrad entleerte 250 Tänien, welche sich
als zu T. nana gehörig erwiesen; das Rostellum trägt
eine einfache Reihe von 24 Haken; Taenia cucumerina
wird mit dem älteren Namen T. canina Dubois be-
zeichnet; übrigens führt Verf. 22 Nematoden, 1 Acantho-
cephalen, 12 Trematoden und 11 Cestoden auf; bei der
Besprechung von Eustrongylus gigas erwähnt Verf. eines
Falles, in dem dieser beim Menschen so sehr seltene
Parasit wiederum aufgefunden ist; im Hospital Coltsa zu
Bukarest wurde ein 87 cm langes weibliches Exemplar
in der Harnblase bei einer Section gefunden. Anky-
lostomum duodenale, welchen Parasiten Verf. eingehend
studirt hat, wird besonders ausführlich behandelt, ebenso
Dracunculus medinensis, Filaria Bancrofti und Rhab-
donema strongyloides ; zum Schluss führt Verf. die ein-
zelnen Organe des menschlichen Körpers unter Angabe
der sie bewohnenden Helminthen an. R. Blanchard.
62 Dr. von Lins tow: Bericht über die wissenschaftlichen
Helminihes, Helminthiase, Helminthologie. Dictionnaire ency-
clopMique des sciences medicales^ IV. sh\^ tome XU, pag. 627
-655.
Vergl. auch R. Blancliard. Traite de Zoologie 7nMi-
cale, partie IL. Coelenteres, Echinodermes, Vers (Aueurieus
Teuias, ohne die Bothriocephalen) Paris 1886, 193 u.
iSOjyag., 147 Fig.
Von der 2. Auflage des berühmten Werkes Leuckart's
über die Parasiten des Menschen ist nach fünfjähriger
Pause die 3. Lieferung des 1. Bandes erschienen, welche
die allgemeine Charakteristik der Bothriocephaliden, die
specielle, eingehende Schilderung von Bothriocephalus
latus und dessen Entwicklungsgeschichte, sowie seine
Verbreitung und Bedeutung für den Träger, von Bothrio-
cephalus cristatus, B. cordatus und B. liguloides enthält.
Aus der Fülle des gegebenen Materials können hier nur
einige wenige Punkte hervorgehoben werden. Der ex-
cretorische Apparat der Bothriocephalen hat nicht die
Strickleiterform, wie sie bei den Täniaden vorkommt,
sondern die Seitenstämme haben, da sie sich mehrfach
spalten und unter einander anastomosiren, eine netzartige
Anordnung; ausser den tieferen Kanälen besteht noch
ein oberflächliches System von feinen Gefässen, das
auch unter sich netzartig zusammenhängt und über den
ganzen Körper verbreitet ist. Bothriocephalus latus hat
drei Geschlechtsöfi'nungen mitten in der Gliedfläche; die
vorderste ist die männliche, dicht dahinter folgt die
Scheide; beide münden dicht hinter einander in der
Tiefe einer seichten Geschlechtscloake; hinter beiden
folgt die Uterusöflfnung. Der Cirrus ist der nach aussen
umgestülpte, vordere Theil des Cirrusbeutels und stellt
das Copulationsorgan dar; das Genitalfeld ist mit Gefühls-
papillen besetzt und scheinen die einzelnen Glieder in
einen geschlechtlichen Verkehr mit einander zu treten.
Die Geschlechtsorgane entsprechen im Allgemeinen dem
bekannten Typus der Cestoden und Trematoden und be-
stehen aus Cirrusbeutel, Samenleiter, Samensammeigängen
und Hoden, aus Scheide, Eierstöcken, Dottersack mit
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1886. 63
Ausführung'sg'äng'en, Schalendrüse und Uterus. Die Grenze
zwischen den einzelnen Proglottiden ist keine voll-
kommene; ausser dem Nervensystem sind es namentlich
die Dottersäcke, welche mit ihren Ausführungsgängen
vom Vordertheile eines Gliedes in den Hintertheil des
anliegenden hinüberragen, was ebenso für die Hoden
mit ihren Ausmündungskanälen gilt. Nicht selten kommen
Gliederstrecken mit doppelten Geschlechtsöffiiungen vor.
Von dem Entwicklungsmodus ist bekannt, dass die Eier
im Wasser einen kugelförmigen, mit einem Flimmerkleide
versehenen, umherschwimmenden Embryo ausschlüpfen
lassen und ferner, dass in Esox lucius und Gadus Iota
die eingekapselten Larven leben, nach deren üeber-
tragung in den Darm des Menschen Bothriocephalus latus
entsteht; zwischen diesen beiden Phasen aber besteht
eine Lücke, denn es hat nicht gelingen wollen, mit der
schwimmenden Embryonalform Hechte zu inficiren, so
dass es wahrscheinlich erscheint, dass diese zunächst in
ein Wasserthier einwandert, um sich hier vorläufig sess-
haft zu machen, welches dann später vom Hecht ver-
schlungen wird, wie ja auch bei den meisten Trematoden
zwei Zwischenwirthe zur Entwicklung nothwendig sind;
eine ähnliche Bothriocephalen-Larve, wie Braun im Hecht
fand, bildet Verf. aus Osmerus eperlanus ab. Die geo-
graphische Verbreitung und die medicinische Bedeutung
wird eingehend besprochen; ausser im Menschen lebt
B. latus noch im Hunde und wahrscheinlich auch in der
Katze. Bothriocephalus cristatus ist eine zweifelhafte,
von Davaine zweimal in Frankreich gefundene Art von
92 cm Länge; der Kopf hat die Gestalt eines flachen
Samenkorns und Sauggruben fehlen. Die Beschreibung,
welche der Entdecker giebt, ist nicht hinreichend genau,
um mit Sicherheit die Artrechte bestimmen zu können.
Bothriocephalus cordatus ist eine vom Verf. aufgestellte
andere Art, welche sich durch eine herzförmige Kopf-
form auszeichnet und bei weitem nicht die Länge von
B. latus erreicht. Die Zahl der unreifen Proglottiden
übersteigt 50 nicht, die Gesammtzahl beträgt 400 — 660.
64 Dr. voD Linstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Die Art lebt im nördliclien Grönland und ist nur einmal
im Menschen gefunden, kommt aber häufig im Hunde,
Phoca barbata und Trichechus rosmarus vor. Bothrio-
cephalus liguloides ist gleichbedeutend mit Ligula Man-
soni Cobbold, eine Bothriocephalen- Larve von 20 cm
Länge, welche in China und Japan im subperitonealen
Bindegewebe gefunden wurde; Geschlechtsorgane fehlen
noch ganz und der Körper ist ungegliedert. Gelegentlich
erwähnt Verf. an dieser Stelle, dass er im ünterhaut-
bindegewebe von Cryptobranchus japonicus, in Lutra
brasiliensis und einem Vogel aus Florida Bothriocephalen-
Larven gefunden habe, und dass Diesing diese Formen
früher in die Gattung Sparganum gestellt habe; ferner
wird ein von Blumberg in der Brust- und Bauchhöhle
von Hund und Katze in Kasan aufgefundener Cysticercus
elongatus erwähnt, eine hakenlose Form von 10 cm Länge,
und dabei bemerkt, dass der Name C. elongatus bereits
früher von F. S. Leackart fiir einen Cysticercus des Kanin-
chens gebraucht sei, der aber wahrscheinlich mit C. pisi-
formis zusammenfalle. Den Schluss der ersten Ab-
theilung des ersten Bandes machen verschiedene Nachträge,
betreffend Beobachtungen und Entdeckungen, welche seit
dem Erscheinen der ersten Lieferungen des Werkes ge-
macht sind. Dem Rhabdouema strongyloides (Anguillula
intestinalis und stercoralis) ähnliche Arten mit gleichfalls
heterogener Entwicklung leben im Darm des Kaninchens
und des Schweins, letztere wurde von Lutz Rhabdonema
suis genannt. Verf. glaubt nicht, dass der Zwischenwirth
der merkwürdigen Filaria Bancrofti allein eine Mosquito
sei, sondern nimmt an, dass die Insassen dier letzteren
nach ihrem Tode in's Wasser gelangen und nun von
einem kleinen Wasserthiere aufgenommen werden, um mit
diesem wieder in den Menschen übertragen zu werden.
Filaria immitis lebt nicht nur im Herzen, sondern auch
im Unterhautbindegewebe des Hundes. In Betreff der
Entwicklung von Distomum hepaticum hält Verf. es für
wahrscheinlich, dass die in Redieu bei Limnaea
minuta entwickelten Cercarien auswandern, um sich an
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1885, 65
Gras und Pflanzen einzukapseln und mit diesen in ihren
definitiven Träger gelangen, ohne von einem zweiten
Zwischenwirthe aufgenommen zu werden ; der Satz, dass
Pflanzenkost niemals mit Helminthen inficire, hraucht
übrigens noch nicht als unrichtig hingestellt zu werden,
denn die bezeichnete Art der Infection mit Distomum
hepaticum ist zur Zeit noch nichts weiter als Vermuthung.
Gelegentlich der Besprechung der Cestoden-Entwicklung
führt Verf. an, er habe in Succinea amphibia ein mit
20 Haken bewaffnetes Cysticercoid gefunden ; die 0,046 mm
langen Haken machen eine Zugehörigkeit zu Taenia
citrus der Schnepfen wahrscheinlich. Taenia saginata
nimmt in den letzten Decennien stets an Häufigkeit zu,
während T. solium seltener wird. Taenia nana, bisher
nur einmal in Egypten und einmal in Belgrad beob-
achtet, ist von Grassi in Sibirien zweimal zu Tausenden
beim Menschen gefunden.
Die zweite Abtheilung des ersten Bandes enthält
die allgemeine Besprechung der Trematoden. Das Körper-
parenchym besteht seiner Hauptmasse nach entweder
aus grossblasigen Zellen oder aus einer fast homogenen,
hellen und feinkörnigen Substanz mit zahlreichen ein-
gelagerten kleinen Kernen; ähnlich wie bei den Cestoden
finden sich auch hier in der Rindenschicht des Körpers
drei Hautmuskellagen, eine äussere, dünne Ringfaser-
schicht, eine kräftige Längsfas erläge und eine innere,
sich unter einem stumpfen Winkel in diagonaler Richtung
durchkreuzende; von den Parenchymmuskeln sind die
dorsoventralen die am meisten entwickelten. Das cen-
trale Nervensystem besteht aus einem queren Markbande,
das zwischen Mundsaugnapf und Pharynx liegt und nicht
ringförmig geschlossen ist. Zwischen den Fibrillen der
Saugnäpfe und des Schlundkopfes liegen grosse Muskel-
zellen, die von anderen Forschern verschiedentlich als
einzellige Drüsen oder Ganglienzellen gedeutet sind. Die
Darmwandungen sind dünn, das Epithel der Innenfläche
trägt Cylinderzellen von mitunter beträchtlicher Länge.
Hinter dem Pharynx liegen mitunter einzellige Drüsen,
Arch. f. Naturgesch. 52. Jalirg. II. Bd. 3. H. J]
66 Dr.vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
die ihr Secret in den Anfangstlieil des Oesophagus er-
giessen und vielleicht als Speicheldrüsen zu bezeichnen
sind, während die sogenannten Kopfdrüsen eine Art Gift-
apparat darzustellen scheinen, deren Secret dazu dienen
könnte, die Darmschleimhaut des Trägers zu reizen, um
einen vermehrten Blutzufluss und eine stärkere Secretion
zu bewirken. Neben der gewöhnlichen Form des Gefäss-
systems, bestehend aus Wimpertrichtern, Capillaren,
grösseren Gefässstämmen und Endblase kommt auch eine
Flimmerung in den Längskanälen vor (auch Ref. beschrieb
eine solche bei einem Distomum aus Anguis fragilis).
Der Cirrus ist sowohl bei den Cestoden wie bei den
Trematoden Copulationsorgan, dazu bestimmt, den Samen
in die weibliche Scheide überzuführen, und zwar findet
entweder eine Selbstbegattung oder eine gegenseitige
statt. Die Bedeutung des Laurer'schen Kanals ist immer
noch zweifelhaft, vielleicht ist er bestimmt, zu viel pro-
ducirte Dottermassen oder im Uebermaass eingeführten
Samen nach aussen zu entleeren. Die Entwicklungs-
geschichte wird eingehend besprochen und dabei erwähnt,
dass die Embryonen mitunter schon vor der Geburt, mit-
unter erst in ihrem späteren Wirth, einer Schnecke,
meistens aber nach der Geburt ausschlüpfen. Die Fuss-
stummel der Redien können, besonders bei jüngeren
Exemplaren, zur Ortsbewegung dienen; schon bei den
Redien bemerkt man ein NeiTcnsystem, welches aus
einem durch Ganglienzellen gebildeten, queren Markbande
besteht, das dem Anfangstheil des Magensackes aufliegt.
Die Redien produciren nicht immer Cercarien, sondern
zur Winterszeit statt der letzteren wieder neue Redien;
in einzelnen Redien bemerkt man neben den Cercarien
vereinzelte Redien, die sich aus denselben Keimballen
wie die Cercarien entwickeln. Diese Angaben mögen
genügen, um über den Inhalt des Werkes zu orientiren,
das abgesehen von den menschlichen Parasiten eine
ausgezeichnete allgemeine Helminthologie darstellt. —
R. Leuckart. Die Parasiten des Menschen und die von ihnen
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 67
herrührenden Krankheiten. 2. Aufl., Bd. 1, Lieferung 3,
Leipzig 1886, pag. 1-—31 und 855—1000.
Das Werk des Verf. ist in das Englische übersetzt:
R. Leuckart. The parasites of man and the diseases
which proceed frorn them, translated with co-operation of the
author hy W. E. Hoyle. Edinburgh u. London 1886.
Yogt und Yung geben in ihrem Lehrbuch der prak-
tischen vergleichenden Anatomie in gedrängter Kürze
eine Uebersicht über den Bau der Nemathelminthen,
welche sie in die beiden Ordnungen der Nematoden und
Acanthocephalen theilen und zu den ersteren auch die
Gattungen Gordius und Mermis rechnen ; als Anhang der
Klasse der Rundwürmer werden auch die Chätognathen,
die Chätosomen und Desmoscoleciden besprochen. Als
Repräsentant der Nematoden schildern die Verfasser
Ascaris lumbricoides näher und besprechen die Epidermis,
die Fibrillenschicht der Cuticula, die Subcuticularschicht,
die Seitenfelder, die Rücken- und Bauchlinie, die Mus-
keln, nach welcher Ascaris lumbricoides als Polymyarier
oder Cölomyarier bezeichnet wird, das Nervensystem,
bestehend aus dem Schlundring, den 2 Seiten- und 4 Sub-
mediannerven, dem Bauch- und Afterganglion, die Lippen,
den Verdauungstract, der sich aus Oesophagus, Darm
und Mastdarm zusammensetzt, das Ausscheidungssystem;
die männlichen Geschlechtsorgane, bestehend aus Hoden,
Samenblase und Ausspritzungsgang, die weiblichen, welche
aus Eier- oder Keimstock, Eileiter, Uterus und Scheide
zusammengesetzt werden. Die Abbildungen sind grössten-
theils Leuckart's bekanntem Parasitenwerk entnommen.
Die Besprechung der Nemathelminthen im Allgemeinen
ist eine kurze, um eine gedrängte Uebersicht zu geben,
der ein Literaturverzeichniss angefügt ist, in welchem
die wichtigsten Arbeiten dieses Gebietes Erwähnung ge-
funden haben. Die Verfasser sagen, die Rhabditiden
besässen nur ausnahmsweise Geschlechtsorgane, worunter
wohl die rhabditisartigen Larven der parasitischen Nema-
toden zu verstehen sind; denn als Beispiel wird „Ascaris"
E*
68 I^r. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
nigrovenosa angeführt. C. Vogt und E, Yung. Lehrbuch
der praktischen vergleichenden Anatomie. Bi^aunschweig 1886.
Lieferung 6. Nemathehninthen pag. 344 — 375.
H. Schauinsland berichtet über die KörperscJiichten
und deren Enticicklung bei den Plattwürmern. Sitzungsber.
d. Gesellsch. f. Morphologie und Physiologie, München^ II,
1886, 1. Heft, pag. 1—10.
Railliet behandelt in einem umfangreichen Werke
von 1500 Seiten mit 705 Abbildungen die Thiere, welche
in medicinischer und landwirthschaftlicher Beziehung
wichtig sind; die Helminthen finden die gebührende Be-
rücksichtigung und werden die fraglichen Formen in
Bezug auf ihren Bau und ihre Entwicklung, abgesehen
fon ihrer praktischen Bedeutung, geschildert. A. Railliet.
Elements de Zoologie medicale et agricole. Paris 1886.
Blancliard behandelt die das Blut bewohnenden
Helminthen und schildert besonders ausführlich Gynae-
cophorus haematobius (Bilharzia haematobia). Der Körper
trägt, besonders an der Aussenseite des Männchens, eine
grosse Menge mit kleinen Dornen besetzter Papillen;
unter der Cuticula liegt eine doppelte Muskelsehicht; die
mächtigere Longitudinalschicht ist aus spindelförmigen
Zellen zusammengesetzt, die Diagonalfasern liegen durch
Zwischenräume von einander getrennt. Die cubischen
oder cylindrischen Darmzellen führen an der dem Darm-
lumen zugekehrten Seite granulöse Protoplasmafäden; ein
Copulationsorgan fehlt, der Same dringt in die Bauch-
rinne des Weibchens bis zur Vaginalmündung und wird
hier durch Capillarattraction aufgesogen. Der Embryo
zerreisst die Eischale durch seine ungestümen Bewegungen;
wahrscheinlich wird ein zu den Grastropoden gehöriger
Zwischenwirth aufgesucht; der Parasit lebt in der Pfort-
ader und ihren Aesten. Durch die massenhaft abge-
lagerten Eier werden die feineren Aeste der Venen un-
wegsam und bewirken krankhafte Veränderungen der
Organe; der Parasit lebt längs der ganzen Ostküste
Afrika's. Es werden übrigens kurz erwähnt Filaria
Bancrofti, immitis, sanguinolenta (= spirocauda, cordis
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 69
Phocae, hebetata), Evansi, papulosa, crassicauda, Cistu-
dinis, obturans, Strongylus vasorum und subulatus, Scle-
rostoma equinum, Pseudalius inflexus, Stenuriis inflexus,
Pharurus alatus und Prosthecosacter convolutus. R. Blan-
chard. Hematozoaires. Dictionnaire encyclopedique des sciences
medicales, IV. s^rie, tome XIII, Paris 1886, pag. 43 — 75.
Piesbergen untersucht die Fische der Umgebung von
Tübingen auf ihre Parasiten und führt die Helminthen
an, welche in 18 Fischarten gefunden wurden; als neue
Fundorte sind zu verzeichnen die Kiemen von Perca
fluviatilis für Dactylogyrus auriculatus, der Darm von
Barbus fluviatilis für Triaenophorus nodulosus, der Darm
von Phoxinus laevis für Echinorhynchus tuberosus, der
Darm von Squalius leuciscus für Echinorhynchus proteus
und clavaeceps, der Darm von Cobitis barbatula für
Distomum globiporum. Zwei neue Formen beschreibt
Verf., eine Distomum -Larve aus der Bauchhöhle von
Cottus gobio und Cobitis barbatula, wo sie eingekapselt
gefunden wurde und ein geschlechtlich unentwickeltes
Monostomum aus dem Darm von Cobitis barbatula, die
beide nicht benannt werden. F. Piesbergen. Die Ekto-
und Entoparasiten der Fische der Umgehung von Tübingen.
Jahresh. d. Ver. für vateil. Nalurk. Wüi^ttemberg. 42, Jahrg.
Stuttgart 1886, pag. 73—88, Tab. IL
Zschokke bemerkt, dass die Selachier unter den
Seefischen verhältnissmässig mehr Individuen von Para-
siten beherbergen, als die Teleosteer, aber auch mehr
verschiedene Arten derselben als die Knochenfische, und
dass wenig Formen von Parasiten diesen beiden Fisch-
gruppen gemeinsam sind. F. Zschokke. Arch. Sc. Phys.
et Natur. 3. ser., t. XVI, No. 10, Geneve 1886, pag. 355
bis 356.
E. Perroncito. Sulla cachessia iftero-verminosa. Estratt.
dagli Annal. R. Accad. d'Agric. di Torino, vol. XXVIII,
1886, handelt über die Beseitigung von Distomum hepa-
ticum und Strongylus Phypostomus in Schafen.
Schöne untersucht die Entozoen von 100 Hunden
und findet Taenia coenurus bei 1,58 Procent, Taenia
70 'Di*- von Lins tow: Bericht über die wissenschaftlichen
marginata bei 42,85, T. serrata bei 23,80, T. cucumerina
bei 39,68, Echinococcus bei 1,58, Cysticercus cellulosae bei
1,58, Ascaris marginata bei 36,66, Strongylus trigonoce-
phalus bei 3,i9 und Hemistomum alatum bei 1,58 Procent.
Die übrigen im Hunde gefundenen Helminthen wurden
vom Verf. nicht beobachtet, namentlich auch nicht Taenia
echinococcus. Jagdhunde beherbergen zahlreicher als die
übrigen Hunderassen Taenia serrata, weil sie mehr als
andere Hunde Gelegenheit haben, Cysticercus pisiformis
im Hasen zu verschlingen, Fleischerhunde häufiger Taenia
marginata, da sie mehr Cysticercus tenuicoUis der Rinder
fressen können, Hofhunde mehr T. cucumerina, da sie
mehr an Ungeziefer (Trichodectes) leiden, Schäferhunde
mehr T. coenurus, die bei den übrigen Hunden ganz
fehlte, weil sie mit Cönuren der Schafe in Berührung
kommen. 0. Schöne. Beitrag zur Statistik der Entozoen
im Hunde. Leipzig 1886.
Fritsch findet in Malopterurus electricus, dem egyp-
tischen Zitterwels, verschiedene Parasiten, und bemerkt,
dass das Vorkommen derselben in einem Thiere, das
so gewaltige elektrische Schläge austheilen kann, merk-
würdig ist, und müsse die Empfänglichkeit der niederen
Thiere für dieselben, besonders der Entozoen, noch näher
geprüft werden; vielleicht seien sie in junge Exemplare
des Zitterwelses eingewandert und hätten sich bei ver-
mehrtem Wachsthum an die immer stärker werdenden
elektrischen Strömungen im Innern des Fisches gewöhnt,
so dass sie immun gegen dieselben geworden seien; Verf.
beschreibt einige neue Arten aus Malopterurus, die unten
erwähnt werden. G. Fritsch. Die Parasiten des Zitter-
welses. Sitzungsher. d. K. Akad. Wissensch. VI, Berlin 1886,
pag. 99—108, Tab. I.
R. Wernicke. Die Parasiten der Hausthiere in Buenos
Ayres. Deutsche Zeitschr. für Thiermed. Bd. XII, 1886,
Heft 4 — 0, pag. 304 — 307 spricht besonders von den
Entozoen der Schafe und bietet zoologisch nichts Neues.
Sonsino, welcher 12 Jahre hindurch in Egypten auf
dem Gebiete der Helminthologie thätig war, muss aus
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 71
Gesundheitsrücksichten dieses Land verlassen und giebt
eine kurze üebersicht der von ihm und anderen Forschern
daselbst gemachten Entdeckungen in diesem Zweige der
Zoologie. Dranunculus medinensis wurde zuerst von
Pruner, Clot Bey und Ferrari in Egypten gefunden,
Ankylostomum duodenale entdeckte dort Pruner und
wurde dann von Bilharz und Griesinger näher studirt;
Gynocophorus haematobius fand Bilharz, ebenso Distomum
heterophyes und Taenia nana; über letzteren Parasiten,
wie über Filaria Bancrofti stellte Verf. wiederholte Unter-
suchungen an und fand Gynaecophorus crassus in der
Vena portarum des Rindes und im Schaf, sowie Gastro-
discus polymastos = Amphistomum Sonsinoi im Magen
des Pferdes, und eine Blutfilarie in demselben Thiere;
in einer Schnecke entdeckte er eine Cercarie, welche
dem Distomum recurvatum des Ref. aus Anas marila
entspricht, während Mantey, Zancarol, Mackie und Kar-
tulis Gynaecophorus studierten und letzterer die Eier
desselben im Gewebe der Leber, der Nieren und der
Prostata fand; Galeb untersuchte in Egypten die Oxyuren,
welche Insekten bewohnen, und fand darunter verschiedene
neue Arten. P. Sonsino. Apergu des etudes hehnintholo-
giques en Egypte. Bullet, de l'Listitut Egypten , 2. ser.,
No. 6, Cairö 1886, pag. 1—15.
Ueber Reise in Turkestan von A. P. Fedtschenko, para-
sitische Würmer, Nematoden, Trematoden und Acanthocephalen,
bearbeitet von Dr. 0. V. Liustow, ins Russische übersetzt
von A. Tichomirow, Schriften der Kaiserl. russischen Ge-
sellsch. für Naturkunde, Anthropologie und Ethnographie,
Bd. XXXI V, 2, Moskau 1886, Bd. 11, Abth. V, Heft 5 der
Reise in Turkestan .^ vid. Archiv für Naturgesch. 1883,
pag. 274—314, Tab. VI— IX und Jahresbericht pro 1883,
pag. 784—785, 797 und 806—807.
Challan de Belval. Au Tonkin. Paris 1886., macht
Bemerkungen über Schmarotzer.
Die Arbeiten von
M. Stossich Brani di Elmintologie Tergestina. serie
72 Dr. von Lins tow: Bericht über die wissenschaftlichen
terza, Boll. Soc. Adr. scienze not. Trieste 1886, vol. XI, No. 2,
tav. VII — IX, sowie
R. Blancliard. Notices hehninthologiques, I. serie, Bullet.
Soc. zoolog. de France t. XI, Paris 1886, pag. 294 — 304,
jpl. X und
0. T. Linstow. Helminthologische Beobachtungen. Archiv
für Naturgeschichte, Berlin 1886, pag. 113 — 138, tah. VI — IX
enthalten Artbeschreibungen, die hierunter an der ent-
sprechenden Stelle erwähnt werden.
Nematoden.
Nach so eingehenden Untersuchungen, wie sie von Nussbaum,
Schneider und van Beneden über die Veränderungen vorliegen,
welche nach der Befruchtung in den Eiern von Ascaris megalocephala
vorliegen, könnte es fast Wunder nehmen, dass dieses Thema noch
einmal in der ausführlichsten Weise behandelt wird; wir sehen aber,
dass die hier zu besprechende Arbeit Carnoy's wesentlich andere
Resultate als die Untersuchungen der genannten Forscher bringt.
Als Färbemittel wendet Verf. besonders Methylgrün an und hält er
dasselbe für den vorliegenden Zweck ganz besonders geeignet. Die
unreife Eizelle besteht aus der Zellsubstanz und einem grossen Kern,
der wiederum aus dem Kernplasma, einem Kernkörperchen (nucleole
plasmatique) und einem sich grün färbenden, absatzweise verdickten
Strang (boyeau nucleinien) zusammengesetzt ist, der unregelmässig
im Kern aufgerollt liegt. Der Strang verdickt sich bei der weiteren
Entwicklung und spaltet sich in 8 kurze, dicke, gleich grosse Stäb-
chen (bätonnets). Bald trennen sich die Stäbchen tu 2 Grruppen von
je 4; nach dem Eindringen des Samenkörperchens in das Ei birst
die Kernmembran; die Körnchen des Zellplasma oder die Vacuolen
dringen in den Kern hinein und die Kernkörperchen verschwinden,
worauf sich eine helle Zone um die Stäbchengruppen bildet, welche
den Wagner'schen Flecken entsprechen. Die beiden Enden der
Stäbchen färben sich lebhafter als deren Mitte, und sie entsprechen
den van Beneden'schen Kügelchen. Nunmehr entsteht eine Spindel
(fuseau) und an deren beiden Polen bilden sich Strahlenbüschel
(asters); im Aequator der Spindel aber liegen die beiden Stäbchen-
gruppen in der Richtung der Spindelstrahlen; die Strahlenbüschel
sind Modificationen des Zellplasmas. Bald öffnet sich die Spindel an
der der Eiperipherie zugewandten Seite; die beiden Hälften treten
hier weit auseinander und das Zellplasma mischt sich mit dem Kern-
plasma, ein Zustand, welchen Verf. als offene Figur bezeichnet.
Strahlenbüschel bilden sich übrigens auch am Aequator der Spindel
Leistungen in der "Natnrgesch. der Helminthen i. J. 1886. 73
und accessorische können ausserdem in der Umgebung auftreten,
liegen aber immer symmetrisch um die Spindelaxe gruppirt. Die
Figur bewegt sich nun bis zur Peripherie der Eizelle, die Spindel
und die Strahlenbüschel verschwinden, und die eine der beiden
Stäbchengruppeu , von einer kleinen Plasmameuge umgeben, wird
ausgestossen und stellt so das erste Polkügelchen (premier globule
polaire) dar, während die andere im Zellplasma verbleibt. Diese
Trennung hat die Charaktere einer wahren Zelltheilung, wie auch
das Polkügelchen eine Zelle ist, welche nur einen unvollständigen
Kern besitzt, da diesem das Kernplasma und die Kernmembran
fehlen. In dem Zellplasma bildet sich nun eine vollständig neue
Spindel; die im Ei noch vorhandenen 4 Stäbchen trennen sich in
2 GTruppen von je 2 und lagern sich wieder in die Aequatorialebene
der Spindel, um die sich Strahlenbüschel bilden wie um die erste;
bis zu 8 derselben wurden beobachtet. Die Vorgänge sind genau
wie bei der ersten Figur; auch diese öffnet sich nach der einen Seite
und 2 der Stäbchen werden als zweites Polkügelchen ausgeschieden,
worauf wiederum Spindel und Strahlenbüschel verschwinden. Von
den ursprünglich vorhandenen 8 Stäbchen, welche sich während dieses
ganzen Vorganges nicht verändern, befinden sich also jetzt nur noch
2 im Ei; dieselben umgeben sich mit Keruplasma und einer Membran
und stellen so den definitiven Eikern (noyeau de l'oeuf), das Aequi-
valent des Samenkerns dar. Das unbefruchtete Ei enthält scheinbar
dem Samenkörperchen gegenüber zu viel Nuclem, so dass ^4 <^6s-
selben mit den Polkügelchen ausgeschieden werden muss; nach der
Befruchtung ist die Hälfte der ursprünglichen Masse vorhanden,
von der ^j^ vom Ei, V4 vom Samenkörperchen geliefert wird.
Der zweite Theil der Arbeit behandelt nicht nur die Eier von
Ascaris megalocephala , sondern auch die von Spiroptera strumosa,
einer unbestimmten Ascaris des Hundes, Coronilla robusta, Filaroides
mustelarum, Ascaris lumbricoides, eines Nematoden aus Scyllium und
Ophiostomum mucronatum. Bei der weiteren Entwicklung theilen
sich die Stäbchen in den beiden Kernen durch Längstheilung in 4
und diese wieder in 8 Theile; diese strecken sich in die Länge,
segmentiren und vervielfältigen sich, und sehen so dem anfangs
vorhandenen Strang ähnlich; die beiden Kerne nähern sich dann
einander, legen sich eng an einander und verschmelzen, so den
Furchungskern bildend. Die Furchung vollzieht sich in anderer
Weise als durch den bisherigen Theilungsmodus; auch hier bildet
sich von neuem eine Spindel, in deren Aequator die Stäbchen in der
meridionalen Richtung stehen ; auch hier bilden sich Strahlenbüschel,
die aber meistens nur an den Polen wurzeln; nunmehr aber theilen
sich die Stäbchen in der Aequatorialebene der Spindel und die beiden
Hälften weichen aus einander. Bei Spiroptera strumosa bilden sich
auch vor der Abscheidung der Polkügelchen nur 2 polare Strahlen-
74 Dr. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
büschel; vor dem Austritt des zweiten bildet sich in der Regel über-
haupt keine Figur und wird dasselbe häufig überhaupt nicht aus dem
Ei ausgeschieden. Bei Ophiostomum mucronatum finden sich statt
der bisher beobachteten 8 Stäbchen deren 6, die sich in 12 theilen
und von denen zur Bildung des ersten Polkügelchen 6 ausgeschieden
werden; hierauf theilen sich die Stäbchen wiederum in der Aequa-
torialebene der Spindel und zur Bildung des zweiten Polkörperchens
werden wiederum 6 ausgestossen, während 6 im Ei verbleiben. Be-
reits die jungen Eier haben eine Hüllmembran, auf welche bei
einigen Arten sich concentrische Schichten zu einer Secundärmembran
ablagern ; in einzelnen Fällen legt sich über diese noch eine Tertiär-
membran. Wenn die meisten Arten 8 Stäbchen in der ersten Figur
zeigen und Ophiostomum 6, so findet man bei Ascaris lumbricoides
deren etwa 12. Die Bildung und Ausscheidung des ersten und
zweiten Polkügelchens geschieht bei den einzelnen Arten stets genau
in derselben Weise. Bei allen Arten wurden ^/^ der Stäbchen aus-
geschieden; die im Ei verbleibenden theilen sich dann der Länge
nach, um zu Strängen auszuwachsen. Die Theorie, dass die unbe-
fruchteten Eier hermaphroditische Zellen sind und das männliche
Element in Gestalt des Polkügelchens ausgestossen wird, um durch
das Samenkörpercheu ersetzt zu werden, ist nicht richtig, denn auch
in den sich parthenogenetisch entwickelnden Eiern werden Pol-
kügelchen ausgeschieden, die sich später nicht wieder mit dem Ei-
kern vereinigen. Zur Eifurchung verschmelzen stets der weibliche
und der männliche Kern; mitunter beginnt die Furchung auch schon
vor der Verschmelzung; hierbei zertheilt sich der Strang im Kern
in Segmente, bei Filaroides in 16, bei Spiroptera in 12, bei Ophio-
stomum ebenfalls in 12, beim Nematoden aus Scyllium in 8. Verf.
betont, dass die Plasmadierese identisch ist im Thier- und im
Pflanzenreich. Die sehr sorgfältige und ausführliche Arbeit, durch
viele schön ausgeführte Abbildungen erläutert, hat wesentlich neue
Gesichtspunkte erschlossen und verdient die höchste Beachtung.
J. B. Cornoy. La cijtodierese de Voeuf. La vesicule ge)'minative et les
glohules polaires de V Ascaris megalocephale. La cellule, recueil de
Cytologie et d'histologie generale, tome II, fasc. 1, und tome III, fasc. 1.
Louvain, Gand et Lierre, 1886, 103 pag., piche V—VIII.
Ueber Hallez, Recherches siir Vembt-gogenie et sur les conditions
du developpement de quelques Nematodes. Mem. soc. sc. Lille 1886,
t. IV, vid. Bericht 1885, pag. 6.
Ref. beobachtet, dass die kleine, fadenförmige Assel Julus
guttulatus von Zersetzungsproducten der menschlichen Excremente
lebt, unter deren angetrockneten Krusten man sie auf Feldern und
in Gärten findet, die mit ihnen gedüngt sind; dieselben enthalten
häufig massenhaft Eier von Ascaris lumbricoides, die im Sommer
den Embryo in der Eischale entwickeln. Neben der Neigung zu den
Leistungen in der Naturgesch aer Helminthen i. J. 1886. 75
menschlichen Excrementen benagt Julus guttulatus auch zum Keimen
in die Erde gelegte Bohnen, Erbsen, Gurken- und Kürbiskerne, frisst
Löcher in Mohrrüben und Fallobst jeder Art und besonders gern in
Grartenerdbeeren , und bleibt in diesen so hergestellten Höhlungen
Tags über ruhig liegen. Nun findet Verf., dass Julus guttulatus
mit Begierde auch die Eier von Ascaris lumbiicoides frisst und die
Eischalen verdaut, konnte aber bisher leider nur mit Ascarideneiern
experimentiren, die den Embryo noch nicht völlig entwickelt hatten.
Sicher ist das Thier ausserordentlich geeignet, die Larven von Ascaris
lumbricoides auf den Menschen zu übertragen, indem es besonders
von Kindern unbewusst mit rohen Mohrrüben, Fallobst und Erd-
beeren gegessen wird. 0. v. Linstow. liebet' den Zwischenwirth
von Ascaris lunibricoides . L. Zooloy. Anz. No. 231, Leipzig 1886,
pag. 525-628.
In der Umgegend von Limburg taucht nach Diil)ois nunmehr
Ankylostomum duodenale auf und wurde bei 14 Individuen beob-
achtet; in den Fäces fanden sich nach Verabreichung von Extr. fil.
mar. 30 — 400 Ankylostomen , deren Darm häufig mit Blut gefüllt
war. Der Lehmboden, auf welchem die Personen arbeiten, ist im
Sommer ein gutes Medium zur Entwicklung der Larven. V. Dubois.
Ancylostomiasis in Limburg. Weekhl. 1886, No. 11; Allgem. med.
Central-Zeitung IV, Berlin 1886, No. 27, pag. 446—447.
Paroiia bemerkt über die Veröffentlichung von B. Pernice,
Tre casi di anchilostomiasi nei solfatari in Sicilia, Morgagni, No. 7,
1886, nach der einer der Schwefelgruben- Arbeiter 1000 Ankylostomen
beherbergte, Pernice behaupte mit Unrecht, dass das Vorkommen
von Ankylostomum in den Provinzen Palermo und Caltanissetta
bisher unbekannt gewesen sei, denn bereits im Jahre 1882 habe er
(Parona) das Vorkommen dieses Parasiten in Lercara bei Palermo
constatirt in seiner Arbeit „Insuccessi delF estratto etereo di felce
maschio-improprio", Giornale della R. Accademia die Medicina di
Torino, fasc. 8, 1882 und später in „Relazione intorno alla cura dei
minatori del Gottardo accolti a carico del Governo nel Civico Spedale
di Varese", 1884; auch Pistoni habe dasselbe angegeben in „SulI
importanza dell' anchilostoma duodenale", Riv. Clin, die Bologna,
1382; ausserdem hält Verf. die Aeusserung von Pernice, dass unsere
Keuntniss des genannten Parasiten zur Zeit fast vollständig sei, für
nicht zutreffend, da die geographische Verbreitung und sein Ver-
hältniss zur Anämie nur noch unvollständig bekannt seien; was den
letzteren Punkt betrifft, so sei es sicher, dass in der Romagna durch
Cantu die Eier in den Fäces von Schwefelgruben- Arbeitern in grossen
Mengen gefunden seien, ohne dass diese an Anämie litten : L'anemia
dei zolfatari el' anchilostoma duodenale, Riv. Clin. Bologna 1882,
ebenso durch Valentini: L'anemia di zolfatari, Raccoglitore medico
di Forli, 1883, und letzterer hält überhaupt die Ankylostomen für
76 Dr. von Lins tow: Bericht über die wissenschaftlichen
unschädliche Gäste des menschlichen Organismus. E. Parona. L'anchi-
lostomiasi nelle zolfatare di Sicilia. Annali dagli Universali di Medi-
ana, vol. 277, Milano 1886, pag. 1—7.
Joseph referirt über die im vorigen Jahresbericht pag. 15 — 17
besprochene Arbeit von Lutz vorwiegend vom medicinischen Stand-
punkte aus. G. Joseph. Beferat über: „Ä. Lutz, lieber Arikylostoma
duodenale und AnJcylosfomiasis. Leipzig 1885". Deutsche Medicinal-
zeitung 1886, No. 76.
Schulthess findet, dass die Minimal-Längenmaasse von Anky-
lostomum duodenale für beide Geschlechter gleich gross sind, was
schon Leichtenstern beobachtete ; von diesem wird die Länge für die
Männchen auf 6,o — 11,5 mm, für die "Weibchen 6,o — 15 mm, von Verf.
für erstere auf 7,o — 11,2, im Durchschnitt auf 8,3 mm, für letztere
auf 7,0 — 11,5, durchschnittlich auf 11,48 mm angegeben. Die Weib-
chen wurden bei Sectionen und Abtreibungen stets in grösserer Zahl
gefunden als die Männchen und beträgt die Menge der letzteren
V4— 75 <l6i' Gesammtzahl; dieselben erscheinen vielleicht aus dem
Grunde nicht gleichzeitig mit den Weibchen in den Excrementen,
weil sie nicht denselben Aufenthaltsort haben, wie ja auch durch
Lutz constatirt ist, dass die Männchen im Darme wandern, die
Weibchen aber an der Darmschleimhaut festgesogen haften. Ausser
dieser Vermuthung enthält die Arbeit nichts Neues; dagegen macht
Verf. auf verschiedene Unrichtigkeiten aufmerksam, welche andere
Autoren, die über den fraglichen Parasiten geschrieben haben, be-
gangen haben und bemerkt, dass der Mechanismus des Ansaugens
mit der Mundkapsel an die Darmschleimhaut, das Wiederloslassen
derselben und die Function der Zähne noch nicht gehörig erklärt
sei, namentlich sei die Art und Weise, wie die Zähne wirkten, un-
klar, da dieselben, besonders die grossen, hakenförmigen dem Ventral-
rande der Mundkapsel unbeweglich eingefügt seien. (Ref. meint,
dass man sich die Anheftung wohl so erklären müsse, dass der Oeso-
phagus sein Lumen erweitert, wodurch die Darmschleimhaut in die
starre Mundkapsel hineingesogen wird und die mit ihren Spitzen
rückwärts gerichteten Zähne sich dann von selbst in dieselbe hinein-
haken; die Lösung würde dann nach dem Nachlassen der Saug-
wirkung des Oesophagus durch ein Vorschieben des ganzen Köii)ers
eintreten.) Als Maximum der Lebensdauer giebt Verf. die Zeit von
8 Monaten an und leben die Männchen kürzer als die AVeibchen.
Die Eier sind 0,or, mm lang und 0,04 mm breit, während die von
Oxyuris vermicularis 0,052 mm lang und 0,024 mm breit, also erheblich
schmäler sind. W. Schulthess. Noch ein Wort über Ankylostoma
duodenale. Berlin, kl. Wochenschr. 23; Berliyi, 15. Nov. 1886, No. 46,
pag. 797—800; 22. Nov. 1886, No. 47, pag. 812—816.
Leichtenstern glaubt gefunden zu haben, dass Ankylostomum
duodenale ähnlich wie bei Rhabdonema und Angiostomum eine im
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 77
Freien sich fortpflanzende Rhabditis-Form habe, die aber hier in
unbegrenzten Generationen sich fortpflanzen soll, was eine Entdeckung
von grossem Interesse wäre. Der Parasit scheint im Darm öfter
seinen Platz zu wechseln, denn Verf. fand bei einer Section die
Thiere zwischen vielen Ecchymosen der Darmschleimhaut haften, die
ebenso vielen früheren Bissstellen zu entsprechen schienen. Die
Helminthen entleeren reines Blut aus dem Anus, saugen also offenbar
weit mehr davon, als zu ihrer Erhaltung nöthig ist, wodurch die
durch sie hervorgerufene verderbliche Wirkung erklärlich wird.
Nach einer Reihe von Jahren sterben die Parasiten und es tritt
Spontanheilung der Anämischen ein; am leichtesten werden die
Männchen entfernt, da diese häufiger, um die "Weibchen aufzusuchen,
einen Ortswechsel vornehmen, und so eher mechanisch durch die
Fäcalien fortgerissen werden können als die Weibchen; übrigens
scheinen erstere keine geringere Lebensdauer zu haben als letztere.
0. Leichtenstern. Weitere Beiträge zur Änkylostomen frage. Deutsche
med. Wochenschr. Berlin 1886, No. 11, 12, 13.
Rutgers macht zur Constatirung von Ankylostomum duodenale
im Menschen auf die schon wiederholt betonten Grössen- und Form-
unterschiede zwischen den Eiern dieses Parasiten und denen der
übrigen Darmparasiten des Menschen aufmerksam. B. Butgers.
Ankylostomum duodenale. Weekhl. van het Nederl. Tijdschr. voor
Geneesk., 1886, No. 39.
Blaucliard beschreibt als neu Ankylostoma Boae aus dem
Darm von Boa constrictor, bei dem das Männchen 6, das Weibchen
7,5 — 8 mm lang ist; Trichocephalus affinis lebt auch im Blind- und
Dickdarm von Cervus alces und Rictularia Bovieri ist eine neue
Art, die nur im AVeibchen beobachtet wurde, aus dem Darm von
Vespertilio murinus; an der Bauchseite stehen 2 Reihen erst nach
vorn, dann nach hinten gerichteter Chitinplatten, welche weiter nach
hinten zu starken, rückwärts gerichteten Dornen werden; Ref. ver-
gleicht die Art mit Rictularia (Ophiostomum) cristata aus Myoxus
avellanarius und mit Rictularia (Pterygodermatites) plagiostoma aus
Yespertilio murinus {■= Ophiostomum spinosum). (Auch Pterygo-
dermatites Macdonaldi aus Magaderma frons wäre zu erwähnen.
Ref.) (1. c).
Blaiichard beobachtet ferner das Vorkommen von Filaria loa,
die meistens bei Negern gefunden wird; in der Regel sah man den
Nematoden unter der Bindehaut des Auges sich bewegen, er lebte
aber auch unter der Haut der Augenlider, unter der Hornhaut und
unter der Haut der Finger; ein Exemplar wanderte rasch von einem
Auge zum andern durch das die Nasenwurzel bedeckende Binde-
gewebe unter der Haut. Die Heimath des Parasiten ist die West-
küste von Afrika, die Guinea-, Angola-, Gabon-, Ogorue- und Congo-
Küste, also die Strecke vom Aequator bis zum 10. Grad südlicher
78 Dr. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Breite; die Lauge beträgt 16—70, durchschnittlich 30— 40 mm., als
Mittel aus 12 Beobachtungen. Verf. meint, dass der Helminth in
Larvenform mit dem Trinkwasser eingeführt werde, vom Darm aus
in die Blutgefässe gelange und nun sich herausbohre, um an dem
ihm passenden Platze zu bleiben, wobei er an die übrigen, die
Augen der Wirbelthiere bewohnenden Nematoden erinnert, welche
z. Th. dem Genus Ceratospira angehören. B. Blancliard. La filaire
sous-conjonctivale (Filaria loa Gmjot). Frogres mecUcal, 2. ser., IV,
1886, No. 29, pay. 591—593; No. 30, pag. 611—612.
Leidy beschreibt Filaria scapiceps n. sp,, gefunden unter
der Haut eines Hinterbeins von Lepus sylvaticus, Filaria obtunsa
n. sp. aus der Leibeshöhle von Junco hyemalis und der „meadaw
lark" (?Alauda campestris), sowie aus Quiscalus purpureus; Filaria
cirrura n. sp, aus der Orbita von Quiscalus major, Filaria nodu-
losa Rud. unter der Kopf- und Nackenhaut von Collurio ludovicianus,
Filaria stigmatura n. sp. aus der Schwimmblase von Salvelinus
namaycush, Filaria helecina Molin aus dem Glehirn von Plotus anhinga,
Trichosomum tenuissimum Dies, aus dem Darm von Zenaidura caro-
linensis, Menopetalonema eremita n. sp. aus dem Masseter von
Meles labradorica, Ascaris simplex R. aus dem Magen von Lage-
norhynchus spec.?, Ascaris compar Schrank aus dem Darm von
Ortyx virginianus, Ascaris vesicularis Fröl. aus dem Darm von
Ortyx virginianus, Ascaris depressa Rud. aus dem Darm von Strix
brachyotus und Bubo virginianus, Ascaris ensicaudata aus dem Munde
von Mimus polyglottus, Ascaris microcephala Rud. aus dem Magen
von Nyctiardea grisea, Ardea herodias, Hydronassa tricolor und
Botaurus mugitans, Ascaris spiculigera Rud. aus Graculus dilophus,
Plotus anhinga, Pelicanus trachyrhynchus und P. fuscus, Ascaris
tenuicoUis aus Alligator mississippieusis , Ascaris anoura Duj. aus
Ophibolus spec.?, Ascaris penita n. sp. aus dem Darm von Tra-
chemys scabra, Physaloptera torquata n. sp. aus dem Magen
von Meles labradorica, Physaloptera turgida Rud. aus dem Magen
von Didelphys virginiana, Physaloptera abbreviata Rud. aus der
Leibeshöhle von Phrynosoma regale, sowie Nase, Mund und Schlund
von Phrynosoma hernandezi, Hedruris androphora Nitzsch aus dem
Magen von Nanemys guttatus, Cucullanus roseus Leidy aus dem
Darm von Manouria fusca und Tropidocerca certa n. sp. in Cysten
der Magengegend von Diomedea exulans; bei letzterer Art hat das
Männchen die gewöhnliche Nematodengestalt. J. Leidy. Notices of
nematoid loorms. Proceed. Acad. Philadelph. April — Septemb. 1886,
paH. II, pag. 308—313.
Cobbold (gestorben den 20. März 1886) bemerkt, dass die Eier
von Strongylus Arnfieldi im Zustande der Dotterfurchuug abgelegt
werden; die Embryonen entwickeln sich im Freien und verlassen in
einigen Tagen die Eihülle, um sich darauf bei warmem Wetter in
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 79
feuchter Erde in einigen Tagen zu häuten, worauf sie einige Wochen
in Rhabditis - Form leben; ein Zwischenwirth wird wahrscheinlich
nicht aufgesucht. Darauf werden sie passiv in den Darm ihres
Wirths gebracht, wo sie in die Wandung des Cöcum mid Colon
dringen, sich hier encystiren und sich wiederum häuten; der Para-
sitismus wird dem Träger öfter verderblich. Die jungen Würmer
pflegen die Cyste zu perforiren und in das Lumen des Darmes zu
dringen, wo sie die äusseren Geschlechtscharaktere annehmen; hier
bilden sie sich Cocons durch Verlöthung vegetabilischer Substanzen
im Darm, und hier häuten sie sich zum dritten Male; hier ändert
sich auch die Structur des Darms und im Colon endlich werden sie
geschlechtsreif. /. Sp. Cobbold. Beso'iption of Strongylus Arnfieldi
with observ. on Strongylus tetracanthus. Journ. Lirm. Soc, vol. XIX,
London 4. März 1886, pari VII, zoology No. 114, pag. 284—293, pl. 36.
Strongylus Axei aus der Magenschleimhaut von Equus asinus
wurde bereits im Jahresbericht 1884 pag. 726 angeführt, und giebt
Cobbold nunmehr eine durch Abbildungen erläuterte, genauere Be-
schreibung, wobei er die Verwandtschaft mit Strongylus Dougiassii
des Strausses, Str. pergracilis des schottischen Rebhuhns und Str.
contortus des Schafs betont. Den Stützapparat der männlichen
Spicula nennt Verf. ein drittes Spiculum; die Tliiere sind zart und
klein und misst das Männchen nur Vg", das Weibchen y^"; die
Rippen der männlichen Bursa werden beschrieben und die wichtig-
sten Maasse angegeben; die Eier sind verhältnissmässig sehr gross
und die Spicula kurz. T. Sp. Cobbold. Description of Strongylus
Axei (Cobb.) proceed. by remarks of its affmities. Linn. Soc. Journ.
Zoolog, vol XIX, pag. 259—264, pl. 32.
lieber R, Blanchard, Nouvelle Observation de strongle geant,
Compte rendii de la Soc. de biologie, 1886, pag. 474 siehe oben.
Cobbold bespricht ferner die Lungen -Nematoden der Rinder
und Schafe, Strongylus micrurus, filaria, paradoxus, rufescens und
Pseudalius pulmonalis. Von Strongylus micrurus wird die Entwick-
lung verfolgt. Die Embryonen enthaltenden Eier werden von dem
Thiere durch Hustenstösse mit dem Schleim, in den sie eingebettet
sind, ausgeworfen; am 22 October wurden die Embryonen, die sich
schnell aus der dünnen Eihülle befreien, in feuchte Erde gelegt ; sie
sind Vso" laiig und konnten 5 Monate lang am Leben erhalten
werden, ohne sich wesentlich zu verändern, nur die Mundöifnung war
deutlicher geworden. Verf. Hess die Larven mit Erde von Regen-
würmern fressen, in denen sie sich weiter entwickelten, und zwar
in der Weise, dass der Oesophagus und ein zelliger Darm deutlich
wiirden und die Länge auf V50" wuchs. Grelangten die so ent-
wickelten Larven nach aussen, so häuteten sie sich in Thau- und
Regentropfen auf Farnkrautwedeln und wurden in 2 Tagen ge-
schlechtsreif und V30" lang"; das Männchen, und nur dieses wurde
80 Dr. von L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
beobachtet, zeigte 2 kurze Spicula, ein spitzes Schwanzende und
eine jederseits von 5 gestielten Papillen gestützte Bursa (der Bhab-
ditis oxj^iris sehr ähnlich. Ref.); einer höheren Temperatur aus-
gesetzt, wurde das Männchen sehr lebhaft in seinen Bewegungen.
Eine feuchte Wiese war bekannt, auf welcher Schafe sich mit Stron-
gylus filaria inficirt hatten, und wurden von einer aus 72 Thieren
bestehenden Heerde 70 dorthin geführt, welche sämmtlich von einer
durch Strongylus filaria hervorgerufenen Helminthiasis starben, wäh-
rend die beiden anderen gesund blieben, und meint Verf.. dass auch
diese Art, ähnlich wie Strongylus micrurus, eine im Freien lebende,
rhabditis- artige Generation habe, deren Nachkommen an feuchten
Plianzentheilen leben und so beim Fressen in die grasenden Thiere
gerathen. T. Sp. Cohholä. The lumj paradtes of cattle and slieep,
with repo7'ts on experiments. Journ. roy. agricult. sog. of England,
vol. XXII, pari. II, London 1886, pag. 1—18, 10 Fig.
Walker berichtet über das Vorkommen Syngamus trachealis in
Vögeln. (Referat im nächsten Jahresbericht).
H. Walker, Gapes in Fowls. (Syngamus trachealis). Bullet.
Buffalo Sog. Nat. Sc., vol. 5, pag. 49 — 71; American Naturalist vol. 20,
Oct., pag. 898.
Raillet hat, nachdem bereits früher die Entwicklung ohne
Zwischenwirth bei Trichocephalus dispar, affinis und crenatus nach-
gewiesen war, nunmehr die von Trichocephalus depressiusculus des
Hundes experimentell geprüft. Im Februar that Verf. Eier dieses
Nematoden in AVasser, in denen sich Ende Juli ein beweglicher
Embryo entwickelt hatte; diese Eier wurden an einen Hund ver-
füttert, der Ende Oktober secirt wurde und in seinem Cöcum etwa
150 junge Trichocephalen beherbergte, die an der Darmschleimhaut
befestigt waren. Dochmius (Ankj'lostomum) stenocephalus ist
eine neue Art aus dem Hunde ; das Männchen ist 6 — 8 mm lang und
0,24 — 0,28 mm breit , das Weibchen hat eine Länge von 8 — 10 und
eine Breite von 0,25 — 0,38 mm ; die Rückwand der Mundkapsel hat
keine Zähne und die Pulpa des Mittellappens der männlichen Bursa
ist etwa 3 mal länger als die beiden aus ihm entspringenden Rippen.
M. Raillet. Notices helminthologiques. 1886.
Trichosomum papillosum n. sp. (von Polonio und Wedl
bereits zweimal vergebener Name, Ref.) bewohnt nach Fritsch den
Magen von Malopterurus electricus und konnte nur im Weibchen
beobachtet werden; dasselbe ist 15 mm lang und zeigt unregelmässig
über den ganzen Körper zerstreute Papillen. Eine andere Nema-
todenforai desselben Wirths ist eine 2— 3 mm lange Ascaris- Larve,
welche encystirt zwischen den Blättern des Gekröses, den Fettlappen,
in der Muskulatur der Bauchwandung, in der flockigen Haut Rudolphi's
und, was das Merkwürdigste ist, im elektrischen Organ selbst lebt.
Diese Ascariden müssen den mächtigen Schlägen des Fisches aus
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 81
erster Hand also widerstehen können, ohne daran zu sterben; zur
Geschlechtsreife werden sie, wie Verf. meint, vielleicht in aas-
fressenden Thieren kommen, wie in Geiern und Krähen, da die
Fische sich bei Lebzeiten gegen ihre Angreifer durch ihre mächtige
"Waffe zu wehren wissen (l c).
Eulenlberg bespricht die Erkrankung und das Absterben der
im Schweinefleisch eingekapselten Muskeltrichine und bemerkt, dass
als erstes Zeichen des Absterbens einer Trichine an den Polen der
Kapsel eine Bindegewebswucherung auftritt. Entweder degenerirt
der Nematode nun fettig oder er verkalkt und wird in der Folge oft
die ganze Kapsel von unregelmässig geformten Kalkstücken erfüllt;
die Bindegewebshülle, welche als Ursache des Absterbens der Tri-
chine anzusehen ist, verschwindet dann wieder. E. Eulenberg. Die
Ergebnisse der neueren Untersuchungen des Schweinefleisches. Viertel-
jahresschr. für. g€fi\ Med. u. öffentl. Sanitätswesen, Neue Folge,
Bd. XLIV, Heft 1, Berlin 1886, pag. 150—161.
Die Zahl der im Jahre 1885 in Preussen auf Trichinen unter-
suchten Schweine betrug 4,421,208, also 190,481 weniger als im
Jahre vorher, und war die Zahl der im Verhältniss zu den unter-
suchten Thieren als trichinös befundenen eine geringere als vorher;
im Jahre 1884 kam auf 1741 untersuchte Schweine ein trichinöses,
im Jahre 1885 war das Verhältniss dagegen wie 1852 : 1. Ln Ganzen
wurden 849 mal Trichinen gefunden, und zwar bei weitem am häufig-
sten im Regierungsbezirk Posen, wo etwa '/g aller überhaupt trichinös
befundener Schweine entdeckt wurden, nämlich 174; demnächst am
häufigsten zeigten sie sich in Königsberg, Breslau, Liegnitz, Frank-
furt a. 0. und Potsdam, entsprechend den Zahlen 78, 78, 73, 63, 76,
während sie in Berlin, Osnabrück, Aurich, Münster und Wiesbaden
ganz fehlten. Die Anzahl der trichinös befundenen amerikanischen
Speckseiten und Schweinefleisch-Präparate hat erheblich abgenommen,
die Gesammtzahl betrug 101, von denen auf Marienwerder 30 und
auf Stettin 30 kommen, wie ja auch die Menge der überhaupt ver-
kauften amerikanischen Schweinefleisch - Präparate , welche in den
Handel kamen, sehr erheblich verringert ist. Trichinose bei Men-
schen trat in geringer Häufigkeit auf und wurde beobachtet im
Regierungsbezirk Frankfurt a. O. (Sorau, Drossen, Königsberg, Ost.
Sternberg) , im Regierungsbezirk Merseburg (Delitzsch , Eisleben,
Hettstedt) und in Berlin. Hier erkrankten 8 Familienmitglieder
und das Dienstpersonal nach dem Genüsse eines geschenkten Schinkens
und einer der Erkrankten starb. H. Eulenberg. Uebei' die im Jahre
1885 in Preussen auf Trichinen und Finnen untersuchten Schiveine.
Vierteljahr sschr. für gerichtl. Medicin u. öffentl. Sanitätswesen, Neue
Folge, Bd. XL V, Heft 2, Berlin 1886, pag. 384—388.
Zoologisch nichts Neues bringen die Schriften: L. Schröder.
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. J^
82 Dl'- vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Zur Casuistik der Trichinenerlcrankung. St. Petershurger med.
Wochenschr. 1886, No. 50, pag. 439 — M2. R. Long. Die Trichine.
Eine Anleitung zur Fleischschau. Bei'lin 1886. E. Wolf. Die Unter-
suchung des Fleisches cmf Trichinen, 7. Aufl. 1886. A. Joline. De)'
Trichinenheschauer. Berlin 1886. A. Hag'er. Die Untersuchung des
Schweinefleisches auf Trichinen und Finnen. Frankfurt 1886.
Ref. prüft die von Leuckart gefundene Entwicklung- von
Angiostomum nigrovenosum im Freien zum Vergleich mit A. ento-
melas und macrostomum und findet, dass die Embryonen der grossen,
hermaphroditischen, parasitischen Form schon in 4 Tagen im Freien
geschlechtsreif werden; bei allen drei Arten sind die Embryonen
der parasitischen Form dicker, schwächer und träger in ihren Be-
wegungen, die der zweigeschlechtlichen, freilebenden Art schlanker^
kräftiger und lebhafter. Oxysoma brevicaudatum aus Rana und
Anguis wird auf seinen Bau und seine Entwicklung untersucht.
Die Embryonen, welche schon im Uterus frei werden, leben im
Wasser und den feuchten Excrementeu ihrer Wirthe mehrere Wochen
und werden hier langsam etwas länger und schmäler; sie häuten
sich hier und der Anfangs unsichtbare Darm ist deutlich erkennbar;
das stumpfe Schwanzende hat sich in ein spitzes umgewandelt.
Wird die so veränderte Larve wieder in den Darm aufgenommen,
so entwickelt sie sich ohne Zwischenwirth zur Geschlechtsreife. Das
Weibchen führt an der Bauchlinie eine Reihe Papillen, die vom
Kopf bis zum Schwänzende reicht; die Vulva des Weibchens, nach
der Copula von einem harten Pfropf verschlossen, liegt etwas vor
der Körpermitte; von hier wendet sich ein doppelter Uterus nach
hinten bis dicht vor den Anus; daselbst verengt sich jede der beiden
Geschlechtsröhren zu einer Tuba und wendet sich nach vorn, er-
weitert sich dann wieder zu einem Receptaculum seminis, verengt
sich nochmals zu einer zweiten Tuba und geht alsdann in das lang-
gestreckte Ovarium über, das sich bis zum Ende des Oesophagus
erstreckt und von da wieder eine Strecke nach hinten verläuft. Die
langen Spicula des Männchens sind offenbar dazu bestimmt, in die
beiden Uterusröhren einzudringen und dem Samen den Weg bis zum
Receptaculum seminis zu bahnen. Die Larven von Cetonia aurata,
welche im Grunde der Colonien der Waldameise leben und von diesen
gefüttert werden, beherbergen im Rectum eine grosse Oxyuris-Art,
die Oxyuris ovocostata genannt wird, weil die Eier 6 Längs-
leisten tragen; die Art ist identisch mit der aus Glomeris unter
dem provisorischen Namen Oxyuris Glomeridis beschriebenen und
wird sie mit den übrigen in Käferlarven gefundenen Oxyuren ver-
glichen; bemerkenswerth sind 2 nach vorn und 2 nach hinten von
der Excretionsöffnung ausgehende grosse Gefässe {l. c).
Ueber Myoryctes berichtet J. van Rees. Mycyryctes Weis-
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 83
manni. Tijdschr. Nederl. Bierh. Vei^een., 2. ser., B. 1, Äfl. 2, Versl.
img. CXXXVI.
Leuckart berichtet in einer vorläufigen Mittheilung über einen
merkwürdigen Nematoden, der Asconema gibbosum genannt wird.
Die Eier gelangen vor Beginn der Furchung in die Leibeshöhle des
Wirthes, Cecidomyia, wo sie von einer Länge von 0,25 bis zu 0,35 mm
anwachsen; in's Freie gelangt, werden sie in 3 Tagen geschlechts-
reif, ohne wesentlich grösser zu werden; die Männchen gehen bald
nach der Copula zu Grunde; die Nachkommen werden wohl durch
den After in die Cecidomyia -Larven einwandern; die Entwicklung,
welche bei Sphaerularia fast ein Jahr dauert, ist hier in wenig
Wochen vollendet. B. Leuckart. Ein sphärularien- artiger neuer
Nematode. Zoolog. Anz. IX. Jahrg., Leipzig 1886, No. 40, pag. 743
bis 746.
Derselbe giebt ferner an, dass die Sphaerularia - artigen Weib-
chen nicht nur in den Larven, sondern auch in den ausgebildeten
Exemplaren von Cecidomyia pini leben ; ein dem Körper aufsitzender,
einen mit der Leibeshöhle communicirenden Hohlraum enthaltender
Buckel, in welchem Theile des Darms und der Geschlechtsorgane
liegen, zeichnet das Thier aus. Einige Tage nach Ablage der Eier
schlüpfen die Embryonen aus, die von gewöhnlicher Nematodenform
sind. Der Beutel entsteht aus einem bruchsackartigen Vorfall der
Scheide. Parasitisch leben, wie bei Sphaerularia, nur die befruchteten
Weibchen. Diesen Parasiten beschreibt der Verfasser unter dem
inAtractonema gibbosum geänderten Namen; die Länge beträgt
0,6 mm , der Beutel ist 0,25 mm hoch ; bis zu 40 oder 50 Exemplare
leben in einem Wohnthier; die Vulva mündet in den an der Bauch-
fläche liegenden Beutel und ist hier das Ende der Geschlechtsröhre
zwiebelartig angeschwollen; in ihm liegt auch ein Theil des Darms,
der, wie bei Mermis, von einem soliden Zellenstrang gebildet wird;
Mund und After fehlen. Der Beutel entsteht durch einen Vorfall
der Scheide, welche in der Weise hervorquillt, dass der Rand stehen
bleibt und zunächst ein conischer Zapfen aus der Genitalöffnung
hervorwächst. H. Leuckart. Atractonema gibbosum, ein Sphaerularia-
artiger, neuer Nematode. Ber. d. mathem. nat. Kl. Sachs. Gesellsch. d.
Wissensch. 1886, pag. 356—365.
R. Leuckart. üeber die Entwicklung der Sphaerularia bombi.
Biolog. Centralb., 6. Bd., No. 9, pag. 282—283. vergl. Bericht pro
1885, pag. 12. s. auch G. Dimmock. Sphaerularia in America. Ame-
rican Naturalist, vol. 20, No. 1, pag. 73 — 75.
de Man beschreibt eine Anzahl von Nordsee - Nematoden auf
das Sorgfältigste und erläutert die Beschreibung durch eine grosse
Anzahl vortrefflich ausgeführter, zum Theil nach sehr starken Ver-
84 Dl*. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
grössemngen gezeichneter Abbildungen. Die äussere Schicht der
Cuticula wird als Epidermis bezeichnet; bei Euoplus liegt zwischen
dieser und der subcutanen Schicht eine Pünktchenschicht, die
mit sehr zahlreichen, äusserst kleinen, runden, in Querreihen an-
geordneten Pünktchen versehen ist, so dass die Haut hier sehr fein
quergestreift erscheint. Mit Recht nennt Verf. die die Muskelfelder
trennenden Organe nicht Linien, sondern Median-, Seiten- und Sub-
medianfelder ; der Ausdruck Medianlinie wird nur im mathematischen
Sinne gebraucht. Bei Anticoma fehlen Medianfelder ganz. Die
Seitenorgane, becherförmige, nach aussen geöffnete Bildungen mit
einem in sie hineiudringenden Kanal, mitunter spiralig aufgerollt,
sind in ihrer Function völlig räthselhaft; mitunter sieht man eine helle
Substanz aus der Ausmündungsöffnung hervorragen. Der Oesophagus
umschliesst 3 lange, mitunter durch die ganze Länge desselben sich
hinziehende Drüsen, die Oesophagusdrüsen, welche in den Boden der
Mundhöhle ausmünden; in ihrem hinteren Theil sind sie dichotomisch
verästelt, oder nehmen zahlreiche, quer verlaufende Seitenäste auf.
Bei Oncholaimus sind die 3 unbeweglichen, im Grunde der Mund-
höhle stehenden Zähne die Ausführungsorgane der Oesophagusdrüsen.
Darm und Oesophagus sind durch sogenannte vordere Intestinal-
muskeln, die frei durch die Leibeshöhle verlaufen, mit dem Haut-
muskelschlauch verbunden. Die männlichen und weiblichen Ge-
schlechtsorgane werden bei Enoplus, Anticoma und einigen Oncholaimen
von einer paarigen, bei Euchromadora und Tripjioides von einer
einfachen, ungetheilten Röhre gebildet. Sämmtliche freilebenden
Nematoden haben bekanntlich gleiche Spicula, von welcher Regel
aber die Gattung Euchromadora eine Ausnahme macht, da sie hier
ungleich an Form und Grösse sind; bei ganz jungen Exemplaren
sind sie aber auch hier gleich. Die Gattung Euoplus zeichnet sich
aus durch glatte, ungeringelte Haut und drei unbewegliche Zähne
in der Mundhöhle, von denen jeder 2 nach innen gerichtete Spitzen
fühlt; vor dem Seitenorgau liegt eine eigenthümliche , verlängert-
eirunde, rinnenförmige Grube. Die Muskelschicht des männlichen
ductus ejaculatorius besteht aus einer Doppelreihe hinter einander
gelegener Muskelzellen. Bei Anticoma und Phanoderma liegt vor
dem After in der Bauchliuie ein eigenthümliches Organ, Hülfsorgan
genannt, das als Haftorgan bei der Copulation zu dienen scheint;
bei verschiedenen Arten inseriren sich radiäre Muskeln an die Vulva.
Das Epithel des Uterus und wahrscheinlich auch der Eileiter ist
polyedrisch gebaut, während das Ovarium-Epithel faser- oder spindel-
förmig ist; die Schwanzdrüsen erstrecken sich meist durch die ganze
Länge des Schwanzes und münden durch eine Röhre an der Schwanz-
spitze aus. Euoplus communis Bastian = Enoplus cochleatus Schneider
und wahrscheinlich auch = E. Dujardini Bastian zeigt am Kopfe
diagonal verlaufende, sich kreuzende Faserschichten der Cuticula.
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J, 1886. 85
An der Ventralseite des Oesophagus liegt die Ventraldrüse, welche
einen Ausführungsgang nach aussen hat und hei einigen Arten ein-
zellig ist, bei E. communis aber 2 vordere und 2 hintere Ausläufer
hat (so gleicht sie ganz dem Ausmündungstheil des Excretionsgefäss-
systems bei Oxyuris ovocostata, Ref.) ; mittels eines kurzen, chitinigen
Röhrchens mündet das Organ nach aussen. Enoplus brevis hat
2 Median- und 2 Submedianfelder ; gleich vor dem Nervenringe
liegen hier wie bei E. communis 6 Drüsen, die wahrscheinlich nach
aussen, an der queren, sogenannten Kopflinie münden, die unmittel-
bar hinter den Seitenorganen verläuft. In den Bursalmuskeln des
Männchens fanden sich zahlreiche stäbchenförmige Körperchen, die
wahrscheinlich Bacterien sind. Die früher vom Verf. als Oncholaimus
assimilis beschriebene Art ist identisch mit Eurystoma tenue Marion.
Sehr merkwürdig und aller Analogie entbehrend ist das bei Oncho-
laimus fuscus und albidus gefundene „röhrenförmige Organ", das nur
beim Weibchen vorkommt; hier liegt es frei in der dorsalen Körper-
region, mündet am hinteren Körperende etwas vor dem Alfter an
zwei symmetrisch gelegenen Stellen durch zwei auffallende, chitini-
sirte, von körnigen Drüsen umgebene Oeffnungen nach aussen, steht
am Vorderende mit den Geschlechtsdrüsen in Verbindung und
ebenfalls an zwei anderen, symmetrisch vor uud hinter der Geschlechts-
öffnung gelegenen Stellen, die warzenartig geschwollen sind, durch
zwei Kanälchen mit den beiden Hälften des Uterus; die Function
dieses auffallenden Organs ist vorläufig völlig räthselhaft. Bei Anti-
coma pellucida zeigt der Eileiter an seinem letzten Ende ein auf-
fallendes, muskulöses Gebilde, das in den Uterus hineinragt und
ersteren gegen letzteren verschliessen kann. Tripyloides vul-
garis n. sp., n. gen., hat spiralige Seitenorgane, 3 grosse, abgerundete
Lippen und eine Mundhöhle mit 2 lateralen, taschenförmigen Aus-
stülpungen; 4 Submedianfelder hören vor dem Nervenriuge auf und
fangen neben dieser Stelle von neuem an, um nach hinten zu ver-
laufen; Holichoanolaimus (Spilophora) robustus Bastian, Hypo-
dontolaimus (Spilophora) inaequalis Bastian und Euchromadora
(Chromadora) vulgaris sind drei vom Verf. in neue Genera gestellte
Arten, von denen das letztere Genus sich durch merkwürdige, in
Querreihen geordnete Grübchen der Cuticula auszeichnet; auch hier
besteht ein besonderer Verschlussapparat zwischen Eileiter und
Uterus. Das Werk verdient nicht minder als die vorletzte grosse
Arbeit des Verf. nach Inhalt, Ausführung uud Ausstattung die Be-
zeichnung eines helminthologischen Prachtwerkes, welches in klarer
Weise den Bau der erwähnten Gattungen und Arten erschöpfend be-
handelt. J. G. de Man. Anatomische Untersuchungen über freilebende
Nordsee- Nematoden. Leipzig 1886.
Oerley (nunmehr gestorben) stellt die in faulenden Substanzen
lebenden Nematoden in einer Arbeit zusammen, die des Neuen und
86 Dr. vonLiustow: Bericht über die wissenschaftlichen
Interessanten Manches bietet. Nach einem Literaturverzeichniss be-
spricht Verf. den Fang, das Conserviren und das Züchten der bezüg-
lichen Formen, sowie die Methode der morphologischen Unter-
suchnngen. Die allgemeinen Organisationsverhältnisse sowie die
Kenntniss der Organe werden hierauf besprochen und unterscheidet
Verf. in der Cuticula eine äussere Längs- und eine innere Ring-
faserschicht; in der Subcuticula liegen grosse Kerne und bildet die-
selbe die sogenannten Dorsal-, Ventral- und Laterallinien, die wohl
besser als Felder zu bezeichnen wären, ferner die Pulpa der Lippen
und die als Rippen bezeichneten Fortsätze des männlichen Schwanz-
endes; in den Seitenlinien verlaufen die Seitengefässe und in der
Nähe des Ausführuugsganges derselben liegen zwei mit grossen
Kernen versehene Drüseuzelleu. Von den den Nervenring bildenden
Nervenzellen liegen 2 — 4 an der Rückenseite, 5 — 6 an den Seiten
und zahlreiche an dem Bauche; von demselben gehen nach vorn
2 seitliche und 1 dorsaler Nerv zum Kopfe und ein Doppelstrang an
der Bauchseite tritt in die hinter dem Oesophagus liegenden Muskel-
felder. Verf. bemerkt, dass die Grrössenverhältnisse einer Art von
dem Medium, in dem sie wachsen, abhängig sein kann; so wird
Rhabditis pellio in faulenden Regenwürmern gezüchtet 3 mm lang,
die später auftretenden Generationen 2 mm und die an Froschmuskeln
gezüchteten nur halb so gross. Die Nematoden theilt Verf. in drei
Unterordnungen, nämlich Nematentozoa (Trichotracheliden, Filarien,
Ascariden, Strougyliden etc.), Rhabditiformae (Angiostomum, Rhab-
donema) und Anguillulidae (Rhabditis, Diplogaster, Oephalobus,
Anguillula, Teratocephalus etc.). Ausführlich besprochen "wird nun
das ganze Genus Rhabditis und durch Abbildungen erläutert, die
dadurch besonders wichtig sind, dass die betreffenden Embryonal"
formen immer mit abgebildet sind. Rhabditis pellio, terricola, brevi-
spina, elongata, ferner Oephalobus rigidus und appendiculatus werden
beschrieben; letztere Art bildet bekanntlich zwei, eine parasitische
und eine freilebende Generation und findet Verf., dass nicht die
erste, wohl aber die zweite sich unbegrenzt weiter entwickeln kann ;
letztere kann auch in den Fuss von Nachtschnecken einwandern und
so parasitisch werden, erlangt an diesem Orte aber nie Geschechts-
reife; ferner Diplogaster longicauda, lirata und rivalis, Anguillula
oxophyla, Angiostomum entomelas, macrostomum, sanguinolentum,
rubrovenosum und uigrovenosum, Rhabdonema strongyloides. Es
werden die geographische Verbreitung und die Lebenserscheinungen
besprochen; die Entwicklung ist äusserst rapide, so dass in 48 Stunden
schon eine neue Generation auftreten kann ; dabei ist die Vermehrung
eine so massenhafte, dass in einem Falle 20 Gramm faulendes Fleisch
in drei Tagen von Rhabditiden völlig verzehrt war; sie bedürfen,
wenngleich sie in faulenden Substanzen leben, doch der atmosphärischen
Luft und gehen, wenn die Fäulnissgase nicht entweichen können,
Leistungen in der Natiirgesch. der Helminthen i. J. 1886. 87
schnell zu Grunde. In einigen Weibchen entwickeln sich zahlreiche
Embryonen und verzehren deren innere Organe gänzlich, so dass
man sie mit Keimschläuchen vergleichen könnte, so bei Rhabditis
pellio, wie es durch Leuckart bei Augiostomum nigrovenosum und
durch Ref. bei Ang. entomelas und macrostomum bekannt wurde,
doch entwickeln die freilebenden Weibchen dieses Genus in der
Regel nur 2 Embryonen. Vor der Copula betastet das Männchen
mit den Bursalpapillen den Leib des Weibchens, dessen Drüsen an
der Vulva dann einen Klebestoff absondern, durch welchen die Bursa
an dem weiblichen Körper haften bleibt. Todte Larven strecken sich
und die Fettkügelchen der Subcuticularschicht fliessen zusammen,
wodurch das Aussehen entsteht, welches Perroncito als verkalkte
Kapseln bezeichnet. Ein Austrocknen über 10 Minuten lang ver-
tragen die Thiere nicht, im Wasser können sie nicht über 24 Stunden
leben, ebenso gehen sie bei einer Wärme von 46" C. zu Grunde,
lieber die Entwicklung wird bemerkt, dass die Fläche, welche der
kleineren der ersten beiden Furchungskugeln entspricht, die Rücken-
seite des Embryo wird. Aus dem Ektoderm entstehen Litegument
und Centralnervensystem , aus dem Mesoderm Muskeln und Ge-
schlechtsorgane, aus dem Entoderm der Darmtract. Schliesslich be-
handelt Verf. ausführlich die medicinische Bedeutung dieser Hel-
minthen und constatirt, dass die Rhabditiden im Darm warmblütiger
Thiere nicht leben können; Larven von Rhabditiden und von Anky-
lostomum sind dadurch unterschieden, dass sich letztere im Freien
nicht weiter entwickeln lassen und vermag Rhabdonema strongy-
loides beim Menschen keine Anämie zu erzeugen. L. Oerley. Die
Bhabditiden und ihre medicinische Bedeutung. Berlin 1886. 84 pag.,
Tab. I—VL
G. Pennetier stellt Versuche über die Widerstandskraft der
Kornälchen, Tylenchus tritici, gegen das Austrocknen an; im Jahre
1872 sammelte er von dem Parasiten bewohnte Körner und stellte
jedes Jahr Wiederbelebungsversuche an, die von Jahr zu Jahr weniger
Erfolg zeigten, bis sie im Jalire 1886 ganz wirkungslos waren, wo-
raus er schliesst, dass der Nematode 14 Jahre lang das Vermögen
besitzt, wiederbelebt zu werden. G. Pennetier. Limite de la resistance
vitale des Anguillules de la nielle. Compt. rend. Äcad. sc. Paris 1886,
t. 103, No. 4, pag. 284—286.
Treul) beschreibt als neu Heterodera javanica, die in den
Wurzeln des Zuckerrohrs lebt und der Heterodera radicicola nahe
verwandt ist; das Weibchen und die Eier sind aber viel kleiner als
bei dieser Form; die Länge eines citronenförmigen , geschwollenen
Weibchens beträgt bei H. radicicola 0,66— 0,85 mm, bei H. javanica
nur 0,085 mm; die Eier messen bei ersterer Art 0,094, bei letzterer
0,012 mm in der Länge. Auch dieser Parasit bewirkt, wie die ver-
88 Dr. von L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen
wandten Arten, Hypertrophie in dem "Wnrzelgewebe ; die Männchen
werden nicht erwähnt. M. Treub. Quelques 7nots sur les effets du
parisitisme (V Heterodera javanica dans les racins de la canne h sucre.
Annales du Jardin botanique de Buitenzorg, vol. VI, partie 1, Leide 1886,
pag. 93 — 96, ptl. X; vergl. anch Mededeelingen vü's land Platentuin,
II, Batavia 1885. dess. Yerf. und J. Kühn. Bericht über die
weiteren Versuche mit Nematoden- (Heterodera-) Fangpflanzen. Be-
richt d. phys. Laborat. d. Inst. d. Univ. Halle, Heft 6, 1886, pag. 163
bis 175.
Gor dien.
Vejdovsky unterwirft drei Gordius- Arten, nämlich G. tolosanus
Duj., Gordius Preslii n. sp. und eine nicht benannte, wahrschein-
lich auch neue Art, die nur in einem Exemplare vorhanden war
einer genauen anatomischen Prüfung. Gordius Preslii ist 130 — 160 mm
lang und 0,g — 1 mm breit, weisslich, die Körperoberfläche zeigt
hellere, polyedrische Linien und ist dicht mit Börstchen bedeckt; die
männliche Cloake ist mit einem Kranze von spitzen, kurzen Tast-
borsten umgeben; längere Borsten ziehen sich parabolisch um die
Cloake jederseits nach hinten. Die uubenannte Art ist tiefbraun
mit durchscheinender Felderung der faserigen Cuticula. Die Cuticula
besteht aus 2 Schichten, einer äusseren, dünnen, homogenen, und
einer mächtigen faserigen, die auch als Subcuticula bezeichnet wird;
die Cuticula wird von Porenkanälchen durchsetzt und ist mit feinen
Börstchen bedeckt, welche als Simiesbörstchen bezeichnet werden;
die längeren Borsten zeigen ein mit feinkörniger Substanz gefülltes
Lumen. Die unter der Cuticula befindliche, mächtige Schicht wird
als Hypodermis bezeichnet, welcher im Vorder- und Hinterkörper
eine Epithelschicht vorsteht; Meissner bezeichnet sie als Perimysium,
Bütschli als subcutane Schicht und Villot als Theil des Nerven-
systems; sie scheint die cuticularbildende Matrix zu sein; die Muskel-
platten bilden eine in der Bauchliuie durch den Bauchstrang unter-
brochene Schicht; es sind geschlossene Röhren, die aus Fibrillen
bestehen und eine Marksubstanz eiuschliessen ; die Kerne der
Muskelzellen sind oft sehr laug. Der Zellkörper bildet die Geschechts-
organe, nach deren Ausbildung er schliesslich nur noch in Form
einer Membran gefunden wird, die als Mesenterium bezeichnet wird ;
dasselbe theilt die Leibeshöhle in 2 laterale und 1 mediale Abtheilung;
in den ersteren liegen die Eierstöcke und in letzterer der Darm und
der Bauchstrang. Nach der Eiablage sterben die Weibchen nicht,
sondern bilden aus dem Zellgewebe neue Geschlechtsdrüsen. Das
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 89
Nervensystem besteht aus einem Peripharyngealganglion und einem
Bauchstrang, der sich beim Männchen, entsprechend den beiden End-
lappen des Körpers hinten gabelt und unter dem Endtheil der Ge-
schlechtsgänge beider Geschlechter ganglienartig anschwillt; der
Bauchstrang besteht aus einer unteren Ganglienzellen- und einer
oberen Nervenfaserschicht. Der Darmkanal, von Meissner als
Secretionsorgan bezeichnet, verläuft über den Bauchnervenstrang;
der Mund ist bei den freilebenden, geschlechtsreifen Thieren ge-
schlossen; am Hinterende verläuft der Darm beim Männchen an der
Rückenseite und mündet in die als Cloake bezeichnete Epiblast-
einstülpung zugleich mit dem Samenleiter; beim Weibchen verläuft
er hinten an der Rückenwand des gleich zu erwähnenden Atriums,
mündet aber nicht in dasselbe, sondern selbstständig neben demselben.
Um den Darmkanal legt sich von der Rückseite her eine Excretions-
röhre von hufeisenförmigem Querschnitt, die mit grobkörniger Masse
gefüllt ist und sich beim Männchen vor der Cloake in 2 Schenkel
spaltet, um wahrscheinlich mit den Samenleitern in dieselbe zu
münden Bei den AVeibchen verläuft längs der ganzen dorsalen
Medianlinie ein in seiner Function nicht zu erklärender Rückenkanal.
Die Eierstöcke, nur in ganz jungen Thieren sichtbar, wurden von
allen früheren Forschern nicht gefunden ; sie bestehen aus zu beiden
Seiten des Mesenteriums sitzenden, paarigen, lappigen Drüsen; die
Eiersäcke, früher als Eierstöcke bezeichnet, bilden sich nach Schwund
der wirklichen Eierstöcke ; in ihnen liegen gruppenweise die unreifen
Eier; sie gehen in die Eileiter über, welche in das Atrium münden;
dasselbe würde von Meissner und Grenacher mit Uterus , von Yillot
mit Cloake bezeichnet; hier wird die Befruchtung vollzogen und hier
erhalten die Eier einen erhärtenden Ueberzug; der Innenraum ist
mit grossen, drüsigen Zellen erfüllt. Das Receptaculum seminis
nimmt den Raum zwischen dem Bauchstrange und den Eiersäcken
ein und geht in 2 Ausführungsgänge über. Ebenso wie die Eier-
stöcke sind die Hoden in der Regel bei den freilebenden Thieren
nicht mehr zu erkennen; die Samensäcke durchziehen den Körper
fast seiner ganzen Länge nach und sie münden durch einen engen
Ausführungsgang in die Cloake; das Endtheil der letzteren stülpt
sich bei der Begattung aus und stellt so eine Bursa copulatrix dar;
die Gordien sind mit den Gliederwürmern näher verwandt als mit
den Nematoden und Verf. bezeichnet sie als eine selbstständige Ord-
nung mit dem Namen Nematomorpha. F. Vejdovsky. Zur Morpho-
logie der Gordiiden. Zeitschr. für loissensch. Zoologie, Bd. 43, Heft 3,
Leipzig 1886, pag. 369—433, Tab. XV— XVI; Sitzungsher. d. Königl.
Böhm. Gesellsch. d. Wissensch. in Prag. 1885.
In seiner Reisebeschreibung „Der Kilima Ndjarö" erwähnt
Johuston eines in Afrika gefundenen Exemplars von Gordius verru-
90 I^i'- vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
cosus, das im Larvenzustande in einer Art der Gattung Mantis lebt;
wenn Verf. meint, im Compendium des Ref. fehle diese Art, so ist
das ein Irrthum (s. das. pag. 338). H. Johnston. Der Kilima Ncljaro,
Forschungsreise, übersetzt von W. v. Freeden. Leipzig 1886.
Acanthocephalen.
Stossich beschreibt in seiner Elmintologia Tergestina Echinor-
hynchus propinqnus Dnj., für den als neuer Fundort der Darm von
Anguilla vulgaris angegeben wird, ferner der Darm von Corvina
nigra, Gadus euxinus, Labrax lupus, Lophius piscatorius und Trigla
lineata, und für Echinorhj^nchus angustatus Rud. der Darm von
Labrax lupus (1. c).
Gr. 0. Sars findet Ech. corrugatus n. sp. in der Leibeshöhle
von Euphausia pellucida ; Challenger Bep., Zoologg, Vol. XIII, Schizo-
poda, pari. XXXVII, pag. 221— .222, pl. XXXVIII, Fig. 15— IS.
Trematoden.
Poirier macht uns mit einer neuen Art Aspidogaster
Leuoiri n. sp. aus dem Darm von Tetrathyi-a Vaillantii bekannt;
der 1,7 mm lange Körper zeichnet sich durch einen Bauchschild aus
mit 7 quergestreiften Gruben, von vorn nach hinten in der Mitte
verlaufend, die von 17 radiär gestellten umgeben sind, während
A. conchicola 60 in 4 Längsreihen gestellte Gruben zeigt. Cepha-
logonimus Lenoiri n. sp. aus dem Darm von Tetrathyra Vaillantii
unterscheidet sich von Distomum dadurch, dass die Geschlechts-
öffnuugen in der vordersten Spitze des Körpers, vor dem Mundsaug-
napf liegen ; das Gefässsystem ist merkwäirdig baumförmig verzweigt.
Distomum sauromates n. sp. lebt in den Lungen von Elaphis
sauromates; es ist 4 mm lang, die Haut ist bedornt; Distomum
oviforma n. sp., 0,66 mm lang, wurde im Darm von Nycticebus
javanicus und Distomum Vi verrini n. sp. in den Gallengängen
von Felis viverrina gefunden ; letzteres ist 6 mm lang , die Dotter-
stöcke sind wenig entwickelt und auf den Rand des mittleren Körper-
drittels beschränkt; Distomum longissimum n. sp. (dieser Name
ist vom Ref. 1883 schon für eine andere Art gebraucht) aus dem
Darm von Delphinus tursio , eine langgestreckte , 20 mm lange Art,
ohne Hautbewaffnung und mit gelappten Hoden; Distomum Cro-
codili n. sp. aus dem Darm von Crocodilus siamensis, ebenfalls lang-
gestreckt, 10 mm lang, der Saum des Mundsaugnapfes mit einem
Kranze von 24 Stacheln umgeben: Distomum Siredonis n. sp. ist
Leistungen in der Natiirgesch. der Helminthen i. J. 1886. 91
2 mm lang und lebt im Darm von Siredon mexicanus; Distomnm
gelatinosum Rud. wurde im Darm von Emys lutraria gefunden und
wird beschrieben; die Art gehört zu denen, deren Körper von vorn
bis hinten mit feinen Hautstacheln bewalfnet ist; Distomnm Del-
phini n. sp. und Distomnm Rochebruni n. sp. leben in den
Gallengängen der Leber von Delphinus delphis; beide sind in sofern
mit D. hepaticum verwandt, als der Darm Verästelungen zeigt, auch
sind die Dotterstöcke über den ganzen Körper vertheilt, die Hoden
aber sind im Gegensatz zu D. hepaticum eiförmig und bei D. Del-
phini liegen die Geschlechtsorgane im 3. und 4. Fünftel des Körpers,
bei D. Bocheburui im 1. und 2. Viertel; Distomnm erinaceum
n. sp. ist wiederum stark bedornt und fand sich in kugelförmigen,
1 mm grossen Cysten frei im Darm von Delphinus delphis; es ist
eine Distomum-Larve, bei der die Geschlechtsoi'gane zum Theil, aber
noch keine Eier entwickelt sind ; Distomum reticulatum Loose, eben-
falls eine Larve, wurde encystirt unter der Haut von Axinurus
Dugasii gefunden; die sämmtlichen Arten sind auch abgebildet
J. Perrier. Trematodes nouveaux ou loeu connus. Bullet. Soc. PJtilo-
matique, Paris 1885—1886, t. 10, No. 1, pag. 20—40, pl. I—IV.
Moiiiez beschreibt unter dem Namen Distomum ingens ein
sehr grosses, neues Distomum aus einem nicht bekannten Thier; es
stammt aus einer bunt durcheinander geworfenen Sammlung von
Thieren, die auf einer Weltumseglungsreise zusammengebracht war;
die Länge beträgt 60, die Breite 20 mm, der unbedornte Körper
ist von Querfalteu umkreist; der Mundsaugnapf misst 1,5, der Bauch-
saugnapf 4 mm, letzterer steht etwa im ersten Sechstel des Körpers;
die Eier sind 0,038 mm lang und 0,023 mm breit; Verf. vergleicht diese
Art mit den übrigen von ähnlicher Grösse und beschreibt dann die
inneren Organe, besonders ausführlich das Nervensystem. Von jedem
Hauptganglion zweigt sich nach vorn und aussen ein secundäres
Ganglion ab, das Nervenäste für den Mundsaugnapf liefert; nach
hinten und aussen tritt ein grosser Nerv, der seitlich und nach hinten
verläuft und sich in die Hautmuskeln inserirt; nach hinten und innen
ein Nerv, der bald nach dem Austritt aus dem Hauptganglion zu
einem kleineu Ganglion anschwillt und unter dem Pharynx nach der
anderen Seite zieht, um so die untere Commissur zu bilden; vom
Vorder- und Innenrande zweigt sich eine Nerveumasse ab, die Nerven
an die Muskeln der Kopfgegend schickt; nach innen davon zweigt
sich ein anderer Nerv ab, der einen Ast nach aussen ebenfalls an
die Muskeln der Kopfseite entsendet und einen nach innen, der sich
mit dem entsprechenden der anderen Seite verbindet; noch etwas
weiter nach innen entspringt ein durch ein kleines Ganglion ver-
stärkter Nerv, der die obere Pharynx - Commissur bildet, während
nach vorn von ihm sich ein lauger Nerv abzweigt, dessen äusserer
92 Dr. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Endast sich an die Haut verliert, während der innere sich mit dem
correspondirenden der anderen Seite verbindet. Yon der Hinterseite
des Hanptganglion zweigt sich der starke Längsbauchnerv , etwas
nach innen davon der schwächere Läiigsrückennerv ab, so dass
4 Längsnerven, 2 Bauch- und 2 Rückennerven den Körper durch-
ziehen, während Lateralnerven fehlen. Die Nervenzellen sind bipolar
und pluripolar. Die Darmschenkel werden nach hinten sehr mächtig
und lassen dort nur eine schmale, vom Körperparenchym gebildete
Brücke zwischen sich; im Pharynx finden sich grosse, blumenkohl-
artige, von der Cuticula bedeckte Zotten; im vorderen Theil des
Darms liegen in dessen Lumen hineinragende Zellen, die mit auf-
fallenden, grossen, bis 0,27 mm langen Fäden besetzt sind. Was von
anderen Autoren als Porenkanälchen der Haut bezeichnet wird, hält
Verf. nicht für solche, da die betreffenden Gebilde die Cuticula nicht
durchsetzen, sondern etwas von der Oberfläche entfernt endigen.
Das Körperparenchym wird von einem maschigen Bindegewebe ge-
bildet, dessen Lücken von einer coagulirbaren Flüssigkeit erfüllt
werden. Im Parenchjmi, besonders im vorderen Körpertheil, liegen
Zellengruppen, welche drüsiger Natur zu sein scheinen; die Gefässe
sind im Innern mit conischen Zellen bekleidet und die grosse End-
blase zeigt eine kleinere hintere und eine grössere vordere An-
schwellung. B. Moniez. Description du Distoma ingens n. sp, et
remarques sur quelques points de l'anatomie et de Vhistolocjie comparees
des Trematodes. Bullet. Soc. zoolog. de France, t. XI, Paris 1S86,
pag. 531—543, pl. XIL
Stossich stellt sämmtliche in Fischen des süssen und Meer-
wassers gefundene Distomen zu einer Monographie zusammen: eine
analytische Tabelle erleichtert die Bestimmung; hierauf folgt eine
Aufzählung von 90 Arten mit ihren Artcharakteren und Literatur-
quellen, unter denen vor zwei neue Arten finden, nämlich Distomum
C h a r a c i s aus dem Darm von Charax puiitasso und DistomumLabri
aus dem Darm von Labrus mixtus; bei ersterer Art reichen die
Dotterstöcke bis zum Mundsaugnapf, bei letzterer sind die Hoden
gelappt (der Name Distomum Labri ist bereits von van Beueden für
eine in Labrus maculatus gefundene Art gebraucht. Ref.). 65 übrige
Arten werden als zweifelhaft aufgeführt; am Schluss der Arbeit
werden die von Distomum bewohnten Fische systematisch zusammen-
gestellt unter Anführung der in ihnen beobachteten Distomum- Arten.
M. Stossisch. I Distomi dei pesci marini e dhicqua dolce. Programma
del Ginnasio Comunale superiore di Trieste, 1886.
Fernei- beschreibt Stossich Distomum Lophiae n. sp. aus
dem Darm von Pagellus mormyrus, Distomum pristis Deslong. aus
dem Darm von Gadus euxinus, Distomum Corvinae n. sp. aus
dem Darm von Corvina nigra; Distomum appendiculatum lebt auch
Leistungen in der Natiirgesch. der Helminthen i, J. 1886. 93
im Magen von Trigla corax; Distomum capitellatum Rud. ans der
Gallenblase von Uranoscopus scaber wird beschrieben, ebenso Distomum
pachysomum Eysenh. aus Mugil und Distomum verrucosum Molin aus
Labrax lupus. (l. c.)
Ref. giebt die Beschreibung eines grossen, 17 mm langen und
7 mm breiten Distomum, das Distomum validum n. sp. genannt
wird und im Magen einer nicht bestimmten Delphin -Art zwischen
Afrika und Amerika gefunden wurde. Die Rindenschicht ist auf-
fallend hart und elastisch, der Bauchsaugnapf ist sehr gross und
ragt mit seinen Seitenrändern über die des Körpers hinaus. Die
Cuticula besteht aus 2 Schichten, einer äusseren, sehr feinen und
einer inneren, starken, welche von Stäbchen gestützt ist; darunter
folgt eine von Kernen durchsetzte Subcuticula, hierunter eine Ring-
muskelschicht und darauf eine von Längsmaskeln. Die Subcuticula
und das Stratum, in welches die Ring- und Läugsnuiskeln eingebettet
sind, bilden eine zähe, elastisch -fibröse Schicht, in welcher auch die
Muskulatur des Bauchsaugnapfes liegt; ausserdem durchziehen mäch-
tige diagonale und dorsoventrale Muskeln den ganzen Körper, be-
sonders dessen vordere Hälfte. Distomum spiculator aus dem Darm
von Mus decumanus wird beschrieben, das bisher allein aus Dujardin's
Schilderung bekannt war, die sich auf geschlechtlich unentwickelte
Exemplare bezieht; auch diese Art wird auf den Bau des Haut-
muskelschlauchs geprüft und die dem weiblichen Geschlechtsapparat
zugehörige Samenblase beschrieben (l. c).
Nach Euleuberg sind die von Duncker im Jahre 1881 zuerst
erwähnten im Schweinefleisch vorkommenden Distomen in der Folge
zu wiederholten Malen wiedergefunden; Verf. giebt an, dass sie in
zweierlei Formen, als geschwänzte Cercarie und als eingekapseltes
Distomum anzutreffen sind. Der Schwanz der Cercarie ist flach
und scharfrandig; die Cuticula des Körpers ist unbedornt, Mund-
saugnapf und Schlundkopf sind gross, der Darm gabelt sich unmittel-
bar hinter letzterem und am Kopfende sowie an der Bauchfläche
wurden Drüseuhaufen beobachtet. Am Schwanzende waren zwei
contractile Bläschen bemerkbar, von denen jederseits ein Wasser-
gefäss nach vorn sich abzweigt; der Bauchsaugnapf liegt in der
Körpermitte ; die Kapsel ist gelbbraun und doppelt coutourirt, in der
das Distomum sich lebhaft bewegt {l. c).
Gr. 0. Sars beobachtet Distomum filiferum in der Leibes-
höhle von Nematoscelis megalops und Thysauoessa gregaria ; Chal-
lenger Bep. Zool., Vol. XIII, Schisopoda, pari. XXXVII, x)ay. 222,
pl. XXXVII, Fig. 10-23.
Nach Blancliard lebt Amphistomum conicum im Magen des
Rindes auch in Japan {l. c).
Kartulis findet in 2 Fällen die Eier von Gynaecophorus haema-
94 Dl". vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
tobiiis in der Prostata, den Mesenterialdrüsen , der Niere und der
Leber des Menschen, ferner in der Wandung der Ureteren, der Blase
und des Dickdarms, hier besonders in der Submucosa; der Parasit
bewohnt die Pfortader und ihre Aeste, von wo die Eier mit dem
Blutstrom in die genannten Organe gelangen, nachdem die Wan-
dungen der zarten Gefässe geborsten sind, Kartulis. Ueher das
VorJiOtnmen de?- Bier von Distomum haematöbium Bilharz in den
Unterleihsm-ganen . Archiv für pathol. Änat. u. Fhijsiolog., Bd. 99,
Berlin 1885, pag. 139—145, Tab. IV, Fig. 1—4.
Vergl. auch P. Sonsino. Bella bilharzia haematöbia e delle
alterazioni anatomo-patologiche che indiice nelV organismo umano, loro
importanza come fattori della morhilith in Egitto con un cenno sopra
una larva dHnsetto parassita delV uomo. Memoria letta all' Istituto
egiziano nella seduta del 22. Ottohre 1885.
Poirier beschreibt Diplostomum siamense n. sp. aus dem
Darm von Crocodilus siamensis, eine dem Genus Holostomum nahe
verwandte Form, deren Geschlechtsorgan, die beiden Hoden, die
Ovarien, die Schalendrüse der Dotter- und Keimstock, von dem bei
den Trematoden bekannten Typus nicht abweicht; man findet einen
Mund- und einen Bauchsauguapf und einen zweischenkligen Darm;
wie bei Holostomum münden die Geschlechtsorgane aber neben ein-
ander in einen Kegel, der am hinteren Körperende und in einer
Kloake steht; der Laurer'sche Kanal entspringt vom Oviduct da,
wo dieser in die Schalendrüse geht und mündet an der Kückenfläche
des Thieres; als Anhang trägt er eine kleine birnförmige Blase.
Diplostomum pseudostomum ^= Distomum ps. v. Willemoes -Suhm
wird, wie die erstgenannte Art beschrieben und abgebildet. Im
hinteren Drittel des vorderen Körperabschnitts liegt bei Diplostomum
ein grösserer Drüsenhaufe, der an der Bauchfläche eine auffallende,
längsovale, bei Dipl. siamense mit langen, fingerförmigen Auswüchsen
umstellte Mündung hat; über die Bedeutung dieses Organs hat Verf.
keine Vermuthungen. Polj^cotj'le ornata v. Willemoes-Suhm aus dem
Darm von Alligator lucius hat an der Rückseite des cylindrischen,
hinteren Körpertheils in der Mittellinie zahlreiche kleine Saugnäpfe
und erinnert in seinem Bau sonst sehr an Diplostomum; unter der
Cuticula liegt eine Ring-, Longitudinal- und Diagonal-Muskelschicht.
An der Rückwand der Kloake steht ein in den Hohlraum derselben
mündende Saugnapf; der Laurer'sche Kanal mündet in der Mittel-
linie des Rückens dicht vor dem vordersten Rückeusaugnapf; übri-
gens ist der Bau dem von Diplostomum ähnlich. Das Gefässsystem
ist bei beiden Gattungen reich entwickelt. J. Poirier. Siir les Diplo-
stomidae. Arch. de Zoologie experiment., 2. ser., t. 4, Paris 1886,
pag. 327—346, pl XVIII— XX.
Wright berichtet von einem au Menobranchus lebenden ecto-
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen im J. 1886. 95
parasitischen Trematoden, Sphyranura Osleri, von ihm in den Proceed.
of the Cauadian Inst., Toronto 1878 beschrieben, der zwischen Gyro-
dactylus und Polystomum steht und näher untersucht werden soll.
B. Bamsay Wright. Note on an EctojMrasite of the Menobrmich.
Proceed. zoolog. soc. Lo7idon, 29. Juni 1886, pari. III, pag. 343.
Cestoden.
Poirier findet, dass Solenophorus megacephalus und Duthiersia
expansa zwei Paar Longitudinalgefässe haben; die stärkeren inneren
communiciren beim Beginn jedes Gliedes mit einander durch Quer-
anastomosen; im Scolex lösen sich die inneren in ein Netzwerk auf;
die Wimpertrichter finden sich im ganzen Scolex, in der Proglettiden-
kette aber nur in der Medianregion. Nach aussen von den Längs-
gefässen verlaufen 2 starke Längsnervenstämnie ; im Scolex schwellen
sie zu 2 durch eine Quercommissur verbundenen Ganglien an. Bei
Duthiersa bilden die Aeste im Scolex die Gestalt einer 8, wäh-
rend andere Nebenäste ein reich verzweigtes Netzwerk bilden, das
bei Solenophorus fehlt, wofür hier 4 Secundärganglien vorhanden
sind. J. Poirier. Appareil excreteur et Systeme nerveux du Duthiersia
expansa Perr. et du Solenophorus megacephalus Crepl. Compt. rend.
Acad. sc. Paris 1886, t. 102, No. 12, pag. 700—703.
Nach Joseph sind die beiden Gehirnganglien der Tänien bei
manchen Arten durch eine dorsale, bei anderen, so bei Taenia trans-
versalis und T. rhopalocerca durch 2 Commissuren, eine ventrale und
eine dorsale, verbunden; bei T, crassicollis liegt die ventrale Com-
missur der dorsalen sehr nahe; jedes Gehirnganglion besteht aus 3
kleineren, einem mittleren, grossen, und je einem dorsalen und ven-
tralen, kleineren, und hat jeder der beiden Seiten- Nervenstämme
dementsprechend 3 Wurzeln ; in dem Finnenstadium ist das ventrale
Nervensystem aus 6 äquatorial gestellten Ganglien häufen zusammen-
gesetzt. G. Joseph. Tageblatt der 59. Vers, deutscher Naturf. u.
Aerzte, Berlin 1886, pag. 372.
Niemiec untersucht das Nervensystem der Cestoden und findet
bei den verschiedenen Gattungen vielerlei Abweichungen im Bau;
gemeinsam ist allen der Befund , dass in der Mitte der Hauptcom-
missur stets die grösste Anzahl deutlicher Ganglienzellen zu finden
ist. Während der Ganglienknoten central liegt und die Ursprungs-
stellen der Längsnerven radiär angeordnet sind, bekommt das Nerven-
system eine symmetrische Anordnung, die einen Uebergang von der
radiären zur bilateralen Form zeigt. Das sogenannte Gehirn hat
nicht immer den Bau eines Ganglions, da die granulirte Grund-
96 Dr. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Substanz, in welche sie die Nervenfasern und Ausläufer der Ganglien-
zellen auflösen, oftmals fehlt. Ganglienzellen und Nerven mit
Kernen werden sicher bei den Cestoden gefunden; das spongiöse
Aussehen der Hauptlängsnerven entsteht durch Faltungen, welche
durch Contraction der Läugsmuskeln hervorgerufen werden; Muskel-
fasern durchsetzen bisweilen die Nervenstränge und Zellen des Körper-
parenchj'ms senden Fortsätze hinein, wodurch ein netzartiges Aussehen
hervorgerufen wird ; in den Proglottiden zweigen sich Seitenäste von
den Hauptläugsnerven ab. Bei Ligula ist das Gehirn nur angedeutet
durch eine Anzahl grosser Ganglienzellen, welche die Vorderenden
der beiden grossen, den ganzen Körper durchziehenden Hauptlängs-
nervenstämme mit einander verbinden; theils direkt nach hinten,
theils direkt nach vorn, sich dann bald bogenförmig nach hinten
umbiegend, entspringen an dieser Stelle 10 — 12 Nervenstämme, die
theils dorsal, theils ventral verlaufen und schon im ersten Drittel
der Körperlänge verschwinden. Im Kopfgliede von Schistocephalus
liegen zwei seitliche Ganglien, die durch eine mediane und zwei
oberhalb derselben gelegene Commissuren, eine dorsale und eine
ventrale, mit einander verbunden sind und bis zu 18 Nerven nach
hinten austreten lassen; auch hier sind die beiden lateralen die
stärksten und verlaufen durch die ganze Gliederkette, während die
dorsalen und ventralen viel feiner sind und nur bis etwa in das
6. Glied verfolgt werden können. Aehnlich ist das Nervensystem
von Bothriocephalus gebildet; vom Gehirn entspringen ausser den
beiden Hauptstämmen noch 8 Nerven, die nach hinten verlaufen und
unter sich und mit den Hauptstämmen durch Ringcommissiu'en ver-
bunden sind; schon in der Halsregion verschwinden sie und nach
vorn zweigen sich vom Gehirn zarte Nerven ab, die bis zur Scheitel-
fläche reichen. Bei Taenia besteht ein Nervenring, welcher der
ringförmigen Anordnung der Hakenmuskeln entspricht; auch hier
sieht man 10 vom Gehirn nach hinten in die Proglottideukette ab-
gehende Nerven; die dorsoventrale oder quere Commissur, die poly-
gonale Commissur entsprechen denen bei Ligula und Bothriocephalus,
sind aber hier, entsprechend der Saugnapfmuskulatur, regelmässiger
gebildet. Acanthobotrium hat ebenfalls 10 nach hinten vom Gehirn
sich abzweigende Längsnerven, die nicht weit hinter demselben durch
eine polygonale Commissur verbunden sind, und zahlreiche nach vorn
an die Muskulatur der Haken tretende Nerven. Bei Tetrarhynchus
treten 2 völlig getrennte Commissuren auf, welche laterale Ganglien-
massen verbinden; ein Theil der Längsnebennerven tritt an die
Rüsselkolben. Einfacher ist das Gehirn -Nervensystem bei Phyllo-
bothriura und Anthobothrium gebildet; hier ist nur ein centraler
Zellenknoten vorhanden, von dem nach vorn 4 starke Nervenstämme
entspringen, die in je einen der 4 Kopflappen eintreten, um sich hier
zu verästeln ; nach hinten treten 2 Seitennerven aus dem Gehirn,
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 97
um sich durch die Ganglienkette zu erstrecken, und konnten kleinere
parallele Nervenzweige hier nicht mit Sicherheit gefunden werden,
J. Niemiec. Untersuchungen übe)- das Nervensystem der Cestoden.
Arh. aus d. zoolog. Inst, der TJnivei's. Wien u. d. zoolog. Station in
Triest, Bd. VII, Heft 1, Wien 1886, pag. 1—15, tob. I—II, separat
Wien 1886.
Die Arbeit de Man's: De Filix mas en de Taenia van den
Mensch. Middelburg 1886, hat nur medicinisches Interesse.
In Italien hat Grrassi die so sehr seltene Taenia nana beim
Menschen wieder beobachtet und deren Anwesenheit aus den Eiern
in den Fäces diagnosticirt, darauf auch bei 2 Sicilianern Tausende
dieses Parasiten constatirt. B. Grassi. Ulteriori particolari intorno
alla Taenia nana. Gazzetta degli Ospidali No. 78, v. 18. Jidi 1886,
Milano; vergl. auch ß. Blancliard. Nouvelle Observation de Taenia
nana. Campte rendii de la soc. de biologie, 1886, pag. 326 und
A. Yisconti. Di un caso di Taenia nana. Rendicont. Beali Istitut.
Lombard, sc. e lett., vol. XIX, 1886, fasc. 18, pag. 789—802.
In der Leibeshöhle von Silpha laevigata fand Ref. einen kleineu
Cysticercus von 0,29 mm Länge und 0,2 mm Breite; die 17 Haken
sind 0,02 mm lang. Das Rostellum am Scolex macht es unzweifel-
haft, dass es die Larve von Taenia uncinata aus Crocidura aranea
und leucodon ist; bemerkenswerth ist der Fund dadurch, dass der
eiförmige Körper des Cysticercus einen homogenen, mit 4 Embryonal-
haken besetzten Anhang besitzt, welcher ohne Zweifel dem Embryo
im Ei oder dem Proscolex entspricht oder der Oucosphäre, auch
Blastogen genannt, aus welchem durch Sprossung das eigentliche
Cysticercoid , bestehend aus der Schwanzblase, welche den Scolex
und den Halstheil einschliesst , entsteht; letzterer ist von Kalk-
körperchen durchsetzt (Z. c).
Küchenmeister versucht in einer umfangreichen Schrift die
Entdeckung Braun's, dass die Finne von Bothriocephalus latus im
Hecht und der Quappe wohnt, als irrthümlich darzustellen ; zunächst
bezweifelt Verf., dass der von Braun im Menschen und in der Katze
und dem Hunde künstlich aus Hechtfinnen erzogene Bothriocephalus
auch B. latus sei, was Braun doch angiebt; nicht etwa auf Grund
von Untersuchungen, denn Verf. hat die von Braun erzogenen
Exemplare nie gesehen, sondern weil er Braun's Artbestimmung für
unzuverlässig hält. Der einzige Grund, mit dem Verf. seinen Zweifel
erhärtet, nämlich dass B. latus randständige Saugnäpfe habe, Braun
aber für seine Exemplare flächenständige angebe, ist hinfällig, denn
B. 1. hat nicht, wie Verf. meint, rand-, sondern flächenständige
Sauggruben. Der Mensch kann sich nach Ansicht des Verf. mit
dem B. 1. nur durch den Rohgenuss grätenloser Fische mit zartem
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. IL Bd. 3. H. q.
98 -Dr. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
\md fettreichem Fleisch iuficiren; ein solches Fleisch habe aber der
Hecht nicht, werde anch nicht roh genossen, vielmehr treffe dieses
zu beim Lachs, Aal, Zander, Karpfen, Stint, Krapelan (Mallotus
villosus), Silli (Meletta vulgaris) und Strömling oder Sprotte der
nördlichen Ostsee, nicht die Kieler Sprotte, eine für Ref. nicht defi-
nirbare Art; vielleicht seien auch Krebse, Krabben, Austern, Frosch-
schenkel die Infectiousmittel . nur nicht der Hecht. "Verf. hat aber
in allen diesen Thieren Bothriocephalen-Finnen nicht gefunden. Auch
die Frage, ob die Bothriocephalen- Larve vor dem Lachs noch einen
AVirth bewohne, was Braun für möglich hält, wird erörtert und vom
Verf. für nicht glaublich gehalten. Wenn Braun den Hechtcaviar
als weitere Infectionsquelle angebe, so erklärt Verf. dagegen, im
Süden Russlands werde überhaupt kein Hechtcaviar bereitet und ge-
nossen, und wenn Braun ferner sage, dass die von ihm in schwach
gesalzenem Hechtcaviar gefundenen Finnen noch gelebt haben , so
glaube er das nicht, das Leben müsse durch Prüfung auf elektrischem
AVege konstatirt sein und mit diesen Finnen aus dem Caviar sei
nicht experimentirt. Verf. meint, dass die Naturgeschichte der
menschlichen Helminthen gemeinschaftlich von Aerzten und Zoologen
zu lösen seien; beide müssten nach hygieinisch-diätetischem Schema
arbeiten, und Zoologen wie v. Siebold und Rudolph! hätten die The-
rapie schwer geschädigt in Folge ihrer fehlerhaften, zoologischen
Theorien. F. Küchenmeister. Die Fimw des Bothriocephalus und
ihre Uebertragung auf den Menschen, zugleich eine Bitte und ein Aufruf
an die praktischen Äerzte in den Bothnocephalen-Gebieten aller civili-
sirten Länder, und desgleichen an alle Zoologen und Naturforscher
daselbst. Leizpig 1886.
Braun wendet sich mit einer Erwiderung gegen Küchenmeister,
welcher nicht auf Grund eigener Beobachtung oder Experimente,
sondern auf Grund von Reflexionen und Vermuthungen die Ent-
deckung, dass der Cysticercus von Bothriocephalus latus im Hecht
und in der Quappe lebt, angreift. Wenn K. sagt, der Zwischenwirth
von Bothr. 1. könne nur in solchen Fischen gesucht werden, welche
vom Menschen roh genossen werden, so ist das nur richtig, wenn
man unter „roh" einen nicht völlig garen Zustand versteht, denn
vollkommen rohe Fische werden bei uns zu Lande, wo Bothr. 1. viel
vorkommt, überhaupt nicht genossen; als Quelle des Bothr. 1. sieht
Verf. den Genuss von ungenügend gekochtem oder gebratenem Hecht-
fleisch, von schwach geräuchertem Hechtfleisch, von rohem oder
schwach gesalzenem Hechtcaviar, von schwach gesalzenem Hecht-
fleisch und die zufällige Verunreinigung mit Hechtfinnen bei Zu-
bereitung der Fische an. Die von K. aufgestellte Frage, welche
auch vorher schon vom Verf. berührt wurde, ob der Hecht der
einzige Zwischenwirth sei, oder ob, ähnlich wie bei den Distomen,
Leistungen in der Naturgescli. der Helminthen i. J. 1886. 99
ein vorheriger Zwischen- oder Vorwirth aufgesucht werde, berührt
die Richtigkeit der Entdeckung des Verf. in keiner Weise. Ferner
bezweifelt K., dass der vom Verf. in Katze, Hund und Mensch aus
den Hechtfinnen erzogene Parasit Bothr. latus sei, bleibt aber den
Gegenbeweis schuldig; Verf. bemerkt, dass unsere Kenntniss der
Bothriocephalen zur Zeit noch eine unvollständige sei, findet aber
die von ihm aus Hechtfinnen erzogeneu Bothriocephalen in allen
Stücken mit B. latus übereinstimmend, namentlich ist die Angabe
K.'s, dass die Sauggruben der Dorpater Bothriocephalen nicht median,
sondern dem Rande genähert stünden, nicht zutreffend, da sie in der
That ganz median stehen. Die am Oesophagus von Coregonus
maraena und albula eingekapselten Bothriocephalen -Finnen ent-
wickelten sich im Katzendarm zu einer Art, die von B. latus ganz
verschieden ist. Wenn es nach K. nicht der Hecht und die Quappe
sind, welche den Bothr. latus auf den Menschen übertragen, sondern
der Rohgenuss von Lachs, Aal, Zander, Karpfen, Stint und Kapelan
ihn inficiren soll, so bemerkt Verf., dass der Rohgenuss eines Fisches
nicht genügt, diesen als Zwischenwirth von Bothr. 1. hinzustellen,
sondern es müssen vor allen Dingen Bothriocephalen-Finnen in ihnen
nachgewiesen werden, was aber nicht geschehen ist; dasselbe gilt
von den von K. angeführten übrigen Thieren. Parona hat in Nord-
italien Bothriocephalen-Finnen im Hecht und Barsch gefunden,
welche mit den Dorpatern übereinstimmen und aus ihnen in 5 Fällen
beim Menschen und beim Hunde grosse Bothriocephalen erzogen, in
einer Anzahl, welche den verfütterten Finnen entsprach, ikf. Braun.
lieber den Ziuischemvirth des breiten Band/ivurms (Bothr iocephalus
latus Brems.). Eine Entgegnung auf die Schrift des Herrn Medicinal-
raths Dr. F. Küchenmeister: „Die Finne des Bothriocephalus und
ihre Uebertragung auf den Menschen. Leipzig 1886", Würzburg 1886.
Küchenmeister meint in seiner Schrift „Die Finne des Bothrio-
cephalus und ihre Uebertragung auf den Menschen" nachgewiesen
zu haben, dass Bothr. latus sich nie des Hechtes als Zwischenwirth
bediene und Braun habe mit nichten die Entwicklungsfrage dieses
Cestoden gelöst. Der Dorpater Bothriocephalus „balticus" soll sich
durch einen kleineren Kopf, durch geringere Länge der Proglottiden-
kette und weissere Färbung derselben unterscheiden von B. latus.
Trotzdem das Exemplar verloren ging, an welchem Verf. den Unter-
schied zwischen Bothr. „balticus" und latus nachweisen wollte, nennt
derselbe doch seinen Aufsatz eine weitere Bestätigung der Unter-
schiede, Ref. hat solche Bestätigung aber nicht finden können.
F. Küchenmeister. Weitere Bestätigung meiner Behauptung, die
Finne des Hechtes hat nichts mit Bothriocephalus latus (Bremser)
zu thun, denn der Dorpater Bothriocephalus ist gar kein B. latus
(Bremser). Deutsche medicinisehe Wochenschr. 1886, JSfo. 32, pag. 551
bis 552.
100 Dr. vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
Grassi und Ferrara berichten, dass letzterer, nachdem er sich
davon überzeugt hatte, nicht mit Bothriocephalus behaftet zu sein,
am 5. Juli 3 Braun'sche Hechtfiunen aus Norditalien verschluckte,
eine aus den Muskeln, eine aus der Leber und eine aus der Magen-
wand; am 20. August zeigten sich in den Fäces Bothriocephalen-
Eier, also nach 7V2 Wochen, und es wurden nun 3 Bothriocephalen
aus dem Darm des Experimentators abgetrieben von resp. 480, 340
und 330 mm Länge. Die Exemplare sind weisser von Farbe und
haben ein mehr Tänien-artiges Aussehen als Bothr. latus, da dieser
aber bekanntlich in seinem Habitus und seiner Färbung variirt, so
können die Verf. doch nicht zögern, die erzogenen Exemplare dem
B. latus zuzurechnen. B. Grassi und Ferrara. Zur Bothrioceplialen-
Frage. Offener Brief der Herren Prof. Dr. B. Chrassi und Di'. Fer-
rara an den hochgeehrten Herrn Medicinalrath Di-. Friedrich Küchen-
meistefr. Deutsche medic. Wochenschr. 1886, No. 40, pag. 689.
Parona fand in Hechten aus dem Lago di Ginevra Bothrio-
cephalen-Finnen , von welchen er sechs an einen grossen Jagdhund
verfütterte; in 18 Tagen waren diese hier zu 96 — 140 cm langen
Bothriocephalen von 600 Gliedern ausgewachsen, und zwar betrug
die Zahl der erzogenen Exemplare auch wiederum sechs. E. Parona.
II Bothriocephalus latus (Bremser) in Lombardia. Rendiconti del
B. Istitut. Lombardo, ser. II, vol. XIX, fasc. XIV, 1886.
Die Königlich Dänische Akademie der Wissenschaften setzt
einen Preis von 600 Thlr. Cour, für eine Arbeit aus, welche die
Richtigkeit der Angaben Braun's, dass die Zwischenwirthe für
Bothriocephalus latus Esox lucius und Lota vulgaris sind, beweist,
und zeigt, in welcher Form und auf welchem Wege der Cestode in
diese Fische gelangt. Academie Boyale Danoise des sciences et lettres.
Questions mises au concours pour Vannee 1886, pag. IV— V. Prix
Classen.
Bothriocephalus latus wurde nach Angabe von van Beneden
bisher in Belgien nicht gefunden, nun aber wurde der Parasit in
zwei Exemplaren daselbst von einem jungen Mädchen entleert, das
niemals Belgien verlassen und niemals Lachs gegessen hatte; nur
einmal war es kurze Zeit in Deutschland gewesen, hat aber während
dieser Zeit keine Fische genossen ; die Fische, welche in dem Wohnort
des Mädchens gegessen werden, kommen vielfach aus Holland, wo
der Bothriocephalus häufig ist. Die Beschreibung der beiden Exem-
plare lässt keinen Zweifel zu, dass sie zu Bothr. latus gehören.
E. van Beneden. Sur la presence en Belgique du Bothriocephalus
latus Bremser. Bullet. Acad. Boy. de Belgique. Bruxelles 1886, 56. ann.,
3. ser., t. XII, pag. 265—280.
ßuueberg führt zahlreiche Fälle von perniciöser Anämie,
darunter auch einen tödtlich verlaufenen an, die er auf den Para-
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1886. 101
sitismus von Bothriocephalus latus zurückführt. Buneherg. lieber
Bothriocephdlus latus und perniciöse Anämie. Tagebl. d. 59. Vers-
deutscher Naturf. u. Aerzte, Berlin 1886, pag. 147.
Im Dickdarm von Malopterurus electricus lebt nach Fritsch
ein eigenthümlicher Cestode, Coraliobothrium solidum n. sp.,
n. gen., am Kopfende bemerkt man eine grosse, flache, ovale Grube
mit unregelmässig zerrissenen Bändern, in deren Grunde in der
Mitte vier kleine Saugnäpfe stehen; der Körper ist gegliedert, die
Geschlechtsöifnuugen bemerkt man am Rande der Glieder; die Länge
beträgt 40 mm, die Breite 3 — 5 mm. Das Genus schliesst sich an
die Monobothria Diesing's an und ist mit Wedl's Marsycephalus aus
Heterobranchus anguillaris, welcher flächenständige Geschlechts-
öffnungen hat, verwandt. Taenia Malopteruri ist eine andere
neue Art aus dem Darm desselben Wirths ; der Scolex zeigt vier sehr
mächtige, sich mit den Aussenrändern berührende Saugnäpfe ; zwischen
ihnen steht ein halbkugelförmiges Rostellum, das mit zahlreichen,
sehr kleinen Dornen oder Hervorragungen bewaffnet ist; die Art ist
langgestreckt und beträgt die Proglottidenzahl etwa 100—150; die
Geschlechtsöffnungen stehen am Gliedrande und sind von einem
kleinen AVall umgeben; die anfangs quer - oblongen Glieder werden
bei der weiteren Ausbildung der Eier quadratisch, endlich etwa
doppelt so lang wie breit; die Eischale ist an etwa dem fünften
Theile des Umfanges verdickt. Keimstock und Dotterstock sind
histologisch wohl unterscheidbar und ersterer liefert die Eikeime,
letzterer den Nebendotter (l c).
In der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte legte
Fritsch Präparate und Abbildungen von Coraliobothrium solidum
vor, welche Form mit Triaenophorus verwandt zu sein scheint.
Tageblatt der 59. Vers, deutscher Naturf. und Aerzte, Berlin 1886,
pag. 371—372.
Nach Eulenberg wurde im Jahre 1885 in Preussen Cysticercus
cellulosae unter 4 421208 untersuchten Schweinen 21 117 mal ge-
funden, was ein Verhältniss von 1:209 ergiebt; in den Regierungs-
bezirken Oppeln (2426), Berlin (2270), Breslau (1648) und Potsdam
(1124) wurden die meisten finnigen Schweine gefunden; ausserdem
kamen sie in Frankfurt a. 0., Liegnitz und Posen häufig vor; im
Kreise Schildberg in Posen kam auf 74 Schweine ein finniges und
in Berlin ist die Zahl der finnigen Schweine im Zunehmen be-
griffen, wo 444 kg finniges Schweinefleisch beschlagnahmt wurde
{l. c).
Hannover glaubt, dass die Cysticerken im Gehirn des Menschen
nicht zu Cyst. cellulosae und Taenia solium, sondern zu einer noch
unbekannten Tänie gehören wegen geringer Abweichungen im Bau,
102 Dl'- vonLinstow: Bericht über die wissenschaftlichen
obgleich die Haken nur unbedeutende Verschiedenheiten zeigen.
A. Hannover. Quelques remarques sur le Cysticercus dans le cerveau
de Phomme. Compte rend. Congr. period. internat. sc. med. Copen-
hagne 1886, pag. 88—96.
Vergl. auch G. Sodero. Nuove ricerche sulla forma e strut-
tura del cisticerco della cellulosa. Morgagni 1886, No. 10, pag. 650
bis 662.
Chatiu erörtert die Frage, ob Hammelfleisch in Rücksicht auf
etwa in demselben vorhandene Cysticerken dem Menschen gefährlich
sein könne und meint, da der Cysticercus ovis fälschlich mit der
zweifelhaften Art Taenia tenella in Beziehung gebracht werde,
Cysticercus ovis sei identisch mit Cyst. tenuicollis und also dem
Menschen unschädlich, da aus ihm in jungen Hunden Taenia mar-
ginata erzogen sei. M. J. CJiatin. Nouvelles recherclws sur la
ladrerie du mouton. Bullet. Acad. med. Paris 1886, 2. ser., t. XVI.
Ueber das Vorkommen des Cysticercus Taeniae mediocanellatae
berichtet G. Generali. Ä proposito di un caso di Cysticercus bovis.
Bassegna di Sc. med. Anno I, No. 5, Modena 1886.
Yierordt führt 79 Fälle von multiloculärem Echinococcus auf
unter Wiedergabe der Krankengeschichten und Sectionsbefunde. Der
Sitz ist fast nur die Leber, in ganz vereinzelten Fällen die Lunge,
die Nebenniere und der Knochen. Der Scolex braucht 7 Wochen
bis zur Entwicklung zur Taenia echinococcus im Hundedarm, deren
Lebensdauer wiederum nur 7 Wochen zu betragen scheint. Sehr
langsam bilden sich die in den Eiern enthaltenen Embryonen zu
entwicklungsfähigen Echinococcen um; denn erst nach etwa einem
halben Jahre nach Uebertragung der Eier haben sich Brutkapselu
und Scoleces gebildet. Was die Entstehung von Echinococcus multi-
locularis betrifft, so glaubt Verf. nicht, dass hier eine massenhafte
Einwanderung von Oncosphären stattgefunden hat, sondern hält die
Theorie für richtiger, nach der es sich statt um die gewöhnliche,
endogene Entwicklung um eine exogene Prolification mit Sprossen-
bildung und nachträglicher Abschuürung handelt, so dass die Ge-
sammtmasse auf Einwanderung einer Oncosphäre zurückzuführen
wäre ; die Wege der Weiterverbreitung in der Leber wären alsdann
aber unklar. Was das Verhältuiss des multiloculären Echinococcus
zu dem gewöhnlichen, cystösen betrifft, so ist neuerdings die Iden-
tität leider experimentell erwiesen; beide sind auch im selben Lidi-
viduum und bei diesem im selben Organe neben einander beobachtet.
Einen Unterschied aus der Form und der Anzahl der Haken her-
zuleiten, geht nicht an, da beide grossen Schwankungen untei'worfen
sind. Der Echinococcus multilocularis kommt im Gegensatz zu dem
über die ganze Erde verbreiteten cystösen nur in Bayern, Württem-
Leistungen in der Naturgesch. der Helminthen i. J. 1885. 1 03
berg, der Schweiz, in Oesterreich vor, ganz vereinzelt in Riissland,
Baden imd den nordamerikanischen Vereinigten Staaten. Der
Schwerpunkt der Arbeit liegt in dem medicinischen Gebiete; wenn
auch keine selbstständigen zoologischen Untersuchungen vorliegen,
bietet sie aber dem Zoologen eine werthvolle Zusammenstellung der
früheren Beobachtungen. H. Vierordt. Abhandlung über den multi-
lokularen Echinococcus. Freiburg i. B. 1886, 172 pag.
Gangolphe berichtet in einer Monographie über 52 Fälle von
Echinococcen in Knochen des Menschen; von ihnen hatten 6 ihren
Sitz im Femur, 11 im Humerus, ebenso viele im Becken, 4 im Schädel,
8 in den Wirbeln und je 1 in den Phalangen, im Schulterblatt, im
Sternum und in den Rippen; auch diese Arbeit hat vorwiegend
medicinisches Interesse. M. Gangolphe. Kystes hydatiques des os.
These presentee etc., section de Chirurgie, Paris 1886.
Blancliard giebt an, dass Echinococcen in Pferden nicht selten
seien, ausserdem aber in Equus asinus und Cervus alces vorkommen
{l. c).
T. Lendenfeld hat beobachtet, dass durch Echinococcus in der
Leber verursachte Todesfälle bei Menschen in Australien häufiger
als in einem anderen Welttheile seien; besonders hätten die Be-
wohner des Urwaldes von dem Parasiten zu leiden, und namentlich
die in wasserarmen Gegenden wohnenden; der Durst zwingt sie,
aus jeder beliebigen Pfütze zu trinken, und die hier in grossen
Schaaren lebenden Dingos (Canis dingo) beherbergten die Taenia
echinococcus , und zwar 80 Procent derselben; ob es wirklich die
Taenia echinococcus ist und nicht etwa eine verwandte Art, er-
scheint Ref. nicht ganz zweifellos, denn niemals fand Verf. mehr als
5 Exemplare in einem Wildhunde, die oftmals 10 — 30 mm laug
waren, während T. echinococcus sonst oft massenhaft beisammen
wohnt und viel kleiner ist; ein genaues Studium der Tänien könnte
hier zur Gewissheit führen. B. v. Lenden feld. Taenia echinococcus.
Zoolog. Jahrb. herausgeg. v. J. W. Spengel. Jena 1886, Heft 2, Bd. 1,
pag. 409-410.
Mosler beschreibt die Taenia echinococcus und giebt die Art
und Weise an, auf welche vermuthlich die Eier derselben in den
Menschen gerathen, um sich hier zu Echinococcen zu entwickeln;
in Greifswald beobachtete Verf. in den letzten 20 Jahren 27 mal
Echinococcen im Menschen, und zwar 15 mal in der Leber, 10 mal
in der Lunge, Imal in der Milz, 1 mal in der Niere. F. 3Iosler.
Ueber endemisches Vorkommen der Echinococcus -Krankheit in Vor-
pommern, mit bes. Berücksichtigung eines Falles von Echinococcus in
der rechten Niere. Deutsche medicin. Wochenschr., Berlin 1886, No. 7
u. 8, pag. 102.
104 E)i'- V. L in stow: Bericht über die wissenschaftlichen etc.
Groluboff berichtet über einen Milzechinococcus bei einem
Manne, der stets 2 — 3 Jagdhunde in seiner "Wohmmg gehalten
hatte. -ZV. Goliiboff. Ein Fall von solitärem Milzechinococcus. Deut-
sches Archiv für klin. Med. 40. Bd., 1. Heft, Leipzig 1886, xmg, 117
bis 126.
Vergl. anch E. Jassinski. (Ein Fall von Echinococcus prae-
peritonealis , iveleher eine Ovariencyste simuUrte), russisch. Musskaja
med. 1886, No. 44.
Zschokke findet, dass Scolex polymoii)hus eine Larvenform von
Calliobothrinm ist. F. Zschokke. Arch. sc. phys. et natur., 3. ser.,
tome XVI, No. 10, Geneve 1886, pag. 354-355.
Bericht
über die wissenschaftliclieii Leistungen in der Natur-
geschichte der freilebenden Würmer während der
Jahre 1884—1885.
Von
Prof. Dr. M. Braun
in Rostock i. M.
L Allgemeines.
Während der Berichtsjahre sind erschienen:
A. An Fortsetzungen von Lehrbüchern, Atlanten u. dergl.
Bronn's, Klassen und Ordnungen des Thierreichs.
1. Bd. Protozoa, neu bearbeitet von 0. Bütschli. Lief. 26
bis 34.
2. Bd. Porifera, neu bearb. von (j. C. J. Yosmaer.
Lief. 3—11. Leipzig. Winterfeld. 8«.
Encyclopädie der Naturwissenschaften, hrsg.
von W. Förster, A. Kenngott etc. ; Handwörterbuch der
Zoologie etc. Lief 11—16. Breslau 1884. 8«.
G. V. Hayek: Handbuch der Zoologie. Lief 17
bis 19. Wien 1884. 8^. Mit zahreichen Holzschnitten.
Ph.Leop. Martin: Illustr. Naturgesch. d. Thiere.
Lief 55—60 Schluss. Leipzig 1884.
R.Leuckart u. H. Nitzsche: Zoologische Wand-
tafeln. Cassell884.85. Taf XXL Lepidoptera. Taf XXIL
Orthoptera. Taf XXHL Gregarinida. Taf XXIV. Hiru-
dinei. Taf XXV. Copepoda. Taf XXVI. Phyllopoda.
Taf XXVn. Hymenoptera. Taf XXVIII. Turbellaria.
106 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Taf.XXIX. Radiolaria. Taf.XXX. Pulmoiiata. Taf.XXXI.
Nematoda. Taf. XXXII . Chilopoda.
Joli. Leimis: Synopsis der drei Naturreiche.
1. Th. Zoolog. 3. Aufl. V. Hub. Ludwig. 2. Bd. 1884
und 85 enthaltend Arthropoden, Würmer etc.
C. B. Brülil: Zootomie aller Thierklassen.
Lief. 31—33. Wien 1885. 4«.
C. Yogt et E. Yuug: Traite d'anatomie com-
paree pratique. Paris 1885. Livr. 4 — 7.
B. Neue Lehrbücher etc.
a. In deutscher Sprache.
H. E. Fleischer: Lehrbuch der Zoologie für
L a n d w i r t h s c h a f t s c h u 1 e n u . Anstalten verwandten Cha-
rakters. Braunschweig 1884. 8^. 519 pag. 435 Abb.
H. Fol: Lehrbuch der vergl. mikrosk. Ana-
tomie mit Einschl. d. vergl. Histologie und Histogenie.
1. Lief Die mikr.-anat. Technik. Leipzig 1884. 13 Bg.
und 84 Holzschn.
b. In fremden Sprachen.
F. Bassaiii: Elementi di Zoologia descrittiva. Mi-
lano 1885. Ui^. 24G pag. 3'27 incis.
F. J. Bell: Compar. Anatomy and phvsiol. London
1885. 8«. 550 p. 229engrav.
P.Bert et K. Blanchard: Elements de Zoologie.
Paris 1885. 8^ 092 pag. (U3 flg.
K. Blanchard: Traite de Zoologie medicale. P. 1.
Paris 1886. 8«.
Ritzema Bos eu H. Bos: Leerboek der Dierkunde.
Gron. IS84. 8^ 333 pag. u. Taf.
J. Clialou: Zoologie systematique. Mons 1885. 12^.
222 pag. 15(> flg.
C. Emery: Oorso di Zoologia sistematica per uso
degli Studenti delle universitä. Torino 1884. 8^ 396 pag.
505 incis.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 107
0. Fol: Zoologie generale; le^ons donnes ä l'Uni-
versite de Geneve pendant le sem. d'hiver 1882 — 83.
Geneve 1884. 1 livr. T^ pag. G pl.
L. Gerardin: Los animales, elementos de Zoologia
teörica y aplicada. Paris 1884. 8*\ 419 pag. 856 fig.
E. H. Giglioli and G. Cavaima: Zoologia. P. 1.
Invertebrati. Milano 1884. 8*\ 200 pag. 45 üg.
C. F. and J. B. Holder: Eiern, of Zoology. New-
York 1884. 8«. With illustr.
eil. F. Holder: Manuels of animal life. London,
Sampson Low, Marston, Searle and Rivington 1885. 8^.
240 pag. 32 pl.
G. B, Howes: Atlas of practical elenientary Biology.
London 1885. 4^
J. Künstler: Les origines de la vie, cours de Zoo-
logie ä la fac. des scienees de Bordeaux. Bord. 1884.
8^. 36 pag.
T. Margö: Az ällotorszäg rendszeres osz talyozäsa
etc. Budapest 1883. (System. Uebers. d. Thierreichs.)
P. J. Parker: A course of instruction in Zootomy.
London 1884. 8^\ 418 pag. 74 111.
Perier: Zoologie. Cellules, tibres et tissus. Confer.
faite ä la fac. de med. et de pharm, ä Bordeaux. Bord.
1884. 8<^. 8 pag. Classe des Infus, ou Microzoaires
ibidem. 8 pag. Divers modes de reproduction. 7 pag.
Embranchement des Actinozoaires ou Radiaires. 11 pag.
Embranch. des Protozoaires ou Sarcodaires. 8 pag. Les
Os. 8 pag. Le squelette axiale. 8 pag. Oeuf et embryon.
9 pag.
E. Perrier: Elements d'anatomie et de physiol. anim.
Paris 1884. 279 pag. 115 tig.
G. Pliilippoii: Cours de Zoologie. L'homme et les
animaux. Paris 1885. S». 500 pag. 300 tig.
A. Railliet: Elements de Zoologie medicale et agri-
eole. Paris 1885. fasc. 1. pag. 1—880. fig. 1—586.
108 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
C. Neue Auflagen.
C. Baenitz: Leitfaden für den Unterricht in der
Zoologie. 3 Aufl. Berlin 1884. 8^. 228 pag. 314 Fig.
Derselbe: Lehrbuch der Zoologie in populärer Dar-
stellung. 6. Aufl. Berlin 1884. 8^. 350 pag. 579 Fig.
F. M. Balfour: A treatise on compar. Embryology
repr. without alteration from the 1. edit. London 1885.
C.Claus: Lehrbuch der Zoologie. 3. Aufl. Marburg
1885. 80. 828 pag. 762 Holzschn.
Y. Desplats: Elements d'hist. nat. Zoologie compr.
l'anatomie, la physiologie et la Classification. Paris 1884.
80. 539 pag.
P. Geryals: Elements de Zoologie, comprenant
l'anatomie, la physiologie, la Classification et l'histoire
naturelle des animaux. 4. edit. Paris 1885. 8^. 808 pag.
713 fig. •
J. Langlebert: Elements de Zoologie. 2. edit. Paris
1884. 120. 216 pag. 160 fig.
M. Lessoiia: Esunti delle lezioni di Zoologia racc.
dal figlio Murio. 2. ediz. Torino 1884. 8«. 334 pag.
A. MojsisOYics Ed. v. Mojsyar: Leitfaden bei zool.-
zoot. Präparirübungen. 2. Aufl. Leipzig. 8^. Mit 127 Abb.
A. Niilin: Lehrb. d. vergl. Anatomie. 2 Ausg. Heidel-
berg 1886. Mit 636 Abb.
F. M. E. Opel: Lehrbuch der forstlichen Zoologie.
Neue Ausgabe. Berlin 1885. 483 pag. 18 Abb.
F. Plateau: Zoologie elementaire. 2. edit. Manceaux
1884. 8«. 585 pag.
E. Perrier: Notions de Zoologie. 1. ann. 2. edit.
Paris 1885. 8». 235 pag. figg.
E. Selenka: Zool. Taschenbuch. 3. Aufl. Erlangen.
120. 1885.
D. Uebersetzungen.
F. M. Balfour: Traite d'Embryogenie et d'Organo-
genie comparees. trad. par H. A. Robin et Mocquard.
tom.IL Paris 1885. 8«.
i. d. :Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 109
A. E. Brehm: Merveilles de la nature; les vers,
mollusques, les Echiuodermes, les Zoopliytes et les Pro-
tozoaires. Edit. franc. par A. T. de Rochebrune. Paris
1884. Livr. 1—10.
C.Claus: Elementaiy text-book ofZoology; general
part and special part Protozoa to Insecta. Transl. by
A. Sedgwik and F. G. Heathcote. London 1884. 8».
608 pag*. 706 woodcats; IL Mollusca to Man. 1885. 8^.
Th. H. Huxley: Physiographie übers, v. H. Jordan.
Leipzig. Int. wiss. Bibl. Bd. 63. 521 pag. 192 Abb. u.
8 Karten.
C. Yogt und Em. Yung: Lehrbuch der praktischen
vergleichenden Anatomie. Braunschw. 1885. 8^. Lief. 1 — 4.
P. (jeddes behandelt Entwicklung und Aufgabe
der Morphologie {Jenaer Zeitschrift f. Naturw. XVIII.
vag. l-~39).
A. Goette's: „Abhandl. zur Entwicklungsgesch.
d. Tiere" enthalten im zweiten Heft den vergleichenden
Theil zur Entwicklungsgeschichte der Würmer. Der
Autor leitet denselben ein durch eine Betrachtung „über
die Methode entwicklungsgeschichtlicher Ver-
gleiche" und kommt hier zu dem Resultat, dass aus-
schliesslich die Einzelentwicklung für die Stammes-
geschichte massgebend sei. Es giebt zweierlei morpho-
logische Uebereinstimmungen, die genetische (Homo-
logie), die vom Eie aufwärts stetig an Kenntlichkeit
abnimmt und die Homo idie, die heterogen entsteht und
nur in späteren Stadien auftritt ; beide sind gegensätzliche
Erscheinungen; die erstere hat die Bedeutung einer ver-
wandtschaftlichen Uebereinstimmung, die letztere gar
nicht. Trotzdem soll zur Zeit das Aufsuchen der Homo-
logie von dem der Homoidie nicht getrennt werden ; aus
dem Gegensatz beider folgt ohne weiteres, dass die von
der einen und von der anderen bezeugte Gleichwerthig-
keit irgend welcher Körpertheile niemals eine identische
110 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
sein kann, da eben jede Homoidie die Homologie je der-
selben Theile ausscliliesst und umgekehrt. Die Annahme
einer Cenogenie ist durchaus unnöthig, die angeblichen
Fälschungen der Einzelentwicklung sind nur Divergenz-
erscheinungen, welche so wenig wie die laiTalen Bildungen
die ursprünglichen Homologien aufheben, sondern nur
deren Kenntlichkeit auf den si3äteren Stufen beschränken.
Entwicklungsgeschichte und vergleichende Anatomie haben
in der Mehrzahl der Fälle das gleiche Ziel, Aufdeckung
der Verwandtschaftsbeziehungen der Thiere ; sie erreichen
dasselbe bei Anwendung der entwicklungsgeschichtlichen
Methode, dagegen nicht bei ausschliesslich organologischen
Untersuchungen. Letztern kommt die Aufgabe zu, die
Kenntniss der einzelnen physiologischen und der damit
unmittelbar verknüpften phj^sischen Funktionen ganz
wesentlich zu begründen [Hamburg 18S4. 214 pag. 8^.
Mit Holz sehn.).
Tli, Eimer sprach auf der Freiburger Naturforscher-
Versammlung über den Begriff des thierischen Indi-
viduums (cf. Tagehlatt der 56. Natur/.- Vers. Freiburg
1886. 4\ llpag.).
Eine Reihe von Artikeln und Werken beschäftigen
sich mit dem Leben, dem ersten Auftreten des Lebendigen
u. dergl.
R. Blancliard: L'origine de la vie et l'organi-
sation de la matiere (Revue scientif. (3). tom. XXXV.
pag. 161—170).
J. Cleland: Terminal forms of life (Journ. of
anat. and physiol. XVIII. pag. 346—362).
Comte Cliardounet: Sur les theories mecaniques
de la vie (Bullet, de l'Academie de Besangon 1884. 11 pg.
E. Coiies: Biogenetic speculations on the ori-
giu and nature of life. Boston 1884. 12^.
J. Hensel: Das Leben, seine Grundlagen und
die Mittel zu seiner Erhaltung. Th. I. Die Fort-
dauer der Urzeugung. Christiania 1885.
S. Marinucci: II perche dei fenomeni fisio-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 1 1 1
logici nelle plante e neg'li animali. Milano 1885.
80. 228 pag. 149imis.
N. W. P. Rauwenlioff: Over het begrip van
leven. Akad. Rede 26. III. 1885. 8^. 23 pag.
J. J. Woodward: On tlie modern philosophical
conception of life in Annal. and magaz. of nat. bist.
(5) XIII. pag. 233—264 u. Bull, philos. soc. Washington.
V. 1883. pag. 49— 84.
Hieran schliessen sich Arbeiten, die das Wachs -
thum, Regeneration und Verwandtes behandeln.
Ch. Morris: Growth, its conditions and va-
riations (Amer. Naturalist. XVIII. pag. 1086. pag. 1210).
C. S. Minot: Formative force of organisms
(Journ. R. micr. Soc. (2) V. pag. 780—787).
K. Fuclis: Riesen und Zwerge (Kosmos XVII.
pag. 161—183. 250—261. 334—354).
C. Bülow: Ueber anscheinend freiwillige und
künstliche Th ei hing mit nachfolgender Regeneration
bei Coelenteraten, Echinodermen und Würmern — mehr
referirend {BioL Centmlbl IIJ. 1883/84. pag. 14—20).
ß-, Horst giebt in einem Vortrage : „ h e t h e r s t e 1 1 i n g s-
ver mögen der dieren" eine Uebersicht unseres Wissens
über diese Verhältnisse, zum Theil eigene Beobachtungen
anführend {Tijdsch. d. nederl. dierk. vereen. deel VI. 1882/85.
pag. 3ö — 5[)).
Auch die Diskussion über Leben und Tod ein-
resp. vielzelliger Thiere dauert fort; so will K. Moebius
den einzelligen Thieren Unsterblichkeit nicht zugestehen,
weil mit dem Abschluss der Theilung das Mutterindividuum
als solches zu leben aufhört, doch setzt seine Leibes-
substanz die spezifisch gleichen Lebensarbeiten in den
Theilsprösslingen fort und zwar mit verjüngter Reiz-
fähigkeit für äussere Einwirkungen, die in den gealterten
Individuen nach und nach schwächer geworden und
endlich ganz erloschen war {Das Sterben der einzelligen
und der vielzelligen Thiere, vergleichend betrachtet in: Biol.
Centralblatt. Bd. IV. Erlangen 1885. pag. 389—392).
112 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Hiergegen erwidert A. Weismann, dass allerdings
bei den Einzelligen der Begriff unsterblicli in etwas
anderem Sinne von ihm gebraucht werde; jedenfalls sei
der Körper der Einzelligen „nicht sterblich" d. h. er
habe keinen natürlichen Tod aus inneren Ursachen wie
die Vielzelligen. Auch könne er die Ansicht von dem
Altern der Einzelligen nicht theilen, das sei grade eine
Eigenthümlichkeit der Vielzelligen. Nur die Keimzellen
dieser entsprechen den Einzelligen; die geschlechtliche
Fortpflanzung könne man als eine Art Grenerationswechsel
auffassen zwischen je einer Generation von Einzelligen
(Keimzellen) und einer Generation von Metazoenindividuen,
die ihrerseits auf ungeschlechtlichem Wege wieder die
Generation von Einzelligen hervorbringt {Zur Frage nach
der Unsterblichkeit der Einzelligen, ibidem pag. 650 — 66 5 j
677 — 691; Journ. R. micr. soc. (2). V. pag. 466).
Auch C. S. Minot hat sich gegen Weismann gewendet
{Death and individuality- Science, vol. IV. pag. 398 — 400,
Bull, scientif. du dSp. du Nord. 1884/85, pag. 57 — 65),
worauf letzterer in einer „Nachschrift" kurz antwortet
(/. c. p>ag. 690—691).
Das bekannte Werk von B. Eyfertli: „Die ein-
fachsten Lebensformen des Thier- und Pflanzen-
reiches" ist in zweiter Auf läge erschienen (Braunschw.
40. 130 pag. 7Taf.).
Ueber die „naturwissenschaftliche Bedeutung
der zwecklosen Organe im Thierreich" hat
R. Keller einen Vortrag gehalten (Basel 1884. 8^. 34 pag.
Justus Carriere behandelt „die Sehorgane der
Thiere": Man kann, ohne Rücksicht auf die systema-
tische Stellung der Thiere, zwei ziemlich scharf gesonderte
Gruppen von Sehorganen unterscheiden ; die eine Gruppe
umfasst alle Thiere, deren Augen nach dem Princip
einer Camera obscura gebaut sind, so dass in denselben
ein reelles Bild der Aussenwelt entworfen und auf der
im Hintergrunde des Auges ausgebreiteten Retina auf-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 113
gefangen werden kann; solche Augen, einer schwarzen
Hohlkugel mit einer kleinen, pigmentfreien Stelle zum
Einlass der Lichtstrahlen gleichend, kommen bei Gastro-
poden, Cephalopoden, Würmern, Myriopoden, Arachniden,
Insekten (Ocellen), Ascidien und Wirbelthieren vor. Zur
zweiten Gruppe gehören jene Augen, bei denen die Seh-
zellen fächerförmig dicht aneinander gelagert, einen
massiven Kegel bilden, dessen Basis meist gewölbt über
die Körperoberfläche hervorragt, während die Camera
obscura- Augen gewöhnlich geschützt unter der Körper-
oberfläche liegen. Solche Fächeraugen, in denen kein
reelles, auffangbares Bild entsteht, finden sich besonders
bei Krustern, Insekten und einigen acephalen Mollusken.
Zwischen beiden Typen stehen die Augen bei Coelen-
teraten, Echinodermen und Lamellibranchiern, insofern
sie bald an den einen, bald an den anderen der Haupt-
typen erinnern. Die Darstellung stützt sich grösstentheils
auf eigene Untersuchungen und so sind auch die meisten
Abbildungen Originale {München und Leipzig 1885. 8^.
205 pag. Mit 147 Holzschnitte?! u. einer Tafel).
Aus dieser Arbeit gab Derselbe einen Auszug: „on
the eyes of some Invertebrate'^ im Quart, journ. of
micr. sc. vol. XXIV. 1884. pag. 673—681. 1 pl.
In „das Wissen der Gegenwart, deutsche Universal-
bibliothek für Gebildete" (Leipzig-Prag) sind einige Bände
erschienen, die hier angeführt werden müssen, so
0, Taschenberg: Die Verwandlungen der Thiere. (272 pg.
S^. 88 Abb.), Derselbe: Bilder aus dem Thierleben (1885.
232 pag. 80. 86 Abb.); Yitus Graber: Die äusseren,
mechanischen Werkzeuge der Thiere, I. Wirbelthiere
(224 pag. 80. 144 Abb.); IL Wirbellose Thiere (224 pag.
80. Mit 171 Abb.). Sind die beiden ersteren naturgemäss
mehr compilatorischer Natur, so bringt Graber's Arbeit
eine Fülle von anregenden Beobachtungen U.Darstellungen,
die auch das Interesse des Fachmannes in Anspruch
nehmen.
J. Niemiec giebt eine Darstellung der bei den Thieren
vorkommenden Sauggruben, Saugnäpfe u. dergl.; man
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. IL Bd. 3. H. |£
114 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
findet nach ihm eine völlige Stufenleiter, von den ein-
fachsten Saugnäpfen der Froschlarven bis zu den kom-
plicirten Organen der Cephalopoden; dass dieselbe nicht
der systematischen Stellung der Thiere entspricht, hat
wohl Jeder geglaubt {Recherches morphologiques sur les
veniouses dans la regne animal in: Recueil zoolog, sidsse IL
2mg. 1—14:8. 5 pL
Zwischen 0. Cattaneo und C. Emery entspinnt sich
eine Diskussion über die Herleitung der segmen-
tirten Thiere; der erstere will solche als Colonien von
linear an einander gereihten Individuen auffassen {Commu-
nicazione preventiva intorno all' individualitä dei molluschi
in: Boll. scientif. Pavia IV, pag. 59 — 64; le colonie lineari
e la morfologia dei molluschi in: Zool. Anzeiger. V. 1882.
pag. 682 — 685 und unter demselben Titel in ausführlicher
Form separat: Milano, Bibl. internaz. scientif. XXXIII.
1882. 420 pag. 15 Abb. u. 2 Taf.). Hiergegen wendet
sich nun C. Emery? von der Loven'schen Larve, Trocho-
sphaera ausgehend, die als Grundtypus der segmentirten
Thiere aufzufassen sei und aus Kopf und ungegliedertem
Rumpf bestehe; aus letzterem gehe bekanntlich erst
sekundär die Gliederung hervor {Colonie linearie metameria,
a p)roposito di un recente libro dei Dott. Cattaneo ; Rißessioni
in: Giorn. internaz. d. sc. mediche. V. 1883). In seiner
Antwort giebt Cattaneo zu, dass neben seiner Zurück-
führung der segmentirten Thiere auf lineare Kolonien
wohl auch noch die Segmentation sekundär auftreten
könne {la genesi della metameria risp. al Prof. Carlo Emery
in Giorn. internaz. sc. 7ned. VI. Napoli 1884).
Adam Sedgwick will nicht ein einfaches, unseg-
mentirtes, triploblastisches Wesen als Urform der seg-
mentirten Triploblastika gelten lassen, sondern eine ein-
fache diploblastische Form, aus der die heutigen Coelen-
teraten ebenfalls hervorgegangen sind; letztere unter-
scheiden sich einzig von einem segmentirten Thi er dadurch,
dass die Darmdivertikel (Mesoblastsomiten) noch nicht
vom Darmkanal getrennt sind; daher fehlt ihnen ein
besonderes Coelom mit den Organen, die sich aus letzterem
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 115
erst entwickelt haben — Exeretionsorgane, Gefässsystem.
DerMimd der Coelenteraten entspricht dem langgestreckten
Blastoporus wie er bei Peripatusembryonen vorkommt,
aus welchem Mund und After schliesslich hervorgeht.
Wo der Blastoporus allein zum Larvenmund wurde, ist
er naturgemäss stark abgeändert und zeigt meist während
seiner Entwicklung keine Anklänge an seine Phylogenie.
Der Autor versucht zu zeigen, dass der grösste Theil
der Triploblastica d.h. Anneliden, Arthropoden, Mollusken,
Vertebraten und einige kleinere Gruppen wie Balano-
glossus, Sagitta und die Brachiopoden nach einem ge-
meinsamen Plan gebaut, der sich bei genauer Prüfung
der Anatomie der Coelenteraten bei diesen in rudimentärer
Form vorfindet. Im zweiten Theile seiner Arbeit wendet
der Autor seine Hypothese auf die genannten Gruppen
an und geht von einer etwas weiter vorgeschrittenen
Form aus, die er als ein bilaterales, Coelenteraten ähnliches
Wesen mit langgestrecktem Mund darstellt, deren Darm
regelmässig angeordnete Divertikel besitzt, die ihrerseits
an den Seiten des Körpers ausmünden (ürtypus der
Excretionsorgane) ; auf der Mundscheibe liegt zwar noch
diffus, aber mit der Tendenz zur Centrirung zu einem
Ring oder Oval das Nervensystem. Von dieser Form
ging die Entwicklung nach zwei Richtungen hin : bei der
einen trennte sich der langgestreckte Mundspalt in Mund
und After, beide blieben jedoch auf der Neuralseite und
ein praeoraler Lappen entwickelte sich = Evertebraten-
stamm, bei der anderen rückte ebenfalls Mund und After
aus einander, kommen jedoch beide an die Enden der
Hauptaxe zu liegen = Stamm für Balanoglossus und
Vertebrata {On the origin of metameric segmentation and
some other morphological questions in: Quart. Jowm. of
micr. Sciences, vol. XXI V. Lond. 1884. pag. 43 — 82. 2 Taf.).
Die Erörterung der Verwandtschaftsbeziehungen
der Würmer, welche Platt-, Rund-, Stern- und Glieder-
witrmer, sowie Sagitta und Balanoglossus umfasst, beginnt
A. Goette mit Betrachtungen über Blastula und Ga-
strula; zwischen Morula und Blastula, aus welchen die
116 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Gastrula hervorgellen kann, existirt kein grundsätzlicher
Unterschied (als Morula wird hier nur das Endprodukt
der totalen und inaequalen Furchung z. B. bei Turbellarien
bezeichnet); die Verschiedenheit betrifft nur die äussere
Erscheinung, Grösse und Gestalt der Furchungshöhle
(Blastocoelom). Dafür spricht auch die Thatsache, dass
beide Formen, deren Extreme als Coelo- und Sterro-
blastula bezeichnet werden, dem gleichen Vorgang ihre
Entstehung verdanken ; es handelt sich nämlich stets um
die radiäre Anordnung der Blastomeren um einen Mittel-
punkt, was des Weiteren ausgeführt wird. Ueberall
finden sich bei Würmern Verschiedenheiten in der Grösse
der Blastomeren, stets liegen am Scheitelpol oder in der
apotropen Keimhälfte die kleineren, in der hypo-
tropen die grösseren Blastomeren, was jedoch mitunter
erst gegen den Schluss des Blastulastadiums deutlich
wird; die Ursache hierfür liegt schliesslich im Nahrungs-
dotter. Auch der Gastrulabildung liegt bei allen in Rede
stehenden Würmern der gleiche Vorgang zu Grunde,
dessen äussere Erscheinung mannigfach wechselt: die
hypotrope Hälfte wird von der apotropen eingeschlossen,
wodurch zwei in ihren Lagebeziehungen ungleichartige
Keimtheile (Ecto- und Entoderm) entstehen; aktiv ist in
beiden Fällen (Coelo- und Sterrogastrula) die apotrope
Hälfte. Darauf folgt ein Kapitel über die Grundlagen
der Bilateral -Symmetrie, welches zu folgenden
Schlüssen führt: die einfachste Grundform der Poly-
plastiden hat gleiche oder ungleiche, aber stets gleich-
polige, in einem Mittelpunkt sich schneidende Achsen;
sie wird daher durch alle beliebigen durch diesen Punkt
gehenden Ebenen in Strahlsegmente zerlegt, welche ihren
Gegenstücken stets kongruent sind, aber nur bei gleichen
Achsen alle unter sich kongruent sein können ; ihre Lage-
beziehungen werden durch jenen Mittelpunkt bestimmt
(primärer Strahltypus: Kugel, Sphäroid: Ei, homo-
plastide Blastula, Homopiastiden). Die zweite Grundform
hat eine ungleichpolige Hauptachse (Scheitelachse) und
zwei gleiche oder ungleiche Kreuzachsen und wird nur
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1 884—1885. 117
durch Meridianebenen in Strahlsegmente mit kongruenten
Gegenstücken zerlegt; im übrigen können dieselben bei
gleichen Kreuzachsen alle unter sich kongruent oder bei
ungleichen Kreuzachsen zum Theil spiegelbildlich gleich
sein; die Lagebeziehungen sind stets durch die Scheitel-
achse bestimmt; (sekundärer Strahltypus: einfaches
und abgeplattetes Ovoid: heteroplastide Blastula, Gastrula,
Coelenteraten). Die dritte Grundform hat zwei ungleich-
polige und eine gleichpolige Achse; die durch erstere
bestimmte Medianebene trennt die beiden Körperhälften,
deren Uebereinstimmung lediglich eine spiegelbildliche
Gleichheit ist und bestimmt daher allein ihre Lage-
beziehungen (Bilateraltypus: halbes Ovoid: Bilateralia
pleuro-, hypogastrica). Diese drei Grundformen gehen
in der angegebenen Reihenfolge ineinander über. *iDas
Ektoderm der Würmer verwandelt sich nach Bildung
des Schlundes, des Centralnervensystems und gewisser
Sinnesorgane in die Oberhaut; das Prostoma, offen oder
geschlossen, wird nie direkt zur Mundöffnung, sondern
zur Oeffnung des Darmes in den Schlund. In Bezug auf
das stets aus dem Ectoderm stammende Nervensystem
der Würmer ergeben sich folgende verAvandtschaftliche
Beziehungen: die ursprüngliche Form bestellt bei Tur-
bellarien als Hirn mit Fortsätzen, gegenüber den Würmern,
welche neben dem Hirn noch ein Bauchmark besitzen;
unter den Turbellarien stehen die Rhabdocoeliden am
niedrigsten, dann folgen Nemertinen und endlich Dendro-
coelen, unter denen die strenger bilateral gebauten Tri-
kladen durch ein Kommissurensystem zwischen den
Hirnfortsätzen auf Echiuriden und Chaetopoden hinweisen.
Für die Entwicklung des Bauchmarkes dürfen Nematoden,
Echiuriden, Polygordius und Chaetopoda ebensoviele
successive Stufen der Bildung darstellen. — Entoderm:
Darm und Mesoderm der hypogastrischen Würmer sind
Erzeugnisse des Entoderms, deren Sonderung aber erst
innerhalb des Kreises der Würmer erworben und nicht
von weiter zurückliegenden Stammformen ererbt ist; bei
den Acoela fehlt diese Sonderung zeitlebens; im Anschluss
118 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
an die ektodermale Sclilundeinstülpung entstand die
Darmhöhle innerhalb des ungetheilten Entoderms, worauf
die Trennung' in Darraepithel (Enteroderm) und umgebende
Bindesubstanz erfolgte (Rhabdo- undDendrocoela); endlich
wurde diese Sonderung in die ersten Emjbryonalstadien
verlegt und so von den Nemertinen aufwärts die Er-
scheinung eines vollkommenen Entero- und Mesoderms
eingeführt. Die erste Anlage dieses Mesoderms zeigt
sich ausnahmslos in Form einer bis mehrerer, vom übrigen
Entoderm sich einzeln ablösender Zellen; ihre älteste
Anordnung ist strahlig (Nemertinen), stufenweise nimmt
sie eine immer vollkommenere Bilateralform an; nach
diesen Verschiedenheiten der Entodermentwicklung folgen
aufeinander: Acoela-Rhabdo- , Dendrocoela-Nemertinea-
Nematodes, Glephyrea- Annelides. Nun folgt ein Excurs
über die Hertvvig'sche Coelomtheorie, in welchem nach-
gewiesen wird, dass Mesenchym und Peritonealsäcke nicht
sowohl unverbundene Gegensätze, als vielmehr ver-
schiedene Stufen einer Entwicklungsreihe sind. Bei einer
strahlig gleichmässigen Anlage stellt sich das Mesoderm
als periviscerales Mesenchym mit Schizocoel dar (Nemer-
tinen, Rhabdo- und Dendrocoelen) ; bei einer bilateral-
symmetrischen Anlage entwickelt das Mesoderm, Hiru-
dinea ausgenommen, ein Holocoel, jedoch unter ver-
schiedenen Bedingungen; so ist bei Nematoden das Holo-
coel nur einseitig abgeschlossen, bei Gephyrea inermia,
Bonellia liegt es ganz im Mesoderm und bei Chaetopoden,
Echiurus bleibt die Bilateral -Symmetrie beständig und
es entsteht ein den ganzen Körper durchziehendes
paariges Holocoel mit bleibenden medianen Mesenterien.
Aus der ursprünglich radiären Gastrula entwickelt sich
die bilateral -symmetrische Gastrula (Helminthula) , die
dann in weitere Larvenformen übergeht; diese werden
nun ausführlich verglichen, obgleich die Verwerthung
derselben für die Erkenntniss weit zurückliegender Stamm-
formen nur sehr bedingt zulässig ist; doch können die
Larvenmerkmale oft ganz allein dazu dienen, die ver-
schiedenen Grade der Verwandtschaft der betreffenden
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d, J. 1884—1885. 119
Thiere festzustellen. In der Erörterung des Stammbaumes
der Würmer werden drei auf einander folgende Stamm-
formen angenommen; die erste wird von den Acoela noch
wiederholt und war von länglicher Gestalt, konvexer
Ober-, planer Unterseite, vollständig bewimpert, besass
einen prostomialen, mehr oder weniger vorgerückten Mund
und ein ungesondertes, parenchymatöses und darmloses
Entoderm. Im weiteren Verlauf führte dieser Stamm,
aus dem zuerst die Acoela hervorgingen, zu den Rhabdo-
und Alloiocoelen und von letzteren zu den Dendrocoelen,
Formen, bei denen Ento- und Mesoderm geschieden und
ein Nervensystem hinzugekommen ist = zweite Stamm-
form der Darmwürmer, aus der noch die Nemertinen und
zwar aus der Wurzel der Alloiocoelen entspringend, ab-
zuleiten sind. Die dritte Stammform ist gekennzeichnet
durch den Besitz des Holocoels und des Bauchmarkes;
von ihr divergirte infolge ausgedehnter Rückbildung ein
Zweig (Nematoden, Echinorhynchen), ein weiterer führte
zu den Gephyrea inermia, dann zu den Echiuridea, endlich
zweigten sich die Hirudinea und die Chaetopoden ab. —
Beim Vergleich der Würmer und Coelenteraten wird
wahrscheinlich gemacht, dass die Verbindung zwischen
beiden von Formen hergestellt wird, wie sie in Dicyemiden
und Orthonectiden gegeben sind; und endlich ergiebt
der Vergleich der Chordaten, die sicher von einem ge-
meinsamen Stamme abgeleitet werden können, mit den
Würmern, dass die Wurzeln dieses Stammes viel eher
bei dendrocoelenartigen Würmern als anderen Bilateralien
zu suchen sind {Ahh. z. Entw. d. Thiere, IL Unters, z:
Entw. d. Würmer i ver gl. Theil Hamburg 18 8i. 215 pag. 8^.
Mit Holzschnitten).
E. A. Andrews : Affinities of annelids to verte-
brates behandelt die Frage, unter Zugrundelegung der
Arbeiten von Dohrn, Segdwick u. A. Goette {Amer. Natural.
1885. pag. 767—774 mÜ 9 Holzschn.).
Eine wohl hier sich anschliessende Arbeit von
R. Saint-Loup: Zonides et Merides hat Ref. nicht er-
120 Prof, Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
halten können (Bull. Soc. philom. Paris (7). Tom. VIII.
pag.174—176. Ipl).
0. Biitsclili will nicht die Gastrula als Urform der
Metazoen betrachtet wissen, sondern eine zwei-
schichtige Platte, wde sie in der Entwicklung von
CucuUanus, Rhabdonema vorkommt; diese Placula lässt
sich von einer einschichtigen Platte ableiten, die durch
Delamination zweischichtig geworden ist. Dadurch dass
sich zwischen den beiden Blättern der Placula Flüssig-
keit ansammelt, wird sie zu einer einschichtigen Blase,
die durch luvagination der ursprünglichen entodermalen
Hälfte zur Gastrula wird. Gewisse Colonien von Flagellaten,
besonders Gonium, stellen eine einschichtige Platte dar
und Trichoplax adhaerens F. E. Schulze (cf. Jahresber.
über freilebende Würmer pro 1882/83. pag. 771) könnte
man als noch heut lebende Placula betrachten, bei der
jedoch schon eine mittlere Schicht entwickelt ist {Be-
merkungen zur Gastraeatheorie in Morpliol. Jahrh. IX.
pag. 415—427. Mit 1 Taf.] übersetzt von W.S.Dallas
in den Aniial. and magaz. of nat. history {5) XIII. pag. 372
bis 382. Ipl.
In seiner Mittheilung über „the archistome
theory" schliesst J. A. Ryder grösstentheils an A. Sedg-
wick (cf. oben) an; er leitet jedoch auch die Extremitäten
aus den Tentakeln einer den Actinozoen nahe stehenden
Stammform ab; aus einem doppelten Kranze von Archi-
podien, die das Archistom umstanden, lassen sich die
Parapodien der Anneliden ableiten und bei Verschmelzung
der Archipodien an ihrer Basis die zweiästigen Extremi-
täten der Kruster. Ursprünglich ungegliedert war die
Möglichkeit zur Gliederung durch das Auftreten einer
festeren Ausscheidung (Chitin) auf der Oberfläche der
Archipodien gegeben. Die Füsse von Peripatus stellen
ein derartiges frühes Stadium dar. Neue Erwerbungen
sind die Borsten der Parapodien, die möglicherweise in
den Flossenstrahlen der Fische, und Sagitta wiederzufinden
sind {American Naturalist XIX. pag. 1115—1121).
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 121
Desselben „position of the Yolk-blastopore"
bezieht sicli auf Vertebraten (ibidem).
H. W. Conn hat wiederum eine andre Form als Ur-
form für einen grossen Theil der Thiere aufgestellt; er
behauptet, dass sich die freischwimmenden Larven aller
Thiere, Spongien, parasitische Plathelminthen u. Artho-
poden ausgenommen, auf eine dem Pilidium ähnliche
Larve zurückführen lassen, die um den Blastoporus einen
Wimperring und am entgegengesetzten Pole einen Wimper-
schopf hatte ; nach drei Richtungen hin fand die Weiter-
entwicklung statt, eine führt zu Coelenteraten, Polyzoa
und Brachiopoda, die zweite zu Anneliden, Mollusken
und Planarien und die dritte, am meisten abgeänderte
zu Balanoglossus, Nemertinen und Vertebraten (marine
larvae and their relation to adults in Stud. from hiolog.
Labor. J. Hopk. Univ. III. pag.165 — 192. 2pL, auch
Journ. R. micr. Soc. (2) V. pag. 784—787).
Verschiedene Autoren versuchen eine Ein th eilung
der thierischen Gewebe; so A. Räuber, der die Ge-
webe eintheilt 1. nach dem genetischen Standpunkt in
Gewebe des äusseren, inneren, mittleren und Desmal-
blattes; 2. nach der Funktion in Arterhaltende- oder
Germinal- Gewebe (Ovarium, Hoden) und in individuelle
oder Personalgewebe (die übrigen); 3. nach der Form
in: Cellulares Gewebe, Gewebe mit Intercellularsubstanz
und Plasmodialgewebe {Sitzungsher. d. naturf. Ges. z. Leipzig
1883. Bd. X und über histolog. Systeme in: Tagebl. der
57. Vers. d. Naturf. u. Aerzte in Magdeburg, pag. 197 — 198).
Ferner behandelt Albert KöUiker „die embryo-
nalen Keimblätter und die Gewebe" und wendet
sich zuerst gegen Waldey er' s Ansicht vom Archiblast
und Parablast (Arch. f. mikr. Anat. Bd. XXIL 1883),
eine Lehre, die wohl kein von einem allgemeineren
Standpunkt ausgehender Zoologe annehmen wird. Ob-
gleich nun K. in seinen Erörterungen besonders die Ver-
hältnisse bei Vögeln und Säugern berücksichtigt, stellt
er am Schluss einige allgemeine Sätze auf, die die An-
führung der Arbeit an dieser Stelle rechtfertigen: Bei
122 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
allen mehrzelligen Geschöpfen gehen alle Elemente und
Gewebe direkt aus der befruchteten Eizelle und dem
ersten Embryonalkern hervor; Haupt- und Nebenkeim
existiren nicht. Die zuerst differenzirten Gewebe besitzen
den Charakter von Epithelien (Ekto- und Entoblast); sie
liefern alle anderen Gewebe, indem sie dieselben ent-
weder unmittelbar erzeugen oder zugleich ein mittleres
Blatt bilden, das dann einen Haupttheil der Gewebsbildung
übernimmt. Jedes Keimblatt hat bei gewissen Geschöpfen
die Fähigkeit, mindestens drei und vielleicht alle Gewebe
aus sich zu erzeugen; deshalb sind die Keimblätter keine
histologischen Primitivorgane. In Bezug auf die Ein-
theilung der Gewebe ist noch immer die alte von Leydig
und Kölliker in vier Haupttypen die zweckmässigste
{Zeitschrift f. wissensch, Zool. Bd. XL. 1884. j^^Q- ^^^
bis 211. MÜ 2 Taf.).
In einem Nachtrag (ibidem pag. 356 — 357) bekämpft
derselbe KoUmann's Lehre vom Akroblasten (biolog.
Centralbl. III. und Recueil zool. suisse II. pag. 259).
Ernst Haeckel, der in drastischer Weise gegen die
einseitigen, den phylogenetischen Standpunkt ignorirenden
Anschauungen vonHis, Kölliker, Waldeyeru. A. an-
kämpft, bemerkt, dass die von Kölliker aufgestellten Sätze
von ihm bereits vor einem Decennium lebhaft vertreten
worden seien, jedoch mit dem Unterschiede, dass K. nur
im ontogenetischen, H. in diesem, wie im phylogenetischen
Sinne urtheile. Die Gewebe kann man entweder rein
histographisch oder physiologisch oder ontogenetisch oder
phylogenetisch eintheilen. Das histographische System,
das von vielen Anatomen vertreten wird, ist wie Jeder
zugiebt, bei Berücksichtigung der niederen Thiere gar
nicht durchführbar, da es zur unnatürlichsten Trennung
nahe verwandter Gewebe führt. Das physiologische
System, von der Mehrzahl der Histologen vertreten, wird
jedoch selten oder nie in voller Strenge logisch durch-
geführt; in der That ist dasselbe nicht ganz durchführbar,
weil viele Zellen verschiedene Funktionen gleichzeitig
leisten; deshalb ziehen Viele das ontogenetische
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 123
System noch zu Hilfe. Dieses hat Dank den grossen
Fortschritten der vergleichenden Ontogenie an Bedeutung
gewonnen, freilich auch die Gegensätze geschärft. Bei
allen Metazoen ist das einzige primäre Gewebe das
Epithelium, das als einfaches Blastoderm in der Blastula
auftritt; durch Einstülpung entsteht dann das Exoblast,
Dermalepithel, und Entoblast, Gastralepithel. Alle anderen
Gewebe sind sekundäre, „apotheliale", für deren weitere
Eintheilung die Ontogenie keine Handhabe bietet; be-
sonders ist es das mittlere Blatt, dem keinerlei allgemeine
Bedeutung als histologisches Primitivorgan, wie den
beiden primären Blättern, zukommt. Mit Bezug auf
ihren verschiedenen Ursprung aus dem primären Gewebe
können die apothelialen in 5 Gruppen gebracht werden:
1. ptychoblastische Gewebe, durch Faltenbildung aus
Epithelblättern entstanden z. B. Drüsen; 2. schizo-
blas tische, durch Abspaltung aus Epithelblättern ent-
standen z. B. Muskelplatten und 3. Mesenchym-Ge-
webe durch Austritt einzelner Zellen aus Epithelblättern
und Einlagerung derselben in ausgeschiedene Zwischen-
substanz entstanden — Blut- und Bindegewebe. Endlich
das phylogenetische vSystem ist nach H.'s Meinung
das einzig natürliche System, das nach dem biogenetischen
Grundgesetz mit dem ontogenetischen im Wesentlichen
zusammenfallen muss und in der That fällt {Ursprung
und Entwicklung der thierischen Geioebe, ein histo genetischer
Beitrag zur Gastraea- Theorie in Jenaer Zeitsch. f. Naturw.
Bd.XVIIL N.F. Bd. XL 1884. pag. 206—275).
Vergl. hierzu die Bemerkungen von A. KöUiker in
den Sitzungsber. d. Würzb. phys.-med. Ges. 1885.
Auch A. Hyatt behandelt ähnliche Fragen in : larval
theory of theorigin of cellidar tissus; leider liegt der Schluss
des Artikels dem Ref. noch nicht vor, so dass das Referat
noch verschoben werden muss {Proceed. of the Boston
Society of natural history. Vol. XXIII. p. I. Jan. - March
1884. Boston August 1885, pag. 45— 144-, cf. a^uch Amer.
Naturalist XVIII. pag. 460 — 464. Science III. pag. 337.
124 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Nature. Vol. XXX. pcig. 601 und Journ. Roy. micr. soc,
(2) IV. pag. 540—541).
Auch über die Zellen sind zahlreiche Arbeiten er-
schienen, so behandelt F. v. Leydig „Zelle und Ge-
webe", eine Arbeit, die uns eine Fülle von Beobachtungen
über Strukturverhältnisse des Protoplasma's, Kernes und
der Gewebe bringt. Die Untersuchungen über dieselbe
haben ergeben, dass den ganzen Zellkörper eine festere
Substanz in der Form eines Gerüstwerkes durchzieht,
das zweierlei Natur ist, ein derberes, nach der Art der
Zelle typisch verschiedenes und ein feineres, nur sehr
schwer erkennbares. Im Zellleib finden sich als einfache
Maschenräume des Schwammgewebes „Vacuolen", aus
denen durch Vergrösserung oderZusammenfliessen „Sekret-
blasen" entstehen, die von dichter gefügten Netzbälkchen
begrenzt werden. Auch der Kern liegt in einer grösseren
oder kleineren Höhle von ähnlich gebauter Wandung;
der Hohlraum wird oft von feinen Ausläufern des Balken-
netzwerkes der Zelle durchsetzt. Nach aussen ist der
Zellkörper durch die Substanz des Gerüstes abgegrenzt
und daher porös; durch Verdichtung dieser Lage kann
wie bei der Umgrenzung der Hohlräume eine mehr oder
weniger homogene Wandung entstehen. Im Gerüstwerk
liegt eine helle, weiche, halbflüssige Substanz, Zwischen-
stoff, von dem abzuleiten sind die Sinnesborsten u. dergl.,
die contrale Materie der Flimmerhaare und Muskeln, die
homogene Substanz der Cuticulae und gewisse Sekret-
massen. Der Zellkern besteht aus einer festeren Gerüst-
substanz und einem weicheren Zwischenstoff (Kernplasma);
seine Substanz hängt mit dem Fadennetz der Zellsubstanz
durch Fäden zusammen; die Nucleoli sind entweder Ver-
dickungen des Kerngerüstes oder aber Bildungen des
Kernplasma. Alles in Allem stehen wir erst am Anfang
der Erkenntniss der Struktur der Zellen und ihrer
typischen Verschiedenheit; haben wir auch Aussicht, das
Dunkel hier dereinst zu lüften, so sind uns andrerseits
Schranken gezogen, wenn wir das Werden erklären
wollen. (Bonn 1885. 219 pag. gr. 8^ 6 Taf.).
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 125
Auf J. 0. Henmim's Versuch, die Zellformen zu
erklären und ihre Gestalt experimentell herzustellen,
möchten wir hier aufmerksam machen (vergl. d. Ref. v.
L. Stieda in Mol Centralhl V. 1885. No.7).
J. B. Carnoy giebt eine „Biologie cellulaire,
etude comp, de la cellule dans les deux regnes"
heraus, die Ref. nicht erhalten konnte (fasc. 1. Paris 1884).
Derselbe publicirt im Verein mit Gr (jilsoii u. J.Denys
eine Serie von Artikeln unter dem gemeinsamen Titel:
la cellule^ rec. de Cytologie et cVhist. gen. T. I. etude sur
les Arthropodes. I. Etude comparee de la Spermato-
genese chez les Arthropodes par G. Gilson. IL La cyto-
dierese chez les Arthrop. par J. B. Carnoy. Lierre, Gand
1885. 8*^. 188 pag. 8 pl. — dem Ref. auch unbekannt
geblieben.
„Untersuchungen über Struktur, Lebenser-
scheinungen und Reaktionen thierischer und
pflanzlicher Zellen" veröifentlicht C. Frommann; sie
betreffen 1. spontan eintretende Umbildungen der Krebs-
blutkörper, 2. nach Einwirkung inducirter Ströme, 3. bei
erhöhter Temperatur, 4. nach Zusatz chemischer Agentien,
5. entsprechende Beobachtungen an den „Muskelkörnern"
von Krebsen, 6. an den Blutkörpern von Asellus aquaticus,
7. dto. an den Blutkörpern von Salamandra maculata,
8. an farblosen Froschblutkörpern, 9. an Flimmerepithelien
verschiedener Amphibien, 10. an den Blutkörpern von
Schmetterlingspuppen, 11. an den Körnerhaufen im Ento-
derm von Hydra fusca. Als Resultat ergeben sich Um-,
Rück- und Neubildungen, „die zwar ihrer Art nach ver-
schieden sind, aber als Theilerscheinungen der in der
Zelle ablaufenden Lebensprozesse untereinander doch in
engem Zusammenhang stehen"; sie sind sehr wahr-
scheinlich an den Ernährungsvorgängen und am Stoff-
wechsel betheiligt und tragen somit zur Erhaltung der
Zelle und ihrer Leistungsfähigkeit bei, doch fehlen alle
Anhaltspunkte zur Einsicht in die Bedingungen ihres
Zustandekommens. — Ein besonderes Kapitel ist den
Kern- und Plasmastrukturen gewidmet und handelt von
126 Pi'^^f- Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
dem Zusammenhang des Fadennetzwerkes im Kern mit
dem des Zellleibes. Die übrigen Kapitel betreffen Bo-
tanisches (Jenaische Zeitsch. f. Naturwissensch. Bd. XVII.
N. F. X. 1884. pag. 1—349. 3 Taf.
Von A. Brass: „Biologische Studien. I. Die
Organisation der thieri sehen Zelle" ist die zweite
Lieferung erschienen (pag. 81 — 179. Taf. V — VIII); es
wird darin in dem schon im vorigen J.-B. (pag. 713)
referirten Sinne behandelt: die Organisation der Infu-
sorien, die von Gregarina polymorpha und schliesslich
die Zelle und die Zelltheilung {Halle a. S. 1884).
Gegen die biologischen Studien von A. Brass ist
von 0. Bütschli und 0. Hertwig Einsprache erhoben
worden; ersterer wendet sich besonders gegen die an-
geblichen Resultate an Protozoen und hebt den Mangel
der Diagnosen hervor {Bemerk, z. d. Schrift des Herrn
A. Brass etc. in Morph. Jahrb. XI. pag. 229 — 242)^ letzterer
gegen die Meinung, als sei das Chromatin der Zellen nur
Nahrungsmaterial {Das Problem der Befruchtung etc. in
Jen. Zeitsch. f. Naturwiss. X VIII 1 885. pag. 312—313).
A. Brass hat auf beide Einwände geantwortet; gegen
Hertwig in: „Chromatin, Zellsubstanz und Kern"
etc. (Marburg 1885. 8^. 42 pag.), gegen Bütschli in:
„Bemerkungen zu meinen Angaben über die Or-
ganisation der Inf u s orien " etc. Marburg 1886.
31 pag. 8^. — Nicht im Buchhandel erschienen!
Derselbe hat ferner: „Beiträge zur Zellphysio-
logie" publicirt (Zeitsch. f. d. ges. Naturwiss. Halle.
LVII. pag. 116—155).
0. und R. Hertwig publiciren: Untersuchungen
zur Morphologie und Physiologie der Zelle; I. Die
Kerntheilung bei Actinosphaerium Eichhorn! (1884 mit
2 Taf.); IL Welchen Einfluss übt die Schwerkraft auf
die Theilung der Zellen? (1884 mit 1 Taf.); III. Das
Problem der Befruchtung und der Isotropie des Eies,
eine Theorie der Vererbung (1884); IV. Experimentelle
Untersuchungen über die Bedingung der Bastardbe-
fruchtung (1885). Die betreffenden Artikel sind zuerst
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 127
in der Jenaer Zeitschrift erschienen und werden an ge-
eigneter Stelle referirt.
P. Geddes: on some recent contributions to
our knowledg-e of the morph. and phys. of the cell
(Proceed. Poy. phys. Soc. Edinburgh. VII. ISpag. 1 pL)
und: a restatement of the cell-theory with applic.
to the morphol., classific. and phys. of protists,
plants and animals etc. {Proc. Poy. Sog. Edinh. XII.
1883/84. pag.266—293. 1 pl.) kennt Ref. nicht.
A. Jaworowski's: Weitere Resultate ent-
wicklungsgesch. u. anat. Unters, über die endo-
gene Zellvermehrung" betreffen Blut und Gefässe
beim Hühnchen (Zool. Anz. VII 1884. pag. 194—197).
lieber Zellkerne handeln: Banibecke: etat actuel
des nos connaissances sur la structure de noyau
cellulaire ä l'etat de repos. Gand 1885. 8^. 84 pag.
(Ann. Soc. medic. 1885 Gand.), CourchetL.: du noyau
dans les cellules vegetales et animales, structure
et fonctions (Paris 1884. 8«. 186 pag.); Artli. Bolles
Lee: sur une nouv. theor. de la struct. du noy. de
la cellule (Arch. Sc. phys. et nat. Geneve (3) T. III.
pag. 119 — 127. — Bericht über Carnoy: Biol. cellul.);
rronimann, C: Kernbildung und Kernreaktion
(Sitzb. d. Jen. Ges. etc. in Jen. Zeitsch. f. Naturw. XVI.
pag. 4 — 16 auch Journ. R. micr. Soc. (2) VI. pag. 713);
Pfltzner, W.: Zur morphol. Bedeut. d. Zellkernes
(Morphol. Jahrb. XI. pag. 54— 77. 1 Taf.); Thouvenin,
M. F.: du noyau dans les cellules veget. et ani-
males. Nancy 1884. 4<^. 49 pag. 1 pl.
W. Flemming stellt die Beobachtungen über „Bau-
verhältnisse, Befruchtung und erste Theilung der
thieri sehen Zelle" zusammen, hierbei in erster Linie
das Ei berücksichtigend (Biol. Centralhlatt III. pag. 641
bis 654, 678—687).
E. Selenka konstatirt, dass die Eier einer Nemertine
zuerst von zahlreichen Spermatozoen angebohrt werden,
dass von ihnen aber schliesslich nur eines nach Bildung
der Richtungskörperchen und einer Narbe, des Dotter-
128 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
hügels, eindringt {Biolog. Centralhlatt V. 1885. No. 1,
pag. 9—10).
Hierher auch A. Schneider : Nachträgl. Bemerk,
über das Ei und seine Befruchtung- in Zool. Beitr.
von A. Schneider. I. pag. 127—139. 1 Taf.
Gr. Capus: l'oeuf chez les plantes et les animaux.
Paris 1885. 12 o. 347 pag. 143 pag.
0. BiitscMi vergleicht die Richtungskörperchen
„mit dem bei der Spermatogenese zahh*eicher Metazoen
verbleibenden Rest der ursprünglichen Spermatogonie,
der nicht in die Spermatozoenbildung eingeht"; dieses
bald kernhaltige, bald kernlose Gebilde wird unter Be-
rücksichtigung Koloniebildender Flagellaten als eine nicht
zur Spermatozoenbildung gelangte Zelle der ursprüng-
lichen männlichen Gametenkolonie betrachtet, was von
den Richtungskörperchen in gleichem Masse gilt. {Ge-
danken über die morphologische Bedeutung der sogenannten
Richtungskörperchen in: Biol. Centralbl. IV. No. 1. pag. 5
bis 12 u. Journ, R micr. Soc. (2). IV. pag. 541—542).
Hierher auch: H. v. Wielowiejski : Das Keim-
bl äschenstadium des Geschlechtskernes (in Zool.
Anz. Vm. 1885. pag. 723— 728).
A. Sabatier's Arbeit: contributions ä l'etude des
globules polaires et des elem. elimines de l'oeuf
en general — ist Ref. unbekannt geblieben (Rev. Sc.
nat. Montpellier (3). HI. No. 3. pag. 362 — 462 u. Journ.
R. micr. Soc. (2). IV. pag. 535—538.
C. Düsing hat eine ausführliche Begründung seiner
Ansicht über die Faktoren, welche die Sexualität
entscheiden (cf. J.B. pro 1882/83. pag. 720) veröffentlicht
Die in zwei Hauptabschnitte zerfallende und auf reiches
statistisches Material sich stützende Arbeit will keine
Erklärung über die Entstehung des Geschlechts, sondern
eine Reihe von Faktoren angeben, welche die Aus-
bildung des Embryo zum männlichen resp. weiblichen
Geschlecht verursachen; ein einziger Faktor kann hier
nicht wirksam sein, da er in seiner Wirkung stets über
das Ziel schiesst. Die Geschlechter stehen, falls man
i. d. Naturg. d, freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 129
auf eine sehr grosse Anzahl von Individuen Rücksicht
nimmt, zur Zeit der Reproduktion in einem ganz be-
stimmten, numerischen Verhältniss zu einander; bei Be-
trachtung kleinerer Zahlen zeigen sich jedoch grosse
Schwankungen — es fragt sich daher, warum nehmen
solche Abweichungen nicht überhand, wie werden diese
Schwankungen korrigirt, wie regulirt sich also das Sexual-
verhältniss. Man kann nur annehmen, dass „diese Ab-
weichungen von der Norm sich selbst korrigiren, dass
ein Ueberschuss des einen Geschlechts eine Mehrgeburt
des andern bewirkt" ; nur dadurch kann ein solches be-
stimmtes Geschlechtsverhältniss konstant erhalten werden.
Alle Thiere, so kann man daher vermuthen, besitzen die
für ihre Reproduktion sehr nützliche Eigenschaft, bei
einem Mangel an Individuen des neuen Geschlechts mehr
Junge von eben diesem Geschlecht zu produciren.
Es wird nun weiter gezeigt, dass ältere Erst-
gebärende einen grossen Knabenüberschuss zeigen, dass
also verzögerte Befruchtung der Frauen eine Mehrgeburt
von Knaben bewirkt; auch die Erstgeburten überhaupt
zeigen einen relativ grossen Knabenüberschuss, uneheliche
Geburten dagegen einen geringeren; bei Mangel an
männlichen Individuen, nach einem Kriege, tritt stets
ein starkes Ueberwiegen von Knabengeburten auf. Der
Mangel an männlichen Individuen, der in dem letzteren
Falle als die Ursache angesehen werden muss, gilt streng
genommen auch für ältere Erstgebärende und für eheliche
Erstgeburten, er liegt hier in der Enthaltung vom Ge-
schlechtsgenuss bei den betreffenden Frauen.
Nun entspricht, wie weiter gezeigt wird, eine starke
sexuelle Beanspruchung des Mannes selbst bei
grosser Zahl einem Mangel an Männern, frühe und
häufige Copulation der Weiber einem Ueberschuss an
Männern selbst bei geringer Zahl der letzteren und um-
gekehrt; der Effekt ist, wie an vielen Beispielen illustrirt
wird, die Zeugung von Individuen des mangelnden Ge-
schlechts im Ueberschuss. Junge Spermatozoen und alte
Eier neigen zum männlichen, alte Spermatozoen und
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3.H. J
130 'Prot Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
junge Eier zum weiblichen Geschlecht oder aus jungen
Geschlechtsprodukten entsteht das gleichnamige Geschlecht
aus alten das entgegengesetzte.
Diese Umstände betreffen nur einen der beiden
Erzeuger, wären sie die allein wirksamen, so müsste,
was nach der Erfahrung nicht der Fall ist, bald das
entgegengesetzte Extrem eintreten; es müssen also noch
andre Faktoren gelten, welche auf beide Erzeuger gleich-
massig einwirken.
In erster Linie tritt hierbei die stets schwankende
Ernährung hervor; die Stärke der Produktion richtet
sich genau nach den vorhandenen Existenzmitteln. Es
wird nun bewiesen, dass bei Ueberfluss an Nahrung
mehr Weibchen, bei Mangel mehr Männchen erzeugt
werden und dass überhaupt mit Hilfe einer mehr oder
weniger grossen Zahl von Weibchen eine Regelung der
Vermehrung herbeigeführt werden kann.
Die Geschlechtsorgane und ihre Thätigkeit werden
in sehr wesentlicher Weise von der Ernährung beein-
flusst, was durch zahlreiche Beispiele beim Menschen,
bei Thieren und Pflanzen erwiesen wird. Bei gleicher
Nahrungszufuhr bilden sich mehr Thiere gleichen Ge-
schlechts aus, bei schlechter Ernährung werden mehr
Knaben, bei besserer mehr Mädchen geboren. Alte und
sehr junge Mütter produciren mehr Knaben; das gleiche
gilt in erst der Kultur erschlossenen Ländern. Mit der
Meereshöhe nehmen die Knabengeburten zu, ebenso
unter den in der kälteren Jahreszeit erzeugten Knaben.
Auch bei Müttern mit spärlicher Menstruation und kleiner
Placenta ist der Knabenüberschuss grösser.
Nicht ohne Einfluss sind diese Verhältnisse auf die
Inzucht, auch diese wird in gewissem Sinne regulirt
d. h. auf ein sehr niedriges Mass beschränkt.
In wenigen Sätzen geht der Verf. schliesslich noch
anf die Entstehung des Geschlechts ein; von einer
Vererbung desselben kann keine Rede sein ; vererbt wird
allerdings die Art und Weise, wie sich das eine oder
andre Geschlecht ausbildet, jedoch welches Geschlecht
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 131
sicli ausbildet, wird durch das Zusammenwirken von
äusseren Umständen lierbeig-eführt ; die hierauf bezüglichen
Eigenschaften der Organismen sind durch Anpassung an
allgemeine oder spezielle Lebensverhältnisse erworben.
{Die Regulierung des Geschlechtsverhält7iisses bei der Ver-
mehrimg der Menschen, Tiere u. Pflanzen in Jen. Zeitsch. /.
Naturwiss. Bd.XVlI, 1884; auch separ. mit Vorrede
von W. Frey er. Jena 1884. 364 pag. 364 pag. 8^. — Ref.
von M. Wilckens im Biol. Centralbl. IV. pag. 619—627;
ferner im Kosmos (Vetter) XVII. pag. 49 — 65 u. Journ.
R. micr. Soc. (2) V. pag. 214—215.)
Derselbe ist in der Lage über Experimente zu
berichten, welche seine Theorie zu stützen geeignet sind;
Versuche an Meerschweinchen und Mäusen, bei denen
künstlich ein Mangel des einen Geschlechts hergestellt
wurde, haben wegen zu kleinen Zahlen kein genügendes
Resultat ergeben. Dagegen sprechen für den zweiten
Theil der Theorie, nach welcher das mittlere Geschlechts-
verhältniss von verschiedenen äusseren Umständen ab-
hängig ist, mehrjährige Züchtungsversuche an ver-
schiedenen Pflanzen, die H. Hoffmann ausgeführt hat
(Jen. Zeitsch. f. Naturiv. XIX. 1886. SuppL pag. 108—112
U.Kosmos. XVIL pag. 144—145).
Hj. Berner untersucht „die Ursachen der Ge-
schlechtsbildung" ; Ref. kennt die Arbeit nicht,
entnimmt daher einem Referat, dass die Schrift in erster
Linie anregend wirken soll. Verf. konstatirt durch Be-
nutzung norwegischer Geburtsregister, dass bei Eltern
gleichen Alters resp. bei einer bis 10 Jahre jüngeren
Mutter der Ueberschuss an Knabengeburten den Durch-
schnitt übersteigt; ist der Vater bedeutend älter, so bleibt
die Zahl der Knabengeburten unter dem Durchschnitt.
Des weiteren werden Belege für die Richarz'sche Hypo-
these der kreuzweisen Vererbung des Geschlechts und
der elterlichen Eigenschaften beigebracht (CAm^mm« 1883.
8^. Referat von Ed. Seier im Biol. Centralbl. IV. pag. 461
bis 465).
Auch Job. Schlecliter sucht die Frage „über die
J*
132 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Ursachen, welche das Geschlecht bestimmen"
durch Untersuchung von 2064 Geburten von Pferden zu
lösen. Die Zeit der grössten Reife und Kraft bei Hengsten
ergiebt ein Uebergewicht der Weibchen, im jugendlichen
und höheren Alter der Zeugenden werden mehr männliche,
im mittleren Alter mehr weibliche Früchte erzeugt. Erste
und wiederholte Paarungen haben seitens der Mutter
keinen Einfluss auf die Geschlechtsbildung. Die Jahres-
zeit der Paarungen übt insofern einen Einfluss, als aus
solchen im Sommer mehr Weibchen resultiren. Bei
Erstlingen überwiegt das männliche Geschlecht! Uns
scheinen die Zahlen zu klein, um aus denselben Schlüsse
zu ziehen {Revue für Thierheilkunde und Thierziicht, Beil.
z. oesterr. Monatsschr. f. Thierheilk. Wien 1885. No. 7 u. 8.
Ref. V. M. Wilckens im Biol. Centralbl. IV. pag. 628—629).
Hollingswortli : the theory of sex and sexual-
genesis (Amer. Natural. XVIII. pag. 667. 778).
F. Laulauie: sur l'evolut. comp, de la sexua-
lite dans l'individu et dans l'espece (Compt. rend.
Acad. Paris, tom. 101. pag. 393.
Ueber Bastardbefruchtung sind eine Reihe von
Arbeiten erschienen:
E. Pflüger: Die Bastardzeugung bei den Batrachiern
(Arch. f. d. ges. Phys. XXIX und XXXII.
G. Born: Beitr. zur Bastardirung zwischen den ein-
heimischen Anurenarten (ibidem XXXII); über die inneren
Vorgänge bei der Bastardbefruchtung der Froscheier
(Bresl. ärztl. Zeitschr. 1884 No. 16).
Osk. u. Rieh. Hertwig: Experim. Unters, über die
Bedingungen d. Bastardbefruchtung (Unters, z. Morph, u.
Phys. d. Zellen. IV. 1885 u. Jen. Zeitsch. f. Naturw.
XIX. 1886. pag. 121—165).
Auch das Problem der Vererbung ist von mehreren
Seiten auf Grund der neueren Beobachtungen über Be-
fruchtung in Angriff genommen worden: M. Nussbaum
definirt auf Grund seiner Untersuchungen an Ascaris
megalocephala die Befruchtung als eine Copulation zweier
homologen Zellen, deren gleichwerthige Theile Keim-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 1 33
bläschen und Kopf oder Kern des Samenkörpers, Dotter
und modificirtes Protoplasma des Samenkörpers mit ein-
ander verschmelzen. Eizelle und Spermatozoen sind
homologe Zellen; sie gehen aus anveränderten embryo-
nalen Zellen hervor, welche sich frühzeitig, vor der Aus-
bildung der Keimblätter von den übrigen Zellen sondern,
sich spezifisch diflferenziren und einseitige Funktionen
übernehmen; sie sind gewissermassen der continuirliche
Grundstock der Art, von dem die einzelnen Individuen
nach kurzem Bestehen wie die Blätter eines Baumes,
welkend abfallen. Bei den Protozoen wahren die einzelnen
Individuen mit ihrem ganzen Leibe die Continuität und
Konstanz der Art, während diese bei den Metazoen durch
die Geschlechtszellen gesichert ist. Dadurch erklärt sich
die Möglichkeit der Vererbung der typischen Charaktere,
die Vererbung der erworbenen oder individuellen Eigen-
schaften wird auf Einwirkungen zurückgeführt, welche
die Geschlechtszellen in dem betreffenden Individuum
erleiden, da sie den Bedingungen unterworfen sind,
welche auf den elterlichen Organismus modificirend ein-
wirken (Ueber die Veränderungen der Geschlechtsprodukte
bis zur Eifurchung; ein Beitrag zur Lehre der Vererbung
in: Arch. f. mikr. Anat XXIIL 1884. pag. 155—213
mit 3 Taf.).
Auch C. v. Nägeli geht in seiner „mechanisch-
physiologischen Theorie der Abstammungslehre"
auf die Vererbung ein: die Abstammungslehre beruht auf
dem Gesetz der Erhaltung von Kraft und Stoff; das
höher Organisirte kann nur aus dem einfacher Organi-
sirten hervorgehen und die allereinfachsten Organismen
aus dem Unorganischen. Neben äusseren Ursachen für
die Entwicklung vom Einfacheren zum Complicirten (natür-
liche Zuchtwahl) müsse man als besonders wirkend auch
innere annehmen und eine dieser inneren Ursachen liege
im „Idioplasma" , eine hypothetische Plasmaart, die in
allen lebendigen Zellen neben dem Ernährungs- o^^r
Stereoplasma vorkommt, sich wie ein Netz durch den
ganzen Körper hin erstreckt und die spezifische, das
134 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Wesen desselben bestimmende, molekulare Grundlage
darstellt. Die Annahme des Idioplasma und dessen Ver-
schiedenheit vom gewöhnlichen Plasma scheint Nägeli
der einfachste und natürlichste Weg, um die ungleichen
Beziehungen der Plasmasubstanzen zu den erblichen An-
lagen zu begreifen, wie sie bei der geschlechtlichen Fort-
pflanzung deutlich werden. Obgleich die Mutter an die
Eizelle sehr viel mal mehr Plasmasubstanzen abgegeben
hat, als der Vater an das Spermatozoon, vertheilen sich
die vererbbaren Eigenschaften der Eltern auf die Kinder
in gleicher Weise; jedes Kind hat von Vater und Mutter
gleiche Menge wirksamer Theilchen empfangen, welche
Träger der vererbten Eigenschaften sind ; es müssen diese
Theilchen also in gleicher Menge im Ei und im Samen-
körper vorhanden sein. Der Idioplasma der befruchteten
Eizelle geht in alle aus dieser sich entwickelnden Zellen
und Gewebe über und bestimmt deren specifische Form
und Funktion, da es selbst sich ändert. Andrerseits ver-
erbt bei der Fortpflanzung der Organismus die Gesammt-
heit seiner Eigenschaften und mit ihr werden in die
Keimzelle die Merkmale aller Vorfahren als Anlagen ein-
geschlossen. Doch haben die verschiedenen Anlagen eine
sehr ungleiche Bedeutung in Bezug auf ihre spätere
Entfaltung; einige gelangen stets und ausnahmslos zur
Entwicklung, andre nur unter bestimmten Verhältnissen.
Die Beschaffenheit des Idioplasma ist ungemein mannig-
faltig; jede spezifische Zellart des Körpers hat ihr be-
sonderes Idioplasma, jedoch liegen die Verschiedenheiten
weniger in materieller als in dynamischer Beziehung, in
Aenderung der Spannungs- und Bewegungszustände des-
selben und diese sind wiederum abhängig von der un-
gemein komplicirten Molekularstruktur des Idioplasma,
in letzter Linie bestimmt durch die physikalische und
chemische Beschaffenheit der Albuminate. (Münch. 1884.
8222mg. 8^.)
0. Hertwig sucht zu zeigen, dass die Kerne der
Sexüalzellen den Anforderungen, welche die Nägeli 'sehe
Hypothese vom Idioplasma stellt, vollkommen genügen.
i. d. Naturg. d. freüeb. Würmer während d. J. 1884—1885. 135
Trotz der ursprünglichen Grössendiiferenz zwischen Keim-
bläschen und Spermatozoenkern (Kopf) werden beide
Theile vor und während der Befruchtung gewöhnlich ein-
ander gleich und wenn, wie bei Echiniden, der Sperma-
kern stets kleiner ist als der Eikern, so kann man doch
aus dem Verhalten des erster en gegen Osmiumsäure und
Farbstoffe schliessen, dass er aus einer dichteren Substanz
besteht, schliesslich also dem Eikern doch aequivalent
sei. Nach Hertwig entspricht nun allein das Nu dein
dem Idioplasma Nägeli's, es ist nicht nur die be-
fruchtende, sondern auch die vererbende Sub-
stanz. Dem Protoplasma des Eies kann keine Be-
deutung für die Vererbung zugeschrieben werden, da sie
wie Pflüger (Arch. f. d. ges. Phys. XXXI u. XXXII) ent-
deckt hat, isotrop ist d. h. die Theilchen im Ei sind
nicht von Anfang an in der Weise gesetzmässig ange-
ordnet, dass die einzelnen Organe auf bestimmte Bezirke
des Eies zurückzuführen sind ; man kann durch künstliche
Eingriffe ein Organ an den verschiedensten Stellen der
Dotteroberfläche zur Entwicklung bringen. Wenn trotz
zwangsweise veränderter Lage des sogenannten animalen
Poles beim Froschei die erste Furchungsebene die normale
Lage beibehält, so liegt dies nicht an dem Einfluss der
Schwerkraft, sondern daran, dass der erste Furchungs-
kern eines solchen Eies seine Stelle wechselt und er
somit die Richtung der Furchungsebene bestimmt — ein
weiterer Beweis für die Bedeutung des Kerns resp. des
Nucleins. — Auch dem Protoplasma des Spermatozoons
kann kein Einfluss auf die Vererbung zugeschrieben
werden, dasselbe ist meist spezifisch zu einem Bewegungs-
apparat differenzirt; wo es wenig oder gar nicht ver-
ändert ist, wie bei Nematoden, hat es wenigstens auf die
Befruchtung keinen erkennbaren Einfluss (Das Problem
der Befruchtimg und der Isotropie des Eies, eine Theorie
der Verei'hung in: Jen. Zeitsch. f. Naturwiss. XVIII. 1885.
pag. 216—318).
Die oben referirten Arbeiten Nägeli's u. Hertwig's,
sowie eine Arbeit von Strassburger (Neue Unter-
136 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
suchungen über den Befruchtungsvorgang bei Phanero-
gamen als Grundlage für eine Theorie der Zeugung,
Jena 1884) geben A. y. KöUiker Veranlassung, seine An-
schauungen über die Vererbung darzulegen. Die Samen-
fäden der meisten Thiere haben nur die Bedeutung von
Kernen, nur die der Nematoden, höheren Kruster und
vielleicht einige andre die Bedeutung von Zellen; die
Befruchtung ist auf die Vereinigung eines männlichen
und eines weiblichen Kernes zurückzuführen; die Kerne
sind nicht zwittrig und das Ausstossen der Polkörperchen
kann nur die Bedeutung haben, durch die Entfernung
gewisser Bestandtheile des Keimbläschens die unver-
hältnissmässige Grösse des weiblichen Befruchtungskernes
zu mindern und das Idioplasma beider Kerne annähernd
auf dasselbe Mass zu bringen. Die Kerne, die jede echte
Zelltheilung einleiten und vom Protoplasma — auch der
Eizelle — ernährt werden, sind die einzigen Träger der
Vererbungssubstanz. Von der Zahl der Kerntheilungen
hängt die Grösse der Organe und von der Art der Kern-
theilungen und ihrer räumlichen Ausdehnung die Form
der Organe ab. Die Gestalt der Organismen und ihrer
Theile wird jedoch nicht allein von der Zahl der Zellen
bedingt, sondern auch von der Grösse, Gestalt und Ge-
sammtfunktion derselben (Die Bedeutung der Zellenkerne
für die Vorgänge der Vererbung in Zeitschr. f. iviss. Zool.
Bd. 42. 2^^9' ^ — ^^j «^^c/i Journ. R. micr. Sog. (^2) V
pag. 975—976).
„Die Thatsachen der Vererbung in ge-
schlechtlich-kritischer Darstellung" hat E.Roth
beleuchtet (2. Aufl. Berlin 1885. S%
A. Weismaun's Arbeit: „Die Continuität des
Keimplasma's als Grundlage einer Theorie der
Vererbung" zerfällt in 3 Theile: I. Begriif des Keim-
plasma, II. Bedeutung der Richtungskörperchen, III. Wesen
der Parthenogenese. Das Keimplasma ist diejenige
Partie einer Keimzelle, deren chemisch-physikalische Be-
schaffenheit einschliesslich ihrer Molekularstruktur ihr
die Fähigkeit verleiht, unter bestimmten Verhältnissen
i. d. Naturg. d. freileb. "Würmer während d. J. 1884—1885. 1 37
zu einem neuen Individuum derselben Art zu werden,
also eine Substanz, die Nägeli als Idioplasma bezeichnet;
diese Substanz kann aber nur das spezifische Nucleo-
plasma der Keimzelle sein, nicht der gesammte Kern
derselben und auch nicht in anderen differenzirten Zellen
des Körpers erhalten sein, wie es Nägeli annimmt. Keim-
zellen können sich in einem Organismus nur dadurch
bilden, dass Keimplasma von der vorigen Generation her
in diese herübergenommen wird, dass bei der Entwicklung
eines Eies zum Thier stets ein, wenn auch minimaler
Theil der Keimsubstanz unverändert in den sich bildenden
Organismus übergeht und dass dieser die Grundlage zur
Bildung der Keimzellen darstellt. Dieses Keimplasma
oder das Idioplasma der Keimzellen, das im Kern liegt,
ist allein unsterblich, alle übrigen somatischen Zellen
hinfällig. Neben dem Keimplasma besitzt die Eizelle
noch ovogenes Plasma, eine spezifische Substanz im
Kern, deren Einfluss die Umwandlung der Zellen zum
Ei veranlasst (entsprechend dem histogenen Kernplasma
aller andrer histologisch differenzirter Zellen). So lange
das ovogene Plasma dominirt, kann die Eizelle nicht be-
fruchtet werden; sie stösst daher das ovogene Kern-
plasma in den beiden Polkörperchen aus, das Keimplasma
kommt zur Geltung und verschmilzt mit dem Keimplasma
des Spermatozoons. Was endlich das Wesen der Par-
thenogenese anlangt, so lässt sich dieselbe erklären,
wenn man annimmt, dass zur Entwicklung eine bestimmte
Menge Keimplasma vorhanden sein muss und dass diese
Menge schwankt. In den meisten Fällen muss noch das
Keimplasma des Spermatozoons hinzukommen, um die
Entwicklung zu ermöglichen, in anderen reicht das Keim-
plasma im Ei aus, um wenigstens die ersten Stadien zu
erreichen und nur bei parthenogenetisch sich entwickelnden
Eiern, die wie W. in der Nachschrift angiebt, nur ein Pol-
körperchen bilden, reicht das Keimplasma der Eizelle
allein zur Entwicklung aus ; in der Eisubstanz kann Nichts
gesucht werden, was die Parthenogenese begreiflich macht
{Jena 1885. 8^ 122 pag,).
138 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Vergl. ferner H. N. Moseley: the continuity of
the germplasma as the basis of a theory of here-
dity in Nature XXXIII. pag\ 1544—1557; R. Keller: Das
Problem der Vererbung in Kosmos (Vetter) XVII.
pag, 373—388, 450—467.)
In wie weit ein Artikel J. Nelson's „the signi-
ficance of the Cellnucleus to the problem of
heredity auf eigenen Gedanken beruht oder nur Referat
ist, kann Ref nicht angeben (Amer. Natural. XIX. pag. 1222
bis 1226).
W.K.Brooks; a note on inheritance includ.
a letter from Fr. Müller kennt Ref nicht (Johns Hop-
kins Univ. Circul. V. No. 43. pag. 11— 12).
Ch. Ricliet berichtet, dass manche Seethiere eine
Wassertemperatur von selbst 27^0. vertragen, wozu
sie allerdings unter normalen Verhältnissen nur sehr
selten gelangen, da das Oceanwasser wenigstens im
atlantischen Ocean kaum 20 ^ übersteigt. Bei Roseoff
hatte im August 1885 eine abnorme Temperaturerhöhung
des Seewassers bis 27 ^ C. stattgefunden, ohne dass Pa-
guren, Krabben, Blennius, Gobius, Syngnathus, Actinien,
Schwämme und Fische darunter litten {De quelques tempe-
ratures elevees aux quelles peuvent vivre des animaux marins
in Arch. de Zool. gen. et exper. 2. ser. III. 1885; notes et
revue. No. IL pag. VI—VlII).
J. Frenzel bestimmte „Temperaturmaxima für
Seethiere", wobei sich, was von vorherein zu erwarten
war, herausstellte, dass plötzliche Temperaturerhöhung
schneller wirkt als langsame {Pflüg. Arch. f. d. ges. Phys.
Bd. XXX VI pag. 458—466 u. Journ. R. micr. sog. (2) V.
pag. 791—792).
A. Räuber untersuchte den Einfluss der Tempe-
ratur auf die Entwicklung der Eier verschiedener Thiere;
es ergiebt sich, dass das Maximum, Minimum und Optimum
der Wärmezufuhr bei Eiern verschiedener Thiere ein sehr
i. d. Natiirg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 1 39
verschiedenes ist und dass auch die Breite der Schwankung
bedeutend differirt. Ferner wurde untersucht der Einfluss
erhöhten und verminderten Atmosphärendruckes.
Froscheier bei 3 Atmosphären Druck gingen zum Theil
bald, zum Theil später zu Grunde; bei 2 Atmosphären
Druck treten eigenthümliche Verunstaltungen der sich
entwickelnden Thierchen auf. Schliesslich berichtet der-
selbe über den Einfluss verschiedener Stoffe auf
die Entwicklung der Eier und Larven von Fröschen
(Sitzgsber. d. Naturf. Ges. Leipzig 1883. pag. 55 — 70).
Derselbe berichtet „über den karyokinetischen
Prozess bei erhöhten und verminderten Atmo-
sphärendruck (Tagebl. d. 57. Vers. d. Naturf. u. Aerzte.
Magdeburg 1884. pag. 196—197 und Kosmos XV. p. 458).
P. Regnard beschreibt einen Apparat, der es er-
möglicht, Thiere einem Druck von bis 600 Atmosphären
auszusetzen (Compt rend. Ac. Paris, tom. 100. pag. 1243
bis 1244. Natur e vol. XXXII. 1885. pag. 399—400 mit
Abb. u. Journ. R. micr. Sog. (2) IV. loag. 362 — 363).
Eine Notiz von A, Certes: „de I'action des hautes
pressions sur la vitalite des microorganismes
d'eau douce et d'eau de mer" konstatirt, dass hoher
Druck auf verschiedene Wirbellose sehr verschieden
wirkt (Compt. rend. Ac. Paris, t. 99. pag. 385 — 388, auch
in Journ. de micrographie VIII. pag. 291 — 293 u. Bull.
U. S. Fish. Comm. IV. pag. 55— 70).
E. Yung: sur l'influence des milieux physico-
chimiques sur le developpement des animaux
(Arch. Sc. phys. et nat. Geneve (3) XIV. pag. 255—257)
kennt Ref nicht.
lieber den Einfluss der Schwerkraft auf die
Th eilung der Zellen sind eine Reihe hier kurz anzu-
führender Arbeiten erschienen, die von E. Pflüger ver-
anlasst worden sind; derselbe konstatirte, dass, gleichviel
welche Lage das Ei der Frösche einnehme, die beiden
ersten Furchungsebenen stets vertikal sind und dass
im Laufe der weiteren Entwicklung sich Abschnitte des
Eies zu Organen umbilden, bei denen dies normaler
140 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Weise nicht geschieht, so dass z. B. der sogenannte Blasto-
porus auf jeder beliebigen Stelle des Froscheies zum
Vorschein gebracht werden konnte, wenn die Eier in
entsprechender Zw^angslage fixirt wurden. Die Ursache
für die Richtung der Zelltheilung sah Pflüger in der
Schwerkraft, die überhaupt die Organisation in noch un-
bekannter Weise beherrschen soll (Arch. /. d. ges. Physiol.
Bd. XXXI u. XXX IL 1883 u. 1884).
€r. Born, der die Pflüger'schen Versuche wiederholte,
konnte jedoch konstatiren, dass. bei Eiern in Zwangslage
Verlagerungen des Kernes eintreten, immerhin komme
der Schwerkraft ein Einfluss zu (BresL ärztl. Zeitschr.
1884 No. 8 nnd Arch. f. mikr. Anat. XXIV. pag. 415 etc.).
W. Roux setzte Froscheier unter Verhältnisse, in
denen der Einfluss der Schwerkraft aufgehoben war
und constatirte, dass die Eier sich wie normale ent-
wickelten, dass damit der Schwerkraft keine richtende
und die Differenzirung veranlassende Wirkung zukommen,
dass vielmehr das befruchtete Ei alle zur normalen Ent-
wicklung nöthigen Kräfte in sich trage {Bresl. ärztl. Zeitschr.
1884 No. 6).
Auch A. Rauber stellte Schwerkraftversuche an
Forelleneiern an und meint, dass irgend eine richtende
Kraft (Schwerkraft oder Centrifugalkraft) vorhanden sein
müsse, unter deren Einfluss die Entwicklung sich voll-
zieht; verschiedene der Centrifugalkraft ausgesetzte Thiere
(24 Std. bei 288000 Umdrehungen) zeigten keine be-
sondere Erscheinungen (Sitzgsber. d. naturf. Ges. Leipzig
für 1884. p>ag. 8—19).
Oskar Hertwig prüfte die Pflüger'sche Theorie an
Seeigeleiern und findet schliesslich, dass die Schwerkraft
von keinem direkten Einfluss ist; die Richtung und
Stellung der Theilungsebenen hängt in erster Linie von
der Organisation der Zellen selbst ab; sie wird direkt
bestimmt durch die Axe des sich zur Theilung an-
schickenden Kerns. Die Lage der Kernaxe aber steht
wieder in einem Abhängigkeitsverhältniss zur Form und
Differenzirung des ihn umhüllenden Protoplasmas; wo in
i. d. Natnrg. d. freileb. Würmer während d J. 1884—1885. 141
einer Zelle Substanzen von verschiedener specifischer
Schwere von einer gesondert sind oder im Laufe der
Entwicklung sich sondern, übt die Schwere einen indirekten
Einfluss auf diese aus {Jen. Zeitsch. f. Natiirw. XVIII.
1885. pag. 115—200. 1 Taf. und ibidem. XIX. Suppl.
pag. 11 — 12).
Hierzu bemerkt A. Rauber, dass es doch wohl
richtiger sei, der Schwerkraft eine direkte Wirkung zuzu-
schreiben; sie ist es, die in allen Eiern mit animalem und
vegetativem Pole, vielleicht also überhaupt in allen, die
Eiaxe direkt lothrecht stellt {Sitzgber. d. Naturf. Ges.
Leipzig für 1884. pag. 30 — 36).
Y. Graber hat sehr umfassende Untersuchungen zur
Erforschung des Helligkeits- und Farbensinnes der
Thiere gemacht; die Experimente beziehen sich auf
etwa 50 verschiedene, Augen tragende Thierarten von den
Säugern an bis herab zu Kephelis, sowie auf eine Anzahl
natürlich blinder resp, geblendeter Thiere. Allen Augen-
thieren kommt die Fähigkeit zu, den grössten Gegensatz
Weiss-Schwarz d. h. hell-halbdunkel zu unterscheiden; in
den meisten Fällen traten je nach Antipathie oder Sym-
pathe gegen die Vergleichshelligkeiten reaktive Be-
wegungen auf; mit der Zunahme des Helligkeitsunter-
schiedes wächst auch stetig die Reaktionsstärke. Bei
gewissen Thieren ist die Helligkeitsempfindlichkeit für
verschiedene Lichtqualitäten eine sehr ungleiche. Auf
Farben reagiren die meisten der untersuchten Arten, mit-
unter in gradezu frappirend constanter Weise. Die
Stärke der Vorliebe für gewisse Farben ist je nach der
Qualität des Lichtes, mit dem die Lieblingsfarbe in Ver-
gleich gebracht wird, eine sehr verschiedene ; der reactive
Erfolg der Wirkung von je zwei farbigen Lichtern er-
scheint im Allgemeinen um so grösser, je weiter dieselben
im Spectrum von einander abstehen oder je grösser die
Differenz ihrer Wellenlän£-e ist. Den meisten Thieren
142 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
kommt ein grösserer oder kleinerer Grad von Ultraviolet-
Empfindlichkeit zu. Die weissliolden Thiere sind fast
alle blauliebend, die dunkelbolden dagegen rotbliebend.
Manche augenlose resp. geblendete Thiere reagiren auf
Helligkeits- und Farbendifferenzen wie Augenthiere. Die
geblendeten Thiere reagiren auf die ihnen zur Auswahl
überlassenen Lichter ganz im Sinne der normalen, da-
gegen sind ihre Reaktionen gegen gewisse Lichtdifferenzen
bedeutend schwächer als bei normalen; die relative
Stärke der Reaktion für verschiedene Lichtdifferenzen
scheint im Allgemeinen bei den geblendeten Thieren
jener bei den normalen zu entsprechen. Der Vermittler
für diese Empfindungen kann nur die Haut sein, die bei
manchen augenlosen Thieren (Regenwurm) farbenempfind-
licher ist als bei Augen tragenden (Blutegel). {Grundlinien
zur Erforsch, des Helligkeits- und Farbensinnes der Tiere.
Prag 1884. 322 pag. 8\ Mit 4 Abb.; cf. auch K. W. della
Torre im Kosmos XV. pag. 65 — 64.)
Nach denselben Gesichtspunkten hat Y. Graber auch
in Kiel eine Anzahl Ostseethiere geprüft (Ueber die Hellig-
keits- und Farbenempjfindlichkeit einiger Meeresthiere im
Sitzgsber. d. K. Ak. d. Wiss. math.-naturwiss. KL XCI.
1885. Wien. p>ag. 129—150).
Derselbe berichtet über „vergleichende Grund-
versuche über die Wirkung und die Aufnahme-
stellen chemischer Reize bei den Thieren"; es
handelt sich um stark riechende Substanzen, deren Ein-
fluss auf verschiedene Thiere geprüft wurde; die einzelnen
Arten reagiren verschieden, Eidechsen, Kröten fast gar
nicht, Regenwürmer, Schnecken, Insekten, Triton recht
prompt. Manche Riechstofi'e ziehen gewisse Thiere ent-
schieden an. Für gewisse Insekten wird nachgewiesen,
dass es ein absolut empfindlichstes Geruchsorgan nicht
giebt, indem bei einigen die Fühler für diesen, bei
anderen die Palpen etc. für jenen Geruchsstoff am reiz-
barsten sind {Biol. Centralbl. V. pag. 385—398).
Auch H. Eisig's „Biologische Studien" beziehen
sich auf den Einfluss künstlicher Beleuchtung auf See-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 143
thiere; manche Arten sind liehtliold, andre scheuen das
Licht {Kosiyios XI V. pag. 303—308).
H.Fol: sur les conditious d'existance, sous
le rapport de la lumiere des animaux aquat.
vivant dans les grandes profondeurs in Arch. sc.
phys. et nat. Geneve (3) XIV. pag. 269—271 kennt Ref.
nicht.
L. Camerano veröffentlicht: Rieh, intorno alla
distribuzione dei colori nel regno animale (Mem.
Accad. Sc. Torino (2) tom. XXXVI. Sc. fis. pag-. 329—360.
2 tav.; Amer. Natural. XIX. pag. 609—610); hierher auch
P. Marclial: la coloration des animaux (Revue
scientif. (3) XXXVI. pag. 12—18).
C. Matzdorff: lieber Schutz- und Trutzfarben
im Thi erreiche (Monatl. Mitth. d. naturwiss. Vereins
Frankfurt a. 0. II).
lieber leuchtende See thiere handeln folgende
Arbeiten :
W. C. Mc Intosli: on the phosphorescence of marine
animals, Adress tu Sect. D, brit. ass. Adv. Sc. in Nature
XXXII. pag. 476—481 ; ferner Revue scientif. (3) XXXVI.
pag. 545 — 552; Naturforscher XVIII. pag. 420 — 442 und
Journ. R. micr. soc. (2) V. pag. 981 — 982;
F. C. Noll: eine praktische Verwerthung des Meer-
leuchtens (Zool. Garten XXVI. pag. 115).
L. Fredericq weist durch Analysen des Blutes
verschiedener Krebse, die in verschieden salzigem Wasser
leben, nach, dass der Salzgehalt des Blutes entsprechend
dem des natürlichen Mediums steigt (influence du milieu
ambiaut sur la comj^os. du sang des animaux aqudtiques.
Arch. de Zool espSr. {2) III. Notes pag. XXXIV).
C. A. Mac Munn's : „on the chromatology of the
blood of some invertebrate" betrifft die spektrosco-
pische Analyse des Blutes verschiedener Schnecken, poly-
144 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
chaeter Anneliden, Echinodermen (Quart. Journ. of micr.
sc. XXV. 2?ag.469—490. 2 pl).
W. B. Ranison's: cardiac rhythm of inverte-
brates kennt Ref. nicht (Journ. of physiol. V. 1885.
pag. 261— 341. 4pl.J.
Richard prüfte den Einfluss von Cocain auf Helix
pomatia, Lumbricus, Bryozoen des süssen Wassers, Daph-
niden, Hydra und Infusorien; die Thiere reagiren ver-
schieden, Bryozoen und Hydra werden in ausgestrecktem
Zustande gelähmt, so dass damit wohl ein Mittel zur
späteren Conservirung gegeben ist (Compt. rend. Ac. Paris
S. 100. pag. 1409—1411).
D. Barfurtli's: „Vergleichend-histochemische
Untersuchungen über das Glycogen" ergaben, dass
die Funktion der Bildung des Glycogens eine Funktion
der Zellen ist; es kommt in allen Geweben aller Thiere
vor und ist bei Wirbellosen weiter verbreitet als bei
höheren Vertebraten ; es wird gewöhnlich im Paraplasma
der Zellen abgelagert, der Kern ist stets glycogenfrei ;
Glycogen findet sich in den Zellen als glänzende hyaline
Masse von zähflüssiger Beschaffenheit in der ver-
schiedensten Form vor ; b estes Eeagens ist Jod (Ärch. f.
mikr. Änai. Bd. XXV. pag. 259— 404. Mit 4 Taf.).
Die vergl.-phys. Vorträge von C. Fr W. Kruken-
berg (Heidelberg u. Leipzig) behandeln:
I. Die Bedeutung der vergl. Methode für die Biologie ;
n. Gründzüge einer vergl. Phys. d. Verdauung;
ni. Grundzüge einer vergl. Phys. der Farbstoffe und
Farben ;
IV. Grundzüge einer vergl. Phys. der thier. Gerüst-
substanzen.
Allgemeinere Bedeutung von den zahlreichen physiol.-
chemischen Arbeiten kommt der Arbeit von P. Elirlicli:
Das Sauerstoffbedürfniss des Organismus, eine
farbenanalytische Studie (Berlin 1885) zu.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 1 45
lieber Darwinismus und Verwandtes handeln
folgende Schriften :
Nägeli, C. V. Mechanisch -phys. Theorie der Ab-
stammungslehre. München 1884. 822 pag. 8*^.
Spitzer, H. Beitr. z. Descendenztheorie und zur
Methodologie der Naturwiss. Lpz. 1886. 538 pag.
Rolph, H. V. Biologische Probleme. 2. Auflage.
Lpzg. 1884. 238 pag.
Münsterberg, H.: Die Lehre von der nat. Anpass.
in ihrer Entwicklung, Anwend. u. Bedeut. Leipz. 1885.
114 pag.
Büchner, L.: Der Fortschritt in Natur u. Geschichte
im Lichte der Darwin'schen Lehre. Stuttg. 1884. 32 pag.
Wagner, M. : Darwinistische Streitfragen. III u. IV.
Kosmos Bd. XIV u. XV.
Hodoly, L.: Studien über Descendenztheorie. Wien
1884. 41 pag.
Scheitz, R. : Zur psycholog. Würdig, der Darwin-
schen Descendenztheorie. Wien 1885. 36 pag.
Karsch, F.: Vogel versus Darwin (Entom. Nachr. X.
pag. 229—233).
Homberg, Th. : A propos du Darwinisme. Ronen
1884. 22 pag.
Bergen, J. Y. : The development theory. Boston.
London 1884.
S h e p a r d , N. : Darwinism stated by Darwin himself.
New York 1884.
Duval, M. : la theorie transformiste et le fait de la
persistance des types inferieures (Journ. de microgr. VIII.
pag. 13—29).
Capper, H. : Darwinism and beauty (Natural. Lon-
don IX. pag. 181—187).
Meehan, Th.: persistance in variations suddenly
introduced. Proc. Acad. nat. sc. Philadelphia 1885.
pag. 116.
Brooks, W. K.: Ein neues Gesetz der Variation
(Jen. Zeitsch. f. Naturw. XVIII. pag. 452—456 u. J. Hopk.
Univ. Circul. IV. pag. 14—15).
Arcli. f. Naturgesch. 52. Jahrg. U. Bd. 3. H. ^
14:6 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Düsing, C: Bemerk, zum Aufs, von Brooks. Jen.
Zeitsch. XVIII. pag. 456—462.
Schmidt, 0.: Entstehung neuer Arten durch Verfall
und Schwund älterer Merkmale (Zeitsch. f. wiss. Zool.
XLII. pag. 639— 647.)
Ackermann: Mechanismus und Darwinismus in der
Pathologie. Halle 1884. 24 pag.
Menzbier, M.: role du croisement dans l'extinction
des especes (Rev. Sc. Paris XXXIII. pag. 515 — 521).
Satton, J. Bl. : on hypertrophy and its value in
evolution. Proc. Zool. Soc. Lond. 1885. pag. 432 — 445.
Tornier, G. Der Kampf mit der Nahrung. Berlin
1884. 207 pag.
Tornier, G. : Zum Kampf mit der Nahrung (Kos-
mos XVI. pag. 130—136).
Testat, L. : les anomalies musculaires et la theorie
d'evolution. Rev. Sc. Paris XXXIII. pag. 369—772.
Ringenberg, E. N. S.: Atavism considered as a
conservative agent in a State of nature (Amer. natur. XVIII.
pag. 542—546).
Hitchcock, R. : the causes of variations (Amer.
Journ. sc. XXVIII. pag. 49 — 52 u. Ann. mag. nat bist. (5)
XIV. pag. 93— 97).
Fräser, W.: On natural Coordination as evinced
in organic-evolution. Rep. 54. meet. brit. Assoc. adv. sc.
1885. pag. 772— 774.
Catchpool, E. : An unnoticed factor in evolution
(Nature XXXI. pag. 4).
Weir, J. J. : An unnoticed factor in evolution (Na-
ture XXXI. pag. 194).
Dixon, Gh.: Evolution without natural selection.
London. 8». u. Nature XXXIII. pag. 100. 128.
Wetterhahn, D.: Beitr. z. Gesch. d. Entwicklungs-
lehre (Kosmos XVI. pag. 401—419).
Cattaneo, G.: Idee di Giulio Cesare Vanini (1618)
suir origine ed evoluzione degli organismi (Rivista Filos.
scientif. IV. fasc. 4).
i. d. Natnrg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 147
Perrier, E.: la philos. zoolog. avant Darwin. Paris
1885. 292 pag.
Proost, A. : la philos. zool. avant et apres Darwin.
Brux. 1884. 41 pag\
Miclielis, Fr.: Die naturwiss. Unlialtbarkeit der
Darwin'schen Hypothese. Heidelb. 1885. 31 pag.
Die Litteratur über Instinkt, Intelligenz etc.
der Tili ere findet sich an mehreren Stellen der Litteratur-
übersicht im Zool. Anz. 1884 85 zusammengestellt, worauf
hier verwiesen wird.
II. P a u n i s t i k.
A. Allgemeines.
In einem sehr interessanten und lesenswerthen Artikel
sucht F. Heiucke die Ursachen für den grossen
Lebens reichth um des Meeres zu ergründen und dieses
Problem auf Grund der neuesten Ergebnisse der Meeres-
forschungen zu diskutieren (Kosmos XV, 1884. 2. pag. 333
bis 349, 430—448).
Hierher auch F. C. Noll: Blüthen staub als
Nahrung von Tiefseethieren (Foraminiferen). (Zool.
Garten XXVI. pag. 16—18.)
W. Breitenbacli empfiehlt den Zoologen, Seereisen
per Segelschiff zu machen, da sich hierbei weit mehr
Gelegenheit zu biologischen Beobachtungen ergebe (Kos-
mos XIV. pag. 133—137).
Von dem Report on the scientif. results of the
voyage of H. M. S. Challenger (1873 — 1876) sind
erschienen: IX. H. B. Brady: Foraminifera ; X. RBergh:
Nudibranchia, L. y. Graff: Myzostomidae, P. P. C. Hock:
Cirripedia (Anatomie), W. Turner: human skelotous,
G. Busk: Polyzoa-Cheilostomata. XL Polejaeff: Kera-
tosa, P. H. Carpenter: Crinoidea, F. E. Beddard: Isopoda,
genus Serolis; XII. W. C. Mc lutosli: Annelida poly-
chaeta; XIIL E. A.Smitli: Lamellibranchiata, E. Selenka:
Gephyrea, G. 0. Sars: Schizopoda. Ferner Narrative
vol. I. part 1. u. 2.
K*
148 'Proi. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
lieber die Reise des Vettor Pisani ist von
0. CMerclia u. A. Günther ein Bericht erschienen (Nature
XXX. pag. 365—366); ferner von dem ersteren: Colle-
zioni per studi di scienze naturali fatte nel
viagg'io intorno al mondo anni 1882 — 1885 in:
Rivista maritima Sept. -Nov. 1885. 174 pag. 12 Tafeln.
2 Karten).
A. Caruccio hat die zoologische Ausbeute bearbeitet,
welche die Corvette Caracciolo 1881 — 1884 auf ihrer
Reise erbeutet hat ( Viaggio di circumnavigaz. della Reg.
Corv. Caracciolo. Roma 1885. vol. 1. Zoologia).
lieber das Leben in der Tiefsee handeln:
H. J. Ankiim: de wetensehapp. Beteekn. van de
Studie der Diepzeefauna. Groningen 1884. 38 pag.
P. H. Carpeuter: the bassalian fauna (Science IV.
pag. 223).
0. Cotteaux : les explorations marines ä des grandes
profondeurs. Auxerres 1884. 13 pag.
H. Filliol: la vie au fond des mers. Paris 1885.
300 pag. mit Taf und auch Nature (Paris) XIII. 1885.
pag. 355 etc.
C. Keller: Die Färbungen der Tiefseeorganismen
und deren Bedeutung (Mitth. nat. Ges. Frauenf 1884.
pag. 70—76).
H. N. Moseley: on pelagic and deep sea life (Rep.
54. meet. brit. assoc. adv. sc. 1885. pag. 743 — 746.
J. Murray: the great Ocean bassins (Nature XXXIV.
pag. 581—584 u. 611—613).
J. Murray and A. Renard: on the nomenclature,
origin and distribution of deepsea deposits (Nature XXX.
pag. 84, 114 u. 132).
Die Tiefseeforschungen der Neuzeit (Ausland LVII I.
1885. pag. 561— 564).
H.Fol u. Ed. Sarasin konstatiren, dass das Tages-
licht im März bis 400 m. in das Wasser des Mittel-
meeres eindringt (Compt. rend. Ac. Paris, tom. 100.
pag. 991 — 994:) ; über das Eindringen des Lichtes in das
Wasser des Genfer Sees handeln dieselben (ibidem w.
i. d. Natiirg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 149
Ärch. d. scienc. physiol. nat. (3) tom, XII). Hierher auch
W. M. Davis: light in the deapsea (Science IV. 1884.
pag. 94) u. A. E. Terrill über dasselbe Thema (ibidem
pag. 8-10).
Ueber die Küstenfauna im Allgemeinen handelt
H. N. Moseley: the faiina of the Seashore (Nature
XXXII pag. 212 und pag. 417— 420); den Einfluss der
Wellenbewegung auf Thiere erörtern A. R. Huut ( Journ.
Linn. Soc. London XVIII. pag. 262— 274; Nature XXXIL
pag. 243, 390 u. 548) sowie W. R. Hughes (ibidem p. 294
bis 295).
Y.Hensen berichtet üb. quantitative Bestimmung
des pelagischen Auftriebes, worüber nach Erscheinen
der abgeschlossenen Arbeit referirt werden wird (Mitth.
d. Ver. schleswig-holst. Aerzte X. 1885. 4 pag.).
B. Faunen einzelner Meere und Meeresabschnitte.*)
Onderzoekingen van de Willem Barents IL
W. J. Yigelius: Bryozoa (Bijdr. Dierkunde. Nat. Artis
magistra XL 1884). Gr. C. J. Yosmaer: Spongia (ibidem
XII. 1885). M. Weber: Einleit. Bemerk, z. d. naturw.
Ergebn. d. Reisen d. W. Barents (ibidem X. 1884).
Report of the cruise of the U. S. rev. steamer
Th. Corwin in the arctic Ocean 1881 by Capt.
C. L. Hooper. Washingt. 1884. 4». Mit Taf.
Norske N 0 r d h a V s-E X p e d i t i 0 n (1876—1878).
XL Zool. C. Daniellsen og J. Koren: Asteroidea; XII.
dieselben: Pennatulida; XIII. G. A. Hansen: Spongiadae;
XIV. Gr. 0. Sars: Crustacea. Christiania. fol. mit zahlr.
Taf. u. Karten.
N. Wagner's Werk über „die Wirbellosen des weissen
Meeres" wird unten besprochen (Lpzg. 1885. fol. mit Taf).
A. E. Nordenskiöld : Studien u. Forsch, veranl.
*) Nur diejenigen Arbeiten sind berücksichtigt, welche niedere
Thiere behandeln oder deren Titel nicht auf den Inhalt schliessen
lässt.
150 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wisseiisch. Leistungen
d. meine Reisen im hohen Norden. Leipzig 1885.
Mit Abb., Taf. u. Karten.
Die zoologischen Ergebnisse der öster-
reichischen Polarstation Jan Mayen sind in einem
besonderen Bande publicirt worden; im Ganzen ergab
die zoologische Sammlung 372 Arten und zwar 313 wirbel-
lose und 59 Wirbelthiere ; sie vertheilen sich wie folgt:
30 Foraminiferen, 9 Spongien, 4 Anthozoen, 13 Polypo-
medusen, 1 Ctenophore, 20 Echinodermen, 3 Cestoden,
1 Turbellar, 3Nemertinen, 2 Nematoden, 1 Echinorhynchus,
1 Spadella, 2 Gephyreen, 24 Chaetopoden, 34 Crustaceen,
GPycnogoniden, 3Arachnoideen, 24Insekten, 51 Mollusken,
76 Bryozoen, 5 Tunikaten, 8 Fische, 46 Vögel u. 5 Säuger;
darunter sind 22 neue Arten (Die internationale Polar-
forschmg 1882 — 1883. Die Österreich. Polar stat. J. Mayen.
Beohachtungsergehnis.se hrsg. v. d. K. Ak. d. Wiss. Wien,
s. a. TIT. Bd. mit 9 Taf.').
Den Rep. Internat. Polar Exped. to Point Barrow,
Alaska, in welchem J. Murdoch den naturhistorischen
Theil und darin (pag. 152 — 156) die Vermes behandelt,
hat Ref. nicht erhalten können (Washington 1885).
Der nun vollständig vorliegende vierte Bericht d.
Commission z. wissensch. Unters, d. deutschen
Meere in Kiel enthält ausser dem bereits früher an-
gegebenen Inhalt (cf. J. B. über freileb. Würmer 1882/83.
pag. 722). Y. Hensen: Vorkommen und Menge der Eier
einiger Ostseefische; H. A. Meyer: Schwankungen im
Salzgehalt des Oberflächenwassers; G. Karsten: Beob-
achtungen an den Küstenstationen u. K. Moebiiis : Nachtr.
z.' d. i. J. 1873 ersch. Verz. der wirbellos. Thiere der
Ostsee (6 pag. fol.); es werden angeführt 5 Hydromedusae,
1 Ctenophore, 21 freileb. Nematoden, 2 Rotatorien, 1 Echi-
n öderes, 3 Polychaeten, 1 Bryozoe, 3 Copepoden, 1 Clado-
cere, 8 Amphipoden, 3 Isopoden, 1 Cuma, 1 Schizopode,
1 Decapode, 1 Pteropode und 1 Appendicularie.
Des Ref. „physik. u. biol. Untersuchungen im
westl. Theile des finn. Meerbusens schliessen sich
in ihrer ganzen Ausführung an die Untersuchungen der
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J, 1884—1885. 151
„Pommerania" an; nach Schilderung- der phys. -ehem. Ver-
hältnisse des Seewassers im untersuchten Gebiet folgt
ein Verzeichniss der niederen Thiere excl. Protozoa und
zwar 1 Spongie, 4 Coelenteraten, 12Turbellarien, 1 Nemer-
tine, 4 Nematoden, 4 Polychaeten, 7 Oligochaeten, 5 Hiru-
dineen, 1 Gephyree, 30Rotatorien, 2 Gastrotricha, IBryozoe,
1 Cirrhipede, 2 Copepoden, 1 par. Copepode, 2 Clado-
ceren, 12 Amphipoden, 4 Isopoden, 6 Decapoden, 2 Ostra-
coden, 8 Lamellibranchiata und 10 Gastropoden. Von
diesen Arten sind 50% Süsswasserthiere; 49 Arten leben
im Ostseebecken und im finnischen Meerbusen, 68 nur
im finnischen Meerbusen und zwar lauter Süsswasser-
arten. Aus allem scheint hervorzugehen, dass die Ostsee
ursprünglich ein Süsswasserbecken war, das später nach
der Verbindung mit der Nordsee marine Arten bekam,
von denen nur ein sehr kleiner Procentsatz noch im
finnischen Meerbusen fortkommt (Dorpat 1884. 1322mg.
8^ u. 1 Karte; auch im Arcli. f. d. Natiirk, Liv-, Ehst- u.
Kurlands-Ser. IL Bd. X.^ ferner eine vorl. Mitth. in den
Stzgsh. d. Dorp. Naturf.-Ges. 1884. pag. MO— 143).
lieber pelagisches Material (Crustaceen) aus dem
finnischen Meerbusen berichten G. Pouchet u. J. de
Giierne (Compt. rend. Ac. Paris. Tom. 100. pag. 919
bis 921) u. 0. E. Imhof : Tagebl. d. 58. Vers. d. Naturk.
Strassburg 1885. pag. 404 (Protozoa, Rotaroria).
J. Coilins Artikel: om Limfjordeus tidligere og
nuvärende marine fauna mit Listen der Fische und
wirbellosen Thiere kennt Ref. leider nicht (Kopenhagen
1884. 80. ITaf.).
C. Kerbert'8 „Beiträge z. Kenntn. d. niederl.
Fauna" I. betreffen Crustacea (2), Cephalopoda (2) und
Pisces (2). (Nederl. Tijdschr. voor de Dierkunde uitg.
d. h. Kon. Zool. Gen. Natura Artis Magistra. Jahrg. V.
Aft. 1. 1884. pag. 1—20. 2 Taf.).
Die holländische Commission zur Unter-
suchung der Auster und Austerkultur hat einen Bericht
über ihre Resultate veröffentlicht, aus dem hier anzu-
führen ist: A. A. W. Hiibreclit: des conditions phys. de
152 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
FEscaut oriental (pag. 369 — 481 mit Karten) und von
mehreren Autoren: Contributions ä la connaissance
de la faune de l'Escaut de l'Est (pag. 497 — 674.
1 Taf.). Letzterer Bericht umfasst Fische und die wirbel-
losen Thiere incl. Protozoa ( Tijdsch. d. nederl. dierk. Vereen.
suppL deell. 1883184).
Einen Bericht von J. de Guerne: „la rade de
Dunkerque" hat Ref. nicht erhalten können (Bull. Union
GeogT. Nord France Juillet 1885. 31 pag,); das Gleiche
gilt von zwei Arbeiten von H. Gadeau de Kerville:
faune actuelle de la Seine et de son embouchure,
depuis Ronen jusqu' au Havre in l'Estuaire de la
Seine par G. Lennier 1885. pag. 168 — 197, Compt. rend.
23. renn, de la deleg. Soc. Sav. Sorbonne sc. nat. u. Bull.
soc. amis sc. nat. Ronen 1885. 1 sem. pag. 38 — 46 mit
1 Taf.).
E. Y. Beneden lenkt die Aufmerksamkeit auf einen
an der belgischen Küste bei der Bank von Thornton
gelegenen Ort, der 28 — 29 m. unter Wasser ist und eine
ganz besondere Fauna enthält; die erbeuteten Thiere sind
fast alle neu für die belgische Meeresfauna; erwähnt
werden mehrere Crustaceen, Gebra, Callianassa, Ebalia,
Thia, 2 Arten von Phascolosoma, auf dem einem von
ihnen Loxosoma phascolosomatum C. Vogt sitzend ; ferner
Cardium norvegicum Sp. und eine dem Cerianthus Lloydii
Gorse gleichende Form (sur quelques a7iimaua) nouv. pour la
faune litt, helge, forin. une faune locale tonte particul. au
voisinage du Baue de TJiornton in : Bidl. de l'Äcad. roy. Belg.
3, ser. tom. VIIL 53 ann. 1884. pag. 646—650).
J. R. Henderson: recent additions to the in-
vertebrate fauna of the Firth of Forth (in Proc.
Roy. phys. soc. Edinburgh VIIL 1885. pag. 307—313 ist
in verschiedenen Bibliotheken noch nicht eingetroffen!
Derselbe: a dredging trip to Arrau (Scott. Natur.
(2) tom. IL pag. 5 — 9, kennt Ref. nicht.
ß. Köhler berichtet über die Meeresfauna der
anglo normannischen Inseln Jersey, Guernesey und
Sark; in dem ausführlichen Bericht werden zuerst die
i. d. Naturg d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 1 53
faunistischen Verhältnisse der einzelnen Inseln besprochen
und dann eine Liste der erhaltenen Thiere veröffentlicht
und zwar 34 Arten Spongien, 20 Coelenteraten, 22 Echino-
dermen, 110 Vermes, 4 Tunicaten, 140 Crustaceen, 9 andre
Arthropoden, 24 Mollusken, welche den Listen von Duprey
(Ann. and mag. of nat. hist. 1876 u. 1883) anzufügen
sind, 1 Balanoglossus u. Amphioxus lanceolatus (in BulL
Sog. sc. Nancy 1885 u. Annales des sciences natur. Zool.
VI. ser. tom. XX. 1885 art. No. 4. Mit 1 Taf.).
J. de Guerne: sur la topographie zoolog. de
la Baie de Concarneau (Bull. soc. amis sc. nat. Ronen
1884. pag. 77).
Ueber die Fahrten des Talisman, die sich von der
portugiesischen Küste in den atlantischen Ocean hinein
bis zum Sargassomeer erstreckten, liegen einige vor-
läufige Berichte vor; A. Milne Edwards: rapp. prelim.
sur l'expedition de Talisman dans l'ocean atlan-
tique (Compt. rend. Ac. Paris, tom. 97. pag. 1389— 1395
u. Ann. and mag. of nat. hist. (5). vol. XIII. pag. 223
bis 228; ferner von demselben in Bull, hebdom. assoc.
scienc. de France Dec. 1883); Th. Parfait: rapport sur
la campagne scientifique du Talisman en 1883.
Nancy 1885.
Ausführliche Berichte sind über die Ergebnisse der
Blake -Expedition erschienen; hier anzuführen ist der
Bericht von L. v. Oraff über die Myzostomiden (Bull.
Mus. Harv. Coli. XL pag. 125— 133).
A. E. Yerrill setzt seine Notizen über die Küsten -
fauna von Neu-England fort: notice of the re-
mark. marine fauna occup. the autor banks of
the Southern coast of N. A. (No. 9. Americ. journ.
scienc. (3) vol. XXVIII. pag. 213—220; No. 10 ibidem
pag. 378—384, No. 11 ibidem vol. XXIX. pag. 149—157.
Aufzählung der Stationen u. der neuen Echinodermen !).
Hierher auch A. Leslie Lee: on the work of the fish
hawk of the Un. St. Fish-Comm. etc. in U. S. Comm.
fisher rep. for 1881. pag. 58 — 63.
R. Oreef's „pelagische Fauna an den Küsten
154 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
der Guinea- In sein" geben einen allgemeinen üeber-
blick über die Reichhaltigkeit der Organismen und be-
handeln speziell pelagische Anneliden (Zeüschr. f. wiss.
Zool. XLIL pag. 432—458).
J. Y. Carus veröffentlicht: Prodromusfaunae me-
diterran eae sive descriptio animalium maris medit.
incolarum, quam comparata silva rerum quatenus innotuit
adjectis locis et nominibus vulgaribus eorumque auctoribus
in commodum Zoologorum congessit J. V. Carus; vol. I,
enthaltend Coelenterata, Echinodermata, Vermes und Ar-
thropoda, ist erschienen (Stuttg. 1884/85. 524 pag. 5^), ein
Werk, das wohl jeden an's Mittelmeer reisenden Zoologen
begleiten wird.
Eine Berichtigung hierzu erlässt H. Fol im Zool. Anz.
VIII. 1885 pag. 667—670.
E. H. (jiglioli: proposte generali per la esplorazione
biologica completa del Mediterraneo e dei mari adjacenti
sottoposte alla Comm. talassograf. (Boll. soc. geogr. ital.
[2] X. pag. 381—396).
Von der Fauna und Flora des Golfs von Neapel
sind erschienen: IX. A. Andres: le Attinie 1. Hälfte.
13 Taf.; X. B. Uljanin: Doliolum 12 Taf.; XL A. Lang:
Polycladen 39 Taf.; XIII. R. Brandt: Die koloniebildenden
Radiolarien 8 Taf.
A. Giard's Synopsis de la faune marine de la
France septentrionale betrifft nur Mollusken (Bull,
de la soc. sc. du dep. du Nord VII. VIII. pag. 293—313).
lieber die pelagische Fauna des Golfs von Mar-
seille hat P. Gourret Studien angestellt {Rev. sc. Paris
(3) XXXV. jyag. 81—83 u. Ann. de Musee d'hist. nat de
Marseille. Zool tom IL 1884/85. Mem. No. 2. 101 pag. 4%
E. 0. Imhof: Mikr. pel. Thiere aus den La-
gunen V. Venedig (Vierteljahressch. d. nat. Ges. XXX.
pag. 369—389).
C. Viguier's etudes sur les animaux inferieurs
de la baie d'Alger betreffen bis jetzt nur Polychaeten
(Arch. de Zool. exper. (2) tom. IL pag. 69—110) cf. unten.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 155
M. Stossich setzt seine Verzeichnisse der adria-
tischen Thiere fort; prospetto della faiine del
mare adriatico V. Echinodermata, VI. Colenterata (in
Boll. della soc. adr. di sc. nat. Trieste VIII u. IX).
Ed. Graeffe berichtet in seinen „Biolog. Notizen
über See thiere der Adria", besonders über die im
Schlamm bei 5 — 6 Fdn. Wassertiefe lebenden Thiere,
erwähnt den Mangel der Augen, das Fehlen des Pigmentes
in der Haut etc. (ibidem VIII. pag. 78 — 89). Derselbe
giebt die Fortsetzung der „Seethierfauna des Golfes
von Tri est" IL Coelenterata (Arb. a. d. zool. List d.
Univ. Wien. C. Claus. V. pap. 333 — 362).
A. Colombo's Angaben über die Fauna des jonischen
Meeres („Washington") kennt Ref. nicht (raccolte zool.
eseg. dal R. Piroscafo Wash. nella canqjagna abissale talasso-
graf. dell' anno 1885 in Rivista maritima aprile 1885 mit
Taf. u. Karten).
Y. Czerniawsky's Materialia ad Zoogr. ponticam
compar. (Russ.) betreifen nur Crustaceen.
0. u. E. Terquem veröffentlichen Listen der Mol-
lusken und Foraminiferen von Smyrna (le rade deSmyrna.
Bull. Sog. zool. de France X. pag. 546 — 550).
Die Verschiedenheit zwischen der Fauna des Mittel-
meeres und der des Rothen Avill E. Hüll auf eine zur
Miocen-Zeit stattgefundene Trennung der beiden Meere
durch den Isthmus von Suez zurückführen {on the cause
of the dissimilar it2/ hetiveen the faunas of the Mediterr. and
read seas Nature XXXI. pag. 599 u. XXXII. p)ag. 560).
Den „Report on the zoolog. collect, made in
the Indo-pacif. Ocean during the voyage of H. M. S.
Alert 1881 — 1882 kennt Ref. nicht (Public, of the brit.
Mus. 684 pag. 8^. 54 Taf . 1884).
A. E. Verril; notice of recent additions to the
marine Invertebrata of the Northeastern Coast
of America with descriptions of new genera and species
and critical remarks on others P. V Annelida, Echino-
dermata, Hydroida, Tunicata hat Ref. in mehreren
] 56 Piof, Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
deutschen Bibliotheken nicht erhalten können {Proceed.
U. St Nation. Mus. Vol. VIIL j^ag. 423— MS).
Geolog, and nat. history survey of Canada
von Alfred R. C. Selwyn (Montreal 1885), worin J. F.
WMteayes die wirbellosen Thiere von Hudson
(Mollusken, Cirrhipeden, Anneliden, Echinodermen, Bra-
chiopoden und Tunikaten) behandelt, war für Ref. eben-
falls nicht zu erreichen.
C. Süsswasserfauna.
Auch die Fauna der süssen Gewässer ist in
den Berichtsjahren eifrig studirt worden; von Arbeiten
allgemeineren Charakters sind zu erwähnen: W. J. Sollas:
on the origin of freshwater faunas, a study in
evolution verfolgt die Süsswasserthiere der einzelnen
Erdschichten bis zur Jetztzeit und findet eine Erklärung
für die Armuth der süssen Gewässer darin, dass deren
Bewohner genöthigt waren, die freischwimmenden Larven-
stadien aufzugeben und eine direkte Entwicklung anzu-
nehmen. Die Süsswasserbewohner scheinen ihm nicht
direkt eingewandert zu sein, sondern von den ursprüng-
lichen Bewohnern der anfangs salzigen Becken abzu-
stammen (Trans. R. Dublin soc. (2) III. pag. 87 — 118; Amer.
Natural. XIX. j)ag. 5 90—592).
P. Pavesi's Untersuchungen, die im vorigen Bericht
(pag. 726) nur genannt werden konnten, betreifen eine
grosse Zahl italienischer Seen; nur in solchen ohne Ab-
fluss , sowie in Gletscher- und Kraterseen trifft man eine
pe lagische Fauna, welche als eine Relictenfauna
nordischer Meere betrachtet wird.
F. A. Forel's gross e Arb eit ,, 1 a f a u n e p r o f o n d e
des lacs suisses" betriift vorzugsweise den Genfer
See; Cap. I giebt geographische Daten, II handelt vom
Wasser desselben, der chemischen Zusammensetzung, dem
Eindringen des Lichtes, III von der littoralen und pela-
gischen Fauna und Flora, IV von der Tiefenfauna und
V giebt allgemeine Betrachtungen. Ein Referat ist bei
i. d. Naturg. d. freileb. "Würmer währetid d. J. 1884—1885. ] 57
der Fülle des Stoffes, der zudem meist auf früher publi-
eirte Untersuchungen basirt, nicht möglich {Neue Denksch.
d. allgem. Schweiz, Gesellsch. f. d. ges. Naturwissenschaften.
Bd. XXIX. 1885. Abth. 2. pag. 1—234.
Durch 0. E. Imhofs Vortrag-: über die Herkunft
der Thierwelt der Süsswasserbecken (aus der Eis-
zeit stammend) entstand eine Diskussion auf der Strass-
burger Naturforscher -Versammlung über die angeregte
Frage zwischen I., Pagenstecher, Lutz, Ludwig und
Weismami (Tagebl. 1885. pag. 404—405).
R. Ladenburger untersuchte „die Fauna des
Maus fei der See's" und berichtet über die Ento-
mostraken (ZooL Anz. VIT. 1884. pag. 299—302), vergl.
auch S.A. Poppe; Bemerkungen hierzu (ibidem pag. 499
bis 500).
Auch Hofer's „Untersuchungen unsrer ein-
heimischen Süsswasserseen" betreffen Crustaceen
(Schrftn. d. phgs.-ökon. Ges. Königsberg. XXV. Sitzgsber.
pag. 44—45).
0. Zacliarias hat „Studien über die Fauna des
grossen und kleinen Teiches im Riesengebirge"
angestellt; beide Felsenkessel sind die Firnbecken eines
ehemaligen Gletschers und enthalten fast genau die-
selben Crustaceen etc., die näher beschrieben werden;
es folgen einige Angaben über Protozoen, Rotatorien,
Vermes, worüber unten (Zeitsch.f. tviss. ZooL XLI. 1885,
pag. 483 — 516. 1 Taf. u. Sitzgsb. d. schles. Ges. f. nat. Cidt.
naturwiss. Sektion LXII. pag. 254 — 257). — Zoolog.
Untersuch, zweier Hochgebirgsseen im Riesen-
gebirge (Biol. Centralbl. V. 1885. pag. 67— 70) ist ein
Referat der ausführl. Arbeit in Zeitsch. f. wiss. Zoolog.
Bd. 41. — Im Anschluss hieran untersuchte derselbe
einige Gewässer der Iser-, Riesen- u. Glatzer-Ge-
birge, worüber ein vorläufiger Bericht vorliegt {Zool.
Anz. VIII. 1885. pag. 515—511. cf. unten Turbellarien).
Verschiedene ungarisch e Se en wurden von J. Daday
untersucht, so der Plattensee {Math.-nat. Ber. d. Akad. in
Budapest III. 1885 in ung. Sprache), ferner Süsswasser-
;l 58 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
teiche Ung-arns und Siebenbürgens (^Med, Nat. Ber. Clausen-
hurg XI. 1885. pag.221 — 250 imgar.) und endlieli be-
richtet derselbe über „neue Thi er arten a. d. Süss-
w asser fauna v. Budapest {in Nat. Hefte-Term. Filz. IX.
pag. 208 — 215. 1 Taf.). — Die betreifenden Abhandlungen
hat Ref. trotz aller Bemühungen nicht erhalten können.
Eine grössere Anzahl alpiner Seen hat 0. E. Imliof
untersucht; im Winter 1882 und 1883 konstatirte er die
Existenz einer pelagischen Fauna im Züricher-, Zuger-,
Aegeri-, Greifen-, Vierwaldtstätter- und Katzensee; die-
selbe besteht nicht nur aus zahlreichen Crustaceenarten,
sondern umfasst noch Acineten, Vorticellen, Epistylis,
Dinobryon, Ceratium, 1 Asplanchna und 2 Anuraeen
(Studien über die pelagische Fauna kleinerer und grösserer
Süsswasserbecken der Schweiz in Zeitsch. f. iviss. Zool. XL
pag. 154—178. 1 Taf.).
Derselbe macht „weitere Mittheilung über die
pelagische Fauna der Süsswasserbecken" und
zwar aus den oberitalienischen Langer-, Luganer-, Comer-
und Grardasee-, die Angaben Pavesi's ergänzend; aus
dem Langersee sind nun als pelagisch bekannt: 1 Cilio-
flagellate, 4 Rotatorien, 3 Copepoden und 7 Cladoceren,
aus dem Luganer: 1 Flagellate, 1 Cilioflagellate, 1 Rotator,
5 Copepoden, 10 Cladoceren, aus dem Comersee: 1 Cilio-
flagellate, 2 Rotatorien, 3 Cop. u. 7 Cladoc. und aus dem
Gardasee: 1 Flagel., 1 Ciliofl., 1 Rot, 3 Cop. u. 5 Cladoc.
(Zool. Anz. VII 1884. pag. 321—327).
Aus dem Genfers ee werden von demselben als
pelagisch angeführt: 5 Protozoen und 4 Rotatorien; als
Tiefenbewohner 5 Rhizopoden, 4 Heliozoen, 1 Suctoria
und 1 Rotator {Zool. Anz. Till 1885. p)ag. 161—163).
Derselbe verzeichnet die von ihm in 3 Weihern
zwischen Saarburg und Dieuze (Elsass- Lothringen) er-
beuteten pelagischen Thiere (ibidem pag. 720 — 722).
Desselben: Zoolog. Mitth. I. Neue Ref. üb. pelag.
und Tiefseefauna der Süsswasserbecken kennt Ref. nicht
(Vierteljahrsschr. d. nat. Ges. Zürich XXX. pag. 369).
i. d, Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 159
Endlich stellt derselbe „faiinis tische Studien in
achtzehn kleineren u. grösseren österreichischen
Süsswass erb ecken" an; er beschreibt einen prak-
tischen Apparat zum Heraufholen des Wassers über dem
Grunde aus beliebigen Tiefen und zählt dann für die
einzelnen Seen die pelag-ischen- und Tiefseethiere auf;
im Ganzen lAmoebe, 12 beschalte Rhizopoden, 1 Helio-
zoon, 5 Infusorien, 1 Hydra, 1 Anguillulide, 4 Rotatorien,
1 Ichthydium, 1 Annelide, 4 Cladoceren, noch zu be-
stimmende Ostrakoden, 3 Copepoden, 1 Hydrachnide und
3 Mollusken (Sitzgsber. d. k Ah. d. Wiss. Matli.-^aturio.
Klasse. XGL Bd. Wien 1885. jpag. 203—226).
G. du Plessis-Gouret: Essai sur la faune pro-
fonde des Lacs de Suisse {N. Denkschr. d. Scimeiz.
Ges. Naturw. XXIX. 2. 1885. 63pag.); die Arbeit zählt
alle bisher aus den Tiefen des Genfer Sees bekannten
Thiere auf, giebt bei einigen Arten (Monotus morgiensis
und Plagiostoma Lemani) genauere anatomische Angaben
und ist besonders reich an biologischen Notizen; sie ist
wie die von Forel die gekrönte Lösung einer von der
Schweiz. Ges. gestellten Preisfrage. — E. Yung: la faune
prof. des lacs de la Suisse (Rev. sc. Paris [3] XXXVI
pag. 417—426.
Im Journ. Queckett micr. Club (2) I. u. IL sind
mikroskopische Thiere aus der Umgebung London's auf-
gezählt (hat Ref. nicht gesehen).
W. Dybowski: Notiz über eine -die Entstehung
des Baikal-Sees betreffende Hypothese. 7pag. 8<^.
1884 Moskau (wahrsch. a. d. Bull, de la Soc. Imp. des
Natur, de Moscou).
E. H. Wagstaff: pond life in Winter (Amer. Month.
micr. journ. V. pag. 144—145) und J. C. S. (ibidem VI
pag. 62).
E. Potts berichtet „on the minute fauna of
F a i m 0 u n t Reservoir"; gefunden wurden zahlreiche
Protozoen, Spongilla fragilis, Meyenia fluviatilis und
160 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Leidyi, Cordylopliora lacustris, Manayunkia speciosa
und mehrere Bryozoa (Proceed. Acad. nat. sc. Philadelphia.
1884. IL pag. 217.
Leidy erwähnt, dass im Wasser, welches durch
Schmelzen von Eis erhalten und zum Kühlen des Trink-
wassers benutzt wurde, kleine Ciliaten, Anguillula,
Rotifer vulgaris und Lumbriculus lebend gefunden
wurden, (ibidem pag. 260).
Hier schliesst sich an der Bericht von K. Kräpelin
„über die Fauna der Hamburger Wasserleitung",
welche 4 Protozoen, 4 Coelenteraten, IRotator, 5 Bryozoen
4 Plathelminthen, 2 Nematoden, 1*2 Anneliden, 8 Crusta-
ceen, 1 Hydrachnide, 1 Insektenlarve, 12 Mollusken und
4 Fische enthält; alle Arten kommen auch in der Elbe,
aus der das Wasser stammt, vor {Ahh. d. naturw. Ver.
Hamburg IX. 1885.).
III. Ringelwürmer.
E. Ehlers sucht das Homologon der hypoblasti sehen Chorda
dorsalis in dem sogenannten Nebe nd arm, wie er bei Capitelliden,
Echiuinis, Hamingia, Bonellia, Echiniden und Spatangiden vorkommt,
wobei vorausgesetzt wird, dass die Ventralfläche der Wirbellosen der
Dorsalfläche der Vertebraten gleichwerthig und als Neuralfläche zu
bezeichnen ist. In manchen Fällen legt sich die Chorda als Rinne
an und schliesst sich zum Rohr. Den subchordalen Strang, den
Eisig als Homologon der Chorda ansieht, kann man als Rest einer
Verbindung zwischen. Chorda und Darmrohr deuten. {Nehendarm u.
Chorda dwsalis in Nachr. v. d. Kyl. Ges. d. Wiss. Göttingen 1885.
No. 12. pag. 390—404.)
R. S. Bergh; Die Excretionsorgane der Würmer kennt
Ref. nicht (Kosmos XVII. pag. 97-122 mit 2 Taf.).
Die Anneliden theilt AI. Foettinger ein:
, ^ , ... ,,., f 1. Fam. Polygordidae.
1. Ordn. Archiannellidae <^ ^ tt- "1 • i m-i
[ 2. Fam. Histriodrilida
l 3.
2. Fam. Histriodrilidae n. fam. cf. unt.
1. Fam. Saccocirridae (Archichaetopoda).
2. Ordn. Chaetopoda { 2. Fam. Polychaeta.
Fam. Oligochaeta.
(Arch. de Biol. V. pag. 509.)
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 161
A. Polyehaeta (incl. Archiannelidae).
Morphologie und Outogenie:
W. Fischer giebt: „Anatomisch-histologische Unter-
suchung von Capitella capitata, Beitr. z. Kenntn, d. Fauna
der Kieler Bucht". {Marburg. Inaug.-Diss. 1883. 28pag. 2 Taf.)
K, V. Dräsche: Beitr. z. feineren Anatomie der Poly-
chaeten, I. Spinther miniaceus Gr., 11. Owenia filiformis D. Ch.
(Wien 1885 mit Taf.) hat Ref. nicht erhalten können.
Die Mittheilung von M. Lessona „sulT anatomia dei
Polioftalmi" basirt auf Untersuchungen mehrerer Arten und
richtet sich zum Theil gegen die Angaben E. Meyers (cf. J.-B.
1882/83. pag. 728). Haut und Muskeln werden ziemlich überein-
stimmend geschildert; im Hirn, dessen Ganglieuzellenbezug auf der
Bauchseite fehlt, lassen sich höchstens ein vorderes und ein hinteres
Ganglienpaar unterscheiden, aber nicht drei Paar Ganglien und fünf
Commissuralganglien ; Gehörbläschen hat L. nicht gefunden; die im
Hirn liegenden Augen besitzen eine oder zwei Linsen, sie funktio-
niren als Sehorgane, was man von den segmental angeordneten
Seitenaugen nicht sagen kann; letztere werden anders gebaut ge-
funden, als es M. angiebt. Das Gefässsj^stem hat L. am lebenden
Thier studirt. Die Geschlechtsprodukte werden nicht durch den
Darm, sondern durch drei Paar Genitalporen entleert, die sich im
9., 10. und 11. Segment finden; die drei Paar Segmentalorgane (20.,
21. u. 22. Segm.) gleichen denen der Enchytraeiden (Mem. della Reale
Äccacl. delle scienze di Twino, ser. II. tom. XXXV. 1884. pag. 309
bis 325. 1 Taf.).
E. Jourdan studirte die Elytren von Poljmoe torquata und
P. Grubeana aus Marseille: es finden sich auf denselben Warzen,
Papillen und chitinöse Platten ; erstere sind mit Dornen besetzt und
haben dieselbe Struktur wie die Elytren; die Papillen sind Sinnes-
organe und stehen mit einem unter ihnen gelegenen Ganglion in
Verbindung und die Platten dürften als Homologa der Borsten zu
betrachten sein. Die eigenthümlichen Fasern, welche sich zwischen
den beiden Epithellagen ausspannen, sind Fortsätze der dorsalen
Epithelzellen ; die Zellen der Ventralfläche sind zu phosphorescirenden
Schleimzellen umgewandelt (Zool. Anz. VIII. 1885. pag. 128—134
mit 3 Abb.).
W. A. Haswell berichtigt die Angaben Jordan's über den Bau
der Schuppen von Polynoe dahin, dass in den auch von J. ge-
meldeten Ganglien grosse bipolare Zellen vorkommen, wie an der
Basis der Rückencirren ; sie haben wahrscheinlich eine direkte Be-
ziehung zur Phosphorescenz der Elytren (Jott. from biol. lab. Sydney-
Univ., 3. mimite structure of Polynoe in Proc. Linn. Soc. New-South-
Wales X for 1885. Sydney 1886 pag. 278—279).
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. L
162 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Nach L. Oerley sind die sogenannten Kiemen der Serpu-
laceen die Fühler; nur ihr innerster Theil fnnktionirt als Kieme
in sehr beschränktem Maasse; die Hauptaufgabe besteht in der Er-
zeugung eines zum Munde führenden Wirbels. Von irgend einer
Homologie mit den Kiemen der Fische sei gar keine Rede (Die
Kiemen der Serpulaceen und ihre mwphol. Bedeutung in Mitth. a. d.
zool. Station Neapel V. 1884. pag. 197—228. 2 Taf.).
Desselbeu Arbeit: Athmung der Serpulaceen im Allge-
meinen mit besonderer Berücksichtigung ihrer H^utpigmente (Termesz.
Füzet. Naturh. Hfte. VIII. pag. 199—207) kennt Eef. nicht.
Durch Maceration mit Vs Alkohol gelingt es nach H. Tiallanes,
das Knorpelskelett der Kiemen von Sabella flabellata Sav. zu
isoliren, über welches genauere histologische Angaben folgen {Sque-
lette hrancliial de la Sahelle in Ann. des sc. nat. Zool. VI. scr. tom XX.
art. No.2. 20 pag. 1 Taf).
E. Rohde untersuchte 12 Polychaeten auf die Struktur ihrer
Muskeln; dieselben sind durchschnittlich viel kleiner als diejenigen
der Oligochaeten (cf. unten), die von ihnen gebildete Längsmuskel-
schicht dafür viel mächtiger. Die kontraktile Substanz der Muskel-
zelle ist auch hier in Primitivfibrillen zerfallen, die sich zu radiär
gestellten und spiralig verlaufenden Fibrillenplatten von linienförmigem
Querschnitt anordnen; Querstreifung kommt oft vor. Die nament-
lich bei Lumbricus auftretenden, durch sekundäre Einfaltung einer
einfachen Zelllage gebildeten Bündel kommen in weiterer Kompli-
kation nur bei Serpula und Protula vor, in Spuren noch bei Spiro-
graphis, sonst sind sie aufgelöst und entweder zu Strängen oder
kleineren G-ruppen angeordnet oder sie verlaufen ganz regellos (Zool.
Beitr. hrsg. v. Schneider 1885. pag. 185—205 mit Taf. und Nachtrag,
pag. 303. cf. auch Zool. Ans. VIII. 1885. pag. 137. 138).
Gelegentlich seiner Untersuchungen über das Nerven sj^stem
der Archianneliden (cf. unten) hat J. Fraipout auch das von Sacco-
cirrus papillocercus untersucht; er findet es ebenfalls als einen be-
sonderen nicht abgegrenzten Theil der Haut, dessen Elemente jedoch
höher differeuzirt sind als bei Protodrilus und Polygordius (Arch.
de Biol. V. 1884, pag. 243 etc. 5 Taf.).
E. A. Jordan konstatirt, dass das Hirn von Eunice Ha-
rassii (Marseille) sich nicht scharf gegen die Hj^podermis abgrenzt,
sondern mit diesei' innig zusammenhängt, also auf einem embryonalen
Zustand persistirt {Compt. rend. Ac. Paris 98. 1884. I. pag. 1293
bis 1294).
€r. PruTot findet, dass die Hirnmasse der Euniciden aus einem
cerebralen und einem stomatogastrischen Theil besteht; ersterer ver-
sorgt allein die Antennen und Sinnesorgane, letzterer entsendet die
Nerven für die Palpen und die „connectifs stomato-gastriques" {Compt.
rend. Ac. Paris 98. 188i. I. pag. 1492—1495).
i. d, Natiirg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 163
Ausführlichere Untersuchungen publicirt Derselbe „sur le
Systeme nerveux des Annelides polychetes"; er findet überall
eine mehr oder weniger weitgehende Beziehung zur Hypodermis,
mit der wenigstens ein Theil der Oberfläche der Ganglien, auf der
Rückenfläche das Hirn, auf der Ventralseite die Bauchganglionkette
in Verbindung stehen soll ; die beigegebenen Querschnitte lassen dies
nicht in allen Fällen deutlich erkennen (Ärch. de Zool. exper. et gener.
2 ser. t. III. 1885. pag. 211—336 mit 6 Taf.).
E. A. Jourdan untersuchte die Struktur der Otocysten von
Arenicola Grubei Clap. aus Marseille; dieselben liegen mitten
zwischen den Muskelbündeln und stehen mit den Schlundkommissuren
durch Nerven in Verbindung. Die die AVandung zusammensetzenden,
spindelförmigen Zellen, an denen Wimpern nicht erkannt werden
konnten, gehen an ihrer Basis in zarte Ausläufer über, welche ein
zartes, zwischen die Nervenfibrillen eingestreutes Netzwerk bilden.
Die Otolithen sind stets kugelig, ihre Zahl variirt bedeutend (Cornpt.
rend. Ac. Paris. 98. 1884. I. pag. 757—758).
Die Grenzen der Endothelz eilen, welche die Leibeshöhle
und Organe in derselben bei Arenicola und Lumbricus auskleiden,
hat H. Yiallanes durch Behandlung mit Arg. nitricum dargestellt
(Ann. d. sc. nat. Zool. VI. scr. tom. XX. No. 3. 10 pag. 1 Taf.).
Im Anschluss an seine Untersuchungen über die lymphoiden
Zellen von Tubifex (cf. unten Oligochaeta) berichtet Kückenthal
über entsprechende Funde an verschiedenen Polychaeten, welche
im Ganzen zu denselben Resultaten geführt haben [Jen. Zeitsch. f.
Naturw. XVIII. 1885. pag.35G—36i mit Abb.).
M. Jaiiuet studirte das Ge f äs s System mehrerer Anneliden
durch Injektion derselben (Angabe der benützten Substanzen); von
Polychaeten wurden Arenicola piscatorum, Terebella Meckelii, Spiro-
graphis Spallanzanii, Protula intestinum, Nephthys scolopendroides,
Nereis sp., Siphonostoma diplochaites u. Hermione hytrix untersucht;
ein kurzes Referat kann nicht gegeben werden (Mitth. a. d. zool.
Station in Neapel VI. 1885/86. pag. 347—382 mit Taf.).
Das bald als Darmdivertikel, bald als Blutgefäss und als Drüse
gedeutete, dorsal dem Oesophagus aufliegende, dunkle Organ der
Chloraemiden ist nach R. Horst ein dem Rückengefäss ent-
sprechender Blutsinus zwischen Muskel- und Epithelschicht des
Darmes, der sich über den ganzen Darm erstreckt und das Blut
vom Darm nach den Kiemen zu führen hat. Ebenso verhält es sich
bei Enchytraeus und den Larven von Terebella. Die dunkle Farbe
des Organs, die dasselbe nur über dem Schlund besitzt, rührt von
einem braunen, drüsenartigen Organ her, das auch bei Enchytraeiden
vorkommt (lieber ein räthselhaftes Organ bei den Chloraemiden Qfg.
[Pherusea Gr.] in Zoolog. Afiz. VIII. 1885. pag. 12—15).
L*
164 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
A. TVireii: Circul. och digestion. hos Annelider (Svensk.
Akad. Handl. XXI. No. 7) ist in mehreren Bibliotheken noch nicht
eingetroffen !
Ueber die Entdeckung der Nephridien bei Polynoina ist
zwischen A. Gr. Bourne und W. A. Haswell ein Prioritätsstreit aus-
gebrochen ( H a s w e 1 1 : a qiiestion of priority in Zool. Anz. VII. 1884.
pag. 291 ; Bourne ibidem pag. 543 — 545; Haswell ibidem VIII.
1885. pag. 233—236 und Bourne ibidem ptag. 439).
Das Vorkommen wirklicher Segmentalorgane bei Serpula
konstatirt W. A. Haswell {note on the segmental organs of Serpula
in Zool. Anz. VIII. 1885. pag. 96—97).
C. Yiguier's „etudes sur les animaux inferieures de la
Baie d' Alger" I. sind die ausführliche Mittheilung über den schon
im J.-B. 1882/83 pag. 732 referirten Gegenstand; es wird zuerst das
ausgewachsene Thier von Exogone gemmifera Pag. geschildert,
dann die Eiablage, wobei die Eier an den Parapodien hängen bleiben
und sich entwickeln; entsprechende Angaben folgen über Sphaero-
syllis pirifera Clap, = Exogone Martensi Pag., Syllides pulliger
Clap. und Grubea limbata Clap. Bei den ersten beiden liegen die
Eier resp. Larven ventral, bei Syllides und Grubea dorsal; die
Embryonalentwickluug bietet bei nahe verwandten Arten beträcht-
liche Verschiedenheiten; das Chorion wird zur Larvencuticula bei
Exogone und Syllides, wogegen Grubea dasselbe abwirft (Areh. de
Zool. expä'. et gen. 2. ser. tom. IL pag. 69—110. 3 Taf.).
Nach All)ert vermehrt das Schwanzende von Haplosyllis
aurantiaca, nachdem vorn zwischen dem 30. bis 485. Segment die
Geschlechtsprodukte aufgetreten sind, seine Segmentzahl unter starker
Verbreiterung der Parapodien; auch die sich bildenden Pubertäts-
borsten erhalten einen starken Bewegungsapparat und an der Basis
der klein bleibenden Dorsalcirren entsteht je ein Pigmentfleck. Der
Schwanz (Schwimmknospe) löst sich dann ab, schwimmt wie eine
Nereis umher und bildet die Geschlechtsorgane (getrennt geschlecht-
lich) aus. Die Schwimmknospen sind vielleicht der Best einer
früheren epitoken Form des ganzen Thieres und haben die Aufgabe,
die Art über grössere Strecken zu verbreiten (Uebe)- die Foi-tpflanzung
von Hapl. aur. Eisig in: Tagebl. d. 57. Vers. d. Natur f. u. Aerzte.
Magdeburg 1884. pag. 323—324).
R.Y. Dräsche publicirt: „Beiträge zur Entwicklung der
Polychaeten"; das erste Heft behandelt Pomatoceros tri-
queter L. von Helgoland, dessen erste Entwickluugsstadien durch
künstliche Befruchtung im Juli gewonnen wurden. Die Furchung
ist total und ziemlich regelmässig; sie führt zur Ausbildung einer
Blastophaera mit grosser Furchungshöhle , an der die Einstülpung
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884-1885. 165
des Entoderms längs einer von vorn nach hinten sich schliessenden
Spalte vor sich geht; der vordere Rest der Spalte wird zur bleibenden
Mundöffnung. Die Entstehung des Mesoderms konnte nicht genau
verfolgt werden, doch entspricht sie im Allgemeinen derjenigen von
Polygordius ; auch zwei Kopfnieren finden sich. Am hinteren Körper-
ende liegt vor dem After eine Blase, welche aus einer Ektodermzelle
hervorgegangen ist. Einige spätere Larvenstadien wurden pelagisch
gefischt. — Das zweite Heft behandelt zuerst Sabellaria spinu-
losa Lkt. von Helgoland; die an künstlich befruchteten Eiern beob-
achtete Furchung ist total, aber inaequal, führt zur Ausbildung
einer Blastosphaera , an der das Entoderra als eine ursprünglich
solide Zellmasse sich in die Furchungshöhle hinein erhebt. Die Larve
hat grosse Aehnlichkeit mit der von Spio und trägt sehr lange
Larvenborsten. Auch die nun folgenden Mittheilungen über Ent-
wicklung von Hermione hystrix (Triest) und einer Phyllo-
docide (Triest) sind unvollständig (erstes Heft. Wien 1884. 10 pag.
8\ 3 Taf.; zweites Heft Wien 1885. 23 pag. 8\ 5 Taf Bef von
Spengel in Biöl. CentralU. IV. 1885. pag. 270—272).
H. W. Conn berichtet über die Entwicklung von Serpula;
nach der Berührung des Eies mit Spermatozoen werden stets zwei
Polkörperchen ausgestossen ; die Furchung ist vollkommen regulär;
das Chorion des Eies geht in die Cuticula der Larve über; der
Blastoporus der Gastrula ist langgestreckt, sein vorderes Ende wird
zum Mund, das hintere zum After und der mittlere Theil schliesst
sich. Vom Entoderm sich ablösende Zellen bilden sowohl Mesenchym-
zellen als auch die Mesodermstreifen {note from the Chesapeake zoolog.
Labor.: develop. of Serpula im Zool. Änz. VII. 1884. pag. 669 — 672
u. John Hopkins Univers. Circul. IV. pag. 15).
Hiergegen macht R. y. Dräsche auf seine Untersuchungen über
Pomatoceras (cf B. 1882/83. pag. 734) aufmerksam, welche zeigt,
dass der Mund der Best des sich von hinten schliessenden Blasto-
porus ist, wogegen der After erst viel später neu entsteht {Einige
Worte zu der Mitth. H. W. Conn's über Entwicklung von Serrula}
ibidem VIII. 1885. pag. 159—160).
^ B. Hatschek hat an künstlich befruchteten Eiern von Serpula
uncinata = Eupomatus uncinatus Phil, die Entwicklung bis zur
Ausbildung der Trochosphaerenlarve verfolgt. Das kugelige Ei giebt
drei Richtungskörperchen ab und vollendet seine totale und aequale
Furchung in den ersten 5 Stunden; die kleine Blastosphaera trägt
am vegetativen Pole 4 etwas grössere Zellen, aus denen Meso- und
Entoblast hervorgehen, während die übrigen Zellen der Blastula das
Ektoderm liefern. Darauf erfolgt Gastrulation und die Abschnürung
von zwei Urmesoblastzellen ; der ursprünglich weite Blastoporus
schliesst sich zum Theil und zwar derart, dass der kleine Rest desselben
seitlich zu liegen kommt. Um diese Oeffnung senkt sich nun das
166 Pi'of- Dl'. j^I. Braim: Ber. üb, die wissensch. Leistungen
Ektoblast zur Bildung der Mundöffnung und des Oesophagus ein,
während das Entoblast unter Auswachsen nach der späteren After-
stelle einen kugeligen Magen und schlauchförmigen Dünndarm bildet.
Die Urmesoblastzellen theilen sich in je eine grössere Polzelle und
kleinere Tochterzellen, die sich theils nach der Mundöffnung, theils
nach der analen Seite hin erstrecken ; letztere bilden glatte Muskeln
für den Darm, erstere nach Anordnung in zwei Kopfmesodermstreifen
verschiedene Muskeln des Kopfes und die Kopfniere. Eine einfache
Verdickung des Ektoblastes bildet das Scheitelganglion, eine darunter
gelegene ringförmige den mit AVimpern besetzten, querovalen Ring-
wulst; die Eihaut geht in die Larvencuticula über imd unter all-
mählicher Körperveränderung tritt eine typische Trochosphaera auf,
deren Bau sowie der einer verwandten Larve, die bei Messiua beob-
achtet wurde, noch geschildert wird (Entwicklung der Trochosphaera
von Eupomatus uncinatus in Arb. a. d. zool. Inst, Wien. VI. 1886.
28 pag. 5 Taf.).
J. W. Fewkes' Beobachtungen „on the larval forms of
S p i r 0 r b i s b o r e a 1 i s " gehen von einem birnförmigeu Larvenstadium
aus, welches eine Wimperschnur und zwei Augenflecke besitzt; die
Entwicklung wird nun unter Schilderung der äusseren Verhältnisse
bis zum Röhren bewohnenden jungen Thier verfolgt (Ämer. Natur.
XIX. 1885. pag. 247— 257. 2 Taf.).
Derselbe macht einige Angaben über eine an Bryozoenlarven
erinnernde Anuelidenlarve, deren Zugehörigkeit noch oifen ist (« 7ieio
pelag. larua in Ämer. natur. XVIII, pag. 305 — 309 mit Abb.).
Jul. Fraipont untersuchte das Nervensystem von Proto-
drilus Leuckartii Hatsch., Polygordius neapolitanus n. sp.
und Saccocirrus papillocercus Bobr, Am niedrigsten steht das
von Protodrilus, wo es nur einen histologisch differenzirten Theil des
Ektoderms darstellt, ohne irgendwie gegen dasselbe abgegrenzt zu
sein; Clanglien- und gewöhnliche Epidermiszellen gehen ineinander
über, ja man könnte selbst sagen, dass der ganze Frontallappen Ge-
hirn ist, in dem sich kaum eine besondere Gruppirung der tieferen
als Ganglienzellen zu deutenden Zellen kundgiebt. Das Gleiche gilt
vom Bauchmark, das auch keine Ganglieuknoten bildet. Das Hirn
von Polygordius ist, obgleich es ebenfalls in Contakt mit dem Ekto-
derm bleibt, doch mehr individualisirt, da es eine besondere Membran
besitzt und in mehrere Ganglien zerfallen ist; von den vorderen
Ganglien werden die Tentakeln, von den hinteren die Wimpergruben
versorgt, während das mittlere Hirnganglion die Verbindung mit
dem Bauchmark darstellt. Bei Saccocirrus fehlt wieder eine das
Hirn abgrenzende Membran, auch der Zerfall in besondere Ganglien
ist weniger ausgesprochen als bei Polygordius, doch sind die Nerven-
i. d. Natiirg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 167
Zellen stets von Epidermiszellen zu unterscheiden, die histologische
Differenzirung also höher. In seinen weiteren Betrachtungen über
den Ursprung des Nervensystems der Anneliden kommt F. zu dem
Eesultat, dass es sich durch die Chaetognathen auf das der Aktinien
zurückführen lässt. (Beck, sur le syst. nerv, centr. et periph. des
ÄrchianncUdes et du Saccoc. papiUocercus in Archives de Biol. V.
1S84. pag. 243-304. 3 Taf. u. BiUl de VAcad. Boy. de Belg. [.5] VII.
pag. 99—120).
Nach Jul. Fraipont besitzen die Trichterwandungen in den
Kopfnieren der Larven von Polygordius neapoUtanus n. sp.
mehrere zarte Kanäle, welche mit dem Lumen des Kanales selbst
in Verbindung stehen; es sei daher nicht zulässig, die nach einem
anderen Priucip gebauten Trichter der Plathelminthen und Rotatorien
mit denen der Polygordien zu vergleichen, viel eher die der Echiuren-
larven (la rein dphcdique des Polygordlens in Archives de Biologie,
tarn. V. 1884. pag. 103—109. 1 Taf.).
B. Hatschek erweitert seine früheren Angäben über Poly-
gordius-Entwicklung dahin, dass die beiden vom oberen Schlund-
ganglion (Scheitelganglion) entspringenden Seitennerven sich bis in
die postorale Region erstrecken und eine Schlundkommissur bilden,
während das Bauchmark noch nicht vorhanden ist. Auch die Muskel-
bänder des Kopfes einer solchen Larve treten sehr früh als von ein-
ander gesonderte Bildungen auf, indem sie vereinzelt als Ausläufer
der entsprechenden Gebilde des Rumpfes in den Kopf hineinwachsen
{Zur Entwicklung des Kopfes von Polygordius in Arb. a. d. zool. Inst,
d. Univ. Wien. Hrsg. v. C. Claus. Bd. VI. 1886. 12 pag. 1 Taf.).
Systematik, Faunistik und Biologie.
W. C. M'Iutosh publicirt seinen Bericht über die polychaeten
Anneliden der Challenger-Expedition, eine Arbeit, welche über
7 Jahre den Autor beschäftigt hat. Li der Einleitung wird die
geographische und bathymetrische Vertheilung der Arten dargestellt,
worauf die Beschreibung der Arten folgt:
Farn. Euphrosynidae.
Euphrosyne capensis Kinb., Cap.
borealis Oerst., bei Halifax, 85 Fdn.
Farn. Amphinomidae.
Ohloeia flava Pall, S. v. Japan.
Chloenea cdlantica n. sp., 1525 Fdn., bei den kan. Inseln.
Notopygos megalops n. sp., 30 Fdn., bei Bermudas.
labicdus n. sp., 84 — 102 Fdn., in der Basilanstr.,
S. V. d. Philippinen.
Amphinome rostrata Pall., bei den Bermudas.
Ilermodice carunculata Pall, dto., bei den Capverd.-Ins. u. bei
St. Thomas.
168 Prof. Dr. 31. Brauu: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Eurythoe pacifica Kinb. (?), bei Bermuda.
„ „ var. levukaensis n., bei den Fidji-Inseln.
Hipponoe Gaudichaudi Aud. et M.-Edw., pel., nördl. von den
Bermudas.
Farn, Aphroditidae.
Aplirodite aculeata L., 530 Fdn., im Faroe-Canal.
„ * australis Baird, 35 Fdn., Port Jackson.
„ echidna Quatief. (?) 40 — 135 Fdn., Magellanstrasse.
„ intermedia n. sp., 390—460 Fdn., Westind. Ocean.
Hermione hystrix Sav., Capverd.-Ins.
Loetmouice filicoruis Kinb., 530 Fdn., Faroe-Canal.
„ producta Grube, bei d. Kerguelen u. anderen Orten.
„ „ var. Wywillei n., Marion-Island u. a, 0.
„ „ „ benthaliana n., weit verbreitet.
„ „ „ Willemoesi n., dto.
Lectmonice producta Gr. v. assimilis n., 85 Fdn., bei Neuschottl.
„ japonica n. sp., 345 Fdn., S. v. Japan.
„ aphroditoides n. sp., 565 Fdn., S. v. Yedo.
Fam. Palmyridae.
Palmyra aurifera Sav. (?), 50 Fdn., bei Japan.
Fam. Polynoidae.
Iphionella n. gen., auf Iphione cimex de Quatief. gegründet;
500 Fdn., südl. von Mindanao.
Euphione Elisdbethae n. gen. n. sp., 150 Fdn., Cap. b. fid.
Lepidonotus squamatus L., 450 Fdn., bei den Azoren.
„ gymnonotus Mrzeller., 8 — 50 Fdn., S. v. Japan.
„ Wahlbergi Kinb., Cap.
cristatus Gr., 8 Fdn., Torresstrasse.
Eunoa iphionoides n. sp., 275 Fdn., bei Neu-Seeland.
op)aUna n. sp., 245 Fdn., Magellanstr.
capensis n. sp., Capstadt.
dbyssorum n. sp., 2600 Fdn., S. v. Australien.
mindanavensis n. sp., 82 Fdn., bei Mindanao.
yedoensis n. sp., 345 Fdn., S. v. Yedo.
Polyeunoa laevis n. g. n. sp., 310 Fdn., bei d. Prinz Eduards-Ins.
Dasylepis equitis n. sp., 540 Fdn., im Faroe-Kanal.
Lagisca propinqua Malm., 515 Fdn., S. von Yedo.
„ antarctica n. sp., 69 — 127 Fdn., bei Marionisland und
den Kerguelen.
„ magellanica n. sp., 175 Fdn., Magellanstrasse.
„ „ V. Murrayi n., 400 Fdn., Magellanstrasse.
„ „ V. Grubei n., 310 Fdn., Prinz Eduards-Ins.
„ peracuta n. sp., bei den Capverd.-Inseln.
„ Moseleyi n. sp., 1850 Fdn., in der Mitte d. atl. Oceans.
„ crosetensis n. sp., 1600 Fdn., bei den Crozet-Inseln.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885, 169
Lagisca yökohamiensis n. sp., 5—50 Fdn., bei Yokohama.
Darwinii n. sp., 175 Fdn., Magellanstrasse.
Eulagisca corrientis n. g. u. sp., 600 Fdn., S. v. Buenos Ayres.
Lagisca (?) Tcermadecensis u. sp., 520 Fdn., N. v. d. Kermadec-Ins.
„ (?) hexactinelUdae n. sp., 95 Fdn., bei den Philippinen
in einem Hexactinelliden (Schwamm).
Harmothoe henthaliana n. sp., 1240 Fdn., an der amer. Küste.
haiiaeti Meint., 53 Fdn., Faroe-Kanal.
Evarne herguelensis n. sp., 30 Fdn., Kerguelen.
tenuisetis n. sp., 1525 Fdn., W. v. d. Str. v. Gibraltar.
„ Johnstoni Meint., 515 Fdn., Faroe-Kanal.
Laenilla fiisca n. sp., 600 Fdn., in der La Plata-Mündung.
Eupolynoe mollis Meint., 100 Fdn., Kerguelen.
Allynaniella setubalensis n. g. n. sp., 470 Fdn., bei Setubal.
Scalisetosus ceramensis n. g. n. sp., 360 Fdn., bei Ceram Isl.
Hermadion l'erguelensis n. sp. = longicerratum Kinb., bei den
Kerguelen.
Polynoe euplectellae n, sp., in Euplectella bei den Philippinen.
{?) aseidioides n. sp., 2600 Fdn., bei Australien in einer
Ascidie.
platycirrus n. sp., 30 Fdn., Bassstrasse.
capensis n. sp., 98 Fdn., Cap b. fid.
pustulata n. sp., bei Bermuda.
iphionoides n. sp., 82 Fdn., Philippinen.
magnipcdpa n. sp., 600 Fdn., N. von Kermadec.
attenucda n, sp., bei Capstadt.
mirdbilis n. sp., 700 Fdn., bei Neuseeland.
synopMhalma n. sp., 1525 Fdn., S. v. d. Canaren.
longipedata n. sp., 1375 Fdn., Prinz Eduards-Ins.
ocellata n. sp., Commensale von Spiochaetopterus Chal-
lengeriae bei Japan, 50 Fdn.
Polynoella levisetosa n. g. n. sp., 565 Fdn., S. v. Yedo.
Eulepis Wywillei n. sp., 435 Fdn., bei Bermuda.
Challengeria n. sp., 390—450 Fdn., Westind. Meer.
Fam. Acoetidae.
Eupompe austrdliensis n. sp., 8 Fdn., bei Australien.
Fam. Sigalionidae.
Thalanessa digitata n. sp., 16—25 Fdn., bei d. Admiralitäts-Ins.
„ oeulata n. sp., 38 Fdn., in der Bassstrasse.
„ ftmbriata n. sp., 30 — 35 Fdn., Port Jackson.
Sigalion Buckii Meint., 450 Fdn., bei den Azoren.
Psammolyce occidentalis n. sp., 390—450 Fdn., bei den Azoren.
fißensis n. sp., bei den Fidji-Inseln.
Leanira magellcmica n. sp , 345 Fdn., Magellanstrasse.
170 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb, die wissensch, Leistungen
Leanira areolata n. sp., 345 Fdn., bei Yedo, mit einem paras.
Copepoden — Leaniricola n. g. n. sp.
„ japonica u. sp.. 8—50 Fdn., bei Japan.
„ hystricis Ehl., 1000 Fdn., bei den Azoren.
laevis n. sp., 10 Fdn., Königin Charlotten-Sund.
Eupholoe phüippinensis n. sp., 82—102 Fdn., bei d. Philippinen.
Farn. Nephthydidae.
Nepthys trissophyllus Gr., bei den Kerguelen.
„ dibranchis Gr., bei Neu-Gninea.
„ VerrilU n. sp., 10 Fdn., in Königin Charlotten-Sund.
„ phyllohranchia n. sp., 124 Fdn., S. von New- York.
MalmgreniTheel.(?) 470 Fdn., bei Setubal (Portugal).
Fam. Phyllodocidae.
Phyllodoce Santae-Vincentis n. sp., Capverd.-Ins.
„ duplex n. sp., 150 Fdn., bei Twofold Bay.
Eulalia capensis Schmarda, Cap.
Genetyllis (?) oculata n. sp., 500 Fdn., S. von Mindanao.
Fam. Alciopidae.
Alciopa antarctica n. sp., oberfl. im antarkt. Ocean.
„ (?) qiiadrioculcda n, sp., oberfl. bei Honolulu.
Halodora Beijnaudii n. sp., S. der Canaren.
Greeffia (Nauphanta) oahuensis n. sp., oberfl. bei Honolulu.
Fam. Hesionidae.
Hesione pacifica n. sp., 18 Fdn., bei Tongatabu.
„ pantherina K-isso, Capverd. -Inseln.
Dalhonisia atlanUca n. g. n. sp., 1525 Fdn., bei d. canar. Ins.
Salvatoria kerguelensis n. g. n. sp., 45 — 140 Fdn., bei den
Kerguelen.
Fam. Syllidae.
Eusyllis tubifex Gosse, 51 Fdn., bei Neuschottland.
„ kerguelensis n. sp., 127 Fdn., Kerguelen.
Syllis capensis n. sp., 98 Fdn., Cap.
„ gigantea n. sp., 10 — 100 Fdn., Kerguelen.
„ setuhcdensis n. sp., 470 Fdn., Portugiesische Küste
„ hrasiliensis n. sp., 350 Fdn., Brasilien.
rohertianae n. sp., 600 Fdn., bei Buenos AjTes.
ramosa Meint., bei den Philippinen.
Exogone heterosetosa n. sp., 69 Fdn., bei Marion Island.
Sphaerosyllis kerguelensis n. sp., 127 Fdn., Kerguelen.
Autolytus maclearanus n. sp., 30 Fdn., Kerguelen.
Fam. Nereidae.
'Nereis kohiensis n. sp., 50 Fdn., Japan.
„ tongatahuensis n. sp., 18 Fdn., Tongatabu.
„ arafurensis n. sp., Arafurasee.
i. d, Naturg. d. freileb. AVürmer während d. J. 1884-1885. 171
Nereis pelagica L., 85 Fdn., bei Neiischottland.
„ melanocephala n. sp., Bermuda.
„ atlantica n. sp., Capverd.-Iiis.
Dumerilii Aud. A. Edw., Capverd.-lns.
„ longisetis n. sp., 1525 Fdn., Strasse von Gibraltar.
„ Eatoni Meint., von verschiedenen Fundorten.
„ antülensis n. sp., Westind. Meer.
„ kerguelensis Baird (?), 10—100 Fdn,, Kerguelen.
„ patagonica n. sp., 58 Fdn., Magellanstrasse.
„ hrasiliensis n. sp., 32 Fdn., Brasilien.
Farn. Staurocephalidae.
Staurocephalus australiensis n. sp., 38 Fdn.. Bassstrasse.
„ aüanticus n. sp., 1000 Fdn., westl. v. d. Azoren.
Fam. Lumbriuereidae.
Notocirrus capensis n. sp., Cap.
Laranda longa Webstr,, 1340 Fdn., zwisch. Halifax u. New- York.
Lumbriconereis Pettigrewi n. sp., 98 Fdn., Cap.
„ bifurcata n. sp , 345 Fdn., Japan.
„ japonica März., 345 Fdn., Japan.
„ kerguelensis Gr., 110 Fdn., Kerguelen.
„ neo-zeakmia u. sp., 700 Fdn., Neu-Seeland.
„ ahyssorum n. s\\, 2225 Fdn., südl. v. Valparaiso.
„ punctata n. sp., 1240 Fdn., bei New- York.
„ Ehlersii n. sp. , var. teuuisetis, 1340 Fdn., bei
New -York.
„ heteropoda März., 5 — 25 Fdn., Japan.
Palolo viridis Gray, Fidji-Inseln.
Fam. Eunicidae.
Nematonereis Schmardae n. sp., 250 Fdn., S. von Pernambuco.
„ sp., bei Capstadt.
„ sp., Capverd.-lns..
Eunice magellanica n. sp., 175—245 Fdn., Magellanstrasse.
prognatha n. sp.. 420 Fdn., Isl. Ascension.
„ torresiensis n. sp., 8 Fdn., Torresstrasse.
Oerstedi Stimps. (?), 1240 Fdn., bei New- York,
vittata delle Chiaje, 35 Fdn., Bassstr.
cirrobranchiata u. sp., Bermuda.
„ kobiensis n. sp., 8 — 50 Fdn., Japan.
Edwardsi u. sp., 140 Fdn., Prinz Eduards-Ins.
aphroditois Pall., 2—10 Fdn.; Port Jackson,
torquata Quatref. (?), Capverdische Ins.
„ Elseyi Baird (?), Arafnra-See.
Murrayi n. sp., 185 Fdn., Cap.
mindanavensis n. sp,, 82 Fdn., bei Mindanao.
„ equibranchiata n, sp,, 32 Fdn., S. v. Pernambuco.
172 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Eimice harvicensis n. sp., Bermuda.
„ pycnohranchicita n, sp., 38 — 150 Fdu., Australien.
„ tribranchiata n. sp., 8 Fdn., dto.
„ hassensis n. sp., 38 Fdn., Bassstrasse.
„ sp., Bermuda.
Marphysa Goodsiri n. sp., St. Thomas, Westindien.
Nicodon Balfouriana n. sp., 520 Fdn., N. v. Neu-Seeland.
Macduffia Bonhardi n. sp., 390—470 Fdn., St. Thomas.
Fam. Onyphidae.
Nothria conchylega Sars, 900 Fdn., bei Cap Vincent.
„ tenuisetis n. sp., 700 Fdn., bei Neu-Seeland.
„ sombreriana n. sp., 390 — 470 Fdn., Westind. Meer.
„ abranchiata n. sp,, 1975 Fdn., Antarkt. Region.
„ pycnobranchiata n. sp., 2225 Fdn., an der chilenischen
Küste.
„ macroh'anchiata n. sp., 345 Fdn., S. von Yedo.
,, Willemoesü n. sp., 100 Fdn., Amboina.
„ Ehlersi n. sp., 2225 Fdn., S. von Valparaiso.
„ Armandi n. sp. , 1950 Fdn. , zwischen Kerguelen und
Melbourne.
„ quadricuspis Sars, 350 Fdn.
„ mmiita n. sp., 700 Fdn., Neu-Seeland.
Hyalinoecia tubiculaO.F.M., 50 — 70 Fdn., Azoren, mit mehr. Var.
„ benthäliana n. sp., 1800 Fdn., S. v. Australien.
„ bilineata Baird, 53 Fdn., North Bona.
Fam. Goniadidae.
Eone trifida n. sp., 10 Fdn., Cookstrasse.
Fam. Glyceridae.
Glycera tesselata, Gr., 450 Fdn., Azoren.
„ capitata Oerst., 450 Fdn., Azoren.
kerguelensis n. sp., 127 Fdn., Kerguelen.
„ amboinensis n. sp., 15. Fdn., bei Amboina.
„ sagittariae n. sp., bei der Arrou- Insel.
„ lamelliformis n. sp., 10 Fdn., Cookstr.
Hemipodus(?) mageUanicus n. sp., 345 Fdn., Magellanstrasse.
Fam. Ariciidae.
Aricia norvegica S., 1340 Fdn., bei New- York.
„ 'platycephcda n. sp , Bermuda.
Aricidea fragilis Webst., 1340 Fdn., bei New- York.
Scoloplos 'kerguelensis n. sp., 110 Fdn., Kerguelen.
Fam. Opheliidae.
Ammotrypane gracile n. sp., 30 Fdn., Japan.
Travisia kerguelensis n. sp., 25 Fdn., Kerguelen.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 1 73
Farn. Scalibregmidae.
Scalibregma inflatum Eathke, 98 Fdn., zwischen Prinz Eduards-
Inseln und Kerguelen.
Eunemia reticulata n. sp., 1100 Fdn., Königin Charlotten-Sund,
Neu-Seeland.
Fam. Sphaerodoridae.
Ephesia antarctica n. sp., 1975 Fdn., S. Polarkreis.
Fam. Chloraemidae.
Trophonia capensis n. sp., Capstadt.
Kerguelarum Gr., 127 Fdn., Kerguelen.
WyviUei n. sp., 1950 Fdn., S. v. Australien.
Brada raammillata Gr., 24—40 Fdn., Kerguelen.
„ Whiteavesii n. sp., 10 Fdn., Königin Charlotten-Sund.
BusTciella abyssorum n. g. n. sp., 2500 Fdn., an der afrikan.
Küste und anderen Orten.
Fam. Chaetopteridae.
Phyllochaetopterus Claparedn n. sp., 8 — 20 Fdn., Japan.
Ranzania(?) capensis n. sp., 98 Fdn., Cap.
Spioehaetopterus (?) Sars, 1240 Fdn., bei New -York, nur die
Röhren bekannt.
Fam. Spionidae.
Scolecolepis cirrata Sars, 110 Fdn., Kerguelen, mit 2 Yar.
Prionospio capensis n. sp., 98 Fdn., Cap.
Fam. Cirratulidae.
Cirratulus capensis Schm., Capstadt.
„ zehuensis n. sp., 95 Fdn., Philippinen.
„ assimilis n. sp., Küste von Bermuda.
Chaetozone atlantica n. sp., 390 — 470 Fdn., St. Thomas- Westind.
„ henthaliana n. sp , 1250 Fdn., S. von Halifax.
„ pacißca n. sp., 700 Fdn., bei Neu-Seeland.
Fam Haleminthidae.
Eunotomastus Gruhei n. g. n. sp., 435 Fdn., bei Bermuda.
Notomastus Agassizii n. sp., 1340 Fdn., bei New -York.
„ (?) sp., 127 Fdn., Kerguelen.
Dasybranchus (?) sp., 14 Fdn., Yedo.
Fam. Maldanidae.
Maldane Sarsi Mlmgr., 345 Fdn., S. von Yedo.
Malmgreni n. sp., 1525 Fdn., bei d. Str. v. Gibraltar.
Maldanella antarctica n. g. n. sp., 1375 Fdn., W. v. d. Prinz
Eduards-Ins.
valparaisiensis u. sp., 225 Fdn., W. v. Valparaiso.
„ NeO'Zelaniae n. sp., 1100 Fdn., bei Neu-Seeland.
174 Pi'of- Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Nicomache capensis n. sp., Capstadt.
japonica n. sp., 345 Fdn., S. von Yedo.
(?) henthaliana n. sp. , 3200 Fdn.. Pacif. Ocean,
W. von Japan.
Maldane (?) sp., 1340 Fdn., bei New- York.
(?j atlantica u. sp., 390-470 Fdn., St. Thomas.
Praxilla Köllikeri n. sp.. 140 Fdn., S. von den Fidji-Inseln.
„ Lmikestei'i n. sp., 345 Fdn., S. von Yedo.
„ Challengeriae n. sp., 470 Fdn., Portugies. Küste.
„ capensis n. sp., 98 Fdn., Cap.
„ Ji'erguelensis n. sp., 110 Fdn,, Kerguelen.
„ assimilis n. sp., 127 Fdn., Kerguelen.
,, occidentalis n. sp., 1240 Fdn.. bei New -York.
„ ahyssoi'um n. sp,, 1950 Fdn., Antarkt. Meer, mit einem
paras. Kruster: Praxillinicola Kroyeri n. g. n.sp.
Fam. Ammocharidae.
Myriochele Heeri Malmgr., 2975 Fdn., bei d. Antillen, mit 2 Var.
pacifica n. sp., 2600 Fdn., in der Mitte des pacif. Oc.
Fam. Hermellidae.
Sabellaria Johnstoni n. sp., Küste der Capverd.-Ins.
„ capensis Schm., Capstadt.
„ Giarcll n. sp., 35 Fdn., Port Jackson.
Fam. Amphictenidae.
Petta assimilis n. sp., 160 Fdn., zwischen Prinz Eduards -Ins.
und Kerguelen.
Fam. Ampharetidae.
Ampharete somhreriana n. sp., 390—470 Fdn., St. Thomas.
„ kergiielensis n sp,, 127 Fdn., Kerguelen.
gracilis Malmgr., 530 Fdn.
Phyllocomus crocea Gr., 75 Fdn., Heard Island.
Amphicteis Gunneri Sars, 1525 Fdn., bei der Str. v. Gibraltar.
Sarsi n. sp., 2650 Fdn., im atl.Oc a. d. südam. Küste.
„ Wyvillei \\. s^., 1600 Fdn., zwischen Prinz Eduards-
Inseln und Kerguelen.
„ japonica n, sp,, 345 Fdn , S. von Yedo.
Grubianella antarctica n. g. n. sp., 1975 Fdn., Antarkt. Meer.
Samythopsis Grubei n. g. n. sp., 2225 Fdn., S. v. Valparaiso.
Eusamytha pacifica n. g. n. sp. , 2300 Fdn., Pacif. Ocean
bei Japan.
Melinna maculata Webst., 390—470 Fdn., AVestiudien.
Armaudi n. sp., 1100 Fdn., bei Neu-Seeland.
,, pacifica n. sp., 2050 Fdn , Mitte des pacif. Oceans.
Melinnopsis atlantica n. sp., 1700 Fdn., Chesepeake-Bai,
Nordamerika.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 175
Farn. Terebellidae.
Amphitrite kergueleusis Meint , 20 -110 Fdn., bei d Kerguelen.
Terebella crassicornis Schm.(?), mir Fragm. von Bermuda.
Grubei n. sp., 120 Fdn., Australien.
l'ermadecensis n. sp., 600 Fdn., N. von Kermadec.
„ flabellum Baird, 69—120 Fdn., bei Marion-Island u.
Prinz Eduards-Inseln.
setieornis n. sp., 21 Fdn., La Plata-Mündung-.
Loimia Savignyi n, sp., Capverd.-Inseln.
Schar danella pterochaeta Schm. n. g., Capstadt.
Pista sombreriana n. sp., 390—470 Fdn., St, Thomas (Westind.).
„ fasciata (Grube?), 8— 50 Fdn., Japan.
„ abyssicola n. sp., 1950 Fdn., in der Mitte zwischen dem
antarkt. Meere und Australien.
„ miraUlis n. sp., 600 Fdn., in der La Plata-Mündung,
„ cmrientis n. sp., ibid.
Eupista Barwini n. g. n. sp., 2225 Fdn., S. v. Valparaiso und
eine Var. in 2750Fdn., zwischen d Azoren u. Bermuda.
Gruhei n. sp., 2650 Fdn., Atl. Ocean.
Leaena Novae- Zealandiae n. sp., 1100 Fdn., Neuseeland.
„ ahyssorum n. sp., 3125 Fdn., in der Mitte d. pacif. Oceans.
„ antarctica n.sp., 1975 Fdn., etwas N. v. d. antarkt Meere.
„ Langerliansi n. sp., 1100 Fdn., bei Neuseeland.
Lanassa Sarsi n. sp., 700 F., Neu-Seeland.
„ henthaliana n. sp., 2750 Fdn., Mitte des atl. Oceans.
Eiithelex)us setuhalensis n. g. n. sp., 470 Fdn., Portugal.
chilensis n, sp., 2160 Fdn , bei Valparaiso.
Thelepus sp., 8 Fdn., Torresstrasse.
„ cincinnatus Fabr., 540 Fdn., und eine Var. n. cana-
densis in 51 Fdn. bei Neuschottland.
?sp., 1340 Fdn., bei New -York.
„ Marenzelleri n. sp., 775 Fdn., Südküste von Japan.
Neottis antarctica Meint., 69 Fdn., Marion-Island.
Ereutho l'erguelensis n. sp., 110 Fdn., Kerguelen.
Polycirrus T^erguelensis n. sp., 127 Fdn., ibid.
Ehler si eil a atlantica n. g. n. sp., 2750 Fdn., Mitte d. Atlantis;
mit 0 es trella Borns eni n. g. u. sp. paras. Cop.
Artacama Challengeriae n. sp., 40 — 110 Fdn., an versch. Orten.
„ zebuensis n. sp., 95 Fdn., Philippinen.
Terebellides Stroemi Sars, 1340 Fdn., bei New -York.
? sp., 700 Fdn., Neu-Seeland.
„ Ehlersii n. sp., 210 Fdn., S. v. d. Fidji-Inseln.
Farn. Sabellidae.
Potamilla Torelli Malmgr., 85 Fdn.. bei Halifax.
Sabella zebuensis n. sp., 95 Fdn., Philippinen.
176 'Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Sabella assimilis n. sp., 600 Fein., bei Buenos Ayres.
„ bipunctata Baird, AVestindien, St. Thomas.
? „ fusca Gr., 2—10 Fdn., Port Jackson.
Laonome Haecl'elii n. sp., Capverd. -Inseln.
Brauclüomma vesiculosum Mont.? 50— 90 Fdn., Azoren.
Dasychone Bairdi n. sp., Küste von Bermuda.
„ picta u. sp., 59 Fd., Japan.
„ Orientalis n. sp., 10 Fdn„ Hongkong.
japonica n. sp., 50 Fdn., Japan.
„ Wyvillei n. sp., St. Thomas.
nigro-macnlata Baird, St. Thomas.
„ violacea Schm., Capstadt.
capensis n. sp., 150 Fdn., Cap der guten Hoffnung.
Farn. Serpulidae.
Protula capensis n. sp., 150 Fdn., Cap.
„ lusitanica u. sp., 470 Fdn., Portugal.
„ arafurensis n. sp., Arafura-See.
„ americaim n. sp.. 85 Fdn., Halifax.
Apomatus Elisabethae n. sp., 150 Fdn., Neu-Seeland.
Serpula somhreriana n. sp., 390—470 Fdn , Westindien.
„ narconensis Baird, an verschiedeneu Orten.
„ philippensis n. sp., 1050 Fdn., Philippinen.
? Pomatoceros strigiceps Mörch., 150 Fdn., Neu-Seeland.
Placostegus ornatus Sow., 2900 Fdn., Pacif. Ocean.
„ benthalianus n. sp., 3125 Fdn., Pacif. Ocean.
„ Mw-chii n. sp., 2375 Fdn., Pacif. Ocean.
„ assimilis n. sp., 435 Fdn., Bermudas,
tridentatus Fabr., 515 Fdn.
Hydroides multispinosa Mrz., 8 — 50 Fdn., Japan.
norwegica Gunn., 53 Fdn.
Vermilia(?) sp., 1450 Fdn., Pacif. Ocean.
Spirobranchus occidentalis n. sp., 435 Fdn., Bermuda.
Spirorbis sp.(?), 110 Fdn., Kerguelen.
Ditrypa arietina 0. F. M., 70 Fdn., Canaren, Azoren.
Farn. Tomopteridae.
? Tomopteris Carpenteri Quatref. pel., zwischen Kerguelen und
Insel Macdonald.
„ onisciformis Eschsch. pel.
Soweit das Material der Challenger- Expedition; zu bedauern
ist, dass der Autor nur bei zweien seiner neuen Genera (pag. 186
u. 188) Genusdiagnosen giebt, bei den anderen meist die Genus-
beschreibung mit der der Arten mittheilt. Ferner dürfte die Frage
gerechtfertigt sein, was die Erwähnung von Brachstücken von Anne-
liden oder von leeren Röhren nützen soll, wenn dabei die Gattungs-
i. d. Naturg. d. freileb. "Würmer während d. J. 1884—1885. 177
diagnose unsicher bleibt, die Spezies ist überall zweifelhaft (Rep. on
the Annellida in Rep. on the scient. res. of the voy. of H. M. S. Chdl-
lenger etc. Zool. vol. XU. 1885. 554. pag. 4\ u. 94 Taf.).
Unter den von E. v, Marenzeller bearbeiteten 23 Chaetopoden
von Jan Mayen ist nur Castalia punctata O.F.Müll, hier anzu-
führen, da diese Art ausser bei Finmarkeu nicht über den nördlichen
Polarkreis hinaus beobachtet wurde; bei Onuphis conchylega Sars
= Eschrichtii Oerst. wird bemerkt, dass diese Art Fühlercirren be-
sitzt; eine Onuphis ohne Fühlercirren, mit einfachen, am 4. Ruder
beginnenden Kiemen, welche die Autoren meist für 0. conchylega
halten, wird der Name 0. Grubei n. sp. vorgeschlagen; Fdt. bei
St. Malo an der französischen Westküste, wahrscheinlich auch Küsten
Englands (Die intern. Polar f. 1883/83; die österr. Polarst, etc. Beob-
achtungsergebnisse V. d. Kurs. Äk. d. Wiss. Wien III. Bd. ohne Jahr,
pag. 19—23.).
In der sogenannten blinden Solowetzky'schen Bucht des
weissen Meeres fand N. Wagner folgende freilebende Würmer:
1. Dinophilus vorticoides 0. Schm., 2, Amphiporus laetifloreus
John., 3. Amphicorone cursoria Quatr. , 4. Amphitrite agilis
n. sp., 5. A, Grrayi Mlmgr., 6. Polydora ciliata Sars; 7. Clymene
borealis Dal., 8. Pherusa vaginifera Rathke, 9. Phyllodoce tri-
vittata n. siß., 10. Chaetozone setosa Mlmgr., 11. Harmatoe imbri-
cata L., 12. Polynoe Oerstedi Mlmgr., 13. P. variegata n. sp., 14. P.
limbata n. sp., 15. P. dorsata n. sp., 16. Ophelia limacina Rathke,
17. Scolecolepis vulgaris Sars, 18. Sc. cirrhata S. , 19. Sc. oxy-
cephala vS., 20. Arenicola piscatorum Lam. , 21. Pectinaria
hyperborea Mlmgr., 22. Phascolosoma margaritaceum S., 23. Pria-
pulus caudatus Müll., 24. Terebellides Strömii Sars und 25. Ma-
crophthalmus rigidus n.s^. Im oifenen Theil der Solowetzky'schen
Bucht wurden ausserdem noch gefunden: 1. Lineus gesserensis
Müll, 2. Cirratulus borealis Lam., 3. Lumbriconereis fragilis
Müll, 4. Chlorema pellucidum Sars, 5. Terebella sp., 6. T. Da-
nielsseni Mlgr., 7. Spirorbis simplex Sr. und 8, Balanoglossus
MereschJcoivsIcii n. sp. Arm ist die Fauna an der Nordseite des
Solowetzki'schen Meerbusens, nur folgende Würmer werden ange-
geben; 1. Sarsia tubulosa Less., 2. Amphiporus laetifloreus
Johnst., 3. Leptoplana tremellaris Müll., 4. Aricia norwegica
Sars, 5. Phyllodoce tnvittata n. sp. und 6. Arenicola piscatorum L.
(Die Wirbellosen des Weissen Meeres. I. Bd. Lpzg. 1885).
Polydora quadrilobata Jac, Disoma multisetosum Oerst. u.
Laonome Kröyeri Mgr. bei Kiel (Möbius, Nachtr. pag. 67. cf. oben
Faunistik).
Folgende polychaete Anneliden leben im westl. Theil des finn.
Meerbusens: Spio seticornis Fabr., Polynoe cirrataPall., Nereis
Aich. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. M
178 Pfof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
diversicolor Müll, und N. Dumerilii M. Edw. (Braun, phys.-ldol.
Unters, etc. cf. oben Faunistik).
Die Polychaeta an der Küste der anglonormannischen
Inseln zählt R. Koehler auf (1. cit. art. No. 4 pag. 57—58).
R. Horst macht folgende Anneliden der Oster scheide
namhaft: Lepidonotus sqamatus L., Polynoe impar Johnst,,
P. cirrata M. Edw., Pholoe minuta Oerst, Nephthys Hombergi
M. Edw., N. longosetosa Oerst., Phyllodoce maculata Johnst.,
Eulalia viridis Oerst.. Nereis diversicolor 0. F. M., N. Dumerili
M. Edw., N. Marioni M. Edw. (?), N. pelagica L., N. longissima
Johnst., Ammotrypane limacina Rathke, Siphonostoma sordidum
Afg., Capitella capitata Fabr. u. Arenicola marina L. (Tijdsch. ned.
dierk. Vereen. suppl deell. 1883184. pag.550—557).
de Saint -Joseph hat während 9 Jahren die Anneliden der
Küste bei Dinar d studirt und 186 Arten beobachtet; davon sind
44 neu; 87 Arten leben auch im Mittelmeer, 42 in nordischen Meeren.
38 Arten leben allein am Ufer, 33 hier und in kleineren Tiefen,
115 nur in solchen. Als neu wird angeführt: Lahiorostratus
parasiticus n. g. n. sp., eine kleine Lumbriconereide, die als Parasit
in der Leibeshöhle verschiedener Sylliden lebt {sur les annel. polych.
des cUes de Binard. Comp)t. rend. etc. Paris, t. 101. 1885. pag. 1509
bis 1511).
Mcintosli beschriebt Staurocephalus Siberti n. sp. von der
britischen Kutte (^Notes from the St. Andrews marine Lahoratory in
Ann. mag. nat. hist. 5. vol. XVI. 1885. pag. A82—48i mit Taf).
Gr. M. R. Levinsen's Spolia atlantica enthalten 1 einen
Beitrag zu Alciopiden: a. Corynocephalus n. gen.: „corpus e
segmentis paucis compositum; lobus cephalicus, cujus pars anterior
subdisciformis, supra convexa, infra subplana ante oculos prominet,
antennis quattuor elongate foliiformibus in parte inferiore partis
dictae anterioris affixis et supra carina claviformi, apice modo libero,
instructus; cirri dorsales foliiformes, magni, partes laterales coi'poris
seque vicissim imbricati tegentes; parapodia in apice processibus
nullis cirriformibus instructi; setae simplices, capillaris, setis non-
nullis crassioribus, rigidis, in apice paulum curvatis, intermixtis;
papilla ventralis depressa in ventre ad basin parapodii sita ; glandulae
segmentales modo dorsales, minutae" mit albomaculatus n. sp., 32 mm
lang, gelb, mit 55 Segmenten, im atlantischen Ocean pelagisch lebend.
b. Rhynchonerella longissima n. sp. ebendaher; c. Nauphauta
celox Greeff dto. ; d. Callizona Grubei Oraf, Westküste von Afrika;
e. Liocapa Candida delle Chiaje, Atl. Ocean; f. Lopadorhynchus
brevis Gr. dto. 2. Familie Typhloscolecidae Ulj. n. fam., juxta
familium Opheliidarum disponenda; mit Travisiopsis nov. gen.:
„lobus cephalicus emineutia rotundata paulum convexa instructus ; sub
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885, 1 79
margines laterales eminentiae dietae utrimque folium elongato-ovatum,
margine ad emineutiam attiugente excepto, liberum" mit lobifera n. sp.,
gelb, 21 mm pelagisch atl. Ocean [Vidensk. Selsk. SJcr. 6 Raekke,
natuTvid. og math. Afd. III, 2. Kjobenhavn 1885. img. 326 — 340.
1 Taf. 4°).
R. Greeffs Unters uchim gen, über deren anatomische Ergebnisse
bereits J.-ß. 1882/83. pag. 731 kurz berichtet wurde, betreffen
Tomopteris Rolasi Gr., T. Mariana Gr., Alciope Cantrainii delle
Chiage, A. longirhyncha n. sp., Vanadis melanophthalmus n. sp.,
V. setosai[i. sp. u. Rhynchonerella fidgens n. sp. — alle pelagisch
bei der Guinea - Insel Rolas (Zätschr. f. tviss. Zool. 42. Bd. 2^cig.432
bis 458. 3 Taf.).
P. Langerhans setzt seine Mittheilungen über „die Wurm-
fauna von Madeira" fort und beschreibt folgende Arten, die zum
Theil schon früher erwähnt worden sind: 1. Ehlersia cornuta
Langerh., 2. Pronosyllis Weismanni Lgh., 3. Xenosyllis scabra
Ehl, 4. Paedophylax longiceps Verr., 5. Autolytus qidndecim-
dentatus n. s^., 6. Ant. syUisetosus m s^., 7. Procerastea nematodes
n. g. n. sp. „Autolyteae cirris dorsualibus, I et II exceptis, nullis;
cirri ventrales nulli, gemma sexualis cirris dorsalibus minimis praedita".
8. Virchowia clavata Lghs., 9. Alentia gelatinosa Sars., 10. La-
gisca propinqua Lghs., 11. L. aequespina n. sp., 12. Polyuoe vas-
culosa Clap., 13. Euphrosyne armadillo Sars, 14. Chrysopetalum
fragile Lghs., 15. Ceratonereis vittata n. si^., 16. C. &rwwnm n. sp.,
17. Eunice cariboea Gr., 18. Amphiro simplex n. sp., 19. Lum-
briconereis coccinea D. Gh., 20. Staurocephalus minimus n. sp.,
21, Eulalia pulchra n. sp., 22. Eul. macroceros Gr., 23. Archidice
glandularis n. sp., 24. Notomastus latericius Sars, 25. Capitella
capitata, 26. Amage adspersa Gr., 27. Octobranchus Giardi Mar.
et Bohr., 28. Trichobranchus giacialis Mgn., 29. Leaena oculata
Lghs., 30. Leaena Gh-afß n. sp., 31. Terebella Meckelii D. Gh.,
32. T. flavescens Clag., 33. Lysilla nivea n. sp., 34. Polycirrus
haematodes Clap., 35. Polycirrus aurantiacus, 36. Polycirrus pallidus
Gl., 37. Sabella reniformis var. polyophthalmus n. var., S. stichoph-
thalmus Gr., 39. Potamilla incerta n. sp., 40. P. socialis n. sp.,
41. Branchiomma vesiculosum Mont., 42. Sabella variabilis n, sp.,
43. Jasmineria candela Gr., 44. J. oculata n. sp., 45. Euchone
rosea n. sp., 46. Fabricia sabella, 47. Leptochone violacea n. sp.,
48. L. parasites Quatrf., 49. Serpula concharum, 50. Placostegus
tricuspidatus, 51. PI. tridentatus Hans., 52. Sa Imacina setosa n. sp.,
53. Psygmobranchus protensus Clap., 54. Apomatus similis Mar.
et Bohr., 55. Hyalopomatus Marenzelleri n. sp., 56. Vermilia
infundibulum Gr., 57. Vespirorbis, 58. V. clavigera Phil., 59. V. multi-
costata Phil., 60. V. rugosa n. sp., 61. Ompha lopoma s^mosa n. sp.,
62. Omph. cristata n. sp., 63. Filogranula^maZis n. sp. u. 64. Ver-
M*
180 Piof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
milia polytrema var. digitata (Zeitschr. f. iviss. Zool. Bd. XL. pag. J247
bis 285 mit 3 Taf).
Nach C. Tiguier kommen bei Algier folgende Anneliden
pelagisch vor: Polj-noe sp., Ophryotrocha puerilis Clap., Exogone
gemmifera Pag., Sphaerosyllis pirifera Clap., Sph. hystrix Clap.,
Grubea limbata Clap., Virchowia clavata Laugerii. , verschiedene
Sacconereiden, dann Pelagobia longocirrata Graeff, Maupasiacoeca
Vig., Hydrophanes Krohnii Clap., Pontodora pelagica Gr., Joda
microceros Vig., Phalacrophorus pictus Gr., Asterope Candida Clap.,
Alciope Cantrainii Clap., A. microcepala Vig., Vanadis hetero-
chaeta Vig., Rhynchonerella capitata Gr., Tomopteris Kefersteinii
Gr. und Sagitella Kowalewskyi N. Wag. Von diesen 25 Arten sind
4 durch den Druck hervorgehobene neu, 5 nur von den Canaren und
eine von Madeira bekannt. (Compt. rend. Äc. Paris tom. 101. 1885. 2.
pag. 578—579.)
E. v. Mareuzeller giebt einen dritten Beitrag „zur Kennt-
niss der adriatischen Anneliden", die Terebellen umfassend,
der wegen der Aufklärung der verwickelten Synonymie und der Be-
stimmungstabellen von Bedeutung ist. (Sitzungsh. d. K. Äkad. d.
Wissensch. math. naturw. Cl. LXXXIX. 1 — 3. 1884. 1. Abth. pag. 151
bis 214 mit 2 Taf. Hierzu Derselbe: Änz. der K. Ak. d. Wiss. Wien I.
1884. pag. 48—50.)
Ueber die von Leidy (cf. J.-B. 1882/83 pag. 736) beschriebene
Manayunkia speciosa liegen kurze Mittheilungen von E. Potts
(Proceed. of the Acad. of nat. sc. of Philadelphia 1884. I. pag. 22. 24)
und von S. G. Foulke (ibidem 48. 49) vor.
Marenzeller giebt eine Fortsetzung der Bearbeitung süd-
japanischer Anneliden (cf. I.e. XLI. 1879), zu denen noch die
von D öder lein gesammelten Stücke kommen; es werden be-
schrieben und in charakteristischen Theilen abgebildet; Amphicteis
angustifolia Gr., Amage auricula Malmgr., Amphitrite vigintipes
Ehrb., A. ramosissima n. sp. in 129 Fdn. Tiefe; Leprea Ehrenbergi
Gr., Pista fasciata Ehrb., V. maculatan.^^., Loimia Montagui Gr.,
Nicolea gracilibranchus Gr., Polymnia congruens n. sp., Thelepus
japonicus Tl. ^^. . Polycirrus nervosus n. sp., Säbel la aulaconota
n. sp., Potamilla Torelli Malmgr., P. myriops n. sp., Hypsicomus
phaeotaenia Schm., Laonome japonica n. sp., Mj xicola, platychaeta
n. sp., Serpula granulosa n. sp., Hydroides multispinosa n. sp.,
Eupomatus exaltatus n. sp., Pomatoceras helicoides n. sp., Poma-
tostegus latiscapus n. sp., Omphalopoma Langerhansiin.s,^. und
Aporaatus Enosimae n. sp. (Denkschr. d. kais. Ak. d. Wiss. Wien.
XLIX. 1881, pag. 197—224. 4 Taf.).
W. A. Haswell beschreibt: 1. Syllis corruscans n. sp., 2. S. Kin-
bergiana n. sp., 3. S. taeniaeformis n. sp., 4, S. Schma/rdiana n. sp.,
5. S. nigropunctata n. sp., 6. Gnathosillus zonata n. sp., 7. Stau-
i. d. Natnrg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 181
rocephalus australis n. sp., 8. Eulalia quadivcula n. sp., 9. Psa-
matlie(?) crinita n. sp., 10. Siphonostoma affine n. sp. und
11. Hallia australis n. sp. (Observ. on some australian polychaeta
in Proc. Linn. Soc. Neiv- South -Wales X for 1885. Sycln. 1886.
pag. 733-756. 6 Taf.).
Derselbe giebt Beobachtungen über das Gef ässsystem , die
Segmentalorgane und die Hautdrüsen der Serpulea und beschreibt
sodann die in Australien vorkommenden Arten: 1. Eupomatus
elegans Hasw., 2. Cymospira brachycera Baird, 3. C. Mörchii
Quatref. , 4. Pomatostegus Bowerbauki Baird, 5. P. elaphus =
?tetraceros Schm., 6. Vermilia strigiceps Mörch., 7. V. caespitosa
Lamk., 8. V. rosea Val., 9. Serpula vasifera n. sp., 10. S. Juckesii
Baird, 11. S alm acina awsfraZi« n. sp., 12. Sabella ve?a^a n. sp.,
13. S. punctulata n. sp, und 14. Spirographis australiensis n. sp.
(the mar. Annel. of the order Serpulea, tome observ. on their anat.,
with the charact. of the austr. spec. in Proceed. of the Linn. Soc. of
New -South -Wales ml. IX for 1884. Sydney 1885. pag. 649 — 675
mit 5 Taf.).
J.W. Fewkes beschreibt den Commensalismus eines tubi-
colen Anneliden mit mehreren Korallenarten; letztere umwachsen
die Röhre, doch wird dieselbe so weiter gebaut, dass die Oeifuung
frei liegt (Ämer. Natural. XVII. pag. 595 — 597 u. Bull, de la Soc.
du dep. du Nord [^.] VI pag. 111—113).
Als Schädlinge derAustern im Huhter-River (Australien)
konstatirt W. A. Haswell zwei Arten von Polydora, die beide in
selbstgegrabenen Höhlen in der Schale leben; die eine Art ist
P. ciliata Johnst., die andere ist neu und erhält den Namen P. 2ioly-
branchia n. sp. (Jottings from the biol. labor. of Sydney -Univ. 1. on
a destruct paras. of the Rock Oystei' in: Proc. Linn. soc. of New-
South -Wales vol. X. for 1885, Sydney 1886 pag. 273—275).
Die Lebensweise von Nereis limbata schildert S. Lockwood
(the Clam-iüorm in Americ. Naturalist. XIX. 1885. pag. 360—365).
A. Harker giebt eine kurze Mittheilung über die Färbung
der vorderen Segmente bei Maid ani den (Natur e XXXII. pag. 564).
Die von Kennel als Ctenodrilus pardalis Clap. bezeichnete
(cf. J. - B. 1882/83 pag. 749) gehört nach Yejdovsky zu Parthenope
0. Schm. und dürfte am besten als besondere Art (pardalis v. Kenn.)
zu betrachten sein (VejdovsJcy: System u. Morph, d. OUgochaeten.
Prag 1884. pag. 164).
Auch den vonZaeppelin studirten Ctenodrilus monostylos
(J.-B. 1882/83 pag. 750) betrachtet Yejdovsky als nahen Verwandten
182 Pi'f>f- Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
von Barth enope 0. Schm., sieht sich jedoch genöthigt, für ihn eine
besondere Gattung Monostylos n. gen. mit tentaculifer n. s^). zu
kreiren (ibidem).
Folgende Arbeiten über Anneliden hat Ref. nicht
erhalten können:
E. H. Webster: Annel. from Bermuda (Bull. U. St. nat. mus.
1884 pag. 305—307. 6 Taf.).
"Webster and J. E. Benedict: Annel. chaetop. from Brince-
towu and Wellfleit Mass. (U. St. Comm. fish. rep. for 1881 B. q.
App. C. pag. 699—747. 8 Taf.).
Carrington: on the annelids of the Southport sands (Rep.
53. meet. brit. ass. adv. sc. 1884. pag. 544 — 547).
W. S. M. d'Urban: phosphor. of Syllis (Zoologist [3] VIII.
pag. 117).
R. Horst: Vermes: Midden Sumatra nat. bist. XII. Afd. 1884.
12 pag. 2 Taf.
B. Gephjrrei.
Morphologie und Entwicklung.
W. Apel hat Briapulus caudatus und Halicryptus spi-
nulosus anatomisch und histologisch untersucht; wir erwähnen hier
besonders die Angaben über das Nervensystem; das Bauchmark
steht, wie schon Horst (J.-B. 1882/83 pag. 746) angiebt, mit der
Hypodermis in Verbindung und erscheint als eine nach dem Körper-
innern vorspringende Leiste, welche in ihrer ganzen Länge von
Bindegewebe begleitet wird; es lässt auf dem Querschnitt einen
Faserstrang erkennen, der nach aussen und den Seiten von Ganglien-
zellen umgeben ist; auch der Schlundring steht in Verbindung mit
der Haut. Von Strecke zu Strecke, entsprechend der Mitte eines
jeden Ringmuskelfeldes, ist das Bauchmark angeschwollen, und ent-
sendet jederseits einen zwischen den Hypodermiszellen verlaufenden
Nerven; möglicherweise gehen an solchen Stellen zwei Nervenpaare
ab; sicher gelang der Nachweis eines Nervenringes beim letzten,
starken Nervenpaar von Briapulus. Vom Schlundring gehen je 13
Nerven zur Körperwand und vier zum Schlundkopf, deren Verlauf
geschildert wird. Es folgen dann Beobachtungen über den Bau der
Geschlechtsorgane (Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 42. 1885. pag 459—5J29
mit 3 Taf.).
Die Arbeit von R, ScharflF berücksichtigt besonders die Haut-
sinnesorgane von Briapulus und Halicryptus; die des Rüssels er-
scheinen als konische Hervorwölbungen der Haut und werden von sehr
verlängerten, frei hervorragenden Härchen tragenden Hypodermis-
zellen gebildet, wogegen die der Haut, welche mit einem Dorn ver-
sehen sind, die Hypodermiszellen zu Ganglienzellen - ähnlichen Ge-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 183
bilde umgewandelt zeigen, die an ihrer Basis in Fasern auslaufen.
Im Ganzen erinnern diese Organe an die Seitenorgane der Fische.
Das Nervensystem ist weniger ausreichend als durch Apel erkannt
worden (on the sJcin. and nerv. syst, of Priap. and Halicv. Quart.
Journ. niicr. sc. XXV. 1885. pag. 193—213. 1 Taf.).
W. H. Conn: life-history of Thalassema (Stud. biol. Lab. John-
Hopkins Univ. III. pag. 29) und Rietsch: sur la structure histol. de
la trompe de la Bonellie (Bull. soc. philom. Paris [7] VIII. pag. 125
bis 132) kennt Ref. nicht.
Systematik, Faunistik und Biologie.
E. Selenka hat die Gephyreen in der Ausbeute der Ghali enge r-
Expedition bearbeitet; es sind nur folgende Arten: Sternaspis
pi-inceps n. sp. aus 700 Fdn. , E c h i u r u s unicinctus v. Dräsche
Japan, Thalassema faex n. sp., 560 Fdn., Th. baronii Greef, Bahia,
B 0 n e 1 1 i a Suhmii n. sp., 1340 Fdn., bei Neuschottland; P h a s c ol o -
soma vulgare de Blainv. und var. nov. astuta; Ph. pudiciim n. sp., bei
den Kerguelen in 10 — 100 Fdn. , Ph. capense Teusch., Ph. prioki
Sluit. , Ph. catharinae Fr. Müll. , Ph. flagriferum n. sp. in 1700 bis
2300 Fdn.; Dendrostoma blandum Sei., Phascolion squamatum K.
et Dan., Ph. lutense n. sp, etwa 2000 Fdn., Ph. tubicola Verr., Ph.
botulus n. sp., 1425 Fdn., Ph. strombi Moni, Aspidosiphon specu-
lator n. sp., bei den Capverdischen Inseln, As. truncatus Kef., Phy-
mosoraa japonicum Gr., Ph. solops Sei. und Sipunculus nudus L.
In einem Anhang wird schliesslich noch Chaeto derma miUtare
n. sp. aus 375 Fdn. bei 9 " 26' nördl. Breite und 123" 45' westl. Länge
(report on the Gephyrea in: Bep. on the scient. res. of the voyage of
JE. M. 8. Challenger etc. Zool. vol. XIII. 1885. 26 pag. 4 » mit
4 Taf).
Bei Jan Mayen sind nach den Angaben von Marenzeller
Phascolosoma margaritaceum Sars und P h a s c o 1 i o n strombi Mont.
gefunden worden (die intern. Polarf. 1882183. Die österr. Polarst, etc.
Beobachtungserg. hrsg. v. d. K. Ak. d. Wiss. Wien. III. Bd. ohne Jahr
pag. 19).
Unter dem Namen Golfingia Mcintoshii n. gen. n. sp. be-
schreibt C. Ray Lankester einen neuen Sipunkuliden von St. An-
drews, Schottland; die Gattung gehört in die Nähe von Aspido-
siphon und Cloeosiphon; Diagnose lautet: „a praeanal corneous tube
(sclerorhynchus) and a caudal corneous tube (scleropyge) ; the intro-
vert issues centrally from the praeanal tube, which is, in fact, its
basal portion indurated ; tentacles six, pinnate, surrounding the mouth
in an circle; retractors four, two ventral longer, and two dorsal
shorter, the two pairs arising at some distanc from one another on
the body well; chitinized hooklets are present at the oral extremity
of the introvert-, further back on the same are found cyiindrical and
184 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
subspherical chitinized papillae; longitudinal musculature continous;
intestina not coiled througliout in a spire, not fastened posteriorly;
a spindle-muscle present; two freely suspended nephridia; vascular
System uncertain; know species large-eight inclies" [= 28 cm]
(Transact. Linn. Soc. of London 2 nd. ser. Zool. vol. IL P. 16.
London 1885. pag. 469-474 mit 2 Ul, Taf.).
Phascolosoma elongatum Kef. und Ph. margaritaceum an
der Küste der anglonormannischen Inseln (Köhler Ann. d, sc. nat. I.e.).
2 Arten Phascolosoma auf der Thornton-Bank (E. v. Beneden
1. cit.).
Halicryptus spinulosus v. Sieb, im finn. Meerbusen (Braun,
phys.-biol. Unters, etc., 1. cit.).
W. A. Haswell berichtet, dass eine von ihm in Port Jackson
gefundene Bonellia mit Ausnahme der Ovarien keine bemerkens-
werthen Diiferenzen gegenüber Bonellia viridis von Neapel zeigte
{Jott. from hiol. lab. Sydney -Univ. 4. an. austr. spec. of Bonellia in
Froc. Linn. Soc. New -South -Wales X. for 1885. Sydney 1886. img.
331 — 332).
W. A. HaswelPs: „on a new instance of symbiosis"
betrifft das Vorkommen einer Cerianthus - Art in den Röhren von
Phoronis sp. von Australien (P)'oe. Linn. Soc. of New-South-Wales IX.
for 1884. Sydney 1885. pag. 1019—1021.).
C. Oligochaeta.
Morphologie und Entwicklung.
Der morphologische Theil der Monographie Yejdovsky's ist
wegen der Fülle des darin mitgetheilten Materiales nicht zu referiren;
es werden alle Organe und Organsysteme der in Böhmen vor-
kommenden Grattungen auf Grund eigener Untersuchungen dargestellt
und vieles Neue hierbei beschrieben; in dieser Beziehung muss
auf das Original verwiesen werden. Wir begnügen uns, nur die
Anschauungen des Autors über die V e r w a n d t s c h a f t s b e z i e h u n g e n
der Oligochaeten hier zu berühren. Aeolosoma zeigt entschieden
den niedersten Zustand: der auf der Bauchseite bewimperte Kopf
mit seinen Wimpergrübchen besteht nur aus einem Segmente; die
Segmentirung des Rumpfes ist nur durch die Stellung der Borsten
und die Lage der Excretionsorgane angedeutet, Dissepimente fehlen
völlig ; dazu kommt die ektodermale Lage des Hirns und des Bauch-
markes, der embryonale Zustand des Gefässsystems u. s. w. Möglicher-
weise verbindet Aulophorus die isolirt stehende Gattung Aeolosoma
mit den Naidomorphen , die, wenn auch nach jeder Richtung höher
stehend, doch Aeolosoma am nächsten verwandt erscheinen. Von
den Naidomorphen lassen sich die Chaetogastriden leicht ableiten,
bei denen in Folge der starken Entwicklung des Pharynx die ersten
i. (1. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 185
Rumpfsegmente mit dem Kopf verschmolzen sind. Gleicher Bau des
Gef ässsystems , übereinstimmende Lage imd Gestalt des Hirns, der
Schlundganglien und des Anfangstheiles des Bauchmarkes, sowie
endlich der Excretionsorgane zeigen die nahen Beziehungen der
Discodriliden (Branchiobdella) zu den Chaetogastriden. Obgleich die
Enchytraeiden in Folge veränderter Lebensweise stark modificirt
sind, weist doch eine Gattung derselben, Pachydrilus, auf die Nai-
domorphen zurück, mit denen auch die Tubificiden durch die Gattung
Naidium und Hyodrilus zusammenhängen. Schwieriger ist der Zu-
sammenhang der Lumbriciiliden mit den niederen Familien zu er-
klären, möglich, dass Stylodrilus die Verbindung abgiebt, wie auch
die Phreoryctiden vielleicht mit den Lumbriculiden verwandt sind. —
Unter den marinen Formen zeigen die niedrig stehenden Gattungen:
Parthenope und Monostylos (= Ctenodrilus monostylos Zaep.) sicher-
lich viele Anklänge an Aeolosoma, so im Besitz von Oeldrüsen in
der Hypodermis, in dem von Wimpergrübchen, in dem Cilienhesatz
des Kopfes, in der ektodermalen Lage des Nervensystems, in dem
einfachen Gefässsystem, während andererseits der muskulöse Pharynx,
die Borsten, die Dissepimente und die Excretionsorgane Unterschiede
bedingen, welche Aeolosoma überhaupt als den niedersten Annulaten
erscheinen lassen. Auch Polygordius und Protodrihis sind mit Aeo-
losoma verwandt, doch gehören diese ebenso wie die Ctenodriliden
(d. h. Parthenope und Monostylos) zu den Polychaeten, Aeolosoma zu
den Oligochaeten ; eine Archianneliden-Gruppe aufzustellen, dazu ist
gar kein Anlass, da man diese theils zu den Polychaeten, theils zu
den Oligochaeten stellen muss (System u. Morpliol. d. Oligochaeten
Prag 1884. fol. mit 16 laf.).
F. Yejdovsky macht Angaben über den Bau von Aeolosoma
variegatum Vejd.; nach der dem Ref. freundlichst mitgetheilten
Uebersetzung der Tafelerklärung zeigt Fig. 1 eine Kette von
Zooiden, 2 ein einzelnes Borstenbündel, 3 den Kopf stark vergrössert
mit weissen und grünen Oeldrüsen (oz), Tastborsten (n), Wimper-
grübchen (vg), Rückengefäss (c), Pharynx (ph) und seinen Muskeln
und dem Gehirnganglion (m) mit abtretenden Nerven; 4 stellt das
Vorderende im optischen Medianschnitt dar; 5 Kopf mit eingezogenen
Kopflappeu, Darm (ap), Darmblutsenus (sc), Peritoneum (pt); 6 die
Umgebung einer Wimpergrube (Sitzgsb. d. K. böhm. Ges. d. Wiss.
1885. 16 pag. 8\ 1 Taf.).
J. Leidy hatte 1880 (cf. J.-B. 1880/81 pag. 52 d. S. A.) einen
Wurm aus der Familie der Naiden unter dem Namen Aulophorus
vagus beschrieben, der nun durch J. Reighard eine eingehende
Bearbeitung erfährt. Das in Röhren an Lemna in Nordamerika
lebende Thier vermehrt sich durch Knospung und besitzt wie Dero
am Hinterende „Kiemen" {on the anatomy and histol. of Aul. vag.
186 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
in: Proceed, of the American. Acad. of arts and sciences neiv ser.
vol. XII [XXI Boston 1885. 'pag. 87—106. 3 Taf.).
E. RoMe's Untersuchungen über „dieMuskulaturderChae-
topoden" betreifen beide Ordnungen derselben; von Oligochaeten
wurden 13 Arten (incl. Branchiobdella) geprüft. Jede Muskelfaser
von Branchiobdella ist, wie bei I^Iematoden und Hirudiueen das
Aequivalent einer Zelle, deren Membran das Sarcolenim; am nächsten
steht dann Phreoryctes, während die Fasern der übrigen Oligochaeten
zwar im Wesentlichen ebenso gebaut sind, sich jedoch durch geringere
Dicke, stark entwickelte contraktile Substanz und demgemäss schwache
Markmasse auszeichnen; der Kern ist wohl überall vorhanden und
liegt axial. {Zool. Beitr. hrsg. v. Ä. Schneider. 1885. pag. 164 — 185
mit Taf. Vorl. Mitth. in Zool. Anz. VIL 1885. pag. 135—137.)
W. Kükenthal berichtet über die lymphoiden Zellen der
Anneliden auf Grund von Untersuchungen von Tubifex Bonneti
Clap. ; man kann gekörnte und ungekörnte unterscheiden, die sich
wie Amoeben bewegen und sich nach dii-ekter Kerntheilung in zwei,
mitunter auch in vier Stücke theilen. Wie näher nachgewiesen
wird, entstehen dieselben in vorderen Körpertheile durch Abschnüren
von grossen, bindegewebigen Zellen des Bauchgefässes oder von
Aesten desselben an der Körperwand; die ungeköruten Zellen legen
sich an das Rückengefäss an und bilden nach Aufnahme von gelb-
braunen Körnchen die — früher als Leberzellen bezeichneten —
Chloragogenzellen. Als solche lösen sie sich ab, flottiren in der
Leibeshöhle und zerfallen schliesslich; der Detritus wird wahr-
scheinlich durch die Segmentalorgane nach aussen geführt, (lieber
die lymphoiden Zellen der Anneliden in Jen. Zeitschr. f. Naturio.
XVII. 1885. pag. 319—355. 2 Taf.)
A. Stolc hat Gelegenheit gehabt, die seltene Dero digitata
untersuchen zu können; seiner in czechischer Sprache geschriebenen
Arbeit ist ein Resume und die Tafelerklärung französisch beigegeben.
Ln Ganzen schliesst sich diese Art an Dero obtusa an {Dero digi-
tata 0. F. Müll., anatom. a histolog. studies in Sitzgsb. d. höhm. Ges.
d. Wiss. 1885. pag. 65—95. 2 Taf.).
Nach Demselben gehört der von Vejdovsky ursprünglich als
Tubifex coccineus n. sp. bezeichnete, später als var. coccinea zu
T. rivulorum gestellte Wurm aus der Umgebung von Prag zu der
Eisen sehen Tubificiden-Gattung Ilyodrilus (amerikanisch), was be-
sonders durch den Geuitalapparat bewiesen wird. Der Autor giebt
eine Schilderung der anatomischen und histologischen Verhältnisse
(Vorl. Bericht über Ilyodrilus coccineus Vejd. in Zool. Anz. VIII. 1885.
pag. 638—643, 656—662).
Nach den Untersuchungen von H. Ude ist die Cuticula an
Stelle der Rückenporen einfach durchlöchert; die Oeffnung ist meist
ellipsenförmig und ihr Durchmesser verhält sich zu dem des Körper-
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 187
iimfanges wie 1 : 100. Die Hypodermis der Rückeuporen ist be-
deutend niedriger als die des Segmentes und in ihr fehlen alle Haut-
drüsen (Angaben über die Geschmacksknospen der Oberlippe); auch
die unter der Hypodermis gelegene Basalmembran ist wie die Cuti-
cula durchlöchert. Nach Erörterung der Struktur und der Anordnung
der Muskeln wird angegeben, dass an den Poren die Ringsmuskeln
einfach auseinanderweichen (Contraktoren der Poren), wogegen von
den Längsmuskeln sich besondere Bündel als Oeffner der Poren ab-
zweigen. Das Peritoneum kleidet den Porus von innen aus. Diese
Rückenporen finden sich wohl nur bei den Terriolen und dienen nicht
dazu, Wasser in die Leibeshöhle einzuführen, sondern vielleicht als
excretorisch zu bezeichnende Peritonalflüssigkeit unter Umständen
nach aussen abzuscheiden {lieber die Bückenporen der terriolen Oligo-
chaeten in Zeitschr. f. wiss. Zool Bd. 43. 1885. pag 87—143. 1 Taf.).
Eine ausführliche Darstellung des Blutgefässsystems von
Lumbricus terrestris giebt M. Jaquet {Mitth. zool. Stat. Neapel. VI.
pag. 330—347 mit Abb.).
Fr. E. Beddard theilt mit, dass eine zu Acanthodrilus Perr.
gehörige Regenwurmart von Otago in jedem Körpersegmeut 4 Paar
Nephridien hat, so dass ein Nephridium einer der 8 Borsten ent-
spricht, welche in 8 Längsreihen im Thier angeordnet sind (prel.
note an the nephridia of a netv sper. of earthworm in Proceed. roy.
SOG. London XXXVII. 1885. pag. 459—467).
Nach Demselben finden sich bei Acanthodrilus multi-
porus von Neu -Seeland 8 Segmentalorgane in jedem Segment, von
denen sich jedes in der Nachbarschaft einer Borste öffnet; vom
18. Segment nach vorn mündet jeder Segmentalkanal durch eine
grössere Anzahl von Oeffnungen aus. Mit Ausnahme des End-
abschnittes sind die Lumina intracelluläre Röhren. Der Autor glaubt,
dass in diesem Verhalten der Nephridia der primitive Zustand bei
den Oligochaeten zu sehen sei, wo jeder Borste ein Organ zukäme
{Zool. Anzeig. VIII. 1885. pag. 289—290 u. Annales des sc. nat. Zool.
6 ser. tom. XIX. 1885. art. No. 6. 19 pag. 1 Taf.).
Systematik, Faunistik, Biologie.
Fr. YejdoYsky's grosse Arbeit über die Olichaeten zerfällt
in einen systematischen und morphologischen Theil; nach Angabe
der Literatur und der Geschichte der Systematik wird ein neues
System der Oligochaeten festgestellt. Die Ordnung wird charak-
terisirt :
„hermaphroditische, meist borstentragende Annulaten ohne
Fussstummel, Fühler und Girren, die im Wasser, Schlamm
oder in der Erde leben, deren Geschlechtsdrüsen auf bestimmte
Segmente beschränkt sind und die Geschlechtsprodukte durch
188 'Proi. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistimgeu
besondere Geschlechtsgänge, nnabhängig von den Excretions-
organen, nach aussen entleert werden. Die Eier werden
in besonderen Cocons abgesetzt; Entwicklung ohne Meta-
morphose."
A. Das Gehirnganglion erscheint als dauernde Epiblastverdickung,
Bauchstrang fehlt oder liegt im Epiblast verborgen.
1. Fam. Aphanoneura Vejd. = Amedulluta V. olim: der mit
seitl. Wimpergrübchen versehene Kopf läppen ist auf der Bauch-
seite mit Flimmerhaaren besetzt; Hypodermis mit Oeldrüsen;
Fortpflanzung durch Theilung.
1. Gatt. Aeolosoma Ehrb., mit quaternarium Ehrb., Ehren-
bergi Oerst., tenebrarum Vejd. und anderen, nicht in
Böhmen vorkommenden Arten.
B. Centraluervensystem in Form des Gehirnganglious, der Schlund-
kommissuren und des Bauchstranges vorhanden; Gehirn stets
vom Epiblast getrennt.
a. Fortpflanzung geschlechtlich u. ungeschlechtlich, im ersteren
Falle ein Güi'tel auf den Geschlechtssegmenten.
2. Fam. Naidomorpha Vejd. Kopf in Form eines Kopf- und
Mundlappens; Borsten vierzeilig, gegabelt und haarförmig,
immer mehr als zwei in einzelnen Bündeln; Blut ockergelb
oder roth. Darm im VII. oder VIII. Segment kröpf artig er-
weitert; Hoden im V., Ovarium im VI. Segment, Samenleiter
am VI., Recept. seminis am V. S. ausmündend, weibliche Ge-
schlechtöffuungen zwischen VI. u. VII.
Gatt. Aulophorus Schm., tropisch.
2. „ Dero Oken mit obtusa d'Ud., Böhmen.
3. „ Nais Müll, mit elinguis M., barbata M. u. Josinae
Vejd., in Böhmen.
4. „ B 0 h e m i 1 1 a Vejd., gesägte Haarborsten am VI. Seg-
ment beginnend, ohne Rüssel, mit comata V. (Böhmen
und Unterfranken.
5. „ Ophidonais Gerv. mit serpentina Oerst. (Böhmen).
6. „ Slavina Vejd., glatte, im VI. Segm. beginnende
Haarborsten, die des 1. Paares viel länger als die
nachfolgenden 5; rüssellos, mit appendiculata d'Ud.
(Böhmen).
7. „ Stylaria Ehr. mit parasita 0. Seh. (Böhmen).
8. „ Pristina Ehr. mit longiseta Ehrb. (Böhmen).
9. „ Naidium Schm. mit luteum 0. Schm. (Böhmen).
3. Fam. Chaetogastridae Vej d. Kopf- und Mundlappen mit den
nachfolgenden Pharyngeal- und Oesophagussegmeuten ver-
wachsen, letztere nur mit einem Borstenbündelpaare; Borsten
meist nur in unteren Reihen, gegabelt, in grösserer Anzahl
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 189
vorhanden; deutliche Segmentiriing- bloss am hinteren Körper-
ende, durch Borstenbündel, Bauchstrangsganglien u. Excretions-
organe ausgeprägt; Darm hinter dem Oesophagus in drei Ab-
schnitte gegliedert; Excretionskanäle ohne Wimpertrichter;
Hoden im VI., Ovarien im VII., Samenleiter am VII., Recep-
tacula seminis am VII. (?Ilef.j ausmündend. Parasitisch oder
frei im Wasser lebend.
Gatt Amphichaeta Taub. m. 4 Borstenreihen (Dänem.).
10. „ Chae to gaster Baer mit 2 Borstenreihen. Arten
in Böhmen: Ch. limnaei B., diaphanus Gruith.,
cristallinus Vejd. und diastrophrus Gruith.
b. Fortpflanzung nur geschlechtlich.
cc. Die Excretionskanäle fehlen in den Geschlechtsseg-
menten, Gürtel auf den letzteren.
4. Farn. Discodrilidae Vejd. = Branchiobdellidae Aut.
Kopf- und Mundlappen mit einigen nachfolgenden Segmeuten
zu einem kropfartigen Abschnitte verwachsen ; hintere Körper-
segmente zu einem Saugnapf modificirt; Körper borstenlos;
Mundhöhle mit chitinigen Kiefern; Rücken- und Bauchgefäss
durch spärliche Gefässschlingen verbunden. Hoden im VI.,
Ovarien im VIII. Segm., unpaarer Samenleiter am VII., un-
paare Samentasche am VI. Segm. nach aussen mündend; Ei-
leiter zwischen VIII. und IX. Segm. Parasitisch an Krebsen.
11. Gatt. Branchiobdella Odier; V. nimmt nur eine
Species parasita Braun nee Henle an.
5. Fam. Enchytraeidae Vejd. Körper normal segmental, wie
bei allen folgenden Familien; Borsten meist in mehr als zwei
vorhanden, selten durch grosse Hypodermisdrüsen ersetzt; in
der Mundhöhle ein Paar ausstreckbarer Geschmacksläppchen
(Homologa der Kiefer von Branchiobdella). Grosse Schleim-
wie ein Paar Speicheldrüsen münden in den Pharynx. Rücken-
gefäss nur in den vorderen Segmenten. Hoden im XL, Ova-
rium im XII., Samenleiter am XII., Samentaschen zwischen
IV. u. V. ausmündend. Weibl. Geschlechtsöffnuugen zwischen
XII. u. XIII. Segm. Land und Wasser bewohnend.
12. Gatt. Pachydrilus Clap. mit 9 guten u. 8 ungenügend
charakterisirten Arten; in Böhmen P.Pagenstecheri
Ratz., sphagnetorum Vejd. u fossor Vejd.
13. „ Enchytraeus Henle mit 31 guten u. 5 ungenüg.
Charakter. Arten; in Böhmen E. appendiculatus
Buchh., putaneus Vejd., ventriculosus d'Ud., lepto-
dera Vejd., Buchholzii V., humicultor V., lobifer V.,
Perrieri V., Leydigii V., galba Hoffm. u. hegemon V.
„ Distichopus Leid., Nordamerika.
190 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
14. Gatt. Anachaeta Vejd. mit bohemica V. u. Eisenii V.
in Böhmen.
6. Farn. Tubificidae Vejd. Normal segmentirt, rotb, mit grösserer
Anzahl der Körpersegmente, welche in 4 Reihen Borstenbündel
tragen; die letzteren bestehen aus 3 — 10 gegabelten Haken-
borsten, zu denen meist in den Rückenreihen auch Haarborsten
kommen. Die seitl. Perivisceral- Grefässschlingen communiciren
direkt mit dem Bauchgefässe. Hoden im IX., Ovarien im
X. Segment. Samenleiter einfach, am X., Samentaschen am IX.
ausmündend. Eier treten wahrscheinlich zwischen Segment IX
und X nach aussen; Spermatophoren in den Samentaschen.
Wasserbewohner.
15. Gatt. Tubifex Lam. mit 3 guten Arten, in Böhmen
T. rivulorum Lam.
16. „ P s a m m 0 r y c t e s Vejd. mit barbatus V. in Böhmen.
Hemi tubifex Eisen, Schweden u. Amerika.
Ilyodrilus Eisen, Amerika.
„ Spiro Sperma Eisen, Schweden, Russland.
„ Telmatodrilus Eisen, Amerika.
„ Heterochaeta Clap., marin.
„ Clitellio Sav., marin.
17. „ Limnodrilus Clap. mit 12 guten Arten, davon
in Böhmen: L. Udekemianus Clap., Hoffmeisteri
Clap. und Claparedianus Ratz,
27 unsichere Arten gehören noch in diese Familie.
7. Fam. Phreoryctidae Vejd. Lange, fadenförmige und dick-
häutige Oligochaeten mit grosser Zahl von Segmenten; Borsten
in Rücken- und Bauchreihen einzeln stehend. Excretionsorgane
hinter den Borsten mündend. Geschlechtsdrüsen im borsten-
tragenden Segm. IX, X, XL u. XII.; Samentaschen im VI.,
VII. u. Vin. Segm. Geschlechtsgänge unbekannt. Wasser
und Schlamm bewohnend.
18. Gatt. Phreoryctes Hoffm. mit Ph. filiformis Vejd.,
in Böhmen.
8. Fam. L u m b r i c u 1 i d a e Vejd. Oligochaeten von weichem,
brüchigen Körper, an dem die Borsten zu je zwei in einzelnen
Bündeln stehen ; dieselben sind bald einfach hakenförmig, bald
undeutlich gegabelt; das Rückengefäss entsendet in jedem
Segment ein Paar kontraktiler, verzweigter Gefässschlingen,
von denen nur ein Paar mit dem Bauch gefäss kommunicirt.
Hoden im IX., Ovarien im X. Segm. Doppelte Samenleiter
münden gemeinschaftlich in einem Paare am X. Segm., die
einfachen oder doppelten Samenleiter bald vor, bald hinter ihnen-
Eileiter meist zwischen XI. u. XII.^ Segm. Wasserbewohner.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 191
19. Gatt. Lumbriculos Grube. 2 Arten, davon variegatus
Müll, in Böhmen.
20. „ Rhynchelmis Hoifm. 1 Art, limosella, auch in
Böhmen.
21. „ S t y 1 0 d r i 1 u s Clap. mit Heringianus Gl. und
Gabretae V., in Böhmen.
22. „ Claparedilla Vejd., mit einem Paar Samen-
taschen im IX. Segm., die am X. durch kurze, aus-
stülpbare Penes nach aussen münden; in jedem
Segment beide Paare kontraktiler Gefässschlingen
mit blinden Anhängen; Borsten nicht gegabelt, in
4 Reihen; mit Gl. meridionalis (Triest) und Lan-
kesteri V. (Böhmen).
23. „ Phreatothrix Vejd. mit pragensis V., Böhmen.
Trichodrilus Clap. (Schweiz).
„ Ocnerodrilus Eis., Californien.
„ Eclipidrilus Eis., dto. u, 8 Arten incertae sedis.
ß. Excretionsorgane in deu Geschlechtssegmenten vorhanden,
der Gürtel hinter den letzteren.
9. Fam. Criodrilidae V. Regenwurmartige Oligochaeten mit
4 Reihen einfacher, rauher Hakenborsten ; Darm ohne Typhlo-
solis und Kropf. Längsmuskulatur in unregelmässig ange-
ordneten Bündeln; Bauchstrang mit einem Neuralgefäss. Lage
der Hoden, Ovarien, Samenleiter u. Samentaschen unbekannt,
ebenso die des Gürtels (!); Mündungen der Samenleiter am
XV. Segm. Eier winzig klein, Cocods langgestreckt, wenig
angeschwollen; im süssen Wasser.
24. Gatt Criodrilus Hoffm. mit lacuum Müll, in Böhmen.
10. Fam. Lumbricidae Vejd. Regenwürmer mit 4 Reihen ein-
facher, glatter Borsten; Darm mit Typhlosolis, Kropf und
Muskelmagen; Längsmuskeln in regelmässigen, gefiederten
Bündeln angeordnet ; Bauchstrang mit einem Hauptneuralgefäss ;
Gürtel je nach den Arten zwischen Segment XXV bis XXXVII,
hinter den Genitalöffnungen. Eierstöcke in XIII, Samentaschen
zwischen IX/X und X/XI nach aussen mündend; Hoden im
Segment X u. XI; Samenleiter meist am XV. ausmünden;
Cocons kurz; in Erde u. Süsswasser lebend.
Gatt. Tetragonurus Eis., Nordamerika.
25. „ AI lur US Eis, mit tetraedrus Sav., weit verbreitet.
26. „ Dendrobaena Eis. mit rubida Sav. = puter
in Böhmen und anderwärts; D. Camerani Rosa in
Premont.
27. „ Allolobophora Eis. mit chlorotica Sav., Böhmen
u. a. a. 0., A. foetida Sav., do., A. submontana V.
192 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
im Riesengebirge. Fraissei Oerl., Balearen, medi-
terrauea Oe., Bai., NordenskiöldiEis., Eur., As., Am.,
subrubicauda Eis., Südsibirien, tenuis Eis., Skand.
u. Nordam., tumida Eis., Dänem. u. Nordam, parva
Eis do., arborea Eis., Skand., Dänem., norvegica Eis.,
Norw., carnea Sav. weit verbreitet, aucb in Böhm.,
neglectaHosa, Nordital, u. cyaneaSav., Böhm.u.a. 0.
28. „ Lnmbricus Eis. mit terrestrisL., rubellus Hoffm.
und purpureus Eis. — alle europäisch u. amerikan.
Als Species incertae sedes werden 28 Arten angeführt und
als Species inquirendae noch 31 Arten (die tropischen Gat-
tungen nur erwähnt). In ihrer Stellung ganz unbekannt sind
Helodrilus oculatus Hoffm. bei Blankenburg in Teichen
lebend und Alma nilotica Rüppell in Gruben bei Cairo mit
Rückenkiemen !
{F. Vejdovsky: System u. Mm-phologie d&i' Oligochaeten. Frag 1884.
166 pag. fol. mit 16 Taf. u. 5 Holzschn.).
Chaetogaster sp. u. Aeolosoma sp. in Teichen des Riesen-
gebirges (Zacharias: Zeitsch. f. wiss. Zool. 41. Bd. pag. 496 u. 499).
L i m n 0 d r i 1 u s sp. , S a e n u r i s sp. , N a i s proboscidea, N. elinguis,
N. longiseta, Chaetogaster diaphanus, Ch. Mülleri, Dero obtusa,
Aeolosoma quaternarium u. Psammoryctes umbellifer in der
Hamburger Wasserleitung (Kräyelin 1. cit.).
An Oligochaeten kommen im finnischen Meerbusen vor: Nais
proboscidea Müll., N. elinguis Müll., Aeolosoma quaternarium Ehrb.,
Aeol. decorum Ehrb., Tubifex rivulorum Luck., T. umbelliferum
Kessl. u. Saenuris longicauda Kessl. (Braun, phys.-biol. Unters, etc.
1. cit.).
Als Pachydrilus enchytraeoides u. sp beschreibt R. Saint-
Loup einen zwischen Pflanzen und Steinen im alten Hafen von
Marseille lebenden Oligochaeten, der manche Beziehungen zu den
Enchytraeiden besitzt [Compt. rencl. Ac. Paris, t. 101. 1885. 2.
pag. 482— 485).
Archienchytraeus gemmatus Eis., der bis jetzt nur von
Nowaja Semlja bekannt war, findet sich nach Mareuzeller auch am
Strand von Jan Mayen im feinen Schotter {die intern. Pölarf. 1882\83,
die Ost. Polarst, etc. Beobachtungserg. hrsg. v. d. K. Äk. d. Wiss.
Wien. III. Bd. ohne Jahr. pag. 19.
Als Archenchytraeus Moebiin. sp. bezeichnet W. Micliaelsen
einen bis 35 mm lang werdenden, in angeschwemmten Seegras bei
Kiel lebenden Enchytraeiden, der besonders dadurch merkwürdig ist,
dass nach Erlangung der Geschlechtsreife das Lumen der Samen-
taschen mit dem Darm in offener Verbindung steht. Da, wo die
Samentaschen nach aussen münden, findet sich ein „Wollustorgan"
{Zool. Anz. VIII. 1885. pag. 237— 239).
I
i: d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 193
Die Tubificiden werden von A. Stole eingetlieilt in: Ilyo-
drilini mit Geschlechtsborsten, ohne Penis, Kittdrüse und Sperma-
tophoren, Eibildung wie bei Naidomorpheu ; Tubificini ohne Ge-
schlechtsborsten, mit Penis, Kittdrüse und Spermatophoren, Eibildung
wie bei höheren Oligochaeten; Telmatodrilini mit zahlreichen
Kittdrüsen (1. c. Zool Anz. VIII. pag. 661. 662.).
Lumbriculus glacialis im Eise (Leidy: Proc. Ac. nat. sc. Phil.
1884. pag. 2601.
Bei seinen Untersuchungen über die Rücken poren der terri-
colen Oligochaeten konstatirt H. Ude, dass dieselben bei den ein-
zelnen Arten einen konstanten Anfang besitzen und bei den ver-
schiedenen Arten eine ungleiche Lage in ihrem ersten Auftreten auf
der dorsalen Medianlinie zeigen; dadurch erhalten sie also specifischen
Werth. Der Autor giebt nun eine Aufzählung der Arten von Lum-
bricus, AUolobophora, Allurus und schliesslich eine Tabelle zur Be-
stimmung der Regenwürmer mit Berücksichtigung der Lage der
Rückenporen ; als neu werden beschrieben AUolobophora hispanica
von der Sierra de Moncayo in Spanien und All. longa n. sp. aus
Gärten Göttingens (Zeitschr. f. wiss. Zool. 43. Bd.).
F. E. Beddard stellt die Unterschiede zwischen Perichaeta
(Schmarda) und Megascolex (Templeton) zusammen; bei Perichaeta
bilden die Borsten eine zusammenhängende Reihe in der Mitte jedes
Segmentes, der Gürtel nimmt 2 — 3—4 (14 — 17) Segmente ein; die
paarigen männlichen Geschlechtsöft'nungeu liegen stets hinter dem
Clitellum (18. Segment), die weibliche, unpaare Oeffuung auf dem
14. Segment; 2 Paar Hoden im 11. und 12. Ring, am Ausführungs-
gang eine Prostata; 2—4 Paar Begattungstaschen mit Hilfstaschen;
der Darm hat jederseits im 20. Segment einen Blindsack ; dagegen
hat Megascolex in der Borstenreihe jedes Segmentes dorsal und
ventral einen Zwischenraum; das Clitellum reicht vom 13.— 20. Segment,
ist jedoch auf der Höhe der Geschlechtsöffnungen nicht entwickelt ;
Männliche Geschlechtsöffnung paarig auf dem 18. Segment; 2 Paar
Genitalpapillen; weibliche Oeffnung einfach oder doppelt auf dem
14. Segment. Ein Paar verästelte Hoden im 12. Segment und im
18. eine grosse Prostata jederseits. Begattungstaschen einfach, ohne
Hilfstaschen, 2 Paar im 8. und 9. Segment. Darm ohne Blindsäcke,
aber mit einer Reihe von 15 — 16 Paar Drüsen, im 106. Segment be-
ginnend (Ann. and Mag. of nat liist. 5. ser. vol. XIII. 1884. pag.
398-402).
D. Rosa: I Lumbricidi del Piemonte. Torino 1884. 54 pag.
1 Taf. ; kennt Ref. nicht.
F. E. Beddard beschreibt zuerst drei neue Arten des Perrier'-
schen Genus Acanthodrilus und zwar A. Novae Zelandiae, dissi-
milis und multiporus und macht dann anatomische Angaben über
diese Arten, deren wichtigste schon bei den weiteren Mittheilungen
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. U. Bd. 3. H. J^
194 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
desselben referirt wurden {on the specific characters and structure of
certain New-Zedland earthworms in: Proceecl. of the scieiiiif. meet. of
the zoolog. soc. of London foi' the year 1885. pag. 810 — 832 mit 2 Taf
u. Holzschnitten im Text).
F. E. Beddard beschreibt kurz einen riesigen Regenwurm, der
bei Port Elisabeth (Capland) vorkommt und Fr. Lewis erwähnt eine
grosse Art von Ceylon, die 4000 Fuss hoch vorkommt (Nature XXX.
pag. 570 u. XXXI. 1885. pag. 127).
Gr. Yorderman wiederholt die von Horst (Notes from the Leyden
Museum V) gegebene Beschreibung von Megascolex musicus H.
und knüpft daran Bemerkungen über die Lebensweise (Natuurk.
Tijdschrift vow nederl. Indie. XLIV. 1885. pag. 82—85).
R. Horst: on two new species of Acanthodrilus Perr. from
Liberia (Notes from the Leyden Museum YL pag. 103—107) kennt
Ref. nicht.
Ch. Darwin' s Werk über die Thätigkeit der Regenwürmer
hat eine Reihe kleinerer Notizen hervorgerufen: R. M. Christy
konstatirt, dass Regenwürmer in den Prairien von Manitoba (N. W.
Territorium, Canada) gar nicht vorkommen, wogegen sie in Toronto
und Outario häufig sind; die Ursache will Ch. in den Prairiebrändeu
sehen (on the absence of earthworms from the prairies of the
Canadian North -West in Nature. vol. XXIX. 1884. pag. 213. 214).
R. M. Barrington will in Island nur in der Nähe der Farmen
Regenwürmer gesehen haben, im Innern sind keine (ibidem pag. 237).
P. E. Wilcox erweitert Christy's Angaben dahin, dass auch in
Kansas (Indian territory) u. in Idaho (Washing-ton territory) Regen-
würmer fehlen; er sieht den Grund in der alkalischen Reaktion des
Bodens (ibidem pag. 406. 407). J. Melviu meint, dass zwar zweifellos
die Regenwürmer in vegetabilischer Erde leben, dieselbe aber kaum im
Anfang allein bilden könnten ; sie müssten solche vorfinden, dann thäten
sie das ihrige zur Vermehrung derselben (ibidem pag. 502. 503), einer
Meinung, der J. Lovell beipflichtet und für die er eine Beobachtung
in seinem G-arten anführt (ib. pag. 551). Hg. F. Walker wider-
spricht Christy in Bezug auf Prairiebrände (ibidem pag. 503).
T. McKenny Hughes lässt auch noch andre Faktoren bei der Bildung
vegetabilischer Erde betheiligt sein (ibidem vol. XXX. pag. 57. 58).
Einer Angabe desselben, dass Regenwürmer von Käferlarven ange-
fallen werden, fügen E. A. Swan (ibidem pag. 77) u. Ch. E. Darwin
(ib. pag. 146) entsprechende Beobachtungen an.
Beobachtungen über die Zählebigkeit und über die Re-
generation ausgeschnittener Theile stellte Fräulein A, M. Flelde
an Lumbricus terrestris an; kein Exemplar lebt in der Luft mehr
als einige Stunden, im Wasser 11 — 14 Tage; abgeschnittene Kopf-
enden regeneriren sich, selbst wenn der Schlundring mit entfernt ist
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 195
(Proc. of the Äcad. ofnat. sc. of Philadelphia 1885 {Ph. 1886.) pag. 20
bis 22).
J. Bell beobachtete einen Lumbricus terrestris mit doppeltem
Hinter ende 2 Monate lang, dann wurde das eine Stück abge-
worfen, worauf das Exemplar starb; ein ähnlicher Fall auch von
L. foetidus beobachtet (on Lumbrici loith bißd hinder ends in Ann-
mag. nat. hist. 6. ser. tom. XVL 1885. pag. 475—477 mit Abb.).
Gr. Jacobowsky prüfte die Wirkung von Lycaconitin auf
Regenwürmer; von der Haut wird es wie Curare nur sehr
langsam aufgenommen; nach subkutaner Injection wirkt es stärker
wie Curare (Beitr. z. Kenntn. d. Alkaloide des Aconitum Lycoctonum.
In. Diss. Dorp. 1884. pag. 38 u. 39).
Folgende Arbeiten über Oligochaeten hat Ref. nicht
erhalten können:
V. Lemoine: rech, sur le dev. et org. de l'Enchytraeus alb.,
Buchh. Assoc. frauQ. avanc. d. sc. 1884. Paris. 43 pag.
Derselbe: dela section spontan, et artif. de l'Enchytr. albidus.
ibidem. 1885. pag. 323— 326.
G. Eisen: Oligochaet research. in U. St. Comm. fish. rep.
P. XI. pag. 879—964 mit 19 Taf.
A. T. Urquhart: Earth-worms, Amer. Natural. XIX. pag. 511
bis 512.
Derselbe: on the habits of earth-worms in New-Zealand in
Transact. N. Zeal. Inst. Washington XVI. 1884. pag. 266— 275.
D. Hirudinei.
Morphologie und Entwicklung.
A. G. Bourne bespricht zuerst die äusseren Charaktere
der Egel; bei Pontobdella muricata lässt sich sehr wohl eine Seg-
mentirung auch äusserlich erkennen, obgleich in einzelnen Körper-
regionen der Segmente verkürzt erscheinen; das ist besonders vorn
am Clitellum und hinten vor dem hinteren Saugnapf der Fall; auf
die 23 postoralen Segmente vertheilen sich die Hautringel verschieden,
meist sind es vier. Bei Branchellion trägt jedes Segment hinter
dem Clitellum eine Kieme und eine entsprechende Grefässerweiterung;
3 Hautringe kommen auf 1 Segment. Hirudo zeigt ebenfalls 23
postorale Segmente mit, abgesehen von den verkürzten Segmenten,
vorn und hinten je 5 Hautringen; in dem jedesmaligen letzten der-
selben liegen regelmässig die Excretionsöffnungen.
Ueberall besteht die Haut 1. aus einer strukturlosen, hellen,
von den Mündungen der Schleimdrüsen durchlöcherten Cuticula,
welche regelmässig abgeworfen wird, 2. aus der einschichtigen aus
Cylinde rzellen zusammengesetzten Epidermis, welche bei Piscicola
N*
196 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
am einfachsten gebaut ist und 3. aus der bindegewebigen Dermis.
Zwischen die selbst pigmentlosen Epidermiszellen dringen binde-
gewebige Pigmentzellen und bei Gnathobdelliden auch Blutkapillaren
ein. Von Hautdrüsen finden sich 1. Schleimdrüsen, welche in der
Haut bleiben — einzellig und über den ganzen Körper zerstreut;
2. spezialisirte Drüsen in tieferer Lage; von solchen werden unter-
schieden a. Speicheldrüsen in der Region des Pharynx, b. Clitellar-
drüsen. nur Clepsine fehlend; c. Prostomialdrüsen — bei Gnathob-
delliden um den Mund gelegen. Aus dem folgenden Kapitel: Mus-
kulatur u. Proboscis erwähnen wir, dass der Autor die TJeberein-
stimmung des Rüssels der Rhynchobdelliden mit dem Vorderende des
Körpers der Gnathobdelliden zeigt und demgemäss den ersteren als
eingestülptes Vorderende betrachtet.
Das Bindegewebe besteht aus einer Gallertsubstanz und
sehr verschiedenen Zellen; die Grundsubstanz ist in verschiedener
Menge vorhanden, wovon die Prallheit des Körpers abhängt. Unter
den Zellen werden unterschieden: Zellen mit Vacuolen und in
letzteren eine halbflüssige Substanz (Pontobdella) oder Fett (Clepsine,
Piscicola); Zellen zu Fasern umgewandelt; Pigmentzeilen, von deren
oberflächlicher Lage das Hautpigment abstammt; Pigmentzellen als
Theile der Wandungen von Blutgefässen, besonders Capillaren.
Das Blut der Hirudineen entspricht der Blut- und Leibes-
höhleuflüssigkeit der Chaetopoden; es ist farblos bei Rhynchobdelliden,
roth bei Gnathobdelliden, in letzterem Falle enthält das Plasma
Haemoglobin; bei beiden Gruppen enthält das Blut farblose amöboide
Körpercheu. Wegen des Kapitels Blutgefässsystem und Leibeshöhle
muss auf das Original verwiesen werden.
In Bezug auf Nephridien bemerkt der Autor, dass sie überall
eine segmentale Anordnung haben, mit Ausnahme von Branchellion,
wo die Metamerie vielleicht nicht eingehalten wird. Diese Gattung,
sowie Pontobdella besitzen ein Netzwerk von Excretionskanälen, das
sich bei P. vom 9. — 19. Segment findet, ein kontinuirliches Organ,
welches in regelmässigen Zwischenräumen ausmündet, wogegen bei
Branchellion nur 1 Paar solcher Mündungen vorhanden ist — ein
jedenfalls sehr alter, an die Trematoden und Planarien erinnernder
Zustand. Die Oeffnung der Trichter liegt bei Clepsine im Ventral-
sinus, bei Pontobdella in einem Sinus zwischen Lateral- und Ventral-
sinus, bei Hirudo in einem Sinus um die Hoden und bei Nephelis
im Seitensinus, Bothryoidalraum ohne Blutgefäss {Contrib. to the miat.
of the Hirudinea in: Quart. Journ. of micr. sc. XXIV. 1884. pag.
419—506 mit 11 Taf. u. Holzschn.).
Die Mittheilung Desselben: on the anat of Pontobdella
and Branchellion dürfte nur eine vorläufige sein (Rep. 54. meet.
brit. ass. adv. sc. 1885. pag. 254-256).
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 197
R. Saint -Loup veröffentlicht seine Studien: „Organisation
des Hirudinees" nun ausführlich: drei Kategorien von Muskel-
fasern werden unterschieden; zwischen den beiden ersten, den
Muskelröhren und jenen Fasern, welche als fibröses Gewebe, Binde-
gewebs- und kontraktile Fasern unterschieden werden, bestehen keine
wesentlichen Differenzen ; dagegen können die in den Lateralkanälen
vorkommenden Fasern, die auch in den männlichen Organen von
Nephelis sich finden, nur mit aller Reserve zu Muskeln gerechnet
werden. Das Nervensystem ist überall gleich gebaut; Verschieden-
heiten und Uebergänge finden sich beim Circulationsapparat,
von dem folgende Typen angeführt werden: 1. ein Systeme circula-
toire dorsoventral , dem der übrigen Anneliden entsprechend, ohne
Kommunikation mit der Leibeshöhle und ohne Lakunenuetz (Clepsiue);
y. ein ebensolches System, aber in Verbindung mit der durch die
Seitengefässe repräsentirten Leibeshöhle und mit Lakunennetz im
hinteren Körpertheile (Nephelis); 3. es besteht nur eine sehr unbe-
stimmte Verbindung des Dorsoventralsystems mit den Seitengefässen,
sehr starke Entwicklung des Lakunennetzes und damit beginnende
Trennung der beiden primären Systeme. Ganz entsprechende Modi-
fikationen zeigen die Segmentalorgane, indem sie im ersten Falle
einfache Kanäle sind, welche die Leibeshöhle n)it der Aussen weit in
Verbindung setzen, während sie im zweiten Falle aus einer Ver-
einigung eines epiblastischen Rohres mit Anhängen der Seitengefässe
entstehen und eine Tendenz zur Isolirung der letzteren zeigen ; end-
lich im letzten Falle haben sie gar keine Beziehungen zu den Seiten-
gefässen, es sind reine Excretionsorgane. Der Darm bietet wenig
Bemerkenswerthes ; eine besonders histologisch differenzirte Stelle
darf als der Sitz der chemischen Veränderungen bei der Verdauung
betrachtet werden. Beim Blutegel besitzt die Penistasche eine
besondere Drüse von unbekannter Funktion; bei Arten, bei denen
der Penis rudimentär ist, bilden sich Spermatophoren. In den Ovarien
finden sich Diff'erenzirungen in einen Keim- und Dotterstock; die
Eier entstehen direkt an der Wandung oder an einer Rhachis, wäh-
rend die Spermatozoen durch das Binnenepithel der Hodentaschen
gebildet werden (Ann. des scienc. nat. VI. ser. Zool. XVIII. 1884.
art. No. 2. 127 pacj. 8 Taf.).
Desselben „rem. sur la mprphol. des Hirudinees d'eau douce"
kennt Ref. nicht (Bull. soc. philom. Paris [7] IX. pag. 23-26).
J. Niemiec erkennt an den Saugnäpfen von Hirudo medici-
nalis von aussen nach innen folgende Schichten: 1. äussere Ring-
muskeln (äquatoriale), 2. äussere radiäre (meridionale) , 3. innere
circuläre (äquatoriale), 4. innere radiäre (meridionale) und 5. gekreuzte,
zwischen den beiden Flächen verlaufende Tiansversalmuskeln ; nach
Schilderung des Verlaufes dieser Muskeln wird die Funktion der-
selben besprochen (1. supra pag. 113. citat. pag. 46—52).
198 I'i'of. Dr. M. Braun : Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Von Gr. Carlet ist: „le procede oper. de la sangsue" in
erweiterter Form (cf. J.-B. 1882/84 pag. 753. 754) erschienen (Ann.
des sc. nat. 6. ser. Zool. XV. 1883).
R. Koehler: rech, sur la struct. du syst, nerv, de la
Nephelis. Nancy 1884. 8". 9 pag. kennt Ref. nicht.
C. 0. Whitman konstatiii; , dass die schon früheren Autoren
bekannten Höckerchen, welche auf jedem fünften Hau tringel vor-
kommen, Sinnesorgane sind, welche ebenso wie die Augen von
Hirudo gebaut; jedoch pigmentlos sind; er nennt sie „Segmental-
papillen". Durch genauen Vergleich dieser mit der Stellung der
Augen und der inneren Organisation lässt sich schon äusserlich die
Zahl der Segmente eines Egels bestimmen, sowie ferner, welche Seg-
mente durch "Wegfall einzelner Hautringel reducirt sind. Jeder
Hirudo hat 26 Somiten vom 1. Augenpaar bis zum hinteren Saug-
napf; die ersten 6 und die letzten 4 sind durch den Wegfall von
2 — 4 Hautringeln verkürzt, was durch die Stellung der Augen resp.
der diesen entsprechenden Segmentalpapillen hervorgeht, da diese
stets auf dem jedesmaligen 5, Ringel stehen; dieses ist in allen Seg-
menten erhalten geblieben, die anderen 4 nur von Segment 17 — 22.
Andere Genera besitzen zwar ebenfalls 26 Segmente, doch bestehen
Verschiedenheiten in Bezug auf den Wegfall einzelner Hautringel;
diese werden benützt, um die Verwandtschaft der untersuchten Gat-
tungen (Macrobdella, 31icrostoma, Haemopis, Hirudo, Aulostoma und
Haemadipsa) festzustellen {Segmental sense-org. of theleechin: Amer.
Natur. XVIII. 1104 — 1109 mit 1 Taf. u. the extern, morphol. of the
leech in: Proceed. Am&r. Acad. of arts and sc. Boston XX. 1884185.
pag. 67—87. 1 Taf).
R. Saint -Loup will bei Hinidineen einen Zusammenhang
zwischen den braunen Zellen um den Darm und den Pigment-
körnchen daselbst konstatiren; letztere sollen aus dem ersteren
abstammen und so sei es gerechtfertigt, diese Schicht als Leber zu
deuten, die wie überall zwei Funktionen ausübt, d. h. erstens gewisse
aus der Verdauung stammende Stoffe enthält und zweitens gewisse
Stoffe aus dem Blut abscheidet (sur la fonction pigmentaire des Hiru-
dinees in Compt. rend. etc. Paris tom. 98. 1884. I. pag. 441 — 444.
Bei seinen Untersuchungen über das Gefässsystem der
Anneliden berücksichtigt M. Jaquet auch folgende Hirudineen:
Hirudo medicinalis, Aulastoma sp., Nephelis sp., Pontobdella verru-
cosa und Clepsine. Am Schluss wird die Frage nach der Verwandt-
schaft der Hirudineen erörtert; in Bezug auf das Gefässsystem
stehen sie den Nemertinen näher als den Chaetopoden, gegen welche
sehr bedeutende Unterschiede bestehen [Beck, sur le Systeme vascu-
laire des Annelides in Mitth. a. d. zool. Stat. Neapel VI. pag. 297
bis 330 mit Taf).
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 1 99
€r. Dtttilleul: appar. gen. de Pontobdella muricata kenlit
Ref. nicht (Bull, scientif. du dep. du Nord 2. 7/8 pag. 349—354 u. 9.
pag. 125—139. 1 Taf.).
W. Yoigt beschreibt zuerst Lage und Bau der G-eschlechts-
drüsen von Branchiobdella, hierauf die Entwicklung des Ova-
riums und endlich die der männlichen Geschlechtsprodukte ; er unter-
scheidet fünf Stadien der Samenbildung, die nach la Valette St. George
benannt werden: 1. Embryonales Stadium, Sexual- oder Ge-
schlechtszellen — Zellen von embryonalem Charakter und denen des
Ovariums gleichend, bilden die Anlage des Hodens ; sie erhalten sich
in älteren Hoden an einem Theile, von welchem aus die Neubildung
von Samenelementen stattfindet; 2. Stadium der Stammsamen-
zellen oder Spermatogonien — den Eiern homologe Zellen, die sich
wie Eier ablösend den Ausgangspunkt für die Erzeugung je eines
Samenfadenbüschels bilden; 3. Stadien derVerviefältigung —
durch fortgesetzte Zweitheilung entstehen aus der Spermatogenie
auseinander hervorgehende Generationen von Spermatocyten, welche
durch einen centralen Cytophor zusammengehalten werden; so entstehen
2-, 4-, 8- und mehrzellige Spermatogemmen ; allein kommt das Sper-
matocyt nicht vor; 4, Stadium der Ausbildung der Samen-
körper, Stadium der Spermatiden, mit welchem Worte die in Sper-
matosomen sich umwandelnden Spermatocyten bezeichnet werden;
5. Stadium der freigewordenen Samenkörper oder Spermatosomen.
Zum Schluss beschreibt der Autor noch eine Reihe anormaler Ent-
wicklungsvorgänge im Hoden und Ovarium, die zum Theil schon
recht früh auftreten ( Ueher Ei- und Samenhüdung hei Branchiohdella
in Ärb. a. d. zool. Inst. d. Univ. Würzh. Bd. VII. pag. 300 — 368
mit 3 Taf.).
A. Foettinger hat den kleinen, zwischen den Eiern des Hum-
mers lebenden Parasiten, Histriobdella homari P. J. v. Ben.,
untersucht, der bisher als Hirudinee betrachtet wurde. Wie der
Autor mittheilt, kam schon E. v. Beneden auf Grund eigener Unter-
suchungen zu der Ansicht, dass Histr. kein Egel, sondern ein
Archiannelide ist, weil er eine Art Rüssel wie die Archianneliden
besitzt, ferner ein echtes Coelom und die Längsmuskeln in zwei
ventralen und zwei dorsalen Feldern; die Kopftentakeln sind einfache
Anhänge der Hypodermis, von denen die aus dem Ei schlüpfende
Larve nur einen besitzt Foettinger bestätigt diese Angaben und
erweitert sie in vieler Beziehung; fast überall wird die Ueberein-
stimmung mit den Archianneliden klar gelegt, nur ein Blutgefäss-
system, das der Entdecker der Art beschreibt, konnte nicht kou-
statirt werden; der Mangel eines Gefässsystems wird dadurch zu
erklären gesucht, dass Histriobdella eine sehr niedrig stehende Form
sein soll und auch bei den höheren Chaetopoden das Gefässsystem
erst relativ spät in der Ontogenie erscheint. Aus Allem geht nach
200 Piof- Dl'- ^^' Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
F. hervor, dass Histriobdella nicht bei den Hirudineen bleiben kann,
sondern zu den Archianneliden gestellt werden muss ; cf. unten {Eech.
sur Vcyrganisation de Uistriob. hom. etc. im Ärchives de Biologie tom. V.
1884. pag. 435-516. o Taf.).
W. Salensky hat seine Beobachtungen über die Entwicklung
von Branchiobdella ausführlich publicirt (cf. J. -B. 1882/83
pag. 753); er hat sich nur an die auf den Kiemen lebende Art ge-
halten, von der er drei Formen unterscheidet; auf den Kiemen von
Astacus fluviatilis lebt die von Dorner beschriebene Form, auf denen
von A. leptodactj^lus die von Ostroumoff beschriebene mit grossen
Eiern und endlich findet sich auf den Kiemen von A. fluviaticus aus
dem Dniester eine sehr kleine Form, welche Br. pentodonta sehr
nahe steht. Die Form mit den grossen Eieni wurde untersucht.
Wenngleich die Furchuug derjenigen „anderer Hirudineen" ähnelt,
besonders von Nephelis, so bietet sie doch auch einige wesent-
liche Besonderheiten in der bemerkenswerthen Asymmetrie der
Blastomeren und in der grossen individuellen Variabilität bei der
Furchung: ferner findet sich schon im Ei ein Unterschied in der
Stellung der Pole und der Eiaxen gegenüber den Polen und Axen
des Embryos. Alles dies hängt aber mit den Lebensverhältnissen
hier zusammen und so müssen die Besonderheiten als coenogenetische
betrachtet werden — selbst das Voi'kommen oder der Mangel einer
Gastrula. Die Einzelheiten der sehr ausführlichen Untersuchung
vergl. im Original (Etiides sw le developpement des Annelides II. Dev.
de Branchiobdella in Ärchives de Biologie tom. VI. 1885. pag. 1—64
7tiit 5 Taf.).
R, S. Bergli bezeichnet die beiden seitlichen, iu ihrer ersten
Anlage vollkommen getrennten Hälften des sogenannten Keimstreifens
bei Hirudineen als Rumpfkeime und die von Semper entdeckten
Sinnesplatten oder Kopfkeimstreifen als Kopf keime. Hinter den
getrennten Rumpfkeimen liegen drei grosse, zurückgebliebene Fur-
chungszellen, welche früher oder später in der provisorischen Leibes-
höhle zu Grunde gehen. Später beginnt die Vereinigung der Rumpf-
keime von hinten, während sich vorn die Anlagen der Urnieren (vier
Paar bei Aulastoma) von ihnen trennen. Schliesslich verwachsen die
Rumpfkeime, wie auch die Kopfkeime und bilden alle Organe des
Egelkörpers mit Ausnahme des Mitteklarmepithels (primäres Ento-
derm) aus sich heraus, so dass sämmtliche bereits fuuktionirende
Organe des Embryos mit Ausnahme des Mitteldarmes zu Grunde
gehen (Thatsachen aus der EntioicMungsgesch. der Blutegel im Zool.
Anz. VIII. 1884. pag. 90—94).
Nach Demselben entwickelt sich Aulastoma gulo nicht
direkt, sondern macht eine sehr komplicirte Metamorphose inner-
halb des Cocons durch. Nach der Beschreibung der ausgebildeten
Larve wird die Geschichte der 4 Paar Urnieren besprochen; diese
i. d. Naturg d. freileb. AVürmer während d. J, 1884—1885. 201
besitzen zu keiner Zeit innere oder äussere Oeffnungen; sie gehen
als einfache Zellreihen aus den anfangs getrennt angelegten, später
von hinten nach vorn verschmelzenden Rumpfkeimen hervor; am
lateralen Rande erhalten sie eine Anschwellung, deren Verbindung
mit den Rumpfkeimen später reisst. Die Zellen der Anschwellung
weichen auseinander und stellen so einen in ihrer grössten Aus-
dehnung von zwei Zellreihen gebildeten Kreis dar; in und zwischen
den Zellen entstehen Kanäle, mehrere neben einander. Der Verfolg
der Entwicklung hat auch hier ergeben, dass von dem ganzen spe-
cifisch fungierenden Larvenkörper nur das Entoderm erhalten bleibt;
alles übrige geht zu Grunde, wird abgeworfen oder resorbirt. Der
Körper von Aulastoma bildet sich mit Ausnahme des Mitteldarm-
epithels aus den Kopf- und Rumpfkeimen, die um den Mund herum
verwachsen.
In den ,, vergleichenden Bemerkungen" werden zuerst die Be-
ziehungen der Urnieren der Blutegel zu denjenigen anderer Grlieder-
würmer besprochen; überall sind dieselben röhrenförmige Organe,
welche in der primitiven Leibeshöhle liegen, durch Sprossung aus
den Rumpfkeimen (resp. Mesodermstreifeii) entstehen und bei der
Umbildung schliesslich zu Grunde gehen, folglich können die Urnieren
der Egel mit denen anderer Gliederwürmer identificirt werden. Des
Weiteren folgt dann eine nicht zustimmende Kritik der Hertwig'-
schen Coelomtheorie (cf. J.-B. über niedere Thiere 1880/81 pag. 2)
und schliesslich eine Besprechung der Homologien der Kopf- und
Rumpfkeime; diese in den bekannten vier Keimen der Nemertinen-
larven wiederzufinden, hat keine Schwierigkeit: hier wie dort liegen
zwei vor, zwei hinter dem Munde; in beiden Fällen geht aus ihnen
der ganze Körper mit Ausnahme eines Theiles des Darmepithels
hervor. Schwieliger ist der Vergleich mit Chaetopoden, doch kommen
auch da vier Keime vor, die freilich von Anfang an in je zwei ge-
spalten sind und nicht mehr als hohle Ausstülpungen, sondern als
Ektodermwucherungen entstehen. (Die Metamorphose von Aulastoma
gulo in : Arh. a d. zool.-zoot. Inst. d. Univ. Würzb. hrsg. v. C. Semper.
VII. 1885. pag. 231—291 mit 1 Taf. u. Unders. over metamorf. hos
Aul. gulo Kjobenhavn 1885. 84= pag. 4 Taf.)
Ausführliche Mittheilungen „über die Metamorphose von
Nephelis" giebt Derselbe; obgleich die Verhältnisse bei dieser
Gattung nicht so klar liegen wie bei Hirudo und Aulastoma, gelang
es doch auch hier zu zeigen, dass die Leibeswand des Embryos ab-
geworfen wird und der Körper des Egels sich mit Ausnahme des
Mitteldarmepithels aus den vier verwachsenen Keimen aufbaut. Die
Entstehung der Urniere, ihr Bau (keine Oeffnungen) und ihr Ver-
schwinden verhält sich bei Nephelis wie bei anderen Gattungen
(Zeitschr. f. iviss. Zool. Bd. 41. 1885. pag. 284—301. 2 Taf.).
202 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
Jos. Nusl)aum's Untersuchungen „zur Entwicklungsge-
schichte von Clepsine" (complanata Sav.) beginnen mit einem
Stadium, in welchem die Diiferenzirung der Keimblätter bereits ein-
getreten ist; im vorderen Theil des Embryo entsteht ein entodermales
Mesenchym, während hinten zwei Mesodermstreifen vorhanden sind;
aus dem Ektoderm bildet sich der Bauchstrang, sich von vorn nach
hinten trennend, und unabhängig davon im Kopf die Anlage des
Hiruganglions : das Neurilemm soll entodermalen Ursprungs sein.
Die Mesodermstreifen bilden Splanchnopleura und Somatopleura, aus
welch letzterer Schicht die Urnieren hervorgehen. Aus den ento-
dermalen 4 resp. 8 „Neuroblasten" (Whitman) bilden sich sogenannte
„Segmentzellen", welche paar- und segmentweise lateralwärts nahe
der Bauchseite des Embiyo angeordnet sind; aus diesen entstehen
7 Paar Spermatoblastenhaufen (Hoden), 2 Paar Ovarialanlagen und
einzelne im Köi'perparenchym zerstreute „reducirte Dotterzellen".
Vasa deferentia und Oviducte entwickeln sich ganz unabhängig
(wahrscheinlich aus den Urnieren), während die endothelialen Hüllen
etc. mesodermalen Ursprungs sind (Zool Anz. VII. 1884. pag. 609
bis 615 u. VIII. 1885. pag. 181—184).
Faunistik, Systematik, Biologie.
Die Untersuchungen A. G. Bourne's über die Anatomie der
Hirudineen (cf. oben) geben demselben Veranlassung, die Ver-
wandtschaft derselben zu erörtern; obgleich segmentirte Thiere,
können sie doch nicht als Verwandte der Chaetopoden betrachtet
werden, sondern nur der Plathelmiuthen, speziell der Triciaden, von
denen sie jedoch nicht direkt abstammen; für beide Gruppen muss
eine gemeinsame Stammform angenommen werden (Quart. Journ. of
micr. sc. XXIV. 1884. pag. 493—500).
AI. Foettinger betrachtet die Hirudineen als Platoden
(Arch. de Biol. V. pag. 509).
Auch in seiner ausführlichen Mittheilung bleibt W. Yoigt dabei,
dass die bisher aufgestelten Arten von Branchiobdella niu' Varie-
täten einer Art (B. varians) sind, so dass folgende besonders
durch Kiefer und Kopf unterschiedene Varietäten existiren: astaci,
parasita, hexodonta, pentodonta und heterodonta, welche sich an
B. parasita anschliesseu. Die Ursachen für diese Varietätenbildung
kann weder in der Lebensweise noch in verschiedenen Fundorten
liegen, sondern lässt sich durch die Thatsache erklären, dass die
Geschlechtsreife schon sehr früh auftritt; die zuerst abgelegten Eier
sind kleiner als die späteren, trotzdem zeigen die kleineren Jungen
aus den ersteren ihre Geschlechtsorgane weiter ausgebildet, als die
grösseren aus den letzteren; mit dem verschiedenen Reichthum an
Nährmaterial im Ei hängt auch die verschiedene Ausbildung der
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 203
Kiefer zusammen und damit erst die verschiedene Lehensweise
(äusseriich auf dem Krebs oder auf den Kiemen). Die Untersuchung*
Voigt's beschränkt sich übrigens nicht allein auf die Kiefer, sondern
geht auf alle Organe ein, die Unterschiede bilden können; solche
sind in den extremen Fällen sicher vorhanden, aber durch Zwischen-
glieder verbunden; B. varians ist eine Art, die im Begriff steht, in
mehrere Arten zu zerfallen {Ärb. a. d. zool. Inst. d. Univ. Würzb. hrsg.
V. C. Semper. Bd. VII. 1884. pag. 41-94. 3 Taf.).
Poirier und A. T. de Rochebrunne beschreiben einen schon
Herodot bekannten Egel aus der Mundhöhle von Crocodilus vul-
garis, Cataphi'actus, Leptorhynchus, Cymnoplax, Pelicanus und Ono-
chratulus (Senegambien), der äusseriich Branchellion ähnlich sieht,
d. h. kieraenartige Anhänge trägt. In diese treten von den 7 Paar
Darmblindsäcken Verästelungen ein. 4 Paar Hoden in den 4 letzten
kiementragenden Segmenten, Nebenhoden im 2. Segment; männliche
Geschlechtsöffnung im 8. Ring. Zwei lange birnförmige Ovarien,
weibliche Geschlechtsöffnung im 9. Ring. Rückeugefäss fehlt, dafür
2 Paar übereinander liegende Seiteugefässe , welche Verästelungen
nach den Kiemen entsenden; die oberen, arteriellen Seiteugefässe
stehen in jedem Segment durch einen Querkanal in Verbindung, von
dem zahlreiche Aeste zur Haut abtreten; vorn vereinigen sie sich
unter den Augen; hinten gabeln sie sich und erst diese Gabeläste
vereinigen sich. Um den Bauchstrang liegt ein Bauchgefäss. Das
Nervensystem steht dem von Clepsine nahe; 2 grosse orangefarbene
Augen. Die Form Lophohdella Quatrefagesi n. gen. n. sp. wird
zum Vertreter einer neuen Familie (Lophobdellidae) der
Rhynchobdelliden erhoben {sur un type nouveau de la elasse des
Hirudinees in Compt. rend. Äc. Paris tom. 98. 1884. I. pag. 1597
bis 1600).
Auf Grund der oben angegebenen Untersuchungen, nach denen
Histriobdella homari v. Ben. zu den Archianneliden gehört,
nimmt AI. Foettinger eine unserer Ansicht nach gar nicht gerecht-
fertigte Umtaufe vor, indem er nun diese Form als Histriodrilus
Benedeni n. gen. n. sp. benennt. Man kann sie weder Protodrilus
noch Polygordius anreihen, sondern muss eine besondere neue Familie
creiren: Histriodrilidae: „corps constitue par un petit nombre
de Segments plus ou moins nettement separes les uns des autres;
Tanimal est termine en arriere par deux prolongements ou pattes,
tres mobiles, dont les extremites peripheriques , sortes de ventouses,
permettent la fixation sur les objets etrangers. Peu ou point des
cils vibratiles k la surface du corps. Tete munie de plusieurs tuber-
cules seusoriels et de deux appendices lateraux, faisaut fonction de
pattes et pouvant se creuser eu ventouse ä l'extremite. Tube digestif
droit pouron d'un bulbe oesophagien et de mächoires cornees. Bouche
ventral, anus terminal et dorsal. Cavite du corps simple incomplete-
204 JPi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
ment divisee en quelques chambres i)ar des cloisons transversales;
celles-ci semblent n'exister qu'entre la tete et le premier segment et
aux organes genitaux. Systeme nerveux non separe de l'epiderme
et forme d uu cerveau dorsal reuni par deux commissures ä une chaine
ventral manifestement gauglionnaire. Organes segmentaires constitues
par de miuces tubes cilies tres simples prenant origine dans un
Segment et debouchant ä la face ventral du segment suivant. In-
dividus h sexes separes. Organes sexuels situes dans la partie poste-
rieure du corps. Orifices genitaux double chez la femelle; conduits
excreteurs des ovaires forraes par des tubes aplatis, cilies. Deux
penis, testicules doubles soudes entre eux; existance chez le male dun
Organe median particulier forme par deux vesicules donnant naissance
chacune ä un canal; les deux canaux reunis en un seul debouchent
a Texterieur par l'intermediaire d'un organe pouvant etre evagine au
dehors et assez semblable ä un penis" (1. c. pag. 509).
Nephelis vulgaris und Clepsiue marginata in der Hamburger
Wasserleitung (Kräpelin 1. cit.).
Clepsine paludosa Gar., Gl. sexoculata Bergm. , Gl. bioculata
Bgm., Nephelis -si^ilgaris Müll, und Piscicola geometra L. im finnisch.
Meerbusen (Braun phys. biol. Unters, etc. 1. cit.).
P. Altmann: Der Blutegel als Wetterprophet (Zool. Garten
XXVI. 1885. pag. 200—202).
IV. Aberrante Formen.
A. Enteropneusta.
J.W. Spengel publicirt verläufige Mittheilungen „zur Ana-
tomie des Balanoglossus"; er will den Rüssel, das wichtigste
Bewegungsorgan des Thieres, als Eichel bezeichnet wissen, die
wesentlich aus Muskeln und Bindegewebe aufgebaut ist; in ihrem
Innern finden sich Hohlräume, in welche von der Dorsalseite her ein
oder zwei, ganz unten an der Wurzel gelegene Poren führen, Bil-
dungen, die aus dem Wassergefässsack der Tornaria stammen. An
der Wurzel der Eichel liegt das aus dem Darmepithel hervorgegangene
Eichelskelett, ferner dorsal ein allseitig geschlossener, muskulöser
Sack, aus dem „Herzen" der Tornaria hervorgegangen, der jedoch
sicher nicht mit den Blutgefässen kommunizirt, und endlich ein huf-
eisenförmiger, spongiöser Körper, der von Blutkanälen durchzogen
ist — Sp. hält ihn für eine innere Kieme. In den Kragen tritt
ein Theil des Eichelskelettes zur Stütze der Darmwand ein, zwischen
welcher und der Körperwand von Muskeln und Bindegeweben um-
grenzte unregelmässige Lakunen liegen. Sie stehen durch zwei vom
Wimperepithel gebildete Kanäle mit der Umgebung in Verbindung,
die ursprünglich als Auswüchse der ersten Kiemensäcke aufgetreten
*
i. d. Natitrg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884-1885. 205
sind. Physiologisch untertsützt der Kragen die Eichel in der Loko-
motion. Es folgen dann Angaben über den Bau des Central-
nervensystems (gegen Bateson) und peripherer Nerven, ferner
der Kiemen, die nicht so komplizirt sind, als man gemeinhin glaubt,
der Gefässe und der Genitalien {Mitth. a. d. zool. Stat. Neapel
V. 1S84. pag. 494—508 mit 1 Taf.).
W. Bateson hat im Chesapeake zoological Laboratory, Hampton-
Virginia, die Möglichkeit gehabt, die Entwicklung von Balanoglossus
sp. zu untersuchen, der möglicherweise mit B. aurantiacus Leidy
identisch ist. Die Eier sind elliptisch, undurchsichtig und werden
ausserhalb des Körpers befruchtet. Die Furchung ist wahrscheinlich
total und aequal, da schliesslich eine Blastosphaera zu Stande
kommt. Eine Seite dieser stülpt sich ein und so entsteht die halb-
kugelige Gastrula, deren Blastoporus sich später völlig schliesst;
der Verschlusspunkt liegt dorsal in der Mitte der Hinterfläche.
Nach Ausbildung eines hinteren Wimperringes verlängert sich der
Körper und zerfällt durch das Auftreten zweier Ringfurchen in drei
Abschnitte; von diesen wird der vordere, praeorale zum Rüssel, der
kleine mittlere zum Halskragen. Von dem Hypoblast schnürt sich
der vordere, im künftigen Rüssel liegende Theil ab und bildet eine
vordere, unpaare Leibeshöhle; auch in der Collarregion und in der
des Rumpfes bilden sich Divertikel des Urdarmes, doch sind diese
paarig und legen sich als geschlossene Coelomsäcke neben den Darm.
In der dorsalen Mittellinie des Kragens entsteht das Nervensystem
aus dem Epi blast als ein Strang, während in der ventralen Mittel-
linie und zwar in der vorderen Querfurche der Mund als kleiner
Porus zum Vorschein kommt. Die weitere Entwicklung der Larve
findet im Schlamme statt. Schliesslich bespricht der Autor die Be-
ziehungen dieser Larve zu Tornaria, zu Echinodermen und zu Am-
phioxus {the early stages in the development of Bai. sp. incei't. in
Quart. Journ. micr. scienc. vol. XXIV. 1884. pag. 205 — 236 mit 4 Taf.
u. Stud. from the morph. Lab. Camhidge IL pag. 131 — 159. 4 Taf.).
Derselbe beschreibt die späteren Entwicklungsstadien von
Balanoglossus Kowalewskii Ag., der keine Tornaria bildet;
bei dem Mangel an Abbildungen ist es nicht leicht, der Beschreibung
zu folgen; nur auf einen Umstand möchten wir aufmerksam machen :
der Autor findet, dass sich bei jungen Thiereu vom Entoblast des
Pharynx ein dorsal gelegener Strang abschnürt, den er als Chorda
dorsalis bezeichnet; sie bildet, in den Rüssel wachsend, die Basis
des Knorpelskelettes desselben. Bei der auch sonstigen Ueberein-
stimmung in Bau und Entwicklung des Balanoglossus mit Amphioxus
wird der erstere jetzt ein Ohordat, unter diesen eine besondere
Gruppe : „Hemichordata" bildend ! [Note on the later stages in the
developm. of Bai. Kow. and on the affin, of the Enteropneusta in Pro-
ceed. of the roy. soc. of London vol. XXXVIII. 1885. pag. 23—30).
206 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch, Leistungen
In der ausführliche Mittheilung über die letzten Entwicklungs-
stadien von Balanoglossus Kowalewskii Ag. aus Hampton wird
von Demselben eine neue Balanoglossus- Art erwähnt, die bei Beau-
fort, North-Carolina vorkommt, B. salmoneus Giard ähnlich ist und
den Namen B. Brooksii n. sp. erhält. Die jüngste Larve von B. Ko-
walewskii besass einen Rüssel, einen kurzen Kragen, einen Rumpf
mit einem Paar Kiemenspalten und einen kleinen Schwanz, der von
dem vorhergehenden Rumpfe durch einen Wimperring getrennt war.
"Wenn die Zahl der Kiemenspalteu, die als Ausstülpungen des Oeso-
phagus entstehen und schliesslich durchbrechen, grösser geworden
ist, findet man im Rüssel eine grosse pulsirende Blase und ein. sich
contrahirendes Längsgefäss; wie experimentell gezeigt wird, führt
der Rüsselporus nur Stoife nach aussen, nicht nach innen. Es folgen
dann Mittheiluugen über den Darm, Nervensystem, Chorda, die
Schicksale des Mesoblastes und eine Diskussion der Beziehungen der
Enteropneusten zu den Chordaten {Quart, journ. micr. sc. vol. XXV.
1885 Suppl. pag. 81—122 mit 6 Taf.).
Die vorläufige Mittheilung von W. Bateson über Entwicklung
von Balanoglossus (cf. J.-B. 1882/83 pag. 756) ist auch in den Ann.
and mag. of. nat. bist. (ser. V) vol. XIIL 1884 pag. 65 — 67 erschienen.
Nach Goette gehören die Enteropneusten vielleicht auch zu
dem Stamme der pleurogastrischen Bilateralier , wie Sagitta und
Echinodermen (Abb. z. Entw. d. Thiere n. 1884. pag. 177—178).
Balanoglossus sarniensis n. sp. Köhler, 35 cm lang, an der Küste
der anglonormannischen Insel Herm (1- cit- V^S- ^^ — "^^ ^^^^ Abb.).
A. F. Marion beschi'eibt Balanoglossus Hacksi n. sp. aus
Japan, in 10 m Tiefe, und B. Talaboti n. sp. aus 350 m Tiefe bei
Marseille (Compt. rend. Ac. Paris tom 101. 1885. 11. pag. 1289—1291).
Bell erwähnt das Vorkommen von Balanoglossus an den
britischen Küsten (Proc. sc. meet. Zool. Soc. London 1885 pag. 836).
Balanoglossus Mei'eschl'oioskü n. sp. im weissen Meere (N.TVagner :
Die "Wirbellosen des weissen Meeres. I. Lpz. 1885 fol. mit Taf.).
B. Chaetoderma.
Chaetoderma militare n. sp. Selenka, 375 Fdn. bei 9" 26' N. Br
und 123« 45' W. L. (Challenger-Exped. Zool. vol. XIII. 1885).
C. Chaetognathi.
A. Goette diskutirt auch in seinen „Abhandlungen zur Ent-
wicklungsgeschichte der Tiere" die Stellung derChaeto-
gnathen; wenn dieselben auch im erwachsenen Zustande in allen
i. d. Natnrg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885, 207
wesentlichen Stücken Nematoden und Anneliden gleichen, so erreichen
sie diesen doch auf einem ganz anderen Wege, der eine gemeinsame
Entstehung ausschliesst ; sie gehören zu denpleurogastrischenBilateral-
thieren (die anderen Würmer zu den hypogastrischen), welche direkt
aus strahligen Formen hervorgingen; Chaetognathen und Echino-
dermen sind zweierlei Endfornien eines Stammbaumes von pleuro-
gastrischen, den hypogastrischen koordinirten Bilateralien; von der
gemeinsamen bilateralen Stammform hat sich Sagitta weniger ent-
fernt, als die Echinodermen {zweiter Theil 1884 pag. 169—177).
Im Anschluss an seine pelagischen Studien beschreibt P. Grourret
eine neue Art Sp ade IIa unter dem Namen Marioni n. sp. aus dem
Golf von Marseille; sie findet sich sehr häufig zu jeder Jahreszeit,
ist vollkommen durchsichtig, ganz pigmentfrei und etwa 15 mm lang;
sie unterscheidet sich von verwandten Arten durch den langgestreckten
Rumpf, die Form der Schwimmplatten und den Mangel von mittleren
Hilfsschwimmplatten {Consideratimi sur la faune pel, etc. in Ann. de
Mus. d'hist. nat. Zool. Tom. II. 1884/85. Mein. No. 2. pay. 103—175
mit mehr. Tafeln).
Sagitta bipunctata Qu. et Gaim. in der Osterschelde (Horst
in Tijdsch. ned. Dierk. Vereen suppl. ded I. 1883/84. pag. 557).
Gr. M. R. Levinsen verzeichnet die Lokalitäten, von denen das
Kopenhagener Museum besitzt: 1. Sagitta hexaptera d'Orb., 2. S.
bipunctata Qu. Gaim., 3. S, tricuspidata Kent. und 4. Spadella
hamata Mob. {Spolia atlantica in Videnak. Selsk. Skr. 6te Baekke,
naturv. og. math, Afd. III. 2. Kopenh. 1885. pag. 341—343).
Unter dem von Dr. Fischer bei Jan Mayen gesammelten
Material findet sich nach E. y. Mareiizeller von Chaetognathen nur
Spadella bipunctata Quoy u. Gaim. (Die intern. Polarf. 1882183. Die
österr. Polarst, etc. Beobachtungserg. hrsg. v. d. K. Äk. d. Wiss. Wien.
III. Bd. ohne Jahr. pag. 19).
D. Gastro tricha.
Ichthydium maximum Ehrb. im Achensee (Imhof: Wiener
Sitzgsb. math. naturw. Gl. 91 Bd. 1885. pag. 225).
Chaetonotus larus Ehrb. und Gastrochaeta ciliata Grimm
im finn. Meerbusen (Braun, phys.-biol Unters, etc. 1. cit.).
Echinoderes Dujardini Clap. in der Kieler Bucht (Moebius,
Nachtr. etc. 4. Ber d. Comm. z. Erf d. Meere 1882/85. pag. 67).
208 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
V. Plathelminthes.
A. Nemertini.
Morphologie und Entwicklung.
Nach A. A.W. Hut)recht existiren bei Valencinia (?) Armandi,
einer Pelaeonemertiue drei offene Verbindungen des Excretions-
apparates mit den geräumigen seitlichen Blutgefässen; nach
Oademan finden sich ähnliche Verhältnisse auch bei Carinella, einer
Gattung, bei der die Ovarien nicht metamer geordnet sind, sondern
dichter liegen und demgemäss sehr viel zahlreichere Ausführungs-
öffnungen besitzen. Weiter besitzen Valencinia, Polia, Lineus und
Amphiporus recht zahlreiche — bis 25 jederseits — äussere Oeff-
nungen der Nephridien, doch sind innere Oeffnungen in die Blut-
räume nicht zu finden gewesen. Schliesslich wird noch angegeben,
dass die Kanäle epitheliale Wandung und meist Flimmern besitzen
{Der exkretoriscJie Apparat der Nemertinen in: Zodl. Anzeiger VIII.
1885. pacj. 51—53).
Die hier angezogenen Untersuchungen A. C. Oudemann's sind
als Dissertation in Utrecht (Bijdrage tot de kenuis van het
bloed vaatstelsel en de nephridia derNemert. 1885. 114 pag.
3 Taf, und in engl. Uebersetzung) erschienen : untersucht wurden
21 Arten, von denen „20639" Schnitte vorlagen. Drei Typen des
G-efässsystems lassen sich unterscheiden, der eine „Palaeotypus"
findet sich bei Valenciniidae, der zweite „Schizotypus" bei Poliidae
und der dritte „Hoplotypus" bei Schizonemertinen. Beim ersten
Typus existiren zwei Längsgef ässe , welche vorn über der Rüssel-
scheide und hinten über dem Darm mit einander kommuniciren und
in der Gegend des Oesophagus stark verbreitert und lakunär sind,
sonst als Kanäle erscheinen. Beim Schizotypus finden sich lakunäre
Räume im Kopf und der Oesophagusgegend, im übrigen Körper drei
durch Querkommissuren verbundene Längsstämme; beim Hoplotypus
fehlen lakunäre Räume; im Kopf liegen zwei, hinten drei Längs-
gelasse, die durch zahlreiche Queräste in Verbindung stehen. Excre-
tionsorgane anlangend, so stellt Carinella den niedersten Typus dar,
indem hier ein Theil der lakunären Räume zu Excretionsorganen
umgewandelt ist und obgleich grösstentheils gesondert, doch an zwei
Stellen mit den Bluträumen in Verbindung steht; im Uebrigen cf.
Original ! {the circulatory and nephridial apparatus of the Nemertea in
Quart. Journ. of micr. sc. vol. XXV. 1885. Suppl. pncj. 1 — 80. 3 Taf.).
Die Untersuchungen über die Entwicklung von Lineus
obscunis haben A. A.W. Hubrecht zu folgenden Resultaten geführt:
Während des Gastrulastadiums entsteht das Mesoblast durch Ab-
schnürung von Epi- und Hypoblastzellen; die anfänglich kubischen
i. (i. Naturg-. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 209
Epiblastzellen nehmen an vier Stellen nnter Vermehrung ihrer Zahl
Pallisadenform an (Rumpf- und Kopfscheiben) und werden rasch vom
primären Epiblast überwuchert; am Rücken entsteht durch Delami-
nation eine fünfte Scheibe sekundären Epiblastes— alle fünf verwachsen
zur äusseren Haut der jungen Nemertine. Aus dem primären Epi-
blast gehen dann noch hervor 1. vorn und median zwischen den beiden
Kopfscheiben die erste Anlage des inneren Rüsselepithels, die sodann
mit den Rändern der Kopfscheiben verwächst, sich vom Mutterboden
ablöst und sich dann nach hinten ausdehnt, wo die umlagernden
Mesoblastzellen Muskulatur und Nervengewebe des Rüssels liefern;
2. links und rechts vom Blastoporus entstehen durch Einstülpung
zweier kleiner Strecken primären Epiblastes zwei sich später ab-
schnürende hohle Zellkugeln, welche unter Umlagerung von meso-
blastischen Wanderzellen sich zu den respiratorischen Gehirn-
abschnitten umbilden (Seitenorgane). Weder das primäre noch das
sekundäre Epiblast nimmt an der Bildung irgend welcher anderer
Organe Antheil und kein Theil des Mesoblastes geht aus den vier
Scheiben hervor. Gehirn und seitliche Nei-venmarkstämme entwickeln
sich aus Mesoblastzellen; aus anderen solchen eusteht die äussere
Längsmuskelschicht und vorn — viel später die Rüsselscheide, vor
deren Ausbildung aber bereits der Rüssel durch Muskeln an die
Muskulatur der Körperwanduug festgeheftet ist. Aehnlich wie die
Rüsselscheide entstehen die ßluträume, sie sind wie diese als Archi-
coel aufzufassen. Ringmuskel- und innere Längsmuskelschicht ent-
stehen aus Mesoblastzellen; innerhalb der äusseren Längsmuskel-
schicht erhält sich noch lange eine das Weiterwachsthum der Schicht
bedingende Lage embryonaler Zellen. Das Archenteron „theilt sich
schon früh in a. eine hintere Höhlung, die des Mesenteron, welche
den Zusammenhang aufgiebt mit b. der vorderen, flach zusammen-
gepressten und vom Blastoporus unmittelbar emporsteigenden Höhlung,
aus dessen (deren?) unterem Abschnitt sich der Oesophagus bildet
und aus dessen (deren?) oberen seitlichen Abschnitten die beider-
seitigen Nephridia hervorgehen". Der Blastoporus wird zum Mund
und der definitive Oesophagus (hypoblastisch) bricht sekundär gegen
das Mesenteron durch. Die embryonalen Geschlechtsdrüsen scheinen
epi blastischen Ursprunges zu sein. Ausser den erwähnten Hohl-
räumen entwickelt sich keine Leibeshöhle im Körper {Zur Embryo-
logie der Nemertinen in Zool. Anz. VIII. 1885. pag. 470—472. Over
de onhü. der Nemertinen in Tijdsch. nederl. diei-l'und. Vereen [.5] 1 deel.
Versl. pag. 46 — 48; Proeve eener OntiuikM. von Lineus obscurus.
Fi'ijsverh. Prov. Utrecht Genootsch. v. Kunst en Wetensch. 50 pag.
6 Taf.).
W. Salensky's Untersuchungen über Borlasia vivipara Uljan.
sind nun ausführlich erschienen; diu'ch gewisse Verhältnisse in der
Entwicklung aufmerksam geworden, untersuchte er auch den Bau
Arch. f. Naturgesch. 52. Jalirg. II. Bd. 3.H. Q
210 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
des erwachsenen Thieres und überzeugte sich sehr bald, dass die
Uljaninische Art keine Borlasia ist, da Mund und Rüssel in eine ge-
meinschaftliche Höhle einmünden, die sich durch eine ventral gelegene
Oeffnung nach aussen öffnet; er kreirt daher eine neue Gattung:
Monopora, die er zuerst beschreibt. Die Furchung konnte nur
in einigen Phasen erkannt werden; bald nach der Ausbildung der
Blastosphaera entstehen Mesoblastzelleu durch Knospuug der Blastula-
zellen und gelangen in die Furchungshöhle hinein; schliesslich findet
Invagination statt ; die Gastrula ist von Anfang an bilateral, nicht radiär
wie bei anderen Nemertinen. Im weiteren Verlaufe schliesst sich
der Blastoporus, der Embryo streckt sich und vorn entsteht aus dem
Ektoderm die solide Anlage des Rüssels, welche von einer Mesoderm-
lage — Anlage der Rüsselscheide und Muscularis — umgeben ist.
Das in der Umgebung der Rüsselanlage liegende Ektoderm ist stark
verdickt, woraus später die Ganglien hervorgehen ; auf diesem Stadium
besteht das Entoderm aus verästelten Zellen. Der wichtigste Theil
der Untersuchung ist der über das ]!^erven System: die Kopfganglien
und die ventrale Commissur entstehen als zwei auf der Vorderseite
des Embryo gelegene Bktodermverdickungen , wogegen die dorsale
Commissur wahrscheinlich aus den Dorsallappen hervorgeht; die
Seitennerven wachsen als Verlängerungen aus dem Kopfganglion
heraus, folglich können diese nicht der Bauchganglienkette der Anne-
liden, sondern nur den Commissui'en zwischen oberen und unteren
Schlundganglien entsprechen. Aus der Entwicklung des Rüssels
folgert Salensky die Homologie des Nemertinenrüssels mit dem ge-
wisser Rhabdocoelen Der Darm besteht aus dem ektodermalen
Oesophagus und dem entodermalen Darm; beide Theile entwickeln
sich unabhängig von einander und vereinigen sich erst spät {recherches
sur le developpement du Monopwa vivipara in Archives de Biologie,
t. V. 1884. pag. 517—571 mit 3 Taf.).
Systematik, Faunistik.
Maren zeller beschreibt folgende Nemertinen von Jan Mayen:
1. Amphiporus Fabricii Lewinsen, 2. Oerstedia cassidens n. sp.
und Cerebratulus fucescens Fabr. (Die intern. Polar forschung
1883/83. Die österr. Polarst, etc. Beobachtungserg. III. Bd. hrsg. v.
d. K. Äkad. d. Wiss. Wien. s. a. pag. 17 u. 18).
Die Mcintosh'sche Valencinia Armandi wird von Oudeman zum
Vertreter eines neuen Genus: Carinoma gemacht (Quart, journ.
micr. sc. vol. XXV. 1885. Suppl. pag. 7 — 13).
Line US longissimus Simm. , L. gesserensis Jhst., Valencia
splendida Qf., V. longirostris Qf., V. ornata Qf., Amphiporus
lactifloreus M. Sert., Nemertes gracilis Qf., Polia filum Qf.,
P. sanguirubra Qf., Cerebratulus bilineatus Ren., Tetrastemma
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 211
candidum Müll, und Avenardia Priei Griard hat R. Köhler an
den anglonormanni sehen Inseln gefunden (Ann. sc. nat. VI. Zool.
XX. 1885).
Tetrastemma obscurum M. Seh. im finnischen Meerbusen
(Braun, phys. biol. Unters, etc. 1. s. cit.).
P. Langerhans erwähnt, dass sein Crebratulus assimilis
Oerst. als Drepanophorus serraticollis Hubr. sich erwiesen hat;
da er bei Madeira noch CarineUa annulata und Tetrastemma
dorsale gefunden hat, so steigt die Zahl der von Madeira bekannten
Nemertinen auf 20, von denen 17 europäische Formen sind [Zätschr.
f. wiss. Zool 40. pag. 283).
In den Bächen von Monroe County (Staat New -York) lebt
unter Steinen eine 10— 12 mm lange Süsswassernemertine,
welche W. A. Silliman beschreibt; er glaubt, dass Tetrastemma
clepsinoideum Dug., T. turanicum Fedsch. und Emea rubra Leidy
höchstens Varietäten seiner Art sein können, die er nun T. aquarum
dulcium nennt; die Art — fleischroth — zeigt den Farbstoff, wahr-
scheinlich Haemoglobin, im Nervensystem; Augen und Blutgefäss-
system zeigen keine Besonderheiten, Blut farblos. Darm mit paarigen,
durch Dissepimente von einander gesonderten Seitentaschen-, Rüssel
in drei Abschnitte zerfallen, mit Stilet; Geschlechtsorgane entwickeln
sich in den Dissepimenten ; Entwicklung direkt (Beob. über die
Süssivasserturh. Nordam, in Zeitschr. f. wiss. Zool. il. pag. 70 — 74
mit Abb.),
Tetrastemma sp. in der Hamburger Wasserleitung (Kräpelin
1. s. cit.).
Nemertinen des weissen Meeres cf. oben pag. 177 N.Wagner.
B. Turbellaria.
Morphologie und Entwicklung.
Von A. Lang: Monographie der Polycladen liegt dem
Ref. nur die erste Hälfte vor; das Werk soll im Ganzen im nächsten
Bericht berücksichtigt werden (Fauna u. Flora des Golfs von Neapel
XL 1884185).
Js. Jijima berichtet über den Bau der bei Leipzig vor-
kommenden Dendrocoelen: Die Wimpern der Haut scheinen bei
erwachsenen Thieren theilweise zu schwinden, theilweise auch durch
parasitirende Trichodium zerstört zu werden. Die Epidermis-
zellen besitzen an ihrer Basis Fortsätze, mit denen sie die Basal-
membran durchbohrend bis zur Muscularis reichen. Diese ist bei
den einzelnen Arten nicht in gleicher Weis^ angeordnet, indem da
und dort die eine oder andere Schicht ausgefallen ist. Zum Studium
der Darmepithelzellen empfiehlt es sich, die Thiere einige Zeit
0*
212 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
hungern zu lassen. In Bezug auf die Excretionsorgane werden die
Angaben Lang's und Vejdovsky's mehrfach bestätigt und wahrschein-
lich gemacht, dass die beiden Hauptstämme, durch mehrere paarige
Oeifnungen nach aussen münden. Die Hoden liegen bei Planaria
tenuis n. sp. ventral vom Darm, bei PI. polychroa dorsal und bei
Dendroc. lacteum dorsal und ventral; eine segmentale Anordnung
ist nicht zu erkennen; die Spermatozoen erreichen die Vasa defe-
renta durch Mesenchymlücken, nicht durch vorgebildete Kanäle, da-
gegen hängen die Ovidukte mit den Ovarien zusammen. Das zur
Seite des Geschlechtsantrums gelegene birnförmige Organ wird mus-
kulöses Drüsenorgan genannt und demselben sekretorische Funktion
zugeschrieben; eingehend werden endlich auch noch das Nervensystem
und die Sinnesorgane behandelt ( Unters, üb. d. Bau u. Entiv. d. Süss-
wasserdendrocoelen — Zeitschr. f. wiss. Zodl. 40. Bd. 1884.. pag. 359
bis 438. 4 Taf., auch sep. In. Diss. Leipzig).
Durch eine besondere, näher angegebene Methode ist es 0. Zacha-
rias gelungen, nicht nur die Wimperläppchen bei Micro Stoma
lineare zu sehen, sondern auch den Verlauf der Hauptstämme der
Excretionsorgane festzustellen; an den Seiten des Körpers zwischen
Darm- und Leibeswand verläuft je ein Hauptstamm, von denen unter
einander anastomosirende Verästelungen abgehen, so dass ein be-
sonders auf der Veutralseite stark ausgebildetes, subcutanes Netz-
werk entsteht; in den dickeren Gefässen sieht man die Wimper-
läppchen. Nach vorn zerfällt jeder Hauptstamm in zahlreiche Aeste,
welche alle nach den granulösen Drüsen des Pharynx hinstreben
und wahrscheinlich mit diesen in Verbindung stehen {Das Wasser-
gefässsystem hei Microstoma linearein: Zool. Anz. VIII. 1885. pag. 316
bis 321).
Die Fraucotte'sche ]\Iittheilung über Derostoma Benedenii
(cf. J.-B. 1882/83 pag. 767) ist auch in Bull, de TAcad. Belg. etc. (3)
tom.VI. 1883. Bruxelles. pag. 723-735. 1 Taf. erschienen.
0. Zacharias konstatirt die Anwesenheit eines mit den Seiten-
nerven zusammenhängenden, ringförmigen Ganglions in der Binde-
gewebsschicht des Pharynx von Monotus relictus {Zool. Anz. VIII.
1885. pag. 576).
Nach W. A. Silliman besitzt Planaria maculata Leidy aus Nord-
amerika ein Paar sehr grosse Wi m p er grü beben am vorderen
Körperende ; die die Gruben auskleidende Epidermis ist pigment- und
stäbchenlos, die Ciiien sind sehr lang; ein vom Hirn abtretender
Nerv innervirt diese, jedenfalls als Sinnesorgane zu deutenden
Grübchen, neben denen noch kleinere bei derselben Art vorkommen;
beiläufig wird erwähnt, dass auch AI aurin a solche Wimpergrübchen
besitzt {Zeitschr. f. iviss. Zool. Bd. 41. pag. 69 —70).
Y. Delages beschreibt als Centralnervensystem einer
Acoela (Convoluta Schul tzii) ein unter dem Gehörorgan gelegenes
i. (l. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884 — 1885, 213
zweilappiges Ganglion, während drei Paar dicht unter der Lage
der Zoochlorellen verlaufende Nerven das periphere System bilden.
Ausserdem wird ein am Vorderende gelegenes, als Tastapparat zu
deutendes Sinnesorgan kurz geschildert [De Vexistence dhm Systeme
nerveux chez les Planaires acoeles etc. in Compt. rend. Äc. Paris.
Bd. 101. 1885. 2. pag 256—258 u. Ann. mag. nat. Inst. [5. serl XIV.
pag. 222—224).
Fräulein S. Pereyaslawzew hat bei acoelen Turbellarien ein
Nervensystem gefunden; ebenso bei erwachsenen Individuen ein
Darmlumen {Zool. Anz. VIII. 1885. pag. 271).
Die Beobachtungen von Derselben über die Entwicklung
von Aphanostoma, Nadina, Proporus, Convoluta und Cyr-
tomorpha haben grosse Uebereinstimmung in den Verhältnissen bei
den untersuchten Acoela ergeben; die Furchung wird genau ge-
schildert; auf dem Gastrulastadium (Epibolie) ist eine deutliche
Gastralhöhle vorhanden; das Nervensystem entsteht aus dem Ekto-
derm [sur le developpement des Turbellaries in Zool. Anz. VIII. 1885.
pag. 269—271).
Im Anschluss hieran macht W. Repiachoff einige Angaben
über die Entwicklung einer unbestimmten Acoela aus Neapel;
ihm ist es nicht gelungen, ein Darmlumen zu sehen {ibidem pag. 272
bis 273).
Nach Beobachtungen von Frl. S. Pereyaslawzew verläuft die
Furchung bei Macrostoma wie bei Dinophilus apatris; aus zwei
hohen Ektodermeinstülpungen geht das Nervensystem hervor (Zool.
Anz. VIII. 1885. pag. 271).
Planaria subtentaculata Drap, aus einem Bach bei Hirschberg
und Polycelis cornuta 0. Schm. aus dem Isergebirge pflanzen sich
nach 0. Zacharias „durch einfache Theilung, oder besser gesagt,
durch terminale Knospenbildung" fort {Vorl. Mitth. über das Brgebniss
einer faunist. Excurs. ins Iser-, Biesen- und Glatzer Gebirge in : Zool.
Anz. VIII. 1885. pag. 575— 576).
Dersell)e macht weiterhin darauf aufmerksam, dass auch Kenne!
(Arb. a. d. zool. Inst. Würzb. II. 1882. pag. 259— 286) die Quer-
theilung von Süsswasserplanarien in Trinitad konstatirt hat (ibidem
pag. 666—667).
Die entwicklungsgeschichtlichen Angaben J. Jijima's
über Süsswasserdendrocoelen bestätigen seine vorläufigen Mit-
theilungen (cf. J. - B. 1882/83 pag. 736). In den Cocons werden die
kleinen Eizellen stets von einer grösseren Anzahl grösserer Dotter-
zellen umgeben, die Furchung wird wohl bereits eingeleitet, wenn
das Ei noch in den weiblichen Geschlechtswegen sich befindet und
schreitet nach der Ablage nur langsam fort; nach 4 — 6 Tagen ist
der Embryo kugelig und gegen die Dotterzellen gut abgegrenzt: er
214 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
besteht aus einer peripheren, kernhaltigen Protoplasmalage (primäres
Ektoderm) und einer inneren Zellenmasse (Entoderm); die letztere
wandelt sich zum Theil in den provisorischen Pharynx um, der gegen
die Oberfläche des Embryos hinriickt und bald ein Lumen bekommt.
Das primäre Ektoderm sondert sich in das einschichtige Haut-
epithel und das syncytiumartige Mesoblast. Am 7. — 8. Tage erfolgt
die Bildung der Darmhöhle und die Aufnahme der Dotterzellen in
den Darm. Am 17. — 20. Tage beginnt der Schwund des provisorischen
Pharynx, der Verschluss der Mundöffuung und des Hohlraumes
des Pharynx, so dass an der betreffenden Stelle nur eine mesoder-
male(?) Verdickung vorhanden ist. In ihr entsteht eine Höhle, die
Pharyngealtasche, die ebenso wie das Geschlechtsantrum erst
sekundär nach aussen durchbricht, und darauf der Pharynx selbst.
Etwa am 30. Tage nach der Eiablage treten die Verzweigungen des
Darmes dadurch auf, dass vom Körperrand entspringende Binde-
gewebssysten die ursprünglich einfache Darmhöhle einschnüren. Die
Entstehung des Nervensystems konnte nicht verfolgt werden.
Etwa IY2 Monate nach der Ablage platzt der Cocon, die jungen
Thierchen messen 2V2 umi und wachsen anfangs langsam; wahr-
scheinlich werden sie nur ein Jahr alt, erreichen ihre völlige Reife
erst im nächsten Frühjahre und sterben dann ab. Die Entstehung
der Geschlechtsorgane wurde bei 7 — 10mm langen Thierchen
beobachtet. Sie gehen alle aus Mesodermelementen hervor-, die
Bildung des Penis und des Geschlechtsantrums wiederholt die Vor-
gänge der Bildung des Pharynx und dessen Tasche; die Dotterstöcke
erscheinen als vielfach sich verästelnde Stränge von kleineu Zellen
mit feinkörnigem Protoplasma gebildet, die inmitten des Mesenchyms
verlaufen und stets, selbst da, wo sie mit dem Darmepithel in Be-
rührung kommen, scharf abgegrenzt sind {Unters, üb. Bau u Entw.
d. Süssioasser-Dendrocoelen in Zeitschr. f. loiss. Zodl. Bd. 40. pag. 438
bis 456 mit Taf.).
Systematik, Faunistik.
An den Küsten der anglonormannischen Liseln traf R. Koehler:
Leptoplana tremellaris Oerst. , Prosthecereus vittatus Lang,
Oligocladus sanguinolentus Qf., Stilochoplana maculata Stimp.,
Polycelis levigatus Qf. , Procerus argus Qf. und Eurylepta
comuta Müll. {Ann. des sc. not. VI. ser. Zool. XX. 1885. pag. 56).
Bei Jan Mayen ist von Dr. Fischer nur Leptoplana tremellaris
Müll, in 140 m Tiefe beobachtet worden (E. t. Marenzeller: Pori-
feren, Anthozoen, Ctenophoren und Würmer in: Die intern. Polar-
forsch. Die österr. Polarst at. etc. Beobachtungserg. III. Bd. hrsg. v
d. K. Äkad. d, Wiss. Wien. pag. 17).
i. d. Natnrg. d. freileb. Würmer während d. J. 1 884—1885. 2 1 5
Turbellarien des weissen Meeres cf. oben pag. 117 bei
N. Wagner.
In Triest entdeckte W. Repiachoff an Nebalien eine neue para-
sitische Tnrbellarie, deren Wimperung sich auf ein kleines Feld der
Baiichfläche des vorderen Körperendes beschränkt. Die Mundöifnung
und Copulationsapparat im hinteren Körperende; Darm bei jungen
Thieren fünflappig, bei älteren stabförmig und viel dünner. Die
paarigen Keimstöcke liegen zu beiden Seiten des Schlundes, während
die ebenfalls paarigen, ovalen, kompakten Hoden zu beiden Seiten
des vorderen Darmendes liegen. Die langgestreckten, paarigen
Dotterstöcke nehmen den grössten Theil der Körperseiten ein ; weitere
Mittheilungen über diese nicht benannte Art vorbehalten ( lieber eine
neue an Nebalien lebende Turbellarie in : Zool. Anz. VII. 1884. pag. 717
bis 719).
Im Staate New- York fand W. A. Silliman Planaria lugubris
O. Schm., PI. maculata Leidy und PI. gonocephaloides Grir. {Zeitschr.
f. wiss. Zool Bd 41. pag. 69).
Nach J. Jijima leben in der Umgebung von Leipzig: Planaria
polychroa 0. Schm., Dendrocoelum lacteum Oerst. und Polycelis
tenuis n. sp. ; letztere Art weicht nicht nur durch ihr Exterieur von
Polycelis nigra Ehrb. ab, sondern auch durch die Geschlechtsorgane
(1. c. pag. 363—365 mit Abb.).
Planaria abscissa n. sp. (Jijima) in einem Bach in der Nähe
der Wiesenbaude im Riesen gebirge; schwärzlich-grau, Kopfende
scharf abgestutzt, die beiden Augen weit nach hinten gelegen;
1—1,5 mm lang; ausserdem auch in einem Bach zu Marienthal bei
Eisenach (Zacharias, Zeitschr. f. w. Zool. XLI. pag. 498).
Dendrocoelum lacteum, Planaria torva? und PL sp. in der
Hamburger Wasserleitung (Krapelin 1. s. cit.).
Aus dem finnischen Meerbusen zählt Ref. folgende Tur-
bellarien auf: Vortex balticus M. Seh., Prostoma sp.?, Meso-
stoma sp.?, Stenostoma leucops O. Schm., Macrostoma hystrix
Oerst., Dendrocoelum lacteum Müll, Planaria ulvae Oerst,
PI. torva Müll., PI. lugubris, PI. nigra Ehrb., PI. Bothii n. sp. und
Polycelis Oerst. sp.? (phys. u. biol. Unters, im finn. Meerb. Dorpat
1884 1. c).
0. Zacharias verkündet, dass er in zwei hochgelegenen Süss-
wasserbecken im Riesengebirge eine neue Mono tu s- Art, M. relictus
n. sp. gefunden hat {Zool Anz. VII. 1884. pag. 68^—683).
In einem Nachtrag : das Genus Otomesostoma betreffend
— berichtet Derselbe über seinen Monotus relictus und die Be-
ziehungen dieses zu dem Grafischen Genus Otomesostoma; letzteres
ist zu streichen resp. dafür zu setzen Monotus (AUoiocoele) mit
den beiden Arten morgiensis Dupl. und relictus Zach.; beides sind
Reliktenformen, der erstere in der Tiefe des Genfer Sees, der letztere
216 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungeu
littoral im kleinen Teich des Riesengebirges lebend {Zätschr. f.
Zool. Bd. 41. pag. 514—516. cf. auch 0. Zacharias: Gelöste und un-
gelöste Probleme der jSatiirforschmig. Leipzig 1885. pt^^iß- ^^^ ~ 1^9).
G. Duplessis-Grouret berichtigt einige seiner früheren Angaben
über Mesostoma morgiense = Otomesostoma morgiense Graff,
welche Form zur Gattung Monotus gehört: nahe verwandt, jedoch
durch den Besitz von zwei Nebenotolithen anatomisch unterschieden,
ist M. relictus Zach, (notice sur les Monotides d'eau douce in Zool.
Anzeiger VIII. 1885. pag. 291—293.
Im kleinen Teiche des Riesengebirges fand Zacharias Meso-
stoma viridatum, M. rostratum V ort ex truncatum und Monotus
relictus Zach. (Zeitschr. f. icissensch. Zool. 41. Bd. pag. 505 — 513
mit Abb.).
Catenula lemnae Dug. in einem Moortümpel bei der
Schlängelbaude im Riesengebirge (Zacharias, Zeitsch. f. wiss. Zool. 41.
pag. 500).
0. Zacharias fand im grossen Teiche des Riesengebirges Meso-
stoma viridatum, Vortex truncatus und Stenostoma leucops
{Zeitsch. f. wiss. Zool. 41. Bd. pag. 497).
Die in der Tiefe lebenden Rhabdocoelen des Genfer See's
beschreibt €r. Duplessis-Gouret: 1. Macrostoma hystrix Oerst.,
2. Microstoma lineare Oerst, 3. Prorhynchus stagnalis M. Seh.,
4. Gyrator hermaphroditus Ehrb., 5. Otomesostoma morgiense
Dupl., 6. Mesostoma productum 0. Schm., 7. M. lingua 0. Schm.,
8. M. rostratum Ehrb., 9. M. trunculum 0. Schm., 10. Typhloplana
viridata Ehr., 11. Vortex intermedius Dupl. u. 12. PI agio Stoma
Lemani Graff. ; alle Arten sind auch anatomisch beschrieben {Bhabdo-
celes de la faune prof. du Lac liman in: Arch. de Zool. experim.
2. ser. II. 1884. pag. 37—67 mit 1 Taf.).
Auch Ref. hat sich mit rhabdocoeliden Turbellarien be-
schäftigt und derjenigen Livlands, speziell der Umgebung von
Dorpat studirt; ausser einer Reihe vorläufiger Mittheilungen:
1. Die rhabdocoelen Turbellarien der Umgebung Dor-
pat s, Sitzgsber. der Naturf.-Ges. Dorpat. Bd. VII. 2. Hft.
1885. pag. 318—320.
2. Die alloiocoelen Turbellarien des Peipus ibidem
pag. 333—334.
3. Ueber Monotus aus dem Peipus ibidem pag. 341.
4. Das Genus Castrada u. die in Livland vorkommenden
Arten desselben ibidem pag. 341 — 342.
5. Rhabdocoelidenfauna Livlands ibidem pag. 359 — 361.
6. Ueber die Turbellarien Livlands in: Zool. Anz. VIII.
1885. pag. 696-699.
i. d. Naturg. d. freileb. Würmer während d. J. 1884—1885. 217
ist die ausführliche Arbeit erschienen; in ihr werden nach einer
Fang und Conservirung betreffenden Einleitung folgende Arten be-
schrieben: 1. Macrostoma hystrix Oe., 2. M. viride v. Ben., 3. M.
orthostißum n. sp. , 4. Microstoma lineare Oe., 5. Stenostoma
leucops 0. Schm., 6. St unicolor 0. Schm., 7. St. Middendorfii n. sp.,
8. Prorhynchus stagnalis M. Seh., 9. Pr. balticus v. Kenn., 10. Pr.
curvistylus n. sp., 11. Mesostoma productum 0. Schm., 12. M. lingua
0. Schm., 13. M. chromöbactrum n. sp., 14. M. Ehrenbergii 0. Schm.,
15. M. platycephalum n. sp., 16. M. Craci 0. Schm., 17. M. tetra-
gonura 0. F. Müll., 18. M. rhynchotum n. sp,, 19. M. punctatum n. sp.,
20. M. nigrirostrum n. sp., 21. M. rostratum Ehrb., 22. M. raugeense
n. sp , 23. M. viridatum Müll., 24. M. lanceola n. sp., 25. Bothro-
mesostoma n. gen. personatum 0. Schm., 26. B. £'55em* n. sp., 27. B.
marginatum n. sp., 28. B. lineatum n. sp., 29. Castrada radiata Müll.,
30, C. acuta n. sp., 31. C. Hofmanni n. sp. , 32. C. chlorea n. sp.,
33. C. granea n. sp., 34. C. peUucida n. sp., 35. Gyrator hemaphro-
ditus Ehrb., 36. Vortex truncatus Ehrb., 37. V. scoparius 0. Schm.,
38. V. Hallezii Graff. , 39. Y. penicühis n. sp., 40. Derostoma uni-
punctatum Oc, 41. D. balticum n. sp., 42. D. megalops Dug., 43. Pla-
giostoma Lemani Dupl. und 44. Automolos morgiensis Dupl. Das
neue Genus Bothrome SOS toma ist auf Mes. personatum 0. Schm.
und einige neue Arten gegründet; es gehört zu den Eumesotominen,
besitzt jedoch follikuläre Hoden und einen bauchständigen Haut-
follikel. Aus allgemeinen Gründen interessant ist das Vorkommen
von Plagiostoma Lemani in Embach bei Dorpat und im Peipus, sowie
das von Automolos morgiensis = Monotus morgiensis Dupl. = Mo-
notus relictus Zacharias = Otomesostoma morgiense v. Graff im
Peipus; an der Identität der unter verschiedenen Namen beschriebenen
Formen kann nach Untersuchung der Originalexemplare nicht mehr
gezweifelt werden. Schliesslich darf angeführt werden, dass jede Art
anatomisch untersucht und beschrieben wurde (Die rhabdocoeliden
Turhellarien Livlands — ein Beitr. z. Anatomie, System, u. geograph.
Verbreitung dieser Thiere im Arch. f. d. Naturk. Liv-, Ehst- u. Kur-
lands. Ser. IL Bd. X. Dorpat u. Leipzig 1885. 125 pag. u. 4 z. Th.
liol. Taf. — auch separat erschienen).
W. A. Silliman giebt einen interessanten Beitrag zur geo-
graphischen Verbreitung der Süsswasserrhabdocoeliden, indem
er diejenigen Nordamerika's, speziell die der Monroe County
(New York) studirt; die Beobachtungen geben einen weiteren Beleg
für die Gleichförmigkeit der Süsswasserfaunen der Erde. Folgende
Arten wurden konstatirt: 1. Macrostoma hytrix Oerst., 2. M. sensi-
tivum n. sp., 3. Microstoma lineare Oerst., 4. M. caudatum Leidy,
5. Stenostoma agile n. sp., 6. St. leucops 0. Schm., 7. Pror-
hynchus fluviatilis Leyd., 8. Mesostoma gonocephalum n. sp.,
218 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wisseiisch. Leistungen etc.
9. M. coccum n. sp,, 10. M. Pattersoni n. sp., 11. M. viviparum n. sp.,
12. Gyrator (?) albus n.sp., 13. Novi^iLpinguis n. sp., 14. V. armiger
0. Schm., 15. V. Blodgetti n. sp. n. 16. Plagiostoma planum n. sp.
{Beobachtungen über die Süsswasserturbellarien Nordamerika' s in:
Zeitsch. f. wiss. Zool. Bd.XLI. pag.48—68 mit 2 Taf.).
A. Barthelemy koustatirt, dass Convoluta Schultzii stets
die hellste Stelle in kleinen Aquarien aufsucht; Gasbläschen werden
nach seiner Beobachtung nie abgeschieden (gegen P. Geddes 1879/80);
er glaubt, dass Convoluta Kohlensäure aufnimmt, um dieselbe an
die in ihr parasitirenden grünen Algen abzugeben, wo sie zersetzt
wird; erst der hierdurch frei werdende Sauerstoff dient dem Thier
zur Athmung {sur la physiol. dhme Planaire verte in Compt. rend. Ac.
Paris, tom. 99. 1884. 2. pag. 197 — 200 u. Ann, mag. nat. hist. (5)
XIV. pag. 222— 224).
Bericht
über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur
geschichte der Ascidien während des Jahres 1886.
Von
Prof. Dr. M. Braun
in Rostock i. M.
A. Anatomie und Entwicklung.
L. Roule setzt seine „recherches sur les Ascidies
simples des cotes de Provence" fort und behandelt
die Cynthiadeen; die Arbeit bringt zuerst die Ana-
tomie dieser Gruppe. Die Körperwand bietet dieselbe
Anordnung und dieselben Beziehungen zum Kiemensack
wie bei den Phallusien; die Grundsubstanz des Mantels
ist oft homogen, seltener fibrillär; bei C. papillosa finden
sich aussen chitinige Höckerchen; das Ectoderm ist eine
einfache Epithellage; die Siphonen sind von einer ziem-
lich dicken Tunikallamelle ausgekleidet, welche kleine
Chitinzähne trägt. Auch der Kiemensack zeigt dieselben
allgemeinen Verhältnisse wie bei Phallusien und Molgu-
liden. Der Darm liegt auf der linken Köi-perseite ge-
wöhnlich dem Mantel an, nur bei Polycarpa hängt er an
einer Membran ; er besteht überall aus Oesophagus, Magen,
mit dem bei Cynthia und Microcosmus die Leber in Ver-
bindung steht, und dem Dünndarm, dessen Mündung in
der dorsalen Medianlinie nicht weit von der inneren Oeff-
nung des Cloakensipho gelegen ist; 4—5 tiefe Rinnen
finden sich im Oesophagus und zahlreiche Falten im
Magen; das Epithel des letzteren enthält grüngelbe Con-
220 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
cretioiien (Gallenbestandtheile?). Nervensystem, Flimmer-
grube und Nervendrüse bieten nichts Besonderes; das
Gleiche gilt vom Circulationsapparat. Männliche und
weibliche Geschlechtsorgane sind bei den meisten Cyn-
thiadeen gemengt, nur bei Styela liegen sie getrennt neben
einander. Bei Polycarpa varians liegen sie im Innern
der Haut, bei Microcosmus auf jeder Seite der inneren
Fläche der Haut; bei Cynthia bilden sie kleine Wülste
von verschiedenem Aussehen. Die nur bei Cynthia dura
und Microcosmus fehlenden hyalinen Blasen sind allseitig
abgeschlossen, der Autor hält sie für Homologa der Ge-
schlechtsdrüsen. Die bisher bei Cynthiaden vermissten
Excretionsorgane vrill Verf. in einem Netzwerk von Röhren
sehen, welche sich auf der Darmwand ausbreiten, aber
nirgends nach aussen münden; ausserdem findet man in
der Nachbarschaft dieser Röhre im Bindegewebe und im
Blute Elemente mit Granulationen und Concretionen, die
aus Bindegewebs- und Blutzellen stammen und oft so
massenhaft sind, dass sie den Theilen eine weissliche
oder gelbliche Farbe verleihen; leider erfährt man über
die Natur dieser Concretionen nichts. In dem zweiten
Theil der Arbeit werden die einzelnen Arten beschrieben,
cf. unten (Amiales des scienc. naturelles. Zool. VI. ser.
tom. XX. Paris 1886. art. No. i. pag. 1—136 m. 13 Taf.).
Derselbe bemerkt, dass er die bei Phallusia
mamillata u. Ascidia Marioni regelmässig vorkommenden
sekundären Mündungen der Nervendrüse (in den Peri-
branchialraum) auch bei einigen wenigen Exemplaren
von Cynthia papulosa gefunden habe (sur quelques
variations individuelles de struciure des organes cliez les
Ascidies simples in Compt. rend. hehd. Ac. Paris, tom. 102.
[1889. L] pag. 831—832).
Ch. Maurice macht Angaben ,t s u r 1 ' a p p a r e i 1
branchial, les systemes nerveux et musculaire
de l'Amaroecium torquatum" (Compt. rend. Ac. Paris,
tom. 103. 1886. pag. 434—436).
Derselbe konstatirt, dass von den drei im Post-
abdomen bei Amaraecium torquatum vorkommenden
in der Naturgesch. der Ascidien während des Jahres 1886. 221
Hohlräumen, der in der Mitte von der Kiemenhölile ab-
stammt, die beiden andern dagegen, ventral und dorsal
von dem ersteren Hohlraum gelegen, Verlängerungen der
Perikardialhöhle sind. Am Darm lässt sich sehr leicht
das Vorkommen der von Huxley angegebenen tubulösen
Drüse konstatiren, die in den Magen mündet; die Ge-
schlechtsorgane haben nie zu gleicher Zeit reife Produkte
(sii7' la coeur, le tiibe digestif et les organes genitaux de
r Ämaraeciiun torquatum in Compt 7'end. hebd. Ac. Paris,
tom. 103. 1886. pag. 504—506).
S. Jourdan ist bei seinen: „Observations sur la
blastogenese continue du Botrylloides rubrum
M.-Edw." zu einigen abweichenden Resultaten gekommen;
die Bildung von Knospen unter Zugrundegehen des
Mutterthieres beschränkt sich nicht, wie man bisher nach
den Angaben Krohn's und Giard's glauben musste, auf
die erste Zeit nach dem Auftreten der Larve, sondern
hält während des Lebens des Cormus an; die neuen
Individuen entstehen paarweise nach aussen von denen,
die sie zu ersetzen bestimmt sind; indessen sind nicht
alle Individuen gleich gestaltet, indem diejenigen, die
aus Geschlechtsthieren oder den Larven hervorknospen
in erwachsenem Zustande Neutra bleiben; aus diesen
entstehen Männchen und endlich aus den letzteren Herma-
phroditen. Allerdings sind alle Knospen ursprünglich
zwittrig, doch während der kälteren Jahreszeit atrophiren
die Geschlechtsdrüsen, obgleich die Knospe wächst; später
persistirt bei den folgenden Knospen allein der Hoden
und endlich im Sommer entwickeln sich Hoden wie
Ovarien (Compt. rend. hebd. Ac, Paris, tom. 103. 1886.
pag. IO06—IO88).
B. Systematik und Paunistik.
F. Lahille bemerkt, dass die bisherige Eintheilung
der Ascidien eine künstliche sei; er will mit Balfour
je nach dem Verhalten der Chorda zwei Unterabtheilungen
222 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
bilden: Perennicliordata und Caducichordata und letztere
nach dem Bau des Kiemsackes eintheilen in: 1. Apluso-
branchier, Kiemen einfach ohne oder mit einfachen
Papillen (Salpen, Diplosoma, Polyclinum); 2. Phlebo-
branchier, Kiemensack grösser, die einfachen Papillen
gegabelt und unter einander verwachsen, sekundäre
Papillen an den Längsgefässen (Diazona, Rhopalana,
Ecternascidia etc.) und 3. Stolidobranchier, Kiemen-
sack mit Längsfalten (Cynthiaden, Molguliden u. Botryl-
liden) (sur la Classification des Tunicers in Compt. rend. Ac.
Paris 1886. L tom. 102. pag. 1573 --1575).
Die von Dr. F. Fischer bei der österreichischen
Polarstation Jan Mayen gesammelten Tunikaten
hat R. j. Dräsche bearbeitet; die durch geringe Grösse
sich auszeichnenden Thiere gehören zu folgenden Arten:
Chelyosoma maclayanum Brod. et Sow., Ascidia com-
planata Fabr., Asc. fallax n. sp., Styela grossularia
V. Ben. imd Eugyra symmetra n. sp. Die nur in Alkohol
konservirten Synascidiae vs^aren nicht bestimmbar, sie
gehören den Genera Botrylloides, Amaroucium und Lepto-
clinum an (Tunikaten von Jan Mayen in: die internationale
Polar/ or schling 18 82/ 83 \ die österr. Polar stat. J. Mayen etc.
Beobachtungsergebnisse hrsg. v. d. K. Ak. d. Wiss. Bd. IIL
Wien ohne Jahreszahl pag. 101 — 104 mit 1 Taf.).
Von der Küste der Provence beschreibt L. Roule
folgende Cynthiaden:
I. Fam. Cynthiadea.
1. Subfam. Styelinea.
1. Gen. Polycarpa Hell, mit P. varians H. , die
typische Form in 30 — 50 m Tiefe, die Varietät
tuberosa in über 100 m.
2. Gen. Styela Sav. mit St. glomerata Aid. in
45 — 60 m Tiefe; St. canopoides Hell., sehr selten
in 40 — 70 m; St. plicata Les. = gyrosa Hell, in
4—10 m.
in der Naturgescli. der Ascidien während des Jahres 1886. 223
2. Subfam. Cynthinea.
3. Gren. Cynthia Sav. mit C. papulosa L. in 10
bis 40 m Tiefe; C. pantex Sav. = scutellata Hell
35— 150 m, C. dura Hell. 35-70— 150 m, C. coval-
lina n. sp. 35 — 70 m.
4. Gen. Microcosmus Hell, mit M. vulgaris Hell.
35—60—120 m Tiefe; M. Sabatieri n. sp. 40—50
— 150 m, M. polymorphus Hell. 15—40 m.
n. Farn. Molgulida.
1. Gen. Molg'ula Forb.
Subg. Eugyriopsis n. gen. mit nur einer Ge-
schlechtsdrüse auf der linken Seite des Körpers,
ausserhalb der Darmschlinge; mit Eug. Lacazei
n. sp. 15 — 40 m.
Molgula ampulloides v. Ben.
2. Gen. Ctenicella mit Ct. appendiculata Hell.
(Recherch. sur les Asc. simpl. des cötes de Provence
in: Ann. des sc. nat. Zool. VI. ser. tom. XX. 1S86. art^
No. L pag. 138—229 mit 13 Taf.).
A. Oiard vervollständigt seine Liste von Synascidien
der französischen Küsten durch: Syntethys hebridicus
Forb. et Goods. = Diazona hebridica u. Distaplia rosea
della Valle; die erstere ist zweifellos eine zusammen-
gesetzte Clavelina {sur deux synascides nouvelles
jyour les cot es de France in Compt. rend. Ac. Paris,
tom. 103. 1886. pag. 155— 751).
Nach Lahille besitzt Morchellium stets 8 Mundlappen,
nicht sechs (M. Edw. u. Giard); ferner ist Circinalium
concrescens gleich Sidnyum turbinatum Sav. u. Forbes
und gleich Parascidia Forbesii Aid. ; Morchelloides Alderi
Herdm. ist wahrscheinlich eine Varietät von Sidnyum
und endlich Amaroecium punctum Giard wird Mor-
chelliopsis pleyherianus n. gen. n. sp. genannt. Die Poly-
clidier theilt derselbe in Polyclinidae u. Aplididae, erstere
haben einen gewundenen Darm und zahlreiche Papillen
an der Kieme, bei den letzteren ist der Darm eben und
224 Pi'of- Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistungen
die Kieme gleicht der der Didemniden und Clavelinen
(sur la tribu des Polycliniens in Compt. rend. hehd. Ac.
Paris, iom. 103. 1886. pag. 485—487).
Derselbe beschäftigt sich mit den Synascidien von
Roseoff und Banyuls; er bemerkt, dass Pseudodidemnum
Giard nicht von Diplosoma zu trennen sei; des Weiteren
wird Diplosoma Koehleri n. sp. aus Guernesey beschrieben.
Die Befruchtung findet nicht, wie della Valle glaubt, im
Innern des Körpers von Diplosoma statt, sondern in der
Höhlung des Cormus {sur une nouvelle espece de Di-
jolosomien in Compt. rend. hehd. Ac. l-'aris. tom. 102.
1886. T. pag. 446—448).
In einem stattlichen Bande von 429 pag., 49 Taf. u.
1 Karte berichtet W. A. Herdmau nun auch über die
zusammengesetzten Ascidien der Challenger- u. Lightning-
Expedition; die Einleitung behandelt Bibliographie und
Struktur der zusammengesetzten Ascidien (pag. 1 — 26);
in der Beschreibung der Arten wird im Ganzen die An-
ordnung von Dräsche acceptirt:
I. Fam. Botvyllidac.
I.Gen. Botrylloides M.-Edw. mit tyream n. sp.,
Malayischen Arch., 18Fdn. Tiefe; B. perspiciium
n. sp., dto., 10 Fdn., nigruui n. sp., Insel Bermuda
und fulgarale n. sp., Nordatl. Ocean, 530 Fdn.
2. Gen. Sarcobotrylloidesv. Dräsche mit Wyvillii
n. sp., Nordatl. Ocean, 363 Fdn.
3. Gen. Polycyclus Lam. mit Lamarcki n. sp.,
Nordatl. Ocean, 363 Fdn., P. Jeffreysi n. sp., Strasse
von Gibraltar, 35 Fdn.
II. Fam. Distomidae.
1. Gen. Colella n. gen., gegründet auf Aplidium
pedunculatum Quoy and Gaimard aus der Süd-
see; C. Thomsonii n. sp.. Mal. Arch., 10 Fdn.,
C. (raim ör (^^ n. sp., Falklands-Inseln, 5- 10 Fdn.,
C. pidchra n. sp.. Mal. Archipel, 6 Fdn., C. elongata
n. sp., Port Jackson, 30 Fdn. , C. Q\ioyi n. sp.,
Kerguelen, 25 Fdn., C. Murrayi n sp., Südpacif.
in der Natiirgesch. der Ascidieii während des Jahres 1886. '2!25
Ocean, 120 Fdn., C. ramulosa ii. sp., Südamerika,
245 Fdn. und C. concreta n. sp., Kerguelen, 10
bis GO Fdn.
2. Gen. Distaplia della Valle mit D. Vallii n. sp.,
Tanger (Marocco), 35 Fdn.
3. Gen. dub. mit clava n. sp. u. pyriformis n. sp.
4. Gen. Cystodytes v. Dräsche mit C. Draschii
n. sp., südatl. Ocean, 400 Fdn. ; u. C. pldlippinends
n. sp., Mal. Arch., 10 Fdn.
5. Gen. Symplegma n. gen. Kolonie gebildet ans
einigen ovalen Köpfen, die durch verzweigte
Stiele verbunden sind; die Einzelthiere massig
gross, nicht sehr verlängert und nicht in Regionen
getheilt; Testa fest mit zahlreichen Gelassen;
Kiemensack gross mit inneren Längsleisten ver-
sehen; Dorsallamelle membranös; Verdauungs-
und Geschlechtsorgane dicht hinter dem Kiemen-
sack, eine Masse bildend. — Mit viride n. sp.,
von Bermuda.
III. Fam. Polyclinidae.
1. Gen. rharyngodictyon. n. gen. Kolonie keulen-
förmig, die Systeme nicht zu unterscheiden;
Einzelthiere sehr lang, in Regionen scharf ab-
getheilt; Testa fest, gelatinös; Kiemensack ent-
hält ein einfaches Netzwerk von Längs- und
Quergefässen; echte Stigmata fehlen; Dorsal-
lamelle gezähnelt; Geschlechtsorgane im langen
Postabdomen, hinter dem Darm. — Mit mirahile
n. sp., Südsee, 1600 Fdn.
2. Gen. Tylobranchion n. gen. Kolonie gross und
massiv; Systeme unscheinbar; Einzelthiere gross,
verlängert, Regionen deutlich; Testa gelatinös;
Kiemensack gross; Qucrgefässe mit zahlreichen
grossen Papillen; Dorsallamelle gezähnelt; Darm
gross, Magenwand längs gefaltet; Geschlechts-
organe ein langes Postabdomen bildend. — Mit
sj^eriosuin n. sp., Kerguelen, 10 — 100 Fdn.
Arch. f. Natuigesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. p
226 Prof. Dr.M. Braun: Ber. üb. die wisseiisch. Lei.stungen
3. Gen. Ato'pogaster n. gen. Kolonie massiv und
gross; Systeme einfach; Einzelthiere gross oder
klein, immer stark verlängert; Kiemenöffnung
6 lappig ; Testa dick, meist knorplig und zäh,
ohne Sand; Kiemensack gut entwickelt; Magen-
wand quer gefaltet; Postabdomen laug. — Mit
A. gigantea n. sp., Südamerika, 55 Fdn., anrantiaca
n. sp., Südpacif. Ocean, 38 Fdn., A. informis n. sp.,
woher? u. A. elongata n. sp., Südamerika, 55 Fdn.
4. Gen. Morchelloides n. gen. Kolonie massiv,
festsitzend; Systeme zusammengesetzt, unschein-
bar; Einzelthiere länglich, Regionen nicht deutlich;
Kiemenöffnung 8 lappig; Testa gelatinös; Kiemen-
sack gross; Verdauungskanal gross; Magenwand
unregelmässig verdickt; Postabdomen gross, vom
Abdomen wenig abgesetzt. — Mit afjiids n. sp.,
Kerguelen, 10— 60 Fdn.
5. Gen. Morchellium Giard mit M. Giardi n. sp.,
Kerguelen, 20—60 Fdn.
6. Gen. Sidnyum Sav. mit S. pallidum n. sp., Süd-
see, 40— 74 Fdn.
7. Gen. Polyclinum Sav. mit pyriformis n. sp.,
Kerguelen, 10 — 60 Fdn. , fungoswn n. s^.^ Port
Jackson, 6 — 15 Fdn., depressum n. sp., Torres-
strasse, 3 — 11 Fdn., molle n. sp., Südatl. Ocean
600 Fdn. , incertum n. sp. , Südamerika, 55 Fdn.
und udnuttcm n. sp., Kerguelen, 20- 60 Fdn.
8. Gen. Aplidium Sav., mcmstans n. sp., südatl.
Ocean, 600 Fdn., /V<sc/«m n. sp., Kerguelen, 20 bis
60 Fdn., leucophaemn n. sp., dto., crassmn n. sp.,
Bahia; fallax Johnst., des2^ectum n. sp., nordatl.
Ocean, 51 Fdn., fumigatum nov. spec, Kerguelen,
Philippinen, 19— 100 Fdn.
9. Gen. Amaroucium M. Edw. mit varahile n. sp.,
Kerguelen, 10 — 100 Fdn., globoswn n. 8^., dto.,
complanatuni n. sp., dto., 50 — 120 Fdn., irreguläre
n. sp., 55 Fdn., Südamerika; pallidulnm n. sp.,
dto., 12 Fdn. , recumhens \\. ^^. ^ dto., 245 Fdn.,
in der Naturgesch. der Ascidien während des Jahres 1886. 227
hepaticum ii. sp., woher? , laevigatum n. sp., 55 Fdn.,
Südamerika; colelloides n. sp. , südöstl. Oeean,
150 Fdn., alhidam n. s'p.^ südpaeif. Oeean, 38 Fdn.
mid nigrum n. sp., Kerguelen, 28 Fdn.
10. Gen. Psammaplidium n. gen. Kolonie Krusten
bildend, massiv oder gelappt; Systeme unschein-
bar; Einzelthiere meist klein, nicht sehr ver-
längert, Regionen nicht scharf; Testa dick mit
zahlreichen Fremdkörpern; Kiemensack klein,
wenig entwickelt; Postabdomen meist kurz. —
Mit Ps. spongiforme n. sp., Port Jackson, 7 Fdn.,
effrenatnm n. sp., Südamerika, 600 Fdn., rüde n. sp.,
woher?; subviride n. s-p.^ südatl. Oeean, 150 Fdn.,
exiguum n. sp., dto., 98 Fdn., ovatum n. sp., Torres-
strasse, 3 — 11 Fdn., retiforme n. sp., Kerguelen,
50 — 120 Fdn., /ö!ü?im n. sp., 600 Fdn., Südamerika.
11. Gen. dub.? ignotus n. sp..
IV. Fam. Didemnidae.
1. Gen. Didemnum Sav. mit Savignü n. sp., 150 Fdn.,
aurantiacum n. sp., südpaeif. Oeean 38 Fdn., inerme
n. sp., Bermuda.
2. Gen. Leptoclinum Milne-Edw. , longa n. sp.
Freundschaftsinseln 18 Fdn., Moseleyi n. sp. Phi-
lippinen 10 Fdn., speciosum n.sp. Bahia 7 — 20 Fdn.,
amiectens n. sp. dito; tenue n. sp. , verschiedene
Fundorte im atl. Oeean und an der Küste von
Südamerika; p? opinquum n.sp. ^ Südamer. 245 Fdn.,
neglectiim n. sp. woher?, albidum Verr. versch.
Fundorte im atl. Oeean; subßavumn.sp. Kerguelen
28 Fdn., Jeffrey si n. sp. Tanger 35 Fdn., Carpenten
n. sp. woher?, Thomsoni n. sp. dito; Edioardsi
n.sp. südatl. Oeean 150 Fdn. , japonicmn n. sp.
nordpacif. Oeean 50 Fdn., L.(?) Jacksoni n. sp.
Port Jackson 6 — 15 Fdn., rubicundum n. sp., Ker-
guelen 20—60 Fdn.
V. Fam. Diplosomidae.
1. Gen. Diplosomoides n. gen. Kolonie gewöhnlich
dünn und Krusten bildend, zuweilen leicht an-
228 Pi'of. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wissensch. Leistimg-eii
geheftet; Testa gelatinös, zuweilen aussen fest,
opae, weisslich ; Kalkkörperchen in der oberfläch-
liclien Schicht vorhanden — mit molle n. sp.
Malayischer Archipel.
2. Gen. Diplosoma Macdonald mit D. Macdonaldi
n. sp., Bahia.
VI. Farn. Coelocormidae nov. fam. Kolonie massiv,
nicht angeheftet, an der Oberfläche stark ausgehöhlt;
Einzelthiere gross, über die ganze Oberfläche zerstreut;
Kiemenöffnung 51appig; Testa zart, gelatinös, mit
zahlreichen Zellen; Kalkspicula in den äusseren Lagen;
Kiemensack gross, gut entwickelt; Dorsallamelle ge-
zackt; Darmtraktus nach hinten über den Kiemensack
sich erstreckend, ohne ein Abdomen zu bilden; Magen
glattwandig; Geschlechtsorgane zwittrig beim er-
wachsenen Einzelthier; Testis aus birnförmigen Bläs-
chen am Vas deferens gebildet.
I.Gen. Coelocormns \\.^^\i. Kolonie massiv, nicht
angeheftet, tief concav, mit grosser centraler
Höhle; Einzelthiere gross, nicht scharf in Regionen
getheilt; Testa zart, gelatinös, keine Blasenzellen
in der Testa; Kalkspicula oberflächlich ; Kiemen-
sack gross; Stigmata sehr lang und eng; Dorsal-
lamelle mit langen Zacken; Darm und Geschlechts-
organe wie oben, Vas deferens spiralig aufgerollt
— mit C. Huxleyi n. sp. 600 Fdn. Südamerika.
VII. Fam. Volystyeliäae nov. fam. Kolonie massiv oder
Krusten bildend, festsitzend, selten gestielt oder von
kleinen, durch Stolonen verbundenen Massen gebildet ;
keine gemeinsame Cloakenöffnung; Einzelthiere gross,
gewöhnlich kurzleibig, x4bdomen selten distinkt; beide
Oeffnungen 3 lappig; Testa knorplig; fibrillär, Zellen
klein, Blasenzellen selten oder fehlend; Gefässe zahl-
reich verzweigt, mit Endblasen. Kiemensack gross,
Falten zuweilen vorhanden; die Längsleisten stark und
zahlreich; Dorsallamelle glatt; Tentakel zahlreich, Ver-
dauungskanal selten über den Kiemensack nach hinten
in der Natnrgesch. der Ascidien während des Jahres 1886. 229
hinaus reichend. Geschlechtsorgane polycarp, ange-
heftet oder in den Mantel eingebettet, in die Peri-
branchialhöhle hervorragend; Knospen aus den Ge-
fässen der Testa entstehend (?). ,
1. Gen. Goodsiria Cunn. mit G. 2:)lacenia n. sp., Cap
der guten Hoffn., 10—20 Fdn., peduncnlata n sp.,
Südamerika, 5 — 12 Fdn. ; coccinea Cunn., dto.
2. Gen. Synstyela Giard mit iucrustans n. sp.,
Malayischer Archipel und Südamerika.
3. Gen. Chorizocormus n. gen. Kolonie aus einer
Anzahl distinkter kleiner Massen, durch unregel-
mässig verzweigte Stolonen unter einander ver-
bunden; Einzelthiere einzeln oder in Gruppen;
Körper nicht in Thorax und Abdomen gesondert;
Testa dünn, mit wenig Sand; wenig Zellen,
Blasenzellen fehlend ; Kiemensack gut entwickelt,
rudimentäre Falten vorhanden, innere Längsleisten
stark; Dorsallamina schmal, glatt; Tentakel gut
entwickelt; Darm nicht hinter dem Kiemensack;
Geschlechtsorgane polycarp. — Mit reticulatus n. bi^.,
Kerguelen, 30 Fdn.
In einem Anhang bespricht endlich Herdman die
geographische Verbreitung, bathymetrische Vertheilung
und Phylogenie der zusammengesetzten Ascidien {Rep. on
the scieyitif. res. of the voyage of H. M. S. Challenger etc.
Zoology vol. XTV. London 1886. pag. 1—429. 49 Taf.).
Derselbe beschreibt in einem Anhang zu seinem Be-
richt über die zusammengesetzten x^scidien der Challenger-
Expedition noch folgende einfache: 1. Molgula C«?'-
penterin. sp., 440 Fdn. von „Porcupine" bei 60^ 6' nördl.
Breite und 8<^ 14' westl. Länge gefunden; 2. Culeolus
Wülemoesi n. ^p. in 2300 Fdn. unter 35 ^ 41' nördl. Breite
u. 1570 42' östl. Länge (Challenger); 3. Cynthia pallida
Hell., Batavia; 4. Bathyoncus discoideus n. sp. in
2300 Fdn. mit No. 2; 5. B. niinutn,s n. sp., 3125 Fdn.
unter 38<^ 9' n. Breite, 150« 25' westl. Länge; 6. Styela
radicosa Herdm., 7. ^i. pusilla n. sp. in 2050 Fdn. ;
230 Prof. Dr. M. Braun: Ber. üb. die wiss. Leistimgeu etc.
8. Polycarpa longisiphonica Herdm., 9. P. Bassin, sp.,
38 Fdn.; 10. P. asjyera n. sp., 600 Fdn.; 11. Ascidia
scabra (?) 0. F. M. und 12. Ciona «s/;^m n. sp., 50 Fdn.
{Rep. on the scient. res. of tlie voy. of H. M. S. Challenger
etc. Zool. vol. XIV. Lond. 1886. pag. 401— 418 m. Taf.).
Folgende Publikationen sind dem Ref. nicht zu-
gänglich gewesen:
Sabatier, A. : Rec. des mem. sur la morphol. des
elem. sex. et sur la nature de la sexualite (Trav. du
Labor, de Zool. ä la fac. des sc. de Montpell. et de la
stat. zool. de Cette. 1. ser. 5. vol. 1886. 273 pag. 2 pl.
Traustedt, M. P. A.: Spolia antarctica. Salperne.
Kopenh. 1886. 66 pag. 4^. 2 Taf.
Herdman: notes on Variation in the Tunicata in first
rep. Fauna Liverpool-Bay. pag. 354 — 363. ITA. 1886.
Derselbe: Rep. on the Tunic. of the L. M. B. C.
Distr. ibidem, pag. 281— 311. 2 pl. 1886.
Brooks, W. K. : the anatomy and develop. of the
Salpa-Chain in: Stud. biol. Labor. Johns Hopk. Univ. IIL
pag. 451— 475. 2 pl.
Granger, A. : Histoire natur. de la France. VII. part.
Moll, Tuniciers, Bryoz. Paris 1886. 8». avec 18 pl.
Jahresbericht
über die Bryozoen für 188J: und 1885.
Von
Prof. Dr. Karl Kraepelin
in Hamburg.
A. Anatomie, Physiologie, Biologie.
W. J. Yigelius hat den ersten Theil seiner Unter-
suchungen über die auf den Nordpolfahrten des „Willem
Barents" gesammelten Bryozoen veröif entlicht. In einer
kurzen historischen Uebersicht über unsere bisherigen
Kenntnisse des Bryozoenkörpers, in welcher die alte
Grant'sche Theorie, dass Polypid und Cystid zusammen
ein Individuum bilden, vertreten wird, weist Verf. auf
die Nothwendigkeit hin, die Morphologie der Bryozoen
mit Hülfe des monographischen Verfahrens einem neuen
eingehenden Studium zu unterziehen. Als erste Nummer
dieses Programms bietet er eine ausführliche Unter-
suchung der Flustra membranaceo-truncata, deren
wesentliche Ergebnisse etwa folgendermassen zu for-
muliren sind:
1. Die Kolonie. Die Variabilität der Kolonie von
Flustra membranaceo-truncata liefert einen neuen Beweis
für die Ansicht, dass der Wachsthumsmodus des ganzen
Stockes für systematische Eintheilung in Familien etc.
durchaus werthlos ist. — Als deutlich differenzirte Indi-
viduen des Stockes sind nur das Nährthier und das Avi-
cularium in Anspruch zu nehmen. Brutkapseln sind nur
Organe; ebenso die Haftröhren (Wurzelfäden aut.), deren
232 Pi'of- Dr. Karl Kraepelin:
Lumen offen mit der Leibesliöhle des Nährthieres com-
munizirt. — Die Nährthiere zerfallen nach ihrem Alter
in vier Kategorien: 1. Knospende Thiere (nur an der
Eandzone des Stockes); 2. Vollkommene Thiere mit
Ernährungsapparat und (theilweise) Generationsorganen,
3. Ruhende Thiere (Ernährungsapparat persistirt als
brauner Körper), 4. Abgestorbene Thiere (auch der braune
Körper ist sammt den übrigen Weichtheilen zerfallen).
Die beiden letzten Kategorien finden sich nur am proxi-
malen Ende des Stockes, in geringer Zahl.
2. Das ausgebildete Nährthier. Cjstid und
Polypid bilden zusammen das vollkommene Nährthier
(Grant-Ehrenberg'sche Theorie). Man kann an ihm unter-
scheiden a) die Haut, b) den Ernährungsapparat, c) das
Parenchymgewebe (hierzu genetisch auch die Tentakel-
scheide), d) Muskeln und Genitalorgane. — Das Ekto-
dermalepithel der Haut ist nur in jungen Individuen
vorhanden und verschwindet später ganz. Das Haut-
skelett wird bei älteren Individuen direkt von Zellen des
Parenchymgewebes unterlagert. Das Hautskelett (Ecto-
cyste aut.) besteht aus sechs chitinösen Platten, die mit
Ausnahme der durch Muskeln beweglichen Opercular-
platte verkalken. Das isolirbare Kalkskelett besteht aus
5 Platten. Diejenigen der distalen, proximalen und der
Seiten wände enthalten grosse Löcher, welche bis auf
kleine Poren (Communicationsporen, nicht Rosettenplatten)
durch unverkalkte Chitinplatten geschlossen werden. Bei
älteren Individuen zeigen sich (periodisch abgelagerte?)
chitinöse innere Verdickungsschichten des Skeletts. —
Mit dem Namen Parenchymgewebe bezeichnet Verf.
die sogenannte Endocyste aut. und das Endosarc Joliet's.
Beide gehören zusammen nach ihrer Entstehungs weise
in der Knospe, ihrem histiologischen Bau, ihrer physio-
logischen Funktion und nach den Verhältnissen bei Endo-
procten. Das Parenchymgewebe findet sich einmal als
Parietal- und Darmschicht; sodann als zwischen beiden
ausgespanntes Stranggewebe. Parietal- und Darmschicht
bilden keine kontinuirliche epithelartige Membran, sondern
Jahresbericht über die ßryozoen für 1884 und 1885. 233
eine Art retikulären, aus membranlosen Zellen auf-
gebauten Bindegewebes (oft mit spindelförmigem oder
faserigem Charakter). Ein eigentliclies Darmepithel fehlt.
Das Stranggewebe stellt fadenförmige Verbindungsstränge
zwischen Parietal- und Darmschicht dar, die nicht hohl
sind (gegen Reichert) und nur zur Fixirung des Darm-
traktus dienen. Die Darmschicht ist namentlich im Knospen-
stadium deutlich. Ein Funiculus, der diesem Grewebe
zuzurechnen wäre, existirt bei Flustra nicht. — Die
Tentakelscheide ist mit dem „Diaphragma" genetisch
zum Parenchymgewebe zu rechnen und stellt eine theils
mit ein-, theils mit aufgelagerten Kernen versehene Hülle
dar, in der zwei senkrecht zu einander gestellte Systeme
von Muskelfasern eingebettet sind. Die Längsfasern con-
vergiren zu den Ansatzpunkten der vier Parietovaginal-
bänder, ohne dass man ihren Uebertritt in dieselben
verfolgen könnte. Die Quermuskeln sind gleichmässig
vertheilt ; ein eigentlicher Sphincter (Nitsche) wurde nicht
beobachtet. — Die Muskeln lassen sich nach ihrer Ent-
stehungsweise auf das Parenchymgewebe zurückführen.
Die Querstreifung ist eine inkonstante Erscheinung. Bei
Flustra lassen sich unterscheiden: 1. Retractor und
Parietovaginalmuskeln, 2. Parietalmuskeln, 3. Opercular-
muskel, 4. Ovizellmuskel. — Die Tentakeln besitzen
eine Grundmembran, welche an der Innenseite mit einer
lockeren, einzelne Spindelkerne tragenden Zellschicht
(wohl Derivat des Parenchymgew.) ausgekleidet ist, aussen
aber 8 Längsreihen von Epithelzellen trägt, von denen
nur die seitlichen mit Cilien besetzt sind. In der Grund-
membran liegen Muskelfasern, — Als Ganglion dürfte
eine kleine rundliche Zellmasse an der Analseite des
Ringkanals in Anspruch zu nehmen sein. — Der Darm -
kanal zerfällt wie bei allen Ectoprocten in Pharynx,
Cardia, Pylorus (Blindsack) und Enddarm. Alle Ab-
schnitte bestehen gleichmässig aus einer äusseren lücken-
haften Lage des Parenchymgewebes (Darmschicht), theil-
weise mit Muskelfasern, und einem inneren Epithel, das
aber in den einzelnen Abschnitten sehr verschiedenen
234 Pi'of. Dr. Karl Kraepelin:
Charakter hat. Im Blindsack nimmt es drüsigen Charakter
an und dürfte gleichzeitig resorbirend wirken; im Pharynx
und Magen ist es immer mit einer Cuticularschicht über-
kleidet. — Die Brutkapseln von Flustra sind, im
Gegensatz zu den bisher bekannten der Chilostomen,
innere, d. h. sie liegen in einer Ebene mit den „Zooecien".
An ihrer Bildung sind zwei in der Reihe aufeinander
folgende Individuen betheiligt. Zuerst entsteht in der
Opercularwand des einen Individuums am proximalen
Theile eine tiefe Einsackung nahe der Scheidewand vom
Nachbarindividuum nach innen, deren Eänder sich scharf
abheben und durch lippenartige Ueberwölbung der Blase
zu „Helm" und „Deckel" werden. Letzterer gehört dem
unteren der beiden betheiligten Individuen an, verkalkt
nicht und kann durch zwei Muskelbündel bewegt werden.
Die Scheidewand zwischen beiden Individuen ist bei
entwickelter Ovizelle rechtwinklig von ihrer ursprüng-
lichen Richtung abgebogen und hat sich dem Fundus
der Ovizelle angelegt. So entsteht eine Communication
zwischen dem unteren (weiblichen) Individuum und dem
Lumen des als Falte aufzufassenden „Deckels", dessen
dünne distale Wand — zugleich die Proximalwand des
Ovizellsackes — nun durch den Eintritt des Ei's vorge-
schoben und der distalen Wandung des Ovizellsackes
genähert wird. In dieser Höhlung verbleibt das Ei. Das
Sperma gelangt vermuthlich aus dem Meerwasser zwischen
Helm und Deckel und von dort durch einen wohl früh
entstehenden Riss der dünnen inneren Deckelwand zum
Ei. Vielleicht sind diese inneren Ovizellen als Homologa
der bei Alcyonella beobachteten Gebilde aufzufassen. —
Die Spermatosporen entstehen an der proximalen
Wand der Leibeshöhle aus Zellen der Endocyste. Karyo-
mitose wurde nicht beobachtet, daher ist amitotische
Kerntheilung mit nachfolgender Zelltheilung (Holoschisis)
wahrscheinlich. Durch wiederholte Theilung entstehen
die Spermatoblasten, die aber nie zu Polyblasten mit
Blastophor (Bloomfield) angeordnet sind. Bald werden
die Spermatoblasten birnförmig; an ihren spitzen Enden
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 235
entsteht der Schwanz des Spermatozoon aus dem Zell-
plasma, während der Kern ganz oder theilweise(?) zum
Kopf wird. — Ueber Entwicklung der weiblichen Ge-
schlechtsprodukte vgl. Jahresber. für 1882 — 1883 dieser
Zeitschr. pag. 179. Die Befruchtung dürfte erst in der
Ovizelle stattfinden, da die Ovizelleier tragenden Stöcke
alle diklinisch waren. Die Spermatozoen werden durch
die äussere Oeffnung des Thieres entleert, nachdem das
Polypid zu Grunde gegangen. Bei hermaphroditischen
Individuen reifen die Geschlechtsprodukte zu verschiedenen
Zeiten. — Der Zerfall des Ernährungsapparates
(Histiolysis) kann auf sehr verschiedene Weise vor sich
gehen ; der Rest hat als mit Membran versehener brauner
Körper eine ernährende Funktion, indem das Parenchym-
gewebe sich um ihn concentrirt oder ein regenerirter
Ernährungsapparat sich fest an ihn anlegt. Eine Auf-
nahme des braunen Körpers in den Magen des letzteren
wurde nicht beobachtet (gegen Haddon). — Die Avi-
cularien sind nicht als Cystide (Nitsche), sondern als
modifizirte Nährthiere (Polypo- Cystide) aufzufassen, da
sie neben dem Parenehymgewebe auch eine Zellkugel
(rudimentärer Ernährungsapparat, entsprechend dem der
Cellulariaden - Avicularien) und Muskulatur (Unterkiefer-
muskeln, Parietalmuskeln) enthalten. — Knospung.
Schon die jüngsten Knospen sind allseitig von einem
dünnen Chitinskelett umgeben, das bald verkalkt. Im
distalen Theile dieser Knospe ist noch deutlich ein Rest
des später verschwindenden plattenförmigen Ectodermal-
epithels erhalten. Aus demselben wuchern beiderseits
unregelmässige Zellhaufen nach innen, welche das als
Mesoderm aufzufassende primäre Parenehymgewebe
liefern, das bald die Knospe mit lockerem Gewebe aus-
füllt, gleichzeitig aber — meist am proximalen Knospen-
ende — die gemeinschaftliche Anlage von Ernährungs-
apparat, Tentakelscheide und Darmschicht als rundlichen
Zellhauf in toto aus sich zu entwickeln scheint, da ein
theoretisch zu erwartendes, besonderes „Entoderm"
nirgends nachzuweisen war. Erst später ordnen sich die
236 Pi'of. Dr. Karl Kraepelin:
Zellen der Darmanlage in zwei Schichten (inneres Darm-
epithel und Darmschicht). Die Retractoren wachsen aus
der „Darmschicht" hervor und verbinden sich später mit
der Parietalschicht der Hinterwand. Die Regeneration
des Ernährungsapparates in alten ,,Cystiden" erfolgt ganz
wie die Bildung der Randknospen. — In einem Schluss-
abschnitt werden nochmals die Gründe für die individuelle
Einheit von Cjstid und Polypid zusammengestellt und die
Beziehungen zwischen Eudoprocten und Ectoprocten
näher erläutert {Die Bryozoen gesammelt während der
3. u, 4:. Polarfahrt des Willem Barents in den Jahren 1 880
und 1881 in Bijdr. tot de Uierkunde, 11. Aß., Amsterdam^
Holkema; 104 pag., 8 Taf. — Ein Auszug der Arbeit im
Biol. Centralblatt , 3. Bd., -pag. 705 — 721; ebenso in J. R.
Microsc. Sog. (2), Vol. 4, R 3, pag. 371).
A. Ostrooumoif hat bei einer Reihe mariner Bryozoen
(Cellularia, Lepralia, Discopora, Membranipora, Vesicu-
laria) durch Anwendung von Silberlösung das Ectoderm
als ein Netzwerk langer Zellen auf dem Kalkskelett nach-
weisen können. Er leugnet daher die von Vigelius be-
hauptete Rückbildung des Ectoderms (Zool. Am. 1885,
pag. 290—291).
Derselbe giebt ferner eine kurze Notiz über die
Metamorphose des Cyphonautes, der Larve von
Membranipora denticulata und Repiachowi. Das „räthsel-
hafte Organ" Schneider's ist nichts als der „sac interne"
von Barrois, der mit granulirter Substanz gefüllt ist,
welche später heraustretend die Anheftung der Larve an
die Unterlage vermittelt. Dann treten die Wimperzone
und das „saugnapfartige Organ" (Schneider) weiter in das
Innere des Vestibulum, während die Kappe (umgewandeltes
Ectoderm) von oben her sich einsenkt, um an der Bil-
dung des Polypids theilzunehmen. Es treten also bei
Cj^phonautes Verhältnisse auf, die sich eng an die der
andern Chilostomen und der Ectoprocten überhaupt an-
schliessen (Zool. Anzeiger 1885, pag. 219).
Derselbe theilt die wichtigsten Resultate seiner
Untersuchungen über die Morphologie mariner Bryo-
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 237
zoen mit. 1. Das Ectoderm persistirt und bildet ent-
weder eine Lage unter dem Skelett (Membranipora) oder
zwei Lagen, zwischen denen sich das Skelett befindet
(Lepralia). 2. Die Leibeshöhle enthält mesenchymatöses
Gewebe und kein endotheliales. 3. Der „sac interne"
der Larve bildet bei den Chilostomen die Basis, bei den
Vesiculariden den stolo prolifer des Primärthieres. Nur
aus diesen Derivaten des sac interne bilden sich durch
Knospung die neuen Glieder der Kolonie. 4. Das Polypid
bildet sich aus einem Theil des Ectoderm + dem braunen
Körper. Schon gleich in den ersten Larvenstadien ist
der betreffende Theil des Ectoderm als sogen. Kappe
(„calotte") erkennbar. — Verf. vergleicht schliesslich die
Larven der Chilostomen und Vesiculariden mit der Acti-
notrocha und findet namentlich Analogien in der Aus-
stülpung des „sac interne" und in der Umbiegung des
Darmkanals. Bei Phoronis liegen fast alle Organe in
dem umgestülpten Sack; er bildet daher später die ge-
sammte Leibeswand des Thieres; bei Chilostomen hin-
gegen liefert er nur die Basis, während die übrige
Körperwandung sich als umgestülpte Mantelhöhle darstellt.
Bei Vesiculariden endlich geht aus letzterer die gesammte
Leibeswand hervor (Zool. Anz. 1885, pag. 577 — 519).
E. C. Bousfield hat die Victor ella pavida Kent
an verschiedenen Punkten Englands (Regents - Canal,
Surrey-Canal etc.) in brakischem oder süssem Wasser
auf Cordylophora wieder aufgefunden. Er sah im Gegen-
satz zu Kent einen deutlichen Kaumagen (gizard) mit
doppeltem Sphinxter. Der eigentliche After liegt von den
Tentakeln entfernt, indem der Enddarm sich in ein langes
Muskelrohr fortsetzt, das den After bei der Defaecation
emporzieht. Das Operculum stellt sich als zarte Membran
dar, die nicht aus „setae" zusammengesetzt ist. Mit Pen-
nington möchte er die Gattung der Familie der Cylin-
droeciiden zurechnen (The Victorella pavida of Saville
Kent. With Figg. in Ann. Mag. Nat. Hist. [5] Vol. 16,
pag. 401—407).
238 'Prot Dr. Karl Kraepelin:
L. Joliet wendet sicli in einer kurzen Notiz gegen
die Ausführungen Haddon's (vgl. d. Zeitschr., Jahrg. 51,
pag. 176 — 178) über die Knospung derBryozoen. Er
hält daran fest, dass die Knospenanlage in toto sich aus
einem homogenen Zellhaufen des Endosarc entwickelt
ohne Betheiligung des Epithels der Seitenwände des
Zooeciums (Eucratea, Flustra, Diachoris). Die Diffe-
renzirung in zwei verschiedene Schichten erfolgt erst
später, wo dann die innere dem Ectoderm, die äussere
dem Meso- und Entoderm entspricht. Das Endosarc (das
bei Diachoris kaum entwickelt ist) ist ein Derivat des
bei Bow^erbankia, Eucratea etc. vorhandenen einschichtigen
Wandepithels (der Endocyste). Nur die Plumatellen be-
sitzen vor der Knospung zwei deutliche Schichten der
Endocyste, deren äussere das Ectoderm, deren innere
Meso- und Entoderm repräsentirt (Sur le bourgeonnement
du Polyjnde chez plusieurs Ectoproctes marins in Arch. Zool.
Experim. [2] Tom. 3, Notes pag. XIII — XIV).
Ray Lankester hat in der Encyclop. Britt. (Vol. 19,
pag. 429 — 441) den Artikel Polyzoa bearbeitet, in dem
er die Sipunculoiden , Brachiopoden und Bryozoen als
neues Phylum „Po daxonia'- zusammenfasst. Die Arbeit
ist dem Ref. nicht zugänglich gewesen.
W. H. Caldwell giebt einen vorläufigen Bericht über
die verwandtschaftlichen Beziehungen von Pho-
ronis. Nach ihm sind die praeoralen Lappen von Pho-
ronis gleichwerthig mit dem Epistom der Entoprocten
und Phylaktolaemen, wie mit dem Fuss von Rhabdo-
pleura. Die Dorsalfläche der Bryozoen wird wie bei
Phoronis durch die Linie zwischen Mund und After be-
stimmt. Die Larven der Brachiopoden und Bryozoen
sind modificirte Trochosphaeren (Froc. R. Sog. London
Vol. 34, 1883, pag. 371—383).
W. Reinhard hebt auf's Neue hervor, dass die
Samenfäden der Alcyonella neben dem Kopf einen
langen fadigen Theil besitzen, in dem ein Centralfaden
erkennbar ist. Nur dieser letztere, vielleicht auch der
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 239
ganze Vorclertheil des Samenkörpers, dürfte aus dem Zell-
kern gebildet werden (Zool. Anz. 1885, pag. 538 — 539).
J. Richard empfiehlt salzsaures Cocain, um Süss-
wasserbryozoen gegen äussere Insulte unempfindlich zu
machen und sie in ausgestrecktem Zustande abzutödten
(Compt. rend. Tom. 100, pag. U09—I411; Zool. Anz. 1885,
pag. 332—333).
J. Jullien giebt in seiner Monographie der Süss-
wasserbryozoen {Bidl. Soc. Zool. France 1885, pag. 91
bis 207) einige anatomische und physiologische Beob-
achtungen über Plumat eilen. Er vermisst die von
V. Beneden erwähnten motorischen Nervenfasern. Die
Muskeln bleiben noch contraktil, wenn das Nervensystem
abgestorben. Das Zurückziehen des Polypids geschieht
nicht in einem Tempo. Löst man die Ectocyste von der
Unterlage, so trennt sich die Endocyste von der Ectocyste
und umhüllt das Polypid. Die Spermatozoenmutterzellen
haben am Funiculus keine bestimmte Lagerung zu den
Statoblasten. Die äusseren Tentakeln bewegen sich
isochron, auch wenn der innere Kranz unbeweglich bleibt.
Die Tentakeln sind nur an ihrer Basis sensibel. Das
Ganglion ist auf sich selbst zurückgekrümmt.
S. F. Harmer hat in Neapel den Bau und die Ent-
wicklung der Gatt. Loxosoma untersucht. Folgende
Arten wurden beobachtet: L. crassicauda, pes (= L. singu-
lare Schmidt), L. singulare Kef. (= L. claviforme Hincks?),
L. Tethyae, L. Leptoclini (n. sp.). Die beiden letzt-
genannten Arten allein wurden embryologisch näher
studirt. Die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit werden
vom Verf. selbst etwa folgendermassen formulirt. 1. Ana-
tomie. Das erwachsene Loxosoma besitzt ein grosses,
hanteiförmiges unteres Schlundganglion, das früher als
Theil des Geschlechtsapparats beschrieben wurde. Es
entsteht aus dem Ectodermepithel des Vestibulums in der
Knospe und strahlt ein System peripherischer, mit kleinen
Ganglien durchsetzter Nerven aus, die in Sinneszellen
enden. Letztere tragen Tasthaare, die an sehr ver-
240 ^i'of. Dr. Karl Kraepeliu:
schiedeneu Stellen des Körpers auftreten. Bei L. crassi-
cauda sind zwei dieser Organe besonders entwickelt und
durch Büschel von Tasthaaren ausgezeichnet. Das er-
wachsene Thier besitzt kein oberes Schlundganglion. —
Das paarig vorhandene Excretionsorgan besteht aus vier
grossen, der Länge nach von einem Kanal durchbohrten
Zellen, deren Wandungen mit gelbgrünen Körnchen ge-
füllt sind. Es beginnt wahrscheinlich geschlossen mit
einer Geisselzelle und öffnet sich in das Vestibulum
(jederseits zwischen Glangiion und Oesophagus). Diese
Nephridien sind völlig homolog der Kopfniere der Trocho-
sphaeralarve. Die nierenartigen Organe Salensky's w^urden
nicht beobachtet. — Hermaphroditische Individuen konnten
weder hei Loxosoma noch bei Pedicellina aufgefunden
werden. Frühere Angaben hierüber beruhen auf der
Deutung des Ganglions als Hoden. Doch ist es wahr-
scheinlich, dass ein und dasselbe Thier zu verschiedenen
Zeiten Ovarium und Hoden entwickelt. Die Geschlechts-
prodiikte haben spezifische Ausführungsgänge in das
Vestibulum. Schmidt's Darstellungen sind nicht korrekt.
— 2. Ontogenie. Bei L. Leptoclini und Ped. echinata
sind die Eier klein und der Embryo wird theilweise er-
nährt von dem Placenta- artig sich anlegenden Drüsen-
epithel der Bruttasche. Bei L. Tethyae geschieht das
nicht; das einzige, sich zur Zeit entwickelnde Ei ist gross
und wächst schon im Ovarium auf Kosten benachbarter
Zellen, welche die Rolle eines Vitellariums spielen. —
Nach der totalen Furchung und der Bildung der Invagi-
nationsgastrula persistirt wahrscheinlich der Blastoporus
an der Stelle des Anus; vor dem Blastoporus wird das
Stomodaeum als trichterförmige Einstülpung des Ectoderm
gebildet. Das Mesoderm entsteht vornehmlich aus zwei
Polzellen zu beiden Seiten des Blastoporus. — Das
„Rückenorgan" ist nicht eine Knospenanlage , sondern
das obere Schlundganglion. Es ist anfangs nicht hypo-
blastisch, bildet sich vielmehr als Verdickung, sodann als
unpaare Einstülpung des Epiblast. Die Einstülpungs-
öffnung schliesst sich; ein Lager von Fasern entsteht in
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885, 241
ihrer unteren Wand und ein Paar grosse Augen mit
schöner Linse erscheinen auf dem Organ. — Zwischen
Mund und After bilden sich zwei Einstülpungen des Epi-
blast, deren Höhlungen bald in der Medianlinie ver-
schmelzen. Diese „Vestibulareinstülpungen" bleiben immer
offen, während ihre Höhlung sich erweitert; sie bilden
den tieferen Theil des Vestibulum. Aus einer paarigen
Verdickung des Epithels desselben geht das untere
Schlundganglion hervor, welches an den Seiten des Oeso-
phagus mit den Seitentheilen des halbmondförmigen
oberen Schlundganglions verschmilzt und so zur Her-
stellung eines vollständigen circumoesophagealen Ringes
führt. — Nach dem Beginn des Freilebens wurde (bei
L. Leptoclini) keine Fixation der Larve beobachtet; doch
entwickelte dieselbe ein Paar Knospen gleich den er-
wachsenen Thieren. Diese Knospen lagen an der Seite
des „Rückenorgans", aber durchaus getrennt von ihm.
Sie waren schon als epiblastische Verdickungen zu er-
kennen lange bevor der Embryo zum Ausschlüpfen reif
war. — Der Magen scheint schon vor der Reife der
Larve paarige seitliche Zellstreifen zu knospen (L. Lepto-
clini). Während des Freilebens wächst deren Zahl, und
die Zellen des Magens selbst theilen sich, während sein
Lumen atrophirt. Dies zeigt sonder Zweifel den nahenden
Tod der Larve an, nachdem die Knospen reif geworden.
Einige jener hypoblastischen Zellen bilden wahrscheinlich
das Entoderm der Knospe. — 3. lieber die verwandt-
schaftlichen Beziehungen der Bryozoen. Die Ento-
procten, Larven wie Erwachsene, sind echte Trocho-
sphaeren, die eine ventrale Krümmung des Nahrungskanals
besitzen, ohne wahre Leibeshöhle sind und ein Paar
Kopfkiemen haben. — Das Nervensystem von Loxosoma
entwickelt sich fast genau so, wie das von Dentalium,
bei dem das Gehirn von einer paarigen Einstülpung ent-
steht, die Fussganglien aus Verdickungen des Epiblast
hervorgehen und beide unabhängig entstehenden Theile
sich sekundär vereinen wie bei Loxosoma. Die Meta-
morphose der Ectoprocten ist als Knospungsprozess auf-
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. Q
242 Pi"of. Dr. Karl Kraepelin:
zufassen. Cyphonautes und Tendra liefern wahrscheinlich
wichtige Ergänzungen für die Ableitung der Larven der
Ectoprocten von denen der Entoprocten. — Die Ento-
procten als echte Trochosphaeren haben gewisse Aehn-
lichkeit mit der Actinotrocha. Es ist wahrscheinlich,
dass die Richtung der Darmkrümmung sich unterscheidet
von derjenigen der erwachsenen Phoronis, aber identisch
ist mit derjenigen der Actinotrocha. Die Linie zwischen
Mund und After bezeichnet bei den Bryozoen die Ventral-
seite, bei Phoronis die Dorsalseite (gegen Caldwell und
Lankester). — Die Verwandtschaft zwischen Bryozoen
und Brachiopoden ist zweifelhafter als mit Phoronis, da
die Larven in manchen wichtigen Punkten differiren (Ab-
wesenheit der Kopfnieren bei den Brachiopodenj. — Der
nächste Verwandte speziell der Entoprocten ist die Trocho-
sphaera der Mollusken oder Chaetopoden und das er-
wachsene Potator. — Die Entoprocten bilden die älteste
Gruppe der Bryozoen, deren Beziehungen zu den Ecto-
procten immerhin noch zweifelhaft sind. — Die von
Fewkes 1884 neu beschriebene vermeintliche Anneliden-
larve, welche die Verwandtschaft der Anneliden und
Bryozoen beweisen soll, ist eine echte Loxosomalarve
gewesen (ün the Structare and Development of Loxosoma
ivith 3 PL. in Qu. Journ. Micr. Sc. Vol. 25, pag. 261 — 331 ;
Absir. in Rep. 54. Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. pag. 179).
Ray Lankester beschreibt Bau und Knospung der
Rhabdopleura Normani, die er bei Lervik in Nor-
wegen gedredget hat. Der Stock stellt sich zunächst
als ein der Unterlage fest anliegendes, weit und un-
regelmässig verzweigtes Röhrensystem (Tubarium) dar,
das aber keineswegs den „Zooecien" der Ectoprocten an
die Seite zu stellen ist, da es aus einem System schmaler
Ringe sich aufbaut, die successive von der sog. Buccal-
scheibe (od. Praeorallappen) des Polypids sezernirt werden.
Die Hauptachse des Tubariums giebt Seitenzweige von
zweierlei Art ab, solche, die nach einiger Zeit plötzlich
rechtwinklig von der Unterlage sich erheben, und solche,
welche in ganzer Länge derselben angeheftet bleiben.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 243
Erstere sind „fertige Zweige", die keine Polypide oder
Polypidröhren mehr erzeugen können; letztere sind
„sprossende Zweige" (growing branches), die im Innern
zahlreiche Polypidknospen zeigen und an der Spitze durch
Ansetzen neuer „Ringe" weiter wachsen. Die Ringe der
aufrechten Zweige sind kurze cylindrische Rohrstücke;
die der aufliegenden Röhren setzen sich aus 2 schräg
gestellten Halbringen zusammen, die übereinandergreifen.
Dieselben werden stets von unfertigen Polypiden hervor-
gebracht, bei denen die Buccalscheibe noch zweilappig
ist. Im Innern des Tubariums finden sich von Zeit zu
Zeit Quersepta, die in den älteren Theilen der Kolonie
immer da auftreten, wo unmittelbar unterhalb eine
aufrechte Polypidröhre sich abgezweigt hat. In den
sprossenden Zweigenden markirt sich das so, dass jede
der in Reihen hintereinander liegenden Knospen von
ihren Nachbarn durch je ein Septum getrennt ist. Bei
einem gewissen Stadium wächst dann das junge Polypid
rechtwinklig aus seiner Kammer heraus, hierbei die
Wandung durchbrechend und sich von der Durchbruchs-
stelle an ein eigenes Rohr aus Cylinderringen aufbauend.
Wenn der Durchbruch unterbleibt, atrophirt die Polypid-
knospe, und es entstehen die sterilen Kammern Allmans.
— Das Polypid zeigt vorn die riesige Buccalscheibe,
in seiner Lage dem Epistom der Phylactolaemen ent-
sprechend, die motorische und sekretorische Funktionen
hat. Am Grunde der Buccalscheibe liegt der Mund.
Auf die Mundparthie folgt der stark pigmentirte „Thorax",
von dem beiderseits von der Buccalscheibe die beiden
völlig getrennten, mit je etwa 30 flimmernden Tentakeln
besetzten Lophophorarme abgehen. Auf den Thorax
folgt das pigmentlose „Abdomen", an das sich an der
Oralseite ein langer Strang, der „Gymnocaulus" ansetzt,
den Allman irrthümlich als Funiculus betrachtete. Der
After mündet aboral am Grunde des Thorax. Wenig
über ihm zeigt sich zwischen den beiden getrennten
Lophophorarmen ein mit Cilien besetzter Höcker, der
wohl als Sinnesorgan aufzufassen ist. Eine Anhäufung
^44 Prof- Dr. Karl Kraepelin:
kugeliger Pigmentkörnclien am oberen Rande der Buccal-
scheibe wird als rudimentäres Auge gedeutet. Das Ab-
domen ist fast g-anz vom Magen und dem aufsteigenden
Darmkanal ausgefüllt, lässt aber doch noch nebst dem
Gymnocaulus die von Sars geleugnete Leibeshöhle er-
kennen. Letztere wird von spindelförmigen, hie und da
das Coelom durchsetzenden Zellen ausgekleidet. Die
Tentakeln und Lophophorarme werden (wie auch bei
Cephalodiscus) innerlich durch eine mesodermatische
Skelettbildung gestützt. Eine ähnliche Skelettbildung
in Verbindung mit Muskelfasern findet sich als Strang
im Gymnocaulus und unterstützt durch seine Elasticität
das Herausstrecken des Polypids. Die Hoden liegen
als 2 lange Blindsäcke zu beiden Seiten des Abdomens
und münden unweit des Afters. Sie scheinen nicht den
Nephridien von Phoronis zu entsprechen. — Der Gymno-
caulus umgiebt sich in älteren Zweigen allmählich mit
einer chitinösen Cuticularschicht und wird so zum „Pecto-
caulus" (dem Blastophore Allmans), dessen weiches inneres
Gewebe die Communication des Stockes vermittelt, dessen
Cuticularschicht („Caulotheca") der Ectocyste der übrigen
Bryozoen entspricht. Am Ende der sprossenden Zweige
findet sich eine „Leitknospe" (leading bud), deren Körper
ohne deutliche Grenze in den Gymnocaulus übergeht.
An diesem entstehen, so lange er noch nicht cuticularisirt
ist, in Form von Auswüchsen jüngere Knospen (die
jüngste vorn), welche Septa zwischen sich abscheiden
und so das Tubarium in Kammern theilen, aus denen
sie später seitlich hervorbrechen. Die Entwicklung der
„leading bud" verzögert sich augenscheinlich so lange,
als noch Knospen am Gymnocaulus gebildet werden.
Andere „arrested buds", wie sie Allman beschreibt,
scheinen nicht vorzukommen; jedenfalls wären sie nicht
als Statoblasten, sondern als Hibernacula zu bezeichnen.
— Im Hinblick auf Caldwells Arbeiten über die Entstehung
des Epistoms bei Phoronis giebt Verf. die früher ver-
suchte Homologisirung der Buccalscheibe mit dem Fusse
Jahresbericht über die ßiyozoen für 1881 und 1885. 245
der Mollusken auf, möchte sie aber dem Mantel der
Lamellibrancliiaten gleichstellen (.4 Contribntion to the
knowledge of B.habdopleu,ra. With 5 PL in Qu. J. Micr. Sc.
(N. aS.), Vol. 24, -pag. 622—647).
B. Systematik, Faunen.
1. Ectoprocta, Gymnolaemata.
G. Biisk hat die Bryozoen der Challenger-Ex-
pedition bearbeitet und veröffentlicht zunächst als ersten
Theil derselben die Chilostomen. Im Ganzen sind etwa
280 Arten Chilostomen gesammelt worden, von denen
beim Beginn der Arbeit nicht weniger als 180 neu er-
schienen. Im Laufe der Bearbeitung (7 Jahre) sind dann
manche der letzteren von anderen Forschern selbständig
aufgefunden und beschrieben worden. — Die von der
Expedition durchforschten Oceane werden in 7 Regionen
von je 90*^ Länge eingetheilt, davon 3 nördlich, 4 süd-
lich vom Aequator: 1. Nordatl. Reg. von 700westl. bis
20^ östl. L. ; 2. Südatl. Reg., ebenso; 3. Südindische und
Kerguelen-Reg. von 20 ^ östl. bis 110 ^ östl. L.; 4. Austral.
Reg. von 110^ östl. bis 160^ westl. L.; 5. Philippinen-
oder Japan. Reg. von 110^ östl. bis 160'^ westl. L. ; 6. Nord-
Pacif. Reg. von 160^ bis zur Westküste Amerikas; 7. Süd-
Pacif. Reg. von 160 ^ westl. bis 70^ westl. L. Die Stationen
des Challenger werden nach diesen Regionen in bary-
metrischer Ordnung mit der jeweiligen Ausbeute aufge-
zählt. Die Formen erscheinen im Allgemeinen um so
verbreiteter, je grösser die Tiefe, in der sie leben. Bei
der Erklärung der dann folgenden Kunstausdrücke wird
den Chitintheilen des Zooeciums (Operculum, Mandibeln,
Setae, Radicellen) grosser Werth für die Bestimmung bei-
gelegt. Der Deckel ist „complete" oder „incomplete";
die Mandibeln der Avicularien scheiden sich in „prehen-
sive" und „retentive". — Zur näheren Orientirung über
das gewählte System wie über die Mannigfaltigkeit der
gesammelten Formen möge folgende Uebersicht dienen.
246 Pi'of- J^r- Karl Kraepelin:
a. Stolonata.
1. Farn. Aeteidae: Gattung Aetea (1 Sp.).
2. Farn. Eucrateidae: Gatt. Encratea (1 Sp.), Hippothoa
(2 Sp.), Pasythea (1 Sp.), Brettia (2 Sp.). — Neu Brettia
australis und B. cornigera.
3. Farn. Chlidoniadae: Gatt. Chlidonia (1 Sp.).
b. Eadicellata.
«) C e 1 1 u 1 a r i n a.
4. Farn. Catenariadae: Gatt. Catenicella (8 Sp.), Cate-
naria (3 Sp.). — Neu Catenicella sacculata, Cate-
naria attenuata und bicornis.
5. Farn. Cellulariadae: Gatt. Cellularia (6 Sp.), Menipea
(9 Sp.), Emma (1 Sp.), Scrupocellaria (5 Sp.), Canda
- (2 Sp.), Nellia (2 Sp.), Caberea (6 Sp.). Neu Cellu-
laria crateriformis, cirrata, quadrata, biloba,
elongata(?); Menipea benemunita, clausa, fla-
gellifera, marionensis, pateriformis; Scrupo-
cellaria securifera; Canda simplex(?); Caberea
rostrata (= Selbia zelanica Gray?), crassimargi-
nata, minima.
6. Fam. Bicellariadae: Gatt. Bicellaria (7 Sp.), Bugula
(9 Sp.), Kinetoskias (2 Sp.), Ichthyaria n. g. aus
dem südl. atl. Ocean (1 Sp.) — Neu Bicellaria navi-
cularis, infundibulata, bella, moluccensis,
m a c i 1 e n t a ; Bugula versicolor, leontodon,
sinuosa, mirabilis, reticulata, bicornis, mar-
garitifera, longissima; Ichthyaria oculata. —
Stirparia glabra Hincks wird zu Bicellaria gezogen.
Ichthyaria n. g. : Zoarium continuous, branched; branches
irregularly dichotomous or forked, biserial, zooecia facing in one
direction; the two series very loosely connected. Zooecia ventricose
rounded, front entirely calcified.
7. Fam. Gemellariadae: Gatt. Didymia (1 Sp.), Di-
metopia (1 Sp.).
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 247
8. Farn. Farciminariadae: Gatt. Farciminaria (8 Sp.).
— Neu Farc. atlantica, cribraria, magna und
var. armata, brasiliensis, pacifica, gracilis,
delicatissima, hexagona.
ß) Flustrina.
9. Fam. Flustridae: Gatt.Flustra (4Sp.), Carbasea (7Sp.),
Diachoris (5 Sp.). — Neu Flustra crassa, biseriata,
membraniporides; Carbasea pedunculata, mose-
leyi.
lO.Fam. Membraniporidae: Gatt. Membranipora(4Sp.)
Amphibiestrum (6Sp.), Biflustra (1 Sp.), Foveolaria
n. g. (4 Sp.). — Neu Amphibiestrum imbricatum,
cristatum, papillatum, capense; Foveolaria ellip-
tica, orbicularis, tubigera, falcifera.
Foveolaria n. gen : Zoarinm erect, branched and cylindrical,
or foliaceons and bilaminar. Front of zooecia with a thick granulär
border very deeply imbedded in a pit formed by the thickening of
the general ectocyst. A sessile aviculariimi immediately below or in
front of the lower border of the pit.
11. Fam. Microporidae: Gatt. Micropora (2 Sp.), Vin-
cularia (3 Sp.), Steganoporella (1 Sp.), Caleschara
(ISp.). — Neu Micropora uncifera; Vincularia
labiata.
12. Fam. Electrinidae: Gatt. Electra (1 Sp.). — Neu
E. cylindracea.
y) Eßcharina.
13. Fam. Bifaxariadae (neu): Gatt. Bifaxaria n. g.
(8 n. sp.), Calymmophora n. g. (1 Sp.). — Neu Bif.
submucronata, laevis, corrugata, papillata,
minuta, reticulata, abyssicola, denticulata;
Calymmophora lue i da.
Charakter der Familie: Zoarium rigid, continiious or arti-
culated, biserial, variously branched. Zooecia alternate, closely con-
nate back to back and facing in opposite directions.
14. Fam. Salicornariadae: Gatt. Salicornaria (10 Sp.),
Melicerita (2 Sp.). — Neu Salic. clavata (= Cellaria
248 I*i"of- 1^1'- Karl Kraepelin:
fistulosaMcGill.), simplex, variahilis, divaricata,
dubia, magnifica; Melicerita atlantica, dubia(?).
15. Farn. Tubucellariadae: Gatt. Tiibucellaria (2 Sp.),
Siphonicytara n. g. (1 Sp. aus der austral. Region).
— Neu Siph. serrulata.
Siphonicytara n. g'.: Zoarhim continuous, radicate, brauched,
branches alternate, sabcylindrical quadriserial, siibseciuid. Zooecia
completely immersed below, flattened in front. Peristome tubulär,
extended. A circular median pore below tbe niiddle of tbe front.
A large circular orifice (avicularian ?) near the top of most of tbe
lateral zooecia behind.
16. Farn. Oncliop o ri dae: Gatt. Onchopora (1 Sp.),
Onchoporella n. g. (für Formen, die früher den Gatt.
Carbasea und Scruparia zugerechnet wurden; 1 Sp.). —
Onchoporella bombycina = Carbasea bombyc. Busk,
Brit. Mus. Cat.
17. Farn. Reteporidae: Gatt. Retepora (23 Sp.), Rete-
porella n. subg. (wie Retepora, aber „branches free
in one plane" ; 2Sp.), Turritigera n. g. (1 Sp.). — Neu
Ret. apiculata, denticulata, tessellata var., gi-
gantea, lata, crassa, atlantica, victoriensis (?),
simplex, hirsuta, mucronata, contortuplicata,
cavernosa, tubulata, columnifera, philippi-
nensis, delicatula, margaritacea, jacksoni-
ensis, magellensis; Reteporella flabellata, my-
riozoides; Turritigera stellata.
Turritigera n. g. : Zoarium ramose, arising from a calcareous
expansion, encrusting foreign bodies, haviug the openings of the
zooecia usually on one side only. Zooecia ventricose or flask-shaped,
much produced and subtubular above, with several conical or columnar
avicularian processes on the peristome.
18. Fam. Cribrilinidae: Gatt. Cribrilina (5 Sp.). — Neu
Cr. latimarginata, philomela (= Cr. speciosa
Hincks?).
1 9. Fam. M i c r o p o r e 1 1 i d a e : Gatt. Flustramorpha (2 Sp.),
Microporella (3 Sp.). — Neu Fl. hastigera (=Porellina
ciliata Smitt?).
20. Fam. Escharidae: Gatt. Eschara (2 Sp.), Lepralia
(9 Sp.), Chorizopora (3 Sp.), Porella (1 Sp.), Escharoides
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 249
(2Sp.), Smittia (9 Sp.), Miieronella (12 Sp.), Aspido-
stoma (1 Sp.), Scliizoporella (11 Sp.), Geplivropliora
n. g-. (1 Sp.), Myriozoum (4 Sp.), Haswellia n. gen.
(2 Sp.), Tessaradoma (1 Sp.), Gemellipora (2 Sp.). —
Neu Lepralia celleporoides, japonica, tuberosa,
dorsiporosa, feegeensis, incisa(?), loncliaea;
Chorizopora honolulensis; Escharoides occliisa;
Smittia tenuis(?), smittiana, marsupialis, trans-
versa, Jacob ensis, oratavensis (^ Sm. marmorea?
Hincks), stigmatophora, graciosa; Mucronella
pyriformis, quadrata, delicatula, rostrigera,
c a s t a n e a , m agni f i c a , c a n a 1 i f e r a (= Lepralia
mangnevilla Busk Zooph.), simplicissima(?); Schizo-
porella furcata, nivea, longispinata, jacksoni-
ensis, tenuis, marsupifera; Gephyromorpha poly-
morpha; Myriozoum honolulense, immersum,
Simplex, marionense; Haswellia auriculata; Ge-
mellipora cribritheca. — ^ Myriozoum australienseHas-
well wird zu Haswellia gezogen.
G-ephyrophora n. g.: Zoariiim dimorphous, either erect and
irregularly branched, and cylindrical with the zooecia disposed round
an imag'inary axis, or decurrent, loosely encrusting, and unilaminar.
Zooecia completely imraersed, flat in front, parted by septal ridges.
Surface beneath the epitheca finely reticulate. Primary orifice
arcuate, with the lower border slightly sinuated, afterwards trans-
versely oblong. A prominent avicularian process on each side of
the orifice, the two eventually inarching and forming a bridge in
front of it.
Haswellia n. g.: Zoarium composed of short cylindrical
branches, spreading in all directions dichotoraously, at very open
angles. Zooecia disposed verticillately and more or less irregularly
quincuncial, with a produced tubulär or subtubular and bifid, or
simply thickened peristome, supporting on each side a small avi-
cularium with a pointed subtriangular maudible. Primary mouth
clithridiate with an operculum of corresponding form.
21. Fam. Adeoneae (neu, = Escharidae [pars] aut.):
Gatt. Adeona (1 Sp.), Adeonella (8 Sp.). — Neu Adeona
appendiculata; Adeonella polymorpha, intri-
caria, atlantica, regularis, pectinata.
250 Pi'of. Dr. Karl Kraepelin:
Charakter d. F am : Zoarium erect or encrusting, alfixed
either by a more or less flexible jointed or unjointed, radicate, chitiDo-
calcareous peduiicle, or immediately attached to some flexible body,
either with or withoiit a coutracted base. ßilaminar except when
encrusting; foliaceous, expanded and fenestrate; or branched or lobate
and entire. Cells of two or iisiially three kinds, zooecial, ooecial,
avicularian. No ooecia of the usual type. On the front a median
pore, usually simple and circular sometimes irregularly fimbriote, or
represented by a depressed perforated areola. Usually one or more
sessile avicularia on the front. In the ooecial cells the pore in most
cases is suboral, or placed immediately below the mouth, and usually
a minute avicularium on each side. The wall of the zooecial cells
is pnnctate or entire, that of the ooecial always punctate. — Hierher
auch d. n. g. Reptadeonella.
22. Farn. Celleporidae: Gatt. Cellepora (31 Sp). — Neu
Cell, hastigera, tuberculata, aspera, columnaris,
lionolulensis, imbellis (?), jacksoniensis, poly-
morpha, apiculata, samboagensis, discoidea,
tridenticulata, vagans, rudis, solida, simo-
nensis, pustulata, cylindriformis, eatonensis,
ovalis, bicornis, bilabiata, signata, conica(?),
ansata, canaliculata, bidenticula.
23.Fam. Selenariadae: Gatt. Cupularia (3Sp.), Limularia
(1 Sp.). — Neu Cup. monotrema.
(^Report Scienf. Resnlts Voyage H. M. S. Challenyer
1873—1876. ZooL VoLX, Part 30. Report on the Polyzoa.
— Tlie Cheilostomata hy George Bask).
W. J. Yigelius berichtet über die Bryozoenfauna
der Oosterschelde (Tidschr. Ned. BierJc. Ver. Snpjjl.
1. Afl. 2 pag. 546—549). Es werden aufgeführt die
Gattungen Scrupocellaria (1 Sp.), Bugula (1 Sp.), Flustra
(1 Sp.), Membranipora (1 Sp.), Microporella (1 Sp.), Crisia
(1 Sp.), Alcyonidium (1 Sp.) und Bowerbankia (1 Sp.).
Mac Oillivrais liefert Fortsetzungen zu seinen „De-
scriptions of new or little known Polyzoa" (vgl.
diese Zeitschr. Jahrg. 51, Bd. II, pag. 190) in Irans. R.
Soc. Victoria Vol. 19, 1883, pag. 130—138, mit 3 Taf.,
p>ag. 191—195, mit 2 Taf., pag. 287—293, mit 2 Taf. Es
werden besprochen 34 Species meist von Port Phillip
Heads in Südaustralien aus der Familie der Cribriliniden,
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 251
Microporelliden, Poriniden, Myriozoiden, Eschariden,
Membraniporiden, Celleporiden, Horneriden, Tubuliporiden,
Frondiporideii. — Neu Cribrilina setirostris, Membrani-
porella distans; Microporella Malusii var. personata(?),
M. r e n i p u n etat a, Lagenipora tu b e r e u 1 a t a; Schizoporella
araehnoides, insignis, lata, punctigera, Ridleyi;
Lepralia long-ipora, magnirostris, Mucroiiella laevis,
munita, serratula, Retepora aurantiaea, avicularis,
serrata, Rhynehopora profunda, Smittia oculata;
Lekythopora (n. g. der Celleporiden) hystrix; Pustu-
lopora regularis; Hornera robusta; Fasciculipora gra-
cilis. — Escharella setigera Smitt gehört zu Lepralia;
Lepralia Kirehenpaueri var. teres Hincks = L. setigera
Smitt; Retepora robusta Hincks = R. porcellana M'G.;
Entalophora subgracilis d'Orb. = Pustulopora regularis M'Gr.
Derselbe bespricht in den Fortsetzungen (ibid. Vol. 20,
pag. 103— nS. mit 3 Taf., pag. 126—128, mit 1 Taf.)
australische Formen der Gattungen Retepora, Disco-
porella und Fasciculipora. — Neu Retepora moni-
lifera var. sinuata, form, umbonata, form, munita,
Ret. formosa und carinata; Discoporella reticulata,
pristis, echinata; Fasciculipora bellis, fruticosa. —
Retepora fissa M'G. ist wohl gleich R. marsupiata Smitt.
Derselbe liefert in weiteren Fortsetzungen (ibid.
Vol. 21, pag. 92—99, mit 3 Tafeln; pag. 106—110, mit
5 Taf.) neue Beiträge zu den Fam. der Catenicelliden,
Cellulariiden, Bicellariiden, Gemellariiden, Salicorniiden,
Flustriden, Membraniporiden, Microporelliden, Myriozoiden,
Celleporiden, Tubuliporiden und Discoporelliden, die
ebenfalls fast sämmtlich bei Port Phillip Heads in Süd-
australien gesammelt sind. — Neu Catenicella graci-
lenta; Maplestonia (n. g. der Cellulariiden) cirrata,
Simplex, Canda tenuis; Urceolipora dentata; Cellaria
rigida;Membraniporabimamillata, porcellana; Micro-
porella diadema var. lunipunctata, var. longispina,
var. lata, var. canaliculata; Schizoporella crypto-
stoma; Cellepora munita, longirostris, serratirostris,
rota; Tubulipora lucida, concinna, pulchra, connata,
252 Pi'of. Dr. Karl Kraepelin:
clavata, Diastopora bicolor, fascicnlata, lineata;
Favosipora (n. g. der Discoporelliden) rugosa. — Der
Gattungsname Diplopora M'G. wird in Diploporella
umgewandelt; Alysidota ciliata M'G. (1869) zu Micropo-
rella (scandens n. sp.).
Maplestonia n. g.: Polyzoary consisting of series of Single
and geminate cells, connected by distinct, corneous tubes. Cells with
tbe front wbolly occupied by a membranous area, or with the lower
part filled in; imperforate behind. No avicularia or vibracnla.
Favosipora n. g. : Zoariiim adherent, raised at intervals in
irregulär, elevated, rounded ridges, with a distinct lamina. Cells
large, of unequal size, closely packed, prismatic.
A. W. Waters bespricht die Bedeutung der Avi-
cular-Mandibeln bei der Bestimmung der chilostomen
Bryozoen (in Jonrn. R. Micr. Soc. London [2] Vol. 5,
pag. 774 — 775, mit 1 Taf.). Die Arbeit ist dem Ref.
nicht zugänglich gewesen.
Tli. Hincks beendet seine Untersuchungen über die
Bryozoenfauna der Königin Charlott e-Inseln (vergl.
diese Zeitschr., Jahrg. 51, Bd. II, pag. 185 — 186) in den
Ann. and Mag. Xat. Hist. (J), Vol. 13, pag. 49—5^; ibid.
pag. '203 — 215. An neuen Arten resp. Varietäten werden
aufgeführt: Lepralia bilabiata, claviculata; Porella
marsupium McGill. var. porifera. P. major, P. (?) ar-
ge n t e a ; Smittia s p a t h u 1 i f e r a ; Mucronella p r a e -
lucida, praelonga, spinosissima Hincks var. major;
Cellepora sp.?; Lagenipora spinulosa; Tubulipora per-
fragilis, Dawsoni (nachträglich als Escharina torquata
d'Orb. erkannt), fasciculifera; Diastopora suborbicu-
laris? (= D. simplex Busk); Menipea compacta Hincks
var. triplex; Cellaria mandibulata; Membranipora
pallida, exilis. — Im Ganzen sind 96 Species von den
Königin Charlotte-Inseln aufgeführt, unter ihnen 36 neue.
Von den 60 bekannten sind wenigstens 24 ausgesprochen
arktische Formen, von denen 17 auch in britischen
Meeren sich finden. Nur 9 kommen überhaupt nicht in
Europa vor.
Derselbe bespricht in der Fortsetzung seiner
„Contributions towards a general history of the
Jahresbericlit über die Bryozoen für 1884 und 1885. 253
Marine Polyzoa" (vgl. diese Zeitsclir., Jahrg. 51, Bd. II,
pag. 183 — 185) in den Ann. and Mag. Nat. HLsL (5), Vol. 13,
jtag. 3-') 6 /. zunächst eine Collection Bryozoen von Bur-
mah (Indien). Es sind 14 Arten aus den Familien der
Cellulariadae, Bieellariidae, Membraniporidae, Stegano-
porellidae, Microporellidae.Myriozoidae, Escharidae, Celle-
poridae u. Lichenoporidae. — Neu Membranipora favus,
Lepralia robusta, Porella malleolus und Cellepora
n. sp. ?.
Derselbe bespricht sodann (1. c. Vol. 13, pag. 363
bis 3(39; Vol. U, pag. 276— 285 ; Vol. 15, pag. 244— 254),
die von J. B. Wilson bei Port Phillip Heads, Victoria,
Australien, gesammelten Bryozoen, soweit sie neu sind
oder nicht in den „Decades" von MacGillivray enthalten
sind. Anhangsweise sind einige Neuseeländische Formen
mit aufgeführt. Erwähnt werden an neuen Formen der
Ectoprocten: Flustrella hispida Fabr. var. cylindrica;
Bugula uniserialis; Menipea marginata; Farciminaria
uncinata; Cyclicopora (n. g. der neuen Familie Cycli-
coporidae) praelonga; Schizoporella subsinuata, bi-
turrita, biserialis (Neuseeland), cribrillifera (desgl.),
scintillans (desgl.), lucida; Lepralia bifrons, cincta
(Neuseeland); Smittia Landsborowii Johnst. var. per-
sonata, reticulata M. Gill. var., trispinosa Johnst. var.;
Diachoris elongata (Neu -Seeland), quadricornuta;
Membranipora v a 1 d e m u n i t a (Neu - Seeland , wie die
folgenden), hians, acuta; Microporella Malusii Aud. var.
d i s j u n c t a , diadema Mc Grill var. a n g u s t i p o r a ; Hippo -
thoa(?) n. sp. — Biflustra perfragilis McGill. wird zu
Membranipora, Lepralia magnirostris zu Porina gestellt.
Familiencharakter der Cyclicoporidae: Zooecia having
tlie front wall wholly calcified and destitute of raised margins or
depressed area, with a more or less orbicular orifice.
Derselbe giebt ferner (/. c Vol. 15, pag. 2ö4 — 267)
Ergänzungen zur Diagnose von Schizoporella ar-
gentea Hincks und Membranipora trifolium form,
minor Hincks und beschreibt neu Lepralia gigas und
vestita. Lepralia Poissonii Aud. kommt in 2 Formen vor,
254 Pi'of. Dr. Karl Kraepelin:
J. J. Quelcli bespricht die Unterscliiede zwisclien
Schizoporella Ridleyi McGill. und Schizop. simplex
d'Orb., die Hincks identifizirt hatte. Schiz. simplex
d'Orb. ist ebenfalls verschieden von Schiz. simplex Johnst;
für letztere Art wird der Name Schiz. Johnstoni vor-
geschlagen (Ann. Mag. Nat. Hist. (ö), Vol. 13, pag. 215
Ms 211.
A.F.Marion führt in einer topographisch-zoologischen
Skizze des Golfs von Marseille folgende Bryozoen-
gattungen auf: Anguinaria. Bugula, Cellepora, Crisia,
Diastopora, Discosparsa, Eschara, Frondipora, Idmonea,
Lepralia, Myriozoum, Pustulopora, Retepora, Salicornaria,
Sertularella, Scrupocellaria, Tubulipora, Pedicellina {Es-
quisse d'une Topographie zool. du Golfe de Marseille MSm. 1
in Ann. Mus. H. N. Marseille Tom. I, 1883, 108 pag.,
1 Karte).
A. Stuxberg macht vorläufige Mittheilungen über die
Evertebratenfauna des sibirischen Eismeers (Vega
Eä'ped. Ventensk. Arh. 1 . Bd. 1882, pag. 619 — 812), in
der (pag. 787 — 792) auch die Biyozoenformen aufgeführt
werden. Die Arbeit ist dem Ref. noch nicht zugänglich
gewesen.
0. ß. Yine stellt in einer sehr ausführlichen und
übersichtlichen Arbeit Alles zusammen, w^as bisher über
die Systematik der chilostomen und cyclostomen See-
bryozoen bekannt geworden. In der Aufzählung der
Familien folgt er einem nach Hincks und Busk combi-
nirten System. Es folgt ein alphabetisches und ein syste-
matisches Verzeichniss (letzteres mit Diagnosen der Gat-
tungen, wie mit zahlreichen litterarischen und icono-
graphischen Hinweisen) aller bisher beschriebenen Arten.
Daran schliesst sich ein Verzeichniss der Synonymen,
wobei wieder die Werke von Hincks und Busk zu Grunde
gelegt werden; sodann in tabellarischer Form eine Ueber-
sicht über die geographische und barymetrische Ver-
breitung der Bryozoen, wie sie sich aus den faunistischen
Arbeiten der verschiedenen Forscher ergiebt. Den Be-
schluss bilden einige kritische Bemerkungen über die
Jahresbericht über die Bryozoen für 1 884 und 1885. 255
jüngsten Arbeiten von Waters über chilostome und cyelo-
stome fossile australische Formen (Crisia eburnea gehört
wohl zu Filisparsa; der neue Name Tervia JuUiens für
Filisparsa entbehrt der Berechtigung), wie eine Aufzählung
der Tertiärbryozoen von Alfred Bell und eine Biblio-
graphie (Report on the Committee, consisting of Dr.
H. C. Sorby and Mr. G. R. Vine, appointed for the pur-
pose of reporting on recent Polyzoa. Report on Recent
Marine Polyzoa; Cheilostomata and Cyclostomata only
in Rep. liriL Assoc. Ach. Sc. 1^86, paff. 481—680).
H. Lenz führt als Bewohner der Travemünder Bucht
auf: 1 Crisia, 4 Membranipora, 3 Alcyonidium (Die wirbel-
losen Thiere der Travemünder Bucht in Ber. Comm.
Wissensch. UnUrs. D. Meere, Kiel 1878, Anhang u. 1882,
pag. 169—180).
Edw. Potts hat bei Philadelphia und in Pennsylvanien
eine neue Art der Gatt. Paludicella entdeckt, die er
als Pal. erecta beschreibt. Die Röhren sind unverzweigt,
aufrecht, cylindrisch, mit terminaler, meist 5 kantiger
Mündung und erheben sich aus unregelmässig aufge-
blasenen, der Unterlage fest aufliegenden basalen „Zellen",
aus denen wieder lange „Rhizome" ihren Ursprung
nehmen. Tentakelzahl meist 20 (On l'aliuUcella erecta in
Proc. Ac. Natur. Sc. Philadelphia, 1884, -pag. 213 — 214).
2. Ectoprocta, Phylactolaemata.
K. Kraepelin berichtet über den Formenreichthum
an Süsswasserbryozoen in der Bille bei Hamburg. Er
fand daselbst, mit Ausnahme der Gattung Lophopus,
sämmtliche bisher aus Europa bekannten Genera (Palu-
dicella, Fredericella, Plumatella, Alcyonella, Cristatella),
sowie ausserdem die nordamerikanische Pectinatella
magnifica Leidy. Die kopfgrossen hyalinen Gallertklumpen
der letzteren Art lösen sich im Herbst von der Unterlage
ab und treiben längere Zeit frei umher, hierbei allmählich
die rosettenförmigen Kolonien mit ihren Statoblasten aus-
256 Prof. Dr. Karl Kraepelin*
streuend (Zur Biologie und Fauna der Süsswasserbryozoen
im Zool Am. 1884, pag. 319—321).
Edw. Potts beschreibt provisorisch eine neue Crista-
tella-Species (Cr. lacustris Potts) vom Harvey Lake,
Luzern Co., Nordamerilva. Die Statoblasten gleichen
in der Dornenzahl denen der Cr. Idae Leidy; die Poly-
pide (junger Kolonien) besitzen 52 — 60 Tentakeln; ein
specifischer lokomotorischer Apparat der Sohle ist nicht
vorhanden. Das Aufspringen der Statoblasten, Form,
Farbe und Bewegungsart der ausgekrochenen jungen
Kolonien wird näher geschildert (On a supposed neiv
species of Cristatella in Proc> Acad. Natur. Sc. Philadelj^lda,
1884, jmg. 193—199).
0. Imliof fand im Lac d'Annecy (Savoyen) in einer
Tiefe von 80 m ziemlich grosse Stöcke der Gatt. Fre-
dericella (Zool. Anz. 1883, pag. 651 ).
J. JuUien hat die Süsswasserbryozoen monographisch
bearbeitet mit besonderer Berücksichtigung der franzö-
sischen Formen und Fundorte {Monographie des Bryozaires
d'ean douce in Bull. Soc. Zool, France 1885, p)ag. 91 201 ,
mit 250 Holzschnitten). Verf. wendet sich zunächt gegen
die Bedeutung des Epistoms als systematisches Merkmal,
da er Abortivformen von Plumatella ohne Epistom und
mit verschmolzenen Lophophorarmen (Tentakeln kurz
warzenförmig) beobachtet hat. Er geht daher auf die
Eintheilung Dumortiers in Lophopoda und Infundibulata
zurück und theilt dann die Lophopoden in Lophopoda
caduca (Pedicelliniden, Loxosomiden) und Loph. per-
stita (Fam. der Plumatellidae, Lophopusidae, Rhabdo-
pleuridae). Von Pedicelliniden wird aufgeführt Urnatella
gracilis Leidy. Zu den Plumatellidae, welche in Bezug
auf Tentakelzahl, Form der Statoblasten, Ectocyste etc.
sehr variiren, gehören die beiden Gattungen Plumatella
Lam. und Hyalinella Jullien (letztere charakterisirt durch
die gelatinöse Ectocyste anstatt der chitinösen). Zu
Plumatella repens L. rechnet Verf. ausser der Mehrzahl
der von Allman aufgestellten Plumatellaspecies auch die
Formen der bisherigen Gatt. Alcyonella; zu Plumatella
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 257
lucifuga Vaucher die lediglich als Monstrosität zu be-
trachtende Fredericella siütana Blbch. Zu PI. arethusa
Hyatt wird Fredericella reg'ina Leidy gezogen, zu PL
diffusa Leidy Fredericella Walcotti Hyatt. Von Hyalinellen
werden 2 Arten (H. vesicularis Leidy u. H. vitrea Hyatt)
aufgeführt. Zu den Lophopusidae Jullien gehören die
Gattungen Lophopus (mit L. Trembleyi Juli. = L. cri-
stallinus Dumort.), Pectinatella (mit P. magnifica Leidy)
und Cristatella (mit C. mucedo Cuv., C. Idae Leidy,
C. ophioidea Hyatt und C. lacustris Potts). — Die Unter-
klasse der Infundibulata enthält die Familien der Paludi-
celliden (P. Ehrenbergii v. Ben., P. erecta Potts) und der
Hislopiden (Norodonia Cambodgiensis Juli., N. Sinensis
Juli.; Hislopia lacustris Carter).
F. Scliinidt berichtet über die Süsswasserbryozoen
Livlands, wobei er sich den Ansichten Julliens über
Nomenclatur und Artbegriff anschliesst. Es wurden beob-
achtet: Plumatella repens L. (mit P. corallioides Allm.
und Alcyonella fungosa), P. lucifuga (Vaucher) Jullien
(mit P. fruticosa Allm. und Fredericella sultana Blb.),
Hyalinella vitrea Hyatt, Cristatella ophioidea (?) Hyatt
und Paludicella Ehrenbergii v. Ben. (Sitzber. Dorpat.
Natur/. Gesellsck 1885, Bell, Heft 2, pag. 350—359).
J. Kafka liefert weitere Beiträge zur Kenntnis der
Süsswasserbryozoen Böhmens (Sitzungsher. K. Böhm. Ges.
cl Wiss., Prag 1884, pag. 229—240, mit 1 Taf.). Es werden
im Ganzen 13 Species als zur Fauna Böhmens gehörig
aufgeführt, 1 Cristatella, 2 Alcyonella, 7 Plumatella,
1 Fredericella, 1 Lophopus, 1 Paludicella. Neu werden
beschrieben Plumatella hyalin a und PI. lophopoidea.
3. Entoproeta.
Tli. Hincks erwähnt Pedicellina gracilis von den
Königin Charlotte-Inseln {Ann. Mag. Nat. Hist. (5), Vol. 13,
pag. 208).
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bä. 3. H. R
258 Prof. Dr. Karl Kraepelin:
Derselbe beschreibt {ibid., pag. 363 — 364) eine neue
Gattung Pedicellinopsis aus der Familie der Pedi-
cellinen von Phillip Heads, Victoria, Australien, mit der
n. sp. P. fruticosa.
Pedicellinopsis n. g.: Polypides cup-shaped, supported on
chitinous tubes with a much enlarged base (consisting of an opaque
white core, probably muscular, enveloped in a chitinous covering), by
which they are attached to an erect tubulär stem. Zoarium adherent
by means of tubulär root-fibres.
J. Leidy hat ürnatella von Fairmount im Aquarium
überwintert und findet seine früheren Vermuthungen (vgl.
diese Zeitsch., Jahrg. 51, Bd. II, pag. 192) über das Ab-
sterben der Polypide im Herbst und deren Neuknospung
im Frühjahr bestätigt (Proc. Ac. Nat. Sc. Philadelphia^ 18,
1884, pag. 282. — Auch in Ann. Mag. Nat. HisL (5),
Vol. 15, pag. 214—215).
W. J. Yigelius macht einige Angaben über den
Stock und die Anatomie von Barentsia bulbosa, die
im Wesentlichen mit der Beschreibung von Hincks über-
einstimmen. In den älteren Theilen der Zweige und Stiele
ist das Ectodermepithel verloren gegangen. Barentsia
schliesst sich nahe an Pedicellina an, ist aber wohl die
phylogenetisch jüngere Form {Bijdragen tot de Dierkande,
11. Afl., pag. So— 86.)
K. Moebius führt auf Pedicellina in dem Nachtrag
zu dem 1873 erschienenen Verzeichniss der wirbellosen
Thiere der Ostsee (4. Ber. Comm. Wiss. Unters. D. Meere,
Kiel für I8TI—I08I, 1882, 3. Abt., pag. 61-10).
C. Palaeontologie.
G. Seguenza (Studi geologici e palaeontologici sul cretaceo
raedio dell' Italia meridionale in Atti Acad. Line. Mem. Vol. 12,
1882, pag. 65 — 214) beobachtete in der Kreide Süditaliens die Gatt.
Membranipora (3 Sp., 1 neu) und Lepralia (1 Sp.).
H. S. Williams (On a remarkable Fauna at the base of the
Chemung group in New- York in Atner. Jouni. Sc. Vol. 25, 1883,
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 259
pag. 97 — 104) erwähnt von High Point in New -York die Gattungen
Fistulipora und Fenestella.
A. W. Waters hebt hervor, dass die G-ruppe der Cyc lost omen
verhältnissmässig wenig Charaktermerkmale für systematische Ein-
theilung bietet. Ein näheres Studium ergab, dass neben den Ovi-
zellen und den Communicationsporen namentlich auch die Schliess-
platten für eine solche von Wichtigkeit sind. Letztere finden sich
als quergestellte Septa, mit einer oder mehreren Poren, und variabel
in Form und Lagerung. In der Regel trifft man sie dort, wo die
Röhren von der Unterlage sich abheben (Entalophora, Idmonea); in
anderen Fällen sind sie terminal (Crisia) und dann oft mit kleinen
röhrigen Fortsätzen versehen (Mesenteripora , Diastoporiden). Eine
Homologisirung dieser Schliessplatten mit dem Operculum der Chi-
lostomen (Longe) dürfte nicht durchführbar sein. Zuweilen folgen
zwei Platten dicht aufeinander (Closure of the Cyclostomatous Bryozoa.
With 1 Fl. in Journ. Linn. Soc. London, Zool. Vol. 17, pag. 400
bis 404).
Derselbe giebt in einer Fortsetzung seiner Untersuchungen
über die australischen fossilen Bryozoen (vgl. diese Zeitschr.,
Jahrg. 51, Bd. II, pag. 194 — 195) eine Uebersicht über die in Süd-
westaustralien, Südaustralien und Victoria gesammelten Cyclo-
stomen. Es sind 34 Species, von denen 12 recent und 9 identisch
mit Formen der europäischen Kreide. Sie gehören zu den Gattungen
Crisia (1 Sp.), Idmonea (7Sp., neu I. bifrons, I. aldingensis),
Entalophora (3 Sp.), Filisparsa (1 Sp.), Hornera (2 Sp.), Stomatopora
(1 Sp.), Diastopora (2 Sp.), Reticulipora (2 Sp., neu R. transennata),
üiscotubigera (2 Sp., neu D. iterata), Pavotubigera (3Sp., neu
P. gambiensis), Defrancia (1 Sp., neu D. exaltata), Supercytis?
(1 Sp.), Fasciculipora? (1 Sp.), Fascicularia (1 Sp., neu F. conjuncta
= ? Fasciculipora ramosa Wood), Lichenopora (6 Sp., neu L. aldin-
gensis) und Heteropora (1 Sp.) (Fossil Cyclostomatous Bryozoa from
Australia in Qu. Journ. Geol. Soc. London, 1884, Vol. 40, pag. 674
Ms 696, mit 2 Taf.).
Derselbe beschreibt ferner 73 fossile Chilostomen von Aldinga
und dem River -Murray Cliffs in Südaustralien. Er fand Species.
welche in den beiden Wachsthumsformen der Eschara und der
Lepralia auftreten, andere in der Form der Lunulites. Das Fehlen
oder Auftreten der Avicularien (Onychocellaria) kann nicht zur
Speciesunterscheidung benutzt werden. Die „Columella" (Busk) in
den Avicular-Mandibeln der Celleporaarten ist nicht auf die Arten
der Südsee beschränkt, sondern auch bei anderen Species zu finden.
Von den 73 beschriebenen Arten sind 46 recent. Neu: Microporella
pocilliformis, Lepralia confinita, Cellepora divisa, biradiata
R*
260 Piof- Dr. Karl Kraepelin:
Schizoporella protensa, Membranipora temporaria. {Qu. J. Geöl.
Soc. Lond. Vol. 41, img. 279 — 310; Abstr. in Ann. Mag. Nat. Eist. [5']
Vol. 15, pag. 354).
(x. R. Tine beschreibt einige Formen der Gatt. Ascodictyon
Nich. 11. Ether. jun, von den Wenlock Shales genauer und bestreitet
die Verwandtschaft der Gatt. Rhopalonaria Ullrich mit Hippothoa.
Ascodictyon scheint ein Vorläufer der stoloniferen Vesiculariden
zu sein (Notes on species of Ascodictyon and Hhopalonaria from
the Wenlock Shales in Ann. Mag. Nat. Hist. [5], Vol. 14, pag. 77
bis 89).
Derselbe giebt in einer vorl. Notiz die Namen der im „Cam-
bridge Greensand" von T. Jesson gesammelten Bryozoen. Von
den 19 Arten sind 6 neu (Entalophora Jessonii, striatopora,
gigantopora; Diastopora fecunda, megalopora, lineata var. n. ;
Membranipora c a n t a b r i g e n s i s). Die Fauna unterscheidet sich von
der jurassischen wie von der der oberen Kreide (Qu. J. Geol. Soc,
Vol. 41, 'pag. 101—102; Ann Mag. Nat. Hist. (5), Vol. 16, pag. 149
bis 150).
Derselbe beschreibt in seinem „Foui'th Report of the Committee,
consisting of H. C. Sorby and G. R. Vine, appointed for the purpose
of reporting on Fossil Polyzoa [in Hep. 53. Meet. Brit. Assoc. Adv.
Sc, pag. 161 — 209) zunächst die britischen Bryozoen -Formen der
Kreide. Es sind vertreten die Gattungen Stomatopora, Idmonea,
Entalophora, Diastopora, Hornera (zweifelhaft), Lichenopora, Radio-
pora, Domopora, Heteropora, Membranipora, Cribrilina, Lunulites.
Neu: Entalophora incerta, Diastopora cretacea (?) und reti-
culata(?). — Sodann bespricht er die Cyclo stomen der älteren
Formationen (Silur bis Kreide) unter eingehender Kritik der ein-
schlägigen Literatur. Aufgeführt werden die Gattungen Stomato.
pora, Ascodictyon (Farn. d. Stomatoporidae) ; Diastoporella, Diastopora,
Tubulipora, Entalophora, Idmonea (Fam. der Tubuliporidae) ; Fenestella,
Ptilopora, Pinnatopora n. g. (Fam Fenestellidae) ; Septopora,
Glauconome (z. Th.), Actinostoma (Fam. Diploporidae); Polypora,
Phyllopora (Fam. Polyporidae); Thamniscus, Acanthocladia (Fam.
Thamniscidae) ; Heteropora, Hj^jhasmaphora (Fam. Heteroporidae).
Die Familien dei* Arcanoporidae (Gatt. Arthropora, Dicranopora,
Clathropora, Arcanopora, Glauconome z. Th.) und der Rhabdo-
mesontiden (Gatt. Rhabdomeson) bilden die Unterordnung der Crypto-
stomata. — Die Monticuliporideu und Fistuliporiden gehören nicht
zu den Biyozoen ; die von Ullrich aufgestellten Familien der Arthro-
nemiden und Ceramoporiden werden als ,,Pseudo-Polyzoa" bezeichnet.
— Den Beschluss der Arbeit bildet eine Bibliographie über die
britischen palaeozoischen und mesozoischen Bryozoen von 1854 bis
1883. —
Jahresbericht über die Bryozoen für 1884 und 1885. 261
Dei'selbe giebt in einem fünften Bericht {Bep. 54. Meet. Brit.
Assoc. Ädv. Soc, pag. 97 — :219) zunächst die Fortsetzung der syste-
matischen Aufzählung und Beschreibung der fossilen Bryozoen, wobei
er sich an das System von Hincks anlehnt. Es werden besprochen
die Familien der Aeteiden, Eucrateiden, Cellulariiden, Bicellariiden,
Notamiiden, Catenicelliden, Cellariiden, Membraniporiden , Micro-
poriden, Cribriliniden, Microporelliden, Monoporelliden, Poriniden,
Myriozoiden, Escharideu aus der Unterordnung der Chilostomata ;
die Familien der Crisiiden, Tubuliporiden, Horneriden, Lichenoporiden,
Frondiporiden aus der Unterordnung der Cyclostomata. — Im zweiten
Theil der Arbeit giebt Verf. eine Uebersicht der wichtigsten aus-
ländischen AVerke über Kreidebryozoen mit Auszügen der Systeme
und Speziesverzeichnisse (unter besonderer Berücksichtigung der
Synonymiej, dem sich eine ähnliche Besprechung der Arbeiten über
Tertiärbryozoen anschliesst.
Derselbe bespricht die Bryozoen aus den Bohrungen bei Rieh -
mond. Dieselben gehören den Gattungen Stomatopora (2 Sp.),
Diastopora (4 Sp.), Idmonea (1 Sp.), Entalophora i3Sp.; neu E. Rich-
mondiensis), Terebellaria? (1 Sp.), Lichenopora? (1 Sp.) u. Hetero-
pora (1 Sp.) an (Polyzoa found in the Boring at Richmond, Surrey
referred to by Prof. Judd in Qu. Journ. Geol. Soc. London, 188i>
Vol. 40, pag. 784—794, mit 4 Fig.).
Derselbe bespricht als cretace'ische Lichenoporiden die
Gattungen Radiopora d'Orb. und Lichenopora Defr. [neu L. pauci-
pora] (Notes on some cretaceous Lichenoporidae ibid. pag. 850—854,
mit 2 Fig).
Derselbe beschreibt neu aus dem Silur bei Welshpool Phyllo-
pora tumida und Thamniscus antiquus und giebt eine Liste der
untersilurischen Phylloporiden (8 Sp.) und der unter- und ober-
silurischen Thamnisciden (7 Sp.) (Notes on Species of Phyllopora and
Thamniscus from the Lower Silurian Rocks near Welshpool in
Qu. Journ. Geol. Soc. London, 1885, Vol. 41, pag. 108—113, mit
2 Fig.).
Derselbe bespricht (Naturalist London Vol. 10, pag. 61 — 66), in
seiner „Micro-Palaeontologie of the Northern Carboniferous Shales"
die Bryozoen der Redesdale-Schiefer in Northumberland. Die Arbeit
ist dem Ref. nicht zugänglich gewesen.
Th. Hincks giebt kritische Bemerkungen zur Liste tertiärer
Bryozoen Seguenza's aus der Nähe von Reggio (Note on Prof. G. Se-
guenza's List of Tertiary Polyzoa from Reggio, Calabria, in Ann. Mag.
Nat. Eist. [5] Vol. 13, ixig. 265 — 267). Nach ihm ist Lepralia ele-
gantissima Seg. = Cribrilina radiata Moll form, innominata Couch.,
Lepralia radiato - foveolata Seg. = Microporella violacea Johnst.,
262 Pi'of. Dr. Karl Kraepelin: Jahresbericht etc.
Cumiilipora porosa Seg. = Smittia trispinosa Johnst. , Lepralia
radiato-porosa Seg. = Schizoporella iinicornis Johnst, Lepralia eximia
Seg. = Membraniporella ciliata Pallas, Lepralia mitrata Seg. = Cri-
brilina radiata Moll form, innominata , Lepralia coronata Seg. =
Microporella Malusii Aud. var., Lepralia thiara Seg. = Cribriliua
punctata Hass.; Salicornaria mamillata Seg. gehört zu Myriozoum.
H. J. Carter kommt nach eingehender Vergleichung zu dem
Schluss, dass Parkeria nicht zu den Bryozoen, sondern zu den
Hydroiden gehört (ibid. pag. 353—356).
Bericht
über die Rotatorienliteratur von 1882 bis 1886.
Von
Dr. J. Dewitz
in Berlin.
1. Badcock, Eyes of Rotifers. Journ. of the Royal
Microscop. Society Ser. IL Vol. IL Part 4. 1882.
In einer kurzen Notiz wird berichtet, dass B. Augen
gefunden hat an folgenden Rotatorien: Floscularia cor-
nuta, Stephanoceros Eichhornii, Melicerta ringens und
M. tyro (oder tubicularia). Die Thiere waren im er-
wachsenen Zustande.
2. (j. Bourne, On the modification of the trochal
disc of the Rotifera. Report of the Brit. Association for
the advancement of science. Vol. 1885. pag. 1095 — 96.
London 1886.
Der Verf. spricht über die Wimperapparate bei ver-
schiedenen Wirbellosen und bei deren Larven und stellt
für den Apparat der Räderthiere mehrere Typen auf.
3. F. Crisp, New Swiss Ratatoria. Zoolog. Anzeig.
VI. Jahrgang. 1883. pag. 564.
C. ist der Ansicht, dass die beiden von Imhof aufgestellten
Arten Änuraea longispina und spinosa nicht neu sind. A. longispina
Imhof soll gleich A. Cochlearis Gosse und A. spinosa Imhof gleich
A. longispina Kellicott sein.
4. E. V. Daday, Neue Beiträge zur Kenntniss der
Räderthiere. Mathem. und Naturw. Berichte aus Ungarn.
Bd. I. pag. 261—264. 1882/83 (Berlin. In Commiss. bei
Friedländer u. Sohn).
264 I^i- J- Dewitz:
Der Verf. t)erichtet über einige neue Formen der Räderthier-
Fauna von Siebenbürgen und fügt den Beschreibungen lateinische
und deutsche Diagnosen bei.
Brachionus Margot n. sp. aus dem grossen Teich bei Mezö-Zäh ;
steht dem B. amphiceros nahe. Schizocerca n. gen.
„Novum genus e Brachionorum familia; testa laevi; oculis
duobus conjunctis sessilibus ; pede longo, cylindrico, apice, magnopore
fisso, furcam longara efficto, ramis apice dentibus duobus inaequalibus
instructis."
ScMzocefrca diversicornis n. sp. aus dem Teich von Mezö-Zäh.
Aplancha triophthälma n. sp. aus dem grossen Teich von Mezö-Zäh;
steht der A. Sieboldii (Notommata Sieboldii Leydig) nahe.
5. R. Eckstein. Die Eotatorien der Umgegend von
Giessen. Zeit. f. wiss. Zoologie. Bd. 39. pag. 342 — 443.
Taf. XXII— XXVIIL 1883.
A. Beschreibung der bei Giessen vorkommenden
Rotatorien. Hier werden bei den einzelnen Thieren nur
diejenigen Punkte erörtert, welche noch nicht sichergestellt
sind. Der Uebersicht halber über alle bisher bekannten
Formen sind hinter jeder aufgeführten Art alle andern
in die betreffende Familie gehörenden Arten mit der
Literaturangabe citirt. Floscularia appendiculata Leyd.
(= F. cornuta Dobie.), Fig. ; Ptygura melicerta Ehr. Fig. ;
Lacinularia socialis Ebg.; Philodina aculeata Ehr. Fig.;
Ph. citrina Ehr. = Rotifer inflatus Duj. Fig. ; Ph. macro-
styla Ehr. = Rotifer inflatus Duj. Fig.; Ph. roseola Ehr.
= Rotifer inflatus Duj.; Rotifer vulgaris Ehr. Fig.;
R. macrurus Ehr. ; R. tartus Ehr. Fig. ; Callidina elegans
Ehr., Actinurus Neptunius Ehr. Fig.; Notommata aurita
Ehr. Fig. ; N. lupus Ej^f. = Cycloglena lupus Ehr. ; N. ver-
micularis Duj. Fig.; N. najas Ehr. = Furcularia aurita
Duj. Fig.; N. lacinulata Ehr. = Plagiognatha lacinulata
Duj. Fig.; Eosphora elongata Ehr. = Furcularia najas
Duj. = Notommata elongata Bartsch. Fig. ; Triophlhalmus
dorsualis Ehr. Fig.; Diglena grandis Ehr. = Furcularia
grandis Duj. Fig.; D. aurita Ehr. Fig.; D. catellina Ehr. <?
= D. granularis Weisse. Fig.; Scaridium longicaudatum
Ehr. = Furcularia long. Duj. Fig.; Furcularia gibba Ehr.;
F. gracilis Ehr. Fig.; F. forficula Ehr. Fig.; Diurella
Bericht über die Rotatorienliteratnr von 1882 — 1886. 265
rattulus Eyf. Fig.; D. tigris Boiy = Notommata tigris
Ehr. Fig. ; Colurns uncinatus Ehr. Fig. ; Salpina spinigera
Ehr. Fig.; S. miicronata Ehr, Fig.; S. brevispina Ehr.;
S. ventralis Ehr.; Monostyla lunaris Ehr. = Euchlanis
hmaris Dnj. Fig.; M. cornuta Ehr. = Euchlanis cornuta
Duj. Fig.; Dütyla gissensis n. sj^. Fig.; D. Lndwigii n. sp.
Fig. ; Euchlanis clilatata Leyd. = E. hipposideros Fig. ; Me-
topidia acuminata Ehr. = Lepadella acumita Duj. Fig.;
M. triptera Ehr. ; Squamella bractea Ehr. Fig. ; S. oblonga
Ehr. ; Stephanops muticus Ehr. = Lepadella patella Duj. ;
Fig.; S. lamellaris Ehr.; Noteus quadricornis Ehr. =
Brachionus quadricornis Duj. Fig.; Bracnionus urceolaris
Ehr. Fig.; Brachionis brevispinus Ehr. Fig.; Brachionus
Bakeri Ehr. Fig. ; Anuraea aculeata Ehr. ; Pterodina patina
Ehr. Fig. ; Apsilus lentiformis Metsclm. — B. Allgemeiner
Theil. Gestalt und Haut der Rotatorien, Räderorgan,
Muskeln, Nervensystem und Sinnesorgane, Kalkbeutel
(seine Bedeutung ist unbestimmt gelassen), Verdauungs-
kanal, Excretionsgefässsystem, Fussdrüsen, Respirations-
organe, Geschlechtsorgane, Ei und dessen Entwicklung,
Vorkommen und Lebensweise, Eintheilung der Rotatorien,
ihre Stellung im System. Der Verf. stellt folgende syste-
matische Gruppirung der Rotatorien auf:
A. Das Weibchen immer mit Darm und After.
I. Dauernd festgeheftet.
1. einzeln lebend.
a. Tubicolarina, in Hüllen:
Floscularia, Stephanoceros , Tubicolaria, Melicerta, Geeistes,
Limnias.
b. ohne Hülle:
Ptygura, Dictyophora, Seison, Anthos.
2. Kolonie bildend.
a. festgewachsen.
«. mit Hülle:
Lacinularia.
ß. ohne Hülle:
Megalotrocha.
b. frei nmhertreibend :
Conochilus.
266 Dr. J. Dewitz:
II. Frei lebend.
1. Körper kugelförmig ohne Scheinsegmente:
Trochosphaera.
2. Körper sackförmig, cylyndrisch oder platt, mit Scheinsegmenten.
a. Philodinaea, Kopf riisself örmig :
Philodiua, Rotifer, Callidina, Actinurus, Typhlina, Hydrias,
Cystophthalmus.
b. Rüssel fehlt.
cc. Haut derb oder weich.
a\ Fuss fehlt.
cc". Polyarthraea mit Flossen:
Triarthra, Hexarthra, Polyarthra.
ß". ohne Flossen:
Albertia.
ß'. Fuss vorhanden.
«". Fuss zweilappig:
Balatro.
ß". Hydatinaea, Endglied des Fusses kurz:
Microdon, Notommata, Synchaeta, Taphrocampa,
Lindia, Eosphora, Triophthalmus, Otoglena, Cycloglena,
Diglena, Theora, Typhlotrocha, Rhinops, Hydatina.
y". Macrodactj^lea, Endglied des Fusses lang:
Scaridium, Monura, Furcularia. Distemma, Monocerca,
Mastigocerca, Diui'ella, Heterognathus, Rattulus.
ß. Laricata, gepanzert:
Colurus, Dinocharis, Salpina, Diplax, Monostyla, Distyla,
Euchlanis, Metopidia, Squamella, Lepadella, Stephanops,
Noteus, Brachionus, Apodoides, Arthrocanthus, Pompholyx,
Polychaetus, Anuraea, Dysteria, Pterodina, Apsilus.
B. Asplanchnaea, Darm blind geschlossen.
I Klein:
Ascomorpha.
II. Gross, deutlich organisirt:
Asplanchna.
6. Sara G. Foulke, On a new species of rotifer, of
the genus Apsilus. Proceed. Acad. Nat. Scienc. of Phila-
delphia. 1884. pag. 37—41. tab. I. ~ Philadelphia 1885.
Foulke beschreibt unter dem Namen Apsilus bipei'a ein neues
Räderthier. An Spirogyra und Anacharis. Fairmount Park, Phila-
delphia. Sie vereinigt die Arten Dictyophora vorax Leidy, Apsilus
lentiformis Meczinchow, Cupelopagus bucinedax Forbes und Apsilus
bipera unter dem Grenusnamen Apsilus :
Bericht über die Rotatorienliteratnr von 1882—1886. 267
„The reasons for uniting the three forms heretofore con-
sidered separate genera, are, of course, founded on the strong
Points of resemblance ; these being, briefly, the presence of two
eye-spots, of a merabraneous cup, of a mastax exactly similar in
all four forms, of the absence of tail or footstalk, of the absence
of carapace, and of the similar habits."
und stellt für dieses Genus die Familie Apsilidae auf:
„characteristic, the Substitution of a membraneous cup or net,
destitute of external ciliation, in the place of the ordinary rotatory
or Organs."
7. Hartmann, üeber einige Räderthiere des Grieb-
nitz-Sees bei Neu -Babelsberg. Sitzimgsber. d. Gesell,
naturf. Freunde zu Berlin. No. 2, 1885. 17. Febr. 1885.
Stephanoceros Eichhornii an Schilfhalmen, im Juni.
Das Thier sitzt in der Hülse lose. Die Wandung der
letzteren besteht vermuthlich aus einer peripherischen,
membranartigen Grenzschicht und einem schleimig-galler-
tigen Inhalt. Die Cilien sitzen an blattförmigen Basal-
läppchen oder Fidern. Augen wurden wahrgenommen.
Die von Leydig näher geschilderte, Harnconcremente
enthaltende Blase soll selbstständig in die Cloake münden.
Lacinularia socialis kolonienweise an den Blättern von
Ceratophyllum festsitzend, im See umher schwimmend;
Ende Juli, nur wenige Tage. Fortpflanzungsorgane und
Augen wurden nicht wahrgenommen. Hydatina brachy-
dactyla; Anfangs Mai, in wenigen Tagen verschwunden.
Der Kauapparat wird etwas anders angegeben, als ihn
Ehrenberg beschreibt. Ohne Augen.
8 a. C. H. Hudson, Five new Floscules ; with a note
on Prof. Leidy's genera of Acyclus and Dictyophora.
Journ. of the Royal Microsc. Societ. Ser. IL Vol. III.
Part 2. pag. 161— 171. Tab. III und IV. 1883.
Zu den bekannten Floscularia-Arten hat Hudson in den letzten
drei Jahren fünf neue hinzugefügt: F. trifolium; F. regalis; F. Roodii
(Fundort Tent's Muir in Fifeshire); F. ambigua (Tent's Muir near
Luchars, bei Birmingham, Loch Rea near Blairgowrie Perthshire);
F. longicaudata (Tent's Muir, Loch Rea), Die letzten vier sind ab-
gebildet; die letzten drei waren bisher nicht beschrieben. H. gruppirt
die Floscularia-Arten in folgender "Weise:
268 Dl'- J- Dewitz:
a) Lobes without knobs.
With [ Not separated by f Two processes on dorsal lobe F. Hodii.
31arges niinute ones l No processes trifoliiim.
lobes I Separated by two miniite ones ambigua.
^.^ ( Lobes broad, de j Pedmicle short .... campaiiulata.
, . ' pressions distinct) Peduncle very long . . . longicaudata.
I Lobes round and small, depressions indistinct . Cyclops.
b) Lobes knobbed.
,,,.,^ (Lobes triangulär (flexible process on dorsal
With j ^ } lobes F. comuta.
5 lobes \ I No process ornata.
' Lobes linear coronetta.
"With 7 lobes regalis.
and perhaps F. proboscidea.
Ausserdem finden die Leidyschen Rotatorien Acyclus inquietus
und Dectyophora eine Erörterung. Hudson spricht sich für die
Verwandtschaft mit Floscularia aus.
8 b. Derselbe^ On Asplanchna Ebbesbornii n. sp.
Journ. of the Royal Microsc. Society. Ser. IL Vol. III.
pag. 621—628. Tab. X and XI, 1883.
Der Verfasser beschreibt Weibchen und Männchen
von A. Ebheshornii. Er schildert bei ersteren die Er-
nährimgsorgane, das Nerven- und Reproductionssystem.
Bei dem Männchen die Fortpflanzungsorgane, das Vas-
cularsystem und die Muskeln. Fundort: Ebbesborne
Wake; „in a duck-pond".
Die bekannten Arten von Asplanchna werden in folgender
Weise gruppirt:
„ 1) With serrated jaws, round ovary, small spherical contractile
vesicle, vibratile tags in a Cluster on a twisted thread. A. priodonta."
„ 2) With branched jaws, horse shoe = shaped ovary, large-
lübed contractile vesicle, vibratile tags in a row on a long straight
thread."
. T3, , ... . . { Male humpless . . . A. Brightwelli.
a) Female without humps { -^ , .,/ , c^■^.^:^^^
\ Male with humps . . Siboldii.
b) Female with humps . Male with humps . . Ebbisbornii
8 c. Derselbe, An attempt to re-classify the Rotifers.
Quart. Journ. Microsc. Scienc. Vol. 24. pag. 335 — 356.
London 1884.
Bericht über die Eotatorienliteratiir von 1882—1886. 269
Kritisirung der vier früheren Classificationen der Rotatorieu
von Ehrenberg-, Dnjardin. Leydig und Samuel Bartsch. Hinsichtlich
der Kauwerkzeuge werden als Termini in Anwendung gebracht:
mallei, incus, uncus, manubrium, rami, fulcrum — und danach acht
typische Formen dieser Hartgebilde (trophi) aufgestellt: Malleate,
Subnmlleate. Virgate, Forcipate, Incudate, Uncinnte, Ramate und
Malleo-Ramate. Das von Hudson aufgestellte System ist unten
wiedergegeben. In demselben lassen sich nach Angabe des Verf.
die Gattungen Trochosphaera, Acyclus, Dictyophora und die para-
sitischen Genera Drilophaga und Saison nicht unterbringen.
Order I. Rhizota.
Fixed forms ; foot attached, transversely winkled, non-retractile.
truncate.
Fam. 1. Flosculariadae.
Mouth central; ciliary wreath a Single half-circle above the
mouth; trophi uncinate. Floscularia, Stephanoceros.
Fam. 2. Melicertadae.
Mouth lateral; wreath two marginal curves nearly surrounding
the head with mouth between; trophi malleoramate. Melicerta,
Limnias, Geeistes, Cephalosiphon, Lacinularia. Megalotrocha, Cono-
chilus.
Ordern. Bdelloida.
That swim and creep like a leech; foot retractile, jointed,
telescopic, termination fui'cate.
Farn. 3. Philodinae.
Trochal disc two transverse circular lobes: wreath two marginal
curves on each lobe with mouth between; or troch disc of one lobe
ventrally furred with cilia; trophi ramate. Philodina. Rotifer,
Callidiua.
Order ni. Ploima.
a) II loricated.
Fam. 4. Hydatinadae.
Trochal disc transverse with ciliated prominences; wreath double;
trophi malleate; brain sraall, not sack-like; foot furcate. Hydatina,
Rhinops.
Fam. 5. Synchaetadae.
Trochal disc rounded; wTeath of interrupted curves, surrounding-
the thead; trophi virgate; foot absent, or minute. Synchaeta, Poly-
arthra.
270 ^^' J- Dewitz:
Farn. 6. Notommatadae.
Trochal disc oblique ; wreath of interrupted curves and Clusters ;
trophi virgate or forcipate; bräin large, sack-like; foot furcate.
Notoramata, Diglena, Furcularia, Scaridium, Pleurotrocha, Distemma.
Farn. 7. Triarthradae,
Trochal disc transverse ; wreath Single, marginal; trophi malleo-
ramate; foot abseut. Triarthra.
Farn. 8. Asplanchnadae.
Trochal disc rounded ; wreath Single, marginal ; trophi incudate ;
intestine, anus, and foot absent. Asplanchna.
b) Loricated.
Fam. 9. Brachionidae.
Trochal disc transverse with ciliated prominences; wreath Single,
marginal; trophi malleate; lorica entire, simple; foot transversely
wrinkled, wholly retractile, 2-toed or absent. Brachionus, Noteus,
Anuraea, Sacculus.
Fam. 10. Pterodinadae.
Trochal disc two transverse circular lobes; wreath on each double,
marginal; trophi malleo-ramate; foot transversely wrinkled, wholly
retractile, ending in a ciliated cup. Pterodina, Pompholyx.
Fam. 11. Euchlanidae.
Trochal disc rounded ; wreath in interrupted curves, and Clusters ;
trophi sub- malleate or virgate; lorica in two parts, meeting in a
furrow, or entire with additional pieces; foot jointed, feebly retrac-
tile, not telescopic or transversely wrinkled -furcate or stylate.
Euchlanis, Salpina, Diplax, Monostyla, Colurus, Monura, Metopidia,
Stephanops, Monocerca, Mastigocerca, Dinocharis.
Order IV. Scirtopoda.
That swim with their ciliary wreath, and skip by means of
hoUow limbs with internal locomotor muscles.
Fam. 12. Pedalionidae.
Trochal disc transverse; wreath two marginal curves with mouth
between ; trophi malleo-ramate ; foot replaced by two posterior ciliated
processes, Pedalion.
8d. Derselbe, On four new species of tlie Grenus
Floscularia, and five other new species of Rotifera.
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882—1886. 271
Journal of tlie Royal Microsc. Societ. Ser. IL Vol. V.
Part. 4. pag. 608—614. tab. XII. 1885.
Beschreibung mehrerer neuer Arten aus England und Schottland.
Floscularia mira n. sp. (Hudson), F. mutahilis n. sp. (Bolton),
F. calva n. sp. (Hudson), Fundort: Lochs and marsh-pools of Fife
and Forfar, an Myriophyllum und Sphagnum. F. edentata(?) Collins;
unentschieden, ob das Thier eine neue Art oder F. edentata Collins
(Science-Gossip 1872, pag. 9) ist; Fundort: Dundee, near Blair athol.
Conochilus dossuarius n. sp. (Bolton), Notommata spicata n. sp. (Hud-
son), Stephanops armatus (Hudson); dieser Art ist eine Analyse der
Arten des Genus Stephanos beigefügt:
1. No dorsal spine.
Without posterior spines S. muticus Ehrenberg.
With two „ „ S. cirratus Müller.
With three „ „ S. lamellaris Müller.
2. With a dorsal spine.
"rtT-4.1, 4. X • • [ two toes . . . S. longispinatus Tatem.
Without posterior spines { ^, ^ o. • ^ „.
\ three toes . . S. umseta Collms.
With one posterior spine S. S. bifurcus Bolton.
With two posterior spines S. armatus Hudson.
Dabei ist S. ovalis Schmarda und S. tridentatus Fresenius,
nicht berücksichtigt. J. E. Lord's Stephanops (Microscopical News IV.
[1884] pag. 146. Fig. 24) ist wahrscheinlich S. uniseta Collin.
Fompholyx sulcata n. sp. (Bolton), zusammen mit Conochilus
dossuarius gefunden. Taphrocampa Saundersia n. sp. (Gosse); hin-
sichtlich der näheren Beschreibung dieser Art wird auf die vor-
bereitete Monographie der Räderthiere von Hudson (und Gosse)
verwiesen.
8e. Derselbe (assisted by P. H. Gosse), The Roti-
fera; or Wheel-Animalcules. London 1886. 2 Vol. Text.
Tab. A— D und I— XXX.
Der allgemeine Theil (pag. 1 — 40; Cap. I — IV) be-
handelt kurz die allgemeinen Fragen und zwar: In Cap. I
(„Introduction") die Orientirung über die Organisations-
verhältnisse der Rotatorien (Weibchen, Kaumagen, Oeso-
phagus, Drüsen, Magen und Darm, Vascular- System,
Muskeln, Nervensystem, Fortpflanzungsorgane, Ei, Männ-
chen). In Cap. II („The history of the literature concer-
uing the Rotifera") eine historische Uebersicht über die
272 I^i"- J- Dewitz:
Rotatorienforscliimg. Aufführung der grundlegendenWerke.
In Cap. III („On the Classification of tlie Rotifera") die
systematische Gruppirung der Rotatorien. Dieser Ab-
schnitt enthält im Wesentlichen das, was der Verf. schon
früher über diesen Gegenstand veröffentlicht („An attempt
to.re-classify the Rotifers. Quart. Journ. Microsc. Scienc.
Vol. 24. pag. 335. 1884). Die Rotatorien werden in jene
4 Ordnungen — Rhizota, Bdelloida, Ploima, Scirtopoda
— getheilt, welche nach drei Gesichtspunkten aufgestellt
sind: nach der Beschaffenheit des Fusses, des Räder-
organes und der Trophi (vergl. die frühere Publikation).
Ausser den bereits am erwähnten Orte aufgeführten
Familien kommen hier noch folgende hinzu. In der
Ordnung Bdelloida: Adinetadae;
„Corona a flat ventrally placed surface; cüiary wreath the furred
ventral surface of the Corona; trophi ramate."
In der Ordnung Ploima a) Il-loricata: Microcodidae;
„Corona obliqnely transverse, flat, circular; buccal orifice central;
ciliary wreath a marginal continuous curve encircling the Corona,
and two cui'ves of larger cilia, one on each side of the buccal
orifice; trophi forcipate; foot stylate."
b) Loricata: Rattulidae;
„Lorica entire, cylindrical, without angles; trophi asymmetrical.'
Dinocharidae ;
Lorica entire, vase-shaped, sometimes facetted; head distinct, with,
a chitinous covering; trophi symmetrical."
Salpinadae ;
„Lorica compressed, cleft down the back, tho two halves united
by a membrane, so as to form a dorsal furrow "
Lepadelladae ;
„Lorica depressed, broad, closed beneath; head distinct, surmounted
by a retractile, arched, chitinous plate."
Coluridae ;
„Lorica compressed, open beneath; head distinct, surmounted by
a retractile, arched, chitinous plate.
In Cap. IV („On the haunts and habits of the Roti-
fera") Vorkommen, Aufenthaltsort.
Mit Cap. V beginnt der specielle Theil. Den einzelnen
Gattungen sind die Synonyma nebst Literaturangabe bei-
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882—1886. 273
gefügt. Von neuen Gattungen bez. Arten finden sich
folgende:
Floscularia algicolaH.^) (Fundort: Lochs, Perth); Meli-
certa conifera H. (Marsh pools, Fife and Perth); Cephalo-
siphon candidns H. (Loch Lundie); Geeistes serpentinus G.
(an Blättern von 'Anacharis alsinastrum) ; Geeistes bra-
cJnatus H. (Weeds in Scottish lochs); Geeistes stygis G.
(Black Loch, Dundee); Conochilus dossuarius H. (Near
Birmingham); Philodina tuherculata G. (Sutton Park, Bir-
mingham); Rotifer hapticits G. (Woolston Pond); Callidina
hihamata (Pool near Snaresbrook); Pteroessa surda G.
(Loch near Dundee); Fedetes saltator G. (A pool near
Birmingham) ; Alhertia intrusor G. (Walthamslow) ; Albertia
na'idis Bousfield (Vincinity of London. Im vorderen Theil
des Magens von Nais barbata); Taphrocampa Saundei^siae G.
(Pools near Birmingham; Cheltenham); Notommata cyr-
topus G. (Bath, Woolston, Sandhurst, Berks, Epping Forest,
Cheltenham; pools); Notommata pilarius G. (Woolston
Pond); Cojyeus labiatas G. (Birmingham); Copeus p)achyiirusG.
(Pools and ditches; Sandhurst, Birmingham); Copeus
cerberus G. (Hampstead Heath; Sandhurst, Berks); Proales
sordida G. (England und Schottland, pools); Proales tigri-
dia G. (Süd- und Mittelengland, pools); Furcularia ensi-
fera G. (Leaves of aquatic moss in a tank); Furcularia
Boltoni G. (A ditch near Birmingham); Furcularia mi-
cropas G. (A ditch near Birmingham) ; FHglena gibber G.;
Biglena circinator G. (Torquay, Dundee) ; Biglena giraffa G.
(Woolston); Biglena permolUs G. (A pool near Dundee);
Biglena clastopis G. (Sandhurst, Berks) ; Bistemma raptor G.
(Tay-mouth, tide-pools); Bistemma Collinsii G. (Sandhurst,
Berks); Bistemma (^ labiatum G. (Sandhurst, Berks);
Mastigocerca lophoessa G. (Birmingham; Dundee. Pools);
Mastigocerca scipio G. (In pools, Wasserpflanzen) ; Mastigo-
cerca macera G. (Woolston); Mastigocerca elongata G. (Loch
near Dundee ; Birmingham) ; Rattulus helminthodes G. (Pool
^) Die neuen Arten sind mit wenigen Ausnahmen theils von
Hudson (H.), theils von Gosse (Gr.) benannt.
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. g
274 ^^- J- Dewitz:
near Birmingham); Rattnlas cimolius G. (Sandliurst, Berks;
Kingswood Pool, Birmingham); Ratüdus calyptas (Tide-
pools, Schottische Küste); Rattulns sejunctipes G. (dass.);
Coelopus tenuior G. (Weedy pools. Woolston: Sutton Park
and Coleshill, Birmingham); Coelopus cavia G. (Epping
Forest); Coelopus 0 minutus G. (Black Loch, near Dundee);
Scaridiwn endactylotam G. (Pools near Blairgowrie) ; Ste-
phanops chlaena G. (Sandhurst, Woolston, pools); Bia-
schiza G. 71. g.;
„Body compressed ; the dorsal half of the trunk inclosed in a
carapace, which is split medially; one eye present, usually cervical;
trophi virgate, not distinguishable from those of Forcularia; toes
long, blade-like, furcate." Zur Familie Salpinadae.
DiascMza valga G. (Torqnay, Woolston, Sandhurst,
Birmingham, Cheltenham) ; DiascMza exigna G. (an Algen) ;
Diaschiza Hoodii G. (Loch near Dundee; pool near Bir-
mingham) ; Diaschiza paeta G. (Woolston Pond, Sandhurst,
Berks); Diaschiza semiaperta G. (Cheltenham; Woolston;
Birmingham; Stormont Loch, Scotland. Pools); Diaschiza
tenuior G. (Woolston Pond; Duudee); Salpina macracantha G.
Maidenhead; Torquay); Salpina enstala G. (Woolston;
Stanmore) ; Salpina sulcata G. (Woolston) ; Diplois G. n. g. ;
„Lorica, more or less depressed, ovate in outline: formed of
two subequal plates, united by elastic membrane; the dorsal plate
arched, ridged, and split down the middle; the ventral iiat; toes
straight, furcate; eye Single, cervical." Zur Gattung Salpinadae
gestellt.
Diplo'is propatida G. (Pool; Sandhurst, Berks); Diplois
Daviesiae G. (Woolston; Dundee); Euchlanis lyra H. (Pond
in Sutton Park); Cathypna G. n. g. ;
„Lorica sub-circular horizontally, usually much arched vertically;
lateral inangulation wide and deep; toes two, furcate." Zur Familie
Cathypnadae.
Cathypna rnsticula G. (England, Schottland; pools);
Cathypna sulcata G. (Sandhurst, Berks; pool); Distyla
flexilis G. (Sandhurst, Berks) ; Monostyla Lordii G. (Wool-
ston; Newbury; Dundee); Colurus ohtasus G. (Near London;
Woolston; Leamington; Dundee); Colnrns amblytelns G.
(Marine pools at low tide); Colurus dactylotus G. (Marine
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882 — 1886. 275
pools); Colurus 2:>edatas (MsLYme tide-'pooh) ] Coluras coelo-
jnnus G. (Firth of Tay; in tide- pools; auf Conferven);
Metopidia rhomhoides Gr. (North London) ; Mytilia G. n. g. ;
„Body ovate; lorica as in Colurus, but the head and neck
habitually protruded, as well as the whole foot; no frontal hook."
Zur Familie Coluridae.
Mytilia tavina G. (Tidepools at the mouth of the
River Tay; in Torbay); Cochteare G. n. g.;
„Lorica not half the length; foot long, annulate; toes two,
furcate." Zur Familie Coluridae.
Cochleare staphylinus G. (Stratford); Cochleare turho G.
(Black Loch, near Dundee) ; Pterodina mucronata G. ; P. trun-
cata G. (Lake near London) ; Notholca G. n. g*. ;
„Lorica ovate, truncate and six-spined in front, sometimes pro-
duced behind; of two spoon-like plates united laterally; no bind
spines; dorsal surface marsed longitudinally with alternate ridges
and furrows; expelled egg not usually carried. Lacustrine and
marine." Zur Familie Anuraeadae.
Notholca thalassia G. (Tide-pools in the Firth of Tay) ;
Notholca scapha G. (Firth of Tay); Eretmia pentathrix G.
(Pool near Sandhurst) ; Eretmia cabeutus G. (Birmingham;
Black Loch, Dundee), Eretmia trithrix G. (Lacrustrine) ;
Eretmia tetrathrix Hood (Lacustrine).
Es folgt zum Schluss ein alphabetisch nach Autoren
geordnetes Literaturverzeichniss; 161 Nummern.
9 a. E. Imhof, Studien zur Kenntniss der pela-
gischen Fauna der Schweizerseen. Zoolog. Anz., Jahrg. VL
1883. pag. 466.
Von den in Schweizerseen gefundenen Rotatorien werden als
neu aufgeführt : Asplanchna helvetica (Zuchersee), Änuraea longispina,
Anuraea spinosa.
9b. Derselbe, Weitere Mittheilungen über |die pela-
gische Fauna der Süsswasserbecken. Zool.Anz. Jahrg. VIL
1884. pag. 321— 327.
Auf eine Bemerkung von F. Crisp (Zoolog. Anz. 1883 pag. 564)
hinsichtlich der beiden von Imhof als neu hingestellten Anuraea-
Arten werden diese zurückgezogen.
9 c. Derselbe, Resultate meiner Studien über die
pelagische Fauna kleinerer und grösserer Süsswasser-
S*
276 Dl'- J- Dewitz:
becken der Schweiz. Zeit. f. wiss. Zoologie. Bd. 40.
pag. 154—178. Tab. X. 1884.
Es enthält die Arbeit auch Angaben über Rotatorien,
so über Conochilus volvox Ehrenberg, über die Gattung
Asplanchna. Es wird die neue Species A. helveiica auf-
gestellt, ausführlicher beschrieben, und abgebildet. —
9d. Derselbe, Die Rotatorien als Mitglieder der
pelagischen und Tiefseefauna der Süsswasserbecken.
Zool. Anz. Jahrg. VIII. 1885. pag. 322—325.
Eibsee (Oberbayern) : Anuraea tuberosa n. sp. — Staffelsee
(Oberbayern): Anuraea mtermedia n. sp. — Königsee (Oberbayern):
ein der Anuraea acnleata Ehrenberg nahe stehendes Thier, als var.
regalis bezeichnet.
10. L. Joliet. Monographie des Melicertes. Arch.
Zoolog, experiment. et gener. Ser. 2. Tom. 1. 1883.
pag. 131—224. tab. XI, XII, XIII.
Joliet berichtet über die Anatomie, Entwicklung und
Lebensweise der Grattung Melicerta. Die Untersuchungen
sind angestellt an M. ringens und einer neuen Art, M. pe-
dunculata. Es werden die Unterschiede der beiden Arten
(Röhre, Art der Befestigung des Thieres in der Röhre)
angegeben. Fundort von Melicerta pedunculata: Pres de
Chartres, ä Nogent-la-Phaye, dans une mare dite de „la
Sablonniere" ; auf Hypnum in Gemeinschaft mit Geeistes
und anderen festsitzenden Rotatorien. Es folgt in der
eigentlichen Abhandlung zunächst die Beschreibung der
Röhre, ihre Zusammensetzung aus einzelnen Stücken
und ihre Anfertigung. Die Angaben über die äussere
Gestalt beziehen sich hauptsächlich auf die Unter-
scheidung von Rücken- und Bauchseite, auf den Kopf-
theil mit seinem gelappten Räderorgan und den Cilien,
auf den Apparat zur Bereitung des Baumaterials für die
Röhre, auf die Antennen und das unpaare Tastorgan.
Der Verdauungskanal zerfällt in a) die Mundhöhle,
ein kurzer Kanal mit Wimperepithel, b) den Pharynx,
eine auf die Mundhöhle folgende Erweiterung mit drei
kleinen zitternden Membranen, c) das muskulöse Kau-
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882—1886. 277
Organ (Mastax). d) den Oesophagus. Die Magenwandung
ist von grossen bräunlichen Zellen zusammengesetzt,
welche die Natur der Leberzellen haben und mit Cilien
versehen sind, e) den Vorder- und Hinterdarm, f) die
Cloake, welche von anderen Autoren irrthümlicher Weise
Rectum genannt wurde. An dem Muskel System werden
unterschieden a) die „grands retracteurs", welche aus
acht Bündeln bestehen, vom unteren Ende des Schwanzes
ausgehen, den Schwanz durchziehen und sich mit dem
anderen Ende an verschiedene Stellen des Körpers be-
festigen und zum Zurückziehen des Thieres in seine Röhre
dienen; b) Muskeln zur Bewegung einzelner Organe;
c) transversale Muskeln in verschiedenen Körpertheilen.
Der Excretionsapparat besteht aus zwei Längsstämmen,
die zu beiden Seiten der Eingeweide gelegen, nicht in
eine contractile Blase — welche fehlt — münden, sondern
in den unteren Theil des Oviductes. Von der Mündung
bis in die Höhe der Magendrüsen sind die beiden Kanäle
unverzweigt; sie besitzen drei mit der Leibeshöhle com-
municirende Wimperorgane. Ausserdem sind in dem
Räderorgan jederseits noch drei Wimperorgane vorhanden,
welche sich am Ende der Verzweigungen des Excretions-
kanals befinden. Diese Verzweigungen liegen in einer
granulirten Drüsenmasse. Die Schwanzdrüse ist nur in
der Jugend vorhanden; sie besitzt zwei Aeste und dient
zur Befestigung der Larve. Ferner liegt eine Drüse
(Glande de la fosette) unter der Unterlippe und der
Flimmergrube; sie ist in der Jugend am umfangreichsten.
Diese Drüse ist für das Thier insofern von grösserer
Wichtigkeit, als sie das Secret für die einzelnen Bau-
stücke der Röhre liefert. Durch die Bewegung der Cilien
in der Wimpergrube wird das Secret mit fremden Par-
tikeln gemischt, wodurch die Bestandtheile der Röhre
hergestellt werden. Ihre Formung und Zusammenfügung
wird näher angegeben. Hinsichtlich des Nervensystems
wird ein Fehler Huxley's berichtigt, welcher bei Lacinu-
laria socialis die Drüse, deren Secret die Röhre herstellt.
278 1^1'- J- Dewitz:
für das Ganglion gehalten hat. Ein ventral gelegenes
Ganglion kommt demnach bei den Rotatorien nicht vor.
Das Ganglion liegt vielmehr an der Stelle, an welcher
es sich bei allen Rotatorien befindet, über dem Phar^nix.
Es besteht aus zwei oder vier transparenten Zellen, von
denen zwei einen Nervenfaden zu dem unpaaren Tast-
organ senden. Wegen der Ungunst des Objektes konnte
das sonstige Verhalten des Nervensystems nicht bestimmt
werden. Von den Sinnesorganen kommen die Augen und
die Tastorgane in Betracht. Jene bestehen beim ausge-
bildeten Thier nur aus zwei rothen Augenflecken nahe
bei der Basis der hinteren Lappen des Räderorganes.
Im Larvenzustande besitzen die Augen noch einen licht-
brechenden Körper. Zu den Tastorganen werden gestellt
die Antennen und die dorsalen Borsten. Bei der Fort-
pflanzung werden Angaben gemacht von dem weib-
lichen Geschlechtsapparat und dem Eierstock. Der
Leydig'schen Ansicht von einem besonderen Dotterstock
als Theil des Ovariums wird widersprochen. Beim Eier-
legen macht der Körper, besonders die Cloake, Con-
tractionsbewegungen unter derartigen Anstrengungen, dass
der Vorgang wie ein Geburtsakt erscheint. Die drei
verschiedenen Arten von Eiern, die männlichen, weib-
lichen und Wintereier, unterscheiden sich nur durch
Grösse und Farbe von einander; auch sind die Winter-
eier keine „zusammengesetzten" Eier (Huxley). Diesen
drei Eiarten entsprechen die drei Gruppen von Weibchen,
von denen jede nur eine Eiart producirt. Hierdurch
wie durch die verschiedene Grösse sind sie kenntlich.
Die bisher unbekannten Männchen von Melicerta sind
vom Verf. entdeckt; sie werden wahrscheinlich wegen
ihrer kurzen Lebensdauer selten beobachtet. Der Gestalt
nach gleichen sie den Eiern der Weibchen. Die Orga-
nisation ist ebenso einfach wie bei anderen Rotatorien-
Männchen, denn mit Ausnahme des umfangreichen Genital-
apparates besitzen sie noch ein Organ, das vielleicht
dem Nervensystem angehört, einige Muskeln und den
Bericht über die Rotatorieiiliteratur von 1882 — 1886. 279
Excretionsapparat. Eine Begattung konnte nicht beob-
achtet werden. Die Spermatozoen, welche einen Kopf
besitzen, sind in der Leibeshöhle des Weibchens in leb-
hafter Bewegung ; sie vereinigen sich auf der Oberfläche
des Ovariums und verlieren ihre Bewegung. Es lässt
sich nicht angeben, wie sie zu den Eiern gelangen, da
sie durch eine Membran von den Geschlechtsorganen ge-
trennt sind.
Entwicklung. Der Ansicht Cohn's, dass nur die
Wintereier, aber nicht die Sommereier befruchtet werden,
tritt der Verfasser nicht bei. Er hat die Spermatozoen
in allen drei Arten von Weibchen gefunden und ist der
Meinung, dass alle Eier befruchtet werden können, dass
aber häufig eine Anzahl sich auch ohne vorangegangene
Befruchtung entwickelt. Das Austrocknen der Gewässer
wird in Beziehung gebracht zum Auftreten der Wintereier
und der Männchen, da auch im Sommer beim Versiegen
des Wassers beide erscheinen. Andererseits stehen in
Beziehung das Auftreten der Männchen zu den Wintereier
legenden Weibchen. Entwicklung. Während das (nicht
befruchtete, Sommer-) Ei das Ovarium verlässt, schwindet
der Kern. An dem gelegten Ei lassen sich nach der
Lage der späteren Larve unterscheiden ein abgerundetes
oberes oder Kopfende, ein spitzes unteres oder Schwanz-
ende, eine concave oder Bauchseite, eine ebene oder
Rückenseite, eine rechte und eine linke Seite. Bei Ein-
tritt der Segmentation nähert sich der Kern mehr dem
unteren Pole; gleichzeitig vertheilt sich das Protoplasma
derart, dass am oberen Pole dunkleres, am unteren
helleres zu liegen kommt. Daher erscheinen nach der
ersten Theilung zwei entsprechende, ungleiche Primär-
segmente. Auch die Kerne verhalten sich verschieden.
Der des oberen Segmentes ist anfangs sichelförmig ge-
staltet, nimmt aber später die gewöhnliche Form an. Bei
dem Fortschreiten der Segmentation bleibt am oberen
Pol jedesmal ein grosses dunkles Stück übrig. Die Ab-
kömmlinge des unteren primären Segmentes schieben
280 I^i"- J- Dewitz:
sich nach der Rückenseite und nach oben, die des oberen
nach unten und nach der Bauchseite. Bei beständiger
Vermehrung umwachsen die ersteren die letzteren und
breiten sich zwischen ihnen und der Eihaut aus. Der
entstandene Embryo setzt sich aus einer Zellenmasse
zusammen, an welcher sich nach Lage und Bestimmung
Entoderm, Ectoderm und Mesoderm deuten lassen. Mit
der Bildung des Blastoderms hört die Segmentation auf
und es beginnt die Bildung der Organe, wobei zuerst
der Schwanz entsteht. Es werden darauf nach einander
angelegt die Wimpergewebe, die Cilien, der After; im
Innern der Pharynx, der Kaumagen, die Cloake, der
Darm, die Augen. Die freigewordene, conisch gestaltete
Larve schwimmt einige Zeit umher und setzt sich schliess-
lich fest, indem sie sich mit dem Secret der Schwanz-
drüse befestigt. Darauf beginnt sie die Röhre zu bauen,
während zugleich der Körper seine endgültige Gestalt
erlangt. Von der Entwicklung des männlichen Eies
wurden nur die ersten Stadien verfolgt. Sie stimmen mit
den entsprechenden des weiblichen Eies überein und die
Segmentation ist die gleiche. Die Wintereier, besser
Dauereier genannt, entwickeln sich bis zur Bildung des
Blastoderms wie die Sommereier. Dasselbe gilt auch für
das Grenus Oecistes. Nach Vollendung der Segmentation
tritt Stillstand ein; das Ei encystirt sich. Dabei bildet
sich zwischen Embryo und Eihülle eine zarte Membran
auf dem Embryo, einer Epidermisschicht gleichend. Die
Farbe des Eies, anfangs dunkel, wird gegen Ende des
Winters hell ockergelb, die äussere Hülle (membrane
vitelline) schwindet. Die Wintereier dienen nicht allein
dazu, die Art während der kalten Jahreszeit, sondern
auch während der Trockenheit zu erhalten. Sie können
sich daher zu jeder Jahreszeit einstellen.
IIa. J. Leidy, Rotifera without rotary organs. Proc.
Acad. Nat. Scienc. of Philadelphia. 1882. pag. 243-250.
tab.II. Philadelphia 1883.
Nach Aufführung der in der Literatur bekannten Angaben
über Räderthiere ohne Räderorgan wird ein derartiges Thier unter
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882—1886. 281
dem Namen Acyclus inquietus (n. g. et sp.) beschrieben. Schuylkill
River, below Fairmoiint dam. Mit Abbildg.
„Body fnsiform, tapering behind into a long narrow taillike
appendage, by which it is attached, not distinctly annulated, bnt be-
coming transversely wrinkled in contraction. A non-ciliated cuplike
head prolonged into an incurved digitiform appendage (as a Substitute
for the nsual trochal disk), contractile and retractile, Length of the
animal from 1,2 to 1,5 mm."
Hieran schliesst sich eine Beschreibung von Dictyophora. Ab-
bildung von D. vorax.
IIb. Derselbe^ Dictyophora as Apsilns vorax. Proc.
Acad. Nat. Scienc. of PhiladelpMa. 1884. pag. 50 — 51.
Sitzung'sber. Marcli 4. Philadelphia 1885.
Leidy giebt an, dass nach seiner Ansicht die vier von Foulke
unter dem Genusnamen Apsilus vereinigten Formen zu derselben
Species gehören. Foulke hält an der specifischen Verschiedenheit fest.
11 c. Derselbe, Organisins in ice. Proceed. Acad.
Nat. Scienc. of Philadelphia, pag. 260. Sitzungsbericht
Octob. 28. Philadelphia 1885.
Es fand sich im Eis neben anderen thierischen
Organismen eine Anzahl von Rotifer vulgaris. Die durch
Schmelzen des Eises befreiten Thiere waren lebendig.
12. L. Plate, Beiträge zur Naturgeschichte der
Rotatorien. Jenaische Zeitschr. f. Nat. Bd. 19. pag. 1
bis 120. Tab. I— III. 1886.
Der erste, specielle Theil giebt die an einzelnen
Arten gemachten Beobachtungen wieder, so weit die-
selben neu oder weniger festgestellt sind. Von neuen
Arten werden aufgeführt: Triarthra terminalis, Hertwigia
volvocicola Fig., Brachionus bidens Fig., B. decipiens.
Allgemeiner Theil: 1. Aeussere Haut und Gestalt. Die
Hypodermis bildet stellenweise Verdickungen (Kopf) ; bei
jungen Thieren ist sie dicker als bei alten; dass sie
gänzlich schwinden kann, wird bezweifelt. Häutung
findet während des Wachsthums nicht statt. Die Cuticula
wird nicht allein bei den Loricaten zum Panzer, sondern
Anfänge dazu finden sich auch anderwärts. In der Nähe
des Gehirnes bildet die Matrix eine sackförmige Ver-
dickung; dieselbe wird von den Autoren irrthümlicher
282 Di"- J- Dewitz:
Weise mit dem Gehirn in Verbindung gebracht; die
Funktion ist unbekannt. Der Stirnzapfen bei Monocerca,
Diurella, Hertwigia (und Ascomorpha saltans) wird nicht
als Sinnesorgan angesehen und für homolog mit dem
Rüssel der Philodinaeen gehalten. 2. Räderorgan. Das-
selbe hat wahrscheinlich ursprünglich aus zwei Cilien-
kränzen bestanden. Diejenigen Formen, welche noch
jetzt einen doppelten Wimpersaum aufweisen, zeigen
auch in der sonstigen Organisation primitivere Ver-
hältnisse. Die Umbildung der Wimpersäume erfolgte
nach zwei Richtungen, je nachdem der äussere oder
innere Cilienkranz sich entwickelte. Der innere („Trochus")
erlangt in den meisten Fällen das üebergewicht; seine
Cilien haben das Bestreben, griflfelartig zu werden.
3. Muskulatur. Platte, völlig homogene Muskeln (Leydig,
Eckstein) sind nicht gefunden. Die contractile Substanz
der Muskeln ist entweder eine centrale Axe, der das
Protoplasma mit Kern anliegt, oder umgekehrt. Alle
grösseren Muskeln werden aussen von einer zarten
Membran umhüllt, die sich im contrahirten Zustande in
Ringfalten legt. Doyere'sche Hügel wurden bei Synchaeta
gefunden. 4. Nervensystem. Das Centralorgan liegt bei
allen Rotatorien dorsal vom Schlünde, auch bei den
Melicerten. In der Nackengegend befindet sich der von
Nerven des Centralorganes versorgte dorsale Taster,
welcher bei den verschiedenen Gruppen Abänderungen
erfahren kann. Da, wo er doppelt erscheint (Asplancha,
Hertwigia, Apsilus ), handelt es sich nur um eine sekundäre
Spaltung. Das Tasterpaar, welches der Seitenregion an-
gehört, darf nicht mit dem vorigen Organ homologisirt
werden, da es von Nerven versorgt wird, welche nicht
von dem Centralorgan herkommen. Der Augenfleck ist
entweder ein einfacher Haufe von Pigment oder besitzt
noch einen lichtbrechenden Körper. Die Substanz des-
selben kann unregelmässig im ganzen Auge vertheilt
sein oder hat sich zu einer Linse vereinigt. Bei Euchlanis
dilatata finden sich alle drei Zustände. Am Grunde der
Bericht über die Rotatorienliteratnr von 1882—1886. 283
langen Tastborsten des Räderapparates wurden keine
Pigmentflecke beobachtet (Eckstein). Die Kalkkörperchen
des Gehirnes bilden vielleicht Otolithen. 5. Verdaungs-
kanal. Im Enddarm mancher eben ausgeschlüpfter
Weibchen finden sich schwarze Concretionen, ähnlich
denen des Gehirnes. Dieselben sind nicht Harncon-
cremente, sondern unverdaute anorganische Nahrungs-
bestandtheile. 6. Excretionsorgan. Bei Lacinularia
socialis, einer Floscularia, Apsilus lentiformis und Hyda-
tina senta communiciren die beiden vorderen Gefäss-
knäuel durch einen Querkanal miteinander. Für die drei
ersten Thiere wird die Verbindung als homologes Gebilde
angesehen; für Hydatina ist es zweifelhaft. Die Zitter-
organe werden mit Eckstein als geschlossen angesehen.
Die wirkliche Gestalt der Organe spricht sich in dem
Vorhandensein einer Kanten- und einer Flächenansicht
aus. In der Wand der contractilen Blase liegen ver-
ästelte Fasern. Bei den Philodinäen und Conochilus ist
die Blase nicht durch Verschmelzen der unteren Enden
der Kanäle entstanden, sondern durch direkte Umbildung
eines Theiles der Kloake. 7. Klebdrüse. Die Angabe
Ecksteins, dass das Secret in elastische Fäden aus-
gezogen werden kann, wird bestätigt. 8. Bindegewebe.
9. Keimdottersack und Eibildung. Der bisher als Ovar be-
schriebene Sack ist nur ein Theil dieses Organs und
zwar derjenige, welcher die Dottermasse liefert. Diesem
Dottersack ist der kleine, keimbereitende Theil ange-
lagert. Beide Theile zusammen bilden den Keimdotter-
stock. Bei den Philodinäen konnte die Trennung der
beiden Abschnitte nicht gefunden werden. Die Lage
derselben ist eine zweifache; bei den einen Arten liegt
der Keimstock am vorderen, bei den anderen am hinteren
Ende des Dotterstockes. Eine Scheidung der Dotter-
masse in Zellen wurde nicht wahrgenommen; ebensowenig
wurde hier Kerntheilung beobachtet. Das junge Ei ge-
winnt die Dottermasse durch Diffusionsvorgänge, indem
es auf die Dottersubstanz eine Anziehung ausübt. An
234 1^1'- J'- Dewitz:
isolirt gehaltenen Weibchen von Hydatina senta wurde
festgestellt, dass ein Individuum während seines Lebens
nur eine Eisorte (männliche, weibliche, Wintereier) zu
produciren vermag. 10. Männchen der Rotatorien. Auch
der Kopf der Männchen hat sich ursprünglich ventral-
wärts trichterförmig vertieft; es beweist dieses die mulden-
förmige Aushöhlung am Kopf des Männchens von Hyda-
tina. Der vom Hoden nach dem Vorderende sich
hinziehende Zellstrang wird mit Leydig und Stein als
rudimentärer Darm angesehen. 11. Begattung und ihre
Folgen. Bei der Begattung durchbohrt der Penis an
einer beliebigen Stelle des Körpers die Wandung. Daher
vermag ein Weibchen gleichzeitig von mehreren Männchen
begattet zu werden. Es wurde (bei Hydatina) nie be-
merkt, dass die Geschlechtsorgane eine anziehende
Wirkung auf die Spermatozoen ausüben. Einen längeren
x^iuf enthalt in der Körperflüssigkeit vertragen dieselben
nicht, sondern gehen zu Grunde. Es wird angenommen,
dass sie nie eine Befruchtung vollziehen, sondern die
Eier sich stets parthenogenetisch entwickeln. Die An-
nahme, dass die Wintereier ein Produkt der Befruchtung
seien, wird durch den Versuch widerlegt. 12. Oekologie
der Rotatorien: Lebensdauer, Auftreten der Männchen.
Anabiose wird verneint. 13. Stammform der Rotatorien.
Der gemeinsamen Ableitung der Anneliden und Rotatorien
von derselben Urform wird im Allgemeinen zugestimmt.
13. Rosseter, Obsei-vations on the life-history of
Stephanoceros Eichhornii. Journ. of the Royal Microscop.
Societ. Ser. H. Vol. IV. Part. 2. 169—172. 1884.
Dem Räderthier wurde die Röhre genommen und
gezeigt, dass dasselbe auch ohne dieselbe zu leben ver-
mag. Ausserdem wird bestätigt, dass, wie Ehrenberg
angiebt, Eichhornii vivipar ist.
14. F. Tessin. lieber Eibildung und Entwicklung
der Rotatorien. Zeit. f. wiss. Zoologie. Bd. 44. pag. 273
bis 302. Tab. XIX u. XX. 1886.
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882 — 1886. 285
Die Untersuchungen untersclieiden sich durch die
angewandte Methode von den vorhandenen Arbeiten,
welche den gleichen Gegenstand behandeln. Die Entwick-
lung der Eier wurde hier an Schnitten beobachtet. Haupt-
sächlich beziehen sich die Untersuchungen auf die Eier
von Eosphora digitata Ehr. Kepräsentanten anderer
Gruppen wurden ebenfalls herangezogen. Unterschiede
wurden aber nicht wahrgenommen. 1. Weiblicher Ge-
schlechtsapparat, Bildung und Reifung des Eies. Das,
was bisher als Ovar angesehen wurde, ist irrthümlicher
Weise dafür gehalten. Das eigentliche Ovar ist vielmehr
ein kleiner Haufe von Kernen, der an der rechten und
vorderen Seite des bisher sogenannten Ovars liegt. Die
Kerne dieses Keimfaches werden die Eikerne. Die Kerne
des bisherigen Ovars sind in constanter Zahl (8) bei den
verschiedenen Arten vorhanden. Eine Theilung dieser
Kerne wurde nicht wahrgenommen. Der Bedeutung nach
soll das Organ mit der Eiproduction insofern in Beziehung
stehen, als es dem Ei Nahrungsstoffe liefert. An dem
noch im mütterlichen Organismus befindlichen Ei tritt die
Kernspindel auf; aus dem Vorhandensein derselben wird
auf das Auftreten von Richtungsbläschen geschlossen.
Nach Ablage des Eies ist in demselben von einem Kern
nichts zu sehen. Der Embryonalkern bildet sich an der
Peripherie, da, wo der Eikern verschwand. Die Theilung
des Embryonalkernes ist die gewöhnliche. 2. Eitheilung
und Gastrulation. Die Theilungsvorgänge werden in
anderer Weise dargestellt, als sie von den bisherigen
Beobachtern angegeben wurden. Zuerst erfolgt eine
äquatoriale Theilung in ein grösseres und ein kleineres
Stück. Zu dieser Theilungsebene in senkrechter Richtung
(meridional) tritt eine zweite auf, welche von jedem der
beiden Theile ein Stück abschneidet, so dass vier Theil-
stücke (ein grosses und drei kleine) vorhanden sind.
Durch eine Verchiebung tritt eine bilateral-symmetrische
Anordnung ein. Die Medianebene geht durch die mittlere
der kleinen Zellen und durch den Längsdurchmesser der
286 Dl'- J- Dewitz:
grossen. Letztere bezeiclinet das spätere Vorderende,
die kleinen Zellen liegen auf der späteren Rückenseite.
Aus diesen gehen darauf sechs Zellen hervor, während
sich von der grossen Zelle ein Stück abschnürt, das sich
nach dem hinteren Pol verschiebt. In Folge weiterer
Aequatorial-Theilung gehen aus den dorsalen (kleinen)
Zellen drei Zellreihen hervor, aus den beiden ventralen
(grossen) vier Zellen. Alle Zellen betheiligen sich an der
Bildung des Ectoderms, während das allein zum Entoderm
wird, was von der grösseren der primären Blastomeren
übrig geblieben ist. Auch meridionale Theilung tritt
jetzt ein. Die drei dorsalen Zellenreihen vermehren sich
in sechs, wobei sich die vordere Zelle jeder Reihe durch
ihre dunkle Farbe auszeichnet. Die Gastrulation geht
vor sich, indem unter fortgesetzter Theilung die Ectoderm-
zellen die Entodermzelle , aus welcher drei Theilstücke
hervorgegangen sind, umschliessen. 3. Mesoderm. Die
sechs Ectodermzellen, welche sich durch ihre Färbung
auszeichnen, theilen sich je in zwei Hälften und werden
allmählich in ihrer Lage so verrückt, dass sie zwischen
Ento- und Ectoderm zu liegen kommen. Sie bilden das
Mesoderm. Unter weiterer Theilung rücken sie auf die
dorsale Seite und nach hinten. Wahrscheinlich gehen
aus diesen Zellen das Muskel- und Excretionssystem
hervor, vielleicht auch die Geschlechtsorgane. 4. Ecto-
derm. Die Entstehung des Ectoderms ist eine doppelte,
aus dorsalen und ventralen Zellen. Der Kopftheil wird
von jenen, das Ectoderm des Rumpfes und Schwanzes
von den Abkömmlingen der letzteren gebildet. An der
Stelle des Prostoma stülpt sich das Ectoderm ein. Aus
dieser Einstülpung geht der Schlund und der Räder-
apparat hervor. Von der Ectodermaleinstülpung aus-
gehend sinkt das Ectoderm an der ganzen Bauchseite
ein. Der hintere Rand der Einstülpung wölbt sich in
Form eines konischen Fortsatzes gegen die Bauchseite
vor und bildet die Anlage des Fusses. In diese embryo-
nale Anlage desselben ragt der Entoderm hinein. Der
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882—1886. 287
Fuss ist daher nicht ein Anhang, sondern eine Fort-
setzung des Gesammtkörpers, ein Postabdomen. An den
Rändern der Vertiefung erscheinen ferner zwei Seiten-
lappen und ein Kopflappen, lieber die Ableitung des
Nervensystems vom Ectoderm vermag der Verf. nichts
anzugeben. 5. Entoderm. Von den drei Zellen, die ur-
sprünglich das Entoderm bilden, theilen sich im weiteren
Verlauf der Entwicklung die beiden vorderen. Unter
fortgesetzter Theilung nehmen die entodermalen Zellen
eine radiäre Stellung ein, ohne dass es zur Bildung einer
Darmhöhle kommt. Auffällig ist es, dass derjenige Ab-
schnitt des Verdauungstractus , den man Schlundkopf
nennt, aus dem Entoderm und nicht, wie man allgemein
annimmt, aus dem Ectoderm entsteht. Der Verfasser
hält daher die Bezeichnung Schlund für ungeeignet und
schlägt den Namen „Vor-" oder „Kaumagen" vor. Von
der hinteren Hälfte des Entoderms und den daraus her-
vorgehenden Gebilden vermag die Untersuchung nichts
Näheres anzugeben. 6. Verwandtschaftsbeziehungen der
Rotatorien und ihrer Stellung im System. Aus seinen
Beobachtungen zieht der Verfasser den Schluss, dass aus
den Vorgängen der Entwicklung nur das hervorgeht, dass
die Rotatorien als echte hypogastrische Bilateralien auf-
zufassen sind. Schlüsse für die nähere Verwandtschaft
mit einer bestimmten Abtheilung lassen sich nicht ziehen.
Hinsichtlich der Trochosphaera- Theorie Hatschek's soll
das Räderorgan in keiner Weise den Wimperkränzen der
Wurmlarven entsprechen. Die Verwandtschaftsbeziehungen
werden nicht bei den Anneliden gesucht. Dagegen
sprechen die lappenförmigen Bildungen in der Umgebung
des Mundes für eine Verwandtschaft mit den Turbellarien.
Andererseits aber zeigen die Rotatorien Beziehungen zu
den Crustaceen. In erster Linie wird auf das embryo-
nale Postabdomen verwiesen, welches beiden Gruppen
gemeinsam ist. Als Resultat seiner Untersuchung be-
trachtet der Verf. den Satz, dass die Rotatorien als eine
Zwischenform zwischen den niederen Würmern und
niederen Krebsen aufzufassen sind. —
288 Dl'- J- De Witz:
15. F. YejdoTsky. lieber Drilopliaga bucephalus
n. g. et sp. , ein parasitisches Räderthier. Sitziingsber.
d. k. bölim. Gesell, d. Wissensch. in Prag. 1882. pag. 390
bis 397. Mit Taf.
Das neue parasitische Räderthier Drilophaga hme-
jihalns lebt an der Haut von Lumbriculus variegatus ; an
dem hinteren Körpertheil der Würmer, der nicht im
Schlamm steckt. Obgleich der Wurm in Böhmen weit
verbreitet ist, sind nur die im Grossteich bei Hirschberg
(Nordböhmen) lebenden Thiere damit behaftet. Am
Körper des Räderthieres lassen sich mehrere Glieder
unterscheiden: Kopf, fünf Körperglieder, Hinterleib mit
zangenartigem Fortsatz. Der Kopf trägt auf der Rücken-
seite einen hornartigen Fortsatz mit dem Räderorgan und
auf der Bauchseite den Saugapparat. Nervensystem nicht
beobachtet. Augen fehlen. Das Tastorgan reducirt auf
ein Grübchen an der Basis des Räderorgans. Auf der
Bauchseite an der Basis des Kopflappens die Mund-
öffnung. Die Kiefer sind in Folge des Parasitismus völlig
verändert, sie bestehen aus vier paarigen und einer un-
paaren Chitinleiste. Mit dem ersten Paar befestigt sich
das Thier. In den Pharynx mündet ein Paar ungemein
grosser Speicheldrüsen. Der Magen aufgeschwollen, ohne
pancreatische Drüsen. Im vorletzten Segment ein Paar
Drüsen, welche in die Fussdrüse münden; letztere mündet
in den Fortsatz des Schwanzes nach aussen. Excretions-
organ bis auf die grosse Endblase undeutlich. Die Kanäle
bilden drüsige Läppchen; von den Wimpertrichtern konnten
nur drei wahrgenommen werden. Es wurden nur weib-
liche Individuen gefunden (September), lieber Befruchtung
und Entwicklung ist nichts Bestimmtes angegeben. Der
Verf. will Verwandtschaftsbeziehungen zu Hydatina er-
kennen.
16. C. Vogt und E. Yung. Lehrbuch d. praktischen
vergl. Anatomie. Classe der Räderthiere: pag. 424: — 444.
Braunschweig 1886.
Allg. Uebersicht, Untersuchungsmethoden. Als Bei-
spiel der Classe wird Brachionus pala Ehrbg. behandelt.
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882—1886. 289
Weibchen; die verschiedenen Körperregionen, Körper-
decke, Hypodermis, Schwanzdrüse, Muskelsystem, Räder-
organ, Nervensystem, Sinnesorgane, Verdauungssystem,
Excretionsorgane , Geschlechtsorgane. Männchen (von
Brachionus urceolaris als Beispiel). Hinweis auf die
Organisationsverhältnisse der anderen Arten. Literatur.
17 a. 0. Zacharias, Ueber die Bedeutung des Palm-
form-Stadiums in der Entwicklung von Rotatorien und
Nematoden. Biolog. Centralblatt. Bd. V. No. 8. pag. 228
bis 233. 1885.
Der Verf. macht auf den Parallelismus in der Ent-
wicklung der Nematoden und Räderthiere aufmerksam.
In den frühesten Stadien lassen sich die beiderseitigen
Keime kaum unterscheiden. Besonders wird das „Palm-
stadium" (Meissner) in gleicher Weise durchlaufen. Bei
Räderthieren, Nematoden zeigt sich nämlich ein Stadium,
welches als ein blasiger Vorder- und ein gestreckter
Hinterkörper erscheint. Aus dieser gemeinsamen Em-
bryonalform, dem Palmstadium, wird auf gemeinsamen
Ursprung der beiden Würmergruppen geschlossen. Hin-
sichtlich der blasigen Erweiterung des Vorderkörpers
und der Entstehung des definitiven Thieres aus derselben
wird auf die Larve von Polygordius hingewiesen. Der
blasige Kopftheil des Palmstadiums soll das Homologon
der Kopf blase der freilebenden Polygordius -Larve sein.
17 b. Derselbe, Ueber Fortpflanzung und Entwicklung
von Rotifer vulgaris. Ein Beitrag zur Naturgeschichte
der Räderthiere. Zeit. f. wiss. Zoologie. Bd. 41. pag. 226
bis 251. Tab.XVL 1885.
Nach anatomischen Bemerkungen über das Räder-
thier geht der Verf. auf die Embryonalentwicklung ein.
An einer Stelle des Ovariums entsteht eine Beule. Es
scheint, als ob sich hierhin die Dottermassen hinziehen.
Ein gesonderter Bildungsheerd für letztere ist nicht vor-
handen. Bei der Abschnürung des Eies wird ein Theil
der Umhüllungsmembran des Eierstockes mit abgeschnürt.
Vor der Theilung sammeln sich die Dottermassen im
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. rj\
290 1^1'- J- Dewitz.
Centrum des Eies, so dass dieses dunkler erscheint als
die peripherische Schicht. Der Theilungsmodus ist nie
direkt beobachtet. Tochterkerne schnüren sich ab, ehe
noch eine deutliche Furchung wahrzunehmen ist. Schliess-
lich entstehen drei Blastomeren, deren Theilprodukte
den übriggebliebenen Theil des Eies haubenförmig um-
wachsen. Der umwachsende Theil wird zum äusseren
Keimblatt; zum inneren der eingeschlossene. Derselbe
beginnt sich nach Bildung des Blastoporus auch seiner-
seits zu theilen. Die Entwicklung wird ferner an einer
zinnoberrothen Varietät von Peilodina roseola verfolgt.
Der erste Furchungskern entsteht durch Knospung aus
dem Kern der Eizelle; ebenso die übrigen Kerne bei
fortschreitender Blastomerenbildung. Erwähnt wird das
Auftreten einer Furchungshöhle. Ehe sich der Blasto-
porus schliesst, trennen sich vom Hypoblast zwei Theil-
stücke ab, ausgezeichnet durch hochrothe Farbe. Diese
Zellen werden als die Anlage des mittleren Keimblattes
angesehen. In der weiteren Entwicklung von Rotifer
vulgaris bildet sich durch eine auf der Bauchseite auf-
tretende Furche ein Kopf- und ein Schwanztheil. Auf
welchem Wege der reife Embryo aus dem mütterlichen
Organismus befördert wird, konnte nicht beobachtet
werden. — Aus der unter der Cuticula befindlichen
Körnerschicht sprossen Gebilde hervor, welche das Aus-
sehen von Eiern haben. Diese Deutung wird noch wahr-
scheinlicher dadurch, dass im Innern sich bisweilen
Fäden vorfinden, die als Spermatozoen erscheinen. Die
eiartigen Gebilde öffnen sich nach aussen durch eine
Art Micropyle. Aus derselben ragt ein sackartiger Anhang
heraus. Es ist unentschieden gelassen, ob die Gebilde
sprossende Eikeime oder parasitische Infusorien (Trypano-
coccus Rotiferorum Stein) sind.
17 c. Derselbe. Können die Rotatorien und Tardi-
graden nach vollständiger Austrocknung wieder aufleben
oder nicht? Biolog. Centralblatt. Bd. VI. No. 8. pag. 230
bis 235.
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882 — 1886. '291
In der Literatur sind entgegenstehende Meinungen
vertreten über das Wiederaufleben eingetrockneter Räder-
thiere. Der Verf. stellt über diese Frage einige Beob-
achtungen an. Zwischen Hirschberg i./Schl. und Grünau
befindet sich an einem Bach eine Granitplatte mit einer
Aushöhlung, welche 2 — 3 Liter Wasser fasst und welche
sich bei Regenwetter füllt, um bei gutem Wetter in
2 — 6 Tagen auszutrocknen. Die Höhlung enthält eine
Fauna und Flora, welche den Nachforschungen des Verf.
zufolge sich mindestens 100 Jahre an besagtem Orte be-
findet und während dieser ganzen Zeit beständig den
wechselnden Zustand von Feuchtigkeit und Trockniss
mitgemacht hat. Die Hauptmasse der Thiere besteht aus
einer Ph. roseola nahen Philodinide, welche aber grösser
und von hochrother Farbe ist. Der Verf. nennt sie
Ph. cinnabarina. Der Verf. hatte sich die Frage gestellt,
in welcher Weise das Räderthier bei dem fortwährenden
Austrocknen die Continuität des Lebens aufrecht erhalten
konnte. Exemplare der Philodina auf den Objektträger
gebracht, wurden nach Verdunsten des Wassers nicht
wieder zum Leben erweckt. Dagegen blieben Eier,
welche in dem aus dem Wasserbecken entnommenen
Detritus eintrockneten, lebensfähig und entwickelten sich,
wenn Wasser zugeschüttet wurde. Der Verf. kommt zu
dem Schluss, dass es einzig und allein die Eier sind,
durch welche die continuirliche Generationsfolge aufrecht
erhalten wird. — Die genannte Philodina befindet sich
in ungeheurer Menge in jener Vertiefung. Die Thiere
sind so gross und so zahlreich, wie sie nirgends in der
Nachbarschaft angetroffen werden. Diese Eigenschaften
sollen durch den beständigen Ausleseprozess verursacht
sein. —
17 d. Derselbe. Ergebnisse einer zoolog. Excursion
in das Glatzer, Iser- und Riesengebirge. Zeitschr. f.
wiss. Zoologie. Bd. 43. pag. 252—276. Tab. IX u. X. 1886.
Aus den Gewässern des Reinerzer Hochmoors zwei neue Räder-
thiere : 1. Limnias sphagnicola, stellt der Limnias Ceratophylli Sehr,
nahe ; an untergetauchtem Torfmoos (Sphagnum acutifolium). 2. Ste-
T*
292 I>r. J- Dewitz:
phanops Leydii (Fig. 1 u. 2), unterscheidet sich nur in einigen Merk-
malen von St. longispinatus J. Gr. Tatem (Quart. Journal of microscop.
science. VII. New Series. 1867. pag. 252). Aus dem Altvatergebirge
wird ein zweifelhaftes Räderthier (Tab. IX. Fig. 3 A u. B) erwähnt,
welches der Verf. für ein zur Gattung Hertwigia gehöriges Männ-
chen hält.
17e. Derselbe, Ein neues Räderthier (Stephanops
Leydigii). Zoolog. Anzeiger. Jahrg. IX. No. 223. pag. 118
bis 320. 1886.
Dem Verfasser erscheint es als wahrscheinlich, dass die von
ihm aufgestellte Art Stej^hanops Leydüjii (Zeit. f. wiss. Zoolog. Bd. 43.
1886) identisch ist mit einem von J. E. Lord (in The Naturalist World
No. 21. 1885) beschriebenen Räderthier.
18. C. Zelinka, Studien über Räderthiere. I. lieber
Symbiose und die Anatomie von Rotatorien aus dem
Genus Callidina. Zeit. f. wiss. Zoologie. Bd. 44. pag. 396
bis 506. Tab. XXVI— XXIX. 1886.
I. Biologischer Theil. Kap. 1. Bau der Pflanze und
Verhalten des Thieres.
Zwischen ihren Blättern bieten einige Lebermoosarten
gewissen Räderthieren einen Aufenthaltsort. Diese Leber-
moose sind: 1. Radula complanata; das Räderthier sitzt
in dem Winkel zwischen Stamm, oberen und unteren
Blattlappen. 2. Lejeunia; der Aufenthaltsort ist ein
ähnlicher wie vorher. 3. Frullania; Aufenthaltsort ist
der kappenförmige untere Blattlappen. Befeuchten der
Moose bewirkt, dass die Räderthiere ihr Räderorgan
hervorstrecken. Besonders interessant sind die Ver-
hältnisse bei dem letzten Lebermoos. Die Erscheinung
ist nicht als Parasitismus aufzufassen, denn das Räder-
thier nimmt weder aus den umgebenden Pflanzenzellen
noch aus Drüsen Nahrung zu sich. Die Thiere ernähren
sich vielmehr von einzelligen Algen, welche sie sich bei
Wasserüberfluss herbeistrudeln. Bei Wassermangel con-
trahiren sie sich und ziehen sich in die Klappe zurück.
Die Art der Symbiose wird als „Raumparasitismus" (Klebs)
bezeichnet. Da das Moos an der Schattenseite der
Bäume und besonders an der Wetterseite derselben ge-
deiht, sind die Bedingungen den Thieren günstig. Ein
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882—1886. 293
rasches Austrocknen wird so verhindert. Die Eäderthiere
vermögen eine Trockenheit selbst von 3 Monaten zu er-
tragen. Andrerseits ertragen sie auch eine Winterkälte
von 20^ C. und eine Wärme von 70^ C. Auf die Frage,
ob umgekehrt die Rotatorien einen Einfluss auf die
Pflanze ausüben, wird die Möglichkeit ausgesprochen,
dass die Blätter in Folge des durch die Thiere ver-
ursachten Reizes sich kappenartig gekrümmt hätten. Die
Verbreitung der betreffenden Räderthiere ist allgemein.
Sie finden sich an Moosen, die aus den verschiedenen
Orten Oesterreichs und Deutschlands stammten, und sogar
an solchen aus Australien. Kap. II. Charakteristik der
auf den Lebermoosen symbistisch lebenden Räderthieren.
Es sind zwei Formen, eine grössere und eine kleinere
vorhanden, beide zur Gattung Callidina gehörig. Die
erstere hat Aehnlichkeit mit C. rediviva Ehr., wird aber
als besondere Art unterschieden und C. symhiotica n. sp.
genannt. Die zweite Art erhält den Namen C. Leitgehii
n. sp. Kap. III. Bewegungen. Das freie Thier kriecht
spannerartig. II. Anatomischer Theil; enthält folgende
Kapitel: I. Körperform und Beschaffenheit der Haut,
II. Muskelsystem, III. Räderorgan und Mund, IV. Rüssel,
V. Fuss, VI. Verdauungskanal, VII. Nervensystem und
Sinnesorgane, VIII. Exkretionsorgan, IX. Weibliche Ge-
schlechtsorgane. Sechszehn Längsfalten finden sich am
Rücken und an den Seiten des Körpers. Die Muskulatur
zerfällt in einen Hautmuskelschlauch und in Leibeshöhlen-
muskeln. Jener besteht aus bandartigen Längs- und Ring-
muskeln. Die Längsmuskeln sind verzweigt und am Bauch
zahlreicher als am Rücken. Die Ringmuskeln sind an der
Bauchseite unterbrochen. Die Leibeshöhlenmuskeln ent-
springen an der Haut und inseriren sich an den Seg-
menten des Körpers oder an inneren Theilen. Sie haben
eine homogene Rinde und eine protoplasmatische Axe.
Die Radbewegung hat mit der Wirkung des Räderorgans,
die in einem Ringwirbel besteht, nichts gemein, sondern
ist eine optische Täuschung. Der Ringwirbel wird durch
die vertikale und centrifugale Bewegung der Radwimpern
294 Dr. J. Dewitz:
hervorgebracht. Die Mundhöhle hat zwei funktionell
gesonderte Räume; der eine besorgt die Aufnahme, der
andere das Entfernen der im Wasser suspendirten Kör-
perehen. Der Rüssel ist aus zwei Segmenten gebildet
und am Ende mit Cilien besetzt. Zu seiner Bewegung
besitzt er Haut- und Leibeshöhlenmuskeln. Im Rüssel
befindet sich ein Ganglion, das mit dem Gehirn in Ver-
bindung steht und den Sinneszellen aufsitzen. Der Fuss
steht mit der Leibeshöhle in directem Zusammenhange.
Die Klebdrüsen bestehen aus vier Reihen von Drüsen-
zellen und einem unpaaren Stück. Die Ausführungsgänge
münden auf zehn kleinen Zäpfchen des letzten Fussgliedes.
Der Schlundkopf besteht aus zwei Kiefern und der dazu
gehörenden Muskulatur. Zahnformel f. Zwei dorsale
und drei ventrale Speicheldrüsen sind vorhanden. Der
Verdauungstractus zerfällt in einen Oesophagus mit einer
dorsalen Drüse, in den Magen oder Chylusdarm mit drei
Bauchspeicheldrüsen und einem muskulösen Sphinkter
am Ende, in den mit einer Ringfurche versehenen Blasen-
darm und den Enddarm. Das Nervensystem setzt sich
zusammen aus dem Gehirn und den peripherischen Nerven,
welche in zwei Gruppen gesondert sind; für das Vorder-
ende und für den Rumpf. Das Excretionsorgan besteht
aus der contractilen Blase, den zugehörigen Röhren und
den Flimmerlappen. Der weibliche Geschlechtsapparat
hat zwei Theile, den Dotterstock und den kleinen Keim-
stock; beide durch eine Membran getrennt. Männchen
sind nie beobachtet. Am Schlüsse befindet sich ein Ver-
zeichniss der Räderthierliteratur von 281 Nummern; ab-
geschlossen Juni 1886. —
Bericht über die Rotatorienliteratur von 1882—1886.
295
Neue Arten und Oattungen.
(Die Zahlen geben die betreffende Arbeit an.)
Acyclus (u. g.) 8a, IIa.
Acyclus inquietus 8a, IIa.
Albertia intrusor 8e.
„ nai'dis 8e.
Anuraea aculeata, var. regalis 9d.
„ intermedia 9d.
„ longispina 3, 9 a, 9 b.
„ spinosa 3, 9 a, 9 b.
Apsilus (n. g.) 6, IIb.
Apsilus bipera 6.
Asplanchna Ebbesbornii 8 b.
helvetica 9 a, 9 b, 9 c.
triophthalma 4.
Brachionus bidens 12.
„ decipiens 12.
„ Margoi 4.
Callidina bihamata 8e.
„ Leitgebii 18.
„ symbiotica 18.
Cathypna (n. g.) 8e.
Cathypna rusticula 8e.
sulcata 8e.
Cephalosiphon candidus 8e.
Cochleare (n. g.) 8e.
Cochleare staphylinns 8e.
„ turbo 8e.
Coelopus cavia 8e.
„ minutus 8e.
tenuior 8e.
Cohirns amblytelus 8e.
„ coelopinns 8e.
„ dactylotus 8e.
„ obtusus 8e.
„ pedatus 8e.
Conochilus dossuarius 8d, 8e.
Copeus cerberus 8e.
„ labiatus 8e.
„ pachyurus 8e.
Diasehiza (n. g.) 8e.
Diaschiza exigua 8e.
„ Hoodii 8e.
„ paeta 8e.
„ semiaperta 8e.
„ tenuior 8e.
„ valga 8e.
Diglena clastopis 8e.
„ circinator 8e.
„ gibber 8e.
„ giraffa 8e.
„ permoUis 8e.
Diplois (n. g.) 8e.
Diplo'is Daviesiae 8e.
propatula 8e.
Distemma Collinsii 8e.
„ (?) labiatum 8e.
„ raptor 8e.
Distyla flexilis 8e.
„ gissensis 5.
„ Ludwigii 5.
Drilophaga (n. g.) 15.
Drilophaga bucephalus 15.
Eretmia cubeutes 8e.
„ pentathrix 8e.
„ tetrathrix 8e.
„ trithrix 8e.
Euchlanis lyra 8e.
Floscularia algicola 8e.
„ ambigua 8 a.
„ calva 8d.
„ Hoodii 8 a.
„ mira 8d.
„ mutabilis 8d.
Furcularia Boltoni 8e.
„ ensifera 8e.
„ micropus 8e.
Hertwigia (n. g.) 12, 17 d.
296 1^1'- J- Dewitz: Bericht über die Rotatorienliteratur etc.
Hertwigia volvocicola 12, 17 d.
Limnias sphagnicola 17 d.
Mastigocerca elongata 8e.
„ lophoessa 8e.
„ macera 8e.
scipio 8e.
Melicerta conifera 8e.
pedunculata 10.
Metopidia rhomboides 8e.
Monostyla Lordii 8e.
Mytilia (n. g.) 8e.
Mytilia tavina 8e.
Notholca (n. g.) 8e.
Notholca scapba 8e.
„ thalassia 8e.
JiJotommata cyrtopus 8e.
„ pilarius 8e.
„ spicata 8d.
Geeistes brachiatus 8e.
„ serpentinus 8e.
„ stygis 8e.
Pedetes saltator 8e.
Philodina cinnabarina 17 c.
Philodina tuberculata 8e.
Pompholyx sulcata 8d.
Proales sordida 8e.
„ tigridia 8e.
Pterodina mucronata 8e.
„ tmncata 8e.
Pteroessa surda 8e.
Rattulus calyptus 8e.
„ cimolius 8e.
„ helminthodes 8 a.
„ sejunctipes 8e,
Rotifer hapticus 8e.
Salpina eustala 8e.
,, macracantha 8e.
„ sulcata 8e.
Scardium eudactylotum 8e.
Schizocerea (n. g.) 4.
Schizocerca diversicomis 4.
Stepbanops armatus 8d.
„ chlaena 8e.
Leydigii 17 e, 17 d.
Taphrocampa Saimdersiae 8d, 8e.
Triarthra terminalis 12.
lieber die Gruppe der Echinoderidae vergl. Brauii's Bericht
über die freilebenden Würmer.
Bericht
über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Protozoen in den Jahren 1884 u. 1885.
Von
Dr. Ludwig Will
Privatdocent für Zoologie (Rostock).
I. Allgemeines.
A. Weismann wendet sich in seiner Arbeit lieber
Leben und Tod (Jena 1884), in der er der Theorie
Goette's über den Ursprung des Todes entgegentritt,
auch gegen jene Ansicht des letzteren Autors, nach der
man in dem Encystirungsprozess der Einzelligen das
Analogon des Todes der Metazoen zu sehen habe. Da
man einen wirklichen Tod, der Fäulniss und Zersetzung
im Gefolge habe, bei den Protozoen künstlich hervor-
rufen könne, könne man den gleichen Namen Tod nicht
auf die Zustände während der Encystirung anwenden.
Verfasser bleibt bei seiner früheren Ansicht, dass bei
den einzelligen Organismen ein Tod aus inneren
Ursachen, ein natürlicher Tod, nicht vorkomme.
Anknüpfend an die Arbeiten Bütschli's, Goette's
und Weismann's tritt Moehius der Weismann 'sehen
Lehre von der Unsterblichkeit der Protozoen gegenüber.
„Nach der bisher allgemein gebräuchlichen Definition
versteht man unter Unsterblichkeit eines lebenden indi-
viduellen Wesens die ihm innewohnende und durch äussere
Ursachen nicht zerstörbare Eigenschaft, als Individuum
ewig fortzudauern." Die Unsterblichkeit ist daher kein
298 I^i'- Ludwig Will : Ber. über die wissensch. Leistungen
Gegenstand der Erfahrung, sondern ein transzendentaler
Begriff. Lässt sich derselbe nun auf die Lebensdauer
der sich durch Theilung vermehrenden Protozoen an-
wenden? — Zwar lassen alte Protozoenindividuen bei
ihrer Theilung nichts zurück, was stirbt, unsterblich sind
sie aber darum doch nicht zu nennen, weil während der
Theilung allmählich das individuelle Dasein erlischt. —
Dass auch die Fortdauer der Leibessubstanz des gealterten
Individuums in den Theilstücken nicht die ihr von Weis-
mann zugeschriebene Bedeutung haben kann, sucht Verf.
damit zu erweisen, dass nach der ersten Theilung jeder
Sprössling nur V2J hei weiteren Theilungen aber nur V4,
Vs^ Vi 6 u. s. w. vom Leibe der ürmutter enthalten kann,
also die späteren Generationen der Protozoen immer
reichlicher aus „selbst erarbeiteter Leibessubstanz" be-
stehen müssen. Mit den ersten Spuren der Theilung des
Mutterindividuums hebt die Individualisirung der Tochter-
individuen an. „Die Protozoen sind ebenso wie die
Metazoen psychisch centrirte Individuen. In den ge-
sonderten psychischen Centren der Theilungssprösslinge
kann das frühere psychische Centrum der Mutter nicht
fortbestehen, weil deren individuelles leibliches und
geistiges Leben bei der Theilung erlischt. Die Protozoen
sind daher auch vom physiologischen Standpunkte aus
nicht unsterblich zu nennen." {Das Sterben der ein-
zelligen und der vielzelligen Thiere. Biolog. Centralhl.
IV. Bd. 1885. No. 13. pag. 389—392.)
Dem gegenüber versucht Weismann zu zeigen, dass
die Vorstellung, Mutter- und Tochterthiere seien ver-
schiedene Individuen, nicht zutrifft, dass sie ein wesent-
liches Moment des Theilungsvorganges übersieht, nämlich
die Identität der lebenden Substanz bei „Mutter"
und „Töchtern". Sie hebt willkürlich das eine Moment
hervor, dass statt eines Individuums nun zwei da sind,
und bezeichnet diese als neue, vergisst aber, dass jede
der Theilhälften nichts anderes ist, als eine Fortsetzung
des Mutterindividuums. Er giebt jedoch zu, dass auch
die entgegengesetzte Ausdrucksweise in voller Schroffheit
i. d Naturgesch. der Protozoen i, d. Jahren 1884 ii. 1885. 299
hingestellt, den Thatbestand zu erschöpfen nicht genügen
könnte, weil sie leicht zu dem Absurdum führen könnte,
dass alle Bionten einer Infusorienart nur ein Individuum
wären! Er meint, dass unsere Begriffe vom „Individuum"
und der „Generation", von „Mutter" und „Tochter" hier
nicht ausreichen zur Bezeichnung der Sache. „Es giebt
keine Individuen bei den Protozoen im Sinne
der Metazoen, und von diesen letzteren stammen die
genannten Abstractionen her. Bezüglich des von Moebius
behaupteten „Alterns" der Protozoen meint Verf., dass
diese Ansicht unhaltbar sei. Die Einzelligen reiben sich
durch das Leben nicht selbst auf, ihre Körper sind un-
sterblich. Auch die Conjugation bei den Einzelligen,
wie auch bei den Mehrzelligen, ist nichts als ein „Ver-
jüngungsvorgang" im Sinne der Vermeidung eines physio-
logischen Todes aufzufassen. (Zur Frage nach der
Unsterblichkeit der EinzelligeJi. Biolog. Centrbl, IV,
pag. 650—665, 677—691.)
C. S. Minot's Artikel „Growth and Death" sei nur
erwähnt, da er die Protozoen nicht so direkt berührt
{Science Vol. IV, Proc. Americ. Assoc. Advancern. Sc. Vol. 33,
Philadelph. Meeting. Sept. 1884).
J. Künstler 's Artikel Les or ig in es de la vie be-
schäftigt sich mit der Ableitung der Organismen von
nicht individualisirten Protaplasmassen (Journ. Micr. Paris
Tome 8. 1884. pag. 200—211 m. Fig.).
A. Oruber zeigt, dass es Protozoen (besonders unter
den Ciliaten) giebt, bei denen die Kernsubstanz in zahl-
reichen Körnern durch das Protoplasma vertheilt sein
kann, manchmal in so winzigen Bestandtheilen (Choenia
teres, Trachelocerca phoenicopterus), dass sie nach der
Tinktion nur bei starken Vergrösserungen gleichsam als
ein Niederschlag sichtbar wird. Bei anderen (Oxytricha
scutellum u. flava) sind solche Nucleinbrocken, obschon
noch sehr zahlreich, doch schon grösser und theilweise
auch regelmässiger, sodass solche Formen zu den viel-
kernigen hinüberleiten. Verf. glaubt, dass bei den kern-
losen Protisten die Kernsubstanz in der Zellsubstanz
300 ^^- Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
gelöst enthalten ist und dass man sich phyletisch das
erste Auftreten geformter Kernsubstanz nicht gleich in
Gestalt eines Kernes, sondern in Form feinster Nuclein-
körnchen zu denken hat. Die Bildung eines eigentlichen
Kernes ermöglicht sicherer und rascher eine gleichmässige
Vertheilung der Kernsubstanz bei der Theilung. Bei den
Protozoen sind 2 Typen von Kernen die häufigsten, der
bläschenförmige (die meisten Rhizopoden, Heliozoen,
Sporozoen, Flagellaten s. str., vereinzelte Radiolarien und
Ciliaten) und der massive (Ciliaten, Suctorien). Die
Nebenkerne, die wohl auf die Ciliaten beschränkt bleiben,
sind nach letzterem Typus gebaut. Die Kerntheilungs-
vorgänge beruhen meist darauf, dass die im Ruhezustand
in Körnchen angeordnete Chromatinsubstanz in eine Form
gebracht wird, die eine genaue Halbirung ermöglicht
(lieber Kern und Kerntheilung bei Protozoen. Zeitscli.
f. wiss. Zool Bd. 40. 1884. pag. 121—153 m. 2 Tßn.).
Derselbe zählt in einem zusammenfassenden Artikel
diejenigen Protozoen auf, die sich bis jetzt als vielkernig
erwiesen haben und vermuthet, dass die Vielkernigkeit
in Beziehung zur Fortpflanzung steht. Zur Begründung
verweist er auf die Radiolarien, bei denen aus einkernigen
vielkernige Individuen entstehen, welche dann den
Schwärmsprösslingen Entstehung geben; dass die bei
Infusorien häufig eintretende Zersplitterung des Körpers
kein pathalogischer Vorgang ist, beweisen die Beob-
achtungen Zell er' s an Opalina, bei der sich die einzelnen
Splitter encystiren, um später wieder zu normalen Thieren
heranzuwachsen (Ueber vielkernige Protozoen. Biol.
Centralbl. 4. Bd. 1885. pag.llO—TlG).
0. Zacharias hat die Bewegungserscheinungen studirt,
welche die Spermatozoen von Polyphemus sowie die
amöboiden Darmzellen von Stenostomum leucops unter
dem Einfluss von 3 — 5% iger Lösung von phosphor-
saurem Natron zeigen und glaubt aus denselben mit
ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit schliessen zu dürfen,
dass sich die Flagellaten aus den Amöben entwickelt
haben {Diol. Centralbl. V. 1885. pag. 259—262). '
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 ii. 1885. 301
Biologisch interessant sind die Resultate, welche
W. Pfeffer bei seinen Versuchen über locomotorische
Richtnngsbewegungen durch chemische Reize {ünte^^s.
Bot. Inst. Tübingen. Bd. 1. 1881—85. pag. 363—4:82) ge-
wonnen hat. Soweit dieselben thierische Organismen
betreiFen, lassen sie sich in folgender Weise zusammen-
fassen: Manche mit freier Ortsbewegung begabte Orga-
nismen werden durch gewisse Stoffe zu locomotorischen
Richtungsbewegungen veranlasst, sofern das Reizmittel
in ungleicher Vertheilung in der umgebenden Flüssigkeit
geboten ist. Die Organismen steuern nach der con-
centrirten Lösung hin (entgegengesetzt dem Diifusions-
strom), so lange nicht durch zu weit gehende Concen-
tration eine abstossende Wirkung veranlasst wird. Für
die schwärmenden Gameten von Chlamydomonas wurde
kein Reizmittel gefunden (Apfelsäure, das Reizmittel für
die Samenfäden der Farne, blieb wirkungslos). Trepo-
monas agilis Dj. wurde massenhaft in eine Capillare mit
Fleischextract gelockt, während Euglena viridis sich hier-
gegen wie auch gegen Grasdecoct indifferent zeigte.
Chilomonas und Cyrtostomum wurde von Fleischextract
schwach angezogen, sammelten sich dagegen mehr oder
weniger entschieden um Fliegeubeine.
Der Einfluss der Schwerkraft auf die Be-
ivegung Chlamydomonas und Euglena wird von
F. Schwarz in einer Serie von Versuchen geprüft.
Die Versuche ergaben, dass das Aufsteigen der betreffenden
Flagellaten an die Oberfläche auf Einwirkung der Schwer-
kraft zurückzuführen ist, die demnach als Reiz wirkt.
Analog wie man die Orientirung der Schwärmer durch
das Licht als Phototaxis bezeichnet, kann man die
Orientirung von Eugl. u. Chlamyd. durch die Schwerkraft
als Geotaxis bezeichnen (Ber. Bot. Ges. Bd. 2. 1884.
jmg. 51—72).
In einem zusammenfassenden Referat „Die Tropho-
blasten'' betitelt, bespricht Arthur Meyer eine grosse
Anzahl neuerer Arbeiten über die Chlorophyllkörner,
wobei auch die Arbeiten über Chlorophyll bei Thieren
302 Dr. Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistuugen
berücksichtigt werden {Biolog. Centralblait IV. Bd. 1885.
No. 4. pag. 97—113).
lieber das Chlorophyll bei Infusorien macht
Jessie A. Sallit Mittheilung. Verf. untersuchte dasselbe
bei Arten von Paramaecium, Stentor, Vaginicola, Vorticella,
Phacus und Euglena. üeberall fand sie es in Form von
echten Chlorophyllkörpern, die sich nicht nur bei
den verschiedenen erwähnten Formen ausserordentlich
gleich sahen, sondern auch denselben Bau zeigten wie
die Chlorophyllkörper von Hydra und Sjjongilla. Bei
verschiedenen Formen konnte sie die Theilung der Chloro-
phyllkörperchen verfolgen. „Die Existenz einer farblosen
und einer grünen Lage erscheint charakteristisch für das
thierische Chlorophyllkörperchen. " — Nur bei Vorticella
clilorostigma ist das Chlorophyll anscheinend diffus im
Endoplasma vorhanden. E. Ray Lankester meint in
einer Anmerkung zu diesem Aufsatz, dass das Vor-
handensein diffusen Chlorophylls ein- für allemal die
Brandt'sche Annahme widerlegt, dass das thierische
Chlorophyll immer an parasitische Algen gebunden sei
{On the Chlorophyll Corpuscles of some Infusoria.
Qu. Journ. Micr. Sc. Vol. 24. 1884. pag. 165 — 169 mit
2 Taf,).
Nach Jolin A. Ryder dagegen ist der grüne Farbstoff
der Vorticella chlor ostigma nicht diffus im Plasma vertheilt,
sondern an besondere Chlorophyllkörperchen gebunden,
die sehr regelmässig in einfacher Schicht im Ectoplasma
angeordnet sind. Verf. glaubt nicht, es in diesem Falle
mit pflanzlichen Parasiten zu thun zu haben und meint
ferner, dass, wenn grüne Vorticellen mit diffus vertheiltem
Chlorophyll existiren, man es in solchen Fällen mit
distinkten Arten zu thun habe (On the chlorophylloid
granules of Vorticella Proc. Unit. Stat. Nat. Mus,
Vol. VII. 1884. pag. 9—12 mÜ Fig.).
W. Zopf, der die Pilzthiere oder Schleimpilze
für Schenk' s Handbuch der Botanik (Encyklopädie d. Naturw.
I. Abth. I.Theil. 174 pag. mit zahlr. Holzschn.) bearbeitete,
zieht die Monadinen und die Mycetozoen s. str. (Eu-
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 ii. 1885. 303
mycetozoen) zu einer einzigen grossen Gruppe, der
Gruppe der Mycetozoen i. w. S. zusammen, welche eine
Grenzstellung zwischen Thier- und Pflanzenreich ein-
nimmt. Die Arbeit zerfällt in einen anatomisch -ent-
wicklungsgeschichtlichen, einen physiologischen und einen
systematischen Abschnitt. Bei der Fülle des Neuen müssen
wir uns auf die Wiedergabe des vom Verf. gebrauchten
Systems beschränken.
A. Monadinea. Meist Hydrophyten, z. Th. Schmarotzer, Zoocysten-
form meist vorhanden. Plasmodien fehlend oder auf niederer
Entwicklungsstufe stehend.
I. M. azoosporeae. Zoocysten amöbenerzeugend. Schwärmer
fehlend.
Farn. 1. Vampyrellaceae, sämmtlich Hydrophyten. Ent-
wicklungsformen : Amöbenstad., Plasmodienstad. in einigen
Fällen nicht bekannt, amöbipare Zoocysten, Sporocysten.
(Nur bei Vampyrellidium Dauersporen nackt).
1 . Gen. Va mp yrellidiu m n . Von Vampyrella durch fol-
gende Punkte unterschieden: Zoocysten u. Dauersporen-
form nicht wesentlich morphol. verschieden; Dauerspore
entsteht nicht in besonderer Haut, sondern als freie Spore ;
Zoocysten und Dauersporen nur 1 Amöbe producirend
(Actinophrysform). Plasmodienbildung nicht nachgewiesen.
V. vagans n. sp.
2. Gen. Spirophora n., Wenige radiär gestellte, an der
Basis dicke, am Ende oft zierlich spiralig gekrümmte
Pseudopodien. Kern gewöhnlich nicht wahrnehmbar. Plas-
modienbild. nicht constatirt. Von Fructificationsformen
nur nackte Sporen bekannt.
Sp. radiosa = Amöb, radiosa Perty = Dactylosphaera
radiosa Hertw.?
3. Gen. Haplococcus Zopf (1 sp.).
4. Gen. Vampyrella Cierik (7 sp., von denen neu V. multi-
formis).
5. Gen. Leptophrys Herho. u. Lesser.
Mit Vampyrella und Leptophrys verwandt:
Gen. Endyomena n. mit polymorpha n. sp. Ein- bis mehr-
kernige Amöben, in Spaltalgen schmarotzend. Von fructi-
cativen Stadien nur amöbipare Zoocysten bekannt.
Fam. 2. Bursulineen. Luftbewohner, z. Th. mit Plasmodien-
büdung. Fructification: amöbipare Zoocysten und nackte
Dauersporen.
1. Gen. BursuUa SoroJc. (1 sp.).
304 Dr. Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
Fam. 3. Monocystaceae. Vorante Wasserbewohner, Plas-
modienform entwickelter als bei den Vampyrelleen. Fructi-
fication nur in Sporocysten.
1. Gen. Myxastrum Hack. (1 sp.).
2. Gen. Enteromyxa denk (1 sp.).
II. Monadineae zoosporeae Zopf. Zoocysten Zoosporen
erzeugend.
Fam. 1. Pseudosporeen. Dauersporen in Cysten entstehend.
I.Gen. Colpodella denk (1 sp.).
2. Gen. Pseudospora denk (4 sp., wovon neu Ps. aculeata,
Bacillariacarum, maligna).
S.Gen. Protomonas (3 sp.).
4. Gen. Diplophysalis Zop/'(3sp., wovon neu D. stagnalis).
Fam. 2. Gymnococcaceen. Dauersporen frei entstehend.
Sporenfructification nicht in Form von Soris.
I.Gen. Gymnococcus n. Zoosporen innerhalb einer Zoo-
cyste, nicht als freie Sori entstehend (G. Fockei n. sp.,
perniciosus n. sp , spermophilus n. sp.).
2. Gen. Aphelidium n. Schwärmer nicht innerhalb einer
Cystenhaut, sondern als freie Sori entstehend [A. de-
formans n. sp.).
3. Gen. Pseudosporidium n. (Ps. Brassianum n. sp.).
4. Gen. Protomyxa Hack (1 sp.).
Fam. 3. Plasmodiophoreen. In Land- und Süsswasser-
phanerogamen schmarotzend, Geschwulstbildungen verur-
sachend. Vegetat. Zustände: Schwärmer-, Amöben- und
Plasmodienform. Sporenfructification in Soris; Zoocysten-
bildung fehlend.
I.Gen. Plasmodiophora Wor. (1 sp.).
2. Gen. Tetramyxa Goehel (1 sp.).
B. Eumycetozoa. Luftbewohner; niemals Parasiten. Zoocysten
form fehlend. Plasmodienform nie fehlend, meist wohl entwickelt.
Fructification im Allgemeinen hoch entwickelt. Ein Referat über
diese Gruppe gehört nicht in diesen Bericht.
Eine andere Arbeit Desselben, Zur Morphologie
und Biologie der niederen Pilzthiere (Monadinen) etc.
Leipzig. 45 pag. 5 Tfln. konnte Ref. zur Zeit nicht er-
halten, doch wird das Referat im J.-B. 86 folgen.
E. Häckel fand in Grimdproben, die besonders von
der Challenger- Expedition stammen, eine Reihe theils
protozoischer, theils metazoischer Organismen, welche
sich aus Sand, aus Skeleten von Radiolarien und Fora-
i. d. Naturgescli. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 305
miniferenschalen etc. Caementskelete bauen. Die Proto-
zoen sind theils kolossale Lobosen, der Diflugia nächst
verwandt, theils echte Rhizopoden, meist Lituoliden.
{Sitz, Ber. Jen. Ges. f. Med. u. Naturw. 1883. Jena 1884.
jmg. 84—89).
C. Bergonzini bringt Notizen über Anatomie und
Biologie der Vorticellen, über die Bewegung der Amöben,
über Fortpflanzungserscheinungen von Stylonychia pustu-
lata und die Färbung von Infusorien {(hservazioni
sulla Vita e lo sviluppo di alcuni Protozoi in: Atti
Soc. Natural. Modena (3) Vol. 2. Jahrg. XVII. 1883.
pag. 1 — 18 m. Fig.).
P. Oiacosa hat bei seinen Versuchen über die in
hohen Luftschichten enthaltenen Keimsporen niederer
Organismen Luftschichten bis zu 2756 m Höhe unter-
sucht, aber trotz aller Cautelen nie Formen gefunden,
welche man unzweifelhaft als zum Thierreich gehörend
hätte bezeichnen können {Atti della R. Acad. Sc. Torino
Vol. XVni Biol. Centrhl Bd. 11 J. No. 23).
Die Schrift von Gr. Roster, // pulviscolo atmos-
ferico ed i suoi microorganismi studiato dal lato
fisico, chimico e hiologico. Firenze 4^. 16 Taf. 1885^
hat Ref. nicht vorgelegen.
Nach E. Montgomery vollzieht sich die Bewegung
amöboider Organismen in der Weise, dass unaufhörlich
neugeformte hyaline Substanz sich nach vorn drängt, und
an der Berührungsfläche mit dem Medium zersetzt wird.
In Folge dieser Zersetzung, die durch das Auftreten von
Zersetzungsprodukten in sog. Vacuolen bewiesen wird,
geht allmählich das hyaline Plasma in granulirtes über,
das aber fortwährend durch neu gebildetes hyalines
Plasma seitwärts geschoben wird, um schliesslich wieder
dem inneren regenerirenden Strom einverleibt und in
hyalines Plasma umgewandelt zu werden. Die durch die
Zersetzung eintretenden Verluste werden durch die Er-
nährung gedeckt. Betreifs des Kernes der untersuchten
Ciliaten (Vorticella,Epistylis,Stentor, Paramaeicum) kommt
Verf. zu dem eigenthümlichen Resultat, dass derselbe
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3.H. XJ
306 Dr. L u d w i g W i 1 1 : Ber. über die wissen seh. Leistungen
durchaus nicht mit dem Kern der Amöben und Gewebs-
zellen, sondern nur mit der hyalinen Substanz der Amöben
zu vergleichen sei. Die betreffenden Infusorien sollen
kernlose Elementarorganismen sein, deren Theilung sich
auch ohne Hülfe von Kernsubstanz vollzieht. Der Schluss
der Abhandlung wird durch Betrachtungen über Wachs-
thum, Fortpflanzung und Pangenesis gebildet {Ueher
das Protoplasma einiger Elementar Organismen.
Jen. Zeitschr. f. Naturw. Bd. 18. 1885. pag. 677—712 mit
Taf. XXI).
0. Bütscllli unterzieht in seinen Bemerkungen zu
zu der Schrift d. Herrn A. Brass „Die Organisation
der thierischen Zelle" einen Theil der Brass'schen
Resultate, soweit sie sich auf Protozoen beziehen, einer
durchaus abfälligen Kritik. Zweck des Verfassers ist,
„Diejenigen, welche nicht aus eigener Erfahrung ein
selbständiges Urtheil auf den bezüglichen Gebieten be-
sitzen, zur Vorsicht in der Annahme der Resultate und
Theorien von Brass zu mahnen" {Morph. Jahrh. Bd. li.
1885/86. p>ag. 229—242).
F. C. NoU (Blüthenstaub als Nahrung von Tief-
seethieren) findet im Protoplasma einiger Foraminiferen
Pollen von Pinus silvestris (Zool. Garten Bd. 26. pag. 16
bis 18. 1885).
A. Certes constatirt durch Versuche, dass auch in
Infusionen, die einem Druck von 350 — 500 Atmosphären
ausgesetzt sind, nach längerer oder kürzerer Zeit alle
organischen Stoffe unter reichlicher Mikrobenentwicklung
zu Grunde gehen, dass aber diese Mikrobenentwicklung
längere Zeit erfordert als bei freiem Luftzutritt. Ebenso
sehr wie der abnorme Druck wirken hierbei Mangel an
Licht und fortschreitende Verminderung des 0- Gehalts
als Todesursache {De Vaction des hautes 2:)ressions
sur les phenomenes de la putrefaction et sur la vita-
litS des micro-organismes etc. Compt. Rend. Tome 99.
1884. pag. 385 — 388). Weitere Experimente Desselben
ergeben, dass Chlaniydococcus beweglich bleibt, wenn
er 7 Stunden einem Druck von 100 — 300 Atmosphären
i. d. Natnrgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 307
ausgesetzt wird, dass aber Süsswasserinfusorien bei
48 stündiger Dauer des Druckes theils in einen latenten
Zustand verfallen (Paramaecium , Vorticella), tlieils zu
Grunde gehen (Actinophrys, Holosticha), während marine
Protozoen (Euplotes [2 sp.] und Pleuronema) hierbei be-
weglich blieben. Bei 36 stündiger Dauer eines Druckes
von 520 Atmosphären ging auch Chlamydococcus in den
latenten Zustand über. Verf. glaubt mit Regnard, „dass
die Infusorien der Oberfläche des Meeres sich nur unter
ganz langsamer Anpassung an das Tiefenleben gewöhnen
können und dass auch für diese Wesen, wie für alle
übrigen, eine Tiefenfauna existiren müsse" (Note relat.
ä l'action des hautes pi^essions sur la vitalite des
micro-organismes d'eau douce et d'eaii de mer. Compt.
Rend. Herhd. Seanc. Mein. Sog. Biolog. (8) Tome 1. 1884.
pag. 220—222).
Ebenso kam P. Regnard zu dem Resultat, dass bei
oberflächlich lebenden thierischen wie pflanzlichen Orga-
nismen unter hohen Drucken ein Zustand latenten Lebens
eintritt, der bei Protozoen unter 600 Atmosph. erfolgte
(ibid. pag. 164 — 168). In einem anderen Aufsatz geht
derselbe Verf. etwas genauer auf Protozoen ein und
kommt auf den in dem Referat über die letzte Arbeit
von Gert es in Anführungszeichen aufgeführten Schluss-
satz {ibid. pag. 187—188).
Das in der Biblioth. de la Nature erschienene, prächtig
ausgestattete Werk von H. Filhol, La vie au fond des
mers {8 Tun. 96 Holzschn. 301 pag. Paris 1886) widmet
auch den Protozoen ein besonderes Kapitel, welches
jedoch nichts Neues bietet.
Den Jahresbericht von P. Baumgarten über die
Fortschritte in der Lehre von den pathogenen Micro-
organismen, umfassend Bacterien, Pilze und Protozoen
(1. Jahrg. 1885. Braunschweig 1886. 8^) hat Ref. nicht
gesehen.
BütscMi führt die Protozoen in Broun' s Klassen
und Ordnungen des Thierreichs I. Bd. 2. Aufl. von
der 26. bis zur 94. Lieferung. Damit werden die in der
U*
308 ür. L u d w i g W i 1 1 : Ber. über die wissensch. Leistungen
20. Lief, begonnenen Mastigoplioren ihrem Abschluss
nahe gebracht.
Balbiani bringt die lange Reihe seiner reich illustrirten
Vorlesungen über die einzelligen Organismen zum Ab-
schluss (Joiirn. Micro gr. Pmns. 8. Annee. pag. 9 — 13,
66—75, 134—142, 249—257, 367—375).
Technische Bemerkungen zur Conservirung
und Färbung von Protozoen finden sich bei:
R. Hertwig, Die Kemtheilung hei Actino sphärium
Eichhornii (^Jen. Zeitsclir. f. Natiiric. Bd. XVII, auch
separat 32 pag. 2 Tfl. 1884); C. Fiscll, Untersuchungen
über einige Flagellateti und verivandte Org anisinen
(Zeitschr. f. iviss. Zool. Bd. 42. 1885. pag. 47—1^5 mit
4 Tfln.); 0. Bütschli, Kleine Beiträge zur Kenntniss
einiger mariner Rhizopoden {Morph. Jahrb. Bd. 11.
1885186. pag. 78—101 mit 2 Tßn.)] K. Brandt, Mono-
graphie der Kolonie-bildenden Radiolarien (Sphae-
rozoen) (Fauna und Flora des Golfs von Neapel. 1885)]
Castellarnau y Lleopart, FrochUs pour l'eoßamen
microscop)ique et la conservation des animaux ä la
Station zoologique de Naples (Journ. Microgr. Paris.
Tome 9. 1885. pag. 405—410 u. 482—484); A. Certes, De
l'emploie des matieres colorantes dans l'etude physiol.
et histol. des infusoires vivants (Joum. Micr. Paris. T. 9.
1885. pag. 212—217; C. R. Mem. Sog. Biol. Paris 1885;
Boll. Sc. Pavia. A?mo 7. pag. 46 — 54).
n. P au n i s t i k.
1. Meer.
Die von Dr. Fischer bei Jan Mayen gesammelten
Foraminiferen hat V. Uhlig bearbeitet; es sind im Ganzen
30 Arten und zwar Biloculina ringens Lam. , Miliolina
seminulum L. , M. oblonga Mont. , M. tricarinata Orb.,
M. agglutinans Orb., Cornuspira foliacea Phil, Haplo-
phragmium canariense Orb., H. Jeffreysi Will., H. glome-
ratum Brady, Rheophax fusiformis Will., Lagena apicu-
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 ii. 1885. 309
lata Ess., L. laevis Mont., L. sulcata W. u. J., L. striata
Orb., L. squamosa Moni, L. laevigata Rss., Cristellaria
crepidula Ficht, u. Moll., Frondicularia n. sp. innominata,
der Fr. inaequalis Costa verwandt, Uvigerina pygmaea
Orb., Polymorphina lactea Walk. u. Jac., Bolivina punc-
tata Orb., Cassidulina crassa Orb., C. laevigata Orb.,
Globigerina bulloides Orb., Truncatulina lobulata Walk,
u. Jac, Nonionina scapha Ficht, u. Moll., N. iimbilicatula
Mtg., N. stelligera Orb. und Polystomella striatopunctata
Ficht, u. Moll, (in: Die intern. Polarf. 1882/83. Die
östei^r. Polarst. J. Mayen. Hrsg. v. d. K. Ak. d. Wiss. Wien.
s. a. III. Bd. pag. 1—8).
Nach A. E. Yerrill fand der Dampfer „Albatross"
1883 auf seinen Dredgefahrten an der Südküste von
Neu -England in der Region des Golfstroms von Cap
Hatteras bis Neu -Schottland überall den Boden unter
1000 Faden Tiefe hauptsächlich von Globigerinen-
schlamm gebildet (^Marine Fauna of the Southern
Coast of New-England. Am. Journ. Science (3) Bd. 28.
1884. pag. 213—220). Bei einer Fortsetzung der Unter-
suchungen im Jahre 1884 ergab sich jedoch, dass unter
dem Golfstrom in 500 — 1200 Faden Tiefe an derselben
Küste wichtige Ausnahmen vorkommen (ibid. pag. 378
bis 384).
Gr. Entz findet im GolfvonNeapel 71 verschiedene
Infusorienspecies, die sich auf folgende 18 Fam. ver-
theilen: Acinetina (3 gen. 5 sp., worunter 1 n. sp.), Enche-
lina (3 gen. 3 sp.), Trachelina (2 gen. 4 sp.), Colepina
(1 n. gen. 1 n. sp.), Cinctochilina (4 gen. 4 sp.), Chlamy-
dodonta (4 gen. 6 sp. mit 1 n. gen. und 2 n. sp.), Onycho-
dactylina (1 n. gen. 1 n. sp.), Dysterina (2 gen. 3 sp.),
Spirostomea (1 gen. 1 sp.), Stentorina (1 gen. 2 sp.), Oxy-
trichina (5 gen. 9 sp. mit 5 n. sp.), Euplotina (3 gen. 5 sp.),
Aspidiscina (1 gen. 4 sp.), Halterina (1 gen. 2 sp. mit
1 n. sp.), Tintinnodea (3 gen. 12 sp. mit 4 n. sp.), Vorti-
cellina (3 gen. 5 sp. mit 2 n. sp., Urceolarina (1 gen. 1 sp.),
Ophrydina (1 gen. 4 sp.). Am Schlüsse kommt er zu
folgendem Resultat: 1. Die marine Infusorienfauna ist
310 1^1'- Ludwig Will: Ber. über die wissenscli. Leistungen
von der der süssen Glewässer bedeutend verschieden und
hat mit dieser nur wenig gemeinsame Arten. 2. Eine
beträchtliche Anzahl mariner Infusorien — welche sämmt-
lich der littoralen (und Brakwasser-) Fauna angehören
— kommen auch in den kochsalzhaltigen Binnengewässern
vor. 3. Die Infusorienfauna verschiedener Meere ist
nicht bedeutender verschieden (gegen Mereschkowsky),
als die süsser Gewässer (^Infusorien des Golfs von
Neapel. Mitth. Zool. Stat Neapel Bd. 5. 1884. jyag. 289
bis 444 mit 5 Tfln.).
Gr. Pouchet und J. de Guerne finden auf einer
Fahrt in der östlichen Ostsee im Auftrieb an Protozoen
nur 1 Exemplar von Dinophysis ( Compt. Rend. Tome 100.
pag. 919—921. 18^5. Ann. Mag. Nat. Eist. (5) Vol. 15.
pag. 498—499. 1885).
Die Arbeit von R. Jordana y Morero, Bosquejo
geogrdfico e histörico - natural del Archipielago
Filipino. Madrid. 4^. 14 u. 461 pag. m. 12 Tfln.) ent-
hält im IL naturwissensch. Theil auch Protozoen, war
aber Ref. nicht zugänglich.
Dasselbe gilt von A. Wrzesniowsky, Die wissen-
schaftlichen Reisen der franz. Schiffe „Travailleur"
und ..Talisman" in: Die Welt. 5^1884. 7>a^. 161— 163,
181 — 184, 203—205, 215—218, 248 — 249 (Polnisch),
J. E. Henderson, A dredging trip to Arran in: Scot.
Natural (2). Vol. 2. jyag. 2 — 9.
M. E. und M. 0. Terquem fanden auf der Rhede
von Smyrna folgende Foraminiferen : Orbulina 1 sp.,
Lagena 3 sp., Spirillina 1 sp., Polystomella 4 sp., Haplo-
phragmium 1 sp., Nonionina 3 sp., Dendritina 3 sp., Rota-
lina 8 sp. , Truncatulina 1 sp. , Planorbulina 1 sp. , Dis-
corbina 1 sp., Pulvinulina 1 sp., Globigerina 1 sp.,
Rosalina 5 sp. (1 n.), Sagrina 1 sp., Bulimina 3sp, Texti-
laria 2sp., Virgulina 1 sp., Verniscilina 1 sp., Bolivina
1 sp., Spiroloculina 1 sp., Quinqueloculina 6 sp. (La rade
de Smyrne in Boll. Soc. Zool. II. Bd. 1885. pag. 547
bis 550).
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 311
M. Fabre-Domergue verzeichnet aus der Bucht von
Concarneau folgende Protozoen. 1. Holotricha: Para-
maecium 1 sp., Philaster n. g*. mit 1 n. sp., Prorodon 1 sp.,
Nassula 2 sp. (1 n.), Helicostoma 1 sp., Trachelocerca 1 sp.,
Lacrymaria 2 sp., Amphileptus 1 sp., Cryptochilum 1 sp.,
Pleuronema 1 sp., Lembus 1 n. sp. ; 2. Heterotricha: Meto-
pides 1 sp., Folliculina 1 sp., Tintinnus 7 sp., Codonella
1 sp.; 3. Peritricha: Strombydium 2 sp., Arachnidium 1 sp.,
Vorticella 2 sp., Zoothamnium 2 sp., Cothurnia 2 sp. ;
4. Hypotricha: Chlamydodon 1 sp., Dysteria 1 sp., Aegyria
1 sp., Peritromus 1 sp., Holosticha 3 sp., Aspidisca 2 sp.
(1 n.), Uronychia 1 sp., Euplotes 3 sp., Styloplotes 1 sp.,
Certesia n. g. mit 1 n. sp. Die neuen Gattungen und Arten
werden beschrieben und abgebildet [cf. diesen Ber. Cap.
Ciliata] ( Infus oir es de la Baie de Concarneau. Journ.
Anat. Physiol 21. Jahrg. 1885. pog. 554—568 mit 2 Tfln.).
Aus derselben Bucht beschreibt G. Pouchet unter
Anführung biologischer Daten folgende Peridinien:
Ceratium 2 sp., Dinophysis sp., Exuviella 1 sp., Amphi-
dinium 1 sp., Protoperidinium 1 n. sp., Peridinium sp.,
Diplopsalis 1 sp., Glenodinium 1 sp., Gymnodinium 7 sp.
(4 n. sp.), Polykrikos 1 sp. , Prorocentrum 1 sp. {Journ.
Anat. Physiol. 21. annee 1885. pag. 28—88 m. 3 Tfln). In
einer weiteren Mittheilung fügt Derselbe zu dieser Liste
Gymnodium polyphemus n. sp. hinzu (ibid. pag. 525 — 534
mit Taf.^.
Auch J. van ßees tritt in seiner faunistischen Arbeit
über die Protozoen der Oosterschelde ebenso wie Entz
(gegen Mereschkowsky) für den kosmopolitischen Cha-
rakter zahlreicher mariner Protozoen ein. Weiter kam
er zu dem Resultat, dass die Protozonfauna der Ooster-
schelde sich durchaus nicht von der benachbarten Küsten-
fauna unterscheidet. Die aufgefundenen, z. Th. be-
schriebenen und abgebildeten Formen sind: 1. Holotricha:
Loxophyllum 1 sp., Trachelocerca 1 sp., Lacrymaria 1 sp.,
Chaenea 1 sp., Lagynus 1 sp., Cyclidium 2 sp., Anophrys
1 sp., Uronema 1 sp.; 2. Heterotricha: Freia 1 sp., Spi-
312 ^^- L u d w i g W i 1 1 : ßer. über die wissensch. Leistungen
rostomum 1 sp., Condylostoma 1 sp. ; 3. Hypotrycha: Peri-
tromus 1 sp., Cliilodon 1 sp., Ervilia 1 sp., Aegyria 1 sp.,
Aspidisca 2 sp., Uromychia 1 sp., Styloplotes 2 n. sp.,
Euplotes 3 sp. , Epiclintes 1 sp. , Holosticha 2 sp. , Oxy-
tricha 1 sp., Actinotriclia 1 sp., Amphisia 1 n. sp; 4. Peri-
triclia: Mesodinium 1 sp., Tintinuiis 1 sp., Vorticella 2 sp.,
Vag'inicola 1 sp., CothuiTiia 1 sp. {Tijdschr. Nederl. Dierk.
Versen. Su.ppL I. 1883/84. p>(^9- 592—673 m. Tfl.).
Paul (jourret führt in einer schwer zu excerpirenden
Studie über die pelagische Fauna des Golfes von Mar-
seille folgende Protozoen an: „Larven von Aeanthometra",
Zoothamnium alternans Clap., Freia sp. , Gerda n. sp.,
Tintinnus subulatus Ehr., T. inquilinus Ehr., T. amorpha
Clap., T. mucicola Clap., T. aeuminatus Clap. und fünf
neue, nicht benannte Arten, Peridinien (cf. J. -Ber. für
1882/83), ferner ein neues, zu den Haltenden gestelltes
Genus Campanella mit pelagica n. sp. und Prorodon
marinus Clap.; ferner Protomyza n. sp., von Radiolarien
Aulacantha scolymantha H. und zwei neue nicht be-
nannte u. nicht beschriebene Spezies, Thalassoplancta ca-
vispicula H. u. 1 neue Art, Plagiacantha mit zwei neuen
nicht benannten, jedoch beschriebenen Arten, Cyrtocalpis
obliqua H., amphora H., sowie fünf neue Arten von Amphi-
belone, Acanthometra echinoides Clap., A. bulbosa H.,
A. brevispina H. und eine neue Spezies; Amphilonche
tenuis H. und eine neue Spezies; Astrolithium fünf neue
Arten und eine neue Art von Acanthostaurus ; endlich
kommen noch zehn Foraminiferen zur pelagischen Pro-
tozoenfauna hinzu! {Consid. sur la faune j^elag. du
golfe de Marseille in: Ann. du Musee d'hist. nat. de
Marseille Zool. Tome IL 1884/85. Mem. So. 2. 101 pag. 4^).
Ch. Elclock fand in der Irischen See im Mud
bei 70 — 75 Faden Tiefe einige seltene Foraminiferen.
So Technitella legumen Norman und Lagen a Hert-
wigiana Brady. Gemein waren Hyperammina elongata,
Reophax scorpinius, Haplophragmium pseudospirale.
Die Exemplare wurden von Brady identificirt (Ann. Mag.
Xat. Eist. (5) Bd. 14. 1884. pag, 366).
i. d. Naturgescb. der Protozoen i. d. Jahren 1884 n. 1885. 313
Imliof erwähnt das Vorkommen einer Dinoflagellate,
Dinopliysis, und einer C o t h u r n i a in der Ostsee
zwischen Gothland und Kurland (Ueher pelagische
Thiere aus der Ostsee und deren Verivandtschaft
mit Süssioasserhewohnern. Tageblatt der 58. Vers. D.
Natarf. u. Aerzte in Strasshurg. 1885. pag. 404).
A. Gruber g-iebt eine Liste (mit Beschreibung der
neuen G-attungen und Arten) der Protozoen aus dem Busen
von Genua. Er fand Amoebaea 8 sp. (1 n. sp.), Tes-
tacea 19 sp. (2 n. g. u. 9 n. sp.), Heliozoa 5 sp. (3 n. sp.),
Flagellata 11 sp., Ciliata 50 sp. (4 n. g. u. 8 n. sp.),
Suctoria 7 sp. (1 n. g. u. 2 n. sp.) (Nova Act. Ksl. Leop.-
Car. Ac. Naturf. Bd. 46. No. 4. 1884. pag. 473—540 m.
5 Taf.).
E. RiYiere giebt in seiner Schilderung der „L'ex-
pedition scientifique du Cap Hörn etc.*' auch Be-
merkungen über Protozoen (Revue Sc. Paris [3]. Tome 33.
pag, 385—400).
A. Colombo, zählt in seiner Arbeit Raccolte zoo-
logiche esequito dal R. Piroscafo „Wasliingto7i" nella
cainp)agna ahissale talassografico deW anno 1885.
8 Tßn. folgende Protozoen aus dem östlichen Mittelmeer
(Reiseziel war der Bosporus) auf: Polytrema corallina,
Sphaerozoum (ohne sp.), ThaiassicoUa nucleata u. a. Radio-
larien {Rivista Maritima, Anno XVIII, 3. 4^. 1885.
pag. 23—54).
R. Grreef berichtet in seiner Studie Ueher die pelag.
Faniia an den Küsten der Guinea-Inseln ganz kurz
über das Vorkommen von Radiolarien. Ferner wird
eine neue Gregarine beschrieben (cf. Cap. Gregarinen)
(Z.f\ wiss. Zool. Bd. 42. pag. 432—458 m. 3 Taf. 1885).
2. Salzige Binnengewässer.
E. V. Daday giebt eine Liste der im Kochsalz-
tümpel bei Deva in Siebenbürgen gefundenen Protozoen.
Darunter waren 1. acht Arten, welche bis jetzt nur im
süssen Wasser gefunden wurden; 2. sieben Arten, die in
314 Dl*- L ud wig Wi ] 1 : Ber. über die wissensch. Leistungen
süssen, als auch in kochsalzhaltigen Binnengewässern,
sowie auch im Meere vorkommen; 3. drei Arten, die in
kochsalzhaltigen Binnengewässern und im Meere sich
finden; 4. neun Arten, welche nur aus kochsalzhaltigen
Binnengewässern bekannt sind [hierunter Entzia tetra-
stomella n. gen. n. sp., die erste Polythalamie, die ausser-
halb des Meeres gefunden ist] (Zeitschr. /. lo. Z. Bd. 40.
2iag. 463—479 m. Taf,).
3. Süsswasser.
In seinen „Studien über die pelagische Fauna
kleinerer und grösserer Süsswasserbecken der
Schiveiz" beschreibt 0. E. Imhof Ceratium reticidatum
n. sp. (pelagisch im Zürcher- u. Zugersee), Epistylis
lacustris n. sp. (Vierwaldstättersee, Aegerisee, Zugersee,
Zürchersee u. Greifensee) (Zeitschr. f. loiss. Zool. Bd. 40.
1H84. pag. 154—178 m. Taf.).
Derselbe vermehrt die von Pavesi (siehe Ber. f. 1883)
gegebenen Liste der in den oberitalienischen Seen vor-
kommenden pelagischen Thiere um Dinobryon div ei-
gen s Imh. (Luganer- und Gar das ee) und Ceratium sp.
{Zool. Anz. VIT. 1884. pag. 321—327).
Derselbe beobachtete in Seen der Schweiz und
Oberitaliens Dinobryon calyculatum Imh. und petio-
latum Duj.(?) als pelagisch (Arch. Sei. Fhys. Nat. Geneve
[2] Vol. 12. pag. 442—443).
Derselbe fischte aus der Tiefe von Seen der Schweiz
und Oesterreichs 3 Tintinnoden, wovon eine als Codonella,
lacustris n. sp., bezeichnet wird, eine andere aber mit
Difflugia cratera Leidy identisch ist und Codonella cratera
genannt wird (Zool. Anz. VIII. pag. 293—294).
Derselbe befischte mit dempelagischenNetze folgende
Süsswasserbecken Elsass-Lothringen's und fand 1, im
Mittersheimer- Weiher Dinobryon divergens Imh., Peri-
dinium sp., Ceratium hirundinella 0. Fr. Müll., Codonella
sp.; 2. im Niederstein-Weiher Volvox minor Stein; 3. im
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 315
Zemminger- Weiher Volvox minor Stein, Codonella sp.
{Zool Anz. VI IL 1885. pag,120—123).
Nach einer weiteren Mittheilung fand Derselbe als
pelagisch im Genfersee: Salping'oeca couvallaria
Stein, Dinobryon divergens Imh., Ceratium hirun-
dinella Müller. Im Schlamme fanden sichlin 100 — 270 m
Tiefe Amoeba (1 sp.), Difflugia (1 sp.), Centropyxis
(1 sp.), Cyphoderia(l sp.), Quadrula (1 sp.), Actino-
sphaerium (1 sp.), Aeanthocystis (2 sp.), Raphidio-
phrys(lsp.), Po dophrya (1 sp.) (i^oo/. ^w-?. VIII. 1885.
pag. 160—163).
In 18 Seen Oesterreichs fand Derselbe pelagisch:
Dinobryon (4 sp.), Salpingoeca (1 sp.), Peridinium (2 sp.),
Ceratium (2 sp.), Vorticella (1 sp.), Epistylis (1 sp.), Aci-
neta (1 sp.); am Grunde: Amoeba (1 sp.), Difflugia (5 sp.),
Nebela (1 sp.), Quadrula (1 sp.), Arcella (2 sp.), Hyalo-
sphenia (1 sp.), Cyphoderia (1 sp.), Trinema (1 sp.),
Aeanthocystis (1 sp.), Nassula (1 sp.), Cyclidium (1 sp.),
Stylonychia (1 sp.), Cothurnia (1 sp.), Codonella (1 sp.)
(Sitz.-Ber. Acad. Wien. 91. Bd. 2-)ag.203—226. 1885).
Nach F. A. Forel gehören zur litt oralen Fauna
des Genfersees: 1. Infusorien: Ophrydium 1 sp., Zoo-
thamnium 1 sp. , Carchesium 1 sp. , Stentor 3 sp. , Spiro-
stomum 1 sp. , Bursaria 1 sp. 2. Rhizopoden: Amoeba,
Difflugia, Arcella, Actinophrys. In den oberflächlichen
Schichten des Comer-Sees leben. 1. Lobosa: Amoeba
4sp., Arcella 1 sp., Pseudochlamis 1 sp. 2. Heliozoa:
Actinosphaerium 1 sp. 3. Flagellata: Monas 5 sp., Cerco-
monas 1 sp., Microglena 1 sp., Euglena 1 sp., Paranema
1 sp., Uvella 2 sp. 4. Ciliata: Vorticella 6 sp., Scyphidia
1 sp., Epistylis 2 sp., Gerda 1 sp., Oxytricha 3 sp., Stylo-
nichia 2 sp., Aspidisca 1 sp., Paramecium 1 sp., Colpoda
1 sp., Cyclidium 1 sp., Trachelophyllum 1 sp., Amphileptus
3 sp., Loxophyllum 1 sp., Chilodon 1 sp., Coleps 2 sp-
Zur Tiefenfauna des Genfersees gehören folgende
Infusorien: Spirostomum 1 sp., Stentor 3sp. , Zootham-
nium 1 sp., Vorticella 1 sp., Epistylis, Opercularia, Aci-
neta. Von Flagellaten wird nur Anisonema erwähnt, von
316 Dl"- L u cl w i g W i 1 1 : Ber. über die wisseiiscli. Leistungen
Rhizopoden wird das Blanc'sche Verzeichniss (folg.
Ref.) gegeben. Die Protozoen der übrigen subalpinen
Seen werden meist nach den Angaben andrer Forscher
aufgeführt {La faune jorofonde des lacs suis s es.
Preisschrift. Nette Denkschr. allg. schveiz. Ges. Naturw.
Bd. 29. Ablh. 2. 1885. 234 pag.). Ganz derselbe Gegen-
stand wird von G. Du Plessis-Gouret in etwas anderer
Form ebenfalls in einer Preissclirift (ibid. 63 pag.) be-
bandelt, jedoch ist das gegebene Verzeichniss der Proto-
zoen der Tiefseefauna nicht so vollständig.
H. Blanc vermehrt die Liste der Tiefwasser-Rhizo-
poden im Genfer See auf 12. Es sind vertreten:
Amoeba (3 sp.), Difflugia(4sp.), Hyalosphenia(l sp.),
Arcella (1 sp.), Centropyxis (1 sp.), Pamphagus
(1 sp.), Actinophrys (1 sp.) (Bull. Soc. Vaud. Sei. Not'
sSr. 2. Vol. XX. pag. 281 , nach einem Refer. in: Aim.
Mag. Nat. Hist. [5] Vol. 15. 1884. p)ag. 427).
Die Fauna des Plattensees wurde von E. v. Daday
bearbeitet. Nach ihm gehören 1. zur littoralen Fauna
a) Sarkodina: Amoeba 3 sp., Difflugia 4 sp., Arcella 1 sp.,
Centropyxis 1 sp., Euglypha 1 sp., Heterophrys 1 sp.,
Orbulinella 1 sp., b) Flagellata: Euglena 1 sp., Paranema
1 sp., Peridinium 1 sp. , c) Ciliata: Cyclidium 1 sp., Chi-
lodon 1 sp., Stylonychia 1 sp.; 2. zur pelagischen Fauna:
Actinophrys Isp., Ceratium 1 sp., Acineta sp.(?), Vorti-
cella 1 sp., Carchesium 1 sp., Epistylis 1 sp. (Beiträge
zur Kenntniss d. Plattensee-Fauna. Auszug in: Math.
Naturw. Ber. Ungarn. 3. Bd. 1885. pag. 179—185).
In einer weiteren Arbeit von Demselben, die mir
nicht zur Verfügung stand, werden nach dem Jahresber.
Zool. Stat. Neapel 1885 Ceratium macroceros, Epistylis
anastatica und Coleps hirtus als neu für die Budapester
Fauna aufgeführt (Neue Thierarten aus der Süss-
loasserfauna von Budapest. Nat. Hefte Pest. 9. Bd.
pag. 208—215 m. Taf. 11).
C. Bergonzini führt aus der Umgebung von Modena
folgende Protozoen auf. 1. Rhizopoden: Amoeba 2 sp.,
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 ii. 1885. 317
Dactylosphaera 1 sp., Difflugia 1 sp.; 2. Flagellata: Tre-
panosoma (Froschblut) 1 sp., Monas 1 sp., Cercomonas 1 sp.,
Trepomonas 1 sp., Eiiglena 8 sp., Phacus 1 sp., Uvella 1 sp.,
Cryptogiena sp.(?), Diselmis 1 sp.; 3. Infusoria: Para-
maecium 3 sp. , Glaucoma 2 sp. , Trachelopliyllum 2 sp.,
Euclielis 1 sp., Colpoda 2 sp., Lacrymaria 1 sp., Loxo-
pliyllum 2 sp., Cyclidium 1 sp., Opalina (Froschdarm) 1 sp.,
Balantidium (Froschdarm) 1. sp., Plagiostoma (Frosch-
darm) 1 sp., Spirostomum 1 sp., Spathididiiim 1 sp., Hal-
teria 1 sp., Vorticella 3 sp., Egistylis 1 sp., Chilodon 1 sp.,
Aspidisca 2 sp. , Euplotes 1 sp. , Oxytricha 3 sp. , Stylo-
nychia 2 sp., Podophrya 1 sp. (Catalogo dei Frotozoi
raccolt. in Modena e suoi Dintorni. Atti Soc. Natur»
Modena. Ser. Ill Vol. 2. 1883. pag. 71 - 80).
Aus den Studien über Amöben von A. Oruber
ist als faunistisch wichtig hervorzuheben, dass er bei Frei-
burg die nämlichen Arten von Amöben fand, die Leidy
für Nordamerika beschrieb, ein weiterer Beleg dafür, dass
die Khizopoden Kosmopoliten sind (Zeitschr. f. iviss. Zool.
Bd. 4L 1884/85. pag. 186—225 m. 3 Taf.).
Nach E. H. Wagstaff ist die Fauna der nordameri-
kanischen Teiche auch in Bezug auf Protozoen im Winter
ebenso reich wie im Sommer (Poud-Life in Winter.
Amer. Monthl. Micr. Journ. Vol. 5. jyag. 144 — 145).
E.Potts {ProG. Ac. Nat. Sc. Philadelphia 1884, 111.
pag. 292 — 293) erwähnt das Vorkommen von Rhaphi-
diophrys pallida im SchuylUll-FXw^^ bei Philadelphia.
Desselben Bericht über die Fauna des Fairmount-
Reservoirs führt auch Protozoen auf, ohne jedoch sich
auf spezielle Angaben einzulassen (Proc. Acad. N. Sc.
Philadelphia 1884. jmg. 217—219).
4. Grubenwässer.
0. Simon hat die Wässer verschiedener Steinkohlen-,
Erz-, Salz- und Abraumgruben Deutschlands untersucht
und in denselben verschiedene Rhizopoden, Flagellaten
und Infusorien aufgefunden. Bemerkenswerth ist, dass
318 1^1'- Ludwig Will: ßer. über die wissensch. Leistungen
die Chromatoplioren von solchen subterran lebenden
Flagellaten eine, wenn auch matte, grünliche Färbung
zeigen, während die Chromatophoren von sonst grün ge-
färbten Ciliaten unter diesen Verhältnissen völlig erblasst
sind (Uebe7' suhterrane Orgajiismen. Frogr. d. Königl.
Realschule zu Berlin 1885. 32pag. mit 2 Tßn.).
5. Trinkwässer.
C. S. DoUey entdeckt im Trinkwasser von Balti-
more grosse Mengen eines kleinen Flagellaten des
Genus Peridinium und hält es in Uebereinstimmung
mit den Beobachtungen Carter's in Bombay für möglich,
dass der eigenthümliche Geschmack des Trinkwassers in
Baltimore seinen Grund in dem massenhaften Absterben
und Verwesen dieser Organismen innerhalb der Leitungs-
röhren hat (Jo An ^opK/is Univ. Circul. Mar ch 1884. jjagßO,
Ann. Magaz. Nat Hist (5). Bd. 13. 1884. pag,418).
Kräpelin, K., führt in seiner Fauna der Ham-
burger Wasserleitung auch 7 Protozoen an (Äbh.
Naturw. Ver. Hamb. Bd. 9. 1885. 15 pag.).
6. Parasiten.
C. Kerbert giebt als Ursache der Fleckenkrankheit
verschiedener Fische ein ciliates Infusor Chromato-
phagus parasiticus n. g. n. sp. an, das vielleicht zu den
Tracheloceriden gehört und wahrscheinlich identisch ist
mit Ichthiophthirius multifiliis Floquet (Nederl. Tijdschr.
Dierk. 5. Jaarg. pag. 44—57 mit Taf. 1884).
A. SeligO schildert in seinen Ujiter suchungen über
Flagellaten auch eine Reihe parasitischer Formen, deren
Lebensverhältnissen ein besonderes Kapitel gewidmet ist.
Die Verbreitung der Parasiten ist insofern eine eigen-
thümliche, als Formen, die in gewissen Gegenden ganz
gemein oder häufig sind, in anderen Gegenden voll-
kommen zu fehlen scheinen. Die parasitischen Flagellaten
besitzen keine contractile Vacuole und nehmen auch
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d, Jahren 18R4 u. 1885. 319
wohl keine feste Nahrung auf (Beitr. Fhysiol, Pflanzen.
IV. Bd. pag.145—180 mit Taf.).
T. B. Lewis schildert eing-ehend einen von ihm
schon früher im Blut von Ratten in Ostindien entdeckten
parasitischen Flagellaten, der von Kent Herpetomonas
Leioisi genannt wurde. Nach Schilderung der Art seiner
Bewegung und seines Verhaltens gegen die Blutkörperchen
konstatirt er, dass derselbe jetzt bereits bei Pferd, Kameel,
Hamster, Ratte und Hund nachgewiesen ist {Flagellated
Organisms in the Bio od of Animals, Qu. Journ. Micr.
Sc. Vol. 24. 1884. pag. 351—369 mit Holzsch.).
W. S. Kent beschreibt aus dem Darm von tasma-
nischen Termiten Trichonympha Leydii n. sp. und erwähnt
das gleichzeitige Vorkommen von Prysonympha Leydy
und des Flagellaten Lophomonas Leydy {Ann. Mag. Nat.
Histor. {5). Vol. 15. 1SS5. pag. 450—453).
Nach B. Grassi hat Condorelli in Catania inTermes
lucifugus (die in Amerika fehlt) die von Leydy in Term.
flavipes Amerikas gefundenen Parasiten (Trichonympha
agilis, Pirsonema vertens u. Dinenympha gracilis) eben-
falls aufgefunden (Intorno ad alcuni p7'otozoi paras^
siti delle Termiti in: Atii Acc. Gioenia Sc. Nat. Catania
(3\ Tomo 18. 1885. pag. 235—240 mit Fig.).
Desselben Contribuz. allo studio della nostra
fauna enthält nur einen Hinweis auf die von ihm in
Calotermes gefundene loenia annectens (Lophomonade)
(Atti Acc. Givenia Sc. Nat. Catania (3). Tom. 18 mit Fig.
cf. dies. Ber. Cap. Flagell.).
J. Künstler beschreibt Bacterioidomonas sporifera
n. g. n. sp. aus dem Coecum von Cavia (Journ. Micr.
Paris. T. 8. 1884. pag. 376—380 mü Taf. VIT) sowie
Bacter. ondulans n. sp. aus dem Darm der Ratte {ibid.
T.9. 1885. pag. 92-93). Derselbe beschreibt Du-
montia opheliarum n. g. n. sp., einen sehr sonderbaren
parasitischen Rhizopoden zweifelhafter Stellung aus der
Leibeshöhle von Ophelia bicornis (Compt. Rend. T99.
1884. pag. 337—338 u. Bull. Sog. Zool. France 1885. T.X
pag. 309—336 mit Taf.),
320 Dr. Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
L. F. Henneguy konstatirt durcli Infectionsversuche,
dass der von ihm entdeckte flagellate Fiseliparasit wirklicli
die Ursaclie des rasclien Absterbens der jungen inficirten
Salmoniden ist. Künstlich inficirte Forellen starben nach
2 Tagen (cf. Kap. Flagellaten) Arch. Zool. exper. (2). 2. Bd.
1884. p<^9- 403—411 mit Tfln.).
M. Flescli bringt weitere Mittheilungen über Glom-
hidium Leuckarti, einen in den Darmzotten des Pferdes
in Kapselform gefundenen Parasiten, der vielleicht ein
Sporozoon, vielleicht auch nur ein frühes Entwicklungs-
stadium eines parasitischen Wurmes ist (Mitth. Naturf.
Ges. Bern. 1884. /. Heft. pag. 26—59 mit 1 Taf.).
A. Sclmeider beschreibt aus den Malpighischen Ge-
fässen von Blaps ein neues Sporozoon Ophryocystis
Bütschli n. g. n. sp. (Ach. Zool. expSr. [2] Vol. 2. pag. 111
bis 116 mit Taf.).
C. Fiscli beschreibt aus dem Magenschleim von Rana
Grassia ranarum n. g. n. sp., einen von Grassi im
Froschblut entdeckten einzelligen Organismus (Heliozoe?),
den Verf. jedoch im Blut nie hat auffinden können.
(Zeitschr. f. lüiss, Zool. Bd, 42. 1885. pag. 41—125 mit
4 Taf.).
E. 0. Balbiani entdeckt im Blut von Asellus aqua-
ticus eine neue Opalinide Anoplophrya circulans n. sp.
(Recueil Zool. Suisse. Bd. 2. pag. 271—303. 1885).
R. Blancliard entdeckt in der Submucosa von
Macropus penicillatus kleine Cysten, die er für Sarco-
sporidien hält [cf. Cap. Sarcosporidien] (Comptes Rend.
T. 100. 1885. pag. 1599—1601). Derselbe beschreibt
ein peritriches Infusor, Apiosoma piscicola, das ecto-
parasitisch an Süsswasserfischen lebt (Bull. Soc Zool.
France. Tome IL 1885. pag. 211— 2H0 mit Taf.).
W. Zopf beschreibt aus den Muskeln des Schweines
einen kleinen von ihm bereits October 1880 entdeckten
vampyrellenartigen Organismus, Haplococcus reticnlatns
n. g. n. sp. , der sich von Januar bis Oktober bei einem
erheblichen Prozentsatz der untersuchten Schweine fand
{Biol. Centrlbl. Bd. HI. No. 22. 1884. pag. 613—618).
i. d. !Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 321
Kartulis berichtet Ueher RieseJi -Amöben (?) hei
chronischer Darmentzündung der Aegypter (^Arch.
f. pathoL Anat. Bd. 99. 1885. pa^. 145--147 mit Fig.).
Nach ß. V. Lendenfeld ist Amoeba pm-asitiea n. sp,
(morphol. = A. princeps Ehrbg.) die Ursache einer tödt-
lichen Krankheit der Schafe (Froc. Linn. Sog. N.-S.- Wales.
Vol. 10. pag. 35—38. mit Taf. 6. 1885).
C. A. Stokes fand das Rektum der amerikanischen
Einsiedler k röte (Scaphiopus holbrooki) mit ungeheuren
Mengen von Opalina yZaua n. sp. und Exechlyga acu-
minata n. g. n. sp. (Flagellat) angefüllt. Ferner erwähnt
und beschreibt er als Ectoparasiten von Megalotrocha
(Räderthier) Chilodon megalotrocha n. sp. (Notices of
some neic parasitic Infihoria. Amer. Natural. Nov. 1SS4:.
pag. 1081— J 086 mit Figg.).
Zahlreiche weitere Angaben über Parasiten finden
sich in dem Cap. Sporozoa dieses Jahresber.
7. Fossile Protozoen.
Ueber fossile Protozoen handeln:
A. Franzenau, Heterolepa, eine neue Gattung aus
der Ordnung der Foraminiferen. Nat. Hefte Pest. 8 Bd.
pag. 214 — 217 mit Taf. Derselbe, Beitrag zur Kenntniss
d. Schalenstruktur einig. Foraminiferen. ibid. 9 Bd. pag. 151
bis 153. F. P. Balkwill u. F. M.lMlUet, The foraminifera
of Galway. Pt. 1. in: Journ. Micr. Nat. Sc. London and
Bath. Vol. 3. pag. 19—28 mit 4 Taf. M. C. Cooke, On
the estimation of the numbers of foraminifera in Chalk.
in: Journ. Queckett. Micr. Club (2) Vol. 1. 1883. pag. 149
bis 151. H. W. Crosskey, On a recent exposure of the
shelly patches in the boulder-clay at Bridlington Quay.
Qu. Journ. Geol. Soc. London. Vol. 40. pag. 323 — 327.
W. Deecke, Die Foraminiferenfauna der Zone des Ste-
phanoceras Humphriesianum im Unterelsass. (Abh. zur
geol. Specialkarte von Elsass - Tjothringen. 4. Bd. 68 pag.
2 Taf. 1884. E. T. Dunikowski, Ueber einige neue
Arcli. f. Natuigescli. 52. Jahrg. U. Bd. 3. H. V
322 Dr. Ludwig "Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
Nummulitenfunde in den ostgalizischen Karpathen. Verh.
Geol. Reichsanst Wien. pag. 128 — 130. 1884. M. Hauer,
Das Eozoon canadense. Eine microgeologische Studie.
Leipzig. 55 pag. 18 Taf. 1885. A. Heilprin, Notes on
some new foraminifera from the nummulitic formation
of Florida. Proc. Ac N. Sc. Fhüadelphia 1884. pa^. 321
bis 322 mit Fig. Pli. de la Harpe, Monographie der in
Aegypten und der libyschen Wüste vorkommenden Nummu-
liten. Paläontographica. Bd. 30. 1883. Derselbe, Etüde
sur les Nummulites de la suisse et revision des especes
eocenes des genres Nummulites et Assilina. III. (fin). Ahh.
Sckwei2, Pal. Ges. Vol. 10. pag. 141 — 180. H. A. Johnson
and B.W. Thomas, Rep. of the committee on the microsc.
Organisms in the boulder clays of Chicago and vicinity.
Bull. Chicago Ac. Sc. Vol. 1. pag. 442—443. 1884. J. Leydy,
Foraminifera in the Drift of Minnesota. Proc. Ac. N.
Sc. PUladeliMa 1884. pag. 22—23. G. Maillard, Inver-
tebres du Purbeckien du Jura. Monographie in: Abh.
Schiveiz. Pal. Ges. Vol. 12. 119 pag. 3 Taf. St. Meurier,
Existence du calcaire ä Fusulines dans le Morvan. Conipt.
Rend. Tome 100. pag. 921—923. Munier -Chalmas et
C. Schlumh erger, Sur les Miliolidees trematophorees.
ibid. pag. 818 — 819. D. Pantanelli, Radiolarie negli
schisti silicei di Monte Catini in Val de Cecina. Atti
Soc. Tose. Sc. N. Proc. Verb. Vol. 4. 1885, ^^a^. 168—170.
Rüst, Beitr. zur Kenntniss der fossilen Radiolarien aus
Gesteinen des Jura. Palaeontographica. 31. Bd. 1885.
Bd. 5. pag. 211—321. 20 Taf. A. Rzehak, Ueber das
Vorkommen der Foraminiferengattungen Ramulina und
Cyclammina in den älteren Tertiärschichten Oesterreichs.
Verh. Geol. Reichsansi. Wien. 33. Jahrg. 1885. pag. 186
bis 188. Rüst, Ueber das Vorkommen von Radiolarien-
resten in kryptokrystallinischen Quarzen aus dem Jura
und in Koprolithen aus dem Lias. Ber. 56. Vers. D.
Naturf. Aerzte. Freiburg. pag. 94 — 97. Y. Uhlig, Ueber
eine Microfauna aus den westgalizischen Karpathen. Verh.
Geol, Reichsanst. Wien. 33. Jahrg. pag. 82 — 83.
i. (1. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 323
III. Rhizopoden.
Beobaclitungen an den reticulären Rhizopoden
der Expedition des „Travailleur" und „Talisman" ver-
anlassen Folin, dieselben in folgender Weise einzutlieilen :
I. Tribns, les Nus.
a) Nus libres, frei im flüssigen Medium lebend.
b) Nus Caches, ziehen sich in Schlupfwinkel zurück, die
ihnen Höhlungen auf alten Molluskenschalen oder sonstige
Hohlräume anderer Körper bieten.
II. Tribus, les Demi Nus, sowohl „libres" oder „Caches".
in. Tribus, les Vaseux.
IV. Tribus, les Pateux.
V. Tribus, les Globigerinaces.
YI. Tribus, les Spiculaces.
VII. Tribus, les Arenaces.
VIII. Tribus, les Porcelanes \ -r, . .„
IX. Tribus, les Vitreux / Foramimferen im engeren Sinne.
Ausser einer eingehenden Begründung dieses Systems
finden sich auch Bemerkungen über Batliyhiofßis, einen
Bathybius-ähnlichen Organismus {Les Rhizopodes Reti-
culaires etc. Ball. Soc. Scienc. Lettres, Arts de Pau. 1884:
25 pag.). Eine Mitth. gleichen Inhalts in Compt. Rend.
Tome 99. 1884. pag. 1127—1130.
J. Künstler beschreibt einen nicht benannten Rhi-
zopoden von der Küste von Arcachon mit heliozoen-
artigen Pseudopodien, die jedoch auf die seitlichen
Partieen des Körpers beschränkt sind {Compt. Rend.
Tome 99. 1884. pag. 337—338). Die ausführliche Arbeit
hebt durchaus nicht das Räthsel, das über diesem eigen-
thümlichen Organismus schwebt, der Dnmontia Ophe-
liarum benannt wird und in der Leibeshöhle von Ophelia
bicornis lebt. Das Protoplasma ist schwammig und lässt
häufig ein dichteres Entoplasma unterscheiden. Ausser
der Anordnung der Pseudopodien ist der Hauptcharakter
ein brauner, an beiden Enden ziemlich unregelmässiger
Achsenstab, der eine concentrische Schichtung aufweist
und an seiner Oberfläche von mehr plasmatischer, im Innern
dagegen mehr von chitiniger BeschaiFenheit ist. Seine
etwaigen Beziehungen zu der Rhizopodenschale und der
324 Dr- Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
Centralkapsel der Radiolarien wird, ohne dass es zu
einer Entscheidung* kommt, sehr ausführlich erörtert.
Auch die Fortpflanzung verläuft sehr sonderbar. Theilung
wurde nie beobachtet, dagegen eine Art innerer Knos-
pung unter Betheiligung des Achsenstabes wie des Proto-
plasmaleibes. Die Stellung des Organismus bleibt un-
klar {Bull Soc. Zool. France 1885. Tome X. img. 309
bis 336 7nit Taf.),
1. Amoebaea.
Protamoeba vorax n. sp. erwies sich nach Gruber
{Die Protozoen aus dem Hafen von Genua, Nov. Act
Leop. Car. Ah. Natu? f. Bd. 46. pag. 483) selbst nach
Färbung als kernlos.
0. Nüsslin giebt eine sehr interessante Schilderung
seiner neuen Zonomyxa violacean.g. n. sp., welche eine
Mittelstellung zwischen Amphizonella und Pelom}Ti;a ein-
nimmt. Das Thier ist rings von einer chitinartigen Mem-
bran von solcher Dehnbarkeit umgeben, dass sie der
Bildung der Pseudopodien kein Hinderniss in den Weg
legt. Das Plasma weist eine vacuoläre Innenschicht
und eine homogene verdichtete Peripherie auf. Als
Einschlüsse des Plasmas sind zu nennen: 1. violette
Vacuolen; 2. farblose Vacuolen, die an einer Stelle
verschwinden können, um in beständigem Wechsel
an anderer Stelle wieder aufzutreten; 3. Grlanzkörper ;
4. Nahrungskörper, bald frei im Körper, bald in Flüssig-
keitsvacuolen eingeschlossen liegend, deren Aufnahme
unaufgeklärt blieb. Echte Kerne fehlen während des
freien Lebens vollständig, an ihrer Stelle finden sich
„Kern Substanzen", ein bis mehrere unregelmässig
zackige Plasmamassen, die sich der Tinction gegenüber
wie Kernsubstanz verhalten. Gegen den Beginn der
Encystirung erst entstehen aus ihnen bis 14 kleine ovale
Kerne, die jedoch nicht selten auch fehlen. Die Ency-
stirung wird dadurch eingeleitet, dass das Thier zwischen
sich und der elastischen Chitinmembran Fremdkörper
i. d Natiirgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885, 325
anhäuft, welche die zwiebelartig geschichtete „Fremd-
körperhülle" bilden. Unter dieser entstehen aus den
peripherischen Plasmaschichten die körnige äussere und
die homogene innere Eigenhülle. Erst ganz gegen
das Ende des Encystirungsprozesses schwinden die Kerne,
ohne dass ihr weiteres Schicksal aufgeklärt wird. In
den spätesten Stadien entstehen innerhalb der Cyste auf
unbekannte Weise zahlreiche sporenartige „Keimkugeln",
deren weiteres Schicksal nicht ermittelt werden konnte.
(Ueber einige neue Urthiere aus dem Herrenivieser
See im badischen Schivarzwald. Zeitschr. f.iuiss. Zool.
Bd. 40. 1884. pag. 695—724 mit 2 Taf.).
A. Orulber versucht zu zeigen, dass es eine Menge
getrennter und genau zu definirender Amoebenarten giebt,
die nicht in einander übergehen. Die Diagnose hat sich
zu gründen auf den mittleren Körperumfang, auf die
Consistenz des Protoplasmas und die dadurch bedingten
Bewegungserscheinungen, auf die Art der Einschlüsse im
Protoplasma, als Vacuolen, Körnchen, Krystalle, ja sogar auf
parasitisch oder symbiotisch lebende Pilzfäden (als solche
sieht er die bekannten Stäbchen der Pelomyxen an) und
die Nahrungsbestandtheile; hauptsächlich aber auf die
Zahl, Grösse und den Bau der Kerne. Niemals fand er
die Annahme (Brass) bestätigt, als sei das Chromatin des
Kernes lediglich Nahrungsmaterial, das bei hungernden
Thieren aufgebraucht werde. Verf. hat im Gegentheil
bei einem reichlich mit Nahrung versehenen Thier das
Verschwinden der Chromatinbrocken beobachtet. Auch
bestreitet Verf. das Vorhandensein einer Schichtung des
Plasmaleibes im Sinne von Brass. Eine Differenzirung
tritt nur an der äussersten Peripherie des Amöbenkörpers
auf. Die Vielkernigkeit ist eine bestimmte Eigenschaft
gewisser Amöbenarten und nicht eine bloss periodische
Erscheinung. Die Glanzkörper können nicht im Sinne
Greef's als Fortpflanzungskörper aufgefasst werden, da
sie bei zahlreichen Arten (Pelom. villosa Leidy) fehlen.
Verf. trennt daher von der Pelomyxa vülosa Leidy ab: Amoeba
prima n. sp., secunda n. sp., tertia n. sp.. quarta n. sp., quinta n. sp.,
326 Dr. Ludwig Will: Ber, übei die wissensch. Leistungen
und beschreibt neu Ä. binucleata n. sp., lucida n. sp. (Teich bei Frei-
burg i. B.), granulosa n. sp., spumosa n. sp. (Dreisam), a-ystalligera
n. sp., fluida n. sp. und flava n. sp. (Seewasseraquarium). [Zeitschr.
f. iviss. Zool. Bd. 41. 1884185. pag. 186—226 mit 3 Tafeln.)
Wallicli weist nach, dass Gruber die Litteratur nur
ungenügend berücksichtigt hat, und dass ein Theil der
von Letzterem an Amöben gemachten Entdeckungen schon
früher vom Verf. publicirt sind. Ferner werden einige
Punkte der Gruber'schen Resultate einer Kritik unter-
zogen (Ami. Mag. N. H. (ö). Vol. 16. pag. 215—227.
1885). In sehr ausführlicher Weise kritisirt derselbe
Autor die Monographie Leydy's über die Süsswasser-
Rhizopoden Nord -Amerikas mit besonderer Berücksich-
tigung der Mängel des Leydy'schen Systems (ibid. pag. 317
bis 334, 453—473).
Die Arbeiten von S. Lockwood über Psendo-Cy-
closis (Am. Monthl. Micr. Journ. Vol. 6. pag. 46 — 47)
sowie von €r. C. Wallicli über PseiLdocy clo s i s in
Amoeba (ibid. pag. 190 — 193) hat Ref. nicht gesehen,
es handeln aber beide über die Protoplasmaströmung bei
Amöben, für deren richtige Deutung Wallicli die Priorität
in Anspruch nimmt.
C. Fiscli hat bei Amoeba diffluens (Müll) Ehrbg. die
Cystenbildung verfolgt. Die Cysten besitzen eine doppelte
Hülle. Der Keimung geht unter Kerntheilung ein Zerfall
in mehrerei Theilsprösslinge voraus, deren jeder sich eine
feine Oeffnung in die Cystenhülle bohrt, um dieselbe
darauf als junge Amöben zu verlassen (Zeitschr. f. luiss.
Zool. Bd. 42. 1885. pag. 47—125 mit 4 Tßn.).
P. Hallez beschreibt einen neuen Rhizopoden Ärcyothrix
Balbianii n. g. n. sp., den er ein einziges Mal in Kulturen mit Ascaris-
eiern antraf und der durch folgende Merkmale cliarakterisirt wird:
1. un gros pseudopode comme ceux de certains Amibieus, 2. deux
longs filements bifides, excessivement greles, pourvus de petits ren-
flements (peut-etre urticants??). Ausserdem ist eine contra etile
Vacuole constatirt {Mcm. Soc. Sc. Agric. Arts Lille (4). T. 14. 1885.
pag. 331—335 mit Taf.).
S. Trinchese beschreibt aus dem Golf von Neapel 3 neue
Moneren: Protamoeba minima n. sp,, Protogenes roseus n. sp. und
i. d. Natiirgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 ii. 1885. 327
Aletium piriforme n. sp. (Mem. Äccad. Scienz. Bologna (4). Bd. 5.
1884. pag. 495—502 mit Taf.).
E. V. Leiideiifeld beschreibt Anioeba parasitica n. sp., (morpho-
logisch = A. priuceps Ehrbg.) als Ursache einer tödlichen Krankheit
bei Schafen (Froc. Linn. Soc. N.-S.-Wales. Vol. 10. pag. 35— 38 mit
Taf. 6. 1885).
2. Testaeea.
Bei den von A. Gruber im Hafen von Genua auf-
gefundenen beschälten Rhizopoden (Nov. Act. Leop.-Car.
Ah Naturf. Bei iß. 1884. pag. 413 ~ 540. 5 7>?^/i.) konnte
er bei Lieberkühnia diffluejis n. sp., Crateriiia mollis n. g.
n. sp., Gromia duhia n. sp. und lagenoides n. sp., Urnu-
lina difflagiaeforinis n. g. n. sp., Lagena sijyhoniata n. sp.
nichts vom Kerne wahrnehmen. Dagegen zeigte Pleuro-
phrys genuensis n. sp. zahlreiche Kerne; bei Ovulina
urnula n. sp. wies der Kern 2 verschiedene Regionen auf
und erinnert damit an die Kerne polythalamer Rhizo-
poden. Gromia n. sp. pflegt sich derart mit Kohlen-
partikelchen anzufüllen, dass sie ganz schwarz erscheint.
Der Plasmaleib enthält gelbliche und blasse Kugeln,
deren letztere häufig Kohlentheilchen enthielten. Ausser-
dem enthält der Plasmaleib zuweilen kleine mit dicker
Chitinmembran umgebene Kapseln, welche mit einem
Quantum Sarkoda nebst deren spec. Einlagerungen er-
füllt sind. Er sieht dieselben als „Brutkapseln" an,
die mit der Vermehrung in Beziehung stehen.
Neu sind 1. Imperforata: Lieberkühnia diffluensn. sp., Pleuro-
phrys genuensis n. sp., Craterina mollis n. g. n. sp., G-romia dubia
n. sp., 2 Gromia n. sp., Ursulina difflugiaeformis n. g. n. sp., Ovulina
urnula n. sp, , 2. Perforata: Lagena siphoniata n. sp., L. ele-
gans n. sp.
0. Nüsslin, beschreibt aus dem Herrenwieser See (Schwarzwald)
Amphitrema stenostoma n. sp. [Zeitschr. f. iviss. Zool. Bd. 40. 1884.
pag. 697—724 mit 2 Tfln.).
F. Jickeli beobachtet die Copulation bei Difflugia
globulosa Duj. und schliesst: L Bei den Rhizopoden
kommt ebenso wie bei den Infusorien eine Copulation
vor; 2. Ebenso wie bei den Infusorien tritt während der
Copulation auch hier ein Stadium gesunkener Lebens-
328 Dr. Ludwig AVill: Bei', über die vvisseiisch. Leistungen
energie auf; 3. Im Gefolge des Vorgangs findet auch
hier ein Zerfall des Zellkerns statt (Zool. Anz, 1884.
jmg. 449—451).
Die von 0. Bütsclili untersuchten marinen Rhizo-
poden stammen theils aus Villefranche, theils aus der
Südsee. Bei Peneroplis pertusus Forsk. wurden 1 — 4, bei
P. planatus F. u. M. 18 — 20 Kerne nachgewiesen. 1 Kern
fand sich bei Lagena elegans und Calcarina Spengleri,
zahlreiche bei Orbitolites complanata, Amphistegina
Lessonii, Discorbina globularis und Spirillina vivipara.
Bei Textularia sp. (Villefranche) zeigte ein 14 kammer.
Exemplar 3 Kerne in den 3 ältesten Kammern; ein
17 kammer. Individuum dagegen nur 1 Kern zwischen der
3. und 4. Kammer. Struktur der Kerne eine netzartige.
Bei Calcarina ist vielfach das Centrum des Kernes fein-
maschiger als der übrige Theil, auch zeigten hier die
Nucleolen ebenfalls einen maschigen Bau, der sich vor
dem übrigen Kerngerüst nur durch grössere Feinheit aus-
zeichnet. Das Protoplasma zeigt bei Anwendung von
Immersionen eine netzartige Struktur, in der er das
Durchschnittsbild eines eigentlich wabig beschaffenen
Plasmas erkennt. Durch Strecken der Maschen kann
dasselbe eine fibrilläre Beschaffenheit annehmen. Die
gleiche Netzstruktur des Plasmas besitzt unter den Pro-
tozoen eine weite Verbreitung und kommt namentlich
bei den Flagellaten und Ciliaten ganz allgemein vor.
Sodann folgt eine Beschreibung der parasitischen Zellen
bei Peneroplis pertusus und Orbitolites, die den gelben
Zellen der Radiolarien entsprechen. Ausserdem finden
sich im Plasma der Orbitoliten noch grössere Zellen, die
deutlich als Algen erkennbar sind, sowie parasitische
Bacillariaceen (Kleine Beiträge zur Kenntniss einiger
mariner Rhizopode n. Morph. Jahrb. Bd. 1 1. 1886.
jmg. 78—101 mit 2 Tß?i.).
Folin stellt die Gattungen Pseudarkys n. g., Ämphiexis
n. g., Lithozoa n. g. für gewisse marine reticuläre Rhizopoden auf,
die ihren Körper mit Fremdkörpern incrustiren {Sur uti etat nou-
i. (I. Natiirgesch. der Proto/oen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 329
venu de Bhieopodes reticuläires. Compt. Bend. T.lOl. pag.327
Us 328, 1885; Ann. Mag. N. H. (5). Vol. 16. pag. 232—233, 1885).
Z. Roboz stellt die neue Gattung Calcituha mit polymorpha
n. sp. auf, die sich von der nächstverwandten Aschemonella scabra
Brady dadurch unterscheidet, dass ihre Röhre nicht aus Sand, sondern
aus kohlensaurem Kalk besteht {Ehizopoden-Studien I. Auszug
in: Math. Naturw. Ber. Ungarn. I. Bd. 1883).
M. 0. u. M. E. Terquem beschreiben neu Rosalina vitrea n. sp.
von derRhede von Smyrna. cf. Cap. Faunistik {La rade de Smyrne.
Bull. Soc. Zool. France. Vol. II. 1885. pag. 547—550).
E. v. Daday beschreibt aus dem Kochsalztümpel bei Deva in
Siebenbürgen eine neue Polythalamie Eutzia tetrastomella n. g.
n. sp. Genuscharakter: Schale vielkammerig, chitinartig, undurch-
löchert, enthält in grosser Zahl Kieselplättchen eingebettet. Spi-
ralig geordnete Kammern bilden eine von links nach rechts ge-
wundene Schale, ähnlich einer flachen Helix. Kammern nur von der
konvexen Seite ganz sichtbar, während sie sich auf der konkaven
Seite decken, iluf der äusseren Scheidewand der Endkammer be-
finden sich 2 grössere, ovale, röhrenförmig verlängerte und 2 kleinere
kreisförmige Mündungen, welche sich an sämmtlichen Scheidewänden
wiederholen (Zeitschr. f. iviss. Zool. Bd. 40. pag. 463—479 m. Taf.).
3. Heliozoa.
R. Hertwig ist es zum ersten Male gelungen, die
Kerntheilung von Actinosphaerium Eichhornii zu ver-
folgen, die sich nach ihm am besten während des Winters
Studiren lässt. Die Membran des ruhenden Kernes
umschliesst den Kernsaft, ein Netzwerk von achromatischer
Substanz und einen oder mehrere Nucleoli. Der Nucleolus
besteht aus Nuclein und dem schwerer nachweisbaren
Paranuclein. Sind mehrere Nucleolen vorhanden, so um-
lagern sie das Paranucleinkorn, welches mit einem Spitz-
chen an jeden Nucleolus hinantritt; sind die Nucleolen
zu einem verschmolzen, so ist dieser selten kugelrund,
sondern zeigt auf einer Seite einen Ausschnitt, in dem
das Paranuclein in Form einer Calotte liegt, die nicht
selten mit einem Spitzchen in die Nucleinkugel einge-
lassen ist. Die Theilung tritt am uninucleär gewordenen
Kern ein und wird dadurch eingeleitet, dass sich an zwei
330 Dl'- Lu dwig AVill: Ber. über die wissensch. Leistungen
gegenüberliegenden Polen des Kerns demselben zwei
kegelförmige Aufsätze von homogenem Protoplasma an-
legen. Kern und „Protoplasmakegel" erzeugen so einen
spindelförmigen Körper, dessen Mitte der Kern einnimmt.
Sodann zerfällt der Nucleolus in eine Summe kleinster
Körnchen, die nach der Mitte zusammenrücken und die
oberflächlichen Schichten freilassen. In den äquatorialen
Theilen des Kernes bildet sich aus den Chromatin-
körnchen eine aus dicht aneinander gelagerten Stäbchen
gebildete Kernplatte, während die übrige feinkörnige
Masse in der Nachbarschaft der Pole eine streifige Be-
schaffenheit annimmt und an den Polen selbst die hya-
line Substanz (Paranuclein) zwei „Polplatten" bildet. Die
Streifung lässt sich bald von einer Polplatte durch die
Kernplatte hindurch zur andern verfolgen. Durch Theilung
jedes Stäbchens in zwei rückt die Kernplatte in zwei
Seitenplatten auseinander und nach den Polen zu, wo
sie mit den Polplatten so innig verschmelzen, dass beide
Substanzen sich durchdringen und so eine einzige Masse
bilden, die allmählich Kugelgestalt annimmt. Während
des Theilungsaktes behält der Kern seine scharfen Con-
turen und wird mehr und mehr biscuitförmig, bis sich
schliesslich beide Hälften trennen und den bis dahin be-
sj;ehenden Verbindungsstrang in sich aufsaugen. Die
Theilung des Kernes bei Actinospliaerium nimmt eine
Mittelstellung ein zwischen der Kerntheilung der übrigen
Protozoen und derjenigen, wie sie sonst bei Thieren und
Pflanzen allgemein vorkommt {Die Kei'ntheilung bei
Actinosjyhaeriuin Eichhornif Jen. Zeitschr. f. Naturiü.
Bd. XV 11, auch separat 32 pag. 2 Taf. 1884).
In einem Eeferat über vorstehende Arbeit {Biol.
Centrbl. Bd. IV. pag. 203 — 205) erkennt A. Oruber nach
geübter Controle die Angaben Hertw^ig's als richtig an.
Sara G. Foulke hat die Fortpflanzung von Clathru-
lina elegans beobachten können und unterscheidet vier
Arten derselben: 1. durch Theilung in 2 — 4 Stücke;
2. durch Ablösung einer Reihe von Knospen; 3. durch
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 331
Umwandlung' des Körpers in flagellenartige Schwärmer;
4. durch Bildung und Freiwerdung kleiner Keime (Some
Phenomena in the Life-History of Clathrulina ele-
gans. Proc. Acad. Nat. Sc. Philadeldhia 1884. Part, I.
paff. 17-19).
Biomyxa vag ans Leidy enthält nach A. Grul)er zahlreiche
Kerne. Das Thier steht zwischen Rhizopoden und Heliozoen etwa
in der Mitte und lässt zwei verschiedene Formzustände unter-
scheiden: ein rhizopodenartiges und ein heliozoenartiges Stadium.
Ganz besonders zahlreich und von homogener Beschaffenheit sind die
Kerne bei Myxastrum liguricum n. sp. ; dagegen besitzt Raphi-
diophrys arenosa n. sp. nur 1 Kern. Bei Acanthocystis italica
n. sp. erscheinen die zahlreichen Kerne selbst bei starker Vergrösserung
als winzige Körnchen {Die Protozoen aus dem Hafen von
Genua, Nov.Äet. Leop.-Car.M. Naturf. Bd. 96. pag.473—540. 1884).
Als Grassia ranarum n. g. n. sp. beschreibt C. Fisch einen
Organismus, der von G-ras si im Froschblut entdeckt ist, vom Verf. aber
nur im Magenschleim gefunden wurde. Stellung zweifelhaft, doch
■glaubt er ihn am besten bei den Heliozoen unterbringen zu
können {Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 42. 1885. pag. 47—125 m. 4 Tfln.).
A. Seligo dagegen möchte das Thier lieber zu den Lophomonaden
stellen {Cohn's Beiträge zur Biologie der Pflanzen. 4. Bd. pag. 145
bis 180).
R. Lankester beschreibt Archerina Boltoni n. g. n. sp. ein
mit Vampyrella verwandtes, kernloses, aber chlorophyllführendes
Heliozoon, das von Bolton bei Birmingham entdeckt wurde. A.
wurde im Actinoghryszustand, im Cystenstadium (Stachelcysten), sowie
im „vegetativen Zustand" (Koloniebildung) angetroffen {Qu. Journ.
Micr. Sc. Vol. 25. pag. 61-72 mit Taf. VII. 1885).
Nach Archer ist die von Bolton bei Birmingham entdeckte
neue Heliozoe vielleicht eine Algenspore (Desmidiacee?) {Ann. Mag.
Nat. Bist. (5). Vol. XVI. pag. 142—143. 1885). Derselhe führt im
Dublin Microscop. Club eine Archerina Boltoni lebend vor (ihid.
pag. 143—144).
Zopf (Ueber einen neuen Schleimpilz im Schweine-
kö;rper. Haplococcus reticulatus Zopf) beschreibt aus den
Muskeln des Schweines einen kleinen von ihm bereits im Oktob. 1880
entdeckten vampyrellartigen Organismus, den er den Monadinen, wie
sie von Cienkowski und Klein charakterisirt sind, zurechnet. Es
Hess sich constatiren, dass der Parasit, der von Jan. bis Okt. 1880
bei einem nicht unerheblichen Prozentsatz der untersuchten Schweine
gefunden wurde, drei Entwicklungszustände bildet: eine Amöben-
form, eine Sporangienform und eine Dauersporenform (B*oZ.
Centralbl Bd. III. No. 22. 1884. pag. 673—678).
332 Dl' Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
4. Badiolaria.
Die Kenntniss der Eadiolarien ist in heiTorragender
Weise durch die schöne Monographie K. Brandts, Bie
K olonieh il d enden Radiolarien (Sphaerozoen)
gefördert worden.
Verf. theilt dieselben in 2 Familien mit folgenden Gattungen :
1. Fam. Sphaerozoida.
Collozoum Hkl. Meist ganz ohne Skelet, nur zuweilen mit
vereinzelten Nadeln. 4 sp., worunter neu C. fulvum und
Hei'twigi.
SphaerozoumMeyen. Mit Kieselnadeln. 5 sp., worunter
neu Sph. Häckeli n. sp.
2. Fam. Collosphaerida.
Myxosphara n. g. Ohne Skelet. 1 sp.
Collosphaera Müll. Mit glatter Gitterschale. 1 sp.
Acrosphaera Hkl. Gitterschale mit spitzen Domen. 1 sp.
Siphonosphaera Müll. Hauptöffnungen der Gitterschale in
Tuben verlängert. 2 sp., davon neu S. tenera.
Im Entwicklungsgang der Polyzoen werden drei
Stadien unterschieden: a. Schwärmzustand, b. vege-
tativer Zustand (jung -vegetativer, jung-reproductiver
[durch Bildung extrakapsulärer Körper bezeichnet] und
alt-vegetativer Zustand), c. altreproductiver oder fruc-
ticativer Zustand. Der letztere führt zur Schwärmer-
bildung (Isosporen = Krystallschwärmer Hertwig's, Aniso-
sporen = krystalllose Schwärmer Hertwig's, Makrosporen
und Mikrosporen). — Das Plasma zerfällt in Rinden-
substanz und Marksubstanz, die (mit Ausnahme von
C. inerme und Sph. neapolitanum) durch die Central-
kapselmembran getrennt sind und deren jede noch weitere
Differenzirungen erkennen lässt. Die Kerne sind nur
auf die Marksubstanz beschränkt, sie sind nicht Bläschen
(gegen Häckel), sondern membranlose Kugeln (für Hert-
wig). In den vegetativen Zuständen sind sie homogen
und einfach brechend, bei der Bildung der Isosporen
doppelt brechend; bei der Bildung der x\nisosporen und
in den extrakapsulären Körpern lassen sie eine Diffe-
renzirung in Chromatinf äden und achromatische Substanz
erkennen. Porenkanäle konnten nur in der Central-
i. d. Natiirgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 333
kapseln! emb ran von CoUospli. Huxleyi nachgewiesen
werden. Die Oelkngeln bestehen aus einem häufig ge-
schichteten Substrat und eingelagertem oft flüssigem Fett.
Krystalle sind nur während des fructicativen und des
Schwärmzustandes vorhanden. Die grossen, nur bei
Collosph. gefundenen Krystalle treten bei beiden Arten
der Schwärmerbildung auf, bleiben aber beim Austreten
der Schwärmer zurück. Die kleinen werden stets bei
der Isosporen-, meist jedoch auch bei der Anisosporen-
bildung gebildet und gehen stets beim Ausschwärmen
der Brut in die Schwärmer über. Nach genauer Unter-
suchung des ehem. und physik. Verhaltens werden beide
Krystallformen als Krystalloide bezeichnet. Die Bildung
des Pigments, das ebenfalls einer eingehenden mikro-
chemischen Untersuchung unterworfen wird, fällt zeitlich,
abgesehen von geringen Abweichungen, ungefähr mit
dem Auftreten der Krystalle zusammen. Die Gallerte
verhält sich bei verschiedenen Arten den Konservirungs-
flüssigkeiten gegenüber auffallend verschieden. In sehr
jungen Kolonien ist die Gallerte reich an Flüssigkeit,
aber vacuolenfrei ; allmählich sondert sich die Flüssigkeit
von der Gallerte und sammelt sich in Vacuolen. Bei
der Schmärmerbildung vermischen sich wiederum beide
Substanzen unter Schwund der Vacuolen. Die Vacuolen
sind von einer dünnen Schicht von Plasma umgeben,
doch ohne besondere Membran. Das Skelet, in orga-
nischer Form angelegt, an der später Verkieselung ein-
tritt, wächst durch Apposition, nicht durch Intussusception,
wie Verf. früher angab. Aus dem Kap. über die Indi-
viduen der Sphaerozoen und ihre Vereinigung zur Kolonie
sei nur hervorgehoben, dass Kolonien verschiedener
Spezies nicht mit einander verschmelzen, was allerdings
bei Kolonien derselben Species der Fall sein kann. Be-
züglich der Ernährung wird gezeigt, dass die Sphae-
rozoen im Stande sind, andere Organismen zu verdauen,
dagegen wird dahingestellt gelassen, ob sie unter natür-
lichen Verhältnissen zum Festhalten von Beute fähig
sind. Ein wesentlicher Antheil wird, entsprechend frühereu
334 1^1'- Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
Arbeiten des Verf., den cliloropliyllfülirenden Algen
(Zooxantliellen) bei der Ernährung zugeschrieben, indem
sie ihrem Wirthe überschüssige Assimilationsprodukte
liefern. Die Sphaerozoen flottiren im Meerwasser; sie
werden in der Schwebe gehalten durch die Gallerte mit
ihren Vacuolen. Die Bewegung besteht im Sinken und
Aufsteigen der Kolonie, welche Erscheinungen durch
mechanische und thermische Reize und dadurch bedingte
Oberflächen -Verringerung und -Vergrösserung hervor-
gerufen werden kann. In einer Reihe von Kapiteln wird
sodann das Vorkommender Sphaerozoen und ihre Abhängig-
keitvon verschiedenen Lebensbedingungen behandelt, unter
denen Strömungen und Windrichtung eine Hauptrolle
spielen. Nach den Kapiteln über geographische Ver-
breitung, Phosphorescenz und Parasiten folgt der Ab-
schnitt über die Entwicklung und Fortpflanzung. Sowohl
bei ganzen Kolonien wie bei den Individuen kommt
Theilung vor. Der Schwärmzustand ist der einzige
frei bewegliche Zustand; die Schwärmer (sowohl Iso-
sporen wie Anisosporen) sind vermuthlich alle mit zwei
Geissein versehen. Entgegen Hertwig soll die erste Ent-
wicklung in der Nähe der Meeresoberfläche stattfinden,
so dass die Radiolarien echte pelagische Thiere sind.
Das jung-vegetative Stadium (kleine Kolonie mit
wenigen Individuen mit einem oder wenigen Kernen und
geringer Gallerte) geht in Folge der Bildung der extra-
kapsulären Körper (jung-reproduct. Stad.) in das alt-
vegetative Stadium mit grosser Individuenzahl über.
Während des al t-repro du ctiven Zustandes verläuft die
Schwärmerbildung, zu deren Aufbau nur intrakapsu-
lare Theile verwendet werden. Während der Isosporen-
bildung sind die Kerne homogen, doppelt brechend, alle
gleich und bilden keine Gruppen. Die Isosporen sind
spindelförmig, gleich gross und stets mit Krystall ver-
sehen. Bei der Anisosporenbildung sind die Kerne schon
frühzeitig difi'erenzirt, einfach brechend und Gruppen
bildend; im Weiteren verhält sich dieser Prozess aber
bei beiden Familien w^esentlich verschieden. Bei den
i. (1. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 n. 1885. 335
Collosphäriden beginnt die Gruppenbildung früh, um bald
wieder zu verschwinden, und ausserhalb der Gruppen
finden sich hier keine Kerne. Ferner werden hier die
Makro- und Mikrosporen in verschiedenen Individuen ge-
bildet, sind wahrscheinlich spindelförmig, ungefähr gleich
gross (?) und stets mit Krystall versehen, der ebenso oder
nur wenig anders ist als der Isosporen. Bei den Sphae-
rozoiden bleiben die Kerngruppen bis zur Bildung der
Schwärmanlagen erhalten; ausserhalb der Gruppen sind
noch Kerne vorhanden; Makro- und Mikrosporen werden
in demselben Individuum gebildet, sind stets bohnen-
förmig, verschieden gross und entweder ohne oder mit
sehr kleinem Krystall. Da Verf die beiden Arten der
Fructification bei 7 sp. constatirte, nimmt er einen Gene-
rationswechsel an. Vor dem Beginn des systematischen
Theils werden noch einige Beobachtungen über die Fort-
pflanzung der Acanthometriden angefügt {Fauna and
Flora des Golfs von Neapel. XI IL Monogr. 1885).
Lazar Car beschreibt Acanthometra hemicomprena n. sp.; in
Triest sehr häufig {Zool. Anz. 1884. pag. 94—95).
IV. S p 0 r 0 z 0 a.
1. Sarcosporidia.
R. Blanchard fand in der Submucosa des Darmes von Macropus
penicillatus zahlreiche kleine weissliche Cysten, die er für eine Sarco-
sporidie hat. Die Cyste besitzt eine äusserst dünne Cystenhülle und
enthält zahllose nierenförmige Körperchen, die in den peripherischen
Theilen der Cyste am grössten waren. Die letzteren, welche er den
sichelförmigen Keimen der Sarcosporidien vergleicht, zeigen an ihren
Enden einen leuchtenden Punkt, lassen aber nichts von einem Kern
erkennen {Campt. Rend. T. 100. 1885. pag. 1599—1601).
Derselbe giebt eine zusammenfassende Schilderung
der Sarcosporidien, die er für nahe verwandt mit den
polysporeen Coccidien hält und in folgender Weise ein-
theilt:
T -c nr- x. ' A ( mince et anhiste . 1. Gren. Mie-
I. Fam. Miescheridae. \ , .
c,.. X j 1 scheria.
Siegeant dans ) . .
1 ^ . ■' { epaissie et traversee
les muscles stries 1 , ^ ,. , ^ ^ «
■MT x^ j' 1 i de fins canalicules 2. Gren. Sarco-
Membrane denveloppe f
l oystis.
336 Dr. Ludwig Will: Ber. über die wissenscli. Leistungen
IL Farn. Balbianidae. Siegeant dans le tissu
conjonctif. Membrane d'enveloppe mince
et anhiste 1. Gen. Balbiania.
(^Notes sur les Sarcosporidies. Bull. Soc. Zool.
France. Tome 2. 1885. pa^. 244—276 mit Fig.).
2. Myxosporidia.
Ueber Myxosporidieu liegen keine Arbeiten vor.
3. Gregariuida.
Nach C. 0. Harz sind die Gregarinen, welche nach
Linstow (cf. J.-B. 1883) als Erzeugerinnen der Krebspest
anzusehen sind, lediglich Blutkörperchen und Muskelzellen
von Astacus {Deutsche Fisch. Zeit. 7. Jahrg. 1884. 2)ag. 129
bis 131).
R. Oreef beschreibt Gregarina annulata n. sp, aus dem Darm
Rhynchonerella fulgens n.sp. (Alciopide) {Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd.43.
pag.45;^. 1885).
J. Frenzel untersuchte in Neapel Seethiere, besonders Kruster
auf Gregarinen und beschreibt folgende neuen Gattungen und Arten:
L Monocystidae s. str.: Callyntrochlamys n. g. (Cuticula mit
dicht gedrängt stehenden wimperartigen Härchen besetzt) mit
C. Phronimae n. sp. (Darm von Phronim.), Gregarina Portuni n. sp.
(Darm vnn Port, arcuatus), Gr. Cionae n. sp. (?) (Darm von Ciona
intestinalis), Gr. BoneUiae n. sp. (Darm von Bonellia); IL Poly-
cystidea: Aggregata n. g. (mehr als 2 Individuen in einer Reihe
conjugirt und encystirt. Die sichelförmigen Keime entstehen direkt
in der Cyste ohne vorhergehendes Sporenstadium) mit A. Pm-tuni-
darum n. sp. (Darm von P. arcuatus und Carcinus maenas), Gregarina
Salpae n. sp. (Darm von Salpa africana), Gr. Dromiae n. sp. (Darm
von Dromia vulgaris), Gr. Clausii n. sp. (Darm von Pterotrachea, von
Claus früher im Darm von Phronima gefunden), Gr. Nicaea n. sp.
(Darm von Nicaea Nilsonii), Gr. Caprellae n. sp. (Darm von Caprella).
Aus der Einzelbeschreibung geht hervor, dass die
marinen Gregarinen sich vor denen der Land- und Süss-
wasserthiere durch Einfachheit der Organisation aus-
zeichnen (alle beschriebenen Polycystiden ohne Epimerit).
Die Cuticula wird durch Essigsäure nicht verändert (gegen
Kölliker und Schneider). Die Körnchen des Plasmas be-
stehen aus einer Eiweisssubstanz, haben aber nichts mit
dem thierischen Amyloid zu thun (gegen Bütschli). Die
i. d. Naturg'esch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 337
Fortpflanzimg konnte nur bei Aggregata (vgl. Gattungs-
diagnose) verfolgt werden, doch ist auch für Callyn-
trochlamys von Interesse, dass auch hier Conjugation
von zahlreichen Individuen häufig ist (lieber einige in
Seethieren lebende Gregaynnen: Arch. f. mihr. Anat.
Bd. 24. 1885. jmg. 545—588 mit Taf. XXV, XXVI).
B. Danilewsky untersuchte Drepanidium ranarum und eine
neue Monocystide, Haemogregarina Stepanoivi n. g. n. sp. aus dem
Blut von Emys lutaria. In der Jugend ein Zellenschmarotzer inner-
halb der rothen Blutkörperchen, lebt es später frei in der Blut-
flüssigkeit {Die Haematozoen der Kaltblüter, ibid. pag.588 — 598
mit Taf. XXVII Ä).
E. Witlaczil beschreibt aus Aphis arundinis Fabr. eine neue
Monocystide Neozygites aphidis n. g. n. sp., die sich durch eine ab-
weichende Art der Copulation auszeichnet. Die beiden kugligen
Individuen legen sich aneinander und lassen an einer Stelle, nach
Resorption der Cuticula, den Zellinhalt heraustreten. Beide Plasma-
massen verschmelzen sofort und umgeben sich nach und nach mit
einer Sfachen Hülle (Neopygites aphidis, eine neue Gregarine
ibid. pag. 599—603 mit Taf. XXVII B).
Gr. ßusclihaupt findet im Regenwurmhoden 7 ver-
schiedene Gregarinenspezies, von denen Monocystis cmiei-
formis und minuta neu sind. Die Encystirung vollzieht
sich stets ohne vorhergehende Copulation. Entgegen
Bütschli konstatirt er, dass die Sporoblasten im Centrum
der Cyste, nicht an der Peripherie derselben, entstehen
und dass auch der Rückstandskörper noch zur Sporen-
bildung aufgebraucht wird. Die Sporen können bei der-
selben Spezies von verschiedener Grösse sein, immer
aber sind sie innerhalb derselben Cyste von gleicher
Beschaffenheit. Die sichelförmigen Keime haben keinerlei
Bedeutung als Keime, sie sind nichts als Reservenahrung
für den eigentlichen Keim und als solcher ist der Rest-
körper der Spore anzusehen. Die Entwicklung der Sporen,
welche gleichfalls geschildert wird, fällt mit der Ent-
wicklung der Regenwürmerspermatozoen zusammen {Bei-
trag z. Entioicklungsgescli. d. monocyst. Gregarinen
eiü. Jen. Zeitschr.f. Naturiv. Bd. 18. 1885. pag. 713—750
mÜ Ta/.XXII.
Arch. f. Natuigesch. 52. Jahrg. II. Bd. 3. H. yf
33(S 1^1'- Ludwig Will: Ber. über die wissensch, Leistungen
A. Brass versucht auch im Körper der Gregarina
polymorpha dieselben Schichten nachzuweisen, die er
früher für die Amöben (vergl. J. -B. 82/83) beschrieb.
Hervorzuheben ist, dass es ihm gelungen sein will, im
Protomerit ebenfalls einen deutlichen Kern nachzuweisen,
sodass nach ihm der Körper aus 2 wohl gesonderten
Zellen besteht. Ausserdem beschreibt Verf. eine Ver-
mehrung der Gr. durch Knospung am Hinterende des
Deutomerits, von dem sich ein neues zunächst einzelliges
Individuum abschnürt, das sich erst nachträglich in die
beiden Körperzellen theilt {Biolog. Studien I. Die Or-
ganisation der thier. Zelle. 2. H. Halle 1884. pag. 103
bis 115 mit Taf.W.
A. Sclmeider lässt dem vorläufigen Bericht über die
weiteren Ergebnisse seiner Studien an Stylorhynchus
longic Ollis (Darm von Blaps) die ausführliche Arbeit
folgen (cf. Bericht 1882/83 pag. 98). St. macht den
grösseren Theil seiner Entwicklung, oft auch die ganze
innerhalb der Darmepithelzelle seines Wirthes durch.
Dieselbe Epithelzelle kann die Schmarotzer in wechselnder
Zahl enthalten, die zuweilen zu Nestern vereinigt und
in Bezug auf ihren Bau anfangs mit einem Coccidium
identisch sind. In der Entwicklung lassen sich 4 Stadien
unterscheiden. Im 1. sind sie einfache Zellen mit solidem,
im 2. mit bläschenförmigem Kern. Im 3. Stadium ist
durch Knospung aus der einfachen Zelle eine seg-
mentirte hervorgegangen, deren Kern noch die ursprüng-
liche proximale Lage bewahrt. Dann aber beginnt der
Kern zu wandern und liegt im 4. Stadium im distalen
Segment. Die Segmentirung des Körpers geht also der
Kernwanderung voran, sie ist aber anfangs eine rein
äussere und die Septen treten erst nach vollzogener
Wanderung auf. Die Höhle des Haftapparates im Adult
entspricht der anfänglichen Lage des Kernes. Das erste
Segment, das angelegt wird, ist der Haftapparat, aus ihm
gehen durch Knospung nach einander Deutomerit, Pro-
tomerit und Hals hervor. Hiernach ist die spätere
Trennung des Körpers vom Haftapparat morphologisch
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 339
vergleichbar dem Akt, durch welchen sich eine Knospe
von der Mutterzelle ablöst. Nur geht in diesem Falle
die Mutterzelle, nachdem sie Kern und Protoplasma an
die Tochter abgegeben, zu Grunde. Die Entwicklung
von St. ist eine direkte ohne Generations- und Wirths-
wechsel. Ausser von Stylorhynchus werden die Darm-
zellen von Blaps noch von einem pflanzlichen Parasiten
bewohnt, den er Chytridiopsis socius nennt (Jrch. Zool.
exper. (2). Bd. 2. pag. 1—36 mit Taf).
Derselbe giebt eine ausführliche Schilderung des
von ihm in den Malpighischen Gefässen von Blaps ent-
deckten eigenthümlichen Sporozoen, Ophrocystis Bütschlii
n. g. n. sp. (cf. vorläufige Mittheilung i. Bericht 1882/83
pag. 99). Das höchst interessante Thier zeigt einen
amöboiden Charakter, wie solcher bisher bei keinem
Sporozoen beobachtet wurde. Die Kerne wechseln in der
Zahl von 1 bis 10, wahrscheinlich entsprechend dem
Wachsthum des Plasmaleibes. Verf. macht es höchst
wahrscheinlich, dass die vielkernigen Individuen zu einer
gewissen Zeit in ebenso viele einkernige Theistücke zer-
fallen, als Kerne vorhanden sind. Eine kurze Zeit bleiben
die Tochterindividuen noch durch Verbindungsstränge mit-
einander zu einem rosettenförmigen Gebilde verbunden,
bis schliesslich völlige Trennung eintritt. Wie bei den
Gregarinen legen sich 2 der jungen einkernigen Indi-
viduen zur Conjugation an einander, ziehen dann ihre
Pseudopodien ein und encystiren sich, indem sie sich im
Laufe der Zeit mit einer Reihe im Aequator getrennter
concentrischer Hüllen umgeben. Durch Theilung des in
jeder Cystenhälfte gelegenen Kernes entstehen 3, im
im Ganzen also 6 Kerne. Solange war die Conjugation
nur eine unvollständige ; sie wird vollständig dadurch, dass
beide Hälften sich zur Bildung einer einzigen Spore
im Centrum der Cyste vereinigen. Aus jeder Hälfte be-
theiligt sich hierbei ein Kern, welcher mit dem der
anderen Hälfte im Aequator der Cyste zum Sporenkern
verschmilzt. Es wird daher nicht der gesammte Cysten-
inhalt zur Bildung der Sporen verbraucht, sondern in
340 1^1'- Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
jeder Hälfte bleibt ein Residuum mit je zwei Kernen
zurück. Nachdem der Sporenkern durch Theilung etwa
8 Tochterkerne gebildet hat, zerfällt der Sporeninhalt in
eine Anzahl sichelförmiger Körper (Sporozoiten). Da die
Ophryocystideen weder als Coccidien aufgefasst werden
können (wegen der Conjugation und der eigenthümlichen
Sporulation), noch als Gregarinen (wegen der amöboiden
Beschaffenheit des Thieres und der Sporulation) noch
als M}^oporidien (wegen der sichelförmigen Körper) er-
richtet er für sie die provisorische Ordnung der Amoebo-
sporidien. (Ophryocystis Bütschlii: ibid. pag. 111 — 126
mit Tfl).
Derselbe ergänzt die vorstehenden Beobachtungen
durch Schilderung von Ophryocystiis Francisci n. sp.
(malpigh. Gef ässe von Akis Algeriana). Aus runden viel-
kernigen pseudopodienlosen Massen entsteht durch Ein-
schnürung eine Rosette von einkernigen pseudopodien-
bildenden Individuen, die sich schliesslich abtrennen,
sich allmählich abrunden und dann mit einem andern
kugeligen Individuum zu einer Cyste verschmelzen, deren
Bildung und weitere Entwicklung sonst wie 0. Bütschlii
verläuft {Tablettes Zool Tome L \. Hälft. 1885. jmg. 1—3
mit Taf.).
Derselbe schildert die Entwicklung von Barroussia
ornata n. g. n. sp. aus dem Darm von Nepa cinerea, von
Klossia besonders durch ellipsoide Sporen unterschieden.
Die Coccidie lebt in den Darmepithelzellen und gelangt
erst als Cyste in das Darmlumen. Der von doppelter
Hülle umgebene Cysteninhalt zerfällt in eine Reihe von
Sporoblasten , die sich nach Ausbildung einer doppelten
Hülle in längliche Sporen umwandeln, Klossia dimidiafa
n. sp. lebt in Darmzellen von Scolopendra morsitans,
Kl. Simplex in den Larven des Taumelkäfers {ibid pag. 4 — 9
mit 2 Taf.).
Weiter veröffentlicht A. Schneider Beobachtungen
über die Entwicklung von einigen monocystiden und
polycystiden Gregarinen. Wie Stylorbynchus ist auch
Pileocephalus chinensis in der Jugend coccidien-
förmig und lebt zu dieser Zeit innerhalb der Darm-
i. d. Natnrgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 ii. 1885. 341
Zellen von Phryganiden. Aehnlich wie bei Stylo-
rhynchus gehen auch hier Deutomerit und Protomerit
durch eine Art Knospung aus dem Coccidienstadium hervor
unter denselben Wanderungen des Kerns vom Epimerit
in das Deutomerit. Lophorhynchus insignis (aus
Helops striatus) besizt einen eigenthümlichen becher-
ai-tigen Haftapparat, der zahlreiche Darmzellen umgreift
und an seinem äusseren Rande einen Kranz kolbiger
Tentakeln besitzt. Auch hier ist die Entwicklung des
Coccidiumstadiums zum Cephalont dieselbe. Die schon
von Frenz el untersuchte Längsstreifung ist nicht auf
Muskelstreifen zurückzuführen, sondern auf ein System
von Latten (lattes), die reihenweise senkrecht zur Ober-
fläche in Form von Kämmen angeordnet sind. Eigen-
thümlicherweise verläuft bei Gamocystis Francisci
(Ephemerenlarven) die Entwicklung vom Coccidienstadium
zum Adult ebenso wie bei den erwähnten Polycystiden.
Der Köi'per zerfällt unter Wanderung des Kerns in zwei
Abschnitte, die sich jedoch später wieder vereinigen.
Die Muskelfibrillen bilden Ringe, keine Spiralen (ibid.
pag, 10—24 mit 6 Taf.).
Nach Demselben besitzt Clepsidrina ovata (aus dem
Ohrwurm) Mikrosporen und Makrosporen, die beide von
derselben Form, aber von verschiedener Grösse sind. An
den letzteren hat er die Theilung des Inhalts in acht
Sporozoiten beobachtet. Von Clepsidina Laucoumetensis
n. sp. (Darm von Parnus) werden Cephalont, Sporont und
Cyste beschrieben. Letztere besitzt nur einen Sporoduct
{ibid. pag. 25—30 mit 2 Taf.).
J. Künstler schildert kurz die Entwicklung einer monocystiden
Gregarine, die er in der Leibeshöhle von Periplaneta americana fand
{Journ. Micr. Paris. Tome 8. 1884. pag. 240 u. Compt. Bend. Tome 98.
pag. 633—634).
Derselbe fand in Gemeinschaft mit Pitres in der Brusthöhle
eines Mannes mit den Symptomen einer Pleuresie zahlreiche sichel-
förmige Keime einer Coccidie theils frei, theils zu vielen in Cysten
eingeschlossen, die zum Theil einen Restkörper aufwiesen {ibid.
Tome 8. 1884. pag. 469-474, pag. 520—526 mit 2 Tßn.).
34*2 Dr. Ludwig- AVill: Ber. über die wissensch. Leistungen
V. Mastigophora.
A. SeligO geht in seinen Untersuchungen über
Flagellaten auch besonders auf die Lebensverhältnisse
derselben ein (vgl. auch dies. Ber. Cap. Parasiten). Verf-
glaubt, dass die Flagellaten, wenn auch die einzelnen
Formen besonderen Lebensverhältnissen angepasst sind,
im üebrigen ubiquistische Wesen sind, welche nicht nach
geographischen, sondern nur nach Formationsgebieten
vertheilt sind. Die Körperhülle zeigte nie Cellulose-
reaction. Die Geissein sind entweder überall gleich stark
oder schwach konisch, ohne aber in eine feine Spitze
auszulaufen. Gyromonas ambulans benutzt ihre 4 steifen
Geissein zu gangartigen Bewegungen. Cryptomonas und
Oxyrrhis richten wie die Peridinien das geisseltragende
Ende bei der Bewegung nach hinten. Den parasitischen
und marinen Flagellaten fehlen contractile Vacuolen. Die
Fortpflanzung geschieht meist durch Längstheilung im
beweglichen Zustand, bei Cercomonas auch durch Quer-
theilung. Glenodinium und Pteromonas theilen sich nur
im ruhenden Zustand. Die untersuchten Formen werden
nach einem eigenen System in folgender Weise geordnet:
L Amoebomastigoda (Monadina).
1. Monomastigoda : Cercomonas 1 sp., Mastigamoeba 1 sp.
2. Heteromastigoda : Bodo 2 sp., worunter limbatus n. sp.
{= Trimastrix marina Kent?;.
3. Polymastigoda : Hexamitus 1 sp., Trichomonas 1 sp., Gyro-
monas amhulans n. g. n. sp. mit 4 steifen, zu G-angbe-
wegungen benutzten Geissein.
n. Choanomastigoda: Salpingoeca 1 sp.
in. Phytomastigoda (Volvocina i. w. S.): Pteromonas 1 sp.
IV. Ochetomastigoda (Arthrodela).
Peridiniae: Glenoidium Cohnii n. sp.
V. Stomatomastigoda (Euglenoidina).
1. Astasieae: Astasiopsis 1 sp., Rhabdomonas 1 sp., Menoidium
1 sp., Heteronema 1 sp., Petalomonas 1 sp.
2. Anisonemina: Entosiphon 1 sp., Ploeotia 1 sp.
{Beitr. Fhysiol. Pflanzen. Bd. 4. ^ag. 145— ISO mit Taf.).
BütscWi (Broun's Klassen und Ordnungen des Thier-
reichs. I. Bd. 2. Aufl.) theilt die Mastigophoren in vier
Ordnungen.
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 343
I. Ordn. Flagellata. Formen, welche während ihres thätigen Lebens
ausschliesslich mit Geissein ausgerüstet sind und neben diesen
weder Cilien noch Kragen besitzen.
1. U.-O. Monadina Bütschli. Kleine bis kleinste Formen von
einfachem Bau; nackt und sehr häufig, mehr oder weniger
amöboid; jedoch z. Th. mit Gehäusen. Meist farblos, selten
mit Chromatophoren. Mit einer vorderen ansehnlichen Geissei
oder daneben noch mit 1 — 2 kleinen Nebengeisseln. Besondere
Mundtheile theils fehlend, theils an der Geisseibasis vorhanden
und nie in einen wohl entwickelten Schlund fortgesetzt.
1. Farn. Rhizomastigina (= Rhizoflagellata p, p. S. Kent 1880).
Mastigamoeba F. E. Schulze, 5—6 sp.
Ciliophrys Cienk, 1 sp.
Dimorpha Gruber, 1 sp.
Actinomonas Kent, 2 sp.
Anhang: Trypanosoma Gruby.
2. Fam. Cercomonadina Kent emend.
Cercomonas Duj., 3 sp.
Herpetomonas Kent, ca. 2 sp.
Oikomonas Kent, mehrere sp
Ancyromonas Kent, 1 sp.
3. Fam. Codonoecina Kent.
Codonoeca James-Clark, 2 sp.
? Platytheca Stein, 1 sp.
4. Fam. Bikoecina Stein.
Bisosoeca James-Clark sp.?
Poteriodendron Stein, 1 sp.
5. Fam. Heteromonadina Bütschli. Kleine, farblose Monaden,
ausgezeichnet durch Besitz einer vordereu Hauptgeissel,
welche von ein bis zwei dicht neben ihr stehenden kleinen
wellig bewegten Nebengeisseln begleitet wird. Häufig
koloniebildend und dann mit vom Hinterende abge-
schiedenem Stiel versehen. Vermehrung der Einzelmonaden
durch Längstheilung.
a. U.-Fam. Monomonades Bütschli. Charakterisirt
durch Mangel der Koloniebildung, sowie durch häufige
Vermehrung der Nebengeisseln auf zwei.
Monas (Ehrbg.) emend. Stein, 2 sichere sp.
b. U.-Fam. Dendromonades Stein (Fam.).
Dendromonas Stein, ca. 2 sp.
Cephalothamnium Stein, 1—2 sp.
Anthophysa Bory d. Vinc, 1 sp.
c. U.-Fam. Dinobryinae Ehrb.
Dinobryon Ehrbg., 2 sichere sp.
Epipyxis Ehrb., 1 sp.
344 Dr. Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
d. U.-Fam. Urogleninae Bütschli: Monaden sehr ähnlich^
Dinobryon (L. = 0,oi — 0,oi5nini); koloniebildend durch
Vereinigung sehr zahreicher Individuen in einer Gallert-
kugel, der sie dicht unter der gesammten Oberfläche
radial eingelagert sind. Hinterende der Einzelmonaden
zugespitzt bis abgerundet. (Vereinigung der Schwanz-
fäden im Centrum der Kolonie, wie Kent und Ehren-
berg annimmt, unwahrscheinlich.) Vermehrung der
Einzelmonaden durch Theilung. Vermehrung der
Kolonien durch Theilung nicht unwahrscheinlich.
Nahrungsaufnahme nicht beobachtet.
Nioglena Ehrbg., 1 sp.
2. U.-O. Euglenoidina. Im Allgemeinen grössere und höher
entwickelte eingeisselige Formen von monoaxomem oder ein
wenig asymmetrischem Bau. Cuticula gewöhnlich vorhanden,
weshalb amöboide Bewegung ausgeschlossen, dafür jedoch sehr
energisches Contractionsvermögen ; doch auch]zahlreiche starre
Formen. Farblos oder gefärbt. Um die G-eisselbasis oder
dicht dahinter fast stets feinere oder weitere Mundöffnung, die
in einen mehr oder weniger entwickelten Schlund führt. Con-
tractile Vacuolen, häufig mit Reservoir, stets in der Nähe des
Schlundes. Selten eine Vermehrung der Geisselu zu zwei, die
entweder an Länge gleich oder verschieden sind.
6. Fam. Coelomonadina Bütschli. Gefärbte Euglenoiden
mit zahlreichen chlorophyllführend an oder 1—2 grösseren
plattenartigen, grünen bis braunen Cromatophoren. Nackt
oder mit wenig entwickelter Cuticularschicht, die wahr-
scheinlich stets ungestreift. Mehr oder weniger contractu,
selten starr. Etwas hinter der Geisseibasis Reservoir der
contractilen Vacuolen, das zuweilen deutlich durch schlund-
artigen Kanal mit einer Oeffnung (Mund) an der Geisseibasis
in Verbindung getroifen wird. Eigentlicher Schlund jedoch
meist nicht. Stigmen vorhanden oder fehlend.
Coelomonas Stein, 1 sp,
Gongostomum Diesing, 1 sp.
?Vacuolaria Cienkowsky, 1 sp
Microglena Ehrbg., 1 sp.
Chromulina Cienk., 2—3 sp.
Cryptoglena Ehrbg., 1 sichere sp.
7. Fam. Euglenina Stein.
Euglena Ehrbg., viele sp. (n. Kleb. ca. 12 sp.),
Colacium Ehrb., 3 sp.
Eutreptia Perty, 1 sp.
Ascoglena St., 1 sp.
Trachelomouas Ehrbg., ca. 11 sp.
i. d. Natuigesch. dei' Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 345
8. Farn. Chloropeltina Stein.
Lepocinclis Perty, 2 sp.
Phacus Nitzsch, ca. 6 sp.
9. Fam. Menoidina Bütschli. Von den Eiiglenina, denen
sie in Gestalt und allgemeiner Bauweise nahe stehen,
durch Chlorophyllmangel unterschieden; saprophytische
Lebensweise; Stigma fehlt stets. Körper metabolisch
oder starr.
Ästasiopsis n. g. (syn. Cyclidium p. p. [distortuus]
Dujardin, Euglena p. p. [survata] Klebs). Gestalt im
schwimmenden Zustand sehr langgestreckt, spindel-
bis nadeiförmig , ähnlich gewissen Euglenen, jedoch
häufig auch sehr abgeplattet und mehr oder weniger
schraubig tordirt. Sehr metabolisch. Mundöffnung
nimmt die vordere Körperspitze ein und ragt als ein
etwas knopfartiges Spitzchen auch im stark kontra-
hirten Zustand deutlich hervor. Fortpflanzung? 1 sp.
^Ästasiodes n. g. (syn. Astasia Klebs). Von der
vorigen Gattung, soweit zu beurtheilen, dadurch unter-
schieden, dass die Mundöffnung mehr nach Art der
Euglenen gelagert und gebaut ist und sich auch in
einen ähnlichen wie bei diesen beschaffenen Schlund
fortsetzt, ca. 2 sp.
Menoidium Perty, 1 sp.
Atractonema Stein, 1 sp.
Rhabdomonas Fresenius, 1 sp.
10. Fam. Peranemina. Sehr metabolische ungefärbte Eugle-
noidinen von ziemlicher Grösse mit einer sehr ansehnlichen
Geissei des Vorderendes, die dicht vor der etwas zurück-
gerückten ziemlich weiten Mundöffnung entspringt. Zu-
weilen sammt dieser in einem erweiterten Peristom ge-
legen. Ansehnlicher, röhrenförmiger Schlund; Cuticula
zart, Spiral gestreift; Nucleus central; 1 contract. Vacuola
im Vorderende.
Peranema Duj., 1 sichere sp.
Urceolus Mereschkowsky, 1 sp.
11. Fam. Petalomonadina. Ungefärbte, formenbeständige
Formen von etwa ovaler abgeplatteter Gestalt, mit grosser
Geissei des Vorderendes und dicht dahinter, auf der Bauch-
seite. Mundöffnung mit wenig entwickeltem Schlund.
Petalomonas Stein, 4 sp.
Anhang: Scytomonas Stein, 1 sp.
12. Fam. Astasiina Bütschli (vielleicht besser als Hetero-
nemina zu bezeichnen) Ungefärbte, metabolische oder
starre Formen, deren Hauptauszeichnung gegenüber den
346 Dl'. Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
übrigen Euglenoiden im Besitz einer dicht neben der Haupt-
geissel entspringenden, kleinen bis massig langen Neben-
geissel besteht. Ernährung z. Th. saprophytisch, z. Th.
animal.
Astasia (Ehrbg. 1830) emend. Stein, 1 sp.
Heteronema Duj., 3-4sp.
Zygoselmis Duj., 1 sp,
Sphenomonas Stein, 1 sp.
Tropidoscyphus Stein, 1 sp.
3. U.-O. Heteromastipoda. Formen von geringer bis ziemlich
beträchtlicher G-rösse. Nackt, dann zuweilen auch amöboid
werdend, oder starr und dann häufig mit Cuticula. Haupt-
auszeichnung der Besitz zweier, wesentl. verschiedener Greissein
des Vorderendes, die auch gewöhnlich an G-rösse differiren.
Die eine Geissei, nach vorn gerichtet, bewirkt gewöhnliche
Vorwärtsbewegung, die andere meist grössere nach hinten ge-
richtet, nachgeschleppt. Doch werden hier auch einstweilen
Formen angeschlossen, deren hintere Greissei auf 2 ver-
mehrt ist. Ernährung stets animal, mindestens eine Mundstelle
vorhanden, die bei grösseren Formen zu einem deutlichen
Munde wird, der mit ansehnlichem Schlund in Verbindung
steht. Stets ungefärbt.
13. Fam. Bodonina Bütschli (Heteromitidae Kent).
Bodo (Ehrb. 1830) Stein 1878, ca. 5—6 sp.
Phyllomitus Stein, 1 sp.
Colponema Stein, 1 sp.
Anhang: Daliingeria Kent, 1 sp.
Trimastrix Kent, 1 sp.
14. Fam. Anisonemina Kent.
Anisonema Duj., 2 — 3 sp.
Entosiphon Stein, 1 sp.
Anhang: Heteromastix James-Clark, l sp.
4. U.-O. Isomastigoda Bütschli. Kleine bis mittelgrosse
Fonnen von monoaxoner, selten bilateraler bis asymetrischer
Gestalt. Vorderende mit 2, 4, selten 5 gleichen Geissein, die
gewöhnlich dicht neben einander entspringen, selten mehr
auseinander gerückt sind. Theils gefärbt, theils ungefärbt.
Nackt oder mit Schaleuhülle oder Gehäuse. Mundöffnung und
Schlund selten; Ernährung meist holophytisch, z. Th. jedoch
animalisch.
15. Fam. Amphimonadina Kent.
Amphimonas Duj., ca. 3 — 4 sp.
?Pseudospora Kent.
?Dinomonas Kent, 2 sp.
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 347
16. Farn. Spongomonadina Stein.
Spongomonas Stein, 4 sp.
Cladomonas Stein, 1 sg.
Rhipidodendron Stein, 2 sp.
Anhang: Diplomita Kent, 1 sp.
(Die folgenden 3 Familien fasst Verf. wegen ihrer innigen Ver-
wandtschaft noch zu einer besonderen Gruppe, als Phytomasti-
goda Bütschli, zusammen).
17. Fam. Chrysomonadina (Stein) emend. Bütschli.
Stylochrysalis Stein, 1 sp.
Ohrysopyxis Stein, 1 sp.
Nephroselmis Stein, 1 sp.
Synura Ehrbg., 1 sp.
? Mallomonas Perty, 1 sp.
Syncrypta Ehrbg,, 1 sp.
Chlorodesmos Phillips, 1 sp.
18. Fam. Chlamydomonadina. Körpergestalt ziemlich ver-
schieden, kuglig bis langgestreckt, spindelförmig. Vorder-
ende mit 2, 4 (selten 5) Geissein. Fast stets grün durch
ansehnliches und, wie es scheint, gewöhnlich einheitliches
Chromatophor. Meist zarte Schalenhülle, welche dem
Körper gewöhnlich dicht anliegt, sich jedoch auch sehr
abzuheben vermag, seltener dickwandige Schale. Grössere
Oeffnungder Schale fehlt meist. 1 — 2 contractile Vacuolen
an der Geisseibasis. Gewöhnlich 1 Augenfleck. Ver-
mehrung, soweit verfolgt, durch fortgesetzte Theilung
innerhalb der Schalenhülle während des freischwimmenden
Zustandes oder ruhend nach Verlust der Geissein. Meist
Makro- und Mikrogonidienbildung und häufig Copulation.
a. U.-Fam. Chlamydomonadinae s. str. Stets sehr
zarte Schalenhülle, die keine grössere Oeffnung, sondern
nur Poren zum Durchtritt der Geissein, keine Neigung
zum Zerfall in 2 Klappen besitzt.
Hymenomonas St., 1 sp.
Chlorangium Stein, 1 sp.
Chlorogonium Ehrbg., 1 sp.
Polytoma Ehrbg., 2 sp.
Chlamydomonas Ehrbg., ca. 6 sp.
Haematococcus Agardh., 3— 4 sp.
Carteria Dies., 1 sp.
Spondylomorum Ehrbg., 1 sp.
b. U.-Fam. Phacotina. Flagellatenkörper entsprechend
den Chlamydomonas- oder Haematococcusformen ge-
baut, mit fester dicker Schalenhülle, die der Weich-
körper gewöhnlich nur zum Theil erfüllt. Schale
348 Dr. Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
zeigt entweder Zusammensetzung aus 2 hälftigen
Klappen oder doch Neigung unter gewissen Um-
ständen in die beiden Hälften zu zerreissen.
Coccomonas Stein, 1 sp.
Phacotus Perty. '
Anhang zu der Pam. der Chlamydomadina.
? Tetratoma n. g. Bütschli. Allgemeiner Bau ähnlich
Carteria, doch entspringen die vier Geissein des Vorder-
endes nicht aus einem Punkt, sondern aus 4 weit ge-
trennten, von welchen jeder farblos ist. Doch scheint
Vorderende nicht etwa gelappt zu sein. Elliptisch.
1 weit nach hinten gerückter Augenfleck. Zarte
Schalenhülle. 1 sp.
Pyramimonas Schmarda. 1 sp.
Chloraster Ehrbg., 2 sp.
19. Farn. Volvoci na Ehrbg. emend.
G-onium 0. F. Müller, 2 sp.
Stephanosphaera Cohn, 1 sp,
Pandorina Ehrbg., 1 sichere sp.
Eudorina Ehrbg., 1 sp.
Volvox emend. Ehrbg., 3 sp.
20. Farn. Tetraminitina Bütschli (non Kent). Kleine
monoaxone, zweistrahlige oder etwas asymmetrische Formen
von meist länglicher Gestalt und mit fein zugespitztem
Schwanzende. Nackt, zuweilen daher etwas amöboid.
Vorderende mit vier gleichen Geissein oder von diesen
eine beträchtlich länger und nach hinten gerichtet ; selten
statt dieser hinteren Geissei ein undulirender Saum.
Nucleus dicht hinter Geisseibasis. Ernährung wohl durch-
aus animalisch, doch deutliche Mundstelle selten nach-
gewiesen.
Collodictyon Carter, 1 sp.
Tetramitus Perty, 2 sp.
Monocercomonas Grassi, mehrere sp.
Trichomonas Donne, ca. 3 sp.
Trichomastix Blockmann.
2L Farn. Polymastigina. Klein, farblos, von zweistrahligem
oder bilateralem Bau. Gestalt etwas oval mit breiterem
oder zugespitztem Hinterende, das sich bei den typischen
Formen in zwei Geissein fortsetzt. Am Vorderende oder
an den Seiten des Körpers jederseits 2—3 Geissein von
gleicher Beschaffenheit. Ernährung animalisch oder viel-
leicht z. Th. saprophytisch, doch noch wenig festgestellt.
Hexamitus Duj., ca. 3 sp.
i. d. Natiirgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 \i. 1885. 349
Megastoma Grassi.
'^Polyniastix Bütschli (syn. Trichomonas Grassi), 1 sp.
22. Farn. Trepomonadina Kent.
Trepomonas Duj., 1 sp.
23. Farn. Cryptomonadina. Gefärbt oder ungefärbt. Zwei-
seitig bis asymmetrisch von Mittelgrösse. Ohne eigent-
liche Cuticnla. Meist seitlich comprimirt. Zwei massig
lange Geissein des Vorderendes, dasselbe mehr oder
weniger schief abgestutzt, gewöhnlich mit peristomartiger
Einsenkung, die sich auf der linken Seite weiter nach
hinten hinabzieht und entweder in einen Schlund führt,
wenn dieser nicht fehlt. Ernährung theils animal, theils
holo-, theils saprophy tisch.
Cyathomonas Fromentel, 1 sp.
Chilomonas Ehrb., 1— 2 sp.
Cryptomonas Ehrb., 1 — 2 sp.
Oxyrrhis Duj., 1 sp.
II. Ordn. ChoanoflageUata S. Kent. Besitzen neben einer ein-
fachen Geissei noch einen deren Basis trichterförmig umscheidenden
protoplasmatischen Kragen, ähnlich den sog. Entodermzellen der
Spongien.
1. Fam. Phalansterina Kent (emend. Bütschli).
Phalansterium Cienk., 2 sp.
2. Fam. Craspedomonadina Stein.
1. U.-Fam. Codonosiginae Kent.
Monosiga Kent, 9sp.?
Codosiga James-Clark, 1 sichere sp.
?Asterosiga Kent.
Codonocladium Stein, 3— 4 sp.
Hirmidium Perty, 1 sp.
2. U.-Fam. Salpingoecina Kent.
Salpingoeca James-Clark, ca. 27 sp.
?Lagenoeca Kent, 1 sp.
Polyoeca Kent, 1 sp.
III. Ordn. Dinoflagellata. (In der 20. Liefer. pag. 619 noch als Cilio-
flagellata bezeichnet. Peridinea Klebs. 1883, Arthrodele Fla-
gellaten Stein 1883.)
1. U.-O. Adinida ßergh (Prorocentrina Stein).
1. Fam. Prorocentrina Stein.
Exuviaella Cienk., 4 — 5 sp.
Prorocentrum Ehrbg., 3 — 4 sp.
2, U.-O. JDinifera Bergh.
1. Fam. Peridinida. Mit einer Querfurche in, oder nahezu
in der Mitte des Körpers. Meist mit, zuweilen ohne
Hülle. Querfurche selten unausgebildet , dann jedoch
350 Dr. Ludwig Will: Ber. iiher die wissensch. Leistungen
Position derselben durch Bauweise der Hülle angedeutet.
Gestalt ziemlich verschieden.
Podolampas Stein, 2 sp.
Blepharocysta Ehrbg., 1 sp.
Diplopsalis Bergh, 1 sp,
Peridinium Ehrbg., ca. 9 sichere sp.
Goniodoma Stein, 1 sp.
Gouyaulax Dies, 4 sp.
Ceratium Schrank, Zahl der sp. unsicher, gross.
Amphidoma Stein, 1 sichere sp.
Oxytoxum Stein, 10 sp.
Pyrophacus Stein, 1 sp.
Ptychodiscus Stein, 1 sp.
Protoceratium Bergh., 2 sp.
?Heterocapsa Stein, 4sp.
Gleuodinium Ehrbg., 5 — 6 sp.
Gymodinium Stein, 7 — 8 sp.
Hemidinium Stein, 1 sp.
? Cladopyxis Stein, 1 sp.
Ceratocorys Stein, 1 sp.
2. Farn. Dinophysida Bergh u. Stein.
Phalacroma Stein, 4 sp.
Dinophysis Ehi^bg., 8 — 10 sp.
Amphisolenia Stein, 2 sp.
Citharistes Stein, 1 sp.
Histioneis Stein, 5 sp.
Ornithocercus Stein, 1 sp.
Amphidinium Claparede, 2 sp.
3. Fam. Polydinida. Unterscheiden sich von den übrigen
Diniferen durch Anwesenheit mehrerer Querfurchen und
demnach auch wohl sicher mehrerer Quergeissein.
Polykrikos Bütschli, 1 — 2 sp.
VI. Ordn. Cystoflagellata Haeckel. Eigenthümliche Beschaffenheit
des Plasmaleibes, der abweichend von den 3 übrigen Abtheilungen
die netzförmige Struktur des Pflanzenzellenplasma's darbietet.
Besondere Gestaltungsverhältnisse und wahrscheinlich auch Fort-
pflanzungsverhältnisse.
Noctiluca Suriray, 1 sp.
Leptodiscus R. Hertwig, 1 sp.
1. Flagellata.
Die Abhandlung von G. Hieronynms übe 7^ Sfepha-
nosphaera |;/?/vta/ü Cohn (Beiträge zur Biologie der
Pflanzen. Hercmsgeg. v.Cohn. Bd. 4. pag. 51 — 78 m. 2 Taf.)
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 ii. 1885. 351
liefert eine sehr hübsche Ergänzung zu den älteren
Arbeiten Cohn's. Die Koloniehüllen besitzen nicht den
Grad vpn Starrheit, den Cohn annimmt, auch kommt
sämmtlichen vegetat. Primordialzellen ein rother Pigment-
fleck zu. Die Theilungsvorgänge bei der vegetat. Ver-
mehrung verlaufen nicht ganz so regelmässig, wie von
Cohn geschildert wird. Die Mikrogonidienbildung er-
folgt durch wiederholte Zweitheilung; sie beginnt, wie
bei der Makrogonidienbildung, nachdem die Primordial-
zellen ihre protoplasmatischen Haftfäden eingezogen haben
und verläuft nach dem Sachs'schen Zelltheilungsgesetz.
Die Mikrogonidien sind nackte, zweigeisselige, spindel-
förmige Zellen mit hyalinem Vorderende und Pigment-
fleck. Eine geschlechtliche Differenzirung der Mikro-
gonidien war nicht nachzuweisen. Bei der Copulation
stossen sie mit ihren hyalinen Vorderenden aufeinander,
legen sich dann Seite an Seite und verschmelzen zu
einer mehr und mehr sich abrundenden, schliesslich
kugeligen viergeisseligen Zygote, welche nach Verlust
der Geissein zur Ruhe kommt. Allmählich bildet sich
eine Membran aus und gleichzeitig geht die frischgrüne
Färbung in Olivenbraun über. Nach 2V2 — 3 Monaten hat
die Zygospore ihre definitive Grösse erreicht.
Polemischen Inhalts sind: Gr. Klebs, Einige Bemerkung en
zu „Schmitz, Beiträge zur Kenntniss der Chr omatoi:)hor eri'^
{Bot. Zeit. 1884. pag. 566—573), sowie die Erwiderung von Schmitz,
(ibid. pag. 809—817. 830—841).
Der von K 1 e b s erfahrene Widerspruch ist für
Fr. Sclimitz (Jahrh.f.wiss. Bot. Bd. 15. 1884. jmg. 1—117
m. Taf.) Veranlassung, eine grosse Reihe von Eugle-
n a c e e n nochmals gründlichst auf den Bau ihrer
Chromatophoren mit den Pyrenoiden und Paramylum-
körnern zu untersuchen. Verf. kommt hierbei zu Resul-
taten, die seine früher aufgestellten Ansichten wesentlich
bestätigen. Die Gestalt der Chromatophoren ist je nach
der Sp. ausserordentlich verschieden; Extreme sind einer-
seits kleine flache rundlich-eckige Scheiben, andererseits
unregelmässig sternförmige Bildungen (E. viridis und
352 -Dr. Ludwig Will: Bor. über die wissensch. Leistimgen
geniculata). In einem und demselben ziemlich engen
Verwandtscliaftskreise finden sich pyrenoidhaltige und
pyrenoidfreie Chromatophoren. Oberflächliche Auflage-
rung der Pyrenoide auf die Aussenfläche der Chromato-
phoren war nirgends zu constatiren. Die Bildung der
Paramylon- resp. Amylumkörner ist bei chromatophoren-
haltigen Organismen an die Chromatophoren gebunden,
bei chromatophorenfreien Formen (Peranemeen, Chlamy-
domonas hyalina) werden sie direkt aus dem farblosen
Protoplasma erzeugt. Die Pyrenoide bestehen aus „activ
lebendiger Chromatophorensubstanz", welcher die spez.
Pyrenoid-Substanz (nucleinartig) als „Verbrauchsmaterial",
als „Arbeitsstoff" eingelagert ist. Enge genetische Be-
ziehungen der Pyrenoidsubstanz zur Stärkebildung werden
wahrscheinlich gemacht. In systematischer Beziehung ist
Folgendes zu bemerken:
Euglena oxymis Schmitz = E. geniculata Duj., E. granulata
= E. velata var. granulata Klebs, E. obtusa n. sp., E. oblonga n. sp.,
E. olivacea == viridis var. olivacea Klebs, E. mutabilis = acus var.
mutabilis Klebs., Phacus teres n. sp., P. triquetra (Duj.) Ehrbg. =
pleuronectes var, triquetra Klebs.).
L. F. Henneguy liefert die ausführliche Beschreibung des schon
früher vorläufig ei-wähnten (cf. Bericht 1882/83, pag. 96) von ihm
entdeckten Fischparasiten Bodo necator. Er fand denselben in grosser
Masse der Epidermis junger Salmoniden auf eine nicht näher er-
mittelte Art angeheftet. Das Thier besitzt am Vorderende drei
Geissein, wovon eine die beiden andern bedeutend an Länge über-
ragt. Beim fixirten Thier liegt diese nach hinten geschlagen, in
einer Längsfurche des Körpers, während die beiden kleineren Geissein
nur während des freien Umherschwimmens sichtbar sind. Die Ver-
mehrung geschieht durch Quertheilung [cf. Cap. Parasiten] {Sur
un infusoire flagelle ectoparasite. Arch. Zool. exper. [-2] 2
1884. pag. 409—411 m. Taf.).
Schmaukevitsch theilt folgende merkwürdigen Kulturresultate
mit: Wird Anisonema acinus in süssem Wasser, dem allmählich
immer mehr Seesalz zugesetzt wird, kultivirt, so werden die Lidi-
viduen kleiner, auch verliert der Nahrungskanal seine frühere Ent-
wicklung. Es erscheinen alsdann zahlreiche Zwischenformen zwischen
Anisonema acinus und den weniger entwickelten Formen desselben,
und zwischen dem noch niedriger stehenden A. sidcatum. Wird
gleichzeitig die Temperatur des umgebenden Mediums verändert, so
verwandeln sich die niedrigsten Anisomen einerseits in algenartige
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 353
Organismen, andererseits in Organismen, die den Pilzen anzugehören
scheinen. Der Verf. glaubt hier die Anfänge des Thier- und des
Pflanzenreichs von einem gemeinsamen Stamme aus sich entwickeln
zu sehen. (Abhandlungen d. Odessaer natK/rf. Ges. Bd. VII, nach
einem Beferat i. Biol. Cetitrbl. Bd. IV. x^ag. 453. 1884).
Unter den 11 von C. Fiscli untersuchten Protozoen
sind 8 Flagellaten : Chromulina (1 sp.), Cyatomonas (1 sp.),
Cbilomonas (1 sp.), Peranema (1 sp.), Bodo (1 sp.), Arhab-
domonas (1 sp.), Monas (1 sp.), Protochytrium (1 sp.).
Nirgends besteht die von Stein beschriebene hoch diffe-
renzirte Körperanatomie. Das Protoplasma zeigt durch-
weg* eine gleichartige, meist feinkörnige Beschaffenheit,
dagegen nie einen netzartigen Bau wie bei Euglena.
Eine blasig schäumige Beschaffenheit fand sich nur in
abnormen Zuständen. Der Körper lässt allseitig eine
meist starre, mehr oder weniger dicke hyaline Haut-
schicht unterscheiden, die nur bei Chromulina an einer
Stelle zu fehlen scheint, die andauernde und eigenthüm-
liche Gestaltveränderungen zeigt. Bei Cyatomonas setzt
sich die Hautschicht in Form eines Balkengerüstes in
das Körperinnere fort. Plasmaströmungen fand er ziemlich
verbreitet und auch, entgegen Klebs, in nicht metabolischen
Formen. Die gleichmässig dicken Cilien verhalten sich
chemisch wie die Hautschicht. Bei der Längstheilung
bleiben sie fast stets erhalten. Der Verlust der Geissei
wird durch Einziehen oder Abwerfen bewirkt. Ueberall,
auch bei Protochytrium, fand sich ein Zellkern. Derselbe
ist meist bläschenförmig mit tinctionsfähiger Wandschicht,
welche den hyalinen Kernsaft und 1 Kernkörperchen um-
schliesst. Nur bei Cyatomonas kommen unregelmässig
zerstreute Chromatinkörnchen hinzu, doch ist auch hier
von Kernfäden und Kerngerüst nichts wahrzunehmen.
Bei Chromulina zeigte der Kern eine oberflächliche Kern-
rindenschicht und im Kernsaft 3 — 8 Nucleolen. Bei der
Kerntheilung handelt es sich bei Bodo um eine ein-
fache Durschnürung von Kern und Kernkörperchen; bei
Cyathomonas kommt eine strahlenförmige Anordnung der
hier vorhandenen Chromatinkörnchen als weitere Com-
plication hinzu. Bei Chromulina verschwinden die Nu-
Arch. f. Naturgescli. 52. Jahrg. H. Bd. 3. H. X
354 ür. Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
cleolen und statt dessen treten zahlreiclie feine Chromatin-
körner auf, worauf der Kern sich biseuitförmig einsclinürt.
Meist eine contractile Vacuole. Nur bei Chromulina
fanden sich Chromatophoren. Bei Chilomonas wurde die
Bildung von Stärkekörnern verfolgt. Sie entstehen hier
nicht, wie nach Schmitz bei Chlamydomonas, frei im
Cytoplasma, sondern stets an besonderen Plasmagebilden,
die den Stärkebildnern Schimper's gleichen. Die chro-
matophorenhaltige Chromulina ernährt sich holophytisch,
alle übrigen wahrscheinlich durch Aufnahme fester
Nahrung. Die Theilung (stets Längstheilung) wird ein-
geleitet durch Kerntheilung, abgeschlossen durch Theilung
des Protoplasmas. Eine Theilung der Cilie findet sich
nirgends, sondern das eine Theilindividuum muss eine
neue Greissei bilden. Die contractile Vacuole verhält
sich hierbei verschieden; bald werden neben der alten 2,
bald nur 1 neue gebildet. Ruhe- und Dauerzustände
konnten nicht bei allen Formen aufgefunden werden. An
der Bütschli'schen Classification hat er schon jetzt Aus-
stellungen zu machen; sie trägt mehr dem Bedürfniss
einer schnellen Orientirung, als dem Ausdruck natürlicher
Verwandtschaft Rechnung. Einen festen Kern haben da-
gegen die Untersuchungen von Klebs geliefert. Für ver-
früht hält Verf. den Versuch von Zopf, die sog. Gruppe
der Monadinen mit den Schleimpilzen in Zusammenhang
zu bringen.
Neu sind Chromulina woroniana n. sp. , Arhahdomonas vuU
garis n, g. n. sp. , letztere von Spumella vulgaris denk, durch das
Fehlen der Mundleiste und die Verschiedenheit des Cystenzustaudes
unterschieden (Zeitschr. f. wiss. Zoöl. Bd. 42. 1885. pag. 47 — 125
m. 4 Taf.).
Von Cam. Massa findet sich eine kurze Notiz üher Trichomonas
vaginalis in : AU. Soc. Natural. Modena Se)'. 3. Vol. 2. 1884. pag. 147
bis 148.
J. Künstler weist {Journ. Microgr. Paris. Tome 8. 1884. pag. 176
bis 178) nach, dass er die undulirende Membram bei Trichomonas
vaginalis schon vor Bloch mann beschrieben hat. Aus einer ge-
nauen mit Taf. versehenen Beschreibung von Tr. (ibid. pag. 317 — 331
m. Taf.) geht dann hervor, dass Tr. vier, nicht drei Geissein besitzt.
Derselbe beschreibt ferner {ibid. pag. 576- 380 mit Taf. VII) Bacte-
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 n. 1885. 355
rioidomonas sporifera n. g. n. sp. ans dem Coecum von Cavia. Sie
besitzt eine längliche, wenig abgeplattete Form mit 1 Geissei und
homogenem Kern. Vermehrung durch Bildung von 1 bis 2 inneren
Sporen während des beweglichen Zustands. "Weiter beschreibt Der-
selbe Bacterioidomouas onclulans n. sp. (ibid. Tome 9. pag. 92 — 93)
aus dem Darm der Ratte.
In einem Artikel De la j^osition systematique des
Bacteriacees (ibid. ^«(r/. 248— 258, 295—307 mit Taf.^)
kommt derselbe Verf. zu dem Resultat, dass ein Theil
der Bacterien zu den Pflanzen, ein anderer aber zu den
Thieren gestellt werden müsse, weil sie (Bacterioidomouas,
Trypanosoma, Giardia) allmählicli zu den Flagellaten
überleiten. In einem anderen Aufsatz Pseudopodes et
cils vihruiiles unterzieht Derselbe {ibid pag. 34:3 — 350
mit Fig.) die im allgem. Theil d. Ber. pag. 300 referirten
Versuche von Zacharias einer Besprechung. Verf.
möchte den Resultaten des Letzteren nicht direkt wider-
sprechen, hält aber seine Schlüsse für ein wenig übereilt.
Die Fäden, welche manche Flagellaten (Cryptomonas)
kurz vor dem Tode aussenden, möchte er nicht, wie
Bütschli, als Trichocysten auffassen.
S. Lockwood schildert die Bewegung und den plötzlichen
Farbenwechsel von Astasia haematodes, welche er in New-Hampshire
auffand {Journ. Micr. Paris. Tome 8. pag. 220—221. 1884).
Sara GrW. Foulke hat bei Chilomonas paramaecium das
Austreten von Schwärmern beobachtet (Ä7in. Magazine Nat. Hist. [5]
16. Bd. 1885. pag. 260-261 7nit Taf.).
B. Grassl beschreibt aus Galotermes flavicollis einen
eigenthümlichen Flagellaten, Joenia annecteus n. g, n. sp.,
zu den Lophomonaden gehörig, ausgezeichnet durch den
Mangel von Schlund und contractu. Vacuolen, durch den
Besitz eines aus zahlreichen Gleisseln bestehenden Schopfes
am Vorderende, ferner eines scheinbar cuticularen inneren
Skelets, sowie kurzer bewegungsloser cilienartiger Fort-
sätze am Hinterende {Intomo ad alcuni protozoi
parassiti delle Termiti in: Aiti Ass. Gioenia Sc. Naf,
Catania [3] Tome 18. 1885. ^a^. 235—240).
A. C. Stokes beschreibt aus dem Süsswasser (Trenton N. J.)
Ileoneman.g. (Body flask-shaped, elastic, entirely ciliate; flagellum
Single, inserted at the narrow anterior extremity, flexible, not vibra-
X*
356 Dr. Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
tile, the basal half large, thick and apparently twisted, the distal
half fine, threadlike; oral aperture terminal, pharynx distinct, anal
aperture postero -terminal) mit J. dispar n. sp. , ein Zwischenglied
zwischen Flagellata-Eustomata und Cilioflagellata. Solenotus n. g.
(Infusoria free-swimming, not changeable in shape, ovate, the anterior
extremety slightly pointed but not curved to either side, the ventral
surface convex, the dorsal concave, with a subcentral, longitudinal
groove or Channel; flagella two, diverse in leugth, one vibratile the
other trailung, both taking their origin from anteriorly) nächst ver-
wandt mit Colponema Stein, mit S. orUcularis n. sp. und apocamptus
n. sp. (Notes on some apparently undescribed fresh-water
Infusoria. Am. Journ. Science [5] 28. Bd. 1884. pag. 38 — 49
mit Fig.).
Gleich darauf ändert ders. Verf. den Namen Solenotus in
Notosolenus um, da der erstere bereits vergeben ist {ibid. pag. 158).
Ders. beschreibt aus dem Rectum von Scaphiopus Holbrooki Exe-
chlyga n. g. (vorn drei gleich lange Geissein, seitlich eine unda-
lirende Membran, die sich in einen langen Faden fortsetzt. Mund-
öffnung und contractile Vacuole fehlen) mit acuminata n. sp. [Journ.
Micr. Paris Tome 8. 1884. pag. 566-572 mit Fig. u. Ämer. Natural.
Nov. 1884. pog. 1084 mit Fig.).
Dersell}e beschreibt aus flachen Tümpeln und Flüssen von New-
Jersey: Physomonas vestita n. sp., Bicosoeca lepteca n, sp.,
B. leptostoma n. sp., ß. longipes n. sp., Stylobryon Äbotti n. sp,,
Derepyxis n, g., nahe verwandt mit Chrysopyxis Stein, mit D. am-
phora n. sp. und ollula n. sp., Chilomonas ovata n. sp. [Notes on
some apparently undescribed forms of Fresh-ioater Infu-
soria No. 2. Am. Journ. Science [5] Bd. 29. pag. 313 — 328 mit
1 Taf.). Dersellbe beschreibt aus fauligem Wasser Hetermita
putHna n. sp. (Notes on some apparently undescribed Infu-
soria from putrid waters. Am Natural. 1884. Febr. pag. 133
bis 146).
Derselbe beschreibt aus flachen Tümpeln New-York's
Euglena torta n. sp. und Phacus anacoelus n. sp. [Some appa-
rently undescribed Infusoria from fresh-ioater. Am. Natural.
Jan. 1885. pag. 18 — 27 mit Figg. und Journ. Micr. Paris. Tome 9.
pag. 78—86 mit Fig.).
Derselbe beschreibt aus dem Delaware sowie aus flachen
Pfützen New-Jersey's Heteromita mutabilis n. sp., Petalomonas
carinata n. sp., Zygoselmis acus n. sp., Anisonema emarginatum
n. sp., Entosiphon ovatus n. sp. (On some new Infusoria from
Amer. fresh-water s. Ann. Magaz. Nat. Hist. (5). Vol. 15. 1885.
pag. 437—449).
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 357
Dersell)e beschreibt Atractonema tortuosa n. sp. und Notosolenus
sinuatus n. sp. (Some new Infusoria in Ämer. Natural. Bd. 19.
1885. No. 5. pag. 433.-443 mit Taf.)
Nicht zugänglich waren dem Ref. folgende Schriften desselben
Autors: Notices of neiv fresh-water infusoria [Petalomonas
dico7-nata n. sp.] (Am. Monthl. Micr. Journ. Vol. 5. 1884. pag. 121
bis 126). Fhialoneuia cyclo stomum Stein [ibid. pag. 142). No-
tices of new fresh-water infusoria III. [Äctinomonas ver-
nalis n., Bicosoeca dissimilis n. , B. acuminata n. , Mallomonas lito-
mesuin n.] [ihid. Vol. 6. 1885. pag. 121—127) idem VI. [Phacus acu-
minatus n.] (ibid. pag. 183—190).
F. Blochiuaun weist (gegen G-rassi m. Stein) für Trichomonas
vaginalis u. batrachorum das Vorhandensein einer undulirenden Mem-
bran nach. cf. Künstler d. 3. Ber. pag. 354. Neu wird beschrieben
Trichomastix lacertae Bütschli n. g. n. sp. aus dem Darm von
Lacerta agilis [Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 40. pag. 42— 49 mit 1 Tß).
Ueber denselben Gegenstand handelt ein polemischer Artikel von
B. Grrassi [Tina parola al Dr. Blochmann {Zoolog. Anzeig. VII.
pag. 175 u. Journ. Micr. Paris. Tome 8. pag. 219—120).
A. Grruber beeschreibt Polymastix sol n. g. n. sp. aus dem
Hafen von Genua mit strahlenförmigen Geissein {Nova Act. Leop.
Car. Ale, Natur f Bd. 46. 1884. pag. 508).
2. Choanoflagellata.
Unter den von C. Fiscli untersuchten Mastigophoren
wird auch Codosiga hotrytis Ehrbg. genauer beschrieben.
Im Kernsaft finden sich ausser einem grossen homogenen
Binnenkörper zahlreiche gleichmässig vertheilte Chroma-
tinkörnchen. Die Kerntheilung wird durch den Schwund
des Binnenkörperchens und die Vermehrung und Ver-
grösserung der Chromatinkörperchen eingeleitet, bis
schliesslich der Kern ein Fadengewirre enthält, dessen
Elemente bei der Längsstreckung und Theilung des Kernes
eine parallele Anordnung erkennen lassen. Bei nach-
folgender Theilung des ganzen Thieres wird die Geissei
(abweichend von den untersuchten Flagellaten) sowie der
Membrantrichter eingezogen. Die Copulationszustände
Stein's sind nichts weiter als ein etwas ungewöhnlicher,
„anormal afficirter Theilungsvorgang" (Zeitschr. f. n-iss.
Zool. Bd. 42. 1885. pag. 47—125 mit 4 Tßn.).
358 T)i*- Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
F. E. Schulze spricht sich gegen die Kent'sche Auf-
fassung der Schwämme als Kolonien von Choanoflagellaten
aus. Ebensowenig kann er der Hypothese von Bütschli
zustimmen, die Schwämme von Choanoflagellaten her-
zuleiten, da z. B. die Schwammlarven Kragenzellen noch
nicht besitzen. Verf. nimmt vielmehr eine nähere Ver-
wandtschaft mit anderen Metazoen, etwa den Cnidariern
und hält die selbständige Entstehung des Collare bei den
Spongien für möglich {Sitz.- Ber. Königl. Preuss. Akad.
Wiss. Berlin. 1885. pag. 179—190).
Fr. Oxley beschreibt Protospongia pedicellata n. sp. {Journ. B.
Micr. Soc. (ä). Vol. 4. pag. 530—532 mit Fig. 85, 86. 1884).
Nicht zugänglich waren ^dem Ref. A. C. Stockes, Has Sal-
pingoeca coeruleus a fresh-water habitat? {Am. Monthl. Micr.
Journ. Vol. 5. 1884. pag. 25—26). Derselbe, New members of the
infusorial order Choano-Flagelata II. [Codosiga ftorea n. sp.]
[ibid. pag. 43 — 45). Derselbe idem III. [Codosiga utricuhis n. sp.,
magnifica n. sp , Monosiga ovata n. sp., Salpingoeca sphaei'icola n. sp.,
S. lagena n. sp. {ibid. Vol. 6. 1885. pag. 8—12).
3. Dinoflagellata.
0. Klebs {Boian. Zeit. 4-2, Bei 1884. /jac/. 721— 733,
736 — 745 mit Taf.) ergänzt seine früher an Süsswasser-
Peridineen angestellten Untersuchungen durch Beob-
achtungen an Meeres-Peridineen. Er findet, dass es
nicht berechtigt ist, wenn Stein besonders bei Peri-
dinium- und Ceratiumarten der Zusammensetzung der
Zellhaut aus einzelnen Platten eine hohe systematische
Bedeutung zulegt, da die Zahl derselben sogar innerhalb
derselben Spezies schwankt. Auch besteht bei Ceratium
die Zellhaut nicht, wie Brandt angab, aus zwei schachtei-
förmig über einander greifenden Hälften. Wichtig ist
besonders die Beobachtung, dass auch bei den Meeres-
Peridineen ein Cilienkranz in der Querfurche nicht
existirt, sondern auch hier statt dessen eine einzige
„Furchencilie" sich findet, welche in der Nähe der
zweiten längst bekannten „Aussengeissel" entspringt. Jene
nucleolusartigen Körperchen, welche nach Stein zu Keim-
kngeln werden, sah er in einem Fall (bei Ceratium fusus)
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 359
aus dem Thiere heraustreten und sich mit einer Cilie
fortbewegen, g-laubt jedoch, dass es sich hierbei um eine
parasitische Peridinee handelt. Sehr allgemein verbreitet
bei den Meeresperidineen sind bestimmt geformte Dia-
tominkörper. Ein gleichzeitiges Vorkommen von Chloro-
phyllkörpern und diffusem Diatomin existirt nicht. Stärke
kommt nicht bloss bei den gelb gefärbten, sondern auch
bei diatominfreien Formen vor. Das von Stein beob-
achtete Vorkommen contractiler Vacuolen kann Verf. nicht
bestätigen. Vermehrung durch mehr oder minder schiefe
Längstheilung. Copulation bei Peridineen ist noch nicht
beobachtet. Die bezüglichen Angaben Stein's und Pouchet's
deutet er theils als Theilungszustände , theils (Ketten-
bildung) als eine Anpassungserscheinung an das pelagische
Leben. Eine Verwandtschaft der Peridineen mit den
Noctiluken hält er für unwahrscheinlich. Er hält an
seiner früheren Ansicht fest, nach der sich die Peridineen
wie Algen hinsichtlich des Baues und der Entwicklung
verhalten und zu den Thallophyten zu stellen sind. Doch
stehen sie nicht so isolirt, wie er früher annahm; Formen
wie Exuviella und Prorocentrum lassen vielmehr Be-
ziehungen zu gewissen Flagellaten (Cryptomonaden) er-
kennen. Doch ist die Verwandtschaft keine derartige,
um einen direkten Ursprung aus solchen Flagellaten an-
nehmen zu dürfen.
E. Y. Daday (Zeitschr. f. lo. Z. Bd. 40. pag. 479) bestätigt an
Amphidiiim operculatuni die von Klebs gemachte Entdeckung,
dass der vermeintliche Cilienkranz der Cilio flagellaten in der
That nur von einer einzigen spiralig gewundenen Geissei vorgetäuscht
werde. Auch H. Blanc bestätigt diese Beobachtung von Klebs und
konstatirt ferner, dass bei Gera tium der Theilung eine Kerntheilung
vorausgeht (Bidl. Soc. Vaud. Lausanne. Tome 10. pag. 305 — 315).
Nach (;. Klebs ist daher (Biol Centrbl IV. 1885. pag. 707) der Aus-
druck Cilioflagellata unrichtig.
Nach H. Blanc [Bull. Soc. Vaud. Lausanne. Tome 10. pag. 305
bis 315) ist Ceratium reticulatum Imhof nur eine Varietät von C. hirun-
dinella 0. F. Müller.
0. E. Imliof beschreibt Ceratium reticulatum n. sp. [pelagisch
im Zürcher- und Zugersee] (Zeitschr. f. iviss. Zoöl. Bd. 40. 1884.
pag. 166 mit Taf.).
360 Dr. Ludwig- Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
0. Bütschli untersucht von Süsswasser- und Dino-
flagellaten Glenoidium eine tum, und bestätigt gleieh-
falls das Fehlen des Cilienkranzes und das Vorhandensein
einer welligen Furchengeissel. Die Chromatophoren, wenn
isolirt, erscheinen als rundliche oder ovale Körperchen,
die nicht vollständig von gefärbter Substanz gebildet
werden, was jedenfalls auf Quellung beruht. Stigma,
1 kugliger Kern vorhanden, dagegen fehlt eine contractile
Vacuole. Recht häufig hat er eigenthümliche geissellose
Ruhezustände mit 2 Kernen und 2 Stigmen gesehen, die
er für Theilungsstadien, Askenasy dagegen für Copu-
lationszustände hält. (Letzterer fügt dem Aufsatz die
Bemerkung ein, dass er bei Glenoidium wirkliche Co-
pulation beobachtet habe, indem die Thiere sich mit den
ungleichen Polen aneinanderlegen. Während des ge-
wöhnlichen Ruhezustandes geht die Häutung in der Weise
vor sich, dass das Thier durch einen seitlichen Spalt an
der aequatorialen Furche seine alte Hülle verlässt.) Von
marinen Formen wurden Ceratiiim 2 sp., Peridinium (1 sp.),
Gonyaulax (1 sp.), Dinophysis (1 sp.) und Prorocentrum
(1 sp.), sämmtlich aus der Kieler Bucht, im conservirten
Zustande untersucht. Auch bei diesen fand er die An-
gaben von Klebs, bezüglich des Fehlens des Cilienkranzes
und des Vorhandenseins zweier Geissein bestätigt. Bei
allen entsprangen diese letzteren in der Querfurche, nur
bei Peridinium divergens in der Längsfurche. Wie die
Flagellaten scheinen auch die Dinoflagellaten fast stets
nur einen Kern zu besitzen. Die Kerne von Ceratium
tripos, die von auffallend verschiedener Grösse sind,
zeigen einen w ab igen Bau, der sich bei den anderen
untersuchten Arten etwas complicirt. Bei der Besprechung
der verwandtschaftlichen Verhältnisse der sog. Cilio-
flagellaten kommt er zu dem Schluss, dass die letzteren,
unter Vermittlung von Formen wie Prorocentrum und
Oxyrrhis, mit grosser Sicherheit von den Flagellaten,
speciell von den Cryptomonadinen abzuleiten sind. Für
die Bezeichnung „Cilioflagellaten" führt er den richtigeren
Namen „Dinoflagellaten" ein. Er hält es nicht für un-
i. d. Natnrgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 361
möglich, dass zwischen Noctiluca und den Dinoflagellaten
gewisse Beziehungen existiren, eine Ansicht, die er be-
sonders auf mannigfache Uebereinstimmungen gründet,
welche die sog. Schwärmer der Noctiluca in ihrem Bau
mit den Dinoflagellaten erkennen lassen (Einige Be-
merkungen über gewisse Organisationsverhältnisse
der sog. Cilioflagellatent mit einem Beitrag von
E. Ashenasy^ Morphol. Jahrb. Bd. X. 1885. pag. 529
bis bll mit 3 Tun.).
0. Pouchet fand in der Bucht von Concarneau
Gymnodinium pulvisculus Bergh (?) theils an Appendi-
cularien parasitirend, theils frei an der Oberfläche lebend,
von denen letztere sich durch wiederholte Zweitheilung
vermehrten (Comj9^.i^ew(/. Tome ^%. pag. IM^—IUQ>. 1884).
In seiner ausgedehnten nouvelle contribution ä
l'histoire des Peridinietis mar ins macht Derselbe
Mittheilungen über das eigenthümliche, auch von Anderen
beobachtete, periodische Auftreten der Peridinien. Nach
einer allgemeinen Schilderung des Baues und der Ent-
wicklung der ganzen Gruppe geht er sodann auf die
Schilderung der einzelnen Arten über; aus beiden Ab-
schnitten kann Ref. nur die wichtigsten Punkte heraus-
greifen. Die Entdeckung der Querfurchengeissel durch
Klebs wird bestätigt. In einigen Fällen ist das Proto-
plasma gelblich oder rosa gefärbt (unabhängig von
körnigem Pigment), viele Arten enthalten Diatomin in
Körnern oder diffus, ausnahmsweise (Protoperidinium)
Chlorophyll. Mund und After fehlt, feste Nahrung wird
nur bei Noctiluca aufgenommen. Ein Kernnetz wurde
bei Ceratium fusus, Gymnodinium und Polykrikos nach-
gewiesen. Bei Ceratium fusus und tripos wurde eine
Rotation der Kerngranula konstatirt. Bei einem Gymno-
dinium wurde ein hoch organisirtes Auge gefunden, an
dem er Pigmentkörper, Cornea und Krystallkörper unter-
scheiden konnte. Schleimabsonderungen sind nicht An-
zeichen einer Theilung, sondern Folgen ungünstiger
Existenzbedingungen. In Folge der Theilung verringern
die Peridinien ihr Volumen, ähnlich wie die Diatomeen.
362 Dl'- Ludwig "Will : Ber. über die wissensch. Leistungen
Die Ketten von Ceratium und Gjmnodinium entstehen
wahrscheinlich in den membranösen Cysten. Mehrere
Peridinien machen ein festsitzendes Stadium durch, so
Gymnodinium pulvisculus,von dem kleine freischwimmende
Jugendstadien, ältere an Appendicularien schmarotzende
Zustände, ausgewachsene freilebende Individuen und
Cysten mit 2 Theilsprösslingen beobachtet wurden. Ausser-
dem hält er es für wahrscheinlich, dass den Peridinien
eine geschlechtliche Fortpflanzung zukomme. Noctiluca
ist so eng mit Gymnodinium pseudonoctiluca verwandt,
dass er sie als Gymn. noctiluca zu den Peridinien stellen
möchte. Letztere sollen sich den Pflanzen, speziell den
Bacillarieen nähern, obwohl andere wieder wesentlich
thierische Merkmale zeigen. In Bezug auf neue Arten
ist zu merken:
Exuviella marina Cienk. = Amphidinium operculatum Pouchet
1883, Protoperidinium inride n. sp., Gymnodinium pulvisculus n. sp.,
crassum n. sp., teredo n. sp„ G-ymnodinium spirale var. nobile Pouch.
= G. gracile Bergh, G. pseudotwctüuca n. sp. {Journ. Anat. Physiol.
21. Annee. 1885. pag. 28—88 mit 3 Taf.). In einer weiteren Arbeit
ergänzt Derselbe die Beschreibung einzelner Arten und tauft das
erwähnte Gymnodinium mit dem hochorganisirten Auge G. poly-
2)hemus n. sp. (ibid. pag. 525 — 534 mit Taf.). Einzelne Punkte aus
der ersteren Arbeit desselben Verf. werden vorläufig mitgetheilt in
folgenden Aufsätzen: Fausse noctiluque Compi. Bend. Herbd.
Seanc. Mem. Soc. Biol. (8) 1. Bd. 1884. pag. 477 und Oeil chez les
p)rotozaires ibid. pag. 593.
Eine zusammenfassende Besprechung neuerer Arbeiten findet
sich bei K. S. Bergh, Neue Untersuchungen über Cilioflagel-
laten {Kosmos 1884. pag. 384—390).
4. Cystoflagellata.
Nach 0. Bütschli besteht die äussere Wand des
Noctilucakörpers aus einer dünnen Plasmaschicht, die
keinerlei Cuticula aufweist. Das Staborgan ist nichts
weiter als ein Strang zusammenfliessender Plasmafäden.
Die sog. Schwärmer der Noctiluca lassen eine Anzahl
Dinoflagellatencharaktere erkennen. Sie bewegen sich
wie die Dinoflagellaten mit nach hinten gerichteter Geissei ;
sie lassen zwei Körperhälften erkennen, die durch eine
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 363
Qiierfurche getrennt sind; sie lassen ferner eine Unter-
scheidung" von Bauch- und Rückenseite zu. Der sog.
Stachel ist nichts weiter als eine Längsfurche der hintern
Körperhälfte, die mit der Längsfurche der Dinoflagellaten
verglichen werden muss. Die eigentliche Geissei des
Schwärmers wird zu der sog. Cilie der Noctiluca und
repräsentirt die hintere oder Längsfurchengeissel der
Dinoflagellaten, während der Tentakel der Querfurchen-
geissel entspricht und auch weiter nach vorn entspringt
{Moriyli. Jahrh. Bd. X 1885. pag. 569—511 mit Taf.).
Vgl. auch die Arbeit von 0. Pouchet dies. Ber. Cap.
Dinoflagellaten.
VI. I n f u s 0 r i a.
1. Ciliata.
A. Brass bespricht in einem besonderen Kapitel
seiner unten citirten Schrift die Organisation der Infu-
sorien.
Indem er den Nebenkern völlig ignorirt, wird der Kern der
Infusorien als kugelförmig, oval, gedreht, ^förmig, hufeisenförmig
oder als in mehrere Stücke zerfallen geschildert. Die Kerne der
Opalina schienen ihm nichts anderes als contractiles Protoplasma
zu sein, mit dem die Cilien in Verbindung standen. Daneben meist
im Innern der Opalina ein centraler Körper, mit der Struktur der
Monerenkerne. Füttert man Infusorien, die durch Hungern hell ge-
worden sind und einen Kern von „fast gleichmässiger Ausbildung"
erhalten haben, mit fein zertheilter heller organischer Substanz, so
wird die assimilirte Nahrung in Form von zunächst kleinen, dann
immer grösser werdenden, hellen Körnchen theils in die mittleren
Schichten, theils innerhalb des Kerns abgelagert. Innerhalb des
letzteren verschmelzen einige derselben mit einander zu hell glänzenden
Körperchen (Kernkörperchen). Innerhalb des Kernes bewegt sich
nun das Plasma sehr energisch, was an der tanzenden Bewegung
der Körperchen erkannt wird. Nachdem die Bewegung einige Zeit
gedauert hat, fangen die Körnchen an sich aufzulösen und bilden,
zum Theil verschmelzend, das band- oder netzartige Fadenwerk des
Kernes, das ebenso wie die Körnchen aus Chromatin besteht, wie
durch Färbung bewiesen wird. Da die chromatische Substanz identisch
ist mit den Reservenahrungsmitteln in anderen Zelltheilen, spricht
er sie ebenfalls als Reservenahrungsstoff an. Beim Hungern ver-
schwindet die chromatische Substanz nach und nach; sie wird gelöst
364 Dl'- Ludwig Will: ßer. über die wissensch. Leistungen
und dient zur Unterhaltung der Körper- resp. Kernfunktionen. Das
„Ernährungsplasma" liegt als helle homogene Schicht concentrisch
um den Kern, so lange Nahrung aufgenommen wird und ist „die
verdauende Schicht oder, wenn wir wollen, das Verdauungsorgan für
den Infusorienkörper." Nach erfolgter Nahrungsaufnahme erfährt es
eine Reihe von Umformungen; es zieht sich nach verschiedenen
Richtungen in feine Fortsätze aus, die sich in die Nahrungstheile
hinein erstrecken und dieselben ebenso umhüllen und auflösen, wie
er es von den Amöben geschildert. Ein Theil der gelösten Nahrungs-
stoffe wird dann im Kern, ein anderer Theil im Protoplasma, meist
an einem Körperpol in Form von Körnchen als Nahrungsplasma ab-
gelagert. Des Oefteren will er beobachtet haben (z. B. an einer
Nassuline), dass auch ein Theil der Kernsubstanz ausserhalb des
Kernes gebildet wird und sich dann dem Kernplasma selbst mecha-
nisch einverleibt. In vielen Fällen will er des Weiteren beobachtet
haben, dass der sogenannte Nucleolus der Infusorien nichts weiter
als ein Reservematerial darstellt, das sich durch Theilung in die
neu gebildeten Individuen vertheilte. Die gesammte mittlere Körper-
schicht bezeichnet er als Nahrungsplasma, die zum Theil aus den
erwähnten Körnchen, zum Theil aus unverdauter Nahrung besteht.
Nach angewandter Färbung tritt im Nahruugsplasma ein Netz- und
Fadenwerk hervor, das wohl nur der mechanische Ausdnick von
Strömungen im Zellplasma ist. Die sternförmigen Vacuolen erklärt
Verf. für einen pathologischen Zustand, der beim Absterben des
Thieres eintritt. Die Muskelstreifen bestehen aus einzelnen Käst-
chen, welche von hellen Plasmamassen umgeben sind, und von denen
jedes einer Cilie zugehört. — Die unterhalb der contractu en Schicht
in manchen Fällen gesehene „Athmungsschicht" soll speziell die
Funktion haben, 0 aufzunehmen und CO2 abzuscheiden. Besonderes
Gewicht legt er darauf, dass die Strömungen im Plasma der Ath-
mungsschicht sich mit denen des Nahrungsplasmas kreuzen, wodurch
die 0- reichen Schichten mit einer bedeutend grösseren Zahl von
central gelegenen Theilen in Berührung kommen. Eine eigentliche
Cuticula hat er bei Infusorien nicht gefunden, wohl aber ein sehr
verdichtetes äusseres Plasma. Auch die Infusorien sollen ebenso wie
die Amöben Dauer- oder Sporocysten bilden, in denen durch Zell-
theilung unter Zerfall des Kernes mehrere Theilstücke auftreten,
die nach ihrem Austritt zu neuen Individuen werden. Auch hat er
Cysten gefunden, in denen ganz nach Art der Amöbencysten Sporen
gebildet werden. Er ist geneigt, anzunehmen, dass diese Sporen
anfänglich ähnlich gebaut waren, wie die der Amöben, sich dann
abrunden, scheinbar encystiren, woraus dann aus diesen Ruhecysten
junge Infusorien hervorzugehen scheinen {Biologische Studien,
I. Die Organisation der thierischen Zelle, 2. Heft. pag. 83
bis 103 mit Taf. V.). Vgl. auch die Kritik BütschlPs im I. Kap. d. Ber.
i. d. Natiirgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1884. 365
W. Pfltzner hat die Kerntheilimg bei Opalina ver-
folgt und findet, dass dieselbe in allen wesentlichen
Punkten genau so verläuft wie bei Amphibien und Säugern.
Charakteristisch für Opalina ist der geringe Reichthum
an Chromatin (woher Kleinheit der chromatischen Figur),
sowie stärkere Ausbildung von Nucleolensubstanz und
Parachromatin (Morph. Jahrh. Bd. TL 1885/86. 'pag. 454
bis 467 mit Taf.XXVI).
0. Nüsslin giebt eine Schilderung des mit der con-
tractilen Vacuole zusammenhängenden Reservoirs bei
seiner Epistylis ophrydiiformis n. sp. Dasselbe hat die
Form eines Sackes, der mit der Basis mit der contractilen
Vacuole, durch einen „Hals" aber mit dem Vorhof in
Verbindung steht. Die kreuzweise angeordneten Streifen
der Wand des Sackes fasst er als contractile Plasma-
streifen auf. Das Reservoir funktionirt wie bei Car-
chesium (n. Bütschli). Ausserdem wird als neu beschrieben
Vaginicola Bütschlii n. sp. (Zeitschr. f. loiss. Zool. Bd. 40.
1884. pag. 695—724 mit 2 Tfln.).
S. Fisclier behandelt in einem polnischen Aufsatz
Beobachtmigen über den contractilen Behälter der
InfjLsorien die contractilen Behälter von Aspidisca lynceus
und Paramaecium aurelia {Die Welt, Warschau, pag. 691
bis 694, 727—732 mit 4 Fig. 1885).
Nach W. D. Halliburton besteht die Gallerte der
Kolonie von Ophrydium versatile aus 28 7o fester
Substanz, wovon 0,7% Aschenbestandtheile. Die Re-
actionen ergeben, dass die Substanz der Gallerte der
Cellulose nahe steht (Quart. Journ. Micr. Sc. Bd- 25. 1885.
pag. 445—447).
Lieber die Kernverhältnisse der Infusorien ver-
öffentlicht C. F. Jickeli sehr interessante Mittheilungen:
1. Das Nuclein der aufgenommenen Beutethiere (als
Futter wurde Euglena verwandt) wird in Lösung über-
geführt, tritt dann bei manchen Arten (Chilodon) in Ge-
stalt grösserer Körner, bei manchen (Stylonychia) in
Form von Anhäufungen kleinster molekularer Krümel
wieder auf, oder ist im Organismus (Stentor) nicht wieder
366 Dl'- L u d wi g W i 1 1 : Ber. über die wisseiisch. Leistungen
aufzufinden. Das in Körnern oder Haufen molekularer
Krümel wieder gesammelte Nuclein wird zum grössten
Theil ausgeworfen, scheint aber auch zum Theil dem
Kern einverleibt zu werden. 2. Es kommen bei den
Infusorien Prozesse vor, welche an das Ausstossen von
Richtungskörperchen der Eizelle erinnern. Verf. hat
derartige Vorgänge bei Colpidium colpoda, Chilodon
cucullulus u. Ophrydium versatile beobachtet. Im letzteren
Falle spielte sich der Vorgang im Beginn der Encystirung,
bei Chilodon nach erfolgter Conjugation ab. 3. Im Kern
der Infusorien lassen sich unterscheiden: eine Grund-
substanz von Achromatin, eine in dieser Grundsubstanz
enthaltene äusserst zarte Gerüstsubstanz, welche Farb-
stoffe aufzunehmen scheint, eine in Körnchen, Körnern
oder Brocken angesammelte, reichlich Farbstoffe auf-
nehmende Substanz, in den Kern eintretende Protoplasma-
fäden, endlich eine Kernmembran. 4. Der Nebenkern
(der nicht allen Infusorien zukommen soll) zeigt bei ver-
schiedenen Infusorienarten alle üebergänge von einem
gegen Farbstoffe beinahe unempfindlichen Körper, einer
Sonderung in färbbare und gegen Farbstoffe beinahe un-
empfindliche Substanz bis zu solchen Formen, wo derselbe
gleichmässig intensiver gefärbt erscheint als der Kern.
5. Kern und Nebenkern sind miteinander verbunden und die
Kernmembran scheint sich über den Nebenkern fortzu-
setzen. 6. Bei der Vermehrung der Infusorien zerfällt
der Kern unter der Erscheinung einer direkten Kern-
theilung, der Nebenkern unter der Erscheinung einer
Spindelbildung. Je nach dem Verhalten des Nebenkernes
gegen Farbstoffe ist auch dasjenige der Spindel bei ver-
schiedenen Arten ein verschiedenes. 7. Die Theilung des
Nebenkernes geht der Theilung des Kernes voraus, aber
sie folgt erst anderen, die Theilung vorbereitenden
wichtigen Neubildungen von Seiten des Protoplasma, so
dass bei den Infusorien die Initiative bei Theilung in
das letztere und nicht in den Nebenkern, noch weniger
in den Kern verlegt werden darf. 8. Es kommt bei den
Infusorien eine von der Conjugation unabhängige Frag-
i. (1. Naturgesch. der Pi'otozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 367
mentation des Kernes vor. Dieselbe kann künstlich hervor-
gerufen werden. Bei diesem Vorgang scheint der Neben-
kern unverändert zu bleiben. 9. Kernlose Zustände kern-
haltiger Infusorien kommen wohl, aber äusserst selten
vor. 10. Bei der Conjugation findet ein Austausch von
Theilungssprösslingen des Nebenkernes statt. 11. Während
der Copulation wächst die Mikrogonidie, bevor sie von
der Makrogonidie resorbirt wird, zu dem Doppelten ihres
anfänglichen Volumens an. 12. Sowohl während der
Copulation als auch während der Conjugation tritt ein
Stadium vollständiger Lähmung der Pärchen ein, welches
nach einiger Zeit wieder verschwindet. 13. Ausnahms-
weise verschmelzen bei der Conjugation statt 2 Individuen
deren 3 mit einander und bei Copulation bis 3 Mikro-
ponidien mit einer Makrogonidie. 14. Ausnahmsweise
kommt auch eine Vereinigung von 2 Mikrogonidien mit
einander vor {Zool Anz. 1884. j^ag. 468—473, 491—497).
R. Hertwig beschreibt unter demNamen Erythropsis
agilis n. g. n. sp. ein ganz merkwürdiges Infusor von
appendicularienartiger Gestalt, als dessen Hauptcharakte-
risticum ein hoch organisirtes, mit Linse versehenes Auge
angesehen werden muss. Der Linsenkörper hat die
Eigenthümlichkeit, sich ähnlich den Otholithen in den
Hörbläschen der Medusen in Säuren aufzulösen. Nur ein
einziges, nicht ganz intaktes Exemplar lag zur Unter-
suchung vor {MorphoL Jahrb. Bd. 10. 1885. j^^g. 204—213
mit Taf.).
Nach C. Yogt ist Erythropsis agilis nichts anderes,
als eine von ihrem Stiel losgerissene Vorticelline und
zwar Spastostyla Sertularum G. Entz, welcher das Unglück
begegnet ist, von Herrn Prof. R. Hertwig in Osmiumsäure
geworfen zu werden, als sie im Begriff stand, den Rand-
körper einer halbverwesten Meduse, wahrscheinlich einer
Lizzia, hinabzuschlucken {Zool. Anz. 1885. pag. 53).
R. Hertwig tritt in seiner Antwort Vogt ebenso
energisch entgegen und sucht zu beweisen, dass Erythropsis
im Bau ganz verschieden von Spastostyla ist und dass
ebenso das hochorganisirte Auge sich schon durch seine
368 1^1'- Ludwig Will: Ber, über die wissensch. Leistungen
acelluläre Beschaffenheit vom Randkörper einer Lizzia
unterscheidet {Zool Anz. 1885. pag. 108—112).
C. Yogt sucht dagegen seine frühere Behauptung zu
beweisen {Ein icissenschaftlicher Irrthmn. Die Natur.
Halle (2). 11. Jahrg. pag. 183—187) während E. Metscli-
nikoff für Hertwig eintritt. Derselbe verweist auf eine von
ihm 1872 gemachte Mittheilung, in der er aus dem atlant.
Ocean bei Funchal einen acinetenartigen Organismus be-
schreibt, der ebenfalls durch ein ähnliches hochorganisirtes
Auge ausgezeichnet ist und auch im üebrigen der Hertwig'-
schen Erythropsis so sehr gleicht, dass er auch diese
letztere für eine Acinetine hält (Zool. Anz. 1885. VIfl.
pag. 433—434).
Nach A. Brauer findet sich bei Bursaria trunca-
tella unter der dünnen Cuticula eine Trichocystenschicht,
welche bisher übersehen wurde. Neben dem lang-
gestreckten bandförmigen Kern findet sich kein Neben-
kern. Ebenso fehlt eine contractile Vacuole. Der After
tritt an beliebiger Stelle der ventralen Seite auf. Die
linke dorsale Wand des mächtigen trinkhornförmigen
Peristoms hat in ihrer ganzen Länge eine rinnenförmige
Vertiefung (Peristomrinne) , welche von Stein für das
Wassergefässsystem von B. gehalten wurde. Die ge-
krümmten Querstreifen der Peristomwand ist er geneigt
als Muskelfasern anzusehen, worin er noch durch Unter-
suchungen an Stentoren, Spirostomeen und Vorticellinen
bestärkt wird. Die Encystirung wird dadurch eingeleitet,
dass zunächst das Protoplasma stark vacuolenhaltig wird,
das Peristom sich zurückbildet, das Volumen geringer
wird und die Trichocystenschicht an Dicke zunimmt.
Während der Rückbildung des Peristoms tritt häufig
Theilung ein, ist aber nicht nothwendig. Hinsichtlich
der beiden Cystenmembranen bestätigt er Cienkowski.
Während des Cystenstadiums zeigte der Cysteninhalt
keinerlei Veränderungen. Immer war ein Kern nach-
weisbar. Das Thier verlässt in demselben Zustand die
Cyste, wie sie es gebildet hat {Jen. Zeitschr. f. Natarw.
Bd. XIX. N. F. Xn. 1885. 31 [.ag. mit Taf.).
i. d. Natiirgescli. der Protozoen i. d Jahren 1884 n. 1885. 3^9
M. Nussbaiim hat die spontane Theilung bei Opa-
lina xmdi Oxytrycha verfolgt und konstatirte, dass, wäh-
rend die Kerntheilung- bei Opalina das ganze Jahr hin-
durch stattfindet, die Theilnng des Thieres in viele
Theilstücke im Frühjahr eintritt. Eine gleichzeitige
Theilung aller Kerne findet bei letzterem Prozesse nicht
statt, ebensowenig eine vorherige Kernverschmelzung.
Bei Oxytricha dagegen geht der Theilung des Thieres
eine Verschmelzung der Kerne vorauf. Aus einer Oxy-
tricha sah er einmal innerhalb 6 Tagen 12 Thiere ent-
stehen. Bei Opalina wollte die künstliche Theilung nicht
gelingen, desto besser bei Oxytricha. Die Versuche er-
gaben mit grosser Wahrscheinlichkeit, dass das Fort-
kommen des Theilstückes immer von dem Vorhandensein
mindestens eines Kernes abhängig ist. Er glaubt aus
seinen Versuchen schliessen zu können, dass jede Zelle
sich künstlich theilen lässt. Die getheilten und zu ganzen
Thieren herangewachsenen Uxytrichinen vermehren sich
spontan durch Theilung {Sitz. Ber. Niederrhein. Gesellsch.
Nat. n. Heilk. 1884. 4: pag.).
Die eben erwähnten Resultate werden bald darau
in umfassender Weise von A. Gruber bestätigt, der an
Stentor coeruleus experimentirte. Nur glaubt er, dass
auch kernlose Theilstücke unter Umständen noch die
Kraft haben, zu wachsen und sich auf einige Zeit zu
erhalten. Ob dieselben aber auf endogenem Wege wieder
zu einem Kern gelangen können, ist noch eine offene
Frage. Auch er konnte an künstlich getheilten Stentoren
später den Eintritt von spontanen Theilungen konstatiren.
Sehr interessant sind einige Beobachtungen, die er an
Stentoren anstellte, welche durch einen scharfen, nicht
durchgehenden Einschnitt in der Quere in Doppelmonstra
umgewandelt sind. Solche Doppelthiere zeigen dasselbe
Phänomen wie Thiere, die in spontaner Theilung oder
in Conjugation begriffen sind, dass nämlich die hintere
und vordere Hälfte genau dieselben Bewegungen aus-
führen, so lange nur ein Faden von Protoplasma sie
Arch. f. Naturgesch. 52. Jahrg. IL Bd. 3. H. Y
3 70 Dl'- L n (l w i g W i 1 1 : Ber. über die wissensch. Leistungen
verbindet. „Es kann kein umschriebenes Centralorgan
vorhanden sein, sondern jedes Plasmatheilehen ist Central-
organ und Leitungsbahn in einer Person" (Ueber künst-
liche Theihing hei Infusorien, Biol. Centibl. IV. 1885.
pag. 111—122).
Derselbe theilt weitere Versuche über künstliche
Theilung an Stentor coeruleus mit, die sämmtlich zu
zeigen im Stande sind, dass der Kern einen wesentlichen
Antheil an den nachfolgenden Regenerationserscheinungen
nimmt, dass von ihm der Anstoss zur Neubildung ver-
loren gegangener Theile ausgeht, dass ein kernloses
Theilstück nach eingetretener Wundheilung wohl eine
Zeit lang fortvegetiren kann, aber ohne ein Kernstück
keine „formgestaltende Energie" mehr besitzt {Ueher
künstliche Theilung hei Infusorien, IL Biol. Centrhl.
1885. pag.m—Ul).
Gr. W. Worcester liefert eine ausführliche Schilderung
der Entwicklung und Lebensgeschichte von Stentor coe-
ruleus.^ die Ref. nur in einem Referat (Amcr. Natural.
Bd. XIX. 1885. pag. GIO— QU) zu Gesicht gekommen
ist. Nach demselben bildete St. auf dem ersten zur Beob-
achtung gekommenen Stadium eine regungslose, intensiv
blaue Masse, die später langsam ihre Form änderte, an
beiden Enden Cilien entwickelte und nach 2 Stunden den
fertigen Zustand erlangte. Conjugation im festgehefteten
Zustande durch Aneinanderlegen der Vorderenden, worauf
nach einigen Augenblicken wiederum die Trennung erfolgt.
Nach der Conjugation geht zunächst die blaue Farbe in
eine bronzene, sowie nach IV2 Stunden das ganze Thier
in ein amöbenartiges Stadium über, von dem sich nach-
einander mehrere kleine Partien ablösen, die Kugelform
annehmen, um sich dann zu neuen Individuen zu ent-
wickeln. Der vom Zerfall verschont gebliebene Theil des
Körpers verhielt sich etwas verschieden. Entweder zerfloss
er unter Zurücklassung einer Anzahl eiartiger Körper,
deren Natur nicht weiter festgestellt werden konnte, oder
aber ergänzte sich wieder zu einem vollständigen Indi-
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 371
vidimm (Life-liistory of Stentor coeruleus in: Pvoc.
Central Ohio Sc. Assoc. Vol. 1. pag. dl — lOß m. 4 Taf.
11. Journ. Roy. Micr. Soc. Dec. 1884).
E. G. Balbiani entdeckt im Blut von Asellus aquaticiis eine
neue Opaliuide Auoplophrya circulans n. sp. Protoplasma ziemlich
gleichförmig ohne Differenzirung von Ecto- und Entoplasma mit
1 — 7 contractilen Yacuolen. Der einfache Kern ohne Nebenkern.
Sobald der Wirth, besonders an den Anteunenspitzen, eine Verletzung
erfährt, werden die Parasiten frei. Sie gelangen in's Wasser, wo
die grösste Zahl zu Grunde geht, ein kleiner Theil aber zur Ency-
stirung kommt {Becueü Zool. Suisse. Bd. 2. pag. 277—303 mit Taf. XI.
1885).
Von demselben Thier hat Aim. Schneider die Conjugation
beobachtet, worüber er ganz kurz berichtet {Compt. Bend. Tome 100.
1885. pag. 1052 — 1053). Die ausführliche Arbeit hierüber wird erst
im nächsten Berichtsjahr vollendet [Tablettes Zool. T. 1. 1885186).
E. Maupas weist bei Paramaecium aurelia echtes
Glycogen nach (Sur le glycogeue chez les Infusoires
ciliSs. Compt. Rend. Tome 101. 1885. pag. 1504 bis
1507).
Rein polemisch ist der Artikel Balbiani's „M. Maupas et
les Infusoires cilics" [Journ. Micr. Paris. 7.annee. pag. 599,
auch in Arch. Zool. exper. 1884 (2). Vol. 2. pag. II — III), sowie die
Antwort von Maupas, in der er auch gleichzeitig gegen Künstler
vorgeht [ibid. pag. IV — VI).
Nach P. Fabre besteht die Cystenmembran der In-
fusorien aus porösem Chitin, welches für Farbstoffe
und chemische Reagentien in sehr verschiedenem Grade
durchlässig" ist {Compt. Rend. Tome 101. pag. 1507 — 1509.
1885).
Derselbe beschreibt ueu Microthorax auricula n. sp. [Ann. Sc.
Nat. Paris [6). Tome 19. Art. 6. pag. 1. 1885.
M. Fabre-Domergue beschreibt folgende neue G-attungen und
Arten (mit Abbild.) aus der Bucht von Concarneau; Philaster n. g.
(Ectoparasit an Seesternen, nächstverwandt mit Paramaecium, von
dem es sich durch die Körpergestalt, sowie das Vorhandensein einer
Anal-Cilie unterscheidet) mit digitifonnis n. sp., Nassula brunnea n. sp.,
Lembus striatus n. sp., Certesia n. g. (Mittelstellung zwischen Oxy-
trichinen und Euplotiden ; charakterisirt durch die Zahl der Seitencirren,
die abnorme Entwicklung der Quercirren, sowie durch die Anwesenheit
Y*
372 Dl"- Ludwig Will: Bei', über die wissenscli. Leistuiigeii
von nur 1 Reihe von Marginalcirren auf nur einer Körperseite) mit
quadrinudeata u. sp., Aspidisca crenata u. .sp. (Infusoires de la
Baie de Ooncarneau: Joiirn. Anat. P/iysiol. 21. Annee. 1885
pag. 554—568 mit 2 Tfln.).
C. Kerbert beschreibt ausführlich Chromatophagus parasiticus
n. g. n. sp. (wahrscheinlich = Ichtbiophthirius multifiliis Floquet),
vielleicht eine Tracheloceride, die die Fleckenkrankheit der Fische
verursacht Vermehrung nach Verlassen der Fischhaut durch wieder-
holte Theilung im encystirten Zustand (Nederl. Tijdschr. Dierk.
5. Jahrg. pag. U—47 mit Taf. 1884).
L. F. Heuueguy beschreibt Ascobius lentus n. g. n. sp., ein
neues, röhrenbewohnendes heterotriches Infusor des süssen Wassers,
das in einer festsitzenden, chitinigen, flaschenförmigen Hülse (wie
Freia) wohnt, die noch mit einer schleimigen, mit eingelagerten
Fremdkörpern versehenen Substanz umgeben ist (am r un nouvel
infusoire cilie. Arch. Zoolog, exper. {2). Vol. 2. pag. 412 — 415
mit Tafln.).
K. ]M[öl)ius bringt eine vorläufige Mittheilung über Freia am-
pulla {Schrift. Not. Ver. Kiel. Bd. 6. pag. 54 — 55 u. Ann. Mag. Nat.
Bist. (5). Vol. 16. pag. 154— 155).
0. Entz beschreibt von den 71 Infusorienarten des
Grolfs von Neapel 39, worunter 16 neue. Er bringt
ausserdem eine Fülle anatomischer Details, die besonders
für die Systematik von Werth sind und sich schwer in
knapper Form wiedergeben lassen. Bei Trichophrya
salparum n. sp. stehen die geknöpften Tentakel in zwei
Garben an den wulst- oder warzenartig vorstehenden
Ecken des freien Körpers und lassen sich mit ihren faden-
förmigen Fortsetzungen bis in die Nähe des Kernes ver-
folgen. Fortpflanzung wie bei anderen Acinetinen. An
der Bildung der Schwärmer betheiligt sich nicht nur der
Kern, wie Verf. früher meinte, sondern auch das mütter-
liche Protoplasma. Er hält es für wahrscheinlich, dass
Tr. salparum in ähnlicher Beziehung zu Acineta foetida
steht, wie Podophrya libera zu P. fixa (cf. Bück pag. 379).
Bei Mesodinium pulex konstatirt er das Vorhandensein
der vier von Mereschkowsky entdeckten, von Maupas
aber später nicht gesehenen geknöpften Tentakeln, die
jedoch nur zur Fixirung des Körpers, nicht als Saug-
organe fungiren. Auch hat er bei M. Quertheilung und
i. (1. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 18c5. 373
Knospung beobachtet. Bei Trachelocerca phoenicopterus
vermisst er die von Colin beobachteten Trichocysten,
erwähnt aber, class sie auch bei anderen Infusorien
(Euchelinen, Trachelinen, Manulinen) je nach Zeit und
0 ertlichkeit fehlen können. Gegen Grub er bemerkte er,
dass er Tr. phoenicopterus nie kernlos, sondern immer mit
Kern gefunden habe, ein Widerspruch, der noch am
Schluss derselben Abhandlung dadurch aufgehoben wird,
dass diese Art sich als identisch mit Laginus sulcatus
Gruber ergiebt (ibid. pag. 439). Fortpflanzung durch
Theilung im encystirten Zustand. Den fein vertlieilten
orangerothen Farbstoff der Nassulen leitet er mit Stein
aus den zur Nahrung dienenden Oscillarien ab, deren
Farbstoff (Phvcochrom) ausgezogen wird und diese be-
sondere Modification eingeht. Bei Nassula microstoma
hat Colin den Vorliof als Schlund angesehen; erst von
ersterem entspringt ein langer, sich nach hinten ver-
engender Schlund. Das Leibesplasma ist durch einen
intensiven rothbraunen bis schw^arzen Pigmentfleck aus-
gezeichnet. Aehnliche Flecken finden sich auch bei
Aegyria oliva (in Form einer concav-convexen Linse) und
Onychodactylus acrobates. Bei letzterer Form wie noch
bei mehreren andern konstatirt er den Antheil des Kernes
und Nebenkernes an der Theilung (Hantelform, Längs-
streifung). Auch bei der Holosticha ßavoruhra findet
er konstant zwei Kerne, während Gruber behauptet, dass
die Kernsubstanz in zahlreichen kleinen Brocken durch
das Körperprotoplasma vertheilt sei. Derselbe Wider-
spruch findet sich bei H. scuteilum. Bei Halterinen und
Oxytrichinen ist der Bau so übereinstimmend, dass man
die Halterinen einfach als Oxytrichinen bezeichnen kann;
sie verhalten sich zu den Oxytrichinen, wie Menodinium
zu den Euchelinen. Die bei Strombidium sulcatum vor-
handenen Trychocysten verschwinden vor der Theilung.
Besonders eingehend wird die Familie der Tintinnoden
behandelt. Dieselben sind die natürlichsten Verwandten
der Halterinen und stehen mit diesen in engster Be-
374 Dr. LudAvig AVill: Ber über die wissensch. Leistungen
Ziehung' zu den OxytricMnen. Er stellt folgenden Stamm-
baum auf:
Spastostyla Sertularium enthält 6 — 8 Zooxanthellen,
die genau denen der Radiolarien und Siphonophoren
gleichen und bei der Theilung sich in zwei Gruppen für
die beiden Theilstücke sondern. Nie nimmt Sp. geformte
Nahrungskörper auf.
Neu sind: Stephanopogon Colpoda n. g. n. sp., zu den Cole-
piuen gehörig, welche er folgenderweise charakterisirt: Formbe-
ständige Infusorien mit terminalem, von einem Kranz starker, zuge-
spitzter, an der Basis verbundener Wimpern umsäumtem Mund,
geradem, zartwandigem, wimperlosem Schlund und holotricher Be-
wimperung; Nassula hesperidea n. si^., Bhabdodon falcatus n. g. n. sp.
(= Loxodes marinus Duj.V), Onychodactylus Acrobates n. g. n. sp.,
Vertreter einer neuen Familie, der Onychodactylinen, welche
ihren Platz zwischen Stein's Chlamydodouten und Peritrominen findet,
von denen sie sich durch den Bau des Mundes und des Schling-
apparates unterscheidet; Holosticha flavorutn-a n. sp. (= H. flava
Cohn -f- H. rubra Ehrbg.), Uroleptus Zignis n. sp., Urostyla
gracüis n. sp., U. Concha n. sp., Stichotricha inquilimis n. sp.,
Strombidium tintinnodes n. sp., Tintinnus Ganymedes n. sp.,
S. Anadyomene n. sp., Codonella urniger n. sp., C. perfmxda n. sp.,
Zoothamnium mucedo n. sp. Die Gattung Cothurnia im Sinne
Lachmann's und Claparede's trennt er in 2 Gattungen, Cothurnia
s. str. (Hülse auf glattem, solidem, stielrundem Stiel, Kern lang, band-
förmig) und Cothurnopsis (Stiel quergerunzelt. Kern hufeisen-
oder nierenförmig) {Mitth. Zool. Stat. Neapel. Bd. 5. 18S4. pag. 283
bis 444 mit 5 Tfln.).
In einer kleinen Notiz {Zur Tintinnodenlitteratur) theilt
Derselbe mit, dass er bei Abfassung vorstehendei' Arbeit, die 1883
erschienene Arbeit von Fol nicht gekannt habe. Da Fol in letzterer
Schrift seine früheren Irrthümer berichtigt habe, stelle sich jetzt in
i. fl Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 375
den meisten Punkten Uebereinstimmug heraus (^Zool. Anz. VIII. 1885.
pag. 163—164).
Dersellbe liefert eine ausführliche Beschreibung von Tiutiunidum
fluviatile, die im Wesentlichen mit dem Bau der marinen Tintinnoden
übereinstimmt. Es folgt sodann die Beschreibung von Codonella
lacustris n. sp. = Difflugia cratera Leidy (Süsswasser), sowie ein
Abschnitt über die Schalen einiger pelagischer Tintinnoden, von
denen wir als neu hervorheben Tintinnus Lusus undae n. sp., T. Cla-
parediin. sp. Dictocysta ^oZ_j/mor^/?« n. sp., D. miUeporaia.. sp., Oyttaro.
cylis Eiiplectella n. sp. (Zur näheren Kenntniss der Tintin.
noden. Mittli. Zool. Stab. Neapel. VI Bd. 1885/86. pag.185—216.,
T. 13, 14).
Nach A. Gruber encystirt sich Lagynus sulcatus
n. sp. sehr häufig-, nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung,
sondern auch um ein vorübergehendes Ruhestadium durch-
zumachen. Es pflegt seine C^^sten an Beine und Thorax
kleiner Copepoden anzuheften. Strombidium oadatum
n. sp. ist durch den Besitz eines Augenflecks ausge-
zeichnet, bei Infusorien ein seltener Fall. Asserdem
enthält das Thier zahlreiche Chlorophyllkörper im Proto-
plasma und da Verf. eine Mundöfinung nicht auffinden
konnte, kam ihm der Gedanke, ob das Thier sich nicht
am Ende mittelst seiner Chlorophyllkörper wie eine
Pflanze ernähre. Trichodina Asterisci n. sp. besitzt
einen eigenthümlichen halbmondförmig gebogenen Kern,
dessen convexe Seite eingekerbt ist; an der concaven
liegt der kleine Nebenkern. Lacnophora Asterisci n. sp.
besitzt abweichend von den ihr nahestehenden Tricho-
dinen zahreiche Kerne, die wahrscheinlich nicht im Zu-
sammenhang stehen. An Stöcken von Zoothamnium sp.
fand er vielfach mehrere Individuen von einer gemein-
samen Gallertcyste umgeben. An den encystirten Thieren
Hess sich mit Eeagentien ein normaler Kern nachweisen.
Litonotus pictas enthält Chlorophyll und ist merk-
würdiger Weise vielkernig, während alle anderen Arten
nur zwei Kerne besitzen.
Die neuen Arten sind: 1. Holotricha: Lagynus sulcatus
n. sp.; Heterotricha: Spirostoraum ZanceoZ«#Mw n. sp., Spiro-
st Omina lucida n.g. n. sp. (der 0,6 mm lange Körper ist blattförmig
37ß 1^1'- Ludwig Will: Ber. über die wissenscli. LeistuDgen
von den Seiten zusanimeugedrückt. Umriss elliptisch, vorn etwas
schmäler wie hinten, wo das Infusorium gleichmässig abgerundet ist.
Am Vorderende bemerkt mau, wie die kleinen Cilien des den ganzen
Körper bedeckenden Wimperkleides in louge Peristomwimpern über-
gehen, welche dann nach hinten zu den Peristomrand umsäumen,
der schliesslich in der Mitte des Körpers eine kurze Spirale bildet);
Peritricha: Strombidium oculatum n. sp. und winimum n. sp.,
Trichodina Asterisci n. sp., Licnophora Asterisci n. sp.; Hypo-
tricha: Litonotus pictus n, sp. und filum n. sp., Orthodon
hamatus n. g. n. sp. (Länge 0,i5 mm. Körper langgestreckt, ver-
schmälert sich nach vorn und hinten und biegt sich an der Spitze
hakenförmig um. Protoplasma klar und durchsichtig. Ziemlich nahe
dem Vorderende befindet sich der Schlund, der hier eine vollkommen
geradwandige Reuse bildet und schief zur Längsachse im Körper
eingeheftet ist. Am hintersten Körperende liegt die Vacuole, in
der Mitte ein ovaler, eiförmiger Kern). Hypocoma xKirasitica n. g.
n. sp. (schmarotzt an marineu Vorticelliden , hauptsächlich an Zoo-
thamuiumstöckchen, deren Individuen es aussaugt), Stylocoma ovi-
fwmis n. g. n. sp. (der Haupttheil des Körpers ist eiförmig und
vollkommen drehrund, am hinteren Ende etwas zugespitzt, vorn da-
gegen einen etwas schmäleren Kragen bildend, der sich halsartig
vom übrigen Körper ei'hebt. Der Kragen umschliesst die weite
trichterförmige Peristoraöffnuug, an deren Grunde sich der Mund
befindet. Auf der Peripherie dieser kragenartigen Erhebung ver-
laufen eine Reihe paralleler Leisten, an welchen die Peristomal-
wimpern aufsitzen. Letztere bilden eine Art Mähne, welche über den
Hals des Thieres herabhängt. Ausser diesem Wimperkranz an der
Bauchseite unregelmässig zerstreut noch eine Anzahl starrer Borsten,
ähnlich wie bei Stylouychia, die hier wie dort theilweise gegabelt
sind) (Nov. Act. Leop.-Car. Ak. Naturf. Bd. 46. 188i. pag. d73—540
5 Taf.).
0. E. Imliof beschreibt Epistylis lacustris n. sp. (Vierwald-
stättersee, Zugersee, Aegerisee, Zürchersee, Greifensee) (Zeitschr. f.
wiss. Zool. Bd. 40. 1884. pag. 168 mit Taf.).
Nach Demselben ist Difflugia cratera Leidy eine Tintinnode
und wird umbenannt in Codonella cratera. Aus dem Vierwaldstätter-
und Zürichsee wird ausser einer unbenannten sp erwähnt Codonella
lacustris n. sp. (Zool. Anz. VIII. 1885. xoag. 293-294).
W. S. Kent beschreibt aus dem Darm von tasmanischen Ter-
miten Trichonympha Leydii n. sp. und erwähnt das gleichzeitige Vor-
kommen von Pyrsonympha Leidy und des Flagellaten Lophomonas
Leidy {Ann. Mag. Nat. Hist. [5] Vol. 15. 1885. pag. 450—453).
A. Yayssiere beschreibt kurz Scyphidia Fischeri n. sp. (Sur
i. d. Naturgesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 ii, 1885. 377
l'organisation de la Truncatella. Compt. Eend. TomelOl. 1885.
pctg. 575—577).
J. Mc Murrich beschreibt Metopus striatus n. sp. {Amer. Natural.
Vol. 18. pacj. 830—832 mit Fig. 1884).
J. Tan Rees stellt folgende neue Arten auf: Styloplotes Quenner-
stedti n. sp, = St. norwegicus Quenn. = St. grandis van Rees ; Styl.
Fresenü n. sp. = St. appendiculatus St. ; Amphisia diademata n. sp.
(Tijdschr. Nederl. Bierl. Vereen. Suppl. I. 1883/84. pag.592 — 673
mit Taf.).
D. S. Kellicot liefert eine Beschreibung mit Abbild, von Epistylis
ophidioidea n. sp. (Microscope Vol. 4. pag. 248—253 u. Journ. Micr.
Paris. Tome 9. 1885. pag. 14 — 19 mit Fig.). Eine andere Arbeit des-
sellben Autors über New Infusoria war mir leider nicht zugäng-
lich (Bull. Buffalo Natur alists Field Club Vol. 1. 1883. pag. 112
bis 114). Dasselbe gilt von einer dritten Arbeit desselben Verf. über
Opercularia constricta n. sp. (Amer. Monthl. Micr. Journ. Vol. 6.
pag. 121 mit Fig.).
J. Künstler liefert Beschreibung und Abbildung von Nyctotherus
Buboisii n. sp. (Journ. Micr. Tome 8. 1884. pag. 86 — 92).
R. Blanchard beschreibt ein neues peritriches Infusor, Apio-
soma piscicola n. g. n. sp., das ectoparasitisch an Süsswasserfischen
lebt (Bull. Soc. Zool. France. Tome II. 1885. pag. 277—280 m. Fig.).
Sara Gw. Foulke beschreibt Anoplophrya Notei n. sp., Endo-
parasiten von Noteus (An Endoparasite of Noteus; Am. Journ.
Science [5] Bd. 30. 1885. pag. 377—378).
Diesell)e beschreibt aus dem Schuylkill-Fluss bei Philadelphia
Trachelius Leydyi n. sp. (Proc. Ac. Nat. Sc. Philadelphia 1884. I.
pag. 51— 52), doch zieht Verf. dieselbe im nächsten Jahre bereits
wieder ein (Trachelius ovum, Ann. Mag. Nat. Hist. [5] 16. 1885.
pag. 477—478).
A. C. Stokes beschreibt aus fauligem Wasser (New -Jersey)
Tillina saprophilaia..^^. und inflata in. s-p. {Notes ou some appa-
rently undescribed Infusoria from putrid waters. Am.
Natural. 1884. Febr. pag. 133—140 mit Figg.).
Derselbe beschreibt Ctedoctema acanthoci-ypta n. g. n. sp.
{Notes on a neiv Infusorian. Ibid. July 1884. pag. 659 — 666
mit Figg).
Derselbe findet im Rektum der amerikanischen Einsiedlerkröte
(Scaphiopus holbrooki) Opalina /Zawa n. sp. Als Ectoparasit von
Megalotrocha (Räderthier) beschreibt er Chilodon megalotrochae
n. sp. (Notices of some new parasitic Infusoria, ibid. Nov.
1884. pag. 1081—1086 mit Figg.).
378 I^i'- Ludwig Will: Ber. über die wissensch. Leistungen
Dersell)e beschreibt aus dem Süsswasser (Trenton N. J.)
L 0X0 des vorax n. sp. , Äpgaria n. g. (Heterotrich) mit undulans
n. sp., ovata n. sp. , elongata n. sp. (Notes on some apparently
undescribed forms of fresh-water Infusoria, Am. Journ.
Science [5] vol. XXVIII. Juli 1884. pag. 38—49 mit Figg.).
A. C. Stokes bescbreibt Paramaecium trichium n. sp. , Cyrto-
lophosis n. g. (Tbierclien oval, formbeständig, überall bewimpert,
adorale Wimpern von den übrigen versehieden, am vorderen Köii)er-
ende ein Bündel distalwärts gekrümmter Flimmerhärchen ; bewohnt
eine von ihm abgeschiedene Schleimhülle, die es nach Belieben ver-
lassen kann. Mund am Hinterende einer länglichen, im vorderen
Theil der Bauchseite gelegenen Grrube, an deren rechten Rande die
Reihe der adoralen Wimpern. Kern und contractile Vacuola einfach,
Afteröffnung am Hinterende) mit mucicola n. sp., Euplotes carinata
n. sp. [Same neiv Infusoria in: Ä7ner. Natural. Bd. XIX. No. 5.
1885. pag. 433—443 mit Fig.).
Nach Demselben hat nicht nur Vorticella Lockwoodii Stokes
(1884), sondern auch V. monilata Tatem 2 contractile Vacuolen
{Another Vorticella with tivo contract. vesicles in: Ai7ier.
Natural. Bd. XIX. No. 5. 1885. pag. 510).
Dersell)e beschreibt aus flachen Tümpeln und Flüssen inNew-
Jersey: Loxophyllum fiexilis n. sp., Spirostomum loxodes n. sp.,
Vaginicola Zeptosoma n. sp. , Cothurnia annidata n. si^., Lito-
notus vesiculosus n. sp., L. carinatus n. sp., Chilodon fluviatilisTi.s^.,
Ch. caudatus n. sp,, Dexiotricha n g. mit D. plagia n. sp. {Notes
on some apparently undescribed forms of Fresh-water In-
fusoria No. 2. ibid. [5] 29. 1885. pag. 313—328).
Derselbe beschreibt aus dem Delaware, sowie aus flachen
Tümpeln New Jersey's Tillina flavicans n. sp., Lacrymaria trun-
cata n. sp., Colpidium truncatum n. sp., Vorticella octava n. sp.,
Urostyla trichogaster n. sp. , Opisthotricha emarginata u. sp.,
Stylonychia notophora n. sp. {On some new Infusoria from
Americ. fre sh-iv ater. Ann. Mag. Nat. Hist. [5] 15. 1885. pag. 137
bis 449 mit Taf).
Derselbe beschreibt aus flachen Tümpeln New-York's Vorti-
cella smaragdina n. sp., utricidus n. sp. und macrophyan.^^., ferner
Zoothamnium Adamsi n. sp. {Some apparently undescribed
Infusoria from fresh-waters. Amer. Natural. Jan. 1885. pag. 18
bis 27 mit Fig. in: Journ. Micr. Paris. Tome 9. pag. 78 — 86).
Schliesslich giebt Derselbe einen sehr handlichen
Schlüssel zum schnellen Bestimmen der Vorticelliden.
i. d. Natui'gesch. der Protozoen i. d. Jahren 1884 u. 1885. 379
(^Clef.desVorticelles. Journ. Micr, Paris. Tome 9. 1885.
pag. 201—205).
Nicht zugänglich waren dem Ref. folgende Schriften Desselben:
A neio Itifusorian belonging to the genus Pyxicola (Am.
Monthl. Microsc. Journ. Vol. 5. pag. M — 35; Notices of new
fresh-water infusoria III. {Lacrymaria vertens n., Lagynus
lasinus n., Cothurnia plectostyla n., C. bipartita w.] (ibidem Vol. 6.
pag. 121 — 127); idem IV. [Ophryoglena ovata n., Dexiotricha cen-
tralis n., Stentor globator n., Stromhidinopsis setigera n., Scyphidia
constricta n., JJroleptus Umnetis n., Stylonychia putrina n., St. vorax n.]
(ibidem pag. 183 — 190)', A neiv symbiotic Infusoria. Journ.
N. Yorh Micr. Soc. Voll. pag. 152 — 154. Ferner war nicht zu
erlangen: J. W, Notes on Stentor coeruleus. Am. Journ. Micr.
Sc. 1884. Vol. 5. pag. 50— 51).
2. Suctoria.
Blick beschreibt eine neue ungestielte Varietät der
Podophria fixa Ebb. (P. libera Ptg.), für die er jedoch,
weil sie später eine Schale ausscheidet und sich dadurch
dem Gen. Acineta nähert, die Bezeichnung Äcineta
gelatinös a vorschlägt. Das Thier macht folgende Ent-
wicklungsstadien durch: 1. Schwär^nerzustand , 2. Sphae-
ropliryenzustand, 3. Podophrya libera- Zustayid, 4. Acineten-
zustand (Ber. Senkenh. Natiirf. Gesellsch. 1884. pag. 298
bis 314 mit Fig.).
A. Griiber beschreibt aus dem Hafen von Genua Acineta
complanata n. sp. Acineta trinarcria n. sp. , die an Thisbe furcata
lebt, hat im ausgewachsenen Zustande drei armartige Fortsätze,
von denen die Saugfüsschen entspringen. Junge Individuen, die
wahrscheinlich durch Knospung aus den alten entstanden, waren
theils schlauchförmig ohne Arme, theils war das Vorderende
halsartig ausgezogen und zeigte dann in diesem Theil dieselbe
Struktur, wie die Arme der ausgewachsenen Exemplare. Ophryo-
dendron variabilis n. sp. ist durch fast amöboide Beweglichkeit
des Körpers und das Vorkommen ankerartiger Stäbchen an ver-
schiedenen Körperstellen ausgezeichnet [Nov. Acta Leop.-Car. Äk.
Naturf. Bd. 46. 1884. pag. 473—540 mit 5 Taf.).
0. E. Iiuhof beschreibt Acineta elegans n. sp. (Zürchersee)
(Zeitschr. f. wiss. Zool Bd. 40. 1884. pag. 168 mit Taf.).
380 Dr. Ludwig Will. Ber. üb. d. wissensch. Leistungen etc.
A. C. Stokes beschreibt aus dem Delaware Pod ophrya brachy-
poda n. sp., Solenophry a inclusa n. sp., S. pera n. sp., Acineta
urceolata n. s^. (Notes on some new Infusoria from american
fresh-waters. Ann. Mag. Nat. Science [o] 15. 1885. 2mg. 437— 499
mit Taf.).
G. Entz beschreibt aus der Kiemenhöhle von Salpa democratica
Trichophrya Salparum n. sp. {Mitth. Zoöl. Stat. Neapel. Bd. 5.
1884. pag. 389—444 mit 5 Taf.).
-om^y-
K ROLL 's Buchdruckerei, Berlin S.
MBL WHOI LIBRARY
ÜIH Iflöb M