ARCHIV
FUE
lATURGE SCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FOETGESETZT VON
W. F. ERICHSON, F. H. TROSCHEL
UND E. A^ON HÄRTENS.
HERAUSGEGEBEN
VON
Dr. P. HILGENDORP,
CUSTOS DES K. ZOOLOG. MUSEUMS ZU BERLIN.
VIERIJNDFUNFZIGSTJER JAHRGANG.
U. B A N D.
Berlin 1888.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
R. STRICKER.
Inhalt des zweiten Bandes.
Erstes Heft.
Seite
Dr. Ernst Schäfif, Bericht über die Leistuugen in der Naturgeschichte
der Säagethiere während des Jahres 1887.
Allgemeines 1
Anatomie und Physiologie 3
Entwickelung 29
Biologie 40
Geographische Verbreitung und Faunen 50
Fossile Säugethiere 60
Systematik 67
Änt. Reichenow, Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1887.
1. Geschichte, Litteratur, Museologie, Taxidermie 91
2. Anatomie, Physiologie, Pterylographie, Paläontologie .... 93
3. Geographische Verbreitung, Zug, Faunistik 97
4. Lebensweise, Zucht und Pflege 125
5. Systematik 134
Dr. Oskar Böttger, Bericht über die Leistungen in der Herpetologie
während des Jahres 1887.
Reptilia. Allgemeines 157
Anatomisches (vergl. auch die einz. system. Abth.) . . 159
Ontogenie (desgl.) 165
Biologisches (desgl.) 166
Paläontologisches (desgl.) 166
Faunistisches (desgl.) 169
Systematisches (Lacertilia, Pythonoraorpha , Ophidia,
Pterosauria, Dinosauria, Crocodilia, Chelonia,
Sauropterygia , Ichthyopterygia , Rhynchocephalia,
Protorosauria, Proganosauria, Theromorpha) . . . 180
IV
Seite
Batrachia. Allgemeines 227
Anatomisches (vgl. auch die einz. System. Abth.) . . . 228
Ontogenie (desgl.) 230
Biologisches (desgl.) 232
Faunistisches (desgl.) 232
Systematisches (Ecaudata, Caudata, Apoda, Stegocephala) 235
(Der Bericht über die Ichthyologie für 1887 erscheint im nächsten Jahrgang.)
Dr. A. Collin und Dr. W. Kobclt, Bericht über die wissenschaftlichen
Leistungen im Gebiete der ülalakologie während des Jahres 1887.
I. Bericht über Allgem., Physiol., Anat. u. Entwickl. von Dr. Collin.
Allgemeines 257
Physiologie und allgemeine Biologie 259
Anatomie, Histologie, Morphologie, Entwicklungsgeschichte . . . 265
II. Bericht über geogr. Verbr,, Systematik, Biologie von Dr. W. Kobelt.
Verzeichniss der Publikationen 283
1. Geographische Verbreitung, Binnenconchylien, Marine Mollusken 306
2. Systematik 308
3. Biologie, Verwendung, Nutzen etc 328
Zweites Heft.
Dr. Ph. Bertkau, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im
Gebiete der Dntoinologie während des Jahres 1887.
Allgemeines 1
Arachnoidea 30
Acarina 31
Pantopoda 34
Opiliones 34
Chernetina 34
Scorpiones 36
Pedipalpi 37
Araneae ... 37
Solifugae 55
Myriapoda 55
Peripatina 56
Cbilognatha 56
Chilopoda 60
Insecta 62
Thysanura und Collembola 62
Ehynchota 64
Orthoptera 74
O. Genuiua 76
0. Pseudoneuroptera 78
Seite
Neuroptera 80
Diptera 82
Aphaniptera 101
Lepidoptera ... 102
Hymenoptera 147
Coleoptera 170
(Der Bericht über die Carcinologie des Jahres 1887 erscheint im nächsten Jahrgang.)
Drittes Heft.
Die Berichte über die Helminthen und freilebendeu Würmer
für das Jahr 1887 sind bereits in dem vorigen Jahrgang enthalten.
M. Braun, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der Natur-
geschichte der Ascidien während des Jahres 1887.
Anatomie und Entwicklungsgeschichte 1
Systematik und Faunistik 5
Dr. W. Michaelsen, Jahreshericht über die Bryozoen für 1886 u. 1887.
Anatomie, Physiologie, Biologie 10
Systematik, Faunen 24
Paläontologisches 36
Dr. Maximilian Meissner, Bericht über die Brachiopodenliteratnr
des Jahi-es 1887 38
Dr. Joh. Dewitz, Bericht über die Botatorienliteratnr der Jahre
1887 und 1888 43
Dr. Erich Haase, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der Dchinodernien im Jahre 1887.
Allgemeines 63
Biologie . 64
Anatomie und Histologie 65
Entwicklungsgeschichte 71
Faunistische Zusammenstellungen 72
Systematik recenter Formen 73
Fossile Formen 77
D. E. Vanhöffen, Jahresbericht für 1884—1887 über die Coelenteraten
mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen.
Verzeichniss der Publicationen 82
Allgemeines 91
Hydromedusen 97
Hydrocorallina 125
Siphonophoren 127
Acalephae 139
Ctenophorae 145
Fossüia 147
VI
Seite
Dr. A, Ortinann, Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte der
Anthozoen in den Jahren 1886 und 1887.
Conservirungsmethoden . 149
Ontogonie 149
Biologie . . ' 150
Physiologie 151
Morphologie, Anatomie und Histologie 151
Systematik und Faunistik 156
Phylogenie 163
Palaeontologie 163
Riffbildung 165
Dr. W. Weltner, Bericht über die Leistungen in der Spongiologie
für die Jahre 188Ö— 1887.
Litteraturverzeichnis (recente Spougien) 166
1. Allgemeines 175
2. Methode 177
3. Anatomie und Histologie 178
4. Physiologie 195
5. Ontogenie 199
6. Phylogenie 205
7. Systematik und Faunistik 210
8. Fossile Spongien 261
9. Nachtrag zu Seite 198 269
Dr. Ludwig Will, Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in der
Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887.
I. Allgemeines 271
II. Faunistik 272
m. Ehizopoda 277
IV. Sporozoa 293
V. Mastigophora 295
VI. Infusoria 297
--^».m
Bericht
über
die Leistungen in der Naturgescliiclite der Säugetiere
während des Jahres 1887.
Von
Dr. Ernst Sehäff,
Berliu.
Allgemeines.
Blanford, W. T., Critical Notes on tlie Nomenclature of Indian
Mammals. — Proc. Z. S. London 1887, p. 620ff.
Der Priorität zufolge gebührt dem ,, Wandern" (Simia silenus L.,
Macacus sil. Wagti.) der Artname ferox Shaw {Macacus ferox Shaiv).
Simia cynornolfitis wurde von Linne ein Affe von der Kongo-
Mündung benannt. Schreber dagegen nannte den wirkHchen „Makak"
Simia cynomolgus (Buftbn's Macaque). F. Cu\'ier schkig vor, Buffon's
Macaque Macacvs irns zu nennen. Dieser Name hätte also che
Priorität! Macacus erythraeus Schreb. darf nicht für M. rhesus ge-
braucht werden.
Blyth vereinigte 1863 Presbytis fhersifes mit P. priamus. Die-
selben sind jedoch zu trennen, dagegen ist P. thers. wohl mit P.
cepliaJopterus zu vereinigen.
Anderson vereinigt Semnopith. pileatus und S. chrysogaster. Sind
aber 2 Spez. S. chrysog. seit Peters' Beschreibung nicht wieder ge-
funden !
Felis jerdoni BJyfJi dürfte mit F. javanensis Horsf. zus. fallen
und als Race von F. bengalensis Kerr anzusehen sein, dagegen stimmt
sie nicht mit F. ruhig in osa überein.
Die gewöhnl. ind. Manguste wird oft als Ilerpestes griseus mit
Ichneumon gr. Geoff. identifizirt, dies ^st aber falsch, da /. gr. Geoffr,
eine afrikan. Sp. bezeichnet. Die Manguste müsste als H. mungo
bezeichnet werden oder als //. frederici Desmarest.
Canis vulpcs müsste Vulpes alopex (L.) heissen.
Der von engl. Zoologen gebrauchte Gattungsname MaHes für die
Marder ist durch Mvstela zu ersetzen.
Aich. f. Naturgesch. Jalirg. 1888. Bd. H. H. 1. 1
2 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Statt Cynoriycteris Pet. oder Elodltemra Gray ist Xantliarpyia
zu setzen, weil älter. Phyllorhina im Sinne von Bonap., Peters,
Dobson u. A. ist aus Gründen der Priorität gegen Hipposidenis Gray
zu wechseln.
Brandt, A. , Kurzer Kursus der vergl. Anat. der Wirbeltiere.
Besonders für Stud. der Med. u. Veterinärk. — Charkow 1887. Mit
6 Tfln. (Russisch.)
Braun u. Hanausek, Lehrb. der MateriaKenkunde. Wien 1887.
Mit Holzschn. (Säugetiere p. 3 — 93.)
Brehm's Tierbüder. 523 Abbildg. auf 55 Tfln. in Fol. Neue
Ausgabe. Leipzig 1887.
Bronn 's Klassen und Ordnungen des Thier-Reichs , fortgesetzt
von W. Leche. VI. Bd. V. Abtlg. Säugetiere. Liefg. 29. Mit 1 Tfl.
Leipzig und Heidelberg 1887.
Forts, der Anatomie (Osteologie). Nachträge zum osteol. Teil:
Gehörknöchelchen, Zungenbein, Episternum.
Dogiel, Alex., Ueber Untersuchungsmethoden, die Sehnenzellen
und das lockere Unterhautzellgewebe betreftend. — Anat. Anz.
IL Jahrg. p. 139 — 142.
Flesch, Max, Notizen zur Technik der Konservation von Ge-
hirnpräparaten. — Anat. Anz. IL Jahrg. p. 294 — 295.
Haddon, Alfred, C. , An Introduction to the Study of Em-
bryology. London 1887. 8«.
Hartwig, G. , Wild animals of the Tropics. — From ,,The
Tropical World". With 66 illustr. London 1887.
Jentink, F. A., Catalogue osteologique des Mammiferes. —
Museum d'Hist. Nat. des Pays-Bas. Tome IX. Mit 12 Tfln. Schädel-
Abbildg. Leide 1887.
1247 Säugetier- Arten sind in 5189 Skeletten, Schädeln, Hörnern
vertreten.
Keller, C, Grundlehren der Zoologie. 2. Aufl. Leipzig. 8*^.
390 S., 576 Abb. (Säugeth. S. 310—376).
Keller, 0., Tiere des klass. Altertums in culturgesch. Beziehung.
Mit Illustr. Innsbruck. 1887.
Langkavel, B., Afrikan. und asiat. Antilopen -Namen. —
Zeitschr. f. wissensch. Geographie. Weimar 1887.
Leutemann, H., Zoologischer Atlas der Naturgeschichte nebst
einer Menschenrassen -Tafel. Enthaltend 255 Bilder in feinstem
Farbendruck nebst erläuterndem Text.
Ein ,,für die Jugend" bestimmtes, und als solches empfehlens-
wertes Buch.
Lydekker, R., Catalogue of the Fossil Mammalia in the Brit.
Museum. Part. V. Group. Tillodontia; Orders Sirenia, Cetacea,
Edentata, Marsupialia, Monotremata; Supplement. London 1887.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 3
Marshall, A. M. and Hurst, C. H. , A. Junior Course of
Practical Zoology. London 1887. 8". Mit Abbildgen.
Enthält Anatomie des Kaninchens.
More, A. G., Guide to the recent Mammals and Birds in the
Nat. Hist. Department of the Science and Art Museum Dublin,
Dublin 1887.
Nevill, H. , On Preservation, under ordinary circumstances, of
Bonos of MammaHa. — The Taprobanian (Bombay) p. 70 — 72.
Newton, E. T. , A. Classification of Animals, being a Synopsis
of the Animal Kingdom, with special Reference to the Fossil Forms.
London 1887.
Perrier, E., Les principaux types des etres \ävants des cinq
parties du monde. Atlas in 4*' avec 1 Vol. de texte explicatif.
Paris 1887.
Retter er, Note sur la technique relative ä l'extraction des
oeufs de lapine. — Comptes r. hebd. Soc. Biologie Tome 4, Serie 8
p. 99 — 100.
Riehm, G., Repetitorium der Zoologie. M.Ulustr. Göttingen 1887.
Roger, 0., Verz. der bisher bekannten fossilen Säugetiere.
Verh. nat. Ver. Augsburg 1887. 162 p. 8».
Ein sehr reiches und sorgfältiges Verzeichniss aller bis 1887 be-
kannt gewordener foss. Säuger.
Schmidt, Ose, Les Mammiferes et leurs ancetres geologiques.
Avec 51 Figg. Paris 1887. (Bibl. scientif. Internat.)
Schwerdoff, Untersuchungsmethode frühzeitiger Stadien der
Entwicklung von Säugetiereiern. — Arbeiten der II. Vers, russischer
Aerzte in Moskau. Moskau 1887. (In russischer Sprache!)
True, Fred., W., Catalogue of Aquatic Mammals. Descript.
Catalogue Rep. Exhibit. U. S. p. 623—644.
Teichmann, L. , Ueber Knochenmaceration, nach eigenen Er-
fahrungen. — Anat. Anz. IL Jahrg. p. 461 — 468 und 495 — 502.
Wolter, M., Kurzes Repetitorium der Zool. für Stud. der Med.,
Math, und Naturw. Mit 8 Ttln. Anklam 1887.
P. 75 — 77 enthält eine systematische Uebersicht über die Säuge-
tiere. Die Monotremen werden gar nicht genannt, Cetaceen und
Sirenen vereinigt, die Huftiere in Einhufer, Zweihufer und Vielhufer
eingeteilt etc.
Wood, J. G., Wild Animals of the Bible. From „Bible Animals"
With 29 iUustr. London 1887.
Anatomie und Physiologie.
Allgemeines. Allen, Harrison, Notes on the anatomy of the
Indian Elephant. IL Anatomy of the posterior extremity. — Journal
Comp. Anat. Vol 8. p. 153 — 156.
1*
4 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Beddard, Frank E., and Treves, Frederick, On tbe Anatomy
of the Sondaic Rhinoceros. — Trans. Zool. Soc. London Vol. XII. P. 6.
Mit 5 Tfln. u. Holzschn.
Rh. sond. besitzt Hufdrüsen, welche bei Rh. ind. ebenfalls vor-
handen sind, bei Rh. sumat. dagegen fehlen; es zeigt sich auch
hierin die nahe Verwandtschaft der beiden erstgenannten Arten. Die
Gaumenfalten, welche \delleicht zur Unterscheidung der Arten dienen
können, werden nur abgebildet, da sie bei andern Arten noch nicht
beschrieben sind. Es folgt dann eine Beschreibung der Eingeweide
in situ. Der Magen ähnelt in der Gestalt demjenigen des Pferdes.
Cardia und Pylorus liegen nahe bei einander; der Sacc. cardiac. ist
in 2 Abschnitte geteilt. Die Milz ist in ihrer Längsrichtung ein-
gefaltet. Die 5 lappige Leber entbehrt der Gallenblase. Der Verlauf
der Blutgefässe in den Eingeweiden weicht wenig von dem der ent-
sprechenden Gefässe beim Pferde ab. Caecum und Colon stimmen
im Allgemeinen mit den von Garrod für Rh. sumat. bekannt ge-
machten Befunden; ersteres ist 2 Fuss lang und hat zwischen den
3 Muskelbändern ungeheure SaccuH. Die Länge des Darmes von
der Bhnddarmklappe bis zum After beträgt 14V2 engl. Fuss, weniger
als bei Rh. ind. und sum. Die Mesenterialgefässe entsprechen denen
des Pferdes. Das Herz zeigt keine bemerkenswerten Befunde. Die
Nieren zeigen schwache Andeutungen von traubenförmiger Gestaltung.
Samenblasen und Prostatadrüsen sind so eng mit einander verbunden,
dass es schwer ist sie zu trennen und so hat auch Owen nach An-
sicht der Verf. irrtümlicherweise diese beiden Organe zusammen beim
indischen Pthin. als Samenblasen beschrieben. Im Uebrigen stimmt
das Verhalten des Urogenitalsystems bei Rh. sond. mit dem bei Rh.
ind. Abbildungen von Magen, Colon und Caecum, Leber, Milz,
Magenschleimhaut, Gehirn.
Bizzozero, G., und Vassale, G. , Ueber die Erzeugung und
die physiologische Regeneration der Drüsenzellen bei den Säuge-
tieren. — Virchow's Archiv f. pathol. Anat. u. Physiol. ... 110. Bd.
1887, p. 155 ff. Mit 1 Tfl.
Nach den Unters, der Verf., welche ihre Aufgabe durch das
Studium der Mitosen zu lösen suchen, lassen sich die secernirenden Drüsen
in 2 Gruppen einteilen, nämlich in solche, bei denen die Regeneration
der Zellen sehr lebhaft ist, und solche, bei denen dieselbe wenig oder
gar nicht stattfindet. Diese beiden Gruppen sind jedoch nicht ganz
scharf zu sondern. Zu der ersten Gruppe gehören die Talgdrüsen,
die Schleimdrüsen der Magenschleimhaut, die Galeati'schen (= Lieber-
kühn'schen) und die Uterusdrüsen; alle übrigen gehören zur zweiten
Gruppe. Die Drüsen der ersten Gruppe haben weniger dififerenzirte
Drüsenzellen, welche deuthch ihre Abstammung vom Belegepithel
zeigen. „Gerade desswegen haben sie vielleicht auch zugleich mit
den andern Charakteren die active Vermehrung durch Karyokinese
behalten." Dies besonders ist deuthch bei den Talgdrüsen. Auch in
den Schleimdrüsen des Magens, in den Lieb erkühn' sehen und den
in der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1887. 5
Uterusdrüsen sind Mitosen zahlreich, wenig dagegen in den Dr. des
Fundus und Pylorus, in den Prostata-, Speichel- etc. Drüsen, Pankreas,
Leber, Niere etc. Es gelten diese Befunde für ausgewachsene Drüsen.
Während des Wachstums finden sich in allen Drüsen Mitosen. Die
Milchdrüsen gehören zu der ersten der genannten Gruppen während
der Schwangerschaft, zur zweiten nach derselben.
Boschetti, Fed. , L'anatomia del cavallo in tavole sinottiche
i appendice a tutti i trattati di anatomia e specialmente a quello
dei professori Chauveau e Arloing. Torino 1887.
Brühl, C. B., Zur Kenntniss des Orangkopfes und der Orang-
arten. Neue unveränderte Ausgabe. BerHn 1887. Mit 2 Tafeln.
Chapman, Henry C, Notes on the Anatomy of Echidna hystrix.
— Proc. Acad. aNt. Sc. Philadelphia 1887. Part. III. p. 334—335.
Mit 2 Tfln.
Kurze Bemerkungen über die anatomischen Befunde einer E. h.
Die mit dem Sporn des Männchens in Verbindung stehende Drüse
soll durch ihr öliges Sekret mit zur Reinigung des Sporns dienen,
die im üebrigen mit den Hinterfüssen besorgt wird. Abbildg. von
Zunge, Gehirn, Urogenitalapparat.
Dareste, Les veaux ä tete de bouledogue. — Bull. Soc. d'Anthrop.
Paris. Serie IV. Tome 10, p. 375 — 383.
Verf. erörtert die Kopfbildung und die übrige Organisation der
Niatosrinder und beschreibt einige Fälle von Mopskopfbildung bei
europäischen Rindern. Diese Bildung, welche häufiger auftritt als
man gewöhnlich glaubt, ist bisweilen mit Defekten an verschiedenen
Organen verbunden, bisweilen finden sie sich aber auch an sonst
normalen Tieren. Die Niatosrinder sind in mehrfacher Hinsicht von
den in Europa beobachteten Mopsköpfen verschieden. Am Schluss
fordert Verf. zu praktischen Versuchen mit europäischen mops-
köpfigen Rindern auf mit Hinsicht auf Rassebildung, Vererbung etc.
Diese Versuche dürften jedoch sehr zeitraubend und sehr kostspielig
werden!
S. auch Sanson w. unten!
Ellenberger, W. , Vergl. Histologie der Haussäugetiere. Mit
452 Abbildg. BerHn 1887.
Grehant, N., Anesthesie des rongeurs par l'acide carbonique. —
Comptes r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4. Serie 8, p. 52 — 54.
Untersuchungen über Anesthesie bei Kaninchen, hervorgerufen
durch Einathmen von Kohlensäure.
Derselbe, Sur l'anesthesie des rongeurs par Tacide carbonique
(II. article). — Comptes r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4, Serie 8,
p. 153 — 154.
Weitere Mitteilungen über Anesthesie bei Nagern, hervorgerufen
durch Einathmen von Kohlensäure. Technische Mitteilungen.
Janosik, J., Zwei junge menschliche Embryonen. — Arch. f.
mikr. Anatomie. Bd. 30,' p. 559 ff. Mit 2 Tfln.
6 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Unters, zweier Embr. von etwa 3 mm Länge.
Kolster, R^^d., Ueber die Intercellularsubstanz des Netz-
knorpels. — Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 29, p. 533—538. Mit 1 Tfl.
Verlauf der Fibrillen. Dieselben sind nicht verzweigt. Die
Kapseln enthalten keine Membran.
Leisering, A. G. T., Atlas der Anat. des Pferdes und der
übrigen Haustiere. Mit erläuterndem Texte. 2. vollst, revid. Aufl.
Leipzig 1887. Liefg. 7.
Loye, Paul, Recherches experimentales sur la tete des animaux
decapites. — Comptes r. hebd. Sog. Biologie. Tome 4. Serie 8, p. 312
bis 316.
Verf. beschreibt die Bewegungen, welche der Dekapitation folgen
und die Wirkung der Transfusion vom Blut verschiedener Tiere in
den Kopf enthaupteter Hunde. Wahrscheinlich Reflexbewegungen,
nicht vom Willen beeinflusst.
Derselbe, Recherches sur l'origine des mouvements qui se pro-
duisent dans la face apres la decapitation. — Comptes r. hebd. Soc.
Biologie 4 T. S. 8, p. 352—354.
Die Bewegungen im Gesicht enthaupteter Tiere sind z. T. Folge
von Asphyxie (Oeffnen und Schliessen der Nasenlöcher bei Kanin-
chen etc.), z. T. auch reflektorischer Art.
Derselbe, Recherches sur les mouvements,^qui se manifestent dans
le tronc des animaux decapites. — Comptes r. hebd. Soc. Biologie.
T. 4. S. 8, p. 354—355.
Die Bewegungen des Rumpfes z. T. durch Asphyxie, die der
hinteren Gliedmassen durch direkte Reizung des Rückenmarks durch
das Messer.
Derselbe, Recherches experimentales sur les chiens decapites
(circulation et respiration). — Comptes rendus Bd. 105, p. 79 — 82.
Blutmenge, welche aus dem Kopf und aus dem Rumpf austritt,
Blutdruck, Athmung bei decapitirten Hunden.
The Eftect of Opium on the Higher Animals. — Science. Vol. X.
p. 138.
Opium wirkt auf Aö"en gerade wie auf Menschen.
Renaut, J., Sur la bände articulaire, la formation cloisonnante
et la substance chondrochromatique des cartilages diarthrodiaux. —
Comptes rendus . . . Vol. 104, p. 1539 — 1542.
Im Knorpel findet sich, besonders bei jungen Tieren, ausser der
hyalinen und der Trabekulär- Substanz noch eine dritte Substanz,
welcher mit Vorliebe von Hämatoxylin gefärbt wird. Verf. nennt
dieselbe chondrochromatische Substanz. Ihre Verteilung im Knorpel
ist wechselnd.
Sanson, Le veau natos. — Bull. Soc. d'Anthrop. de Paris.
Serie III. Tome X. No. 1, p. 86.
Straus, Sur un moyen de provoquer l'anesthesie chez le lapin.
— Comptes r. hebd. Soc. Biologie Tome 4. Serie 8, p. 54.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 7
Kurze Notiz über Erzeugung von Anästhesie durch Alkohol beim
Kaninchen.
Wilder and Gage, Anatomical Technology as applied to the
Domestic Cat. Introd. to human and comp. Anat. New-York 1887.
With 150 Fig.
Windle, Bertram C. A., On the Anatomy of Hydromys chryso-
gaster. — Proc. Z. S. London 1887, p. 53 ff.
Hervorzuheben ist die Beweglichkeit der Unterkieferhälften gegen
einander, wodurch die unteren Schneidezähne eine scheerenartige Be-
wegung machen können. Ein besonderer Muskel bewirkt z. T. das
Auseinanderweichen der Zähne.
(cf. Kunstler; Annales d. Sc. nat. Zool. t. IV. p. 150.)
Haut. Beddard, Frank E., Note on a point in the structure
of Myrmecobius. — In: Proc. Z. S. London 1887, p. 527 ff.
Histologische Untersuchung eines eigentümlichen Drüsenorgans
der Haut von Myrmecobius. Dasselbe liegt an der Unterseite des
Körpers vor dem vorderen Ende des Sternums und ist nur bei M.
bekannt. Funktion unbekannt. Ein neuer Charakter in der Diagnose
von Myrmecobius.
Blaschko, A., Beiträge zur Anatomie der Oberhaut. — Arch.
f. mikr. Anatomie. Bd. 30, p. 495 ff. Mit 4 Tfln.
Verf. untersucht am Menschen und an Affen die unbehaarte
und die behaarte Haut. An der unbeh. H. bildet das Rete Malpighi
eine Platte mit nach innen vorspringenden, meist spiraHg verlaufenden
Leisten, diesen entsprechen an der beh. H. die Haare selbst; doch
finden sich auch hier, wenn auch schwache Leisten des Rete Malp.
Die Haare sind ebenfalls in spiraligen Curven angeordnet.
Fambach, Die Blättchenschicht des Pferdehufes. — Centralbl.
f. Veterinärwissensch. 1887. No 3.
Klaatsch, S., Ueber die Morphologie der Tastballen. — Anat.
Anz. IL Jahrg., p. 400 — 401.
Koelliker, A. v., Woher stammt das Pigment in den Epidermis-
gebildenV — Anat. Anz. IL Jahrg., p. 483 — 486.
Das Pigment wandert in die Epidermis von der Cutis her ein.
Malkmus, B. , Die rudimentäre Beuteltasche der Schafe. Er-
langen 1887. Diss. Mit 2 Tfln.
Nach M. findet sich an jeder Seite in der Leistengegend der
Schafe eine taschenartige Hauteinstülpung, welche als Rudiment der
Beuteltasche der Marsupialier aufgefasst wird und ein Merkmal zur
Unterscheidung von Schaf und Ziege bilden soll.
Pilliet, A., et Boulart, R., Glandes odorantes du Fourreau
de la Verge chez un Coati Brun. — Bull. Soc. Zool. de France.
Vol. XIL, p. 153 — 155.
Untersuchung abnorm grosser und stark riechender Drüsen der
Penisscheide eines Coati, nebst Bemerkungen über die ,, Duft-
funktion" (,,fonction odorante") bei Säugetieren.
H Dl". Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Eycler, John A., On the First and Second Sets of Hair Germs
Developed in the Skin of Foetal Cats. — Proc. Acad. Nat. Sc.
Philadelphia 1887. Part. I, p. 56 — 59.
Verf. fand in der Haut fötaler Kätzchen von SVg Zoll Länge
zweierlei Haare, von denen die einen stärker entwickelt, aber weniger
zahlreich waren als die andern. Erstere sind in besonderer Weise
verteilt und entsprechen in ihrer Lagerung den Streifen, wie sie bei
manchen Haus- und wilden Katzen auftreten, besonders als Längs-
streifen des Körpers. Verf. hält sie für Reste des primitiven Haar-
kleides der Säuger und vergleicht ihre Anordnung mit derjenigen
der Federn der Vögel und der Schuppen der Reptilien.
Stieda, L., Lieber den Haarwechsel. — Biol. Centralbl. VIL Bd.
No. 12, p. 353 — 368 und No. 13, p. 3S5 — 394.
Unter eingehender Berücksichtigung anderer Autoren entwickelt
Verf. seine Ansicht, dass das neue Haar sich auf Grundlage einer
neuen Papille bilde. Untersuchungen am Menschen.
Sutton, J. Bland, On the Arm-glands of the Lemurs. —
Proc. Z. S. London 1887, p. 369 ff.
Am Arm von Ilapalernur f/risem, nicht dagegen bei //. simus,
findet sich eine eigentümliche Anhäufung" dornartiger Gebilde, darunter
ein Drüsencomplex. Aehnliches bei andern Lemuren. Bei L. catta
ein spornähnliches Gebilde. Diese Bildungen sind wahrscheinlich er-
härtete Sekrete von Drüsen. Ferner finden sich in der Nähe Gruppen
steifer Haare in Verbindung mit Drüsen. Dies bei Perodicticus
potto nicht.
Skelett. Assaky, De l'os glenoidien. — Comptes r. hebd. Soc.
de Biologie Tome 4, Serie 8, p. 8—9.
In der Cavitas glenoidea findet sich ein Os gl. entsprechend
dem 0. acetabuli in der Hüftpfanne. Homologien, Vergleich beider
Knochen.
Baur, G., Ueber das Quadratum der Säugetiere. — Biolog.
Centralbl. Bd. VI, p. 648 — 658.
Verf. bespricht zuerst Arbeiten von Albrecht und Dollo über
das gleiche Thema und weist nach, dass schon früher Tiedemann,
Duvernoy u. A. die Ansichten Albrecht's, Peters diejenigen Dollo's
ausgesprochen haben. LTnter Berücksichtigung früherer Autoren
kommt dann Verf. betreßs des Quadratimis der Säugetiere zu dem
Schluss, dass dasselbe bei den Sauropsiden überhaupt dem Proc.
zygomaticus des Schläfenbeins homolog sei. Ferner I3etrachtungen
über Gehörknöchelchen.
Vergl. auch Bericht f. 1886.
Derselbe, Ueber die Kanäle im Humerus der Amnioten. —
Morph. Jahrb. Bd. 12, p. 299 — 305.
U. A. Angaben über das Vorkommen des Can. entepicondyloideus
und des Can. ectepicondyloideus bei den Säugetieren, mit Berück-
sichtigung der fossilen.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 9
Braune, W. und Fischer, 0., Die bei der Untersuchung von
Gelenkbewegungen anzuwendende Methode, erläutert am Gelenk-
mechanismus des Vorderarms beim Menschen. Mit 4 Tfln. — Abh.
Kgl. Sachs. Ges. Wissensch. Bd. 22, p. 313 — 336.
Es wird die kinematische Methode empfohlen.
Cuyer, Ed., Sur un allongement anormal du cubitus et sur la
presence d'un muscle rond pronateur chez un cheval. — Bull. Soc.
d'Anthrop. Paris. Serie IV. T. 10, p. 701 — 704. Mit 2 Fig.
Verf. beschreibt und bildet ab einen Pferde -Cubitus, welcher
fast bis zur Handwurzel verlängert ist und an seinem distalen Ende
nicht verjüngt, sondern etwas verdickt ist. An demselben Tier fand
sich ein überzähliger, dem runden M. pronat. entsprechender Muskel,
welcher sonst dem Pferd fehlt.
(Nach Frank ist der runde Einwärtswender beim Pferde meist
in einen Sehnenzug verwandelt, also wohl bisweilen als Muskel vor-
handen. Ref.)
Ebner, V. v., Sind die Fibrillen des Knochengewebes verkalkt
oder nicht? — Archiv f. mikroskop. Anat. Bd. 29, p. 213 — 236.
Mit 1 Tfl.
Die Untersuchung ausgekochter und verbrannter Knochenschliffe
ergiebt mit Sicherheit die Existenz der Kalksalze ausserhalb der
Fibrillen. Die Fibr. sind durch Zwischenräume verkalkter Substanz
getrennt.
Ernst, A., Ein zweites Beispiel eines patholog. Pacaschädels.
Zool. Jahrb. 2. Bd. 1. Heft, p. 189 — 192.
Verf. beschreibt einen Pacaschädel mit abnorm verlängerten
oberen und unteren Schneidezähnen, giebt Abbildungen aller Backen-
zähne (Kauflächen) und fügt Bemerkungen über die Etymologie des
Wortes „Paca" hinzu (paca = piacar (Guarani) = schuppig gefleckt).
Froriep, August, Bemerkungen zur Frage nach der Wirbel-
theorie des Kopfskelettes. — Anat. Anz. IL Jahrg., p. 815 — 835.
Verf. wendet sich gegen die Gegenbaur'sche Bekämpfung seiner
Ansichten über die Unzulänglichkeit der Wirbelth. des Kopfes.
Gegenbaur, C, Ueber die Malleoli der Unterschenkelknochen.
— Morph. Jahrb. Bd. 12, p. 306.
Verschiedenheit der M. beim Menschen im embryonalen und
erwachsenen Zustand.
Gerstäcker, A., Das Skelet des Döglings (Hyperoodon rostratus
(Pont) ). Ein Beitrag zur Osteologie der Cetaceen und zur vergl.
Morphologie der Wirbelsäule. — Leipzig 1887. Mit 2 Tfln.
Nachdem Verf. in der Einleitung kurz das Erscheinen des Dög-
lings in der Ostsee und die Geschichte des vorliegenden Exemplars
behandelt hat, wird das Skelet besprochen und zwar besonders
Schädel und Wirbelsäule, letztere wiederum in sehr ausführlicher
Weise vom morphologischen Gesichtspunkte aus studirt. Es folgt
dann eine vergl. morphol. Betrachtung der Wirbelsäule bei den
10 Dl". Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Cetaceen und den übrigen Säugetieren, nebst osteol. Untersuchungen
über die Verwandtschaft der Gatt. liyJobates, über Wirbelfortsätze
und Rippen bei verschiedenen Klassen, ein Kapitel über das Skelet
des Archäopteryx und Schlussbemerkungen.
Am Schädel der Döglings ist besonders auffallend die grosse
Flächenentwicklung des Os sphenoides posterius und hauptsächhch
die Massivität der schräg nach unten gerichteten Seitenteile (Flügel-
beine), welche noch über das Ende der Proc. jugulares hinaus
nach unten sich erstrecken.
Das Os jugale verbindet Oberkiefer und Schläfenbeinschuppe
und berührt das Thränenbein nur ganz nebensächhch. Dies Ver-
halten war von C-uvier, Stannius, Flower, Meckel anders (falsch) dar-
gestellt. Ebenfalls werden Irrtümer betreffs der Lacrimalia berichtigt.
Die Lamina transvers. des Siebbeins ist nicht perforirt. Die
Flügelbeine schieben sich so in die Gaumenbeine ein, dass dieselben
in je 2 getrennte Teile zerlegt werden, welche der Lamina horizont.
und perpend. entsprechen.
In dem Kap. über Altersverschiedenheiten des Schädels wird
betont, dass die Höhe des Oberkieferkammes mit zunehmendem Alter
relativ grösser wird, desgl. der Querdurchmesser desselben. Die
Schnabellänge ist bei alten Individuen relativ geringer als bei jüngeren.
Die Wirbelsäule ist ausgezeichnet durch die geringe Zahl der
Wirbel (45) und Rippenpaare (9).
Die Zahl 7, welche sonst von allen Autoren für den verwachsenen
,,Halswirbelcomplex" angegeben wird, ist falsch; letzterer besteht aus
8 Wirbeln. Doch macht die Bildung des 8. dieser verschmolzenen
Wirbel es wahrscheinlich, dass er zu den Brustwirbeln zu rechnen
ist, deren Zahl dann also 10 statt 9 betragen würde (von denen
aber nur 9 Rippen tragen). Bemerkenswert ist, dass am 7. rippen-
tragenden Wirbel sich ein For. transversarium findet, wie es sonst
nur den Halswirbeln zukommt.
Nur die 6 vorderen Rippenpaare besitzen einen Rippenhals, die
3 letzten, welchen das Capitulum fehlt, dagegen nicht. Nach Gerst.
sind die nur den 3 letzten rippentragenden Wirbeln zukommenden
Parapophysen die von den Rippen losgelösten und mit den Wirbel-
körpern verschmolzenen Colla costae. (Analoga bei anderen Cetaceen).
Ebenso sind die Parapophysen der rippenlosen Wirbel mit dem Corpus
vertebrae verschmolzene Rippenhälse. Vertebrae spuriae sind 9 vor-
handen. Bei der Besprechung der an dem untersuchten Skelet nicht
vollständigen Extremitäten wird die sehr geringe Grösse derselben,
besonders der Scapula, hervorgehoben.
Es folgt dann eine vergl. morphol. Betrachtung der Wirbelsäule bei
den Cet. und den übrigen Säugetieren. Besonders werden die ,, Quer-
forts." betrachtet mit einer Abschweifung auf die Crocodilinen. Es
wird die Ansicht Frenkels, dass die Lendenwirbel -Querfortsätze der
Säugetiere identische Bildungen seien, bekämpft und die Gegen-
bauer'sche Anschauung wieder zur Geltung gebracht und durch neue
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. H
Argumente gestützt, dass nämlich die Querfortsätze „morphologisch
verschiedene und nur analog funktionirende Teile" seien (Gerst.).
Genauer untersucht werden folgende Arten:
Tachyglossus hystrix, Macropus rvftis, Pliascolarct. cinereus,
Phase ol om ys fossoy^, Didelphys virginiana; Manis javanica, Myrmecoph.
tamandva (Abweich, von Retzius), Orycteropns aethiop., Bradyp.
tridact., C/ioloepus Hofmanni, Cerv. capreol C. elaph., B. taurus,
Ovis aries, Sus scrofa, E. cabaUus, Hyraw ahyssinicus, F. catus dorn.,
C. lupvs, Otaria honina, M. taxns, Lutra vulg., M. putorius; L. cuni-
culus, Hystriv javan., Cercolabes vill., Hydroch. capyh., Coelog. paca,
Dasypr. aguti., M. cUcumanus, Arv. arvalts, Dipus hirtip., Sciurus
mdg., C. fiher; Otolicnus galago , Lichanotus Indri, Talpa enropaea,
Erinaceus europ. Centetes ecaiuh; Pterop. Edw., Hapale Jacchus,
Cebus cajmc, Mycetes tirs. , Macaciis cynom., Hyloh. Miielleri, Pith.
satyriis, Trogl. gorüla, Tr. niger, Homo sap.
Untersucht wurden alle paarigen Forts, der Wirbel. Für die
Lendenwirbel ergiebt sich, dass die ,, Querforts." bald auf Diapophysen
oder deren Abzweigungen, bald auf Parapoph. zu beziehen sind, also
entweder aus den Neurapophysen oder aus dem Corpus vert. hervor-
gehen. Dies Verhalten wird bei anderen Wirbelt, von den Amphib.
an geprüft.
Ein Kap. über Archaeopteryx bekämpft die Zugehörigkeit der-
selben zu den Vögeln. Speziell ist im Verlaufe der ganzen Wirbel-
säule „auch nicht ein einziges Merkmal nachweisbar, welches als
irgendwie für ein Vogelskelet charakteristisch angesehen werden
könnte oder auch nur auf eine Aehnlichkeit mit einem solchen hin-
wiese." Auch die übrigen Skeletteile, mit alleiniger Ausnahme der
Hinterextr. widersprechen denen eines Vogels.
Nach dieser Abschweifung kommt Verf. wieder auf die Säuget,
zurück. Er sieht in der Wirliels. von Choloopns einerseits und der
Delphinoiden andrerseits die Extreme in den Verhältnissen der
Wirbels, etc. zwischen denen sich die übrigen Säuger in Bezug auf
die paarigen Fortsätze der Wirbelsäule und auf die Rippen bewegen.
Bei CholoejJvs setzen sich alle charakteristischen Eigenschaften
der Brustwirbel auf die folgenden Wirbel fort, bei den Delphinoiden
dagegen nur die an den hinteren Brustwirbeln verbliebenen
Reste. Es gehen demnach entweder „die Diapophysen, nachdem
sie an den hinteren Brustwirbeln allmählich kümmerlicher geworden
sind, mit dem letzten derselben überhaupt gänzlich ein und es
werden dann auf die Lendenwirbel nur noch ihre Abzweigungen
übertragen — oder es setzen sich die Diapophysen, ohne an den
hinteren Brustwirbeln in der Regel eine merkliche Aenderung erfahren
zu haben (wie es z. B. beim Menschen der Fall ist), continuirKch
auf die Lendenwirbel fort, um an diesen in der Richtung nach
hinten sogar sehr allgemein an Längsausdehnung beträchtlich zu-
zunehmen. Es kann aber in vereinzelten Fällen eine gleichzeitige
Ausbildung von Diapoph. und Parapoph. stattfinden, wenigstens an
12 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
den hinteren Lendenwirbeln (so bei Macropvs, Bos, Oins). Das
oft verschiedene Verhalten der Lendenwirbelforts, bei einander ganz
nahe stehenden Gattungen steht in engstem Zusammenhang mit den
in den betr. Fällen ganz verschiedenen Körperbewegungen, welche
bekanntlich bei den zu einer Ordnung vereinigten Gattungen oft
genug direkte Gegensätze erkennen lassen.
Zum Schluss wird das Verhalten der „Rippen" zu den „Quer-
fortsätzen" der Vertebraten studirt, wobei sich ergiebt, dass nicht
nur die bisher für Querforts, und Rippen verwendeten Criterien sich
als hinfällig erweisen, sondern auch, dass gegensätzliche Unterschiede
zwischen beiden überhaupt nicht zu fixiren sind, ein Resultat zu dem
schon Meckel und Rathke gelangten.
Dieses durch die Betrachtung der ausgebildeten Wirbelsäule ge-
wonnene Ergebniss wird durch die Entwicklungsgeschichte gestützt.
Scheinbare Abweichungen bei d. höchsten Vert. deuten auf weitere
Differenzirungen des ursprüngl. Verhaltens, welche z. T. nicht ge-
nügend untersucht worden sind (Vögel, Säuger).
Göldi, E. A., Bemerkungen zur Osteologie des Delphins aus
der Bucht von Rio de Janeiro (Sotalia brasUtensis Ed. van
Beneden). — Zool. Jahrbücher Bd. III, p. 134 — 142.
Verf. berichtigt einige Irrtümer v. Benedens hinsichtlich der
Osteol. von Sofal/a hras. Das Sternum verknöchert vollständig, nicht
nur, wie v. Beneden meinte, im vorderen Teil. Die Zahl der Rippen,
welche v. B. auf 11 angiebt, dürfte diese Zahl überschreiten, da an
2 oder 3 folgenden Wirbeln Gelenkflächen vorhanden sind, welche
vermutlich zur Anheftung von Rippen -Rudimenten dienen. Die
Trennung des Proc. postorbit. und zygomat. scheint ein spezifischer
Charakter zu sein, während v. B. sie für individuell (durch das Alter
bedingt) hält.
Howes, G. B., The morphology of the mammalian coracoid. —
Journal of Anat. and Physiol. Vol. XXI, p. 190—198. Mit 1 Tfl.
Verf. fand am Schultergürtel des Kaninchens etwa 3 Wochen
nach der Geburt einen besonderen Knochen, der schon in der (3.
oder 7. Woche mit Proc. corac. und Scapula verschmilzt. Auch bei
einer Reihe anderer Säuger wurde dieser Knochen festgestellt.
Letzterer entspricht dem Coracoid der Monotremen und niederen
Vertebr. , während der Proc. corac. der höheren Vertebr. dem Epi-
coracoid der Monotremen entspricht.
Lucas, Fred. A. , The rudimentary metacarpals of Bison. —
Science Vol. IX, p. 362.
Metacarp. 2 und 5 finden sich bei B. amertc. und bei B. ei/rop.,
doch ist bei ersterer Art Metacarp. 2 weniger entwickelt als M. 5.
Pfitzner, lieber Hand- und Fussskelette einiger Säugetiere. —
Tagebl. 60. Vers, deutscher Naturf. und Aerzte. Wiesbaden 1887,
p. 251—252.
Elephas afric. juv. mit knorpeligem Prähallux.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 13
Ursus arctos mit „Praeunciforme" am Hinterfuss, Aehnliches bei
Lutra vulg. Keine Sesambeine! Bedeutnng noch nicht klar.
Rijkebusch, P. A. H., Bijdrage tot de kennis der PolydactyHe.
Utrecht 1887.
Roux, W. , Ueber eigenartige Kanäle in recenten und fossilen
Knochen. — Anat. Anzeiger I, No. 11, p. 276.
Derselbe, Ueber eine imKnochen lebendeGruppe von Fadenpilzen
(Mycelites ossifragus). — Zeitschr. f. wissensch. Zoologie. 45. Bd.
1887, p. 227 ff. Mit einer Tafel.
Verf. fand in Knochenschliffen aus einem Rippenstück der
Rhytina Stellen eigentümliche, mit Luft erfüllte runde Kanäle, welche
er ebenfalls an einer gi'ossen Reihe fossiler Wirbel (bis zum Muschel-
kalk abwärts) bemerkte. Verf. entwickelt die Ansicht, dass diese
Kanäle durch Pilzmycelien verursacht worden seien, welche die Fähig-
keit haben, in Knochen und Knorpel einzudringen, und welche nach
dem Tode des Tiers in den Knochen hineingewachsen sind.
Schaff, Ernst, Einige Abnormitäten an Säugetieren. — Zool.
Garten 1887, p. 269—272.
Kurze Mitteilungen über abnorme Gebiss- und Schädelbildung.
Slade, D.D., Osteological Notes. — Science Vol. IX, p. 460 -461.
Nach Slade ist beim europäischen Bison Metacarpus 2 rudimentär,
was beim amerikanischen nicht gefunden wurde. Vergl. Lucas.
Török, A. V., Ueber den Schädel eines jungen Gorilla. Zur
Metamorphose des Gorillaschädels. — Internat. Monatsschr. f. Anat.
und Physiol. Bd. V, p. 137— 176 ff'. Mit 2 Tfln.
Untersucht wird, besonders auch in Rücksicht auf die anthro-
pologische Seite, ein Gorillaschädel, dessen Milchgebiss gerade voll-
endet ist. Während beim jugendhchen Gorilla die Schädelkapsel
wirklich anthropoid ist, wird sie später vom Gesichtsschädel derartig
überwuchert, dass der erwachsene Schädel völlig den bestialen Typus
zeigt. Verf. erwähnt, „dass es sich hierbei nicht etwa um eine
sekundäre Entwicklung des echt tierischen Typus handelt, denn das
tierische Wesen — wenn auch zwar noch in einem jMiniaturbilde —
leuchtet schon beim Gorillafoetus ganz deutlich aus den Gesichts-
zügen hervor."
Tornier, G., Fortbildung und Umbildung des Ellbogengelenks
während der Phylogenesis der einzelnen Säugetiergruppen. — Morph.
Jahrb. Bd. 12, p. 407 — 413.
Muskelsystem. Brooks, H. St. John, Short Muscles of tbe
Anthropoid Apes, with special Reference to the Opponens Hallucis.
With 1 PI. — Journal of Anat. and Physiol. Vol. XXII. Part. I.
p. 107—109.
Brown-Sequard, Recherches sur les mouvements de contraction
et de relächement, en apparence spontanes, qui se produisent dans
les muscles, apres la mort, tant que dure la rigidite cadaverique. —
Comptes rendus Vol. 105. p. 556 — 565.
]4 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Felix, W., Die Länge der Muskelfaser bei dem Menschen und
einigen Säugetieren. Leipzig 1887. (Kölliker's Festschrift).
Verf. fand für die Katze 3,0 — 4,5 cm, selten bis 6,5 cm; Hund
3,0 — 5,0; Kaninchen 6,0 - 7,5 in einigen Fällen 5,0, die längste Faser
aus dem Extensor cruris 8,0; Schaf nur 2,0 — 3,5, wenige 4,o; Schwein
6,0 — 9,0; Rind 4,0 — 13,0 (!). Im Allgem. die Längen bedeutender als
sonst angenommen.
Jacobson, Alex., Zur Lehre vom Bau und der Funktion des
musculus thyreo-arytaenoideus beim Menschen. — • Archiv f. mikr.
Anatomie. Bd. 29. p. 617 — 629. Mit 1 Tti.
Jessopp, W. H., The intra-ocular Muscles of Mammals and
Birds (Abstract of Hunterian Lectures). Lecture L — Ophthalmie
Review Vol. VL No. 67. No. 68.
Kultschizny, N., Ueber die Art der Verbindung der glatten
Muskelfasern mit einander. — Biol. Centralbl. Bd. VII. No. 18.
p. 572—574.
Die glatten Muskelfaserzellen aus der Muscularis des Hunde-
darms sind durch kleine protoplasmatische Brückchen mit einander
verbunden, nicht durch Kittsubstanz. Verf. meint, dass erstere Art
der Verbindung von Zellen, die schon mehrfach nachgewiesen, Adelleicht
überhaupt die einzig regelrechte ist.
Kunst 1er, M. J., Contrib. ä l'Etude de l'Appareil Masticateur
chez les Rongeurs. Notice myologique sur l'Arctomys marmotta. —
Annales des Sciences Nat. Zool. Tome IV. No. 1 — 3 p. 150 ff.
Mit 1 Tfl.
Behandelt besonders die eigentüml. Bewegung der Jncis. gegen
einander. Die Bewegung gegen einander hin Avird durch den Masseter,
speziell ein besonderes Faserbündel desselben bewirkt, die Bewg. aus
einander durch die M. M. mylo-hyoideus, pterygoideus intern, und
extern., zum grössten Teil aber durch den M. transverso-maxillaris.
Jolyet und Chaker übersahen diesen Muskel vollständig (1875 Comptes
rendus . . . Soc. de biologie) und meinten, dass nur der mylo-hyoid.
die Jnc. von einander entfernte (cfr. Windle, Proc. Z. S. 1887. p. 53).
Laborde, J.-V., Modifications de la temperature liees au travail
musculaire. L'echauffement primitiv du muscle en travail est in-
dependant de la circulation. — Comptes r. hebd. Soc. Biologie Tome 4.
Serie 8, p. 304 — 306.
Mac Cormick, Alex., The myology of the limbs of Dasyurvs
vioerrinus. — Journal Anat. Phys. Vol. XXI. (Oct. 86), p. 103 — 137
und 199—226. Mit 2 Tön.
Eingehende Untersuchung und Beschreibung der Gliedmafsen-
Muskulatur von Das. viv., z. T. verglichen mit Phalang. vulp. Erster
Teil Oct. 86 erschienen.
Manouvrier, L., La platycnemie chez l'homme et chez les
Singes. — Bull. Soc- d'Anthrop. Paris. Serie 4. Tome 10, p. 128
bis 135.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 15
Verf. untersucht die Platycnemie beim Menschen und berührt
zum Schluss diese Erscheinung bei anthropoiden Afifen. Der Orang-
Utan ist durchaus nicht platycnemisch, während es bei dem Gorilla
der Fall ist. Die Platycnemie des Gorilla ist jedoch anatomisch und
physiologisch von der des Menschen verschieden.
Marey, Recherches experimentales sur la morphologie des
muscles. — Comptes rendus Bd. 105, p. 446 — 451.
Anpassung der Muskeln an ihre Funktionen. Wenn sich letztere
ändern, so thun dies auch die Muskeln in Bezug auf Länge etc.
(Kaninchen mit abgetragenem Calcaneus etc.)
Pilliet, A. , Note sur l'aspect des Champs de Cohnheim dans
les Fibres Musculaires striees chez l'Adulte. — Bull, de la Soc.
Zool. de France. Vol. XII. 1887, p. 145—149.
Die Untersuchung der Cohnheim'schen Felder gestattet normale
Muskelfasern von entarteten zu unterscheiden.
Podwyssozki, W., jun. , Ueber die Beziehungen der quer-
gestreiften Muskeln zum Papillarkörper der Lippenhaut. — Arch. f.
mikr. Anatomie. Bd. 30, p. 327 if. Mit 1 Tfl.
Enger Zusammenhang von Muskelfibrillen mit dem Epithel.
Ferner Nachweis direkter Continuität zwischen primitiven Muskel-
und Sehnenfibrillen. Physiol. Bedeutung der Beziehung der quer-
gestreiften Muskeln zum Papillenkörper beruht in der Mimik der
Lippen (Kaninchen), sowie in indirekter vasomotorischer Wirkung
auf die Capillaren der Papillen.
Ranvier, L, , Des muscles rouges et des muscles blancs chez
les Rongeurs. — Comptes rendus . . . Vol. 104, p. 79 — 80.
Kurze Notiz über das Vorkommen roter und weisser Muskeln
bei simplicidenten und duplicidenten Nagern. Der Hase hat z. B.
nur rote, das Kaninchen (wild und zahm) wie das Wasserschwein
rote und weisse Muskeln. Doch zeigen einige Muskeln des Hasen,
welche den weissen M. des K. entsprechen, die Struktur weisser Muskeln.
(In den roten Muskeln finden sich in den Primitivbündeln zahlreiche
Kerne, welche in Reihen angeordnet sind.)
Ravn, Ed., Vorl. Mitteilung über die Richtung der Scheide-
wand zwischen Brust- und Bauchhöhle in Säugetier-Embryonen. Biol.
Centralbl. VII. Bd. No. 14. p. 4-25—427.
Rex, H., Ein Beitrag zur Kenntniss der Muskulatur der Mund-
spalte der Affen. — Morph. Jahrb. Bd. 12, p. 275 — 285. Mit 1 Tfl.
Bei den Affen in Bezug auf die Muskulatur der Mundspalte
grosse Aehnlichkeit mit dem Menschen, doch weniger scharf diffe-
renzirt. Ein untersuchter Prosimier zeigte hinsichtlich des Bucci-
natorius ein ganz abweichendes Verhalten.
Rosa, Vit., Preparato dei muscoK faringei di un asino, nel
quäle osservasi un muscolo sopranumerario. Modena 1887. (Estr.
d. Atti Soc. dei Nat. Modena).
D er selbe,Un muscolo sopranumerario della regione faringea delF
asino: nota. — Estr. della Rassegna di scienze mediche, Anno II.No.3.
16 Dr. Ernst Schaff: Bericht üher die Leistungen
Roiiget, Charles, Les derniers manifestations de la vie des
muscles. — Comptes rendus Vol. 104. p. 1017.
Nach dem Tode, wenn die Muskeln auf Induktionsströme etc.
nicht mehr reagiren, zeigen die Fibrillen noch gewisse Irritabilität
in Gestalt eigentümlicher Contraction auf gewisse Reize hin.
Rüge, G. , Untersuchungen über die Gesichtsmuskeln der
Primaten. Mit 8 Tfln. Leipzig 1887.
Ders., Die vom Facialis innervirten Muskeln des Halses, Nackens
und des Schädels eines jungen Gorilla (,, Gesichtsmuskeln") — Morph.
Jahrb. Bd. 12. p. 459 — 529. Mit 1 Tfl.
Diese Arbeit bildet einen Nachtrag zu den ,, Unters, über die
Gesichtsmuskeln der Primaten".
Windle, B. C. A., On the Adductor Muscles of the Hand. —
Proc. Birmingham Philos. Soc. V. p. 377 — 397.
Nervensystem. Amstein, C, Nikita Lawdowsky, Ueber die
Fortsätze der Nervenzellen in den Herzganglien. — Archiv f. mikr.
Anatomie. Bd. 29. p. 609—616. Mit 1 Tfl.
Beschreibung einiger von N. L. angefertigter Präparate aus der
Vorhofsscheidewand, woraus der Beweis erbracht wird, ,,dass die
Forts, der Nervenzellen in der Vorhofsscheidewand mit der Muskulatur
zusammenhängen."
Beaunis, Prcsentation d'un lapin (arrachement du facial). —
Comptes r. hebd. Soc. Biologie Tome 4. Serie 8. p. 205 — 206.
Bemerkung über ein Kaninchen mit exstirpirtem linken N.
facialis.
Beevor, Ch. E., and Horsley, V., A further minute Analysis
by Electric Stimulation, of the so called Motor Region of the Cortex
Cerebri in the Monkey (Mac. sinicus). — Abstract. Proc. Royal Soc.
London. Vol. XLIL p. 483.
Brown-Sequard, Faits montrant que c'est parce que le bulbe
rachidien est le principal foyer d'inhibition de la respiration qu'il
semble etre le principal centre des mouvements respiratoires. —
Comptes r. hebd. Soc. Biologie. 4 Tome. Serie 8. p. 293 — 296.
Derselbe, Fait nouveau ä l'appui de la theorie d'apres laquelle
l'anesthesie, dans le cas de lesion partielle de la moelle epiniere,
depend non d'une section de conducteurs, mais d'une Inhibition. — ■
Comptes r. hebd. Soc. Biologie Tome 4. Serie 8. p. 238 — 239.
Derselbe, Sur l'existence dans chacundeshemispherescerebrauxde
deux series de fibres capables d'agir sur les deux moities du corps,
soit pour y produire des mouvements, soit pour determiner des
phenomenes d'inhibitoires. — Comptes rend. hebd. Soc. Biologie.
4 Tome. Serie 8.
Dupuy, Eugene, Des mouvements provoques par Irritation
electrique des cerveaux de differents mammiferes. — Comptes r.
hebd. Soc. Biologie. Tome 4. Serie 8. p. 274.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 17
— Reflexe de la moelle du chien; discernement. — Comptes
r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4. Serie 8. p. 210— 111.
Kurze Notiz über Reflexbewegungen beim Hund mit teilweise
exstirpirtem Gehirn. Rückenmark, Medulla obl., Pons Var. und
Pedunculi blieben unversehrt. Es zeigte sich oft allgemeine Muskel-
starre, doch traten hierbei noch Reflexerscheinungen auf, z. B. bei
Reizung der Gastroknemien eines Hinterbeins.
Eberstaller, Zur Anatomie und Morphologie der Insula Reilii.
— Anat. Anz. E. Jahrg. p. 739—750. Mit 2 Abbildungen.
Enthält Genaueres über die J. R. des Menschen.
Exner, Sigm. , und Paneth, J., Das Rindenfeld des Facialis
und seine Verbindungen bei Hund und Kaninchen. Mit 1 Holzschn. —
Archiv f. d. ges. Physiol. Bd. XLI, p. 349—358.
Flesch, M., Versuch zur Ermittlung der Homologie der Fissura
parieto-occipitalis bei den Carnivoren. — Festschr. A. v. Kölliker
gewidmet. Mit 1 Tfl. Leipzig 1887.
Verf. untersucht einige Aßen, Unvs arcto-<< und andere Carnicorcn.
Die Parieto-occipitalspalte erreicht bei den niedern Aöen ihre grösste
Ausdehnung auf der Convexität des Gehirns. Am Gehirn des Bären
ist sie als Abzweigung der mittleren Bogenfurche angelegt. Am
Carnivorengehirn mit vollständiger Ausbildung der 3 Bogenfurchen
fehlt sie. Ihre Ausbildung steht in direkter Wechselbeziehung zu
dem Schwinden der oberen Bogenfurche, zu der Umbildung eines
Teils derselben zur Centralspalte und zu einer Rückbildung des Sul-
cus cruciatus.
Guldberg, Gustav A., Bidrag til Insula Reiliis Morphologie. —
Vid. Selsk. Forh. Christiania 1887. Mit 2 Tfln.
Derselbe, Zur Morphologie der Insula Reilii. — Anat. Anz.
II. Jahrg. p. 659ff". Mit 3 Fig.
Vergleich der Hirn -Insel des Menschen und der Artiodaktylen.
Indce, Action du Systeme nerveux sur la production de la salive.
— Comptes rendus Vol. 105, p. 893 — 895.
Julin, Charles, De la signification morphologique de l'epiphyse
(glande pineale) des vertebres. Avec 3 pl. (Suite et fin). — Bull,
scientif. du Nord de la France et de la Belgique. Serie II, 1887.
No. 3, 4.
Kasem-Beck, Ueber das Vorkommen von Ganglien und ein-
zelnen Nervenzellen auf den Herzventrikeln des Menschen, der Säuge-
tiere und der Vögel. — Centralbl. f. d. med. Wissensch. 1887. No. 42.
Koneff, Helene, Beiträge zur Kenntniss der Nervenzellen in
den peripheren Ganglien. — Mitt. naturf. Ges. in Bern. No. 1143
bis 1168, p. 13—44.
Untersuchungen an den Spinalganglien und dem G. Gasseri von
verschiedenen Säugetieren (Kalb, Schwein, Pferd, Katze, Fuchs, Kanin-
chen, Aife etc.) ergaben, ,,dass an den normalen Ganglienzellen
Strukturverschiedenheiten bestehen, welche eine ungleiche Neigung
Aich. f. Natuigesch. Jaliig. 1888. Bd. U. H. 1. 2
18 Dl'- Ernst Schaff: Beriebt über die Leistuugen
zur Imprägnation mit gewissen Farbstoffen und eine Ungleichheit des
Aussehens an den postmortal veränderten Zellen bedingen" (chromo-
phile und chromophobe Zellen). Entwicldungs-, Senescenz- und
vielleicht Funktionsveränderungen beeinflussen die Beschaffenheit
dieser Zellen.
Kowalenskaja, Katharina v., Beiträge zur vergl, mikroskop.
Anatomie der Hirnrinde des Menschen und einiger Säugetiere. Mit
1 Tafel. — Mitt. naturf. Ges. Bern. No. 1143— 11 G8, p. 59 ff.
Es wird die Hirnrinde von Mensch, Affe, Hund, Katze unter-
sucht und constatirt, dass bestimmte, physiologisch vergleichbare
Stellen eine übereinstimmende Struktur zeigen, so besonders im Occi-
pitallappen. Die Abgrenzung verschiedener Strukturen ist an ge-
wissen Stellen scharf, so zwischen Occipital- und Parietallappen. Der
Grund dieses Verhaltens wird nicht untersucht.
Labor de, J. V., Contrib. ä l'etude des phenomenes reflexes.
Les reflexes adaptes et defensifs chez les mammif., d'apres un nouveau
dispositif experimental. — Comptes r. hebd. Soc. Biologie Tome 4.
Serie 8, p. 65 — GS.
Unters, über Reflexbewegungen bei Meerschw. und Katzen mit
abgetragenen Hemisphären. Erhöhte Reflex-Erregbarkeit der Tiere.
Lothringer, Sig., Ueber die Hypophyse des Hundes. — Mitt.
naturf. Ges. Bern. No. 1143—1168. p. 45—58.
Es werden im Epithelteil zwei nach Grösse und Verhalten gegen
Farben verschiedene Zellformen nachgewiesen, deren eine in ihren
Reaktionen mit den colloiden Inhaltsmassen der Cystenräume der
Hypophyse übereinstimmt. Da sich unter Umständen chromophile
Zellen in colloide Massen umwandeln, so schliesst Verf. für den vor-
liegenden Fall, dass möglicherweise die chromophilen ZeUen ein
Sekret absondern, welches von den Hohlräumen, deren Wandung
keine chromophilen Zellen enthält, resorbirt wird.
Meynert,Theod. , Die anthropologische Bedeutung der frontalen
Gehirnentwicklung, nebst Unters, über den Windungstypus des Hinter-
hauptlappens der Säugetiere. — Jahrb. f. Psychiatrie. 1887.
Müller, Joh., Anatomie des Chimpansegehirns. — Arch. f.
Anthrop. Bd. 17. p. 173—187. (3. Vierteljahrsheft 1887). Mit 2 Tfln.
Verf. beschreibt die äusseren Formverhältnisse, die Furchen und
Windungen, Nerven und Gefässe, und giebt eine Darstellung der in
der Tiefe befindlichen Teile nach Präparation derselben.
Osborn, Henry F., The Origin of the Corpus callosum, a con-
tribution upon the cerebral commissures of the Vertebrates. Part. II.
Mit 1 Tfl. u. 5 Holzschn. — Morph. Jahrb. Bd. 12. p. 530—543.
Ausser Vertretern der übrigen Wirbeltierklassen wurden von
Säugetieren Schaf- und Känguruh -Embryonen untersucht. Wie die
vordere Commissur besteht auch das Corp. call, aus 2 Teilen, einer
vorderen Partie (frontal di\dsion) und einer hinteren, der commissura
cornu ammonis. Bei den niederen Säugern ist letztere so gross oder
in der Naturgeschichte der Sängetiere während des Jahres 1887. 19
grösser als die vordere Partie, welche dagegen bei den höheren
Ordnungen an Grösse bei weitem überwiegt.
Paterson, A. M., The limb plexiises of mammals. — Journal
of Anat. and Physiol. Vol. XXI. p. 611—634. Mit 1 Tfl.
Verf. beschreibt zunächst die Nervengeflechte von Atherum
fasciculata, und. behandelt dann vergleichend mit jenen Koala, Ratte,
Kaninchen, Meerschweinchen, Katze, Kameel, Streifengnu, Kapuziner-
affen und Hulman. Zum Schluss wird kurz behandelt Homologie
der Spinalnerven, Ursprung der Säugetier- GHedmassen und Bildung
der Nervengeflechte.
Pitres, A., et Vaillard, L., Troubles trophiques developpes
sur les pieds d'un cobaye consecutivement ä des injections d'ether
pratiquees au voisinage du tronc du nerf sciatique. — Comptes r.
hebd. Soc. Biologie. T. 4. S. 8. p. 365—367.
Rabl, Karl, Ueber das Gebiet des Nervus facialis. — Anat.
Anz. IL Jahrg. p. 219-227.
Schäfer, E. A. , Ueber die motorischen Rindencentren des
Affengehirnes.- — Beitr. Phys. Carl Ludwig gewid. Leipzig 1887.
p. 269—286. Mit 5 Abbildg.
Schiefferdecker, P., Beiträge zur Kenntniss des Baus der
Nervenfasern. — Arch. f. mikr. Anatomie. Bd. 30. p. 435 — 494.
Mit 1 Tfl.
Verf. fand an centralen Fasern sowohl Lantermann'sche Ein-
kerbungen als auch Ranvier'sche Schnürringe. Die Boveri'sche Ein-
teilung der Nervenfasern wird darauf hin verworfen. Die Schwann'sche
Scheide fehlt den centralen Fasern etc. etc. Unters, von INIarkscheide,
Schwann'scher Scheide und Achsencylinder führen zur Bekämpfung
der Theorien von Ranvier und Boveri über die Bildung und Be-
schaffenheit der Markscheide und die Bedeutung der Kerne.
Stowell, T. B., The facial nerve in the domestic cat. — Proc.
American Philos. Soc. 1887, p. 8 ff.
Giebt nach Anführung der SjTionymie, der anatomischen und
der physiologischen Charaktere eine Spezialb eschreibung des N. facialis,
sowie ein Diagramm.
Tangl, Franz, Zur Histologie der gequetschten peripherischen
Nerven. — Arch. f. mikrosk. Anatomie. Bd. 29, p. 464 — 470. Mit
1 Tafel.
Der Axencylinder ist ein mindestens festweicher, vielleicht auch
elastischer Bestandteil der Nervenfaser.
Theodor, Fritz, Das Gehirn des Seehundes (Phoca vitulina).
— Ber. Naturf. Ges. Freiburg. HL Bd. 1. Heft. Mit 3 Tfln.
Trzebinski, Stanisl, Einiges üb. die Einwirkung der Härtungs-
methoden auf die Beschaffenheit der Ganghenzellen im Rückenmark
der Kaninchen und Hunde. — Virchow's Archiv. Bd. 107, p. 1 — 17.
White, W. H., On the Histology and Function of the Mammalian
Superior Cervical Ganglion. — Journal of Physiology VIII, p. 66 — 78.
2*
20 I^i'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Sinnesorgane. Bulle, H., Beiträge zur Anatomie des Ohres. —
Arch. f. mikr. Anatomie. Bd. 29, p. 237 — 264. Mit 1 Tfl.
Form, Epithel und Drüsen der Paukenhöhle, sowie drüsenähn-
liche Anhänge des Sacculus.« In der Paukenhöhle des Menschen
finden sich ,, Drüsen," welche der Verf. Crypten zu nennen vor-
schlägt, da ihr Epithel von dem der Paukenhöhlenoberfi. nicht ver-
schieden ist.
Claeys, Georges, De la Region ciliaire de la retine et de la
zonule de Zinn. — Archives de Biologie tome 8, p. 623 — 646. Mit
5 Tafeln.
Verf. beschreibt kreisförmige Fasern (fibres circulaires) in der
Zonula Zinnii und weist die Nichtexistenz des sogen. Petit'schen
Kanales nach.
Drasch, 0., Untersuchungen über die Papillae foliatae et circum-
vallatae des Kaninchen und Feldhasen. Leipzig 1887. Mit 8 z. T.
color. Tfln.
Ficalbi, Eug., Sulla ossificazione delle capsule periotiche nell'-
uomo e negli altri mammiferi. — (Estr. d. Atti della R. Accademia
med. di Roma XIII. Ser. IL Vol. III.
Untersuchungen über die Ossifikation der Gehörkapsel.
Gelle, Physiologie du limagon. — Role du limagon osseux. —
Etüde experimentale. — Comptes r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4.
Serie 8, p. 211—219.
Gradenigo, G. , Die embryonale Anlage des Mittelohres: die
morphol. Bedeutung der Gehörknöchelchen. — Mittigen. d. embryol.
Inst. Wien 1887, p. 85 — 232. Mit 5 Tfln.
Verf. stellt eingehende Untersuchungen über das Mittelohr von
Embryonen des Menschen und der Katze an, vergleicht seine Re-
sultate mit denen früherer Autoren und kommt endlich zu folgenden
Sätzen:
I. Bei Menschen und höheren Wirbeltieren tragen drei Elemente
bei, die Gehörknöchelchenkette zu bilden, nämlich a) mandibu-
lares (Hammer und Ambos\ b) hyoidales (Annulus stapedialis),
c) periotisches Element (Lamina stapedialis). Der Stapes geht
aus der Verschmelzung der zwei letzteren Elemente hervor.
IL Die drei die Gehörknöchelchenkette zusammensetzenden Elemente
können bei der Mannichfaltigkeit der morphol. Typen bei den
verschiedenen Familien der Säugetiere und bei den übrigen
Wirbeltieren verfolgt werden.
III. Die tubo-tympanale Höhle geht aus dem seitlichen Räume her-
vor, welcher zwischen den zwei ersten Kiemenbogen und der
Schädelbasis entsteht.
Hache, Edmond, Sur la structure de la choroide et sur l'ana-
logie des espaces conjonctifs et des cavites lymphatiques. — Comptes
rendus . . . 1887. Vol. 104, p. 1014 — 1017.'
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 21
Hache, Edmond, Sur la structure et la signification mor-
phologique du corps vitre. — Comptes rendus 1887. Bd. 105.
p. 132—135.
Der feste Teil des Corp. vitr, ist stark hygrometrisch und bildet
ein System anastomosirender Bindegewebsfasern. Das Corp. vitr. ist
eine modificirte ,,gaine lamelleuse".
Mattliiesen, Ludw., Ueber den physikalisch optischen Bau
des Auges von Cervus alces mas. — Pfiüger's Arch. f. d. ges. Physiol.
Bd. 40, p. 314 — 323. Mit 1 Tfi.
Russell, W. J., The sense of smell in dogs. — Nature 1887.
Vol. XXXVI. p. 317.
Ein Hund findet einen Gegenstand vermittelst des Geruchsinns,
selbst wenn der Geruch des betr. Gegenstandes durch andere starke
Gerüche verdeckt ist.
Schwalbe, G., Ueber die Glomeruli arteriosi der Gehörschnecke.
— Anat. Anz. IL Jahrg. p. 93—96.
Verf. constatirt, dass die von ihm als GlomeruH Cochleae be-
zeichneten Gebilde schon früher von Winiwarter und Toldt gesehen
wurden.
Tartuferi, F., SulF anatomia della retina. — Internat.
Monatsschr. f. Anat. u. Phys. Bd. IV. p. 421—441. Mit 2 Tfln.
Zaluskowski, K., Bemerkungen über den Bau der Bindehaut.
— Arch. f. mikr. Anatomie. Bd. 30. p. 311—323.
Behandelt hauptsächHch die Drüsen der Conjunctiva. Die An-
häufung von Lymphzellen wird als pathologischer Vorgang aufgefasst.
Granulirte Plasmazellen bei Mensch und Tieren, ihre Function nicht
erkannt.
Tuckermann, The tongue and gustatory organs of Mephitis
mephitica. — Quart. Journ. Micr. Sc. Vol. 28, p. 1 ff.
Zuckerkandl, E., Das periphere Geruchsorgan der Säugetiere.
Mit 19 Holzschn. u. 10 Hth. Tfln. Stuttgart 1887.
Oefässsystem. Chiarugi, Giulio, Appunti da servire alla
storia del sistema delle vene azigos dei Mammiferi. — Atti Soc.
Toscana Sc. Nat. Pisa. Proc. Verb. Vol. 5. p. 187—194. Mit 3 Fig.
Fredericq Leon, La pulsation du coeur chez le chien. —
Archives de Biologie T. VIII. p. 497—622.
Halliburton, W. D., On the Haemoglobin Crystals of Rodent's
Blood. — Quarterly Journal Micr. Science. Vol. XXVIII. Part. 1.
p. 181—201.
Hochstetter, Ferd. , Ueber die Bildung der hinteren Hohlvene
bei den Säugetieren. — Anat. Anz. IL Jahrg. p. 517 — 520. Mit
2 Abbüdg.
Laffont, Marc, Contributions a l'etude des excitations electriques
du myocarde chez le hicen. — Comptes rendus Vol. 105. p. 1092
bis 1095.
22 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Richters, B. M., The Relative Size of the Red Blood Corpuscles
and Brain. — Joiirn. Cincinnati Soc. Nat. Hist. X. p. 27 — 33.
Rojecki, F., Note siir des plexus arteriels observes chez les
Makis et les Singes. — Comptes r. Soc. Biol. Paris Serie 8. Tome 4.
p. 541 u. 542.
Waller, Augustus, et Reid, Waymouth, Etüde sur la con-
traction du coeur excise chez les animaiix mammiferes. — Comptes
rendus. — 1887. p. 1547—1549.
Waller, A., und Reid, W., On the Action of the excised
Mammalian heart. With illustr. — Philos. Trans. 1887.
Yerdauuugs- Orgaue. Abbot, J., Teeth of Rabbits. — Dental
Cosmos. Philadelphia. Vol. 29. p. 605—616.
Allen, G. S., Enamel and dentine. Some thoughts on the new
theory concerning their striicture. — Am. Month. Micr. Journ. Vol. 8.
p. 171—172.
Baraldi, G., Alcime ricerche contribuenti alla conoscenza della
tavola triturante o macinante dei denti mascellari negli Equidi. —
Atti Soc. Toscana Sc. Nat Pisa. Vol. VIII. Fase. II, p. 343—441.
Mit 3 Tfln.
Behandelt eingehend die Entwicklung und Form der Backen-
zähne der Equiden, vergleicht sie unter einander bei gleichen Arten,
sowie bei verschiedenen Gattungen, Arten und Rassen. Unter-
schiede zwischen Pferd und Esel: Verhältniss der Gesammtlänge der
Pm zu den M, Längs- und Querdurchmesser der einzelnen Zähne etc.
(Ob genügend zahlreiches Material untersucht? Ref.)
Bayliss, W. M., and Bradford, J. R., The electrical phenomena
accompanying the process of secretion in the salivary glands of the
dog and the cat. — Internat. Monatsschr. f. Anatomie und Physiol.
Bd. IV, p. 109 — 111 u. 117 — 136.
Brunn, A. v. , Ueber die Ausdelmung des Schmelzorgans und
seine Bedeutung für die Zahnbildung. — Arch. f. mikrosk. Anatomie
Bd. 29, p. 367—383. Mit 2 Tfln.
Die Mahlzähne von M. decumanus sind im unentwickelten Zu-
stand auch an den später schmelzfreien Stellen ihrer Oberfl. von
Schmelzepithel bedeckt. Aehnlich sind die Nagezähne in ihrem unteren
Teil allseitig von Schmelzepith. umgeben. Verf. schreibt demselben
Bedeutung für die Bildung der Form des Zahnes zu. Dasselbe gilt
für die Wurzeln der einwurzeligen Zähne (Kalb, Hund, Katze), sowie
für die der Kaufläche abgewendete Fläche der Krone und die Wurzeln
der Mahlzähne (Ratte, Hund, Katze). — Kritik der Ansichten von
L. Loewe und Mac Gillavry.
Davidoff, M. v,, Untersuchungen über die Beziehungen des
Darmepithels zum lymphoiden Gewebe. — Archiv f. mikroskop. Anat.
Bd. 29, p. 495—525. Mit 2 Tfln.
Verf. untersucht die Beziehungen von in den Epithelzellen des
Darmes befindlichen leucocytenähnhchen Körpern zu den Epithel-
in der Naturgeschichte der Säugetiere wäkrend des Jahres 1887. 23
Zellen und zum lymphoiden Gewebe. Die Basalmembran der Darm-
schleimhaut ist nach v. D. ein Complex der an einander gelagerten
vielleicht mit einander anastomosirenden, fadenförmigen basalen Aus-
läufer der Epithelzellen. Die Basalmembran gehört als vermittelnde
Zone sowohl dem Epithel als auch der adenoiden Substanz an. Durch
das Studium der Primär- und Sekundärkerne der Epithelzellen kommt
Verf. zu dem Schluss, dass zwischen den Leucocyten und dem Epithel
genetische Beziehungen vorliegen; die L. schnüren sich von den kern-
haltigen Fortsätzen der Epithelzellen ab, die Sekundärkerne der
letzteren werden Kerne der L. Beziehung der Epithelzellen resp. der
Leucocyten zur Nahrungsaufnahme. Gegensatz zu Stöhr's Ansichten.
Ellenberger, W., und Hofmeister, V., Die Verdauung der
Haussäugetiere. — Thiel's Landw. Jahrbücher. Bd. 16, p. 201 ff.
Gruenhagen, A., Ueber Fettresorption im Darme. — Anat.
Anz. n. Jahrg., p. 424 — 425.
Derselbe, Ueber Fettresorption im Darme. — Anat. Anz.
n. Jahrg., p. 493 — 495.
Bei saugenden Hündchen findet wie bei saugenden Kätzchen
interepitheliale Resorption statt (bei Mäusen intraepith.)
Derselbe, Ueber Fettresorption und Darmepithel. — Arch. f.
mikr. Anatomie Bd. 29, p. 139—146. Mit 1 Tafel
Nur die Zellen des mit Basalsaum versehenen Cylinderepithels
der Darmoberfläche sind mit der Resorption des Fettes betraut, die
lymphoiden Wanderzellen dagegen nehmen durchaus nicht an dieser
Thätigkeit teil.
F. Lataste, Etüde de la dent canine appliquee au cas presente
par le genre Daman et completee par les definitions des categories
de dents communes ä plusieurs ordres de la classe des Mammiferes.
— Z. Anz. 1887. No. 251 u. 252.
Es wird nachgewiesen, dass der erste Zahn im Oberkiefer als
Canin. anzusehen ist und dass die bisherige Annahme, der Daman
habe oben jederseits 2 Schneidez. falsch ist. Der angebl. 2. Jnc. ist
der definitive, welcher nicht aus derselben Alveole emporwächst wie
der Milchzahn, sondern neben diesem, und eine Zeitlang neben diesem
sichtbar ist.
Hauptarbeit: Sur le Systeme dentaire du genre Daman in
Annali del Museo civico di Genova 1886.
Und: Bull. Scientif. dep. du Nord Vol. 9. No. 9—10. p. 348
bis 349.
Malassez, L. , Sur la structure du ,,gubernaculum dentis" et
la theorie paradentaire. — Comptes r. Soc. Biol. Paris. Serie 8.
Tome 4. p. 416—418.
Verf. beschreibt das gub. dent. bei 3jährigen Kindern und macht
besonders auf eigentümliche Epithelzüge aufmerksam, welche das
gub. durchziehen, hauptsächlich in den inneren Teilen. Sie setzen
sich in das Schmelzorgan fort.
24 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Miink, H., Untersuchimgen über die Schilddrüse. — Sitzungsber.
Kgl. Pr. Akademie d. Wissensch. 1887. IL Halbband. p. 823 — 848.
Exstirpation der Schilddrüse bedingt beim Hunde keinerlei
Störung im Befinden und Verhalten. Ueble Folgen bei Schilddrüsen-
Exstirpation sind von andern Schäden abhängig, welche mit der
Exstirp. verknüpft sind. Dasselbe gilt von der Katze und dem
Affen. P]s folgt daraus, dass die Schilddrüsenfunktion nicht lebens-
wichtig, nicht für das Leben unentbehrlich ist.
Pohlig, Lieber die Sjjitze eines sehr jugendHchen permanenten
Stosszahnes von Elephas 'primiqenins. — Sitzungsber. Niederrhein.
Ges. Bonn 1887. p. 254.
Auffallender Weise zeigt der Stosszahn Spuren von Schmelz-
bedeckung.
Ranvier, L. , Etüde anatomique des Glandes connues sous les
noms de Sous-Maxillaires, et Sublinguale chez les Mammiferes. —
Trav. Laborat. d'Histol. Coli, de France 1886/87. p. 31—64. Mit
Abbildgen.
Walley, Thomas, The Colon of the Horse, its Disease and
Derangements. — Journal of Comp. Med. 1887. p. 363 — 367.
Windle, C. A, and Humphreys, J. , Extra Cusps on the
Human Teeth. — Anat. Anz. H. Jahrg. p. 13 — 16. Mit Abbildg.
Behandelt überzählige Zahnhöcker beim Menschen unter Berück-
sichtigung einiger Säugetiere. (Diese Beispiele ziemlich willkürlich
gewählt. Ref.).
Windle and Humphreys, John, On man's lost incisors. —
Journal of Anat. and Physiol. Vol. XXL p. 84 ft\
(Referat in Rep. Brit. Assoc. Adv. Science 1887).
Durch das Studium abweichender Gebissbildungen beim Menschen
(supplemental teeth, supernumerary teeth etc.) gelangen die Verf. zu
folgenden Schlüssen: Ursprünglich besass der Mensch 6 Schneide-
zähne oben und unten. Der verloren gegangene Jnc. ist J3. Dieser
Verlust rührt von der geringeren Entwicklung der Kiefer bei höher
civilisirten Menschen gegenüber weniger civihsirten. Gegenwärtig
beginnt J, beim Menschen zu schwinden, wenigstens oben. Die bis-
weilen vorkommenden konischen überzähligen Zähne beruhen auf
Rückschlag in eine primitive Zahnform.
Athmungsorgane. Aducco, Vittorio, Espirazione attiva ed
inspirazione passiva. — Atti R. Acad. Sc. Torino Vol. XXH, p. 516
bis 538.
Bewley, Henry, On the changes produced in the lungs of sheep
by a parasitic worm (Strongylus filaria)T — Journal of Anat. and
Physiol. Vol. XXI, p. 374 — 377. Mit 1 Tfl.
Histologische LTntersuchung der durch Streng, fil. in Schaflungen
erzeugten Knötchen nebst Bemerkungen über Organisation und Lebens-
weise des Wurms.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 25
Fredericq, Leon, Recherches siir la respiration et la circu-
lation. 2nie Article — La courbe plethysmographique du cerveau du
cliien. — Archives de Biologie. Tome VI, p. 65 — 102. Mit Holzschn.
Kostanecki, Casimir v.. Die pharyngeale Tubenmündung und
ihr Verhältniss zum Nasenrachenraum. — Arch. f. mikr. Anatomie.
Bd. 29, p. 539 — 592. Mit 2 Tfln.
Marckwald, Max, Die Athembewegungen und deren Inner-
vation beim Kaninchen. — Zeitschr. f. Biologie. 23. Bd. p. 149
bis 283.
Verf. weist nach, dass die Athemcentra (ein Inspirations- und
ein Exsp. centrum) im verlängerten Mark liegen, automatisch thätig-
und reflectorisch erregbar sind. Die normale rhythmische Athmung
ist ein reflectorischer Akt, vornehmlich ausgelöst durch die Nn. vagi,
welche die Athmung regulieren. Auch die oberen Hirnbahnen sind
für die Auslösung der rhythmischen Athmung von Bedeutung. Der
Blutreiz beeinflusst die Athmung nicht, Tiere athmen nach dem Ver-
bluten noch weiter. Ebenso geht die rythmische A. nach Exstirpation
der Lnngen weiter u. s. w.
Schwabach, Ueber die Bursa pharyngea. — Arch. f. mikr.
Anatomie. Bd. 29, p. 61—74. Mit 2 Tfln.
Eine B. ph. , d. h. ein beuteiförmiger Anhang des Schlundkopf-
gewölbes in der Region des adenoiden Gewebes, kommt normal beim
Menschen nicht vor, doch findet sich in der Mitte des hinteren Teils
der normalen Rachentonsille eine einfache Einstülpung der Schleimhaut.
Exkretionsorgane. Benda, C. , Ein interessantes Struktur-
verhältniss der Mäuseniere. — Anat. Anz. IL Jahrg., p. 425.
An Schnitten durch die Niere von Mus musc. lässt sich sehr gut
der Uebergang zwischen Tubulus contortus und Glomeruluskapsel
demonstriren.
Charrin et Roger, G. H., De la toxicite urinaire chez divers
animaux; influence du jeune et du regime lacte. — Comptes r. hebd.
Soc. Biologie. Tome 4, Serie 8, p. 145 — 148.
Unters, über die Giftigkeit des Harns von Kaninchen, Meer-
schwein und Hund, unter verschiedenen Ernährungsweisen.
Oertel, Ueber die Bildung von Bürstenbesätzen an den Epithelien
diphtherisch erkrankter Nieren. — Arch. f. mikr. Anatomie. Bd. 29,
p. 525—532. Mit 1 Tafel.
Verf. sieht in dem vorKegenden Fall einen rein pathologischen
Vorgang, hervorgerufen durch Aufnahme des diphtherischen Giftes.
Fortpflanzuugsorgane. Baraldi, Giovanni, Apparato fem-
minile della generazione nei Nilgau (Portax picta Fall.) ed un cenno
sulla loro placenta. — Atti Soc. Toscana Sc. Nat. Pisa, Vol. VIII.
Fase. I, p. 205 — 215. Mit 2 Holzschn.
Bei F. picta Fall, ist das Collum Uteri, abweichend von dem
der übrigen Wiederkäuer, doppelt bis auf einen kleinen der Vagina
zunächst gelegenen Abschnitt. Verf. unterscheidet daher folgende
26 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Uterusformen der weibl. Sexiialorgane : 1. Einfacher Uterus (Weib,
Affen). 2. Zweihörniger U. (Wiederkäuer, Pferde etc.). 3. Doppelter
U. mit Y förmigem Hals (Nilgau). 4. Doppelter U. mit doppeltem
Hals (Nager). 5. U. samt Hals und einem Teil der Scheide doppelt
(Beuteltiere). 6. Müller'sche Gänge gänzlich unverschmolzen.
In der Placenta von P. i)ida sind die Gefässe in besonderer
Weise verteilt.
Benda, Karl, Untersuchungen über den Bau des functionirenden
Samenkanälchens einiger Säugetiere und Folgerungen für die Sper-
matogenese dieser Wirbeltierklasse. — Archiv f. mikr. Anatomie
■Bd. 30. p. 49—110. Mit 3 Tfln.
Verf. untersucht an einer Reihe von Säugetieren Spermatozoen
und verwandte Elemente, besonders ,, Samenbildner". Er constatirte
bei den verschiedenen untersuchten Species Verschiedenheiten hin-
sichtlich der Samenbildnergruppen (gerade die früher am meisten
untersuchte Ratte nimmt, wie auch andere Mus -Arten, eine ganz
isoHrte Stellung ein). Ferner wird die Struktur der Hodenkanälchen
studirt und nachgewiesen, dass die Wandung des functionirenden Samen-
kanälchens aus einer Reihe, im Längsverlauf des Kanälchens regel-
mässig angeordneter Abschnitte (etwa 5) besteht. Die einzelnen
Abschnitte unterscheiden sich durch die in ihnen enthaltene An-
ordnung und Form der Samenbildner oder durch das Fehlen der-
selben, sowie durch Form und Anordnung der übrigen Wandzellen.
Im IL Abschnitt wird der Verlauf der Spermatogenese bei d.
Säuget, behandelt. Im Samenkanälchen finden sich zunächst 2 ver-
schiedene Elemente, StammzeUen und Fusszellen. Erstere vermehren
sich und produziren dann z. T. Samenzellen. Jede Fusszelle ver-
einigt sich darauf mit einer Anzahl von Samenzellen, worauf sich
der Kern zum Spermatozoon umbildet. Dieses besteht also nur aus
Kernsubstanz. Die Bildung der Spermatozoen geht gruppenweise
vor sich, so dass sie in den verschiedenen Abschnitten der Hoden-
kanälchen abwechselnd stattfindet, worauf die continuirliche Samen-
bildung im Hoden beruht.
Gadow, Hans, Remarks on tlie cloaca and on the copulatory
Organs of the Amniota. — Phil. Trans. R. S. London. Vol. 178. B.
p. 5—37. Mit 4 Tfln.
Vergleichende Untersuchung der Amnioten. Die Kloake besteht
aus drei aufeinander folgenden Kammern, dem Proctodäum, Urodäum,
und Coprodäum. Zu ersterem gehören: Bursa Fabr., versch. ,,hedonic''-
Drüsen, Copulationsorgane ; zum U.: Harnblase, Analsäcke der
Schildkr. Die grosse Aehnhchkeit der Kloake und Cop.-Organe bei
den Monotr. und den Schildkr. und jungen Krok. deutet auf phylo-
genetische Beziehungen und verknüpft die Amnioten fester mit
einander als mit den Amphibien.
Henneguy, F., Note sur la vesicule de Balbiani. — Comptes
r. hebd. Soc. Biologie Tome 4. Serie 8. p. 68 — 69.
Verf. untersucht zunächst an Schnitten durch die Ovarien junger
Meerschw. und Ratten das balbianische Bläschen. Er fand an
in der Naturgeschichte der Sängetiere -während des Jahres 1887. 27
Schnitten durch Testikel von Ratten Körperchen, welche geanau
dem am Ei beobachteten Bläschen gleichen nnd schliesst dass das
Balb. Bläschen dem Nebenkern der Samenzellen (Nussbaiim, Platner)
entspricht.
Janke, H., Die willkürl. Hervorbringung des Geschlechts bei
Menschen und Haustieren. Nemvied 1887.
Eingehende Zusammenfassung und Erörterung älterer und neuerer
Ansichten über das genannte Thema.
Jensen, 0. S., Unters, über die Samenkörperchen der Säuge-
tiere, Vögel und Amphibien, I. Säugetiere. Arch. f. mikr. Anat.
Bd. 30. p. 379. Mit 3 Tfln.
Verf. untersucht besonders die Samenkörper der Ratte, ferner
von Pferd, Schaf, Mensch. (Achsenfaden, Spiralfaden am Verbindungs-
stück; bisweilen auch am Hauptstück. Knöpfchen zwischen Schwanz
und Kopf; Spaltung des Achsenfadens etc.) Hauptstück des Schwanzes,
Endstück desselben.
Derselbe, Undersogelser over Saedlegemerner hos Pattedyr,
Fugle och Amphibier. Mit 59 Fig. und 3 Tab. Christiania 1887.
Lieb erkühn, N., Ueber den grünen Saum der Hundeplacenta. —
Sitzungsber. Ges. Beförderung der ges. Naturw. Marburg, März 1887.
Lock wo od, C. B., The development and transition of the testis,
normal and abnormal. — Journal Anat. Physiol. Vol. XXL, p. 635
bis 664. Mit 1 Tafel.
Vorzugsweise menschliche Anatomie und Pathologie berück-
sichtigend. Untersucht werden menschliche Embryonen, Kaninchen
und Hühnchen.
Nicolas, A., Sur quelques particularites de l'appareil copulateur
du beKer. — Comptes rend. hebd. Soc. Biologie. Tome 4. Serie 8,
p. 157 — 158.
Bemerkungen über Eigentümlichkeiten der glans penis des Widders,
Derselbe, Note sur les capülaires des organes erectiles. —
Comptes r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4, Serie 8, p. 259 — 261.
Verf. bemerkt, dass Anastomosen zwischen den Capillaren einen
bei allen erectilen Organen wiederkehrenden Befund bilden.
Paladino, Giovanni, Ulteriori ricerche sulla distruzione e
rinnovamento continuo del parenchima ovarico nei mammiferi. —
Anat. Anz. 11. Jahrg., p. 835—842.
Hauptarbeit mit 9 lith. Tafeln, Napoli (Ant. Morano) 1887. 8«.
In den Ovarien der Säuger findet eine beständige Zerstörung
und entsprechende Neubildung des Parenchyms statt, von der Geburt
des Indi\'iduums bis zum höchsten Alter desselben, am lebhaftesten
während der Dauer der Fortpfianzungsfähigkeit. Pflüger sehe Tuben
nicht mit den Ueberresten der Wolff'schen Körper zu verwechseln;
nur die ersteren bilden das Follikel-Epithel.
Prenant, A., Recherches sur la signification des Elements du
Tube Seminifere adulte des Mammiferes. — Monthlv Internat. Journ.
Anat. Histol. IV, p. 358—370 und 397—409. Mit 2 Tfln.
28 T)i"- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Derselbe, Sur un point de la structiire du tube seminifere
chez les Mammiferes. — Comptes r. Soc. Biologie. VIII. Serie. T. IV,
p. 167 — 169.
Verf. bestreitet die Existenz der Stützzellen in den Samen-
kanälchen imd erklärt jene als coagulirte Intercellularsubstanz.
Derselbe, Note sur la structure du tube seminifere. — Ibid.
p. 318 — 320.
An Embryonen von Cavia etc. wird nachgewiesen, dass auch
beim jugendhchen Tier sich in den Samenkanälchen nur eine Art
von Zellen findet.
Retterer, Ed., Texture des tissus erectiles dans les organes
d'accouplement chez les Mammiferes. — Comptes r. Soc. Biol. Paris.
Serie 8. Tome 4, p. 694 — 698.
Derselbe, Sur le developpement du tissu erectile dans les
brganes copulateurs chez les Mammiferes. — Ibid. p. 399 — 401.
Die Schwellkörper der Säuger sind anfangs ohne Blutgefässe;
diese dringen erst später ein.
Derselbe, Sur l'origine et l'evolution variable de la charpente
qui existe dans le gland des Mammiferes. — Ibid. p. 427 — 429.
Derselbe, Note sur le developpement du penis et du squelette
du gland chez certains Rongeurs. — Ibid. p. 496 — 498.
Der Penisknochen entsteht aus einer faserigen Verlängerung der
Schwellkörper.
Derselbe, Gland et corps caverneux des rongeurs. — Le Progres
medical Serie IL Tome VI. No. 31.
Robinson, Arthur, On the position and peritoneal relations
of the mammaHan ovary. — Journal of Anat. and Physiol. Vol. XXI.
p. 169—179. Mit 1 Tfl.
Lage und Beziehung zum Peritoneum beim Säugetier -Ovar im
AUgem. nebst speziellen Angaben über diese Verhältnisse bei M. musc.
und M. decum.
Ryder, John A., The Placentation of the Two-toed Ant-eater
Cycloturus didactylus. — Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia. 1887.
Part. I. p. 115—118.
Aeussere Beschreibung eines Uterus nebst Embryo, sowie Er-
örterungen über die verschiedenen Foi-men des Uterus und der
Placenta bei den Säugetieren im Allgemeinen. Wie bei den Faul-
tieren nähert sich der Uterus in seiner Form dem der höheren
Primaten.
Tafani, A., La Circulation dans le Placenta de quelques Mammi-
feres. — Archives Ital. de Biologie (Turin) VIII. p. 49 — 57.
Waldeyer, Bau und Entwicklung der Samenfäden. (Referat). —
Anat. Anz. IL Jahrg. p. 345 — 368.
Giebt eine umfassende allgemeine Uebersicht der bisherigen
Forschungen, bei der auch die Säugetiere erwähnt werden.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 29
Entwicklung.
Ontogenie. Albarran, J. , Du developpement des dents de
seconde dentition. — Comptes. r. Soc. Biol. Paris. Serie 8. Tome 4.
p. 492 bis 496.
Verf. untersucht an Kindern die Bildung der Alveole des Ersatz-
zahns, des Lig. alveolo-dent., die Zerstörung der Wurzel des Milch-
zahns und den Mechanismus des Durchbruches des Ersatzzahnes.
Es wird auf eine Anhäufung von Epithelzellen hinter der Wurzel
des Ersatzzahnes hingewiesen, welche als Spur einer dritten Dentition
des Menschen aufgefasst wird.
Derselbe, Developpement des dents permanentes; ebauche d'une
3ieme dentition chez l'homme. — Bull. Soc. Anat. Paris, Tome 1.
p. 162—172. Mit Abbild.
Albrecht, Paul, Demonstrationen. 1. Wahre Wirbelcentreneqi-
physen zwischen Hinterhauptbein und Keilbein beim Menschen.
2. (Zweizipflige Vorderflosse bei Protopterus annectens).
3. Die zwischen Gehirn und Hypophysis liegenden Wirbelcentren-
complexe.
4. Entstehung der freien Gliedmassen aus Radii branchiostegi
der Extremitätengürtelrippen des Schädels.
5. (Vier völlig von einander getrennte selbständige Zwischen-
kiefer bei normalen Straussen). — Anat. Anz. IL p. 404 — 406.
Bonnet, R., lieber die ectodermale Entstehung des Wolff 'sehen
Ganges bei den Säugetieren. — Münchener med. Wochenschr.
Jahrg. 34. No. 30. (Dasselbe in Sitzungsber. Ges. Morph. Phys.
München. 3. Bd.)
An Embryonen des Schafes fand Verf., dass sich das Urogenital-
system nicht ausschliesslich aus dem Ektoderm entwickle, sondern
z. T. auch aus dem Mesoderm. Möghcherweise gilt dies auch für
den Wolff''schen Gang.
Caldwell, W. H., The Embryology of Monotrem. and Marsup. —
Proc. of the Royal Society. VoL XLII. p. 177— 180. London 1887.
Auszug; behandelt Eihüllen und Furchung. An einem Ei von
Phascolardos fand Verf. eine durchscheinende dünne Schalenhaut
(shell-membrane). Vergl. den folgenden Bericht für 1888!
Canalis, Pietro, Contrib. allo studio delle sviluppo e della
patologia delle capsule soprarenali. — Atti R. Acad. Sc. Torino.
Vol. XXII, p. 747 — 767. 1 Tafel.
Verf. untersucht am Kaninchen die Entwicklung und Pathologie
der Nebennieren. Bei Abtragung eines Teils der Nebennieren findet
Regeneration der Parenchym-Elemente durch Karyokinese der in situ
verbliebenen Zellen statt. Der Substanzverlust wird grösstenteils
durch Neubildung von Bindegewebe ersetzt. Verf. macht darauf auf-
merksam, dass unter 20 Kaninchen je 1 eine accessorische Neben-
niere an der rechten Seite hat.
30 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Carter, Samuel, On the growth of antlers in the Red-Deer
as observed in confinement. — Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 321
—326.
Einige Beispiele, dass Rothirsche in der Gefangenschaft nach
dem Abwerfen der Spiesse Geweihe von 9 resp. 12 Enden aufsetzen.
Nach dem Verf. fast stets bei besonders guter Fütterung und Pflege.
Verschiedenheit der Farbe des Haares und der Iris bei Hirschen:
dunkles Haar — dunkle Iris; helles Haar — strohgelbe Iris. Dunkle
Hirsche in den Hochlanden, helle in den Ebenen.
Claypole, E. W., Abnormal Cats' Paws. — Nature 1887, p. 345.
Auf Long Island haben in einem Dorfe fast alle Katzen G Zehen;
die Tiere werden dort ,,double-footed" genannt. Verf. glaubt, dass
ein einziges Individuum mit 6 Zehen diese EigentümKchkeit auf alle
Nachkommen vererbt habe. (Vergl. Hagen.)
Deniker, J., Le developpement des muscles de la face chez le
Gorille. — C. R. Soc. Biol. Paris. Tome 4, p. 448—451.
Du sing, Die Regulirung des Geschlechtsverhältnisses bei Pferden.
— Thiel's Landw. Jahrbücher. Bd 1(3, p. 699 — 710.
Verf. weist an der Hand von Tabellen nach, dass bei Pferden
um so mehr männl. Indiv. geboren werden, je mehr die Zuchthengste
geschlechtlich in Anspruch genommen werden. Es ist dies ein ana-
loger Fall zu der Beobachtung, dass wenn Mangel an männlichen
Indiv. herrscht, verhältnissmässig mehr Männchen geboren werden,
so dass sich der Mangel nach und nach ausgleicht.
Duval, Mathias, Sur les premieres phases du developpement
du placenta du cobaye. — Comptes r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4.
Serie 8, p. 148—150.
Verf. unters, im Anschluss an Selenka den Bau des von S. als
„Träger" (suspenseur Duv.) bezeichneten Organs vom 10. Tage nach
der Befruchtung des Eies.
Derselbe, Sur les phases du developpement du placenta du
Lapin. — Ibid. p. 425 — 427.
Die erste Anlage der Placenta des Kaninchens gleicht derjenigen
des Meerschweinchens, später bilden sich jedoch Verschiedenheiten aus.
Fleisch mann, A., Zur Entwicklungsgeschichte der Raubtiere,
— Biol. Centralbl. Bd. VII. No. 1, p. 9 — 12.
Vorläufige Mitteilungen über eine später erscheinende grössere
Arbeit.
Derselbe, Mittelblatt und Amnion der Katze. Habilitationsschr.
Erlangen 1887.
Fürst, Carl M., lieber die Entw. der Samenkörperchen bei den
Beuteltieren. — Arch. f. Anat. Bd. 30, p. 336 — 365. Mit 3 Tafeln,
Untersucht werden Metacliirus quica und Phascogale idhipes.
Letztere Art besitzt, soweit bekannt, unter den Säugetieren die
grössten Samenkörper. Die Samenkanälchen enthalten zweierlei
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 31
Hauptformen von Zellen: Samenzellen und Randzellen. Letztere für
die Bildung der Samenk. ohne Bedeutung. Die Samenzellen sind
von dreierlei Art: 1) Samenstammzellen. Sie geben durch Mitose den
Ursprung für neue Samenstammzellen und für 2) Samenmutterzellen.
Diese teilen sich karyokinetisch zu 3) Samentochterzellen, aus
welchen die Samenk. entstehen.
Hagen, H. A., Abnormal Cats' Paws. — Nature 1887. p. 345.
Kurze Mitteilungen über Katzen mit überzähligen Zehen, welche
auf die Jungen vererbt wurden. (Vergl. Claypole).
Heape, Walter, The development of the Mole (Talpa europaea)
Stages E-J. — Quart. Journ. Micr. Sc. Vol. 27 p. 13tf. Mit 3 Tfln.
Frühe Entw. der Augengruben bei einem 1,82 mm langen Embryo;
ihre Entwicklung bald gehemmt. Bildung des Amnion vom Hinter-
ende des Embr. her. Stadium E-J: Weiteres Schliessen des Medullar-
rohrs. Abschnürung von Vorder-, Mittel-, Hinterhirn, Zunahme der
(vorher 3) Provertebrae , allmähliche Abnahme des sin rhomb.; das
Amnion bedeckt nunmehr den 2,2 — 3,06 mm langen Embryo vollständig.
Kastschenko, N. , Das Schicksal der embryonalen Schlund-
spalten bei Säugetieren. (Zur Entw.gesch. des mittl. und äusseren
Ohrs, der Thyreoidea und der Thymus. Carotidenanlage). — Archiv
f. mikr. Anat. Bd. XXX. p. 1—26. Mit 2 Tfln.
Nach K. geht der mittlere Gehörgang nicht aus der ersten
embryonalen Schlundspalte hervor, sondern er entsteht in Folge der
Verengung des Seitenteils des embryonalen Schlundes. (Gegensatz
gegen Kölliker, His, Moldenhauer, HofPmann etc.)
Keibel, Franz, Van Benedens Blastoporus und die Rauber'sche
Deckschicht. — Anat. Anz. H. Jahrg. p. 769 — 773. Mit 5 Abbildg.
Verf. sucht die genannten Bildungen durch das Schwinden des
den Vorfahren der Säuger zugeschriebenen grossen Dotters zu er-
klären.
Kerschner, L., Keimzelle und Keimblatt. (Nach einem in der
Gesellsch. für Morph, und Phys. zu Graz gehaltenen Vortrage).
Kölliker, A. v. , lieber die Entstehung des Pigmentes in den
Oberhautgebilden. — Zeitschr. f. wissensch. Zoologie Bd. 45.
p. 713—717. Mit 2 Tfln.
Kurze Bestätigung des schon von Anderen, besonders Aeby, auf-
gestellten Satzes, dass im Epithel kein Pigment gebildet werde, dass
dasselbe vielmehr durch Wanderzellen aus dem benachbarten Binde-
gewebe eingeführt werde.
Kuskow, N. , Beiträge zur Kenntniss des elastischen Gewebes
im Lig. Nuchae und im Netzknorpel. — Archiv f. mikr. Anatomie
Bd. 30. p. 32—38. Mit 1 Tfl.
Bei der Entw. des elastischen Gew. sind die Zellkerne beteiligt.
Verf. sah, wie elast. Fasern von den Kernen ihren Anfang nahmen,
sei es an den Rändern, sei es innerhalb der Kerne.
32 Dl'. Ernst Schaff: Bericht üher die Leistungen
Laulanie, Sur l'evolution et la valeur d' Fepithelium germi-
natif dans le testicule foetal des mammiferes. — Comptes r. hebd.
Sog. Biologie. 4 Tome. Serie 8, p. 183— 185.
Im Hoden des Katzenfoetus bilden sich zu einer gewissen Zeit
Rudimente eines Ovariums, welche später wieder verschwinden.
Liessner, E., Unters, betr. die Entwicklung der Kiemenspalten
bei Vertretern der 3 oberen Wirbeltierklassen. — Sitzgsber. Naturf.
Ges. zu Dorpat. Bd. VIII. Heft 1, p. 30 — 31.
Ausser Eidechse und Huhn wurden 30 Schaf-Embryonen unter-
sucht. Bei zweien waren die 1. und 2. Kiemenspalte offen; die 3.
und 4. waren stets geschlossen, von der 5. fand sich keine Spur.
Nagel, W., Das menschliche Ei. — Sitzungsber. Kgl. Pr. Akad.
d. Wissensch. 1887. II. Halbband, p. 759 -761.
Beschreibung des eierstockreifen menschl. Eies. Zu bemerken
ist die geringe Menge des Deutoplasmas, die deutliche Sichtbarkeit
des Keimbläschens. In letzterem ein Netzgerüst. In mehreren der
untersuchten Eier amöboide Bewegungen des Keimflecks.
Nehring, A. , Zur Altersbestimmung junger Rehböcke. —
Deutsche Jägerzeitung. Bd. VIII, p. G53 — 655.
Verf. betont nochmals, dass beim Reh in den ersten beiden Lebens-
jahren das Gebiss ein untrüghches Mittel zur Altersbestimmung ist.
Nitsche, H., Die Altersbestimmung des Schwarz- und Gems-
wüdes nach dem Gebiss. Mit Abbildg. — Deutsche Jägerzeitung.
Bd. IX, p. 561, 577, 593, 609.
Onderzoekingen over de ontwikkelingsgeschiedenis van den Egel
(Erinaceus europaeus).
Einen Bericht über diese holländisch geschriebene Arbeit
liefern van Bambeke und Ed. van Beneden in Bull, de l'Acad.
R. . . . de Belgique. 3 Serie. T. 14, p. 893-922.
Pilliet, A., Sur Tevolution des cellules glandulaires de l'estomac
chez l'homme et les vertebres. Avec 1 pl. — Journal de l'Anat. 1887,
p. 463—498.
Pouchet, G. , Sur la formation du pigment melanique. —
Comptes r. hebd. Soc. Biologie. 4 Tome. Serie 8. p. 164 — 166.
Entstehung schwarzen Pigments bei Embryonen von Hunden
durch Einwirkung von Alkohol auf das Blut.
Poulton, E. B., On Heredity in Cats with an extra number of
Toes. Rep. — Brit. Assoc. for the advancement of Sc. 1887 (pro 1886)
p. 692.
Vererbung überzähliger Zehen durch 8 Generationen an Katzen
beobachtet seit 1883 (Vergl. Claypole und Hagen).
Reinke, Friedr., Untersuchungen über die Horngebilde der
Säugetierhaut. — Arch. f. mikr. Anatomie. Bd. 30, p. 183 — 204.
Mit 1 Tafel.
Verf. behandelt den Haarwechsel und die Unna' sehe Lehre vom
Beethaar, sowie die Differenzirungen verhornter Zellen. Es wird u. a.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahi'es 1887. 33
nachgewiesen, dass das Kolbenhaar oder „Beethaar" Unna's kein
Wachstum zeigt (keine oder verschwindend w^enige Mitosen im „Haar-
beet", direkte Messung, Nacliweis ehicr Cuticula am Kolbenhaar).
Retter er, Ed., Note sur le developpement du penis et du
squelette du giand chez certains liongeurs. — Comptes r. Soc. Biol.
Paris. Serie 8. Tome 4, p. 49()— 41)8.
Derselbe, Sur le Heu et .le mode de formation du pigment
cutanee chez les mammiferes. — Comptes r. hebd. Soc. Biologie.
Tome 4. Serie 8, p. 150—153.
Verf. zeigt durch Unters, von Embryonen von Pferd und Esel,
dass normal bei den Säugetieren das Pigment sich in den tieferen
Schichten der Epidermis und in deren Anhangsgebilden früher zeigt
als in der Lodei'haut. Die f]pithelzellen scheinen selbst das Pigment
zu bilden. Pigmentirte Bindegewebszellen kommen aber auch im
Corium vor; möglicherweise wandern ])isweilen Mesodermzellen mit
Pigment in die Epidermis ein.
Derselbe, Eftets de la castration sur l'evolution des tissus
peniens. — Comptes r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4. Serie 8, p. 206
bis 208.
Castration beeinflusst die Entw^ der Gewebe des Penis. ,,Odon-
to'ides peniennes" bilden sich bei castr. Tieren nicht. Die Mucosa
der Eichel geht besondere Modifikationen ein.
Selenka, E., Studien zur Entwicklungsgeschichte der Tiere.
4. Heft. 2. Hälfte. Das Opossum (Did. n'iyiniana) Schluss.
Die Entwicklung des Amnions weicht von derjenigen des A. bei
Placentalieren ab, die Allantois bleibt rudimentär, dient weder als
Athmungs-, noch als Ernährungsorgan etc. Allgemeines über die
Entwicklung des Säugetiereies. (Eingehendes Referat im Zool. Jahres-
ber. f. 1887, herausgeb. v. d. Zool. Stat. Neapel.)
Graf Spee, Ueber die ersten Vorgänge der Ablagerung des
Zahnschmelzes. — Anat. Anz. Tl. Jaln-g., p. 89 — 92.
Bildung der Schmelzröhrchen aus ,, Schmelztropfen"; eigentüm-
liche, nicht siclier zu erklärende Veränderungen gewisser Zellen des
Schmelzepithels.
Sticker, A., Ueber die Entw. u. den Bau des Wollhaares beim
Schafe, nebst einem Anhang über das Wollfett. Mit 3 Tafeln. —
Thiel's Landw. Jahrbücher. Bd. 1(5, p. G25 — G59.
Tourneux, F., et Herrmann, G., Sur l'evolution histologique
du thymus chez l'embryon humain et chez les mammif. — Comptes
r. hebd. Soc. Biologie. 4. Tome. Serie 8, p. 84 — 89.
Verf. beschreibt verschiedene Stadien der Thymus -Entwicklung
beim Schaf und beim Menschen und kommt zu dem Schluss, dass
Köllickers Ansicht über die Entstehung der Th. die richtige sei (im
Gegensatz zu His und Stieda).
Dieselben, Sur la disparition de la zone pellucide dans Foeuf
de la lapine pendant les premiers jours qui suivent la fecondation. —
Comptes r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4. Serie 8, p. 49^ — 50.
Aich. f. Naturgescli. Jalng. 1888. MA. U. II. 1. 3
34 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Die Z. pellucida verschwindet beim Kaninchenei etwa 95 — 110
Stunden nach der Befruchtung. Das Prochorion (Hensen), welches
ihr folgt, wird ausschliesslicli auf Kosten der Eiweissschicht gebildet.
Thomas, Oldfield, On the Ilomologies and Succession of the
Teeth in the Dasyuridae, with an attempt to trace the History of
the Evolution of Mammalian Teeth in General. — Phil. Trans. R. S.
London. Vol. 178, B. p. 44;{— 462. Mit 2 Tfln.
Verf. bespricht zunäclist die *Pm der Dasyuriden. Er schliesst
aus dem Vorkommen eines überzähligen Pm. sup., bei einem Expl.
von Phascolocialc dorsalw, dass bei den mit 3 Pm versehenen Mar-
supialiern dies der 1., 3. u. 4. (nach englischer Zcählung, Pief.) sind.
So bei Thyl., Phascof/., Perarn., Didclph. Durch das Verschwinden
von Pm 4, resultirt die Formel der Pm für Dasyur. u. Sarcojih. (1.0.
3. 0.). Myrmeroh. schliesst sich an ThyJ. und Phase, an.
Sodann wird untersucht, wie sich die primitiven Zahnreihen in
die verschiedenartige Bezahnung der jetzigen Tiere umgewandelt
haben, spez. der U ebergang marsupialer in placentale Dentition. Es
wird ausgeführt, dass die j\Iars. seit dem mesozoischen Triacaiithodon
bei dem Weclisel von nur 1 Zahn stehen geblieben sind, dass also
der Zahnwechsel früher nicht vollständiger war als jetzt. Die Reihe
der bleibenden Zähne ist die ursprüngliche, niclit die Milchzahnreihe.
Eine Reihe von Diagrammen dient zur Erläuterung der Gebissver-
hältnisse bei den Säugetieren. Nur die Edentata lassen sich nicht
einreihen, sie bilden wahrscheinlich neben der Proto-meta-eutheria-
Reihe einen Nebenzweig, Paratheria, welcher direkt auf die Proto-
theria zurückzuführen ist und in welchem Tafusia mit teilweisem
Zahmvechsel am höchsten steht.
Auszug aus dieser Arbeit in Proc. Royal Soc. London. Vol. XLII,
p. 310— 31 -2.
Derselbe, On the Milk - dentition of the Koala. — Proc. Z. S.
London 1887, p. 338, 339.
Bei Phaseolarctos cinercus findet sich im Jugendzustande ein dem
Prämolar (pm '* der Engländer) vorhergehender Milchzahn, der jedoch
nie zum Durchbruch kommt.
Zacharias, 0., Ueber ein schwanzloses Katzen -Pärchen. —
Biol. Centralblatt. VII. Bd. No. 18, p. 575.
Vergl. Döderlein unter Phylog.
Pliylog'euie. AI brecht, Paul, Zwei Fragen zur Hebung der
von Hrn. Geh. Med.-R. Prof. Dr. R. Virchow in BerKn auf p. 274 d.
18. Jahrg. d. Zeit. Ethnolog. gegen die von mir aufgestellten Theorien
über Hyperdaktylie, Penischisis, Epi- und Hypospadie erhobenen Be-
denken: — 1. Giebt es bei Säugetieren eine auf Wiederentwicklung
phylogenetisch verloren gegangener Finger beruhende wahre und eine
auf wieder erfolgter Spaltung phylogenetisch nicht mehr zur Spaltung
gelangender Finger beruhende scheinbare Hyperdaktylie? Sind die
an Penis und Chtoris der Säugetiere auftretenden Spaltungen ,,patho-
in der ISTaturgescliichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 35
>>
logisch" oder atanstiscli ? — Vergi. anatom. Unters. I., p. 191 — -lO'j.
Mit 2 Figg.
Baiir, G., Ueber die Abstammung der amnioten Wirbeltiere. —
Biol.' Centralbl. VII. Bd. No. 16, p. 481-493.
Verf. ist der Ansicht, dass die Säugetiere den permischen Repti-
lien am nächsten verwandt sind nnd zwar Formen, die den Pely-
cosaiiriern am nächsten stehen. Im Skelet schliessen sich die Sänge-
tiere den Pelyc. eng an, besonders in dem Bau des Fusses.
Derselbe, Ueber die Abstammung der amnioten Wirbeltiere. —
Sitzungsber. d. Ges. f. Morph. . . . München 1887. Heft I., p. 46 — 62.
Cope, E. D., The Classification and Phylogeny of the Artio-
dactyla. - Proc. Amer. Philos. Soc. Vol. XXIV, p. 377 ff.
Nach kurzer Einleitung eine Uebersichtstabelle der Familien,
dann Behandlung der einzelnen Familien hinsichtlich ihrer Entwick-
lung und Verwandtschaft; dazu Stammtafeln.
Dingfelder, Joh., Beitrag zur Vererbung erworbener Eigen-
schaften. -^ Biol. Centralbl. VII. Bd. No. 14, p. 427 — 432.
Verf. schildert Fälle von Vererbung von Stutzschwänzen bei
Hunden und versucht, diese Thatsachen zu erklären, wobei die Ver-
erbung erworbener Eigenschaften im Allgemeinen behandelt wird.
Döderlein, L., Phylogenetische Betrachtungen, — Biol. Centralbl.
VII. Bd. No. 13, p. 394—402.
Verf. bespricht Fälle, in welchen durch übermässige Entwicklung
einzelner Organe diese letzteren dem Tier nicht mehr von Vorteil
sind, es \äelmehr im Kampf um's Dasein hindern; er sucht dies zu
erklären durch die Annahme einer ,, Tendenz, eine bestimmte ur-
sprünglich nützliche Entwicklungsrichtung einzuhalten." Es werden
dadurch jene extremen Bildungen erzielt, welche ein Faktor bei dem
Aussterben mancher Arten sind.
Derselbe, Ueber schwanzlose Katzen. — Zool. Anz. 1887,
p. 606 — 608.
Der von Zacharias auf der Berliner Naturforscher- Versammlung
demonstrirte Fall zweier schwanzlos geborener Kätzchen wird kritisch
beleuchtet. Wegen zu grosser Lückenhaftigkeit der Beobachtung jenes
Falles ist der Schluss nicht zulässig, dass ein Fall von Vererbung
gewaltsam herbeigeführter Veränderung der Organisation vorliege.
Lafite erörtert die Abstammung des Neufundländers und der
,, Allans" (Doggenrasse in Frankreich, jetzt verschwunden). — Revue
d' Anthropologie 1 887, p. 243 ff.
Leboucq, II., La nageoire pectorale des cetaces au point de
vue phylogenique. — Anat. Anz. II. Jahrg., p. 202 — 208.
Durch die osteol. und anatom. Untersuchung der Brustflossen
einer Anzahl von Cetaceen kommt Verf. zu dem Schluss, dass die
Wale in der Hand primitive Charaktere bewahrt haben, welche sich
nicht durch Adaption von der Hand irgend eines jetzigen Säugetiers
ableiten lassen. Von einem allgemeinen Schluss ülDer die Phylogenie
der Wale wird vorsichtiger Weise abgesehen.
3*
36 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Nehring, A., Zur Abstammung der Hunderassen. — Zool. Jahrb.
Bd. III, p. 51— 59.
Verf. wendet sich gegen einige Ansichten v. Pelzehi's (cf. Bd. I,
p. 225 — 240). Nach N. stammen die Inkahunde nicht von einer süd-
amerikanischen wilden Hundeart ab, sondern von Lupus occidentaHs.
Die Gattungen Cuon und Canis sind sehr wohl zu unterscheiden,
besonders hinsichtlich der Form der einzelnen Zähne. Die Wind-
hunde stammen wahrscheinlich nicht von C. simensis Rüpp. ab;
gegen die Abstammung von dieser Art spricht die Beschaffenheit
der Zähne.
Noack, Th., Wolfsbastarde. — Zool. Garten Jahrg. 28, p. lOG
bis 111.
Verf. beschreibt von ihm für Bastarde zwischen Wolf und Hund
gehaltene Tiere.
Osborn, Henry F., The Origin of the Tritubercular Type of
Mammalian Dentition. — Science. Vol. X, p. 800. (Kurze Notiz.)
Pavlow, Marie, Etudes sur l'histoire paleontol. des Ongules
en Amerique et en Europe. — Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1 887,
p. 343 — 371. Mit 1 TU. Wird fortgesetzt.
Die Condylarthra sind als Vorläufer der Huftiere und der
Carnivoren anzusehen. Es wird weiter die Ansicht entwickelt, dass
Plu'iiacodtiH primaecKft und PIt. puercensis Vorfahren der Equiden
gewesen sein können, llyntcotherivm hporinvm Owen kann als Re-
präsentant der Phenacodontidae in Europa betrachtet werden, so
dass also die Condylarthra nicht ausschliesslich Amerika, sondern
auch Europa angehören.
Ryder, John A., On the development of the Cetacea, together
with a consideration of the probable homologies of the fiukes of
Cetaceans and Sirenians. — U. S. Commission of Fish and Fisheries.
Part. XIII. Report of the Commissioner for 1885. Washington 1887.
Mit 3 Tfln.
Verf. sucht unter anderem nachzuweisen, dass die Schwanz-
flossen (tiukes) der Wale und Sirenen Homologa der Hinterfüsse
(nicht der ganzen Hinterextremitäten) der Pinnipedier, speziell der
Phoken sind. p]r nimmt nicht an, class die Wale sich aus Robben
entwickelt haben, aber dass die V^orfahren der ersteren mehr oder
minder robbenähnlich waren. Bei den Pinnipediern sind die ^^order-
und Hintergliedmafsen im Integument eingeschlossen, die hinteren
nach hinten gerichtet, die Muskel-Ansätze an den Knochen des Beins
nach dem distalen Ende gerückt. Becken schwach entw. Dieser
Process ist noch weiter gegangen bei den Walen und Sirenen (diese
haben zwar andere Vorfahren als die Wale, sind aber durch einen
gleichen Process umgebildet wie jene). Die Skelett-Teile der Hinter-
gliedmafsen sind fast gänzlich geschwunden, das Becken ganz ver-
kümmert. Wo noch Reste von Gliedmal'sen , wie z. B. die Femora
von Bai. myMicct., da sind dieselben so gelagert, dass wenn man sich
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 37
das Bein in derselben Richtung vollständig denkt, dasselbe sich mit
dem der andern Seite kreuzen würde — eine weit vorgerückte Stufe
in dem Process des Einschliessens der Gliedmafsen in die Körper-
masse, wie er bei den Pinniped. beginnt. Die Anordnung der Blut-
gefässe und Nerven (ein dorsaler und ein plantarer Strang) ent-
spricht ebenfalls derjenigen bei andern Säugetieren. Die Entwicklung
der „Schwanzflosse" correspondirt mit der Embryonal -Entwicklung
der Hintergliedmafsen überhaupt. Mit der Rückenflosse ist weder
anatomisch noch hinsichtlich der Entwicklung eine Uebereinstimmung
zu finden.
Schlosser, M., Die Affen, Lemuren, Chiropteren, Insectivoren,
Marsupialier, Creodonten und Carnivoren des europäischen Tertiärs
und deren Beziehungen zu ihren lebenden und fossilen ausser-
curopäischen Verwandten. I. Teil. — Beiträge zur Paläont. Oestr.-
Ungarns und des Orients, herausgeg. von v. Mojsisovics und Neumayr.
VI. Bd. Heft I. u. IL Mit 9 Tfln.
Verf. giebt eine kritische Uebersicht über die bekannten Ver-
treter der genannten Ordnungen aus dem europäischen Tertiär unter
steter Berücksichtigung der amerikanischen fossilen Arten, sowie der
verwandten recenten Formen, und versucht die Verwandtschaftsver-
hältnisse derselben klar zu legen.
Die Verwandtschaft der Quadrum., Pseudolemur. u. Lemuriden
drückt folgendes Schema aus:
Homo Änthropomorph. Platyrldn. Cynopäh. Lemurid. Tarsiidae.
9
Hyopsod. Adapid.
>,JiC|Pr.
I J iC |Pr.; tritubercul.
bez. tubercularsector.
M.
Primates. Affen finden sich spärlich im Miocän, häufiger im
Pliocän. Zu den ältesten Gattungen gehört [lylohatA'H, welche schon
im Miocän sich findet. Im Uebrigen sind die Anthropomorphen
durch einen Ti'Ofilod.ijte^ und durch die ausgestorbene Gattung Dryo-
pithecus repräsentirt. Von Cynopithecinen kennt man aus dem Tertiär
Europas die Gattungen Oreopithectis, Macarus, Se»inopif/iccu.s, sowie
die ausgestorbene Mesopitheciis. Platyrhine Affen sind aus dem
europ. T. nicht bekannt.
38
Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Die Verwandtschaftsbeziehungen der Anthroponiorphen(incl. Homo)
stellt folgendes Schema dar:
Gegenwart, llijlohates Asien. Gorilla Afr. Omng. As. Chimpause Af. Homo.
Pliocäu.
Ob. Miocän. Pliopithcciis Eid:
Troylodytes As.
Dryopitliecus E.
*
Unt. Miocän. **
* Zähne nur mit Höckern versehen, ohne Leisten. 1. Zehe am Hinterfuss
opponirbar.
** Trituberl^ular, haz. Tubercularsectorialtypus noch deutlicher ausgesprochen.
Für die Cynopithecinen giebt Verf. folgendes Schema:
Gegenwart. Cynocephalas. Cercointh. Inuus. Macac. Coleb. Semnopith.
1
Semnopith. E. As.
Pliocän.
Miocän.
Oligocän.
Cynoceph. As.
Macac. E. As.
? Oreopith. E.
Mesopitltcc. E.
I
Hyopsodus. ?
Beschrieben werden 2 Anthropomorphae nnd 7 Cynopithecini aus
dem europäischen Tertiär. Vergl. u.
Pseudolemuridae. Dieselben können wegen der weit fort-
geschrittenen Phitwicklung des Gebisses nicht als die Stammeltern
der Affen angeselien werden. 2 Familien, Adapid ae und Hyopsodidae,
von denen jedoch die Mehrzahl der Gatt. Amerika angehört. Die
noch unbekannte gemeinsame Stammform nähert sich den Insecti-
voren (Mi.rodecfcs-'Ahn\\Q\\). Beschrieben worden (i europäische Pseudo-
lemuriden, z. T. auch abgebildet.
Lemuridae. Von den durch l'arsius mit den Pseudolemuriden
verknüpften Lemuriden kommen in tertiären Ablagerungen Europas
vor: Necro/emur mit 3 Arten, darunter N. Ziffeli n. sp., und IHesia-
dapis. Neo'olemu)' nimmt durch seine Zahnformel (Reduktion der J,
Complikation des Pr. ') eine isolirte, Tarsius genäherte Stellung ein.
Chiroptera. Für die von Filhol den Gattungen Rhinolophus
und Vespertilio zugerechneten Fledermausreste schlägt Schi, die Gat-
tungsnamen Pscudorhin. und Vcspeiiiliavus vor, da Verschiedenheiten
von den recenten Gattungen zu constatiren sind. Pscudorhin. ist
viel primitiver im Schädelbau, hat längere Gesichtspartie als Rlunol.
und einen hohen Sagittalkamm , stärkere Canini und abweichende
Molaren. VespeHüiavus ist charakterisirt durch die sehr lange, vor
den C. gelegene Partie des Unterkiefers, welche stark an die Di-
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 39
delphidcn erinnert. Schi, schliesst hieraus auf Verwandtschaft. Es
folgt dann eine genaue Beschreibung der Genera, sowie der Arten
derselben (z. T. nicht benannt), ferner werden angeführt Palaeonyderis,
Vespetiilio und einige unsichere Arten.
Insectivora kennt man aus dem europäischen Tertiär in etwa
20 Arten, doch ist ihr Vorkommen ein sehr beschränktes. Teils stehen
sie recenten Arten sehr nahe, teils weichen sie ganz ausserordentlich
ab. Am zahlreichsten sind die Erinaceiden, ferner sind von recenten
Familien die Soriciden und Talpiden vertreten. Ausgestorben sind
die den Erinaceiden nahe stehenden Dimyliden n. fam. mit den Gat-
tungen DintyliiH und Co/rli/Iorlon, ferner die zwischen den Tupajiden
und ^lacroscelididcn vermittelnden Parasoriciden und die Adapisori-
ciden, sowie die in systematischer Beziehung noch zweifelhaften
Gattungen Plesiosore^c und AmphiJozotJierium.
Von Marsupialiern sind 2 Gattungen aus dem europäischen
Tertiär bekannt, Perafheriio)! und O.i-ijfjontphius, vielleicht noch Amphi-
perathcrium mit zahlreichen Arten.
Bezüglich der Creodonta stimmt Schlosser darin mit Cope
überein, dass er dieselben als besondere Ordnung auffasst, doch
schliesst er eine Anzahl der von Gope den Creod. zugezählten Familien
aus, so dass als echte Creod. noch bleiben die Arctoc>jomdae, Provi-
cerridae, O.ri/ac/v'dae, Atnbhjefoyiidae und Mesonycliidae. Dieselben
werden mit ihren Gattungen und Arten eingehend behandelt und auf
ihre Verwandtschaft untersucht. Pscudopterodon wird als neue Gat-
tung der Oxyaenidae aufgestellt.
Die ältesten Creod. (MeHony.r, Sarcofhrausfe,s) schliessen sich an
die liaubbeutler an, eine zweite Gruppe mehr an die Didelphiden
und die dritte, Arctocyonidae, an die Carnivoren.
Schlosser, M., P^rwiderung gegen E. D. Cope. — Morph. Jahrb.
Bd. 12, p. 575 — 580.
Verf. wendet sich gegen die von Cope ausgesprochene Ansicht,
dass der Zahnbau der Säugetiere ein weniger wichtiges Moment sei
als die Organisation der Extremitäten, weist Angriffe Copes auf das
von dem Verf. aufgestellte System der Perissodaktylen zurück und
giebt Bemerkungen über das Verhältniss der Amblypoden zu den
Condylarthra und Diplarthra.
Shore, Thomas W., On the rclations of the mammalia to the
Ichthyopsida and Sauropsida. — Journal of Anat. and Physiol.
Vol. XXI, p. 362 — 37-3.
Verf. weist auf anatomischem und embryologischem Wege nach,
dass Mammalia und Sauropsida von gemeinsamen Vorfahren ab-
stammen, Avelche entweder Amphibien oder diesen nahe stehende
Formen waren (ungefähr in der Art, wie es Balfour in seiner Comp.
Embryol. schematisch dargestellt hat).
Vergl. auch unter Ontogenie Thomas, 0., On the Homologies
and Succession of Teeth etc. Ferner Schlosser unter fossile Säuget.
40 Dl"- Ernst Schaff: Bei'icht über flie Leistungen
Weber, Max, Ueber die cetoide Natur der Promammalia. - —
Anat. Anz. 2. Jahrg. No. 2, p. 42 — 55.
Verf. wendet sich gegen die von Albrecht (Anat. Anz. I.
No. 13) geäusserten Ansichten, dass die Cetaceen sich selbstständig
aus den Promammalia parallel mit den andern Sängetieren entwickelt
haben nnd dass sie dem Promammalia näher stehen als alle andern
recenten Sänger. Es Avird besonders getadelt, dass Albrecht fast
nur das Skelett berücksichtigt. Unter Hinweis auf seine 1886 über
das vorliegende Thema erschienene Arbeit, weist Verf. ferner nach,
dass das, was von Albrecht für erste Anlagen zukünftiger Organe
gehalten wird, vielmehr rudimentäre Bildungen sind.
Biologie.
Allgemeines. Duns, Note on the Water Vole (Arv. amphibia
Jenyns). — Proc. R. Physical Soc. Edinburgh. 1887, p. 325 — 327.
Enthält einige bekannte Mitteilungen über Vorkommen und
Lebensweise (dass übrigens ^1. amphib. keine Würmer fressen soll,
dürfte ein Irrtum sein. Ref.)
Girtanner, A., Die Murmeltier-Kolonie in St. Gallen und das
Anlegen von Murmeltier -Kolonien. — Zool. Garten. Heft 1, p. 20
bis 27; Heft 2, p. 40—54.
Verf. empfiehlt das Aussetzen von Murmeltieren, nicht nur in
Alpengegenden, sondern auch an sonst unbenutzten und uncultivir-
baren Stellen des Flachlandes. Ein unter scheinbar sehr ungünstigen
Bedingungen in St. Gallen gemachter Versuch hatte guten Erfolg.
Gray, Robert, Notes on a voyage to the Greenland seas in
188G. — Zoologist. 111. Series, Vol. XI, p. 48—57, IM- 100, 121—131.
Enthält Mitteilungen, meist biologischen Inhalts, über Wale und
Robben; Nachrichten über Vorkommen und Verbreitung. Abbildung
von B. niysticetus.
Greve, C, Auch Einiges über das Elchwild. — Zool. Garten.
Jahrg 28, p. 112— 115.
Biologische Beobachtungen.
Karting, J. E., On the Bank Vole, Arvicola glareolus (Schreber).
— Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 361 — 371. Mit 1 Tfl.
Nach einleitenden Bemerkungen über die Arvicola- Arten in Gross-
britannien {A. aDipJiih., A. Gf/ro-f., ^1. <//ar.; A. armlis nicht genannt)
folgt eine eingehende Zusammenstellung über, die Verbreitung von
A. (jlar. in Grossbrit., ferner Kennzeichen der Art, Lebensweise etc.
Derselbe, Horse-shoe Bats. — Zoologist, III. Series, Vol. XI,
p. 1—3. Mit 1 Tfl.
Kurze Mitteilungen über das Vorkommen von Rh in. fermv} eqvitK
u. Rhin.hipposid.m Grossbritannien, Abbildung von Rh.f. e. nach dem
Leben, Mal'se etc. Nach einer Beoliachtung von Prof. Kinahan sollen
Männchen und Weibchen von Rh. hipp, an getrennten Oertlichkeiten
jedes Geschlecht für sich überwintern!
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 41
Derselbe, The Mole, Talpa eiiropaea (Linne). — Zoologist
III. Series, Vol. XI, p. 441—448. Mit 1 Tfl.
Vorkommen in Grossbritannien, Lebensweise (n. a. Anlagen von
Vorratskammern), Feinde etc. Abbildung n. d. Leben.
M enges, J. , Bemerkungen über die (iazdla Wallen' Aq^ nörd-
lichen Somalilandes. — Zool. Garten. Jahrg. 28, p. 54 — 59.
Beschreibimg, Vorkommen, Nahrung, Lebensweise, Jagd.
Derselbe, Der Wildesel des Somalilandes (EqioiK unlnus so-
maUcus). — Ebenda, p. 2H1 — 268.
Beschreibung, Vorkommen, Lebensweise, Jagd etc.
Nehring, A., lieber das Gefangenleben der Kegelrobbe (Ilali-
choerus fjrypus Nilss.). — Ebenda, p. 1 — 10; Heft 2, p. 40 — 45;
Heft 3, p. 74 — 79.
Beobachtungen an 2 im Berliner Zoolog. Garten befindlichen
Kegelrobben.
Derselbe, Neue Notizen über die Kegelrobben des Zoologischen
Gartens in Berlin. — Ebenda , p. 189 — 194.
Gefangenleben, Winteraufenthalt im Freibassin, Haarwechsel etc.
Derselbe, Ueber die Lebensweise des grossen Grison ((jalictis
crassidens). — Ebenda, p. 252 — 254.
Gal. crassid. entspricht in seiner Lebensweise etwa dem Nörz.
Noack, Th., Lebende Manati. — Ebenda, p. 293 — 302.
Beobachtungen an gefangenen M. latirosfrlH und M. .^'negalensis.
Ein Exemplar nahm 13 Wochen lang keine Nahrung zu sich!
Rope, G. T., On the habits of the long-tailed Field Mouse. —
Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 201 — 207. Mit 1 Ttl.
Abbildung, Beschreibung und Lebensweise von Mus .sylcaticus.
Schacht, Heinr. , Die Raubsäugetiere des Teutoburger Waldes.
— Zool. Garten. Jahrg. 28, p. 203—210, 242—252.
Wildkatze und Fuchs; Biologisches.
Suchetet, A., L'hybridite dans le regne animal. La question
du Leporide. Bruxelles 1887. 31 S.
Ward, Henry L., Notes on the Life-History of J/o/^ac/n/.s- ^yo/)/-
calls, the West Indian Seal. — Am. NaturaKst. Vol. XXI. 1887, p. 257 ff.
Man. trop. zeichnet sich im Gegensatz zu anderen Phociden
durch sehr geringe geistige p]ntwicklung und durch Trägheit aus.
Nahrung. Apgar, Austin, C, The Muscrat (Fiber zibcthicus)
and the Unio. — Journal of the Trenton Nat. Hist. Soc. 1887. No. 2,
p. 52 — 59.
Verf. schildert die Art und Weise, wie F. zlhcfh. vielleicht Unionen
aus der Schale holt, um sie zu fressen. Drückt man die Schalen-
klappen zusammen, wenn der Fuss des Tiers ausgestreckt ist, so wird
das Tier nach V2 oder V4 Minute gelähmt, die Schliessmuskeln wirken
nicht mehr und das Ligament treibt die Schalenhälften auseinander.
42 I)i"- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Diesen Versuch machte Verf. an der Muschel, beobachtete jedoch
nicht, dass F. zlheth. es thatsächlich so macht.
Carpenter, Alfred, Monkeys opening oysters. — Nature 1887,
Vol. XXXVI, p. 58.
Kurze Notiz, dass eine Affenart, wahrscheinlich Mac cynomolg.
Austern vermittelst eines Steines öffnet.
Göldi, Emil A., Fressen die Phyllostoma - Arten (Vampire)
Früchte oder nicht? — Zool. Garten. Jahrg. 28, p. 163 — 172.
Nachdem die Angaben des Prinzen zu Wied, ferner die von
Rengger, Bates, Waterton, Hensel und Burmeister erwähnt sind,
berichtet Verf. über eigene Beobachtungen und Versuche, durch
welche wenigstens zeitweilige Fruchtnahrung constatirt wird.
Nehring, A., Zur Nahrung des Zobels. — Ebenda, p. 156.
S. auch EUenberger unter Verdauungsorgane; ferner (loffart
unter Gefangenschaft.
Bewegung", Wanderimg. Bennet, K. H., Notes on a species
of rat (Mus Tompsonii Ramsay) now infesting the western portion
of N. S. W. — Proc. Linnean Soc. New South Wales. II. Ser. II. Vol.
p. 447—449.
Bemerkungen über W^anderungen grosser Schaaren von M. Tomps.
Parrott, F. HayAvard, bemerkt, dass V. nocfula, entgegen der
verbreiteten Ansicht, sich direkt vom Erdboden erheben und auf-
wiegen kann, ohne sich von einem erhöhten Punkt fallen zu lassen. —
Zoologist. III. Series, Vol. XI, p. 106—107.
Färbimg. Crampe, Die Farben der Pferde von Trakehnen. —
ThiePs Landw. Jahrbücher. Bd. 16, p. 831—890.
Behandelt vorzugsweise das Auftreten und die Vererbung von
Abzeichen. Eingehende Tabellen.
Crampe, Die gelben Pferde von Ivenack. Ein Beitr. zur Lehre
der Vererbung vorfahrlicher Eigenschaften. — Ebenda, p. 135 — 200.
Behandelt die Geschichte einer Anzahl gelber Rennpferde, welche
von einer schwarzen Vollblutstute aus dem Gestüt zu Ivenack in
Mecklenburg abstammten und ihre Farbe stark vererbten. Ein-
gehende Untersuchungen über die Vererbung der Pferde von Ivenacker
Herkunft.
Eimer, Theod., Ueber die Zeichnung der Tiere. — Humboldt,
Jahrg. 6, p. 136 — 143. Mit Abbildungen.
Fortsetzung früherer Aufsätze in der genannten Zeitschrift.
Greve, C, Beobachtungen über eine gewisse Gesetzmässigkeit
der Zeichnung bei Tieren. — Zoolog. Garten. Jahrg. 28, p. 338 — 330.
Verf. untersuchte 2000 Pferde auf weisse Abzeichen an den
Füssen und fand, dass besonders die Hinterfüsse und unter diesen
hauptsächlich der linke (über 25 %) zu weissen Abzeichen neigen.
Harting, J. E., berichtet über ein im August erlegtes Hermelin
im Winterkloidc und ohne schwarze Schwanzspitze. Kein Albino! —
Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 345
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 43
Landois, H., Das erste Nestklcid des Edelmarders. — Zool.
Garten. Jahrg. "28, p. '254 — 255.
Dasselbe ist oben licht maiisegraii, unten weisslich; ein scharf
abgesetzter grosser Kehlfleck ist weisslich.
Lutm vulgaris mit zahlreichen weissen Flecken wurde bei Nie-
heim erbeutet. — Deutsche Jägerzeitg. Bd. IX, p. 31).
N eh ring, A., Ueber den Sohlenfleck am Hinterfuss der Wild-
katze. Mit 1 Holzschn. — Deutsche Jcägerzeitg. Bd. VIII, p.557 u. G91.
Derselbe, Ueber die Sohlenfärbung am Hinterfusse von F. catus,
F. caUqafa, F. mnniculata und F. clomMiea. — Sitzungsber. Ges. nat.
Fr. Berlin 1887, p. 26 — 27. Mit 1 Abbildung.
Die Wüdkatze hat (in der Regel) an der Sohle des Hinterfusses
nur einen kleinen schwarzen Fleck, während bei der Hauskatze mit
Wildfarbe die ganze Sohle bis zum Fersenbein schwarz ist. Ebenso
bei F. manic, F. ccdkj. — Bemerkungen über das Gebiss von Wild-
und Hauskatze.
Whi tacker, J., berichtet über einen gefleckten Hasen. —
Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 233.
4 Gemsböcke mit dunklem Kopf, aber im übrigen schneeweiss,
wurden 1886 bei Gmunden erlegt. — Weidmann 1887, p. 122.
Ein schwarzer Hase („Kopf, Rücken und Läufe glänzend schwarz,
Bauch und Brust tiefgrau") wurde bei Meckenheim geschossen. —
Deutsche Jägerzeitung. Bd. VIII, p- 428.
Schlaf. Myoxu.s (j/is ,, Winterschlaf" haltend während des Juni
und Juli, wird geschildert im Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 281
bis 283 nach einem Artikel Forel's in „Revue de l'hypnotisme."
Fortpflaiizimg u. dgl. Blaauw, F. E., Sur les Antilopes
Gnous et divers animaux. — Bull, de la Soc. nation. d'Acclim. de
France. 4 Serie, t. 4, p. 53(> ff.
Gnus pflanzen sich frei leidend in Holland im Park fort und über-
dauern den W^inter, nur bisweilen nachts im StaU gehalten. Trächtig-
keitsdauer 8V2 Monate.
Corbin, G. B., fand junge Lufra mU/., etAva 1 Tag alt, am
14. August. Grösse eintägiger Katzen; Farbe grau. — Zoologist,
ni. Series, Vol. XI, p. 67—68.
Cornely berichtet Zool. Garten, Jahrg. 28, Heft 1, p. 27 — 29
über Züchtungen im Park von Beaujardin bei Tours.
U. A. Macvopm ruf. und gkiaat.^ Elaphodus mirhianus, Cen-f/h/s
Reevesii, Alcelaphus alhifrons, Gaz. .whg uff u rosa, Do/ichofi.^ pafagonica.
Geburten im Dresdener Zool. Garten. — Zool. Garten, Jahrg. 28,
Heft 1, p. 30.
Guldberg, Gust. A., Zur Biologie der nordatlantischen Fin-
walnrten. — Zool. Jahrbücher, 2. Bd. 1. Heft, p. 127—174.
44 J^i" Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Behandelt wird besonders die Trächtigkeit der Balaenopteriden.
Verf. giebt folgendes Resiime:
1 . Das trächtige $ hat in der Regel eine relativ bedeutende Grösse
nnd ist grösser als das S.
2. Die Länge des neugeb. Jungen, die nach der allgem. Regel für
die Cetaceen zwischen V4 ^^nd Vs von derjenigen des Mutter-
tiers schwankt, scheint nie unter V4 zu gehen, steigt auch nicht
viel über dieses Verhältniss und erreicht nicht V.? der Länge
der Mutter. In dieser Beziehung besteht ein Unterschied
zwischen den Bartenwalen und den Delphinen, wo das Junge
in der Regel Vs? zuweilen noch mehr, von der Grösse des
Muttertieres erreicht.
3. Die Trächtigkeit dauert 10 — 12 Mon. für die folgenden Species:
Megaptera hoops Fahr., Balaenoptera rostrafa Fahr., B. horcaUx
Less. und B. 'niuHculus (Jornpanyo.
4. Die Begattung und das Werfen des Jungen findet für die oben
genannten Arten im Winter statt.
5. Das Junge begleitet die Mutter längere Zeit, wahrscheinlich,
bis es die Hälfte der Grösse des Muttertiers erreicht hat.
6. Der Blauwal, Balaenoptera sihhaldu (iray, ist über ein Jahr
trächtig und hat keine bestimmte Jahreszeit für die Begattung
und das Werfen des Jungen.
7. Die beiden grössten Finwalarten, B. mmculxs und Hibhadii, werfen
nicht jedes Jahr ein Junges.
Haacke, W. , Eierlegende Säugetiere. — Humboldt, Jahrg. 6,
p. 215 — 218. Mit 2 Abbildungen.
Verf. schildert die Fortpflanzung von Fclu'dnalnj-strix und ürnifh.
paradoxKst und erörtert das Alter der Monotremen.
Kühn, J., Fruchtbarkeit der Bastarde von Schakal und Haus-
hund. — Zeitschr. des landw. Central - Vereins der Prov. Sachsen
1887. Heft 3.
Es wird durch eine Reihe von im Haustiergarten des landw.
Instituts zu Halle angestellten Versuchen festgestellt, dass die Bastarde
von Schakal und Haushund selbst in engster Blutsverw^andtschaft
unter sich fortpflanzungsfähig sind.
Dasselbe, Zool. Garten. Jahrg. 28, p. 161 — 163.
Biol. Centralbl. VIL Bd. No. 5, p. 158 — 160.
Landois, H., Zum Leben der Frischlinge. — Zool. Garten
Jahrg. 28, p. 225 — 230.
Beobachtungen über die Fortpflanzung von Wildschweinen in
der Gefangenschaft.
Mairet, Alex., Note sur los Antilopcs Naines ((.'epJtal. mer<i.)
— Bull, de la Soc. nationale d'Acclim. de France. 4. Serie, tome IV.
p. 238.
Ceph. merg. pflanzt sich in der Gefangenschaft im Freien fort
und dauert den Winter aus.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 45
Noack, Th., Zum Familienleben des Seehundes ( Phoca vitvUna).
— Zool. Garten, Jahrg. 28, p. 367 — 370.
Beobachtungen über einen weiblichen Seehund mit Jungen in
der Gefangenschaft. Die Jungen saugten mit Vorliebe auf dem
Rücken liegend, sowohl im Wasser als auf dem Lande.
Parrott, F. Hayward, fand am 17. Okt. ein Igelweibchen mit
7 etwa einen Monat alten Jungen. Vielleicht der zweite Wurf? —
Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 424 — 425.
Schaff, Ernst, lieber Kreuzung des Haushundes mit dem Wolf,
Schakal und Fuchs. — Deutsche Jägerzeitg. Bd. VIII, p. 621 — 624
und 637—641.
Seefeld, A., berichtet über die Geburt eines jungen Nilpferdes
in St. Petersburg und giebt Mafse des einen Tag alten 'J'ieres. —
Zool. Garten. Bd. 28, p. 89.
Westermann, Geo., Uebersicht der Säugetier -Geburten im
Zool. Garten zu Leipzig, von dessen Eröftinmg im Jahre 1878 bis
Sept. 1886. — Zool. Garten. 28. Jahrg. No. 4/5., p. 158.
Oefaugeiischaft. Altum, B., Ueber den Baumschläfer (Eliotni/fs
ilri/m Schrcb.). — Zool. Garten. Jahrg. 28, p. 135—139.
Beobachtungen über Gefangenleben etc.
Goffart, Zur Kenntniss des Seehundes. — Ebenda, p. 325 — 327
l*hoc.a i'it. greift in der Gefangenscliaft Wasservögel an und zieht
ihr Fleisch dem der Fische vor.
Helm, F., Einiges über den Gartenschläfer fJ///a/v/x «/^/^'/vvVr^^s-j.
— Ebenda, p. 217— 219.
Mitteilungen über M. (p/cm//, in der Gefangenschaft.
Joseph)', G., Das Eichhorn in der Gefangenschaft. — Ebd.
p. 148 — 150."
Mailles, M., Acclini. et Domest. de quelques Rongeurs de la
Familie des Murides. — Bull.delaSoc.nation. cVAcchm. de France 1887.
Winke für die Haltung der in Zoologischen Gärten etc. fast stets
fehlenden Nager aus der Fam. der Mäuse.
S. auch N eh ring unter Biologie Allgem.
Schaff, Ernst, Der Milu (Elap]a//'i/s Dai-/(//a>n/s) im Zool.
Garten zu Berlin. Mit 1 Abbildung. — Zool. Garten. Jahrg. 28,
p. 101 — 105.
Derselbe, Der Siebenschläfer (Mijo.m/s gilf< Sr/i/-t'b.) in der
Gefangenschaft. — Ebenda, p. 327 — 331.
M. gi/s zeigt keine angenehmen Eigenschaften in der Gefangen-
schaft.
Sigel, W. S., Die junge Giraffe des Zool. Gartens in Hamburg.
— Ebenda, p. 80—83. '
Biologische Beobachtungen über eine in Hamburg geborene
Giraffe.
46 T)r. Ernst Schaff: Bericlit über die Leistungen
Le Souef, A. A. C. , Remarks lipon some living Duckbills
(Oi-nifhorh. parad.) in confinement at Melbourne (Extract of a letter).
— Proc. Z. S. London 1887, p. 3G3.
2 lebende Schnabeltiere im Zool. Garten zu Melbourne.
Jardim zoologico e d'acclimagao em Portugal. Ptelatorio da
Diregäo e Parecer do conselho fiscal. Anno de 1886. Lisboa 1887.
Feinde. Mathew, M. A., teilt mit, dass ein Hase von einem
Igel mit Erfolg angegriffen wurde. — Zoologist, III. Series, Vol. XI,
p. 233.
Sclater, P. L., Extract from a letter respecting the killing and
eating, by a mouse, of a young venemous snake. — Proc. Z. S.
London 1887, p. 340 ff.
Eine Maus (^wahrsch. Dendromys mclanofis) tötet und frisst eine
junge Sepedon liaemachates.
Kraukheiten iind Missbilduugeii. de Bary, W., Ein Fall
von doppelseitigem Anophtlialmus bei einem Kalbe. — Vircbow's
Archiv. Bd. 108, S. 355 — 358.
Dowdeswell, G. F., On Rabies. — Auszug in Proc. Royal Soc.
London, Vol. 42, p. 355 — 356.
Das Wutgift ist nicht in den Speicheldrüsen enthalten, sondern
in der Gehirnmasse und in den peripherischen Nerven. Der Unter-
schied zwischen stiller und rasender Wut ist nicht haltbar. Durch
subcutane Impfung nach Pasteur'scher Methode konnte bei Kaninchen
keine Immunität erzeugt werden. Die Versuche mit Hunden dürfen
nicht unmittelbar als Mafsstab für die Behandlung des Menschen
dienen; nur statistische Nachweise über Fälle bei Menschen können
über die Wirkung der Impfung entscheiden.
Hansen, Armauer, La Septicemie inoculee ä des Baleines par
les fleches dont se servent les pecheurs. — Archives de Biologie.
Tome VI, p. 585 — 587.
Kuckuck, Krankheitsfälle in dem Zool. Garten zu Hannover. —
Zool. Garten. Jahrg. 28, p. 128— 13L
Fibroma ossificum bei einem Burchell's Zebra.
Landois, Ueber den Schädel enies Ilaussehwein-Cyklopen. —
Verh. Naturhist. Ver. d. preuss. Rheinlande etc. 1887, p. 56 — 59.
Rieck, M., Perocephalus aotus (Gurlt) vom Schwein. — Rev.
f. Tierheilkunde. Bd. X, p. 1—3. (Wien.)
Schaff, Ernst, Steinmarderschädel mit abnormer Unterkiefer-
bildung. Mit 1 llolzsclm. — Deutsche Jägerzeitung. Bd. VIII, p. 566.
Sutton, J. Bland, On some specimens of Disease from Mammals
in the Society's Gardens. — Proc. Z. S. London 1887, p. 364 ff'. Mit
Abbildungen.
Knochenfrass bei Affe und Löwe (Schädel). Hypertrophie der
Gl. thyreoid. bei Ziegenbastarden, von Papillen am Fuss von Coatis.
Wucherungen der Hornbekleiduno- an Ziegenfüssen.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 47
Ueber einen Fall von Scierosarcoma bei einer Gemse berichtet
A. Hugo 's Jagdmtung. 30. Jahrg., p. 25 — "iG. Wien 1887.
Nutzen und Schaden, de la Rue, A., Les animaux müsibles.
Leur destruction, leiirs moeurs. Paris 1887.
Behandelt die Feinde der Jagd, zu denen auch Igel und Maul-
wurf gezählt werden. [Ersterer mit Recht, ob letzterer auch? Ref.]
Schweri, Joh., Unsere freilebenden Wirbeltiere (Vögel, Säuge-
tiere und Reptilien) .nach ihrem Nutzen und Schaden betrachtet.
Zürich 1887.
Land- und Forstwirtschaft, Jagd. Anderegg, Die Schweizer
Ziegen. Eine Monogr. nebst Anleitung über Ziegenzucht und Ziegen-
haltung. Bern 1887. Mit 21 Abbildg. und 3 Tabellen.
Allgemeines über Abstammung und Körperbau, Beschreibung
der verschiedenen Schläge, Anleitung zur Zucht und Haltung.
Armandi, P., Hist. des Elephants dans les guerres et les fetes
des peuples anciens jusqu'ä l'introduction des armes ä feu. Limoges
1887. 304 S. 8 0.
Barban,A., Le Chien, son histoire, ses exploits, ses aventures.
Avec 87 illustr. Paris 1887.
Bolau, H., Der Elephant in Krieg und Frieden und seine Ver-
wendung in unsern african. Colonien. Hamburg 1887. Mit 4 Holzschn.
Coleman, J., Englische Viehrassen : Rinder, Schafe und Seh w^eine.
Uebers. von G. Zöppritz jr. Stuttgart 1887.
Dequin, II., Le Laverack Setter. Vincennes 1887, aux bureaux
de l'Eleveur, 19, rue de l'Hötel-de-Ville. Mit 15 Abbildungen.
Drömer, Ernst, Der Schweisshund und seine Arbeit. Mit
1 Abbildung. Oranienburg 1887.
Edwards, R. 0., Rabbits for Exhibition, Pleasure and Profit.
Illustr. London 1887.
Flückiger, B., Das Berner Fleckvieh (Simmenthaler Rasse).
2. Aufl. Bern 1887. Mit 2 Farbendrucktfln.
Herdbuch für die Marschen des Jeverlandes. Herausgeg. vom
Centralvoi-st. Oldenburg. Landw. Ges. Oldenburg 1887.
Herdbuch für die Oldenburgischen Wesermarschen. Ebenda.
Herd book frangais. Registre des animaux de pur sang de la
race bovine courtes-cornes amelioree, dite race Durham, nes ou
Importes en France. Vol. 15. Paris 1887.
Hoffmann, L, Das Exterieur des Pferdes. Allgemeines über
die Pferdegattung und über den Pferdekörper. Die einzelnen Körper-
teile. Statik und Mechanik des Pferdekörpers. Pferdekauf und
Handel. Mit 64 Abbildungen. Berlin 1887. 8». 370 S.
Keller, F. C, Die Gemse. Ein monogr. Beitr. zur Jagdzoologie.
Mit Holzschn. Klagenfurt 1887. 516 S. 8^
48 Dl'- Ernst Schaff: Bericht iiher die Leistungen
Konnerth, Mich., Das Kaninchen, seine Aufzucht und Pflege.
2. Aufl. Wien 1887.
Krichler, F., Das Schwarzwild, dessen Naturgesch., Jagd, Fang,
Einfluss auf die Land- und Forstwirthscliaft und dessen Zucht im
Gatter. Mit 18 Illustr. Trier 1887.
Lincke, J. G. , Die rationelle Kaninchenzucht und ihr volks-
wirtschaftlicher Wert. Mit 10 Abbildungen. Leipzig 1887. 8".
Maior, G., Die Tzigaja-Race, ihre Eigenschaften und ihre wirt-
schaftliche Nutzbarkeit. Halle 1887. Diss. "
Behandelt eine wenig gekannte rumänische Schafrasse, haupt-
sächlich in landwirtschaftlicher Hinsicht. Angaben von Fitzinger und
May werden berichtigt.
Mennier, Victor, Avenir des especes. — Les singes domestiques,
— Comptes r. hebd. Soc. Biologie. Tome 4. Serie 8, p. 129 — 150.
Kurze Notiz von Brown-Sequard über obiges Werk, in welchem
erörtert wird, dass eine Anzahl Att'enarten als Haustiere von grossem
Nutzen sein können.
Mozziconacci, A., Les races ovines de la region meridionale
de la France. Montpellier 1887. (Bibl. du progres agricole).
Möller, V., Hunden og Hunderacerne. Kjöbenhavn 1887.
Nehring, A., Lieber die Mumie eines langhaarigen Inca-Hundes
von Ancon in Peru. — Sitzungsber. Ges. nat. Fr. Berlin 1887, p. 139
— 141.
Ausser den in der Ptegel kurzhaarigen Hunden kommen auch
langhaarige in den altperuanischen Gräbern vor.
Ofner, 0., Der gemeine Büffel, Bnhalus imUrtiH. Unters, über
die wirtschaftl. Bedeutung desselben. Dissert. Kottbus 1887.
Powers, S., The American Merino, for Wool and for Mutton.
Practicaltreatise on the selection, care, breeding etc. . . New York 1887.
Richard, A., Rapport pour etudier la Production du Cheval.
Paris 1886 (!)
Van Rijckevorsel, Reisen in Sumatra. — Auszug in Verhandl.
Ges. f. Erdkunde. Bd. 14. 1887.
Elefanten werden auf Sumatra wegen zu grosser Unterhaltungs-
kosten nicht gezähmt. ,,Auch soll der Elef. von S. nicht so gelehrig
wie der vom Festland sein."
Rule, P. M., The Cat. Its Nat. Hist., domestic varieties, manage-
ment and treatment. With an Essay on feline instinct by B. Perez.
London 1887.
Täunton, Th. H., Portraits of celebrated Racehorses of the
past and present Century . . . Vol. L u. IL London 1887.
Thüngen, Freiherr von. Der Jagdhund, seine Züchtung, Er-
ziehung, Wartung, Dressur und Fülirung. G. Aufl. Neue Ausgabe.
Berlin 1887. Mit Abbildungen.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 49
Wilckens, M., Briefe über landwirtschaftliche Thierzucht. Mit
4 Abbüdimgen. Wien 1887.
Derselbe, Die Bedeutimg des Knochengerüstes für die Beur-
teilung der Körperformen landwirtschaftlicher Haustiere. — Thiel's
Landw. Jahrbücher. Bd. 16, p. 791 — 817.
Verf. empfiehlt für die Beurteilung landw. Haustiere Messungen
am lebenden Tier, als Ansatzpunkte gewisse von aussen sichtbare
Teile des Knochengerüstes (z. B. Calcaneus, Sitzbeinhöcker etc. etc.)
Stud book des animaux de la race chevaline nivernaise de
trait, public par la Soc. departementale d'agricult. de la Nievre.
Nievres 1887.
Stud book des chevaux de trait frangais public sous le patronage
de la Soc. des agricult. de France. T. 1. Paris 1887.
Stud book percheron de France public par la Soc. hippique
percheronne. T. 3. Nogent le Rotrou 1887.
Wrang el, Graf C. G., Das Buch vom Pferde. Ein Handbuch
für jeden Besitzer und Liebhaber von Pferden. ]\Iit vielen Abbildgn.
Liefg. 1 — 8. Stuttgart 1887. 8«.
Wal- Fischerei etc. Clark, A. Howard, The American Whale
Fishery 1877 — 1886. Science Vol. IV, p. 321—324.
Cooks, A. H. , The Finwhale fishery of 1886 on the Lapland
coast. — Zoologist, HI. Series, Vol. XI, p. 207 — 222.
Enthält ausführliche Mitteilungen über die Zeit des Erscheinens
der Wale an den nordeuropäischen Küsten.
Patterson, R. L., Some Account of the Whale and Seal Fisheries,
Past and Present. — Rep. Belfast Nat. Hist. Field Club. 1887,
p. 112 — 114.
Southwell, Thomas, Notes on the Seal and Whale Fishery
of 1886. — Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 182 — 189.
Zoologischer Inhalt sehr dürftig.
Townsend, Charles H., Present Condition of the California
Gray Whale Fishery. — Bull. U. S. Fish Commission Vol. VI, p. 346
bis 350. Mit 2 Tfln.
Die Zahl der Rhachianectes glaucus Cope, der nach Scammon
im Jahre 1874 angeblich dem Aussterben nahe war, hat wieder zu-
genommen, da die Tiere bei ihrem Fortpflanzungsgeschäft in den
arktischen Gegenden eine Reihe von Jahren nicht gestört wurden.
Da der Wal bei seinen Wanderungen sich nahe an den Küsten hält,
so fängt man ihn von Küstenstationen aus. HeimatHcher Name
„devil fish", da das Weibchen sehr gefährlich ist, wenn das Junge
getötet wurde.
Foreign Fisheries in 1885. — Bull. U. S. Fish Commission
1887. Vol. VI, p. 81. (Uebertragen aus Norsk Fiskeritidende Vol. V.
No. 1.). Enthält Angaben über den Fang von Walen, Robben etc.
Aicli. f. Naturgesch. .Talirg. 1888. B.l. II. 11.1. 4
50 Dr. Erust Schaff: Bericht über die Leistungen
The Norwegian Fisheries in 1885. — Bull. U. S. Fish Com-
mission Vol. VI, p. 82 — 83. (Uebertragen aus Norsk Fiskeiitidende
Vol. V. No. 1.
Angaben über die von norwegischen Schiffen erbeuteten Wale,
Robben etc.
Sea-otter fisheries. — Bull. U. S. Fish Commission Vol. VI,
p. 344.
Rasche Abnahme der Seeotter durch die rücksichtslose Verfolgung.
Statistics ofWhaling, Cod-Fishing, and Salmon-Packiag on the
Pacific Goast. (From the San Francisco Chronicle.) — Bull. U. S.
Fish Commission Vol. VI, p. 89.
Kurze Angabe über den Ertrag der Wal -Fischerei.
Geographische Verbreitung und Faunen.
Heilprin, A., The Geogr. and Geol. Distribution of Animals.
(Internat. Scientif. Series) London 1887.
Behandelt p. 333 — 403 die Scäugetiere.
Marshall, W., Atlas der Tierverbreitung. Gotha 1887.
Enthält auf 12 Kärtchen die Verbreitung der Säugetiere, wobei
jedoch verschiedene Ungenauigkeiten zu bemerken sind. Phocidae
ungenau, sind für Grossbritannien nicht angegeben, obwohl Hali-
choerus an den Küsten bis zu den Orkney- und Shetland-Insehi vor-
kommt. Bei den Ursidae nüissten die Pyrenäen mit eingeschlossen
sein. Die Talpidae haben einen zu engen Verbreitungskreis, desgl.
die Moschidae, die Leporidae (speziell L. brasil. in Südamerika).
Oestliclie gemässigte Kegiou. Nach Barrett-Hamilton ist
die ,, schwarze Ratte" (j\J. /•aüifs) nicht selten in der Nachbarschaft
von New Ross und Kilmanock in Wexford und kommt ebenfalls vor
in Duncannon bei Arthurstown. — Zoologist, 111. Series, Vol. XI,
p. 425.
Beauregard, H., Note sur une jeune Balaenoptere capturee
pres d'Audierne. — Comptes r. Soc. Biologie. VIII. Serie, T. IV,
p. 419 — 420.
Bai. rosfrafn juv. bei Audierne (Finistere) gefangen. Das Weiss
an den Flossen kaum sichtbar. Ob in Folge der Jugend des Tieres?
Behla, R. , Die frühere Ausbreitung des Elchs in Europa. —
Vortrag, gehalten auf dem Stettiner Anthrop.-Congress im Jahre 188(5.
Abgedruckt im „Weidmann" 1887, p. 159 — 160\md 1G7 — 168.
Döderlein, L., und Schumacher, E., Ueber eine diluviale
Säugetierfauna aus dem Oberelsass. — Mittig. d. Com. f. d. geol.
Landes-Unters. von Elsass-Lothr. Bd. I. lieft ITI.
Zwischen Geberschweier und Vöklinshofen wurde eine Diluvial-
fauna von Säugetieren gefunden, darunter Arcfonii/s, MyodcH Icmmvs
und tOfqnaiiifi^ Jjppiifi vid'idhiliH^ F. Jxjnx , Rhiiioceros, Cercux, Eqtnof,
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 51
Bos, IJipjJopofatHitsf Dass die Fauna einen Hochgebirgscharakter
habe, wie D. meint, dürfte zu bestreiten sein. (Ref.)
Eyrich, . . . Der letzte Luchs in Baden 1834 erlegt. — Zool.
Garten. 1887, p. 320.
Giglioli, Henry, and Salvador!, Thomas, Brief Notes on
the Fauna of Corea and the adioining coast of Mandschuria. — Proc.
Z. S. London 1887, p. 580 ff.
Nur 1 Säugetier ('rocidiira /asittra Dohsoii wird aufgeführt.
Haigh, Caton G. H., Notes on Bats in North Lincolnshire. —
Zoologist, m. Series, Vol. XI, p. 142 — 144.
Scotophihfs Hocfu/a, 8c. pipiMr., Vesp. Nutterei'i\ V. Dai/b.^ I'/ec.
ann'f. wurden in Nord-Lincolnshire gefunden.
Harting, J. E., giebt Bemerkungen über ein unweit Bergen
erbeutetes Exemplar von Orca gladiator Lacep. Es wurden G2 Tiere
dieser Art gleichzeitig in einem Fjord erlegt. — Zoologist, III. Series,
Vol. XI, p. 383 — 384.
Vergl. ferner Harting unter Biologie, Allgem.
Harvie-Brown, J. A., and Buckley, T. E., A Vertebrate Fauna
of Sutherland, Caithness and West Cromarty. Edinburgh 1887.
Enthält unter anderem die in dem angegebenen Gebiet vor-
kommenden oder früher vorhandenen Säugetiere, 7() Arten.
K eisall, J. E., The distribution in Great Britain of the Lesser
Ilorse-shoe Bat. — Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 89 — 1)3.
Verf. stellt alle Daten über das Vorkommen von Rhin. hipposid.
in Grossbritannien zusammen. Diese Art kommt weiter nach Norden
und Westen, doch nicht so weit östlich vor wie Rh. f. equin.
Kocyan, Die Säugetiere der Nord-Tatra. — Termescetrajzi
Füzetek. Zeitschr. f. Zool. Bot., Min. u. Geol. Vol. 11. No. 1. Buda-
pest 1887.
Krüdener, A. v. , Zoologisches aus Livland. — Zool. Garten.
1887, p. 150—151.
Kurze Notiz über Pfcromys voUois in Kurland. Versuch Dam-
wild in Livland einzubürgern, wo dasselbe bisher fehlte.
Lataste, F., Catalogue critique des Mammiferes apelagiques
sauvages de la Tunisie. Paris 1887.
Es wurden angeführt: Ghiropt. 3 Gatt, mit 5 Arten; Insectiv.
3 Gatt, mit 4 resp. 5 Arten; Carniv. 8 Gatt, mit 15 Arten; Rod. 8 (latt.
mit IG Arten; Pachyderm. 1 Gatt, mit 1 Art; Rumin. 5 Gatt, mit
5 Arten.
Lilford, Lord, A few words on European bats. — Zoologist,
III. Series, Vol. XI, p. 61—67.
Verf. giebt Mitteilungen über das Vorkommen der europ. Fleder-
mäuse, grösstenteils nach von ihm selbst gesammelten Exemplaren.
Bemerkenswert ist das Auftreten von Cynonyderis collaris auf Cypern,
wo diese Art oft an Obstbäumen Schaden stiftet. Rhin. hippof^. ist
in Devon häufiger als man anninmit. Venp. nmrimift ist aus England
4*
52 i^i'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
in nur 1 Expl. bekannt (Brit. Mus.). V. Nattereri kommt an 2 Lo-
kalitäten in der Nähe von Lilford nicht selten vor. V. pipisf. ist
die gemeinste Art in England, fast ebenso häufig J-'/ec auriUif^.
Macpherson, 11. A., giebt kurze Mitteihmgen über das Vor-
kommen des Kehes in Cumberland. — Zoologist, III. Series, Vol. XI,
p. 382—383.
Nazarow, P. S., Recherches zool. des Steppes des Kerguiz. —
Bull. Sog. Imp. Nat. Moscou 1886 (!) p. 338—382.
Vergl. auch Pohlig unter Systematik, Wiederkäuer.
Rossikow, K. N., Uebers. der Säugetierfauna im Thal des
Flusses Malka. (Russisch.) St. Petersburg 1887.
Schulze, Erwin, Sorex alpinus am Brocken. — Zeitschr. f. d.
ges. Naturw. 1887, p. 187.
Verf. constatirte das Vorkommen von »S'. aip. am Brocken.
Scully, J., On the Maramals coli, by Capt. C. E. Yate of the
Afghan Boundary Commission. — Aus einer Arbeit in: Journal Asiatic
Soc. Bengal part III. 1887. — Ann. Mag. Nat. Ilist. 5. Ser. Vol. XX,
p. 378 if.
13 Species : Erindcen-s albvlus JSfoIiczka, Felis ca)nlata dray,
('. /nj>//.s /v., Viilp. monf. Pcai'.'<on, Spe/'mopili. bactriamts sp. n., Ger-
hilhis .sj>., Mus Imctr. Lilyfh, Arvic. Gvenfheri Dan f. et Aiston, El-
lobliiH internicdiux f<p. n., Lagomys rufescenfi (iray, Jjepys Lehnunini
Setre/-t:off, (lazella sf/bf/i/ttuj'osa (lühL, Cerms cashmirianus Falc.
kapern}, badr. sp. n. Ohrmuschel rudimentär, Sohlen der Hinterf.
dicht behaart, Schwanz kurz, nicht länger als der Hinterf. Haar am
Leibe harsch, sehr kurz, einfarbig, blass gelblich (,,fawn") Lippen-
ränder, Kinn, Kehle, ganze Unterseite und Innenseite der Beine weiss.
Schwanz wie der obere Körper mit einem schwarzen Ring vor der
blass gelblichen Spitze. 3 Zitzenpaare, Kopf und Körper (Balg)
9,5 engl. Zoll, Schwanz 1/j, mit Haar 2,2.
Ellobühs intermediiis sp. n. steht zwischen E. fuseocapiUiis und
E. talpin., untersch. sich von ersterem bes. durch den Mangel des
hinteren Lappens am letzten oberen Backenz., von E. ta/p. durch
kürzere Prämax., niedrigeren Jochbogen und abweichende Form von
m 1 inf. Ist vielleicht Severtzoft's E/l. tcdp. var. mfescens. Hab.
Umgegend von Herat.
Service, Rob., Wild White Cattle in South-Western Scotland.
— Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 448 — 451.
Einige Nachrichten über früher im südwestlichen Schottland
existirende Heerden von Wildrindern.
On the present condition of the existing herds of British Wild
White Cattle. — Report of the Committee, appointed by the Brit.
Assoc. for the purpose of preparing a Report on the Herds of W'ild
AVhite Cattle at present existing in Great Britain. — Zoologist,
ni. Series, Vol. XI, p. 401—414.
in der Naturgeschichte rler Säugetiere währeiul des Jahres 1887. 58
Heerden des englischen Wildviehs bestehen zur Zeit an folgenden
Orten: Chartley Park bei Uttoxeter, Staffordshire , wahrscheinl. seit
dem 13. Jahrb. ; Chillingham Park bei Beiford, Northiinil)erland, wohl
ebenso lange; (Lyme Park bei Disley, Cheshire bestand seit Ende des
14. Jahrb., ist erst kürzlich eingegangen); Cadzon Park, Hamilton,
Lamarkshire, wahrscheinl. seit dem Anfang des 14. Jahrb.; Somer-
ford Park bei Congleton, Cheshire, seit 200 Jahren; Bhckling bei
Aylsham, Norfolk und Woodbastwick Hall bei Xorwich haben Ab-
kömmlinge der früheren Middlcton-Heerde seit dem Anfang dieses
Jahrb., resp. seit 1840. P]ndlich wird in Vaynol bei Carnavon von den
Resten der früheren Heerde von Kilmory House, Argyllshire, weiter
gezüchtet.
Die Somerford- Heerde ist gezähmt, die Kühe werden gemolken
und geben vorzügliche Milch. Bemerkenswert ist, dass diese Heerde
hornlos ist (polled). Die Zahl der Tiere beträgt im höchsten Fall 60
in einer Heerde, meistens sind es nur etwa 30. (Irösse, Proportionen,
sowie Farbe und Ausdehnung der dunklen Abzeichen variiren etwas.
Bisweilen fallen schwarze Kälber, die jedoch getötet werden.
Woldrich, J. N. , Diluviale europäisch -nordasiat. Säugetier-
fauna und ihre Beziehungen zum Menschen. (Mit Benutzung hinterl.
Manuskr. von J. F. Brandt). — Mem. de l'Acad. Imp. St. Petersbourg.
VH. Serie, T. XXXV.
Nach einleitenden Bemerkungen Brandt's über die Diluvialfauna
im Allgemeinen folgt als I. Teil eine ausführliche Uebersicht über
alle bekannten diluv. Säugetier -Arten des genannten Gebiets mit
vielen, die neuere Litteratur berücksichtigenden Zusätzen von
Woldrich. Der H. Teil behandelt den diluvialen Menschen und
zwar die Beziehungen des Renntiers zum Menschen in den ver-
schiedenen Teilen Europas. Es folgen Kapitel über den tertiären
Menschen und das Klima zur Tertiär- und Diluvialzeit und endlich
Erörterungen allgemeiner Natur über die alte Bevölkerung pAiropas
und über den Urspnnig der Geschichte,
Woldrich, Job. Nep., Diluviale Funde in den Prachover Felsen
bei Jicin in Böhmen. Mit 1 Tfi. und 2 Holzschn. — Jahrb. der k. k.
geol. Reichsanstalt. Bd. 37, p. 223—232.
Ausser Resten vom Menschen 10 resp. 9 Säugetiere, z. T. in
spärlichen Resten. Station des Menschen aus der postglacialcn
„Weidezeit."
Notizen über das Vorkommen von Are. f/(((fen//i.s in Sussex,
Durham und Northamptonshire finden sich im Zoologist, ÜI. Series,
Vol. XI, p. 462 — 463.
Aethiopische Region. Jcntink, F. A., On Mammals from
Mossamedes. — Notes from the Leyden Mus. 1887.
Uebersicht über eine Collection von 27 Arten, gesammelt von
van der Kellen bei Mossamedes. 3 Carniv., 7 Artiod., 1 Perissod.,
7 Rod., 3 Insectiv., 6 Chiropt.
54 Dl- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Lee he, W., Ueber einige von Emin Pascha gesammelte afri-
kanische Säugetiere. — Zool. Jahrbücher. Bd. III, p. 115 — 126. Mit
2 Tun. färb.
Behandelt 1 Crocidura, 2 Chiropteren, Rodentia und giebt z. T.
Bemerkungen über die Lebensweise nach Aufzeichnungen von Emin
Pascha. 2 färb. Tafeln: Scinrus Icmniscafus Le ('onte und (icoi'hychuH
(lamnrcnsiH Ogilhij nebst (l. ochraceo-cinereus v. Heugl.
Meyer, H., berichtet über seine Besteigung des Kilimandscharo.
~ Verhandl. Ges. f. Erdkunde. Bd. 14. 1887.
Der Urwald über dem Dschagga -Plateau ist der einzige Land-
streif, wo Elefanten in grösserer Zahl vorkommen (über 2000 mtr.
Höhe). Vergl. Monges unter Biologie, Allgem.
Noack, Th., Beiträge zur Kenntniss der Säugetierfauna von
Ost- und Central-Afrika. Mit 3 Tfln. - Zool. Jahrb. 2. Bd. 2. Heft,
p. 193 — 302.
Das Resultat der nach Sammlungen und Aufzeichnungen des
verstorbenen Dr. Rieh. Böhm verfassten Arbeit ist folgendes: ,,Die
mediterrane Region greift in das in Frage stehende Gebiet nur in
solchen Genera und Spezies hinüber, welche man entweder als sehr
alt bezeichnen muss, oder für die später die seit der Tertiärzeit
entstandene Sahara kein absolutes Hinderniss der Verbreitung war
(Viv., Can., Fei., einzelne Nager). Dagegen bildet das Nilgebiet seit
Alters eine Brücke zwischen Nord- und Central-Afrika. Uebrigens
stossen in den Gebieten um den Tanganika die west-, ost- und süd-
afrik. Region zusammen, deren Vertreter sich den Wasserläufen fol-
gend oder von Südafrika durch keine absoluten Terrainhindernisse
gehemmt nach dem Tanganika hin zusammengeschoben und mehrfach
zu regionalen Arten oder Unterarten umgebildet haben. Ein Ueber-
greifen der madagassischen Subregion lässt sich nur für die Chiropteren
nachweisen."
Behandelt werden die folgenden Arten: Rhinoceros hicornw,
Pliacoclioerus afrlc, Potanioch. afric, P. pe/ticilL, Ilipj^op. aniph.,
Elepli. afr., Hyrax mossamhicus, Manis sp., Oryderop sp., E<pins zebra,
E. asinus, Bos taurus var. indic, B. cajfer, Ocis aries rar. pJatyiira,
Capra hirc, ('ameJop. gi)'., Kohus sing sing, Adenota hob (iray, A,
sp., Aepycerus meJampvs, Eleotrag. sp., Antilope sp., Alcelapltus caama,
Damalis Senegal., Ureas sp., Strepsiceros hidu, Evryceros angasii Gray,
Tragelaphus scriptvs, Ilippotragvs Bakeri, 11. niger, Oreotragus sal-
fatrix, Antilope ocularis Peters (Beschreibg.), A. altifrons, Nesotragus
moschatus Düben, Cephaloloplius sp., Lepus saxatilis, Ilystrix (africae-
auxtralis Pet.f), Petromys sp., Anlacodiis swinderianns, Batliyergus sp.,
lleliophobius argenteo-cinereus Pet., 11. marungenxis (Beschreibg. var.
von //. arg. ein.), Acomys sp., Mns Itildehrandtii Peters (Beschrbg.),
M. kaiseri n. sp. (s. Systematik), M. nipnus Tem. var. marungensis
Noack (Beschr. Abbildg. Schdl. s. System.), Pelomys reichardi n. sp.
(s. Systematik'), Golunda pidchella, versch. unbest. Muriden, Den-
dromys sp., Cricetomys gambianns (Beschr.), (lerhdlus hohmi n. sp.
(s. Systematik), Mystromys longieaudatiis n. sp. (s. Syst.), Pedetes cafer,
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 55
( i/'up/u/nt.s .sp., Eliomys microtis n. sp. (s. Syst.), Seiunis cepapi Smith,
Bsp. indef., Sc. b ahm/ Reichen oir (vergl.Ber. für 1886). Vicerrd civefta,
V. genetta, Viv. sj)., Ilerpeden hadixs, IL fmcicäu-s, II. sj)., Bcdehfs
capensis, Zorilla albinucha, Lntra inunguis, Ilyaena croc, Lycaon
pictvs, Canis aureus resp. adustns, Felis leo, F. pardus, F. serval,
F. caracal f, 4 F. sp. indef., Rhynchocyon reichardi Reichenow (färb. Fig.,
Beschr.), Petvodronms tetradacfglns, Macroscelides alexandri (Besclir.),
(jvocid. sp., Erinaceus sjK, Epomophorus minor (Beschr.), Phyllorhin.
com7nersonii var. mavungensis Noack (Beschr.), Ph. cafra, Megaderma
fi'ons, Scotopliilns minimus n. sp. (s. Syst.), 13 imbest. Chir. Tnpho-
zous mauritunicus (Beschr.). Otolycnus crassicaiidatus. Gyn. babuin
(Biol.), Ccrcopitliecus erythrarclms , C. nicticans, C. sp. Trogl. niger
cav. marungensis Noack. (s. Systematik j.
Wolf, L., Reisen in Central- Afrika. — Verhandl. Ges. f. Erd-
kunde. Bd. 14. 1887.
Fliisspferde sind zahh'eich im Sankuru, häufiger noch im Kassai,
wo Verf. an einzehien Tagen öfter über 200 Stück zählte.
3Ia(lagassisclie Region. Kolbe, H. J., lieber die zoogeographi-
schen t^lemente in der Fauna Madagaskars. — Sitzungsber. Ges. nat.
Fr. BerHn 1887, p. 147—178.
Enthält Bemerkungen über die Säugetiere bei vorwiegend ento-
mologischem Inhalt.
Malayisclie Regiou. Günther, A., Report on a Zool. Coli,
made by the officers of H. M. S. Flying Fish at Christmas Island,
Indian Ocean. Mammalia by Oldfield Thomas. Mit 2 color. Tafeln.
— P. Z. S. 1887, p. 507 ff.
3 Pteropus natulis sp. it., 1 Mus Macleari sp. n. Erstere Art
schliesst sich nahe an Pt. lomboccnsis Bobs, an, besonders durch die
eigen tüml. kurzen Canini, unterscheidet sich aber durch die Farbe
[Pt. nat. tiefschwarz, l*t. lomh. matt hellbraun), sowie durch die Bil-
dung des Schädels sehr gut. Bekannt nur 2 $ und ein S neonat.
Mus Macleari gehört zu einer kleinen Gruppe langschAvänziger
und kurzohriger Ratten, welche den ostind. Archipel bewohnen. Die
Farbe ist im Gegensatz zu den Verwandten rostbraun. Zitzen 4,
am Rücken längere Borsten, Stirnrand der vorderen Jochbogen-
Wurzel vorspringend, sehr convex, Gaumenlöcher lang, Bullae sehr
klein. Hab. Christmas Island. Verwandt sind M. celebetisis Gray,
xanthurus Gray, ereretti Günth., meyeri Jent., mueUcri Jent.
Hoffmann, B., lieber Säugetiere aus dem indischen Archipel
(Mäuse, Fledermäuse, Büffel). Mit 1 Tfl. — Abh. u. Ber. des Kgl.
Zool. u. Anthr. Ethnogr. Mus. Dresden 1887. No. 3.
Verf. giebt zunächst allgemeine Bemerkungen zur Systematik
der iSlurinae, speziell der Arten von Celebes. Er wendet sich gegen
die generische Trennung von Äcomys und Mus; weder die Beschaffen-
heit des Pelzes noch craniologische Differenzen gestatten die Trennung
56 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistmigeii
der genannten Gattungen. Auch UromijH l\'i. ist in craniologischer
Beziehung nicht berechtigt.
Bei der Untersuchung des Zahnsystems ergiebt sich ebenfalls
die Unmöglichkeit, Mus und Acomys zu trennen. Die kleineren
Mäuse vermitteln den Uebergang. Uebrigens weicht Acomys Mus-
schenbrocki Jent. im Schädel und Gebiss sehr von den afrikanischen
Verwandten ab.
Näher beschrieben werden: M. (Jecnmam/s i-ar. major, n. c<tr.;
M. rattiis vor. celebcnsis, n. rar.; J\J. cJirysocomus n. sp.; M. Meyeri
v. Mitsschenbrocki in litt.; M. (Uromy.s) macropus (iray, Musschcn-
hroeki Jent. Sodann folgt eine Uebersicht über 9 Chiropteren, welche
auf Süd-Mindanao gesammelt wurden: ('ynopferus Jagori (l*et.),
Rhinol opliv.^ philippinenMis Waterh., J*hyJlorhina diadenui deoffr.,
Vesperi/go pacliypns (7'cmm.), V. tennis 7\'ni)n.?, Ifa/piocepJia/n.s cyclotis
(Dobs.), Kerivonia Il<ir(hcickii (llorsf.), Min. Schreibei'sii (Natt.) rar.
a. pusillus Dobs., Thapliozons melanopogon Tcmm.
Endlich wird der Schädel eines „Tamarao" oder wilden Büffels
von Mindoro beschrieben und abgebildet, den Verf. zu Bith. ind. stellen
zu müssen glaubt. Genauere Kenntniss fehlt noch.
S tu der, Theoph., berichtet über eine Sammlung von Tieren
aus Anam, in welcher sich u. a. ein Schädel von Rhinoceros sondaicns
befindet, ein Beweis für das \'orkomraen dieser Art auf dem Fest-
lande. — Mitt. naturf. Ges. Bern. No. 114:3 — 1168, XV.
Wilson, G. H., On a Oollection of Vertebrates, made in the
Malay Peninsula and Islands. — Indian Annais I, p. 1 — 6 u. 68 — 71.
Australische Region. Collctt, Robert, On a collection of
Mammals from Central and Northern Queensland. — Zool. Jahrb.
II. Bd., p. 829 — 940.
Verf. beschreibt 52 von Dr. Lumholtz 1880 gesammelte Säuge-
tiere (Canid. 1, Murid. 5, Pteropod. 4, Vespcrtil. 5, Rhinol. 1, Em-
ballon. 2, Hahcor. 1, Dasyur. 7, Peramel. 2, Macropod. 10, Hypsi-
prymodont. 1, Phalangist. 10, Phascolaret. 1, Echidn. 1, Ornitho-
rhynch. 1). Uebersicht über die Fundorte, Verzeichniss der früher
über dies Material erschienenen Arbeiten. Die meisten von Colletts
Angaben und Beschreibungen sind als Ergänzungen früherer Unter-
suchungen anzusehen; seltnere Arten werden genauer behandelt, be-
sonders Dendrolagns IvmhoJtzi Coli. (Schädel-Abbildg.), Fseudochirus
arclteri Coli., Ps. hcrbertensis Coli. Vgl. dieselben unter Systematik.
Thomas, Oldfield, On the Bats collected by Mr. C. M. Wood-
ford in the Solomon Islands. — Proc. Z. S. London 1887. Mit 2
färb. Tfln.
10 Arten, von denen 2 neu; eine der neuen Arten gehört einer
neuen Gattung an. cf. Ann. and j\Iag. Nat. bist.
Fteropns grandis n. sp. unterscheidet sich von allen anderen
gleich grossen Arten durch die dunkel kastanienbraune Farbe von
Hals, Kohle imd Seiten, sowie durch den glänzend gelben Rumpf.
Am nächsten steht Pt. rayneri (lould, welcher kleiner ist und kürzere
in der Natiu'geschichte der Säugetiere während des Jabi'es 1887. 57
Ohren hat; auch das Gebiss von Pi. raiju. steht dem von Pf. ;/r.
ausserordentlich nahe. Wunderbar ist es, dass in der Collection Pf.
raxjn. sonst nicht vertreten ist, obwohl diese Art von den Salomons-
Inseln bekannt ist! Verf. führt sie mit an, um ein vollständiges
Verzeichniss der Chir. von den S.-Inseln zu geben.
Nesomjcteris g. n. cf. unten Synopsis.
Nesonyderis uwodfordi sp. n. ähnelt Melonijrf. melanops Dohs.
in Grösse, Proportionen, Gestalt und Länge der Ohren, und in der
Farbe und Textur des Pelzes auf dem Rücken. Im Gegensatz zu
Melonijrf. mcl. jedoch ist das Gesicht gleich dem Rücken, nur etwas
dunkler (nicht mit Weiss gemischt). Die Unterseite ist blasser als
bei Mel. tvelnnops. Schädel lang und schlank; im Uebrigen cf.
Synopsis. Länge 100 mm, davon Kopf 35 mm, cf. Annais and Mag.
Nat. Hist. Am Schluss Vergleich der Chiroptera der New -Irland-
Gruppe mit denen der Salomons-Inseln, Erstere hat 2, letztere 3
besondere Spezies.
Synopsis der Gattungen.
I. Aeussere Charaktere.
A. Schwanz sehr kurz, Flügel an den Seiten des Rückens beginnend.
a Flughaut beginnt an der Basis der ersten Zehe; keine Kralle
am Zeigefinger. \. Eonycfcris.
b Flugh. beginnt an der 2. oder an der 2. und 3. Zehe,
a' Kralle am Zeigefinger.
a" Hintere Gaumenfalten ungeteilt. 2. Macvoglossus.
b" ,, ,, in der Mitte geteilt.
a'" Unterer Teil der Nase breit, an den Seiten convex.
3. Mi'fialnglossus.
b '" Lauterer Teil der Nase schmal, an den Seiten concav.
4. Melo»)/cferis.
b' Keine Kralle am Zeigefinger. Gaumenfalten und Rhinarium
wie bei Melonyderls. 5. Ncaonycteris.
B. Schwanz lang; Flügel von der Mitte des Rückens ausgehend, keine
Kralle am Zeigefinger. 6. Notopfcris.
II. Schädelcharaktere.
A. Pm' oben und unten klein, einwurzlig.
a Vorletzter Molar vielmal grösser als der letzte: L Eonijderis.
b „ „ nur wenig „ „ „
' Pm* fast so gross wie der zunächst hinter ihm folgende,
Prämaxill. verwachsen. 2. Macvoglossus.
b' Pm' klein.
58 Dr. Ernst Schaff; Bericht über die Leistungen
a" Mittel- Pm. 2/4 so gross wie der Canin. 3. Mef/a/ogloftst/fi.
h" „ nur V3 so lang wie der Canin., Prämax.
getrennt :
a'" Incis. | — 4. MeJonycteris.
h'" „ I — 5. Ne.toni/cfe)-/-'<.
B. Pm' oben und unten lang, zweiwiirzelig : Notopteri.t.
Thomas, Oldfield, List of Mammals from the Cameroons
Mountain, collected by Mr. H. H. Johnston. — Proc. Z. S. London
1887, p. 121.
Nur 2 Arten Annmdhmi.s IWcroffI Fra^cr x/id J7^^s■ unüv'ftntus
Peters.
Westliche gemässigte Region. Harting, J.E., Buxton, K.N.,
and Seton-Karr, H., American Hunting Trophies (Cat. of American
Exhibition). New York and London 1887.
Enthält Abbildungen von AVapiti-, Elch-, Kirch- und sonstigen
Wildköpfen etc.
Heilprin konstatirte zum ersten Male das Vorkommen von
(iramims Rissoamis an der Küste von Nordamerika (New Jersey). —
Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1887. Part. L, p. 49.
Townsend, Charles H., Field-notes on the Mammals, Birds
and Reptiles of Northern California. — Proc. U. S. Nat. Museum.
Vol. X, p. 159 — 241 (Säugetiere bis 190).
Verzeichniss nebst Notizen über Vorkommen, Biologie etc.
5 Ruminantia. Ocis mont. vor 25 Jahren häufig, jetzt ausge-
rottet. 30 Rodentia. Eretliizon dor-s. begierig nach Salz, dringt in
Lagerzelte etc., um Salz zu suchen. 3 Chiroptera. 1 Insectiv. 17 Carni-
vora. Ur.sNs atnerieaiius schwarz, braun bis gelblicli; Lyn^v rvfns
sehr häufig (wie Füchse).
Siidamerikaiiiselie Region. Bovallius, C, Resa i Ccntral-
Amerika. Senare Delen. Upsala 1887.
Enthält kurze Notizen über die Fauna Südamerikas. Von Säuge-
tieren (Jijcloturus diductijhis, Manaftis austraJis, Tapinis Dowi, Felis
on(;,a var. Hernandezi, Brady^ms castanciceps, Dicot. Iah., F. concolor,
Ateles (Jeofroyi, Mycetes palliatvs, F. eyra, Tamandua tetradacf,.,
Tatusia novemcincta, Cen-ns nfpn>/.s, Lepiis bras., Cebus hypoleucus,
Nyctinomus .v/*., ('holoepus Ilofmanni. Z. T. mit Illustrationen.
Jentink, F. A. , On three rare South -American Mammals. —
Notes from thn Leyden Museum 1887. Vol. IX, p. 223 ff.
Daetylomyx typtis Is. (ieofr., Echfmys brecicaiida (ii'n/fhe/;
DidelpJiys kin'Kjera Dcsmarext. Die letzte Art mit Abbildung des
Schädels.
Jones, J. Matth., The Mammals of Bermuda. — Jones and
Goode, Contrib. Nat. Hist. Berm. Voll, p. 143—161.
Nehring, A., lieber die Musteliden Südamerikas. — Humboldt,
Jahrg. 6, p. 414—417.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahies 1887. 59
Mitteilungen über Vorkommen, Verbreitung etc.
Thomas, Oldfield, On the smaller Mammalia collected in
Demerara by Mr. N. L. Sclater. — Proc. Z. S. London 1887, p. 150ft".
Mit 1 färb. Tfl.
5 Chiropt., 2 Nager, 1 Didelphys.
llesperormjx (RJilpt<Jomy.<<) Sclotcri s-p. d. steht in allen Charak-
teren //. lencodadylits Tw/i. sehr nahe, doch ist bei //. *SV-/. der Schädel
länger und schmaler mit stärkeren Nagezähnen. Ferner ist die Farbe
dunkler, das Haar sammetartiger, der Schwanz gleichmässiger be-
haart und die Zehen sind nicht weiss, sondern schwarz behaart.
fl. Sc/, ist die erste nördlich vom Amazonas und östl. von Columbia
gefundene Art der Untergattung Rliipidoniy.^.
Ward, Henry A., The West Indian Seal ( MoiiacJnot tropicali><^.
— Nature 1887, p. 382.
Mitteilungen zur Geschichte der Entdeckung und Wieder -P]nt-
deckung von Mon. trop.
Wells, J. W., Three Thousand Miles through Brazil. London
1887. 2 Vol.
Enthält sehr wenige Bemerkungen über Säugetiere.
Arktische Region. Vergl. Biologie, Allgem.: Gray, Rob.
Bunge, A., und Toll, E., Baron, Berichte über die von der
Kaiserl. Akad. d. Wiss. ausgerüstete Expedition nach den neusibirischen
Inseln und dem Jana-Lande. (Schluss.) St. Petersburg 1887.
Enthält p. 200 ft". Mitteilungen über Säugetiere. Das Rentier
zieht im Frühling vom Festland nach den Inseln hinüber und kehrt
im Herbst zurück. Ihm folgt beständig der \Vo{f. Eisbären waren
selten, früher auf Neu -Sibirien häufig. Zahlreich ist der Eisfuchs
(Ende Juni noch im Winterkleid). Zahlreich ebenfalls Myodes ohensis,
seltener ^J. torqnatns. Ein Mal wurde früher ein gewöhnlicher Fuchs
und ein Hase beobachtet. Von Seesäugetieren bemerkten die Rei-
senden Plioca barhata. Fossilreste wurden gefunden von Mammuth,
Nashorn, Rind, Pferd, Moschusochs, 3 Hirscharten, Hase, Seehund
(zum Teil wohl nicht als fossil zu bezeichnen).
Kückenthal, W., Das nördliche Eismeer und Spitzbergen. — Ver-
handl. Ges. f. Erdkunde. Bd. 14, 1887, p. 261 &.
Enthält Mitteilungen über den Fang von Walen (llyperood. /■ostr.,
Beluga levcax).
Langkavel, B., Hermeline nördlich vom Polarkreise. — Zool.
Garten. Bd. 28, p. 145—146.
Verf. stellt die Litteratur zusammen, welche sich auf das Vor-
kommen von Foetorivs erm. nördl. vom Polarkr. bezieht.
Nelson, E. W., and True, Y. W., Mammals of Northern Alaska.
— Aus dem Report upon Nat. Hist. CoUections made in Alaska
between the years 1877 and 1881 by Edw. W. Nelson. Washington
1887 (Part. IL).
60 ß'"- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Eine wichtige und eingehende Arbeit, in welcher 74 Spezies und
Subspezies behandelt werden. Die Fauna zeigt keine auf Alaska
allein beschränkte Art, sondern nur Tiere, welche auch in den an-
grenzenden Gebieten vorkommen. Interessant ist A. besonders als
Nordgrenze ^^eler Arten. Bei jeder der angeführten Spezies werden
systematische und biologische Notizen, meistens auch Mafse angegeben.
Besonders hervorgehoben wird das Auffinden der 1(S84 von Nelson
aufgestellten Varietät von Ocix monfana, welche er 0. monf. da/li
nannte. Nach den Regeln der Priorität müsste 0. inonf. Cm: O. rana-
(lensis PalL heissen, die Var. also 0. canad. dalli.
Vergl. ferner Gontributions to the Nat. Hist. of Alaska ....
Prepared by L. M. Turner. Washington 1888 (!) Part. VI. ^lammalia.
Enthält p. 197 — 208 ein Verzeichnis der Säugetiere, z. T. mit
kurzen Bemerkungen.
Payne, F. F., The Mammals and Birds of Prince of Wales'
Sound, Hudson's Strait. — Proc. Ganad. Institute V. 1887, p. 187
—215.
Fossile Säugetiere.
Allen, J. A., Note on Sqnahxlont remains from Charlestown. — Bull.
American Mus. Nat. Hist. Vol. II, p. 35—39. Mit 2 Tfln.
Eine neue Art, 8qu. Tiedeniaimi, wird auf schlecht erhaltene Schädei-
fraginente begründet.
Andreae. A., Ein nenes Raubtier aus dem mitteloligocamen Bleeressand
des Mainzer Beckens, Dasyurodon FlonJteiiiiensi.s g. n. ttp. n. — Ber. Sencken-
bei'gische Ges. Frankfurt a/M. 1887. Mit 1 Tfl.
Das. Flon. ist geg)üudet auf einen Unterkiefer, wek-her der Ci'eodonten-
gattuug I'tcrodon sehr nahe steht, aber durcli die Bildung der beiden letzten
Molai'en von derselben abweicht
Anutschin, D., Ueber die Reste des Höhlenbären aus Transkaukasien. —
Bull. Soc. Tmp. des Naturalistes de Moscou 1887, p. 216 — 221.
Verf. bespricht kurz Bärenknochen aus einer Höhle im Gouv. Kutais,
Transkaukasien, welche er für Knochen von ürsus spelaeus hält.
Derselbe, Ueber die Reste des Höhlenbären und des Menschen aus Trans-
kaukasien. — Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1887, p. 374 — 377.
Zusatz zu der vorigen Arbeit. Durch weiteres Material aus Transkaukasien
konnte Vei'f. ausser TL spei, noch Urs. priscus nachweisen. Ferner Reste von
('. elajj/ius, Canis milpes und vom Menschen. Ob letztere aber ans demselben
Niveau wie die andern Knochen, ist unentschieden.
Backhouse, James, On a Lower Jaw of Machaerodus from the „Foi'est-
bed", Kessingland. — Ann. and Mag. Nat. Hist. Vol. XIX. V. Series, p. 229.
Kurze Notiz über einen lechten Uuterkiefei'ast einer nicht bestimmbaren
M.-Art aus dem Forest-bed von Kessingland. Angeblich das erste bekannt ge-
wordene Expl. von dort.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. ßl
Ball, V., On the coli, of Fossil Manimalia of Ireland in the Science and
Art Mus. Dublin. — Trans. R. Dublin Soc. 1883 — 87. Vol. III, p. 321 — 348.
van Beneden, J. P., Descr. des Ossements foss. des environs d'Angers.
Partie V. Cetaccs, genre Aniphicetus. Heterocetns. Mesocetus, Idiocetus et Iso-
cetus. Bi'uxelles 1887.
1 Textband von 139 Seiten nebst Atlas von 75 Tafeln.
Derselbe, Ueber einige Cetaceen - Reste vom Fuss des Kaukasus.
— Zeitscbr. d. Deutschen Geol. Ges. Bd. 39, p. 88 — 95. Mit 1 Tfl.
Schädel fragmente, Basis eines Rostrum und 4 Wirbel, v^^estl. von Wladi-
kawkas gesammelt aus dem oberen Mioceu, gehören teils zu Cetotherium EatMei,
teils zu SqualodoH.
Capellini, Giov., Sul Delfiuorinco fossile dei dintorni di Passari. —
Rendic. Accad. Sc. Istit. Bologna 1886 — 87, p. 47 — 48.
Dawkins, W. Boyd. , The British Pleistocene Mammalia. Part. VI. Brit.
Pleist. Cervidae. London 1887. — The Palaeontographical Society. Vol. for 188fi.
Behandelt: Alces latifrons Bmck., Schädel und Geweih.
Cervus Daivl'insi Newton ; nur Geweihreste, ganz singulare Form.
r. Savini Datei'. Geweihe und Schädelteile. Beziehung zu ('. Broumi.
C. Browni Dmvk. Geweihe. Steht zeitlich zwischen C. Savini (frühes Plei-
stocen) und C. dama (spätes PI.). Das Geweih bietet Beziehungen zu ('. dama.
C. verticornis Daick. Geweih- und Schädelfragmeute. Grösse von (,'. vii(i((-
cerof^. Unt. Pleist. und Pliocen.
Deperet, Chailes, Siu- la Faune des Vertebres miocenes de la Grive-
Saint-Alban (Isere). — Comptes rendus. Tome 104. 1887, p. 379 — 381.
Verf. unterschied in den Spalten des Kalkes von la Grive - Saint -Alban,
welche er der ersten Hälfte des mittl. Miocen zuschreibt, neben anderen Vertebr.
35 Säuget. Es sind z. B. zu nennen Pliopithecus antiquus, AmpJiicyon major,
Mustelu Inl/ioli n. sp., Erinaceus nansanensis , Talpa telluris, Sciurus spermo-
pMlinus n. sp., Myoxus nüeloides sp. n., Cricetodon medium, Cric. Rhodanicum
n. sp., Lacjodus Fontannesi u. L. sp., Lagomys verus, L. Meyeri, Mastodon anyusti-
rostris , Dinotherium levius, Wiinoceros sansaniensis , Bh. brachypus , 2 Dremo-
tJierium-Arten; Dicrocerus eleyatis, HyaemoscJms sp., Frotraijocerus Chautrei n. (j .
et n. sp. etc.
Derselbe, Sur les horizons mammalogiques miocenes du bassin du Rhone.
- Bull. Soc. Geol. de France. III. Serie. Tome 15, p. .507 — 512.
Uebersicht über die Säugetierfauna im Miocen des Rhönebeckeus.
Flot, L., Note sur le Prohaiicore Dubaleni. — Bull. Soc. Geol. de France.
Serie 3. Tome 15, p. 134 — 138. Mit 1 Tfl.
Es wird beschrieben und abgebildet ein Unterkieferstück nebst Zahnresten
von Piohal. Duh n. sp. aus den Schichten von Odon bei Tartas (Landes). Steht
Halicore nahe. Es folgen dann Bemerkungen über die fossilen Gattungen der
Sirenen.
Gaudry, Albert, Le petit Ursus spelaeus de Gargas. — Comptes rendus
Vol. 104. 1887, p. 740 -^ 744.
Verf. beschreibt eine kl. Foim des U. spelaeus, welche in Gargas und an
einigen andei'en Orten gefunden wurde. Nur durcli die geringe Grösse von
U spei, unterschieden.
ß2 ßi'. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Derselbe, Sur rElasraotherium. — Comptes rendus 1887. Bd. 105, p 845
bis 846.
Kurze Notiz über ein Schädelfragment vom Elusm., welches im Gonv.
Samara im Lös.s gefunden wurde.
Gourdon, Note sur les debris de Mamniif. miocenes du Sud-Ouest. —
Bull. Soc. Geol. de France. Serie 3. Tome 15, p. 735 — 738.
Beschrieben werden Kieferteile von Sus .steinheimoisis aus dem Becken dei'
Garonne; sie stehen der etwas abweichenden Rasse von la Grive -Saint- AI ban
näher als der von Steinheim selbst. Weiter wird ein isolirter Molar von
Listriodon splendens H. v. Meyer besprochen, welcher im Miocen von Valentine
bei Saint-Gaudens gefunden wurde.
Gregorio, Antonio de, Intorno a un deposito di Roditori e di Carnivori
suUa vetta di Monte Pellegrino con uno schizzo sincronografico del calcare post-
pliocenico della vallata di Palermo. — Atti Soc. Toscana ... Sc. Nat. . . . Pisa.
Vol. VIII. Fase. I, p. 217 — 253. Mit 4 Tfln.
Es werden genau beschrieben Fellecirina panormensis n. sp. n.g., Mustela
arzilla n. sp , Lejms sp., Mus piletus n. sp. Pell. pan. ist eine eigentümliche
Nagerform, welche Charaktere verschiedener Gattungen, z. B. BatJiyergus,
Hifdrochoerus, Carla, Capromys vereinigt. M. arzilla de Greg, steht M. zibelUna
nahe (vielleicht nur var., da Verf. das Skelett von M. zib. nicht verglich). Der
in spärlichen Resten vertretene Lepus steht S. timid. sehr nahe. Mus piletus de
Greg, soll später beschrieben werden.
Hofmann, A., Ueber einige Säugetieri'este aus der Braimkoble von Voits-
berg und Steyeregg bei AVies (Steiermark). Mit 3 Tfln. — Jalu'b. k. k. geul.
Reichsanstalt. 37. Bd., p. 207 ff.
Verf. beschi'eibt Ceplndogale hrevir/tinus n. sj)., ein sehr interessantes Vor
kommen, da die Gattung ('. bisher nur aus dem ob. Eocän und dem unt. Miocän
(sowie nach Filhol von Quercy) bekannt war. Die Art ist auf Grössen- Unter-
schiede von Zähnen gegründet ( ! Ref.). Ferner wird beschrieben Mustela taxodon
Gerv., Lutra Valeioni Geoffr., Steneofibcr Jaegtri Kaup., Palaeomeryx sp.
Howorth, Henry H., The Mammoth and the Flood: an attempt to con-
front the theory of Unilbrmity with the facts of i-ecent Geology. London 1887.
Issel, A., La caverna della Giacheira presso Pigna (Liguria occidentale).
(Avanzi humani e d'animali). Pisa 1887. Con 1 tavola.
Kittl, Ernst, Beiträge zur Kenntniss der fossilen Säugetiere von Maragha
in Persien. I. Carnivoren. — Annalen d. k. k. natuihist. Hofmuseums. Bd. II.
No. 4, p. 317 — 338. Mit 5 Tfln.
Verf. sagt, dass in den Ablagerungen von M. alle Familien der Canüvoren
vertreten sind, führt aber weder Ursiden noch Canideu an. Beschrieben werden :
Machairodus orientaUs, M. leoninus Eoth et Wagn., Felis cf. brevirostris Croiz. et
Job., Hyaena eodmia Roth et Wagn., Falhyaena Mppariomim Ga'vais, Meles
Polaki n. sp. und M. maraghanus n. sp.
Leidy, Jos., Fossil bones of Florida. — Proc. Acad. Nat. Sc. Philadeliiliia
1887. Part. III, p. 309 — 310.
Erwähnt werden Rhinoceros protenis, Mastodnn flmidanus, Auchenia major.
Eusyadon maximus wird zurückgezogen, da auf ein Fragment eines Rhinoceros-
zahnes begi'ündet. Ein Molar von Hippotherium plicatile n. sp. abgebildet.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 63
Lemoine, Sur le genre Plesiadapis, niammifere fossile de l'eocöne Interieur
des environs de Reims. — Comptes rendus 1887. Bd. 104, p. 190— 193.
Beschreibung von Gebiss-, Schädel- und Skeletteilen. Das Genus PI.
Geirais wird eingeteilt in : subg. tricusindens mit PI. remensis Lemoine und PI.
Gervaisii Lern., und suhg. subunicuspidens mit PI. DaubrH Lein., je nach der
Bildung der Incisiven.
Lydekker, K, The cetacea of the Suffolk Crag. — Quarterly Jouru.
Geol. Soc. London. Vol 43, p. 7 — 18. Mit 1 Tfl. und Text- Holzschnitten.
Verf. beschreibt hauptsächlich die Bull. oss. der Wale des Suffolk Ci'ag.
Behandelt werden Balaenidae 16 Arten, Physeteridae 19 Arten, Sqiuäodontid.
1 Art, Belphinid. 2 Arten und 1 nicht bestimmtes Genus. Abbildungen einer
Anzahl Bullae osseae.
Derselbe, Description of a Jaw of Hyotherium from the Pliocene of
India. — Ebenda, p. 19 — 22. Mit 1 Abbildg.
Beschrieben wird von H. perimense ein Teil der linken Maxille, aus der
Siwalikformation der Peiim- Insel. Am Schluss Bemerkungen über die Ver-
wandtschaft von H. (steht zwischen den Choeropotamiden und Sus u. Dicotyles).
Derselbe, Ona Molar of a Pliocene type of Equuft from Nnbia. —
Ebenda, p. 161 — 163. Mit 1 Abbildung.
Verf. beschreibt und bildet ab einen rechten ob. Jlolar, welcher in Form
und Grösse Equus siralensis sehr nahe kommt. Gefumlen bei Wadi Haifa
(Nubien).
Derselbe, On the foss. Mammalia of Maragha, in North-western Persia. —
Annais and Mag. Nat. Hist. Vol. 19, p. 227.
Kurze Notiz über eine Coli, fossiler Sängetiere von Maragha.
Derselbe, Note on some Vertebrata of tho Red Crag. — Ebenda, p. 231.
Kurze Notiz aus dem Sitzungsber. der Geol. Soc.
Vergl. auch Lydekker unter: Allgemeines.
Makowsky, A., fand Reste von Phinoceros ticfiorfiinus im Löss bei Brunn.
— Verh. d. naturf. Ver. Brunn 1887, p. 37.
Marsh, O.G., American Jurassic Mammals. With 4 p]. — Amer. Jouin.
Sc. Vol. 33, p. 327-346. Desgl. Geol. 3Iagazin 1887, p. 241 ff. mit 4 Tfln.
Behandelt die bekannten jurassischen Säugetiere Amei'ikas (7 Fam., 14 Gatt.,
25 Arten) und bringt Erörteiungen über die mesozoischen S. im Allgemeinen.
Verf. vereinigt die meisten derselben(ausser den jurassischen S noch die triassischen
Bromatheridae aus Amerika und Microlestidae aus der alten Welt; aus der Kreide
sind keine Arten bekannt) zu der Ord. der Pantotheria, während einige aberrante
Gattungen die Ord. der Allothei-ia bilden. Diese unterscheiden sich von den
l'antoth. durch die geringere Zahl der Zähne , Mangel an Canini, verschieden-
artige Prämol. und ]\lol., Fehlen der Mylohyoidgrube am Unterkiefer und dui'cli
den deutlich umgebogenen Unterkieferwinkel.
Martin, K.. Fossile Säixgetiere von Java und Japan. — Beitr. zur Geol.
Ostasiens und Australiens. Bd. 4. Heft 2, p. 25 ff. Mit 7 Tfln.
Naumann, Edm., Fossile Elephantenreste von Mindanao, Sumatra und
Malakka. Mit 1 Tfl. — Abh. u. Ber. des Kgl. Zool. und Anthr. Ethnogr. ]\Ius.
Dresden 1887. No. 6.
Beschrieben und abgebildet werden Zalinbruchstücke von Stegodon tngono-
ceplialnx iMart., St. äff', iiifu'niiis Fidc. et ('., ferner ein gut ei'lialtener Bncken-
64 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
zahn von E indicus L., sowie ein Stosszahn. Verf. zieht den Schluss, dass die
Siwalikfauna ehemals bis über die Philippinen vei'breitet war.
Newton, E. T., Comnients on the Mammalian Fauna of the Ffynon-Benno
Cave. — Geol. Magazine IV, p. 94—95.
Derselbe, Note on the Bones found in the Deneholes in Hangnian's
Wood. — Transactions Essex Field Club 1887, p. 257 — 259
Derselbe, A Contribution to the Hist of the Cetacea of the Norfolk
„Forest-bed". — Ann. Mag. Nat. Hist. Vol. XlV. V. Seiies, p. 229.
Kurze Notiz aus dem Sitzungsber. der Geol. Soc. 1 Zahn, wahrscheinlich
y. Phys.macroceph.; die rechte Hälfte von 7 verwachsenen Halswirbeln, ähnlich
Balaena hiscayensis. Weitere Reste von Balaena und Balaenojytera.
Vergl. auch Newton unter: Allgemeines.
Osborn, Henry F., The Triassic Mammals, Dromatherium and Micro-
conodon. — Proc. American Philos. Society 1887. Vol. XXIV, p. 109 ff.
Es wird nachgCAviesen , dass die von Emmons in den oberen Trias-
schichten von Nord -Karolina gefundenen Unterkiefer nicht der einen Gattung
Dromatherium, sondern z. T. der Gattung Microconodon angehijren. Brom, weicht
stark von allen bekannten fossilen und recenten Säugetieren ab, Micr. nähert
sich im Gebiss Amphilestes und anderen jurassischen Säugetieren. 1 Tafel:
Untei'k. und Älolar von Drom. sylvestre und Micr. tenuirostre.
Derselbe. On the Structure and Classification of the Mesozoic Mammalia.
— Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1887. Part. II, p. 282 — 283. Mit Holzsclin.
Die mesozoischen Säugetiere werden eingeteilt in 2 Gruppen: 1. MuUi-
tuberculata {Playiaiüacidae und Bolodontidae) : Molaren mit zwei oder mehr durch
Längsthäler getrennten Höckerreihen ; ein Incis. auffallend stark, vor dem ersten
Pm ein Diastema.
2. Eine unbenannte Gruppe, welche sich in eine carnivore, oranivore, in-
sectivore und herbivore Untergruppe spaltet: Molaren mit Spitzen, Incisivi
ungefähr gleich gross, meistens kein Diastema.
Die triassischen Säugetiere Dromatherium und Microconodon weichen so
sehr von allen andern ab, dass man für sie am besten eine besondere Ordnung
Frotodonta bildet.
Pengel ly, W. , Kent's Cavern Torquay. — Rep. R. Polytechn. Soc. of
Cornwall.
Säugetierreste aus der genannten Höhle.
Derselbe, Notice of the Mammalia found in Beuch Cavern, Brixham
Cave, Devon. — Geol. Magazine IV, p. 514 — 515.
Philippi, R. A., Die tertiären und quartären Versteinerungen Chile's.
Leipzig 1887. Mit 58 Tfln.
Von Säugetieren werden behandelt Balaena Simjisoni n. sp. u. Delphinus sp.
Pohl ig, H., Ueber Elephas trogonthcrü und Rhinoceros Merckii von Rix-
dorf bei Berlin. — Zeitschr. d. Deutschen Geol. Ges. Bd. 39, p. 798—807. Mit
Figuren.
Ein im Berliner Museum befindlicher, aus Rixdorf stammender und E.an-
tiquus zugeschriebener Molar Avird für einen Zahn des vom Verf. unterschiedenen
E. trog, erkläit. Weiter wird ein ans demselben Fundort stammender Molar
von Bhin. Merckii untersucht und dabei das Znsannnenvorkommen von Bh. M.
und Bh tichwchinus besprochen.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 65
Derselbe, „On the Pliocene of Maragha, Persia, aud its resemhlauce to
that of Pickermi, in Greece ; on Fossil Elephants-remains of Caucasia and Persia;
and on the results of a Monograph of the Fossil Elephauts of Germany and
Italy." Communicated by Dr. G. J. Hinde F. G. S. — Annais and Mag. of Nat.
Hist. Vol. XIX. V. Series, p. 227 — 228.
Kurze Notiz aus dem Sitzungsbericht der Geological Society.
Vergl. Ber. Säugetiere 1886, p. 10.
Richardson, R., On the Antiquity of Man and the discovery of Fossil
Mammalia in Devonshire and Scotland. — Trans. Edinburgh. Geol. Soc. V.,
p. 335-349.
Roger, vergl. unter Allgemeines.
Römer, A., Die Wirbeltiere des Mosbacher Diluvialsandes. — Tagebl. d.
60. Vers, deutscher Naturf. u. Aerzte. Wiesbaden 1887, p. 257—258.
Verzeichniss von 33 Säugetier-Arten, welche in dem Diluvialsand von Mos-
bach, sowie in dem von diesem überlagerten Kies und in dem den Sand über-
lagernden Löss gefunden wurden.
Römer, Ferd., Ueber H. v. Meyer's Mastodon Humholdti Cuvl aus Mexiko.
— Neues Jahrb. f. Min. Geol. u. Paläont. 1887. I. Bd., p. 114 — 115.
Kurze Notiz, dass sich die von H. v. Meyer beschriebene und abgebildete
rechte Unterkieferhälfte des Mast. Humb. Cuv? in Breslau befindet.
Schlosser, M., Beiträge zur Kenntniss der Stammesgeschichte der Huf-
tiere und Versuch einer Systematik dei' Paar- und Unpaai'hufer. — Morphol.
Jahrb. 12. Bd., p. 1 — 136. Mit 6 Tfln.*). Vergl. auch Bericht für 1886, p. 32.
Verf. entwickelt zunächst die Ansicht, dass es nicht genüge, nui- die
Artikulationsverhältnisse im Tarsus für die Phylogenie der Huftiere zu ver-
wenden, wie dies Cope gethan, sondern dass auf den Gesamthabitus unter allen
Umständen das meiste Gewicht gelegt werden müsse Daraufhin seien die
Condy lar thra und nicht nach Cope'scher Ansicht die Amblypoda als Stammeltern
der Artiod. und Perissod. anzusehen. Alsdann entwickelt Verf. die Umwandlung
der Condyl. in die Periss. und Artiod. Die Hauptverschiedenheit zwischen den
erstei'en und den beiden letztgenannten Gi'uppen besteht in der Organisation des
Carp. und Tars. , während Gebiss, Schädel und Skelettbau im AUgem. bei den
Condyl. wenig von denen der älteren Periss. verschieden sind. Die Carpalia
sind bei den Condyl. reihenweise, bei den Diplarthra (Art. + Periss.) dagegen
alternirend angeordnet. Die Umwandlung beruht darauf, dass bei den Dipl.
die Hand nur Stütze des Körpers, nie aber Gi'eiforgan ist und dass es daher
nur auf möglichst grosse Festigkeit ankommt, die eben durch das Alterniren
der Carp. erreicht wird. Auch das Verschwinden des Daumens, der funktionslos
wird, ist leicht erklärlich. Betreffs des Tarsus ging die Umwandlung ähnlich,
doch etwas complizirter vor sich; das Resultat ist auch hier wieder das Alter-
niren der beiden Tarsalknochen- Reihen. Das Gebiss der Condylarthra wurde
hauptsächlich durch Verbindung der Tuberkel zu Jochen bei den Molaren zum
Perissodactylen-Gebiss. Hierzu kommen gewisse Veränderungen der Prämolaren,
Reduktion des ersten Prm. und Erhöhung der hinteren Hälfte jedes Backen-
zahnes im Unterkiefer, wodurch alle Teile der Zahnkronen ein gleiches Niveau
erhalten. — Es folgt dann eine eingehende systematische Behandlung der
*) L'rtümlich anstatt unter den Abschnitt Phylogenie hierher gestellt!
Aicb. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. II. U. 1. 5
C)0 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Perissod. und Artiod. — Endlich schliesst sich ein allgemeiner Teil an mit der
Betrachtung des Gebisses und der Extremitäten, sowie Erörterung der Be-
ziehungen der Huftiere zu den übrigen Säugetieren.
Derselbe, Paläoutologische Notizen. — Morph. Jahrb. Bd. 12, p. 287— 298.
Verf. weist nach, ,,dass die Creodonten wirklich für eine selbständige Ord-
nung der Fleischfresser gehalten werden dürfen, ebenso gut wie die Insektivoren
oder Carnivoren." Ferner folgt eine Uebersicht über die Palaeomeryx- Arten.
Zum Schluss Bemerkungen über Lydekker's Cat. Foss. Mam.
Derselbe, Die fossilen Affen. Ref. über die Monogr. der Affen, Le-
muren etc. des europ. Tertiärs. — Archiv f. Anthrop. Bd. 17. 3. Vierteljahrsheft,
p. 279 — 300. Mit 1 Tfl.
S. die Originalarbeit unter Phylogeuie. Vergl. auch weiter Schlosser
unter Phylogenie.
Ferner unter Allgemeines: Schmidt, 0.
Scott, B. W., and Osborn, Henry F., Preliminary Report on the Verte-
brate Fossils of the Uinta Foimation, collected by the Princeton Expedition of
1886. - Proc. Amer. Philos. Soc. Vol. XXIV. 1887. p. 255 ff.
Es werden aufgeführt und z. T. beschrieben: Lemuroidea: Hyopsodus
yracUis Marsh. Creodonta : Mesonyx uintensis Scott. Carnivora : Amphicyon ( ? )
vulpinmu sp. nov. Rodentia: Plesiarctomys sciuroides sj). nov. Artiodactyla : Pro-
toreodon parvus y. et sp. nov., Leptotragulus parvus y. et sp. nov. Perissodact. :
Epildppus uintensis Marsh, EpiJi. yracilis Marsh, Hyrachyus ohliquidens sp. nov.,
ProtJiyracodon intermedium y. et ip. nov., Iseciolophns amiectens y. et sj). nov.
Amynodon advenus Marsh.
Dieselben, Preliminary accouut of the fossil Mammals fi-om the
White River Formation, contained in the Mus. of Comp. Zool. — Bulletin of the
Mus. of Com. Zool. at Harvard College. Vol. Xin. No. 5.
Short, T. W., 'Remnins o{ Bus primiyennis recently found at Southampton.
— (reol. Magazine No, 281. New Series, Decade III. Vol. IV, p. 519.
Sterze], T., Ehinoceros tichorhirius Cuv. aus dem Diluvium von Chemnitz.
Mit 1 Tfl. — X. Ber. d. naturw. Ges. zu Chemnitz 1884 — 188(1.
Struckmann, C, Notiz über das Vorkommen des Moschus-Ochsen (Owjöo.?
moschattis) im diluvialen Flusskies von Hameln an der Weser. Mit 1 Tfl. —
Zeitschr. d. Deutschen Geol. Ges. Bd. 39, p. 601— 604.
Schädelfragment eines $.
Derselbe, Eine Ansiedlung aus der norddeutschen Reutierzeit aiu Dümmer
See. — Correspondenzbl. d. deutsch. Ges. f. Anthropologie, Enthnol. u. Urgesch.
1887, p. 13—16.
Reste von Cervus tarandus L., C. alccs L., C. elaphus L., C. capreolus L.,
Bos sp.? , Sus scrofa ferus L., Canis fam. palustris Eütimeyer im Schlamm des
Dümmer Sees (Hannover, nahe der Oldenb. Grenze) gefunden
Thomas, Ph., Notes additionelles sur les vertebres fossiles de la province
de Constantine. — Bull. Soc. Geol. de France, III. Serie. Tome 15, p. 139 — 143.
Verf. bespricht die Coexistenz von Equus Stenonis und Hipparion yracile
in den alten lakustren Kalken der Umgegend von Constantine; feiner ein
quartäres Dromedar, sowie den Schädel eines alten Buhalus antiqims Duv aus
dem Dep. Constantine.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 67
Vacek, M. , Ueber neue Funde von Mastodon aus den Alpen. — Verh.
K. K. geol. Reichsanstalt 1887, S. 120 — 123.
Vilanova, Decouverte du DhwtJierium gig. et bavar. en Espagne. —
Archives des sciences uat. Periode III. Tome XVIII. No. 10.
AVatson, J., The Extinct Mammals of the Lake District. — Naturalist.
1887, p. 39 — 45.
Weithofer, A., Zur Kenntniss der fossilen Cheiropteren der französischen
Phosphorite. — Sitzungsber. K. Akad. Wissensch. Math, naturw. Classe. 96. Bd.
Mit 1 Tfl.
Beschrieben werden : Pseiodorhinolophus Schlosser mit 5 resp. 6 Arten, Alastor
heliophygas n. g. n. sp., Ehinolophus ? dubius n. f., VespertiUavus Schlosser,
? Taphozous Geoffr., Necromantis adichaster n. g. n. sp).
Wilckens,M., Ueber ein fossiles Pferd Persiens. — Anz.d.Kaiserl. Akad.
d. Wissensch. zu AVien 1887, p. 42—43.
Wilson, E., The Bone-Cave or Fissure of Durhani Down. — Proc. Bristol
Nat. Soc. V. p. 31— 45.
Winge, Herluf, Jordfundne og nulevende Clnaverne (Rodentia) fra Lagoa
Santa, Minas Geraes, Brasilien. Kjöbenhavn 1887. Mit 8 Tfln.
Zigno, A. de, Quelques observations siir les Sireuiens fossiles. — Bull.
Soc. Geol. de France. III. Serie. Tome 15, p. 728 — 732. Mit 1 Tfl.
Enthält hauptsäclilich Bemerkungen über die Halithcrium- Arten. Art-
berechtigung von H. angustifrons et cultrldens, Auf rech thaltung des Gattungs-
namens für H. bellunensc etc.
Systematik.
Vergl. unter Allgemeines: Jentink, Lydekker, More, Newton,
Roger, True.
Simiae.
Vergl. Schlosser luiter Phylogenie.
Aifen als Haustiere s. Meunier unter Landwirtsch.
Anthropomorphae. Pollex und Hallux s. Brooks untei- Muskelsystera.
Gorilla ginn, Schädel s. Törük unter Skelet.
Muskeln des Kopfes etc. s. Rüge unter Muskelsystem.
Gesichtsmuskeln s. Deniker unter Ontogenie.
S. ferner Manouvrier unter Muskelsystem.
Satyrus orang, Kopf s. Brühl unter Anat. und Phys. Allgem.
S. ferner Manouvrier unter Muskelsystem.
Troglodytes niger, Gehirn s. Müller unter Nervensystem.
Trogl. niger nur. marungensis n. var. wird beschrieben von Th. Noack
(Zool. Jaiirb, IL, p. 291—301).
Bei einem von Reichai'd in Marungu erbeuteten Chinipansen ist nach N.
„eine Identifizirung mit Trogl. niger nicht möglich und dürfte sich der, wie es
scheint, ziemlich isolirt am Tanganika vorkommende Schimpanse zu einer lokalen
Varietät diff'erenzirt haben."
Fossile Anthropomorphen : Bryopithccm Fontani Larfcf, Pliopithecus antiquus
Gerv. s. Schlosser unter fossile Säugetiere.
5*
68 Dl'- Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Cercopitheeidae. Giglioli, E. H., Nota intorno ad una nuova specie
di Cercopiteco dal Kafta (Africa centrale). — Zool. Anz. 1887, p. 509 — 510.
Uebersetzung in Ann. Mag. Nat. Hist. 5. Ser. Vol. XX, p. 449.
Durch L. Traversi erhielt das R. Museo di Firenze ein erwachsenes ^ eines
bisher nicht beschriebenen Cercopithecus aus Kaffa. Derselbe wird ('. Boutourlinii
genannt. Steht C. leucampyx Fischer (= C. Pluto Gray) und C imßectus Schley.
nahe, weicht aber in der Färbung etwas ab.
Macaciis sinicus s. Beevor unter Nervensystem.
Macacus silenus Wagn. s. Blanford unter Allgem.
Macacus vergl. ebenda.
Preshytis vergl. ebenda.
Semnopitheens pileatus und chrysogaster vergl. ebenda.
Cercopith. erytkrarchus, C. nicticans, C. sp. s. Noack unter Aethiop. R.
Cynoceph. habuin ebenda.
Fossile Cercopitheeidae: Oreopithecus Bambolii P. Gerv. s. Schlosser
unter fossile Säugetiere.
Macacus eocaenus Ow. ebenda.
31. pi-iscus P. Gcri). ebenda.
Semnopithectis monspessulanus P. Gerv. ebenda.
Aulaxinus flnrentimis Cocchi- ebenda.
Mesopithecus Pentelici Wagii. ebenda.
Cebochoerus ebenda.
Colobus grandaevus Fr aas ebenda.
Cebidae. Ateles Geoffroyi s. Bovallius iinter südamerikan. Region.
(\ims Injpoleucus s. ebenda.
Mycetus palUatus s. ebenda.
Beddard; Frank E., Notes on Brachyurus calrus. — Proc. Z. S. London
1887. Vol. p. 119 ff.
Aeussere Beschreibung, Wirbelzahl, Verdauungsorgane. 1 farbige Tafel.
Vi'osiiHli.
Vergl. Schlosser unter Phylogenie.
Hapalemur grisetis, Armdrüsen, s. Suttoii unter Anat. und Pbys.
Otolycnus crassicaiiäatus s. Noack unter Aethiop. R.
Demi opfern.
Lee he, W. , Teber die Säugetiergattung Galeopithecus. Eine morphol.
Untersuchung.
Resunie einer grösseren, unter gleichem Titel in „Svenska Vetenskavs-
Akademiens Handlinger Bd. 21" erschienenen Arbeit. — Zool. Jahrbücher Bd. II,
p. 968-978. Vergl. Bericht für 1886, p. 19-20.
Chiroptent.
Phyllostoma- Arten. Nahrung, s. (röldi unter Nahrung.
Flederiii. in Lincolnshire, s. Haigh unter Geogr. Verbr.
Chiropt. aus dem ind. Archipel, s. Hoff mann unter Malay. Reg.
Europ. Flederm., s. Lilford unter Geogr. Verbr.
Chir. von Ost- und Central-Afrika, s. Noack unter Aethiop. Reg.
in fler Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 69
Chir. von den Salomonsinseln, t. Thomas unter Austral. Reg.
Tertiäre Chir. s. Schlosser unter Phylogenie.
Pteropodidae. Pteropus natalis s. Thomas unter Malay. Reg.; ferner
Günther ebenda.
Pt. (jrandis n. sp. ebenda, ferner unter Thomas.
Pt. poliocephalus, Schädel etc., s. CoUett unter Austral. Reg.
Pt. scapulatiis ebenda.
Pt. gouldii ebenda.
Thomas, Oldfield, Diagn. of two new Fruit-eating Bats from the
Solomon Islands. — Ann. Mag. Nat. Hist. Vol. XIX. .5. Ser. 1887, p. 147.
Nesonycteris Woodfordi sp. n. 1 _. , „i i \ *. \ -o,.
•' ,. ^ ; Vgl, Thomas unter Austral. Reg.
Pteropus grandis sp. n. |
Macro(jlossus minimiis, Schädel etc. s. CoUett unter iVustral. Region.
Cynonycteris Pet. und Ekutherura Gmi/, besser Xiuitharpyia Gray. Vergl.
Blanford unter Allgemeines.
Ebenda Phyllorhina und Hipposiderus Gray.
Cynonyct. collaris s. Lilford unter Geogr. Verbr.
Epomophorus minor, Beschi'eibung s. Noack, Zool. Jahrb. Bd. II, p. 268
bis 272. Mit 3 Figg. Vergl. auch N. unter Aethiop. Reg.
Emballonuridae. Monticelli, F. Salv., Intorno ad uua forma di
Taphazous lacc. a Buja (Assab). — Ann. Accad. Aspiranti Nat. dir. da A. Costa.
Era in. Vol. I, p. 78 - 80. Mit 1 Tfl.
Verf. beschreibt als Th. perforatus rar. Assahensis eine Form, welche sich
von Th. perforatus Geoffr. entfernt und sich T. longimanus Hardiv. nähert.
Thaphozous melanopoyon Temm. s. Hoffmann unter Malay. Reg.
Th. mauritanicus Beschreibung s. Noack, Zool. Jahrb. II, p. 282 — 28.5.
Mit Fig.
Th. australis Gould s. Collett unter Austral. Reg.
Nyctinomus sj). s. Bovallius unter Südamerikan. Reg.
N. australis (Gray) s. Collett unter Austral. Reg.
Nesonycteris ivoodfoi-di n. sp. n. g. s Thomas ebenda.
Rhinolophidae. Kurze Mitteilungen über Bhinolophus- und andere Arten
in England in Zoologist, III. Series, Vol. XI, p. 151 -- 152, 234, 260-262, 293
bis 294, 346.
Vergl. ferner Harting unter Biologie, Allgem.
Bhin. liipposid. in Gr. Brit. s. Kelsall unter Geogr. Verbr.
Bhin. megaphyllus Gray, s. Collett unter Austral. Reg.
Bhin. philippinensis Waterh. s. Hoff mann unter Malay. Reg.
Phyllorhina commersonii var. marungensis n. var. s. Noack, Zool. Jahrb.
Bd. n, p. 272-275. Mit 3 Figg.
Phyll. diadema Geoffr. s. Ho ff mann unter Malay. Reg.
Vespertilionidae. Harting, J.E., Remarks on British Bats. — Zoologist.
III. Series. Vol. XI, p. 161 — 171. Mit 1 Tfl.
Uebersicht über die Gattungen der britischen Vespertilionidae und Rhino-
lophidae nebst Aufzählung der Arten. Vesp. noctida nach dem Leben abgebildet.
Monticelli, F. Salv., Descrizione di un nuovo Vespei'tilio italiauo. —
Ann. Accad. Aspir. Nat. Era III. Vol. I, p. 81.
70 Dr. Ernst Schaff: Bericht, über die Leistungen
Verf. beschreibt VespertiUo oxyynathus n. sj). (hab. Italia) als angeblich
neue Art, welche V. murinus sowohl als auch afrkanus JJobs., V. Dobsomi und
F. cMnensis Tomes sehr ähnlich ist.
Derselbe, F. S., Note chirotterologiche. — Ann. Mus. Civ. Genova 1887,
p. 517 ff.
VespertiUo doyalensis n. s^). wird beschrieben, eine Reihe anderer Arten
speziell hinsichtlich ihrer Verbreitung behandelt (Neues Vorkommen).
V. noctula vergl. Parrott unter Bewegung.
F. adver aus Horsf. s. CoUett in Zool. Jahrb. 11, p. 846 — 847.
Kerivoula Hardwickii (Horsf.) s. Hoff mann unter Malay. Reg.
K. papuensis Bobs. s. Collett in Zool. Jahrb. II, p. 847 — 848.
3Iiniopterus Schreibersii (N(dt.) rar. a. pusülus Dohs. s. Hoffmann unter
llalay. Reg.
M. australis Tomes s. Collett in Zool. Jahrb. II, p. 848.
Harpiocephaliis ci/clotis {Uobs.) s. Hoffniann unter Malay. Reg.
True, Frederick W., Description of a new species of bat, VespertiUo
lonfjicrus, fVoni Fuget Sound. — Proc. U. S. Nat. Museum 1887, p. H— 7. (Aprilheft).
V. long, ist nahe verwandt mit F. lucifuyus. Tibia l\/4mal so lang als der
Kopf (daher „lonr/icriis"). Schädel mit sehr kurzem Gesichts- und sehr hohem
Gehirnteil. Zähne fast genau wie bei F. Uicif., Ohren kürzer und breiter, Füsse
kürze)-, Farbe dunkler als bei V. lucif. 1 Expl., $, von Puget Sound. Länge von
Kopf und Körper 47 mm, Kopf 16 mm, Schwanz 4ö mm.
Scotophilus minimus n. sp. wird beschrieben von Th. Noack (Beitr. z. K.
Säugetierf. O. u. C. Afrika, Zool. Jahrb. II, p. 280 — 28i^). So klein wie Sc. greyi
aus Australien, Habitus und Färbung wie bei Sc borbonicus und Sc temminckii.
ScotophiUis (jreyii Gray s. Collett in Zool. Jahrb. II, p. 846.
Vcsperuyo pachypus und F. tenuis Tem. s. Hoffmann unter Malay. Reg.
Insectivora.
Tertiäre I. vergl. Schlosser unter Phylogenie.
Talpidae. Talpa europaea, Entwicklungsgeschichte s. Heape unter Ontog.
Biologisches etc. s. Harting unter Biologie, Allgem.
T. teUuris s. Deperet unter foss. Säuget.
Erinaceidae. Erinaccus europ., Entwicklung vergl. unter Ontogenie:
Onderzoekingen . . .
Trächtigkeit s. Parrott unter Biologie, Fortpfl.
E. sansanensis, s. Deperet unter foss. Säuget.
E. albiüus StoUzka s. Scully unter Geogr. Verbr.
Macroseelididae. MacrosceUdes alexandri, Beschr., s. N oack, Zool. Jahrb.
Bd. II, p. 264 — 268. Mit 2 Figg.
Rhynchocyon reichardi Beichenoiv, Beschreibung, farbige Abbildung und
Schädel-Abb. s. Noack, Zool. Jahrb. Bd. II, p. 260 — 263.
Soricidae. Sorex alp i n us Yorkommen s. Schulze unter Geogr. Verbr.
Barboza du Bocage, Sur un mammifere nouveau de File St. Thome. —
Extracto da Jornal de Sciencias Mathematicas, Physicas e Naturales.
Beschrieben wird Sorex (Crocidura) thomensis n. sp.
Rufeseente-fuscus, rostri lateralibus, ingluvie, manibus pedibusque palli-
dioribus; cauda longa, longitudiuem corporis fere aequaute, crassa, rotundata,
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 71
apice alba; rhinario bifido; vellere longo, molli; unguibus aequalibus; dentibus
superioribus utrinque octonis. — Körperl. 100 mm ; Schwanzl. 90mm; Kopfl. 31 mm.
Erster Insektenfresser von St. Thomas; selten.
Dobson, G. E., Descr. of new species of Soricidae in the coli, of the Genoa
Civ. Mus. — Ann. Mus. Civ. Genova IV. p. 564 — 567.
3 neue Arten: Crocidura doriana, C^ paradoxura, C. hcccarii.
C. dor. steht der C. flavescens Geoffr. nahe, weicht aber ab durch bedeutendere
Grösse, Entwicklung und Lage der Seitendrüse und durch die Gestalt des ersten
oberen Backenzahns.
C. 2i(ir. ausgezeichnet durch auffallend langen Schwanz, steht C. fulüjinosa
Blyth nahe. Letzterer ist auch C. bccc. ähnlich, diese aber kleiner, Ohren kürzer,
ine. 3 sup. kleiner, ^ ohne Seitendrüse.
Derselbe, Descr. of a new species oi Crocidura in the collection of the
Genoa Civic. Mus. — Ann. Mus. Civic. Genova 1887, p. 425 — 426.
Crocidura bovei n. sp. steht C. araneus nahe, weicht aber von dieser Art
ab durch die grössere Länge des Schwanzes und dadurch, dass der 8. obere Inc.
dem 1. oberen Backenzahn an Grösse ungefähr gleich und dass ferner der hintere
Basalhöcker des vordersten obei'en Incis. bedeutend kleiner ist als bei C. u/ran.
Derselbe, On the genus Myosorex, with description of a new species
from the Rio del Hey (Cameroons) district. — Proc. Z. S. London. 1887, p. 575.
3 Arten werden beschrieben, darunter M. johnstonii n. sp. in der Grösse
etwa wie die Zwergspitzmaus. Abbildung des Schädels.
Synopsis der 3 Arten:
A. Mandibular teeth 7 — 7.
a. Penultimate upper premolar minute, internal ; elbow
to end of middle digit 21 mm \. M. varüis Gray.
B. 3Iand. teeth 6 — 6.
b. Penult. Upper prem. not minute, standing in the
tooth row
b' Elbow to end of middle digit 18 '/j mm. . . . 2. M. morio Gray.
c' » » ■' •■ ll'/j •> ... 3. 31. johnstoni Dobs.
Crocid. lasiiira Bobs. s. Giglioli und Salvadori unter Geogr. Verbr.
Rodentia.
Sciuridae. Thomas, Oldfield, Descr. of two uew Squirrels frora
North Borneo. — Ann. and Mag. Nat. Hist. Vol. XX. 5. Ser., p. 127 ff.
Sciurus Whiteheadi sj). n. sehr ähnlich dem *S'. exilis Müll., aber grösser;
Ohren schmal und spitz, mit langen schwarzweissen Haarpinseln von fast Kopf-
länge. Farbe wie bei S. ex. Schädel auffallend durch den langen Gesichtsteil.
Präraol. f , der erste obere klein, rund im Querschn. Kopf und Rumpf (Balgmafs)
90 mm, Schwanz ohne Haar 53, mit Haar 87 mm.
Sciurus Jentinki sp. n. Farbe gelbgrau, an Kopf und Rücken stark mit
Orange gemischt. Kinn, Brust und Bauch blass gelblich weiss, hinter den Ohren
am Hals ein dunkler Fleck. Ein Ring um das Auge und ein Fleck vor dem-
selben weiss. Ohren sehr kurz, und ihre Ränder kurz behaart. Schädel wie
bei S. tenuis Hors., dem die Art überhaupt sehr ähuUch ist.
Sciurus lemniscatus Le Conte s. Leche unter Aethiop. Reg.
72 Dl'- Ernst Schaff: Bericht, über die Leistungen
Hciurus cepapi Smith s. Noack, Zool. Jahrb. II, pag. 251. Vergl. ferner
ebenda p. 252.
Sc. pyrrkoventer, Beschreibg. s. Noack in Zool. Gart. Bd. 28, p. 348 — 349.
Sc. aestuans ebenda,
Sc. spermopldlinus n. sp. s. Deperet unter foss. Säugetiere.
Sc. vulg. vergl. Josephy, G., unter Gefangenschaft.
Ptcromys volans in Livland, s. v. Krüdener unter öslL gem. Reg.
Spennoiyhilus hactrianus n. sp. s. Scully ebenda.
Cynomys ludovicianus , Beobachtungen an gefangenen, s. Noack, Zool. G.
Bd. 28, p. 347 — 348.
Nehring, A., Ueber fossile Arctomys -B-este vom Süd-Ural und vom Rhein.
— Sitzungsber. Ges. naturf. Freunde. Berlin 1887, p. 1 — 7.
Die Reste vom Ural werden auf A. hobac bezogen , besonders wegen des
zweiwurzeligen p ' inf. (der bei Ä. mann, dreiwurzelig zu sein pflegt). Die
rheinischen Murmeltiere stehen A. marm. näher, doch fehlt bei ihnen meistens
die Knochenbrücke am unteren Gelenk des Humerus, welche bei A. marm. stets
vorhanden ist.
Schaff, Ernst, Beiträge zur genaueren Kenntniss der diluvialen Murmel-
tiere. — Arch. f. Naturgesch. 1887, p. 118 — 132.
Die diluvialen Murmeltiere von Aachen und vom Unkelstein am Rhein
stimmen in allen wesentl. Merkmalen mit der recenten A. marmota L. überein.
T r a b u c c 0 , G i a c. , Considerazioni paleo - geologiche sui resti di Arctomys
marmota, scoperti nelle taue del colle di S. Pancrazio presso Silvano d'Orba.
Mit 1 Tfl 8 » Pavia 1887.
Reste von A. mann., die ersten aus den quart Ablagerungen des Ligurischen
Apeninn, wurden nachgewiesen in einer Höhe von 250 mtr. über dem Meere bei
Silvano d'Oi'ba.
^1. marm., Kaumuskeln, s. Kunstler unter Anat. u. Pliys., Muskelsyst.
» » Künstl. Kolonie, s. Gir tanner unter Biologie, Allgem.
Anomaluridae. Anomahirus pasiUu.s n. sp. ist nach Oldfield Thomas
von A. Bcecrofti unterschieden durch geringere Grösse und durch grauweisse
anstatt rostfarbene Unterseite. Gesammelt von Emin Pascha. — (Ann. Mag. Nat.
Hist. 5. Ser. Vol. XX, p. 440.)
A. Beecrofti Fräs., s. Thomas unter Austral. Reg.
Myoxidae. Eliomys dryas, s. AI tum unter Biologie, Gefangensch.
Eliomys microtis n.sp. wird beschrieben von Th. 'Noack (Beitr. z.K.Säiigetierf.
0. u. C. Afrika in Zool. Jahrb. II, p. 248 — 251 mit Abbildung).
„Kleiner Myoximis, dem Schädel und Gebis.s nach zur Gattung Eliomys
gehörig, aber mit den kurzen Ohren von Myoxus glis, mit unten zweizeilig be-
haartem Schwanz, oben bellbräunlich silbergrau mit dunklerem Streifen von der
Mitte des Rückens bis zui' Schwanzwurzel, unten scharf abgesetzt gelblich weiss-
grau, um die Augen ein dunklerer Ring und dunkler Streifen zwischen Auge
und Ohr."
Myoxus ylis in Gefangenschaft, s. Schaff unter Biologie, Gefangensch.
» .. AVinterschlaf im Sommer s. unter Biologie, Schlaf.
M. iiiteloides n. sp. s. Deperet unter foss. Säuget.
Castoridae. Steneofiber Jaegeri Kaap s. Huf mann unter foss. Säuget.
in der Naturgeschichte der Säiigetiere während des Jahres 1887. 73
Dipodidae. Dipus microtis n. sp. wird von Reiche now beschrieben. —
Zool. Auz. X, 1). 369-370.
Die Art ist durch auffallend kleine und zierliche Ohren und eine schwarze
Schwanzspitze von allen anderen Diims- Arten unterschieden. Grösse etwas
geringer als bei D. hirtipes. Heimat angeblich Saraar in Nordostafrika.
Muridae. Mus und Äcomys, systera. Verhältniss s. Hoffmann unter
Malay. Reg.
3Ius rattus, Vorkommen, s. Barrett- Hamilton unter Geogr. Verbr.
M. rattus var. celehensis s. Hoff mann unter Malay. Reg.
M. deciimanus var. major s. ebenda.
31. musculus, Niere, s. Benda unter Exkretiout-org. Ferner Collett in
Zool. Jahrb. II, p. 839.
M. macropus s. Hoff mann unter Malay. Reg.
M. Musschctibroeki s. ebenda.
M. Meyeri var. Musschenhroeki s. ebenda.
M. chrysocomus n. sp. s. ebenda.
M. sylvaticus s. Rope unter Biologie, AUgem.
M. univittatus Pet. s. Thomas unter Austral. Reg.
M. Macleari 0. Thom. s. Thomas unter Malay. Reg.
M. Thompsonii Bamsay s. Bennet unter Biologie, Beweg.
M. badrianus Blyth, s. Scully unter Geogr. Verbr,
M. (jreyi s. Collett in Zool. Jahrb. 11, p. 837 — 838.
M. assimilis ebenda p. 838 — 839.
Thomas, Oldfield, Descr. of a new Rat from North Borneo. — Ann.
and Mag. Nat. Hist. Ser. 5. Vol. XX, p. 269 — 270.
Mus sabamis sp. n. von den verwandten Arten abweichend durch die
Grösse, den sehr langen Schwanz und die Färbung von Hand und Fuss: in der
Mitte der Obers, braun, jederseits von einem weissen Streifen eingefasst. Nur
31. Edwardsi ist grösser. 31 Mülleri Jent. von Borneo ist zwar ähnlich in
Grösse und Schwanzlänge, aber verschieden in Gesamtfarbe und bes. Färbung
der Füsse und des Schw. Länge von Körper und Kopf (Balg) bei M. sab.
280 mm; Schwanz 340. Das typische Expl. vom Kina-Balu-Berg, aus 3000 F.
Höhe. Saba ist ein Distrikt in N. Borneo.
3Ius rufiniis Tem. var. inarunyensis Noack wird beschrieben in Zool. Jahrb.
Bd. I. S. 231 ff.)
Diagnose: „Schlanke langgestreckte Ratte vom Typus von 31. decumanus
mit verhältnissmässig langem Halse, mittellangen kurzbehaarten Ohren, köi'per-
langem, metallisch glänzendem graugeringelteni Schwanz. Färbung an der
Nasenspitze lebhaft rostrot, oben vorn bis zum Kreuz olivengelbbraun mit Schwarz,
Hinterschenkel lebhaft rostrot, Unteiseite scharf abgesetzt gelblich weiss.
3lus kaistri n. sp. s. Noack, ebenda.
Diagnose: „Robust gebaute Ratte mit dickem Kopf und mittellangen,
tein behaarten Ohren, Schwanz um '/s kürzer als der Körper, wie bei 31. varieyat.
und leucosternum, oben lebhaft gelbrötlich mit schwarzbraun gemischt, unten
weissgrau."
Mystromys longicaudatus n. sp. wird beschrieben von demselben ebenda,
p. 246-248.
74 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
„Kleine zum Genus Mystroviys geliörende Maus mit grossen kopflangen
Ohren, il/erione.y- artigem, höckrig lamellirtem G-ebiss, langen Hinterbeinen und
über köi'perlangem, wenig behaartem Schwanz, oben braun gesprenkelt, an den
Seiten mehr gelblich, unten weissgrau."
Pelotnys reichardi n. sp. s. ebenda p. 235 ff. Mit Abbild. (Schädel).
Diagnose: „Kleine, derbgebaute Ratte mit kurzem dickem, hamsterähn-
lichem Kopf, ziemlich langen ovalen, innen dicht, aussen weniger behaarten
Ohren und geringeltem, aber dicht behaartem Schwanz von etwas über halber
Körperlänge. Behaarung straff, oben schwarzbraun mit gelb gestichelt, unten
gelbbraun mit weisslichen Haarspitzen. Schädel und Gebiss dem von Felomys
fallax ähnlich, aber vielfach abweichend, ausserdem durch viel kürzeren Schwanz
und Abweichungen in der Färbung von P. fallax verschieden."
Thomas Oldfield, Diagnosis of a new Species of iZesperow;-?/« from North
America. — Annais and Magazine of ISIat. Hist. Vol. XIX. 5. Serie 1887, p. 66.
Hesperomys (Vespermus) Taylor i sp. n. ist sehr ähnlich H. michiyanensis
Aud. (& Bachm., aber kleiner. Kopf und Rumpf 53 mm, Schwanz 32 mm, Hinter-
fuss ohne Kralle 13 mm, Basilarl. des Schädels 15 mm, Mitte des Rückens nicht
dunkler als die Seiten, Schwanz imdeutlich zweifarbig; Fussballen schwarz,
vorn 5, hinten 6, Sohlen unbehaart. Hab. San Diego, Süd-Texas.
Hesperomys Sclateri n. sp. s. Thomas unter südam. Reg.
Cricetodon medium und C. Bhodanicum n. sp. s. Deperet unter fossile
Säugetiere.
Cricetomys yambianus, Beschreibg., s. Noack, Zool. Jahrb. 11, p. 240 — 241.
Ferner ders. in Zool. Garten. Bd. 28, p. 350.
Gerbillus sp. s. Scully unter Geogr. Verbr.
Gerhülus bühmi n. sp. wird beschrieben von Th. Noack (Beitr. z. K. Säuge-
tierf. Ost- u. Centr.-Afrika in Zool. Jahrb. II, p. 241-246).
„Mittelgrosser Gcrbülus, etwas kleiner als O. sehleyeli , mit doppelt ge-
furchten grossen Nagezähnen, langem Tarsus und mehr als körperlangem weisslich
behaartem Schwanz mit weisser Spitze. Färbung oben schön gelbbraun, unten
scharf abgesetzt rein weiss, über dem Tarsalgelenk dunkler umbrabraun."
Hydromys chrysoyaster s. Windle unter Anat. u. Phys. Ferner Collett
in Zool. Jahrb. II, p. 841.
Uromys macropus ebenda p. 840.
Arvicola amphib. s. Duns unter Biologie, Allgem.
xl. glareolus, vergl. Hart ing unter Biologie, Allgem,; ferner Geogr. Verbr.
Ä. Guentheri Danf. & Aiston s. Scully imter Geogr. Verbr.
Myodes lemmus und M. torquat. Diluvial im Elsass s. Dödei'lein und
Schumacher unter Geogr. Verbr.
Fibor zlbethicus, Ernährungsweise, s. Apgar unter Nahrung.
Georhyehidae. Georhychus damarensis Ogilby s. Leche unter Aethiop. R.
G. ucliraceo- einer eus v. HeiKjl. s. ebenda.
Heliophobiiis aryenteo cincreus Pet. s. Noack ebenda.
H. marunyensis dürfte nach Noack eine Var. der vorigen Art sein, wozu
bemerkt wird, dass sie besser aber vielleicht „die typische Form von Hei. dai'-
stelle als der im Osten vorkommende albinoartig helle aryenteo -einer eus."
Ellobius intermedius n. sp. s. Scully unter Geogr. ^erbr.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 75
Geomyidae. Stephens, F.. Descr. of a uew Sp. of IHjyodomys, with
some account of its habits. — Am. Naturalist. 1887. Vol. XXI, p. 42 ff.
Kurze Beschreibung von Dipoäomys deserti Stephens n. sp. nebst Al)bildg.
des Tiers, sowie des Schädels von der genannten Ai-t und von D. phülipsi.
Lebensweise in der Gefangenschaft.
Echimyidae. Aidacodus sivindcrianus , kurze Mitteilung, s. Noack in
Zool. Jahrb 11, p 222.
Octodontidae. Nehring, A., Ueber eine Ctenomys-Kvi aus Rio grande
do Sul (Süd-Brasilien). — Sitzungsber. Ges. nat. Fr. Berlin 1887, p. 45—47.
Die in Rio grande do Sul vorkommende Ctenomys-Art ist nicht Ct.
brasil., sondern entweder Ct. magellanicus oder eine ähnliche.
Hystriehidae. Erethizon dursatiim, Biologisches s. Townsend unter
westl. gem. Reg.
Hystrix (africae-cmstralis Fet.?), Vorkommen s. Noack, Zool. Jahrb. 11,
p. 222.
Dasyproetidae. L'oelogemjs paca, patholog. Schädel, s. Ernst unter
Anat u. Phys., Skelet.
Caviidae. Cavia cohaija, erste Entwicklungsstadien der Placenta, vergl.
Duval unter Ontog.
Dolichotis patagonica s. Cornely unter Biologie, Fortpfl.
Lagomyidae. Schaff, Ernst, Ueher Lae/omys rutiliis Severzofj'. — Zool.
Jahrb. 2. Bd. I.Heft, p. 65 — 72. Mit 6 Holzschn.
Beschreibung eines Balges im Uebergangskleid , sowie des dazu gehörigen
Schädels. Abbildg. des Schädels und Gebisses.
Lagomys verus, L. Meyeri, s. Deperet unter foss. Säuget.
L. rufescens Gray s. Scully unter Geogr. Verbr.
Leporidae. Leims brasiliensis, s. Bovallius unter Südamerikan. Reg.
Lepiis timidus, abnorme Färbg , s. Whi tacker etc. unter Färbung.
L. Lehmanni Sev. s. Scully unter Geogr. Verbr.
L. saxaUlis Cur. s. Noack, Zool. Jahrb. II, p. 221 — 222.
L. cunic, Zähne, s. Abbot unter Ernährung.
» Athembeweg., s. Markwald unter Athmungsorg.
» » Placenta, s. Duval unter Ontog.
» » Zona pellucida, s. Tourneux und Herr mann unter Ontog.
» •• Haustier, s. Edwards unter Landwirthschaft. Vergl. auch
Kounerth, ebenda.
Creodonta.
Vergl. Schlosser unter Phylogenie.
Carnivora.
Tertiäre C. vergl. Schlosser unter Phylog.
Raubtiere aus Ost- und Central-Afrika s. Noack unter Aethiop. Reg.
Ursidae. Ploix erörtert die Bezeichnungen für „Bär" im Altgriechi-
schen und im Sanskrit. — Bull. Soc. d'Anthrop. Paris. Serie 5. T. 10, p. 316—320.
TJrsus anieriaivus, Farbe, s. Townsend unter westl. gem. Reg.
U. arctos, Praeunciforme, s. Pfitzner unter Anat. u. Phys., Skelet.
76 Dl'- Ernst Schtäff: Bericht über die Leistungen
U. spelaeus, kleine Var., s. Gaudry unter foss. Säuget.
Ferner A n u t s c h i n ebenda.
Coati, Drüsen, s. Pilliet u. Boulart unter Anat. u. Phys., Haut.
Mustelidae. Ein weisser Marder wurde im Januar 1887 in der Gegend
von Offenburg (Baden) erlegt. — Weidmann 1887, p. 196.
Edelmarder, Nestkleid, s. Landois unter Biologie, Färbung.
Steinmarder, merkwürdige Verletzung, s. Schaff unter Krankh.
Hermelin, im Sommer weiss, s. Harting unter Biologie, Färbg.
Drion, A. fils. Des races et des varietes dans Ves-pece Mustela Putor ins. —
Bull, de TAcad. Royale ... de Belgique. 3. Serie, t. 14, p. 365 — 368.
Gestützt auf reiches Material weist der Verf. nach, dass in Belgien 2 Rassen
des Iltis existiren, eine gelbe und eine schwarze, die sich ausser durch die Farbe
auch durch die Gestalt des Körpers, die Bildung der Krallen und den Aufenthalt
unterscheiden sollen. Zwischen diesen beiden Rassen existiren Mittelformen,
nach dem Verf. in Folge von Kreuzungen.
Galictis crassklens Nrg., Lebensweise, s. Ne bring unter Biologie, AUgem.
Grisonia vittata s. Noack in Zool. Garten Bd. 28, p. 346.
N eh ring, A., Ueber die Gray 'sehen Fischotter- Gattungen Lutronectes,
Lontra und Pteronura. — Sitzungsber. Ges. nat. Fr. Berlin 1887, p. 21.
Die Gattg. Lutronectes ist nicht aufrecht zu halten, da sie auf 2 jugendl.
Expl. des Japan. Fischotters beruht, welcher höchstens als Varietät von Lutr.
vulg. bezeichnet werden kann.
Oestlich von den Cordilleren kommt ausser Pteronura nur 1 Fischotter-Art
vor, welche variirt wie L. imlg. Verf. schlägt den Art- Namen „latifrons" vor.
Pteronura Sandbachii Gi-ay ist identisch mit Lutra brasüiensis F. Cuv.
Letzterer Name hat die Priorität, doch hält Verf. die Beibehaltung des Gat-
tungsnamens Ptu für empfehlenswert.
Lutra vulgaris, abnorme Farbe s. unter Biologie, Färbung.
» » s. ferner Pfitzner unter Anat. u. Phys., Skelet
Gebnrtszeit s. Corbin imter Biologie, Fortpfl.
L. inangtiis s. Noack, Zool. Zahrb. IL p. 255.
Zorilla albinucha s. Noack, ebenda.
Schaff, Ernst, erörtert die Grössen-Unterschiede zwischen recenten und
diluvialen Dachsschädeln. — Zool. Garten Bd. 28, p. 59 — 60.
Noack, Th., schildert Taxidea amerkana und vergleicht die Art mit
Mcles taxus. — Ebenda, p. 197 — 198.
Mephitis mephiUca, Zunge etc., s. Tuckermann unter Sinnesorg.
Fossile Musteliden: Mustela toxodon Gerv., M. Filholi n. sp., Cephaloguk
brevirhinus, Lutra Valetunl Geoffr. s. Hofmann unter foss. Säuget.
Viverridae. Herpestes griscus ist nicht identisch mit Ichneumon grificus
Geoffr. cf. Blanford unter Allgem.
Herpestes badius, Biologisches, s. Noack, Zool. Jahrb. II, p. 253.
H. fasciatus, Biologisches, s. Noack ebenda, p. 253 — 254.
Paradoxurus typus wird von Noack geschildert im Zool. G. Bd. 28, p. 342 ff.
Ebenda Pagmna zeglcmica, Viv. indka, Crossarchus obscurus.
Canidae. Noack giebt Bemerkungen allgemeineren Inhalts über nord-
amerikanische Caniden (Neues aus der Tierhandlung von Karl Hagenbeck . . .
Zool. Garten Bd. 28, p. 194 — 197.)
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 77
N eh ring, A, Ueber einen Schädel von Canis jubatus aus Argentinien. —
Sitzungsber. Ges. nat. Fr. Berlin 1887, p. 47 — 48.
Derselbe, Ueber Cuon rutilans von Java und Lupiia japonicus von Nippon.
— Sitzungsber. Ges. nat. Fr. Berlin 1887, p. 66—69.
Canis /lodophylax Temm (== Lu2}. japonicus Nehriny) ist nicht mit der Gattg.
Ciiun vei'wandt, sondern mit Canis pallipes.
C. latrans s. Noack in Zool. Garten B. 28, p. 194.
C. occidentalis var. nigra ebenda, p. 194 und 195.
Canis lup. s. Scully unter Geogr. Verbr.
C. aureus resp. adustus Sund. s. Noack, Zool. Jahrb. II, p. 257.
C. dincjo s. Collett in Zool. Jahrb. II, p. 836 — 837.
Canis vulpes vergl. Blanford unter Allgem.
Vulpes montanus Pearson s. Scully unter Geogr. Verbr.
Canis familiaris, Geiuchsinn s. Rüssel unter Sinnesorg.
» » Herz-Pulsation, s. Fredericq unter Gefäss.syst.
» ■> Vergl. ferner Laffont ebenda.
Placenta, s. Lieb erkühn unter Fortpflanzung.
» » Reflexbeweg. s. Dupuy unter Nervensyst.
» » Hypophyse, s. Lothringer ebenda.
» » Respir., s. Fredericq unter Athmungsorg.
» » Geschichte etc. s. Bai-ban unter Landwirtschaft etc.
» ■• Laveracksetter s. Dequin ebenda.
Schweisshund s. Drömer ebenda.
>' >• Rassen s. Möller ebenda.
» " Incahund s. Nehring ebenda.
Jagdhund s. Thüngen ebenda.
» » Hunderassen, Abstammung, s. Nehring unter Phylog.
•> » Bastarde s. Külin unter Biologie, Fortpfl.; Noack
ebenda; Schaff ebenda.
Amphicyon major s. De per et unter foss. Säuget.
Hyaenidae. Hyaena crocuta, Biologisclies nadi R. ßülim's Tagebüchern
s. Noack, Zool. Jahrb. IL p. 255 — 256.
Felidae. Felis leo, Vorkommen, Biologisches, nach Tagebüchern von R.
Böhm, siehe Noack, Zool. Jahrb. II, p. 257 — 258.
F. pardus ebenda.
Felis catus und verwandte Arten, Sohlenfärbung derselben, s. Nehring
unter Farbe.
Felis catus (ferus?) s. Sitzungsbei'. Nat. Ges. Dorpat Bd. 8, Heft 1, p. 154
bis 155.
Felis dorn est ica, Facialis, s. Stowe 11 unter Nerven.system, desgl. Poul ton
untei' üntogenie.
» •> abnorme Zehenzahl, s. Claypole unter Ontogenie; desgl.
Hagen, ebenda.
» » schwanzlos, s. Döderlein unter Phylogenie.
» Haar -Entwicklung, s. Ryder unter Anat. u. Phys., Haut.
Rassen etc. s. Rule unter Land wirthschaft etc.
78 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistimgen
Felis jerdoni Blyth vergl. Blanforcl unter Allgem.
F. javanensis Horsf. ebenda.
F. caudata Gray, s. Scully unter Oestl. gem. Reg.
True, Frederick W., Some distinctive cranial characters of the Canada
Lijnx. — Proc. U. S. Nat. Museum 1887, p. 8 — 9. (Aprilheft.)
Bei Lynx canad. ist der sichtbare Teil des Präsphenoids flaschenförmig
mit dem convexen Teil nach vorn. Das vordere Foramen condyl. ist nicht mit
dem For. lacerum post. verschmolzen. Bei L. rufus, fasciatus und maculatus
dagegen ist der sichtbare Teil des Präsphenoids dreieckig und das For. condyl.
ant. ist mit dem For. lacerum post. zu einer Oeönuug verschmolzen.
Luchs in Baden, s. Eyrich unter Geogr. Verbr.
Felis chaus s. Noack (Zool. Garten Bd. 28, p. 346 — 347).
F. Serval derselbe in Zool. Jahrb. II, p. 259.
Pinnipedia.
Nehring, A., Die Seehunds-Arten der deutschen Küsten. — Mitteilungen
der Sektion für Küsten- und Hochseefischerei 1887. No. 2, 3, 4. Mit Holzschu.
Behandelt werden Halichoerus grypus, Phoca vituUna und Ph. annellata.
Phocidae. Phoca vitiüina frisst Warmblüter, s. Goffart imter Biologie,
Gefangensch.
Phoca vitulina, Familienleben, s. Noack unter Biologie, Fortpti.
Halichoerus grypus, Gefangenleben, s. Nehring unter Biologie, AUgem.
Monachus tropicalis s. Ward unter Biologie, Allgem.
Vcrgl. fei'ner Ward unter Südamerik. Reg.
Otariidae. Nehring, A., Ueber eine Pelzrobben -Art von der Küste
Süd-Brasiliens. — Arch. f. Naturgesch. 1887, p. 75 — 95. Mit 1 Tfl.
In der Nähe des Tramandahy- Flusses, etwa 29» 59' s. Br., kommt eine
Pelzrobbenart vor, ein in tiergeogr. Beziehung neues Faktum. Die Art ist ent-
weder eine Varietät von Arctocephalus falclandicus Shaw oder aber eine selb-
ständige Art, die man A. yracilis nennen könnte.
Derselbe, Notizen über die südbrasilianische Pelzrobbe. — Sitzungsber.
Ges. nat. Fr. Berlin 1887, p. 142 — 143.
Vergl. oben.
Hyracoidea.
Hyrax, Gebiss, s. Lataste unter Anat. u. Phys. Ernährg.
Thomas, O., Diagn. of two new Central-African Mammalia. — Ann. Älag.
Nat. Hist. 5. Ser. Vol. XX, p. 440.
Dendrohyrax Emini n. sp. unterscheidet sich von D. arhoreus nur durch
die Färbung: gleichniässig blass gelblichweiss wie die Bauchmitte \on D. arbor.,
anstatt gräulich braun.
Hyrax mossambicus Pet., Biologisches, s. Noack in Zool. Jahrb. II, p. 199.
Prohoscidea.
Allen beschreibt die Anatomie der Hinter-Extremität \o\\ Elephas iudicus.
— Joiirn. Comp. Anat. Vol. 8, p. 153 — 156.
Eleph. afric, Pi'ähallux, s. Pfitzner unter Anat. u. Phys., Skelet.
» Vorkommen s. Meyer i;uter Aetliiop. Reg.
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 79
Vergl. auch Noack iu Zool. Jahrb. II, p. 199.
Elefant als Haustier s. van Rickevorsel unter Landwirtsch. etc.
Vergl. auch Bolau ebenda.
Fossile Proboscidier :
E. primig. juv., Stosszahn, s. Po hl ig unter Anat. u. Phys., Eruährg.
E. troyontherü s. Pohl ig unter foss. Säuget ; ebenda Naumann.
Mastodon s. Römer ebenda, ferner Vacek ebenda.
Dinotherium s. Deperet ebenda; Vilauova ebenda.
Artiodacfi/la.
Classifizirung, vergl. Cope unter Phylogenie.
Auld, R. C, Hornless Ruminants. — Am. Naturalist. Vol. XXI. 1887.
To be continued.
Behandelt neben geweihlosen Hirschen, Antilopen, Schafen etc. besonders
die hornlosen Kultui-rassen des Rindes. Viele Citate.
Po hl ig, H., Ueber die wild lebenden "Wiederkäuer Nordpersiens , und
Einiges über die dortige Landwirtschaft. — Ber. phys. Laborat. u. d. Versuchs-
anstalt d landw. Inst. Halle. 7. Heft, p. 92 — 99.
Enthält interessante Mitteilungen über Ovis orientalis Gm., sowie über
C. aeyagrus und Antilope cf. cervicapra. 0. Orient, steht dem Mufflon nahe, von
dem es sich aber durch höhere Beine, gedrungenei'en Körper, hellere Farbe und
viel stärkere Gehörne unterscheidet. Die Hörner variiren ziemlich bedeutend;
Verf. unterscheidet daraufhin drei Varietäten, eine nordwestliche, eine centrale
und eine östliche. „Die beiden Formen 0. anatolica und 0. arkal . . . werden
durch die angegebenen 3 persischen Varietäten von 0. orientalis auf das voll-
ständigste vermittelt und man kann die beiden erstgenannten, ja lediglich auf
Gehörndift'erenzen begründeten Bezeichniuigen als solche für Spezies meines Er-
achtens nicht mehr festhalten. 0. anatolica stellt eben nur eine extremere
Form der nordpersischen, 0. arliol eine solche der ostpersischen Varietät von
0. oiientalis vor, erstere anscheinend zu 0. cypria, 0. arlcal dagegen wohl zu
dem echten Argali den Uebergang bildend." — Bezüglich der Bezoarziege wird
u. a. aufmei'ksam gemacht auf die Verschiedenheit in Grösse, Farbe, Hornlänge,
je nach der Heimat der Exemplare. Aehnliches gilt für die Antilope cervicapra
Persiens und die Indiens, besonders in der Färbung.
Vacek, M. , Ueber einige Pachydermenreste aus den Ligniteu von
Keutschach. — Verh. K. K. geol. Reichsanstalt 1887. No. 6.
Hippopotamidae. Flower, W. H. , ün the Pygmy Hippopotamus of
Liberia, Hipp, liberiensis {Morton), and its clairas to distinct Generic Rank. —
Proc. Zool. S. London 1887, p. 612 ff.
Verf. befürAvortet, dass das Nilpferd von Liberia den Gattungsnamen Hippop.
behält, da die Unterschiede von Hipp, amphihius im Schädelbau nur solche seien,
wie sie bei grossen und kleinen Arten einer Gattung oder bei jungen und
alten Indiv. einer Art stets vorhanden sind. Der Unterschied im Gebiss zeigt
Uehergänge.
Hipi^. amphih., Voi'kommen, Biologisches, nach Tagebüchern von R. Böhm
s. Noack in Zool. Jahrb. II, p. 197 — 198
gÖ Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Suidae. Dicotyles labiatus s. Bovallius unter Südamerikan. Reg.
Sus scrofa fer., Altersbestimmung, s. Nitsche unter Ontog.
Frischlinge s. Landois unter Biologie, Fortpfl.
Als Wild etc vergl. Kr ichler imter Landwirtsch. etc,
»S'ms scrofa (lohnest., Cyklop, s. Landois unter Krankh.
A^ergl. auch Rieck ebenda.
Sus leucovtystax und Sus iMpucnsls s. Noack in Zool. G. Bd. 28, p. 350 — 351.
PJiacochoerus afrieanus Ckiv., Biologisches nach R. Bühm's Tagebüchern
s. Noack in Zool. Jahrb. II, p. 196 — 197.
Potamochoerus afrieanus Schreit., Biologisches nach R. Böhni's Tagebüchern
s. Noack ebenda.
Camelidae. Vacat.
Tragulidae. Hyaemoschus sp. s. Deperet unter foss. Säuget.
Cervidae. C. elaphus, Geweih-Entwicklung, s. Carter unter Ontog.
('. cashmirianus s. Scully unter östl. gem. Reg.
C. Lähdorfi <^ gepaart mit C. canad. $ erwähnt Noack im Zool. Garten
Bd 28, p. 278.
C. caprtolus, Altersbestimmung s. N eh ring unter Ontog.
» Vorkommen in Northumberland s. Macpherson unter üstl.
gem. Reg.
Elaphurus Davidianus im Zool. Garten zu Berlin s. Schaff unter Biologie,
Gefangensch.
V. Möllendorf, 0. Er., Ueber die Sika- Hirsche von China und Japan. —
Zool. Jahrbücher. Bd. II, p. 588 — 590.
Verf. wendet sich gegen Pere Heude's Arbeit über die gefleckten Hirsche
Ostasiens, in welcher Cervus sika ScUeg. nebst den 5 Varietäten (resp. Arten?)
in nicht wenigei' als 37 (!) Arten zersplittert wird.
(Vergl. die Arbeit Heude's in: Mem. concernant Thist. nat. de l'Empire
Chinois par des Peres de la Compagnie de Jesus, Changhai 1885.)
Cervus rufinus s. Bovallius unter Südamerikan. Reg.
Blasius, W., Das Elch {Alce pahnata Klein.). — Separatabdruck ans Raoul
Ritter v. Dombrowski's „Allgem. Encyklopädie der gesammten Forst- und Jagd-
wissenschaften." Wien und Leipzig, Moritz Perles. 1887.
Besonders ausführlich historische Nachrichten, Litteratur, Verbreitung.
„Alce" richtiger als „Alces".
Elch, frühere Ausbreitung in Europa. — Weidmann 1887, p. 159 ff.
Elchwild, Biologisches über dasselbe, s. Greve unter Biologie, Allgem.
Elch, Auge, s. Matthiesen unter Sinnesorg.
Elaphodus michiamis s. Cornely unter Biologie, Fortpfl.
Cervulus Beevesi ebenda.
Cervulus (Prox) albipes s. Noack in Zool. G. Bd. 28, p. 277—278.
Fossile Cerviden: Cervus DawJdnsi, C. Satini, C. Browni, C. verticornis
s. Dawkins unter foss. Säuget.
Alces latifrons ebenda.
Ferner Palaeomeryx sp. s. Hof mann unter foss. Säuget.
Vergl. ferner Schlosser ebenda.
Dremotherium s. Deperet ebenda.
in der Naturgeschichte der Säugetiere währeud des Jahres 1887. 81
Canaelopardalidae. Camelo^tardalis giraffa jung, im Zool. Garten zu
Ilamlmrg s. Sigel unter Biologie, Gefangensch.
Ferner Noack nach R. Böhm's Aufzeichnungen über Lebensweise etc.
(Zool. Jahrb. TI, p. 202—203).
Cavicornia. Bos taurus juv., Missbildung s. de Bary unter Krankh.
Berner Fleckvieh s. Flückiger unter Landwirtsch.
Ferner Herdbuch ebenda und Herd book ebenda.
Niatos-Rind s. Dareste unter Anat. u. Pliys., Allgem. ; ferner Sanson
ebenda.
Bos taurus var. indic. s. Noack, Zool. Jahrb. II, p. 201. (Kurze Notiz).
Bos primiy., Vorkommen s. Short unter foss. Säuget.
Bos cafler L. s. Noack in Zool. Jahrb. II, p. 201—202 (nach R, Böhm).
Buhalus indicus, wirtschaftl. Bedeutung s. Ofner unter Landwirtsch.
Bub. antiquus I)uv. s. Thoraas unter foss. Säuget.
Tamarao s. Hoff mann unter Malay. Reg.
Bison rudim. Metacarp. s. Lucas unter Anat. und Phys., Skelet. ; ferner
Slade ebenda.
„Wild Cattle" S.Service unter Geogr. Verbr. Ferner ebenda Report ..
Committee etc.
Ovibos moschatus, foss. Vorkommen s. Struckmann unter foss. Säuget.
Ovis, Wollhaar, s. Sticker unter Ontog.
Tzigaja-Rasse s. Maior unter Landwirtsch. etc.
Vergi. ferner Mozziconacci ebenda, Powers ebenda.
Ovis montana, Vorkommen in Californien s. Townsend unter westl. gem. R.
Ovis, rudim. Beuteltasche, s. Malkmus unter Haut.
Fortpflanzungsorg, des Widders s. Nicolas unter Fortpflanzung.
Büchner, Eng., Zur Geschichte der Kaukasischen Türe (C. cauc. Gäld. und
C. cylindricorn. Bhjth). — Mem. Acad. Imp. Sciences. St. Petersbourg. VIl. Serie,
Tome XXXV. No. 8. Mit 2 Tafeln.
Verf. behandelt eingehend die Litteratur, giebt sodann eine genaue Syno-
nymie und bespricht ausführlich die geogr. Verbreitung von C. cauc. Güld. und
C. cylindricornis Blyth.
C. cauc: Die Hörner sind ziemlich stark sichelförmig gebogen; die Krüm-
nmngslinie liegt in einer Ebene oder steigt selten kaum merkl. aus der Ebene
einwärts heraus . . . Ihr Vorderfl. trägt deutl. Knoten.
C. cylindr.: Die Höiner sind schraubenförmig, das rechte rechts, das 1. 1.
im Räume gewunden . . . Ihre Vorderfl. ist mit flachen Querrunzelungen versehen.
C. c. im westl., C. cyl. im östl. Teil der hochalpinen Zone des gr. Kauk.
Dinnik, H., On the Caucasian Mountain-Goat {Cajyra caucasica Gidd.).—
Uebersetzt aus dem Russischen von Delmar Morgan in Annais and Mag. Nat.
Hist. Vol. XIX. 5. Ser. p, 450 ff.
Behandelt zunächst alle den Kauk. bewohnenden Wildziegen (C. aegag.,
C. Pallasü, C. caucas.) und dann speziell C. cauc. Gidd. Beschreibung, Lebens-
weise, Verbreitung.
C. cauc. bewohnt den westl. Kaukasus; ganz im Westen eine besondere
Form mit kürzeren, mehr wulstigen Hörnern. Abbildung von Hörnern. Vergl.
Menzbier und Büchner.
Arch. f. Naturgesch. Jahig 1888. Bd. II. H. 1. 6
82 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Menzbier, M., On a new Caucasiau goa.t {Ca^ira severtzotvi sp. n.i — Proc.
Z. S. London 1887, p. 6 18 ff.
Verf. beschreibt die wahre Capra caucasica Giild., während er der Ansicht
ist, dass die von Büchner (cf. vorher) nnd Dinnik beschriebene C. cauc. in
Wirklichkeit eine neue Ai't ist, welche Verf. C. sewertzowi nennt. Bei dieser
Art sind die Hörner aufwärts, rückwärts und abwärts in einer Ebene gekrümmt,
ihre Spitzen divergiren daher weit mehr als bei C. cauc. Der Querschnitt nahe
der Basis ist dreieckig. Die Licisivi dick und rund, der Schädel mit weniger
entwickeltem Voixlerteil und weniger breiter Occipitalgegend als bei C. cauc.
Die Farbe mehr gellilich, am Baucli bi'aun, der Schwanz kürzer, der Bart länger
und schmaler als bei C. cauc. Hab. Alpine Gregend des westl. Kaukasus; im
äussersten Westen eine etwas abweichende Form. C. cauc. im mittleren, C. cylin-
dricarnis im östl. Kaukasus.
Sclater, P. L., !Note on the wild Groats of the Caucasus. — Proc. Z. S.
1887, p. 552.
Aegoceros pallasii RouiUer und Capra caucasica Güld. sind gute Arten, be-
stätigt durch Mitteilungen von Rad de und Strauch.
Schweizer Ziegen s. Anderegg unter Landwirtsch.
Huet, M. , Liste des Especes connues et decrites dans la Familie des
Antilopides, preseutees par regions. — Bulletin de la Soc. nat. d'Acclimatation
de France. 4. Serie, tome IV. 1887.
Kurze Uebersicht der Antilopenarten nach ihrem geographischen Vorkommen.
Z. T. Abbildungen.
Antilopen von Ost- u. Ceutral-Afrika s. Noack in Zool. Jahrb. II, p. 203 — 221.
Alcelaphus albifrons s. Coi'uely unter Biologie, Fortpfl.
A. caama s. Noack in Zool. Jahrb. II, p. 208.
Cephalophus mergens, Gefangensch. s. Mairet ebenda.
CepJi. sp. s. Noack in Zool. Jahrb. 11, p. 220.
Gazella .•iuhgutturosa ebenda. Ferner Scully unter G-eogr. Verbr.
Gazella Soemmeriiigi s. Noack im Zool. Garten Bd. 28, p.273.
Gazella Wallen, Biologie etc., s. Menge s unter Biol. Allgem.
Gazella Granu wird eingehend besprochen von Noack (Zool. (x. Bd. 28,
p. 274 — 277).
Aepyceros melampus s. Noack in Zool. Jahrb. II, p. 206 — 207.
Eleotragus sp., Antilope sp. ebenda 207.
Damalis senegalensis s. Noack nach R. Biihm's Aufzeichnungen (Zool. Jahrb.
II. p. 208 — 210).
Oreas sp. ebenda p. 210.
Strepsicei-os kudu ebenda p. 211.
Euryceros angasii ebenda.
Tragelaphus scriptus ebenda; feiner Zool. Garten Bd. 28, p. 202.
Hippotragus bakeri ebenda p. 212.
H. iiiger ebenda.
Oreotragus saltafrix ebenda p. 213 — 217. (Aeussere Beschreibung und
Osteologie.)
Antilope oeularis Pet. Beschreibung ebenda p. 218 — 219.
A. altifnms ebenda p. 220; Nesotragus moschatus ebenda.
in der Naturgescliichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 83
Kohus singsiny, Biologie, s. Noack, Beitr. z. K. d. Säugetierfauna von Ost-
und Central-Afrika in Zool. Jahrb. II, p. 203 ff.
Kohus unctuosus s. Noack in Zool. G. Bd. 28. p. 198 — 200.
Adenota hob Gray s. Noack in Zool. Jahrb. II, p. 203 ff.; desgl. Adenota sp.
Adenota resp. Antilope leeche ebenda p. 200 — 201.
Eedunca sp. s. ebenda.
Gnu, Fortpflanzung in der G-efangenschaft s. Blaauw unter Biologie, Fort-
pflanzung.
Portax picta, weibl. Geschlechtsorgane s. Baraldi unter Fortpflanzungsorg.
Hume, A. 0., Reniarks on certain Asiatic ßuminants. I. Budorcas taxi-
color Hodg., the Gnu-Goat or Takin. — Proc. Z. S. London 1887, p. 483 ff. Mit
3 Abbildungen.
Verf. bildet 3 Hornpaare ab, von denen das dritte stark abweichende Form
zeigt. Dies wird für das Gehörn eines alten ^ erklärt, die andern mehr gnu-
ähnlichen für die von einem massig alten und einem jungen ^. Blyth und
M. Edwards waren der Ansicht, dass die Hörner von (^ luid ^ sehr ähnlich
wären, doch schreibt Bl. die gnu- ähnlichen Hörher alten Indiv., zu, M. Edw.
die anderen. Die Abbildung des letzteren Autors deutet aber nach Hume auf
ein altes ^ von Ovis nahoor!
Gerase, abnorme Färbung, vergl. Färbung.
» Altersbestimmung, s. Nitsche unter Ontog.
Sclerosarcoma bei einer Gemse, s. unter Krankh.
Fossile Wiederkäuer: Dicroeerus elegans s. Deperet unter foss. Säugetiere.
Protragoceros Chautrei n. g., 71. sp. s. Deperet ebenda.
Perissodactyla.
Cope, E. D., The Perissodactyla. — Am. Natiiralist Vol. XXI, p. 985 ft".,
p. 1060 ff.
Verf. behandelt die Entwickelung der lebenden und foss. Periss., giebt
Uebersichtstafeln und Stammbäume der Familien und Gattungen; zahlreiche
Abbildungen.
Tapiridae. T. Boioi kurze Notiz, s. Bovallius unter Südamerikan. Reg.
Rhinocerotidae. Bhinoceros sondaiacs, Anatomie s. unter Anat. u. Phys.
Vergl. ferner Studer unter Malay. Reg.
Bhinoceros Merckii s. Pohl ig unter foss. Säuget.
Bhin. tichorhinus s. Makowsky und Sterzel unter foss. Säuget.
Wiin. sansaniensis und Bh. hrachypus s. Deperet ebenda.
Elasmotherium s. Gaudry ebenda.
Equidae. Langkavel, B., Tigerpferde. ^ Zool. Jahrb. 2. Bd. I.Heft,
p. 117 — 126.
Kurzer Vergleich der gestreiften Equus -Arten und Uebersicht über das
Vorkommen und die geogr. Verbreitung derselben in Afrika.
Equidae, Backenzähne, s. Baraldi unter Anat. und Phys. Ernährungsorg.
E. BurcheUi s. Kuckuck unter Krankh.
E. asinus vergl. Rosa unter Muskelsystem.
Equus asinus somalicus s. Menge s unter Biologie, Allgem.
6*
g4 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Equus cahallns, Anatomie, s. Boschetti unter Anat. u. Phj's., Allgem
Ferner L e i s e r i n g ebenda.
» » Abnoi'mitäten, s. Guy er unter Skelet.
» » Colon etc. s. Walley unter Ernährung.
Geschlechtsverhältniss, s. Du sing unter Ontog.
» Färbung, s. Crampe unter Farbe, Greve ebenda.
» •> Zucht, s. Richard unter Landwirtsch. ; ferner Taunton
jebenda; Wrangel, ebenda; Stud book, ebenda.
Fauvelle, Le cheval sauvage de la Dzoungarie. — Bull. Soe d'Anthrop.
Paris. Serie IV. T. 10, p. 188 — 193.
Zusammenfassung älterer Mitteilungen über E. PrzetvalsMi. Es schliesst
sich eine längere Diskussion hieran (ebenda p. 193 — 206), bei welcher Sanson
betont, dass E. Frz. kein Pferd, sondern ein Hemionus sei, eine Ansicht, welcher
sich Pietrement anschliesst.
Piette, Ed., Le kertag quaternaire. — Bull. Soc. d'Anthrop. Paris.
Serie IV. Tome 10, p. 736 — 743.
Verf. vergleicht Equus Frzewalslcii mit den eingeritzten Abbildungen
quartemärer Pferde aus Höhlen luid constatirt, dass nur geringe Verschieden-
heiten zu finden sind, welche nicht als spezifisch gelten können. Man dürfe
daher in den Sammlungen etc. die erwähnten Pferde- Abbildungen mit der Be-
zeichnung E. Frz. oder Kertag versehen.
Equus Stenonis s. Thomas unter foss. Säuget
E. sj). foss., Molar, s. Lydekker ebenda.
Fossiles Pferd Persiens s. Wilckens ebenda.
Hipparion grac. s. Thomas ebenda
C'etacea.
Brustflosse, Phylogenie vergl. Leboucq unter Phylog.
Entwickelung, Homologie der Schwanzflosse, s. Ryder unter Phylog.
Biolog. Mitteilg. über Wale, s. Gray unter Biologie, Allgem.
S. auch Wal-Fischerei unter Landwirtsch.
Delphinidae. Orca glad. bei Bergen, s. Harting unter Geogr. Verbr.
Behuja leucas, Fang etc., s. Kückenthal unter arkt. Reg.
True, F., On a spotted Dolphin, apparently ideutical with the Frodelphinus
Boris Gray. With 6 PI. — Smithsonian Institution. Annual Rep. of the Board of
Regents, for the Year 1884. Part. II. Washington 1887.
Sotalia hrasüiensis, Osteologie s. Göldi unter Anat. u. Phys., Skelet.
Gramjms rissoanus, Vorkommen, s. Heilp)'in unter westl. gem. Reg.
Weber, Max, lieber Lacjenorhynchus albirostris Gray. — Tijdschr. Nedei-1.
Dierkuud. Vereenigung N. R. D. J. 1887. Mit 1 Tfl.
lihachionectes glaucus Cope s. Townsend unter LandAV.
Lütken, Chr. Fr., Kritiske Studier over nogle Taudhvaler af Slägterne
Tursiops, Orca og Lagenorhynchns. — Videnskab. Selsk. Skr. Kjöbeuhavn. 4. Bd.
1887, p. 337 — 397. Mit 2 Tflu. und vielen Holzschn.
Verf. untersucht den von Reinhardt Tursiops parvimana benannten Delphin
aus dem adi-iatischen Äleer. Er zeigt, dass die meisten Merkmale bei den Del-
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 85
phinen sehr variiren und inconstant sind; bei dem vorliegenden jedoch erweist
sich die Zahl der Phalangen im Handskelet als sicheres Merkmal. Tursiops
tiirsio hat im 2. und längsten Finger die meisten Phal., der vom Verf. unter-
suchte jedoch im 3. Die Art ist eine gute; sie wird wolil öfter mit jungen
T. tiirsio verwechselt.
Die von Reinhardt als Orcn minor bezeichnete Art Iiat keine Bei'echtigung,
sondern fällt mit Orca gladiator zusammen, so dass also von den vielfach an-
genommenen 3 nordischen Orca ■ Arten nur 0. (jlad. und 0. Eschrichtii bleiben.
Zum Schluss werden die Merkmale der beiden nordischen Arten von Lageno-
rhynchus neben einander gestellt. Hierbei eine Bemerkung über Malm's L. clan-
culus vom Cap Hörn. Derselbe hat nur 7 Halswirbel, daher ist die Gattungs-
diagnose hiiisiilitlich dei' Wirbelzahl abzuändern.
Hyperoodontidae. Hijperoodon rostratu.s. Fang, s. Kückenthal unter
Arkt. Reg.
H. rof^tratns, Skelet, s. Gers tack er, unter Anat. u. Phys., Skelet.
Balaenopteridae. Trächtigkeit etc. s. Guldberg unter Biologie, Fortpfl.
Fang s. Cocks unter Landwirtsch.
B. rostrata bei Finisterre, s. Beauregard unter Geogr. Verbr.
Balaenidae. Balaena mgsticetus, Biologisches u, Abbildg. s. Gray unter
Biologie, Allgem.
Fossile Cetaceen. Cctotherium s. van Beneden unter foss. Säuget.
SqucUodon ebenda.
Sireiiia.
Manatus latirostris und 31. scnaj. in der Gefangenschaft, s. Noack unter
Biologie, Allgem.
Halicwe dugung var. australis Owen, eingehende Beschreibung nebst
Maassen etc. eines jungen und eines alten weibl. Exempl. , s. Collett in Zool.
Jahrb. II, p. 851 — 854.
Stejneger, L., How the great northern sea-cow (Bytina) became extermi-
nated. — Am. Naturalist. Vol. XXI, p. 1047 ff.
Verf. widerlegt Nordenskiöld's, auf Erzählungen von Eingeborenen der
Berings- Inseln gestützte Ansicht, dass noch 1854 ein lebendes Expl. von Bytina
gesehen worden sei. (Wahrscheinlich ein Narwal $ gewesen.) Die bekannt
gewordenen Berichte über Expeditionen nach den Berings- und Kupfer - Inseln
machen es annähernd gewiss, dass 1768, wie schon Sauer (Bericht über Billing's
Exped. in den Jahren 1785 — 1794) angiebt, Bytina ausgerottet worden ist.
Prohalicore Dubaleni, Unterkiefer, s. Flot unter foss. Säuget.
Halitheriuin- Alten, s. Zigno ebenda.
Eflentata.
Orycterupus, kurze Notiz nach R. Böhm, s. Noack, Zool. Jahrb. II, p. 200.
liradypus castaneiceps s. Bovallius unter Südamerikan. Reg.
Choloepus Hoffmanni s. Bovallius ebenda.
Tatitsia novemcincta s. Bovallius ebenda .
36 ür. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen
Cycloturus didaetylns s. Bovallius ebenda.
» » ferner Ryder unter Fortpflanzungsorg.
Tamandua tetradactyla s. Bovallius unter Südamerikan. Reg.
Burmeister, H., Neue Beobachtungen an Coelodon. — Sitzungsber. Kgl.
Pr. Akademie d. Wissenscb. 1887. II. Halbband, p. 857 — 862. Mit 2 Abbildgen.
Beschreibung und Abbildung eines neu gefundenen Unterkiefer-Fragments
von Coelodon. Weicht im Zahn bau von der durch Reinhardt beschriebenen
Art ab, daher als neue Art C. tarijensis benannt.
Revidirte systematische Tabelle der Gravigraden:
I. Colutodonta. Apertura rami lateralis canalis alveolaris maxillae inferioris in
superficie externa maxillae, sub basi apophysis coronoideae; corona dentium
concava, margine parum elevato.
A. Dens ultimus maxillae inferioris bilobus.
a. Pedes anteriores digitis quatuor, posteriores digitis tribus.
1. Scelidotherimn.
b. Pedes ant. dig. quiuque, post. dig. quatuor.
2. 3Iylodon.
B. Dens ultimus maxillae inferioris simplex; pedes anteriores digitis quinque,
posteriores digitis quatuor.
5 5
a. Dentes 1-, primus utriusque maxillae remotus, maximus.
4 — 4
3. Megalonyx.
4 — 4
b. Dentes — — 5-, omnes aequales,
o — o
4. Coelodon.
II. Oxyodonta. Apertura rami lateralis canalis alveolaris occulta inter apophysin
coronoideam et marginem alveolarem maxillae ; dentes trausversim bicarinati.
A. Statura corporis gracili, minore.
5. Oracanthus.
B. Statura gigantea, ossibus robustis.
6. Megatherium.
Marsupialia.
Tertiäre M. vergl. Schlosser unter Phylog.
Myrmecobius, Drüseuorgan, s. Beddard unter Haut.
Macropodidae. Macropus rufus und M. (jiganteus s. Cornely unter
Biologie, Fortpfl.
M. giganteiis Zimm., Beschreibg., Schädelmaasse etc. s. Collett in Zool.
Jahrb. II, p. 876 — 879.
Halmaturiis rohustus (Goidd), H. parryi {Benn.), H. agilisGould, H. dorsaUs
Gray, Beschreibg., Schädelmaasse etc. s. Collett in Zool. Jahrb. U, p. 879-887.
Onyckogalea frenata (Gould) s. ebenda p. 887 — 889.
Lagorchestes conspiciUatus var. leichardti Gotdd ebenda p. 889 — 891.
i» der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 87
Fetroyale penidllata {Gray) ebenda p. 891 — 893.
Dendrolagus lumholtzi Coli, wird von Collett folgendermassen diagnosticirt
(Zool. Jahrb. II, p. 893 — 905).
„Colour reddish yellnwish grey; the back with interspersed hhick hairs.
Snout and toes quite black. likewise neck and under side of the tail.
On the skull, the frontalia are broad and inflated in front, and the iuter-
max. have their greatest breadth above the middle. The length of the body
(the head included) is ahout 650 to 700mm (and above); the tail soraewhat longer.
The dentition: i f , c J, p i, m | (30).
Biologisches und genaue Beschreibung nebst Maassen und Schädel -Ab-
liiidungen von alten und jungen Exempl. , Vergleich mit andern Arten der ge-
nannten Grattung.
Bettongia pemcillata Gray s. ebenda p. 905 — 906.
Hypsiprymnodontidae. Hypsiprymnodon moschalus Barns, s. Collett
in Zool. Jahrb. II, p. 906 — 910.
Fhalangistidae. Phalangista vulpecula (Kerr.), Schädel u. Gebiss, ebenda
p. 910 — 912.
Collett giebt eine genaue Beschreibung und folgende Diagnose von Pseu-
dochirus archeri Coli. (Zool. Jahrb. II, p. 912 ff.)
„Ears Short. Für very close ; tail thickened at the root, the end with short
adpressed hairs. The colour (male): a mixture of yellowish green and gi'ey;
back darker with two yellowish white longitudinal stripes. Under surface white.
A white patch at the base of the ears. Tail yellowish grey with whitish tip.
Nasalia very broad behind; in the suture vdth the frontalia they form an
obtuse angle (open in front). The intermaxillary suture divides the nasal suture
considerably before the middle. Auditory buUae very small. Foramina palatina
wanting; foram. incisiva short.
The dental series almost unbroken. The upper c is larger than i^. The
ower i is proportionally short, with an upwards curved point; the 2 anterior
premolars are wanting.
Dentition : 1 f , c i , p -J , m | (36).
Derselbe beschreibt a. a. Ort. p. 917 ff. Fseudochirus herbertensis und giebt
folgende Diagnose :
„Ears very short, almost hidden in the für. The end of tail is provided
with Short, but slightly adpressed hairs.
The coloi;r above and the entire head is brownish black; beneath, in the
male, snowy white with a white ring round the elbow, in the female, greyish
white, without ring. Tail black with white tip.
Nasalia long, forming together a central keel; in the suture with the
frontalia they form a rather deep angle (open in front). The intermaxillary
suture divides the nasal suture about the middle. Auditory bullae small. Fora-
mina palatina wanting; foram. incisiva long.
The teeth comparatively dispersed. In the lower jaw p^ is wanting; also
c and p ' are rudimentary or wanting.
88 r)'"- Ei'ii^t Schaff: Bericht über die Leistuugen
Dentition : c J , c ] , p ? , m | (38).
Derselbe beschreibt a.a.O. p. 92Bff. l'seudochirns (HcmibeUdeus) lemuruides
(Coli.) luul giebt folgende Diagnose:
„Für soft, rather long; ears of medium Icngth, eyes small. The tail cy-
lindrical, clothed with long projecting hairs to the tip.
The colour (female): above and the whole of the head dark gi'eyish brown;
undei' surface a dirty yellowish grey. Tail black.
The sknll broad, as in Petaurista. Nasalia lather short; in the sutnre
with the frontalia they form a central angle, open to the back, and two small
«angles, open in front. The intermaxillary sutnre divides the nasal snture about
the middle. Auditory bullae rather small. The palate has two small round
foram. palatina, and long foram. incisiva.
Os sacrum foi'med of 3 vertebrae. Scapula triangularly pointed. In the
lower jaw, c and the fi'ont premolai's are wanting.
The dentition (in both specimens): cf, cj, pj, m| (84). Number of
vertebrae: C. 7, D. 13, L. 6, S. 2 -| 1, C. 27.
jRy. caiulivolvulus {Kerr.) ebenda p. 920 — 922.
Thomas, Oldfield, Descr. of a new Papuan Phalanger. — Annais and
Mag. of Nat. Hist. Vol. XIX. 5. Series 1887, p. 146.
F^eadüchirus Forhesi sp. n., iiahe verwandt mit Fs. cancsccns Waterh. (= l's.
Bernsteini Schi), aber ohne dunklen Mittelstreifen auf dem Kopf, dagegen mit
grossem schwarzem Fleck vor und hintei" dem Ohr. Letzteres dichter behaart
und mit Büscheln langer, weicher Haare umgeben. Schwanz dünner behaart,
besonders in der distalen Hälfte. Obere Zähne: c2 cl pm 2 m 4. Schädel
schmaler als der von Ps. cancscens, mit abgeflachten Nasenb., riulim. Postorbit. -
Forts, und diesen entsprechenden Forts, des Jochbeins.
Hab. Sogere, Asti'olabe Mountains, S.O. Neuguinea.
Petaurista volans var. minor s. CoUett in Zool. Jahrb. II, p. 926 — 929.
Petaurus sciureus (Shaw), P. hreviceps Waterh., ebenda p. 929 — 932.
Dactylopsila trivirgata Gray ebenda p. 932 — 933.
Acrobata pygmaea (Shaw) ebenda p. 933 — 935.
Phascolarctidae. Phascolarctos cincreus, Clebiss, s. Thomas unter Ontog.
Ferner Collett in Zool. Jahrb. II, p. 935 — 937, Schädel, Gebiss ete.
Peramelidae. Peravieles macrura Gonld und P. nanata Geoffr., äussere
und Schädel-Beschreibung nebst Maassen etc. s. Collett in Zool. Jahrb. II, p. 871
bis 876.
Ramsay, E. P., Description of two new species of Marsupiais (Pcramelts
and Antechiiius), and of a new species of 3Ius (M. Burtoni) from the neighbour-
hood of Derby, N. W. A. — Proc. Linnean Soc. N. S. Wales. II. Ser. II. Vol..
p. 551 — 553. Mit 1 Tfl.
Terameles aicratus sp. nov. ausgezeichnet durch seine goldbraune Färbung,
welche an Kehle und Bauch in Weiss übergeht. Die Oberseite mit Schwarz
gemischt in Gestalt schmaler Streifen, welche von den schwarzen Teilen
der Grannenhaare gebildet werden. Ohren verhältnissmässig kurz und breit
(L : Br = 7 : 5).
in der Naturgeschichte der Säugetiere während des Jahres 1887. 89
Äntechinus {Podabrus) Froggatti sp. nuv. Schwanz spindelförmig, an der
Wurzel verdickt. Das erste Paar J sup. gi'össer als die 3 andern Paare jeder
Seite, von diesen durch einen Zwischenraum getrennt. Ebenso ein Diast. zwischen
J3 und C. Farbe oben aschgrau mit Schwarz gemischt, Körperseiten, Kinn,
Kehle, ganze Unters., Unterarm und Hand weiss etc. Ohren fast nackt.
Mus Burtoni, sp.nov., ausgezeichnet durch wolliges, weiclies Haar und
Einfaibigkeit Schwanz kürzer als der Körper. Abbildg. von (iebiss und Füssen.
Thomas Uldfield, Descr. of a second Species of Rabbit- Bandikut (Pem-
gale). — Annais and Mag. Nat. Hist. Vol. XIX. ö. Ser. 1887, p. 397 ff.
Peragale Icucura sp, n. Im Ganzen P. lagotis sehr ähnlich, aber viel kleiner.
Fai'be blass graugelblich, an Extrem, weiss, auch der Schwanz ganz weiss,
Schädel kleiner, bullae mehr halbkreisförmig gestaltet, nach hinten und aussen
nicht so weit hervonagend. Zähne ebenfalls viel kleiner. Der pm dec. im
Querdurchmesser so lang wie im Längsdurchmesser. Molaren ganz verschieden
von P.kig., mehr Perameles -ahnUch. Kopf und Rumpf (junges Expl.) 142 mm,
Schwanz 116. Schädel Bas.l. 45.
Hab. nicht genau festgestellt, wahrsch. sandige Distrikte des mittl. und
nördl. Südaustralien.
Didelphyidae. DüMphys lanigera Dcam. s. Jeutink unt. südamerik. R
1). virgin., Entwicklung, s. Selenka unter Ontog.
D. Azarae, Beschreibung, s. Noack in Zool, G. Bd. 28. p. 352.
Dasyuridae. Dasyuridae, Gebiss, s. Thomas unter Ontog.
I)as)juru.s vivcrrinus, Myologie der Gliedmassen, vergl. Mac Cormick
unter Muskelsystem.
D. Maugii, Beschreibung, s. Noack in Zool. G. Bd. 28, p. 351—352.
Dasyurus maculatus (Shaw), 1). geoffroyi Gould, D. liallucatus Gould, siehe
Collett in Zool. Jahrb. II, p. 854 — 859.
Phascologale (Sminthopsis) virginiae de Tarr. s. Collett unter Austral. R.
Ph. pcnicillata (Shaw), Ph. flampes Waterh., Ph. nUnutissima (Goidd) siehe
Collett ebenda. (Zool. Jahrb. II, p. 859—871).
Thomas, Oldfield, On the specimens of Phascologale in the Museo Civico,
Genoa, with notes on the allied species of the genus. — Annali Museo Civ.
Genova 1887. II. Serie. Vol. IV.
11 Arten von Ph. werden kurz beschrieben:
Phascologale pcnicillata Shaw, calura Gould, thorheekiana Seid., ivcdlacei Gr.,
doi'salis Pet. et Doria, doriae Thos., virginiae Tarragon, apicaUs Gray, cristicaudata
Krefft, longicaudata Schi., minutissima Gould. Eingeschlossen in die Gattg.
Ph. sind Äntechinus Macl., Myoictis Gray und Chaetocercus Krefft (Dasycercus
Peters), ausgeschlossen dagegen Sminthopsis Thos., und Antechinomys Krefft.
Monotrem ata.
Ornithdrhynchus pavad. in Gefangenschaft, s. Le Souef unter Biologie,
Gefangensch.
Owen, R., On Fossil Remains of Echidna Bamsayi. Part. II. Abstract. —
Proc. Royal Soc. London. Vol. XLII, p. 390.
90 Dr. Ernst Schaff: Bericht über die Leistungen etc.
Derselbe, Description of a newly exchided Young of the Omith. para-
doxus. Abstract. — Ibid. p. 391 .s. u.
Derselbe, Descr. of a newly excluded Young of the Ormthorhynchus
paradoxus. — Ann. Mag. Nat. Hist. Vol. XX. 5. Ser., p. 249.
Kurze Beschreibung der äusseren Verhältnisse, ohne anatoni. Untersuchung.
Keine Spur eines Nabels, der Honischnabel ist verloren, zwischen den offenen
Nasenlöchern ragt die fleischige kegelförmige Stütze des Hornschnabels heivor.
Schwanz kurz, kegelf. zugespitzt. Hintergliedm. weniger entwickelt als die
vorderen; erstere mit, letztere ohne Krallen.
Orn. parad. s. ferner Collett in Zool. Jahrb. II, p. 940.
Echidna hyst. und Omith. parad. s. Haacke unter Biologie, Fortpfl.
E. hyst., Anatomie, s. Chapman unter Anat. u. Phys.
E. aculeata (Shaw) s. Collett in Zool. Jahrb. II, p. 937 — 940.
Bericht
über
die Leistnngen in der Naturgeschiclite der Vögel
während des Jahres 1887.
Vou
Ant. ReichenoTv.
I. Geschichte, Litteratiir, Museologie, Taxidermie.
.1. A. Allen berichtet über Zuwachs der ornithologischen Samm-
lung des American Museum of Natural History of New York City;
Auk 4. p. 270 — 272.
American Ornithologist's Union: Bericht über die vierte Ver-
sammlung; Auk 4. p. 56 — 61.
Spencer Fullerton Baird (Todesanzeige); Auk 4. p. 358 — 359
mit Portrait, u. Ibis (5) 5. p. 480.
R. Blasius, F. Baron von Theresopolis. (Biographische Skizze);
Ornis 3. p. 158.
Derselbe und G. v. Hayek liefern den 3. Bericht über das
permanente internationale ornithologische Comite und ähnliche Ein-
richtungen in einzelnen Ländern; Ornis 3. p. 619 — 632.
W. Blasius, Lebensbeschreibungen Braunschweigischer Natur-
forscher und Naturfreunde, verstorbener ehemaliger Mitglieder des
Vereins für Naturwissenschaft zu Braunschweig. Braunschweig 1887.
H. B. Bower f; Ibis (5) 5. p. 479 — 480.
K. W. V. Dalla-Torre berichtet über interessante Vogelbilder
im Schlosse Tratzberg im Unter-Innthale ; Mitth. Orn. Ver. Wien 11.
p. 116 — 117.
A. Ernst, Catälogo de las Aves on el Museo Nacional de Caracas;
Revista cientifica de la Universidad Central de Venezuela 1. p. 25 — 44.
A. H. Evans referirt über die ornithologische Litteratur des
Jahres 1886, Zoological Rccord for 1886. Red. F. E. Beddard, London.
G. A. Fischer f; Ibis (5) 5. p. 128.
O^ Aiit. Reichenow: Bericht über die Leistungen
R. Gray f; Ibis (5) :>. p. 2(50.
B. Gröndal bespricht isländische Vogelnamen; Ornis .3. p. 587
bis 618.
J. V. Haast f; Ibis (5) 5. p. 480 [s. auch G. v. Hayekj.
A. Haly, First Report on the Collection of Birds in the Colombo
Museum, Compiled by Order of the Sub-Committee.
G. V. Hayek, Jean Frangois Lescuyer (Nekrolog); Ornis 8.
p. 566 — 568.
Derselbe, Julius von Haast (Nekrolog); Ornis 8. p. 582 — 586.
L. V. Hey den, Die Ausstellung der Sammlungen Przewalski's
in St. Petersburg. Ornithologische Abtheilung; Zool. Gart. 28. p. 211
bis 213.
A. E. Knox, t; Ibis (5) 5. p. 126—128.
J. F. Lescuyer, s. G. v. Hayek.
F. Leverkühn führt eine grössere Anzahl von Varietäten der
Museen in Hannover und Kopenhagen und der Sammlung P. und
A. Wiebke in Hamburg auf nebst Notizen über die einzelnen Stücke;
Journ. Ornith. 85. p. 79 — 86.
Derselbe, Biographische Notizen über Adolf Mejer; Journ.
Ornith. 85. p. 189.
Derselbe, Welche Vögel nennt der Koran V; Zeitschr. Ges.
Ornith. 4. p. 413—424.
L. V. Lorenz, s. A. v. Pelzeln.
A. F. Graf Marschall f (Nekrolog von A. v. Pelzeln); Mitth.
Orn. Ver. Wien 11. p. 165.
A. Mejer f, s. P. Leverkühn.
A. B. j\Ieyer, lieber die Bedeutung des Namens Scolopax rochif.s-
xeni; Ibis (5) 5. p. 471.
A. G. More, Science and Art Museum, Dublin. Guide to the
Natural History department. — Series 1. Vertebrate Animals (Recent).
Pt. 1. Mammals and Birds. 8^'. Dublin 1887.
H. W. Oakley, s. R. Trimen.
A. V. Pelzeln und L. v. Lorenz, Typen der ornithologischen
Sammlung des K. K. naturhistorischen Hofmuseums. 2. und 8. Th.;
Ann. Hofmus. Wien 2. p. 191—216, 339 — 852.
A. V. Pelzeln, s. A. F. Marschall.
F. P. L. Pollen, s. H. v. Rosenberg.
A. Reichenow bespricht die Fortschritte in der Ornithologie in
zoogeographischer Hinsicht während des Jahres 1886; Zool. Jahrb. 2.
p. 941 — 954.
Derselbe, Handwörterbuch der Zoologie, Anthropologie und
Ethnologie (Trewendt, Breslau). Lief. 20 — 22.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 93
R. Ridgway, Catalogue of the Aquatic and Fish-eating Birds
exhibited by the U. S. National Museum; Descript. Cat. Rep. Exhib.
U. S. p. 139—184.
H. V. Rosenberg, Dr. F. P. L. Pollen und seine Bedeutung für
die Wissenschaft; Mitth. Om. Ver. Wien 11. p. 171 — 17-2.
Derselbe, Fran^-ois P. L. Pollen. — In Memoriam; Ornis 2.
p. 618— G20.'
R. B. Sharpe, The Tweeddale Collection; Nature 37. p. 13— 14.
R. W. Shufeldt, Contributions to Science and Bibliographical
Resunie of the Writings of R. W. Shufeldt. 1881 — 1887. 8". 20 p.
New York (L. S. Foster) 1887.
F. V. Theresopolis, s. R. Blasius.
R. Trimen, Herbert William Oakley. (Biographische Skizze);
Ornis 3. p. 159 — 160.
J. G. Wood, Birds of the Bible. London 1887. 8". 250 p.
32 illustr.
II. Auatomie, Physiologie, Pterylographie, Palaeoiitologie.
E. Beraneck, Etüde sur les replis meduUaires du poulet; Rec.
Zool. Suisse 4. p. 305 — 364. T. 14.
Bertinet, Sur le vol des Oiseaux; Compt. Rend. 105. p. 1089
bis 1092.
Bignon, Sur les cellules aeriennes du cräne des Oiseaux; Compt.
Rend. Soc. Biol. (8.) 4. p. 36 — 37.
Bronn, s. H. Gadow.
A. Budge, Untersuchungen über die Entwicklung des Lymph-
systems beim Ilühnerembryo. Aus des Verf. hinterlassenen Papieren
von W. His; Arch. Anat. Phys. Anatom. Abth. 1887. p. 59 — 88.
T. 5—6.
W. B. Canfield, Vergleichende anatomische Studien über den
Accommodationsapparat des Vogelauges. M. 3 Taf.; Arch. mikrosk.
Anat. 28. p. 121 — 170.
A. Caruccio, Sur deux cas d'inclusion de parasites nemato'ides
dans des oeufs de poule; Journ. Micr. 1887, p. 407 — 412, 512 — 514.
M. Cazin, Recherches anatomiques, histologiques et embryo-
logiques sur l'appareil gastrique des Oiseaux; Ann. Sc. Nat. Zool. 7.
4. p. 177—323. T. 12—16.
Derselbe, Glandes gastriques a mucus et ä ferment chez les
Oiseaux; Compt. Rend. 104. p. 590—592.
Derselbe, Le developpement embryonnaire de Testomac des
Oiseaux; Bull. Soc. Philom. Paris (7.) 11. p. 99 — 102.
J. Chatin, Oeuf ä coquille plissee et a triple vitellus; Compt.
Rend. Soc. Biol. (8.) 4. p. 466.
94 An t. Reiche now: Bericht über die Leistungen
E. Coli es, The Mechanisme of the Flight of Birds: Science
Dec. 30, 1887.
C. Dareste, Determination des conditions physiologiques et
physiques de l'evolution normale de Tembryon de la poiüe; Compt.
Rend. Ass. Fr. Sc. 188G. p. 554—566.
H. Gadow, Bronn's Klassen und Ordnungen des Thierreichs.
6. Band. 4. Abth.: Vögel: Aves. Leipzig u. Heidelberg. Lief. 16 u. 17
(Rückenmark, Gehirn, Gehirnnerven behandelnd) erschienen.
A. Gruenhagen, Ueber den Einüuss des Sympathicus auf die
Vogelpupille; Arch. ges. Phys. 40. p. 65 — 67.
B. Haij, Jemförande Studier öfver Foglarnes Backen. M. 4 Tai
Lund 1887.'
W. A. Ha s well beschreibt eingehend die Entwicklung des Eies
von Dromaeus nocae Itolhuidide; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2.) 2.
p. 577—600, T. 8 — 15.
E. He ekel, Note sur un cas de monstruosite observe dans les
pattes du poulet; Journ. de l'Anat. Phys, 23. p. 320 — 323.
J. Jegorow, Ueber den Einfluss des Sympathicus auf die Vogel-
pupille; Arch. ges. Phys. 41. p. 326 — 348. T. 5.
N. Kastschenko, Das Schlundspaltengebiet des Hühnchens;
Arch. Anat. Phys. Anat. Th. p. 258—300. T. 17 — 19.
Korscheit zergliederte eine hahnfedrige Hausente. Es zeigte
sich eine starke Verkürzung und Verkümmerung des Eileiters und
das Ovarium von einer Beschaffenheit, welche die Production von
Eiern ausschloss; Stzb. Ges. naturf. Freunde No. 9. 1887.
F. Laulanie; Development and Significance of the Germinal
Epithelium in the Testicle of the Chick; Journ. Microsc. Soc. London
1887. p. 210. [S. Bericht 1886 p. 55].
F. Lescuyer, Regime alimentaire des oiseaux. Saint Dizier u.
Paris. 1887.
K. Th. Liebe, Ueber Würmer in Hühnereiern; Monatsschr. Ver.
z. Schutze Vogelw. 12. p. 111.
F. A. Lucas beschreibt die Osteologie von Nofhvra mdci/Jow;
Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 157 — 158.
J. Y. Mackay, The development of the Branchial Arterial Arches
in Birds, with special Reference to the Origin of the Subclavians
and Carotids; Proc. R. Soc. 42. p. 429—432.
L. Magnieu, Etüde des rapports entre les nerfs craniens et le
sympathique cephalique chez les Oiseaux; Compt. rend. Ac. Sc. Paris.
T. 104. p. 77 — 79.
F. P. Mall, Entwickelung der Branchialbogen und -Spalten des
Hühnchens; Arch. Anat. Phys. Anat. Th. 1887. p. 1—34. T. 1—3.
E. J. Marey, Le mecanisme du vol des oiseaux etudie par la
chronophotographie ; Compt. rend. 104. p. 210 — 215.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 95
Derselbe, Mouvements de Taile de l'oiseau representes suivant
les trois dimensions de l'espace; ebenda p. 323 — 330.
Derselbe, Figures en relief, representant les attitudes succes-
sives d'iin goeland pendant iine revolution de ses alles; ebenda
p. 817—819.
Derselbe, Figures en relief representant les attitudes succes-
sives d'un pigeon pendant le vol. Disposition de ces figures sur un
zootrope; ebenda p. 1669 — 1671.
Derselbe, La photochronographie appliquee au probleme dyna-
mique du vol des oiseaux; ebenda 105. p. 421 — 426.
Derselbe, De la mesure des forces qui agissent dans le vol de
Toiseau; ebenda p. 504 — 508.
Derselbe, Du travail mecanique depense par le goeland dans
le vol horizontal; ebenda p. 594 — 600.
Derselbe, Le mecanisme du vol des oiseaux eclaire par la
photochronographie; La Nature 30. p. 8 — 14.
Derselbe, Physiologie du vol des oiseaux; Revue Sc. (3.) 40.
p. 65—70.
E. Mehnert, Untersuchungen ül)er die Entwicklung des Os pubis
der Vögel; Morph. Jahrb. 13. p. 259— 295.
M. V. Menzbier erörtert die Osteologie der Pinguine in Be-
ziehung zur Haupteintheilung der Vögel und gelangt zu dem Schluss,
dass dieselben eine besondere Gruppe (Et/podo/-/t/flit\^) darstellen,
gieichwerthig den Ratitae und Carinafae; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou
1887. No. 2. p. 483 u. f.
A. B. Meyer, Notiz über in Ostsee -Bernstein eingeschlossene
Vogelfedern; Schrift. Naturf. Ges. Danzig N. F. 6. p. 206 — 208.
W. V. Nathusius, Die Kalkkörperchen der Eischalen-Ueberzüge
und ihre Beziehungen zu den Harting'schen Calcosphäriten ; Zool. Anz.
10. p. 292—296, 311—316.
J. S. Newberry, The FHght of Birds ; Science 10. p. 299 — 300.
W. R. Parker, On the Morphology of Birds; Proc. R. Soc. 42.
p. 52 — 58 u. Nature 35. p. 331—333.
A. M. Paterson, On the Fate of the Muscle-Plate and the
Development of the Spinal Nerves and Limb Plexuses in Birds and
Mammals; Quart. Journ. Microsc. Soc. 28. p. 109 - 129. T. 7 u. 8.
Derselbe, Some monstrosities in a Dorking Fowl; Journ. Anat.
Phys. 21. p. 180—184. T. 6.
G. Postma, Bijdrage tot de Kennis van den bouw van het
Darmkanal der Vogels. Leiden 1887. 8«. 132 p.
W. Richter, Ueber zwei Augen am Rücken eines Hühnchens
nebst Demonstration künstlich erzeugter Missbildung; Sitzungsb. Phys.
Med. Ges. Würzburg 1887. p. 74 — 77; Anat. Anz. 1887. No. 12.
p. 410.
Qß Ant. Reiclienow: Bericht über die Leistungen
H. G. Seeley beschreibt Fossilreste eines vogelälmlichen Wirbel-
thiers, ()r)iitho(le-wiy>i cvmcvJns, welches nni meisten den Dinosauriern
sich anschliesst; Quart. Journ. Geol. Soc. p. 206 — 211. T. 12.
II. Seebohni theilt Untersuchungen über die Zahl der Arm-
schwingen bei (lulUnae, (iral/ae und Limicohie mit. Rallklae haben
nie mehr als 9, Charadrildac nie weniger als 12 unverkürzte Arm-
schwingen. Für die (xallmae ist die verkürzte erste Armschwinge
bezeichnend; Ibis (5) 5. p. 28G — 289.
R. Semon, Die indifferente Anlage der Keimdrüsen beim Hühn-
chen und ihre Differenzierung zum Hoden; Jenaische Zeitschr. Naturw.
1887. p. 4G— 86. T. 5.
R. W. S hu fei dt beschreibt Brustbeine und Schädel verschiedener
Vogelarten; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 376 — 387.
Derselbe, über individuelle Abweichungen am Scelet verschiedener
Vögel; Auk 4. p. 265 — 268.
Derselbe, über den Dermo -Tensor Patagii Muskel; Auk 4.
p. 353—356. Mit Holzschnitt.
Derselbe beschreibt die Splanchnologie von Syuthlihorhampliu.^
(i/tfiqints und Brachi/rJiamphvi^ marmoratiifi, welche wesentliche Ver-
schiedenheiten aufweisen; Proc. Z. S. London p. 43 — 47.
Derselbe, A Critical Comparison of a series of Skulls of the
Wild and Domesticated Turkeys; Journ. Comp. Med. and Surg. Juli
1887. Art. 10.
Derselbe, A Review of the Muscles used in the Classification
of Birds; ebenda Oct. 1887, Art. 29.
Derselbe bespricht specifische Abweichungen am Vogelskelet;
Science 9. p. 414 — 416.
Derselbe, Another Muscle in Birds of Taxonomicvalue; Science 9.
p. 623 — 624, 10. p. 57.
Derselbe, The Turkey-Skull ; Amer. Natur. 1887. p. 777.
F. II. Snow berichtet über eine fossile Vogel-Fussspur im Dakota-
Sandstein; Trans. Kansas Acad. Sc. Vol. 10.
L. Steineger, über den dermo-tensor patagii Shufeldt's; Science
10. p. 70.
A. Tichomirow, Zur Frage über den Hermaphroditismus bei
Vögeln. Moscau 1887. 4. 30 p. 3 T.
G. L. Toppan, A Contribution to our knowledge of Albinism;
Bull. Ridgw. Orn. Club 2. p. 61 — 77.
F. Torneux und G. Herrmann, Sur l'existenee d'un vestige
caudal de la moelle epiniere chez l'embryon de poulet; Compt. Rend.
Soc. Biol. (8.) 4. p. 190 — 191.
W. P. Trowbridge, A discovery by C. C. Trowbridge regarding
the purpose of emargination in the primary wing-feathers of certain
Birds; Trans. N. Y. Acad. Sc. 7. 1887. p. 19—21.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 97
N. Uskow, Die Blutgefässkeime und deren Entwickelung bei
einem Hühnerembryo; Mem. Acad. Petersb, (7.) o5. 45 p. 2 Taf.
S. Weetraan, Notes on some Moa Remains foimd at the Great
Barrier Island during February 188G; Trans. N. Z. Inst. 1886. p. 193
u. 194. T. 22.
0. Winge, Fugle fra Knoglehuler i Brasilien. (E Museo Lundii)
Kjobenhavn 1887. 4. 53 p. 1 Taf. — Bespricht Reste von 126 Arten
aus den Knochenhöhlen Brasiliens, die jetzt lebenden Formen an-
gehören mit Ausnahme von Chencdopex pyyH n. sp.
R. S. Wray, Notiz über Andeutung der Endphalangen des dritten
Fingers beim Strausse; Proc. Z. S. London p. 283 — 284. Mit Holz-
schnitt.
Derselbe beschreibt die Structur der Vogelfeder; Ibis (5) 5.
p. 420—423. T. 12.
Derselbe hat neue Untersuchungen über die Morphologie der
Flügel angestellt, welche die S und evall' sehe Arbeit über diesen
Gegenstand ergänzen; Proc. Z. S. London p. 343 — 357. T. 29 — 32
und Holzschnitte.
III. Geograpliische Yerbreitung, Zug-, Faunistik.
Allffemeines.
J. F. Green, Ocean Birds. With a preface by A. G. Guillemard
and a treatise on skinning Birds by F. H. H. Guillemard. Illustrations
by F. E. Green. 4^. London, R. H. Porter 1887. — Beobachtungen
über Seevögel im Atlantik und Indischen Ocean.
G. Hartlaub, W. Marshall u. A. Newton, s. A. Reicheno^v.
J. R. H. Mac Farlane theilt ornithologische Beobachtungen mit,
welche während einer Reise des englischen Kriegsschiffs ,,Constance"
(1883 — 1885) im westlichen Pacifik gesammelt wurden; Ibis (5) 5.
p. 201— 215.
A. Reichenow liefert zwei Karten, aufweichen die Verbreitung
der einzelnen Familien (c. 50) und wichtiger Gattungen (c. 100) dar-
gestellt sind, nebst Text. Hierbei kleinere Karte, die Regionen der
Thierverbreitung nach Wallace, mit Aenderung von Hartlaub und
Newton; W. Marshall, Atlas der Tierverbreitung. Berghaus, Phy-
sikalischer Atlas, Abth. (>. No. 54 u. 55, Tierverbr. No. 3 u. 4.
Sp. Swinburne, Notes on Birds observed on various voyages
between England and the Cape of Good Hope; Proc. R. Phys. Sog.
Edinb. VoL 9. p. 193—201.
H. B. Trist ram versucht aus der Verbreitung und Wanderung
der Vögel den Ursprung des gesammten Vogellebens im Polargebiet
nachzuweisen. Es werden drei Strassen angenommen, auf welchen
die \'erbreitung vom Pol aus nach dem Süden strahlenförmig gedacht
Arch. f. Natuigesch. Jahrg. 18S8. I'.d. IJ. H. 1. 7
98 Ant. Reichen ow: Bericht über die Leistungen
ist, durch West-Europa, Ost-Asien und Ost-Amerilva. Die zahlreichen
in der Verbreitung beschränkten Tropenformen werden als Ausläufer
betrachtet, deren bezügliche Vorfahren auf nur einer der genannten
Wanderstrassen sich ausgebreitet; Ibis (5) 5. p. '2liG — •24-2.
Oestliehe f/emässif/te liegion.
Europa: .1. Vi an beschreibt die Dunenjungen der Schwimmvögel
Europas; Bull. Soc. ZooL France 12. p. 368—451 [Vergl. Bericht 1886.
p. 61].
Deutschland: R. Blasius bespricht die Vogelwelt der Stadt
Braunschweig und ihrer Umgebung (216 Arten); Ver. Naturw. Braun-
schweig 5. (1886 — 87) p. 59 — 116.
Derselbe berichtet über Vorkommen von ISuntla nisoria in
Deutschland im Winter 188(1; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 30, 120.
Derselbe berichtet über Brüten von PiirrlwJa evropaea bei
Braunschweig; ebenda p. 30.
R. Blasius, A. Reichenow, v. Berg, Deditius, Leverkühn,
Matschie, A. B. Meyer, Rohweder, Schalow, Wacke, Walter
und Ziemer, 10. Jahresbericht (1885), des Ausschusses für Beob-
achtungsstationen der Vögel Deutschlands; Journ. Ornith. 35. p. 337
bis 615.
G. Clodius, Ornithologische Mittheilung; Arch. Ver. Fr. Nat.
Mecklenburg 40. p. 136.
F. Förster berichtet über Vorkommen von Emheriza via in den
Rheingegenden; Journ. Ornith. 35. p. 311 — 313.
F. Grässner, über Nisten von MouHcola sa.nitili.s in der Pfalz;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 280 — 281.
E. Hartert bespricht auf Grund eigener Beobachtungen und
unter Benutzung der einschlägigen Litteratur die in der Provinz
Preussen vorkommenden Arten. [274 konnte V^erf. feststellen] ; Mitth.
Orn. Ver. Wien 11. p. 111— 115, 130 — 131, 145 — 146, 161 — 164,
173— ISI.
Derselbe führt 170 Arten aus der Umgegend von Wesel am
Niederrhein auf; Journ. Ornith. 35. p. 248 — 270.
F. Helm, Die Brutvögel von Arnoldsgrün und Umgegend;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 142 — 148, 193—198.
Derselbe fand Nycfale feiuimaimi bei Arnoldsgrün brütend;
ebenda p. 231, 251—252.
F. Helm s. A. B. Meyer.
L. Holtz theilt mit, dass in Bredentin b. Güstrow (Mecklenburg)
im August 1871 od. 72 das Nest einer Parv.s pcndulinu.^ gefunden
worden sei. Der Fall wird von Dr. H. Seidel in Braunschweig ver-
bürgt; jedoch nicht durch Aufweisen des Nestes unzweifelhaft be-
wiesen; Journ. Ornith. 35. p. 270 — 274.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 99
M. Jablonski erlegte Bi(feo taclianlvs bei Brätz in der Mark;
Journ. Ornith. 35. p. 93.
K. Knauthe, über Ankunft der Zugvögel zu Schlaupitz a. Zobten
von 1886 u. 1887; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogehv. 12. p. 281
bis 286.
R. König- Warthausen liefert einen Bericht über die Beob-
achtungen in Württemberg während 1886; Jahresh. Ver. vat. Naturk.
Württemberg 1887. p. 229 — 278.
K. Krezschmar theilt Beobachtungen über den Vogelzug aus der
Umgegend von Sprottau mit; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12.
p. 227—228, 275 — 278.
P. Leverkühn fand Tunha pilaris in Holstein nistend; Zool.
Gart. 28. p. 146.
Derselbe liefert in einem „ornithologischen Nachlass Adolf
Mejer's" einen Nachtrag zu der von letzterem veröftentlichten Liste
der bei Gronau in Hannover vorkommenden Vögel (Journ. Ornith.
1883. p. 368 ff.). Das Verzeichniss wird damit um 18 Arten ver-
mehrt; Journ. Ornith. 35. p. 189 — 213.
W. Marshall, Deutschlands Vogelwelt im Wechsel der Zeiten.
Vortrag, gehalten in der Jahresversammlung des deutschen Vereins
zum Schutze der Vogelwelt am 5. Juni 1886 zu Eisleben. 8''. Ham-
burg 1887.
Derselbe, Deutschlands Vogelwelt im Wechsel der Zeiten (Ham-
burg, Richter 1887). (Samml. genieinverst. wiss. Vortr. von Virchow
u. iloltzendorö". Heft 16).
P. Matsch ie Hefert eine Karte der Verbreitung von Cormts corone,
Corcufi coniix und Corvns fritc/t/egns in Deutschland; Journ. Ornith.
35. p. 617—648. Taf. 3.
A.B.Meyer u. F.Helm, 2. Jahresbericht (1886) der ornitho-
logischen Beobachtungsstationen im Königreich Sachsen; Zeitschr.
Ges. Ornith. 4. p. 195 — 412. Mit Karte.
Dieselben, Liste der im Dresdener Museum sich befindenden,
im Königreich Sachsen erlegten Vögel; Königl. Zool. Mus. Dresden.
Gircular 6.
W. Müller führt 198 Arten als Bewohner des Grossherzogthums
Hessen auf, darunter 130 PIrutvögel; Journ. Ornith, 35. p. 86 — 91,
162—185.
Pietsch, Ornithologische Beobachtungen in der Umgegend von
Torgau; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 265 — 275.
F. Pocci veröffentlicht ein Verzeichniss der in 63 Oberförstereien
von Elsass-Lothringen vorkommenden Raubvögel. Der Seeadler wird
darin Vultur alhicilla genannt; Archibuteo /at/opif.^ und Fa/ro uemlon
sind als Brutvögel in verschiedenen Revieren, letzterer in einem sogar
als häufigerer Brutvogel aufgeführt. Man kann daraus entnehmen,
welchen Werth diese Notizen haben, insonderheit auch die Angabe des
7*
100 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen
Brütens von Sl/-ix vhihi und Falco veftportimis; Mitth. Orn. Ver. Wien 1 1 .
p. 93.
H. SchaloAv berichtet über mehrfaches Vorkommen der !Stri.c
nisoria in Deutschland; Journ. Ornith. 35. p. 221.
G. Schneider führt 203 Arten auf, welche im Oberelsass, in
Oberbaden, in den schweizerischen Cantonen Basel-Stadt und Basel-
Land, sowie in den an letzteres angi-enzenden Theilen der Cantone
Aargau, Solothurn und Bern vorkommen; Ornis 3. p. 509 — 558.
J. F. Soldat, Ornithologische Mittheilungen; Arch. Ver. Fr. Nat.
Mecklenburg 40. p. 100.
Spannaus berichtet über den jetzigen Bestand von Otis tetrax
in Thüringen; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 17 — 19.
V. V. Tschusi, über Brüten von (lallinago gaUimihi in Bayern;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 198 — -199.
Fr. V. Ulm-Ermbach theilt Daten der Ankunft einiger Zug-
vögel bei Erbach (Württemberg) mit; Mitth. Orn. Ver. Wien 11.
p. 23, 88 u. Monatsschr. Ver. Schutze Vogelw. 12. p. 55, 207.
A.Walter über Brüten von Rec/uhfft ignicajjiUvs .in der Mark
und der Provinz Hessen und über den Standort des Nestes; Journ.
Ornith. 35. p. 98 — 99.
E. Ziemer berichtet über Caiyodacus erijthrinvH in Pommern;
Ornis 3. p. 559 — 505.
Oesterreich- Ungarn: K. Bartuska berichtet über Erscheinen
von Berriiclit fonfiuifd in Süd-Böhmen; Mitth. Orn. Ver. Wien 11.
p. 73.
W. Capek beobachtete das Brüten von Emberiza hortuJanu in
Mähren; ebenda p. 141 — 142.
St. Chernel von Chernelhaza bespricht eine Anzahl Arten
des Weissenburger Com., Ungarn; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. lOG
bis 107.
Derselbe, über Xema minvtum am Velenczeer See in Ungarn
erlegt; Zeitschr. Ges. Ornith. 4. p. 435 — 437.
Derselbe berichtet über Bernida forquafa bei Neuhäusel in
Ungarn; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 55.
Derselbe beobachtete Phahiropus hyperhorevft am V'elenczeer
See in Ungarn im Sommer und fand (küamodyia mehwapocion da-
selbst brütend; Zeitschr. Ges. Orn. 4. p. 188 — 192.
J. V. Csato, über Lock Stella /?/.srm/o/<Aw in Siebenbürgen; Mitth.
Orn. Ver. Wien 11. p. 105— lOG.
K. V. Dalla-Torre, s. V. v. Tschusi.
R. Eder führt die in Neustadt bei Friedland in Böhmen vor-
kommenden Arten auf; Mittli. Orn. Ver. AVien 11. p. 90^ — 92, 107
bis 110, 128 — 130.
Geyer, über Brüten von Ttirdus pilaris im Böhmerwald; Mitth.
Orn. Ver, Wien 11. p. 42.
in der Natui'geschichte der Vögel während des Jahres 1887. 101
A. Haupt vo gel, Ornithologische Beobachtungen aus dem Aus-
siger Jagd- und Vogelschutz -Verein. 1886. IL Theil; Mitth. Orn.
V^er. Wien 11. p. 45.
H. V. Kadich schildert das Vogelleben der Herzegowina. Auf
Grund zweijähriger Beobachtungen führt Verf. "252 Arten auf, darunter
Nimetu.s boneil i'i als Brutvogel, Buteo ferox, Budytes mclanocephalus,
Turtiir risoriuH, Grus virgo, Passer italiae, Athene meridionalis. Auch
Gypaett(s meridionalis wird erwähnt. [Diese Angabe dürfte auf Irr-
thum beruhen. Ref.]; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 6 — U, 23— 25,
89—41, 01-63, 71—72, 85 — 86, 102 — 105, 121 — 123, 139—140,
154—157.
Derselbe theilt einige Beobachtungen über den Frühjahrszug
1887 mit; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 56.
R. 0. Karlsberger, Beobachtungen über den Herbstzug der
Schwalben bei Linz a. D.; ebenda p. 171.
Derselbe, Ornithologisches aus Oberösterreich. Winterbcob-
achtungen 1886 — 87; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 221
bis 227.
G. Kolombatovic berichtet über Erscheinen von Alca torda
in den dalmatinischen Gewässern im December 1886; Mitth. Orn.
Ver. Wien 11. p. 51.
A. Kotz berichtet über Brüten von Turdus pilarif< im Böhmer
Walde; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 17—20, 134. — Siehe auch
V. Tschusi, ebenda p. 149.
E. Krezschmar fand Atliene jxtsserina in Niederschlesien und
vermuthet, dass die Art dort brüte; Monatsschr. z. Schutze Vogelw.
12. p. 287—288.
Nach L. Lazarini wurde ein Buteo desertornm am 21. November
bei Innsbruck erlegt; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 74.
A. Marschall setzt seine Vergleiche der österreichisch-ungarischen
Ornis mit derjenigen anderer Länder fort. 1. Ost-Pyrenaeen ; Mitth.
Orn. Ver. Wien 11. p. 48 — 49. — 2. Portugal; ebenda p. 63 — 64,
78 — 79, 147. — 3. Lutschu-Inseln, ebenda p. 96. — 4. Orange-Frei-
staat; ebenda p. 160.
A. V. Mojsisovics schildert das Vogelleben der Österreichisch-
ungar. jMonarchie; Die österr.-ungar. Mon. in Wort u. Bild. Zoolog.
Uebersicht; Die Vogelwelt im Gebirge p. 265 — 271, Die Vögel des
Tieflandes p. 287 — 299, Karst- und Küsten-Fauna p. 310 — 313.
Derselbe bespricht einige seltenere Erscheinungen in der Vogel-
Fauna Oesterreich - Ungarns ; Mitth. Natur-vv. Vor. f. Steiermark 1886.
Yj. Pfannl fand Nucifraga canjocataetes bei Lilienfeld in Nieder-
österreich nistend; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 69—70, 83—85.
W. Schier bespricht die in Böhmen vorkommenden Zahn-
schnäbler; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 21—23, 42 — 44; Stelzvögel,
]()2 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Tauben u. Scharrvögel, ebenda p. 94—96, 310— 111, 133, 142—143,
158_160; Taiiclier, ebenda p. 172—173.
J. Seiinik führt die von ihm in Bosnien und der Herzegowina
beobachteten Arten auf; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 76 — 78, 143
bis 145, 182.
T. Talsky schüdert die Vogelwelt der Umgegend von Karlsbad
nach eigenen Beobachtungen und der Sammlung des Forstmeisters
W. Koch daselbst; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 1—4.
V. V. Tschusi liefert den 3. Jahresbericht, umfassend die während
des Jahres 1884 in Oesterreich -Ungarn angestellten Beobachtungen,
unter Mitwirkung von K. v. Dalla-Torre. Hervorgehoben sei, dass
Verfasser P/'roüJe-s alpinus Brehm, mit schmutzig weissem, stärker
geflecktem Unterkörper als constant von der nordischen unterschiedene
Form sondert und RtdicWa montana Brehm als Bewohner der Kar-
pathen und Alpen bezeichnet: Ornis 3. p. 1 — 156, 161 — 360.
Derselbe berichtet über Firlegen einer Emberiza an reo! a bei
Teschen in Schlesien; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 25 — 26.
Derselbe, Beiträge zur Geschichte der Ornithologie in Oester-
reich-Ungarn. 3. Schlesien; ebenda p. 46 — 48. [VergL Bericht 1886
S. 66].
Derselbe hält RiiticiUa cairü Gerbe (= R. montann Brehm)
für eine gute Art. Sie bewohnt die Hochalpen, wurde vom Verf. auch
einmal im Thale bei Salzburg brütend gefunden. Das von A. Müller
(Journ. Ornith. 1881. p. 203) als hennenfedriges Männchen erwähnte,
bei Oftenbach a. M. erlegte Stück bezieht sich auf diese Art; Journ.
Ornith. 35. p. 216 — 217.
V. V. Tschusi, s. A. Kotz.
,1. Warosch traf eine Schaar Oedicnemuft crepifanf< Ende No-
vember in Bosnien; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 166, 182.
St. V. Washington berichtet über Erscheinen von Tadorn«
cormifo und Loxia hifasa'afa in Steiermark; ebenda p. 182.
Schweiz: R. Blas ins berichtet über eine Brutkolonie von Cypsdits
melha auf dem Münster in Bern; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 31.
H. M. Wallis, Notiz über Nordgrenze der Verbreitung des Passer
italiae (Lugano im Tessin); Ibis (5) 5. p. 454 — 455.
S. B. Wilson theilt Beobachtungen über einige Alpenvögel mit,
insbesondere über lokale Verbreitung; Ibis (5) 5. p. 130 — 150.
Russland: Th. Lorenz, Beitrag zur Kcnntniss der Ornitho-
logischen Fauna an der Nordscite des Kaukasus. Moskau 1887. —
161 Arten behandelt. Neu beschrieben werden: Sfurnvs (■avcasin(s,
RuticiUa sevcrzowi, J'hi/Uop?u'i/.sfe Joronzi Sco. , Mecistura irbyi cau-
casica. Abgebildet: Carpodacu-s rvhin'lhis J'/iijl lose opus nitidus und
lorenzi, Tetrao mlokosyewiczi, Rufieiiht oe/wuros, Sturmts caucasievs.
M. Menzbier beschreibt Teirao m-ofialhix var. nralensifi vom
südlichen Ural; Ibis (5) 5. p. 302.
in der ^Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 103
E. V. Middendorff, Nachtrag zum 1. Ornithologischen Jahres-
bericht (1885) aus dem Gouvernement Livland (Russland); Ornis 3.
p. 501—508.
P. S. Nazarow, charakterisirt die Kirgisensteppen in geologischer
Beziehung. Verf. unterscheidet 5 Regionen: Die R. der ununter-
brochenen Wälder, der Inselwälder, der Grassteppen, der Artemisien-
Steppen, der Salzwüste, und giebt tabellarisch eine Aufzählung der
im Gebiet vorkommenden Vögel mit Bezug auf deren \"erbreitung in
vorgenannten Regionen. Verf. glaubt, dass diese Fauna die Reste
der einstigen Glazialfauna darstellte und nimmt an, dass in der Post-
glazialzeit hier ein Verbreitungscentrum des Thierlebens gewesen sei.
Mit einer die obigen Regionen veranschaulichenden Karte; Bull. Soc.
Imp. Nat. Moscou Tome 62. Annee 1886. 2. Partie (1887). p. 338
bis 382, T. 2.
J. Palmen berichtet über Vorkommen von Thahifsiflroma leucor-
r/tou Vieill. in Finnland; Journ. Ornith. 35. p. 91).
G. Rad de liefert einen dritten Nachtrag zu seiner Ornis cau-
casica, enthaltend eigene Beobachtungen und solche des Dr. Walter;
Ornis 3. p. 457 — 500. Mit einer Uebersichtskarte des Gebiets.
L. Taczanowski bespricht einige Arten von Lagodechi (zwischen
Tifiis und dem Kaspischen Meer) und von Lenkoran. Für die kau-
kasische P'auna bisher nicht festgestellt und derselben einzufügen
sind: Syleüi orphaea, Bxflyfes taiaa/u/s Swinh., Budytes fJavu-s hcemn
Sykes, Säfa krüperi, Petrotria hracliydacfyla Hempr. Ehr. u. (iaierida
crisfafa raucmica n. subsp. Anstatt I'i.cus leiiconotns ist Picus ll.lfordi
aufzuführen; Bull. Soc. Zool. France 12. p. 618 — 626.
Dänemark (Island): B. Gröndal liefert einen Bericht über die
während des Jahres 18<S6 auf Island angestellten Beobachtungen;
Ornis 2. p. 601—614.
P. Nielsen liefert einige Beobachtungen von Island; Ornis 3.
p. 157.
H. Slater weist ClarKjtda qlain-lon auf Island nach; Zoologist
(3.) 11. p. 422.
U. V. Troil giebt einige Notizen über die Fauna von Island;
ebenda p. 254 — 257.
0. Winge liefert den 3. Bericht über ornithologische Beob-
achtungen in Dänemark 1885; Ornis 2. p. 551- — 600.
Scandinavien: R. Collett erwähnt des Vorkommens von Tnrdus
(itriyidarix am 3. Dec. 188(i, PciKfor rosens 30. Septbr. 1885, C/iema
sobinii 1. Oct. \>^>^{\ und Ardeu piD-purea 1. Juni 1886 bei Christiania;
Vidensk. Forhandl. Christiania 1887. No. 8.
J. G. H. Kinberg, s, C. J. Sundevall.
C. J. Sundevall u. J. G. H. Kinberg, Svenska Foglarna. Stock-
holm. — Heft 36—40. p. 1165—1570. Schluss des Werkes er-
schienen.
104 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen
England: 0. V. Aplin und A. H. Macpherson liefern Notizen
von Oxfordshire aus dem Jahre 188r;; Zoologist (8.) 11. p. 283 — 288.
Ch. l^abington, Catalogiic of the Birds of Suffolk: with an
Introduction and Remarks on their Distribution. London, Van
Voorst, 1886.
W. Becher berichtet über ('irct(f< rwereuK in Notts; Zoologist
(8.) 11. p. 20 — 27.
II. Benson, Emberiza cirhix bei Godalming nistend; ebenda
p. 303— 804.
E. T. Booth, Rough Notes on the Birds observed during 25 years
shooting and collecting in the British IsLands. 8. Vol. 116 p. London. Fol.
W. Borrer, Brüten von Fxliijula criKfata in Aberdeenshire;
Zoologist p. 427.
A. Chapman berichtet über Ijorin^ ininidus in Co. Durham;
ebenda p. 26.
R. W. Chase, Anthus campedrts bei Brighton; ebenda p. 432.
Derselbe, Tringa maculata bei Norfolk erlegt; ebenda p. 433.
P. E. Coombe berichtet über Otis fctrax in Sussex; ebenda p. 111.
G. B. Corbin, Perin>< api.oorus in Dorset; ebenda p. 350.
Th. Cornish, White's Thrush in the Scilly Islands; ebenda p. 114.
Derselbe, Numcnius horeaUH auf Scilly; ebenda p. 388.
J. H. Dixon, Gairloch in North-west Ross-shire: its Records,
Traditions, Inhabitants and Natural llistory, with a guide to Gairloch
and Loch Maree. 8". Edinburgh 1886. ■ — Kapitel 6 enthält eine
Liste der Vögel von Gairloch, 150 Arten, darunter Colymbus auritus
als Brutvogel.
11. M. Drummond Hay, Report on the Ornithology of the
East of Scotland. Additional Remarks; Scott. Nat. 3. p. 18 — ID.
W. Evans berichtet über Vorkommen von Scolopax major im
Mai bei Glasgow; Proc. Phys. Soc. Edinb. D. p. 184—186.
Derselbe, Brüten von Fk //';/// la (■/•i.sfafa in Aberdeenshire; Zoo-
logist (3.) 11. p. 465—466.
Derselbe berichtet über MotaetUa alba in East Lothian; Proc.
Phys. Soc. Edinb. 1). p. 186.
H. W. Feilden berichtigt eine Mittheilung über Vorkommen von
Sterna minnta auf den Faeroer- Inseln [vergl. Bericht 1886. p. 70]
dahin, dass der betreffende Vogel vielmehr eine junge HydrochoUdon
nigra sei, dagegen wurde eine St. minnta auf der Insel Nalsäe erlegt;
Zoologist (8.) 11. p. 78.
Derselbe schildert das Vogelleben auf den Klippen bei Dover;
ebenda p. 294 — 296.
Derselbe, Ltmosa Jappo/iica auf den Faeroer-Inseln; ebenda
p. 351.
W. Flemyng, über Erif/iacif-s tifü in Co, Waterford; ebenda
p. 196.
in der Naturge.schichte der Vögel während des Jahres 1887. 105
H. Gätke liefert den 3. Bericht, umfassend seine Beobachtungen
des Vogelzuges auf Helgoland während des Jahres 1886; Ornis 3.
p. 304 — 447.
J. Gatcombe, Notizen von Devon und Cornwall; Zoologist (3.)
11. p. 375 — 379.
T. E. Gunn liefert Notizen von Norfolk und Suffolk; ebenda
p. 415—421.
J. H. Gurney jun. giebt Notizen über die Vogelfauna von Nord-
Norfolk; ebenda p. 140 — 142.
Derselbe berichtet über Vorkommen von Sterna cnspia in Eng-
land; ebenda p. 457— 458.
J. H. Gurney jun. and T. Southwell, Fauna and Flora of
Norfolk. Birds; Trans. Norf. and Norwich Soc. 4. Pt. 3. p. 397^432.
G. W. Harcourt, Notizen von Üxfordshire; Zoologist (3.) 11.
p. 301—302.
R. P. Harpcr, Pufßnus anglomni und Laras f/laucus bei Scar-
borough; ebenda p. 467.
J. A. Harvie-Brov^n, Priest Island and its Bird Life; Trans.
Norw. Soc. 4. Pt. 3. p. 310—315.
Derselbe, The Isle of May: its Faunal Position and Bird Life;
Proc. Phys. Soc. Edinb. 1886— 87. p. 303 — 325.
J. A. Harvie-Brown and T. E. Buckley, A Vertebrate Fauna
of Sutherland, Caithness and West Cromarty. Edinburgh 1887. 8.
344 p. 11 pl.
J. A. Harvie-Brown, J. Cordcaux, R. M. Barrington, A. G.
More and W. P^agle Clark e, Report on the Migration of Birds in
the Spring and Autumn of 1886. Eight Report. 8"\ M, Farlane and
Erskine, Edinburgh 1887.
A. Hooton theilt mit, dass (hd-HorinK imhclllnux am 2. October
bei Borth, Cardiganshire, erlegt wurde; Zoologist (3.) 11. p. 269.
Lilford, Coloured Figures of the Birds of the British Islands
Pt. 4 u. 5.
Derselbe, Fratercu la ard im in London gefangen ; Zoologist (3 .)
11. p. 263.
Derselbe, Notizen von Northamptonshire; ebenda p. 249 — 254,
452 — 457; .lourn. Northampt. Soc. 3. p. 225 — 234, 265 — 275; 4.
p. 191—201.
J. E. Littleboy, Notes on Birds observed in Hertfordshire during
the year 1886; Trans. Hertf. Soc. 1887. p. 161—168.
A. H. Macpherson, The Birds of Skye, with special reference
to the parish of Duirinish. P. I. 1886; Proc. R. Phys. Soc. Edinb. 9.
p. 118—143.
Derselbe, The alleged existence of Ptarmigan in Cumberland;
Zoologist (3.) IL p. 153. [s. auch H. T. Frere, ebenda].
■[0(5 Ant. Reiche 110 w: Bericht, über die Leistungen
Derselbe über Emhcrizit ryiehinorep/ui/n in Schottland; ebenda
p. 193.
Derselbe über einige Arten auf St. Kilda; Ibis (5) 5. p. 470.
H. A. Macpherson and W. Duckworth, Zoological Record for
Cumberland; Trans. Cumberl. AVestmorl. Ass. 12. p. 29 — 43.
H. W. Marsden, über Sft'/'/ta niqra bei Gloucester; Zoologist
(3.) n. p. -299.
Derselbe, tStorna mimiin bei Gloucester; ebenda p. 387.
Yj. C. Moor berichtet über Vorkommen eines Schneeammer im
Sommer in Schottland; ebenda p. 'l'f<.
T. H. Nelson über den Herbstzug der Vögel bei Teesmouth;
Zoologist (3.) 11. p. 270.
A. Newton erörtert einen von Gould (Birds of Europe) erwähnten
Fall des Vorkommens von Lhihi-cria columhina in Yorkshire, Eng-
land; Proc. Z. S. London p. h(Vl.
F. Nicholson, Notes on the Ornithology of the Manchester
District. Publishcd for the Meeting of the British Association at
Manchester 1887.
E. C. Phillips, Notizen von Breconshire; Zoologist (o) 11. p. 298.
G. T. Phillips, Linota rf/fe-sn'na und Coccofhrmisfes vulgaris in
Berkshire nistend; ebenda p. 466.
J. Pickin, Ardm. purpvrea in Lancashire; ebenda p. 432.
G. Pow berichtet über (Hocorys alpcxfris in Fast Lothian; Proc.
Phys. Soc. Edinb. 9. p. 183—184.
H. Saunders, A List of British Birds, re\dsed to April 1887.
London. — [Die Nomenklatur schliesst sich im ganzen der in der
Liste der Brit. Orn. LTnion angewendeten an, für Limosa negocepJuda
wird L. helgica (Gm.) gebraucht, ersteren Namen hält Verf. für synonym
mit L. lapponica].
Derselbe berichtet über ein auf Breydon Water bei Great Yar-
mouth erlegtes Exemplar von Lanis melanoa'p/iali/s; Proc. Z. S. Lon-
don p. 2.
Derselbe berichtet über Vorkommen von Cosmoncttn hütrionica
am 2. December 1886 bei den Farne-Inseln (Northumbcrland); ebenda
p. 319.
Derselbe berichtet über Sa,cicola mibe/ li na in England (am
11. Nov. in Cumberland erlegt); ebenda p. 579.
H. Schalow bespricht 38 Arten von der Insel Jona (Hebriden);
Journ. Ornith. 35. p. 186 — 188.
H. Seebohm berichtet über Brüten von Tdrao mutuii, Phahi-
fopi/.s hi/jMrboreus, Nvmenivs phaeopm; Tofan/ffi f/loft/'s, Stercorarius
C(tiarr}iartei< und rieluu'dxoni, ('olymlniK areficus und Fiilmanis r/lacialifi
in Schottland; Zoologist (3) 11. p. 21 — 23.
R. Service, On the former existence of Ptarmigan in South-
hl der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 107
West Scotland; Zoologist (3.) 11. p. 81 — SD [s. auch H. A. Macplicrson,
ebenda p. 194J.
Derselbe, über Brüten von Ftdigula cri><t.ata in Kirkend-
brightshire; eloenda p. 342- — 344.
A. C. Smith, The Birds of Wiltshirc. Comprising all the perio-
dical and occasional visitants, as well as thoso which are indigenous
to the county. London & Devizes. 1887. 8. 588 p.
G. Smith berichtet über Laru-^ vte/afWcej)/ial/'-s an der Norfolk-
Küste; Zoologist (3) 11. p. 69.
L. Stejneger beschreibt Panin palu.sfn's d reisen' n. snbsp. von
England; ebenda p. 379 — 381.
F. V. Theobald, über Plidlarnpus loluifiis nnd fHlicariv.s, Cirais
cinereus und ProceUaria (ilacialis bei Hastings; Zoologist (3) 11. p. 28.
J. Tuck, über Co-wwtieffd Jii>^trwnlca an der Northumberland-
Küste; ebenda p. 70 [s. auch R. W. Chase, ebenda p. 19G].
R. J. Ussher, Urtmdor scptentrionalis in Co. Donegal brütend;
ebenda p. 27.
Derselbe, über Phalarojms hypcrhoreus in Irland; ebenda p. 75.
Derselbe, Brüten von Procellann leachü auf den Inseln von
Co. Kerry ; ebenda p. 349 — 350.
J.Vine, Linota fvfescens in Middlesex nistend; ebenda p. 428.
R. Warren liefert Notizen von Mayo und Sligo; ebenda p. 296
bis 298.
W. Wilson jun., Columha livia in Central-Aberdeenshire; Scott.
Nat. No. 18. p. 163—165.
Belgien: A. Dubois, Fauna des Vertebrcs de la Belgique. Serie
des Oiseaux. T. 1. Bruxelles 1887. 4«.
Derselbe berichtet über Beobachtungen in Belgien während des
Jahres 1886; Bull. Mus. Belg. 5. p. 99—158.
Frankreich: Martin zählt die in La Brenne (Arr. Du Blanc)
vorkommenden Arten auf nebst Notizen über Zug- und Brutzeit und
Lebensweise, 154 Brutvögel, 119 Durchzugvögel; Bull. Soc.Zool. France
12. p. 1—96.
L. Olphe-Galliard, Contributions ä la Faune Ornithologique
de FEurope Occidentale. Bordeaux u. Berlin. — Erschienen: Th. 2.
Mergidae, Th. 6 — 7. Anseridac u. Phoenicopteridae, Th. 16. Rallidae,
Th. 22. Caprimiilgidae, Micropodidac, Hin/ndinidac.
Italien: D. Carazzi erwähnt des Vorkommens von Falro
e/ennorae bei Spezia (1878) und Pfcrocicx alchata bei Leghorn (1863);
Boll. Soc. Naturalisti Napoh Ser. 1. (1) p. 50 — 52.
Derselbe, Appendice ai materiali per una Avifauna del Golfo
di Spezia e della Val di Magra. Spezia 1887. 8*^.
0. Ferragni, Supplemento all' avifauna Cremonese. Cremona
1886. 8". 11 p.
108 Ant. Reichenow: Bericht über die Leisümgeu
E. H. Giglioliu. A. Manzella, Iconografia delF Avifaima Italica,
ovvero tavole illiistranti le specio di uccelli che trovansi in Italia
con brevi descrizioni e note. Toscana 1887.
E. ArrigonidegliOddi, über CalUope camtschatkensis in Italien;
Bull. Soc. Ven. Trent. Sc. N. 4. p. 38 — 40.
P. Pavesi, über Bernichi hucoims in Italien; R. Istit. Lomb.
Soc. e Lett. Rendic. (2.) 19. p. 323 — 326.
T. Salvadori, Elenco degli uccelli italiani; Ann. Mus. Civ. Gcnova
(2.) Vol. 3. p. 1—302. Führt 428 Arten auf. Erklärung der Ety-
mologie der Namen.
Pyrenäische Halbinsel: J. Arevalo, Aves de Espana; Mem. Ac.
Madrid 11. p. 7—474.
J. Backhouse jr. führt 82 in den östlichen Pyreneen beobachtete
Arten auf; Ibis (5) 5. p. 66 — 74.
B. du Bocage beschreibt ('nihilaiula (hiponfi var. ha^itank'a n.
subsp. von Portugal; Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. 44, p. 3.
F. de Delas, Aves de Cataluna que hay en el museo de historia
natural de la Universidad de Barcelona; Ann. Soc. Esp. H. N. IG.
W. C. Tait liefert ein \'erzeichniss der Vögel Portugals mit be-
sonderer Beziehung auf dieienigen der Umgegend von Oporto; Ibis
(5) 5. p. 77— 9G, 182—201, 302 — 314, 372—400.
Kanaren: S. G. Reid schildert das Vogelleben von Teneriffa;
Ibis (5) 5. p. 424—435.
Mittelmeer -Inseln: H. E. Dresser beschreibt Pams ei/priofcs
n. sp. von Oypern; Proc. Z. S. London p. 503.
Lilford tlieilt Beobachtungsnotizen mit, welche während einer
Fahrt im mittelländischen Meer gesammelt wurden; Ibis (5) 5. p. 261
bis 283, abgebildet Falco punicus ^ T. 8.
Sibirisches Gebiet: H. v. Rosenberg, Die Vögel von Kamt-
schatka, Excerpt aus: The Cruiso of the Marchesa to Kamtschatka
and New Guinea by F. H. Guillemard. London 1886. [Liste der
beobachteten Arten]; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 132.
H. Seebohm, über sibirische Pyn'inda-kriQn\ Ibis (5) 5. p. 100
bis 103.
Südwest-Asien: E. Hargitt beschreibt (u'cinvs gon'i n. sp. von
Süd-Afganistan; Ibis (5) 5. p. 75.
L. Olphe-Galliard liefert eine franpcösische Uebersetzung von
N. A. Severtzoff's Fauna Turkestans (1873); Zeitschr. Ges. Ornith.
4. p. 1—141.
G. T. R. Rayment, Some Birds seen in a journey through Persia;
Journ. Bombay N. H. Soc. 1887. p. 99—103.'
J. Scully führt 110 Arten von Nord- Afganistan auf, gesammelt
von C. E. Yate; Journ. As. S. Bengal 56. pt. 2. p. 68.
N. A. Severtzoff, s. L. Olphe-Galliard.
C. E. Yate, s. J. Scully.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 109
Mandschurisches Gebiet: 11. Giglioli und T. Salvadori be-
sprechen 47 Arten von Korea, darunter Cygnus davidi; Proc. Z. S.
London p. 581—594. T. 52.
Heu de beschreibt flaliaetus nit/er n. sp. von Korea; Natura-
liste 9. p. 95.
M. Namiye, s, L. Stejneger.
H. Pryer, s. H. Seeb-ohm.
T. Salvadori, s. H. Giglioli.
H. Seebohm bespricht eine von H. Pryer auf den Liu-kiu-
Inseln gesammelte Vogel-Collection, darunter J yiuiipicuH kizvki niyres-
cens n. subsp. und Picun noi/ifc/iii n. sp. ; Ibis (5) 5. p. 173 — 182.
Derselbe bespricht die japanischen Pyrrhula-k.vien\ ebenda
p. 100— 103.
L. Stejneger liefert eine Uebersicht der japanischen Arten des
genus Tiirdus (T.jovyi n. sp.); Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 4 — 5.
Derselbe beschreibt die in der nordpalaearktischen (östlich ge-
mässigten; Region vorkommenden l * ij r rhul a - kvi&W] ebenda p. 103
bis 110.
Derselbe behandelt die in Japan vorkommenden Ibidue, Ci-
conndae und Ardeidae; ebenda p. 271 — 319.
Derselbe giebt eine Liste der von den Liukiu-Inseln bekannten
Arten [nach der Arbeit d. Verf. in: Proc. U. St. Nat. Mus. 1886.
p. 634—651]; Zeitschr. Ges. Ornith. 4. p. 166 — 176.
Derselbe liefert einen ferneren Beitrag zur Vogelfauna der
Liukiu-Inseln. Neu: PorzaKu phueopy(./a, Euryzona sepiariu und
Tuiiur Htimpsoni. Im ganzen sind jetzt 77 Arten von den Inseln
bekannt; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 391—415, Taf. 21 (Karte der
kleinen japanischen Inselgruppen zwischen der Hauptinsel und For-
mosa); Taf. 22. (Abbild, von Federn zu DendronesHa javanica).
Derselbe bespricht die Tauben der japanischen Inseln, darunter
Janthoenm mtem n. sp; ebenda p. 416 — 429. Taf. 22. (Abbild, von
Federn zu Treron, Tuiiur douraca fo/-qi/ati(s u Pviiii,^ hutndtH).
Derselbe bespricht eine von M. Namiye auf den Idzu-Inseln
(Japan) zusammengebrachte Vogelsammlung, darunter Purdus celaenops
n. sp.; ebenda p. 482 — 487.
Derselbe beschreibt die Certhiiden von Japan, C. f(()nHiai'i>i
und scundv/aea; ebenda p. 60(5 — 611.
Derselbe beschreibt eine neue Drossel von Japan (T. rhry.solaus);
Science 10. No. 238. p. 108.
Derselbe beschreibt Janthoenm jouyi n. sp. von den Liukiu-
Inseln; Amer. Nat. 1887. p. 583.
L. Taczanowski beschreibt eine von J. Kalinowski auf Korea
gesammelte Collection von 107 Arten, darunter besonders bemerk ens-
werth ParuH varius, Mecütura trivirgata, Mtcroscelis amaurotis, Galerita
cristata coreensis n. subsp. und Thripona.c kalinowskii n. sp.; Proc.
Z. S. London p. 596 — 611.
-[IQ Ant. Keicheiiow: Bericht über die Leistimgen
Mongolisches Gebiet: C. Deditius, s. N. M. Przewalski.
M. Menzbier beschreibt Tha rrludcux paUid ii>i imd Trochalopteron
'prjeccdskii aus der Mongolei; Ibis (5) 5. p. 299 — 300.
E. D. Morgan, s. N. M. Przewalski.
N. M. Przewalski beschreibt 9 neue Arten aus Centralasien:
Lcptojjoeeile elegaibs und ohncKra, Accenfor kosloiri, BuJi/fcf; leuco-
cephala, Lanws gkiantevs, Leiirosticfc rohorowskü, PyrgUaiida harbuta
und kunftKonsis, Otocoriit tele.^choiri; Uebersetzung von C. Deditius;
Journ. Ornith. 35. p. "274 — 285. Desgl. Uebersetzung in's Englische
von E. D. Morgan; Ibis (5) 5. p. 401—417.
Aethiopische ßef/ion.
G. E. Shelley giebt eine Uebersicht der afrikanischen Ploceinae,
darunter ]*lo('epasser propinqtiatus Oust. n. sp vom Somaliland und
Mah'mbt/^ ruhropersonatufi n. sp. von der Goldküste; Ibis (5) 5.
p. 1—47.
Nordost -Afrika: G. llartlaub beschreibt eine dritte von Emin
Bey in Lado gesanmielte Vogelcollection , darunter 4 neue Arten:
Penthohtea baiicis^ ISijniplede-^ ercmobnfs, Miraffia bi(coUra, S.itaqra
peheini; Zool. Jahrb! 2. p. 303 — 348.
Emin Bey, s. G. Hartlaub.
Ost-Afrika: R. Böhm, s. P. Matschie und H. Schalow.
G. A. Fischer, s. A. Reichenow.
P. Matschie liefert eine Uebersicht der letzten ornithologischen
Sammlungen Dr. R. Böhm's unter Berücksichtigung der Tagebücher
des Reisenden. Der erste Theil führt 95 in Karema, Boga Katani
und am Msima-Fluss gesammelte Arten auf, der zweite 143 von
Marungu (westlich des Tanganjika), der dritte giebt Ergänzungen zu
den ornithologischen Notizen III. (Journ. Ornith. 1885. p. 35 — 73),
insbesondere Bestimmungen der in denselben zweifelhaft gebliebenen
Arten; Journ. Ornith. 35. p. 135 — 159.
A. Reichenow bespricht die ornithologischen Sammlungen Dr.
G. A. Fisch er' s während dessen letzter Reise zum Victoria Njansa,
263 Arten, darunter 82 auf 'den früheren Reisen noch nicht ange-
troffene und unter diesen 22 neue Arten: Fnoirolinus ji!<chori, Pfcr-
niste.s i'iifopirtus, AguponüxpM-lieri und personatu, PoeocephaIuf< ximplex,
(Jenfropifs psclieri, I'ogon orhyin'liv.s masxaicKx^ Trachypli onus xuaheJicH.s,
Cypselus niansae, liradyonn'x niicrorhyurha, Laniarius cathemaymenu><^
Teh'phonvs minor, IlixfiiryopH nifieaiidd, l'loeovs fischeri, Penthetria
soror, Nigrda dorxcdix^ ('/■/f/tayra dorsoxfriata, ('/dorocichla centndis,
Aiyya nicntalix, Thamnolaea xubrKfipt'niiixy Uroh'xtes acquatorialix,
Po(/onor/tync/i//x xenex. In der Umgebung des Victoria -Sees fand
Fischer die specifisch westlichen Formen Maxophayu rossae, Coryfhaix
lioinystoni und l^xdtacux erdhacKx. Es wird durch diese, leider letzte
Forschungsreise des verdienstvollen Reisenden die wichtige Thatsache
festo-estellt , dass das westafrikanische Waldgebiet bis zum Victoria
in der Naturgeschichte der Vögel wählend des Jahres 1887. m
sich ausdehnt, im Norden des Sees die Landschaften Uganda und
Usoga, im Westen Karagwe einschliessend ; Journ. Ornith. 35. p. 38 — 78.
A. de Sousa führt 12 Arten von Mossambique (Cabo Delgado)
auf, darunter Cumpcthera caiUiavdi, Si/(/niO(iits tricolor u. FrimiiUdiid
cahcuiixi; Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa 45. p. 45 — 47.
Süd-Afrika: W. Ayres, s. J. H. Gurney.
A. W. Eriksson fand Laniarius atrocroceus Trimen am Matla-
bast-Fhiss, nördlich vom Zusammenfiuss von Marico und Limpopo;
Proc. Z. S. London pag. 396.
J. H. Gurney führt eine Anzahl von Arten auf, welche von
W. Ayres in Transvaal und Umzeilla's Land, nordöstlich von Trans-
vaal, gesammelt wurden; Ibis (5) 5. p. 47 — 64.
Derselbe bespricht eine von E. Symonds im Orange-Freistaat
gesammelte VogelcoUection, darin ein junger Chi'jf.^ococcijx cupreu.s
(Bodd.), welcher einem Sperlingsnest entnommen wurde ; Ibis (5) 5.
p. 324 — 336.
H. Seebohm giebt Notizen über einige Vögel Natals auf Grund
eigener Beobachtungen in diesem Lande. Verf. bestätigt die doppelte
Mauser der Schwingen bei den Charadrien, und den Totaniden.
Ilinindo ri/sf/ca, welche in Süd-Afrika nicht brütet, aber in Natal
überwintert, verlässt diese Winterherberge erst Anfang April. Verf.
nimmt an, dass diese Wanderer im hohen Norden brüten, da sie die
Winterquartiere erst zu einer Zeit verlassen, wenn die im mittleren
Europa brütenden bereits an ihren Brutplätzen eingetrotten sind. Verf.
glaubt darin einen BeAveis zu erblicken, dass die nordischen Zugvögel
am weitesten nach dem Süden wandern. Von Interesse ist, dass die
Mauser der Schw^alben im März in Afrika stattfindet und nicht im
September. \eri. sucht den Grund sehr treffend darin, dass der
Ursprung der [firundinidae in der südlichen Hemisphäre anzunehmen
sei; Ibis (5) 5. p. 336—351. — S. auch: E. A. Butler, IL W. Feilden
und S. G. Reid, ebenda p. 472—474.
E. Symonds", s. J. H. Gurney.
West-Afrika: J. V. Barboza du Bocage beschreibt Cinnyris
neivtoni n. sp. und Prinia moUeri n. sp. von St. 'J'home; Jörn. Sc.
Math. Phys. Nat. Lisboa No. 44. p. 250—251.
Derselbe führt 6 Arten von St. Thome auf, darunter Turfid-oena
mcdiierhü n. sp. und Columbu arqitafi-ix var. ; ebenda 46. p. 81 — 83.
Derselbe bespricht 6 von Sesinando Marques in Muatajamwo-
Land gesammelte Arten; ebenda p. 84 — S6.
F. Bohndorff, s. A. Reichenow.
A. Dubois beschreibt 0//ntbi.<! sforrnsi n. sp. vom Tanganjika;
Bull. Mus. Hist. Nat. Belgique p. 3 — 4, T. 2.
H. Johnston, s. G. E. Shelley.
A. Müller bespricht 76 Arten vom unteren Kongo, darunter 10
aus dem Gebiet noch nicht nachgewiesen: Zeitschr. Ges. Ornith. 4.
p. 425—434.
\12 Ant. Reiche 110 w: Bericht iiher die Leistungen
A. Reichenow beschreibt PitijUa Kiirfilaeinu, llabropyga tener-
rima, Plocoas (inomalvH und hohndorfß, ('innyris hoJmdorfß, Calu-
monur^fes cinereus, Eremomela inentalü und Stjif/e/la /-itfif/e/m vom
Kongo; Journ. Ornith. 35. p. 218 — 215.
Derselbe führt die von F. Bohndorff im Kongogebiet und
zwar bei Manyanga, Leopoldsville, den Stanley-Fällen, Kibongi, Kiva-
riva, Kassongo und Kibondo gesammelten Arten auf, darunter Cotile
congica n. sp., Dendropic/t.s tropicalis n. sp., TarJinns alhipedm n. sp.
und Lignohucco consobfimix n. sp. ; Journ. Ornith. 35. p. 299 — 309.
G. E. Shelley beschreibt eine von H. Johns ton in den Kamerun-
bergen gesammelte Collection, darunter vier neue Arten: J^oJiopicus
johmfoni, Psalidoprocne fviiginosa, Laniaritis atrofcwus und Ploceus
vtelanocfaster; Proc. Z. S. London p. 122. T. 13 u. 14.
Derselbe erhielt Sa/riop!io/-i/s siiperciliosns (Rchw.) von Kamerun;
Ibis (5) 5. p. 417 — 419.
J. A. de Sousa führt IG Arten von Dahomey auf; Jörn. Sc. Math.
Phys. Nat. Lisboa 44. p. 217 — 219.
Derselbe bespricht (55 Arten von Quissange (Benguella); ebenda
40. p. 89 — 104.
Derselbe beschreibt Chaetura anc]iiciae n. sp. u. CisticoUt dispar
n. sp. von Angola; ebenda 40. p. 105 — 100.
Derselbe führt 5 Arten, darunter Ceryle nidis, welcher noch
nicht nachgewiesen wurde, für die Prinzen-Insel auf, nebst Ueber-
sicht der von Do hm und Keulemans daselbst beobachteten Arten;
Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa 45.. p. 42 — 44.
yiadagassische Region.
L. Humblot hat auf AnJuan und Gross-Comoro eine Reihe von
Arten gesammelt, welclie aufgezählt sind in: Natural. 9. p. 27.
A. Lantz liefert einige Notizen über Vögel von Reunion; Bull.
Soc. Acclini. France (4.) 4. p. 057 — 059.
A. Milne Edwards und E. Oustalet besprechen eine von
Ilumblot auf Gross-Comoro zusammengebrachte Sammlung, darunter
Ihicliungd uira var. fiisvipemm n. var. Im Ganzen sind 33 Arten
nachgewiesen; Ann. Sc. Nat. Zool. (7.) p. 213 — 238.
A. Reichenow beschreibt Cinuiirix tnöbii n. sp. von Gross-
Comoro; Zool. Anz. 10. p. 370.
H. B. Tristram beschreibt Zosterops horantm n. sp. von Mada-
gaskar; Ibis (5) 5. p. 234 — 235.
Derselbe beschreibt Zosft'mps praefcrmissd n. sp. von Anjuan;
ebenda p. 370. T. 11.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. H3
Malayische Her/ion.
Vorder -Indien: R. Blasius, s. 0. Fiiisch.
J. Davidson, Birds-Nesting on the Ghäts; Journ. Bomb. N. H.
Soc. 1886. p. 175 — 183.
Derselbe, Notes on the Birds of West Khandesh; Ind. Ann. and
Mag. N. H. 1. p. 144.
0. Finsch bespricbt die Vogelarten der Insel Diego Garcia im
indischen Ocean. Hierzu Beschreibung der Eier von Ster//a fuliginosa
und A/toifs stoJichs von R. Blasius; Ornis 3. p. 361 — 393.
H. Littledale, The Birds of South Gujerat; Journ. Bombay N.
H. Soc. 1886. p. 194 — 200.
J. Macgregor, Notes supplementary to Major Butler's Catalogue
of Birds of the Deccan and South Mahratta Country; Stray Feath.
10. p. 435—442.
H. Nevill, Ornithological Notes (Ceylon); Taprobanian 2. p. 131
bis 132.
G. Reid, Addenda to the Birds of the Lucknow Civil Division;
Stray Feath 10. p. 444—453.
R. B. Sharpe berichtet über einige von dem Kriegsschiff ,,Flying-
Fish" auf dem Christmas-Island (Indisch. Ocean) gesammelte Arten:
Turdus erythropleut'us n. sp., CarpopJiaga whartoni n. sp., Ardea
jugularis^ Sula piscatrix, Fregafa aquila; Proc. Z. S. London p. 515
bis 516.
Swinhoe, List of Birds from Sind; Journ. Bombay N. H. Soc.
1887. p. 56 — 57.
J. H. Taylor, The Game Birds of Khorda, Orissa, India; Stray
Feath. 10. p. 526 — 531.
Hinter -Indien: J. Anderson führt die von ihm auf dem Mergui-
Archipel gesammelten Arten auf; Journ. Linn. Soc. (Zool.) 21. p. 136
bis 153.
L. Fea, s. T. Salvadori.
T. Salvadori bespricht eine von L. Fea in Ober-Birma zu-
sammengebrachte Vogelsammlung von 111 Arten, darunter Scops spilo-
cepJialus, Euplocomus horsßeldi und Spatula cJypeata, welche bisher
noch nicht für Birma nachgewiesen waren; Ann. Mus. Civ. St. Nat.
Genova (2 a) 4. p. 568—617.
Derselbe beschreibt Monda feae, Nütava oatesi, Perkrocotus
pidcherrwws und ruhroJimhatu^, Aceros leucostigma, gesammelt von
L. Fea in Tenasserim; Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova (2a) 5. p. 514
bis 516.
Derselbe bespricht 160 von L. Fea in Tenasserim gesammelte
Arten; Ann, Mus. Civ. Genova (2a) 5. p. 554 — 622.
Ärch. f. Naturgesch. JaUrg. 1888. Bd. II. H. 1. 8
114 Ant. Reiche now: Bericht über die Leistungen
F. W. Styan beschreibt eine von J. D. de la Touche in Süd-
China (Foochow) zusammengebrachte Vogelsammlimg ; Ibis (5) 5.
p. 215 — 234, 469 — 470. — S. auch J. H. Gurney, ebenda p. 362.
J. D. de la Touche, s. F. W. Styan.
Sunda- Inseln: J. Büttikofer, On a CoUection of Birds made
by Dr. C. Klaesi in the Highlands of Padang (W. Sumatra) during
the Winter 1884—85; Notes Leyden Mus. 9. p. 1—06. [Schon 1886
ausgegeben, s. Bericht 1886. p. 83].
F. H. Guillemard, s. H. v. Rosenberg.
C. Klaesi, s. J. Büttikofer.
H. V. Rosenberg liefert eine Liste der von F. H. Guillemard
auf Nord-Borneo gesammelten Arten. Auszug aus des Letzteren Werk:
Cruise of the Marchesa to Kamtschatka and New Guinea. London
1886; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 160 — 161.
T. Salvadori beschreibt IlemLvus sumatranus n. sp. von Sunmtra;
Ann. Mus. Civ. Genova (2 a) 5. p. 525.
R. B. Sharpe bespricht eine von J. White head auf dem Berge
Kina Balu in Nord-Borneo gesammelte Vogelcollection, darunter die
neuen Arten: Accipiter rufotihicdis, Onolus vulneratus, Graucalus
nonimni, Chlamydochaera n. g. j^jferyi, Hemichelidon cinereiceps,
Rhinomyias ruficrissa, Cryptolopha moritis, Stoparola cerviniventris,
Chloropsis -flavocincta, Chloropst's kinabaluensis , Hemixiis connectens
Staphidia everetti, Mixornis tnontana, Sfachyris horneensi's, Turdinus
canicapidhfs , HyJoterpe hypoxantha , Arachnofhera jidiae, Dicaeum
monticolvm; Ibis (5) 5. p. 435 — 454, T. 13 und 14.
Derselbe berichtet über eine zweite Vogelsammlung des Mr.
L. Wray von den Perak-Bergen (Malayische Halbinsel), darunter die
neuen Arten: Aiiamides lamfensis, Trochalopterum peninsidae, Po-
matorhinus torayi, CorythocichJa Jencosticta^ AJcippe peraccnsis, MinJa
soror, Aethojjyga un-ayi; Proc. Z. S. London p. 431 — 443. T. 37 — 38.
Derselbe beschreibt Calyptomena whiteheudi n. sp. von Nord-
Borneo; Proc. Z. S. London p. 558.
J. F. Snelleman, Bijdragen tot de Kennis der Fauna van
Midden-Sumatra; in: Midden Sumatra von P. J. Veth. — Im 4. Th.
(Natuurl. Hist. ; Fauna) 1. Lief. p. 32 — 52 sind die Vögel besprochen.
Vorderman führt 472 Arten für Borneo auf, darunter Por-
phyrio indiciis, Hydrophasianus cliinirgus, Dendrocygna vagans und
Podiceps tricoJor; Natuurk. Tijds. Nederl. Indie. Deel 46. Afl. 3.
p. 217 — 241.
L. Wray, s. R. B. Sharpe.
Philippinen: H. v. Rosenberg, Die Vögel der Sulu- Inseln.
Excerpt aus: The Cruise of the Marchesa to Kamtschatka and New
Guinea by F. H. Guillemard, London 1886 [Liste der beobachteten
Arten]; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 148.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 115
Australische Ilef/ion.
Celebes: H. v. Rosenberg giebt eine Liste der von F. H. Giiil-
lemard auf Sumbawa und Celebes gesammelten Arten. Auszug aus
des Letzteren Werk: Cruise of the Marchesa etc. London 1886; Mitth.
Orn. Ver. Wien 11. p. 181.
Neu-Guinea, Molukken: J. Gould, Birds of New Guinea. Th. 23
erschienen. Enthaltend: l*arotia lawesi, Geofroyius timorlaoensis,
Cydopsitta coccineifrons, (jaUicchtlvrus lencolojihifs, Crim'ger ehloris,
Lampfocorax minor, Myzomela nkfrita, Melücfttes iJiolophvs, Zosterops
rendocao, Plionygama inirpureociolacca , PacJiyripha/a chn'stophon',
Rallicvla forhesi, Cracticvs rufcscens.
W. R. Ogilvie-Grant beschreibt eine von Ch. M. W^oodford
auf den Salomon- Inseln gesammelte Collection, 35 Arten, darunter
Macrocorax /roodfordi n. sp.; Proc. Z. S. London p. 328 — 333.
E. P. Ramsay beschreibt Epimaclms madeayanae n. sp, von den
Astrolab -Bergen, Neu-Guinea; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) 2.
p. 239—240.
Australien: W. V. Legge, Systematic List of Tasmanian Birds;
Proc. R. Soc. Tasm. 1886. p. 235 — 245.
E. P. Ramsay führt 152 von T. H. Boyer-Bower bei Derby,
Nordwest -Australien, gesammelte Arten auf; Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2.) 2. p. 165—173.
S. auch: K. H. Bennett, A. J. Campbell u. k. J. North unten
unter ,, Nisten, Eier."
Polynesien: V. Knudsen, s. L. Stejneger.
H. Schalow bespricht eine kleine Sammlung von Neu-Caledonien,
darunter der bisher noch nicht von der Insel bekannte Ptilopus
fasciatus Peale; Journ. Ornith. 35. p. 244 — 248.
L. Stejneger bespricht eine von V. Knudsen auf Kauai (Hawai-
Archipel) zusammengebrachte Vogelsammlung, darin neue Arten:
Ilimantopiis knudseni, Chasiempis dolci, Fliaeornis myadcstma, Ili-
tnatione parva, Oreomyza n. g. bai'rdi; Proc. U. St. Nat. Mus. 10.
p. 75 — 102.
Derselbe charakterisirt die auf den Hawai-Inseln vorkommenden
Gattungen der Dicaeidae: IlrferorhyncJnis, IJcmifinathus, Dreparüs,
lihnafione , Vestiaria, Oreomyza, Jjoxops, Psittirosfra, Loxioides;
ebenda p. 100.
Ch. M. Woodford, s. Ogilvie-Grant.
Neuseeländische Region.
W. L. Buller, A History of the Birds of New Zealand. Pt. 1.
und 2. London 1887. [Neue Ausgabe]. — Abgebildet sind: Glaucopis
wilsoni u. cine7'ea, Heteralocha acutirostris, Creadion carunculatus u.
cinereus, Tttrnagra hectori u. crassirostris, Miro australis u. albifrons,
8*
IIQ Ant. Reichenovv: Bericht über die Leistungen
Myiomoira toitoi und viacrocephala, Certhijmrtis novae zealandiae,
Clitonyx alhicapilla u. ochrocephala, Sphcnocacus punctatus, Änthvs
nocae zealandiae, RJt/pidura flabelUfera u. fidiginosa.
H. Filhol, Memoires sur la Passage de Venus. T. 3. Pt. 3.
Recherches zoologiques, botaniques et gcologiques faites ä l'ile Camp-
bell et en Nouvelle-Zelande. Paris 1885. [Vögel p. 35— 339. T. 1— 37],
A. Reischek, Description of the Little Barrier or Hauturu
Island, tlie Birds which inhabit it, and the locality as a Protection
to them; Trans. New-Zeal.-Inst. 19. 1886. p. 181—184.
Derselbe, Notes on Ornithology; ebenda p. 184 — 188.
Westliche gemässigte Itef/ion.
J. A. Allen zählt die in ,, Forest and Stream" Band 24 — 27
enthaltenen ornithologischen Artikel auf; Auk 4. p. 66 — 69, 337 — 342.
Derselbe, über Brüten von Spinus pinvs bei Cornwall-on-
Hudson N. Y.; Auk 4. p. 284—286.
G. F. Atkinson, Preliminary Catalogue of the Birds of North
Carolina, with notes on some of the species contributed from the
Biological Laboratory of the Univ. of N. C. No. 6; Journ. of Elisha
Mitchell Scientific Society 1887. Pt. 2.
S. F. Baird berichtet über Fvfßnus horeaJis bei Gayhead, Mass.;
Auk 4. p. 71—72.
Ch. W. Beckham führt 283 Arten von Südwest-Texas auf, nebst
Bemerkungen über Verbreitung, Zug- und Brutzeit; Proc. U. St. Nat.
Mus. 10. p. 633—696.
Derselbe liefert einen Beitrag zur Vogelfauna von Pueblo-County,
Colorado; Auk 4. p. 120—125.
Derselbe liefert einen Beitrag zur Vogelfauna von Bayou Sara,
Louisiana; ebenda p. 299 — 306.
Ch. E. Bendire bespricht Vorkommen, Brutzeit, Nester und Eier
einiger von H. C. Benson in Süd- Arizona gesammelten Arten; Proc.
U. St. Nat. Mus. 10. p. 551 — 558.
H. C. Benson, s. Ch. E. Bendire.
E. W. Blake jr. führt die Sommervögel von der Santa Cruz-
Insel, Califoruien, auf; Auk 4. p. 328 — 330.
W. Brewster, über FaJeo rusticulus ohsoletus in Ost-Maine;
ebenda p. 75.
Derselbe, Aqui/a chri/saetif,s in Ost-Massachusetts; ebenda p. 75.
Derselbe beschreibt ^ympliemia semipalmata inornataw. subsp.
vom mittleren Nordamerika, PhalacnoptUiis nutfalli nitidus n. subsp.
von Texas und Arizona und Vireo noveboracensis maynardi n. subsp.
von Florida; ebenda p. 145 — 149.
Derselbe, Uria troile und Aka torda an der Küste von New
England; ebenda p. 158.
in der Naturgeschichte der Yögel während des Jahres 1887. 117
Derselbe erhielt Colinus ridgvuiji von Sonora, Nord-Mexico;
ebenda p. 159 — 160.
Derselbe über ein drittes Stück des Buteo brachi/urus von
Florida und B. stcamsoni von New England; ebenda p. 160.
Derselbe, Acanfhis exilipes in Massachusetts ; ebenda p.l63, 164.
Derselbe Corvns ossifragus bei Wareham, Mass. gefangen;
ebenda p. 162.
F. C. Browne giebt einige Notizen über die in New England
1850 erschienenen Plegadis falcmdlv^; Auk 4. p. 97 — 100, 253 — 254.
Derselbe, RaUus longirostris crepitans in Massachusetts; ebenda
p. 344.
W. E. Bryant, Pyranga ruhnceps und Trinqa fuscicollis in
Cahfornien; Auk 4. p. 78—79.
F. H. Carpenter, A record of the breeding of Vireo soUtarim,
Spiza americana and Dendroica caerulescens in Bristol County, Mass.;
Bristol Co. Orn. Club No. 3. 1887.
A. P. Chadbourne bespricht die Sommervögel der White Moun-
tains, N. Y. ; Auk 4. p. 100—108.
M. Chamberlain, A Catalogue of Canadian Birds, with Notes
on the Distribution of the Species. Saint John, Mc. Millan, 1887.
143 p.
Derselbe, GaUimda gcdeata in Neu - Schottland ; Auk 4. p, 253.
Derselbe, Icterus galbida in Neu-Schottland ; ebenda p. 256.
Derselbe, Melospiza fasciafa im Winter in Neu -Braunschweig;
ebenda p. 260.
Derselbe, Colaytes auratns, Nycticorax nydicorax naevhis und
Accipiter velox im Winter in Neu-Braunschweig; ebenda p. 264.
M. Chapraan beschreibt mehrere bei Englewood, N. Y., erlegte
Ilelminthophäa lencohroneldalis; Auk 4. p. 348 — 349.
H. L. Clark, The Birds of Amherst and Vicinity, including nearly
the whole of Hampshire County, Mass. Amherst, Mass. : J. E. Williams.
1887. 55 p.
Derselbe, Pcrisorcus ccmadcmis in Süd-Vermont im Sommer;
Auk 4. p. 256.
H. E. K. Coale, beschreibt Dendroica nesta-a morcomi n. subsp. u.
Dendroica dugesi n. sp. ; The Ridgway Ornithological Club of Chicago,
Illinois. Bulletin 2. Chicago 1887.
Derselbe beschreibt Junco hyemalis sliufeldti \\. subsp. von Neu-
Mexico; Auk 4. p. 330—331.
J. G. Co 0 per liefert einen Beitrag zur Vogelfauna von Ventura
County, Californien; Auk. 4. p. 85 — 94.
Ch. B. Cory erhielt Ardea ^vürdemanni von einer kleinen Insel
bei Cap Sable auf Florida; Auk 4. p. 159.
l][g Ant. Eeichenow: Bericht über die Leistungen
Derselbe beschreibt Euetliia (irandior n. sp. von Old Providence ;
ebenda p. 245.
E. Co lies, Key to North American Birds. Containing a concise
accoimt of every species of living and fossil bird at present known
from the Continent north of the Mexican and United States Boun-
dary, inclusive of Greenland and Lower California, with wich are
incorporated General Ornithology, an outhne of the strnctnre and
Classification of birds; and Field Ornithology, a mannal of collecting,
preparing and preserving birds. o. Ed. exhibiting the new Nomencla-
ture of the American Ornithologists Union. Boston: Estes and Lauriat
1887. Roy. 8, 895 p., 563 woodciits, 1 col. pl.
Ph. Cox ir., über seltene Vögel von Nordost -New Brunswick;
Ank 4. p. 205—213.
J. Dwight jr, führt 59 Sommervögel von Cape Breton Island;
Nova Scotia, auf; Ank 4. p. 13 — 16.
Derselbe beschreibt Ammodramns candaaitus suhvirgatus n.
subsp. von Süd-Neu-Braimschweig und Prinz Edward-Insel; ebenda
p. 232—239.
0. Emerson theilt Beobachtungen aus San Diego, Californien,
mit; Bull. CaUf. Ac. Sc. 2. p. 419.
N.H.Fox, Vireo solifarius alficola in Tenessee; Auk 4. p. 164.
J. L. Goodale, über Calcarins ornatus in Maine; Auk 4. p. 77.
Derselbe, Oporomis (ujilis in Maine; ebenda p. 77 — 78.
N. S. Goss liefert Nachträge zu seinem Katalog der Vögel von
Kansas; Auk 4. p. 7 — 11.
Derselbe, Merganscr amerkanus in Neu-Mexico brütend; ebenda
p. 344.
Derselbe, Ictinia mississippiensis und Aegialitis nivosa in Süd-
Central-Kansas brütend; ebenda p. 344 — 345.
M. Green, über Plialaropus Johatus bei Syracuse, N.-Y.;
Auk 4. p. 73.
J. L. Hancock, Notes and Observations on the Ornithology of
Corpus Christi and vicinity, Texas; Bull. Ridgw. Orn. Club 2. p. 11 — 23.
R. Henderson s. Ch. B. Cory.
H. W. Henshaw beobachtete Cakarius lapponkus bei Washington,
D. C; Auk 4. p. 347.
F.W. Langdon theilt Beobachtungen über die Vogelfauna der
Chilhowee Mountains, Tennessee mit; Auk 4. p. 125 — 133.
G. N. Lawrence berichtet über Auffinden von HehmntJiophila
hachmani (Aud.) in Louisiana; Auk 4. p. 35 — 37.
Derselbe, über Ilelminthojjhäa bachmani und Helinaki swainsoni
in Louisiana; ebenda p. 262 — 263.
Derselbe, Brüten von Sylvania canadensis in Pike County, Pa.;
ebenda p. 349.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. HQ
W. Lloyd bespricht die Vogelfauna von West-Texas; Ank 4.
p. 181—193, 289—299.
L. M. Loomis, über Scolecophagus cyanocephalus in Süd-Caro-
lina; Auk 4. p. 76.
Derselbe, über abweichende Stücke der Dendrok-a dominica
von ehester County, S. C. ; ebenda p. 165 — 166.
Derselbe, Otocoris oJpestris pratincola in Süd-Carolina im Winter
erlegt; ebenda p. 255.
Derselbe erlegte Turdiis cdiciaehicknelli m'^nöi-GsiXoYmQ,] ebenda
p. 261.
Derselbe, Ilelinaia swainsoni bei Chester C. H.; ebenda p. 347
bis 348.
Th. Mc. Ilwraith, The Birds of Ontario, Being a list of Birds
observed in the Province of Ontario with an Account of their Habits,
Distribution, Nests, Eggs etc. Hamilton, A. Lawson & Co. 1886. 8^.
304 p.
C. H. Merriam, On a Bird new to Bermuda, with Notes upon
several Species of rare or accidental occurrence; Jones and Goode,
Contrib. Nat. Hist. Berm. Vol. 1. p. 281—284.
Derselbe, Report of the Ornithologist for the year 1886; Ann.
Rep. Departm. Agric. f. 1886. Washington, p. 234 — 246. — U. a.
eine Darstellung der Verbreitung des Pmser domesticus in den Ver-
einigten Staaten enthaltend.
Derselbe, erhielt Helminthopldla hachmani von Süd-Florida;
Auk 4. p. 262.
G. F. Morcom, Notes on the Birds of Southern CaHfornia; Bull.
Ridgw. Orn. Club 2. p. 36—57.
R. 0. Morris, über Gallimda galeata bei Springfield, Mass.;
Auk 4. p. 72—73.
Derselbe, Fhalacvocorax diloplms bei Springfield, Mass., ebenda
p. 253.
L. 0. Pindar, Coccothraustes vespertina in Kentucky; Auk 4.
p. 257.
F. Platt, A List of the Birds of Meriden, Conn.; Trans. Meriden
Sc. Assoc, Meriden Conn. 2. p. 30 — 53.
G. H. Ragsdal, über Winteraufenthalt des Poocaetes gramineus
con/jnis; Auk 4. p. 259 — 260.
S. G. Reid, The Birds of Bermuda; Jones and Goode, Contrib.
Nat. Hist. Berm. Vol. 1. p. 163—279.
R. Ridgway, A Manual of North American Birds. Illustrated
by 464 outline drawings of the generic characters, Philadelphia
(Lippincott) 1887. 8». 632 p. — Behandelt 768 Arten und Unter-
arten, darunter 39 neue Formen, 4 neue Gattungen.
"] 20 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen
Derselbe berichtet über Brüten von Trogon amhiguus Goiüd in
Arizona; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 147; Auk. 4. p. 256.
Derselbe beschreibt Callipepla eleqcms hensoni n. snbsp. von
Sonora; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 148—150.
Derselbe beschreibt Megascops Imstatus n. sp. von Unter-
Californien ; ebenda p. 268.
Derselbe beschreibt PsaUriparus santarifae von Süd-Arizona;
ebenda p. 697.
Derselbe, Campephüns imperialis in Nord-Sonora; Auk 4. p.l61.
Derselbe, Xanfh ocephali/s xanthocephalns mMa.mG', Auk4. p.256.
Derselbe beschreibt Pyrrlmloxia sinnata heckhami n. subsp.
von Süd- Arizona und P. s. peninsulae n. subsp. von Unter-Californien ;
Auk 4. p. 347.
Derselbe beschreibt Calbpepla elegans hensoni n. subsp. von
Sonora; Forest and Stream 28. No. 6. March 3. 1887. p. 106.
W. C. Rivesjr., Steganoims tricolor auf Rhode Island; Auk 4. p. 73.
J. H. Sage, Protonotaria citrea in Massachusetts; Auk 4. p. 164.
W. E. Saunders giebt einige Berichtigungen zu Mc. Ilwraith's
Birds of Ontario [s. oben]; Auk 4. p. 246 — 249.
W, E. D. Scott setzt seine Notizen über die Avifauna von Pinal
County, Arizona fort. (Mit Bemerkungen von J.A.Alien); Auk 4.p. 16
bis 24. [s. Bericht 1886 S. 92] 196—205.
Derselbe, über GeJochelidon nüotica^ Chondcxtes grammacus,
Vireo altüoqtins harhatiilvs und Dendroka discolor in Florida; Auk 4.
p. 133—135.
Derselbe, über Ilclminthophila hachniani in Florida; ebenda
p. 348.
Derselbe schildert einen Besuch der Golfküste Floridas in
ornithologischer Beziehung ; Auk 4. p. 135 — 144,213 — 222,273 — 284.
G. B. Senett beschreibt Jugendkleider einiger nordamerikanischen
Arten; Auk 4. p. 24—28.
Derselbe beschreibt Pams ntricr/sfafuf! castaneifrons n. subsp.
und Parus hicolor tcxcnsis n. subsp. von Texas; p. 28 — 30.
Derselbe theilt Beobachtungen von den westlichen Nord -Ca-
rolina-Bergen mit; ebenda p. 240 — 245.
R. W. Shufeldt, Melanerpcs formicivorus ha irdi in Neu-Mexico;
Auk 4. p. 345—346.
H. M. Smith, über die Verbreitung von Quiscalus major; Auk 4.
p. 346.
E. Thompson, CoccofJtrar/stes vespertina in Canada; Auk 4. p. 257.
P. M. Thorne giebt einen Beitrag zur Vogelfauna von Colorado;
Auk 4. p. 264—265.
E. C. Thurber, über Hclminthophila leucohronchialis in New-
Jersey; Auk 4. p. 349.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 121
L. M. Todd, Melospiza fasciata im Winter in Ost-Maine; Ank 4.
p. 260.
Ch. H. Townsend führt 261 Arten für Nord-Californien auf,
nebst biologischen Notizen; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 190—237.
W. E, Treaty Ardea ecfretta, Cluiradrius dominicits und Phala-
ropus lohatiis bei Hartford, Conn.; Auk. 4. p. 78.
Derselbe, Xanthocephalus xanthocephalus in Connecticut. ; Auk. 4.
p. 256.
Derselbe, Spizella pusilla im Winter bei Hartford, Conn.;
Auk. 4. p. 259.
A. T. Wayne berichtet über Vorkommen von Phoenicopfenis ruber
in Süd-Carolina; Auk 4. p. 72.
Derselbe berichtet über zahlreiches Erscheinen von Loxia cnrvi-
rostra minor bei Charleston, S. C, im Winter 1886/87; Auk 4. p. 287
bis 289.
F. S. Webster, Nycfala acadica in Columbia; Auk 4. p. 161.
Derselbe, Aka forda bei Norfolk, Virginia, gefangen; ebenda
p. 158.
Südamerilcanische Region.
Mittelamerika: F. D. Godman and 0. Salvin, Biologia Centrali-
Americana. Erschien: Bogen 57 — 64, S. 449 — 512 (Band 1 voll-
ständig) T. 33 — 35. Ideridae, Corvidae und Alaudidue. Abgebildet:
Icterus sclateri u. auratus, Cyanocitta argentigula u. yucatanica.
G. N. Lawrence beschreibt Regulus satrapa aztccus und Troglo-
dytes braclxyuruH von Mittel - Amerika und Oi-hfJioeca ßaviventris von
Süd- Amerika; Ann. New-York Ac. Sc. 4. p. 66 — 68.
R. Ridgway beschreibt Cotinga n'dgivayi Zeledon n. sp. von der
pacifischen Küste von Costa Rica; Proc. Un. St. Nat. Mus. 10. p. 1 — 2.
Taf. 6.
Derselbe beschreibt Forzana alfarin. sp. von Costa Rica; ebenda
p. 111.
Derselbe beschreibt Megmco])!^ üer^nicidnfns n.sp. von Costa Rica;
ebenda p. 267.
Derselbe beschreibt folgende neue Arten von Mittel -Amerika:
Catharus funiosus, Mhmis gracilis leucopliaevs, Harpo/-hync/ius longi-
rostris sennetti, Campylorhynchus castaneus, Thryothorus rufalbus
castanonotus, Microceradus dmdias, Dendrornü lawrencei, Dendrornis
laicrencei costaricensis; ebenda p. 505 — 510.
Derselbe bespricht eine von Ch. H. Townsend auf den Inseln
der Caraibischen See und in Honduras zusammengebrachte Vogel-
sammlung. Neu: Dendroica aurtcapüla Tovms., Columhigcdlina passe-
rina insular is Towns. , Contopus vicinus, Btdortdes saturatus, Tham-
122 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
nophüus intermedtus , Centuriis santacruzi pmrper, Engyptila vinacei-
ventris, Pitylns poliogaster scapularis, Sturnella 7nagna inexspectata,
Thahirania townsendi, Colinus nigrogidaris segovieyisis, Porzana exilis
vagans, Tigrisoma excellens ; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 573 — 597.
Columbisches Gebiet: H. v. Berlepsch bespricht die in den
sogenannten Bogota - Collectionen von S.O.-Columbien kommenden
Kolibri- Arten. Bis jetzt wurden 133 Species von Columbien nach-
gewiesen, ungefähr 44 sind eigenthümlich ; Journ. Ornith. 35. p. 313
bis 336.
Derselbe beschreibt CyanoUshia neltrkorni n. sp. und bespricht
einige andere Arten von Bogota; Zeitschr. Ges. Ornith. 4. p. 177 — 187.
Derselbe beschreibt eine Anzahl Kolibriarten des tropischen
Südamerikas; Ibis (5) 5. p. 289 — 298.
A. Dubois beschreibt Aqelaeus sdaten n. sp. von Ecuador; Bull.
Mus. H. N. Belgique 5. p. 1. 'L 1.
G. N. Lawrence beschreibt Catharus berhpsdii n. sp. von West-
Ecuador; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 503.
R. Ridgway beschreibt Pliacellodomus inornatus n. sp. von
Venezuela; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 152.
Derselbe beschreibt Mnscisaxicola occipitalis n. sp. vom Titicaca-
See, Peru; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 430.
P. L. Sclater beschreibt eine Anzahl neuer Tyranniden von
Brasilien, Bolivien, Venezuela, Aequatoria, Amazonia und Columbia;
Proc. Z. S. London p. 47— 50.
Amazonen- Gebiet: C. B. Riker, s. R. Ridgway.
R. Ridgway beschreibt 14 neue Arten, gesammelt von C. B.
Riker am unteren Amazonenstrom: Thryotliorus herberti, Thryopliilus
taeriioptcra , Colopteryx inornatus, CyjjhorJunns griseolateralis, Orni-
tliion napaeum, Tyrannulus regidoides , Attda viridescens, T/umino-
philus inornatus, Hcterocnemis (f) hypoJeuca, Dichrozona zononota,
Phlogopsis hoivma^vi, Rhegmatorhina gymnops, Dendrornis fraterculus,
Dendrocolaptes ohsolctus, Zenaida jessieae; Proc. U. St. Nat. Mus. 10.
p. 516—528.
W. L. Sclater giebt einige Notizen über die Vogelwelt von Brit.
Guiana; Ibis (5) 5. p. 315 — 320.
(Vergl. auch v. Berlepsch und Sclater unter Columbisches
Gebiet.)
Südbrasilianisches Gebiet: H. v. Berlepsch giebt ein systemati-
sches Verzeichniss der in der Republik Paraguay bisher beobachteten
Vogelarten (mit besonderer Berücksichtigung der von R. Roh de da-
selbst gemachten Sammlungen), umfassend 357 Species, und schliesst
daran ein Verzeichniss von 42 von Azara in seinen Apuntamientos
beschriebenen Arten, welche nicht mit Sicherheit auf bekannte Arten
zurückzuführen sind, sowie eine Liste von weiteren 113 Species, welche
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jalires 1887. ] "23
vermiithlich noch in Paraguay gefunden werden mögen; Journ. Ornith.
35. p. 113 — 134.
J. V. Ihering, Ornithologische Forschung in Brasilien; Ornis 3.
p. 569—581.
Derselbe, Die Vögel der Lagoa dos Patos. Eine Zoo-geo-
graphische Studie; Zeitschr. Ges. Orn. 1887. p. 142 — 165. T. 1.
R. Rohde, s. H. v. Berlepsch.
H. Seebohm beschreibt Mcnila suhalcwis Leverkühn n. sp. von
Süd-Brasilien; Proc. Z. S. London p. 557.
Vergl. auch v. Berlepsch u. Sclater unter Columbisches Gebiet.
Westindien: W. E. Bryant liefert einen Beitrag zur Ornithologie
der Guadakpe-Insel; Bull. CaHforn. Ac. Sc. 2. p. 269 — 318.
Derselbe beschreibt Oceanodroma lencorhoa viacrodactyla n.
subsp. von Guadalupe; BuU. CaHforn. Ac. Sc. 2. p. 450 — 451.
Ch. B. Cory beschreibt Vireo caijmanensis n. sp. von Gross-Cay-
man, West-Indien; Auk 4. p. 6 — 7.
Derselbe setzt seine Uebersicht der Vögel West -Indiens fort
[vergl. Bericht 1886, S. 95]; Auk 4. p. 37 — 51, 108—120, 223—232,
311 — 328.
Derselbe beschreibt Rhamphocindies sandae-luciae n. sp. von
St. Lucia, Westindien; Auk 4. p. 94 — 95.
Derselbe liefert ein Verzeichniss der von W. B. Richardson
auf Martinique gesammelten Arten, BJacicus martinicensis n. sp. ; Auk 4.
p. 95—96.
Derselbe beschreibt neu: Lampornis liendersoni, Vireo sylvia
canescens, Icterus lawrencii, Mimus magnirosfris, Engyptila neoxena
und Dcndroica ßavida von einigen Inseln der Caraibischen See;
Auk 4. p. 177 — 180.
Derselbe giebt eine Liste der von R. Henderson auf Old
Providence und St. Andrews in der Caraibischen See gesammelten
Vogelarten; Auk 4. p. 180—181.
R. Henderson, s. Ch. B. Cory.
G. N. Lawrence beschreibt Margarops albivenfrk n. sp. von
Grenada, West-Indien; Ann. New York Ac. Sc. 4. p. 23 — 24.
C. J. Maynard beschreibt fünf neue Arten von den Bahama-
Inseln: Pandion ridgicagi, Rallus coryi, Chamaepelia hahamensis,
Ämmodrmnus anstralis, Geotldypis resfricta; The American Exchange
and Mart and Household Journal 3. No. 6, 1887, p. 69 (Boston and
New-York). — Vergl. J. A. Allen, Auk 4. p. 155.
W. B. Richardson, s. Ch. B. Cory.
R. Ridgway beschreibt Spindalis zena to^cnsendi n. snbsp. von
den Bahama-Inseln ; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p, 3.
Vergl. auch R. Ridgway unter Mittelamerika.
•^24 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
A. Stahl liefert Beobachtungen, insbesondere über den Zug, von
Portorico; Ornis 3. p. 448 — 453.
Ch. H. Townsend, s. R. Ridgway unter Mittelamerika.
J. G. Wells, A List of the Birds of Grenada, West-Indies. 8^.
Grenada 1886.
ArMische Hegion.
A. Bunge, s. L. v. Schrenck.
H. W. Henshaw, Report upon Natural History Collections made
in Alaska between the years 1877 and 1881 by E. W. Nelson.
Washington 1887. — S. 35 — 226 sind die Vögel von Alaschka be-
sprochen nebst biologischen Notizen. Am Sclilusse eine Uebersicht
der einschlägigen Litteratur. Abgebildet T. 1 : Bmchyrhamphus kiU-
litzi Sommerkleid, T. 2: Köpfe von Rissa tridactyla pollkaris, Ful-
marus glacialis rodgersi, Phcdacrocorax däophns ci?icmatus, Frafercida
cornicvlata, Lvnda cirrhcda, T. 3: Rhodostctia rosea Jugendkleid, T. 5.
Köpfe von Arctoneffa Jischeri, Somateria v-nigra, Lagopus lagopus^
Oidemia amen'cana und perspkiUata, T. 4: FhiJacte canagica, T. 6:
Tringa couesi Sommerkleid, T. 7: T. acuminata Jugendkleid, T. 8:
T. maculata balzend, T. 9: Numem'vs taliitiensis , T. 10: Lagopus
rupestris nelsoni S im Frühjahr, T. 11: Perisoreus canadensis fimii-
frons, T. 12: CyanecvJa suecica und Flnjllopse.ustes horealis.
L. Kumlien, Falco aesalon in Grönland; Auk 4. p. 345.
E. W. Nelson, s. H. W. Henshaw.
J. A. Palmen, Bidrag tili Kännedomen om Sibiriska Ishafskustens
fogelfauna enligt Vega-expeditionens iakttagelser och samHngar; Vega-
Exped. Vetensk. lakttag. 5. p. 241 — 511. Stockholm 1887. — 80 Arten
sind behandelt, darunter Larus argentatus var. ccgae n. var. Am
Schlüsse tabellarische Uebersichten der speciellen Verbreitung der
arktischen Vogelarten,
R. Ridgway, Ficicorvus coUnnhianns in der Bristol Bay-Region
in Alaschka; Auk 4. p. 255 — 256.
L. V. Schrenck, Berichte über die von der Kaiserl. Akademie
der Wissenschaften ausgerüstete Expedition nach den Neusibirischen
Inseln und dem Jana-Lande; Beitr. Kenntn. Russ. Reiches (3) 3. p. 1
bis 412. — Bericht über die Reisen von A. Bunge und E. Toll.
Verzeichniss der Vögel des Lena -Deltas und Notizen über die orni-
thologische Fauna der Ljachof-Insel.
H. Seebohm, On the Birds of the Lena Delta; Trans. Norw.
Sog. 4. Pt. 3. p. 301—305.
Derselbe, On the Birds of the Extreme North of Alaska; Trans.
Norw. Sog. 4. Pt. 3. p. 305—309.
L. Steineger führt 143 Arten als Bewohner der Commander-
Inseln auf;>roc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 117—145, Taf. 7—9.
E. Toll, s. L. V. Schrenck.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 125
Ch. H. Townsend führt 52 Sommervögel vom Kowak-Fluss in
Nord-Alaschka auf; Auk 4. p. 11 — 13.
L. M. Turner, Contributions to the Natural History of Alaska.
Results of investigations made cliiefly in the Yukon District and the
Aleutian Islands ; conducted under the auspices of the Signal Service,
United States Army, extending from May 1874 to August 1881.
Washington 1886. 4«. — Pt. 5. Vögel p. 115— 196. T. 1— 10. — Be-
sprechung der gesammelten Arten mit zahlreichen biologischen Notizen.
Abgebildet: Simorln/nchus jji/c/maeus im Brutldeide T. 1 , Bracliy-
rlimnplivs kittlitzi Winterkleid T. 2, Lagopus rupestris atkhensis <^ ^
T. 3 und 4, Ulula cinerea lapponica T. 5, Surnia ulula T. 6, Loxia
Jeiu'optera Jugendkleid u. Pyrrhula Cassini T. 7, Leucosticte griseinucha
Brutkleid T. 8, Anthus ccrcinus Winterkleid u. TrogJodytes alascensis
T. 9, Parvs hvdso7iici/s und P. cindus obtectus T. 10, Motacilla ocidaris
alt und jung im Winterkleid T. 11. S. 184 — 196 eine Liste der Vögel
von Alaschka.
Antarctische Hegion.
T. Studer bespricht die Embryonalformen einiger antarctischen
Vögel, Chionis, Procellariden und Pinguine; Mitth. nat. Ges. Bern 1886
p. 25 — 26. Taf. .
IT. Lebensweise, Zucht und Pflege.
Lebensweise im Allgemeinen: C. M. Adamson, Some more
Illustration of Wild Birds, showing their Natural Habits. London:
Gurney c% Jackson 1887. 4».
R. W. Barrows, s. J. Sayles.
S. Bligh, Biologische Notiz über Baza ceylonensis; Ibis (5) 5.
p. 419—420.
R. Böhm, Biologische Beobachtungen über afrikanische Vögel
vom Westufer des Tanganjika. Mitgetheilt von H. Schalow; Journ.
Ornith. 35. p. 225—244.
E. T. Booth, Rougli Notes on the Birds observed during Twenty
Years' Shooting and CoUecting in the British Islands. London, R. H.
Porter 1887.
W. Brewster erfuhr, dass Colibris (Art?) ihre Jungen mit In-
secten fütterten; Auk 4. p. 255.
A. G. Butler, s. E. A. Sanford.
A. C. Chapman, On the Habits and Migration of Wildfowl;
Zoologist (3) 11. p. 3— 21.
St. Chernel von Chernelhaza, Biologisches über Muscicapa
parva; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 20 — 21.
G. B. Corbin theilt Beobachtungen mit, dass Grünspechte Fasanen-
eier aussaugten; Zoologist (3) 11. p. 351.
126 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Crepin, Biologische Notiz über Margaroperdix striata; Bull. Soc.
Acclim. France (4) 4. p. 240 — 241.
A. Göring, Kolibristudien nach dem Leben. Mit Holzschnitten;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 157—162, 184 — 189, 209
bis 211, 246—251, 264 — 265.
H. Gurney jun., On the Misdeeds of the Ilouse-Sparrow. Lon-
don: Gurney & Jackson 1887.
J. G. Hamling sah Kormorane auf einem Kirchthurm über-
nachten; Zoologist (3) 11. p. 388.
E. Hartert beobachtete, dass eine Stockente ihre eben aus-
schlüpften Jungen aus einem hoch stehenden Neste im Schnabel
zur Erde trug; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 68—69. [Siehe G. Szikla].
W. Hartwig beschreibt die Lebensweise, insbesondere Gesang
der Frinfiilla tintillon; Zool. Gart. 28. p. 132 — 135.
E. Hodek sen. bespricht Lebensgewohnheiten von Gypaetu.s har-
hatits, Vidtur cinereiis und (lyps fulviis, verbreitet sich auch über die
Rostfarbe des Gefieders des erstgenannten, welche als äusserliche, auf
mechanischem Wege erzeugte angenommen wird; Mitth. Orn. Ver.
Wien 11. p. 4—6, 26—27, 37—39, 58 — 60.
J. Ho ff mann. Die Waldschnepfe. Ein monographischer Beitrag
zur Jagdzoologie. Zweite vermehrte Auflage. 8^. Stuttgart 1887.
F. J. Jackson, Biologisches über Bupliaqa crythrorlnjnclia; Ibis
(5) 5. 367—368.
E. Klein berichtet eingehend über eine epidemische Krankheit
der schottischen Schneehühner; Zoologist (3) 11. p. 327 — 337.
K. Knauthe, Der Schleierkauz im Taubenschlage; Monatsschr,
Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 202 — 203.
P. Leverkühn, Benutzung von Vogelnestern seitens der Hummeln;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 20 — 21.
K. Th. Liebe schildert die Lebensweise von Turdus viscivorus;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 4 — 11. Mit Tafel.
Derselbe schildert die Lebensweise von (W/^vv^r^^/r/,'/« europaeus;
ebenda p. 236 — 245.
0. V. Löwis, Unsere bemerkenswerthesten Singvögel; Baltische
Monatsschr. 34. p. 200—222, 294—335.
L. Magaud-d'Aubusson, Biologisches über i?//<'//?^/r?'/?^s occJlatus
Oust. u. Beschreibung der Art; Bull. Soc. Acclim. France (4) 4. p. 337
bis 348.
Derselbe, Sur la conformation des serres de quelques rapaces
diurnes et la maniere dont ils en usent pour oftenser leur proie;
Naturaliste 9. p. 119 — 122.
A. B. Meyer, über das Alter eines Albatross; Zool. Garten 28.
p. 153.
A. und K. Müller schildern die Lebensweise des Cuculus canorvs;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw 12. p. 59 — 84.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 127
H. Nehrling schildert die Lebensweise von Myiarchus crinitus;
ebenda p. 95 — 99.
Derselbe schildert die Lebensweise des Tyrannus carolinemis;
ebenda p. 211—219.
Derselbe, Lebensweise von Zonotricliia leucoplirys; Zool. Gart.
28. p. 374 — 378.
A. Reise hek liefert biologische Notizen über neuseeländische
Vögel; Trans. NewZeal. Inst. 1886 p. 184 — 186, 188—193.
A. Richter theilt mit, dass beim Fällen einer alten Linde
72 Schwalben todt im Innern des hohlen Baumes angeklammert ge-
funden wurden; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 115 — 116.
— Bemerkung hierzu von Ad. Walter, ebenda p. 199 — 202.
C. B. H. V. Rosenberg erzählt, dass der Nachricht einer japa-
nischen Zeitung zufolge nahe dem Kap Hörn ein Albatross gefangen
wurde, welcher einer Notiz nach, die sich in einer an seinem Halse
befestigten Kapsel befand, 40 Jahre früher gefangen und wieder frei
gelassen war. Man gab ihm unter Hinzufügung eines entsprechenden
Vermerks abermals die Freiheit; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 35.
Derselbe giebt einige Notizen über die Lebensweise von Argus
giyantevs; ebenda p. 87.
E. A, Sanford sah eine Misteldrossel ein Junges aus dem Nest
einer Singdrossel rauben; Zoologist (3) 11. p. 263. [s. auch: A. G.
Butler, ebenda p. 304.]
J. Sayles sucht durch Erklärung früherer bezüglicher Versuche
und Anführung einer eigenen Beobachtung nachzuweisen, dass den
Geiern ein scharfer Geruchsinn eigen sei; Auk 4. p. 51 — 56. S. auch
W. R. Barrows, ebenda p. 172 — 174.
H. Schalow, s. R. Böhm.
G. Schneider, Verhängnissvolle Tage für die Vogelwelt; Ornis 3.
p. 454—455.
W. Seemann beschreibt den Angriff eines Steinadlers auf einen
Hirtenknaben; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 14 — 15.
A. Sie den topf. Scharfer Orientirungssinn einer Krähe; Mitth.
Orn. Ver. Wien 11. p. 36.
G. Szikla beobachtete, wie junge Stockenten, der alten folgend,
aus ihrem zwei Klafter hoch stehenden Neste heruntersprangen; Mitth.
Orn. Ver. Wien 11. p. 115—116.
J. Trillon, Sur les moeurs de quelques Oiseaux de l'ordre des
Passereaux; Bull. Soc. Etudes Sc. Angers 16. (1886) p. 157—183.
V. V. Tschusi beobachtete Tichodroma muraria an einer Fichte
kletternd; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 169—170.
Ad. Walter, Die Benutzung der Vogelnester von Seiten der
Insekten; Monatsschr. Ver. z. Scliutze Vogelw, 12. p.84 — 86.
A. Walter, s. auch A. Richter.
128 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
E.Ziemer giebt einige Notizen über die Lebensweise von Cyanecula
Icucocyana; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 298 — 300,
Nisten, Eier: J.A.Alien, über Nisten von Melospiza fasciata
in einem Baumloch; Auk 4. p. 260 — 261.
J. Anderson beschreibt Nest und Eier von Rhytidoceros suh-
ruficolUs; Journ. Linn. Soc. (Zool.) 21. p. 149.
J. Ball schildert das Brutgeschäft von Rhea darwini; Notes of
a Naturalist in South America. London 1887. 8. 416 p.
H. E. Barnes beschreibt die Eier von Ploceus philipjnmffi; Journ.
Bombay N. H. Soc. 1887, p. 105.
F. S. Bauer beschreibt Nest, Standort desselben,- Junge von
Loxia cufcii'ostra; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 50 — 51 u. 54—55.
Ch. E. Ben dir e beschreibt Nest und Eier von Polioptila cali-
fornica Brewst.; Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 549 — 550.
K. H. Ben nett beschreibt die Eier von Pachycepliala (c/ilberfif).
Das Nest war in dem alten Neste eines Pomatostomifs erbaut; Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2) 2. p. 103—104.
F. H. Birley, Woodcock and Pheasant laying in the same Nest;
Zoologist (3) 11. p. 194.
R. Blasius beschreibt die Eier von Sterna fuliginosa und Änous
stolidus; Ornis 3. p. 361 — 393.
W. Brewst er beschreibt Nest und Eier von Dendroica occi-
dentalis; Auk 4. p. 166 — 167.
W. E. Bryant, über ungewöhnliche Nistweisen; Bull. Cahforn.
Ac. Sc. 2. p. 451—454.
Derselbe beschreibt Nest und Eier \oi\Coccothraustes vesperthius;
BuU. Californ. Ac. Sc. 2. p. 449.
A. G. Butler, British Birds' Eggs: a Handbook of British Oology.
London, E. W. Janson 1886. Pt. 4—6. p. 113—219.
A. J. Campbell, Oology of Australian Birds. Supplement Pt. 2.;
Vict. Nat. 2. p. 126— 130, 163—168.
M. Chamberlain, Nisten von Parus hudsonicus; Auk4. p. 261.
G. Clodius beobachtete ein zweimaliges Brüten von Muscicapa
grisola; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p.231 — 232. — S. auch
0, Karlsberger, ebenda p. 286.
J. L. Davison, über das Eierlegen einiger Vogelarten in fremde
Nester; Auk 4. p. 263—264.
Emin Pascha beschreibt Nistweise und Eier von Nigvita arnavdi
(Mittheilung von G. Hartlaub); Journ. Ornith. 35. p. 31Ö — 311.
G. A. Fischer beschreibt den Horst von Scopus mnbretfa; Journ.
Ornith. 35. p. 48—49.
F. R. Fitzgerald berichtet über Nisten von Chelidon urbica im
October; Zoologist (3) 11. p. 194.
in der Naturgescliiclite der Vogel wäliieud des Jahres 1887. 129
J. li. Gurney jim. bericlitet über offene Nester vom Staar, Holz-
taube und Waldkanz; Zoologist (3) 11. p. 347 und 432.
II. Jones, Illustrations of the Nests and Eggs of Birds of Ohio.
Folio. 23 Theile. 1879 — SQ [nunmehr abgeschlossen].
0. Karlsberger, s. G. Clodius.
Nach Kutter weist der Charakter der Eier der Thinocoridae
auf nahe Verwandtschaft dieser Gruppe mit den Scolopaciclae, ins-
besondere Totaninae hin; Journ. Omith. 35. p. 103 — 104.
H. Langton berichtet über eine neue Art Eierbohrer; Zoologist
(3) 11. p. 23G, 30G u. 352.
P. Leverkühn, Kolonienweises Brüten der Colymb^ia crtstatus;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 106 — 107. — [Siehe auch
E. Ziemer, ebenda p. 297].
W. Ludwig, über Nisten der Thurmfalken (Wannenwäher) an
Gebäuden in ausgehängten Korben in Baden; Monatsschr. Ver. z.
Schutze Vogelw. 12. p. 128—130.
W. Macfarland schildert die Nistweise von Trochävs eolubris;
Journ. Trenton Nat. H. Soc. 1887. p. 55 — 58; Zoologist (3) 11. p. 459
bis 461.
A. Newnham, Birds Nesting Notes from Cutch; Journ- Bombay
N. H. Soc. 1887. p. 56.
A. J. North beschreibt Nester und Eier australischer Vögel; Proc.
Linn. Soc. N. S. Wales (2) 2. p. 405— 411, 441—446, 554 — 555.
Pietsch, über kolonieenweises Brüten von Fodiceps cristatus;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 21. [vergl. auch Leverkühn
oben].
Gh. L. Phillips theilt mit, dass ein Colaptes auratus, welchem
täglich eines der vorhandenen Eier aus seiner Bruthöhle genommen
wurde, im Laufe von 73 Tagen 71 Eier legte; Auk4. p. 346.
A. Reichenow, Notiz über das Nisten der Mausvögel (Colius);
Journ. Ornith. 35. p. 218.
Sachse fand ein Ei von Cuculus canonis im Nest von Lanius
excnhitor; Journ. Ornith. 35. p. 98.
H. Seebohm, Bird's Nests and Eggs; Zoologist (3) 11. p. 137
bis 139.
G. Sundman und J. A. Palmen, Finnische Vogeleier. Eggs of
Finnish Birds. Heft 6 u. 7. 1885 — 87.
A. Walter, über Standort der Nester von Rcgidus i'f/nicapdlus,
Journ. Ornith. 35. p. 98 — 99.
E. Ziemer, s. P. Leverkühn.
Nahrung: C. Eckstein liefert einen Beitrag zur Nahrungsmittel-
lehre der Vögel, Untersuchungen des Mageninhalts einer grösseren
Anzahl von Individuen zu verschiedenen Zeiten, 97 Arten angehörig;
Journ. Ornith. 35. p. 286 — 298.
Arch. f. Natuigesch. Jalirg. 18S8. Bd. U. H. 1. 9
130 Ant. Reiclieiiow: Bericht über die Leistungen
0. P. Hay, über Nahrung -Aufspeichern der Spechte; Auk. 4.
p. 193—196. '
F. S. Webster fand Farrenblätter im Kröpfe einer Waldschnepfe;
Auk 4. p. 73—74.
Mauser: A. D. Bartlett beobachtete die Mauser an Paradisea
apoda von Ende November bis Ende Januar; Proc. Z. S. London p. 392.
H. Seebohm, über doppelte Mauser der Schwingen bei Cha-
radrien und Totaniden und Frühjahrsmauser der Schwalben, s. S. 111.
L. Stejneger bespricht den Krallenwechsel der Tetraoniden;
Zoologist (3) 11. p, 258 — 260.
Abänderungen, Missbildungen, Bastarde: H. K. Coale be-
schreibt einen Bi/feo hifiss/'i)ius mit neun Zehen und einen Dolichonyx
oryzicorus mit Flügelsporn; Auk. 4. p. 331 — 333.
Günther berichtet über einen in Gefangenschaft gezüchteten
Bastard von Thavmalca p/eta u. Phasiamis reevesi; Proc. Z. S. London
p. 503.
J. H. Gurney jun. berichtet über Bastarde von Grünling und
Hänfling, sowie Grünling und Zeisig in der Freiheit; Zoologist (3) 11.
p. 266 — 267 [s. auch H. A. Macpherson, ebenda p. 303].
K. G. Henke giebt eine nachträgliche Notiz über den von ihm
(Zeitschr. Ges. Orn. 1885 , p. 47) beschriebenen Bastard von Lagopvs
albus und Tetra o tetri.r; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 126.
Korscheit, über eine hahnfedrige Hausente, s. oben S. 94.
P. Leverkühn, s. oben S. 92.
Th. Pleske beschreibt Bastarde von Tetrao tetrü- und Bonasa
hefulina, MotaciUa flava var. beema und Mofac/lla meJanoeepliala,
Part/s borealis und LopJiopJianes cn'sfafi/s, Emheriza citrineUa und
E. leucocep)liala; Mem. Ac. Sc. St. Petersbourg (7) 35. No. 5 mit Tafel.
H. V. Rosenberg, über abnorme Schnabelbildung bei Carduelis
elegans; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 117.
F. W. Styan berichtet über Bastardiren von Monticola cyanus
und soUtarms in Süd-China; Ibis (5) 5. p. 217.
Derselbe berichtet über Bastardiren von Farus cinerens und
minor (P. commixtus Swinh.) in Süd-China; Ibis (5) 5. p. 221.
J. Zahradnik beschreibt einen Bastard von Tetrao tetrix und
P]ia>i)a)ins cofr/iicNs; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 153—134.
Vogelschutz, Jagd, Fang: E. Bellecroix, Guide pratique du
garde-chasse, suivi de notions elementaires sur l'exploitation des bois.
Paris 1886.
J. Hoff mann, Die Waldschnepfe. Ein monographischer Beitrag
zur Jagdzoologie (Hotfmann, Stuttgart). 2. AuH.
F. R. König- Warthausen, Ueber die Schädlichkeit und die
Nützlichkeit der Rabenvögel; Jahreshefte Ver. vaterl. Naturk. Würt-
temberg 43. p. 279 — 289.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 131
P. Leverkühn, Vogelschutz durcli Verordnung der Behörden;
Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 32 — 50.
F. A. Lucas schildert den Fang von Sturmvögeln mit der Angel
und giebt dabei Notizen über Verbreitung und Lebensweise dieser
Vögel; Auk 4. p. 1 — 6.
W. Ludwig, Vogelschutz im Mittelalter; Monatsschr. Ver. zum
Schutze Vogelw. 12. p. 258 — 263.
A. B. Meyer beschreibt den Fang der Sturmvögel auf hoher See;
Zool. Gart. 28. p. 97^101 [s. auch F. A. Lucas].
H. V. Rosenberg schildert die Falkenbaize bei den Arabern in
Algier nach J. Gerard; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 53—54, 67—68.
G. Sourbets et C. de Saint-Marc, Precis de fauconnerie,
contenant les indications necessaires pour affaiter et gouverner les
principaux oiseaux de vol, suivi de l'Education du cormoran. Niort,
Clouzot. 8.
Einbürgerung, Pflege, Zucht: Barnsby berichtet über Zucht von
Conurus leucotis; Bull. Soc. Acclim. France (4) 4. p. 171.
G. V. Bikkessy jun. empfiehlt die bei uns überwinternden Stand-
und Strichvögel in Gefangenschaft nur in ungeheizten Zimmern zu
halten; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 56.
W.Boecker- Wetzlar, Unsere beliebtesten einheimischen Stuben-
vögel, ihre Wartung und Pflege. Ilmenau u. Leipzig, Schröter 1887.
8«. 224 p.
de Brisay, Aviculture. Les Passereaux. — Moeurs, nourriture,
nidification, elevage. Auray 1886.
C. Coester, Benehmen von Actifis hypolcums in Gefangenschaft;
Zool. Gart. 28. p. 381—382.
Cornely berichtet über Zuchtergebnisse im Park Beaujardin bei
Tours; Zool. Gart. 28. p. 27,
Delaurier berichtet über Züchtungen exotischer Vögel (Cyano-
rharnphus novae zelandiae, Geopha/ps scripta, Ci/ano/-hamp/ms aljyifms
u. a. ; Bull. Soc. Acclim. France (4) 4. p. 89 — 96.
A. Frenzel berichtet über Pflege des Coryphospinfius cristatus
in Gefangenschaft; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 86 — 87.
Derselbe schildert Pflege und Betragen von Conurus nanday
und Crithagra flaviventris in Gefangenschaft; ebenda p. 228 — 231.
Derselbe schildert Pflege und Betragen \on Erythro ra psittacea
in Gefangenschaft; ebenda p. 301 — 306.
E. Friedel berichtet über den Thierbestand des Zoologischen
Gartens in Leipzig; Zool. Gart. 28. p. 331— 338.
H. Goldner beobachtete, dass hellgraue Tauben durch den Ge-
nuss von Butter eine tief braune, glänzende Farbe erhielten; Monatsschr.
Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 220.
W. T. Greene, Parrots in Captivity. London 8. Vol. 3. 1887.
9*
132 Aiit. Heichenow: Bericht über die Leistungen
J. E. Harting, Brüten von Einheriza nivalis in Gefangenscliaft ;
Zoologist (3) 11. p. 391.
C. Hennicke, Mein Waldkauz; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogel-
welt 12. p. 50 — 52.
R. J. van Hooydonk, Handleiding tot de kennis onzer Kanarien-
vogels en van andere gevederte zangers. Bevattende eene volledige
bescbrijving hunner voortteling, verzorging en ziekten enz. Vlissingen,
Roldanus. 8. 88 p.
Hu et berichtet über Zuwachs der Menagerie des Museum d'Hist.
Nat. in Paris; Bull. Soc. Acclim. France (4) 4. p. 87, 596 — 598.
J. N. van de Laar, De Prachtvinken. Bescbrijving en verzorging
der Prachtvinken en eenige andre buitemlandsche Kamervogels, zooals
Widavinkes, Wever-Vogels, enz. Utrecht 1887. 8*^. 144 p.
F. Lindner, Leben und Thaten meines unvergleichlichen Jacob
(Dohle); Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 99—106.
L. Magaud d'Aubusson, Catalogue raisonne par regions des
especes d'oiseaux qu'il y aurait Heu d'acclimater et domestiquer en
France. [Fortsetzung, vergl. Ber. 1886, S. 106]. Behandelt die zur
Einführung oder Domestikation sich empfehlenden Hühnervögel. Bull.
Soc. Acclim. France (4) 4. p. 147— 161, 424—439, 599—635, 721—740.
F. Mather, Domestication of Wild Fowl; Amer. Nat. 21. p. 778
bis 779.
L. Merlato berichtet über die Straussenzucht in Algier; Bull.
Soc. Acclim. France (4) 4. p. 1 — 8.
A. de Montlezun liefert eine Uebersicht der Anseriden,
Synonymie der ■wissenschaftlichen Namen, Beschreibung, Verbreitung
und Fortpflanzung, bez. Zucht in Gefangenschaft; BuU. Soc. Acclim.
(4.) 4. p. 540—554, 660—677.
E. Perzika, der Kanarienvogel, seine Zucht und Pflege, mit
besonderer Berücksichtigung der deutschen Landrasse. Wien, Frank.
8. 25 p.
Nach H. V. Ptosenberg hat ein Storch in s'Gravenhage 70 Jahre
in Gefangenschaft gelebt; Mitth. Orn. Ver. Wien p. 64.
P. L. Sclater berichtet über Zuwachs der Menagerie der
Zoologischen Gesellschaft in London. Bemerkenswerth: Buho hlakis-
toiii, Eudijptiila minor, Ardea nome Jiolkouliae, Cltmuja hvrmeisteri,
Didunmhfs strigirostris; Proc. Z. S. London p. 138 — 139, 319, 340, 482.
Derselbe giebt eine Liste der Zugänge der Menagerie der
Zoologischen Gesellschaft in London während des Jahres 1887; ebenda
p. 687—705.
W. L. Sigel, über die Pflege der Amazonen- und Graupapageien;
ZooL Gart. 28. p. 172—178.
G.Sourbets u.C.de Saint-Marc, Precisdefauconnerie,contenant
les indications necessaires pour attaiter et gouverner les principaux
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 133
oiseaiix de vol, snivi de reducation du cormoran. Niort. 1887. 8.
124 p.
W. E. Teschenmaker, über Gefangenlialten von Schwalben und
Seglern; Zoologist (3.) 11. p. 372—375.
A. Vinson bespricht die Tauben der Mascarenen und die auf
Reunion eingeführten Arten; Bull. Soc. Acclim. France (4.) 4. p. 640
bis 651.
Ad. Walter, Meine Ohreule; Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw.
12. p. 162—175.
Ueber Züchtungen im Dresdener Zoologischen Garten; Zool.
Gart. 28. p. 30.
Hausgeflügel: H. Baumeyer, Das künstliche Ausbrüten und
die tlühnerzuclit nach zwanzigjcährigen Erfahrungen etc. 2. verm.
Aufl. Hamburg, Richter. 8. 80 p.
R. Eder, Nachtrag zu den Bemerkungen über ,, limine neue und
wichtige Art der Brieftaubendressur"; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 57
bis 58. s. auch J. Helfer, ebenda p. 73.
Derselbe, Ueber die P^xportverhältnisse der Geflügelzucht-
Producte; ebenda p. 119.
Derselbe führt einzelne, die Hühnerzucht betreuende Stellen
aus einem alten Werke auf, betitelt: Des curiosen Künstlers Andern
Theils Vierdtes Buch, darinnen von unterschiedlichen Thieren, als
Pferden, Hunden, Geflügel, Vieh, Fisch und Krebsen etc. gehandelt
wird; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 148—149, 164-165.
J. Helfer s. R. Eder.
M.Kaposi, Die schweren asiatischen Hühnerrassen, Cochin,
Brahma und Langshan. Wien, Frank. 8. 32 p.
A. Maar, Illustrirtes Muster -Enten -Buch. Enthaltend das
Gesammte der Zucht und Pflege der domesticirten und der zur
Domestication geeigneten wilden Entenarten. Hamburg; Richter. 4^.
— [In Lieferungen erscheinend.]
G. Meyer, Kalender für Geflügelfreunde. Ein Jahrbuch für
Züchter und Freunde der Geflügel- und Vogelwelt. 6. Jahrgang.
Minden i. W.
M. J. Schuster, Das Huhn im Dienste der Land- und Volks-
wirthschaft, sowie des Sports. 2. Aufl. Rmenau, Schröter 1887. 8".
160 p.
Fr. V. Ulm -Erb ach beschreibt die aus Japan importirten Kampf-
hühner „Chamo"; Mitth. Orn. Ver. Wien 11. p. 49 — 50.
T. B. C. Williams, A Bibliography of the Books relating to
Fancy Pigeons. 8*^. 20 p. [Verlag des Verfassers].
Das illustrirte Muster- Enten -Buch. Mit 40 Tafeln. Hamburg.
J. F. Richter.
134 Ant. Reicheiiow: Bericht über die Leistungen
V. Systematik.
Familie Sylviidae.
L. Stejneger, über die japanischen Drosseln, s. oben S. 109.
Äcanthornis n. g. Typus: AcanUnza magna; W. V. Legge, Proc. R. Soc.
Tasm. 1886. p. 236.
Accentor Kosloivi n. sp. von Alasclian; N. M. Prschvalsky, Journ. Ornith. 35.
p. 277 u. Ibis (5) 5. p. 407. — A. ocularis Radde identisch mit A. fiilvescens Sev. ;
G. Radde, Ornis 1887. p. 486.
Catharus herlepschi n. sp. von West-Ecuador, ähnlich C. fuseater Lafr. ; G. N.
Lavi^rence, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 503, s. auch R. Ridgway, ebenda p. .504.
— C. fumosus n. sp. von Costa Rica und Vei'agua, ähnlich C. mcxicanus (Bp.);
R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 505.
Cyanecula suecica abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 12.
Lusciola böhmi Rchw. wurde in Ugunda, östlich des Tanganjika, nicht in
Mariingu (wie bei der Beschreibung irrthümlich angegeben war) erlegt; Journ.
Ornith. 35. p. 93.
Maryarops albiventris n. sp. von Grenada, West-Lidien; G. N. Lawrence,
Ann. New- York Ac. Sc. 4. p. 23 — 24.
Merula feae n. sp. von Tenasserim, sehr ähnlich M. palliäa; T. Salvador!,
Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova (2) 5. p. 514. — M. suhalaris Leverkühn n. sp.
von Süd-Brasilien, nahe M. nigriceps; H. Seebohm, Proc. Z. S. London p. 557.
Miro albifrons u. australis abgebildet; W. Buller, B. New-Zealand Vol. 1.
Myiomoira macrocepliala u. toitoi abgebildet; ebenda.
Phyllopseustes horeaUs abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 12.
Phyüoscopus lorenzi Sev. n. sp. von der Nordseite des Kaukasus, nahe Ph.
tristis; Th. Lorenz, Beitr. Kenntn. Kaukasus p. 28. T. 2. F. 2. — Ph. nitidus
abgebildet, ebenda T. 2. F. 1.
Polioptila, s. Paridae.
Reyulus satrapa aztecus n. subsp, von Mexico; G. N. Lawrence, Ann. New
York Ac. Sc. 4. p. 66.
RutidUa cairii Gerbe (=: ButiciUa montana Brehm) gute Art, in den Hoch-
alpen heimisch; V. v. Tschusi, Journ. Ornith. 35. p. 216—217. — B. ocJirurus ab-
gebildet; Th. Lorenz, Beitr. Kenntn. Kaukasus T. 5. — E. severzowi n. sp. vom
Altai u. Baikalsee, nahe B. erythrogastra Güld.; Th. Lorenz, Beitr. Kenntn. Kau-
kasus p. 23.
Saxicola isabelUna am 11. Nov. in Cumberland, England, erlegt; H. Saunders,
Proc. Z. S. London p. 579.
Sylvia heinekeni, eingehendere Notizen über diese Form; W. Hartwig;
Zool. Gart. 28. p. 279-282.
Tharrhaleus pallidus n. sp. aus der Nordwest -Mongolei; M. Menzbier, Ibis
(5) 5. p. 299. T. 9.
Turdus celaenops n. sp. von den Idzu- Inseln, Japan, nahe T. ckrysolaus;
L. Stejneger, Science 10. 26. Aug. p. 108 u. Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 484. —
T. erythropleurus n. sp. von Christmas -Island (Indisch. Ocean), nahe T. pelios;
R. B. Sharpe, Proc. Z. S London p. 515. — T. jouyi n. sp. von Japan (Main-Insel),
in der Naturgeschichte der Vögel wählend des Jahres 1887. I 35
nahe T. chrysolaus ; Uebersicht der japanischen Arten der Gattung Turclus;
L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 4—5. — T. pilaris. Brüten in Deutsch-
land und Oesterreich, s. oben Geyer S. 100, Leverkühn S. 99, A. Kotz S. 101.
Familie Timeliidae.
Alcippe peracensis n. sp. von den Perak-Bergen (Malakka), nahe A. pliaeoce-
phala und cinerea; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 439.
Äryya mentalis n. sp. von Soboro, südlich des Victoria Njansa; A. Reichenow,
Journ. Ornith. 35. p. 75.
Calumonastes cinereus n. sp. von Leopoldsville, Kongo; A. Reichenow, Journ.
Ornith. 35. p. 215. — C. fischeri, identisch mit Thamvobia simplex Cnh.; ebenda.
Campylorhynchus castaneus n. sp. von Guatemala und Honduras, ähnlich
C. capistratus (Less.); R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 507.
Cisticola dispar n. sp. von Caconda und Quissange (Benguella), ähnlich
C. aberrans; J. A. de Sousa, Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa 46. p. 98.
Corythocichla leucosticta n. sp. von den Perak-Bergen (Malakka), nahe
C. striata; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 438.
Cratcropus tenebrosus Hartl. abgebildet; Zool. Jahrb. 2. T. 12. F. 4.
Cyphorhinus griseolateralis n. sp. vom unteren Araazonenstrom, nahe C. aal-
vini Sharpe; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 518.
Eremomela mentalis n. sp. vom Kongo; A. Reichenow, Jouni. Ornith. 35. p.215.
Harporhynchus lonyirostris sennetti n. subsp. von Texas; R. Ridgway, Proc.
IT. St. Nat. Mus. 10. p. 506.
Hemiitra nom. nov. pro Uropsila Sei. et Salv. ; R. Ridgway, Proc. U. St.
Nat. Mus. 10. p. 511.
Hcmixus, s. unter Pycnonotidae.
Microcerculus daulias n. sp. von Costa Rica, ähnlich M. philomela Sei.;
R. Ridgway, ebenda p. 508.
Mimus gracilis leucophaens u. subsp. von Mittel -Amerika; R. Ridgway,
ebenda p. 506. — M. maynirostris n. sp. von St. Andreas Island, Caraibische
See; Ch. B. Cory, Auk 4. p. 178.
Minla soror n. sp. von den Perak-Bergen (Malakka), nahe M. castaneiceps ;
R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 439, T. 38, F. 1.
Mixornis montana n. sp. vom Kina Balu, Nord Borneo, nahe M. cagayunensis ;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 449.
Pentholaea baiicis n. sp. von Central-Afrika, sehr nahe J'. dericalis; G. Hart-
laub, Zoo). Jahrb. 2. p. 318. — P. clericalis Hartl. abgebildet; ebenda T. 13.
F. 7 und 8. '
Pomatorhinus ivrayi n. sp. von den Perak-Bergen (Malakka), nahe P. tickelli;
R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 437.
Prinia mollert n. sp. von St. Thomas; J. V. Barboza du Bocage, Jörn. Sc.
Math. Phys. Nat. Lisboa 44. p. 251.
Ptyrticus, Diagnose der Gattung; G. Hartlaub, Zool. Jahrb. 2. p. 314— 315.
— Pt.turdimis Hartl. abgebildet; ebenda T. 11. F. 1.
Rhamphocincliis sanctae-luciae n. sp. von St. Lucia, West-Indien; C. B. Coi'y,
Auk 4. p. 94.
Sphenoeacus punctatus abgebildet; W. Buller, B. New-Zealand Vol. 1.
136 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen
Stachyris horncensis n. sj). vom Kina Bahi, Nord-Bonieo, nahe S. nigrlceps;
K B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 449.
Staphidia everetti n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo , ähnlich St. castanei-
ceps (Moore); R. B. Sharpe, ebenda p. 448.
Sylviella ruficjenis n. sp. vom Kongo; A. Reichenow, Jouru. Ornith. 35. p.215.
Thamnolaea suhrufipennis n. sp. vom Victoria Njansa, nahe Th. cinnamomei-
ventris; A. Reichenow. Journ. Ornith. 35. p. 78.
Tkryojihiliis taenioptera n. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich T. leu-
cotis (Lafr.); R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 518.
Thryothorus heioicki murinus (Hartl.) anzuwenden für T. b. leucogaster Baird;
R. Ridgway, Auk 4. p. 349—350. — Th. herherU Riker n. sp. vom unteren Ama-
zonenstrom, ähnlich T. oyapocensis; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat Mus. 10. p. 516-
— Th. maculipectus canohrunneus n. subsp. von Yucatan u. Th. maculipectus um-
hrinus n. sp. von Guatemala; R. Ridgway, Man. N. Am. B. 1887. p. 552. — 27/..
ruf albus castanonotus n. subsp. von Mittel- Amerika; R. Ridgway, Proc. U. St,
Nat. Mus. 10. p. 508.
Trochalopteron cinereiceps n. sp. von China, nahe T. cineraceum; F. "W.
Styan, Ibis (5) 5. p. 166—168, T. 6. — T. peninsulae n. sp. vou den Perak- Bergen
(Malakka), nahe T. melanosUgma; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 436. T. 37.
— T. prjevalshä n. sp. von der Mongolei und Tangut (Trochalopteron ellioti Prjv.)-
M. Menzbier, Ibis (5) 5. p. 300.
Troglodytes alascensis (Baird) abgebildet; L. M. Turner, Contr. N. H. Alaska,
Birds T. 9. — T. brachyurus n. sp. von Yucatan, nahe T. intermedius ; G. N.
Lawrence, Ann. New- York Ac. Sc. 4. p. 67.
Turdinus albipectus n. sp. von den Stanley-Fällen, Kongo, nahe T. fulvescens
(Cass.); A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 307. — T. canicapillus n. sp. vom
Kina Balu, Nord-Borneo, nahe T. sepiarms; R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 450.
Turnayra craasirostris u. hectori abgebildet; W. Buller, B. New-Zealand Vol. 1.
Familie Paridae.
Äerjithcdus : Uebersicht der Arten; G. Hartlaub, Zool. Jahrb. 2. p. 343—348.
— Aeg. parvulus abgebildet; ebenda T. 12. F. 3.
Certhiparus novae sealandiae; W. Buller, B. New-Zealand Vol. 1.
Leptopoecile elegans u. sp. vom oberen Hoang-ho, südlich des Kukunor-Sees,
und L. obscura n. sp. vom oberen Yangtsekiang; N. M. Prjevslsky, Journ. Orn. 35.
p. 275 u. 277, Ibis (5) 5. p. 402 u. 404.
Mccistura irhyi caucasica n. subsp. vom Kaukasus; Th. Lorenz, Beitr. Kenntn.
Kaukasus p. 60.
Parus atricristatus, Beschreibung des Jugendkleides; G. B. Senne tt, Auk 4.
p. 28. — P. atricristatus castaneifrons n. subsp. und P. bicolor texensis n. subsp.
von Texas; G. B. Sennett, Auk 4. p. 28—30. — P. cypriotes n. sp. von Cypern,
nahe P. aemodius und P. michalowskii; H. E. Dresser, Proc. Z. S. London p. 563.
— P. cinctus obtectus (Cab.) und P. hudsonicus (Forst.) abgebildet ; L. M. Turner,
Contr. N. H. Alaska, Birds T. 10. — P. palustris dresseri n. subsp. von England ;
L. Stejneger, Zoologist (3) 11. p. 379 — 381. — P. stoneyi n. sp. von Nordwest-
Alaschka; R. Ridgway, Man. of North Amer. Birds p. 591.
in der Naturgeschichte rler Vögel während des Jahres 1887. 137
Polioptila caerulea caesiogastcr n. subsi). von den Bahamaiuseln ; R. ßidgway,
Manual North Amer. B. p. 569.
Psaltriparus santaritae. n. sp. von Süd-Arizona, ähnlich P. plumbeus Baird;
R. Rigdway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 697.
Familie Certhiidae.
L. Stejneger, über die Certhiiden von Japan s. oben S. 109.
Certhia familiaris und V. familiaris scandulaca Fall, beschrieben; L. Stej-
neger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 606—611.
Clitonyx cdbicapilla und ochrocephala abgebildet; W. Buller, B. New-Zea-
land Vol. 1.
Sitta syriaca in der Herzegowina brütend; H. v. Kadich, Mitth. Orn. Ver.
Wien 11. p.'41 und 105.
Familie Dacuididae.
L. Stejneger, über die Dicaeinae von Hawai, s. oben S. 115.
Dicaeum monticolum n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, nahe D. celebicum;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 452.
Himatione parva n. sp. von Kauai (Hawai - Archipel) ; L. Stejneger, Proc.
U. St. Nat. Mus. 10. p. 94.
Oreomysa n. g.: „This genus may be characterized as oue of the nine-pri-
maried Dicaeidae (as defined by Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. 10. p. 2) distinguished
by having the nasal fossae partly hidden by antrorse feathers; by the ahcence
of rictal hristles; by the elougated, but otherwise Loxiops-\ike. bill; by the
shortness of the first (ninth) pi'imary which is but slightly longer than the secon-
daries; by the shortness and stoutness of the feet, the tarsus beiug not uiore than
twice the hind toe, without claw. Typus: 0. bairdi n. sp. von Kauai, Hawai-
Archipel; L. Stejneger, Proc. U. St Nat. Mus. 10. p. 98-100.
Psittacirostra psittacea Teva, von Kauai, Beschreibung abweichend gefärbter
Individuen; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 389-390.
Familie Nectariniidae.
Aethopyga wrayi n. sp. von den Perak-Bergen (Malakka), nahe A. sanyuini-
pectus; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 440 T. 38 F. 2.
Arachnothera juliae n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo ; R. B. Sharpe, Ibis
(5) 5, p. 451, T. 14. — A.concolor abgebildet; Midden-Sumatra (J.F.Snelleman) T. 1.
Cinnyris bohndorffi n. sp. von Leopoldsville, Kongo, ähnlich C. vevtiealis;
A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 214. — G. chalybeus in Kamerun ; G. E. Shelley,
Proc. Z. S. London 1887 p. 125. — C. möbii u. sp. von Gross-Comoro, nahe C. notata
Müll.; A. Reichenow, Zool. Anz. 10. p. 370. — C. newtoni n. sp. von St. Thomas,
ähnlich C. hartlaubi; J. V. Barboza du Bocage, Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. No. 44
p. 250.
MeUlestes üiolophus abgebildet; Clould, New-Guinea 23.
Familie Meliphagidae.
Chloropsis flavocinda und Ch. kinabaluensis n. sp. Kina Balu, Nord-Borneo,
erstere nahe Ch. viridimccha, letztere nahe Ch. nüjricollis ; R. B. Sharpe, Ibis
(5) 5. p. 445.
138 Ant. Reich eil ow: Bericht über die Leistungen
Moho braccata, nohilis n.apkalis, Uiiteri^chiede der drei Arten; L. Stejneger,
Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 101.
Myzomela nigrita abgebildet; Gould, New-Guinea 23.
Zosterops angazizae Milue Edw. und Oust. identisch mit Z. liirki Shelley;
A. Milne Edwards u. E. Oustalet; Ann. Sc. Nat. Zool. 7. 2. p. 223. — Z. hovarum
n. sp. von Madagaskar, sehr ähnlich Z. mauritiana; H. B. Tristram, Ibis (5) 5.
p.234— 235. T.ll — Z.melanocephala Gray abgebildet; Proc. Z.S. London T. 14. F.L
— Z. praetermissa n. sp. von Anjuan; Uebersicht der von Madagaskar und den
Mascarenen bekannten Zosterops- Kvt&w : a) Mit grünem Rücken, semiflava, mayot-
tensis, kirki, anjumiensis, madagascariensis, haesitata, curvirostris; b) mit grauem
Rücken, modesta, horhonica, mauritiana, hovarum, praetermissa; C. Tristram,
Ibis (.5) 5. p. 369—371, T. 11. — Z. rendovae abgebildet; Gould, New-Guinea 23.
Familie Pycnonotidae.
Chlorocichla centralis n. sp. von Loeru, Massailand , nahe Ch. flaviventris;
A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 74.
Criniger cldoris abgebildet; Gould, New-Guinea 23.
Hemixus connectens n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, nahe H. cinereus;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 446. — H. sumatranus n. sp. von Sumatra, nahe
H. virescens (Tem.), identisch mit Hypsipetes malaccensis Salvad. nee Blyth;
T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2a) 5. p. 525.
Xenocichla orientalis Hartl. abgebildet; Zool. Jahrb. 2. T. 11. F. 2.
Familie Alaudidae.
Certhilauda duponti var. lusitanica n. subsp. von Portugal; B. du Bocage,
Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa 44. p. 3.
Galerida cristata caucasica n. subsp. von Lagodechi (Kaukasus); L. Tacza-
nowski, Bull. Soc. Zool. France 12. p. 620.
Galerita cristata coreensis n. subsp. von Korea ; L. Taczanowski, Proc. Z. S.
London p. 603.
Mirafra bucolica n. sp. von Central- Afrika; G. Hartlaub, Zool. Jahrb. 2.
p. 327. — M.torrida Shelley vermuthjich identisch mit Alauda fasciolata ^wwA.;
A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 74.
Otocorys telescJw^vi n. sp. von Nord-Tibet; N. M. Prschvalsky, Journ. Orn. 35.
p. 284 u. Ibis (5) 5. p. 416.
Pyrgilauda barbata n. sp. von Nord -Tibet und P. Irinsuensis n. sp. von
Kansuh; N. M. Prschvalsky, Journ. Ornith. 35. p. 282 u. 283 und Ibis (5) 5. p. 412
und 414.
Familie Motacillidae.
Anthus cervinus (Pall.) Winterkleid abgebildet; L. M. Turner, Contr. N. H.
Alaska, Birds T. 9. — A. novae zealandiae abgebildet; W. Buller, B. New-Zea-
land Vol. 1.
Budytes leucocephala n. sp. vom Urungu und Süd- Altai; N. M. Prschvalsky,
Ibis (5) 5. p. 408.
Motacilla ocidaris {ß>vr\\\\\.) alt und jung im Winterkleide abgebildet; L. M.
Turner, Contr. N. H. Alaska, Birds T. 11.
in der Naturgescbichte der Vögel während des Jahres 1887. 139
Familie Mniotiltidae.
Chamaethlypis n. g. Typus: Geothhjpis poliocephala Baird; R. Ridgway,
Manual North Amer. B. p. 525.
Compsothlypis graesoni u. sp. von Socorro; R. Ridgway, Manual North Araer.
B. p. 492.
Dendroica aestiva morcomi n. subsp. und D. dugesi n. sp.; H. E. Iv. Coale,
The Ridgway Ornithological Club of Chicago, Illinois. Bulletin 2. Chicago 1887
p. 82 u. 83. — J). auricapilla Townis. n. sp. von Gross-Caymau, ähnlich B. riifivertex
Ridgw.; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 572. — D. flavida n. sp. von
St. Andrews Island, Caraibische See, ähnlich D. rufivertex; Ch. B. Cory, Auk 4.
p. 179.
Geothhjpis (Chamaethhjpis) palpehralis n. sp. von Südost-Mexico; R. Ridgway,
Manual North Amer. B. p. 526. — G. restricta angeblich n. sp. von den Bahama-
Inseln; s. C. J. Maynard, oben S. 123.
Helminthophila. Die Arten der Gattung, deren Verbreitung und vermuth-
liche zukünftige Verschmelzung; Auk 4. p. 307—310. — H. bachmnni (Aud.) in
Louisiana gefunden; G. N. Lawrence, Auk 4. p. 35 — 37. — H. h. In der Lafresnaye
Collection der Boston Society of Natural History; W. Brewster, ebenda p. 165.
Setophaga flavivertex n. sp. von Nord-Columbien, nahe S. albifrons; 0. Salvin,
Ibis (5) 5. p. 129—130. T. 4.
Familie Tanagridae.
Piranga flammea n. sp. von Tres Marias und P. leucoptera latifasciata n.
subsp. von Costa Rica und Veragua; R. Ridgway, Manual North Amer. B. p. 457.
Pitglus poUogaster scapularis u. subsp. von Süd -Honduras; R. Ridgway,
Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 586.
Scdtatot- fulviventris Lawr. identisch mit S. caerulesccns (Vieill.) juv. ;
H. V. Berlepsch, Journ. Ornith. 35. p. 3.
Spindalis zena townsendi n. subsp. von den Bahama- Inseln; R. Ridgway,
Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 3.
Familie Friugillidae.
Acanthis, Bemerkungen über die Arten der Gattung [Ergänzung zu dem
früheren Artikel; Auk 1884. p. 145J; L. Stejneger, Auk 4. p. 30 — 35, 144 — 145.
Ammodramus australis angeblich n. sp. von den Bahama -Inseln; s. C. J.
Maynard, oben S. 123. — Ä. caudaciitus subvirgatus n. subsp. von Süd-Neu-Braun-
schweig und Prinz Edward-Insel; E. Coues, Auk 4. p. 233.
Burrica n. g. Typus Fringilla mexicanaM.ViW.; R. Ridgway, Manual North
Amer. B. p. 390.
Cardinalis cardinalis yucatanicus n. subsp. von Yucatan ; R. Ridgway, Manual
North Amer. B. p. 443.
Carpodacus mexicanus ruberrimus n. subsp. von Unter-Califoraien ; R. Ridg-
way, ebenda p. 391. — C. rubicilla abgebildet; Th. Lorenz, Beitr. Kenntn. Kau-
kasus T. 1.
Chlorura hyperythra ^ u. $ beschrieben ; R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 453.
Crithagra dorsostriata n. sp. vom Victoria Njansa; A. Reichenow, Journ.
Ornith. 35. p. 72.
140 Ant. Eeichenow: Bericht über die Leistungen
Emheriza castaneiceps Moore identii^ch mit E. (jiyliolii Swinh.; Giglioli und
Salvadori, Proc. Z. S. London p. 583.
Etiethia grandior n. sp. von Old Providence, Caraibische See, ähnlich
E. hicolor ; Aiik 4. p. 245.
Junco hyemalis shufeldti n. subsp. von Neu -Mexico; H. K. Coale, Auk 4.
p. 330-331.
Lcueostide australis, Winterkleid beschrieben; A. W. Anthony, Auk 4.
p. 257— 258. — L. fjriseinucha (Brandt) im Brutkleide abgebildet; L. M. Turner,
Contr. N. H. Alaska, Birds T. 8. — L. roborowskii n. sp. von Tibet; N. M.
Prschvalsky, Journ. Ornith. 35. p. 281 u. Ibis (5) 5. p. 412.
Loxia leucoptera im Jugendkleid abgebildet; L. M. Turner, Oontr. N. H.
Alaska, Birds T. 7.
Passe)- italiae erreicht bei Lugano im Tessin seine Nordgrenze; H. M.
Wallis, Ibis (5) 5. p. 454 — 455. — F. domesticus, Veibreitung in den Vei'eiuigten
Staaten; 0. H. Merriam, Ann. Eep. Departm. Agricult. f. the year 188(3. Mit
Karte. — P. montcwns var. mulacccnsis n. var. ; A. Dubois, Fauna des Vert. de
la Belgique p. 574.
Passerina ])arellina indigotlca u. subsp. von Südwest-Mexico u. P. sumichrasti
n. sp. von Tehuantepek ; R. Ridgway, Manual North Amer. B. p. 447. — P. ver-
sicolor pulchra n. subsp. von Unter-Californien und West-Mexico; ebenda p. 448.
Pkri/fjilus punensis n. sp. vom Titicaca-See, Peru, cähnlich Ph. gaiji (Gerv.);
Beschreibung von P7i. gai/i, formosus und atrkeps: R. RidgAvay, Proc. LT. St. Nat.
Mus. 10. p. 431—435.
Pinicola enudeator Jcadiaka n. subsp. von Alaschka; R. Ridgway, Manual
of North Amer. Birds p. 388.
Plectrophanes nivalis townsendi n. subsp. von Alaschka, Kamtschatka, Pry-
bilof- und Commander-Inseln; ebenda p. 403.
Psittacirostra, s. Dacnididae.
Pyrrhula: Kritische Untersuchungen dei' uordpalearktischen Arten P. Cassini
(Baird), welche identisch ($) ist mit P. cineracea Gab., P. pyrrhula (L.), P. pyrrhula
europaea (VieilL), P. pyrrhula Tiamtschatica (Tacz.), P. griseivenfris Lafr. ; P. kuri-
Ze»s/s Sharpe ; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 103-110. — P. cineracea
pqllida n. subsp. vom Altai und Ussuri; Bemerkungen über die Unterschiede
und Verbreitung von P. orientalis, P. orientalis rosacea, P. Orientalis hurilensis
und P. vulgaris kamtschatica \ H. Seebohm, Ibis (5) 5. p. 100 — 103. — P. Cassini ^
abgebildet; L. M. Turner, Contr. N. H. Alaska, Birds T. 7.
Pyrrhuloxias sinuata bcckhami n. subsp. von Süd-Arizona und Neu -Mexico
und P. sinuata %)eninsidac n. subsp. von Unter-Californien; R. Ridgway, Auk 4.
p. 347.
Spizella monticola von Nord -Labrador und ochracea von Alaschka in allen
Altersstadien zu unterscheiden; R. Ridgway, Auk 4. p. 258.
Sporophila hypoleuca (Lcht), Synonymie ; H. v. Berlepsch, Journ. Ornith. 35. p 8.
Familie Ploceidae.
G. E. Shelley behandelt in einem zweiten Theile seiner Uebersicht der
afrikanischen Ploceiden die LTnterfamilie Ploceinae, umfassend die Gattungen
Sporopipes, Plocepasser, Ploceus (einschliesslich Calyphantria und Symplectes),
Malimbus, Textor und Ämblyospiza. Neu beschrieben sind: Plocepasser propin-
in der Naturgescliichte der Vögel während des Jahres 1887. 141
quatus Oust. und Malimbus rubropersonatus. Ploeeus gurneyi neuer Name für
Sycohius rubriceps Boc. nee Sund., Sharpia ayresi Shelley $ von PI. rubriceps
Sund. Abgebildet: Ploeeus gurneyi und PI. angolensis T. 1, Ploeeus capitälis u.
Malimhus rubropetsonatus T. 2; Ibis (5) 5. p. 1 — 47.
Hubropyga nonnula abgebildet: Zoolog. Jahrb. 2. T. 13. — H. tenerrima n.
sp. von den Stanlej'- Fällen, Kongo, nahe H. atricapilla (Verr.); A. Reichenow,
Journ. Ornith. 35. p. 213.
Histurgops n. g. : Gestalt im allgemeinen wie Textor Tem. — Schnabelform
derjenigen der Gattung Textor gleichend. — Läufe auffallend kurz, kaum so
lang als die Mittelzehe, mit 6 bis 7 Tafeln. — Im Flügel 3. bis 5. Schwinge am
längsten, 2. etwas kürzer als 6., 1. länger als die Handdecken, aber wesentlich
kürzer als bei der Gattung Textor. Typus: H. ruflcauda n. sp. von Werabaere
und Victoria Njausa; A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 67.
Lagonosticta oenochroa Hartl. abgebildet; Zool. Jahrb. 2. T. 13. F. 6.
Malimbus rubropcrsonatus n. sp. von der Goldküste, nahe M.scutatus; G. E.
Shelley, Ibis (5) 5. p. 41 T. 2.
Nigrita arnaudi, Beschreibung von Nest und Eiern; Emin Pascha, Journ.
Ornith. 35. p. 310—311. — N. dorsalis n. sp. vom Victoria Njansa, nahe N. arnaudi
Puch.; A. Reichenow, Jouni. Ornith. 35. p. 72.
Penthetria soror n. sp. von Kawanga am Victoria Njansa, nahe P. macrocerca
(Lcht.); A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 70.
Pitylia stictilaema u. sp. von Leopoldsville, Kongo; A. Reichenow, Journ.
Ornith. 35. p. 213. [identisch mit Pytelia monteiri Hartl. Ref.]
Ploeeus anomnlus n. sp. und PI. bohndorffi n. sp. von den Stanley -Fällen,
Kongo, letztere Art zwischen P. larvatus und textor Gm. stehend ; A. Reichenow
Journ. Ornith. 35. p. 214. — P.dimidiatus^Q\yAi\., Beschreibung des$; A.Reichenovsf,
Journ. Ornith. 35. p. 68. — P. fischeri n. sp. vom Victoria Njansa, hierzu ver-
mutlich P. affinis S.&\xg\. als $; A. Reichenow, ebenda p. 69. — P. gurneyi n.?,T^.
von Benguella (Sycobius rubriceps Boc. nee. Sund.); G. E. Shelley, Ibis (5) 5, p. 17.
T, 1. F. 1. — P. mclanogaster n. sp. vom Kamerungebirge [zu Symplectes ge-
hörig. Ref.]; G. E. Shelley, Proc. Z. S. London p. 126. T. 14. F. 2. ~ P. philippinus,
Beschreibung der Eier; H. E. Barnes, Journ. Bombay N. H. Ser. 1887. p. 105.
Plocepasser propnnqiiatiis Oust. n. sp. vom Somaliland, nahe P. melano-
rhyncJms; G. E. Shelley, Ibis (5) 5. p. 6.
Sitagra pelzelni n. sp. von Central-Afrika ; G. Hartlaub, Zool. Jahrb. 2. p. 343.
T. 14. F. 9, 10.
Symplectes: Monographie der Gattung. 13 Arten werden unterschieden:
Ixersteni, bicolor, chrysogaster, stictifrons, reichenowi, emini, melanotis, nigricollis,
melanoxunthus , ocularius, braehypterus, aurantius und princeps; A. Reichenow,
Zool. Jahrb. 2. p. 625—638. — S. eremobius n. sp. von Central-Afrika, sehr nahe
S. emini; G. Hartlaub, Zool. Jahrb. 2. p. 320; vermuthlich junges (^ von S. me-
lanotis (Guer.); Reichenow, ebenda p. 638. — S. ocularius crocatus abgebildet;
Zool. Jahrb. 2. T. 14. F. 11.
Familie Icteridae.
Agelacus phoeniceus sonoriensis n. subsp. von Nordwest -Mexico, Süd-Cali-
foruien und Arizona; R. Ridgway, Manual of North Amer. Birds p, 370. —
Ä. phoeniceus bryanti n. subsp. von den Bahamas und Süd -Florida; ebenda. —
242 Aiit. Reichenow: Bericht über die Leistaingen
Ä. sclateri n. sp. von Ecuador, ähnlich D. cyano2nis YieiU. u. furhesi Sei.; A. Dubois,
Bull. Mus. Hist. Nat. Belgique p. 1—2. T. 1.
Icterus auratus und sclateri abgebildet: Salvin und Goldman, Biol. Centr,
Amer. T. 33. — I. lawrencii u. sp. von St. Andrews Island , Caraibische See,
ähnlich /. bairdi; Ch. B. Cory, Auk 4. p. 178.
Molothrus rufo- axillaris Cass. identisch mit Icterus brevirostris Lafr. et
d'Orb. ; H. v. Berlepsch, Journ. Ornith. 35. p. 10.
Sturnella mayna iriexpectata n. subsp. von Honduras; R. Ridgway, Proc.
U. St. Nat. Mus. 10. p. 587.
Familie Sturnidae.
Calornis cantoroicles Gray identisch mit C. solomonensis Rams.; Ogilvie-
Grant, Proc. Z. S. London 1887. p. 331.
Lamprocorax minor abgebildet; Gould, New-Guinea 23.
Sturnus caucasicus n. sp. von der Nordseite des Kaukasus; Th. Lorenz, Beitr.
Kenntn. Kaukasus p. 9. T. 5.
Familie Oriolidae.
Oriolus rulncratus n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, nahe 0. sanguino-
lentus; R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 437.
Familie Dicruridae.
Buchanga atra var. fuscipennis n. var. von Gross-Comoro; A. Milne-Edwards
und E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. Zool. (7) 2. p. 225.
Familie Paradiseidae.
Creadion caruneulatus u. cinei-eus abgebildet ; W. Buller, B. New-Zealand Vol. 1.
Drepanornis hruijni, altes Mänuclien beschrieben ; E. Oustalet, Naturaliste 9.
p. 180-182.
Epimaclms macleayanae n. sp. von den Astrolab-Bergen, Neu-Guinea, nahe
E. magnus; E. P. Ramsay, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) 2. p. 239 — 240.
Glaucopis cinerea u. wilsoni abgebildet; W. Buller, B. New-Zealand Vol. 1.
HeteralocJia acutirostris abgebildet; W. Buller, B. New-Zealand Vol. 1.
Parotia latvesi abgebildet; Gould, Birds Neu-Gvüuea 23.
Fhonygama purpureoviolacea abgebildet; Gould, Neu-Guinea 23.
Familie Corvidae.
J^p/^eZocoma cßZtyornica /?2/poZewcM.s u. subsp. von Unter-Californienu.J..^,Vrt«o^t«
n. sp. von Mexico; R. Ridgway, Manual of North Amer. Birds p. 356 u. 357.
Corvus corax princiimlis n. subsp. vom nördlichen Nord- Amerika u. C. ameri-
canus hesperns n. subsp. aus dem Westen der Vereinigten Staaten; R. Ridgway,
ebenda p. 361 u. 362. — C. corone wientalis (Eversm.) in Kamtschatka u. Japan,
nicht C. levaillanti Less. ; L. Stejneger, Pioc. U St. Nat. Mus. 10. p. 320-321. —
C. macrorhynchus levaillanti auf den Liu-Kiu-Inseln ; L. Stejneger, ebenda p. 412.
Cyanocitta argentigula u. yucatanica abgebildet: Salvin und Godman, Biol.
Centr.-Amer. T. 34 u. 35.
Macrocorax woodfordi n. sp. von den Salomon- Inseln; Proc. Z. S. London
p. 332. T. 27.
in der Natui-geschichte der Vögel während des Jahres 1887. 143
Perisoreus canadensis fumifrons abgebildet; H. W. Heushaw, Rep. X. H.
Alaska T. 11.
Picicorvus columbianus auf Alaschka; R. ßidgway, Auk 4. p. 255.
Creadion, Glaucopis u. Heteralocha s. unter Paradiseidae.
Familie Laniidae.
Cracticus rufescens abgebildet; Gould, Neu-Guinea 23.
Cydorhis, Charakteristik der 10 Arten der Gattung, darunter C. atrirostris
n. sp. von Aequatoria; P. L. Sclater, Ibis (5) 5. p. 320—324, T. 10.
Hyloterpe hypoxantha n. sp. vom KinaBalu, Nord-Borneo, am nächsten
verwandt mit H. sulfuriventer und philippinensis ; R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 451.
Laniarms atrocroceus Trimen von A. W. Eriksson am Matlabast - Fluss,
nördlich des Zusammenflusses von Marico und Limpopo gefunden; daselbst auch
L. atrococcineus, R. Trimen, Proc. Z. S. London p. 396. — L. atroflaviis n. sp. vom
Kamerungebirge, nahe L. sublacteus (Cass.); G. E. Shelley, Proc. Z. S. London
p.l24. T.13 — L.cathemagmenus n.s\i. von Loeru, Massailand, nahe L.cruentus'Eihx.;
A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 63.
Lanius giganteus n. sp. vom oberen Hoangho; N. M. Prschvalsky, Journ.
Ornith. 35. p. 280 u. Ibis (5) 5. p. 409. — L. ludovicianus gamheli n. subsp. von
Californien ; R Ridgway, Manual of North Amer. Birds p. 467.
Malaconotus roseus Jard. et Selby bezieht sich auf Ehrenberg's Bryoscopus
cruentatus (Symb. Phys. Taf. 3. F. 2 u. 3.) und ist specifisch von D. cruentatus
(ebenda T. 3. F. 1.) zu sondern ; A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 64.
Pachycephala christophori abgebildet; Gould, Neu-Guinea23.
Telephonus minor n. sp. vom Victoria Njansa und der Wembaere Steppe,
sehr nahe T. trivirgatus; A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 64.
Urolestes aequatorialis n. sp. vom Victoria Njansa und Massailand, nahe
U. mclanoleucus; A. Reichenow, ebenda p. 65.
Vireo caymanensis n. sp von Gross -Cayman; Ch. B. Cory, Auk 4. p. 7. —
V. crassirostris flavescens n. subsp. von den Bahama-Iuseln ; R. Ridgway, Manual
N. Amer. B. p.476. — F. novehoracensis viaynardi n. subsp. von Florida; W.Brewster,
Auk 4. p. 148.
Vireosylvia canescens n. sp. von St. Andrews Island , Caraibische Inseln,
ähnlich F. grandior Ridgw.; Ch. B. Cory, Auk 4. p. 178.
Familie Campophagidae.
Aramides larutensis n. sp. von den Perak- Bergen, Malakka, grössere Form
von Ä. larvatus; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 435.
Chlamydochaera n. g., generi Edoliisoma dicto maxime afflnis, sed primario
primo abbreviato et pictura insignissima et insolita facile distinguenda. Typus:
Ch. jeff'eryi n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo; R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 439.
T. 13.
Gh-aucalus normani n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, sehr ähnlich G. melano-
cephalus; R. B. Sharpe, ebenda p. 438.
Pericrocotus pulcherrimus u. sp. , ähnlich P. igneus, und P. ruhrolimhatus n.
sp. sehr ähnlich P. griseigularis, beide von Tenasserim ; T. Salvadori, Ann. Mus.
Civ. Genova {2a) 5. p. 578. — P. fegimae Stejn. abgebildet; Zeitschr. Ges.Orn.4. T. 2.
144 Ant. Reicheuow: Bericht über die Leistungen
Familie Muscicapidae.
Bradyornis (Bioptrornis) hrunnea n. sp. von Angola; J. Oabanis, Journ.
Ornith. 35. p. 92. — B.microrhyndia n. sp. von Irangi, am Manjara-See, Ost-
Afrika; A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 62.
Butalis pallens \^\'mwi\\\\c\\ n. sp. von der Berings- Insel, wenn nicht i>.
griseisticta Swinh. ; L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat. Mus. 10. p. 144.
Chasiempis dolei n. sp. von Kauai, Ch. ibidis n. sp. u. Ch. ridgwayi n. sp.
von dem Hawai-Archipel, L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10 p. 87—90.
Cryptulopha montis n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, nahe C. castaneiceps
(Moore); E. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 442. — C. schivmieri beschrieben; ebenda
p. 443.
Hemichelidon cinereiceps n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, nahe II. fer-
ruginea; R. B Sharpe, ebenda p. 441.
Niltava oatesi n. sp. von Tenasserim, sehr ähnlich N. sunudrana; T. Sal-
vadori, Ann. Mus. Civ. Geneva (2a) 5. p. 578.
Phaeornis myadestina n. sp. von Kauai (Hawai-Archipel), nahe Ph. ohscura;
L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 90.
PUlogonys cinereus molyhdophanes n. subsp. von Guatemala; R. Ridgwa}-,
Manual North Amer. B. p. 404.
Bkinomyias rufkrissa n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, nahe B. ruficaiida
Sh.; R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 441.
Bhipidura cdhicollis auf Borneo; R. B. Sharpe, ebenda. — Bh flahellifera
n. fuliginosa abgebildet; W. Buller, B. New-Zealand Vol. 1. — Bh. vidua ab-
gebildet; Midden- Sumatra (J. F. Snelleman) T. 2.
Stoparola cervmiventris n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, am nächsten
St. indigo und S. ruficrissa; R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 444.
Familie H i r u n d i n i d a e .
R. B. Sharpe und C. W. Wyatt, A Monograph of the Hirundinidae or
Family of Swallows. London, 4. Th. 5. u. 6 erschienen. Abgebildet: Ätticora
pileata, Cotile rufigiüa u. minor, Hirundo neoxena, Petrochelidon ruficollaris, nigri-
cans, rufujiüa und fulca, Progne ehalyhea, Psalidoprocne antinorii, Tachycinda
leucc/rrhoa u. alhilivea.
H. Seebohm, Frühjahrsmauser der Hirundinidae s. oben S. 111.
Cotile congica n. sp. von Mauyanga, Kongo, sehr ähnlich C. littoj-alis Hempr.
Ehr. ; A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 300. — C. minor Gab. verschieden von
C. liitoralis Hempr. Ehr. , C. shelleyi Sharpe scheint dagegen mit letzterer Art
zusammen zu fallen; ebenda.
Psalidoprocne fuliginosa n. sp. vom Kamerungebirge, nahe P. pctiti; G. E.
Shelley, Proc. Z. S. London p. 123.
Familie E r i o d o r i d a e.
Heterocnemis (?) hypoleuca n. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich H.
albiventris Pelz.; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 523.
Tliamnophilus inornatus n. sp. vom unteren Amazoneustrom, ähnlich T.
murinus Natt. ; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 522. — Th. intermedius
n. sp. von Honduras, ähnlich T. nigricristatas Lawr. ; R. Ridgway, ebenda p. 581.
— Th. rohdii n. sp. von Paraguay, nahe Th. major Yieill.; H. v. Berlepsch, Journ.
Ornith. 35. p. IG. T. 1.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 145
Familie Anabatidae.
Berlepschia n. g. : Most like Pseudocolaptes Rchh. but with wiug more
pointed (first quill louger than fifth instead of shorter than tenth), feet much
weaker (tarsus not longer than bi 11 from frontal feathers), tail-feathers narrower
and more pointed at tips, and coloration very different (type species with lower
parts streaked and spotted with black and white, top of head and bind -neck
black streaked with white, back, scapulars, greater portion of wings, rump, upper
tail-coverts, and tail piain cinnamon-rufous or rusty). Typus: Picolaptes rikeri
Ridgw.; R. Ridgway, Proc, U. St. Xat. Mus. 10. p. 151.
Dendrocincla, Uebersicht der Arten, D. lafresnayei n. sp. vom oberen Ama-
zonenstrom, ähnlich D. oliracea Lawr. , D. rufo-olivacea n. sp. vom imteren
Amazonenstrom, ähnlich D. oliracea, u. D. castanoptera n. sp. vom unteren Ama-
zonenstrom, ähnlich D. merida (Lcht.); R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10.
p. 488—497.
Dendrocolaptes obsoletus n. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich D. certhia
(Bodd.) ; R. Ridgway, ebenda p. 527.
Dendrornls fraterculus n. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich D. siisur-
rans (Jard.); R. Ridgway, ebenda p. 526. — Z). lawrencei n. .sp. vou Panama,
ähnlich D. ocellata (Spix) u. Z). lawrencei costaricensis n. subsp. von Costa Rica
und Nicaragua; R. Ridgway, ebenda p. 509—510.
Dichrosona n. g. Formicariidarum : Similar in structure to My^rmotherula
Sei., but bin longer, with straighter gonys and decided gonydeal angle, tail
relatively shorter, with much uarrower and softer feathers, a broad white band
across the lower back, and tlie two wing-bands vinderlaid by similar bands on
sub- basal portion of secondaries and greater coverts. Type: D. zononota n. sp.
vom unteren Amazonenstrom; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 524.
FJiacdlodomus inarnatus n. sp. von Venezuela, ähnlich P. frontalis; R. Ridg-
way, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 152.
Phlogopsis howmani Riker n. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich P.
nigromaculata (Lafr. et d'Orb.) ; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 524.
Pheymutorhina n. g. Formicariidarum: Similar to Phloyopsis, but differing
very materially in the form of the uostril, which consists of a narrow longitudinal
slit-like opening, overhung by a broad, rather thickened, membrane or opercnlum.
Orbital region entirely naked, the bare space broadly oval, slightly pointed an-
teriorly (about midway of the lores), but rounded posteriorly. Feathers of
pileum lengthened, narrow, decurved, rather stiff, and distinctly individualized,
forming a loose crest when erected; those of the forehead and lores (anterior
half) shorter, straighter and more dense. Tail more than two-thirds as long as
wiug, slightly rounded, the feathers broad and rounded. Wiug about three times
as long as tarsus, much rounded (fifth and sixth quills longest). Tarsus more
than twice as long as bill from nostril, booted. Colors piain. Typus: B. gymnops
n. sp. vom unteren Amazonenstrom; R, Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10, p. 525.
Familie T y r a n n i d a e .
Blacicus martinicensis n. sp. von Martinique, ähnlich B. hrunneicapillus ; Ch.
B. Richardson, Auk 4. p. 96.
Colopteryx inornatiis n. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich C. galeatus
(Bodd.); R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 519.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 1. 10
146 Aut. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Contopus vicinus n. sp. von Swan Island, Caraibische See, ähnlich C. virens;
R. Ridgway, ebenda p. 576.
Elainea flavivertex n. sp. von Araazonia, ähnlich E. gaimardi, u. E. hypo-
spodia n. sp. von Venezuela, nahe verwandt mit E. pagana; P. L. Sclater, Proc.
Z. S. London p. 49.
Empidochanes vireoninus Ridgw. (E. olha [?] Lawr.) identisch mit Ochthoeca
arenacea Sei. et Salv. ; Ibis (5) 5. p. 66.
Empidonax brunneus Ridgw. identisch mit Muscipeta bimaculata d'Oi'b. et
Lafr. , in Südost -Brasilien und Ost- Peru. Auch Empidochanes fuscatus Pelz.
(Ora. Bras. p. 115) scheint auf diese Art sich zu beziehen. In Guiana, Vene-
zuela und Ober Amazouia eine kleinere Form, E. oliva (Muscicapa oliva Bodd.) ;
P. L. Sclater, Ibis (5) 5. p. 64 — 66. — E. ridgwayi n. sp. von Columbien, nahe
E. traiUi; P. L. Sclater, Proc. Z. S. London p. 50.
Euscarthmus apiccdis n. sp von Brasilien, in die Gruppe von E. granadentis
gehörig; P. L. Sclater, Proc. Z. S. London p. 47. T. 9. F. 1.
Leptopogon godmani n. sp. von Ost-Aequatoria, ähnlich L. supercüiaris und
poecüotus; P. L. Sclater, Proc. Z. S. London p. 48. — L. oustaleti n. sp. von
Columbien; ebenda.
Muscisaxicola occipitalis n. sp. vom Titicaca-See, Peru, ähnlich M. rufivertex
d'Orb.; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 430.
Myiarchus brachyurus n. sp. von Nicaragua; R. Ridgway, Manual North
Amer. B. p. 334.
Myiobius subochraceus n. sp. von Bolivien, nahe M. pulcher; P. L. Sclater,
Proc. Z. S. London p. 50.
Myiodynastes audax insolens n. subsp. von Südost -Mexico; R. Ridgway,
Manual North Amer. B. p. 332.
Nuttdllornis n. subg. Typus: Contopus borealis; R. Ridgway, Manual of North
Amer. Birds p. 337.
Octhoeca flaviventris n. sp. von Süd -Amerika, ähnlich 0. gratiosa; G. N.
Lawrence, Ann. New- York Ac. Sc. 4. p. 67.
Ornithion napaeum n. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich 0. pusillmn
(Gab.); R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 520.
Phyllomyias berlepschi n. sp. von Südost- Brasilien, Ph. griseocapilla; P. L.
Sclater, Proc. Z. S. London p. 49.
Pipra: A.v. Pelz ein u. J. v. Madarasz, Monographie der Pipridae oder
Manakin- Vögel. Budapest 1887. Lief. 1. — Abgebildet sind: Piprites pileatus,
chloris, chlorion, tschudü u. griseiceps; Masius chrysopterus u. coi'omdatus.
Pogonotriccus guataquizae n.H]). von West- Aequatoria, ähnlich P. ophthalmicus ;
P. L. Sclater, Proc. Z. S. London p. 48.
Taenioptera holospodia n. sp. von Bolivien; P. L. Sclater, Proc. Z. S. Lon-
don p. 47.
Tyrannulus reguloides u. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich T. elatus
(Lath.); R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 521.
in der Maturgeschicbte der Vögel während des Jahres 1887. 147
raniilie Ampelidae.
Ättila viridescens u. sp. vom unteren Aniazonenstrom, ähnlich Ä. sclateri
Lawr.; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 522.
Carpodectes antoniae Zeledon, Beschreibung des alten $ ; R. Ridgway, Proc.
U. St. Nat. Mus. 10. p. 20.
Cotinga ridgwayi Zeledon n. sp. von der pacifischen Küste von Costa Rica,
ähnlich C. amahilis; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 1—2.
Platypsaris insular is n. sp. von Tres Marias ; R. Ridgway , Manual North
Amer. B. p. 325.
Ordnung Strisores.
R. W. Shufeldt, über Classification der Macroehires; Auk 4. p. 80— 82.
L. Stejueger, Bemerkungen zur Classification der Macroehires; Auk 4.
p. 170—171, s. auch F. A. Lucas ebenda p. 171— 172.
Familie Trochilidae.
H. V. Berlepsch liefert eine kritische Uebersicht der in den sogenannten
Bogota-Collectionen (S.O.-Columbieu) vorkommenden Kolibri-Arten, darunter neu:
Cyanolesbia neJirkorni; Journ. Ornith. 35. p. 313—336.
J. Gould, Supplement to the Troc/wKc^ae, or Humming-ßirds. Pt. 5. Folio.
London 1887. (Herausgegeben von R. B. Sharpe). — Abgebildet; Petasophora
germana, Lampraster hranickii, Heliodoxa xanthogonys , Helianthea osculans,
Bourcieria insectivora, B. traviesi, Thalurania jelsMi, Lophornis pavoninus, Me-
tallura primolina, Adelomyia cervina, Calliphants nigriventris, Amazilia cupreicauda.
Bourcieria assimilis abgebildet; H. v. Berlepsch, Zeitschr. Ges. Ornith. 4.
T. 3. F. 2.
Chaetocercus hurmeisteri n. sp. von Tucuman, nahe C. homhus; P. L. Sclater,
Proc. Z. S. London p. 639.
Chlorostilbon comptus n. sp. von Antioquia, ähnlich Ch. melanwhynchus;
H. V. Berlepsch , Ibis (5) 5, p. 296. — Ch. subfurcatus n. sp. von Brit. Guiana,
ähnlich Ch. prasinus ; ebenda p. 297.
Cyanolesbia nehrhorni n. sp. von Bogota, H. v. Berlepsch, Journ. Ornith. 35.
p. 326 u. Zeitschr. Ges. Ornith. 4. p. 178. T. 3.
Biphlogaena iris buckleyi n. subsp. von Ecuador ; H. v. Berlepsch , Ibis (5)
5. p. 295.
Eulampis jugularis eximius n. subsp. von der Insel Nevis; H. v. Berlepsch,
Ibis (5) 5. p. 294.
Jache taiorencei n. sp. von Tres Marias, nahe J. latirostris ; H. v. Berlepsch,
Ibis (5) 5. p. 292; R. Ridgway, Manual N. Amer. B. p. 320.
Lampornis hendersoni a. sp. von Old Providence, Caraibische Inseln, ähnlich
L.prevosti; Ch. B. Cory, Auk 4. p. 177.
Phaethornis nattereri n. sp. von Matogrosso, nahe Ph. loiiguemarii; H. v. Ber-
lepsch, Ibis (5) 5. p. 289. — Ph. poortmani major identisch mit P. euchlorls (Rchb.) ;
H. V. Berlepsch, Journ. Ornith. 35. p. 336.
Thalurania townsendi n. sp. von Honduras, ähnlich T. columbica (Bourc. et
Muls.); R. Ridgway. Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 590.
10*
148 An t. Reiche now: Bericht über die Leistungen
Familie Cypselidae.
Chaetiira ancliietae n. sp. von Quissange (Bengiiella), ähnlich Ch. Cassini;
J. A. de Sousa, Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa 46. p. 93.
Cypselus niansae n. sp. von Kagehi, Victoria Njansa, nahe C. rüppelli Heugl,;
A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 61.
Hirundinapus Maesii n. sp. von West-Sumatra, nahe H. miäipes; J. Bütti-
kofer, Notes Leyden Mus. 9. p. 40.
Micropus melanoleucus , Beschreibung und biologische Notizen; R. W.
Shufeldt, Ibis (5) 5. p. 151-158, Abbildung T. 5.
Familie Caprimulgidae,
CJioräeiles texensis. Beschreibung des. Tugendkleides; G.B.Sennett,Auk4.p.27.
PJialaenoptilus nitidus n. subsp. von Texas und Arizona; W. BreAVSter,
Auk 4. p. 147. — Ph. nuttalli californicus n. subsp. von Nord-Californien; R. Ridg-
way, Manual of North Amer. Birds p. 588.
Familie Coraciidae.
Calyptomena whiteheadi n. sp. von Nord-Borneo; R. B. Sharpe, Proc. Z. S.
London p. 558.
Psarisomus dcdhousiae Jameson hat Priorität vor Ps. psittacinus (S.Müll.);
R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 453.
Familie Bucerotidae.
Äceros leucostigma vermuthlich n. sp. von Tenasserim, sehr ähnlich A. nepa-
lensis; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2a) 5. p. 516 u. 573.
Familie Picidae.
Centurus santacruzi pauper n. subsp. von Honduras; R. Ridgway, Proc. U.
St. Nat. Mus. 10. p. 582.
Bendropicus tropicalis n. sp. von Leopoldsville, Kongo, sehr ähnlich D.
hempricIU, die Art kommt auch in Ostafrika (Mombassa, Ukamba, vermutlich in
Mossambik) und in Loango und Angola vor; Journ. Ornith. 35. p. 302 — 303. —
D. zanzibari Malh. synonym zu B. hartlaubi, welcher das Kongogebiet und tropische
Ostafrika bewohnt, letztere Art verschieden von B. cardinalis (Gm.), welcher
sich über Südafrika nördlich bis Natal u. Damara verbreitet; ebenda p. 303 -304.
Bryohates villosus maijnardi n. subsp. von den Bahama- Inseln, B. scalaris
sinaloensis n. subsp. von West -Mexico und B. arizonae fraterculus n. subsp. von
Südwest-Mexico, R. Ridgway, Manual North Amer. B. p 282, 285 u. 286.
Gecinus gorii n. sp. von Süd -Afganistan (G. squamatus Swinb. nee Vig.),
ähnlich G. squamatus; E. Hargitt, Ibis (5) 5. p. 75. — G. zarudnoi, neuer Name
für G. flavirostris Menzü. (= G. gorii Hargitt); M. Menzbier, Ibis (5) 5. p. 301.
JyngipicHs kiziiki nigrescens n. subsp. von den Liu-Kiu-Inseln ; H. Seebohm,
Ibis (5) 5. p. 177.
Picus lilfordi und nicht leuconotus im Kaukasus; L. Taczanowski, Bull. Soc.
Zool. France 12. p. 623. — P. noguchii n. sp. von den Liu-Kiu-Inseln; H. See-
bohm, Ibis (5) 5. p. 178-179, T. 7.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 149
PoUopicus ellioti Cass. ^ heschrieben; die Form steht näher dem genns
Dendropicus als Campothera; E. Hargitt, Ibis (5) 5. p. 76. — P. johnstoni n. sp.
vom Karaerungebirge, nahe P. ellioti; Gr. E. Shelley, Proc. Z. S. London p. 122.
Sphyrcqncus thyroideus, Beschreibung eines abweichenden Stückes; R. Ridg-
way, Auk 4. p. 75 — 76.
Tliriponax kcdinoivsJcii u. sp. von Korea; L. Taczanowski, Proc. Z. S. Lon-
don p. 607.
Familie Capitonidae.
Ldgnobucco consobrinus n. sp. von Kibondo, Kongogebiet, nahe L. scolopaceus ;
A. Reichenow, Jouru. Oniith. 35. p. 309.
Pogonorhijnchus massaicus n. sp. von Loeru, Massailand, nahe P. frontatus
Gab.; A. Reichenow, Journ. Ornith, 35. p. .59. — P. senex n. sp. von Ukamba,
Ost- Afrika; A. Reichenow, ebenda p. 59.
Trachyphonus suahelicus n. sp. von Ost -Afrika, Abart von T. cafter;
A. Reichenow, ebenda p. 60.
Familie Trogontidae.
Troyon amhiyuus Gould in Arizona brütend; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat.
Mus. 10. p. 147.
Familie Cuculidae.
CcdliecMhrus leucolophus abgebildet; Gould, New-Guinea 23.
Centropus fischen n. sp. vom Victoria Njansa; A. Reichenow, Joimi.
Ornith. 35. p. 57.
Chrysococcyx cuprens legt in Sperlingsnester; E. Symonds, Ibis (5) 5. p. 328.
Coccyzus americanus occidentalis n. subsp. aus dem AVesten der Vereinigten
Staaten ; R. Ridgway, Manual of North Amer. Birds p. 273. — C. maynardi n. sp.
von den Bahamas u. Florida; ebenda p. 274.
Cuculus stormsi n. sp. vom Tanganjika, ähnlich C. leptodctus Gab.; A. Dabois^
Bull. Mus. Hist. Nat. Belgique p. 3-4, T. 2.
Familie Goliidae.
Colins leucotis. Beschreibung von Nest und Eiern; A. Reichenow, Journ.
Ornith. 35. p. 218.
Familie Musophagidae.
Corythaix reichenowi gehört Ost -Afrika an, C. livimjstoni dagegen aus
schliesslich dem AVesteu ; A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 92.
Musophaga rossae am Victoria Njansa; G. A. Fischer, Journ. Ornith. 35. p. 57.
Ordnung Psittaci.
Agapornis fischeri n. sp. von Ussure, südlich des Victoi'ia Njansa (nach $
beschrieben) und Ä. personata n. .sp. von Seriau, Süd-Massailand ; A. Reichenow,
Joui'n. Ornith. 35. p. 54 und 55.
Chrysotis hodini in British Guiana heimisch ; P. L. Sclater, Ibis (5) 5. p. 318.
Cyclopsitta coccineifrons abgebildet ; Gould, Birds New-Guinea 23.
Geoffroyius timorlaocnsis abgebildet; Gould, Birds New-Guinea Pt. 23.
1^0 Aiit. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Poeocephalus simplex n. sp. von Seriaii, Siifl-Massailand (nach $ beschrieben).
A. Reichenow, Journ. Ornith. 35, p. 55.
PsiUacula. Uehersicht der Arten dieser Gattung (11). Neu: Psiäueula
passerina vivicla n. subsp. von Bahia, P. insularis n. sp. von Tres-Marias-Inseln
(West-Mexico), ähnlich P. cyanopygia, P. exquisita n. sp. von Cartagena, Columbien,
ähnlich P. yuianensis (Sws.), P. deliciosa n. sp. vom unteren Araazonenstrom,
ähnlich P. guianensis (Sws.) ; R. Ridgway, Proc. U. St. Nät. Mus. 10. p. 529—548.
Psittaciis erithacus am Victoria Njansa; G. A. Fischer, Jouni. Ornith. 35. p.56.
Familie Strigidae.
Megascops vermieulatus n. sp. von Costa Rica, ähnlich M. nudipes ; R. Ridg-
way, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 2G7. — 31. hastatus n. sp. von Unter- Cali-
fornien, ähnlich M. brasilianus; ebenda p. 268.
Otus brachyotus auf Island; P. Nielsen, Ornis 1887. p. 157.
Surnia nlula (L.) abgebildet, L. M. Turner, Contr. N. H. Alaska Birds T. 5.
Syrnium ahico. Die grauen i;nd rostfarbenen Spielarten scheinen in der
"Weise sich zu sondern, dass erstere den Laubwald, letztere (stridtda L.) den
Nadelwald bewohnt; E. Ziemer, Monatsschr. Ver. z. Schutze Vogelw. 12. p. 278
bis 280. — fS'. mainyayi, Beschreibung dieser von S. indranl gut unterschiedenen
Art; Notizen über die im British-Museum befindlichen Stücke von S. newarense
und indrani; R. B. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 470—478.
IJlula cinerea lapponica (Retz.) abgebildet; L. M. Turner, Contr. N. H.
Alaska, Birds T. 5.
Familie Falconidae.
Äccipiter rufotibialis n. sp. vom Kina Balu, Nord-Borneo, nahe A. virgatus;
R. B. Sharpe, Ibis (5) 5. p. 437. — A. virgatus; Synonymie ; J. H. Gurney, Ibis
p. 362.
Buteo tachardns var. rufus Radde identisch mit B. mcnctriesi Bogd. ;
G. Radde, Ornis 1887, p. 470.
Circus humbloti Milne Edw. u. Oust. identisch mit C. maillardi var. macro-
sceks; A. Milne Edwards u. E. Oustalet; Ann. Sc. Nat. Zool. (7) 2. p. 217.
Falco babylonicu.s, Unterschiede von F. barbarus; J. H. Guniey, Ibis (5) 5.
p. 158 — 166. — F. punicus $ abgebildet; Ibis (5) 5. T. 8. — F. tinnimciilus.
Beschreibung des Gefieders; F. C. Aplin, Zoologist (3) 11. p. 112 — 113 u. H. T.
Fröre, ebenda p. 154.
Haliaetus letccogaster in China ; F. W. Styan, Ibis (5) 5. p. 232. — H. niger
n. sp. von Korea; P. M. Heude, Naturaliste 9. p. 95.
Neofalco n. g. Typus Falco albigularis Daud. ; R. Ridgway, Manual North
Amer. B. p. 248.
Nisactus fasdatus in China; F. W. Styan, Ibis (5) 5. p. 232.
Pandion ridgioayi angeblich n. sp. von den Bahama-Inseln; s. C. J. Mayuard,
oben S. 123.
Parabuteo miicinctus harrisi, Beschreibung des Jugendkleides; G. B. Sennett
Auk 4. p. 26.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 151
Thalassoa'elus pelagicus abgebildet; L. Stejneger, Proc. Uu. St. Nat. Mu,s. 10.
T. 9. (Holzschnitt).
Urospizias jardinii vermuthlich n. sp. (Hab.?), nahe U. albigularis; J. H.
Gurney, Ibis (5) 5. p. 96. T. 3.
Familie Tetraonidae.
R. Eder beschreibt einen auffallend gefärbten Rackelhahn; Mitth. Orn.
Ver. Wien 11. p. 170.
A. B. Meyer, Unser Auer-, Rackel- und Birkwild und seine Abarten.
Wien 1887. Gross Folio. — 17 Tafeln mit Text, verschiedene Altersforinen,
Spielarten und Bastarde behandelnd. Abbildungen von G. Mützel.
Lagopus lagopus Kopf abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 5.
— li. rupestris; der schwarze Zügelfleck des Winterkleides ändert in der Grösse
nach dem Alter des Individuums; H. Slater, Zoologist |3) 11. p. 423. — L. rupestris
atkhensis (Turner) (J u. $ im Sommerkleid abgebildet; L. M. Turner, Coutr. N.
H. Alaska, Birds T. 3 u. 4. — L. rupestris nelsoni ^ im Frühjahr abgebildet;
H. W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 10.
Tetrao: Ein augenscheinlicher Bastard von Auer- und Rackelhuhn männ-
lichen Geschlechts wird besprochen von A. Fritsch; Mitth. Orn. Ver. Wien 11.
p. 127-128. — T.mlolwsyewiczi abgebildet; Th. Lorenz, Beitr. Kenntn. Kaukasus
T. 3. u. 4. — T. urogallus trägt in der Regel 18, aber auch 19 und 20 Steuer-
federn; Wurm, Zool. Gart. 28. p. 319. — T. urogallus var. uralensis n. subsp. vom
Ural; M. Menzbier, Ibis (5) 5. p. 302.
Familie Perdicidae.
CalUpepla clegans hensoni n. subsp. von Sonora; R. Ridgway, Proc, U. St.
Nat. Mus. 10. p. 148 — 150 u. Forest and Stream 28. No. 6. March 3. 1887.
p. 106. — C. squamata castanogastris , Beschreibung des Jugendkleides; G. B.
Sennett, Auk 4. p. 25.
Colinus nigrogularis segoviensis n. subsp. von Honduras; R. Ridgway, Proc.
U. St. Nat. Mus. 10. p. 593. — C. ridgwayi, Notizen über abweichende Färbung
eines Stückes von den Barboquivari- Bergen; J. A. Allen, Auk 4. p. 74 — 75. —
C. virginianus texanus. Beschreibung des Jugendkleides ; G. B. Sennett, Auk 4. p. 24.
Francolinus fischeri n. sp. von Ussure, südlich des Victoria Njansa, ähnlich
F. hildebrandti Gab.; A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 51.
Peloperdix rubrirostris abgebildet ; Midden-Sumatra (J. F. Suelleman) T. 3.
Pternistes rufojiictus n. sp. von Wembaere, südlich des Victoria Njansa;
A. Reichenow, Journ. Ornith. 35. p. 52.
Familie Phasianidae.
Phasianus colchicus, torquatus, pensicus, principalis, chrysomelas, shawi und
mongolicus, Unterschiede dieser Arten und Verbreitung; H. Seebohm, Ibis (5)
5. p. 168 — 173. — Ph. komarmvi Bogd. identisch mit Ph. principalis Sei.; P. L.
Sclater, Proc. Z. S. London p. 502 u. M. Menzbier, Ibis (5) 5. p. 301.
Familie Cracidae.
Ortalis vetula pallidiventris n. subsp. von Yucatan; R Ridgway, Manual
North Amer. B. p. 209.
152 Aiit. Eeichenow: Bericht über die Leistungen
Familie Tinamidae.
Notkura maculosa, Osteologie; F. A. Lucas, Proc. U. St. Nat. Mus. 10.
p. 157-158.
Ordnung Gyrantes.
L. Stejneger, über die Tauben Japans, s. oben S. 109.
Carjjoghacja whartoni n. sp. von Gbristmas- Island (Lidischer Ocean), nahe
C. aenea; R. ß. Sharpe, Proc. Z. S. London p. 515 T. 43.
Chamaepelia bahamensts angeblich n. sp. von den ßahama- Inseln; siehe
G. J. Maynaitl, oben S. 123.
Columba purpureotincta n. sp. von Brit. Guiana, ähnlich C. nigrirostris Sei.;
R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 594.
ColumhigalUna ^msscrina insularis Towns. n. subsp. von Gross - Cayman ;
R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 574. — C. passerina soco-rromsis n. subsp.
von Socorro ; R. Ridgvv^ay, ebenda p. 586,
Engyptila neoxena n. sp. von St. Andrews Island, Garaibische See, ähnlich
E. collaris; Ch. B. Gory, Auk 4. p. 179. — E. vinaceiventris n. sp. von Honduras,
ähnlich E. rufinucha (Sei. et Salv.); R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 583.
Janthoenas jouyi n. sp. von den Liukiu-Iuseln , ähnlich J. ianthina (Tem.);
L. Stejneger, Amer. Nat. 1887. p. 583. — J. nüens n. sp. von Japan; L. Stejneger,
Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 421.
Ttilopus fasciatus Peale auf Neu-Caledonien ; H. Schalow, Journ. Ornith. 35,
p. 245.
Trcron nasica abgebildet; Midden-Sumatra (J. F. Sjielleman) T. 4.
Turtur stimpsoni u. sp. von den Liukiu-Iuseln, ähnlich T. gelastis Tem.;
L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 399.
Turtur oena malherbii n. sp. von St. Thome; B. du Bocage, Joi'n. St. Math.
Phys. Nat. Lisboa 46. p. 81.
Zcnaida jessieae Riker n. sp. vom unteren Amazonenstrom, ähnlich Z. vinaceo-
rufa Ridgw. ; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 527. — Z. richardsoni
vermuthlich u. sp. von Klein- Gay jnan, Westindien; Ch. B. Gory, Auk 4. p. 7.
Familie Ardeidae.
L. Stejneger, über die japanischen Reiher, s. oben S. 109.
Ardea deaurata Merr. identisch mit Bubidcus coromandus (Bodd.); C. Stej-
nejer, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 309. — Ä. würdemanni Baird , Beschreibung
verschiedener Stücke der Art , auch eines vermutlichen Bastards von A. ivilrde-
manni und A. wardi; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 112—115.
Ardcola prasinoscclcs Swinh. identisch mit A. leticoptera (Bodd.); L. Stej-
neger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 806.
Ardetta luteola vermutlich n. sp. von Japan, sehr nahe A. sinensis; L. Stej-
neger, ebenda p. 290.
Butorides saturatus n. sp. von Swan Island, Garaibische See, ähnlich
C. virescens (L); R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 577.
Demiegretta ringcri n. sp. von Goto u. Liukiu; ähnlich D. jiußdaris; L. Stej-
neger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 300.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. }53
Nannocnus n. subg. Typus: Ardetta eurhythma Swinh.; L. Stejneger, ebenda,
p. 291.
Nyctinassa Steju. uom. nov. für Nyctherodius ; R. Ridgway, Manual of North
Amer. Birds p. 295.
Phoyx n. subgen. Typus: Ardea purpurea; L. Stejneger, Proc. U. St Nat.
Mus. 10 p. 311.
Tigrisoma excellens n. sp. von Honduras; R. Ridgway, Proc. U. St Nat.
Mus. 10. p. 595. — T. marmoratum (Vieill.) von Paraguay artlich unterschieden
von T. fasciatum (Such) aus Brasilien.
Familie Scopidae.
Scopus umbretta, Beschreibung des Horstes ; G. A. Fischer, Journ. Ornith. 35.
p. 49. — S. auch R. Böhm, ebenda p. 227.
Familie Phoenicopteridae.
Phoenicopterus jamesi von Isluga (Chile) beschrieben; C. Rahmer, Journ.
Ornith. 35. p. 160 — 162. — Ph. jamesi, iynipalUatiis und andinus, Abbildungen
der Köpfe; Journ. Ornith. 35. T. 2.
Familie Ibidae.
L. Stejneger bespricht die in Japan heimischen Arten; Nipponia nippon
(Tem.), Ibis propinqua Swinh,, Platalea major u. »tmor Tem. et Schleg.; der auf
Formosa vorkommende, von Swinhoe als P. minor betrachtete Löffler wird unter
Vorbehalt unter dem Namen P. sivinhoei angeführt; Proc. U. St. Nat. Mus,
AV. p. 271—285, T. 10.
Plegadis falcinellus (autumnalis) ist über die östlichen Vereinigten Staaten,
Florida und West -Indien verbreitet, P. (juarauna über den Westen und Süd-
westen Nordamerikas, P. thalassinus ist der jimge Vogel der letzteren Art;
F. C. Browne, Auk 4. p. 97-100.
Familie Tbinocoridae.
Vergl. Kutter über die Eier der Thinocoriden und systematische Stellung
der Gruppe, oben S. 129.
Familie Rallidae.
Euryzona sepiaria n. sp. von den Liukiu-Inseln ; L. Stejneger, Proc. U. St.
Nat. Mus. 10. p. 395-396.
Porphyrie indicus auf Borneo; A. G. Vorderman, Tijdschr. Nederl. Ind. 46.
p. 222.
Porzana alfari n. sp. von Costa Rica (West -Küste), nahe P. albiyidaris ;
Lawr. ; R. Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 111. — P. exilis vayans n. subsp.
von Honduras; R, Ridgway, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 595. — P. phaeopyga
154 Ant. Keichenow: Bericht über die Leistungen
n, sp. von den Liukiu - Inseln , ähnlich P. erythrothorax Tem. et Schi.; L. Stej-
neger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 394.
Ballicula forbesi abgebildet; Gould, New-Guinea 23.
Eallus coryi angeblich n. sp. von den Baharaa- Inseln, s. C. J. Maynard,
oben S. 123.
Familie Otididae.
Otis tetrax, jetziges Vorkommen in Thüringen; Spaunaus, Monatsschr. Ver.
z. Schutze Vogelw. 12. p. 17—19.
Familie Scolopacidae.
Scohpacidae: doppelte Mauser der Schwingen, s. H. Seebohm, oben S. 111.
Gallinago paraguaiae (Vieill.) identisch mit Scolopax frenata III., Lcht.;
H. V. Berlepsch, Journ. Ornith. 35. p. 36.
Himantopus hiudseni n. sp. von Kauai (Haw^ai- Archipel), nahe H. mexi-
canus (Müll.); L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 81. Taf. 6.
Limosa lapponica auf den Faeroerinseln; H. W. Feilden, Zoologist (3) 11.
p. 351.
Numeniiis tahitiensis abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 9.
Tringa acuminata Jugendkleid, T. 3, T. couesi Sommerkleid u. T. maculata
Sommerkleid mit aufgeblasenem Kropf abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H.
Alaska T. 7, 6 und 8.
Scolopax rosenbergi identisch mit S. saturata; die Gattung umfasst somit
vier Arten: minor, saturata, rusticula und rochusseni; H. Seebohm, Ibis (5) 5.
p. 283—285.
Symphemia semipalmata inornata n. subsp. von dem mittleren Nordamerika;
W. Brewster, Auk 4. p. 145.
Familie Charadriidae.
Charadrndae: doppelte Mauser der Schwingen, s. H. Seebohm, oben S. 111.
Aegialitis pyrrhothorax identisch mit Ae. mongola (Pall.); L. Stejneger,
Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 126. T. 7.
Sarciophorus superciliosus (Rchw.) adnlt von Kamerun beschrieben; G. E.
Shelley, Ibis (5) 5. p. 417—419.
Familie Anseridae.
Vergl. A. de Montlezun, oben S. 132.
Chenalopcx imgil n. sp. subfoss. aus den Knochenhöhlen Brasiliens, nahe
Ch. jubata (Spix); 0. AVinge, Fugl. Knoglehuler Bras. 19 ni. Taf.
Philacte cnnagica abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 4.
Familie Anatidae.
Ardonetta fischeri, Kopf abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 5,
Clangula glaucion auf Island; H. Slatei', Zoologist (3) 11. p. 422.
Dendrocygna vagans auf Borneo; A. G. Vorderman, Tijdschr. Nederl. Ind. 46.
p. 222.
in dei" Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1887. 155
Oidemia americana u. perspiciUata, Kopf abgebildet; H. W. Henshaw, Rep.
N. H. Alaska T. 5. — 0. (Melanetta) stejnegeri n. sp. von Kamtschatka; E,. Ridg-
way, Manual North Amer. B. p. 112.
Somatmia v-nigra, Kopf abgebildet; H.W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 5.
Familie Mergidae.
Mergus anatarius Eimbeck, Monographie dieser Bastardform, mit Abbildungen
der Exemplare in Wismar und Braunschweig ; R. Blasius, Mouatsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. 12. p. 377—406.
Familie Pelecanidae.
A. Hume bespricht die Pelikane Indiens; Stray Feath. 10. p. 487—502.
Familie Phalacrocoracidae.
Phalaa-ocorax dilophus cincinatus, Kopf abgebildet; H. W. Henshaw, Rep.
N. H. Alaska T. 2. — Ph. campbelU n. sp. von der Campbell -Insel nahe P/t.
magellanicus ; H. Filhol, Mem. Pass. Venus fl l'ile Campbell 3. Pt. 2. p. 55.
Familie Sternidae.
Sterna hergii auf den Liukiu-Inseln ; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10.
p. 392.
Familie Laridae.
Larus argentatus var. vegae n. subsp. aus der Beringsstrasse ; J. A. Palmen,
Bidrag Sibir. Fogelf. p. 370. — L. schistisagus und affinis, Unterschiede beider
Arten; L. Stejneger, Proc. U. St. Nat. Mus. 10. p. 121—122, Taf. 8.
Bhodostetia rosea Jugendkleid abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H.
Alaska T. 3.
Bissa tridactyla polUcaris, Kopf abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H.
Alaska T. 2.
Familie Procellariidae,
Fulmarus gladdlis rodgersi, Kopf abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H.
Alaska T. 2.
Oceanodroma leiicorhoa macrodactgla n. subsp. von Guadalupe; Bull. Californ.
Ac. Sc. 2. p. 450.
Thalassidroma leucorrhoa Vieill. bei Viborg (Finnland) im Winter erlegt;
J. Palmen, Journ. Ornith. 35. p. 99. — Brütet auf den Dezertas bei Madeira;
W. Hartwig, ebenda.
Familie Colymbidae.
Colymbus septentrionalis in Irland brütend; R. J. Ussher, Zoologist p. 27.
Fodiceps occidentalis Lawr. (?), Beschreibung des Paarungskleides; H. B.
Tristram, Ibis (5) 5. p. 98-99, s. auch p. 258 — 259. Vergl. auch R. Ridgway,
ebenda p. 361—362. — P. tricolar auf Borneo ; A. G. Vorderman, Tijdschr. Nederl.
Ind. 46. p. 222.
^56 Auf. Reichenow: Bericht über die Leistungen etc.
Familie Alcidae.
Vergl. R. W. Sluifeldt, oben S. 96.
Brachyrhamphus kittUtzi Sommerkleid abgebildet; H. W. Henshaw, Rep.
N. H. Alaska T. 1; im Winterkleide abgebildet; L. M. Turner, Coutr. N. H.
Alaska, Birds T. 2.
Fratercula corniculata, Kopf abgebildet ; H.W. Henshaw, Rep. N .H. Alaska T. 2.
Lunda cirrhata, Kopf abgebildet; H. W. Henshaw, Rep. N. H. Alaska T. 2.
Simorhynchus jjyf/maeHs (Gm.) abgebildet im Brutkleide; L. M. Turner,
Contr. N. H. Alaska, Birds, T. 1.
Familie Spheniscidae.
Vergl. oben M. v. Menzbier, S. 95.
Ordnung Brevipennes.
Vergl. W. A. Haswell, oben S. 1. und R. S. Wray, S. 97.
Bericht
über
die Leistungen in der Herpetologie während
des Jahres 1887.
Vou
Dr. Oskar Boettg-er
in Frankfurt am Maiu.
Reptilia.
Literatur. Ein Zool. Jahresbericht [vergl. Ber. f. 1886 pag. 137]
wurde von der Zool. Station in Neapel im Laufe des Jahres 1887
nicht ausgegeben. Den Bericht für F. E. Beddard's Zool. Record for
1886, London 8": Bd. 23 des Record of Zool. Literature (ReptiHa
pag. 1 — 19, Batrachia pag. 19 — 24) lieferte wie in früheren Jahren
G. A. Boulenger. Letzterer gibt darin zahlreiche synonymische
Bemerkungen, die Ref. schon im vorjährigen Bericht benutzen konnte.
Geschiebe, Sage. G. A. Erdmann gibt pag. 16 — 17 Notizen
über die Kenntniss des Rhabanus Maurus von BmiUscvs, C/taniaeleon
und Vipera. Geschichte der Entwicklung und Methodik der biolog.
Naturwissenschaften. Cassel und Berlin 1887, Th. Fischer. 8'^. 200 pag.
W. E. Hoyle, Contributions to a bibHography of the Sea
Serpent. Proc. Roy. Phys. Soc. Edinburgh Bd. 9 pag. 202 — 205.
Eine Bemerkung über T. N. Gill's und R. A. Proctor's Artikel
über die Seeschlange bringt E. D. Cope. Amer. Naturalist Bd. 21
pag. 463.
Museen. W. H. Flower, A General Guide to the British
Museum (Nat. Hist.), London 1887. 55 pag. with plans and view of
building. Ist ein für jeden Besucher des British Museums nützHcher
Führer; kurze Notizen über die Reptilgallerie finden sich auf pag. 34,
über die fossilen Reptilien auf pag. 42 und über die wichtigsten
Publicationen des Instituts auf pag. 51 — 55. — Ref. in Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 19 pag. 391—392.
Ein von A. Günther und G. A. Boulenger zusammengestellter
ausgezeichneter Führer für die neuen Localitäten des British Mu-
158 D''- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
seums bringt auf pag. 1 — 30 Notizen über die Aufstellung der
Reptilien. Bemerkenswerthe Einzelheiten mögen etwa folgende sein.
Bekannt sind 25 Arten von lebenden Crocodiliern; Crocodilus porosus
wird 30' lang, Gavialis gangeticus 20'; Alligator sclerops gebt südlich
bis zum 32*^ S. Br. Hatteria wird kaum 2' lang; ebensogross ist
Heloderma. Die Tupinambü- Arten erreichen Längen von 4', Iguana
5, Chlamydosmirifs (mit sehr charakteristischer Abbildung!) 2.
Pythoniden und Beiden werden als zwei distincte Familien auf-
gefasst; erstere besitzen Intermaxillarzähne , die letzteren fehlen.
Boa murina wird 29 ' lang und ist die grösste bekannte Schlangen-
art. Acrochordus erreicht 8' Länge, Oplüophagus 13'. Sphargis
wird über 6' lang und ist die grösste lebende Schildkröte. Chelydra
temminchi wird als die grösste Süsswasserschildkröte bezeichnet.
Guide to the Galleries of Reptiles and Fishes in the Department of
Zoology of the British Museum (N. H.). London 1887. 119 pag.,
101 Figg., 1 Plan. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag.
391—392.
Mittheilungen über die neu aufgestellten Knochenreste aus der
Maestrichter Kreide im Kgl. Museum zu Brüssel bringt E. Dupont.
Bull. Acad. Roy. Sc. Belg. (3) Bd. 13 pag. 706—711.
In einem Fünften Nachtrage [vergl. Ber. f. 1885 pag. 235] zum
Katalog der herpetologischen Sammlung des Baseler Museums
berichtet F. Müller über die Zunahme der dortigen Collection um
72 Eidechsen, 62 Schlangen, 2 Krokodile und 12 Schildkröten, sodass
sie in Summa jetzt 509 Eidechsen, 565 Schlangen, 10 Krokodile und
69 Schildkrötenarten zählt. Die sehr zahlreichen faunistischen und
systematischen Bemerkungen, die Verf. einstreut, sind unten namhaft
gemacht. Verb. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 240—296, Taf. 1—3.
Ueber Einrichtung und Thierbestand der Franke'schen Freiland -
Vivarien für ReptiHen und Batrachier in Stoetteritz und im Zool.
Institut der Universität zu Leipzig macht E. Friedel Mittheilungen.
Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 361 — 367.
Nach F. V. Hauer 's Jahresbericht für 1886 pag. 14 [vergl. Ber.
f. 1886 pag. 138] wurde bei den Standgläsern für Kriechthiere im
neuen Wiener Museum die Hinterseite durch schwarzen oder weissen
Anstrich undurchsichtig gemacht. Der Zuwachs an Arten pag. 27
betrug in 1886 100, an Exemplaren 200. Ann. k. k. Nat. Hof- Mus.
Wien Bd. 2 pag. 1 — 70.
Nach einer Notiz L. v. Heyden's besteht die centralasiatische
herpetologische Ausbeute N. M. Prshewalsky's in 50 Arten mit
1199 Exemplaren. Sie ist im März des Jahres in den Räumen der
Ksl. Russ. Akad. d. Wiss. in St. Petersburg ausgestellt gewesen. Zool.
Garten 28. Jahrg. pag. 213.
Technische Hilfsmittel, Methoden. Bl. Wrasse berichtet
über eine neue Methode Reptilien in der Weise auszustopfen, dass
sie ihre natürliche Farbe behalten. Die Objecte werden mit Firniss
überzogen, dann erst ausgenommen, die Haut innen mit Sublimat ge-
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 159
tränkt, dann mit Sand oder Korkspähnen gefüllt, im Dunklen ge-
trocknet und nach drei Monaten gestopft. Die Pupillen der künst-
lichen Augen sind von dem Praeparator stets selbst zu malen. Zool.
Anzeiger 10. Jahrg. pag. 175 — 176.
Eine Bezugsquelle für Wachsmodelle des Gehirns von Alligator
mnississippensis und Rana esculenta (Fig. 4) theilt R. Wiedersheim
mit. Anat. Anzeiger 2. Jahrg. pag. 322 — 323, 4 Figg.
G. V. Ciaccio u. G. Campari empfehlen als Entfärbungsmittel
für Pigmentzellen im Bindegewebe der Reptilien und Batrachier freies
Chlor enthaltendes Natriumhypochlorid. Mem. R. Accad. Sc. Istit.
Bologna (4) Bd. 7 und Journ. de Microgr. Bd. 11 pag. 154 — 155.
Werke allgemeineren Inhalts. Von Bronn's Klassen und Ord-
nungen des Thierreichs Bd. 6, Abth. 3: Reptilien, bearbeitet von
C. K. Hoffmann, erschien in 1887 nur die Lieferung 56 mit
pag. 1777 — 1824. Sie enthält den Rest des systematischen Theües,
der die Classification und die geographische Verbreitung bringt, so-
wie einen palaeontologischen und den Anfang des biologischen Theiles
der Schlangen. Leipzig u. Heidelberg, C. F. Winter, 8**.
A. E. Brehm, Merveilles de la Nature: Les Reptiles et les
Batraciens. Edit. frang. par E. Sauvage. Paris, J. B. Bailliere et fils,
40. 734 pag., Figg., Taf.
Von 0. Hertwig's Lehrbuch der Entwicklungsgeschichte des
Menschen und der Wirbelthiere erschien die IL Abth. (Organogenese)
mit 304 pag. und 175 Figg., sowie in neuer Auflage die I. Abth. mit
129 Figg. und 2 Taf. Jena 1887, G. Fischer. — Ref. in Nature
Bd. 37 pag. 506—507.
J. Schweri, Unsere freilebenden Wirbelthiere (Säugethiere,
Vögel und Reptilien) nach ihrem Nutzen und Schaden betrachtet,
Zürich 1887, 8«.
In A. Larbaletrier's Les Animaux utiles ä l'Agriculture, aux
Forets, aux Jardins, aux Vignes. Paris 1887, 12'^ sind ganz kurz
auch Reptilien und Batrachier behandelt.
Allgemein Anatomisches. Mittheilungen über die morpholo-
gischen Beziehungen der Säugethiere zu den Ichthyopsiden und
Sauropsiden macht T. Shore in Journ. of. Anat. and Phys. Bd. 21
pag. 362 — 373 und der Vögel zu den Reptilien und Batrachiern
W. K. Parker in Proc. Roy. Soc. London Bd. 42 p. 52—58. — Ref.
in Nature Bd. 35 pag. 331—333.
J. F. van Bemmelen hat Untersuchungen über die Halsgegend
der Reptilien angestellt. Der Bau der Thymus, des Arteriensystems,
der Thyrioidea und des Nervus vagus von Ilatteria entspricht voll-
ständig dem der typischen Saurier und insbesondere dem der
Geckoniden. Verf. fand überdies bei allen untersuchten Eidechsen
zwei Paar Schilddrüsen-Arterien. Der Nachweis eines frühzeitig
obliterierenden fünften Aortenbogens zwischen eigentlicher Aorta und
PulmonaKs bei den Reptilien erhöht die Uebereinstimmung des
IQQ Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Aortensystems dieser Gruppe mit dem der Batrachier. Die Monitoren
weichen in Bau und Lage des Herzens, der Lungen und der grossen Ge-
fässe von andern Sauriern erheblich ab, was auch an den Carotiden
erläutert wird. Die unpaaren Carotidenstämme der Varaniden,
Crocodilier und Schlangen sind auf drei verschiedene Weisen ent-
standen. Ein Schlusswort wendet sich gegen eine Kritik Fritsch's
[vergl. Ber. f. 1886 pag. 150]. Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 88—96
und Bijdr. Dierk. Amsterdam 16. Ali. (1888) pag. 99—146, 2 Taf.
Sceletsystem. 0. Koestlin, Der Bau des knöchernen Kopfes
in den vier Klassen der Wirbelthiere. Stuttgart 1884.
Vergleichende LIntersuchungen über die Lage und die Funktion des
Jochbeins und der Flügelbein-Fortsätze in der Wirbelthierreihe hat
A, Lavocat angestellt [vergl. Ber. f. 1885 pag. 238]. Er bespricht
kurz, ohne Neues zu bringen, die Verhältnisse einerseits bei den
niederen und höheren Batrachiern, Schlangen und Eidechsen, anderer-
seits bei den Krokodilen und Schildkröten. Compt. Rend, Acad.
Paris Bd. 104 pag. 303—305.
Weitere Notizen über die Homologieen des Opisthoticum,
Squamosale und Supratemporale bei Reptilien und Stegocephalen
[vergl. Ber. f. 1886 pag. 233] bringt G. Baur. Anat. Anzeiger 2. Jahrg.
pag. 657 — 658.
A. Lavocat, Appareil temporo - susmaxillaire des animaux
vertebres. Toulouse 1887, Douladoure-Privat, 8*^.
Betr. der Homologieen des Unterkiefergelenks und der Gehör-
knöchelchen bei Sphenodo?i, Uromastix u. s. w. vergl. auch G. Baur 's
Arbeit über das Quadratum der Säugethiere. Biol. Centr.-Bl. Bd. 7
pag. 648—658.
In seiner Arbeit über die Condylen des Hinterhaupts bespricht
C. Strecker pag. 303 — 308 vergleichend Bau und Funktion der
Condylen bei den wichtigsten Gattungen der Reptihen und Batrachier,
pag. 324 — 325 die Entwicklung der Condylen. Arch. f. Anat. u. Phys.,
Anat. Abth. 1887 pag. 301—338.
Eine eingehende vergleichende Darstellung des Visceralscelets und
seiner Musculatur bei den einheimischen Reptilien und Batrachiern
bringt F.Walter. Untersucht und abgebildet wird der Zungenbein-
apparat von Salamandra, MoJge, Rana, Bufo, Hyla und Bombinator,
sovfie von Eni i/s, Laeerta, Angitis, Oi>]iis(wnis,Tropidonotus, CoroneUa
und Vipern. Das Visceralscelet zeigt nach dem Verf. in seiner
phylogenetischen Entwicklung den Uebergang von einem aus mehreren
gleichwerthigen Gliedern bestehenden Organ zu einem einfacheren,
hauptsächhch aus zwei Theilen, dem Körper und einem Bogenpaar,
zusammengesetzten Organ, ohne dass deswegen die weniger entwickelten
Bogenpaare völHg verschwinden. Die Musculatur des Visceralscelets
aber ist eine eigenthümHche Modification der Längsmuskeln an der
ventralen Körperseite, hervorgerufen durch die Einschaltung des
Zungenbeinapparates in diese Muskeln. Jena. Zeitschr. f. Natur-
in der Herpetologie während des Jahres 1887 161
wiss. Bd. 21 pag. 1 — 45, Taf. 1 — 4. — Auch separat: Jena 1887,
G. Fischer, 8 ».
G. Baur macht Mittheikingen über die Morphologie der Rippen
auch der Batrachier und der ReptiHen. Die für uns wichtigsten
Resultate der Untersuchung sind, dass alle Rippen intervertebral und
ursprünglich einkopfig sind und sich mit wolentwickelten Intercentren
verbinden, und dass alle übrigen Rippenformen auf einköpfige Rippen
zurückgeführt werden können. Zum Schluss macht Verf. Bemerkungen
über die Nomenclatur der Wirbelelemente. Amer. Naturalist Bd. 21
pag. 942—945. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1888 II pag. 309—310.
C. Emery bespricht in einer Mittheilung über die Beziehungen
des Chiropterygiums zum Ichthyopterygium beiläufig auch die Homo-
logieen des Vordergliedmaassenscelets bei Urodelen, Cheloniern und
Sanranodon und des Hintergliedmaassenscelets bei Iclitliyosaurus und
vergleicht zur Stütze seiner crossopterygialen Hypothese namentlich
die Anlage des Extremitätenscelets eines Molches mit dem des
ProtoptervH. Schematisch abgebildet werden die Gliedmaassen von
Sauranodon disciis Mrsh. , Molge und Ranidens Sibiriens. Zool. An-
zeiger 10. Jahrg. pag. 185 — 189, 5 Figg.
Interessant in der Zusammenfassung und Verknüpfung der That-
sachen, aber für die uns beschäftigenden Thierklassen nichts wesent-
lich Neues bringend sind K. Bardeleben's vergleichend-morpholo-
gische Studien über Hand und Fuss. Tagebl. 59. Vers. Naturf. u.
Aerzte Berlin pag. 96. — Ref. in Naturforscher 20. Jahrg. pag. 104 — 106.
In einer Notiz über vergleichende Morphologie der Bewegungs-
organe bemerkt Durand de Gros, dass die Schildkröten in dieser
Hinsicht eine intermediäre Stellung einnähmen zmschen der primitiven
Stellung der Ichthyosaurier und der endgültigen der Säugethiere.
Compt. Rend. Acad. Paris Bd. 105 pag. 682—684.
Muskelsystem. In seiner Mittheilung über die Dauer der
Lebensfähigkeit, resp. Contractionsfähigkeit von Muskelfasern im aus-
geschnittenen Muskel berücksichtigt Ch. Rouget auch Schlange,
Eidechse und Frosch. Ebenda Bd. 104 pag. 1017 — 1020. — Ref. in
Journ. Roy. Micr. Soc. 1887 pag. 372—373.
Betr. Musculatur des Visceralscelets s. oben Walter pag. 160.
Nervensystem. M. A. Schulgin, Ueber den Bau des Cerebro-
spinalsystems der ReptiHen und Batrachier. Mem. (Sapiski) Soc. Nat.
Nouv.-Russie Odessa Bd. 9 pag. 149 — 229, 3 Taf. (russ.). Auch
separat: Strojenje tserebrospinalnoj systemy amfibii i reptilji. Odessa
1887, 8 0. 95 pag.
Mittheilungen über die vorderen Gehirncommissuren von Lacerta,
Tropidonotus, Rana und MoJge bringt G. Bellonci. Er kommt zu
dem Schlüsse , dass , wenn auch nach Osborn [vergl. Ber. f. 1 886
pag. 143] der obere Strang dem Corpus callosum der Säugethiere
homolog ist, dieser doch keine blosse Quercommissur darstellt, sondern
vielmehr ein recht complicirtes System, das in directer Beziehung
Artb. f. NatuigescU. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 1. 11
IQ2 ^^'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
zu dem Lobus olfactorius steht und in dem eine vielfache Kreuzung
von Fasern stattfindet. Rendic. R. Accad. Sc. Istit. Bologna 1886/87
pag. 33—35 und Mem. (4) Bd. 8 pag. 49—56, 1 Taf.
Notizen über den Torus longitudinalis im Mittelhirn von Reptilien
und Batrachiern und im Besonderen von Chelone und AUigcdor bringt
H. Rabl-Rückhard. Anat. Anzeiger 2. Jahrg. pag. 549 — 551.
L. Edinger wies an Reptilien nach, dass aus dem Corpus stri-
atum ein kräftiges Faserbündel entspringt, das, caudalwärts ziehend,
sich in einen feinfaserigen Theil, der bis ins verlängerte Mark ver-
folgt werden konnte, und in einen grobfaserigen spaltet, der sich
zum vorderen grossen Thalamusganglion wendet. Weiter sah Verf.
eine kräftige Wurzel zum Nervus opticus aus einem Ganglion an
der Hirnbasis zwischen Tuber cinereum und Oculomotoriusaustritt.
Dies Ganglion hängt durch einen Faserzug mit dem Ganglion
habenulae zusammen, aus dem der Sehnerv für das Parietalauge
stammt. Deutsche Medic. Wochenschr. 1887 No. 26, Neurolog. Centr.-
Bl. 1887 pag. 334—335 und Journ. Nerv, and Ment. Disease Bd. 14,
Nov./Dec. 1887.
Ueber die Verbindung der sensiblen Nerven mit dem Zwischen-
hirn hat derselbe beim jungen Salamander und Triton, beim Frosch
und bei der jungen Blindschleiche und Schildkröte Untersuchungen
angestellt. Verf. combiniert das Studium der Markscheiden -Ent-
wicklung mit dem Studium des Centralnervensystems und weist
eine gekreuzte Verbindung der sensorischen Kerne mit dem Zwischen-
hirn nach. Die Kerne der sensiblen Nerven sind nämlich ganz in
derselben Weise wie die Kerne der Hinterstränge durch Bogenfasern
mit höher gelegenen Centren der gekreuzten Seite verbunden. Dieser
Faserzug, der identisch ist mit einem Theil dessen, was man beim
Menschen als Schleife bezeichnet, wird vom Verf. centrale sensorische
Bahn genannt. Anat. Anzeiger 2. Jahrg. pag. 145 — 153, 5 Figg.
Notizen über Nervus trigeminus, facialis und acusticus der
Reptilien bringt E. Beraneck. Recueil Zool. Suisse Bd. 4 und
Bull. Soc. Sc. Nat. Neuchätel Bd. 15, 1884—86 pag. 229.
In ,, Beiträgen zur Histologie der peripheren Ganglien" hat
A. Gitiss bei Reptilien wie beim Frosche zwei Formen von Nerven-
zellen in den Spinalganglien gefunden, die sich gegen Färbemittel
ungleich verhalten. Mitth. Nat. Ges. Bern f. 1887 pag. 24 — 39; auch
separat: Diss. Inaug.
Eine Notiz über den feineren Bau der Knöpfchen oder End-
kölbchen der sogen, doldenförmigen Nervenendigungen an den
motorischen Nerven im Muskel von Schlangen und Eidechsen bringt
Ch. Rouget. Compt. Rend. Acad. Paris Bd. 105 pag. 173—175.
Sinnesorgane. E. L. Bouvier gibt im Wesentlichen nach
Spencer [vergl. Ber. f. 1886 pag. 145] eine Darstellung des Baues
und der Bedeutung der Epiphyse als des Rudimentes eines unpaaren
Auges. Pineale Perforation des Schädels ist zu beobachten bei
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 163
Varanus, Hatteria, Cydoclus, Chamaeleon, Calotes, Seps und Liodora;
die Durchbohrimg fehlt bei (recho, Gerat ophora und Ameiva. Die
erstgenannten können wieder je nach der Form und Lage der
Epiphyse in vier Gruppen getheilt werden. Bei den Batrachiern
kommt ebenfalls Perforation (Anuren) vor, oder sie bleibt rudimentär
(Gaudaten); bei jungen Batrachiern ist die Epiphyse sehr ähnlich
der pigmentierten Retina des Larvenauges der Tunicaten. Le
Naturaiiste 9. Jahrg. pag. 77 — 79, 13 Figg.
D. E. Beraneck hat weitere embryologische Untersuchungen
am Parietalauge der Reptilien, und zwar speciell an Lacerta agilis
und A/iguis fragilü gemacht. Das Parietalauge der Eidechsen ist
infolge einer secundären Anpassung der Epiphyse entstanden, welche
nur bei einzelnen Gruppen von Wirbelthieren eintrat. Es ist also
ein abgeleitetes, kein primäres Organ. Es ist dem larvalen Auge
der Tunicaten nicht homolog, und wahrscheinlich entspricht es eben-
sowenig der Zirbeldrüse der übrigen Vertebraten. Es ist ein im
Verschwinden begriftenes Organ, das bei AnyuiH, wenigstens beim
ei"wachsenen Thiere, nicht mehr mit der Epiphyse in Verbindung steht.
Auf embryonalen Entwicklungsstadien aber existiert ein Strang,
welcher dem Basaltheil der Zirbel entlang verläuft und an der Aussen-
seite der Retina endigt. Dieser Strang ist wahrscheinlich ein rudimen-
tärer Augennerv. Das Parietalauge kann nach Morphologie und Ent-
wicklung nicht mit den Augen der wirbellosen Thiere verglichen
werden. Die paarigen Augen der Wirbelthiere sind wahrscheinlich
ältere, ursprünglichere Organe als das unpaare Auge. Die Zirbel-
drüse ist bei den meisten Wirbelthieren nie zu einem Sehwerkzeug
differenziert gewesen und lässt sich nicht einfach als ein degeneriertes
Auge betrachten. Jena. Zeitschr. f. Naturw, Bd. 21 pag. 374 — 410,
Taf. 22 — 23.
Ein IL und IIL Theil der eingehenden kritischen Mittheilungen
Gh. Julin's über die morphologische Bedeutung der Epiphyse bei
den Wirbelthieren handelt von der Zirbeldrüse der Batrachier und
der der Reptilien. Bull. Scientif. du Nord, Lille (2) Bd. 10 pag. 54—65
und 81 — 141, Taf. 1—3.
A. Ostroumoff untersuchte das Parietalorgan an zahlreichen
Eidechsenarten und an Rana. Es fehlte nur bei (Tymnodactylus;
bei Stellio war es äusserlich durch die Schuppen der Umgebung
markiert. Es liegt im Foramen parietale des Schädeldachs. Be-
sonders eingehend wird der Bau desselben bei l^hrynocephcdus be-
schrieben. Zur Frage über das dritte Auge der Wirbelthiere.
96. Beilage z. d. Protok. d. Nat. Ges. Kasan. Kasan 1887, 8*^.
pag. 1 — 13 (russ.).
P. Francotte hat die Entwicklung der Epiphyse bei Anguis
und Lacerta muralis von dem Augenblick an verfolgt, wo dieselbe
am Dach des Thalamencephalon entsteht, bis zur völligen Entwicklung
zum Zirbelauge. Er sah die Epiphysenausfüllung sich nach oben
und vorn verlängern und mit dem verdickten distalen Ende sich mit
11*
1()4 I^'"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
der Epidermis verbinden. Der distale Theil schnürt sich dann ab
und bildet eine Blase, ans der durch Differenzierung Linse und
Retina hervorgehen. Aus einer Zellgruppe unterhalb der Augen-
blase entsteht ein Nerv, der von dem Stiel ausgeht und sich in der
Retina ausbreitet. Dieser Nerv degeneriert alsdann und verschmndet
spurlos. Den Schluss bilden Beobachtungen über den Plexus choroi'des.
Bull. Acad. Roy. Belg. (8) Bd. 14 pag. 810—840, 1 Taf. — Ref. in
Nature Bd. 37 pag. 478.
Auch C. Kupf fer macht Mittheilungen über die Zirbeldrüse des
Gehirns als des Rudimentes eines unpaarigen Auges. München.
Med. Wochenschr. Jahrg. 34 pag. 205 — 206.
Ebenso macht A. v. Koelliker kurze geschichtliche Bemerkungen
über das Scheitelauge. Ebenda pag. 210 — 211 und Sitz.-Ber. Phys.-
Med. Ges. Würzburg pag. 51 — 53.
F. Leydig hält die Deutung des Parietalorgans als eines dritten
Auges für nicht völlig zutreffend und zieht vor, das Gebilde zwar
ein augenähnliches Organ zu nennen, aber zu den Hautsinnesorganen
zu stellen, was mit mehrfachen Gründen belegt wird. Zool. Anzeiger
10. Jahrg. pag. 534— 539.
Nach J. Beard ist das Parietalauge von Anciuis in Grösse
und Deutlichkeit variabel. Nature Bd. 36 pag. 340.
G. Fetterolf fand ein rudimentäres Pinealauge bei den
Embryonen von Chrysemys picfa und bei dem jungen Cinosternum
pennsylvamciim. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 1126 — 1127.
G. Macloskie macht auf Scelopoms viuhdahis aufmerksam,
an dem das rudimentäre Scheitelauge äusserlich besonders schön zu
sehen sei. Science Bd. 10 pag. 10.
Eine historische Zusammenfassung der Resultate alter und neuer
Forscher über das Pinealauge, ohne wesenthch Neues zu bringen,
gibt S. A. Peytoureau. La glande pineale et le troisieme oeil des
vertebres. These. Paris 1887, Doin, 4<^. 68 pag., 42 Figg.
Hierher noch M, Ba udoin in Le Progres Medical 15. Jahrg.
(2) Bd. 6 No. 51, M. Flesch in Mitth. Nat. Ges. Bern f. 1887, Sitz.-
Ber. pag. 22, Granel in Gaz. hebdom. d. Sc. Med. Montpellier 1887
No. 31 und C. H. H. Spronck in Nederlandsch Weekbl. 1887 No. 7.
Circulationsorgane. J. C. Eberth untersuchte die sogen. Blut-
spindeln bei Schildkröte, Frosch und Triton. Sie sind farblos und
vermögen keine selbständigen Bewegungen auszuführen. Die kern-
haltigen Spindeln dürften die Analoga der Blutplättchen bei den
Säugethieren sein. Fortschr. d. Medizin Bd. 5 pag. 225 — 227, Anat.
Anzeiger 2. Jahrg. pag. 401 — 402 und Festschr. f. A. v. Koelliker 1887
pag. 37—48, Taf. 2.
Mittheilungen über Degeneration der rothen Blutkörperchen bei
Schildkröte, Frosch und Molch macht A. Mosso. Atti R. Accad. Lincei,
Rendic. (4) Bd. 3 pag. 124 — 131 und 334—339. — Vergl. auch dessen
Arbeiten über Veränderungen der rothen Blutkörperchen, über nekro-
in fler Hei'iietologie währenfl des Jahres 1887. 165
tische Degeneration derselben und die Bildung des Coagulums, über
die Blutgerinnung, über die Entstehung der Leucocyten und die des
Eiters aus den rothen Blutkörperchen u. s. w. in Virchow's Arch.
Bd. 109 pag. 205—277 und Arch. Ital. Biol. Bd. 8 pag. 252—316.
Ueber Thrombose beim Kaltblütler — Schildkröte und Frosch
— vergl. auch J. C. Eberth & C. Schimmelbusch. Virchow's Arch.
Bd. 108 pag. 359—381, 2 Taf.
Urogenitalsystem. Die bereits im Ber. f. 1886 pag. 148 kurz
angezeigte Arbeit H. Gadow's über Cloake und Geschlechtswerkzeuge
der Amnioten ist erschienen. Von der niederen Bildungsstufe, welche
die lebende Hatferia in ihren Geschlechtswerkzeugen zeigt, indem ihr
ein Penis fehlt und die Einführung des Samens nur durch die üm-
stülpung der Cloakalwälle gesichert wird, werden die Typen des
äusseren Urogenitalapparats der übrigen Amnioten abgeleitet. Die
Einrichtung bei Hatferia repraesentiert wahrscheinlich auch die der
Prorcptilia und die der ächten Reptilien vor ihrer Trennung einer-
seits in Crocodilier und Schildkröten, andererseits in Lacertilier und
Schlangen. Phil. Trans. Bd. 178 pag. 5—37, Taf. 2—5.
Mittheilungen über Bau und Maasse des Ovdducts von Larerta
inridix und Zamenis virlditlavKf^ macht M. Sacchi. Boll. Scientif. Pavia
9. Jahrg. pag. 58—60 und Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Bd. 30 pag. 273—309,
Taf. 4.
Ontogenie. Ueber die Arterienbögen der Wirbelthiere macht
J. E. \. Boas eine Mittheilung. Die Lungenarterie entspringt bei
den Batrachiern bekanntHch aus dem Arterienbögen des sechsten
Visceralbogens; bei den Reptilien aber sollte sie aus dem des fünften
entspringen. Jetzt hat van Bemmelen [s. oben pag. 159] die (unpubli-
cierte) Boas'sche \^ermuthung bestätigt und den Nachweis geführt,
dass auch die Reptilien und Vögel 6 primitive Arterienbögen zeigen.
Schemata der Arterienbögen von Eidechse, Frosch, Salamander und
Molch werden abgebildet. Morphol. Jahrb. Bd. 13 pag. 1 15 — 118, Taf. 1,
Fig. 2—5.
In einer Notiz über die ectoblastische Anlage des Urogenital-
systems bei Lacerfa viridis und Rana escidenta giebt J. v. Perenyi
die vorläufigen Resultate seiner Untersuchungen über die Entwicklung
des Wolffschen Ganges, der bei beiden ebenfalls ectodermalen Ursprungs
ist. Später kommen Mesodermelemente hinzu. Zool. Anzeiger
10. Jahrg. pag. 66. — Ref. in Amer. Naturalist Bd. 21 pag.587. — Vergl.
auch A. C. Haddon's Suggestion respecting the epiblastic origin of
the segmental duct in Sc. Proc. Roy. Soc. Dublin (5) Bd. 6 pag. 463 — 472,
Taf. 10.
Der im Ber. f. 1886 pag. 151 besprochene Fall einer schwanz-
artigen Neubildung an Stelle eines verloren gegangenen Fusses bei
Lacerta vivipara hat zu einer schönen Arbeit E. Egger 's Veranlassung
gegeben. Dass Wirbelkörper in dem Gebilde gefunden worden seien,
beruhte auf einem Druckfehler (Wirbel statt Wirtel) in der Original-
IQQ Dr. Oskar Boettger: Bericht, über die Leistungen
mittheilung. Aeusserlichsindin der That OWirtel sehr deutlich zu sehen.
Verf. glaubt, dass es sich hier um Regeneration einer Extremität
handeln möge, oder dass wenigstens der Befund die Möglichkeit einer
solchen bei Eidechsen nicht ausschliesst. Arbeit. Zool.-Zoot. Inst.
Würzburg Bd. 8 pag. 201—211, Taf. 12.
E. W. Claypole verzeichnet die Literatur für einen zweiköpfigen
Ophibolus tria/iguli/s, für zwei TropidonotvH siptulon mit je zwei
Köpfen und zwei Schwänzen und für zwei Frösche mit fünf Glied-
maassen. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 120 — 121.
Biologisches. Als ausgezeichnete, ja unentbehrliche Futterthiere
zur Aufzucht und Pflege zarter Reptilien und Batrachier, nament-
lich der Amphisbaenen, Caecilien, jungen Lacertiden, Salamandrinen
und Chioglossen, empfiehlt J. v. Fischer eine Zucht von Larven des
Aiphltohius dtapcritius Pz. und (hiafhoccniH cor/ndus F., zweier
mittelmeerischer Käfer. Humboldt 6. Jahrg. pag. 86 — 87 und Zool.
Garten 28. Jahrg. pag. 38, Anm.
Derselbe bespricht von Futterstoffen für alle bis jetzt ein-
geführten Kriechthierarten speciell Mehlwürmer, Larven von Alplnto-
hiiis und (rnatlLOccrus, Regenwürmer, Fliegen, Schaben, Schmetter-
linge und ihre Puppen, Heuschrecken und Mantls-kriQW, Wasser-
jungfern, Schnecken, Ameisenpuppen, Fleisch und Zucker und hält
die Haltung aller Arten von Reptilien und Batrachier wenigstens
auf einige Zeit für möglich. Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 235 — 242.
Bei Gelegenheit seiner Versuche über Schutzfärbungen und
Zeichnungen beiLisecten gegenüber ihrenFeinden macht E.B.Poulton
wichtige Mittheilungen über die Nahrung von TarcntoJa mauritanka,
Lacerta viridis, agilis, vivipara und muralis und von llyJa arhorea
var. meridionalis. Proc. Zool. Soc. London pag. 191 — 274. — Der-
selbe hat auch Clumiaeleon und SaJamandra in das Bereich dieser
Experimente gezogen. Nature Bd. 36 pag. 594 — 595.
In Britisch-Ostindien haben in 1886 angeblich nicht weniger
als 22134 (in 1885 20142) Menschen ihr Leben durch den Biss
giftiger Schlangen verloren, 1992 mehr als im vorhergegangenen
Jahre. Todesfälle durch Krokodile wurden in Bengalen 198 verzeichnet.
An Rindern und anderen Hausthieren wurden durch Schlangen
2514 Stück getödtet. Die Zahl der erlegten Schlangen wird auf
417596 gegen 420044 im Vorjahre angegeben. Gazette of India
1887 [vergl. Ber. f. 1885 pag. 274].
Palaeontologisches. W. Roux gibt die Details seiner schon im
Ber. f. 1886 pag. 152 angezeigten Arbeit über feine, von den Haver-
sischen Kanälen ausgehende Kanäle in fossilen Knochen und Knorpeln,
die er der Lebensthätigkeit eines Fadenpilzes (Mycelites ossifragus)
zuschreibt. Beobachtet wurden dieselben in Knochen und Knorpeln
von Sauriern aus Tertiär, Kreide, Jura und Trias von zahlreichen
Orten, doch durchaus nicht in allen zur Untersuchung gekommenen
Stücken. Sicher ist, dass die gefundenen Kanäle secundäre, erst
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 167
nachträglich in die Knochensiibstanz eingearbeitete Bildungen sind.
Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 45 pag. 227—254, Taf. 14.
Dessans' allgemeine Betrachtungen über die fossilen Vögel und
Reptilien Frankreichs bieten nichts Neues. Le Naturaliste 9. Jahrg.
pag. 46—47.
R. Lydekker gibt eine Uebersicht über alle bis jetzt aus
Britisch-Indien bekannt gewordenen fossilen Vertebraten mit Angabe
der Literatur und Synonymie. Die Reptilien sind pag. 64 — 68, die
Batrachier pag. 68 — 60 und 80 verzeichnet. Rec. Geol. Survey Ind.
Bd. 20 pag. 51-80.
H. G. Seeley corrigiert einige kleine, meist in ältere Zeit zurück-
datierende Versehen und Irrthümer betr. Ornithosauria, Pliosaurus
evatisi, Pelorosaums, Cetiosauruf< und Omifhopsis. Geol. Magaz. (3)
Bd. 4 pag. 478—479.
L. Dollo macht kritische und synonymische Mittheilungen über
belgische fossile Reptilien und zwar speciell über P.^eudofrionyx,
PachyrhijncliKs und Peltochelys (s. Chelonia) und über Berm'ssa/im
(s. Crocodilia). Ebenda pag. 392 — 396.
E. D. Cope nennt als charakteristisch für die Mesozoische
Gruppe des Innern von Nordamerika ausser anderem das Auftreten
von Dinosauriern, Ichthyopterygiern, Sauropterygiern,? Pterosauriern,
Testudinaten und Lacertiliern, den Mangel an Ganocephalen,?
Rhachitomen und Embolomeren einerseits und an Theromorphen
andererseits. Von der Kaenozoischen Gruppe unterscheidet sich
die mesozoische durch das Auftreten von Dinosauriern, Ichthyo-
pterygiern und Sauropterygiern. Von den Unterabtheilungen der
amerikanischen mesozoischen Gruppe enthält 1. die Trias Reste von
Belodontiden, Coeluriden und Actosauriden; es fehlen opisthocoele
Dinosaurier, Orthopoden, Mesosuchier und Eusuchier unter den
Reptüien und Anuren und Caudaten unter den Batrachiern. 2. Der
Jura zeigt Reste von opisthocoelen Dinosauriern, Orthopoden, Meso-
suchiern, clidosternen Schildkröten, Sauranodontiden (Ichthyopterygia)
und anuren Batrachiern; es felilen Belodontiden und Choristoderen.
3. Die Kreide bringt Reste von Eusuchiern, unter den Schildkröten
Protostegiden , Propleuriden und Adociden; es fehlen Choristoderen
und opisthocoele Dinosaurier. Die Unterabthoilungen der amerika-
nischen Kreide zeigen (von unten nach oben): a. Benton. Ein
Krokodil, provisorisch zu IJyi)omurus gestellt, b. Niobrara. Sauro-
pterygier mit langem Halse, Pythonomorphen mit Ausnahme von
Mosasatirus, protostegide Schildkröten, Pteranodontiden; es mangeln
procoele Crocodilicr und die Gattung Momsaunis. c. Pierre. Procoele
Crocodilier, Mosasat/nos; es fehlen die Pteranodontiden. d. Fox
Hills. Pythonomorphen und Sauropterygier mit kurzem Halse
(Uronautes), procoele Crocotlilier, in New Jersey ausserdem noch von
Schildkröten Adociden und Plourodiren. 4. Postcretaceische
Schichtenfolge. Es herrschen Choristoderen; es fehlen Sauropterygier
und Pterosaurier. Die Unterabtheilungen des Postcretaceous ent-
jgg Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
halten (von unten nach oben): a. Laramie. Goniopode und ortho-
pode Dinosaurier, b. Puerco. Es fehlen diese Gruppen. Als cha-
rakteristisch für die Kaenozoische Gruppe nennt Verf. u. a. die
Abwesenheit von orthopoden und goniopoden Dinosauriern und von
Choristoderen. Die Unterabtheilungen dieser Gruppe werden nur
nach den Säugethieren und theilweise nach den Fischen gemacht.
Ein Literaturverzeichniss von 81 Werken bildet den Schluss. Amer.
Naturalist Bd. 21 pag. 445— 4fi2.
Derselbe beschreibt aus der Trias von Neumexico Eupelor
chirus Cope, Typothorax coccinarum Cope, Belodon bnceros und
scolopax Cope, Tcifiijstrojjhaeus longicoUis (Cope), hauri (Cope) und
eine n. sp. , sowie eine neue Gattung und Art Episcoposaunif^ (s.
Stegocephala, Rhynchocephalia, Crocodilia, Dinosauria). Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 24 pag. 209—228, Taf. 1—2.
In seiner Arbeit über die Dinosaurier, Crocodilier und Sauro-
pterygier des norddeutschen Wealden zählt E. Koken alle bis jetzt
aus dieser Schichtengruppe bekannt gewordenen Formen auf. Sie
stammen zumeist aus dem mittleren Wealden von Bückeburg und
Obernkirchen. Dames^ Pal. Abhandl. Bd. 3 pag. 311—420, Taf. 30- 38,
30 Figg. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1888 I pag. 110—113.
V. Lemoine gibt eine vorläufige gedrängte Uebersicht über die
untereocäne Wirbelthierfauna von Reims. Die Reptilien sind durch
25 Arten vertreten, nämlich 10 Schildkröten, 5 Crocodilier, 5 Lacer-
tilier, 2 Schlangen und 3 Arten Simo'idosavrus. Unter den Batrachiern
sind Salamander von der Grösse der grössten jetzt lebenden Arten
bemerkenswerth. Compt. Rend. Acad. Paris Bd. 104 pag. 403 — 405.
In einer Mittheilung über die Princeton-Expedition 188(3 nennen
W, B. Scott & H. F. Osborn aus der Uinta-Gruppe (Oligocän) noch
unbestimmte Reste von Crocodilus und Trionyx. Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 24 pag. 255.
Aus den obertongrischen Ligniten (U. Mioc.) von Volx bei
Manosque führt Ch. Deperet pag. 507 an einen Crocodilier und
Platemys lachati Sauv. , aus der helvetischen Stufe (Mitt. Mioc.) des
Rhonethals pag. 510 einen Crocodilier und Tcsttido antiqua Bronri
und aus der tortonischen Stufe (Ob. Mioc.) von St. Martin-du-Mont
bei Soblay (Ain) pag. 511 einen Trionyx. Bull. Soc. Geol. France
(3) Bd. 15'pag. 507— 512.
Kurze Mittheilung über eine Wirbelthierfauna im Mitt. Miocän
von Grive-St. Alban (Isere) bringt derselbe. Sie enthält u. a.
5 Reptilien und einen Batrachier, unter denen eine Testudo äff.
antiqua Bronn, Emys 2 spp., Laccrta und Rana angeführt werden.
Ebenda pag. 508 — 509 und Compt. Rend. Acad. Paris Bd. 104
pag. 379—381.
In seiner grösseren Arbeit über die Aufeinanderfolge der
Wirbelthierfaunen im Miocän des Rhonethals behandelt derselbe
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 169
pag. 288 — 291 die gleichen fossilen Reptilien etwas eingehender.
Arch. Mus. Lyon Bd. 4 pag. 45 — 313.
H. Po hl ig bespricht neue Funde von Saurier-Fusstapfen aus
dem U. Rothliegenden von Friedrichsroda in Thüringen und zwar
von Sato-H-hfufcs cottae (n.) imd laceiioides Gein., welcher letztere
dem im Buntsandstein von Hessberg bei Hildburghausen vorkommenden
S. suhlacert oidcs Pohl, ganz zu gleichen scheint. Bei aS. cottae zeigen
sich nur die Phalangenspitzen abgedrückt; er kommt auch im Glatzer
und Hohenelber Rothliegenden vor und mag von Archegosauriem
herrühren. In derselben Schichtengruppe bei Friedrichsroda kommt
auch Protriton vor. Weitere Mittheilungen beziehen sich auf
Chirot]ierwm-Y?i\\riQn im Buntsandstein von Carlshafen a. d. Weser
und Hessberg, namentlich auf Cli. [icinitzi Ho., das nach Verf. den
Sauropsiden angehört haben dürfte. Verh. Nat. Ver. Rheinl. u. Wostf.
Bd. 44, Sitz.-Ber. pag. 272 — 274 und Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin
Bd. 39 pag. 644.
J. G. Bornemann bemerkt, dass die Chirotlierium-YöhriQn von
Hessberg nichts mit Lahyriuthodon zu thun haben, dass aber bei
Harras in Thüringen doch auch Batrachier-Fusspuren angetroffen
werden. Zeitschr. d. d. Geol. Ges. Berlin Bd. 39 pag. 629.
Faunistisches. A. Heilprin, The geographica! and geological
Distribution of Animals. London 1887.
W. Mars hall, Atlas der Thierverbreitung (Berghaus' Physikal.
Atlas Abth. VI) ; unter Mitwirkung von A. Reichenow und G. Hartlaub.
Gotha 1887, Fol. 9 col. Karten, 10 pag. Gibt auf Karte No. 56 und 57
graphische Darstellung der horizontalen und verticalen Verbreitung
der Reptilien und Batrachier.
Palaearctische Region. In seinem Verzeichniss der von
H. Simroth aus Portugal und von den Azoren mitgebrachten
Reptilien und Batrachier gibt 0. Boettger eine Uebersicht der seit
1880 erschienenen Literatur über die Kriechthiere Portugals und be-
schreibt mehr oder weniger ausführlich die 14 Batrachier und
15 Reptilien der Simroth'schen Ausbeute aus Portugal mit genauer
Verzeichnung aller aus den 6 Provinzen des Königreichs bis jetzt be-
kannten Fundpunkte. Neu für Portugal ist der Fund von (Jhalcides
bedriagae Bosca pag. 187 von Lagos in Monchique. Statt Chalcides
tridacti/ius Laur. pag. 188 ist Uneatus Leuck. zu setzen. Als sicher
portugiesisch werden erwähnt 16 Batrachier und 24 Reptilien; das
Vorkommen von Coronella austriara Laur. wird bezweifelt [nach
Boulenger i. 1. ist diese Art aber 1877 in Coimbra wirklich gefunden
Avorden; das Stück befindet sich im Brüsseler ]\luseum]. Von den
Azoren wird pag. 191 Rana escuJenta L., die in einer auf S. Miguel
massenhaft auftretenden und wahrscheinlich constanten neotenischen
Form vorliegt, eingehend behandelt. Lacerta dugesi M. Edw. pag. 194
wurde auf S. Miguel und auf Terceira (Azoren) gesammelt. Sitz.-Ber.
Preuss. Akad. Wiss. Berlin pag. 175 — 194.
170 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
J. A. Harvie-Brown & T. E. Buckley geben in A Vertebrate
Fauna of Sutherland, Caithness and West - Cromarty. Edinburgh
1887, D. Douglas auch die systematische Aufzählung der lieptilien
und Batrachier dieser Districte.
In seinen Notizen über die Wirbel thiere von Leicestershire,
England, behandelt M. Browne Reptilien und Batrachier auf
pag. 57— 59. Zoologist (3) Bd. 11.
H. J. Charbonnier bringt Mittheilungen über die Kriechthiere
der Umgebung von Bristol, England. Proc. Bristol Soc. N. H. (2)
Bd. 5 pag. 133 — 142.
H. u. E. Lambotte's Synopsis de la Faune des Vertebres de
la Belgique ist ein Schlüssel, der theilweise bis zur Auffindung der
Gattung dienen soll. Die Arbeit ist für die Reptilien und Batrachier,
die unter Reptiles zusammengefasst werden, werthlos; auch einzelne
fossile Ordnungen werden eingefügt, andre ebenso wichtige aber ver-
gessen. Bruxelles 1887, Blondiau pere et fils, 12^. 132 pag.
H. Landois nennt vom Kahlen Astenberg, Westfalen, Lacerta
vivipara, Rana temporaria und Molqe vulgaris. 16. Jahr. - Ber.
Westf. Prov.-Ver. f. 1887 pag. 59 — 60.'
Die im Reg. -Bezirk Schwaben und Neu bürg, Bayern, vor-
kommenden Reptilien bespricht A. Wiedemann. Neben verirrten
Stücken von Emys europaea und Testudo graeca werden aufgezählt
Laceiia agilis und vivipara, Anguis, Coronella, TropidonoUis nafriv
und Vipera berus (zahlreiche Fundorte!). Bei allen Arten sind aus-
führliche biologische und faunistische Excursc beigegeben. 29. Ber.
Nat. Ver. Augsburg pag. 163 — 192. — E. Friedel verzeichnet nach
Objecten im Maximilians-Museum von Augsburg aus der Umgebung
von Augsburg Vipera henis, Tropidonotus natrix, Coronella, Anguis,
Lacerta vivipara, letztere auch von Immenstadt und LaceHa viridis
von Passau. Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 323.
In seiner Zoologischen Uebersicht der oesterreichisch-un-
garischen Monarchie beschreibt A. v. Mojsisovics in allgemeinen
Umrissen die Kriechthiere der Gebirgsfauna pag. 271— 273, der Tief-
landsfauna pag. 299 — 301 und der Karst- und Küstenfauna Oester-
reich-Ungarns pag. 313 — 314. Interessant dürften sein die Fundorte
von Testudo graeca bei Orsova und Mehadia, von Coronella girondica
am Mte. Baldo (S.-Tirol), das Verbreitungsgebiet der 3 österreichischen
Vipern pag. 272, das Vorkommen von Vipera ammodijtes bei Deva
im Hunyader Comitat, von Ophisaurus bei Purkersdorf nächst Wien,
im Pacherngebirge der S. -Steiermark und in der Bukowina, von Lacerta
muralis im Murthal und von Chelone midas an der adriatischen Küste.
Oesterr.-ungar. Monarchie in Wort U.Bild, Uebersichtsbd. pag. 249 — 328.
Nach H. Kreisel scheinen Tropidonotus tesselatus und Coluber
aesculapii im Jägern dorfer Kreise zu fehlen; Vipera berus kommt
vor. Der Jägerndorfer Schulbezirk: Fauna des Jägerndorf er Bezirkes
in Oesterr.-Schlesien. Jägerndorf 1887.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 171
Die Cenni ittiologico-erpetologici von M. Katuric. Agram 1887,
8", 8 pag. und A. E. Jurinac's Liste der Reptilien und Batrachier
Croatiens in Rad jugolav. Akad. Bd. 83 pag. 1-21—122 sind mir
unbekannt geblieben.
Auch G. Entz's Beiträge zur Herpetologie Siebenbürgens
konnte ich mir nicht verschaffen. Orvos-termeszettudomänyi Ertesitö
Klausenburg Bd. 0 pag. 124 — 135, Taf. 4.
F. Sordelli zählt die von L. De Magistris bei Orta-Keuei nächst
Adrianopel gesammelten Reptilien und Batrachier auf [vergl. Ber.
f. 1886 pag. 156]. Es sind Tesüido ibem Pall., die als verschleppt
gelten muss, Cleynmys casp/'a Gmel. ; Lacctia viridis Laur. und taurica
Pall., Opiiisaurtis apvf< Pall. ; Elapliit^ qt/afcrradiafNs Gmel. [als m>iro-
niafef! Pall. bestimmt; Ref.], ZavimiK fiemonmsis var. jandafor Pall.
und Z. daJdi Fitz., Tropidonof.us nafrixysiY. perm Pall. und Tr. fesseJafus
Laur., ('oelopeltis monspessidana Herm., Vipern amniodytcs L. und
Bombinator ignens Laur. Rend. R. Istit. Lomb. (2) Bd. 19 (1886)
pag. 295 - 304.
G. A. Boulenger nennt 6 Eidechsen und 6 Schlangen von
Cypern. Alle sind schon früher von der Insel erwähnt. Kurze
Bemerkungen finden sich bei Ophiops sclduetcri Bttg., Eumeces schneideri
Daud. und Chalcides ocellaUis Forsk. Ann. Mag. N. H. (5) Band 20
pag. 344—345.
A. M. Nikolsky bringt Materialien zur Kenntniss der Wirbel-
thierfauna Nordost-Persiens und Transkaspiens, Von Reptilien
werden pag. 403 — 407 erwähnt: Testudo horsßeJdi, Triyonocephahis
Judijs, Varanns scincvs, Eremias velox und Phri/nocephahis inter-
scapidaris von Tschikischljär, Ewys enropaea von Astrabad, auch
hoch im Gebirge bei Alastan, Zamenis kareJini von Krasnowodsk,
Z. fedtsrJienkoi von Keliate-chitsch, Naja oxiana von Geok-tepe beim
Posten Germab, Oplu'xauriis ap)us von den Niederungen am Gürgcn,
Angxiis fragilis, Eremias strauchi und Etiprepes princeps von Aber,
Lacerta mttralis von Ak-kali, L. stirpium von ebenda und von den
Mündungen des Gürgen, Agama sangninolenta von Tschikischljär und
Bami, J-'hri/nocephalifs avritui^ von Tschikischljär und Narduin, Stellio
caucasivs vom Wege nach Alastan, auch überall in den vom Verf.
besuchten Bergen Persiens und Transkaspiens, Gymnodaetylus caspins
von Ak-kali und Krasnowodsk, Ahlepharus deseHi vom Wege von
Alastan nach Aber in 7000' Höhe und auch im Lehmboden bei
Djodjerm. Arbeit. St. Petersburg. Ges. Naturf. Bd. 17 (1886)
pag. '379— 406 (russ.) [vergl. Ber. f. 1886 pag. 158].
,\. E. T. Aitchison gibt einen kurzen Bericht über die 35 Arten
von Reptilien, welche die englische Gränzcommission von der
Afghanischen Nordgränze mitgebracht hat. Es sind eine Testudo,
21 Arten von Eidechsen (3 n. sp.) und 13 Schlangen (1 n. sp.), dar-
unter ein erwachsenes Stück von Naja oxiana. Von Batrachiern
wurden nur Rana esculenfa und Bi/J'o viridis erbeutet. Linn. Soc,
London, Sitz. v. 3. Febr. 1887. — Ref. in Nature Bd. 35 pag. 381.
172 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen .
A. M. Nikolsky's Arbeit über dieWirbelthierfauna des Balkasch-
districts, welche die Reptilien und Batrachier auf pag. 150 — 161 be-
handelt , ist mir unbekannt geblieben. Arbeit. St. Petersburg, Ges.
Naturf. Bd. 19 pag. 59—188 (russ.).
H. H. Giglioli & Th. Salvadori verzeichnen aus Corea und
der angränzenden manchurischen Küste Callopeltis conspicillatus (Boje)
von Olga Bai im Avahuna-Fluss, Tropidonotvs tigrinus Boje von
ebenda und Gensan und Trifionocephahis hiomhofß Boje von Olga
Bai und Fusan. Proc. Zool. Soc. London pag. 594 — 595.
Nordamericanische Region. Über S. Gar man 's Reptilien der
Bermuda-Inseln wurde bereits im Ber. f. 1884 pag. 270 referiert.
Jones & Goode, Contributions to the Nat. Hist. of Bermuda Bd. 1
pag. 285—303.
0. P. Hay bringt einen provisorischen Catalog der Reptilien
und Batrachier des Staates Indiana. 77 Arten werden aufgezählt.
Journ. Cincinnati Nat. Hist. Soc. Bd. 10 pag. 59—69.
C. H. Townsend macht faunistische Notizen über die Reptilien
Nord-Californiens. Er nennt C/ielopus marmorahis B. G. und
Eumeces skiltonianus B. G. vom Pitt Rvr. und vom unteren Mc Cloud,
Gerrhonofifs Dtulficarinatux B. G., Scelopori/s undtdatiis fhai/eri Harl.,
Ophiholiis fiaetulus boxjlei L., Diadoplds punctahcs vars, amabilis L.
und pidcheJla Yarr., Bascanium constrictor vetustwni L. und Eutaenia
sirtalis L. vom unteren Mc Cloud Rvr,, Gerrhonotus scincicaudus Skilt.
und Eutaenia sirtalis picker ingi Cope von Ft. Reading, Sceloporus
tnididatus Harl., Phrißnosoma doHf/lassi pjjfimaeitm Yarr., Crotalns
Ineifer B. G. und Contia mitis B. G. von Shasta Co., Sceloporus con-
sobrinus gratiosus B, G. und Eutaenia sirtalis tetrataenia Cope vom
Pitt Rvr., Pityophis catenifer B, G, von Mt. Shasta und Mc Cloud
Rvr., Pityophis sai/i hellona Schlg. vom Honey Lake und Ft. Crook,
Bascanium constrictor L. vom Honey Lake und Pitt Rvr., Eutaenia
liammondi Kenn, vom Eagle Lake, Eu. mgrans B. G. vom Pitt Rvr.
und von Humboldt Bai, Eu. elegans B. G. und sirtalis parietal is Cope
von Ft. Bidwell, Eu. sirtalis ohscura Cope von Ft, Crook, Ev. atrata
Kenn, von Crescent City, Okarina phonbea B. G. vom Mt. Shasta und
Eagle Lake, sowie Bascanitim taeniatum laterale Hall, ohne näheren
Fundort. Proc. ü. S. Nat. Mus. Bd. 10 pag. 237—240.
S. Garman zählt 20 Schlangen, 19 Eidechsen und 3 Schildkröten
auf, die Y^. Palmer in Texas und Mexico gesammelt hat. Ein-
gehender wird berichtet über Crotalus atrox B. G. und das Wachsen
seiner Klapper. Zwei Klapperglieder scheinen jährlich (eines bei jeder
Häutung) angesetzt zu werden. Weiter über C. conflnentus Say, lior-
ridus L., adamantens Beauv., durissus L., lucifer B. G., cxsul Garm.,
molossus B. G. ,Sistrurus cafenafusHnL und miliarius L., Sihon septem-
trionalis (Kenn.), Regina mesomelana Jan, Eutaenia proxima Say,
marciana B. G, und cijrtopsis Kenn., Scotophis lindheimeri B. G.,
Cohfher ornatns B. G. und tesfaceus Say, Diadophis decoratiis Gthr.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 173
und texensis Kenn., Rh/nocJulns tesselatus Garm., Ophiholus multistriatus
Kenn., Tantilla coronafa B. G. und Geophis lati frontalis Garm. Von
Eidechsen werden ausführlicher besprochen Cnenmiophorus gularis
B. G., (Terrhonotus imbricafus Wgm., Phrt/nosoma cornutum Harl.,
orhiculare Wgm. und modestum Gir., Ilolbrookia 7naculata Gir., texana
Trosch. und propmcpui B. G. , Callisaurus dracotioides Blv., Ufa
stansbi/riana und ornata B. G. und Crotaphytus collaris Say, von
Schildkröten Eniys ornata Gray. Wegen der zahlreichen Lokalfund-
orte muss auf die Arbeit selbst verwiesen werden. Bull. Essex Instit.
Bd. lOpag. 119—138.
Indische Region. J. A. Murray stellt alle bis jetzt in der
Literatur erwähnten Reptilarten des westlichen Ostindiens mit
Einschluss von Sind zusammen. Lidian Ann. Nat. Hist. Bd. 1 pag. 6 — 19,
71—83 und 132 — 136.
G. A. Boulenger gibt eine Uebersicht über die von M. L. Fea
in Nord-Tenasserim gesammelten Reptilien. Aufgezählt werden
von hier Cyclemys ditor Gray, Morenia berdmorei Blyth, Platystenmm
megaceplialiim und Trionyx formosus Gray; Gymnodacfylus piächellus
Gray, IlemidactyJvs garnoti D. B, Gecko veHicillatus Laur., Draco
bJanfordi Blgr. und taeniopterus Gthr., Acanthosaura crucigera und
lamnidentata Blgr., Calotes versicolov Daud., cmma Gray und mystaceus
D. B., Liolepis belli Gray, Varanus ncbulosns Gray und salvator Laur.,
Mabuia multifasciata Kühl und macidaria Blyth, Lygosoma maculatum
und Trojndop/ion/s derdmorei Blyth; Ablabes collaris Gray, Compsosoma
radiatum Boje, Tropidonotus cpiincunciatus Schlg., sitbminiatus Schlg.
(mit 9 Supralabialen!) ^x\\^ijHnceus Cant., Psammodynastes pidvendentus
Boje, Dipsas midtimaculata Schlg., Bungarus fasciatus Schnd., Bo-
throps graminevs Shaw und je 2 neue Calotes (s. Agamidae) und
Lyqosoma (s. Scincidae). Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova (2) Bd. 5
pag. 474—486, Taf. 6—8.
Im Gazetteer of British Burmah berichtet W. Theobald, dass
die Fauna von Britisch - Burma 4 Krokodile und mehr als
70 Schlangenarten aufweise, von denen 15 giftig seien. Malayische
und indische Formen mischten sich hier. Rev. Scientif. vom 1. April
1886 und Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 190.
0. Boettger verzeichnet pag. 38 von der Insel Salanga, Siam,
Grocodilus porosus Schnd., GeJiyra mutilata (Wgm.), Acanthosaura
armata (Gray), Compsosoma melanvrum (Schlg.), Lycodon aulicns (L.),
von Deli, Sumatra, pag. 39 u. a. Trionyx jacanicns Schwgg., Simotes
trinotatns D. B. und labuanensis Gthr., Zaocys carinatus Gthr. und
fuscvs Gthr., Tropidonotus ßainceps D. B. und clirysargus Boje var.
juncea Cant., Ophites subcinctus (Boje), Callophis gracilis Gray, von
Banka pag. 51 Psammodynastes pidverulentus (Boje) und Dipsas
cynodon Cuv. und von Java u. a. niederländisch -indischen Inseln
zahlreiche, von dort aber bereits bekannte Arten. Ber. Senckenberg.
Naturf. Ges. 1887.
]^74 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Stoliczka's Notizen über einige Arten malayischer Reptilien
und Batrachier sind als Wiederabdruck in Miscell. Papers relat. to
Indo- China and the Indian Archipel (2) Bd. 1, Calcutta 1887 er-
schienen.
A. B. Meyer gibt in einem Verzeichniss der von ihm 1870 — 73
im Ostindischen Archipel gesammelten Kriechthiere eine grössere
Reihe neuer Fundorte bekannter Arten von Java , Madura, Celebes,
den Sangi-Insehi, Togian- Inseln, Singapore, Luzon, Cebu, Negros,
Ternate, Neuguinea, Mysore und Jobi. Aufgezählt werden 7 Schild-
kröten, 2 Krokodile, 83 Schlangen und 67 Eidechsen. Da die neuen
Fundorte von den bereits publicierten nicht scharf getrennt sind, ist
eine Aufzählung derselben hier unmöglich. Kurze, meist syste-
matische Bemerkungen Meyer's oder J. G. Fischer's sind beigefügt
bei Peltastes /'or.s/c«/ (Schlg.), PJatemys novaegnineae, Myr.; Calotes
marmoratt(s (Gray), Varanns indicus (Daud.) (nicht bei Mafoor,
Neuguinea), V. kordensis (Myr.), Mabiiia omilticarinata (Gray),
Jjygosomafuscum (D. B.) und ^a-'/f/m/D.B. ; Elaplm melanurus {^ohXg.),
Tropidonotu8 sp. von Siao, Sangi-Inseln , DendropluH 'pu7ididatnH
(Gray) und tcrrificvs Pts. , Dlpsas irregidaris Merr. (nicht giftig),
Platunts Jaticaudatus (L.), Diemenia mueUeri (Schlg.), Adeniophis
intest inaUs (Laur.) (Name nicht von der Bauchgiftdrüse hergeleitet),
Heinihungarus ealligaster (Wgm.) und gemiannidis Pts. (beide ohne
Bauchgiftdrüse) und Trinicres/irus waqJcri (Schlg.). Abb. u. Ber. Zool.
Anthr.-Ethn. Mus. Dresden 188G/87 No. 2. 16 pag.
Von Christmas Island, im Süden von Java, zählt G. A. Beu-
le nger auf (Tymnodadylus marmorati/s Kühl und je einen neuen
TypJdops und Lygosoma (s. Typhlopidae, Scincidae). Proc. Zool. Soc.
London pag. 516 — 517. — Vergl. auch Nature Bd. 37 pag. 202.
Derselbe nennt vom Mt. Kina Baloo, Nord-Borneo, Lygosoma
variegatum Pts. und olivuccum Gray, Tropidonotus saraivacensis Gthr.
und je einen neuen Draco und Tropidonotus (s. Agamidae, Natricinae).
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 95—97.
0. Boettger bespricht eine Sammlung von Kriechthieren aus
China und von der Insel Hainan. Letztere stimmt in der herpe-
tologischen Fauna ganz mit dem Festland von Süd -China überein.
Ber. Senckenberg. Naturf. Ges. 1887 pag. 61 — 63.
G. A. Boulenger gibt eine Übersicht über die von H. Pryer auf
den Liu-Kiu Inseln gesammelten Reptilien. Es sind i rech o jap onicus
D, B., Ptyelwzoon homaloccphahnn (Crev.), Japahira polygonata (Hall.),
Lygosoma peUopletd'um (Hall.), Ablabes se^nicarinatKS (Hall.), Plafurns
jasciatus Daud., Botlwops ßaooviridis Hall, und je ein neuer TacJiy-
droimis und Tropidonotus (s. Lacertidae, Natricinae). Proc. Zool.
Soc. London pag. 146—150, Taf. 17—18.
Africanische Region. G. A. Boulenger verzeichnet nach
Sendungen A. S. G. Jayakar's von Maskat an der Westküste des
persischen Golfs, Arabien: Testudo steUata und Chelone irirgata
Schwgg. ; ('evamodavtyhis doriae und ÄlsopJiylax tuherculatiis Blfd.,
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 175
Hemidactyhis codaei D. B., Agama sinaita Heyd. und isoJepis Blgr.,
Uromantix spinipes Daiid. , Varanm (jriseus Daud. , Lacerta jayakari
Blgr. (mit kurzer systematischer Bemerkung), Scincus . miiscatensü
Murr., Chalcides ocellafusForsk.; Zamenis ventrimaadatus Gray und
diadema Schlg., Lytorhynclxu8 diadema D. B., Psammophis leitlii Gthr.,
Dipsas ohtusa Rss., Hydrophis robystvs und elliofi Gthr., cyanocinctus
Daud. und eine n. sp. (s. Hydrophidae), Enhydrina hengaknsis Gray,
Ecliis carinata Schnd. und coJonda Gthr. Ann. Mag. N.'H. (5) Bd 20
pag. 407—408.
L. Vaillant bringt nach Materialien Humblot's eine Studie über
10 Eidechsen der Comoren. Er zählt auf von Mayotte und Gross-
Comoro Hemidactylvs mabnia Mor. , PJatydadyhis cepedianus Cuv.
und Euprepes comorensis Pts., von Mayotte allein Chamaeleon polleni
Pts., Phyllodadylvs sandijohatinis Gthr. und einen neuen Gongylus,
von Gross-Comoro allein Chamaeleon cephalolepis Gthr., Hemidadylus
frenatus Schlg., Ahhphams houtoni Desj. und eine neue Geckolepis
und gibt zu den verschiedenen Arten kurze systematische Notizen
(s. Scincidae, Geckonidae). Bull. Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 11
pag. 131—136.
Eine wenn auch etwas lückenhafte Zusammenstellung der
zoogeographischen Elemente in der Reptilienfauna Madagascars
bringt H. J. Kolbe. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin pag. 164 — 165,
In einem Zweiten Beitrag zur Herpetologie Südwest- und Süd-
Afrikas [vergl. Ber. f. 1886 pag. 160] beschreibt 0. Boettger die
von H. Schinz auf seiner Reise vom Cap bis Ovamboland gesammelten
Reptilien und zählt auch einige neue Fundorte aus dem Capland
auf. Es werden behandelt 5 Schildkröten, darunter Testudo semiser-
ratu Smith aus Ovamboland, verreauxi Smith aus Gross-Namaland,
20 Eidechsen, darunter Agama Mspida (L.) aus Damaraland, Typldo-
saurus lineatus Blgr. aus der Nord-Kalahari, Chamaeleon parinlohus
Blgr. aus Damara- und Ovamboland, und 26 Schlangen, darunter
Leptodira semiannidata (Smith) und xitradaspis irregularis Reinh.
var. aus Gross-Namaland. Ovamboland zeigt sich näher mit der cap-
ländischen als mit der tropisch- westafrikanischen Reptil- und
Batrachierfauna verwandt, und der deutsch-portugiesische Gränzfluss
Kunene scheint auch eine scharfe faunistische Trennungslinie zu
bilden. Ber. Senckenberg. Naturf. Ges. pag. 135 — 173, Taf. 5.
G. A. Boulenger nennt Eremias higuhris Smith und beschreibt
einen neuen Chondrodactylus (s. Geckonidae) aus der Wüste Kalahari.
Proc. Zool. Soc. London pag. 339—340.
H. J. Kolbe's Beiträge zur Zoogeographie Westafrikas bieten
in Hinsicht auf die Reptihen pag. 172 nichts Neues. N. Acta Leop.-
Carol. D. Akad. d. Naturf. Bd. 50 pag. 153—364, Taf. 14—16.
J. V. Barboza du Bocage bringt die Liste der von Gapello
und Ivens auf ihrer letzten Reise quer durch Africa gesammelten
13 Reptilien. Aus dem Innern von Mossamedes stammen die
Schildkröte Pelomedum galeata (Schpff.), die Eidechsen C/tamaeleon
176 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
ilüepis Leach, Agama armata Pts. , (ierrhosmiri/s rohitstus Pts.,
Eremias sp. und Eiqjrepes sp. , sowie die Schlangen Pliilothamnus
■irrec/ularis Leach, 2 neue Vars. von Psammopliis sibilatis L. (s.
Psammophidae) und Causus rhomheatus (Licht.). Vom Rio Coroca
kommen Pachydadylns hibroni (Smith), Roptropus afer Pts. und
Typlilacojttias pnnctatissimus Boc. Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lisboa
Bd. 11, No. 44 pag. 201—207.
Derselbe verzeichnet von Quissange, Benguella, die Schild-
kröte Cinyxis heUiana Gray, 4 Eidechsen Chamaeleon dilepis Leach,
Pacliydactyhtfi hihrom Smith, Äciama planiceps Pts., Gerrhoscmrus
nigroJrneatus Hall, und 4 Schlangen Typidops hvmho Boc, Rhagerrhis
tritaeniata Gthr. , Cansns rcsimus (Pts.) und Bifis arietans (Merr.).
Ebenda pag. 208—211.
Derselbe nennt vom Congo folgende 7 Eidechsen und
13 Schlangen: Chamaeleon dilepis Leach von Mayumba und S. Sal-
vador, Monitor savriis (Laur.), Feylinia cnrrori Gray von Älayumba,
Hemidactylus longicephalus Boc, Agama planiceps Pts., Eiiprepes
hayoni Pts., Ahlephanis cahindae Boc; Typ/dops k rauss i Ja^n, Philo-
thamnus Jieferolepidotus (Gthr.), der auch in Angola und am Cuango
vorkommt, dorsal is Boc, der überdies bekannt ist von Benguella bis
zum Ogowe, hoplogasfer (Gthr.), Causus rhomheatus (Licht.), Bitis
arietans (Merr.) und rhinoceros (Schlg.), sämmtlich von S. Salvador
und letztere Art auch von Cabinda, endlich Mierosoma collare Pts.,
Mizodon longicauela Gthr., Hapsidophrys smaragdinus (Schlg.), Dipsas
pulverulenta Fisch., die auch von Angola und Fernando Po bekannt
ist, Atractaspis eongiea Pts. und Äther is squamigera (Hall.) ohne
näheren Fundort vom Congo. Ebenda pag. 177 — 191.
F. Mocquard zählt auf und beschreibt eingehend die durch
die Mission Brazza vom Congo mitgebrachten Schlangen. Es sind
Typhi ops lineolatns Jan von Alima Leketi, Python sehae Gmel. von
Franceville und Nyanchou, Microsoma notaturn Pts. von Brazzaville
und Cap Lopez, Coronella olivacea Pts. von Brazzaville und vom
Weissen Nil zwischen Ambatsch und Vossie, llapsidophrys lineatus
Fisch, von Brazzaville und Franceville, ^Seaphiophis albopunctatus Pts.,
Dasypeltis scahra L. var. faseiata Smith und Atractaspis corpidenta
Hall, von Diele d' Alima, Psammopliis sibilans L. von Diele und Brazza-
ville, Boodon unicolor Boje, Triglyphodon ß/scns D. B. und A^aja
annulata B. Pts. von Franceville, Congo und Gabun, N. iiigricollis
Reinli. von Brazzaville und Bissao, Causus lichtensteini (Jan) von
Nganchou, C. rhomheatus Licht, vom Ogowe, von France\dlle, Mokaka
und Nganchou, Dendraspis angusticeps Smith von Nganchou und
Unter-Alima, sowie 4 n. sp. (s. Calamariidae, Coronellinae, Natricinae,
Viperidae, Causidae). Bull. SocPhilomath. Paris (7) Bd. 11 pag. 62 — 92.
0. Boettger gibt Diagnosen von je 3 neuen Eidechsen und
Schlangen aus dem unteren Congo -Gebiet (s. Amphisbaenidae,
Scincidae, Anelytropidae, Typhlopidae, Elapidae, Viperidae). Zool.
Anzeiger 10. Jahrg. pag. 049—051.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 177
In einer Notiz von Lopez Vieira über Reptilien, welche das
Zool. jMiiseum der Universität Coimbra durch A. F. Moller von der
Insel S. Thome erhielt, werden erwähnt Hemidcuiylus greefß, mahnia,
Eujyrepes notabiUs, Mocoa africana; Boodon capemis, Philothammis
fhomensis und Naja haje var. nigra. 0 Istituto, Revista Scientif.
e Litt. (2) Bd. 34 (1886) pag. 237.
J. V. Barhoza du Bocage nennt von der Insel Principe
eine neue Var. von Foyllnia (s. Anelytropidae) und die 3 Schlangen
Typhlops elegam Pts., Boodonf geometrivus Schlg. und Ilapsidophrys
Smaragd in US (Schlg.). Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lisboa Bd. 11,
No. 44 pag. 198—201.
Von Kamerun werden u. a. Vipera nasicornis, Dendraspis
jamesoni und Python sebac aufgezählt. Jahr.-Ber. Vorst. Naturh. Mus.
Lübeck f. 1886 pag. 3.
G. A. Boulenger nennt vom Kamerungebirge in 2000' Höhe
Varanus nilotkus (L.), ChamaeJeon oiveni Gray; Urobeh/s gabonicns
A. Dum., Naja haje (L.) und Dendraspis angusticeps (Smith). Proc.
Zool. Soc. London pag. 127.
Derselbe verzeichnet vom Rio de Rey, Kamerun, Rhampholeon
Spectrum Bchh.; Urobe/us gabonicus A. Dum. und Dipsadoboa unicolor
Gthr. Ebenda pag. 564 — 565.
0. Boettger gibt eine Liste von 4 Eidechsen und 9 Schlangen
von Accra, Goldküste. S. unten Chamaeleontidae, Rhachiodontidae,
Elapidae, Causidae. Ber. Senckenberg. Naturf. Ges. p. 55 — 64.
Von Dahomey zählt J. V. Barboza du Bocage 5 Eidechsen
und 8 Schlangen auf. Er verzeichnet von Ajuda ChamaeUon senega-
lensis Daud. , Hemidactylus broohei Gray, Monitor saurus (Laur.),
Euprepcs gnineensis Pts. ; TypJdops eschrichti Schlg., Grayia triangu-
laris (Hall.), bekannt auch vom Congo, Scaphiophis albopunctatus Pts.,
Pliilothamnus smitlii Boc, nachgewiesen von Angola bis zum Tanga-
nijka, Dipsas blandingi Hall., Bitis arietans (Merr.), von Ajuda und
Abomey Ägama coloiiontm var. pidicauda Pts., von Zomai eine neue
Actractaspü und ohne näheren Fundort ein neues Stenostoma (s.
Atractaspididae, Stenostomatidae). Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lis-
boa Bd. 11 No. 44 pag. 192—197.
A. Moloney's Sketch of the Forestry of West Africa with
particular reference to its present principal commercial products,
London 1887, 8^. 6, 533 pag. mit einem Appendix, der eine Liste auch
der Reptihen und Batrachier des Gambia gebiets enthalten soll,
ist mir unzugänglich geblieben.
Tropisch-amerikanische Region. S. Garman nennt zahlreiche
Schlangen, Schildkröten und Crocodilier von verschiedenen Inseln
Westindiens und gibt bei den meisten knrze systematische Be-
merkungen. 4 neue Schlangen. Vergl. unten Faunistisches bei Typhlo-
pidae, Stenostomatidae, Boidae, Calamariidae, Coronelhnae, Dryadinae ,
Dendrophidae, Dryiophidae, Dipsadidae, ScytaHdae, Elapidae, Crotahdae ;
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. H. H. 1. 12
178 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Testudinidae, Cinosternidae, Chelonidae ; Crocodilidae. Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 24 pag. 278—286.
Zahlreiche Geckoniden, Iguaniden, Anguiden, Tejiden und
Scinciden (s. diese) werden durch denselben von verschiedenen
Inseln Westindiens verzeichnet. Bull. Essex Instit. Bd. 19 pag. 1 — 12
und 17—53.
Derselbe beschreibt von der Insel Grand Cayman, Westindien,
Aristelliger pracsif/nis Hall., je einen neuen AnoUs und Liocephalus
(s. Iguanidae) und eine neue Var. von Alsophis (s. Dryadinae). Auch
ein Krokodil soll nach Aussage der Einwohner vorkommen; von See-
schildkröten finden sich ThaJassocIieJys cephalo, Chelone mydas,
Eretmochelyfi hnbr/cafa und Dermatochelys coriacea. Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 24 pag. 273—277.
E. D. Cope bringt eine Aufzählung von Reptilien der Bahama-
Inseln mit genauen Specialfundorten. Es sind die Eidechsen Sphaero-
dacfyhfs 7iotatus Baird, Anolis distichus Cope, sagrae Bibr., ordinatus
Cope und principaJis L. var. porcata Gray, Cyclnra haeolopha Cope,
mihda Gray und carinata Harl., Liocephcdus carinatus Gray, Ameiva
thoracica Cope, ]\Iabina agilis Raddi und ein neuer Liocephalus (s.
Iguanidae) und die Schlangen Typldops lumhriccdis L. , Sfenostoma
melanotenna Cope, ChdabotJuvs strigiUatKS und chrysogasfer Cope,
Ungnalia maculata Gray und cana Cope, Diadophis ruhesccns Cope
und Alsophis woodi Cope. Von den 20 genannten Arten sind nur
2 auch in Nordamerika, 6 auf Cuba, 2 auf San Domingo, 4 überhaupt
in Westindien gefunden ; 10 Arten sind den Inseln eigenthümlich. Proc.
U. S. Nat. Mus. Bd. 10 pag. 43G— 439.
Nach T. W. van Lidth de Jeu de sammelte Neervoort van de
Poll auf Curagao 3 Eidechsen Cnemidophorus mvrinvs Laur.,
Gymnophthalmus quadriJineatus L. und einen neuen Phyllodacfylus,
sowie die Schlange Dromicus antiUensis Schlg., auf Aruba 2 Eidechsen
Iguana tuhercidata Laur. und einen neuen Cnemidophorifs , sowie
2 Schlangen Leptodira anmdata L. und Crofa/ns horridus L. n. var.
Beiden Inseln gemeinsam sind überdies 3 Eidechsen Thecadacfylus
rapicauda Houtt., Anolis Uneafus Daud. und ein neuer (jipnnodactylus.
Weiter wurden erbeutet auf Martinique Anolis alligatorJ). B., auf
den Inseln Los Roques nördlich von Venezuela Cncmidopliorvs
nigricolor Pts., in Caracas, Venezuela, Cnemidophorus lemniscatus
Daud. und in Surinam Leptophis liocercvs Wied (s. Geckonidae,
Tejidae, CrotaHdae). Notes Leiden Mus. Bd. 9 pag. 129—139, Taf. 2.
E. D. Cope gibt einen synonymischen und faunistischen Catalog
der Reptilien und Batrachier Centralamericas und Mexicos.
705 Species werden aufgezählt, die zu 197 Gattungen gestellt werden.
Von den 570 Reptilien sind 315 Schlangen, darunter 45 giftige. Die
Fam. Colubridae allein zählt 215 Arten. Die anderen Familien, die
über 20 Species zählen, sind von Schlangen Crotalidae, von Eidechsen
Scincidae, Anguidae, Iguanidae und Anolidae. 2 neue Genera und
in der Herpetülogie während des Jahres 1887. 179
eine EJaps-kri (s. Amblyceplialidae, Crotalidae, Elapidae) werden be-
schrieben. Bull. U. S. Nat. Mus. No. 32. 98 pag.
G. A, Boulenger nennt von Maccasseema in Britisch-Guayana
Tliecadadylus rapicauda Houtt., einen neuen Gonatodes (s. Geckonidae),
Anolis punctatus Daud., üphryoessa superciUosa L., Uraniscodon uvibra
L., Cophias flacescens Bonn., Amphishaena fuliijinosa L. ; Typldops
retindatus L. , Geophis lineatus D. B. und Elaps lemniscatus L. Proc.
Zool. Sog. London pag. 153—154, 2 Figg.
H. N. Ridley erwähnt von der Insel Fernando Noronha (im
südl. Atlant. Oc. 194 Miles 0. von Cap San Roque) einen Gecko, eine Am-
phisbaena und Euprepes punctatus:, Seeschildkröten seien häufig, Ba-
trachier aber fehlten. Proc. Linn. Soc. London Sitz. v. 3. Nov. 1887.
— Ref. in Nature Bd. 37 pag. 119.
E.D.Cope verzeichnet die von H.H. Smith bei Chupada nordöstlich
von Cuyaba in der Prov. Mato Grosso, Brasilien, gesammelten
44 Reptihen. Es sind die 15 Eidechsen Anolis fuscoauratus D. B.
und hinotatus Pts., Poli/chrus acutirostris Spix, Scartiscus cadncus Cope,
Microlop)kus spinulosus Cope, Ecphymotes torquatus Spix, HopAocercus
spinosus Fitz., Tapinamhis teguexin L., Amci'ca suriname^isis L., Gne-
midop/ioncs oceUifer Spix, Pantodacfyhis schreihersi Wgm., Cerco-
saura ocellata Wgl., Emoea frenafa Cope, Amphisbaena alba L.
und Lepidosfemnvi microccpludum WagL, sowie die 29 Schlangen
Boa constn'ctor L. , Rhadinaea (Eiücognathus) occipitalis Jan,
Aporophis almademis Wgl., Opheomorphus meleagris Shaw var.
doliata Wied, Liophis reginae L., Erythrolamprus venustissimus Wied,
Dipsas cenchoa L. , Sidon annulatus L. , Tacliymcnis strigatvs Gthr.,
Oxyrrhopus trigcminus D. B., rhombifer D. B. und pethalarius L.,
Leptognuthus turgidiis Cope, SpUotes corais L., Herpetodryas carinatus
L., Dryniobius pantlwrinus Merr. , Phdodryas nattereri Stdchr., vin'-
dissitmis L. lind olfersi Licht., Elaps lemmscatus L., Bothrops bra-
siliensis Latr. und ucocidü Wgl., Grotalus terrißeus Laur., sowie je
eine neue TantiUa, Varietät von Apostolepis und Rkynclionyx^ je einen
neuen Opheomorjjlms und Dirrhox (s. Calamariidae, Coronellinae, Drya-
dinae). Durch diese Liste wird die Kenntniss der geographischen Ver-
breitung namentlich der Gattungen Anolis, Sca/iiscus, Rhynchonyx
und Dirrhox erweitert. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 44 — 60. —
Ref. in Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 388—389.
L. Picaglia gibt einen Beitrag zur Kenntniss der Fauna von
Bellavista, Prov. Corrientes, Argentina. Er zählt auf und bringt
systematische Bemerkungen zu Tejus teyou Fitz., Lepidostemum boettgeri
Blgr., Mabuia agilis Raddi; Bothrops atrox L., Heterodon dorbignyi
D. B., Ericognatlius sp., der genauer beschrieben wird, Goronella
pulchella Bibr., Liophis cobella L., waglcri Jan und poecilostietus
Jan, Xenodon rhabdoceplialus Wied, Dryiopltylax aestims L. und
vindissimus L., Dromicus amabilis Jan, Oryrrhopus rhombifer d'Orb.,
Brachyrhyton cloelia Daud., Elaps marcgravii Wied und Bufo
marinus L. Atti Soc. Nat. Modena, Mem. (3) Bd. 6 pag. 83—96.
12*
130 I^i'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistaingen
Australische Region. C. W. De Vis beschreibt 18 neue
Eidechsen aus Queensland (s. Geckonidae, Agamidae, Varanidae,
Scincidae, Pygopodidae). Proc. Linn. Soc. N.-S. -Wales (2) Bd. 2
pag. 811-826.
W. Macleay zählt die von Froggatt in der Umgebung von
Derby, King's Sound, Nordwest- Australien gesammelten Reptilien
auf. Es sind G Schlangen Nardoa f/i/berfi Gray, Dipsas sp., Bracliy-
soma sinitle Mach, Pseudechis darwiniensls Mach, Diemenia sp. und
eine fragliche AcantJioplds. Von Eidechsen werden genannt Varanus
gouldi und ininctatus, C/damydosanrus kingi, Physü/nathus gilherti,
5 Arten Ampliibolurus, 5 Arten Lygonoma, Cydodus sp., AhlepJiarus
houtoni, Delma fraseri und 0 Arten Geckoniden. Ebenda pag. 1020.
In 1887 erschien Decade 14 von F. Mc Coy's Prodromus of
the Zoology of Victoria, Melbourne, 8 ". Die Abbildungen der 6 darin
geschilderten Reptilien sind unten verzeichnet (s. Geckonidae,
Scincidae, Elapidae).
H. B. Guppy's The Solomon Islands, London 1887, 8*^. enthält
pag. 308 — 318 einen Abschnitt über die Reptilien und Batrachier
der Salomonsinseln.
G. A. Boulenger gibt nach Sammlungen von Woodford einen
Zweiten Beitrag [vergl. Ber. f. 1886 pag. 166] zur herpetologischen
Fauna der Salomonsinseln. Verf. nennt u. a. von Faro Gyimjo-
dactylvs pclagicns Gir. , Varanus indicus Daud. , Lygosoma smarag-
dinvm, cyamirvm und cyanogaster Less., mgrvni H. J., alhofasciolatum
Gthr. , Dipsas irregidaris Merr. und von Alu, Shortland- Gruppe,
Corucia zehrata Gray, Dendrophis solomonis Gthr. und Dipsas irre-
gularis Merr. Neu sind ein Lcpidodactylvs, 3 Lygosoma und ein
Typldops (s. Geckonidae, Scincidae, Typhlopidae) und überdies
4 bereits von anderen benachbarten Gegenden bekannte Arten.
Proc. Zool. Soc. London pag. 333—338, Taf. 28.
Auf Norfolk Insel selbst fehlen nach J. D. Ogilby Reptilien;
auf Phillip Insel und Nepean Insel aber findet sich PhyUodadyUis
guentheri Blgr. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 990.
Systematisches. In Bemerkungen über Classification der
Wirbelthiere schlägt B. G. Wilder einige etymologisch und inhalthch
correcte Ausdrücke vor, deren Anwendung er aber nur als gelegentlich
zu gebrauchende Synonyme empfiehlt. So Phenocoelia und Mono-
coelia für Acrania, Polycoelia für Craniata, MegauHca für Ichthyopsida
und Micraulica für die vereinigten Dipnoi, Batrachia und Sauropsida.
Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 913—917.
In einer Arbeit über die phylogenetische Anordnung der Sau-
ropsiden und über die Abstammung der amnioten Wirbelthiere be-
merkt G. Baur, dass die neuesten Untersuchungen ergeben haben,
dass die Säugethiere nicht von Batrachiern, sondern von Reptilien
abzuleiten sind. Cope theile die Reptilien in:
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 181
I. Reptilien mit nicht differenzierten Gliedmaassen.
1 . Icldhyopterygia .
IL Reptilien mit differenzierten Gliedmaassen.
1. Archoscwria. Quadratum unbeweglich eingelenkt, Capi-
tulum und Tiiberciilum der Rippen isoliert: Theromorpha; Dinosauria
mit Einschluss der Crocodilia; Ornithosauria.
"2. Synaptosauria. Quadratum eng mit den Schädelknochen
verbunden, nur eine Rippengelenkverbindung: Testudinata; Rhyncho-
cephalia; Sauropterygia.
3. Sfreptosfyli'ca. Quadratum nur am proximalen Theil dem
Schädel angeheftet, Rippen mit einem Gelenkkopf: Lacertilia;
Pythonomorpha (oder Mosasauria); Ophidia.
Verf. unterwirft diese Eintheilung einer Kritik. Er beweist, dass
die Ichthyopterygier in keinem Fall den übrigen Reptilien gegenüber-
gestellt werden dürfen; sie vereinigen vielmehr Charactere von
Rhynchocephalen , Sauropterygiern und ältesten Crocodiliern und
weisen also auf wesentlich anderen Ursprung als auf Ganoiden, Gano-
cephalen und Labyrinthodonten zurück. In einem Nachtrag pag. 491
werden sie gradezu als alte, an das Wasserleben angepasste Rhyn-
chocephalen bezeichnet. Ebenso gehören 1. die Sauropterygier und
Testudinaten nicht zu den Synaptosauriern , denn sie besitzen zwei
Rippenköpfe; erstere haben in Schädel und Schultergürtel keine
directe Beziehung zu den Ichthyopterygiern, wol aber zu den Schild-
kröten, was ausgeführt wird. Testudinata und Sauropterygia stammen
von Formen ab, die den Rhynchocephalen nicht fernstanden.
2. Rhynchocephalen (mit C/iamp.so.sanrui), Lacertilier, Pythonomorphen
und Ophidier bilden mit den Ichthyopterygiern eine natürliche Gruppe,
von denen die Rhynchocephalen mit den Homoeosauriern und Protoro-
sauriern die am meisten verallgemeinerten Formen darstellen und
die Vorfahren aller übrigen genannten Ordnungen zu sein scheinen.
Endlich bilden 3. Dinosaurier, Crocodilier, Ornithosaurier und Vögel
eine dritte natürliche Gruppe der Sauropsiden. Die Dinosaurier sind
die ältesten; sie zerfallen in die drei Gruppen carnivore, vogelähnliche
und krokodilartige Dinosaurier. Entweder haben die Ornithosauria
ihren Ursprung von wahren Dinosauriern genommen, oder beide
hatten einen gemeinsamen Ahnen. Crocodilier und Dinosaurier scheinen
in der U. Trias ebenfalls einen gemeinsamen Ursprung erkennen zu
lassen. Durch die Belodontiden ist die Kluft zwischen Crocodiliern
und Lacertiliern bedeutend kleiner geworden. Die 4. Gruppe bilden die
Theromorphen, die weder die Ahnen der Reptilien noch der Säugethiere
sein können, was breiter ausgeführt wird. Verf. hält es für wahr-
scheinlicher, dass die Theromorpha und Rhynchocephalia einen praeper-
mischen gemeinsamen reptilartigen Ahnen gehabt haben. Als 5. Gruppe
der Reptilien schlägt Verf. den Namen Proganosauria (s. diese) vor. Den
Schluss der Arbeit bilden Betrachtungen über die Abkunft der Säuge-
thiere, die in der That den permischen Reptilien aufs nächste ver-
wandt sind. Jouni. of Morphol. Boston Bd. 1 pag. 93 — 104, Biol.
Ig2 1^1*- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Centr.-Bl. Bd. 7 pag. 481—493 und Sitz.-Ber. Ges. Morph. München
Bd. 3 pag. 46 — 61. — Ref. in München. Med. Wochenschr. Jahrg. 34
pag. 441.
G. A. Boulenger bringt synonymische Bemerkungen über 8 von
Bleeker aufgestellte Reptilien von Sumatra (s. Geckonidae, Agamidae,
Scincidae; Typhlopidae, Calamariidae). Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20
pag. 152.
Lacertilia,
Museen. A. Haly gibt eine Aufzälihuig der in Bd. 2 und 3 des Bou-
leuger'schen Eidechsencatalogs von Ceylon aufgezälilten Arten [vergl. Ber. f. 1886
pag. 196]. Seeond Keport on the Collection of Lizards in the Colombo Museum.
Colombo 1887, 8". 4 pag.
Sceletsystem. Eine Mittbeilung über ein verkümmertes Quadratojugale bei
Tejus teguixin und Scincus maritimus, sowie über die Bezahuung der erst-
genannten Eidechse bringt E. Koken. Die Bezahnvmg von Tejus deutet darauf
hin, dass seine Vorfahren fast gleichgrosse Zähne von flacher, dreispitziger
Form besassen. Mit dem Alter zeigt das Gebiss dieser Eidechse eine stetig
sicli steigernde Differenzierung. Sitz. -Bei-. Ges. Nat. Fr. Berlin pag. 33—34.
Sinnesorgane. D. E. Beraneck u. a. haben an Eidechsen und Blind-
schleichen in Hinsicht auf das Parietalorgan [vergl. oben pag. 163] embryologische
Untersuchungen angestellt.
Ontogenie. E. Liessner hat bei Lacerta vivlpara die drei ersten Kiemen-
spalten offen gefunden, die vierte war stets geschlossen. Ausserdem zeigte sich
hinter der vierten die Anlage zu einer fünften Kiemenspalte. Die erste und
zweite war bei 9 unter 11 untersuchten Xrtce?to- Embryonen geöffnet; die dritte
nur bei zweien. Was die Grösse der Kiemenspaltenöffuung anlangt, so variiert
dieselbe sehr stark. Es ergab sich aber, dass die grössten Zahlenwerthe bei der
ersten Kiemenspalte angetroffen werden. Sitz.-Ber. Naturf.-Ges. Dorpat Bd. 8
pag. 30—31.
D. E. Beraneck hat den Bau der Falten, die man bei Embryonen von
Lacerta an den Seiten des Hinterhirns findet, und die Beziehungen dieser Falten
zum Ursprünge der Cranialnerven studiert. Rec. Zool. Suisse Bd. 4 pag. 305
bis 364, Taf. 14.
H. Oi'r beschreibt in seinem Beitrag zur Embryologie der Eidechse 6 Falten
im Hinterhirn des Embryos von Anolis sagrac D. B., von denen 5 gleiche Grösse
haben, während die sechste, von der der zehnte Nerv ausgeht, etwas länger ist
als die übrigen. Das Mittelhirn wird aus einer Falte gebildet, während das
primitive Vorderhirn zwei Falten zeigt, die Verf. Neuromeren nennt. Der Bau
dieser Neuromeren wird eingehend erörtert. J. Hopkins' Univ. Circ. Bd. 7 pag. 38
luid Journ. of Morpbol. Boston Bd. 1 pag. 311-372, Taf. 12-16.
Die im Ber. f. 1886 pag. 197 referierte Arbeit H. StrahTs über Dottersacks-
wand und Parablast der Eidechse findet sich nicht in Bd. 44, sondern in Band 45 d.
Zeitschr. f. wiss. Zool. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. pag. 564.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 183
Biologisches. Um den bemerkenswerthen ParallelismiTs in Tracht und
äusserem Bau zwischen Grattungen verschiedener Familien, den Cope Heterologie
nennt, zu zeigen, bringt H. W. Conn zwei Tafeln mit je 5 Typen von Igua-
niden und von Agamiden zum Abdruck. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 467,
Taf. 16-17.
Faunistisches. A. Heilprin wendet sich gegen Bouleugers Auffassung,
dass die americanische Eidechsenfauna eine einheitliche, neogäische sei. Geogr.
and Geolog. Distribution of Auimals, London 1887 und Internat. Scientif. Ser.
Bd. 58 pag. 317. — G. A. Bouleuger beharrt auf seiner Ansicht, dass die nord-
americanische Eidechsenfauna nur ein Ableger der eentralamericanischen sei
und zeigt dies aufs Schlagendste an der Fauna von Britisch -Columbia. Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 345—347.
Systematisches. E. D. Cope ordnet die Lacertilier in die folgenden
Unterordnungen und Familien:
I. Rhiptoglossa. 1. Chamaeleontidae.
IL Acrodonta. 2. Agamidae.
III. Iguania. 3. Anolidae. 4. Iguanidae.
IV. Diploglossa. 5. Zonuridae. 6. Pygopodidae. 7. Anguidae.
8. Xenosauridae. 9. Helodermidae.
V. Thecoglossa. 10. Varauidae.
VI. Geckovarani (n.). 11. Uroplatidae.
VII. Nyctisaura. 12. Eublepharidae. 13. Geckonidae.
VIII. Leptoglossa. 14. Xantusiidae. 15. Tejidae. 16. Lacertidae.
17. Gerrhosauridae. 18. Scincidae.
IX. Typhlophthalnii. 19. Acontiidae. 20. Anelytropidae.
X. Anguisauri (n.). 21. Anniellidae.
XI. Ophiosauri. 22. Chirotidae. 23. Amphisbaeuidae. 24. Trogonophidae.
Bull. U. S. Nat. Mus. No. 32 pag. 25.
In Bemerkungen über die Geckouiden- Sammlung im Zool. Museum d. Ksl.
Akad. d. Wiss. zu St. Petersburg bemängelt A. Strauch nach einer beredten
Lobrede auf Boulenger's Eidechsencatalog dessen ungenügende Characterisierung
der einzelnen Familien nach rein osteologischen Principien. Die Eublephariden
seien höchstens eine Tribus der Fani. Geckonidae — Aeluroscalabotes gehöre
übrigens nicht zu den Geckonen, sondern zu den Eublephai'iden — und die
Uroplatidae seien einfach den Geckonidae wieder einzuverleiben. Boulenger
habe bei seiner Familieneintheilung auf die Form der Clavicula allzugrossen
Werth gelegt. Auch die ßoulenger'sche Farn. Anguidae möchte Verf. wieder
in Gerrhouotida und Diploglossida theilen und letztere zu den Scincidae stellen.
Boulenger's Zonurideu, Xanthusiiden und Gerrhosauriden und die Gerrhonotideu
will Verf. nur als Tribus einer Familie, der Chalcididae, gelten lassen. Ebenso
räumt er den Familien Diploglossidae, Scincidae, Pygopodidae, Anelytropidae,
Aniellidae und Dibamidae nur den Werth von 6 Tribus der Farn. Scincidae ein.
Verf. nimmt demnach pag. 11 folgende Eintheilung in Unterordnungen und
Familien an:
I. Rhiptoglossa. 1. Chamaeleonida.
IL Pachyglossa. 2. Geckonida mit den Trib. a. Geckonida und b.
Eublepharida. 3. Agamida. 4. Iguanida. 5. Xenosaurida. 6. Helodermatida.
184 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
in. Leptoglossa. 7. Varaiiida. 8. Tejida. 9. Lacertida. 10. Chalcidida
mit den Tribiis a. Zonurida, b. Gerrbonotida, c. Xantusiida und d. Gerrhosaurida.
11, Scincida mit den Tribus a. Diploglossida , b. Scincida s. str. , c. Pygopodida,
d. Anelytropida, e. Aniellida und f. Dibamida. 12. Amphisbaenida.
Mem. Acad. St.-Petersbourg (7) Bd. 35, No. 2. 72, 2 pag., 1 Taf.
Eine Kritik dieser Arbeit gibt G. A. Boulenger; er zieht 2 der neu be-
schriebenen Arten ein, bebt auch einige Inconsequenzen in der Benennung her-
vor und reproduciert die Originaldiagnose Schlegels von Temtoscincus scincus.
Sodann vertbeidigt Verf. sein Eidechsensystem den Einwendungen Strauchs
gegenüber. Osteologische Chaiactere seien nothwendig, für deren Studium er
eine Suite von 8 Sceleten (Gecko, Agamide oder Iguanide, Blindschleiche, Varan,
Tejide, Aniphisbaena, Scincide und Chamaeleon) empfiehlt. Er vertbeidigt
namentlich die Wichtigkeit, die er der Form der Clavicula beigelegt hat; eine
fortlaufende Reibe in der Gruppierung der Familien sei unmöglich. "Warum er
die Pygopodiden trotz des Fehlens der Vordergliedmaassen in die Nähe der
Eublei)bai-iden und Agamiden bringt, erläutert Verf. pag. 387 an Figuren des
Schultergürtels von Fygopus lejndopus und Lialis hurtoni einerseits und Lygosoma
praepeditum andererseits. Die Farn. Auguidae sei eine durchaus natürliche; von
äusseren Characteren wird auch auf die Uebereinstimmung der Kopf bescbilderung
von Anguis und Ophisam-us und auf die Anordnung der Seitenscbuppen in grade
Querreihen aufmerksam gemacht. Dass Heloderma und Arnjuis nicht in zwei
verschiedene Unterordnungen gestellt w'erden können, zeigen die Zungen beider
Gattungen, die pag. 388 neben einander abgebildet werden. Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 19 pag. 383-388, 5 Figg.
Wie die beiden früheren Bände [vergl. Ber. f. 1885 pag. 283] von G. A. Bou-
lenger's Meisterhand bearbeitet, ist der langersehnte dritte und letzte Band
des „Catalogue of thc Lizards in the British Museum, 2. edit., London 1887.
12,575 pag., 40 Taf." erschienen. Er enthält die G Familien Lacertidae, Gerrho-
sauridae, Scincidae, Anelytropidae, Dibamidae und Chamaeleontidae und ist
mit 40 prachtvoll gestochenen Tafeln ausgestattet. Während zur Zeit Dunieril
u.Bibrous (1836— 39) Lacertidae 43, Gerrliosauridae6, Scincidae 87, Anelytropidae 1,
Dibamidae 1, Chamaeleontidae 14 beschrieben waren, zeigte Gray's erste Ausgabe
des vorliegenden Catalogs (1845) beziehungsw^eise 57, 9, 132, 2, 1 und 18 Arten
und der jetzt vorliegende Band Besch)'eibungen von 97 Lncertiden, 15 Gen'ho-
sauriden, 373 Scinciden, (! Anelytropiden, 2 Dibaniiden und 49 Obamaeleoutiden.
Während 1845 das British Museum aus diesen 6 Familien 162 Arten in 599 Exem-
plaren besass, beherbergt es jetzt 433 Arten in 3929 Exemplaren. Ein Nachtrag
bringt die im Laufe der letzten 2 Jahre neu hinzugekommenen Species des
Museums und die neuesten Literaturnachweise und stellt die Zahl der gut be-
gründeten, bekannten Eidechsenarten auf 1616 fest, von denen 1206 im British
Musenm in 9820 Exemplaren vertreten sind. Das prachtvolle, jetzt vollendete
und mit ebenso grossem Fleiss wie Gründlichkeit gearbeitete Werk wird jedem
Zoologen unentbehrlich sein und eine auf langehin gesicherte Grundlage für
alle künftigen Forschungen in dieser Eichtung abgeben. Ich musste bei dem
Umfange des Werkes leider darauf verzichten, alle Neuerungen in der Systematik
und Synonymie zu verzeichnen und konnte auch die Angabe der vielfach höchst
wichtigen neuen Fundorte nur in den allerwenigsten Fällen berücksichtigen.
Ein soi^fältiges Register für alle drei Bände des Werkes ist beigegeben.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 185
Geckonidae. Mviseen. Das Petersburger Museum besitzt nach A. Strauch
122 Arten Geckoniden in 637 Stücken ; 2 nov. gen. und 13 n. sp. werden beschrieben.
Pei-ipia wird neben Gehi/ra, Bunopus neben Älsophylax als Gattung anerkannt.
Eine sehr sorgfältig ausgearbeitete dichotomische Tabelle wird pag. 14 zur Be-
stimmung der Geckoniden -Gattungen gegeben und versucht, die Genera mehr
nach natürlicher Verwandtschaft an einander zu reihen. Mem. Acad. St.-Peters-
bourg (7) Bd. 35, No. 2.
Integumentalgebilde. Mittheilungen über den Bau der haarartigen
Gebilde an den Haftlappen der Geckouenfinger macht A. Nicolas. Seine
Darstellung weicht in einigen Punkten von der Cartier's ab. Namentlich findet
er, dass die^e Haare von grossen hellen Zellen abzuleiten sind, während sie
nach Cartier von cyliudrischen Elementen einer tieferen Epidermislage ab-
stammen sollen. Inteniat. Mon.- Schrift f. Anat. u. Phys. Bd. 4 pag. 410— 420,
Taf. 18.
Biologisches. W. C o 1 e n s o bringt weitere Beobachtungen über Trächtigkeit,
Geburt und die Jungen von Naultiniis elegans Gray. Er zeigt, dass die Art
lebendiggebärend ist und stets Zwillinge zur Welt bringt. Die Tragzeit be-
läixft sich auf SVj Monat. Trans, a. Proc. N.-Zealand Inst. Bd. 19 pag. 147—150.
E. B. Poulton weist nach, dass Tarentola viaurüanica beim Oeffnen des
Maules und Beissen wesentlich auch den Oberkiefer nach aufwärts bewegt, wie
es infolge der losen Verbindung des Schnauzentheils mit dem übrigen Schädel
zu erwarten war. Natui-e Bd. 35 pag. 511 — 512, Figg.
J. V. Fischer macht Mittheilungen über einige Geckonen der Mittehneer-
fauna in Gefangenschaft und Freileben. Er vergleicht sie mit den Katzen unter
den Säugethieren. Sie finden sich meist in Gesellschaft, sind aber nicht gesellig,
sondern leiten stets im Kriege mit einander. Die Gefangenschaft ertragen sie
alle gut und pflanzen sich leicht fort. Regeln für ihre Haltung und für die
Behandlung der Eier zur Aufzucht werden gegeben. Sie lecken gerne Zucker.
Der Käfer Alphitobius diapcrinus nährt sich vom Koth des Phyllodactylus und
die jungen Phyllodactylen verspeisen wieder die Larven des Käfers. Man hat
also Reinigung des Geckonenbehälters gar nicht nöthig und braucht nur von
Zeit zu Zeit für einen Zuschuss an Fliegennahrung zu sorgen, um den Coramen-
salismus jahrelang in Thätigkeit zu erhalten. Der Vei'sandt als Muster ist ganz
einfach. Kleinere Arten {Hemidadylus , Gymnodactylus) haben oft stärkere
Stimmen als grössere {Tarentola, Stenodactylus, Phyllodactylus). In Gefangenschaft
legen sie bald ihre Scheu ab. Die Häutung erfolgt bei allen Arten stückweise,
in Fetzen. Alle palaearctischen Species sind eierlegend und bringen nie mehr
als 2 Eier. Verf. gibt Längen- und Breitenmaasse der Eier von 5 Arten und
bringt schliesslich Notizen über Freileben und Haltung von Tarentola mauritanica
und dem algerischen sogen, delalandei, Hemidactylus verruculatus, Gymnodactylus
kotschyi, Phyllodactylus europaeus und Stenodactylus yuttutus im Speciellen.
Namentlich die Lebensgeschichte der drei letztgenannten, wenig bekannten
Arten wird eingehender behandelt. Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 118 — 128
und 178-187.
A. Strauch theilt die sehr interessante Beobachtung mit, dass Terato-
scincus mit seinem eigenthümlich mit grossen, dachziegelartig gelagerten Platten
bewehrten Schwänze zirpt und dadurch Heuschrecken, die ihm zur Nahrung
dienen, anlockt. Mem. Acad. St.-Petersbourg (7) Bd. 35, No. 2 pag. 71.
186 Dl'- Oskar Boettger: Bericht üher die Leistungen
Fannistisches. F. Müller nennt pag. 288 HemidacUßus guinecnsis Pts.
von Gross Popo (Sklavenküste), hrookei Gray von Porto Novo (Sklavenküste),
platycephalus Pts. von der Tumbo- Insel (Sierra Leone) imd Lepidoäactylus
lugubris D. B. von der Insel Euk (Neuguinea), pag. 289 L. cydurus Gthr. von
den Loyalty-Inseln, Lygodactylus pictiiratiis Pts. aus Witu (Deutsch-Ostafr.) und
Phyllodactylus marmoratus Gray aus Neuseeland, sowie pag. 290 Heteronota
derhiana Gray aus N.-S.-AVales. Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
A. Strauch verzeichnet pag. 25 Ftycliozoum homalocephalum Crev. von der
Insel Engano (S. Sumatra), Geclio verticillatus Laur. von Timor und Saigon,
G. vittatus Houtt. von Ternate und Neubritannien, pag. 27 Lepidodactylus luguhris
D. B. von Ternate, Neubritannien, Tarow^a (Gilberts- A roh.) und Jaluit (Marshalls-
Ins.), pag. 28 Peripia mutilata Wgra. von Java und Ternate, pag. 29 Gchyra
oceanica Less. von Neubritannien und Jaluit, G. vorax Gir. von der Insel Vate
(Neuhebriden), pag. 31 Hemidactylus frenatus D. B. von Tei'nate und Neu-
britannien, H. mabuia Mor. von Cuba und St. Thomas, pag. 32 H. fasciatus Gray
von Accra (Goldküste), pag. 33 H. leschenauUi Gray von Burma, pag. 38 Phyllo-
dactylus tuber cidosiis Wgm. von Mazatlan und Sta. Martha, Ph. yalapagensis Pts.
von Mazatlan, pag. 39 Ph. affinis Blgr. von Melbourne, pag. 40 Diplodactylus
spinigerus Gray von Queensland, pag. 43 Gouatodcs caudiscutatus Blgr. von
Yurimaguas (Peru), p. 44 G. indlcus Gray von Pegu, pag. 45 Gymnodactylus
caspius Eichw. von Baku, Ak-kala bei Astrabad (Persien) und überhaupt aus
den Ufergegenden des Kaspisees, aber auch auf der Insel Kug-aral im Aralsee
und von Chiwa, pag. 53 G. phiUppinicus Stdchr. von der Insel Pulo Condor (S. von
Cochinchina) und Y}ag. 67 Stenodactylus giittatus Cnv. [wol irrthümlich; Ref.] von
Syra. Mem. Acad. St.-Petersbourg (7) Bd. 35, No. 2.
S. Gar man zählt auf und beschreibt mehr oder weniger ausführlich Gona-
todes vittatus (Licht.) von Port of Spain (Trinidad), Thccadactylus rapicaudus
(Houtt.) von Trinidad, Grenada, Sta. Lucia, Dominica, Guadeloiape, Saba und
St. Barts, Hemidactylus mahuia (Mor.) von Trinidad, Sta. Lucia, Petit Martinique,
Martinique und Puertorico, AristeUiger pjracsiy)iis (Hall.) von Grand Cayman,
A. lar Cope von Jeremie (Haiti), Sphaerodactylus elegans (R. L.) von Remedios
und Oaibarien (Cuba), S2)h-. nigropunctatus Gray von Samana (S. Domingo), Sph.
alopex Cope von Jeremie, punctatissimus D. B. von Caibarien und macrolepis Gthr.
von S. Domingo und Puertorico, sowie 2 neue Sphaerodactylus. Bull. Essex
Instit. Bd. 19 pag. 17-24.
Systematisches. A. Strauch gibt pag. 17 Notizen über die Färbung
von Phelsuma cepcdianum Merr. von Madagascar, pag. 18 über die von Ph.
guentheri Blgr. von Mauritius, pag. 20 eine dichotomische Tabelle für die 11 be-
kannten Arten der Gattung Tarentola Gray, pag. 33 systematische Bemerkungen
über Hemidactylus flavoviridis Rüpp. von Koseir (Rothes Meer), der dem H. coctaei
D. B. zum mindesten sehr nahe stehe, pag. 37 Notiz über die Pholidose von
Sphaerodactylus copei Stdchr. aus Cuba und über die Färbung von 5jj/t. atdhra-
cinus Cope aus Cuba, pag. 40 Notiz über die Pholidose von Diplodactylus
strophurus D. B. und pag. 44 über die Färbung von Gonatodes humeralis Guich.,
pag. 48 Bemerkungen über die Seltenheit des ^ von Gymnodactylus kotschyi
Stdchr., pag. 51 Notizen über die Pholidose von G. geclcoides Spix und pag. 52
von G. marmoratus Kühl aus Bali und Neuguinea. Weiter bringt Verf. pag. 54
eine Unterscheidungstabelle für die 4 Arten der Gattung Alsophylax Fitz.,
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 187
beschreil)t eingeliend A. pipiens Pall. und pag. 64 Crossohamon eversmanni (Wgm.)
aus W. Turkestan bis zum Syr-darja, gibt pag. 67 Notizen über die Pholidose
von Stenodactylus wilkinsoni Gray und pag. 68 von Ptenopus garrulus Gray und
beschreibt endlich pag. 68 Teratoscincus keyserlingi Str. aus N. Persien und
Turkestan östlich bis zunj Ili. Mem. Acad. St.-Petersboiarg (7) Bd. 35, No. 2.
Alsophijlax loricatus n. sp. Mohol-tau und Mursa-robat (Ferghana) pag. 59.
— A.przewalskyi n. sp. verwandt pipiens. Wüste Gobi (Mongolei) pag. 55. —
A. spinicauda n. sp. Schahrud (Persien) pag. 58, Fig. 15 — 16; Strauch, Mem. Acad.
St.-Petersbourg (7) Bd. 35, No. 2.
Bunopus hlanfordi n. sp. verwandt tuherculatus Blfd. Aegypten; Strauch,
I.e., pag. 61, Fig. 13-14.
Chondrodactylus weiri n. .sp. Kalahari (S. Afr.); Boulenger, Proc. Zool. Soc.
London pag. 340.
Cnemaspis n. gen. Verwandt Gonatudes Fitz., aber auf der Innenseite der
Unterschenkel mit flachen, grossen Schildern, die den Tibialschilderu der Lacer-
tiden entsprechen. — Mit Cii. houlengeri n. sp. von der Insel Pulo Condor (S. von
Cochinchina); Strauch, 1. c. pag. 42, Fig. 7 — 9.
Diplodactyliis marmoratus Gray. N. von Victoria, abgeb. von McCoy, Prodr.
Zool. Victoria Taf. 132, Fig. 2.
Ebenmda hoettgei-i Blgr. =^ inunguis Bttgr. ; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3,
pag. 482.
Gecko himttatus D. B. gute Art; Strauch, 1. c, pag. 26.
Geckolepis humhloti n. sp. Gross - Comoro ; Vaillant, Bull. Soc. Philomath-
Paris (7) Bd. 11 pag. 133.
Gehyra fischeri n. sp. Ternate; Strauch, 1. c, pag. 29, Fig. 5—6 ^ G. marginata
n. sp. verwandt vorax. Morty (Molukken); Boulenger, I.e., pag. 486 und Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag. 383.
Gonatodes ßnniilaris n. sp. verwandt albogidaris D. B. Maccasseema (Brit.
Guayana); Boulenger, Proc. Zool. Soc. pag. 154, 2 Figg. und Cat. Liz. Bd. 3 p. 481.
— G. vütatus Licht. = albogularis D. B. var.; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3 p. 481.
Gymnodactylus agamcnsis Bleek. = marmoratus Kühl; Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 152. — G. antillensis n. sp. Curagao und Aruba ;
Lidth de Jeude, Notes Leiden Mus. Bd. 9 pag. 129 , Taf. 2, Fig. 1. — G. dani-
leivskyi n. sp. verwandt kotschyi und russowi. Kr'ira. pag. 48. — G. fedtschenkoi
n. sp. verwandt caspnus. Samarkand, Sarafschanthal und 0. Buchara, wahr-
scheinlich auch Punjab. pag. 46. — G. russowi n. sp. verwandt kachhensis.
Turkestan. pag. 49, Fig. 10 — 12; Strauch, 1. c. — S. auch Phyllurus.
Hemidadylus inornatus und marmoratus Hallow. = Gecko japonicus D. B. ;
Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 146. — G. murrayi n. sp. [nach Boulenger
= gleadoici Murr.] Bombay; Gleadow, Journ. Bombay Soc. Bd. 2 pag 49.
Lepidodactylus woodfordi n. sp. verwandt guppyi. Faro (Salomonsins.);
Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 334, Taf. 28, Fig. 1 und Cat. Liz. Bd. 3
pag. 487.
Oedura cincta n. sp. Charleville (S. W. Queensland) und Oe. monilis n. sp.
verwandt tryoni. Queensland; De Vis, Proc. Linn. Soc. N.-S'-Wales (2) Bd. 2
pag. 811.
188 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Phyllodactylus martini n. sp. Curagao; Lidth de Jeude, Notes Leiden Mus.
Bd. 9 pag. 130, Taf. 2, Fig. 2-3 = julieni Cope, Amer. Naturalist Bd. 21 p. 1035.
— S. auch Biplodactylus. ■
Phyllurus miliusi Bory. S. von Sandhurst, ahgeh. Mc Coy, Prodr. Zool.
Victoria Taf. 132, Fig. 1.
Ptenodactylus n. gen. [non Gray 1845, = Crossobamon Bttgr.] Verwandt
Ptenojnis, aber vom Habitus von Gymnodactylus und mit glatten Hypodactyl-
schildern und Fransen auch an den Fingern. — Für Ascalahotcs piiiiens Licht.
= Gymnodactylus eversmanni Wgm. ; Strauch, 1. c, pag. 64.
Spathodactylus mutilatus Gthr. = Hemiphyllodactylas typus Bleek.; Boulenger»
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 152.
Sphaerodactylus picturatus n. sp. W. Haiti = anthracinus Blgr. , non Cope.
pag. 19. — Sph. piictus n. sp. St. Cristopher. pag. 20; Garman, Bull. Essex Inst.
Bd. 19. — Sph. torquatas n. sp. verwandt (jlaucus Cope. Mazatlan; Strauch, 1. c,
pag. 35.
Htenodactylus lumsdeni u. sp. verwandt Orientalis. N. Balutschistan. pag. 479.
— St. petersi Blgr. = steudtieri Pts. pag. 480; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3.
Tarentola angusticeps n. sp. verwandt necßecta. Batna (Algerien); Strauch,
1. c, pag. 22, Fig. 1—2 = nerjUcta Strauch; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 19 pag. 384. — T. neylecta n. sp. verwandt delalandel und ephippiata. Batna;
Strauch, 1. c, pag. 21, Fig. 3—4.
Teratoscincus keyserlingi Strauch (=; .sTmiCvts Schlg.) eingehend beschrieben;
Strauch, 1. c, pag. 68. — T. przewalskyi n. sp. verwandt keyserUnyi. Wüste Gobi
(Mongolei); Strauch, 1. c, pag. 71.
Pygopodidae. Systematisches. Bdma lüeheja n. sp. verwandt fraseri.
Brisbaue und Gympie (Queensland) pag. 825. — D. tincta n. sp. Nornianton (Golf
V. Carpentaria) und Spriugsure (Centr. Queensland) pag. 284; De Vis, Proc. Liun.
Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2.
Agamidae. Faunistisches. F.Müller nennt pag. 290 Draco reticulatus
Gthr. von Amboina, pag. 291 Sitana minor Gthr. von Ceylon, Gonyocephalus
spinipcs A. Dum. aus N.-S.-Wales, pag. 292 Calotes rersicolor Daud. von Pinang,
C. ophiomachus (Merr.) aus Cochinchina, pag. 294 Japalura nigrilabris Pts. von
Tandjong Morawa (Sumatra) und Agama colunorwn D. B. von der Tumbo-Iusel
(Sierra Leone). Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
Systematisches. Derselbe beschreibt pag. 291 das i^ von Otocryptis
hivittata (Wgm.) und Varietäten von Ceratophor-a stoddaerti Gray , pag. 292 den
Jugendzustand von Calotes versicolor Daud. und Stücke von C. ophiomachus
(Merr.) aus Ceylon , pag. 293 eine Farbenänderung von C. Uocephalus Gthr. und
Cophotis ceylanica Pts. Ebenda.
Eine Notiz über Färbung und Zeichnung von Agama planiceps Pts. von
Quissange (Benguella) bringt J. V. Barboza du Bocage. Jörn. Sc. Math.
Lisboa Bd. 11, No. 44 pag. 210.
Calotes feae n. sp. Pla-poo (N. Tenasserim); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova
(2) Bd. 5 pag. 477, Taf. 6, Fig. 2. — C. kdaarti u. sp. [nach Boulenger ^ C. ceij-
lanicus F.Müll.] Cej^lon; Nevill, Taprobanian Bd. 2 pag. 134 und Haly, I.e.,
pag. 133. — C. liolepis Blgr. neu beschrieben ; Nevill, 1. c, pag. 133. — Cl liiede-
kingi Bleek. ^= Lophocalotes ; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 152. —
C. microlepis n. sp. verwandt crislatellus. Pla-poo (N. Tenasserim); Boulenger,
in der Herpetologie während des Jahi-es 1887. 189
Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 476, Taf. 6, Fig. 1. — C. mystaceus D. B.
var. eeylanica n. 0. Ceylon; F. Müller, Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Th. pag. 292,
Taf. 3.
Diploderma polygonatum Hallow. = Japalura; neu beschrieben und abgab.
V. Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 146, Taf. 17, Fig. 1.
Draco melcuiopogon n. sp. verwandt haematopoijon. Malayische Halbinsel;
Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3 pag. 492. — Vr. obscurus n. sp. Mt. Kina Baloo
(N. Borneoi; Boulenger. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 95.
Gonyocephalus herveyi n. .sp. verwandt Imjaster, Malayische Halbinsel;
Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3 pag. 493.
Chrmnmatophma inermis n. sp. verwandt reticulata. Centr. Queensland ; De
Vis, Proc. Linu. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 812.
Japalura polyyonata Hall, beschrieben und abgeb. ; Boulenger, Proc. Zool.
Soc. London pag. 146, Taf 17, Fig. 1.
Lophocalotes interruptus (}thv. =^ luedekinyi Bleek. ; Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 20 pag. 152.
Lophyrus megalepis Bleek. = Gonyocephalus ; Boulenger, 1. c, pag. 152.
Fhrynocephalus lutcoguttatus n. sp. verwandt mterscapularia. N. Balutschistan.
pag. 497. — Phr. ornatus n. sp. verwandt cauäivolvulus. Ebendaher pag. 496;
Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3.
Tiaris tuberculatus Gthr. = Gonyocephalus megalepis Bleek. ; Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 152.
Uroinastix (Centrotr ach eins) costatus 'F.WiW. = loricatus Blfd.; F.Müller,
Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Th. pag. 294. — LT. ornatus Rüpp. = ocellatus Licht. ;
Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3 pag. 499.
Iguanidae. Faunistisches. Notizen über die Nordgränze der Verbreitung
der F/trynosoma- Alten in den w'estlichen Veieinigten Staaten bringt C. H. Town-
send. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 10 pag. 238.
F.Müller verzeichnet Anolis cristatellus D. B. von Haiti und Liolaemus
gracilis (Bell) von Valdivia (Chile). Verh. Naturf. Ges. Basel 8 Th. pag. 290.
S. G arm an zählt auf und bespricht mehr oder weniger eingehend Xipho-
cercus valenciennesi D. B. von Kingston (Jamaica), Anolis equestris Merr. von
Cuba, Bahia, ricordi D. B. von Samana (S. Domingo), cumeri Merr. und gundlachi
Pts. von Puei-torico, cristatellus D. B. von Port au Prince und Jereraie (Haiti),
St. Thoraas, Bayamon (Puertorico) und Ins. Morant, stratulus Cope von Port au
Prince, Puertorico und St. Thomas, gingivinus Cope von Ins. Anguilla, bimacidatus
(Sparrm.) von St. Kitts, Nevis, oculatus (Cope) von Dominica, marmoratus (D. B.)
von Desirade, cepedii Merr. typ von St. Pierre, Ft. de France und Mome Rouge
(Martinique) und var. trinitatis R. L. von Trinidad, grahami Gray von Kingston,
conspersus Garm. von Gross-Cayman, distichus Cope von Jeremie, Samana und
Puerto Plata (Haiti) und Isle de Vaches (W. Haiti), cyhotes Cope von Jeremie
und Samana, citrinellus Cope von Port au Prince, lineatopus Gray von Kingston,
sagrae D. B. von Caibarieu, Matanzas und Bahia Honda (Cuba), sagrae var.
ordinata Cope von New Providence und Nassau (Bahamas) und von Florida Keys,
porcatus Gray von Caibarien, Matanzas und Bahia Honda, chrysocyanus D. B.
von Samana, caelestimis Cope von Tiburon (Haiti), pidchellus D. B. von Port au
Prince. Bayamon und St. Thomas, semilineatus Cope von Samana, ophiolepis Cope
von Cuba, Folychrus marmoratus L. von Trinidad, Liocephalus vittatus Hall, von
190 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Matauzas, melanochlorus Cope von Jeremie und Tiburon, personatus Cope von
Jeremie und Puerto Plata, earinatus Gray von Cuba und New Providence,
varius Garm. von Gross - Cayman, Uraniscodon pUca L. von Trinidad, Cyclura
carinata Harl. von den Turksinseln, yvuhila Gray von Cuba?, cornuta (Daud.)
von Jeremie und Nassava, Ljuana tiiherculata Laur. von Trinidad, Saba, St. Thomas,
Grenada, delicatissima Laur. von Nevis und St. Barts, sowie mehrere neue Varie-
täten und 11 n. spp. von Anolis, die aber sämmtiich von Boulenger [s. Zool. Record
f. 1887 pag. 10] in die Synonymie verwiesen werden. Bull. Essex Inst. Bd. 19
pag. 25 — 50.
Systematisches. Nach G. A. Boulenger ist die Gattung Cachryx Cope
einzuziehen und zu Ctenosaura zu stellen. Cat. Liz. Brit. Mus. Bd. 3 pag. 502
— Vergl. auch E. D. Cope in Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 10 pag. 437, Anm.
Anolis asper u. sp. verwandt ferreus Cope [nach Boulenger = leachi D. B.].
Marie Galante; Garman, Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag, 31. — A. boulengerianus
n. sp. verwandt nebulosus Wgm. Tehuantepec (Mexico) pag. 182. — A. brumeti
n. sp. verwandt bouvieri [nach Boulenger = fuscoauratus D. B.]. Brasilien,
pag. 184; Thominot, Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 11. — A. cepedii Merr. var.
cinerea n. Grenada und var. extrema n. Barbadoes pag. 35, var. gentilis n. Petit
Martinique pag. 34 [nach Boulenger = alliyat&r D. B. vars.]; Garman, Bull.
Essex Inst. Bd. 19. — A. conspefrsus n. sp. [nach Boulenger = yrahami Gray].
Ins. Gross-Cayman (W. Ind.); Garman, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 273.
— A. cyhotes Cope var. haitiana n. Tiburon ; Garman, Bull. Essex Inst. Bd. 19
pag. 42. — A. front atus n. sp. verwandt wtcro?e2'*5 ßlg''- Dai'ien ; Thominot, Bull.
Soc. Philom. Paris (7) Bd. 11 pag. 186. — A. griseus n. sp. [nach Boulenger =
richardi D. B.] St. Vincent, pag. 30. — A. lividus n. sp. [nach Boulenger == leachi
D. B.] Montserrat. pag. 43. — A. luciae n. sp. [nach Boulenger = alligator D. B.]
Sta. Lucia. pag. 44. — A. nubilus n. sp. [nach Boulenger = leachi D. B] Redonda.
pag. 32. — A. sabanus n. sp. [nach Boulenger = leachi, D. B.] Ins. Saba. pag. 39.
— ■ A. scriptus n. sp. [nach Boulenger = cristafelhis D. ß.] Silver und Lena Keys,
Florida, pag. 28. — A. speciosus n. sp. [nach Boulenger = leachi D. B.] Marie
Galante, pag. 42. — A. trossulus n. sp. [nach Boulenger = richardi D. B.] Grenada.
p. 38. — A. vincentii n. sp. [nach Boulenger = alligator D. B.] St. Vincent,
pag. 46. — A. virgatiis n. sp. [nach Boulenger = gingivinus Cope] St. Barts,
pag. 41 ; Garman, Bull. Essex Instit. Bd. 19.
Cachryx defensor Cope ;= Ctenosaura ; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3 pag. 502.
Cyclura carinata Harl. gute Art neben C. boeolopha Cope und nubila Gray ;
Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 10 pag. 437.
Liocephalus loxogrammus n. sp. Rum Key (Bahamas); Cope, 1. c, pag. 437.
— L. varius n. sp. verwandt eremitus Cope. Ins. Gross -Cayman (W. Ind.);
Garman, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 274.
Sceloporus couchi Baird. Monclova (Mexico); neu beschrieben von Garman,
Bull. Essex In.stit. Bd. 19 pag. 133.
Anguidae. Faun istisch es. F. Steindachuer nennt Ophisanrus upus
Pall. von Ragusa. Ann. Nat. Hofmus. Wien Bd. 2, Notizen pag. 131.
Systematisches. S. Garman nennt TMploglossus striatus (Gray) von
Jeremie (Haiti), beschreibt einen neuen Diploglossus und macht synonymische
Bemerkungen zu Gattungen und Arten dieser Familie. Bull. Essex Inst. Bd. 19
pag. 17—24.
in der Heipetologie Avährend des Jahres 1887. 191
Celestus phoxinus Cope = Diploylossus costatus Cope; Garmau, 1. c. pag. 23.
Biploglossus crusculus n. sp. [nach Boulenger wahrscheinlich = phoxinus
Cope] Kingston (Jamaica) ; Garman, 1. c, pag. 22.
Panulopus Cope = Dipiloglossus W gm.; Garman, I.e., pag. 23.
Anniellidae. Systematisches. Anniella texana n. ä]^. El Paso; Bou-
lenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 50.
Zonuridae. Nervensystem. H. E. Sau vage beschreibt den Plexus
brachialis und den PI. lumbosacralis von Zonurus giganteus Smith. Bull. Soc. Zool.
France Bd. 12 pag. 489-499, Taf. 8.
Systematisches. Zonurus vittifcr n. sp. Transvaal; Reichenow, Zool.
Anzeiger 10. Jahrg. pag. 372.
Varanidae. Faunistische s. 0. Boettger erwähnt Varanus griseus
(Daud.) aus Syrien. Ber. Senckenberg. Naturf. Ges. pag. 54.
F.Müller nennt pag. 284 Varanus timorensis Gray von Amboina, pag. 285
V. niloticus D. B. von der Tumbo-Insel (Sierra Leone). Verb. Naturf. Ges. Basel
8. Theil.
Systematisches. Ein Varanus vom Herbert Rvr. (Q.ueensland) [vergl.
auch Ber. f. 1886 pag. 200] wird von C. W. De Vis dem V. acanthurus Blgr. so
ähnlich genannt, dass er sich nur durch die Färbung unterscheide. Proc. Linn.
Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 813.
Tejidae. Sceletsystem. Vergl. oben Koken pag. 182.
Faunistisches. S. Garman verzeichnet Tupinambis nigropunctatus
Spix von Trinidad, diagnosticiert Ameiva erythrocephala (Daud.) von St. Cristopher
[nach Boulenger, Zool. Record f. 1887 pag. 11 = J.. punctata Gray], nennt Ä
analifera Cope von St. Barts und Anguilla, riisei R. L. von Puertorico, lineolata
D. B. von Haiti, taeniura Cope von Jeremie (Haiti), dorsalis Gray von Kingston
(Jamaica), auberi Coct. von ßahia Honda (Cuba), Scolecosaurus cuvieri Fitz, von
Grenada und Gymnophtltalmus pleü D. B, von Castries (Sta. Lucia), sowie
mehrere unten verzeichnete neue Arten und Vai-ietäten. Bull. Essex Inst.
Bd. 19 pag. 1-12.
Systematisches. G. A. Boulenger gibt eine neue Synopsis der Gattung
Cophias Fitz. Cat. Liz. Brit. Mus. Bd. 3 pag. 507.
Ameiva corvina var. atrata n. Redonda. pag. 8. — A. fuscata n. sp. Dominica,
pag. 5. — A.j/luvianotata n. sp. Montserrat pag. Q — A. surinamensis var. aquilina
n. Grenada und St. Vincent, pag. 3 und var. atrigularis n. Trinidad, pag. 2;
Garman, 1. c.
Brachypus pallidiceps Cope = Cophias heterojms Licht. ; Boulenger, 1. c,
pag. 507.
Centropyx interniedius Cope ^ cojiei n. nom. [Name unnöthig; Ref.] Bar-
badoes; Garman, I.e., pag. 2.
Cnemidophm'us aruhensis n. sp. zwischen murinus und lemniscatus. Aruba;
Lidth de Jeude, Notes Leid. Mus. Bd. 9 pag 132.
Colobosaurus n. nom. für Ferodactylus R. L., uou Fitz.; Boulenger, 1. c,
pag. 508.
Cophias heteropus Bttgr. = boettgeri n. nom ; Boulenger, 1. c. pag. 508.
Epaphelus sumichrusti Cope = Tretioscincus laevicauda Cope [= Gymnoph-
thalmus; Ref.]; Cope, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 32 pag. 46.
192 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Perodactylus Reinli. Lütk., iiou Fitz. = Culobosaurus n. nom.; Boulenger,
1. c, pag. 508.
Stenokpis n. gen. Mit Arthrosaura Blgr. und Heterodadi/lus Spix- verwandt ;
mit ersterer Gattung übereinstimmend in dem Auftreten von Frontoparietalen,
im deutlichen Ohr und in 5—5 Zehen, mit letzterer im Fehlen von Praefrontalen,
in der Stellung des Naslochs, dem ungetheilten Lidfenster und der Abwesenheit
einer Collarfalte, mit beiden in dei' Kürperpholidose. — Hierher St. ridleyi n. sp.
Iguarasse, Prov. Pernambuco; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 640 — 642,
4 Figg.
Amphisbaenidae. Systematisches. Amphishaena capensis n. sp. verwandt
violacm Pts. Ngamisee (S. Afr.); Thominot, Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 11
pag. 188.
Monopeltls houlengeri n. sp. verwandt (juentheri Blgr. Stanley Pool (Congo);
Boettger, Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 649.
Lacertidae. Sinnesorgane. G. A. Boulenger führt den Nachweis,
dass OpJtiops wolentwiekelte, aber in der Mitte vollständig mit einander ver-
wachsene und daher unbewegliche, uhrglasfürmige Augenlider besitzt. Ähnlich
wie sich in Bezug auf die Augenlider Ophiops zu Cabrita verhält, verhält sich
auch Ablepiharus zu Lygosoma. Cat. Liz. Brit. Mus. Bd. 3 pag. 72.
Urogenitalsystem. G. B. Howes fand, dass bei Lacerta viridis ^ die
Rudimente des Oviducts mitunter eiiie beträchtliche Entwicklung zeigen, ohne
dass die Geschlechtsdrüsen eine Spur hermaphroditischer Bildung besitzen.
Journ. Anat. Phys. Bd. 21 pag. 185—189, Taf. 7. — Ref. in: Rep. Brit. Assoc. Adv.
Sc. 56. Meet. pag. 691.
Eine ganz kurze Notiz über das Ovarium von Lacerta vmipara und über
die Ernährung der Embrj^onen in demselben bringen Stuhlmann & F. E.Schulze.
Anat, Anzeiger 2. Jahrg. pag. 768.
Biologisches. C. Mortensen beschreibt eine am 25. Mai in Kopenhagen
beobachtete Begattung von Lacerta vivipara; nur der eine Zweig des Penis
wurde ausgestülpt und in Thätigkeit gesetzt. Bei drei weiteren Gelegenheiten
sah Verf. dasselbe. Die Begattung dauerte etwa eine halbe Stunde. Auch
L. ayilis gebraucht nur den einen Peniszweig. Als Begattungszeichen lassen
sich bis zum nächsten Hautwechsel blaue, hufeisenförmige Bisszeichen beim ^
beobachten. Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 461 — 464 und 563,
Neben der grossen Ähnlichkeit von Zerzwmia bland Lat. mit Tropidosaura
algira Jj. hebt J.v. Fischer auch hervor, dass sie sich mit einander paaren und
schliesst daraus auf nahe Verwandtschaft. Als neue Fundorte werden verzeichnet
für Z. bland Alger, Blidah und Rouached, für Tr. algira Alger, Blidab und
Boghar (Dep. Alger), Rouached (Dep. Constantine) und für var. nolU n. Tuggurth
in Algerien und Kzahr el Ahmar in S. Tunis. In Algerien lebt Tr. algira in
Gestrüpp und Hecken, in S. Frankreich in der Geröllformation der Garrigues;
infolgedessen ist ihr Fang in Algerien leichter. Sie wird 354 mm lang. Trockne,
luftige, warme Bebältnisse, Gelegenheit zum Klettern und Saufen müssen ihr
in der Gefangenschaft geboten werden. Die Intelligenz ist gering, die Stimme
ähnlich der von Psammodronius ; sie gewöhnt sich leicht an den Menschen. Die
Sinne sind gut entwickelt; Heuschrecken sind die Hauptnahrung. Die Eier
lassen sich leicht ausbrüten. Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 65 — 74, 2 Figg.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 193
Faun istisches. F. Müller nennt pag. 285 Tachydromus amurensis Pts.
von Chaborowka (0. Sibirien) , Laco'ta viridis Daud. von Wiehlen (Baden) und
vom Katzenrain bei Efringen (Baden), L. muralis Daud. y&y. fusca rubriventris
von Neudorf (Elsass) und pag. 286 Cabrita leschenaulti M. Edw. von Ceylon und
Eremias argus Pts. von Chemulpo (Corea). Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
C. Bamps fand Lacerta cKjilis L. in Lanklaer und Pietersheim bei Lanaeken
in Belgisch-Limburg. Aus Belgien vpar die Art bis jetzt nur von Arlon und
Virton in Luxemburgisch- Lothringen bekannt gewesen. Bull. Acad. Roy. Sc.
Belg. 56. Jahrg. (3) Bd. 14 pag. 369—373. ,
F. Borcherding verzeichnet Lacerta vlvijyara vom Huvenhoops-See in der
Neukirchener Heide, Reg.-Bez. Stade. Jahr.-Heft Nat. Ver. Fürst. Lüneburg 10,
1885/87 pag. 53.
0. Boettger nennt eine rothbäuchige Form der Lacerta muralis fusca
aus Bosnien. Ber. Senckenberg. Nat. Ges. pag. 64.
F. Steindachuer verzeichnet Lacerta oxijcephala und NotophoUs nigro-
punctata vom Mte. Mosor (Dalmatien). Ann. Nat. Hofmus. AVien Bd. 2, Notizen
pag. 131.
Eremias rubropunctata wird von der Mosesquelle, Sinai-Halbinsel, erwähnt.
Proc. Zool. Soc. London pag. 482.
T. W. Kirk berichtet üder das Vorkommen von aus England eingeführter
Lacerta vivipara Jacq. bei Wellington auf Neuseeland. Trans, a. Proc. N.-Zealand
Inst. Bd. 19 pag. 67—69.
Systematisches. J.v. Fischer bemerkt, dass sich Lacerta pater Lieit.
durch stets marmorierten Schwanz vor viridis und ocellata auszeichne, deren
Schwanz einfarbig sei. Humboldt 6. Jahrg. pag. 448.
Äparosaura n. nom. f ür FacJiyrhynchus Boc. , non Spix; Boulenger, Cat.
Liz. Brit. Mus. Bd. 3 pag. 117.
Eremias guineensis n. sp. Brass (Niger); Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 20 pag. 51. — E. nitida Gthr. abgeb. Taf. 4, Fig. 1. — E. spekei Gthr. abgeb.
Taf. 4, Fig. 2; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3.
Lacerta danfordi (Gthr.) abgeb. Taf. 1, Fig. 2. — L. jayakari n. sp. Maskat
(Arabien), pag. 40, Taf. 2. — L. ocellata var. tangitana n. Tanger, pag. 13,
Taf. 3, Fig. 1. — L. parva n. sp. verwandt viridis und agills. Kaisarieh (Kl.-
Asien). pag. 22, Taf. 1, Fig. 1. — L. viridis var. tnajor n. Dalmatien, Griechen-
land, Türkei, Kl.- Asien, pag. 16; Boulenger, 1. c.
Ojihiops beddomei ( Jerd.) abgeb. Taf, 3 , Fig. 3. — 0. occidentalis n. sp.
Algerien, Tunis, Tripolis, pag. 75, Taf. 3, Fig. 2; Boulenger, 1. c.
Poromera n. gen. Verschieden von Tachydromus durch Anwesenheit von
Femoralporen. W. Afrika. — Für Tachydromus fordi Hallow. vom Gabun;
Boulenger, 1. c, pag. 6.
Fsammodromus vergl. Tropidosauru.
Sca]}teira acutirostris n. sp. N. Balutschistan ; Boulenger, Cat. Liz. Brit. Mus.
Bd. 3 pag. 114.
Tachydromus smaragdlnus n. sp. Liu-kiu Ins.; Boulenger, I.e., pag. 509
und Proc. Zool. Soc. London pag. 147, Taf. 17, Fig. 2, Taf. 18, Fig. 1.
Tropidosaura algira L. var. nolU n. Algerien und S. Tunis; J. v. Fischer,
Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 68, Figg.
Arcli. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 1. 13
194 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Gerrhosauridae. Systematisches. Gerrhosdurus auritus n. sp. Ondonga
(Ovamhohmd) ; Boettger, Ber. Senckenberg, Naturf. Ges. pag. 148, Taf. 5, Fig. 3.
Tetrudactylus africanus (Gray) abgeb. Bonlenger, Cat. Liz. Bd. 3, Taf. 4,Fig. 3.
Zonosaurus n. iiom. für Cicüjna Gray 1845, non Gray 1825. Nasloch zwischen
2 Nasalen, dem Rostrale und dem ersten Labiale; Bauchschilder keine graden
Querreihen bildend; eine Lateralfalte; keine Frontoparietalen. Madagascar. —
Für Cicigna madagascariensis Gray, ornata Gray und rufipes Bttgr. ; Boulenger,
Cat. Liz. Bd. 3 pag. 127.
Scincidae. Biologisches. Scincus of/icinaUs Laur. ist nach J. v. Fischer
der ]\Iaul\vurf unter den Eidechsen; er „schwimmt" im Sande. Versendet und
gehalten wird er in feinstem, trockenem Sand. Gefangen wird er mit einem
geschickten Griff in den Sand. In Gefangenschaft trinkt er gern; die Nahrung
besteht aus Heuschrecken, Käfern und Isopodcn. Die Färbung der jungen und
alten Thiere wird eingehend beschrieben; sexuelle Färbungsunterschiede fehlen.
Auf dem Sande sind seine Bewegungen relativ langsam. Bei 15 "R. schon
erstarrt das Thier. Beim Beisseu stossen sie einen zischenden Laut aus. Die
Hauptfeinde sind Varanus griseus und Zamenis versicolw. Der Gesichtssinn
herrscht vor. Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 309-314.
Derselbe beschreibt die Lebensgewohuheiten von Euprepes vittntus Oliv,
im Freien und in der Gefangenschaft. Er lebt an feuchten Orten in Tunis und
Algerien, namentlich bei Biskra, und kann sogar schwimmen. Er meidet die
Tageszeit. Eine Stimme fehlt. Die Intelligenz steht über der von Scincus und
Sphenops. Das Auge ist auch bei ihm der schärfste seiner gut ausgebildeten
Sinne. Er trinkt oft. Ebenda pag. 357-360.
Nach demselben frisst Flestiodon uldrovandi D. B. neben animalischer
Nahrung Früchte und Salat; nothwendig für sein Gedeihen aber ist die vege-
tabilische Kost nicht. Humboldt G. Jahrg. pag. 24-25.
Faunistisches. F. Müller nennt pag. 286 Eup-epes perrotteti D. B. von
Porto Novo (Sklavenküste), pag. 287 jmnctatissinrus Smith von Delagoa-Bai,
pag. 288 Hinulia naevia Gray von Neubritannien, Mocoa entrecasteauxi (D B.)
von Neuseeland und Mahuia baudini D. B. von der Insel Ruk (Neuguinea). Verh.
Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
H. Nevill macht Mittheilungeu über die Scincidenfauna von Ceylon.
Taprobanian Bd. 2 pag. 55—58.
G. A. Boulenger zählt als burmauische Arten auf Mabtda doriae Blgr.,
muUifasciata Kühl, Lygosoma indicum Gray, maculatum Blyth, cyanellum Stol.,
ccdamus Blgr., TropUlophorus yunnanenais ßlgr., sowie eine neue Mahuia und
4 neue Lygosoma. Ann. Mus. Civ. St. Nat. Geuova (2) Bd. 4 pag. 618—624.
Masters nennt Cyclodus nigroluteus Q. G. von Mt. Wilson (Australien).
Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 174.
G. A. Boulenger erwähnt Tilicpia gigas (Schnd.) von Bantam (Java).
Cat. Liz. Brit. Mus. Bd. 3 pag. 145.
Systematisches. Nach demselben pag. 131 sind alle Scinciden, soweit
bekannt, ovovivipar und an alle Lebensarten, mit Ausnahme des Wasser- und
Luftlebens angepasst. Die Eintheilung in Gattungen verursacht grosse Schwierig-
keiten; Verf. hat sie fast durchweg auf neuer Grundlage versucht und auf die
Lage des Nasale, der Gaumenbeine und der Flügelbeine grossen, auf die Ent-
wicklung und Zahl der Gliedmaassen und Zehen aber geringen Werth gelegt,
in der Herpetologie wähi-eiid des Jahres 1887. 195
indem er nameutlich in seinen Gattungen Lycjosoma und Chaleides alle Uebergangs-
formen von fünfzehigen bis zu fusslosen Formen nachzuweisen im Stande war.
Verf. stellt überdies pag. 210 11 Subgenera zu Lygosoma, nämlich Hinulia, Oto-
saurus und Keneuxia Gray, Liolejnsma D. B., Emoa, Btopa und Homolepida
Gray, Hemiergis Wgl. und Siaphos, lihodona und Lygosoma Gray. Cat. Liz. Bd. 3.
Eine Monographie der Gattung Ophiomwus bringt derselbe. Er gibt
eingehende Diagnose der Gattung und Schlüssel für die 6 bekannten Arten
0. tridactylus Blyth, hlanfordi Blgr., hrevipes Blfd., persicus Stdchr.. puncta-
tissimus D. B. und latastei Blgr., die meist nach Originalexemplaren beschrieben
und mit einander verglichen werden. Bull. Soc. Zool. France Bd. 12 pag. 519—534.
F. Müller beschreibt verschiedene Abweichungen von ceylanischen Tiliqua
rufescens (Shaw). Verb. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 287.
J. V. Barbe za du Bocage gibt kurze systematische Bemerkungen über
Euprepes guineensis Pts. von Ajuda (Dahomey). Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat.
Lisboa Bd. 11, No. 44 pag. 194.
Derselbe vervollständigt die Diagnose der Gattung Typhlaconüas Boc.
und beschreibt T. punctatissimus Boc. vom Rio Coroca nochmals. Ebenda
pag. 203—204.
S. Gar mau gibt neue Diagnosen für Mabiiia sloanei Gray von Jamaica,
mabuia (D. ß.) von St. Pierre und Ft. de France (Martinique), aenea Gray von
St. Vincent, Grenada imd Trinidad, agilis Raddi von Rio Janeiro, Para, Villa
Bella (Brasilien) und aurata Schnd. von Rio Janeiro und Goyaz (Brasilien) bis
Turbo am Fluss Chagres und Nicaragua, und beschreibt 3 neue westindische
Mabuia. Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 51—53.
C. W. De Vis erkennt einige der Identificationen Boulenger's betreffs
seiner neuen Heter opus -AxiQW au; andre wie H. rostralis, lateralis u. s. w. hält
er aufrecht. Verf. gibt einen Schlüssel für die Unterscheidung der 10 ihm
bekannten Species von Heteropus aus Queensland. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales
(2) Bd. 2 pag. 822.
Ablepharus boutoni (Desj.) var. metallica n. N. Australien; Boulenger, Cat.
Liz. Bd. 3 pag. 347. — A. timidus n. sp. Charleville (Queensland); De Vis, Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 824.
Acontias grayi n. sp. Cap. pag. 428. — A. holomelas Gthr. abgeb. Taf. 38,
Fig. 2; Boulenger Cat. Liz. Bd. 3.
Anomalopus lentiginosus n. sp. [nach Boulenger = Lygosoma verreauxi
A. Dum.] Brisbane (Queensland); De Vis, Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2
pag. 823.
Brachymeles bicolor (Gray) abgeb. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3, Taf. 31.
Chaleides guentheri n. nora. für Seps monodactylus Gthr., uon Daud.; Bou-
lenger, 1. c, pag. 404.
Chalcidoseps n. gen. Nasloch ganz im Rostrale gelegen; keine Supranasalen.
Ceylon. — Für Nessia thwaitesi Gthr.; Boulenger, 1. c, pag. 423, Taf. 38, Fig. 1.
Chelomeles sumatretisis Gthr. = Ch. sumatrensis Bleek.; Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 152.
Cyclodus nigroluteus Q. G. Melbourne, abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria
Taf. 131.
Egernia bungana n. sp. verwandt striolata. Queensland; De Vis, Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 814. — E. cunninghami Gray. Melbourne,
13*
]^9G I^'"- Oskar Boettger: Beriebt über die Leistungen
Sunbury, Brigbton, abgeb. Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria Taf. 141. — E. depressa
(Gtbr.) abgeb. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3, Taf. 5, Fig. 1. — E. lauta n. sp. ver-
wandt luctuosa. Queensland, pag. 813. — E. rwjosa n. sp. verwandt dorsalis
Pts. Herbert E,vr. (Queensland), pag. 815; De Vis, 1. c. — E. stokesi (A. Dura.)
abgeb. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3, Taf. 5, Fig. 2.
Eumeces elegans n. nom. für Plestiodon pulchcr Hall., non D. B. pag. 371.
— Eu.humilis n. nom. für Eu. hocourti Blgr., non Brocc. pag. 377; Boulenger, 1. c.
Eiqjrepes halianus n. sp. [nach Boulenger wahrscheinlich ein Lygosoma]
Ceylon; Nevill, Taprobanian Bd. 2 pag. 50.
Herpdoseps n. gen. Verwandt Scelotes, aber die Gaumenbeine in der Mittel-
linie des Gaumens nicht zusamnienstossend. — llit H. anguinus n. sp. S. Africa;
Bonlenger, Cat. Liz. Bd. 3 pag. 416, Taf. 35, Fig. 1.
Heteropus vertebralis n. sp. verwandt fuscus. Chinchilla. Darling Downs
(Queensland); De Vis, Proc. Liun. Soc. N.-S.- Wales (2) Bd. 2 pag. 821.
HinuUa amhigua n. sp. verwandt richardsoni. Charleville (S.W. Queens-
land), pag. 817. — jff. rfomma n. sp. verwandt elegantula. Queensland, pag. 818;
De Vis, Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2. — H. essingtoni Gray = Lygo-
soma taeniolatum (White) var. pag. 228; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3. — H. inor-
nata Gray = Lygosoma lesueuri D. B. var. pag. 226. — H. tigrina n. sp. verwandt
maindroiii Sauv. Geraldton (Queensland); De Vis, 1. c, pag. 817.
Lygosaurus pellofleurus Hallow. = Lygosoma; neu beschrieben und abgeb.
Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 147, Taf. 18, Fig. 2.
Lygosoma africanum Pts. abgeb. Taf. 19, Fig. 1. — L. albofasciolatum (Gthr.)
abgeb. Taf. 24. — L. heddomei n. sp. S. Indien, pag. 261, Taf. 18, Fig. 3. — L.
hilineatum (Gray) abgeb. Taf. 18, Fig. 1. — L. howringi (Gthr.) abgeb. Taf. 23,
Fig. 3. — L. hranchiale (Gthr.) abgeb. Taf 26, Fig. 2. — L. calamus n. sp. Minhla
(Burma), pag. 314, Taf. 25, Fig. 1. — L. challengeri n. sp. Queensland, pag. 268,
Taf. 19, Fig. 3; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3. — L. {Riopa) comotti n. sp. Minhla
(Burma); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 4 pag. 622. — L. concinnatum
n. sp. Faro (Salomonsins.); Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 335 und Cat.
Liz. Bd. 3 pag. 511 , Taf. 26, Fig. 4. — L. cumingi (Gray) abgeb. Taf. 16, Fig. 2.
— L. cupreum (Gray) abgeb. Taf. 20, Fig. 2. — L. {Liolepisma] doriae n. sp. Bhamo
und Kakhien Hills (Burma); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 4 p. 620.
— L. dorsale n. sp. Fly Rvi-. (Neuguinea), pag. 226, Taf. 12, Fig. 1. — L. fasciatum
(Gray) abgeb. Taf. 15, Fig. 2. — L. fasciolatum (Gthr.) abgeb. Taf. 14, Fig. 1. —
L. (Eiopa) feae n. sp. Rangun (Burma); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2)
Bd. 4 pag. 623. — L. fischeri n. nom. für Hinulia muelleri Fisch., non Schlg.
pag. 228. — L. fragile (Gthr.) abgeb. Taf. 27 , Fig. 2. — L. gerrardi (Gray) abgeb.
Taf. 27, Fig. 3. — L. grande (Gray) abgeb. Taf. 20, Fig. 3. — L. himalayanum
(Gthr.) abgeb. Taf. 17, Fig. 2. — L.indimm (Gray) abgeb. Taf. 16, Fig. 1. —
L. infralineolatum (Gthr.) abgeb. Taf. 27, Fig. 1. — L. infrapunctatum n. sp.
Australien, pag. 274, Taf. 21, Fig. 1. — L. isolepis n. sp. W. Australien, pag. 234,
Taf. 15, Fig. 1. — L. (Liolepisma) JcaMienense n. sp. Kakhien Hills (Burma);
Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 4 pag. 621. — L ladacense (Gthr.) abgeb.
Taf. 17, Fig. 3. — L. laterimaculatum n. sp. S. Indien, pag. 260, Taf. 18, Fig. 2.
— L. latifasciatum Mey. = muelleri Schlg. var. pag. 339. — L. leac n. sp. Adelaide,
pag. 226, Taf. 12, Fig. 2. — L. lichenigerum (O'Sh.) abgeb. Taf. 20, Fig. 1. —
L. lineatum (Gray) abgeb. Taf 25, Fig. 3. — L. Uneoocellatmn (A. Dum.) Fig.
in der Hei-petologie während des Jahres 1887. 197
auf pag. 273 ; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3. — L. {Liolepisma) melanostictum n. sp.
verwandt kakhienense. Pla-poo(N. Tenasserim); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova
(2) Bd. 5 pag. 479, Taf. 7, Fig. 2. — L. metallicmn (O'Sh.) abgeb. Taf. 22, Fig. 1.
— L. miopus (Gthr.) abgeb. Taf. 27, Fig. 4. — L. mivarti n. sp. Admiralitätsinseln,
pag. 292, Taf. 23, Fig. 1. - L. moco D. B. Fig. auf pag. 272. — L. modestum
(Gthr.) abgeb. Taf. 23 , Fig. 2. — L. monotropis n. sp. N. W. Australien, pag. 237,
Taf. 14, Fig. 2. — L. murraiji n. sp. Queensland, pag. 232, Taf. 13, Fig. 1. —
L. mustelinum (O'Sh.) abgeb. Taf. 19, Fig.. 2; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3. —
L. (Emoa) nativitatis n. sp. Christmas Insel (Ind. Ocean); Boulenger, Proc. Zool.
Soc. London pag. 516. — L. ophioscincus n. nom. für Ophiuscincus audralis Pts.,
non Gray. pag. 343. — L. ornatum (Gray) abgeb. Taf. 26, Fig. 1. — L. pallidum
(Gthr.) abgeb. Taf. 13, Fig. 2. — L. praepeditum n. nom. für Soridia Uneata Gray,
pag. 337. — L. pretiosum (O'Sh.) abgeb. Taf. 22 , Fig. 2. — L. pjulchellum (Gray)
abgeb. Taf. 17, Fig. 1. — L. pumilum n. sp. Cap York. pag. 325, Taf. 26, Fig. 3.
— L. reticulatum (Gthr.) abgeb. Taf. 28, Fig. l.^ L. ruf um n. sp. Aru-Ins. pag. 239,
Taf. 15, Fig. 3; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3. — L. solomonis n. sp. Faro (Salomons-
inseln) ; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 334 und Cat. Liz. Bd. 3 pag. 510,
Taf. 23, Fig. 4. — L. strauehi n. sp. Queensland, pag. 229, Taf. 12, Fig. 3. —
L. sumatrense (Gthr.) abgeb. Taf. 28, Fig. 2. — L. tetradactylum (O'Sh.) abgeb.
Taf. 22, Fig. 3. — L. travancoricum (Bedd.) abgeb. Taf. 18, Fig. 4. — L. trilineatum
(Gray) abgeb. Taf. 21, Fig. 2. — L. vosmaeri (Gray) abgeb. Taf. 25, Fig. 2; Bou-
lenger, Cat. Liz. Bd. 3. — L. woodfordi n. sp. Faro (Salomonsins.); Boulenger,
Proc. Zool. Soc. London pag. 335 und Cat. Liz. Bd. 3 pag. 511, Taf. 25, Fig. 4. —
L. (Hinulia) sebratum n. sp. verwandt indicum Gray. Pla-poo und Mt. Mooleyit
(B. Tenasserim); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 478, Taf. 7,
Fig. 1. — Vergl. auch Lygosaurus und Euprepes.
Mäbuia affinis (Gray) abgeb. Taf. 10, Fig. 2. — M. bocagei n. nom. für
Euprepes quinquetaeniatus Boc, non Licht, und für Eu. petersi Boc, non Stdchr.
pag. 203. — M. boettgeri n. sp. Betsileo (Madagascar). pag. 173, Taf. 10, Fig. 3.
— M. brevis (Gthr.) abgeb. Taf. 11, Fig. 1; Boulenger, Cat. Liz. Brit. Mus. Bd. 3.
— 31. brevis {(ithr. ) = m,aeularia Blyth; Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2)
Bd. 5 pag. 478. — M. chimbana n. nom. für Euprepes affinis Boc. , non Defil. ;
Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3 pag. 204. — M. dominicana n. sp. Dominica; Garman,
Bull. Bssex Inst. Bd. 19 pag. 52. — M. doriae n. sp. Minhla (Burma), pag. 174,
Taf. 10, Fig. 4. — ikf. fogoensis (O'Sh.) abgeb. Taf. 6, Fig. 1; Boulenger, Cat. Liz.
Bd. 3. — M. luciae n. sp. Sta. Lucia; Garman, Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 51.
— M. macidilabris (Gray) abgeb. Taf. 9, Fig. 2. — M. midticarinata (Gray) abgeb.
Taf. 11, Fig. 2; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3. — 31. nitida n. sp. Puertorico und
S. Domingo; Garman, Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 51. — 31. punctata (Gray)
abgeb. Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3, Taf. 9, Fig. 1. — 31. quadricarinata n. sp. Bhamo
und Kakhien Hills (Burma); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 4 p. 618.
— 31. raddoni (Gray) abgeb. Taf. 10, Fig. 1. — 31. rudis n. sp. Borneo, Sumatra,
pag. 188, Taf. 11, Fig. 3. — 31. stangeri (Gray) abgeb. Taf. 6, Fig. 2. — 31. tytleri
n. sp. Andamanen. pag. 187. — 31. vaillanti u. sp. S. Jago (Capverden). pag. 159,
Taf. 7. — 31. vertebralis n. nom. für Tiliqua trivittata Jerd., non Gray. pag. 180.
— 31. wrighti n. sp. Seychellen, pag. 162, Taf. 8; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3.
Melanoseps n. gen. Verschieden von Sepsina Boc. und Sepophis dadurch, dass
das Nasloch zwischen dem Rostrale und dem ersten Supi'alabiale eingestochen
198 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
ist. 0. Africa. — Für Herpetosaura atra Gtlir.; Boiüenger, I.e., pag. 422,
Taf. 37, Fig. 1.
Mocoa delicata n. sp. Warro (Centr. Queensland), pag. 820. — M. spectabiUs
n. sp. verwandt miistelina O'Sh. Gympie (Queensland), pag. 819 ; De Vis , Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2.
Ophiomorus hlanfordi n. sp. Persien und Balutschistan. pag. 395, Taf. 33'
Fig. 1. — 0. latastei n. sp. Palaestina pag. 398, Taf. 33, Fig. 2; Boulenger, Cat.
Liz. Bd. 3.
Ophiopsiseps n. nom, für Opliioscps Boc, non Blytli ; Boulenger, 1. c, pag. 436.
Ophioscincus frontalis u. sp. Geraldton (Queensland); De Vis, Proc. Linn.
Soc. N.-S.-AVales (2) Bd. 2 pag. 823.
Bistella bedäomei, n. sp. S. W. Indien, pag. 359, Taf. 29, Fig. 4. — B. gnentheri
n. sp. S. W. Indien, pag. 358, Taf. 29, Fig. 3. — B. rurki Gray abgeb. Taf. 29,
Fig. 1. — B. trcwancorica Bedd. abgeb. Taf. 29, Fig. 2; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3.
Scdotcs eapensis (Smith) abgeb. Taf. 34, Fig. 1. — tic. {)uent/ieri u. sp. Natal.
pag. 414, Taf. 34, Fig. 3. — Sc. inornatus (Smith) abgeb. Taf. 34, Fig. 4. —
Sc. melanopleura (Gthr.) abgeb. Taf. 33, Fig. 3. — ■ Sc. tridactylus u. sp. Cap.
pag. 413, Taf. 34, Fig. 2; Boulenger, 1. c.
Scincus muscatensis Murr, abgeb. Taf. 32. — Sc. tmjropunctatus Spix =
Mahuia agilis (Raddi) var. pag. 192; Boulenger, 1. c.
Sepophis punctata Bedd. abgeb. Boulenger, 1. c, Taf. 37, Fig. 2.
Sepsina gastrosticta (O'Sh.) abgeb. Boulenger, 1. c, Taf. 35, Fig. 2. — S. Jiessei
n. sp. Stanley Pool und Banana (Congo) ; Boettger , Zool. Anzeiger 10. Jakrg.
pag. 650. — S. johannae (Gthr.) abgeb. Taf. 36, Fig. 2. — ,S'. macrocercus (Gthr.)
abgeb. Taf. 35, Fig. 3. — S. melamira (Gthr.) abgeb. Taf. 36, Fig. 1; Boulenger,
Cat. Liz. Bd 3.
Tüiqua longicauda n. sp. [nach Boulenger = Hemispl/acriodon gevrardi
Gray] Rockhampton und Johnstone Rvr. (Queeuslaud); De Vis, Proc. Linn. Soc.
N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 816. — T. reevesi Gray = Lygosoma laterale (Gray);
Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3 pag. 264. — T. ruhstrati Fisch. =^ hicarinata Pts. ;
F. Müller, Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 287.
Tropidolepisma macrurus Bleek. ;= J\fahHia multifasciata Kühl; Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 152.
Tropidophorus hrookei (Gray) abgeb. Taf. 30, Fig. 1. — Tr. gragi Gthr.
abgeb. Taf. 30, Fig. 2. — Tr. yunnanensis n. sp. Yünnan. pag. 362; Boulenger,
Cat. Liz. Bd. 3.
Typhlacontias Boc. Augen unter einem kleinen, transparenten Oculare;
keine Gliedmaassen; Nasenlöcher seitlich im Rostrale, hintere Furche leicht
gekrümmt. Gaumen zahnlos; Zunge schuppig, vorn leicht ausgerandet; Zähne
conisch, klein und zahlreich. Ohröifnung und Praeanalporeu fehlen; Schuppen
glatt. — Hierher T. punctatissiinus Boc; Bocage, Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11,
No. 44 pag. 203.
Anelytropidae. Systematisches. J. V. Barboza du Bocage macht
Mittheilungen über Feylinia currori Gray von Mayuniba (Congo), Gabun, Cabinda
und Insel Principe. Ebenda pag. 179 und 198.
Feijlinia currori Gray Ynr. polylejns n. Insel Principe; Bocage, 1. c, pag. 198.
— F. macrolepis n. sp. Loangoküste (W. Afr.); Boettger, Zool. Anzeiger 10. Jahrg.
p. 650.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 199
Typhlosaurus lineatus n. sp. Cap. pag. 432, Taf. 38, Fig. 3. — T. vermis u. sp.
Cap. pag. 434, Taf. 38, Fig. 4; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3.
Dibamldae. Systematisches. Typhlina leucurus Bleek. =^ Bibamus novae-
rjiiineae Vi. B. ; Boulenger, Ann. Mag. IN. H. (5) Bd. 20 pag. 152.
Incertae sedlS. Palaeontologisches. Unter dem iSlamen Patricosaurus
merocratus n. gen. et sp. beschreibt G. H. Seeley als ersten Eidechsenfund aus
dem Cambridger Grünsand (Ob. -Kreide) Femur und Saci'alwirbel. Qu. Joura.
Geol. Soc. Bd. 43 pag. 216-219, Taf. 12, Fig. 9-12. — Ref. in Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 20 pag. 136, Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 235 und N. Jahrb. f. Min. 1888 I
pag. 116. — W. T. Blanford will den Namen auf das Femur beschränkt wissen.
Qu. Journ. Geol. Soc. Bd. 43 pag. 219.
Chamaeleontidae. Integumentalgebilde. F. A. Foderä hat den Farben-
wechsel des Chamaeleons am lebenden Object studiert und bestätigt die aus-
gesprochene Schutzfärbung dieser Thiere. La fuuzione cromatica uei Caraeleonti:
Note ed osservazioni. Tesi per laurea in Sc. Nat. Palermo 1887, 8 ". 61 pag.
Biologisches. Unter 25 CAawmeZeon ^joZZem Pts. von Mayotte waren nach
L. Vaillaut — entgegen aller sonstigen Erfahrung — • 23 ^^, unter 14 Ch.
cephalolepis Gthr. 10 (^c^. Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 11 pag. 132.
J. V. Fischer beobachtete, dass Chamacleon vnhjaris in der Gefangenschaft
mehrfach junge, noch blinde und nackte Hausmäuse frass. Humboldt 6. Jahrg.
pag. 127.
Faunistisches. F. Müller nennt Chamaeleon oweni Gray [irrthümlich ;
Ref.] von Nossi-Be (Madagascar) und hivittatus Fisch, aus AVitu (Deutsch-
0. Afr.). Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 294.
Systematisches. 0. Boettger beschreibt Chamacleon simoui Bttgr. $
pag. 57 und Ch. liocephalus Gray § ^ou Accra (Goldküste). Ber. Senckenberg.
Naturf. Ges. 1887.
Brookesia nasus n. sp. Madagascar; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 8 pag. 475,
Taf. 40, Fig. 4.
Chamaeleon affinis Gray abgeb. Taf. 39, Fig. 7. — Ch. hasiliscus Cope abgeb.
Fig. 3. — Ch. calcaratus Merr. abgeb. Fig. 2. — Ch. damaranus n. sp. Damaraland.
pag. 460, Taf. 40, Fig. 3. — Ch. dilepis Leach abgeb. Taf 39, Fig. 6 ; Boulenger,
I.e. — Ch. fischeri n. sp. verwandt bifklus. Vermuthlich Nguriiberge (Usagara);
Reicheuow, Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 371. — Ch. (jracilis Hall, abgeb. Taf. 39,
Fig. 4. — Ch. parvilobus n. sp. W. Africa, Natal. pag. 449, Taf. 39, Fig. 5; Bou-
lenger, Cat. Liz. Bd. 3. — Ch. saharicus n. sp. Boussaada (S. Algerien) für Ch.
äff. vulgaris Daud. [vergl. Ber. f. 1885 pag. 300; nach Boulenger = vulgaris Daud.];
F. Müller, Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 295. — Ch. sphaeropjholis n. sp.
Kahegi (Victoria Njansa); Reichenow, Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 370. —
Ch. taeniobronchus Smith abgeb. Taf. 40, Fig. 1. — Ch. ventralis Gray abgeb.
Fig. 2, — Ch. vulfjaris Daud. abgeb. Taf. 39, Fig. 1; Boulenger, Cat. Liz. Bd. 3.
Pythotiom orpha
(nur fossil).
Mosasauridae. Weitere eingehende Mittheilungeu über Reste von Haino-
saurus beniardi Dollo [vergl. Ber. f. 1885 pag. 271] und über sonstige neuere
fossile Wirbelthiere des Brüsseler Museums bringt L. Dollo. Rev. des Quest.
Scientif. Bruxelles Bd. 21 pag. 505—524.
200 1^1'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Ophidia.
Allgemeines. E. Franz, Deutschlands Schlangen mit besonderer
Würdigung des Bisses der giftigen Kreuzotter. Erfurt 1887, Fr. Bartholo-
maeus. 45pag., 2 Figg. (s. unten ixnter Viperidae).
Integumentalgebilde. E. Ficalbi's Notiz über die Histologie der
zwischen den Schuppen der Schlangen liegenden Haut bringt nichts That-
sächliches, sondern verweist nur auf eine später zu veröffentlichende Arbeit.
Proc. Verb. Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa Bd. 5 pag. 223—224.
Nervensystem. Mittheilungen über die morphologische Bedeutung des
oberen Cervicalganglions bei FytJton molurus und über die Natur einiger in ihm
einmündenden oder von ihm abzweigenden Stränge macht F. Rochas. Das
Ganglion cervicale supremum ist eng mit dem (xlossopharyngeus verknüpft, ohne
dass man es jedoch als eine wirkliche Anschwellung desselben betrachten könnte.
Compt. Rend. Acad. Paris Bd. 104 pag. 865-868.
Circulationsorgane. Nach T. W. Mills steht das Schlangenherz (Tropi-
donotus), physiologisch betrachtet, in der Mitte zwischen dem Herz des Frosches
und der Schildkröte. Journ. Anat. Phys. Bd. 22 pag. 1—8 und Canad. Rec. Bd. 2
pag. 489— 496.
Biologisches. Vergl. oben H o f f m a n n pag. 159.
Kneeland fing eine Anzahl grosser ungiftiger AVasserschlangen [wol
Chersydrus yranidatus Schud. ; Ref.] an Grundangeln in der Bucht von Mauila.
Die erbeuteten Thiere hatten die ganze Nacht hindurch, ohne neue Athemluft
direct aufnehmen zu können, unter "Wasser ausgehalten. Proc. Boston N. H.
Soc. 1887 und Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 221.
Eine anspruchslose Schilderung vom Leben, dem Biss giftiger Schlangen
und der Heilung desselben in Texas bringt A. v. Westphalen. Ausland
60. Jahrg. pag. 1033—1036.
In einer Notiz über die Gauklerei der indischen Schlangenbeschwörer be-
richtet Fr. Knauer, dass er mit vier Brillenschlangen Versuche angestellt
habe, indem er sie abwechselnd reizte und dann besänftigte. Er sucht nach-
zuweisen, dass das Treiben der Schlangenbeschwörer auf ganz ähnlichen, leicht
zu erklärenden Manipulationen beruhe wie Suggestion und Hypnose, und dass
die ungefährliche Handhabung der Schlangen nicht z. B. auf der Einwirkung
von Musik beruhe. Humboldt 6. Jahrg. pag. 635 — 636.
Kobert theilt als Resultat seiner Versuche an 30 Giftschlangen aller
Erdtheile mit, dass das Schlangengift zweifellos ein chemisch und nicht ein
bacteriologisch wirkendes Gift ist. Halle. Zeitschr. f. Naturw. Bd. 60 pag. 353 — 354.
R. D. Oldham weist nach, dass die angebliche Selbstvergiftung der Klapper-
schlange auf ungenauen Beobachtungen beruht. Nature Bd. 35 pag. 560.
H. Sewall stellte Versuche an, ob Impfung mit Klapperschlangengift
Immunität gegen spätere Bisswirkung zur Folge habe. Journ. of Physiol. Bd. 8
pag. 203-210.
G. H. R. Fisk theilt eine Beobachtung S. Cowper's mit, wonach eine
Maus — vermuthlich Dendromys melanotis — junge Stücke der Giftschlange
Sepedon haemachates getödtet und aufgefressen hat. Proc. Zool. Soc. London
pag. 340—342.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 201
Palaeontologisches. Vergl. oben Hoffmann pag. 159.
In den Ann. Sc. Geol. Bd. 8, 1887 pag. 270—273 soll sich nach einem Citat
Zittel's eine Arbeit von H. Filhol über fossile Schlangen finden, die mir un-
bekannt geblieben ist.
Faunistisches. H. M. Phipson macht Mittheiluugen über die Gift-
schlangen der Praesidentschaft Bombay. Journ. Bombay Soc. N. H. Bd. 2
pag. 244-250.
E. Symonds zählt von Kroonstad im Oranje Freistaat auf Coronet« cana,
Fsammophis crucifer und sihilans, Leptodira rufescens, Lamprophis aurora und
Sepedon haemachates, sowie Naja haje von Potchefstroom und gibt Notizen über
Grösse, Färbung im Leben und Lebensweise. Proc. Zool. Soc. London p. 486— 489.
A. Zietz bringt eine Aufzählung der Schlangen Südaustralicns. Trans.
Roy. Soc. S.-Australia Bd. 10 pag. 293—297.
E. P. Ramsay nennt Aspidiotes ramsayi Macl. und zwei unbestimmte Arten
der Gattungen Dendrophis und Hoplocephalus von Louth (N.-S.-Wales). Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 196.
Systematisches. A.Günther hat den Artikel „Schlangen" in der
Encyclopaedia Britannica Bd. 22 pag. 189 - 199 , Figg. verfasst. Folgendes ist
seine Eintheilung:
Subord. I. Hopoterodontes.
Fam. I. Typhlopidae. 2. Stenostomatidae.
Subord. II. Ophidü Colubriformes.
Fam. 3. Tortricidae. 4. Xenopeltidae. 5. Uropeltidae. 6. Calamariidae.
7. Oligodontidae. 8. Colubridae. 9. Horaalopsidae. 10. Psammophidae. 11. Rhachio-
dontidae. 12. Dendrophidae. 13. Dryophidae. 14. Dipsadidae. 15. Scytalidae.
16. Lycodontidae. 17. Amblycephalidae. 18. Erycidae. 19. Boidae. 20. Pytho-
nidae. 21. Acrochordidae. 22. Xenodermidae.
Subord. III. Ophidü Colubriformes Venenosi.
Fam. 23. Elapidae. 24. Atractaspididae. 25. Causidae. 26. Dinophidae.
27. Hydrophidae.
Subord. IV. Ophidü Viperiformes.
Fam. 28. Viperidae und 29. Crotalidae.
C. K. Hof f mann bringt in Bronn's Classen und Ordnungen p. 1777—1812
den Schluss der Classification und geographischen Verbreitung der Schlangen
[vergl. Ber. f. 1886 pag. 187]. Zu ändern ist, dass Micrelaps pag. 1781 nicht zu
den Elapiden, sondern zu den Calamariiden gehört. Nach dem Verf. sind bis
jetzt 402 Gattungen mit 1732—1760 Arten beschrieben. S. oben pag. 159.
G. A. Boulenger gibt einen sehr willkommenen Schlüssel zur Bestimmung
aller 50 bis jetzt bekannten südafricanischen Schlangen südlich vom 25 "S Breite.
Zahlreiche neue Fundorte nach Stücken, die sich im British Museum befinden,
werden aufgeführt. Zoologist (3) Bd. 11 pag. 171—182.
A. Zietz macht Mittheilungen über zwei seltene Schlangenvarietäten aus
Südaustralien (s. Elapidae). Trans. Roy. Soc. S.-Australia Bd. 10 pag. 300.
Typhlopidae. Faunistisches. F. Müller nennt Typhlops braminus
Daud. von Cochinchina, eine Varietät desselben von Peradenia (Ceylon), T. schneideri
Jan von Malakka und beschreibt kurz einen T. (Typhlina) lineatus Schlg. von
Deli (Sumatra). Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 259.
202 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistuiig-eu
S. Gar man verzeichnet Typhlops richardi D. B. von St. Kitts. Proc. Anier.
Phil. Soc. Bd. 24 pag. 278.
Systematisches. Notizen über Typhlops [Ophtlndmidton) Iraussi Jan
von San Salvador (Congo) und verwandte Arten bringt J.V. Barboza du
Bocage pag. 180, über T. elegans Pts. von der Insel Principe pag. 199. Jörn.
Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44.
0)ujchoccp7udus angolcmls Boc. = Typhlops Irausfii Jan; Bocage, 1. c,
pag. 180.
Typhlina leucurus Bleek. = Dlhamus novaeyuincac D. B.; Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 1.52.
Typhlops (duensis\\.i^\}.K\\\ (Salomonsins.); Boulenger, Proc.Zool. Soc. London
pag. 336, Taf. 28, Fig. 2. — T. conyicus n. sp. Banana (Congo); Boettger, Zool.
Anzeiger 10. Jahrg. pag. 050. — T. c.cocoeti n. sp. Christraas Insel (Ind. Ocean);
Boulenger, Proc. Zool. Soc London pag. 517. — T. {OnycJiocephaliis) schinzi n. sp.
Namaland und Kalahari; Boettger, Ber. Senckenberg. Natiirf. Ges. pag. 154,
Taf. 5, Fig. 1-2.
Stenostomatidae. Faunistisches. S. Garman weimt Stenostoma albifrons
Wgl. von Trinidad und Parä. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 278.
Systematisches. Stenostoma hrevicauda n. sp. verwandt niyr ica ns fichlg.
Dahoniey; Bocage, Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44 pag. 194.
Calamarildae. Faunistisches. S. Garman verzeichnet Wtahdosoma
liiieatum D. B. von Port of Spain (Trinidad); lebt also nicht auf Java! Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 280.
Systematisches. F. Müller beschreibt pag. 260 eingehend eine Varietät
von Calamaria lumhricoidea Jan aus Solok (Sumatra), gibt pag. 261 eine
synonymische Notiz zu Addphicus quadrwiryatas Jan von Guatemala (nicht Java),
beschreibt ausführlich Aspidura copei Gthr. und die Färbung von ^1. hrachyorrhos
Gthr. und nennt pag. 262 Folcmon harthi Jan von Kamerun. Verb. Naturf. Ges-
Basel 8. Theil.
Notizen über Microsoma collarc Pts. vom Congo und von Cazengo (Angola)
und über dessen Beziehungen zu Folcmon harthi Jan bringt J. V. Barboza du
Bocage. Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44 pag. 182.
Adelophis copei Dug. beschr. und abgeb.; Duges, Naturaleza Mexico (2)
Bd. 1 pag. 18, Taf. 3, Fig. 1.
Apostoleptis [Elapomorphus] erythronotus Pts. var. llneata n. Chupada (Blato
Grosso); Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 56.
Calamaria agamensis Bleek. = schlegeli D. B.; Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 20 pag. 152. — C. dumerili Bibr. = Bromicus; Garman, Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 24 pag. 280. — C. loivi n. sp. Rejang-Fluss, Sarawak (Borneo); Boulenger,
1. c, Bd. 19, pag. 169, Fig.
Microsoma fulvicollis n. sp. Franceville (Congo); Mocquard, Bull. Soc. Philom.
Paris (7) Bd. 11 pag. 65.
Bhabdoso7na punctivittatum Jan = lineatum D. B. var.; Garman, Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 24 pag. 280.
Rhynchonyx amhiniger Pts. var. vittata n. Chupada (Mato Grosso); Cope,
ebenda pag. 56.
Tantilla palUda n. s]) Chupada; Cope, ebenda pag. 56.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 203
Oligodontidae. Systematisches. F. Müll er beschreibt pag. 262 Oligodon
suhlineatus Gthr. und spinaeiyunctatus Jan von Malabar, pag. 263 Simotes sig-
natus Gthr. von Tandjong Morawa (Sumatra) und quadrilineatus D. B. Verh.
Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
Oligodon spinaeimnctatus Jau= suhpunctatus D. B. ; F. Müller, 1. c, pag. 262.
Simotes taeniatus Gthr. = quadrilineatus D. B.; F.Müller, I.e., pag. 263.
Colubridae. «. CoronelUnae. Faunistisches. S. Garman nennt
pag. 280 Liophis cobclla L. von Trinidad und pag. 284 Hyimrhgnchus scalaris
Cope von Jeremie (Haiti). Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24.
Systematisches. Notizen über Mizodon longicauda Gthr. vom Cougo
pag. 184, über Scaphiophis albopunctatus Pts. von Ajuda (Dahomey) pag. 195
bringt J. V. Barboza du Bocage. Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44.
Eine Mittheilung über zwei tropisch -americanische Coronellinen machen
F. ßocourt & A. Duges. Le Naturaliste 9. Jahrg. pag. 45— 46, 4 Figg.
Chatacldeiii Jan 1863 = Acontiopltis Gthr. 1875 = Catachlaena Blt'd. 1881
= Lytorhynchus Pts. 1862; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 415.
Coronella longicauda n. sp. [= fidiginoides Gthr. ; Ref.] Franceville, Ügowe,
Alima Leketi und Majumba; Mocquard, Bull. Soc. Philora. Paris (7) Bd. 11 pag. 69.
— C. phocarum Gthr. = cana L. var. ; Boulenger, Zoologist (3) Bd. 11 pag. 176.
Eurypholis semicarinatus Hallow. ^ Ablabes; neu beschrieben; Boulenger,
Proc. Zool. Soc. London pag. 148.
Lytorhynchus ridgewayi n. sp. Chin-kilak (Afghanistan); Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 414.
Opheomorphus brachyurus n. sp. verwandt typldus und jaegeri. Chupada
(Mato Grosso); Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 57.
Ehinochilus antonii Dug. von San-Blas (Mexico) , nochmals [vergl. Ber. f.
1886 pag. 190] beschr. pag. 46. — B. thominoti n. sp. Venezuela, pag. 45, 4 Figg. ;
Bocourt, Le Naturaliste 9. Jahrg.
h. Colubrinae. Biologisches. Eine erneute Schilderung des Elaphis
quaterradiatus Gmel. [vergl. Ber. f. 1884 pag. 299] bringt Fr. Knauer. Natur-
historiker 8. Jahrg., Fig.
Faunistisches. Nach G. A. Boulenger \at Eluphis taeniurus Cope im
British Museum vertreten von Chikiang, Peking, Daijiling, S. 0. Borueo und
Pajo auf Sumatra. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag. 170.
Systematisches. F.Müller nennt und beschreibt Xenelaphis hexa-
honotus Gthr. von Tandjong Morawa (Sumatra). Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil
pag. 263.
Bascaniumconstnctorvetustum==constrictorfUivescensYa,n'.'H.erish.;Towniiem\,
Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 10 pag. 240.
Dendrophidium melanotropis Cope = Elaphis; Cope, Bull. U. S. Nat. Mus.
No. 32 pag. 71.
Elaphis grabowslnji Fisch. ;= taeniurus Cope; Boulenger, Ann. Mag. N. H.
(5) Bd. 19 pag. 170. — E. rodriguezi n. sp. Sta. Rosa de Pansos (Guatemala);
Bocourt, Naturaliste 9. Jahrg. pag. 168, 4 Figg.
Pityophis catenifer B. G. = sayi bellona Schlg. var. ; Townsend, Proc. U. S.
Nat. Mus. Bd. 10 pag. 239.
c. Dryadinae. Faunistisches. S. Garman nennt pag. 280 Dromicus
Cursor Lac. typ. von Martinique und pag. 281 var. pleei D. B. von Ft. de France
204 Dr. Oskar ßoettger: Bericht über die Leistungen
(Martinique), Dr. juliae Oope von Dominica und Marie Galante, temporalis Cope
vonCuba, Y>Rg. 282 parvifrons Cojie von Jeremie (Haiti), melanotus Shaw von Trinidad
und Grenada, exiguus Cope von St. Thomas, Alsophis atcr Gosse von Kingston
(Jamaica), antillensis Schlg. von St. Thomas und Haiti, angulifer (Bibr.) typ. von
Habana (Ouba) und var. caymana n. von Grand Cayman Insel , rufiventris D. B-
von St. Kitts, Saba und Nevis, cinereus Gar m. von St. Barts und Anguilla,
pag. 283 sibonius Go]}e von Dominica, melanichnus Cope von Bayaraon (Puertorico),
pag. 284 Jaltris vuUuosus Cope von Jeremie, Herpetodryas carinatus L. von
Kingston (St. Vincent) und hoddaerti Seetz. von ebenda und Trinidad. Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 24.
Systematisches. Alsophis angulifer Bibr. var. caymana n. Ins. Gross-
Cayman (W. Indien), pag. 276. — Ä.pulcher n. sp. [nach Boulenger = fugitivus
Donnd. var.] Testigos Ins. pag. 283. — A. rufiventris D. B. var. cinerea n. St. Barts
und Anguilla. pag. 282; Garman, 1. c.
Atomophis n. gen. für Philodryas trilineatus Burm.; Cope, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 32, Index und Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 58.
Birrhox n. nora. für CalUrhinus Gir. , non Cuv.; Cope, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 32, Index und Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 58. — D. lativiüatus
n. sp. ähnlich Atomopihis trilineatus Burm. und 'Philodryas taeniatus Pts. Chupada
(Mato Grosso); Cope, 1. c, pag. 58.
Dro7nicus cuhensis n. nom. für Cursor Bibr., non Lac. Cuba. — Dr. nuntius
Jan = temporalis Oope. — Dr. ornatus n. sp. verwandt Cursor. Sta. Lucia ; Garman,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 28L
Urotheca dumerili Bibr . = Dromicus ; Garman, 1. c, pag. 280.
d. Natricinae. Biologisches. Nach A. Heilprin ist Tropidonotus
sipedon vivipar. Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia pag. 121 und Ann. Mag. N.
H. (5) Bd. 20 pag. 320.
Eine Notiz über Tropidonotus natrix und Wachtel von H. Fischer-
S ig wart findet sich in Humboldt 7. Jahrg. pag. 26.
Faun istisch es. F. Müller erwähnt als neu für Ceylon Tropidonotus
plumbicolor Gthr. von Peradenia, sowie Tr. conspicillutus Gthr. von Tandjong
Morawa (Sumatra) und Tomanglaijaug (S.O. Sumatra). Verh. Naturf. Ges. Basel
8. Theil pag. 265.
A. K. Fisher fand Tropidonotus clarli B. G. auf der Insel Grand Isle,
S. Louisiana. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 672.
Systematisches. F. Müller beschreibt pag. 265 mehrere Varietäten
von Tropidonotus quincunciatus Schlg. aus Ceylon (In. var.), sodann Tr. ftaviceps
D. B., sowie pag. 266 Grayia sihirophaga Gthr. aus Liberia. Verh. Naturf. Ges.
Basel 8. Theil.
Gh-ayia furcata n. sp. Brazzaville (Congo); Mocquard, Bull. Soc. Philom.
Paris (7) Bd. 11 pag. 71.
Tropidonotus hisectus n. sp. verwandt ivoodhousei. AVashington; Cope, Proc.
U. S. Nat. Mus. Bd. 10 pag. 146. — Tr. flavifronsw. sp. Mt. Kina Baloo (N. Borneo);
Boulenger, Ann. Älag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 96. — Tr. p-yefri n. sp. Liu-Kiu Inseln ;
frisst Hana gracilis Wgm. ; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 149, Taf. 18^
Fig. 3. — Tr. quincunciatus Schlg. var. unicolor n. Ceylon; F. Müller, Verh. Naturf
Ges. Basel 8 . Theil pag. 264. — Tr. taxispilotus var. hrocki n. Eagle Bai (Florida);
Heilprin, Explor. in Florida 1887 pag. 129, Taf. 17.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 205
Homalopsldae. Systematisches. F. M ü 1 1 e r beschreibt pag. 2G7 Cerberus
rhynchops Gthr., pag. 266 die Färbung von Atretium schistosum Dand. Verh.
Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
Fr. Steinda ebner bespricht eine Varietät von Homalophis doriae Pts.
von Nanga-badan (Centr. Borneo). Sitz.-Ber. Akad. Wien, Math.-nat. Gl., Bd. 96,
I. Abth. pag. 71—72.
Adclophis, vergl. Calamariidae.
Psammophidae. Systematisches. Einen Beitrag zur Kenntniss der
Gattung Psammodynastes gibt F. Mocquard. Er beschreibt eingehend und
vergleicht Ps. pulveridentus Boje, pictus Gthr. und conjimctus Pts. mit einander
und gibt Abbiklungen der ersteren (Taf. 3) und der letzteren Species (Taf. 4).
Ps. pulverulentus liegt dem Verf. vor aus Cambodja, Bengalen, Java, Sumatra,
Manila und Surigao, conjimctus von der Insel Billiton. Trotz Annäherung der
letzteren Art an die Gattung Psammophis glaubt er doch Psammodynastes als
gutes Genus anerkennen zu müssen. Bull. Soc. Pliilom. Paris (7) Bd. 11 pag. 172
bis 180, Taf. 3— 4.
Psammophis sibilans L. var. leopardina n. Inneres von Mossamedes und
Catumbella pag. 206 und var. stenocephala n. Inneres von Mossamedes pag. 205 ;
Bocage, Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44.
Rhachiodontidae. Systematisches. 0. Boettger bringt eine Notiz über
Basypeltis scabra L. var. von Accra (Goldküste). Ber. Senckenberg. Naturf.
Ges. pag. 61.
Dasypeltis fasciata Smith = scahra L. var.; Mocquard, Bull. Soc. Philom.
Paris (7) Bd. 11 pag. 81. — D. inornata Smith und D. palmarum Leach =
scahra L. vars. ; Boulenger, Zoologist (3) Bd. 11 pag. 180.
Dendrophidae. Faunistisches. S. Garman nennt Uromacer oxyr-
rhyiichus D. B. von Haiti und var. von Samaua (S. Domingo), sowie U. catesbyi
Schlg. von Jeremie (Haiti). Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 284.
Systematisches. F. Müller beschreibt pag. 268 eine Varietät von
Dendrop/tis picttis Schlg. von Ceylon, nennt D. caudolineatus Gthr. von Tandjong
Morawa (Sumatra), furmosus Schlg. aus S.O. Borneo und pag. 269 Hapsidophrys
caeruleus Fisch, vom Gabun. Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
J. V. Barboza du Bocage gibt Notizen über Phüothammis hoplogaster
(Gthr.) von San Salvador (Congo). Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44 p.l86.
Uromacer inornatus n. sp. verwandt oxyrrhynchus. Jeremie (Haiti); Garman,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 284.
Dryophidae. Faunistisches. S. Garman verzeichnet Dryophis aheneiis
Wagl. von Trinidad und den Testigos-Inseln. Ebenda pag. 284.
Dipsadldae. Faunistisches. Derselbe nennt Leptodira annulata L.
und TJipsas ctnchoa L. von Trinidad. Ebenda pag. 285.
Systematisches. F. Müller beschreibt Dipsas ceylonensis Gthr. von
Ceylon und D. dvapiezi Schlg. von Tandjong Morawa (Sumatra). Verh. Naturf.
Ges. Basel 8. Theil pag. 275.
Scytalidae. Faunistisches. S. Garman \\Q,va\i Scytale coronatum ^clanA..
von Grenada und Oxyrrhopus plumbeus Wgl. von Grenada und Sta. Lucia. Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 285.
206 ^^'- Oskai- Boettger: Bericht über die Leistungen
Lycodontidae. Systematisches. F. Müller beschreibt pag. 269 eine
neue Varietät von Odontomus nympha Daud. von Ceylon und bemerkt, dass auch
der vermuthlich ebenfalls von Ceylon stammende 0. semifasciatus Gthr. vielleicht
nur Varietät von nympha sein möge, beschreibt pag. 270 eine Varietät von
Lycodon aulicus L. aus Cocbin (Malabar), Ophites septemtrionalis Gthr. von Solok
(Sumatra) und nennt pag. 271 Boodon lineatus D. B. von Tumbo- Insel, Lyeo-
phidium horstocl-i Gthr. var. semicincta von Sansibar. Verh. Naturf. Ges. Basel
8. Theil.
Notizen über einen fraglichen Boodon geometrieus Schlg. von der Insel
Principe gibt J. V. Barboza du Bocage. Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44
pag. 199.
F. Mocquard bespricht tabellarisch die Unterschiede der 8 von ihm an-
erkannten Arten der Gattung Heterolepis Smith, diagnosticiert neu Gattung und
die beiden Arten H. glaber Jan von Assinie und Gross-Bantam und himrinatus
D. B. von Assinie und beschreibt 3 u. sp. Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 11
pag. 5—34. Taf. 1—2.
Boodon inferncdis Gthr. = lineatus D. B.; Boulenger, Zoologist (3) Bd. 11
pag. 179.
Heterolepis bicarinatus I). B. abgeb. Taf. 1, Fig 2. — H. guirali n. sp. Niger
und San Benito, pag. 23, Taf. 2, Y\^.^. — H. sawrgnani -n. •&\}. Ogowe. pag. 27,
Taf. 2. Fig. 4. — H. stcnophthalmus n. sp. Assinie und Cap Lopez, pag. 16, Taf. 1,
Fig. 1; Mocquard, Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 11.
Lamprophis fislci n. sp. Touw's Kvr. (Capland); Boulenger, Proc. Zool. Soc.
London pag. 397-398, Taf. 34.
Odontomus nympha Daud. var. ceylanica n. Trincomali; F. Müller, Verh.
Naturf. Ges Basel 8. Theil pag. 269.
Amblycephalidae. Faunistisches. F.Müller \\e\mt Leptoguathus nebii-
latus Gthr. von Vera Paz (Guatemala). Ebenda pag. 271.
Systematisches. Von den centralamericanischen Leptognathen gehören
nach demselben die drei Formen L. (Asthenognathus) dimidiatus Gthr.. multi-
fasciatus Jan und grandoculis n. wol zu einer Species; in der Untergattnng
Tropidodipsas sind zwei Gruppen zu unterscheiden, eine mit L. bernoullii n.,
cuculliceps n. und leucostomus Boct., die andre mit L. fasciatus Gthr., xMlippii
Jan und subannulatus n. Die 4 neuen Arten werden beschrieben und abgebildet
Ebenda pag. 271—274.
Leptognathus (Tropidodipsas) bernotdlii u. sp. verwandt cuculliceps. Chitalon
(N.W.Guatemala), pag. 272, Taf. 1 , Fig. 3. — L. (Tropndodipsas) cucidliccps n.
sp. verwandt leucostomus Boct. Vera Paz (Guatemala), pag. 273, Taf. 1, Fig. 4;
F. Müller, 1. c. — L. garmani n. sp. verwandt ventrimaculatus. Sao Joao do Rio
Negi-o (Rio Grande); Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 60. — L. (Astheno-
gnathus) grandoculis n sp. verwandt multifasciatus Jan.Mazatenango("\V. Guatemala),
pag. 271, Taf. 1, Fig. 2. — L. (Tropidodipsas) subannulatus w. st^. verwandt philij^pü
Jan. Mexico? pag. 274, Taf. 1, Fig. 5; F. Müller, Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
Boidae. Faunistisches. S. Garman nennt pag. 278 Boa constrictor imA
Epicrates cenchris L. von Trinidad, diviniloquax Laur. von Dominica, üngucdia
melanura Schlg. und maculata Bibr. von Cuba, pag. 279 haitiuna Cope von Haiti,
Xiphosoma hortulanumli. von Trinidad, Grenada, St. Vincent, Klein-Martinique
und Grenadines, Homalochilus striatus Fisch, von Haiti, strigillatus Cope von Andrus
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 207
(Bahamas) und Chiläbothrus inornatus Reinh. von Bayamon (Puertorico). Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 24.
Ungualia curia n. nom. für muculatu Cope, non Bibr. Cuba; Garman, 1. c,
pag. 279.
Palaeophidae (foss.). Nach G. Smets hat sich ein AVirhel von Palaeophis
typhaeuN 0\v. im Laekenien (U.-Eoc.) von Coghem in Belgien gefunden. Ann.
Soc. Scientif. Bruxelles 11. Jahrg. pag. 308.
Pythonidae. Biologisches. Ueber Nahrungsbedarf, Körperwärme und
Häutung in der Gefangenschaft bei Python molurus\j. hat H. M. Phipson Be-
obachtungen angestellt. AVährend der heisseu Zeit betrug die Periode der Ver-
dauung 8 Tage, bei kälterer Wittei'ung 38 Tage. In der kalten Zeit wurde
113 Tage lang Nahrung verschmäht; dabei sank die Körpertemperatur von 28 "C.
auf 23" C. Vier Häutungen im Jahre. Journ. Bombay N. H. Soc. Bd. 2 pag. 165.
— Ref. in Journ. Comp. Med. a. Surgery Bd. 9, No. 1 (1888) und in Naturforscher
21. Jahrg. (1888) pag. 91.
Faunistische s. F. Müller verzeichnet Liasis oUvaceus Gray von Port
Darwin (Australien). Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 260.
Systematisches. Python anchietae n. .sp. verwandt reyius. Catumbella
(Benguella); Barboza du Bocage, Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 12 pag. 87 — 88.
Acrochordidae. Systematisches. F. Müller beschreibt Acrochorclus
javaniciis Hrnst. Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 267.
Xenodermatidae. Systematisches. Derselbe nennt Xenoderma javanicum
Reinh. von Pinang und als neu für Sumatra von Tandjong Morawa. Die Schlange
gehöie jedenfalls zu einer Unterfamilie oder besonderen Familie der Culubriden,
nicht zu den Acrochoididen. Ebenda pag. 268.
Elapidae. Biologisches. Die Originalnotiz Morton 's über die Anzahl
der Jungen bei Hoplocephalas [vei-gl. Ber. f. 1886 pag. 194] findet sich in Victoria
Natur. Bd. 3 pag. 75.
Ueber Häufigkeit und Lebensgewohnheiten von Naja tripudians in Indien
bringt das Ausland 60. Jahrg. pag 68 — 71 eine Schilderung, ohne wesentlich
Neues zu bieten Ebenda pag. 999—1000 findet sich auch eine Notiz über Grösse
und Vorkommen von Hamadryas ophiophügus.
H. M. Phipson erwähnt einen Ophiophagus banyarus von Karwur (Canara)
von 12' Länge; P. L. Scater bemerkt bei dieser Gelegenheit, dass der grosse
Londoner Opjliiophayus 12 Jahre 7 Monate in der Getangeuschaft gelebt habe
und fast ausschliesslich mit englischen Schlangen gefüttert worden sei. Proc.
Zool. Soc. London pag. 639—640 und Nature Bd. 37 pag. 158.
Betr. A. B. Meyer 's Giftdrüsen bei Adeniophis vergl. Ber. f. 1886 pag. 185.
Nat. Tijdschr. Nat. Ver. S'Gravenhage 46. Bd. pag. 189 - 194 (hoU ).
Faun istisch es. F. Müller nennt pag. 276 Callophis macidiceps Gthr. aus
Cochinchina und pag. 277 Naja niyricollis Reinh. von der Tunibo- Insel (Sierra
Leone). Verh Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
S. Garman kennt Elaps hmniscatus L. und rüsei Jan von Trinidad. Proc.
Am. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 285.
W. Macleay verzeichnet pag. 196 Hoplocephalus niyrescens Gthr. und
aMaris Macl. vom Mt. Wilson. Ersteren nennt er in der Färbung sehr variabel;
letzterer komme auch bei Bega vor. Bei Pt. Darwin pag. 556 fanden sich Brachy-
208 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
soma simile Macl. und Furina textilis D. U. Auch ein Hoplocephalus äff. flarjellum
Mc Coy wird daselbst von Cooma erwähnt. Proc. Linu. Soc. !N.-S.-Wales (2) Bd. 2.
Masters zählt die 19 im Macleay Museum vorhandenen Hoplocephalus-
Arten mit ihren Specialfundorten auf; nur 6 weitere beschriebene Species
fehlen der Sammlung. Ebenda pag. 978.
J D. Ogilby erwähnt einen fraglichen Hoplocephalus ornatus und Pseudechis
australis vom Macquarie Rvr. , letztere eine wesentlich auf die Ebenen des
Westens beschränkte Art. Ebenda pag. 1078.
Systematisches. F. Müller beschreibt Biingarus ceylanicus Gthr.,
sowie von Java den ächten B. semifasciatus Wgl., non Gthr. Verh. Naturf. Ges
Basel 8. Theil pag. 276.
Eine Notiz über Vermicella hertholdi Jan und Uiemenia superdliosa Fisch,
bringt A. Zietz. Trans. Roy. Soc. S.-Australia Bd. 10 pag. 300.
Elaps bernardi n. sp. Zacualtipan (Mexico); Cope, Bull. U. S. Nat. Mus.
Eo. 32 pag. 87. — E. heterochilus n. sp. verwandt marcyravii. Brasilien; Mocquard,
Bull. Soc. Philomath. Paris (7) Bd. 11 pag. 39—41, — E. (Poecüophis) hygiae D.
B. var. chrysopelcoiäes F. Müll, abgeb. F. Müller , Verh. Naturf. Ges. Basel
8. Theil, Taf. 2.
Elapsoidea hessei u. .•^p. Banana (Congu); Boettger, Zool. Anzeiger 10. Jahrg.
pag. 651.
Hoplocephalus carpentariae n.sp. Normanton (Golf von (Carpentaria) ; Macleay,
Proc. Linn. Soc. N.-S.- Wales (2) Bd. 2 pag. 403.
NajatripudiansL.Y&Y.sumatrana n. Solok und Tandjung Morawa ; F.Müller,
Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 277.
Pseudechis australis Gray. N. v. Victoria, abgeb. Taf. 142, Fig. 1. — Ps.
porphyriacus, Kopf abgeb. Fig. 2; Mc Coy, Prodr. Zool. Victoria.
Walterinnesia n. gen. Verwandt Pseudechis, mit graden Schuppenreihen,
getheiltem Anale, einfachen Subcaudalen an der Schvvanzbasis, aber ohne
solide Zähne hinter dem Giftzahn. — Mit W. aeyyptia n. sp. von Cairo ; Lataste,
Naturaliste 9. Jahrg. pag. 411—413.
Atractaspididae. Systematisches. F. Müller beschreibt Atractaspis
micropholis Gthr. von Rufisque (Senegal). Verh. Naturf. Ges. Baäel 8. Theil
pag. 278.
Notizen über Atractaspis conyica Pts. vom Congo giebt J. V.Bar boza
du Bocage. Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44 pag. 187.
Atractaspis dahomeyensis n. sp. verwandt microlepidota Gthr. und fallax Pts.
Zomai (Dahomeyj; Bocage, 1. c, pag. 196.
CaUSidae. Systematisches. 0. Boettger bringt eine Notiz über
Causus rhombeatus (Licht.) von Accra (Goldküste). Ber. Seuckenberg. Naturf.
Ges. pag. 63.
Aspidelaps bocayei Sauv. = Naja amiulata B. Pts. ; Mocquard , Bull. Soc.
Philom. Paris (7) Bd. 11 pag. 84.
Dinophidae. Systematisches. O. Boettger gibt Notizen zu Binophis
jamesoni (Tr.) von Accra (Goldküste). Ber. Senckenberg. Naturf. Ges. pag. 63.
Hydrophidae. Biologisches. J. E. H. Kelso beschreibt den Fall, dass
Enhydrina valakadyen Boje beim Versuche, einen grossen Siluroiden zu ver-
schlingen, erstickt sei. Proc. Phys. Soc. Edinburgh Bd. 116 pag. 385.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 209
Faunis tisch es. F. Müller nennt pag. 278 Enhydrina hengalensis Gthr.,
Hydrophis curtus Gthr. und eine fragliche Varietät von H. cantaris Gthr. , die
beschrieben wird, von Kotschin (Malabar), pag. 279 H. chloris Daud. und asper
Gray von Trincomali, H. viperinus Gthr. von Cochinchiua. Verb. Maturf. Ges.
Basel 8. Theil.
Systematisches. Hydrophis guttatus n. sp. Mekran - Küste ; Murray,
Jouin Bombay N. H. Soc. Bd 2 pag. 33 und 20. Fig. — H. jayakari n. sp. Mascat
(Arabien) ; Boulenger, Ann Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 408. — H. phipsoni n. sp.
Bombay-Hafen, pag. 32 und 20, Fig. — H. plumbea n. sp. Mekran-Küste. pag. 34
und 22; Murray, Journ. Bombay N. H. Soc. Bd: 2, 1 Taf, und Ind. Ann. N. H.
Bd. 1. — H. taprobanica n. sp. Colombo (Ceylon); flaly, Taprobanian Bd. 2 pag 107.
Viperidae. Biologisches. H. Lacbmann hat drei Kreuzottern in
kleinem, möglichst ungestörtem Behälter zum Fressen von Mäusen und jungen
Ratten gebracht und in zwei Fällen 7 und 4 lebende Junge gezüchtet; die erste
Häutung dieser Jungen erfolgte schon nach ^/^ Stunden. Zwei Junge dürften
nachträglich von itren Kameraden gefressen worden sein. Zool. Garten 28. Jahrg.
pag. 29-30.
R. Franz erzählt einen Bissfall (zwischen Plane und Heida, Thüringer-
wald) und gibt eine populäre, aber vielfach wenig exacte Schilderung von Vipera
herus und den Wirkungen ihres Giftes. Deutschlands Schlangen mit besonderer
Würdigung des Bisses der giftigen Kreuzotter. Erfurt 1887, Fr. Bartholomaeus.
45 pag., 2 Figg.
M. Snape bringt eine Notiz über Vipera herus im Winterschlaf. Zoologist
(3) Bd. 11 pag. 154—155.
Faunistisches. Bazetta erwähnt in Cronaca della Fondazione Galletti
Bd. 4, Domodossola (1884) pag. 37 Vipera aspis L. von Domodossola, Bettoni
in Prodromo della Fauna Bresciana (1884)' pag. 207 dieselbe von Brescia und
Del Prato in Boll. Comizio Agrar. Parmense 1887 dieselbe von Parma.
Weitere Notizen über italienische Fundorte von Vipera aspis und berus
finden sich bei Lenticchia. Catalogo d. Collez. d. Stör. Nat. d. Liceo cantonale
di Lugano, Bellinzona (1886) pag. 13.
In einem Aufsatz „Der Schlangenjäger" wird der Aufenthalt von Vipera
aspis in den Rochers de Fraze zwischen Dornet und Noveant in Deutsch-
Lothringen beschrieben. Der Fang ist in den Morgen- und Abendstunden und
vor dem Ausbruch eines Gewitters am ergiebigsten. [Das Senckenberg. Museum
in Frankfurt a. M. hat V. aspis in 2 Exemplaren von dort erhalten; das gleich-
zeitige Vorkommen von V. berus an derselben Oertlichkeit scheint dagegen dem
Ref. noch nicht sicher beglaubigt] Intell.-Blatt d. Stadt Frankfurt a. M. No. 145
V. 24. Juni 1887 pag. 2769—2770.
F. Müller gibt pag. 279 zahlreiche neue Schweizer Fundorte für Vipera
aspis L., einen für V. berus L. und nennt pag. 280 V. ammodytes SchJg. aus
Agrinion (N. Griechenland). Verb. Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
Nach M. Hagen ist die Kreuzotter im gesammten nördlichen Franken-
jura nur im Thale der Wiesent bei Muggendorf und Behringersmüble mit Sicherheit
constatiert. Im mittelfränkischen Keuperplateau (Ausbach und Umgebung) fehlt
sie ganz bestimmt. Oestlich der Rednitz-Regnitz und südlich der Peguitz im
Lorenzerwald bei Nürnberg ist sie dagegen häufig, namentlich bei Wendelstein,
Sperberslohe, Altdorf, seltener bei Feucht. Nördlich der Pegnitz, zwischen
Aich.f.Natuigescl). .Tahrg. 1888. Bd. II. H. 1. 14
210 T^i'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Nürnberg und Erlangen, im Sebalder Walde fehlt sie oder ist zum mindesten
sehr selten. Im ganzen mittelfränkischen Gebiet findet sich Coronella überall
und, wo Vipera vorkommt, mit ihr an den nämlichen Standorten. Schwarze
Varietäten der Kreuzotter kommen um Augsburg nicht vor. Von Kranken-
geschichten nach Otternbiss werden mitgetheilt zwei bei Hunden, einer bei einer
Kuh, 20 in 26 Jahren bei Menschen; keiner der letzteren verlief tödtlich.
Jahr.-Ber. Naturh. Ges. Nürnberg f. 1886 pag. 51 — 64.
V. ammodytcs L. wird von Sarajevo (Bosnien) verzeichnet. Ann. Nat. Hof-
Mus. Wien Bd. 2 pag. 27.
Systematisches. Ueber Fäi'bung und Grösse und über Varietäten von
Vipet-a herus bringen E. P. Larken, G. E. Lodge und H. A. Macpherson
Mittheilungen. Zoologist (8) Bd. 11 pag. 237, 271—272 und 306.
Notizen über Atheris squamigera (Hall.) vom Congo bringt J. V. Barbe za
du Bocage. Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44 pag. 189.
Atheris (misolepis n. sp. [= chloroechis Schlg. ; Ref.] Alima Leketi (Congo) ;
Mocquard, Bull. Soc. Philora. Paris (7) Bd. 11 pag. 89. — A. laeviceps n. sp. ver-
wandt squamigera Hall. Banana (Congo); Boettger, Zool. Anzeiger 10. Jahrg.
pag. 651.
Crotalidae. Biologisches. Die im Ber. f. 1886 pag. 184 referierte Notiz
G arm an 's über Lebensweise von Ancistrodon contortrix findet sich in Science
Observer 1887. 1 pag.
0. P. Hay bringt eine Reihe von Beobachtungen über die Lebensweise von
Caudisona tergemina. Die Art ist in N. Illinois bereits ausgerottet, weniger
infolge von directer Verfolgung als infolge vom Verschwinden der passenden
Nahrung. Wieder werden Angaben darüber gemacht, dass die Jungen bis zur
ersten Häutung im Maule der Mutter Zuflucht suchen und finden [vergl Ber. f.
1886 pag. 184]. Ueberhaupt zeige die Mutter Sorge für ihre Jungen. Den
Nutzen der Klapper findet Verf, darin, dass die Schlange damit die Büffel
rechtzeitig warnt und so zugleich sich und diese grossen Wiederkäuer vor Be-
schädigung sichert. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 211—218. — Ref. in Zool. Garten
28. Jahrg. pag. 290-291.
Faunistisches. F.Müller nennt pag. 280 Trimeresurus formosus Müll.
Schlg. von Solok (Sumatra) eine gute Art, führt gramineus Gthr. von ebenda
an. beschreibt eine fragliche Var. von erythrurus Gthr. aus Tandjong Morawa
(Sumatra), sowie pag. 281 einen fraglichen Tropidolaemus, ohne ihn zu benennen,
von ebendaher, und pag. 282 Atropophis horneensis Pts. und eine fragliche
melanotische Aberration desselben von Solok (Sumati-a). Veih. Naturf. Ges. Basel
8. Theil.
H. Landois verzeichnet Trimeresurus riukiuanus Hilg. von Okinama
(Japan). 16. Ber. Westf. Prov.-Ver. f. 1887 pag. 45.
S. Garman kennt TrigonocepJialus lanceolatus Opp. von Martinique. Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 285.
Systematisches. L. Vaillant beschreibt die Färbung junger Lanzen-
schlangen (Bothrops glaucus L. =; lanceolatus Merr.J von Martinique im Moment
des Ausschlüpfens aus dem Ei. Zwei verschiedene Färbungen — ohne Ueber-
gänge — werden constatiert, die aber nicht auf geschlechtliche Unterschiede
zurückgeführt werden können. Bull. Soc. Philom. Paris (7) Bd. 11 pag. 48—49.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 211
JBothrops flavoviridis Hallow. neu beschrieben; Boulenger, Proc. Zool. Soc.
London pag. 149.
Craspcdocephalus atrox Tyler = Trigonocephalus caribaeus; Gannan, Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 285.
Crotalus horridus L. var. iinicolor n. Aruba ; Lidth de Jeude, Xotes Leiden
Hus. Bd. 9 pag. 133. — Cr. tigris Kenn. var. palmeri u. Mouclova (Mexico);
Garman, Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 124.
Ophrijacus n. gen. für Atropos \indulatu$ Jan; Cope, Bull. Xj. S. Nat. Mus.
No. 32 pag. 88.
Trigonocephalus caribaeus n. sp. verwandt lanceolatus. Sta. Lucia; Garman,
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 285.
Pte7^osa u?'ia
(nur fossil).
H. G. Seeley stellt eine neiie Gattung Ornithodesmus (cluniculus m.) aus
dem Wealden von Brook, Insel Wight, nach einem unvollständigen Sacrum auf,
das er zwar einem Vogel zuschreiben möchte, das aber auch deutliche
Pterosaurier- Verwandtschaft zeigt Dem Ref. scheint in Uebereinstimmung mit
Hulke und Lydekker die Zugehörigkeit des Restes zu den Pterosaurieru wahr-
scheinlicher. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 43 pag. 206, Taf. 12, Fig. 1—6. —
Ref. in Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 137 und Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 236.
Dinosauria
(nur fossil).
Seele t System. E. Koken beschreibt und bildet ab aus norddeutschem
Wealden Wirbel von Hylaeosaurus sp. , den Zahn von Megalosaurus dunkeri v.
Myr., den Humerus von Iguanodon sp. und Reste von Stenopelis valdensis v. Myr.
Trotzdem dass letztere Gattung innere Wirbelhöhlungen hat, stellt sie Verf.,
weil dieselbe in der Form des Iliums mit den Ornithopoden übereinstimme,
zu dieser Unterordnung. Dames' Pal. Abb. Bd. 3 pag. 314—327, Taf. 30.
E. Mehnert kommt zu dem Schlüsse, dass der praeacetabulare Fortsatz
des Vogelbeckens ein Fortsatz des Iliums, aber kein von reptilähnlichen Vorfahren
ererbtes, sondern ein erst nachträglich zu Stande gekommenes Gebilde sei. Die
Dinosaurier, insbesondere die Oniithopoden, sind nicht Ahnen der Vögel, sondern
sie sind ein Seitenzweig des gemeinsamen Sauropsidenstammes , welcher keine
jetzt lebenden Nachkommen besitzt. Morph. Jahrb. Bd. 13 pag. 293.
Ueber die Bedeutung des „Trochanter pendaut" der Dinosaurier macht
L. Dollo Mittheiluugeu. Bull. Soc. Geol, Pal. et Hydr. Bruxelles Bd. 1, Sitz. v.
27. März 1887 und Bull. Sei. France Belg. (3) Bd. 1 (1888) pag. 215-224, 6 Figg.
Systematisches. G. Baur theiltdie Dinosaurier in folgende Hauptgruppeu :
A. Fleischfressende Dinosaurier, Harpagosauria Haeckel.
I. Goniopoda Cope (Theropoda Marsh).
B. Pflanzenfressende oder Vogelähuliche Dinosaurier, Thero-
sauria Haeckel.
II. Orthopoda Cope.
1. Ornithopoda Marsh. .
2. Stegosauria Marsh.
14*
212 l>i'. Oskar Boettger: Bericht über die Leistiingeu
C. Krokodilähnlicbe Dinosaurier, Sauropoda Marsh.
III. Opisthocoelia Owen. Journ. of Moi"phol. Boston Bd. 1 pag. 101.
H. G. Seeley kann eine einheitliche Gruppe der Dinosaurier nicht aner-
kennen; die sogen. Dinosaurier gehörten vielmehr zu zwei Thierorduungen, die
untereinander keine Verwandtschaft zeigen. Er unterscheidet:
I Oniosauria. Ventrakand des Pubisknochens in der Weise ausgerandet,
dass der eine Theil desselben nach rückwärts parallel dem Ischium gerichtet ist,
während der andre Theil sich nach voin richtet. Das Ilium zeigt eine schlanke
Verlängerung vor dem Acetabulum. Becken also vogelartig.
II. Cetiosauria. Pubes mit einer medianen Symphyse nach vorn ge-
richtet, aber ohne hinteren Lappen. Die vordere Verlängerung des Iliums zeigt
eine verticale Ausdehnung. Becken eidechsenartig. Proc Roy. Soc. London
Bd. 43 pag. 165-171 und Geol. Mag (3) Bd. 4 pag. 562. — Ref. in I^ature Bd. 36
pag. 591.
Derselbe schlägt vor, die Unterordnung Theropoda mit der Unterordnung
Sauropoda zu einer Ordnung Saurischia zu vereinigen. Rep. Brit. Assoc. Adv.
Sc. for 1887 pag. 699.
Orthopoda. Omosauridae. J. W. Hulke beschreibt aus dem Kimmeridge
Clay von Northamptonsbire nach dem Sacrum und den beiden Ilien (Fig. 2),
einem Schwanzwirbel, Ceutren von Rückenwirbeln. Oberschenkel, Metapodial-
kuochen und anscheinend zugehörigen Stücken des Hautscelets den neuen Omo-
saurus durohrivensis. Nach dem Verf. unterscheidet sich die nordamerikanische
fossile Gattung Stenosaurus Marsh von dieser europäischen Gattung Omosaurus
Ow. im wesentlichen nur durch das Fehlen eines inneren Femurtrochanters.
Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 43 pag. 699-702, Fig 2. — Ref. in Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 20 pag. 141 und Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 376.
0. C. Marsh behandelt in seinen Amer. Jurassic Dinosauria Pt. IX. [vergl.
Ber. f. 1884 pag. 281] ausführlich Schädel und Pholidose von Stegosaurus (Typus
stenops n., sowie duplex und sidcatus nn. spp.) aus den Atlantosaurus-Beds von
S. Colorado. Als Angriffswaffe besassen die Stegosauriden riesige Stacheln, die
paarweise längs der Oberseite des distalen Schwanztheils stehen. Sie werden in
2 Gattungen Stegosaurus und Diracodon eingetheilt; letztere unterscheidet sich
von Stegosaurus durch Trennung der Intermedia von den ulnaren Knochen im
Tarsus, die bei Stegosaurus fest verknöchert sind. Von den Ornithopoda , ihren
nächsten Verwandten, trennen sich die Stegosaurier durch die soliden Knochen
des Scelets, die biconcaven Wirbel, die Hautbewehrung, die nicht verknöcherte
zweite Oarpal- und Tai'salreihe, den mit der Tibia coossiticierten Astragalus und
das in der Sacralregion bedeutend vergrösserte Rückenmark. Amer. Journ. Sc.
Arts (3) Bd. 34 pag. 413 — 417, Taf. 6-9 und Geol. Mag. (3) Bd. 5 (1888)
pag. 11-15, Tai. 1—3.
ScelidOSauridae. J. W. Hulke gibt Nachträge zur Beschreibung von
Fulacantlius foxi Ow., indem er das grosse Rückenschild und Theile des Innen-
scelets beschreibt und den Nachweis führt, dass diese Gattung einen voll-
ständigeren Haiitpanzer besass als irgend eine andere bis jetzt bekannte Dino-
sauriergattung. Das Becken ist besser erhalten als bei den früheren Stücken
\uid zeigt namentlich in Form und Richtung des Ischiuras wichtige Unterschiede
von den Iguanudontiden. Proc. Roy. Soc. London Bd. 42 pag. 16—17 und Phil.
in df'V Herpetolog'ie währenrl des Jahres 1887. 213
Trans. Bd. 178 pag. 169—172, Taf. 8-9. — Bef. in N. Jahrb. f. Min. 1888 11
pag.317.
Iguanodontidae. L. Dollo betrachtet Iguanodon seeleyi Hlke. als un-
zweifelliaft identisch mit I. ben-nissartensis Blgr. und ist geneigt zu glauben, dass
die von Hulke ersterer Form zugeschriebenen Dermalschilder irgend einem Croco-
dilier angehören. Arch. de Biologie Gand Bd. 7 pag. 249.
H. Gr. Seeley gibt ein eingehendes kritisches Referat über L. Dollo's
epochemachende 5 Arbeiten betr. der Dinosaurierfauua von Bernissart [vergl.
Ber. f. 1883 pag. 399 und 1884 pag. 281] und bemerkt, dass seiner Ueberzeugung
nach die di'ei Formen Iguanodon mantelli, bernissartensis und p-estivichi Typen
ebensovieler guter Gattungen seien. Die von Marsh als Clavikeln, von Dollo
als Sternalknochen (pag. 84, Fig.) gedeuteten Elemente [s. Ber. f. 1885 pag. 270]
hält er für keines von beiden, sondern wahrscheinlich für Xiphoidknochen. Geol.
Mag. (3) Bd. 4 pag. 80—87 und 124—130. — In einer weiteren Notiz identificiert
derselbe diese Elemente mit einem paarigen Praepubis. Ebenda pag. 561 — 562
und Proc. Roy. Soc. London Bd. 43 pag. 235-242. — Ref. in Nature Bd. 36 p. 591.
Trachodontidae. G. Smets beschreibt Kiefer fragmente aus den ober-
cretaceischen Sauden von Moresnet bei Verviers, die er einem neuen Reptil —
möglicherweise den Hadrosauriden verwandt — zuschreibt. Das Thier müsse
ichthyophag gewesen sein. Museon Bd. 6 pag. 133 ff. — Auch separat: Un
reptile nouveau des Sables d'Aix-la-Chapelle. Bruxelles 1887. 8". 10 pag. —
Ref. in N. Jahrb. f. Min. 18881 pag. 113—114. — Derselbe berichtet weiter über
einen Hautstachel von derselben Fundstelle, den er geneigt ist, demselben Thiere
zuzuschreiben. Une epine dermique fossile des Sables d'Aix-la-Chapelle. Hasselt
1887, 8«. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1888 I pag. 114.
Goniopoda. Goeluridae. Mar.shs Material von Coelurus stammt nach
E. D. Cope aus jurassischen Schichten von Wyoming, sein eignes aus wahr-
scheinlich triassischen von Neumexico. Coelurus ist nach des Verf.'s neuesten
Untersuchungen Mecjaäactylus {Anchisaurus Marsh) verwandt und gehört zu den
Goniopoden (Theropoda Marsh). Die Gattung zeigt 4 Sacralwirbel und das Femur
hat keinen deutlichen inneren Trochanter. Beschrieben werden C. longicolUs (n.)
und bauri (n.). Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 367—369. — Ref. in N. Jahrb. f.
Min. 1888 I pag. 115. — Eingehender beschreibt derselbe beide Arten pag. 221
und 226, sowie T. willistoni (n.) pag. 227 als Tanystrophaeus [s. oben pag. 168].
Tanystroinhaeus wird mit Coelurus zu einer Familie der Goniopoden vereinigt und
sehr ausführlich verglichen. Schliesslich wird die Schicht, aus welcher alle diese
wunderbaren Reptilien stammen, mit Sicherheit als Ob.-Keuper festgelegt.
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24.
fflegalosauridae. Für Becken, Kreuzbein- und Schwanzwirbel, die Owen
auf Poecilopleurum bezogen hatte, stellt H. G. Seeley die neue Gattung Aristo-
suchus {pusillus Ow.) auf und verweist dieselbe in die Nähe von Allosaurus
Marsh. Qu. Journ. Geol. Soc. Bd. 43 pag. 221-228, Taf. 12, Fig. 13—14, 1 Holz-
schnitt. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 135—136, Geol. Mag. (3) Bd. 4
pag. 234 und N. Jahrb. f. Min. 1888 I pag. 115.
Sauropoda. CetiOSauridae. Früher beschriebene Dinosaurier-Reste aus der
Lameta-^ruppe des indischen Ob.-Grünsandes (Kreide) erhielten von R.Lydekker
den Nam n Titanosaurus indicus und blanfordi. Er begründete darauf die Farn.
Titanosa ridae, die er den Sauropoden einreiht. Nicht ganz sicher ist die Zu-
214 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
theilmig gewisser Wirbelcentren ans dem Wealden der Insel Wight, die hier
beschrieben und abgebildet werden, zu derselben Gattung, und die vielleicht
auch als Caudalwirbel zu Ornithopsis gehören könnten. Qu. Journ. Geol. Soc.
London Bd. 43 pag. 156-160, Fig. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19
pag. 240—241, Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 93 und N. Jahrb. f. Min. 1888 I
pag. 114—115.
AtlantOSauridae. J- W. Hulke beschreibt aus dem Kirameridge Clay von
Northamptonshire nach Wirbeln, Rippen und Becken (Fig. 1) die neue Orni-
thopsis leedsi [nach Lydekker = humerocristatns Hlke.]. Qu. Journ. Geol. Soc.
London Bd. 43 pag. 695-699, Fig. 1. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 141
und Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 375-376.
Crocoflilia.
Sceletsystem. H. G. Seeley bemerkt, dass der Knochen, der bei den
Crocodileu gewöhnlich Os pnbis genannt werde, nicht das Pubis, sondern das
Praepubis sei; aber es entspreche nicht dem Epipubis (Praepubisknorpel) der
Batrachier. Ein ähnliches Praepubis wie die Crocodilier besässen ausserdem
die Teleosaurier und Ornithosaurier. Proc. Roy. Soc. London Bd. 43 pag. 235—242,
3 Figg.
Palaeontologisches. E. Koken behandelt in seiner Arbeit über die
Crocodoliden des norddeutschen Wealden [vergl. auch Ber. f. 1886 pag. 178] ein-
gehend die Entwicklung des Gehirns und des Gehörorgans von Macrorhynchus
und macht sodann den Versuch eines natürlichen Systems der Ordnung Croco-
dilia. Eingehend beschrieben und abgebildet werden GoniophoUs piujnax (n.),
verwandt crassidens, G. minor (u.), Maerorhynchus sclummbimjensis v. Myr. und
meyeri Dkr. Pholidosaurus v. Myr. wird mit Macrorhynchus vereinigt. Das Ge-
hirn all" dieser Arten und auch der älteren Teleosauriden stimmt in den gröberen
Formen so wesentlich mit dem der lebenden Crocodiliden überein, dass an einem
genetischen Zusammenhang aller Crocodilier nicht gezweifelt werden kann. Das-
selbe gilt für das Gehörorgan, speciell der Macrorhynchen und Teleosaurier;
die Aehnlichkeit mit dem der Schildkröten sei nur eine ganz allgemeine. Die
liassischen Pelagosauren seien in Betreff des Gehöi'organs schon höher organisirt
als die lebenden Schildkröten. Die Vollendung des äusseren Gehörganges aber
vollziehe sich innerhalb eines abgeschlossenen Typus und sei für die Classifikation
nicht massgebend. Im Anschluss an diese ITnteisnchungen werden die Ver-
änderungen, welche die Kopfknochen .der Crocodilier im Verlauf ihrer geolo-
gischen Entwicklung erlitten haben, analysirt und auf Veränderungen der
Musculatur zurückzuführen versucht. Verf. stellt sodann Macrorhynchus zu-
sammen mit Tomistoma in die (neue) Familie Macrorhynchidae, in die ausserdem
die Tomistomen der Kreide und des Tertiärs gehören und wol auch die juras-
sischen Formen Steneosaurus und Petrosuchus. In weiterer Darlegiing wendet
sich Verf. gegen die Annahme Huxley's, dass die Parasuchia die directen Vor-
fahren der Mesosuchia und Eusuchia gewesen seien; auch die scharfe Trennung
der posttriassischen Crocodilier in Mesosuchia und Eusuchia scheint ihm künst-
lich. Dames' Pal. Abh. Bd. 3 pag. 327—414.
Systematisches. R. Lydekker schlägt vor, die Ordnung Crocodilia in
folgender Weise einzutheilen
iu der Herpetologie während des Jahres 1887. 215
I. UnterordD. Crocodilia Vera oder besser (pag. 513) Eusuchia.
1. Procoele Reihe: Crocodilidae.
2. Amphicoele Reihe : Goniopholididae, Teleosauridae.
II. Unterordn. Parasuchia.
Belodontidae, Parasuchidae , Stagouolepididae. Geol. Mag. (3) Bd. 4
pag. 312.
Phytosauridae. (foss.) E. D. Cope vergleicht seiue Gattung Episcoposaurus
{horridus nj au^s der Trias von Neumexico eingehend mit Belodon, macht aber
auch auf Dinosaurier- Verwandtschaft derselben aufmerksam. Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 24 pag. 213—217.
Derselbe fand in dem Gehirnausguss von Belodon buceros Cope die Epi-
physe so stark entwickelt, dass er, obgleich kein Parietalforamen nachweisbar
ist, an dem Vorhandensein eines pinealen Auges kaum zweifeln möchte. Sie
zeigt jederseits einen mit der Orbita communicierenden Canal, den Verf Orbito-
pinealcanal zu nennen vorschlägt. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 659 — 660 und
1. c. pag. 217—221, Taf. 2, Fig. 1-3.
Das Gehirn von Belodon buceros (Taf. 2, Fig. 1 — 3) wird von demselben
pag.219 überdies eingehend mit dem now Alligator mississippiensis (Taf. 2, Fig 4—5)
und pag. 220 mit dem von Diadectes verglichen, und pag. 221 werden Mittheilungen
über Belodon scolopax Cope aus der Trias von Neumexico gemacht. Bei Diadectes
mag nach dem Verf. der Gesichtssinn ausschliesslich auf das Scheitelauge be-
schiänkt gewesen sein, da ihm Foramina optica fehlen. Proc. Amer. Phil. Soc.
Bd. 24.
Goniopholididae. (foss.) A. S. Wood ward schlägt den Namen Oioenia-
suchiis für die Gattung Brachydestes Ow. , non Cope vor. Geol. Mag. (3) Bd. 2
(1886) pag. 506.
R. Lydekker glaubt pag. 310, dass Hylaeochampsa Ow. aus dem englischen
und Bernissartia Dollo aus dem belgischen Wealden identisch seien, nimmt aber
später pag. 512—513 diese Ansicht zurück und gibt die generische Verschiedenheit
zu. Sodann bespricht er pag. 311 die Gattung PhoUdosaurus des deutschen
Wealden, die er gleichfalls zu den Goniopholididen stellt, in welcher Familie er
alle amphicoelen Formen, d. h. Hylaeochampsa, TheriosucJms, Goniopholis, Petro-
suchus und PhoUdosaurus vereinigt, und die er zwischen die Familien Crocodilidae
und Teleosauridae einschiebt. Geol. Mag. (3) Bd. 4. — L. Dollo weist durch
eine eingehende Tabelle, in der er die wichtigsten Unterschiede beider Gattungen
gegenüberstellt, nach, dass Hylaeochampsa Ow. generisch von Bernissartia Dollo
verschieden ist. Ebenda pag. 394 — 396.
Crocodilidae. Sceletsystem. E. Koken macht Mittheilungen über zwei
Schädel von Jacare nigra Gray. Der eine ist von Interesse durch die Art und
Weise, in welcher die Kopfknochen preumatisiert sind. Nach vorn abgehende
Canäle der Paukenhöhle (Canales tympanici anteriores) fehlen gänzlich. Der
andere zeigt die durch Maceration vollständig frei abgelösten, sogen. Ossicula
Oweni, die bei Schädeln älterer Thiere sich stets mit dem Exoccipitale ver-
wachsen zeigen. Sitz.-Ber.Ges. Nat. Fr. Berlin pag. 31—33.
Palaeontologisches. Der Fund eines Theiles der Wirbelsäiüe eines
fossilen Crocodiliden mit stark procoelem Wirbelbau, die H. G. Seeley als
Heterosuchus valdensis n. gen. et sp. beschreibt, im Wealden von Hastings (Sussex)
beweist, wie wenig sich die Umformung amphicoeler in procoele Wirbel an die
216 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
geologische Zeit bindet, und dass die Besitzer der einen sowol wie die der andern
zu derselben Zeit gelebt haben können. Die Wirbel von Heterosuchus zeigen
bemerkenswerthe Anklänge an solche von Dinosauriern aus dem Wealden. Qu.
Journ. Geol. Soc. London Bd. 43 pag. 212—215, Taf. 12, Fig. 7, 8. — Ref. in Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 136—137, Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 235 und N. Jahrb.
f. Min. 18881 pag. 115 — 116. — R. Lydekker meint, dass Heterosuchus recht
wol zu Hylaeochampsa gehören könne. Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 512—513.
R. Lydekker macht pag. 307 Bemerkungen über Crocodüus hastimjsiue
Ow. aus dem Unt.-Oligocän von Hordwell und seine Synonymie, pag. 308 über
verschiedene Species von Diplocynodon Pora., eine gute Gattung des Oligocäns,
die ausser gewissen Besonderheiten auch mit Crocodüus und Alligator gemeinsame
Charactere zeigt. Alle sogenannten fossilen Alligatoren der alten "Welt gehören
zu Diplocynodon. Verf. setzt sodann pag. 310 Crocodihis champsoides Ow. und
toliapicus Ow. aus dem Londonthon = C. spenceri Buckl. Geol. Mag. (3) Bd. 4.
A. Hof mann bringt eine Notiz über Crocodilus steineri Hofm. [vergl. Ber.
f. 1885 pag. 268] aus dem Miocän von Schönegg und. Bi'unn bei Wies, Steiermark.
Verh. Geol. Reichsanst. Wien pag. 219.
Faunistisches. S. Gar man verzeichnet Crocodilus rhomhifer Cuv. von
Cuba und Ct. amerieanus Schnd. von Jamaica, Haiti und Cuba. Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 24 pag. 286.
Chelonia.
Allgemeines. G. Smets gibt eine Zusammenstellung unserer Kenntnisse
über Bau und geographische Verbreitung der Schildkröten. Rev. des Quest.
Scientif. Bd. 21 pag. 382—408.
H. E. Sau vage, La Grande Peche: Les Tortues de mer, les Animaux
inferieurs. Paris 1887, 8". 70 Figg.
Sceletsystem. G. Baur bringt eine zweite Fortsetzung seiner osteo-
logischeu Notizen über Reptilien. Da die Trionychiden sich in der Morphologie
des Plastrons, der Kreuzbein- und Schwanzwirbel und der Gliedmaassen von
allen übrigen Schildkröten unterscheiden, schlägt Verf. vor, sie von den Dactylo-
sterna Cope's zu trennen und in eine besondere Unterordnung allen übrigen
Cheloniern gegenüberzustellen. Er discutiert den Werth dieser morphologischen
Unterschiede und findet, dass die Charactere ihrer Kreuzbein- und Schwanz-
wirbel in der ganzen Klasse der Reptilien einzig dastehen. Eingehend wird
weiter das Plastron von Amyda behandelt; Verf. findet auch beim jungen Thiere
5 Schwielen. Schliesslich werden zahlreiche Schildkröten auf die Form ihrer
Halswirbel untersucht, wobei sich ziemlich häufige Variationen ergeben. Nach
der Form der Halswirbel,, des Schläfenbogens und nach dem Voi'kommen oder
Fehlen eines Mesoplastrons theilt Verf. die Pleurodii'en in 2 Kategorieen:
1. Gruppe: Podocnemidae, Pelomedusidae und Sternothaeridae Cope und 2. Gruppe:
Chelydidae Gray und Hydraspididae Cope. Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 96 — 102.
Li einer Notiz über die Morphologie des Schildkrötenpanzers bemerkt der-
selbe, dass die Sphargiden characterisiert seien durch die Entwicklung von
Hautknochen, welche von dei' Sceletunterlage unabhängig sind. Dass der Panzer
der Dollo'schen Thecophoren vom Panzer der Athecen abzuleiten sei, M'erde
durch ein Exemplar von EretmocJielys imbricata bewiesen. Psephoderma v. Myr.
wird vom Verf. als eine Form betrachtet, die in der Mitte zwischen Sphargiden
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 217
und Thecophoren i>tehe [vergl. auch Ber. f. 1886 pag. 171]. Amer. Naturalist
Bd. 21 pag. 89.
Nervensystem. A. Ka.%eni-Beck gibt weitere Beiträge über die Inner-
vation des Herzens bei Emys [vergl. Ber. f. 1884 pag. 256 und 1885 pag. 263].
Er beschreibt genauer Ursprung, Verlauf und periphere Ausbreitung des N.
depressor und Verbreitung der Herzäste des Vagus und Syrapathicus. Arb. Ges.
Naturf. Kasan 1887. 40 pag., 1 Taf.
Sinnesorgane. Vergl. auch oben Petterolf pag. 164.
Circnlationsorgane. B. Danilewsky, Recherches sur la parasitologie
du sang : Les Heraatozoaires des tortues. Arch. Slav. de Biologie Bd. 3 pag. 33
bis 50 und 370—418.
Ontogenie. K. Mitsukuri u. C. Ishikawa legen eingehend die Ent-
wicklung des Eis und des Embryos von Trioni/x japonicus dar und bilden die
verschiedenen Zustände in 35 Figg. auf 4 Taf. ab. Die Uebereinstimmung in
der Entwicklung des Amphioxus und der Batrachier einerseits und der Reptilien
andererseits ist danach so vollständig als möglich, wenn man bedenkt, dass auf
der einen Seite ein holoblastisches, auf der andern ein meroblastisches Ei vor-
liegt. Die Arbeit ist ein Wiederabdruck der im Ber. f. 1886 pag. 168 citierten.
Journ. Coli. Sc. Tokyo Bd. 1 pag. 211—246, Taf. 14—17.
Biologisches. Ein Ai-tikel über die neapolitanische Schildpatt-Industrie
findet sich in Ausland 60. Jahrg. pag. 1036 — 1038.
Palaeontologisches. R. Lydekker «& Gr. A. Boulenger bringen
Beiträge zur Kenntniss der Schildkröten aus Purbeck, Wealden und Londonthon.
Nach den Verfn. findet sich im Londonthon zum mindesten ein Vertreter der
Fam. Propleuridae Cope's. Sodann folgen synonymische Bemerkungen über
Pleurosternum Ow. aus dem Purbeck, eine Gattung, die, wie Rütiraeyer zuerst
gefunden hat, zu den Plem-odiren gehört, nicht zu den Cryptodircu, wie Cope
will. Platemys hullocki Ow. Bell pag. 271 sei = Pleurosternum ovatum Ow. =
emarginatum Ow. part. = Pleurosternum hullocki (Ow. Bell); ein Stück von Pleuro-
sternum cmarijinatum Ow. aber gehöre wahrscheinlich zu Plesiochelys. Pleuro-
sternum latiscutatum Ow. Bell pag. 272 sei = Plesiochelys. Überdies werden aus
englischem Wealden und Purbeck noch mehrere Plesiochelys- Art,eu namhaft
gemacht, die augenscheinlich mit oberjurassischen Fonnen von Solothurn nahe
verwandt oder identisch sind. Weiter kommt im englischen Wealden Treto-
sternum vor. Peltochelys duchasteli Dollo pag. 273 sei = Tretosternum bakewelli
(Mant.). Zur Osteologie und zur Zutheilung zu den Cryptodiren Averdeu neue
Beiträge und Belege gebracht und die Gattung neben Änostira Leidy mit Reserve
zu den Ohelydriden gestellt. Eine x\rt aus dem Purbeck wird zu Eurysternum
gehören. Von Arten aus dem Londonthon dürfte der in demselben neu nach-
gewiesene Pseudotrionyx delheiäi Dollo zu einer eignen neuen Familie zu stellen
sein. Platemys boiverbanki Ow. Bell {= Emys laevis Ow. Bell) steht nach den
Verf. am besten bei Podocnemis, Emys conybeari Ow. (= delabecki Bell) ist eine
sichere Podocnemis. Emys bicarinata Ow. Bell ist eine sichere Emydine und
mag. zu Clemimjs gehören. Die pleurodiren Schildkröten, die jetzt auf die
Südhemisphaere beschränkt sind, waren im englischen und belgischen Eocän
also herrschende Formen, wie denn auch im Unt. -Eocän Indiens Podocnemis und
Platemys veitreten sind. Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 270—275.
218 Di\ Oskar Boettger: Bericht über die Leistungeu
W. Da vi es erwähnt, dass er schon früher erkannt habe, dass Platemys
hullocki Ow. ein Pleurosternum sei und aus dem Purbeck, nicht aus dem Londonthon
stamme. Ebenda pag. 380.
Nach L. Dollü kommt Psendotrioni/x delheicU in Belgien im Mitt.-Eocän,
in England im U.-Eocän vor; er spricht sich gegen Schaffung einer neuen
Familie für diese Gattung aus. Statt Pachyrhijnchus schlägt er den Namen
Erquelinnesia vor. Die nächstverwandte Gattung scheint der fossile americanische
Euclastes Cope zu sein. Weitere Bemerkungen beziehen sich auf die Synonymie
der Pachyi'hynchinae und Propleuridae, auf Puppigerus und Euclades. Peltochelys
sei nicht identisch mit Tretosternutn , wie Lydekker & Boulenger behaupten.
Rev. Quest. Scientif. Bd. 22 pag. 70-81 und Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 392-394.
E. D. Cope bemerkt gegenüber Lydekker & Boulenger, dass er die
Gattung Pleurosternum auf PI. concinnum beschränkt habe, die er als eine
Cryptodire ansehen musste. Weitere Mittheilungeu beziehen sich auf Erquelinnesia
und Euclastes, die er zu seiner Fam. Propleuridae stellt. Geol. Mag. (3) Bd. 4
pag. 572-573.
G. Baur macht in einer Anmerkung Mittheilungen über Proganochelys
quenstedti n. gen. et sp. , eine pleurodire Schildkrötengattung aus dem Keuper
Schwabens, die vielleicht mit Chelytherium v. Myr. identisch sei. Ber. 20. Vers.
Oberrhein. Geol. Ver., Stuttgart 1887 pag. 18.
R. Lydekker beschreibt die Schildkröten aus dem Eocän der Salt-Ranges
des Punjab. Mera. Geol. Survey Lidia (10) Bd. 4, Th. 3. Calcutta, 4«. — Auch
unter dem Titel: Palaeontologia Lidica (10) Bd. 4, Th. 3.
Faunistisches. Nach G. C. Bourne sind bei Diego Garcias, Chagos-
Archipel, Ckelone viridis während des Südostpassats, Dennochelys während des
Nordwestmonsuns häufig; ebenso auch Vhelone imbricata. Das Fleisch von
Dennochelys gilt als giftig. Proc. Roy. Geogr. Soc. London 1887 und Ausland
60. Jahrg. pag. 837,
R. A. Pbilippi bringt eine weitere vorläufige Notiz [vergl. Ber. f. 1886
pag. 172] über die Schildkröten von Chile. Süsswasseraiten fehlen; von See-
schildkröten finden sich Dermochelys bei Valparaiso und Iquique und je eine
neue Chelone bei Valparaiso und Ancud und Thalassochehjs (s. unten Chelonidae)
bei Iquique, die ungenügend characterisiert werden. Zool. Garten 28. Jahrg.
pag. 84-85 und Verh. Deutsch. Wiss. Ver. Santiago (Chile) Bd. 1 pag. 210 -213.
Systematisches. G. Baur tbeilt die Schildkröten ein in:
I. Diacostoidea (Trionychidae). Entoplastron bogenförmig ohne mediane
Fortsätze. Sacral- und Caudalrippeu mit wolentwickelten Diapophysen, in Ver-
bindung mit dem Neuralbogen. Mehr als drei Phalangen im vierten (und fünften)
Finger von Hand und Fuss.
II. Paradiacostoidea (alle übrigen Schildkröten). Entoplastron, wenn vor-
handen, mit medianen Fortsätzen. Sacral- und Caudalrippeu in Verbindung mit
Neuralbogen und Centrum. Nie mehr als drei Phalangen.
Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 96 — 102.
Athecae. Palaeontologisches. Von mitteloligocänen athecen Schild-
kröten Belgiens verzeichnet L. D o 1 1 o zahlreiche Reste von Psephophorus (= Macro-
chelys Van Ben., non Gray), was literarisch und durch eingehende Vergleiche
nachzuweisen versucht wird. Aus dem Systeme bolderien wie aus dem Systeme
scaldisien erwähnt er ebenfalls Reste von Psephophorus. Die Gattung wird
in fler Herpetologie während des Jahres 1887. 219
allseitig erörtert und 4 Arten derselben Fs. polygonus v. Myr., pseudostracion
P. Gerv., scaldii Van Ben. imd rupeliensis Van Ben. werden beibehalten. In
einem weiteren Kapitel werden die Verwandtschaften der 5 Athecengattungen
unter einander und ihre Beziehungen zu den Thecophoreu auseinandergesetzt.
Namentlich wendet Verf. sich schliesslich gegen Baur's Ansicht, dass die Athecen
von den Thecophoi'en abzuleiten seien; er müsse vielmehr beide als von einander
gänzlich unabhängige, alte Gruppen betrachten, die aber auf einen monopbyletischen
Ursprung hinweisen. Ann. Soc. Scientif. Bruxelles 11. Jahrg. pag. 139 — 176 und
Bull. Mus. Belg. Bd. 5 (1888) pag. 59 -96, Taf. 4.
Sphargidae. Allgemeines. A. S. Wood ward bringt eine zusammen-
fassende Darstellung über unsere Kenntniss der lebenden und fossilen Leder-
schildkröten und über deren Auftreten in britischen Eocänablagerungen. Proc.
Geol. Assoc. Bd. 10 pag. 2—14.
Thecophora. Chelydridae. Vergl. unten Huxley pag. 221 und Cope
unter Dcrmateinydidae.
Dermatemydidae. Systematisches. E. D. Cope stellt Staurotypus zur
Fam. Cinosternidae seiner Unterordnung Clidosterna und Claudius zur Farn.
Chelydiidae seiner Unterordnung Dactylosterna. Bull. U. S. Nat, Mus. No. 32
pag. 23.
Cinosternidae. Faunistisches. S. Garmau beschreibt eine unbenannte
Art von Cinosternum aus Habana (Cuba), die mit pennsylvanicum und leucostomum
verglichen wird. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 286.
Systematisches. Vergl. Cope oben unter Dermatemydidae.
Cinosternum postingainale n. nom. für brevigulare Cope, non Gthr. ; Cope,
Bull. U. S. Nat. Mus. No.'32 pag. 23.
Platysternidae. Systematisches. G. A. Boulenger weist eingehend
am Scelet nach, dass Platysternum weder zu den Testudiniden (incl. Eraydiden),
noch zu den Chelydriden gestellt werden kann, sondern eine eigne Familie
Platysternidae bilden müsse, die zwischen beide zu stellen sei. Abgebildet werden
Ober- und Unterseite der ßückenschale, Bauchschale und verschiedene Ansichten
des Schädels. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag. 461-463, Taf. 16-17.
Platysternum pegucnse Gray = megalocephalum. Gray juv. ; Boulenger, 1. c,
pag. 461.
Testudinidae. Seele tsystem. Mittheilungen über den Bau der Schwanz-
wirbel der Landschildkröten bringt G. Smets. Museon Bd. 6 pag. 394— 398.
Biologisches. H. Fischer - Sigwart theilt Beobachtungen an Testudo
gracca [vermuthlich, weil aus Tunis bezogen, ibera Pall.; Ref.] in der Gefangen-
schaft mit. Sie frisst auch Eegenwürmer. Die Eier sind dicker, als die Öffnung
zwischen Rücken- und Bauchpanzer, so dass beim Legen diese Öft'nung durch
Muskeldruck noch etwas erweitert zu werden scheint. Humboldt 6. Jahrg.
pag. 286.
Über Testudo graeca L. in der Gefangenschaft berichtet auch P. Eade.
Trans. Norfolk a. Norwich Nat. Soc. Bd. 18.
Nach J.V.Fischer fing Cistudo Carolina L. in der Gefangenschaft Sper-
linge, indem sie dieselben zwischen Rückenschale und vorderer Brustschildklappe
erwürgte und dann auffrass. Humboldt 6. Jahrg. pag. 309—310.
Nach W. T. Davis besitzt das ^ von Cistudo Carolina L. rothe, das $ braune
oder graue Iris. [Nach Boulenger, Zool. Rec. f. 1887 pag. 24 hat Prinz Wied
220 Dl"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
schon 1865 auf diesen Sexualcharacter aufmerksam gemacht.] Weitere Be-
merkungen beziehen sich auf Vorkommen der Art in Staten Island und New
Jersey und Lebensweise. Sie bedürfen in Gefangenschaft des Trinkwassers.
Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 88—89.
Hodson erwähnt eine Cistudo Carolina h., die 62 Jahre alt wurde, obgleich
sie kaum halbwüchsig war. Humboldt 6. Jahrg. pag. 234.
Palaeontologisches. A. Donnezan hat im Mitt.-Pliocän des Fort Serrat
bei Perpignau die fossile Testudo perpimayia Dep. von 1,2 m Länge des Rücken-
schildes gefunden. Kopf und Gliedmaassen liegen ebenfalls vor. A. Gaudry
vergleicht sie pag. 1226 mit einer ähnlich grossen Art aus dem Miocän des
Mtl. Leberon. Ch. Dep er et & A. Donnezan beschreiben sie pag. 1275 ein-
gehender, vergleichen sie mit T. inepta und triserrata von Mauritius und be-
merken, dass auch schon vorher Fragmente der Art vor den Thoren Canet und
St.-Martin bei Perpignan und bei Eine gefunden worden seien. Compt. Rend.
Acad. Paris Bd. 105.
A. Portis beschreibt aus dem Quartär der Lombardei, und zwar aus den
Ligniten von Left'e, von Cataragua, Prov. Brescia, und von Desenzano Reste von
Emys europaea, z. Th. mit kleinen Abweichungen in der Pholidose des Panzers.
Ausserdem wird auch noch ein Stück aus dem Travertin von Bardano bei
Orvieto erwähnt. BoU. R. Comit. Geol. Italia (2) Bd. 8 pag. 50—58.
Faunistische s. F. Müller nennt pag. 295 Cinyxis erosa Bell und
homeana Gray von der Goldküste , belliana Gray von Sansibar und pag. 296
Clemmys rmjosa (Shaw) aus Louisiana. Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
Clemmys leprosa Schwgg. ist selten bei Porto und Santarem, häufig bei
Sao Domingos in 0. Alemtejo. Portugal. Nature Bd. 36 pag. 22.
H. Landois verzeichnet Emys europaea h. aus der Werse, Westfalen; ver-
muthlich verschleppt. 16. Ber. Westf. Prov.-Ver. f. 1887 pag. 27.
K. E. H. Krause zählt als weitere Fundorte für Emys europaea L. in
Mecklenburg auf Westenbrügge und die Unter-Warnow. Arch. Ver. Fr. Nat.
Mecklenburg Jahrg. 41 I pag. 222.
A. K. Fisher fand Clemmys muchlenher(ji Schwgg. beim Lake Geoi'ge, N. Y.
Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 672—673.
S. Gar man nennt Testudo tahulata Walb. von Port of Spain (Trinidad),
St. Vincent und Sta. Lucia und Emys rugosa Shaw von S. Juan (Puertorico)
i;nd Cuba. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd.' 24 pag. 286.
Systematisches. G. A. Bouleuger verzeichnet Emys bland inyi Holbr.
vom St. Clair-See in Cauada und gibt ihre Unterschiede von der nahe verwandten
europaeischen E. orbicularis L., sowie Notizen über ihr Verhalten in der Ge-
fangenschaft. Proc. Zool. Soc. London pag. 555 — 556, Taf. 50.
Emys blandinyi Holbr. Schädel und Kopf abgeb. Fig. 1. — E. orbicularis L.
Schädel und Kopf abgeb. Fig. 2; Bouleuger, 1. c, Taf. 50.
Testndo mdeayris Shaw = -E»«//« orbicularis L.; Bouleuger, 1. c, pag. 555.
Chelonidae. Allgemeines. Der Atlas zum Leitfaden f. d. Aquarium d.
Zool. Station zu ISleapel enthält auf Taf. 47, Reptilia, nur Abbildungen von
Thalassochelys corticata. Berlin 1887, Friedländer & Sohn, 8". 47 Taf. [vergl.
Ber. f. 1883 pag. 394].
Palaeontologisches. G. Smets beschreibt einige lose Knochen,
namentlich einen Humerus, aus mittelloligocäuem Rupelthon von Baesele in
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 221
Belgien, schafft dafür die neue Gattung Chelijopsis ('ZzYoj-ea n.j pag. 303 — 307,
3 Figg. und bringt Mittheilungen über Chelone (Bryoclielys) loaterkeyni Van Ben.
pag. 291 - 302, 9 Figg. Ann. Soc. Scieutif. Bruxelles 11. Jahrg. — Ref. in N. Jahrb.
f. Min. 1888 n pag. 317—318.
Faunis tisch es. S. Gar man nennt Chelone mydas L. von den Leeward-
Inseln, Westindien. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 286.
Systematisches. Chelonia lata n. sp. verwandt mydas. Valparaiso und
Insel Chiloe; Philippi, Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 84.
Thalassochelys tarapacana n. sp. Iquique (Chile); Philippi, 1. c, pag. 84.
PelomedUSidae. Palaeontologisches. R. Lydekker beschreibt eine
neue Fudocnemis (indiea n.) aus fraglichem Unt. -Eocän der Salt-Ranges des
Punjab. Mem. Geol. Survey India (10) Bd. 4 pag. 63, Taf. 13.
Faunis tisch es. F. Müller nennt Pelomedusa galeata (Schopff) von
Gonda (Sansibar), Podocnemis expansa (Schwgg. ) aus Bolivia und Sternothaerus
derbianus Gray von Liberia. Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 296.
Systematisches. Notizen über Pelomedusa galeata (Schöpff) aus dem
Innern von Mossamedes gibt J. V. Barboza du Bocage. Jörn. Sc. Math.
Lisboa Bd. 11, No 44 pag. 202.
Chelydidae. Biologisches. H. J. Mc Cooey bringt zwei Mittheilungen
über die Art, wie das $ von Chelodina longicollis Wasser herbeischleppt, um den
harten Boden, den es sich zur Anlage seines Nestes ausgewählt hat, zu er-
weichen, und wie es so seine Nesthöhle gräbt. Die Thiere kommen zur Eiablage
oft auf Entfernungen von 300 m aus dem Flusse und bringen dabei einen Wasser-
vorrath mit , den sie in Zwischenräumen in die zu grabenden oder schon ge.
gTabenen Löcher speien. Um etwa 7" tief zu kommen, brauchen sie eine
Wassermenge von wenigtens '/a 1- Reicht der einmalige Wasservorrath nicht
aus, so bringen sie am nächsten Morgen eine zweite Portion und setzen die
Arbeit fort. Die Eier werden in Schichten von 6 Stück bis zur Summe von
15—36 Eiern gelegt, bis die Nesthöhle voll ist. Proc. Linn. Soc. N. -S.- Wales (2j
Bd. 2 pag. 107—108.
Caretto chelydidae. Systematisches. G. A. Boiüenger halt Carettochelys
Rams. vom Fly Rvr. (Neuguinea) für eine pleurodire Schildkröte, die durch das
Fehlen von Epidermalschildern unter den Nicht -Trionychideu ähnlich isoliert
steht, wie die fossilen Anostira Hall, und Pseudotrionyx Dollo in der cryptodiren
Reihe. Nach dem Verf. sind alle papuasischen und australischen Schildkröten
ohne Ausnahme pleurodir. Er gründet für Carettochelys die neue Fam.
Carettochelydidae mit folgender Diagnose: Ruderfüsse , die vorderen sehr ver-
längert; nur der erste und zweite Finger mit Nagel. Keine Epidermalschilder
auf Rücken und Bauch. Bauchscliild von den 9 normalen Knochenstücken ge-
bildet, ohne persistierende Fontanellen. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag. 170—172.
Palaeontologisches. R. Lydekker beschreibt aus fraglichem Unt.-Eocän
der Salt-Ranges, Punjab, die neue Carettochelydidengattung Hemichelys (mit
'warthi n.). Sie zeigt die Vertebralknochen in Contract mit einander, nicht
durch die Costalknochen getrennt. Rec. Geol. Survey India Bd. 20 pag. 66 und
Mem. Geol. Surv. India (10) Bd. 4 pag. 61—62 und 66.
Molaniidae (foss.). Systematisches. Die von R. Owen als Miolania, eine
Gattung riesiger Eidechsen, beschriebenen plistocänen Reste von Lord Howe's
In.sel, Australien, [vei^gl. Ber. f. 1886 pag. 173] hat T. H. Huxley als zu den
222 Dl'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Schildkröten gehörig erkannt und als Ceratochelys stheniirus n. gen. et sp. be-
schrieben. Die Schwanzwirbel sind opisthocoel, bekunden dadurch also Ver-
wandtschaft mit Chelydra. Auch der Schädel zeige chelydroide Charactere, ist
aber durch 3 bornartige Fortsätze auf dem Hinterkopf sehr ausgezeichnet. Die
eigenlhümlichen knöchernen Scheiden am Schwänze sprächen ebenfalls für den
chelydroiden Character aller dieser Reste. Auch Meyalania prisca Ow. mag zu
Ceratochelys gehören. Chelydriden seien übrigens dem jetzigen Australien fremd
Proc. Roy. Soc. London Bd. 42 pag. 232—238, 6 Figg. - Ref. in Nature Bd. 35
pag. 615-617, 6 Figg.
G. A. Boulenger macht ebenfalls Mittheilungen über die systematische
Stellung von Miolania Ow. (Ceratochelys Huxl.). Nach Schädel und Halswirbelbau
gehört diese fossile Gattung nicht, wie Huxley will, zu den Chelydriden oder
Platysterniden, sondern wie alle heutigen Sclüldki'öten der australischen Region
zu den Pleurodiren, wofür Ver. ausreichende Gründe beibringt. Miolania war
eine pflanzenfressende Foim von terrestrischer Lebensweise und muss nach dem
Bau ihrer opisthocoelen Schwanzwirbel zu einer eignen Farn. Miolaniidae gestellt
werden. Proc. Zool. Soc. London pag. 554—555.
R. Owen hat weitere Reste des Schädels, der Wirbel, des Gliedmaassen-
und des Dernialscelets von Miolania platyceps von Lord Howe's Insel untersucht,
betrachtet danach Meyalania und Miolania trotzdem als den Sauriern näher
verwandt als den Schildkröten und schlägt für sie eine neue Unterordnung
Ceratosauria vor. Schädel und Schwanzscheide werden abgebildet. Proc. Roy.
Soc. London Bd. 42 pag. 297 und Phil. Trans. Bd. 179 (1888) pag. 181-191,
Taf. 31—37. — Ref. in Nature Bd. 36 pag. 46.
Trionycholdea. Trionychidae. Palaeontologisches. Trionyx bruxel-
liensis Winkl. aus dem Bruxellien von Melbroek zeigt nach G. Smets dieselben
Verzierungen, wie eine früher von de Borre beschriebene Schildkröte, welche
derselbe mit dem lebenden Cryptopus verglichen hatte. Ann. Soc. Scientif. Bruxelles
11. Jahrg. pag. 309.
Faunistisches. F. Müller nennt Trionyx suhplanus Schlg. von Peak
Indrapura (Sumatra). Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 296.
Sauropteri/gia
(nur fossil).
Biologisches. H. G. Seeley hat die interessante Entdeckung gemacht,
dass Plesiosaurus lebendiggebärend war. Vier mehr oder weniger vollständige
Embryonen mit Bruchstücken von zum mindesten drei weiteren Jungen lagen
in einem Phosphatknullen des Lias von Whitby zusammen. Eine kurze, aber
hinreichend anschauliche Schilderung der besterhaltenen Exemplare mit den
Maassen wird gegeben. Proc. Brit. Assoc. Adv. Sc. Manchester Meet. 1887 und
Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 562- 563.
Systematisches. Mittheilungen über einen Plesiosauriden des Puddings
von Cuesmes macht L. Dollo. Bull. Soc. Belg. Geol., Pal. et Hydrol. Bd. 1, Sitz.
V. 28. April 1887.
Von Sauropterygiern aus dem norddeutschen Wealden beschreibt E. Koken
und bildet ab Wirbel und Rippen von Plesiosaurus degenhardti Kok. [vergl. Ber.
in der Herpetologie während des Jalires 1887. 223
f. 1886 pag. 176], Halswirbel von Pl.limnopliilus (n.) und Rückenwirbel eines
unbekannten Plesiosaurus n. sp. [Die beiden erstgenannten werden neuerdings
von Lydekker unter CimoUosaurus Umnophüus Kok. zusammengefasst; Ref.].
Dames" Pal. Abb. Bd. 3 pag. 414-420.
E. D. Cope gibt eine kurze Übersicht über die Seesaurier der Fox Hills
Epoche der nordamerikanischen Kreide. Er trennt die Plesiosauridae in
Polycotylinae, deren Propodialknochen breiter als lang und winkelig von Gestalt
seien und denen von Ichthyosaurus glichen, und in Plesiosaurinae, deren Propodial-
knochen gutdiifereuzierte Elemente wie bei Mosasaurus oder bei den Seeschild-
kröten seien. Die Polycotylinae werden eingetheilt in die Gattung Polycotylus,
bei der die Neurapophysen und alle Diapophysen iind Parapophysen mit den
Wirbelcentren verschmolzen sind, und in die neue Gattung Piptomerus [nach
Lydekker wahrscheinlich identisch mit CimoUosaurus Leidy; Ref.], bei der
Neurapophysen und andere Prooesse frei mit den Centren articulieren. Als
n. spp. werden beschrieben Piptomerus meyaloporus , microporus und hexayonus
aus Neuraexico. Die americanischen Plesiosauriden theilt Verf. in die Gattungen
Plesiosaurus mit lose articulierenden Neuralbögen, Uronautes mit verknöcherten
Neuralbögen und Parapophysen und in die neue Gattung Orophosaurus mit ver-
knöcherten Neuralbögen, abei- freien Parapophysen. Als neu wird beschrieben
Orop)hosaurus pauciporus aus Neumexico. Drei weitere Arten von Sauropterygiern
liegen nur in Biuchstücken vor. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 563—566.
R. A. Philippi beschreibt und bildet ab den Plesiosaurus chilensis Gerv.
von Quiriquina (Chile). Tertiäre und quartäre Versteinerungen Chile's. Leipzig 1887,
F. A. Brockhaus. 58 Taf.
Eine Notiz über den Fund eines Plesiosaurus am Pitchery Creek, Centr.-
Queensland, wahrscheinlich in cretaceischen Schichten bringt Nature Bd. 37 pag. 65,
Ichthyopterygia
(nur fossil).
Allgemeines. Mittheilungen über Morphologie und Ursprung der
Ichthyopterygier bringt G. Baur. Er sucht nachzuweisen, dass dieselben in
ihrem ganzen Knochenbau specialisierte Rhynchocephalen sind, und dass ihre
Flossenfüsse nicht als originale, sondern als secundäre Anpassuugsbildungen auf-
gefasst werden müssen. Eingehend werden in dieser Hinsicht Schädel, Wirbelbau,
Rippen, Schultergürtel und Gliedmaassen mit denen von Sphcnodon verglichen.
Die ältesten Ichthyopterygier hatten demzufolge wenige Phalangen und 5 Finger.
Ahnliche allmähliche Anpassungen an das Wasserleben zeigen auch die Sauro-
pterygier. Verf. theilt pag 840 die Ichthyopterygier ein in :
Farn. 1. Mixosauridae Baur. Radius und Ulna verlängert und durch
einen Zwischenraum von einander geschieden. Zwei Arten von Zähnen, aber
diese nicht so zahlreich wie bei den Ichthyosauriden. Kleine Formen. Trias
(mit Mixosuurus).
Fam. 2. Ichthyosauridae Bon. Radius und Ulna kurz, in Berührung
mit einander. Zähne gut entwickelt und zahlreich (mit Ichthyosaurus Koen. und
verwandten Gattungen).
Fam. 3. Baptanosauridae Marsh. Radius, Ulna und ein dritter Knochen,
das Pisiforme, polygonal, mit dem Humerus in Gelenkverbindung. Zähne
224 Dr. Oskai' Boettger: Bericht über die Leistungen
rudimentär oder fehlend (mit Baptanodon Marsh und Ophthalmosaurus Seel.)
Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 837-840 und N. Jahrb. f. Min. 1888 II pag 139-142'.
In seiner weiteren Mittheilung über den Ursprung der Extremitäten der
Ichthyopterygier sucht derselbe nachzuweisen, dass die Ichthyosaurier sich
zu einer bestimmten Reptilgruppe gradeso verbalten, wie die Cetaceen zu
den Ungulaten und Raubthieren. Auch die Ichthyopterygier haben sich aus
landlebenden Reptilien entwickelt. Die Flosse ist eine secundäre Neubildung,
die durch Spaltung vorhandener Strahlen erst später entstand. Bei vielen
Ichthyosauriern des Lias finden sich Übergänge zwischen dem Stadium der Glied-
maassenentwicklung der Ichthyosauridae und der Baptanosauridae. Baptanodon
selbst ist als die am meisten specialisierte Form aufzufassen. Ber. 20. Vers.
Oberrhein. Geol. Ver. Stuttgart 1887 pag. 18—21, 1 Taf.
Zu seiner im Ber. f. 1886 pag. 233 referierten Mittheilung über die Homo-
logien einiger Schädelknochen der Stegocephalen und Reptilien macht derselbe
betreffs der Ichthyopterygier eine Berichtigung. Anat. Anzeiger 2. Jahrg. p, 657.
Mixosauridae. G. Baur schlägt für Ichthyosaurus cornalianus Ba.ss.lverg\.
Ber. f. 1886 pag. 177] aus der Trias von Besano das ne\ie Genus Mixosaurus und
die neue Fam. Mixosauridae vor. Die Gliedmaassen sind noch nicht so sehr
specialisiert wie bei den jurassischen Ichthyosauriden. Radius und Ulna sind
mehr verlängert und durch einen Zwischenraum von einander geschieden. Die
Hand gleicht also mehr einem Plesioscmnis. Amer. Assoc. Adv. Sc. New-York^
Sitz. V. 12. Aug. 1887 und Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 839.
Ichthyosauridae. Den Brustgürtel eines Ichthyosaurus aus dem Lias von
Watchet in vollständiger Erhaltung der natürlichen Lage der einzelnen Knochen
beschreibt und bildet ab H. E. Sau vage. Die beiden Claviculae sind fest mit
einander verknöchert. Bull. Soc. Geol. France (3) Bd. 15 pag. 726—728, Taf. 26.
— Ref. in N. Jahrb. f. mn. 1888 II pag. 142.
Baptanosauridae. G. Baur hat bei Baptanodon Marsh das Vorhandensein
von Zähnen an der Spitze der Kiefer nachgewiesen. Biol. Centr.- Blatt Bd. 7
pag. 481—493.
Rhifnchocephalia.
Systematisches. E. T. Newton stellt in seiner ,, Classification of Animals,
being a Synopsis of the Animal Kingdom, with especial reference to the fossil
forms" die Rhynchocephalier als Unterordnung zu den Anomodontiern (Thero-
morphen). H. B. Woodward's Geology of England, 2 edit. und separat: London
1887, 8". 15 pag.
Hatteriidae. Allgemein Anatomisches. Ueber die Halsgegend von
Sphenodon vergl. oben van Beramelen pag. 159.
Sceletsystem. In einer Erwiderung an Günther [vergl. Ber. f. 1886
pag. 181] bemerkt G. Baur, dass Günther und St. George Mivart in ihren Dar-
stellungen von Hatteria das eigentliche Quadrato-Jugale übersehen hätten. Das
Squamosale Günthers sei das Quadrato-Jugale. Betreffs des Namens habe
Sphenodon Gray 1831 (uon Sphenodon Lund 1839) die Priorität vor Hatteria
Gray 1842. Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 120—121.
A. Fritsch stellt einen von Baur gerügten Irrthum [vergl. Ber. f. 1886
pag. 182] in der Deutung der Zeichnung der ^y/enodon -Wirbelsäule in seiner
Fauna der Gaskohle richtig. Ebenda pag. 115—116.
in der Herpetologie während des Jahres 1887, 225
Mittheilungen über die Osteologie von Sphenodon pundatus Gray bringt
auch Gr. Smets. Er behauptet, keinen Proatlas gefunden zu haben. Museon
Bd. 6 pag. 600-613.
RhynchOSauridae (foss.). T. H. Huxley gibt Beschreibung und Abbildung
eines sehr vollständig erhaltenen Stückes des triassisehen Hyperodapedon gordoni
Huxl. (Fig. 1, 4, 7—8 und Taf. 26) aus den Lossiemouth Quarries des Elginer
Sandsteins und vergleicht die Gattung eingehend mit dem triassisehen Bhyncho-
saurus articeps Ow. (Fig. 2, 5 und Taf. 27) und dem lebenden Sphenodon (Fig. 3, 6).
Hyperodapedon war etwa viermal grösser als Sphenodon; sein Schädel erscheint
viel breiter und massiver, und seine Gliedmaassen waren kürzer und stämmiger.
Infolge Prüfung der verwandtschaftlichen Beziehungen dieser drei Gattungen
sieht sich Verf. gezwungen, die Rhynchocephalia nur als eine Unterordnung der
Lacertilia anzuerkennen, die in die zwei Familien ßhynchosauridae mit Hypero-
dapedon und Bhynchosaurus und Sphenodontidae mit Sphenodon zerfalle. Er
kann nicht verstehen, wie man Simoidosaurus in irgend welche nähere Beziehung
zu Hypjerodapedon bringen könne und kommt zu dem Schlüsse, dass schon im
Permsystem und vielleicht noch früher Lacertilier existiert haben müssen, welche
weniger verschieden von Sphenodon waren als einerseits Hyperodapedon und
andererseits Bhynchosaurus [eine Vorhersage, die sich inzwischen durch Credner's
Entdeckung von Palaeohatteria bestätigt hat; Ref.]. Qu. Journ. Geol. Soc. London
Bd. 43 pag. 675-694, Taf. 26—27 und 8 Figg. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 20 pag. 137-139 und Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 286—287.
Champsosauridae (foss.). Weitere Bemerkungen über Champsosaurus Cope
bringt L. Dollo, der die Gattung jetzt ebenfalls zu den Rhynchocephaliern
[vergl. Ber. f. 1886 pag. 183] verweist. Rev. Quest. Scientif. Bd. 21 pag. 525-535.
AetOSauridae (foss.). In einer Notiz über nordamericanische triassische
Rhynchocephalen bemerkt E. D. Cope, dass Typothorax (coccinarum Cope) aus
der Ob. -Trias der Bad Lands von Neumexico in die Nähe von A'etosaurus Fraas
gehöre. Es werden davon Rippen, Hautschilder und Femur kurz beschrieben.
Die Rippen sind wegen ihrer Länge und Breite bemerkenswerth; sie bilden
einen zusammenhängenden Knochenpanzer, ohne übrigens in den Suturen mit
einander verschmolzen zu sein. Jede Rippe ist von einem bandförmigen Haut-
schilde von ähnlicher Länge und Breite überlagert. Die Gattung erreichte die
Grösse des Mississippi- Alligators und bietet auch Vergleichspunkte im Bau ihres
Panzers mit Jugendstadien gewisser Schildkröten, und eine genauere Keuntniss
derselben wird vielleicht auch Licht werfen auf die Stammesgeschichte der
Chelonier. Wie Aetosaurus in Europa wird Typothorax in N. America von der
Gattung Belodon [vergl. oben pag. 215] begleitet. Amer, Naturalist Bd. 21 pag. 468
und Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 210—217, Taf. 1. — Ref. in N. Jahrb. f.
Min. 1888 II pag. 318.
Protorosatiria
(nur fossil).
H. G. Seeley bespricht Geschichte und Literatur von Protorosaurus
speneri v. Myr. , beschreibt das typische Stück desselben eingehend von Neuem
und gibt eine Restauration des Schädels. Die Zähne sind durch Anchylose mit
den Kiefern verbunden. Auch Vomer, Gaumenbeine, Flügelbeine zeigen sich mit
feinen Zähnchen bewaffnet. Flügelbein und Quadratum sind fest verwachsen
Arch. f. Natuigesch. Jalirg. 1888. Bd. II. H. 1. 15
226 I)r. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
7 Halswirbel, 16 — 17 Rückenwirbel, 3 — 4 Sacralwirbel und wenigstens 23 Schwanz-
wirbel sind vorhanden. Die Haut besass einen Knochenpanzer. Wahrscheinlich
existieren mehrere Gattungen und Species (meyerü), die bis jetzt unter dem Namen
Pr. speneri vereinigt worden sind. Protorosaurus wird als der Tyi)us einer be-
sonderen Reptilabtheilung betrachtet, die Ähnlichkeiten mit vielen der höher
specialisierten Ordnungen, aber auch solche mit gewissen niedrig stehenden
Formen verräth. Proc. Roy. Soc. London Bd. 24 pag. 86 und Phil. Trans. Bd. 178
pag. 187—213, Figg., Taf. 14-16. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1888 II pag. 476-477.
Prof/anosauria
(nur fossil).
Als eine besondere Abtheilung der Reptilien schlägt G. Baur den Namen
Proganosauria für die Gattung Stereosternum Cope [vergl. ßer. f. 1885 png 249]
aus dem brasilianischen Carbon vor. Das Genus zeigt persistierende Chorda,
den Humerus mit Foramen epicondyloideum und fünf, nicht vier isolierte Tarsal-
knochen in der zweiten Tarsalreihe. Diese Proganosaurier im allgemeineren Sinne
hält Verf. für die Vorfahren der Reptilien. Journ. of Morphol. Boston Bd. 1
pag. 93-104, Biol. Centr.-Bl. Bd. 7 pag. 481-493 und Sitz.-Ber. Morph. Ges.
München Bd. 3 pag. 46-61.
E. D. C 0 p e erkennt diese Gruppe an und vervollständigt unsere Kenntniss
des Baues von Stereosternum tumidum durch Beschreibung eines nahezu voll-
ständigen Exemplars. Eine Clavicula oder Interclavicula ist vorhanden; Humerus
mit Foramen epicondyloideum; der Carpus besteht aus einem Radiale, einem
grossen Interniedium und einem kleinen Ulnare, der Tarsus aus einem grossen
Centrale und vier Tarsalen. Der Daumen ist kräftiger als die vier anderen
Finger; ausser dem Atlas 9 Halswirbel, mit schlanken Rippen; Zähne schlank,
spitz, anscheinend in Alveolen. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 1109.
Thero m orpha
(nur fossil).
AnomodonÜa. Dicynodontidae. Kurze vorläufige Mittheilung über einen
neuen Djc^norfo« - Schädel, der sich an B. pardiceps Ow. anzuschliessen scheint,
bringt A. Weithofer. Der schöne Rest stammt aus der Karrooformation
S. Africas. Ann. Nat. Hofmus. Wien Bd. 2, Notizen pag. 132.
Pariosauria. PariOSauridae. H. G. Seeley beschreibt ein sehr vollständiges
Scelet von Pariosaurus bombidens Ow. aus den Karroobildungen S. Africas. Alle
einzelnen Knochen werden höchst eingehend vergleichend besprochen und Pario-
saurus schliesslich in eine Unterordnung der Auomodontier gestellt, welche eine
vermittelnde Stellung zwischen den labyrinthodonten Batrachiern und den Rep-
tilien einnimmt. Die Säugethierähnlichkeit des Beckens und des Kreuzbeins von
Pariosaurus und der übrigen Anomodontier ist ebenso schlagend wie die Vogel-
ähnlichkeit gewisser Dinosauriercharactere und von derselben Wichtigkeit für
die Beurtlieilung der Verwandtschaft und Stammesgeschichte. Proc. Phil. Soc.
London Bd. 42 pag. 337 — 342 und Phil. Trans. Bd. 179 (1888) pag. 59-109,
Taf. 12-21.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 227
Theriodontla. Cynodontidae. A. Fritsch hat im höhmischen Perm eine
Art der bislier ausschliesslich americanischen Gattung Naosaurus Cope [vergl.
Ber. f. 1886 pag. 167] entdeckt. Nature Bd. 36 pag. 591. — Ref. in Amer. Naturalist
Bd. 21 pag. 659 und Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 564,
Eingehende Mittheilungen über den sehr gut erhaltenen Schädel und die
Bezahnung von Galesaurus planiceps Ow. aus dem triassischen Sandstein von
Theba-chou in Basutoland macht R. Owen [vergl. Ber. f. 1886 pag. 167]. Der
Schädel ist niedergedrückt, die Schnauze hoch, kantig, vora schief von oben nach
unten abgestutzt, die Naslöcher wie bei den Krokodilen. Vier Incisiven in jedem
Kiefer, je ein fangzahnartiger Canin und mindestens 10 dreispitzige Molaren,
von denen aber bei dem beschriebenen Stücke nur 4 mit ihrer ganzen Krone vor-
liegen. Qu. Journ. GeoL Soc. London Bd. 43 pag. 1—6, Taf. 1. — Ref. in Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag. 232—233, Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 370 und N.
Jahrb. f. Min. 1887 II pag. 501.
Batrachia.
Museen. Ein von A. Günther & G. A. Boulenger zusammen-
gestellter ausgezeichneter Führer in den neuen Lokalitäten des British
Museums bringt auf pag. 31 — 46 Notizen über die Aufstellung der
Batrachier. Bemerkenswert!! mögen etwa folgende Angaben darin
sein. Bei gewissen Batrachiern, deren Larven Pflanzenfresser sind,
ist der Wechsel von pflanzlicher zu thierischer Nahrung mit einer
Verkürzung des Darmcanals begleitet. Das Hautsecret von Bufo
agiia und Dendrohatps wird von den Südamericanern zu Pfeilgift ver-
wendet. Sehr klar wird der wichtige Unterschied zwischen Firmisterniern
lind Areiferen beschrieben und abgebildet. Bufo marinus erreicht
eine Länge von 8", Megalohatrachus maximus von 4'. Guide to the
Galleries of Reptiles and Fishes in the Department of Zoology of
the British Museum (N. H.). London 1887. 119 pag., 101 Figg.,
1 Plan. — Ref. in Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag. 391—392.
F. Müller berichtet in einem Fünften Nachtrag [vergl. Ber. f. 1885
pag. 300] zum Katalog der herpetologischen Sammlung des Baseler
Museums über die Zunahme der Collection um 30 Batrachier, so dass
sie jetzt 319 Species zählt. Die zahlreichen systematischen und
faunistischen Bemerkungen, die Verf. einstreut, sind unten namhaft
gemacht. Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 249—259, Taf. 1.
Technische Hilfsmittel, Methoden. 0. Schnitze beschreibt
seine Methode, die Eier von Batrachiern zu mikroskopischer Unter-
suchung zu präparieren. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 45 pag. 1 85. —
Ref. in Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 595 — 596 und Journ. Roy. Microsc.
Soc. 1888 pag. 146.
C. Arnstein hat die Ehrlich'sche Methylenblaufärbung als
histologische Methode an Fröschen ausgeführt und berichtet über
diese Versuche. Anat. Anzeiger 2. Jahrg. pag. 125 — 135 und
pag. 551 — 554.
15*
228 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
G. Boccardi, Sopra una modificazione di processi ordinari per
lo studio delle terminazioni nervöse col cloruro d'oro e sua applica-
zioiie ne muscoli della rana. Lavori eseguiti nell' Ist. Fisiol. di
Napoli, Heft 1 (1886) pag. 27. — Ref. in Zeitsch. f. wiss. Mikrosk.
Bd. 3 pag. 465—470.
E. W. Carlier bringt eine Methode, Samenfäden (Molc/e en'sfata)
zu färben. Kopf grün, Mittelstück violett, Faden roth. Journ. Anat.
Phys. Bd. 22 pag. 133.
Allgemein Anatomisches. In seinen eingehenden Mittheilungen
über den Mechanismus der Secretion behandelt L. Ranvier auch
die Hautdrüsen der Frösche und Caudaten und die Drüsen im Oeso-
phagus der Kröte. Die Hautdrüsen des Frosches theilt er in seröse
Drüsen, in Schleimdrüsen und in Giftdrüsen. Journ. de Micrographie
1887, No. 1—8, K)— IG.
Integumentalgebilde. Eine kurze Notiz über Bau und Ent-
wicklung der Giftdrüsen in der Batrachierhaut findet sich bei
A. Pilliet. Journ. Anat. Phys. Paris 23. Jahrg. pag.4G3— 497, Taf.23.
Sinnesorgane. G. A. Piersol gibt Beiträge zur Histologie der
Harder'schen Drüsen und über den Thräuennasengang der Batrachier.
Zur Untersuchung kamen Rana, Bufo, Hijhi, Pelohates, Bombinator,
Molge, Salamandra, Sircdon und Anip/tü/wa. In der Mitte der Drüse
liegt ein verzweigter Sammelraum, der einerseits mit den Drüsen-
schläuchen, andererseits mit dem Ausführungsgange in Zusammenhang
steht, und bei jungen Fröschen eine Anzahl Secrettropfen enthält,
die bald in einem von membranöser Schicht überzogenen Cylinder,
bald im Innern eines concentrisch um sie gelagerten hohlen Tubus
zu liegen scheinen. Neben den Drüsenzellen kommen auch Wander-
zellen vor. Bei jungen Fröschen fand Verf. den Thränenkanal an
der äusseren freien Hautfläche ausmündend und zwar oft ziemlich
weit vom Rande des Lides entfernt. Dieser Kanal ist natürlich nicht
eher im Stande in Function zu treten, als bis das Thier zu dauerndem
Luftleben übergegangen ist. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 29 pag. 594—608,
Taf. 36—37.
Nach A. G. H. van Gen deren Stort's Untersuchungen am
Frosch und Triton ist das Seeroth nicht blos auf die Stäbchenaussen-
glieder beschränkt, sondern auch in dem Protoplasma der Pigment-
epithelien vorhanden. Arch. Neerl. Bd. 21, 2 Taf., Onderz. Phys. Labor.
Utrecht (3) Bd. 10 pag. 183 — 259, 2 Taf. und Arch. f. Öphthalm.
Bd. 33, Abth. III pag. 229—292, 2 Taf.
Verdauungsorgane. Vergleicht man nach Fr. Maurer die Be-
funde über Entwicklung von Schilddrüse, Thymus und Kiemenresten
bei Anuren und Urodelen, so ergibt sich, dass blos die unpaare
Anlage der Schilddrüse bei den Batrachiern eine durchgehends gleich-
artige ist. Alle übrigen drüsigen Gebilde, welche im Anschluss an
die Kiemenspalten entstehen, sind in ihrer Entwicklung durchaus
verschieden, auch die Reste, die sich bei Anuren und Caudaten von
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 229
den vorderen Kiemenspalten erhalten. Die Urodelenthymus entstellt
aus dorsalen Epithelknospen hinterer Kiemenspalten , während die
zweite Knospe, die bei den Annren die Thymus hervorgehen lässt,
mit der ersten Knospe, die auch bei den Anuren wieder verschwindet,
der Rückbildung anheimfällt. Der postbranchiale Körper bildet sich
bei den Caudaten nur linksseitig aus. Weitere Verallgemeinerungen
lässt die an Beobachtungen reiche Arbeit kaum zu. Morphol. Jahrb.
Bd. 13 pag. 296—882, 6 Figg., Taf. 11—13.
Respirationsorg-ane. Eine Notiz über die Kiemen und ihre
Gefässe bei Caudaten und Anuren bringt derselbe. Er zeigt, dass
wie bei den Caudatenlarven auch bei den Kaulquappen von Rona
jede der drei Kiemenarterien sich in zwei Aste theilt, von denen der
eine in die äussere Kieme tritt, während der andere direct in die
Kiemenvene sich ergiesst. Die inneren Anurenkiemen entwickeln sich
an der Strecke, den die directe Anastomose von ihrem Abgang von
der Kiemenarterie bis zu ihrem Eintritt in die äussere Kiemenvene
durchläuft. Der Zustand, der bei den Caudaten den bleibenden dar-
stellt, ist also bei den Anurenlarven nur ein vorübergehender. Ebenda
pag. 383—384.
Circulationsorgane. F. Hochstetter gibt Beiträge zur ver-
gleichenden Anatomie und Entwicklungsgeschichte des Venensystems
der Batrachier. Er findet, dass, während der Mangel einer Vena
azygos für unsere heimischen Anuren gradezu characteristisch ist,
Bombinator auch im erwachsenen Zustande zwei Venae azygeae besitzt.
Ausführlicher als die Anatomie, für die aber prächtige Abbildungen
gegeben werden, wird die Entwicklung der Venen bei Rana, Bom-
hinator , Pclohatei^, Salamandra, Molr/c, Siredon und J^rofenft be-
sprochen und in Bezug auf die Entwicklung der Dotterdarmgefässe
bei Anuren und Caudaten ein grosser Unterschied festgestellt. Die
Verhältnisse des Venensystems bei den Caudaten sind als die ursprüng-
licheren aufzufassen; Bombinator bildet ein Übergangsstadium zu den
mehr difterenzierten Anuren. Proteus und Siren zeigen überdies ge-
wisse Verhältnisse, die an das Venensystem der Fische erinnern.
Morphol. Jahrb. Bd. 13 pag. 119—123 und 159—172, Fig. 7, Taf. 2,
Fig. 4, Taf. 3, Fig. 5—9, Taf. 4.
C. J. Eberth bringt Mittheilungen zur Kenntniss der Blutplättchen
bei den niederen Wirbelthieren. Festschr. z. Feier d. 70. Geburtst.
A. V. Koelliker's. Leipzig 1887. 13 pag., Taf. 2.
Nach einer Notiz desselben sieht er in den Blutspindeln der
niederen Wirbelthiere besondere, weder mit den Leucocyten noch mit
den rothen Blutkörpern verwandte Gebilde und hält sie für Analoga
der kernlosen Blutplättchen der Säugethiere. Anat. Anzeiger 2. Jahrg.
pag. 401. — Letzteres bestreitet M. Loewit. Arch. f. exper. Pathol.
und Pharm. Bd. 24 pag. 188—220.
Urogenitalsystem. J. Bouillot, Recherches histologiques et
physiologiques sur le rein des Batraciens. Mem. I. Paris 1887, 4^
68 pag., 4 Taf. [vergl. auch Ber. f. 1886 pag. 207].
230 I^i"- Oskar Boettger: Bericht über die Leistiiugen
Weitere Mittheikmgen über einzellige Drüsen (Becherzellen) im
Blasenepitliel der Batrachier [vergl. Ber. f. 188G pag. 207] bringt
J. H. List. Bei Mo/ge, Rana, Bufo, Bomhinator und Hyla konnten
solche nachgewiesen werden, bei Salamandra nicht. In grösster
Menge sind sie bei Bombi/iator und Biffo zu finden. Es sind ein-
zellige Drüsen mit schleimartigem Secret. Am Schlüsse verbessert
Verf. einige früher von ihm gemachte Angaben über gewisse grosse
Formen von Becherzellen und calycoiden Zellen und macht auf Ver-
schiedenheiten seiner Auffassung und Erklärung gegenüber Schiefter-
decker [vergl. Ber. f. 1883 pag. 421] aufmerksam. Arch. f. mikr. Anat.
Bd. 29 pag. 147 — 156, Taf. 9, — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London
pag. 213.
0. Zacharias hat seine vergleichenden Untersuchungen über die
chemische Zusammensetzung des Inhalts der männlichen und der
weiblichen Sexualzellen auch auf die Batrachier ausgedehnt. Biol.
Centr.-Bl. Bd. 6 (1886) pag. 250. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc.
pag. 45 — 56.
Ontogenie. Eine erste Abhandlung über Reifung und Be-
fruchtung des Eies von Rana temporaria, escvlcnta, Bufo vidgaris,
Molge cr/'stafa, vidqarls und Siredon pisclforwis bringt 0. Schnitze
[vergl. Ber. f. 1886 pag. 218]. Eingehend bespricht er Eierstock und
unreifes Ei, reifendes und reifes Ei in der Mutter und reifes ab-
gelegtes Ei im unbefruchteten und im befruchteten Zustande. Die
Theile des Keimbläschens lassen sich beim Eintritt in die Eizellsubstanz
und noch weiter direct verfolgen. Der um das in rückgängiger
Metamorphose begriftene Keimbläschen angehäufte Kernsaft ist von
dem Dotter anfangs scharf getrennt; diese Abgränzung gegen den
letzteren schwindet jedoch bald, und der Kernsaft tritt in den Ei-
körper. Das Keimbläschen des reifen Eies entleert sodann seinen
Inhalt direct nach aussen zwischen Keim- und Dotterhaut, und ein
Theil der chromatischen Substanz rückt hart an die Oberfläche des
Eies und gibt hier unter zweimaliger mitotischer Theilung je einen
Polkörper ab. Es folgt eine Drehung der tangentialen Spindel in
der Weise, dass diese sich in den Eiradius einstellt. Bei den
Batrachiern kommen zwei Polkörper vor. Im Ei von Rana tempo-
raria wird der eine derselben der Regel nach vor der Befruchtung,
der andere nach derselben ausgestossen; bei den Caudaten ist ein
Polkörper mit Sicherheit nachgewiesen, und die Umwandlung der
Spindel zur Abgabe des zweiten unabhängig von der Befruchtung.
Zeitschr. f. wiss.^Zool. Bd. 45 pag. 178—226, Taf. 11—13. — Ref. in
Journ. Roy. Micr. Soc. London pag. 564.
F. Leydig theilt neue Beobachtungen mit über Entstehung der
Keimflecke bei Mo/ge und Bnfo, über die Membran des Keimbläschens
bei Molge, über die Mantelschicht des Keimbläschens im Batrachierei
und über das Spongioplasma im Dotter des Eies von Molge. Kern-
artige und selbst zellenförmige Körperchen seien im Dotter unbe-
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 231
friichteter Eier unzweifelhaft zugegen. Zool. Anzeiger 10. Jahrg.
pag. 610—612 und 624—627.
In einer Arbeit über das Schicksal des Blastoporus bei den
Batrachiern weist Fr. Schanz nach, dass bei Molge taeniata und
Rana fusca der Blastoporus dadurch eingeengt wird, dass die seit-
lichenJJrmundsHppen auseinandergelegt werden. Bei Molge entstehen
zwei Ofihungen; die eine wird zum Canalis neurentericus, die andre
zum After. Bei Rana aber entsteht nur eine Öffnung; an Stelle der
zweiten findet sich eine Grube, welche später nach dem Enddarm
durchbricht. Das ursächhche Moment ist das rasche Wachsthum der
Medullarwülste. Der Canalis neurentericus existiert also wirklich bei
allen Batrachiern, doch tritt ein deutliches Lumen beim Frosche erst
in einem späteren Stadium auf. Der After ist demnach keine Neu-
bildung. Jena. Zeitsch. f Nat. Bd. 21 pag. 411—422, Taf. 24.
Im Hinblick darauf, dass der Blastoporus in einem Fall von
den Rückenwülsten umgriffen wird und sich in einen neurenterischen
Canal verwandelt (Rana, Bombinafor, wahrscheinlich auch bei Sala-
mandra atni) , im andern Falle hingegen als After persistiert
(*S. maeidosa, einige Anuren), fasst ihn C. Kupffer überhaupt als
ursprünglichen After auf. Dieses Verhältniss änderte sich durch die
Ausdehnung der Anlage des Centralnervensystems in caudaler Richtung
und führte endlich zur Bildung des Canalis neurentericus und des
secundären Afters. Der Canalis neurentericus hat also keine andere
Bedeutung als die eines Rudiments. Sitz.-Ber. Ges. Morph, u. Phys.
München Bd. 3 pag. 1 — 5 und München. Med. Wochenschr. 1887
pag. 167—168.
G. V. V. Mihälkovics demonstriert Mikrophotographieen und
Schnitte von Frosch- und Siredoneiern , welche beweisen, dass das
mittlere Keimblatt nur von der Gegend des Blastoporus sich ent-
wickelt, dass aber ein Zusammenhang der Entwicklung desselben
vom Entoderm, oder auch nur eine temporäre Verbindung mit dem
Entoderm in der Gegend der Chorda, welch' letztere bestimmt aus
dem Entoderm herstammt, nicht stattfindet. Den Bindegewebskeim
der Batrachier betreffend ist Verf. der Ansicht, dass derselbe von
den weissen Dotterzellen herstammt. Die in der Bauchhöhle liegenden
weissen Dotterzellen theilen sich allmählich, es findet also eine Art
von Nachfurchung statt, und die daraus entstehenden Zellen werden
in der Umgegend der primitiven Leberanlage nach vorne in die
Gegend des entstehenden Herzens und nach aufwärts in die Gegend
der Somiten des Halses und gegen die Schädelbasis verschoben, oder
wandern dahin. Fest steht soviel, dass der erste Parablast immer
in der Gegend des Halses und Kopfes zu sehen ist. Anat. Anzeiger
2. Jahrg. pag. 407.
Über Urdarm und Gastrula bei P^iern von Bi/fo, Rana und Molge
macht auch F. Seh wink Mittheilungen. Sitz.-Ber. Ges. Morph, u.
Phys. München Bd. 3 pag. 93-95. — Ref. in Biol. Centr.-Bl Bd. 8
232 1^1'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
(1888) pag. 29 — 31 und in Journ. Roy. Microsc. Soc. London 1888
pag. 549.
Biologisches. Über Eier und Brutpflege verschiedener Batracliier
vergl. auch P. & F. Sarasin. Ergebnisse naturw. Forschungen auf
Ceylon in d. Jahren 1884 — 86. Wiesbaden, C.W. Kreide!. Bd. 2
pag. 1 — 94.
Palaearctische Region. Die im Reg.-Bezirk Schwaben und
Neuburg (Bayern) vorkommenden Batrachier bespricht A. Wiede-
mann. Aufgezählt werden llyla, Bona escvlenta und temporaria,
Pelobotes, Bombinator (mit gelbem Bauch), Bt/fo vulgaris, calamita
und viridis, Salamandra niacnlosa (zwischen Dinkelscherben und
Zusmarshausen) und afra, Molge crisfata, alpestris, vvk/aris und
helvetica Raz. (bei Agawang). 29. Ber. Nat. Ver. Augsburg pag. 193 bis
216. — Nach Objecten im Maximilians-Museum von Augsburg ver-
zeichnet E. Friedel von dort Molge cristata, alpestris und vulgaris,
Bombinator, Rana esci/Icnta und temporaria, Btifo vulgaris und
variabilis, sowie Salamandra. atra von Füssen a. Lech in 797 m Höhe
und Pelobates fuscns von Leipzig. Andre Namen und Fundorte
scheinen dem Verf. unbeglaubigt. Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 323.
E, Haase behandelt kurz und anschaulich die Batrachierfauna
des Königreichs Sachsen. Aufgezählt werden Molge cristata, alpestris
u.nd vulgaris (Triton ictericns Reich, von Dresden ist ein albinotischer
cristatusj, Salamandra häufig bei Tharandt und in der sächsischen
Schweiz, Pelobates, von dem eingehendere biologische Beobachtungen
mitgetheilt werden, im Mockritzer Teich, Bombinator igneus Laur.,
Hyla, Rana esculenta und var. ridibunda Fall., von der ein 12 cm
langes, IV4 Pfd. schweres Stück im Ostragebirge bei Dresden ge-
fangen wurde, R. temporar t'a und arvalis, beide bei Dresden, Bufo
vulgaris, variabilis und calamita. Sitz. -Ber. u. Abb. Ges. Isis Dresden,
Abh. pag. 57 — 65,
G. A. Boulenger zählt 2 Anuren von Cypern auf. Die Rana
esculenta wird als var. ridibunda Fall., die Hi/la arborea als var.
savignyi Aud. erkannt. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 344 — 345.
A. M. NiJ<:olsky bringt Materialien zur Kenntniss der Wirbel-
thierfauna N. 0, Persiens und Transkaspiens. Von Batrachiern
werden pag. 403 — 407 erwähnt Rana cscidenta von den Mündungen
des Gürgen, Hyla arborea aus einem Sumpf zwischen Ak-kali und
Naukian und Bufo variabilis von den Mündungen des Gürgen und
von Kehate-chitsch. Arbeit. St. Petersburg. Ges. isaturf. Bd. 17 (1886)
pag. 379— 406 (russ.) [vergl. Ber. f. 1886 pag. 158].
G. A. Boulenger nennt von Gensam in Corea Rana esculenta
var. japonica, Bufo vulgaris, Hyla arborea var. savignyi und einen
neuen Hynobius (s. Amblystomatinae). Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19,
pag. 67, Fig.
Derselbe verzeichnet pag. 578 von Port Hamilton in Corea
Hyla arborea var. japonica Blgr. und eine neue Hyla (s. Hylidae),
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 233
H. H. Giglioli & Th. Salvadori pag. 595 von Fusan (Corea) Rana
esculenta var. japonica Blgr. Proc. Zool. Soc. London 1887.
Nordamericanische Region. 0. P. Hay bringt einen provi-
sorischen Catalog der Batrachier und Reptilien des Staates Indiana.
77 Arten werden in Summa aufgezählt. Journ. Cincinnati N. H. Soc.
Bd. 10 pag. 59—69.
C. H. Townsend gibt faunistische Notizen über die Batrachier
N. Californiens. Er zählt auf vom unteren Mc Cloud Rvr. Arn-
blystoma tenebrosum B. G., Phtliodon i'ecanus Cope, Bufo ha/ophilus
Baird und Rana pachi/derma Cope, von den Shasta und Humboldt
Counties Molr/e torosa Esch. und vom Mc Cloud und Ft. Crook Hyla
regiUa Baird. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 10 pag. 240—241.
S. Garman zählt 13 Anuren und einen Caudaten auf, die
Vj. Palm er in Mexico und Texas gesammelt hat. Eingehender
behandelt werden Rana montezumae und herlandieri Baird, Engystoma
carolmense Holbr., Biifo valliceps Wgm., cognatns Say, speciosus Gir.,
compadilis Wgm., pundatiis B. G. und dehilis Gir., sowie AmhJydoma
mexicanum Shaw. Wegen der Originalfundorte muss auf die Arbeit
selbst verwiesen werden. Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 119 — 138.
Indische Region. G. A. Boulenger gibt eine Übersicht über
die von M. L. Fea in Nord - Tenasserim gesammelten Batrachier.
Aufgezählt werden von dort Oj-yglossus lima Grav. und laeois Gthr.,
Rana kuhll D. B., macrodon Tsch. , tigrina Daud. , gracAlis Wgm.,
macrodactyla Gthr., alticola Blgr., erytliraea Schlg., limda Blyth und
afghana Gthr., Rhacophorus macnlafus Gray, MkrohyJa ornata D. B.,
Callida pulchra Gray, Caluella guttidata Blyth, Bufo melanostictus
Schnd., biporcatus und asper Grav., sowie 2 neue Rana (s. Ranidae)
und eine neue 6'a//«/a (s. Engystomatidae). Eingestreut sind synonymische
Bemerkungen (s. Ranidae) und pag. 484 die Beschreibung der ver-
muthlichen Larve von Rana livida Blyth. Ann. Mus. Civ. Genova (2)
Bd. 5 pag. 474—486, Taf. 6—8.
Derselbe zählt auf und beschreibt die von M. L. Fea in Burma
gesammelten Batrachier. Es sind 22 Arten in 724 Exemplaren
(s. Ranidae, Engystomatidae , Bufonidae, Hyhdae, Pelobatidae,
Salamandrinae, Apoda). Ebenda pag. 418 — 424, Taf. 3 — 5.
Derselbe erwähnt als neu für die Malayische Halbinsel
Rana laticeps Blgr. und Microliyla achatina Boje von Malakka, sowie
eine neue Rana (s. Ranidae), die neue Gattung Phrynclla (s. Engy-
stomatidae) und 2 neue Bufo (s. Bufonidae) von Malakka, einen von
Palawan (Philippinen). Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag. 345—348,
Tafel 10.
A. Günther verzeichnet von Perak Rana macrodon Kühl,
Phrynella pidchra Blgr., Bufo quadriporcatus Blgr., Mcgalophrys
longipes Blgr. und einen fraglichen Polypedates leprosus n. sp. Ebenda (5)
Bd. 20 pag. 312—316, Taf. 16.
234 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
A. B. Meyer gibt in einem Verzeichniss der von ihm 1870 — 73
im Ostindischen Archipel gesammelten Batrachier eine grössere
Reihe neuer Fundorte von 33 bekannten Anurenarten aus Java,
Madura, Celebes, den Sangi-Inseln, Togian-Inseln, Singapore, Luzon,
Cebu, Negros, Ternate, Neuguinea, Mysore und Jobi. Da die neuen
Fundorte aber von den bereits bekannten nicht scharf getrennt sind,
ist eine Aufzählung derselben hier unmöglich. Microhyla achatina
(Boje) wird von Celebes erwähnt. Abb. u. Ber. Zool. Anthr. Ethn.
Mus. Dresden 1886/87 No. 2. Iß pag.
G. A. Boulenger nennt vom Mt. Kina Baloo in Nord-Borneo
Rhacophorus maculatris Gray, Bnfo leptopus Gthr., Leptobrachmni
gracüe Gthr., sowie je eine neue Rana und Iwatvs (s. Ranidae).
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 95—97.
Derselbe gibt eine Übersicht über die von H. Pryer auf den
Liu-kiu Inseln gesammelten Batrachier. Es sind Rana graclUs Wgm,,
Rhacophorus viridis Hall., Microhyla pssipes Blgr. und Molge
pyrrhoqastra Boje var. ensicauda Hallow. Proc. Zool. Soc. London
pag. 146—150.
Africanische Region. G. A. Boulenger nennt nach Sendungen
A. S. G. Jayakar's von Maskat in Arabien Rana andersoni Blgr.
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 408.
In einem Zweiten Beitrag zur Herpetologie Südwest- und
Südafricas beschreibt 0. Boettger die von H. Schinz auf seiner
Reise vom Cap bis Ovamboland gesammelten Batrachier und zählt
auch einige neue Fundorte aus dem Capland auf. Es werden
7 Anuren behandelt, darunter Rana delalandei (Tsch.) und adspera
(Tsch.) aus Ovamboland. Vergl. auch oben pag. 175. Ber. Sencken-
berg. Naturf. Ges. pag. 135—173.
J. V. Barboza du Bocage verzeichnet unter den von Capello
und Ivens auf ihrer letzten Reise quer durch Africa gesammelten
Batrachiern pag. 208 Hemisus mannorafns Pts. und Bvfo regularis Rss.
und nennt ausserdem von Quissange (Benguella) pag. 211 Rana
oxyrrhynchns Smith, anqolensis Boc. und PyxiecphalHS rugosns Gthr.
Jörn. Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44.
Derselbe kennt vom Congo Ranap>orosissima Stdchr., Hyperoliits
insignis Boc. und Biif'o rcgnlaris Rss., sämmtlich von San Salvador.
Ebenda pag. 191—192.
In einer Notiz von Lopez Vieira über Kriechthiere, welche das
Zoologische Museum der Universität Coimbra durch A. F. Moller von
der Insel S. Thome erhielt, werden aufgezählt Rana newfoni,
Hijperolitis fhonwnsis und Siphonops thomensis. 0 Istituto, Revista
scientif. e Htt. (2) Bd. 34 (1886) No. 5 pag. 237.
G. A. Boulenger verzeichnet vom Rio del Rey, Kamerun,
Bufo tuber osits Gthr. und je einen neuen Cornufer (s. Ranidae) und
Bufo (s. Bufonidae). Proc. Zool. Soc. London pag. 564 — 565.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 235
Tropisch-americanische Region. S. G arm an nennt zahlreiche
Anuren verschiedener Provenienz aus Westindien (s. Cystignathidae,
Bufonidae, Hylidae). Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 13—16.
Derselbe beschreibt von der Insel Grand Cayman, Westindien,
Bufo marinuH L. und hlyla septemtrionalis Tsch. Proc. Amer. Phil.
Sog. Bd. 24 pag. 277.
E. D. Cope bringt eine Liste von Batrachiern der Bahama-
Inseln. Es sind nur 2 Arten, Hylodes ricordi D.B. und Trachycephalus
septemtrionaUs Tsch. Proc. U. S. Natur. Mus. Bd. 10 pag. 436.
Nach T. W. van Lidth de Jeude sammelte Neervoort van de
PoU auf der Insel Aruba 1 Rana cojyei Blgr. , an der Küste von
Venezuela bei Coro Phryniscus cniciger Mart. , in Surinam
Dendrobates trifittafn.s Spix, Bufo marfm/s L. und Hylu maxima Laur.
Notes Leyden Museum Bd. 9 pag. 129 — 139.
E. D. Cope gibt einen synonymischen und faunistischen Catalog
aller bekannten Batrachier Centralamericas und Mexicos. Von
den 135 aufgezählten Arten zeigen die Fam. Cystignathidae, Hylidae
und Bufonidae mehr als 20 Vertreter. Ein neues Genus und eine
neue Art (s. IlyHdae) werden beschrieben. BuU. U. S. Nat. Mus.
No. 32. 98 pag.
G. A. Boulenger kennt von Maccasseema in Britisch-
Guayana Leptodactyhis pentadactylus Laur., Bufo marimis L. und
typhonius L. und Caecilia qi'acüis L. Proc. Zool. Soc. London
pag. 153—154.
E. D. Cope verzeichnet die von H. H. Smith bei Chupada nord-
östlich von Cuyaba in der brasilianischen Provinz IMato Grosso
gefundenen 18 Anuren. P]s sind dies Bufo maryaritifer Laur., Scytopis
allen i Cope, Hypsiboas boans Daud., Hylodes conspia'llafus Gthr.,
Paludicola nattereri Stdchr., kroyeri R. L., Leptodadylus gracUis D. B.,
Engystoma ovale Schnd. und je 3 neue Hyla (s. Ilyhdae) und Palu-
dicola (s. Cystignathidae), 2 Leptodactyhis (s. Cystignathidae), sowie
je einen Dendrobafcs (s. Dendrobatidae) und Prosthempis (s. Ranidae).
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 44 — 55.
Australische Region. G. A. Boulenger gibt einen Zweiten
Beitrag [vergl. Ber. f. 1886 pag. 214] zur herpetologischen Kenntniss
der Salomons- Inseln. Er nennt u.a. von Faro Rana bufoni-
formis Blgr., guppyi Blgr., (' orm/f er gr/pjjyi Bigr., dorsalis A. Dum.,
die neue Gattung Bat racliyl ödes (s. Ranidae) und eine neue Hyla
(s. HyHdae). Proc. Zool. Soc. London pag. 333—338, Taf. 28.
Systematisches. P. & F. Sarasin schlagen vor, die recenten
Batrachier in folgender Weise einzutheilen:
A. Urodela.
1. Perennobranchiata.
2. Derotremata.
3. Salamandrina.
a. Salamandridae.
b. Apoda.
236 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
B. Anura.
1. Aglossa.
2. Areif era.
3. Firmisternia.
Ergebnisse naturwiss. Forschungen auf Ceylon in d. Jahren 1884
bis 1886. Wiesbaden, C. W. Kreidel.
Ecaiidata.
Allgemein Anatomisches. Von A. Ecker's Anatomie des Frosches
ist eine 2. Aufl. der Ersten Abtheilung: Knochen- und Muskellehre. Braun-
schweig, Fr. Vieweg & Sohn. 139 pag., 96 Figg. erschienen. Der kurze syste-
matische Theil steht leider nicht mehr auf der Höhe der jetzigen Wissenschaft;
die Knochenlehre ist durch einige wesentliche Verbesserimgeu bereichert.
In tegumenta Ige bilde. Eine schöne Studie über den Haftapparat der
heimischen Anurenlarven bringt J. Thiele. Dieser Apparat liegt an der Unter-
seite in der Nähe des Mundes und ist in seiner Lage und Form ein charak-
teristisches Unterscheidungsmerkmal für die einzelnen Species. Er ist ein speci-
fisches Larvenorgan, das nur 1 — 2 Wochen lang besteht, um dann spurlos zu
verschwinden. Der Haftapparat ist ein drüsiges Gebilde, das ein Secret zum
Anheften der Larve abscheidet; ein Ansaugen findet nicht statt, auch hat das
Organ nichts mit der Respiration zu thun. Li späteren Stadien übernimmt mit
der Umbildung des Mundes der Lippenapparat mit den Hornzähnchen die zeit-
weilige Befestigung der Larve- Bei Älytes allein fehlt dieser Haftapparat.
Beschrieben und abgebildet wird dieses Klebeorgan bei Discoglossus pictus Otth,
Pelobates fuscus Laur. , Bufo vulgaris Laur. , viridis Laur. , Bana esculenta L.,
temporär ia L. , Hyla arborea L. und Bombinator igneiis Laur. Zeitsch. f. wiss.
Zool. Bd. 46 pag. 67—79, 8 Figg., Taf. 10.
Sceletsystem. Li Beiträgen zur Lehre vom Knochengewebe bespricht
G. Chiarugi Bau und Entwicklung der Knochen von Bana. Boll. Soc. Cult.
Sc. Med. Siena (3) Bd. 5, No. 8. 15 pag., 1 Taf.
Wegen des Visceralscelets und seiner Musculatur bei den einheimischen
Anuren s. oben Walter p. 160.
C. H. H. Spronck liefert einen Beitrag zur Kenntniss des Hyalinknorpels.
An Schnitten am Femurkopf von Bana esculenta ergab sich, dass im ganzen
Gelenkknorpel die nämliche Faserung vorhanden ist. Ein lamellöser Bau wird
in Abrede gestellt. Anat. Anzeiger 2. Jahrg. pag. 259—269.
Ueber den Bau des hyalinen Knorpels beim Frosche macht auch O. van
der Stricht Mittheilungen. Arch. de Biol. Gand Bd. 7 pag. 1—92, Taf. 1-3.
Muskelsystem. „Ueber die Kraft und die Festigkeit der hohlen Muskeln
des Frosches" hat 0. G. S ante sson Versuche angestellt. Akad. Handl. Stock-
holm, 1887. — Auch separat: 16 pag.
B. Steinert veröffentlicht Beiträge zur Kenntniss der luactivitätsatrophie
der Muskelfaser nach Versuchen am M. gastrocnemius und M. extensor digitorum
communis des Frosches. Verb. Phys.-Med. Ges. Würzburg Bd. 20 pag. 217 — 227.
Zur Frage nach der Natur der Sarcoplasten der Kaulquappe und des
Frosches, ob dieselben Zerfallsproducte oder Theile zum Neubau von Muskel-
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 237
fasern, wie Verf. will, darstellen, macht J. Paneth Ulittheilungen. Anat. An-
zeiger 2. Jahrg. p. 136— 138. — Vergl. auch S.- May er in Prag. Zeitschr. f.
Heilk. Bd. 8 p. 177-190.
Nervensystem. R. Wlassak beschreibt das Kleinhirn von Rana escu-
lenta. Einem allgemeinen Theil lässt er seine Untersuchungen über die Faser-
bahnen folgen und behandelt sodann den histologischen Bau im Allgemeinen und
den der Schichten im Besonderen. Beachtensvverth sind die Angaben des Verf.
über die Gestalt der Fläche der Purkinje'schen Zellen und die Ausstrahlungs-
richtung ihrer Fortsätze. Arch. f. Anat., Phys. Abth., 1887. Suppl.-Bd. pag. 109
bis 137, Taf. 12-13.
L. Merk gibt einen Beitrag zur Lehre vom Wachsthum der Mitosen im
Centraluervensystem, wobei auch Rana als Beobachtungsobject benutzt wird.
Denkschr. Akad. Wiss. Wien Bd. 53, 42 pag., 4 Taf.
G. Saint Remy hat das Verhalten des Centralcanals des Rückenmarks
im Conus medullaris und im Filum terminale mit Hinsicht auf Vorkommen, Weite
und Form eines Ventriculus terminalis geprüft. Beim Frosch existiert ein solcher
Ventriculus oder besser Sinus terminalis nicht. Internat. Monatsschr. f. Anat. u.
Phys. Bd. 5 pag. 17—38 und 49-63.
Ph. Knoll führt den Nachweis, dass beim Frosche während der Ein-
athmung nicht blos Einpressung von Luft durch die Zusammenziehung der Kehl-
haut, sondern auch Aspiration von Luft durch eine in der Leibeshöhle eintretende
Druckverminderung stattfindet. Die Ausathmung ist in der Regel passiv. Die
neutrale Athmungsinnervation wird durch ein im vorderen Abschnitt der Ob-
longata liegendes automatisch wirkendes Centrum erhalten. Es finden sich im
Wesentlichen dieselben Reflexe auf die Athnumg wie beim Säugethier; selbst
eine Art von Selbststeuerung der Lungen ist vorhanden, die aber nicht aus-
schliesslich durch die Vagi vermittelt wird. Anzeiger Akad. Wiss. Wien, Math.-
nat. Cl., 24. Jahrg. p. 191—192 und Sitz.-Ber. Bd. 95, in. Abth. pag. 188-211,
4 Taf.
F. Nansen's Untersuchungen über Bau und Zusammenhang der histolo-
gischen Elemente des Nervensystems stützen sich auf Praeparate von Rana.
The structure and combination of the histological elements of the central nervous
System. Bergen 1887, John Grieg. 214 pag., 11 Taf.
Hierher auch L. v. Thanhoffer's Beiträge zur feineren Structur des
centralen NervensJ^stems. Physiol. Centr.-Bl. Bd. 1 pag. 36-38.
Die Arbeit P. Schiefferdecker's über Bau der Nervenfaser stützt sich
zum Theil auf Untersuchungen am N. ischiadicus und Rückenmark des Frosches.
Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 30 pag. 435-494, Taf. 26 und Bd. 31 pag. 100-102.
Auch die im Ber. f. 1886 pag. 215 bereits angezogene Studie E. Jakob i 's
über den feineren Bau der peripheren markhaltigen Nervenfaser stützt sich auf
Untersuchungen am N. ischiadicus des Frosches. Verh. Phys.-Med. Ges. Würz-
burg Bd. 20 pag. 25-51, Taf. 3.
J. Jegorow hat das Ganglion ophthalmicum einer vergleichenden Unter-
suchung Unterwolfen. Gazetta lakaesk. 1886 No. 22 (poln.) und Arch. Slav. de
Biol. Bd. 2 pag. 376-400, Bd. 3 pag. 50-130 und 322-346.
Abbildungen N. Lawdowsky's von Fortsätzen der Nervenzellen in den
Herzganglien des Frosches mit erläuternden Bemerkungen bringt C. Arustein.
Verf. glaubt den Beweis geliefert zu haben, dass die Fortsätze der Nervenzellen
238 i^i'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
in der Vorhofsscheidewand mit der Musculatur zusammenhängen [vergl. auch
Lahousse im Ber. f. 1886 pag. 216]. Arcli. f. mikr. Anat. Bd. 29 pag. 609-616,
Tafel 38.
A. Kotlarewsky's „Physiologische und microchemische Beiträge zur
Kenntniss der Nervenzellen in den periphereu Ganglien" stützen sich ebenfalls
auf Beobachtungen an den Spinalganglien des Frosches. Inaug.-Diss. Bern 1887.
23 pag.
S. Frenkel bespricht die Nerven im Epithel. Er hat hei der Kaulquappe
Reste Canini'scher Körperchen in den Zellen der zweiten Epidermislage gefunden.
Arch. pathol. Anat. Bd. 109 pag. 424 - 458.
H. 0. L. Scofield bildet eine Nervenfaserendigung an einem Capillargefäss
des Frosches ab. Journ. Anat. Phys. London Bd. 22 pag. 133—134, Fig. —
Vergl. über denselben G-egenstand auch J. B. Haycraft und E. W. Carlier.
Ebenda.
E. F. Hoffmann sah in einigen Fällen einen Zusammenhang von Nerven
mit Bindegewebskörperchen und mit Stomaten des Peritoneums beim Frosche
und macht Mittheilungen über das Verhalten der Nerven im letzteren. Sitz.-Ber.
Akad. Wiss. Wien Bd. 95, IIL Abth., pag. 212—222, 2 Taf.
Eine eingehende Abhandlung über die Nervenendigungen im Froschlarven-
schwanze [vergl. Ber. f. 1886 pag. 215] bringt P. Mitrophanow. Ein Nachtrag
wendet sich gegen Frenkel's Kritik. Mitth. Ges. Fr. Naturk. Univ. Moskau Bd. 50,
Heft 2: Arbeit, d. Zool. Sect. Bd. 1 (Beilage). 31 pag., 18 Figg , 1 Taf.
Sinnesorgane. W. Biedermann's Untersuchungen zur Histologie der
Schleimsecretion beziehen sich auf die Nickhautdrüseu und Zungendrüsen des
Frosches. Sitz.-Ber. Akad. Wiss. Wien Bd. 94, III. Abth. (18SG). 23 pag., 2 Taf.
Eingehende Untersuchungen über das Geruchsorgan des Frosches bringt
A. Dogiel. Er fand, dass das Riechepithel, ähnlich wie bei Ganoideu wnd
Knochenfischen, aus zelligen Elementen von zweierlei Art bestehe, nämlich aus
Stütz- oder Epidermzellen und aus Riechzellen oder Neuroepithelien. Die Stütz-
zellen, an denen ihrem Bau nach zwei von einander verschiedene Theile — ein
peripherischer und ein centraler — zur Beobachtung kommen, sind ächte Schleim-
zellen, während die Riechzellen von dreierlei Art sind und als M. Schultze'sche
Riechzellen, Riechstäbchen und Riechzapfeu unterschieden werden können. Unter
den Stützzellen findet man sowol cilientrageude , als auch cilienfreie Zellen,
während alle drei Arten von Riechzellen mit Riechhärchen versehen sind. Die
Endzweige des Riechnerven zerfallen hauptsächlich innerhalb des Epithels selbst
oder an der Gränze zwischen dem letzteren und dem Bindegewehe in Primitiv-
fibrillen, welch' letztere aller Wahrscheinlichkeit nach in die Centralfortsätze
der Riechzellen übergehen. Ein Schlusswort pag. 130 behandelt den Bau der
Bowman'schen Drüsen in der Regio olfactoria des Frosches und der Kröte, die
ihrer Structur und ihrem chemischen Verhalten nach zu den serösen Drüsen
gehören. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 29 pag. 74—77, 110—139, 593—594, Taf. 7
[vergl. auch Ber. f. 1886 pag. 217].
E. Kaufmann fand, dass die sogen. Riechzellen in der Riechschleimhaut
des Frosches Kunstproducte sind. Zwischen Riechzellen und Epithelzellen sei
kein wesentlicher Unterschied. Mitth. Embryol. Inst. Wien (2) Heft 2 pag. 33—40.
In seinen Mittheilungen über die Lymphbahnen der Hornhaut schliesst
M. Straub, dass die Lymphwege der Hornhaut (beim Frosche) nicht an feste
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 239
Gränzen gebunden sind. An der frischen Cornea zeigen sich die sog. Saft-
canälchen mitsammt ihren feinsten Anastomosen von Zellprotoplasma erfüllt.
Bei anderen Praeparaten erschienen auch zahlreiche interfibriiläre Spalten im-
prägniert, die wol von Wanderzellen eröffnet waren. Arch. f. Anat., Anat. Abth.
pag. 179—186, 2 Figg. und Maandbl. v. Naturw. Bd. 14 pag. .50 ff. (lioll.).
Gr. Gradenigo hat Versuche über den Einfluss des Lichts und der Wärme
auf die Retina des Frosches angestellt. Mitth. Embryol. Inst. Wien Heft 9 pag. 1
bis 11, 1 Taf.
G. B. Howes hat eigenthümliche Bildungen am Larynx zahlreicher Anuren-
gattungen und Arten gefunden, die, wenn auch in rudimentärer Form auftretend,
doch entschieden der Epiglottis der Säugethiere entsprechen, in einigen Fällen
zu bemerkenswerther Entwicklung gelangen und der Stimmbildung dienen. Sie
finden sich sowohl beim ^ wie gelegentlich beim $. Ausser Epiglottisrudimenten
erkannte Verf. z. B bei Leptodadylus und Rana pipiens noch weitere Elemente,
die er Epilaryngealfalten nennt. Die schönste Entwicklung aller genannten
Gebilde zeigt Chiroleptes austrälis ^. Von 29 untersuchten Anurenarten ver-
schiedener Gattungen und Familien haben 5 eine Epiglottis und hinten zusammen-
fliessende Epilaryngealfalten; 4 Arten zeigen eine Epiglottis und hinten nicht
zusammenfliessende Epilaryngealfalten, 5 eine kleine Epiglottis und keine Epilaryn-
gealfalten; den übrigen 15 Species fehlen beiderlei Organe. Proc. Zool. Soc. London
pag. 491—501, 9 Figg.
Mittheilungen über Form und Bau der Nervenendigungen in der Haut des
Grasfroschs macht V. Mazzoni. Er beschreibt die Nervenendigungen in den
gewöhnlichen Hautpapillen, in den Papillen des Daumens beim ^ und in den
Merkel'schen Tastflecken. In der Haut findet er zwei Arten von Endigungen,
die einen frei, die andern ähnlich den Krau.se'schen Körperchen. Rendic.
R. Accad. Sc. Ist. Bologna 1886/87 pag. 97 — 98 imd Mem. (4) Bd. 8 pag. 271
bis 282, 1 Taf.
Verdauungsorgane. H. HoU macht anatomische Mittheilungen über
die Mundhöhle von B.ana temporaria und zwar speciell über Zunge, Gaumen,
Gaumenpapillen und die epithelialen Bildungen. Die Papulae filiformes und
fungiformes besitzen kein Flimmerepithel; die Schultze'schen Zellen ohne Flimmern,
aber mit eigenthümlichem Deckel existiren nicht. Der Bau der Geschmacksorgane
erinnert an analoge Bildungen in der Retina. Die Nerven durchziehen als feine
blasse Fasern, von einem doppelt contourierten Stamm ausgehend, eine Reihe
von Schichten der Stützsubstanzen, um sich endlich direct mit einer Sinneszelle
zu verbinden. In der Körnerschicht, wie auch in der äusseren reticulierten
Schicht, werden Zellenformen angetroffen, die an Ganglienzellen erinnern. An-
zeiger Akad. Wiss. Wien, Math.-nat. Ol., Jahrg. 24 pag. 3—5 und Sitz.-Ber.
Abth. III, Bd. 95 pag. 47-86, 2 Taf.
Notizen über Becherzellen in dem Epithel, welches den retrolingualen
Lymphsack bei Rana esculenta und temporaria überzieht, über Vacuolen in diesen
einzelligen Drüsen und über die Art der Schleimbildung in denselben bringt
L. Ranvier. Compt. Rend. Acad. Paris Bd. 104 pag. 819-822, Fig. — Ref. in
Journ. Roy. Micr. Soc. London pag. 566.
Humilewsky kommt nach Untersuchungen beim Frosche zu dem Schluss,
dass dem Dünndarmepithel nicht nur eine resorbierende, sondern auch eine
secernierende Thätigkeit zugeschrieben werden müsse. Wiss. Notizen a. d.
Veterin.-Inst. Kasan Bd. 4 pag. 157—164 (russ.).
240 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
E. Lahousse hat die morphologischen Veränderungen, welche die Thätigkeit
der Leberzellen während der Secretion begleiten, auch beim Frosche einer Unter-
suchung unterworfen. Arch. de Biol. Gand Bd. 7 pag. 167 — 186, Taf. 6.
A. Leonard hat den Einfluss der Jahreszeit auf die Leberzellen von
Emia temporaria [vergl. Ber. f. 1885 pag. 313] studiert. Sie findet, dass während
der Fressperiode sich die Leber allmählich mit aufgespeichertem Material anfüllt,
dass diese Füllung im November ein Maximum erreicht, und dass dann während
der winterlichen Hungerperiode eine fortwährende Abnahme dieser Füllung ein
tritt, die zu einem Minimum führt, das etwa im April liegt. Die Nahrungs-
aufnahme ist also die erste Ursache für diesen im Organismus sich abspielenden
periodischen Process. Arch.f.Anat., Phys. Abth.1887. Suppl.-Bd. pag.28— 45, Taf.3.
Respirationsorgane. Siehe Ph.Kuoll oben unter Nervensystem p. 237
und dessen Athmungsmechanik des Frosches in Sitz. -Ber. Akad. Wiss. Wien
Bd. 96, Abth. III pag. 92-112, 2 Taf.
Circulationsorgane. G. Bassi macht eine vorläufige Mittheiluug über
morphologische Veränderungen der rothen Blutkörperchen im Aderlass- iind im
Körperblute des Frosches in Rassegna Sc. Med. Roma 2. Jahrg. pag. 125—126
und eingehendere Mittheiluugen über dieses Thema m Bixll. Sc. Med. Bologna
(6) Bd 19. 58 pag. Er hält die rothen Blutkörperchen für junge, entwicklungs-
fähige Elemente, welche lebend keinen Kern besitzen. Letzterer erscheint erst
nach Einwirkung von Luft oder Chemiealien. In gewissen Fällea kann sich das
rothe Blutkörperchen in ein weisses umwandeln, und so bestehe zwischen beiden
kein principieller Unterschied.
E. Oehl fand im Blut des Frosches freie Protoplasmamassen. Zwischen
den jungen, rundliclien, rothen Blutkörperchen und diesen coutractilen Proto-
plasmakörperchen existiert eine gewisse Aehnlichkeit; auch gewisse grössere
Formen der weissen Blutkörperchen zeigen ähnlichen Bau wie die letzteren.
Arch. Ital. Biol. Bd. 7 (1886) pag. 362-366.
Ueber die Aufsaugung aus den subcutanen Lymphsäcken beim Frosche hat
J. Archarow Beobachtungen veröffentlicht. Arch. f. Anat. u. Phys., Phys.
Abth., pag. 377-388, Arch. Slav. Biol. Bd. 4 pag. 205—219 und Arbeit, d. Naturf.-
Ges. Univ. Kasan Bd. 18, Heft 2. 18 pag. (russ.).
J. Arnold hat die Theilungsvorgänge der Wanderzellen und ihre pro-
gressiven und regressiven Metamorphosen in der Lymphe des Frosches ein-
gehend studiert. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 30 pag. 205-310, Taf. 12—16.
W. Zimmermann hat den Bau des Bulbus arteriosus und der Carotis
und die Beziehungen dieser Drüse zur Carotis- und Zungenarterie untersucht.
Er schlägt den Namen Labyrinthum carotico-linguale für die Carotis vor. Ueber
die Carotisdrüse von Rana esculenta. Inaug.-Diss. Berlin 1887, 8 ". 39 pag.
Urogenitalsystem. In seinen physiologischen Untersuchungen über den
Geschlechtsapparat des Frosches recapituliert J. R. Tarchanoff die in der
Literatur verzeichneten, auf den Mechanismus des Coitus beim Froschmännchen
bezüglichen Thatsacheu und versucht den Nachweis zu führen, woher die centri-
petalen Impulse ausgehen, die die sexuelle Erregung wachrufen, und was die
Erschlaffung des Umklamraerungsapparates nach dem Geschlechtsacte verursacht.
Verf. findet nicht in den Hoden, sondern in den Samenbläschen und in den sich
darin lebhaft bewegenden Samenfäden hauptsächlich die Organe, die diese Im-
pulse veranlassen, und von dem Grade ihrer Füllung mit Samenflüssigkeit hängt
in der Herpetologie av aliroiul des Jahres 1887. 241
auch die Intensität der Geschleclitserregnng ah. Das Centnini aber für die
Nerven, welche die Erschlaffung einleiten, liegt in den Sehhügeln oder in den
vorderen Theilen der Corpora higemina. Pflügei-"s Archiv Bd. 40 pag. 330—351.
Ontogenie, Eine mehr allgemeine Arbeit von W. Roux über die Rich-
tungsbestimmung der Medianebene des F)oschemhryo durch die Copulations-
)'ichtung des Eikerns und des Spermakerns [vergl. Ber. f. 1886 pag. 208] ist hier
nur insofern kurz zu erwähnen, weil sie sich auf Versuche und Beobachtungen
am Ei von Bana temporaria stützt. Verf. fand, dass das Ei von jedem be-
liebigen Meridian aus befruchtet werden kann , und dass die erste Furche und
mit ihr die Medianebene des Embryo dui'ch diese beliebig gewählte Samen-
eintrittsstelle geht; die Seite dieser Eintrittsstelle wird zur ventrocaudalen Seite
des Embryo. In einem Schlusswort wird auf die vergessenen wichtigen ent-
wicklung.smechanischen Entdeckungen G. Newport's (1850—54) aufmerksam ge-
macht. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 2<) pag. 157—212, Taf. 10. — Ref. in Journ.
Roy. Micr. Soc. London pag. 368—369.
Mittheilungen zur ersten Entwicklung des braunen Grasfrosches bringt
0. Schnitze. Er findet, dass die Anordnung der Substanzen im unbefruchteten
Ei nach der Befruchtung im Grossen und Ganzen erhalten bleibt. Festschr. z.
Feier d. 70. Geburtst. A. v. Koellikers. Leipzig 1887 pag. 265—280, Taf. 11—12,
1 Fig. — Ref. und Kritik von W. Roux in Biol. Centr.-Bl. Bd. 7 pag. 420-425.
Weitere Aufschlüsse über Axenbestimmung beim Froschembryo und Gegen-
kritik gegen Roux bringt 0. Schnitze. Man könne schon am unbefruchteten
Ei des braunen Frosches i-echts und links, vorn und hinten des künftigen Embryo
unterscheiden. Biol. Centr.-Bl. Bd. 7 pag. 577 — 588.
G. Thin bringt eine Notiz über den Nucleus im Froschei. Journ. Roy.
Micr. Soc. London p. 42.
Versuche über die Beschleunigung der Verwandlung von Froschlarven im
Hiuigerstadium hat D Barfurth m\ Bana fusca, Bufo vulgaris m\ä B. esculenta
angestellt. Die Hungerthiere und die reichlich gefütterten Controlthiere wurden
unter ganz gleichen Bedingungen — namentlich auch hinsichtlich der Tem-
peraturen — gehalten. Die wichtigsten Resultate lassen sich kurz in folgende
Sätze zusammenfassen. Niedrige Tempei'atur verlangsamt die Verwandlung,
Ruhe kürzt sie ab. Hunger kürzt die letzten Stadien der Verwandlung ab.
Abschneiden des Schwanzes bleibt ohne Einfluss auf die Verwandlung oder ver-
langsamt sie. I!ei der Verwandlung kommt meist eine vordere Extremität und
zwar die rechte zuerst zum Vorschein. Arch. f. mikrosk. Anat. Bd. 29 pag. 1
bis 28 [vgl. auch Ber. f. 1886 pag. 218].
Eine Erklärung dieser Versuche und die Schlussfolgerung, dass allgemein'
der Hunger als förderndes Princip, in der Natur aufzufassen sei, gibt derselbe
ebenda pag. 28 — 34, Taf. 1, Fig. 1 — 2, 4-5. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc.
London p. 210-211.
Derselbe hat auch Untersuchungen angestellt über die Rückbildung des
Froschlarvenschwanzes und die sogen. Sarcoplasten. Die Schwanzspitze schrumpft,
sobald die Vorderbeine zum Vorschein gekommen sind, zuerst ein und wird
schwarz ; die Epidermis des Schwanzes aber bleibt in allen Stadien intact. Ein-
gehend wird das Verhalten der einzelnen Gewebe — Haut, Gefässe, Nerven,
Chorda dorsalis, Muskeln und Sarcoplasten — bei der Schwanzresorption studiert
und gezeigt, dass das letzte Ziel dieses Vorganges Verflüssigung des zerfallenden
Aldi. f. Natuvgesch. .lalirg. 1888. lid. II. H. 1. Jß
242 I5i'- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Zellmaterials ist, das in die Lympli- niid Blutbalinen übergeführt werden soll, nm
zum Aufbau anderer, für das fertige Thier nothwendiger Gewebe und Organe
verbraucht zu werden. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 29 pag. 35— GO, Taf. 1 — 2. —
Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London pag. 21 L
Nach G. Born finden sich um Breslau von Anuren Bana temporaria,
anmlis und esculenta, Bufo vulgaris, wariahilis, selten calamlta, Hyla, Bombinator
und Pelohates. Albinos konnten im Freien im Laufe von zehn Jahren nicht be-
obachtet werden, wol aber traten sie bei kün.stlicher Kreuzixng von Bufo
vwiabilis ^ mit vulgaris $ mit gi'osser Regelmässigkeit auf. Vielleicht seien
J. V. Fischer's PeZo^afes-Albinos [vergl. unten Pelobatidae, OntogenieJ auch solche
Bastarde von P. fuscus mit cultripesl Humboldt 6. Jahrg. pag. 167—168.
Versuche über künstliche parthenogenetische Furchung hat J. Dewitz an
Eiern von Bana temporar ia, esculenta und Hgla angestellt. Er fand unbe-
fruchtete Eier nach Behandlung mit verdünnter ätzender Sublimatlösung auf-
gequollen und segmentiert. Li der Mehrzahl war diese Segmentation [scheinbar;
Ref.] in ganz normaler Weise erfolgt. Biol. Centr.-Bl. Bd. 7 pag. 93—94. —
Ref. in Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 484 und in Journ. Roy. Micr. Soc. London
pag. 370.
Ct. Fasola, Azione di deboli correnti indotte sullo sviluppo della uova dl
Rana. Arch. per le Science Med. Bd. 11 pag. 439—448.
Biologisches. Mittheilungen über die Entwicklung der Anuren in den
Alpen macht L. C am er an o. Verf. hat die absolute und die relative Zeitdauer
der Entwicklung von Bana ternporaria L. an vier alpinen Standorten Piemonts
in 786—2200 m Meereshöhe eingehend studiert. Er theilt die zusammenlebenden
Larven je nach der mehr oder weniger fortgeschrittenen Ausbildung ihrer Glied-
raaassen in drei imd mehr Partieen, und findet oft z. B. noch Ende August stark
zurückgebliebene 12 — 25 "/o. massig entwickelte 70 — 75 "/o, fast reife 5— IS'Vo-
Seine Hauptresultate lassen sich kurz dahin zusammenfassen, dass die Entwick-
lung der Anuren in den alpinen Regionen 1. weniger regelmässig vor sich geht
als in der Ebene, 2. dass sie durch die Höhenlage nur secundär beeinflusst, aber
3. durch Wassertemperatur, Wassertiefe, Andauern oder rasches Austrocknen der
Wasseransammlungen, Sonnenlicht und Luftwärme wesentlich beschleunigt oder
verzögert wird. Darüber, dass höhere Wassertemperatur die' Entwicklung be-
schleunigt, grössere Tiefe und Permanenz der Tümpel aber sie verlangsamt,
hat Verf. directe Versuche angestellt. 4. Die Nahrungsmenge hat mehr Einfluss
auf die Grösse und Masse der Larven als auf die Zeitdauer ihrer Entwicklung.
5. Lichtmangel verzögert die Entwicklung. 0. Ein Theil der Larven überdauert
.den Winter, und Larven von über 1800 m Standortshöhe dürften überhaupt stets
zwei Jahre zu ihrer Vollendung brauchen. Es sei dies aber kein Fall von eigent-
licher Neotenie. Boll. Mus. Zool. Anat. Torino Bd. 2, No. 30. 10 pag.
Über eine regelmässige Massenwanderung von Fröschen in Dakota im
Herbst und Frühjahr — zum Zwecke der Überwinterung — berichtet W.H. Ballon.
Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 388. — Ref. in Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 257.
Palaeontologisches. Nach 0. C. Marsh fanden sich in den ober-
jurassischen limnischen Atlantosaurus-Schichten von Wyoming neben Resten von
Dinosauriern verschiedener Grösse, neben Krokodilen, Schildkröten und kleinen
Eidechsen Knochen von kleinen zu Eohalraehus agilis gehörigen Batrachiern,
die ersten Spuren von Anuren in mesozoischen Bildungen. Proc. Brit. Assoc.
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 243
Adv. Sc. Aberdeen Meet. 1885 pag. 1033 und Ueol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 242
[vergl. auch Ber. f. 1884 pag. 202].
Im n. Theil seiner Arbeit über fossile Frösche und insbesondere über die
Gattung Falaeohatrachus [vergl.Ber. f. 1886 pag.220] beschreibt W. AVolterstorf f
und l)ildet ab PalaeohatracJms gracüis v. Myr. pag. 83 und eine verwandte Art
(? sanäbergeri n.) pag. 86 aus dem Mitt.-OIigocän von Sieblos (Rhön), sodann
1\ meyeri Tsch. pag. 89 und eine verwandte Ait (? spetiosus n.) pag. 90 aus dem
Ob.-Oligocän von Rott (Siebengebirge), P. cf. düuvianus Goldf. var. elegans n.
pag. 95 aus dem Ob.-Oligocän d. rheiu. Braunkohle, var. extensa n. pag. 97 aus
dem Ob.-Oligocän von Markersdorf bei Zittau, F. sp. pag. 98 aus dem Ob.-Oligocän
von Langois bei Teplitz, P. vicentinus Pts. pag. 100 aus dem Unt.-Oligocäii von
Ponte bei Laverde (Vicentino), P. sp. pag. 101 aus dem Mitt.-Oligocän vom Mte.
Viale, P. grandipes Gieb. pag. 102 aus dem Ob.-Oligocän d. rhein. Braunkohle,
P. hohemicus v. Myi". pag. 108 von Markersdorf, P gigas v. Myr. pag. 118 und eine
fragliche Larve desselben pag. 122 aus dem Ob.-Oligocän d. rhein. Braunkohle,
P. rarus n. pag. 122 und eine fragliche Larve desselben pag. 127 aus dem Mitt.-
Miocän von Kaltennordheim (Rhön), P. fritschi Wolt. var. majw n. pag. 125 von
ebendaher, P. wetzleri n. pag. 128 aus dem Unt.-Miocän von Haslach hei Ulm,
endlich isolierte Knochen aus dem Unt.-Miocän von Weisenau pag. 181 — 151, von
denen die Humeri zur Aufstellung von V. cf. gigas v. Myr. var. carinata n.
pag. 133, var. subcarinata n. pag. 134, var. dejn'essa n. pag. 136, P. intermedius n.
pag. 137 und P. fallax n. pag. 138 mit var. major n. pag. 139 i;nd var. tuberculosa n.
pag. 140 Veranlassung geben. Von den meisten wird auch Antibrachium, Uium,
Unterschenkel und Maxiila inferior beschrieben und abgebildet und schliesslich
ein P. calcareus n. pag. 151 aiis dem Ob.-Oligocän von Hochheim nach Scapula
und Coccyx erwähnt. Nach Boulenger reiht sich Falaeobatrachus zweifellos in
die Fam. Pelobatidae ein; aber Verf. betont dagegen auch die grosse Ueberein-
stimmung gewisser Charaktere mit Xcnopus und hält an einer Fam. Palaeo-
batrachidae mit der Zwischenstellung zwischen Areiferen und Aglossen fest.
Auf pag. 77 — 78 vervollständigt er die Bibliographie der fossilen Anuren.
Jahrb. Nat. Ver. Magdeburg f. 1886 pag. 83—158, Taf. 1—7. — Ref. in N. Jahrb
f. Min. 1887 II pag. 371—372.
Eine ausführlichere Mittheilung E. Riviere's über die kleine plistocäne
Anurenfauna der Grotten von Mentone [vergl. Ber. f. 1886 pag. 220] findet sich
in Compt. Rend. Assoc. Frant;. Adv. Sc. 15. Sess. Nancy 1886, Paris 1887, 8".
pag. 450—456.
Systematisches. G. A. Boulenger beschreibt 5 neue oder wenig be-
kannte Arten von Faludicola (1 n., s. Cystignathidae) und 3 Arten von Hyln
(2 n., s. Hylidae) aus Südamerica. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 295-300.'
Ranidae. Sceletsystem. C. L. Morgan beschreibt eine weitere Abnormität
in der Wirbelsäule von Bana teniporaria, bei welcher das Kreuzbein mit einem
überzähligen zehnten Wirbel verwachsen ist. Dieser Fall bringt eine abnorme
Rana in Beziehung zu einem normalen Discoglossus. Nature Bd. 35 pag. 344,
2 Figg. [vergl. Ber. f. 1886 pag. 215].
Ob sich G. B. Howes' Notiz über einige Abnormitäten in der AVirbel-
säule des Frosches auf die im Bei', f. 1886 pag. 215 besprochenen Fälle bezieht,
entzieht sich der Beurtheilung des Ref. Rep. Brit. Assoc. Adv. Sc. 56. Meet. p.692.
Sinnesorgane. In einer Untersuchung übei- den Bau der eigen thüm-
16*
244 I^i"- Oskar Boettg-er: Bevicht über die Leistungen
liehen perlartigen Warzenauswüclisc des brünstigen § von Bana temporuria findet
0. Huber, dass diese „Brunstwarzen", denen dunkles Pigment fehlt, als spe-
cilische Nervenendapparate — Wollustorgane — aufzufassen sind, die eine modi-
fizierte Druckempfindung vermitteln, und der Function nicht dem Bau nach
homolog sind mit dem bekannten Perlausschlag der brünstigen Knochenfische.
Bei B. arvalis $ zeigen sich diese Wärzchen nur auf den hinteren Exti'emitäten.
Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 45 pag. G64— 068, Taf. 35.
Biologisches. lieber Bana temporaria und ihre Lebensweise im Hoch-
gebirge macht H. Fischer-Sigwart eine Mittheilung. Ai'ch. Sc. Phys. et Nat.
Geneve (3) Bd. 18 pag. 437.
Ueber das Graben und die unterirdische Lebensweise von Bana lirevipcs
Schnd. berichtet H. Nevill. Taprobanian Bd. 2 pag. 70.
Faun is tisch es. F. Müller erwähnt pag. 251 Oxyglossus lima Tsch. aus
Cochinchina, Bana esculenta L. typ. von Basel, Neudorf (Elsass) und Livorno,
pag. 252 var. bedriagae aus dem Orontes bei Antiochia und var. äff. hedriagae aus
dem Euphrat bei Biradjik, R. fusca Bös. var. dybowsldi Gthr. aus der 0. Mongolei,
B. arvalis von Siegburg (Niederrhein), Neudorf und zwischen Basel und Leopolds-
höhe (Schweiz), pag. 253 B. mascareniensis Gthr. von der Insel Bulama (Bissao-
Arch.), pag. 256 Bhacophorus raniceps Pts. von Barabei (S. 0. Borneo) und
pag. 257 Bappia fulvovittata Cope und microps Gthr. von Porto Novo (Sklaven-
küste), B. cinctiventris Cope und concolor Hall, von Sansibar, Hylambates auhryi
A.Dum. von der Tumbo-Lisel (Sierra Leone). Verb. Naturf Ges. Basel 8. Theil.
L. G eisen heyner constatiert das Vorkommen von Bana esculenta L. var.
ridibimda 'P'aW. m der Umgebung von Kreuznach, namentlich bei Theodorshall.
Verb. Nat. Ver. Rheinl. u. Westf. Bd. 44, Korr.-Bl. pag. 118.
Ohne auf die von E. De Betta heraufbeschworene Polemik über die Valenz
der europaeischen braunen Frösche näher einzugehen [vergl. Ber. f. 1885 pag. 317
und 1886 pag. 222], beschränkt sich Ref. darauf, die vom Verf. gegebenen neuen
Fundortsangaben zu verzeichnen. B. temporaria L. wird von Agordo (Venetien)
in 1635— 2300 m, latastei Blgr. von S. Vito am Tagliamento, von S.Daniele
(Friaul), von Calcinaro (Basso Veronese), von Castelfranco (Venetien), von
Cavenago d'Adda und Bertonico (Proc. Lodi, Lombardei) und agilis Tho. von
Marcellise (mit Ausschluss von B. latastei) angegeben. Atti R. Ist. Veneto Sc.
Lett. Arti (6) Bd. 5 pag. 527 — 533 und Sulla Questione delle Baue rosse d'Europa.
Venezia 1887, 8«. 9 pag.
L. Camer ano nennt Bana latastei Blgr. entgegen De Betta's Ansicht
grade von Marcellise bei Verona. Boll Mus. Zool. Anat. Torino Bd. 2, No. 26. 1 pag.
G. A. Boul enger verzeichnet aus Burma Oxyglossus lima Grav. , laevi.s
Gthr., Bana kuhli D. B., tigrina Daud. , gracilis Wgm., macrodactyla Gthr.,
andersoni Blgi'., erythraea Schlg., afghana Gthr., deren Larve beschrieben wird,
und Bhacophorus maculutus Gray , sowie 2 neue Bana und einen neuen Ixalus.
Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 418-424, Taf 3—5.
Durch die Entdeckung eines neuen Vrostherapis bei Chupada in der Pi'ov.
Mato Grosso, Brasilien, zeigt E. D. Cope, dass diese Gattung auch östlich der
Anden vorkommt. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 55.
Systematisches. F.Müller bringt pag. 252 Notizen über Bana arvalis
Nilss. , pag. 253 über R. agilis Tho. von Livorno und über B. tigrina Daud. von
Ceylon (nui' eines der Exemplare besitzt die Metataisalschanfel des Hoploha-
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 245
trachas ceijlunicua Pts.), pag. 254 übei' lt. brcvipef> Schud. und Hhcicophurus macu-
latus Gray, pag. 255 über Uli. eques Gthr. (von dem das Verhältuiss zu nasuüis
Clthr. erörtert und die Färbung beschrieben wird), pag. 256 über Färbung von
Ixalus leucorhinus Mart. var. temporalis Gthr. und besehreibt daselbst eine fragliche
Varietät von /. oxifrliynchuti Gthr. aus Nuwera Ellia (Ceylon). Verh. Naturf.
Ges. Basel 8. Theil.
A.Günther bemerkt, dass bei -Ran« macrodon ^\\h\ und ii.r//7"Ha Daud. die
Tarsalfalte gelegentlich fehle. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 313.
J. V. Barboza du Bocage beschreibt und vertheidigt die Valenz von
Uana porosissima Stdchr. von San Sah^ador (Congo) neben inascareniensis I). B.
und hält Hyperolkis insiijnis Boc. von ebenda und aus Angola aufrecht. Jörn.
Sc. Math. Lisboa Bd. 11, No. 44 pag. 191.
E. D. Cope schlägt vor, die Gattung Polypedates auf P. viaculutus und
quadrilineatus zu beschränken, die anderen Arten aber der Gattung Rliucophorus
zuzuweisen und in diese Gattung auch Chiromantis Pts. einzubeziehen. Origin
of the Fittest 1887 pag. 82, Anm.
Arthroleptis bivittatus Müll. := macrodactylus Blgr. ; F. Müller, Verh. Naturf.
Ges. Basel 8. Theil pag. 258.
Batrachylodes n. gen. Pupille horizontal; Zunge frei, oval, hinten leicht
ausgerandet; Vomerzähne fehlen; Trommelfell deutlich. Finger imd Zehen fi'ei,
ihre Spitzen in grosse Haftscheiben verbreitert. Endphalangen T-förmig. Omo-
sternum und Sternum mit knöchernem Fortsatz. — Hierher B. vertebralis n. sp.
von Faro (Salomons-Ins.) ; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 337, Taf. 28, Fig. 3.
Cornufer johnstoni n. s'p. Rio del Rey (Kamerun); Boulenger, 1. c, pag. 564.
Ixalus latopalmatus n. sp. Mt. Kina Baloo (N. Borneo); Boulenger, Ann.
Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 97. — /. sarasinormn n. sp. verwandt saxicola Jerd.
Peradenia (Ceylon); F. Müller, Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil pag. 256, Tnf. 1,
Fig. 1. — /. vittatus n. sp. Bhamo (Burma); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova
(2) Bd. 5 pag. 421, Taf. 4, Fig. 2.
NyctibatracJms sinensis Pts. =: Bmia hihli D. B. ; Boulenger, 1. c. (2) Bd. 5
pag. 482.
Phyllobates trinitatis n. sp. Trinidad; Garman, Bull. Essex Inst. Bd. 19
pag. 13.
Polypedates cMoroHotus Gthr. = Buna livida; Boulenger, Ann. Mus. Civ.
Genova (2) Bd. 5 pag, 484. — P. leprosus n. sp. (?) Perak [nach Boulengei',
Zool. Record Bd. 24 pag. 30 = Thelodcrma leprosum Tsch.]; Günther, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd. 20 pag. 315, Taf. 16, Fig. A. - P. lividus Blyth = Rana; Bou-
lenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 484. — P. viridis Hallow. = Bha-
cophorus, neu beschr.; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 149.
Prostherapis brunneus n. sp. Chupada (Mato Grosso); Cope, Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 24 pag. 54.
Bana cJdoronota Blgr. = livida Blyth. pag. 484. — B. doriae n. sp. vei'-
wandt modesta Blgr. N. Tenasserim. pag. 482, Taf. 8, Fig. 1. — B. feae n. sp.
verwandt liebiyi Gthr. Kakhien Hills (Burma), pag. 418, Taf. 3. — B. humeralis
n. sp. verwandt erythraea Schlg. Bhamo und Teinzo (Burma), pag. 420, Taf. 4,
Fig. 1; Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5. — B. labialis n. sp. verwandt
chalconota. Malacca; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd 19 pag. 345, Taf. 10,
Fig. 1. — B. lateralis n. sp. verwandt malaharic ; und yrdamensis. N. Tenassei'im ;
Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 483, Taf. 8, Fig. 2. — R. »tonte-
24() l^i'- Oskar Boettger: Bericlit über die Leistungeu
zumae var. concolor n. Gnanajuato (Mexico); Cope, Bull. U.S. Nat. Mus. No.-32
pag. 20. — E. whiteheadi ii. sp. verwandt jerboa Gthr. Mt. Kina Baloo (N.
Bonieo) ; Bouleiiger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 96.
Dendrobatidae. Biologisches. H.S. Smith macht Mittheilungeu über
Eiablage und Vorsorge für die Jungen bei Dendrobates. Er fand einen D. hrac-
catus Cope, der seine Larven vermittelst eines eigenthümlichen Secrets an-
geklebt auf dem Rücken trug. Die Art lebt auf kleinen Wiesenstrecken in
Brasilien, vi'elche anscheinend kein andauernd stehendes "Wasser führen. Amer.
Naturalist Bd. 21 pag. 307-310, 2 Figg. — Ref. in Zool. Garten 28. Jahrg.
pag. 318. — E. D. Cope gibt Beschreibung der Larve. Ebenda pag. 311 und
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 54.
Paunistisches. Dendrobates tijpo<jraiilms wird von Costarica erwähnt.
Proc, Zool. Soc. London pag. 482.
Systematisches. Dendrobates braccatus n. sp. verwandt trivittatiis Spix
und hahneli Blgr. Chupada (Mato Gi'osso) ; Cope , Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24
pag. 53.
Engystomatidae. Biologisches. Edg. Thurston bringt eine Notiz
über die Färbung von Cacopus globulosiis aus Madras und über die Unmasse von
geflügelten Termiten (getrocknet 326 grains) aus Oesophagus und Magen eines
einzigen Exemplars dieser Art. Proc. Zool. Soc. London pag. 189.
Faunis tisch es. F. Müller verzeichnet pag. 250 Cacopus systoma Schnd.
von Jaffna, pag. 251 Microhijla ornata Blgr. von Nuwera EUia und Callula
olivacea Gthr. als neu für Ceylon; die beiden letztgenannten werden kurz be-
schrieben. Ebenso ist pag. 251 Microhijla rubra Blgr. neu für Cochinchina,
von wo auch Callida pulchra Gthr. erwähnt wird. Ebenda findet sich auch eine
systematische Notiz über Callula olivacea Gthr. Verh. Naturf. Ges. Basel
8. Theil.
G. A. Boul enger nennt aus Burma Calophrijnus pleurostiijma Tsch.,
Microhyla ornata D. B. und pulchra Gray. Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5
pag. 418-424.
Systematisches. A. Günther macht auf die eigenthümliche Bildung
der Siibarticulartuberkel an den Fingern von Phrynella aufmerksam und gibt
Ergänzungen zur Gattungs- und Artheschreibung. Auch über Färbung im Leben,
Geschrei, Aufenthalt und Lebensgewohuheiten werden Mittheilungen gemacht.
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 313—314.
Cacosternum n. gen. Papille horizontal; Zunge hirnförniig, hinten aus-
gerandet und frei; Gaumen zahnlos, ohne häutige Querfalten; Trommelfell ver-
steckt. Finger und Zehen frei, ihre Spitzen nicht verbreitert; äussere Metatar-
salen vereinigt. Praecoracoide fehlen ; Coracoide schlank; Sternum ausserordentlich
klein, knorplig. Diapophysen der Sacralwirbel stark verbreitert. — Mit C. nanum
n. sp. VIeis (Kaffraria); Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 51.
Callula macrodactyla u. sp. N. Tenasserim; Boulenger, Ann. Mus. Civ.
Genova (2) Bd. 5 pag. 485, Taf. 8, Fig. 3.
Hypopachus inyuinalis Cope = variolosus Cope var. ; Cope, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 32 pag. 18.
Phrynella n. gen. Pupille horizontal; Zunge elliptisch, nicht ausgerandet,
hinten frei ; Vomerzähne fehlen ; keine Querfurchen am Gaumen ; Trommelfell
versteckt. Finger frei, Zehen mit starken Schwimmhäuten; Finger- und Zehen-
spitzen verbreitert; äussere Metatarsalen vereinigt. Keine Praecoracoide; Stenium
in der Herpetologie währeud des Jahres 1887. 247
knorplig. Diapophysen der Sacralwirbel massig verbreitert. Endphalangen T-
förmig. — Hierher Ph. imlchra n. sp. Malacca; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 19 pag. 346, Taf. 10, Fig. 2, sowie A. Günther, ebenda (5) Bd. 20 pag. 313,
Tat". 16, Fig. B [ist nach Boulenger eine verschiedene, zweite Species].
Cystignathidae. Faunistisches. S. Gar man verzeichnet Hylodes mur-
tinicensis Tsch. von St. Kitts, Saba, Dominica und Bayamon (Puertorico), lentus
Cope von Puerto Plata (S. Domingo), luteolus (Gosse) von Kingston und Moneague
(Jamaica), ricordii D. B. von Matanzas (Cuba), Leptodactyliis pentadactylus (Laur.)
von St. Kitts, longirostris Blgr. von Trinidad und albilabris (Gthi'.) von Bayamon
und S. Juan (Puertorico), sowie je einen neuen Leptodactylus und Vhyllohates.
Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 13—16.
F. Müller nennt Limnodynastes platycephalus Günth. aus N.-S. -Wales.
Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Th. p. 258.
Systematisches. G, A. Boulenger gibt Neubeschreibungen von Va-
ludicola alhifrons (Spix) pag. 295 aus Brasilien, henseli Pts. pag. 296 aus Rio
Grande, nehulosa (Burm.) pag. 295 aus Mendoza und olfersi (Mts.) pag. 297 aus Bra-
silien. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20.
Hylodes planirostris Cope = ricordi D. B. ; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 10
pag. 436.
Leptodactylus brevipes n. sp. verwandt gaudichaudi. Chupada (Mato Grosso),
— L. fjlandidosus n. sp. [= diptyx Bttgr.; Ref.] ebenda; Cope, Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 24 pag. 52. — L. validus n. sp. [nach Boulenger = caliginosus Gir.]
Kingston (St. Vincent); Garman, Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 14.
Liuperus elegans Pts. = Hylodes. pag. 298. — L. nebulosus Burm. = Fidu-
dicola. pag. 295. — L. nitidus Pts. ist keine Palmlicola. pag. 298; Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20.
Nattereria lateristriga Stdchr. ^ Paludicola olfersi (Marts.); Boulenger, 1. c,
pag. 297.
Paludicola ameghinoi n. sp. verwandt marmorata. Chupada (Mato Grosso);
Cope, Proc. Araer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 50. — P. bischoffi n. sp. Mundo novo
(Rio Grande); Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 296. — P. mystacalis
n. sp. Chupada. pag. 49. — P. saltica n. sp. Chupada. pag. 48; Cope, Proc. Amer.
Phil. Soc. Bd. 24.
Phyllobates siehe Ranidae pag. 245.
Bufonidae. Biologisches. In einer Fortsetzung seiner Mittheilungen
über die Lebensweise der in Frankreich einheimischen Batrachier [vergl. Ber. f.
1886 pag. 226] bringt Heron-Royer Beobachtungen über die Arten der Gattung
Bufo. Bull. Etud. Scientif. Angers (2) Bd. 16 p. 185—258; auch separat: Notices
sur les moeurs des Batraciens Fase. III, Angers 1887, 8" pag. 91 — 157.
Eine Notiz über Feinde von Bufo calamita bringt G. T. Rope. Zoologist
(3) Bd. 11 pag. 392-393.
Pal aeonto logisch es. A. Wollemann erwähnt aus den Diluvial-
ablagerungen von Thiede bei Braunschweig auch Reste von Bufu vulgaris Laur.
Verh. Nat. Ver. Rheinl. u. Westf. Bd. 44, Sitz.-Ber. pag. 263, 265—266.
Wegen Bufo vulgaris var. spelaea Riv. [vergl. Ber. f. 1886 pag. 220] s. auch
Compt. Rend. Ass. Frang. Adv. Sc. Bd. 15 pag. 453.
Faunistisches. F. Müller führt Bufo viridis Laur. an von Agrinion
(Griechenland), raddei Str. von Cbaborowka (0. Sibirien), regularis Rss. von
248 Dr. Üskai- Boettgcr; Bericht über die Leistimgeu
Tumbo-liisel (Sierra Leone) und bringt eine Notiz über die Färbung von B. kelaarti
Gthr. Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Th. pag. 258.
G. A. Bou lenger nennt aus Burma Bufo melanostictas Schnd. und eine
neue Art. Ann. llus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 418—424.
O. Boettger verzeichnet Bufo melanostktus Schnd. von der Insel Salanga
(Siani). Ber. Senckenberg. Naturf. Ges. pag. 38.
S. Garman zählt auf von Grenada, Sta. Lucia, St. Kitts, Martinir[ue, Nevis
und Montserrat Bufo marimts (L.). Auf Nevis soll er von Barbadoes her im-
portiert sein. Sodann von Port au Prince (Haiti), Cuba und Bayamon (Puertorico)
B. gutturosus Gthr. Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 13— 16.
Ogilby nennt Notaden hennetti Gthr. von Cobar (Australien). Proc. Linn.
Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 pag. 174.
Systematisches. Bufo macrotis n. sp. Bhamo, Teinzo und Metanjä in
den Kakhien Hills (Burma); Boulenger, Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 422,
Tat'. 4, Fig. 3. — B. muelleri n. sp. verwandt jjmZc//«- Blgr. Mindanao; Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 52. — B.parv'us n. sp. verwandt hiporcatHs.
Malacca. pag. 340, Taf. 10, Fig. 3. — B. iMlippinicus n. sp. verwandt hiporcatm.
Puerta Princesa (Palawan). pag. 348, Taf. 10, Fig. 5; Boulenger, Ann. Mag.
N. H. (5) Bd, 19. — B. quadriporcatus n. sp. zwischen hiporcatus und galeatus,
Malacca; Boulenger, 1. c, pag. 347, Taf. 10, Fig. 4 und Günther, 1. c, (5) Bd. 20
pag. 314, Taf. 16, Fig. C. — B. sikkimensis Anders. = Cophoplirnne. pag. 406. —
B. liikkimensis Stol. = himalayanus. pag. 405; Boulenger, 1. c, (5) Bd. 20. —
B. superciliaris n. sp. Rio del Rey (Kamerun); Boulenger, Proc. Zool. Soc. London
pag. 565.
Cophophryne n. nom. für Scutiger Theoh., nou Latr. Stellung bei den Bufo-
nidae (wegen des Mangels der Zähne), aber in den sehr stark verbreiterten
Querfortsätzen des Sacralwirbels, der nur einen einzigen Coudylus für das
Steissbeingelenk trägt, in der Bildung des Sternalapparats, in Form von Pupille,
Zunge und Zehen sehr nahe an Leptohrachium, Xenophrys und Megalophrys unter
den Pelobatiden herantretend. — Hierher Bombinator sikl-imetms Blyth; Bou-
lenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 405—407.
Hylidae. F a u n i s t i s c h e s. F. M ü 1 1 e r nennt pag. 258 Hyla arhorea L. typ.
von Agriuion (Griechenland) und pag. 259 H. doUchopsis Cope von Amboina.
Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Theil.
G. A. Boulenger verzeichnet Hyla annedens Jerd. aus Burma. Ann. Mus.
Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 422.
S. Garman zählt auf Hyla septemtrionalis (Tsch.) von den Bahamas,
insulsa (Cope) von Cuba, dominicensis (Tsch.) von Puerto Plata (S. Domingo) und
Isle des Vaches, ovata (Cope), von Jeremie (Haiti), pulchrüineata Cope von Puerto
Plata und pardalis Spix von Trinidad. Bull. Essex Inst. Bd. 19 pag. 13—16.
Systematisches. G. A. Boulenger gibt Neubeschreibung von Hyla
zebva D. B. pag. 299 von Buenos Aires und characterisiert 2 neue Arten von
Hyla aus Rio Grande. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20.
Diaglenia n. gen. für Trioxyrion spatulatus Gthr.; Cope, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 32 pag. 12.
Hyla arhorea L. ViiY.juponica Blgr. abgeb. ; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London
Taf. 51 , Fig. 2. — H. bischofß n. sp. verwandt pulchella D. B. Mundo novo (Rio
Grande), pag. 298. — H. copci n. sp. verwandt versicolor. El Paso (Texas), pag. 53;
Boulenger, Ann. Mng. N. H. (5) Bd. 20. — H. cyanea Hallow. ^= Bhacophorm
in der Herpetologie wälirend des Jahres 1887. 249
viridis Hall, neu beschr. pag. 149. — //. lutea u. sp. Faro (Saloiiions-Ins). pag. 337,
Tai'. 28, Fig. 4 ; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London. — H. mar<jinuta n. sp. verwaudt
rubicumhda R. L. Mundo novo (Rio Grande); Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 20 pag. 298. — H. melanaryyrea n. sp. verwaudt marmorata. Chupada (Mato
Grosso), pag. 45. — H. nigra n. sp. Chupada. pag. 47 ; Cope , Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 24. — H. staufferi Cope = eiu/wua Baird var. ; Cope, Bull. U. S. Nat.
Mus. No. 32 pag. 14. — H. depheni n. sp. verwandt arhorea. Port Hamilton
(Corea); Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 579, Taf. 51, Fig. 1. — H. velata
n. sp. verwandt melanaryyrea. Chupada; Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 24
pag. 46. — Vergl. auch Scytopis.
Scytopis boulemjeri n. sp. Nicaragua: Cope, Bull. U. S. Nat. Mus. No. 32 p. 12.
Pelobatidae. Ontogenie. Nach J. v. Fischer kommt Pelobates cultripes
Cuv. bei Montpellier bereits seit Jahren in albinen Larven in steigender Anzahl
vor; Verl' konnte daraus sehr bleich gefärbte Stücke (aber mit schwarzen Augen)
erziehen. Nach v. Bedriaga fänden sich ähnliche Albinolarven auch bei Beziers
(Herault). Die Art laicht zweimal im Jahre. Humboldt 6. Jahrg. pag. 22—23. 288.
Palaeontologisches. Wegen Palaeohatrachus vergl. oben Wolter storff
pag. 243.
Faunistisches. F. Müller nennt Pelobates fiiscus AVgl. von Elsdorf bei
Köln. Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Th. pag. 259.
Eine Notiz über das Vorkommen von Me(ialop)hrys lonyipes Blgr. bei Perak
bringt A. Günther. Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 20 pag. 316
Systematisches. G. A. Boulenger bringt einen Schlüssel zur Unter-
scheidung der 4 bis jetzt bekannten Arten von Megalopltrys Kühl. Ann. Mus.
Civ. Genova (2) Bd. 4 pag. 513.
Meyalophrys feae n. sp. Kakhien Hills, 0. von Bhamo (Burma) ; Boulenger,
1. c, pag. 512 und (2) Bd. 5 pag. 423, Taf. 5.
Scaphiopus haimnondi Baird = staynalis Cope = diiyesi Brocc. ; Cope , Bull.
U. S. Nat. Mus. No. 32 pag. 12.
DiSCOglOSSidae. Biologisches. Für die untere Rheiugegend ist nach
M.Mels heimer eine im Jahre doppelte Laichzeit bei Alytes obstetricans Laur.
nicht anzunehmen ; Verf. fand ^ mit Eischnüren niemals zu anderer Zeit als im
Mai. Verh. Nat. Ver. Rheinl. u. Westf. Bd. 44, Corr.-Bl. pag. 112.
Faunistisches. F.Müller verzeichnet Biscoglossus pictus Otth von der
Insel Montecristo und Bombinator igneus Laur. aus der Serra de Bruno (Calabrieu).
Verh. Naturf. Ges. Basel 8. Th. pag. 259.
N opto nennnt Alytes obstetricans Laur. von Attendorn, Westfalen. 16. Jahi'.-
Ber. Westf. Prov.-Ver. f. 1887 pag. 22.
Alytes obstetricans findet sich nach A. Ne bring im südwestlichen Theile des
Herzogthums Braunschweig bei Eschershausen, Kreis Holzmindeu, und bei Alfeld
und Adenstadt in den benachbarten Theilen der Provinz Hannover. Zool. Garten
28. Jahrg. pag. 61 — 62 und Sitz.-Ber. Ges. Naturf. Fr. Berlin pag. 48—49.
Nach G. A. Boulenger, A. Fritsch und J.v. Bedriaga gehiiren die
bijhmischen, russischen und dänischen Bombinatoren sännntlich zur rothbäuchigen
Art. Bei Wien kommen jedoch beide Species vor. Bull. Soc. Zool. France
Bd. 12 pag. 653.
Systematisches. Sehr detaillierte vergleichende Beobachtungen über die
äussere Form von Ei, Larve und entwickeltem Thierc des Bombinator bombinus
und des B. igneus hat Her on -Royer augestellt. Er weist auch in der Ent-
250 Dl- Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
wickluugsgeschiclite mul im äusseren Bau der Larve zahlreiche Verschieden-
heiten zwischen beiden Arten nach. Ebenda pag. 640 — 655, Taf. 11 — 12.
Bombinator sikJcimensis Blyth = ScuUger Theob., non Latr. = Cophophrync
n. gen. (s. oben Bufonidae pag. 248); Boulenger, Ann. Mag N. H. (5) Bd. 20
pag. 406.
Dactylethridae. Biologisches. G. A. Boulenger hat beim ^ von
Xenopus laevis Daud. von Port Elizabeth Copulationsbürsten in Gestalt je eines
schwarzen Bandes längs sänimtlicher Finger beobachtet. Die Stellung der Hand
ist eigenthümlich und ungewöhnlich; die Färbung im Leben wird besprochen.
Proc. Zool. Soc. London pag. 503 — 564.
Caudafa.
Nervensystem. P. Mitrophanow bringt Beiträge zur Entwicklungs-
geschichte und Innervation der Nervenhügel bei den Caudatenlarven. Er unter-
scheidet drei Entwicklungsstufen der Nervenhügel, deren Wachsthum durch in-
directe Kerntheilung geschieht, worauf eine Theilung der Zellen und des ganzen
Organs erfolgt. Biol. Centr.-Bl. Bd. 7 pag. 174-178, Fig.
Biologisches. Beobachtungen über Lebensgewohnheiten des japanischen
Salamanders bringt N. M. Kulagin. Arbeit. Zool. Abth. K. Ges. d. Freunde d.
Naturw. Moskau 1887. 6 pag. (russ.).
Salamandridae. «. Salamandrinae. Muskel System. S. M. Luk-
jan ow macht Mittheilungen über Form und inneren Bau der Kerne der glatten
Muskelzellen bei Salamandra maculosa und ihr gegenseitiges Verhalten zu ein-
ander. Er schildert fünf in ihrem Bau verschiedene Arten von Kernen und
drei von Nucleolen. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 30 p. 545—558, Taf. 32—33.
S. Mayer fand sogen. Sarcolyten auch in den Kiemenmuskeln grösserer
Tritonlarven. Er bespricht die Entstehungsgeschichte dieser bei der Rückbildung-
quergestreifter Muskelfasern auftretenden Gebilde. Prag. Zeitschr. f. Heilk.
Bd. 8 pag. 177-190.
Verdauungsorgaue. S. M. Lukjanow hat die epithelialen Gebilde
der Magenschleimhaut bei Salamandra maculosa untersucht. Cylinderepithel und
Drüsenzellen werden nach Bau iind Lihalt studiert und gefunden, dass beide
Zellarten paraplasmatische Einschlüsse enthalten, die einander ausserordentlich
ähnlich sind. Die extranuclearen Einschlüsse sind aus denselben Substanzen wie
die intranuclearen Gebilde gebaut und stehen mitunter in einer deutlich erkenn-
baren räumlichen Beziehung zu denselben. Arch. f. Anat., Phys. Abth. 1887,
Suppl.-Bd. pag. 66-90, Taf. 5—11.
Mittheilungen über ein Stratum von lymphoidem Bau auf der Oberfläche
der Leber bei einigen Caudaten macht G. Bellonci. Eendic. Accad. Sc. Ist.
Bologna 1886/87 pag. 31-33.
Respirationsorgane. Eine Notiz über die Rückbildung der Kiemen
bei Larven von Salamandra maculosa bringt H. Landois. Die federförmigen
Kiemenbüschel wurden abgeworfen und blieben als 1 mm dicke Ei'höhungen
stehen, die', mit Blutgefässen erfüllt, noch als Athnnuigsorgane fungierten. Verh.
Nat. Ver. Rheinl. u. Westf. Bd. 44, Corr.-Bl. pag. 69-70.
Fr. Tangl's Untersuchungen über das Verhältniss des Kerns zum Zell-
körper während der mitotischen Theilung sind am Kiemenplattenepithel der
Salamanderlarve angestellt. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 30 p. 529—545, Taf. 31.
Oirculationsorgane. N. Weliky hat die Vielzähligkeit der Lymph-
in der Heri)etoIügie wälirend des Jahres 1887. 251
herzen auch bei Molye vulgaris nachgewiesen und beschreibt kurz ihre Lage
und wie man das Pulsieren derselben beobachten kann. Zool. Anzeiger 10. Jahrg.
pag. 529.
Urogenitalsystem. C. Zelinka fand in der Blase von Salamandra
maculosa eine Larve dieser Art, die znm mindesten acht Tage in der Blasen-
flüssigkeit gelebt haben musste. Ebenda jiag. 515 -516.
Ontogenie. In seinen Arbeiten über die Kerntheilung der Spermatocyten
(männlichen Keimzellen) und über die Entwicklung der Spermatosomen bei
Salamandra maculosa erörtert W. Flemming eingehend auch die zeitlichen
Verhältnisse der Spermabildung und Befruchtung bei dieser Species. Erst im
September beginnt die eigentliche Spermatozoenbildung. Das Verhältniss der
Geschlechter ist etwa Vs ,^^ auf Vj §?. Arch. f. mikr. Anat. 29. Jahrg. p. 389
bis 463, Taf. 23-26 und 31. Jahrg. pag. 71-97, Taf. 7.
L. Caporaso macht eine Bemerkung über theil weise Regeneration der
Medulla spinalis beim Triton. Rassegna Sc. Med. Modena pag. 468.
Biologisches. Nach M. Melsheimer's interessanten Beobachtungen
findet die Geburt der Larven von Salamandra maculosa nur im Frühjahr und
bei freier Wahl zwischen feuchter Erde und "Wasser nur in letzterem statt. In
Gefangenschaft gebiert das $ stets erst Ende März oder Anfangs April. Im
Jahre 1887 wurde die Geburt von Salamanderlarven im Freien durch ungünstige
Witterung bis Ende April verzögert. Die Begattung erfolgt im Juli in Erd-
höhlen, nicht aber zugleich die Befruchtung. Erst wenn die Eier im Frühjahre
in den Uterus eingetreten sind, kann die Befruchtung durch die dort vor-
handenen Spermatozoen sich vollziehen. Die befruchteten Eier entwickeln sich
bis sum September zu lebenden Larven, die aber erst im darauffolgenden März
oder April geboren werden. Eine einmalige Begattung reicht aus zur Be-
fruchtung für mehrere Jahre. Die Larven leben 4 — 5 Monate im Wasser.
Verh. Nat. Ver. Rheinl. u. Westf. Bd. 44, Corr.-Bl. pag. 109—112.
Schütte beobachtete die Häutung von Salamandra maculosa. 16. Jahr.-
Ber. Westf. Prov.-Ver. f. 1887 pag. 17.
H. Landois & F. Westhoff bringen Mittheilungen über die Entwicklung;
der Larven von Salamandra maculosa, denen sie eine Tabelle für die Maasse
dreier Entwicklungsstadien beigeben. Ebenda pag. 52 — 54.
Molge hlasii de llsle ist nach J. v. Fischer nicht blos selten, sondern auch
scheu. Am sichersten gelingt sein Fang mit der Angel. Das Auge des ^ ist
schärfer als das des $, der Tastsinn hoch entwickelt. Die Lebensweise und
Paarung ist ähnlich wie die der verwandten Arten; die Paarungszeit fällt in den
Mai. Den grössten Theil des Jahres verlebt dieser Molch wie M. marmorata
auf dem Lande. Nicht unwahrscheinlich ist es, dass M. hlasii ein Bastard von
M. marmorata und cristata ist, mit denen er stets zusammen vorkommt. Auch
von Pelodijtes mit Hyla meridionalis, M. boscae mit alpestris, helvetica mit vulgaris
hat Verf , wenn auch resultatlose Mischehen beobachtet. M. hlasii und marmo-
rata zu zwingen, über die Laichzeit hinaus im Wasser zu verbanden, endigt
häufig mit deren Tode; bei M. alpestris und cristata gelingt es leicht. Zum
Schluss gibt Verf. Winke für die Haltung der Wassermolche in der Gefangen-
schaft; nur Spelerpes fuscus lässt sich schwer verschicken. Er beschreibt einen
praktischen Transportbehälter aus Schweinsblase, in dem selbst zarte Larven
und brünstige ^^ mit Kamm ohne Verletzung vcr>xliickt werden können.
Mvlgc frisst bei Nahrungsmangel seine eigenen Jungen und die q(^ namentlich
252 Dr. Oskar Boettger: ßericlit über die Leistungen
auch die Eier. Eine Jületliode, wie sie an Fleisclmahrung' gewühut werden
können, und wie sie schliesslich alle aus einer Schüssel fressen, wird mit-
getheilt, ebenso ein Mittel zur Heilung der häufig auftretenden Geschwüre,
Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 11—20.
Derselbe gibt eine kurze Schilderung von Molge marmorata (Latr.) und
ihren Lebensgewohnheiten. Während des Wasserlebens verliert sie die körnige
Eeschnffenheit ihrer Hautoberfläclie, die glatt und schlüpfrig wird. Eingehend
besprochen wird Grösse und Färbung des jungen Thieres und der Larve, die
vielfach von Schreibers Mittheilungen abweichend befunden werden. Humboldt
6. Jahrg. pag. 342-343, 2 Figg.
Faunistisches. Nach F. Müller werden Larven von Salamandra macu-
losa Laur. bei Basel häufig angetroffen, während das fertige Thier daselbst nur
ganz vereinzelt vorkomme; im Baseler Jura sei die Art häufig. Verh. Naturf.
Ges. Basel 8. Th. pag. 250.
Fr. Borcherding verzeichnet aus den Seen der iSeukirchener Heide,
Reg.. -Bez. Stade, Molge vulgaris, aus der Nähe von Vegesack helvetica. Diese
letztere Ai't ist übrigens in der Oberneulander Gegend bei Bremen seit 187.5
nicht mehr gefunden worden. M. alpestris und Salamandra fehlen im rechts-
seitigen Wesergebiet, kommen aber am Hasbruche im Oldenburgischen vor. Bei
Vegesack finden sich von Caudaten ausser M. helvetica nur vulgaris und cristata.
Jahr.-Heft Nat. Ver. Fürst. Lüneburg 10, 1885/87 pag. 47—49.
Nach A. Nehring ist Salamandra maculosa bei Goslar häufig. Zool.
Garten 28 Jahrg. pag. 62.
S. Woltersdorff nennt Molge palmata Schnd. aus dem Harze vom Ramsen-
berg bei Wippra, vom Heiligenthälchen bei Gernrode und von Wernigerode.
Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 321 and Humboldt 6. Jahrg. pag. 473.
E. Friedel kennt Molge alpestris von Naundorf bei Leipzig. Zool. Garten
28. Jahrg. pag. 361-367.
G. A Boulenger führt Tylotriton verrucosus Anders. Von Burma auf
Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 423.
Systematisches. Molge straucJii n. sp. Musch, westlich vom AVan-See
(Armenien); Steindachner, Anz. Akad. Wiss. Wien, Math. -nat. GL, Jahrg. 24
pag. 230 und Sitz.-Ber. Bd. 96, Abth. I pag. 69-71, Taf. 1.
Triton suhcristatus (ensicauda) Hallow. ^ Molge pyrrhogastra Boje vai'.
ensicauda Hall., neu beschr. ; Boulenger, Proc. Zool. Soc. London pag. 150.
b. Ämbhj stomatinae. Sceletsystem. Mittheilungen über den Bau
des Zungenbeinapparates, den er von Parker's und Wiedersheim's Darstellungen
verschieden findet, bringt E. D. Cope nach seinen und E. Galt's Unter-
suchungen. Er untei'scheidet drei Typen, den von Amhhjstomu punctatum , mit
welchem A. aterriinmn, paroticum, decorticatum und microstomum übereinstinnnen,
den von A. tenehrosum, für welche Art er die neue Gattung Chondrotus er-
richtet, und den von A. annulafum und lepturum , für die er den Namen
Liiiguaelaps'us vorschlägt. Abgebildet wird der Hyoidajjparat der drei genannten
Typen. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 87-88, 3 Figg.
B. Lwoff hat den Bau der Chorda dorsalis und der Chordascheide ver-
gleichend-anatomisch untersucht und dabei auch Sircdon berücksichtigt. Bull.
Soc. Nat. Moscou (2) Bd. 1 pag. 442-482, Taf. 4-6
Circulationsorgane. Eine Notiz über die Erzeugung der rothen Blut-
in der Herpetologie wähi'end des Jahres 1887. 253
körperclien beim Axolotl briiiyt G. Belloiici. Rendic. Accad. Sc. Ist. Bologna
1886/87 pag. 33.
Ontogenie. Mittheilungen über Karyokinese in den ersten Zellen
(Furehnngskugeln) des Axolotl und über Lageverändernngen des Kernes in der
Zelle bringt Ü. Schnitze. Sitz.-Ber. Phys.-Med. Ges. AVürzbnrg 1SS7 pag. 'J— 4.
- Ref. in Journ. Roy. Mici'. Soc. London 1888 pag. 392.
Biologisches. Eine Notiz J. Greiff s, dass ein durch Sonnenwärme
anscheinend getöteter junger Axolotl sich in frischem Brunnenwasser wieder
erholte, bietet nichts NeudS. Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 95 — 96.
Die Nahrung von Amhli/stoma tiyQ-inum Green besteht nach R. E. Call
aus Arten von Camhurus, der Schnecke Physa, der Muschel Pisidium und Ki-ebs-
arten der Gattung Gammarus; einmal wurde ein Fischrest gefunden. Die Ajt
jst demnach ausschliesslich fleischfressend. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 776—777.
Ueber denselben Gegenstand macht R. W. Shufeldt Mittheilungen. Science
Bd. 9 pag. 298.
Systematisches. E. D. Cope will die Hynobiidae von den Ambly-
stomatidae getrennt wissen. Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 88.
Chondrotus n, gen. für Ambli/doma tenebrosum B. G und Verwandte; Cope,
1. c, pag. 88.
Hynobius leechi n. sp. Gensani (Corea); Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 19 pag. 67, Fig.
JAnyuaelapsus u. gen. für Amblystoina an-mdotuni und lepturum Cope; Cope,
Amer. Naturalist Bd. 21 pag. 88.
c. Plethodontinae. Biologisches. Spelerpes fuscus Gene ist nach
J.V.Fischer äusserst hinfällig und erträgt höchstens 8 Monate die Gefangen-
schaft. Der Versand und die Haltung ist infolgedessen sehr schwierig. Er
veilangt kühle Temperatur und Dämmerlicht. Die Zunge, die fast die Länge
des Rumpfes erreicht, wird nach Cliamaeleonart beim Fang von kriechenden oder
fliegenden Insecten und Spinnen blitzschnell vorgeschossen. Speleipes kriecht
am liebsten an den Wänden und klebt sich wie ein Laubfrosch an. Ver-
theidigungsmittel sind seine Unbeweglichkeit und sein Hautsecret. Eine Stimme
fehlt; von den Sinnen sind nur das Auge und der Tastsinn gut ausgebildet,
darauf folgt das Ohr. Er kann (im Winter) 4 — 5 Monate hungern. Vor der
Häutung geht er freiwillig ins Wasser. Die Fortpflanzung ist noch unbekannt.
Zool. Garten 28. Jahrg. pag. 33—39, 2 Figg.
Faunistisches. F. Müller verzeichnet »S|/je/e»pes fuscus Bon. von Lucca
und Fiesole. Verb. Naturf. Ges. Basel 8. Th. pag. 250.
A. K. Fish er fand bei Munson Hill, Va. , in der Nähe von Washington
neben Spelerpes bilineatus und rubefr und Plethodon erythronotus auch Spelerpes
(juttolineatus Holbr. Americ. Naturalist Bd. 21 pag. 672.
Systematisches. Anaides Baird 1849 (non Westwood ISil) — Autodnx
n. nom.; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (5) Bd. 19 pag. 67.
d. Desmognathinae. Faunistisches. A. K. Fi s her nennt von Munson
Hill, Va , in der Nähe von Washington Desmoynathus fuscus. Amer. Naturalist
Bd. 21 pag. 672.
Amphiumidae. Biologisches. Notizen über Lebensweise, Fang, Ei und
erwachsene Larve von Meyalobatrachus maximus Sclilg. gibt C. Sasaki, der
71 Stücke von 19-69 cm Länge und 41 — 1926 gr Gewicht aus den japanischen
Provinzen Iga, Ise und Vamato unter.suchen konnte. Die Eier werden im
254 Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
August und September in Scliiiiiren abgelegt, sind ellipsoidisch und haben G,
bez. 4 min grössten Durchmesser. Journ. Coli. Sc. Tokyo Bd. 1 pag. 269 — 274.
Mittheilungen über ein in Zürich gehaltenes Stück derselben Art mit Bei-
fügung der Schlegel'schen Zeichnung und Zusammenstellung unserer Kenntnisse
von dieser lebenden Form und von dem fossilen Andrius scheuchzeri Tsch. von
Oeningen bringt das Neujahrsblatt Naturf. Ges. Bern f. 1887. Zürich, Zürcher &
Furrer 1887. 12 pag., 1 Taf.
Systematisches. P. & F. Sarasiu reproducieren eine japanische Zeich-
nung der Larve von Meyalobatrachus. Ergebn. naturw. Forsch, auf Ceylon in den
Jahren 1884-1886 Bd. 2 pag. 30.
Proteidae. Muskelsystem. Über die Kerne in den gestreiften Muskel-
fasern des Necturus lateralis Raf. berichtet A. B. Macall um. Wenn das Karyo-
plasma so modifiziert ist wie in einigen der beobachteten Zellen, müssen die
Kerne die Fähigkeit haben, sich activ zu bewegen. Q,u. Journ. Micr. Sc. (2)
Bd. 27 pag. 461-466, Taf. 33, Fig. A— B. — Ref. in Jouin. Roy. Micr. Soc. London
pag. 567.
Nervensystem. Mittheilungen über die Nervenendigungen in der Leber
von Necturus lateralis Raf. macht derselbe. Die feinen intracellularen Nerven-
ästchen im Innei'n der Leberzellen enden entweder unverzweigt oder, nachdem
sie sich ramifiziert haben, mit einem Endknöpfchen. Daneben besteht aber noch
eine zweite Endigungsweise; es setzen sich nämlich manchmal die intracellularen
Nerven mit den Balken des Zelinetzes in directe Verbindung. Ebenda pag. 439
bis 460, Taf. 33.
Apoda.
Allgemein Anatomisches. Eine vorläufige Mittheilung von P. & F.
Sarasin besagt, dass sie an der Larve von Ichthyophis glutinosus L. Seitenorgane
gefunden haben, welche zu GehiJrorganen nach dem Typus der "Wirbellosen um-
gewandelt seien, und von ihnen Nebenohren genannt werden. Zwischen den
Blutcapillaren [vergl. Ber. f. 1886 pag. 232] und dem Litercellularsystem der
Epidermis existiere eine directe Communication. Sitz.-Ber.Ges.Nat. Fr.Beilinpg.39.
Dieselben beleuchten weiter einige Punkte aus der Entwicklungs-
geschichte dieser Art. Sie beschreiben bei der Larve zwei Arten von Haut-
sinnesorganen, die Nervenhügel und in der Kopfhaut zerstreute Organe, die wol
als Nebenohren oder Hautgehörorgane zu deuten sind. Auch über das Haut-
gefässsystem, das durch feine Poren mit dem AVasser der Umgebung in directer
Verbindung steht, über die Leydig'schen Zellen, feine Borstenbüschel der Cuticula
und Spuren von hinteren Extremitäten bei den Embryonen — ein neuer Beweis
für die nahen Beziehungen der Caecilien zu den Caudaten — werden interessante
Mittheilungeii gemacht. Zool. Anzeiger 10. Jahrg. pag. 194—197, Fig. — Ref.
in Journ. Roy. Micr. Soc. London p. 731. — Gegen die Deutung der genannten
Organe als Nebenohren wendet sich K. Lampert in einem Referat in Hum-
boldt 7. .lahrg. 1888 pag. 230.
Li ihrem Hauptwerke über Entwicklungsgeschichte und Anatomie von
Ichthyophis glutinosus L. beschreiben P. & F. Sarasin eingehend Ei, Befruch-
tung und Brutpflege und Entwicklung der äusseren Körperform dieser Bliiid-
wühle, machen historische, systematische und vergleichende Bemerkungen, er-
örtern die Seitenorgane der Larve , die letzten Endigungen der Blutcapillaren
in den Litercellularräumeu der Epidermis, Becherzelleu und Cnticularborsten,
Körperringel und Schuppen und Bau und Entwickinng der Cntisdrüsen. Ueber
in der Herpetologie während des Jahres 1887. 255
einen Theil der reichen Resultate ihrer Untersuchungen ist bereits früher [Ber.
f. 1885 pag. 330 und 1886 pag. 232] referiert worden. Diesen Mittheilungen ist
als wiclitig nocli nachzutragen, dass beim Kriechen Ichthyophis mit seinen Ten-
takeln abwechselnd den Boden berührt, und dass der Hautschleim wie bei allen
Batrachiern giftige Eigenschaften besitzt. Die in der Entwicklung begriffene)!
Eier ernähren sich Avährend der eigenthümlichen, bereits früher erwähnten Brut-
pflege vielleicht auf osmotischem Wege vom Secret des mütterlichen Körpei's;
wenigstens ist der fertige Embryo viermal schwerer als das frisch gelegte Ei,
und das $ ist f^'" Ende der Brütperiode auffallend matt. Vorzüglich gelungen
ist die Abbildung des brütenden $. Eier ohne Gegenwai-t der Mutter gehen
zu Grunde. Das Schwänzende des Embryo ist oben und unten mit einem Flossen-
saum umgeben, und auch die kegelfijrmige Anlage von Hinterextremitäten ist
in diesem frühen Stadium der Entwicklung zu beobachten. Das Auge der Larve
ist im Gegensatz zu den späteren Stadien relativ gut entwickelt. Die grösste
beobachtete Larve maass 17 cm. Die Apoden sind nach den Verfassern nicht
als eine besondere Batrachierordnung aufzufassen [vergi. oben pag. 235], sondern
sie sind den Caudaten anzugliedern. Die Larve von TypMunectes compressi-
cauda, welche 1874 von Peters beschrieben wuide, wurde von den Verfn. aufs
Neue untersucht; sie fanden, dass die Kiemen, die in der Einzahl auftreten,
nicht blasenförmig, sondern blattförmig sind (Fig. auf pag. 26). Ergebnisse
naturw. Forschungen auf Ceylon in den Jahren 1884—86, Wiesbaden, C. W.
Kreidel. Bd. 2, 1887 pag. 1—94, Taf. 1-11. — Ref. in Amer. Naturalist Bd. 21
und Humboldt 6. Jahrg. pag. 354—355, Fig. 4 — 6.
Nervensystem. J. Waldsch midt's Zur Anatomie des Nervensystems
der Gymnophionen [vergl. Ber. f. 1886 pag. 232] ist auch als Inaug.-Diss. Bern
1887 selbständig erschienen. Jena, G.Fischer. 8". 18 pag.
Urogenitalsystem. G. A. Boul enger bildet Ichthyophis glutinosus L,
mit erigiertem Copulationsorgan ab. Ann. Mus. Civ. Genova (2) Bd. 5 pag. 423,
Taf. 4, Fig. 4.
Faunistisches, 0. Boettger verzeichnet Ichthyophis wowoc/;ro?^.9 (Bleek.)
von Indrapura auf Sumatra. Ber. Senckenberg. Naturf. Ges. pag. 50.
F. Müller nennt Herpele sqiialostoma Stchb. von Eloby (Span. W.-Africa).
Verh. Nat. Ges. Basel 8. Th. pag. 250.
Steffoce2>hala
(nur fossil).
Allgemeines. H. Credner gibt reconstruierte Abbildungen des Scelets
der besterhaltenen sächsischen Stegocephalen und zwar von Branchiosaurus
amhlystomus Credn. mit Larve auf Taf. 1 und von Pelosaurus laticeps Credn. und
Melanerpetum pulcherrimum A. Fr. auf Taf. 2. Vergrösserte Figuren der Sternal-
platten und der Zähne und ein erläuternder Text ist beigefügt. Spätere Tafeln
sollen Abbildungen von Archegosaarus decheni, Acanthostoma vwax, Hylonomus
fritschi u. a. Stegocephalen bringen. Die Stegocephalen des Rothliegenden.
2 lith. Wandtaf. nebst Text in 8". Leipzig, W. Engelmann. 10 pag., 3 Figg. —
Ref. in Zeitschr. d. D. Geol. Ges. Berlin Bd. 39 pag. 630 — 632 und N. Jahrb. f.
Min. 1888 I pag. 67-69.
M. Boul e 's Reptiles permiens de la Boheme ist ein Referat über A. Fritsch's
Arbeiten über die Stegocephalen Böhmens. Le Naturaliste 9. Jahrg. pag. 29.
Sceletsy.stem. Zu seiner im Ber. f. 1886 pag. 233 referierten Mittheilung
über die Homologieen einiger Schädelknochen der Stegocephalen und Reptilien
256 1^1'- Oskar ßoettger: Bericht über die Leistungen
macht Ct. Baur Berichtigungen. Dos sogen. Suprato.mporale der Stegocephalen
sei das Squamosum, das sogen. Squamosuni dagegen das wahre Supratemporale.
Anat. Anzeiger 2. Jahrg. pag. 657—658.
Äpateonidae. F. Römer fand ein 25 mm langes, ganz mit solchen von
Antun übereinstimmendes Exemplar von Frotriton petrolei Gawäry im Unt.-Roth-
liegenden von Braunau. Sitz.-Ber. Schles.Ges. Vat. Cult. Breslau v. 12. Jan. 1887.
— Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1887 I pag. 465.
R. Lydekker gibt ein kritisches Referat über Credner's von uns im Ber.
f. 1886 pag. 235 besprochene Arbeit. Er weist nach, dass der Name Protrünn
petrolei Graudry vor Branchiosaurus gracilis Credn. , resp. vor Sr. amhlystomufi
Credn. Priorität hat. Geol. Mag. (3) Bd. 4 pag. 276—278.
ArchegOSauridae. A. Gaudry stellt alles, was über Actinodon aiis dem
Unt.-Perm von Autun bekannt ist, zusammen und bildet ein mehr als 2' langes,
nahezu vollständiges Stück ab. Von den drei Etagen bei Antun enthält die
obere Protriton, Actinodon und Haptodus, die mittlere Actinodon, die untere
Euchirosaurus , Stereorhachis und Megapleuron. Von Actinodon werden zwei
Arten [frossardi und hrevis) unterschieden und ausführlich beschrieben. Taf. 3
bringt auch die Abbildung einer Form unsicherer Stellung, die Verf. Pleuronura
IKllati nennt. Nouv. Arch. Mus. H. N. Paris (2) Bd. 10 pag. 1-32, Figg., Taf. 1
bis 3 — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1888 II pag. 477—478.
W. B ran CO begründet die neue Gattung Weissia (bavarica n.) auf einen
Schädel aus den unteren Cuseler Schichten, Unt.-Rothliegendem , von Ohmbach
bei St. Wendel. Sie gehört zu A. Fritsch's Stegocephali crocodiloidei und ist
Actinodon verwandt, unterscheidet sich aber von dieser Gattung durch den Zahnbau.
Jahrb. Preuss. Geol. Landesanst. f. 1886 pag. 22—39, Taf. 1. — Ref. in N. Jahrb.
f. Min. 1888 I pag. 117.
E, D. Cope macht weitere Mittheilungen über Reste von Eupelor durus
Cope aus der Trias von York Co., Penna., den er mit Enjops vergleicht. Proc.
Amer. Phil. Soc. Bd. 24 pag. 209-210.
Labyrinthodontidae. Nach P. B. Brodie kommen im unteren Sandstein
des Keupers von Shrewley, Warwickshire, Fährten von Labyrinthodonten vor. In
Waterstones dieser unteren Abtheilong w'urden auch Labyrinthodonten selbst
gefunden. Qu. Journ. Geol Soc. London Bd. 43 pag. 537.
E. P. Ramsay fand in dem Hawkesbury-Sandstein von Gosford in N. -S.-
Wales eine zolllange Larve, deren Kopf auffallend an Platyceps ivilkinsonl Steph
[vergl. Ber. f. 1886 pag. 236] erinnert; Andeutungen einer vom Kopfe ansetzenden
Rückenflosse sind vorhanden. Verf. glaubt darin ein sehr frühes Entwicklungs-
stadinm eines Labyrinthodonten, und speciell von dem genannten Platycepfi
sehen zu dürfen. Proc. Linn. Soc. N.-S. -Wales (2) Bd. 2 pag. 145.
W. J. Stephens gibt eine zweite Mittheilung über Platyceps wilkinsoni
aus dem Hawkesbury-Sandstein von Gosford. Es werden zwei neue, etwa fuss-
lange [anscheinend wenig gut erhaltene; Ref.] Reste von Labyrinthodonten be-
schrieben und deren Maasse mitgetheilt, die vermuthlich zu der genannten
Species gehören. Die Hawkesbury- Bildung in N.-S. -Wales, aus welcher die
Reste stammen, ist nach C. S. Wilkinson wahi'scheinlich triassisch. Ebenda
pag. 156—158.
Bericht
über
die wissenscliaftliclieii Leistungen im Gebiete der Malakolo^ie
während des Jahres 1887.
Von
Dr. A. Collln und Dr. AV. Kobelt.
I.
Bericht über Allgemeines, Physiologie, Anatomie
und Entwicklungsgeschichte
von Dr. A. Collin.
Zeitschriften, Jahresberichte, Sammelwerke, Lehrbücher und
Vermischtes. Jahrbücher der deutschen mahikozooloj2,isclien Ge-
sellschaft redigirt von W. Kobelt. Jahrgang XIV. Frankfurt a. M.
Nachrichtsblatt der deutschen malakozoologischen Gesellschaft
redigirt von W. Kobelt. Jahrgang XIX. Frankfurt a. M.
Malakozoologische Bhätter, herausgegeben von S. Clessin. Neue
Folge Band IX. Cassel.
Journal of Conchology Vol. V, Nro. 5 — 8. pag. 129 — 256 Leeds,
Berlin & Hobart Town.
Annales (et Bulletin) de la Societe Royale Malacologique de
Belgique. Vol. XXI (Ser. 4 vol. I) annee 1886 (1887). Bruxelles.
Proces verbaux des seances de la Societe Royale Älalacologique
de Belgique. XVI Annee 1887. Bruxelles.
Journal de Conchyliologie herausgeg. von H. Crosse & P. Fischer
Vol. 35 (Ille Serie tonie 27). Paris.
Bulletins de la Societe malacologique de France sous la direction
de C. F. Ancey, J. R. Bourguignat etc. Tome IV. Paris.
Bullettino della Societä malacologica italiana vol. XII. Pisa 1886.
Hoyle, W. E. Mollusca in: The Zoological Record for 1887.
London "1888. 85 pp.
Schiemenz, P. Mollusca in: Zoologischer Jahresbericht für
1887. (Zool. Stat. Neapel). 47 pp. Berlin 1888.
Aldi. f. Natiugcsch. Jahrg. 1888. Bd. Tl. II. 1. 17
"258 Dr. A. C ollin: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pfeffer, G und Kobelt,W. Bericht über die wissenscli.
Leistungen im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1886
Archiv für Naturgeschichte. Jahrg. 53, 13d. II pp. 845 — 450. Berlin
1887. *
Kobelt, W. Iconographie der schalentragenden europäischen
Meeresconchylien. I. 28 Tff. 4". Cassel
Derselbe. Rossmässlers Iconographie der europäischen Land-
und Süsswasser- Molluscen. Neue Folge Bd. III Lief. 1 — 4. 20 Tff.
Wiesbaden.
Derselbe. Prodomus Faunae Molluscorum Testaceorum maria
europaea inhabitantium. Fase. 2 — 4 (Schluss). 8**. Nürnberg.
Martini - Chemnitz. Systematisches Conchylien - Cabinet
herausgeg. von W. Kobelt. Lief. 345 — 355. 63 Tft\ 4". Nürnberg.
Tryon, G.W. Manuel of Conchology structural and systematic
with Illustrations of the Species. Vol. IX, Part. XXXIII— XXXVIII.
Philadelphia.
Derselbe. Dasselbe, Second series: Pulmonata. III Helicidae
vol. I. Part. IX— XII. Philadelphia.
Sowerby, G. B. Thesaurus conchyliorum , or figures and des-
criptions of recent Shells. Part. XLIV (vol. V.) London.
Fischer, P. Manuel de Conchyliologie et de Paleontologie con-
chyliologique ou Histoire naturelle des Mollusques vivants et fossiles,
sui\d d'un appendice sur les Brachiopodes par D. P. Öhlert. (Schluss-)
Heft XI. Paris 1887.
Claus, C. Lehrbuch der Zoologie. IV. Aufl. Marburg u. Leipzig
1887 (Mollusken pp. 558—613).
Nicholson, H. A. A Manuel of Zoology for the Use of Students
with a General Introduction on the Principles of Zoology. VII. Aufl.
Edinburgh u. London 1887. (Moll. pp. 444 — 503).
Vayssiere, A. Atlas d'anatomie comparee des Invertebres.
Paris 1887, Fase. 1, 17 Tff. (Mollusca Tff 1—3, 5, 7—12).
Vogt, C. und Yung, E. Lehrbuch der practischen vergleichenden
Anatomie. Lief. 10 — 12. Braunschweig. (Moll. pp. 734 — 768.).
Castellarnau y de Lleopart, J.M.de. Proccdes pour Fexamen
microscopique et la conservation des animaux ä la Station zoologique
de Naples. Journ. de Microgr. XL (Moll. pp. 376 — 379).
Rolle, II. Auf Corsica. Eine naturwissenschaftliche Reise nebst
specieller Beschreibung desMolluslvcnfanges an den Küsten beiBonifacio
im Monat Mai — Juni 1886. Jahrb. mal. Ges. XIV, pp. 51 — 83. Ausz,:
Bull. Soc. mal. Ital. XIII, 1888, pp. 46—47.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 259
Physiologie und Allgemeine Biologie.
Seh edel, J. Die Schutzfärbung der Thiere (mit Berücksichtigung
der Fauna der Ostsee). Zool. Garten XXVIII, pp. 140 — 45. — Der
^'erfasser bespricht die Schutzfärbung der pelagisch lebenden
Ileteropoden, ferner die vonOpisthobranchiern, einigen Prosobranchiern
und Heliceen.
Maltzan, H. von. Ein Fall von Mimicry hei Helix. Tagebl.
59. Vers. Naturf. Aerzte 1880, p. 415. v. M. beobachtete auf Kreta,
dass sich eine sehr kleine Form von H. vermiculata unter die xerophile
(bitter schmeckende) H. cretica mischt und auf diese Weise ihren
Verfolgern entgeht.
Smith, E. A. Note on the Pearly Nautilus. Journ. Conch. V,
pp. 226 — 227. Nach S. verliess ein Nautilus in der Gefangenschaft
plötzlich freiwillig seine etwas zerbrochene Schale, vielleicht infolge
des Vorhandenseins' von Kaulquappen - ähnlichen Parasiten.
D. Oe. L'autotomie et les amputations spontanees. Rev. scient.
(III.) XII, p. 701. Paris 1886. Besprechung der schon bekannten
Fälle von Autotomie bei Gastropoden und Bestätigung der schon von
Poli beobachteten Abschnürung eines Theiles der Siphonen und sogar
des Fusses bei Solen.
Fredericq, L. L'autotomie chez les etoiles de mer. Ebenda
(III) XIII, pp.589— 592; Auszug: Rev. Quest.scient. XXII, pp. 657— 661.
Giard, A. L'autotomie dans la serie animale. Ebenda XIII
pp. 629 — 630. Allgemeines über Autotomie, auch der Mollusken.
Parville, H. L'autotomie. La NatureXV, 2 pp. 81 — 83.
Brock, J. Indische Cephalopoden. Zool.Jahrbb. II, pp. 591 — 614,
Tf. XVI, Fig. 1 — 4. B. bespricht das ausserordentliche Regenerations-
vermögen der Arme von Octopoden auf indischen Korallenbänl<:en.
Auch die Hectocotylus-Arme können neugebildet werden. Es folgt
eine allgemeine Beschreibung von 14 Cephalopoden -Arten.
Brockmeier H. Biologische Mittheilungen über Ancylus flu-
viatilis Müll., und Ancylus (Acroloxus) lacustris L. Nachr. mal.
Ges. 19. pp. 45—49.
B. fand in Westfalen eine Colonie von Ancylus fiu\datilis Müll.,
welche an einer nassen Felswand von Thonschiefer den Winter über-
dauerte. Bei derselben Art wurde das Spinnen feiner Fäden be-
obachtet, mittelst deren sich die Thiere von Blättern herablassen.
Möbius, K. Schlussbericht über den Versuch des deutschen
Fischereivereins, kanadische Austern in der Ostsee anzusiedeln, und:
kann an der deutschen Nordseeküste künstliche Austernzucht mit
Gewinn betrieben werden? Mitth. D. Fisch. Ver. Sect. Küsten- und
Hochseefischerei 1887, Nro. 1 — 2, 12 pp. ; Ausz. Nachr. mal. Ges. XIX.
pp. 95 — 96. — Es wurden von Tausenden im Herbst 1884 bei der
Insel Aarö ausgesetzten kanadischen Austern nach 22 Monaten nur
sehr wenige lebend gefunden, und zwar zeigten sich bei letzteren die
Fortpfianzungsorgane in vekümmertem Zustande. Da alle anderen
17*
"260 Dl'- A. Coli in: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Lebeiisbcdingimgen dort günstig waren, so kann nur der geringe
Salzgehalt von 1,8 — 27o e"^ Gedeihen der Anstern in der Ostsee
verhindert haben. In der Nordsee ist künstliche Austernzncht ausser-
halb der natürlichen Bänke wegen des meist niclit festen Grundes
unmöglich.
Poulton, E. B. Habits of Testacella hahotidea. Zoologist (8)
XI, p. 29. Cf. Pfeffer's Moll.-Ber. 1886, p.. 350.
Cornish, Th. Octopus at Penzance. Zoologist (3) XI, p. 309.
Zwei Octopus spritzten ihre gefüllten Tintenbeutel bei der Gefangen-
nahme nicht aus.
Streeter, E. W. Pearls and Pearling Life. London, 1886.
329 pp., 9 Tff. Ausz.: Nature XXXV, pp. 339—340.
Weber, M. Pearls and Pearl Fisheries. Bull. U. S. Fish.
Comm. VI, pp. 321 — 328. Uebersetzt aus Norsk Fiskeritidende,
Bergen 18S6. Uebers. in Zoologist (3) XII, 1888, pp. 50—58. (Mit
kurzer Notiz über Bildung u. Vorkommen von Perlen).
Griff in, G. W. The Pearl Fisheries of Australia. Bull. U. S.
Fish. Comm. VI forl886, pp.433— 435.— Zoologist (3) XL pp. 289—292.
Ueber Perlbildung.
Martens, E. v. Ein lebendes Exemplar von Unio tumidus.
Sitzber.Ges.Nat.Fr.pp. 1 05 — 6. — Es zeigte ein U. t., an dem eine Schalen-
hcälfte nahe den Wirbeln in der Ausdehnung von ca. 1 ctm. voll-
ständig durchbrochen war, nach zweiwöchentlicher Beobachtungszeit
weder Spuren einer Neubildung der Schale, noch eine merkliche Ab-
nahme der Lebensthätigkeit.
Braun, M. Ueber eine Art Stimme bei Helix aperta Born.
Nachr. mal. Ges. 19, p. 125. Nach B. stiess eine aus ihrem Versteck
genommene Helix aperta, w^ohl als Zeichen von Zorn oder Angst,
achtmal hintereinander die Athemluft mit Geräusch heftig aus.
Hadfield, H. Muscular Pow^er of Snails. Zoologist (3) XI,
pp. 114 — 115. — H. beobachtete eine auf einem Zweige kriechende
Helix aspersa, an welche sich eine andere geheftet hatte. Infolge
eines Hindernisses löste sich ein grosser Theil der Sohle von der
Unterlage los und hing frei herab, ohne dass das Thier herunterfiel.
Scharff, R. F. How^ does a Snail crawl? Journ. Conch. V,
pp. 239 — 240. — S. bespricht das Kriechen der Schnecken (nach
Simroths Untersuchungen). Zoologist (3) XII, 1888. pp. 149—150.
Anonymus. Rate of Progress by Snails. Zoologist (3) XI,
p. 309. Eine Helix (sp?) kann in 14 Tagen eine engl. Meile zu-
rücklegen.
Graber V. Die äusseren mechanischen Werkzeuge der Thiere.
II Wirbellose. In: Das Wissen der Gegenwart Bd. 45, 1886. (Moll,
pp. 128 — 167). Ueber das Kriechen, Schwimmen und die Nahrungs-
aufnahme der Mollusken, sowie die dazu dienenden Organe.
Brockmeier, IL Eine neue Erklärung für das Schwinunen
mancher Schnecken an der Oberfläche des Wassers. Nachr.
im (4ebiete der Malakologie währeiul des Jahres 1887. 261
mal. Gesellschaft liJ, pp. 111— lls (ii. pag. löOj. — Nach Brock-
meier werden diejenigen Schnecken, welche umgekehrt an der
Oberfläche des Wassers zu schwimmen vermögen, dazu nicht durch
die in der Vertiefung des Fusses befindliche Luft in Stand gesetzt,
vielmehr wird infolge der Unterbrechung des Oberflächenhäutchens
ein Gegendruck von unten erzeugt, vermöge dessen die Schnecke an
der Oberfläche erhalten wird; eine Ansicht, die durch praktische
Versuche mit belastetem Kork gestützt wird. Die Fortbewegung an
der Oberfläche dürften nicht die Flimmerhaare bewirken, deren Kraft
hierzu nicht ausreichend wäre, sondern das Thier kriecht, da durch
die Adhaesion zwischen dem Fusse und der obersten Wasserschicht
ein geeignetes Widerlager gegeben ist, an derselben ganz wie auf
einer festen Unterlage.
Simroth, H. Ueber das Gleiten der Schnecken an der Ober-
fläche des Wassers (Schwimmen). Nachr. mal. Ges. XIX, pp. 148 — 149.
S. bittet um Berücksishtigung seiner früheren Arbeiten.
Lee, W. S. How the Musk-rat opens the Unio. Journ, Trenton
Nat. Hist. Soc. I, p. 8, 1886.
Apgar, A. C. The Musk-rat and the Unio. Ebenda pp. 58 — 59;
Zoologist (3) XI, p. 425.
Steiner. Ueber die Physiologie des Nervensystems einiger
wirbelloser Thiere. Tagebl. 00. Vers. Deutsch. Naturf. u. Aerzte Wies-
baden, p. 254. Ausz. : Biol. Centralbl. VII, pp. 732—733 — Journ.
R. Micr. 1888. p. 559. Nach S. verursacht bei Pterotrachea mutica
die Entfernung des Cerebralganglions keine Bewegungsstörung, doch
hört nach Zerstörung des Pedalgangiions jede Bewegung auf. Letzteres
ist das einzige Bewegungscentrum des Körpers. Nach einseitiger Ab-
tragung desselben von Cymbulia erfolgte Kreisbewegung um die ver-
letzte Seite. Bei Octopus vulgaris hört nach Entfernung des Cerebral-
ganglions die Willkür und die spontane Nahrungsaufnahme auf, doch
bleibt der Reflex von Seiten des Auges sowie die Lokomotion er-
halten. Einseitige Abtragung der vorderen Theile der subösophagealen
Ganglienmasse von 0. bewirkt Kreisbewegung. Diskussion von
F. Fj. Schulze und Leukart. L. weist hierbei auf die beiden ver-
schiedenen Arten der Bewegung der Cephalopoden (Kriechen und
Schwimmen) hin, deren Leitung vom Centrain ervensystem aus zu
untersuchen von Interesse wäre.
Brieger, L. Ueber basische Produkte in der Miesmuschel.
Biol. Centralbl. VI, pp. 406—410 u. Dtsch.Med.Wochenschr. XI, 1885,
pp.907 — 8. B. stellte aus wässerigen und alkoholischen P]xtracten
mehrere giftige und nicht giftige Basen dar. Eine derselben ist das
specifische Muschelgift („Mytilotoxin") Ct^IIijNOj,. Es gehört
\äelleicht zu den Ptomainen im engeren Sinne.
Baumert, G. Ueber das Gift der Miesmuschel. Zeitschr. f.
Naturw. (4) V, 1886, pp. 60 — 62. Vortrag über Briegers oben be-
sprochene Untersuchungen.
262 Dl"- A. Colliii: Bericht über <lie wissenschaftlichen Leistungen
Wolff, M. Untersuchungen an Miesmuscheln. Berl. klin. Wochcn-
schr. XXIII, 1886, pp. 11—12.
Derselbe. Die Lokalisation des Giftes in den Miesmuscheln.
Arch. path. Anat. CHI, 1886, pp. 187—203. Zahlreiche Versuche
an Kaninchen ergaben, dass die giftigen Wirkungen nur von der
Leber der Muschel ausgehen, welche als Sitz des Giftes zu be-
trachten ist.
Derselbe. Die Ausdehnung des Gebietes der giftigen Mies-
muscheln und der sonstigen giftigen Seethiere in Wilhelmshaven.
Arch. path. Anat. CIV, 1886, pp. 180—202, mit Karte. — Berl. klin.
Wochenschr. XXIII, pp. 292—293, 313—314.
Derselbe. Ueber das erneute Vorkommen von giftigen Mies-
muscheln in Wilhelmshaven. Arch. path. Anat. CX, pp. 376 — 380.
Kobelt, W. Die Wilhelmshavener Giftmuschel. Jahrb. mal.
Ges. XIII, 1886, pp. 259 — 272, Tf. VII. — K. hält die Giftmuschel
für eine besondere Form. Möglicherweise sind auch Stücke der var.
galloprovincialis eingeschleppt. Vergl. auch Mob ins (Kobelts Moll.-
Ber. 1886, p. 450).
Lohmeyer, C. Die Wilhelmshavener Giftmuschel, Mytilus edulis
L. var. pellucidus Pennant, oder striatus Lohmeyer, und jNIytilus edulis
L. var. galloprovincialis. Berl. Klin. Wochenschr. XXIII, 1886, pp. 167
bis 170.
Derselbe. Diagnostische Merkmale der Giftmuscheln. In: Bei-
träge zur Kenntniss der giftigen Miesmuscheln. Arch. path. Anat.
CIV, 1886, pp. 169 — 171. L. erblickt in der giftigen Miesmuschel
eine besondere Varietät (striatus), deren Diagnose gegeben wird.
Virchow, R. Ueber die Vergiftungen durch Miesmuscheln in
Wilhelmshaven. Berl. klin. Wochenschr. XXII, 1885, pp. 781—785.
Derselbe. Ueber giftige Miesmuscheln. Ebenda XXIII, 1886,
p. 45—46.
Derselbe. Bemerkungen in: Beiträge zur Kenntniss der giftigen
Miesmuscheln. Arch. path. Anat. CIV, pp. KU — 169. Ausz. : Natur-
forscher XIX, pp. 307 — 308. V. widerspricht der Aufstellung eines
Mytilus edulis var. striatus, trotzdem die Mehrzahl der giftigen Muscheln
hell ist. Giftige Muscheln verloren nach einiger Zeit im Aquarium
ihre giftigen Eigenschaften, wobei eine Verminderung der fettigen
Bestandtheile und des Pigments der Leber beobachtet wurde.
Schulze, F. E. Votum in: Beiträge etc. Ebenda pp. 171 — 173.
Nach S. sind bei den giftigen Miesmiischeln etwas mehr hellere
Exemplare zu finden, als bei gleichaltrigen nicht giftigen. Vielleicht
ist die grössere Blässe eine Folge der Erkrankung der Leber oder
des Aufenthaltes in klarem Wasser an Pfählen, während die am
Grunde im Schlamm lebenden dunkler sind.
Martens, E. von. Votum in: Beiträge etc. Ebenda pp. 174
bis 180. V. M. spricht sich gegen die Aufstellung einer besonderen
Art für die giftigen ^luscheln aus. Der Aufsatz enthält eine Zu-
im Gebiete der Jlalakologie während des Jalnes 1887. 263
sammcnstellimg der gesammten früheren Litteratur über die Farben-
abänderimg und die Giftigkeit von ]\Iytilus.
Drost, K. Untersuchungen über den Wasser-, Stickstoff- und
Phosphorgehalt der Miesmuschel. Sehr, naturw. Yer. Schl-.Holst. VI,
pp. 21 — 24. 1886. Untersuchungen von 20 Muscheln ergaben im
Durchschnitt 82,25 7o Wasser, die Trockensubstanz enthielt 12,46 7o
Stickstoff' und 0,157o Phosphor.
CoUinge, W. E. Secretion of a violet-coloured fluid by certain
of the Limnaeidae. Zoologist (3) XI, p. 309. Limnaea stagnalis,
peregra und palustris können bei Reizung eine violette Flüssigkeit
absondern.
Mac Munn, C. A. On the Haematoporphyrin of Solecurtus
strigillatus. Journ. of Physiol. VIII, pp. 384—300, Tf. 11. — Der
Fuss ist weniger dunkel pigmentirt, als die Siphonen. Die Ober-
fläche des Fusses zeigt ein Netzwerk, dessen Grenzlinien tiefer ge-
färbt sind, als die Zwischenräume. An den geringelten Siphonen ist
die Pigmentirung zwischen den Ringeln am stärksten. Die micro-
spectroskopische Untersiichung des Pigments ergab eine Ueberein-
stimmung der Sprectral-Bänder mit denen von jMoseley's Polyperythrin
und denen des Rückenpigments von Lumbricus terrestris. Ein
Vergleich der Wellenlängen der Bänder eines angesäuerten al-
koholischen Auszuges von 1. dem Pigment von Solecurtus; 2. dem
Flaematoporphyrin des Schafbluts; 3. dem Haemotoporph. von Uraster
rubens 4. dem von Schnecken und 5. dem von Lumbricus terrestris
zeigte annähernde Uebereinstimmung. Also ist das fragliche Pigment
wohl mit Haematoporphyrin identisch. (Bestätigung der Ansichten
von Sorby und Ray Lankaster über das Vorkommen von Haemo-
globin- Derivaten bei Wirbellosen, gegen Krukenberg).
Griffiths, A. B. Chemico-physiological Investigations on the
Cephalopod Liver and its Identity as a true Pancreas. Chem. News LI,
1885, p. 160. Ausz: Journ. Chem. Soc. 1885, XLVIII, part II.
pp. 829—830. — Arch. Zool. exper. (2) V, pp. XXX— XXXI.
Die „Leber" von Sepia verwandelt Stärkemehl in Dextrose,
reagirt alkalisch, macht Müch durchsichtig und emulsionirt Oel.
Diese Emulsion reagirt zuerst alkalisch, dann sauer infolge der Bildung
von Buttersäuse und anderen Säuren der Fettreihe. Das Lebersecret,
welches Eiweis enthält, bildet mit Fibrin von Muskelfasern Leucin
u. Tyrosin. Das Ferment wirkt nicht auf Gellulose. Gallensäuren
Avurden nicht gefunden. Die sogenannte Leber ist also ein Pancreas.
Griffiths, A.B. u.Follow^s,H. Chemico-biological Examination of
the Organ of Bojanus in Anondonta. Chem. News LI, 1885, p. 241.
Ausz.: Journ. Chem. Soc. 1885, XLVIII, part II, p. 921. — Arch. Zool.
exper. (2) V, pp. XXIX— XXX.
Aus dem Secret des Bojanus'schen Organs wurden Harnsäure
und Harnstoff dargestellt, welche ebenfalls im Blut vor dem Eintritt
in das Boj.- Organ vorhanden sind. Das Kiemenblut enthält beide
Stoffe nicht. Das Organ ist also sicher die Niere.
2(U I^i'- -Ä.. Coli in: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Griffiths, A. B. On the Nephridia and „Liver" of Patella
viilgata. Proc. R. Soc. London XLII, pp. 392—394. Ausz.: Joiirn.
R. Micr. Sog. 1887, p. 941. In beiden Nierenlappen wurde Harn-
sänrc nachgewiesen. Die Leber verwandelt Stärke in Glyeose und
emulsionirt Fette. Mit Fibrin bildet das Ferment Leucin und Tyrosin.
Die „Leber" ist wie bei Cephalopoden ein Panereas.
Yung, E. Contributions a Thistoire physiologique de l'Escargot
(Helix pomatia). Mem. cour. Acad. R. Belg. XLIX, 119 pp. 2 Tff.
Separat: Brüssel 1887. — Aus der eingebenden Arbeit sei Folgendes
hervorgehoben: Helix poni. ist gegen Licht wenig, gegen Hitze sehr
empfindlich. Die Dauer des Winterschlafes schwankt in der Äleeres-
höhe von 330 — 580 m. zwischen 4V2 und 6V2 Monaten. Während
desselben fällt die Zahl der Herzschläge von 35 (normal) auf 1 V'a,
ja V2 in der Minute. Ein Exemplar lebte noch nach 20 monatlicher
Ruhe. Die Schnecken ertrugen bei unverletztem Deckel während
mehrerer Stunden eine allmählig bis auf — 130*^ erniedrigte Tem-
peratur und kurze Zeit eine Temperatur von über + 40". Es folgt
ehie histologische Beschreiinmg des Darmkanals in physiologischer
Hinsicht. Im W^inter zeigen der Vorderdarm und die Speicheldrüsen
neutrale Reaction ; im Sommer reagiren die letzteren meist alkalisch,
der Darm und die Leber sauer. Das Speicheldrüsen-Sekret enthält
weder diastatisches noch peptisches Ferment; die Leber secernirt
beides und verseift Fette; sie ist ,,die Verdauungsdrüse par ex-
cellence." Das durch die Leber producirte Glycogen verwandelt sich
während der Verdauung in Zucker, welcher im Magen vollständig
rcsorbirt wird. Diese Glycogen-Production hört aber kurze Zeit nach
p]intritt des Winterschlafes auf. — Die Zerstörung des Gehirns be-
einträchtigt nicht die BcAvegungen des Fiisses, des Herzens und die
Respiration, dagegen die Thätigkeit der Tentakel, der Oberlippe und
der Kiefer. Die Zerstörung aller Nervencentren hat ein Aufhören
jeder willkürlichen Bewegung, sowie der Respiration zur Folge.
Schliesslich w^erden die W^irkungen von Säuren und Alkalien, Chloro-
form, Aether, Curare etc. besprochen.
Yung, E. Physiologie comparee des animaux invertebres. Arch.
Sc. phys. nat. (3) XVIII, pp. 428—429. Auch in: Act. LXXe Sess.
Soc. Helv. Sc. nat. Frauenfeld, — Die Verdauungsdrüse (Leber) der
Evertebraten besorgt bei denselben die gesammte Verdauung, welche
bei höheren Thieren durch mehrere besondere Drüsen stattfindet.
Die Darmwände secerniren, wenigstens bei Mollusken, keine Ver-
dauungsflüssigkeit; ebensowenig die Speicheldrüsen, welche reine
Schleimdrüsen sind. Es existirt bei Evertebraten nur eine Ver-
dauung und zwar durch die sogenannte Leber.
Dubois, R. De la fonction photogenique chez le Pholas dactylus.
Compt. Rend. CV pp. 690—692. — Compt. Rend. Soc. Biol. (8) IV
pp. 564—566. — Auszüge: Journ. R. Micr. Soc. 1888 p. 26. — La
Nature XV, 2, p. 335. — Rev. Scient. (3) XL p. 606. — Durch viel-
fache Experimente weist D. nach, dass das Leuchten von Pholas das
Fiesultat einer chemischen Reaction und unabhängig vom Organismus
im Geliiete iler Mahikohigit' wäliieiid des Jalires 1887. 265
ist. Es gelang, zwei Substanzen darzustellen, welche im Verein mit
destillirtem Wasser im Stande sind, Licht zu erzeugen; eine
kristallinische, welche den leuchtenden Geweben den opalisirenden
Glanz verleiht (,,Luciferin") und ein actives Albuminoid (,,Luciferase"),
ähnlich den löslichen Fermenten.
Krukenberg, C. Fr. W. Fortgesetzte Untersuchungen über
die Skeletine. Zeitsch. Biol. 1880, XXII (N. Folge IV) pp. 241—260,
Tf. 1. Die Eikapseln vieler Prosobranchiaten (z. B. Murex trunculus,
Buccinum undatum, Purpura lapillus, Fusus) bestehen fast ganz aus
Conchiolin, mit Ausnahme der Verschlussmassen der Schlupflöcher
für die Brut und der Kittsubstanz, womit sie befestigt sind; letztere
wird von keratinösen Stoffen gebildet. Bei Prosobranchier- Eiern,
welche in Gallertklumpen abgelegt werden (Littorina, Ampullaria
flagellata), bestehen in Eihüllen aus einem durch Pepsin und Trypsin
verdaubaren P^iweisskörper, welcher spärlich von Conchiolinmembranen
durchsetzt ist. In seinen chemischen Eigenschaften, welche besprochen
werden, gleicht das Conchiolin am meisten dem Cornein. Die Re-
sultate mehrfacher Analysen des Conchiolins (C.j,, H4S N., 0,i) aus den
Eikapseln von Murex und Buccinum werden mitgetheilt.
Anatomie, Histologie, Morphologie iiud
Entwickluiigsgescliiclite.
a) Allgemeines und mehrere Organsysteme zugleich Betreffendes.
Braun, M. Was thut uns Noth? Ein Mahnwort an alle, die
es angeht. Nachr. mal. Ges. XIX pp. 97 — 102.
Haller, B. Erwiderung an Herrn Dr. L. Boutan. Zool. Anz. X
pp. 207 — 212 (Protestirt gegen Boutan's unberechtigte Behauptungen).
Steenstrup, J. Notae Teuthologicae. No. 6. Species generis
Sepiolae maris mediterranei. Overs. Danske Vidensk. Selsk. Forhan dl.
Jahrg. 1887. No. 2, pp. 1 — 20. Allgemeine sytematische Beschreibung
der Sepiola- Arten. Die verschiedene Form des Tintenbeutels (birn-
förmig oder dreilappig) ist kein Geschlechtscharakter, auch nicht durch
die Jahreszeit oder den Aufenthaltsort bedingt, sondern für 2 ver-
schiedene Arten charakteristisch. Beide Formen wurden an dem-
selben Ort und zu derselben Zeit gefunden. Zum dreilappigen Tinten-
beutel ziehen auch mehr Blutgefässe, als zum birnförmigen. Bei den
Arten mit letzterem ist der Trichter länger und schmäler, und der
Halskragen gleich breit.
Derselbe. Notae Teuthologicae. No. 7. P^benda pp. 21 — 80.
Ueber den Werth der Hectocotylisation für die Systematik ; es kommt
darauf an, welches Armpaar, nicht darauf, ob der rechte oder linke
Arm eines Paares hectocotylisirt wird.
Pelseneer, P. Description of a new Genus of Gymnosomatous
Pteropoda. Ann. Mag. Nat. Hist. (5) XIX, pp. 7*J— 80. — Journ. R.
•20(1 Dl' A. CoUiii; Bericht über die wisseuschat'tliclien Lfistmigen
Micr. Soc. 1887, p. 217. Ainer. Natur. XXI, p. 21)1. Auszüge der
vorjähr. Arb. (Bull. Sc. Dep. Nord (2) 9, pp. 217—227).
Derselbe. Report on the Pteropoda. Part. I. Gymnosomata.
In: Report on the Scientific Results of the Voyage of H. M. S. Chal-
lenger. Zoology XIX, 74 pp. 3 Tff. — Journ. R. Micr. Soc. 1888, p. 26.
Buisseret, A. La structure des Firoles. Rev. d. Quest. scientif.
XXII, pp. 315—316.
Grobben, C. Zur ^lorphologie des Fusses der Heteropodcn.
Arb. Inst. AVien VII, pp. 221 — 232', 1 Fig.; separat Wien. Ausz.:
Journ. R. Micr. Soc. 1888, p. 24. (Referat später.)
Pelseneer, P. Sur la valeur morphologique de repipodium des
Gasteropodes Rhipidoglosses (Streptoneura aspidobranchia). Compt.
rend. CV, pp. 578—580. Auszug: Journ. R. Micr. Soc. 1887, pp. 1)41
bis 942. Nach P. ist der Fussstrang von Trochus nicht aus zwei
Nerven zusammengesetzt sondern einheitlich; die Längsfurche theilt
denselben nicht in zwei verschiedene Theile, sondern scheidet nur
äusserlich die LTrsprungsstellen verschiedener Nervengruppen. Das
Epipodium fFusskrause) ist also als dem Fusse zugehörig zu betrachten.
Marshall, C. F. Observations on the Structure and Distribution
of Striped and Unstriped Muscle in the Animal Kingdom, and a
Theory of Muscular Contraction. Quart. Journ. Micr. Sc. New Ser.
XXVlil, pp. 75 - 107, Tf. VI. (Moll. pp. 87—88). Es wurden Muskel
von Mollusken histologisch untersucht. Die SchHessmuskeln von
Anodonta und Ostrea, sowie die Muskelzellen des Fusses von Helix
pomatia sind ungestreift, während der Herzmuskel von Patella, der
Radula-Muskel von Hei. pom. und der Schliessmuskel von Pecten
Muskelzellen mit einem Streifennetz von Fibrillen zeigt. Die Contraction
der gestreiften Muskelfasern wird durch aktive Contraction der Längs-
fibrillen bewirkt, während die Querstreifen passiv elastisch sind. Die
Contraction der ungestreiften Muskelfasern beruht auf der aktiven
Contraction des gesammten Plasmas.
Bergh, R. Die van Hasselt'schen Nudibranchien. Notes Leyd.
Mus. IX, pp. 303—323 Tf. 6. Allgemeine Beschreibung.
Schulze, F. E. Eine lebende Tethys fimbriata. Sitzb. Ges. naturf.
Fr. pp. 136— 137.
Trinchese, S. Nuove osservazione suUa Rhodope Veranii (Köl-
licker). Rend. Acc. Sc. fis. math. XXVI (Ser. 2, I), pp. 131 - 137.
Vorlauf. jNIitth. - — Allgemeine Beschreibung der Körperform und
Färbung des Thieres und Darstellung des anatomischen Baues. Die
Ganglienzellen der oberen Schlundganglien, welche eine dichte Schicht
an deren Peripherie bilden, unterscheiden sich von denen der Moll,
besonders durch die Kleinheit ihrer Kerne und gleichen denen der
Rhabdocoelen, während die grossen charakteristischen Ganglienzellen
der Moll, vollständig fehlen. Bei der Untersuchung der Öntogenie
wurde weder eine Schalen drüse, noch die Anlage eines Fusses oder
Velums beobachtet. Beschreibung eines „dreifussartigen", missbildeten
im Gebiete <lov ]\Ialak(ilogie wälireiul des Jahi'es 1887. ^fi?
Embryos. Rhodope ist nicht zu den ]\loll., sondern zu den Würmern
zu stellen.
Derselbe. Ricerche anatomiche ed embriologiche sulla Fla-
bellina affinis Gm. Rendic. R. Acc. Bologna 18<SH — 87, pp. 86 — 88.
Derselbe. Ricerche anatomiche sulla FlabelHna affinis Gm.
Mem. R. Acc. Bologna (4) VIII, pp. 227-232.
Newell, J. A. On the Anatomy of the Limpet (Patinella
radians, Quoy). Trans Proc. New-Zeal. Inst. XIX, pp. 157— KiO, Tf.XI.
— N. vergleicht den anatomischen Bau von Patinella mit dem von
Patella vulgata. Der Hauptunterschied besteht im Nervensystem.
Der Bau der anderen Organe ist kurz erwähnt.
Gib so n, R. J. II. Anatomy and Physiology of Patella vulgata.
Part I Anatomv. Trans. R. Soc. Edinburgh XXXII. pp. GOl — G38,
Tti". CXLIX— CLIII. Ausz.: Journ. R. :\Iicr. Soc. 1887, pp. 375—376.
Eingehende Untersuchungen über die gesammte Anatomie von Pa-
tella \ailg.
Wegmann, H. Notes sur Torganisation de la Patella vulgata L.
Recueil Zool. Suisse IV, pp. 2Gi) — 303, TfF. 12—13. Ausz.: Journ.
R. Micr. Soc. 1887, p. 570.
Pfeffer, G. lieber die auf Seesternen schmarotzenden Schnecken.
Verh. Ver. Nat, Unterh. Hamburg VI, pp. 116 — 117. Die von Sarasin
als Concholepas bezeichnete Schnecke ist eine Thyca.
Sarasin, P. u. F. Ueber zwei parasitische Schnecken. Er-
gebnisse naturwissenschaftlicher Forschungen auf Ceylon in den Jahren
1884 — 86 1, 1, pp. 19 — 32. Tff. 4-5. Wiesbaden 1887. Von
P. und F. Sarasin erschien zu der vorjährigen Mittheilung
über parasitische Schnecken (vergl. Pfeffers Mollusken-Ber. für 1886,
pg. 3.55) die ausführliche Arbeit, in welcher sie dieselben Thyca ec-
toconcha n. sp. und Stilifer linckiae n. sp. (früher Stylina) benennen.
Beide leben ectoparasitisch an Linckia multiforis. 1. Stilifer.
Der muskulöse Becher, ,, Seheinmantel", in dem das Thier steckt,
geht unmittelbar in den monströsen, geisseiförmigen Rüssel über,
durch welchen der ^^orderdarm zieht. Ein kleiner Fuss ist vorhanden.
Der wohl ausgebildete Mantel mit Kieme steht mit dem ,, Scheinmantel"
in keiner Beziehung. Darm mit Leber, das für die Prosobranchier
typische Nervensystem, Geruchsorgan, Augen und Otocysten sind
vorhanden. Radula und Schlundkopf fehlen. Geschlechter sind ge-
trennt. Der der Gattung Stilifer eigenthümliche ,, Scheinmantel" ist
vielleicht ,,das embryonale, in's Riesige gewachsene Velum." Die
Schnecke sitzt innerhalb der Kalkschicht des Integuments von Linckia,
von der Leibeshöhle nur durch das Peritoneum getrennt; nur di&
Spitze der Schale ragt nach aussen hervor. Der Rüssel dringt in
Windungen in das blutreiche Gewebe des Seesternes, woraus er die
Leibesflüssigkeit saugt. Der ,, Scheinmantel" wirkt als Pumpe zur
Erneuerung des Athemwassers und zur Herausbeförderung der Genital-
producte und Excremente. Stilifer war wenigstens ursprünghch ganz
ectoporasitisch. 2. Thyca. Eine muskulöse Scheibe, welche Falten
"2fiS Dl'. A. Colliii; Bericht über die wisseiisdinftlicheii Leistuugen
in die Haut des Seesternes entsendet, verdeckt die Schalenötihun«;".
Im Centrum der Scheibe befindet sich ein kurzer Rüssel, mit Schkmd-
kopf. Dieser „Scheinfuss" ist mit der Linckia verwachsen. Darm
mit Leber, Mantel mit Kieme, Nervensystem, Augen, Gehörorgan
vorhanden. Der Schlundring ist nach rückwärts gedrängt und liegt
der Leber an, ja in derselben. Die Radula fehlt. Um den „Schein-
fuss" herum befinden sich zwei Falten, deren vordere die Augen
trägt; die hintere ist der wirkliche Fuss. Der „Scheinfuss" von
Thyca entspricht dem „Scheinmantcl" von Stilifer. Beide sind aus
dem Velum hervorgegangen.
Garnault, P. Recherches anatomiques et histologiques sur Ic
Cyclostoma elegans. Act. Soc. Linn. Bordeaux XLI, pp. 11 — 158,
Tiff. 1 — 9. Separat: Paris u. Bordeaux, 155 pp., 9 Tff. Ausz.: Journ.
R. Micr. Soc. 188<S, pp. 716—717. (Referat später.)
Bergh, R. Die Marseniaden, eine systematische Monographie.
Li: C. Semper, Reisen im Archipel der Philippinen. IL: Wissensch.
Resultate, IL Malacol. Untersuchungen Suppl. III, 2. Wiesbaden,
pp. 227—285; 8 Tff.
Bouvier, E. L. (1) Systeme nerveux et morphologie des Cyclo-
branches. Bull. Soc. Philom. (7) XI, pp. 34—35. (Enthalten in (12)).
Derselbe. (2) Observations sur le genre Ceratoptilus cree dans
la famille des Cerithides. Ebenda pp. 36—38. (In No. 12)).
Derselbe. (3) Resume d'observations faites sur le Systeme
nerveux des Prosobranches et la formation du Systeme nerveux typique
des Ctenobranches. Ebenda pp. 42—45. (In Nr. (12)).
Derselbe. (4) Sur le Systeme nerveux chiastoneure des Proso-
branches senestres. Ebenda pp. 45—48. (In No. (12)).
Derselbe. (5) Sur l'organisation des Gasteropodec senestres.
Le Naturaliste IX (2. Ser. No. 2) pp. 18-20, 4 Fig. (In No. (12)).
Derselbe. (6) Sur la pretendue glande ä venin des Toxiglosses
(Mollusques gasteropodes). Ebenda (2 ser. No. 14), pp. 168 — 171.
Die Giftdrüse der Toxoglossen ist der unpaaren Drüse der Rhachi-
glossen homolog; der Ausführungsgang geht durch den Schlundring
und mündet in den Oesophagus. Die beiden Ausführungsgänge der
auch bei Toxoglossen vorhandenen Speicheldrüsen umfassen, wie bei
den Rhachiglossen, den Oesophagus vor dem Schlundring und münden
in den Radulasack. Verf. bezweifelt die Drüsennatur des niedrigen
Epithels der „Giftdrüse" der Toxogl. (In No. (12)). .
Derselbe. (7) Sur la morphologie de TAmpullaire. Bull. Soc.
Philom. (7) XI, pp. 92—93. (In No. (12)).
Derselbe. (8) L'organisation des Volutes comparee ä celle des
Toxiglosses. Ebenda pp. 102—107. (In No. (12)).
Derselbe. (9) Sur le Systeme nerveux et les deux cordons
ganglionnaires pedieux et scalariformes des Cyprees. Ebenda pp. 127
bis 128. (In No. (12)).
im Gebiete der Malakologie wähieiul des Jahres 1887. "209
Derselbe. (10) Sur la torsion et la symetrie primitive des
Gasteropodes. Ebenda pp. 128 — 130. (In No. (l^)).
Derselbe. (11) Observations sur le Systeme nerveiix des Proso-
branches tenigiosses. Compt. rend, CIV, pp. 447 — 448. Ausz.: eTourn.
Pt. Micr. Soc. 1887, pp. 374—375. (In No. (12)).
Derselbe. (12) Systeme nerveux, morphologie generale et Classi-
fication des Gasteropodes prosobranches. Ann. Sc. nat. (7) III, pp. 1
bis 510, Tff. 1 — 19. Separat: Paris 1887. Ausz.: Journ. R. Micr.
Soc. 1888, pp. 21—24. (Referat später.)
Lacaze-Duthiers, H. de. Histoire de la Testacelle. Arch.
Zool. exper. (2) V, pp. 459—51)6, Ttf. XXIX— XL. Ausz.: Journ. R.
Micr. Soc. 1888, pp. 562 — 563. — Ueber die umfangreiche Mono-
graphie kann in kurzem Auszuge nicht berichtet werden.
Pollonera, C. Intorno ad alcuni Limacidi europei poco noti.
Boll. Mus. Zool. Anat. Torino II, No. 21, 4 pp., Tf. L: Ausz.: Bull.
Soc. Mal. Ital. XIII, 1888, pp. 42—43.
Derselbe. Sulla classificazione dei Limacidi del sistema europeo.
Ebenda No. 23, 6pp., Tf. III. Ausz.: Bull. Soc. Mal. Ital. XIII, 1888,
pp. 43—44.
Poirier, J. Observations anatomiques sur le genre Urocyclus.
Bul. Soc. mal. Fr. IV, pp. 195 232, Tff. V— X. (Referat später.)
Pollonera, C. Specie nuove o mal conosciute di Arion europei.
Atti R. Accad. Sc. Torino, XXII, 1886—1887, pp. 290—313, Tf. III.
Ausz.: Bull. Soc. Mal. Ital. XIII, 1888, p. 160. — Systematisch-
anatomische Beschreibung zahlreicher Arion-Arten. Die Taf. giebt
Abbildungen von Radulazähnen und des Geschlechtsapparates.
Apäthy, J. Studien über die Histologie der Najaden. Biol.
Centralbl. VII, pp. 621—630. Journ. R. Micr. Soc. 1888, pp. 205
bis 206. Auszug der früheren ungarischen Arbeit, (vgl. Pfeffer's
Moll.Jier. 1886, p. 357).
Roule, L. Recherches histologiques sur les Mollusques la-
meUibranches. Journ. d'Anat. Physiol. XXIII, pp. 31—86, Tff. 4—8.
Ausführliche Arbeit zur früheren vorläuf. Mitth. (Vergl. Pfeffer's
MoU.-Ber. für 1886, p. 359).
Egger, E. Jouannetia Cumingii Sow. Eine morphologische
Untersuchung. Arb. Inst. Würzburg VIII, pp. 131—199, Tff. 8—11.;
separat: Wiesbaden. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1887, p. 737 — 739.
Eingehende anatomisch-morphologische Untersuchungen über Jouan-
netia, Pholadidea und Pholas. Jouannetia ist das Endglied einer auf
Verkürzung beruhenden Entwicklungsreihe, welche von Pholas aus
über Pholadidea geht.
Pur die, A. The Anatomy of the common mussels (Mytilus
latus, edulis and magellanicus). Studies in Biology for New-Zealand
Students Nro. 3. Wellington, 1887, 45 pp., 10 Tff.
"270 Dr. A. Coli in: Beriebt über die wissenscliaftlicben Leistungen
b) Schale, Integoment und Bindegewebe.
Appellöf, A. Om skalets bildning hos Sepia offic. L. Oefv. Kongl.
Vetensk. Akad. Förh. 1887, pg. 495-502. 3 Fig. — A. kommt m
seiner Arbeit bezüglich des Wachsthums der Sepia-Schale
zu folgenden Resultaten: 1. Der älteste Theil der Schale liegt un-
mittelbar vor dem Rostrum und von dort aus wächst dieselbe am
stärksten nach vorwärts, langsamer nach den Seiten. 2. Die poröse
Beschaft'enheit der spongiösen Masse ist secundärer Natur und ent-
steht dadurch, dass die anfangs zusammenhängenden Schichten sich
an gewissen Stellen zusammenziehen, wodurch sich Spalten bilden.
3. Jede Schalenschicht erstreckt sich über die ganze Schale; die
Form derselben wird dadurch bedingt, dass die Schichten ungleiche
Mächtigkeit und Verkalkung an verschiedenen Stellen besitzen. 4. Die
Schale wächst durch Anlagerung, nicht durch Intussusception. Wenn
eine Schicht einmal gebildet und von der nächsten überlagert ist,
kann sie nicht mehr weiterwachsen, doch scheint eine Verkalkung
noch ziemlich spät eintreten zu können.
Bather, F. A. The Growth of Cephalopod Shells. Geol. Mag.
New. Ser., Dec. III, Vol. IV, pp. 446—449. Ausz. : Journ. R. Micr.
Soc. 1888, p. 200. B. wendet sich gegen Rief stahl's Hypothese von
dem Wachsthum der Cephalopodenschalen durch Intussusception
(cf. Pfetter's Moll.-Ber. 188G p. 358.)
Hyatt, A. On primitive Forms of Cephalopods. Amer. Nat.
XXI, pp. 64- — 66. H. bespricht die Entwicklung der Schale der
Nautiloidea und Anunonoidea aus gerade gestreckten Formen im
Laufe der geologischen Perioden.
Scott, T. Hclix arbustorum — shell growth. Journ. Conch.
V, pp. 230 — 1. Beobachtete die Schnelligkeit des Schalenwachsthums an
einer llelix arbustorum var. flavescens. In vier Wochen wurden
12,5 mm. Schale mit der Lippe gebildet. Wohl infolge der ver-
änderten N^ahrung war der neue Schalentheil dunkler gefärbt. In
der Zeit des Schalenwachsthums war das Thier sehr gefrässig; es
folgte darauf eine Ruheperiode.
Tye, G. Sherriff. Notes on the Epidermis or Periostracon of
Mullusca.-Journ. Conch. V, pp. 221—225. Die Kalkschale der Moll,
wird vom Mantel selbst, die hornige Epidermis vom oMantelrand ge-
bildet. Im Falle einer Verletzung am Mundrand wird, wenn der
Mantelrand bis zur verletzten Stelle zurückgezogen werden kann,
auch die Epidermis neu gebildet. Liegt die verletzte Stelle weiter zurück,
so wird nur die Kalkschale ohne Epidermis regenerirt. Anhangs-
gebilde (Haare und Borsten) sind besonders bei den Heliceen ent-
wickelt. Die mehr kugeligen Arten tragen kürzere steifere, die
niedriger gewundenen längere Haare. Die Haare richten sich, wenn
sie feucht werden, auf. \'erf. üiebt ein Verzeiclniiss der behaarten
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 271
Helices. Einerseits dienen die Ilaare dazu, bei solchen Arten, Avelche
sich von Stänchern herabfallen lassen, durch die Elasticität den Fall
unhörbar zu machen, andererseits dazu, Verfolger abzuschrecken.
Reiche 1, L. lieber das Byssusorgan der Lamellibranchiaten .
Zool. Anz. X. pp. 488- 90; Uebersetzg.: Ann. Mag. Nat. Ilist. (5) XX,
pp. 318 — 20; Auszüge: Journ. R. Micr. Soc. 1887, p. i)42; Biol.
Centralbl.VII, p.766— 7. Muscheln stossen zeitweilig den gesammten
Byssus ab, wodurch sie wieder ihre freie Beweglichkeit erlangen, ein
Vorgang, welcher der Häutung der Arthropoden vergleichbar ist.
Bei Dreissena findet dieser Prozess regelmässig im Herbste statt. Die
Thiere ziehen sich dann von ihrem Aufenthaltsort an der Oberfläche
in das tiefere Wasser zurück. Der Byssus entsteht als Cuticuiar-
gebilde, und zwar Stamm und Wurzel in der Byssushöhle, die Fäden
in der Fussrinne. Besonders Drüsenzellen sind gar nicht vorhanden.
Es folgen genauere Details über das Epithel der Byssusspalte und des
Byssuscanals. Nach Abstossung des Byssus erfolgt eine zeitweilige
Rückbildung der Byssushöhle.
Rawitz, B. Die Fussdrüse der Opisthobranchier. Abh. Akad.
Wiss. Berlin. 31 pp. 2 Tff. Die Fussdr.von 4 Op. wurde untersucht. Sie
besteht aus einer gi'ossen Anzahl von dorsoventral gerichteten Blind-
säckchen, welche ohne gemeinsamen Ausführungsgang einzeln münden.
Jedes Säckchen besteht aus einer zarten Tunica propria, welcher die
einzelnen Drüsenzellen in einer einzigen Reihe aufsitzen. p]s folgen
eingehende Beobachtungen über die Structur des Plasmas und des
Kernes der Drüsenzellen in verschiedenen Stadien der Secretion.
In dem Deckepithel der Drüse finden sich Becherzellen; bei Pleuro-
branchaea meckeli und Pleurophyllidia lineata treten in der Nähe
der Fussdrüse subepitheliale mehrzellige „solitäre" Drüsen auf.
Szekely, B. A pulmonatumok talpmirigye. lieber die Fuss-
drüse der Pulmonaten. Orvos-termesz. Ertesitö IX, pp. 7 — 34 und
247—251, Tff. 1—3. (Nat. Med. Mitth. Siebenbürg. Mus. Ver.)
List, J. H. Zur Kenntniss der Drüsen im Fusse von Tethys
fimbriata L. Z. wiss. Zool. XLV pp. 308—26 Tf. 17; Arb. zool. Inst.
"Graz I Nro. 6; Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1887, pp. 569—570. —
Amer. Natur. XXI, p.670. Es treten nach L. im Fuss von Tethys fim-
briata 2 Muskellagen auf, welche denselben in 3 Partieen theilen,
deren obere und untere dichtes Maschengewebe, die mittlere jedoch
grössere Lakunen zeigt. In den Maschen liegen 2 Formen von Binde-
substanzzellen: kuglige ,, Plasmazellen" (nur im oberen Fusstheil und
andere Zellen von verschiedener Form und Grösse mit eigenthüm-
lichem Zellinhalt. Die Muskelfasern sind Hohlcylinder und theilen
sich am Ende in mehrere Zweige. Die Epidermis der Oberseite des
Fusses ist einschichtig und besteht aus kubischen Zellen; die Unter-
seite trägt ein flimmerndes Cylinderepithel mit spärlichen Becher-
zellen. An dem Fusse finden sich: 1. Schleimdrüsen in zwei
P'ormen: a. grosse flaschenförmige (nur oben) h. andere kleinere
(auch auf der Unterseite). 2. Drüsenzellen mit eigenthümlich ge-
272 D^'- -^^ Coli in: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
formtem, fettartigem Inhalt (vielleiclit Phosphorescenzorgane) in grosser
Menge, (auch unten und am übrigen Körper). 3. Drüsen mit theil-
weise lameUös angeordnetem Inhalt (nur oben) ^'ielleicht Byssusorgane?
4. Kuglig-birnförmige Drüsen mit grob granulirtem Inhalt (auch
unten). Ausserdem sind auf der Unterseite des Fusses noch eigen-
thümliche membranlose Drüsen vorhanden von verschiedener Form
mit vielen Kernen. Alle diese Drüsen sind einzellig und zwar an
die Oberfläche gerückte, weiter entwickelte Bindesubstanzzellen.
Rawitz, B. Ueber den Mantelrand der Feilenmuschel. Anat.
Anz. II, pp. 398 — 399. — Lima bildet sich ein Nest aus Schleim-
fäden, in welche kleine Steinchen hineingezogen werden. Die Ab-
sonderung des Schleimes erfolgt durch Fäden des Mantelrandes. Es
werden 2. Gruppen der Mantelrandfäden unterschieden: 1. Sinnes-
fäden, welche kürzer sind und in geringer Zahl der Schale zunächst
pegen; 2. längere Drüsenfäden; an der Basis der letzteren wird
das cubische, grob gTanulirte Epithel des Mantelrandes cylindrisch
und gruppirt sich weiterhin zu zottenartigen Bildungen, deren Epithel
die Granulation verHert. Zwischen den Epithelzellen finden sich ein-
zellige Schleimdrüsen mit mehreren k'leineren und einem grösserenKern.
Cooke, A. H. On the Position of the Operculum in Concholepas
peruvianus Lm. Journ. of Conch. V, pp. 193—94, Tf. 1, Fig. 5. ~
Nach A. Cooke liegt der kleine Deckel von Concholepas peruvianus
Lm. (ganz abnorm) rechtwinklig zur Längsaxe der Mündung. Der-
selbe dient nicht zum Verschluss der Schale (wozu das Thier auch
niemals einen Versuch macht), sondern schützt nur die zarten Theile
des hinteren Körperendes, welches beim Ergreifen der Nahrung
(Mytilus) etwas in die Höhe gehoben wird.
Stricht, 0. van der. Recherches sur le cartilage hyalin.
Arch. Biol. VII, pp. 1—92, Tff. 1—3. (Moll. pp. 19 und 40—43,
Fg. 1, 22, 31). Ausz.: Biol. Centralbl. VI, pp. 431—433. — Enthält
histologische L^ntersuchungen über den hyalinen Knorpel von Loligo.
Die Grundsubstanz zeigt tibriläre Structur und ist von Faserbündeln
durchsetzt. Die zahlreichen anastomosirenden Zellenausläufer bilden
ein Netzwerk.
c) Nervensystem.
Lacaze-Duthiers, H. de. Considerations on the Nervous
System of the Gasteropoda. Ann. Mag. Nat. Ilist. (5) XIX, pp. 243
bis 245. Uebersetzung der früheren Arbeit. (Cf. Pfeffer's MolL-
Ber. 1886, p. 3G3.).
Lacaze-Duthiers, H. de. Systeme nerveux des Gasteropodes
(type Aplysie, Aplysia depilans et A. fasciata). Compt. Rend. CV,
pp. 978—82; Ausz.: Rev. Sei. (3) XL, p. 729. Journ. R. Micr. Soc.
1888, p. 20 und 21.
Nansen, F. The Structure and Combination of the Ilistological
Elements of the Central Nervous System. Bergens Mus. Aarsberetning
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 273
for 1886, pp. 27—215, 11 Tff. — Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1888,
pp. 194 — 196. Eingehende Untersuchungen über die Histologie des
Central-Nervensystems von Evertebraten und Vertebraten. Von Moll,
wurde Patella vulgata untersucht.
Ihering, H. von. Giebt es Orthoneuren? Zeitschr. iwss. Zool.
XLV, pp. 499—531, Tf. XXIV; Auszüge: Arch. Zool. exper. (2) V,
pp. XVII— XX; Journ. R. Micr. Soc. 1888, pp. 400—401. Eingehende
Darstellung der Morphologie des Nervensystems, der Kienienhöhle,
der Geschlechtsorgane etc. von Ampidlaria und anderen Proso-
branchiern, sowie ausführliche Besprechung der Phylogenie der
Mollusken. Verf. hält seine Ansiqht bezüglich der Orthoneuren auf-
recht und gelangt zu dem früheren Resultat, dass eine Klasse der
Gastropoden unhaltbar sei, dass vielmehr unter diesem Namen zwei
ganz verschiedene Gruppen von Mollusken zusammengefasst würden.
Spengel, J, W. Mittheilung über eine Untersuchung des Hrn.
stud. Köhler in Bezug auf v. Iherings Arbeit: ,, Giebt es Ortho-
neuren?" Tagebl. 60. Vers. Deutsch. Naturf.Aerzte — Wiesbdn, p.257. —
Der wahre Zusammenhang der Visceral -Commissur verhält sich wie
bei den typischen ,,Chiastoneuren." v. I. hat den das rechte Pleural-
ganglion mit dem Supraintestinalganglion verbindenden Theil der
Visceralcomniissur , sowie das der Unterseite des ersteren dicht an-
liegenden Subintestinalganglion übersehen.
Buisseret, A. Le Systeme nerveux et les appendices cephaliques
des Pteropodes. Rev. d. Quest. scientif. XXI, pp. 292 — 294.
Jatta, G. Sopra il cosi detto ganglio olfattivo dei Gefalopodi.
Boll. Soc. Nat. Napoli I, pp. 30 — 33. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc.
1888, p. 931. Das sogenannte Riechganglion der Cephalopoden be-
steht aus 2 Theilen, deren einer dem Opticusstamm anliegt; die Ent-
fernung der beiden Theile von einander wechselt bei den verschiedenen
Arten: bei Octopoden sind sie mehr geschieden, bei Decapoden ge-
nähert. Die Extreme sind Philonexis caten., bei welchem beide Theile
vollständig getrennt und durch einen langen Stiel verbunden sind,
und Ommastrephes todar. , bei welchem sie zu einem Knoten ver-
schmolzen sind. Der dem Opticusstamm anliegende Theil ist ein
Ganglion, der zweite besteht aus Bindegewebe, nur bei Philonexis
finden sich in dem letzteren noch grosse Zellen, 'welche Ganglien-
zellen ähneln. Von dem nervösen Theil gehen Fasern theils direct,
theils mit dem Opticusstamm gemeinsam zum Ganglion opticum; das
sogenannte Riechganglion gehört also dem Geliirn an. Der binde-
gewebige Theil ist ein rückgebildetes Ganglion, dessen Degeneration
bei den Formen mit entwickelterem Nervensystem am ausgeprägtesten,
erscheint.
Jatta, G. La vera origine del nervo olfattivo nei Cephalopodis
Boll. Soc. Nat. Napoli I, pp. 92 — 93. Die Fasern des Nervus olfactorius
Avch. f. Natiugesch. Jahrg. 1888. Bd. U. H. 1. 18
274 D''- A. Coli in: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
der Cephalopoden entspringen nur scheinbar vom sogen. RiechgangKon ;
in der That kommen sie, eine Strecke weit mit dem Opticusstamm
verbunden, von einem Supraösophagealganglion (Dietl's Gangl. front,
superius).
Rawitz, B, Das centrale Nervensystem der Acephalen. Jen.
Zeitschr. Nat. XX, pp. 384— 460, Tff. 25— 29; separat: Jena, 1887.
Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1887, pp. 736 — 737. (Referat später.)
d) Sinnesorgane.
Mark, E. L. Simple eyes in Arthropods. Bull. Harv. Coli. XIII,
p. 49—105, 5 Tff. (p. 88 — 89 Anmerkg.).
Patten, W. Eyes of MoUuscs and Arthropods. Journ. Morph.
Boston, I, pp. 67 — 92, Tf. III. Auszug aus der vorjähr. Arbeit (cf.
Pfeffer's Moll.-Ber. 1886 p. 367). — Journ. R. Micr. Soc. 1887. pp. 53
bis 57. Vergl. hierzu: Review, Patten on the Eyes of Molluscs and
Arthropods. Quart. Journ. Micr. Sc. New Ser. XXVII, pp. 285—292.
(Kritik) und
Derselbe. On the Eyes of Molluscs and Arthropods. Zool.
Anz. X, pp. 256 — 261 (Antwort auf die vorangehende ,, Review").
Bernard, F. Structure de la fausse branchie des Prosobranches
pectinibranches. Compt. rend. CV, pp. 383 — 385; Auszug: Journ. R.
Micr. Soc. 1887, p. 940. Im Innern einer jeden Lamelle der Neben-
kieme findet sich eine Lakune,. welche durch einen Spalt mit der
grossen Mantellakune in Verbindung steht. In jede Lamelle zieht
ein Hauptnerv, welcher sich verästelt. Die Nervenfasern endigen im
Epithel mit starken Stäbchen. Das Epithel besteht aus Schleim-
zellen, conischen Flimmerzellen und Stäbchenzellen. Das Organ ist
ein Sinnesorgan, welches bei höheren Formen ausserdem noch respi-
ratorisch thätig sein kann.
Osborn, H. L. Spengel's olfactory organ, or osphradium in
Crepidula. Amer. Monthly Micr. Journ. VIII, pp. 61 — 64.
Derselbe. .Osphradium in Crepidula. Zool. Anz. X, pp. 118
bis 119; Ausz.: Amer. Natur. XXI, p. 486; Journ. R. Micr. Soc. 1887,
p. 376. Das Geruchsorgan von C. besteht aus einer centralen Axe,
welche parallel zur Kieme läuft und 18 — 20 Papillen trägt; letztere
erscheinen als kurzgestielte Köpfchen. In der Axe zieht ein Haupt-
nervenstamm, welcher Aeste an die Papillen abgiebt. Das Cylinder-
epithel der Papillen trägt Cilien und ist nach der Seite der Kieme
hin stark pigmentirt. Am Grunde der Kieme hebt sich ein Feld
hoher, abweichend geformter Zellen ab, welche wahrscheinlich ein
besonderes Organ bilden.
im Gebiete der Malakologie wäbreiid des Jahres 1887. 275
Thiele, J. Ein neues Sinnesorgan bei Lamellibranchiern. Vor-
lauf. Mittli. Zool. Anz. X, pp. 413 — 14; Auszug: Journ. R. i\Iicr. Soc.
87, p. 942. Bei Area noae hinter den Kiemen vor dem After ein
paariges Sinnesorgan, bestehend aus Papillen, welche mit langen
unbeweglichen Haaren bedeckt, den Innern Bau der von Eisig bei
Capitelliden beschriebenen Seitenorgane (,,Körner, Spindeln, Stäb-
chen") zeigen, jedoch nicht retractil sind. Unter dem Organ liegt
ein Ganglion, welches vom mittelsten der vom Visceralganglion nach
hinten ziehenden Nerven versorgt wird. Aehnliche ,, abdominale Sinnes-
organe" Avurden bei Pectunculus, Aviculiden, Pectiniden, Ostreiden
beobachtet; bei einigen untersuchten Siphoniaten fehlten dieselben.
Delage, Y. Sur une fonction nouvelle des otocystes comme
organes d'orientation locomotrice. Arch. Zool. exper. (2) V, pp. 1
bis 26. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1887, pp. 52 und 732 — 733. —
Ausführl. Arb. zur früh, verlauf. Mitth. (cf. Pfeifers Moll.-Ber. 1886,
p. 368).-
Engelmann, T. W. Ueber die Function der Otolithen. Zool.
Anz. X, pp. 439—444; Auszug: Journ. R. Micr. Soc. 1887, p. 938. —
Nach Eng. spricht das Eingebettetsein der Otolithen in unelastisches,
für Uebertragung von Schallwellen ungeeignetes Gewebe bei vielen
Mollusken dafür, dass dieselben nicht dem Gehörsinn, sondern x-iel-
leicht der äquilibrischen Function dienen.
e) Verdauungs- System.
Pfeffer, G. von Iherings Vorschläge zur Bezeichnung der Ra-
dula-Zähne von Landschnecken. Verh. Ver. Nat, Unterh. Hamburg
VI, pp. 122—126.
Dybowski, W. Studien über die Mundwerkzeuge der Gulnaria
peregra Müll. Sitzb. Nat. Ges. Dorpat VHI, pp. 2—8, Tf. I.
Derselbe. Studien über die Mundwerkzeuge der Limnaea pa-
lustris. Ebd. pp. 8 — 12, Tf. IL Bau der Kiefer und Radula von Gul-
naria per. und Limnaea pal. als Vertreter der beiden Untergattungen
Gulnaria und Limnophysa. G. peregra trägt auf den äusseren Seiten-
platten stets mehr als 5 secundäre Zähnchen, während bei anderen
Arten höchstens 5 vorhanden sind.
Derselbe. Ueber die Zahnplatten der Gulnaria -Arten. BuU.
Soc. Imp. Nat. Moscou. Nouv. Ser. I, pp. 206 — 215. Der Bau der
Zahnplatten und deren Verwendung für die Systematik erörtert. Für
die Untergatt. Gulnaria ist charakteristisch, dass alle inneren Seiten-
platten mit je einem medialen Seitenzahn versehen sind.
18*
276 Dr. A. Coli in: Bericlit über die wisseiiscliaftliclieii Leistungen
Pollonera, C. Appunti anatomici in appoggio ad una classi-
ficazione dei mollusclii geofili del Pieraonte. Bull. Soc. mal. ital. XII,
1886, pp. 102— 1-22, Tf. IV. Ueber den Bau der Radula von Land-
schnecken, die Nomenclatur der Radulazähne und die Verwerthung
derselben für die Classification.
Collinge, W. E. Abnormal Helix aspersa. Journ. of Concb. V,
p. 227. C. fand eine H. aspersa, welcher die Mandibel fehlte und
deren Radula auf ein kleines Stück reducirt war. An Stelle der
Mandibel lag ein breites hartes Muskelband. (Das Thier war vier
Jahre in Gefangenschaft gewesen.)
Joubin, L. Sur Fanatomie et l'histologie des glandes salivaires
chez les Cephalopodes. Compt. Rend. CV, pp. 177 — 179. Uebers. :
Ann. Mag. Nat. Hist. (5) X, pp. 251 — 252; Ausz. : Journ. R. Micr. Soc.
1887, p. 734. Nach J. finden sich die bei Octopoden schon bekannten
vorderen Speicheldrüsen auch bei Decapoden, aber zu einer medianen,
unpaaren Drüse unter dem Oesophagus verschmolzen. Die von Livon
bei Octopus vulg. entdeckte Drüse ist bei allen Cephalopoden vor-
handen. Nähere Angaben über die Blutzuführung zu den Speichel-
drüsen und den histologischen Bau derselben.
Malard. La structure des glandes salivaires secretrices d'acide
sulfurique chez les Tenioglosses carnassiers. Bull. Soc. Philom. (7)
XI, pp. 95 — 99. Der gemeinsame Ausführungsgang der zweitheiligen
Speicheldrüsen der Taeniglossen verläuft durch den Schlundring, wenn
er genügend entwickelt ist, um ihn zu erreichen; bei Natica und
Cypraea können die Drüsen bisweilen ganz atrophirt sein. Der Aus-
führungsgang mündet vor der Buccalmasse, fast über der Radula.
Das Secret dürfte nicht der Verdauung dienen, sondern für das An-
bohren von Schalen von Nutzen sein. Der histologische Bau der
Drüsen wird beschrieben.
Derselbe. Le Systeme glandulaire oesophagien des Taeniglosses
carnassiers. Ebenda pp. 108 — 111. Der Kropf der Taeniglossen stellt
bei den Cypraeen eine Erweiterung des Oesophagus dar, welche doral
und ventral Reihen alternirender Querblätter trägt. Bei Cassidaria
tyrrhena, Cassis saburon und C. textatus schnürt sich der Kropf mehr
vom Oesoph. ab, mit welchem er durch einen verschliessbaren Spalt
in Verbindung steht. Bei den Nacticiden trennt er sich noch mehr
vom Oesoph., und der Spalt wird enger. Bei Dolium galea und perdix
zieht sich der letztere in die Länge, so dass der Kropf wie ein ge-
stielter Sack erscheint. Das Organ stellt physiologisch die Speichel-
drüse dar, während die eigentlichen Speicheldrüsen zum Zweck des
Anbohrens zu Säure secernirenden Drüsen umgebildet sind.
Grieb, A. Ricerche intorno ai nervi del tubo digerente dell'
Helix aspersa. Mem. Soc. Ital. Sc. Napoli (;3) VI, No. 9, 13 pp., 2 Tlf.,
auch separat. Auszug: Bull. Soc. Mal. Ital. Vol. XIII, 1888, pp. 41—42.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 277
f) Circulations -System.
Cuenot, L. Etudes sur le sang, son role et sa formation dans
la Serie animale; 'Je partie: Invertebres Arch. Zool. exper. (2) V,
pp. XLIII— XLVII. Note prelim. Aiisz.: Journ. R. Micr. Soc. 1888.
pp. 557 — 558). — Nach C. liegen die blutbildenden Drüsen bei ]\Iol-
lusken im Allgemeinen in der Nähe des Respirationsapparates, bei
Lamellibranchiern in der Kieme selbst am zuführenden Gefäss. Bei
Gastropoden wechselt die Lage: bei Paludina ist es eine kleine Drüse
an der Basis der Kieme, bei Pleurobranchus die rothe Drüse von
Lacaze Duthiers über der Aorta; die gleiche Lage hat sie bei den
Bulliden. Bei Helix und Limax wird sie von dicken, die grösseren
Lungengefässe umgebenden Bindegewebsschichten gebildet, bei Gepha-
lopoden ist es die Kiemendrüse. Das Albuminoid des Blutes ist bei
Planorbis Haemoglobin, bei Cephalopoden Haemocyanin.
g) Respirations -System.
Bernard, F. Structure de la branchie des Gasteropodes proso-
branches. Compt. rend. CV, pp. 316 — 318; Uebers. Ann. Mag. Nat.
Hist. (5) XX, pp. 247 — 249; Auszug: Journ. R. Micr. Soc. 1887,
pp. 939. — Die Untersuchung zahlreicher Prosobranchier ergab, dass
die Kiemen ein flimmerndes Epithel von Cylinderzellen mit faden-
förmigen Fortsätzen tragen; dazwischen zerstreut Schleimzellen. Die
Basilarmembran bildet an jeder Seite — bei den einfiedrigen Kiemen
am Innenrand — eine dreikantige Verdickung, den sogenannten
„knorpligen Stab'*, welcher aus mehreren Schichten besteht, aber
keine Zellen enthält, und daher nicht als Knorpel aufgefasst werden
darf. Zwischen den beiden Lamellen der Basilarmembran befinden
sich sternförmige Bindegewebszellen mit anastomosirenden Ausläufern.
Ein Längsmuskelbündel erstreckt sich bis zur Spitze. B. bestätigt
(gegen Boutan und Wegmann), dass an beiden Rändern der Lamellen
keine Spur von Gefässen oder Capillaren, sondern nur Lakunen (Milne-
Edwards) vorhanden sind.
Call, R. E. Note on the Ctenidium of Unio aberti Conrad. Amer.
Natur. XXI, pp. 857 — 860. 2 Abbild. — C. beschreibt die Kieme
von Unio aberti, welche sich zur Bruttasche umgebildet hatte. Die
vorderen Kiemenfächer werden zuerst mit Eiern angefüllt und krümmen
sich rückwärts. Die Entwicklung ist von der Temperatur unabhängig,
da zu jeder Jahreszeit Embryonen in allen Entwicklungsstadien ge-
funden wurden.
278 Dr. A. CoUiii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
h) Excretions-System und Wasseraufnahme.
Wolff, G. Einiges über die Niere einheimischer Proso-
branchiaten. Zool. Anz. X. p. 317; Auszug: Journ. R. Micr. Soc.
1887, pp. 569 und 940. — Nach Wolff ist bei den von ihm
untersuchten Arten Pahidina vivipara, Bithynia tentaculata und
Valvata piscinalis, die Mündung der Niere in das Pericardium noch
stärker rückgebiklet als bei den Pulmonaten. Bei Paludina liegt
der ductus reno-pericardiaHs an der Stelle wo Pericardium, Niere
und Leydig's ,, Wasserbehälter" zusammenstossen. Es existiert ein
physiologischer Zusammenhang zwischen der Pericardialöftiiung der
Niere und der Mündung der letzteren in den ,, Wasserbehälter", da
die beiderseitigen Spldncteren in Verbindung stehen. Bei Bithynia
entspricht der Niere ein drüsiger Körper, welcher in das dem Wasser-
behälter entsprechende Organ hineinragt; das letztere hat zwei nach
aussen führende Oeffiiungen.
Grobben, C. Die Pericardialdrüse der Opisthobranchier und
Anneliden, sowie Bemerkungen über die perienterische Flüssigkeit
der letzteren. Zool. Anz. X pp. 479—81. Ausz.: Journ. R. Micr.
Soc. 1887, p. 939. Nach G. kommt bei einigen Op. eine Pericardial-
drüse vor. Die Pericardialdrüse der Mollusken ist den Chloragogen-
zellen der Anneliden homolog. Die Functien der Drüse so wie des
Pericardialepithels überhaupt ist eine excretorische, welche der Nieren-
function am nächsten kommt. Die abgeschiedene Flüssigkeit und
auch ganze mit Concrementen stark belastete Zellen werden durch
die Niere (resp, die Segmentalorgane) nach aussen geleitet. Somit
ist die perienterische Flüssigkeit keine ernährende, also auch nicht
dem Chylus oder der Lymphe zu vergleichen.
Schiemenz, P. lieber die Wasseraufnahme bei Lamellibran-
chiaten und Gastropoden (einschliesslich der Pteropoden) II, Mitth.
zool. Stat. Neapel VII, pp. 423—472, Tif. 16—17; Auszug: Journ. R.
Micr. Soc. 1888, pp. 199—200. (Referat später.)
Grobben, C. Ueber die Wasseraufnahme bei Mollusken. Verh.
Zool. Bot. Ges. Wien XXXVII Sitzb. pp. 14—15. Wasseraufnahme
durch besondere Poren oder durch die Niere in das Circulations-
system findet bei Moll, nicht statt.
Yung, E. Relations hypothetiques entre le sang des Lamelli-
branchcs et le milieu ambiant. Verh. Schweiz. Nat. Ges. 70. Jahres-
vers. Frauenfeld p. 56.
Yung, E. Relation del l'Organe de Bojanus ches les Mollusques
lamellibranches et en particuHer chez Anodonta anatina. Arch. Sc.
phys. nat. (3) XVIII, pp. 436—37. — Act. Soc. Helvet. Sc. nat. LXX.
Sess. Frauenfeld pp. 49 — 50. Eine Communication des umgebenden
Wassers mit dem Blut durch Vermittlung des Bojanus'schen Organs
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 279
hat nicht statt. Die Umlageriing des Blutes aus dem Fuss in das
rothbraune Organ und umgekehrt erklärt genügend den Volumwechsel
beider Organe. Poren im Fusse sind nicht vorhanden.
Ryder, J. A. On a Tumor in the Oyster. Proc. Acad.
Natural Science of Philadelphia 1887, pp. 25 — 27. — Der Ver-
fasser beobachtete an einer sonst normalen Auster eine Wucherung
des Bindegewebes im Pericardium von 1 Quadratzoll Grösse und
Va Zoll Dicke. Dieselbe hatte das Herz nach vorwärts gedrängt. Sie
bestand aus 18 Lappen verschiedener Grösse und schien sich von dem
am rectalen Theil des Darmes liegenden Gewebe oder von der dor-
salen Wand des Herzens aus entwickelt zu haben. Die histologische
Structur der Lappen zeigte bedeutende Abweichungen von der des
gewöhnlichen Bindegewebes,
Garnault, P. Sur la glande a concretions du Cyclostoma elegans,
Compt. Rend. CIV, pp. 708—709; Auszug: Journ. R. Micr. Soc. 1887.
p. 376. Von G. wurde an Cycl. elegans und sulcatum die ,,Con-
cretionsdrüse" untersucht, welche . dorsal unter der Niere gelegen,
durch Bindegewebe am Darm befestigt ist. Sie besteht aus zahl-
reichen Tuben, welche von einem reichen Netzwerk von Blutgefässen
umgeben sind und Concretionen von kohlensaurem und phosphor-
saurem Kalk, verbunden durch Harnsäure enthalten. Die Drüse
communicirt weder mit dem Darm, noch hat sie einen anderen Aus-
führungsgang. Unter noch unbekannten Bedingungen werden die
Concretionen wieder resorbirt, an deren Stelle helle Blasen zurück-
bleiben. Da wegen mangelnden Ausführungsganges eine direkte Ex-
cretion nicht stattfinden kann, so muss die Harnsäure vom Blut
wieder gelöst und anderswo ausgeschieden werden, wobei vielleicht
die in den Tuben constant auftretenden Massen von Bacülen be-
theUigt sind. Diese Drüse ist also nicht als Niere aufzufassen.
Garbini, A. Intorno ad un nuovo organo dell' Anodonta.
Vorlauf. Mitth. Zool. Anz. X, pp. 114 — 115. G. fand bisweilen bei
Anodonta ein Bündel von feinen Kanälen am Bojanus'schen Organ,
welche theils nach dem hinteren Ende des Thieres zu blind endigen,
theils sich bis in den Fuss erstrecken. Ein Ringmuskelschlauch um-
giebt das ganze Tuben-Bündel. Jeder einzelne Kanal zeigt von aussen
nach innen eine Ringmuskelschicht, Längsmuskelschicht und ein
Cylinderepithel mit grossen Kernen. Die Kanäle dürften ihrer Function
nach entweder eine Schleimdrüse oder die Ausführungsgänge der
Samendrüse oder endlich eine Modifikation der Samendrüse bei
Hermaphroditen sein.
•280 Dl'- A. Collin: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
i) Genital -System.
Prenant, A. Note sur la Cytologie des elements seminaiix chez
les Gasteropodes pulmones (G. Helix und Arion) Compt. rend. Mem.
Soc. Biol. Paris (8) IV, pp. 723—26.
Brock, J. Ueber die doppelten Spermatozoen einiger exotischer
Prosobranchier. Zool. Jahrb. II, pp. 615 — 624, Tf. XVI, Fig. 5—9.
Die wurmförmigen Spermatozoen von Pteroceras lambis nnd Strombus
lentiginosus sind spindelförmig mit nndiilirender Membran in der
Richtung der Längsaxe; zu gleicher Zeit sind 5 — 6 Contractions-
wellen sichtbar. Eine Verstärkung der Wellen hat Ortsbewegung zur
Folge. Im Innern befinden sich stark lichtbrechende, glänzende,
polygonale Körper in 4 Längsreihen. Nach Aufhören der Bewegung
zerfällt die Membran sofort; dann werden an einem Pol starre Wimper-
büschel sichtbar, welche bis in den Zellleib hinein zu verfolgen sind.
Die Zahl der wurmförmigen zu der der haarförmigen Spermatozoen
verhält sich wie 1 : 500. Bei 3 Cypraea - Arten trugen die wurm-
förmigen Spermatozoen vorn ein kegelförmiges Käppchen; ein Axen-
strang wurde nicht beobachtet. Im Innern finden sich bei C. caput
serpentis und annulus gröbere und sehr feine Körnchen, bei C. lurida
keine geformten Einschlüsse. Verhältniss der wurmfähigen zu den
haarförmigen Sp. bei C. cap. serp. wie 1 : 500, bei C. lur. wie 1 zu
mehreren Tausend, v. Brunns Ansicht, dass die wurmförm. Spermat.
bedeutungslose rudimentäre Producte seien und als modificirte Eier
betrachtet werden können, scheint dem Verf. nicht plausibel; viel-
mehr hätten sie sich erst innerhalb der Prosobranchier entwickelt.
Semper, C. Ueber Brock's Ansichten über Entwicklung des
Molluskengenitalsystems. Arb. zool. Inst. Würzbg. VIII, pp. 218 — 222;
Auszug: Journ. R. Micr. Soc. 1887, pp. 735 — 736. (Referat später.)
Simroth, H. Ueber die Genitalentwicklung der Pulmonaten
und die Fortpflanzung des Agriolimax laevis. Zeitschr. wiss. Zool. XLV,
pp. 646 — 663, Tf. 34. (Referat später.)
Derselbe. Einige Bemerkungen, betrefiend die Systematik
der europäischen Landschnecken. Nachr. mal. Ges. XIX, pp. 161 — 168.
S. hält die Lage des Genitalporus am hinteren Körperende für die
ursprünglichste, woraus sich, bei einseitiger Ausbildung der Geschlechts-
organe, \delleicht selbst die Aufwindung der Eingeweide (resp. des
Hauses), unter Bezugnahme auf das Bütschli'sche Gesetz, erklärt.
Bietrix M. E. Observation sur un cas de monstruositc de
Fappareil genital chez FHelix pomatia. Bibl. de l'Ecole Haut. Etud.
Sect. Sc. nat. XXXII, 1886. Nro. 6, 14 pp. 1. Tf. Dasselbe in Ann.
sc. nat. Zool. (7) I, pp. 95—108, Tf. 5. 1886. (Cf. Pfeffer's MolL-
Ber. 1886, p. 369).
Moriniere, A. de la. Ocufs de Bulimes. Feuill. Jeun. Natur.
XVI, p. 123, 1886.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 981
Braun, M. Notiz über die Zahl der vor der Begattimg ver-
brauchten Liebespfeile. Nachr. mal. Ges. 19, pp. 102 — 103. — Der
Verf. beobachtete an einer Anzahl Helix pouzolzi Desh. das Vor-
handensein von je 2 — 1 1 abgebrochenen, nicht eingekapselten Liebes-
pfeilen von gleicher Grösse und Beschaffenheit in der Leibeswand.
Hieraus folgt, dass das Thier, trotzdem nur ein Pfeilsack vorhanden
ist, mehrere Pfeile nach einander in kurzer Zeit bildet und bei der
Begattung verwendet.
k) Entwicklungsgeschichte.
Hartwig, W. Ueber die Fortpflanzung von Helix lactea L.
und Hehx undata Lov. Zool. Gart. XXVHI pp. 302—309. — Der
Verf. giebt Daten über die Dauer der Entwicl^lung von Helix
undata und lactea aus dem P]i. Er beobachtete die Vorgänge bei
der Copulation, nach welcher beide Individuen fruchtbare Eier legen.
Sarasin, P. und F. LTntersuchungen über einige Punkte aus der
Entwicklungsgeschichte der ceylonesischen Helix Waltoni Reeve. Tagebl.
60. Vers. Deutsch. Naturf. Aerzte pp. 91 — 92. (Mit Discussion von
F. E. Schulze und Leuckart.)
Dieselben. Aus der Entwicklungsgeschichte der ceylonesischen
Helix Waltoni Reeve. Zool. Anz. X. pp. 599 — 602. Auszüge: Biol.
Centralbl. VH p. 543—544; Journ. R. Micr. Soc. 1888 p. 24. — An
dem bis zu der Grösse einer Helix nemoralis heranwachsenden Embryo
entwickeln sich die Schwanzblase und die LTrniere zu beträchtlicher
Grösse. Erstere functionirt als Kieme und persistirt bis zum gänz-
lichen Verbrauch des umgebenden Eiweisses. Die Urniere bildet sich
zu derselben Zeit zurück. In den Sinnesplatten des Kopfes finden
zieh knospenartige Sinnesorgane, bestehend aus Sinneszellen mit
starrem Fortsatz und Stützzellen (,, Seitenorgane"); sie erinnern an
die Hügelorgane der Amphibien. Gegen die durch P]pithelwucherung
der Sinnesplatten entstandenen Cerebralgangiien hin entwickeln sich
von ersteren aus Einstülpungen (,,Cerebraltuben"), welche nach Ver-
schwinden ihres Hohlraumes später den ,,Lobus accessorius" des Gehirns
bilden. Diese Cerebraltuben sind den bleibenden ausstülpbaren
Geruchsorganen der Anneliden homolog und bleiben vielleicht auch
bei Cephalopoden als Geruchsorgane in Function.
Salensky, M. Etüde sur le dcveloppemont du Vermet. Arch.
Biol. (Gent) VI, pp. 655—759, TÖ". 25—32; Auszug: Journ. R. Micr.
Soc. 1888, pp. 201 — 204. Ausführl. Arb. zur früheren Vorlauf. Mitth.
(cf. Pfeffers Moll.-Ber. 1885, p. 23).
Osborn, H. L. On the early History of the foot in Proso-
branch Gasteropods. Amer. Monthl. Micr. Journ. VIII, pp. 209—210.
Garnault, P. Sur la structure et le developpement de l'oeuf
et de son follicule chez les Chitonides. Compt. rend. CV, pp. 621 — 623;
Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1887, p. 940. (Vorläufige Mittheilung.)
282 Dl'- A. Coli in: Bericht über flie wisseusch. Leistimgen etc.
Lacaze-Duthiers, H. de und Pruvot, G. Siir im oeil anal
larvaire des Gasteropodes opisthobranches. Compt. Rend. CV, pp. 707
bis 710. Ansz.: Journ. R. Micr. Soc. 1888, pp. 10 — 20. Die Verf.
entdeckten bei Opisthobranchiern ein embryonales unpaares, riesiges
Analauge, dessen Entwicklung an Philina aperta beobachtet wurde.
Eine Ectodermzelle bildet die Linse; dieselbe wird von 4 anderen
Zellen umwachsen, welche sich verlängern und die Pigmenthülle bilden.
Dieses Auge ist dem von den Yeri früher beschriebenen ,,organe
special" wasserbewohnender Pulmonaten morphologisch gleichwerthig.
Vialleton, L. Developpement de la Seiche (lepartie) Zool.
Anz. X, pp. 383—387. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1887, pp. 734—735.
Die frühesten Entwicklungsstadien von Sepia wurden untersucht. Die
erste Furchungsebene tritt in der Richtung der Verbindungslinie der
beiden Pronuclei auf.
Reinhardt, 0. Ueber Zwillingseier von Schnecken (Amphi-
peplea glutinosa Müll.) Sitzb. Ges. Nat. Fr., pp. 78 — 79. Mit An-
merkung. — R. beobachtete im Laich von Amph. glutinosa 2 Eier mit
je 2 Embryonen und glaubte wahrzunehmen, dass die Zwillinge ent-
gegengesetzt gewunden waren. F. E. Schulze konnte auf Grund der
weiteren Untersuchung diese Ansicht nicht bestätigen.
IL
Bericht über die geographische Verbreitung, die Systematik
und die Biologie etc. der Mollusken.
Von
Dr. W. Kobelt.
Yerzeichniss der Publikationen.
Adams, James, the Land Mollusca of the Thames Goldfields. In
Trans. N. Zeal. Inst. vol. 19 p. 177—181.
Am Stein, G., Nachtrag zn den bei Serneus beobachteten Binnen-
conchylien. In Jahresb. Ges. Graubünden 30. Jahrg. p. 41 — 44.
Ancey, C. F., sur l'Helix plectotropis Martens et ses variations.
In le Naturaliste No. 15 p. 167.
— Description of new Genera and subgenera of Helicidae. In the
Conchologists Exchange No. 5 — 11.
— Nouvelles contributions malacologiques. III. Consid('rations sur
le genre Opisthotoma et les Diplommatinacees. — IV. Auri-
culacees d'Aden. — V. Descriptions de Clausilies exotiques
nouvelles. — VI. Etudes sur la faune malacologique des lies
Galapagos. In Bullet. Soc. Mal. France Annee IV p. 273 — 299.
— Sur la faune terrestre et fluviatile du Mozambique septentrionale.
In le Naturaliste p. 79—80.
Apgar, A. C, the Musk-rat and the Unio. In Journal Trenton
Soc. I p. 58—59 and the Zoologist (3) vol. 11 p. 425.
Ashford, Charles, Land- and Freshwater Mollusca of Christchurch,
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Aurivillius, C. W. S., Ofversigt öfver de af Vega-expeditionen in-
samlade arktiska hafsmollusker. IL Placophora och Gastropoda.
In Vega- Expedit. Vetensk. Jakt. vol. 4 pag. 311 — 384 t. 12 — 13.
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Baillie, W., Colonizing Land- and Freshwater-Shells in E. Suther-
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Beaumont, D. de, Sur la valeur specifique des HeKx nemoralis et
Helix hortensis. In le Naturaliste IX p. 59 — 60.
"284 Dl'- ^^ ■ Kobelt: Bericlit über die wisseiiscliaftlicheu Leistiuigen
Beckley, Emma M., Hawaiian mode of fishing for Octopus. In the
Zoologist (3) vol. 11 p. 354—355.
Bergh, Rud., die Nudibranchien , gesammelt während der Fahrten
des Willem Barents in das nördliche Eismeer. Mit 5 Tav.
In Bijdr. tot de Dierkde. 13 Afl. 37 p.
— die van Hasselt'schen Nudibranchien. Mit 1 Taf. In Notes Leyden
Mus. vol. 9 p. 303—323.
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bis 116.
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Bulletins de la Societe malacologique de France, sous la direction
des Mss. C. F. Ancey, J. R. Bourguignat etc. Vol. IV. Paiis.
•Bulletino della societä malacologica italiana. Vol. 12. Pisa.
Jahrbücher der Deutschen Malacozoologischen Gesellschaft. Bd. XIV.
Frankfurt (Main). (Wird nicht fortgesetzt.)
Journal de Conchyliologie) , public sous la direction de H. Crosse et
P. Fischer. Vol. XXXV. Paris.
Journal of Conchology (established in 1874, as the Quarterly Journal
of Conchology, Vol. V No. 5 — 8. Leeds.
Malakozoologische Blätter. Neue Folge. Bd. 9. 10, i. Cassel.
Nachrichtsblatt der Deutschen Malacozoologischen Gesellschaft, 19.
Jahrgang. Frankfurt (Main).
I. Geographische Yerbreituiig.
A. Binnenconchylien.
Kobelt (10) macht auf die innigen Beziehungen zwischen der
heutigen Fauna der atlantischen Inseln und der fossilen Fauna der
mitteleuropäischen Miocänschichten aus dem Horizont der Helix
Ramondi aufmerksam, welche auf eine innige Verbindung dieser Inseln
mit Europa während der Miocänperiode deuten. — Derselbe (13)
leitet auch die heutige westindische Landmolluskenfauna wenigstens
theilweise (Glandina, Helix, die Cyclostomiden) von der europäischen
Miocänfauna ab.
Clessin (3) gibt in engem Anschluss an seine Excursions-
molluskenfauna Deutschlands und in derselben Form eine Mollusken-
fauna Oesterreich-Ungarns und der Schweiz heraus. Die beiden er-
schienenen Lieferungen umfassen die Testacelhdae, Glandinidae,
Vitrinidae, Zonitidae, Patulidae, Arionidae, HeHcidae und den Anfang
der Pupidae.
800 r>i"- ^^^ Kobelt: Bericht über die wisseiischaftliclien Leistungen
Westerlund (1 u. 2) zählt die Buliminus, Cionella und Piipa
der paläarktischen Region auf, etwa 500 Arten.
Heilprin behandelt p. 258 — 2 7 "2 die geographische Verbreitung
der Mollusken, ohne wesentlich Neues beizubringen.
Ebenso stellt Marschall die Verbreitung der Mollusken geo-
graphisch dar (in Berghaus, physikalischer Atlas, Karte 59).
Palaearctisches Gebiet.
Arctisches Gebiet. Westerlund i?>) zählt die Faunen von
Grönland und von Island auf.
Scandinavien. Westerlund (1) beschreibt zwei neue Pupen
aus Schweden, Polio nera einen neuen Arion.
England. Sowerby hat eine neue Auflage seines bekannten
Illustrated Index erscheinen lassen. — Arbeiten über einzelne Lokal-
faunen, ohne Beschreibung neuer Arten, veröffentlichten: Ashford,
Bates, Baillie, CoUinge, Cockerell, S. C. und T. D. A., Coles,
Crick, Fenn, Hey, Hudson, James, Kew, Marsh, Marshall,
Melvill, Morgan, Mott, Nelson, Pierson Pollard, Roebuck,
Rogers, Ruddy, Scott, Stander, Taylor, Tomlin, Williams.
Belgien. Raeymackers zählt eine Anzahl im Schlosspark von
Tervueren gesammelter Arten auf.
Frankreich. Servain zählt die Binnenconchylien der Loire
inferieure auf (62 sp., 12 n. sp.). — Locard (3) beschreibt 5 neue
Arten. — Sourbieu bereichert die Fauna von Frankreich um fünf
Arten (1 n. sp.). — Pollonera beschreibt 3 neue Arion.
Iberische Halbinsel. Silva e Castro beschreibt aus Portugal
10 n. sp., Pollonera von ebenda einen neuen Arion.
Ponsonby gibt einen Nachtrag zur Fauna von Gibraltar, wo-
durch Pupa umbilicata und eine Testacella hinzugefügt werden.
Chia zählt die Mollusken der nächsten Umgebung von Gerona
in Catalonien auf (1 n. var.). — Kobelt (17) ist die spanische Ueber-
setzung einer schon im vorigen Jahresbericht erwähnten Arbeit. —
Die Arbeit von Salvanä über die Fauna von Olot in den catalonischen
Pyrenäen ist dem Referenten nicht zugänglich geworden. — Kobelt (4)
berührt auch die Fauna Südspaniens.
Deutschland. Brockmeier (2) zählt einige seltenere Schnecken
von Grevenbrück im südlichen Westphalen auf.
Hocker hat Claus, orthostoma bei Friedrichsroda in Thüringen
gefunden.
Pfeffer (2) hat 10 sp. Binnenconchylien auf Helgoland gefunden.
Bor eher ding gibt einen sechsten Beitrag zur Fauna der nord-
deutschen Tiefebene, der sich namentlich mit den Älollusken einiger
hannoverscher Seen beschäftigt.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 301
Koch fügt zu seiner früheren Liste der Mollusken von Braun-
schweig 10 Arten zu; auch Schumann bereichert die Fauna von
Danzig um eine Anzahl Arten.
Merkel (1) hat Vert. Ronnebyensis Westerl. zum ersten Mal
für Deutschland im Riesengebirge nachgewiesen und bespricht das
Vorkommen von Vert. arctica und anderen nordischen Arten in der
Schneegrube. — Derselbe (2) zählt einige für Schlesien neue Arten
auf (Daudebardia rufa, Clausilia silesiaca, Hil. rubiginosa) und be-
spricht das eigenthümliche Vorkommen von Tichogonia im Brand-
schützer See.
Steiermark. Tschapek zählt die Mollusken des Hochthals
zwischen der Alpe Grimming und Alt-Aussee auf.
Tirol. Gr edler (2) bespricht das Vorkommen von Vert. arc-
tica in Tirol und macht darauf aufmerksam, dass verschiedene nordische
Pupen wie Insekten sich konstant in einer bestimmten Meereshöhe
auf jeder Gebirgsgruppe Tirols finden. — Derselbe (3) berichtet
über eine Exkursion nach dem Grenzgebiet des Val Sella und
den schon auf itaKenischem Gebiet gelegenen Sette Communi.
Der Charakter der Fauna ist weit mehr italienisch als östlich des
Etschthales.
Istrien. Clessin (Ij zählt einige bei Pola gesammelte Arten auf.
Dalmatien. Braun (3) zählt "27 von ihm in Dalmatien ge-
sammelte Arten auf (1 n. sp.).
Ungarn. Brancsik (1 — 3) zählt die Molluskenfauna der Ruine
Löwenstein im jNIarchthal auf und erörtert Vorkommen und Varietäten-
bildung von Pupa dolium und Clausilia dubia im Trencsiner Komitat.
— Die (ungarisch geschriebene) Arbeit von Petrogalli enthält ein
Verzeichniss der Mollusken von Nagy Fatra.
Schweiz. Pearce zählt die Arten auf, die er im Engadin und
über dem Malojapass hinüber im Val Bregaglia gesammelt hat. Für
die meisten Arten sind Höhengrenzen angegeben. Limax agrestis,
Vitrina pellucida, Conulus fulvus, Helix arbustorum, Helix rupestris,
Balea, Cioncella lubrica gehen über 7000' hinauf. — ■ Helix zonata
Stud. wurde noch bei 3G00' gefunden, oberhalb Vicosoprano im Val
Bergel.
Am Stein gibt einen Nachtrag zur Fauna von Serneus (16 sp.).
Italien. Pantanelli zälTlt die Mollusken des Sees von Orbetello
auf. — Platania beschreibt aus Sicilien 1 n. sp. und bespricht
verschiedene andere kritische. — Pollonera (2) zählt aus dem
Natisone-Thal in Friaul 53 Arten auf (3 n. sp.). — Derselbe giebt
eine Aufzählung und anatomische Classification der Mollusken von
Piemont und beschreibt einige neue Nacktschnecken. — Pini ver-
öffentlich eine neue Acme aus der Gegend von Modena, Statuti
einige neue Varietäten von Rom. — Auch Westerl und bringt
einige neue italienische Arten.
302 Dl"- ^^"- Kobelt: Bericht iiher die wissenschaftlichen Leistungen
Sacco behandelt die fossilen Binnenconcliylien von Piemont,
macht aber dabei auch zahlreiche Bemerkungen über lebende Arten.
Corsica. Rolle schildert seine Erlebnisse während einer Sammel-
reise auf dieser Insel.
Sardinien. Westerlund beschreibt 4 neue Pomatias.
Nordafrika. Kobelt (2) behandelt fast ausschliesslich nord-
afrikanische Mollusken. — Derselbe (11) gibt die Diagnosen einer
Anzahl neuer Arten von dort. — Derselbe (4) erörtert eingehend
die geographische Verbreitung der Gruppe Macularia in Nordafrika
und den benachbarten Gebieten.
Letourneux und Bourguignat behandeln hauptsächlich nach
den ausgedehnten Sammlungen des ersteren die Fauna von Tunisien.
Es werden — freilich vom Standpunkt der Nouvelle ecole aus —
473 Arten aufgeführt, davon 256 neu; über die Hälfte der Arten
entfällt auf die Gattung Helix.
Egypten. Der Botaniker Ascherson sammelte nach Reinhard
(1) mehrere frische Exemplare von Lanistes carinatus östlich vom
Suezcanal; sonst kamen nur Formen von Hei. desertorum vor. —
Derselbe (2) bespricht einige von Dr. Matz dort gesammelte Schnecken,
darunter von besonderem Interesse die westlich vom Nilthal an den
Pyramiden gefundene syrische Leucochroa cariosa Oliv.
Persien. Die von Pohlig (cfr. Bericht 1886 p. 00) gegebenen
Notizen über die persische Fauna sind auch im Nachr.-Bl. abgedruckt.
Greta. Maltzan (1) beschreibt 6 n. sp. von dieser Insel,
darunter das erste von dort bekannt gewordene Pomatias.
Kleinasien. Clessin (2) zählt eine Anzahl Mollusken von
Adalia und Smyrna auf (15 sp., keine n. sp.).
Transcaucasien. Böttger (1) beschreibt 2 n. sp. aus Trans-
caucasien.
Kaukasus. Die Nordgrenze der kaukasischen Fauna verläuft
nach Faussek genau mit der Nordgrenze des sarmatischen Kalk-
steins; Planorbis corneus findet am Manytsch seine Südgrenze.
Kaspisches Meer. Dybowski gibt auf Grund der für ver-
schollen gehaltenen Baer'schen Sammlung eine Neubearbeitung der
Gastropoden des kaspischen Meeres. Keine einzige Art ist echt marin
oder mit denen des schwarzen Meeres* oder des Eismeeres identisch,
ihre Analoga finden sich \delmehr in den brakischen Tertiärschichten
Südeuropas; der Reliktencharakter der Fauna wird noch verstärkt
durch das Auftreten der seither nur fossil bekannt gewordenen Gat-
tungen Micromelania und Nematurella. Durch Beschreibung von 15
n. sp. kommt die Zahl der bekannten Arten auf 26, alle klein und
alle dem See eigenthümlich, nur 6 sind Süsswasserarten, die übrigen
brakisch; keine Art ist mit einer tertiären identisch. Bezüglich
der Tiefenverbreitung und Zoneneintheilung schliesst der Verfasser
sich ganz den Ausführungen von Grimm an.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 303
Sibirien. Westerlund (3) zälilt eine Reihe von Lokalfaimen auf.
Amurland. Moiisson (1) zählt auf Grund der Sammlungen des
Entomologen Graeser 35 sp. (6 n. sp) auf, darunter eine Diplommatina
von Wladiwostok, die nördlichste Vertreterin der Familie; chinesischen
Einfluss verrathen auch Helix Arcasiana Crosse und die mit pyrrho-
zona nah verwandte Hei. Graeseri; 16 sp. sind europäisch; 14 an-
scheinend eigenthümlich. — Auch Westerlund (5) gibt ein Ver-
zeichniss der vom Amur bekannten Arten.
Korea. MöUendorff (1) gibt nach den Sammlungen von Dr.
Gottsche eine Uebersicht der Molluskenfauna von Korea (26 sp.,
5 n. sp.). Davon scheinen 10 — 11 eigenthümlich, 10 sind mit Japan
gemein, 3 mit Japan und China, 3 nur mit China. Die Fauna ist,
besonders im Norden, sehr arm. Clausilia und Cyclotus sind auf
den Süden beschränkt.
Japan. Heimburg gibt die Abbildung zweier schon früher von
ihm beschriebenen Arten. — Böttger (3) zählt auch die japanischen
Melanien auf. — W^esterlund (3) erörtert eingehend die Fauna von
Japan nach den Sammlungen der Vega.
Liu-kiu-Inseln. Smith (4) zählt 9 sp. von diesen Inseln, von
Pryer gesammelt auf, darunter eine neue Varietät von Hei. Largillierti,
welche diese Art an die japanische Gruppe der Hei. peliomphala an-
gliedert, und das weitverbreitete Leptopoma vitreum, das hier seine
Nordgrenze erreicht.
China. Gr edler (1) bringt 12 schon früher beschriebene Arten
und 3 n. sp. aus Hensan in der Provinz Hünan zur Abbildung. —
Derselbe (4) zählt 5 n. sp. und zahlreiche neue Fundorte aus
Kiangshi und Hünan nach der Ausbeute des P. Caspar Fuchs auf.
— Derselbe (5) gibt die Beschreibung der Ausbeute des P. Lorenz
Fuchs in Hupe, besonders in dem gebirgigen Theile von Patong
(23 n. sp., 3 n. var.) — MöUendorff (2) gibt eine kritische Revision
der chinesischen Ennea (12 sp., 1 n. sp.). — Derselbe (3) revidirt
die chinesischen Naniniden besonders im Hinblick auf Tryons neue
Eintheilung der Familie (80 sp., 3 n. sp.). — Böttger (3) gibt einen
Nachtrag zu seiner früheren Aufzählung der Melanien aus China
und Japan und bringt die Zahl der bekannten Arten damit auf 30.
— G redler (6) gibt eine sehr dankenswerthe Zusammenstellung
aller aus China bekannt gewordenen Binnenconchylien: die Zahl ist
von 167 in 1882 auf ca. 550 gewachsen, ohne die zahlreichen
Varietäten. — Westerlund (3) zählt von Hongkong zwölf Arten
auf (1 n. sp.).
Sumatra. Smith (1) beschreibt 2n. sp., sowie 3 n. sp. von der
Insel Bodjo, südlich von Nias.
Java. Smith (1) beschreibt einen neuen Geotrochus von Bantam.
Borneo. 2 n. sp. von Nordborneo beschreibt Smith (1).
304 Dl"- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Christmas Island. Die Officiere des Flyiiig Fish sammelten
dort nach Smith (5) zwei Melampns und zwei Succinea (1 n. sp.).
Philippinen. Hidalgo (1 n. 2) gibt die Aufzählung der von
Quadras auf den PhiHppinen gesammelten Conchylien mit Angabe
zahlreicher genauer Fundorte (241 sp., 13 n. sp.). — Durch die Ver-
setzung des Dr. 0. von Möllendorf nach Manila ist für die Fauna
der Philippinen eine neue Aera angebrochen. Seine Verötfentlichungen
(5) schildern zunächst die Umgebung von Manila, dann die Insel
Cebu und die Gegend von Majayjay an der Laguna de Bay; der
Reichthum an neuen Arten, besonders kleineren, die von den seit-
herigen Sammlern übersehen wurden, ist überraschend; auch Diplom-
matina ist zahlreich vertreten.
Hinterindien. Brot beschreibt zwei neue Melanien aus Annam.
— Dautzenberg et Hamonville (1) beschreiben 27 Arten aus
Tonkin (4 n. sp.) und (3) zwei .weitere Novitäten von ebendort. —
Eine Liste von in Tonkin gesammelten Arten gibt auch Jourdy.
Mit ihm kollidirt theilweise die etwas früher ausgegebene Arbeit
von Morlet.
Mabille (2) zählt aus Tonkin 88 Arten auf, davon 59 (und
5 Gattungen) neu.
Die Fauna von Mergui und dem anliegenden Archipel hat eine
eingehende Bearbeitung nach den von Dr. J. Anderson veranstalteten
Sammlungen erfahren durch Martens (6); von den aufgeführten
40 Arten sind die Landschnecken mit einziger Ausnahme der weit
verbreiteten Stenogyra gi'acilis entweder auf Tenasserim beschränkt
oder höchstens noch in den Nachbarprovinzen Pegu, Arakan etc. ver-
breitet. — Bei Singapore sammelte die Vega-Expedition nach Wester-
lund (3) 4 sp.
Sulu- Archipel. Möllendorff (4) zählt die Fauna der zum Tavi-
Tavi-Archipel gehörenden Lisel Bongao nach den Sammlungen des
Botanikers Röbeler auf (12 sp., 5 n. sp.). Die Insel ist wichtig als
letztes Glied der einen von Mindanao nach Nordostborneo hinüber-
führenden Inselkette.
Vorder - Indien. Godwin-Austen behandelt die Gattungen
Diplonmiatina, Alycaeus und Raphaulus (13 n. sp.).
Afrika.
Atlantische Inseln. Guerne (1 und 2) fand als einzige Süss-
wasserbewohner Physa acuta und ein (neues) Pisidium.
Innerafrika. Jousseaume (2) beschreibt eine neue Limicolaria
vom Congo. — Bourguignat (2) veröffentlicht 4 neue Arten aus
dem Ukerewe. — Buisseret, dessen Arbeit mir nicht zugegangen,
bespricht die Molluskenfauna des Tanganyika. — Grandidier zählt
13 Arten aus Usagara und Ukami auf (1 n. gen., 6 n. sp.).
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1S87. 305
Nordostafrika. Pollonera beschreibt 7 n. sp. aus Schoa, Pan-
tanelli eine neue Melanie aus Abessynien.
Südafrika. Mousson (2) hat die von Schinz in Südwestafrika
gesammelten Mollusken bearbeitet. Es sind 11 Arten, davon 8 neu.
— Die südafrikanische Helix globulus bespricht Pfeffer (4).
Westafrika. Poirier beschreibt aus Assinie Estria AUnaudi
n. g. et sp.
Madagascar. Crosse et Fischer (1) beschreiben ein neues
Cyclostoma von dort, Poirier zwei neue Ürocyclus. — Martens (7)
behandelt die Gesammtfauna ; er findet sie besonders charakterisirt
durch das Vorwiegen der grossen Cyclostoma und Helix ^^nd nennt
ihren Gesammtcharakter mehr raalayisch als afrikanisch.
Comoren. Morel et zählt in einem fünften Artikel die von
Herrn Humblot gelegentlich seiner zweiten Reise auf Anjouan und
Gran Comoro gesammelten Arten auf (7 n. sjj.). Die Zahl der von
den Comoren bekannten Arten steigt damit auf 140.
Australien.
Neu-Guinea. Kobelt (8) gibt eine Analyse der neuen Arbeiten
von Brazier und Tapparone und vergleicht die Fauna von Neu-Guinea
mit der der Luisiaden, von Neu-Irland, den Admiralitäts-Inseln und
den Salomons-Inseln, von denen sämmtlich Faunenverzeichnisse ge-
geben werden.
Smith (11) gibt einen Bericht über die von Forbes am Fuss
der Owen-Stanley-Berge gesammelten Mollusken; (7 n. sp.).
Neu-Caledonien. Crosse (2) beschreibt einige neue Arten.
Viti-Inseln. Garrett (1) gibt eine sehr erwünschte neue Zu-
sammenstellung der gesammten Fauna (13 n. sp.).
Samoa. Garrett (2) Zcählt von dieser Inselgruppe 65 bekannte
Arten auf; davon sind 32 auf die Gruppe beschränkt.
Societäts-Inseln. Auch die Fauna dieser Inseln hat Garrett
(3) bearbeitet; es werden 139 Arten aufgeführt, davon 17 n. sp.
Australien. Cooke bespricht die linksgewundenen, seither irr-
thümlich zu Physa gestellten Limnäen und beschreibt 1 n. sp. —
Täte (1) beschreibt 3n. sp. , und (2) 4 Unionen aus Südaustralien.
Neu-Seeland. Adams zählt von den Thames Gold Fields 52 Arten
auf (keine n. sp.).
Amerika.
Nordamerika. Sterki (1) macht Bemerkungen über die Mol-
lusken aus dem Tuscarawas River, Ohio. — Marsh zählt die Mol-
lusken von Mercer County in Illinois auf und gibt interessante Notizen
über Vorkommen und Verbreitung der dortigen Unioniden.
Zahlreiche Einzelangaben über das Vorkommen amerikanischer
Arten finden sich in the Conchologists Exchange.
Arch. f. Natuigescli, Jahrg. 1888. Bd. II. H. 1. 20
30G Dr. W. Kobelt: Beviclit über die wissenschaftlichen Leistungen
Cragin beschreibt einen neuen Unio aus dem Indianerterri-
torium.
Simpson bespricht das Vorkommen von Succinea lineata in
Nebraska.
Pilsbry bespricht die Planorben von Florida. — Sampson
zählt 13 sp. aus Arkansas auf.
Californien. Cooper gibt eine sehr interessante Uebersicht
über die Landsehnecken des Gebietes westlich der Felsengebirge und
ihre geographische Verbreitung.
Centralamerika. Die Unioniden aus Guatemala gehören nach
Martens (5) noch dem nordamerikanischen Faunenkreise an; von
den drei bekannten Arten steht U. Nicklinianus Lea dem ameri-
kanischen complanatus sehr nahe, percompressus n. hat auch ganz
den nordamerikanischen Habitus.
Pfeffer (3) beschreibt eine neue Anisospira aus Mexiko.
Westindien. Böttger (2) führt 4 neue Deckelschnecken aus
Westindien auf.
Südamerika. Jousseaume (2) beschreibt einen neuen Bu-
limus aus Venezuela und errichtet für denselben eine neue Gattung.
Cousin zählt die Mollusken von Ecuador auf (13 n. sp.). Ancey
beschreibt einen neuen Buliminus von den Galapagos.
Jousseaume (1) führt 18 n. sp. aus Ecuador an.
b. Marine Mollusken.
Arktisches Gebiet.
C ollin hat die Ausbeute der Djimphna in der Kara See bear-
beitet und führt 65 Arten auf (2 n. sp.) — Die Bearbeitung der
Vega-Ausbeute durch Aurivillius hat 118 sp. ergeben, darunter
9 n. sp. — Die Ausbeute derselben Expedition von Novaja Semlja
hat eine besondere Bearbeitung durch Stuxberg erfahren (12 sp.
keine n. sp.). — Die deutsche Nordexpedition von 1882 undl883,
deren Ausbeute Pfeffer (8) bearbeitet hat, ergab 11 sp., darunter
ein neues Buccinum.
Nordnorwegen. Krause zählt von Nordnorwegen 157 Arten
auf, von denen er 96 zur arlvtischen, 61 zur borealen Fauna rechnet.
Europaeisches Gebiet.
Kobelt (3) hat seinen Prodromus der schalentragenden euro-
päischen Meeresmollusken zu Ende geführt. Von seiner Iconographie
der Meeresmollusken sind die Lieferungen 6 und 7 erschienen, welche
die Gattung Nassa enthalten und den ersten Band abschliessen.
England. Marshall fügt Scalaria pseudoscalaris Brocchi
(commutata Monteros.) der englischen Fauna zu. — Cundall zählt
die marine Fauna von Lyme Regis auf, Greene die von Filey. —
Smart giebt einen neuen Fundort für Odostomia pallida. — Cockerell
zählt 12 sp. von Cornwall auf.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 307
Deutsche Nordsee. Pfeffer (1) zählt von Helgoland 19 Gas-
tropoden und 13 Lamellibranchiaten auf.
Nordfrankreich. Giard behandelt die Natica und Yelutina
Nordfrankreichs. — Köhler zählt die Mollusken der CanaHnseln auf.
West-Frankreich. Dautzenberg sammelte um Saint-Lunaire
im Dep. Ille et Villaine 154 Arten mariner Conchylien (1 n. sp.).
Furtado beschreibt einen neuen Ommatostrephes von Portugal.
Martens (3j bespricht das Vorkommen von Austern an der
Mündung des Guadiana. — Locard (1) behandelt monographisch
die französischen Bucciniden.
Mittelmeer. Bucquoy, Dautzenberg und DoUfus haben
die Behandlung der Lamelliljranchiaten des Pioussülon begonnen.
Dautzenberg gibt ein Verzeichniss der bei Cannes lebenden
Mollusken. — Pantanelli zählt die Mollusken des brakischen Sees
von Orbetello auf. — Rolle verzeichnet die von ihm in Corsica ge-
drakten Arten. — Marion zählt die in Etang de Berre lebenden
Arten auf.
Atlantische Inseln. Hoyle (3) zählt von den Canaren 8, von
den Capverden 20 sp. auf (keine n. sp.).
Martens (1) gibt eine Uebersicht der Molluskenfauna des Suez-
kanals. Die Einwanderung erfolgt mit auffallender Langsamkeit; es
sind erst 8 Arten vom Mittelmeer und 18 vom rothen Meer ein-
gedrungen, hindurchgedrungen nur drei, Cardium edule und Cerithium
conicum vom Mittelmeer aus und Mytilus variabilis von der anderen
Seite; für die anderen bildet die Schwelle von el Guisr noch immer
ein trennendes Verbreitungshinderniss ; nur zwischen den Timsah-
und Ballah-Seen hat sich die Fauna gemischt. Seit 1882 sind höchstens
zwei Arten (Cardium tenuicostatum und Psammobia rosea) hinzu-
gekommen. - — Die stärkere Einwanderung vom Rothen Meer aus
erklärt Kobelt (12) aus der viel reicheren Fauna desselben und den
ungünstigen Verhältnissen an der vom Nilschlamm bedeckten Mittel-
meerküste.
Westatlantisches ßeieh.
Florida. — Simpson (1) zählt die von ihm in der Tampa Bay
gedrakten Arten auf.
Zahlreiche einzelne Fundortsangaben finden sich zerstreut in the
Conchologists Exchange. Von Interesse ist das Vorkommen von
Pholas truncata an der Küste von Maine, während seither Cap Cod
als Nordgrenze galt.
Heilprin (1) beschäftigt sich zwar hauptsächlich mit den fossilen
Mollusken von Florida, macht aber auch interessante Bemerkungen
über lebende Arten.
Westindische Provinz. Clessin (4) zählt 2 neue Mytilus und
eine neue Modiola aus dieser Provinz auf. — Cooke (1) hat Purpura
patula ganz gleich von beiden Seiten des Isthmus von Panama,
20*
308 I^i"- ^^- Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Inilisclier Ocean.
Argonauta Böttgeri Maltzan ist nacli Smith (6) im indischen
Ocean weit verbreitet und liegt im britischen Museum von Australien,
den Philippinen, Mauritius und den Chagos- Inseln.
Thurston gibt ein vorläufiges Verzeichniss der ^Mollusken von
Ramesvaran (70 sp.).
An der Küste von Tenasserim sammelte Anderson nach j\I ar-
ten s (6) 397 sp. (2 n. sp.), fast sämmtlich weit durch den indischen
Ocean verbreitet, aber manche seither in den Sammlungen selten und
ohne sicheren Fundort.
Brock zählt von Amboina 14 Cephalopoden auf (6 n. sp.).
Ostasiatische Meere. Böttger (5) zählt 29 Arten Rissoina
aus den ostasiatischeu Meeren auf. — Smith (4) hat die sonst zur
pacifisch borealen Fauna gerechnete Volutharpa Perryi noch von den
Liu-kiu-Inseln erhalten.
An Christmas -Island sammelten die Offiziere des Flying Fish
nach Smith (5) 12 marine Arten, davon eine Littorina neu, L. picta,
seither nur von den Sandwichs-Inseln bekannt; Nerita maxima un-
bekannten Fundortes.
Australische Provinz.
Täte (1) beschreibt 21 n. sp. von Südaustralien. — Derselbe
(2) unterzieht die von Südaustralien angeführten Lamellibranchier
einer Revision und erkennt 106 Arten an. — Brazier erörtert
Synonymie und Verbreitung der südaustralischen Trochiden. —
Gatliff zählt eine Anzahl an der Küste von Victoria vorkommender
Arten auf, Wilson die von Port Philip.
Cheeseman führt 241 Arten aus den Gewässern von Auckland
auf Neuseeland an (keine n. sp.).
Antarctische Provinz. Die von der deutschen Station 1882
und 1883 an Südgeorgien gesammelten Arten haben Martens und
Pfeffer bearbeitet. Es sind 46 Arten, welche sich auf 27 Gattungen
vertheilen. Von den Gattungen sind 6 neu, 3 weitere rein antarktisch,
die übrigen kommen auch im Norden vor.
2. Systematik.
a) Cephalopoda.
«. Octopoda.
Argonautidae.
Smith (6) gibt genauere Notizen über Argonauta Böttgeri Maltz., der in
den indochinesischen Meeeren und an Australien ziemlich verbreitet ist,
Octopodidae.
Octopus (L.) elegans n. Brock (1) pag. 597, amboinensis n. id. p. 598
Machikii n. id. pag. 601 t. 1'6 f. 1, 2, inconspicuus n. id. pag. 603 t. 16 f. 4, pulcher
n. id. p. 607, sämmtlich von Amboina; robustus n. Neusüdwales, Derselbe (2)
pag. 317.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 309
ß. Dekapoda.
1. Mi/ojisida.
Sepioliui.
Euprymna n. gen. für luioteuthis Morsei Verill und I. bursa Pfeffer;
Steenstrup.
Semirossia n. gen. für Eossia tenera Yerill und R. patagonica E. Ä. Smith;
Steenstrup.
Sepiola (Sehn.) Petersii n. Mittelmeer; scandica u. Nordsee; Steenstrup.
2, Aefjopsida.
0 m m a s t r e p h i n i.
Architeuthis (Ststrp.) Kirkii n. Neuseeland; Robuon p. 155. — Oramato-
strephes (Lov.) Caroli n. Portugal; Furtado.
b) Pteropoda.
Pelseneer (1) in seiner Bearbeitung der von dem Challenger gesammelten
Gymnosomen erklärt Dexiobranchaea für die primitivste, Halopsyche für die am
meisten modificirte Gattung; er erhebt Clionopsis zu einer eigenen Familie,
Folgende Arten, sämmtlich aus dem stillen Ocean, beschreibt er als neu:
Clionopsis (Troschel) modesta n. p. 37 t. 3 f. 2 ; — Dexiobranchaea (Boas)
rainuta n. p. 16 t. 1 f. 2; — Notobranchaea (Pels.) inopinata n. p. 40 t. 3 f. 5. 6.
— Pneumoderma (Cuv.) Boasi n. p. 30 t. 2 f. 3; — Pn. Souleyeti n. p. 30 t. 2 f. 6.
c) Gastropoda.
I. Prosobranchia.
A. Pectinibranehia.
a) Proboscidifera.
Muricidae.
Cuma (Swains.) wird von Cooke (4) zu den Muriciden gestellt, aber auf
C. tectum Chemn. beschränkt; der Name ist nach Hoyle (2) schon früher bei
den Crustaceen vergeben.
Trophou (Montf.) cinguliferus u. Süd-Georgien; Härtens et Pfeffer p. 70
t. 1 f. 2 ; fusulus (Murex) Brocchi zum erstenmal nach lebenden Exemplaren ab-
gebildet und nach der Zungenbewaffnung hierherverwiesen; Kobelt (1) p. 165
t. 28 f. 25—25.
Buccinidae.
Buccinum (L.) Sarsii u. Cumberlaud Sund; Pfeffer (8) p. 40 f. 3; — Boasii
n. Kara See; Collin p. 464 t. 40 f. 6; — angulosum v. laeve n. Arctisches Meer;
Anrivillius p. 336. —
Nassidae.
Nassa (Lam.) Watsoni n. Madeira; Kobelt (1) p. 151 t. 26 f. 5. 6. —
Neptuneidae.
Neptunea (Bolt.) decipiens n. Nördliches Eismeer; Anrivillius p. 377
t. 13 f. 4.5. —
Sipho (Kl.) turritus n. Nördliches Eismeer; Anrivillius p. 365 t. 13 f. 10
— olivaceus n. ibid., id. p. 366. —
310 Dl'- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Euthria (Gray) comüus u. Nördliches Eismeer; Aurivillius p. 354 t. 13
f. 6. —
Fasciolariidae.
Fusus (Lam.) Pricei nom. nov. für Fusus corinüentus Smith nee Conrad;
Smith (7) p. 237. —
Mitridae.
Mitra (L.) pellncida n. Süd-Austalien; Täte (1) p. 63 t. 4 f. 13.
Turbinellidae.
Liostoniia ? georgiana n. Süd-Georgien; Martens et Pfeffer p. 98
t. 2 f. 9. —
Volutidae.
Sowerby (2) vereinigt Guivillea alabastriua Watson und Provocator pulcher
Wats. (als Volnta provocator) wieder mit Voluta und zählt 102 sp. auf.
Scalariidae.
De Boury (2) errichtet folgende neue Untergattungen:
1. Parviscala, Typus Sc. Algeriana Wkfl'.
2. Gyroscala, — Sc. commutata Mtrs.
3. Pliciscala, — Sc. Gouldi Desh. (fossil)
4. Crassiscala, — Sc. Francisi Caill. (fossil)
5. Tenuiscala, — Sc. Laubrierei de Boury (fossil).
6. Cerithiscala, — Sc. primula Desh. (fossil)
7. Foratiscala, — Sc. cerithiformis Wat. (fossil)
8. Littoriniscala, — Sc. Lapparenti de Boury (fossil)
9. Coniscala, — Sc. Auganensis Ryckh. (fossil)
Sc. Smithii nom. nov. für Sc. miranda Smith nee A. Ag. ; Jeffr'eysi nom.
nov. für Sc. tenera Jeffr. nee H. Ad , Tryon (1) p. 60.
b) Toxoglossa.
Cancellariidae.
Admete (Kroyer) cancellata n. Japan; Kobelt (9) p. 12; id. Mart. Ch. II
t. 24 f. 14. — Derselbe (15) zählt 21 lebende Arten der Gattung auf.
Cancellaria Lam. Löbbecke (2) beendet im Martini -Chemnitz die sehr
hübsch ausgestattete Monographie der Gattung. — Derselbe (1) zählt die
95 lebenden Arten der Gattung auf. — Jousseaume (3) zerspaltet die Gattung,
die er in der Nähe von Buccinum gestellt haben will, in zahlreiche neue Gattungen.
Neu Bivetia Mariei unbekannten Fundortes ; — Narona Hidalgoi desgleichen ; —
Ventrilia ventrilix (= C. Stimpsoni bei Löbbecke). — Die neuen Gattungen und
ihre Typen sind: Bivetia für C. cancellata L. ; — Bivetopsia für C. chrysostoma;
— Bonellitia für C. Bonellii Br. (fossil) ; — Brocchiniana für C. mitraeformis
Br. ; — Calcarata für C. calcarata Br. (fossil); — Gulia für C. acutangula Faujas
(fossil); — Nevia für C. excavata Sow.; — Ovilia für C. Cumingiana Petit; —
Scalptia für C. articularis Sow. ; — Solatia für le Solat Adans. ; — Sveltia für
C. varicosa Br. (foss.). — Tribia für C. Angasi Crosse; — Uxia für C. angulata
Watson; — Ventrilia für C. bullata Sow.
Conidae.
Conus (L.) Milesi n. Maskat, Arabien; Smith (8) p. 244. — sydneyensis
n. Port Jackson; Sowerby (2) p. 260 f. 694. Das Supplement zu der Sowerby'schen
Monographie bringt die Artenzahl auf 534. —
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 31]
Pleiirotomidae.
Bela (Leach). — Kobelt (18) schlie.sst die Monographie der Gattung ab
und zählt 50 sp. auf.
Mangelia (Leach) antarctica n. Südgeorgien; Martens und Pfeffer
p. 74 t. 1 f. 5. —
Pleurotoma (Lam.) Beringi n. Beriugsmeer; Auri villi us p. 377 t. 13 f. 3.
Raphitoma (Bell.) Powisi n. ßecluz mss., französische Küste; Dautzen-
berg (1).
c) Kostrifera.
C e r i t h i i d a e.
Ceratophilus n. gen. für Cer. laeve Quoy; Bouvier (Auch die Anatomie
wird gegeben).
Cerithidea (Sw.) tonkiuiana n. Tonkin; Mabille (2) p. 158.
Cerithium (Ad.) Brazieri n. Australien; Tryon (1) p. 142 t. 26 f. 16; —
georgianum n. Süd-Georgien; Martens et Pfeffer p. 97 t. 2 f. 7.
Trichotropidae.
Trichotropis (Brod.) solida u. Nördliches Eismeer; Aurivillius p. 328
t. 12 f. 6.
Melaniidae.
Melauia (Lam.) Brauniana n. Gr edler (1) p. 287 1. 11 f. 29. .30. — diminuta
n. id. p. 288 t. 11 f. 31 Hünan, China; — Hamonvillei n. und Beaumetzi n.
Tonkin. Brot p. 32. 34; — supralirata n. Priuce of AVales Island, Torresstrasse;
Smith (7) p 237. -
Fischer (1) unterzieht die Gattungen in welche Bowdich 1822 die
Lamark'sche Gattung Melania gesondert, einer kritischen Untersuchung. Melantho
bleibt auch ihm zweifelhaft, da Bowdich seinen Typus ausdrücklich als marin
und weiss bezeichnet; — Melanella ist sicher eine Eulima, es ist zu unterdrücken,
ebenso Melanella Swainson = Amphimelania Fischer, und Melaniella L. Pfr., für
welche der Name Prichardiella vorgeschlagen wird; — Melanamona wandert in
die Synonymie von Faunus Montf. , dagegen erhält Melanatria den Vorzug vor
Pirena Lam.
Caspina n. gen., hydrobienartig, sehr klein, glatt oder spiralgestreift, mit
6 — 7 wenig gewölbten langsam zunehmenden Windungen, Mundsaum scharf,
Ränder durch eine starke Spiudelscheibe verbunden, Aussenrand oben an der
Naht etwas zurückgebogen, dann vortretend, unten ausgussförmig, Deckel — ? >—
Dybowski p. 34. Alle Arten aus dem caspischen Meer; Baerii n. id. p. 36
t. 3 f. 4; — Pallasii n. id. p. 37 t. 3 f. 3; — Gmelinii n. id. p. 37 t. 3 f. 7; —
Ulskii n. p. 38 t. 3 f. 8; — Grimmii n. p. 39 t. 3 f. 5; — Orthii n. id. p. 40 t. 3
f. 6; — Kowalewskii n. p. 40 t. 3 f. 9. —
Clessinia n. gen., kegelförmig, fein geritzt, dickschalig, mit 6 — 7 gewölbten,
langsam und regelmässig zuneiimendeu, durch eine tiefe Naht geschiedenen Um-
gängen, Mündung eiförmig, Mundsaum nicht verdickt; Ränder verbunden,
Spindelscheibe sehr stark; Aussenrand gegen die Naht sehr zurückgezogen, dann
in der Mitte stark bogig vortretend, Mündung unten ausgussförmig; Typus
Paludina variabilis Eichw. — Dybowski p. 41; — Martensii n. kaspisches
Meer, pag. 43 t. 2 f. 5. —
312 Dl'- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Melanopsis (Fer.) olivula n. Südtunis; Letourneux et Bourguignat
p. 156; — Doumeti n. ibid., iid. p. 157; — Latastei n. ibid., iid. p. 158; —
Duveyrieri n. ibid., iid. p. 160. —
Micromelania (Brus.) Dybowski stellt 6 Arten aus dem kaspischen Meer
zu dieser nur fossil aus Kroatien und neuerdings auch aus der Krim bekannten
Gattung. — Grimmi n. p. 27 t. 1 f. 2; — elegantula n. id. p. 33 t. 1 f. 7; —
turricula n. p. 34 t. 1 f. 3. --
Littoriuidae.
Littorina (Fer.) granicostata n. Christmas Island; Smith (5) p. 519 f. 2;
— rubropicta n. King Islands Bay, Mergui; Martens (6) p. 170 t. 16 f. 2. —
Laevilitorina n. subgen. für L. caliginosa Gould; Martens et Pfeffer
p. 81; — venusta n. iid. p. 81 t. 1 f. 9; — pygmaea n. iid. p. 82 t. 1 f. 10; —
granum n. iid. p. 83 t. 1 f. 10; — umbilicata n. iid. p. 84 t. 1 f. 12, sämmtlich
Südgeorgien.
Leroya n. gen. für zwei litorina-artige Formen, die aber links gewunden
sind und einen abweichenden Deckel haben, L. Bourguignati und L. Chaer-
metanti, aus Aequatorialafrika; Grandidier p. 91.
Pellitorina n. subg. für Lit. setosa Smith und L. pellita Mts. von Süd-
georgien, durch dünne Schale und eigenthümliche Epidermis ausgezeichnet;
Martens et Pfeffer p. 77 (t. 1 f. 6.7).
Solariidae.
Solarium (Lam.) Tryoni n. Marschall mss., Tryon (1) p. 10 t. 2 f. 28. 29. —
Truncatellidae.
Truncatella (Risso) aveuacea n. Viti Inseln; Garrett (1) p. 301.
Rissoidae.
Eissüina (d'Ürb.) subfirmata (Schwartziella) Hongkong; Böttger (4) p. 126
t. 6 f. 1; — (Phosinella) Schmackeri n. ibid., id. p. 128 t. 6 f. 2; —
Cingula (Flem.) Mörchii n. Kara-See; Collin p. 454 t. 40 f. 5.
Rissoa (Frem.) georgiana n. Südgeorgien, Martens et Pfeffer p. 92 t. 2
f. 3. -
Skenella n. gen. für Sk. georgiana n. Südgeorgien, ausgezeichnet durch
niedergedrücktes genabeltes Gehäuse mit einfachem zusammenhängendem Mund-
saum. Deckel subspiral mit einem grossen zum Nucleus senkrecht stehenden
Fortsatz; Martens et Pfeffer p. 96 t. 2 f. 6. —
Stossichia (Brus.) = Isseliella (Nev.) — Böttger (5) zählt die bekannten
Arten auf (9spec. viv. , 4 spec. foss). Neu: multiciugulata n. Miocän, Lapugy,
p. 142 t. 6 f. 3; — semicostulata n. ibid., id. p. 143 t, 6 f. 4; — costata n. ibid.,
id. p. 144 t. 6 f. 5. -
Valvatidae.
Valvata (Müll.) mergella n. Alaska; AVesterlund (3) p. 209 t. 5 f. 22. —
Paludinidae.
Amnicola (Hald.) singularis n. Gabes; Letourneux et Bourguignat
p. 142; — oudrefica n. Oase Udref; iid. p. 148; — paradoxa n. ibid., iid. p. 143;
— subscalaris n. Gabes; iid. p. 144; — bythinopsis n. ibid., iid. p. 144; — saha-
rica n. Saharaoasen; iid. p. 144; — sterea n. Tunisien, iid. p. 140; — globulina;
n. Feriana, Zaghuan; iid. p. 147; — Doumeti n. Tala; iid. p. 147: — Barattei
an. Nefzaou; iid. p. 147; — ragia n. Kariz; iid. p. 148. —
im Gebiete der Malakologie wälireiid des Jahres 1887. 313
Bourguiguat (1) hat die Gattungen der kleinen Paludiniden mit spiral
gewundenem Deckel einer Revision unterworfen und erkennt Paludestrina,
Amnicola, Bythinella, Belgrandia, Peringia, Maresia, Trachisma, Bythiospeura
und Paulia als berechtigt an, während alle anderen, besonders Hydrobia, Leachia,
Paludinella, Vitrella, Littorinella, Littoridina, Microna, Thermhydrobia, Pseud-
ammicola, Frauenfeldia, Avenionia in die Synonymie verwiesen oder einfach
kassirt werden.
Bythinia (Leach) Hagenmülleri n. Bona, Bizerta; Letourneux et
ßourguignat p. 141 ; — puuica n. Hagenmüller mss., ibid., iid. p. 141; — Tryoni
n. = australis Smith nee Tryon, Victoria River, Australien; Smith (7) p. 236;
— tumida n. Ceylon, Westerlund (.3) p. 211 t. 5 f. 23.
Bythinella (Moq. Tand.) limnopsis n. Zaghuan ; Letourneux et Bour-
guiguat p. 149; — mauritanica n. Zaghuan; iid. p. 149; — microcochlia n. Ued
Melah, Südtunis ; iid. p. 149 ; — punica n. Enfida, Tunis ; iid. p. 150. —
Bytbiospeum (Bgt.) ? Tellinii n. Priaul; Polllonera (,3) p. 205 t. 6 f. 14.
Digyreidum (Bgt.). Letourneux zählt die bekannten Arten auf xxnd
beschreibt als neu D. Renei n., corcyrense u. , Servainianum n. und viride n.,
sämmtlich von Corfu.
Gabbia (Tryon) ist nach Smith (7) p. 235 nicht als Gattung haltbar; der
angegebene Unterschied von Bythinia im Deckel existirt nicht. —
Horatia n. gen. Bourguignat, aus Quellen in Dalmatien, Bosnien und
Nordalbanien, sehr klein, mit nur 3 — 4 Umgängen, eingedrückter Naht, sehr
schiefer gerundeter Mündung, zusammenhängendem, geradem, scharfem Mundsaum,
grobem, verdicktem, zurückgebogenem und zurückweichendem Spindelrand;
Deckel hornartig, durchsichtig, purpurroth, mit 3-4 langsam zunehmenden
Spiralen und fast centralem Nucleus ; — klecakiana n. Dalmatien, id. p. 49 f. 18
— 21; — obtusa n. ibid., id. p. 50 f. 22, 23; — fontinalis n. ibid., id. p. 50 f. 16, 17;
— albanica n. ibid., id. p. 51 f. 6, 7; — Servaini n. Serajevo, id. p. 52 f. 8, 9;
— palustris n. Dalmatien, id. p. 53 f. 14, 15; — verlikana n. ibid., id. p. 54, f. 12,
13; — obliqua n. ibid., id. p. 54 f. 10, 11; — praeclara n. ibid., id. p. 55 f. 2, 3.
Hydrobia (Hartra.) cristella n. Kiangshi, China; Gr edler (4) p. 173;
— minutoides var. Pnchsi n. ibid., id. p. 174; — Grimmi n. Clessin mss, := stagnalis
Gr. nee L., kaspisches Meer; Dybowski p. 55 t. 3 f. 2; — Savesii n. Neu-
Caledonien; Crosse p. 304; — georgiana n. Südgeoi'gien; Martens et
Pfeffer p. 91 t. 2 f. 2. —
Nematurella (Sdbgr.). Zu dieser seither nur fossil bekannten Gattung
rechnet Dybowski Byth. Eichwaldi Kryn. und Rissoa conus Eichw. und beschreibt
als neu Sieversii p. 45 t. 2 f. 1 ; alle aus dem kaspischen Meer.
Nematura (Bens.) ceylouica n. Ceylon; Westerlund (3) p. 216 t. 5 f. 25.
Paludina (Lam.). Eine Form, welche sich von P. diluviana Kunth in keiner
Weise unterscheiden lässt, findet sich lebend in der untersten Donau und bei
Tuldscha in der Dobrudscha; vielleicht gehört Vivipara subfasciata Bgt. hierher;
Neumayr; — lirata n. Südaustralien; Täte (1) p. 63 t. 4 f. 6. —
Paludestrina (d'Orb.) meca n. Gabes; Letourneux et Bourguignat
p. 151 ; — Cossoni n. Keriz; iid. p. 151 ; — mecyna n. Nefzaoua; iid. p. 152; — oxitata
n. ibid., Zaatcha; iid. p. 152; — vitracea n. Oued Serog; iid. p. 153; — forum-
juliana n. Friaul; Polion er a (3) p. 206 t. 6 f. 15, 16. —
314 r)'"- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Periugia (Palad.) punica n. Nefzaoua; Letourneux et Bourguignat
p. 154; — paradoxa n. ibid., id. p. 155; — solitaria n. ibid., iid. p. 155; — admira-
bilis n. ibid., iid. p. 156. —
Stenothyra (Bens.) exilis n. Kiaugshi, China; G redler (4) p. 172.
Streptociouella u. gen. für eine eigenthümliche , au Lacuna und Volutaxis
erinnernde kleine Schnecke mit dünner Epidermis und nicht zusammenhängendem
Mundsaum, Str. singularis n. von Süd-Georgien; Marteus et Pf effer p. 99
t. 2 f. 8. —
Zagrabica (Brus.) Brusiniana n. kaspisches Meer; Dybowski p. 52 t. 2 f. 7,
die erste lebende Art der Gattung.
Ampullariidae,
Lanistes (Montfort) sculptus n. Usambara; Märten s (2) p. 97. —
Ampullaria (Lam.) occidentalis n. Ivunene, Südwestafrika; Moussou (2)
p. 299 1. 12 f. 9; — decocta n. Tonkin, Mabille (2) p. 155; — Cousini n. Ecuador;
Jousseaume (1) p. 185 t. 3 f. 3; — puntaplaya n. ibid., Cousin p. 278 t. 4 f. 2;
Reyrei n. ibid., id. p. 279 t. 4 f. 7. —
B. Scutibranehia.
Trochidae.
Isanda (Ad.) pulchella A. Ad. zum erstenmal abgebildet bei Marteus (6).
Photiuula (Ad.) Ringei n. Lemaire Str. Pfeifer in Pfeffer et Marteus
p. 197 t. 16 f. 5. —
Trochus (L.). Brazier erörtert die Synonymie von 12 südaustralischen
Ti'ochusarten.
Neritidae.
Nerita (Kl.). Marteus (7) beginut die Monographie der Gattung und
unterscheidet folgende Untergattungen: 1. Theliostyla Mörch; —2. Cymostyla n.;
— 3. Pila Klein; — 4. Tenare Gray mit den Untergattungen Peloronta Trosch.
und Ilynerita n.; — 5. Nerita s. str.; — 6. Amphinerita n. ; — 7. Heminerita n.
— N. incurva u. Mozambique id. p. 50 t. 8 f. 14 — 16. —
Neritina (Lam.) deficiens n. Tonkin; Mabille (2) p. 160. — (Clithon)
Nordquisti u. Japan; AVesterlund (3) p. 221 t. 5 f. 24. —
IL Opisthobranchia.
a) Tectil)rauchia.
T 0 r u a t i n i d a e.
Utriculus (Brown) antarcticus n. Süd-Georgien; Martens et Pfeffer
p. 109 t. 3 f. 5. —
Philinidae.
Philine (Asc.) pokris u. Nördliches Eismeer; Aurivillius p. 371 t. 12
f. 21, 22, t. 13 f. 18. —
1)) Nudibraiicliia.
Aeolididae.
Aeolis (Cuv.) Schraderi n. Süd-Georgien; Martens et Pfeffer p. 110
t. 3 f. 7; — antarctica n. ibid., iid. p. 111 t. 3 f, 8; — georgiana n. ibid., iid. p. 112
t. 3 f. 9.
Tritouiadae.
Tritonia (Cuv.) antarctica u. Süd-Georgien; Martens et Pfeffer p. 112
t, 3 f. 6; — psoloides n. Nördliches Eismeer; Aurivillius p. 373 t. 13 f. 20. —
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 315
Dorididae.
Doris (L.) sibirica (Adalaria) n. Sibirische Küste, Aurivillius p. 372
t. 13 f. 19. —
III. Neiirobrancliia.
Aciculidae.
Acicula (Hart) elegantissiina (Acine) n. Modena; Pini.
Assimraeidae.
Assimmea (Fleiii.). Böttger (6) gibt einen vollständigen kritischen Katalog
dieser Gattung; anerkannt werden 75 lebende (7 n.) und 4 fossile Arten, aus-
geschieden 21 seither hierher gerechnete ; sie werden in 13 Gruppen getheilt.
Neu: anamitica nora. nov. für elegans Wattebl. nee Palad., p. 158; ~ Californica
n. Cooper mss. Californien, p. 165; — Hessei n. Banana, Congo; p. 180 t. 6 f. 7,
— MöUeudorffi n. Macao; p. 190 t. 6 f. 10; — Philippinica n. Manila, p. 194; —
Schmackeri n. Hongkong, p. 201 t. 6 f. 9; — Sienae n. Woods mss., Tasmanien,
p. 202 t. 6 f. 8; — subeffusa n. Hongkong, p. 205 t. 6 f. 11; — subovata n. =
ovata Pease nee Krauss = Moussoni Nevill nee Issel, Hervey-Inseln , p. 206; —
castanea n. Japan, Westerlund (3) p. 209 t. 5 f. 26.
Acmella (Blfd.) polita n. Luzon; Möllendorff (5) p. 301.
Cyclotidae.
Alycaeus (Gray) tomotrema n. Majayvay, Luzon; MfJlleudorff (5) p. 298;
— helicodes n. China; Gredler (5) p. 365; — excisus n. Bongao; Derselbe (4)
p. 287; — damsangensis n. Bhutan Hills; Godwin Austen p. 192 t. 43 f. 3; —
Chenneli n. Naga Hills; id. p. 192 t. 48 f. 2; — brahma n. Brahraakund, id.
p. 195 t. 48 f. 3; — requiescens n. Tonkin; Mabille (2) p. 151 t. 3 f. 11, 12. —
Anceyi u. ibid. , id. p. 151 t. 3 f. 14, 15; — diplochilus n. Perak; Möllendorff
(7) p. 310; — oligopleuris n. ibid., id. p. 310; — microdiscus n. ibid., id. p. 311;
— parvulus n. ibid., id. p. 311; — microconus n. ibid., id. p. 311. —
Cyathopoma (Blfd.) philippinense (Jerdonia) n. Manila; Möllendorff (5)
p. 95 t. 4 f. 4.
Cyclotus (Guildg.) Hungerfordianus n. Perak, Möllendorff (7) p. 306;
— portoricensis n. Portorico; Böttger (2) p. 101 t. 4 f. 1 — 3. —
Dasytherion n. gen. für vollkommen scheibenförmig aufgewundene , weit
genabelte Arten mit behaarter Epidermis und einfachem, stumpfem Mundsaum;
Mabille (2); — tonkinianum n. Tonkin, id. p. 140 t. 4 f. 1, 2; — Locardi n.
ibid., id. p. 141 t. 4 f. 3. —
Opisthotoma (Blfd.). — Ancey (1) errichtet für 0. Paulucciae und Ü. pera-
kensis die neue Untergattung Gyrostropha.
Pterocyclus (Bens.) Berthae n. Tonkin; Dautzenberg et HamonviUe.
Pupinidae.
Pupina (Vign.) gracilis n. Cebu; Möllendorff (5) p. 245 t. 7 f. 3; —
illustris n. Tonkin; Mabille (2) p. 136 t. 4 f. 11; — exciamationis n. ibid., id.
p. 137 t. 4 f. 12.
Hybocystis (Pfr.) Crossei n. Tonkin; Dautzenberg et HamonviUe p. 220
t. 8 f. 4; — Rochebruni n. ibid., Mabille (2) p. 138 t. 2 f. 12, 13.
Rhaphaulus (Bens.) assamica n. Brahmakhiind ; Godin Austen p. 201
t. 47 f. 2.
316 Dl'- W. Kobelt; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Diplommatinidae,
Diplommatina (Bens.) amurensis n. Wladiwostock; Mousson (1) p. 23 t. 1
f. 7; — (Palaina) Quadrasi n. Manila; Möllendorff (5) p. 92 t. 4 f. 1 ; — (P.)
saxicola n. ibid. , id. p. 93 t. 4 f. 2; — Böttgeri n. ibid., id. p. 95 t. 4 f. 3; —
cebuensis n. Cebu; id. p. 250 t, 7 f. 7; — rupicola n. ibid., id. p. 251 t. 7 f. 8; —
(Sinica) Kochiaua n. ibid., id. p. 252 t. 7 f. 9; — (S.) microstonia n. ibid. , id.
p. 253 t. 7 f. 10; — (S.) irregnlaris n. ibid., id. p. 253 t 7 f. 11; - (Palaina?)
chry.salis u. ibid., id. p. 254 t. 7 f. 12; — (P. ?) Uligensis n. ibid., id. p. 255 t. 7
f. 13; — Roebeleni n. Luzon, id. p. 287; — inermis n. Hupe, China; Gr edler (5)
p. 366; — cristata n. ibid., id. p. 367; — futilis n. ibid., id. p. 368; — occidentalis
n. Trinidad; Godwin Austen p. 173 t. 45 f. 8; — Theobaldi n. Himalaja, id.
p. 174 t. 49 f. 11; — daflaensis n. ibid., id. p. 174 t. 45 f. 4; — saltaensis n.
Cachar Hills, id. p. 178 t. 45 f. 0; — silvicola n. ibid., id. p. 178 t. 45 f. 3; —
henzadaensis n. Pegn, id. p. 179 t. 46 f. 0; — exserta n. Mulniein, id. p. 184
t. 49 f. 2; — edentula n. ibid., id. p. 185 t. 49 f. 7; — nicobarica n. Nicobaren, id.
p. 185 t. 46 f. 7; - caualiculata u. Perak; Möllendorff (7) p. 312; —
Arinia (H. et A. Ad.) holopleiiris n. Cebn; Möllendorff (5) p. 247; —
minutissima n. ibid., id. p. 248 t. 7 f. 4; — devians n. ibid., id. p. 248 t. 7 f. 5;
— costata n. ibid., id. p. 249 t. 7 f. 6. —
Cyclophoridae.
Cyclophorus (Moutf.) Barandae u. Batan, Philippinen; Hidalgo (1) p. 36
t. 2 f. 1; — anrantiacus v. Nevilli n. p. 159 t. 14 f. 1, 2; var. Reevei n. ibid. pl. 15
f. 3, 4; var. Andersoni u. ibid. f. 5, 6. Tenasserim; Marteus (6); — pernobilis
Gould, nialayanus Beuson == aurantiacns var. id. ibid. p. 157. — zebrinus Beuson
V. ambiguus n. id. p. 160 pl. 15 f. 9; — unicns n. p. 143, dodrans n. p. 144 t. 3
f. 13, tetrachious n, p. 145, sämmtlich aus Tonkiu; Mabille (2), — Antonii n.
Ecuador; Cousin p. 271 t. 4 f. 4. —
Cyclotopsis (Blfd.) horrida n. Anjouan, Comoren; Morelet (1) p. 290
pl. 9 f. 3. —
Leptoponia (Pfr.) bodjoensis n. Bodjo, Batu- Archipel, südlich von Nias;
Smith (1) p. 220 t. 9 f. 14, 15; - Whitelieadi u. Nordborneo; id. p. 221 t. 9
f. 12, 13. —
Scabrina (Blfd.) Möllendorffi n. China; Gredler (5) p. 302.
Lagocheilus (Theob.) eiliger n. Kiangshi, China; Gredler (4) p. 171; —
Böttgeri n. Cebu; Möllendorff (5) p. 243 t. 7 f. 1; — .subcarinatus n. ibid., id.
p. 243 t. 7 f. 2 ; — omphalotropis n. Luzon, id. p. 297; — Quadrasi n. ibid., id.
p. 298; — teuuipiiis n. Hupe, China; Gredler (5) p. 364; — Hageumülleri n.
Tonkin; Mabille (2) p. 147 t. 4 f. 14; — medicans n. ibid., id. p. 148; —
quinqueliratus n. Bongao; Möllendorff (4) p. 286. —
Cy clostomidae.
Cyclostoma (Laiu.) eustolum n. Madagaskar; Crosse et Fischer p. 227. —
Rochebrunia (Bgt.) Delmaresi n. Ukerewe; Bourguignat (2) p. 209; —
Letourneuxi n. Ancey niss. ibid., id. p. 270; —
Pomatiidae.
Pomatias (Stud.) Kleciaki u. Lesina; Braun (3) p. 110; — cretensis n.
Creta; Maltzan (1) p. 119. — Belloiri n. Thaya, Zaglman; Letourneux. et
Bourguignat p. 135; — Latasteanus n. Djebel Rsas; iid. p. 135; — tune-
im Gebiete der Malakologie -während des Jahres 1887. 317
tanus n. Nordtuiiis; iid. p. 136; euristoina n. ibid., iid. p. 137; — cyclonixius u.
Zaghuan; iid. p. 137; — Rogeri n. Kef el-Hanneck, Tunis; iid. p. 138; — cuneus n.
Nordtunis, iid. p. 138; — monticola n. Nordtunis, iid. p. 139; — Doumeti n.
Djebel Bu Kornein; iid. p. 139; — punicus n. Dj. Rsass; iid. p. 140; — apostata n.
Sardinien; "Westerlund (2) p. 16; — sardous n. Maltzan luss., ibid., id. p. 16;
— Maltzani n. ibid., id. p. 17; — perdix n. ibid., id. p. 17.
Helicinidae.
Helicina (Lam.) cyrtopoma n. Luzon; Mülle ndorff (5) p. 302; — Alrici u.
und Mondaini n. Neu-Caledonien; Crosse ( ) p. 303; — uovoguineensis n. Neu-
guinea, Smith (11) p. 425 t. 15 f. 11; — solitaria n. ibid., id. p. 425 1. 15 f. 10;
— Pohliana n. Viti-Inseln; Garrett(l) p. 313; — consors n. Marquesas, Der-
selbe (3) p. 41; — versilis n. Ancey uiss. ibid., id. p. 42; — decussata n. Haiti;
Böttger (2) p. 102 t. 4 f. 8; — wölffi n. ibid., id. p. 102 t. 4 f. 9; - Goldfussi
n. Dominica, id. p. 103 t. 4 f. 10.
Trochatella (Swains.) Nogieri n. Toukiu; Dautzenberg et Hamonville
(2) p, 301.
Proserpinidae.
Proserpinella (Alb.) Cousini n. Ecuador; Jousseaume (1) p. 181 t. 3 f. 15. 16.
Hydrocenidae.
Georissa (Blfd.) subglabrata n. Manila; Möllendorff (5) p. 96 t. 4 f. 5; —
rufescens n, Majayvay, Luzon; id. p. 303; — conspicua n. Tonkin; Mabille (2)
p. 152; — Poirieri n. ibid., id. p. 153.
IV. Pulmonata.
Agnatha.
Ennea (Ad.) micropleuris n. Hunan, China; Möllendorff (2) p. 28; —
(Huttonella) sericina n. Manila; Derselbe (5) p. 96; — (Diaphora) tuba n.
Cebu; id. p. 257 t. 7 f. 14. 15; — (D.) Quadrasi n. ibid., id. p. 259 t. 8 f. 1; —
phanerodon n. Gran Comoro ; Morelet (1) p. 288 pl. 9 f. 8; — bulimiformis n.
tropi;jches Afrika; Gran di die r p. 188.
Ammonoceras (Pfr.) cyclina n. Ecuador; Cousin p. 245 t. 4 f. 6; — Lyzarza-
buryi n. ibid., Jousseaume (1) p. 174 t. 4 f. 17.
Guestieria (Crosse). Diese südamerikanische Gattung, welche Tryou zu
Paryphanta stellt, gehört nach Crosse (1) dem Gebiss nach zu den Testa-
cellideu; — Locaidi n. Ecuador; Jousseaume (1) p. 175 t. 3 f. 13; — mar-
tinida n. ibid.. id. p. 176 t 3 f. 19.
Streptaxis (Gray) pupilla n. Gran Comoro; Morelet (1) p. 283 pl. 9 f. 2;
— diespiter n. Tonkin; Mabille (2) p. 127 t. 3 f. 7. 8; — Anceyi n. ibid., id.
p. 128 t. 4 f. 7; — Fagoti n. ibid., id. p. 129 t. 4 f. 8.
Pseudartemon n. gen., die Schale dünn, glasig, mit opakweissen varixartigen
Verdickungen, ungezähnter Mündung, kaum verdicktem Mundsaura und weitem,
tiefem Nabel; Mabille (2) p. 121; Bourguignati n. Tonkin t. 4 f. 4— 6.
Stremmatopsis n. gen. für Ennea -Arten mit unregelmässigen Umgängen,
von denen der letzte zusammengedrückt ist, und senkrechter Mündung, deren
Aussenrand einen Kanal bildet; Mabille (2); — Poirieri n. Tonkin; id. p. 131
t. 1 f. 15.
318 Dr. W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Vitrinidae.
Ariophanta (Desm.) Weyersi n. Bodjo, südlich von Nias; Smith (1) p. 219
t. 9 f. 8— 10; — Broti n. Tonkin; Dautzenberg- et Hamonville (1) p. 214
t. 8 f. 1.
Conuius (Fitz.)? coreanus n. Korea; Möllendorff (1) p. 10 t. 2 f. 1.
Estria n. gen. für eine mit Aspidelus verwandte Nacktschnecke, welche
aber einen wohl entwickelten spiralen Niicleus an der inneren Schale hat; E. AU-
naudi n. Assinie; Poirier p. 181.
Euplecta (Alb.) cebuensis n. Cebu; Möllendorff (5) p. 262 t. 7 f. 16; — con-
fusa n. ibid., id. p. 263 t. 8 f. 2.
Helicarion (Fer.) Bocki n. Paio, Sumatra; Smith (1) p. 216 t. 9 f. 1 — 3; —
maleficus n. Tonkin; Mabille (2) p. 74 t. 1 f. 10— 12; — Ragazii n. Schoa,
Pollonera (6)
Hyalina (Alb.) Mülleri u. Greta; Maltzan (1) p. 117; — Cossonii n.
Zaghuan, Tunis; Letourneux et Bourguignat p. 2; — (Vitrea) Appelii n.
Toskana; Westerlund (2) p. 2; — pisana n. ibid., id. p. 2; — Stabilei Polion. =
mixta West, prior., id. p. 2; — Riggü u. Adarai mss., Ustica; id. p. 3; — oro-
paeeneusis West. = polygyra Poll. prior, id. p. 3; — lentiformis v. Brauui n.
Balearen, id. p. 3; — Uziellii v. Genei n. Pollon. mss., Sardinien, id p. 4; —
inopinata n. Mähren; Ulicny p. 112; — alveolus im preussischen Bernstein;
Sandberger (2) p. 137. — (Euh.) arctispira n. Japan; Westerlund (3) p. 193;
— obtusa n. ibid., id. p. 193; — (Vitrea) minura n. ibid., id. p. 194 t. 3 f. 6.
Hemiplecta (Albers) fiiicostata abgeb. Möllendorff (3) t. 3 f. 6; — hood-
jongensis n. Südsumatra; Smith (1) p. 218 t. 9 f. 7.
Kaliella (Blfd.)? costigera n. Hainan; Möllendorff (3) p. 50 t. 3 f. 7; —
stenopleuris n. Luzon; Derselbe (5) p 304; — luzonica n ibid., id., p. 305.
Leucochroa (Beck) saharica Debeaux mss. oranesische Sahara; Kobelt (11)
p, 124 und (2) sp 4ö9. 440.
Macrochlamys (Benson) superlita v. Herziana n. Guangdung, China; Möl-
lendorff (3) p. 36 t. 5 f. 2. — nitidissima Mlldff. ibid. t. 3 f. 3 abgebildet; —
subconsul n. Nordborneo; Smith (1) p. 217 t. 9 f. 4 — 6.
Microcystina (Mörch) sinica v. hainanensis n. Hainan; Möllendorff (3) p. 40.
Microcystis (Beck) hunancola n. Hunan, China; Möllendorff (3) p. 42
t. 3 f. 4; — semiglobulus n. Luzon; Derselbe (5) p. 304; — Stearnsiana u. Viti;
Garrett (1) p. 171; — subvenosa n Ancey mrs., lenta n., pura n., contigua n.
Marquesas; Garrett (3) p. 4—8.
Nanina (Beck) bicarinata var. Sabanensis n. Marinduque, Philippinen;
Hidalgo (2) p. 47 t. 3 f. 1; — Quadrasi n. Catanduanes; id. p. 54 t. 3 f. 4; —
Laurentiana n. Hupe, China; Gr edler (5) p. 343; — (Zonites?) scrobiculatus
V. Impeiua n. ibid., id. p.344; — vernacula n. Tonkin; Mabille (2) p.75; — excepta
n. ibid., id. p. 76; — infima n. ibid., id. p. 77; — despecta n. ibid., id. p. 79 t. 1
f 13. 14; — zero n ibid., id. p. 80; — assavaensis n. Viti-Inseln; Garrett (1)
p. 169; — Hunsteini n. Neu-Guinea; Smith (11) p. 416 t. 15 f. 6; — fraudulenta
n. ibid., id. p. 417; — Cairni n. ibid., id. p. 417 t. 15 f. 5.
Sitala (H. Ad.) hainanensis n. Hainan; Möllendorff (3) p. 46 t. 3 f. 5; —
philippinarum n. Cebu; id. p. 268 t. 8 f 7.
Trochonanina (Mts.) subconula n. Marquesas; Garrett (3) p. 13; — gummea
n. ibid., id. p. 14.
im Gebiete der Malakologie wiilireiul des Jahres 1887. 319
Vitrina (Dp.) hiemalis Koch = pellucida var., alpestris Cless. = nivalis
Charp.; Clessin (3) p. 57.
Zouites (aiitor.) Schnieltziana n. Viti-Inseln ; Gavrett (1) p. 173.
Helicidae.
Arion (L.). Pollonera (3) verwirft Simroths Eiiitheihing die.ser Gattung"
in Mouatriidae und Diatriidae und unterscheidet vier Hauptgruppen, deren Typen
A. rufus, A. subfuscus, A. hortensis und A. Bom-guignati sind. Er beschreibt als
neu: da Silvae n. Portugal, p 293 f. 8--10; — ßrevierei n. Frankreich, p. 294
f. 28, 36; — Bavayi n. p. 299 f. 15; — alpinus n. Piemont, p. 305 f. 25, 26; —
Nilssoni n. Schweden, p. 306 f. 31, 34; — celticus n. Frankreich, p. 306 f. 11,
22, 33, 37. -
Achatina (Lam.) Schinziana n. Ovamboland ; Mous son (2) p 294 1. 12 f. 3. —
Amphidromus (Alb.) Quadrasi n. Caramandanes. Philippinen; Hidalgo (1)
p. 36 t. 2 f. 2.
Amphiscopus n. subg. Bulimini für Bul. arabicus Dohrn und Verwandte;
Westerlund (1) p. 3.
Anisospira vid. Cylindrella.
Bi;lirnus (Scop ) lacriniosus aus Peru t. 1 f . 1 ; Heimburg. — (Placostylus)
duplex V. Monackensis n. Monack, Neu-Caledonien; Crosse (2) p. 305; — (Plac.)
vitiensis Viti-Insel; Garett (1) p. 184.
Bulimmus (Alb.) chalcedonicus (Rhachis) n. Hupe, China; Gr edler (5)
p. 354; — punicus n. Nordtunis; Letourneux et Bourguignat p. 105; —
Berthieri n. ibid., Oonstantine , iid. p. 106; — mirus n. Syrien; Westerlund
p. 4; — Rossmässleri v. flavescens n. Kleinasien; id. p, 17; — Boettgeri v. oidogyra
n. unbekannten Fundortes , id. p 31; — obscurus v. columellaris n. Waadt; id.
p. 31; — oblongus u. Schweden, id. p. 32; — bonensis n. Bona; id. p. 32; —
gibber var. allomorphus ^ candelaris Bourg. nee Pfr., Krym; id. p. 33; — Lederi
V. limis n. Transkaukasien, id. p. 37; — dalmaticus v. Klecaki n. Dalmatien, id.
p. 40; — Parreyssi v. fraudulentus n. (Icon. 925) id. p. 44; — oribatha n Krym;
id. p. 54 ; — aegyptiacus n. Egypten, id. p. 56 ; — labrosus v. asphaltinus n. todtes
Meer, id. 57; — marsabensis n. ibid., id. p. 57; — neortus n. ibid., id. p. 60; —
mixtus n. mit v. compositus n., Antiochia, id. p. 61 ; — eryx n. Arabien, id. p. 64 ;
— postumus nom. nov. für B. Anceyi Gredler nee Hilber; Gredler (6) p. 139;
— tricuspidatus Kstr. ; einige Bemerkungen bei Clessin (2) p. 165. — Humbloti
n. Anjouan, Comoren; Morelet (1) p. 204 pl. 9 f. 9; — (Leucochiloides) minusculus
n. Ondonga, Südwestafrika; Mo us son (2) p. 295 1. 12 f. 5 ; — Antinorii n. Schoa;
Pollonera (6). —
Bulimulus (Alb.) Cousini (Rhabdotus) n. Ecuador; Jousseaume p. 167 t. 3
f. 18; — (Mesembrinus) vesperus n. ibid., id. p. 168 t. 3 f. 2; — amastroides n.
Galapagos; Ancey (3) p. 293; — (Thaumastus) Juana n. Ecuador, Cousin p, 228
t. 4 f. 10; — (Th.) alausiensis n. ibid., id. p. 228 t. 4 f. 13. —
Caecilianella (Bourg.) obtusata n. Kaukasus; Westerlund p. 181. — Fagot
und Berthier treten dafür ein, dass diese Gattung Bourguignat und nicht
Ferussac zuzuschreiben sei.
Calasis n. für die seither zu Tornatina gestellten palästinensischen
Ferussacien mit Spindelfalte; Letourneux et Bourguignat p. 115.
Cionella (Jeffr.) lubrica v. litavica n. Litthauen; Westerlund (1) p. 148.
320 Dr. W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Clausilia (Drp.) Reuleauxi (Euxina) n. Batuni; Böttger (1) p. 58; —
(Hemiphaedusa?) protrita n. und lira n., Innerchina; G-r edler (4) p. 169; —
(Euphaed.) Gottschei n. Korea; Möllendorff (1) p. 19 t. 2 f. 4; — principalis
V. cristina n. Hupe, China; Gredler (5) p. 355; — Julii n. ibid.. id. p. 355; —
(Pseudonenia) coccygea n. ibid., id. p. 356; — praecelsa v. minor n. ibid., id.
p. 357; — moschin a n. ibid., id. p. 358; — (Hemiphaedusa) hupecola n. ibid., id.
p. 359; — (H.) cavicola n. ibid.. id. p. 361; — provisoria n. ibid., id. p. 360; —
cretensis v. sphakiota n. Sphakia, Greta; Maltzan (1) p. 119; — Bonneti n.
Nordtiinis; Letourneux et Bourgiugnat p. 111; — philora n. el Kef, iid.
p. 112; — Perinnei var. zaghouanica u. Zaghuan, iid. p. 113; — Cossoni n. Gap
Bon; iid. p. 113; — agrigentina n. Bourg. mss., Girgenti; AVesterlund (2) p. 10;
— dubia Drp. ; die im Trencsiner Komitat in Oberungarn vorkommenden Varie-
täten erörtert Brancsik (2). — Lewisii n. Japan; Ancey (1) p. 289; — rumini-
formis n. Tonkin; Mabille (2) p. 112; — polydona n. ibid., id. p. 113; — duella n.
ibid. id. p. 114; — lypra n. ibid., id. p. 115; — theristica n. ibid., id. p. 116; —
ophthalmophana n. ibid., id. p. 118; — Benoiti nom. nov. für Gl. proximaBen.;
Platania p. 86; — (Nenia?) orientalis n. Tonkin; Mabille (2) p. 108 t. 3 f.9;
— (N.) horrida n. ibid., id. p. 109 t. 3 f. 10.
Gochlostyla (Fer.) Grossei n. Tablas, Philippinen; Hidalgo (2) p. 141 t. 5
f. 4; — Barandae n. = Bul. aegle Pf. nee. Brod. , id. p. 153; — Bustoi u. =
Bul. buUula Rve. nee Brod., id. p. 157; — Marinduquensis n. = Bul. Woodianus
autor. nee Lea, id. p. 157. — Vidali n. Benguet, Luzon; id. p. 162 t. 7 f. 2; —
Villari n. Marinduque: id. p. 166 t. 6 f. 3; — naujanica n. Naujan, Mindoro; id.
p. 171; — MöUendorffi n. Maiinduque; id. p. 187 t, 7 f. 3.
Goryna n.subg.Pupae=Si)hyradiumHartm.nec Charp., Westerlund (1) p. 78.
Gylindrella (Anisospira) Strebeli n. Mexiko; Pfeffer (3) p. 117.
Ferussacia (Risso) splendens n Medjerdathal, Nordtunis; Letourneux et
Bourguignat g. 117; — obesa n. Djebel Rsass, ibid., iid. p. 118; — lamellata n.
Karthago, Boghar; iid. p. 118; — littoralis n. Bona, Tunis; iid. p. 119; — nym-
pharum n. Zaghuan; iid. p. 119; — Hagenmülleri n. Nordtunis; iid. p. 120; —
montana n. ibid., iid. p. 120; — steno.stoma n. ibid., iid. p. 121; — gibbosa n.
ibid., iid. p. 122; — punica n. ibid., iid p 122; — polyodon u. ibid., iid. p. 122;
— Maresi n. ibid., iid p. 123; — Doumeti n. ibid., iid. p. 123; — Barattei n.
ibid., iid. p. 124; — Lallemauti n. ibid., iid. p. 125; — Berthieri n. ibid., iid.
p. 125; — Gossoni n. ibid., iid. p. 126.
Helix (L.) Tryon (2) beginnt die Behandlung dieser Gattung und erkennt
folgende Gattungen an: 1. Sagda mit Hyalosagda; — 2. Leucochroa; ■ — 3. Patula
mit Discus, Anguispira, Endodonta, Libera, Trochomorpha, Microphysa und Pella;
— 4. Macrocyclis; — 5. Anchistouia mit Gonostoma, Polygyra, Strobila, Steno-
trema, Triodopsis, Mesodon und Atopa; — 6. Vallonia; — 7. Helicella mit
Fruticicola und Xerophila.
PalaearktiSChes Gebiet. — Kalaritana n. Prunner mss.; Tunis; Letourneux
et Bourguignat p. 5; — aecuria n. Djerba; iid. p. 7; — Gheffiana u. ibid., iid.
p. 8; — acorta n. ibid., iid. p. 9; — glischra n. ibid., iid. p. 10; — persordida
n. ibid., iid. p. 10; — rypa n. ibid., iid. p. 11; — Zaritosi n. ibid., iid. p. 11; —
Tauchoniana n. ibid., iid. p. 12; — caelestis n. ibid., iid. p. 13; — Barrattei n.
ibid., iid. p. 14; — Slougouia n. ibid., iid. p. 14; — artara u. ibid., iid. p. 14; —
burella n. ibid., iid. p. 15; — Khangetina n. iliid., iid. p. 15; — Boudriesa n. ibid..
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 321
iid. p. 16; — Zitaiüca ii. ibid., iid. p. 16; — lotophagorum n. ibid., iid. p. 17; —
meninxica n. ibid., iid. p. 17; — mesembi'ica ii. ibid., iid. p. 18; — Ammederana
n. ibid., iid. p. 18; — Haidrana n. ibid., iid, p. 19; — Birta n. ibd , iid p. 19; —
Fratisiana n. ibid., iid. p. 20; — tafermica n. ibid., iid. p. 20; — mezessaria n.
ibid., p. 21 ; — axiotheata n. ibid., iid. p. 21 ; — eucalla n. Hagenmüller mss.,
ibid., iid. p. 22; — bradybaena n. ibid., iid. p. 23; — terricola n. ibid., iid.
p. 23; — galeomma n, ibid., iid. p. 23; — aegiia n. ibid., iid. p. 24; —
argoderma n. ibid., iid. p. 24; — briaraea n. ibid., iid. p. 25; — aggarica
n. ibid., iid., iid. p. 25; — eucoraea n. ibid , iid. p. 25; — amicula n.
ibid., iid. p. 26; — amphibola n. ibid., iid. p. 26; ambloxa n. ibid., iid.
p. 27; — anasia n. ibid., iid. p. 27; — gonogyra u. ibid., iid. p. 27; — con-
choleuca n. ibid., iid. p. 28; — vivida n. Hagenmüller mss. ibid., iid. p. 28; —
dexia n. ibid., "iid. p. 29; — neftana n. ibid., iid. p. 29; — psammothaea n. ibid.^
iid. p. 30; — psammaecella n. ibid., iid. p. 31; — crisia n. ibid., jiid. p. 32; —
istera n. ibid., iid. p. 33; — mehadiana n. ibid., iid. p. 33; — incolumis n. ibid.,
iid. p. 34; — Lecouffei n. ibid., iid. p. 35; — irrita n. Berthier mss., ibid., iid.
p. 35; — rozetopsis n. ibid., iid. p 36; — hola n. ibid., iid. p. 37; — diloricata
n. ibid., iid. p. 37; — vafella n. ibid., iid. p. 38; — balia n. Berthier mss., ibid.,
iid. p 38; — salivosa n. ibid., iid. p. 39; — menzelensis n. ibid., iid. p. 40; —
membronica n. Berthier mss., ibid., iid. p. 40; — artonilla n. Hagenmüller mss.,
ibid., iid. p 41; — astonara n. ibid., iid. p. 41; — noctuella n. ibid., iid. p. 42; —
pleurabdota n. ibid.. iid. p. 42; — cacista n. ibid., iid. p. 43; — vaganensis n.
ibid., iid. p. 43; ^ syntela n. ibid, iid. p 44; — perlutosa n. Hagenmüller mss.,
ibid., iid. p 44; — parthenia n. Hag. mss., ibid., iid. p. 44; — isaea n. Hag.
mss., ibid., iid. p. 45; — irana n. Hag. mss., ibid., iid. p. 45; — taria n. ibid.,
iid. p. 46; — privata n. Gall. mss., ibid., iid p. 47; — zerguana n. Hag. mss.^
ibid., iid. p. 47; — raessapia n. Blanc mss., ibid. Italien; iid. p. 48; — krizensis
n. ibid., iid. p. 48 ; — tremata n. ibid., iid. p. 49; — Tritonidis n. Jus mss., Sahara,
iid. p. 49; — fera n. Tunisien, iid. p. 50; — casertana n. Tunis, Caserta, iid.
p. 50; — tacapica n. Gabes, iid. p. 51; — tabarkana n. Tabarka, iid. p. 51; —
una n. Tunisien, iid. p. 52; — teburbana n. ibid., iid. p. 52; — tberella n. Berthier
mss., Gabes, iid. p. 53; — thera u. ibid., iid. p. 53; — ferianica n. Tunis, Bona;
iid. p. 54; — oreta n. ibid., iid. p. 54; — anephela n. ibid., iid. p. 55; — pediana
n. ibid , iid. p. 55; — pedianopsis n. Hag. mss., iid. p. 56; — certa n. ibid., iid.
p. 56; — caudefacta n. ibid., iid. p. 57; — Icucophora n. ibid., iid. p. 57; — in-
genua n. ibid., iid. p. 58; — acela n. ibid., iid. p. 58; — monerea n. ibid., iid.
p. 59; — chioidea n. ibid., iid. p. 59; — phoebeia n. ibid., iid. p. 59; — Spil-
menti n. ibid., iid. p. 60; — catarota n. ibid., iid. p. 60; — catarotella n. ibid.,
iid. p. 61; — cana n. ibid., iid. p. 61; — leucestha n. ibid., iid. p. 62; — Latastei
n, ibid., iid. p. 63; — Latasteopsis n. ibid, iid. p. 63; — mandarina n. Oran,
iid., p. 63; — nya n. Let. mss., Djelfa, iid. p. 63; — aestuosa n. Berthier mss.,
Gabes, iid. p. 64 ; — etaema n. Tunis, iid. p. 65 ; — panurga n. ibid., iid. p. 65 ;
— euphorcella n. Pechaud ra.ss , ibid, iid. p. 66; — esnorca n. ibid., iid. p. 67; —
nieticulosa n. ibid., iid. p. 67; — hadrunietorum n. ibid., iid. p. 68; — urbarana
n. Pechaud m.ss., Oran, Tunis; iid. p. 69; — cucana n. Hagenm. mss., Beja;
iid. p. 69; — microspila n. Tunis, iid. p. 70; — maxulaua n. ibid., iid. p. 70; —
Mayeti n. ibid., iid. p. 71; — Valeryana n. ibid., iid. p. 71; — cnmona n. ibid.,
iid. p. 72; — pachestha n. ibid., iid. p. 72; — Charmesiana n. ibid., iid. p. 73; —
Aicli. f. Natiugesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 1. 21
322 I^'"- W. Kobelt: Bericlit über die wisseiiscliaftlichen Leistungen
Billotiana n. ibid., iid. p. 73; — entara n. ibid., iid. p. 74; — eucestella n. ibid.,
iid. p. 74; — occonella n. ibid., iid. p. 75; — stereolena n. ibid., iid. p. 76; —
adisana n. ibid., iid. p. 76; — blossura n ibid., iid. p. 77; — clitbia n. ibid.,
iid. p. 77; — arbana n. ibid., iid. p. 77; — ionstonia n. ibid., iid. p. 78;
— janthinostoma n. ibid., id. p. 78; — ametbysta n. ibid., iid. p. 79; —
Byr.sae n. Mares niss. , ibid., iid. p. 81; — Chambardi n. Egypteu, Tunis,
iid. p. 82; — Donatii u. Berthier niss., Tunis, iid. p 82; — pisanella n.
Servaiu ms.s. , Spanien, Tunis, iid. p. 83; — Levesquei n. Bertbier niss.,
Gabe.s, iid., p. 83; — Salemensis n. Djerba, iid. p. 84; — g-ergisen.sis n. ibid.,
iid. p. 84; — subpisana n. Tunis, Spanien, iid. p. 84; — Derinoi n. Servain mss.,
Nordafrika, Spanien, iid. p. 85; — Radesiana n, Mares niss., Marocco, iid. p. 85;
— Carpiensis n. Tunis, Syrien, iid. p. 80; — hamadanica n. Tunis, Cypern, iid.
p. 86; — Djerbanica n. Djerba, iid. p. 86; — zitanensis n. Zai'zis, iid. p. 87; —
enica n. Zaghuan, iid. p. 88; — idia n. Nordtunis, iid. p. 89; — Sageti n. ibid.,
iid. p. 89; — cboia n. Pecbaud mss., ibid., iid. p. 90; — tineiformis n. ibid., iid.
p. 90; — Tissotiona n. ibid., iid. p. 91; — zeugitana n. ibid., iid. p. 92; — cal-
listoderma n. ibid., iid. p. 92; — enfidana u. ibid., iid. p. 93; — Morini n. ibid.,
iid. p. 93; — conicula n. ibid., iid. p. 94; — newkopsis n. ibid., iid. p. 95; —
eupyramis n. ibid., iid. p. 96; — Tiseniinica n. ibid., iid. p 96; — zitouuiica n.
ibid., iid. p. 97; — madana n. ibid., iid. p. 97; — Capuana n. ibid., Oapua,
Egypten; iid. p. 97; — galactina n. Tunis, iid. p. 98; — dyrracbiensis n. ibid.,
Albanien; iid. p. 98; — Veneriana n. Tunis, iid. p. 99; — anombra n. ibid., iid.
p. 99; — spaella n. ibid., iid., p. 100; — spaellina n. ibid., iid. p. 100; — niactana
u. ibid., Oran; iid. p. 101; — Kelibiana n. ibid., iid. p. 101; — Bellucciana u.
ibid., iid. p. 103.
(Macularia) Aricbensis Debeaux mss. Kobelt (11) p, 122 und (2) fig.394,95;
— (M.) pseudoembia Deb. mss. id. (11) p. 122 und (2) sp. 396; — (M.) Lobe-
thaua Deb. mss. id. (11) p. 123 und (2) sp. 468, 69; — (M.) Bailloni Deb. m.ss.
id. (11) p. 123 und (2) sp. 474, sämmtlich aus Nordafrika; — (Eremia) Ascbersoni
n. syrische Wüste; Reinhardt p. 206; — (Trichia) Dieckmanni n. Amui'gebiet;
Mousson (1) p. 13 t. 1 f. 2; — (Cryptomphalus) cincto-inflata u. ibid., id. p. 15
t. 1 f 3; — (Camaena?) G-raeseii n. ibid., id. p. 17 t. 1 f. 4.
(Xerophihx) Oertzeni n. Greta; IVIaltzan (1) p. 117; — (X.) Hierapetrana
u. ibid., id. p. 118; — Sitieusis n. ibid. , id. p. 118; — (Xerophila) Jachnoi n.
(= iustabilis Rossm. Icon. I f. 518) Galizien; Gl essin (3) p. 183 f. 88; —
(Fruticicola) carthusiana v. Ressraanni n. , östreichisches Litoral; id. ibid. p. 134
f. 52; — (Gampylaea) planospira v. Eijaveci u. Friaul; id. ibid. p. 148 f. 61, var.
Kobeltiana n. Kärnthen, id. p. 149 f. 62; — Hazayana n. Tatra; id. ibid. p. 151
f. 65; — (C.) cingulata v. Rossmaessleri n. Südtiiol; id. ibid. p. 155 f. 68; —
(Carthusiana) daphnica n. Madonien, Sicilien; Platania p. 83. —
Korea. — (Satsuma) gradata n. Korea; Möl lendorff (1) p. 13; — (Aegista)
Gottscbei n ibid., id. p. 14 t. 2 f. 3.
China. — (Fruticotrochus) sitalina n. Hupe; G red 1er (5) p.345; — Esau n.
ibid., id. p. 346; — Jacob n. ibid., id. p. 347; — Patuugana n. ibid., id. p. 3 8; —
(Äcusta) Vagoina n. ibid., id. p. 349; — (Aegista) virilis n. ibid., id. p. 350; —
(Aeg.) Laurentii n. ibid. , id. p. 351 ; — (Hadra) vulpis n. ibid. , id. p. 352; —
plectotropis v. uniformis u. Ancey p. 167. —
lapan. — (Fruticicola) eumenes u. Westerlund (3) p. 197 t. 3 f. 8.
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 323
lava. — (Geotrochus) bantamensis n. ßautam, Java; Smith (1) p. 219
t. 9 f. 11. —
Hinterindien. — Gabriellae u. Tonkin; Dautzenberg et Hamonville
(l)p. 21G t. 8 f. 2; — Morleti ii. ibid., iid. p. 217 t. 8 f. 3; — (Geotrochus) phonicus
n. ToBkin; Mabille (2) p. 94 t. 2 f. 8, 9; — Hahni ii. ibid., id. p. 82 t. 4 f. 9, 10;
— bathmophora n. ibid , id. p. 83 t. 2 f. 6, 7; — jaculata n. ibid., id. p. 85 t. 1
f. 8,9; — mercatorina n. ibid., id. p. 86 t. 2 f. 10, 11 ; — onestera ii. ibid., id. p. 87
t. 2 f. 4, 5; — chytrophora n. ibid., id. p. 89; — struposa n. ibid., id. p. 90; —
tenellula n. ibid. , id. p. 92; — (Trachia) malayana u. Perak; Möllendorff (7)
p. 303; — (Plectopylis) jovia n. Tonkin; Mabille (2) p. 99; — phylaria n. ibid.,
id. p. 100; — (Proctostoma n.) loxotatum n. ibid., id. p. 103 t. 1 f. 1 — 3. —
Comoren. .— miliaris n. Anjouan; Morelet (1) p. 282 t. 9 f. 1. —
Südafrika. — (Cochlicella) opposita n. Upingtonia; Mousson (2) p. 293
t. 12 f. 2; — (Thapsia) Leroyi n. Südafrika; Grandididier p. 185. —
Nordostafrika. — (Fiuticicola) scioana n. und (Fr.) strigelloidea n. Schoa;
Pollonera (6).
Philippinen. (Obba) Bustoi n. Tablas; Hidalgo (2) p. 100 t. 2 f. 3; —
(0.) Sarangana n. Saraugani bei Miudanao; id. p. 101 t. 2 f. 4; — (Camaena)
Lagunae u. Luzou; id. p. 108 t. 4 f. 5; — (Corasia) Irosinensis n. Albay, Luzon;
id. p. 119 t. 4 f. 6; — holotoma n. Cebu; Möllendorff (5) p. 275 t. 8 f. 12; —
mucronata n. ibid., id. p. 276 t. 8 f. 13; — (Satsuma) trochus u. ibid., id. p. 274
t. 8 f. 10. — (S.) microtrochus n. ibid., id. p. 275 t. 8 f. 11. — (Plectopylis)
polyptychia n. ibid., id. p. 272 t. 8 f. 8; — (PI.) trochospira n. ibid., id. p. 273
t. 8 f. 9.
Bongao. (Plectotropis) squaniulifera u. Möllendorff (4) p. 290.
Neu-Guinea. (Acavus) coraliolabris n. Smith (11) p. 419 t. 15 f. 4; —
(Ac.) latiaxis ebenda abgebildet t 15 f. 7; (Geotrochus) lacteolata n. p. 420 1. 15
f. 9. — (Papuina) roseolabiata n. ibid. p. 421 1. 15 f. 2; — (P.) albocarinata n.
ibid., id. p. 422 t. 15 f. 12; — (P.) ßoUsiana u. ibid., id. p. 425 t. 15 f.-3.
Australien: reteporoides n. Südaustralien; Täte (1) p. 62 t. 5 f. 14; —
Tomsetti n. ibid., id. p 63 t. 5 f. 13.
Südamerika. (Isomeria) alaogana n. Ecuador; Jousseaume (1) p. 179 t. 5
f, 6; _ (is.) Mauritii u. ibid., id. p. 180 t. 3 f. 7; — (Solaropsis) Cousini n. ibid.,
id. p. 177.
Hohenwarthia (Bourg.) tuuetana n., Pechaudi n., Hageumülleri n. Nord-
tunis; Latour neux et Bourguignat p. 126, 127; — uautica ii. Gestade der
Krim; Westerlund p. 173; — Anceyi n. Marseille; id. p. 173; — Maltzaui u.
Clessin rass.; Greta; id. p. 174.
Homorus (Alb.) Ragazii n. Schoa; PoUouera (6).
Hypselostoma (Bens.) Rochebruni n. Tonkin; Mabille (2) p. 121.
Limicolaria (Shuttl.) tulipa u. Congogebiet; Jousseaume (2) p. 5 f. 2.
Nenia (Ad.) Perezi u. Ecuador; Jousseaume (1) p. 171 t. 3 f. 11; —
Reyrei n. ibid., id. p. 172 t. 3 f. 9; — stylina n. Neu-Granada; Aucey (3) p. 291.
Omphaloconus n. subg. Bulimini für Bul. Micelii Kob.; Westerlund (1) p. 2.
Patula (Held) amblygona var. conoidea n. Korea; Möllendorff (1) p. 11;
— costulata u. ibid., id. p. 11 t. 2 f. 2; — irregularis n. Mousson mss. Viti;
Garrett (2) p. 179; — (Pitys) woaponensis n. Marquesas; Garrett (3) p. 17;
.— (P) octolamellata n. ibid., id. p. 17; (P.;i marquesana u. ibid.. id. p. 18; (P.)
21*
324 r)r- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Anceyana n. ibid., id. p. 19. — Tryon (2) zieht zur Gattung Patula folgende
Untergattungen: 1. Discus mit Punctum, Planogyra, Goniodiscus, Amphidoxa,
Macrocycloides, Trichodiscus , Thysanophora, Pyramidula und Acanthinula; —
2. Anguispira; — 3. Endodouta mit Laoma; — 4. Libera; — 5. Trochomorpha
mit Nigritella, Videna, Thysanota, Pararhytida und Poecilozonites ; — 6. Micro-
physa mit Pelia; — 7. Pella.
Porphyrobaphe (Shuttl.) Augusti n. Ecuador; Jousseaume (1) p. 165
t. 3 f. 10.
Proctostoma n. subg. Helicis für Hei. trisinuata Mts. und Verwandte;
Mabille (2) p. 102.
Pupa (Dsp.) denudata (Vertigo) n. Amurgebiet; Mousson (1) p. 19 t. 1
f 6; _ jumica n. Nordtunis; Letourneux et Bourguignat p. 107; — Barattei
n. ibid., iid. p. 108; — (Vertigo) Latasteana n. ibid., iid. p. 109; — (Isthmia)
Doumeti n. ibid., iid. p. 110; — cylindracea v. inaequalis n. Griechenland;
Westerlund p. 80; — anglica v. Gunhildae n. England; id. p. 82, — Bielz,
V. euodon n. Galizien; id. p. 89; — pagodula v. obliqua n. Malborgeth, und v.
Adamii n. Edolo; id. p. 91; — Bourguignati Cout. = pagodula juv., id. p. 91; —
avenacea v. subhordeum n., v. melanostoma n. Paul mss. Triest, v. lepta n. Adels-
berg, V. transiens n. Gardasee, id. p. 98 ; — bergomensis v. lepida n. Gardasee,
d. p. 99; — Massotiana v. angustata n. und v. confusa n., Spanien; id. p. 102 —
Kobelti n. Hid. mss. , Spanien , id. pag. 102 ; — secale v. phymata n.
Pyrenäen; id. p. 110; — schista n. Pyrenäen; id. p. 112; — leptopira n.
Aude; id. p, 113; — attenuata n. Fagot mss., Aude; id. p. 114; — varia-
bilis V. angularis n. Dauphinee; id. p. 118; ~ limonensis n. Piemont; id.
p.ll8; — subulatav.Poulseni n. Catania; id. p. 120; — (Alaea) daliaca n. Schweden;
id. p. 130; — isarica n. Isargenist; id. p. 134; — (Vertigo) parcideutata A. Br. ist
nach S an db erger die gezähnte Stammform der noch lebenden ungezähnten
P. Genesi; — avenacea v. megacheiloides, v. transiens und v. Gredleriana n.
Südtirol; Clessin (3) p. 229. — (Orcula) Brancsikii n. Oberungarn; id. ibid.
p. 236 f. 139; — (Sphyradium) Parreyssi v. armata u. id. ibid. p. 247 f. 118
und V. lamellata n. id. p. 248, beide aus Siebenbürgen ; — (Pupilla) muscorum
V. elongata n. und v. abbreviata Ulicny mss. n., id. ibid. p. 256 ; — dolium v.
Titan n. p. 82 t. 1 f. 12—14, n. minima v. p. 83 t. 1 f. 15—17, v. Kimakowiczi
n. p. 85 t 1 f. 18. 19 (=;P. Brancsikii Clessin), Trencsiner Komitat in Oberungarn;
Brancsik (3); —
Stenogyra (Shuttl.) vulgaris n. Aujouan, Comoreu; Morelet (1) p. 286
pl. 9 f. 4; — ornata n. Gran Comoro; id. p, 287 pl. 9 f. 6; — (Subulina) vitrea
n. Südwestafrika; Mousson (2) p. 296 t. 12 f. 6. -
Sandahlia n. subg. Pupae für P. cylindrica Mich.; AVesterlund (1) p. 92;
Tatutor n. gen. für Bulimus melanocheilus Nyst und T. tatutor n. sp. aus
Venezuela; Jousseaume (2) p. 5 fig. 1.
Tonkinia n. gen., zixnächst mit Hypselostoma verwandt, aber die Mündung
emporgerichtet wie bei Strophostoma; Typus T. mirabilis n. Tonkin; Mabille (2)
p. 123 t. 1 f. 45.
Trochomorpha (Alb.) Sibiiyanica n. Sibuyan, Philippinen; Hidalgo (2) p. 96
t. 4 f. 3; — loocensis n. Tablas, ibid., id. p. 97 t. 4 f. 4; — subtricolor n. Tonkin;
Mabille (2) p. 96 t. 3 f. 1; — tonkinorum n. ibid., id., p. 97 t. 3 f. 2, 3; —
themis u. Viti- Inseln; Garrett (2) p. 177; — kantavuensis u. ibid., id. p. 177.
im Gebiete der Malakologie während des .Talires 1887. 325
Vega n. gen. für V. Nordenskiöldi n. Ceylon: Westerlund (3) p. 189
t. 2 f. 1.
Zootecns n. snbg. Bulimini für Pupa iusularis Ehrbg. xmü Verwandte;
■Westerland (1) p. 3.
Zospeum (Bgt.) Isselianum n. Friaul; Pollonera (3) p. 205 t. 6 f. 13.
Basommatophora .
Anriculidae.
Caiychium (Müll.) miunsculum u. Hupe, China; Ct redler (5) p. 362.
Alexia (Leach) enhalia n. Südtunis; Letourneux et Bourguignat p. 129;
— Cossoni n. Tunis; iid. p. 130; — terrestris n. Südtunis; iid. p. 130; — Le-
toui'neuxi n. Djerba, Alexaudria; iid. p. 131; — globulus n. Gabes, iid. p. 131; —
Pechaudi n. Oran, Tunis ; iid. p. 132.
Melampus (Mtft.) consanguineus n., crebristriatus n., rusticus n., incisus n.
Viti-Inseln; Garrett (2) p. 287-89.
Cassidula (Fer.) labio n. Cebu; MöUendorff (5) p. 282 t. 8 f. 14.
Pedipes (Adans) Deschampesi n. Aden; Ancey (3) p. 283; — Leoniae n.
ibid., id. p. 289.
Limnaeidae.
Limuaea (Lam.). Die linksgewundeneu australischen Lininaeiden sind nach
Cooke (3) der Zungenbewaffmxng nach echte Limnaeiden, keine Physen; —
physopsis n. Darling River, Australien; id. p. 243 t. 2 f. 1 — 4; — Onychia n.
Japan; Westerlund (3) p. 200 t. 3 f. 12; — scalaris n. Alaska; id. p. 201 t. 4
f. 13; — mongazonae n. Fi'aukreich; Servain p. 241; — poecila n. ibid., id.
p. 244; — discreta n. Tonkin; Mabille (2) p. 133 t. 3 f. 6; — Hageumulleri n.
ibid., id. p. 134; — Debaizei n. Ukereve; Bourguignat (2) p. 268.
Planorbis (Guettard) vorticiuus n. G redler (1) p. 289 t. 11 f. 32. 33.
Hunan, China; — Morletianus n. Neu-Caledonien; Crosse ( ) p. 304. — Clevei n.
Jouss. mss. Eciaador; Cousin p. 263 t. 4 f. 9; — canonicus n. ibid., id. p. 264
t. 4 f. 11; — equatorius n. ibid., id. p. 263 t. 4 f. 8; — gallicus n. Frankreich;
Servain p. 249; — Cecchii n. Schoa, Pollonera (6); — Castor n., lepidophoras
n, Renei n., lusitanus n., Cavalhoi u., Rosai u., Silva et Castro p. 241 — 244;
— (Gyraulus) illibatus u. Japan; AVesterlund (3) p. 202 t. 4 f. 14; — (G.)
hiemantium n. ibid., id. p. 203 t. 4 f. 15; — demissus n. Ceylon, id. p. 204 t. 4
f. 16; — associatus n. ibid., id. p. 205 t. 4 f. 17; — liratus n. ibid., id. p. 205
t. 4 f. 18; — (Hippeutis) versicolor n. ibid., id. p. 206 t. 4 f. 19; — (Segmentina)
mica n. Japan, id. p. 207 t. 4 f. 20; — (S.) spirodelus n. Ceylon, id. p. 208
t. 5 f. 21.
Physa (Drp.) parietalis n. Südwestafrika; Mousson (2) p. 298 t. 12 f. 8; —
Alixiaua n. Frankreich; Servain p. 247; — (Aplexa) Gualbertoi n. Ecuador;
Cousin p. 261 t. 4 f. 3; — (A.) Carolita n. Ecuador; Jousseaume (1) p. 184
t. 3 f. 5.
Physopsis (Krauss) Leroyi n. Südafrika; Grandidier p. 189.
Succinidae.
Succinea (Drp.) iusularis n. Amurmünduug; Mousson (1) p. 20 t. 1 f. 5; —
solitaria n. Christmas Island; Smith (5) p. 518 f . 1 ; — arborea n. Südwestafrika;
Mousson (2) p.297 t. 12 f. 7; — (Neritostoma) Martini n. Ecuador; Joussaume
(1) p. 169 t. 3 f. 12; — (Ner.) marianita u. Ecuador; Cousin p. 236 t. 4 f. 5; —
chrysis n. Alaska; Westerlund (3) p. 198 t. 3 f. 10; — ' annexa n. ibid., id.
p. 199 t. 3 f. 11; — marquesana n. Marquesas; Garrett (3) p. 37. —
320 Dl'- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Vaginulidae.
Vaginulns (Fer.) Stuxbergii n. Borneo; Westerlund (3) p. 191 t. 2 f. 2;
— reticulatns n. ibid., id. p. 192. —
Veronicella (Blv.) marianita n. Ecuador, Cousin p. 190 t. 4 f. 14.
d. Lamellibranchiata.
1. Dihraitchia.
Anatinacea.
Olavagellidae.
Aspergillum (Lam.) multangulai'e n. Südaustralien; Täte (1) p. 64 t. 4 f. 4. —
Tellinacea.
T e 1 1 i n i d a e.
Teilina (L.) subdiluta n. Südaustralien ; Täte (1) p. 65 t. 4 f. 9; — aldingensis
n. ibid., id. p. 66 t. 5 f. 2. —
Lucinacea.
L u c i n i d a e.
Luciua (Brug.) crassilirata n. Südaustralien; Täte (1) p. 64 t. 4 f. 4. —
2. Tetrahranchia.
Myacea.
Mactridae.
Hemimactra (Sw.) versicolor n. Südaustralien; Täte (1) p. 64 t. 4 f. 12.
Conckacea.
Veneridae.
Venerupis (Lam.) crebrelamellata n. Südaustralien: Täte (1) p. 66 t. 4 f. 14.
Ungulinidae.
Philippiella n. gen. für zwei neue Arten von Südgeorgien: quadrata n. und
ungulata n.; Martens et Pfeffer p. 119. -
Psammobiidae.
Psanimobia (Lam.) Brazieri n. Südaustralien; Täte (1) p. 65 t. 5 f. 1. —
Solenidae.
Solen (Lam.) rosaceus n. Carpenter mss., Californien; Clessin (4) p. 13
t. 2 f. 2. —
S p li a e r i i d a e.
Sphaerium (Scop.) compressum n. Amurgebiet; Mousson (1) p. 28 1. 1 f. 9;
— coineum v. brunneofasciata ii. England; AViUiams (3) p. 255. —
Calyculina (Cless.) japonica n. Japan; Westerlund (3) p. 216 t. 6 f. 31. —
Pisidium (C. Pfr.) arcticum u. Alaska; Westerlund (3) p. 217; — glaciale
n. ibid,, id. p. 218; — Dabneyi n. Azoren; Gruerne.
Cyrenidae.
Corbicula (Mühlf.) crebricostis n. Hongkong; Westerlund (3) p. 218 t. 6
f. 32; — desolata n. Südaustralien; Täte (1) p. 67 t. 4 f. 11. —
Erycwea.
Chlamydocouchidae.
Clilamydoconcha (Dali). Diese merkwürdige Form, auf welche Dali eine
neue mit den Mononiyariern und Dimyariern gleichwerthige Ordnung Amyaria
gegründet hat, ist nach Fischer (2) eine nahe Verwandte von Galeorama, bei
welcher die Schale eine iunei'e geworden ist und demgemäss die Schliessmuskeln
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 327
verkümmert sind. Sie würde demgemäss zu Galeomma in demselben Verhältniss
stehen, wie die nackten Gasteropoden zu ihren beschälten Verwandten, allerdings
der erste bekannt gewordene Fall dieser Art bei Lamellibranchiaten,
Erycinidae.
Kellia (Turt.) Angasiana u. Südaustralien ; Täte (1) p. 68 t. 5 f. 7. —
Lepton (Turt.) ovatum n. Südaustralien; Täte (1) p. 68 t. 5 f. 11.
Montacuta (Turt.) meridionalis n. Südaustralien; Täte (1) p. 68 t. 5 f. 4.
Scintilla (Desb.) ? lunata n. Südaiistralien; Täte (1) p. 69 t. 4 f. 8. —
Najadea.
Unio (Retz.) Delevieileusae n. HagenraüUer niss. Medjerda; Letourneux
et Bourguignat p. 163. — Doumeti n. ibid., iid. p. 163; — zenaticus n. Oued
Zenati, Seybouse, Medjerda; iid. p. 163; — Roiiirei n. Oued Miliana, iid. p. 164;
Quintardii n. Indianerterritorium; C ragin p. 6; — percompressus n. und rai-
crodon n. Guatemala; Martens(5) p. 107; — pictorum var. amurensis n. Amur;
Mousson (1) p. 26 t. 1 f. 8; Kuneuensis n. Kunene, Südwestafrika; Mousson
(2) p. 300 t. 12 f. 10; — carcasinus n. Südf raukreich ; Sourbieu; — Monga-
zonae n. Frankreich; Servain p. 253; — Baroni n. ibid., id. p. 254; — cava-
rellus n. ibid., id. p. 256; — strigatus n. ibid., id. p. 257; — asticus n. Ibid , id.
p. 259; — eutrapelus n. ibid., id. p. 200; — diespiter n. Tonkin; Mabille (2)
p. 162; — Lourdeli n. Ukerewe; Bourguignat (2) p. 271; — Popenoi Call.
= Aberti Conrad prior; Call.
Anodonta (Lam.) coupha n. Frankreich, Servain p. 261; — ovula n. ibid.,
id. p. 264.
A r c a c e a.
Arcidae.
Area (L.) Amaliae n. unbekannten Fundortes; Kobelt (16) p. 374.
Limopsis (Sassi) rubricata n. Südaustralien; Täte (1) p. 71 t. 5 f. 6.
Nuculidae.
Nucula (Lam.) minuscula n. Süd -Georgien; Martens et Pfeffer p. 128
t. 4 f. 15.
Carditidae.
Clessin (4) beginnt die Monographie dieser Gattung; als neu beschrieben
oder zum erstenmal abgebildet werden: Racuti Angas (fide Hoyle nur Schreib-
fehler für C. Raouli Angas, abgeb. Pr. Z. S. 1872 t. 42 f. 121); - Godeffroyi
Dunker p. 12 t. 4 f. 6. 7, Bass- Strasse; — ventricosa Gould p. 13 t. 1 f. 6. 7,
Vancouver Island; — floridana Conrad p. 14 t. 4 f. 1. 2, Florida; — uovae-angliae
Morse p. 15 t. 5 f. 12. 13, Neufundland; — rosulenta n. Südaustralieu ; Täte (1)
p. 69 t. 5 f. 3; — obliquissima n. ibid., id. p. 70 t. 5 f. 9.
Carditella (Ad.) subtrigona n. Südaustralien; Täte (1) p. 70 t. 4 f. 10.
C y a m i i d a e.
Cyamium (Phil.) imitans n. Süd-Georgien; Martens et Pfeffer p. 115
t. 4 f. 5; - Willii n. ibid., id. p. 116 t. 4 f. 3; — Mosthaffi n. ibid., id. p. 117
t. 4 f. 4.
3Iytilacea.
Aviculidae.
Pinna (L.) inermis n. Südaustralien; Täte (1) p. 71 t. 4 f. 6.
328 Dl'- W. Kobelt: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mytilidae.
Modiola (Lara.) — Clessin (4) beschreibt als neu: Paeteliana n. p. 111
t. 31 f. 7. 8, Philippinen; — spatula n. Mke. mss. p. 113 1. 17 f. 3. 4, unbekannten
Fundortes; — Dragei n. Angas mss., p. 119 t. 25 f. 15, Australien; — emar-
ginata n. Benson mss., p. 120 t. 25 f. 7. 8, Philippinen; — subfuscata n. Sow.
mss. p. 122 t. 25 f. 13, Mexiko; — domingensis n. p. 121 t. 32 f. 6, 7, Haiti.
Modiolarca (Gray) subcjuadrata n. und faba n. Süd-Georgien; Märten s et
pfeffer p. 121 t. 4 f 8—11.
Mytilus (L.) Anderson! (Septifer?) n. Mergui; Martens (G) p. 205 t. 16
f. 5. —Clessin (4) beschreibt als neu: inflatus n. p. 61 t. 8 f. 7. 8, Philippinen; -
latissimus n. p. 71 t. 10 f. 1.2, Philippinen; — oblongus n. p. 78 t. 22 f. 1. 2,
Amerika. — Paetelianus n. p. 78 t. 23 f. 3. 4, Austialien; — similis Dkr. mss.
p. 82 t. 16 f. 3. 4 unbekannten Fundortes; — Lamarckianus n. p. 84 t. 24 f. 1.
2, Mittelmeer; — plicatus n. p. 85 t. 15 f. 5. 6, Nicobai^eu; — castaneus n. (Parr.
mss.) p.86 t. 24 f. 9. 10, unbekannten Fundortes; — biceps Mke. p. 87 t. 24 f. 7.
8, desgleichen; — Orbignyanus n. p. 87 t. 25. f. 1.2, Westindien; - arcuatus
n. p. 89 t 25 f. 3. 4, unbekannten Fundortes.
Tichogonia (Rossm ) pilosus Recluz niss. (Septifer), unbekannten Fundortes;
Clessin (4) p. 23 t. 12 f. 5. 6.
Pectinacea.
Pectinidae.
Pecten (L.) nigromaculatus, Schmeltzii und sulphureus Dkr. mss., Polynesien;
Kobelt (14) p. 185; — loxeoides Sow. mss. Australien, id. p. 186; — Amaliae
n. Amboyna, Derselbe (5) p. 84; — Bednalli n. Südaustralien; Täte (1) p. 73
t. 4 f. 3; — Philleineanus n. ibid., id. p. 73 t. 4 f. 1.
L i m i d a e.
Limea (Bronn) austrina n. Südau.stralieu; Täte (1) p. 73 t. 4 f. 7.
8. Biologie, Yerwendimg, Nutzen etc.
Biologie. Martens (6) macht darauf aufmerksam, dass in
Mergui Arten, die sonst für acht marin galten, wie Nerita lineata
und Cokimbella Duclosiana, mit der sonst im Süsswasser lebenden
Neritina crepidularia zusammen im Brakwasser vorkommen,
Abnormitäten. Reinhard (4) führt alle Windungs-Abnormitäten
zurück entweder auf Umkehrung der Windungsrichtung (Enantiotropie)
oder auf Abweichung der normalen Neigung der Windungen gegen
die Achse (De^äation). Letztere entstehen stets durch Einwirkung von
aussen auf das noch weiche Gehcäuse.
Derselbe (2) hat Zwillingseier von Amphipeplea beobachtet,
aber beide Embryonen als normalgewunden gefunden, so dass die
Erklärung der verkehrten Windungsrichtung durch Entstehung aus
Zwillingseiern hinfällig wird. Er erwähnt ein linksgewundenes
Exemplar von Paludina vivipara, ein sehr seltener Fall bei dieser
im Gebiete der Malakologie während des Jahres 1887. 399
Art, während die amerikanische ^lehintho decisa bekanntlieh sehr
häufig so vorkommt. — Taylor (2 u.4) erwähnt linksgewimdene Stücke
von Hei. arbustorum und hortensis aus England.
Bouvier glaubt gefanden zu haben, dass nur bei linksgewundenen
Pulmonaten auch die Eingeweide völlig umgelagert sind, bei links-
gewundenen Pectinibranchiern , z. B. bei Meladomus purpureus da-
gegen nicht.
Feinde. Nach Noack (Zool. Jahrb. II p. 254) hat Böhm in der
Umgebung des Tanganyikasees beobachtet, dass Herpestes fasciatus
Landschnecken mit den Vorderpfoten gegen Steine wirft, um den
Inhalt fressen su können.
Prof. Breuer (Cf. Nachr. Bl. D. M. G. p. 126) theilt mit, dass
manche Taubensorten, besonders die Mövchen, mit grösstem Eifer
dem Limax agrestris nachstellen.
Lee uud Apgar sprechen über die Art und Weise, wie Fiber
zibethicus die Unionenschalen öfftiet.
Carpenter hat beobachtet, dass Afien die Austern öffnen und
verzehren.
Verwendung. Ueber das Dewarra genannte Muschelgeld im
Bismarck- Archipel, das bekanntlich aus auf gespaltenen Rottang auf-
gereihten Exemplaren von Nassa callosa besteht, gibt Parkinson
(cfr. Nachr. Bl. p. 58) genauere Nachricht; die ]\Iuscheln finden sich
ausschliesHch an der Nordküste der Gazellenhalbinsel und an der
Westküste von Neubritannien. — Die Bewohner der Duke-of York-
Inseln und Neu-Irland haben dagegen dünne aus Bivalvenschalen ge-
schhffene Plättchen, analog dem amerikanischen Wampun.
Lieber die Darstellung der Cameen aus den Schalen von Cassis
tuberosa, Cassis cornuta, und Strombus gigas in Neapel cfr. das
Resume im Nachr. -Bl p. 59.
In den uralten, paläolithischen Ansiedelungen in Oberitalien, den
sog. Fonds de Cabane, hat man ein bearbeitetes Exemplar von Me-
Icagrina margaritifera gefunden; es haben also schon die damaligen
^lenschen, die anscheinend noch nicht einmal den Hund gezähmt
hatten, Muscheln aus dem rothen Meere sich zu verschaffen gewusst,
um sie als Schmuck zu verwenden.
Nubische Mädchen tragen nach Reinhardt Muschelhalsbänder,
die aus den Schalen von Cleopatra bulimoides mit einzelnen Melania
tuberculata und Neritina africana angefertigt sind.
Perlenfischerei. Die voigtländische Perlenfischerei hat nach
Zeitungsnotizen in 1886 nur ca. 100 Perlen überhaupt ergeben, da-
von etwa die Hälfte gute helle Stücke.
Ueber die Perlenfischerei bei Tahiti berichtet Bouchon-Brandely,
über die australische Griff in.
330 Dr. W. Kobelt: Bericht über die wissensch. Leistungen etc.
Austernzucht. Die Versuclic, kaiiadisclie Austern in den salz-
reicheren Theilen der Ostsee anzusiedeln, welche der deutsche Fischer-
verein mit Aufwand erheblicher Mittel unternommen hatte, sind nach
Möbius (1) definitiv gescheitert. Die ausgesetzten Thiere sind zu
Grunde gegangen ohne sich fortzupflanzen. — Derselbe (2) stellt
auch der Austernzucht an der deutschen Nordseeküste keine sonderlich
günstige Prognose. Der mobile Schlammboden imd die furchtbare
Gewalt der Stürme vereiteln jeden Versach mit Anlagen im offenen
Meer, in Teichen hinter den Dämmen finden aber die Austern keine
genügende Nahrung und magern ab, bei Ostwind können sie über-
haupt nicht mit dem nöthigen Salzwasser versehen werden, und im
Winter leiden sie von Frost ; auch erfordern solche Anlagen sehr be-
deutende und kostspielige Schutzbauten an den Einlassen. Dagegen
haben sich die natürlichen Austernbänke an der Schleswig-holsteinischen
Westküste in Folge der seit 1879 geübten Schonung ganz ungemein
erholt und können demnächst wieder in Befischung genommen werden.
— Ueber Austernfischerei in den Gewässern der Orkney-Inseln vgl,
Y 0 u n g , in Schottland Watt, in den vereinigten Staaten B 1 a c k f o r d ,
Ravenel, Ryder, in Tasmanien Kent.
Nach Marion liefert der Etang de Berre jährlich etwa 716000 kg
Miesmuscheln (Älytilus gallo -provincialis).
Bei der Kedaktion des ,,Arch. f. Naturg." eingegangen:
Zeitschrift für wissensch. Zoologie, Bd. 48^-*, 49^-*.
Amals and Mag. Nat. Hist. (G) No. 13 -29 = Vol. 3, 4, 5 (bis Mai 1890).
Verhandl. der zool.-bot. Ges. in Wien, Bd. 39 (1889)1-^^, Bd. 40(90) ^•
Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia, 1888, 3; 1889, 1,2.
Boston Soc. of Nat. History, Proc, XXIII 3,4; XXIV, 1,2.
U. S. National Mus., Bulletin No. 33— 37. 1889. S<\
— Proc. XI (88) Bogen 12 bis Schluss, u. Separatabdr. No. 761 — 781,
787 aus Vol. XII.
Smithsonian Report 1886, I, Washington 1889.
Journal de Conchyliologie, XXIX 1 — 4.
Bollettino Mus. Zool. ed Anat. comp. Torino, Vol. IV (No. 53 — 73,
März bis Dec. 89).
K. svenska Vetensk. Ak., Öfversigt Förhandl., Bd. 4G--^'^,47i-3-
— Handlingar, Bihang (Abth. 4) XIV. 1889. 8».
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— Studios Biol. Labor., IV No. 5,6. 1889/90.
U.S.Geological Survay, VII Ann.Rep. by J.W.Powell. Washington 1888,
1 VoL 80.
Geol. Survey of Pennsylvania : Ann. Report for 1887; Dictionary of
fossils of Pa., by Lesley, Voll 1889; Catalog of Geol. Museum,
Part. III; Atlas to Reports HH and HHH; South Mountain
Sheets Gl— 4, D 2 — 5; Atlas Northern Anthracite Field, Part.3,
4, 5; Atlas Middle Anthr. F., Part 3; Atlas Southern Anthr.F.,
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Linnean Soc. of London, Journal XX No. 122, 123; XXI 132—135;
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G. Jägers Monatsblatt VIII'^-i2{No.4 fehlt) IX (1890) '--l
U. S. Department of Agriculture, Division of Ornithology and Mam-
malogy: North American Fauna 1,2. 1889. ^'\
— Bulletin No. 1. 1889. 8^
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Wagner's Free Institute of Science, Philadelphia Pa., Transactions
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J. H. Klo OS, Entstehung und Bau der Gebirge. Braunschweig 1889. 8 ".
J. Lob, Der Heliotropismus der Thierc u. seine Liebereinstimmung
mit dem der Pflanzen. Würzburg 1890. 8".
M. Götte, Abh. zur Entwickelung der Thiere, 5. Heft: Entwickelungs-
geschichte des Flussneunauges (Petr. fluv.), l.Theil. Hamburg
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Cr. H. ()•. Volger, Leben u. Leistungen des Naturf. Karl Schimper.
Vortrag. 3. Aufl. Frankfurt a/M. 1889. 8».
John Struthers, Memoir on the Anatomy of the Humpback Whale
(Megapt. longimana). S.A. Edinburgh 1889. 8".
J. G. Vogt, Entstehen u. Vergehen der Welt auf Grund eines ein-
heitl. Substanzbegrifi"es. Leipzig 1889. 8*'.
— Das Empfindungsprincip und Die Entstehung des Lebens. I, H.
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Konr. Twrdy, Die Schneckenfauna v. Wien. l.Th. Leipzig 1889. 8^.
E. Fr aas, Geologie in kurzem Auszug (Samml. Göschen). Stuttgart
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Kurd Lasswitz, Geschichte der Atomistik vom Mittelalter bis
Newton. Hamburg und Leipzig 1890. 2 Bde. 8^.
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Bütschli, Bau der Bakterien, Vortrag. Leipzig 1890. 8".
W. Medicus, Illustr. Raupenkalender, Kaiserslautern. 8^.
V. Fatio, Faune des Vertebres de la Suisse, Vol. V Poissons,
2. Partie. Geneve et Bale 1890. 8«.
Berlin, 1. Juni 1890.
Der Heransgeber
Dr. r. Hilgeudorf.
Bemerkung. Büchersenduugeu für da.s „Archiv für Naturgeschichte" sind au
die Nicolaische Veriagshandlung, Berlin C, Brüderstr. 13, zu richteu.
Bericht
ül)er die wisseiischaftliclieii Leistungen im Clelbiete der
Entomologie während des Jalires 1887.
Von
Dr. Ph. Bertkau
in Bonn.
Aurivillius theilte einige biologisclie Beobaclitungen mit, die
er in Uppland gemacht hatte; Entom. Tidskr. 1887 S. f. Das Weib-
chen eines grossen Gallinsektes anf der Zitterpappel und Erle legte seine
Eier in einen weissen Ueberzug von Fäden; dennoch fand ein Parasit
aus der Abtheilung der Myrmariden mit gefransten Flügeln Zugang
zu denselben. — Aus einem einzigen Ei von Smerinthus Populi erhielt
er bis zu 20 Pteromalinen. — Auf der Esche fand er die einer kleinen
Nacktschnecke ähnliche Larve des seltenen Cionus Fraxini. — Eine
Crabronide hatte ihre Zellen regelmässig mit je 3 gelähmten Exem-
plaren eines Syrphus verproviantirt; die Zeichnung des Hinterleibes
des Syi'phus hatte eine grosse Aehnlichkeit mit dem des Crabroniden,
der sich in der Art nie irrte. Vielleicht wird die Fliege durch diese
Aehnlichkeit veranlasst, ihren Feind für einen Artgenossen zu halten.
Bei dem Crabroniden schmarozt eine Fliege, die grosse Aehnlichkeit
mit Xysta striginervis zeigt, aber wahrscheinlich eine neue Art ist.
— Gallen von Teras terminahs waren sehr zahlreich; aus einzelnen
derselben kamen nur Männchen, aus anderen nur Weibchen zum
Vorschein; letztere waren ausnahmslos geflügelt, während dieselben
im südlichen Schweden ungeflügelt sind. — Endlich erwähnt er einige
seltene Schmetterlinge, die im Roslagen erbeutet wurden, darunter
zwei neue für Schweden.
Flach theilt Biologische Kleinigkeiten mit; Stett. Ent.
Zeitg. 1887, S. 257 f. (Zeuzera Aesculi in Punica granatum; Acherontia
Atropos im Mai frisch ausgeschlüpft; Paarung vonOcypus mit Allecula;
Eingraben einer Cetonia aurata in einen Ameisenhaufen zum Zweck
der Eiablage); 360—362.
In den Hör. Soc. Entom. Boss, findet sich eine Reihe von Auf-
zählungen von Insecta in itinere cl. N. Przewalskii in Asia
centrali novissime lecta (I Apidae von Moravitz, XX S. 195 —
229; H. Curculionidae von Faust S. 250—267; HL Sphegidae
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 2. 1
2 Dr. Ph. Bertkau.
von Radoszkowski, XXI S. 41 — 52; IV. Tentliredinidae von
A. Jakowleff S. 148-159; V. Carabus von A. Semenow S. 165
— 175; VI. Clavicornia, Lamellicornia et Serricornia von E.
Reitter, S. 201—234; VII. Coleopteres nouveanx von B. E.
Jakowleff S. 315-320; VIII. Cantharides nouveaux du Thibet
von W. Dokbtouroff S. 341—344; IX. Tenebrionidae von E.
Reitter S. 355—389; X. Cicindelidae von W. Dokbtouroff S.
437-440 und XXII S. 138-146; Neuroptera I von E. de Selys
Longcbamps XXI S. 441 — 447; Neuroptera II von R. Mac-
Lacblan S. 448 — 457. — Ueber die Natur des Sammelgebietes fin-
den sieb kurze Notizen auf S. 201 des XXI. Bds.
Briscbke erstattet Beriebt über eine zoologische Ex-
eu rsion naeb Seereseu im Juni 1886, und scbliesst daran Verzeicb-
nisse von Ortbopteren und Nem'opteren; Schrift. Naturf. Gesellscb.
Danzig (N. F.) VI. 4. S. 73—91.
A. Korotneff macbt in seinem Compte rendu d'un voyage
scientifique dans les Indes neerlandaises in den Bull, de
l'Acad. Roy. des Sei., des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique
(3. S.) T. XII. S. 540-582, auf S. 552—555 einige Bemerkungen
über (die Fortpflanzung von) Myriapoden, Aracbniden und Insekten.
Im Gegensatz zu den Gegenden gemässigten Klimas, wo die Fort-
pflanzung der genannten Klassen zumeist in den Sommer fällt, findet
das Eierlegen in den Tropen während der nassen Jabreszeit statt;
„im Sommer ist alles in Schlaf versunken". (Siebe unten unter
Tbelypbonus und Phasmidae.)
Von E. K. Brandt 's „Miscellanea entomotomica" in Hör. Soc.
Entom. Ross. XXII S. 133 — 137 kann ich, da dieselben in russischer
Sprache abgefasst sind, nur den Titel angeben: 1. Nervensystem der
Pupiparen mid Museiden; 2. Glandul. anales der Cicindelideu; In-
nervirung der Augen von Leptis scolopacea; Anatomie von Ematurga
atomaria; Anatomie von Zygaena Lonicerae.
Gundlach kommt in seinen Apuntes para la fauna Puerto-
Riquefia in den An. Soc. Esp. de bist, natur. XVI zu den Myria-
poden S. 134—136 und Insekten S. 137-199 (Orthoptera, Hyme-
noptera, Diptera).
No. 2 der Miscellanea entomologica von W. Macleay in
den Proc Linn. Soc. New South Wales (2. S.) I S. 807—852 bat die
Gattung Liparetrus zum Gegenstande; s. diese.
Kolbe schreibt über einige exotische Leipidopteren- und
Coleopterenlarven; Entom. Nachr. 1887 S. 17—22, 33—39.
Cartodere filiformis; Niptus bololeucus; Bruchus lentis;
Araeocerus Coffeae in Braunschweig lästig; Braunschweig. An-
zeigen 1887. S. 73.
A. Costa liefert die 6. Mem. der Notizie ed Osservazioni
sulla Geo-Fauna Sarda; Rendic. Accad. Sei. fis. e mat. Napoli,
Anno XXV S. 51-53.
Fauvel setzt seinen Essai sur l'entomologie de la Haute-
Auvergne (Mont-Dore et Plomb-du-Cantal) mit Neuroptera, Pseu-
Bericht über Entomologie während des Jahres ISS 7. 3
doneuroptera, Rhynchota, Diptera, Hymenoptera, Coleoptera fort; Revue
d'entomol. 1887 S. 12-17, 59 f., 106—110.
Ein kleiner Beitrag zur Naturgeschichte der der Land-
und Gartenwirthschaft schädlichen Insekten von Th. ßeling
in Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 61—63 enthält die Angabe, dass Apion
Fagi die Blätter der Stangenbohne skelettirt habe; die Beschreibung der
Larven von Tipula oleracea; dass ein kleiner Sminthurus (Solani Gurt.
oder Cucumeris) die Kotyledonen von Gurken stark zerfressen habe.
On the Insects found on Uniola paniculata in South-eastern
Florida (Oxacis sp.; Hymenorus densus; Mordellistena splendens;
Collops nigripes; Blissus leucopterus; Phloeothrips sp.; Hemiptychus
sp.); Proc. Ent. Sei. Washington I S. 104-107.^
Von einer Escursione entomologica all' isola di Lampe-
dusa, die vorher beschrieben ist, ist die Ausbeute aufgezählt von
Failla-Tedaldi in II Natural Sicilan. VI. S. 157—162.
Meves in seinem Skogsinsekters härjningar erwähnt die
Verv^üstungen von Melolontha vulgaris, Hylobius abietis, Hylesiiius
piniperda, Tomicus typographus, Lophyrus pini, Tortrix viridana und
einiger anderer Arten in den Waldungen Schwedens; Entom. Tidskrift
1887 S. 27-34.
The agricultural pests of India and of eastern and southern
Asia, vegetable and animals injurious to man and his products, By
surgeon-general Edw. Balfour. 8vo.; London, B. Quaritch, 1887.
Habe ich nicht gesehen; eine Besprechung, die vielfache Irrthümer
rügt, s. in Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 74—76. _
C. V. Riley. Reports of observations and experiments in the
practical work of the division, made under the directiou of the En-
tomologist. U.S. departement of agriculture. Division of Entomology.
Bull. No. 13. S. 1—75, mit 4 Fig. ün Text; Bull. No. 14. S. 1—62.
Washington 1887.
Barrois: Röle des Insectes dans la fecondation des
vegetaux; Paris, C. Doin. 1886. 8vo.; 124 Ss. 25 Abb.
E. A. Ormerod hat ihren 10. Report of observations of in-
jurious insects and common farm-pests during the year 1886 . . .
erscheinen lassen: London, Simpkin, Marshall & Co., 1887, 8°, 112 Ss.
Nach Lindeman sind die Larven von Opatrum verrucosum
und Pedinus femoralis Schädiger des Tabaks in Bessarabien,
dessen Wurzeln sie benagen; in ähnlicher Weise gehen dieselben auch
den Mais an. Ausser den genannten saugt noch ein Thrips [tabaci)
an den Blättern, die danach kränkeln. Die Larven und Puppen der
genannten Käfer sind beschrieben. Entom. Nachr. 1887 S. 241 — 244.
Megnin machte eine weitere Mittheiluug über die Gräber-
fauna; Compt. Rend. Acad. Sei. Paris CV. S. 948—951. Er fand in
den Leichen 4 Fliegen (Calliphora vomitoria; Cyrtoneura stabulans;
Phora aterrima; Anthomyia sp.), einen Käfer (Rhizophagus paralle-
locollis), 2 Thysanuren (Achorutes armatus und Templetonia nitida)
und einen jungen Julus.
S. Calandruccio. Insetti parassiti dell'uomo. Gazzetta
degli Ospitali No. 84, 85; Milano 1885, Eine Larve von Hypoderma
4 Dr. Ph. Bertkau.
bovis aus einer Nackengeschwulst eines Knaben; Larven einer un-
bekannten Art, die einem Menschen in grösserer Zahl in lebendem
Zustande abgegangen sein sollen; (todte) Larven von Piophila casei,
die im Darmkanal eines Phthisikers, und andere, die sich in den
Fäces von Kranken fanden, die mit Ancylost. duodenale behaftet waren.
— Nach Bull. Soc. Entom. Ital. 1887 S. 137.
W. H. Bath: The young coUectors handbook of ants,
bees, dragonflies, earwigs, crickets and flies. London 1888. S. Nature,
37, S. 127.
Karsch macht auf ein älteres System der Insekten nach
den Charakteren der Puppe, nämlich das Newman's, aufmerksam
und findet in demselben bereits die Eintheilung der Fliegen in die
beiden Abtheilungen Brauer 's ausgesprochen; Entom. Nachr. 1887.
S. 292 f.
Brauer zeigt, dass die Newman'schen beiden Gruppen Amorpha
dermata und A. adermata nach anderen Principien aufgestellt sind,
als seine Dipt. orthorrhapha und cyclorrhapha; ebenda b. 329 — 332.
Onthe System atic positionof theMallophaga hielt Packard
vor der Americ. Philosoph. Soc. am 2. Sept. 1887 einen Vortrag, der
in den Proceed. S. 264 — 272 abgedruckt ist. Packard, der bereits
früher die Mallophagen seiner Ordnung Platyptera zugewiesen hatte,
findet nach der Darstellung der Mundtheile, wie sie Grosse von
Tetrophthalmus gegeben hat, diese Ansicht vollkommen berechtigt,
und weist in einzelnen die Analogieen und Verschiedenheiten nach.
Speziell finden sich die meisten Analogieen mit den Psociden. Während
aber bei diesen das Labrum frei vom Clypeus ist, ist dasselbe bei den
Mallophagen vom Clypeus überragt und bedeckt. Die Mandibelu
gleichen bei beiden sehr einander. Die Maxilleu sind in beiden Ab-
theilungen schwach entwickelt, bei den Mallophagen in höherem
Grade verkümmert, so dass auch die Taster fehlen, während diese bei
den Psociden stets wohl entwickelt sind und aus mehreren Gliedern
bestehen. Umgekehrt sind hier die Labialtaster wenig entwickelt,
wogegen diese bei den Mallophagen aus mehreren GKedern bestehen.
Die Verschiedenheiten, die sich in der Organisation der Mundtheile
und im übrigen Bau zwischen beiden zeigen, lassen sich zum grössten
Theil aus der Lebensweise der Mallophagen erklären. Als Ergebniss
aus seinen Vergleichen stellt Packard folgende Eintheilung der Pla-
typtera auf.
1. Unterordnung: Mallophaga.
2. Unterordnung: Plat. genuina. Die letztere enthält 2 „super-
families", nämlicb die Plecoptera (Perlidae) und die Corrodentia
mit Psocidae, Embiadae, Termitidae.
Ray Lankester richtet last words on Prof. C. Claus; Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19. S. 225—227; Claus hebt nochmals
das Gemeinsame und die Unterschiede in seinen und den Ansichten
Ray Lankester's über die Gruppirung der Artlu-opoden und den
Antheil, den andere Forscher an diesen Ansichten haben, hervor;
Arbeit, aus d. zool. Inst. d. Univ. Wien VII; die Hauptpunkte über-
setzt in Ann, a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19. S. 396.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 5
H. Dewitz giebt Anleitung für die Aufbewahrung der Ju-
gendstadien von Mikrolepidopteren und anderer kleiner
Insekten; Deutscb. Entom. Zeitscbr. 18b7. S. 189—191.
Eine zoogeographische Studie von Kolbe führt aus, dass die
östliche und westliche Halbkugel „phylogenetisch ältere" Gattungen
gemeinsam habe, dass dagegen die höher entwickelten Gattungen nur
auf der einen oder andern Hemisphäre vorkommen und belegt diese
Behauptung auch durch Beispiele aus der Käferwelt; 15. Jahresb.
Westf. Prov.-Ver. S. 47—54.
C. V. Gumppenberg hat in der Einleitung zu seinem Systema
Geometrarum zonae temperatioris septentrionalis, Systema-
tische Bearbeitung der Spanner der nördlichen gemässigten Zone, in
den Nov. Act. Ksl. Leop.-Carol. Deutsch. Akademie d. Natm'forscher,
Bd. XLIX, No. 4 S. 229—400, Taf. VHl— X, einige Fragen von allge-
meinerer Bedeutung behandelt, über die an dieser Stelle berichtet
werden soll. — Sibirien, das z. B. von Hoff mann als Ausgangs-
punkt der heute lebenden paläarktischen Schmetterlingsfauna ange-
sehen wurde, kann die ihm zugedachte Rolle nicht gespielt haben,
da es nur 80/o der gesammten paläarktischen, und nur 11°/ o der
europäischen Spannerfauna hat. Dagegen ist auch aus anderen Grün-
den die Annahme sehr wohl berechtigt, dass während der Eiszeit
Europa nicht ganz vergletschert war. Mitteldeutschland, südlich vom
Harz, Erz- und Riesengebirge, ferner das südliche und südöstliche
Europa, Südwest- und Mittelasien blieben von der Vereisung ver-
schont, und in diesen Gebieten erhielt sich die pliocäne Fauna, um
nach Wiedereintritt eines milderen Klimas, vermengt mit klein- und
mittelasiatischen, auch nordafrikanischen Arten, in ihre Heimath zurück-
zukehren. Die gegenwärtige Fauna Europas ist demnach grössten-
theils dieselbe wie vor der Eiszeit. Die pHocäne Fauna erhielt sich
zum Theil sogar in dem vereisten Gebiet auf den über das Eis auf-
ragenden Berggipfeln und im Diluvialmeere. In letzterem mögen
manche Arten zu einer tieferen Stufe herabgestiegen sein, die ihnen
ihre Erhaltung ermöghchte.
Der erste Ursprung unserer Fauna ist an den Erdpolen zu suchen,
die bei der Abkühlung unserer Erde am frühesten erstarrten und
einer üppigen und reichen Flora und Fauna Gelegenheit zum Dasein
gaben. Von dort verbreitete sich die Urfauna bei der fortschreitenden
Erkaltung strahlenförmig nach aUen Richtungen aus und pflanzte sich
überall da fort, wo sich die Bedingungen ihrer Existenz fanden. Die
Fauna der nördlichen gemässigten Zone ist demnach ein Rest einer
circumpolaren Urfauna. Eine Trennung dieser Fauna in eine palä-
arktische und nearktische ist durch nichts gerechtfertigt; Nord- Ame-
rika, das länger mit dem alten cirkumpolaren Kontinente in Zu-
sammenhang blieb als Europa und Asien, hat aus diesem Grunde
auch eine ursprünglichere Fauna. Aus der vorgetrageneu Anschauung
folgt, dass es abgeschlossene Faunengebiete nicht giebt, weil alle Lokal-
faunen nm' ein ßruchtheil der einstigen cirkumpolaren Urfauna sind.
Diese spaltet sich immer tiefer, je weiter sie gegen den Aequator
vordringt, und ist eine ganz verschiedene jenseits desselben. Doch
ß Dr. Ph. Bertkau.
sind einzelne nordpolare Formen bis nach Chile vorgedrungen, wäh-
rend die südpolare Fauna einzelne Vorposten bis nach Maine vor-
geschickt hat. Wenn sich sonach (auf der nördlichen und südlichen
Halbkugel) thiergeographische Gebiete nicht auf Grund verschiedener
Ausgangsmittelpunkte aufstellen lassen, so lassen sich solche immer-
hin unterscheiden mit Bezug auf die klimatische und Bodenbeschaffen-
heit, die bestimmten Arten und Gattungen die Bedingungen zu ihrem
Dasein und zur Fortpflanzung gewährten. Solche Landstriche, welche
eine grössere Anzahl von (Insekten-) Gattungen und Arten ausschliess-
lich beherbergen, nennt Gumppenberg entomologische Regionen,
und unterscheidet deren in der nördlich gemässigten Zone 6, nämlich
die arktische, paläarktische (! obwohl dieser Name häufiger wieder-
kehrt, so ist er wahrscheinlich doch nur ein Druck-, bezw. Schreib-
fehler, vielleicht für subarktisch; jedenfalls kann er in dem angewand-
ten Sinne nicht beibehalten werden), mittelländische, mandschurische,
nordamerikanische und californische Region. Die arktische Region
hat eine mittlere Jahrestemperatur von — 3° bis -|- b^ und reicht
nach Süden bis beiläufig zum 60*^ n. Br., kongruent mit der Grenze
der Wälder. Die paläarktische Region hat eine Jahrestemperatur
zwischen 5^ und 12'' und ihre Südgrenze annähernd an 30^ n. Br.
Die mittelländische Region hat eine mittlere Jahrestemperatur von
12° — 18^, dieselbe Südgrenze wie die paläarktische, und dehnt sich
zwischen dem 10^ w. und 60° ö. L. aus. Die mittlere Jahrestempe-
ratur der mandschurischen Region schwankt zwischen 5^ und 20°, die
Südgrenze ist dieselbe wie bei der paläarktischen und mittelländischen;
sie dehnt sich vom lOO.o ö. L. bis zur Küste, einschliesslich Japan,
aus. Die mittlere Jahrestemperatm* der nordamerikanischen Region
(0^—200) zeigt noch grössere Verschiedenheit als die der vorher-
gehenden. Sie umfasst Nordamerika mit Ausnahme von Californien,
Oregon und Nevada, aber mit Einschluss von Labrador und Florida.
Die californische Region endUch hat eine mittlere Jahrestemperatur
von 10° — 180 und umfasst Californien mit Ausnahme des südlichsten
Theiles der Halbinsel, Oregon und Nevada. — Die zoologische Charak-
teristik dieser Regionen ist nur von den Spannern hergenommen und
unten einzusehen. Vgl. auch den vorigen Bericht S. 15.
Ritzema Bos macht einige Fälle von Futteränderung bei
Insekten bekannt; Biolog. Centralbl. VII, S. 321— 331. - In Folge
günstiger Futterverhältnisse (reichliches Aas) hatte sich Silpha
opaca in einem „Polder" bei Amsterdam sehr stark vermehrt und
ging dann, als ihre normale Ernährung erschwert oder unmöglich
geworden war, dazu über, junge Rapspflänzcheu und Unkräuter zu
verzehren. — Anthobium torquatum zerfrisst die Blüthen von Brassica
Napus und oleracea. — Ein anderer Staphylinide, Coprophilus stria-
tulus, der sich aus ähnlicher Veranlassung wie Silpha stark vermehrt
hatte, griff nach Aufzehrung des früheren, in faulenden Pflanzen-
stoffen bestehenden Futters, junge keimende Maispflanzen an. — An
letzter Stelle endlich führt der Verfasser zunächst aus der Literatur
mehrere Fälle an, wo Muscideu-Larven sich in einer ihrer Gewohn-
heit widerstreitenden Art nährten. Einen neuen Fall dieser Art liefert
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 7
die „Schaffliege" der Niederländer, Lucilia sericata. Nach des Ver-
fassers Darstelhmg leben die Larven dieser Fliege ursprünglich im
Koth; indem die Fliege aber ihre Eier in den am Hintertheil der
Schafe an der Wolle klebenden Koth ablegt, gelangen die Maden
auf die Haut und veranlassen durch die Thätigkeit ihrer Mundhaken
die Absonderung einer übelriechenden, serumartigen Flüssigkeit, und
bringen die Wolle an der betreffenden Stelle zum Ausfallen. Die
Entwickelung vom Ei bis zur Puppe nimmt bei günstiger Witterung
nur 14 Tage in Anspruch, kann sich aber auch um 10 Tage ver-
längern. Gegenwärtig legen die Fliegen nun ihre Eier nicht bloss
in den an der Haut haftenden Koth, sondern auch an andere, reine
Stellen der Haut, und in diesem Umstand sieht der Verfasser einen
weitereu Fortschritt zum Parasitismus.
lieber die Schaffliege, Lucilia sericata Meigen, theilt
Karsch ebenda S. 521 — 523 seine Erfahrungen mit, aus denen her-
vorgeht, dass die von Ritzema Bos vermuthete Futteränderung nicht
anzunehmen ist. Nach Karsch ist die L. sericata eine echte Fleisch-
fliege, die durch faulendes Fleisch(und nicht durch Koth) zum
Ablegen ihrer Eier veranlasst wird. (Auflebenden Schafen scheint
sie aber ausserhalb Hollands nicht beobachtet zu sein). Während
die Fliege früher selten war, ist sie gegenwärtig (bei Berlin) sehr
häufig. Zum Schluss giebt Karsch die Unterschiede zwischen dieser
Art und der L. caesar im weiblichen Geschlechte an.
Scudder erhielt Ichneumon instabilis von Chionobas semidea-
Imago; s. Howard, Proc. Entom. Soc. Washington I S. 95.
A. C. Weeks beschreibt, wie eine Tachina ihre Eier an eine
Datana-Raupe ablegte. Sie sass der fressenden Raupe gegenüber,
und streckte ihre lange Legeröhre unter ihrem Körper her nach vorn
bis zum Kopf der Raupe, auf den sie zwischen den Augen ihre Eier
absetzte. Dabei hatte es den' Schein, als ob sie geflissentlich jede
Berührung mit den Haaren der Raupe vermieden hätte. Entomologica
Americ. HI S. 126.
H. Gadeau de Kerville hatte 1881 ein Buch „Les Insectes
phosphorescents avec quatre planches chromolithographiees" ver-
fasst, über welches ich seiner Zeit nicht berichten konnte. Dasselbe
behandelt in allgemein verständlicher und anziehender Form die
Is'aturgeschichte und geographische Verbreitung der leuchtenden In-
sekten, deren mehrere (Pyrophorus, Lampyriden, Fulgoriden) abgebildet
sind. Zu diesem Buch hat derselbe Verfasser nun (Ronen, 1887,
134 S.) Notes complementaires et bibliographie generale
(anatomie, physiologie et biologie) erscheinen lassen. Hier werden
Irrthümer und Ungenauigkeiten des oben erwähnten Buches berich-
tigt und ergänzt, und die Angaben in der Literatur über leuchtende
Insekten in alphabetischer Reihenfolge der Verfasser zusammengestellt.
Freies Jod als Drüsensecret beobachtete Loman in den
explosionsartigen Entleerungen, mittels deren Cerapterus quadri-
macu latus seine Feinde zu schrecken sucht; Tijdschr. Nederl. Dierk.
Vereen. (2.) 1887. Deel I S. 106—108.
Slater glaubt in der Haut mancher Insekten, namentlich Blatt-
8 Dr. Ph. Bertkau.
und Holzfressender Käfer (Melolonthidae; Dynastidae; Elateridae;
Buprestidae) Tannin nachgewiesen zu haben, und bringt mit diesem
Stoff die lederähnliche Färbung mancher der genannten Insekten in
Zusammenhang. Proceed. Eni Soc. Lond. 1887. S. XXXII— XXXIV.
W. Sörensen machte in der 13. Versammlung der Skandinavi-
schen Naturforscher eine Mittheilung sur la faculte des Condy-
lopodes de fermer etd'ovurir spontanement leurs trachees;
Entom. Tidskr. 1887. S. 71—75, Zunächst widerlegt er die Angabe
von dem steten und zum Athmen nothwendigen Vorhandensein einer
Epiglottis (Verschlussapparat) durch den Hinweis auf die Opil. Lani-
atores; die Larven von Hypoderma und Gastrus. Auch das behaup-
tete Fehlen eines Muskels zum Oeffnen ist nicht richtig; bei den
Larven der Insekten ist das Vorhandensein eines oder zweier Muskeln
zum Heben der Epiglottis Regel; unter den Imagines besitzt Dorcus
deren einen, Xylophagus zwei. Bei Scolopendra ist dieser der einzige
Muskel, und das Stigma schliesst sich durch die Elastizität des
Peritrema. — Der Bau der Epiglottis an den prothorakalen Stigmen,
der ein ganz verschiedener von dem der abdominalen ist, ist von
Landois und Thelen verkannt worden. Ebenso sind ihnen die
mesothorakalen Stigmata unbekannt geblieben. Die von Kran eher
an den (abdominalen) Stigmen der Melolontha-Larve angegebene
Epiglottis ist thatsächlich nicht vorhanden, und wäre überflüssig, da
bei ihnen, wie bei allen Lamellicornierlarven, wie Mein ert nachwies,
die Stigmen nicht geöffnet sind.
von Frickentrug auf der diesjährigen Naturforscherversammlung
über die Entwickelung, Athmung und Lebensweise des Hydro-
philus vor. Die Athmung geht nach ihm in der Weise vor sich, wie
Nitzsch beschrieben hatte, dass nämlich der Käfer den Kopf über
Wasser bringt und die Fühler so dreht, dass das erste Glied in die
Luft ragt, die folgenden unter Wasser sind und die Spitze die Vor-
derecke der Vorderbrust berührt. Zwischen den Haaren der Fühler
hindurch geht dann ein Luftstrom zu den Haaren der Brust- und
Bauchunterseite, und auf dieselbe Weise geht die Erneuerung der
Athemluft auch bei Hydrous carabo'ides vor sich. Tagebl. S. 114 f.
Ueber die Bedeutung des Kernes für die thierische
Zelle äussert Korscheit nach einigen Beobachtungen an sezer-
nirenden Zellen (Matrixzellen der „Eistrahlen" von Nepa und Ranatra;
Zellen der Malpighi'schen Gefässe, Spinndrüsen von Raupen; Drüsen-
zellen von Phronima; Einährzellen von Bombus) und an assimiliren-
den Zellen (wachsende Eizelle verschiedener Insekten) die Vermuthung,
dass der Kern an der sezernirenden und assimilirenden Thätigkeit
der Zelle wirklich Antheil nehme. Naturwissensch. Rundschau II.
S 499—413 mit 6 Holzschn. und Sitzgsber. Gesellsch. naturf.Freunde.
1887. S. 126—136.
A. Schneider macht nach einer vorläufigen Notiz im Zoolog.
Anzeig. 1887. S. 139f. eine ausführlichere Mittheilung über den
Darmkanal der Arthropoden; Zool. Beiträge, II, S. 82—94. Taf.
VIH — X. Ausser am Vorder- und Enddarm kommt auch am Mittel-
darm eine Chitinlage nebst ihrer Hypodermis vor. Die Schichten
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 9
folgen hier so auf einander, dass zu innerst die Epithelschicht, dann
die Chitinlamelle, dann deren Hypodermis, die Ringmuskel- und zuletzt
die Längsmuskelschicht kommt. Die Muskelschicht und die Hypo-
dermis mit ihrer Chitinschicht sind hier am Darm ebensowenig
deutlich geschieden, wie an der Körperhaut; der Verfasser fasst sie
beide unter dem Namen Ekto-mesoderm zusammen und lässt es un-
entschieden, „ob der Ueberzug des Mitteldarms durch eine ektomeso-
dermale Schicht sich bildet, indem diese Schicht vom Hinter- und
Vorderdarm aus über den Mitteldarm wächst, oder direkt, indem sich
in dem Ekto-mesoderm die Leibeshöhle ausbildet und so die viscerale
Platte des Ektomesoderm entsteht." Das Chitin ist als eine Erhär-
tung des Protoplasma, nicht als eine Absonderung anzusehen. Im
Hinterdarm (bei Coleopteren, Lepidopteren, Orthopteren, Neuropteren)
und im Yorderdarm der meisten Insekten hat die Chitmhaut Zähne, Höker,
Bürsten, die in biologischer, wie systematischer Beziehung von grosser
Bedeutung sind. Als Bildungen, welche weit verbreitet vorkommen, bis-
her aber übersehen oder falsch gedeutet wurden, bezeichnet Schneider
den Rüssel und den Trichter. Der erstere findet sich an der Stelle,
wo der Vorderdarm in den ]\litteldarm übergeht und entsteht dadurch,
dass der erstere eine Umstülpung nach aussen macht, so dass er in
den Mitteldarm invaginirt erscheint. An dieser Umstülpung betheili-
gen sich sämmtliche Schichten der Darmwand, mit der Modifikation,
dass die Längsfasern sich im hinteren Theile des Vorderdarmes er-
heben und schräg nach der äusseren Kante der Umstülpung ziehen.
Bei Ameisen- und Wespenlarven kommt es zu einer zweimaligen
Umstülpung; der primäre Rüssel bleibt unausgebildet und entbehrt
der Muskeln. Der Trichter ist gewissermassen eine Fortsetzung der
Chitinhaut des inneren Rüsselrandes. Er stellt ein den ganzen Mittel-
und Enddarm durchziehendes, bei den Oryctes-Larven auch in die
Blindsäcke desselben Ausstülpungen bildendes Rohr dar, das an seinem
hinteren Ende die Kothmassen umhüllt und mit diesen entleert wird,
während es an seinem vorderen Ende nachwächst. Er sichert das
zarte Epithel des Mitteldarmes vor Beschädigungen durch harte Körper,
und findet sich daher nicht bei den von reiner Fleischnahrung leben-
den Dytisciden und Cursoria (? = Carabiden ?). Er hindert aber
auch eine unmittelbare Einwirkung der verdauenden Sekrete des
Darmepithels auf die Nahrung, und diese Einwirkung geht daher
durch den Trichter endosmotisch hindurch. Während der Trichter bei
allen übrigen Insekten hinten offen ist, ist er bei Wespen- und
Ameisenlarven geschlossen und stellt hier die den älteren Autoren
unter dem Namen „Magensack" bekannte Bildung vor. Da der Trichter
als innere chitinöse Auskleidung des anfangs geschlossenen Vorder-
darmes entsteht, so ist er anfänghch überall ein geschlossener Sack,
und der Darm der Wespen- und Ameisenlarven ist demnach auf einer
tieferen Stufe stehen geblieben als der Darm der übrigen Insekten-
larven. — Der Trichter wurde unter den Arthropoden auch noch bei
Julus und Daphnia gefunden, kommt auch bei den Mollusken vor
und erweist sich somit als eine weitverbreitete, für das gesammte
thierische Leben wichtige Erscheinung.
10 Dr. Ph. Bertkau.
V. Faussek fasst den Hauptinhalt seiner Beiträge zur Histo-
logie des Darmkanals der Insekten, Zeitsclir. f. wissensch. Zoo-
log. 45 S. 694—712 Taf. XXXVI, in folgenden Worten zusammen:
Im Mitteldarm der Eremobia und der Aesclinalarven befinden sich
ausser den cylinderförmigen Zellen noch besondere Zellenkomplexe
von drüsiger Natur (Drüsenkrypten). In den Zellen dieser Drüsen
wird mitotische Kerntheilung beobachtet, in den Zellen des Epithels
dagegen aber nicht. Der Enddarm weist einen bedeutenden Dif-
ferenzirungsgrad auf. Bei Eremobia theilt er sich in zwei Abthei-
lungen, die durch eine Muskelklappe getrennt werden. Beide Abthei-
lungen unterscheiden sich dem Charakter nach scharf von einander;
in beiden ist die Epithellage sehr eaitwickelt. An dem Epithel der
Rektaldrüsen befinden sich ausser den cylinderförmigen Zellen noch
andere Zellenelemente (Schleimzellen, Leydig'sche Zellen). Der End-
darm der Aeschnalarven theilt sich auch in zwei Abtheilungen, die
aber durch keine Klappe getrennt werden. Im ganzen Enddarm be-
gegnet man zwei Arten des Epithels, die sich scharf von einander
unterscheiden; das eine mit grossen Zellen und Kernen, das andere
mit kleinen. In der Verbreitung derselben ist gar keine Regelmässig-
keit zu bemerken. Das kleine Epithel bildet kompakte, verwickelte
Falten, das grosse liegt fest der Muskelwand an oder bildet nur ein-
fache, weit von einander entfernte Falten. In dem Enddarm der
Aeschnalarven befinden sich ausser den Darmkiemen noch typische
Rektaldrüsen. Eine vorläufig. Mittheilung zur Histologie des Darm-
kanals der Insekten s, Zoolog. Anzeig. 1887 S. 322 f.
Knüppel trug seine Beobachtungen über die Speichel-
drüsen einiger Insekten auch in der Gesellsch. naturf. Freunde
vor. Sitzgsber. 1887 S. 28—30; vgl. den vor. Ber. S. 23; s. auch En-
tom. Nachr. 1887 S. 67—69.
B. Hofer stellte Untersuchungen über den Bau der Spei-
cheldrüsen und des dazu gehörenden Nervenapparats von
Blatta an; Nov. Act. d. Ksl. Leop. Carol. Deutsch. Akad. d. Naturf.,
LI. (No. 6) S. 345—395 Taf. XLVH-XLIX. — Den gröberen Bau
der Speicheldrüse schildert Hof er in Uebereinstimmung mit seinen
Vorgängern und giebt hinsichtlich der Mündungsstelle des gemein-
samen Sammelganges Burmeister und Cholodkowsky Recht, die
dieselbe in die Mundhöhle verlegt hatten, während Kupffer und
Bas eil eine Entleerung des Speichels in den Oesophagus behauptet
hatten. Ausser durch den Fettkörper und ein Tracheennetz wird der
Drüsenapparat durch einen doppelten Muskel befestigt. Dieser von
Cholodkowsky schon erwähnte Muskel entspringt an der Unterseite
des Oesophagus, spaltet an der Stelle, wo sich das Speichelreservoir
zum Ausführungsgang verengt, einen Theil seiner Bänder ab und
verwächst pinselförmig ausstrahlend der Länge nach mit der Wand
des Reservoirs. ,Der weitaus grösste Theil der Muskelbänder legt
sich nun hakenförmig, nach dem Rücken des Thieres zu gekrümmt,
um den Ausführungsgang", ohne in seinem weiteren Verlauf mit die-
sem oder einem anderen Organ zu verwachsen. Die Funktion dieses
Muskels ist theils die Entleerung des Speichelreservoirs, theils die
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 11
Accommodation der Speicheldrüse an die Körperbewegungen zu be-
sorgen. Die von Kupfer zuerst beschriebenen zweierlei Zellen in
den Acini der Speicheldrüse fand auch Hof er auf. Während
aber Kupffer die kapsellosen Zellen ausschliesslich in die Mitte des Acinus
verlegt hatte, kommen nach Hof er solche auch an der Peripherie
vor. lieber das Verhältniss der beiden Zellarten zu einander äussert
der Verfasser auf Grund des Studiums derselben in verschiedenen
Zuständen der Drüse andere Ansichten als Knüppel (s. den vor. Ber.
S. 23). Nach Hofer sind nämlich vor Beginn der Sekretbildung die
kapsellosen Zellen von einem Gerüst von Spongioplasma durchzogen;
die Sekretbildung beginnt mit dem Auftreten feiner glänzender Sekret-
körner in den Plasmasträngen dieser Zellen; die Sekretkörner wachsen
mehr und mehr und füllen zuletzt in Gestalt von Kugeln fast die
ganze Zelle an, deren Bau vollständig verdeckend. Dmxh irgend
welche Einflüsse (einen Wasserstrom?) wird das bis dahin körnige
Sekret gelöst, diffundirt in die kapselhaltigen Zellen hinüber, sammelt
sich in den retortenförmigen Sekretblasen derselben an und tritt
durch den Ausführungsgang derselben aus. Eine Auflösung der Se-
kretzellen zum Zwecke der Sekretbildung nimmt der Verfasser nicht an.
Zu den über das Eingeweidenervensystem durch Brandt, New-
ton und Kö stier bekannt gemachten Angaben macht der Verfasser
einige berichtigende und ergänzende Zusätze: In dem g. frontale findet
sich ein Belag mit Ganglienzellen wesentlich nur in der oberen Hälfte;
in dem Kern dieser Ganglienzellen finden sich zahlreiche (bis zu 20)
Kernkörperchen; die Entstehung und der Verlauf des paarigen Ein-
geweidenervensystems ist wesentlich so, wie Brandt und Newton
angegeben hatten. — Die Speicheldrüse wird von drei Ursprungs-
stätten mit Nerven versorgt: Das unter dem Oesophagus gelegene
spitze vordere Ende wird jederseits von einem von den paarigen hin-
teren Ganglien des paarigen Eingeweidenerven innervirt; der übrige
Theil von rechts und links aus dem N. recurrens austretenden Nerven;
dazu kommt noch drittens ein aus dem unteren Schlundganglion ent-
springendes Nervenpaar, das den Sammelgang begleitet und sich an
dessen Ursprung in Aeste auflöst, die theils die Speicheldrüse, theils
deren oben beschriebene Muskulatur innerviren. Das von Kupffer
erwähnte sog. Drüsenganglion erklärt Hof er für fettig infiltrirtes
Bindegewebe. Die Endigungsweise der aus den verschiedenen Ur-
sprungsstellen entspringenden Drüsennerven ist die gleiche. In der
Nähe der Drüse theilt sich jeder Nerv in mehrere Aeste und durch-
schnittlich zu jedem Acinus tritt ein solcher Ast; oft erhalten sogar
zwei neben einanderliegende kapselhaltige Zellen desselben Acinus je
ein Aestchen. An dem Acinus geht das Neurilemm des Nervs in die
tun. propr. der Drüse über; die Nervenfibrülen setzen sich in die
streifige Plasmazone der kapselhaltigen Zellen fort und hören dort
auf, wo das Drüsenplasma beginnt.
H. Viallanes' 5. Memoire der Etudes histologiques et
organologiquessurlescentresnerveusesetlesorganesdes sens
des animaux articules, Ann. Sei. nat., Zool., (7. Ser.) T. IV S.
1 — 120 PI. 1—6, zerfällt in drei Theüe. 1. Le cerveau du criquet
12 Dr. Ph. Bertkau.
(Oedipoda caeriüescens et Caloptenus Italiens); 2. Comparaison du
cerveau des Crustaces et des Insectes; 3. Le cerveau et la morphologie
du squelette cephalique. — In dem ersten Theile wird das Gehirn
der Heusekrecken besckrieben, das nach Viallanes weit geeigneter
ist, den Bauplan des Insektenhirns zu enthüllen, als das mit Vor-
liebe studirte Wespenhirn. Eine Vergleichung des Gehirns
der genannten Insekten mit dem der Krebse ergiebt nun eine
vollkommene Homologie. An beiden lassen sieh von vorn nach hin-
ten, bezw. von oben nach unten drei Theile unterscheiden: das Proto-,
Deuto- und Tritocerebron. Sämmtliche drei Theile, namentlich aber
das Protoeerebron, haben einen komplizirten Bau, der indessen ohne
Abbildungen schwer verständlieh zu machen ist. Aber wie in der
Zusammensetzung des Gehirns aus drei Theilen eine üebereinstimmung
zwischen Insekten und Krebsen besteht, so auch in dem feineren Bau
des Protoeerebron, nur mit dem Unterschied, dass die „lobes proto-
cerebraux" genannten Theile (der umfangreichste, die „gestielten
Körper" umfassende, vorwiegend aus Hirnsubstanz bestehende Tb eil
der lob. optici) beider Seiten sich auf der Mittellinie vereinigen und
so in Verbindung mit dem „Protoeerebron moyen" treten, während
sie bei den Krebsen weit entfernt von einander auf die Augenstiele
gerückt sind (sie sind hier unter dem Namen der unteren Anschwel-
lung der terminalen Markmasse bekannt). Vom Protoeerebron gehen
die Nerven für die Augen, bei den Insekten mit Ocellen auch solche
für diese aus. Der eigenartige Bau des Deutocerebron macht es
möglieh, mit der grössten Bestimmtheit die Homologie beider Theile
im Gehirn der Krebse und Insekten zu behaupten. Dasselbe trägt
bei den Insekten den Fühlernerv, bei den Krebsen den Nerv der
inneren (vorderen) Antennen; die Fühler der Insekten sind demnach
homolog den ersten Fühlern der Krebse. Das Tritocerebron ent-
wickelt bei den Krebsen neben den Oesophagealganglien, die der
Wurzel des ersten unpaaren Viseeralganglions (g. stomatogastrique)
und des Oberlippennervs den Ursprung geben und der unter dem
Schlünde liegenden Kommissur auch noch die Lobi für die
äusseren Fühler. Bei den Insekten sind diese letzteren ebensowenig
vertreten, wie die äusseren Antennen selbst, während die übrigen
Theile sich bei ihnen vorfinden: die Querkommissur des Sehlundringes
und die Oesophagealganglien, von welchen letzteren die Wurzeln des
gangl. frontale und Oberlippennerven entspringen. Die Oberlippen-
nerven sind demnach bei Insekten und Krebsen homolog. Das g. sto-
matogastrieum der Krebse ist homolog dem g. frontale der Insekten.
Jeder der drei Gehirntheile gehört als Ganglion zu einem Zoniten des
Kopfes; letzterer setzt sich daher (bei Insekten) aus sechs Zoniten
zusammen, während Künckel auf Grund der Zahl der Imaginal-
scheiben deren nur drei annahm. Von diesen sechs sind drei präoral
und drei postoral. Das erste trägt die Augen, das zweite die Fühler,
das dritte, das ohne Anhänge ist, die Oberlippe, das vierte die Man-
dibeln, das fünfte die Unterkiefer, das sechste die Unterlippe. Die
Oberhppe kann weder bei Krebsen noch bei Insekten als das Resul-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 13
tat der Verschmelzung zweier Anhänge angesehen werden; vgl. Compt.
Rend. Acad. Sei. Paris CIV S. 444—447.
A. T. Bruce theilt Observations on the nervoussystem of
Insects and spiders and some preliminary observations on
Phrynus mit; Johns Hopkins Univ. Circ. VI No. 54 S. 47.
0. vom Rath macht eine vorläufige Mittheilung über die Haut-
sinnesorgane der Insekten; Zoolog. Anzeig. 1887 S. 627 — 631,
645 — 649. Die Hautsinnesorgane sind nach einem einheitlichen Typus
gebaut, indem in einem Hautporus ein längeres oder kürzeres Haar,
Zapfen, Kegel etc. steckt, in welche eine Sinneszelle, gewöhnlich aber meh-
rere Sinneszellen ihre Fortsätze hineinsenden. — Solche Sinnesorgane
finden sich bei Machilis am Vorderende jedes Fühlerglieds und auf
dem letzten Gliede der (MaxiUar- und) Lippentaster. Bei Forficula
stehen auf der Fläche der Antennen Sinneshaare; auf der Spitze der
Kiefer- und Lippentaster ist ein cylinderförmiger Aufsatz auf seinem
oberen Ende mit einer Anzahl winziger Kegel besetzt. An der Aussen-
seite der Lippentaster steht ausserdem eine Reihe kleiner Sinneskegel
zwischen den gewöhnlichen Haaren. An den Fühlern der Grylliden
und Blatten sind Sinneskegel angebracht, bei ersteren auch einfache
Chitingruben; die Palpen der Grylliden und Locustiden haben ein mit
zahlreichen kurzen Sinnesborsten besetztes Feld. An den Schwanzan-
hängen der Grylliden und Blattiden finden sich neben den gewöhn-
lichen Haaren lange, sehr feine, die wohl auch Sinneshaare sind. Bei
Sialis, Panorpa und Phryganea finden sich an den Fühlern nur Sinnes-
kegel; an den Palpen von Panorpa und Siahs, bei letzteren auch an
den äusseren Maxillarlappen, sind dieselben sehr kurz. — An den
Fühlern eines Stylops-Männchens wurden kleine Gruben mit einem
Haar wahrgenommen, zugehörige Nervenzellen dagegen nicht beob-
achtet. Auf den Fühlern von Pyrrhocoris, Haematopinus, Pediculus,
bei ersterer auch auf der Spitze des Rüssels, sind Sinneskegel ver-
schiedener Grösse verbreitet, einige auch in Gruben. An den Fühlern
der Fliegen sind die Sinnesgruben hinsichthch ihrer Grösse und der
Zahl der in ihnen stehenden Kegel sehr mannigfaltig; ausser den
kleinen Sinneskegeln an den fleiscliigen Rüssellappen von Musca möchte
vom Rath auch die von Kraepelin als Drüsenhaare gedeuteten Haare,
an deren Zellen ein Nerv tritt, als Sinneshaare ansehen. — Bei
Schmetterlingen zeigt sich an den Fühlern fast derselbe Reichthum
mannigfaltig abgeänderter Sinnesgruben und -kegel wie an den Fliegen-
fühlern; an der Tasterspitze ist eine grosse, meist flaschenförmige
Grube mit zahlreichen Sinneskegeln. — An den Fühlern und dem
Endgliede der Palpen der Käfer, auch den Palpen der Käferlarven,
sind Sinnesborsten, -kegel und Chitingruben mit Sinneskegeln ver-
breitet. — Die flaschenförmigen Organe an den Fühlern der Hyme-
nopteren ist der Verfasser geneigt, mit Kraepelin für Drüsenausfüh-
rungsgänge zu halten. Die Natur der sog. Champagnerpfropfenähn-
lichen Organe ist ebenfalls noch zweifelhaft. Was die speziellere
Sinnesleistung betrifft, so ist bei manchen Sinneshaaren die Tastem-
pfindung unwahrscheinlich; wo auch der Lage nach die Geschmacks-
empfindmig ausgeschlossen ist, da hat, wie z. B. an den in tiefen
14 nr- ^^- Bertkau.
Gruben stehenden Sinneskegeln an den Antennen und Palpen, die
Annahme von Geruchsorganen die meiste Wahrscheinlichkeit für sich.
W. Patten's Aufsatz: Eyes of Molluscs and Arthropods
im Journ. of Morph ology I, S. 67 — 92 PI. III ist ein Auszug aus
desselben Autors früherer Arbeit in den Mitth. Zool. Station Neapel;
s. dies. Ber. f. 1886 S. 34.
Derselbe beginnt Studies on the eyes of Arthropods. I. Deve-
lopment of the eyes of Vespa, with observations on the
ocelli of some insects, ebenda S. 193 — 226 mit 1 Taf. Der Ver-
fasser verfolgte die Bildung des Gehirns und der zusammengesetzten
und einfachen Augen von Vespa von den ersten Stadien an, die sich
bei der noch im Ei eingeschlossenen Larve finden. Die Kopflappen
senken sich ein, und in der Einsenkung treten verschiedene (min-
destens 6) Gruppen von Zellen auf, von denen 3 das g. opticum
bilden. Das Ektoderm wächst über die Einsenkung vor bis zum völli-
gen Verschluss; am längsten bleiben noch die 3 das g. opticum zu-
sammensetzenden Zellgruppen (unteren, mittleren und oberen Lappen)
unbedeckt. Die Ueberwachsung des Ektodetms erfolgt vorwiegend
von der dorsalen Seite her; an der Stelle, wo die vom Rücken her
vorwachsende Lamelle des Ektoderms mit dem gegenüberliegenden
Rande zusammenstösst , legt sich als eine Ektodermverdickung
(optische Verdickung) das Auge an. Ein diese Verdickung mit dem
mittleren Lappen des g, optic. verbindender Zellstrang ist die Anlage
des n. opticus. Die Zellen des mittleren Lappens theilen sich in
rapider und eigenthümhcher Weise, die zu einer ganz charakteristi-
schen Anordnung der Zellen in doppelreihigen Strängen führt. Es
theilt sich nämlich eine Zelle zunächst in zwei birnförmige, die mit
ihren Stielen zusammenhängen, während das abgerundete kerntragende
Ende frei bleibt. Die eine dieser Zellen theilt sich wieder in der-
selben Weise und so fort, und so geht aus einer einzigen Zelle eine
Doppelreiiie von Zellen hervor, die alternirend rechts und Links stehen;
sie werden zu unipolaren Ganglienzellen. Die optische Verdickung
senkt sich ein, und diese Einsenkung vertieft sich mehr und mehr,
wobei sie zugleich an Umfang gewinnt; der untere Rand der Ein-
senkung ist dick, wulstförmig und ragt wenig über die Einsenkung
vor; der obere ist eine flache, schneidende Lamelle, die viel weiter
die Einsenkung überdeckt. Der Boden der Einsenkung bildet
das Auge, vielmehr dessen Retina, deren Zellen also aufgerichtet
sind (keine Umkehrung erfahren haben). Die Kerne derselben sind
anfänglich in einfacher Reihe angeordnet; in Folge starker Vermeh-
rung liegen sie später in drei- und vierfacher Reihe übereinander,
obwohl die Zellen immer nur eine Reihe bilden. Bei einer 10 mm
langen Larve bilden die Kerne der Krystallkegelzellen (Retinophorae)
eine deutliche Reihe unterhalb der äusseren Bedeckung des Auges;
letztere wird durch das Zusammenwachsen der Ränder der Einsen-
kung gebildet; der Vorgang dieses Zusammenwachsens ist aber nicht
beobachtet worden. Die Retinophorä sind anfänglich paarweise an-
geordnet; ihr oberes Ende ist breit abgerundet, ihr unteres verlängert
sich in dünne Stäbe, die auf der , Basalmembran" ruhen; vor dem
Bericht über Entomologie währeud des Jahres l'^87. 15
Auftreten des Pigments erhöht sich die zu jeder Facette gehörende
Zahl der Retinophorä auf vier, indem zu den ursprüngHchen zwei
Zellen noch zwei weitere aus den umgebenden Zellen treten. Die
wichtigsten Punkte der bisherigen Darstellung fasst der Autor in
folgenden Sätzen zusammen: 1. Die Krystallkegel- und die dieselben
umgebenden Pigmentzellen bilden keine von den Retinulä gesonderte
und diese überlagernde Schicht; alle leiten sich vielmehr von einer
einzigen Schicht ab und bleiben stets eine einfache Schicht. 2. Das
^Rhabdom" ist kein Product der Retinulä, sondern die innere Ver-
längerung der Krystallkegelzellen. 3. Das Zelllager, aus dem das
Auge entsteht, ist das innere Lager einer Augenblase, die durch
Einstülpung des Entoderms entsteht; die Zellen sind daher auf-
gerichtet. 4. Die Zahl der Retinophorä (später vier) ist in der
Jugend zwei, so dass dieselben Verhältnisse vorübergehend auftreten,
die bei den meisten einfachen Augen der Insekten und den einfachen
und zusammengesetzten Augen der Crustaceen bleibende sind. 5. Das
Pigment entsteht zuerst als paarige Flecken in den paarigen Re-
tinophorä, und bleibt so, bis nachdem sich die Zahl der Retinophorä
auf vier vermehrt hat. Dieser vorübergehende Zustand entspricht
wahrscheinlich dem bleibenden Zustand der paarigen Pigmentballen
und Retinophorä der OceUen. — Der Schluss der Augeneinstülpung
erfolgt erst während des Puppenstadiums und wurde, wie oben be-
merkt, nicht beobachtet. Nachdem derselbe erfolgt ist, besteht das
Auge aus drei Schichten: die innere ist das „Ommateum," die mitt-
lere enthält grosse, runde Kerne, die in regelmässigen Zwischenräu-
men über die Retinophorä zerstreut sind; die äussere Schicht ist die
Matrix der Kornea („Corneagen".) Die Zellen der mittleren Schicht
werden später sichellörmig, wachsen nach innen und gruppiren sich
zu zwei um den „Calyx" (wegen der Terminologie vergl. man den
vorigen Bericht). Um diese sichelförmigen Zellen herum ordnen
sich noch 18 andere, pigmentführende Zellen, so dass also ein Omma-
tidium aus 24 Zellen besteht. — Mitten durch das zusammengesetzte •
Auge geht ein Band indifferenter Zellen, welches das Auge in eine
dorsale und ventrale Hälfte scheidet.
Die Ocellen der Wespe treten gegen Ende des Larvenlebens als
vier Gruben auf; die beiden vorderen Gruben verschmelzen später
zur Anlage des vorderen medianen Auges. Der Grund der Grube
ist einschichtig und bildet die Retina; die Ränder der Grube wachsen
über derselben zusammen, wodurch sich die Grube schliesst.
An den einfachen Augen der Aciliuslarve unterscheidet Patten
mit der grössten Bestimmtheit zwei Lagen: die Corneagenschicht und
die Retina. Die Zellen der ersteren sind langgestreckt; ihr Kern
liegt am unteren Ende, das z. Th. auf der Retina, z. Th. auf der
Seitenwandung des Auges ruht; nach der Zeichnung hat das Auge
grosse Aehnlichkeit mit den mittleren Stirnaugen der Attiden. Die
Mitte der Retina nehmen zwei Reihen grosser Stäbchen ein, die durch
einen Streifen schwarzen Pigments getrennt sind; nach aussen von
diesen Stäbchen werden die Stäbchen kleiner. Am Umfang der Re-
tina liegen kleine , flache Kerne , deren Schicht sich an den Seiten
16 Dr. Ph. Bertkau.
des Auges bis zum Rande der Linse fortsetzt. — Das Auge der
Hydrophiluslarve lässt drei Schichten erkennen; die Retina ist an
der einen Seite im Zusammenhang mit der gewöhnlichen Hypodermis;
an der gegenüberliegenden Seite ist die Hypodermis im Zusammen-
hang mit der Corneagen, und die Retina hängt an dieser Seite
mit einer Zellgruppe zusammen, die sich in der Mitte des Auges
zwischen Retina und Corneagen einschiebt. — An der Rückenseite
des hinteren Auges der Larven von Acihus, Dytiscus und Hydrophilus
befindet sich ein eigenthümliches Sinnesorgan , bestehend aus zwei
Lagen, von denen die äussere mit der Corneagen des nebenhegenden
Auges , die innere mit der Retina desselben zusammenzuhängen
scheint. Die Elemente der inneren Schicht treten mit Nervenfasern
in Zusammenhang und bilden an ihrem distalen Ende je zwei Stäb-
chen aus. Das ganze Organ erscheint somit als eine Fortsetzung
des nebenliegenden Ocellus, und legt die Vermuthunsc nahe, dass die
zusammengesetzten Augen der Arthropoden durch Vergrösserung
einfacher Augen entstanden sind. Das „frontale Sinnesorgan" der
Phyllopoden, das rosettenförmige Organ von Hydrachniden und ähn-
liche Bildungen bei Chironomuslarven u. a. sind vielleicht in dem-
selben Sinne zu deuten. So ist auch das paarige Auge der Gryriniden
nicht aus einer Trennung eines ursprünglich einheitlichen Auges ent-
standen, sondern die Trennung ursprünglich getrennt angelegter Or-
gane bleibt erhalten. — Auch das Auge von Phalangium besteht aus
drei Schichten: Corneagen, Retina und einer Schicht, die zwischen
beiden liegt; in der Mitte des Auges ist diese mittlere Schicht un-
deutlich.
Es lassen sich somit bei allen Augen drei Schichten unterscheiden,
und damit ist die bereits früher ausgesprochene Vermuthung, dass
das Auge aus einer unter der Körperhaut liegenden einschichtigen
Augenblase entsteht, fester begründet: die obere Wand der Augen-
blase wird die mittlere Schicht; die dickere, untere Wand die unterste
Schicht (Retina), und die über der Augenblase liegende Körperhaut
wird die äusserste Schicht (Cornea und Corneagen).
Desselben Bemerkungen On the eyes of Molluscs and
Arthropods wenden sich gegen einige Punkte von R. Lankester's
kritischem Referate in dem Quart. Journ. Micr. Sei. Vol. 27 S. 286 — 292;
Zool. Anzeig. 1887 S. 256—261.
Zu E. L. Mark's Aufsatz , Simple eyes in Arthropods" im
Bull. Mus. Comp. Zoolog. XIIL Nr. 3 S. 49-105 PL I-V hatte
wesentlich Locy's Darstellung von der Entwickelung der Spinnen-
augen Veranlassung gegeben; vgl. den vor. Ber. S. 84. Indem Mark
sich auf den Nachweis stützt, dass das Spinnenauge nicht zwei- son-
dern dreischichtig ist. versucht er aus den z. Th. widersprechenden
Angaben über diese Organe die Wahrheit zu ermitteln. Dann geht
er dazu über, die Entwickelung der mit Tapetum versehenen Augen
zu schildern, die Locy unberücksichtigt gelassen hatte. Hier sind
sogar vier Lagen zu unterscheiden, indem sich zwischen Retina und
der hier stets mächtig entwickelten Matrix der Sklera das Tapetum
einschiebt. Die Herleitung des letzteren ist nicht ganz mit Sicherheit
Bericht über Entomologie -srährend des Jalires 1887. 17
zu geben: wahrscheinlich entsteht dasselbe durch eine Einwucherung
von der Sklera-matrix her, welche Einwucherung (bei Agalena) zu
beiden Seiten einer sich später noch als Spalt verrathenden Mittel-
linie erfolgt. Während bei den vorderen (lipotapetem) Mittelaugen
in Folge der Einfaltung der Hypodemiis die Retinazellen eine Um-
kehrung erfahren, so dass das ursprünglich innere Ende derselben
später nach aussen, nach dem Glaskörper („Lentigen" Mark's) gerichtet
ist, ist eine solche Einfaltung bei den tapetophoren Augen , wenn
auch wahrscheinlich, so doch nicht erwiesen. Bei den ersteren Augen
entstehen die Stäbchen, eben in Folge der Umkehrung, an dem Ende,
das uj'sprünglich dem Lichte abgewendet war, während sie bei den
letzteren, wenn wirklich eine Umkehrung stattgefunden hat, an der
ursprünglich dem Lichte zugekehrten Ende entstehen. Der Verfasser
nimmt bei den theoretischen Betrachtungen über die Phylogenie
dieser Augen an, dass die Stäbchen im ersten Falle früher an dem
entgegengesetzten Ende, wie heute, entstanden seien, und sieht in
dem Tapetum die Veranlassung, dass die ursprüngliche Lage derselben
in den tapetophoren Augen beibehalten sei. Beide Augen lassen sich
von einem ursprüngKch einschichtigen, durch Verlängerung von
Hypodermiszellen, die mit Nervenfasern in Verbindung treten, ent-
standenen herleiten, oder vieliflehr von einem aus diesem in Folge
einer trichterförmigen Einsenkung der Hypodermis in der Mitte der
Linse entstehenden.
G. H. Parker studirte The eyes in Scorpions, BulL Mus.
Compar. Zool. Vol. XIII Nr. 6 S. 173—208 mit 4 Tafeln. — Wie
schon Lankester und Bourne angegeben hatten, ist der Bau der
Seitenaugen ein anderer als der der Mittelaugen, und diese Ver-
schiedenheit findet ihre Erklärung in der Entwickelungsgeschichte.
Die Mittelaugen entstehen nämlich gleich den Augen der Spinnen
durch eine Einfaltung der Hypodermis, wodurch das Auge drei-
schichtig wird. Die äusserste Schicht, die „Lentigen", ist einfach
modificirte Hypodermis und dient ausser als Matrix der Linse auch
als „Glaskörper." Die von derselben abgeschiedene Linse unterscheidet
sich von der, gewöhnlichen Epidermis durch den Mangel von Poren-
kanälen und Pigment, sowie dadurch, dass sich die ganze Linse mit
Ausnahme der äussersten Schicht durch Färbemittel färben lässt,
während bei der Epidermis nur die tiefste Lage Farbstoffe auf-
nimmt. Die Lentigenschicht hat auch die Fähigkeit, Kutikula zu er-
zeugen unabhängig von der von der allgemeinen Hypodermis her-
vorgebrachten, so dass einzelne Lamellen der Linse in der allgemeinen
Körperkutikula nicht vertreten sind.
Die zweite der durch die Einfaltung entstehenden Schichten der
Hypodermis verdickt sich und wandelt sich zur Retina um; sie ent-
hält Retina- (Nervenend-) und Pigmentzellen. Die ersteren sind in
Gruppen von fünf vereinigt und enthalten vor dem (einzigen) Kern
je ein Rhabdomer, das sich mit den der vier übrigen zu einem fünf-
theiligen Rhabdom vereinigt. Die Pigmentzellen haben eine sehr
eigenthlimliche Gestalt. Sie bestehen nämlich aus je zwei rundlichen,
durch einen langen, dünnen Faden verbundenen Hälften, von denen
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. 2. H. II. 2
18 Dr. Ph. Bertkau.
die innere den Kern und Pigment, die äussere nur Pigment enthält;
die erstere liegt am Fusse der Nervenzellen, die letztere am Ende
derselben; übrigens enthalten auch die Nervenzellen Pigment.
Die dritte der Schichten bleibt düun und bildet die Matrix der
das Auge umhüllenden Haut, der Sklerotika; sie verschmilzt eng mit
der Retina und erhält auf der Aussenseite einen gewöhnlich
dünnen Ueberzug von mesodermalem Gewebe. Die Retina und die
lentigene Schicht sind dagegen durch die präretinale Lamelle von
einander getrennt. Diese letztere ist durch Verschmelzung der von
dem Fusse der Lentigenzellen und von der Spitze der RetinazeUen
abgeschiedenen Kutikula entstanden. Ihrer Entstehungsweise ent-
sprechend enthält dieselbe gewöhnlich keine Kerne; in Ausnahme-
fällen (1 auf 20) finden sich aber Kerne mesodermalen Ursprungs
in der präretinalen Lamelle vor. An dem jugendlichen Auge ent-
springen die Nervenfasern des opticus von dem äusseren Ende der
Retinazellen; an dem erwachsenen von dem entgegengesetzten Ende;
an diesem finden sich auch die Phaosphären, die der Verfasser gleich
Mark als rudimentäre postnucleare Rhabdome ansehen will.
Weit einfacher als die Mittelaugen sind die Seitenaugen gebaut,
die auch eine einfachere Bildungsweise haben. Sie entstehen nämlich
einfach durch eine Verdickung und Einsenkung der Hypodermis.
Die die Tiefe der Einsenkung einnehmenden Zellen bilden sich zu
Nervenendzellen um, die an ihrer Basis, wo die Nervenfaser entspringt,
einen Kern enthalten und an ihrem Ende die Seitenwände zu einem
Rhabdomer verdicken. Phaosphären fehlen hier, wenigstens bei der
zur Untersuchung dienenden Centrurus-Art, während Lankester und
Bourne solche auch in den Seitenaugen von Euscorpius angaben;
ferner fehlen zwischen den RetinazeUen besondere Pigmentzellen.
Die den Rand der Einsenkung bildenden Hypodermiszellen fungiren
als Matrix der Linse, deren Structur dieselbe ist, wie bei den Mittel-
augen. Da aber bei den Seitenaugen die Retinazellen bis an die
Linse reichen, und die Matrixzellen der Linse nur einen Ring um
die Retinazellen bilden, so fehlt ihnen hier die Function von Glas-
körperzellen, die die lentigene Schicht bei den Mittelaugen noch ausser-
dem besitzt. Eine präretinale Lamelle fehlt den Seitenaugen ebenfalls,
und die Sklerotika hat keinen Ueberzug von mesodermalem Gewebe.
Die Seitenaugen sind demnach einschichtig gebaut. — Die Unter-
suchungen wurden an einer Art von Centrurus angestellt.
F. Plateau stellt eine Reihe von Recherches experimentales
sur la Vision chez les Arthropodes in dem Bull. Acad. royale de
Belgique in Aussicht. Nach dem mitgetheilten Plane sollen diese
experimentellen Untersuchungen in 5 Theilen erschemen: 1. a. Resume
des travaux effectues jusqu'en 1887 sur la structure et le fonctionne-
ment des yeux simples, b. Vision chez les Myriopodes. 2. Vision
chez les Arachnides.
3. a. Vision chez les chenilles. b. Role des ocelles frontaux
chez les insectes parfaits.
4. Vision ä l'aide des yeux composes. Resume anatomo-physio-
logique et experiences sur les insectes.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 19
5. Perceptions des mouvements et conclusioüs generales.
Die beiden ersten Theile sind erschienen; a. a. 0. (3. S.) T. XIV
Nr. 9-10 und 11 mit je 1 Tafel.
Zur Erläuterung des ^Resume" über die einfachen Augen sind
vier schematische Figuren beigefügt, von denen zwei sich allgemein
auf die hinteren Mittelaugen „einer Spinne" beziehen sollen, "während
sie nur auf einen kleinen Theil der hinteren Augen gewisser Epeiriden
und auch hier nicht einmal unbeanstandet passen. Zu Grunde gelegt
ist nämlich die bekannte Figur Gren achers, welche Patten zuerst
in der Weise schematisirt hatte, dass er vor die fraghchen Stäbchen-
paare je zwei Kerne verlegte.
Die Versuche mit Myriapoden bezogen sich auf Lithobius forfi-
catus L., (die blinden Geophilus longicomis und Cryptops punctatus),
Scolopendra subspinipes Kohlr., Julus Londinensis, Glomeris margi-
nata Vill.
Das Ergeh niss der sinnreich mit künstlichen Hindernissen von
bald weisser, bald dunkeler Farbe angestellten Untersuchungen war
folgendes. Die Myriapoden (auch die blinden) unterscheiden Licht
und Dunkelheit und bevorzugen die letztere. Ein auf ihren Weg
gelegtes Hinderniss nehmen sie nur dann aus einiger Entfernung
(10 — 15 cm.) wahr, wenn dieses in heller Farbe leuchtet, und diese
Wahrnehmung ist wahrscheinlich z. Th. dermatoptischer Natur. Von
anderen Hindernissen bekommen sie erst mit Hilfe der Tastorgane,
namentlich der Fühler, Kunde. Die Gestalt von Gegenständen
unterscheiden sie nicht; doch können einige Bewegungen grösserer
Gegenstände wahrnehmen.
Die Versuche mit Arachniden erstreckten sich auf eine grössere
Anzahl Spinnen (Epiblemum scenicum; Marptusa muscosa; Xysticus
cristatus; Dolomedes; Lycosa; Agalena labyrinthica; Tegenaria do-
mestica, Derhami; Amaurobius ferox; Meta segmentata; Epeira dia-
demata, cornuta), Buthus europaeus und Phalangium bpilio. Bei den
Spinnen wurden die verschiedenen Augen nicht auf ihre Sehschärfe
geprüft, sondern nur allgemein die Grenzen der Gesichtswahrnehmun-
gen festgestellt. Bewegungen grösserer Gegenstände werden auf eine
Entfernung wahrgenommen, die je nach den Arten zwischen 2 und
12 (20?) cm schwankt; solche kleinerer Objecte wohl nur von Attiden
und Lycosiden. Letztere nähern sich einem Beutethier bis auf
2 cm, bevor sie den Angriff unternehmen, lassen sich aber bisweilen
noch auf diese geringe Entfernung täuschen. Die Webespinnen haben
ein viel schlechteres Gesicht; sie lassen sich mit Leichtigkeit durch
bewegte leblose Gegenstände in die Irre führen; eine Meta segmen-
tata z. B., in deren Netz gleichzeitig eine mit einer lebenden Mücke
durch euien Faden verbundene „künstliche Mücke" (Federflocke) ge-
bracht war, stürzte zuerst auf letztere los. Solchen künstlichen In-
sekten wurden von dieser und anderen Webespinnen Bisse beigebracht,
und oft zogen sich die getäuschten Spinnen erst zurück, nachdem
sie die vermeintliche Beute acht Mal zwischen den Kiefern gehabt
hatten. Der Ort, an welchem sich ein Insect in dem Netz einer
20 Dr. Ph. Bertkaii.
Spinne befindet, wird nicht durch den Gresichts-, sondern durch den
Gefühlssinn ermittelt.
Auch die Skorpione (B. europaeus) haben schlechte Augen. Die
Stirnaugen sehen deutlich nui- auf eine Entfernung von 1 cm, bei
den Seitenaugen steigt diese Entfernung auf 2 — ^^272 cm. Ihre Beute
erlangen auch sie nicht mit Hilfe ihres Gesichtssinnes, sondern durch
ihren Tastsinn, wenn sie bei planlosem Umherstreifen mit einem In-
sect zusammenstossen oder wenn ein solches sich in den von einem
Scorpion bewohnten Schlupfwinkel verirrt. Endlich spüren sie auch
die geeignete Stelle, an der dem Opfer der Stich mit dem Schwanz-
stachel versetzt werden muss, nur durch den Tastsinn aus. — Die
Opilionen (wenigstens Ph. opilio) sind nicht lichtscheu, sondern Licht-
freunde. Ihre Augen sind sehr schlecht; die Gestalt von Gegenständen
scheinen sie gar nicht und ebensowenig Bewegungen wahrzunehmen.
Diese Unvollkommenheit wird ausgeglichen durch die langen, mit
Tastorganen ausgerüsteten Beine.
Seinen Versuchen über die Wirkung des Lichtes und riechender
Stoffe auf Insekten hat Graber nunmehr Thermische Experi-
mente an der Küchenschabe folgen lassen; Pfiüger's Archiv für
Physiologie, XLL S. 240—256.
Die untere Grenze für die Lebensäusserungen des Thieres liegen
bei -\- 50; bei dieser Temperatur verfällt es in einen lethargischen
Zustand, aber es ist eine weitere Temperaturerniedrigung auf — ö*^
bis — 6° erforderlich, um das Thier zu tödten. Als obere Tempe-
raturgrenze erwies sich 42". In der Nähe dieser Grenze war die
Empfindlichkeit für Temperaturschwankungen am grössten, geringer
an der unteren Grenze und am kleinsten in der Nähe der zuträg-
lichsten Temperatur, die bei 26*^ bis 28° liegt.
Graber stellte neue Versuche über die Funktion der In-
sektenfühler mit Periplaneta an; Biolog. Ceutralbl. VTI S. 13 — 19.
Er weist zunächst darauf hin, dass die Versuche Plateau's, auf
Grund deren derselbe bei Periplaneta als Sitz der Geruchsempfindung
die Fühler nachgewiesen zu haben glaubte, nicht einwurffrei sind.
Sodann theilt er seine Versuche mit, die darin gipfeln, dass die fühler-
tragenden Schaben von stark riechendem Käse abgestossen werden,
die ihrer Fühler beraubten dagegen nicht mehr, so dass die Fühler
hier als Geruchsorgan fungiren. Vergl. d. vor. Ber. S. 27 f.
T. IV des Recueil Zoologique Suisse enthält auf S. 161 — 240 die
Fortsetzung und den Schluss von A. Forel's Experiences et remarques
critiques sur les sensations des insectes; vergl. den vor. Bericht
S. 31 ff. In einem Anhang über den Gesichtssinn schreibt er den
Ocellen mit ihren kurzen und dicken Krystallkegeln im Vergleich
zu denen der fazettirten Augen hauptsächlich die Rolle zu, bei
schwachem Lichte und die Bewegungen zu sehen. — Einen beson-
deren Richtungsinstinkt, dem Fahre das Zurechtfinden von Chali-
codoma-Exemplaren, die auf mehrere Kilometer von ihrem Bau entfernt
worden waren, zuschreibt, nimmt Forel nicht an, glaubt vielmehr,
dass diese Thiere bei ihrem Fluge die Umgebung in weiterem Um-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 21
kreise kennen lernten und sich in derselben bald zurecht finden
könnten; vgl. dazu die Mittlieilung Romanes'; Beriebt 1885 S. 208.
Indem sieb der Verfasser dann weiter zur Untersuchung des
Geruches oder des Sinnes der Fühler wendet, wiederholt er in
einer allgemeinen Kritik der füi- den Geruchssinn angestellten Ver-
suche die in letzter Zeit oft gemachte Bemerkung, dass die Geruchs-
stoffe nicht allein auf den Geruchssinn, sondern auch, und namentlich
die scharf riechenden, auf andere Schleimhäute wirken, und dass man
das Vorhandensein eines Geruchssinnes erst dann erwiesen habe, wenn
man einen speziellen Sinn nachgewiesen habe, der dem Geschöpf
durch irgend eine spezielle Energie gestattet, aus der Ent-
fernung die (chemische) Beschaffenheit gewisser Körper
zu erkennen. Mehrere von neuem angestellte Versuche bestätigten
die Richtigkeit der vom Verfasser früher aufgestellten Behauptung,
dass die Fühler der Sitz des Geruchssinnes seien. So verhielten
sich fühlerlose Formica sanguinea, pratensis, Camponotus ligniperdus,
Lasius niger, die zusammen in ein Getäss gesetzt wurden, ganz gleich
gegen Angehörige derselben Art und desselben Stockes, wie gegen
andere; Camponotus ligniperdus fütterte eine F. sanguinea. — In
ähnlicher Weise verstümmelte Myrmica ruginodis wurden von einem
kriegerischen Paroxysmus befallen, der sich in gleicher Weise gegen
ihre Artgenossen wie gegen Fremde kehrte und genau dem glich,
in den diese Art durch Aetzsublimat versetzt werden kann. —
Mehrere Fliegen, die ihre Eier oder junge Larven auf faulendem
Fleisch ablegen, fuhren mit dem Eierlegen fort, wenn sie anderswie
verletzt waren, hörten aber auf, wenn ihnen die Fühler exstirpirt waren.
Silpha, Philonthus, Creophilus, Aleochara, Necrophorus konnten, ihrer
Fühler beraubt, einen in ihrer Nähe befindhchen Cadaver nicht auf-
spüren, während der Verlust dreier Füsse sie daran nicht hinderte
und sie, auf denselben gesetzt, gierig zu fressen begannen. Bombyx
Mori fanden ihre Weibchen nicht auf, wenn ihnen die Fühler ge-
nommen waren. Aus allen diesen Versuchen schliesst Forel, dass
die Fühler die Träger des Geruchsinnes sind, wenn sie auch daneben,
namentlich die langen, fadenförmigen Fühler der Schlupfwespen, Heu-
schrecken u. s. w., dem Tastsinn dienen. — Indem der Verfasser
ferner mit Wespen operirte, denen Fühler und beide Palpenpaare
genommen waren, und die trotzdem reinen Honig von dem mit Chinin
oder Morpliium versetzten unterscheiden konnten, kommt er zu dem
Schlüsse, dass der Geschmackssinn nicht in den Palpen, sondern im
Innern des Mundes seinen Sitz hat. Als Geschmacksorgane sieht er
an: 1. Die von Leydig am FliegenrUssel beschriebenen Organe (zur
Anatomie der Insekten), die mit den folgenden homolog sind. 2. Die
von Meinert ein Jahr später beschriebenen nervösen Organe der
Unterkiefer und der Basis der Zunge; 3. die von Forel beschriebenen
Nervenapparate am Ende der Ameisenzunge; 4. die von Wolff am
„Gaumen" der Biene beschriebenen Organe.
Ueber das Gehör der Insekten ist nach Forel nichts mit Sicher-
heit auszusagen; alle Versuche, aus denen man auf einen Gehörssinn
der Insekten geschlossen hat, schliessen Erschütterungen des Bodens
22 Dr- Ph. Bertkau.
oder der Luft nicht aus, die als solche durch die Tastorgane wahr-
genommen werden könnten. — Ueber den Tastsinn und die mit ihm
verwandten Sinne bringt der Verfasser nichts Neues bei; nur macht
er auf die grosse Feinheit dieses Sinnes bei den Spinnen aufmerk-
sam, um zur Vorsicht bei den Versuchen über das Gehör dieser
Thiere zu mahnen.
F. Will referirt über Forel's Aufsatz sur les sensations des
Insectes und versieht das Referat mit eigenen Bemerkungen; Entom.
Nachr. 1877. S. 227—233.
E. L. Trouessart veranschaulicht le Polymorphisme des
mäles chez les Arthropodes et notamment cliez les Coleopteres et
les Acariens durch Hinweise auf Lucaniden (Cladognathus) und Sarco-
ptiden (Anaiges); Le Naturaliste IX S. 130 — 133 m. Holzschn.
Karsch hielt einen Vortrag über Generationswechsel bei
Insekten; Entom. Nachr. 1887. S. 273—279.
Rühl beobachtete eine Paarung von Melitaea Cjnthia 6 mit
Erebia Lappona Q; Tagebl. d. 60. Vers, deutsch. Naturf. u. Aerzte
S. 259; Soc. Entom. II. S. 75; Wiskott eine solche von Lycaena
Corydon 6 mit Q Dämon; Sitzgsber. Berl. Entom. Ver. 1887 S. XXXVIH.
Konow beschreibt zwei Zwitter von Nematus umbrinus Zadd.\
Soc. Eni n. S. 97 f.
Ueber Parthenogenesis bei Blattwespen s. unten.
Parthenogenesis bei Ocneria dispar; v. Bock, Sitzgsber.
Berl. Ent. Ver. 1887. S. XXX VEI.
E. Vängel beobachtete 14 Fälle von Parthenogenesis bei Psyche
Ecksteini, Zelleri; Ocnogyna parasita; Bombyx Rubi; Satumia Pyri;
Spilosoma Menthastri; Rovartani Lapok HI S. 56 — 61.
Parthenogenesis bei Eriocampa annulipes; Cameron, Ent.
Monthl Mag. XXIII S. 195.
Korscheit hat einige frühere vorläufige Mittheilungen (dies.
Ber. 1884 S. 17 und 1886 S. 20) zu einem ausführlicheren und durch
Abbildungen erläuterten Beitrag zur Bildung der EihüUen, der
Mikropylen und Chorionanhänge bei den Insekten erweitert;
Nov. Acta d. Ksl. Leop. -Carol. Deutschen Akad. d. Naturf., LI
(No. 3) S. 181-252 Taf. XXXV— XXXIX. Die Resultate der über
26 Insektenarten ausgedehnten Untersuchungen (Decticus bicolor;
Locusta viridissima; Meconema varians; Oecanthus (niveus?); Gompho-
cerus dorsatus, Ephemera sp.; Phrygauea sp.; Sialis lutaria; Hydro-
metra lacustris, Notonecta glauca; Pyrrhocoris apterus; Musca vomi-
toria; Pulex irritans; Vanessa Urticae, polychlorus; Sphinx Ligustri;
Aromia moschata; Leptura rubrotestacea; Lycus aurora; Rhizotrogus
solstitialis; Melolontha vulgaris; Dyticusmarginalis; Carabus nemoralis;
Bomb US terrestris, lapidarius; Vespa germanica) sind im wesentlichen
bereits früher mitgetheilt. Die Dotterhaut entsteht durch Erhärtung
einer dünnen, oberflächlichen Schicht des Dotters bald nach, bald vor der
Bildung des Chorions, sogar in ganz kleinen Eiern, in denen sie eines
Wachsthums fähig sein muss. Das Chorion ist ein kutikulares Ab-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 23
sclieidungsprodukt der Epithelzellen, das anfänglich plastisch ist und
erst gegen Ende der Chorionbildung erhärtet, übrigens auch nach
seiner Abscheidung noch Aenderungen erleidet. Die Porenkanäle des
Chorions entstehen durch Portsätze, welche die absondernden Epithel-
zellen in dasselbe hineingesandt haben und später zurückziehen, so
einen Hohlraum zurücklassend; auf dieselbe Weise, durch längere und
stärkere Portsätze, entstehen die mehrfachen Mikropylkanäle, und
nicht in Folge eines Bestehenbleibens der anfänglich das Ei- und
Nährfach verbindenden Dotterstränge. Die 7 „Eistrahlen" am oberen
Pol des Eies von Nepa und die 2 von Ranatra entstehen nicht als
extractelluläre Abscheidungen, sondern im Inneren zweier mit einan-
der verschmolzenen Zellen.
Derselbe macht Mittheilungen über einige interessante
Vorgänge bei der Bildung der Insekteneier; Zeitschr. für
wissensch. Zool. 45 S. 327 397 Taf. XVIII, XIX. No. I konstatirt
eine abweichende Bildungsweise des Chitins bei Entstehung der „Ei-
strahlen" von Ranatra linearis; vgl. vorhin. No. II hat den Aus-
tritt der Eier aus dem Ovarium und das Schicksal des leeren
Eifollikels, sowie das Verhältniss der Eiröhre zum Leitungsapparat
zum Gegenstand. Der Austritt der Eier aus der Eiröhre erfolgt
immer nach demselben Typus, indem die Scheidewand zwischen dem
jeweilig ältesten Ei und dem Eileiter durchbrochen wird, worauf
fernerhin ein rascherer oder langsamerer Zerfall des Eikammerepithels
eintritt. In denjenigen Eiröhren, in denen die Verbindung zwischen
den einzelnen Eikammern durch ein fadendünnes, solides Verbin-
dungsstück hergestellt wird, durchbricht das reife Ei die Basis der
Kammer an einer beliebigen Stelle. Indem das eingeschnürte Ver-
bindungsstück oft schon vorher abreisst, ist der Zusammenhang zwi-
schen Eiröhre und Eileiter unterbrochen oder vielmehr derselbe wird
nur noch durch die PeritonealhüUe hergestellt. No. HI: Als abnorme
Vorgänge bei Entstehung der Insekteneier beschreibt Kor-
schelt den Zustand der unteren Eikammer bei Reduvius personatus
und Bombus lapidarius, wo die Eianlage in der Rückbildung begriffen,
die Wandung der Eikammer aber durch Wucherung der Epithel-
zellen bedeutend verdickt vrar. IV. Eine Oberflächenvergrösserung
durch Bildung von Palten an der Innenseite des Follikel-
epithels kommt bei Rhizotrogus solstitialis vor und hat wohl zum
Zweck die bessere Ernährung des Eies von Seiten des FolHkel-
epithels.
Ueber die Richtungskörper bei Insekteneiern macht
Blochmann weitere und nähere Mittheilungen; Biolog. Centralbl.
Vil S. 108 — 111. In ganz normaler Weise geht die Bildung und
Ausstossung derselben bei den Wintereiern von Aphis Aceris vor sich.
Die Kernspindel theilt sich in zwei Hallten, von denen die eine, von
einer kleinen Menge hyalinen Plasmas umgeben, aus dem Ei austritt.
Die andere theilt sich nochmals, wodurch ein zweiter Richtungskörper
gebildet wird. In dem zuerst ausgestossenen glaubte der Verfasser
einige Male eine Kernspindel beobachtet zu haben. Auch bei vivi-
paren Aphiden wurde ein Richtungskörper beobachtet Bei Musca
24 • Dr- Pli- Bertkau.
vomitoria theilt sich der Eikern in zwei und jeder derselben wieder
in zwei Kerne; drei der so gebildeten Kerne bleiben an der Eiperi-
pberie in einer Verdickung des Plasma liegen und nehmen die ge-
wöhnliche Bläschengestalt an. Sie verschmelzen zu einer körnig aus-
sehenden Masse, die in einer Vakuole eingebettet ist und nachweis-
bar bleibt, bis das Blastoderm gebildet wird. „Dann vergrössert sich
die Vakuole und nähert sich der Oberfläche, und die Kernmasse zer-
fällt in Körnchen, die wahrscheinlich ausgestossen werden. Der vierte
Tochterkern rückt in die Mitte des Eies, um als weiblicher V^orkem
mit dem Spermakern zu kopuliren. — S. auch Morphol. Jahrb. XII
S. 544—574.
In der Reihe seiner Spermatologischen Beiträge macht v. la
Valette St. George die fünfte Mittheilung: Ueber die Bildung
der Spermatocysten bei den Lepidopteren; Archiv f. mikrosk.
Anatomie XXX S. 426—434 Taf. XXV. Auch bei den Schmetter-
lingen, bezw. deren Raupen, von denen Pieris napi, Sphinx Ligustri,
Cossus ligniperda, Phragmatobia fuliginosa, Gastropacha Rubi und
Mamestra persicariae untersucht wurden, schlägt die Samenbildung
den vom Verfasser begründeten Entwickelungsgang ein. Die nach
der Differenzirung der Geschlechter zu unterscheidenden Spermato-
gonien theilen sich und verwandeln sich dadurch in einen Haufen
von Zellen, von denen die oberflächüchen sich abplatten und zu einer
Hüllhaut (Cystenhaut) verschmelzen, welche die kugeligen Sperma-
tocyten umgiebt; in jugendhchen Stadien sind die Zellgrenzen der
die Cystenhaut zusammensetzenden Zellen noch deutlich erkennbar.
Der Zweck dieser Cystenhaut ist darin zu suchen, dass sie eine ge-
wisse Summe von Spermatocyten räunüich abgrenzen und der Reife
entgegenführen soll; dabei ist ihr vielleicht auch eine ernährende
Bedeutung zuzuerkennen; bei den Schmetterhngen hat die Cysten-
haut Fortsätze, welche eine Verbindung mit benachbarten herstellen.
Innerhalb der Cyste geht die Vermehrung der Spermatocyten am
lebhaftesten an der Peripherie der Cyste vor sich, so dass die Cyste
im Innern einen Hohlraum zeigt, was bei Käfern und dem Ohrwurm
nicht der Fall ist. Zum Schluss tritt der Verfasser in energischer
Weise für die von ihm aufgestellte Terminologie ein, deren Vorzüge
er zeigt, und fasst die Resultate seiner letzten Untersuchungen in die
Worte zusammen: „Die Spermatogonie produzirt durch Theilung
einen Zellhaufen, Spermatogemme, welche bei den Insekten wie
bei den Amphibien durch Aneinanderlagerung der peripherischen
Zellen eine besondere Hülle erhält und zum Samen schlauch, der
Spermatocyste, wird, als deren Inhalt die die Spermatogemme zu-
sammensetzenden „Samen- Vermehrungsz eilen", Spermatocyten,
sich vervielfältigen durch fortgesetzte Theilung, aus welcher die
Samenausbildungszellen, Spermatiden, und sclihesslich die
Samenkörper oder Spermatosomen hervorgehen."
Derselbe schildert die Zelltheilung und Samenbildung bei
Forficula auricularia; Festschrift für A. Kölliker (Separatabdr.)
S. 1 — 12 Taf. III, IV. Die normaler Weise in der Zweizahl vorhan-
denen Hoden sind von einer dreifachen Haut umhüllt: t. adventitia.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 25
miiscularis und propria, und enhalten die Spermatocysten, deren ältere
Entwickelungsstadien dem Ausführungsgang genähert sind. Die Ver-
mehrung der Spermatocyten geht in der gewohnten Weise vor sich,
wobei die von der letzten Theilung zurückbleibenden (sich mit Dahlia
stark färbenden) „achromatischen" Fäden den Nebenkern bilden.
In der Spermatide theilt sich letzterer in zwei kugelige Hälften, diese
werden birnförmig und wachsen an dem dem Nukleus gegenüberlie-
genden Pole zu einem Faden aus. Während dieses Vorganges nimmt
das Cytoplasma und der Nukleus an Volum mehr und mehr ab; letz-
terer verwandelt sich in ein ovales Körperchen, das an dem breiteren
Ende mit dem Faden in Verbindung tritt und dann in die Länge
wächst und schliesslich die Gestalt eines dünnen, vorn und hinten
zugespitzten Stäbchens erhält, welches den Kopf des Spermatosoms
bildet — Einzelne Spermatiden hatten fast die doppelte Grösse der
gewöhnlichen, eine Erscheinung, die auch bei Anuren beobachtet
wurde.
Doenitz zeigte der Gesellsch. uaturf. Freunde neue und auf-
fallende Beispiele von Anpassung und Nachahmung bei Arthro-
poden, bez. bei Schmetterlingen und Spinnen, die der Japa-
nischen Fauna entlehnt sind; Sitzgsber. 1807 S. 97 — 102. — Eine
Opliioderes-Art ähnelt im ruhenden Zustand sehr einem vertrockneten
Blatt; auf ihren Unterflügeln hat sie eine Spiralzeichnung, die den
Japanern vielleicht als Vorbild zu einer beliebten Verzierung gedient
hat. — Das Gespinnst von Miresia flavescens kann unter Umständen
den Eindi'uck einer Baumknospe machen. — Das Gespinnst von Co-
leophora palliatella gleicht einem Stückchen abgestreifter Haut von
Lacerta agilis zum Verwechseln. — Eine zu den Saltigraden gehörige
Spinne hat dieselbe Farbe wie der Basalt, auf dem sie sich ausschliess-
lich aufhält. — Peltosomen gleichen vielfach Coccinellen; eine Art
auch Vogelkoth; letzterem sielat auch die Raupe von Papilio Xythus
in ihren ersten Stadien täuschend ähnlich. — Eine zwischen Nadel-
holzbäumen lebende Ariamnes-Art gleicht in Gestalt und Färbung
einer Kiefernadel zum Verwechseln; bei herannahender Gefahr lässt
sie sich aber an ihrem Faden ein Stück herabfallen und v errät h sich
dadurch vielleicht ehei', als dass sie sich schützt. — Ein auf einer
„Isländischen Flechte" lebender Xysticus ist wie diese gefärbt.
A. Seitz stellt Betrachtungen über die Schutzvorrich-
tungen der Thiere an; Zool. Jahrb. III S. 59 — 96. Der Verfasser
erweist sich in diesen „Beobachtungen" als einen aufmerksamen und
scharfen Beobachter des Thierlebeus, selbst in seinen kleinsten Zügen,
und weiss seine Beobachtungen zu einem übersichtHchen und an-
ziehenden Gesammtbilde zusammenzustellen. Die meisten der Betrach-
tungen knüpfen an die Insektenwelt an. Die grosse Mannigfaltigkeit
der Schutzvorrichtungen bringt der Verfasser unter folgende Gruppen:
solche, die einen Zusammenstoss verhindern, indem sie das Beutethier
entweder dem Auge oder der Gewalt des Nachstellers entziehen, und
solche, die den erfolgten Zusammenstoss unschädlich machen, indem
sie nach erfolgtem Angriff dem angegriffenen Thier zur Vertheidigmig
oder zur Abschreckung des Angreifers dienen. Unter den ersten
26 Dr. Ph. Bertkau.'
Schutzmitteln sind die „sympathischen" Farben ungemein häufig ver-
treten. Seitz weist aber auch auf eine Gewohnheit, namentlich der
Schmetterlinge und deren Raupen hin, die vielleicht ebenfalls dazu
dient, sie vor ihren Feinden zu verbergen; es ist das die Gewohnheit
bestimmter Arten, in ganz bestimmter Höhe an Baumstämmen z. B.
zu ruhen. Da die allgemeine Annahme dahin geht, dass die jetzt
durch sympathische Schutzfärbung ausgezeichneten Arten früher ein
anderes Kleid besessen haben, so liegt die Frage nahe, wie denn die
Arten früher ausgesehen haben; und diese Frage beantwortet Seitz
bei den Schmetterlingen dahin, dass früher Vorder- und Hinterflügel
und Ober- und Unterseite gleichartig gefärbt waren. So kann man
denn noch heute aus der Farbe der Unterseite so mancher Eulen-
arten die frühere Färbung rekonstruiren, die für eine grosse Anzahl
von Arten eine annähernde Uebereinstimmung ergiebt, wie an Cato-
cala und Triphaena erläutert ist. — Das Mittel, welches das Beute-
thier, wenn auch nicht dem Auge, so doch der Gewalt des Nach-
stellers entzieht, ist die Flucht; ungemein vielseitig ist in den Flucht-
bewegungen Limnophilus rhombicus und politus.
Ist das Beutethier in die Gewalt des Angreifers gerathen, so
kann der Zusammenstoss ungefährlich werden durch Vertheidigungs-
waften. Als solche sind die Hörner und Hautanhängsel so mancher
Käfer, die (Brenn-)Haare der Schmetterhngsraupen anzusehen. Aucü
die dem Puppengespinnst angefügten Haare vermögen noch einen
Schutz (gegen Vögel) zu gewähren, wie aus den Puppenhüllen der
nakten Hybocampa Milhauseri hervorgeht, die fast immer von Vögeln
ausgefressen sind, während die mit Haaren bekleideten Cocons von
Gastrop. Quercus verschont bleiben. Zahlreiche Arten schützen sich
durch ein Secret, Excret, den Koth oder die erbrochene Speise, durch
einen übeln Geruch, welcher letztere der einzelnen Art charakteristisch,
oder einer grösseren Gruppe, oft fast einer ganzen Ordnung gemein-
sam sein kann (Hemiptera). An einer anderen Stelle theilt der Ver-
fasser in dieser Hinsicht mit, dass nur einzelne Individuen einer
Art einen solchen Geruch besitzen (Chrysopa; Teichomyza fusca). —
Die letzte und interessanteste Gruppe von Schutzmitteln bestehen in
den von Seitz sog. Scheinwaffen: ein der positiven Schutzmittel
entbehrendes Thier ist durch Aehnlichkeit mit einem mit solchen
ausgerüsteten geschützt. Zu den vielen als in diesem Sinne gedeute-
ten Erscheinungen fügt der Verfasser einige neue hinzu, unter denen
die folgende vielleicht am meisten Beachtung verdient: Aus gewissen
(uns noch unbekannten Ursachen) werden die Tagschmetterlinge von
Vögeln gemieden. Manche Heterocera nun, die durch ihren taumeln-
den Flug Tagschmetterlinge nachahmen, geniessen denselben Schutz.
Am auffallendsten ist dies dann, wenn das eine Geschlecht einen
Tagfalter-ähnlichen, das andere einen schwirrenden Flug hat; ersteres
wird von den Vögeln gemieden, letzteres gejagt (Gastropacha Quer-
cus (5 Q). In gewissen Fällen beruht die Nachahmung eines ge-
schützten Thieres in nachgeahmten Bewegungen, wie z. B., wenn
eine Libelle ]iiit ihrem Hinterleib die Bewegungen eines stechenden
Hymenopterons nachahmt. Den Schluss macht Seitz mit den Schreck-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 27
Stellungen verschiedener Insecten, unter anderen auch des Abend-
pfauenauges, das nach ihm beunruhigt eine Stellung annimmt, bei
der die Hinterflügel mit ihren Augen und dem dazwischenliegenden
Hinterleib den Kopf eines Säugethiers, eines Marders z. B. nach-
ahmen, über den die Vorderflügel wie zwei gespitzte Ohren sich erheben.
Poulton: The experimental proofof the protective value
of colour and markings in Insects in reference to their
vertebrate enemies; Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 191 — 274.
Der Verfasser, der über dasselbe Thema schon mehrere Arbeiten
veröffentlicht hat, untersuchte, in wie weit sich die Wallace'sche
Theorie, dass alle auffällig gefärbten Insecten durch schlechten Ge-
schmack u. s. w. ausgezeichnet seien und desshalb von ihren Feinden
gemieden würden, durch die Erfahrung bestätigen lasse. Aus dem
Umstände, dass unschmackhafte, auffällig gefärbte Insecten nicht so
häufig sind, wie zu erwarten wäre, wenn sie ganz und gar gemieden
würden, schloss Poulton, dass die unschmackhaften Insecten bei
grossem Hunger von ihren Feinden doch gefressen werden, und die
Versuche bestätigten die Richtigkeit dieser Annahme. Dabei ergaben
sich aber in Verbindung mit anderen, z. Th. hier zum ersten Mal
bekannt gemachten Versuchen, allgemeinere Schlüsse. Der Verfasser
experimentirte zumeist mit Raupen und Schmetterlingen, einigen Blatt-
wespenlarven, Käfern, und mit Eidechsen und Fröschen. JennerWeir,
dessen Versuche hier gleichzeitig zum ersten Male mitgetheilt werden,
hatte dieselben ebenfalls zumeist mit Schmetterlingen (auch einigen
Fliegen) und mit Eidechsen angestellt. Die Schlüsse zu denen der
Verfasser gelangt, sind folgende:
1. Der aufs äusserste specialisirte Schutz des Larvenstadiums
folgt aus dem zarten Bau desselben und den Bedürfnissen, welche
ihm als dem grossen Stadium der Nahrungsaufnahme obliegen.
2. Sehr augenfällige Insekten haben fast immer gewisse unan-
genehme Eigenschaften, einen schlechten Geruch oder Geschmack in
den Geweben des Körpers oder in den Absonderungen besonderer
Drüsen; Brennhaare; Stachel u. s. w.
3. Das auffällige Aussehen kann von stark contrastirenden Farben
herrühren, oder von Haaren und Büscheln; von der Haltung des
Körpers; von geselligen Gewohnheiten; oder die Aufmerksamkeit
wird durch heftige Bewegungen bei Aimäherung eines Feindes
geweckt.
4. In einer kleinen Zahl von Fällen ist die Verbindung eines
sehr auffälligen Aussehens mit unangenehmen Eigenschaften noch
nicht nachgewiesen.
5. Bei den verschiedenen Arten, bei denen ein auffalliges Aus-
sehen durch Färbung und Zeichnung hervorgebracht wird, erscheinen
dieselben Farben und Zeichnungen immer und immer wiederholt.
Hierdurch sind die Feinde nur genöthigt, ein paar Typen des Aus-
sehens kennen zu lernen, und diese Typen selbst sind von einer Art,
dass die Feinde sie sehr leicht lernen. Ferner sind gewisse Erschei-
nungen den Feinden eingeprägt durch Insekten von höchst aggres-
sivem Charakter, die wegen ihres Stachels u. s. w. gefürchtet werden ;
28 Dr. Ph. Bertkau.
eine Annäherung an diese Typen ist daher ein besonderer Yortheil.
Hinwieder hängt der ausgewählte Typus des Aussehens auch von der
Färbung ab, welche vorhanden war, als sich das auffällige Aussehen
zuerst zu entwickeln begann.
6. In verhältnissmässig wenig Fällen werden aggressive Formen
unter den Wirbelthieren nachgealimt (Schlangen), obwohl ein solches
Aussehen bloss zur Abschreckung dient, da das Insekt ganz harm-
los ist.
7. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Insekt, welches eine Schutz-
färbung besitzt, wenn es entdeckt ist, eine Schreckstellung annimmt
und in einigen Fällen Angriffsmassregeln ergreift (Entleerung einer
ätzenden Flüssigkeit u. s. w.).
8. Einige wenige, wahrscheinlich Uebergangsformen, sind nicht
versteckt und dennoch nicht sehr augenfällig; sie können unange-
nehme Eigenschaften haben oder nicht.
9. Die Neigungen und Abneigungen von Insektenfressern sind
rein relativ, und bei Hunger werden auch die unschmackhaftesten
und augenfälligsten Insekten gefressen. Daher walu'scheinlich die
verhältnissmässig kleine Zahl von Arten, welche solche Schutzmittel
annehmen.
10. Es ist wahrscheinlich, dass ein Wirbelthier, welches ein un-
schmackhaftes Insekt frisst, das von anderen gemieden wird, sein Vor-
urtheil überwunden hat und früher das Insekt auch verschmäht hat.
11. In den gesclilechtlich reifen Formen können warnende Farben
von geschlechtliehen Farben unterschieden werden, durch ihre Ver-
theilung auf der Oberfläche des Körpers, durch die Art und Weise,
wie sie beim Fluge entfaltet werden, durch den Typus der Zeichnung
und die zur Verwendung kommenden Farben. Die geschlechtlichen
Farben und Zeichnungen sind schön, die anderen auffällig.
12. Das augenfällige Aussehen hat Beziehung zu dem Schaden,
der durch das prüfende „Kosten" gewisser Feinde (Vögel, Eidechsen)
zugefügt Averden könnte; nichts desto weniger haben auch andere
Feinde, die nicht durch versuchsweises Kosten ein Insekt gefährden,
bis zu einem gewissen Grrade von den warnenden Farben Vortheil
gezogen; z. B. der Frosch.
13. Insekten, welche ihren Feinden entgehen durch schützende
Aehnlichkeit und Haltung, rasche Bewegungen, oder die Gewohnheit
sich zu verbergen, sind gewöhnlich schmackhaft, haben aber oft
einen unangenehmen Geruch oder Geschmack, der sie vor ihren Feinden
schützt oder nicht schützt.
14. Bei einer sehr kleinen Zahl von Insekten kommt die höchst
vollkommene schützende Aehnlichkeit zugleich mit einem sehr unan-
genehmen Geschmack vor.
15. Die Körpergrösse allein kann eine Art gegen ihre kleineren
Feinde schützen.
16. Wenn man die verschiedenen Stadien der Schmetterlinge
vergleicht, so zeigen sich die unangenehmen Eigenschaften zuerst im
Larvenstadium und gehen dann oft in die beiden anderen Stadien
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887, 29
mit über, begleitet oder nicht begleitet in einem oder beiden Stadien
von warnenden Farben.
17. Die am liöcbsten entwickelten Schutzfarben haben wahrschein-
lich auch eine Bedeutung als sexueller Schmuck. — Vgl. auch unten
bei Lepidoptera.
Blochmann machte auf der diesjährigen Naturforscherversamra-
lung nochmals Mittheilung über das von ihm beobachtete Vorkommen
bakterienähnlicher Körper in den Geweben und Eiern von Insekten,
speciell bei Periplaneta und Blatta. Hier finden sie sich in den cen-
tralen Zellen des Fettkörpers und in den Eiern und wandern bei der
Entwickelung der letzteren an diejenigen Stellen, wo sie sich beim
erwachsenen Thiere befinden. Tageblatt S. 112.
J. Sanchez erwähnt in seiner Revista de historia natural einige
Fälle von Pilzwucherungen auf Insekten und bildet dieselben ab;
La Naturaleza VII, S. 325-330. L. IX Fig. 1-4.
Patouillard giebt in einer Note sur le genre Cordyceps,
Champignon parasite des insectes, eine kurzgefasste Schilderung der
Vermehrungsarten dieses Pilzes sowie ein Verzeichniss der verschie-
denen die verschiedenen Insektenordnungen bewohnenden Arten; Le
Naturaliste IX S. 203 f mit Holzschn.
J. Kusta macht neue fossile Arthropoden aus dem Nögge-
rathienschiefer von Rakonitz bekannt; Sitzber. kgl. böhm. Ge-
sellsch. d. Wissensch. (math.-naturw. Classe) 1885 S. 592—597 mit
2 Holzschn. {Eolycosa Lorensi S. 592 Fig. 1 und Eojiiliis fmgüis
S. 593 Fig. 2 und ein nicht näher bestimmbarer Insektenflügel).
In einer Nota di alcuni insetti fossili del Veneto in den
Atti d. R. Ist. Veneto di Sei., Lettere ed Arti (S. VI.) T. IV
S. 1421—1436 Tav. XV— XVII liefert G. Omboni die Beschreibung
und Abbildung einiger zuerst von Heer, Massalongo und Scheuchzer
bekannt gemachter Insekten, und dreier in der Sammlung De Zigno
befindlicher neuer, Tipula Zignoi (Miocän von Chiavon) S. 1428 T. XVII
Fig. 12; Bipterites Catidloi (ebendaher) S. 1429 Fig. 13 und ein
Hydrophilus oder Djticus aus dem Lignit von Bolca S. 1430 Fig. 14,
sowie eines Carabus Novalensis S. 1430 Fig. 15 aus dem Aschenkalk
von Novale.
J. V. Deichmüller beschreibt und bildet ab die Insekten
aus dem Lithographischen Schiefer im Dresdener Museum;
Mitth. a. d. Königl. mineralog.-geol. und prähist. Museum in Dresden,
VII. Heft S. I-X, 1-84, Taf I— IV.
Unter den 193 Arten von Thieren und Pflanzen aus dem Litho-
graphischen Schiefer, die sich im Dresdener Museum befinden, nehmen
die Insekten mit 53 Arten (in 272 Exemplaren) einen hervorragenden
Platz ein. Am zahlreichsten sind vertreten die Neuropteren, resp.
Pseudoneuropteren, und unter diesen wieder am meisten die Odonaten,
von denen 85 bestimmbare Reste vorliegen, die zu 12 Arten in
9 Gattungen gehören, während die Termiten 2, die Hemerobien,
MjTmeleontiden und Ephemeriden je eine Art zählen. An Arten-
zahl (18) sind die Coleopteren noch reicher als die Neuroptera, treten
mit Rücksicht auf die Individuenzahl (41) aber hinter diese zurück.
30 Dr. Ph. Bertkau.
Die dazu gehörigen Reste wurden als den Familien der Carabiden (3),
Buprestiden (4), Elateriden (2), Hydrophiliden (1), Scaphidiaden (1),
Scarabaeiden (4), Pyrochroi'den (1), Curculioniden (1), Cerambyciden (2),
Chrysomeliden (2) angehörig erkannt. Fast ^'3 der gesammten Käfer-
reste konnten auf Sphenoptera Sphinx bezogen werden. — Zu Ortho-
ptera gehören 71 Reste, die 9 Arten in ebensoviel Gattungen zuge-
rechnet wurden: 2 Blattiden, 1 Acridier (die in verschiedenem Sinne
gedeutete Chresmoda obscura), 6 Locustiden. Von Rhynchoten sind
6 Arten in ebensoviel Gattungen vertreten, 2 Singcikaden und 4 Wasser-
wanzen, unter denen ein Belostoma am häufigsten ist. Die von
Oppenheim als Uebergangsform von den Hymenopteren zu den
Lepidopteren angesehenen Rhipidorrhabdus und Fabellovena werden
von Deichmüller wieder zu den Siriciden gestellt. Es waren 15 Exem-
plare, die 3 Arten der Gattung Pseudosirex Weijenh. repräsentiren
und die einzigen Hymenopteren sind.
Araclinoiclea.
In einem Przyczynek do Tyrolskiej Fauny Pajeczakuw
(Symbola ad Faunam Arachnoidarum Tirolensem) in den Abb. u.
Ber. d. math.-naturw. Cl. d. Akad. d. Wissensch. i. Krakau, XVI. Bd.
S. 245— 356 Taf. V— VIII führt W. Kulczynski230 Araneae, 15 Opi-
liones, 8 Chernetina, 2 Scorpiones, 1 Acarine (Caeculus) auf und
macht kritische Bemerkungen zu zahlreichen Arten. In einem deut-
schen Auszuge (S. 1 — 12) giebt der Verfasser selbst die wesentlichsten
dieser Bemerkungen wieder, während die neuen Arten vorher in la-
teinischer Sprache beschrieben sind.
Simon giebt eine Liste des Arachnides rec. en 1881, 1884
et 1885 en Laponie (Norvege, Finlande et Russie) und stellt die
Hauptwerke zusammen, die für die Arachniden der arktischen Region
zu Rathe zu ziehen sind; das gegenwärtige Verzeichniss enthält
33 Arten. Bull. Soc. Zool. France 1887 S. 456—465.
In der 19. Memoire der Etudes arachnologiques, Nr. XXVI,
zählt Simon die Arachnides recueillis ä Assinie (Afrique occi-
dentale) auf; Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 261—276 (31 Spinnen,
1 Skorpion, 1 Solpugide).
Mina' Palumbo weist auf die Affinitä degli Aracnidi Si-
ciliani con gli Africani durch die Aufzählung von 70 beiden
Ländern gemeinsamen Arten hin; 11 Natural. Sicil. VI S. 92—94.
Simon verzeichnet (8) Arachnides recueillis ä Obock en
1886 . . .; Bull. Soc. Zool. France 1887 S. 452—455.
Die L von E. Simon 's Etudes sur les Arachnides de I'Asie
meridionale faisant partie des coUections de l'Indian Museum (Calcutta)
ist den Arachnides recueillis ä Tavoy (Tenasserim) gewidmet
und macht uns mit 23 Spinnen, 4 Skorpionen, 4 Opilionen bekannt;
Journ. Asiat. Soc. Bengal, LVI Part. II S. 101—117.
Loman fand, dass die Coxaldrüsen, die bei den übrigen Arach-
niden nach den meisten darüber vorliegenden Untersuchungen rück-
gebildet sind, bei den Phalangiern während des ganzen Lebens
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 31
als Excretionsorgane fungiren. Tijdsclir. Nederl. Dierk. Vereen (2) II.
Versl. S. III.
P. Gourret stellte an Recherches sur les Arachnides ter-
tiaires d'Aix en Provence. Recueil Zoologique Suisse T. IV S. 431
— 496. PI. XX- XXIII. Die Araclinidenreste von Aix, die im Museum
zu Marseille aufbewahrt werden, gehören den Acarinen, Araneen,
Opilionen und Pedipalpen an; die Mehrzahl derselben zu den echten
Spinnen. Einige Arten sind noch heute lebenden Gattungen ein-
gereiht (Aj-iamnes, Hersilia, Uroctea, Tegenaria, „Mygale", Phrynus)';
für die Mehrzahl der Arten aber sind neue Gattungen aufgestellt,
welche als Bindeglieder zwischen entfernter stehenden Gattungen oder
gar Familien angesehen werden. Während einige tropische Formen
vertreten sind, weist doch die Mehrzahl derselben enge Beziehungen
zu der gegenwärtigen Fauna der Provence, von Korsika, Spanien,
Aegypten und Hochasien auf. Es sind im Ganzen 23 Arten beschrieben
und abgebildet; die Abbildungen lassen aber in den meisten Fällen
diejenigen Anhaltspunkte vermissen, die zu einer sicheren Deutung
des Restes nöthig sind.'
Ueber fossile Arachniden s. Sterzel, 10. Bericht Naturw.
Gesellsch. Chemnitz, Mitth. aus den Sitzungen, S. LXVIIL
Acarma.
G. Canestrini fährt in seinem Prospetto dell'Acarofauna
Italiana fort; ,Atti d. R. Istituto Veneto di Sei. Lettere ed Arti
(8. VI.) T. IV S. 693-734, 1013-1083, Tav. 6—12; V S. 113—137;
Fam. Eupodini, Analgesini und Tarsonemmi.
Nach Lundström sind gewisse, jetzt auch bei Ausschluss von
Milben auftretende und daher bisher als normale Wachsthumserschei-
nungen gedeutete Auswüchse an Blättern von Pflanzen (z. B. die
halbkugeligen Erhöhungen auf der Oberseite in den Nervenwinkeln
von Oreodaphne bullata; die rostrothen Haarbüschelchen auf der
Unterseite in den Nervenwinkeln von Tilia) ursprünglich durch Milben
veranlasst, jetzt aber bereits zu einem erblichen Charakter der Pflanze
geworden; sie werden von Lundström „Acaro-Domatien" genannt;
s. Huth in den monatl. Mitth. a. d. Gesammtgeb. d. Naturw., Frank-
furt a. 0., 5. Jahrg. S. 114 f.
Auf Veranlassung Lundström's untersuchte Aurivillius die die
„Domatia" der Lindenblätter bewohnenden Milbenarten; es waren ihrer
drei: Tydeus foliorum; Gamasus vepallidus und die Nymphe eines
Oribatiden, ähnlich dem Cepheus tegeocranus. Die Nahrung dieser
Gäste besteht nicht in dem Safte der Blätter oder in den mit ihnen
vorkommenden Blattläusen, sondern in festen Körpern, wahrscheinlich
Pilzsporen. Nova Acta Soc. Sei. Upsal. XIII. S. 1—16.
A. Berlese behandelt die Acari dannosi alle plante colti-
vate; Padova, 1886. 4». (31 S., Fig., 5 color. Taf.) Ist mir nicht zu-
gekommen.
Enr. Sicher schildert la metamorfosi del Pterodectes
bilobatus Bob. e della Freyana anatina Koch; Atti d. R. Istit.
Veneto di Sei,, Lettere ed Arti (S. VI) T. V. S. 711—728. Tav. IX.
32 Dr. Pli. Bertkau.
Trouessart stimmt Rivolta und Caparini nicht bei, die ilu'e
Epidermoptcs hlfurcatus und hilobatus, die sie auf dem Huline
fanden , als die Ursache der Psoriasis ansahen; letztere schreibt
Trouessart vielmehr gleich Neumaun dem Achorion Schünleinii /at;
der E. bilobatus ist Symbiotes avium. — Auf Passer domesticus fand
Trouessart einen Chorioptes, den er Ch. avus nennt, und einen Ptero-
lichus, der unter der Haut lebt und desshalb Pt. dermicola genannt
ist; Compt. Rend. Acad. Sei. Par. CIV S. 921—923.
E. L. Trouessart's Diagnoses d'especes nouvelles de Sar-
coptides plumicoles (Analgesinae), Bull. Soc. d'Etud. scientif.
d' Angers 1886 S. 85 — 156 habe ich noch nicht gesehen; enthält nach
Zool. Anz. 55 n. A,, Ncalgcs n. g., Allanalges n. subg.
W. von Nathusius-KÖnigsborn: Ueber die wirkliche Natur
des fälschlich als Mauke bezeichneten Fussleidens der schweren Pferde;
Zeitschr. landwirthsch. Central- Ver. d. Prov. Sachsen 1887, Heft 5,
(14 S.; bezieht sich auf Symbiotes Equi); vgl. Proc. Zool. Soc. Lon-
don 1887 S. 559 f.
Pliytoptidae. Nalepa hat das Thema einer vorjährigen vorläufigen Mitthei-
lung (s. dies. Ber. S. 68) in weiterer Ausführung behandelt, nämlich die Anato-
mie derPhytopten;Sitzgsb. k.Akad. Wissensch., XCVI. Bd. 1. Abth., S. 115—165,
Taf. I, II. Ich hebe aus derselben noch folgendes hervor. Mit Kücksicht auf die
Körpergestalt in Anpassung an die Lebensweise lassen sieh 2 Gattungen unter-
scheiden: Phytoptus mit cylindrischem Leibe, in Eriueen, InterceUularräumen , in
den mit Haaren ausgekleideten Gallen lebend, und Cecidophyes n. g. mit ventral-
wärts abgeplattetem, vorn verbreitertem Caplialothorax, in Blattfalten oder zwischen
den schuppenförmig verdickten Blättern der Akrocecidieu lebend. —
Die Kiefertaster, welche früher als viergliederig angegeben waren, haben drei
Glieder, von denen das letzte eine feinhäutige Tasterscheibe mit einer kurzen hellen
Borste an deren Unterseite (Taststift ?) trägt — üie erste Anlage der Geschlechts-
organe ist ein kurzer, solider Zellhöcker an der Unterseite des Hirnganglions, der
zu einem dicken Strange auswächst. In diesem Strange, der anfänglicli aus gleichen,
selu' kleinen Zellen zusammengesetzt ist, treten Sonderungen auf, die ihn in 3 Ab-
theilungen zerlegen. Der hinterste Theil mrd zum Hoden, bezw. Ovarium, der
mittlere Theil im männlichen Geschlecht zur kugeligen Drüse des vas defereus, der
vordere zum vas defereus, bezw. Ovidukt. Die äusseren Geschlechtsorgane ent-
wickeln sich aus dem hypodermalen Gewebe. — Die Larven machen nur zwei Häu-
tungen durch, und tlementsprechend sind auch nur 2 Larvenstadien zu unterscheiden,
nicht nach der Zahl der Beinpaare, da diese bei ihnen wie bei den Erwachsenen
nur zwei ist, sondern nach der Entmckelmig der Geschlechtsorgane. — Die Ueber-
winterung der Gallmilben findet meist in den Kuospen statt, die zu diesem Zwecke
aufgesucht werden; die Aki'ocecidien erzeugenden bleiben an ihrem bisherigen Aufent-
haltsorte und schicken von dort im Fiiilijahr neue Colonien aus. Phytoptus Pini
n. sp. überwintert in den von ihm erzeugten melu-jähi'igeu Rindengallen. Die Gall-
milben sind emerseits z. Th. luquiliuen in Gallmückeugallen, anderseits finden sich
Cecidomyienlarven und Dendroptus Kirchneri als Inquilinen in Pliytoptocecidien.
Die Phytopten haben zu ihren gefährlichsten Feinden die Gamasiden, die die Eri-
neumrasen nach ihnen absuchen.
Zum Schluss charakterisirt der Verfasser die Gallmilben mit folgenden Worten :
Farn. Phytoptidae: , Körper langgestreckt, mit reducirtem Kopfbruststück
und wurmförmig geringeltem Abdomen, i^ur 2 Paar füufgliederiger Beüie. Saug-
rüssel gekrümmt; Kieferfühler nadeiförmig, von den Maxillen scheidenartig um-
schlossen. Maxillartaster dreigliederig. Respirations- und CLrculationsorgane fehlen.
Ein centraler, vom Oesophagus durchsetzter Nervenlmoten. Ohne Augen. Getrennte
Geschlecliter ; Geschlechtsorgane impaar, äussere Gesclilechtsöft'nung an der Grenze
zwischen Kopfbruststück uud Abdomen. Eierlegeud. Larven, wie das erwachsene
Thier, vierbeinig. Sie leben auf (perennirenden) Pflanzen, an denen sie Gallen,
Bericlit über Entomologie während des Jahres 1887. 33
Haarfilzüberzüge, Verkümmerung und Faltung der Blätter, Zweig- und Blattwucbe-
rungen, Vergrünung der Blüthen u. s. w. erzeugen."
E. Liebel führt die Zoocecidien (Pflanzendeformationen) und ihre
Erzeuger in Lothringen auf; GiebeFs Zeitschr. f. Naturwissensch. LIX. (4. F.
5. Bd.) S. 531—579.
F. Low bringt Neue Beiträge zur Kenntniss der Phytoptocecidien,
Verb. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVII S. 28 — 38, indem er neue Ph\-toptocecidien,
neue Substrate bereits bekannter Phytoptocecidien und Bemerkungen zu schon be-
kannten Phj'toptocecidien bekannt macht. Die Gallen fanden sich an Carum Carvi;
Fraxinus excelsior; Galium boreale, silvaticum , Mollugo ; Hypericum montamun;
PuHcaria dysenterica; Seseli osseum Crz.; Vaccmium Myrtillus; Populus pjTami-
dalis; Eubus und Thymus-Arten ; Acer pseudoplatanus ; Campanula Trachelium;
Dorycnium suffruticosiun ; Fagus silvatica; Pyrus Malus; Potentilla cinerea; Salix
fragilis; Ulmus effusa; Viburnum Lantana; Vitex Agnus castus.
Sarcoptidae. Sarcoptes laevis (auf Taube und Huhn); Eaillet, Bull. Soc.
Zool. France XH S. 127—136 mit Taf.
Aiialgesiui. Canestrini giebt a. a. 0. S. 1013 — 1083 eine Diagnose dieser Fa-
milie, eüie analytische Tabelle der Gattungen, deren Diag-nosen, und die Beschrei-
bung der Itahenischen Arten, von denen zahlreiche abgebildet sind.
Sicher macht a. a. 0. S. 725 — 727 einige Angaben über die Entwickelungs-
stadien der Freyana anatina, die ovovivipar ist; der Entwickelungsgang ist
übrigens ähnlich dem des Pterodectes, nur ist der Dimorphismus ein ausgeprägterer
und die verhältnissmässige Zahl der eierlegenden Weibchen geringer.
Derselbe beschreibt a. a. 0. S. 713 — 725 die verschiedeneu Entwickelungs-
stadien von Pterodectes bilobatus Rob., der colonieenweise die Schwimgfedern
von Alauda bewohnt. Dieser Entwickelungsstadieu sind 4 zu unterscheiden: (Das
Ei), 1. die männliche und weibliche Larve, welche sich in (2.) die männliche und
weibliche Nymphe verwandeln; die männliche Nymphe liefert (3.) das Männchen,
die weibliche Nymphe (3.) die weibliche sich kopulirende NjTnphe, welche letztere
in (4.) das eierlegende Weil)chen übergeht. Larve, männliche imd weibliche Nymphe
und das kopuhrte Weibchen, sowie die abgestreiften Häute dieser Stadien sind auf
der beigefügten Tafel IX abgebildet.
Eupodiui. Canestrini giebt a. a. 0. S. 693—734 eine Diagnose dieser Familie,
eine analytische Tabelle iind ausführliche Diagnosen der Gattungen und die Be-
schi'eibungen der Italienischen Arten. Der Name Scyphius C. L. Koch ist durch
Nürneria ersetzt, S. 697. Als neue Gattungen sind aufgestellt Notophallus S. 697
(Mandibeln wohl entwickelt; Palpen kurz, ihr letztes Glied mit einem Büschel
kurzer Borsten; Mundtheile rückziehbar ; Afteröffnung auf dem Eücken) und Prone-
matus S. 69S (Mandibeln wenig entwickelt; Palpen von massiger Länge, ihr letztes
Glied mit 5 — 7 Borsten endigend; Pseudocapitulum , d. h. eine vor dem Cephalo-
thorax liegende Platte, fehlend; Beine von massiger Länge; die des ersten Paares
entbehren der &allen und der gewimperten Haftscheiben und enden dafür mit
einigen massig laugen Borsten). Als neue Arten sind beschrieben Linopodes eiipo-
dioides (Trentino, an Holz, unter Sternen, auch im Moos) S. 701; Notophallus
minor (Padua, im Moos) S. 705, loiigipilis (Trentino, im Moos) S. 706; Nürneria
yigas (Trentino, im Moos) S. 708, davifrons S. 710; Eupodes fusifer (Padua, auf
Bäumen) S. 714, clavifrons (Trentino, im Moos) S. 716, pseudodavifrons (ebenda)
S. 717; Penthaleus unauniensis (Trentino) Ö. 720; Pronematus Bonatii (Trentino)
S. 721; Tydeus yrunulosus (IxGnimo) S. 729, similis (ibid.) S. 730, f'cnilis\ (Veneto)
S. 731.
Tarsonemidae. Canestrini vereinigt in seinem Prospetto a. a. 0. V. S. 113
in dieser Familie die Gattungen Tarsonemus (=Chironemus, Dendroptus AV., Cheyl-
urus Troiiess.), Disparipes 31idi., Pediculoides Targ. (=Heteropus Nen>p., Physo-
gaster Lidit.^ Sphaerogyna Lab.u.Megn) und Pygmephorus Kr. Von Pediculoides
wird S. 127 eine neue Art beschrieben, P. fimicolus, von der nur das Weibchen
])ekannt ist, das sich in Padua im December nicht selten im Pferdemist findet.
Tarsonemus intedus (Budapest, auf Gerste, vielleicht aus Bulgarien einge-
schleppt); Karpelles, Math. u. natiirw. Ber. a. Ungarn IV S. 45—61 mit Taf.
Gamasidae. Th. Barrois schreibt sur un Acarien nouveau (Uropoda
Orchestidarum) commensal des Talitres et des Orchesties; Mem, Soc. Sei.
Lille (4) XV.
Arch. f. Natui-gesch. Jahrg. 1888. Bd. 2. H. II. 8
34 Dr- Ph- Bertkau.
Trombidiadae. Megameropsis (n. g.) aquensis (tertiär; Aix) S. 435 PI. XX
Fig- 1;
P seudopachijgnathus (u. g.) maculatux (ibid.) S. 437 Fig. 2; Gourret
a. a, 0.
Trombidium Dubrueilli (Mexiko): A. Duges, La Naturaleza VII S. 306, 307,
L. Vni Fig. 1—10.
Ixodidae. Argas Sanchezi (Mexiko, auf Zenaidura carolinensis) ; A. Duges,
La Naturaleza (2. S.) I S. 20 L. III Fig. 2.
Ixodes Maskellü (Neu Seeland, auf Diomedea exulans); Kirk, Trans, a, Proc.
New Zealand Institute XIX S. 65—67.
Hagen berichtet, dass ein Ixodes (Bovis?) über 4 Monate (April bis Juli) in
dem Ohr eines Menschen gelebt habe, ohne sonderliche Schmerzen zu verursachen.
Im August häutete er sich, wobei die alte Haut »über dem Munde« quer einriss
und von da zu beiden Seiten des Körpers nach hinten. Entomol. Americ. HI
S. 124 f.
Pantopoda.
In einer Note prehm. sur les Pantopodes de l'expedition du „Vetter
Pisani" führt W. Schimke witsch 7 an der Südküste Amerikas gefangene Arten
auf, darunter Ammothea Wilsoni; Tanystylum calycirostre , Dohrnii, Cherchiae
als neu; femer macht er einige berichtigende Zusätze zu Nymphopsis /^a*«'. ; Zoolog.
Anzeig. 1887 S. 271 f.
Die letzteren sind näher ausgeführt in Zool. Jahrb. IH S. 127 — 134 Taf. V:
Ueber eine von Dr. Korotnew auf den Sunda-Inseln gefundene Panto-
poden-Form. Diese Form sieht Schimkewitsch wegen der characteristischen
Bedornung und der eigenthümhchen Gestalt der 1. Extremität durch die sie
mit Nymphopsis armatus Hasw. übereinstimmt, als der Gattimg Nymphopsis
angehörig an, obwohl die Diagnose Haswell's auf die Art von den Sunda-Inseln
nicht zutrifft. Letzteren Umstand erklärt Schimkewitsch durch die Annahme,
dass Haswell eüi nicht ausgewachsenes Exemplar gehabt habe. Die berichtigten
Merkmale der Gattung Nymphopsis sind: Mandibeln (I) dreigliedrig, nicht scheeren-
förmig; die Extremitäten II und HI zehngliedrig ; Tarsenglied der Extremitäten
rv — Vn mit basalen Dornen und vollständig rudimentären Nebenkrallen bewehrt.
Die Art ist N. Korotnewi genannt; S. 128 und soll trotz ihrer 7 Extremitäten-
paare $ sein.
Opilioiies.
Amphitrugulus (n, g. Trogulin.) sternalis (tertiär; Aix); Gourret a. a. 0.
S. 484 PI. XXm Fig. 26.
Phalangillum (n. g. Phalang.) hirsutum (tertiär; Aix); derselbe ebenda
S. 487 PI. XXI Fig. 15.
Gagrella cervina, binotata S. 115, quadrivittata S. 116 (Tavoy); Simon, Journ.
Asiat. Soc. Bengel LVI. Part. II.
Maracaudus reticulatus (Tavoy); Simon, Journ. Asiat. Soc. Bengal LVI.
Part. II S, 114.
Platybunus armatus (Schiern); Kulczynski, Beitrag, S. 346.
Chernetiiia.
Croneberg macht eine vorläufige Mittlieilung über den
Bau der Pseudoscorpione; Zool. Anzeig. 1887 S. 147 — 151. Zur
Untersuchung dienten Chemes Hahnii, eine andere Chemes-Art und
Chelifer gi-anulatus. An dem Pharynx beschreibt der Verfasser Mus-
keln, die sich theils zwischen den Leisten desselben, theils zwischen
ihm und der Körperwand erstrecken und die als Dilatatoren dienen;
die Zusammenziehung dieses Saugapparates überlässt er der Elasticität
seiner Wandungen. Den inneren Beleg der 3 „Lebersäcke" bilden
grosse Zellen, die von Körnchen und Fetttropfen dicht erfüllt sind,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 35
und von deren bräunliclien Inlialt sich kleine Anhäufungen einer
kreideweissen Substanz abheben; letztere bildet auch den ausschUess-
lichen Inhalt des Darmes. — Das Herz beschreibt Croneberg in
Uebereinstimmung mit Daday. Die Geschlechtsorgane • münden mit
einer medianen Spalte aus. Bei Obisium und Chernes sind die Hoden
aus drei Längscanälen gebildet, die durch Quercanäle mit einander
verbunden sind; bei Chelifer ist der Hoden dagegen ein einfacher
medianer Schlauch. Das Ende des Ausführungsgangs ist ein Chitin-
rohr, das als Begattungsorgan hervorgestossen werden kann. Das
Ovarium ist einfach mit 2 Eileitern, die in eine kurze Scheide ein-
münden. Letztere ist von emem Haufen einzelliger Drüsen umgeben
und nimmt ausserdem zwei lange, vielfach zusammengeknäulte röhren-
förmige Drüsen auf. , Diesen Anhangsdrüsen entsprechen beim
Männchen zwei dichte Packete von einzelHgen Drüsen, die sich mit
ihren feinen parallelen Ausführungsgängen der Genitalöffnung zu-
wenden, und ausserdem noch jederseits zwei sackförmige, von einem
flachen Epithel ausgekleidete Anhänge, die mit dem duct. ejac. in
Verbindung stehen." Die von Menge angegebenen Spinndrüsen in
der Umgebung der Genitalöflfnung fehlen; dagegen liegen im Cephalo-
thorax zwei Drüseninassen, deren Vorderende in die Grundglieder der
Eäeferfühler eintreten. Die chitinisirten Ausführungsgänge münden
wahrscheinlich in einem an der Spitze des beweglichen Scheeren-
fingers befindlichen weichhäutigen Portsatz aus. Diese Drüsen sind
wohl als die Spinndrüseu anzusehen, und beim Fadenziehen finden
der Kamm in der Innenseite des beweglichen und die Säge an dem
unbeweglichen Finger wahrscheinlich ihre Verwendung. — Uebersetzt
in Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 29 S. 316-320.
Auch Bertkau machte eine vorläufige Mittheilung über den
Bau der Chernetiden oder Pseudoscorpione (Obisium); Sitzgsb.
d. Niederrh. GeseUsch. f. Natur- u. Heilk., 1887, S. 112—117. Aus
derselben seien hier nur die Angaben hervorgehoben, die mit denen
Croneberg's nicht übereinstimmen, bezw. dieselben ergänzen. Neben
Dilatatoren beschreibt Bertkau am Pharynx auch Compressoren. In
dem Epithel der Darmblindsäcke sind verdauende und excernirende
Zellen zu unterscheiden; besondere Excretionsorgane fehlen. Coxal-
drüsen sind auch bei Obisium vorhanden; ein Ausführungsgang konnte
nur am 3. Beinpaar aufgefunden werden. Ferner sind im Cephalo-
thorax 2 Gruppen schlauchförmiger Drüsen vorhanden, deren Aus-
führungsgänge in die Oberkiefer eintreten und an dem beweglichen
Finger der Scheere an und nahe der Spitze ausmünden. VermuthHch
sind dies Spinndrüsen, und dann würde bei Chernetiden das Homo-
logon der Giftdrüse der Spimien Spinudrüsen sein, wie bei Scorpionen
das Homologon der Spinndrüsen der Spinnen Giftdrüsen sind. —
Von Sinnesorganen sind spaltförmige Hautporen und die Augen zu
nennen. Letztere besitzen ein starkes Tapetum, Stäbchen in den
Retinazellen, aber kein Pigment. Die Geschlechtsdrüsen münden mit
paarigen, an ihrem Ende vereinten Ausfühningsgängen zwischen dem
ersten und zweiten Hinterleibsring aus. Die Hoden besitzen eine
strickleiterförmige Gestalt; der Eierstock trägt Eier nur in seiner
3*
36 Dr. Pb. Bortkau.
Unterseite, in Follikeln, die ein deutliches Epithel erkennen lassen.
Namentlich im männlichen Geschlechte sind Anhangsdrüsen sehr
stark entwickelt. Dieselben ordnen sich in 3 Gruppen: eine mediane
und je eine seitliche. Den drei Gruppen entsprechen drei durch
Einstülpung der äussern Haut entstandene Hohlschläuche, die ver-
muthungsweise als Sammelorgane des von den Drüsen gelieferten
Sekretes gedeutet werden. Ferner wird die Vermuthung ausgesprochen,
dass die Hülle der Eiersackchen, die Obisium unter dem Hinterleib
mit sich herumträgt, aus diesen Anhangsdrüsen des Männchens stammt.
Clielifer Wideri in Frankreich; Simon, Bull. Soc. Entom. France 1887.
s. cxvn.
Scorpiones.
On the morphology of the Scorpionidae s. Marx in den
Proc. Ent. Soc. Washington 1 S. 108-112 mit 3 Holzschn.
F. Houssay ergänzt seine vorjährige Mittheilung (s. den vor.
Ber. S. 76) durch eine solche sur la lacune sanguine periner-
veuse, dite artere spinale, chez les Scorpions, et sur l'organe glan-
dulaire annexe; Compt. Rend. de l'Acad. d Sei. CIV. S. 520-522. -—
Die sog. Spinalarterie ist eine Lakune; die Annulararterie und die
Appendikulararterien sind Ausweitungen des cephalothorakalen Theiles
dieser Lakune, Längs der Ganglienkette findet sich ein drüsiges
Organ, das vielleicht exkretorische Functionen hat.
lieber den angeblichen Selbstmord der Scorpione stellte
A. C. Bourne mit drei indischen Arten Versviche an, bei denen sich
ein solcher Selbstmord schon aus dem Grunde als unmöglich erwies,
da sich zeigte, dass das Gift des Scorpions für dasselbe Individuum,
oder ein anderes Individuum derselben Art und Gattung wirkungslos
ist. Für Thelyphonus ist es schnell tödtlich, weniger für eine Spinne
oder ein Insekt. Der in einen Ring glühender Asche gesetzte Scor-
pion verfällt, da ein Scorpion eine 50*^ übersteigende trockene Tempe-
ratur nicht ertragen kann, bald in ein Wärme-Coma, dem er bei
weitersteigender Temperatur rasch erliegt. Proc. Roy. Society (1887)
Vol. XLH Nr. 251, S. 17—22; s. auch Rodel in den monatl. Mitth.
a. d. Gesammtgeb. d. Naturw., Frankf. a. 0., 5. Jahrg. S. 137.
0. vom Rath erwähnt gelegentlich seiner Mittheilung über die
Hautsinnesorgane der Insekten, dass sich an den einzelnen Blättern
der Kämme der Scorpione viele kleine Sinneskegel befinden, deren
zugehörige Sinneszellen langgestreckt sind und gruppenweise dicht
gedrängt unter der Hypodermis liegen; Zoolog. Anzeig. 1887,
S. 630 Anm.
lieber die Augen der Scorpione s. oben S. 17.
Marx stellt nach Ansicht der Typen folgende Synonymie der
von Wood beschriebenen Arten auf: Buthus biaculeatus=Centrurus
biaculeatus Luc; boreus=Vejovis boreus Gir.', Californicus und Caro-
linianus=Centrurus vittatus Say] emarginaticeps=Hadrurus emarginati-
ceps W.\ exilicauda = Centrurus exilicauda W.; hirsutus = Hadrurus
hirsatus W.; Lesueurii=Diplocentrus Lesueurii G.; punctipalpis=Ve-
jovis punctipalpis W.; spinigerus=Vejovis spiniger W.; Centrurus
Bericht ül5er Entomologie während des Jahres 1887. 37
phaeodactylus^Uroctoniis phaeodactylus W.; Scorpio Allenii=Broteas
Allenii W.; Proc. EntoiiL Soc. Washington I S. 91.
Scorpiops anthracinus (Tavoy); Simon, Joum. Asiat. Soc. Bengal LVI,
Part. JI, S. 112.
Pedipalpi.
Korotneff macht in dem Bull. Acad. Roy. des Sei., des Lettres
et des Beaux-Arts de Belgique (3. S.) T. XII S. 553 f. einige An-
gaben über die Anatomie und Fortpflanzung des Thelyphonus. Das
Nervensystem desselben gleicht dem der »Spinnen, das Gefässsystem
dem der Scorpione. Am Grunde des Hinterleibes finden sich zwei
spindelförmige Drüsen, die das scharf riechende Secret (nach dem
Verfasser Ameisensäure) absondern. Die Nahrung besteht in kleinen
Insecten, namentlich Ameisen. Die Eier werden unter dem Bauche,
aber nicht in einem Cocon eingeschlossen, herumgetragen. Die noch
im Ei eingeschlossenen Embryonen haben eine grosse Aehnlichkeit
mit denen der Spinnen; ältere, welche die Eihülle bereits gesprengt
hatten und sich auf der Mutter zusammengedrängt aufhielten, glichen
dieser völlig, , indem sie sich nur durch den Mangel der scheeren-
förmigen Fühler (? antemies en forme de pinces; gemeint sind wohl
die Taster) unterschieden."
Simon giebt im Journ. Asiat. Soc. Bengal LVI Part. II S. 111
die Unterschiede von Th. formosus Butl. und assamensis Stol. an.
lieber das Benehmen des Th. giganteus s. Per gan de in Proc.
Entom. Soc. Washington I S. 43.
Simon gieht im Bull. Soc. Zool. Fi-ance 1887 S. 455 ein Verzeichniss der
(5) Afrikanischen Arten der Familie Tarentiilidae imd üire Synonymen; Phry-
niscus scaber Gcrv. (wahrscheinlich = Phrj'nus lunatus Butl. cat), bacillifer Geist.;
Daraon medius Hbst. (=Phrynus assamensis L>ic., tibialis Sim.).^ Dämon annulatipes
Wood (=Phryn. diadema Sira.) und beschreibt Pliryniscus Deßersi Ö. 454 von Obock.
Marx macht einige Notes on Phrynus Oliv.; Proc. Entom. Soc. Waslung-
ton I S. 45 f.
Phrynus Marioni (tertiär; Aix); Gourret a a. 0. S. 489 PI. XXI Fig. 11.
Araiicae.
In der Bearbeitimg der wissenschaftlichen Ergebnisse der Mission
scientifique du Cap Hörn 1882—1883, Tom. VI Zoologie, hat E.
Simon die Arachniden übernommen; E, S. 1 — 42 PI. I. II. Es wur-
den 27 Arten erbeutet, die mit Ausnahme einer Tomopisthes-Art be-
reits früher (s. dies. Bericht für 1884 S. 29) bekannt gemacht waren,
hier aber ausführlicher beschrieben und in kolorirten Abbildungen
vorgeführt werden. Die Fauna trägt ein entschieden chilenisches
Gepräge, das sich in dem gemeinsamen Vorkommen dreier Arten, in
dem Vorkommen zweier bisher ausschliesslich für chilenisch gehal-
tener Gattungen und in dem Ueberwiegen der Anyphaeninen unter
den Drassiden ausdrückt. (Fast die meisten von Nicolet unter dem
Gattungsnamen Clubiona beschriebenen Arten gehören zu den Any-
phaeninen.) Das Vorkommen zweier bisher für tropisch gehaltener
Gattungen (Pachylus und Stephanopsis) zeigt, dass die Verbreitung
solcher Gattungen auf den beiden Hemisphären eine sehr verschiedene
sein kann, wofür übrigens auch aus anderen Thierklassen schon Bei-
38 Dr. Ph. Bertkau.
spiele vorliegen, ümgekekrt wurde von Attiden, die auf der nörd-
liclien Halbkugel doch in hohe i^reiten hinübergehen, kein Vertreter
erbeutet. An ein kaltes Klima erinnert das Vorkommen einer Erigone
s. str, und zweier mit Ohgolophus verwandter Thrasychirus. Am in-
teressantesten ist der Fund eines Archaeiden (Mecysmauchenius), dieser
zur Tertiärzeit auch in Europa vertretenen Famüie, die gegenwärtig
ihre Gattungen in Südamerika, am Congo (Landana) und auf Mada-
gaskar (Eriauchenus) hat. Die Gattung Mecysmauchenius ist übrigens
nicht die einzige, welche auf eine Beziehung zwischen Südamerika
und Südafrika hinweist, indem die Sicariaden jüngst ebenfalls einen
Vertreter am Kap der guten Hoffnung gestellt haben. Die Arten
vertheilen sich in folgender Weise auf die einzelnen Famihen: Lyco-
sidae 1, Thomisidae 1, Epeiridae2, Theridiadae (d.h. Micryphantidae) 1,
Archaeidae 1, Agalenidae 4, Amaurobiadae 1, Drassidae 2, Anyphae-
nidae 10, Chehferidae 1, Gonyleptidae 1, Phalangiadae 2.
Die Arachniden Australiens sind von Graf E. Keyserling
mit Lieferung 3C (2. Bd. S. 193—232, Taf. XVII— XX) fortgesetzt
(Epeira; Meta; Nephila; Tetragnatha; Eugnatha; Eucta; Uloborus).
Urquhart beschreibt weitere New species of Araneidea
von Neu-Seeland; Trans, a Proc. New Zealand Institute XIX S. 72
bis 118 PI. VII, VII [.
P. Goyen liefert ebenda S. 201 — 212 Descriptions of New
Spiders.
C. B. Lyster beschreibt die Jagd einer Springspinne auf eine
Motte und zieht aus dem Gebahren der Spinne den Schluss, dass sie
die Wirkung der Schwerkraft in Rechnung gezogen habe. The Na-
ture, 36, S. 366.
Ueber den Verbleib des Spinnfadens bringt de Rossi eine
frühere Mittheilung in Erinnerung; 15. Jahresb. Westf. Prov.-Ver.
S. 28; vgl. den vor. Ber. S. 86.
A. Schneider: Systeme stomato-gastrique des Arauei'des.
Avec 2 ph Tablett, zoolog. T. 2 No. 1/2. S. 87-94.
A. Lendl hat Untersuchungen über das Nervensystem der
Spinnen veröffentlicht, adatok a pükok boncz-, szövet- es fejlödesta-
nähoz; Budapest 1887, S. 1 — 32 mit 2 Tafeln, über die ich wegen
der ausschliesshch darin zur Anwendung kommenden ungarischen
Sprache nicht referiren kann.
Ueber die morphologische Bedeutung der Gliedmassen
bei den Spinnen spricht A. Lendl folgende Ansichten aus: Durch
Verfolgung der Entwickelungsgeschichte gelang es ihm, vor dem
1. Segment (dem der Maxillen) des bis dahin aus 5 Segmenten be-
stehenden Embryo das Auftreten zweier schwach ausgedrückter Seg-
mente zu beobachten, von denen das vorderste sich zu dem der „An-
temien" ausbildet, während das zweite bald verschwindet. Dieses
letztere wird als das der eigentlichen Mandibeln angesehen, welche
ebenfalls angelegt werden, bald aber von den wachsenden Antennen
verdeckt werden, eine langsame Rückbildung erleiden vmd mit der
Oberlippe verwachsen. Demnach können die Oberkiefer, Kieferfühler
u. s. w. der Spinnen nur den Antennen der Insekten homolog sein.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 89
Die Maxillen entsprechen dem ersten Maxillenpaar der Insekten, das
erste Beinpaar dem zweiten Maxillenpaar und die folgenden drei
Beinpaare den drei Insektenbeinpaaren. Die sog. Unterlippe entstellt
durch Abgliederung des vorderen Theiles des Sternums, ist daher
nicht der Unterlippe der Insekten homolog und wird Prosternum
genannt. — Mathematische uod naturwissenschaftliche Berichte aus
Ungarn IV S. 95— 100.
Ueber die morphologische Bedeutung der sog. Malpighi-
schen Gefässe der echten Spinnen ist Loman anderer An-
sicht als die landläufige vergleichende Anatomie. Indem er nämlich
darauf aufmerksam macht, dass die genannten Gefässe der Spümen
nicht in den Enddarm (als solchen sieht Loman nur die sog. Kloake
an), sondern in den Mitteldarm einmünden, die Malpighi'schen Ge-
isse der Insekten dagegen vom Enddarm aus entstehen, zieht er den
Schluss, dass die beiderlei Organe nicht homologisirt werden können.
Auch besteht ein Unterschied im feineren Bau und in der chemischen
Natur des Sekretes beider Drüsen, das bei Insekten (und Milben)
Harnsäure, resp. ihre Salze enthält, bei den echten Spinnen dagegen
nie, wie schon Wasmann bevriesen hatte. Tijdschr. d. Ned. Dierkun-
dige Vereeniging (2) I. S. 109 — 113.
Araneae exoticae, quas collegit ... J. R. H. Neervoort van
de PoU, in insulis Cura^ao, Bonaire et Aruba et quas deter-
minavit Dr. A. W. M. van Hasselt; Tijdschr. v. Entomol. XXX
S. 229 — 244. — Es sind zwanzig Arten gesammelt worden, darunter
manche interessante; Nops glauca ist bereits früher beschrieben; vgl.
den vor. Ber. S. 89.
E. Graf Keyserling beschreibt zum 7. Male (47) Neue Spin-
nen aus Amerika; Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVII S. 421—490.
Taf. VI.
Araneologisches aus Brasilien von E. A. G öl di meldet den
Fund der bis jetzt unbekannten Männchen von Nephila brasiliensis
(azarra T'F.), Argiope argentata F., einer Acrosoma-Art, und den
Fund neuer Arten aus den Gattungen Tmarus, Ischnocolus, Lithy-
phantes, Epeira; Zoolog. Anzeig. 18ö7 S. 224.
Monaeses cuneolus und Harpcates Hombergii in den Niederlan-
den; van Hasselt, Tijdschr. v. Entom. XXX. Versl. S. XXXI Anm.
T. Thoreil schreibt einen Primo saggio sui Ragni Birmani;
Ann. Mus. Civico Genova (2.) V S. 1 — 419. Das hauptsächlichste
Material zu dieser Arbeit lieferten 120 Arten, welche von Fea 1885
vorzüglich im nördlichen Theile Birmas gesammelt waren. Dazu
kommen noch Exemplare des Mus. Civico, welche 1877 von Beccari
und d'Albertis bei Mulmein und 1884 von Comotte bei Minhla ge-
sammelt waren und 25 in der Fea'schen Sammlung nicht vertretene
Arten enthalten. Von anderen Autoren Avaren bisher im ganzen
33 Arten aus Birma bekannt gemacht, von denen 18 nicht unter den
145 sind, so dass also jetzt aus Birma 163 Arten bekannt werden,
von denen 90 für die Wissenschaft neu sind. Dieselben vertheilen sich
nach dem von Thor eil beibehaltenen System (s. d. vor. Ber. S. 82) fol-
gendermassen auf die einzelnen Tribus: Territelariae 5, Tubitelariae 20,
40 Dr. Ph. Bertkau.
Retitelariae 19, Orbitelariae 50, Laterigradae 19, Citigradae 22, Salti-
gradae 27. — In den Namen der Familien führt der Verfasser einige
Aenderungen ein. Da Thorell nämlicli die Familiennamen auf -oi'dae
enden lässt statt auf die Patronymikalendung -idae etc., so nimmt er
für die Familien, deren Namen mit Gattungsnamen gleicKlautend sind
(Atypoides, Epeiroides, Thomisoi'des, Attoides), andere Namen an:
Calommatoidae (=Atypidae), Euetrioi'dae (=Epeiridae), Misumeno'idae
(=Thomisidae), Salticoidae (=Attidae). Für die Teraphosinae trionychae
Äuss. wird die Familie Ctenizoi'dae errichtet. - Ich werde dieses
Werk anführen: Thorell a. a. 0.
V. Wagner behandelt La regeneration des organes per-
dus chez les araignees; BuU. Soc. jmp. Nat. Moscou 1887
S. 871 — 899 PL XL Bei Wiedererzeugung verloren gegangener Glied-
massen sind drei Einzelvorgänge zu unterscheiden: 1. die Bildung
eines Propfens, welcher die Wunde verschliesst; 2. der Zerfall der
Gewebe in dem stehen gebliebenen Gliedstumpfe; 3. die Bildung der
neuen Ghedmasse. — Ist eine Gliedmasse abgerissen, so schlägt sich
zunächst die Gelenkhaut über die Wundfläche und schliesst dieselbe
wenigstens an den Rändern. Die Blutzellen verschränken sich mit
ihren Pseudopolien und bilden einen dichten Pfropfen, der bald auch
kein Serum mehr hindurchlässt. Die Blutzellen des Pfropfens selbst
gehen, von aussen nach innen fortschreitend, eine Aenderung ein,
welche sie chitisirten Zellen ähnlich werden lässt.
Dem Zerfall fallen alle Gewebe in dem stehengebliebenen Stumpfe
(mit Ausnahme der Hypodermis) anheim; am charakteristischsten
sind die Erscheinungen bei den Muskeln. In diesen treten gleich
von Anfang an kleine Fetttröpfchen auf, deren Zahl mehr und mehr
zunimmt, und die sich, ohne mit einander zu verschmelzen, zu grös-
seren Ballen ansammeln. Dann dringen auch die geformten Be-
standtheile des Blutes (die gefärbten und die amöboiden Zellen des
Autors) zwischen die Muskelfasern. Von den ersteren vergrössern
sich einige auf das drei- bis vierfache und werden durchsichtig; eine
Proliferation gelangte bei diesen nie zur Beobachtung, während die
amöboiden oft in diesem Zustande sich zeigen. Der Thätigkeit dieser
Zellen ist die Zerstörung des fettig entarteten Gewebes zuzuschreiben;
die ersteren nähren sich osmotisch, die amöboiden plasmatisch. Der
Vorgang nimmt etwas mehr als 20 Tage in Anspruch; nach Verlauf
dieser Zeit sind nur noch einige Trümmer des Muskelgewebes übrig,
die im Blut schwimmen. (Diese Angabe bezieht sich auf den Fall,
wo die ganze Neubildung längere Zeit benöthigt.) Verglichen mit
ähnlichen Erscheinungen bei Wirbelthieren, zeigt sich, dass bei den
Spmnen der Zerfall des Gewebes langsamer und unter fettiger Ent-
artung vor sich geht.
Die Bildung der neuen Gliedmasse beginnt damit, dass sich die
Hypodermis im Endtheile des Stumpfes von der alten Cuticula zu-
rückzieht, so einen freien Raum zurücklassend. In diesen wächst
die Anlage des neuen Gliedes, die zunächst nur aus Haut und Blut
besteht, hinein, wobei dieselbe mehrfache Umbiegungen erfährt. Dann
werden die Gelenke angelegt, zuerst das Hüft-, dann das Knie-, Ti-
Beiicht über Entomologie während des Jahres 1887. 41
bialgelenk, u. s. w. Die Neubildung der Muskeln und Nerven wurde
nicht direkt beobachtet; wahrscheinlich wachsen diese Gewebe vom
Stamme in die Neubildung hinein. — Die Versuche, welche zu vor-
stehender Mittheilung Anlass gaben, wurden mit Trochosa singoriensis
Lax. angestellt. Wenn die Amputation eines Beines ein oder zwei
Tage nach einer Häutung vorgenommen wurde, erschien bei der
nächsten Häutung das neue Bein, zu dessen Bildung zwischen der
zweiten und dritten Häutung also nur fünf, zwischen der sechsten
und siebenten Häutung zehn Tage erforderlich waren. Wurde das
Bein später abgenommen, so muss eine zweite Häutung vor sich
gehen, ehe das Bein neugebildet ist. Da die Begattungsorgane im
männlichen Taster nicht erst zwischen vorletzter und letzter Häutung,
sondern beträchtlich früher angelegt werden, so kann der Taster nicht
vollkommen wiederhergestellt werden, wenn er in einem späteren
Stadium verloren gegangen ist.
Durch vorstehende Arbeit sind mir die Titel einiger Aufsätze
desselben Verfassers bekannt geworden, deren Inhalt mir unbekannt
geblieben ist: Du sang des araignees. Biologitscheskaja Sam-
jetka 0 Tarantul; Prot, sool, Otd. Imp. Obsch. Ijub, Est., Ant.
i Etn. sa 1886 g. 0 raswitij kopulativnago apparata u paukov;
Prot. sool. Otd. etc. 1886, (Entwickelungsgesch. und Funktion ein-
zelner Theile des Copulationsapparates bei Spinnen.)
Doenitz berichtete über seine in Japan gemachten Beobach-
tungen über die Copulation von Spinnen; Sitzgsber. Ges. naturf.
Freunde 1887 S. 49-51. Von einer nicht näher bezeichneten Liny-
phien-Art wurde das Auspressen und Auftupfen des Samens in der
zuerst von Menge geschilderten Weise beobachtet. Diese Art soll
beide Taster gleichzeitig in die GenitalöfiFnungen des Weibchens ein-
führen, doch scheinen nach der weiteren Schilderung die beiden Taster
nicht gleichzeitig sondern abwechselnd den Samea zu übertragen.
Die weitern Beobachtungen über eine Marptusa und Pardosa Kefern
nichts Neues.
A. Lendl macht eine Mittheikmg über die Begattung und
die Copulationsorgane von Trochosa infernalis JfofocÄ.; Ter-
mesz. Füzet. XI S. 30—40, 51 — 57, Taf 1, 11. An den Sameutaschen
der Weibchen beobachtete der Verfasser warzenförmige Erhebungen
mit kelchartigen Körperchen, in die die Ausführungsgänge traubiger
Drüsen einmünden. Die Begattung geht wie bei den anderen Lyco-
siden vor sich, indem das Männchen in umgekehrter Richtung auf
dem Rücken des Weibchens sitzt und abwechselnd den einen und
den andern Taster an die weiblichen Geschlechtstheile bringt.
J, Morin macht zur Entwickelungsgeschichte der Spinnen
einige Mittheilungen; Biolog. Centralbl. VI, S. 658 — 663. Das Keim-
bläsclien bleibt im Ei erhalten und findet sich beim abgelegten Ei
in der Mitte, umgeben von Bildungsdotter. Es theilt sich mit dem
umgebenden Bildungsdotter in 2, 4, 8 und hierauf tritt auch ein Zer-
fall des umgebenden Nahrungsdotters in ebenso viele Segmente ein,
in deren Mitte sich der Kern mit dem umgebenden Bildungsdotter
befindet. Diese Segmente mit ihrem Plasma und Kern theilen sich
42 • Dr. Ph. Bertkau.
weiter in 16, 32, 64 und 128, und wenn letztere Zahl erreicht ist,
rücken die Kerne mit dem umgebenden Plasma an die Oberfläche und
bilden hier das Blastoderm; die zugehörigen Dottersegmente trennen
sich von ihnen und fliessen wieder mit einander zu einer einzigen
Masse von Dotterschollen zusammen. Hierauf tritt auf der Bauch-
seite eine Ansammlung von Blastodermzellen auf, welche hoch cyhn-
drisch werden. Von der IMitte dieser Blastödermverdickung trennen
sich einige Zellen ab, welche theils dicht unter dem Blastoderm,
zwischen diesem und dem Dotter bleiben, theils tiefer in den
Dotter eindringen; erstere sind das Meso-, letztere das Entoderm.
Die den Keimstreifen darstellende Blastödermverdickung wächst
und nimmt die Gestalt eines Dreiecks mit abgerundeten Ecken an,
die Spitze des Dreiecks ist nach hinten gerichtet (Hinterlappen)
und hat höhere Zellen; sie bildet das Abdomen aus; der Vorder -
läppen stellt die Anlage des Cephalothorax dar. Derselbe wächst
nach vorn, und indem in ihm successive von hinten nach vorn Quer-
furchen auftreten, wird das 6., 5., 4. — 1. Segment gebildet. In um-
gekehrter Reihenfolge entstehen am wachsenden Hinterlappen von
vorn nach hinten das 1., 2., 3. u. s. w. Abdominalsegment. An der
Segmentirung betheiligt sich auch das Mesoderm. Nachdem die
Brustsegmente ausgebildet sind, entstehen die Gliedmassen als paarige
Ausstülpungen des Ektoderms, in welche auch das Mesoderm ein-
dringt. Die Brustgliedmassen entstehen gleich den Segmenten in
der Reihenfolge von hinten nach vorn.
Mit dem Erscheinen der Gliedmassen wird auch die Leibeshöhle
angelegt. Dieselbe bildet sich durch das Wachsthum von segmen-
talen Spalten aus, die in Mesoderm Wucherungen unter den Segmentan-
hängen auftreten.
Ein Primitivhügel wurde bei den Eiern von Pholcus und Drassus
beobachtet, fehlt dagegen bei Theridium. Bei den erstgenannten
Eiern zeigt er sich, nachdem die 3 Keimblätter bereits angelegt sind.
Er wird von einem Klumpen Mesodermzellen gebildet, die sich ver-
grössern und abrunden. Sie zerstreuen sich später auf der Rücken-
seite des Embryos zwischen Ektoderm und Dotter und verwandeln
sich nach Bildung des Herzens in Blutkörperchen. Bei Theridium
zeigen sich nach Anlage der Gliedmassen beiderseits vom Keimstreifen
zwischen Ektoderm und Dotter grosse runde Zellen mit runden Ker-
nen, die sich wahrscheinlich von den Mesodermsomiten abgelöst haben.
Sie entsprechen den Zellen des Primitivhügels, indem sie sich bei
Theridium in Blutkörperchen umwandeln.
Sie werden von den dorsalwärts wachsenden Mesodermsomiten
zu einem in der Mittellinie des Rückens (hauptsäclilich im Abdomen)
liegenden Strang zusammengedrängt, über und unter welchem sich
die beiderseitigen Mesodermsomiten vereinigen. Hiermit ist das Herz
gebildet, das einen Rest der ursprünglichen Furchungshöhle umschliesst,
in welcher der erwähnte Zellstrang liegt.
Durch eine Reihe von Falten, welche das Darmfaserblatt des
Hinterleibes tief in den Dotter hineinsendet, werden die Leberlappen
gebildet.
Bericht i'iber Entomologie während des Jahres 1887. 43
Der Miinddarm entsteht zu einer Zeit, wo die Gliedmassen gegen
einander wachsen, aus einer Ektodermeinstülpung zwischen den Kopf-
lappen; der Afterdarm legt sich erst nach der voUen Ausbildung des
Herzens aus einer Ektodermeinstülpung des letzten Segmentes an.
Der Mitteldarm wird noch später angelegt, indem sich die Ento-
dermzellen vom Dotter trennen und zunächst am Mund- und After-
darm zwei gegen einander wachsende offene Röhren bilden. „Von
den Seiten gehen sie stufenweise in die Leberlappen über, wo ein
nämlicher Process vor sich geht. Die Entodermzellen trennen sich
auch dort vom Dotter und legen sich neben einander auf die Wan-
dungen der Einwüchse des Darmfaserblattes."
Die Lungen entwickeln sich aus zwei ektodermalen Einstülpungen
an der Basis des ersten Paares Abdominalanhänge, welche sich selbst
in die äusseren Decken der Lungen verwandeln. Das 2. Paar Abdo-
minalanhänge verschwindet. Das 3. und 4. Paar verwandeln sich in
Spinnwarzen. Die Malpighi'schen Röhren entwickeln sich aus zwei
Ausstülpimgen der Wandungen des Afterdarmes.
W. Schimkewitsch stellte an eine Etüde sur le developpe-
ment des araignees; Archive de Biolog. VI, S. 515 — 584 mit
6 Taff. — Bei Pholcus findet sich ein Follikelepithel, das wahrschein-
lich an der Bildung des Deutoplasmas betheiligt ist; das Chorion
wird von den Zeilen des Eileiters sezemirt und die dem Chorion auf-
gelagerten Körnchen sind zum grössten Theil das Produkt von Zellen
des „Uterus". Im reifen Ei sind keine 2 Lagen des plasmatischen
Materials zu unterscheiden, obwohl unter der Dotterhaut eine An-
sammlung von Protoplasma leicht zu beobachten ist. Der Dotterkern,
wo ein solcher vorhanden war, ist im reifen Ei verschwunden, wo-
gegen das Keimbläschen immer nachweisbar blieb.
Schimkewitsch beobachtete eine Theilung in 4, 8 und 16 Seg-
mente, die, von aussen gesehen, Rosetten gleichen. Die Dotter-
kügelchen waren in Säulen angeordnet, aber von emander getrennt.
Die Segmente gleichen Pyramiden, deren innere Enden die etwas
excentrisch gelegene Furchungshöhle begrenzen. Von denselben löst
sich der innerste Theil später in Dotterkörnchen auf, welche die
Fm-chungshölile erfüllen, während das Protoplasma gleichzeitig viel-
kernig geworden ist. Die äusserste Lage spaltet sich als Blastoderm
ab. In diesem Stadium Ijesteht also das Ei aus 2 Schichten: dem
flachzelligen primären Ektoderm und dem primären Entoderm, das
durch vielkernige Dotterzellen repräsentirt wird. Die Pyramiden ver-
schwinden, indem sie in vielkernige runde Zellen zerfallen, das Blas-
toderm rückt vom Rücken her auf die Bauchseite zusammen, und das
Mesoderm tritt auf, äusserlich angedeutet durch das Sichtbarwerden
des Primitivhügels. Die Mesodermzellen stammen von Dotterzellen
ab oder direkt von zwei benachbarten Pyramiden; die Rückenseite
erhält später einen neuen Zellenbelag, der durch Vermehrung der
Blastodermzellen entstanden ist. Die Einsenkung des Blastoderms
während der Mesodermbildung, die zwischen dem Primitivhügel und
dem vor diesem gelegenen weissen Fleck auftritt, betrachtet der
Verfasser als einen rudimentären Blastoporus.
44 Dr. Ph. Bertkau.
Bei der Entwickelung der äusseren Gestalt werden einige Irr-
tliümer berichtigt: die Oberkiefer sind nicht scheerenförmig und das
Mandibularganglion ist von aussen nicht sichtbar; Balfour hatte das
Basalglied der Oberkiefer für deren Ganglion angesehen.
Das Herz mit seinen Arterien und seinem Aufhängeapparat bil-
det sich auf Kosten des dorsalen Theiles des mittleren Urdarms. Die
Herz wand wird von 2 Mesodermplatten gebildet, die dem dorsalen
Mesoderm der Anneliden entsprechen. Die Herzwandung der Arthro-
poden entspricht einfach dem Myokardium der Vertebraten, die Höh-
lung des Herzens der Furchungshöhle und die perikardiakale Höhle
bei Spinnen, Mollusken und Vertebraten ist ein Theil der Leibes-
höhle.
Vom Ektoderm leitet der Verfasser ausser anderen Organen
auch die Malpighi'schen Gefässe ab.
W. Wagner stellte dar die Copulationsorgane des Männ-
chens als Criterium für die Systematik der Spinnen; Hör,
Soc. Entom. Ross. XXII, S. 3—132, Taf. 1-X. Der Verfasser findet,
dass die Kopulationsorgane der männlichen Spinnen in der Systematik
nicht die gebührende Beachtung gefunden haben und sieht den Grund
hiervon in dem Umstände, dass man von der Funktion dieses Or-
gans unrichtige Vorstellungen hatte. Erst nachdem W^agner, wie
er glaubt, die Bedeutung des Organs aufgeklärt hat, lässt es sich
„für die Systematik bei den verschiedenen Gruppen der Spinnen mit
grösserer Allseitigkeit verwerthen." Zuvor aber bespricht der
Verfasser die „Criterien, deren sich die Arachnologen für die Syste-
matik der Spinnen bedienen" und nimmt eine Abschätzung des
Werthes derselben vor: Lebensweise; allgemeine Körpergestalt;
Körperfärbung; Gestalt des Cephalothorax und Abdomens; Gestalt
der Mandibehi; Zahl, Grösse und Stellung der Augen; Zahl und Ge-
stalt der Spinnwarzen; Jnframammillary organ und Kalamistrun; Pal-
pen des Weibchens; Dicke und relative Länge der Beine; tarsale
Krallen an den Beinen; Respirationsorgane. Hierbei zeigt sich nun,
dass weder alle Araneologen über die Bedeutung desselben Merkmals
in Rücksicht auf die Systematik der gleichen Ansicht sind, noch auch
derselbe Forscher in allen Fällen demselben Merkmal einen glei-
chen Werth beilegt, oder wie Wagner es in einem speciellen Falle
ausdrückt:
„Die Bedeutung dieses Criterims, als eines solchen, ist erstens
nicht genügend aufgeklärt; zweitens ist seine Beziehung zu an-
deren Eigenthümlichkeiten des Organismus nicht gezeigt und drittens
erscheint daher die Benutzung dieses Merkmals zur Vertheilung der
Spinnen in hierarchischer Stufenfolge als willkürlich und nicht immer
gleichartig." Ein weit wichtigeres „Criterium" als alle die bisher be-
nutzten, findet der Verfasser in dem so mannigfaltig abändernden
Bau der Copulationsorgane. An denselben unterscheidet er ausser
den von anderen Forschern benannten Theilen (Cymbium, Alveolus,
Spermophor, von Wagner Receptaculum seminis genannt, Embolus)
und weniger wichtigen Theilen (Anhängsel, Chitinaus wüchse, Zähne,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 45
Verdickungen des Chitins), die Hämotodocha und meati (!) san-
guinis.
„Die Funktion dieser Theile besteht darin, dass das Blut aus den
Lacunae tarsi durch eine Oefifnung in die Höhlung des (!) Hämato-
docha tritt, aus der es durch Blutkanäle (Meati sanguinis) ins Innere
der Röhre (receptaculum seminis) eindringt und aus derselben das
Sperma in die Geschlechtsöfihung des Weibchens treil)t." (Genau so
ist die Funktion der Tastertheile von mir angegeben worden bis auf
den Passus, der auf die „Meati sang." Bezug hat; letzteren Passus
halte ich für ganz unrichtig; Refer.)
Nach den Variationen, die nun das Cymbium zeigt, unterscheidet
der Verfasser folgende 4 Typen:
Typus I besitzt ein fast unverändert gebliebenes Cymbium, wel-
ches dem letzten Tasterghed des Weibchens nahezu gleich ist. Der
Copulationsapparat stellt ein ungegliedertes Ganzes vor, welches seine
Gestalt niemals verändert. Endlich ist die Hämatodocha bei diesem
Typus wenigstens 20 Mal kleiner als der Copulationsapparat.
Typus II besitzt ein kahnförmiges Cymbium mit einem mehr
oder weniger grossen und tiefen Alveolus an der Seite desselben, an
der sich der Copulationsapparat befindet . . . „Die Hämatodocha ist
nicht kleiner als das Tegulum, dessen Theile die Anzahl von 5 er-
reichen, jedoch ganz, und wird durch einzelne Theüe des letzteren
nicht getheilt. Die Gestalt des Copulationsapparates verändert sich
nicht bei der Copulation (!)"
Typus III. „Das Cymbium ist sehr verändert und stellt ein
Organ vor, welches wenig an den normalen Tarsus erinnert. An
demselben beobachten wir ein grosses Anhängsel in Gestalt eines
runden Plättchens. Der Alveus und die Hämatodocha sind klein.
Das Tegulum macht ein ganzes aus; seine Gestalt erleidet bei der
Copulation keine Veränderung."
Typus IV. Das Cymbium hat nicht die geringste Aehnlichkeit
mit dem 5. Gliede des Palpus beim Weibchen: eine Platte, an der
in Gestalt eines kleinen Klumpens ein zusammengesetzter Copulations-
apparat sich befindet. Die Hämatodocha ist grösser als das Tegu-
lum; die Anzahl der Theile dieses letzteren erreicht die Zahl 7. Die
Gestalt des Apparates verändert sich bei der Copulation,
Zum Typus I rechnet Wagner die beiden Familien Scytodidae
(mit Scytodes und Segestria) und Dysderidae (mit Dysdera, Har-
pactes und Atypus; der Verfasser bemerkt aber dabei, dass er auf
dieser Vereinigung nicht durchaus bestehe.) Der II. Typus zählt
die meisten Familien, nämhch Amaurobiinae (mit Aniaurobius
und Oecobius; mit letzterem Namen ist wahrscheinlich Coelotes ge-
meint), Lycosidae (mit Lycosa, Tarentula, Trochosa), Agalenidae
(mit Agalena, Phrurolithus, Tegenaria), Drassoi'dae (mit Drassus,
Ärgyroneta), Sparassidae (mit Sparassus, Micrommata, Heteropoda),
Uloboridae (mit üloborus, Hyptiotes), Dictynidae (mit Dictyna,
Agroeca, Anyphaena\ Eresoidae (Eresus), Oxyopoidae (Oxyopes),
Clubionidae (Clubiona), Cheiracantidae (Chiracanthium), Tho-
misoidae (Thomisus, Misumena, Diaea, Xysticus), Attoidae (Attus,
46 Dr. Ph. Bertkau.
Salticus, Marptusa, Philia, Aelurops, Helioplianiis, Epiblemum), Der
in. Typus wird von der Familie Pholci da e (Pholcus) allein gebildet.
Zum IV. Typus gehören die Familien Pachygnathidae (mit Pachy-
gnatha, Tetragnatlia, Meta), Theridiidae (Theridium, Lithyphantes,
Asagena, Latrodectus, Episinus), Linypliiidae (Linypliia, Erigone, Ta-
pinopa), Epeiridae (Argiope, Zilla, Singa, Epeira). Zum Sclaluss
zeigt der Verfasser an 12 Epeira- Arten auch die Verwendbarkeit der
Kopulationsorgane zur Unterscheidung der Arten.
Mc Cook hielt eine Tarentula fünf Jahre lang am Leben,
während sie bei der Gefangennahme bereits zwei oder gar 3 Jahre
alt war, und giebt Ratschläge für die Zucht der Spinnen und eine
Schilderung der Lebensweise der genannten Art in der Gefangen-
schaft. Proc. Acad. Nat. Sei. Phüad. 1887. S. 369—386.
Tetrasticta.
Teraphosidae. G. F. Atkinson hat in dem Journal of de Elisha Mitchell
Scientific Society, IV, S. 16 — 52 , einige Mittheilungen über Arten dieser Gruppe
gemacht, die zum Theil bereits früher in Entom. Americ. erscliienen waren, von
mir aber nicht eingesehen werden konnten; vergl. den vor. Ber. S. 89. Die in Rede
stehenden Artikel sind: 1. A new trap-door spider S. 16 — 26, PI, XXIII, XXIV;
2) A family of young trap-door spiders (Fach ylomerus 4- spinosus)
S. 26 — 33 mit Taf.; 3) Descriptions of some new trap-door spiders; their
nests and food habits; S. 33—52 mit Taf.
In Nr. 1 schildert Atkinson den Nestbau von Pachylomerus carabi-
vorus. Die in einem theilweise mit Erde und Moos angefüllten Glasgefäss unter-
gebrachte Spinne begann ihre 4 cm tiefe und 2,2 cm im Durchmesser enthaltende
cylindrische Wohnung anzulegen, indem sie mit ilu'en Mandibeln ein Erbsengrosses
Erdstückchen ergriff, dasselbe auf den Rand der bereits gemachten Höhle legte und
dann mit den Palpen fortschnellte; nach der Gewalt, mit der die Erdstückchen gegen
die Glaswand flogen, lässt sich vermuthen, dass sie ohne dieses Hindemiss 2—3
Fuss weit fortgeschleudert worden wären. Nachdem die Höhle die Tiefe von 4 cm
erreicht hatte (zum Verfertigen der letzten Hälfte derselben hatte die Spinne
3 Stunden gebraucht), begann sie den Deckel anzulegen. Sie überzog zunächst eine
Stelle des Randes der Höhle, wo die Angel der Thür kommen sollte, etwa 5 mm
hoch, dicht mit Gespinnstfäden, und flocht ein abgebissenes Stückchen Moos hinein.
Nachdem die „Angel" fertig war, wurde der eigentliche Deckel in Angriff genommen ,
indem flach gepresste Stückchen Erde, Moos u. s. w. dem freien Rande der Angel
und des wachsenden Deckels mittels der Spinnfäden eingefügt wurden. Als sich
der Deckel seiner Vollendung näherte, wurden durch mehrfaches Niederziehen des-
selben die Stellen ausgespürt , an denen er noch nicht fest in die Höhlung passte ;
der ganz fertige Deckel war seiner Umgebung so genau angepasst, dass eine genaue
Kenntniss des Ortes, an dem er sich befand, nöthig war, um ihn zu bemerken;
seine Fertigstellung hatte 1V2 Stunde in Anspruch genommen.
In dem 2. Artikel beschreibt Atkinson das Verhalten 28 junger Pachylo-
merus 4-spinosus beim Verfertigen ihi-er Nester.
An dritter Stelle werden 4 neue Arten beschrieben.
Doenitz sprach vor der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin über
die Lebensweise zweier Vogelspinnen aus Japan; Sitzgsber. S. 8 — 10. Die
eine, Pachylomerus fragaria, legt ihr Nest gleich der südafrikanischen Moggri-
dgea Dyeri Cambr. in der weichen, mit Moos bewachsenen Rinde von Cryptomerien
an; die andere, Atypus Karschii, gräbt sich gleich miseren Atypus- Arten Erdröhren.
Die Augenstellimg ist bei den Jungen letzterer Art eine ganz andere als bei den
Erwachsenen.
N. Abraham macht Mittheilungen on the habits of the tree trap-door
spider of Graham's town, eine Art, die wahrscheinlich Moggridgea Dyeri Cambr.
ist; Proc. Zool. Soc. London 1887, S. 40 — 43. Die Spinne legt ihr Nest in der
borkigen Rinde von Bäumen an, unter denen sie am meisten „Eichen" und „Kaffee-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 47
bäume" bevorzugt. Hier ist sie unter Umständen sehr häufig ; so fand Abraham
auf einem 160 Quadratzoll messenden Kindenstücke 20 Nester, von denen freilich
nicht alle bewohnt waren. Das Nest ist in der Höhlung der Einde angebracht und
mit einem Deckel verschlossen ; beide sind so der Umgebung angepasst , dass ein
sehr geübtes Auge erforderlich ist, sie zu entdecken. Den Deckel hält die Spinne,
wenn sie in ihrer Wohnung ist, mit den Mandibeln fest, während sie sich mit den
Beinen an den Seitenwänden anstemmt; kommt ein Beutethier in die Nähe, so
öffnet sie blitzschnell den Deckel, stürzt hervor und verschwindet mit ihrem Opfer
wieder in ihrer Wohnung. Sie scheint eine nächtliche Lebensweise zu führen. Das
Eiersäckchen findet sich auf dem Gnmde der Wohnung; die ausgeschlüpften Jun-
gen bleiben noch mehrere Monate in dem elterlichen Hause, bis sie sich eine eigene
Wohnung anlegen. Ihre gefährlichsten Feinde sind die Ameisen.
Atmetochilus (n. g. Trionych. Cyrtauchenio affine) fossor (Tavoy), Simon
Jouru. Asiat. Soc. Bengal LVI. Part. H, S. lu9.
Camptotarsus (n. g. Atypid.; spiraculorum anteriora duo versus latera abdo-
rainis, posteriora in medio laterura ejus locata sunt; metatarsi longi et flexiles);
truculentus (Bhamö, Birma); Thor eil a. a. 0. S. 24.
Cyriopagopus (n. g. Dionych. Selenocosmiae et Phrycto affine) j»«^a«MS (Ta-
voy; Egaya); Simon, Journ. Asiat. Soc. Bengal LVI. Part. H, S. 111.
Myrmekiaphila! (n. g. Eriodontin.) foliala S. 47, Nest S. 38, PL V, Fig.
6, 7, 12, 14, 22; Atkinson a. a. 0.
Nidivalvata (n. g. Eriodontin.) Marxii S. 45 PI. V, Fig. 8—10, 13, 17,
18, 23 mit Beschreibung des Nestes S. 36, angustata S. 46. Fig. 11; Atkinson
a. a. 0.
Atypus Karschil (Japan); Doenitz a. a. 0. S. 9.
Conothele Bir?nanica (Shwegoo-myo^; Thor eil a- a. 0. S. 19.
Eurypelma Rileyi; Marx, Proc. Entom. Soc. Washüigt. I, S. 116.
Hapalopus Äfrikanus (Assinie); Simon, Ann. Soc. Entom. France 1887.
S. 275.
Hexathele Petreii (Otago); Goyen a. a. 0.
Migus distinctus (Dunemn, in Eöhren ähnlich denen von Nemesia); Goyen
a. a, 0. S. 210.
Mygale ambigua (tertiär; Aix) , Gourret a. a. 0. S. 480, Fl. XXHI, Fig. 28.
Pachylomerus carabivorus, S. 49, PI. V, Fig. 1, 4, 20 PI. XXIH, XXIV (die Nah-
rung dieser Art besteht in Pterostichus, Chlaenius u. s. w.) und var. emarginatus,
S. 50, turris, S. 51, PI. V, Fig. 5 mit Beschreibung des Nestes, S. 34, i-spinosus,
S. 51, Fig. 21 und S. 26 mit Taf.; Atkinson a. a. 0.
Derselbe vermuthet, dass (Mygale) solstitialis Hentz das 5 von P. carolinensis
sei; ebenda, S. 51.
P. fragaria (Japan); Doenitz a. a. 0-, S. 9.
Phrictus soricinus (Bhamo, Birma); Thoreil a. a. 0., S. 15.
Simon zieht Scodra liberiensis L. Beck = Sti-omatopelma alicapillatum
Kar seh zu Sc. (Araneaj calceata F.; Ann. Soc. Ent. France 1887, S. 276; vgl. den
vor. Ber. S. 88.
Dysderidae. Prodysdera (n. g.) m^<??v«e<?m (tertiär; Aix); Gourret a.a. 0.,
S. 477, Ph XX, Fig. 4—6; XXI, Fig. 14.
Segestria perfida (?) in Californien; Marx, Proc. Entom. Soc. Washingt.
I. S. 53.
Xestaspis inclusa (Bhamo, Birma); Thorell a. a. 0., S, 29.
Tristicta.
Attidae G. W. & E. G. Beckham schreiben On some new genera and
species of the family Attidae, from Madagascar and Central America; Proceed.
Nature Hist. Society of Wisconsm, March. 1885; S. 23—42 mit l Tafel.
Attopsis (n. g.) Mrsutus (tertiär, Aix); Gourret a. a. 0., S. 441, PI. XXIII,
Fig. 27.
Chrysilla (n. g. Maeviae affine) /«m^« (Bhamo) ; Thorell a. a. 0. S. 378.
Gancsa (n. g. Attin.) Woi'kmannü (Madagaskar); Beckham a.a.O., S. 27,
Fig. 2.
48 Dr- Pli. Bortkau.
Simonella (n. g. Lyssomanin.1 Amcricana (Guatemala, zwischen Blatt-
sclineider- Ameisen , denen die Spinne habituell ähnlich sieht); Beckham a. a. 0.,
S. 24, Fig. 1.
Stasippus (u. g., Maeviae pars) inornatus (Bhamo), S. 375;
Tapinuttus (n. g. für Attus melanognathus und) hrachygnathus (Minhla;
Bhamo); Thorell a. a 0., S. 364.
Telamonia (n. g., a Viciria vix nisi tibia -(- patella IV tibiam + pat. III. longi-
tudine superaute differt) festiru (Bhamo), S. 386; Thorell a. a. 0.
Astia oritata (Madagaskar); Beckham a. a. 0., S. 32, Fig. 5.
Attus alpicola (Schiern; Trafoier-Thal) ; Kulczynski, Beitrag, S. 289, Taf. V.
Fig. 1—3, Bonairensis (Bonaire); van Hasselt, Tijdschr. v. Entomol. XXX, S. 243,
aquilus (Waiwera), S. 115, biinuciilosus (ibid.; Whangarci Harbour), S. 116, suhfu-
scus ("Waiwera), S. 117; Urquhart a. a. 0.
Bavia albo-lineata (Madagaskar); Beckham a. a. 0., S. 39, Fig. 9.
'E^ociWsi pi-aelextata (Java; Müahla); Thorell a. a. 0. S. 378.
Ergane Madagascariensis (M.); Beckham a. a. 0, S. 34, Fig. 6.
Hasarius rusticus (Modha, Birma); Thorell a. a. 0., S. 409.
Heliophanus eucharis (Assinie); Simon, Ann. Soc. Entom. France 1887.
S. 261.
Homalattus insularis (Madagaskar); Beckham a. a. 0., S. 29, Fig. 3, rubi-i-
ger (Bhamo), S. 347, analis (ibid.), S. 350; Thorell a. a. 0., hiscutellafus (As-
sinie); Simon, Ann. Soc. Entom. France 1887, S. 263.
Hyllus decoratus (Shwegoo-myo, Birma); Thorell a. a. 0., S. 400.
Icius cornutus (Madagaskar); Beckham a. a, 0., S. 30, Fig. 2.
Jotus se?ni-ater (Madagaskar; wird durch ein eingedrucktes Erratum für Eris
praedatoria Kei/s. erklärt); Beckham a. a. 0., S. 37, Fig. 8.
Lmus lahiatus (Bhamo); Thorell a. a. 0., S. 354.
MaevisL psittacina (Bhamo, Birma); Thorell a. a. 0., S. 382.
Marptusa marita Kar seh = Marj^issa dissimilis C. L. Koch = {Tapinuttus,
s. oben) melanognathus Luc. = Icius CQmQYgQw&Dolcsch., foliatus L. Koch,
nigrolimbatus Cambr., Menemerus vittatus Shn.; TliO^^-ell a. a. 0., S. 362 f.
Fhilaeus Vinsotni (Madagaskar); Beckham a. a. 0., S. 36, Fig. 7.
Beckham beschreibt a. a. 0. S. 40 ff. unter dem Gattungsnamen Bhyale
den Attus Tamatavi Vinson von neuem und giebt in Fig. 10 eine Abbildung der
Epigyne.
Salticus hesperius (Assmie); Simon, Ann. Soc. Entom. France \^%1., S. 261.
Synemosyna laeta (Bhamo; Eangun), S, 339, proqnatha (Minhla). S. 343;
Thorell a. a. 0.
Thiania Bha?noe7isis (Bhamo, Birma); Thorell a. a. 0., S. 357.
Viciria elegans (Bhamo; Mulmein), S. 390, cristata (Bhamo), S. 393, albo-
guttata (Eangun), S. 397; Thorell a. a. 0.
Falpimauidac. In dieser Familie hat die Zalil der Krallen nicht die syste-
matische Wichtigkeit wie sonst: Sarascelis und Steriphopus (s. miten) haben 3,
Chedima, Falpimanus und Otiothops haben 2 IvraUen, die an den vorderen Tarsen
sehr klein sind; Simon, Ann. Soc. Ent. France 1887, S. 274, Anm.
Protochersis (n. g.) spinosus (tertiär, Aix); Gourret a. a. 0., S. 474,
Fl. XX, Fig. 3.
Sarascelis (n. g. Falpimano et Chedimae affine) C/frtjoer/ (Assinie); Simon,
Ann. Soc. Entom. France 1887, S. 275, luteipes (Landana, Congo), S. 275, Anm.
Derselbe ersetzt den vergebenen Namen Fachypus Cambr. durch Steriphopus,
ebenda, S. 274.
Otiothops amazonicus (Brasilien; Beru), S. 274, Gonnellei (Brasilien), S. 275,
Anm.; Simon, Ann. Soc. Entom. France 1887.
Thoiiüsidae. Amphithomisus (n. g.) barbatus (tertiär; Ais); Gourret
a. a. 0., S. 447. Fl. XXI, Fig. 12.
Camaricus (n. g. Xystico affine, cephalothorace fortiter convexo, antice parum
angustato, area oculorum brevi et latissima . . . distinctimi) formosus (Bhamo,
Bii-ma); S. 262 Thorell a. a. 0.
Mass ur tu (n. g. Misumenae vicinum, oculis lateralibus etiam posticos oculos
medios magnitudine superantibus , cet., diversum) angttluta (Siid-Bü-ma); Thorell
a. a. 0., S. 278.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 49
Ocyllus (n. g. Xystico et Coriarachnae affine; oculis lateralibus anticis longius
a mediis anticis quam bis inter se remotis diversum) binotaftis (Shwegoo-myo) ;
Thor eil a. a. 0., S. 268.
Pseudot homisus (n. g.) artkiilatu.'; {teTCÜä,r; Aix); Gourret a. a. 0., S. 449,
PI. XXI, Fig. 9,10.
Rhynchognatha (n. g. Monaesi Thor, et praesertim Tmaro Sim. affine; corpore
longo angusto, clyjjeo et mandibuUs porrectis, cet., diversum, für Mon. macilentus,
xiphoides, brevicaudatus L. Koch und) cinerascens (Me-tan-jä), S. 285; Thorell
a. a. 0.
Daradius StoUczkae (Bhamo, Birma), S. 271, dcntiger (Süd-Birma), S. 274-,
Thorell a. a. 0.
Misumena Diegoi (S. Diego, CaUf.); Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika,
S. 481, Fig. 41, timida (Mulmein); Thorell a. a. 0., S. 281,
Philodromus sphaeröides (Waiwera), S. 111, PI. VIII, Fig. 10, anbarus! {Wsx-
wera), S. 112, ovatns (ibid.), S. 113; Urqubart a. a. 0.
Stiphropus ocellatus (Bhamö, Birma); Thorell a. a. 0., S. 258.
Synaema opulentum Sim. v. Bii'manicum (Shwegoo-mvo) ; Thorell a. a. 0.,
S. 266.
Xysticus bicuspis (Montana) S. 478, Fig. 38, kibradorensis (Ungoa Bay), Fig. 39,
montunensis (M.), Fig. 40, S. 79; Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika.
X. lateralis v. alpinus (Trafoier u. Suldener Thal); Kulczynski, Beitrag,
S. 302.
Sparassidae. Simon beschreibt (11) Especes et (4) genres nouveaux
de la famille des Sparassidae; Bull. Soc. Zool. France 1887, S. 1 — 9. (Separ.)
Cchrcnninus (n. g. Cebrennin.; ä Cebrenno differt jjraesertim pedibus haud
scopulatis . . ., oculis anticis lineam recurvam formantibus) rM(/0cVM5 (Sumatra) ; Si-
mon a. a. 0., S. 3.
Macrinus (n. g. Midamus nahe stehend; mit dieser, Sparassus, Olios, Noni-
anus, Nisueta, Olios, VinduUus, Sarotes und Sadala die Sekt. Sparassini bildend)
succineus (Ober Amaz.), S. 5, atomarius (Tijuca, ßras.), /owi^Z/^e.? (Fonteboa) S. 6 ; Si-
mon a. a. 0.
Parhedrus (n. g., neben Clastes, Pandercetes, Spariolenus und Adrastis die
Sekt. Clastini bildend) ocyalinus (Java); Simon a. a. 0., S. 4.
Seramba (n. g. Thelictopi quam maxime affine, fronte angustiore et ocuhs
posticis spatiis aequalibus sejunctis distinctum) pida (Shwegoo-mj'o, Birma); Tho-
rell a. a. 0., S. -254.
Simon unterscheidet a. a. 0., S. 7, die zu der Sekt. Sparianthid. gehörigen
Gattungen in folgender Tabelle:
1 . Lineae oculorum duae recurvae. Tibiae ant. aculeis longissimis pronis saltem
6 — 6 subtus instructae Sparianthis.
Lineae ocul. procurvae. Tibiae ant. ac. long, pronis 3—3, 3-4 (rarissime 5 — 5)
instr 2.
2. Tarsi saltem antici valde compressi et superne convexi; metat. ant. subtus
prope basim aculeis longissimis binis tantum armati Stasina.
Tarsi cuncti graciles et teretes. Metat. ant. subtus 3 — 3 longo aculeati
Pseudosparianthis.
Die Gattung Pseudosparianthis ist für die beiden Arten Ps. fusca (Eio To-
cantins), S. 7 und pictus (Pevas), S. 8 gegründet.
Hemiclaea plautus (Te Karaka; Otago); ürquhart a. a. 0., S. HO, PI. VIU,
Fig. 9.
Heteropoda plebeja (Eangun); 'Thorell a. a. 0., S. 237, languida, ferina
(Tavoy); Simon, Journ. Asiat. Soc. Bengal LVI, Part. II, S. 102.
Holconia armillata (Shwegoo-myo); Thorell a. a. 0., S. 233.
Isopoda occidentalis (Assinie); Simon, Ann. Soc. Entom. France 1887, S. 264.
OUos guatemalensis (G.); Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika. S. 477,
Fig. 37, Alluaudi (Assinie); Simon, Ann. Soc. Entom. France 1887, S. 264.
Sarotes impudicus (Me-tan-jä), S. 241, venustus (Bhamö), S. 248, callipygus
(Mulmem), S. 250; Thorell a. a. 0.
Selenops atomaria (Pt. Elisabeth, Südafr.), pusilla (Nossibe), S. 1. Legrasi
(ibid.) S. 3; Simon a. a. 0.
Die Stellung der Gattung Stasina Sim., die der Autor früher mit Zweifel
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. 2. H. IL ■*
50 Dr. Ph. Bertkau.
zu den Drassiden brachte, ist bei den Sparassiden, neben Sparianthis; vergl. oben.
Eine neue Art ist St. amcricana (Tijuca, Bras.); Simon a. a. 0., S. 9.
Simon zieht seine Gattung Uduba, da sie ganz mit Uli o den L. Koch
zusammenfällt, ein; Bull. Soc. Ent. France 1887, S. CLVIII.
Thanatus alpinus (Trafoier u. Suldener Thal); Kulczynski, Beitrag, S. 304,
Taf. V, Fig. 13, 14.
Thelictopis canescens (Tenasserim) ; Simon, Journ. Asiat. Soc. Beng. LVI.
Part. II, S. 103.
Auyphaenidae. Anyphaena ?^«ofa (Possessions Bay), S. 450, Fig. 21, incerta
(Massachusetts), S. 452, Fig. 22, conspersa (Bee Spring, Ky.), S. 453, Fig. 23;
Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika.
Die Gattung Heteromma Karsch ist wahrscheinlich synonym mit Gayenna
NicoL; Simon, Slission du Cap Hörn VI. E. S. 6 Anm. und S. 26.
Simon stellt (Mission du Cap Hörn, VI. E., S 33) einen Conspectus speci-
erum der Gattung Liparotoma auf, in welchem aber nur die Arten des Feuer-
landes Hyadesi, amoenum, nigropictum berücksichtigt sind; die Clubiona ventricosa
Nicol. gehört ebenfalls in die Gattung.
Die Gattung Phidyle Sim., vom Autor früher (dies. Ber. f. 1880, S. 66) zu
den Sparassiden gestellt, gehört in vorstehende Familie, in die Nachbarschaft von
Tomopisthes. Bis jetzt zählt die Gattung nur die beiden bereits früher aus ihr
bekannten Arten. Simon, Mission du Cap Hörn, VI. E. S. 24.
Tomopisthes Magellanictis (Punta- Arenas i ; Simon, Mssion du Cap Hörn,
VI. E. S. 32, PI. I, Fig. 4.
Drassidae. Arucus (n. g., a Drasso et Prosthestma, quibus affine, mamilhs
superioribus sohto brevioribus, pedibus I. pedes IV. longitudine paullo superanti-
bus differt) captator (Minhla, IBirma), S. 86; Thoreil a. a. 0.
Atalial (n. g. ; ad habitum Universum cum Clubionis convenit, maxillis labio
duplo longioribus ad Liocranum transitum formans) concinna (Rangun), S. 55; Tho-
rell a. a. 0.
Clnbio7iclla (n. g.) antiqua (tertiär, Aix); Gourret a. a. 0., S. 471,
PI. XXin, Fig. 25.
Hilkc (n. g. Liocrano affine) trivittata (Los Angelos, Calif.); Keyserling,
Neue Spinnen aus Amerika, S. 444, Fig. 17.
Simon ersetzt den (bereits früher vergebenen) Namen Megaera durch Med-
masse; Bull. Soc. Entom. France 1887, S. CLVHI.
Für die von Cambridge Mutusca genannte Gattung schlägt Simon den
T^amen Molycria vor, da ersterer Name bereits bei den Hemipteren vergeben war;
Bull. Soc. Entom. France 1887, S. CLVX.
Mi/andra (n. g. Molycriae^ affine) Cambridgei (Victoria, Austr.); derselbe
ebenda.
Odo (n. g. Zorac affine) lenis (Nikaragua); Keyserling, Neue Spinnen aus
Amerika, S. 455, Fig 36.
Phanoptilus (n. g. Liocrano et Agroecae affine, dilfert clypeo altiore, cephalo-
thorace fortius convexo, serie oculorum postica procurva) sericeus (Bhamö, Birma),
S. 41; Thoreil a. a. 0.
Te?ninius (n. g.) insularis (Hayti), S. 422, Fig. 1, contincntaUs (Utah),
S. 423, Fig. 2; Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika
Agroeca tiistis (Maryland); Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika, S.436,
Fig. 11, flavopilis (Nassau); Simon, Bull. Soc. Entom. France 1887, S. CXLIH.
Castaneira bivittata (Cambridge); Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika,
S. 442, Fig. 16.
Clubiona raftra (Cambridge), S. 436, Fig. 12, crassipalpis (ibid.), S. 438, Fig. 13;
Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika, distincta (Bhamö, Birma), S. 48, ?nunda
(ibid.), S. 51; Thoreil a. a. 0.
Drassus neglectus (Ver. Staaten); Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika.
S. 434, Fig. 10, formicarius (Waiwera); Urquhart a. a. 0., S. 109, chaetognathus
(Bhamö, Birma); Thoreil a. a. 0., S. 33, Buddehergi (Nassau); Simon, BuU.
Soc. Entom. France 1887, S. CXLH.
Eutittha caudata (Eangun), S. 58, speetabilis (Sbwegoo-myo, Birma), S. 61;
Thorell a. a. 0.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 51
Gnaphosa gigantea (Sullevan Co., N. York', S. 424, Fig. 3, fontinalis (Bee
Spring, Ky.), S. 426, Fig. 4; Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika.
Hypsinotus humilis (St. Kitts), S. 446, Fig. 18, graciUpes (Hayti), S. 448,
Fig. 19, spiiüfer (Nicaragua), S. 449, Fig. 20; Keyserling, Neue Spinnen aus
Amerika.
Prosthesima propinqua (Cambridge; Californ.), S. 430, Fig. 7, funcsta (Calif.),
S. 431, Fig. 8, bimaculata (Cambridge), S. 433, Fig. 9; Keyserling, Neue Spinnen
aus Amerika, shnilis (Schiern); Kulczynski, Beitrag, S. 343, Taf. YIII, Fig. 64
(in Fig. 62 und 63 sind die Palpen von Pr. sarda Can., Fig. 65 und 66 die Epi-
gyne von clivicola und apricorum Z. Koch abgebildet.)
Pythonissa imbeciUa (Bee Spring, Ky.), S. 427, Fig. 5, clara (Utah), S. 429,
Fig. 6; Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika.
Trachelas ruber (Cambridge), S. 439, Fig. 14, bkolor (Hayti), S. 440, Fig. 15;
Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika.
Cteiiidae. Ueber die Gattung Acanthoctenus Keyserl. s. unten b. Zo-
ropsididae.
Ctenus trabifer (Bhamö, Birma), S. 288, ramosus (ibid.) S. 291, obscurus
(Eangun), S. 295; Thorell a. a. 0.
Leptoctenus tumidiilus (Tavoy); Simon, Journ. Asiat. Soc. Bengal LVI, Part, ü,
S. 108.
Microctenus humilis (Nikaragua); Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika.
S. 456, Fig. 35.
Lycosidae. Lycoso'ide s (n. g.) hersiliformis (iQriiix; Aix); Gourret a. a. 0.
S. 463, PI. XXI, Fig. 13. ■
Protolycosa! (n. g.; Name schon von Koemer für eine fossile Gattung
vergeben) attifortnis (tertiär; Aix); Gourret a. a. 0., S. 444, PI. XX, Fig. 7.
Zantheres (n. g.) grucillimus (Bhamö, Birma); Thorell a. a. 0., S. 318.
Diapontia oUvacea (Eangun; Bassein) S. 297, Simonis (Bhamö; Me-tan-jä), S.
301; Thorell a. a. 0.
Lycosa maculatipes (CMü), Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika, S. 482,
Fig. 43, adumbrata (Te Karaka); Urquhart a. a. 0., S. 114, virgata (Otago),
S. 201, canescens (ibid.), S. 203, Taylori (Dunedin), S. 204, aerescens (Waitaki),
S. 206; Goyen a. a. 0.
Kulczynski macht in seinem „Beitrag" S. 289 ff. Bemerkungen zur Unter-
scheidung von Lycosa subita Sim., ferruginea L. Koch, Giebelii Pavesi, annulata
Thor., hortensis Thor., proxima C. L. Koch und beschreibt L. cincta (Schiern),
S. 295, Fig. 8 und inixta (Schiern), S. 299, Fig. 11, 12.
Oxyopes Birmanicus (Bhamö; Shwegoo-myo), S. 325, versicolor (Bhamö),
S. 330, hieroglyphicus (ibid.; Shwegoo-myo), S. 332, superbus (Bhamö), S. 335;
Thorell a. a. 0.
Pardosa californica (C.), S. 483, Fig. 44, tristis ( Saskatschewan-Fluss), S. 485,
Fig. 45; Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika, Guernei, S. 457, Raboti,S. -ibS
(Lappland); Simon, Bull. Soc. Zool. de France 18»7.
Lycosa. psa7}imodes (Eangun), S. 312, tristicula (Bhamö, Birma), S. 315; Tho-
rell a. a. 0.
Peucetia j9roc<?ra (Bhamö; Me-tan-jä, Birma); Thorell a. a, 0., S. 321.
P. viridana Sirn. ist nicht Sphasus viridanus Stol. und P. prasina genannt;
Thorell a. a. 0., S. 10; 325 Anm.
Tarentula Comotti (Bhamö, Birma), S. 307, oro^Äi/a (Me-tan-jä), S. 310; Tho-
rell a. a. 0.
Tetragonophthahna undulata (Archer, Florida); Keyserling, Neue Spinnen aus
Amerika, S. 486, Fig. 42.
Ueber die Begattung von Trochosa infernalis Motsch., s. oben S. 41.
Hersiliadae. HerseUoides! (n. g.) thanatiformis (tertiär; Aix); Gourret
a. a. 0., S. 460, PL XXTTT, Fig. 24.
HeY%\\\di aquisextana {textvAX ; Aix); Gourret a. a. 0., S. 458, PI. XXI. Fig. 14,
albit,omis (Assinie); Simon, Ann Soc. Entom. France 1887, S. 273.
Urocteadae. Amphiclotho (n. g.) breviuscula (tertiär; Aix); Gourret a. a.
0., S. 465, PI. XXn, Fig. 18.
Uroctea galloprovincialis (tertiär; Aix); Gourret a. a. 0., S. 462, PI. XXII,
Fig. 19.
4*
52 Dr. Ph- Bert kau.
Agalenidae. Simon errichtet (Mission du Cap Hom, VI E., S. 14) für Cae-
lotes subfasciatus Sim. und castaneifrons Sim. (s. dies. Ber. für 1884, S. 59) die
neuen Gattungen Eubrius und Mynthes der Cybaeini und unterscheidet die Gat-
tungen der Cybaeinen in analytischer "Weise wie folgt:
1. Oculi postic. in linea recta. Oc. ant. mediocres . 2.
Oc. post. in lin. valde recurva. Oc. ant. laterales maximi, medü minutissimi
Emmenomma.
2. Oc. ant. subcontigui. [Meta-] Tarsi antici mujtici .... Cybaeolus.
Oc. ant. inter se sat late distantes. [Meta-] Tarsi aculeati 3.
3. Oculi ant. aequi. (Meta-) tarsi postici mutici. Chelarum margo inferior sulci
bidentatus Mynthes.
Oc. med. ant. lateralibus multo minores. (Meta-) Tarsi post. aculeati. Chelarum
margo inferior tridentatus Rubrius.
Die Gattung Kubrius ist auf (Caelotes) subfasciatus gegründet; zu Mynthes
gehört ausser (Cael.) castaneifrons auch die Clubiona ambigua Nicol.
Hamataliiva (n. g.) grisea (Nordamerika); Keyserling, Neue Spinnen aus
Amerika, S. 458, Fig. 24.
Caelotes urbanus (Washington), S. 467, Fig. 31, lamellosus (Lake Superior),
S. 469, Fig. 30, calcaratus ("Washington; Colorado; Minnesota), S. 470, Fig. 32;
Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika, mediocris (Suldenthal) ; Kulczyriski,
Beitrag, S. 337, Taf. VI, Fig. 52—56.
Tegenaria Lacazei (tertiär; Aix); Gourret a. a. 0., S. 469, PI. XXII, Fig. 20.
Halmiadae. Cicurina arcuata (Colorado; Illinois; "Washington etc.) S. 460.
Fig. 25, pallida (Washington), S. 462, Fig. 26; Keyserling, Neue Spinnen aus
Amerika.
Hahnia riparia (Sprmg Lake, Utah), S. 463, Fig. 27, magna (Fort Bridger,-
Wyoming), S. 464, Fig. 28, agilis (Washington; Dacotah), S. 465, Fig. 29; Key-
serling, Neue Spinnen aus Amerika.
Zoropsididae. Die Gattung Acanthoctenus A'^ys^r/. ist mit Cribellum und
Calamistrum ausgerüstet und muss daher bei den Zoropsididen untergebracht werden;
Simon, Bull. Soc. Entom. France 1887, S CLVIII.
Eresidae. Eresoides orbicularis (tertiär; Aix); Gourret a, a. 0., S. 454,
PI. XXI, Fig. 16.
Dictynidae. Dictyna pallida (Washington; Port Monroe), S. 472, Fig. 33,
borealis, S 473, Fig. 34; Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika.
Miagrammopidae. Miagrammopes Cambridgei (Bhamö, Birma); .Thoreil
a. a. 0., S. 122.
IJloboridae. Philoponus (n. g. Uloboro valde affine, area oculorum par-
tem cephaloth. multo majorem quam in Uloboro occupante distinctimi; für pinnipes
Thor, und) pteropus (Bhamö, Birma); Thoreil a. a. 0., S. 128.
Uloborus variabilis (Rockhampton; Peak Downs; Sidney; Gayndah), S. 223,
Taf. XX, Fig. 8, spinitarsis (Head of middle Harbour bei Sidney; vielleicht das
Männchen von U. pantherinus), S. 231, Fig. 9; Keyserling, Arachn. Austral.
Zodariadae. Asceua (n. g.; a Storena vix nisi pedibus aculeis carentibus
differt) elegans (Bhamö, Birma); Thor eil a. a. 0., S. 76.
Protolachesis (n. g.) annulata (tertiär; Aix); Gourret a. a. 0., S. 467,
PI. XXI, Fig. 17, XXn, Fig. 21, 22.
Storena Pollii (Bonaire, unter Steinen); van Hasselt, Tijdschr. v. Entomol.
XXX, S. 229 und Simon, fronto (Shwegoo-myo, Birma), S. 65, exornata (Bhamö),
S. 69, irrorata (Rangun), S. 72; Thoreil a. a. 0.
Micryphantidae. Entelecara media (Südtirol; vielleicht Varietät von ery-
thropus Westr.); Kulczyhski, Beitrag, S. 332, Taf. VIII, Fig. 48—51.
,,Erigone" atriventer (Te Karaka, Auckland); Urquhart a. a. 0., S. 102.
JSeytodidae. Dictis gilva (Bassein), S. 83, lugubris (Me-tan-jä; Minhla), S. 86;
Thorell a. a. 0.
Loxosceles unicolor Marx i. 1. (Punta del Aqua, Neu Mexico); Keyserling,
Neue Spinnen aus Amerika, S. 474, Fig. 46.
Pholcidae. van Hasselt sprach auf der 20. Winterversammlung der Nederl.
Ent. Vereenig. unter Vorzeigung der meisten der besprochenen Arten über diese Fa-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 53
milie, Versl. S. XCIV-XCVm. Wegen der Kürze der Beine von Ph. puUulus
Hentz möchte er diese Art einer besonderen Gattung, Brachy- oder Pseudo-
pholcus, zuweisen. Die übrigen Arten lassen sich nach ihrer Grösse in die drei
Gruppen der gewöhnlichen Pholci (Type phalangioides) , der macro-Pholci (Type
Artema) und der nücro-Pholci (Type globosus) sondern.
Pholcus cornutus (Washington); Keyserling, Neue Spinnen aus Amerika,
S. 475, Fig. 47, Fauroti (Obock; Aegypten); Simon, Bull. Soc Zool. France 1887,
S. 453.
Theridiadae. Simon ersetzt seinen Gattungsnamen Frontina (wegen Fron-
tina Meig.) durch Floronia-, Bull. Soc Ent. France 1887, S. CLVIII.
Argyrodes xiphias iBhamö, Birma); Thor eil a. a. 0., S. 95.
Ariamnes Gabrieli (tertiär; Aix); Gourret a. a 0., S. 455, PI. XXrH, Fig. 23,
conifcra (Waiwera; Te Karaka\ S. 96, PI. VIII, Fig. 5, trinngulatus (Te Karaka),
S. 87, Fig 6, attenuatus (ibid.), S. 98: Urquhart a. a. 0., ti-iangulus (Mulmein);
Thoreil a. a. 0., S. 91.
Bathyphantes cyaneo-nitens (Bozen); Kulczynski, Beitrag, S. 328, Taf. Vn,
Fig. 46.
Kulczynski beschreibt eingehend ^ und 2 von Bolyphantes index (Thor.)
und giebt iTbbildungen der männlichen und weiblichen Geschlechtstheile; Beitrag,
S. 315, Taf. VI, Fig. 27—29.
Zur Unterscheidung des Lephthyphantes tenebricola Mge. und Mengei Kulcz.
s. Kulczynski, Beitrag, S. 321 f. Taf. VEL, Fig. 34—39.
Derselbe beschreibt ebenda L. variahilis, S. 322, Fig. 40—43 und notabiiis,
S. 326, Fig. 44, 45 aus Südtirol.
Linyphia hlattifer (Waiwera), S. 99, PI. VIII, Fig. 7, melanopygia Cbr. Q.
S. 101; Urquhart a. a. 0., Birmanica (Mulmein); Thoreil a. a. 0., S. 99.
Zur Unterscheidung des Pedanosthetus Uvidus {Blacktv.) und trimcorum
(Z. Koch) s. Kulczynski, Beitrag, S. 312 ff., Taf V., Fig. 17—18, VI 19—26.
Theridium lapidicola (Eggen thal, Tirol); Kulczynski, Beitrag, S. 309
Taf. V, Fig. 16, melanozantha ! (Waiwera), S. 102, PI. VIU, Fig. 8, tuberculum
(Te Karaka, Auckl.), S. 104, maculopes! (Canterbury), S. 105, ?;«>/rf««ö .' (Waiwera),
flabelUfcral (ibid.), venustulum (ibid.) S. 107, S. 107, alho-guttatum (gedruckt -gulla-
tum; Te Taraka), S. 108, Fig. 11; Urquhart a. a. 0., Workmann (Bassein, Bir-
ma), S. 101, saropus (Mulmein), S. 104, cocnosum (Bhamö), S. 110, baccula (an
gen. Teutana?; Bhamö), S. 114, oleatum (Bhamo), S. 116, hrachypus (Rangun),
S. 119; Thorell a. a. 0.
Tmeticus silvicola (Schiern); Kulczynski, Beitrag, S. 330, Taf. VII, Fig. 47.
Tetragnathidae. A Magyarorszägi Tetragnatha-Felekröl. Species
subfamiliae Tetj-agnathinarum faunae Hungaricae; A. Lendl in Mathe-
mat. es termeszettudom. Közlemenyek vonatkozol. a hazai viszonyokra, 22. kötet,
S. 119—156, Taf. I — V. Der Verfasser nimmt die Familie (als Unterfamilie der
Epeiriden) in dem von Bert kau vorgeschlagenen Umfang, also mit Einschluss der
Gattung Pacliygnatha. Ungarn hat 9 Vertreter derselben aufzuweisen, deren Dia-
gnosen in lateinischer Sprache gegeben werden, während der ganze übrige Text un-
garisch ist. Die ungarischen Arten sind: Eucta lutescens n. sp. ; Eugnatha striata
2. Koch, picta n. sp.; Tetragnatha nigrita n. sp., extensa L. (mit den Variet.
deserticola v. n., montana), obtusa C. L. Koch; Pachygnatha Clerckü, De Geeri,
Listen.
Keyserling imterscheidet in seinen Arachn. Austral S. 218 die Gattungen
dieser Familie nach folgendem Schema:
1) Die vorderen SA. von den hinteren höchstens so weit entfernt als die vor-
deren MA. von den hinteren Tetragnatha.
Die vorderen SA. von den hinteren viel weiter entfernt als die vorderen MA.
von den hinteren 2.
2. Die Spinnwarzen endständig Eugnatha.
Die Spinnwarzen werden vom hinteren Theil des Abdomens überragt: Eucta.
Eucta lutescens (Deliblat); Lendl a. a. 0., S. 121, Fig. 1, 2, 11—15, cau-
difera (Sidney); S. 226, Taf. XX, Fig. 6, anguiUa Thor., S. 227, Fig. 7; Keyser-
ling, Araclm. Austral.
Eugnatha pictu (Deliblat); Lendl a. a. 0., Fig. 3, 4, 16—18,59, cylindracea
(Sidney; Peak Downs); Keyserling, Arachn. Austral., S. 224, Taf. XX., Fig, 5.
54 r)r- Ph- Bertkau.
Tetragnatha nigrita (Südimgarn, Comit. Temes.1; Lendl a. a. 0. S. 134 Fig.
5, 27, 28, extensa var. deserticola (Deliblat); ebenda S. 140, validu (Sidney; Gayn-
dah; Peak Downs) S. 218 Taf. XX Fig. 1, bituberculata L. Koch (Sidney; Peak
Downs) S. 220 Fig, 2, demissa L Koch S. 221 Fig. 3, protensa IValck. S. 221 Fig.
4, nitens And. & Sav. (auch von Crayndah; Sidney; Peak Downs ; Aegj^pten; Mau-
ritius) S. 223; Keyserling, Araclin. Austral., clavigera (Assinie); Simon, Ann.
Sog. Entom. France' 1887 S. 272.
Epeiridae. Cercidiella (n. g.) Aquiscxtana (tertiär; Aix); Gourret
a. a. 0. S. 452 PI. XXI Fig 8.
Euctria fn. g., für Epeira Moluccensis Bolesch. und) Feae (Bhamö, Birma);
Thoreil a. a. 0. S. 173.
Argyroepeira bigibba (Bhamo, Birma) S. 140, ditissimu (ibid.) S. 143; T hö-
re 11 a. a. 0.
Adatok az Argyope Brünnichii,(<SVo/».) (Ueber die Lebensweise der
Argiope Brünnichii) irta Lendl Adolf; Budapest 1887 S. 1 — 8 mit Tafel (der
rein ungarische Text ist mir unverständlich).
A. undulata (Shwegoo-myo) ; Thoreil a. a. 0. S. 154.
Callinethis tessellata (Shwegoo-myo, Birma); Tliorell a. a. 0. S. 135.
CjTtophora psi/Ila (Bhamö, Birma) S. 214, hi/bophora (ibid; Mulmein) S. 217,
Mulmeinensis (M.; Egatpur) S. 221; Thor eil a. a. 0.
Epeira diademata in Minnesota; Marx, Proc. Ent. See Washington I S. 50.
Epeira corrugatimi (Te Karaka, Auckland; Otago) S. 72 PI. VH Fig. 1, po-
cillator (Auckland) S. 74, oblitcra (Whangarei Harbour) S. 77, tritiiberculata (Te
Karaka) S. 78 Fig. 2, orientalis (ibid.) S. 79 Fig. 3, bi-ulbimacula (ibid.) S. 81,
saxitalis! (soll wohl saxatilis heissen; Waiwera) S. 82, subcompta (Whangarei Har-
bour) S. 83 Fig. 4, viriditas (Te Karaka) S. 85, discolora (ibid.) S. 86, verutum'.
5. 87 mit var. veruina S. 88, var. hastuUim! PI. VIII Fig. 2, und var. lineola (Du-
nedin) S. 89, linea-acuta (Lake Tekapo) S. 90, purpura! (Te Karaka) S. 91; Ur-
(juhart a.a.O., Albcrtisn (Kvlm&ixi; Shwegoo-mjo) S. 182, .ypo«.?« (Egatpur) S. 186
Anm., pupnlata (Bhamö) S. 188, trigonophora (ibid.) S. 191, acrocephula (ibid.)
S. 195, patixil/a (ibid.) S. 199, pyhllonota (ibid.) S. 201, metalis (ibid.; Shwegoo-
myo) S. 204, rfhjaphanus (Bhamö) S. 206; Thoreil a. a. 0., centrodes (Bhamo;
Sumatra); derselbe ebenda S. 209, Masoni S. 105, submucronata S. 106 (Tavoy);
Simon, Journ. Asiat, Soc. Beng. LVI Part II, rura iCap York) S. 193 Taf. XVII
Fig. 2, rabiosiäa (Head of middle Harbour) S. 194 Fig. 3, qtieribimda (?) S. 195
Fig. 4, 5, quaesita (Australien) S. 197 Fig. 6, nccopina (King George's Sd.) S. 198
Fig. 7, mulieraria (Cap York) S. 200 Taf. XVTH Fig. 1, iisualis ^Cap York; Sidney)
S. 201 Fig. 2, 3, rumulosa (Australien) S. 203 Mg. 4, (nigropunctata L. Koch
S. 204 Fig 5); Keyserling, Arachn. Austral.
Gasteracantha dindesmiu (Birma; Slam) S. 225, Karschü (Neu-Britannien)
S. 230 Anm.; Thorell a. a. 0., Chapcri (Assinie); Simon, Ann. Soc Entom.
France 1887 S. 266.
Gea nocticolor (Bhamö; Birma); Thorell, a. a. 0. S. 170. (Die Gattung ist
synonym mit Ebaea L. Koch.)
Herennia mollis (Bhamö, Birma); Thorell a. a. 0. S. 166.
Simon unterscheidet nach der Gestalt des Schildes, Grösse und Stellung der
Augen und Beschaffenheit des Clypeus in der Gattung Isoxia 4 Gruppen und be-
schreibt I. semifldva S. 268 Fig. 2, galeata Fig. 3, penizdides Fig 4 S. 269 von
Assinie; Ann. Soc. Entom. France 1887 S 2G7— 269 PI. VL
Lipocrea diliitu (Bhamö, Birma); Thorell a. a. O. S. 146.
Meta (früher Epeira) Graeffei Heijs. S 205 Taf. XVHI Fig. 6, (früher Epeii-a)
melania L. Koch S. 207 Fig. 7, (frülier Epeira) coccinea Dol. S. 208 Fig. 8, zelivira
(Peak Downs) S. 219 Taf, XIX Fig. 1, 2, turbatrix (Sidney) S. 212 Fig. 3, trivittata
(Sidney; Cap York) S. 2i3 Fig. 4; Keyserling, Arachn. Austral.
Nephila argcntatnm! (Tairoa; Te Karaka); Urquhart a. a. 0. S. 92 PI. VIE
Fig 3, insularis (Loyalty-Inseln) S. 215 Taf. XIX Fig. 5, relicina (Salomons-Inseln)
S. 216 Fig. 6; Keyserling, Arachn. Austral.
Thorell theilt aus einem Briefe Fea's mit, dass bei der Begattung das (^ von
Nephila und Gasteracantha dieselbe Richtung einnehme wie das $; a. a 0.
S. 149 Anm
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 55
Simon stellt folgende Synonymie auf: Nephilengys borbonica Karsch, Nephila
genualis Ger st, Epeira Azarra, brasiliensis, diadela Walck. = (Nephilengys) cruen-
tata Fabr.; Ann, Soc. Entom. France 1887.
Singa scahristernis (Korspitze, Tirol); Kulkczynski; Beitrag S. 306 Taf. V
Fig. 15.
Thlaosoma penuum (Waiwera) S. 94 PI. VEU Fig 4, olivacea (J S. 95; Ur-
quhart a. a, 0.
ZiUa melanocrania (Bhamo, Birma); Thorell a. a. 0. S. 209.
Solifugae.
Croneberg macht eine Mittheilung über ein Entwickelungsstadium
von Galeodes; Zoolog. Anzeig. 1887 S. I63f. mit 2 Holzschn. Bei den noch im
Ei eingeschlossenen Embryonen macht der kugelige Hinterleib, der gegen den breiten,
abgeflachten Cephalothorax eingeschlagen ist, die Hauptmasse des Eiinbaltes aus.
Bei den eben ausgeschlüpften Jungen, von denen die grössten eine Länge von 8 mm
erreichen, hat es den Anschein, als ob durch eine Zusanunenziehung des Hinter-
leibes ein Theil der in demselben enthaltenen Säfte in den Vorderleib des Thieres
eingedrungen wäre und dessen Anhänge prall ausgedehnt hätte. Dieses Stadium
entbehrt noch der Kutikularanhänge (Haare und Krallen der Beine) mit Ausnahme
einer Doppelreihe von l? Borsten auf dem Kücken und entspricht somit dem jüng-
sten Stadium der Spinnen nach Abstreifen der Eihaut. Zwischen dem ersten und
zweiten Fusspaar, aber höher als diese, findet sich an den Seiten des Cephalothorax
ein Paar flacher flügeiförmiger Anhänge von 0,5 mm Länge, die von einer deutlichen
ZeUschicht ausgekleidet sind, aber weder Tracheen noch Muskeln oder Nerven ent-
halten. Die Bedeutung dieser Anhänge, die bei den Erwachsenen spurlos ver-
schwunden sind, ist noch räthselhaft. (Da bei tetrastikten Spinnen, wie ich ge-
zeigt, zwischen dem 1. und 2. Beinpaar ein Paar Koxaldrüsen ausmündet, so wäre
wohl die Frage gerechtfertigt, ob nicht diese Anhänge die hervortretenden Mün-
dungen dieser Drüsen sind. Pieferent.)
Myriapoda.
C. 0. V. Porath zählt Norska Myriapoder auf, 20 Arten, von
denen 4, nämlich Scolioplanes crassipes; Polydesmus graciiis, acut-
angulus und Lithobius microps neu für Skandinavien sind; Polydes-
mus graciiis ist vermuthlich mit exotischen Pflanzen eingeflihrt;
Entom. Tidskr. 1887 S. 39 f.
J. M'Neill beschreibt (12) neue Arten, zumeist aus Indiana;
Proc. U. S. Nat. Mus. 1887 S. 323—334 mit 1 Taf. (Habe ich nicht
gesehen; die unten namhaft gemachten Arten sind dem Journ. R. Mi-
crosc. Soc. 1887 S. 949 entnommen.)
Ch. H. Bollman beschreibt (5) New North American My-
riapods; Entomol. Americ. III, S. 81 — 83.
Desselben Notes on the North American Lithobiidae
and Scutigeridae in Proc. U. S. Natur. Mus. X S. 254 — 266 mit
Beschreibung 6 neuer Arten habe ich nicht gesehen.
Aus dem Nachlasse des Verfassers veröffentlichen die Termesz.
Füzet. IX. S. 63—72 Taf. III— IV: Myriopoda a Joanne Xantus
in Asia orientali collecta. Enumeravit speciesque novas descripsit
Dr. E. Tömösväry. Es sind 52 Arten in 16 Gattungen; 21 Arten
sind als neu bezeichnet.
56 Dr. Ph. Bertkau.
Peripatina.
A. Sedgwick hat Pt. III von the development of the Cape
species of Peripatus folgen lassen; Quart. Journ. Microsc. Sei.
(N. S.) XXVII S. 467 -- 550 mit 4 Taff. Bei der Cap'schen Art ver-
läuft die Organbildung nach Sedgwick' s Darstellung in manchen
wesentlichen Punkten anders als bei der von v. Kennel studirten
Amerikanischen Art; ich werde mich darauf beschränken, die wich-
tigsten Punkte hervorzuheben. Aus dem Blastoporus geht, wie
Segdwick schon früher hervorgehoben hatte, der bleibende Mund
und der bleibende After hervor, indem sich der Blastoporus nur in
der Mitte schliesst und die beiden Enden zum Mund und After wer-
den. Vorübergehend besitzt die Cap'sche Art ein echtes Enterocöl,
und von diesem nehmen die Segmentalorgane und die Ausführungs-
gänge der Geschlechtsorgane, ja auch die letzteren selbst ihren Ur-
sprung. Dieses Enterocöl verschwindet aber später, und die bleibende
Leibeshöhle ist ein Schizocöl, hervorgegangen aus einer Spaltung des
Mesoderms. Die Augenanlage lässt Sedgwick aus dem Gehirn her-
vorgehen.
L. Sheldon: On the development of Peripatus Novae
Zealandiae; ebenda XXVIII S. 205-237 mit 5 TaflP.
Sclater giebt Notes on the Peripatus of British Guiana;
Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 130 — 137. — Diese auf Dominica
und in Br. Guyana vorkommende Art besitzt 30 Beinpaare (auch die
Embryonen) und ist von den 3 mit Sicherheit unterschiedenen Arten
Südamerikas (P. torquatus Kenn., Blainvillii Gay, Edwardsi Blanch.)
verschieden. In einem Appendix stellt der Verfasser die Literatur
über die Gattung Peripatus zusammen.
F. J. Bell erhielt Exemplare von P. Leuckarti von Queensland
Scrubs, nahe der Wide Bay; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 252.
Die Heimat des Peripatus Leuckarti Sänger ist Queensland, nahe der
Wide Bay; Nature, 36, S. 324.
Chilo^natlia.
Das 12. Heft der Zeitschr. f. Entomologie (Breslau) enthält auf
S. 1 — 46 die 2. Hälfte von Schlesiens Diplopoden von Dr. E. Haase
und damit den Schluss dieser trefflichen Arbeit. Es sind hier von
Isobates 1, von Blanjulus 2, von Julus 13 und von Polyzoniiun 1 A.
beschrieben, was mit den aus den anderen Familien früher beschrie-
benen Arten einen Bestand von 6S Schlesischen Myriapoden ausmacht.
Die Gattung Scutigera schliesst der Verfasser, da sich nachträglich
in ihm berechtigte Zweifel gegen die Glaubwürdigkeit der ihm 1880
gemachten Angaben erhoben haben, vorläufig von der schlesischen
Fauna aus.
F. G. Heathcote lässt der vorjährigen Schilderung der Em-
bryonalentwickelung (dies. Ber. S. 104) die Schilderung der Post-
embryonic development of Julus folgen. Proc. Roy. Soc. XLUI
S. 243—245. (1.) Coelom. Die Somiten trennen sich in 2 Theile,
einen in dem Körper, den anderen in den Beinen; diese Hohlräume
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 57
bilden zusammen das Coelom. In den Beinen verschwindet dasselbe,
und die Zellen bilden Muskeln. Der dem Körper zugehörige Theil
hängt dorsalwärts längs der dünnen Mesoblastplatte mit seinen Nach-
barn zusammen; die beiden blasen ähnlichen Theile vereinigen sich
über dem Nervenstrang, um einen einzigen Genitalschlauch zu bilden.
Die den Antennen und Mandibeln zugehörigen Theile des Coeloms
verschwinden; die des dritten Paares Segmentanhänge bilden Speichel-
drüsen; jedem Doppelsegmente kommen zwei Paare von Somiten zu.
(2.) Geschlechtsorgane. Die Eier und Follikelzellen entstehen
durch Wucherungen der Wände der ebenerwähnten Genitalschläuche.
(3.) Nervensystem. Wie bei Peripatus kommen auch hier zwei
Gehirngruben vor, die zeitig verschwinden; die doppelten Ventral-
stränge verschmelzen; die Höhlungen in den Ganglien verschwinden
frühzeitig; jedem Doppelsegmente kommen 2 GangHen zu. (4.) Die
Tracheen entstehen als Epiblasteinstülpungen hinter den Beinen,
schwellen zu 2 Blasen, jede mit 2 Divertikeln, an, welche sich zu
den Tracheenröhren umwandeln; auf jedes Doppelsegment kommen
2 Paar von Einstülpungen. Die Stinkdrüsen sind ebenfalls Epiblast-
einstülpungen, je 1 Paar für 1 Segment mit einem späteren Muskel-
überzug. (5.) Das Herz vsdrd von Mesoblastzellen in der Leibeshöhle
gebildet. Diese Zellen leiten sich vom Hypoblast ab, bilden ein Netzwerk
und das Herz durch Schliessen der Maschen dieses Netzwerks. Das Herz
hat 2 Paare von Arterien in Räumen des Fettkörpers, 2 Paare von Ostien,
eine unvollkommene perikardiale Membran, welche mit dem Fett-
körper zusammenhängt, und 3 Häute, 2 muskulärer und eine (äussere)
bindegewebiger Natur. Die Fettzellen entstehen von dem oben-
erwähnten mesoblastischen Netzwerk. (6.) Die Leibeshöhle ist pseu-
docöl, verschieden von den Cölomhöhlen der Somiten. (7.) Die Augen
entstehen aus einer Verdickung der Hypodermis und der Bildung
einer pigmentirten Blase. Die vorderen Zellen bilden die Linse, die
Zellen der hinteren und seitlichen Wand werden Retinazellen; die
Pigmentzellen sind wahrscheinlich mesoblastisch; eine Verbindung
mit den Ganglienzellen des Nervensystems wird frühzeitig hergestellt.
Jedes Doppelsegment stellt 2 vollständige Segmente dar, deren
Rückenplatten in eine verschmolzen sind. (Aus Journ. R. Micr. Soc.)
Die Beiträge zur Kenntniss der Chilognathen , von
0. vom Rath, Inaug.-Diss. der ünivers. Strassburg, 1886 S. 1 — 38,
Taf. I — III, haben in erster Linie die genaue Beschreibung der
verschiedenen Theile des Kopfes zum Gegenstande. An den Fühlern
wdrd die Zahl und Stellung der als Kegel und Zapfen unterschiedenen
Sinnesorgane angegeben. Die Mundtheile werden durch die Familien
der Glomeriden, Polydesmiden, Chordeumiden, Lysiopetaliden, Juliden
verfolgt, und namentlich wird gezeigt, wie die bei den einzelnen
Famüien scheinbar so verschieden gebauten Oberkiefer sich doch mit
Leichtigkeit auf eine Grundform zurückführen lassen. Das mit Chitin-
leisten und -Zähnen versehene obere Dach der Mundhöhle nennt der
Verfasser in Uebereinstimmung mit der bei den Chilopoden gültigen
Bezeichnung den „Epipharynx", den Boden der Mundhöhle den
»Hypopharynx". Bezüglich der UnterKppe bestätigt vom Rath die
58 Dr. Ph. Bertkau.
Angabe Metschnikoffs , das dieselbe aus nur einem (dem 3.) Ex-
tremitätenpaare entstehe; dabei bleibt es aber unentschieden, ob man
das 4. Extremitätenpaar des Embryo dem 2. Maxillenpaar oder dem
1. Beinpaar der Insecten gleich zu setzen hat. — Der zum Aus-
schlüpfen reife Embryo von Polydesmus besitzt 5-gliederige Fühler;
das 4. dieser Glieder entspricht dem 7., das 2. und 3. dem 5. und
6. des ausgewachsenen Thieres, wie aus der Vertheilung der Zapfen
hervorgeht. Das 5. Glied des Embryo wird bei dem ausgewachsenen
Thiere zu einem schmalen, die Kegel tragenden Ring, der scheinbar
die Endfläche des 7. Gliedes bildet, thatsächhch aber ein rudimen-
täres 8. GHed ist.
Derselbe stellt die Sinnesorgane der Antenne und der
Unterlippe der Chilognathen in Wort und Bild dar; Archiv
f. mikrosk. Anatomie XXVII S. 419—437, Taf. XX. Der zu den
„Kegeln" am Ende der Fühler gehörende Nerv theilt sich im
t5. Glied in eine der Anzahl der Kegel entsprechende Zahl von
Aesten (gewöhnlich 4) und bildet im 7. Glied ein längliches „Gang-
lion" mit verhältnissmässig kleinen runden Kernen, das von einer
bindegewebigen Hülle mit flachen Kernen umkleidet ist. Aus dem
Vorderende des Ganglions gehen feine Fasern aus, die in einem
Bündel vereinigt in die Kegel eintreten; bald hinter ihrem Austritt
aus dem Ganglion zeigen sich, unregelmässig in einer Querscheibe
angeordnet, flache Kerne. Der Nerv ist kurz vor seinem Eintritt in
das Ganglion von einer Schicht grosser Zellen umkleidet, die von
Sazepin für Ganglienzellen gehalten, von vom Rath aber für Zel-
len des Fettkörpers erklärt werden. Ausserdem verläuft noch an der
Peripherie jedes Ganglions ein Muskel(?)strang.
Den „Zapfen" der Fühler kommen dieselben nervösen Elemente
wie den Kegeln zu; es fehlt den Ganglien derselben aber die basale
Gruppe von FettzeUen.
An der Unterlippe sind sowohl die beiden Laden als auch die
„kappenförmiger Aufsatz der Zungenblätter" genannten mittleren
Theile reichlich mit Sinnesorganen ausgestattet, die sich am nächsten
den Kegeln der Antennen anschliessen, gleich diesen am Ende durch-
bohrt sind und sich nur dadurch von ihnen unterscheiden, dass sie
nur wenig über das Niveau ihrer Umgebung hervorragen. Die in
sie eintretenden Fasern ragen mit einem feinen Spitzcheu aus der
Oeffnung hervor; dem zugehörigen Nerv fehlt die Umhüllung mit
Fettkörperzellen vor dem Ganghon.
Die hier angewandte Nomenklatur ist die gebräuchliche. Der
Verfasser verhehlt aber nicht, dass die Elemente des „Ganglions"
eigenthch umgewandelte Hypodermiszellen, also Sinne szellen seien,
und stützt diese Auffassung durch einen Vergleich mit den ähnhchen
Sinnesorganen der Wespe und des Flusskrebses. Von dem zu einem
, Geruchshaar" einer Antenne des letzteren gehörigen nervösen Ap-
parat wird eine Darstellung gegeben, die die Uebereinstimmung mit
den besprochenen Organen der Chilognathen beweist.
On the Classification of the Diplopoda; Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) XX S. 283 — 295. Jnnes Pocock bespricht zunächst die
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 59
klassifikatorischen Versuche seiner Vorgänger und legt dann seine
eigenen Ansichten dar. Er sieht Diplopoden und Chilopoden als
zwei selbständige Klassen an, von denen die ersteren weniger Ver-
wandtschaft mit den Chilopoden, als diese mit den Insekten zeigen.
Die Diplopoden theilt er demnächst nach dem Vorgange Latzel's in
Pselaphognatha und Chilognatha, und letztere in die beiden Ordnungen
Oniscomorpha und Helminthomorpha. Eine Uebersicht des Systems
gestaltet sich dann folgendermassen.
Subcl. I. PselapliOgiiatlia. Ano in segmento penultimo posito.
Maxillis secundi paris pedibus similibus. Foraminibus repugnatoriis
nuDis. Labro discreto. Corpore molli fasciculisque pilorum ornato,
mit der einzigen Familie Polyxenidae.
Subcl. II. Chilogliatlia. Ano in segmento ultimo posito.
Maxillis secundi paris laminam formantibus. Labro haud discreto.
Foraminibus repugnatoriis manifestis. Corpore crustato fasciculisque
pilorum haud ornato.
Ord. I. Oniscomorpha. Pedibus qui instrumentum copulativum
forment, segmento ultimo additis. Tracheis ramosis. Foraminibus
repugnatoriis seriem unam in dorso medio formantibus. Pleuris
distinctis; laminis ani haud segmento posteriore cinctis, mit der
einzigen Familie Grlomeridae.
Ord. IL Helmiiithomorplia. Pedibus segmenti septimi in in-
strumentum copulativum mutatis. Tracheis fasciculis similibus. Fora-
minibus repugnatoriis seriem unam in utroque latere formantibus.
Pleuris haud distinctis. Laminis ani segmento posteriore circumdatis.
Subord. I. Polydesmoi'dea. Instrumento copulativo ex anteriore
pedum pari formato, externo; corpore segmentis non ultra 20 com-
posito. Cai'dine mandibulae nuUo, promento gnathochilarii nullo,
mit der einzigen Familie Polydesmidae.
Subord. IL .Juloidea. Segmentorum numero semper majore
quam 20, plerumque magno varioque. Mandibula cardine instructa,
gnathochilario promento. Pedibus copulativis plerumque internis.
A. Instrumento copulativo ex anteriore pedum pari formato.
Numero segmentorum magno varioque . . Farn. Lysiopitalidae.
B. Instrumento copulativo e duobus pedum paribus formato.
1. Numero segmentorum magno varioque, foraminibus re-
pugnatoriis manifestis.
a. Mandibulis haud iniminutis Farn. Julidae.
b. Mandibulis imminutis Fam. Polyzoniadae.
2. Numero segmentorum semper 30. Foraminibus repugnatoriis
evanidis Fam. Chordeumidae.
Polyzoniadae. Hexaglena (n. g. prope Octoglenam et Petaserpem) crypto-
cephala; M'Neill a. a. 0.
Pseudodesmus (n. g. Polyzoniad. Platydesmo proximum) vei'rucosus (Perak');
Jnnes Pocock, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 222-225 PI. XIV.
Siphonophora quadritubercidata (Borneo); Tömösväry Termesz. Füzet. IX
S. 70. Taf. V. Fig. 6—11.
Julidae. Ch. H. Bollraan beschreibt in seinen Notes on North Ame-
rican Julidae 19 Arten und fügt dieser Beschreibung ein Verzeichniss sämmt-
1 icher aus Nordamerika beschriebenen Arten (92) hinzu. Ann. New- York. Acad.
60 Dr. Ph. Bert kau.
of Sciences. Vol. IV. S. 25—44; s. auch Entomol. Americ. 11. S. 225 — 229: Descri-
ption of new genera and species of North American Myriapoda.
Nannole ne (n. g. Cambalae et Julomorphae affine; pedum pari I in (^^ ceteris
dimidio breviore, inermi, vix incrassato distinctum) Burkei (Ukiah, Calif.); Boll-
man a. a. 0. S. 40.
Julus 07venn (Indiana); Bollman a. a. 0. S. 25, multiannulatus; M'Neill
a, a. 0.
Parajulus e^%</e?« (Minnesota) , castaneus {übiA) S. 35, {Pseiidojulus subg.
novum) ohtectus (Indiana; Florida), varius (Californien) S. 38; Bollman a. a. 0.,
rugosus Pennsylv.); derselbe, Entomol. Americ. III. S. 81.
Spirobolous rufo-marginatus S. 69 Taf. IV. Fig. 19, 20, erythropus (Bomeo)
Fig. 21, Taf. V. Fig. 1, 2. uter (ibid.) Taf. V. Fig. 3— 5 S. 70; Tömösväry a. a. 0.,
(Ehinocrinus) /"("n^at'rt/ar (Florida) S. 29, liebes (San Diego) S. 31; Bollman a.a.O.
Lysiopetalidae. I.ysiopetalum endusym; M'Neill a. a. 0.
Ciiordeumidae. Trichopetalum Bolbnani; M'Neill a. a. 0.
Polydesmidae. Ch.H. Bollman beschreibt (1) new genus and (3) species
of Polydesmidae; Entomol. Americ. HI S. 45 f.
Chaetaspis (n. g.) albus (Indiana); Bollman a. a. 0. S. 46.
Oxyunis rosulans (Nangasaki); Tömösväry a. a. 0. S. 09 Taf. IV. Fig. 18.
Paradesmus evides (Minnesota); Bollman, Entomolog. Americ. 11. S. 229.
Polydesmus nitidus (Florida); Bollman a. a. 0. S. 45, castaneus; M'Neill
a. a. 0.
Scytonotus cavemarus! (Indiana); Bollman a. a. 0. S. 46.
Strongylosoma Poeyi (Cuba); Bollman, Entmol. Americ. III. S. 82.
Glomei'idae. Sphaeropoeus falcicomis (Bomeo) Fig. 14, 15, granulatus (ibid.)
Fig. 16, 17; Tömösväry a. a. 0. S. 68. Taf. IV.
Cliilopoda.
E. Haase führt die Stigmen derScolopendriden, die schon von
Newport als spaltformig, siebförmig und kiemenförmig unterschieden
waren, auf ein einheitliches Schema zurück; Zool. Anz. 1887 S. 140 — 142.
Der Ausgangspunkt ist das lochförmige Stigma von Lithobius, Heni-
cops, (Jungen von Scolopendra, Heterostoma und Cryptops), Bei Scolo-
pendra zerfällt die Stigmenhöhle in einen Vorhof und den eigentlichen
Kelch. „Von dem lochförmigen lässt sich nun das ohrförmige («branchi-
forme) Stigma von Branchiostoma Neivp. und Otostigma v. For. da-
durch ableiten, dass man sich den Stigmenkelch auf einen geringeren
Theil seiner Länge schief zusammengeschoben denkt. Auf dem Stigmen-
boden treten einzelne unregelmässige, dunkler gefärbte Inseln hervor,
die stehen gebliebenen Reste des ursprünglichen Stigmenbodens, wäh-
rend die hellen sie umziehenden Bäche durch die allmählich verflachten
und erweiterten Ausmünduugsflächen der Tracheen gebildet werden."
Eine Aehnlichkeit mit Kiemen besteht sonach durchaus nicht. Aus
dem ohrförmigen kann man sich das siebförmige dadurch entstanden
denken, dass sich die Bodenfläche des Stigmenkelchs bedeutend er-
weitert, die Tracheen sich verengern und vervielfachen und die Ent-
fernung zwischen Stigmenrand und Kelchrand verringert. — Die
Stigmen der jungen Scolopendriden besitzen einen fötalen Schutzapparat,
bestehend in einem starken Chitinfortsatz (bis zu 0,2 mm Breite);
der als eine Duplikatur der Pleuren anzusehen ist. — Uebersetzt in
den Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 321 328.
Chalande stellte recherches sur le mecanisme de la re-
spiration chez les Myriopodes an; Compt. rend. Acad. d. Sei.
Paris CIV. S. 126 f.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. ßl
E.Haase beschreibtDie Indisch-australischen Myriopoden
I. Chilopoden. Abhandl. u. Berichte d. Kön. zool. Museums zu Dres-
den, 1886/87 No. 5. S. 1-118 Taf. I— VI. Die Arbeit entstand aus
dem Bedürfnisse, die Myriapoden des Dresdner Museums zu bestimmen
und fusst ausser auf dem Material dieses Museums auf reichem, z.
Th. typischem, Vergleichsmaterial anderer Museen, während Newport's
und Gervais' Typen nicht verglichen werden konnten. Auf eine all-
gemeine Schilderung des Baues der ganzen Klasse folgt eine solche
eingehender gehaltene der Chilopoden und ihrer 5 Familien Scuti-
geridae, Cermatobiadae, Lithobiadae, Scolopendridae und Geophihdae.
Von den Scutigeriden meldet Haase das Vorkommen von Häutungen
durchaus entwickelter Exemplare. Die zahlreichen Gattungen der
Scolopendriden werden in einer genealogischen Stammtafel zusam-
mengestellt.
tJeophilidae. Geophilus curtipes (Australien) S. 109 Taf. VI Fig. 114, poly-
porus (Ins. d'Urvillei) S. 110 Fig. 116; Haase, Indisch-austr. Myriop., Salemensis,
setiger (Salem); Bollman, Entomol. Americ. HI. S. 82, glabcr (Utah); derselbe
ebenda 11. S. 229, brunneus, Indianae, vaiians; M'Neill a. a. 0.
Mecistocepbalus castaneiceps (Ins. Pulo Edam, Nordk. Javas) S. 102 Taf. VI.
Fig. 109, gigas (Neu Guinea?) S. 105 Fig. 111, micropoi-us (Luzon) Fig. 115;
Haase, Indisch-austr. Myriop., sttlcicollis (Sarawak); Tömösvary a. a. 0. S. 64
Taf. in Fig. 3, 4, strigosus, foveatus; M'Neill a. a. 0.
Orya Xanti (Slam; Bomeo; Sumatra); Tömösvary a. a. 0. S. 64 Taf. IH,
Fig. 1, 2.
Lithobiadae. Lithobius Semperi (Philippinen); Haase, Indisch-austr. Myriop.
S. 34, Taf. in. Fig. 40, (Archilithobius) Holzingeri (Minnesota); Bollman,
Entomol. Americ. IH. S. 83.
Scolopendridae. Underwood behandelt the Scolopendridae of the
United States, ihre Synonymie und Verbreitung; Entomol. Americ. HL. S. 61 — 65.
L. Bachelier: Le scolopendre et sa piqüre. Des accidents qu'elle de-
termine chez l'homme. Paris 1887. 8", 56 Ss.
Otocryptops (n. g. S. 96 Scolopendropsin. ; antennae subfiliformes, plerumque
17 — art ; ocuU niüli, palpus labiahs ungue intus denticulato armatus; coxae pedum
maxillarium coaütae robustae, laminis dentigeris nuUis; . . .; die einzige nicht
amerikanische Gattung der Scolopendropsinen , für Scolopocryptops rubiginosa
L.Koch =Q,orÄViC\i /lar^cA undluzonica A'oA/r.=boholensis Kohlr. und geophiliconiis
Tomösv.) mitO. luzonicus var. Celebensis (C.) Taf. VI Fig 106 e und var. australis
Fig. lOG f. S. 98; Haase. Indisch-austr. Myriop.
Branchiostoma carinulatum (Neu -Guinea; Cap York); Haase, Indisch-austr.
Myriop, S. 82. Taf. V. Fig. 85, suhspinosum (Bomeo); Tömösvary a. a. 0. S. 65
Taf. HI. Fig. \A:-\Q, punctiventre (ibid.); derselbe S. 66 Fig. 17, 18.
Branchiotrema nitidulum (Bomeo) Fig. 19, 20, longicorne (ibid.) Fig. 21-23-
Tömösvary a. a. 0. S. 66 Taf. HI.
Cormocephalus (aurantiipes var. spinosus S. 58 Taf. IH. Fig. 56 d.,) distin-
guendtis (Austrahen) S. 61 Taf. IV. Fig. 61, Sarasinorum (Ceylon) S. 63. Fig. 64;
Haase, Indisch-austral. Myriop.
Cryptops sulcatu (Australien) Taf. V. Fig. 83, megalopora (Auckland) Fig. 84
S. 80; Haase, Indisch-austral. Myriop.
HeteroStoma spinosum Nenp. var. paucispinosum (Ceylon) S. 90 Taf. V. Fig. 95,
rugosum (Halmahera); S. 91 Taf. V. Fig. 96; Haase, Indisch-austr. Myriop., albidum
(Smgapore) Fig, 8—10, bisulcatim (Bomeo) Fig. 11 — 13; Tömösvary a. a. 0.
S. 65 Taf. m.
Otostigma ceylonicum (C) S. 69 Taf. IV. Fig. 67, metallicum (Ins. Sangir)
S. 7 0 Fig. 68, aculeatum (Java) S. 71 Fig. 69, Orientale Pör. var. acutidens Fig. 74,
var. asperum Fig. 78 S. 74, multidens (Celebes) n. sp. S. 75 Fig. 77, geophilimm
(Ambarawa, Java) S. 77 P'ig. 81; Haase, Indisch-austr. Myriop.
F. Plateau hatte Gelegenheit, ein 14 Centimeter langes Exemplar von Scolo-
pendra subspinipes, das mit Orchideen von Bomeo gekommen war, längere
62 I>r. Ph. Bertkau.
Zeit üi der Gefangenschaft zu beobachten, und macht darüber in den Compt.
rend. de la Societe Entomol. de Belgique vom 6. August 1887 Mittheilung. Wie
seine Verwandten suchte dieser Scolopender die Dunkelheit und die Feuchtigkeit
auf, ohne dabei aber zur Nachtzeit eine erhöhte Thätigkeit zu entfalten. Gegen
Berührungen war er in verschiedenem Grade empfindlich, je nachdem die harten
Eückenschilder oder die weichen Verbindungshäute an den Seiten berührt wurden;
eine Berührung der ersteren hatte keinen nennenswerthen Erfolg. — Athembewegmigen
waren nicht wahrzunehmen. Verschiedene ihm angebotene Nahrimg (Fleisch, Würmer,
Insekten) verschmähte er, und als im Mai die Temperatur mid damit auch der
Stoffwechsel des Thieres stieg, starb dasselbe, wobei ein allmähliches segmentweises
Absterben des Körpers m der Eichtung vom Kopf nach hinten zu beobachten war.
Scolopendra Meijeri (Neu- Guinea) S. 49 Taf III Fig. 50, laeta (Australien)
S. 51 Fig. 51, morsitans var. procera S. 53 Fig. 53, var. sulcipes S. 54 Fig. 54;
Haase, Indisch-austral. Myriop., flavicornis (Matang., Bomeo). Fig. 1—4, varii-
spinosa (Sarawak, Bomeo). Fig. 5 — 7, aurantipesl (Sarawak). Fig. 8 — 10, nudipes
(Smgapore) Fig. 11—13; Tömösvary a. a. 0. S. 67 Taf. IV.
Scolopocryptops geophüicornis (Java); Tömösvary a. a. 0. S. 65 Taf. ÜI
Fig. 5—7. (Wird von Haase in die neue Gattung Otocryptops verwiesen; vgl. oben).
Sc. nigridius; M'Neill a. a. 0.
Scutigeridae. Scutigera hispida (Neu-Guinea) S. 20 Taf. IE Fig. 34, sinuata
(Chma). S. 22 Taf. I Fig. 31, simplex (Australien) S. 26 Fig. 29, melanostoma
(Manüla) S. 27 Fig. 30, complanata (Chhia). S. 28 Fig. 32; Haase, Indisch-austral,
Myriop.
Insecta.
Thysaimra und CoUemlbola.
Unter dem früheren Titel I progenitori dei Miriapodi e degli
Insetti giebt B. Grassi eine Nota preliminare: Altre ricerche
sui Tisanuri; Bull. Entom. Ital. 1887 S. 52—74. Zunächst ver-
gleicht er die von ihm selber gefundenen Resultate über den Bau
der Geschlechtsorgane bei Machilis mit den von Mein ert über den-
selben Gegenstand gemachten Mittheilungen und kombinirt die beider-
seitigen Angaben zu folgendem Bilde: Der innere Zweig des vas
deferens geht vorn mit dem äusseren eine Anastomose ein, in die je drei
Hoden einmünden. Nachdem sich der innere und äussere Zweig ver-
einigt haben, nähert sich das einfache vas deferens der Mittellinie
und verbindet sich mit dem der anderen Seite zu dem unpaaren duct.
ejaculat. Die Arten, die Grassi zu seinen Untersuchungen gedient
hatten, und die er für polypoda und maritima gehalten hatte, glaubt
er jetzt als neue zu erkennen und benennt sie M. italicus S. 53 und
Targionii S. 54; letztere ist selten.
Unter den Thysanuren unterscheidet er die vier Familien
Compodeadae, lapygidae, Machilidae und Lepismidae, von denen
die letztere den Gegenstand weiterer Forschungen bildet. Von
den drei Gattungen derselben, Nicoletia, Lepismina und Lepisma
mit Utgttg. Termophila wird eine sehr eingehende Beschreibung
geliefert, in der auch die inneren Körpertheile berücksichtigt wer-
den. Als Arten werden unterschieden Nicoletia 3Iaggi, phytophila
Gerv.; Lepismina psendolepisma (Catania unter Steinen; oft in Ge-
sellschaft von Ameisen) S. 59, x^olipodia! (Lombardei, unter Ameisen);
Lepisma n. sp.?, n. sp.?, saccharina L. S. 60, cihata i)uf.?, n. sp. oder
mauritanica Liic. v. S. 61 ; Termophila fumorum Rovelli Von Lepisma
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 63
(Termopliila furnorum) und Lepismina (pseudolepisma) wird der ana-
tomisclie Bau genauer beschrieben, der sich nahe an den von Machilis
anschliesst. Die Hjrpodermis hat, verschieden von Machilis, nur eine
Art von Zellen. Den ganz jungen Lepismen fehlen die Schuppen.
Die Augen von L. ciliata sind eucon; das Rhabdom ist komplizirt
gebaut; in einigen Fällen verlieren sich die unteren, fein auslaufen-
den Enden zwischen den Fasern des n. opticus und lassen einen kon-
tinuirlichen Zusammenhang mit denselben vermuthen. Die beiden
Speicheldrüsen vereinigen ihre Ausführungsgänge zu einem unterhalb
des g, infi-aoesoph. verlaufenden, an der Unterlippe ausmündenden
gemeinsamen Ausführungsgang, der ein, bisweilen auch 2 Paar von
Divertikeln (Speicheldrüsen? nach Grassi) aufweist. Jederseits sind
4 Hoden vorhanden, deren lange Ausführungsgänge vielfache Win-
dungen machen. So ist es bei Lepisma; bei Lepismina finden sich
nur 2 Paar Hoden.
In der Darstellung der Muskulatur geht Grassi auf Campodea
zurück, bei der die einfachsten Verhältnisse vorliegen. Im Hinter-
leibe, vom 2. bis 9. Segment, wiederholen sich für jedes Segment
paarweise folgende Muskeln: ein m. longit. dorsi, m. obliqu. dorsi,
m. dorso-ventralis, m. longitud. ventris, m. subganglionaris. Dazu
kommen musc. retrahentes pseudopedum et vesiciüarum und m. obliqui
et transversi ventrales. Bei Japyx und Machilis ist diese Muskulatur
durch eine reicbere ersetzt. Im Thorax ist wegen der Beine die ein-
fache Muskulatur des Hinterleibes weit komplizirter. Die m. longit.
und obliqu. dorsi finden sich vtdeder, dagegen sind die m. longit.
ventris nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Die m. dorso- ventrales
begeben sich z. Th. an die Beine, die m. obliqui ventris ausschliessKch ;
einige derselben vertreten vielleicht die m. subganglionares. Die
Thoraxmuskulatur giebt keinen Anhalt zur Beantwortung der Frage,
ob die Thysanuren früher Flügel besessen haben oder nicht. Da-
gegen können die Muskeln der falschen Abdominalfüsschen ein Ueber-
rest einer Muskulatur sein, die die damals vorhandenen wahren Ab-
dominalfüsse zu bewegen Jiatte.
C. Parona macht Note sulle Collembole e sui Tisanuri;
(l.Intorno ad alcune specie del gen. Achorutes Templet. e dell'Achorutes
murorum (A. viaticus) dello stretto di Magellano; 2. Collembole e
Tisanuri raccolti nel Trentino; von Collembolen sind 9, von Thysanuren
5 Arten aufgezählt); Ann. Mus. Civ. Genova (2) IV. S. 475—482.
J. Th. Oudemans: Bijdrage tot de Kennis der Thysanura
en Collembola; Acad. Proefschr. Amsterd., Iö87, gr. 4», 104 Ss.
3 Taff. (Habe ich nicht gesehen.)
N. B. Nassonoff: K morfologij nisschich nasskomych
Lepisma, Campodea yLipura; Iswest. Imp. Obsch. estest. Moskau.
LH. i S. 15—85, mit 2 Taff. und 68 Figg. (Habe ich ebenf. nicht ges.)
J. T. Oudemans hält die ausstülpbaren Bläschen am Bauche
von Machilis nicht, vne Wood-Mason und Nassonow,für das Analogon
von Segmentalorganen, sondern bringt sie mit der Athmung in Be-
ziehung. (Von Guerin wurden sie bekanntlich für Tracheenkiemen
gehalten). Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereen. (2) H, Versl. S. III
64 Or. Ph. Bertkau.
Parona erhielt einen Achorutes den er als A. viaticus L. erkannte, aus
Patagonien und giebt folgende Synonyma zu dieser Art:? Podura humicola; 0 Fabr.^
?Achorut. dubius Tempi,? Hypogastra murorum Bourlet, Podura similata Nicol.,
Hypog. fiiscoviridis Bourl., Achor. murorum Gci'v., A. similis Nicol., Podura Nicoletii
Ferty, affinis Luc, similatus Lubb., Par.; a. a. 0. S. 475—480.
Neue Fundorte von Japyx soUfugus sind Athen imd (Meüdoni auf)
Kreta; Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 154.
Beling beobachtete in seinem Garten als Schädling der eben aus dem Samen
aufgegangenen Gurkenpflanzen einen Sminthurus, der vielleicht Sm. Solani Curt.,
vieUeicht aber auch eine neue Art, Sm, Cucumeris ist; Wien, Entom. Zeitg. 1887
S. 62 f.
Rhyncliota.
Die Note emitterologiclie von G. Horvath im Bull. Soc.
Entom. Ital. 1887. S. 278—285 enthalten I Tavola analytica delle
specie paleartiche del genere Stenocephalus Latr.\ II. Emitteri
di Podolia; IIL Contributo alla fauna Italiana.
W. H. Ashmead bringt Hemipterological contributions;
Entomol. Americ. III. S. 155 f.
G. Fallou beschreibt (15) Hemipteres nouveaux rec. a Minas
Geraes; Le Naturaliste IX. S. 36, 68.
Puton und Lethierry beschreiben Hemipteres nouveaux
de l'Algerie; Revue d'entomol. 1887 S. 298-311.
Montandon liefert Description d'Hemipteres-Heteropteres
nouveaux et notes sur quelques Hemipteres en Algerie; Revue
d'entomol. 1887 S. 64—68.
Ebenda S. 68—74 bringt Horvath Notes additionelles sur les
Hemipteres-Heteropteres des environs de Gorice.
Puton beschreibt ebenda S. 96 — 105 Hemipteres nouveaux
ou peu connus de la faune palearctique.
Bergroth macht Remarques sur le nouveau catalogue des
Hemipteres de la faune palearctique du Dr. Puton; Revue d'entomol.
1887 S. 146-148.
Ragusa zählt Emitteri raccolti in Sicilia auf; II Natural.
Sicihan. _ VI S. 119—125, 153—157, 183—187; Costa fügt einige
Arten hinzu; ebenda S. 228 f.
Angelo de Carlini zählt die Rincoti del Sottoceneri (Canton
Ticino) auf, 88 Heteropt., 37 Homopt; BuU. Soc. Entom. Ital. 1887
S. 258—277.
H. Beuthin stellt ein Verzeichniss der bisher um Ham-
burg beobachteten Rhynochota (89! Hemipt., 13! Homopt.) zu-
sammen; Verh. Ver. f. naturw^. Unterhaltung Hamburg VI S. 87 — 91.
Ad cognitionem Heteropterorum Madagascariensium I
zählt Reuter in Entom. Tidskr. 1887. S. 77-109 66 Arten auf mit
der Beschreibung der neuen.
Part I von Distant's Contributions to a knowledge of Oriental
Rhynchota in den Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 341—359 PI. XII
beschreibt (34) neue Pentatomiden aus Indien.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. G5
B. Jakowleff beschreibt No vi je Pentatomidae russko-asi-
atskoi fauni (Pentatomides nouveanx de la faune Russe- Asiatique);
Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 297—311. Es sind 7 Arten mit deut-
schen Diagnosen beschrieben, wogegen die übrigen Bemerkungen in
russischer Sprache abgefasst sind.
Dimmock beobachtete das Eierlegen von Zaitha fluminea.
Das Weibchen kann seine lange Legeröhre über den Rücken bie-
gen und setzt auf diese Weise die Eier auf den Flügeldecken ab, wo
es sie mit einem Kitt befestigt. Eine Beihülfe des Männchens bei
diesem Geschäft, wie wohl vermuthet wurde, findet nicht statt. An-
nual Report of the Fish and Game Commissioners of Massachusetts
1886 S. 67 — 74 (Belostomidae and other fish-destroying bugs).
R. Moniez: Les mäles du Lecanium hesperidum et la
Parthenogenese; C. R. Acad. Sei. Paris CIV S. 449—451. Moniez
will das (S der genannten Schildlaus entdeckt haben. Dasselbe ist
sehr klein, hat einen breiten, an der Basis mit Borsten besetzten
Penis zwischen den sehr langen Schwanzborsten und entbehrt der
Flügel und Augen. Es ist nur aus dem Mutterleibe bekannt, nie im
Freien gefunden, und Moniez wirft daher die Frage auf, ob nicht
die Männchen im mütterlichen Körper die Eier befruchteten, die sich
dann also nicht, wie bisher angenommen, parthenogenetisch ent-
wickeln würden. Vergl. Douglas in Entom. Monthl. Mag. XXIV
S. 25—27.
Nach Bergroth verlangt das Prioritätsgesetz die Wiederher-
stellung folgender Namen Spinola's: Myota für Aegius Dali., Hy-
pogomphus für Mazium Dali., Acoloba für Dichelocephala StM,
Aeschrus für Eurrhinocoris StU; für Aeschrus Dali, wird der
Name Äeschrocoris in Vorschlag gebracht. Entom. Nachr. 18ö7
S. 151 f.
Mallopliaga.
Ueber die systematische SteUung der Mallophagen s. oben S. 4.
A. Duges beschreibt nochmals Trichodectes lipeuroides Megn.; La Na-
turaleza VII S. 331 f., L. IX Fig. 1—4; vgl. dies. Ber. für 1884 S. 82.
Pliytoplithires.
Coccidae. W. M. Maskell macht eine Mittheiluiig On the „Honeydew"
of Coccidae, and the Fuugus accompaming these Insects; Trans, a Proc. New-Zea-
land Institute XIX S. 41 — 45 PI. I. Maskell hebt zunächst hervor, dass es ihm
nie gelungen ist, an dem von Cocciden abgesonderten Seki'ct andere Insekten saugen
zu sehen, wie es z. B. die Ameisen an dem Honigsaft der Blattläuse thun; freilich
sind Ameisen in Neu-Seeland nicht häufig. Die Absonderimg wurde bei dem Weib-
chen von Ctenochiton Elaeocarpi Mtisk. beobachtet, das von Zeit zu Zeit aus dem
Einschnitt am Hinterleibsende eine Köhre hervorstreckte, einen Tropfen entleerte,
und die Röhre dann wieder einzog. Die Röhre selbst bestand aus 2 Gliedern, von
denen das Endglied dünner und in das vorhergehende eingezogen war. Auf dem die
Blätter überziehenden Sekret siedelt sich ein Pilz an, dessen Anwesenheit stets auf
die Gegenwart eines Homopteron (besser wohl eines Phytophthiren) deutet.
Derselbe giebt Further Notes on New Zealand Coccidae, ebenda
S. 45—49, in denen folgende Arten beschrieben werden: Icerya Purchusi (J S. 45
Fig. 1 — 4; Eriochiton (n. g. Lecano-Coccid. für Ctenochiton spinosus Mask. und)
hispidus (auf Olearia Haastii) S. 47 Fig. 5 — 8.
Arch. f. NaUu-gesch. Jahrg. 1888. Bd. 2. H. U. 5
66 Dr. Pli. Bertkau.
Derselbe giebt an account of New Zealand Scale Insects; Welliugtou
1887, 116 Ss., 33 Pls. Der Verfasser bringt eine erschöpfende Belehrung über die
die Getreidearten Neuseelands angreifenden Cocciden. Die Entwickelungsgeschichte
ist in allen ihren Stadien geschildert, deren jedem ein Kapitel gewidmet ist. Von
den Mitteln gegen dieselben handelt Kap. 5, in welchem der Verfasser mehrere Flüssig-
keiten angiebt, deren Verwendung indessen in mancher Hinsicht Schwierigkeiten ent-
gegenstehen. Kap. 6 enthält die spezielle Behandlung der Schildläuse Neuseelands,
welche in Diaspidinae, Lecanidinae, Hemicoccidinae und Coccidinae eiu-
getheilt werden ; besonders eingehend ist die verheerende Icerya Purchasi behandelt.
Diesem Kapitel folgt ein Verzeichniss von Pflanzen und den dieselben angreifenden
SchUdläusen, wobei noch die nützliche Bemerkung zu beachten ist, dass in "Warm- und
Kalthäusern alle Pflanzen den Angriffen dieser Insekten ausgesetzt sind. Die Taf. I — III
stellen den Bau der Thiere im Allgemeinen dar, IV— XX Abbildungen einzelner Arten,
XXI die (5 von Caelostoma Zealandicum und Wairoense, XXU den Honigthau und
die sich auf demselben ansiedelnden Pilze, XXHI (thierische und pflanzliche • Parasiten.
La manne des Hebreux, das Erzeugniss der Goss^-pparia manniparus auf
Taraarix gallica var. maunifera; E. Andre, Le Naturaliste IX. S. 152 f.
Douglas fährt in seiner Note on soiue British Coccidae fort; Entoni.
Monthl. Mag. XXm S. 239—243, XXIV S. 21—28, 95—101, 165— l(i8. Aspidio-
tus ostreaeformis; Parlatoria Proteus; die Gattung Lepidoaspis; Mytilaspis pinnae-
formis; Poliaspis Cycadis; Diaspis Eosae; Pulvinaria Mesembryanthemi; Lecaniuui
tessellatum, angustatum, depressum, Filicuin, (testudo, fuscum), gibberum-, Erio-
peltis Lichtensteinii; Lichtensia Viburni).
lieber die eigenthümlichen Gallen von Brachyscelis munita Schrud. auf
Eucalyptus s. Mc Lachlan und .Teffrey, Entom. MontbL Mag. XXIV S. 1 f . mit
Holzschn.
Ischnaspis (n. g.) Miformis (auf Blättern verschiedener Palmen, Strychnos,
Myristica, und anderer Pflanzen); Douglas a. a. 0. XXIV S. 21 mit Holzschn.
Aspidiotus rapax Comst. in Europa (auf Camellia); Morgan, Entom
Monthl. Mag. XXIV «. 68f.
Derselbe theilt Observations upon Aspidiotus rapax Comst.. and A.
Camelliae {Boisd.) Sign. . . . mit; ebenda S. 79 — 82.
Westhoff behandelt die Phytophthiren-Gattung Aleurodes und ihre
in der Umgegend von Münster aufgefundenen Arten, A. proletella L.
(= Chelidonii Latr.), Äylostci n. sp. S. 61 (auf Lonic. Xjlosteumi und Carpini
Koch. Die Gattung sieht der Verfasser für eine hochorganisirte Coccide an.
15. Jahresb. "Westf. Prov.-Ver. .S. ,')5— 63.
Lecanium Beaumonüae (auf der Indischen B. grandiflora) S. 95, lomjulum
(auf Acacia catechu) S. 97; Douglas, Entom. Monthl. Mag. XXIV.
H. Blanc veröffentlicht eine Notice sur une C'ochenille parasite des pommiers,
le Mytilaspis pomorum Bauche; BuU. Soc. Vaudoise No. 96 S. 78—84 PI.
IV. Er erkennt jetzt die für die Wintereier der Blutlaus angesehenen Eier als
die der genannten Schildlaus an, von der er gleich den früheren Beobachtern nur
Weibchen fand.
Aphididae. H. F. Kessler schildert die Entwickelungs- und Lebens-
geschichte von Chaetophorus Aceris Koch, Chaetophorus testudinatus
Thornton und Chaetophorus lyropictus Kessle}^, drei gesonderten Arten, die
bisher nur als eine Art, Aphis Aceris L., bekannt waren ; Nov. Acta d. Ksl. Leop.-
Carol. Deutsch. Akad. d. Naturf., LI (No 2) S. 149-180, Tab. XXXIV. Alle
drei Arten haben das mit einander gemeinsam, dass aus den im Herbst und Spät-
herbst an Knospenwinkeln und Zweigen abgelegten Wintereiern im Frühjahr unge-
flügelte Urthiere sich entwickeln, die unterhalb der Knospen am Holze sich nieder-
lassen und hier zeugungsreif werden. Ihre Nachkommen sind zweierlei Art: unge-
flügelte und geflügelte, und diese beiden Formen bringen einerlei Jimge hervor, ent-
weder nur eine Generation (Ch. Aceris und testudinatus) oder es folgen dieser
Generationen mehrere auf einander (Gh. lyropictus\ Im ersteren Falle bleiben die
Jungen, entweder einfach borstenförmig behaart (Ch. Aceris) oder mit breiten
Schuppenhaaren bekleidet (Ch. testudinatus) von ihrer Geburt, Ende Mai an, bis
Ende August oder Anfang September, unverändert, ohne sich zu häuten, an der-
selben Stelle sitzen (vgl. dies. Ber. 1884 S. 85); erst gegen den Herbst hin schwel-
len sie an , häuten sich mehrmals , wobei das Schuppenkleid von Ch. testudinatus
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. (57
einem Borstenkleid weicht, und bringen dann während 14 Tagen bis 3 Wochen leben-
dige Junge hervor, die theils ungeflügelt bleibende Weibchen sind, theils sich zu ge-
flügelten Männchen entwickeln. Die Weibchen von Ch. Aceris legen nach der Begattung
4 — 6 anfangs weisse, später schwarz werdende Eier ab; die Zahl der von Ch.
testudinatus abgelegten rothbraunen Eier beträgt 10 — 15. — Ch. hTopictus lässt
während des ganzen Sommers lebendig gebärende Generationen (10—12) auf einan-
der folgen, deren Angehörige zum grössten Theil ungeflügelt sind; unter den In-
dividuen einer der späteren Generationen zeigen sich männliche geflügelte und weib-
liche imgeflügelte; letztere legen 4 — 9 Eier.
Riley behandelt the problem of the Hop plant louse (Phorodon
Humuli Schrank) in Europe and America; American Association for advan-
cement of Scieuc, 36 meet. at New York und Nature, Vol. 36, Ö. 566 f. Nach EUe3s'
Beobachtungen überwintert das Insekt als Ei, das von dem befruchteten Weibchen
an die Zweige verschiedener Prunus-Sorten abgelegt wird. Die aus diesem Ei aus-
schlüpfende Stammmutter ist gedrungener als eine der späteren Generationen; An-
tennen, Beine imd Honigröhreu sind kürzer, die Hörnchen zwischen den Antennen
fast unterdrückt. Die nächste Generation ist noch ungeflügelt, die dritte aber, (die
Mahaleb-Fonn von Eonscolombe) bekommt Flügel und wandert auf den Hopfen aus,
der bis dahin frei von dem Insekt ist. Auf dem Hopfen wurden noch 7 flügellose,
parthenogenetische Generationen beobachtet und dann erfolgt eine Rückwanderung
von geflügelten Weibchen auf Prunus. Die ungeflügelten Hopfen-Generationen wan-
dern weder freiwillig auf die Pflaume zurück, noch können sie auf derselben weiter-
leben, wenn sie künstlich verpflanzt werden. Wie gross die Zahl der Hopfengene-
rationen ist, Hess sich nicht mit Bestimmtheit beobachten, da die Beobachtung vom
5. bis 19. August unterbrochen wurde. Wahrscheinlich ist es aber die 8. oder 9.
Hopfengeneration (die 11. oder 12. des betreffenden Jahres überhaupt), die geflügelte
Weibchen als 13. Generation hervorbringt; letztere bringen auf der Pflaume als
14. die geschlechtliche Generation hervor, deren Männchen geflügelt, Weibchen uu-
geflügelt ist. Letzteres legt nach der Befruchtung nur wenige Wintereier, während
jedes parthenogenetische Weibchen etwa lUO Junge hervorbringt. Die Witterungs-
verhältuisse haben Einfluss auf die Grösse des Schadens, den diese Art anrichten
kann, und die 100" F. und die Trockenheit, welche am 17. und 18. Juli herrschten,
haben sämmtliche Läuse an den Beobachtungspflanzen getödtet; von grösserem
Werthe sind die natürlichen Feinde. — Ausser den durch die Kenntniss der Lebens-
weise jetzt von selbst sich ergebenden Vorbeugungsmassregeln erprobte Riley auch
einige Vertilgungsmittel: die gewöhnliche .,Kerosene"-Emulsion auf 25 Theile Wasser,
oder eine aus einem Pfund Pottasche, 3 Finten Fischöl und 3 Gallonen Wasser her-
gestellte Seife, die in s Gallonen Wasser aufgelöst und über die Pflanzen ge-
spritzt wird.
Gallbildende Aphiden der Ulmen im Münsterlande sind nach Westhoff
Schizoneura lanuginosa, Ulmi imd Tetraneura Ulmi auf ü. campestris; Schizoneura
compressa auf U. effusa; 15. Jahresb. Westf. Prov.-Ver. S. 14.
Die Exkremente der gallenbewohnenden Aphiden sind kleine Kügel-
chen, die durch Schütteln zusammenfliessen, später eintrocknen und erhärten. Sie
sind nach Liebermann's Analyse ein Kohlehydrat, für das die Formel C^ Hin Oj an-
genommen werden kann und ausgezeichnet durch das Vermögen, das polarisirte
Licht stark zu drehen. Dui'ch seine Eigenschaften ist dieses von den übrigen Kohle-
hydraten gleicher Zusammensetzung sehr verschieden und den Gummiarten beizu-
zählen. Liebermann nennt den Stoff thierisches Dextran. Horväth,
Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 249— 2.i4; vgl. Archiv f. d. ges. Physiologie XXXX
S. 454—459.
A contribution to the life-history of Aphis Maidis Fitch byH. Gar-
man; Entomol. Americ. II S. 175 — 17 7.
Chaetophorus lyropictus (an Acer); Kessler a a. 0. S. 171 Fig. 11—14;
vgl. oben.
Dreyfus hält nach dem negativen Befund anhaltender Beobachtungen die
Angabe Buckton's, dass c? von Chermes sich auch in der Galle entwickeln, für
irrig. — Die sogenannten zweiten Gallen von Ch. strobilobius scheinen ihm von
einer anderen Art herzurühren. Auf Picea monstrosa fand er eine bisher un-
bekannte Art auf. — Eine auf Princess orientalis aufgefundene Art unterschied sich
in Nichts von Ch. Caricis. Dieselbe erzeugt keine Gallen, knickt auch nicht ein-
68 Dr. Ph. Bertkau.
mal die Nadeln wie Ch. Caricis, sondern entfärbt sie nur an den Saugstellen. Bei
Chermes lassen sich die Ausführungsgänge der ein^elIigen Wachsdrüsen leicht de-
monstriren, bei jungen PhvUoxera sind die entsprechenden Höckerchen auch vor-
handen, aber ohne Verrichtung. Tagebl. der 60. Vers, deutscher Naturf. u. Aerzte
S. 253.
Blochmann macht eine Mittheilung über die Geschlechtsgeneration
von Chermes Abietis. Biolog. Centralbl. VII S. 417—420. Dieselbe stammt
von der geflügelten parthenogenetisirenden Gallengeneration ab, ist ungeflügelt, und
ihre Nachkommen, ebenfalls ungeflügelt, überwintern, erzeugen die Gallen und
bringen hier durch Parthenogenesis die geflügelte Generation hervor; es sind somit
3 Generationen zu unterscheiden. iS. auch Ann. a. Mag. N. H. (5) XX S. 390—392.
Glaser schildert die üeberwinterung der Chermesläuse und die Le-
bensart der Lärchenlaus insbesondere; Entom. Nachr. 1887 S. 152 — 156.
Mvzus Jiinackianus (Berlin, auf Aconitimi Stoerkianum) ; Karsch, Sitzungsb.
d. Berl." Entom. Vereins 1887 S. XXIf.
Lemoine lernte als Feind der Ph. Quercus die Larve einer Fliege, eines He-
merobiaden und von 2 Scymnus- Arten kennen; namentlich die eine der letzteren ist
besonders häufig und richtet unter den jungen Blattläusen arge Verheerungen an;
Bull. Ent. France 1887 S. IVf.
In einer Note sur les deux especes de PhvUoxera de la vigne üi den
C. R. Acad. Sei. Paris CIV S. 1246—1249 führt Donnadieu die Unterschiede, die
man bisher zwischen der die Blattgallen bewohnenden Form und der Wurzelform
beobachtet hatte, auf eine spezifische Verschiedenheit zurück; den Namen Ph.
vastatrix reservirt er der Wurzelform, die Blattgallen bewohnende „Art" nennt er
Ph. pemphigoides , (vitifolia Fitch). Ausser den morphologischen Unterschieden be-
weisen (?) auch biologische die Verschiedenheit beider Formen: Exemplare von Ph.
pemphigoides, auf den Boden gebracht, kriechen am Stamm in die Höhe, um wie-
der auf ein Blatt zu gelangen, mit Ausnahme derer, die vor der Verwandlung
stehen; wenn man andererseits Wurzelläuse auf. die Blätter bringt, so lassen sicli
dieselben zu Boden fallen, in den sie eindringen; auf den Blättern setzen sie sich
niemals fest. Die geflügelte Form von Ph. vastatrix erscheint vom .Iidi bis August;
das von den geschlechtlichen Läusen hervorgebrachte Ei entwickelt sich be-
reits im October ixnd verdient daher nicht den Namen Winterei. Die geflügelte
Form von Ph. pemphigoides zeigt sich später als die von Ph. vastatrix, imd das
von der geschlechtlichen Form hervorgebrachte Ei überdauert in diesem Zustande
den Winter, wenigstens in gewissen Fällen oder an besonderen Orten. Das aus dem-
selben schlüpfende Insekt erzeugt stets Blattgallen, während die entsprechende Ent-
wickelungsform von Ph. vastatrix sich an die Wurzel begiebt.
Sur les moeurs du Phylloxera ... theilt Boiteau ebenda CV S. 157f. mit,
dass er mit der Zucht rein parthenogenetischer Generationen jetzt (9. Juli) bei der
24. oder 25. Generation iingelangt sei, ohne dass diese Generationen irgend eine
Schwäche verrathen; vgl. dies. Ber. 1883 S. 97.
Die Wirkung des Nahrungsentzuges auf Phylloxera vastatrix ist
nach C.Keller dieselbe, wie bei anderen Blattläusen beobachtet wurde: spärlichere
Nahrung begünstigt das Erschemen der geflügelten Form. Zool. Anzeig. 1887 Seite
583—588.
H. Goethe: die Phylloxera und ihre Bekämpfung; Wien, 1887.
V. Schlechtendal: Ueber die Bekämpfung der Keblaus am Ehein;
Zeitschr. f. Naturw. LX S. 481—484.
Couanon, Henneguy und Salomon stellten Nouvelles experiences
relatives ä la desinfection antiphylloxeri(jue des plants de vigues an;
C. R Acad. Sei. Paris CV S. 1029—1031. I]in 10 Minuten langes Verweilen von
Schösslingen in Wasser von 45 — 50" C. beeinträchtigt das Leben des Schösslings
nicht, tödtet aber die Wintereier der Phylloxera. (?) lieber dasselbe Insekt s. noch
Donnadieu, C. R. Acad. Sei. Par. ClV S. 483—485, 836—839; Balbiani, S.
667—669; Lafitte S. 1044—1046, 1419—1421.
Kessler über die Entwickelungs- und Lebensgeschichte der Blutlaus s. im
32. und 33, Ber. d. Vereins f. Naturkunde zu Cassel S. 41 f.
Psyllidae. G. Horväth: A Magyarorszägi Psyllidäkröi (die Psylliden
Ungarns); Mag. Akad. Tudom. Math. es'Termesz. Közleiiienvek XXI S. 291—320;
S. L. Duda in Wien. Entom. Zeitg. 1887. S. 174.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. G9
Frcif-Suila (n. g.!; Änagramm von Liiisa) Z)»^^*» (Mexiko); D. J. Aleman,
La Naturaleza (2. S.) I S. 21—26 L. III Fig. 1—9.
Aphalara Abcillei (Huyeres); F. Loew, Eevue d'entomol. 1887 S. 278.
Khinocola Loenii (Biskra); Puton, Revue d'entomol. 1887 S. 311.
Homoptera.
Jassidae. Athvsanus palliatus (Biskra); Lethierrv, Eevue d'entomol. 1887
S. 310.
Notas Puve.sü (Ligornetto) ; (Ferrari i. 1.,) A. de Carlini a. a. 0. S. 275.
Meiubracidae. Traces of maternal affection in Eutilia sinuata F.
by M. E. Murtfeldt; Eutomol. Americ. III S. 177 f. Die Mutter bewacht die auf
ein Blatt abgelegten Eier, sucht sie, wenn man sie ihr weggenommen hat, wieder
auf, und bedeckt sie von neuem mit ilirem Körper.
Fulgoridae. Haplacha Lctoimicuxi (Tunis) Ö. 308, Tanuiricis (Sarepta) S. 309;
Lethierrv, Revue d'entomol. 18S7.
Hysteropterum piceovenositm (Tunis); Puton, Eevue d'entom. 1887 S. 104.
Issus rutundiceps (Biskra); Lethierry, Revue d'entom. 1887 S. 309.
Phantia viridipennis (Saada); Lethierry, Revue d'entomol. 1887 S. 308.
Cicadidae. A. W. Butler behandelt The periodical Cicada in south-
eastern Indiana; Proc. Am. Ass. Adv. of Science, 34. meet, S. 328f. Sie er-
schienen mit grosser Regelmässigkeit vom 24.-29. Mai; 23 Tage später begannen
die Männchen zu verschwinden, und weitere 9 Tage später waren auch nur noch
wenige Weibchen anzutreffen. Die ersten Töne Hessen sie 3 Tage nach dem ersten
Erscheinen vernehmen, und waren 7 Tage später in vollem Gesang. Die Eier wer-
den in die Zweige verschiedener Bäume abgelegt, aber kein Zweig darf über V2 Zoll
Durchmesser haben. 8 Vogelarteu, darmiter namentlich der Passer domesticus, dann
Sciurus niger und Tamius striatus, stellen ihnen nach; Fische verzehren die ins
Wasser gefallenen Exemplare, und gegen Ende ihres Lebens werden sie von einem
Pilz befallen. Butler meint eme Abnahme ihrer Zahl bei ihrem jedesmaligen Er-
scheinen beobachtet zu haben und hält die Zeit nicht fern, wo sie, wenigstens in
seiner Gegend, ganz verschwimden sein werden.
C. V. Riley macht ebenda S. 330 — 332 Bemerkungen über The song notes
0 f t h e p e r i 0 d i c a 1 C i c a d a Er unterschei det in ihrem Gesang 3 Hauptgeräusche,
die mit einander vermischt den Eindruck hervorrufen, den man von einem Cicaden-
schwarm empfängt.
Some populär fallacies (and some new facts) regarding Cicada
septendecim, derselbe ebenda S. 334, süid, dass die Var. Cassinii Fischer mit
der Rasse tredecim RiUy identisch sei, und dass die mit Eiern besetzten Zweige
abbrechen oder sterben müssten, um das Ausschlüpfen der Jungen zu ermöglichen.
Ueber den Tonapparat der ,, grünen" Cikade (Cyclochila Australasiae)
s. A. H. S. Lucas, Trans, a. Proc. R. Soc. Victoria XXIII S. 173—178.
E. A. Apgar: Some observations on the anatomv of Cicada septemdecim;
Journ. Treuton Nat. Hist. Soc. No. 2 (Jan. 1887) S. 43—46 mit 2 Ilolzschn.
W. L. Distant liefert Descriptions of (6) new species of Cicadidae;
Ann. a. Mag. Natur. Hist. (5) XX S. 226—231.
C. haematodes Scop. in der Rheinprovinz (Galgenberg bei Kreuznach);
Geisenheyner, Corrbl. Naturh. Ver. pr. Rheinl-, Westf. etc. 1887 S. 116f.
Cicadatra longicejjs (Tunis); Puton, Revue d'entomolog. 1887 S. 104, Cowe-
darum (Darwas-Geb, Buchara); Oschanin, Mem. s. 1. Lepid. III S. 379 (nur
benannt).
Cosmopsaltria jyrtrf^/rt (Pinaug); Distant a. a. 0. S. 229.
('rvptotvmpana Sinensis (Schantung, Nord-China) S. 415, insularis (Andaman-I.)
S. 416; Distant, Ann. a. Mag. N. H. (5) XX.
Leptopsaltria NUyirensis (N.) S. 228, lactea (Sumatra) S.229; derselbe ebenda.
Poecilopsaltria Hainpsoni (Nilgiri H,) S. 236, seinustu\ (Chusan) S. 227;
Distant a. a. 0.
Pomponia promiscua (Sumatra); derselbe ebenda S. 230.
Tibicen galactoptcrn (Darwas-Geb., Buchara); Oschanin, Mem. s. 1. Lepid.
III S. 379 (nur der Name).
70 l>i- Pli- Berikau.
Hemiptera.
Belostomidae. Geo. Dimmock: Belostoraidae and some other fish-
destrovin^ bu<^s; Ann. Rep. fish and game (omm. Massach. 1886 S. 67 — 74
und Bull. ü. S. fish comm. 1886 S. 353— 3n9.
Jfaucoridae. Gadeau de Kerville handelt von dem Aphelochirus
aestivalis und dessen Verbreitung in Frankreich; als Nahrung desselben ver-
muthet er nicht nur Lisektenlarven, sondern auch Mollusken, vielleicht auch Fisch-
brut; Le Naturaliste IX S. 199-2!)! mit Holzschn.
Borbocoris Volxemi Lctli hat Brasilien zum Vaterlande und ist wahrscheinlich
— Limnocoris insigiiis St{\l; Puton, Revue d'entomol. 1887 S. 103.
Notouectidae. Notonecta Eltcrleini (lithogr. Schiefer von Eichstädt); Deich-
müller a. a. 0. S. 64. Taf. V. Fig. 7.
Ilydrometridao. Aöpophilus Bonnairei Sign, bei Mousehole, Küste
von Cornwall; Marquand, Eatom. Mouthl. Mag. XXIII. S 169f,; bei Brest und
Plymouth; Fauvel, Revue d'entomol. 1887. S. 336.
E. Witlaczil macht noch einige Bemerkungen zur Kenn tu iss der Gattung
Halobates, welche den inneren Bau dieser Thiere betreffen, imd aus denen her-
vorgeht, dass die Gattung keine alte Form darstellt, souderu eine dem Wasser-
lebeu besonders gut angepasste Form, die in ihrem Bau sehr gut mit andern Hemi-
pteren übereinstimmt.
Rt'duviadae. (•-'9) Reduviidae novae et minus cognitae descriptae ab
0. M. Reuter; Revue d'entomologie 1887 S. 149—167.
Erythro sp h o d r ii s (n- g. Acanthaspidi affine) corullinus (Java) ; R e u t e r a. a. 0.
S. 154.
Parnmphibulus (n. g. Amphibolo proximum) ^m*?'//«* (Abukir); Reuter
a. a. 0. S. 154.
Poecilosphodrus (n. g. Velino affine) annulipcs (Neuholland); Reuter
a. a. 0. S. 151.
Rhapactor! (n. g. prope Harpactorem) hiparticcps (südl. Tunis); Puton,
Revue d'entomol 1885 S. 3ü5.
Acanthaspis trmaculata (Indien); Reuter a. a. 0. S. 157.
Alloeorrhynchus Nossibeensis (N.); Reuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 105.
Amphibolus niaurus (Afrika); Reuter a. a. 0. S. 153.
Biasticus fuliginosus (Indien) S. 152, abdominalis (Silhet) S. 153; Reuter a. a. 0.
Cleptria Signoretii (Nossibe) S. 107, bidcns (Loucoube) S. 108; Reuter,
Entom. Tidskr. 1887.
Coranus Nossibeensis (N.); Reuter, Entom. Tidskr. 1887. S. 106.
Debilia Signoreti (Minas Geraes); Fallou, Le Naturaliste IX S. 68.
Gardena insignis (Görz); Horvath, Revue d'entom. 1887 S. 71, Fig. 2 — 4
auf S. 74.
Gminatus (i. sp.) nigrispinis (Neuholland); Reuter a. a. 0. 150.
Hammatocerus quadrisignatus (Minas Geraes); Fallou, Le Naturaliste IX
S. 68.
Milyas annulipcs (Minas Geraes); Fallou, Le Naturaliste IX S. 68.
Petaloch[e]irus Indiens (Pondichery) ; Reuter a. a. 0. Ö. 162.
Pirates castaneipcnnis (Neu Caledonien); Reuter a. a. 0. S. 156.
Bergroth macht auf 2 von Westwood als Ploearia beschriebene, dann aber in
Vergessenheit gerathene Arten aufmerksam, die nach Bergroth wahrscheinlich in
die Gattung Stenolaenus Sign, gehören; Bull. Ent. France 1887 ö. XVII.
PL soror (Tunis), culiciformis Dcg. var. NouaUiieri (Haute-Vienne) ; Puton,
Revue d'entomol. 1887 S. 101. '
Pnirontis (Centromelus) incerta (Indien?); Reuter a. a. 0. S. Iii3.
Polididus longispinis (Nossibe; Loucoube, Madag.); Reuter, Entom. Tidskr.
1887 S. 105.
Pygolampis bidentata Foiircr. in den Niederlanden; Fokker, Tijdschr.
v. Entom. XXX, Versl. S. XXII.
P. biguttata (Java); Reuter a. a. 0. S. 164, 167.
Rasahus Sipolisii (Minas Geraes); Fallou, Le Naturaliste IX S. 68.
Reduvius (Opsicoetus SW) cincticrus (Silhet), fasciatus (Peking) S. 159,
dehilis (nördl. Indien) S. 160; Reuter a. a. 0.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 71
Sirthenea picescens (Nossibe); Eeuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 109.
Sphedanolestes «n^r«/«/-?.? (Madagaskar) ; Eeuter, Kevue d'entom. 1887 S. 152.
Staccia Javanica (J.); Eeuter a. a. 0. S. 165.
Tribelocephala lignea (Java); Eeuter a a. 0. S. 166.
Velinus Geraesensis, pifipcs (Minas Geraes); Fallou, Le Naturaliste IX S. 68.
Vellejus signatipctinis (Neu-Holland); Eeuter a. a. 0. S. 161, 167.
Berytidae. Berytus crassipes H.-S. var. intermcdius (Karpathen); Mon-
tandon, Eevue d'entomol. 18x7 S. (J4.
Hoplinus 7mdtispi7ius (Florida); Ashmoad, Entomol. Americ. III S. 155.
Aradidae. Bergroth bringt Notes sur quelques Aradides nouveaux ou
peu connus; Eevue d'entomol. l.'^87 S. 244—247.
Ctenorieurus n. gen. für (Neuroctenus) Hochstetteri !/«//?• und (Mezira) lifu-
anus Montr. von Neu-Caledonien ; Bergroth, Oefv. Finsk. Vet. Soc. Förh. XXIX
S, 188: vgl. unten.
Zur Unterscheidung des Aradus corticalis L. und betulinus Fall. s. Bergroth,
Eevue d'entomol. Ib87 S. -'44 f.
Bergroth benennt den Aradus Ferrisi Sign, wegen des älteren Perrisi Duf.
A. stetiopterus; Eevue d'entomol. 1887 S. 147.
A. breviatus (Florida) S. 24.'), centriguttatus (ibid.) S. 246; derselbe ebenda.
Brachjrrhvnchus centralis Berg gehört in die Gattung Neuroctenus; Berg-
roth, "Wien. Entom. Zeitg. 1^87 S. 284.
E. Bergroth giebt eine Synopsis of the genus Neuroctenus /'«>&.; Ofv.
Finsk. "Vet. Soc. Förhandl XXTX S. 173—189. Die Gattung ist mit Ausnahme der pa-
läarktischenEegion über die ganze Erde verbreitet, aulNeuseelandundNeucaledonienmit
je einer eigenthümlichen Art, für die eine neue Gattung aufgestellt wird. (Ctenoneurus;
8. oben.) Die Arten werden nach Stäl's Vorgang in 2 Gruppen gebracht 1. Erstes
FühlergUed nicht oder unbedeutend länger als der Kopffortsatz, mit N. Signoreti
^Guinea) S. 176, nitidulus (Birma) S 177, coiis (Java) S. 178, par (ibid.) S. 180,
majusculus ("Westaustr.) S. 181, Distanti (Mexiko) S. 184 und "2. Erstes Fühlerglied
länger als der Kopffortsatz, mit N. ruhig Inosus (trop. Amerika) S. 184; Aneurus
tenuicornis Sign., Mezira ovata Stnl, Mez. litigiosa Stäl, Mez. proxima Ua/k. gehören
ebenfalls in diese Gattung; ebenso (Brachyrrhynchus) punctulatus Burtn. = (Brach.)
bimaculatus Stal = Neuroct. brasiliensis 3fai/r.
Pictinus Aurivillii (^Georgia); Bergroth, Eevue d'entornol. 1887 S. 247.
Tiiig'itidae. Sti/7nno7iotus (n. g.) upicalis i Nossibe); Eeuter, Entom.
TidskT. 1887 S. 104.
Campylostira perithrix (Böne; Guelma) S 99, Moroccana! (M.) S. 100;
Puton, Eevue d'entomol. 1SS7 mit einem Tableau des Campylostira cüiees S. 100.
Derephysia rectinervis (Mecheria); Puton, Eevue d'entomol. 1887 S. .304.
Galeatus debilis (Bilek, Herzeg.); Montandon, Eevue d'entom. 1887 S. 65.
Orthostira Samara (Lugano); Puton, Eevue d'entomol. 1887 S. 98.
Sphaerocysta Peckhami (Milwaukee); Ashmead, Entomol. Americ. III S. 156.
Mierophysidae. Myrmedobia Bedcli (Edough, Algier); Montandon, Eevue
d'entomol. 1887 S. 6.i.
Capsidae. P. E. Uhler theilt Observations on some Capsidae with
descriptions of a few new species mit; Entomol. Americ. II S. 229 — 231, III.
S. 29-35, 67—72, 149—151.
Bolteria (n. g. prope Labopem) am jcto (New-Mexico) ; Uhler a.a.O. 1118.34.
Diommatus (n. g.) co//^r(".r (Massachusetts, Maine; Canada); Uhler a. a. 0.
III S. S3.
Melimia (n. g. Phytocorar-, für Megacoelum fasciatum ühl. und) modesta
(Baltimore), pumila (Maryland); Uhler a. a. 0. III S. 69.
Pamillia (n. g.) Bchrensii (San Francisco); Uhler a. a. 0. III S. 3t.
Calocoris sexpunctatus F. var. cuneatus (Sicilien); Puton, Revue d'entomol
1887 S. 102.
Camptobrochis grandis (Maryland); Uhler, Entomol. Americ. II S. 230.
Capsus Freyi (Sicilien) S. 102, pimctum Ramb. var. mimus (Gerj-ville) S. 103;
Puton, Eevue d'entomol. 1887, Martini n. sp. (BiskTa); derselbe ebenda S. 306.
Collaria explicatu (Cuba; San Domingo); Uhler, Entomol. Americ. IIS. 230.
Cyphodema mendosa (Bilek, Herzegow.); Montandon, Eevue d'entomol.
1837 S. 66.
72 Dr- Ph. Bertkau.
Eccrilotarsus cleyans (Texas; Kansas; Illinois); Uhler a. a. 0. III S. 14'J.
Eucerocoris guttidatus (Maryland, auf Liriodendron und Wein); Uhler a, a. 0.
ins. IfiO, der ebenda S. 151 bemerkt, dass Xenetus Bist, mit der Gattung Eucero-
coris JVestrv. sjnonjTii ist.
Heterocordylus /«rmo5iW (Görz); Horvatb, Kevue d'entom. 1887 S. 78 mit
Fig. 4 S. 74.
Labops marginellus (Mahadid); Puton, Kevue d'entomol. 1887 S. 306.
Lopus vittiventris Put. var. LeveUlei (Tunis); Puton, Kevue d'entom. 1887
S. 101.
Megacoelum grossum (Maryland; Penusylv. ; Massach.; Texas; Florida) S. 70,
pusillum (Arizona), munduin (Georgia) S. 71; Uhler a. a. 0. III.
Miridius pallidus (Görz): Horväth, Revue d'entomol. 1887 S. 72.
Orthotylus Martini (Biskra); Puton, Kevue d'entomol. 1887 S. 307.
Phytocoris Chardoni (Bone); Puton, Kevue d'entomol. 1887 S. 305.
Pilophorus confusus I(b. var. nitidicollis (Diinkirchen) ; Puton, Kevue
d'entomol. 1887 S. 103.
P. amooiiis (Maryland), Walshii (Illinois); Uhler a. a. 0 III S. 30.
Plagiognathus cunctator (Görz); Horväth, Kevue d'entomol. 1887 S. 73.
Psallus puberulus (Bilek, Herzegow.); Montandon, Revue d'entomol. 1887
S. 08, delicatus (Georgia); Uhler a. a. 0. III S. 3t.
Khinocloa Citri (Florida, Cocciden nachstellend); Ashmead, Eutomol. Americ.
III S. 155.
Sixeonotus Reut, muss dem älteren Namen Pycn öderes Guer. weichen; Uhler
a. a. 0. III S. 149.
Teratocoris lierhaiicus (Labrador) S. 67, discolor (St. Louis) S. 08; Uhler
a. a. 0. m.
Lygae'idae. L a n c h n op h o r u s (n. g. Beosar.) guttulatus (Loucoube) ; R c u t e r,
Entom.'Tidskr. 1887 S. 99.
Mariiiottaii in (n. g. Myodoch. prope Paromium) Simonis (Biski-a); Puton,
Revue d'entomol. 1887 S. 303.
Ncacrctus (n. g. Pyrrhocor.) Bistantii {h(}\\co\\\)(<) ; Reuter, Entom. Tidskr.
1887 S. 92.
Faristhtnius (n. g. Pachygronthin. Teracrio affine) vitticollis (Loucoube);
Reuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 95.
Pcrimeda (u. g. Myodochin.) dimidiata {Lowcowhc); Reuter, Entom. Tidskr.
1887. S. 98.
Camptocera angustula (Biskra; Gafsa; Syrien); Puton, Revue d'entomol.
1887 S. 303.
Chilacis Typhae Perr. in den Niederlanden; Fokker, Tijdschr. v. Entom.
XXX, Yersl. S. XXII.
Dieuches fuscus (Loucoube) S. 100, humilis (Nossibe) S. 101; Reuter, Entom.
Tidskr. 1887.
Djsdercus Konotvi (Minden; wahrscheinlich eingeschleppt); Puton, Kevue
d'entomol. 1887 S. 98.
Fokker beschreibt die bei Winterswijk entdeckte form, macropt. von
Geocoris grylloidcs Z.; Tijdschr. v. Entom. XXX S. If.
Graptostethus Distantii (Loucoube, Madag.); Reuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 93.
Lamprodema Weyersi (Cartagena); Puton, Revue d'entomol. 1887 S. 97.
Lethaeus longirostris (Loucoube, Madag.); Reuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 102.
Lygaeosoma reticulatum H. — S. var. Numidicum (Feriana; Algereh); Puton,
Revue d'entomol. 1887 S. 9G.
Townsend: On the life-history of Lygaeus turcicus F.; Entomol. Americ. III
S. 53 — 55. Die Art lebt auf Asclepias und bevorzugt A. tuberosa.
Macropterna gihhicolUs (Tunis); Puton. Revue d'entom. 1887 S. 96.
. Nysius longicornis var. pallcsccns (Biskra); Puton, Revue d'entomol. \>>^1
S. 300.
Pachygrontha angularis (Nossibe); Reuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 95.
Pamera Ebenaui (Loucoube); derselbe ebenda S. 96.
Piezoscelis staphylinus .ß«?nJ. = antennata Sign., angustata Fieb.; punctata
Z2;c.=Putoni Reut.; (Reuter) Bergroth, Revue d'entom. 1887. S. 147.
Pocantius unidcntatus (Loucoube); Reuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 102.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 73
Ehyparochromus mixlus (Loire-inferieurc) ; Horvath, Eevue d'entomol. 1887
S. 254.
Scolopostethus pubendus (Görz); Horväth, Eevue d'entora. 1887 S. 70.
Stenophthalmicus Biskrcnsis (B); Puton, Eevue d'entomol. 1887 S. 301.
Tropistethus nitidicollis (Tunis); Puton, Eevue d'entomol. 1887 S. 97.
Coreadae. Acanthomia tubercuHcollis (Nossibe); Eeuter, Entom. Tidskr.
1887 S, 90.
Centrocoris Marmottani (Biskra); Puton, Eevue d'entomol. 1887 S. 299.
Coreus scapha var. ilhjricus (Görz); Horväth, Eevue d'entom. 1887 S. 70:
Fig. 1, S. 74.
In seiner Tavola analitica delle specie paleartiche del gencre Stenoce-
l^halus Lutr. unterscheidet Horväth neben den bekannten Arten medius, agilis,
marginicollis, setulosus, albipes, marginatus die neuen crassicornis (Brussa), tune-
tanus (zwischen Kasserine und Sbaitla) S. 279, p7-uhiosus (Krain), Fcrrjanensis
(Fergana) S. 280; Bull. Entom. Ital. 1887 S. 278—281,
Pentatomidae. Aeschrocoj'is nov. nom. pro Aeschrus Dali, (praeocc);
Bergroth, Ent. Nachr. 1887 S. Iü2.
Ca p 71 od a (n. g.) nigroaenea (Songarei); Jakowleff , Hör. Soc. Ent. Eoss. XXI
S. 310.
Coquei-elidca (n. g. Pentatomin.) viridipes (Loucoube); Eeuter, Entom.
Tidskr. 1887 S. 86.
Gadarscama (n. g. Alciphroni affine) Ebenaui (Loucoube, Madag.); Eeuter
Entom. Tidskr. 1887 S. 88.
Oplistochilusl (n. g,) pallidus (Turkestan); Jakowleff, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI S. 305, mit einer analytischen Tabelle zur Unterscheidung der neuen
Gattung von Tholagmus, Ancjrosoma, Stcrnodontus, Derula und Graphosoma.
Phaeucuris (n. g.) Semcnoiri (Altai); Jakowleff, Hör. Soc. Ent. Eoss. XXI
S. 308.
Paraleria (n. g. Halyar. Aleriae affine) annuUpes (Loucoube, Madag.);
Eeuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 83.
Scylux (n. g. Pentatomin.) porrectus (Indien) S. 345 PI. XII Fig. 7, macrinus
(Sikkim) S. 346 Fig. 9; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Sesha (n. g. Asopin.) manifesta Sikkim); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond.
1887 S. 343 PL XII Fig. 2.
Solenognster (n. g. Halyar. Orthoschizopi affine) longirostris (Loucoube,
Madag.); Eeuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 81.
Abeona? serrnla (Bombay); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 350.
Aeliomorpha? viridis (Loucoube, Madag.); Eeuter, Entom. Tidskr. 18S7 S. 83.
Agaeus numus (Assam); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S, 347.
Alcimus flavicurnis (Sikkim); Distant, Trans. Eut. Soc. Lond. 1887 S. 349.
Anaxaudra fulvicornis (Sikkim), tauriformis (Khasia Hüls) S. 354, compacta
(Assam) S. 35.^; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Antestia modificata (Sikkim); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 350
PI. XU. Fig. 4.
Aspongopus Nossibeensis (N.); Eeuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 89.
Basicryptus illinninatus (N.Indien); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 358.
Bathycoelia Madagascariensis (Loucoube); Eeuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 88.
Brachynema triguttatum Ficb. var. hypocrita (Biskra; Kairuan); Puton,
Eevue d'entomoL 1887 S. 96.
Brachyplatys Stumpf} ü (Loucoube, Madag.); Eeuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 77.
Carbula fusca (Darjiling; Sikkim; Nepal) S. 346, scutellata (Bombay) S. 347;
Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Carenoplistus Fijceni (Ordubad); Jakowleff, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 305.
Clinocoris scutellata (Assam; Naga Hills), maculata (N. 0. Intlien); Distant,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1?87 S. 355.
Compastes spinosus (Sikkim); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 351,
PI. xn Fig. 11.
Coptosoma /imbriatum (Sikkim); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 342.
Cydnus pallidus (Biskra); Puton, Eevue d'entomol. 1887 S. 298.
Dolyocoris formosana (F.); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 345.
74 Dr. Ph. Bertkaii.
Edessa Davidii, rufipes, Signoreti, brunnipennis (Minas Geraes); Fallen, I^e
Naturaliste IX S. 36.
Eurydema nmllipimctata (Indien); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887
S. 348 PI. XII Fig. 6.
Eusthenes autennatus (Khasia Hills; Nepal), S. 357, ewytus (Indien) S. 358;
Distant, Trans Ent. Soc. Lond. 1887.
Euschistus planicornis, ti-uncahis (Minas GeracsV, Fallou, Le Naturaliste IX
S. 36.
Gonopsis 7'ubcscens (Sikkim); Distant, Trans Ent. Soc. Lond. 1887 S. 359.
Halyomorpha ?mirrcu (Sikkim); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 344
PI. Xn Fig. 5.
Hoplistodera inciso (Sikkim; Assam); Distant, Trans. Ent Soc. Lond. 18K7
S. 349 PI. XII Fig. 3.
Jiirtina bifovcolata (Loucoube, Madag.); Reuter, Entom. Tidskr. 1887 S. 88.
Peromatus unicolor (Minas Geraes); Fallou, Le Naturaliste IX S. 36.
Placosternum ccrvus (Assam); Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 352.
Podops ciilligera (Troyes); Horvatli, Eevue d'entomol. 1887 S. 253.
Promecocoris pictus (Askhabad); Jakowleff, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 297.
Psacasta Marmottani (Oran; Misserghin) ; Puton. Eevue d'entomol. 1887 S. 298.
Sastragala rufispina (N. Indien), viustelina (Naga Hills) S. :i52, binotata (Sikkim)
PI. XII Fig. 12, parmata (N. Indien), Javanensis (J.) S, 35:5; Distant, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1887.
Sternodontus anipliatus (Ordubad); Jakowleff, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 300.
Thoria affinis (Nossibe; Loucoube, Mad.), <//.v^/«.v (Loucoube); Reuter, Entom.
TidskT. 1!^87 S. 79.
Trigonosoma carinatum (Taschkent); Jakowleff, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 298.
Urochela pulchra (Sikkim) PI. XII Fig. 8, ferrugmeu (Assam); Distant,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 35»-.
ürolabida Chenvelli (Assam, Naga Hills) S. 356, Khasiuna (Nord Kliasia)
S. 357; Distant, Trans. Ent. Soc. Lond. 18S7.
Vulsirea Sipolisii (Minas Geraes); Fallou, Le Naturaliste IX S. 36.
Ortlioptera.
In Spicilegia Entomologica No. 2 behandelt H. d. Saussure die
Tribu des Pamphagiens; Genf 1887. 40. S. 1—94 PI. 2, 3. Diese
Meine, auf Afrika und die Mittelmeerländer beschränkte Gruppe zeigt
in hohem Grade die Neigung, die Flügel verkümmern zu lassen: von
den 10 Gattungen hat nur eine, Adephagus, entwickelte Flug-
organe in beiden Geschlechtern; Acocera und Xiphocera haben im
männlichen Geschlechte Flügel; die Weibchen der ersteren haben
wenigstens Flügelrudimente, die der letzteren sind wie die übrigen
Gattungen flügellos. Die Verbreitung der Gattung ist eine beschränkte:
Adephagus und Acocera bewohnen das südliche Afrika, Xiphocera
das südliche und mittlere, Bolivarella Westatrika; Eunapius und Ocne-
rodes sind auf die westliche Zone der Mittelmeerregion beschränkt,
Nocarodes auf die östliche, während sich Pamphagus über die ganze
Mittehneerregion verbreitet; das Vaterland von Tropidauchen dehnt
sich von Syrien bis nach Aschabad aus.
Durch ihre Anpassung an das Leben der Steppe besteht ein ge-
wisser Parallelismus zwischen den Pamphagini und Eremobiini: die
ersteren sind wüstenbewohnende Acridiini, die letzteren dem Wüsten-
leben angepasste Oedipodini. Die Verbreitung beider Gruppen ist
Bericht über Entomologie wälirend des Jalires 1887. 75
dabei ebenfalls eine collaterale; aber die Eremobien geben weiter
nacb Norden und weniger weit nacb Süden, dringen weiter nach
Osten vor und fehlen auch in Amerika nicht.
In dem speziellen Theile bereichert der Verfasser unsere Art-
kenntniss um 24 Arten, so dass deren jetzt im Ganzen 54 bekannt
sind (einschl. zweier zweifelhafter Arten von Fischer v. Waldheim).
Krauss zählt die Dermapteren und Orthopteren Siciliens
nach den Literaturangaben und nach den eigenen Sammelergebnissen
während eines Aufenthaltes von Ende April bis Mitte Mai auf dieser
Insel auf: Verh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien XXXVII S. 1—22. Die
Fauna hat, wie auch zu erwarten war, mit derjenigen Süditaliens,
Sardiniens und Nordafrikas die grösste Uebereinstimmung; von den
94 Sicilischen Arten finden sich 71 auch in Italien, 53 in Sardinien,
5Ö in Nordafrika. Von diesen sind f 4 für das Mittelmeergebiet be-
zeichnend, während 23 auch Mittel-, z. Th. sogar Nordeuropa ange-
hören. Auf Sicilien beschränkt ist Poecilimon laevissimus allein, da
die Artrechte der gleichfalls ausschliesslich für sicilianisch ausge-
gebenen Ephippigera crucigera und verticalis noch zweifelhaft sind.
Von spezifisch afrikanischen Arten macht Krauss besonders die
schwerfälligen Riesenformen Pamphagus marmoratus und Brachytrypes
megacephalus namhaft; über die Lebensweise und beste Faugmethode
des letzteren handelt der Verfasser auf S. 19 — 21 ausführlicher. Vgl.
Riggio, II Naturalista Sicilian. VI S. 90-92.
G. Riggio und F. Pajno fahren in ihrem Primo Saggio di
un catalogo metodico degli Ortotteri sinora osservati in
Sicilia fort; II Natural. Siciliano VI S. 47 — 50, (33—69. Im Ganzen
sind 105 Arten aufgeführt,
G. Riggio giebt Appunti e noti di ortotterologia Sici-
liana; ebenda VII S. 28-33; 54—59; 73—74. (L Ortotteri delle
Madonie; IL Sopra alcune specie critiche o nuove per la Sicilia).
Bolivar beschreibt Especies nuevas 6 criticas de Or-
topteros; An. Soc. Esp. de bist, natur. XVI S. 89—114 L. IV.
Meinert's Catologus Orthopterorum Danicorum in Entomol.
Meddel. I S. 1—21 führt 31 Arten auf.
Kieffer verfasst ein Verzeichniss der von 1880 — 1884 um
Bitsch beobachteten Pseudoneuroptera; Entom. Nachr. 18:>7
S. 50 f. (46 Odonat., 9 Ephemer., 17 Psocid.).
Derselbe macht Orthopt erologische Bemerkungen; ebenda
S. 259-262.
Karsch stellt ein Verzeichniss der im Damaraland ge-
sammelten Orthopteren zusammen; Entom. Naehr. 1887 S. 39 — 46
(Blattid. 1, Mantid. 1, Acridiad. 14, GryUid. 1, Locustid. 2).
A. Pictet und H. de Saussure beginnen in den Mittb. Schweiz.
Eni. Ges. VII S. 331 — 376 einen Catologue d'Acridieus mit Be-
schreibung zahlreicher neuer Arten und auch Gattungen. Gegenwärtig
sind die Tribus Tropidonotiens, Rhomaleens und, Diponthiens be-
handelt.
76 Dr. Ph. Bertk-au.
Der II. der Orthopterologisch. Beiträge von F. Karsch ist
über die Hetrodiden; Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 43—72.
Taf. IL
In Dec. XIII und XIV von Mc Coy's Prodromus of the Zoology
of Victoria sind die Abbildungen und Beschreibungen von Acripeza
reticulata Guer. PI. 129 S. 113, Mantis latistylus Sern. PL 130 S. 115,
Opsomala sordida Aud. Serv. PL 139 Fig 1 — 4, S. 151, Mesops pe-
destris Erichs. PL 139 Fig. 5. 6 S. 152, Tropinotus australis LeacJi
PL 140 S. 155 enthalten.
G. Cuccati: Sulla struttura del ganglio supraesofageo
di alcLini Ortotteri (Acridium lineola; Locusta viridissima, Loc. sp.;
Gryllotalpa vulgaris); Bologna 1887; 4«, 27 Ös., 4 Taff. (Habe ich
nicht gesehen.)
V. la Valette St. George's „Zelltheilnng und Samenbildung bei
Forficula auricularia" s. oben S. 24.
Bolivar veranschaulicht durch einen Holzschnitt die Stellung,
in der das Männchen von Locusta viridissima die bekannten Sper-
matophoren dem Weibchen anheftet. Dasselbe hat die Bauchseite
der Bauchseite des Weibchens zugekehrt, den Kopf dagegen nach der
entgegengesetzten Richtung gewendet wie das Weibchen und umfasst
mit seinen Cercis die Genitalöffnung des Weibchens. Act. Soc. Esp.
Hist. Nat XVI S. 70-73.
(xciiuiiia.
Blattidae. Deichmüller schreibt über zwei Blattina - Keste aus
den unteren Lebacher Schichten der Eheinprovinz (Etoblatina onia-
tissima und Hol/ei): Bericht über die Senckenberg. naturf. Gesellsch., 1887, Seite
89—94 Taf. III.
Münsterländische Blattiden sind nach We s t h o f f Periplaneta orientalis ;
Phvllodroraia germanica; Blatta lapponica und Ectobia livida; 15. Jahresb. Westf.
Prov.-Ver. S. 13.
Megaloblatta (n. g. Nyctiborae Sii^nQ) peruviana (P.), ruiipes (Panama) S. 409 ;
Pelmatophila (n. g. zwischen Polyzosteria und Periplaneta, für alaris
Sanss. und) pracstans (Ponteboa) S. 411; H. Dohrn, Stett. Ent. Zeitg. 1887. —
Polyzosteria opaca Br. und die übrigen aus Amerika beschriebenen Polyzosterien ge-
hören in die Nachbarschaft von Pelmatophila; ebenda S. 411.
Aphlebia Moglircbicu (Riff); Bolivar, An. Soc. Esp. de hist. nat. XVI ö. 89
L. IV Fig. 1, mit Diagnose, Beschreibung und Abbildung von A. Baetica Bol.
Fig. 2, C^arpetana Bol. Fig. 3, subaptera Ramb. Fig. 4, Algerica Bol. Fig. 5, vir-
gulata Bol. Fig. 6, Larrinuae Bol. Fig. 7, Cazurroi Bol. Fig. 8.
Etoblattina oruatissimu S. 90 Fig. 1, Rollci S. 92 Fig. 2 (Untere LebacJier
Schichten); Deichmüller, Bericht üb. d. Senckenberg. naturf. Gesellsch., 1887,
Taf. III.
Gromphadorrhina Ilihlcbrandti (Betsileo, Madag.); H. Dohrn, Stett. Ent. Zeitg.
1887. S. 412.
Forflciüidae. Z u r B i o 1 o g i e d e r F o r f i c u 1 a - A r t e n theilt F. R ü h 1 mit. dass
(5 und Q. von F. auricularia und bipunctata überwintern und sich im Frühjahr be-
gatten; die (5 sterben dann sehr bald (oder werden von den Q. getödtet). Von
Slitte Mai an fanden sich die Eier, aus denen nach stark 4 Wochen die Larven aus-
sclüüpften, die von der Mutter bewacht und beschützt werden ; Mitth. Schweiz. Ent.
Ges. Vn S. 309—312.
Phasmidae. Korotneff giebt die Andeutung einer Beschreibung der Eier
von „Bacylus" ('? Bacillus?) und „Philium" (PPhyllium?); Bull. Acad. Roy. des Sei.,
des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, (3 S.) T. XII S. 555.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 77
Brogniart hatte aus Java, angeblich als Körner von Dahoen goerita, zahl-
reiche Eikapseln eines Phyllium erhalten, die sich bei einer Temperatur von 2ö bis
30" C. entwickelten; die Jungen frassen Blätter von M\Ttus und fsidium p_\Tiferum
und tranken oft. Die feine Haut, welche den Embryo umschliesst, lassen sie, ver-
schieden von Mautis, in der Ootheka zurück. Bull. Ent. France 18fc7 S. LXXXIV
bis LXXXVII.
Acridiadae. Adephugus n. g. (habitus fere marium Xiphocerae; uterque
sexus alatus) für (Pamphagus) cristatus i^«/'/«.; H. de Saussure, Pamphag. S. 23.
B olivarella (n. g. Pamph.) culens (Benguela; Mossamedes); H. de Saus-
sure, Pamphag. S. 70.
Clurazella (n. g. Ehomal.) Patagona (Argentinien, Bahia Bianca); Bietet
& Saussure a. a. 0., S. 355.
Druconata (! n. g. Tropidonot. ; soll wahrscheinlich Dracontonota heissen)
mancus (Columbien); Pictet & Saussure a. a 0., ö. 342.
Orestera (n. g. Tropidonot.) ephippium (Peru); Pictet «fc Saussure a. a. 0.,
S. 332.
Tropidauclien (n. g. habitu Teratodi haud dissimile) securicoUe (Syrien)
5 73 PI. in Fig. 23, cultricollc (Aschabad) S. 74; H. de Saussure, Pamphag.
Alcamenes Clarazkmus (Argentinien); Pictet & Saussure a. a. 0., S. 336.
Colpolopha biloba (Peru); Pictet & Saussure a. a. 0. S. 338.
Diponthus Cluraziunus (Argentinien) S. 370, Äi'geittinus (Buenos Aires) S. 372,
pycnosüctiis (Argent. , Prov. Entre Eios) S. 373, Puelchiis (Argentmien) S. 375;
Pictet &i Saussure a. a. 0.
Elaeoclüora parvispina (Brasilien) S. 344, longispuia (Anden von Neu-Granada)
S. 345; Pictet tfe Saussure a. a. 0.
Eonapius Ntitnidn (Sphax) S. 79 PI. III Fig. 26, Maroccanus (M.) S. 80
Fig. 27, yauchcr'mnus (Marokko) S. 81 Fig. 28; H. de Saussure, Pamphag.
Der Gryllus fiavipes Gmcl. ist Stetheophyma grossum (Z.); Shaw, Proc.
Ent. See. Lond. 1887 ö. U— IV.
Pamphagus Brunneriunus (Syrien) 8. 75 PL Dl Fig. 24, 25, Paulinoi (Portu-
gal) S. 77; H. de Saussure, Pamphag.
Ehomalea Siolli (Bahia; = Kh. miles Stoll, Burm. nee Brurif), lutipcnnis
(Brasilien) S. 351, Peruvifuui (P ) S. 352, icterus (Argentinien; Quito) S. 353; Pic-
tet «& Saussure a. a. 0.
Stenobothrus festivus (Grauada) S. 94, Pantcli (bisher mit St. stigmaticus ver-
wechselt) ö. 95; Bolivar, An. Soc. Esp. de bist. nat. XVI
Tettix Nobrci (Le(;a, Portug.) S. 99 Fig. 10, Cepcroi (Cädiz) S. ICO; Bolivar,
An. Soc, Esp. de bist. nat. XVI L. IV.
Nach Karsch ist die von Walker behauptete Aehnlichkeit zwischen Trachy-
petra und Batrachotetrix eine rein äusserliche und oberflächliche; erstere Gattimg
besitzt einen Zirpapparat und schliesst sich dadurch den Eremobiaden an; Entom.
Nachr. 1887 S. 41—44,
Derselbe erkennt aber später, dass die von ilmi für eine Angehörige von
Trachypetra gehaltene Art der Gattimg Methone St%,l angehört, dass Trach3'petra
White synonym mit Batrachotetrix Burin. ist, und dass Methone Anderssonii Stü,l
= (Gryllus) mola Zic/it. i. ht. ist; ebenda S. 260 f.
Tropidacris cardinalis (Guatemala) S. 360, impcrialis (ibid.) S. 361; Pictet
6 Saussure a. a. 0.
Xipliocera spinulosa (Natal) S. 40, spcctnim (Angola; Quango) S. 41, Bnni-
neriana (Massauah) S. 43 PI. 11 Fig. 7, cristaia (Somali) S. 44 Fig. 9, nasuta
(Zulu) S. 45 Fig. 6, Angolcnsis (A.) S. 47 Fig. 8, aestuaits (Südostafr.) S. 52, la-
tipcs (Zambesi) Ö. 54 Fig. 12, Bradijana (Transvaal) S. 55 Fig. 1, mannulus (Gra-
harastown) S. 56 Fig. 5, -ßo//v«r/rt«rt (Ostafrika) S. 57, (Porthetis) co?M'oi;7>i« (Trans-
vaal) S. 64 PI. III Fig. 14, 15, fissa (Südafrika) S. 66, camelina (Cap; Transvaal)
S. 67 Fig. 18, 19, usina (Cap) S. 68 Fig. 20, 21, H. de Saussure, Pamphag.
Zoniopoda Iheringi (südl. Brasilien); Pictet & Saussure a. a. 0., S. 357.
Locustidae. Karsch stellt a. a. 0. S. 52 in den Hetrodiden 3 „Unter-
familien" auf:
Pycnogastrina: mit jederseits spaltförmigem Foramen der Vorderschie-
uen , dornlosem Kopfe und im weiblichen Geschlechte über hinterleibslanger
Legescheide ;
78 Dr- Pli- Bertkau.
Hetrodina: mit jederseits offenem Poramen der Vorderschienen, mit kur-
zem Kopfdome imd meist sehr kurzer, nur bei Hetrodes Fischer fast hinter-
leibslanger Legescheide ;
Eugastrina: mit jederseits spaltförmigem Foramen der Vorderschienen,
meist sehr langem Kopfdorne und stets sehr kurzer Legescheide.
In der weiteren Bearbeitung bleiben die Pycnogastrina wegen unzureichenden
Materials unberücksichtigt; in den beiden übrigen Unterfamilien werden 11 Gat-
tungen imterschieden , wobei namentlich die Bedornung am Körper und an Glied-
massen Verwendimg findet.
Zu den Hetrodina gehören Acanthoplus, Hetrodes, Cosmoderus, Eiu/aliopsis,
G?/7nnoproctus: zu den Eugastrina Pornotrips, Eugaster, Acunthoproctus
(nov. nom. pro Envalius -SYä/), Prionocnemis (neben Priocnemis unpraktisch),
SpaJacomimus, B rady opisthius. Hetrodes ist auf pupus L. und eine neue
Art, H. Buchmaniü vom West-Capland, S. 57 Fig. 1, beschränkt; Acanthoplus auf
longipes Cluirp.; Cosmoderus auf (Ephippiger) erinaceus Fairm.; EHi/uliopsis
S. 60 ist für (Hetr.) Petersii Schaum und (Eugaster) ephippiatus der st. aufgestellt;
Gymnoproctus S 61 für (Hetr.) abortiva Serv., die Fig. ■>. abgebildet ist; Por-
notrips S. 62 für (Hetr.) horridus Burm.; Eugaster ist auf spinulosus L. und lo-
ricatus Gerst. beschränkt; Acattthop r.octus enthält die Locusta cervina </<? Haan,
mit der Avahrscheinlich Hetr. militaris White synonym ist, s. S. 7 1 f., und (Envalius)
diadematus Stid; Prionocnemis Ö. 67 ist für eine a. A., P. verruciferus von
Mombassa (J, aufgestellt, S. 68 Fig. 3; Spalacornirnus S. 68 für (Eugaster) talpa
Gerst.; B radiopisth ins für eine n. A., Br. puradoxurus aus dem Somaliland,
S. 69 Fig. 4.
Derselbe beschreibt das Weibchen von Prionocnemis verruciferus;
Entom. Nachr. 1887 S. --'62.
Conchotopoda (n. g. Phaneropt. inter Acrometopam et Horatosi^hagum in-
termedium) Belcki (Damaralaud); Karsch, Entom. Nachr. 1887, S. 4:i.
Poecilogrammu (n. g. Phaneropt. prope Pardaiotam, Scaphurae simile) stri-
atifemur (Mombassa), annulifemur (Kawanda, östlich vom Tanganjika); Karsch,
Entom. Nachr. 18S7 S. 53.
Pycnophlebia n. g., gegründet auf (Locusta) speciosa Germ, aus dem litho-
graphischen Schiefer; Deichmüller a. a. 0., S. 2('.
Antaxius //?.?jwa///cMÄ' (Barcelona; = Ant. Kraussi Bninncr nee BuL); Bolivar,
An. Soc. Esp. de bist, natur. XVI S. 10:5.
Ueber Cleandrus Stiil s. Karsch, Entom. Nachr. 1887, S. 259f.
Conocephalus cupito (aus dem lithographischen Schiefer von Eichstädt); Deich-
müller a. a. 0, Taf. II Fig. 12.
(^r:\\\-AQ,ns, prujjinqua (lithogr. Schiefer von Eichstädt); Deichmüller a.a.O.,
S. 26 Taf. II Fig. 9, 10.
Hemideina longipes (Waipawa); Colon so, Trans, a. Proc. New Zealand In-
stitute XIX S. 145.
Odontura calaritana Costa = xenoxipha Fieb.: Krauss, Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXVII S. 16.
Platycleis Carpetana (Escorial) S. 106 Fig. 12, oporina (Ulces) S. lOS; Bo-
livar, An. Soc. Esp. de bist, natur. XVI L. IV.
de h
Thvreonotus hidens (Cortijos de Malagon; Lisboa); Bolivar. Au. Soc. Esp.
ist. natur. XVI S. 101 L. IV Fig. 11.
Pseudoiieiiroptera.
Ephemeridae. Die IX. der Notes ou the entomology of Portugal von
A. E. Eaton ist den Ephemeriden gewidmet; Enthom. Monthl. Mag. XXIV
S. 4—6.
Mc Lachlan erwähnt vom Amur Ephem. glaucops Pict., Siphlurus lacustris
Ftn./', Heptagenia sulfurea Müll., flava Bost.; ebenda S. 69 f.
Caenis pygmaea (Sardinien); Costa, Geo-Fauna Sarda VI, a a. 0., S. 53.
Odonata. Cyrnatophlebia n. g., gegründet auf (Libellula) \oug\o\&is. Germ.;
Deichmüller a. a. 0., S. 48.
Notholestes (n. g. Lesti simile) Ebvesi (Darjiling); Mc Lachlan, Entom
Monthl. Mag. XXIV S. 32.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 79
ProtoHndcniu u. g. für (Aesehua) Wittei Gich.; Deichmüller a.a.O., S. 37,
Aeschna Perrensi (Corrientes, Argent.); Mc Lachlan, Entom. Monthl. Mag.
XXIV S. 7(i.
Hagen"s Bemerkungen über Neurobasis und Vestalis in den Verh.
Zool.-bot. Ges. Wien 1887 S. 647 f. beziehen sich auf N. chinensis, fiorida, Kaupi,
longipes und ein vielleicht nicht ganz ausgefärbtes Exemplar (einer besonderen Art
oder Abart?) von Neuguinea; wenn diese alle nur Localabarten einer Art (N. chi-
nensis) sind, dann werden eine Anzahl Arten aus dieser und anderen Gruppen der
Odonaten eingezogen werden müssen. — Vestahs amoena und V. lugens, Selys,
welche letztere ohne Zweifel mit Y. coraciua Hag. identisch ist.
Sympycna fusca ist eine (und wahrscheinlich die einzige) überwinternde
Libellenart: Entom. Monthl. Mag. XXIII S. 235.
Perlidae. Wegen des sehr kurzen zweiten Tarsengliedes möchte Mc Lachlan
seine Taenioptervx maracandica in die Gattung Nemoura versetzen*, Entom.
Monthl. Mag. XXIV S. 90.
Termitidae. Grassi stellte Nuove ricerche sulle Termiti an, über
die er folgende Nota preliminare veröffentlicht: Von Calotermes fiavicollis zeigen
sich geflügelte Exemplare vom Juli bis in den November; am häutigsten sind die-
selben im August und September. Mitte März fand er ein Nest derselben Art, das
nur aus 2 Lidividuen bestand, einem Männchen und Weibchen mit Flügelsturameln ;
in der Mitte einige Eier. In einem anderen Neste, das weder Königm noch König
hatte, fand sich ein merkwürdiges Individuum, das vielleicht eine Ersatzkönigin ist.
Es ist augenscheinlich ein Weibchen, 10 mm laug; bei unbewaffnetem Auge imd
bei geringer Vergrösserung ist keine Spur von Flügelstummelu zu entdecken ; ob
sie aber überhaupt ganz fehlen, ist mit Sicherheit nicht zu behaupten. — In den
Nestern von Termes lucifugus fehlen der König und die Königin in der Kegel von
Ende November bis zum Juni. Bull. Soc. Entom. Ital. 1887 S. 75—80.
Generationswechsel bei Termiten betitelt sich eine Mittheilung von
H. v. Iheriug in Eutom. Nachricht. 1887 S. 1 — 4. Der Verfasser fand im .luli
(Winter Brasiliens) in einem Bau von Eutermes zahlreiche Nymphen mit kurzen
Flügelsoheideu, aus denen im Frülijahr (September und Oktober) durch Häutung
Nymphen mit halblangen Flügelscheiden hervorgingen ; schon bei den ersteren lassen
sich die beiden (jeschlechter an der Gestalt des Hinterleibes unterscheiden. „Dass
aus den Nymphen mit halblangen Flügelscheiden Imagines hervorgehen, kann nicht
mehr zweifelhaft sein", und es gehören demnach tUe Nymphen mit den laugen
Flügelscheiden dem Sommer, die mit kurzen dem Winter resp. Herbst an; ob
dieses Alternieren verschiedenartig entstehender Imaginesgenerationen bei Termiten
als Heterogonie , Generationswechsel oder Säsondimorphismus sich herausstellt,
muss weiteren Beobachtungen anheimgestellt werden. — Welchen Arten die beob-
achteten Thiere angehörten, ist noch ungewiss Zwei werden als n. sp. angedeutet:
T. riogrundcnsis und Mülleri S. 3. (Wie der Verfasser auf Grund der vorgetragenen
Beobachtungen seiner Mittheilung obige Ueberschrift geben kann, ist mir nicht
recht deutlich; nach Ihering selbst gehen aus den kurzfiügeUgen Nymphen die
langflügeligen durck Häutung hervor; beide gehören also einer Generation an;
Refer.)
Nochmals der „Generationswechsel" bei Termiten; derselbe eben-
da S. 179—182. In den Nestern einer Termes simihs nahe stehenden Art, die
ausser König und Königin Nasuti und Arbeiter zweierlei Form (Eutermes und
Anoplotermes) enthalten, zeigen sich die Imagines in grossen Mengen zwei Mal im
Jahr, im Juli und November. Die Imagines beider Generationen sind sich gleich,
entstehen aber aus Nymphen verschiedener Form; die Nymphen der Novemberform
(G) haben ein breites, ovales Abdomen, die der Juliform (R) ein cylindrisches,
langgestrecktes; letztere haben auch kürzere Flügelscheiden. Die Form R gehört
nach der Mageubildung zu Anoplotermes, und diese sind nur Mitbewohner der
Erdnester. (Darnach würde sich der vermeintliche Generationswechsel als ein
Zusammenleben verschiedener Arten in eiuem Neste herausstellen? Refer.)
lieber die Nymphen der Termite]n nach v. Ihering's ersterer Mittheüung
äussert F. Müller dieselbe Vermuthung, die ich oben ausgesprochen habe : die kurz-
flügeligen Nymphen v. Ihering's sind Jugendstadieu der langflügeügen; ebenda
S. 177 f.
80 Dr. Ph. Bert kau.
Porel theilt ans einem Briefe P. Berthoud's, der als Missionar in Trans-
vaal sich aufhält, einiges über die Bauten und Lebensweise des Termes bellicosus
Smeuthm. mit, die Angaben Smeathman's durchgängig bestätigend. Die aus
einem zähen Thon hergestellten Bauten haben einen Durchmesser von 1,5—2 m
an der Basis, ragen gewöhnlich 1 m über den Boden und reichen bis zu 1,5m in
die Tiefe. In günstigem, d. h. thonigem Boden sind die Nester oft bis auf 100 oder
50 m einander genähert und stehen mit einander durch unterirdische Gänge in
Verbindung ; in sandigem Boden sind sie seltener. (Eine seltenere Art macht Bauten
von 4 — 5 m, die aber Stunden weit voneinander entfernt sind.) — Im Mittelpunkt
des Nestes ist die Kammer der Königin ; dieselbe hat eine quadratische Grundfläche
von 1 dem und eine Höhe von 1 cm und steht durch zahlreiche Thüren von 1 cm
mit der Umgebung in Kommunikation. Im übrigen Bau befinden sich zahlreiche
Galerien und Kammern, welche letztere meist kleiner als die Wolmung der Königin
sind und keine Oeff'nungen haben; sie enthalten die verschiedenen Sorten von Ter-
miten in den verschiedenen Entwicklungsstufen. Ausserdem enthält der Termitenbau
noch eigenthümliche Körper einer bröckeligen Masse von der Grösse einer Hasel-
nuss bis zu der eines Kindskopfes, deren Zellen mit Eiern imd ganz jungen Indi-
viduen besetzt sind. Ausser den Königinnen, deren gewöhnlich, aber nicht ausnahmslos,
nur eine in einem Stocke ist, und dem König, der sich immer bei seiner Gemahlin
aufhält, sind noch drei Sorten im erwachsenen Zustande zu unterscheiden: Die
flügellosen, gi'ossköpfigeu und grosszangigen Soldaten, die ebenfalls flügellosen Ar-
beiter, und die geflügelten, die in einem Bau nie in grosser Zahl vorhanden sind.
An feuchten Sommerabenden verlassen sie den Boden, entfernt von einem Termiten-
haufen, durch ein Loch von einem halben Centimeter und erheben sich schwerfällig
in die Luft, wo sie bald eine Beute der Vögel und anderer Thiere werden. Bert-
houd vermuthet in ihnen die Männchen; nach Müller sind es aber Männchen
und Weibchen mit unentwickelten Geschlechtsorganen, die sich erst entwickeln,
wenn sie König und Königin eines Termitenbaues werden; vgl. dies Ber. f. 1873/74
S. 220 (19C): Mitth Schweiz. Ent, Ges. VII S. '297—300.
Auch Kolbe theilt nach Bachmann Beobachtungen über Termiten (Hodo-
termes viator) im Capland mit; Entom. Nachr. 1887 S. 71.
S. Scudder beobachtete neuerdings wieder einen Fall, wo Termes flavipes
lebenden Pflanzen (Setzlingen von Geranium) schädlich wurde; Canadian Entomo-
logist XIX S. 217 f,
Neiiroptera.
Mac-Laclilan liefert die Description de plusieurs nouvelles
especes de Panorpides provenant du Japon et de la Siberie
Orientale; Mitth. Schweiz. Eni Ges. VII S. 400—406, und stellt
eine Liste der bisher aus Japan, dem östlichen Sibirien und nördlichen
China beschriebenen (16) Arten zusammen.
Kieffer stellt ein Verzeichniss der von 1880 — ^1884 um Bitscli
beobachteten Neuropteren zusammen; Entom. Nachr. 1887 S. 49f.
(31 Trichopt., 28 Planip.).
Mac Lachlan setzt seine Notes additionelles sur les Nevropteres
des Vosges fort; Revue d'entomol. 1887 S. 57f.
Trichoptera.
Nach W. Müller sind die lötfelartig ausgehöhlten und dicht
mit Haaren besetzten Maxillarpalpen der Männchen von Sericostoma
personatum, die wie eine Maske einen grossen Theil des Kopfes
verhüllen, ein Duftapparat; der Geruch, den dieselben verbreiten,
ist Vanille-ähnlich. Dieses Archiv 1887 S. 95—97 mit 2 Holzschn.;
Ann. a. Mag. Nat. Bist. (5) XX S. 305—307.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 81
A, M. Fiel de berichtet aus China über den Fund von Larven-
gebäusen, die sieb auf dem sandigen Grunde fliessender Gewässer
finden. Sie stellen eine kleine Hoble dar, deren Dacb durcb ein
Gespinnst, äbnlicb einem Fiscbernetz oder Gaze, gebildet wird. Dieses
Dacb misst Vs — Vi"? ist hinten durcb einen Pfeiler von Sand gestützt
und hat vorn, an dem der Strömung zugekehrten Ende, eine kleine
Oeffnung, aus der die bis ^/g" lange Larve ihren Kopf heraussteckt,
um die ihr durcb die Strömung zugeführte Nahrung zu ergreifen.
Nach der Einsenderin der Notiz ist die Larve nahe verwandt mit
der von C. H. Clarke beschriebenen; vgl. dies. Ber. f. 18ö3 S. 119.
— Auch glaubt dieselbe in China die von F. Müller aus Brasilien
beschriebenen Gehäuse von Lagenopsyche Spirogyrae gefunden zu
haben. Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1887 S. 293 f.
Apatania fimbriata Pict. new to the British Isles; K.J.Morton, Entom.
Monthl. Mag. XXIV S. 118.
Ueber die Gattung Chimarrha macht F. Müller die Mittheilung, dass
die Puppe von Ch. morio in einem nach Art der Hydropsychiden gebauten Gehäuse
ruht und Athembewegungen macht; die Gattung würde demnach zu den Hydro-
psychiden und nicht zu den Ehyacophiliden zu stellen sein; Entom. Nachr. 1887
S. 2-2b f ; (vergl. Mc LacUan Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 90).
Derselbe beschreibt die Larve von Chimarrha und bildet den vordersten
Theil des Kopfes derselben ab; vielleicht gehören die brasüianischen Arten einer
neuen Gattung, Chimarrhodcs, an; ebenda S. 290 f.
Holocentropus stagnalis Albarda in Worcestershire , new to Britain;
Fletcher, Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 43.
Hagen gründet auf seine Hydroptila cursitans die Gattung Plethes
und giebt eine eingehende Beschreibung und Abbildung der Gattung und Art,
welche auf Ceylon an den in Gebirgsbächen aus dem Wasser ragenden Steinen in
grosser Anzahl, oft in copula, hin- und herläuft; vielleicht ist das Thier auch ein
Wasserläufer. Verli. Zool. Bot. Ges. Wien 1887 S. 643—046 Taf. VIH.
Hydroptila femoral is Eatan und longispina Mc Lach., wahrscheinlich
eine Art; McLachlan, Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 44 f.
Eine deutsche Lagenopsyche wurde von W. Müller gefunden und ist
von F. Müller beschrieben; Entom. Nachr. 1887 S. 337 — 340. Da die Lnagines
zu den brasihanischen Larvengehäusen von Lagenopsyche inzwischen bekannt
geworden sind, so stellte sicli heraus, dass sie der Gattung Oxyethira angehören.
Daraus ergiebt sich dami für die deutsche Lagenopsyche die Wahrscheinlichkeit,
dass sie Oxyeth. costalis ist, und dass sie sich in Teichen oder langsam fliessenden
Wasser an den Blättern von Polygonum amphibium und anderen Wasserpflanzen
finden lässt.
Auch K. J. Morton hebt in einer Notiz on the cases of Oxyethira
costalis Curt., and another of the Hydroptilidae die grosse Aehnlichkeit
des Gehäuses von Oxyethira mit Lagenopsyche hervor; das Gehäuse von Orthotri-
chia angustella ist nicht so durchsichtig wie das von Oxyethira oder Agi'aylea,
sondern grünlich, auf der Mitte des Eückens mit Braun gemischt. Entom. Moutlil.
Magaz. XXIII S 201—203.
Orthotrichia Tetensii (Berlin); Kolbe, Entom. Nachr. 1887 S. 357.
Philarctus Przen>alskii (Zaidam); Mac Lachlan, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XXI S. 456 mit Holzschnitt des Hinterleibes des cJ.
Die Gattung Philanis us kommt auch an der Küste von New South Wales
vor (Sydney); Gehäuse, die mit denen des Neuseeländischen Ph. plebejus grosse
Aehnlichkeit haben, wurden in Sydney Harbour gefunden. Sie sind aus Bruch-
stücken von Ulva oder Euteromorpha verfertigt, während die von Ph. plebejus
aus Bruchstücken von „a coralline sea weed" bestehen. Mc Lachlan, Entom.
Monthl. Mag. XXIV S, 154 f.
Tino des maculicornis Pict. new to Britain; Entom. Monthl. Mag. XXIV
S. 136.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. 2. H. IL 6
82 Dr. Ph. Bertkau.
Plaiiipeiiiiia.
Panorpidae. Panorpa orientalis (Wladi wo stock) S. 400, Lewisi (Japan)
S. 402, biconmtu (Japan) S. 403, co;-H2^era (Wladiwostock) S. 404; MacLachlan,
Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VH.
Panorpodes dccorata (Japan); derselbe ebenda S. 405.
Chrysopidae. Cbrvsopa stictoneura tfe?'Ä<.=Notochry8a insignis Walk.; Mc
Lac hl an, Entom. Montbl. Mag. XXIV S. 44.
Chrysopa dubitans (Zaidam) S. 448, perjjlexa (ibid.) S. 449, tJiihetana S. 450,
devia (Zaidam) S. 451; Mac Lachlan, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI.
In seinen Bemerkungen On Hemerobius (Psectra) dipterus Burm. and
H. delicatulus A. Fitch in Entomol. Americ. II S. 21—24 führt Hagen die
in der Literatur vorliegenden Angaben über den Fang dieser seltenen Art auf und
tlieilt dann das Kesultat seiner Untersuchung von H. delicatulus Fitch mit, der
ein vierflügeliges Exemplar von H. dipterus ist. Zweiflügelige Exemplare von
Ps. dipterus, die eine genaue Untersuchung zuhessen, erwiesen sich als Männchen ;
unter den vierflügeligen Hessen sich nur Weibchen erkennen.
Psychopsis Meyricki (Mt. Kosciusko, N. S. Wales); Mc Lachlan, Entom.
Monthl. Mag. XXIV S. 30.
Mantispidae. Ein Beitrag zur Kenntniss der Verwandlung der
Mantispi den-Gattung Symphrasis Hg. im Zoolog. Anzeig. 1887 S. 212 — 218
mit 4 Holzschn. von F. Brauer macht nach den abgestreiften Larvenhäuten die
Larve dieser bei Polybia lebenden Gattung bekannt. Die Larve ist ganz ähnUch
jener von Mantispa imd nicht von Hemerobius, was bei der sonstigen Aehnlichkeit
von Symphrasis mit Hemerobius interessant ist. Die Larve hat wie bei Mantispa
fast gerade nach vorn stehende, bei der reifen Larve am Grunde breiter getrennte,
flache, dreieckige Saugzangen und rudimentäre Gliedmassen; die Larvenhaut ist
dimn und zart. Die lange Legeröhre der Symphrasis-Weibchen macht es wahr-
scheinlich, dass dieselben ihre Eier nicht wie die Hemerobien auf Stielen befestigen,
sondern dieselben direkt in das Wespennest ablegen. Dann ist aber auch die An-
nahme gerechtfertigt, dass die aus den Eiern ausschlüpfenden Larven eine vreniger
bewegliche Form besitzen als die jimgen Mantispa-Larven, die erst nach 7-monat-
lichem Fasten einen Spinnencocon aufsuchen müssen, um in demselben ihre Nahrung
zu finden und ihre Verwandlung zur Nymphe durchzumachen. — Vgl. Hagen,
Stett. Ent. Zeitg. 1877 S. 210.
Myrmeleontidae. Acanthoclisis pallida (Innerasien)-, Mac Lachlan, Hör.
Soc. Entom. Koss. XXI S. 453.
Diptera.
Von Bigot's „Dipteres nouveaux ou peu connus" in den Ann.
Soc. Ent. France 1887 enthält die 30. Partie, S. 17—19: XXXVIII.
Liste synoptique des especes appartenant au genre Loxocera
Meig.; die 31., S. 20 — 46: XXXIX. Descriptions de nouvelles
especes de Stratiomydi et de Conopsidi; die 32., S. 203—208:
XL. Descriptions de nouvelles especes de Myopidi.
Bergroth befürwortet zur Nomenklatur der Dipteren die
Anwendung des Prioritätsprinzips; Entom. Nachr. 1887 S. 147 — 151.
Mik's Bemerkungen über Dipteren in den Verh. Zool. Bot.
Ges. Wien XXXVII S. 173—188 Taf. IV enthalten die Beschreibung
dreier neuer Arten und Bemerkungen zu Gampsocera numerata; Sa-
promyza diiformis; Tephritis Leontodontis; Clidogastra breviseta.
Mik bringt weitere Dipterologische Miscellen; Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 33-36, 187—191, 238-242, 264-269.
Derselbe liefert Diagnosen (6) neuer Dipteren; ebenda
S. 161-164.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 83
Porstschinsky fährt in der Beschreibung der Diptera euro-
paea et asiatica nova aut minus cognita (cum notis biologicis)
fort. Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 3—20 Taf. I, S. 176—200,
Taf. VI.
E. Gobert stellt einen Catalogue des Dipteres de France
zusammen; Caen, 1887, S. 1 — 83; als Beilage zu Revue d'entomol.
1887 erschienen.
Eine kritische Besprechung desselben von Mik s. Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 244f.; Gobert's Reponse au Prof. Mik in Revue
d'entom. 1887 S. 277.
Als Contribuzioni alla fauna Entomologica Sicula zählt
Minä Palumbo die ihm bekannt gewordenen Sizilianischen Dipteren
auf; II Naturalista Sizihan. VI S. 115-119, 147—153.
In einem Beitrag zur Dipterenfauna Tirols in den Verh.
Zool. Bot. Ges. Wiens XXXVH Ö. 381—420 Taf. VII führt Pokorny
400 von ihm am Stilfser Joch und in Judicarien gefundene den 887
bisher aus Tirol bekannten Arten hinzu; einige neue Arten waren
bereits im vorigen Jahr in der Wien. Ent. Zeitg. beschrieben.
Th. Becker bringt Beiträge zur Kenntniss der Dipteren-
Fauna von St. Moritz; Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 93—141.
Tief bringt einen Beitrag zur Dipterenfauna Kärnthens;
Progr. a. d. Jahresbericht k. k. Gymnasiums zu Villach in Kärnten,
1887; 32 Ss. — Enthält Dipt. orthorrhapha, darunter 55 Arten, die
in Schiner's Faun, austr. noch nicht aus Oesterreich aufgeführt waren.
Kowarz bringt No. VI seiner Beiträge zu einem Ver-
zeichnisse der Dipteren Böhmens (Conopidae — Pipunculidae) ;
Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 146—154.
H. Beuthin: Erster Beitrag zur Kenntniss der Dipteren
der Umgegend von Hamburg; Verhandl. Ver. f. naturw. Unter-
haltung Hamburg, VI. S. 3-42 (Separ.).
van der Wulp macht 14 für die Niederländische Fauna neue
Arten namhaft; Tijdschr. v. Entom. XXX, Versl. S. XXVIf.
Sintenis verzeichnet die livländischenTrypetinenS. 198 — 211
unddielivländischenTetanocerinen, Ortalinen, Platys tominen
und UlidinenS. 219—226; Sitzgsber.d.DorpaterNaturf.GesellschVin.
In Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 37—43 ist der Schluss von
Dziedzicki's Beitrag zur Fauna der zweiflügeligen Insekten
enthalten, d. h. die Uebersetzung einer früher in polnischer Sprache
erschienenen Arbeit; vgl. den vor. Ber. S. 136.
V. Röder giebt eine Uebersicht der beim Dorf Elos bei
Kisamos auf der Insel Kreta . . . gesammelten Dipteren;
Beriin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 73—75.
von der Wulp giebt Aanteekeningen betreffende Javaan-
sche Diptera; Tijdschr. v. Entom. XXX S. 175 — 180. Dieselben
beziehen sich auf Ocyptera umbripennis v. d. Wulp, Adrama determi-
nata Walk., Sciara sulcata^ Apsinota pidiventris.; s. unten.
Lefevre erhielt aus Yezo folgende europäische Arten: Volucella
pellucens, Eristahs tenax, Lucilia cornicina und Criorrhyna Brebissonii;
Bull. Ent. France 1887 S. LXXVII.
84 Dr. Ph. Bertkau.
Karsch fahrt in der Bearbeitung der Dipteren von Pungo-
Andongo fort; Entom. Nachr. 1887 S. 5—10, 97—105.
Derselbe bringt Dipterologisches von der Delagoabai;
ebenda S. 22 — 26 (Ceratitis sp.; Toxophora; Culex sp.).
Derselbe erstattet Bericht über die ... in Ostafrika ge-
sammelten ... (154) Dipteren; Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 367- 382
Taf. IV.
Beiträge zur medizinischen Zoologie in Münch. mediz.
Wochenschr. 1886 von 0. Hofmann enthalten die Mittheilung, dass
von einem 42 jährigen Manne „Hunderte von Würmern" erbrochen
wurden, aus deren einigen Mik Homalomyia canicularis und inci-
surata erzog. An exhumirten Leichen wurden Phora albipennis,
perennis; Hydrotaea dentipes? und Pyrellia cadaverina beobachtet.
(Nach Mik, Wien. Ent. Zeitg 1887 S. 47 f.)
S. Lampa schreibt Om fluglarvers förekomst i tarmkanalen
hos menniskan; Entom. Tidskr. 1887 S. 5 — 20; französisches Resume
S. 136 — 153. Nach einer Aufzählung der in der Literatur vorhandenen,
meist unvollständigen und oft auch zweifelhaften Angaben von dem
Vorkommen von Fliegenlarven im menschUchen Darmkanal, theilt
der Verfasser seine Beobachtungen mit, die er an einem Mitgliede
seiner FamiHe zu machen Gelegenheit hatte. Demselben waren am
4. Juli in einer flüssigen Entleerung Larven abgegangen, die sich
nach wenig Tagen verpuppten und vom 19. an über 100 Imagines
lieferten, die als Aricia scalaris F., manicata Meig. und incisurata
Zeit, erkannt wurden; von letzterer Art waren nur 2 Männchen er-
halten worden, und die Bestimmung derselben ist nicht ganz sicher.
Dieselbe Person entleerte Mitte August abermals gleiche FHegenlarven,
die erwachsen waren, und gegen die früher Purgantia vergeblich
angewandt worden waren. Es ist wahrscheinlich, dass die Eier der
genannten Arten an Fleisch gelegt werden, mit diesem in den Magen
des Menschen gelangen und im Darm verweilen, bis sie ihre volle
Entwickelung erreicht haben. Auf S. 19 ist in Fig. 1 die Larve
von A. scalaris, in Fig. 2 die von A. manicata vergrössert abgebildet;
sie lassen sich durch die Gestalt der zapfenförmigen Auswüchse an
den Seiten des Körpers unterscheiden.
G. Joseph: Ueber myiasis externa dermatosa (durch
Fliegenlarven verursachte Hauterkrankungen); Monatshefte für prak-
tische Dermatologie, VI, No. 2, 3, 4 und besonders Hamburg und
Leipzig, bei Leop. Voss, S. 1 — 40 mit einer Tafel. Der Verfasser
unterscheidet eine Myiasis muscosa, die von Museiden, zumeist von
der von Joseph Sarcophila Wohlfarti genannten Art, vielleicht auch
Sarcophaga- Arten, veranlasst wird und einen raschen Verlauf (11 Tage)
nimmt, in Folge des raschen Wachsthums der Larven, und eine
Myiasis oestrosa, die Hypodermen zur Ursache hat. Von letzterer
berichtet Joseph über zwei von ihm vor vielen Jahren (1864 und
1875) beobachtete Fälle, in denen Hypoderma Diana und bovis in
Dasselbeulen beim Menschen gelebt hatten, in dem einen Falle
(H, Diana) bis zur vollen Reife der Larve, in dem anderen Falle
(H. bovis) bis zum dritten Stadium. Vergl. unten bei Oestridae.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 85
In den Verhandl. Ver. für innere Medizin zu Berlin, 5. S. i^2 — 97
finden sich mehrere Mittheilungen über das Vorkommen von FKegen-
maden im Menschen, theils im Darmkanal, theils in Geschwüren.
Gegen 1000 8 — 12tägige Maden von Musca domestica wurden von
einem Kranken ausgebrochen, der einen halben Monat lang fast nur
rohes Fleisch genossen hatte; eine Frau erbrach Maden von Antho-
myia scalaris oder canicularis; einem Kinde wurden aus dem äusseren
Gehörgang mehrere Fliegenmaden entfernt und einem anderen aus
einer Kopfwunde 10 Maden gezogen, nach deren Beseitigung die
Wunde bald zuheilte.
Girschner sagt Einiges über die Färbung der Dipteren-
augen; Berl. Entom. Zeitschr. 1887 S. 155 — 162 Taf. III. (Bunt)
gefärbte Augen findet er namentlich bei lichtliebenden Arten, wogegen
die weniger das Licht aufsuchenden Arten (einfarbig) dunkle Augen
haben. Unter den ersteren haben aber diejenigen, „welche ihrer
Lebensweise nach einen vorzüglich entwickelten Gesichtssinn haben
müssen", gewöhnlich einfarbige Augen, wodurch man zu dem Schlüsse
gedrängt wird, dass einfarbige Augen als Sehorgane vollkommener
sind, als gefleckte, bandirte u. s. w. Wo bei den Orthorrhaphen
bunte Augen vorkommen, ist die Zeichnung bei beiden Geschlechtern
verschieden, im männlichen Geschlechte weniger entwickelt als im
weiblichen; bei den Cyclorrhaphen ist die Augenzeichnung dagegen
in beiden Geschlechtern gleich. Der Verfasser charakterisirt dann
einige Familien hinsichtlich ihrer Augenfärbung und bildet die Augen
von 21 Arten, z. Th. in beiden Geschlechtern, ab.
G. V. Ciaccio: Gli occhi semplici de'Ditteri ragguagliati coi
composti. Paragone della retina degli occhi coraposti dei Ditteri con
quella dei Vertebrati; Ist mir nicht zugekommen; s, darüber z. B.
Bull. Soc. Entom. Ital. 1887 S. 139.
G. Cuccati veröfientlicht eine Nota preventiva intorno alla
struttura dei cerevello della Somomya erythrocephala und
vergleicht den Bau des Gehirns dieser Art mit dem von ihm bei
Orthopteren gefundenen; Bull. Soc. Entom. Ital. 1887 S. 286—288.
Kowalewsky hat seine l>eiträge zur Kenntniss der nachem-
bryonalen Entwicklung der Museiden nun in ausführlicherer
Form und mit Abbildungen erscheinen lassen; Zeitschr. f. wiss. Zool.,
45. Bd., S. 542—594 Taf. XXVI— XXX; vgl. den Bericht für 1885
S. 133 f. — Ich füge dem früheren Bericht hinzu, dass auch die
Hypodermis durch die zu Phagocyten gewordenen Blutkörperchen
zerstört, bezw. verspeist wird, und dass die Hypodermis der Imago,
auch die des Hinterleibes, sich aus Imaginalscheiben entwickelt, die
auch in den einzelnen Segmenten des Hinterleibes auftreten. Damit
ein Organ den Angriffen der Phagocyten erliege, muss es sich bereits
in geschwächtem, nicht mehr funktionirendem Zustande befinden; die
Anlage von imaginalen Organen z. B., die sich bereits in der jungen
Larve befinden, sich aber viel langsamer entwickeln als die Larven-
organe, bleiben von den Angriffen der Phagocyten verschont. Nur
die Zellen des Fettkörpers machen eine Ausnahme; aber hier ist die
Annahme gestattet, dass dieselben während der Verwandlung ihre
86 Dr. PL Bertkau.
Assimilationsfälligkeit einbüssen und somit in die Reihe der ge-
schwächten Organe übertreten.
van Rees beschreibt den Zerfall der Gewebe im Puppenstadium,
an dem in erster Linie die Leukocyten betheiligt sind; zur Unter-
suchung diente die Puppe von Musca vomitoria; Tijdschr. Nederl,
Dierk. Vereenig. (2) I Versl. S. CXLIII. — Die Regeneration einiger
Muskeln der Larve und ihre Entwickelung zu den Flügelmuskeln
der Lnago beschreibt derselbe ebenda 13 S. IV.
W. Raschke bringt eine vorläufige Notiz zur Anatomie und
Histologie der Larven von Culex nemorosus; Zool. Anzeig.
1887 S. 18f. Ausser dem „Sipho" besitzt die Larve ein Athmungs-
organ am After in Gestalt von vier Kiemen tblättchen. ,Die Ober-
lippe nimmt durch ihren Bau und die mit diesem verbundene Funktion
als nahrungszufühi'endes Organ eine wichtige Stellung als Larvenorgan
ein." Der Epipharynx ist Träger von vier Sinneshaaren. Der Pha-
rynx ist ein Reusenapparat. Ausser den doppelten Augenpaaren ist
die Larve im Besitz von verschiedenwerthigen Sinneshaaren, die
ausser am Epipharynx an den Antennen und dem ganzen Körper in
besonderer Anordnung ihren Platz haben." Die ausführliche Arbeit
ist in diesem Archiv 1887 S. 133—163 Taf. V, VI erschienen.
C. R. Osten-Sacke n schreibt on Mr. Portschinsky's publications
on the larvae of Muscidae und giebt a detailed abstract of his last
paper: Muscarum cadaverinarum stercorariarumque biologia
comp a rata; Berl. Entom. Zeitschr. 1887 S. 17 — 28. Da mir die
letztere Mittheilung, über die ich ihrer Abfassung in russischer Sprache
wegen s. Z. nicht berichten konnte, wichtig genug scheint, so gebe
ich hier nach Osten-Sacken's Referat ihren Inhalt wieder; vgl. dies.
Ber. für 1885 S. 139. — Von Aasfliegen wurde die Entwickelung
von Calliphora erythrocephala, Lucilia caesar und Cynomyia mortuorum
verfolgt. Dieselbe erfolgte nur in faulendem Fleisch, und die Larven
gingen bald zu Grunde, wenn sie sich in faulenden Pilzen und Kuh-
dünger entwickeln sollten; nur die Larven von Lucilia caesar blieben
am Leben, wuchsen aber langsam. Die Larven dieser drei im Imago-
zustand so sehr verschiedenen Arten, dass man Cynomyia sogar zu
einer anderen Gruitpe (den Sarcophaginae) gebracht hat, sind ein-
ander in ihren 3 Entwickelungsstadien zum Verwechseln ähnlich.
Dabei besteht aber die bemerkenswerthe Verschiedenheit, dass Calli-
phora und Lucilia 300— 600 Eier legen, Cynomyia im höchsten Falle
150, gewöhnHch weniger; da alle übrigen Lebensbedingungen gleich
sind, so ist dieser Zahlenunterschied für die Fliege ungünstig, und
sie ist in Folge dessen die seltenste der 3 Arten. Im Frühling
mancher Jahre ist Cynomyia ungewöhnlich häufig, und dann ist
Calliphora selten und erscheint erst zu Anfang Juni. Aas, das in
solchen Jahren in Zwischenräumen ausgelegt wurde, lieferte die
grösste Zahl von Cynomyia von Mitte bis Ende Mai, mit einem
Minimum gegen Anfang Juni, von wo an Calliphora auf Kosten von
Cynomyia an Zahl zuzunehmen begann; letztere hörte mit Ende
Juni mit Erscheinen auf. Die einzige Aussicht für Cynomyia ist
daher im Frühling, so lange ihre Mitbewerber weniger zahlreich sind,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 87
und namentlich in solchen Jahren, wo Calliphora aus irgend welchen
Gründen seltener ist oder später erscheint.
Von koprophagen Fliegen wird namentlich die Entwickelung
von Musca domestica und M. corvina eingehend geschildert. Erstere
legt 120 — 160 kleine Eier, aus denen nach 24 Stunden die Larven
ausschlüpfen. Diese haben in ihrem ersten Stadium, in welchem sie
etwa 1 Tag verharren, sehr kleine Stigmenplatten mit je einer herz-
förmigen Athemöffnung; im zweiten Stadium sind zwei Spalten vor-
handen. Nach einem weiteren Tage tritt sie in das dritte Stadium.
in welchem die Stigmenplatten noch grösser sind und die beiden
Spalten eine für die Art charkteristische Gestalt haben: eine Linie
verläuft in mäandrinischcn Windungen parallel dem äusseren Ring
der Hornplatte.
In anderer Hinsicht ist die Larve von M. domestica der von M.
corvina und Dasyphora pratorum sehr ähnlich. Bei M. domestica
haben die vorderen Athemöffnungen 6, bei M. corvina 12 Strahlen.
Die hinteren Stigmenplatten von M. corvina sind sehr gross im Ver-
gleich zu den beiden anderen Arten; bei M. domestica sind sie klein
und weit von einander abstehend; bei Dasyph. pratorum sind sie
kleiner als bei M. corvina und einander noch mehr genähert.
M. corvina legt nur 24 Eier von 1,5 mm Länge, die mit einem
gebogenen Anhang von 2/3 der Länge des Eies versehen sind. —
Pyrellia serena und Graphomyia maculata legen 44 Eier; Myospila
meditabunda, Mesembrina mystacea und Spilogaster Angelicae nur 24
(oder noch weniger) von einer Länge von 1,5; 4; 2 mm bei einer
Grösse der Imago von 6; 12,5 und 6,5 mm. Das Ei von Myosp.
meditabunda, ist dem von M. corvina ähnlich, nur ist der Anhang
weit kürzer und stärker gebogen; von diesem Anhang läuft ein
schwarzer Streifen längs der Bauchseite des Eies bis zu dessen ent-
gegengesetztem Ende. In 24 Stunden schlüpfen die Larven aus und
gelangen vom ersten Stadium mit Ueberspringung des zweiten sofort
in das dritte; das Puppenstadium beginnt nach einem sehr kurzen
Larvenleben. Ebenso überspringt M. corvina das zweite Larvenstadium,
und in dieser abgekürzten Entwickelung liegt ein Ersatz für die
geringere Zahl der Eier gegenüber M. domestica. — Unter den
koprophagen Fliegen, die in verschiedenen Gruppen und Familien
vorkommen, tritt das Lebendiggebären ziemlich häufig auf; so bei
Sarcophaga haematodes (freilich sind die Sarcophagae überhaupt
vivipar), Mesembrina meridiana; Dasyphora pratorum; Hylemyia
strigosa; Chironomus stercorarius. Hylemyia strigosa setzt nur
eine, (selten zwei) sehr grosse Larve ab, die sich aber doch noch
im ersten Stadium befindet.
Die mannigfaltigen Entwickelungsarten der koprophagen Fliegen
(Lebendiggebären; Eierlegen mit Ueberspringeu des 2. Stadiums;
Absetzen einer einzigen riesigen Larve) haben alle denselben Erfolg:
für die Larvenentwickelung Zeit zu gewinnen. Bei der in Südrussland
häufigen Dasyphora pratorum entwickelt sich das Ei in einem Uterus-
ähnlichen Behältniss, bis das 3. Larvenstadium erreicht ist, und in
diesem Stadium wird die Larve auf Koth von Hornvieh abgesetzt.
88 Dr. Pli- Bertkau.
Wahrscheinlich beginnt nach Ablage der einen Larve die Ent-
wickelung einer neuen im Mutterleibe.
M. corvina ist ebenfaUs in Südrussland sehr häufig. Während
sie hier im Frühjahr dieselbe Entwickelungsart zeigt, die oben von ihr
angegeben wurde, haben die sommerlichen Exemplare einen ganz
anderen Entwickelungsgang. In dem Uterus zeigt sich ein sehr
grosses Ei, ohne Anhang, das sich in das erste Larvenstadium,
und dann sofort in das dritte verwandelt und in diesem
Stadium abgelegt wird. Es ist dies das erste Beispiel einer ab-
gekürzten Entwickelung bei einer lebendiggebärenden Fliege. Die
Ursache dieser Verschiedenheit im Norden und Süden sieht Port-
schinsky in der Nothwendigkeit des Wettbewerbes mit Dasyphora
pratorum, der gegenüber eine ausschliesslich Eier legende M. corvina
nicht bestehen könnte.
Die Entwickelung von D. pratorum und der südlichen M. corvina
überbrückt die Kluft zwischen den übrigen Fliegen und den Pupi-
paren. Von letzteren lässt sich vermuthen, dass sie ursprünglich
koprophag waren und eine fast ausgewachsene Larve ablegten. Erst
mit dem Uebergang zur parasitischen Lebensweise entwickelten sich
die übrigen unterscheidenden Merkmale. Mit dieser Annahme stimmen
auch die paläontologischen Befunde: Die Tertiärfauna von Oeningen
ist bemerkenswerth reich an koprophagen Insekten.
M. domestica mit ihren zahlreichen, kleinen Eiern und ihrer
langsamen Entwickelung, steht im Gegensatz zu den übrigen kopro-
phagen Arten; hier kann die geschützte Lebensweise im Inneren
der menschlichen Wohnungen die Nachtheile in ihrer Entwickelung
ausgleichen,
Hudson beschreibt und bildet ab die im vor. Bericht S. 145
erwähnte leuchtende Larve; das Leuchten findet nicht regelmässig
statt und wird hervorgebracht von einem grossen schleimigen Zapfen
am hintern Körperende. Eine Imago, die angebKch aus einer solchen
Larve gezüchtet wurde, bestimmte Osten-Sacken als Trimicra
pilipes; Hudson fügt aber hinzu, dass Osten-Sacken noch immer
der Meinung sei, dass „die Leuchtwürmer die Larve einer Myceto-
philide" seien. On New-Zealand Glow-worms in Trans, a. Proc.
New-Zealand Institute XIX S. 62—64 PI. VI A Fig. a. S. auch
Osten-Sacken in Entom. Monthl. Mag. XXIJI S. 230f, der die Larve
mit grosser Wahrscheinlichkeit zu Sciophila zieht.
V, Martens fand in Südtirol einer Nacktschnecke täuschend
ähnliche Fliegen- (wahrscheinlich Syrphiden-) Larven, die auf der
Unterseite lose dem Boden aufliegender feuchter Steine sassen. Sie
sind nicht so gewölbt und ihre Oberfläche ist nicht so facettirt wie
die Larve von Microdon. Sitzgsber. Gesellsch. Naturf. Freunde 1887
S. 183.
Ortliorrhaplia.
Cefidomyiadae. On tbe parasites of the Hessian fly macht C. V. Eiley
in den Proc. Am. Ass. for Advanc. of Science, 34. meet., S." 332—334 folgende
Bemerkungen, die in den Proc. U. S. National-Museum weiter ausgeführt smd:
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 89
Merisus destructur Say mit ihren Synonymen; die von Say und Herrick als flügel-
lose destructor angesehenen Exemplare bringt Kiley zu (Homoporus) svbaptcrus n.
sp., die bisweilen auch geflügelt vorkommt; Eupolmus Allynii French ist nicht
auf die Hessenfliege beschränkt, sondern schmarotzt auch in Isosoma Hordei und
Tritici; Tetrastichus productus n. sp. ist, nach den Gewohnheiten der Gattung zu
schliessen, wahrscheinlich sokimdärer Schmarotzer; ebenso T. carinatus Forbes i. 1.
— Platygaster error Pack, ist wahrscheinlich Schmarotzer anderer Insekten und nicht
der Hessenfliege, ebenso ein nicht beschriebener Microgaster, der sich aus Stroh
mit der Hessenfliege entwickelte^; die Angabe Herricks und Cook's, dass Platygaster
Herrickii (oder error Fitch?) ihre Eier in die Eier der Hessenfliege lege, beruht
wahrscheinlich auf eine Verwechslung der jimgen Larven mit Eiern ; vgl. den vor.
Ber. S. 141.
F. Maule Campbell hielt vor der Hertfordshire Natural. Hist. Soc. einen
Vortrag: The Hessian Fly, der in den Transactions der genannten Gesellschaft,
Vol. IV. Part 6 S. 180-192, abgedruckt ist.
E. Ormerod meldet die Verbreitung dieses Schädlings in einer zusammen-
hängenden Linie von Cromarty am Moray Firth in Schottland bis Kent; The
Nature, 36 S. 439.
Dieselbe: Cecidomyia destructor Say in Great Britain; Trans. Ent.
Soc. London 1887 S. 1 — 6, mit Holzschn.
Ueber die Hessenfliege (Cecidomyia destructor Sat/) in Russland,
die Geschichte unserer Kenntniss derselben, die von ilu' geschädigten Pflanzen, ihre
Entwickelung, Zahl der jährlichen Generationen, deren bei Moskau :i sind, Gegen-
mittel u. s. w. macht K. Lindeman im Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou sehr ein-
gehende, auf eigene Beobachtungen gegründete Mittheilungen. 1887 No. 2 S. 378 —
441, No. 3 S. 58 S— 626 mit 6 Holzsclm.
H. Widhalm: Gessenskaja Mycha (Hessenfliege). Odessa 1886.
P. Inchbald: The Hessian Fly in Great Britain; Entomologist,
July 1887.
E. H. Meade: Cecidomyia destructor Sa^/; the Hessian Fly; ebenda
mit Holzschn.
A. S. Forbes: Contrib. to a Knowl. of the life history of the Hessian
Fly; Bull. No. 3, Office of the State Entomologist of Illinois, i887, S. 45-61.
S. Calloni fand in dem Ovarium, in BlattrandroUungen und frei auf den
Blättern von Viola odorata eine Larve, die in ihren Charakteren am meisten mit
der von C Sisymbrii übereinstimmt; im Frühjahr bewohnen die Larven das Ova-
rium, später die BlattrandroUungen, und im Sommer die freien Blätter; ein
Exemplar fand sich im Sommer auch in einer kleistogamen Blüthe. Die Bewohner
der Ovarien und BlattroUungen sind in ein seidenes Gewebe eingeschlossen; die
sommerlichen Exemplare fi'ei. Obwohl mehrere Nymphen verschiedener Alters-
stufen gefunden wurden, so ist die Imago doch nocli unbekannt, und die Art daher
nicht mit Sicherheit anzugeben. Eendic. E. Istitut. Lombarde di Sei. e Lett., 2 Ser.
Vol. XIX S. 220—240.
P. Inchbald : Notes on Cecidomyidae during 1886. The Entomologist, Februar
1887 S. 34—36.
Wachtl beschreibt zwei Gallmücken und ihre Gallen, nämlich Cecid. bacca-
rum Wachtl (auf Artemisia scoparia) und Bupleuri Wachtl auf B. falcatum; Wien.
Entom. Zeitg. 1887 S. 289—292 Taf. IV.
Eiley übersetzt aus seinem Eep. of the Commissioner of Agriculture den
auf Diplosis nigra? sich beziehenden Absatz und giebt Abbildungen von Larve,
Puppe und Imago; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 201—206.
Miastor sitbterraneus (aus den Ehizomorphen des Kohlenreviers bei Burgk in
Sachsen); Karsch, Entom. Nachr. 1887 S. 20O.
Mycetoplulidae. Asyndulum imntamtm (White Mts., Amor.); v. Eoeder,
Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 106.
Boletina silacea (Eijen); van der Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 166
PI. 11 Fig. 1.
Gnoriste Harcymac (Selkethal im Harz); v. Eoeder, Wien Entom. Zeitg.
1887 S. 155.
Ueber die Verbreitung des Leptomorphus Walkeri Curt. s. MikinWicii.
Entom. Zeitg. 1887 S. 35 f.
90 Dr. Ph. Bertkau.
Sciara sulcata (Java); van der Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 177
PL 11 Fig. 12.
Mik hält die von Becher aufgestellte Gattung Parexechia für unberechtigt
und für synonym mit Exechia und spricht dabei aus, dass die Zahl der Punktajigen
bei den Mycetophilinen keinen natürlichen Eintheilungsgrund abgebe; Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 189—191.
Bibioiiidae. Bibio consonguineus Low imd (Hirtea) femoralis Siebke sind
verschiedene Arten; letztere wird wegen der älteren Bibio femoralis Meig. in B.
Siebkci umgetauft; für B. albipennis Meig. muss wegen der älteren Say'schen Art
aus Nordamerika der Name lacteipennis Zeit, gewählt werden; Mik, Wien. Entom.
Zeitg. 1887. S. 36.
Culicidae. lieber die Larve von Culex nemorosus s. oben S. 86.
Die im vorigen Bericht (S. 141) erwähnte Culex- Art wurde von Willis ton
für neu erkaimt und unter dem Namen C. Penafieli beschrieben; s. Sanchez, La
Naturaleza VII S. 326.
C. mucidus (Delagoabai) ; Karsch, Entom. Nachr. 1887 S. 25.
Chiron oinidae. Diamesa Waltlii Meig. am 24. Januar bei frisch gefallenem
Schnee massenhaft schwärmend und auch sich paarend; Wien. Ent. Zeitg. 1887
S. 187.
Die von Verrall zu den Lestreminen gestellte Gattimg Limnophy es Eaton
gehört nach Mik zu den Chironomiden, in die Nähe von Spaniotoma Philippi,
welche letztere Gattung der Autor derselben zu den Cecidomyiden gestellt hatte;
Wien. Entom. Zeitg. 18h7 S. 34.
Tipiüidae. Part IL von Osten-Sacke n's Studies on Tipulidae enthält die
Eeview of the published genera of the Tipulidae brevipalpi; Berl.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 163 — 242. In der Vorrede spricht der Verfasser aus, dass
diese Studien Notizen enthalten, die bei der Durclisicht von Sammlimgen gemacht
sind imd in manchen Fällen Zweifel ausdrücken und Fragen anregen, ohne dieselben
in endgültiger Weise zu beantworten, in dieser Form aber eben einem Nachfolger
manchen Dienst leisten können. Die Charaktere, auf welche der Verfasser vor nahezu
30 Jahren die weitere Eintheilung der Tip. brevipalpi begründet hat, haben sich
bei näherem Studiimi durchgängig als stichhaltig erwiesen; die genauere Darstellung
des forceps der Männchen ist für die T. brevipalpi noch em unerfidlter Wunsch.
Zu der 1869 veröffentlichen „Monographie der Tipuliden" werden in einem „Appendix
to the Lidroduction" Ergänzungen und Berichtigungen geliefert imd ferner alle seit
1867 aufgestellten Gattimgen der Tipulidae aufgezählt. Es sind deren 28 (ein-
schliesslich einer in vorstehender review aufgestellten), wozu folgende Bemerkungen
gemacht werden. Furina Jaenn. vergebener Name, Trichoptera Strobl vergebener
Name, Nasitema Wnllengr. synonym mit Amalopis Halid., Diazoma Wallengr. ver-
gebener Name, Ninguis Wallengr. synonym mit Orimarga 0. S., Orimargula Mik
synonym mit Antocha 0. S., Symplectomorpha #2Ä: = Symplecta, Oreomyza Pok.
(s. unten) = Tipula. Bezüglich des vom Verfasser gebrauchten Ausdruckes „syno-
n^Tn" ist die vollständige von der theilweisen SjTionymie zu unterscheiden; eine
dritte Art von Synonymie wird durch die sog. Genera spuria geschaffen, die auf
einer missverständlichen Auffassung beruhen. ■ — Während im Allgemeinen kein
Zweifel über die Zugehörigkeit einer Gattung zu den Tipuliden bestehen kann,_ ist
die Stellung von Dixa noch strittig; Osten-Sacken schhesst sich der Ansicht
Haliday's an, der dieser Gattimg eine isolirte Stellung anwies.
La einem Nachtrag zu den vorjäliiigen Studien findet Dolichopeza malagasya
Karsch, und neue Arten der Gattung Brachypremna, Tanypremna Besprechung,
sowie langfühlerigo südamerikanische Tipulae, die der Gattung Macromastix nahe
kommen, mit ihr aber nicht verwechselt werden dürfen. Aus dem reichen Inhalt
der eigenthchen Studien über die Tip. bre\dpalpi seien folgende Bemerkungen hier
wiedergegeben.
Während die Empodia die Gattung Dicranom}'ia meist undeutlich sind oder
fehlen, erlangen sie bei D. morio einige Entwickelimg. Die Gattung ist bereits im
Bernstein vertreten; in Europa imd Nordamerika sind ihre Arten zahlreich, aus
den Tropen ist nur eine Art bekannt; ihre Verwandlimg ist noch nicht beob-
achtet. Vielleicht ist Glochina Meig. als Genus spurium S}Tionym mit Dicranomyia.
Die Gattung Geranorayia ist kosmopolitisch und war bereits zur Eocänzeit vorhanden
(fossil in dien Ablagerungen von Aix). — Peripheroptera ist eine tropische Form
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 91
von Dicranomjia und von letzterer durch die Flügelbikhmg unterschieden; Kham-
phidia abeirans Schin. ist ein Peripheroptera; eine südamerikanisclie Limnobia ver-
einigt einige Merkmale von Peripheroptera und Libnotes. — Von den 4 beschriebenen
Arten von Dapanoptera 0. S. wird eine analytische Tabelle gegeben. — Libnotes ist
eine Limnobia, bei der das Flügelgeäder in einigen Einzelheiten die Charaktere von
Limnobia in übertriebenem Masse enthält; (üe Gattung verbreitet sich von Ceylon
und den Phiüppinen bis nach Neuguinea und hat liier 13 bekannte Arten, die in
einer Tabelle unterschieden werden. — (Limnobia) delectata Wli., filiformis Wk.
und argentotincta Wk. sind vorläufig bei Elephantomyia unterzubringen. — Taphro-
phila Rndn. ist = Antocha; (Limnobia) vitripennis Meig. wahrscheinUch die
europäische Form von A. opalizans; Orimargula alpigena Mk. ist eine Antocha mit
offener Diskalzelle. — Die Gattung Trimicra ist kosmopohtisch, und Limnobia
brunnipennis Mcq. = Tr. pilipes. — Nach einer brieflichen Mittheilung Mik's
liegt das Männchen bei der Begattimg auf dem Eücken (unter dem Weibchen ?) ; es
wird vom Weibchen herumgetragen und richtet sich dabei auf seinen Hinterbeinen
fast senkrecht in die Höhe. — Psiloconopa ist mit Trimicra nahe verwandt und
die unterscheidenden Merkmale des Geäders sind noch näher zu definiren. — Die
Gattung Lipsothrix Zw. hat keine Empodien. — Die Gattimg Veruina Wallengr. ist
noch unklar. — Caenarthria Thoms. ist eine Gynoplistia. Gynopl fusca Jaenn. ist
eine Ctedonia Phil., wahrscheinlich C. flavipennis Phil.; die beiden genannten
Gattungen und Cerozodia Westw. sind nahe verwandt. — Obwohl Diazoma Wallengr.
(für Trichocera hirtipennis) ein bereits von Lamarck vergebener Name ist, so sieht
Osten-Sacken doch von der Schöpfmig eines neuen ab, da die „wahren Merkmale
der neuen Gattung noch zweifelhaft sind." — (C.yhndrotoma) ornatissima Dolesch.
ist ein Tanyderus — Bemerkungen über Rondani's Gattungen im Prodr. Dipter.
Ital. und Bigot's Klassifikation der Tipuliden bilden den Schluss dieser Eeview.
G. H. Verrall fährt in seiner List of British Tipulidae etc. with notes
fort; Entom. Monthl. Mag. XXIII S. 205—209, 263-267; XXTV S. 108—112.
E. Pokorny beschreibt Neue Tipuliden aus den österreichischen
Hochalpen; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 50—60 Taf. L
Lecteria n. g. Eriopterin. für (Limnobia) armillaris {F.) Wied.; Osten-
Sacken a. a. 0. S. 206.
Oreomy za (n. g. Tipulae proximum) glacialis (Tirol; Kärnthen, 2300—2500 m),
S. 50 Fig. 1—4, 8, 9, irregularis (ibid.) S. 53 Fig. 5, 6, Austriaca (Sclmeeberg)
S. 56 Fig. 10; Pokorny a. a. 0.; vgl. oben.
Brachypremna piciipes (Brasilien), unicolor (Portorico); Osten-Sacken a.
a. 0. S. 239.
Chionea araneoides beiMeiningen; Girschner, Entom. Nachr. 1887 S. 131.
Cerodozia plumosa (Neu-Seeland) S. 213; Osten-Sacken a. a. 0.
Ctenophora pictipennis (Wladiwostock) S. 3 Taf. I Fig. 1, parva (ibid.) S. 4
Fig. 2; Portschinsky, Hör. Soc. Ent. Eoss. XXI.
Ephelia submarmorata (Tunbridge Wells; Frant); Verrall a. a. 0. XXHI
S. 264.
Epiphragma delicatula (Columbien) S. 208; Osten-Sacken a. a, 0.
Eriocera Humberti Meleagris, pachyrrhina, crystaloptera S. 222, alle von Ceylon;
Osten-Sacken a. a. 0.
Gnophomyia cordialis (Australien), fascipennis\ (Amazonenstrom S. 199, calo-
ptera (Brasilien?) S. 200; Osten-Sacken a. a. 0., guttatipennis (Bondei, Ostafr.);
Karsch, Berl. Entom. Zeitschr. 1887 S. 369.
Limnophila lineolella XXHI S. 266, aperta XXTV S. 108 (England); Verrall
a. a. 0.
Mongoma i^ertnjpe* (Tumbong Hiong, Borneo) S. 204; Osten-Sacken a. a. 0.
Parotropesa collaris (Oberer Amazonenstrom) S. 190; Osten-Sacken a. a. 0.
Peripheroptera incommoda S. 176, Schineri S. 177 (Brasilien); Osten-Sacken
a. a. 0.
Ehamphidia albitarsis (Portorico) S. 184; Osten-Sacken a. a. 0.
Ehipidia punctiplena (bei Salzburg); Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVH
S. 173 Taf. IV Fig. 1-7.
Tanypremna manicata (Brasilien "i S. 240.; Osten-Sacken a. a. 0.
Tipula bilobata (Alpen Tirols); Pokorny a. a. 0. S. 58 Fig. 11, 12.
92 Dr. Ph. Bertkau.
Tcucliolabis fcncstratu (Ccj'lon), defcrmmata (Suba) S. 188, polita (Brasilien)
S. 189.; Osten-Sacken a. a. 0.
Die von Beuthin in den Verh. Ver. f. naturw. Unterhaltung VI S. 11 als
bei Hamburg vorkommend erwähnte Khicnoiitila aus der Gruppe der limnophili-
formes erwies sich als Molophilus ater Mci(/.; Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887
y. 188 f.
Stratioinyiadae. Chrvsochlora quaärilincata (Cuba); Bigot a. a. 0. S. 2C.
Hermctia Laglaizei (Amberbaki); Bigot a. a. 0. S. 21.
Hoplacantha annuUferu (Georgia); Bigot a- a. 0. S. 21.
Myochrysa caerulea (Nordamerika); Bigot a. a. 0. S. 29.
Nemotelus nigripcnnis (Cap) S. 29, tristis (Californien) S. 30; Bigot a. a. 0.,
rnßventris (Surmali, Armenien); Portschinsky, Hör. Soc Ent. Koss XXI S. 177.
Odontomyia p)/rrhostoma (Mt. Hood), Hoodiana (ibid.); Bigot a. a. 0. S. 25.
Rhaplnocera (?) brevis (Neu-Caledonien); Bigot a. a. 0. S. 26.
Sargus punctifer (Colorado), picticornis (Washington territ.) S. 27, puUipes
(Mt. Hood), saphireux (Cuba) S. 28; Bigot a. a. 0.
Stratiomys nir/iHceps (Mt. Genevre, Alpen) S. 22, diademata (Georgia; Colorado),
calopus (Colorado) S. 23. Nevadae (N.), simple.v (Texas; Colorado) ö. 24; Bigot
0. a. 0., unfjiticornis (St. Moritz); Becker, Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 103
mit Holzsehn., brevicornis (Nia); Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI,
S. 176.
Str. nigriceps Bigot (s. vorhin) hält Mik für Odontomyia microleon L.; Wien.
Entom. Zeitg. 1887 S. 191, 238—241; am letzteren Ort weist Mik auch darauf
hin, dass Bigot dieselbe Art vor 6 .Jahren als Odontomyia nigriceps beschrieben
habe; Bigot meint, dass Mik sich täusche; ebenda S. 215.
Tabaiiidae. Haematopota albünrta (Usambara) Taf. PV Fig. 4, macidiplena
(Bondei) Fig. 5; Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887. S. 371.
Silvius oestrdides (Usambara) Taf. IV Fig. 1 S. 371, innotahis (ibid.) Fig. 6
S. 372; Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887.
Tabanus (Atvlotus O.-Sack.) pyrrhoceras (Yezo) S. LXXVH, rußdcns (ibid.)
S. LXXVIH; Bigot, Bull. Ent. France 1887, tataricus (Btschan) S. 178, pidchri-
ventris (Etschjin-Choro, Mongolei) S. 179, signatipemns (Lun-an-fu) S. 180, Budda
(Pey-cho-Fluss) S. 181; Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI, impurus
(Usambara). Taf. IV Fig. 2, imbecülus (ibid.); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887
S. 370.
Ascherson macht über T. albifacies Lw. die Mittheilimg, dass der Stich
dieser Bremse in der Oase Quatieh für Pferde, Esel und Kameele schmerzliche und
gefährliche Erkrankungen zur Folge habe, an denen die Thiere bisweilen in einigen
Wochen zu Grunde gehen. Die Flugzeit der Bremse ist eine kurze und ihre Häu-
figkeit sehr veränderhch. Sitzungsber. Gesellsch. naturf. Fi-eimde 1887 S. 181 f.
Leptidae. Agnotomyiu n. g. für (Stygia Say, Anthrax Wied , Lomatia
VFied.) clongata; Williston, Entomol. Americ. H S. 106.
Artroceras (n. g. prope Artliropcam) poUinosum (Washington; Colorado);
derselbe ebenda S. 108.
Mik erkennt in Apogon Dufourii Perr. den Vermileo Degeeri Mcq., Psam-
morycter vermileo Schrnk., und führt die in neuerer Zeit bekannt gewordenen Fund-
orte dieser Art an: Lasina bei Dalmatien, die Landes in Südfrankr., Tirol, Canari-
sche Inseln; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 311—313.
Becker gicbt eine neue Diagnose von Leptis monticola Egg.; Berlin.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 139.
Asilidae. Discod amalis (n. g.; Flügelgeäder von Damalis, Fühlerbildimg
von Discocephalus) dcbilis (Ostafrika); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1787 S. 373.
Philomachus (n. g. ! vergebener Name ; zwischen Promachus und Plülodicus)
rhopaloccrus (Usambara); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 375.
Alcimus tigris (Usambara); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 37G.
Ueber Apogon Dufourii Perr. s. oben bei licptidae.
Laxeneccra sornrcula (Bondei); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 374.
V. Eöder macht Bemerkimgen über die Gattungen Doryclus Jaenn, und
Megapoda Mcq.; Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 76 — 78. Doryclus unterscheidet
sich in beiden Geschlechtern von Megapoda durch die am Ende keulenfönuig ver-
dickten Hinterschienen und Metatarsen der Hinterbeine, wie überhaupt die Hinter-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 93
schienen am Ende und die hinteren Tarsen sehr stark behaart und beborstet sind.
Die verschiedenartige Färbung der beiden Geschlechter ist Veranlassung gewesen,
dass dieselben unter verschiedenen Namen beschrieben wurden, so dass zu Doryclus
distendens cJ Wicd. als Synonyme gehören D. latipes $ v. d. Wulp, Megapoda
crassitarsis d Mcq., cyaniventris $ Mcq., Ampyx varipennis $ Walk. Zu der
tj-pischen Art von Megapoda, M. labiata F., beschreibt v. Eöder eine neue von
Maues am Amazonenstrom, M. rufiventris S. 78.
Microstylum jMreim (Usambara); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 373.
Mochtherus deserticolus (Bondei); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 376.
Pamponerus germanicus mit überzähliger Zelle zwischen den Gabelzinken
der zweiten Längsader; Engel, Entom. Nachr. 1887 S. 47.
Proctacanthus minor (Oase Nia; Keria); Portschinsky, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI S. 5.
Promachus Ycsonicus (.Japan); Bigot, Bull. Ent. IVance 1887 S. LXXTV,
pontifex (Bondei) S. 374, rex, enucieatus (Ostafrika) S. 375; Karsch, Berl. Ent.
Zeitschr, 1887.
Stenopogon Wolfii (Helenendorf); Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 162.
Stichopogou spinimanus (Gondino, Südtirol); Pokorny a. a. 0., S. 391.
Nemestrinidae. Nemestrina (laeta Lw. var.?) obscuripcnnis (Ordubad; Sur-
mali); Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX S, 5, Taf. I Fig. 3.
Ehynchocephalus lativentris (Astrabad); Portschinsky, Hör. Soc. Entom,
Eoss, XXI S. 4.
Bombyliadae. Stomylomyia (u. g. Cylleniae affine) leonma (Kleinasien);
Bigot, Bull Ent. France 1887 S. XXXI.
Ein Aufsatz von E. Engel in Entom. Nachr. 1887 S, 46f. über Eigen-
thümlichkeiten im Bau des Flügelgeäders bei der Dipterenfamilie der
Bombylarier hebt das häufige Vorkommen von Abnorraitääten im Flügelgeäder
hervor und giebt dafür mehrere Belege.
Anthrax mucrops (Eriwan); Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 186 Taf. VI Fig. 3.
Coquillet zieht im Canad. Entomol. XIX S. 12 die Gattung Argyrospila
Rond. als Sj-nonymon zu Exoprosopa Mcq.^ eine Synonymie, die bereits Schiner
erkannt hatte, wie Mik, Wien Entom. Zeitg. 1887 S. 187, bemerkt.
Bombylius megacephalus (Astrabad); Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XXI S. 182.
In seinen Notes on the genus Exoprosopa, Canad. Entom. XIX S. 12
zieht Coquillet seine Gattung Velocia als Synonym zu Hyperalonia Rnd.^ bean-
standet Argyrospila Rnd. wegen der Variabilität des wesentlichen Charakters u. steUt
auf Exoptata (1. Hinterrandszelle durch eine Querader getheilt) mit E. divisa
(Californien); (Nach Mik, Wien- Entom. Zeitg. 1887 S. 199.)
Exoprosopa rutila auf Sardinien; Costa, Geo-Faima Sarda VI, a. a. 0.,
S. 52.
E. chahjhaea (Beirut); v. Eöder, Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 75, Turco-
mana (Krasnowodsk) S. 183 Fig. 1, Tamerlan (Merv) S. 85 Fig. 2; Portschinsky,
Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI Taf. VI, Schmidti (Sansibar) S. 372 Taf. IV Fig. 7,
Venus (ibid. und Usambara) S, 372 Fig. 8; Karsch, Berl. Entom. Zeitschr. i887.
E. turcomana Portsch. = grandis Mg.; (Eöder), Mik, Wien. Ent. Zeitschr,
1887 S. 242 und 269.
Lomatia fiiscipennis (Eaddevka, Annir); Portschinsky, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI S. 182.
D. W. Coquillet: Monograph of the Lomatina of North America;
The Canad. Entom. Mai 1886, Sep , 7 Ss.
Als neue Gattung ist aufgestellt Eucessia mit E. rubens. Ferner ist neu
beschrieben Leptochilus transitus; Aphoebantus litus, hü'sutus, vittatus, cervinus
Lm. var. pavidus; die Gattung Triodites 0. S. fällt mit Aphoebantus Lw. zusam-
men. (Nach Mik's Eeferat in Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 175.)
Coquillet stellt eine Synopsis of the North American species of
Lordotus auf und beschreibt L. canulis (Calif.) S. 115, misccllus (ibid.), zonu
(ibid.), upicula (ibid.) S. 116; Entomol. Americ. HI.
Coquillet stellt in Entomol. Americ. I. S. 221 — 222 eine Tabelle der nord-
amerikanischeu Toxophora- Arten auf mit T. pcllucida und maximu.
94 Dr- Pli- Bert kau.
Kar seh unterscheidet nebeu den bekannten Afrikanern T. mactdata Rossi
und macuHpennis Kar seh T. coendeiventris von der Dealogoabai; Entom. Nachr.
1887 S. 25.
Scenopinidae. Noch einmal die fleischfressende Larve von Scenopinus fe-
nestralis; Leprieur und Osten -Sacken, Bull. Ent. Erance 1887 S. LXXVf.
und CX.
Acroceridae. Acrocera trigrammöides (Südtirol; Kärnthen) S. 387 Fig. 1,
Brmeri (Stilfser Joch) S. 388 Fig. 2; Pokorny a. a. 0.
Oncodes benacensis (Gardasee); Pokorny a. a. 0., S. 389 Fig. 3.
Empidae. Steleoch{a)eta (n. g.) setacea (St. Moritz); Becker, Berlin.
Entom. Zeitschr. 1887 S 130 mit Holzschn.
Brachystomavesiculosum-F. var. flavicolle (Lavantthal in Kärnthen; Mürz-
hofen in Steiermark); Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 103.
Chamaedipsia longicornis (Kärnthen; Baiern; Tirol); Mik, Wien. Entom. Zeitg.
1887 S. 162.
Empis serena (Condino, Südtirol); Pokorny a. a. 0., S. 393, malleola S. 120,
lamellicornis S. 124, unistriata S. 126 (St. Moritz); Becker, Berlin. Entom. Zeit-
schrift 1887.
Becker berichtigt die Gattungsdiagnose von Gloma Mg., die namentlich hin-
sichtlich der Pühlerbildung unrichtig war. Das 3. Glied ist nämlich nicht rund
und trägt die Borste am Ende, sondern eüigekrümmt und trägt die Borste auf der
Eückseite; eine neue Art ist Gl. ossicula von St. Moritz; Berlin. Entom. Zeitschr.
1887 S. 131, 132.
V. Reeder stellt eine analytische Tabelle der Hemerodrominae mit
Einschluss der Gattung Synamphotera Lw. auf; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 169.
Hilara ?nagica (Villach); Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. iOO, caerulea
(St. Moritz); Becker, Berlm. Entom. Zeitschr. 1887 S. 128.
Hilarimorpha ubscura (Kalifornien); Bigot, Bull. Soc. Entom. France 1887
S, CXLI.
Microphorus vicinus (Villach); Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 99.
Philolutra erminea (Kärnthen; Tirol); Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 161.
Rhamphomyia Sancti Mauritii (St. Moritz) S. 112, augustipennis , umbripes
S. 117, crinita S. 118, melania S. 119; Becker, Berlin. Entom. Zeitschr. 1887,
Morissoni (Nevada) S. CXLI, pachymera, nigrita, geniculata (Kalifornien) S. CXLTT;
Bigot, Bull. Soc. Entom. France i887, argentata (Harz); v. Eoeder, Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 113.
Tachydromia testacea S. 135, lateralis S 137, montuna Low i. 1. S. 138 (St.
Moritz); Becker, Berlm. Entom. Zeitschr. 1887.
Cyclorrhapha.
Syrphidae. S. W. Willis ton steUt in den Trans. Amer. Entom. Soc. XTTT
S. 308ff. einen Catalogue of South American Syrphidae auf, zu dem er nach
MittheUungen Osten-Sacken's in Entomol. Americ. III S. 27ff. Additions und
corrections bringt.
Desselben Synopsis of the North American Syrphidae, U. S. Nat.
Mus. Bull. No. 31, Ss. XXX und 33r>, 12 Taff., habe ich nicht gesehen. — Bemer-
kungen zu derselben von Bigot s. Bull. Soc. Entom. France 1»87 S. CXXIf.
Ischyroptera (n. g. Ischvropterin.) bipilosa (Stilfser Joch); Pokorny a. a. 0.
S. 399 Fig. 6.
Lepromyja nov. uom. pro Lepidomyia Lw.; Williston a. a. 0., S. 31;
vgl. unten.
Neoascia nov. nom. pro Ascia Meig. (wegen Ascia Scop.); Willis ton
a. a. 0., S. 111. — Mik hält diese Neuerung für überflüssig, da der Scopoli'sche
Name bei den Lepidopterologen keinen Eingang gefunden habe; Wien. Entom. Zeitg.
1887 S. 265.
Baccha brevis (Pungo-Andongo) ; Karsch a. a. 0., S. 97.
Brachypalpus Zugmayeriae (Talysch-Gebirge im Kaukasus); Mik, Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 164.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 95
Chilosia gigantea Zett. und velutina Zw. sind nicht synonym, imd die von
Brischke aus Scrophularia nodosa gezogene Art ist keinesfalls gigantea, eher ve-
lutina; Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 B. 264.
Chrysotoxum Przeivalskyi (Keria; Nia) S. 6, rohustum (Astrabad) S. 7;
Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI.
Eristalis macrops S. 101, fuscicornis, dulcis S. 102, decolor S. 104 (Pungo-
Andongo); Kar seh a. a. 0.
Graptomyza suavissima (Usambara); Kar seh, Berlin. Entom. Zeitschr. 1887
S. 382 Taf. IV Fig. 12.
Mik zieht seinen Gattungsnamen Lepidostola (s. d. vor. Ber. S. 150) zu Gun-
sten von Lepromyia Will, ein, regt dabei aber auch die Frage an, ob Lepidomyia
Big. als vox hybrida (aus lepidus und (ivZa) Anspruch auf Anerkennung habe;
wenn nicht, so brauche auch der Low' sehe Gattimgsname Lepidomjia keinen Ersatz;
Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 264.
Merodon fuscinervis (Kreta); v. Röder, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 73.
Gazagnaire beobachtete die Paarung von Microdon devius Z.; Bull. Soc.
Entom. France 1887 S. CXYI.
Milesia eristaldides (Daratschitschach, Transkaukas.); Portschinsky, Hör.
Soc. Entom. Ross. XXI S. 187 Taf. VI Fig. 4.
Priomerus gagatltinus (Ecuador); Bigot, BuU. Ent. France 1887 S. LXXTX.
Sericomvia volucellina Portsch. abgebildet vom Autor in Hör. Soc. Entom.
Ross. XXI Taf.^I Fig. 5.
Spüomyia vespiformis L. var. vulgaris (Russland; Kaukasus), var. Sibirica
(Amur) S. 7, var. sericomyiaeformio (Mohilew) S. 8; Portschinsky, Hör. Soc.
Entom. Ross. XXI Taf. I Fig. 6.
VoluceUa bombvlans var. xantholeuca (WeUingholthausen) ; Mik, Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 265. "
V. brevipila (Amur); Portschinsky, Hör Soc. Entom. Ross. XXI S. 7.
Xanthogramma maculipemiis (Helenendorf); Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887
S. 163.
Conopidae. Bigot findet die Gattungen Pachycephala Schin., Sphyxotoma,
Conopilla, Conopejus, Spariglossa, Conopsoides und Leucopsila Rond. (Bombidia
Lioy) nicht berechtigt, so dass nur die 3 Gattungen Pleurocerina Macq., Brachy-
glossum Rond. und Conops Z. in der Gruppe ,,Conopsidi" zu unterscheiden sind;
a. a. 0., S. 30 f.
Conops aurulentus (Südeuropa) S. 31, fuscanipennis \ (Sizilien, wird von Mik,
Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 268 mr identisch mit elegans Meig. gehalten) S. 32,
euzonatus (Kaukasus), calopus (Pondichery) S. 33, tenellus (Ceylon) S. 35, nubecu-
losus (ibid.), annulosus (Molukken) S. 36, maculipes (Cap) S. 37, nigrimanus (Ge-
orgia) S. 38, ochreiceps (ibid.) S. 39, nigrifacies (Mexiko) S. 40, tricolor (Monte-
video) S. 41, carbonarius (Mexiko) S. 42, satanicus (Australien), piceus (ibid.) S. 43,
macer (ibid.) S. 44, punctum (Nordamerika?) S. 45, pruinosus (Nordamerika?) ö. 46;
Bigot a. a. 0., i-ugifrons (Usambara), Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 381.
Bigot schHesst sich der Ansicht Brauer's, dass Ctenostylum den Sepsiden
beizugesellen sei, nicht au; Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CLVH.
Glossigona palliceps (Algier) S. 205, rubida (Colorado), muculifrons (Nevada)
S. 206; Bigot a. a. 0.
„Gonirh;yTicu8" castaneus (Nevada); Bigot a. a. 0., S. 207.
Physocephala bimarginipennis (Pungo-Andongo) ; Karsch, a. a, 0., S. 10.
Zodion triste (Cahfomien) S. 203, flavlpenne (Mexiko), zebrinum (ibid.) S. 204,
flavocaudatum (Chüi) S. 205; Bigot a. a. 0.
Pipunculidae. Kowarz stellt a. a. 0., S. 147 f. eine Tabelle der Pipun-
culus-Arten auf und beschreibt P. Zugmayeriae S. 151, JVul/iiS. 152, xanthocerus
S. 153 (Böhmen).
Oestridae. Brauer bringt weitere Nachträge zur Monographie der
Oestriden; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 4—16, 71—76, 217—223. Der 1. dieser
Nachti'äge ist zur Charakteristik und Verwandtschaft der Oestriden-
Gruppen im Larven- und vollkommenen Zustande. Es ist Brauer gelungen,
unter den bekannten Larven solche Merkmale zu finden, welche eine im Magen
und Darm lebende von den in Nasen- und Stirnhöhle oder unter der Haut lebenden
und diese unter einander unterscheiden. Nach diesen Merkmalen zerfallen die Lar-
96 Dr. Ph. Bertkau.
ven in 2 Hauptabtheilungen, und die eine derselben wieder in 3 Gruppen. Ebenso
lassen sich aber auch die einzelnen Gattungen in iliren Larven unterscheiden, was
natürlich von grosser Bedeutung ist. Auch die Imagmes lassen sich in die beiden
Hauptabtheilungen unterscheiden. Diese sind:
A. Oestridae typicae (= Oestrus Clark). Larven: Letzter (12.) Körper-
ring frei, dem vorhergehenden Einge breit ansitzend, die Stigmenhöhle oder Grube
allein bildend und nie als kleiner Anhang erscheinend, auch nie in den vorher-
gehenden Eing ganz einziehbar. Lnagines: Mundtheile ganz rudimentär, oder ein
ganz kleiner, kurzer Eüssel und Taster vorhanden, ersterer nach unten hervorstreck-
bar aus einer enganschliessenden, seichten Mimdgrube, die oft mit dem Eüssel häutig
verbunden wird, wodurch der Kopf unten ganz geschlossen erscheint. Fühlerborste
nackt. Hierher gehören die 3 Gruppen:
I. Gastricolae. Larve mit 2 festchitinisirten Kieferpaaren, d. h. 2 krummen
äusseren Mundhaken imd zwischen diesen 2 geraden dreieckigen Spitzen (für Cobboldia
trifft dies nicht zu); keine dorsalen Zwisclienwülste; im Magen und Darm von
Equiden imd Ehinoceroten. — Image: Gesicht mit einer Mittelrinne. 4. Längsader
zum Flügelrande gehend, keine Spitzenquerader ; Schüppchen klein. Weibchen ovipar,
mit nach vorne und unten geschlagener Legerölire. Gatt. Gastrophilus, G}'rostigma
(Cobboldia; s. unten).
n. Cavicolae. Larven an den mittleren Eingen mit dorsalen spindelförmigen
Zwischenwülsten, nur einem Paare Mundhaken und mit 1 — 3 ocellenartigen Punk-
ten an jedem Fühler. Letzter Eing frei, die Stigmenhöhle allein bildend. Unter
den lünteren Stigmenplatten ein Fortsatz, der während des Parasitirens zum Pei-
nigen der Athmimgsplatten , nach dem Abgänge beim Kriechen als Nachschieber
dient. Li der Stirn-, Nasen- und Eachenhöhle von Cavicorniern, Tylopoden, Cerviden,
I'roboscidiern und Equiden. Image: Gesicht mit einer schmalen Mittelleiste oder
Einne. Spitzenquerader vorhanden. Schüppchen gross. Weibchen ovipar oder
larvipar, ohne lange Legeröhre. Gatt. Oestrus, Ehinoestrus, Phar}Tigobolus, Cepha-
lomyia, Pharyngomyia, Cephenomyia und fi-aglich Therobia, Anlacocephala und Mi-
crocephalus, deren Larven unbekannt sind.
in. (iuticolae. Larven ohne Mundhaken oder niu- mit einem Paar. Keine
dorsalen Zwischenwülste an den mittleren Segmenten. Drei Paar Seitenwülste an
den Segmeuten. Eückenseite konkav, Bauchseite konvex. Unter der Haut von
Cavicorniern, Cerviden, Equiden und Eodentien. — Image: Gesicht mit einem brei-
ten, üachgewölbten Mittelfelde. Spitzenquerader vorhanden; an der Beugung der
4. Längsader nie ein Aderanhang. Schüppchen gross. Weibchen ovipar, mit langer,
femrohrartig gerade nach hinten hervorstreckbarer liegeröhre. Flügel meist trübe.
Gatt.: Hypoderma, Oedemagena, Oestromyia.
B. Cuterebridae. Larve: Letzter Körperring in den vorhergehenden ein-
ziehbar, klein. Fühler mit 2 ocellenartigen Punkten. Ein Paar Mundhaken oder
diese fehlend. Eückenseite konvex, Bauchseite konkav. Vorderstigmen entwickelt,
ziemlich gross, zwischen dem 2. und 3. Eing. Unter der Haut von Eodentien,
MarsupiaUern, Ungulaten, Carnivoren und Menschen. — Image: Eüssel gekniet, in
eme tiefe Längsspalte an der Unterseite des Kopfes zurückgezogen, ohne Taster.
Weibchen ohne Legeröhre. Fühlerborste gefiedert oder nackt. Gatt.: Eogenhofera,
Cuterebra, Dermatobia.
In einem Anhang sind die Merkmale der Gattung Ehinoestrus Brau, an-
gegeben; vgl. den vor. Ber. S. 150.
No. 2 enthält Zusätze U.Verbesserungen zur Literatur der Oestriden.
Joseph hatte sich in No. 5 der deutschen Medicinal-Zeitung 1887 gegen die
von Mik in dessen Eeferat über Joseph's Broschüre: „Ueber Fliegen als Schädlinge
und Parasiten des Menschen" ausgesprochenen Zweifel an der Oestridennatur der von
Joseph gemeldeten 3 Fälle gewendet, worauf Mik diese Zweifel als berechtigt nach-
weist m einem Artikel der Wien. Entern. Zeitg. 1887 S. 87—98: Einige Worte
zu meinem Eeferate über Dr. G. Joseph's Artikel: Ueber Fliegen als
Schädlinge und Parasiten des Menschen, und in der deutschen Medicinal-
Zeitmig 18S7 No. 70: Ueber Dr. G. Joseph's Beobachtungen parasitisch
lebender Hvpodermenlar ven am Menschen. Vgl. über diese Frage auch
Brauer, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 72-74.
Brauer gi-iindet auf (jastrophilus elephantis Cobb., dessen Larven allein be-
kannt sind, die Gattung Cobboldia, die sich von Gastrophilus und Gyrostigma
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 97
durch den Mangel der Bohrkiefer zwischen den Mundhaken unterscheidet; a. a. 0.,
S. 218 Taf. m.
Ocst7-oderma (n. g. Oestromyiae affine) Potanini (Sohomtschi , Mongol.);
Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 191 Taf. VI Fig. 6.
Tachinoe strus (n. g PharjTigomyiae, Therohiae, Aulacocephalae affine) Se-
menovi (chines. Mongolei); derselbe ebenda S. 195 Fig. 7.
(Diese Gattung ist nach Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 201, vielleicht
eine Trixa oder eine dieser älmliche Tachinine.)
Kar seh erwähnt Gastrophilus-Larven aus dem Darmkanal eines Zebras;
Sitzungsber. Berl. Entom. Vereins 1887 S. XXI.
Microcephalus Przcwalskyi (Burchan-Budda) ; Portschinsky, Hör. Soc. Ent.
Eoss. XXI S. 9 Taf. I Fig. 7; sehr ähnlich dem M. Neugebaueri Portsch., welcher
in Fig. 8 abgebildet ist.
Phasiadae. Litophasia n. g. für (Alophora) hyalipennis, pygmaea und nana;
einen Uebergang von den Phasiaden zu den Glytiden bildend; Girschner, Zeitschr.
f. Naturw. LX S. 380.
Girschner behandelt die europäischen Arten der Dipterengattung
Alophora; Zeitschr. f. Naturw. LX S. 375—426 Taf. II. Der Verfasser nimmt
die Gattung in dem Umfange, dass Hyalomyia als Untergattimg mit ihr veremigt,
die Arten mit aufrechten Borsten des Hinterleibes, anderer Kopfbildung und ab-
weichender Organisation der Begattungswerkzeuge aber ausgeschlossen sind. Die
Arten hyalipennis, pygmaea imd nana bUden eine besondere Gattung (s. oben);
Hyal. fasciata Mucq. (= Phasia fasciola (S und zonella 2 Zett.) wird bei Synto-
mogastra untergebracht. In der angegebenen Begrenzung zählt die Gattung 7 euro-
päische Arten : A. (s. str.) hemiptera F. mit Var. cj obscura, vittata S. 3S4, eximia
ö. 335, (Hyalomyia) aurulans Meig., Bonapartea Rond., obesa F., harbifrons (Steier-
mark) S. 410 Fig. 15, [Par alophora) pusilla Meig., (Phorantha) subcoleoptrata
L. — Bestimmungstabellen für die Männchen imd Weibchen der genamiten Arten
bilden den Schluss dieser Arbeit.
Girschner theilt noch Nachträgliches über Alophora (Hyalomyia)
obesa Fbr. und über einige Meigen'sche Typen der Alophora (Hyalo-
myia) obesa Fabr. mit; Entom. Nachr. 1887 S. 74—76 und 129f.
Taehinidae. Microtricha nov. nom. pro Stylomyia v. d. Wulp (wegen
Stylomyia IFest/v.; Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 269,
Talarocera (n. g. Juriniae affine) Smithii (Capada, Brasil.); Williston,
Eütomol. Americ. III S. 153.
Blepharipeza fidvipes (Washingt. terr.), trichopsis (Mexiko), incrmis (Nord-
amerika); Bigot, Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXL.
Bogosia Engeli (Pungo-Andongo) ; Karsch a. a. 0., S. 4.
DegeeriaC?) profana (Ostafrika); Karsch, Berlin. Ent. • Zeitschr. 1887 S. 376.
Echinomyia rubrifrons (Nordam.), Cora (Mexiko), macrocera (ibid.) S. CXL,
notata (ibid.) S. CXLL; Bigot, Bull. Soc. Entom. France 1887.
Portschinsky beschreibt das cJ seiner E. albidopilosa ; Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI S. 15. *
Fabricia mfumata (Mexiko); Bigot, Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXLL
Frontina rufostylata, chrysopyga (Mexiko); Bigot, Bull. Soc. Entom. France
1887 S. CXLL
Ucber Gonia fasciata Mg. und G. Förster! Mg. s. v. Eoder in Entom.
Nachr. 1887 S. 87—89.
S, W. Willis ton behandelt nach emer Charakteristik der Gattung die ameri-
kanischen Arten der Gattung (Ion ia, nämlich G. frontosa .9«y, womit philadelphica
Mcq. und wahrscheinlich albifrons Walk, synonym sind, mid die neuen senilis, porca,
exul, scquax; Canad. Entomologist XIX S. 6—13.
Hystricia fulvida (Nordam.); Bigot, Bull. Soc. Entom. France 1887 Seite
CXXXLS.
Jurinea barbata, goniöides (Mexiko); Bigot, Bull. Soc. Entom. France 1887
S. CXL.
Masicera pratensis mit geschlossener und kurz gestielter erster Hinter-
randzelle; Engel, Entom. Nachr. 1887 S. 47.
Karsch macht auf die grosse Aehnlichkeit zwischen Micropalpus jocosus
und Exorista perlucida aufmerksam, welche soweit geht, dass man beide Arten, ohne
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888 Bd. 2. H. II. 7
98 Br. Ph. B(M-tkaii.
Beriicksichtigung der S} stematisclien Unterscliiede, für identisch halten könnte,
und die durch den Umstand noch um so auffallender wird, dass beide auf den
Blüthen derselben Pflanze, Vernonia senegalensis , gemeinsam gefangen wurden;
Dipteren von Pungo-Andougo, a. a. 0., S. 105.
Miltogramma pilitarsis Rond. in den Niederlanden; Tiidschr v. Entora.
XXX, Versl. S. XXXI.
Tachina elegantula Zdt. = Panagusia Frivaldszlni .S*?/»'?«. ; die Art treibt sich
in der Mittagssonne an Sandabhängen herum, die von Hvmenopteren bewohnt sind;
Sintenis, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 259f.
A. C. Weeks beobachtete die method of oviposition of Tachina. Die
Fliege näherte sich von vorn ihrem Opfer, einer Dataua-Eaupe, und streckte dann
plötzlich ihre fernrohrähnliche Legeröhre unter dem Bauche zwischen den Beiuen
her nach vorn und legte das Ei auf das Auge der Eaupe ab. EntomoL Americ.
in S. 126.
G. A. Greeven berichtet über die Lebens- und Entwicklungs weise der in .Japan
in der Seidenraupe schmarotzenden „Udgi", wahrscheinlich tidschimyia sericaria
Rond. Das Ei wird (iu Yeddo und der Provinz Joshin) von der Ende April und
Anfang Mai erschienenen Fhege von Mitte Mai an abgelegt, und zwar auf die Un-
terseite der Blätter, mit Vorliebe an frischen, saftigen Blättern der Sonnenseite, an
Pflanzen, die auf fettem, feuchtem Boden" stehen. Das Ei besitzt eine Schale mit
fünfeckigen Feldern, ist Vs '"htti Jang und ^ y mm breit, und nach Greeven ist wahr-
scheinlich der Embryo bei der Eiablage schon entwickelt, kann aber die EihüUe nur
dann verlassen, wenn das Ei von einer Eaupe verzehrt ist; anderen FaUs vertrocknet
er nach 1 — 1^^ Monaten. Die gefährliche Zeit ist daher der Mai bis Ende Juni;
während dieser Zeit sollten nur Blätter von Maulbeerbäumen verfüttert werden, die
auf sandigem Boden stehen. Die ausgewachsene Fliegenlarve hat eine Länge von
15 — 22 mm und eine Dicke von 5 — 6 mm. Sie veriässt die Puppe vmd den
Cocon durdi eine kleine Oeffnung und verwandelt sich im Boden üi eine 13 mm
lange, 6 mm dicke Tonnenpuppe, die den Winter über liegen bleibt imd Ende April
die Fliege liefert; die Männchen zeigen sich zuerst. Die Puppe wird von einem
„kleinen schwarzen Käfer" verzelu-t. Vgl. den Artikel Udschimyia in diesem Bericht
für 1884 S. 113, wo ich den Druckfehler zu berichtigen bitte, indem es heissen
muss „mehr an der Mittelrippe als an den Seitennerven", statt ,,. . . Mittelrippe
der Seitennerven".
Sasaki hat seine Beobachtungen ebenfalls in ausführlicherer Weise mit-
getheilt; Journ. Coli, of Science, Imp. Univ. Japan, I S. 1 — 16 mit 6 Taff.
Dexiadae. van der Wul]) schreibt nog jets over langwerpige Dexinen;
Tijdschr. v. Eut. XXX S. 168—172 PL 11 Fig. 2-7. — Die Gattung Oxydexia Big. ist
mit Uramyi;; Rob, D. synonvm, aber die Exemplare mit dem stark verlängerten
Hinterleib sind nicht, -wie Eob. Desvoidy und Bigot annahmen, Weibchen, sondern
Männchen, und die Gattimg gehört nach van der Wulp zu den Dexinen und nicht
zu den Sarcophaginen , wozu Bigot sie gestellt hatte. Von der Gattung sind die
einander nahe stehenden Arten U. producta R. Desv. und acuminata Bk/. bekannt;
die erstere Art erhielt der Verfasser auch aus Mexiko- — Die Gattung Ehaphis
erkennt van der Wulp als synonym mit Doleschalla Walk, und zieht sie zu
deren Gunsten ein; vgl. den vor. Ber. S. 152.
Deximorpba Gracca (Gr.); v. Eöder, Sitzungsb. Naturf. Gesellsch. Dorpat
VIII S. 230.
V. Eöder (Ueber Diner a cristata Mg. und verwandte Arten in Sitzb.
Dorpat. Naturf. Gesellsch. VIII S. 227 — 232) zeigt, dass die Meigen'sche und Zetter-
stedt'sche Art von Eondani und Portschiusky verkannt ist, und stellt folgende
Synonymie auf: D. cristatu .¥^. , Zctt., Schin. = Zeuxia Bohemanni Rnd.,
Estberia imperatoriae R. Besv. Die von Eondani für cinerea gehaltene Art, für
welche derselbe die Gattung Dexi(o)morpha errichtete, ist Dinera petiolata Briisd.,
cinerea R. Bcsv. (oder vielmehr Mcq. nach Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 246),
Von den Eöder bekannten xlrten D. grisescens Fall., flavicornis Mg., cristata Mg,
pallicornis Lw. wird eine Analyse gegeben.
' Sarcopliagidae. Surcophagulu n. g. für die kleinen, höchstens 6 mm
grossen Arten mit undeutlichen Streifen des Tiiorax und Flecken des Hinterleibes
und einem etwas verschiedenen Aderverlauf, der in Fig. 9 dargestellt ist; die Arten,
dift in diese Gattung 7a\ stellen sind, sind (Sarcophaga) occidua F.. canescens,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 99
brevispiua, genalis, pallicrus, despecta Thoniö^ wahrsclieinlidi auch calida, Suriua-
mensis, terminalis, amata, sugens, obsoleta, parvula Wied.; alle gehören mit Aus-
nahme der neuholländischen pallicrus Thoms. Südamerika an; van der Wulp,
Tijdschr v. Entom. XXX S. 173 PL 11.
Sarcophila intermedia (Orenburg); Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XXI S. 16.
Museidae. Cosmina dcpressa (Usambara); Kar seh, Berl. Entom. Zeitschr.
1887 S. 377.
Cryptopalpus /laviceps (Eocky mts.), melanopygutus (Washingt. terr.); Bigot,
Bull. Soc Entom. France 1887 S. CXLI.
Elachipalpus nigrifrons (Mexiko); Bigot, Bull. Soc. Entom. France 1887
S. CXIJ.
Ueber die „Schaffliege'", Lucilia sericata Mcig. s. oben S. 7.
Ochromyia crassirostris (Usambara); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 377.
Somomyia descrti (OstaMka); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 378.
Tricyclea(?) ßavipemüs, parva (Bondei); Karsch, Berl. Ent. Zeitsclu*. 1887
S. 378.
Aiithonijiadae. In einem Supplement to aunotated list of British
Anthomyiidae, Entom. Montlü. Mag. XXIII S 179-181, 250-253; XXIV S.
54—59, 73 — 77, erwähnt E. H. Meade ausser einigen anderen Arten Hyetodesia trigo-
nalis, basalis ; Spilogaster tetrastigma, pertusa, flagripes ; Limnophora albifrons Rond.
nee Zett., solitaria; Hydrotaea impexa; Homalomjia fuscula Fall. (= floricola Meig.,
Sckin., cilierura Rond.), coracina Ln\ (= spissata Meade), Eoserii, triangulifera;
Hylemyia coarctata; Chortophila silvestris, trapezina, cinerea, longula Fall, nee Aleig.,
nee Mucq.\ Phorbia discreta, vetiila; Pegomyia silacea (= diaphana Riid., Zett.,
Fall.?), fulgens, Hyoscyami, ephippium; Caricea cxul, humilis, sexmaculata; Ma-
chorchis meditata; Coenosia scrupulosa, pictipennis, geniculata; Chirosia albitarsis;
Chelosia tricolor; Schoenomyza litorella.
Mik sagt einige Worte zu Dr. J. Schnabl's „Contributions ä la faune
dipterologique" ; Entom Nachr. 1887 S. 23 4—237. Wenn auch Mik zugiebt, dass
die Gattungen Aricia, Spilogaster, Mydaea, Limnophora und Trichophtieus in ein-
ander übergehen, so ist eine Beibehaltimg derselben doch im Interesse der Ueber-
sicht und leichteren Orientinmg gerechtfertigt und das Vorgehen Schnabl's als ein
Eückschritt zu bezeichnen. Im einzelnen bemerkt Mik, das Hyetodesia semidia-
pliana Rond. snion^Tu mit Aricia cincta Zett.; A. aculeata Ltv , Anthomyia diaphana
IVied., wahrscheinlich anch (Musca) flaveola Fall, synonym mit A. varians Zett. sei;
A. Simplex iVied. mit behaarten Augen nicht in die Gattung Mydaea gestellt wer-
den könne, und kein Beweis für die Unhaltbarkeit der Gattung Aricia s. str. sei;
vgl. den vor. Ber. S. 153.
Schnabl giebt Additions et corrections zu demselben Werke; Hör. Soc.
Entom. Eoss. XXI. S. 467 f.
Derselbe desgl. eine Entgegnung auf Herrn Prof. Jos. Mik's Kri-
tik etc.; Entom Nachr. 1867 S. 343—349.
Die von Brisehke aus unterirdischen Stengeln von Pteris erzogene und
Anthomyia albimana Wahlbg. genannte Art wird mit richtigem Namen Chi-
rosia albitarsis Zett. genannt; Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 264.
Schnabl lernte erst jetzt die wahre Aricia vagansi^«^/. kennen und wider-
ruft demnach die früher geäusserte Ansicht, dass A. vagans und basalis Ztt.
Varietäten einer Art seien; mit A. basalis Ztt. ist alpina Rond. und vielleicht
auch vagans Schin. synonym; von der echten vagans Fall, wird eine ins einzelne
gehende Besehreibmig und Abbildung der Begattnngsorganc gegeben. Hör. Soc.
Entom. Eoss. XXI S. 45.S-466.
Karsch verweist seine A. arguta zu Spilogaster und beschreibt das Weib-
chen dieser Art; Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 379 Taf. IV. Fig. U'.
Caricea setigera (Condino, Südtirol); Pokorny a. a. 0. S. 407.
Chorto])hila longimana (Stilfser Joch); Pokorny a. a. 0. S. 405, rupkapru
(Alpen Tirols, in den Blüthenköpfen von Senccio cordata); Mik, Wien. Entom.
Zeitg. 1.S87. S. 296-302 Taf. V. Fig. 10-16. — Ueber die Lebensweise dieser
Art theilt Mik mit, dass die Larve, und zwar einzeln, die Köpfchen von Sen.
cord. bewohnt und die Achenen der Scheibenblüthen ausfrisst, die in Folge dessen
nicht aufblühen und später braun werden. Wenn die Larve erwachsen ist, so drängt
100 Dr. Ph. Bertkau.
sie sich, mit dem Hintertheile voraus, zwischen den Scheibeuhlüthen hervor und
lässt sich dann zur Erde fallen, wo sie sich nach 1—5 Tagen verpuppt. Die
Fliege erseheint von Anfang April bis zum Mai.
Tief fing Clidogastra breviseta Zeit, bei Villach; nach Mik kömite die Art
in die Gattung Gonatherus Rond. gestellt werden, die ausserdem Scatomyza plani-
ceps Fall., Cordylura Meig. und macrocera Mcig. aufnehmen würde. Die für letztere
von Lioy aufgestellte Gattung Pachystyla ist schon wegen Pachvstylum Mcq.
unhaltbar; Mik, Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVII S. 186 mit Profilzeichnuug
des Kopfes Taf. IV. Fig. 16.
CI. carbonaria (Trafoi): Pokorny a. a. 0. S. 411 Fig. 7, suhiigripes (Bondei);
Kar seh, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 380.
Cocnosia pi/gtnaeella (Ledrothai, Südtirol); Pokern v a a. 0. S. 409, (Caricea)
Strohlii (Seiten stetten; bei Wien; Görz); Mik, Wien. Eni Zeitg. 1887 S. 261.
Homalomyia nigrisquama (England); Meade a. a. 0. XXIII S. 253.
Hydrotaea similis (Douglas, Engl.); Meade a. a. 0. XXIII S. 251.
Limnophora ^;rt?Y/ö/2«a (Bondei); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 379.
Melanochelia maritima (Norderney) ; v. Eoeder, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 115.
Poliotes hirticrura (England); Meade a. a. 0. XXIII S. 179.
Spilogaster (arguta Karsch-, vgl. vorhin), flaviceps (Bondei); Karsch, Berl.
Ent. Zeitschr. 1887 S. 379.
Cordyluridae. ^Q,SLio])\i^ga magnipennis (San-Kul) S. 198, amplipen7u$ (Innev-
asien) S. 199; Portschinsky, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI.
Sciomyzidae. Eetinocera vicaria (Stilfser Joch); Pokorny a. a. 0. S. 417
Fig. 4.
Mik meldet den Fang eines cj des seltenen Neottiophilum praeustum
Meig., das in seinem Betragen einer Dryomyza ähnelt und giebt weitere Aufklärung
über diese Art; Wien. Entom. Zeitg. 18^87 S. 34 f.
Auch Mik erkannte gleich Low Sciomyza picta Meig. als eine seltene Varietät
von Tr\peta colon M. und macht Bemerkungen literaturgescMchtlicher und Inritischer
Art zu derselben; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 35f.
Psilidae. Psila caucasica (Schah-Dag); Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 164
Micropezidae. Nerius spinosissimus , simillimus (Pungo-Andongo) ; Karsch
a. a. 0. S. 9.
Ortalididae. Coclocephala (u. g.) strigiUs (Usambara; Bondei); Karsch,
Berl, Ent. Zeitschr. 1887 S. 380.
Die Larven von Myodina vibrans leben in den Stengeln des Dianthus Car-
thusianorum; Karsch, Sitzgsb. Berlin. Entom. Vereins 1887 S. XXVTTT,
Trypetidae. Acidia obnubila S. 6. Fig. 5, tristriata S. 7 Fig 6 (Pungo-An-
dongo); Karsch a. a. 0.
Carj^hotricha alpestris (Stilfser Joch); Pokorny a. a. 0. S, 413 Fig 5.
Ceratitis Ptosa (Delagoabai) ; Karsch, Entom. Nachr. 1887 S. 22.
Dacus cylindricus v. d. ^Fw//; = Acanthipeza maculifi-ons Rond. = Adrama
(Dacus) determinatus Walh.; van der Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 176 f.
D. punctatifrons (Pungo-Andongo); Karsch a. a. 0. S. 8.
F. Minä Palumbo: La mosca delle ulive; La Sicilia agricola, anno m
No. 15, 16.
Hemilea tripunctulata (Pungo-Andongo); Karsch a. a. 0. S. 6 mit Holzschn.
Beut hin glaubte Spilographa alternata Fall, aus Blättern von Tussilago far-
fara erzogen zu haben; Verhandl Ver. f. naturw. Unterh. Hamburg VI S. 27; Mik
meint, dass hier eine Verwechselung mit Acidia cognata Wicdem. vorgekommen
sei; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 187 f.
Tephritis argyrocephala Low. in den Niederlanden; Tijdschr. v. Entom. XXX
Versl. S. XXXI.
Ueber Tephritis Leontodontis De Geer s. Mik in den Verh. Zool. Bot. Ges.
Wien XXXVn S. 184 Taf. IV Fig. 12—15.
Zur Biologie von Zonosema Meigenii Lh\ theilt Mik die näheren
Einzelheiten über die Lebensweise der Larve dieser Art und ihren Frass in den
Berberizenfrüchton mit; Larve und Puppe ist beschrieben imd abgebildet; Wien.
Entom. Zeitg. 1887 S. 293—296 Taf. V Fig. 1—9.
Saproinyzidae. Bigot erkennt in seinem Celyphus galamensis eine blosse
Farbenvarietät von C. africanus Walk.; Bull. Ent. France 1887 S. LXI.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 101
Pachycerina calliopsis (Villach); Mik, Verh. Zool. Bot. Gesell. Wien XXXVII
S. 176.
Mik beschreibt den eigenthümlich gebildeten Hinterleib des Weibchens und
das Männchen von Sapromvza difformis Low und büdet den Hinterleib des
Weibchens ab. Verh. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVn S, 183 Taf. IV Fig. 11.
Diopsididae. Sphyracephala africana (Bondei); Karsch, Berl. Ent. Zeitschr.
1887 S. 380 Taf. IV Fig. 11.
Ephydridae. G. Gercke theilt einige Beobachtungen über die
Eigenart der Canace ranula Laeiv mit; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 1 — 4 mit
Holzschn. Er fing diese Art an der Schleswigschen Küste auf Tümpeln brakig
gewordenen Eegenwassers, deren Oberfläche sie in zierlichen Windungen durch-
furcliten. Die Mundtheile stellen eine Art Hamen dar; der Rüssel ist zu einem
Trichter vertieft, ,. dessen vorn tief ausgeschnittene ünterlippenplatte mit einer
durchsichtigen, zu einem Beutel erweiterten Haut bekleidet ist." Zu den Seiten
der Mundöffnung steht je ein Paar wulstiger Labellen imd höher hinauf ein Bündel
leichtgekrümmter Borsten. Der ganze Apparat scheint dazu bestimmt zu sem, im
Wasser zu fischen; im Darmkanal fanden sich zahlreiche Diatomeen und Bazillarien.
Geoiiiyzidae. J/y^/wo/« (u. g. Diplocentrae Z/r. affine) pictiventris (Bataviai;
van der Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 180 PL 11 Fig. 13—15.
Oscinidae. Chlorops glabra in Kümmelpflanzen schädlich?; Karsch,
Sitzber. Berl. Entom. Vereins 1887 S. XL
Spängberg machte Mittheilungen über Chi. taeniopus; Lampa über Chi.
cornutus; Entom. Tidskr. 8 S. 1.
Mik giebt die Geschlechtsimterschiede der Gampsocera numerata Beer/, an
und liefert eine Profilzeichnung des Kopfes und des Flügels des Männchens, der in seiner
Zeichnung nicht unerheblich von dem des Weibchens abweicht; Vers, Zool. Bot.
Gesell. Wien XXXVH S 180 Taf. Fig. 9, 10. Die Art ist bei Sievermg bei Wien,
Losoncz in Ungarn, Villach in Kämthen, Südfinnland und bei Görz gefunden;
derselbe, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 189.
Agromyzidae. Lobioptera Tiefii (Villach); Mik, Verh. Zool. Bot. Gesellsch.
Wien XXXVn S. 178; (die Unterschiede dieser Art von Argyrites melaleucus L?i'.
s. Mik in der Wien. Entom. Zeitg. 18'<7 S. 238).
Bigot stellt eine synoptische Tabelle der Loxocera- Arten auf und beklagt
dabei, dass die Beschreibungen der Autoren zu kurz gefasst seien, um daraus die
Bildung der Fühler erkemien zu kennen, die für Artunterscheidiuig von grösserem
Werthe wären, als die Färbung, die vorläufig allem bei dieser Tabelle Verwendung
gefimdeu hat: Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 17—19.
Phytomyzidae. Für Phytomyza geniculata 3Iacq. muss wegen der gleich-
namigen älteren BruUe sehen Art der Name Ph. horticola Gour. eintreten, der das
älteste Synonymon der Macquart'schen Art ist; Mik, Wien. Entom. Zeitg. 1887
S. 188.
Phoridae. Eine mehrfach benannte und beschriebene Phoride ist
Metopia galeata {fful.) = Phora oligoneura 3Iik, Drepanophora Braueri Strobl,
Leptophora perpusilla Six; v. Eöder, Wien. Entom. Zeitg. 1^87 S. -.^88.
Die Made der Phora rufipes Mg. lebt auch in menschlichen Excrementen;
H Mayer, Soc. Entom. I S. 146 f.
Piipipara.
Anapera fimhriata (Neu Mexiko, auf Cypselus melanolcucus) ; Waterhouse,
Proceed. Zool. Soc. London 1887 S. 163f mit Holzschn.
Ornithomyia Villadae (Mexiko, auf Buteo calurus und Bairdii); A. Duges, La
Naturaleza [2. S.) I. S. 20 f. L. HI Fig. 3.
Apliaiüptera.
Sarcopsylla Mi/rmccolni (We.staustr. ; nur benannt). Water ho use, Proc. Ent.
Soc. Lond. 1887 S. XXHI.
Schimkewitsch: 0 nowom rodj semeistwa Sarcopsyllidae {Ver-
mipsylla alacurt); Trudi zoologitsch. otd. Iswest Irap. Obsch. Moskau S. 163 — 168;
vgl. den Ber. f. 1885 S. 152.
102 Dl'- Ph- Bertkau.
Lcpidoptcra.
D. Casagrande veröffentlicht in dem Bull. Soc. Entoni. Ital-
1887 S. H23— 332 Tav. VIII— X eine Nota sulle trasformazioni
che subisce il sistema digerente dei Lepidotteri, passando
dallo stato larvale a quelle d'insetto perfetto, nach Unter-
suchungen am Seidenspinner. Der Verfasser konnte zu jeder Zeit
der Entwickelung den Darm und alle seine Theile auffinden. Die
anatomischen Veränderungen bestehen in einer Verkürzung des Mittel-
darmes und in einer Verlängerung und gleichzeitiger Verschmächtigung
des Oesophagus und Enddarmes; ersterer bildet an seinem Ende
den sog, Saugmagen, letzterer die Rektaltasche aus. Die histiologischen
Veränderungen sind folgende. Das Epithel des Mitteldarmes, dessen
Zellen bei der Raupe mehrere Lagen bilden und ihre Kerne in der
Mitte haben, ordnet sich in einer einfachen Schicht an und lässt die
Kerne nach der Spitze der Zelle rücken. Hierauf erscheint ein
zweiter Kern an der Basis der Zelle. Dieser Vorgang leitet eine
Prohferation der Epithelzellen ein, deren Folge zunächst unregelmässig
im Lumen des Darmes zerstreute Zellen sind, während das alte
Epithel nach Abstossung dieser Zellen viel kürzere Zellen ähnlich
einem Pflasterepithel hat. Später verlängern sich dieselben wieder,
nehmen eine spindelförmige Gestalt an und bilden an ihrem freiem,
dem Darmlumen zugekehrten Ende, eine Kutikula aus. Die ab-
geschnürten Zellen, welche anfänglich regellos zerstreut waren, ordnen
sich in zwei ringförmigen Gruppen an, die ein Lumen erhalten; am
hinteren Ende des Darmes beginnend näheren sich diese beiden
Stränge mehr und mehr; die einander zugekehrten Hälften bilden
Ausbuchtungen und zuletzt verschmelzen die einander am meisten
genäherten Kanten in der Weise miteinander, dass zwei in einander-
geschachtelte liohlzyiinder entstehen. Der innere derselben ist von
den beiden einander zugekehrten Hälften der ursprünglich getrennten
Stränge gebildet; der äussere von den abgewendeten Hälften derselben.
Die Zellen des ersteren sind gross, ihre Grenzen gegeneinander
deutlich; die des letzteren sind kleiner und haben undeutliche Wände.
Dieser zweite Cylinder, der also zwischen dem ursprünglichen Darm-
epithel und dem innersten Cylinder steckt, verschwindet später,
während der innere das Epithel des Oesophagus und des
Enddarmes der Imago bilden soll, welches zu Grunde geht.
Während also bei der Larve das Epithel des Mund- und Afterdarmes
ektoblastischen Ursprungs ist, würde dasselbe bei der Imago vom
Hypoblast ableiten.
Urech stellte Beobachtungen über die Gewichtsabnahme der
Puppen von Pieris Brassicae an; Arch. Sei. Phys. et Nat. XVIII
S. 43o — 436; Verhandl. Schweiz. Naturf Gesellsch., 70. Jahresver-
sammlung in Frauenfeld, S. 55 f Die Resultate, zu denen Urech
gelangte, sind dieselben wie die von früheren Beobachtern erhaltenen.
S. Selvatico macht eine Mittheilung über die Aorta im Brust-
kasten und im Kopfe des Schmetterlings von Bombyx Mori;
Zoolog. Anzeig. 1887 S. 562 f. Im Brustkasten macht die Aorta die
Bericht über Entomologie während des Jahi'es 1887. 103
zuerst von Bürge ss erwähnte Krümmung und erweitert sich dann zu
einer Kammer, deren Querschnitt vorn dreieckig wird, die Spitze
des Dreiecks nach unten gerichtet. Von den Ecken an der Basis
des gleichschenkeligen Dreiecks gehen 2 Paare von Gefässen aus,
das eine zu dem gangl. optic. und den Augen selbst, das andere zu
den Fühlern, die dasselbe in ihrer ganzen Länge durchläuft. An der
Basis des Fühlers besitzt das letztere eine nach Art eines Kugel-
ventils das Lumen des Gefässes verschliessende Einrichtung, ßei
Macroglossa stellatarum und Syntomis phegea bestehen dieselben
Verhältnisse. — Der Nervus supraintestinalis dringt bei Jmago wie
der Larve vom Seidenspinner zeitweise in die Aorta ein und verläuft
eine Weile in Lumen derselben.
Der Bau der Stigmen bei Bombyx Mori ist nach E. Verson
ein anderer, als bisher angegeben wurde. Der sog. Verschlussbügel
ist nämlich nur dadurch wirksam, dass er mittels seiner federnden
Kurve die freien verdickten Ränder des „ Verschlussbandes " und den
senkrechten Theil des ^Verschlusshebels" in Spannung und damit
geschlossen hält. Der „Verschlussmuskel" greift am horizontalen Hebel-
arm ein und zieht die mit demselben zusammenhängende Klappe nach
innen. Dadurch erst wird das in der Ruhe geschlossene Stigma
geöffnet und gleichzeitig werden die Tracheenwände durch einen
besonderen, bisher der Beobachtung entgangenen Muskel ausgedehnt
und gespannt. Zoolog. Anzeig. 1887 S. 561 f. und Att. R. Ist. Vene-
to di Sei., Lettere ed Arti (S. IV) T. V. S. 847—856 Tav. XII
N. Cholodkowsky stellte Untersuchungen an sur la morpho-
logie de l'appareil urinaire des Lepidopteres; Archiv, de Biol.
Vi S. 497—514 mit 1 Taf Die Zahl der Malp. Gefässe ist bei den
Schmetterlingen nicht so konstant, wie man bisher angenommen hat.
Tineola biselliella, Tinea pellonella; Blabophanes rusticella haben
z. B. 2 lange Getässe, während die Raupe deren noch 6 hat, die im
Puppenstadium zerfallen, wofür der basale Stamm dann zu den
langen Röhren auswächst, die der Imago zukommen. GaUeria raello-
nella besitzt zwei stark und unregelmässig verästelte Bäume, die
sich aus den 6 Gefässen der Raupe im Puppenstadium auf ähnliche
Weise entwickeln wie vorhin. Die Mehrzahl der Schmetterlinge
freilich haben 6 Röhren, von denen je 2 in der Entwickelung zuerst
erscheinen und eine sich gabelt.
Chatin macht eine kurze Mittheiluug über die Terminazioni
nervöse nelle antenne della Tinea tapezella. Die Sinnesorgane
der Fühler sind bekannter Weise zweierlei Art: Tasthaare und weiche
Kegel. Letztere zeichnen sich bei der genannten Art durch ihre ausser-
ordentliche Länge und beide durch ihre Zerbrechlichkeit aus. (Bull,
de la Soc. Philomath. de Paris (7. S.) 1887 S. 145 und) Bull Soc.
Entom. Itahana 1887 S. 367.
E. Rabaud schildert Les antennes des Lepidopteres, ihre
Gestalt, Grösse und Farbe; Le Naturaliste IX S. 11—13,22 — 24 mit
Holzschn.
Ueber die Spermatocysten der Lepidopteren von v. la
Valette St. Georo-e s. oben S. 24.
104 Dr. Ph. Bertkau.
E. Haase hielt im Entomol. Verein Iris einen Vortrag über
Töne der Schmetterlinge, dessen Referat im Correspondenzblatt
No. 4 S. 113 f. abgedruckt ist. Es werden die Tonapparate von
Thecophora fovea; Cozistra membranacea; Ageronia; Hypsa; Acherontia;
Glottula radians erwähnt.
Ein singender Schmetterling, über den Dönitz in der
Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 9 f. berichtet, ist der in Japan und
Sibirien vorkommende Dionychopus niveus 3Ienetr. Die Unterseite
der Oberflügel haben nahe dem Hinterrande an der Wurzel und die
Oberseite der Hinterflügel an einem aufgetriebenen hohlen Wulste
nahe dem Vorderrande eine Bürste aus Dornen, welche an den Hinter-
flügeln kräftiger sind. Indem durch rasche, zitternde Bewegung der
Flügel die beiden Bürsten an einander gerieben werden, entsteht ein
zirpendes Geräusch. Dasselbe wurde bei mehreren Männchen beob-
achtet; ob es auch den Weibchen zukommt, konnte Dönitz wegen
mangelnder Beobachtungen nicht entscheiden.
E. Haase setzt seine Schilderung der Duftapparate indo-
australischer Schmetterlinge fort; 2. Heterocera; Correspbl.
Entom. Ver. „Iris" Nr. 4, S. 159 — 178. — Bei den südHchen Arten
der Gattung Chaerocampa tritt zu dem nach Art von Acherontia und
Sphinx ausgebildeten abdominalen Duftapparat ein thorakaler, zwischen
den Vorderbeinen gelegener, dessen Verschluss durch Hüften und
Oberschenkel der Vorderbeine bewirkt wird. Derselbe Apparat findet
sich auch bei Pergesa und Panacra. Der abdominale ist bei Macro-
glosa und Smerinthus wenig ausgebildet und konnte bei Leucophlebia
nicht mehr aufgefunden werden. Die Gattung Cocytia hat einen
abdominalen Duftpinsel wie die Sphingiden. Unter den CaUiduliden
besitzt Tyndaris und Agonis einen Duftpinsel an den Flügeln, erstere
auf der Unterseite der Vorderflügel, letztere auf der der Hinterflügel. —
Alcidis Aruus hat am Hmterende des Leibes einen Duffcbüschel;
ähnliches ist von Callidula Petovia bekannt. Die i\lännchen zahl-
reicher Chalcosiaden (Chalcosia, Histia, Mimeuploea, Erasmia. Chelura,
Agalope) haben, entspringend aus einer tiefen Hauttasche nahe dem
Innenrande auf der Oberseite der Hinterflügel, einen Haarpinsel, der
mit dem freien Ende grösstentheils in einer Tasche am ersten Hinter-
leibsringe verborgen ist. Gattungen der Agaristiden haben wieder den
Duftapparat der Sphingiden (Agarista, Cocytia, Eusemia, Burgena, —
Agana'is (namentlich subfascia und membliaria) hat eine Dufteinrich-
tung auf der Unterseite der Vorderflügel nahe dem Vorderrande;
ähnlich 3izone. Bei den Arctiaden, Lipariden, Lasiocampiden, Bomby-
ciden, Saturniaden, Notodontiden, Limacodiden, Psychiden und Cossiden
Hessen sich keine Dufteiurichtungen auffinden. Bei Oncopera intricata
unter den Hepialiden besteht ein ähnlicher Duftapparat wie bei Hep.
hecta. Unter den Eulen fehlen Dufteinrieb tungen den N. trifidae
Guen.^ während sie bei zahlreichen Gattungen der quadrifidae in der
von Catocala bekannten Form vorkommen, so bei Potamophora,
Anisoneura, Ophiusa, Grammodes; bei Hyblaea in den Hinterschienen;
bei Plecoptera wieder auf der Unterseite der Hinterflügel am umge-
schlagenen Innensaume; ebenfalls an den Flügeln bei Agonista, Patula,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 105
Ommatophora, Spirama, Lagoptera, Calesia, Epizeiixis; bei Hulodes
finden sich starke Haarbüschel au der Unterseite des Vorderleibes,
die in Taschen des Hinterleibes geborgen werden. Unter den Spannern
ist die Dufteinrichtung am meisten an den Schienen der Hinterbeine
verbreitet; so bei Urapteryx, Boarmia, Elphos, Acidaha, Micronia,
Milionia, Hazis, Celerene (hier auch an der Unterseite der Vorder-
flügel); bei Baputa haben die Schienen aller Beine einen Duftpinsel;
an den Flügeln finden sich Dufteinrichtungen bei den Gattungen
Hyperythra, Microdes, Phibalapteryx.
Ueber Hadena Atriplicis und lithargyrea s. auch Landois
im 15. Jahresber. Westf. Prov.-Ver. S. 16.
Smith referirt überDalla Torre: Die Duftapparate der Schmetter-
linge; Proc. Entom. Soc. Washington I 8. 38~4U; angeschlossen sind
Bemerkungen über Cosmosoma omphale; Lygranthoecia marginata;
Aletia xylina; die Deltoiden; Heliconius phylis; die Haarbüschel an dem
Kinn der d von Trogosita und an dem Bauche von Dermestes werden
von Schwarz vermuthungsweise auch für Duftorgane erklärt; eben-
da S. 40 f.
Ueber die zwischen dem 7. und 8. Bauchsegment ausstülpbaren
Organe von Leucarctia acraea und Pyrrharctia isabella s. denselben
in Entomol. Americ. II S. 79 f. mit Holzschn.
S chinia marginata hat bauchständige Duftpinsel, die einen Opium-
ähnüchen Geruch verbreiten; Proc. Entom. Soc. Washingt. II S. 55.
Bertkau machte weitere Mittheilungen über Duftapparate
einheimischer Schmetterlinge; Corrbl. Naturh. Ver. d. preuss.
Rhein!., Westf. etc. 1887 S. 118 f. Unter den Hadeniden fanden sich
die nach Art der bauchständigen Duftapparate der Sphingiden ge-
bauten Organe bei Hadena, Dichonia, Brotolomia und Mania; unter
den Orthosiaden bei Leucania, Xanthia und Oporina. Bei diesen
Eulen sitzt aber nicht eine Duftschuppe auf einer Drüsenzelle, son-
dern es gehören zu einer Duftschuppe mehrere kleine Drüsenzellen. —
Der Afterbusch von Porthesia ist ein unvollkommener Duftapparat,
indem eine Schutzvorrichtung fehlt; der Moschusgeruch wird aber
beim Auseinanderspreizen des Busches stärker. Im weiblichen Ge-
schlecht dient er zum Einhüllen der Eier. — Bei Deüephia Euphorbiae
ist der bauchständige Duftapparat im Vergleich zu Acherontia und
Sphinx schwach entwickelt.
Aus der Praxis theilt R. Seiler mit, dass sich die durch Cyan-
kalium oder durch das Aufweichen getrockneter Exemplare in Gelb
umgewandelte grüne Farbe der Schuppen durch Dämpfe von Säuren
(z. B. Salzsäure) in ihrer ursprünglichen Frische wieder herstellen lasse.
Seiler vermuthet, dass der grüne Farbstoff der Schuppen eine Säure
sei, die durch Neutralisation mit Ammoniak in gelb übergehe, durch
die Säuredämpfe aber wiederkehre. Correspbl. Entom. Ver. „Iris"
Nr. IV S. 184.
Cholodkovsky hält seine Deutung der Prothorakalanhänge
bei den Lepidopteren als pro thorakaler Flügelrudimente aufrecht;
vgl. den vor. Bericht S. 160; Zool. Anzeig. 1887 S. 102 f.
106 Dl'. Pli- Bertkau.
F. Anderlini stellte Ricerche chimiclie sulla seta an; Atti
R. Istitut. Veneto di Sei., Lett. ed Arti (Ser. VI.) T. V 8. 311-330.
Poujade beobachtete von überwinterten Vanessa lo im März
die Paarung und nimmt an, dass auch die übrigen überwinternden
Arten (V. Antiopa, Urticae, polychloros, C. album, Cardui; Khodocera
Rhamni, Cleopatra; Macroglossa »Stellatarum; Calocampa vetusta;
unter Umständen vielleicht auch Argynnis Latonia) sich im Herbst
nicht gepaart haben; Bull. Ent. France 1887 S. XXIX f., vgl. eben-
da ö. L, LXVI.
H. Kühn berichtet mit der Frage Instinkt oder Ueberlegung?
von Indischen Hesperiinen-Arten Plesioneura Chimaera und Hesperia
Puurotas, dass sie mit einer Haltung des Hinterleibes, als wollten sie
Eier ablegen, auf Blättern umherlaufen, bis sie einen vertrock-
neten Vogelkoth finden. Auf diesen lassen sie dann aus dem Hiuter-
leibe ein Tröpfchen Flüssigkeit laufen, ihn so aufweichend; an der
aufgeweichten Stelle wird dann eifrig gesogen. Correspbl. Entom.
Verein Jris" Nr. 4 S. 118.
Brants beobachtete auf dem Klte Cevedale (o 795 M.) eine Erebia,
die in diese ungewöhnliche Höhe nicht durch den Wind entführt war,
sondern sich freiwillig begeben hatte ; Tijdschr. v. Entom. XXX,
Versl. S. CXI.
Aus den Further notes ou the development of the embryo
in eggs of Botys hyalinalis in Entom. Monthl. Mag. XXIII
S. 173 — 178 von W. R. Jeffrey geht hervor, dass das flache, durch-
sichtige Ei der genannten Art ein günstiges Objekt ist.
A. Hoffmann theilt Biologische Beobachtungen mit, die
sich auf die Zucht von Agrotis speciosa und Cidaria Cambrica be-
ziehen; Stett. Entom, Zeitg. 1887 S. 142—148.
Beutenmüller zählt weiterhin food-plants of Lepidoptera
auf (Facies imperialis; Datana ministra; Oedemasia concinna; Thyri-
dopteryx ephemeraef ormis ; Lagoa crispata;) Entomol. Americ. II S. 53 f.,
78; m S. 157, 157—159; 180.
Pedigree moth-breeding, as a means of verifying certain im-
portant constants in the general theorie of heridity; by F. Galton;
Tran«. Entom. Soc. Lond. 1887 S. 19-28. — Galton macht hier
Vorschläge über das zweckmässigste Verfahren, um auf dem Wege
des Versuches die Veränderlichkeit zu bestimmen. — F. Merrifield
macht dazu practical suggestions and enquiries as to the
method of breeding Selenia illustraria for the purpose of
obtaining data for Mr. Galton; ebenda S. 29—34; vgl. Proceed.
s. v-viri.
On the moulting of the larva of Orgyia antiqua theilt
Chapman in Entom. Monthl. Mag. XXIII S. 22.4 — 227 interessante
Beobachtungen mit. Einige Raupen häuten sich nur drei, andere
vier, noch andere fünf Mal; die ersteren sind nur Männchen, die
letzteren nur Weibchen. Unter den Raupen mit viermaliger Häutung
finden sich sowohl Männchen wie Weibchen, und von diesen ent-
wickeln sich die V\ eibchen früher als die Männchen, entgegen der
sonstigen Regel, dass die Entwicklungsdauer der Männchen eine
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 107
kürzere ist. Dagegen entwickeln sich die Männchen mit 3 Häutungen
rascher als die Weibchen mit 4, und die viermal sich häutenden
Männchen in kürzerer Zeit als die fünfmal sich häutenden Weibchen.
Riley erinnert daran, dass er auf die verschiedene Zahl der
Häutungen von 0. leucostigma bereits 1868 aufmerksam gemacht
habe; hier kommen o Häutungen bei den cJ, 4 bei den $ vor; eben-
da S. 274.
H. Edwards beschreibt Early stages of some North
AmericanLepidoptera, nämlich Synchloe Janais ; Pieris occidentalis ;
Callidryas Philea; Thecla halesus (Puppen); Chrysophanus xanthoi'des
(Ei); Argynnis Bellona: Gonepteryx Clorinde; Pamphila Ethlius;
Aellopus Tantalus; Cautethia Grotei; Amphonyx Antaeus; Phlege-
thontius rusticus; Chaerocampa tersa; Philampelus Vitis; Pseudo-
sphinx tetrio (Puppe); Anceryx Edwardsii (Raupe und Puppe), ello
(ebenso); Ellema Coniferarum (Puppe); Scepsis Edwardsii; Hemileuca
Yavapai; Citheronia sepulchralis; Heterocampa unicolor; Phragmatobia
rubricosa; Psyche confederata; Parasa fraterna; Hypharpax aurora;
Datana perspicua; Arsilonche albovenosa (Raupen, von Psyche con-
federata auch Puppe; von Datana perspicua auch Ei); Entomol.
Americ. HI Ö. 161—171.
B. Poulton veröffentlicht seine Notes in 1886 upon lepido-
pterous larvae etc. Trans. Entom. Soc. Lond. 1887 S. 281 — 321
PI. X nebst einigen Holzschn. Diese Bemerkungen beziehen sich auf
1. die jungen Raupen von Smer. Populi und die rothen Flecken in
Ömerinthus-Raupen ; 2. eine unbenannte Sphinx-Raupe von Celebes;
3. öchutzhaltung von Spannerraupen (Selenia illunaria; Rumia cratae-
gata) ; 4. Schreckstellung der Raupe von Dicranura vinula, die gleich
der von D. furcula aus einer Tasche zwischen Kopf imd Prothorax
auf der Bauchseite eine doppeltgegabelte Drüse hervorstülpt; an-
geschlossen sind Bemerkungen über die Histiologie der ausstülpbaren
Schwanzfaden, deren rothe Färbung von einem in der Hypodermis
abgelagerten Pigment herrührt und die in ihrem Innern einen Nerven-
faden nebst zahlreichen Ganglienzellen enthalten sollen; 5. hervor-
stülpbare Drüsen bei Raupen von Lipariden; 6. äussere Anzeichen
der Flügel im letzten Raupenstadium; 7. die äusserlich an Dicranura
vinula schmarotzende Larve von Paniscus cephalotes; 8. Schutzhaltung
von Gonoptera libatrix; ein Büschel Haare an der Basis der Antennen
schützt und verdeckt die Augen; 9. das verhältnissmässig späte Aus-
schlüpfen weiblicher Nachtschmetterlinge aus der Puppe; 10. Warzen
der Raupen von Saturnia Carpini; 11. Beziehungen zwischen den
Raupen und verschiedenen Arten ihrer Nährpflanzen; 12. den Ursprung
des Fleischfressens bei Pflanzenfressern; l'ö. Lichtfreundlichkeit der
jungen Raupen von Vanessa Urticae und Sat. Carpini; 14. Gefühl für
die Richtung der Schwerkraft bei Raupen. — Ygl. Proceed. S. XV — XXL
Derselbe stellte Versuche an über cause and extent of colour-
relation between lepidopterous pupae and surrounding sur-
faces; Proc. R. Soc. London XLII S. 94 — 108. — Diese Versuche
bezweckten eine Prüfung der Ansicht des Verfassers, dass die V,e-
ziehung zwischen der Farbe der Puppe und ihrer Umgebung physio-
108 Dl-. Pli. Bertkau.
logischer Natur sei und dass das reflektirte Licht nicht die Puppe
direkt, sondern die Larve beeinflussen müsse; ferner sollte geprüft
werden, ob die ganze Körperoberfläche oder ein bestimmter Theil
dem Einfluss des Lichtes zugänglich wäre. — Von 6 erwachsenen
Raupen von Vanessa lo, die in ein mit gelbgrünem Papier l)eklebtes
Glas gesetzt wurden, lieferten 5 die sonst seltene gell^grüne Varietät
der Puppe. — Ferner wurde der Einfluss verschiedener Farben an
mehr als 700 Raupen von V. ürticae studiert; es zeigte sich hierbei,
dass die gesammte Körperoberfläche empfänglich ist. Weitere Ver-
suche wurden mit V. Atalanta; Papilio machaon; Pieris Brassicae
und rapae; Saturnia Carpini; Ephyra pendularia angestellt. — S. auch
desselben: „Gilded chrisalides" in Nature 35 S. 470 f.
P. Chretien holte .sich ä propos de chrysalides von Schmetter-
lingen, deren Wei1)chen flügellos oder nur mit Flügelrudimenten ver-
sehen sind, während die Puppen beider Gesclilechter Flügelscheiden
besitzen, Rath bei einem Freunde, der „die modernen Theorieen der
Transformation von Grund aus kennt". Die Aufklärung fiel nicht
ganz befriedigend aus, indem er in dem einen Falle (Hibernia z. IJ.)
von werdenden Flügeln, in dem anderen (Orgyia) von verkümmernden
Flügeln sprach. Le Naturaliste IX S. 93-95.
E. Rabaud nimmt die Theorie in Schutz und glaubt les pte-
rotheques des chrysalides des Lepidopteres apteres in allen
Fällen als promesses, und nicht als vestiges ansehen zu können;
ebenda S. 140 f.
Als einen Beitrag zur Naturgeschichte des Stauropus Fagi
theilt W. Czeczatka in der Zeitschr. f. Entom., Breslau, 12. Heft
S. 64 f. mit, dass Raupen von St. Fagi, denen die Brustfüsse von
ihren Geschwistern abgefressen worden waren, sich in anscheinend
normale Puppen verwandelten; die denselben entschlüpften Falter
hatten aber ebenso verstümmelte Füsse, wie ehemals die Raupen. —
Vgl. auch Thiele, der beim Oeflfnen einer Puppenhülse einen Schmet-
terling fand, der seine Eier in dieselbe abgelegt hatte; Sitzungsber.
Berl. Entom. Ver. 1887 S. XLIJI.
In einer Note sur deux chenilles de diurnes ayant un nom-
bre de pattes anormal beschreibt Chretien eine Raupe von Pa-
pilio Machaon, bei der der rechte Bauchfuss des 2. Paares, und eine
solche von Vanessa Urticae, bei der das ganze dritte Bauchfusspaar
fehlte; Le Naturaliste IX S. 186 f. mit Holzschn.
Nach Meyrick lebt die sechszehnfüssige Raupe der Australischen
Thalpochares coccophaga n. sp. von einer nicht näher bestimmten
Coccus-Art auf Macrozamia in einer coconähnlichen Hülle, die von
den Exuvien des Coccus verfertigt ist; in dieser verpuppt sie sich
auch. Sie zeigt also in dieser, auch für die übrigen Arten der Gat-
tung, ungewöhnlichen Lebensweise eine Aehnlichkeit mit der ver-
wandten europäischen T. commuuimacula. Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2. S.) I S. 1037.
„Pararge" Janira halbirter Zwitter; v. Kempelen, Verh. Ver.
f Natur- und Heilkunde zu Pressburg (K. F) 5. Heft S. 79-83.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 109
Lycaena Icarus hermaphrodite (?) ; M. Cameron, The Euto-
mologist XX S. 106 f.
Smith macM darauf aufmerksam, dass bei den Attacinae und
Ceratocampinae die Fühler der ö an jedem Ghede zwei Kamm-
zähne besitzen, die bei den ersteren bis zum Ende der Fühler gehen,
bei den Ceratocampinae 1,3 vor der Spitze avifhoren. Er schlägt vor,
nach diesem Merkmal die Familie der Saturniaden zu begrenzen;
Proc. Entom. Soc. Washington I S. 42, 45; Proc. U. S. Nat. Museum
1886 S. 414—437.
Derselbe findet, dass Cressonia Juglandis im Bau der Fühler,
Zunge, Beine, des Frenulums mit den Spinnern, speziell mit den Sa-
turniaden übereinstimmt, während Flügelgeäder und Raupe auf einen
Sphingiden verweisen. Es deutet dies vielleicht darauf hin, dass die
Saturniaden älter sind und die typischen Sphingiden jünger als die
Smerinthini; Entomol. Americ. Ill S. 2f.
S. Scudder stellt comparative tables for the families of
butter flies auf; Canadian Entomologist XIX S. 201—206. In die-
sen Tabellen werden sowohl Jmago, als auch Puppe, Larve und Ei
berücksichtigt. Scudder nimmt nur die 4 Famihen ISlymphalidae
(incl. Dannaid., Libyth, Satyrid. etc.), Lycaenidae (= Lyc. --[- Erycid.),
Papilionidae (= Papil. -|- Pierid.) und Hesperiadae an.
Die synonymische Aanteekeningen von P. C. T. Snellen
in der Tijdschr. v. Entom. XXX S. 87 — 90 sprechen aus, dass der
von Hüb n er zwei Mal angewendete Gattungsname Parthenos für
die Eulenart nobihs anzunehmen sei, während für die Tagfalterart
Sylvia Cram. die Gattung Minetra zu substituiren ist; Artaxia si-
mulans Butl ist von Snellen früher als Porthesia subnobilis be-
schrieben und die Gattungen Porthesia und Artaxa fallen zusammen;
die Cahgula Jonasii ßutl. = Saturnia Boisduvalii Evcrsm.; Cara-
drina latebrosa Led. = Spodoptera Cilium Gnen. und ist bekannt
aus Syrien, vom Gap und von Java; Agrophila gibbosa SncU. ==
Noctua scitula Bamb. = Nola exasperata Led. und in die Gattung
Thalpochares zu stellen; Scotosia lucicolens Butt. = atrosignata
Brem.
Honrath beschreibt weiter neue Rhopalocera; Berl. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 347-352 Taf. VI.
W. F. Kirby: Descriptions of new species of (1) Papilionidae,
(2) Pieridae and (16) Lycaenidae; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
Vol. 19 S. 360—369.
Staudinger beschreibt einige neue Arten und Varietäten
der Gattungen Sesia und Zygaena; Berlin. Entom. Zeitschr. 1887
S. 29—42.
P. Milliere beschreibt Lepidopteres nouveaux ou peu con-
nus; chenilles nouvelles; Ann. Soc. Entom France 1887 S. 215
— 22i PL V.
Descriptions of some exoticMicro-Lepidoptera; byE.Mey-
rick; Trans. Eni Soc. Lond. 1887 S. 269—280.
Ragonot stellt (190) Diagnoses d'especes nouvelles de
110 r)r. Ph. Bertbau.
Phycitiüae d'Europe et des pays limitroplies auf; Auu. Soc.
Entom. France 1887 S. 225—260.
Edwards besclireibt apparently new forms of N. American
Heterocera; Entomol. Americ. 11 S. 165 — 171.
Ueber Ostkubaniscben Lepidoptereu s. Honrath, Sitzgsber.
Berl. Entom. Vereins 1887 S. XXXVif.
Honrath theilt nacb Aufzeichnungen von Sahlke Lepidoptero-
logische Beobachtungen in Französisch-Guyana, im besonderen
über Morpho- und Agrias-Arten mit; BerKn. Entom. Zeitschr. 1887
S. 147—153.
P. C. T. Snellen bringt einen Bijdrage tot de kennis der
Lepidoptera von het eiland Cura^ao; Tijdschr. v. Entom. XXX
S. y-66 PL 1—5.
Dognin bringt eine Notice sur la faune des Lepidopteres
de Loja et environs (Equateur); Le Naturahste IX S. 173 — 175,
188-190 mit Holzschn.
In some rates on the comparative study of British and
Continental Rhopalocera macht W. F. De v. Kane auf die Unter-
schiede aufmerksam, die zahlreiche Arten in ihren englischen Exem-
plaren gegenüber denen des Festlandes zeigen. Entom. Monthl. Mag.
XXIII S. 244-248.
Von W. Buckler's „The larvae of the British butterflies and
moths" ist der IL Bd. erschienen; London, Ray Society; herausgeg.
von H. T. Stainton; derselbe enthält die Schwärmer und 27 Bom-
byces; der im nächsten Jahre herauszugebende 3. Bd. soll den Rest
der Bombyces bringen. Siehe Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX
S. 464f.
British Pyralides including the Pterophoridae, by J. H.
Leech; London 1886. Svo, 121 Ss., 18 colorirte Tafeln.
A. Hoffmann bringt einen Nachtrag zu den Lepidopteren
von den Shetland-Inseln etc.; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 259—273;
vgl. dies. Ber. für 1884 S. 126.
G. Barr et macht einige Bemerkungen über Lepidoptera on
Cannock Chase (Staffordshire); Entom. Monthl. Magaz. XXIII S.
195-198.
Nach W. G. Blatch kommen die meisten von Bath in dem
Birmingham - District vermissten Arten dort noch vor; nur Lycaena
semiargus ist verschwunden; ebenda S. 198 — 200; vgl. den vor. Ber.
S. 171.
W. Warren bringt Notes on the species of Heinemann's family
Chauliodidae that occur in England; Entom. Monthl. Mag.
XXIV S. 141—147.
P. C. T. Snellen macht Aanteekeningen over Nederland-
sche Lepidoptera; Tijdschr. v. Entomol XXX S. 199-226. Die-
selben sind Ergänzungen zu dem 1882 erschienen Werke: Vlinders
van Nederland von demselben Verfasser, und führen zunächst, als
neuerdings in den Niederlanden aufgefunden, folgende Arten auf, wo-
durch die Zahl der Niederländischen Schmetterlinge auf 1670 steigt:
Orthosia litura; Agrotis Lidia; Helia calvaria; Acidalia laevigata; Ci-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 111
daria rhamnata; Euzophera polyxenella; Homoeosoma nebulella, cre-
tacella; Grapholitha turbidana; Gelecliia Hippophaeella; Xystophora
tetragonella; Butalis Knochella; Coleophora vitisella; Laverna pro-
pinquella; Tischeria angusticolella. Dazu kommen noch die folgenden,
die nicht eigentlich als indigen angesehen werden können: Acidalia
herbariata; Ephestia Kühniella, calidella, cahiritella.
Ebenda S. 245 — 292 beendet Dirk ter Haar seine Lijst van
planten waarop de in Nederland voorkomende Microlepi-
doptera te vinden zijn. In einem Anhang werden auch die in
moderndem Holz, in pflanzlichen und thierischen Stoffen, Bienen-,
Hummel-, Wespen- und Ameisennestern lebenden Arten aufgeführt;
vgl. den vor. Ber. S. 169.
Pollack macht einige Schmetterlingsfunde aus der Um-
gegend von Münster bekannt: 15. Jahresb. Westf. Prov. Ver. S. 69f.
M. Pabst fährt fort, die Gross- Schuppenflügler (Macro-
lepidoptera) der Umgegend von Chemnitz und ihre Ent-
wickelungsgeschichte, H. Theil, C. Noctuae (erste Hälfte) zu be-
handeln; vgl. 'den Ber. für 1884 S. 127; Zehnter Bericht Naturwiss.
Gesellsch. Chemnitz S. 3—52.
F. Knapp stellt ein neues Verzeichniss der Schmetterlinge
Thüringens auf; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 3(33-406.
Kuatz vervollständigt das frühere Verzeichniss der bei Cassel
vorkommenden Grossschmetterlinge um 17 Arten; 32. und 33. Bericht
des Vereins für Naturkunde zu Cassel S. 48 f.
G. Amel ang schildert die Schmetterlingsfauna der Mossig-
kauer (Dessauer) Haide; Berl. Entom. Zeitschr. IH^'7 S. 243 — 2ü\i.
Die Nachträge zu der Macrolepidopterenfauna der Graf-
schaft Wernigerode behandeln neue Fundpunkte von 25 Arten;
Fischer, Schrift. Naturw. Ver. des Harzes in Wernigerode, H, S. 74f.
„Naturwissenschaftliches aus der Grafschaft Glatz und dem Rie-
sengebirge" von J. W. Schirm in den Jahrb. d. Nass. Ver. f. Na-
turkunde, 40., S. 266—298 enthält auf S. 296—298 ein Verzeichniss
von Glatzer Schmetterlingen.
Ein zweites Verzeichniss aus der Schmetterlingsfauna
von Kremsmünster von P. A. Pfeiffer ergänzt die Zahl der Ma-
crolepidopteren auf 252 Arten und erwähnt 50 Microlepidopteren;
17. Jahresber. Ver. f. Naturk. in Oesterreich o. E. zu Linz, S. 1 — 11.
Huguenin stellt ein Verzeichniss der ... in der Weissen-
burgerschlucht beobachteten Macrolepidopteren auf; Mitth.
Schweiz. Ent. Ges. VH S. 313—329.
A. Schmid bringt Fortsetzung undSchluss seiner Lepidopteren-
fauna der Eegensburger Umgegend mit Kelheim und Wörth;
Correspbl. naturw. Vereins in Regensburg, 40, S. 19—58, 83 — 98,
101—224.
Notes on Lepidoptera occurring in the Italian Lake di-
strict; A. H. Jones, Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 151—153.
H. Calberla beginnt eine Zusammenstellung der Macrolepi-
dopterenfauna der römischen Campagna und der angrenzen-
den Provinzen Mittel-Italiens und macht Bemerkungen über die
112 Dr. Pli. Bertkau.
Flugzeit, Zahl der Generationen, Aberrationen u. s. w.; Correspbl.
Entom. Ver. „Iris" No. 4 S. 121 — 158; Rhopalocera; Heterocera bis
Noctuina.
Minä Palumbo und Failla Tedaldi tragen Materiali per
la fauna lepidotterologica della Sicilia zusammen; II Natural.
Sicilian. VI S. 22^—236; VII S. 10-21, 46—53, 65—72.
Ebenda S. 236 — 238 bringt Ragusa Note Lepidotterologiche betr.
Thai'svar. Cassandra; Zygaena Scabiosae, Carniolica; Eriopus Latreillii;
Acidalia tessellaria.
E. Holmgren tlieilt weitere Lepidopterologiskajakttagelser
i Stockholms omgifningar mit; 11: Fastlandet; Entomol. Tidskr.
1887 S. 21-26.
Ebenda führt J. Ammitzbäll in einem Bidrag tili kännedomen
om svenska fjärilars geografiska utbredning die bei Eckbolm
(Skäne) gefundenen Arten auf; S. 67 — 69.
I der Entomologiska Anteckningär frun norra Roslagen
(Bothn. Meerb.) von Chr. Aurivillius, ebenda S. 179 — 185, beziehen
sich ebenfalls auf Schmetterlinge (Parnassius Apollo; Melit. maturna;
Zyg. Scabiosae; Notod. torva; Mamestra Pisi; Orthosia Iota; Macaria
alternaria; Triphosa dubitata; Depressaria Heracliana; Gelechia hippo-
phaeella; Anchinia daphnella).
A. Riesen macht lepidopterologische Mittheilungen aus
Ostpreussen; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 42—46.
C. V. Lutzau macht Mittheilungen aus der Lepidopteren-
Fauna der russischen Ostseeprovinzen; Stett. Ent. Zeitg. 1887
S. 106-110.
B. V. Schrenk stellt ein Verzeichniss der 1872 — 1885 in
Merroküll bei Narva gefundenen (64) Rhopalocera, (18) Sphinges,
(55) Bombyces und (123) Noctuae auf; Sitzber. Naturforsch. Ge-
sellschaft Dorpat, VIII. Bd. 1. Heft S. 60—81.
In einem Nachtrag zur lepidopterologischen Fauna der
Ostseeprovinzen, insbesondere Estlands, macht W. Petersen
faunistische Angaben über 45 Arten; ebenda S. 149—154.
Leech schreibt On the Lepidoptera of Japan and Corea;
Part. I. Rhopalocera; Proc. Zool Soc. London 1887 S. 398—431
PI. XXXV, XXXVI. Es sind 153 Arten, von denen 123 auf der
Hauptinsel und den beiden südlichen, 89 auf Yesso oder Hokaido,
91 auf Korea vorkommen.
N. M. Romanoff hat Tome III seiner Memoires sur lesLe-
pidopteres erscheinen lassen; 4». S.l— 419, Taf.I XVH (kolor.); St. Pe-
tersburg 1887. Der Band enthält ausser einem alphabetischen Inhalts-
verzeichniss folgende Abhandlungen: Romanoff: Les Lepidopteres
de la Transcaucasie. Trois. Partie. S. 1 — 49, PL I, II. — Christoph:
Lepidoptera aus dem Achal - Tekke - Gebiete. 3. Theil; S. 50—125
PI. ni — V. — Staudinger: Neue Arten und Varietäten von Lepi-
dopteren aus dem Amur- Gebiete; S. 126-232, PL VI— XII, XVI,
XVIL — Fixsen: Lepidoptera aus Korea, S. 233— 356, PL XIII— XV
nebst Karte. — Grumm-Grshimailo: Bericht über meine Reise
in das östliche Buchara, S. 357 — 402, uebst Karte und Diagnosen
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 113
neuer Ai-ten. — Alpheraky: Diagnoses de quelques Lepidopteres
inedits du Thibet, S. 403-406.
Descriptions of eight new species of Asiatic batterflies;
by H. Gr ose Smith; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 265—268.
C. Fixsen macht (175) Lepidoptera aus Korea bekannt; Mem.
III S. 233-356 PI. Xm— XV.
Christoph lässt in der Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 162—167
Diagnosen (23) neuer Lepidopteren aus Tekke abdrucken;
Alpheraky desgl. aus Centralasien; ebenda S. 167 — 171.
Staudinger beschreibt weiter Centralasiatische Lepidopte-
ren; Stett. Ent. Zeitg. ,1887 S. 49—102.
Ch. Oberthür's Etudes d'Entomologie. Descriptions d'Insectes
nouveaux ou peu connus (N. S.) Livr. XI enthält Especes nouvelles
de Lepidopteres du Thibet. Rennes 1887, 4«, 38 Ss., 7 Taff. (Habe
ich nicht benutzen können.)
J. Röber beschreibt Neue Schmetterlinge aus Indien:
Correspbl. Entom. Ver. Jris" No. 4 S. 185-202 Taf. VII— IX.
A Catalogue of the Moths of India. Compiled by E. C. Co-
tes . . . and C. Swinhoe; Part I Sphinges. Part II Bombyces. Cal-
cutta, 1887. Habe ich nicht gesehen. Nach Elwes, Nature Vol. 37
S. 386 f., zählt der Catolog aus beiden Gruppen zusammen gegen
1600 Arten auf, von denen aber nach der Meinung Elwes', da Moore,
Butler und der verstorbene Walker die Gewohnheit hätten, was sie nicht
kannten, als neu zu beschreiben, ohne Rücksicht auf die Beschreibungen
anderer zu nehmen, ein grosser Theil als Synonymen einzuziehen sein
würden. So würden z. B. von den 42 Syntomis-Arten wohl nur 20
in der Natur existiren.
Description of some new Lepidoptera from Sikkim; by
H. J. Elwes; Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 444—447.
Ebenda S. 448—467 PI. XXXIX, XL liefert L. de Niceville
Descriptions of some new or little-known butterflies from In-
dia, with some notes on the seasonal dimorphism obtaining
in the genus Melanitis.
H. Kühn bringt einen Beitrag zur Kenntniss indischer Le-
pidopterenlarven; Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4 S. 179 - 183
Taf. VI. — Beschrieben und abgebildet ist Raupe (und Puppe) von
PapiHo Gigon, die einem frischen Vogelkothe täuschend ähnlich sieht;
von Eurema Tondana; Hestia Kühni; Ismenia imperialis; Cocytia Dur-
villii; Glaucopis Polymena; Nyctalemon Patroclus. Das Puppenge-
spinnst letzterer Art ist , innen sehr nass, denn auf seinem Boden
befindet sich eine Lage ausgebrochenen Speisebreies. "
G. Weimer beschreibt Exotische Lepidopteren IV (aus In-
dien); Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 3—18, Taf. I, 11; die Tafeln sind
1886 erschienen.
Der IV. der Beiträge zur Lepidopteren - Fauna des malayischen
Archipels von A. Pagenstecher ist über die Calliduliden; Jahrb.
Nass. Ver. f. Naturk., 40., S. 205-244. I-III; s. unten.
Als Beitrag zur Kenntniss der Lepidopteren-Fauna von
Ai-ch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. 2. H. II. «
114 Dr. Ph. Bertkau.
Batjan zählt Ribbe 100 von ihm auf der genannten Insel gesam-
melte Rhopaloceren auf; ebenda S. 203 — 205.
Butler's Descriptions of new species of Bombycid Lepi-
doptera from the Solomon Islands machen 22 (23) Arten aus
verschiedenen Familien bekannt; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19
S. 214-225.
Derselbe bringt Descriptions ol (13) new species of moths
(Noctuites) from the Solomon Islands; ebenda S. 432—439;
(18) Pyralites; ebenda XX S. 114-124; Geometrina S. 240-247.
F. Moore stellt eine list of the Lepidoptera of Mergui and
its Archipelago zusammen (208 Rhopaloc, 64 Heteroc); Journ.
Linn. Soc. London XXI S. 29-60 PI. HI, IV.
G. F. Mathevr liefert Descriptions of some new species of Rho-
palocera from the Solomon Islands; Trans. Eni Soc. Lond. 1887
S. 37-49 PI. IV.
Distant und Pryer schreiben On the Rhopalocera of Nor-
thern Borneo (Umgegend von Sandakan; 196 A.) Die Einleitung
enthält allgemeine Hinweise über Fang, Vorkommen, Feinde u. s. w.
der Schmetterlinge in den Tropen. Nach Pryer's Erfahrung giebt es
keinen in Wahrheit seltenen Tagschmetterling; es kommt nur auf
Ort und Gelegenheit an, um jede Arten in zahlreichen Exemplaren
zu fangen. Ihre Feinde haben die Tagschmetterlinge wesentlich nur
im Larvenzustande; während Nachtfalter bei Tage von Vögeln und
bei Nacht von Fledermäusen gefressen werden, ist Pryer bei seiner
20jährigen Erfahrung kein Fall bekannt geworden, dass ein Tag-
schmetterling von einem Vogel gefressen wäre. Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) Vol. 19 S. 41—56, 264—275.
Als weitere Arten, welche zugleich in Europa und in der Bergregion
Java's vorkommen, führt Sn eilen noch Lycaena Argiolus, Thyatira
Batis und derasa und Agrotis ypsilon auf. Die Erklärung dieser Er-
scheinung sieht er wie früher in der Annahme eines früher über die
ganze Erde verbreiteten gemässigten Klimas, das der Verbreitung
der einzelnen Arten günstig war. Vgl. dies. Bericht für 1882 S. 157.
— Tijdschr. v. Entom. XXX, Versl. S. XCVHIf.
H. Grose Smith liefert Descriptions of six new species of
butterflies capt . . . at Kina Balu Mountain, North Borneo . .;
Ann. a. Mag. N. H. (ö) XX S. 432-435.
Meyrick beginnt eine Revision ofAustralian Lepidoptera;
Proc. Linn. Soc. New South Wales (2 S.) I S. 687-802. Gegen-
wärtig kommen zur Sprache die Famihen der Sesiadae, Arctiadae (mit
denen die Lithosiadae vereinigt sind), Hypsidae (auch Nychthemera und
Verwandte einschliessend), Syntomididae und Zygaenidae. S. diese
Familien.
Derselbe stellt Notes on synonymy of Australian Micro-
lepidoptera zusammen, die vereinzelt bereits früher erschienen waren;
sie gründen sich auf eine Betrachtung der Walker'schen Typen im
Britischen Museum; ebenda S. 803 — 806.
Derselbe liefert Descriptions of New Lepidoptera; ebenda
S. 1037—1048.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 115
Histoire physique, naturelle et politique de Madagascar
publiee par Alfr. Grandidier, Vol. XVIII, I Histoire naturelle des
Lepidopteres. Tome I. Texte. Ire partie, par M. P. Mabille, Paris
1887. — Vol. XIX Tome IL Atlas (gr. in 4, 63 plches col.) sous la
direction d'Alfr. Grandidier et Paul Mabille; Paris 1885.
Dem im J. 1885 erschienenen Atlas, enthaltend die Tagschmet-
terlinge, dem noch 5 Tafeln nachgeliefert werden sollen und der sich
durch die ausserordentlich schönen Abbildungen (Hand colorirt) aus
der Meisterhand Poujade's auszeichnet, ist nun auch Ende v. J. der
dazu gehörige Text von Mabille gefolgt. Auf 5 Seiten Einleitung
wird dargelegt, welch bedeutendes Material zur Bearbeitung vorlag.
Auf den nun folgenden 364 Seiten werden alle Arten, die vorgelegen
haben, auch die älteren, längst bekannten, beschrieben. Die Citate
sind etwas willkürUch benutzt; manche Art ist zu einer Mabille'schen
gezogen, die gewiss nicht dazu gehört, und so werden namentHch
Butler und Saalmüller, die in den letzten Jahren gleichfalls viele
neue Arten aus Madagaskar veröffentlicht haben, nicht überall mit
dem Verfasser übereinstimmen. So lässt sich u. a. gewiss nicht ver-
einigen Mycalesis evanescens Saalm. mit Narcissus F., Lycaena per-
parva Saalm. mit myhca Gn., Pamphila Ibara Plötz mit Matthias F.,
Trapezites ypsilon Saalm. mit Malchus Mab., Hesperia Ellipsis Saalm.
(26 mm, braun mit gelben Flecken) mit Pamphila gemella (34 mm,
braun mit weissen Glasflecken). — Der Verfasser hat, wie er auch
S. 18 angiebt, Namen, die ihm unrichtig gebildet schienen, verbessert.
Nicht überall ist bei den Gattungen die Priorität gewahrt (z. B.
Euxanthe £&., Godartia Luc.) und der Autor derselben ist, mit we-
nigen Ausnahmen, nicht angegeben.
An neuen Gattungen und Arten enthält das Werk folgende:
Pseudonympha Godarti S. 21 pl. o Fig. 1 — 3; Strabena (n. g.)
Zanjuca S. 25 pl. 4 F. 11,12, Andriana S. 26 pl. 4 F. 1, 2 (Vinsonii
var.) triophthalma Gii. i. 1. S. 28 F. 8; Acraea masamba var. Silia
S. 105 pl. ya F. 3; Hypolycaena Maryra S. 230 pl. 30a F. 1; Pieris
Saba F. var. albida S. 261 pl. 36 F. 1, var. flavida S. 262 F. 7, 8;
Teracolus nothus S. 290 pl. '36a F. 2; Systole n. g. = Ploetzia
Saalm. (für Amygdalis Mab.); Trapezites imraechus S. 334 pl. 52
F. 1, 2; Alceros (n. g. für leucopyga Mab.); Cyclopides Mirza
S. 342 pl. 52 F. 3; Tagiades Smithii S. 354 pl. 56 F. 3; Pamphila
albigutta S. 357 pl. 51 F. 2, albirostris S. 361 pl. 56a F. 4.
R. Trimen & J. H. Bowker: South African Butterflies.
Monograph of the extratropical species (in 3 Vols.). Vol. I. II. Nym-
phalidae, Erycinidae and Lycaenidae. With 1 map and 9 col. pl.
London 18ö7. 8o. (S. I— XV, 1—335, 1—242.) — Ist mir nicht zu-
gänglich gewesen.
H. Grose Smith bringt Descriptions of nine new species
of African butterflies; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) VoL 19 S.
62—66.
Westafrikanische Tagschmetterlinge von H. Dewitz ent-
halten in ihrer Fortsetzung, Nov. Act. Ksl. Leop. - Carol. Deut-
schen Acad. d. Naturf., L (No. 4) S. 365—372 Taf. XVH die Auf-
8*
116 Dr. Pli. Bertknu.
Zählung von 85 von Pogge zwischen 20. — 26.*^ ö. L. v. Greenw. und
auf dem 6.^ s. Br. gesammelten Nymphaliden. Abgebildet sind
Eur3^ela Ethosea Dr.\ Crenis Pechueli Dew.; Romaleosoma Medon
L.; Harma Egesta CV.; Charaxes Alladinis Butl.^ Ephyra Ood. var.,
hamatus Dew. Vgl. dies. Ber. 1879 S. 413 (181).
C. Fromholz steUt ein Verzeichniss der ... in Westafrika
gesammelten Rhopaloceren zusammen; Berl. Entom. Zeitschr.
1887 S. 89-92.
On two small collections of African Lepidoptera ....
(Kameruns und Rio del Rey); by A. G. Butler; Proc. Zool. Soc.
London 1887 S. 567—574.
H. Druce liefert Descriptions of some new Species of Lepi-
doptera heterocera, mostly from tropical Afrika; ebenda S.
668—680 PI. LV.
Die Beiträge zur Schmetterlingsfauna der Goldküste
von H B. Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf. Gesellsch., 15. Bd.
1. Heft, S. 49 — 100 mit 1 Taf , enthalten die Bearbeitung einer bei
Accra und Aburi gemachten Sammlung, die 234 Arten umfasste, von
denen 29 neu und eine grosse Anzahl aus diesem Gebiete nicht be-
kannt sind. Papilio constautinus und Nephele Charöba z. B., die bis-
her nur von Madagaskar und der Ostküste bekannt waren, finden sich
gleichfalls an der Westküste.
Ch. Oberthür beschreibt Neue Arten aus Algier; Bull. Soc.
Ent. France 1887 S. XLVIIIf., LVII-LIX, LXXVII, LXXXII, XCIX.
Biutha aurulenta, cyanicornis S. CXVI, clathrata S. CXVII (Moii-Pin); Pou-
jade, Bull. Ent. France 1886.
Euerythra trimaculata (Texas); Smith, Entom ol. Americ. in S. 17.
Microlepidoptera.
Pterophorina. Tetraschalis (u. g, prope Oxyptilum) arachnodes (N. S.
Wales); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London 1887 S. 267.
Agdistis ingens (Askhabad); Christoph, Mem. III S. 124 PL V Fig. 16.
Trichoptilus adelphodes (W. Austral.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887
S. 266.
Tiiiema. Walsingham giebt a revision of the geuera Acrolophus Poey
and Anaphora Clem.; Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. i:!7— 174 PI. VII, VIIL Auf
Grund der verschiedenen Bildung der Palpen, Fühler und der einfachen oder ge-
gabelten Apikalader der Vorderflügel werden mehrere neue Gattungen aufgestellt,
während zur Ai'tuuterscheidung mit Vortheü die Genitalanhänge der Männchen zu
verwenden sind. Die Gattungen sind in folgender Tabelle unterschieden:
A. Palpi erecti vel leviter recurvi.
a. Vena apic. al. ant. furcata.
I. Palpi erecti Eulepiste Walsingh.
n. Palpi capiti appressi Ifeolophtis.
b. Vena apic. non furcata.
L Antennae bipectinatae . . . Ankistrophorus\ (in der Form An-
cistrophora schon bei Dipteren vergeben).
n. Antennae simphces vel apicem versus serratae.
1. Tarsi pedum post. supra valide cihati .... Thysanoskelis\
2. „ „ „ „ non ciliati.
AA. Palpi erecti, singuhs articulis penicillatis . . Ortholophus.
BB. Palpi leviter recurvi, aequaliter hirauti . . Pseudanuphora.
Bericht über Entomologie während des Jalires 1887. 117
B. Palpi fortiter reciirvi.
a. Antennae bipectinatae • . . . , Felder ia.
b. Antennae totae serratae.
I. Vena apicalis fiircata Caendgenes.
n. Vena apic. non furcata Anaphora Clem.
c. Antennae simplices, compressae, vel apicem versus leviter serratae.
I. Ven. ap. furcata.
1. Caput crista erecta instructum Urbara Wlk.
2. Caput crista erecta destitutum Hypoclopus.
II. Ven. ap. non furcata.
1. Palpi toti hirsuti Acrolophus Poey.
2. Palpi non toti hirsuti Stoeberhinus Butl.
Type von Pseudanaphora ist (Anaphora) arcanella Clem.; von Pelderia (Acro-
lophus) cossoides F. & R.\ die übrigen Gattungen sind auf neue Arten gegründet.
Acmosara (n. g. Plutellid.) polyxena (Mt. Lofty, Südaustralien); Meyrick,
Proc. Tinn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 1043.
AtiCf/lometis! (n. g. Plutell.; in der Form Ancylometes schon bei Spinnen
vergeben) trigonodes (Mauritius), scaeocosma (St. Denis, Eeunion) S. 277, astrapias
(Mauritius) S. 278; Meyrick, Trans Ent. Soc. Lond. 1887.
Castorura (n. g. Elachistid.) chrysias (Queensld.) ; Meyrick, Proc. Linn.
Soc. N. S. Wales (2) I S. 1047.
Ceratöphysetis (n. g. Hyponomeutid.) f/)/we?'05f?<?Äa (Brisbane) ; Meyrick,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 1045.
Lasioctena (n. g. Melasinae affine) sisyraea (Grahamstown , S. Afrika)
Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 279.
Macrerriis (n. g. Gelechün.) heliapta (Ceylon); Meyrick, Trans. Ent. Soc,
Lond. 1887 S. 275.
Magostolis (n. g. Gelechiad. prope Crocanthem) uranaula (Queensld.); Mey
rick, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 1040.
Placostolu (n. g. Elachist.) diplaspis (Aden); Meyrick, Trans. Ent. Soc,
Lond. 1887 S. 280.
Ptilochares (n. g. Elachistid.) trissodesma (Viktoria); Meyrick, Proc. Linn
Soc, N. S. Wales (2) I. S. 1047.
Thyridectis (n. g. Hyponomeutid.) psephonoma (Newcastle); Meyrick, Proc,
Linn. Soc. N. S. Wales (2) I S. 1046.
Acrolophus Hulstelhis (Florida), violaceellus (Nord-Carolina), Davisellus (Ari
zona) S. 139, plumifrontellus Clem. var. angustipennella (Georgia; Florida) S. 140
Beutenmüller, Entomol. Americ in, ccrvinus (Texas) Fig. 6, argentiinis {Buenos
Aires) Fig. 8 S. 151, arizonellus (Arizona) Fig. 10; Walsingham a. a. 0. PI. VII,
Anaphora Morrisom (Florida) PI. VIII Fig. 12, propinqua (Florida) S. 157
minima (Brasilien) S. 159, bogotcnsis (B.) S. 160 Fig. 14, ferruginea (Bogota) S
161 Fig. 15, ornaUt (Columbien) Fig. 16, uncigera (Bogota) Fig. 17 S. 163, tenuis
(N. Carolina) Fig. 18 S. 164, macrogaster (Arizona) Fig. 19 S. 165; Walsingham
a. a. 0.
Anarsia ebm-nella (Askhabad; Krasnowodsk) ; Christoph, Mem. III S. 122
PI. V Fig. 14.
Anchinia daphnella neu für Schweden; Aurivillius, Entom. Tidskr.
1887 S. 61, 185.
Ankistrophorus corrientis (Corr., Argent.); Walsingham a. a. 0 S. 146
PI. vn Fig. 4.
Atalopsycha melanthes (Mt. Lofty, Südaustr.); Meyrick, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales "(2 S.) I S. 1048.
Wood beschreibt die auf Abies excelsa lebende Larve von Batrachedra
pinicolella; Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 126f.; s. auch Atmore, ebenda
S. 161.
Bucculatrix albiguttella Mill. nochmals beschrieben; Ann, Soc. Entom. France
1887 S. 221.
Occurrence m Dorsetshire of Butalis siccella Zell., a species new to Britain;
by E. R. Bankes, Entom. Monthl. Mag. XXIH S. 275f.
B, chloruema (Grahamstown, S, Africa); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond.
1887 S, 279,
X18 Dr. Ph. Bertkau.
Cacnogenes perreusella (Corrientes, Arg.); Walsingham a. a. 0. S. 155
PI. Vn Fig. X.
Coleophora Frankii (Kelheim, an Clirysocoma Linosyris); Schmid, Correspbl.
naturw. Ver. Kegensburg, 40, S. 160.
In einer Note sur la Coleophora amethystinella Äfl^r. et sur les especes
de son groupe unterscheidet Ragonot in analytischer Tabelle die genannte Art
und fuscipennis Z., Frischella L., alcyonipennella KolL, melilotella Scott, deauratella Z.,
cuprariella Z., hieronella Z., Fabriciella A7/., basimaculella ilfn. ; C. Frischella Wocke
ist wahrscheinlich = melilotella und fuscicornis Wocke = cuprariella Z. ; von C.
amethystinella ist auf PI. V Fig. 2 imd 3 eine kolorirte Abbildung gegeben; Ann.
Soc. Entom. France 1887 S. 222-224.
Notes on the life-history of Coleophora flavigenella Lie7iig; Fletcher,
Entom. Monthl. Mag. XXTV S. 13 f.; C adjunctella; derselbe ö. 15.
Coleophora ochrea v. Thuringiaca (Hainleite bei Sachsenburg); Martini,
Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, 12. Heft S. 61.
C. Mühligiella (Frankfurt); Stainton, Entom. Monthl. Mag. XXTV S. 14;
der Name durch Moeniacella ersetzt, ebenda S. 42.
Corinea rex (Alu, Solomon I.), Mathervi (Malayta, Solom. I.); Butler, Arm.
a. Mag. N. H. (5) XX S. 414.
Cryptophasa leucadelpha (Viktoria; Larve auf einer Casuarina), ecclesiastis (Vik-
toria); Meyrick, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) I S. 1040.
Das beste Mittel, um Dactylota Kinkerella zu erhalten, besteht darin,
die Raupen in den überwinterten Psamma-Minen im März oder April aufzusuchen ,• zur
Verpuppung macht die Raupe ein anderes Gespinnst, als in welchen sie überwintert
war; der Schmetterling erscheint von Anfang Juni an; doch waren auch noch am
13. Juli unveränderte Raupen zu finden. Snellen, Tijdschr. v. Entom. XXX, Versl.
s. XV— xvn.
Depressaria pupillana (Gries bei Bozen); Wocke, Zeitschr. f. Entomologie,
Breslau, 12. Heft S. 62, fuscicostella (Askhabad); Christoph, Mem. HI S. 119
PI. V Fig. 12.
Elachista Scirpi (Worthing; Raupe in Sc. maritimus); Stainton, Entom.
Monthl. Mag. XXHI S. 253 mit Beschreibung der Raupe von Fletcher S. 254.
Enaemia erythractis (Bowen) S. 1043, caminaca (Newcastle) S. 1044; Meyrick,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) I.
Eulepiste macuUfer (Arizona); Walsingham a. a. 0. S. 143 PI. VHFig. Ic, Id.
Euplocamus pallidellus (Askhabad); Christoph, Mem. DI S. 117 PI. V
Fig. 11.
Feld er ia (T}-pe: Acrolophus cosso'ides F. & R.) Doeri (Rio Janeiro) PI. VID
Fig. 20, maculata (Rio Janeiro) PI. VHI Fig. 21 S. 166, filicornis (Arizona) Fig. 22
S. 167, pygmaea (Corrientes, Argent.) Fig. XX S. 168; Walsingham a,. a. 0.
A larval Charakter peculiar (?) to the Gelechidae ist ein überzähliger
Fleck jederseits auf dem Rücken des 3. und 4. Segiuents. Sie sind viel kleiner
als die gewöhnlichen und hegen dicht an der Mittellinie innerhalb und etwas vor
dem ersten gewöhnlichen Fleck; Wood, Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 160 f.
G. hippophaeella Schrank in Schweden (Roslag); Aurivillius, Entom.
Tidskr. 1887 S. 185.
Gelechia (Doryphora) quaestionella H. — S. in England; Warren, Entom.
Monthl. Magaz. XXIV. S. 104.
Gelechia semidecandrella (England; Mombach bei Mainz; Larve in Cerastium
semidecandrum); Threlfall, Entom. Monthl. Mag. XXIH S. 233, XXIV S. 117,
(Lita) blandulella (Deal sandhills); Tutt, ebenda XXIV S. 105.
Goniodonta pyrobola (Newcastle, N. S. Wales); Meyrick, Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2. S.) I S. 1041.
Milliere hefert eine nochmalige Beschreibimg und die Abbildimg seiner
Gracilaria (früher Nepticula) latifoliella; Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 219 PI. V Fig. 10—13.
Hypertropha chlaemta (Melbourne; Mt. Lofty); Meyrick, Proc Linn. Soc.
N. S. Wales (2. S.) I S. 1042.
Hy poclopus griseus (Arizona); Walsingham a. a. 0. S. 144 PL VH Fig. 2.
Hypsolophus ianthes (St, Denis, Reunion); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond.
1887 S. 273.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 119
La ponte et las petites cheuilles d'Hyponomeutes; P. Chretien,
IjO Naturaliste IX S. 43—45 mit Holzschn. ; Comment se debarasser des
chenilles d'Hyponomeutes; derselbe ebenda S. 60 — 62.
G. Pitzorno: Sulla tignuola del melo e su altri insetti nocivi;
Le viti Americane, amio IV No. 5 (Mai 1885). — Gegen die Eaupe von Hj'pono-
meuta wurde mil gutem Erfolg Tabakpulver angewandt
LavernSL Quaggella (Krasnowodsk) ; Christoph, Mem. in S. 123 PL V Fig. 15.
Metanarsia Onzella (Nuchur); Christoph, Mem. in S. 120 PI. V Fig. 13.
Ncolophus furcatus (Arizona); Walsingham a. a. 0. 141 PI. Vll Fig. 1,
la, Ib.
Nepticula desperatella Frey (new to te British list) in Herfordshere;
Wood, Entom. Monthl. Mag. XXIU S. 188.
N. Woolhopiella (Tarrington; in Birkenblättern minirend); Stainton ebenda
XXIV S. 62.
N. ignobilella Staint. und latifasciella H. ■S'.=gratioseIla; diversa Glitz =
obliquella Hein.; Glitz, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 276 f.
Ortholophiis variabilis (Arizona); Walsingham a. a. 0. S. 169 PI. VIII
Fig. 24.
T u 1 1 theilt seino Erfahrungen bezüglich Pancalia Lati'eillella, Leeuwenhoekella
(und nodosella) mit, die ihn veranlassen, nur eine Art unter diesen Namen zu
sehen; Stainton fordert zu weiteren Beobachtungen und einem Versuche auf, der
Gewissheit darüber geben muss, ob die Exemplare mit einfarbigen dunkeln Fühlern
ausnahmslos Weibchen sind. Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 64—66; 116.
Nach A. Hoffmann hat die Raupe von Phyllocnistis suffusella Z. ein
Zwischenstadium zwischen Raupe imd Puppe, welches von Zeller als das eigent-
liche Raupenstadium beschrieben worden ist; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 307 — 310.
üeber Pronuba yuccasella und ihren wohl nicht ausschliesslichen Antheü
an der Befruchtung von Yucca s. Hülst, Entomol. Americ. H S. 184; Rilev
S. 233— -.^36; Hülst S. 236-238.
Tachyptilia timidella (Breslau); Wocke, Zeitschr. f. Entomlogie, Breslau,
1-'. Heft S. 63.
Teleia PartUellal (Aschabad); Christoph, Stett Ent. Zeitg. 1887 S. 167.
Thy sanoscelis hirsutus (Espir. Santo, Bras); Walsingham a. a. 0. S. 146
PI. Vn Fig. 3.
Tischeria angusticoleUa Dup. neu für die Niederländische Fauna; Tijdschr.
v. Entom. XXX, Versl. S. XXXI.
Tortricina. Barrett schreibt weitere Notes on British Tortrices con-
cerning the type-specimens of certain rare and reputed British species; Entom.
Monthl. Mag. XXIV S. 34 — 36 (Penthiua Grevülana Curt., ustulana Han\; Eetinia
duplana Hb. ; Tortrix dissimilana Bentl. ; Stigmonota Heegerana Dup. (?), — obliquana=
Pandemis albariana Walk.; trileucana=Ptj"choloma persicana Fach; biustulana=
melaleucana Zell.. flavofosciana=Sericoris instrutana Clem. — die letzteren that-
sächlich nicht England, sondern Nordamerika zum Vaterland habend).
Lobesia permixtana or reliquana: its synonymy and habits. Stainton
macht darauf aufmerksam, dass Hübner's Name reliquana dasselbe Insekt bezeichnet,
das er unter den Namen permixtana bekannt gemacht hatte. Stainton bezweifelt
einstweilen noch die behaupteten 2 Generationen dieser Art und meldet seine
Funde, die sämmtlich in den Monat Juni fallen und eine Abhängigkeit der Art von
Eichengebüsch vermuthen lassen, während Brischke die Raupe in Solidago vir-
gaurea gefunden haben wollte; Enthom. Monthl. Mag. XXIV S. 58—61.
Loxotaenia decretana Tr. in Norfolk; Warren, Entom Monthl. Mag. XXIV
S. 125 f.
Phtheochroa variolosana (Siot-Fugar) ; Christoph, Mem. HI S. 115 PL V
Fig. 10.
Steganoptycha pygmaeana i^i. und abiegana Z^wp. in England ; letztere
ist die Tortrix subsequana Haw.; W. Warren, Entom. Monthl. Mag. XXIV
S. 6—8.
Stigmonota pallifrontana in England; Warren, Entom. Montlü. Mag.
XXTTT S. 232; Larve beschrieben von demselben ebenda XXIV S. 89.
120 ^^- P^- Bertkau.
Pyralidina. Diagnoses d'especes nouvelles de Phycitidae d'Europe
et des pays limitrophes par M. E.— L. Ragonot; Ann. Soc. Ent. France 1S87
S. 225—260.
Hülst giebt Notes upon certain Pyralidae; dieselben erklären 14 von
ihm in den Trans. Amer. Entom. Soc. XTTT Ö. 145—168 als neu beschriebene Arten
für synonym; Entomol. Americ. III S, 21 f.
Derselbe beschreibt new species of Pyralidae, ebenda S. 129—138.
Fernald beschreibt North American Pyralidae; ebenda S. 37f., 127 f.
Meyrick schreibt On Pyralidina from Australia and the South
Pacific; Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 185 — 268. Neben Beschreibimgen von
neuen Arten und Bemerkungen über die Verbreitimg anderer theilt der Verfasser
die Ergebnisse seüier Untersuchungen der von Butler im vorigen Jahr (s. dies. B.
S. 176) beschriebenen Arten mit, von denen ich folgende hier wiedergebe: Aporo-
cosmus bracteatus Butl. = Eurycreon lamprodeta Meyr.\ Microsca plagifera =
Striglina m}Ttaea var.; Pharambora reticulata ist ein Siculodes und wegen S. reti-
cula unter dem Namen S. crypsiria aufgeführt; Graphicopoda Hecate = Erebangela
melanauges Meyr.; Pseudephyra straminea ist eine Noctuine; Niphadoza bicolor
=Compsophila iocosmai/ey/-.; Oligostigma paUida = Paraponyx dicentra Mcyr.\
Einecera nigrescens = Strepsünela signiferalis Wallgr.; Endotricha anmdigera ^^
Semioceros mesochlora Meyr.; End. obscura= $ von E. aethopa 7l/(?//r.; Rhim-
phalea oenone = hndahs Wlk.\ Pterygisus ochreipennis ist em Eurycreon; Gono-
causta asuridia ist ein Siculodes; Margaronia limbata ist ein Margarodes; Botis
Horatius = Pleonectusa parallela Meyr.; B. argyrogaster = Dracaenura pelochra
Meyr.; Emprepes insignis = Deuterarcha xanthomela Meyr.\ Scopula auritincta
ist ein Conogethes; Nymphula sordida = Tritaea ustalis Walk.; Salebria squami-
cornis = Epicrosis eucometis Meyr.; Anerastia nitens = Heosphora psamathella
Meyr.; Diptychophora inornata ist eme Noctuine. — Mehrere der auf das Flügel-
geäder gegründeten Gattungen sind nicht zu halten: Cacozelia Grote = Stericta Ld.;
Astrapometis Meyr., Deuterollyta Ld. und Mochlocera Grote sind mit Kpipaschia
zu vereinigen. — S. auch Proceed. 1887. S. XXVIII— XXX.
Actaenia (n. g. prope Cledeobiam, für brunnealis, honestalis Tr. und) byza-
caenicalis (Gabes); Ragonot, Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXXXVIII.
Adclosemia (n. g. Phycit. für crepusculella Ld. und) subsoriiella (Schahku)
Ragonot a. a. 0. S. 230.
Ancylodes (n. g. Phycit. Ancylosi affine) griseomixtella (Kuldscha), pallens
(Syrien), fuscovenella (Kuldscha); Ragonot a. a. 0. S. 250.
An ort st iu (n. g. Phycit. Epischniae affine) umbrifasciella (Namangan).
nomiella (Transkaukasien), gilvella (Kuldscha; Armenien; Turkmenien; Krasnowodsk) ;
Ragonot a. a. 0. S. 236.
Aria (n. g. Phycit.; bereits bei Fliegen vergeben) bilincella (Turkestan; Mar-
ghilan); Ragonot a. a. 0. S. 235.
Balanomis (n. g. Phycit) encyclia (N.S.Wales); Meyrick, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1887 S. 265.
Bazariu (n. g. Phycit. Salebriae affine, für jiempeUella Stdgr. sp. typ. und)
Twensis (Tura; Ki'asnowodsk ; Biski'a), expalUdellu (Tm-kmenien) ; Ragonot a. a. 0.
S. 234.
Centrometopia (n. g. Phycit. Anoristiae affine) interruptella (Askhabad),
atrisj)arsella (ibid.); Ragonot a. a. 0. S. 237.
Chalcidoptera (n. g. Margarod. prope Nosophoram) rubra (Alu); Butler,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 120.
Christophia (n. g. Phycit. Salebriae affine) calliptcrella (Askhabad), litte-
rclla (ibid.), trilineella (Namangan), dattinella (Gabes); Ragonot a. a. 0. S. 233.
Constantia (n. g. prope Dattiniam) syrticolalis, ocelliferaUs (Gabes); Rago-
not, Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXXXVII.
Dattinia (n. g. prope Hypotiam) syrtalis (Gabes); Ragonot, Bull. Soc.
Entom. France 1887 S. CXXXVII.
Dectocera (n. g. Phycit. Syriae propinquum) pscudolinibella (Fiume); Ra-
gonot a. a. 0. S. 243.
Bentinodia (n. g.) craticiilclla (Margliilan); Ragonot a. a. 0. S. 251.
Elegia (n. g. Phycit. Brephiae affine) atrifasciclla (Lagodechi); Ragonot
a. a. 0. S. 230.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 121
Emporia (n. g. Phycit. Eucarphia« affine) grisescens (Gahes); Ragonot a. a. 0.
S. 239.
Epharpastis (n. g. Tineodin.) dacdalu ( West-Austr.) ; Mevrick, Trans.
Ent. See. Lond. 1887 S. 203.
Ernophthora (n. g. Phycit, prope Hypophanam) jJÄoe«2cm (Queensl.) ; Mey-
rick, Trans Ent. See. Lond. 18-7 S, 263.
Hedemannia (n. g. Phycit.) /««e«<e//a (Askhabad); Ragonot a. a. 0. S. 244.
Isauria (n. g. Phycit.) Kuldgensis (Kuldscha); Ragonot a. a. 0. S. 228.
Isocentris n. g. fiir (Botis) aeqiialis Ld. und (Endotricha) rhodophüalis
Wlk.; Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 232.
Lasiosticlia nov nom. pro Lasiocera Mcyr. praeocc; Meyrick, Trans. Ent.
Soc. Lond. lfc;87 S. 261.
Libija (n. g. prope Constantiam) Dattinii (Gabes); Ragonot Bull. Soc. Ent.
France i8ö7 S. CXXXVm.
Microschoenis n. g. Hydrocamp. für (Dosara) knmeritalis Wlk.; Meyrick,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 270.
Mixuphyla n. g. Hydrocamp. für (Crambus) erminea Moore-, Meyrick,
Trans. Ent. Soc. 1887 S. 269.
Myrlaea (u. g. Phycit. für albistrigata Stdgr. sp. typ. u.) dentilineella (Malatia);
Ragonot a. a. 0. S. 234.
Myrmidonistis (n. g. Diplopseusti proximum) /«op/o/-« (Queensl.) ; Meyrick,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 197.
Parthia (n. g. Phycit.) ChristopJiorella (Krasnowodsk); Ragonot a. a. 0.
S. 235.
P ristophora (n. g. Phycit.; in der Form Pristiphora vergeben) dispcrgella
(Askhabad), ruptifasciella (Samarkand; Marghüan), fumosella ^Samarkand), polypty-
chellu (Schahkuh); Ragonot a. o. 0. S. 229.
Prorophora (n. g. prope Ancylosim) curvibasella (Namangan); Ragonot
a. a. 0. S. 252.
Prophtf/ijasia (n. g. Anerast.) platycerella (Marghüan) S. 259; Ragonot
a. a. 0. S. 259.
Saluria (n. g. Anerast. Ematheudi affine) macuUvittella (Gabes; Kaukasus;
Marghilan). S. 258, pectigerellu (Marghüan) S. 259; Ragonot a. a. 0.
Seeboldia (n. g. prope Asortam) Korgosella (Sarepta; Kuldscha; Algier);
Ragonot a. a. 0. S. "/öS.
Seleucia (n. g. Anerast. Hypsotropae proximum) scmirosella (Beirut), in-
carnatellu (Sarepta), nitidicostella (ibid.); Ragonot a. a. 0. S. 259.
Spilohotys (n. g.) arctio'ides (Guadalcanar) ; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) XX S. 123.
Staudingeria (n. g. Phycit. Heterographicü affine, für morboseUa Ät^^/r. sp.
typ. und) albinotclla (Schahrud), vcrsicolorella (Krasnowodsk), partitella (Ordubad;
Sarepta) S. 249, labeculella (Gabes ; Biskra), spectrifasciella (Achal-Tekke), adustcUa
(Krasnowodsk; Sarepta; Kuldscha) S. 250; Ragonot a. a. 0.
Syria (n. g. Phycit. für arenosella Stdgr. undy citrinella (Achal-Tekke);
Ragonot a. a. 0. S. 244.
Trachylepidla (n. g. GaUeriin. Meüssoblapti affine) fructicassiella (Kairo;
Beirut; Pencijab, aus den Kapseln von Cassia fisüüa); Ragonot a. a. 0. S. 260.
Zophodiodes (n. g. Phycit. Hj'pochalciae affine) leucocostella\ (Amasia);
Ragonot a, a. 0. S. 241.
Acrobasis rufizonella (Wladiwostock) S. 227, rubidella (Landes), atrisquaviella
(Malatia) S. 228; Ragonot a. a. 0-, alatella (Calif.), hystriculella (Calif.); Hülst,
Entomol. Americ. Hi S. 135.
Aediodes discrepans (Malayata; Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Büst. (5)
XX S. 117.
Anaeglis (?) argentalls (Kisil-Arwat); Christoph, Mem. HI S. 106 PI. V
Fig. 6.
Ancylosis Erschofß (Marghüan), flammella (Kuldscha), iranclla (Schahkuh)
S. 251, ustella (Sebdu, Algier), diremptella (Granada), signosella (Amur), ochri-
rostella (Askhabad), Byzacaenicella (Gabes) S. 252; Ragonot a. a. 0.
Anerastia ßaveolella (Marghilan), infumella (Schahnid); Ragonot a. a. 0.
S. 260, electella (Texas) S. 137, illibeUa (Texas), opacella (Texas) S. 138; Hülst,
122 Dr. Ph. Bertkau.
Entoinol. Americ. III, tnetuUactis (N. S. Wales); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond.
1887 S. 262.
Aporodes dentifascialis Christ, (Helenendoi-f) ; Eomanoff a. a. 0. S. 20
PI. I Flg. 9.
Balanotis cri/psaula (= recurvalis Meyr. nee. Wlk); Meyrick, Traas. Ent.
Soc. London 1887 S. 191.
Botis flavalis var. tripwictalis (Bone); Oberthür, Bull. Ent. Erance 1887
S. XCIX.
B. Alucnsts (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 123, epitrota
(Newcastle, N. S. Wales); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 231, desi-
gnatalis Christ. (Ordubad) S. 1^8 PI. II Eig. 3, vastalis Christ, (ibid.; Borschom)
S. 33 Fig. 5, pei-ochrealis Christ. (Bakuriani; Lagodekkhi) S. 35 Fig. 6; Eomanoff
a. a. 0.
Botyodes occidentalis (Cura9ao); Snellcn, Lepid. Cura^. a. a. 0. S. 57 PI, 5
Fig. 2.
Bradyrrhoa marianclla (Sierra Nevada), divaricella (Samarkand) S. 240, sub-
flavella (Siziüen) S. 241; Eagonot a. a. 0,
Cataclysta lemnata nährt sich von verschiedenen Wasserpflanzen und hat
2 Generationen im Jahr; Chretien, Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXLIX.
Cataremna tacapella (Kuldscha); Eagonot a. a. 0. S. 253.
Ceratoclasis chlorura (Queensl.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 222,
Ceroprepes sehasmia (S. Austr.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 253.
Cledeohia luridalis var. subolivalis (Marocco); Oberthür, Bull, Ent. France
1887 S. LXXVL
Conogethes lictor (Townsville, Queensl.), aedilis (ibid.); Meyrick, Trans. En-
tom. Soc. Lond. 1887 S, 227.
Cotochena trinotala (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 11,
Crambus cyrenuicellus (Gabes); Eagonot, Bull. Soc. Entom. France 1887
S. CXXXVn, Bolterellus (Texas), multilinellus (Florida), Behrensellus (Californien) ;
Fernald, Entomol. Americ. III ^. ZI, proßuxellus Christ. (Bakuriani); Eomanoff
a. a. 0. S. 45 PI. H Fig. 13.
Criophthona hannodia (W. Austral.); Meyrick, Trans. Ent. Soc, Lond. 18(57
S. 243.
Cryptoblabes loxiclla (Deutschland; Oesterreich; Sibirien); Eagonot a. a. 0.
S, 226,
Cybolomia gratiosalis Christ. (Ordubad); Eomanoff a. a. 0. S. 40 PI. II Fig9.
Desmia aegimiusalis var. conjuncta (Shortland, Solomon L); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 117.
Diathrausta octomnculalis (Ontario); Fernald, Entomol. Americ. IH S. 127,
Dioryctria unicolorella (Washington, D, C), minutnlaria (Texas); Hülst,
Entomol. Americ. IH S. 136.
Diplopseustis haplodes (Queensl.) S. 197 , prophetica (Victoria) S. 198; Meyrick,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Eclipsiodes di-osera (Victoria); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 245.
Ematheudes vitellinclla (Grusien), Varicella (Marghilan); Eagonot a. a. 0. S.258,
Endotricha compsopa (Queensland) S. 195, aglaopa (Victoria) S. 196; Meyrick
Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Ephestia Kühniella m England; Entom. MonthL Mag. XXIH S. 255.
E. ficulella ^ar;-^^^ = desuetella Walk.; Meyrick, ebenda XXIV S. 8; die
Larve ist beschrieben von Porritt S. 9.
Ephestia ahnormnlella (Marghilan), irroratclla (Askhabad; Ordubad; Tiflis;
Südrussland), gi/psella (Schahkuh; Krasnowodsk) S. 256, bacülella (Marasch), baptella
(Schahkuh; Samarkand), zosteriella (Marasch), habenclla (Sizilien), coarctella{kxü&?,id),
infumatella (Zara) S. 257; Eagonot a. a. 0., opalescella (Calif.), Ella (Florida);
Hülst, Entomol. Americ. IH S. 138.
Epicrocis mesembrina (W. Austral.); Meyrick, Trans. Ent, Soc. Lond. 1887
S, 259.
Eromene pulverosa Christ. (Lagodekkhi); Eomanoff a. a. 0. S. 47 PI. II
Fig. 14.
Epischnia masticella (Persien), cuculliella (Sarepta), zophodiclla (Amur),
Maracandella (Samarkand), plumbellu (Sizüien), S, 237, ghjphella (Sarepta), nervo-
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 123
sella (Achal-Tekke), mucidella (Amasia), aspergella (Kuldscha), Christophori (Kasi-
koparan; Nochur), leucomixtella ! (Tiflis) S. 238, ociilatella (Schahrud) S. 239;
Kagonot a. a. 0.
Etiella villosella {^evr-Yoxk; Florida; Colorado); Hülst, Entomol. Americ. in
S. 133.
Eurycreon ochrochoa (Queensl.) S. 238, homogama (W. Austr.), aphrarcha
(W. Austr.) S. 239, strangalota (N. S. Wales) S. 240, hemicirca (Tasmania), Hophaea
(Sydney) S. 241, ateloxantha (Queensl.) S. 242; Mey rick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Euzophera politella (Kuldscha), costivittellu {^&xe^%-ä.\ Kaukasus), afßictella
(Amur), albipunctella (Kuldscha) S. 253, bisinuella (Schahkuh), Alphcrakyclla (Kuld-
scha; Schahkuh), subnitidella (Marghilan) und var. striatella ( Altai), pulchella (Balkan),
alhnr/ilvella (Askhabad) S. 254, stibcribrella ^Turkmenien) S. 255; Ragonot a. a. 0.,
holophragma (W. Austral.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 255.
Glyphodes deliciosa (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 118,
cosmarcha (Queensl.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 212.
Glyptoteles rhypodella (Oregon); Hülst, Entomol. Americ. HI S. 137.
Haritala (== Notarchai/^?/r. ^x&qoco.) imctolica (Alu); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) XX S. 122.
Hednota xylophaca (Mt. Lofty, Südaustr.); Meyrick, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2. S.) I. S. 1038, toxotis (Melbourne) S. 249, gelastis (Tasmania), asterias
(W. Austral.) S. 250: derselbe, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Hellula (?) fulvifascialis (Germob.); Christoph, Mem. HI S. 110 PI. V Fig. 8.
Heterocnephes felix (Shortland, Solomon I.); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) XX S. 118.
Heterographis pectmatella (Marghilan) S. 245, aspilatella (Askhabad), sijrtella
(Gabes), bichordella (Schahrud), trifusciellu (Kuldscha), conchyliella (ibid.), ignibasella
(Askhabad), decentella (Schahrud), dryadella (Saisan; Kuldscha), S. 246, dumetella
(Kuldscha), lividella (Askhabad), harmoniella (Gabes ; Biskra), nubeculclla (Ordubad),
Wockeella (Kuldscha), delimitella (Sarepta), euclastella (Kuldscha) S. 247, hiligu-
Iclla (Ordubad), blandella (ibid.), lacteicostella (Marghilan), fuhobusella (Schahrud;
Kuldscha), gracilella (Krasnowodsk; Namangan; Kuldscha), ochrotaeniella (Ordubad),
S. 248, subcandidatella (MarghUan; Schahkuh), monostictella (Derbent) S. 249;
Eagonot a. a. 0.
Homoeosoma achrocellu (Saisan), obatricostclla (Schahkuh; Schahrud), ostccliu
(Kasikoparan). calcellu (Orenburg), albatella (Samarkand; Nochur) S. 255, nigrilim-
bclla (Marasct), inquinatella (ibid.), candefactella (Derbent) S. 256; Eagonot a. a. 0.
Homophysa crambidalis (Cura^ao); Sn eilen, Lepid. Curai,'.. a. a. 0. S. 62
PI. 5 Fig. 5.
Hydröcampa nebulosalis (Florida); Fernald, Entomol. Americ, HI S. 127.
Hyj^ochalcia Staudingeri (Saisan), griscoaenclla (Tarbagatai) S. 241, Balcanica
(Balkan), oxydclla (Kuldscha), custanella (ibid.), fulvosquamella (Ala Tau), subrugi-
nella (Meran), hcpaticella (ibid.) S. 242, giancUiclla (Turin), longohardella (Lom-
(bardei), orhipunctella (Mazedonien) S. 243; Eagonot a. a. 0.
Hypophana homosema (W. Austr.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. London 1887
S. 264.
Hypotia atotnaiis (Germob); Christoph, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 166.
Isochrista cosmota (Mt. Lofty, Südaustr.); Meyrick, Proc. Linn. Soc. N. S.
Wales (2. S.) I S. 1038.
Isopteryx (den Gattungsnamen hat Butler durch Pterygisus ersetzt) flavo-
fuscalis (Cura^ao); Snellen, Lepid. Curac;. a. a. 0. S. 50 PI. 5 Fig. 3, 4.
Marasmia hemicrossa (Tahiti); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S 217.
Margarodes tritonias (Cooktown, Queensl.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond.
1887 S. 209, nereis (Ceylon; derselbe ebenda S. 27^1.
Margarosticha sphenotis (Cairns, Queensl.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond.
1887 S. 204.
Megasis nubigerclla (Spalato; Varna), pupillatella (Askhabad), macrodonlella
Armenien) S. 239, satanella (ibid.), Alpherukii (Kuldscha), noctileucella (Kasiko-
paran). pistrinariella (Narün) S. 240; Eagonot a. a. 0.
Melissoblaptes aegidia (Mt. Lofty, S. Austr.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond.
1887 S. 252.
Mesodiphlebia stricticostella (Djur); Eagonot a. a. 0. S. 260.
124 Dr- Ph. Bertkau.
Metallarcha tetraplaca (S. Austr.) S. 236, psdiota (ibid.) S. 237; Meyrick,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Microsca nitens, (?) pusilla (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
XX S. 116.
Mnesictena jööcto/?«« (Cooktown u. Townsville, Queensl.; Port Darwin); Mey-
rick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 234.
Myelois häicoruella ! (Marasch, Kleinas.), calicatclla (Kuldscha), pluripunctella
(Beirut), Staudingerella (Samarkand), osseella (Beirut) S. 226, tetricella var. Ämu-
rcnsis (A.), subcognata (Amur), griseella (Amasia; Sarepta; Armenien) S. 227; Ka-
gonot a. a. 0., aliculella (Arizona) S. 135, zelatella (New York; Canada), (?) Ge-
orgiella (Colorado) S. 136; Hülst, Entomol. Americ. HI, nigripalpella (Aschabad);
Christoph, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 166.
Neplioptcryx eoncineratellu (Tarbagatai), (imperialella Chr\ hastifcrclla (Mar-
ghilan), obscuribasella (Saisan) S. 230, nocticolorclla (Amur), Romanoffella (Achal-
Tekke), Cleopatrella (Gabes), nnbilella (Achai-Tekke) S. 231; Ragonot a. a. 0.,
carneella (N. Mex.), amatella (Florida), furfurella (Florida; Texas), caliginella
(Arizona), tenebrosella (Texas) S. 131, hapsclla (Florida), bifasciella (Arizona), odio-
sella (Colorado), subrufclla (Florida) S. 132; Hülst, Entomol. Americ. HI.
Nosophora margarita (Alu); Butler; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 120.
(Botis origoalis ist eine Nosophora; derselbe S. 121.)
Notaracha (=Haritala; s. oben) tharsalea (Cooktown u. Townsville, Queensl.);
Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 225.
Nyctarcha paraccntra (W. Austr.); derselbe ebenda S. 245.
OmioA.Q?, pluto (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 121.
Orobena renatalis (Algier), Allardalis (Ain-Sefra); Oberthür, Bull. Ent.
France 1887 S. XCIX, vagabimdalis (Aschabad); Christoph, Stett. Ent. Zeitg.
1887 S. 166.
Pempeha laeteomarginata (Sardinien); Costa, Geo-Fauna Sarda VI a. a. 0.
S. 53, hieroglypheUa (Astrabad), ambustella (Armenien), Macedoniclla (M.), Boeti-
cella\ (Andalusien) S. 244, ardosiella (Kastüien), sororculella (Parnass), fratcrnella
(Kasikoparan; Ordubad; Algier) S. 245; Eagouot a. a. 0., miilleolellal (Florida),
albipenella! (Calif.) S, 133, quantulellu (Texas) S. 134; Hülst, Entomol. Americ.
in, (?) hemichlaena (Victoria); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 260.
Pharamli^ra splendida (Alu); Butler, Ami. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX
S. 117.
FhycitsL pedisignella (Amasia), nephodeclla (Transkaukasien); Eagonot a. a. 0.
S. 228.
Pinipestis cacabclla (New York); Hülst, Entomol. Americ. UI S. 133.
Pleonectusa aurata, arqentata (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
XX S. 124.
Polyocha Foucarti (Algier), ncuropterella (Marghilan), subfasciatella (Derbent;
Schahkuh); Ragonot a. a. 0. S. 258.
Prorasea brunneogrisea (Arizona); Edwards, Entomol. Americ. HS. 171.
Psorosa ochrifasciella (Amasia; Marasch), vittatella (Ostsibirien); Ragonot
a. a. 0. S. 245.
Pyralis repcüta (Alu); Butler Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 115.
Rhodophaea erastriella (Ordubad), niveicinctella (Achal-Tekke), nigrisquamella
(Samarkand); Ragonot a. a. 0. S. 227.
Salebria vcnustclla (Sarepta) S. 231, intricatella {^dvAxmX; Achal-Tekke; Tiflis;
Krasnowodsk) , lepidella (Marasch, Kleinas.), orcella (Marghilan; Namangan), corti-
cinella (Amur), nigri.spaisella (Derbent; Kuldscha), verruculclla (Transkaukasien)
S. 232, mclanochreella (Turkestan) S. 233; Ragonot a. a. 0.
Scirpophaga fasciclla, flavicostella (Florida); Fernald, Entomol. Americ.
m S. 38.
Scoparia resinea Raupe beschrieben; Porritt, Entom. Monthl. Mag. XXIH
S. 248.
Sc. thrcnodes (W. Austr.) S, 246, plagiotis (Tasmania) S. 247; Meyrick,
Trans. Ent. Soc. Lond. 1887, chordactis (Magellan Str.); derselbe ebenda S. 272,
absconditalis Clirist. (Borschom; MangUs); Roman off a. a. 0. S. 17 PI. I Fig. 8.
Scopula decrepitalis life-history ; Porritt, Entom. Monthl. Mag. XXIV
S. 121—123.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 125
Selagia griseolella (Saisan; Kuldscha), dissimilella (Kasikoparan) S. 234, dis-
clusella (Schahkiih) S. 235; Eagonot a. a. 0.
Sedenia aspasta (W. Austral); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 18S7 S. 244.
Semioceros jü«r«p5<?;j/n> (Duaringa, Queensl.); Meyrick, Trans Ent. Soc. Lond.
1887 S. 221.
Siculodes magniflca (N. S. Wales), theorina (Queensl.) S. 200, rhythmica (Port
Darwin) S. 201; Meyrick, Trans. Ent. Soc Lond. 1887.
Spermatophthora gemmatilla] (Illinois), multilineatella (Florida), monünatella
(Sierra Nevada Mts., Calif.), Graciella (Colorado) S. 134, (?) bonifatella (Colorado)
S. 135; Hülst, Entomol. Ajueric. IE.
Stemmatophora Iconalis (Biski-a; Mecheria); Oberthür, BuU. Ent. France
1887 S. LXXVI, fuscolimhalis (Gabes); Ragonot ebenda S. CXXXLK.
Stenoptyclia pncumatella (New York; Missouri; auf Ulme), j)allulella (Utah,
Washington terr.); Hülst, Entomol. Americ. IH S. 137.
Stericta evanescens (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 115,
(?) demotis (Geraldton, W. Austr.) S. 187, (?) tornotis (Helidon, Queensl.) S. 188,
pi/rastis (New Castle, N. S. Wales) S. 190; Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Striglina irias ^Queensl.); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 18s7 S. 199.
StreTpsimela, pseudade/pha (FijiV, Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 223.
SjTiclera Bleusei (Biskra); Oberthür, Bull. Ent. France 1887 S. LXXXH.
Tahs arenella (Gabes); Ragonot, BuU. Soc. Entom. France 1887 Seite
CXXXVm, dilatalis (Askhabad); Christoph, Mem. HI S. 109 PL V Fig. 7.
Tetralopha baptisiella (Missouri); Fernald, Entomol. Americ HI S. 128, pi-
ratisl (Queensland); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 257.
Thelcteria costacmaculalis (Curacjao); Sn eilen, Lepid. Curac;. a. a. 0. S. 54
PI. 4 Fig. 6; (=Emprepes novalis Grt.^; s. Hülst, Entomol Americ. HI S. 140).
Threnodes Möschleri Clirist. (Ordubad); Romanoff a. a. 0. S. 22 PI. I
Fig. 11,
Toripalpus adulatahs (Calif.) S. 129, incrustalis (Colorado), lunulalis (ibid.)
S. 130; Hülst, Entomol. Americ HI.
Tylochares (?) ianthemis (Australien); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887
S. 260.
Vitessa hemiallactis (= i)}Taliata Meyr. uec Wlk.); Meyrick, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1887 S, 193.
Xeroscopa nephclitis (Mt. Kosciusko); Meyrick, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887
S. 247.
Maci'olepidoptera.
Geometridae. C. v. Gumppenberg stellt in seinem Systema Geometrorum
zonae temperatioris septentrionalis (s. oben S. 5) diese Familie zwischen ,,die
Uraniden und Pn'aliden, mit welchen ersteren sie durch Uropteryx verbunden ist.
Nach oben reihen sich dann an die Uraniden die Drepanuliden und Satumideii,
andererseits die Papilioniden ; nach unten verbinden sich die PvTaUden durch die
Herminiden und Brephiden mit den Noctuiden und unmittelbar mit den Sphingiden."
Während die Familie durch den Habitus wohl charakterisirt und jede ihrer
Gattungen am Habitus leicht zu erkennen ist, sind ihre Grenzen schmerig zu um-
schreiben, und alle Versuche, sie durcli ein bestimmtes Merkmal von den Spinnern
und Eulen scharf zu trennen, sind bisher misslungen, da auch die Beinzahl der
Raupen einmal bei Spannern bis auf 14 (nach dem Verfasser möglicherweise gar
auf 16) steigen kaim mid andererseits Eulenraupen mit nur 2 und 3 Paar Bauch-
füssen vorkommen. Ueber die trennenden Merkmale, welche Packard namentlich im
Bau des Thorax gefimden haben wollte, enthält sich der Verfasser eines Urtheils.
Mit Borkhausen glaubt er vorläufig die Familie nicht besser charakterisiren zu kön-
nen, als durch den Habitus.
Zur Eintheilung der Familie in Gattungen imd zur Anordnung der letzteren
in Gruppen verwirft er die von Herrich-Schäffer und Lederer benutzten Merkmale,
namentlich den Rippenbau der Flügel und räth, zur natürlich en Methode der Alten
zurückzukehren, welche namentlich Guenee mit viel Geschick und praktischem
Scharfblick mit der künstlichen vereinigt habe. In einseitiger Weise aber sieht
Gumppenberg die Aufgabe des natürlichen Systems darin, „dem Forscher bei der
126 Dr- Ph- Bertkan.
Prüfling eines ihm unbekannten Thieres auf möglichst einfache Art zu Hülfe zu
kommen imd keine Anforderungen an ihn zu stellen, welche er nur auf anatomischem
oder mikroskopischem Wege oder nur mit Verstümmelung des Thieres zu erfüllen
vermag." Als Merkmale, "die nach dieser Anschauungsweise im Systeme der Span-
ner Verwendung finden können, bleiben nur übrig der Flügelumriss und die
Zeichnung. Zur Anordnung der Gattungen verwendet v. Gumppenberg, indem
er Weismannn und Eimer folgt, die die Zeichnungen der Tliiere auf eine Strei-
fung zurückgeführt hatten, die successive Auflösung der Streifen in Linien, Binden
und Punkte , so dass die gefleckten Arten an die Spitze , die gestreiften ans Ende
der Famüie zu stehen kommen. (Die Richtigkeit der Weismann-Eimer'sclien Hy-
pothese für die von ihnen behandelten Fälle zugegeben, so könnte man doch über
ihre Uebertragbarkeit auf die sich nicht mehr verändernden Imagines von Insekten
zweifelhaft sein. Ref.) Von den Gattungsnamen früherer Autoren werden viele ein-
gezogen, andere zu Untergattungen degradirt, während auch eine beträchtliche An-
zahl neuer geschaffen wird, so dass die Synopsis der Gattungen 206 Namen auf-
weist, von denen folgende neu sind: (I. Geom. maculatae) Festig if'cra, Catasti-
ctis, (11. GAasciaisLo) Amygdalopte)-a, Ptygmatophora, Eutriphosa, Char-
tiyrapha, Limonophila, Earophila, Bryodis, (IH. G. lineatae) Epicaste,
Spermo, Pepasmenoptera, Gymnospile, Amalthea, Euhoea, Drepanula-
trix, Hydrochroa, Hetaera, Alcippc, Pachymeris, Agrapha, Asmate,
Sinope, Calomicta, Periyune, Phaiogramma, Digrumia, Elpiste, Gonily-
thria, (IV. G. in longum striatae) Toxogrammia. Von diesen ist Hetaera für
Heterolocha Lcd., Amygdaloptera für Heteropsis Staud. Cat., Vestigifera für Zerene,
Catastictis für Eufitchia Pack., Euboea für Eubyja Pack., Ptygmatophora für
Ptychoptera Butl., Pachymeris für Pachyligia Butl. eingeführt. — Von den 206
Gattmigen sind 53 Europa imd Amerika gemeinsam, 52 Amerika eigenthümlich .
Arten sind in der Zahl von rund 1300 in der Monographie behandelt. Die
Vertheilung derselben in den vom Verfasser angenommenen entomologischen Regi-
onen (s. oben S. 5 f.) ist folgende. Von der spärlichen Flechtenflora der ark-
tischen Region nähren sich 59 Arten in 16 Gattungen, von denen Malacodea aus-
schliesslich polar- sibirisch ist; 8 der Arten sind auf die Region beschränkt, und
27 gehören der Gattung Cidaria, 9 Eupithecia an, welche als Ueberrest der nord-
polareu Urfauna bezeichnet werden können. Die paläarktische! (subarktische?)
Region zählt 647 (auf S. 251 steht fälschlich 778) Arten in 129 Gattungen. Von
diesen sind ausschliesslich europäisch 342, asiatisch 148, mit Asien gemeinschaft-
lich 116, mit Afrika gemeinschaftlich 9, mit Nordamerika 32. Im Amurlande kom-
men 163, am Altai 114, in Sibirien 64, am Ural 54 Arten vor. Die mittellän-
dische Region hat 289 Arten in 39 Gattungen; von letzteren sind ihr 19 eigen-
thümlich. Von den Arten sind 173 ausschliesslich europäisch, 43 mit Kleinasien
und Persien, 5 mit Nordafrika gemeinschaftlich ; 63 sind rein asiatisch, 5 afrikanisch
Die mandschurische Region, durch eine dichte Bevölkerung ausgezeichnet, die jeden
Strich brauchbaren Erdreichs bepflanzt, ist arm an Spannern wie an anderen He-
teroceren. Der Verfasser giebt 72 Arten, 3 Gattungen als eigenthümlich an; 2 Gat-
tungen hat die Region mit Nordamerika gemeinsam. Die nord amerikanische Region
zählt nach Packard 271 Arten, von denen 2 je einer Gattung (in Texas und Maine)
angehören. Die übrigen Gattungen und 234 Arten haben mit den eviropäischen ge-
meinsamen Tj'pus; 5:j Gattungen und 32 Arten sind gemeinsam. Die auch durch
ihre eigen thümliche Flora ausgezeichnete californi sehe Region besitzt auch unter
den 74 Spannerarten 62 ihr eigenthümliche (8 eigenthümliche Gattungen); 2 Arten
sind mit Europa, lu mit Nordamerika gemeinsam.
In dem vorliegenden 1. Theil der Monographie sind die 31 ersten Gattimgen
des Gmnppenberg'sehen Systems (Geom. maculatae und 1. trib. Fidoninae der G. fa-
sciatae) behandelt, und der Beschreibung derselben, wo es anging, die der Eier, Raupe,
Puppe und die geographische Verbreitung angeschlossen.
Eine Besprechimg von Karsch s. Entom. Nachr. 1887 S. 54 — 60.
Knatz bestätigt Rühl's Angabe von der ätzenden Wirkung des von den Span-
nerraupen beim Pressen abgesonderten Seki'etes, in Folge dessen die von Spaimer-
raupen anderen Raupen zugefügten Bisse stets tödtlich verlaufen; 32. u. 33. Bericlit
d. Vereines für Naturkunde zu Cassel S. 4 7 f.
Hulat bringt Notes upon varioua species of the Ennominae; Entom.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 127
Americ. IE S. 47 — 52; desgl. notes on some species of Geometridae; ebenda
S. 139—142, 221—224; ITt S. 9—11.
Derselbe beschreibt New species of Geometridae; ebenda 11 S. 120 — 124,
185—192, 210—212.
Derselbe macht Notes upon some of Mr. Walker's species of Geome-
tridae; ebenda III S. 113—115.
D. Bruce theilt food plants of Geometridae with other notes mit;
ebenda III Ö. 47—50.
Uranodoxa (n. g. Palyadin.) longicornis (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) XX S. 244.
Zur Biologie der Acidalia punctata 7'r. berichtet H. Gross über seine
Zuchtresultate; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 48.
Acidalia immorata new to Britain; Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 133.
Acidalia remotata Guen., vom Autor aus Indien angegeben, erhielt Ober-
thür von Biskra; Bull. Ent. France 18H7 S. LXII.
Larva of A. insularia. Guen.; Hülst, Entomol. Americ. III S. 175f.
A. Lambessata (Lambeze, Algier); Oberthür a. a. 0., obluridata (Florida),
volucrata (Missouri) S. 185, dataria (Calif.), ancellata (Sierra Nevada Mts.), elimaria
(Colorado) S. 186, quinquelineata var. fuscata S. 187; Hülst, Entomol. Americ. H.
Agathia j9Mi/ia (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 243.
Anaplodes festariu (Califomien; Arizona); Hülst, Entomol. Americ. H S. 121.
Aplodes zygotaria (Texas); Hülst, Entomol. Americ. II S. 121.
Hülst beschreibt die Larve von A. rubrolinearia; ebenda HI S. 72.
Anisodes pauper (K&lsijta); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 245.
Aspilates opuscidarm (Calif.), Behrensaria{Qj^\i.\ Nevada; Arizona), fZe5/>er«-
rial (Arizona) S. 210, curata (Florida), crocearia (Texas), litaria (Colorado) S. 211;
Hülst, Entomol. Americ. H.
Oberthür fand die Boarmia sublunaria Guenee, der der Autor Nordamerika
zum Vaterlande gegeben hatte, in den Ost-Pyrenäen, sieht in ihr eine Varietät von
B. cinctaria und hält die Vaterlandsangabe Guenee's für irrthümlich. Bull. Ent.
J'rance 1887 S. XUX.
B. separaria (Accra); Möschler, Abhandl Senckenb. Naturf. Gesellsch. 15 S. 92.
Chimatobia Bruceata (ist die bisher für Ch. boreata gehaltene amerikanische
Art, deren völlig flügelloses Weibchen jetzt zum ersten Male beschrieben wird);
Hülst, Entomol. Americ. H S. 123.
Chlorosea Graefiarin (Nevada); Hülst, Entomol. Americ. H S. 123,
Cidaria fluctuata ab. Neapolisata Fig. 7, nigrofasciaria var. Ludovicata Fig.
14; Milliere, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 218 PL V.
Cimelia mimicaria (Sebdou); Oberthür, Bull. Ent. France 1887 S. LVIH. _
Crocota diminutiva, opelloides, intermedia (Texas); Graef, Entomol. Americ.
III S. 42.
Ctimene excellens (Malayta); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (3) XX S. 241.
Decetia insignis (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 242.
Drepanodes syzygiaria (Florida); Hülst, Entomol. Americ. H S. 121.
Ephyra pkmtagenariu! (Texas; Arizona); Hülst, Entomol. Americ. II S. 185.
Eois hilliata (Florida), leonitata (Arizona), labeculatu (ibid.), ferrugata var.
russata, cremiata n. sp. (Arizona), subochreata; Hülst, Entomol. Americ. II. S. 187.
Euacidaha punctulatu (Curacjao); Snellen, Lepid. Cura?. a. a. 0. S. 50 PI. 4
Fig. 4.
Eucrostis Hollandaria {Florida.), Jaspidiaria (Florida), saltusaria (ibid.); Hülst,
Entomol. Americ, H S. 122, petitaria (Aschabad); Christoph, Stett. Ent. Zeitg.
1887 S. 165.
Bohatsch bringt den Nachtrag und Schluss zu seinen Aufsätzen über die
Eupithecien Oesterreich-Ungarns; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 117 — 129.
Derselbe beschreibt Eaupe, Zucht, Verbreitung u. s. w. von E. distinctaria
H. S., mit der constrictana Gn., sextiata il/zV/. und Heydenaria Stgr. synonym sind;
Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 121—127.
E. üchrovittuta Christ. (Eriwan) S. 7 PI. I Fig. 3, Uthographata Christ.
(Ordubad) S. 9 Fig. 5, fuscicostata Christ. (Karabagh) S. 11 Fig. 6; Eomanoff
a. a. 0.
128 Dr- Ph- Bertkau.
Euschema Ävdersonii (Mergui); Moore, Journ. Linn. See. London XXI S. 56,
pilosa (Shortlaud, Solomon Li; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 240.
Fidonia (?) solitaria (Achal-Tekke); Christoph, Mem. IE S. 101. PL V. Fig. 4.
Geometra ilhistraria (Calif.); Hülst, Entom. Americ. IT S. 121.
Gnophos Snelleni (Achal-Tekke) S. 96 PI. IV Fig. 13, farinosata (Askhabad)
S. 98 PI. V. Fig. 1, pollmaria (Askhabad) Fig. 2, luticüiata (ibid.) Fig. 3; Chri-
stoph, Mem. III.
Hemerophila Lederi (Germob); Christoph, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 166.
Heterolocha cphelidaria (Nevada); Hülst, Entom. Americ. H S. 120.
Hj-ijochroma Lahayei (Oran); Oberthür, Bull. Ent. France 1887 S. LIX.
Hyposidra Gumppenbcrcji (Aburi); Mö schier, Abhandl. Senckenb. Naturf.
Gesellsch. 15 S. 96 Fig. 5.
Leucula lacteolaria (Arizona); Hülst, Entom. Americ. H S. 120.
Lithostege distinctata (Askhabad); Christoph, Mem. IH. S. 104 PI. V. Fig. 5,
senata (ibid.); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 166.
Loxogramma famulata (Hamilton Can.), Graefkiria (Arizona); Hülst, Entom.
Americ. II .S. 192.
Lyssidia mutata (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 241.
Macaria venerata (Schahrud; Kasikoparan) ; Christoph, Mem. HIB. 94 PI. IV
Fig. 12.
Marmopteryx Morrisata (Arizona) S 190, annellata (Pacific-Küste) S. 191;
Hülst, Entomol. Americ. H.
Metanema iiicongruaria (Hamilton, Canad.); Hülst, Entomol. Americ. II S. 212.
Nemoria tcpperaria (N. Carolina); Hülst, Entom. Americ. E S. 122.
Ochodontia suhochrea (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 245.
Ophthalmodes parva (Ulaua); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 242.
Pasiphila lichenodes (Dunedin); Purdie, Trans, a. Proc. New Zealand
Institute XLX S. 70.
Phrygionis aurifcraria (Florida); Hülst, Entomol. Americ. H S. 188.
Phorodesma crucigcrata (Askhabad); Christoph, Mem. HI S. 93 PI. IV
Fig. 11.
Pigia rmtltilineata (Arizona); Hülst, Entomol. Americ. II S. 188.
Plagodis Keutzingaria var. nigrescaria; Hülst, Entomol. Americ. II S. 212.
Problepsis discophora (Korea); Fixsen, Mem. HI S. 348 PI. XV Fig. 4.
Eacheospila xysterariu (Florida); Hülst, Entom. Americ. H S. 121.
Eemodes volcanica (Shortland, Solomon I.); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) XX S._ 247.
Semiothisa simulata, metanemaria (Arizona) S. 188, mcndicata (Arizona),
sublacteolata (Ohio), tenebrosata (Arizona), umbriferata (CaUf.), inquinaria (Calif.)
S. 189, octolineata (Arizona), delectata (Color.), (?) graphidaria (Arizona; Texas)
S. 190; Hülst, Entomol. Americ. IL
Semiothisa ostentosa?ia, fuscataiia (Aburi) S. 94, largificaria (Accra) Fig. 20
S. 95; Müschler, Abhandl. Senckenb. Natmf. Gesellsch. 15.
Strophidia costaUs (Shortland, Solomon I.) S. 246, hyemalh (ibid.) S. 247;
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX.
Tephrina suhurenacearia (Curai^ao); Snelleu, Lepid. Curag. a. a. 0. S. 53
PI. 4 Fig. 5.
Tetracis 7MJflrar?« (Wash. Terr.); Hülst, Entom. Americ. II S. 120, pallulata
(Crater Lake, Oregon) S. 211; derselbe ebenda.
Thalassodes delicataria (Aburi); Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf.
Gesellsch. 15 S. 93.
Thamnonoma fascioferaria (Colorado), coortaria (Texas); Hülst, Entomol.
Americ. II S. 191.
Tornos candidarius (Arizona), rubiginosarius var. cinctarius, var. abjectarius,
dissociarius sp. n. ; Hülst, Entomol. Americ. H S. 192, incoprtarhis (Arizona);
derselbe ebenda S. 210.
Zanclopteryx aetherialis (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX
S. 246.
_ Noctuidae. Meyrick schreibt eine Monograph of New-Zealand No"
ctuina; Trans, a. Proc. New-Zealand Institute, XIX S. 3 — 40. In seiner Einleitung
rügt er die Klassifizirung nach dem oberflächlichen Aussehen, deren Folge z. B.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. ^29
war, dass 15 Arten, die thatsäclilich alle in die eine Gattung Mamestra gehören,
von „diesen Schreibern" in 18 verschiedene Gattungen und 5 FamiUen gebracht
wurden. Der Fang mittels Köders erwies sich als erfolglos, wie Meyrick meint,
wegen des Eeichthums an Blumen. Bis jetzt sind aus Neu-Seeland 63 Arten aus
17 Gattungen, den Familien Noctuidae und Plusiadae angehörig, bekannt; einen
Zuwachs zur Fauna erwartet Meyrick besonders aus den alpinen Eegionen. 7 weitere
von Walker beschriebene Arten sind in obiger Zahl nicht mit begriffen; sie waren
nicht zu identifiziren und sind wahrscheinlich Synonyme.
Aburina (n. g. Deltoid.) sobrinu (Aburi); Möschler, Abhandl. Senckenb.
Naturf. Gesellsch. 15 S. 91 Fig. 13.
Anabathra (n. g. Pseudophiae affine?) una (Accra); Möschler, Abhandl.
Senckenb. Naturf. Gesellsch. 15 S. 89 Fig. 22.
Comophorus (n. g.) villosus (Central - Asien) ; Alpheraky, Stett. Ent.
Zeitg. 1887 S. 169.
Ichneutica (n. g. Noctuin.; Oculi hirsuti; antennae in cj bipectinatae;
thorax et abdomen glabria) ceraunias (Mt. Arthur) S. 13; Meyrick, New-Zealand
Noctuina a. a. 0.
Lycoselene (n. g.) lunata (Aburi); Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf.
Gesellsch. 15 S. 88 Fig. 19.
Phleboeis (n. g. prope Episema) Petersi (Aschabad); Christoph, Stett.
Ent. Zeitg. 1887 S. 164.
Physetica n. g. Noctuin. (Oculi hirsuti; palpi cj articulo ultimo tumido, .. .)
für (Agrotis) caerulea Guen. S. 5; Meyrick, New-Zealand Noctuina, a. a. 0.
Pulcheria (n. g. pone lithocampam ponendum) catomelas (Centralasien) ;
Alpheraky, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 170.
Acontia Biskrerisis (Biskra); Oberthür, Bull. Ent. France 1887 S. LVIIL,
zelia (Gambia); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 606.
In einer Note sur les chenilles du genre Acontia in Le NaturaUste
IX S. 143 — 146 sucht Chretien festzustellen, welche Kaupe die Veranlassung
der irrigen Angabe Guenee's: cheniUes ä 10, 12 ou 14 pattes . . . gewesen ist,
imd kommt dabei auf A. solaris, deren Eaupe zwar nur '2 Paar Bauchfüsse, aber
auch noch ein Paar Analfüsse hat, so dass die geringste Zahl der Füsse in dieser
Gattung 12 ist; vgl. den Ber. f. 1885 S. 162.
Butler giebt Notes on certain North American species of the
group called by M. Guenee „Acronycta"; Entomol. Americ. ni S. 35 f., mit
zusätzlichen Bemerkungen von Smith S. 36.
A. Elaeagni (Centralasien; Kaupe auf E. hortensis); Alpheraky, Stett. Ent.
Zeitg. 1887 S. 167.
Adisura splendens (Gambia); Bruce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 685.
Aedophron venosa (Nuchvxr; Aschabad); Christoph, Stett. Ent. Zeitg. 1887
S. 165.
Aginna notata, erebina (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S. 437.
Rühl beschreibt die Raupe von Agrotis grisescens F.; Soc. Entora. I S. 138.
Agrotis stictica (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1887 S. LXVIII,
glis (Germob; Schahrud) S. 64 PL in Fig. 10, Jundimacida (Aschabad; Schahkuh)
S. 67 Fig. 11; Christoph, Mem. III, arvicola (Germob), indigna (ibid.), glauce-
scens (Aschabad); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 163, xanthographa var.
elutior (Taschkent), birivia var. plumbea; Alpheraky, ebenda S. 168.
Apatela Americana var. obscura (Kansas city, Mo.); Edwards, Entomol.
Americ. 11 S 169.
Apatelodes indistincta (Florida), torrefacta var. Floridana; Edwards, Entora.
Americ. 11 S. 13, difßdens (Vera-Cruz); derselbe ebenda HI S, 92.
BaUatha elegans (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S. 439.
Bocana stellaris (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S. 438.
Bolina abrupta Fig. 1, 2 S. 44, (?) calamioides Fig. 3 S. 47 (Cura^ao); Snellen,
Lepid. Cura9. a. a. 0. PI. 4.
Bryophüa distincta (Aschabad); Christoph a. a. 0. S. 62 PI. IH Fig. 9.
Calocampa cineritia var. thoracica (New Hampsliire); Putman- Cramer,
Entomol. Americ. H S. 142.
Calpe (?) xtriata (Mou-Pin); Poujade, Bull. Soc. Ent. France 1887
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888 Bd. 2. H. II 9
130 Dr- Pli- Bertkau.
Caradrina (?) grisescens (Mou-Pin); Poujade, Bull. Soc. Entom. France 1887
S. CLVn.
Kellicott macht Notes on two larvae of tlie Genus Catocala (C. obscura
und habilis); Entom. Americ. II S. 45 f.
C. puerpera var. pallida (Lob-noor; Ak-su); Alpheraky, Mem. HI S. 406.
Catocala Bavidi (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1887 S. XXXVIII,
Lesbia (Germob); Christoph., Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. IG.5.
Chloantha laciniosa (Germob); Christoph, Mem. III S. 77 PI. IV Fig. 4.
Cleophana Omar (Tunis); Oberthür, Bull. Ent. France 1887 S. LVII.
CucuUia amota (Centralasien) ; Alpheraky, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 171.
Cymatophora angustata (Ussuri; Askold); Staudinger, Mem, III S. 231
PI. Xm Fig. 6.
Deva morigera (Colorada); Edwards, Entomol. Amerio. II S. 169.
Diphthera sp'issa und var. Pollux (Vera-Cruz); Edwards, Entomol. Americ.
m s. 92.
Dirades aluensis (Alu); Butler, Ann, a. Mag. Nat. Hist. (5) XTX S. 435,
Egnasia aenca (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S. 438.
Epimecia argillacea (Askliabad); Christoph, Mem. III S. 81 PI. IV Fig. 6.
Erastria ornatula (Askhabad); Christoph, Mem, III S. 84 PI. IV Fig. 8.
Epizeuxis minima (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S. 436.
Peragallo's Beobachtungen über die Eaupe von Erastria scitula sind
reproduzirt m der Stett. Ent. Zeitg. 1887 S, 274—276.
Erosia mutans (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S. 434.
Hadena spectabilis (Mou-Pin); Poujade, Bull. Ent. France 1887 S. CX, (?)
armata (Central-Asien) ; Alpheraky, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 170.
Helia calvaria in den Niederlanden (Cuyk); Snellen, Tiidschr. v, Entom.
,XXX, Versl. S. C.
Heliphobus (?) ^/«e^^« (Aschabad) ; Christoph, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 164.
Hell ot bis armiger bei Görz in Maisfeldern verwüstend aufgetreten; Kogen-
hofer, Sitzber, zool. bot. Ges. Wien 18h7 S. 63f.
Hiptelia Grwni (Central-Asien); Alpheraky, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 170.
Hypena iridis S. 435, sijlpha S. 436 (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) XIX.
Leucania acontistis (Castle Hill) S. 9, phaula (Christchurch), alopa (Lake
Coloridge) S. 10, aulaeias (Dimedin), arotis (Blenheim; Christchurch; Eakaia)
S. 11; Meyrick, New-Zealand Noctuina a. a. 0., indistincta (Kisil-Arwad ; Kra-
snowodsk); Christoph, Mem. III S. 79 PI, IV Fig. 5.
Lithacodia Graeßi (Texas); Packard, Entomol. Americ. HI S. 52.
Luperina impedita (Germob); Christoph, Mem. IH S. 74 PI. IV Fig. 2,
reiialis (Central-Asien); Alpheraky, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 170.
Mamestra roseonitens (BiskTa); Oberthür, BuU. Ent. France 1887 S. XLIX,
paracausta (Castle Hill) S. 15, polychroa (Christchurch) S. 16, lithias (Castle Hill)
S. 17, agorastis (Akaroa) S. 18, rhodoplcura (Napier; Wellington) S. 19, pclistis
(Akaroa; Lake Coleridge), oc{h)thistis (Wargauni; Wellington; Eaupe auf Mehcytus
ramiflorus) S. 20, hoinoscia (Wellington) S. 21, steropastis (Napier; Bleuheim;
Christchurch) S. 22, arachnias (Napier; Blenheim) S. 23, omoplacu (Lake Coleridge;
Eakaia) S. 24, prionistis (Eakaia) S. 27; Meyrick, New-Zealand, Noctuina a. a. 0 ,
stigmosa (Achal-Tekke) ; Christoph, Mem. IH S. 70 PI. IH Fig. 12, spalax (Aram-
Kungei); Alpheraky, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 168.
M, caduca, in einem (J in Graubünden erbeutet, ist eine Abänderung von
M. chrysozona; Speyer, Stett. Zeitg. 1887 S. 338.
Megacephalon fenestratum (Accra); Mö seh 1er, Abhandl. Senckenb. Naturf.
Gesellsch. 15 S. 84.
Megalodes liturata (Askhabad; Schahrud); Christoph, Mem. IH S. 89
PI. IV Fig. 10,
Mi&Q^& pessota (Christchurch); Meyrick, New-Zealand Noctuina a. a. 0. S. 29,
cortes (Central-Asien); Alpheraky, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 169.
Sven Lampa vertheidigt Thomson gegenüber seme Ansicht, dass die Noctua
camea Thunb. = (Agrotis) brunnea F. sei; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S, 355 — 358,
Nyctipao varicyata S. 432, ealiginea S. 433 (Alu); Butler, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) XIX.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 131
Oncocnemis ejeacta (Askhabad); Christoph, Mem. III S. 72 PI. IV Fig. 1.
Nach Möschler ist Ophideres Banakus /Voe^z = princeps Guen., divitiosa
Walk.; Äbhandl. Senckenb. Naturf. Gesellsch. 15 S. 83 f.
Ophisma pudica S. 85 Fig. 12, opulenta S. 86 Fig. 15 (Aburi); Möschler
a. a. 0.
Palpangula imitatrix (Aschabad); Christoph, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 165.
Pabst schildert die Entwickelungsgeschichte von Panthea coeno-
bita Bsp. und macht MittheUungen über das Aufsuchen des Schmetterhngs, sowie
über die Erziehung der Raupe; Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4 S. 115 — 118.
Der Schmetterling entwickelt sich gewöhnlich im Juni aus den am Fuss der
Fichtenstämme überwinterten Puppen und schlüpft Nachmittags gegen 4 Uhr aus,
bleibt dann bis zur Dunkelheit in geringer Höhe über dem Boden am Stamme sitzen,
um hernach die Gipfel aufzusuchen, in denen die Paarung stattfindet. Die späteren
Nachmittagsstunden sind daher die beste Zeit zum Sammeln. — S. auch 10. Bericht
Naturwiss. Gesellsch. Chemnitz S. 11 — 13.
Pericyma profesta (Aschabad; Samarkand); Christoph, Stett. Ent. Zeitg. 1887
S. 165.
Perigea fasciata (Colorado); Edwards, Entomol. Americ. 11 S. 169.
Phoberia indiscreta (Calif.); Edwards, Entomol. Americ. 11 S. 170.
Photedes (?) albirena (Achal-Tekke ; = Bjsükumensis Chr nee Ersch.); Chri-
stoph, Mem. m S. 87 (abgebildet Mem. I PI. Vm Fig. 9).
Pleonectyptera obliqualis (Texas); Edwards, Entomol. Americ. 11 S. 171.
Eine genaue Beobachtung der Lebensweise und eine anatomische Untersuchung
der Weibchen von Plusia moneta, deren Raupen in deh letzten Jahren in
den Niederlanden regelmässig auf Aconitum napellus beobachtet wurden, bringen
Brants zu der Vermuthung, dass die Art sich in den Niederlanden nicht fort-
pflanze, und dass die Raupen von Eiern herrühren die von zugeflogenen südUchen,
überwinterten Exemplaren gelegt sind. Tijdschr. v. Entom. XXX, Versl. S. XXVII —
XXTX.; vgl. de Vries, ebenda S. CXI, der die Eule am 14. Juli fing. — Hey-
laerts merkt an, dass das Gespinnst der männUchen Puppen weiss, der weiblichen
gelb ist; ebenda Tijdschr. S. 218.
Plusia urgenteo-guttata (Mou-Pm); Pou jade. Bull. Ent. France 1887 S. LXVIII,
Vaccinii [Mi. Washington); Edwards, Entomol. Americ. 11 S. 170, bella (Aschabad);
Christoph, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 164, pulchrina var. monogramma (Central-
Asien); Alpheraky ebenda S. 171.
Polia senex Geyer erwies sich nach Vergleichung des Originalexemplars als
Ammoconia vetula Duponchel; die Art wurde in Südfrankreich, Istrien, Fiume und
im Rheingau gefangen; Rogenhofe r, Verh. Zool. Bot. (o-es. Wien XXXVII
S. 201—204.
P. Asiatica, Chamaeleon, ^e«M«co?-H2> (Central-Asien); Alpheraky; Stett. Ent.
Zeitg. 1887 S. 169.
Raphia frater var. coloradensis (Col.); Putman-Cramer, Entomol. Americ.
n S. 142, pallula fCalif); Edwards ebenda S. 168, approximata (Central- Asien) ;
Alpheraky, Stett Ent. Zeitg. 1887 S.167.
Rhizogramma Peter seni (Askhabad); Christoph, Mem. III S. 76 PI. IV Fig. 3.
Scepsis gravis (Mendocino Co., Calif.), fulvicolHs var. pallens (Denver);
Edwards, Entomol. Americ. 11 S. 8.
Sonagara superior (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist (5) XIX S. 433.
'J'halpochares coccophaga (Sidney); Meyrick, Proc. linn. Soc. N. S. Wales
(2. S.) I S. 10 37; (über die Raupe vgl oben S. 108), illota (Askhabad); Christoph,
Mem. III S. 83 PI. IV Fig. 7.
Thyath-a oblonga (Mou-Pm); Poujade, Bull. Ent. France 1887 S. XLEX,
pterographa (ibid.); derselbe ebenda S. CXXXV, (aurorina Butl. PI. XV Fig. 12,)
violacea (Korea) S. 352 PI. XV Fig. 11; Fixsen, Mem. III.
Xanthia ceramodes (Dimedin; North-Isl.); Meyrick, New-Zealand Noctuina
a. a. 0. S. 31.
Notodontidae. Cnethodontu (n. g.) grisescens (Wladiwostok; Askold;
Ussuri); Staudinger, Mem. III S. 214 PL XII Fig. 11.
Himeropteryx (n g., Verbindungsglied zwischen Notodont. und Geometr.)
miraculosa (Raddeft'ka); Staudinger, Mem. III S. 228 PI. XU Fig. 10.
<d*
132 Dr. Ph. Bertkau.
Macronadata (n. g) collaris (Aburi); Möschler, Abhandl. Senckenb.
Natuxf. Gesellsch. 15 S. 83 Fig. 7.
Pygopteri/x (n. g. prope Pygaeram) suava! (Wladiwostok; Sidemi)
Staudinger, Mem. IH S. 230 PL XIII Fig. 4.
Antheura Carteri (Gambia); Druce, Proc. Zool. See. London 1887, S. 685.
Gluphisia Tearlei (Calif.), Wrightü (ibid.), ridenda (Colorado; Montana) S. 11,
rupta (Denver, Col.), albofascia (Salt Lake City, Utah), formosa (ibid.) S. 12;
Edwards, Entomol. Americ. U, severa (Shasta Co., Cal.; büdet vielleicht mit
Wrightü eine besondere Gattung); derselbe ebenda S. 167.
Harpyia (bicuspis var.?) infumata (Eaddeffka; Askold; Ussuri) Staudinger,
Mem. in S. 214.
Ichthyura luculenta (Indiana), ybco.?« (Florida) S. 10, Astoriae (Oregon) S. 11;
Edwards, Entom. Americ. 11, bifiria (Soda Springs, Calif.); derselbe ebenda S. 167.
Lophodonta plumosa (Colorado); Edwards, Entom. Americ. 11 S. 14.
Lophopteryx admirabilis (Askold) S. 224 PI. XII Fig. 9, (Odontosia) cuculus
(Sidemi) S. 226 PL XIII Fig. 5; Staudinger, Mem. HL
Notodonta torva in Great Britain (Norfolk); Barrett, Entom. MonthL
Mag. XXm S. 276; Larve s. XXIV S. 9 f.; neu für Schweden; Aurivillius,
Entom. Tidskr. 1887 S. 61, 182.
N. (Urodonta) albmacula (Wladiwostok; Ussuri) S. 217 PL XII Fig. 7, tri-
macula var. Dodonidcs (ibid.), (Lophocosma) atriplaga (Wladiwostok; Askold) Fig. 8
S. 220, (Allodonta) tristis (Askold) S. 223 PL XHI Fig. 7; Staudinger, Mem. EL
Pheosa Portlandica (Oregon); Edwards, Entomol. Americ. 11 S. 168.
Pygaera anachoreta var. pallida (Margelan; Samarkand) S. 101, pigi'a var.
ohscurior (Kuldscha) S. 102; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Beitrag zur Naturgeschichte des Stauropus Fagi s. oben S. 108.
Saturniadae. J. B. Smith nimmt a revision of the lepidopterous
family Saturniidae vor; Proc. U. S. Nation. Mus. IX. S. 414 — 437. (Ist mir
nicht zugänglich gewesen; nach ZooL Anz. wird dien. G. Calosaturnia aufgestellt).
Mi}'a! (n. g., Name vergeben) Christophi (W[a,di-wostok); Staudinger, Mem.
in S. 212 PL XU Fig. 6.
Ueber Cressonia s. oben. S. 109.
Hemileuca Maja var. Lucina (Maine); Edwards, Entomol. Americ. 11 S. 14.
Saturnia pavonia L. var. meridionalis (Italien); Calberla, Correspbl. Entom.
Ver. „Iris" No. 4 S. 157.
S. Royi (Darjeeling) ; Elwes, Proc. ZooL Soc. London 1887 S. 447.
Drepanulidae. Callidrepana lunulata (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) VoL 19 S. 224.
Teldenia nivea (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 224.
Bombyeidae. Gasti- oplaka eis (n. g)forßculatiis {Accrvi); Möschler, Ab-
handl. Senckenb. NaturL Gesellsch. 15 S. 79 Fig. 17.
Hibrilides (n. g) norax (Nyassa); Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887.
S. 674.
Philotherma fn. g.) Jacchus (Aburi); Möschler, AbhandL Senckenb.
Naturf. Gesellsch. 15 S. 81 Fig. 4.
Bombyx habitus (Vera Cruz); Edwards, Entomol. Americ. III S. 91, alpicola
var. prima (Margelan) S. 97, neustria var. parallela (Samarkand) S. 98, Eversmanni
var. ?iana (Margelan) S. 99; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Chrysopoloma hithynia (Delagoa-Bai) S. 676, lahda (Nyassa), (?) t heida (Mongo-
ma-Lubah) S. 677; Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887.
Crateronyx Sardanapalus (Margelan); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 99.
Eutricha audea (Kameruns); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 677.
Gonometa nysa S. 680, lomia (Mongo-ma-Lubah), Cassandra (Kameruns) S. 681;
Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887.
Jana sciron (Mongo-ma-Lubah); Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887 S. 676.
Ueberwinterung von Lasiocampa Eubi; 15. Jahresb. Westf. Prov. Ver. S. 19.
L. Monteiroi (Delagoa Bai); Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887 S. 677.
Megasoma strepiduin (Wladiwostok; Saigon); Staudinger, M6m. UI S. 210
PL XII Fig. 5, (repanda var.?) primiyenum! (Margelan); derselbe, Stett. Ent,
Zeitg. 1887 8. 100, pol i/dora (Delagoa Bai) S. 678 PL LV Fig. 11, splendens (Kame-
runs) Fig 10, vesta (ibid.) Fig. 6 S. 679; Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 133
Norasuma kolga (Kameruns); Bruce, Proc. Zeel. See. London 1887 S. 684.
Opsirrhina metallescens (Aburi); Mose hier, Abhandl. Senckenb. Naturf. Ge-
sellsch. 15 S. 80 Fig. 9.
Pachvpasa (?) massilia (Kameruns), {"i) phocea (Delagoa-Bai); Druce, Proc.
Zool. Sog. London 1887 S. 680.
Eondotia lurida (Korea; aul' der Tafel Eggonia 1. genannt); Fixsen, Mem.
m S. 346 PI. XV Fig. 8.
Trabala rosa (Delagoa Bai); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S, 678.
Trilocha ianthe (Gambia; Grahams town); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 683.
Lipai'idae. Eudasychira (n. g. Dasychirae affine, calcarium duobus paribus
in tibiis post. distinctum) quinquepunctata (Accra); Mö schier, Abhandl. Senckenb.
Naturf. (iesellsch. 15 S. 75 Fig. 11.
Pseudonotodonta (n. g.) virescens (Aburi); Möschler, Abh. Senckenb.
Nat. Ges. 15. S. 77 Fig. 6.
Aloa cometaris (Alu); Butler; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 223.
Anaphe Molonerji (Gambia) S. 673 PI. LV. Fig. 5, Carter! Wals. $ S. 674;
Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887.
Artaxa inepta (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 223.
Choerotricheort'.?<e5(Mongo-ma-Lubah); Druce, Proc. Zool. Soc. Lond. 1887 S.674.
Cypra nyses (Old Calabar); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 673.
Ueber die Verheerungen derDasychira pudibunda an den Buchen Rügens
1867—71 s. Eühl, Soc. Entom. H S. 30, 33 f., 45.
D. solitaria (Askold; Sidemi); S. 202 PI. Xu Fig. 1, piidica (Eaddeffka;
Wladiwostok) S. 204, amata (Askold) S. 206 Fig. 2; Staudinger, Mem. HI,
(Dasorgjia) selenophora (Margelan) S. 96, fasceüna var. nivalis (Alai; Transalai)
S. 97; derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887, cangiu (Delagoa Bai) S. 674, (?) remota
(Gambia) S. 675; Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887.
Euproctis aurifrons (Abuxi); Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf. Ge-
sellsch. 15 S. 75 Fig. 3.
Laelia unipunctata, sordida (Aburi); Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf.
GeseUsch. 15 S, 74.
Numenes disparilis (Wladiwostok; Askold); Staudinger, Mem. lH S. 200
PI. XI Fig. 2.
Ocneria grisescens (Askold; = albescens? Moore)] Staudinger, Mem. HI
S. 209 PI. Xn Fig. 4.
Ueber die Zahl der Häutungen bei den Eaupen von Orgyia s. oben S. 106.
Chapman wii'd nach den Zuchtergebnissen mit 0. antiqua zweifelhaft, ob
dieselbe zwei Generationen hat; einige $ Exemplare schlüpften bereits im Juni aus,
paarten sich mit cj, aber die von ihnen gelegten Eier hatten bis zum September
noch keine Eaupen geliefert; andere Eaupen derselben Brut entwickelten sich erst
Mitte August zu Schmetterlingen und würden im Freien für eine zweite Generation
gehalten werden. Entom. Monthl. Mag. XXIV. S. 114.
Early stages of 0. nova Fitch; Edwards, Entomol. Americ. HI S. 146 f.
0. amabilis (Askhabad); Christoph, Mem. LH S. 60 PL HI Fig. 8, (Corsica
var.?) prisca (Margelan; Usgent; Osch); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 95.
0. Seifert beschreibt die Eaupe von Parorgyia parallela in ihren 7 Sta-
dien und deren Variationen; Entomol. Americ. IH S. 93 — 96.
Porthesia Snelleni (Wladiwostok; Askold) PI. XH Fig. 3, Raddei (EaddefiFka;
Wladiw.; Askold) PI. XLU Fig. 3; Staudinger, Mem. HI.
Psychidae. Zur Kenntniss der Familie Psyche s. F. Eühl, Soc. Ent.
I S, 163f., 171 f., 1821, n S. 13, 28 f., 53, 60, 69, 107, 147.
F. J. M. Heylaerts schreibt über Psyche helicinella //. S. et les Psy-
chides ä fourreau heliciforme; Tijdschr. v. Entom. XXX S. 3 — 8 PI. X.
Von P. helicinella, die von aUen späteren Autoren verkannt ist, die eine
wahre Psyche ist, deren Eaupe, Eaupensack und Weibchen noch unbekannt ist,
giebt der Verfasser eine genaue Beschreibung und Abbildimgen. Die von Staudinger
fiir Ps. helix v. Sieb, aufgestellte Gattung Cochlophora muss Apterona Mill.
weichen; A. helix {v. Sieb) ist nur eine Varietät von A. crenulella Bruand; Sack,
Puppe, Flügelgeäder und Fühler sind von beiden (vergrössert) abgebildet. Femer
werden die Gehäuse von Aprata Thwaitesii Moore imd Cochlophora valvata
134 Dr- Pt. Bertkau.
Gerst., deren Zugehörigkeit zu deu Psychiden noch nicht ausser Frage steht, abge-
bildet, ebenso das Gehäuse und Weibchen von Epichnopteryx reticella Netvm.
und das Männchen von Piabasis helicinoides Heyl.
Eumeta cervina (Gambia; Delagoa-Bai) ; Druce, Proc. Zool. See. London
1887 S. 684.
Psyche carhonaria (Texas); Packard, Entom. Americ ni S. 51, der ebenda
die Unterschiede seines Platoeceticus Gloverii von der ihm ähnlich sehenden
Ps. confederata erörtert.
Ps. unicolor var, Äsiatica(K&rgB\&n); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 94.
Cossidae. Cossulus (n. g.) argentatus (Alexandropol); Staudinger, Stett.
Entom. Zeitg. 1887 S. 90.
Cossus Colossus (Kuldscha) S. 86, modestus (ibid.) S. 88, intractatus (Samar-
kand) S. 89; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887, toluminus (Gambia); Druce;
Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 684.
Endagria lacertiila (Margelan; Namangan; Kuldscha) S. 92, nigritula (Transalai)
S. 93, bipunctata (Marasch, Kleinas.) S. 94; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Holcocerus putridus (Achal-Tekke) S. 57 PI. HI Fig. 4, mollis (Askhabad)
S. 58 Fig. 5, gracilis (ibid.) S. 59 Fig. 6; Christoph, Mem. m, inspersus
(Aschabad); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 163.
Die Gattung Quadrina, von Grote zu den Hemileucini gestellt, gehört in
gegenwärtige Familie; Smith, Proc. Entom. Soc. Washingt. I S. 51f. ; Entom.
Americ. 11 S. 124.
Stygia aethiops (Namangan; Margelan); Staudinger, Stett. Entom. Zeitg.
1887 S. 91.
Zeuzera Stephania (Nyassa); Druce, Proc. Zool Soc. London 1887 S. 685
PI. LV Fig. 3.
Hepialidae. On the flight and pairing of Hepialus hectus and
Humuli äussert J. E. Eobson dieselbe Vermuthung wie Chapman, dass der
von H. hectus verbreitete Duft das "Weibchen anziehe, dass dagegen H. Humuli
von dem Weibchen gesehen werde, und dass er in der eigenthümUchen Weise
fliege, um sich zu zeigen; Entom. Monthl. Mag. YYTTT S. 186 f., XXTV S. 11.
Dagegen zieht bei H. sylvinus und lupulinus (und auch bei H. pyrenaicus, wo
das Weibchen fast flügellos ist) das Weibchen das Männchen an; derselbe ebenda
S. 214f.; H. velleda ebenso; S. 234.
H. Mc Glushani (Calif.); Edwards, Entom. Americ. H S. 14, Askoldensis \m^
var. minor. (A.) S. 193 PI. XI Fig. 5, varius (Askold) S. 194 Fig. 6; Staudinger,
Mem. m.
Phassus Herzt (Korea); Fixsen, Mem. HI S. 335 PI. XV Fig. 3.
Limacodidae. Cosuma polana (Mamboia); Druce, Proc. Zool. Soc. London
1887 S. 682 PL LV Fig. 8.
Euclea Elliotii (Sweet Bai); Pearsall, Entomol. Americ. II S. 209.
B.eteTogenea fiavidorsalis (Wladiwostok; Suifun) S. 195 PI. XI Fig. 7 (und var
fuscicostalis (Korea) von Fixsen beschrieben S. 337 PI. XV Fig 10), nohilis (Wla
diwostok) S. 196 Fig. 8, uncula (Wladiwostok) Fig. 9, hilarula (Wladiw.; Askold
üssuri) S. 197. Mlarata (Amur) S. 198, princeps (Ussuri) S. 199 PI. XV Fig. 7
Staudinger, Mem. HI.
H. conjuncta Wlk. abgebildet PI. XV Fig. 9; Fixsen ebenda.
Limacodes parallela (Florida); Edwards, Entomol. Americ, U S. 10.
Miresa hilda (Mongo-ma-Lubah) ; Druce, Proc. Zool. Soc. Lond. 1887 S. 682.
Monoleuca obliqua (Florida); Edwards, Entomol. Americ. H S. 10.
Natada Julia S. 682, undina (Mongo-ma-Lubah), Elsa (Calabar) S. 683; Druce,
Proc. Zool. Soc. London 1887.
Pantoctenia albipuncta (Natal); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 682
PI. LV Fig. 2.
TaiSiSSL pallida (Aburi); Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf. GeseUsch. 15
S. 78 Fig. 2, urda (Mongo-ma-Lubah); Druce, Proc. Zool. Soc. Lond. 1887 S. 681
PL LV Fig. 7.
Rhamnosa (?) angulata (Korea); Fixsen, Mem. IE S. 339 PL XV Fig. 1.
Ai'ctiadae (und Lithosiadae etc.). Meyrick vereinigt in seiner Eevision
a. a. 0. S. 690 unter diesem Namen neben den bisherigen Arctiaden auch die Li-
thosiaden, da der einzige Unterschied zwischen beiden, das Vorhandensein der Ocelli
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 135
bei den ersteren und ihr Fehlen bei den letzteren auf einem Irrthum beruhe: die
Neben-Augen sind immer vorhanden, werden aber in der Entwickelung der Familie
kleiner und näher an die Augen gerückt, so dass sie schwer wahrzunehmen sind;
übrigens sind sie bei einigen allgemein anerkannten Lithosiaden deutlich genug.
Die Gattung Amerila wird wegen der Beschaffenheit der Ader 8 der Hinterflügel
zu den Hypsiden gebracht; Deiopeia hat als die älteste, sich den Hj'psiden am
meisten nähernde Gattung zu gelten. Die 32 australischen Gattungen sind in einer
analytischen Tabelle unterschieden, wobei folgende neue Gattungen aufgestellt sind:
Exotrocha (al. ant. ven. 9 destitutae) für (Noctua"! liboria Cr. S. 693,
Scoliucma (al. post. apice oblique truncatis a Tigrioide Butl. diversum) für
(Lithosia) bicolora Boisd. S. 695 und orthotoma, pactoUas (Melbourne) S. 696;
Palaexera (ven. 8 et 9 al. ant. pedicellatis, 11 et 12 anastomozantibus, 2e
3 orientibus, antennae cJ ciliatae; ven. 5 al. post. absente) ^r V . phyllodes ißi^vLQj ;
in sumpfigen Gegenden, einem welken Blatt ähnlich) S. 699.
Sipnmetrodes S. 703, für (Lithosia) nitens Walk.;
Heterallactis (al. ant. ven. 8, 9 et 10 separatis) für H. ewcÄry*« (Brisbane,
Queensl.) S. 703;
Hectobrocha S. 706, für H. pcntocr/ma (Queensland?) S. 707;
Neobrochu S. 707, für N. phaeocymu (Thursday Isl.), adoxa (N. S. Wales)
S. 708.
Parelictis (al. ant. ven. 8 et 9 separatis, post, ven. 5 destitut.; antennis ^
ciliatis) für P. saleuta (Sidney; Victoria) S. 709;
Scaeodora (a Termessa differt ven. 8 al. post. arcte ante ven. transvers.
Oriente) für Sc. omoyhunes (Melbourne) S. 731, cMonastis (Sidney) S. 801;
Hestiarcha für H. pyrrhopa (Port Lincoln) S. 736;
Thallarcha für (Pitane) albicollis Feld, und Th. phalarota (Sidney; Victoria)
S. 736, phacdropa (Sidney) S. 737, chrysochares (N. S. Wales) S. 738;
Comarchis (differt a Deiopeia ven. 6 et 7 al. post. pedicellatis) für (Mosoda)
jocularis i?05., (Eutane) tineo'ides Feld. etc. und Com. isophragma (Tasmania) S.
739, chrysochoa! (Mt. Kosciusko) S. 740, lochaga (Sidney) S. 742, staiirocola (New-
castle; Sidney) S. 743;
Änestia (differt a Cluaca lingua rudimentaria) S. 745 für A. ombrophanes
(Melbourne) S. 746;
Metacrias, für (Phaos) Huttoni Butl. und M. crichrysa (Mt. Arthur, New
Zealand) S. 749.
Ceratliosia (n. g.) triclor (Texas): J. B, Smith, Entomol. Americ. HI S. 79.
Eiiarctia (n. g. inter Callimorpham et Pleretem) Proserpina (Samarkand;
Usgent; Osch); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 80.
Nudina n. g. für Setina nebulosa Moore und Nudaria nubilosa <S<^r.; Stau-
dinger, Mem. ni S. 186; vgl. unten bei Nudaria.
Paidinu n. g. angedeutet von demselben ebenda S. 184; vgl. unten bei
Lithosia.
Sctnioptila (n. g. Chalcosiin. Pedoptilae proximum) torta (Congo); Butler,
Ann. a Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 180f. mit Holzschn.
Sphragidium (n. g. Lithosün. für Dyphloebia tricolora imd liboria und) miles
(Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 218.
Aemene tae7iiata (Korea); Fixsen, Mem. HI S. 327 PI. XV Fig. 6.
Aletis cunaxa (Kongo); Druce, Proc. Zool. Soc. Lond. 1887 S. 671 PI. LV Fig. 9.
Amnemopsyche gracilis (Aburi); Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf. Ge-
seUsch. 15 S. 73 Fig. 1.
Anace herona (Mongo-ma-Lubah ; Aburi) S. 669, (?) herpa (Kameruns) S. 670
PI. LV Fig. 12; Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887.
Smith behandelt die Frage: what makes a species in the genus
Arctia? Entom, Americ. IH S. 109—112.
Haneid erhielt aus einer Zucht von Arctia caja bereits im September er-
wachsene Raupen, die im November den Schmetterling lieferten. Derselbe zeichnet
sich durch eine dunkelere Grundfarbe, durch Zurückweichen der weissen Binden
der Vorderflügel und Grösserwerden der schwarzen Flecken der Hinterflügel aus.
Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 42.
A. phyUira var. lugubris; Hülst, Entomol. Americ. H S. 182; spectabüis var.
annellutu (Askhabad); Christoph, Mem. HI S. 55 PI. lU Fig. 2, pretiosa n. sp.
136 Dr. Ph. Bertkau.
(Eaddeffkii); Staudinger ebenda S. 192 PI. XI Fig. 4, Tanerei (Issyk-kul) S. 81,
Hebe var. Sartha (Saisan; Alai), Erschoffi var. Ferghana (Margelan) S. 82; der-
selbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887, maculosa var. reticulata (Nuchur); Christoph
ebenda S. 163.
Areas semirosea (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 217,
Moloneyi (Gambia); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 670 PL LV Fig. 4.
Asura habrotis (N. S. Wales); Meyrick, Kevision, a. a. 0. S. 748.
Atossa NelcjTuna Moore als Chalcosia palaearctica Stg7\ abgebildet; Stau-
dinger, Mem. m PL XI Fig. 3.
Bizone Adelina (Wladiwostok); Staudinger, Mem. m S. 191 PL X Fig. 14.
Brunia harpophora (Cooktown, QueensL); Meyrick, Eevision, a. a. 0. S. 701.
Calamidia salpinctis (Victoria); Meyrick, Eevision, a. a. 0. S. 694.
CaUigenia pyraula (QueensL) S. 704, cyclota (ibid.), melitaula (ibid.) S. 705;
Meyrick, Eevision, a. a. 0., pulchra Butl, var. pulcherrima (Sidemi) S. 187, lutea
n. sp. (Ussuri; Amur) S. 188; Staudinger, Mem. HI.
CaUimorpha lactata (Texas), suffusa (Canada bis Texas); Smith, Entomol.
Americ. IE S. 25.
G. T. Baker charakterisirt mit Benutzung von Butler's Monographie und
nach Prüfung der im Brit. Mus. vorräthigen Exemplare die Arten der Gattung
Carama, deren Unterschiede er auf S. 136 in übersichtlicher Weise auf einer Ta-
belle zur Anschauung bringt, giebt von Kopf und Thorax auf PL VI eine kolorirte
Abbildung und beschreibt auf S. 133 C. Butleri (Corrientes) Fig. 1 — 3; Trans.
Entom. Soc. London 1887 S. 133—136.
Caryatis hersilia (Kameruns); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 670.
Chiriphe stenopa (Albany, Westaustr.) S. 732, catarrhoa (ibid.), proer ena (Tas-
mania) S. 733, dichotoma (Sidney; Viktoria) S. 734, dictyota (Queensland) S. 735;
Meyrick, Eevision, a. a. 0.
Cluaca struthias (N. S. Wales); Meyrick, Eevision, a. a. 0. S. 715.
Daritis Thetis var. Howardi (New Mexico); Edwards, Entomol. Americ. II
S. 165.
Deiopeia pulchella in Neu Seeland; Hudson, Trans, a. Proc. New Zea-
land Institute, XLS S. 201 PL VI C
Ueber das „Singen" des Dionychopus niveus s. oben S. 104.
Bruce erzog Ecpantheria reducta Grate aus dem Ei; zur Verpuppung
verfertigt die Eaupe kein Gewebe; Entomol. Americ. LH S. 14 f.
Euchaetes immaculata (Florida), tnurina Stretch in ms. (Texas) S. 42, sccpsi-
formis (Texas) S. 43; Graef, Entomol. Americ. LH.
EuhaUsidota lurida (Vera Cruz); Edw'ards, Entomol. Americ. HI S. 91.
Euprepia caja var. Vtahensis (Salt Lake City); Edwards, Entomol. Americ.
n s. 166.
Halisidota rhodogastcr (Cura9ao); Sn eilen, Lepid. Ciu'a9. a. a. 0. S. 31 PL
3 Fig. 1, laqucata (Texas); Edwards, EntomoL Americ. II S. 166.
Girpa octogesa (Kameruns): Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887 S. 672 PL
LV Fig. 1.
Hylemera dexithea, neaera (Kameruns); Druce, Proc. ZooL Soc. London 1887
S. 672.
Hypoprepia _^>/w?«^-'tfa (Mmneapohs); Edwards; Entomol. Americ. 11 S. 9.
Katha fraterna (Guadalcanar); Butler. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) VoL 19
S. 220.
Leptosoma sexmaculatum (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol.
19 S. 222.
Butler (On the true distinction between Lithosia complana and L. lu-
rideola) findet den wichtigsten Unterschied zwischen den beiden genannten Arten
im Flügelgeäder; L. lurideola hat keine falsche oder postdiskoidale Zelle in den
Vorderflügeln und gehört demnach (nebst griseola) zur Gattung Collita Moore,
während diese Zelle bei L. complana stets vorhanden ist; diese Art ist der wahre
Typus der Gattung Lithosia. Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 106 f.
Lithosia chionora (Sidney); Meyrick, Revision, a. a. 0. S. 702, rubropicta
(Maine); Packard, EntomoL Americ. IH S. 52, {Paidina) ramosula (Eaddeffka;
Wladiwostok); Staudinger, Mem. IH S. 184 PL X Fig. 13, (Lithosia) crihrata
(Askold) S. 189 PL X Fig. 11, debilis (Kultuk) S. 190 Fig. 12; derselbe ebenda.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 137
Miltochrista flavida, avernalis (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
Vol. 19 S. 219.
Mosoda ophiodes (Viktoria) S. 729, senilis (Sidney; Melbourne; Queensland)
S. 731; Meyrick; Eevision, a. a. 0.
Nemeopbila russula var. mortua (Margelan; Alexandergeb.; Transalai); Stau-
dinger; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 78.
Nelphe Carolina (Florida); Edwards, Entomol. Americ. II S. 16G.
Nola metallopa (Cooktown; Melbourne; Mt. Lofty); Meyrick, Revision, a. a. 0.
S. 726, leodura (Wladiwostok; Askold; SuLfun) S. 178 PI. X Fig. 2, costaUs i^%sMxi;
Askold) S. 179 Fig. 3, (gigantea var.?) maculata (Suifun), strigulosa (Wladiwostok;
Askold) Fig. 4 S. 180, bi^yophilalis (Eaddeffka; Askold) S. 181 Fig. 5, cosümacula
(Amur) S. 182 Fig. 6; Staudinger, Mem. HI, Tiiranica (Margelan); derselbe,
Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 77.
Nudaria musciila (Wladiwostok; Sidemi) S. 185 H. X Fig. 9, nubilosa (Wla-
diwostok?; mit nebulosa Moore provisorisch in die n. G. Nudina gebracht) S. 186
Fig. 10; Staudinger, Mem. DI.
Nyctemera Äluensis (Solomon Ins.) ; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol.
19 S. 222.
Ocnog}Tiarf?'m(Samarkand; Usgent); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887 B. 84.
Paida angusta (Raddeffka; Ussuii) S. 182 PI. X Fig. 7, oitrita (Raddeffka;
Wladiwostok; Chingan, vielleicht Lokalform von obtusa) S. 183 Fig. 8; Staudinger,
Mem. m.
Pelochyta fennia (Gambia), lupia (Delagoa Bai); Druce, Proc. Zool. Soc. Lond.
1887 S. 669.
Pitasüa disrupta (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 223.
Secusio mania (Delagoa Bai); Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 672.
Sorocostia paroxynta (Sidney), trigonota (Melbourne) S. 719, semograpta (Sid-
ney), ircnica (Mt. Kosciusko, N. S. Wales) S. 720, paromoca (Duaringa, Queensl.)
S. 721, aulacota (Viktoria; Tasmania) S. 722, parallacta (Mt. Kosciusko), cycota
(Sidney; Melbourne etc.) S. 723, arachncis, epicentra S. 724, leucoma S. 725 (Sid-
ney); Meyrick, Eevision. a. a, 0.
Larval history of Spilosoma congrua Wlk,; Hülst, EntomoL Americ. H
S. 15 f.; die Larve ist der einer Arctia gleich.
Bruce fing ein melanitisches, einem Euchaetes egle ähnliches, Exemplar
von Sp. Virginica; ebenda HI S. 140.
Spüosoma crythrastis (Lizard Isl., Queensl.); Meyrick, Revision, a. a. 0. S.
753, nigroflava (Texas); Graef, Entomol. Americ. IH S. 43, puella (Margelan);
Staudinger, «tett. Ent. Zeitg. 1887 S. 85.
Terina niphanda (Kongo) S. 671, euryanassa (Magila) S. 672; Druce, Proc.
Zool. Soc. London 1887.
Termessa conographa (Maryborough, Queensl.); Meyrick, Revision, a. a. 0.
S. 714.
Tigrioides heminephes (Bathurst, N. S. Wales) S. 697, spilarcha (Sidney; Vik-
toria) S. 699; Meyrick, Eevision, a. a. 0.
Moeschier macht Bemerkungen on the American species of the genus
Utetheisa Huhn., Entomol. Americ. H S. 73 — 75, wozu Butler, ebenda S. 212,
eine Ergänzung liefert.
Hypsidae. Meyrick unterscheidet diese FamiUe in seiner Eevision a. a. 0_.
S. 758 von den Arctiaden wesentlich durch den Aderverlauf der Hinterflügel: bei
den Hypsiden fällt Ader 8 an der Basis nicht vollständig mit dem oberen Eand der
ZeUe zusammen, sondern anastomosirt mit demselben, während sie bei den Arctiaden
aus ihm entspringt und an der Basis vollkommen mit ihm zusammenfällt. Nach
diesem Merkmal gehört Amerila zu den Hypsiden; ausser dieser Gattung weist die
nustralische Fauna nur noch 2 auf, die im eigentlichen Sinne ihr angehören, närn-
lich Nychthemera imd Hypsa, während die ihr angeschlossene Gattung Digama in
dem wesentlichsten Familienmerkmal abweicht, indem Ader 8 dem oberen Eande
sich nähert, aber nicht mit ihm verbunden ist. Die australische Fauna enthält nach
unseren jetzigen Kenntnissen 18 Arten.
Amerila brachyleuca (Cooktown; Bowen; Gayndah), serica! ( Eockhampton ;
Gayndah); Meyrick, Revision, a. a. 0. S. 765.
138 Dr. Ph. Bertkau.
Cleis nifjrescens (Alu), Mplaginta (Ulaua) S. 221, lu/polenca (Alu; Ulaua) S.
222; Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19.
Hypsa basUissa (Cooktown) S. 767, nesoplinrd (New-Castle; Siclney) S. 771,
Meyrick, Kevision, a. a. 0., semifusca, Diana (Alu); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) Vol. 19 S. 220.
CalMulidae. Pagen stech er widmet in dem 40. Jahrg. d. Jahrb. d. Nass.
Ver. für Naturk. die S. 205 — 244 nebst :> Tafeln dieser Familie, in der er die Gat-
tungen Damias Boisd. (= Cleis Feld.), Callidula Hübn.^ Datanga Moore, Pterodecta
Biitl., Cleosiris Boisd.., Agonis Feld., Tjudaris Feld, vereinigt; durch den für sich
entspringenden zweiten Subcostalast ^Eippe 10) der Vorderflügel sind die 3 letzten
Gattungen als Unterfamilien von den übrigen „echten" Calliduliden unterschieden.
Während die früheren Stände und auch die Lebensgewohnheiten der Imagmes un-
bekannt sind, so verweist ihr Bau sie doch in die Nähe der Agaristiden und Litho-
siaden, während sie ihres Eryciniden-ähnlichen Habitus wegen früher zu den Rho-
paloceren und dann zu den Spannern gestellt wurden. Mit Ausnahme der Pterodecta
Pelderi vom Amur gehört die Familie dem indomalayischen Faunengebiet, namenthch
dessen östlicher Hälfte an und weist hier 37 bekannte Arten auf. Der Beschrei-
bung derselben schickt der Verfasser eine Uebersicht der einschläglichen Literatur
vorauf.
Callidula Baf/anensis (B.) S. 231 Taf. E Fig. 20, Snmatrensis (Sipoholon)
Fig. 17, C(?/^i<?wi-/i- "(Minnahassa) Fig. 19, (Niasica Fig. 18; Taf. HI Fig. ^), Luzonica
rPhiUppinen) S. 233 Taf. II Fig. 15, similis (ibid.) S. 234 Fig. 15, Mindanensis (M.;
Panaon) S. 233 Fig. 14; Pagenstecher a. a. 0.
Damias lata! (Batjan) S. 223 Taf. I Fig. 3, clavata (Ceram) S. 229 Fig. 12;
Pagenstecher a. a. 0.
Nycteolidae. Chloeophora cel.siana (RaddefFka; Chingan); Staudinger,
Mem. III S. 177 PI. X Fig. '..
Earias ubliquata (Texas); Edwards, Entom. Americ, H S. 9, pudicana (Amur)
S. 174 PI. VHI Fig. 10, pupillana (Ussuri), ochroleueaiia (Raddeffka; Suifun) Fig.
11 S. 176; Staudinger, Mem. IH.
Zygaenidae. Die Australische Fauna ist nach Meyrick's Revision, a. a. 0.
S. 788, nur durch 2 Gattungen und 17 Arten vertreten, von denen 14 der Gattung
Procris und 4 der neuen, Hestioehora, (Ader 6 der Hinterflügel fehlend) ange-
hören. Dieselben sind H. (Procris) tricolor Walk., rufivcntris Walk, und xatithocoma
(Duaringa) S. 788, erythrota (Sidney) S. 789.
Ägluino (n. g.) tnaerens (Raddefika; Peking) S. 171;
Ainuria (n. g. prope Artonam) cyclops (Wladiwostok; Askold) S. 172 PL
VHI Fig. 6;
Inopc (n. g. inter Ino et Aglaope) hetcrogyna (Wladiwostok; Askold) S. 170;
Staudinger, Mem. IH.
Hr/alacthea (n. g. prope Trianeuram) Woodfordii (Alu); Butler, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 216.
Ctenucha iinitata, scepsiformis (Vera Cruz); Edwards, Entomol. Americ.
m s 91.
Euchromia gemmata (Alu); Butler, Arm. a. Mag. Nat. Hist, (5) Vol. 19
S. 216.
Harrisina nigrina (Texas); Graef, Entomol. Americ. IH S. 41.
Ino splendens (Margelan), subti'ist'i.s (Namangan) S. 68, dolosa (Usgent; Sa-
markand) S. 69, amaura (Margelan; Samarkand) S. 70, ambigna (ibid.), (cognata
var.?) SHspeeta (Namangan; Osch) S. 71, (subsolana var. ?) ■wlana (Margelan; Na-
mangan), (Globulariao var.?) incerta (Margelan; Namangan; Alexandergeb.) S. 72,
Budensis var. Asiatica (Transalai; Samarkand) S. 73; Staudinger, Stett. Ent.
Zeitg. 1887, paapcra! (Germob); Christoph ebenda S. 162.
Lycomorpha coccinea (Arizona); Edwards, EntomoL Americ. H S. 9, augusta
(Vera Cruz); derselbe ebenda III S. 91.
Northia (tenuis Butl. PL VHI Fig. 8), hyalina (Wladiwostok;; Staudinger,
Mem. III S. 169 PL VÜI Fig. 7.
Procris leucopleura (Sidiey), coronias (Maryborough, Queensl.) S. 792, cyanota
(Bathurst; Sidney) S. 693; Meyrick, Revision, a. a. 0.
Triprocris ba.salis (Vera Cruz); Edwards, Entomol. Americ. HI S. 91.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 139
Milliere beschreibt und bildet nebst Eaupe ab die Z. Genevensis Mill.
und erörtert die Frage nach der Selbständigkeit dieser Art; Ann. Soc. Entom.
France 1887 S. 216 PI. V Fig. 4—6.
Zygaena camiolica Sc. ab. Wixkotti (=var. apennina Tiirati-Calherl.); Calberla,
Korrespbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4 S. 146, pilosellae var. diapliann (südl. Klein-
asien) S. 31, favonia var. vitiina (Constantine) S. 32, Thevcstis n. sp. (ibid.; Tibessa)
S. 33, Achilleae var. Arragonoisis S. 34, var. Antiochena, var. phoenicea S. 3.5,
Dorycnii var. senescens (M arasch), Lt/dia n. sp. (Malatia) S. 3«, hilaris var. (fellx
Oberth. ^) Mcmretanicu (Constantine), faustulu (ibid.) S. 38, Carniolica ab. Weileri,
ab. amoena S. 39, var. transiens (Nord-Persien) S. 40, var. Alhurrucina (Alb.) S. 41;
Staudinger, Berhn. Entom. Zeitschr. 1887, dissimüis n. sp. (Kurrachee Harbour);
J. A. Murray, Ann. a. Mag. Nat. Bist. (5) XX S. 304, ChristopM (Raddeffka);
Staudinger," Mem. HI S. 173 PI. VIII Fig. 9, Kaorigini (Buchara); Grunim-
Grshimailo ebenda S. 402, Hugueiüni (Margelan; Usgent) S. 73, Sogdiana var.
separata (Usgent; Osch; Alexandergeb.) S. 74, (Olivieri var. Ersch^ Ersclwfß
(Margelan; Osch; Usgent) S. 76; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887., Lonicerae
ab. citrina; Speyer ebenda S. 334.
Syntomidae. Das Hauptmerkmal dieser Familie legt Meyrick in semer
Revision a. a. 0. S. 773 auf das Fehlen von Ader 8 in den Hinterflügeln. In
den australischen Arten ist auch der Flügelschnitt ein gleicher, nur dass bei der
neuen Gattung Agaphthora die Hinterflügel ungewöhnlich klein sind. Meyrick führt
aus Australien 28 Arten auf, die zum grössten Theile der Gattvmg Hydrusa ange-
hören; Euchromia ist mit 2 A. vertreten. Folgende 2 Gattungen sind neu aufgestellt:
Agaphthora (al. post. vena 3. necnon 6. destitutis) für A. mclanora (Cap
York), sphenodes (Queensld.) S. 774;
Choromeles (al. post. ven. 3. instructis; ven. 3. et 5. longe inter seremotis;
die Gattung ist identisch mit Trianeura Butl., welcher Name orthographisch Tri-
neura heissen müsste, aber nicht haltbar ist, da schon unter den Dipteren eme
gleichnamige Gattung existirt), mit Ch. geographica (Queensland) S. 785, strepsi-
meris (Bowen) S. 786.
Glaucopis Pagenstccheri (Ceram) Fig. 10, dubia (ibid Fig. 12 S. 201, Paula
(Ost-Celebes) Fig. 11, Polymena var. Butleri S. 202; Eöber, Correspbl. Entom.
Ver. „Iris" No. 4 Taf. VH.
Hydrusa ecliptis (Cooktown) S. 776, stelotis (ibid.), jo?/n-Är>rfera (Thursday Isl. ;
Cap York.; Cooktown), hyalofa (Cap York) S. 777, leucacma (Caims), cyanura
(Thursday Isl.) S. 778, antitheta (Gayndali), paraulal (Cooktown), anepsia (Cooktown)
S, 779, pyrocomu (Rockhampton), "^ ä//« ff/r« (ibid.) S. 780, hesperitis (Cap York),
macroplaca (Sidney) S. 781, chlorometis (Glen Innes), mochlotis (ftüdaustralien) S. 782,
nesothetis (Hay, N. S. Wales) S. 783, phepsahtis (Maryborough, Queensld.) S. 784,
eschatias (?) ö, 785; Meyrick, Revision, a. a. 0.
Platythyris ßoridana (FL); Hülst, Entomol. Americ. H S. 182.
Sesiadae. Meyrick führt in seiner Revision a. a. 0. S. 688 aus dieser
Familie nur die Gattung >*esia auf, die einen europäischen Vertreter, die S. ti^u-
liformis, in Neu-Seeland mit Ribes eingeführt und jetzt dort gemein, und 2 ein-
heimische hat: S. isozona und chrysophanes, beide in Queensland, S. 689.
Nach Fuchs lässt sich S. ichneumoniformis im Rheingau gegen Abend
zahlreich von Centaurea-Köpfen ablesen; die südliche S. affinis ist m der Loreley-
Gegend verbreitet u. häufig. Tagebl. der 60. Vers, deutsch. Natiirf. u. Aerzte S. 259.
S. palariformis var. rubrescens (Malatia) S. 29, Pcch'm. sp (Sebdou) S. 30; Stau-
dinger, Berlin. Entom. Zeitschr. 1887, bicingulatu (Wladiwostok); S. 165 PI. IX
Fig. 5 deserta (Raddeffka) S. 166 Fig. 6; derselbe, Mem. IH, velox (Korea);
Fixsen ebenda S. 323 PL XV Fig. 5, mutilata (Samarkand); Staudinger, Stett.
Ent. Zeitg. 1887 S. 67.
Amelang theilt Biologisches über Sesia spheciformis mit; Entom.
Nachr. 1887 S. 193—198. Die Lebensdauer der in Birken und Erlen (vielleicht auch
Eschen) lebenden Raupe ist zweijährig. Die Verpuppung findet Ende März oder
im April in einem Gespinnst mi Fresskanal statt. Vor dem Aussclüüpfen durch-
bricht die Puppe mit ihrem Stirnstachel das Gespinnst und schnellt sich aus dem-
selben bis zu Dreiviertel der Leibeslänge hervor, ruht dann einige Zeit, und dann
durchbricht der Schmetterling die Puppenhülse. Bisweilen wird die Puppe ganz
aus dem Fresskanal herausgeschleudert, fällt zu Boden und geht dann zu Grunde.
140 Dr. Ph. Bertkau.
Bern becia ^«c^ma^a (Wladiwostok; Askold); Staudinger, Mem. III S. 167.
PI. rx Fig. 4.
Melittia gloriosa aus Wurzeln von Rhus laurina erhalten; Riley, Proc.
Entom. Soc. Washington I S. 85.
Agaristidae. Alypia gracüenta (Texas); Graef, Entomol. Americ. III S. 41.
Eusemia splendidu (Guadalcanar) S. 214, Woodfordii (Alu, Short Isl.) S. 215;
Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19, Schausii (Vera Cruz); Edwards,
Entom. Americ. HI S. 90. perdix (Mamboia; Delagoa Bai), pentelia (Delagoa Bai);
Druce, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 668.
Ophthalmis Aluensis (Alu), ZcUcri (Ternate); Butler, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) Vol. 19 S. 215.
Sphingidae. Distant giebt Notes on the Sphingidae from theMalay
Peninsula, . . .; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 270—272.
In seinen Bemerkungen On some of the genera of our Sphingidae,
Entomol. Americ. H S. 2 — 6, giebt C. H. Fernald die Geschichte mehrerer Gattungs-
namen, aus der sich ergiebt, dass der Name Sesia und Sesiadae (statt Aegeria) im
Sinne der französischen und deutschen Entomologen anzuwenden ist; fiir (Darapsa)
choerilus vmd myi-on ist der Boisduval'sche Gattungsname Eueryx anzunehmen, und
auch (Ampelophaga) versicolor gehört in dieselbe Gattung; es empfiehlt sich, die
glasflügeligen Macroglossa-Arten unter dem Namen Hemaris Bahn, aufzufüliren ;
wenn Pogocolon Boisd,, Lepisesia und Euproserpinus Grote s}Tionym sind, so hat
Lepisesia Grötc das Vorrecht der Priorität. — J. B. Smith giebt als Herausgeber
zu den Femald'schen Auseinandersetzmigen eine Note, ebenda S. 6 f.
Chlaenogramma n. g. fiii' (Diludia) Jasminearum; Smith, Entom. Americ.
m s. 154.
Dolhina (n. g. prope Dolbam) Tancrei (Blagoweschtschensk; Ussuri); Stau-
dinger. Mem. m S, 155 PI. XVII Fig. 8.
Kentrochrysulis! n. g. fiir (Sphinx) Strecker! Stqr. = Davidis Oberi/i.,
deren Raupe auf Eschen und Ligustrum lebt, imd deren Puppe auf der Bauchseite
der beiden ersten Segmente seitlich je ein Paar Stacheln hat; Staudinger, Mem.
HI S. 157.
Sphingulus (n. g.) mus (Suifun); Staudinger, Mem. IH S. 156 PI. XVH
Fig. 9.
Heulz fand bei MontpeUier Raupen der Acherontia Atropos auf Eschen-
schösslingen fressend; Bull. Ent. France 1887 S. VII.
A. Atropos am 2. Mai 1885 bei Aschaffenburg (in frischem Zustand) im
Freien gefunden; Flach, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 257.
Ambulyx Pryeri (Sandakan, N. Borneo); Distant, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) XX S. 271.
Ampelophaga rubiginosa Brcm. <^- Grey von Staudinger unter dem Namen
Deilei^liila Romanovi nochmals abgebildet; Mem. HI PI. IX Fig. 1 S. 158 f.
Chaerocampa turbata (Vera Cruz); Edwards, Entomol. Americ. IH S. 89.
Ch. stipularis Swinhoe ^- Deüeph. Komarovi Christ.; Christoph, Mem.
in S. 54; Ch. macromera Buti. ist das d imd fraterna Butt, das $ der nord-
indischen Lokalform von D. Elpenor; Fixsen ebenda S. 321.
Deilephila Celerio wiederholt bei Lünebui-g gefangen; Jahresh. d naturw.
Vereins f. d. Fürsten th. Lüneburg, X, S. 73.
D. Euphorbiae var. Centralasiae (Samarkand; Namangan); Staudinger,
Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 64.
In seinen Notes on Diludia verweist Smith D. leucophaeata neben lugens
zu Sphinx oder Hyloicus und errichtet für Jasminearum die neue Gattung Chlaeno-
gramma, so dass die Gattung Diludia in Nordamerika keinen Vertreter mehr hat;
Entomol. Americ. IH S. 154.
Diludia lanuginosa (Vera Cruz); Edwards, Entomol. Americ. HI S. 89.
Isognathus inclitus (Vera Cruz); Edwards, Entom. Americ. HI ö. 90.
Macroglossa 7<?/H/r;' (Buchara); Grumm-Grshimailo, Mem. III S. 401, ducalis
(Namangan; Transalai; Antiochia); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 66.
Panacra Saalmülleri (Aburi); Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf. GeseUsch.
15 S. 68 Fig. 23.
Protoparce Weiglei {Acer &); Möschler, Abhandl. Senckenb. Naturf. GeseUsch.
15 S. 70 Fig. 24, dilucida (Vera Cruz); Edwards, Entom. Americ. HI S. 89.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 141
H. de la Cuisine ist geneigt, Smerinthus Staudingeri für identisch mit Sm.
Popuh zu halten; Bull. See. Entom. France 1887 S. CXX.
Sm. (roseipennis Butl. var. ?) Carstanjeni (Ussuri ; Suifun ; Eaupe auf Kirschen
und wilden Apfelbäumen); Staudinger, Mem. III S. 159 PI. IX Fig. 2, (Mimas)
ChristopM u. sp. (Wladiwostok; Ussuri; Raupe auf Erlen); derselbe ebenda S. 162
PI. EX Fig. 3 und XI Fig. 1, Populi var. populetorum (Usgent); derselbe, Stett.
Ent. Zeitg. 1887 S. 65.
Sphinx Convolvuli in Norfolk in 1887; S. 101 — 103; Kent, Birmingham,
Newmarket, Cambridge, S. 103, Eoxburryshire, Armagh, Swansea 8. 131, Waterford
S. 159; Entom. Monthl. Mag. XXIV.
Sph. colomdusl (Colorado); Smith, Entomol. Americ. DI S. 153.
Hesperiadae. Alceros n. g. für (Cyclopides) leucopyga Mab.; Mabille &
Grandidier a. a. 0. S. 347.
Systole n. g. für amygdalis Mab.; Mabille & Grandidier a. a. 0. S. 330
(ist synonjTn mit Ploetzia Saalm. 1884; s. diesen Ber. für 1884 S. 150).
Astictopterus Jolmstonii (Kio delEey); Butler, Proc. Zool. Soc. Lond. 1887 S.573.
Cyclopides Mirza (Madagaskar); Mabille & Grandidier a. a. 0. S. 342
T. 52 Fig. 3.
Halpe Honorei (S. Indien); de Niceville, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 4G4
PI. XL Fig. 8.
Hesperia Curassavica (C); Snellen, Lepid. Cura(;. a. a. 0. S. 28 PI. 2 Fig. 3,
Ilerda (Aburi); Möschlor, Abhandl. Senckenb. Naturf. Gesellseh. 15 S. 65 Fig. 16,
(Ormenes Weym. S. 16 Taf. II Fig. 6, Parthenope Weym. S. 17 Fig. 8; Weymer,
Stett. Ent. Zeitg. 1887.)
H. (Pamphila) yQu^aXa. Brem.i^ Grey $ beschrieben und abgebildet; Fixsen,
Mem. m S. 315 PI. XIV Fig. 5.
Kolbe beschreibt die Raupe von Ismene Iphis Drury, Entom. Nachr. 1887
S. 17 mit Holzschn.
Isoteinon /7aw</M?« (Sikkim); de Niceville, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 463 PI. XL Fig. 10.
Pamphila albigiitta S. 357 T. 51 Fig. 2, albirosiris S. 361 T. 56a Fig. 4
(Madagaskar); Mabille & Grandidier a. a. 0.
V&m?Lxa. pagaiia (Sikkim) S. 465 PI. XL. Kg. 7, plebeja (ibid.) S. 466 Fig 2;
de Niceville, Proc. Zool. Soc. London 1887.
Plesioneura fluvocincta (Bhutan); de Niceville, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 464 PI. XL Fig. 9.
Scelothrix Speyeri (Baranowka; Ussuri; Suifim); Staudinger, Mem. III
S. 153 PL VIII Fig. 5.
Syrichthus Mohammed (Sebdou, Lambeze, Algier); Oberthür, Bull. Ent.
France 1887 S. XLVIIE, /M<«/e/i<?<5 (Buchara) ; Grumm-Grshimailo, Mem. HI S. 401.
Tagiades gracilentus (Neu-Britannien) S. 14 Taf. II Fig. 7, niphates (Padang,
Sumatra) S. 15 Taf. I Fig. 5; Weymer, Stett. Ent. Zeitg.' 1887, Smithii (Mada-
gaskar); Mabille & Grandidier a. a. 0. S. 354 T. 56 Fig. 3.
Trapezites paraechus (Madagaskar); Mabille & Grandidier a. a. 0. S. 334
T. 52 Fig. 1, 2.
Zea Martini (N. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 275.
Lycaeiiidae. Ckeritrella (n. g.) truncipennis (Sikkim); de Niceville,
Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 456 PI. XXXIS Fig. 3, 4.
Citrinophila (n. g. prope Teriomimam, s. unten) ma?~ginalis {Aachaxiti), lim-
bata (Kamenm); Kirby, Ann. a. Mag. Nat. Eist. (5) Vol. 19 S. 368.
Keraunogramma! (n. g.) Helena (Bangkei); Röber, Correspbl. Ent. Ver.
„Iris" No. 4 S. 198 Taf. IX Fig. 6.
Teriomima (n. g. „allied to Liptena etc.'') subpunctata (Westafrika) S. 364,
puella (Westafr.), tenera (Gabun) S. 365, similis (Aschanti), Erasmus (Angola),
flavcola (Aschanti; Kamerun) S. 366, dispar (ibid.), (?) Hildegarda (Aschanti)
S. 367; Kirby, Ann. a. Mag. Nat. Eist. (5) Vol. 19.
Tic her 7- a n. g. für (Myrina) acte Moore, deren „dry-season form" beschrieben
und PI. XL Fig. 5 abgebildet ist; Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 457.
Amblypodia superba (Batjan) Fig. 3, viola (Bangkei) Fig. 4, polita (Ceram)
Fig. 14 S. 199, Kühni (Bangkei) Fig. 5, 8, viviana (ibid.) Fig. 11, 13, tristis (ibid.)
Fig. 9 S. 200; Ruber, Con-espbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4 Taf. IX, Yendavu
142 r>r- Ph. Bertkau.
(Yendaw, Burmah); Grose Smith, Ann a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. XIX S. 297,
arracana (Arracan Hills), tounguva (Qmmsh)\ derselbe ebenda XX S. 268, sophax
(Ugi); Matliew, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 47.
Azanus occidentulis (Rio del Rev; Sierra Leone); Butler, Proc. Zool. Soc.
London 1887 S. 571.
Catapoecüma delicatum (SikkLoi; =^ bubases Nieev. nee Hew.); deNiceville,
Proc. Zool. Soc. Lojidon 1887 S. 455.
Chüades? Pontis (Sikkim), Sinensis (jSTiügpo); Elwes, Proc. ZooL Soc. Lond.
1887 S. 446.
Chrj'sopbanus americanus var. fuUioliis; Hülst, Entomol. Anieric. H S. 182.
Curetis Eos (Ost-Celebes, Gorontalo); Röber, Correspbl. Entom. Ver. ,,Lris"
No. 4 S. 198 Taf. VH Fig. 9, minima iN. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 265.
Deudorix Odana (Kamerun Berg); Hain. H. Druce, Entom. Monthl. Mag.
XXni S. 204, dinochares S. 64, dinomenes S. 65 (Delagoa Bay); Grose Smith,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19.
Dipsas ßamen (Gensan); Lee eh, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 410 PL
XXXVI Eig. 2.
Drupadia caesarea (Nias); Weymer, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 9 Taf. H Fig. 4.
Epitola Urania S. 441, Dewitzi S. 442, diinia, marginata S. 443, versicolor,
badia B.4:i4, iniiformis B. AAb (Kamerun); Kirby, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX.
GevydvLS petronius (N. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 266.
Hypolycaena virgo (Sikkim); Elwes, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 446,
ctias (K Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 268, Cloella (Nias); Weymer,
Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 10 Tafern Fig. 5, Maryra (Madagaskar); Mabille &
Grandidier a. a. 0. S. 230 T. 30a Fig. 1,
Jamides Petunia (Fidschi Ins.); Harn. H. Druce, Entomol. Monthl. Magaz.
XXm S. 203.
Jolaus Anysides (Gorontalo) S. 194, cervinus (Bangkei) Fig. 10, Kähni (ibid.)
Fig. 12 Taf. IX S. 195, sapphirinus (Gorontalo) S. 196 Taf. VH Fig. 4, 5; Röber,
Correspbl. Entom. Ver. ,,Iris" No. 4.
Lampides /^2<m (Zediwon; Pataw Isl.; Sullivan Isl), subdita (K&rgm) ; Moore,
Journ. Linn. Soc. London XXI S. 41, caerulina (Ugi); Mathew, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1887 S. 46.
Larinopodamn><?s(Aschanti); Kirby, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 363.
lÄ^ienn Mnestra (Aburi) Fig. 21, simplicia (ibid.) Fig. 14; Mö schier, Abhdl.
Senckenb. Naturf. Gesellsch. 15 S. 63, parva (Kamerun); Kirby, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 362.
Logania obscura (N. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 266.
Lucia (?) hrunnea (Westafrika?); Kirbv, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol.
19 S. 368.
Indem Aurivillius an seine i. J. 1884 (s. dies. Ber. S. 150) gemachte Be-
obachtung von dem Zusammenleben von Raupen der Lycaena argus mit Ameisen
imd die dabei ausgesprochene Vermuthung erinnert, weist er auf die Mittheilung
W. Doherty's in Journ Asiat. Soc. Bengal, 55. 2. S. 103—140, hin, die diese
Vermuthung bestätigt. Entom. TidskT. 1887 S. 63—65.
Lycaena Cyllarus Biäl. var. Blachieri (Genf); MiUiere, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 215 PI. V Fig. 8, 9; Erschoffi var. TeAAea«« (Achal-Tekke) ; Christoph,
Mem. m S. 52 PI m Fig. 1.
L. Mamon S. 189, Martha S. 190 (Ecuador); Dognin, Le Naturaliste IX mit
Holzschn., Scilla (Raddeffka = Lycormas Biitl.; S. 141 Anm.) S. 139 PI. XVI
Fig. 7, Arionides (Wladiwostok; Ussuri) S. 14 i PI. VH Fig. 1, Euphemia (Rad-
deffka; Ussuri) S. 142 PI. XIII Fig. 6; Staudinger, Mem. HI, divina (Korea);
Pixsen ebenda S. 286 PL XIH Fig. 5, magnißca, Mnzaffar, Oberthüri S. 399,
Dsckagatai, Roxane S. 400 (Buchara); Grumm-Grshimailo ebenda, prosecuca
Ersch. var. duplex (Lob-noor); Alpheraky ebenda S. 405, Alaina (Transalai) S. 50,
superba (ibid.; Alai) S. 51; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Lycaenesthes »mAo;;« (Delagoa Bay); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) VoL 19 S. 65, docilis (Rio del Rey); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 571.
Nacaduba Dcxumenc (Delagoa Bai) S. 203 , gemmata (Fidschi-Tns.) S. 204 ;
Ham. H. Druce, Entom. Monthl. iMag. XXUL
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 143
Nilasera Wimherleyi (Süd-Amdaman-Ins.); de Niceville, Proc. Zool. Soc.
London lb87 S. 462 PI. XL. Fig. 4.
Paragerydus labius (N. Borneo); Diatant & Pryer a. a 0. S. 266.
Pentila evanescens (Kamerun); Kirby, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol.
19 S. 364.
Plebejus fasciatus (Bangkei); Röber, Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4
S. 194 Taf. IX Fig. 1 >.
Polyomniatus Hippothoe aberr. unilateralis ; Knatz, 32. und 33. Ber. d. Ver-
eins für Naturkunde zu Cassel S. 48; Hippothoe L vslt. Italicti (Gran Sasso) S. 126,
Virgaureae Z. var. Apennina (Apennin) S. 125; Calberla, Correspbl. Entom. Ver.
„Iris'' No. 4, auratus (Gensau, Japan); Leech, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 414
PI. XXXV Fig. 3, phoenicurus var. scintillans (Germob); Christoph, Stett. Ent.
Zeitg. 1887 S. 162.
Poritia pellonia (N. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 265.
Pseudodipsas Helena (Roon Insel bei Neu-Guinea); Snellen, Notes Leyd.
Mus. ES S. 217.
Rapala distorta (Sikkim); de Niceville, Proc. ZooL Soc. Lond. 1887 S. 461
PI. XL Fig. 6.
Sithon fumatus (Bangkei); Eöber, Correspbl. Entom. Ver. ,Iris" No. 4 S. 19t!
Taf. LX Fig. 7, chroiuis (Ugi); Mathew, Trans. Ent. Soc. Lond 1887 S. 47.
Tajuria iströidea (Sikkim) S. 458 PI. XL Fig. 3, albiplaga (ibid.) S. 459
PL XXXIX Fig. 1, 2, melastigma (Nilgiris) S. 460 PL XI. Fig. 1; de Niceville,
Proc. Zool. Soc. London 1887.
Fixsen bringt die Thecla- Arten des paläarktischen Gebietes, Mongolei, Nord-
Indien, China und Japan in 11 Gruppen und beschreibt Th. Spini var. latior, W.
album var. eximin PI. XILE Fig. 2 S. 271, Taxila Brem. cj S. 275 und var.
Ultramarina S. 278, Herzi n. sp. S. 279 Fig. 4, arata Brem. var. et ab. S. 281
Fig. 3; Mem. HI.
Thecla Eubi var.; Milliere, Annn. Soc. Entom. France 1887 S. 216.
Th. betulina (Amur); S. 127 PL XVI Fig. 6, prunöides S. 129 PL VI Fig. 1,
hrillantina (Eaupe an Eichen) S. 130 PL VI Fig. 3, saphirina (Askold) S. 135
PL XVI Fig. 3—5, quercivora (E. auf Eichen) S. 137 PI. VI Fig. 2, Oberthüri
(Ussuri; Askold; E. auf Eichen) S. 138 PI. VI Fig. 4; Staudinger, Mem. III.
Tiagra maculata (Kamerun) S. 363, torrida (Gabun) S. 364; Kirby, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19.
Zephyrus pavo (Bhutan); de Niceville, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 460
PI. XL Fig. 11.
Satyridae. Strabena (n. g.) Zanjuca S. 25 PL 4 Fig. 11, 12, Andriana
S. 26 Fig 1, 2, triopitthulma S. 28 Fig. 8 (Madagaskar); Mabille & Grandidier
a. a. 0.
Über Chionobas semidea Suy s. Weeks jr. in EntomoL Americ. DI S. 12.
Coenonympha Semenovi (Tsaidam); Alpheraky, Mem. IH S. 405.
Cyllogenes Janetae (Bhutan); de Niceville, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 453.
Dyctis Ander soni (Minthantoung) ; Moore, Journ. Linn. Soc. London XXI
S. 33 PL m Fig. 5.
Elymnias dura (N. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 50.
Epinephele Haberhaueri var germana (Alexandergeb.) S, 62, Rueckbeili n. sp.
(Issyk-kul) S. 63; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg 1887.
Erebia Tundra (Kultuk); Staudinger, Mem. IH S. 148 PL VIII Fig. 1,
Roxune (Buchara); Grumm-Grshimailo ebenda S. 401, mopsos var. Alexandra
(Alexandergeb.) S. 55, var. Issyka (Issyk-kul) S. 56, Jordana var. fasciata (Transalai)
S. 57; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Lymanopoda Villaresi (Ecuador); Dognin, Le Naturaliste IX S. 173 mit
Holzsclm.
Melanitis Ribbei (Ost-Celebes ; Bangkei; Ceram) Taf. IX Fig. 1, 2, Pyrrha
(Bangkei) Taf. VHI Fig. 9, 10; Röber, Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4 S.
192, Bethami (Pachmarhi, in einer rainy-season- imd einer dry-season-Form) ; de
Niceville, Proc. ZooL Soc. London 188?" S 451.
Ueber Mycalesis Asochis Hew. s. Butler, Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 29.
Mycalesis Haasei (Bangkei) S. 193 Taf. VIH Fig. 6, atrata (ßatjan) S. 194
144 Dr- Pii- Bertkau.
Fig. 5; Eüber, Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4, sara (Ugi) PI. IV Fig. 3,
splendens (Treasury Isl.) Fig. 4; Mathe w, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 38.
Neonymplia Thelete (Curacjao); Sn eilen, Lepid. Cura9. a. a, 0. S. 18 PI. 1
Fig. 3.
Oeneis Hulda (Amur); Staudinger, Mem. HE S. 149 PI. XVI Fig. 8, Wul-
kyria (Korea); Fixsen ebenda S. 310 mad 355 PI. XIV Fig. 4.
Pararge (Epimenides Men. var.?) Epaminondas (RaddefFka; Ussuri; Blago-
weschtschensk; Baranowka); Staudinger, Mem. HI S. 150 PL XVII Fig. 1, 2.
Pedaliodes Morenoi [EcnsxdoY); Dognin, Le Naturaliste IX S. 173 mitHolzscbn.
Pseudonympba Goudotii (Madagaskar); Mabille & Grandidier a. a. 0. S.
21 Taf. 3 Fig. 1—3.
Eagadia anmdata (Kina Balu Mount., Borueo); Grose Smith, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XX S. 435.
Satyrus stheno (Buchara); Grumm-Grshimailo, Mem. HI S. 401, Sieversi
var. ubscurior (Alexandergeb.) S. 57, Mercurius n. sp. (ibid.) S. ."bS, Eegeli var.
Regulus (Transalai) S. 59, Pcunirus n. sp. (ibid.) S. 61; Staudinger, Stett. Eut.
Zeitg. 1887, Parysatis var. laeta (Kisil-Arvat; Aschabad); Christoph ebenda S. IG'.'.
Yphthima savura (Burmah); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
XX S. '267.
Zophoessa Möllert (Sikkim); Elwes, Proceed. Zool. Soc. London 1887 S. 445.
Nymphalidae. Paduca n. g. für (AteUa) fasciata Feld.-, Moore, Jom-n. Linn.
Soc. London XXI S. 34; vgl. unten.
[ OJUrocnemis n. g. für (Anteros) axiochus Äie;?'. ; G. T. Baker, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1887 S. 175f. PI. IX.
Vanessula (n. g.) -ßMCÄMen(Centralafrika); Dewitz, Ent. Nachr. 1887 S. 146.
Acraea Theophila S. 173, Euclia S. 174 (Ecuador); Dognin, Le Naturaliste
IX, macliequena (Delagoa Bay), salambo (Congo); Grose Smith, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 62, Masamba var. Silia (Madagaskar); Mabille & Gran-
didier a. a. 0. S. 105 T. 9a Fig. 3.
Amathusia Schönbergi (Perak) S. 347 Taf. VI Fig. 1, ochraceofusca (ebenda,
vielleicht Varietät des vorhergehenden), Phidippus L. var. Perakana (ibid.) Fig. 2
S. 348; Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1887.
k^&tüxsi princeps (Korea); Fixsen, Mem. s. les Lepid. HI S. 289 PL XIH
Fig. 7, cauta (Korea); Leech, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 417 PL XXXV
Fig. 2 (ist nach Kirby, ebenda Anmerk., synonym mit der vorhergehenden Art).
Argytmis Adippe L. Xanthodippe (Korea); Fixsen, Mem. HI S. 307.
Athyma rufiUa (Andaman); (= A. reta Wood- Mas. & de Nicev. nee Moore);
de Niceville, Butterfl. of India, Burmah and Ceylon H.
Cethosia thebava (Yendan, Burmah) ; Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) Vol. 19 S. 296.
CiiTochroa Sihjlla (Ost-Celebes) Taf. VH Fig. 7, Simüiana (Bangkei) Fig. 8;
Eöber, Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No 4 S. 191, olivacea (Upper Tenasserim)
p. HO PL XXIV Fig. 3, relata (Süd-Indien) S. 116; de Niceville, Butterfl. of
India, Burmah and Ceylon H.
Cynthia saloma (Nilgiris; Wynard; Travancore); (Swinhoe ms.,) de Niceville,
Butterfl. of India, Burmah and Ceylon, H, S. 43.
Cyrestis Parthenia (Bangkei); Eöber, Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4
S. 191 Taf. VH Fig. ö, Solomonu (Ugi) S. 42, nitida (Treasury Isl.) S. 43 PL IV
Fig. 5; Mathew, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Diadema fuliginescens (Ugi); Mathew, Trans, Ent. Soc. Lond. 1887 S. 44
PL IV Fig. 6.
Euphaedra Fespasta?, Artaynta (Aburi); Möschler, Abh. Senckenb. Naturf.
Ges. 15 S. 59, 97, Johnstoni (Eio del Eey); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 569.
Euripus Coreanus (Gensan); Leech, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 418
PL XXXVI Fig. 1, Borneensis (N. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0 S. 54.
Eurvphene Elpinice Hew. (Kamerun); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) Vol. 19 S. 63.
Euthalia duda (Sikkim); Staudinger, Ex. Lepidoptera I S. 152 PL Uli,
djata (N. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 53, cordata (Nias); Weymer,
Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 6 Taf. 1 Fig. 2.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 145
Harma licrminia S. 63, liulnwdia S. G4 (Kamerun); Grose Smith, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19.
.lunonia Vellida in Neu-Seeland (Wellington); Hudson, Trans, a. Proc. New-
Zealand Institute XIX S. 201 PI. VI C.
Kallima Knijvettn (Buxa, Bhutan); de Niceville, Butterfl. of India, Bur-
mah and Ceylon 11 S. 267.
Lethe tristiymata (Sikkim); Elwes, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 444,
iricctclla (ibid.) S. 448 PI. XXXIX Fig. :>, tamuna (Little Nikobar) S. 449 Fig. 6,
Gulnihal (Bhutan) S. 450 Fig. 7, Brisanda de Nicev. <S S. 453 Fig. 8; de Nice-
ville ebenda.
Limenitis Populi var. Ussiiriensis und ab. liUputana, Sibilla var. mujustnta (Amur);
(Homeyeri Tariere abgebildet PI. VII Fig. 2); Staudinger, Mem. HI S. 143 f;
ulbomaryiiuita (Padang, Sumatra); Weymer, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 5 Taf. II
Fig. 2.
MeMtaea didyma Ochs. var. Romana (Rom. Campagna; Abruzzen); Calberla,
Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4 S. 132, Dodgsoni n. sp. (Gwashki, Afghanistan);
Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 130, (Protomedia Men. PI. XIV.
Fig. 2 abgebildet), und argentca (Korea) S. 301 Fig. 3; Fixsen, Mem. III, ex-
pressu (Buchara) ;Grumm-Grshimailo ebenda, Anrinia var. A lexandrina ( Alexander-
geb.) S. 52, Pamira n. sp. (Pamirgeb.) S. 53; Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Notes on some varieties of Melitaeae from the Italian lake district;
De V. Kane Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 153.
Messaras Dapatana (Phihppinen); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) XX S. 267.
Messaras melichrysos (Ugi) S. 39, tredecia (Treasury Isl.) S. 40 PI. IV Fig. 2;
Mathew, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Neptis Thamula (Mergiii); Moore, Jouni. Linn. Soc. London XXI S. 36 PI. HI
Fig. 1, kuhasa (Cachar) S. 85, Burmanah (Donat; Sekkan) S. 89; de Niceville,
Butterfl. of India, Burmah and Ceylon II, Speyeri (Ussuri) S. 145 PI. VII Fig. 3,
Philyr(Mes (Eaddeffka; Ussuri; Korea) S. 146 PI. XIV Fig. 1 ; Stau dinger Mem. lU.
Paduca (s. oben) ßavobrunnea (Burmah) S. 266, viyrsa (Celebes) S. 267;
Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX.
Parthenos thesaiirus (Treasury Isl.); Mathew, Trans. Ent. Soc. Lond.
1887 S. 45.
Perisama Eliodora (Zamora, Ecuador); Dognin, Le Naturaliste IX S. 174 mit
Holzschn.
Phyciodes ßavocincta S. 174, Gaujoni S. 175 (Zamora, Ecuador); Dognin,
Le Naturaliste IX mit Holzschn.
Rhinopalpa pavonia (Treasury Isl.); Mathew, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887
S. 41 PL IV Fig. 1.
Symphaedra recta (Sylhet) S. 188, gnptul (Upper Tenasserim) S. 189; de
Niceville, Butterfl. of India, Burmah and Ceylon IL
Tanaecia Phintia (Sumatra) S. 7 Taf. I Fig 6, Martigena (ibid.) S. 8 Fig. 7;
Weymer, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Termos Phalaris (Borneo); Weymer, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 3 Taf. II Fig. I.
Eine Vanessa Antiopa wurde in einem Sphagnum-rasen überwinternd
gefunden; Sandahl, Entom. Tidskr. 1887 S. 4.
V. Thomsonii (Br. Honduras; Antiopa- ähnlich); Butler, Arm. a. Mag. Nat.
Hist. (5) Vol. 19 S, 104.
Danaidae. Amauris bulbifera (Kamermi); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (.5) VoL 19 S. 369.
Danais Archippus verfliegt sich bis nach den Niederlanden; Sn eilen,
Tijdschr. v. Entom. XXX, Versl. S. CI; s. auch Entom. Monthl. Mag. XXHI
S. 213 f.; The Entomologist XX S. 39; 106;
D. Archippus var. fumosux; Hülst, Entomol. Americ. II S. 182.
Euploea Wtskotü (Bangkei) S. 1S6 Taf. VIH Fig. 3, Ribbei S. 187 Taf VII
Fig. 1, melanopa (Nordwest-Neuguinea) S. 190 Taf. VHI Fig. 2; Eöber, Correspbl.
Entom. Ver. „Iris" No. 4, nechos (Treasury Isl., Sei., Isl.); Mathew, Trans. Ent.
Soc. Lond. 1887 S. 37.
Hestia Kühni (Bangkei); Eöber, CorresspbL Entom. Ver. „Iris" No. 4 S. 185
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 2, 10
X46 I^r. Ph. Bertkau.
mit Beschreibung und Abbildung der Kaupe von Kühn ebenda S. 181 Taf. VI
¥ig. 4, 5.
Ideopsis Ribbei (BsLügkei); Köber, Correspbl. Entom. Ver. ,Iris" No. 4 S. 186
Taf. Vin Fig. 4.
Mangalisa Timorica (T); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Eist. (5) Vol. 19
S. 369.
Pieridae. Glutophj-issa n. g. Appiae affine, fiir Poeyi Butl., Molpadia
Hübn., Margarita Hübn. etc.; Butler, Entom. Monthl. Mag. XXIII S, 249.
Ereignet überzeugte sich durch die Zucht, dass Anthocharis Ausonia
die zweite Generation zu A. Belia ist; Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXX.
Anthocharis Beha Cr. var. Romana i, Tivoli; Albanergebirge); Calberla,
Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4 S. 123.
H. Goss führt mehrere Daten zur Beantwortung der Frage an: Is Aporia
Crataegi extinct in England? In mehreren Gegenden, wo diese Art früher
häufig war, ist sie in den letzten 10 Jahren nicht mehr beobachtet worden; so in
Kent, Sussex, Hampshire etc. S. 217 — 220. Vgl. zu derselben Frage I. W. Tutt
S. 220f., Baker S. 2.i6f., Goss S. 257, Hellins, Parfitt S. 277; Entom. Monthl.
Mag. XXIII; Tutt XXIV S. 36—38, Dale S. 38f., Bath S. 40, Butler S. 40,
Webb, Butler S. 131.
A. Lama (Tibet); Alpheraky, Mem. III S. 404.
Appias Whiteheadi (Kina Balu Mouut., Borneo); Grose Smith, Ann. a. Mag.
N. H. (;■)) XX 434, Lalassis (Burmah)!; derselbe ebenda S. 265.
Colias Sieversi (Buchara) S. 397, 7'egia, Romanovi (ibid.) S. 398; Grumm-
Grshimailo, Mcm. III, aurorina var. Transcaspicu (Tekke); Christoph, Stett.
Ent. Zeitg. 18«7 S. 162.
Daptonura Jimbata (Ecuador); Kirbv, Ami. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19
S. 361.
Delias lucina (N. Borneo); Distant & Pryer a. a. 0. S. 270, agoranis
Burmah); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (.5) XX S. 266.
Elodina dispar (Bangkei, bei Nordost-Celebes) ; Köber, CoiTespbl. Entom.
Ver, „Isis-' No. 4 S. 185 Taf. VHI Fig. 7, 8.
Eurema marmorafa Poujade (Ecuador); Dognin, Le Naturaliste IX S. 189
mit Holzsclm.
Hesperocharis Poiijadei S. 188, Gaujoni S. 189 (Zamora, Ecuador); Dognin,
Le Naturaliste IX mit Holzschn.
Ixias ?neipo>ia (Burmah); Grose Smith, Ami. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19
S. 296, p>/ritis (Padang, Sumatra); Weymer, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 13 Taf. I.
Fig. 4.
Metaporia sorex (Gwashki, Afghanistan); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) XX S. 129.
IMvlothris asphodelus (Eio del Eey); Butler, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 572."'
S. Scudder behandelt the introduction und spread of Pieris Rapae
in North America 1860—1886; Memoirs Boston Society Nat. Hist. IV No. III
S. .53 — 69 mit einer Karte. Das erste Auftreten dieses Schmetterlings wurde 1860
in Canada in der Nachbarschaft Quebeks beobachtet, von wo aus er sich in den
nächsten Jahren konzentrisch ausbreitete. In verschiedenen der folgenden Jahre
traten neue Ausbreitungsmittelpunkte hinzu, und Ende 1886 erwies sich bereits
der halbe Kontinent von ihm eingenommen. Auf der beigefügten Karte ist die
Verbreitung in den einzelnen Jahren dargestellt.
Odour observed in males of Pieris napi; Perkins, Entom. Monthl.
Mag. XXIV S. 11, de Selys-Longchamps S. 40f. (Eine längst bekannte That-
sache!) — Barbarea vulgaris new food-plant of P. Rapae; Schwarz, Proc. Entom.
Soc. Washington I S, 49.
P. gallenya (Delagoa Bay); Grose Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
Vol. 19 S. 62, subflavescens (Neu Granada); Kirby ebenda S. 362, discolor (ügi);
Mathe w, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887 S. 47, Melete Menetr. var. veris (Amur);
Staudinger, Mem. III S. 126 PI. XVI Mg. 1, 2, Roborowskn n. sp. (Lob-nor; Ak-su)
Alpheraky ebenda S. 404, Saba F. var. albidu S. 261 T. 36 Fig. 1, var. flavida
S. 262 Fig 7, 8 (Madagaskar); Mabille & Grandidier a. a. 0.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 147
Prioueris Hypsipyle (Padang, Sumatra); Wevmer, Stett. Eat. Zeitg. Iö87
S. 12 Taf. 1 Fig. 1. "
SyncMoö Johnstonii (Kilimandscharo 'i ; Crowlej', Trans. Ent. Soc. London 1887
s. 3.ö"pi. m.
Tach^Tis indigis (Indien; Singapore); Wevmer, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 11
Taf. II Fig. 3.
Teracohis nothus (Madagaskar); Mabille &. Grandidier a. a. 0. S. 290
T. 36a Fig. 2-
Terias sodalis (King. Isl. ; Pataw Isl.) S. 45, contubernalis (Mergui Arch.),
patriielis (ibid.) PI. IV Fig. 5, fraterna (ibid.) Fig. 6 S. 46, Merguiana (ibid.) Fig. 7,
Andersonn (ibid.) Fig. 8 S. 47, Kana (ibid.) Fig. 9. S. 48; Moore, Journ. Linn.
Soc. London XXI, ada (N. Bomeo); Di staut & Pryer a. a. 0. S. 271.
0. Janson l)eschreibt die auf Cassia mimosoides lebende Eaupe von T. laeta,
die vielleicht nebst Betliesba, Hecabe und niandarina eine Form der T. multiformis
ist; Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 157 f.
Papilioiiidae. Artaminta u. g. für (Papilio) Demolion Cram. S. 50;
Pangcranu n. g. für (Pap.) Varuna White S. 51; Moore, Journ. Linn.
Soc. London. XXI.
Pryer wirft die Frage nach der Bedeutung der nahezu flachen Tasche an
der Unterseite des Hinterleibes der Weibchen von Lühdorfia Puziloi auf; Entom.
Monthl. Mag. XXIV S 66.
Salvin beschreibt das <2 von Ornithoptera Victoriae Gray; Proc. Zool.
Soc. London 1887 S. 190; Grose Smith ebenso; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
XIX S. 445 f.
Papilio Gundlachianus /'f'/«?. Vorkommen, Lebensweise und Varietäten: Hou-
rath, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 321 — 324; clie Eaupe im ersten Stadium auf
Taf. V. A.
Papilio bicolor (Neu Guinea); Kirby, Ann. a. Nat. Hist. (5) XIX S. 361,
Acheron S. 432, strutiotes, Procles S. 433, macaristus S. 434 (Kina Balu
Mount., Bomeo); Grose Smith, ebenda XX, Mikado (Kagoshima); Leech, Proc.
Zool. Soc. London 1887 S. 406 PI, XXXV Fig. 1, Agamemnon L. var. Neopommerana
(Neu-Pommern) ; Honrath, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 350, Poh/daemon (Cgi)
S. 48, Polypemon (Treasury Isl.) S. 49; Mathew, Trans. Ent. Soc. Lond. 18S7
P. stratiotes Smith auch beschrieben und abgebildet von Honrath a. a. 0.
S. 349 Fig. 3.
Über Elwes' ,on butterüies of the Genus Parnassius" (s. den vor. Bor. S. -211)
referirt Möschler in der Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 22 — 41 in sehr au.sführlicher
Weise.
Parnassius Delius in North Wales; Meyrick, Entom. Monthl. Mag. XXIV
S. 130.
P. Charltonius Gray var. princeps (Transalai); Honrath, Berl. Ent. Zeitschr.
1887 S. 351, Delphius var. Cardinal (Buchara; Grumm-Grshimailo, Mem, HI
S. 397, Przcwalskü n. sp. (Burchan-Buda) ; Alpheraky ebenda S 403, ApoUonius
var. alpinus (Alexandergebirge); Staudinger, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 49.
Auf Grund reichen, z. Th. aus Kaupen gezüchteten Materials nimmt Fixsen nur
2 Sericinus-Arten an, S. Telamon Don. ( $ fasciatus Brem. & Grey) mit var. Koreanu,
var. montella Gray ( $ Fortunei Gruij) und ab. Cressonü Picnck. und S. Telmona Gray
mit var. Grevi Brem. & Grey. S. Telamon var. Koreana S ist S. 257 f. beschrieben,
Telmona var." Greyi d PI XHI Fig. 1 abgebildet. Mem. HI S, 256-202.
HjTiieiioptera.
Ashmead schlägt als eine natürliche Anordnung der Famihen
die folgende vor, bei der wesentlich nur die Beschaffenheit des Stachels
berücksichtigt ist: Unter den Monotrocha unterscheidet er die Gruppen
Anthophila, Diplopterygia , Fossores, Heterogyna und Tubulifera,
letztere aus den Chrysididen allein bestehend. Die Peleciniden stellt
er zwischen Pompiliden und Spheciden; die Mutilliden ans Ende der
Fossores und sieht sie nebst den Chrysididen als Bindeglieder z\\aschen
10*
148 t)r, Ph. Bertkan.
Monotrocha und Ditrocha an, unter welchen letzteren die Procto-
trypiden die nächstverwandten Formen enthalten. Unter den Ditrocha
unterscheidet er die Canulifera (Proctotrypidae), Spirifera (Cynipidae),
Serrifera (Cephidae und Tenthredinidae) und Terebellifera (Siricidae,
Braconidae, Ichneumonidae, Trigonalidae , Stephanidae , Evaniadae,
Chalcididae). Die Mymarinae entfernt er von den Proctotrypiden
und bringt sie zu den Microcentri unter den Chalcidiern. ■ — Proc.
Entom. Soc. Washington I S. i'G — 99; Howard ist von dieser auf
ein einziges Merkmal gegründeten Anordnung nicht ganz befriedigt;
ebenda S. 99 f.
F. Rudow theilt weitere Beobachtungen über Bienen- (d. h.
Hymenopteren-)nester mit; Soc. Entom. I S. 157, 164, 170; II S. 33,
4a f, 52, 100, 105, 122, 131, 145.
Lampa zeigte der Entomologen-Versammlung zu Stockholm
eine Pteromalinenlarve vor, welche äusserlich an der Larve von
Chlorops taeniopus var. gotlandicus, an deren Rücken, schmarotzte;
Entom. Tidskr. 1887 S 172.
Howard giebt die Zahlen der bei den einzelnen Insektenordnungen
schmarotzenden Hymenopteren wie iblgt an: Orthoptera 4, Thysnura 4,
Neuroptera 12, Arachnoidea 42, Hemiptera 203, Diptera 301, Cole-
optera 359, Hymenoptera 748, Lepidoptera 1578; Proc. Entom. Soc.
Washington I S. 104.
Die Hymenopterological notes von P. Cameron in Entom.
Monthl. Magaz. XXIII S, 193 — 195 enthalten I. some new or little-
known British Hymenoptera; II. Parthenogenesis in Eriocampa; III.
Note on the Hymenoptera of the Hawaiian Islands.
V. Graber's Bemerkimgen zu Dr. P. F. Breithaupt's Disser-
tationsschrift über die Bienenzunge im Zoolog. Anzeig. 1887
S. 166—168 weisen auf einige Stellen der Breithaupt'schen Schrift
hin, in denen Graber's Buch „Die Insekten" fast wörtlich abgeschrieben
ist, ohne den Urheber zu nennen; vgl. den vor. Ber. S. 212.
L. Provancher bringt Additions et corrections ä la faune
hymenopterologique de la province de Quebec; Ouebek 1885 —
1887, Dieses noch im Erscheinen begriffene und jetzt bis S. 272
fortgeschrittene Werk enthält Nachträge zu der 1883 erschienenen
Faune hymenopterologique desselben Verfassers, die besonders in den
FamiHen der Tenthredinideu, Ichneumoniden, Braconiden, Proctotry-
piden und Chalcidiern zahlreich sind. Die vorliegenden Bogen lassen
die Sphegiden (z. Th.), Vespiden und Apiden rückständig.
Ashmead beschreibt in seinem Report on insects injurious
to gar den crops in Florida 5 neue Ichneumoniden; s. Rep. of
Osberv. div. of Entomol. Bull. No. 14 S. 9—29.
Holmberg fährt in der Beschreibung der Bienen in „Viajes al
Tandil y a la Tinta" fort; Actas de la Acad. Nacion. die Ciencias
. . . en Cördoba, V S. 137 — 184 (Gattungen Ceratina, Megachile, Coeli-
oxys Doeringiella, Epeolus, Psaenythia, Halictus, Augochlora,
Sphecodes, Colletes).
Trans. Entom. Soc. Lond. 1887 S. 51—131 PL V enthalten
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 149
Part. II von G. T. Marshairs monograph of British Braconidae
(Euphorides).
Schöyen stellt eine Analytisk oversigt over de skandina-
viske slaegter af Phytophage Hymenoptera auf (Tenthredini-
dae, Cephidae, Siricidae); Entomol. Tidskr. löÖ7 S. 111—117.
Ein vierter Beitrag zur Kenntniss der Ilymenopteren
der Umgegend von Hamburg von H. Beuthin, Verh. Ver. f.
naturw. Unterhaltung in Hamburg IV S. 44 f., zählt 25 Vespiden mit
ihren Fundorten auf.
Der 5., 6. und 7. Theil der Beiträge zur Kenntniss der
Hymenopteren-Fauna der weiteren Umgegend von Frank-
furt a. M. von L. von Heyden, Bericht über die Senckeuberg.
naturf. Gesellsch. 1887, S. 65 — 87, ist den Thenthrediniden, Cephiden
und Siriciden gewidmet. Von ersteren sind mit Sicherheit 27ö Arten
in 55 Gattungen, von Cephiden 5 A. in 2 G., von Siriciden 10 A.
in 4 G. nachgewiesen.
Den Heften 8 und 10 von Bd. VII der Mitth. Schweiz. Entom.
Ges. sind als Beigabe Fauna Insectorum Helvetiae, Hymenoptera,
beigefügt. Das erste Heft enthält eine Bestimmungstabelle der
Familien S. 1 — 10 mit 2 Taf. und die Bearbeitung der Chrysididen
S. 11 — 89 mit 1 Taf. von Frey-Gessner; das letztere die Be-
arbeitung der Faltenwespen von A. v. Schulthess-Rechberg.
Von Chrysididen sind 71 Arten als schweizerisch nachgewiesen, von
Faltenwespen in vorliegendem Heft 26 Arten behandelt, wozu noch
einige Odynerus kommen werden. (Die Bestimmungstabelle der
Familien ist, für das Bedtirfniss der Walliser Fauna zugestutzt, auch
im Bull, des travaux de la Soc. Murithienne, fasc. XIII— XV, S. 37
— 48 erschienen.)
von Heyden bringt als Beiträge zur Kenntniss der
Schweizer Blattwespen (Tenthredinidae) ein Verzeichniss von
Schweizer Arten seiner Sammlung mit Angabe des Fundortes; ebenda
S. 407—411.
A. Costa beschreibt Neue Imenotteri Italiani aus den Familien
der Pompiliden, Sapygiden und Mutilliden; Rendiconti Accad. Sei.
fisich. e matem. Napoli, Anno XXV S. 281 — 283.
Von desselben Prospetto degli Imenotteri Italiani ist Part
II erschienen, die Pompihdei, Dolicuridei, Scoliidei, Sapigidi, Tifidei e
Mutilhdei, enthaltend; s. De Stefani, II Natural. Siciliano VH S. 24 und 40.
P. Magretti setzt seine Memorie sugli Imenotteri della
Lombardia mit TU: Pompilidei, fort; Bull. Soc. Entom. Ital. liS87
S. 189—257, 290-322, Tav. VI, VH.
Radoszkowski bringt die Fortsetzung der Faune hymenopte-
rologique Transcaspienne; Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 88
—101 PL IV, V.
0. Radoszkowski beschreibt Hymenopteres de Koree; llor.
Soc. Entom. Ross. XXI S. 428-436 mit mehreren Holzschnitten.
H. de Saussure: Sur quelques Hymenopteres de Mada-
gascar; Soc. Entom. II S. 2f, 9, 17 f., 25 f.
Hymenopterologische Beiträge 1. in der Deutsch. Entom.
150 D^"- P^^- Bertkau.
Zeitsclir. 1887 S. 193-208 von C. G. Thomson bescbälligeu sich
mit den Tryphonen. Da Bassus durch Eumesius sich den Meso-
leien nähert, und Metopius durch Trachyderma in die Exochen über-
geht, so lässt sich die Familie in folgender Ordnung aufstellen.
1. Tryphonina. 2. Bassina. 3. Metopiina. 4. Exochina. Letztere
Abtheilung wird durch Orthocentrus Gniv. abgeschlossen und geht
in die Plectisciden über. Eingehender beschäftigt sich der Verfasser
mit Metopius, deren Arten auf grössere Schmetterlinge, vorwiegend
Noctuen, angemesen zu sein scheinen; die zur dentatus - Gruppe
gehörigen Arten schmarotzen wahrscheinlich ausschliesslich in Bomby-
ciden. — Bei den Exochina erkennt Thomson alle von Holmgren auf-
gestellten Gattungen mit Ausnahme von Metacoelus als begründet an.
Die Quatrieme Partie der Notes Hymenopterologiques von
Thomson enthält die Fortsetzung der Observations sur le genre
Ichneumon et descriptions de nouvelles especes; Ann. Soc. Ent.
France 1887 S. 5—16.
Kriechbaumer beschreibt Neue Ichneumoniden; Mitth.
Schweiz. Entom. Ges. VII S. 301—309.
Kriechbaumer stellte Pimpliden-Studium an; Entom. Nachr.
1887 S. 81- 87, 113—121, 245—255.
Kirby giebt A Synopsis of the geuera of the Chalcidi-
dae, subf. Eucharinae, with descriptions of several new genera
and species of Chalcididae and Tenthredinidae; Journ. Linn. Soc.
London XX S. 28-37 PL L
A. Mocsäry veröffenthcht die Resultate seiner Studia synony-
mica, die sich auf 100 Arten, meist Chrysididen, erstreckten; Termesz.
Füzet. XI S. 12-20.
F. Müller macht weitere Mitth eiluugen zur Kenntniss der
Feigenwespen; Entom. Nachr. 1887 S. 161 — 163. Durch Göldi
erhielt er zwei Arten von Critogaster, die er Cr. flavescens und
Güldiamts benennt, S. 161. Von ersterer wurde zwischen den § auch
ein geflügeltes <S gefunden; ausserdem fanden sich flügellose d vor,
die einer und derselben Art angehörten. — Dieser Fund, der in
Feigen von Pharmacosycea gemacht wurde, bestätigte einerseits
die früher ausgesprochene Vermuthung, dass Critogaster eine der
Pharmacosycea eigenthümliche Wespengattung sei, und andererseits,
dass Critogaster die Gallenerzeugerin, nicht ein Schmarotzer sei. —
Eine Bestäubung scheint durch die beiden genannten Wespen trotz
ihrer behaarten Stachelscheide nur in unvollkommenem Masse bewirkt
zu sein, da die Feigen verhältnissmässig wenig Samen enthielten.
Tenthredmidae. Brischke's Bemerkungen über Parthenogenesis bei
den Blattwespen nieUlen Parthenogenesis bei Abia tasciata und Nematus palliatus;
Schrift. Naturf. Gesellsch. Danzig (N. F.) VI. 4 S. 168—172.
A. .Jakowleff zählt die von N. Przewalski auf seiner Eeise in Innerasien
gesammelten Arten auf; Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 160 — 164.
Tenthredinologische Studien XU von E. v. Stein in den Entom. Nachr.
1S87 S. 16.Ö — 173, 209 — 213 enthalten Synonymische Bemerkungen: Allantus
excellens /in/r. — aunulatus ä7. ; Blemiocampa luteiventris Kl. nicht = Phyllotoma
fuscipennis Fa//.; der alte Gattungsname Leptopus Btg. ist vor Camponiscus Nnvm.
beizubehalten, trotzdem es eine Hemipterengattung Leptopus Latr. giebt; Dhieura
virididorsata Rctz. ist nicht D. Geeri Kl. zu benennen; Dolerus mandibularis Knw.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1^87. 151
^- ;ierice])s Th.\ Dol. rugosiis Kuw. ist neu zu benennen, da es bereits einen
D. rugosus Fremuth giebt; DoL tremuhxs Kl. ist besser noch unter dem Namen
triplicatus KL aufzuführen; Emphytus Grossulariae A'/. = Tenthr. pallipes Spin.;
EmphytuR patellatus Kl. nicht = Tenthredo tenera Fall.; Emph. fulvipes Thoms.
(Tenthr. fulv. Fall.) = truncatus Kl.
Fr. W. Konow beschreibt Neue griechische und einige andere Blatt-
vvespen; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 19 — 28. (Wird citirt werden: a. a 0.)
Derselbe bringt einen Nachtrag zu den Blennocampidcn; ebenda
S, 273—283.
Derselbe Description de quelque especes nouvelles de Tenthredines et
tableau anylitique du genre Abia: Eevue d'entomologie 1887 S. 1 — 5.
Labidia (n. g. Cimbicid., 4 cellul. cubitales; cell, radialis duplex) Columbiana
Vancouver); Provancher a. a. 0. S. 21.
Abia candciis (Schweiz; Vogesen, Westfalen); Konow, Revue d'entom. 1887
S. 2, 123.
Konow stellt a. a. 0. S. 27 die Unterschiede der J von AUantus Dahli Kl(/.
und longipes Knw. einander gegenüber.
Allantus Rohoronskyi (Burchan-Budda) ; A. Jakowleff a. a. 0. S. 160, rubustus
(Ottawa) S. 8, riibricus (Vancouver) S. 9; Provancher a. a. 0.
Athalia Przeyvalskyi (Burchan-Budda); A. Jakowleff a. a. 0. S. 161.
Arge Actolica debil/s, (thoracica Spin. (S = sanguinicollis Andr.) S. 19,
simulatrix S. 20 (Griechenland); Konow a. a. 0.
Dolerus Oertzeni (Griechenland); Konow a. a. 0. S. 27; (D. picipes AV^r. =
leucopterus Zadd. S. 28), Schilthessi (Schweiz); derselbe ebenda S. 281, Thom-
soni var. miricolor S. 283.
Emphytus Hulleyisis (HuU); Provancher a. a. 0. S. 25.
Eriocampa Dorpatka (Livland); Konow a. a. 0. S. 25.
Hemidianeura Camer oni (Rio Grande do Sul); Kirby, Journ. Linn. Soc. London
XX S. 34 PL I Fig. 10.
La mouche ä scie du rosier (Hvlotoma pagana); Magretti, Le Natura-
liste IX S. 107 f. mit Holzsclm.
Lyda Lcthiemji (Frankreich, zur Gruppe der L. Betulae gehörig); Konow,
Revue d'entomol 1887 S. 4, Harringtonü (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 17.
Konow stellt eine neue Tabelle der Gattung Macrophya auf; a. a. 0. S. 277 f.
Macrophya (?) Saundersi (Albania); Kirbv, Journ. Linn. Soc. London XX S. 34
PL I Fig 11, Riihli (Zürich); Konow, Soc. Entomol. II S. Uli.
M. W. Beyerinck schreibt De la cecidie produite par le Nematus
capreae sur le Salix amj'gdalina ; Arch. Neerland. d. Sei. exactes et naturelles XXI
S. 475. 492.
N. oblongus Cum. wahrschemlich = Laricis Htg.; N. pallipes Fall. (= cari-
natus Htq.), Fagi Zadd., laricivorus Zadd. in England; Cameron, Entom. Monthl.
Mag. XXni S. 193 f.
La mouche ä scie du grosseiller, Nematus Ribesii; E. Andre, Le Natura-
liste IX S. 133L mit Holzschn.
N. Sardinicnsis (S.) Costa, Geo-Fauna Sarda VI, a. a. 0. S. 53.
Poecilosoma luteola Klg. var. analis (Kroatien); Konow a. a. 0. S. 281.
Rhadinoceraea Heydcni (Berninapass) ; Konow, Wien. Entom. Zeitg. 1887
S, 273.
Konow stellt eine analytische Tabelle für die Gattung Rhogogastera 7i««'.
auf; a. a. 0. S. 276.
Schizocera Peleticri (?) de Vül. cJ; Konow, Eevue d'entomol. 1887 8-3.
Sciapteryx virescens (Burchan-Budda); A. Jakowleff, a. a. 0. S. 103.
Seiandria meridionalis (Rio Grande do Sul); Kirby, Journ. Linn. Soc. London
XX S. 34 PL I Fig. 12, Ocrtzetn (Greta), coronata Klg. cJ ; Konow a. a. 0. S. 25,
Canadensis (Cap rouge) S. 7, marginata (Vancouver) S. 8; Provancher u. a. 0.
Strongylogaster Crctensis (Kr.); Konow, a.a.O. S. 26, abnormis (Cap rouge)
S. 10 Fig. 5, pallicoxus (ibid. und Ottawa) S. 11, luctuosus (Ottawa), proximus
(ibid.) S. 12; Provancher a. a. 0.
Synaerema />ac?/i(?« (Vancouver); Provancher a. a. 0. S. 15.
Taxonus parens (Vancouver); Provancher a. a. 0. S. 9.
Tlen\hxQ(\o punctulatn (Frankreich); Konow, Revue d'entom. 1887 S. 4, man-
152 Dr- Pli- Bertkau.
tana S. 12, atrocoerulea (Ontario), erijthromera (Vancouver) Ö. la, nigricustala
(ibid,). ryflcoxa (ibid.), terminalis (ibid.), S. 14; Procancher a. a. 0.
Konow a. a. 0. erkennt jetzt in dem als Tenthredopsis Friesei beschriebenen
Weibchen eine andere Art, nämlich T. pavida F., während das Weibchen zu Friesei
noch unbekannt ist, und beschreibt (jibberosa (Schweiz) S. 21, Korlcvici (Kroatien)
S. 22, opulcnta (Käruthen) S. 23, Thomsoni var. concolor (Zürich?) S. 281.
Thomostethus punctaius (Soden im Taunus); Konow a. a. 0. S. 274.
Trichiosoma Taylori (Vancouver): Provancher a. a. 0. S. 20.
Uroceridae. Provancher stellt a. a. 0. S. 27 eine analytische Tabelle der
4 Oryssus-Arten liaemorrhoidalis Harr., occidentalis Cress., Sayi Westw. und affinis
Harr, auf, von deii^n die drei letzten auch ausführlicher beschrieben werden.
Ichneuinonurae. Provancher ersetzt seinen Gattungsnamen Platysonia,
als schon vergeben, durch Ap lotner us (soll Haplomerus heissen; in der Form
Haplomera schon vergeben); a- a. 0. S. 119.
Amblyteles (chalybeatus Gr. (J S. 307), Tsenschmidii! (?); Kriechbaumer,
Mitth. Schweiz. Ent. (ies. VII S. 309, macrocephahts (Cap rouge) S. 34, superbus
(Vancouver) S. 35; Provancher a. a. 0.
Ueber Anomalen tenuieorno Gr., debile IVesm. etc. und nkjripcs n. sp.
s. Bridgman, Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 149f.
A. rufulum (Ottawa) S. 80, unicolor (Becancour), chlamidatiim (Ottawa; Cap
rouge) S. 82, filiforme (Becancour) S. 83; Provancher a. a. 0.
Atractogaster semisculptus Kriechb. (J ; Kriechbaumer, Entom.
Nachr. 1887 S. 250.
Banchus caudatus (Analieim); Provancher a. a. 0. S. 121.
Bassus cylindricus (Ottawa) S. 111, dorsalis (ibid.; Cap. rouge) S. 112; Pro-
vancher a. a. 0.
Campoplex scalar'ms! (Ottawa; Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 84.
Chorinaeus brevicalcor (Südschweden) S. 200, lomjkornis (ibid.), longicalcar
(Deutschland), australis (Triest) S. 201, nüi/7-oiis, facialis (Südschweden) S. 202;
Thomson, Deutsch. Entom. Zeitsclir. 1887.
Coleocentrus mellipcs (Eocky mts.); Provancher a. a. 0. S. 113.
Cryptus pentagonalis (Cap rouge) S. 66, brevicornis (Becancour), sordidus
(Ottawa) S. 67, spissicornis (Becancour), mellipcs (Ottawa), longicaudus (ibid.) S. 68,
scutellatus (ibid.), erythropygus (ibid.) S. 69, amhlytclarius (Becancour), incognitus
(Ste. Angele de Laval) S. 70, collaris (Ste. Gertrude), dubius (Ontario), S. 71,
pubesccns (Ottawa), linearis (Becancour) S. 72, perditus (Ottawa), ignotus (Ottawa),
segrcgatus (Ottawa) S. 73, triannulatns (ibid.), gracilis (ibid.) S. 74, rcctus (Cap
rouge), albonotatus (ibid.), mellicoxus (Cap rouge) S. 75; Provancher a. a. 0.;
durch diese neuen Arten steigt die Zahl der aus Canada beschriebenen auf 55, die
S, 61 — 66 in doppelter analytischer Tabelle, für Männchen und Weibchen, unter-
schieden werden.
Cteniscus flavicoxac! (Ottawa), crassipes (Toronto); Provancher a a. 0.
S. 109.
Dicaelotus trochantcratus (Danzig); Brischke, Schrift. Naturf. Ges. Danzig
(N. F.) VI 4 S. 87.
Entelechia (?) sp (nicht benannt); derselbe ebenda S. 89.
Ephialtes Arundinis (aus den mit Lipara lucens besetzten Stengeln von Phrag-
mites), als neue Art augedeutet von Kriechbaumer, Entom. Nachr. 1887 S. 65
und beschrieben S. 253. — Derselbe bespricht das Verhältniss des E. mesocentrus
zu rex Kriechb., ebenda S. 25lf.; der letztere ist zum grössteu Theil synonym mit
mesocentrus ; aber die Exemplare mit dunklerem Stigma sind als kleinere Individuen
zu manifestator zu ziehen; Imperator bezeiclmet die grösseren Individuen von mani-
festator.
E. variütipes (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 114.
Epirrhyssa clavata (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 115.
„Erronemus" (soll wahrscheinlich En-homenus Ilolmgr. heissen) tristis (Ottawa);
Provancher a. a. 0. S. 110.
Exenterus Hullensis (Hüll); Provancher a. a. 0. S. 104.
Exochus gravipes (Europa) S. 207, incidens (Nord- und Mitteleur.) S. 208, ni-
gripalpis (ibid.) S. 209, citripes (Lille), lineifrons (Schweden) S. 213, longicornis
'ibid.) S. 214, annulitarsis (ibid.) S. 215, parvispina (ibid.), signifrons (Lappland)
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 153
S. 216, anospilus (Deutschland) S. 217; Thomson, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887,
rufomaculatus (Ottawa) Pro van eher a. a. 0. S. 113.
Exyston marginatum (Toronto); Provancher a. a. 0. S. 99.
Gly])ta Sardoa (S.); Costa, Geo-Fauna Sarda VI, a, a. 0. S. 53, exophthalmus
(Tegernsee); Kriechbaumer, Entom. Nachr. 1887 S. 85, caUfornica (C.); Pro-
vancher a. a. 0. S. 117.
Hemiteles miicronatus (Ottawa) S. 58, dcbilis (ibid.), gigas (ibid.) S. 59, de-
divus! (ibid.), aciculatus (ibid.) S. 60; Provancher a. a. 0.
Heteropehna longipcs (Kalifornien); Provancher a. a. 0. S. 120.
Hoplismenus sti/gicus (Ontario); Provancher a a. 0. S. 34.
Iclmeumon obs'oletorius (!^ardinien); Costa, Geo-Fauna Sarda VI S. 53, steno-
cerus (Südschweden), captorius (ibid.) S. 7, {Nereni = raptorius JVesm.\ xantho-
(jnathus (Südschweden) S. 8, suhquadratus (Schweden), quudriannulatns (Lappland)
"S. 10, pallitarsis (Schweden) S. 11, Uostylus (Südschweden) S. 12, grandiceps,
stenocarus (ibid.) S. 13; Thomson, Ann." Ent. France 1887, (Bohemani Hgr. <^
S. 301), huemorrhoicus (Messina! S. 302, (auch Natur. Sicil. VII S. 53\ Stcckü
(Misoxerthal) , altipcta (Zermatt) S. 303, Siculus (Syrakus) S. 304, (auch Natur.
Sicil. Vn S. 54), lateralis (Bern) S. 305, parvulus (Sedrun im Bündtner Oberland)
S. 306, poh/stictas (Bern) S. 307; Kriechbaumer, Müh. Schweiz. Ent. Ges. VE,
adjunctus (HuU) S. 29, aterrimus t,Toronto\ Ontaricnsis (ibid.) S. 30, dtrinus (Ot-
tawa), absconditus (ibid.) S. 31, approx'miuns (Toronto) S. 32, quadripunctatus
(Ottawa) S. 33; Provancher a. a. 0.
H. Nercn erhielt I. firmipes Wcsm. aus Puppen von Charaeas graminis aus
Lappland und beobachtete beide Geschlechter in Paarimg; das Weibchen ist be-
schrieben; Thomson a. a. 0. S. 6.
Lampronota nigripes (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 118,
Limneria Guignardi (Ottawa) S. 87, brevicauda (ibid.), crassicornis (Cap rouge)
S. 88, pilosulu (Ottawa; Cap rouge) S. 89; Provancher a. a. 0-, mit einer ana-
lytischen Ta])elle sämmtlicher Canadischer (28) Arten auf S. 85 — 87.
Meloboris (?) n sp. (nicht benannt); Brischke, Schrift. Naturf. Gesellsch.
Danzig (N. F.) VI. 4. S. 89.
Mesol[e]ius annulatus (Ottawa), telarius (Becancour) S. 106, bißatifrons (Ot-
tawa) S. 107; Provancher a. a. 0.
Mesoleptus angustus (Ottawa), annulatipes (Sherbrooke) S. 96, pcrdüus (Ottawa),
rufomixtus (ibid.) S. 97, filifonnis (Knowlton), barbutus (Becancour), largus (ibid.)
S. 98, nigricornis (Ottawa) S. 99: Provancher a a. 0. — Durch die Beschreibimg
dieser 8 neuen Arten steigt die Zahl der aus Canada bekannten auf 36, die in einer
Synopsis auf S. 93 — 96 unterschieden werden.
Mesostenus pluricindus (Ottawa), armatus (ibid.) S. 76, laligaster (ibid.) S.
77; Provancher, a a. 0.
Metopius brevispina (Skanien; walirscheinlich der gewöhnlich mit micratorius
Grav. verwechselte I. vespoides Pt.) S. 195, dypealis (Deutschland), croceicoi^nis
(Gothland; Deutschi.) S. 196, interruptus (Smoland; Deutschl) S. 197; Thomson;
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887.
Notosemus dives (Danzig; Seeresen); Brischke, Schrift. Naturf. Ges. Dan-
zig (N. F.) VL 4. S. 88.
Ophion metallicitm (Korea); Eadoszkowski, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 433.
Pezomachus sulcatus (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 77.
Phaeogenes grammostomu (Bern?); Kriechbaumer, Mitth. Schweiz. Entom.
Ges. Vll S. 309, arics (Danzig); Brischke, Schrift. Naturf. Ges. Danzig (N. F.)
VI. 4. S. 87, crassitelus (HuU) S. 41, redicaudus (Ottawa), rcdicornis (Becancour)
S. 42, pingius (Ottawa), annulatipes (ibid.), indistindus (ibid.) S. 43; Provancher,
a. a. 0., der ebenda S. 39 f. eme doppelte analytische Tabelle (für Männchen und
Weibchen) der 18 Arten der Gattung in Canada aufstellt.
Provancher unterscheidet a. a. 0. S. 45—50 die (61) Canadischen Phyga-
deuon-Arten und beschreibt Ph. Guignardi (Ottawa) S. 50, elediis (ibid.), fusifor-
mis (ibid.) S. 51, longicornis (ibid.), nigrHceps (Cap rouge) S. 52, truncatus (Ottawa),
jocosus (Ontario) S. 53, brevicaudus (Cap rouge), Geddeslßlii (Ontario) S. 54, fascia-
tus (Cap rouge), fraterculus (Ottawa) S. 55, gracilicornis (Ottawa), marginatus
(ibid.) S. 56, similuris (ibid.), capitalis (ibid.) S. 57.
154 Dr- Pli- Bertkau.
Kriechbaumer hält Gravenhorst's Pimpla sraminella für versehiedeii von
der Schraiik'schcn Art, ebenso die Katzeburg's ; letztere ist wahrscheinlich identisch
mit P. 4-i)unctata Hart, in coli., welche als P. Ratzeburgii diagnostizirt wird;
Entom. Nachr. 1887 S. 83 ff.
Derselbe findet (ebenda) in der verschiedenen Färbung des Flügebnals einen
leicht fassbaren Unterschied zwischen P. scanica und alternans und erkennt erstero
im Ichneum. maculator F. wieder, S. 117, findet, dass Gravenhorst den Iclm.
rufatus Gm. richtig als eine Pimpla deutete, und dass P. varicornis F. imd Gr. eine
andere Art ist, die schon Eogenhofer und Dalla Torre als synonym mit lehn. Brassi-
cariae Podae erkannten, deren Bohrerklappen am Ende eigenthümlich verdickt er-
scheinen, S. 117 f., und beschreibt endlich P. capulifera (Hohenschwangau) S. 119,
incridionalis (Spanien, aus Megasoma repanda Hb.), curticauda (bei München) S. 120,
P. fütua (Sizilien); De Ötefani, II Natural. Sicil, VI S. 88, hirticauda (Ot-
tawa); Provancher a. a. 0. S 116.
Provancher stellt a. a. 0. S. 35f. eine analytische Tabelle von 13 Canadi-
schen Arten der Gattung Pia tylabus Wesm. auf, unter denen die folgenden neuen
auch ausführlicher beschrieben sind: PL maginßcus (Becancour) S. 36, mitralis
(ibid.), crassicornis (Hiül\ aci{cu)latus (ibid.) S. 37, cincticornis (ibid.), ruficornis
(Ottawa) S. 38.
Podogaster siilmtns (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 90.
Polyblastus decoratus (Ottawa) S. 107, annulicornis (Knowlton), imriiali/s
(Ottawa) S. 108; Provancher a. a. 0.; der Tryphon Gaspesianus Prov. gehört
ebenfalls in diese Gattimg.
Porizon clongatum! (Becancour; Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 91.
PyTacmon incompletu?»] (Ottawa); Provancher a. a 0. S. 90.
Khyssa Uncolata (Chur); Kriechbaumer, Entom. Nachr. 1887 S. 81.
Derselbe ergänzt bezw. berichtigt eine Stelle in Gravenhorst's Diagnose von
Eh approximator; ebenda S. 82, 249. — Die Thalessa austriaca Tschck ist das
(S zu Eh. leucographa Gr.; die cJ von Eh. curvipes und obliterata Grav. sind be-
schrieben ebenda S. 245 — 248.
Kriechbaumer hält die var. 2 von Gravenhorst's Schizopyga tricin-
gulata, von der er 11 Exemplare erbeutete, für eine eigene Art, die er Seh. atra
nennt; Entom. Nachr. 1887 S. 87.
Thersilochus 7naturus (K\A\), erj^abundus {Qiizwix)'., Provancher a. a. 0. S. 92.
Triclistus areolatus, laticentris (Schweden) S. 203, nitifrons (Schweden; Frank-
reich) S. 204, lomjicalcar (Schweden), pubiveiitris {^chvie^en; England), spiracidaris
(.•Schweden), facialis (Gotland) S. 205, albicinctus (Schweden) S. 206; Thomson,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887.
Trogus bicolor (Korea); Eadoszkowski, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 434.
Tryphon fractus (Ottawa) S. 101, pcdiculutus (Becancour) S. 102, tnbcrcuUfcr
(ibid.) S. 10.J, rußgustcr (Ottawa) S. lOi; Provancher a. a. 0.; der Tr. Gaspe-
sianus Prov., Petite faune, ist ein Polyblastus.
Xylonomus calidiis! (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 119.
Braconidae. Provancher stellt in seineu Addit. et correct. etc. S. 135f.
eine neue Tabelle der Gattungen der Polymorphes, S. 147 eine solche der Exodontes
und S. 151 f. eine solche der Flexiliventres auf.
Apliidaria (n. g. Plexiliventr.) simulans (Ottawa); Provancher a. a. 0.
S. 153 Fig 16 (Vorderfiügel).
Aridehis (n. g. Euphorm.; statura Wesmaeüae) bucephulus (Trinidad); Mar-
shall a a. 0. S. 66 Anm.
As>jnaphes (n. g. Exodont.; für Alysia caudata Prov. und) aciculata (Ot-
tawa) S. 150 Fig. 15, brevicauda (Cap rouge) S. 151; Provancher a. a. 0.
Ncxiropcnes (n. g. Flexiliventr.) ovalix (Ottawa^; Provancher a. a. 0., S.
153 Fig. 17 (Vorderflügel).
Radiolaria! (,n. g. Flexiliventr.) clavata (Ottawa); Provancher a. a. 0.
S. 155 Fig. 19 (Vordei-flügel).
Roprunia ca. g. Flexüiventr.) pediculatu (Ottawa); Provancher a. a. 0.
S. 154 Fig. 18 (Vorderflügel).
Scotioneurus (n. g. Flexiliventr.) dives (Ottawa) Fig. 21, stenostigma (ibid.)
Fig. 22; Provancher a. a. 0. S. 157.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 155
Trinuriu (u. g. Exodout.) piliconiis (Cap rouge); Provancher a. a. 0.
S. 149.
Agathis s{c)futaior (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 137.
Alysia completa (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 147.
Ascogaster rußpes (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 116 mit Holzschnitt-
abbildung des Vorderliügels m Fig. 13.
Aphidius obscurus (Cap rouge') ; Provancher a. a. 0. S. 152.
Blacus longicaudus (Ottawa) Fig. 10, defectuosus (ibid.); Provancher a. a. 0.
S. 133.
Brachystes crassigaster (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 132 mit
Holzschn. des Vorderflügels in Fig. 9.
Bracon nigripes (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 121.
Capitonius rubriceps (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 135 Fig. 12 (Holzschn.
des Vorderfl.)
Chelonus rufiscapus (Cap rouge) S. 144, argentifr'ons (Ste. Gertrude) S. 145;
Provancher a. a 0.
Dacnusa crassitela (Ottawa) S. 148 Fig. 14, spatulata (ibid.) S. 149; Pro-
vancher a. a. 0.
Ephedrus incompletus (Cap rouge), completus (ibid.) Fig. 20 (Holzschnitt des
Vorderflügels) ; Provancher a. a. 0. S. 156.
Euphorus tubercuUfer (Xunton, Wilts; Isl. of Wight) S. 57, ornatus (Nunton)
S. 63 PL V Fig. 1; Marshall a. a. 0.
Gamosecus laticeps (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 126.
Meteorus melanostictus Capron i. 1. (Guildford; Wilts) S. 115, iencUus (aus
Peronea hastiana) S. 125; Marshall a. a. 0.
Microctonus cephalicus (Ottawa), linearis (Cap rouge); Provancher a. a. 0.
S. 127.
Microctonus splendidus (Nunton, Wilts) S. 83, xanthocephalus (Guildford)
S. 84, testaceus Capron i. 1. (Guildford), cultns (Barnstaple; St. Albans; Guildford)
S. 85; Marshall a. a. 0,
Microdus dispar (Cap rouge), nicricuxus (Ottawa); Provancher a. a. 0.
S. 138.
Microgaster brevicaudus (Cap rouge), quadridentatus (Ottawa) S. 140, lateralis
(Cap rouge), uuripcs (Ottawa) S. 141, crassicornis (St. Gertrudc\ fcmurnigrum
(Ottawa), acaudus (ibid.) S. 142, longicurnis (^Cap rouge), melligaster (St. Gertrude)
S. 143; Provancher a. a. 0.
Opius macrocephahis (Ottawa) S. 123, ruficcps (ibid.\ cinctus (ibid.; Cap
rouge) S. 124; Provancher a. a. 0.
Orgylus detectus (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 134 mit Holzschnitt des
Flügels in Fig. 11.
Perilitus strenuus (Nunton, Wilts; Isl. of Wight); Marshall a. a. 0. S. 74,
gracilis (Cap rouge), robustus (ibid.) S. 125, politus (ibid.), incompletus (Ottawa)
S. 12G; Provancher a. a. 0.
Phylax curtus (Ottawa) S. 130, gracilis (Cap rouge) S. 131; Provancher
a. a. 0.
„Ehitigaster" ovalis (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 146.
Rhopalophorus petiolatus (Cap rouge) S. 128 , longicornis t^Ottawa) Fig. 8,
fasciatiis (ibid.) S. 129; Provancher a. a. 0.
Sigalphus trisectus (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 143.
Syngaster atripcs (Cap rouge), rugosus (ibid.); Provancher a. a. 0. S. 122.
Proftotrypidae. W. H. Aslimead veröfTentHcht Studies on the North
American Proctotrypidae, with Descriptions of new species from
Florida; Entomol. Amer'ic. HI S. 73—76, 97—100, 117-119.
Trisacantha (n. g. Prosacanthae affine) americana (Florida); Ashmead
a. a. 0. S. 117.
Acerota opuca (Cap rouge); Provancher a. a 0. S. 184.
Acolus 7-ubriclavus (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 99.
Aueurhynchus inermis (Cap rouge; Ottawa), ancurus (Ste. Gertrude); Pro-
vancher a. a. 0. S. 176.
Anteris elongata (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 118.
Aphelopus americanus (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 74.
156 Dr. Ph. Bertkau.
Ateleopterus mihilipennis (Florida); Ascliinead a. a. 0. S. 97.
Atritomus rußventris (riorida); Äshmead a. a. 0. 98.
Baeoneura cinctiventris, floridana (Florida); Asbmead a. a. 0. S. 99.
Bethylus formicdiäcs (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 179.
Baryconus floridamis (Fl.); Ashmead a. a. 0. S. HS.
Ceraphron macröneurus (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 97.
Cinetus nasutus (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 178.
Embolemus nasutus (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 75.
Gonatopus decipiens (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 179.
Goniozus foveolatiis, grandis (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 76.
Hadronotus floridanus (Fl.); Ashmead a. a. 0. S. 118.
Holopedina nubilipennis (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 97.
Isobrachium floridmmm (Fl.); Ashmead a. a. 0. S. 76.
Isostasis arictinus (Cap rouge); Provancher- a. a. 0. S. 183.
Labeo incerfus 'Florida); Ashmead a. a. 0. S. 74.
Megaspilus hijalinipennis (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 98.
Mystrophorus americanus (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 128.
Perisemus floridanus, tnellipes (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 76.
Platymischus torquatus (Hüll; Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 182.
Proctotrypes melltventris (Florida); Ashmead a. a. 0. S 99.
Prosacantha americana S. 100, mandibu/tiris, macrocera, fuscipcnnis, nünutis-
sima S. 117 (Florida); Ashmead a a. 0.
Scelio hy(dinipenms, fuscipennis (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 119.
Sclerochroa (jaUicoIa (aus Gallen von Andricus foliatus; Florida), cynipsiphila
(aus Gallen von Holcaspis omnivora; Florida), macrogaster (Florida); Ashmead
a. a. 0. S. 75.
Sierola maculipennis (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 75.
Spilomicrus foveatus (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 176.
Teleas dolichocems, infuscatipes (Florida); Ashmead a. a. 0. S. 100.
'lelemonus stygicus (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 180.
Thoron pallipes (Florida); Ashmead a. a 0. S. 99.
Trichosteresis floridamis (F.); Ashmead a. a. 0. S. 98.
Xenomerus rubicola (Florida, aus einer in Rub. villosa lebenden Fliegenlarve) ;
Ashmead a. a. 0. S. 100.
Chaleididae. L. 0. Howard's Annual address enthält a brief considera-
tion of certain points in the morphology of the family Chaleididae;
Proc, Entom. Soc. Washingt. I S. 65—74.
Derselbe setzt a generic Synopsis of the hymenopterous family
Chaleididae fort; Entom. Americ. II S. 33—38, 97—101.
Provancher stellt in seinen Additions et corrections etc. S. 185 — 189 eine
neue Tabelle für die Unterscheidung der Tribus und Gattungen dieser Familie
auf, die durch das Auffinden mehrerer für Canada neuer Gattungen nöthig ge-
worden war.
Kirby stellt im Journ. Linn. Soc. London XX S. 33 eine synoptische Tabelle
der Gattungen der Eucharinae (Eucharis, Orasema, Tricoryna, Metagea, Psilo-
gaster, Chalcura, Rliipipallus, Stilbula, Schizaspidia, Tetramelia,'Lo^hjr(icer?k,
Kapala, Thoracantha, Lirata, Uromelia) auf und beschreibt genauer die neuen
Gattungen Tricoryna S. 29 für (Eucharis) Jello Walk., Metagea für (Euch.)
zalates Walk., Chalcura für (Euch.) deprivata Walk. S. 30, Rhipipallus für
(Euch.) volusus Walk., Tetraine Ha für (Schizaspidia) i)lagiata i'f'alk. S. 31, Uro-
melia für (Thoracantha) striata Perty S. 33.
Saccharissa n. g. (Eucharissin.) für (Euch.) contingens Walk, von Borneo
(Die richtigen Eucharissa- Arten sind südafrikanisch); derselbe ebenda S. 37 PI. I
Fig. 6.
Trichasius (n. g. Eulophin.) clavatus {OÜAViSi); Provancher a. a. 0. S. 209.
Chalcis Kassalensis (Kassala); Kirby a a. 0. S. 36 PI. I Fig. 9.
Charitopus facialis (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 203.
Chrysocharis viridis (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 209.
Chiloneurus maculatipennis (HuU); Provancher a. a. 0. S. 203,
Coccophagus brunneus (Cap rouge) S. 205, cowprcssicornis (Ottawa), pallipes
(ibid.) iS. 206; Provancher a. a. 0.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 157
i^oyidosoma. pallipes (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 205.
Dinotus acutus (Cap roiige); Provancher a. a. 0. S. 201.
Encyrtus montinus Pack, gehört zur chalcostomus-Gruppe , nahe hei hi-
uatus, und hat keine Aehnlichkeit mit E. Swederi Dal., mit dem Packard ihn ver-
gleicht, und der ein Comys ist. Packard's Angabe, dass die Art in Chionobas
schmarotze, ist nicht genügend begründet; wahrscheinlich schmarotzt die Art wie
ihre Verwandten in Lecanium; Howard, Proc. Entom. Soc. Washingt. I S. 91f.
Eulophus tricladis (Ottawa); Provancher a. a 0. S. 208.
Euplectrus mellipes (Cap rouge), lucens (ibid.; Ottawa) viridiaeneus (Ottawa;
gedruckt ist vmdiaen.); Provancher a. a. 0. S. 207.
Eurytoma nigricoxa (Ottawa), conica (ibid.); Provancher a. a. 0. S. 193.
Haltic(h)ella maculipennis (.Sizilien); de Stefani, II Natural. Sicil. VI S. 89,
viridis (Hüll); Provancher a. a. 0. S. 192.
Holcopelte albipes (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 210.
Metacolus conicus (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 20^.
Miotropis nebulosa (Ottawa); Provancher a a. 0. S. 208.
Oligosthenus bimaculatus (Ottawa); Provancher a. a. 0. S, 196.
Ormyrus bruimeipes (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 198.
Perilampus aciculatus, laevis (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 199.
Phasganophora clegans (Hüll); Provancher a. a. 0. S. 191.
Rhipipallus (s. oben) Caineroni (Celebes oder Australien); Kirby a. a. 0.
S. 37 PI. I Fig. 2.
Koptrocerus rectus (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 202.
Spalaugia aenea (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 200.
Stomatoceras Magrcttii (Kassala) S. 35 PI. I Fig. 7, diversicornis (ibid) S. 36
Fig. 8; Kirby a. a. 0.
Syntomaspis splendens (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 196.
Tetrastichus Cecidomyf ijae (Sizilien; aus Gallen der C. oenophila); De Stefani,
II Natural. Sicilian. VI S. 110, n. sp. (Cap rouge; Ottawa); Provancher a. a. 0.
S. 211.
Trichoxenia cineraria Walk, c? (Australien; gleicht im männlichen Geschlecht
sehr gewissen Mutillen, aber am meisten Arten, die nicht in Australien vorkommen);
Kirby a. a. 0. S. 3.=) PI. I Fig. 4 cj, 5 $.
Cynipidae. Nach Provancher, a. a. 0. S. 158, sind m Canada Vertreter
von folgenden 18 Gattungen auigefunden ; C^iiips, Rhodites, Diastrophus, Periclistus,
Eucoila, Tribaha, Ibalia, Andricus, Figites, Neuroterus, Ceroptres, Spiergus, Allotria,
Callaspidia, Anacharis, Lonchidia, Onycliia, Dimicrostrophis.
Dimicrostr'ophis (n. g. Ashmead i. 1.) ruficornis (Cap rouge); Provancher
a. a. 0. S. 172.
Aegilips bicolorata (London Distrikt); Cameron, Entom. Monthl. Mag.
XXIII S. 194.
Anacharis marginata (Cap rouge) S. 168, pediculata (Ottawa) S. 169; Pro-
vancher a. a. 0.
Aulax Hypochoeridis (Bitsch; Neapel; England; in Gallen au H. radicata);
Kieffer, Verb. Zool. Bot. Ges. Wien XXXVH ö. 205 f. mit Holzschnitt der Galle.
Diastrophus piceus (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 161.
Figites laeviscutum (Cap rouge; Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 170.
Lonchidia hirta (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 170.
Onycliia inermis (Cap rouge); Provancher a. a. 0. S. 171.
Chrysididae. J. Gogorza behandelt die Crisididos de los alrededores
de Madrid; Au. Soc. Espan. de bist. nat. XVI S. 17—88. Die verschiedenen
Arten dieser Familie erscheinen bei Madrid zu 3 verschiedenen Perioden. Die erste
derselben ist durch die Blüthe der Euphorbien namenthch E. peplus und helio-
scopia gekennzeichnet, und gewährt Chrysis ignita, hybrida; Holopyga cicatrix;
Hedychridium anale; Hedychrum minutum ; Omalus productus. Die zweite Periode
ist die Blüthezeit der Thapsia villosa; hier zeigen sich Stilbum calens; Euchroeus
purpureus; Chrysis flammea, semicincta, cyanopyga, emargiuatula, üisoluta. die sich
gerne auf der genannten Pflanze emfinden. Die dritte Periode ist die Blüthezeit
des Eryngium campestre und Microlonchus salmanticus, auf denen sich neben Grab-
wespen PaiTiopes carnea; Holopyga ovata; Chrysis bideutata, emargiuatula, pur-
pureifrons, aureicollis, estranguläta, (und seltener) insoluta und rutilans umher-
158 Dr. Ph. Bertkan.
tummeln. Im Ganzen sind aus der Umgebung Madrids G5 Arten bekannt, darunter
einige Seltenheiten (Holopyga cicatrix, miranda; Chrvsis rutilans, varicomis) ziem-
lich häufig; 2 Arten werden hier zum ersten Mal beschrieben.
E. du Buvsson beschreibt (3) Chrysidides inedites; Eevue d'entomol.
1887 S. 6—8.
Derselbe bringt Descriptions de (37) Chrvsidides nouvelles; ebenda
S. 167—201.
Chrysaspis (n. g.; mehrfach vergebener Name) Grandidieri (Madagaskar);
H. de Saussure, Soc. Entom. II S. 2.5.
Chrysis (Tetrachr.) Przemilskii (Za'idam) S. 46, Keriensis (Keria-daria) S. 47,
spinidens Mocs. ined. (Zaidam) S. 48; Kadoszkowski, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XXI, humills (Madrid) S. 174, dcscrtoruni Abeille (Eamleh) S. 175, Pclopaeidda
Ab. (Tiberias: in den Nest, von P. violaceus) S. 176, Osiris (Aegypten) S. 17 7,
Mucqucrysi (Montpellier) S. 178, Joppensis Ab. (Jaffa) S. 179, Marqueti (Parnass)
S. 180, bidentata var. intermedia (Hyeres) S. 181, peninsuhiris n. sp. Ab. (Spanien)
S. 182. pdlucida (Cliina) S. 183, incisu Ab. iKaiffa) S. 184, regina Ab. (Persien),
psittacina (ibid.) S. 186, qucuMspina Ab. (Aegypten) S. 187, laetahilis (ibid.),
peregrina (Nordamerika) S. 188, errutica Ab. (China, Eamleh) S. 189 und var.
Mossiilensis (M.), imperatrix n. sp. (Eussland) S. 190, vh'idimargo Ab. (Tiberias)
S. 191, umiulata Ab. (ibid.) S. 192, Marine (ibid.) S. 193, mutabilis (ibid.) S. 194,
facialis Ab. (ibid.) S. 196, Nnbica Ab. (N.) S. 197; du Buysson a. a. 0., Hova
S. 25, citrysina S. 26 (Madagaskar); H. de Saussure, Soc. Entom. 11.
Cleptes Perezii (Madrid); Gogorza a. a. 0. S. 30, Abeillei (Allier) S. 6,
(afra Luc. S. 7), Syriaai (Nazareth) S. 8, consimiUs (Vernet, Allier) S, 198; du
Buysson a. a. 0.
Ellampus Sanzü (Madrid); Gogorza a. a. 0. S. 33, Mocsaril (Zaidam); Ea-
doszkowski, Hör. Soc, Entom. Eoss. XXI S. 45, puncticolUs und var. atratus
(Iburg in Hannover); Mocsary, Entom Nachr. 1887 S. 291.
Euchroeus egregius (Cypern); du Buysson a. a. 0. S. 198.
Hedychridium Iteliop/iilum Abeille (Alger) S. 172, Biiyssoni Ab. (Marseille),
cleguntuhnn (Montpellier) S. 173; du Buysson a. a. 0.
Omalus politus (Marseille; Eamleh; Alexandria) S. 163, Rudowi (.\ttika),
auratus L. var. ahdominalis (S}Tien) S. 169, var. maculatus (aus Nestern von
Trypoxylon figulus L. erhalten), aeneus Pz. var. pygialis (China; Kaukasus) S. 170;
du Buysson a. a. 0.
Parnopes Madccassa (M.); H. de Saussure, Soc. Entom. H. S. 26.
Philoctetesrz6er/«<7w (See Tiberias); (AbeüledePerrin),du Buysson a.a.O. S. 171.
Pyria Sakalava (Madagaskar); H. de Saussure, Soc Entom. II S. 26.
Pyria poly Stigma (Madagaskar); du Buysson a. a. 0. S. 199.
Crabronidae. Hoplocrabro[vi\ (n. g. prope Rhopalum) marathroicus (Sizi-
lien); De Stefani, II Naturalista Siciliauo VI S. 60 Tav I. Fig. 1—3.
Paraceramius {n.. g.) Koreensis (Koks); Radoszkowski, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI S. 433 mit Holzschn.
Stizolarra (n. g. für Larra Perrisii Duf-, rufipes Ol. etc. und) spinicornis
(Madagaskar); H. de Saussure, Soc. Entom. II S. 9.
F. F. Kohl setzt die Gattungen der Sphecinen und die paläark-
tischen Sphex-Arten auseinander; Termesz. Füzet. IX S. 95 f., 154 — 207 Taf.
VII, VIH. Nach der Gestalt der 2. Cubitalzelle und dem Verlauf der 1. Diskoi-
dalquerader, der Bedornung der Beine, Beschaffenheit des Vordertarsenkammes der $ ,
z. Th. auch nach der Bezahnimg der Klauen lassen sich die Gattungen in die vier
natürUchen Gruppen der Ammophila (mit Ammophila, Miscus, Coloptera, Para-
spammophüa, Eremochares, Psammophila), Pelopoeus, (Pelopoeus, Podium, Dynatus,
Trigonopsis), Sphex (Chlorion, Pronaeus, Sphex, Isodontia, Harpactopus, Parasphex,
Priononyx) und der Pseudosphex, welche letztere nur aus der tjq^ischen Gattung
besteht, bringen. Die Gattungen der ersten Gruppe möchte Kohl überhaupt nur
als Nebengattuugeu angesehen Avissen, da die Artengruppen mannigfach ineinander
übergehen vmd „wenigstens gegenwärtig noch nicht durch schärfere Abgxenzung von
einander den Werth natürlicher Gruppen erlangt haben." Aehnüch verhält es sich
in der 2. und 3. Gruppe: Podium mit seinem Synonym Dynatus, Parapodium und
Trigonopsis sind bei Pelopoeus zu belassen; die Bewehrung der Klauen in der Sphex-
Gruppo lässt sich wohl als künstliches Merkmal zur Unterscheidung der
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 159
Arten, nicht aber für eine natürliche Gruppirung verwenden. Nach diesen Grund-
sätzen ist die tabellarische üebersicht der Spheciden-Gattungen auf S 158 f. aufgestellt.
Alyson Guignardi (Ottawa; Becancour), conicus (Ottawa) S. 271, trianguUfer
(Becancour) S. 272; Provancher a. a. 0.
Ammophila Mervensis (Samsaul; Kaukasus; Korsika); Eadoszkowski, Hör.
See. Entern. Ross. XXI S. 89, der ebenda S. 90 A. ebenina Spin, besclireibt und
die Genitalbewaffnung derselben Taf. V Fig. 5 abbildet.
P. Marchai stellte eine Etüde sur l'instinct du Cerceris ornata an;
Lacaze-Duthiers' Archives (2. S.) V S. 27 — 60 mit Holzschnitten. Die genannte
Art legt ihre Erdwohnungen in der Nähe von Nestern von Halictus an, deren
mehrere Arten ihr zur Beute werden: H. interruptus Pz., seladonius Latr., minutus
St. Farg., albipes St. Farg., subhirtus St. Farg., sexcinctus Luir. ; während andere
Grabwespen ausschliesslich weibliche Bienen erbeuten, bringt unsere Cerceris auch
Männchen in ihren Bau. Lire Opfer sucht sie nie in deren Bau zu überwältigen,
obwohl sie demselben auch ihren Besuch abstattet; wenn die Biene mit Pollen be-
laden heimkehrt, wird sie von der Cerceris überfallen, welche sie mit den Mandibeln
in Nacken fasst, ihren Thorax mit den beiden vorderen Beinpaaren festhält und
dann, mit der gekrümmten Rückseite des Hinterleibes, den nach liinten ausge-
streckten Hinterbeinen und den Elügelspitzen auf den Boden gestemmt, lähmt.
Zur Lähmung versetzt die Cerceris ihrem Opfer mehrere Stiche in die Mittellinie
der Unterseite der Brust; dieselben werden gewöhnlich zwischen Kopf und Pro-
thorax und zwischen Pro- und Mesothorax versetzt. Sie treffen nicht ein Ganglion,
sondern fast genau in die Mitte zwischen Unterschlundganglion und Prothorakal-
ganglion und zwischen diesem und den vereinigten Meso- und Metathorakalgang-
lien. Bisweilen versucht die Cerceris auch noch die weiter liinten gelegenen Theile
der Bauchseite anzustechen. Die Wirkung der Stiche ist eine Lähmung der Glied-
massen, welche etwa Vs Stunde andauert, worauf dieselbe allmählich schwindet,
ohne aber das Thier je wieder in den vollen Gebrauch seiner Gliedmassen gelangen
zu lassen. In dem gelähmten Zustande wird der Halictus nun von seinem Besieger,
der auf ihm sitzt und ihn mit den Mandibeln an einem Eühler imd den beiden
vorderen Beinpaaren an der Brust festhält, in den Bau geschleppt. Hier findet eine
zweite, von Marchai nach dem Vorgange MauvezLn's Durchkauen (malaxation)
genannte Behandlung statt, welche bei Cerceris in einem Zertrümmeren des
Kopfskeletes besteht, wobei ein Tropfen (Blut) aus der Wunde herausfliesst, der
von Cerceris begierig aufgeleckt wird. Eabre hatte bei SjAex nur ein Kneten des
Kopfes, olme Zertrümmerung der Chitindecke beschrieben, und die Bedeutung dieser
Handlung in einem Zusammendrücken des Gehirns gesehen, um das Opfer be-
wegmigslos zu machen. Bei Cerceris hat die „Malaxation" aber auch noch die Be-
deutung, ihr Zugang zu dem mit Wohlbehagen aufgeleckten Blut zu verschaffen.
(Bei Philanthus scheint es ähnlich zu sein, da alle Exemplare von Apis mellifera,
die ich ümen abjagte, einen zertrümmerten Kopf hatten; Ref.). Die Malaxation
führt aber auch die vollständige Bewegungslosigkeit und den Tod der Halictus
herbei: während die nicht gekauten Exemplare sich nach einer halben Stunde er-
holten und noch mehrere, bis zu 12, Tage darnach sich bewegten, hörten die Be-
wegungen eines gekauten Exemplars gewöhnlich mit dem ersten Tage auf. Die
Wirkung des Durchkauens allein, ohne Stich, liess sich nicht ermitteln, da keine
Cerceris zur Malaxation zu bringen war, die nicht ihr Opfer vorher mittels eines
Stiches hatte lähmen können. — In dem Bau der Cerceris bleiben die Halictus nur
5 — 10 Tage lang frisch; dann vertrocknen sie, und zwar die „gekauten" rascher als
die nur gestochenen, imd in ebenso kurzer Zeit als die nachträglich Chloroform-
dämpfen ausgesetzten Exemplare. Auch dies beweist, dass die Malaxation den voll-
ständigen Tod herbeiführt. — Die Zahl der Halictus, die in einer Zelle aufgespei-
chert werden, schwankt von 5—10; wahrscheinlich entschlüpfen den weniger reich
versorgten Zellen die Männchen. Das Ei der Cerceris wird schräg über die Brust
eines Halictus gelegt; wie lange Zeit die Larve zu ihrer Entwickehmg braucht,
liess sich nicht ermitteln, und es ist noch eine offene Frage, ob diese Zeit länger
oder kürzer ist als die, während deren sich die Halictus frisch erhalten.
A. Schletterer behandelt die Hymenopteren-Gattung Cerceris Latr.
mit vorzugsweiser Berücksichtigung der (58) paläarktischen Arten; Zool. Jahrb. II
S. 349-510 Taf. XV. — Auf eine Gattungsbeschreibung, der einige Angaben über
die Lebensweise aus der Literatur beigefügt sind, lässt der Verfasser eine doppelte
160 Dr. Ph. Bertkau.
Bestimmimgstabelle der paläarktisclien Arten (für Männchen und Weibehen) und
dieser die Beschreibung derselben mit vollständiger Synonymie folgen ; angeschlossen
sind die Originalbeschreibungen von 53 dem Verfasser unbekannt gebliebenen Arten.
Ein alphabetisches Verzeichniss sämmtlicher beschriebenen Arten (286) mit Index
macht den Schluss. Ausser 18 paläarktischen Arten sind 6 der äthiopischen und
10 der neotropischen Region als neu beschrieben. Die Namen der neuen Arten
smd: C. Sareptana (S.) S. 386, Dacica (Ungarn) S. 387, subimpressa (Aeg}-pten)
S. 389, striolata (Budapest) S. 393, eucharls (Syrien) S. 394, odontopJwra (Korfu;
Kreta) S. 398, stratiotes (Ungarn; Korfu) S. 402, melanothorax (Ungarn; Spanien)
S. 403, atlanticu (Algier) S. 404, leucozonica (Ungarn; Bulgarien) S. 405, Haueri
(Dalmatien) S. 406, leucochroa (Kordofan) S. 407, prisca (Athen; Kreta; Kaspi-
See; Brussa; S\Ta) S. 411, Nilotica (Theben, Aeg.) S. 421, chromatica (Aeg^'pten)
S. 422, {Radoszkon'skyi = Hispanica Radoszk. nee Gmel. S. 423), Kohlii (Kau-
kasus), adelpha Kohl i. 1. (Korea) S. 447, pcdetes Kohl i. L (Korea), curvitarsis
S. 449, erythrosoma S. 450, diodunta S. 451, uasidens S 452 (Kafferland), purpurea
(Senegambien) S. 453, selifera! (Ostafrika) S. 454, affumata (Rio de .Janeiro) S. 455,
hothriophora (Mexiko) S. 456, scapularis (Orizaba) S. 457, chrysogastra (Orizaba;
Kornuvacca), Esau (Stadt Mexiko) S. 458, furcifera (Paraguay) S. 459, gratiosa
(Kuba) S. 460, pollens (Ypanema; Bras.) S. 461, silvana (Brasil.) S. 462, thermo-
phila (Mexiko) S. 463,
C. cli/peuris, nenicra (Madagaskar); H. de Saussure, Soc. Entom. 11 S. 25.
Chlorion superbus (Askhabad); Radoszkowski, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI
S. 89, (vgl. Morawitz ebenda S. 347), maguificum (Aschabad) S, 350; Mora-
witz a. a. 0.
Saun de rs findet das von der Farbe der vorderen Sporen hergenommene
Unterscheidungsmerkmal zwischen den $ von Crabro palmipes (Sporen dunkel) und
varius (Sporen blass) nicht konstant, indem er auch palmipes mit blassen Sporen
fand. Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 123 f.
Crossocerus zäidamensis (Za'idam); Radoszkowski, Hör. Soc. Entom. Ross.
XXI S. 45.
Gorytes armatus (Canada); Provancher a. a. 0. S. 272.
Larra confusa (Turkestan ; Kaukasus; früher vom Autor für Tachytes unicolor
gehalten); Radoszkowski, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 96, Betsilea, Madecassa,
jwrhvmrtf/c« (Madagaskar); H. de Saussure, Soc. Entom. H S. 17, ?«2«ö?- (Ottawa);
Provancher a. a. 0. S. 268.
JAxis. jocositarsa (Madagaskar); H. de Saussure, Soc. Entom. II S. 18.
Notogonia femoralis, radialis^ aibitalis (Madagaskar); H. de Saussure, Soc.
Entom. II S. 17.
Nysson nigi-ipes (HuU); Provancher a. a. 0. S. 269.
Parapsaramophila Retowskn (Südrussland); Konow, Soc. Entom. H S. 137.
Pelopoeus argentipilis (Vancouver); Provancher a. a. 0. S. 256.
Species sex novae gen. Pepsis Fabr. ... ab A. Mocsäry descriptae in
Abh. naturw. Ver. Bremen X S. 161—163 sind P. Cassiope (Brasilien), Clotho
(Brasil.) S. 161, Cassandra (Valparaiso), Lara (Brasü.), Spengeli (Brasil.) S. 162,
Sickmanni (Brasilien) S. 163.
PriononjTC Canadensis (Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 258.
Sphex flavipennis F. var. rvfodorsata (Sizilien); De Stefani, II Natural.
Sicil. VI S. 88 Tav. II Fig. 8.
Kohl theilt a. a. 0. S. 163 die Sphex-Arten s. 1. nach der Bezahnung der
Klauen, Gestalt der Afterklappe des $, Flügelgeäder in die 6 Gruppen: 1. Klauen
mit einem spitzen Zalm in der Mitte des Innenrandes (Chlorion = Dryinus =
Pronaeus) mit Sph. chrysis als Type; 2. Klauen mit 2 stumpfen Zähnen an der
Basis des Innenrandes mit Sph. occitanicus als Tj^e; 3. Klauen mit 3—4 stumpfen
Zähnen an der Basis ihres Innenrandes, (Parasphex = Enodia) mit Sph. albisectus
Lep. als Typus; 4. Klauen mit 2, 4 oder 5 stumpfen Zähnen an der Basis ihres
Innenrandes; untere After klappe gewölbt (Harpactopus = Gastrosphaeria = Pi-io-
nonj-x); Typus ist Sph. subfuscatus Dahlh.\ 5. Klauen mit 2 stumpfen Zähneu an
der Basis ihres Innenrandes ; untere Afterklappe der $ nur fiachgewülbt (Isodontia
Patt.) mit Sph. nigellus Smith, pelopoeiformis Dahlb. als Typen; 6. Klauen mit
■i stumpfen Zähnen an der Basis des Inncnrandes; untere Afterklappe gewölbt, mit
Sph. masillosus L. als Typus. Ausser 39 Arten, welche vom Verfasser verglichen
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 161
werden konnten, sind noch 15 iiini persönlich nicht bekannt gewordene mit ihren
Originalbeschreibungen aufgeführt; Kohl hält die meisten für Synonyma der ersteren.
Folgende Arten sind neu: (1) Sph. (Chlorion) eximins (Kenxieh; Sudan) S. 174,
hirtus (Smai; Kairo) S. 176, (3) pollens (Athen) S. 186, nudatus (Dalmatien;
Aegypten; Kaukasus) S. 187, insignis (Syrien) S. 189, (6) muticus (Amboina; Cele-
bes; China; Japan) b. 199, ti-istis (Spanien; Khodus), melunocnemis (Brussa) S. 200.
Stizus cijanescens (Transkaspien); Radoszkowski, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XXI S. 96, Grandidieri, tfy«Hijo<?n«w (Madagaskar); H. de Saussure, Soc. Entom.
n s. 9.
Tachytes argyropis (Madagaskar); H. de Saussure, Soc. Entom. 11 S. 18.
Pompilidae. P. Magretti's Memoria ni-a sugli Imenotteri della Lombardia
ist dieser Familie gewidmet; Bull. Soc. Entom. Ital. 1887 S. 189—257, 290—322,
Tav. VI, Vn.
Lophopompilus (n. g. ; ,,touts las caracteres du Pompüus, sauf le chaperon
echancre et le couvercle genital panache," für Pomp, grandis Eversm. und) Prze-
7valskii (Zaidam); Radoszkowski, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 43 Taf. H Fig. 3.
Pompil io'ides! (n. g.; „caracteres du g. Pompüus; cellule radiale triangu-
laire; troisieme cubitale petiolee") einer eofascuttus (Askhabad; Kaukasus) S. 94,
unicolor (Askhabad) S. 95; derselbe ebenda Taf. V Fig. 7.
Wesmaelinius n. g. für (Saüus) sanguinolentus F.\ Costa, Faun. Eegn.
Napol. (Pompil. 1886) S. 46. 1; s. Magretti a. a. 0. S. 310.
Agenia subintertnedia (Lombardei); Magretti a. a. 0. S. 217, atruta (Hüll)
S. 263, rufigastru (ibid.) S. 264; Provancher a. a. 0.
Ceropales nigripes (Piemont); Costa, Imen. Ital. a. a. 0. S. 282, De Stefunii
(Sizilien); derselbe, Prospetto, minima (Hüll); Provancher a. a. Ö. S. 265.
Cyphononyx [Heteronyx] Madecassus, {Schistony x) insularis, velutimts,
(Cyph. i. sp.) Grandidieri, [Diplonyx) dolosus, campanulatus (Madagaskar); H. de
Saussure, Soc Entom. H.
Pompilus bruiginicollis (Sardinien); Costa, Geo-Fauna Sarda VI a. a. 0.
S. 5S, secernendiis (Piemont; Sizilien); derselbe, Imen. Ital. a. a. 0. S. 282,
(Costae (Lombardei) S. 226, Longobardicus (ibid.) S. 251; Magretti a. a. 0.;
vgl. den vor. Ber. !S. 224), Jankowskii (Waldiwostok); Eadoszkowski, Hör. Soc.
Entom. Eoss. XXI S. 51, HandlirchiW S. 92 Taf. IV Fig. 2, MocsariiYig. 3, Rogen-
hoferi Fig. 4 S. 93; derselbe ebenda, retiisus, microphthalmus (Sizilien); Costa,
Prospetto, Coquilletti (Kalifornien); Provancher a a. 0. S. 26^
Eadoszkowski hebt die Unterschiede der dem Lophopompilus grandis L.
ähnlich sehenden Pomp, thoracicus v. d. Lind., Salius fuscipennis v. d. Lind, und
Lophop. ZeUeri Dlb. von ersterer Art hervor und bildet die Genitalbewaffnimg der
genannten Arten ab; Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 48—50 Taf H Fig. 2, 4; IH
Fig. 5, 6. — Ebenso bildet er die GenitalbewaflFnimg seines P. Kizilkumensis ab;
ebenda Taf. IV Fig. 1.
Priocnemis rufozonatus (Parma; Veneto), bisignatus (Mittelitalien); Costa,
Imen. Ital. a. a. 0. S. 282, viüneratus Costa var. sunguineus S. 86, rufipes n. sp.
S. 87 Tav. II Fig. 7 (Sizilien); De Stefani, II Natural. Sicil. VI, pogonioides,
ophthalmieus, guttulatus, perplexus, rufocinctus; Costa, Prospetto.
Pseudagenia discrepans (Sizüien); Costa, Prospetto.
Salius trituberculata iZsAAsim); Eadoszkowski, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI»
S. 42, grandis (Transkaspien); derselbe ebenda S. 95 Taf. V Fig. 6, dimidiatipenn/s;
Costa, Prospetto.
Sapygidae. Sapygina n. g. („Alae anticae venula transversa rite cubitali
ultima transversa; hinc cellulatertia cubitalis ad radialem minime angustata, cetera
ut in Sapygis") für (Sapyga) 10-^uttata Jur.; Costa, Imen. Ital. a. a. 0. S. 282.
Scolladae. Moria nigra (Askhabad), easpica (ibid.); Eadoszkowski, Hör.
Soc. Entom. Eoss. XXT S. 98.
Tiphia minor (Vancouver); Provancher a. a 0. S. 254.
Mntillidae. MutiUa trisimiosa (Terra d'Otranto); Costa, Imen. Ital. a. a. 0.
S. 283, melanolepis (Sizilien); derselbe, Pi'ospetto, ephippium var. Sicana (S.);
De Stefani, II Natural. Sicil. VI S. 62, intermedia n. sp. (Noto; Modica); der-
selbe ebenda, VH, S. 24, Canadensis (Cap rouge; St. Hyacinthe); Provancher
a. a. 0. S. 250.
SphaerophthaLma argentipilis (Florida); Provancher a. a. 0. S. 252.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 2. 11
162 Dr. Ph. Bertkau.
Formicidae. Forel hält es für sehr wahrscheinlich, dass (wenigstens z. Th.) die
Ameisen ihre Larven mit dem Sekret der gland. supramaxill. ernähren, wie es Fischer
für die Bienen nachgewiesen hatte. Eecueil zoologique Suisse IV S. 199 Anm.
Ein schönes Beispiel der Intelligenz der Ameisen erzählt Calberla im
Correspbl. Entom. Ver. „Iris" No. 4 S. 153. Die Ameisen hatten einen Puppen-
sack mit einem Weibchen von Psyche atra in ihren Haufen getragen; den durch
das Weibchen angelockten Männchen wurden von den Ameisen die Flügel abgebissen.
Die mjTmeköphiden Pflanzen sind durch die Ameisen nicht gegen Raupen-
frass geschützt, wenigstens soweit bei dieser Frage Brasilien in Betracht kommt;
F. Müller, briefl. Mitth. an Eedaktion der Monatl. Mitth. a. d. Gesammtgeb. der
Naturw., Frankfurt a. 0., 5. Jahrg., S. Il3f.
Mc Cook war Augenzeuge eüies Raubzuges, den Formica sanguinea gegen
ein Nest von F. fusca unternahm. Der Zugang zu dem Nest war aber sehr ver-
steckt angebracht vmd die heimkehrenden F. fusca nahmen, als sie die Nähe ihrer
Feinde bemerkten, auf Grashalmen eine beobachtende Stellung ein, bis F. sanguinea
un verrichteter Sache abgezogen war. Aehnliche Fälle, dass die räuberischen Ge-
wohnheiten der einen Art Sicherheitsmassregebi der anderen ausbilden, welche unter-
lassen werden, wenn kein Feind in der Nähe ist, wurden wiederholt beobachtet,
auch bei F. Schaufussi. Proc. Acad. Nat. Sei. Philad. 1887 S. 27—30.
Bos theüt einige Beobachtungen mit über die Lebensweise von Polyergus ru-
fescens; Kampf zwischen Formica sanguinea und Lasius niger; Nest des Lasius
fuliginosus; Entwickelimg des Tetram. caespitimi; Nest der F. rufa in einem Baum-
stiunpf; Sklaverei bei F. cinerea und sanguinea; Tijdschr. v. Entom. XXX, Versl.
s. cvin-cx.
Derselbe schreibt Jets over de Nederlandsche Mierenfauna; ebenda
Tijdschi-. S. 181 — 198. (32 A.)
A. Forel zähltauf (22)Fourmis recoltees ä Madagascar imd beschreibt
die neuen Arten; Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 381—389. — Von den Nymphen
von Tapinoma albipes und melanocephalum, sowie von Prenolepis longicomis wird
erwähnt, dass sie nackt, nicht in einen Cocon eingeschlossen sind, was für Preno-
lepis neu ist. Die von Leptogenys maxillosa stecken dagegen in einem Cocon, wie
alle bisher bekannten Poneriden.
Mayr beschreibt Südamerikanische Formiciden; Verh. zool. bot. Ges.
Wien 1887 S. 511—632.
Emery stellt Part HE seines Catalogo delle formiche esistente nelle coUezioni
del Museo Civico di Genova zusammen: Formiche della regione Indo-Malese
e dell' Australia; Ann. Mus. Civico Genova (2) IV S. 209—258, Tav. DI, IV;
V S. 427-473 Tav. L H; S. 528—534 Tav. IX.
Derselbe zählt auf (70) Formiche della provincia di Rio Grande do
Sül, nel Brasile ...; Bull, Soc. Entom. Ital. 1887 S. 352—366. (Letztere Arbeit
wird citirt werden: a. a. 0.)
E. Andre bringt Description de quelques fourmis nouvelles ou im-
parfaitement connues; Revue d'entomol. 1887 S, 280 — 298.
P. Damanti: Rapporta tra i nettari estranuziali della Silene
fuscata Lam. e le formiche; Giomale deUa Societä d'AccUmazione e di Agricol-
tura in Sicilia (Nuov. Ser.) XXV (1885). Palermo; s. Bull. Soc. Entom. Ital. 1887
*e. 142.
Wasmann setzt seine Mittheüungen über die Lebensweise einiger
Ameisengäste fort; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 108 — 122. Das Umziehen
von Ameisengästen mit den Ameisen wurde wiederholt beobachtet: Myrmedonia
funesta, lugens und cognata mit auswandernden Lasius fuliginosus; Myrmetes piceus,
Dendrophüus pygmaeus, Stenus aterrimus, Leptacinus formicetoruni , Thiasophila
angulata, Notothecta flavipes, anceps, Homalota talpa, Oxypoda haemorrhoa, Monotoma
conicicollis mit F. pratensis; Dinarda dentata mit F. sanguinea und fusca. Die
unechten Gäste (Gesinde und Wegelagerer des vor. Ber. S. 243) folgen den
Ameisen bloss, während es von den echten wahrscheinlich ist, dass sie von den
Ameisen manchmal mitgetragen werden. — F. rufa und pratensis, die Wasmann
wie Forel als Rassen derselben Ai-t ansieht, haben 14 Gäste aus der Klasse der
Käfer, ausserdem mehrere kleine Schlupfwespen (Ceraphroniden) und den Platyarthrus
HofFmannseggii gemeinschaftlich. Dinarda dentata wird von F. sanguinea — fusca;
Stenus aterrimus, Thiasophila angulata, Notothecta flavipes von rufa-pratensis kaum
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 163
beachtet; die sehr kleinen Oxypoda haemorrhoa, Homalota talpa und die zufälligen
Gäste Falagria obscura und Ohgota pusillima werden gar nicht bemerkt; dasselbe
gut von Monotoma conicicollis und Mjrmecoxenus subterraneus ; sie verzehren holzige
Bestandtheile der Nester von F. rufa und pratensis. Dendrophüus pygmaeus und
Myrmetes piceus fressen (wie Hetaerius) todte oder dem Tode nahe Ameisen. Der
bei F. rufa und Lasius fuliginosus wegelagernde und raubende Quedms brevis wird
dagegen verfolgt, weiss aber seinen Verfolgern für gewöhnlich gewandt zu ent-
kommen. — Formicoxenus nitidulus Nyl. wurde bei rufa und pratensis genau be-
obachtet; der Verfasser theilt über ihre Lebensweise folgendes mit: Diese Gastameise
baut ihr eigenes napfförmiges Nest in dem ihrer grossen Wirthsameisen und führt
darin ihre eigene Haushaltimg. Sie ist zwar lebhaft und flink, dabei aber friedlich
und lässt ihre Wirthe imbehelligt. Die (S laufen an warmen Tagen schnell und
lebhaft im ganzen rufa-Nest umher. Einmal sass ein solches auf einem geflügelten
Weibchen; aufeinandersitzende Individuen, deren Geschlecht aber nicht zu unter-
scheiden war, wurden oft beobachtet; vielleicht handelte es sich in diesem Falle
um eine besondere Tragmethode.
Adlerz machte auf der Versammlung der Stockholmer Entom. Gesellschaft
am 26. Febr. 1887 Mittheilungen über den Bau und die Entwickelung des Danu-
kanals der Ameisenlarven und erwähnte, dass Ameisen die Samen von Melampyrum-
Arten, die einige Aehnlichkeit mit Ameisenpuppen haben, sammeln, wie 'schon
Luudström gemeldet hatte. Entom. Tidskr. 8 S. If.
Derselbe theilt Myrmecologiska notiser mit; ebenda S. 41—50 und das
französ. Kesume S. 155 — 165. Er beobachtete 7 Mal bei Camponotus ligniperdus
und 2 Mal bei Formica fusca, dass das befruchtete Weibchen für sich allein, ohne
Mithülfe von Arbeiterinnen, einen neuen Staat gründete. Dasselbe erzog zunächst
eine kleine Anzahl (2 — 5) von Arbeitern, die es mit den von ihm selbst später ge-
legten Eiern ernährte.
Das Verhältniss, in dem Tomognathus sublaevis zu Leptothorax, in dessen
Haufen er vorkommt, steht, ist älmlich wie das des Polyergus zu F. cunicularia:
Leptothorax ist der Sklave des Tomognathus; doch kann sich letzterer auch allein
helfen. Von Tomognathus wurden nur Arbeiterinnen und bei diesen parthenogene-
tische Fortpflanzung beobachtet. — Einzelne Tomognathus, zu Leptothorax gebracht,
wurden z. Th. anfangs feindlich behandelt; in einem anderen Falle aber nahmen
40 Leptothorax vor einem Tomognathus Eeissaus.
bchimper stellt die Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen und
Ameisen im tropischen Amerika dar; Jena 1888, S. 1 — 97, Taf. I— HI. Die
Ausführungen des Verfassers sind im Wesentlichen eine Bestätigung der von Belt,
Müller (und Beccari) aufgestellten Behauptungen, die aber von ihm aus dem Zu-
stande von mehr oder weniger anfechtbaren oder wenigsten anzweifelbaren Ver-
muthungen zu bewiesenen Sätzen gefördert werden. In erster Linie suchte der
Verfasser zu beweisen, dass eine Menge von Pflanzen des tropischen Amerikas Ein-
rieb timgen besitzen, die nur als Anpassimgen an Ameisen aufgefasst werden können,
die die Pflanzen gegen die Angriffe anderer Feinde, namentlich Blattschneider-
ameisen, schützen. Liegt somit das Haupthiteresse der vorstehenden Arbeit wesent-
lich auf botanischem Gebiet, wie auch nach dem Beruf des Verfassers zu erwarten
ist, so rechtfertigt doch das Interesse, das diese Erscheinungen beanspruchen, wenn
ich hier wenigstens kurz den Inhalt angebe.
Die Anpassungen der Pflanzen an sie schützende Ameisen smd hauptsächlich
zweierlei Art: Die Pflanze gewährt den Ameisen geschützte Wohnkammcrn und
Nahrung.
Hohle Pflanzentheüe werden von Ameisen mit Vorliebe bewohnt; aber bei
weitem nicht in allen Fällen sind diese Höhlungen Anpassungserscheinungen an die
Ameisen, sondern Einrichtungen, deren Zweck in anderen Bedürfnissen des Pflanzen-
körpers zu suchen ist. Bei Tülandsia sind z. B. die von Ameisen bewohnten Kammern
vertrocknete Cistemen; die von Ameisen bewohnten Höhlungen im Stamm und in
den Aesten von Triplaris entspringen dem mechanischen Bedürfniss einer grössten
Biegmigsfestigkeit bei geringstem Stoffaufwand. Dagegen zeigen gewisse Cecropia-
Arten Anpassungen an Ameisen in der deutlichsten Weise. Am genauesten wurde
vom Verfasser die Cecropia adenopus (Imbauba) untersucht, über die schon Fr. Müller
eingehende MittheUungen gemacht hatte. Die eine dieser Anpassungen besteht hier
darin, dass an einer bestimmten Stelle jedes Internodiums die Wand des hohlen
11*
Ig4 ^^- ^^- Bertkau.
Stammes verdünnt bleibt und somit für die Ameise die natürliche Eingangspforte
bildet, die mit Leichtigkeit durchnagt werden kann. Dass dies in der Tliat so ist,
geht daraus hervor, dass eine andere, nicht von Ameisen bevt^ohnte Art (Schimper
nennt sie CorcovadoCecropia), diese verdünnte Stelle nicht besitzt, obwohl ihr
übriger Bau im Wesentlichen mit dem der Imbauba übereinstimmt. — Die z-weite
Anpassung dieser Pflanze besteht in der Hervorbringimg jener eigenthümlichen
Körperchen (Müller'sche Körperchen nach Scliimper) an der Unterseite der Blatt-
stielbasen. Diese Körperchen sind ilirer Entwicklung nach Oel- oder Harzdrüsen,
die selbständig werden, sich von dem benachbarten Gewebe loslösen und von den
Ameisen eifrig aufgesucht werden; nur das Freiwerden dieser Gebilde ist als An-
passung an die Ameisen aufzufassen, dieses aber auch mit um so grösserer Be-
stimmtheit, als ein anderer Zweck hierfür nicht ersichtlich ist, und kein weiterer
Fall bekannt ist, wo so werthvolle Stoffe, wie die Müller'schen Körperchen ent-
halten (Oel und Eiweiss) aus dem Stoffwechsel der Pflanzen einfach ausgeschieden
werden. (Eine andere, im späteren Alter wenigstens regelmässig von Ameisen be-
wohnte Cecropia-Art entwickelt keine Müller'schen Körperchen und zeigt somit die
Anpassung noch auf einer niederen Stufe.) Die Wechselbeziehung zwischen Ameise
und Imbauba ist demnach diese. Die Imbauba gewährt der Ameise (es ist Azteca
instabilis) Wohnung und Nahrung, und diese schützt dafür die Pflanze vor den
Ueberfällen anderer Feinde, namentlich Blattschneiderameisen, die eine unbeschützte
Imbauba sofort entblättern.
Acacia sphaerocephala hat ihre ungewöhnhch grossen und dünnwandigen
Stacheln den sie bewohnenden Ameisen angepasst, denen sie ausserdem in der Ge-
stalt B elf scher Körperchen Nahrung gewährt. Die Belt' sehen Körperchen ent-
stehen am Ende der Fiederblättchen und enthalten Zucker und Eiweissstoffe ; die
Ameisen schützen dafür ihre Pflanze vor den zerstörenden Angriffen der Blatt-
schneider. — Femer sind die von Ameisen bewohnten Blasenräume unter den
Scheinwirteln von Cordia nodosa, für die eine andere Bestimmung nicht ausfindig
gemacht werden kann, als Anpassungserscheinungen an die Ameisen anzusehen.
Endlich sind die extranuptialen Nektarien nur als Lockmittel für
Ameisen zu verstehen, während alle anderen Deutimgen nicht stichhaltig sind. Der
Verfasser zeigt aber einmal, dass sie in der That in zahlreichen Fällen Ameisen
anlocken, und dann, dass diese Ameisen die Pflanzen gegen die Blattschneider ver-
theidigen. Bei Cassia neglecta; Clerodendron fragrans; Triumfetta sp. ; Alchornea
Iricurana; Cithaiexylum ; Croton; Xanthexylum; Passiflora alata, edulis wurden
regelmässig Ameisen gefunden; nicht ganz so bei Erythrina, Convolvulaceen, Cucur-
bitaceen, Mimosaceen, Bignoniaceen und Malvaceen; die Drüsenwülste am Kelche
von Bunchosia imd anderen Malpighiaceen werden nicht von Ameisen aufgesucht,
sondern von Bienen abgenagt. Ameisen wurden auch vermisst an den Nektarien
von Eicinus communis, einer Sapium-, Stigmophyllum- und einer Cassia- Art. Der
glatte Stamm macht bei Kicinus den Ameisenbesuch fast unmöglich; die Drüsen
bei Stigmophyllum sezerniren nicht; aus welchen Gründen aber in den beiden
anderen Fällen der Ameisenbesuch ausbleibt, ist unklar; vielleicht enthält die aus-
geschiedene Flüssigkeit wenig Zucker. Dass die mit solchen extranuptialen Nek-
tarien ausgerüsteten Pflanzen von den dadurch angelockten Ameisen einen Vortheil
geniessen, wurde bei Psidium Gnara und Alchornea Iricurana beobachtet, wo von
denselben der Angriff" von Blattschneidern abgewehrt wurde ; Käfer dagegen, welche
unter Umständen der Pflanze ebenso verderblich wie die Blattschneider werden
können, bleiben von Seiten der Ameisen unbehelligt.
F. Del p in o: Funzione mirmecofila nel regno vegetale: prodromo di una mono-
grafia delle plante formicarie. Mem. E. Accad. Sei. Ist. Bologna T. VU,
111 S.; s. BuU. >-5oc. Ent. Ital. 1887 S. 143.
Mc Cook theüt seine Beobachtungen über den Bau der Ameisenhügel und
die Anlage der von denselben ausgehenden Wege mit; dieselben verfolgten im All-
gemeinen eine gerade Eichtung, die nicht bloss dem Zufall zugeschrieben werden
kaim. Die Beobachtung wurde an Formica sanguinea angestellt. Proc. Acad. Nat.
Sei. Philad. 1887 S. 335—338.
Acanthognathiis (n. g.; ist auf S. 567 mit den verwandten Daceton,
Strumigenys, Epitritus, Ehopalothrix, Ceratobasis in analytischer Tabelle unter-
achieden) ocellatus (St. Catharina); Mayr a. a. 0. S. 579.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 165
Acanthostichus n. g. für (Typblopoue) serratiüus Smith; May r a. a. 0. S. 549.
Calyptomyrmex (u. g.; oculis sub fossis antennalibus sitis cum Meranoplo
congruens, a quo differt antennis 12-articulatis) Beccarii (Amboina); Emery,
Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 472 Tav. II Fig. 23.
Heter'oponera (n. g. Odontoponerae propinquum) carinifronx (Valdivia);
Mayr a. a. 0. S. 533.
Laparomyrmex (n. g. Formicoxeno affine; . . . abdomen cylindricum, reliquo
corpori aequüongum) Gestroi (Fly-river) ; Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V
S. 461 Tav. n Fig. 16, 17.
Procryptocerus n. g. für die bisher zu Cataulacus und Meranoplus ge-
stellten amerikanischen Arten C. coriarius, carbonarius, rudis, Mayr und M. striatus,
subpilosus, attenuatus, puncticeps, petiolatus, gracilis Smith; Emery, Ann. Mus.
Civico Genova (2) V S. 470 Anm. und a. a. 0. S. 362.
Pseudolasius (n. g., für Lasius familiaris Sm. und) ph[e]idolinus (Tcibodas)
S. 245, breviceps (Amboina) S. 246; Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Thaumatomyrmex (n. g. Ponerid.) mutilatus (St. Catharina); Mavr a. a. 0.
S. 531.
Amblypone armigera (St. Catharina\ chilensis (Valdivia); Mayr a. a. 0.
S. 547, laevidens (Hatam); Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 447.
Anergates atratulus auf Oeland; Adlerz, Entom. Tidskr. 8 S. 2.
Anochetus Oiientalis (Cochinchina) ; E. Andre a. a. 0. S. 291, altisquamis
(St. Catharina, Brasil.); Mayr a. a. 0. S. 529.
Aphaenogaster (Ischnomyrmex) longipes var. laevior (Kandari), Beccarü n. sp.
(Elefanta I.) Tav. I Fig. 12; Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 456, der
ebenda S. 531 f. eine analytische Tabelle der Ischnomyrmex-Arten aufstellt.
Apterostigma uncinatum (St. Catharina); Mayr a. a. 0. S, 554.
Atta (Acromyrmex) lobicornis S. 358, Iheringi S. 3.59 lEio Grande do Sul);
Emery a. a. 0., discigera (St. Catharina); Mayr a. a. 0. S. 551.
Belonopelta curvata (St. Catharina); Mayr a. a. 0. S. 532.
Bothroponera Wasmannii (Nossi-be); Fo'rel, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII
8. 383, sublaevis (Somerset); Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 442,
Mayri (Adelaide) S. 443.
Br&Gtymyxmex decedens Q. 521, pictus S. 522, admotus, coactus S. 523, pilipes
S. 524 (St. (Katharina, Bras.); Mayr a. a. 0.
Fox beschreibt die Larve eines Parasiten von Camponotus pennsylvanicus, die
nach Howard wahrscheinlich einem Conopiden angehört; Proc. Ent. Soc. Wash-
ington IS. 100 und l'il Anm.
Camponotus alboannulatus (St. Catharina, Bras.) S. 511, pullescens (ibid.)
S. 512, (sexguttatus F. var. Lespesi For. i. 1. =) Lespesi (ibid.) S. 513, sericattis
(ibid.) S. 515, divergens (ibid.) S. 516, pi-opinquus (ibid.) S. 517, scissus (ibid.) S. 518,
quadrilaterus (S Fe de Bogota), tripartitiis (St. Catharina) S. 519; Mayr a. a. 0.,
rubripes Drur. razza fuscocinctus , riogrundensis S. 364, tenuiscapus Rog. razza
Koseritzi S. 366 (Rio Grande do Sül); Emery a. a. 0., Somaliniis (S) S. 280,
Nossibeensis (N.-B.), Edmondi (Tamatave) S. 281, Cj-essoiii (Mexiko) S. 282;
E. Andre a. a. 0., nigriceps var. palUdiceps (Somerset), var lividiceps (Adelaide;
Queensland) S. 211, silvaticus var. Comotfoi (Minhla) S. 213, gigas var. borneensis
(Sarawak), subnitidus var. famelicus (Adelaide) S. 214, dorycus var. confusus (Katau;
Somerset S. 215, Beccarü n. sp. (Sungei Bulu, Sumatra) S. 218, ho-ipes (Sumatra,
auf den Scheiden von Korthalsia scaphigera, in Beccari's ,,Malesia'" Vol. II S. 64
Fig. 9 als Iridomyrmex hospes beschrieben) S. 219, Korthalsiae (Sumatra) S. 220,
Albertisi (Fly river) S. 221; Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV mit Holz-
schnittzeichnung des C. angulatus auf S. 218.
Cataulacus Adlerzi S. 562, comergens S. 564 (St. Catharina); Mayr a.a.O.,
[Procryptocerus) convergens Mayr razza regularis n. st. (Rio Grande do Sül);
Emery a. a. 0. S. 362.
(5eratobasis convexiceps, discipes (St. Catharina); Mayr a. a. 0. S. 581.
Colobopsis Clerodendri (Sarawak); Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) FV
S. 241 mit Holzschn.
166 Dr. Ph. Bertkau.
Als Singular adaptation in nest-making by an ant, Cremastogaster
lineolata Say, macht G. F. Atkinson den mehrere Fuss über dem Boden an einem
Strauch angebrachten Bau dieser Art bekannt, die ilir Nest sonst unter Steinen
anlegt; das Nestmaterial war das gewöhnliche: zernagtes Holz und trockenes Gras ;
Journ. Elisha Älitchell Sei. Soc, IV, 2, S. 88 f. mit Taf.
Cremastogaster Hova (Tamatave) S. 387, Ranavalonis (ibid.; macht sphärische
Nester von einem Fuss Durchmesser auf Bäumen) S. 388; Forel, Mitth. Schweiz.
Ent. Ges. VE, distans Mayr var. corticicola (St. Catharina); Mayr a. a. 0. S. 625,
Madagascarie7isis (Tamatave); E. Andre a. a. 0. S. 297, tetracantha (Ramoi) Tav.
II Fig. 18, hrcvis (Buitenzorg) Fig. 19, Ferrarü (Sumatra) S. 533 Tav. ES Fig. 6;
Emery, Ann. Mus. Civico (Jenova (2) V.
Weber zeigte ein hangendes, aus Gefässbündeln von Pflanzen verfertigtes Nest
des Crvptocerus atratus aus Surinam vor; Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereenig.
(2) n, Versl. s. m.
Mayr stellt a. a. 0. S. 556 eine Tabelle der Arbeiter der Gattung Cypho-
myrmex auf und beschreibt C. Kirbyi (Neugranada, = deformis For. nee Sm.)
S. 557, strigatus (St. Catharina) S. 558, auritus (ibid ) S. 559, asper (ibid.) S. 561,
Q. Morschi S. 360, simplex S. 361 (Rio Grande do Sül): Emery a. a. 0.
Emery stellt Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 435 f. eine sjTioptische Tabelle
der Diacamma- Arten auf und beschreibt D. javamim (Buitenzorg) S. 439 Tav. I
Fig. 6, und var. Timorense S. 439, vagans var. birmamim, Celebense n. sp.
(Kandari) S. 441.
Diacamma ajaneiventre (Indien); E. Andre a. a. 0. S. 293.
Dolichoderus semirufus (Hue, Anam); E. Andre a. a. 0. S. 288, Doriae (Blue
Mts.; Ms. Victoria) S. 252 Becearii (Sumatra) S. 253, gibbifer (Tcibodas) S. 254,
tuberifer (Ms. Singalang) S. 255, furcifer (Ajer Mantcior) S. 256; Emery, Ann.
Mus. Civico Genova (2) IV.
Emery beschreibt und bildet ab le tre forme sessuali del Dorylus
helvolus L. e degli altri Dorilidi; Biül. Soc. Entom. Ital. 1887 S. 344—351
Tav. XI. Nachdem bereits von Gerstäcker die Zugehörigkeit des Dor. badius
Gerst. als (S z^i Typhlopone oraniensis Luc. ( ^ ) nachgewiesen, und auch die Aehn-
lichkeit von Dichthadia ($) mit den beiden genannten Gattimgen hervorgehoben
war, macht Emery die Dichthadia-form (das $) zu D. helvolus und Typhlopone
punctata, welche letztere die Arbeiterform zu D. helvolus ist, bekannt. Als Syno-
nyme zieht er dazu T. europaea Rog. und Dor. planifrons Mayr. Zu D. juvenculus
Shuck. gehört T. oraniensis Luc.; synon}Ta mit ersterer ist D. badius Gerst, und
wahrscheinlich auch labiatus Shuck. und hiudostanus Sm.; eine unter dem Namen
Dor. Klugi Hagenb. i. 1. flehende Art gehört wahrscheinlich zu Typhi, laevigata Sm.
und Dichthadia glaberrima Gerst. Allgemein hat man in den Dorylus, deren Man-
dibeln in eine Spitze verlängert sind, die ^ zu Typhlopone {^) imd Dichthadia
(?) zu sehen; die anderen Dorylus gehören zu anderen ^, einige wahrscheinlich
zu Alaopone; D. nigi'icans zu Anomma. Rhogmus fimbriatus ist wahrscheinlich
das (5 von Anomma oder einer unbekannten Gattung; Labidus ist das (S zu
Eciton (^) und Pseudodichthatlia ($); Aenictus wahrscheinlich das <S von Typh-
latta (^); vgl. den vor. Ber. S. 226.
Eciton Schlechtcndali (Südamerika); Mayr a. a. 0. S. 552.
Nach W. Müller weilt die Eierlegende Königin, deren Lebensdauer bei der
umherschweifenden Lebensweise von Eciton wahrscheinlich nur- eine kurze ist, zur
Zeit des Anfangs der Puppenruhe unter dem Schwärm. Labidus sind wahrscheinlich
die (geflügelten) cj zu Eciton (Arbeiter imd Soldaten); vgl. den vor. Ber. S. 226;
Kosmos 1886, 1. Bd. S. 81—93 mit 7 Holzschn.
Mayr vereinigt a. a. 0. S. 539 die Gattung Gnamptogenys mit Ectatomma
und unterscheidet in letzterer Gatümg die Untergattungen Ectatomma s. str.,
Rhytidoponera Mayr, Stictoponera, Acanthoponera Mayr, Holcoponera,
Gnamptogenys Mayr. Als neu beschreibt derselbe (Acanthoponera) dentinode (St.
Catharina) S. 541, (Gnamptogenys) rimulosa Rog. var. annulata, interruptum n. sp. (?)
S. 543, continuum (St. Catharina), trianguläre (Uruguay) S. 544.
Iridomyrmex (scrutator Sm. abgebildet S. 250), extensus (Hatam), punctatis-
simus (Ms. Victoria, N. S. Wales) S. 251 ; Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Holcom^Tmex mutieus (Minhla): Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 457.
Le nid du Lasius fuliginosus; par E. Andre; Le Naturaliste IX S. 33 — 36.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 167
Andre bestätigt nach Untersuchungen durch Boudier Forers Vermuthiuig, dass
der filzige Ueberzug der Kammern in dem Bau dieser Ameise ein kryptogamisches
Gewächs sei; Boudier erklärte es für Hehninthosporium binum.
E. Andre giebt a. a. 0. S. 289f. die Gattungscharaktere von Leptomyrmex
nach dem männlichen Geschlechte und beschreibt das c5' von L. pallens Em.
S. 290.
Leptothorax spininodis (Kio de Janeiro? Valparaiso?) S. 617, asper (St.
Catharina) S. 618, vicinus (ibid.) sculptiventris (ibid.), S. 620; Mayr a. a. 0,
Canadcnsis (C); Provancher, Add. corr. faune hymen. province Quebec, 1887
S. 245, (ist nach E. Andre, a. a. 0. S. 295, eine Var. von L. acervorum F.)
Lobopelta Peuqueti (Hue, Anam); E. Andre a. a. 0. S. 292, distinguenda
(Sarawak) S. 430 Tav. I. Fig. 4, myops (Tcibodas), chalyhaea (Sarawak) S. 432,
Kitteli var. purpurea (Andai) S. 433; Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V.
Macromischa Cressoni (Mexiko); E. Andre a. a. 0. S. 296.
^onomormva. denticulatum (Valdivia) S. 614, rastratum] (St. Catharina) S. 615,
bidentatum (Valdivia) S. 616; Mayr a. a. 0.
Myopopone Beccarü (Ternate); Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 447.
Myrmecina sulcata (Kandari; Buitenzorg); Emery, Ann. Mus. Civico Genova
(2) V S. 449 Tav. I Fig. 11.
Myrmecocystus iridescens (Ms. Victoria, N. S. Wales); Emery, Ann. Mus.
Civico Genova (2) IV S. 247.
Mayr giebt a. a. 0. S. 525 eine Ergänzung der Gattungsdiagnose von
Myrmelachista nach den Merkmalen der Männchen \md eine Tabelle der Arbeiter
von 4 neuen Arten bezw. Varietäten; M. Mayri For. var. monticola (Valdivia)
S. 526, Catharinae S. 527 (St. Catharina, Bras.) gallicola, (Uruguay in Gallen von
Eschatocerus Acaciae Mayr) S. 528, nodigera (St. Catharina) S. 529.
M. Rogeri (Cuba); E. Andre a. a. 0. S. 288.
Ueber die Verheerungen des Oecodoma cephalotes an Bäumen, Sträuchern
und anderen Pflanzen Brasiliens s. Entom. Nachr. 1887 S. 205 — 207.
Odontomachus risosus var. papuanus (Aru I.), Imperator n. sp. (Andai); Tav.
I. Fig. 1; Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 429.
Mayr unterscheidet a. a. 0. S. .582 — 606 die Soldaten und Arbeiter der
amerikanischen Arten der Gattung Ph[e]idole mit transversostriata (Guyana)
S. 584, breviconus (St. Catharina) S. 585, 601, exigua var. tuberculata S. 585,
obtusopilosa (Uruguay), lignicola (St. Catharina) S. 586, 602, Emeryi (St. Catharina)
S. 589, 599, crassipes (auch S. 600) gibba (auch S. 604) (St. Catharina), partita
(Eio de Janeiro), (auch S. 604) S. 590, spininodis (Buenos Aires) S. 591, 605,
flavida (St. Catharina), (auch S. 603), Bergi (Buenos Aires) (auch S. 605) S. 593,
Cameröni (auch S. 605) (Ecuador), pubiventris (St. Catharina) S. 595, auropilosa
(ibid.) S. 596, 606, aevifrons (ibid.) S. 598, und beschreibt Ph. pubiventris S. 607
und auropilosa S. 608 ausführlicher.
Ph. Hohenlohei, Spiclbergi (Eio Grande do Sul); Emery a. a. 0. S. 354,
velox (Ternate), Magrettii (Tcibodas) S. 462, Capellinii (Java) S. 463 Tav. I Fig. 14,
Cavannae (Neu-Caledonien) S. 464, longicornis (Nias) S. 532; derselbe, Ann.
Mus. Civico Genova (2) V.
Ph[e]idologeton pygmaeus (Ternate); Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2)
V S. 465.
PodomjTma micans var. maculiventris (Somerset), abdominalis (Ternate) n. sp.
S. 459, Albertisi (Fly river), gracilis (Eamoi) Tav. 11 Fig. 15 S. 460; Emery,
Ann. Mus. Civico Genova (2) V.
Mayr unterscheidet a. a. 0. S. 608 — 611 die Arbeiter von Pogonomyrmex
in analytischer Tabelle und beschreibt P. cunicularis (Uruguay; Buenos Aires)
S. 613, Uruguay ense (U.) S. 614.
Polyrrhachis tricuspis (Amboina) S. 284, Revoili (Somali) S. 285; E. Andre
a. a. 0. mit einem tableau synoptique der Afrikanischen Arten S. 286—288,
Gribodoi (Sarawak) S. 221, Wallacei (Kandari), gracilis (Goram) S. 223, Solmsi
(Buitenzorg) S. 224, imbellis (ibid), inconspicua (Somerset) und var. insularis (Yule I.),
exarata n. sp. (IVIisol), sculptu (Sorong) S. 226, cryptoceroides (Makassar) S. 228,
eonnectens (Neu-Guinea) S. 230 imd var. Australiae (Somerset) S. 231. isacantha
(Goram) S. 232, sumatrensis var. hamulata (Kandari) S. 234, continua n. sp. (Ternate)
S. 235, variolosa (Fly r.) S. 236, Hippomanes var. moesta S. 237, ypsilon (Singa-
168 Dr. Ph. Bert kau.
pore). rastellata var. goramcnsis (G.) S. 239, Albei-tisi iSorong) S. 240: Emerj,
Ann. Mus. Civico Genova (2) IV, Modu/lianii (Siboga, Sumatra); derselbe ebenda
V S. o29 Tav. IX Fig. 1.
Ponera Foreli S. 534, opaciceps S. 536, punctatissima Rog. var. trigona
S. 537 (St. Catharina); Mayr a. a. 0., Comorensis (Nossibe); E. Andre a. a. 0.
S. 292, amblyops (Ajer Mantcior); Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 434.
Pristomyrmex brevispinosus (Sumatra) S. 451, pai^umpunctatus (Andai) S. 152;
Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V.
Pseudomyrma mutica (St. Catharina); Mayr a. a. 0. S. 627.
Khopalothrix nigifer S. 579, petiolata S. 580 St. Catharina) ; Mayr a. a. 0.,
Jher'mgi (Eio Grande do Sfüi; Emery a. a. 0. S. 361.
Solenopsis nigella S. 355, brevicornis S, 355 (Eio Grande do Sül): Emery a. a. 0.
Sima Sahlbergü (Tamatave); Forel, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 356.
Mayr unterscheidet a. a. 0. S. 568 — 571 die ihm bekannten Weibchen imd
Arbeiter von Strumigenys in analytischer Tabelle und beschreibt Str. cultriger
(St. Catharina), ornata ("Washington) S. 571, Imitator (St. Catharina) S. 572, cor-
dovensis (Mexiko) S. 573, saliens (St. Catharina; kann mit Hülfe seiner Mandibeln
rückwärts springen) S. 574, unidentata, subedentata S. 575, denticulata S. 576,
crassicornis S. 57 7 (alle von St. Catharina).
Str. Doriae (Amboina); Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 469
Tav. n Fig. 22.
Tapinoma melanocephalus For. in dem Palmenhaus zu Kew auf Howea
Griesbachia gefangen; Billups, Proc. Ent. Soc. Lond. 18s7. S. XXVII.
T. borcalc ((jap rouge; Ottawa); Provancher a. a. 0. S. 238, (Micromyrma)
utrkeps (Eio Grande do Sül); Emery a. a. 0. S. 363.
Technomyrmex grandis (Sumatra); Emery, Ami. Mus. Civico Genova (2) TV
S. 248.
Tetramorium Blochmannii (Tamatave) S. 884, (subg. Xiphomyrmex ^ an-
tennarimi artic. 11 distinctum) Kelleri (Tamatave) 385; Forel, Mitth. Schweiz.
Ent, Ges. VE, (Tetram.) Rehteri (Sao Paulo, Bras.); Mayr, a. a. 0. S. 621, obesum
(Indien); E Andre a. a. 0. S. 294, papuanum (Sorong) S. 452, punctiventre (Hatam)
S. 453; Emery, Ann. Mus. Civico Genova (2) V.
VoUenhovia subtilis (Key I.) und var. affinis (Hatam); Emery, Ann. Mus.
Civico Genova (2) V S. 454.
Tespldae. Leptochilus Mervensis (M.); Eadoszkowski, Hör. Soc, Entom.
Eoss. XXI S. 100.
Odynerus nautarum Sauss. (wahrscheinlich) = insulicola Cam.; Sandwichensis
Sauss. = rubritinctus Smith: Cameron, Entom. Monthl. Mag. XXIE S. 195.
Polistes Jokoliamae (Yokohama); Eadoszkowski, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XXI S. 435.
Vespa Samsaulica (S.), S. 100, Koreensis (Korea) S. 432; Eadoszkowski,
Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI.
Apidae. Zemplen värmegye mehfelei (Les Apides du departement
de Zemplen, Hongrie septentrionale) irta Dr. Chyzer K.; Eovartani Lapok, 1886,
9 CS 10 szamabol, S. 1 — 13, mit französischem Eesüme. Von den mehr als 500
Ungarischen Arten kommen in dem Komitat van Zemplen mehr als die Hälfte vor :
19 Bombus (es fehlen distinguendus Mor., vorticosus Ger st., Scrimshiranus Kb.,
hj-pnorum Z., alticola Kricchb.^ arenicola Tkonis., zonatus Smith); 9 Tetralonia,
7 Eucera, 58 Andrena (darunter neu für Ungarn A. rufohispida Dours, Gwynana K.,
lapponica Zctt., mucida Kriechb., Genevensis Schmied., croceiventris j¥or., nigriceps
Kl.), 38 Halictus (neu für Ungarn leucozouius Xb., pimcticoUis Mor., plexiralis Mar.),
18 Osmia (neu für Ungarn Lepelletieri Perez; ausserdem die interessante villosa
Schenck); 18 Nomada, darunter die bisher nur von Corfu und Livomo bekannte
N. corcyrea Schmied., femer cinnabarina ilfwr. und obtusifrons Nyl.
H. Friese giebt einen kurzen Überblick einer Apidenausbeute in
Ungarn; Entom. Nachr. 1887 S. 213—220.
Perkins schreibt Notes on some habits of Sphecodes Latr , and
Nomada Fab.; Entom. Monthl. Mag. XXIH S. 271 — 274. — Sphecodes beobachtete
er meist an Stellen, wo Halictus ihre Nester hatten, und zwar die grösseren
Spheeodes-Arten in der Nähe der grösseren Halictus. Einmal überraschte er Sph.
gibbus im Kampfe mit H. leucozonius in dessen Nest.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 169
In seinen Notes on Nomada, ebenda XXIV S. S'Jf., wirft Saunders die
Frage auf, in welcher Form Nomada überwintern imd hebt hervor, dass, während
die meisten Schmarotzer ihren Wirthen ähnlich sehen, hei Nomada in dieser Be-
ziehung das Gegentheil der Fall ist.
Doeringiella (n. g.; vgl. den vor. Ber. S. 2oU) bizonuta (Prov. Buenos Aires);
Holmberg, Viaj. al Tandil etc. a. a. 0. S. 152 L. m Fig. 16, 17 und 7 Holzschn.
Andrena Hungarica Mocs. i. 1. (Centralungarn), Korleviciana (Fiume) S. 21,
liburmcn (ibid.), Braimsiana (Budapest) S. 22, crontica (Fiume), Dragana (ibid.)
S. 23, grossa (ibid.), Sisymhrii (Budapest) S. 24, atrata (ibid.), niveata (Deutsch-
land; Ungarn) S. 25; Friese, Termesz. Füzet. XI.
Saunders stellt folgende Synonymie auf: Antlrena helvola c? Smith, (1 st. ed.,
E. S., Synopsis) = varians Rossi, Thoms. etc.; A. varians d" Smith = helvola
Z., Thoms. etc.; fucata Sm. ist eine Varietät und clypearis Nyl. ein Synonymon
zu helvola; Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 124f.
Anthidium uncatum (Brussa) S. 28, Radoszko7vskyi (Turkestan), Wustneii
(Syrien) S. 29; Mocsäry, Termesz, Rizet. XI.
On the races of the honey-bee; by the Kev. H. W. Lett; Proc. Belfast
Nat. Field Club (2) n S. 451; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (.5) XX S. 143-146.
Kar seh lässt die Uebersetzung aus Schwaner's Aufsatz über die Honig-
und Wachsgewinnung der Apis dorsata von Seiten der Eingeborenen Borneo's
abdrucken: Sitzber. Berl. Entom. Vereins 1887 S. XXni— XXVI.
Schiller-Tietz referirt die apistischen Forschungen Müllenhoffs;
Berl. Eni Zeitschr. 1887 S. 356—366.
Üher die geometrische Konstruktion der Bienenzellen s. Hennessy, Proc. R.
Soc. Lond. XLn S. 176 f.
Augochlora Euterpe (Mercedes; Tandil; La Tinta) S. 173 L. IV Fig. 27, Endo
(Tandil; La Tinta) S. 175 Fig. 28, 29, Iphigenia (ibid.) S. 179 Fig. 30; Holmberg,
Viaj. al Tandil etc. a. a. 0.
Frey-Gessner behandelt Les bourdons du Valais, indem er nach ein^r
historischen Einleitung die Walliser (22) Bombus- und (7) Psithyrus-Arten mit
ihrer horizontalen und vertikalen Verbreitimg namhaft macht. Von B. Gerstäckeri
Moran: (opulentus Gerst.) erwähnt er, dass die $ anfangs Aconitum Lycoctonum,
hernach mit den cJ gemeinsam A. Napellus besuchen. Bullet, des travaux de la
Murithienne, fasc. XHI- XV, ö. 32—36.
B. Fairwairei (Sizüien); Friese, Bull. Eni France 1887 S. V (ist nach
Perez, ebenda S. XXXVH, eine Varietät von B. agrorum), Korcensis (Korea) S 428,
lapidarius L. var Kalinowski\ S. 430 (Korea); Eadoszkowski, Hör. Soc. Entom.
Boss. XXI.
Bombus Pyrenaicus Pe'r^z m der Schweiz ; Frey-Gessner, Mitthl Schweiz.
Ent. Ges. VH S. 380.
E. Härter fing in einem Nest von Bombus agrorum folgende Schmarotzer-
hummeln: Psith. rupestris, campestris, vestalis und Barhutellus; die rechtmässigen
Einwohner waren bis auf wenige Stück verschwunden. Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 224.
B. terrestris, lapidarius und pratorum sind als Honigräuber an aus-
ländischen Echium- und Symphytum-Arten des Berl. Botan. Gartens beobachtet
worden; Symphytum wird vonB. agrorum imd hortorum in normaler Weise befruchtet ;
S. E. Loew, Ber. Deutsch. Bot. Gesellsch. 1887 S. 152—178: lieber die
Bestäubungseinrichtungen einiger Boragineen.
Ceratina montana (Tandil); Holmberg, Viaj. al Tandü etc. a. a. 0. S. 137
L. m Fig. 11.
Chalicodoma cornifrons (Korea); Radoszkowski, Hör. Soc. Entom. Boss.
XXI S. 430.
CoeUoxys australis (Tandil); Holm ber g, Viaj. al Tandil etc. a. a. 0. S. 148
L. m Fig 14.
CoUetes furfuracca (Tandil); Holmberg, Viaj. al Tandil etc. a. a. 0. S. IbS
L. IV Fig. 32.
Eadoszkowski nimmt eine Revision du genre Dasypoda Latr. vor,
deren Arten im männlichen Geschlechte schwer zu unterscheiden sind; gute Dienste
leistet hierbei die Gestalt des oberen Teiles der Genitalbewaffnung, die von den
10 unterschiedenen Arten auf Taf. XIH- XV abgebildet ist. Als neu sind D.
170 Dr- Ph- Bertkau.
pyriformis (Griechenland; Syra) S. 183 Fig. 2 und mixta (Erzerum) S. 186 Fig. 4
beschrieben; mehrere in den letzten Jahren von Eudow, Saunders, Morawitz, Dalla
Torre beschriebene Arten sind nicht berücksichtigt. Hör. Soc. Entom. Eoss. XX
S. 179—194.
Mit Hülfe dieser Eevision setzt De Stefani die SiziUschen Arten auseinander,
II. NaturaH Sicilian. VI S. 188—192, 210—214 und beschreibt D. Nebrodensis
(Castelbuono) S. 212, canescens S. 213.
Dioxys varipes Perez i. 1. (Sizüien); De Stefani, II Natural. SizLlian. VI
S. 113.
Kadoszkowski nimmt eine Eevision des armures copulatrices de
la famille! Epeolus vor, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 294-296 Taf. Vm
Fig. 28—30 und beschreibt E. Sibiricus (Wladi wo stock) S. 295 Fig. 29.
Epeolus viperinus (Tandü); Holmberg, Viaj. al Tandil etc. a. a. 0. S. 155
L. m Fig. 18.
Eucera nigrifacies Lep. var. cornuta, albigena (Sizüien); De Stefani, 11
Natural. Sicil. VI S. 114.
Halictus puelchanus (Tandil) S. 160 L. IV Fig. 20, pampeanus (Tandü; La
Tinta) S. 162, Fig. 21, 22, huinca (Tandil) S. 165 Fig. 23, tinguirica (Tandü)
S. 167 Fig. 24, hualitchu (Tandü; La Tinta) S. 169 Fig. 25, 26; Holmberg, Viaj.
al Tandil etc. a. a. 0., der ebenda S. 172 eine Synopsis der vorbenannten Arten giebt.
E. Andre schüdert les nids des Megachiles; Le Naturaüste IX S. 165 —
167 mit Holzschn.
Megachüe Gomphrenae (Tmta) S. 140 L. HI Fig. 12, 13, ctenophora (Tandil)
S. 144 Fig. 15; Holmberg, Viaj. al Tandü etc. a. a. 0.
0. Eadoszkowski schreibt sur quelques Osmia russes, zunächst solche
Arten, die in Schmied eknecht's Apidae europaeae fehlen, dann aber auch
andere Arten, deren GenitalbewafEaimg auf Taf. VH, VHI abgebüdet ist. Als neu
sind beschrieben 0. (euchroeiformis Rad. S. 282 Fig. 8), Vankovitzii (Minsk)
S. 283 Fig. 9, Duurica (Baikalsee) S. 284 Fig. Id, Taurica (Ki-im) S. 285 Fig. 11,
carneiventris Dours ined. (Krim) S. 286"; Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 274—293.
0. pruinosa Perez i. 1., minuta (Sizilien); De Stefani, II NaturaL Sicil. VI
S. 112.
Psaenythia rufipes (Tandü); Holmberg, Viaj. al Tandil etc. a. a. 0. S. 156
L. m Fig. 19.
Sphecodes Bonaerensis (Tandü); Holmberg, Viaj. al Tandil etc. a. a. 0.
S. 182 Fig. 31.
Xylocopa Kalinowskii (Yokohama); Eadoszkowski, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XXI S. 434.
Coleoptera.
Meinert macht eine vorläufige Mittheilung über die Unter-
lippe der Käfer-Gattung Stenus; Zool. Anzeig. 1887 S, 136 — 139.
Wie schon Thion angegeben hatte, lässt sich die Unterlippe genannter
Käferart durch einen passenden Druck bis auf halbe Körperlänge
vorschieben. Das Hauptstück oder Sternalstück der Unterhppe und
die dieses Stück mit dem Kinn verbindende Haut ist ausserordentlich
verlängert. Letztere bildet in dem natürlichen Zustand um das
Hauptstück eine häutige Röhre; das Hauptstück selbst ist nicht hohl,
wie Thion und Erichson meinten, sondern von Nerven, Tracheen
und Muskeln mit langen Sehnenleisten durchzogen^; an seinem hinteren
Ende sind die starken musc. retract. linguae befestigt. Nebenzungen
fehlen. Von den übrigen 5 Steninen-Gattungen, die freiHch auch in
anderer Hinsicht (mit Ausnahme von Dianous) von Stenus sehr ab-
weichen, hat keine den von Stenus geschilderten Bau der Unterlippe.
G. Amelang schreibt über Käferkultus, d. h. die Rolle,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 171
welche einzelne Käfer im Aberglauben des Volkes, namentlicb der
Kinder spielen; Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 79—88.
Haase niacbt zu den 3 bisher bekannten Fällen von Ho lopneu-
stie bei Käfern 4 weitere bekannt, die sich bei den Larven von
Malacodermen finden: Telephorus, Phengodes, Lampyris und ver-
schiedenen Druiden. Bei den Driliden ist das metathorakale Stigma
der Imago gleich dem der Puppe und Larve, und es ergiebt sich
hieraus, dass die Larvenstigmen einfach bestehen bleiben, wie es sonst
nur noch bei Hemimetabolen Lisekten der Fall ist. Diese Formen
können zweckmässig als menotrem den metatremen gegenüber-
gestellt werden, bei welchen letzteren die Holopneustie der Imagines
wegen sekundär abgeleiteter Larvenformen im Lauf der postembryo-
nalen Entwickelung erst wieder erworben werden muss. — In dem
geschilderten Verhältniss ist eine neuer Beweis dafür enthalten, dass
die Malacodermen der Urform der Coleoptera am nächsten stehen
und dass ihre Metamorphose der Anamorphose der Hemimeta-
bola gewissermassen nahe verwandt ist. Biolog. CentralbL VII
S. 50-54.
lieber eine merkwürdige leuchtende Käferlarve be-
richtet H. V. Ihering in der Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 11 — 16.
Dieselbe leuchtete mit doppeltem Licht, am Kopf und Hinterende
roth, an den 10 Stigmenpaaren grün. Sie war 50 mm lang, 5 mm
breit, niedergedrückt. Leider ging sie verloren, bevor eine genaue
Beschreibung entnommen war. Nach Ihering kann sie nur entweder
einem Elateriden oder Melasomen angehört haben, wahrscheinlich
gehört sie zu Pyrophorus. — Das Leuchten so mancher leuchtender
Thiere sieht Ihering als eine andere wichtige Vorgänge begleitende
Nebenerscheinung an, die für das Thier bedeutungslos sein kann.
Das Intermittiren im Leuchten der Lampyriden gewährt ihnen
Schutz gegen Verfolger.
Ueber die Lebensdauer der Käfer in ihren verschiedenen
Stadien theilt F. Rühl einige eigene Beobachtungen mit; als Maximum
der Lebensdauer der Imagines sieht er 60, als Minimum 3 Tage an;
durch Verhinderung der Paarung lässt sich bekanntlich die Lebens-
dauer auf mehrere Jahre steigern. Die Natur 1887 S. 543.
Valery-Mayet sah einen Cybister Roesehi 4 Jahre in der
Gefangenschaft und stellt als die Bedingungen einer langen Lebens-
dauer bei Insekten strengstes Coelibat, Reinhalten des Körpers von
Pilzen und Massigkeit im Fressen auf; Olivier und Leprieur erinnern
an ähnliche Fälle einer langen Lebensdauer. Bull. Ent. France 1887
S. LXXXVHf.
Hornstein glaubte Käfer- (Anobium paniceum?) Larven sich
ledigUch von Weinstein haben nähren sehen; 32. und 33. Bericht
des Ver. f. Naturkunde zu Kassel S. 39.
P. Pero: Nota sui peli-ventose dei tarsi dei Coleotteri;
BoU. dei Musei di Zool. ed Anat. comparata della R. Universita
di Torino I.
P. G. schildert in Wort und Bild les larves des Coleopteres
(depuis les Cicindelides jusqu'aux Dermestides), indem er von jeder
172 Dr. Ph. Bertkau.
Familie einen Vertreter herausgreift; Le Naturaliste IX S. 108 — 110
mit Holzschn.; depuis les Dermestides jusqu'aux Dascyllides 8. 122 f.,
depuis les Lycides jusqu'aux Endomycliides S. 178 — 180.
Description of (11) new Coleoptera . . .; by Ch. 0. Water-
hause; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 289 296.
Part VI von Pascoe's Notes on Coleoptera, with descriptions
of new genera and species enthalten die Beschreibung von 19 neuen
Arten und 7 neuen Gattungen; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX
S. 8-20, Fl. I.
Altes und Neues über Coleopteren von Karsch enthält
I. Schienensporn und Tarsus (s. unten bei Stenosternus) ; IL die
Larve der Macrotoma edulis; Berl. Entom. Zeitschr. 1887 S. 1—8
Taf. I.
In der Einleitung zu seinen Bemerkungen zur genaueren
Kenntniss einiger Catops- Arten Europas spricht sich Seidlitz
gegen die zu weit getriebene Gattungsspalterei und die Namen-
änderungen Reitter's aus, welche z. Th. auf irriger Grundlage
beruhen (Dendroxena und Xylodrepa; Pseudopelta, Thanatophilus;
Asbolus, Necrodes; Anisotoma, Liodes; Ptomaphagus, Catops) ; Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 81— S8; vgl. ebenda S. Üb— 350.
Ebenda S. 350 — 352 schreibt Weise über des Gozis' Nomen-
clatur, vor deren Annahme er warnt.
E. A. Schwarz theilt eine Note on the sec'ondary sexual
characters of some North American Coleoptera mit, die sich
auf Hydrophilus ovatus, Mycetoporus americanus und flavicoUis;
Telmatophilus americanus; Axinocerus americanus; Scaphidium quadri-
guttatum; Malthodes captiosus und parvulus; Xylophilus fasciatus
und piceus beziehen; Entomol. Americ. II S. 137 — 139.
F. Blanchard macht Notes on Coleoptera; Entomol. Americ.
III S. 85—88.
F. PhiHppi stellt einen Catalogo de los Coleopteros de
Chile zusammen (2253 Arten in 686 Gattungen); An. de la Univers,
de Chile LXXI S. 1—190.
Neue Coleopteren aus Europa, den angrenzenden Ländern
und Sibirien, mit Bemerkungen über bekannte Arten, von E. Reitter;
3. Theil. Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 241-288; 4. Theü
ebenda S. 497—528.
Reitter setzt seine Coleopterologische Notizen fort; Wien.
Entom. Zeitg. 1887 S. 28 f., 76 f., 104—107, 171—173, 214f., 224—
228, 254-256, 303-306.
Fauvel fahrt in seinen Rectifications au Catalogus Cole-
opterorum Europae et Caucasi fort; Revue d'entomologie 1887
S. 75 — 96, 255 — 276; Reitter bestreitet die Richtigkeit mancher
dieser .Rectifications"; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 226—228.
Greve's „Sammel-Reminiszenzen" beschränken sich auf die
Käfer; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 113—119.
S. de Uhagon führt seine kritische Aufzählung der Coleopte-
ros de Badajoz zu Ende; An. Soc. Esp. de hist. nat. XVI S. 373 —
404; Tenebrionidae — Coccinellidae.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. I73
On the priority of various generic names in use in
British Coleoptera s. Champion in Entom. Monthl. Mag. XXIII
S. 227—230.
W. W. Fowler: 'J'he Coleoptera of the British Islands.
A descriptive account of the families, genera and species indigeneous
to Great Britain and Ireland ; with notes as to localities, habitats etc.
Vol. I. Adephaga— Hydrophilidae. With 2 pls. London 1887 S« (XXIII
u. 269 Ss.).
W. W. Fowler: On certain Species of Coleoptera new to
Britain, or reinstated; Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 49—53
(Homalota consanguinea Epp.; Scopaeus cognatus 3Iuls. & Hey;
Bledius dissimilis Er.; Bythinus validus Äube; Micrambe Abietis
Payk.; Atomaria Rhenana Kr.; Melanophthalma similata Gyll.., ful-
vipes var. meridionalis Reitt.; Laemophloeus pusillus Schönh.; Agarico-
phagus conformis Er.; Adalia obliterata L. var. fenestrata Weise,
Bothnica Fayk. var. crucifera Weise).
I. I. Walker: Coleoptera at Portland; Entom. Monthl. Mag.
XXIII S. 117—173.
Die Faune Gallo - Rhenane, T. IV, Malacodermes, par
J. Bourgeois, ist mit S. 133 — 156 fortgesetzt; Caen, 1887.
Bedel's Faune des Coleopteres du bassin de la Seine et
des ses bassin s secondaires ist fortgesetzt als Appendix zu den
Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 313—384 (Rhynchophora: Catalogue
des Curculionidae.)
Bertolini's Contribuzione alla fauna Trentina dei Coleot-
teri zählen die Cicinddidae, Carabidae, Dytiscidae, Gyrinidae auf;
BuU. Soc. Entom. Ital. 1887 S. 84—135.
A. Fiori setzt seinen Saggio di un catalogo dei Coleotteri
del Modenese e dei Reggiano fort; Atti Soc. dei NaturaKsti di
Modena, Memorie, Ser. Ill Vol. V. S. 1—25, 97—112. (Carabid.
Supplem.; Scarabaeid.; Buprestid.).
U. Lostia: Dell' ubicazione di alcune specie di Coleotteri
nell'isola di Sardegna; Bull. Soc. Entom. Ital. 1887 S. 335—343.
Ragusa setzt seinen Catalogo ragionato dei Coleotteri
di Sicilia fort; II Natural. Sicil. VI S. 107-109, 139—142, 201—
210, 221—228; VII S. 1—8, 41—44.
Derselbe fährt in seiner Aufzählung der Coleotteri nuovi o
poco conosciuti della Sicilia fort; ebenda VII S. 25 — 28.
In den Atti d. Accad. Gioenia di Sei. Natur., Catania, (S. III.)
T. XIX erschien ein Catal. dei Coleotteri dei dintorni di Ter-
mini-Imeresi posseduti e raccolti dal Prof. Ciofalo, zu welchem
Ragusa im Natural. Sciliano VII S. 21 — 23 Osservazioni macht,
die eine grosse Zahl von gi'oben Irrthümern Ciofalo's aufdecken, und
als zutreffenderen Titel vorschlagen: „Lista di alcuni Coleotteri di
Sicilia esistenti e non esistenti nella collezione Ciofalo."
Preudhomme de Borre bringt die 4. Centurie seiner Cole-
opteres . . . du Brabant; ßuU. Soc. roy. Linneenne de Bruxelles,
1887 und 4. Cent. Col. . . . de la prov. de Liege; Mem. Soc. roy.
d. sei. de Liege (2. s.) t. XV.
174 Dr. Ph. Bertkau.
Veeth führt 6 für die Niederländische Fauna neue Arten auf;
Tijdschr. y. Entomolog. XXX, Versl. S. XXVII. — Ebenda S. XXX
sind 9 weitere neue Arten namhaft gemacht.
Schilsky's Beiträge zur Käferfauna Deutschlands I
beziehen sich auf Theca pilula Äube, von Stockmann in Finsterwalde
(Mark) am Fuss einer alten Weide gefangen, und Allecula Löwen-
dali iittr.^ bei Bozen gesammelt; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 192.
Reeker's Beiträge zur Käferfauna Westfalens führen 6 für
Westfalen neue Arten, No. 3339 — 3345 (Hypocyptus discoideus;
Achenium humile; Obriumcantharinum; Clytus Verbasci; Acanthocinus
atomarius; Clythra cyanicornis) und neue Fundorte früherer Arten
auf; 15. Jahresb. Westf Prov.-Ver. S. 65-69.
Schreiber zählt die Käfer der Mossigkauer Haide auf;
Berl. Eni Zeitschr. 1887 S. 335—346.
H. Hahn liefert das IL Stück vom Verzeichniss der in der
Umgegend von Magdeburg . . . aufgefundenen Käfer (130 —
310); Jahresber. und Abhandl. des Naturwiss. Vereins in Magdeburg,
1886 S. 99—125.
I. J. 1886 sind als neu für Schlesien bekannt geworden Dromius
quadrisignatus Dej.; Rhantus sutureUus Harr., latitans Sharp; Que-
dius fumatus Steph.\ Staphylinus compressus Marsh.\ Epuraea sericata
Beitt.; Anthaxia grammica Lap.; Xylophilus humeraUs Duf.; Xylo-
pertha sinuata F.; Cis lineatocribratus Chevr.; Tomicus longicoUis
GyL; Letzner, 64. Jahresb. Schles. Gesellsch. f. vaterl. Kultur S. 228f.
J. Gerhardt schickt einen Sammelbericht pro 1886 aus
Niederschlesien ein; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 219—223.
J. Weise macht Mittheilungen über das Sammeln von
Käfern und über die Fangstellen im Glatzer Gebirge; Zeitschr.
f. Entomologie, Breslau, 12. Heft, S. 47-60.
Ebenda setzt K. Letzner sein Verzeichniss der Käfer Schle-
siens fort, S. 149 — 180 der fortlaufenden Paginirung (Staphylinidae
zu Ende, Pselaphidae, Clavigeridae, Scydmaenidae, Silphidae, Clambi-
dae, Sphaeriadae, Trichopterygidae, Corylophidae, Scaphidiadae, Pha-
lacridae, Erotylidae, Endomychidae p. p.).
Die Coleoptera Helvetiae sind mit Bogen 3 und 4 fortgesetzt
(Familien Elateridae Schluss, Dascillidae, Anfang der Malocodermata).
Beigabe zu Heft 9 der Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VIL
C. Petri bucht die Ergebnisse entomologischer Exkur-
sionen im Gebiete Schässburgs; Progr. d. evang. Gymn. A. B.
in Schässburg . . . 1884 — 85; Schässburg 1885. S. Reitter's Referat
in Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 247.
Beitrag zur siebenbürgischen Käferfauna von K. Petri;
Verhandl. u. Mitth. Siebenb. Ver. f. Naturw. Hermannstadt, XXXVI
S. 72 — 75. Bezieht sich auf 3 Elescus-Arten.
E. A. Bielz stellt die Erforschung der Käferfauna Sieben-
bürgens bis zum Schlüsse d. J. 1886 dar; Verh. und Mitth. des
Siebenb. Ver. f. Naturwissensch. in Hermannstadt, 37. Jahrg., S. 27 —
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 175
114. Das nach einer geschichtlichen Einleitung aufgestellte Ver-
zeichniss weist 3705 Arten und 320 Varietäten auf.
Von G. Seidlitz' Fauna baltica: Die Käfer der Ostseeprovinzen
Russlands, Zweite neu bearbeitete Auflage, ist die 1. Lief., Ein-
leitung S. I— XL und 1 Hth. Taf., Gattungen S. 1—16, Arten S. 1—96
erschienen. Besprochen von G. Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 361 f.
J. Weise beschreibt Neue sibirische Chrysomeliden und
Coccinelliden nebst Bemerkungen über früher beschriebene Arten;
dies. Archiv 1887 S. 164—214.
L. Conradt sendet Notizen über einige Käfer des östlichen
Turkestan ein; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 127—130.
V. Heyden bringt ein Verzeichniss der . . . auf der chine-
sischen Halbinsel Korea gesammelten Coleopteren, das dem
vorjährigen Verzeichniss Kolbe's (s. dies. Ber. 1886 S. 249) 134 Arten
hinzufügt, so dass nunmehr von Korea 256 Arten bekannt sind, von
denen 29 auf Korea allein vorkommen, 77 mit Japan, 33 dem Amur,
3 Europa gemeinsam sind. Die Curculioniden und Cerambyciden
sind in dem gegenwärtigen Verzeichniss nicht mit aufgeführt. Hör.
Soc. Entom. Ross. XXI S. 243—273.
H. V. Schönfeldt stellt einen C atalog der Coleopteren von
Japan mit Angabe der bezüglichen Besckreibungen und der sicher
bekannten Fundorte zusammen, zu dem von Heyden eine Vorrede
schreibt; aufgezählt sind 2682 Arten. Jahrb. Nass. Ver. f. Naturk.
40., S. 29—204.
Ein zweiter Beitrag zur Coleopteren-Fauna von Pecking
in Nord-China hat Bemerkungen zu 15 Arten; v. Heyden, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 293—295.
Desselben Bemerkungen zu früheren Arbeiten über das
Amur-Gebiet, ebenda S. 295 sprechen aus, dass Leptura rufa var.
muliebris Heyd. = succedanea Lewis, Anaglyptus angustifasciatus
Heyd. = Aglaophis colobotheoides Bates; Stromatium turkestanicum
Heyd. = Hesperoph. rusticus Gangib. = campestris Falderm. ist. Die
beiden erstgenannten Arten sind bis nach Japan, letztere über Korea,
Nordchina und Turkestan verbreitet.
Desselben Vierter Beitrag zur Kenntniss der Cole-
opteren-Fauna der Amurländer, ebenda S. 297 — 304, enthält
eine Aufzählung der an 7 verschiedenen Fundorten gesammelten
Arten mit der Beschreibung neuer.
Desselben XI. Beitrag zur Coleopteren-Fauna von Tur-
kestan (unter Mitwirkung von AbeiUe de Perrin, Eppelsheim, Faust,
Weise) behandelt die Sammelausbeute Haberhauer's 1886 und 1887;
ebenda S. 305—336.
Fairmaire macht auf Grund von Sammlungen des Abbe David
Notes sur les Coleopteres des environs de Pekiu; Revue
d'entomol. 1887 S. 312—335.
Ed. Fleutiaux liefert Descriptions de Coleopteres nouveaux
de l'Annam; Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 59—68 PI. 4.
176 Dr. Ph. Bertkau.
Ritsema Cz. handelt on a few Coleoptera from the Island
of Riouw (südlich von Malacca); Notes Leyd. Mus. IX S. 213—216.
Schaufuss bringt einen IL Beitrag zur Fauna der Nieder-
ländischen Besitzungen auf den Sunda-Inseln mit der Be-
schreibung bezw. Besprechung von 94 Käferarten; Hör. Soc. Entom.
Ross. XXI S. 102-147.
B. Jakowleff beschreibt Coleopteres nouveaux de l'Asie
centrale; ebenda S. 148 — 159.
Part V von George Masters' „Catalogue of the described
Coleoptera of Australia* in den Proc. Linn. Soc. New South
Wales (2. S.) I S. 584—686 enthält die Cm-culionidae (No. 4418 —
5624), Part VI, ebenda S. 979—1036 die Scolytidae, Brenthidae,
Anthribidae, Bruchidae, Cerambycidae (No. 5625 — 6228).
No. in der Contributions towards a knowledge of the Cole-
optera of Australia von A. S. 011 iff enthält die Beschreibung
dreier Nascio-Arten; ebenda S. 861 — 864.
Derselbe fährt in seiner' Revision of the Staphylinidae
of Australia fort; ebenda S. 887—906. (Utf. Tachyporini).
Kolbe sprach in der Gesellsch. naturf. Freunde über die
zoogeographischen Elemente in der Fauna Madagaskars;
Sitzgsber. 1887 S. 147 — 178, wobei von Arthropoden die Käfer, und
zwar Carabiden, Elateriden, Buprestiden, Cetoniaden, Heteromeren
und Cerambyciden ins Auge gefasst wurden. Die in Madagaskar
vorkommenden Arten weiseii mehr auf einen Zusammenhang mit
dem Norden und Nordosten, als mit dem benachbarten afrikanischen
Festlande. Daneben lassen zahlreiche Vertreter australischer und
neotropischer Gattungen und das Vorherrschen von im System tief-
stehenden Gattungen den Schluss gerechtfertigt erscheinen, dass ein
guter Theil der madagassischen Fauna dem alten antarktischen
Kontinent entstammt, und dass Madagaskar schon seit längerer Zeit
isolirt ist. Im Gegensatz zu Madagaskar wurde das afrikanische
Festland von Norden her bevölkert, als die Austrocknung des Sahara-
meeres eine Verbindung zwischen dem Norden und Süden gestattete.
Fairmaire veröffentlicht in seinem Naturaliste Diagnoses de
Coleopteres nouveaux de Madagaskar; IX S. 56f., 70 — 72, 83
mit Holzschn.
Derselbe zählt die Coleopteres des voyages de M. G. Revoil
chez les Somalis et dans l'interieur du Zanguebar auf; »Ann.
Soc. Eni France 1887 S. 69—186 PL 1—3, 277—320. Die neuen
Arten waren z. Th. schon früher (1883 und 1884) durch die C. R.
Soc. Ent. Belgique bekannt gemacht; z. Th. werden sie hier zum
ersten Mal beschrieben.
CL Müller beschreibt Vierzehn neue Heteromeren . . .
im Zambesi-Gebiete aufgefunden. . .; Tijdschr. v. Entom. XXX
S. 297—308 PL 12.
Dohrn macht Bemerkungen über einige Bertoloni'sche
Käfer aus Mossambik im Museum von Bologna; Stett. Ent. Zeitg.
1887 S. 171—174.
L. Peringuey bringt eine first contribution to the South
Bericht über Entomologie während des Jalirea 1887. 177
African Coleopterous fauna; mit der Beschreibung 100 neuer
Arten aus verschiedenen Familien; Trans. South- African Philosoph.
Soc, Vol. ill Part 2 S. 74—149 PI. 1—4. (Wird Peringuey a. a. 0.
angeführt werden.)
Die Beiträge zur Zoogeographie Westafrikas nebst einem
Bericht über die während der Loango-Expedition von Herrn W. Falken-
stein in Chinchoxo gesammelten Coleoptera von H. J. Kolbe in den
Nov. Act. d. Ksl. Leopold.-Carol. Deutsch. Akad. d. Naturf. L (No. 3)
S. 153—364 Taf. XIV— XVI enthalten nach einer Einleitung I. die
westafrikanische Subregion und ihre Abgrenzung von der ostafrika-
nischen, IT. Die klimatischen und Vegetations- Verhältnisse der west-
afrikanischen Subregion. UI. Die Thierwelt Westafrikas. IV. „Ueber
meine Principien beim Studium der geographischen Verbreitung der
Thiere." V. Betrachtungen über die westafrikanischen Carabidenfauna.
VI. Betrachtungen über die Phylogenie der Carabidae im Hinblick
auf ihre geographische Verbreitung. VII. Verzeichniss der west-
afrikanischen Carabidae mit Angabe ihrer geographischen Verbreitung.
Vni. Coleoptera von Chinchoxo. — Die Käferfauna führt zu einer
anderen Abgrenzung der westafrikanischen Subregion von der ost-
afrikanischen, als Wallace auf Grund der Säugethierfauna vorgeschlagen
hatte, indem das Gebiet des unteren Senegal, das Wallace zur ost-
afrikanischen Subregion gezogen hatte, der westafrikanischen zu-
zurechnen ist. Für die Abgrenzung der thiergeographischen Bezirke
hält Kolbe die Verbreitung der Arten, bezw. Artengruppen (Subgenera)
für eben so wichtig wie die der Gattungen. Aus der geographischen
Verbreitung der Thiere sind folgende Gesetze für die Phylogenie
abzuleiten: 1. Ueber alle oder mehrere Regionen zerstreute Gattungen
sind phylogenetisch alt, können aber in jüngeren Zweigen mehr oder
weniger noch jetzt in Blüthe stehen, ohne für die Fauna charakte-
ristisch zu sein (Calosoma, Cicindela, Scarites, Lebia). 2. Vereinzelt
vorkommende und artenarme Gattungen sind phylogenetisch alt.
Solche Gattungen sind gewöhnhch eigenthümhch gebaut: Amphizoa,
Opisthius, EUiptosoma, Platychile u. a. 3. Nur über eine oder
wenige Regionen verbreitete gattungsreiche Gruppen sind für die
Fauna charakteristisch und bestehen aus vielen, individuenreichen, weit
verbreiteten Arten, weil sie einem phylogenetisch jungen Stamm au-
gehören. — Die Aufzählung der Käfer von Chinchoxo (ßh) A.) ist
nach den Sammlungen Falkenstein 's gemacht; die neuen Arten waren
bereits früher (von Kolbe, Candeze, Quedenfeldt, Karsch) beschrieben
und sind hier zum Theil abgebildet.
Waterhouse macht 7 Arten namhaft, die von Johnston auf dem
Kamerunberg in einer Höhe von 8 — 10,000 Fuss gesammelt waren;
Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 128.
L. Bedel stellt Recherches sur les Coleopteres du nord del'Afrique
an; Ann.Soc.Ent. France 1887 S. 195 — 202 (Recherches synonymiques).
Valery Mayet beschreibt Arten aus Tunis; Bull. Eni France
1887 S. LXXXIX, XCiVf.
V. Heyden erstattet Bericht über die von . . . von Fritsch
Arcli. f. Naturgesch. Jahrg. 1888 Bd. II. H. 2. 1"^
178 Dr. Ph. Bertkau.
und Rein in Marocco und dem Atlas-Gebirge gesammelten
Käfer; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 433-448.
Fairmaire machte einige synonymische Bemerkungen: Aulodes
bifasciatus Quedenf. = Cylindroi'des alboplagiatus Fairm.\ Apate
semicostata Tlioms. und A. Ludovici Fairm. = A. producta Imh.; Ela-
phocera Maltzani v. Heyd. = insularis Fairm.', Paramarygmus nigro-
aeneus Quedenf. = Tetraphyllus femoralis Imh.; Bull. Ent. France
1887 S. XXXIV.
Corylophidae. A. Matthews beschreibt (3) new genera and (23) species
of Corylophidae . . .; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. lO.'j— 116. Die
echten Corylophiden stellt der Verfasser unmittelbar vor die Silphiden, die „Pseudo-
corylophiden" zu den Cocciuelliden.
Catoptyx (n. g.) Boivringii (Java); Matthews a. a. 0. S. 112,
Lepadodes (n. g.) Chilensis (Chili); Matthews a. a. 0. S. 113.
Oligarthrum (a. g.) Wate^-housii (Chih); Matthews a. a. 0. S. 110.
Aphanocephalus impundatus (Brasil.), quadrimaculatus (Pinang), vitreus (China)
S. 114, dissimilis (China) S. 11.'^; Matthews a. a. 0.
Arthrolips rotundutus (Bomeo), svffusus (China\ himaculatus (Burmah) S. 106,
Senegalensis (S.), croceus (Siam), scmipiinctatus (Java; Ceylon), flavicollis (Java)
S. 107, elegans (Afrika) S. 108; Matthews a. a. 0.
Corylophodes glabratiis (Rio Janeiro), unicolor (Java), insignis (Chili); Mat-
thews a a. 0. S. 109.
Peltinus orientalis (Java); Matthews a, a. 0. S. 109.
Sacium imperiale (Mysol) S. 105, alutaceum (Maldonada) S. 106; Matthews
a. a. 0.
Sericoderus crassus (Chili), australis (Hobart Town); Matthews a. a. 0.
S. 108.
Coecinellidae. Adalia Koltzei (Chabarofka) ; Weise, dieses Archiv 1887 S. 509.
Anisosticta 19-punctata L. var. egena (Kyndyr-tau); Weise, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 33.5.
Brumus oblongus Weidenb., eine für Deutschland neue Coleopteren-
Gattung (aus Tirol); Seidlitz, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 353.
Chilocorus rubidus Hopc var. fenestratus (Chabarofka) S. 210, similis Rossi
var. inornatiis (ibid.) 8. 211; Weise, dieses Archiv 1887.
Coccinella redimita var. principalis (Kyndyr-tau); Weise, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 335
Weise findet die bisher ungenügend charakterisirte und in Folge dessen von
Scymnus nicht zu trennende Gattung Coelopterus nach Untersuchimg der
Mundtheüe für wohlberechtigt und giebt von ihr folgende Diagnose: Corpus semi-
globosum parce pubescens. Palp. max. et lab. artic. ult. conico. Antennae 8-artic.;
elytra epipleuris acute inflexis, latis, ad angulum suturalem productis. Coxae
posteriores latissime distantes. Laminae abdominales imperfectae marginem posticum
segmenti primi attingentes. An diese auf Untersuchimg von Coel. salinus gegründete
Diagnose ist eine Tabelle zur Unterscheidung der im Bau der Taster näher ver-
wandten und sich vielleicht im Larvenzustand von Pilzen nährenden 3 Gattimgen
Coelopterus, Pharus und Sticholotis, die Weise in der Gruppe der Pseudococ-
cinellidae vereinigt, angesclilossen. Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 183—18'^.
Exochomus Semetwni (Mongolei); Weise, dieses Archiv 1887 S. 211.
Halyzia conglobata Z. var. w/^?'« (Orleans) ; Croissandeau, Kevue d'entomol.
1887 S. 279.
Hyperaspis japonica Crotch var, Ämurensis (Chabarofka); Weise, dieses Ar-
chiv 1887 S. 212. .
Ueber die Lebensweise von Novius cruentatus Muls. theilt Weise
nach Beobachtungen bei Berlin folgendes mit: der Käfer verlässt in den ersten
sonnigen Frühlingstagen, oft schon im Februar, sein Winterlager und fliegt auf die
Kiefernzweige, um dort seine Eier abzusetzen. Die ausgewachsene 6 mm lange und
4 mm breite Larve ist fieischroth, mit einem filzigen, weissgrauen Ueberzuge be-
kleidet, au den Seiten dichter als üi der Mitte; Kopf und Beine sind schwärzlich-
braun. Sie lebt von Blattläusen, ist Mitte Juli ausgewachsen und wandert dann.
Bericht über Entomologie während des Jalires 1887 179
nach den Umständen unterstützt durch einen aus dem After hervorgehaspelten
Faden, an den Kieferstämmen abwärts, an deren Fuss sie sich bis zu einer Höhe
von einigen Metern mit dem After anheftet, wobei der Kopf gewöhnlich abwärts
gerichtet ist. Die innerhalb der auf dem Eücken mit einem Schlitz geöffneten
Larvenhaut liegende Puppe entwickelt sich in !0 — 25 Tagen; der Käfer verweilt
aber in der Larvenhaut, bis er ganz ausgefärbt ist und verlässt dieselbe in den
ersten Tagen des August. Je nach der Witterimg kann sich die Entwickehmg bis
zur Ueberwinterung der Larven verzögern; eine doppelte Generation kommt aber
nicht vor. Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 181 — 183.
Ueber die Thätigkeit zweier Scymnus-Larven in der Vertilgimg der Phylloxera
Quercus s. Lemoine, Bull. Ent. France 1887 S. IV; von Sc. arcuatus der Schizo-
neura lanigera gegenüber Eey, ebenda S. LXXIV.
Sc. testaceus Motsch. var. cognatus (Chabarofka), Koltzei n. sp. (ibid.); Weise,
dieses Archiv 1887 S. 213.
Endomychidae. H. S. Gorham giebt eineEevision of the Coloopterous
family Endomychidae; Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 642—653 PI. Un. —
28 Arten, von denen 4 zur Aufstellung je einer neuen Gattung Veranlassung gaben ;
2 dieser Gattimgen, Ectomychus und Chondria, sind zugleich Eepräsentanten neuer
Unterfamilien.
Bolbomorphus (n. g., Eumorpho simile, sed re vera Eucteano affine) gibhosus
(Kashiwagi); Gorham a. a. 0. S. 647 Fig. 4.
Chondria (n. g., structura thoracis Stenotarso, ceterum et imprimis structura
4 tarsorum Symbioti affine) lutea (Nagasaki); Gorham a. a. 0.
Ectomychus (n. g. Mycetophago quoad habitum simile, sed structura tarso-
nmi et thoracis Stenotarso affine) basalis (Hauptmsel; Yezo, Sapporo); Gorham
a. a. 0. S. 646.
Phaeomychus n. g. für (Endomychus) rufipennis Motsch.; Gorham a.a.O.
S. 649 Fig. 3.
J. B. Smith beschreibt die Larve von Aphorista vittata; Entom. Americ,
n S. 85 f. mit Holzschn.
Cyanauges plagiatus (Yuyama; Hitoyoshi) S. 650 Fig. 6, quadra (Kashiwagi)
Fig. 8, nigropiceus (ibid.) Fig. 7 S. 651; Gorham a. a. 0.
Eumorphus bulbosus (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 142.
Lycoperdina Koltzei (Suifun; Ussuri); Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 18 -17
S. 508.
Mycetina laticollis (Kashiwagi; Nara; Kobe;; Gorham a, a. 0. S. 644 Fig. 2.
Panamomus decoratus (Oyayama; Kashiwagi) S. 648 Fig. 10, brevicornis
(Miyanoshita) S. 649; Gorham a. a. 0.
Stenotarsus honestus S. 145 und var. niaculatus, pumilio n. sp. S. 146 (Ma-
kassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI, chy^ysomclinus (Icliiuchi; Nara)
S. 644 Fig. 1, internexus (Nagasaki; Kashiwagi) Fig. 9, musculus (ibid.) S. Q\b;
Gorham a. a. 0.
Symbiotes (?) orbicularis (Kashiwagi; Kurigahara); Gorham a. a. 0. S. 652.
Erotylidae (einschl. Langariadae). Lewis stellt auf a list of fifty Ero-
tylidae from Japan, includmg thirty-five new species and four new genera; Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 53 — 73. Die meisten Erotyliden Japans sind Imagines
vor Mitte Juni imd überwintern nicht ; eine Ausnahme macht Dacne picta, die man
im Januar unter Planera-Einde findet. Die Männchen sind gewöhnüch grösser als
die Weibchen, bisweilen doppelt so gross (Encaustes praenobilis cj 35, $ 16 mm).
— Die Gattimgen Microsternus und Megalodacne stellt Lewis zu den Dacnini, da
ihre Tarsen deutlich fiinfgliederig sind. Die drei anderen Unterfamilien sind
Encaustini, Triplacini, ErotyUni.
Eudaemonius (n. g. Triplacin. prope Amblyopum) tuberculifrons (]\Iiyano-
shita; Chiuzenji); Lewis a. a. 0. S. 7.'; der Name wird durch Eut riplax er-
setzt; Ann. a. Mag. N. H. (5) XX S. 342; Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 309.
Microsternus n. g. für (Megolodacne) Ulkei Crotch; G. Lewis, Entom.
Monthl. Mag. XXIV S. 3 mit Holzschn.
Neot riplax (n. g. Triplacin.) atrata (Japan\ biplagiata (Miyanoshita; Oyama)
S. 61, paUidicinctu (Fukushima) S. 62; Lewis a. a. 0.
12*
180 I>r. Ph. Bertkau.
Renania (n. g. Encaustin.) atrocyanea (Oyama; Chiuzenji; Kashiwagi); Le-
wis a. a. 0. S. 60.
Satelia (n. g. Erotylin.) scitula (Higo; Yamato); Lewis a. a. 0. S. 73.
Gorham schreibt on the Classification of the Coleoptera of the sub-
family Languriides; Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 358 — 362.
Eine vergleichende Untersuchung der Languriiden, Erotyliden, Phytophagen
und verschiedener Clavicornia befestigten in dem Verfasser die Ueberzeugung, dass
die Languriiden eine Unterfamilie der Erotyliden bilden. Die Angabe Chapuis' in
den „Genera des Coleopteres", dass die metathorakalen Episterna und Epimera
nicht zu unterscheiden sind, ist nicht richtig: diese Theile sind vorhanden, wenn
auch schwer zu sehen. Die unterschiedenen 33 Gattungen werden in die beiden
Sektionen Spongioso-palmati (Tarsi subtus articulis 3 basalibus spongioso-pal-
matis, haud late ciliatis) und Trichio-palmatis (Tarsi subtus vülosi, artic. 3.
basalibus late vel saltem distincte ciliatis) gebracht. Die Crotch'schen Gattungen
sind zum grössten Theil berechtigt, wenn auch ungenügend charakterisirt gewesen.
Folgende neue Gattungen sind aufgestellt:
(Spong.-palm.) Metabelus (Abd. segm. ventrale basale lineis duabus impressis
brevibus, anteunarum clava elongata), Languriomorpha (wie Metabelus, aber
maris femoribus leviter denticulatis), JNeolunguriu (abd. segmentum ventrale ba-
sale lineis duabus impressis, intus carinulatis parallelis; ocuE subtiliter granulati;
Type Trogosita filiformis F.), Caenolangur'ia (wie vorhergehende, aber Oculi for-
titer granulati), (Trichio-palm.) C«»ijo^oc«;-/>i<.y (Oculi subtüiter granulati, vel modo
reticulati; elytrorum apicibus denticulatis, fineis abdominalibus nullis, tibiae antic.
maris valde sinuatae; Type Trapezidera longicollis Motsch.), Dasydactylus (wie
vorige, aber Tibiae rectae, maris intus asperatae, elytrorum apicibus denticulatis),
Hotnotus (ebenso, aber Tibiae intus laeves; maris abdominis segmento ventrali
apicah haud exciso ; femora, praesertim maris, clavata), Chromauges (Oculi subti-
liter granulati, elytrorum apicibus oblique truncatis; maris abdominis segmento ven-
trali apicali medio rotundato simplici; Type Langurides refulgens Fowlei-), Ana-
dastus (elytrorum apicibus muticis; lineis abdom. distinctis, cariniformibus ; Type
Lang. Cambodjae Crotch), Stenodastus (wie vorige, aber lineis abdominalibus im-
pressis divaricatis, Type L. melanosterna) , Meristobeliis (elytrorum apicibus for-
<iv^&ti%), Acroptei-oxys (elytr. apicibus acuminatis; Tj-pe L. gracilis A'^e/(vn.), Bar-
bar opus (Oculi grosse granulati ; tarsi vix hrrtuli; lineis abdominalibus nullis, Type
L, Nyassae Foivler).
Trapezidistes (n. g. Trapeziderae simUe) Ritsemae (Palembang); Fowler,
Notes Leyd. Mus. IX S. 124.
Aulacochilus quadripustulatus F. var. Celebensis (Makassar); Schaufuss,
Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 141.
Coptengis CurtisH (Batchian) S. 382, Melvilli (Neu-Guinea) S. 383; Water-
house, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX.
Crotchia minuta (Hue); Fleutiaux, Ann, Soc. Ent. France 1887 S. 68.
Cyrtotriplax sobrina (Japan), centralis (zw. Nikaido u. Kashiwagi) S. 62, pan-
therina (Oyayama), latifasciata (Higo) S. 63, nigropunctata (Miyanoshita), pallidi-
ventris (Chiuzenji), cenchris (Kashiwagi) S. 64, maculifrons (Oyama), discalis (Nikko;
Kashiwagi), rufipetuüs (Hitoyoshi) S. 65, soUvaga (Hakone), circumcincta (Miyano-
shita), 8. 66, tripartiaria (Higo), basalis (Oyama), similis (Nikko; Kashiwagi) S. 67,
ruficornis (ibid ), connectens (Ikenchaiya) S. 68; Lewis a. a. 0.
Daene zonaria (Japan), fungorum (Nikko); Lewis a. a. 0. S. 56.
Encaustes centaurus (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 142,
Languria Ravassae (Sumatra), longicollis (ibid.) S. 122, approxirnata (ibid.)
S. 123; Fowler, Notes Leyd. Mus. IX.
Microstemus Crotchi(Y^am.sXo) S. 57, tricolor (Yuyama), Higonius (ibid.) S. 58;
Lewis a. a. 0.
Triplax devia (Hitoyoshi; Nikko; Miyanoshita), ainonia (Sliiraoi; Sapporo)
S. 69, sufßava! (Nikko; Chiuzenji; Yamato), laetabilis (Hakodati; Hitoyoshi) S. 70,
discicollis (Miyanoshita; Kashiwagi), atricapilla (Na,Tn; Higo) S. 71; Lewis a. a. 0.
Chrysomelidae. M. Jacoby bringt Descriptions of the Phytophagous
Coleiiptora of Ceylon^ . . .; Proc, Zool, Soc. London 1887 S. 65—119 PI. X, XI,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 181
Derselbe desgl. of some new genera and species of Phytopliagous
Coleoptera . . .; Notes Leyd. Mus. IX S. ■2-29—243.
Derselbe bringt den 3. Theil seiner Descriptions of new Genera and
species of Phytophagous Coleoptera from the Indo-Malayan and Au-
stro-Malayan subregions . . . .; Ann. Mus. Civ. Genova (2) IV S. 41 — 121.
Derselbe desgl. of some undescribed species of Phytophagous Coleoptera
from Abyssinia . . .; ebenda S. 122 — 1-28.
Lefevre beschreibt Clytrides et Eumolpides nouveaux de l'Afrique
tropicale occidentale, et des lies de Sumatra et de Banka; ebenda
S. 259—266.
Alytus (n. g, Halticin.) Ceylonensis (C); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London
1887 S. 98.
Amandus (n. g. Galeruc.) subcostatus (Ternate); Jacoby, Ann. Mus. Civ.
Genova (2) IV S. 118.
Amphimeloides (n. g. Halticin.) dorsalis (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool.
Soc. London 1887 S. 96.
Anthobiodes (n. g. Haltic.) 5mo«j (Haifa, Syrien); Weise, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 402.
Cala'ina (n. g. a Sastra epipleuris postice evanescentibus distinctum); Schau-
fuss, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 140.
V. Heyden schlägt für Eutheca Baly (wegen Eutheca Kiesw.) Calotheca vor;
Wien. Entom Zeitg. 1887 S. 98.
Chabria (n. g. Halticin.) nigroplagiata (Bogawantalawa) PI. X Eig. 8, apici-
cornis (ibid., Dikoya) Fig. 9; Jacoby, Proc. ZooL Soc. London 1887 S. 93.
Cleonica (n. g. Halticin.) qnadriplagiata (Sumatra); Jacoby, Notes. Leyd.
Mus. rX S. 233.
Coelocrania (n. g. Galerucin.) terminata (Ply river); Jacoby, Ann. Mus.
Civico Genova (2) IV S. 120.
Demarchus (n. g Halticin.) pubipennis (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1887 S. 101.
Doryscus (n. g. Galerucin.) testaceus (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1887 S. 115.
Haplotia (n. g. Galerucin.'! varipeniiis (Nuwarra Eliya); Jacoby, Proc. Zool.
Soc. London 1887 S. 118 PI. XI Fig. 5, 6.
Hemistus (n. g. Galerucin.) submetallicus (Sarawak); Jacoby, Ann. Mus.
Civico Genova (2) IV S. 90.
Ivalia (n. g. Halticin.) viridipennis PI. X Fig. 12, metallica Fig. 11 (Boga-
wantalawa) S. 100, fulvipennis (Ceylon) S. 101; Jacoby, Proc. ZooL Soc. Lon-
don 1887.
Luperomorpha (n. g, Lupero simile, Longitarso affine) trivialis (Kaddefka;
Chingan); Weise, dieses Archiv 1887 S. 204.
Medythiu (n. g. Galerucin.) guadrimaculata (^wm3i.\xa); Jacoby, Notes Leyd.
Mus. IK S. 242.
Microlepta (n. g. Galerucin.) coei-uleipennis (Fly river) S. 66, Celebcnsis
(Kandari) S. 67; Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Morylus (n. g. Halticin.) fulvipennis (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. Lon-
don 1887 S. 99.
Neochrolia (n. g. Galerucin.) cavifrons (Balangoda); Jacoby, Proc. Zool.
Soc. London 1887 S. 117 PI. XI Fig. 4.
Neodrana (n. g. Galerucin.) semifulva {^oxong; Eamoi); Jacoby, Ann. Mus.
Civico Genova (2) IV S 85.
Ovamela! (n. g, prope Phyllocharim) onja^jpennw . (Madag.) ; Pairmaire,
Le Naturaliste IX S. 83 Holzschn.
Paridea (n. g. Galerucin. Aulacophorae simüe) thoracica (Indien); Baly,
Journ. Linn. Soc. London XX S. 27.
Pexodorus (n. g. Halticin.) Ceylonensis (Dikoya); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
Lond. 1887 S. 95 PI. X Fig. 10.
P ha e Iota (n. g. Halticin.) semifaseiata (Bogawantalawa); Jacoby, Proc. Zool.
Soc. Lond. 1887 S. 94.
Philogeus (n. g. Halticin.) fulvipennis (Dikoya); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1887 S. 96.
]^g2 Dr. PL. Bertkau.
Pi'iapina (n. g. Galerucin.) longicortiis (Dikoya); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1887 S. 116.
Sphaeropleuru (n. g. Halticin.) tricostata (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1887 S. 102.
Syoplia (n. g. Galerucin.) Javanensis (Buitenzorg) ; Jacoby, Ann. Mus.
Civico Genova (2) IV S. 85.
Tegyrtis (n. g. Halticin.) metaUiciis (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. Lon-
don 1887 's. 97.
Thrylaea (n. g. Halticin.) variabilis (Bogawantalawa); Jacoby, Proc. Zool,
Soc. London 1887 S. 99.
Yulenia (n g. Galeruc.) marginipennis (Yule L); Jacoby, Ann. Mus. Civico
Genova (2) IV S. 117.
Abirus Hageni (Sumatra); Lefevre, Notes Leyd. Mus. LS S. 261.
Aenidea facialis (Ceylon); Baly, Journ. Linn. Soc. Lond. XX S. 27, (?) hirti-
pemiis (Dikoya); Jacoby, Proc. Zool. Soc. Lond. 1887 S. 113, variabilis (Sarawak)
S. 109, metallica (ibid.) 'S. 110; derselbe, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Aesernia australica (Queensland) S. 300, latefasciata (Port Moresby) S. 301;
Jacoby, Notes Leyd. Mus. IX.
Agelastica ßavicollis (Somerset); Jacoby, Ann. Mus. Civ. Genova (2) IV S. 59.
Göldi scbildert die Metamorphose von Alurnus marginatus, einem
Schädling der Fächerpalme (Latania borbonica); Zool. Jahrb. H S. 584 — 587 mit
8 Holzschn. Die asselähnliche Larve frisst Löcher in die Blätter der Lat. borbonica,
die ein Absterben der Blätter zur Folge haben. ,Da die Gattung Alumus südamerika-
nisch ist, die genannte Palme dagegen die Bourbon- Inseln zum Vaterland hat, so
wird sie AI. marginatus erst seit ihrer Ueberführung nach Brasilien zur Futter-
pflanze erkoren haben."
Antipha Nietneri Baly abgebildet von Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887
PI. XI Fig. 7.
A. capitata Jac. var., bimaculata Jac. var., multicolor (Java) S. 238, apici-
pennis (Sumatra) S. 239; derselbe, Notes Leyd. Mus. IX, variabilis (Sarawak)
S. 101, basalis (Ms. Singalang), ßavifrons (ibid.)''S 102, Beccarii (Kandari) S. 103,
Celebensis (ibid.), Javarta (Tcibodas) S. 104, biynaculata (ibid.) S. 105; derselbe,
Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Aphthona Ceylonensis , Lewisi (Bogawantalawa), proxima (Balangoda) S. 85,
vicina (Dikoya), (dorsalis Motsch.) S. 86; Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887,
wodesta (Chabarofka) S. 200, trivialis (ibid.) S. 201, interstitialis (ibid.) S. 202;
Weise, dieses Archiv 1887, (?) cyanea (Simiatra); J acoby, Notes Leyd. Mus. IX S. 230.
Apolepis atra (Sumatra); Lefevre, Notes Leyd. Mus. IX S. 262.
Argopus substriatus (Chabarofka) S. 206, intermedius (Wladiwostok) S. 208;
Weise, dieses Archiv 1887.
Baly stellt im Journ Linn. Soc. London XX S. 2 eine synoptische Tabelle der
Aulacophora- Arten auf und beschreibt neben älteren Arten A. albofasciata (Dorey)
S. 6, pygidialis (ibid.; Aru-L; Ceram) S. 7, lata (Ceram; Makassar; Celebes; Gilolo)
S. 8, instahilis (Batchian; Mysol), Boisduvali (Neu-Gmnea; Borneo; Sarawak)
S. 10, propinqua (Dorey; Ke Isis.; Batchian; Sulu Isis.) S. 11, approximata (Ce-
lebes) S. 12, ßaviventris (Malacca) S. 13, Fabricii (Tonga I.). nigroscutata (Gilolo;
Amboina'i S. 14, Wallacii (Timor) S. 15, tetraspilota (Batchian; Amboina; Gilolo),
octomaculata (Nord Indien) S. 17, excavata (Indien) S. 18, Downesi (Bombay) S. 20,
antennata (Java; Smgapore; Sarawak) S. 21, Stevensi (.Ceylon; Indien), Duboulayi
(Westaustr.) S. 2-', nigrosignata (Flores) S. 23, Lemisii (Hongkong), semilimbata
(Dorey), Duvivieri (Java; Malacca) S. 24, excisa (Celebes ; Flores; Neu-Guinea),
Moyhoii (Cochinchina) 8. 25, costatipennis (?) S. 26. — A. hexaspilota (Madagaskar);
Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 83 mit Holzschn., dilutata (Sarawak) S. 49,
pectoralis (Somerset) S. 50, semiopaca (Sumatra) S. 51, Celebensis (Kandari) frau-
dulenta (Neu-Guinea) S. 52, apicalis (ibid.) S. 54, insuluris (Yule Isl.) S. 55, basalis
(Elephanta) S. 56; Jacoby, Ann. Mus. Civic. Genova (2) IV.
Jacoby (beschreibt und) bildet ab A. Stevensi Baly PI. XI Fig. 1 und nigri-
peta Buviv.Yig. 2, 3; Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 103.
k\x\eü& pallida (Sumatra); Lefevre, Notes Leyd. Mus. IX S. 260.
Cala'ina admirabilis S. 139 und var. elegans S. 140 (Makassar); Schaufuss,
Hör. Soc. Entom Eoss XXL
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 1^3
Callispa Deluuneiji (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent, France 1887 P. 67.
Candezea bimaculata (Fly river); Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV
S. 115.
Canistra Drakei (Paraguay); Kolbe, Entom. Nachr. 1887 S. 27.
Cassida incompta (Turkestan-; Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 334,
riissata (Peking); Fairmaire, Eevue d'entomol. 1887 S. 335.
Chalco'ides picipes (Chabarofka; Wladiwostok); Weise, dieses Archiv 1887
S. 192.
Chlamys pallifrons (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 68.
Chrj'sodina ^«7o.?« (Chiriqui) , antennata (ibid.), serrula (ibid.); Lefevre, Bull.
Soc, Entom. France 1887 S. CLV.
Chrysolampra punctatissima (Galle); Jacoby, Proc. Zool. Soc. Lond. 1887 S. 73.
Weise's Bemerkungen über einige Chry somelen-Formen aus Galizien
beziehen sich auf Chr. purpurascens Gertn.^ olivacea Su/fr., Orina plagiata Suffr.;
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 185f.
Chr. siilcicollis S. 330, Pekinensis, lobieollis S, 331 (Peking); Fairmaire,
Eevue d'entomol. 1887, brutmicornls (Altai) S. 175, seriepunctata (Amur) S. 176,
Sibirica (ibid.) S. 177, Koltzci (Chabarofka; Pochrofka) S. 179, (aurichalcea J!/an««rÄ,
S. 181 mit 10 Varietäten S. 181); Weise, dieses Archiv 1887.
C. H. T. Townsend handelt on the Variation of the elytral markings
in Chr}'8omela, Doryphora and allied genera; Entomol. Americ. 11 S. 57 — 59.
Cleorina fulvitarsis (Sumatra); Lefevre, Notes Leyd. Mus. EK S. 263.
Cl. aulica Lef. = (Nodostoma) aeneo-micans Balij; derselbe ebenda.
Clytra (Diapromorpha) cribricollis (Humpata); Lefevre, Notes Levd. Mus. IX
S. 259.
Cneorane pallida (Bogawantalawa) ; Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 113, morftf^te (Neu-Guinea; Java) S. 60, (?) semipurpurea (Hatam; vom Aussehen
einer Theopea) S. 61; derselbe, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Coelaenomenodera campextris (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX
S. 72 mit Holzschn.
Colaspidema siiturella (Peking); Fairmaire, Eevue d'entomol. 1887 S. 330.
Colaspoides nigripes Jacoby var. S. 264, speciosa (Banka), Hageni (Sumatra)
S. 265, laevicollis (ibid.) S. 266; Lefevre, Notes Leyd. Mus, IX,
Colasposoma Davidi (Yunnan); Lefevre, Bull. Ent. France 1887 S. LV,
episcopale, viridicolle breviusculum (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX
S. 83 mit Holzschn,
Coptocephala unifasciata var. /«//fl.r (Glatzer Gebirge) ; Weise, Zeitschr, f. En-
tomologie, Breslau, r^. Heft S. 56; C. japonica Baly var. immaculata (Peking);
V. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 295.
Corynodes Davidi (Yimnan); Lefevre, Bull. Ent. France 1887 S. LVI, cgoms
(Sumatra); derselbe ebenda S. 2b4, ahyssinica (Schoa; Mahal-Uonz; Let-Marefia);
Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV S. 123.
Crepidodera hirtipennis, ininuta (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc, London
1887 S. 90.
Ueber die Verbreittmg der Crioceris Asparagi in Nordamerika s, Schwarz,
Proc. Entom, Soc. Washington I S. 58.
Crioceris Sinica (Peking; Korea) S, 270, Sieversi (ibid.) S. 271; v. Heyden,
Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI.
Cr. 14-punctata Scop. var. Sibirica (Amur); Weise, dieses Archiv 1887 S. 165.
Cryptocephalus Equiseti, cognatus (Sardinien); Costa, Geo-Fauna Sarda VI,
a. a. 0. S. 52, Hauseri (und var. perfectus) (Kyndyr-tau) S. 327, taruUs (ibid.)
S. 328; Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, regalis var. cyanescens (Daurien)
S. 166, (japanus var,?) d-äneatus (Nikolajewsk) S. 168, egrcgius n. sp. (Daurien)
S. 169, ruralis (Pochrofka) S. 170, Koltzei (Chabarofka) S. 171; derselbe, dieses
Arcliiv 1887.
Cynorta sumatrana (S.); Jacoby, Notes Leyd. Mus. IS S. 237, parvula (Ms.
Singalang) S, 112, capitata (Sumatra; Borneo) S, 113, M«/co/or (Neu-Guinea) S, 114;
derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova (2) IV,
Demotina scmifasdata (GaUe, Balangoda) S. 70 PI. X Fig. 1, Leivisi (Galle)
S. 71, Ceyloneiisis S. 72; Jacoby, Proc, Zool. Soc. London 1887.
Dermorrhytis cuprea, Ceylonensis (Dikoya) PL X Fig, 7 S, 81, Lcrvisi (Dikoya),
184 Dr- Pli Bertkau.
(ornatissiina Baly = fasciato-rutilans Lcfevre Fig. 6), varinbilis S. 82, (igneofasciata
Fig. 5); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887.
Diapromorpha quadripunctata (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London
1887 S. 68.
Diorrhabda (?) Yulensis (Yule-L); Jaboby, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV
S. 107, (?) maci/Iiceps (Schoa; Let-Marefia) S. 124; derselbe ebenda.
Ueber Athmung der Larven und Puppen von Donacia crassipes
macht Schmidt in Berl. Entom. Zeitschr. 1887 S. 325-334 Taf. V B. Fig. 1—11
eingehende Mittheilungen, die hinsichthch der Hauptsache, dass die Larve und
die in dem an die Wurzel angesponnenen Cocon befindliche Puppe die in den Inter-
cellulargängen der Wurzeln von Nymphaea, Sparganium u. s w. befindliche Luft
athme, mit den älteren Angaben v. Siebold's übereinstimmen, insofern aber davon
abweichen, dass nach Schmidt die am Eücken des 8. Hinterleibssegments befind-
lichen sichelförmigen Chitinanhänge, in denen die Hanptstämme der Tracheen ver-
laufen, bis zu ihrer Spitze von einem Kanal durchzogen sind, der hier ausmündet.
Diese Anhänge werden in die Wurzeln eingebohrt, und durch die OefFnung an der
Spitze derselben geht dann der Gasaustausch vor sich.
Donacia appendiculata Ahr. bei Nuth in Limburg gefangen; Everts,
Tijdschr. v. Entom. XXX, Versl. S. XX.
D. bactriamt (Kyndyr-tau) ; Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 325.
Doridea (?) metallica (Simaatra); Jacoby, Notes Leyd. Mus. IX S. 241.
Downesia siilcata, angustata (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 67.
Enneamera Ceylonensis (C.): Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 84.
Erystus dypeatus (Timor); Jacoby, Notes Leyd. Mus. EX S. 232.
Eucycla Ceylonensis (C.); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 87.
E. Andre schildert Les metamorphoses de l'Eumolpus Vitis; Le Na-
turaliste IX S. 96—98 mit Holzschn.
Euryope crucüita (Ovumbo, Afrika'); Lefevre, Notes Leyd. Mus. IX S. 261.
Exema Ceylonensis (C.); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 69.
J. S. Baly macht Notes on Galerucinae . . . .; Entom. Monthl. Mag.
XX ITT S. 268 — 270. (Aulacophora dilatata Jacoby = luteicomis F. var. ; semiopaca
Jac. = bicolor Web. var.; Gly(p)tolus /aco6. = Mal axia Faii-m., aber die Jacoby-
sche Beschreibung der Krallen ist richtiger als die Fairmaire's; Praeochralea Duv.
= Sermylioides Jacob. ; beide Autoren haben die Gattung auf Galeruca pallicomis
F. gegründet, die Duvivier als P. antennalis, Jacoby als Serm. basalis beschrieb;
Nadrana hat die vorderen Acetabula vollkommen geschlossen, bedomte Vorder-
schienen, das erste Tarsenglied länger als die 3 folgenden zusammen; Ochralea hat
offene vordere Acetabula.)
Derselbe liefert Descriptions of a new genus and of some new species
of Galercinae; also diagnostic notes on some of the older deseribed species of
Aulacophora; Journ. Linn. Soc. London XX S. 1—27.
Galeruca Heydeni (Korea); Weise, Hör. Soc. Entom. Koss. XXI S. 272, Ne-
brudensis (]\Iadonie); Eagusa, II Natural. Sicil. VI S. 216.
Galerucella virtda.\ Ceylonensis (KitukgaUe) PI. XI Fig. 12 S. 105, lateralis
(Kitiikgalle) S. 10", Crotcin, marginata (Ceylon) S. 107; Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1^87, ßuvescens (Amur) S. !90, signaticeps (Wladiwostok) S. 191; Weise,
dieses Archiv 1887, Hagent (Simiatra) S. 235, (?) funesta (Congo) S. 236; Jacoby,
Notes Leyd. Mus. IX, laterimaculata (Sorong; Salwatti) S. 105, multimaculata (Ms.
Singalang) S. 106; derselbe, Ami. Mus. Civico Genova (2) IV.
Colaphus alpinus GebL, von Suffrian auf eme Gastroidea bezogen, ist ein
echter Colaphus; die Gastroidea alpina Suffr. wird lenta neu benannt; Weise, dies.
Archiv 1887 S. i73f. —
Chrysomela viennensis Schrank ist auf Colaphus sophiae zu beziehen, nicht, wie
Weise es früher gethan, auf Phyllodecta tibialis Suffr.; derselbe ebenda S. 174.
Gynandrophthahua rufilahris, w«c//e«?a (Kyndyr-tau); Weise, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 326, obscwipes (Chabarofka; Wladiwostok^ ; derselbe, dies.
Archiv 1^87 S. 165.
Haltica (Graptodera?) nigripennis (Ceylon); Jacobv, Proc. Zool. Soc. London
1887 S. 83, hisulcata (Wladiwostok); Weise, dieses Archiv 1887 S. 195.
Haplosonyx smaragdinipennis Clark var. coerideipennis (Makassar); Schau-
Beri(;ht über Entomologie wälireiul des Jahres 1887. 185
fuss, Hör Soc Entom. Eoss. XXI S. 141, a/iicicor?ns (Java) S. 83, parvulus (Sa-
rawak; Kaju Tanam) S. !^4; Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Heteraspis occidentalis (Kyndyr-tan); Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1^87
S. 335.
Hispodonta /j/öp'aa^ß (Indien); Baly, Entom. Monthl. Mag. XXIEI S. 270,
Hoplasoma Celebensis (Kandari) S. 81, Ceylonensin (Pointe de Galle) S. 82;
Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova ('2) IV.
Hydrothassaj»/««?«.?«//« (Eeynosa; Guadarrama; La Granja); Weise, Deutsch,
Entom. 'Zeitschr. 1887 S. 188.
Jacoby beschreibt die vermeintliche (Hyphaenia) flavofemoratus Motsch.;
Proc. Zool. Soc. London 18.S7 S. 115-
H. (?) disccädalis (Sumatra); derselbe, Ann, Mus. Civic. Genova (2) IV S. 119.
^y^no^\ä\di violaceipennis ^. %^, apicipennis, rugicollfs S. Sd {Ceylon); Jacoby,
Proc. Zool. Soc. London 1887.
Labidostomis Chinensis (Pecking); Lefovre, Bull. Ent. France 1887 S. LV.
Lactica suturalis (Sumatra); Jacoby, Notes Leyd. Mus. IX S. 229, unicolor
(Aden); derselbe, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV S. 124.
Lema Äkinini (Chodsent); v. Heyden, Deutsch. Entoi. Zeitschr. 1887 S. 323,
Ce>/lonensis (Bogawantalawa) S. 65, fiilvicornis, crassicollis S. 66, dif/icilis (Dikoya)
S. 67 (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887.
E. Duges schildert die Metaraorfosis de la Leptinotarsa undecim-
lineata Stal; La Naturaleza VII S. 308—311 L. VHI Fig. 1—14. (War früher
in den Ann. Soc. Ent. Belg. erschienen; vgl. dies. Ber. für 1884 S. 190.)
L. decemlineata wieder bei Torgau aufgetreten; Sitzgsb. Berl. Entom. Ver.
1887 S. XXXIX f.; Entom. Nachr, 1887 S. 256, b-23— 329. — Ueber die Frage, wie
man dem Käfer in Deutschland entgegenzutreten habe, handelt Will ebenda
S. 380—382.
Longitarsus corpnlentus (Kyndyr-tau) S, 333, asperifoliarum (ibid.) S. 334;
Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, longicornis (Bogawantalawa); Jacoby,
Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 87, Amurensis (Chabarofka), stramhieus (ibid.)
S. 205, aphthonoides (ibid.) S. 206; Weise, dieses Archiv 1887.
Luperodes (quadripustulatus Motsch. S. 109), pectoralix (Dikoya), flavicornis
(Ceylon) S. 110, multimaculatus, ruficollis (Ceylon) S. 111; Jacoby, Proc. Zool.
Soc. London 1887, javanensis (Batavia); derselbe, Notes Leyd. Mus. IX S. 234.
Ueber die Gattung Luperodes vgl. unten bei Macrima.
Luperus nigromarginatus (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 112, australis (Somerset) S. 63, nhiripennis (Ms, Singalang) S. 64, piceomargina-
ttis (Somerset) S. 6.5; derselbe, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Macrima pallidicornis Jac. var. a und b; die Art gehört vielleicht in
die Gattung Luperodes, der zwarChapuis offene vordere Hüftgruben zuschreibt,
die aber nach Ausweis der typischen Art, L. alboplagiatus Motsch., geschlossene
Hüftgruben hat; Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV S. 111.
Manobia apicicornis (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc, London 1887 S. 89.
Megalognatha ahyssinica (Schoa) S. 126, metalUca (ibid.) S. 127; Jacoby,
Ann. Mus. Civico Genova (2^ IV.
Melasoma Divisi (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 83,
cuprea F. var. Sarmatica (Minsk); Weise, dieses Archiv 1887 S. 187 Anm.
Menippus nigrocoei-uiea ! (Ply river); Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2)
IV S. 114.
Menius tarsalis (Liberia^; Lefevre, Notes Leyd. Mus. IX S. 263.
MeteUus (Neocharis Jac.) laevipennis (Sumatra); Jacoby, Ann. Mus, Civico
Genova (?) IV S. 62.
Metrioidea rufipennis (Kandy); Jacobv, Proc. Zool, Soc. London 1887 S. 114
PI, XI Fig. 8.
Mimastra capitata (Dikoya), robusta (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool, Soc,
London 1887 S. 104, rugosa (Tcibodas), scyriimarginata {^xxm&ixd.); derselbe, Ann,
Mus. Civico Genova (2) IV S. 108.
Momoea flavomarginata (Hatam); Jacoby, Ann. Mus, Civico Genova (2)
IV S. 69.
Monolepta suhseriata (Chabarofka); Weise, dieses Archiv 1887 S. 191, sex-
maculata [(Ms. Singalang) S. 91, Gcrmari (Somerset), uffinis (Sarawak) S, 92,
186 Dr- Ph' Bertkau.
sculellnta (Fly river; Katau), opaca (Ply r.; Hatam) S. 93, (juadrimaculata (Somerset)
S. 94, brumieipennis (Yule J.), melmicholica (Ms. Singalang) S. 95, unicoloi' (Kaadari)
S. 96, parvonotata (Ms. Singalang), Aruensis (Am I.) S. 97, dimidiuta (Somerset)
S. 98; Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV, decemmaculata (Massaua); der-
selbe ebenda S. 127.
Morphospbaera sumatrunu (Ms. Singalang); Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova
(2) IV S. 60.
Neolepta quadriplagiata (Ms. Singalang) S. 99, imifasciata (Fly river) S. 100;
Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Nicea bifasciata (Andai) S. 67, basalis (Fly river) S. 68; -Jacoby, Ann. Mus.
Civico Genova (2) IV.
Nodina subdilatata Motsch. wiederbescbrieben von Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1887 S. 74.
Nodostoma bituherculatum (Dikoya), bipunctatum (ibid.) S. 76, impressipenne
(Galle), Lerrisi (Dikoya) S. 77, tuberostmi PL X Fig. 4, Lefevrei S. 78, clypeatum^
tongicorne S. 79, Fairmairei, obliteratum (Dikoya) S. 80; Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1887.
Oides quadrifasciata (Neu Guinea) S. 41, quinquelineata (Yule I.) S. 42,
maculicollis (Ms. Singalang, Simiatra), cycmella (Ternate) S. 43, subaenea (Hatam)
S. 44, perplexa (Neu Guinea), terminata (Fly river) S. 45, decemgidtata (ibid.) S. 46,
nigroplagiata (ibid. und Eamoi) S. 47, nigricollis (Kapoor, Neu Guinea) S. 48;
Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (21 IV.
Clerk macht einige Bemerkungen zu den Oreina-Arten; Soc. Entom.
n S. 11 f., 22.
Orina virgulata Germ. var. Papei (Gadmenthal), h\g\A.du\&\. cupreata; Weise,
Deutsch. Entom. Zeitchr. 1887 S. 364, plagiata Svfp)\ var. dorsalis (Ponice, Galizien);
derselbe ebenda S. 186, luctuosa Oliv. var. mmcolUs (Macugnaga; Seealpen);
Stier lin, Soc. Entom. I S. 137.
Oxycephala Wallucei (Solomon Ins.); Baly, Entom. Monthl. Mag. XXTTT S. 270.
Ozomena (Theopea) variabilis (Sumatra); Jacoby, Notes Leyd. Mus. IV S. 240.
Pachnephorus variegatiis, seriatus (Hue); Lefevre, Bull. Ent. France 1887
s. Lvn. ^
Pachybracbys (Kyndyr-tau) S. 329, instabilis (ibid.) S. 330: Weise, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887.
Pachytoma abyssinica (Schoa; Let-Marefia) ; Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova
(2) IV S 1-25.
Pagria costatipennis (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 73
PI. X Fig. 2, sumatrensis (Serdang); Lefevre, Notes Leyd. Mus. IX S. 260,
ParUna fulva (Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 88.
Pbaedon (Sternoplatys) hemüphaericus (Wladiwostok); Weise, dieses Archiv
1887 S. 187
Phyllobrotica hirtipennis (Nuwara Eliya) S. 103, mar-ginata (Ceylon) S. 104;
Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887, javana (Tcibodas) S. 57, bifasciata (¥\y river)
S. 58; derselbe, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
PhyUotreta praticola (Kyndyr-tau); Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 333, discdidca (Bogawantalawa, Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887
S. 84, Koltzci (Wladiwostok) S. 197 'humilis (Amur) S. 198, Sibirica (Chabarofka)
S. 200; Weise, dieses Archiv 1887.
Phytodecta paUida var. nigripennis (Salzburg; Kufstein); Weise, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 364.
Phytorus nigrolimbatus (Sumatra); Lefevre, Notes Leyd. Mus. IX S. 262.
Kolbe betrachtet die Beziehungen unter den Arten von Poecilaspis,
die sich in der Skulptur der Flügeldecken aussprechen, und beschreibt P. miniata
(Paraguay) S. 12; Entom. Nachr. 1887 S. 11—13.
Prasyptera unifasciata (Neu-Guinea; Aru I.) S. 77, antennata (Neu-Guinea)
S. 78, dubiosa (Neu-Guinea) S. 79, ?ngripes (Eamoi), chjpeata (ibid.) S. 80; Jacoby,
Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Pseudocolaspis albostriata (Assab); Jacoby, Ann. Mus. Civico Genova (2)
IV S. 122.
Pseudocophora brunnea (Celebes); Baly, Journ. Linn. Soc. London XX S. 26,
bicolor (Balangoda, Ceylon); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. Hl.
Bericht über Entomologie wälireud des Jalircs 1887. 187
Psylliodes cyanescens (Chabarofka) ; Weise, dieses Archiv 1887 S. 194.
Ehyparida laevicollü (Galle), quinquemaculata (Dikoya) S. 75 PI. X Fig. 3;
Jacoby, Proc. Zool. See. London 1887.
Sastra rugosa (Sumatra) S. 71, basalis (Fly river), metallica (Eamoi) S. 72,
costatipennis (Fly river) S. 73, (?) ßavomarginata (Fly river) S. 74, siilnralix (Somerset)
S. 75, Beccarü (Hatam) S. 76, fasciata (Fly river; Eamoi) S. 77; Jacoby, Ann.
Mus. Civico Genova (2) FV.
Scelodonta orientalis i^che-'Ki&ng); Lefevre, Bull. Ent. France 1887 S. LVI.
Sebaethe suturalis (Dikoya), Ceyloiiensis (Bogawantalawa); Jacoby, Proc.
Zool. Soc. London 1887 S. 91. Amurensis (Wladiwostok); Weise, dieses Archiv
1887 S. 196.
Solenia (Euphyma) Celebensis (Kandari) S. 86, laevicolUs (ibid.) S. 87, Aruensis
(Aru-L), Chapuisi (Kandari) S. 88, Alhertisi (Fly river; Yule-L; Has) S. 89; Jacoby,
Ann. Mus. Civico Genova (2) IV.
Sphaeroderma orientalis [daWe); Jacoby, Proc. Zoll. Soc. London 1887 S. 92,
parvula (Sumatra); derselbe, Notes Leyd. Mus. IX S. 231.
Sphaerops Championi (San Miguel'; Lefevre, BuU. Soc. Entom. France 1887
S. GUJl.
Sybriacus viridimicans (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 72
mit Holzschn.
Thelyterotarsus Hauseri und var. confluens (Kyndyr-tau) ; Weise, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 331.
Thyamis Bedelii {^^&men); Uhagon, An. Soc. Esp. Hist. Nat. XVI S. 401.
Xanthoma flavopüosa (Galle; Dikoya); Jacoby, Proc. Zool. Soc. London
1887 S. 72.
Xenarthra mirabilis (Bogawantalawa) S. 107 PI. XI Fig. 9, Lewisi (Dikoya)
S. 108 Fig. 10, itnicolor (Colombo) S. 109 Fig. U; Jacoby, Proc. Zool. Soc.
London 1887.
Brnchidae. Von F. Baudi's (Mylabridum seu) Bruehidum europeae et
finitimarum regionum faunae recensitio isti Fortsetzung und Schluss er-
schienen mit Appendix de Urodoninis; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 33—80,
449-494, vgl. den vor. Ber. S. 264.
Olivier erhielt den „Bruchus" L allem an ti Mars, von Huyeres aus Bra-
silianischen Cassia-Früchten; er ist in Algier in den .Samen von Acacia famesiana
häufig, scheint aber eher der Gattung Pachymerus zuzuzählen zu sein; Bull.
Ent. France 1887 S. LXVn.
(Mylabris i. e.) Bruchus spmige?-{a) (Syrien) S. 36, lamellicornis (Andalusien)
S. 38, ochracea (Syrien) S. 50, (rufisura All. var. fulvescens S. 58), anobioides (Cypem)
S. 62, parumpunctata = Steveni All. nee Gyllh. (Palästina) S. 73, mordelldides
(Syrien) S. 454, retusa (SjTien) S. 463, (Cytorrhinus) tenebrosa (Sibirien) S. 466;
Baudi a. a. 0.; vgl. den vorig. Ber. S. 264.
Spermophagus canus Faust i. 1. (Kxasnovfo^&Y),' caucasicus (K.); Baudi a. a. 0.
S. 472; vgl. den vor. Ber. S. 264.
Urodon suturalis F. var. tibialis (Syrien); Baudi, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 483
Cerambycidae. L. Ganglbauer zählt die (.15) Bockkäfer der Halb-
insel Korea auf mit Angabe der geographischen Verbreitung der Arten. Hör.
Soc. Entom. Eoss. XX S. 131—138.
Derselbe beschreibt (5) neue Cerambyciden von Peking; ebenda XXI
S. 21—24.
Aurivillius beschreibt weitere (5) Nya Coleoptera longicornia; Entom.
Tidskr. 1887 S. 191—197 mit Holzschn.
Fauvel bringt ein Supplement aux Longicornes Gallo-Ehenans;
Eevue d'entomol. 1887 S. 234—243.
Chas. W. Leng setzt in Entom. Americ. H und IQ seine Synopsis of
Cerambycidae fort.
Paradistichocera n. g. für (Distichocera) mutator /toÄtfo^ = Kirbyi Jy^w»!. ;
V. d. Po 11, Notes Leyd. Mus. LX S. 115.
Prioitoblemma (n. g.) Przeivalskyi (Burchan-Budda) ; B. E. Jakowleff,
Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 319.
188 Dr- Ph. Bertkau.
Sicvcrsia (n. g. Pidoniae affine) bicolor (Korea); Ganglbauer, Hör. Soc.
Ent. Eoss. XX S. 134.
Tomohr achy tu (n. g. prope Pachytam) Ht'jrro/?/«^««^« (Madag.); Pairmaire,
Le Naturaliste S. 72 mit Holzscmi.
Aegosoma granuliferum (Sumatra); van Lansberge, Notes Leyd. Mus.
IX S. 143
Anoplostetha ncbiilosa (KaimervLn); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr.
1887 S. 142.
Apathopliysis Sieversi [Pe^iag); Ganglbauer, Hör. Soc. Ent. Koss. XXI S. 21.
Aromia (Chloridolum) Sieversi (Korea); Ganglbauer, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XX S. 135.
Asemnum tenuicorne Kraatz, zuerst vom Amur beschrieben, findet sich auch
bei Bozen und im Kaukasus; Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 296.
C. Eitsema Cz. stellt eine alphabetical list of the described species of the
longicorn genus Batocera Cust. with indication of the Synonyms auf; Notes Leyd.
Mus. IX S. 219—222.
V. d. Poll bringt contributions to the knowledge of . . . the Bato-
ceridae, ebenda S. 271—278, die aiif Grund von Einsicht in mehrere typenreiche
Sammlungen Eitsema's synonymische Bemerkungen ergänzen.
Brachyta Koltzei (Nikolajefsk); v. Heyden, Deutsch. Entoni. Zeitschr. 1887
S. 301.
Brachytria thoracica (Victoria); v. d. Poll, Notes Leyd. Mus. IX S. 283.
Peringuey bildet a. a. 0. PI. 4 Fig. 1 und 2 die beiden Geschlechter von
Cacosceles Oedipus Newm. ab und beschreibt ferner C. crassicornis (Sambesi;
Transvaal) S. 14.^ Fig. 3, 4.
Callichroma Provostii (Peking); Fairmaire, Bull. Ent. France 1887 S. LIX.
und Eevue d'entomol. 1887 S. 328.
Cantharocnemis plicipennis (Tanganyika) ; Fairmaire, Le Naturaliste IX. S.223.
Cariesthes Rieht er i (Kamerun); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr.
1887 S. 141.
Cerambycites minor (lithogr. Schiefer von Eichstädt); Deichmüller a. a. 0.
S. 74 Taf. V Fig. 20.
Chaetocnema persica Baly wahrscheinlich = Schläflini StierL; v. Heyden,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 295.
Chlorida spinosa (Columbien); Aurivillius, Entom. Tidskrift 1887 S. 191.
Chloridolum Klaesii (Sumatra); Eitsema Cz.; Notes Leyd. Mus. IX S. 127.
Clytus (Clytanthus) Herzianus S. 134, Motschulsh/i (— latofasciatus Matsch.
nee latifasciatus jFzäcä.) S. 135 (Korea); Ganglbauer, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX,
Herzianus var (Peking); derselbe ebenda XXT S. 21.
Compsomera elegantissima White var. insignis (Damara); Aurivillius, Entom.
Tidskr. 1887 S. 196.
Cordylomera Zambeziana.{S.; Leydenburg; Eustenburg); Peringuev a. a. 0.
S. 146.
Distichocera super ba (New South Wales) ; v. d. P o 1 1 , Notes Leyd. Mus. IX S. 113.
Dorcadion mystacinum Ballion var. capreolus ( Alexander-Geb ) ; v. Heyden,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 18^7 S. 317.
D. snhcostatum Kraatz i. 1. (Usgent); derselbe ebenda S. 323, Komaroiri
(Koschut, Transkasp.); B Jakowleff, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 155.
Epicedia Wrai/i (Perak); Waterhouse, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S. 449.
Euoplia argcnteo-mueulata (ManiUa); Aurivillius, Entom. Tidskr. 1887
S. 196 mit Holzschn.
Glenea Fortunei ÄrtMwr?. var. .s'o/»/<« (Peking); Ganglbauer, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI S. 22.
Hesperophanes rw^^jV?« (Korea) ; Ganglbauer, Hör. Soc. Ent. Eoss. XX S. 133.
Lamia adelpha (Korea); Ganglbauer, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX S. 137.
Leptura dubia var. /M%mo.ya (Glatzer Geb.); Weise, Zeitschr. f. Entomologie,
Breslau, 12. Heft S. 56.
Liopus eaucasieus (Tiflis); Ganglbauer, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 25.
Logisticus latesulcatus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 71
mit Holzschn.
Bericht über Entomologie während des Jalires 1887. 189
Macropsebiiun ? Wahlbergi (N'Gami); Aurivillius, Ent. Tidskr. 1887 S. 192
mit Holzschn.
Kar seh beschreibt und bildet ab die Larve seiner Macrotoma (Sarothro-
gastra) edulis; Berlin. Entom. Zeitschr. 1887 S. 6—8 Taf. I Fig. 3—5.
Maechotypa Davidis (Peking); Fairmaire, ßevue d'entomol. 1887 S. 328.
Mallosia regina (Alai); v Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 319.
Mesosa nubila in Huntingdonshire (in dürren Eichenzweigen); Brown,
Entom. Monthl. Mag. XXIV S. »3 f.
Molorchus (unter dem Namen Gymnopterion) jo«//(rfi^enHiÄ (Issik-kul); v. Hey-
den, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 321.
Neodorcadion Przeivalskyi (Zaidam); B. E. Jak o wie ff, Hör. Soc. Entom.
Ross. XXI S 317.
Oberea Herzi (Peking); Ganglbauer, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 23.
Ueber die Gewohnheiten einiger Oncideres- Arten vermuthet W.
Müller, dass das Abnagen der Zweige und kleineren Stämme in Gestalt eines
Keiles von den cj und $ zugleich geschieht. 0. aegrotus geht den Kamplier-
baum an, Osaga Cinuam. aromaticum, Arona, Cedrela und Citrus; 0 impluvi-
atus ringelt Zweige von Myrsine und bringt dieselben dadurch zum Verdori'en. Kos-
mos 1886, 2. Bd., S. 36—38.
Pachyteria zonopteröides (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887
S. 66 PI. 4 Fig. 6.
Periaptodes f rater (Cap York; Neubrittannien) ; v. d. Po 11, Notes Leyd.
Mus. IX S. 119.
Perma suturulis, chalcogramma (Rio Janeiro); Bates, Entom. Monthl. Mag.
XXIV S. 63.
Phantasis occidentalis (Humpata); van Lansberge, Notes Leyd. Mus. IX
S. 111.
Pharsalia albomaculata de Haan mss. (Java); v. d. Poll, Notes Leyd. Mus.
rs s. 117.
Phryneta nigrosignata (Kamerun); G. Quedenfeldt, Berlin. Entom. Zeitschr.
1887 S. 143.
Phyllocnema triangularis (Nolagi ; Damara) ; Aurivillius, Entom. Tidskr.
1887 S. 193 mit Holzschn. und einer Uebersicht sämmtlicher bisher beschriebenen
Arten auf S. l95 mit Ph. Gueinzii White var. rufithurax. — Die Compsomera
remipes Thoms. ist eine Phyllocnema
Phytoecia sellata (Sarafschan); Ganglbauer, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 296, cylindrica L. var. ferrea (Peking); derselbe, Hör. Soc. Entom. Ross.
XXI S, 22.
Poecilopeplus Tardiß (Cucuta , Columb.); Michard, Revue d'entomol. 1887
S. 139.
Pogonochoerus Sieversi (Manglis, Kaukasus); Ganglbauer, Hör, Soc. Entom.
Ross. XX S. 139,
Polyarthrum Pluschewskyi (Dasch-Berdy , Transkasp.^; B. Jakowleff, Hör.
Soc. Entom. Ross. XXI S. 157.
B. E. Jakowleff nimmt ekie Revision des especes du genre Prionus
de la faune de la Russie vor.; Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 321 — 340. Pr.
besicanus Schau/, ist nicht die Fairmaire'sche Art und Schuuf'ussi neu benannt,
S. 326. Neu sind ferner Pr. vicinus (Kaukasus) S. 325, (Psilopus) angustatux
(Turkestan; Ferghana) S. 327. Auf Taf. X sind die Hintertarsen der Untergattungen
Prionus i. sp , Mesoprionus, Psiloprionus und Brachyprionus , die Legeröhre von
mehreren Arten und der Seitenrand des Prothorax abgebildet.
Purpuricenus Hturatus (Korea); Ganglbauer, Hör. Soc. Entom. Ross. XX
S. 136.
V. d. Poll beschreibt nun auch das cJ seiner Rosenbergia megalocephala;
Notes Leyd. Mus. ES S. 184.
Fallou erhielt aus einem alten Kirschenstanom , in den ein Weibchen 1883
seine Eier abgelegt hatte, im Mai 1886 l Saperda scalaris, so dass die Ent-
wickelung dieser Art 3 Jahre in Anspruch nimmt; Bull. Ent. Fi-ance 1«87. S. XVH.
Die Larve der Saperda populnea wird in den Astknoten vom grossen Bunt-
specht mit grosser Findigkeit aufgespürt; Landois, 15. Jahrosb. Westf. Provinzial-
Ver. S. 12.
190 'Dr. Ph. Bertkau.
StethoTpermeL multiviftis (Minas Geraes); Bates,Ent. Monthl. Mag. XXIV S. 63.
Toxotus Quercus v. discolo?- (Mähren); Fleischer, Wien. Entom. Zeitg.
1887 S. 237. — Kraatz bemerkt, dass diese Varietät bereits von Olivier als
niger bezeichnet sei und benennt zwei andere Varietäten maryinatus und sctttellaris;
ebenda S. 310.
T. longevittatus (Peking),- Pairmaire, Eevue d'entomol. 1887 S. 329, stigma-
tipennis (Madagaskar); derselbe, Le Waturaliste IX S. 71.
Trachyderes striatus (mit Quebrachaholz ?) nach Kreuznach einge-
schleppt; Geisenheyner, Corrbl. Naturh. Ver. d. preuss. Rheinl., Westf. etc.
1887 S. 118.
Tragiscoschema apicalis (Sambesi; Eustenburg); Peringuey a. a. 0. S. 148
PI. 4 Fig. 6.
Tragücephala Bradshutvi (Sambesi); Peringuey a. a. 0. S. 147.
Typhocesis floccosa (Queensland); v. d. Poll, Notes Leyd. Mus. IX. S. 116.
Anthribidae. Tropideres naevulus (Chabarofka) ; Faust, Deutsch, Ent.
Zeitschr. 1887 S. 162.
Brenthidae. Cediocera (n. g. Ithystenin.) longicornis (Andaman); Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Eist. (5) XX S. 20 PL I Fig. 5.
Diurus sphacelaUis (Andaman); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hast. (5) XX S. 19.
Hormocerus arunilipes (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Koss. XXI
S. 138.
Scolytidae. Keitter beschreibt (9) Neue Borkenkäfer aus Europa und
den angrenzenden Ländern; Wien. Entom. Zeitg. 18S7 S. 192 — 193.
Schwarz stellt die von ihm in der Umgebung Washingtons aufPinus inops
gefundenen Arten zusammen; Proc. Entom. Soc. Washingt. I S. 80.
Derselbe macht Remarks on North American Scolytids; Entomol.
Americ. 11 S. 40—42, 54—56.
W. Knaus theilt Notes on Hylesinus aculeatus and Phloeosinus
dentatus mit; ebenda S. 76 — 78.
Bothrosternus Hubbardi (Florida; auf Hickory?); Schwarz, Entomol. Americ.
n s. 54.
Carphoborus Henscheli (Smyrna) ; Reitter, Wien. Entom. Zeitg. 1887
S. 192.
Dryocoetes nitidicoUis (Marokko); Eeitter, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 197.
Hylesinus Wachtli (Südfrankreich) ; Eeitter, Wien. Entom. Zeitg. 1887
S. 193.
Phloeoborus Sipolisii (Minas-Geraes) , Guujonii (Loja, Ecuador); Fairmaire,
Bull. Ent. France 1887 S. XVI.
Phloeosinus armatus (Syrien); Eeitter, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 192.
E. Bugnion stellte recherches sur la ponte du Phloeosinus Thujae
suivies de quelques observations sur la structuje de Tovaire an; Eevue d'entom.
1887 S. 129 — 138 PI. HI. — Die Brutkammern bestehen aus 2 nahezu senkrecht
verlaufenden Hauptkanälen, die sich nach oben und unten von dem kiirzen quer ge-
richteten Eingangskanal abzweigen. Sie haben im Ganzen 30 — 60 Nischen ent-
sprechend der Zahl der gelegten Eier. Die vier Eierstöcke münden zu zwei und
zwei in den gemeinsamen Eileiter.
Pityophthorus Henscheli (Tirol, in Arve und Bergkiefer); Seitner, Wien.
Ent. Zeitg. 1887 S. 44, (nach Mühl auch in der Schweiz, Grindelwald; Mitth.
Schweiz. Ent. Ges. VH S. 411), (pierciperda (Nordamerika , in der ,,Red oak");
Schwarz, Proc. Entom. Soc. Washington I S. 56.
Ueber Scolytus Eatzeburgi Jans, und dessen Entwickelung s. Schrei-
ber, Entom. Nachr. 1887 S. 220-223.
Notes on Sc unispinosus Lee. by J. B. Smith s. Entomol. Americ. H
S. 125 f. mit Holzschnitt der Frassgänge.
Stephanoderes Simoiii (Haifa) S. 194, albipiUs (Jerusalem) S. 195; Reitter,
Wien. Entom. Zeitg. 1887.
Thamnurgus Caucasicus (Kutais; Utsch-dere); Eeitter, Wien. Entom. Zeitg.
1887 S. 195.
Tomicus bistridentatus Eichh. var. conjunctus (Tirol); Eeitter, Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 196.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 191
Meves macht Mittheilung über das Auitreten des T. typographus in
Schweden in den letzten 20 Jahren und wirft dabei die Frage auf, ob die erste
Ursache der Zerstörungen nicht in Windbrüchen zu suchen sei und der Käfer sich
erst später einstelle; Entom. Tidskr. 8 S. 3.
Xylocleptes bicuspis (Beytmary, Syrien); Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1887
S, 196.
Curculionidae. P. Bargagli bringt seine Eassegna biologica di Rincofori
europei zu Ende; vgl. den vor. Ber. S. -6.i; Bull. Entom. Ital. 1887 S. 3 — 34.
Pascoe sclireibt on new African genera and species of Curculioni-
dae; Joum. Linn. Soc. London XIX S. 318—336 PL 41.
Derselbe lässt Pts. in, IV seiner Descriptions of some new genera
and species of Curculionidae, mostly Asiatic, folgen; Ann. a. Mag. N. H.
(5 S.) XrX S. 370—380 PL XI; XX S. 348—361.
Stierlin bringt die Beschreibung neuer Rüsselkäfer und Bemer-
kungen; Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII S. 390—399.
Retowski beschreibt Neue Curculioniden aus der Krim und dem
Caucasus, nebst Bemerkungen über einige schon bekannte Arten; Wien. Ent.
Zeitg. 1887 S. 130—134.
Faust beschreibt (13) neue Rüsselkäfer vom Kyudyr-Tau (Turkestan);
Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 177—186.
Derselbe zählt Curculioniden aus dem Amur-Gebiet auf; Deutsch,
Ent. Zeitschr. 1887 S. 161—180.
Derselbe stellt ein Verzeichniss der ... in Turkestan, Buchara
und im Pamir gesammelten Curculioniden auf; Her. Soc. Entom. Ross. XX
S. 141-178; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 291—304.
Derselbe desgL der ... in Peking, auf der Insel Hainan und auf
der Halbinsel Korea gesammelten Rüsselkäfer; ebenda XXI S. 26 — 40.
Derselbe besehreibt neue Rüsselkäfer aus Syrien imd Turkmenien; Wien.
Ent. Zeitg. 1887 S. 30—32.
Derselbe desgl. neue Rüsselkäfer; ebenda S. 65 — 70; 81 — 86.
Derselbe desgl. neue Rüsselkäfer aus Algier und Syrien; ebenda
S. 207—211.
E. Wasmanu macht Bemerkungen über die Attelabiden, Rhynchi-
tiden und Nemonychiden von Holländisch Limburg; Tijdschr. v. Entom. XXX
S. 309—315.
In Bedel's Faune des Coleopteres du bassin de la Seine ... ist der Catalo-
logue des Curculionidae (incl. Scolytid.) fortgesetzt; S. 313 — 444 (mit besonderer
Paginirung dem Jahrg. 1867 der Ann. Soc. Entom. de France beigefügt.)
Pascoe schreibt on Byrsops, and some allied genera, Trans. Ent. Soc.
Lond. Iö87 S. 323—339 PL XI, mit Aufstellung von 6 neuen Gattungen.
Cataphractus n. g. Pachyrrhynchin. ; s. unten Behrens, bei Pachyr-
rhynchus.
Cyriophthalmiis (n. g. Alophin.) i«2'Mmöte* (Nikolajefsk) ; Faust, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 167.
Daulaxius (n. g. Byrsop.) sto latus (Delagoa B.); Pascoe, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1887 S. 333 PL XI Fig. 11.
Diaecoderus (n. g. Calyptopi affine) hamaticollis (Tabora) ; Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 315.
Dicasticus (n. g. Otiorrhynch.) quadrinus (Momboia) PL 41 Fig. 2, lati-
collis (ibid.) S. 328, celatus (^Momboia) S. 329; Pascoe, Journ. Linn. Soc. Lon-
don XIS.
Dinichus (n. g. Hylobiin.) terreus (Tasmanien); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) XIX S. 37-^ PL XI Fig. 7.
Dir ödes (n. g. Hylobün. Hylobio affine, sed unguiculis connatis) russatus
(Sumatra); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5. S.) XX S. 353.
Dyerocera (n. g. Byrsop.) gravida (Transvaal); Pascoe, Trans. Ent.
Soc. London 1887 S. 334 PL XI Fig. 9.
Edith eis (n. g. Brachyderin.) divisus (Natal); Pascoe, Joum. Linn. Soc.
London XIX S. 326. PL 41 Fig. 3.
Epizorus (n. g. Otiorrh.) Simpsoni (Salomon I.) ; Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Eistor. (^O XEX S. 371.
192 Dl'- Ph. Bertkau.
Euryxena (n. g. Byrsop,) bruchoides (Cap); Pascoe, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1887 S. 338 PI. XI Fig. 1.
Exaetoderes (n. g. Tanyrrhynchin.) scabripennis (Capetown) ; Pascoe,
Ann. a. Mag. N, H. (5 S.) XX S." 354.
Exarcus (n. g. Amalactin.) Hearseyi (Kangun); Pascoe, Aiin. a. Mag. Nat.
Eist. (5) XIX S. 372.
Meter onyx! (n. g. Mol}i;in. imguiculis basi fissis; Name bereits mehrere
Male bei Käfern vergeben) feriis (Pamir; Eang-kiü); Faust, Hör. Soc. Entom.
Koss. XX S. 173.
Lagenolubus (n. g. Cyphicerin.) Sieversi {Peking); Faust, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI S. 37.
Liasotus (n. g. Byrsop.) ovis (Natal); Pascoe, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
S. 335 Fl XI Fig. 10.
Neiphagus (n. g. Ithyporiu. Desmidophoro affine) dentutus (Momboia) PI. 41
Fig. 7 S. 333, fascicularis (Momboia) S. 334; Pascoe, Journ. Linn. Soc. Lon-
don XIX.
Neoxides (n. g. Calandrin.) bilineatus (Sumatra); Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Bist. (5) XIX S. 378 PL XI Fig. 4.
Ochrinulus (n. g. Acalyptin.) Antigae (Barcelona); Keitter, Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 18 (= Derolomus Chamaeropis /'. nach v. Heyden ined.).
Ophryodotus (n. g. Byrsop.) üngukii-is (S. Afrika); Pascoe, Trans. Ent.
Soc. London 1887 S. 336 PI. XI Fig. 2.
Ostra (n. g. Leptopin.) nodulosu (Madagaskar); Pascoe, Journ. Linn. Soc.
London XIX S. 329.
Pamphaea (n. g. Brachyderin. Dermatodi affine) deficiens (Mayotte); Pas-
coe, Journ. Linn. Soc. London XIX S. 322.
Peristhenes (n. g. Cryptorrhynchin. Aedemono propinquum) adustus (Mom-
boia); Pascoe, Journ. Linn. Soc. London XIX S. 335 PI. 41 Fig. 9.
Pezerpcs (n g. Byrsop.) rugosus (S. Afrika); Pascoe, Trans. Ent. Soc.
Lond. 1887 S. 337 PI. XI Fig. 3.
Saphicus [n. g. Zygopin.) variegatus (Madagaskar); Pascoe, Journ. Linn.
Soc. London XLK S. 335 PI, 41 Fig. 4.
Sphcnomorpha n. g. Pachyrrhynchin. ; s. unten Behrens, bei Pachyr-
rhynchus.
Stenophida (n. g. Calandrin. Opistheni affine) linearis (Momboia); Pascoe,
Journ. Linn. Soc. London XIX S. 336.
Stiamus (u. g. Brachyderin. Brachyderi propinquum) brachyurus (Mayotte);
Pascoe, Joui'n. Linn. Soc. London XIX S. 325 PL 41 Fig. 6.
StraticHS (n. g. Brachyderin.) funestus (Momboia); Pascoe, .Journ. Linn.
Soc. London XIX S. 327.
Syrnpiezomius (n. g. Tanymecin. für Piazomias velatus Chevr. sp. typ., Le-
wisi Roel. und) Herzi (Peking; Hongkong); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 30.
Sr/staltopezus (n. g. Ithyporin.) nodosus (Wladiwostok); Faust, Deutsch.
Entom.' Zeitschr. 1887 S. 175.
Thecorrhinus (n. g. Erirrhin.) ?nodestus (Grahamstown) ; Pascoe, Journ.
Linn. Soc. London XIX S. 332. i
Tr achyphilus {n. g. Trachyphloein.) saluber (Pochrofka ; Wladiwostok) ; F a u s t ,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 164.
Äylinophorus n. g. Tanymecin. unguiculis connatis für Thylacites scobi-
natus Kol. typ., vermicularis Faust, prodromus Faust; Faust, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XX S. 158.
W. Behrens trägt Materialien zu einer Monographie der Curcu-
lionengruppe Pachyrrhynchidae zusammen. Stett. Ent. Zeitg. 18Ö7 S. 211— 257.
Er verweist diese Gruppe gleich Lacordaire zwischen die Brachyderiden und Otior-
rhynchiden; eine Znsammenstellung der beschriebenen Arten, unter denen aber manche
Synonyme stecken mögen, weist 42 Pachyrrhynchus und 37 Apocyrtus auf, die auf
den Phihppinen verbreitet sind, und von Cerambyciden und Heuschrecken nach-
geäfft werden. Ais neue Gattungen und Arten werden aufgestellt:
Sphenomorpha! S. 2::i2 (Sphenomorphus vergebener Name), die sich über die
Molukken bis nacli Neu -Guinea verbreitet, auf den Philippüien aber fehlt; mit
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 193
(Apocyrtus Wallacei und nitidulus Pascoe und) Sph. sufura/is (Neu-Guinea) S.
225, atra (Gebe) S. 226, pulchra (Neu-Guinea) S. 231;
Cataphractus! (vergebener Name) mit C. aethiops (Neu-Guinea) S. 23a.
Ferner werden die Arten der gemmata-Gruppe von Pachyrrhjuchus synoptisch
auseinandergehalten und ausführlicher beschrieben, mit P. Dohrni (Philippinen)
S. 236, pulchellus (ibid.) S. 238, modestior (ibid.) S. 240, sarcitis! (ibid.) S. 246,
rutilans (ibid.) S. 247, smaiagdinus (ibid.) S. 253, nnnulatus (ibid ) S. 256.
Acalles variolosus (Siebenbürgen); Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII
S. 399, haraforus (Hainan); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 39.
Acythopeus gemiinus (Malaisia) S. 359, funereus (Tondano) S. 360; Pascoe,
Ann. a. Mag. N. H. (5. S.) XX.
Aleides gallus (Saylee) S. 354, tetanicus (ibid.), censorius (Ceram) S. 355,
vestitus (Banda), nitidus (Batchian; Waigiou) S. 356, geminatns (Java), Oberthürii
(Indien) S. 357, eollaris (Indien) S. 358; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5. S.) XX,
Glanvillei (Kapkolonie); Peringuey a. a. 0. S. 143.
Alophus leucon Mannh. var. plagiatus (Turkestan) S. 145, plausibilin n. sp.
(Kuldscha; Fluss Hi) S. 166; Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX, kasfigarensis (K.);
derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 18S7 S. 296.
Anthonomus Eubi sticht zur Eiablage nicht nur Knospen von Eubus, son-
dern auch von verschiedenen Eosa- Arten an; Westhoff, 15 Jahresb. Westf. Prov.-
Ver. S. 14 und Natur und Offenbarung, 33. Bd. 1. H.
Apion opacinu7n (Chabarofka; Wladiwostok), Eppelsheimi (Chabarofka; Dau-
rien; Mnussinsk; Krasnojarsk) S. 179, placidum (Chabarofka; Japan) löU; Faust,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, Helianthemi (Isere, auf H. vulg.); Bedel, BuU.
Soc. Entom. France 1887 S. CLIV, defensiim (Ssaas); Faust, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XX S. 177, lividum; Smith, Entomol. Americ. lU S. 56, plicatum S. 185,
perspicilliim 8. 186 (Kyndir-Tau) ; Faust, Stett. Ent Zeitg. 1887, gibbosum (Man-
galan); derselbe ebenda S. 303.
Smith erkennt in mehreren von ihm unter verschiedenen Namen beschrie-
benen Arten die beiden Geschlechter derselben Art: A. erraticum Sin. J = estri-
atum Sm. $ ; obsoletum Sm. ^ = ovale Sm. 9, erythrocerum Sm. cJ = cribricolle
Lee. $ ; robustum Sm. <^ = obesum Sm. $ ; Entomol. Americ. III S. 56.
Apoderus erythropterus Gmel. var. utricolor (Korea); Faust, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI S. 28.
Astyeus scintillans (Sumatra); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX
S. 370.
Attelabus atricornis Muls. var. ohsidianus (Sardinien); Costa, Geo-Fauna
Sarda VI, a. a. 0. S. 52, curculionides v. ater (Brunn); Fleischer, Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 237.
Attelabus chrysideus (Delagoa Bay); Pascoe, Joum. Linn Soc. London XIX
S. 330.
Bagous minuti.<!si7nus (Sarepta; Attika) S. 84, affaber (Syrien) S. 85; Faust,
Wien. Entom. Zeitg. 1887.
Faust schlägt vor, B. minutus Hochh. wegen B. mim\.iM% Muls caucasicus zw
benennen. Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 85 Anm. — Diese Umtaufe wird auf Veran-
lassung Fauvel's rückgängig gemacht, da der Hochliut'sche Name (1847) älter als
der Mulsant'sche (1859) ist; der Bag. minutus Muls. ist von Fauvel bereits 18P5
Mulsunti genannt worden; ebenda S. 225.
Balaninus brevirostris (Landana); Pascoe, Joum. Linn. Soc. London XXI
S. 331, Dieckmanni (Chabarofka); Faust, Deutsch Entom. Zeitschr. 1887 S. 178,
bimaculatus (Peking); derselbe. Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 3S.
Notes on . . . Barinus von T. L. Casey s. Entomol. Americ. HI S. 125.
Baris coelestis (Delagoa Bay), eburifera (Indien?); Pascoe, Aim. a. Mag.
N. H. (5. S.) XX S. 359, nesapia (Alai) S. 30;<, clandestina (Turkestan) S. 306;
Faust, Stett Ent. Zeitg. 1887.
Brachycerus tursio Pascoe var. insignis (Damaraland) PI. 2 Fig. 3, intci-me-
dius n. sp. (Transvaal) S. 127, squamo.ms (Damaraland?) S. 128 Fig. 4, albotcctus
(Damaraland, S. 129 Fig. 5, impressicollis (Transvaal; Kapkolonie) S. 130 Fig. l,
lobatieollis (Damaraland?) Fig. 2, .tpeciosi/s (Namaqualand) PI. 3 Fig 1 S. 131
und var nanus (Kapkolonie) S. 132, consimilis n. sp. (Kapkolonie) Fig. 2, spinipes
(ibid.) Fig. 4 S. 133, cristutus (Kaffrarieni S. 134 PI. ; Fig 7, nudus (Kapkolonie)
Avch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. 11. H. 2. 13
194 Dr. Ph. Bertkau.
S. 135 PI. 3 Fig. 3, rotundatus (Sambesi; Damaraland) S. 136 PI. 2 Fig. 6; Pe-
ringuey a. a. 0.
Brachycerus dcnsegranosus (Makdiscliu) , Fig. 8, ferox (Mpouapoua) S. 320;
Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 PI. 3, cinnamomeus (Sansibar) S. 8
PI. I Fig. 1, suturalis (Algoa Bay) Fig. 2, eximius (Cap) Fig. 3 S. 9, disjunctus
(Damara-Land) Fig. 4, capito (Cap) Fig. 5 S. 10, omissus (Damara-Land) Fig. 6,
rixator (ibid.) Fig. 7 S. 11, Faustii (Natal) Fig. 8, pruecursor (Cap) Fig. 9 S. 12,
phlyctaenöides (Guinea) Fig. 10, albicollis (Natal?) PI. II Fig. 1 S. 13, elecülis
(Algoa Bay) Fig 2, obtusus (Natal) Fig. 3 S. 14, draco (Natal) Fig 4, turbatus
(ibid ) Fig. 5 S. 15, gryphus (Usambara) Fig. 6, strnmosus (Senegal) Fig. 7 S. 16,
maerens (Sambesi) Fig. 8 S. 17; Pascoe, Trans. Ent. Soc London 1887, guineensis
(Cape Town); Peringuey, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 407.
Nach Aurivillius, Proc. Ent. Soc. Lond. 1887 S. XXII, ist Br. suturalis ==
Eckloni Gijllh.^ praecursor = oblong us F?ihr.; albicollis ist wahrscheinlich lividi-
coUis F^ir. var.; vgl. vorhin.
Brach}TrhJnus ÖJer^j (Krasnojarsk) S. IbS, irritabilis (Minussinski 154, (Tour-
nieria) astutus (Ak-baital; Tamga) S. 155; Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX.
Byrsops soeia (S. Afrika) S. 324, plumbea (Cap) PI. XI Fig. 7, scapularis
(Cap) S. 325, tnendica (Cap) S. 326, alveata (Cap), intermedia (Cap) S. 327, terrena
(S. Airica), glaucescens (S. Afrika) S. 328, ericausta (S. Afrika) S. 329 Fig. 6, vit-
tigera (Cap) Fig. 4, viearia (Cap) S. 330, tersula (S. Afrika) Fig. 8, eximia (Cap)
Fig. 5 S. 331, farinosa (S. Afrika) S. 332; Pascoe, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887.
Larve und Imago eines neuen Calandriden in den Wurzeln und unteren Stamm-
theilen von Acrostichum aureimi, einem Famkraut; Schwarz, Proc. Entom, Soc.
Washingion 1 S. 33 f.
Camptorrhinus turbatus (N. Borneo); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
XIX S. 373.
Catamonus sufjusus (Old Galabar); Pascoe, Journ. Linn. Soc. London XIX
S. 324.
Catapionus Dochturovi (Tujuk-ssu) ; Faust, Hör. Soc, Entom. Ross. XX
S. 157
Cercidocerus heros (Pinang); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist, (5) XIX S.
377 PI. XI Fig. 3.
Ceutorrhynchus (Nedyus) carinulatus (Chabarofka) S. 177, nitidulus (Wladiwo-
stok) S. 17«; Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, neophylus (Osch), tolerans
(Alai; Kasalinsk) S. 300, (Ceutorrh. i. sp.) fabrilis (Alai ; Kyndyr-Tau) S. 301;
derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Ceuthorrhynchus pallidicornis Bris, in den Blüthen von Pulmonaria
aixgustifolia; C. asperifoliarum Gyll. und ornatus Gyll. auf derselben Pflanze:
C thlaspis Bris, auf Iberis amara; Bedel, Bull. Soc. Entom. France 1887 S,
CXXVI.
Faust stellt eine Bestimmungstabelle der Arten der Gattung Chloebius auf;
Hör. Soc. Entom. Eoss. XX S. 143.
Chlorophanus notabilis (Turkestan) S. 159 (und Stett. Ent. Zeitg. 1887 S.
297 f.), ferghanensis (Naryn) S. 160, disjunctus (Kar-kara) S. 162, viduus (Tur-
kestan i S. 163, magnificus (Alai) S. 164; Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX.
Cleonus ( Plagiographus) montalbicus (Sardinien); Costa, Geo-Fauna Sarda VI
a. a. 0. S. 52, (Mecaspis) barbatus (SyTien); Faust, Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 31,
(Mec) Reitteri (Krim); Eetowski ebenda S. 130.
Cneorrhinus grandis (Portugal); Sti erlin; Mitth, Schweiz. Ent. Ges. VII
S 398
Coeliodes (Stenocarus) foedus (Alai); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 299.
Coniatus suavis var. elegantulus (Turkestan); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XX S. 147.
Corigetus ignarus (Haiaan; Hongkong); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 85, innocuus (Kyndyr-Tau; Samgar); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 181.
Juelich erhielt Cryptorrhynchus Lapathi aus einer Weide; Entomol.
Americ. HI S. 123; Howard giebt a note on the European parasites and
food plants of Cr. Lapathi; ebenda S. 159 f. (Die Art ist bei uns auf der
Weide am häufigsten; Eef.)
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 195
Cryptorrhynchus verticalis (Chabarofka) ; Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887. S. 174.
Ciirculio litigiosus (Chabarofka); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 170.
Deporaüs affectatus (Nikolajefsk; Japan); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 163.
Dereodus striatopunctatus (Somali); Fairmaire, Ann. See. Entom. France
1887 S. 314.
Dermatodes inetallescens (Momboia); Pascoe, Journ. Linn. See. London XIX
S. 321, mirandus (Sansibar); derselbe, Ann. a. Mag. N. H. (5. S.) XX S. 349.
Desmidophorus Satanas (Madagaskar) S. 332 PI. 41 Fig. 8, encaustus QlL&^-eig.)
S. 333; Pascoe, Journ. Linn Soc. London XIX.
Dichotrachelus Paulinoi (Portugal); Stierlin, Mtth. Schweiz. Ent. Ges. VII
S. 397.
Dorytomus dilaticollis (Peking); Fairmaire, Kevue d'entomol. 1887 S. 327.
Echinocnemus confusus (CJorfu; Attika; Konstantinopel) S. 187, efferux (Ungarn)
S. 188, margelanicus (M.) S. 190, insub/diis (Indien) S. i91, ^a:*«/ (Neu-Caledonien)
S. 192; Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1887, mit einer Tabelle zur Unterscheidung der
.5 europäischen Arten S. 189 f.
Petri führt aus Siebenbürgen Elescus bipunctatus Z. , scanicus Payk. und
Salicis n. sp. S. 73 an; Verb, und Mitth. Siebenb. naturf. Ver. Hermannstadt,
XXXVI S. 72—75.
Eileschus Schönkeni {Amxix); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 173.
Episernus gemmeus (Sumatra), uniformus (Andaman) S. 319, luticollis
(Pachebon) S. 350; Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5. S.) XX.
Episus ^eHWt* (Makdischu); Fairmaire, Ann. Soc. Entom France 1887 S. 310.
Tableau synoptique des especes europeennes du genre Eteophilus Bed.
(Dorytomus auct.) d'apres la monographie de J. Faust; Revue d'entom. 1887
S. 124—128.
Eugnoristus trislis (Madagaskar); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
XIX S. 377.
Euthycus incisus (Indien); Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5. S.) XX S. 353.
Eutinopus Heydeni (Alai); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 317.
Gronops Oberti (Ulanghom)-, Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX S. 165.
Hipporrhinus Transvaalensis (Leydenburg) ; Peringuey a. a. 0. S. 142.
Hylobius arrogans (Sumatra) S. 350, desuetus (Siam; Sarawak), pumilus{ Sara-
wak) S. 351, clathratus (Indien) S. 352; Pascoe, Ann, a. Mag. N. H. (5. S.) XX.
Hypera 6;msen (Nikolajefsk); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S 169,
Reitteri (Haifa) S. 67, audax (Korfu) S. 68, Corcyrea (ibid.), Caucasica (K.) S. 69,
Smanetica (S.) S. 70; derselbe Wien. Entom. Zeitg. 1887, mutatoria (Kvndyr-Tau);
derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 182.
Hypomeces impressicollis (Sambesi^ S. 125, modestus (Potchefstroom, Trans-
vaal) S. 126; Peringuey a. a. 0.
Iphisomus naupactdides (Usagara; Sansibar) S. 313, physapus (Tabora) S. 314;
Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887.
Laogenia laticollis (Nord Bomeo); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XI
S. 379 PI. XI Fig. 2.
Larinus Wilkinsi (Lechassan); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX S. 171,
sanctus (Jerusalem; SjTien); derselbe, Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 32.
Leptomias errans (Lepsinsk); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX S. 158,
Die Larven von lixus macer leben im Stamme von Cheuopodium hybridum und
Helianthus; die von L. parcus machen Gallen am Stamme von Amelanchier; Eiley,
Proc. Entom. Soc. Washington I S. 33.
Faust ergänzt die Beschreibung seines Lixus strangulatus; Hör. Soc.
Entom. Eoss. XX S. 148.
Lixus mogadorus (Mogador); v. Hey den, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 448, amurensis (Chabarofka; N.-China); Faust, ebenda S. 170, dolus (Alai);
derselbe ebenda S. 318, prohus (Akburgski Gebirgsschlucht) S. 168, causUcus (Tur-
kestan) S. 169, Schach (Persien) S. 170; derselbe. Hör. Soc. «Ent. Eoss. XX,
scapular'is (Syrien; Morea); derselbe Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 82, morosus
(Kairo); derselbe ebenda S. 209.
13*
19i; Dr. Ph. Bertkau.
Lystrus longimanvs (Sumatra)-, Pascoe, Ann. a. Mag. N. H. (5. S.) XX S. 361.
Macrocliirus Herveyi (Malacca); Wa terliouse, Ajin. a. Mag. Nat. Hist.
(5) Vol. 19 S. 295.
Magdalis violacea Z., bisher von Kiefern und Fichten angegeben, kommt
(auch) auf Birken vor; Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 36S.
Mecaspis Baudii (Beirut); Faust, Wien. Entom. Zeitg. 1887. S. 208.
Mesagroecus superciliatus (Griechenland); Stierliu, Mitth. Schweiz. Entom.
Ges. VII S. 396, Lederi (Turkmenieu); Faust, Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 30.
Mesites subcylindricus in den Wurzeln von Pinus taeda; Lugger, Proc.
Entom. Soc. Washinghton I S. 35 f.
Metacinops illustris (Griechenland); Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII
S. 394.
Miccotrogus versicolor (Kyndyr-Tau) ; Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 184.
Microcerus vermiculatus (GueUdi) S. 310, cavirostris (Kibanga), cribellatus
(Makdischu) S. 312, fissirostris (Somali) S. 313; Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
Fi-ance 1887.
Mylacus Oertzeni (Griechenland); Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII
S. 390, (rotundatus var.?) debilis (Margelan); Faust, Stett. Entom. Zeitg. 1887
S. 296.
Myllocerus capiio (Peking) S. 32, chloiizans (ibid.) S. 33, malignus (Korea)
S. 34; Faust, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI, fasciatus (Suyfun); derselbe eben-
da S. 66.
Nanophyes (Corimalia) gemmarius (Syrien); Faust, Wien. Entom. Zeitg. 1887
S. 210.
Nassophasis pictipes (Ceylon?); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX
S. 378 PI. XI Fig. 1.
Nastus prolixus, lineatus (Kyndyr-Tau); Faust, Stett. Entom. Zeitg. 1887
S. 179.
Ommatolampus stigma (Andaman); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX
S. 374 PI. XI Fig. 8.
OaGylotrsLchelm puncti/'rons (Transvaal); Peringuey a. a. 0. S. 141.
Orchestes Koltzei (Chabarofka), scitus (ibid.) S 171, pacificus (Wladiwostok),
Amurensis (Chabarofka) S. 172; Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, anmosus
(Kyndyr-Tau); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 184.
lieber die Minen des 0. Populi in Blättern der Salix amygdalina s. Sitzgsber.
Berl. Entom. Ver. 1887 S. XXXVf.
Otidognathus comptus (Kambodscha) S. 373 PI. XI Fig. 6, celatus (ibid.)
S. 374; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX.
Otiorrhynchus Turca Stev. hat sich bei Novorossiisk (Ostküste des
Schwarzen Meeres) als ein Beschädiger des Wein Stockes, dessen junge
Knospen er benagt, gezeigt; Ballion, Bull. Soc. Imp. Natur. Moscou 1887 No. 3
S. 813 f.
Les Metamorphoses derOtiorrhynchus picipes; E. Andre, Le Natura-
liste IX S. 65 f mit Holzschn.
0. Felicitanae (Atschischho) S. 525, Edithae (Novo-rossisk) S. 526; Reitter,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, Apfelbecki (Kroatien) S. 390, Atticus (A.), longi-
rostris (Griechenland) S. 391, multicostatus var. planirosti-is (IlljTien) S. 399,
Emgel (Griechenland), rhyncoldides (ibid.) S. 392, (Arammichnus) Krueperi
(Veluchi-Geb., Nordgriechenl.) S. 39:^; Stierlin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VE,
aurosquumulatus (Tscherkessien) , S. 132, (gibbicolüs var.) strongylus (Krim; nach
Reitter selbständige Art), 8irongj\\i%\ax.Theodosianus{^\m) S. 133; Retowski,
Wien. Entom. Zeitg. 1887, (Arammiclmus) Martini (Batna); Faust ebenda S, 207,
(Tournieria), albohirtus (Kyndyr-Tau); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 177,
(£Q\jiXn.) pertinax (Kaschgar) S. 293, laniger (Margelan) S. 291, Conradti (Kaschgar)
S. 295; derselbe ebenda; vgl. auch oben bei Brachyrrhinus.
Pachycerus (Rhabdorrhynchus) Grummi (Wuadil); Faust, Hör. Soc. Entom.
Ross XX S. 167.
Pentharthrum (an nov. gen.?) Celehensis (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc.
Entom. Ross. XXI S. 138.
Phacephorus imius (Aksai-Fluss); Faust, Stett Ent. Zeitg. 1887 S. 297.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 197
Phyllobius Emgel (Griechenland); Stier lin, Mitth. Schweiz. Ent. Ges. VII
S. 393, Utoralis (Wladiwostok); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S, 165.
Ueber die Gattung Phytobius und eine vermuthlich neue Art aus Nord-
amerika s. Schwarz, Proc. Entom. Soc. Washingt. I S. 75f.
Ph. omissus (Alai); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 298.
Phytonomus Solymltanus Jerusalem ; Faust, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 81.
VmzonAsi?, peregrinus (Delagoa Bay) S. 319, macer (ibid.) S. 320; Pascoe,
Joum, Linn. Soc. London XIX.
Platyomicus aridus (Momboia); Pascoe, Journ. Linn. Soc. London XIX S. 326
PI. 41 Fig. '5.
Polycleis maculatus (Sambesi) S. 124, variegutus (ibid.) S. 125; Peringuey
a. a. 0.
Polydrosus (Eustolus) Kiesenvctteri ( Alexauder-Geb. ; Alai); Faust, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 315, elegans (Griechenland, Türkei); Roitter ebenda S. 526.
Ptochus Graeciis S. 395." Emgel S. 396 (Griechenland); Sticrlin, Mitth.
Schweiz Ent. Ges. VII, subcretaceiis (Kavschan; Ak-ssai); Faust, Hör. Soc.
Entom. Ross. XX S. 156, Äau^eri (Kynd}T-Tau); derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887
S. 178.
Ehina MeldoJae (Andaman); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S. 380.
In einem Beitrag zur Kenntniss der europäischen Ehyncholus-Arten
stimmt Eeitter Bedel zu, der die Wollaston'schen Gattungen Eremotes, Stereo-
corynes, Hexarthrum und Brachyteranus mit Ehyncholus vereinigt hatte, findet aber
doch unter den Arten eine verschiedene Kopf- und Eüsselbildung, die ihre Gruppirung
in 3 Gattungen gestatten; diese sind:
Eremotes: Fühlerfurche nahezu die Augen berührend und den Vorderrand
des Eüssels erreichend. Eüssel kurz und dick; Augen gewölbt, rund, vorstehend.
Brachytemnus: Fühlerfurche kurz, weit vor den Augen und dem Vorder-
rande des Eüssels abgekürzt. Eüssel kurz und dick. Augen nicht vorstehend.
Eyncholus: Fühlerfurche weniger schräg, die Augen fast berührend, weit
vom Vorderrand des Eüssels abgekürzt. Eüssel cylindrisch, viel schmäler als der
Kopf. Von den Eeitter bekannten 14 Arten dieser Gattungen stellt derselbe eine
Tabelle auf; Deutsch Entom. Zeitschr. 1887 S. 123 -127.
Sibinia taschkeiitlca (T.); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XX S. 177.
Siderodactylus Oberthurü (Landana), dclectans (Old Calabar) S. 320, puellaris
(ibid.) S. 321; Pascoe, Journ. Linn. Soc. London XIX.
Sitona aberrans (Wladiwostok); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 16P,
Faillae (Lampedusa); Desbrochers, II Natural. Sicil. VI S. 160, verslcolor
(Kyndyr-Tau; Wernoje); Faust, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 180.
Smicronyx tataricits (Turkestan; Taschkent); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss.
XX S. 174, Brenskci (Morea) S. 83, Syriacus (Haifa) S. 84; derselbe, Wien.
Entom. Zeitg. 1887.
Somatodes bldentatus (Tafelberg, Kap); Peringuey a. a. 0. S. 141.
Spartecerus Infaustus (Transvaal); Pascoe, Trans. Ent. Soc. Lond. 1887
S. 338 PL XI Fig. 12.
Sphenocorynus Meleagris (Sarawak), rufescens (Tondano) S. 375, conformis
(Philippinen), ocellatiis (Formosa) S. 376; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XLK.
Sphenophorus Alaiensls (Alai); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 18,s7 S. 318.
Stephanocieonus timidiis (Issik-kul); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 320.
Stereonychus thoracicus (Wladiwostok); Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 176.
Stigmatotrachelus vittatus S. 322, ruptus (Madagaskar), longiceps (Momboia)
S. 323, ßexuosus (Madagaskar) S. 324; Pascoe, Journ. Linn. Soc. London XIX.
Strophomorphus irroraliis (Syrien); Faust, Wien. Entom. Zeitg. 1887. S. 65.
Synthocus parudoxus (Kapstadt) S. 137 PI. 3 Fig. 5, plagosiis (Beaufort West,
Kapkolonie) S. 138, sagitturius (Damaraland) S. 139, sordidus (Damaraland) S. 140;
Peringuey a. a. 0.
Systates laticollis (Landana); Pascoe, Joum. Linn. Soc. London XIX b. 327,
longefemoratiis (Usagara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 319.
Tanymecus cinctus {zw. Taschkent und Aral-See); Faust, Stett. Ent. Zeitg.
1887 S. 304.
198 Dr- Pli- Bertkau.
Tanyrrhynchus ellipticus (Natal); Pascoe, Journal Lirm. Soc. London XIX
S. 330 PL 41 Fig. 1.
Thylacites Massagetus (Turkmenien) ; Fauat, Wien. Ent. Zeitg. 1-87 S. 30,
exignus (Algesiras); derselbe ebenda S. 208.
Tracbyphloeus Frivaldszkyi (Budapest); Kutby, Termesz. Füzet. XI S. 27.
Trigonops longicollis (Hainan); Faust, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXT S. 31.
Tycbius ardea (Tunis); Faust, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 86, tiiranensis
(Kyndyr-Tau) S. 182, amandus (ibid.) S, 183; derselbe, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Tyndides luctuosus (Nord Borneo); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XEK
S. 379 PI. XI Fig. 5.
Oedemeridae. P^d^nca. sculpticollis [^wm'aXxdi); Fairmaire, Notes Leyd. Mus.
IX S. 161.
Iscbnomera abdominalis (Cbabarofka) ; v. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 304, Hauseri (Taschkent); derselbe ebenda S. 322.
Oedemera Reini (Eeraya-thal) ; v. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 448.
Meloidae. Beauregard setzt seine Untersuchungen über diese Familie fort,
Journ. de l'Anat. et Physiolog. XXII S. 524—548 mit PL; XXIII S. 124—163 mit
6 Taf.; vgl. den vor, Ber. S. 275.
L. Aubert: Etüde sur les Insectes vesicants en generaL et essai sur
quelques especes exotiques en particulier; Montpellier 1887, 8", 80 Ss.
Fumouzefandin einer abgestreiften Nymphenhaut einer Cikade 3 Canthariden,
2 Männchen und 1 Weibchen, und versucht eine Erklärung dieser Erscheinung;
Bull. Ent. France 1887 S. XXXV.
Brauer schreibt über die Verwandlung der Melo'iden; Verh. Zool.-
Bot. Ges. Wien. 1887 S. 633 — 642, indem er die in der Literatur vorliegenden
Angaben zusammenstellt und dieselben mit kritischen Bemerkungen begleitet.
Er zeigt, dass die Annahme, die Meloiden durchliefen mehr Entwickelungsstadien
(7) als die übrigen Käfer (4), nicht richtig ist; der einzige Unterschied besteht
darin, dass einmal die sehr bewegliche, langbeinige, neugeborene Larvenform rück-
gebildet wird und dann ferner das 2. oder 3. Häutungsstadium eine Art Ver-
puppungsprozess zeigt (Pseudonymphe), wobei die Larvenhaut unter reichlicher
Chitinausscheidung zu einer schützenden Hülle für das nächste Stadium erhärtet.
In dem der Nymphe vorangehenden Stadium, (das bei einigen mit der Pseudonymphe
zusammenfällt), nimmt wahrscheinlich keine Meloidenlarve Nahrung zu sich (ist
eine larva oppressa). Die Triungulini zerfallen nach der Beschaffenheit ihrer Klauen
in 2 Gruppen, von denen die zu der einen gehörigen Formen einen dreifach ver-
schiedenen Typus repräsentiren. Die 4 Typen sind : 1. Sitaris; 2. Mylabris, Lj^tta;
Epicauta; 3. Triungulinus einer unbekannten Image ; 4. Meloe; andererseits sind
die Triungulini von Cerocoma, Zonitis und Homia nicht bekannt.
I. Die Triungulini der ersten Gruppe haben 3 migleicblange Klauen, d. h.
eine grosse, an welcher am Grunde hintereinander je eine klauenförmige
Borste entspringt.
1. Typus mit kegelförmigem, vom schmälerem Kopf (Sitaris).
2. Tj'pus mit vierseitigem, meist vorne nicht verschmälertem Kopt
(Epicauta, Mylabris, Ljiita).
3. Typus mit langem, parabolisch vortretendem Clypeus vom am Kopf
(vielleicht zu Zonitis mutica gehörig).
n. In der 2. Gruppe haben die Triimgulini eine längere, am Ende lanzett-
förmig erweiterte mittlere Klaue und jederseits eine gleichlange haken-
förmige, kürzere Seitenklaue, die etwas aus- und abwärts gebogen ist. Die
Seitenklaueu bilden durch ihren verwachsenen Grund den Ansatz der
Mittelklaue. Die Triungulini des mit dieser Gruppe zusammenfallenden
vierten Typus haben einen rundlichen Kopf, 2 — 4 Schwanzborsten. Sie
gehören der Gattung Meloe an.
Banacaeina (n. g. Danacaeae affine) bicolor (Tschertschen); Eeitter, Hör.
Soc. Entom. Eoss. XXI 8. 234.
Eusilis n. g. (Sihso affine) für Suis sexdentata Mnnh.: Eeitter, Hör.
Soc. Entom. Eoss. XXI S. 233.
Acteuodia amabilis (Somali); Fairmaire, Ann. Soc Entom. France 1887 S. 306.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 199
Cantharis rugulicollis (Makdischu); Fairmaire, Ann. Soc. Entern France
1887 S. 308.
Eletica ornatipennis (Angola); Lucas, Bull Ent. France 1887 S. XXVII.
Horia macrognatha (Liberia; Goldküste); Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IX
S. 193.
Lvdus tenuitarsis Ab. var. unicolor (Erzerum); Reitter, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 525.
Lj-tta Roborowskyi (Hochasien); Dokhtouroff, Hör. Soc. Entora. Eoss. XXI
S. 343.
Meloe rugosus Marsh, in den Niederlanden; Everts, Tiidschr. v. Entom.
XXX Versl. S. XX.
M. pubifer (Alexander-Geb.) ; v. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
!S. 315, atrocyaneus (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 304,
patellkornis (Peking); derselbe, Revue d'entomol. 1887 S. 325, Hottentotus (Pt.
Eüzabeth; Leydenburg), caffer (Natal; Transvaal); Peringuey a. a. 0. S. 123.
Mylabris lateplagiata (Makdischu), flavosellata (ibid.); Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. France 1887 S. 305, Przeivahhj i {Roah&siQu) S. 341, Mongolica (Ulokeschen-
thal) S. 345; Dokhtouroff, Hör. Soc. Entom. Ross. XXL
Nemognatha cuerulans (Tabora), fuscicmida (Kibanga); Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. France 1887 S. 309.
Zonitis Fortuccii (Peking); Fairmaire, Revue d'entomol. 1887 S. 326, holo-
xantlta (Sumatra); derselbe, Notes Leyd. Mus. IX S. 161, 7nacroxantha (Sumatra)
S. 194, marginiventris (Batjan), geniculata [GfOxonidlo; Sanghir) S. 195, temiemargiuata
(Ternate) S. 196; derselbe ebenda.
Strepsiptera. W. Müller: die Fächerflügler. — Strepsiptera; Stett.
Ent. Zeitg. 1887 S. 150—160. (Keine Originalbeobachtungen.)
Rhipidophoridae. Äporrhipis (n. g.) flexilis iPara^; Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XX S. Ib PL I Fig. 1.
Rlupi(do)phorus melanitrus (Arabien) S. 303 Anm., luguhris (Sansibar) S. 304;
Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887.
Pyroehroidae. Lewis schreibt on the Pyrochroidae of Japan; Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 165—175. — 12 Arten, ausschliesslich Pyr. rufula
Motsc/i., die wahrscheinlich auf dem Festlande heimisch ist.
Dendroides Niponensis (Kashiwagi; Nikko; Chiuzenji; Akita), oculuris (Miyano-
shita; Kashiwagi); Lewis a. a. 0. S. 174.
Pyrochroa vestißua (Suyama; Miyanoshita etc.), laticollis ilchiuchi; Subashiri;
Miyanoshita; Oyayama) S. 169, brevitarsis {Ka.diZ\xs?>), peculiaris (Yezo; Nikko) S. 170,
atripennis (Yamato; Chiuzenji) S. 171; Lewis a. a. 0.
P. brevipes (lithogr. Schiefer von Eichstädt); Deichmüller a. a. 0. S. 72
Taf. V Fig. 17, 18.
Schizotus rubricollis (Miyanoshita) S. 172, auritus (Fujisan; Ontake), gibbi-
frons (Oyayamai S. 173; Lewis a. a. 0.
Anthicidae. Anthicus semiopaeus (Turkmenien) ; Reitter, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 525.
Formicomus rufescens (Natal); Peringuey a. a. 0. S. 122.
Notoxus quudrimaculatus (Alexander-Geb.); v. Heyden, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 315, sericeus (Hexfluss, Kapkolonie); Peringuey, a. a. 0. S. 122.
Lagriadae. Bai-senis (n. g.) fulvipes (Ega, Bras.); Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) XX S. 18 PL I Fig. 6.
Lophophyllus (! n. g. Nemostirae affine; in der Form Lophophyllum ver-
gebener Name) costipennis (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 71
mit Holzschn.
AdjTiata eutrupelöides (Leydenburg); Peringuey a. a. 0. S. 117.
Casnonidea varüpennis (Sumatra) S. 15.^, apicicornis (ibid.) S. l.')9, nucea
(ibid.) S. 160; Fairmaire, Notes Leyd, Mus. IX, dimidiata (Aru-L); derselbe
ebenda S. 192.
Eutrapela j9%m^a (Natal) S. 118, ciiigulata (ibid.), amabilis (Leydenburg) S.
119, metallescens (Natal), ßavipennis (Leydenburg) S. 120, proxima (Kapkolonie),
unicolor (ibid.) S. 121; Peringuey a. a. 0.
Kolbe stellt eine Uebersicht der (6) Lagria-Arten von Ghinchoxo
auf; Zoogeogr. Westafr. S. 305.
200 Dr- Pli- Bertkau.
L. fulvo-pilom (Kibanga); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 303,
impressifrons S. 135, albopilosa, cribratula S. 136 (Makassar); Schaufuss, Hör.
Soc. Entom. Eoss. XXI, dixtincticornis (Korea); v. Hey den ebenda S. 269, ampla
(Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 71 mit Holzschn.
Melandryadae. Dapsiloderus (n. g.) costipennis (Sumatra); Fairmaire,
Notes Leyden Museum IX S. 157.
Phryganophilus ruficollis Sahlb. neu für Frankreich (Dröme) ; A. Argod,
Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXIX.
Eeitter stellt eine analytische Tabelle der Arten der Gattung Tetratoma
auf, mit T. Tedaldi (Madonie, Sizil.); H Natural. Sicil. VI S. 84.
Pythidae. Chorimei-ium (n. g. sequenti affine) antarcticum (Süd-Georgia) S.21 ;
Thalassogeton! (n. g. Salpingo proximum) Wilkensi (ebenda; wie vorige
,.unter Schieferplatten" gesammelt) S. 19; Behrens, Stett. Ent. Zeitg. 1887.
Tenebrionidae. Agnaptorina (n. g. Blapi affine, Gnaptorinae simile)
1-ubripcs (Burchan-Budda) : Eeitter, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 372.
Carchares (n. g. Tentyriin.) macer (Ngami); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (5) XX S. 13 PI. I Fig. 3.
Catamerus (n. g. Pycnocero affine) Äei;oj7i (Mpouapoua); Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. France 1887 S. 290.
Dengitha (n. g. Tentyriin.) lutea (Turkmenien); Eeitter, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 517.
Diplocyrtus (n. g. Apocryphid.) floccosus (Marokko; Eehamnah); G. Que-
denfeldt, Entom. Nachr. 1887 S. 258; vgl. dazu Eeitter in Wien. Entom. Zeitg.
1887 S. 303.
Dordanea (n. g. Pachychilae et Microderae affine) elegans (Burchan-Budda);
Eeitter, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 358.
Boryagxis (n. g. Opatrin.) talpa (Natal); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) XX S. 12 PI. I Fig. 9.
Eiiphloeus (n. g. Helopin.) verrucosus (Malabar); Pascoe, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) XX S. 16.
Gnaptorina (n. g. Platyscelidi simile) Felicituna (Blauer u. Gelber Fluss);
Eeitter, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 365.
Isonota (n. g. Ehytinotae proximum) opaca (Somali-Iza); Fairmaire, Ann.
Soc. Ent. France 1887 S. 171 PI. 2 Fig. 4.
Itagoniu (n. g. inter Tagonam et Gnaptorem) gnaptorinöides (Turkestan);
Eeitter, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 362.
Lamprobothris (n. g. inter Dysgenam et Tanychilum, Lobopodam) attemiala
(Kibanga); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 302 PI. 3 Fig. 6.
Mechanetes (n. g. EuteUu.) cornutus (Perak); Waterhouse, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (5) XIX S. 449.
Myladion (n. g. Opatrin.) acuticolle (Nia; Keria; Tschertschen); Eeitter,
Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 386.
Nannocerus (n. g. Perichilo affine) cylindrus (Sansibar); Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. France 1887 S. 293 PI. 3 Fig. 3.
Nothroccrus (n. g. Hyperopi perquam affine) cylindricornis (Mpouapoua);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 175
Oncopterus (n. g. Oncosomati simile) acant/iohphus (JJs&gara); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 178.
Pimplema (n. g. Cnodalonin.; vielleicht = Hades T/ioms., aber der Thom-
son'sche Name kann nicht bleiben, da er schon bei den Lepidopteren vergeben ist)
ampUata (Pmang); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) S. 17.
Eeitter gründet auf Podhomala Fausti Kraatz die n. G. Uriela und unter-
scheidet dieselbe von den nächsten Verwandten Piesterotarsa, Podhomala, Pimelia,
Pterocoma, Sternodes; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 518.
Vietomorpha (n, g. Sepidio affine) foveipcnnis (Somali-Iza); Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 186 PI. 2 Fig. 11.
Adesmia nigrogemmata (Zanguebar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887
S. 168, Andersoni (Damaraland) S. 103, I^amaquensis (Namaqualand) S. 104, sul-
cipygia (Damaraland), Palgravei (ibid.) S. 105, fussiduta (ibid.) S. 106, epiphysöides
(ibid.), steitocaroides (ibid.) S. 167; Peringiiey a. a. 0.
Allecula Annamcnsis (Hue); Fleutiaux, Ann Soc. Ent. France 1887 S. 65.
Bericht über Entomologie wälirond des Jalires 1887. 201
Amiantus crenatocostatus (Usambara); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 181.
Anatolica integra (Burchan -Budda); Reitter, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 355, ehenina (Peking); Fairmaire, Revue d'entomol. 1887 S. 323.
Anchophthalmus modestns (Landana), densaücollis (Bahr-el-Ghazal) ; Fair-
maire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 282.
Anemia simiatifrons (Nia); Reitter, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 389.
Anomalipus Decosteri (Delagoa-Bay); Peringuey a. a. 0. S. 117 PI. 4 Fig. 5.
Arthrodeis cyphonotus (Somali); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 166.
Asida Lostiae (Monti dei sette fratelli, Sardinien); Allard, Bull. Soc. Entom.
Ital. 1887 S. 333.
Ballion giebt kurze Notizen über einige russische Blaps-Arten;
Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1887 S. 900—923. Die Frage, ob Bl. Jägeri Humm.
und carbo Stev. 8}iionym sind, lässt Ballion noch offen ; dagegen weist er nach, dass
die Art, die in den meisten Sammlungen als Bl. Jägeri steckt, nicht die Hummersche
ist. — Bl. brevis Fisch., convexa Fisch, imd ovata äo/., die bei Gemm. und Har.
Cat- und anderen als Synonyme von abbreviata Menetr. behandelt werden, sind alle
selbständige Arten; Bl. putrida Motsch. ist noch imsicher. — Was Allard in den
Ann. Ent. Franc. 1886 S. 522 als Männchen von Bl. striatopunctata Motsch. be-
schrieben hat, ist wahrscheinlich eine andere Art. Dasselbe gut von Allard's Be-
schreibung des Bl. seriata Fisch. — Bl. subalpina Menetr. und tarda Motsch., die
Allard vereinigt hatte, sind verschiedene Arten. — Bl. dorsata Fisch, ist wahr-
scheinlich gute Art. - Düa sulcata Fisch. - Bl. coriacea Fisch, vielleicht =
coriacea Fisch.; coriacea All. = scabiosa Faust. — Bl. Titanus ilf;*HrÄ. und gigantea
Motsch. sind verschiedene Arten; auch anthrax Fisch, gehört nicht dazu. — Bei
den Männchen von Bl. ominosa Menetr. ist ein Haarbüschel auf dem Bauche bald
vorhanden, bald nicht. — Bl. longipes Zubk. und rorulenta Motsch., vielleicht auch
Fischeri sind Varietäten von pruinosa Eversm.; ob auch amoena Fisch, ist zweifel-
haft. — Bl. brevis Fisch, ist vom Autor ungenügend beschrieben und von Allard
verkannt worden; mit abbreviata ist die Art nicht synonym. — Bl. acuminata
Fisch, ist nicht synonym mit scabriuscula Menetr. — Bezüglich Bl. deplanata
Menetr. und muricata Fisch, schliesst sich Ballion der Ansicht Kraatz' an, der
crstere für das Männchen, letztere für das Weibchen einer Art erkannt hatte. —
Bl. corrosa Fisch. cJ = depressiuscula Motsch.? — Bl. planicoUis Motsch. ist eine
zweifelhafte Art; wenn Bl. planicoUis Cast. eine selbständige Art ist, so muss der
Motschoulsky'sche Name als der spätere einem anderen Platz machen Allard hat
bei seiner Beschreibung des Bl. oblitera*a Menetr. wahrscheinlich eine andere Art
vor sich gehabt. — Bl. variolosa Fisch. (= variolaris Gem. Har. = reflexa Gell.)
und variolosa Fisch. (= variolata Gcin. Har. = rugosa Gebl.) — Bl. granulata
Gebl. — Bl. inflexa Zuhk. ,,lebt auf Gras, sein Biss verursacht Geschwulst." • Bl.
confusa Menetr., glabrata Bess., confiuens Fisch. .^ convexicoUis Motsch., fatidica
Fisch., halophila Fisch., reflexicolUs Sol. und songorica Fisch sind Synonyme zu
longicollis Stev.; der Steven'sche Name ist der älteste, bezeichnendste und für
die typische Form aufgestellt, und muss aus diesen Gründen für die Art gebraucht
werden. - Bl. pterosticha Fisch. — Bl. Clotzeri Fisch, ist vielleicht ein Prosodes;
Allard's Bl. Clotzeri ist eine andere Art. — Bl ampena Fisch. — Bl. mortisaga L. —
Die Vereinigung von Bl. plana Sol. und hians Fisch, mit armeniaca Fuld. durch
AUard ist wahrscheinlich unrichtig; vielleicht ist hians var. von gages L. - Die
von Gemminge r in caudigera umgetaufte Bl. caudata Sol. war schon vorher
von Motschoulsky in appendiculata umbenannt worden; die Synonymie ist also
Bl. appendiculata Motsch. [^= caudata Sol., caudigera Gemm.)
Ueber Bl. armeniaca Fulderm. und Bl. armeniaca J//. äussert sich der-
selbe dahin, dass die AUard'sche eine andere Art als die Faldermann's ist; Wien.
Entom. Zeitg. 1887 S. 307—309.
Reitter giebt eine Uebersicht der mit Blaps Fbr. verwandten Gat-
tungen Tagona Fisch., Itagonia, Gnaptorina, Gnaptor, Dila, Coelocnemodes,
Leptomorpha, Prosodes, Agnaptorina und beschreibt Bl. (iVa /<?/?« n. subg.) cylin-
dracca (Dy-tschu) S. 366, {Ahlapsis n subg.) compressipes (Tala-tschu imd By-
tschu) S. 368, (Blapisa) Przcrralskiii (Tschertschen) S. 370, lobiioriana (ibid. und
Lob-nor) S. 371; Hör. Soc. Entom. Ross. XX S. 362—372.
202 ür. Ph. Bertkau.
Boromorphus opaculus (Turkmenien ; libanicus und tagenioMes sind ebenfalls
charakterisirt) ; Eeitter," Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 521.
Bradymerus interstitialis , alter nutus S. 133, duthratus S. 134 (Makassar);
Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI.
Chariotheca violacea (Dorey); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 17.
Cistela capitata (Zambesi); Müller, Tijdsclir. v. Entom. XXX S. 307.
Clinocranion latemarginatum (Transvaal) S, 115, Alstoni (Kapkolonie) S. 116;
Peringuey a. a. 0.
Colpotus angustulus (Cirkassien); Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S..520.
Cossyphus limhatus (Cochinchina) S. 13, pusillus (Eangun) S. 14; Pascoe,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX.
Crypticus soricinus (Peking); Fairmaire, Eevue d'entomol. 1887 S. 324.
Cy^hogerAdiSenncarinuta (Lob-nor); Eeitter, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXT S. 360.
Cyrtotyche quadra (Delagoa-Bay) ; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. 14.
Derosphaenis (/ibbicollis (Hue); Fleutiaux, Ann. öoc. Ent. France 1887 S. 65.
Diesia niana (Tala-tschu; Bv-tschu; Nia und Keria), pustulosa (Tschertschen) ;
Eeitter, Hör. Soc. Entom. Ross" XXI S. 377.
Drosochrus conspersus (Zambesi); Müller, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 304.
Dysgena villosula {Ki\)dingsC); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 299.
Ectenostoma apicalis (Zambesi); Müller, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 307
PI. 12 Fig. 8.
Emyon Swierstrae (Zambesi); Müller, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 303 PL
12 Fig. 5.
Emypsara flexuosa Pascoe und Phaleria Hilgendorfi Harold sind Varietäten
der sehr veränderlichen Em. Adamsi Pasc: Lewis, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 309.
Endostomus magnicolUs (Sansibar) S. 280, maculosus (ibid.) S. 281; Fair-
maire, Ann. Soc. Entom. France 1887.
Ethmus plicatns (Zambesi); Müller, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 300 PI. 12
Fig. 3.
Eupezus spinicnis (Somali); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 299.
Eurychora setosula (Zanguebar); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 176.
Faustia intcgra (Kluikhu-nor; Burchan -Budda) S. 382, rußpalpis (Blauer
Fluss) S. 383, crijpticöides (Burchan -Budda) S. 384; Eeitter, Hör. Soc. Entom.
Eoss. XXI.
Gonocephalum subrugulosum (Tschertschen; Lob-nor); Eeitter, Hör. Soc.
Entom. Eoss. XXI S. 388.
Heterotarsus rectieollis (Usagara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887 S. 288.
Homala marginicollis (Somali-Iza), planiuscula (Somali); Fairmaire, Ann.
Soc Entom. France 1887 S. 170.
Hoplonyx opactis (Zambesi); Müller, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 305 PI. 12
Fig. 6, asperipennis (Guelidi) S. 296, longipennis (Kibanga) S. 297; Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. France 1887.
Immedia erosa (Bahia), inteqra (Eio Janeiro); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat.
Hist (5) XX S. 15.
Die Laena-Arten sind echte Schattenkäfer, die unter feuchtem Laube leben.
Sie besitzen an dem Halsschilde jederseits einen, auf den Flügeldecken mehrere
Borstenpunkte, die als Tastorgan anzusehen und bei der Beurtheiliuig, ob die
ßehaarimg anliegend oder aufgerichtet ist, ausser Acht zu lassen sind. Die mit L.
pimelia in einer Gruppe (Schenkel ungezähnt; Halsschild mit deutlichen Hinter-
winkeln) stehenden Arten werden übersichthch unterschieden ; es finden sich darunter
L. Ormayi (Hermannstadt), Justinae (Surampass) S. 523, Starcki (Cirkassien) ö. 524;
Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 521 524.
Lasiostola nitetis (Asterabad); Eeitter, Wien. Entom- Zeitg. 1887 S. 28.
Lycanthropa qiindrnta (Somali); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 177.
Lyprops pilosus S. 302. hadivs S. 303 (Zambesi; letzterer auch Somah);
Müller, Tijdschr. v. Entom. XXX.
Machla cristata (Usagara); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 179.
Mesostenopa inßma (Somali); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 173.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 203
Micrantereus externecostatus Fairm. abgebildet Ann. Poe. Entom, France 1887
PI. 3 Fig. 4.
Microdera transversicollis (Turkmenien); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 517.
Micrositus Circassicus {Kb&go]; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 520.
Moluris lateridens (Tabora) S. 179 PI. 2 Fig 5, attenuata (Mpouapoua) S. 180;
Fairraaire, Ann. Soc. Ent. France 1887.
Nyetobates ocularis (Usambara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 291, brcvkornis (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 134.
Ocnera Przewalskyi (Tschertschen) ; Reitter, Hör. Soc. Ent. Ross. XXI S. 380.
Opatrinus setuliger, atei\ Fig. 4 (Zambesi; Sansibar; Somali); Müller, Tijdschr.
V. Entom. XXX S. 301, angulicollis (Guelidi); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 283.
Opatrum (Microzoum^ tibiale ein neuer Kiefemfeind (an Saatpflanzen);
Altum, Zeitschr. f. Forst- und Jagdwesen. 1887, 8. Heft, und Entom. Nachr. 1887
S. 283 f.
Opatrum angolense -£'r. v. suhtilistriatum (Chinchoxo); Kolbe, Zoogeogr. "Westafr.
S. 292.
Senac hält es für wenig wahrscheinlich, dass Pachj'scelis crinita, wie
angegeben, in Airika vorkomme. Dagegen sind die afrikanischen Pimelia malleata
Woll., tuberculifera Luc. und semiasperula Fairm. Formen, die einen Uebergang
zwischen Pimelia (subg.Ecphoroma) undPachyscelis herstellen, und für welche die Unter-
gattung Pachij sce Indes (subg. n Pachyselidis) aufgestellt wird, S. 187. Ausser
den drei genannten Arten, die beschrieben werden, gehört auch eine neue, P. Henoni
(Tebessa, Algier) S. 191, in dieselbe; Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 187—194.
Penthicus tuberculosus (Issik-kul); v. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 319.
Perichilus violaceipes (Makdischu; Sansibar); Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France 1887 S. 292 PI. 3 Fig. 2.
Periseptus perforatus (Kibanga); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 176.
Phaleria encausta (SomaU); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 288.
Phryncolus undaticostis (Uzambara) S. 183, crispatus (ibid.) S. 184; Fairmaire,
Ann. Soc. Ent. France 1887.
Physophrynus i?ei;o?72 (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 182,
Die kräftige Skulptur der an der Küste vorkommenden Exemplare von Pimelia
Fairmairei verflacht sich bei den im Innern des Landes vorkommenden Exemplaren
mehr und mehr; die Pimelia tumidipennis v. Haag ist eine konstante Form von
Marocco, bei der sowohl die Rippen der Fld. als auch die Körner zwischen denselben
vollständig geschwunden sind; eine andere Form von Casba settatt, bei der die
Rippen zwar ziemUch erhaben sind, aber der rückwärts gerichteten Zähnchen ent-
behren, ist var. laevisulcata genannt; Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 3S3.
Platyope dilafata (Lob-nor); Reitter, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 375.
Plesiophthalmus len:tns (Korea); v. Heyden, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 268.
Praogena fossulata (Zambesi); Müller, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 30G
PI. 12 Fig. 7, lineigera (Makdischu), imprcssiventris (Sansibar); Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. France 18S7 S. 301.
Prosodes Peklnensis (Peking); Fairmaire, Revue d'entomol. 1887 S. 323.
Psammodes düaticollis {J,dimhes.\) S. 298, Fig. 1, Lompressitarsis S. 299 Fig. 2;
Müller, Tijdschr. v. Entom. XXX PI. 12, sulcicoUis (Sambesi; Damaraland);
Peringuey a. a. 0. S. 110.
Pterocoma Amandana (Zaidam); Reitter, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 374.
Pycnocerus validus (Sansibar); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 289.
Scleropatrum tuberculatum (Zaidam; Burchan-Budda) ; Reitter, Hör. Soc. Ent.
Ross. XXI S. .38S.
Scythis fiumeridens (Khukhu-nor) ; Reitter, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S, 356.
Sehnus quadricollis {^Usagara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 284.
Sepidiacis compressa (SomaU); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887
S. 185 PI. 2 Fig. 8.
Sepidium hamaticolle (Usagara , longelnrtum (Makdischu); Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. France 1887 S. 277.
204 Dr. Ph. Bertkau.
Stenocara scriceiceps (Damaraland) S. 108, Damarensis (ibid.) S. 109; Periii-
giiey a. a. 0.
Stenomax t>^j;ö/or (Lenkoran) ; Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 524.
Stenosis canaliculata Mill. = fulvipes Reiche; St. fulvipes Rttr. ist eine
andere Art und diliitipcs genannt; Eeitter, Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 77.
Tenebrio carbo (Guelidi); Fairmaire, Ann. See. Entom. France 1887 S. 288.
Tentyria Przeivalskyi S. 359 und varr. pleuralis, basalis S. 360 (Lob-nor;
Nia und Keria); Reitter, Hör. Soc. Entom. Boss. XXI.
Trachynotus scrobiculatus (Kapkolonie) S. 110, impresskollis (ibid.) S. 111,
serratus {^hidi.), pilosits (ibid.) S. 112, hitosus (ibid.) S. 113, teii-enus (Orangefluss),
dubius (Damaraland?) S. 114; Peringuey a. a. 0.
Trigonoscelis stiblaevigctta (Turkestan); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 519.
Usagaria major (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 287
PI. 3 Fig. 1.
Xanthothop[e]ia laticornis (Usambara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887 S. 300.
Zophosis Myrmido (Tabora), picipennis (Somali-Iza) S. 165, subcostnlata (Guelidi)
S. 166; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887, aciculaticollis (Zambesi; Sansibar;
Somali)^ jVIüller, Tijdschr. v. Entom. XXX S. 297.
CioYdae. Cis am-osericetis (Ostsibirien); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 515.
Bostrychidae. Apoleon Gorh. ist synonym mit Dysides Pcrt>j und gehört
zu den Ptjnidae; Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IX S. 212.
Ptinidae. Clada (n. g. Anobiin.) IVaterhoiisei (Cap); Pascoe, Ann. a. Mag.
N. H. (5) XX S. 10 PL I Fig. 4.
Episernus granulatvs (Glatz); Weise, Zeitschr. f. Entomologie, Breslau,
12. Heft S. 59.
Emobius anabaptista des Gozis = Liozoum angusticolle Muh. Rey = Ern.
Mulsanti Kiesenw ; Liozoum parvicolle Miüs. Rey = Ern. angusticolUs Redtb.; Rey,
Bull. Ent. France if^HT S. LXXIV.
Gibbium scotias ist ausser in Deutschland in Aegypten, Mesopotamien,
Bagdad, Arabien, Bengalen, Ceylon, Philippinen, .Japan, Korea, St. Vincent und
Cuba gefunden; Kolbe, Entom. Nachr. 18^7 S. 343; Reitter glaubt bei diesen
Angaben an eine Verwechselung des G. aequinoctiale Boield. mit G. scotias; Wien.
Entom. Zeitg. 18)^7 S. 320.
Lasioderma parallcla (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 65.
L. serricorne in Insektenpulver lebend ; Proc. Entom. Soc. Washington I S. 37.
Kessler macht eine Mittheilung über die Lebens- und Entwickelungsweise
von Niptus hololeucus und Ptinus für; letzterer braucht zu seiner Entwickelung
2 Jahre. 32. und 33. Ber. d. Ver. f. Naturkunde zu Cassel S. 39—41.
Die Einwanderung von N. hololeuc. ins Münstersche s. 15. Jahresb. Westf.
Prov.-Ver. S. 63-65.
Werren fand die Larven von Ptinus latro F. in den Blüthenköpfen von
Leontopodium alpinum; Hagen, Entomol. Americ. H S. 232.
Reitter erkennt seinen Ptinus (Eutaphrus) Ganglbaueri als identisch mit
E. damascenus Band, und nennt seinen E. damascenus n. sp. 1884 (eben wegen
der Baudischen Art) descrtoruir. Faust i. 1.; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 29.
Lymexylonidae. Hylecodes javanicus Chevr. S. 155, lateritius (Surinam)
S, 156; Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IX.
Cleridae. Fairmaire ersetzt den Gattungsnamen Diplocladus Fairm.
(praeocc.) durch Diplophoriis, und bildet die typische Art, D. oculicoUis, ab;
Ann. Soc. Entom. France 1887 S. 160 PI. 2 Fig. 4.
Miitilloides (n. g.) ulbidodofasciatus (Natal); Fairmaire, Notes Leyden
Museum IX S. 197.
Agonolia Äbwow« (Fiume) ; v. Hoffmann, Deutsch Entom. Zeitschr. 1887 S. 96.
Cleroides formicarius v. semifasciutus (Serajewo); Fleischer, Wien. Entom.
Zeitg. 1887 S. 237.
Diplophorus (s. oben) tillöides (Somali); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. IVance
1887 S. 161.
Erymanthus Äet'o/72 (Usagara) ; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 8.163.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 205
Pallenis semißava, bipunctata, 5e/«?^?-«wosa (Madagaskar); Fairmaire, Le
Naturaliste IX S. 57 mit Holzschn.
Stenocylidrus novemguttatus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX
S. 71 mit Holzschn.
Tillus /j.v^coWw (Tabora) S. 161, /'ulvoplagiatus (Somali-Iza) S 162; Fairmaire,
Ann See. Ent. France 1887.
Maläcodermata. Attalus Net/deni (Mogador); Abeille, Deutsch. Entern.
Zeitschr. 1887 S. 447, Hauser i (Kyndyr-Tau); derselbe ebenda S. 321.
Calochromus exceUens (Makassar); Schaufnss, Hör. See. Entom. Eoss. XXI
S. 132.
Cautires reflexicollis (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 57
mit Holzschn.
Chauliognathus lyciformis (Caracas, Minas Geraes), disparipennis (ibid.);
Bourgeois, Bull. Soc. Entom. France 1887 IS. CXXXI.
Dasytes Letzneri (Glatzer Gebirge; Thüringer Wald); Weise, Zeitschr. f.
Entomologie, Breslau, 12. Heft S. 55.
Dictyoptera bella (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. ßoss. XXI S. 131.
Emplectus stipatus (Tijuca, Bras.); Bourgeois, Bull. Ent. France 1887 S. LXVI.
Eros basicornis (Mpouapoua); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 155.
Eugeusis nigripennis (Burmali); Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XX
S. 10 PI. I Fig. 7.
Hapalochrus ya«M/«M.y (LTsagara) S. 157, maluc.hiöides (Tabora) S. 159; Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1887.
Weise macht Bemerkungen zur Gattung Julistus Kiesw, in denen er
die Bildung des Seitenrandes der Flügeldecken einer näheren Betrachtung imterzieht.
Bei den mit Haplocnemus verwandten Gattungen, zu denen auch Julistus gehört,
sind die Flügeid. mit deutlichen, breiten, flachen oder stark nach innen geschlagenen
und von dem übrigen Theil der Fld. durch eine hohe scharfe Leiste abgesonderten
Epipleuren versehen; bei den mit Dasytes verwandten Gattungen ist der Seiten-
rand der Fld. hinten durchaus einfach Die beiden bei Berlin im Juni in den
Kieferblütheu häufigen Arten Jul. floraüs Oliv, und memnonius Kiestr. sind genau
beschrieben. Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 186 f.
Lucas beschreibt eine riesige Larve von Bangkok, die seiner Meinung nach
zu einer neuen (Lampyriden ) Gattung gehört; Bull. Ent. France 1887 S. XXXVI.
Hochzeitsfackeln der Leuchtkäfer; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 201— 206.
(Nach Emery; s. d. vor. Ber. S. 283).
Ueber das Leuchten der Eier s. Dubois; Bull. Soc. Zool. de France 1887
S. 137—144.
Lampyris mutabilis Oliv. $; Olivier, Bull. Soc. Ent. France 1887 S. CXVH.
Lampyris rugicollis (Kibanga); Fairmaire, Ann. Soc Ent. France S. 155.
Luciola brevicollis (Kibanga); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 156,
perpetiuscula (Malmesbury, Kapland); Kolbe, Entom Nachr. 1887 S. 73.
Bourgeois macht weitere Mittheilungen über Brasilianische Lyciden; Bull.
Ent. France 1887 S. Llllf.; LXVI.
Perty's „Larva singularis" wird von Kolbe zu Lycus melanui'us oder einer
verwandten Art gezogen und liefert einen neuen Beweis, dass auch Lycidenlarven
leuchten; Entom. Nachr. 1887 S. 37—39.
Lycus rectus (Makassar) S. 127, curvipes (Atchin) S. 128; Schaufuse, Hör.
Soc. Entom. Eoss. XXI.
Malthodes obliquus (Glatzer Gebirge, Altvater) S. 53, funditor (Czernahora;
Transsylv. Alpen) S. .')6, quadrißdus (Macugnaga^ S. 58; Weise, Zeitschr. f. Ento-
mologie, Breslau, 12. Heft.
Melyris limbata (Kapkolonie); Peringuey a. a. 0. S. 103.
Metriorrhynchus sericeicollis (Atchin) S. 130, specularis (Makassar) S. 131;
Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI.
On the luminous larviform females of the Phengodini hielt Eiley
in der Brit. Ass. for the advancement of Science, Manchester, einen Vortrag, von
dem ein Auszug in Entomol. Monthl. Mag. XXIV S, 148 f. abgedruckt ist; Notes
on Phengodes and Zarhipis von demselben s. auch in Proc. Entom. Soc.
Washington I S. 62 f., 86 f.
206 I>i- Pli- Bertkau.
G. F. Atkinson theilt seine Observations on thefemale form ofPhen-
godes laticollis Hörn mit; Joum Elisba Mitchell Sei. Soc, IV. 2 S. 92—95
mit Abbildung, die die Anordmmg der Leucbtorgane veranschaulicht.
Plateros ustipenms (Usagara); Fairmai re, Ann. Soc Ent. France 1887 S. 154.
Prionocerus hrevicornis (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Koss.
XXI S. 126.
Selasia jow/cÄm (Delagoa Bay) PI. I Fig. x, laticeps (Bombay); Pascoe, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (5) XX S. li, pallida (Delagoa Bay); Peringuey a. a. 0. S. 102.
Xylobanus subcinnaberinus S. 128, rustkus S.129 (Makassar); Schaufuss,
Hör. Soc. Entom Koss. XXI.
Dascyllidae. Scii-tes palUdus (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entom.
Koss. XXI S. 125.
Khipidoeeridae. Ho7noeor{r)hipis (n. g. Callirrhipidi simile) croceosellata
(Sumatra) S. 152, mesomelaena (ibid.), usta (ibid.j S. 153; Fairmaire, Notes
Leyden Museum IX.
Calirrhipis maculosa (Amoy, China) S. 146, orientalis Gast. S. 147, impressi-
collis (Atjeh, Simiatra), scutellata (Sumatra) S. 148, lineata Waterh. S 149, laticeps
(Sumatra) S. IbO, pinguis (Amoy: S. 151; Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IX.
Simianus terminatus (Sumatra); Fairmaire, Notes Leyd. Mus. IX S. 155.
Cebrionidae. Cebriorrhipis uniformis (Amoy, China); Fairmaire, Notes
Leyd. Mus. IX S. 145.
Elateridae. Du Buvsson macht Bemerkungen über einige Elateri den ; Bull.
Ent. France 1887 S. LXXXIXf. (Isidus Moreli $ , Elater pomonae Varr.), XCV— XCVII
(Athous hrevicornis cJ ^ ; semipallens Muls. = vittatus F. var. dimidiatus Drapiez;
Adrastus bicolor Luc. = Silesis rutilipennis Ilüy.), CV (Tableau syuoptique d. g.
Limonius, Athous, Campylomorj^hus, Isidus, Campylus).
E. Koenig beschreibt (3) neue Elateriden und kündigt Bemerkungen
über bekannte Arten an; Hör. Soc. Entom. Koss. XXI S. 353 f.
Die Larven von Corymbites aeneus sind als Kartofifelschädlinge, die von
Lacon murinus als Zuckerrübenschädiger aufgetreten; Kar seh, Sitzgsber. Berl.
Entom. Vereins 1887 S. XX.
Doloporus (n. g. prope Ectinum et Sericosomum) aterrimus, thoracicus
(Carpentaria-Golf ) ; Candeze, Notes Leyd. Mus. IX S. 290.
Semiotopsis (n. g.) ungulata (Neu Granada); Candeze, Notes Leyd. Mus.
IX S. 187.
Aeolus sericeus (Transkaspien; Turkestan; Turkmenien); Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitsehr. 1887 S. 512.
Agonischius Delauneyi (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 64
PI. 4 Fig. 5, vittiger (Korea; Peking); v. Hey den. Hör. Soe. Entom. Ross. XXI
S. 267, scmiflavus S. 288, brcvis S. 289 (Karpentaria-Golf); Candeze. Notes
Leyd. Mus. IX.
Agrypnus Hageni (Sumatra) S. 189, sobrinus (ibid.) S. 190; Candeze, Notes
Leyd. Mus. IX,
Kolbe beschreibt die muthmassliche Larve von Alans excavatus-F.; Entom.
Nachr. 1887 S. 19, 36.
Alans Revoili (Usagara); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 148.
Athous acutus Muls. Rey = Corymbites (subg. nov. Metanomus) montivagus
Rose7ih.; Chamboveti God. = herbigradus Muls. var.; du Buysson, Bull. Soc.
Entom. France 1887 S. CXXXH.
Corymbites semicribrosus (Sansibar); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887 S. 153, (Calosirus) melas (Abago, Kauk.) S. 353, (Diacanthus) paradoxus
(Sergiopol; Lepsinsk) S. 354; Koenig a. a. 0.
Cratonychus aspericollis Muls. Guilleb. = tenebrosus Er.; amphthorax Muls.
Guilleb. = dichrous Er. (verstümmeltes und schlecht ergänztes Exemplar); du
Buysson, Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXXXHT.
Crepidomenus ovalis (Carpentaria Golf); Candeze, Notes Leyd. Mus. IX S. 288.
Dicronychus flabellicornis (Mpouapoua) S. 150, bißdicornis (ibid.) S. 151;
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887.
Reitter unterscheidet die Elater- Arten aus der Verwandtschaft des E. ochro-
pterus Esc/isch., rufiventris, croeatus und beschreibt die neuen E. ochripennis (Euböa),
Circassicus (Tscherkessien) S. 212, auranticulus (Kaukasus), nchrinuhts (Krim) S. 213;
Bericht über Entomologie während des Jalires 1887. 207
Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 211—213. (E. ochripeunis kommt auch in Italien vor und
ist A'on Costa bereits Irülier als E. coenobita beschrieben; derselbe ebenda S. 305).
Hapatesus pretiosus (Carpentaria-Goif);'Candeze, Notes Leyd. Mus. IX S. 287.
Ischiodontus contemptus (Chinchoxo); Kolbe, Zoogeogr. Westafr. S. 274.
Lacon fferzi (Korea); Koenig, Hör. Soc. Entom. Koss. XXI S. 353, pallidus
(Sumatra); Candeze, Notes Leyd. Mus. IX S. 190, Van de Polli (Carpentaria-
Golf); derselbe ebenda S. 285.
Eeitter unterscheidet in dichotomischer Tabelle die nahe verwandten Ludius
(Trichophorus Muls.) Guillebeaui Muls., Turanicus (Aschabad) S. 513 imd Taygetanus
(T.) S. 514; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887.
Kolbe beschreibt die muthmassliche Larve von Lycoreus bicarinatus
Quedf. und bildet dieselbe im Holzschnitt ab; Entom. Nachr. 1887 S. 33.
Megapenthes fulvescens (Derbent); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 512, lituratus, /«f /fc (Carpentaria-GoLf) ; Candeze, Notes Leyd. Mus. IX S. 287.
Melanoxanthus granum (Sumatra); Candeze, Notes Leyd. Mus. IX S. 191.
Monocrepidius tumidus, squalescens {Car^entaxisi-GoU) ; Candeze, Notes Leyd.
Mus. IX S. 286.
Psephus Somultiis {Onehhi), n^w«^;« (Sansibar); Eairmaire, Ann. Soc. lint.
France 1887 S. 152.
Die von Erichson fraglich zu Pyrophorus noctilucus gezogene Larve (Archiv
f. Naturg. 1841 S. 86) ist mit Sicherheit einem Chalcolepidius zuzuschreiben;
Kolbe, Entom. Nachr. 1887 S. 36 f.
Dubois stellte noch weitere recherches sur la fonction photogenique
an; Compt. Eend. Acad. Sei. Paris CIV S. 1456-1458.
H. du Buysson nimmt eine Revision des Silesis du bassin de la Me-
diterranee vor; Revue d'entomol. 1887 S. 140 — 145.
Tetralobus cavifrons (Ouebbi); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 149.
Buprestidae. Ch. 0. Waterhouse beschreibt new genera and species
of Buprestidae; Trans. Ent. Soc, Lond. 1887 S. 177 — 184 mit Holzschn.
Armenosoma {Ti.g. Sphenopterae affine, Capnodi simile) atrum (Cap); Water-
house, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 1,5) Vol. 19 S. 293.
Autarcontes (n. g. für Agrilus mucoreus Klug und) planus (Amazons),
pictiventris (Santarem) S. 181, abdominalis (Chontales) S. 182; Waterhouse, a.a.O.
Callipyndax (n. g. Amyiae affine) cupreiventris (Brasilien); Waterhouse,
Ann. a. Mag." Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 295.
Cyphothorux n. g. für (Stenogaster) palleolatus Chevr.; Waterhouse
a. a. 0. S. 180.
Maschalix (n. g. prope Amorphosoma) te^/^«H?u'5 (Queensld.); Waterhouse,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 294.
Mixochlorus (n. g. prope Agaeoceram) ÄM^wra/w (Honduras); Waterhouse,
a. a. 0. S. 178.
Omochyseus (n. g. prope Agrilum) humeralis (Sa. Martha, Bras.) S. 182,
terminalis i^Oaxaca, Mexiko) S. 183; Waterhouse a. a. 0.
Paradomorphus (n. g. für Agrilus frontalis L. 4" G- und) albicollis (Jamaika);
Waterhouse a. a. 0. S. 184.
Peronaemis (n. g.) thoracicus (Jamaika); Waterhouse a. a. 0. S. 178.
Trypantius (n. g., für Stenogaster bitaeniatus Chevr. und) w/re^MCHi' (Mexiko) ;
Waterhouse a. a. 0. S. 179.
Acmaeodera Acaciae (Gafsa, Tunis, auf A. tortilis); Valery Mayet, Bull.
Ent. France 1887 S. XCV.
Agelia morosa (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 141.
Amyia, puiictipennis (Parana), cnörate (Brasü.?); Waterhouse, Ami. a. Mag.
Nat. Hist. (5) XIX S. 447.
Anthaxia psittacina (Suyfun) S. 303, Frits'Jhi (Mogador; Djebel Hadid) S. 446;
V. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887.
Roberts fand A. cyanella regelmässig in copula mit quercata; damit ist die
Vermuthung Hörn 's, das erstere das Weibchen der letzteren Art ist, als richtig
bestätigt; Entomol. Americ. II S. 16 f.
Aristosoma? crassum (S. Afrika); Waterhouse, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
Vol. 19 S. 291.
208 Dr- Ph- Bertkan.
Zur Unterscheidung derBuprestis rustica Z. und haemorrhoidalis ^^.v/.
s. Fleischer, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S 233 — 237; derselbe beschreibt nach
der Färbung folgende Var. : rustica var. signaticeps, bis-ornata S. -.'34; haemorrhoi-
dalis var. infrumaculata S. 235, Sibirien (Nikolajewsk) S. 236; die Varietäten
stammen mit Ausnahme der letzten von Kovecin im böhmisch-mährischen Gebirge;
vgl. zu var. Sibirica Kraatz ebenda S. 310.
Catoxantha Sai-asinorum (Ceylon); Flach, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 321.
Chrysobothris />«/<:Äri/)eA' (Peking); Fairmaire, Eevue d'entomol. 1887 S. 322.
Coeculus fulvovittis (Turkmenien) ; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 511, der ebenda S. 512 die bekannten Ai-ten übersichtlich zusammenstellt.
Discoderes ochraceopictus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX
S. 56 mit Holzschn , humeralis (l^Eadagaskar) ; Waterhouse. Ann. a. Mag. Nat.
ffist. (5) Vol. 19 S, 293.
Engycera Cumingii (Philippinen); Waterhouse, Ann a. Mag. Nat. Eist. (5)
Vol. 19 S. 290.
Eurythyrea grandis (lithogr. Schiefer von Eichstädt); Deich müller a. a. 0.
S. 70 Taf. V Fig. 14.
Julodis vagevittata {Tdibox&); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S, 138,
Gariepina (Orangefluss, Kapkolonie); Peringuey a. a. 0. S. 101 PI. 1. Fig. 8.
Nascio clnjdaea (New South Wales; W. Austr.) S. 861. munda (Cairns) S. 862,
muUesima (Wide Bay) S. 863; Olliff, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2. S.) I.
Philanthaxia dorsalis (Java); Waterhouse, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
Vol. 19 S. 290.
Phrixia vittatieollis (Philippinen); Waterhouse, Ann a. Mag. Nat. Hist. (5)
Vol. 19 S. 291.
Poecilonota (Lampra) Provostü (Peking); Fairmaire, Revue d'entomol. 1887
S. 321.
Psiloptera Revoili (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 143,
monoghjpa (Caffrar.); van Lansberge, Notes Leyd. Mus. IX S. 141.
B. Jakowleff fährt in seinen Descriptions d'especes nouvelles ou peu
connues du genre Sphenoptera Sol. des regions palearctiques fort; Hör.
Soc. Entom. Ross. XXI S. 53— «7: Sp. sculpticolUs Heyd. i. 1. (Mingrelien) S. 53,
sphaeroccpJialn (Syrien) S. 54, aeneomicans Kraatz, Kraatzi = dubia Kraatz S. 56,
incerta (ürdubad) S. 57, purpuriventris Kraatz, viridicoerulea Kraatz, lucidicollis
Kraatz, aerata (Persien) S. 62, moesta (Persien) S. 64, signata (öüdnissland) S. 65,
subtricostata Kraatz, excisa (Sardinien) S. 6>*, pilnsula (Carthagena) S. 69, prolon-
gata (Malatia, Kleinas) S. 70, strigosa (Jlwxk&si&xi) S. 71, Christophi {^chsküh)^. 73,
Par7iassica (P.) S. 74, crassiceps (Malatia) S. 75, modesta (^Syrien) S. 76, bicarinata
(Schakuh) S. 77, anthracina (ibid.) S. 78, thoracica (Mingrelien) S. 80, Krüperi
(Parnass) S. Sl, Sieversi (Tiflis) S. 82, var-ia = cuprea Kraatz S. 83, signaticollis
(Mesopotamien) S. 85.
S. speciosa (Kaukasus) S. 110, mixta (Kleinas.), adnsta (Achal-Tekke) S. lll,
dichroa (Malatia) S. 112, barbata (Ala-Tau), montana Balassoglo i. 1. (Turkestan)
S. 113, plana (ibid.) S. 114, Mongolica i^China), Ocrtzeni (Aegina) S. l\b, puberula
(Askliabad) S. 116, vestita (Kaukasus), Wilkinsi (Turkestan; Kuldscha' S. 117;
derselbe, Revue d'entomolog. 1887.
Sternocera multeimpressa (Soulale) S. 137, apicipefniis (ibid.) S. 138; Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1887.
Trachys Frenchi (QueensL); v. d. Poll, Notes Leyd. Mus. IX S. 126, 182,
apicalis (Celebes); derselbe ebenda S. 181.
Searabaeiiiae. Adoretopsis (n. g. Adoreto affine) tenuitarsis (Usagara);
Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 125.
Anomalophylla (n. g. Homalopliae affine) tristicula (By-tchu); Reitter,
Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 232.
Dicaulocephalus (n. g. , a Peperonota Wcsttv. prothorace (S inermi et
mandibulis extrorsum valde productis, retrorsum inflexis, ramusculum opice sub-
falcatum simulantibus; a Didrepanephoro Wood-Mas. ch^eo reflexo tuberculato,
mandibulis extrorsum productis elytrisque basi depressis praecipue discrepans)
Feae (Birma); Oestro, Ann. Mus. Civico Genova (2) V S. 623—628 mit Holz-
sclmitt S. 624.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 209
Gnorimidia (n. g. prope Macronotam) Toyae (Indien); van Lansberge,
Notes Leyd. Mus. IX S. 169.
Pantolasius (n. g. Trogin.) Vethi (Sumatra) S. 203;
Phaeochridius n. g. für (Liparochrus) derasus Ärt/'o/rf S. 201; van Lans-
berge, Notes Leyd. Mus. IX.
Acanthocerus suUirulis (Cayenne) S. 205, brasiliensis (Br.) S. 206, punctiilatus
(Peru) S. "^07, dypealis (ibid.) S. 208; van Lansberge, Notes Leyd. Mus. IX.
Adoretus uniformis (Usagara); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 126.
Agenius grandis (Namaqualand), Namaguerisis (ibid.) S. 100, plagosus (Leyden-
burg) S. 101; Peringuey a. a. 0.
Die von Salle als Ancistrosoma flavovittatum Blanch. abgebildete Art ist
vittigerum .^r., und die füx vittigerum Ä-. angesehene eine neue Art, die A. Buckleyi
genannt wird; Salle, Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXXVn.
Anochilia punctatissima IVaterh. == scapularis G. & P.; v. d. Poll, Notes
Leyd. Mus. EK S. 282.
Anomala ustulatipes (Mpouapoua) S. 122, obscuroaenea (ibid.) S. 123; Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1887, Sieversi (Korea); v. Heyden, Hör. Soc.
Entom. Ross. XXT ö. 266, chamaeleon (Peking); Fairmaire, Revue d'entomol.
1887 S. 317.
Aphodius (Acrossus) binaevulus (Wladiwostok); v. Heyden, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 303, (Aph.) latevittis (Turkmenien); Reitter, ebenda S. blO,
Semenom (Zuflüsse des Blauen Flusses) S. 220, nasutus (Zaidam), grannlifrons
iLob-nor) S. 221, longeciliatus (Zaidam) S. 222, ignobilis (Burchan-Buda) S. 223,
(Melinopterus Muls.) pallididorsis (Nia und Keria) S. 224, scmiluteus (Zaidam),
(Acrossus Muh.) postangulus (Burchan-Buda) S. 225, Przemalskyi (Zufl. des Blauen
Flusses) S. 226, semiopacus (ibid.) S 227; derselbe. Hör. Soc. Entom Ross. XXI,
nigro-signatus (Sambesi; Delagoa-Bai) ; Peringuey a. a. 0. S. 91.
Bothrorrhina Ä«rf«OTa (Madagaskar); Künckel d'Herculais, Bull. Entom.
France 1887 S. XXVI.
Caenochilus obscuratus (Sansibar); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887 S. 133.
Camenta castaneipennis (Mpouapoua); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887 S. 118.
Catharsius Bradshaivi (Sambesi); van Lansberge, Notes Leyden Mus. IX
S. 107.
V. d. Poll macht synonymical remarks on Madagaskar Cetoniidae;
Notes Leyd. Mus. IX S. 282.
Kolbe zählt die (181) Cetoniden der westafrikanischeu Subregion
auf; Zoogeogr. Westafr. S. 265-273.
Nach Lucas halten mehrere Cetoniden die Flügeldecken während des Fluges
mehr oder weniger geschlossen; Bull. Ent. France 1887 S. XCVII f
G. Lewis schreibt on the Cetoniidae of Japan, with notes of new spe-
cies, synonymy, and locaUties; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 19 S. 19ii — 202.
1875 wurden 14 Arten als Japanisch aufgeführt, von denen aber zwei zu streichen
waren; gegenwärtig sind 24 Arten in 9 Gattungen aus Japan bekannt, während
Europa eiwa drei mal so viel Arten in nur 6 Gattungen zählt. Die Vorliebe, deren
sich diese schönen Insekten erfreuen, hat die unangenehme Folge gehabt, dass
manche Arten geradezu eine erdrückende Zalil von Synonymen haben.
Ueber die in den Haufen der Waldameise lebende Larve von Cet. floricola
s. Wasmann, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 115—119.
Cetonia tincta Germ, ist nicht Varietät von Aethiessa Burm., sondern von
trojana Gory; Kraatz, Deutsch. Entom Zeitschr. 18-^7 S. 157.
C. Porcina W^a//. = ciUata Oliv. ^ ; Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschi-. 1887
S. 158.
Clinteria Serdangensis (Sumatra); van Lansberge, Notes Leyd. Mus. IX
S. 110, valida (Indien); derselbe ebenda S. 164.
Cloeotus viridis (Mexiko) S 203, ^m5<?</o5M5 (Neu-Granada) S. 204; van Lans-
berge, Notes Leyd. Mus. IX.
Copris curvifrons (Limpopo^; Peringuey a. a. 0. S. 89.
Coptomia iridoides Krtz. = a p i c a 1 i s Waterh. ; Hildebrandti /ir?V r . = r u f o - v a r i a
Wnterh.; v. d. Poll, Notes Leyd. Mus. IX S. 282.
Arcli. f NatnrKesp.h. .Tahrg. 1888. Bd. II. 'H. 2. 14
210 Dr- Pb. Bertkau.
Dejeania Delaunei/i (Hu6); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887. S. 62
PI. 4 Fig. 3.
Diastellopalpus in/ernalis (Humpata); van Lansberge, Notes Leyd, Mus. IX
S. 109.
Dichelus (Heterochelus) croceipennis (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 1887 S. 106.
Dichrosoma Lansbergei Kraatz ist nach v. d. Poll synonym mit Diaphonia
Bassi White, für welche Kraatz die Gattung Platedelosis aufgestellt hatte; Notes
Leyd. Mus. IX S. 185 f.
Diplognatha spinipennis (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887
S. 132.
Der Eplrrhinus tuberifrons l'an'm. ist ein Catharsius; Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1887 S. 109.
Eriesthis aequatoria (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 105.
Euryomia Andamana Thoms. == Glycyphana Andamensis Janson-, Kraatz,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 158.
Geotrupes (Anoplotrupes) castanipennis (Tala-tchu und By-tchu) S. 228,
(Phelotrupes) Rohoronskyi (Quellgebiet des Gelben FI.) S. 229, Semenowi (,Quellgeb.
des Blauen Fl.) S. 230; Eeitter, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI.
G. hthographicus (lithogr. Schiefer von Eichstädt); Deichmüller a. a. 0.
S. 69 Taf. V Fig. 13.
Gnorimus Armeniacus (Erzerum); Keitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 528.
Goliathus Atlas (Volta-Fluss, Guinea); Nickerl, Stett. Entom. Zeitg. 1887
S. 174 mit Taf.
Granida Annamensis (Thnan-an); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887
S. 63 PI. 4 Fig. 4.
Gymnoloma /e^^ira (Transvaal; Kapbolonie); Peringuey a. a. 0. S. 95.
Gymnopleurus inferanitens, sericeifrons (Makdischu); Fairmaire, Ann. Soc.
Ent. France 1887.
Conradt beschreibt die Brutkammer von Heliocopris tmolus; Stett. Ent.
Zeitg. 1887 S. 128.
Heteronychus lathisculus (Usagara) S. 126, truncaticeps (Kibanga), S. 127;
Fairmaire, Ann Soc. Entom. France 1887, Lansbergei (Makassar); Sehaufuss,
Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 122, bidetitulus (Peking); Fairmaire, Eevue d'en-
tomol. 1887 S. 319.
Eeitter stellt eine Tabelle zur Bestimmung der europäischen Arten
der Coleopteren-Gattung Homaloplia Steph. auf mit H. elongata (Taygetus)
S. 135, Iris (Olymp, Kleinas.) S. 136, diabolica (Kleinasien; Syrien) S. 137, minuta
Brenske S. 139; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 135—139.
Hoplia Davidis S. 314, semicastanea, mediocris S. 315 (Peking); Fairmaire,
Eevue d'entomol. 1887.
Hybosorus curtuhis (Kipalapala); Fairmaire, Ann, Soc. Entom. France 1887,
S. 115.
Hypopholis setososquamafa (Usagara); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887 S. 119.
Kolbe hebt die Unterschiede einer Inca-Larve von der von Osmoderma
hervor; Entom. Nachr. S. 39.
Ischiopsopha pusilla (Aru-J.); Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887. S. 154.
Ischnostoma picta (Transvaal) S. 96 PI. 1 Fig. 7, albo-notata (Leydenburg)
S. 97; Peringuey a. a. 0.
Uorn macht Notes on Lachnosterna; Entomol. Americ III S. 141 — 145.
Lachnosterna (Holotrichia) bicolorea (Korea); v. Hey den. Hör, Soc. Entom. Eoss.
XXI S. 265.
Lepidiota simiatifrons (Somali); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887.
S. 119.
Lepithrix hirtipes (Namaqualand); Peringuey a. a. 0. S. 92.
Leucocelis cinctipennis Za/wi, = Helenae Schaum; Kraatz, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 158.
Seiner Eevision der Gattung Diphucephala (s. dies. Ber. fiir 1886 S. 291)
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 211
lässt Macleay in den Proc. Linn. Soe. New South Wales (2. S.) I S. 807 — s.'v2
eine solche einer anderen ausschliesslich austrahschen Gattung, Liparetrus, fol-
gen. Dieselbe enthält ungerechnet 7 nicht identifizirte Arten früherer Autoren
97 Arten; folgende sind als n. sp. bezeichnet: L. Germari, Musterst S. 814, villosi-
collis S. 81^, ater, angulatus S. 817, capillatus, comatus, nitidipeiinis S. 81^, nigro-
hirtus, callosus S. 819, Müchelli, Kreuslerae S. 820, asper S. 823, bititberculatus,
acutidens, parvidens S. 824, obtiisidens S. 825, sericeipennis, canescens S. 827, assi-
milis, holosericeus S. 828, montanus S. 829, tibiquitostis , glabripcnnis S. 830, luri-
dipennis, rugosus collaris S. 831, criniger S. 832, sulebrosus S. 833, propinquus,
ebeninus S. 834, rubefactiis S. 835, ovatus S. 836, micans S. 837, impressicollis
S. 838, nigriceps, opacicollis S. 839, rotiindipennis^ convexior S. 840, obscurus, ni-
tidior, latiuseulus S. 841, globulus S. 842, squamiger, subsquamosus S. 843, rotundi-
f07-mis, abnormalis, simillimus S. 844, Kennedyi S. 845, Cookii, Jnspidus S. 850, or-
di7iatus, maechididides, striatipennis S. 851.
Lomaptera semtcastanea S. 153, prasina S. 154 (Aru-I.); Kraatz, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887.
Reitter stellte Untersuchungen zur Species-Kenntniss der Maikäfer
aus Europa und den angrenzenden Ländern an, in denen namentlich die
Art der Behaarung an den verschiedenen Körpertheilen eingehende Würdigung
findet. Bei den Arten werden die z. Th. zahlreichen Rassen und Varietäten miter
besonderen Namen aufgeführt. Dabei sind folgende neue Arten aufgestellt: M.
fusco-tcstacea (Parnes) S. 538, permira (Cirkassien) S. 539, clypeata i^Samarkand)
S. 542 und die Varr. Hippocast. var. Romana (Rom) S. 535, candicans var. Naxiana
(N.) S. 538; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 529—542; s. auch Wien. Entom.
Zeitg. 1887, S. 255, 305 f.
Kraatz macht ebenda S. 543 f. kurze Bemerkungen zu dem vorher-
gehenden Aufsatze und benennt eine Varietät von Hippoc. var suturalis S. 544.
Nägra ord om den . . . Melolontha Hippocastani; of 0. Th. San-
dahl; Entom. Tidskr. 1887 S. 187—190. (Die Larven hatten die Wurzeln ver-
schiedener Sträucher, selbst die Rinde der älteren Wurzeln, angegriffen).
Metabolus impressi/7'ons (Peking); Fair maire, Revue d'entomol. 1887. S.316.
Monochelus Natalensis (Maritzburg; Leydenburg) S. 93, (Heterochelus) pulcher
(Rustenburg, Transvaal) S. 94; Peringuey a. a. 0.
Van de Poll sagt einige Worte aus Anlass des Aufsatzes von Dr.
Kraatz: „Ueber den systematischen Werth der Forceps -Bildung von Myctero-
phallus V. d. Poll; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 159 f. Hier verwahrt sich van
de Poll dagegen, dass er bei früherer Gelegenheit nicht die richtige Lomapt. xan-
thopus vor sich gehabt imd dass er L, validipes Thoms. als Type der beschränkten
Gattung Lomaptera angesehen habe; validipes habe er mit xanthopus bei Myctero-
phallus untergebracht; vgl. den vor. Ber. S. 29;^.
Onthophagus tridens F. v. nigra (Aquapim, Oberguinea); Kolbe, Zoogeogr.
Westafr. S. 247.
0. (Phalops) guttulatus (Tabora) S. 111, rufofasciaius (Mpouapoua) S. 112,
exasperatus (ibid.), rufobasalis (Guelidi) S. 113, rugulipennis (Ouebbi), tetraspilus
(Somali) S. 114; Fairmaire, Ann. Soc, Ent. France 1887, asininus S. 301, bivertex
S. 302 (Wladiwostok); v. Heyden, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, turpidus! (Zu-
flüsse des Blauen Flusses); Reitter, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 219, Hcynei
(Somali); van Lansberge, Notes Leyden Mus. IX S. 108, Castetsi (Indien); der-
selbe ebenda S. 163, Bradshami (Sambesi); Peringuey a. a. 0. S. 90.
Osmoderma opica! (Chiuzenji; Nikko; Imaiclu); Lewis, Wien. Ent. Zeitg.
1887 S. 49, Lavidis (Peking); Fairmaire, Revue d'entomol. 1887 S. 321.
Oxycorythus Solskiji (Taschkent); Dokhtouroff, Hör. Soc. Ent. Ross. XXI
S. 345.
Schewiroff beschreibt Ei, Larve und Puppe von Oxythyrea stictica und
Tropinota hirta. Die im Zimmer Ende Juni und im Juli abgelegten Eier lie-
ferten Larven, die in Gläsern mit Gartenerde und Hafersaat gezüchtet wurden; die-
selben hatten z. Th. schon Ende August ihre volle Grösse erreicht und sich dann
im December in Erdcocons verpuppt; das erste Paar Käfer erschien bereits am
23. December.
Kraatz hält gleich Dohrn Pachnoda euparypha GerstAm eine Varietät von
marginella; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 156 f.
14*
212 Dr. Ph. Bertkau.
Pachydema Doumeti (Houmt-Souk, Tunis); Valery Mavet, Bull. Ent. France
1887 S. XCIV.
Parastasia discophora (Makassar); Schau fuss, Hör. Soc. Entom. Koss. XXI
S. 121.
Pentodon mimitus (Turkmenien) ; E e i 1 1 e r , Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 527.
Phileurus Schiteri (Brit Guiana); Bates, Proc. Zool. Soc. London 1887 S. 490
mit Holzschu.
Phyllopertha Setnenowi (Turkmenien); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
l«87 S. ■ 10.
Poecilopharis Woodfordi (Solomon I.); Waterhouse, Ann, a Mag. Nat. Hist.
(5) Vol. 19 S. 289.
Polyphylla laticollis (Japan, zwischen Fujisan und Yokohama); Lewis, Ent.
Monthl. Mag. XXIH S. 231.
Popiha distinyuenda (Usagara), dorsofasciata (Sansibar); Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. France 1887 S! 124.
Ptychophorus riibroiiotatus (Delagoa-Bai) ; Peringuey a. a. 0. S. 99.
Pygora costifer Waterh. = Euchilia quadrata G. & P.; v. d. Poll, Notes Leyd.
Mus. IX S. 282.
Pyrrhopoda mantis Krtz. und cyanesceus Krtz. ^= Coptomia marginata Waterh. ;
V. d. Poll, Notes Leyd. Mus. IX S. 282.
Rhinyptia subcostata (Somali); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 123.
Rhizotrogus ReUteri (Lob-nor); Brenske, Hör. Soc. Ent. Ross. XXI S. 232.
Rhjssemus colubcr (Ain-Sagoufta, Tunis); Valery Mayet, Bull. Ent. France
1887 S. LXXXIX, obsoletus (Oasen Tschertschen , Nia und Keria); Reitter, Hör.
Soc. Entom. Ross. XXI S. 227.
Scarabaeus sacer L. v. laevigatus (Chinchoxo; Kolbe, Zoogeogr. Westafr.
S. 244. — Sc. Corinthius (Somali), stigmaticus (Makdischu) S. 102, poUtifrons (Ouebbi)
S. 105, scriceipcnnis (Kibanga) S. 107; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887.
Scelophysa Trimeni (Namaqualand); Peringuey a. a. 0. S. 95.
Schizonycha cavicollis (Usagara) S. 120, fuhonitens (Tabora) S. 121; Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. France 1887.
Serica Herzi (Korea); von Heyden, Hör. Soc. Ent. Ross. XXI S. 264.
Kar seh widerruft seine frühere Angabe, dass Stenosternus auch an den
Mittel- und Hinterbeinen keine Tarsen besässe. Dieselben sind thatsächlich vor-
handen, aber ungegliedert und einem Schienensporn täuschend ähnlich; sie miter-
scheiden sich von demselben durch den Besitz von drei Borsten. Die sjstematische
Stellung der Gattung ist wohl am richtigsten bei den Orphninen ; von der Gattung
und Art (St. costatus) wird eine nach der veränderten Auffassung berichtigte Dia-
gnose gegeben. Berl. Entom. Zeitschr. 1887. S. 1 — 6 Taf 1 Fig. 1, 2.
Synarmostes nurora (Sumatra), punctatissimu (Malacca) S. 209, striatulus
(Borneo) S. 2l(i, reüciilatus (Menado) S. 211; van Lansberge, Notes Leyd.
Mus. IX.
Toeniodera crucicollis S. 165, Oberthüri S. 166, humilis S. 167 (Indien); van
Lansberge, Notes Leyd. Mus. IX.
TemnorrhjTichus Diana Beauv. vv. zanzibaricus , natalensis , guineensis, chin-
choxonicus. Kolbe, Zoogeogr. Westafr. S. 58 f., Raffrayi (Sansibar); Fairmaire,
Le NaturaUste 1887 IX S. 223.
Trichius vindiopacus (Japan); Lewis, Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 49.
Troohalus pilula Klg. v. guineensis (Chinchoxo); Kolbe, Zoogeogr. Westafr.
S. 117.
Tr. infranitens (Kibanga); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 117.
van Lansberge beschreibt (13) Trogides nowi^mwa: nebst 2 neuen Gattungen;
Notes Leyden Mus IX S. 199—211.
Trox Semmelinki (Java) S. 199, Castelnaui (Australien) S. 200; van Lans-
berge, Notes Leyd. Mus. IX.
Valgus albosqiiamosus (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France 1887
S. 133, famosus (Junsai), tuberculatus (Fukushima); Lewis, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (f.) Vol. 19 S. 201.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 213
Xylotrupes Beckeri var. Metzneri (Malacca); Schaufuss, Hör. Soc. Entern.
Boss. XXI S. 123.
Lucanidae. Aegus semicircularis (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entora.
Eoss. XXI S. 119.
Cladognathus myrmecoleon, patricius (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent.
Boss. XXI S. 118, li'mbatus (Cap York; Torresstr. ; Neu-Guinea) ; Waterhouse,
Ann. a Mag. Nat. Hist. (5) XIX S, 381 mit Bemerkungen über die nahe ver-
wandten Arten bison und cinctus.
Dorcus parallelepipedus var. Lcuthneri (Eeicheiolim); Ganglbauer, Soc Ent, I
S. 140.
D. suturalis n. sp. (Campbellpore); Waterhouse, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(5) Vol. 19 S. 289.
Gnaphaloryx Davidis (Peking); Fairmaire, Eevue d'entomol. 1887 S. 314.
Lucanus Delavayi (Yunnan); Fairmaire, BuU. Ent. France 1887 S. XXYH.
Odontolabis Dalmani forma priodonta und 0. Celebensis f. telodonta; v.
d. Poll, Notes Leyd. Mus. IX S. 279 — 281.
Schaufuss beschreibt das muthmassliche $ von Odontolabis Duiven-
bodci Deyr.; Hör. Soc. Entom. Eoss XXI S. 117,
0, femomlis (Perak); Waterhouse, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5) XIX S.416.
Heteroceridae. Heterocerus Turanicus (Turfcmenien) ; Eeitter, Deutsch.
Entom Zeitschr. 1887 S. 502, dilutissimus (Khotanfluss) ; derselbe, Hör. Soc. Ent.
Eoss. S. 209.
Parnidae. (H)Elmis quadricollis (Taschkent); Eeitter, Deutscdi. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 258.
Macronychus riolo'ides S. 259 und var. /lavibasis S. 260 (Turkestan); Eeitter,
Deutsch Entom. Zeitschr. 1887.
Pomatinus angulicollis (Kaukasus); Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 257.
Stenelmis puherulus (Kaukasus), biiiei-vosus (Fly river); Eeitter, Deutsch. Ent,
Zeitschr. 1887 S. 259.
Byrrhidae. Byrrhus montanus iMte. Baldo) S. 495, dubius (Danzig) S. 496,
beide dem B. jsilula sehr ähnlich, aber durch die Penisbildung leicht zu unter-
scheiden, wie aus den beigefügten 3 Holzschnittabbildungen hervorgeht; Czwalina,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887.
Chelonarium hirtum (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 62.
Dermestidae. Anthrenus ovalis (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 62.
Attagenus laetus (Koeberg, Kapkolonie), jucundus (Kapkolonie und Transvaal)
S. 88, floralis (Cape town) S. 89; Peringuey a. a. 0.
Dermestes Sardous Käst, bei Paris; Brisout de Barneville, Bull. Soc. Ent.
France 1887 S. CV.
Eeitter erklärt nach wie vor D. vorax Motsch. für eine "Varietät von larda-
rius; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 172 f., 320.
Kolbe hält Eeitter gegenüber Dermestes vorax als selbständige Art neben
lardarius aufrecht und weist die Berech i^igung seiner Ansicht nach; Entom. Nachr.
1887 S. 341 f.
Karsch stellt eine Bestimmungstabelle der Dermestes-larven auf; Entom.
Nachr. 1887 S. 279—283.
Trogoderma maculifasciata (Nia) ; Eeitter, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 218.
Thorictidae. Thorictus bifoveolatus (Indersk), /iTö/u^? (Turkestan); Eeitter,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S, 286.
Mycetophagidae. Atritomus ßlicornis (Bona); Eeitter, Deutsch. Entom,
Zeitschr. 1887 ö. 288.
Lathridiadae. M. J. Belon beschreibt Lathridiens nouveaux ou peu
counus; Eevue d'entomol. 1887 S. 215—239.
Blumenus! (n g.) viUiger (Blumenau) ; Belon, Eevue d'entomolog. 1887 S. 220,
Cartodere unicostata (Mexiko); Belon, Eevue d'entom. 1887 S. 223.^
Langelandia anophthalma in potatoes; Ent. Monthl. Mag. XXIX S. 155.
Melanophthalma signata (Kuba); Belon, Eevue d'entomol. 1887 S. 229.
Metophthalmus Zanzibariais (S.); Belon, Eevue d'entom 1887 S. 221.
214 Dr. Ph. Bertkau.
Cryptophagidae. Corticaria ovkollis („Dolon"); Reitter, Deutsch. Entom,
Zeitschr. 1887 S. 509.
Cucujidae. Hectarthram Orientale (Makassar' ; Schaufuss, Hör. Soc. Ent.
Ross XXI S. 115.
Inopeplus Olliffi (Queens!.); v. d. Poll, Notes Leyd. Mus. IX S. 140.
Laemophloeus Emgel (Attika) Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887. S. 286.
Prostomis mordax ("Wladiwostok); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 287.
Colydiadae. Aglenus brunneus GyU. in den Niederlanden; Leesberg,
Tijdsclir. v. Entom. XXX, Yersl. S. CV.
Bothrideres impressus (Grahamstown) ; Pascoe, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (5)
XX S. 9.
Cossyphodes Woodrooffei (Südafrika, wahrscheinlich bei Ameisen); Perin-
guey a. a. 0. S. 86.
Reitter stellt eine üebersicht der ihm behannten Esarcus-Arten auf mit
E. Fiorii (Calabrien) und Martini (Teniet); Deutsch. Ent. Zeitschrift 1887. S. 285.
Trogositidae. Alindria cyanicoriiis (Madagaskar); Fairmaire, Le Na-
turaHste IX S. 56 mit Holzschn., australis (Rustenburg; Knysna); Peringuey
a. a. 0. S. 86.
Nemosoma elongatum lebt von Hylesiniden- imd Bostrychus-Larven und ist
in deren Gängen an Rüstern, Buchen, auch Kiefern anzutreffen; Weise, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 368.
ThjTnalus var. subtilis Reitt. i. 1. ist nicht zu limbatus, sondern zu Anbei
Levell. zu ziehen; die Form ist im ganzen Kaukasusgebiete und Ai-menien nicht
selten: Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887. S. S. 284.
Nitidulidae. Amphotis Schtvarzn (Fortr. Monroe, Va.); Ulke, Entomol.
Americ. HI S. 77.
Carpophilus hemipterus L. v. africanus (Chinchoxo); Kolbe, Zoogeogr. West-
afrik. S. 242, punctatus (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 61.
Cryptarcha strigata var. Circassica (Tscherkessien) ; Reitter, Deutsch. Ent.
Zeistschr. 1887 S. 287.
Epuraea guttifera (Madonie, Sicü.); Reitter, II Natural. ItaUan. VI. S. 83.
Phalacridae. Olibrus thoracicus (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 61.
Stilbus Koltzei mit var. fenestratus (Chabarofka); Reitter, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 509.
Histeridae. Schmidt stellt ein Verzeichniss der ... in Marokko
gesammelten Histeriden zusammen; Entom. Nachr. 1887 S. 353 — 356.
Epienis fortiicatus (Cara^a, Minas Geraes); Marseul, BuU. Soc. Ent. France
1887 S. CXIX.
Hetaerius aciitanguhts (Tanger); Lewis, Entom. Monthl. Mag. XXIV S. 164.
Hister stigmosus Mars. = H. myrmecophilus Muh. Rey\ Rey, Bull. Entom.
France 18S7 S. LXXXVH.
H. amplicollis var. Maroccanus (M.); Schmidt, Entom. Nachr. 1887 S. 353.
Phelister GouneUci (Cara<;a, Minas Geraes); Marseul, Bull. Soc Ent. France
1887 S. CXVin, varicolor (Neu-Granada\ erraticus (Taratilla) S. CXLVH, Salobrus
(Bahia) S. CXLVIH; derselbe ebenda.
Saprinus splendens Payk. v. chinchoxonicus (Gh.); Kolbe, Zoogeogr. Westafr.
S. 242.
S. binaemilus (Turkmenien) ; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 287,
Pipitzi (Rio Grande do Sul); Marseul, Bull. Soc. Entom. France 1887 S. CXXV,
Schmidtianus (Oasen Tschertschen und Nia, Keria); Reitter, Hör. Soc. Entom.
Ross. XXI S. 218, Quedevfddti (Marrakesch), Schulzei (Mogadorl; Schmidt, Ent.
Nachr. 1887 S. 355, /?aCTjü'tf/«MW (Damaraland); Peringuey a a. 0. S. 85.
Scapomegas aurifer (Caracja, Minas Geraes); Marseul, Bull. Soc. Ent. France
1887 S. CXXV.
Scapbidiadae. Scaphisoma Turkomamrum (Turkmenien); Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr. S. 507.
Triehopterygidae. C Flach bringt Beiträge zur Kenntniss der Haar-
flügler (Triehopterygier); Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 177—1 3 Taf. IL
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 215
Actidium variolatum (Dalmatien) S. 181, Reüteri (Marokko) S. 182; Flach
a. a. 0.
Flach findet, dass Matthews das Ptenidium laevigatüm (Er.) Gillm.
verkannt und unter dem Namen Pt. laevigatüm eine andere Art beschrieben hat,
für die imter umständen der Name Pt. Matthensi S. 183 Fig. 9 in Vorschlag
gebracht wird, imd beschreibt Pt. Ovulum (Talysch) S. 177 Fig. 1, Lcderi (Talysch)
Fig. 2, Brenskei (Griechenland; Kasp. Meer) Fig. 3 S. 178, Obotrites (Schwerin)
Fig. 4, Heydeni (Bussaco, Portug.) Fig. 5 S. 179, Reitteri (Dalmatien; Lenkoran)
Fig. 6 S. 180.
Ptilium Schwarzi (Mecklenburg; Brandenburg) S. 180 Fig. 7, Reitteri (Len-
koran) S. 181 Fig. 8; Flach a. a. 0.
Silphidae. Vgl. zu dieser Familie oben bei den Corylophidae.
Lewis stellt a list of the Japanese Silphidae (23 A., 3 n.) auf; Ann. a.
Mag. N. H. (.5. S.) XX S. 338—342.
Zur Kenntniss der Leptoderinen-Gattungen macht Gangib auer dar-
auf aufmerksam, dass Leptoderus sericeus sich von Hohenwarti und angustatus
durch das an seinem ganzen Seitenrande leistenartig gerandete Halsschild, behaarte
Flügeldecken, kürzeres 2. Fühlerglied und andere Form der Fühlergruben imter-
scheidet, und erhebt in Folge dessen die auf ihn gegründete Untergattung Pr opus
zum Eang einer Gattung. Die verschiedene Berandung des Baisschildes bei Pho-
leuon gracile und angusticoUe rechtfertigt die Aufstellung einer Untergattung —
Parapholeuon - für erstere Art. Eine Bemerkung über Oryotus Mill. ist durch die
neue Uebersicht Eeitter's (s. den vor. Ber. S. 302) gegenstandslos geworden. Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 95 f
Aclypea Pcwnrensis (Alitschur, Pamir); B. Jakowleff, Hör. Soc. Entom.
Ross. XXI S. 153.
Bathyscia Halhherri (Mte. Baldo), Sihirica (Wladiwostok), Thessalica (Ossa);
Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschi-. 1887 S. 276.
Blitophaga villosa (Turkestan); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 282.
In seinen Bemerkungen zur genaueren Kenntniss einiger Catops-Ar-
ten Europas, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. PI— 94, stellt Seidlitz auf
S. 89 eine Tabelle der Untergattungen Aneraadus Reitt., Ptomaphagus ///., Thoms.,
Nargus Thoms., Ättumbra Goz., Sciodrepa Thoms., Catops i. sp. auf und charak-
terisirt in einer Revision der Ug. Ptomaphagus in tabellarischer Form die neuen
Arten sardus (S.), pius (Rom), Vallombrosae (V.; Sardinien) S. 92 und die vielfach
verkannte sericeus Pz. (truncatus ///., Gyllh.) S. 91.
Nach Reitter ist die Choleva angustata i^r. nicht mehr mit Sicherheit zu
deuten; angustata Kraatz enthält in ihren Merkmalen nichts, was mit den Angaben
Fabricius' im Widerspruch stände; nahe verwandt sind Gh. lucidicollis (Nord-
deutschland, Schweden) S. 278 imd Angistrina (Ins. Augistri bei Aegina) S. 279;
die mit angusta verwandten Arten werden übe i sichtlich zusammengestellt S. 280;
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 277 ff; ebenso die mit Ch. agiEs verwandten,
ebenda S. 507, unter denen sich die neue Ch. Änceyi (Algier) findet,
Eucinctus hicolor (Novo-rossik , Südrussland), Oertzeni (Olympia); die Arten
werden mit meridionahs und Hopffgarteni verglichen, bezw. von letzteren unter-
schieden; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. '887 S. 514 und f.
Liedes amj)la (Abschasien) ; Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887 S. 284.
Necrophorus montivagus (Chiuzenji), latifasciatus (^Sapporo; Niohozan) S. 340,
tenuipes (Nantaizan) S. 341; Lewis a. a. 0., maculipes (Wladiwostok), steno-
pht{h)almus (Constantinowka, Turkestan); B. Jakowleff, Hör. Soc. Ent. Ross. XXI
8. 154, Semenoivi (Quellgebiet des Blauen Flusses) S. 21^, praedutor (Chabarofka)
S. 217; Reitter ebenda.
Prionochaeta Sibirica (Wladiwostok); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887
S. 280.
Ptomaphagus Oertzeni (Parnass); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 281.
Silpha mutilata (Kap; Südungarn; Krim; Italien); Reitter, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 283, Robororvskyi (Burchan-Budda; ; B. E. Jakowleff, Hör. Soc.
Entom. Ross. XXI S. 316, 7netallescens (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturahste
IX S. 56 mit Holzschn.
216 Dr- Ph. Bertkau.
Scydmaeuidae. Cephennium (GeoJjrtes) Lostiae (Cagliari); Dodero, Bull.
Soc. Entom. Ital. 1887 Ö. ^33 und Eevue d'entomol. 1887 S. 63, bi^eve (Nord-
amerika); Schaufuss, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 319.
Eeitter giebt eine Uebersicht der bekannten Arten der Coleo-
pteren-Gattung Clidicus Cast., in der er Gl. Doriae Schauf. mit formicarius
Pascoe vereinigt und Gl. Ganglbmieri aus Java neu beschreibt; Wien. Ent. Zeitg.
1887 S. 64. — Derselbe erkennt seinen Gl. Ganglbaueri als = grandis Cast. und
den vermeintlichen grandis = taphrocephalus Gestro und reproduzirt Gestro's
Uebersicht der Arten; ebenda S. 303 f.
Euconnus demissns (Mte. Viso), crventuhis (Taschkent) S. 274, [Leptocharis
subg. nov.) Rcvelieri (Gagliari) S. 275; Keitter, Deutsch. Entom. Zeitschi-. 1887.
Eumicrus Guardanus (Portugal) ; Keitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 506.
Neuraphes Antoniae (Paskau), kari/stosus (Euböa) S. 271, parviceps(Taljsch.-
Geb.), Fiorii (S. Bruno, Italien) S. 272, caecus (Mte. Baldo) S. 273; Eeitter,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, FrtMi^e// (Gavamie, Hautes-Pyren.) ; Croissandeau,
Eerae d'entomol. 1887 S. 122.
Syndicus principulus (Sunda-Inseln) ; Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI
S. 114.
Stenichnus snbtilis (Taschkent) ; Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 273.
Eine Eevision der Gattung Scydmaenus Latr. aus Europa und den
angrenzenden Ländern in Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 140—145 von Eeitter ent-
hält an neuen Arten Sc. (Eustemmus) libertus (Marocco) S. !43, scaphium (Algier ,
approximans {^axocco) , vividus (ibid."), cxpansus (ibid.), nudipennis (Agier) S. 144,
Algerimts (A.; Marocco), insidiosus (Sierra Nevada), nigripennis (Algier) S. 145.
Schaufuss stellt in der Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 316f. die Synonymie
der „Untergattungen' von Scydmaenus anders als wie Eeitter fest: subg. Scydmae-
nus i. sp. (= Eumicrus Rcitt. , Microstemma Matsch ) mit tarsatus Müll, als Type,
Eustemmus Rcitt. mit antidotus Germ, als Type und Eumicrus Lap. {= Scydmae-
nus Re'itt., Cholerus Thoms., Heterognathus King) mit rufus Müll., Hellwigii F.
als Typen, und beschreibt Sc. murinus (Columbien) S. 318.
Paussidae. Materiaux pour servir ä l'etude des Coleopteres de la
famille des Paussides, par A. Eaffray, avec. 5 pl. n. et col., Paris 1887
(Extr. des Arch. du Miiseum, 2. S., VIII S. 307—359, pl. 15—9; IX S. 1—52).
Ist mir nur durch die Besprechung Pauvel's in Eevue d'Entomol 1887 S. 201
—209 bekannt geworden; vgl. Dohrn, Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 316-318.
Paussus cylindriconiis (Eustenburg, Transvaal und Vaal Eiver) S. 81 PI. 1
Fig. 2, rusticiis (Eustenburg; Maritzburg) S. 82 Fig. 3, signatipetuiis Potschefstroom)
Fig. 4, Ayresi (Eustenburg) Fig. 5 S. 83, novuculatus (Yaal Eiver) S. 84 Fig 6;
Peringuey a. a. 0.
Loman fand im Secret des Cerapterus quadrimaculatus, das derselbe
ähnlich unserem Brachinus bei Gefahr oder beunruhigt aus seinen Aiialdrüsen ver-
pufft, freies Jod, imd denkt an die Möghchkeit, dass sich dasselbe beim Verpuffen
iner explosiven Jodstickstoffverbindung bilde; Tijdschr. d. Nederl. Dierk. Veree-
niging (2) 1 387 Deel I S. 106—108.
Pselapliidae. Schaufuss macht Bemerkungen über Pselaphiden und
Scydmaeniden des K. zool. Mus. zu Berlin mit Beschreibung der neuen Arten;
Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 287—320.
Derselbe setzt die Beschreibung neuer Pselaphiden ... fort; Tijdschr.
V. Entom. XXX S. 91—165 PI. 7 — 9. — Eeitter macht Bemerkungen zu
dieser Arbeit, ebenda S. 316 — 342, die angeblich hauptsächlich zur eigenen Eecht-
fertigung geschrieben sind und die Mängel der Schaufuss' sehen Beschreibmigen
hervorheben, die über die wichtigsten Punkte oft im Unklaren lassen. — Diese
zweite Schaufuss"sche Arbeit werde ich weiterhin citiren: a. a. 0.
Eaffray bringt ein troisieme memoire Pselaphides nouveaux ou peu
connus; Eevue d'entomol. 1887 S. 19-56 mit Addit. et corr. S. 61 f. PI. I, U.
Thos. L. Casey schreibt on some new North American Pselaphidae;
Bull. Calif. Acad. Sei'. 8 S. 455—482 PI. XVI. Die Tafel enthält die sehr gelungene
Wiedergabe von 10 sauber ausgeführten Handzeichnungen; der Text die Besckrei-
bung von 21 Arten mit 3 neuen Gattungen.
Bericht über Entomologie währciul des Jahres 1887. 217
Batriso brt/axis (subg. von Batribraxis) labialis (Rio Janeiro) ; PL 9 Fig. 5
S. 148; Schaufuss a a. 0.
Biotus (n. g. Ctenist) fonnicarius (Los Angeles, Calif.); Casey a. a. 0.
S. 456 Fig. 2.
Bythinomorpha (n. g.) cxsculpta (Sumatra); Schaufuss a. a. 0. S. 110.
Bi/tki nogaster (n. g) simplex (S. Domingo), Schaufuss a. a. 0. S. 112.
Cliaetor(r)hopalus (n. g. ex affinit. Trichonyx ) unicolor (Sansibar); Raf-
fray a. a. 0. S. 49 PL II F. 870.
Cri/i)/io}-rkinula {subg. an gen. nov. Acmaldo affine) nodifera ' Neu-Preiburg)
S. 150; Schaufuss a a. 0.
Cylindraretus (n. g.) nmericanits (Illinois); Schaufuss a. a. 0. S. 92.
Cylindrcmholus (n. g) marginalis [kmnzon&a.^.)] derselbe ebenda S. 103.
Dalmina (n. g. prope RafEtayam) globulicornis (Cap); Raffray a. a. 0. S. 47
PL II Fig. 6, 7.
Globa (n. g. prope Bryaxim) longipes (Sa. Fe de Bogota); Raffray a. a. 0.
S. 38 PL n Fig. 2, 3.
Hamotulus n. g. für (Bryaxis Schauf, Tyrus Ruffr.) chamaeleon Schaiif.;
Schaufuss a. a. 0. S. 108.
Laphidiüderus (n. g. prope Centrotoma) Capensis (Cap); Raffray a. a. 0.
S. 21 PL I Fig. 2, 3.
Mechanicus (n. g.) chlamydophorus ^Sumatra); Schaufuss a. a 0. S. 158.
Neodeuterus (n g.) adm'ira7idus S. 152, alter S. 153 (Sumatra); Schau-
fuss a. a. 0.
Periplectus (n. g. Trimio affine) nigripennis (Sansibar); Raffray a. a. 0.
S. 55 PL II Fig. 16, 17.
Phthartomicrus (n. g.) extc?-nus (Sumatra); Schaufuss a. a. 0. S. 156.
Psclaphocerus (n. g. prope Tmesiphorum) Peringueyi (Cap) S. 29, 61 Fig.
10, 11, hetcroccrus (Cap) S. 30, 62 Fig. 8, 9; Raffray a. a. 0. PL I.
Pytna (n. g. Tyrin.) corticina (Lake Tahoe, Calif.); Casey a. a. 0. S 458.
Rhexidiiis (n. g. Euplectin.) yranulosus (Alameda, Cahf.); Casey a. a. 0.
S. 478 Fig. 8. (Die Gattung ist nach Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 247
synonym mit Eurhexius Sharp.)
Casey hält a. a. 0. S. 472 seine Gattung Actium aufrecht, und findet na-
mentlich in der Gestalt der Kiefertaster, in der Anwesenheit einer über die Hälfte
der Flügeldeckenscheibe reichenden Furche und einer Grube an der Basis der Flü-
geldecken zwischen der Nath- und Scheibenfurche konstaute Unterschiede von Tri-
miopsis; Reitter dagegen will diesen Unterschieden keinen generischen Werth
zuerkennen; Wien Entom. Zeitg. 1887 S. 112 u. 248.
A. pallidum (Monterey, Calif.) Fig. 7, politum (Mendocino, CaL), S. 473,
robustidum (ibid.) S 474, testaceitm vibid.) S. 475; Casey a. a. 0.
Articerus foveicollis (Schwanenfl., Austr.); Raffray a. a. 0. S. 18 PL I Fig. 1.
Autoplectus integricollis (Ambudisin, Mad.); Raffray a. a. 0. S. 50
Batribraxis ivflexa (Mexiko); Schaufuss a- a. 0 S. 147.
Batrisodes circassicus (Tscherkessien); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 266.
Batrisus (Arthmius) Luzerae und tripunctatus Reift. = trifoveolatus und
var planifovus Schauf.; Schaufuss a. a. 0- S. 146.
Batrisus Dohrni Birma) S. 137, custus (Borneo) S. 138, quaestus (Birma) S.
139, antlvcodes (Brasilien) S. 142, sus (Minas Geraes) S. 143, tultor! (ibid.),
(,,Syrbatus") trinodulus (ibid.) S. 144, (carinatus Schauf. S. 145), asteriscus (Bo-
gota), cinnamomeux (Minas Geraes) S. 146; Schaufuss a. a. 0., conophthalmus
(Wladiwostok); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitsch. 1887, S. 265, cephalotcs (New-
York) S. 459, luculentus (Columbia) S. 460, foveicornis (Tennessee) S. 462, puncti-
fro7is (Pennsylvania) S. 463; Casey a. a. 0.
sor
macrocephala '(Amazon.) S. 124, unifovcolata \C\xhl) PL 8 Fig. 3, pcntachircädes
(Minas Geraes) S. 1-25, {Pselaptus?) longiclava (Cuba) S. 126 PL 9 Fig. I (Bryaxis)
sarcinaria (Mexiko; Yukatan), bioccilata (Mexiko) S 127, truncala (Cuba) Fl. 9
Fig. 2, triangulifcr (Manas Geraes) S. 128, (Eupines?) sepurabilis (Yukatan), ad-
218 Dr Ph. Bertkau.
parata (Yukatan) S. 129, (Bryaxis) hisinuata (Cuba) S. 130 Fig. 3, (convexa Schau/.
S. 131), spiiria (Neu-Freiburg), impunctata (Mexiko; rukatan) S. 132, semisanguinea
(Minas Geraes), dorsopunctata (ibid.) S. 133, subnitida (Amaz.), ßuviatilis (ibid.)
S. 134, hippopotamus (Brasilien), i>e«jto (Amaz.) S. 135, Mi?msanae (Minas Geraes),
S. 13C tenuicornis Chevr. i. 1. (Amazon.) S. 137 Fig. 4; Schaufuss a. a. 0., der
ausserdem in einer analytischen Tabelle auf S. 118 — 121 noch Äurivillü (Surinam),
cochlearifer (Mexik.), denticornis (Mexiko), Cearae! (Brasilien), Reicheana (Colum-
bien), fraudatrix Q^Qw-YveWnixg) , pusilla (Mexiko), monoccros (Surinam), binodula
(Columb.), cxcisu (Cuba), pilosella (Venezuela), subfoveolata (Neu-Granada) , pube-
scens (Mexiko), cristata (Mexiko), atrata (?), tenuicornis {Ama.z.), p>/grnaea (Amaz.)
aufstellt.
Br. Croissandeaui (St. Martin -Lantosque), Editha (Kaukasus); Reitter,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 268, diversa, crassipes (Cap); Raffray a. a. 0.
S. 36, Arizonae (TuQson, A.), Casey a. a. 0. S. 465, (der in Fig. h Br. texana
abbildet), fuha (Indien); Schaufuss, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 292 (mit sjtio-
nymischen Bemerkungen über Br. (Reichenbachia) nifa Schmidt nee Reitt. S. 289
—291), inconspicua (Sumatra), atomns (ibid.) S. 294; derselbe ebenda.
Machaerites Argodi Croissand. ist ein Bythinus: neu sind B. gallicus (St.
Martin- Lantosque) S. 268, Koltzei ("Wladiwostok) S. 269, Frivaldszkyi (Marmaros)
S. 504 Reitter, Deutsch. Entom. Zeitsclii-. 1887.
Bythinogaster bisphaeröides (Kuba); Schaufuss, Berl. Entom. Zeitschr. 1887
S. 297.
Centrophthalmus acutispimts (Sansibar); Raffray a. a. 0. S. 34.
Cephennodes Graeseri ("Wladiwostok); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 270.
Reitter unterscheidet die Chennium -Arten, bei denen das mittlere Basal-
grübchen des Halsschildes vorn rinnenförmig verlängert ist, in analytischer Tabelle ;
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 503; neu smd Ch. Paidinoi (Portugal) S. 503
und Eppelsheimi (Modena) S. 504.
CUarthrus bicolor $; Raffray a. a. 0. 39.
Commatocerus Peringueyi (Cap); Raffray a. a. 0. S. 19 PL I Fig. 7.
Ctenistes canaliculatus (Turkmenien), Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 504, zanzibaricus (S.) S. 24, australis (Cap) S. 25, pnrviceps (Arabien) S. 26;
Raffray a. a.O., .(7/«"«W(???m (Guyana); Schaufuss, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 287.
Decarthron Breiideli (Galveston, Texas); Casey a. a. 0. S. 464.
Desünia frontalis (Sansibar, \mter Steinen) S. 22, Arabica (Hedschas) S. 23,
depilis (Sanguebar, unter Steinen) S. 24; Raffray a. a. 0.
Raffray beschreibt a. a. 0. S. 22 das $ seines Enoptostomus formi-
carius, sowie E. nitidulus (Hedschas) S. 22 und 61.
E. angusticcps (Ceylon); Schaufuss, Berl. Entom. Zeitsclir. 1887 S. 289.
Euplectomorphus elcgans (Sumatra); Schaufuss a. a. 0. S. 159.
Euplectops denticollis 'Sumatra); Schaufuss a. a. 0. S. 155.
Euplectus Brasiliensis (Minas Geraes); Schaufuss a. a. 0. S 154, Felschei
(Sardinien); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S, 505, (Biblopectus) disci-
collis (Cap); Raffray a. a. 0. S. 5.S, Californicus (Lake Tahoe); Casey a. a. 0. S. 477.
Eupselaphus hunieralis (8a. Fe de Bogota); Raffray a. a. 0- S. 39.
Eupsenius dojnbncanus (S. Domingo); Schaufuss a. a 0. S. 108.
Eutrichites (Zimmermanni ? Lee.) abgebildet von Casey a. a. 0. Fig. 3.
Gamba brevijjennis (Amazonenü.); Schaufuss a. a. 0. S, 100.
(Jubus Reitteri Raffr. ist eine Gamba; mit letzterer Gattung ist Arctophysis
Reitt. synonym; derselbe ebenda S. 101.)
Hamoto'ides (commodus Schauf. S. 310, suturalis Schau/. S. 311), hiluris
(Columbien) S. 311; Schaufuss, Berl. Ent. Zeitschr. 18S7.
Schaufuss macht, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 298—300, Bemerkungen über
die Gattung Hamotus Aub. imd beschreibt H. badius (Columbien) S. 300, claviger
(ibid.) S. 302, subtilis (Minas Geraes) S. 303, barbatus (Colimibien) '^. 304, brunneus
(ibid.) S. 30.1, f rat er (ibid.) S. 306, ursulus (Mexiko), appendiculuris (Brasiüen)
S. 307, robustulus ("Venezuela) S. 308, furcifer (Minas Geraes), brevimarginatus
(Pozuzu^ S. 310.
Jubus inermis (Columbien); Schaufuss a. a. 0. S. 101.
Marellus ßlipalpis (Sanguebar); Raffray a. a. 0. S. 35 PI. H Fig 1.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 219
Reit t er will Nisaxis und Nisa Case^j nur als Untergattungen von Bryaxis
gelten lassen; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 247.
Nisaxis cincinnata (Galveston, Texas) S. 466 Fig. 1, maritima (ibid.); Casey a. a.O.
Octomicrus crassipes (Sansibar); Raffray a. a. 0. S. .ö4 PI. II Fig. 13 — 15.
Odontalgus palustris (Sansibar); Raffray a. a. 0. S. 27.
Raffray ergänzt a. a. 0. S. 40 die Gattungsbeschreibung von Ogmocerus
Raffr. und beschreibt 0. agymsihanus (Abyssinien; Sansibar) S. 41 PI. 11 Fig. 12 — 15.
Oropus montanus (Calif.); Casey a. a. 0. S. 479, der in Fig. 4 seinen 0. in-
terniptus abbildet.
Pselaphus longiccps (Sansibar); Raffray a. a. 0. S. 33, calopygaeus (Bomeo)
S. 294, bivestitus (ibid.) S. 295; Schaufuss, Berl. Entom. Zeitschr. 1887.
Psilocephalus formicetorum Raffr. cj, Leivisi (Hedschas); Raffray a. a. 0.
S. 31 PI. I Fig. 4.
Schaufuss bringt a. a. 0. S. 93 f. die Arten der Gattung Pyxidicerus
nach der Kopfbildung in 4 Gruppen, stellt eine Bestimmungstabelle der Arten auf
und beschreibt P. Rajah, triophthalmus S. 96, tythiis S. 97, venustus S. 98, cordiger,
amoenus S. 99 (alle von Sumatra).
Raffray giebt eine vervollständigte Diagnose der Gattung Raffraya Reitt.
und von R. antennata Ra/fr., a. a. 0. S. 41 f. und beschreibt R. major ina (Cap)
PI. n Fig. 4, 5, pallidula (Cap) S. 44, longulu (Cap) S. 45, rugosula (Cap) S. 46.
Die Gattung Sonoma Gas. ist nach Reitter synonym mit Sagola Sharp.;
Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 248.
Casey beschreibt a. a. 0. S. corticina (Mendocino, Calif.) S. 480, Fig. 10,
cavifrons (ibid.) S. 481.
Casey bildet a. a. 0. Fig. 9 Thesium laticolle Cas. ab.
Tmesiphonis coUaris Raffr. <$ ; Raffray a. a. 0. S. 28.
T. (Syntectodes) Croestis (Ceylon), costalis Zec. var. rostratus (Nordam.);
Schaufuss, Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 296.
Trimium Königi (Cirkassien) ; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 270.
Tychus rufus Motsch. var. j9Jint^2<:oWt5 (Herkulesbad); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1887 S. 505.
T. Sonomae (Mendocino, Calif.) S. 469 Fig. 6, bipuncticeps (Lake Tahoe, Cal.)
S. 470; Casey a a. 0.
Tyraphus Sharpi (Brasilien); Raffray a. a. 0. S, 32 PI. I Fig. 5, 6.
Tyrus compressicollis (Chili) S. 104 Tfl. 8 Fig. 2, calcaratus (Miuas Geraes)
sexspinosus (Brasilien) S. 105; Schaufuss a. a. 0., histrio (Ceylon); derselbe,
Berl. Ent. Zeitschr. 1887 S. 297.
Zethopsis crassicnrnis (Sansibar) S. 52 PI. II Fig. 11, 12, decipicns (ibid.~)
S. 53; Raffray a. a. 0.
Clavigeridae. Claviger Justinae (Kaukasus); Reitter, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 264, Pyrenaeus (St-Jean-de Luz, Basses-PjT.); Raffray, Revue
d'entomol. 1887 S. 19.
Staphylinidae. Part 11 von A S. Olliff's Revision of the Staphylinidae
of Australia, Proc Linu. Soc. N. S. Wales (2. S.) II S. 887—906, enthält die
Unterfamilie Tachyporini.
Wasmann beschreibt Neue Brasilianische Staphyliniden, beiEciton
hamatum gesammelt, ...; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 403— 416 Taf. V.
Es sind 5 Arten, von denen 3 einer neuen Gattung und eine einer neuen Unter-
familie angehören; Diese 3 (Ecitochara fusicomis; Ecitopora opaca und Xenoce-
phalus clypeatusi sind wohl regelmässige, die beiden anderen, Belonuchus fossu-
latus und Lithocharis Mülleri, wahrscheinlich nur zufällige Ameisengäste.
Eppelsheim beschreibt Neue Staphylinen vom Amur (2. Stück); ebenda
S. 417—430.
Derselbe macht synonymische Bemerkungen über europäische
.Staphylinen; ebenda S. 430 — 432. (Bolitochara eximia Epp. = Reyi Sharp;
Lomechusa teres Epp. = ? sibiriaca Motsch.; Oxj'poda referens Rcy = mi-
cans Kraatz; Ocyusa carbonaria Motsch. = incrassata Rey; Staphyl. tene-
bricosus Grv. == Oc}-pus olens Müll., alpinus Grv. = Oc. macrocephalus forma
minor = tenuipennis Grv. = Oc alpestris Er. forma minor = brevipennis Heer =
Chevrolati Baiidi-, Ocyp. Simulator Epp. wahrsch. = pullus Hocha.; Phüonthus
pisciformis Fauv. = femoralis Hochh.; Lathrobium atripalpe Scribu = termiuatum
220 Dr. Ph. Bertkau.
forma microptera = posticum Rcy; Oxji«lus affinis Cznalina ■= hamatus Fairm.;
Geodromicus puncticoUis Weise =-- plagiatus forma micropt.)
Derselbe beschreibt drei neue österreichische Staphylinen; Wien.
Entom. Zeitg. 1887 S. 229—232.
Fauvel bespricht Lynch-Arribalzago's Werk: Los Estafilinos de Buenos
Aires (s. dies. Ber. f. 1884 S. 228); Revue d'Entom. 1887 S. 230—234. Die Gattung
Heterophaena = Homalota; Camponotus ^ Euthorax (?); Calophaena wurde von
Sharp (weil schon von Klug vergeben in Acalophaena umgewandelt
Ec itoc h ara {n g. Aleochar. genuin.) fusicornis (Brasilien, bei Eciton hamatum) ;
Wasmann a. a. 0. S. 404 Fig. 1-9.
Ecitopora (n. g. Myrmecoxeniae simüe) opaca (Brasilien, bei Eciton hamatum);
Wasmann a. a. 0. S. 409 Fig. 11.
Äenocephalini subf. nov. prope Tachyporin. (Clypeus magnus, sutura dis-
tincta a fronte divisus; fi'ons valde convexa. antice per[)endicularis) , für Äenocc-
phalus (n. g.) chjpeatus {ßxdt,%i\\en, bei Eciton hamatum); Wasmann a. a. 0. S. 412
Mg. 12— 18. _
Anthobium bivittatum (Caronia, Sizil.); Eppelsheim, II Naturalista Siciliano
vn s. 4b.
Astilbus Eeydeni (Turkestan; Kara-Tau); Eppelsheim, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 313.
Wasmann schreibt über die europäischen Atemeies; Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 97 — 107. Die Gattung ist neben Lomechusa vollberechtigt und
zählt in Europa die Arten emarginatus Grav., jjubicollis Bris. (== inflatus Ki'aatz,
paradoxus var. major Kraatz)^ paradoxus Grav., bifoveolatus B)is., excisus Thoms.,
siculus Roftbg. Von emarginatus werden die Varietäten angulicollis , recticollis,
foveicoUis, hirticoUis, von pubicollis var. flexicollis, von paradoxus var. laticollis,
acuticoUis, obsoleticollis beschrieben.
Die Unterschiede in der Tasterbildung von Atemeies und Lome-
chusa setzt derselbe ebenda S. 354 auseinander.
Belonuchus fossidutits (Brasilien, bei Eciton hamatum); Wasmann a. a. 0.
S. 414 Fig. 19.
Bolitobius Fauveli S. 90.5, Sharpi S. 906 (Sidney); Olliff a. a. 0.
Callicerus Kmifmimni (Fünf kirchen) ; Eppelsheim, Wien. Entom. Zeitg. 1887
S. 231.
Cilea lampra (Queensl.; N. S. Wales); Olliff a. a. 0. S. 900.
Conosoma activum (Mt. Rommey, Hobart, Tasmania) S. 891, pho.vvm, am-
higimm (Adelaide^ S. 894, eximium (Melbourne), eni.ciim (Piper's Fiats, N S. Wales;
Hobart, Tasm.) S. 896; Olliff a. a. 0.
Dolicaon sparsus. (Cirkassien) ; Reitter, Deutsch. Eni Zeitschr. 1887 S. 262
(mit Uebersicht der Arten auf S. 263).
Edaphus cribricolUs (Sumatra, auf Tabak), dilutu.s (ebenso) S. 109, Sumatrensis
(ebenso) b. 110; Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI, mit einer Uebersicht
der (exotischen) Edaphus-Arten und historischen Bemerkungen zu einzelnen derselben.
Euaesthetus granulipeimis (Wladiwostok); Eppelsheim, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 429.
GjTophaena fusicornisl Fauv. i. 1. (Ussuri); Eppelsheim, Deutsch. Entom.
Zeitschr. 1887 S. 419.
Homalota (Atheta) affecians (Ussuri); Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1887 S. 418.
Hypocyptus rubicundus (Turkmenien) ; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 261.
Leptusa (Sipalia microphthalma (Cirkassien); Reitter, Deutsch. Ent. Zeitschr.
1887 S. 260, Ganglbaueri (Kirchberg, Niederösterreich); Eppelsheim, Wien. Ent.
Zeitg. 1887 S. 230.
Litbocharis Mülleri (Brasilien, bei Eciton hamatum); Wasmann a. a. 0. S. 415.
Lomechusa ;«/wor (Kukhu-nor); Reitter, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 210.
Reitter benennt den Medon Simoni Epp., weil es schon einen M. Simoni
Qucdßdt giebt, M. Eppelshcimi; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 305.
Micropeplus Graecv.s (Gr.); Reitter, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 228.
Oc37)us (ophthalmicus Scop. var. baicalensis), inexspectatus (Wladiwostok)
S. 422, Graeseri (ibid.) S. 24, (Gooerius protensus 7l/fw. Ö. 425, 432); Eppelsheim,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 221
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, Sem ctiotvi (zwischen Bytclm und dem Blauen Fluss)
S. 213, Eppelsheimi (Flussthal Bytchu) S. 214; Reitter, Hör. Soc. Ent. Ross. XXI.
Kr a atz bezweifelt, dass seine Oxypoda micans = attenuata Rei/ sei; Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 354.
Phüonthus purpuripeniiis (Blauer Fluss S. 214, rußcapillus (Keria) S. 21G;
Reitter, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI.
Quedius Koltzei (Chabarofka); Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 420, (subg. Ediquus Epph. i. 1.) Przenalsliii (Quellgebiet des gelben Flusses);
Reitter, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 211.
Scimbalium />ö///rfw/« (Turkmenien) ; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 262.
Silusa Pipitzi (Steiermark); Eppelsheim, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 229,
Staphylinus macrocephalus var. Ormai/i (Rothenthurmpass) ; Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr 1887 S. 261.
Notes on Stenus . . . von T. L. Casey s. Entomol. Americ. HI S. 125.
Ueber die Unterlippe von Stenus s. oben S. 170.
St. indagator (Wladiwostok); Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 428, grossepunctattts (Cirkassien) ; Reitter ebenda S. 264.
Tachinus Roborowskyi (zw. Butchu und dem Blauen Fluss); Reitter,' Hör.
Soc. Entom. Ross. XXI S, 210.
Tachjyorus vigilans (Launceston, Tasmania); Olliff a. a. 0. S. 899.
Thamiaraea nmbonata (Chabarofka); Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 417,
Hydroscaphidae. Hydroscapha Sharpi (Lenkoran); Reitter, Deutsch. Ent.
Zeitschr. 1887 S. 508.
Hydroj»bilidae. Fseudohydrophilus (n. g.) longispinosits (lithograph.
Schieferj; Deichmüller a. a. 0."S. 67 Taf. V Fig. 10—12.
Helophorus Fausti (Turkestan) S. 165, similis (Orenburg) S. 166, costulatus
(Kaukasus) S. 167, minimus (Sibirien) S. 168; Kuwert, Wien. Entom. Zeitg. 1887.
Hydrobius Äe/nw^nafMÄ (Singapore); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI
S. 108.
Kuwert stellt eine Uebersicht der (16) europäischen Hydrochus und
ihrer Varietäten auf mit H. testaccipennis S. 291 (Jonische Inseln); Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 289—292.
Limnebius uncigaster (Castelbuono); Kuwert, II Naturalista Siciliano VU S. 43.
In seiner Uebersicht der europäischen Ochthebius-Arten zerfällt
Kuwert wesentlich nach der Gestalt und Skulptur des Halsschildes die Gattung
in 16 Untergattungen, deren Namen neben Oehthebius i. sp. und mit Unterdrückung
des unpassenden Henicocerus Steph. und Ersetzung von Calobius Woll. durch
Calochthebius folgende sind: C;/rtoehthchius, Sphaer-, Cal-, Doi-y-, Prion-,
Ch[e]il-, Odont-, Campt -/A ulac-, Colp-, Eccopt-, Trym-, C/iir-, Acanth-,
Homalochthebiiis. Die Uebersicht weist 78 Arten auf; von der Mehrzahl der-
selben ist eine vergrösserte Abbildung des Kopfes und Halsschildes gegeben. Als
neu sind bezeichnet: Cal. SteinhüMeri Reitt. i. 1. (Küste des Adriat. Meeres) H
Fig. 7, Prion, adriaticus Reitt. i. 1. (ibid.) Fig. 12 S. 3>'7, Chil Sckneidcri (Kau-
kasus. Tifiis) S. 388 Fig. 14, Campt, caucusicus {ihid.) S. 389 IV Fig. 71, Ragusae
(Sizilien) S. 398 und Natur. Sicil. VH S .44, Trym. Lenkoramis (L.) S. 390 Fig. 65,
iieydeni (Sierra d'Bstrella, Spanien), Kiesenrvetteri (Kaukasus) Fig. 60 S. 391,
Czwalinac (Weichselmündung) Fig. 61 S. 392, Bellieri (Andalusien) S. 395, Hom.
Eppelxheimi (Ungarn) III Fig 50, Colp. villosulus (Tunis) Fig. 29 S. 394, breviu-
sculus (Südspanien; Marocco) IV Fig. 55 S. 396, Ochth. Erzer umi Reitt. i. 1. HI
Fig. 37 S. 397, glabrutus Seidl. i. 1. (Serbien) Fig. 32; Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 369—401 Taf. I— IV.
0. laevigatus (Orenburg) S. 170, Fausti (ibid.) ; Sharp, Wien. Entom. Zeitg. 1887.
Stemolophus rufipes Er. v, foveoliceps (Chinchoxo); Kolbe, Zoogeogr. Westafr.
S. 238; der St. SoHeri Gast, ist mit rufipes zu vereinigen.
(ryrinidae. Regimbart's remarques sur trois especes de Gyrinides
beziehen sich auf die Variabilität von Dineutes Fairmairei; Gyretes bidens var.
Spitzlyi (Surinam) S. 246, und Orectochilus puuctipennis Sharp, welcher \delleicht
nur eine Lokalrasse unseres 0. villosus ist; Notes Levd. Mus. IX S. 245 f.
222 ^^- P^- Bertkau.
Derselbe verzeichnet (4) Gyrinides collect, dans . . . Scioa (Abys-
ainie) • . .; Ann. Mus. Civico Genova (2) IV S. (j40f
Gyrinus hungaricus (Siebenbürgen); Seidlitz, Verhandl naturf. Ver. Brunn,
XXV, S. 115.
Orectogyrus Büttikoferi (Liberia); Regimbart, Notes Leyd. Mus. IX S. 269.
Orectochilus Reitterii (Sizilien; Cypern; Syrien; = involvens Reitt. i. 1.);
Seidlitz, Verb, naturf. Ver. Brunn, XXV S. 117.
Dytiscidae. Eegimbart verzeicbnet (13) Dytiscidae collect, dans le
royaume de Scioa (Abyssinie) . . .; Ann. Mus. Civic. Genova (2) IV S. 636 — 640.
Seidlitz stellt eine Bestimmungs-Tabelle der Dytiscidae und Gyri-
nidae des europäischen Faunengebietes auf; Verhandl. naturf. Vereins
Brunn XXV S. 3—136.
Melanodytes n. g. Colymbetin. für (Colymb.) pustulatus Rössi; Seidlitz
a. a. 0. S. 24 und 104.
Agabus Ragazzn (Falle, Scioa); Regimbart, Ann. Mus. Civico Genova (2) IV
S. 638.
Seidlitz nimmt a. a. 0. S. SOff. ausser den von Sharp und Thomson aufge-
stellten Untergattungen Metronectes, Arctodytes, Gaurodytes, Acathodes, Agabus i. sp.,
Eriglenus und Platambus in der Gattung Agabus Leach noch die folgenden an: Äun-
thodijtes, Scytodytes und Heteronychiis (! vergebener Name) und beschreibt
(Gaurodytes) Baudii (Etrurien) S. 85, (Xanthodytes) Lederii (Kaukasus) S. 94. Xan-
thodytes ist für nebulosus Forster, conspersus Marsh.; Scytodytes für Sturmii Gyllh.,
arcticus Payk., Zetterstedtü Thoms.; Heteronychus für coxalis Sharp aufgestellt.
Bidessus nasutus (Orenburg); Sharp, Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 170.
Cnemidotus conifer (Sizilien; Griechenland); Seidlitz a. a. 0. S. 35.
Coelambus puncticeps (Deutschland); Seidlitz a. a. 0. S. 43.
Copelatus Ragazzii (Scioa); Regimbart, Ann. Mus. Civ. Genova (2) IV S. 637.
Cybister semiaciculatus (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI
S. 107.
Gardner beobachtete das Summen des Dyticus marginalis; Proc. Ent.
Soc. Lond. 1887 S. XXIV.
Leprieur zeigte der Societe Entom, de France Käfer larven vor, die er an-
fänglich einem Parnus zuzuschreiben geneigt war, hernach aber als die zweier
Halipl US-Arten erkannte; BuU. 1887 S. LXXV.
H. furcatus (Danzig; Berlin; Wien; Livland; Estland), fluviatilis Äube var.
maculatus (Finland); Seidlitz a. a. 0. S. uS.
Hydaticus consimilis (Queensl.); Regimbart, Notes Leyd. Mus. S. 244.
Hydroporus (Graptodjiies) epipleuricus (Andalusieu) S. 5Ii, (Hydrop. i. sp.)
fennicus (Petrosawodsk) S. 66, convexior (Lille, Frankreich) S. 67; Seidlitz a. a. 0.
Ilybiussimilis Thoms. neu für Frankreich (limoges, Haute- Vienne); Bleuse,
Revue d'entomol. 1S87 S. 62.
Laccophilus chloroticus (Andaman); Regimbart, Notes Leyd. Mus. IX S. 267.
Lancetes augustissimus (King George's Isl.); derselbe ebenda.
Methles sternalis (Syrien); Seidlitz a. a. 0. S. 77.
Rhautus ßavicollis (Falle, Scioa); Regimbart, Ann. Mus. Civico Genova (2)
IV S. ü39.
Carabidae. Aphaonus (n. g. Tapinoptero simile) Starckianus S. 251 imd 500,
cylindriformis S. 252 (Tscherkessien) ; Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887.
Die Gattung Elasmopterus AVaa^;: = Speluncarius Reitt.; Reitter, Wien
Entom. Zeitg. 1887. S. 171; vgl. den vor. Ber. S. 314, 31».
Ornithocephalus (u. g. inter Cychrum et Carabimi) Potanim (Kan-su);
Semenow, Hör. Soc. Entom. Ross. XXI S. 395.
Aconthogenius carinulatus (Uzagara); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 73.
Agonum viridescens (Attika); Reitter, Deutseh. Entomol. Zeitschr. 1887 S. 256.
Amara? Pseudu-Zabrus (hthogr. Schiefer); Deichmüller a. a. 0. S. 65 Taf. V
Fig. 9.
Amblystomus Algirhms (Misseahin); Reitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 498, der ebenda S. 499 die Art von den nahe verwandten piciuus Saudi und
Raymondi Gaiit. in analytischer Tabelle unterscheidet.
Gestro zählt Gli Anophthalmus truvati fiuora in Liguria auf; Ann.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 223
Mus. Civico Genova (2) V S^ 487—508. Es sind 10 Arten, die in 44 Grotten,
z. Th neben Fledermäusen, Spelerpes fuscus, Myriapoden, Sphodrus u. s. w. vor-
kommen. Meist kommt nur eine Art in einer Höhle vor, dieselbe Art aber in
mehreren. Eine neue Art ist A, Ramorinii (Gr. del Drago, delle tre Tane, del
Balöu) S 502; über A. Doderii Gest7\, Gentilei Gest7'. und apenninus Gestr. sind
zusätzliche Bemerkungen gemacht.
Antisphodrus Königi (Westkaukasus); Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 253. (Die Gattung hat weniger Berechtigung als z. B. Anophthahnus).
Arsinoe trimaculata Motsch. v. guineensis (CMnchoxo); Kolbe, Zoogeogr.
Westafr. S. 223.
Bembidium obliquum Strm. und varium Oliv.^ die Fauvel vereinigt hatte, sind
nach der Gestalt des Halsschildes und der Flügeldecken selbständige Arten; S chilsky,
Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 367.
B. ambiguum Dej. var. Palumboi (Castelvetrano) ; Ragusa, H Naturalist.
Sicihan. VI S. 203.
Brachinus proximus (Tabora); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 74,
vütaticollis (Cape town); Peringuey a. a. 0. S. 76.
Brachyonychus Ändeisoni (Elphinstone Isl., Mergui Archipel); Bates, Joum.
Linn. Soc. London (Zool.) Vol. XXI S. 135.
Calathus corallipes (Kaukasus), tricolor (Swanetien); Reitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 255.
Calleida angustata Dej, v. laeta (Chinchoxo; Senegal; Abyssinien); Kolbe,
Zoog. Westafr. S. 223.
C. propinqua (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 5.", pexifrons
(Tabora) S. 75, centralis (ibid.) S. 76; Fairmaire ebenda.
CaUistus (Callistomtmus) suturalis (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 61 PI. 4 Fig. 2.
F. Birthler's Aufsatz über siebenbürgische Caraben und deren
nächste Verwandte, Verh. u. Mitth. Siebenb. Vereins f Naturw. Hermannstadt,
XXXVI S. 55 — 71, bezieht sich auf C. comptus Dej., obsoletus Sturm und auronitens
v. Escheri Palliard. Von C. comptus I)ej. werden die Stammform und die var.
Hopfigarteni Kraatz, Schaiani S. 61, incomptus Kraatz., aurosericeus Kraatz und
Hampei Küst. diagnostizirt und ihre Verbreitung angegeben; die Var. Merkli Kraatz
(Merkhanus Heyd.) ist nach Birthler von der Stammform, mit der sie den Aufent-
halt über der Baumgrenze theilt, nur durch den geringeren Glanz verschieden und
als selbständige Form nicht aufrecht zu halten. — Von C obsoletus Sturm werden
neben der Stammform, von der Sacheri Zav. nur durch die grüugoldige Farbe sich
unterscheidet, die var. aureocupreus Reut., euchromus Palliar d. (= carpathicus
Palliard.) imd carpathicus — 7iug>/kgensis und Bielzii S. 70 unterschieden. — Von
C. auronitens kommt ausser der v. Escheri Pllrd. auch eine Varietät mit stark
rauhgerunzelten Zwischenräumen der Flügeldecken vor, die der Verfasser v. Fussi
benennt, S. 71.
Kraatz schreibt über die Varietäten des C. Scheidleri F., deren eine
er styriacus S. 343 nennt; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 337 — 344.
Carabologische Auseinandersetzung mit Herrn Dr. G. Kraatz von
H. J. Kolbe s. Entom. Nachr. 1887 S. 90—94, 105—109, 122—127, 132—141, 266.
Erwiderung Kraatz' darauf, ebenda S. 182—192, 262—265.
Ganglbauer macht Bemerkungen zu A. Morawitz': „Zur Kenntniss der
adephagen Coleopteren" ; Soc. Entom. IS. 1 f
v. Kraatz-Koschlau macht ergänzende Bemerkungen zu Dr. Ger-
stäcker's Monographie der chilenischen Carabus-Arten; Stett. Ent. Zeitg.
1887 S. 193—197 (C. Buqueti var. andestus S. 193, gloriosus var. seladonicus und
hypocrita S. 194 f ).
Kraatz verwahrt sich in einem: Ueber Thomson's Series umbilicata
und accessoria (am Eande der Flügeldecken der Gattung Carabus) gegen den
ihm von Morawitz gemachten Vorwurf, beide Reihen bei einigen Arten verwechselt
zuhaben, und giebt ihn Morawitz zurück; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 239 f.
C. Menetriesi Fisch, in Preussen; Czwalina, ebenda S. 354.
C. Weisei Reitt. findet sich m den Wintermonaten am Ufer der Adria in
Dalmatien, wo er sich von Angeschwemmtem nährt; Geiger, Stett. Entom. Zeitg.
1887 S. 208; vgl. Reitter, ebenda S 310—312.
224 Dr. Ph. Bertkau.
C. rugosuB var. Richteri S. 321, serr<atulae var. villosipennis S. 3-2 (Marokko);
M. Quedenfeldt, Entorn. Nackr. 1887, (Neoplectes) Frometheus (Tscherkessien) ;
Keitter, Wien. Entern. Zeitg. 1887 S. 184, C. errans var. pedator; derselbe eben-
da S. 214. C. Pekinensis (P.); Fairmaire, Eevue d'entomol. 1887 S. 312,
C. breviusculus (Ungarn); Kr a atz, Deutsch. Entern. Zeitscbr. 887 S. 1.51,
[Calocarabus subg. nov.) gratus (Innerasien) S. 166, (Carab.) Tanguticus S 169
und var. rußpes S. '.71 (zw. Gelbem und Blauem Fl.), Äo^^orow^M (ebenda) S. 171,
Moriüvitzianus (ibid.) S. 17:3, vicinus (Kuldscha) S. l'ib, imperfectus (ibid.) S. 237,
buddäicus (Setchouen) S. 401, grucilicollis (Tcbagola) S, 40:5, modestulus (Amdo)
S. 407, gansucnsis (Kan-su etc.) S. 4t o, (Coptolabrus) furinosus (Kan-su) S. 413,
snbformosus (ibid.) S. 415, (Catliaicus) Potanini (ibid.) S. 416 und var. interrupto-
costatus S. 419, var. cratacephalöides S. 420, Alexandrae n. sp. (Kan-su) S. 421;
Semenow, Hör See. Entom. Eoss. XXI.
Ganglbauer behandelt die Arten der Sphodristocarabus-Gruppe:
Adamsi Ad. mit den Var. varians, HoUbergi, incatenatus, Eichwaldi, armeniacus,
janthinus S. 140, Bohemani Men., Kindermanni Chd., macrogonus Chd., Theophüei
Deyr., Gilnickii Deyr. Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 129—143.
Kraatz weist darauf hin, dass der Name Sphodristocarabus Geh. dem älteren
Sphodristus Thoms. nachstehen müsse, da Sphodristus Motsch. nicht als berechtigt
anzuerkennen sei; ebenda S. 14.^; Ganglbauer hält dagegen die Gattung Spho-
dristus Motsch. für die damalige Zeit für ausreichend charakterisirt; ebenda
S. 146 f.
Kraatz fährt in seinen Beiträgen zur Kenntniss der chilenischen
Ceroglossus- Arten fort ; Deutsch Entom. Zeitschr. 1887 S 225 — 239. Dieselben
beschäftigen sich hauptsächlich mit Morawitz' Deutungen mid bringen zum Schluss
die Ansichten Kraatz' in einer Tabelle zum Ausdruck.
V. Kraatz-Koschlau theilt Verschiedenes über Ceroglossus mit; Stett.
Ent. Zeitg. 1887 S. 197 — 200 und deutet eine neue Art, C. Lossbergi (Prov. Con-
cepcion) an; S. 195 f. Darwini var. chonchicus S. 356, Valdiviae var. tenebriculus
S. 358, var. peladosus S. 358, bicostiilatus S. 359.
In seinen Ergänzungen zur Eevision der Plectes- oder Tribax-
Arten erklärt Ganglbauer den Carabus Mellyi Chd. nach Ansicht des Original-
exemplars für eine kleine Lokalfortm von Lafertei Chd. und findet seme frühere
Behauptung, dass Trib. Eeitteri Ret. eine markante weibliche Form des compressus
Chd. sei nach Vergieichung des Typus von Eeitteri bestätigt und stellt für eine
Form, „welche im Ausschnitt der Flügeldecken mit dem typischen Eeitteri über
einstimmt, in der Skulptur der Flügeldecken aber zwischen diesem und compressus
die Mitte hält," den Namen var. synal/actes auf; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 144.
Procrusticus Payafa White ist nach Kraatz nicht = Car. aciiticoUis Hiotsch.,
für welchen Motschoulsky später seine Gattung Sphodristus schuf, ohne dieselbe
recht zu begi'ünden. Somit konnte Thomson den Namen Sphodristus wieder als
frei verfügbar verwenden, und es wäre der Thomson'sche Namen statt Sphodristo-
carabus Geh. anzunehmen; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 S. 145; Ganglbauer
meint dagegen, dass die Gattung Sphodristus Motsch. genügend charakterisirt und
dieser beizubehalten sei; .Sphodristus Thoms. müsse demnach durch Sphodristo-
carabus Geh ersetzt werden; ebenda S. 146f. ; vgl. Haury, Stett. Ent. Zeitg. 1887
S. 284—290 mit Taf., auf der Procrusticus Payafa und Sphodristus acuticollis
abgebildet sind; ferner Ganglbauer ebenda S. 339 — 343.
Ueber die Variabiütät des Procerus laticollis s. v. Kraatz-Koschlau,
Stett. Ent. Zeitg. 18^7 S. 359 f.
Chlaenius violaceipennis (Erzerum); Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S. 497, bimaculatus Dej var. Celebensis (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc.
Entom. Eoss. XXI S. 105, gracilicollis (Askhabad); B. Jakowleff ebenda S. 148,
(Ehizotrachelus) giganteus (Sambesi) S. 79, j/rtwc/tM/af«*- (Cape flats) S. 80; Perin-
guey a. a 0.
Chi. solitarius (aus dem lithogr. Schiefer von Eichstädt); Deichmüller
a. a. 0 S. 65 Taf. V Fig. 8.
Schilsky beantwortet die IVage: Ist Clivina collaris Hbsi. Art oder
Varietät? zu Gunsten der letzteren Alternative; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 365-367.
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 225
Coptolabrus gemmifer (Yunnan); Fairmaire, Bull. Ent. France 1887
S. XXVII, longipennis var. Dohrni (Nordchina); Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 S, 148.
Crepidogaster fusco-plagosus (Cape flats); Peringuey a. a. 0. S. 76.
Cymindis tristis (Alai) S. 149, attenuata (Pamir) S. 150, cordicollis (Kara-
Tougai, Turkestan) S. 152, breviuscula (Burchan-Budda) S. 315; B. Jakowleff,
Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI.
Damaster (pandurus Bates) auf Formosa; Kolbe, Entom. Nachr. 1887
S. 340 f.
Deltomerus tibialis (Swanetien) S. 242, j9.y^M<^o/)/a<?/H«5 (Tscherkessien) S. 243 ;
Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887 mit Uebersicht der bekannten Arten.
Diceromerus Chaudoiri (Hue); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 60.
Disphaericus sulcostriatus (Mpouapoua); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France
1887 S. 99.
Eeitter giebt eine Uebersicht der ihm bekannten Dromius- Arten mit Dr.
Amurensis (Chabarofka) S. 287; Wien. Entom. Zeitg. 1887 S. 285—288.
Dromius Fedjejensis (Chott Fedjej, Tunis); Valery Mayet, BuU. Ent. France
1887 LXXXIX, semiplagiatus (Kaukasus), Königi (Cirkassien) ; Eeitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887 S. 257.
Dr. Myrmidon Fairm. intern Metabletus; Eeitter, Wien. Ent. Zeitg. 1887
S. 288.
Ueber die Unterscheidung des Dr. quadrisignatus Dej. von quadrimaculatus
L. und quadrinotatus Funz. s. Letzner, 64 Jahresb. Sclües. Gesellsch. f. vaterl.
Kultur S. 225; alle 3 Arten kommen bei Breslau vor.
Dyschirus multicostatus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 56
mit Holzschn., rugulicolUs (ibid.) S. 70.
Dyschirius ornatus (Cape flats) S. 78, Capeiisis (ibid ) S. 79; Peringuey
a. a. 0.
Elaphrus smaragdimis (Mähren); Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 241.
Eucamptognathus fulgidocinctus (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste
IX S. 71 mit Holzschn.
Eury-dera tetraspüota (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 56
mit Holzschn.
Galerita inter inedia {0\i.e\yh\); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 72,
carinifrons (Sunda-Inseln); Schaufuss, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI S. 103.
Glycia sulcatula (Somali); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887 S. 75.
Gnathaphanes uereus (Makassar; China); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Eoss
XXI S. 105.
Graphipterus univittatus (Süd-Afr.); Peringuey a. a. 0. S. 78.
Stridulation in Harpalus caliginosus; Hörn, Proc. Entom. Soc.
Washmgt. I S. 51; Schwarz S. 77 f.
Zur Unterscheidung des Harpalus consentaneus , rufitarsis, melancholicus,
tardus und rufimanus s. Everts in Tijdschr. v. Entom. XXX, Versl. S. CVH.
H. Betowskianiis S. 500 (Cirkassien), clirysopus (ibid.) S. 246, angustitursis
(Arragonien) S. 247; Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, (Artabas Goz.)
suturangulus (Erzerum); derselbe ebenda S. 500.
Leistus denücollis (Atschischho) ; Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 527.
Lesticus crenicollis (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Eoss. XXI S. 107.
Lyrothorax Äom>2 S. 249, Starcki S. 250 (Westkaukasus); Eeitter, Deutsch.
Entom. Zeitschr. 1887, (der Name Starck-i wird wegen Pterost. Starcki von üeyd.
durch validiceps ersetzt; Wien. Ent. Zeitg. 1887 S. 228).
Masoreus (Anaulacus) hasalis (Rnk); Fleutiaux, Ann. Soc. Ent. France 1887
S. 59 PI. 4 Fig. 1.
Megalouychus patroboides v. chinchoxotiicus (Ch.); Kolbe, Zoogeogr. Westafr.
S. 224.
Eeitter stellt eine Uebersicht der ihm bekannten gelbfüssigen Metabletus-
Arten aus Europa und den angrenzenden Ländern auf S. 501 mit dilutipes (Turk-
menien) S. 502; Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 2. 15
226 ^^'- Pli- Bertkau.
Nebria Fussi Bielz ist gute Art, S. 77; für die schwarzbeinige N. Eeichi,
die bisher für N. Fussi galt, wird der Name basipes in Vorschlag gebracht S. 224;
Eeitter, Wien. Eutom. Zeitg. 18H7.
Nyctei's semipicca (Madagaskar); Fairmaire, Le Naturaliste IX S. 56 mit
Holzschn.
Omaseus reflexicollis (Usagara) ; Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887 S. 99.
Omphreus [Paromphreus) Korhi (Adalia, Lycien); Ganglbauer, Stett.
Ent. Zeitg. 1887 S. 344.
Omophron australe (Cape flats) S. 74, Hottentotum (Fraserburg) S. 75; Perin-
guey a. a. 0.
Oodes cuneatus (Mpouapoun), convergens (ibid.); Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
France 18H7 S. 98.
0'^\iomxs, pleuralis (Turkmenien) ; Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887 S. 245.
Panagaeus Bavidis (Peking), (japonicus Chaud. = rubripes 3Ior.); Fairmaire,
Eevue d'entomol. 1887 S. 313.
Pasimachus Quirozi (Coatepec, Mexiko); Flohr, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1887 .S. 128.
Eeitter stellt eine Uebersicht der ihm bekannten Pedius- Arten auf, Wien.
Entom. Zeitg. 1-87 S. 257, mit P. sculpticollis (Syrien; Armenien; Talysch) und
planidorsis (Andalusien) S. 258.
Pericalus Adonis (Sunda-Iuseln) ; Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Eoss. XXI S. 104.
Piezia quinqiiesignata (Makdischu) S. 8o, emarginata (Tabora) S. 81; Fair-
maire, Ann. Soc. Ent. lYance 1»87, rt/6o-5?^?i«to (Transvaal) ; Peringuey a.a.O.
S. 77 PI. 1 Fig. 1.
Platyderus tuh/schensis (Talysch — Geb.); Eeitter, Deutsch. Entom Zeitsclir.
1887 S. 253.
Platymetopus ohscuripes (Makassar); Schaufuss, Hör. Soc. Ent. Eoss. XXI
S. 106.
Poecilus Akimni (Pyschpech, Tnrkestan) S. 240, latithorux (Mongolei; S. 241 ;
Tschitcherin, Hör. Soc. Eutom. Eoss. XXI.
Polyhirma subparallela (Ouebbi) S. 83, biscutcllatn (Tabora) S. 85 PI. 1 Fig. 6
cardiodera, griseostriata (Makdischu) S. 86, interrupta (SomaU) S. 89, smUiophora
(Tabora) S. 90,' ohtusata (Somali) S. 91 Fig. 2, circuligcra (Tabora) S. 92 Fig. 4,
clegantula (Tanganjika) S. 93 Fig. 5; Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887.
Pristonychus drcassius (Tscherkessien) ; Eeitter, Deutsch. Eutom. Zeitschr.
1887 S..254.
Pterostichus (Argutori pseudopedius (Westkaukasus) S. 247, (Haptoderus)
percontator (Tscherkessin) S. 248, lagardides (Cirkassien; Abschasien) S. 249;
Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, microps (Wladiwostok; Askold); v.
Heyden ebenda S. 3i 0.
Scarites temiis (Kibanga), ovalipennis (ibid.) S. 77, atronitens (Somaüs-Iza)
S. 78: Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 18.s7.
Siagona soinulia (Guehdi); Fairmaire, Ann. Soc. Ent. France 1887. S. 76.
Steuolophus columbinus Er. v. bru?meus (Chinchoxo); Kolbe, Zoogeogr.
Westafr. S. 234.
Tachys unistriatus (Chabarofka) ; Eeitter, Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887
S. 497.
Tetragonoderus ochreorufus (Ouebbi); Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France
1887 S 7tj.
Trechus quadrinotattis (Kreta); Eeitter, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1887. S. 242.
Trigonotoma verberifera (Makassar); Schaufuss, Hör, Soc Ent. Eoss. XXI
S. 106.
Trimerus latmsciilus (Usagara); Fairmaire, Aim. Soc. Ent. France 1S87 S. 97.
Die Larven von Zabrus gibbus in Frankreich (bei Vesoul) in grosser und
verheerender Menge auf Getreidefeldern; Lucas, Bull. Knt. France l»87 S. CHI f.
Zuphium Faülae (Licata, Sizil.); Eeitter, II Natur. Sicil. VII S. 9.
Ciciudelidae. Hörn stimmt Dokhtouroff zu, der Amblychila Picolominii
für synonjTn mit A. cylindriformis erklärt hatte, und bekennt sich für ausser Stande,
Bericht über Entomologie während des Jahres 1887. 227
Unterschiede zwischen den Gattungen Dromochorus Guer. und Cicindela zu
bemerken; Stett. Ent. Zeitg. 1887 S. 319—321,
Cicindela octussis Böhm ist nach Kr a atz Varietät von IG-punctata Jfe'«.; an-
dere Varietäten sind auromarginata und juncta; Deutsch. Eatom. Zeitschr. 1887
S. 150.
C. littoralis var. Ragusae (Lampedusa); Pailla-Tedaldi, H Natural. Sici-
lian. VI S. 154. C. littoralis var. conjunctae-pustulata ! (Blauer Fluss; Turkestan;
Pamir, Turkmenien) S. 438 , Przeivalskii n, sp. (Quellgebiet des Blauen Fl.) S. 439 ;
Dokhtouroff, Hör. Soc. Entom. Eoss. XXI, hybrida var. palpalis (China), Pon-
tanini (Kan-ssu) S. 139, littoraHs var. viridicaerulea (Naryn) S. 140, Dokhtourowi
var. fluctuosa (Mongolei), var. incisa (ibid.) S. 144, Semenowi n. sp. (Ordoff) S. 142,
resplendens iX^iA.)^. 143, (Euryoda) lautissima. {Amios) S. 145; derselbe ebenda XXII.
Diachila Fausti (Tar-ssu, Turkestan); v. Hey den, Deutsch. Entom. Zeitschr,
1887 S. 322.
Dromica hexasticta (Usagara); Fairmaire, Ann. 6oc. Ent. France 1887 S. 71.
Druck von Gressner & Schramm in Leipzig.
Bericht
über
die wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte
der Ascidien während des Jahres 1887.
Von
M. Braun (Rostock i. M.).
A. Anatomie und Entwicklung.
Histologische Notizen über Salpa giebt Ch. S. Dolley,
dieselben betreffen alle Organe; die früher gegebenen (,I. B. 1884 85
pg. 153) Bedenken gegen Korotneff werden aufrecht erhalten (On
the histoloqy of SaJpa in: Proceod. Acad. mtt. sc. PhiladoJpJiia
1887. pg. 298—308. 1. pL).
eil. Maurice setzt seine Untersuchungen über Amaroecium
torquatum fort (cf. J. B. 188G pg. '220) und behandelt Herz, Darm
und Geschlechtsorgane dieser Art {(yompf. j-end. Ac. Paris. T. 108.
1886. II. 2X/. 504—506, Aun. mag. vat. hist. (5) ool. 18. pg. 419—420;
cf. auch: Notes s?/r F Amaroecium torquatum in: Arc/i. Zoo/,
exper. et gen. 2 ser. vol. 4. 1886 notes pg. XXVI— XXXII).
L. Sheldon findet die Wimpergrube von Clavellina nicht so
einfach wie Seeliger, sie ist gross und steht theils mit dem Ganglion,
theils mit ventral von diesem liegenden Drüsenschläuchen in Ver-
bindung; einfacher liegen die Verhältnisse bei Amaroecium proliferum
im erwachsenen Zustande, doch finden sich bei Embryonen und
Knospen, bei denen die Oeffnung mit dem Vorderdarm in Verbindung
steht, analoge Verhältnisse wie bei Clavellina. Der Autor glaubt,
dass es Aufgabe des Apparates sei, sauerste tfreiches Wasser zum
Hirn zu leiten (wie die Seitengruben der Nemertinen) und ferner
das Beeret von Drüsen abzuleiten; bei Äscidia, Ciona käme nur die
letztere Function in Betracht. Im Anschluss daran schildert der
Verf. die Anatomie von Cynthia rustica; im Magen werden zahlreiche
schlauchförmige Drüsen beschrieben und im Darm hinter dem Magen
eine Verdickung, die durch grosse Leberzellen gebildet wird; jedoch
geht das Darmepithel über diese Gebilde continuirlich hinweg, so
dass es sich in ihnen eher um die Nieren (cf. Roule) handelt. (Note
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. U. U. 3. 1
2 M. Braun: Bericht über flie wissenschaftlichen Leistungen
on flu' ciliatcd pit ofAscidians and its relation to fJw t^crre-
gariglion and socalled hypophi/szal gl and; and an account
of the anafomy of Cynthia riistica (f) in: Quart, jo^rn. micr.
sc. vol. 28. 1887/88 pq. 131—148. 2 pl. Jovrn. R. micr. .wc. London
1887. pg. 942—943y
In seinen: „Etudes sur le sang, son role et sa formation
dans la serie animale" berücksichtigt L. Ciieuot auch die
Tunicaten und findet wie bei den (lephyrnen zweierlei Elemente:
Amoebocyten und gefärbte Blutkörperchen (Arch. de ZooJ. ccper. et
gen.2ser. T. V. 1887. Notes pg. XLlII—XLVll).
Gegenüber Giard, der den Synascidien allgemein ein coloniales
(jefässsystem zuschreibt, in welchem die Thiere ihr Blut circuliren
lassen, betont F. Lahille, dass nur Peropliora, Clavellina und einige
Vertreter der Cioniden, zu denen Ciona mit Pleuroeiona, Diazona
mit Rhopalona und Ecteinascidia gerechnet werden, ein solches
System besitzen ; alle übrigen Synascidien sind einfache Anhäufungen
von Individuen, die ihr eigenes, von den anderen Individuen ab-
geschlossenes Gefässsystem haben (s7n- Je Systeme vasculaire
coloniat des 7\miciers in: Compt. rend. Ac. Paris. T. 104. 1887.
I. pg. 239—242 und Journ. R. micr. soc. 1887. pg. 377).
Bei allen untersuchten Tunicaten stellt nach F. Laliille das
Nervensystem eine mediane Röhre von epiblastischem Ursprünge
und mit bilateraler Symmetrie dar; es lassen sich stets unterscheiden
ein vorderes Sinnesganglion für die Tastempfindung, zwei für Auge
und (iehörorgan, ein Hirnganglion, ein hinteres Kiemenganglion,
ein Yisceralganglion und Schwanzganglien; das Hirn des erwachsenen
Thieres geht nur aus den vorderen Ganglien hervor. Die Annahme
einer Segmentation ist Geschmacksache (Si//' le developpement
typique du Systeme nerceux central des Tiiniciei-s in: Compt.
rend. Ac. Paris. T. 105. 1887. IL pg. 957—966 und Journ. R. micr.
soc. London. 1888 pg. 26 — 27).
Nach L. Koule finden sich in dem Bindegewebe der Darm-
wandung aller untersuchten Cynthien mit dem Alter an Menge zu-
nehmende und verästelte Röhrchen, die von einem einsichtigen
Epithel ausgekleidet sind und sehr feine Granulationen einschliessen;
Communicationen, die mit der Leibeshöhle oder mit dem Darm statt-
finden könnten, sind nicht vorhanden; bei Polycarpa enden alle
Röhren mit ovalen Ampullen. In ihrer Lage entsprechen diese Bil-
dungen vollständig den Nierenbläschen der Phallusiaden und da
sie deutlich die Murexidreaction erkennen lassen, so ist an der
Homologie beider nicht zu zweifeln. Wenn aber der Autor so weit
geht, diese Röhrchen den Nierenkanälehen der Wirbelthiere und die
bei Polycarpa vorkommenden Ampullen mit der Bowman'schen Cnpsel
zu vergleichen, so dürfte das ein wenig übers Ziel geschossen sein
(Szir quelques partictilarites histol ogiques du tube digestif
des Ascidies simples et notamment des Cynthies in: Compt.
in der ^Naturgeschichte der Ascidien während des Jahres 1887. 8
rend. Ac. Paris T. 102. 1886. 1. pg. 1503—1506 u. Journ. R. micr.
soc. (2) i-ol. 6 London. 1886 pg. 778).
Der Vortraji Davidoflf's „über freie Kernbildunp; in Zellen"
basirt auf Untersuchungen einer zusamnienpiesetzten Ascidie, Di staplia
magnilarva Della-Valle aus dem Golf von Neapel. Die im Proto-
plasuia der Eizellen sich findenden Kerne treten früher auf, ehe das
Keimbläschen die besonders durch Roule studirten Knospungs-
vorgänge eingeht, folglich können die Kerne nicht als Theile des
Keimbläschens angesehen werden; ebenso wenig Hess sich die durch
Seeliger vertretene Anschauung, welche die Kerne auf einge-
wanderte Follikelzellen zurückführen will, an den Objecten begründen,
vielmehr lässt sich durch Safranin eine im Protoplasma auftretende
,,chromatoblastische Substanz" nachweisen, deren Verschwinden aus
dem Protoplasma der Eier zeitlich mit der endgiltigen Ausbildung
der 'J'estazellen zusammenfällt, folglich seien die Kerne dieser im
Eiprotoplasma aus Anhäufungen von Chroniatoblasten, den discreten
Theilchen der chromatoblastischen Substanz entstanden; die Kerne
verhalten sich wie echte Zellkerne, da sie wie diese sich in den
Testazellen unter den Erscheinungen der indirecten Kerntheilung
vermehren. Demnach wird also die 1870 von Kupfer zuerst an-
gegebene Entstehung der Testazellen im Eiprotoplasma der Ascidien
bestätigt. {Sitzqsher. d. Ges. f. Morphol. v. Pliys. in München. III.
1887 pg. 32—43).
Nach M. V. Davidoff shid die Eier von Distaplia magni-
larva Della Valle reich an Dotter, der sich besonders um das
Keimbläschen herum ansammelt. Die Furchung ist zunächst total
und aequal bis zum Stadium von 32 Blastomeren; erst später lässt
sich eine periphere Lage kleinerer Ectodermzellen von den central
gelegenen, grossen und polygonalen Ectodermzellen unterscheiden,
während gleichzeitig der ganze Keim aus der kugligen in die ovale
Gestalt übergeht. Näher dem Hinterende, und zwar nach der Ptüeken-
seite bildet sich nun eine wenige Zellen umfassende Einsenkung aus,
die bald dadurch verschwindet, dass ihre Piänder einander entgegen
wachsen und sich, ohne ein centrales Lumen zu hinterlassen, schliessen;
die eingestülpten Zellen bilden bald eine Doppellage kleiner Elemente,
die sich zwischen Ecto- u. Entoderm ausbreiten, anfangs nur die hintere
Partie kappenartig ausfüllen, später aber auch nach vorn dringen;
sie sind als primäres Entoderm, welches schliesslich zum Mesoderm
wird, zu bezeichnen. Darm und Chorda bilden sich erst secundär
aus den grossen, polygonalen Entodermzellen, während das Nerven-
system aus einer vor der erwähnten Invagination sich ausbreitenden
Medulhuplatte entsteht; ein vorderer Neuroporus existirt eine Zeit
lang, dagegen fehlt wegen der abweichenden Bildung des Darmes der
Canalis neurentericus. (Ueber die ersten Enfwickiungscorgänge
hei Distaplia magnilarva Della Valle, einer zusammengesetzten
Ascidia in: Anatom. Anzeiger II. 1887. pg. 575 — 579).
1*
4 M. Braun: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
L. Chabry hat die Embryologie der in der Bai von Concarneau
häufigen Ascidiella aspersa sehr genau und unter Zuhilfenahme
besonderer Methoden untersucht; er empfiehlt die Eier nach der
Ablage zu entrinden d. h. die das Ei umgebenden und den Einblick
störenden 'J estazellen zu entfernen, was durch Schütteln, noch leichter
durch Aufsaugen in entsprechend dünne Capillarröhren stets gelingt;
auch hält er es für zAveckmässig die Eier nicht im Wassertropfen
auf einem Objecträger, sondern in Capillarröhren zu beobachten, die
durch eine am Objecttisch angebrachte Vorrichtung um ihre Achse
gedreht werden können. So eingeschlossene Eier erlauben es auch,
dass mit Hilfe einer Nadel oder dergl. unter dem Mikroskop einzelne
Furchungskugeln abgetödtet werden. In Bezug auf die sehr genau
verfolgte Furchung schliesst sich die untersuchte Art an Clavellina
rissoana an; unter Benutzung derselben Regeln, nach denen die
Vergleichung der Organe verschiedener Thiere vorgenommen wird,
lassen sich auch die Furchungskugeln der Eier selbst entfernt stehender
Thiere trotz der scheinbaren Irregularität untereinander homologisiren
und durch Verallgemeinerung der Resultate lässt sich erkennen, dass
eine noch nicht beobachtete Erscheinung die Ursache für die Ver-
schiedenheit der Furchungstypen abgiebt, nämlich ,,la deviation pro-
gressive de certaines facettes de segmentation", worunter eine fort-
schreitende Verschiebung der Berührungsflächen der Furchungskugeln
verstanden wird. Die Keimblätterbildung verläuft wie bei Phallusia
mamillata; das Rudiment der Chorda, die beiden Seiten- und der
Ventralstreifen des Mesoderms werden dem Mesoderm und einem
Theil des Ectoderms anderer Thiere homolog gesetzt; nur diese
Annahme erlaubt bei Ascidien wie bei anderen Thieren nach der
Differencirung des Mesoderms und der Chorda ein Entoderm zu
finden, welches im Niveau des Blastoporus mit dem Ectoderm zu-
sammenhängt. Des Weiteren gelang dem Autor der Nachweis,
dass die seitlichen Mesodermstreifen gegliedert und dass sowohl das
Auge, wie das Gehörorgan und die Chorda ursprünglich paarig sind.
Wie bei anderen Ascidien kommen auch bei Ascidiella aspersa häufig
Abnormitäten in der Entwickelung und monströse Larven vor, deren
Entstehung verfolgt wird und die unter Zuhilfenahme der Geoffroy-
St. Hilaire'schen Benennungen der Monstra der Vertebraten classi-
ficirt werden. Von allen geschilderten Abnormitäten gelang es künstlich
nur diejenigen Monstra zu erzeugen, welche eine Folge des Absterbens
einer oder mehrerer Furchungszellen sind. Die Arbeit, die mit grosser
Sorgfalt ausgeführt wurde und sich von gewagten Speculationen
ziemlich fern hält, verdient eine allgemeinere Beachtung seitens der
Forscher, (('out ribut i on ä V cmbfy ol (ui ic tiormale et th-ato-
loqique den asr/dies simjjics in: Jotini. de Vanatomie et de la
physioJ. etc. 23e ami. Pa/'/'s 1887 p(^. 167 — 319. o ])/.; bliese Paris 1887;
cf. auch .JoKi'ti. R. micr. soc. London 1887 inf. 789 — 740; Compt.
rend. soc. biolo;/. Paris (8J vol. IV. 1887 pg. '224).
Die Arbeit F. Todavo's schildert zunächst die Organisation
der Salpen, daini (J estalt und Struktur des Ovariums sowie des
in der Naturgeschichte der A seidien während des Jahres 1887. 5
Uterus und schliesslich Reifung und Befruchtung des Eies von Salpa
maxima u. S. pinnata., die vor der vollendeten Entwicklung des Uterus
stattfindet; das Ei ernährt sich und wächst zunächst auf Kosten
der Zellen des Ovarialsackes, dann der des Oviductes, während die
Zellen des Appendix die Aufgabe haben, die ersten Blastomeren zu
ernähren. Die successive Auswanderung der Epithelzellen dieser
Organe ist die Ursache ihrer Reduction und Schwundes. Das Keim-
bläschen bildet wie gewöhnlich zwei Polkörper, aber dann sechs
weibliche Pronuclei, mit denen sich der grosse männliche Pronucleus
vollständig verbindet, so dass ein erster Furchungskern nach der
Befruchtung vorhanden ist. Die erste Furchungsebene hängt nicht
von der Stelle ab, wo die Polkörper aufgetreten sind, sondern von
derjenigen, an welcher das Spermatozoen eingetreten ist. (Studi
nlteriori sulio sviliippo delle ISaVpe I. Afti R. Accad. d. Lincei
ser. IV. vol. I. classe ßs., mat. e nat. Roma 1885 pg. 641 — 680 c. 3 tcw.)
W. Brooks: ,,anatomy and development of the Salpa-
chain" gipfelt in dem Nachweis, dass die Salpenkette eine einzige
Reihe von Thieren darstellt wie der Pyrosoma-Stolo und nicht, wie
man bisher annahm, eine zweifache Reihe; der mittlere Theil des Pyro-
somastolo ist dem der Salpen gleich gestaltet: die rechten Hälften
aller Körper entspringen von der rechten Hälfte des Stolo, die linken
von links, aber nicht durch eine Knospung sondern durch eine direkte
Umkehrung seiner Wandungen und Hohlräume in die der .Salpen;
die solitäre Salpe ist demnach ein Glied dieser Reihe, das sich vor
den anderen nur durch sein rasches Wachsthum auszeichnet. (Sfnd.
ffoni the hiolog. laborator. Johns Ilopkim Univ. Baltim. vol. III.
No. 8. Oct. 1886 pg. 451—475. 2 pl. and ivoodc).
B. Systematik und Faunistik.
E. \. Beneden hält seine Meinung, dass die Tunicaten weder
von den Cephalochordata noch von den Vertebrata abzuleiten seien,
gegenüber- Do hm aufrecht; diese drei Gruppen seien von einander
ganz unabhängige Zweige des gemeinsamen Stammes der Chordata.
{Les Tuniciers sont-ils des p)oissons deqenc i'esl in Zool. An-
zeiger X. 1887 pg. 407—413; pg. 433—436; A. Dolirn: Erwiderung
an E. van Beneden, ibid. pg. 582 — 583).
In seinen ,,notes on Variation in the Tunicata" macht
W. A. Herdman auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die sich der
Beschreibung und Bestimmung der A seidien entgegenstellen und
fordert jedesmalige Berücksichtigung des Exterieurs, des Mantels,
dei' Testa, des Kiemensackes, der Dorsallamelle, der Tentakeln, des
I)orsaltul)erkels, Darmes und der Geschlechtsorgane bei den einfachen
Ascidien, während bei den zusammengesetzten Ascidien noch die
G M. Braun: Bericht über flie wissenschaftlielieu Leistungen
Anordnung der Einzelthiere in Systeme und die der Systeme in die
Colonie hinzukommt. An einzelnen Beispielen, besonders Ciona
intestinalis wird dann die grosse ^^arialulität einzelner Charaktere
illustrirt. (The first report npoii fJie fauna of Liverpool Bay
etc. ed. hy W. A. Herdman London 1887 pc/. 354—361 pJ. IX).
Nach Ed. van Benetleii müssen die fünf bisher zum Genus
Ecteinascidia gestellten Arten in verschiedene Genera vertheilt
werden: zwei kommen zu dem Philippi' scheu Genus Rhopalea
(crassa und fusca), zwei bleiben bei Ecteinascidia (turbinata Herdm.
und diaphanis Sluit.) und eine Art (rubricollis Sl. cf. J.-Ber. über
Ascidien pro 1884/85 pg. 169) wird zum Vertreter eines besonderen
Genus: Slniteria erhoben; selbstredend werden durch diese Trennung
die Diagnosen von Ecteinascidia Herd, und Rhopalea Phil, geändert
(Les genres Ecteinascidia IJerdm., Rhopalea. Phil, et Sluiteria
n. cjen. — note pour servir a la Classification des Tuniciers in: Bull.
de l'Acad. roy. de Belq. 57 ann. 3 sei'. T. XIV. Bnixelles 1887.
Pff. 19—45).
Die ,,Tunicater frän Sibiriens ishaf och Berings haf,
insamlade under Vega-Expeditionen" hat M. B. Swederus
bearbeitet; nach einer Zusammenstellung der bisherigen Litteratur,
die mit Pallas beginnt und mit Traustedts nordischen Ascidien
schliesst, werden folgende Arten beschrieben: 1. Boltenia Bolteni L.
auf Sandgrund in oO Fdn. Tiefe des Beringsmeeres ; 2. Boltenia sp.V
von ebendaher; 2. Cynthia echinata L. in 10 — 14 Fdn. Tiefe bei
Pitlekaj und im Eismeer: 3. Styela pomaria Sav. 4 — 6 Fdn.,
4. Styela coniea n. sp. 12 Fdn. bei Cap Schelagskoj; 5 St. artica
n. sp. litoral bei Bering -ön; 6. Molgula ampuUoides v. Ben.;
7. Chelyosoma macleayammi Brod. et Sow. 12 l^aden bei Pitlekaj;
8. SynoTcum lurgens Phipps. eine zusammengesetzte Ascidie von
25 Fdn. Tiefe auf Sandboden im Beringsmeer (Veaa-E.rpeditionens
vetensk. jakttac/el. Bd. IV. Stockhohn 1885. jxf. 89—112).
Die Dijmph na- Expedition ins karische Meer hat nach M. P.
A. Traustedt folgende Ascidien erbeutet: 1 Cerella boreaUs n. sp.,
2. Ciona intestinalis (L.), 3. Phallusia Dijmphniana n. sp., 4. Ph.
f/lacialis n. sp., 5. Molgula chrystallina Mll., 6. Eugyra peduncnlata
n. sp. , 7. Cynthia echinata (L.) und 8. Styela gelatinosa n. sp.
(Ka r a - IIa oets S öp u ng e - A s c id ia e s imp l ic e s in : Dijmph na- Togtets
zool. bot. ifdbytte Kjbenh. 1887. pg. 419 — 437. 4 Tab. — Diagnosen
lat., Tafelerkid/-, französ.).
In dem ,, first report upon the fauna of Liverpool Bay"
London 1886 (pg. 281 — 311 pl. V, VI) sind die Tunicaten von
W. A. Herdman bearbeitet. Bei der Seltenheit des Werkes in
Deutschland zählen wir alle Arten auf.
in der Naturgeschichte der Asc idien während des Jahres 1887.
1, Larvacea (!)
Oicopleura flabeUuni Müll.
2. Ascidiacea.
a) Ascidiae compositae.
Polycyclus Savignyi Herdm.
Botryllus morio Giard.
— smaragdus M. — Edw.
— violaceus M. — Edw.
— Schlosseri Fall.
— gemmeus Sav.
— pnünosus Giard.
Botrylloides rubrum M. — Edw.
— albicans M.— Edw.
— sp. ? vielleicht albicans.
— Leachii? Sav.
Distoma rabrum? Sav.
— vitreum Aid.
— sp.?
Aplidium fallax? Johnst.
Parascidia Forbesii Aid.
Moi'chelliuni argus M.— Edw.
Morchellioides Alderi n. sp,
Amaroucium proliferumM. - Edw.
— sp?
Leptoclinum durum M. — Edw.
— maculosum M.— Edw.
Leptoclinum candidum? Sav.
— asperura M.— Edw.
Diplosoma punctatuin Forb.
— gelatinosum M.— Edw.
— crystallinum Giard.
b) Ascidiae simplices.
Clavelina lepadiformis Müll.
Perophora Listeri Wieg.
Ciona intestinalis S.
Ascidia mentula Müll.
— virginea Müll.
— scabra Müll.
— elliptica Aid. Hanc.
— aspersa Müll.
— plebeja Aid.
— depressa Aid. Hanc.
— prunum Müll.
Corella parallelogramma Müll.
Styela grossularia v. Ben.
Polycarpa rustica L.?
— comata Aid.
— pomaria Sav.
— monensis n. vsp.
Molgula occulta Kupf.
Eugyra glutinans MöU.
Grosse Schwärme von Oicopleura copliocerca wurden 1884
in St. Andrews beobachtet (Mc. Intosli: not es froni the St. An-
drews marine laboratory. No. VII. 4. on the presence of swarms
of Appendicularians in: Ann. mag. nat. hist. ser. 5. col. XX. 1887.
pg. 102—103).
Die „Revision des especes de Phallusiadces des cötes
de Provence" von L. Roule schliesst sich an die früheren Arbeiten
desselben Autors (cf. J. B. pro 1884/85 pg. 167—168) eng an; für
Rhopalea Phil, ward der Name Pthopalona vorgezogen und die in
50 — 100 Mtr. Tiefe auf Korallengrund lebende Art, die nur an einer
Stelle der Rhede von Marseille häufig ist, (neapolitana Phil.) sehr
ausführlich geschildert. Zweifellos hat diese Gattung sehr nahe
Beziehungen zu Ecteinascidia Herdm., einer Clavelinide, doch bildet
sie nicht Knospen, sondern schliesst sich vielmehr Ciona an. Auch
Pleurociona Edwardsi (cf. J. B. 1884/85 pg. 167) wird näher bearbeitet,
ferner Ascidiella, Ascidia involuta Hell, und Asc. elonguta n. sp.,
welche mit A. mentula nahe verwandt ist; sie lebt in 40 — 50 Mtr.
Tiefe in dem Meeresarm zwischen der Küste von Marsiho-Veyre und
8 M. Braun: Bericht über rlie wissenschaftlichen Leistungen
der Insel Kion (Recueil zoologique misse T. III. 1886. pg. 209 — 259.
4 pl).
Die Bai von Batavia ist nach C. Ph. Shliter lange nicht so
reich an einfachen Ascidien wie das Meer von Billiton (cf. J.-Rer.
pro 1884/85 pg. 169); nicht nur dass überhaupt weniger Arten ge-
funden werden, dieselben sind auch im Gegensatz zu den reich ent-
wickelten Compositen der Korallenriffe selten. Folgende Arten werden
beschrieben und abgebildet: l. Eugyra hihtbiata n. sp. ähnlich
dem merkwürdigen Rhodosoma, aber nicht festgewachsen, sondern
frei im Schlamm sitzend und sich langsam fortbewegend; die beiden
Üeffnungen mit den Siphonen sitzen nämlich in einer Hautduplicatur,
die sich willkürlich öffnen und schliessen kann. Die Art stimmt
sonst mit Eugyra kerguelensis Herdm. (J.-Ber. pro 1882/83 pg. 137)
am besten überein. 2. Ascidia diploznon n. sp. ein Doppelwesen,
das immer zu zweien zusammen an der concaven Seite verschiedener
(Gegenstände und zwar an untiefen Stellen der Korallenriffe, etwas
unter der Ebbelinie gefunden wurde. Beide Thiere liegen in der
gemeinschafthchen Testa und sind durch eine dünne Scheidewand
von einander getrennt; bemerkenswerth ist ferner, dass der Darm
in den Hinterkörper zurückgedrängt ist. 3. Ascidia Uberata n. sp.
nicht aufgewachsen, sondern frei im Schlamm lebend und eines lang-
samen Ortswechsels fähig; die Oeffnung des Hypophysealkanals ist
in mehrere Schlitze aufgelöst. 4. Ascidia nodosa n. sp. — ihre
festgewachsene Seite stets fester und dicker als die freie. 5. Ascidia
capi/lafa n. sp. mit behaarter Oberfläche. 6. Ascidia Jimosa n. sp.
ebenfalls frei im Schlamme lebend. 7. Ascidia cuneides n. sp.
8. Styda hicolor n. sp. 0. Cynthia i'osea n. sp. zart carminroth,
Kiemensack unpigmentirt. (Einfache Ascidien aus der Bai
von Batavia in: Nafuvrl'. Tijdschr.voor Nederl. Indie. Bd. XLVI.
1887 pg. 242—266. 3 Taf.).
Technische Notizen geben: v. Davidolf über die Conservirung
von DistapHa magnalarva Della-Valle aus dem Golf von Neapel zur
Untersuchung der freien Kernbildung resp. der Testazellen (Stzgsber.
d. Ges. Morph, und Phys. in München III. 1887 pg. 37); L. Cliabry
über die Beobachtung isolirter Eier in Capillarröhren und Vor-
richtung zum Abtödten einzelner Furchungskugeln (Journ. de Tanat.
et de la physiol. Paris 1887. pg. 167 ff'.); F. Totlaro zur Beobachtung
der Structur, Reifung und Befruchtung der Eier der Salpen (Atti
R. Accad. dei Lincei anno 182. 1884/85^ ser. IV. vol. I. Roma 1885.
pg. 644).
in der Naturgeschichte der Ascidien während des Jahres 1887. 9
Unzugänglich blieben dem Ref. folgende Schriften:
Lahille, F. Faune ascidiologique de Banyuls-sur-nier (Conipt. rend. soc. d'hist.
natur. Toulouse 1887. (2 pg.)
» « Anatomy of Distaplia (Bull. soc. d'hist. nat. Toulouse T. XXI.
1887. pg. 30 - 33 und Journ. R. micr. soc. Lond. 1887. pg. 943).
» Recherches sur le syst. musc. du Glossophorum sahulosum (ibidem
T. XX. 1886. pg. 107—116 und Jouin. R. micr. soc. 1887. pg. 571)
» » Etnde systemat. des Tuniciers (A.ssoc. fran§. avanc. des scienc.
Congr. de Toulouse 1887. 12 pg.
Palethorpe, F. D. and Ch. Wilson: prelini. pajjcr on a coli, of simple
Ascidians from austral. seas. (Proc. Liverjjool biol. soc vol. I.
pg. 63-66. 1 pl.)
Jahresbericht
über die Bryozoen für 1886 und 1887.
Von
Dr. AV. Michaelsen
in Hamburg.
A. Anatomie, Physiologie, Biologie.
J. Barrels behandelt die Metamorphose der Bryozoen. Nach
einer kurzen Darlegung der als feststehend anzusehenden früheren
Befunde geht er auf seine eigenen Untersuchungen über. —
I. Escharines (Lepralia Pallasiana): Die freie Larve trägt
zwischen den beiden Teilen der Oralseite eine tiefe, mit einem Pig-
mentfleck versehene Einsenkung. Die Calotte zeigt Radiärstreifen,
Die Äletamorphose geht wie bei L. unicornis vor sich, nur behält
die durcli Degeneration aus der Coronula entstandene Zellmasse
nicht die Hufeisenform, sondern zieht sich zu einer fast viereckigen
Platte zusammen. Das Rudiment des Polypids löst sich nie von
dieser Platte ab. Ausser jener Platte sieht man noch eine Reihe
von Kügelchen, die zweifelsohne desselben Ursprungs sind. Zwischen
diesen und den Zellen der Endocyste erscheinen die ersten stern-
förmigen Zellen der Leibeshöhle. — II. Gellularines (Bugula
flabellata): Die Larve hat die Gestalt einer Tonne, deren Pole
von einem Teil der Oralseite und der Calotte gebildet werden. Das
Wachstum der Coronulazellen ist ungleich. Es giebt keine eigent-
liche Oralseite mehr, sondern nur eine Centralpartie der Oralseite,
während der auf einen kleinen Spalt zurückgebildete Rest ganz
zwischen den Zellen der Coronula eingeschlossen ist, also einen Teil
der Seitenwand bildet. Der innere Sack ist mit einem dicken, un-
paarigen Vorsprung, der das ganze Lumen des Sackes auf einen
einfachen Spalt einschränkt, ausgestattet. — III. Ctenostomes
(Serialaria lendigera): Die Larve von Serialaria ist genau tonnen-
förmig, da der innere Sack auf eine kompakte Masse reduciert und
infolgedessen der untere Teil der Larve nicht aufgeschwollen , wie
bei den vorher besprochenen Typen, sondern flach ist. Eine Folge
jener Reduction ist auch der "Wegfall einer Ausstülpung des Sackes.
Die Festsetzung geschieht trotzdem wie bei den beiden anderen
Typen durch die Oralseite. Die Umwendung der Coronula geschieht
Dr. W. M i c h a e 1 s e 11 ; Jahresbericht üb. d. Bryozoeeii f. 1886 u. 1887. ] 1
nicht wie bei den Escliarinen und bei Bugula in einem Stück (schirm-
förmiges Stadium), sondern an den gegenüber stehenden Seiten auf
verschiedene Art. Bei der Bildung des Polypids stülpt sich die Calotte
nicht ein. Das Polypid bildet sich auf Kosten zweier Zellmassen,
die zwischen der Masse der Coronula und der Aboralseite erscheinen.
— IV. Cyclostomes: Der aus dem Morulastadium hervorgehende
einfache Sack repräsentiert nicht eine Blastula, sondern ein älteres
Gastrulastadium. Die eine Hälfte des Exoderms senkt sich in die
andere Hälfte ein. Die Larven der Cyclostomen sind nichts anderes
als tonnenförmige Larven, bei denen die Körperwand von gewöhn-
lichem Exoderm (statt der Coronula) gebildet ist und sich ganz über
der Calotte zusammen geschlossen hat: Die Metamorphose wird durch
eine simultane Ausstülpung des inneren Sackes eingeleitet, während
die die beiden Pole verbindende Haut zu einem einfachen Schlauch
wird. Dieser rollt sich zusammen und bildet den Torus. Bald darauf
plattet sich die junge Hülle und der innere Torus scheibenförmig
ab. Ein rudimentäres Polypid wird durch Einstülpung des Gipfels
der Aboralseite gebildet. — V. Pedicelline: Die Larve setzt sich
mit der Oralseite fest; darauf senkt sich der Darmschlauch ein, und
zwar so, dass die Üesophagialpartie der Basis genähert bleibt, während
die Analpartie tief liegt. Das ganze Exoderm umschliesst als be-
sonderer Sack den Darmschlauch. Das dadurch gebildete Polypid
hängt nicht mehr mit der Basis zusammen, sondern ist durch eine
Höhlung (die spätere Höhlung des Stieles) von ihr getrennt. —
VL Lophopodes: Der vordere Teil, welcher das Polypid der Lo-
phopoden-Larven trägt, entspricht der Calotte und der Aboralseite
der Ectoprocten- Larven. Als Besonderheit ist hervorzuheben das
Vorhandensein zweier Polypide bei der Larve von Alcyonella und
die Auskleidung der Leibeshöhle mit einem Wimperepithel. — VH.
Developpement du Polypide: Barrois hat diesen Vorgang nur
bei Lepralia unicornis beobachtet. Der Darlegung desselben folgt
eine Zusammenfassung und eine Vergleichung der von anderen
Autoren in dieser Sache gemachten Angaben. — VHL Apercu
general: Bei allen Bryozoen geschieht die Festsetzung durch die
Oralseite und das Polypid bildet sich der Hauptsache nach aus einer
Einstülpung der Calotte. Es ist im Prinzip schon bei der freien
Larve vorhanden. — IX. Du cycle genetique: Die Ansicht Hat-
scheks, dass eine Bryozoenlarve ein Doppeltier sei (cycle alternant),
wird durch Barrois' Untersuchungen widerlegt. Eine grosse Zahl
von Beobachtungen (Barrois, Ostrooumof und Repiachoff) sprechen
für die Annahme einer Metamorphose. — X. De la parente des
Bryozoaires: An der Bildung des Polypes nehmen zwei Partien
theil, 1. die in das Innere zurückgezogene Partie (Oralseite und
Darm) und 2. die Aboralseite, deren Centraltheil (Calotte) sich bis
zum Zusammenstossen mit jener ersten einstülpt. Bei den Entoprocten
ist die erste das hauptsächlichste, bei den Ectoprocten die zweite.
Barrois betrachtet den Entwicklungsmodus der Entoprocten als den
ursprünglicheren. Seiner Ansicht nach entspricht die Aboralseite der
12 r)i'' W. Michaelsen: Jahresbericht
Kopfregion und die Oralseite der Leibesregion einer Chaetopoden-
Trochosphäre, die Bryozoe also einer Trochosphäre, bei der sich die
Leibesregion soweit in die Kopfregion eingestülpt hat, dnss sie die-
selbe vollkommen durchsetzt und am entgegengesetzten Pol durch
eine neue Oeffnung ausmündet. Hiernach wäre die Partie zwischen
Mund und After die Ventralseite. Neuerdings hat Caldwell, gestützt
auf das Studium von Phoronis und Rhabdopleura, jedoch die An-
sicht ausgesprochen, dass jene Partie als Dorsalseite aufzufassen sei.
Nach Barrois ist der Entwicklungsmodus von Phoronis und Rhab-
dopleura dem der Bryozoen nicht homolog, sondern ihm gegenüber
zu stellen. Ein dritter, von Harmer und Ostroouniof gefundener,
intermediäres Entwicklungsmodus bei den Chilostomen lässt sich
nach Barrois mit dem der übrigen Bryozoen vereinen. {Memoire sur
la mefcmwrjjJiOi^e de quelques Bnjozoaires in: Ann. sei. natur. Zool.
Ser. 7, T. I, 1886. — Abe/eeJrueli in Bihl. haut, etucles, Bd. XXXII,
No. 5).
W. A. Herdman hat geschlechtsreife Kolonien von Alcyonidium
gelatinosum beobachtet. Er stellt fest, dass die Kolonien herma-
phroditisch und zwar wahrscheinlich proterandrisch sind. Die Ge-
schlechtsorgane entwickeln sich in gewöhnlichen Lidividuen, nicht in
Gonoecien, wie bei A. mytili. (The reproduetive organs of Alcyonidium,
gelatinosnm in: Nafure, Vol. XXXVII, Dec. 29, 1887; pag. 213).
K. Kraepelin spricht in der 59. Versammlung Deutscher Natur-
forscher und Aerzte zu Berlin (Tageblatt, pag. 133 — 135) über die
Phylogenie und Ontogenie der Süsswasserbryozoen. Seine Ansichten
über die Phylogenie derselben sollen bei Gelegenheit der Besprechung
seiner Monograj^hie der Süsswasserbryozoen wiedergegeben werden.
In Bezug auf die ontogenetischen Mittheilungen ist folgendes hervor-
zuheben: Die Spermatozoen entwickeln sich direkt aus membran-
losen Spermatiden, wobei ein ,, Restkörper" übrig bleibt. Die Eier
entwickeln sich aus Entodermzellen der Cystidwand. Das an der
Entstehungsstelle befruchtete Ei wird nur vom stark wuchernden
Eistockepithel umkleidet. Der aus einer zunächst wohl gleichartige
Zellen liefernden Eurchung entstehende Embryo bildet eine ein-
schichtige Blastula mit weiter Centralhöhle. Durch Embolie wird
die Blastula zur zweischichtigen Gastrula. Die Gastralhöhle ist die
spätere Leibeshöhle. Durch Einstülpung am vorderen Pol entstehen
die Polypide. In sehr klarer Weise lassen sich die Entwicklungs-
verhältnisse deuten, wenn man die Zellen des Hypoblast als eine
der Entodermanlage voraufgehende Mesodermbildung auffasst. Die
Bryozoen würden dann mit ihrem in sich selbst zurückkehrenden
Darm ein Bindeglied zwischen Coelenteraten und Enterocoelien
darstellen. Zum Schluss wird die Statoblastenbildung besprochen.
Derselbe veröffentlicht den ersten, den^inatomisch-systematischen
Teil einer Monographie der deutschen Süsswasserbryozoen. Das
Werk zerfällt in 6 Abschnitte. A. Historisches. Litteratur: Der
Verfasser verweist auf die eingehenden Studien Dumortiers, v. Be-
über die Bryozoen für 1886 und 1887. 13
nedens und Allmans und beschränkt sich auf eine kuize Skizzierung
der verschiedenen Epochen. Das chronologisch geordnete Litteratur-
verzeichnis enthält alle Spezialarbeiten über Süsswasserbryozoen, die
dem Verfasser bekannt geworden sind, und ist mit Angaben über
den behandelten Gegenstand ausgestattet. B. Allgemeines: Dieser
Abschnitt enthält eine allgemeine Besprechung der Stockbildung,
eine allgemeine Orientierung über die Organisation der Einzeltiere
mit der betreffenden Nomenclatur, eine kurze Erörterung der
systematischen Stellung der Untersuehungsobjekte und Bemerkungen
über die Konservierung und die Untersuchungsmethoden. Für ver-
schiedene ältere, unpassende Benennungen führt K. die folgenden
neuen Bezeichnungen ein: Einzeltier für Zooecium, Leibeswand für
Cystid, Kamptoderm für Tentakelscheide (im Gegensatz zum Cysti-
derm, der Leibeswand des Cystid, und dem Lophoderm, der Aussen-
wand des Lophophors). Der Ausdruck Polypid wird beibehalten,
soll aber in keinem Falle ein vollständiges Einzelwesen bedeuten.
Die Unterscheidung von Endocyste und Ectocyste wird fallen ge-
lassen. C. Anatomie: 1. Die Leibeswand setzt sich aus 4 Schichten
zusammen, ein äusseres Epithel (Chitin absonderndes Ectoderm), eine
äussere Ringmuskelfaserschicht, eine innere Längsmuskelfaserschiclit
und ein inneres, die Leibeshöhle auskleidendes Epithel. Die Epithel-
schichten sind als die eigentlichen Komponenten der Leibeswand
anzusehen, da die Muskelfaserschichten nicht immer und an allen
Stellen der Körperwand deutlich entwickelt sind. Diesem Abschnitt
ist eine von Herrn Prof Wiebel ausgeführte ., Chemische Unter-
suchung der hyalinen Ausscheidungen von Pectinatella magnifica"
eingefügt. 2. Das Polypid, jener Organkomplex, der früher vielfach
als Lidividuum der Leibeswand oder dem Cystid gegenüber gestellt
wurde, l)esteht im wesentlichen aus dem Verdauungstraktus und dem
Centralnervensystem. Der Verfasser weist die Haltlosigkeit der älteren
Ansicht über das Verhältnis zwischen Polypid und Cystid nach. Es
folgt eine Besprechung des histologischen Baues der einzelnen Organe
des Polypids. Der Funktion der einzelnen Darmabschnitte , sowie
der verschiedenen histologischen Elemente ist ein besonderes Kapitel
gewidmet. Das von Nitzsche (bei Alcyonella fungosa) gefundene
Lophophor- Nervenpaar wird als Homologon eines Schlundringes ge-
deutet. 3. Die Leibeshöhle und ihre Organe. — Als Organe der
Leibeshöhle werden einenteils die dieselbe durchziehenden Faser-
stränge, anderenteils die Vermehrungsorgane besprochen. Es werden
3 grosse Gruppen von Strängen unterschieden, die Bewegungsmuskeln
des Polypids (mit ausgeprägt muskulösem Charakter), die Muskeln
der Mündungszone (die vorderen Parietovaghialmuskeln Allmans) und
die bindegewebigen Bänder (die hinteren Parietovaginalmuskeln und
die Funiculi). Bei den Vermehrungsorganen sind geschlechtliche
und ungeschlechtHche zu unterscheiden. Die geschlechtlichen, Sperma
und Ei, bilden sich stets aus Zellen des Peritonealepithels. Die
ungeschlechtlichen sind als eigentliche Knospen, Winterknospen
(Paludicella) und Statoblasten zu unterscheiden. In Bezug auf die
l^ Dr. W. Michael 8en: Jahresbericht
erstere muss scharf zwischen der äusseren Knospung der Gymno-
laemen und der inneren Knospung der Phylactolaemen unterschieden
werden. D. Allgemeine Ijebensbedingungen und Lebens-
erscheinungen. In diesem Abschnitt erörtert der Verfasser den
Charakter der Lokalitäten, an denen sich Süsswasserbryozoen vor-
finden, die geographische und die vertikale Verbreitung dieser 'J'iere,
die Nahrung- und Atmungsverhältnisse derselben und schildert zum
Schluss eingehend den Lebenslauf der verschiedenen, von ihm
beobachteten Arten. Die Abschnitte E. und F. werden weiter unten
besprochen werden. (Die DeiitKclwtt ISi'tssvasscr-Bfyozocn. Eine Mo-
nographie. I. A)uito7n.-i<ij.<<teriu(f. Teil in: Ahh. (reh. Naturw. Natvrw.
Ver. Hamhnrg, Bd. X, 1887; fX. pag. 1—168 mit 7 Tafeln).
M'Iiitosh veröffentlicht eine jMonographie über Cephalodiscus
dodecalophus, von dem bereits eine vorläufige Beschreibung in den
,, Annais a. Magaz. of Natur. Hist. for l<sR-2" erschienen ist (vgl. diese
Zeitschi'. Jahrg. 51, Bd. II, pg. 198). M'Intosh hält an der Ansicht
fest, dass Cephalodiscus zunächst der Rhabdopleura verwandt sei.
In zweiter Linie werden die Beziehungen zu Phoronis und Balano-
glossus betont. (Report Seient. Resnlts Voyage H. M. S. Challenger
1873-1876. Zool. V. XX, Part 62. Reporten Cephalodiscvs dode-
ealoplii/ft).
Zu dieser Monographie hat S. F. Harmer einen Appendix ge-
liefert. Harmer weicht insofern von M'Intosh ab, als er in erster
Linie die Verwandtschaft zwischen Cephalodiscus und Balanoglossus
hervorhebt. Er giebt folgende Zusammenstellung der Homologien
zwischen beiden:
1. Eintheilung des Körpers in Rüssel, Hals und »Stamm, bei
Cephalodiscus besonders in der jungen Knospe erkennbar.
2. Vorhandensein einer unpaaren Leibeshöhle im Rüssel, und
paariger Höhlen in Hals und Stamm.
3. Rüsselporen (paarig bei Balanoglossus Kupfieri), die sich in
die Leibeshöhle des praeoralen Lappens öffnen.
4. Halsporen in ähnlicher Beziehung zur Leibeshöhle des Halses.
Ihre äussere Oefi'nung wird von einem aus dem Hals entspringenden
Operculum überdeckt.
5. Kiemenspalten (ein Paar während einer längeren Periode der
Embryonalentwdcklung von Balanoglossus) und ihre Beziehungen (bei
Balanoglossus die Beziehungen des ersten Paares) zum Operculum
und zu den äusseren Oeffnungen der Halsporen.
6. ^'orhandensein einer Chorda dorsalis als eines Divertikels
des Darmkanals, nach vorne in eine Rüsselsaite auswachsend.
7. Dorsales Centralnervensystem, das besonders stark im Hals
entwickelt ist, sicli aber bis zum Rüssel erstreckt; Einlagerung des
nervösen Gewebes in die Epidermis.
Die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Cephalodiscus und
Phoronis werden anerkannt; doch hält Harmer dafür, dass Cephalo-
über die Bryozoeii für 188ö und 1887. 15
discus aus dem Kreis der Polyzoen auszuscheiden sei (unbeschadet
der Stelkmg der Phoronis innerhalb dieses Kreises). Die Beziehungen
zwischen Cephalodiscus und Rhabdopleura werden als ziemlich un-
sichere hingestellt. (Report Scienf. ResnJts Voyage H. M. S. C/ial-
letif/cr 1873—1876. Zool. V. XX, Appendix fo Part 62. Report on
Cephalodiscvs dodecaloplwa M'Infosh).
Derselbe hat die Metamorphose von Pedicellina zum Gegen-
stand seiner Untersuchungen gemacht. Das Resultat dieser Unter-
suchungen ist, dass Harmer seine frühere Ansicht (On the Structure
and Development of Loxosoma in: Qu. Journ. Micr. Sc. XXV, pag. 312
a. 313) fallen lässt und der Ansicht Barrois' (Metamorphose de la
Pedicelline in: Compt. rend. V. XCII, 1881, pag. 1527) zustimmt,
der Ansicht nändich, dass die postlarvalen Veränderungen bei Pedi-
cellina in einer bemerkenswerten Metamorphose bestehen und dass
die erste Knospe gebildet wird, nachdem das primäre Individuum
ausgereift ist. (On the Life-History of Pedicellina in: Quart. J ourn.
Micr. Sc. Vol. XXVII (N.S.), 1887, pag. 239—263; Auszug in J . R.
Microsc. Soc. 1887; in Arch. Zool. Experim. (2) Vol. V; und in Stud.
Morphol Lahordf. Candjridge Vol. III, Part 2).
Von desselben Structure and Development of Loxosoma (Qu.
J. microsc. Soc. 25; siehe diese Zeitschr., 52. Jahrg., pag. 239) ist
ein Auszug erschienen in: J. R. Microsc. Soc. (2) Vol. 5 und in: Arch.
Zool. experim. (2) T. IV, No. 1.
A. Korotneff hat bei Alcyonella fungosa die Bildung einer wahren
,,gürtelförndgen Placenta", einem Verwachsungsstreifen zwischen
der Planula und dem Ooecium beobachtet. Während diese Placenta
entsteht, bevor sich die zwei Knospen des sicli entwickelnden Polypids
angelegt haben, entsteht eine zweite ringförmige Falte (etwas unter-
halb der Placenta) nach der Anlage dieser Knospen. Diese zweite
Falte bildet sich, die allmäldich degenerierende Placenta nach oben
schiebend, zu der den vorderen Teil bedeckenden Kappe aus. Beide
Ringfalten sind vielleicht homolog den Wimperreifen von Anneliden-
larven (Zool. Anz. 1887, pg. 193—194. — Ansizng in J. R. Microsc.
Soc. 1887).
Derselbe schildert die Spermatogenese von Alcyonella fungosa.
Den Schluss seiner Auseinandersetzung bildet eine Beleuchtung der
betreffenden Verhältnisse bei Ascaris megalocephala. (Sur la Sperma-
togenese in Coniptes rend //ex Acad. Sc. T. CV, pag. 953 — 955).
A. Foettinger behandelt die Anatomie der Pedicellinen Pedi-
cellina echinata Sars, P. belgica v. Ben. und P. Benedeni nov. Letztere
Art unterscheidet sich von den anderen durch die grössere Zahl der
(jrlieder des Schaftes, von denen einzelne mit Knospen versehen sind.
Die Segmentalorgane sind zwei mit Flinunerläppchen ausgerüstete
Schläuche, münden durch eine gemeinsame OeÖ'nung innerhalb des
Tentakelkreises aus. Die Pedicellinen sind getrennt geschlechtlich;
die Individuen einer Kolonie sind sämtlich männlich oder sämtlich
IQ Dr. W. Michaelsen: Jahresbericht
weiblich. Die männlichen Geschlechtsorgane bestehen aus 2 Hoden
und einer Samenblase, die durch einen langen Ausführungsgang in
der Nähe der Segmentalorgan-Oeffhung ausmündet. Die weiblichen
bestehen aus zwei Ovarien, aus derem Innern zwei kurze Eileiter
entspringen, die sich bald vereinen. Die Eileiter dienen auch zur
Eintülirung des Samens in die Ovarien zwecks Befruchtung der Eier.
Das Gehirn ist mehr oder weniger deutlich zweigeteilt. Von seiner
Oberfläche entspringen mehrere symmetrisch gestellte Nerven. Die
Stellung des Gehirn zu den Ovarien ist bei den 3 Arten verschieden.
(Snr Vanatomie des P(klicel///tes de la rote d'Ostende in: Arch. de
Biologie Vol. VII, 2}Off. 299—329 mit PL X).
H. L. Oslariu veröffentlicht einen Auszug aus: E. Ray Lan-
kester, C'ontrib. to the knowledge nf Rhabdopleura; Qu. J. jMicrusc.
Soc. (N. S.) Vol. 24 (siehe diese Zeitschr. 52. Jahrg., pag.242). (Amer.
Nafio-fdisf, Vol. XIX, No. 10).
Ostroumoff hat die Bryozoen des Golfs von Sebastopol einer
eingehenden Untersuchung unterzogen. Im ersten, einleitenden Teil
der Abhandlung bespricht er die Nomenclatur und die allgemeinen
Charaktere. Im zweiten Teil behandelt er die Anatomie und Ent-
wicklung der Bryozoen. Ectodermale Bildungen: In dem zarten
Ectoderm der Larven und jungen Knospen zeigen sich bald Zell-
scheidungen. Die Kerne treten auseinander und um sie herum
sammelt sich das Protoplasma. Aus diesem Ectoderm bildet sich
das Skelet und nach innen zu das Epithel der Tentakelscheide, das
Stomadaeum, das Proctodaeum, die äussere Zellschicht der Tentakel
und das Ganglion. Aus dem Endoderm bildet sich die mittlere Partie
des Nahrungskanals, nämlich der Magen mit dem mit Flimmer-
wimpern ausgerüsteten Pylorus-Abschnitt und dem Blindsack. Auch
die sogenannte ,, braune Masse" gehört zu den Derivaten des Ento-
derms. Sie ist zweifellos als ein Blindsack des Magens anzusehen,
bei dem die sekretorische Thätigkeit eingestellt worden ist und der
jetzt die Produkte der Zelldegeneration aufzunehmen hat. Eine
eigentliche mesodermale Auskleidung der ganzen Leibeshöhle ist nicht
vorhanden. Die Ectodermalzellen bilden die einzige Zelllage unter
der äusseren Skeletschicht. Es werden drei Arten von Muskeln
unterschieden: Die einen sind aus einzelnen fadenförmigen Fibrillen
zusammengesetzt; die contractile Substanz ist undifterenciert und
von einem zarten Sarcoleum überkleidet. Die zweiten sind am Be-
festigungspunkt in ein langes dreieckiges Band verbreitert. Die
dritten (Hauptretraktoren) sind an der Peripherie quer gestreift,
central undifferenciert. Auch die (jeschlechtsorgane sind mesodermal.
Es sind drei verschiedene Larventypen zu unterscheiden, der ge-
wöhnliche Chilostomaten- Typus, der Cyphonauten- Typus und der
Ctenostomen-Typus {Etnde zooloyique et morphologique des Bryozoaires
in Arch. S/ar. Biolog. T. I, Fase. 3. — Auszug in: Jovrn. R. Micr.
Soc. 1887).
ülier die Bi-yozoen für 188(3 und 1887. 17
Derselbe giebt in Bezug auf die Metamorphose tler drei Typen
an, dass die Bildung der basalen Fläche auf Kosten der Zellen der
hinteren Saugscheibe geschieht, dass eine Hystolyse der provisorischen
Larvenorgane und des Darms (falls solcher vorhanden ist) statt hat,
dass sich ein ectodermales Darm-Rudiment aus den Zellen der Calotte
bildet und dass auf der Oberfläche dieses Rudiments eine Meso-
dermschicht aus den Mesodermzellen der Larve entsteht. Das Kalk-
skelet der Bryozoen wird zwischen den Zellen des Ectoderms ab-
gelagert. Die Ectodermzellen persistieren als einfache Schicht unter
dem Skelet oder als eine das Skelet zwischen sich fassende Doppel-
schicht. Die Leibeshöhle ist mesenchymatisch, jedoch ohne Endothel-
Auskleidung. Aus der Saugscheibe entsteht bei den Cheilostomen
die Basalwand der Zelle, bei Vesicularien die Stolonen; aus ihren
Derivaten bilden sich stets die neu knospenden Glieder der Kolonie
(mit Ausnahme der opercula avicularia bei Cellularia und Escharella).
Das Polypid entsteht auf Kosten des ectodermalen Rudiments und
der braunen Masse. Die Larven besitzen in einem frühen Embryonal-
stadium ein beson leres Organ, die Kappe oder Calotte genannt
(ContfihvtionH ä Vetude zooloc/ique et 'mo)-phologlque des Bryozoaires
du (jolfe de Sehastopol in: Arch. Slav. de Biol. Tome II, Fase. 1, 2
vnd. 8. — Auszug in: Journ. R. Microsc. Soc. 1887).
Derselbe berichtet über die Entwicklungsgeschichte der cyclos-
tomen Seebryozoen. Die Larven derselben sind oberflächlich mit
Wimpercilien bedeckt. An einem Pole findet sich ein Saugnapf, am
andern die Mantelhöhle. Die Entodermalhöhle verschwindet vor dem
Ausscldüpfen der Larve. Kappe und andere provisorische Larven-
organe fehlen. Die Verwandlung beginnt mit der Ausstülpung des
Saugnapfes und der Herunterbiegung des Mantels auf die Basal-
seite. Die Eetodermanlage des Polypids bildet sich aus einer Platte,
die sich da vom Ectoderm abspaltet, wo sich bei anderen Larven
die Kappe findet. Die Platte biegt sich basalwärts und ihre äussere
Fläche bekommt von den Mesodermzellen eine Hülle (Zur Entwiek-
hiiKjsiieselnrlite der ci/dosfomen Seebryozoen. Vor/äi/ßge Mittheilung in:
Zoof. Anz. 1886, No. 222, pag. 284- 284. - AiisßlirUrhe Ahhand-
lung in: Mitth. Zool. Sfaf. Neapel; Bd. VII, pag. 177—190 mit Taf. 6.
— Auszug in: Journ. R. Microsc. Soc. (2) 6).
Derselbe giebt einige Notizen über die Metamorphose der Süss-
wasserbryozoen. Für ein funktionsloses Rudiment des Saugnapfes
hält er eine Gruppe von Ectodermzellen des hinteren Pols der Larve,
die sich durch besondere Länge auszeichnen. Eine ausschliessliche
Besonderheit in der Metamorphose der Süsswasserbryozoen ist die
Einstülpung der Basalseite samt den Rändern des heruntergebogenen
Mantels. Das anomale Finden zweier Kappen bei der Larve von
Bugula neritina kann die Frage über das Vorkommen zweier Nah-
rungsschläuche bei Lophopoden - Larven etwas beleuchten (Einiges
über die Met amorph ose der Sl/i</^u:asserb/-t/ozoen in: Zool. Anz. 1886,
No. 282; pag. 547—548).
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 3. 2
18 Dl'- W. Micha eisen: Jabresbericht
Derselbe weist die Ansicht Joliets, dass das Rudiment des
Nahrungskanales auf Kosten des Funiculär-Gewebes entstehen könne,
zurück und macht den französischen Forscher auf ein Missverständnis
bei der Besprechun|[>; der Nitsche'schen Abhandlung- aufmerksam
(Remarques relatires aux recherclies de Mr. L. JoUet sur Ja hlastoqenese
in: Zoo]. Anz. 1887, No. 285; paf/. 618—619).
W. Reinliard verteidigt seine Untersuchungsresultate über die
Metamorphose von Alcyonella fungosa gegen Üstroumoffs Einspruch,
dass er nur pathologische Processe beschrieben habe. Er hält Üstrou-
moffs Ansicht über die Homologie zwischen der Verdickung des
hinteren Theils der Larvenhaut bei Süsswasserbryozoen und den
Saugnäpfen anderer Bryozoenlarven nicht für annehmbar (Zz/r
Kenntnis de/' SnxsnKisser- Bi'ijozoen in: ZooL An;. 1887, No. 241;
pi/f/. 19 -20).
A. Ostroumoff wendet sich gegen die oben erörterte Schrift
Reinhards (Efiriedernmi auf den Artikel Herrn ReinJiard's „Znr
Kenntnis der Svssvasserhryoxoen''' in: ZooL An.:. 1887, No. 247;
paff. 168—169).
W. Reinliard entgegnet auf diese Erwiederung Ostroumoffs
(Anfnwrt auf die Notiz des Herrn Ostroumoff in No. 247 der vor-
b'e(/enden Zeitschrift in: Zool. Anz. 1887, No. 256; paff.282—283).
W. J. Vigelius hat die Entwicklung des Eies von Bugula calathus
Norm, (der B. flabellata Thomps. der Zoologischen Station zu Neapel)
untersucht.
0 v a r i u m , Reifung des Eies: Die Anlage des Eier-
stocks, sowie die Entstehung der Eier scheint sich eng an die be-
treffenden Verhältnisse bei Flustra membranacea-truncata anzu-
schliessen. Die grösseren, rundlichen Eizellen werden durchweg
schon frühzeitig von den übrigen, viel kleineren Zellen des Eier-
stockes, die wie bei Flustra einen Follikelsack bilden, umgeben.
Während des Reifungsprocesses verschwindet der Follikelsack zum
grössten Teil wieder. Die Zahl der Eizellen im Ovarium wechselt.
Die jungen, runden Eier besitzen ein vom umgebenden Dotter scharf
abgegrenztes kugeliges oder später häufig längliches Keimbläschen
mit grossem rundlichen Keimfleck; in diesem wieder Vacuolen. Der
körnige Dotter enthält braunes Pigment. Er findet sich rings um
das Keimbläschen angehäuft. Bei excentrischer Lage des letzteren
erscheint infolgedessen ein Teil des von der feinen Eimembran
umschlossenen Raumes leer. Li der Regel gelangt nur eine Eizelle
im Ovarium zur Reife. Das Ovarium giebt die Verbindung mit der
neuralen Parietalschicht auf und liegt später entweder frei in der
Leibeshöhle oder es _,wird von einem diese durchsetzenden Paren-
chymstrang fixiert. Öfters sah Vigelius, dass sich der Follikelrest
mit den stationären Eizellen von dem reifen Ei absondert und
sich gegen die Wand der Leibeshöhle zurückzieht (zur Bildung eines
neuen OvariumsV). Die Befruchtung der Eier geht wohl innerhalb
der Leibeshöhle vor sich. Die Brustkapsel erscheint etwas später
über die Bryozoen für 1886 und 1887. 19
als das Ovarium. Von der freien Distalwand des Geschlechtstieres
entstehen zwei Ausstülpungen, deren grössere, neuralwärts gelegene
(Helm) die kleinere (Ovicellblase) umwächst. — Der Raum zwischen
beiden Ausstülpungen wird zum Brutraum. Die Innenseite des Helms
und der Blase wird frühzeitig von einer Fortsetzung der Parietal-
schicht des Parenchymgewebes ausgekleidet, die sich in dem mittleren
Teil der distalen Blasenwand zu einem schüsseiförmigen Embryo-
träger modificiert. Innerhalb des Blasenraums findet sich eine An-
zahl kugelförmiger oder ellipsoidischer Körnchen mit zwei oder drei
peripherisch gelagerten Kernen — mehrkernige Wanderzellen?
Furchung: Das Ei von Bugula ist alecithal. Die beiden ersten
Furchungsebenen fallen mit der Längsachse zusammen, die dritte
steht senkrecht auf beiden. In der Grösse der 8 Furchungskugeln
ist kein regelmässiger Unterschied zu erkennen (im Gegensatz zu
Repidchoffs und Barrois' Befunden bei Tendra und Lepralia). Schon
in Stadium 8 ist ein kleines Blastocoel zu erkennen. Das Stadium 16
entseht durch Bildung zweier Furchungsebenen parallel der ersten
Meridionalebene. Der Embryo wird länglich und die Kugeln platten
sich gegen einander ab. Das Stadium 32 entsteht durch Bildung
zweier Furchungsebenen parallel der zweiten Meridionalebene. Häufig
nimmt die Furchung einen weniger regelmässigen Verlauf
Bildung der primären Keimblätter: Die Anlage des Hvpo-
blasts bemerkt man innerhalb des Blastocoels als 4 Zellen, welche
beinahe das Centrum der Oralfläche einnehmen und ungefähr die
Grösse der übrigen Zellen besitzen (die 4 centralen Zellen der Oral-
hälfte in das Blastocoel hineingeschoben — EpibolieV) Die Zellen,
welche aus diesen 4 primären Hypoblastzellen entstehen, füllen das
Blastocoel fast vollkommen aus, ohne einen Unterschied von centralen
und peripherischen Zellen erkennen zu lassen. Häufig Hess sich
innerhalb der hypoblastischen Zellenmasse ein äquatorialer äusserst
schmaler Spalt, Urdarmhöhle, wahrnehmen, der wieder verschwindet.
Die hypoblastische Zellmasse spielt bei den ferneren Entwicklungs-
vorgängen eine höchst passive Rolle (Füllmasse).
M es ob last: Im Gegensatz zu Barrois Befunden bei Lepralia
trennt sich die Mesodermanlage bei Bugula gar nicht von den Hypo-
blastelementen. Die Füllmasse, morphologisch gleich Hypoblast plus
Mesoblast, fällt später einer Degeneration anheim.
Coelom: Als primäre Leibeshöhle ist wohl ein System kleiner
rundlicher oder ovaler, teilweise zusammenfliessender, scharf um-
grenzter Hohlräume anzusehen, die meistens dem Epiblast genähert
liegen (Reste des Blastocoels?)
Corona: Während der Embryo durch Streckung in der Rich-
tung seiner Hauptachse eine mehr kugelige oder ellipsoidische Ge-
stalt annimmt, bildet sich in der Äquatorialebene eine ringförmige
Verdickung des Epiblasts, die anfangs aus zwei sich begrenzenden
Zellreihen besteht, von denen die eine der Aboralhälfte, die andere
der Oralseite des Embryo angehört. Aus einem dieser beiden gleich
2*
20 E^i'- W. Micliaelsen: Jahresbericlit
stark ent\vickeltenZellreilien, und zwar wahrscheinlich aus der aboralen,
<2;eht der epiblastische Zellengürtel, die Corona hervor.
Saugnapf: In den jungen mit Corona und Füllgewebe aus-
gestatteten Embryonen bilden sich ungefähr zu gleicher Zeit an der
Oraltläche zwei Invaginationen vom Epiblast aus. Die eine dieser
beiden Invaginationen bildet sich zum Saugnapf (Claparedes ,,8chliess-
muskel," Schneiders ,,räthselhaftes Organ", Hatschecks ,,Epiderm-
verdickung" Allmans ,, Leber") aus. Balfuur und andere betrachteten
dieses Organ als Darm oder einen Teil desselben. Die Bugula-Em-
bryonen besitzen ebenso wenig Avie die von Lepralia einen Darm,
ein Umstand, der sich nicht auf alle Ectoproctenlarven verallge-
meinern lässt, wie Barrois meint; da bei Cyphonautes nach Repiachoft",
Metschnikoff und Ostroumoft' in der That ein Darmkanal vorhanden
ist. Das Saugnapf nimmt später eine becherförmige Gestalt an und
füllt dann fast den grössten Teil des Körpers aus. Die primitive
8 augnapf Öffnung Hess sich in diesem Stadium nicht mehr erkennen.
Die zweite Invagination bildet sich zur vorderen Ectodermal-
furehe (Nitsches und Claparedes ,, Mundfurche", Barrois' ,,fente")
aus. Am aboralen Pol tritt dann noch das retractile Organ auf
(,, Saugnapf" nach Nitsche, ,, Kappe" nach Repiachoff, ,, Wimper-
scheibe" nach Balfour und ,.Calotte" nach Balfour), ein Produkt der
nach innen sich verlängernden und teilenden Zellen des Epiblasts.
Da die centralen Zellen nicht teilnehmen, so ist dieses Organ ring-
förmig. Rings um dieses Scheibenorgan entsteht eine kreisförmige
Einstülpung des Epiblasts. Bei Bugula reicht diese Kreisfurclie
nicht wie bei Lepralia bis zur Corona. Aus dem blinden Ende der
Ectodermalfurche entsteht in Folge eines Vermehrungsprocesses der
Zellen ein eigentündiches aus drei birnförraigen Körpern bestehendes
Organ (organe pyriforme bei Lepralia nach Barrois). Während
Barrois annimmt, dass dieses Organ seine Entstehung zum Teil dem
Ilypoblast verdankt, entsteht es nach Vigelius einzig aus dem Epi-
blast und besitzt auch keine Höhlung, wie jener Forscher bei Le-
pralia fand. Der Embryo nimmt eine sehr wechselnde, meistens
längliche Gestalt an.
Die Larve. In Bezug auf die äusseren Verhältnisse der Larve
bestätigt Vigelius die Angaben Barrois' und Nitsches; doch soll die
rosettonförmige Zeichnung nicht wie Nitsche es abl)ildet in der
oralen Hälfte dos Körpers liegen, sondern mehr aboral, in der Nähe
des retractilen Scheibenorgans. In Bezug auf den iimeren Bau ist
zu bemerken, dass sich die Zellen der Corona und des Epithels mit
Ausnahme des Scheibenorgans und der Kreisfurche zu einer Cilien
tragenden Körnerschicht umwandeln. Zu beiden Seiten der Ecto-
dermalfurche bildet sich in der epiblastischen Kch-nerschicht je ein
kugeliges Körperchen aus. Das Füllgewebe fällt einer ktirnigen De-
generation anheim.
Metamorphose: Nach eigenn rtigen Schwimmbewegungen setzen
sich die Larven vermittelst des ausgestülpten, eine klebrige Substanz
über die Bryozoen für ISSfi und 1887. 21
absondernden Saugnapfes fest. Sclieibenorgan, Kctodcnnalfurclie und
Drüsenorgan ziehen sich in das Innere des Körpers zurück; dagegen
nimmt das Saugnapf eine scheibenartige Form an und besteht aus
zwei über einander gelegenen 'J'eilen, die durch eine deuthche Ein-
schnürung von einander getrennt sind. Das so aus der Larve ent-
standene Primärindividuum bekommt eine dicke Wand und wird
undurchsichtig.
Eine Schilderung der ferneren Umwandlungen wird für eine
spätere Abhandlung in Aussicht gestellt. (Zur Ontogenie der marinen
Ih'yozoen in: Mittheü. a. d. Zool. Sfctf. zu Neapel, Bd. VI, 1886;
jHj. 499 — 541. — Ein Auszug der Arbeit in J. R. Mierosc. Soc. (2),
Vol. 6).
Derselbe hat bei Gelegenheit embryologischer Untersuchungen
an Bugula calathus Norman auch auf anatomischen und histologischen
Gebieten Resultate erzielt. Er zieht seine Behauptung, dass das
bei jungen Individuen deutlich erkennbare ectodermale Epithel, die
Matrix der Ectocyste, später verschwinde, zurück und bestätigt die
Richtigkeit der betreffenden Beobachtung Ostroumoffs. Ferner be-
stätigen seine neuen Untersuchungen die Zusammengehörigkeit von
Endocyste und Endosark. Die parenchymatischen Bänder sind nur
langgezogene Elemente dieses einheitlichen Gewebes. Aus diesem
parenchymatischen Gewebe nehmen wahrscheinlich die in der Leibes-
höhle flottierenden Körperchen ihren Ursprung, die als neubildende
Elemente angesehen werden. Die Tentakeln zeigen dieselbe Form
und Struktur wie bei Flustra membranacea-truncata. Die Deutung
eines Zellkomplexes im analen Teil des Tentakel - Ringkanals als
Ganglion erscheint noch unsicher. Der Nahrungskanal setzt sich
aus dem Pharynx, dem Magen mit dem Blindsack und dem eigent-
lichen Darm zusammen. Der Pharynx und der Magen sind manch-
mal abnormerweise doppelt gebildet. Die Geschlechtsorgane werden
entschieden aus dem parenchymatischen Gewebe gebildet. Die Avi-
cularien gleichen in den ersten Entwicklungsstadien in hohem Grade
den Ovicellen. Der Verfasser schliesst mit einigen allgemeinen
Beobachtungen über die Knospung der marinen ectoprocten Bryozoen.
{('ontribution. ä la niorp/iologie des Bnjozoaires ectoproctes in Tijdsrhr.
der Nederl. Dierkund. Vereen. (2) Deel I; pag. 77—92. — Audi ge-
■sondeH erschienen: Leiden 1876. -— Auszug in Journ. R. Mierosc. Soc.
1887, p. 4).
Derselbe veröffentlicht die vorläufigen Resultate seiner fort-
gesetzten Untersuchungen zur Morphologie der ectoprocten marinen
Bryozoen: In den meisten Fällen wird wohl das Material des Haut-
skelets innerhalb der Ectodermzellen abgesetzt. Die feinen Scheide-
wände, die die Individuen trennen, sind an bestimmten Stellen durch-
löchert (homolog den Communicationsplatten bei Ectoprocten). Das
Parenchymgewebe ähnelt bei den untersuchten Formen mit Aus-
nahme von Alcyonium dem bei Flustra membranacea-truncata Smitt
und Bugula calathus Norm, beobachteten. Es hat stets eine epithel-
22 Dl". W. Michaelsen: Jahresbericht
artige Anlage, die aber diircliweg bald verloren geht und sich in
ein Mesenchymgewebe umwandelt. Bei Alcyonium besitzt die epi-
theliale Anlage des Parenchymgewebes einen abweichenden Charakter,
der sich längere Zeit hindurch hält. Der Ernährungsapparat von
Zoobotryon und Mimosella ist durch das Vorhandensein eines Kau-
magens ausgezeichnet. Die Histolyse des Ernährungsapparates ist
eine sehr verbreitete Erscheinung. Bei Crisia entstehen dabei mehrere
braune Körper. Die Geschlechtsorgane sind immer Produkte des
Parenchymgewebes (Zur Morph oloqie der mar inen Bnjozoen In: Zool.
Anz. 1887, No. 250; pag. 237—240).
L. Joliet verteidigt seine Ansichten in Betreff des Endosarks
und der Knospenbildung bei den ectoprocten Bryozoen. Er wendet
sich zuerst gegen Haddon. Dieser Eorscher hält es für erwiesen,
dass alle 3 Keimschichten gleich anfangs in der Knospe vertreten
sind, dass bei den Ectoprocten sowohl die Endocyste wie auch das
Gewebe des Funiculus zur Knospenbildung beitragen. Joliet wendet
sich speeiell gegen die Behauptungen Haddons, dass (A) die That-
sache der Herkunft des Endosarks aus der apicalen Endocyste
zweifelhaft sei, dass (B) das Wort Endosark als Bezeichnung für
ein gut charakterisiertes Mesoderm unnütz und dass (C) die Polypid-
Knospe in keinem Falle einzig durch das Endosark gebildet werden
könne. Diese letzte Frage wird eingehend liehandelt. Joliet weist
zuerst die Unterstellung zurück, als ob seine Behauptung für die
Bryozoen im allgemeinen Gültigkeit gehabt haben solle. Er weist
dann an der Hand von Abbildungen nach, dass bei Eucratea chelata,
Flustra truncata und Diacharis magellanica, drei Vertretern ver-
schiedenster Ectoprocten - Typen , die Knospe aus einem Häufchen
durchaus gleichartiger Zellen entstehe. Dieses Zellhäufchen kann
sich entfernt von der Endocyste mitten im Endosark bilden (Eucratea
chelata) oder aus dem Endosark an der Endocyste (Flustra truncata)
oder aus der Endocyste (Diachai'is magellanica, bei der sich ein
Endosark überhaupt nicht differenciertj. Erst später differenciert
sich dieses ursprünglich homogene Zellhäufchen zu zwei verschiedenen
Schichten, einer centralen und einer umhüllenden. Diese letztere
bleibt nicht gleichmässig. Unter und vor der Centralmasse nimmt
sie eine besondere Form an und hebt sich von der Centralmasse ab.
In der Centralmasse zeigen sich bald fingerförmige Teilungen, die
gleich anfangs so tief einschneiden, dass die Bedeutung der Central-
masse nicht zweifelhaft bleiben kann. Sie bildet sich zum Lophophor
und zwar nur zu diesem aus. Aus dem unteren Teil der umhüllenden
Schicht entsteht der Darm, der sich krümmt und später mit dem
Oesophagus, einem Divertikel des Lophophors, m Verbindung tritt.
Aus dem oberen Teil der umhüllenden Schicht, der sich ebenfalls
von der Centralmasse abhebt, entsteht die Tentakelscheide und die
ihr anhaftenden Muskeln. Es ist also in der Polypid- Knospe die
Centralmasse dem Ectoderm, die peripherische Schicht dem Entoderm
und Mesoderm zusammen vergleichbar. Später erst differencieren
sich die letzteren einerseits zum Darm, andrerseits zur Tentakel-
über die Bryozoen für 1886 und 1887. 23
scheide nebst Muskeln. Es bilden sich also die drei Keimschichten
nicht aus den entsprechenden Schichten des Muttertieres, sondern
aus einem einzigen ursprünglich nicht differencierten Zellhäufchen.
Im zweiten Teil wendet sich Joliet gegen Vigelius. Dieser Forscher
erkennt eine Diflerencierung der in Rede stehenden Gewebe nicht
an und vereinigt die Endocyste und das Endosark Joliets unter der
Bezeichnung ,,Parenchymatisches Gewebe." Die erste Begründung
Vigelius', dass sie gleichen Ursprungs seien, widerlegt Joliet durch
den Hinweis auf den gemeinsamen Ursprung anderer, später wohl-
differencierter Gewebe. Den zweiten Grund, die Aehnlichkeit in der
Struktur und die innige Verbindung zwischen beiden, führt Joliet
auf einen Beobachtungsfehler zurück, falls Vigelius thatsächlich die
Flustra membranacea-truncata als Object vorgelegen habe. Er habe
bei dieser Art gerade eine deutliche Sonderung beider Gewebe
beobachtet. Bei anderen Arten freilich verliere das Parietal-Epithel
in Folge von Degeneration seine charakteristische Form und deshalb
hält er es für wahrscheinlich, dass dem holländischen Forscher eben
eine andere Art vorgelegen habe. Den drittten Grund, die Identität
der physiologischen Bedeutung beider Gewebe (beide können Ge-
schlechtsprodukte bilden), kann Joliet zur Zeit nicht in genügender
Schärfe zurückweisen, da die Zahl seiner Beobachtungen über die
Bildung der Geschlechtsprodukte bei verschiedenen Typen nicht aus-
reicht. Er beschränkt sich darauf, auf seine 1877 gegebenen Be-
merkungen über die ,,oeufs parietaux" von Bicellaria ciliata und
Membranipora membranacea hinzuweisen. Als letzten ({rund führt
Vigelius die Beziehungen bei den im phylogenetischen Sinne älteren
Entoprocten an. Auch diesen Grund weist Joliet zurück. Auch die
Entoprocten, Pedicellinen z. B., besässen eine apicale Pmdocyste oder
Ectoderm, welches sich von dem der Ectoprocten nur dadurch unter-
schiede, dass es nicht atrophiere und unkenntlich würde oder gar
ganz verschwände wie bei Eucratea, sondern selbst in den alten
Teilen der Kolonie als Epithel kenntlich bliebe. Innerhalb dieses
Ectoderms fände man das Parenchym Nitsches, welches Vigelius
seinem parenchymatischen Gewebe der Ectoprocten gleich achte.
Sie stimmten also mit ihren Ansichten überein, denn 1877 hätte
er (Joliet) gesagt, das Parenchym der Stiele und Stolonen von Pedi-
cellinen sei in vieler Beziehung dem Endosark der anderen Bryozoen
vollkommen gleich zu achten. (Recherches sur la hlaftfof/e/ihe; i/> Arcli.
Zool. Ex'perim. [5] Tom. 3, pag. 87 — 72. — Auszug in J. R. Microsc.
Soc. (2), Vol. 6, Part. 4). '
Ueber folgende 3 Arbeiten kann der Referent nicht berichten:
Ostroumoff. Ueber die morphologische Bedeutung der Meta-
morphose der Süsswasserbryozoen. Vorl. Mitth. Kasan. Protok.
1886/87.
Derselbe. Die Metamorphose von Alcyonella und ihre Be-
deutung. Kasan. Protok. 1886/87.
Vigelius. Ontwikkelingsgeschiedenis d. Bryozoa Ectoprocta in:
Tijdschr. Nederl. Dierk. Ver. (2) D. 1 AÜ., 2 Versl. pag. LIV LVI.
24 Dr. W. Micliaelspii: .Tnhvesbericht
B. Systematik, Faunen.
1. Marine Formen.
P. H. Mac Oillivray stellt die marinen Rryozoen von Victoria
zusammen, mit den Diagnosen der Familien und (Jattungen:
Class Polyzoa.
Sub-Class I. Holobranchia R. Lankester.
Group A. Ectoprocta Nitsche.
Order I. Gymnolaemata Allman.
Sub-Order I. Cbeilostomata Busk.
1. Farn. Aeteidae: Gntt. Aetea Lamouroux (3 Sp.).
2. Farn. Eucratiidae: Gatt. Scruparia Oken (1 Sp.), Dimelopia
Busk (3 Sp.).
3. Farn. Rhabdozoidae: (jatt. Rhabdozoa Hincks (1 Sp.).
4. Fam. Chlidoniidae: Gatt. Chlidonia Sav. (1 Sp.).
5. Fam. Catenicellidae: Gatt. Catenicella Blainv. (30 Sp.i, (^lavi-
porella M.'G. (4 Sp.), Catenicellopsis Wilson (1 8p.), Calpidium
Busk (2 Sp.).
6. Fam. Calwelliidae: Gatt. Calwellia Wyv. Thomps. (2 Sp.).
7. Fam. Bifaxariidae: Gatt, ürceolipora M'G. (2 Sp.).
8. Fam. Cellularidae: Gatt. Cellularia Fall. (1 Sp.). Maplestonia
M'G. (2 Sp.), Scrupocellaria V. Beneden ((1 Sp.), Canda Lamour.
(2 Sp.), Caberea Lamour. (4 Sp,), Amastigia Busk (1 8p.), Menipea
Lamour. (G Sp.) , Didymia Busk (1 Sp. ), Nellia Gray (2 Sp.),
Farcimia Pourt. (1 Sp.).
0. Fam. Salicornariidae: Gatt. Cellaria Lamour. (7 Sp.).
10. Fam. Tubucellariiclae: Gatt. Tubucellaria D'Orb. (2 Sp. ).
11. Fam. Bicellariidae: Gatt. Biceliaria Blainv. (5 Sp.), Stirparia
(2 Sp.), Buo-ula Oken (5 Sp.), Beania Johnst. (10 Sp.).
12. Fam. Flustridae: Gatt. Flustra L. (1 Sp.), Carbasea Gray
(5 Sp.), Euthyris Hincks (1 Sp.), Spiralaria Busk (1 Sp.), Cras-
pedozoum M'G. (3 Sp.).
13. Fam. P'arciminariidae: Gatt. Farciminaria Busk (3 Sp.), Ver-
rucularia v. Suhr (1 Sp.),
14. Fam. Membraniporidae: Gatt. Pyripora D'Orb. (3 Sp.), Electra
Lamour. (2 Sp.), Bathypora M'G. (1 Sp.), Membranipora Blainv.
(7 Sp.), Amphibiestrum Gray (11 Sp.), Biflustra D'Orb. (5 Sp.),
Caleschara M'G. (1 8p.).
15. Fam. Microporidae: Gatt. Thairopora M'G. (5 Sp.), Diplo-
porella M'G. (1 8p.), Micropora Hincks (2 Sp.).
IG. Fam. Steganoporellidae: Gatt. Steganoporella Smitt (1 Sp.).
17. Fam. Cribrilinidae: Gatt. Membraniporella Smitt (1 Sp.),
Cribrilina Gray (4 Sp.), Hiantopora jM'G. (1 Sp.).
18. Fam. Mieroporellidae: (Tatt. Microporella Gray (5 8p.), Eschari-
pora Smitt (1 Sp.), Tessaradoma Norman (1 8p.), Adeona Lamour.
(4 Sp.), Adeonellopsis M'G. (5 8p.).
übe)' die Bryfizoen für ISSfi und 1887. 25
19. Farn. Escharidae: Sub-Fam. Sehizoporelliiiae, (iatt. Scliizo-
porella Hincks (22 Sp.), Parmularia Busk (1 Sp.), Hippotlioa
Lamour. (2 >Sp.), Gemellipora Smitt (1 Sp.).
Sub - Fam. Lepraliinae : Gatt. Lepralia Jolmst. (7 Sp.),
Cliorizopora Hincks (2 Sp.), Petralia M'G. (1 Sp.), Cyclicopora
Hincks (1 Sp.).
Sub -Farn. Mucronellidae : Gatt. Porella Gray (4 Sp.), Smittia
Hincks (7 Sp.), Adeonella Busk (2 Sp.), Porina D'ürb (2 Sp.),
Mucronella Hincks (0 Sp.), Braccbridgia M'G. (1 Sp.), Rhynchopora
Hincks (3 Sp.).
20. Fam. Celleporiidae: Gatt. Lagenipora Hincks (2 Sp.), Leky-
thopora M'G. (1 Sp.), Poecilopora M'(t. (1 Sp.), Cellopora Fabr.
(30 Sp.).
21. Fam. Reteporidae: Gatt. Retepora Imperato (11 Sp.).
22. Fam. Selenariidae: Gatt. Selenaria Busk (1 Sp.).
Sub-Ürder II. Cyclo st omata Busk.
I. Articulata s. radicata.
1. Fam. Crissidae: Gatt. Crisia Lamour. (6 Sp.).
•II. In articulata.
2. Fam. Idmoneidae: Gatt. Idmonea Lamour. (5 Sp.), Horncra
Lamour. (3 Sp.).
3. Fam. Tubuliporidae: Gatt. Tubulipora Lamour. (7 Sp.), Stoma-
topora Bronn (1 Sp.), Diastopora -lohnst. (5 Sp.), Liripora M'G.
(2 Sp.), Entalophora Lamour. (3 Sp.).
4. Fam. Discoporellidae: Gatt. Lichenopora Defranc (D Sp.),
Densipora M'G. (1 Sp.), Favosipora M'G. (1 Sp.), Flosculipora
M'G. (1 Sp.).
5. Fam. Frondiporidae: Gatt. Fasciculipora D'Orb. (4 Sp.).
Sub-Ürder III. Ctenostomata Busk.
1. Fam. Flustrellidae: Gatt. Flustrella Gray (1 Sp.).
2. Fam. Vesiculariidae: Gatt. Amathia Lamour. (5 Sp.).
Group B. Entoprocta Nitsche.
Order II. Pedicellinea Gerv.
1. Fam. Pedicellinidae: Gatt. Pedicellina Sars (1 Sp.), Pedicel-
lino[)sis Hincks (1 Sp.). (A Cafalogue of the marine Polijzoa of
Vidoria tu: Tranx. R. ^oc. Vicforia, 1887).
Derselbe giebt Beschreibungen und Abbildungen verschiedener
Bryozoen von Victoria (NaL Ilistory of Victoria): Decade XII,
18S6, PI. 116-118; Decade XIII, 1886, PL 120-128. — Neu Mem-
branipora pectinata und Cellepora speciosa; Decade XIV, 1887,
PL 136 — 138; Decade XV, 1887, PL 146—148. — Neu Cellepora
glomerata, C. vitrea, C. tiara und C. benemunita.
Derselbe setzt seine Besprechung neuer und wenig bekannter
'QvyozoQ\\iovi(Dcscripfiom of Neir or Littlc Knoii^n Polyzoa; Part IX
in: Praufi. ]*roc. R. Soc. Victoria Vol. XXII und Part X, XI und
26 Dr. W. Micha eisen: Jahresbericht
XII: ebendci'Selbsf Vnl. XXI II). Part IX war dem Referenten nicht
zugänglich. In Part X — XII werden als neu beschrieben: Cateni-
cella urnula, C. venusta, INIucronella avicularis, Stomatopora geminata,
Diastopora cristata, D. capitata; Catenicella gemella, Claviporella
(nov. gen.) pulchra, C. imperforata, Amphibiestrum bursarium, Micro-
pora coriacea var. angusta, Cribrilina acanthoceros, Porella formosa,
Schipoporella Woosteri, Smittia calceolus, Lichenopora bullati,
L. magnitica, Flosculipora (nov. gen.) pygmaea; Amphiblesteum ar-
ge nteum, Schizoporella rostrata, S. pachnoides, S. doedala, Lageni-
pora nitens, Hornera ramosa, Liripora (nov. gen. für Diastopora
lineata und D. fasciculata). Lichenopora Wilsoni, Amathia inarmata,
Crupocellaria annecteus, Retepora Worsleyi, Idmonea Gasparensis.
Claviporella nov. gen.: Branches springing usually from the suniniits
of the zooecia of a geminate pair, but occasionally from the sides of single
zooecia. Zooecia single or geminate; usually a lai'ge lateral process on cach
side above, supporting a large gaping avicularium. occasionally small, altered
or ahorted.
Flosculipora nov. gen.: Zoarium small, pedunculate; the peduncle con-
sisting of smooth tubes or ridges, with interveniug cancelli towards the upper
part. Zooecia opening on an expanded summit; peristome produced, dimidiate
or lacerated, with numerous intervening cancelli.
Liripora nov. gen. : Zoarium crustaceous^ growing on a basal lamiua.
Zooecia not projecting, arranged in single or multiple series, opening along the
summits or toward the extremities or ridges which usually more or less radiate
from a central point; the intervening grooves without cancelli and covered by
a punctate, calcareous membrane.
J. Lomas führt 98 Bryozoenarten von der Liverpoolbay und dem
Liverpooldistrikt auf (Report ou the Polyzoa of the L. M. B. C.
Districf in: First. Rep. Fauna Liverpool Bay pag. 161 — -300. —
Ä^lch in: P. Liverpool Soc. Bd. XL, Appendix).
A. B. Nicliols führt 14 Bryozoenarten von der S.-W. -Küste
Irlands auf (Pohfzoa in: First Rep- Marine Fauna of the S.-W. of
Irland. P. R. Irish. Ac. (2) IV; pag. 622).
Tli. Hincks liefert ein Supplement zu Hellers ,)Die Bryozoen
des adriatischen Meeres, 1867."
Suborder Cheilostomata.
1. Fam. Aeteidae: Gatt. Aetea (2 Sp.).
'2. Fam. Eucratiidae: Gatt. Eucratea (1 Sp.).
3. Fam. Notamiidae: Gatt. Synnotum nov. (1 Sp.).
Synuotum nov. gen. (f. Gemellaria avicularis Pieper =^ Notamia avicularis
Waters): Zoarium consisting of erect, slender, bifurcating shoots, which are
attached by a mass of tubulär ftbres given olf from the base of the primary
cells. Zooecia in pairs, joined back to back, each pair connected by tubulär
prolongations with the next but one below it, elongated, expanding from the
base upward (of the Eucratean type), the front occupied by a membranous area
(aperture); sessile lateral avicularia and an articulated avicularium between the
cells in each pair at the summit. Ooecium wanting.
über die Bryozoen für 1886 iiud 1887. 27
4. Farn. Chlidoniidae: Gatt. Chlidonia (1 Sp.).
5. Farn. Cellulariidae: Gatt. Scrupocellaria (1 Sp.).
fi. Farn. Bicellariidae: Gatt. Bugiila (5 Sp.). Diachoris (1 Sp.j. —
Neu Bugula plumosa Fall, form aperta, B. spicata, B. simplex,
Diachoris hirtissima Heller form eylindrica.
7. Fam. Cellariidae: Gatt. Cellaria (1 Sp.).
8. Fam. Membraniporidae: Gatt. Flustra (1 Sp.), Membranipora
(■2 Sp.). — Neu Membranipora operculata.
9. Fam. Cribrilinidae: Gatt. Cribrilina (l Sp.).
10. Fam. Myriozoidae: Gatt. Schizoporella (12 Sp.), Schizotlieca
(1 Sp.). — Neu Schizoporella lineolifera, S. magnifica, S. serrati-
margo.
11. Fam^ Escharidae: Gatt. Lepralia (1 Sp.), Smittia (1 Sp.),
Rhynchopora (1 Sp.), Retepora (1 Sp.).
12. Fam. Celleporidae: Gatt. Cellepora (4 Sp.),
Suborder Cyclostomata.
1. Fam. Tubuliporidae: Gatt. Diastopora (2 Sp.).
2. Fam. Frondiporidae: Gatt. Frondipora (1 Sp.).
Suborder Ctenostomata.
1. Fam. Alcyonidiidae: Gatt. Alcyonidium (2 Sp.).
2. Fam. Vesicularidae: Gatt. Bowerbankia (4 Sp.). — Neu Bower-
bankia biserialis.
3. Fam. Buskiidae: Gatt. Buskia (1 Sp.). — Neu Buskia socialis.
4. Fam, Cylindroeciidae: Gatt. Cylindroecium (1 Sp.).
5. Fam. Triticellidae: Gatt. Hippuria (1 Sp.).
Group. Entoprocta.
Order Pedicellinea.
1. Fam. Pedicellinidae: Gatt. Pedicellina (1 Sp.), Barentsia(lSp.).
2, Fam. Loxosomidae: Gatt. Loxosoma (1 Sp.).
Supplement.
Fam. Membraniporidae: Gatt. Flustra (2 Sp,), Membranipora
(2 Sp.). — Neu Flustra tenella, F. pusilla.
Fam. Myriazoidae: Gatt. Schizoporella (1 Sp.).
(The Polyzoa of the Ädriatic: a Supplement to Prof. Heileres
„Die Bryozoen des adriatischen Meeres, 1867" in: Ann. Mag. Nat.
Hist. 5. Ser. Vol. XVIII, pg. 254—271 n. Vol. XIX, pg. 302—316).
Derselbe unterzieht verschiedene Bryozoen-Familien einer ein-
gehenderen Kritik. 1. Fam. Adeoneae Busk: Ein wesentlicher
Charakter dieser Familie soll ein Specialporus sein. Dieser Porus
ist aber bei verschiedenen Arten dieser Familie verschiedenwertig.
Bei den einen ist der Porus eine Durchbohrung der Hauptwandung
des Zooeciums, und führt direkt in dessen Höhlung ein, bei den
andern liegt er auf dem erhabenen, röhrenförmigen Peristom. Die
erste Art von Poren ist homolog den Poren der Microporelliden, die
Busk in seinem System weit von den Adeoniden getrennt hat. In
28 üi'. W. Michael seil: Jaliresbericlit
. * .
UeberciiistimmuDg' mit Smitt und Waters vereini<;t Ilincks deshalb
diese Adeoiiiden mit den Microporelliden. In der Familie der Miero-
porelliden (i. S. Ilincks') sind demnach zwei (iruppen zu unterscheiden,
deren Typen Microporella und Adeona sind. Diejenigen Adeoniden,
die mit peristoniialem Porus ausgestattet sind, müssen von den
übrigen ganz getrennt werden. Der peristomiale Porus allein kann
kaum als Basis für die Aufstellung einer Gattung dienen. Es be-
darf im übrigen einer Nachuntersuchung der Challenger - Arten zur
Klarlegung ihrer systematischen Stellung. Busk teilt seine Adeoniden
in die beiden Gattungen Adeona (mit gefenstertem Zoarium und
biegsamem Stamm) und Adeonella (ohne diese Charaktere). Diese
Trennung ist nicht haltbar, da erstens Kirchenpauer zwei Arten mit
biegsamen Stämmen und dem einfacheren Habitus der Adeonellen
abgebildet hat und zweitens Busk eine gefensterte Adeonide erwähnt,
die manchmal mit einem biegsamen Stamm ausgerüstet ist, manchmal
aber dieses Charakters entbehrt.
2. Fam. Membraniporidae, Membranipora radicifera Hincks:
Diese Art, die in der Ausstattung mit wurzeiförmigen Anhängen an
Cribrilina ferox Mac G. und Schizoporella argen tea Hincks erinnert
und in der Verbindung der Zellen unter einander den ersten Schritt
zur netzförmigen Anordnung der Diachoris-Zellen erkennen lässt, ist
trotzdem eine echte Membraniporide. Auch die Hinneigung zu
Diachoris (Beania Mac Gill.) in der Ausbildung der Avicularien ist
zu geringfügig, um eine Vereinigung mit dieser Gattung zu recht-
fertigen. Diachoris ist eine echte Bicellaride, die mit der in Ptede
stehenden Art wenig gemein hat.
3. Fam. Membraniporidae (Bemerkungen über die Gattungen) :
Busk teilt diese Familie in 4 Gattungen. Von diesen sind Amphi-
biestrum und Biflustra kaum als mehr denn willkürliche Gruppen
anzusehen, während Faveolari^i Gattungsberechtigung zu besitzen
scheint. Die Abteilung der alten Gatt. Membranipora, deren Typus
M. pilosa ist, soll als Fam, Electrinidae mit der einzigen Gatt.
Electra Lamouroux von den übrigen getrennt werden. Diese An-
ordnung hält Hincks für gerechtfertigt, während es ihm zweifelhaft
erscheint, ob der neuen Challenger- Art E. eylindracea ein Platz in
dieser Gattung gebührt. Ferner erkennt Hincks die Membraniporiden-
(jiatt. Thairopora Mac (jill. an, protestiert jedoch gegen die Ein-
ordnung seiner Micropora Jervoisii in diese neue Gattung.
4. Fam. Micropora Smitt (part.): Hincks ist zu der Ueber-
zeugung gekommen, dass die Gatt, Steganoporella, die mit einer
,, doppelten Ectocyste (Jullien)" ausgestattet ist, aus der Fam. Micro-
poridae auszuscheiden ist, ohne jenem Charakter die fundamentale
Bedeutung beizumessen, wie es von Seiten Jullien s geschehen ist.
Die von Busk zur Familie der Microporiden gestellte neue (jatt,
Vincularia ist mit Steganoporella zu vereinen, Diagnose der Fam.
Microporidae (i. S. Hincks'): ,,Zooecia with raised margins; front wall
über die Bryozoen für 1886 und 1887. 29
depressed, wholly calcified; orifice enclosed by a calcareous border,
operculiim with a distinct hinge."
5. Farn. Steganoporellidae: „Zooecia clused by a niembranous
Willi which carries the orifice and operculuni, divided by a horizontal
calcareous lamina, with a large variously-shaped opening (opesia) at
the Upper end, into two compartments , in the lower of which the
polypide is lodged." Hincks rechnet zu dieser Familie 3 Gattungen:
1. Sraittipora JuUien: Zooecia with the lower compartment (situated
beueath the calcareous lamina) undivided (S. abyssicola Smitt.).
2. Steganoporella Smitt (part.): Zooecia with the aboral compartment
divided into two Chambers by a diaphragm, the lower of which ist connected by
a tubulär passage with the uppei- and contains the polypide; the whole of the
Upper half of the cell forming a large cavity, closed in by the operculuni and
niembranous front wall. Operculuni very large. External coecia wanting; re-
presented by an internal chamber. (S. uiagnilabris Busk.)
3. Thalamoporella nov. : Zooecia with the lower compartment divided;
froni the centre of the anterior extremity of the lamina a narrow calcareous
wall is carried up to a level with the niargin of the cell, to which it is united,
forming an orifice, which is paitially closed by the operculum; on each side of
it a large foramen. Operculum small , semicircular. Ooecia external , bilobate.
(T. Rozieri Audouin.)
(Critical Notes on fhc Polyzoa in: Ann. M<((i. Natvr. Ili.sf. (5)
Vol. XIX, 1887; j)(/. 150—164. — Ai/szng in J. R. 'Mirrosr. gor. 1887).
Derselbe stellt eine Doppelliste der im Mergui- Archipel ge-
sammelten Bryozoen zusammen, erstens der für diesen Fundort neuen
und zweitens der schon früher bekannten. Die erto Liste zählt
7 Arten aus den Gattungen Nellia, IJugulella, Thalamoporella, Schizo-
porella, Cupularia, F)uskia und Cylindroeciuui auf. — Neu Bugulella
clavata und Buskia setigera. (On the Polyzou and Ilydroida of the
Mergui Archipelago coli. f. the Tnixtees of the Indian Mnse>i.m, Cal-
cutta in: Joum. Linn. Soc. London, Vol. XXI, 1887; pcu/. 121 — 1H5
mit PI. XII).
Cr. Busk veröffentlicht den zweiten Teil des Berichts über die
Bryozoen der Challenger-Expedition. Dieser zweite Teil betrifft die
Cyclostomatti, Ctenostomata und die Pedicellinea. Die Behandlung
und Anordnung des Stoffes ist die gleiche wie beim ersten Teil
(vergl. diese Zeitschr. 52. Jahrg., 2. Bd., 3. Hft., pg. -245). Die Zahl
der angeführten Arten beträgt 48. Darunter sind 14 neue. Die
meisten dieser Bryozoen fanden sich in der geringen Tiefe von
50 bis 150 Fadeii. Nur 2 wurden in einer Tiefe von mehr als
1000 Faden gefischt (Crisia elongata M. Edw. in 1450, und Idmonea
marionensis Busk 1600 Faden Tiefe). Unter den 48 Arten sind
13 solche, die auch in fossilem Zustande bekannt sind, diese 13 ge-
hören sämtlich zur Unter-ordnung der Cyclostoniata. Es möge eine
systematische Uebersicht über die l^aiiiilien und (iattungen der be-
sprochenen Bryozoen folgen:
30 Dl'- W. Michaelsen: Jahresbericht
Gruppe A. Ectoprocta.
Unterordnung IL CyClOStomata.
Abteilung I. Articulata s. Radicata.
1. Fam. Crisiadae: Gatt. Crisia (9 Sp.) — Neu Crisia acuminata,
cylindrica.
Abteilung IL Inarticulata.
Unterabteilung A. Erecta.
'2. Fam. Idmoneidae: Gatt. Idmonea (8 Sp.), Hornera (4 Sp.),
Pustulopora (4 Sp.) — Neu Idmonea eboracensis, tissurata.
Unterabteilung B. Adnata s. decumbentia.
3. Fam. Tubuliporidae: Gatt. Alecto (1 Sp.), Tubulipora ("2 Sp.)
4. Fam. Diastoporidae: Gatt. Diastopora (1 Sp.).
5. Fam. Lichenoporidae: Gatt. Lichenopora (2 Sp.).
6. Fam. Frondiporidae: Gatt. Fasciculipora (1 Sp.), Supercytis
(2 Sp.) — Neu Supercytis tubigera.
Unterordnung III. CtenOStOmata.
Abteilung I. Halcyonellea.
L Fam. Alcyonidulae : Gatt, Aleyonidium (1 Sp.). — Neu
Alcyonidium flustroides.
Abteilung IL Vesicularina.
2. Fam. Vesicularidae: Gatt. Amatbia (7 Sp.), Vesicularia (2 Sp.),
Farrella (l.Sp.). — Neu Amathia distans, brasiliensis, connexa;
Vesicularia papuensis, trichotoma; Farrella brasiliensis.
3. Fam. Cylindroecidae : Gatt. Cylindroecium (1 Sp.). — Neu
Cylindroecium papuense.
Gruppe B. Entoprocta.
Ordnung: Pedicellinea.
L Fam. Pedicellinidae : Gatt. Ascopodaria (2 Sp.). — Neu
Ascopodaria discreta.
(Report Scient. Resiilfs Voyage 11. M. S. ChaUengcr 1873 — 1876.
Zool. Vol. XVII., Part . Report on the Polyzoa. — The
Cyclostomata, Ctenostomata and PeclicelUnea hy George Bush.)
J. JuUieu stellt die neue Familie der Costulideen auf und giebt
eine Uebersicbt über die Gattungen derselben. Die Diagnose dieser
Familie lautet:
»Zooecies ayant leur paroi frontale formee de cotes aplaties ordinairement
creuses, rayonnant du bord externe vers la ligne mediane de la zooecie od elles
se sondent intimement; ces cotes sont reunies entrelles, tan tot par un nombre
plus ou moins grand de travees transversales, tantot bord ä bord, les cotes
restant toujours apparantes.»
Diese Familie ist entstanden aus einer Vereinigung der Gatt.
Cribrilina Gray mit der Fam. der Steginoporiden. Die Gatt. Mem-
braniporella Smitt, welcbe mit der Gatt. Cribrilina Gray zusammen
die P'amilie Cribrilinidae Hineks bildete, wird zur Fam. der Mem-
braniporiden gestellt. Die Gattungen, in die JuUien seine Fam.
Costulidae zerlegt, sind: Gostula (für Escharella Arge d'Orbigny),
über die Bryozoen für 1886 und 1887. 31
Cribrilina Grai (für Escliara radiata Moll, Lepralia punctata Hassall
und viele andere Arten), Mumiella (für Semiescharipora mumia
d'Orbigny), Baroisina (für Reptescharipora elegantula Hagenow und
Lepralia Haneri Reuss), Reginella (für Cribrilina fureata Hincks),
Lyrula (für Cribrilina hippocrepis Hincks), Decurtaria (für Semi-
escharipora cornuta Beissel und Lepralia peltata Reuss), CoUarina
(für Lepralia cribrosa Waters non Heller, Celleporaria circumcincta
Reuss und Eschara filiformis d'Orbigny), Puellina (für Lepralia
Gattyae Busk), Jolietina (für Cribrilina latimarginata Busk), Figularia
(für Lepralia figularis Johnston und L. elegantissima Seguenza),
Murinopsia (für Semieschara galerta Beissel und Multeschara
Francgana d'Orbigny), Steginopora d'Orbigny (für 8. ocellata n. und
viele andere Arten), Ubaghsia (für U. areifer n. und Steginopora
reticulata Ubaghs), Thoracophora (fürDisteginopora horrida d'Orbigny),
C'oUetosia (für Lepralia Endlicheri Reuss und L. scarabaeus Reuss)
und Scorpiodina (für Lepralia scorpioides Manzoni). Eine eingehende
Beschreibung erfahren folgende Arten : Steginopora Meudonensis
Jullien, St. ocellata Jullien, St. de Morgani Jullien, St. reticulata
Ubaghs, Ubaghsia arcifera Jullien und Disteginopora horrida d'Orb.
(Lc« Costulidhs , noii Celle famiUe de Bryozoairex in: Bull. Soc.
Zool. Fr. Vol. XI., 1886, pcif/. 601—620).
Gf. M. R. Levinsen hat die Bryozoen des Karischen Meeres
untersucht. Von 51 Arten sind 2 neu.
Cheilostomata.
1. Farn. Eucratiidae: Gatt. Gemellaria (1. Sp.).
2. Farn. Cellulariidae: Gatt. Cellularia (l Sp.), Menipea (3 Sp.),
Scrupocellaria (1 Sp.). — Neu Menipea duplex.
3. Farn. Bicellariidae: Gatt. Bugula (1 Sp.), Kinetoskias (1 Sp.).
4. Farn. Flustridae: Gatt. Flustra (2 Sp.).
5. Farn. Membraniporidae: Gatt. Meuibranipora (4 Sp.).
6. Farn. Cribrilinidae: Gatt. Cribrilina (1 Sp.).
7. Farn. Myrioroidae: Gatt. Schizoporella (1 Sp.), Leieschara
(2 Sp.).
8. Farn. Escharidae: Gatt. Umbonella (l Sp.), Porella (1 Sp.),
Escharoides (1 Sp.), Escharella (6 Sp.), Mucronella (4 Sp.),
Retepora (1 Sp.). — Neu Escharella stylifera.
9. Farn. Celleporidae: Gatt. Cellepora (3 Sp.).
Cyclostomata,
1. Farn. Crisiidae: Gatt. Crisia (2 Sp.).
2. Farn. Tubuliporidffe : Gatt. Idmonea (2 Sp.), Entalophora
(1 Sp.), Diastopora (3 Sp.).
3. Farn, Lichenoporidae: Gatt. Lichenopora (1 Sp.), Domopora
(1 Sp.)
Ctenostomata.
1. Farn. Alcyonidiidae: Gatt. Alcyonidiuni (4 Sp.).
2. Farn. Valkeriidae: Gatt. Valkeria (1 Sp.).
3. Farn. Loxosomidae: (jatt. Loxosoma (1 Sp.).
32 Dl". W. Michaelsen: Jahre.sl)encht
{Bnjozoer fra Kara-llarct in: Djjiuphna - TogtetH zoologi-sk-
botam'ske Udbyfte; Kjöhenliai-n 1886.)
Ed. Perrier widmet in dem IV. und V. Buch seiner ,,Explo-
rations sous-marines" auch den Bryozoen eine kurze Besprechunji'.
Im Kap. V". des Buches IV., in welchem er die Lebewelt der Küsten
und der Hochsee behandelt, giebt er, ausgehend von der Trocha-
sphaera equatorialis Semper, eine kurze Schilderung der Bryozoen-
Anatomie und ihrer Kolonien. In dem V. Kap. des Buclies V.,
welches die Tierwelt der grossen Meerestiefen zum Gegenstand hat,
bespricht er die Tiefenverbreitung der Bryozoen.
[Lef< Exploratio/hs sous-niarlnes; Paris, 1886.)
L. V. Loreuz hat die Bryozoen-Ausbeute der Oesterreichischen
Polarstation auf Jan Mayen bearbeitet. Die Zahl der angeführten
Arten beträgt 76, von diesen sind 2 ganz neu und 5 weitere in der
betretfenden Umgrenzung und Benennung neu.
Gatt. ^Temellaria (1 Sp.), Menipea (2 Sp.), Scrupocellaria (1 Sp.j,
Bugula (2 Sp.), Flustra (1 Sp.), Membranipora (7 Sp.), Cribrilina
(2 Sp.), Porina (1 Sp.), Schizoporella (6 Sp.), Hippothoa (1 Sp.),
Myriozoon (1 Sp.), Le[)ralia (6 Sp.), Porella (4 Sp.), Escharoides
(2 Sp.), Escharella (1 Sp.), Smittia (5 Sp.), Mucronella (4 Sp.),
Palmiccllaria (1 Sp.), Ramphostomella n. (6 Sp.), Gellepora (4 Sp.),
Retepora (1 Sp.), Grisia (2 Sp.), Stomatopora (2 Sp.), Tubulipora
(1 Sp.), Idmonea (1 Sp.), Entalophora (1 Sp.), Diastopora (L Sp.),
Hornera (1 Sp.), Lichenopora (2 Sp.), Domopora (1 Sp.i, Alcyonidium
(3 Sp.), Flustrella (1 Sp.), Gylindroecium (1 Sp.). — Neu Schizo-
porello limbata, Lepralia vitrea, Smitta rigida, Rhamphastomella
spinigera, R. costata, Gellepora ventricosa und G. nodulosa.
Xov. gen. Ramphastoniella: Im Allgemeinen oval geformte, meist
i'egelniä.ssig alternirend angeordnete und wenig vorragende Zoöcien mit end-
ständiger, weite)', halbkreisförmiger Mündung, die durch einen dünnen, häutigen
Deckel verschlossen wird; die Mündung ist unten und an den Seiten von einer
peristomalen Erhebung umgeben, die in der Mitte einen Ausschnitt hat, in
dessen einem Seitenrande gewöhnlich ein Avicularium eingefügt ist; diese das
Avicularium bergende Hälfte des Peristoms ist gegen die andere meist stärker
entwickelt und ragt oft wie das Rostrum einer Gellepora vor. Die Oöcien sind
halbkugelig und perforirt. Das Zoarium bildet einschichtige Krusten (für ver-
schiedene früher zu Gellepora gestellte Arten).
{Bryozoen von Jan Mayen; in: Die interiKifiojialc Polarforsrlunuj
1882— 188S. Die Oesf erreich. Polarstation. .Jan Mayen, III. Bd.,
Wien 1886. — AnrJi .n'parat er-'ichienen : Wien, ('.( iei-o/d Sohn, 1886.)
T. Wliitelegge stellt für mehrere australische Bryozoen die
neue Gattung Bipora auf.
Bipora n. g.: Zoai'ium uni- or bilaminate, conical, or foiming lobate or
Üabellate expansions; growth intercalary; zooecia immersed. erect, side by side^
witli their bases resting on a cancellated lamina, forming alternating rows
directed to the primary part of the zoarium; oral aperture with a well - maiked
sinus in the lower lip. A special pore above the mouth; peristomial orifice
über die Bryozoen für 1886 und 1887. 33
formed by the gradual exteusion of a narrow slit and the renioval of a portiou
of the colcareous lamina. Ooecia externa], globose.
Dieser neuen Gattung gehören folgende Arten an: B. cancellata
Busk (Lunulites cancellata Busk) v. d. Philippinen und (fossil)
V. Muddy Creek, Victoria; B. Philippinensis Busk (Lunulites Philippi-
nensis Busk) v. Port Jackson; B. depressa Haswell (Conescharinella
depressa Haswell) v. Port Denison ; B. crassa Tenison-Woods (Lunu-
lites resp. Cupularia crassa Ten. -Woods) v. Cape Three Points u.
Port. Stephens, 70 — 80 Faden; B. angulopora Tenison-Woods (Lunu-
lites angulopora Ten. -Woods = Conescharellina conica Hasw. = Lunu-
lites incisa Hincks) v. Holborn Island, Port. Stephens u. BassStr.);
B. umbonata Hasw. (Escliara umbonata Hasw.) v. Holborn Isl.,
20 Faden; B. elegans (Flabellopora elegans? d'Orb., Waters) v. Jort
Jackson.
Die Struktur dieser Arten soll in älteren Arbeiten falsch dar-
gestellt, auch der eigenartige Umstand, dass sich die Kolonien durch
intercalaren Zuwachs vergrössern, nicht genügend klargestellt sein.
Whitelegge ist der Ansicht, dass die Gatt. Bipora aus der Familie
der Selenariadae auszuscheiden und vielleicht als der Kern einer
neuen Familie anzusehen ist.
(Nofe!^ 0)1 some Anstralian Polyzoa in: Proceed hinn. Soc.
N. S. Wales (2) IL Part 2.)
A. W. Waters berichtet über eine Anzahl australischer Bryozoen.
Aus dem allgemeinen Teil ist hervorzuheben, dass Waters erstens
die Wichtigkeit des Operculums für systematische Betrachtungen
und zweitens die Art der Anheftung der einzelnen Glieder einer
Kolonie an einander oder an einen fremden Gegenstand einer
längeren Erörterung unterzieht. Beide Punkte werden für die Arten
der Gatt. Catenicella durchgeführt. Die im speciellen Teil auf-
geführten Arten gehören folgende Gattungen an:
Cheilostomata.
Eucratea (1 Sp.), Catenicella (5 Sp.), Cellularia (1 Sp.), Menipea
(2 Sp.), Scrupocellaria (1 Sp.), Canda (1 Sp.), Caberea (3 Sp.),
Didymia (1 Sp.), Dimetopia (1 Sp.), Bugula (2 Sp.), Cellaria (1 Sp.),
Farcimia (1 Sp.), Flustra (3 Sp.), Diaehoris (1 Sp.), Membranipora
(7 Sp.), Diploporella (1 Sp.), Micropora (2 Sp.), Thalamoporella
(1 Sp.), Cribrilina (3 Sp.), Microporella (5 Sp.), Porina (3 Sp.),
Tubucellaria (1 Sp.), Schizoporella (7 Sp.), Lepralia (2 Sp.), Mucro-
nella (1 Sp.), Smittia (1 Sp.), Rhynchopora (2 Sp.), Retepora
(2 Sp.), Cellepora (5 Sp.), Conescharellina (3 Sp.), Selenaria (3 Sp.),
Cupularia (1 Sp.). — Neu Flustra militaris, Micropora ratoniensis,
Cribrilina clithridiata, Porina inversa, Schizoporella confinita Waters
var. piperiensis. Seh. divisopora, Lepralia elimata, Mucronella Ellerii
Mac. G. var. biaviculata, Rhynchopora crenulata.
Cyclostomata.
(In der Einleitung hebt der Autor die Bedeutung der Ovicellen
für die Systematik hervor.)
Aifliiv f. Natuvgesch. Jahrg. 1888. Bd.H. II. 3. 3
34 1^1'- W. Michael sen: Jahresbericht
Crisia (2 Sp.), Idnionea (4 Sp.), Filisparsa (1 Sp.), Tubulipora
(2 Sp.), Entalophora (1 Sp.), Fasciculipora (1 Sp.), Mesenteripora
(1 Sp.), Discotubigera (1 Sp.), Lichenopora (4 Sp.).
Ctenostomata.
Amathia (2 Sp.).
{Bryozoa from New Sovth Wales, North Austndia etc. in: Ann.
Maq. Nat. Ilist. (5), XX, 1887; paq. 81—95 (Part. /.), pag.
181—203 (Part. IL) und paff. 253—265 {Part. III.)]
K. Möbius (Systematische Darstellung der Tliiere des Plankton,
gewonnen in der westlichen Ostsee und auf einer Fahrt von Kiel
in den Atlantisehen Ocean bis jenseits der Hebriden in: V. Bericht
Comm. wiss. Unters, deutsch, Meere, Kiel, pag. 117) giebt Flustra
securifrons Pall. und Bugula flabellata Busk als N. vor den Hebriden
gefunden an.
T. Heusen (über die Bestimmung des Plankton's oder des im
Meere treibenden Materials an Pflanzen und Thieren in: V. Bericht
Comm. wiss. Unters, deutschen Meere, Kiel, pag. 65 — 67) giebt an,
dass sich die Bryozoen durch die Larvenformen Cyphonautes und
wahrscheinlich auch durch Statoblasten an der Zusammensetzung
des Planktons betheiligen. Für Statoblasten hält Mensen eine Reihe
scheibenförmiger treibender Körper, trotzdem bei den Meeresbryozoen
solche Bildungen bisher noch nicht aufgefunden worden sind. Die
in der Ostsee am häufigsten vorkommende Form bezeichnet Hensen
als Sternhaarstatoblast.
A. Stuxberg hat in seiner Zusammenstellung der Fauna Novaja
Semljas 27 Bryozoengattungen mit 59 Arten, darunter manche in
mehreren Formen, aufgeführt (Faunan pä och kring Novaja Semlja
in Vega - Expeditionens Vetenskapl. Jagttag. Bd. V.; pag. 100
bis 117.
Von „Yine: Rep. on Recent marine Polyzoa; Rep. Brit. Assoc.
Adv. Sc. 1885" (siehe diese Zeitschr. 52. Jahrg. pag. 254) ist ein
Auszug erschienen in: J. R. Microsc. Soc. 1887.
Von Ray Lankester: „Polyzoa; in der Encyclop. Britt. Vol. 19"
(siehe diese Zeitschr. 52. Jahrg., pag. 238) ist ein Auszug erschienen
in: J. R. Microsc. Soc. (2) Vol. 5, Part. 5.
2. Süssivasserfornien.
K. Kraepelin hat die Süsswasserbryozoen Deutsehlands mono-
graphisch behandelt. Ueber die Abschnitte A. bis D. ist oben
berichtet.
Systematik'. Verfasser weist de Julliensche Einteilung (an-
knüpfend an die Verhätnisse des Lophophors) zurück und geht von
der Allmanschen Einteilung in Gymnolaemata und Phyllacto-
laemata (anknüpfend an die Verhältnisse des Epistoms) aus. Der
über die Biyozoen für 1886 und 1887. 35
Besprechung der einzelnen Formen ist eine Gattungs-Bestimmungs-
tabelle vorangestellt. Die untersuchten Objekte werden wie folgt
systematisch geordnet: Victorella pa\äda Kent, Paludicella Ehren-
bergii v. Ben., Fredericella sultana (Blumenb.), Plumatella princeps
Krpl. — var. « emarginata (Allm.), var. ß fruticosa (Allm.), var. y
mucosa Krpl. und var. t) spongiosa Krpl., P. polymorpha Krpl. —
var. « repens (L.), var. ß appressa Krpl , var. y caespitosa Krpl.
und var. d fungosa (Pall.), P. punctata Hancock — var. « prostata
Krpl. und var. ß densa Krpl., Lophopus cristallinus (Pall.), Pectina-
tella magnifica Leidy und Cristatella mucedo Cuv. — var. « genuina
Krpl. und var. ß Idae (Leidy). Für die Paludicella erecta Potts
wird die neue Gattung Pottsiella aufgestellt.
Die verwatidtscJiaf fliehen Beziehnnc/en der Süssivasserhryozoen.
Der Verfasser kommt zu dem Resultat, dass nicht eine einzige
Gruppe der Meeresbryozoen den Ausgangspunkt für alle die
so ungemein differenten Süsswasserformen gebildet haben kann. Die
ctenostomen Gattungen Victorella, Pottsiella und Paludicella stehen
in näherer verwandtschaftlicher Beziehung und die Gruppe der
Phylactolaemen werden sich aus Paludicella-artigen Ctenostomen
entwickelt haben, wobei die Gattung Fredericella den Ausgangs-
punkt gebildet haben mag. Victorella und seine Verwandten müssen
nach Avie vor in der Ordnung der Ctenostomen bleiben; doch ist es
wohl angebracht, die Phylactolaemen nicht den gesamten Gymno-
laemen gegenüberzustellen, sondern die Ectoprocten zunächst in die
3 grossen Gruppen der Chilostomen, Cyclostomen und Ctenostomen
zu zerlegen und nun erst die letzte Ordnung in Gymnolaemata und
Phylactolaemata zu gliedern. Die Abteilung der Phylactolaemen ist
in die Familien der Fredericellidae, Plumatellidae und Cristatellidae
zu zerlegen. Der Familie der Plumatellidae würden die Gattungen
Plumatella, Lophopus und Pectinatella angehören.
In einer nachträglich eingefügten Fussnote beschreibt der Autor
eine neue Form als Paludicella Mülleri, die eine Mittelstellung
zwischen P. Ehrenbergii und Victorella pavida einnimmt.
{Die Deutsclien ßüsswasser-Bryozoen. Eine Monographie. I. Änatom.-
systemat. Teil in: Abh. Geh. Naturw. Naturw. Ver. Hamburg,,
Bd. X., Festschr., 1887; IX., -pag. 1—168 mit 7 Tafeln.)
Von J. Leitlys Notiz über Urnatella gracilis in: Proc. Ac. Nat.
Sc. Philadelphia, 18, 1884 (siehe diese Zeitschr., 52. Jahrg., pag. 258)
ist ein Auszug erschienen in: J. R, Microsc. Soc. (2) Vol. 5).
J. 0. ßidley beschreibt eine neue Lophopus-Art, L. Lenden-
feldi, aus Australien, die sich von den übrigen besonders durch die
Form der Statoblasten und des proximalen Endes der Endocyste
unterscheidet {On fhe Characfers of tJic Genus Lophopus, with a
Description of a neiv Species froni Australia in : Journ. Linn. Soc.
London, Vol. XX., 1887; pag. 61 — 64 mit PL II. — Auszug in
Journ. R. Microsc. Soc, 1887).
3*
36 Dl'- W. Michael seil: Jahresbericht
J. Kafka fasst die Resultate seiner äteren und neueren Unter-
suchungen an den Süsswasserbryozoen Böhmens zu einer Mono-
graphie zusammen. Einleitend giebt er eine allgemeine Uebersicht
über die Geschichte der Bryozoenforschung mit einem Verzeichnis
der betreffenden Literatur und einer besonderen Notiz über die
Böhmische Bryozoenforschung. Der Teil IL (Beschreibender Teil)
zerfällt in eine kurze Schilderung des Lebens der Bryozoen in den
böhmischen Gewässern und eine eingehende Darstellung der Organi-
sation der Kolonien und der Lidividuen, sowie ihrer Entwicklung.
Der Teil IIL behandelt die Systematik der Untersuchungsobjekte.
Kafka adoptiert mit geringen Abänderungen das Julliensche System
der Süsswasserbryozoen. Dieses System ist der Besprechung der
einzelnen Formen vorangestellt. Es werden aufgeführt: Plumatella
fungosa Fall, P. repens L. var. 1 u. 2 (emarginata Alk), P. lucifaga
Vaucher var. 1. u. 2. (Fredericella sultana Blumb.), P. hyalina
Kafka, Hyalinella vitrea Hyatt, Lophopus Trembleyi Jullien, Crista-
tella ophidioides Hyatt und Paludicella Ehrenbergi V. Ben. Den
Schluss bildet eine Uebersicht über die geographische Verbreitung
der Süsswasserbryozoen. {Die Süsswasserbri/ozoen Böhmens in: ArcJi.
Nafnriü. LandesforscJi. BöJtvien Bd. VI. No, 2. — Auch gesondoi
erschienen: Prag 1887.)
J. d. Guerne zählt Plumatella repens L. als Mitglied der P'auna
von San Miguel (Azoren) mit auf.
(St/r la faune des ües Fayal ed de San Migt/el — Agares; in
Comptes rendues Acad. Sc. T. CV., 1887, pag. 764—767.)
Anonymus: {Analytical ley fo the freshivatw Polyzoa in:
,/oi/rn. Trenton (U. J.) Naf. Hist. Soc. 1887) — basiert auf
Julliens bekannter Monographie.
Von J. Jullien: Monogr. d. Bryozoaires d'eau douce (Bull Soc.
Zool. France, 1885; (siehe diese Zeifschr., 52. Jahrg. pag. 256) ist
ein Auszug erschienen in: J. R. Microsc. Soc. (2) Vol. VL
Ueber die folgenden beiden Arbeiten kann der Referent nicht
berichten :
Ostroumoff : Die Bryozoen der Bucht von Sebastopol. Kasan 1886.
Wierzejski: Ueber einheimische Bryozoen. Krakau 1887.
C. Palaeontologie.
Bell: Fossil tertiary Polyzoa of the High. Zones and Note oii the Scarcity
of Eoceue Polyzoa in: i?ep. Brit. Assoc. 1886.
DoUfus: Bryozoaires in: Ann. giol. univ. Paris III.
Foerste: Goal Measiire Bryozoa froin Flint Ridge. Appendix to: Herrich:
A Sketch of the Geol. Hist. Licking Co. Ohio (Bull. Denison Univ. IL).
d. B. Gottardi: Briozoi fossili di Montechio Maggiore in: Atti Soc. Yen.
Trent. Sc. Not. IX. fasc. 2.
über die Bryozoeii für 1886 und 1887. 37
C. Koschinsky: Beitrag zur Keuiitiiis der Biyozoeiifauna der älteren Tertiär-
schichten des südlichen Bayerns. 1. Abt. Cheilostomata; Stuttgart 1886.
Lomas: On the occurrence of Intern Calcar Spicules in Polyzoa in: P. Liver-
pool Geol. Soc. V.
Marsson: Die Bryozoen der weissen Schreibkreide der Insel Rügen in:
Paläontol. Abh. Dames D. Kayser. IV, Heft 1.
Pergens: ]^ote snpplement. s. 1. Bryozoaires d. Tasmagdan in: Froc. verb.
Soc. B. Malacol. Belgique 1887.
Derselbe: Contributions k Tliist. d. Bryozoaires et des Hydrozoaires. ^
Ebendaselbst.
Derselbe: Les Bryozoaires d. Tasmajdan, ä. Belqrade. — Ebendaselbst.
Derselbe: Note prelim. s. 1. Biyozoaires fossil, d. envir. d. Koloswar. —
Ebendaselbst.
Derselbe: Pliocäne Bryozoen von Rhodos in; Ann. k. /.-. naturh. Hofmus.
Wien. II. No. 1. — Separat: Wien 1887.
Derselbe: Sur Tage d.i. partie superieure d. tufeau de Ciply in: Bull. Soc.
malacol. Belgique, T. XXI.
Pergeus et Meunler: La faune des Bryoz. Garum. de Faxe in: Ann. Soc.
B. Malacol. Belgique T. XXI.
Dieselben: Les Bryozoaires du Systeme montien Louvain 1886.
Romiuger: Description of a new form of Bryozoain: Proc. Ac. Nat. Sc.
Pkiladelphia 1887.
Stuckenberg: Anthozoa und Bryozoa des oberen Kohlenkalks von Mittel-
Russland in: Arb. Naturf. Ges. Univ. Kasan. Protok 1886/87.
Tille: Notes on the Polyz. and other organ. for the Gayton B. in:
J. Northampton Soc. IV.
Derselbe: Jurassic Polyzoa in the neighbourh. of Northampton. — Eben-
daselbst.
Derselbe: Notes on a Spec. Entolopora for the Neocomian Clay of Liu-
colnshire in: Ann. Mag. Nat. Rist. (5) XIX.
Walford: Notes on sorae Polyzoa fr. the Lias. in: A^in. Mag. Nat. Hist.
(5) XX. und in : Qu. Journ. Geol. Soc. London. Vol. 43.
Waters: On tertiary Chilostomatous Bryozoa from New Zealand in: Qu.
Journ. Geol. Soc. London. Vol. 43 und in : Ann. Mag. Nat. Hist. (5) XIX.
Derselbe: On tertiary Cyclostomatous Bryozoa of New Zealand in: Qu.
Journ. Geol. Soc. London. Vol. 43 und in: Ann. Mag. Nat. Hist. (5) XX,
Bericht
über
die Bracliiopodenliteratur des Jahres 1887.
Von
Dr. Maximilian Meissner
in Berlin.
Allgemeines. Von der schon im vorigen Bericht als Ganzes
behandelten Monographie der recenten Brachiopoden von
Thomas Davidson ist, wie dort schon angeführt, 1887, der zweite
Theil erschienen, der das im ersten Theile bis Waldheimia geführte
System fortsetzt, beginnend mit der Unterfamilie der Terebratellinae
und mit der Untergattung Atretia die Arthropomata abschliessend.
Die beschriebenen Familien mit Gattungen, sicheren und unsicheren
Arten hat schon der Herr Ref. des vorigen Berichts aufgeführt.
The Transactions of the Linnean Society o± London. 2nd.
series. Zoology. Vol. IV. part 2. enthält: A monograph of
recent Brachiopoda. Part II. by Thomas Davidson. London.
July 1887. pp. 75—182 pl. XIV.— XXV.
P. Gebiert 's als Appendix dem Fischerschen Conchylienwerke
angehängte Bearbeitung der Brachiopoden ist auch bereits im vorigen
Berichte kurz erwähnt. In dem zweiten Theile seiner Arbeit
(p. 1259 — 1334), der ,, Synopsis des genres", theilt er die Brachio-
poden folgendermassen ein: I. Inarticulata mit den Famihen:
1. Lingulidae , 2. Obolidae , 3. Siphonotretidae , 4. Discinidae,
5. Craniidae, 6. Trimerellidae ; und IL Articulata mit den Familien:
1. Productidae, 2. Strophonemiclae, 3. Koninckinidae, 4. Spiriferidae,
5. Atrypidae, 6. Rhynchonellidae, 7. Terel)ratulidae, 8. Ötringoce-
phalidae, 9. INfegathyridae, 10. Thecidiidae. Wie schon die Ueber-
schrift dieses 'i heiles besagt, beschränkt sich der Verf. auf eine Auf-
zählung der ,,genera" und begnügt sich mit der Anführung einer
species als ,,type" für jede Gattung. Die Arbeit ist mit zahlreichen
Holzschnitten ausgestattet.
Manuel de conchyliologie et de paleontologie conchyliologique
par Paul Fischer. Fascicule XL Paris 1887, F. Savy.
Appendix: Brachiopodes par D. P. Gebiert, pp. 1189 — 1334.
Der Führer durch die Mollusken- und Echinodermen-
Abtheilung des British Museum enthält eine populäre Be-
Dr. Maximilian Meissner: Ber.üb.d.Brachiopodenliterat.d.J.1887. 39
Schreibung der Brachiopoden und giebt an, dass 140 lebende und
über 1800 ausgestorbene Arten beschrieben sind.
Guide to the Shell and Starfish Galleries in the Depart-
ment of the Zoology of the British Museum (Natural History).
by A. Günther. 1887. 8*^. London. (Brach, pp. 47-48.)
Zur Conservirung der Brachiopoden empfiehlt Gastellarnau
Alkohol in gewöhnhcher Weise anzuwenden.
J. M. de Gastellarnau Y de Lleopart. Procedes pour
l'examen et la conservation des animaux ä la Station zoologique
de Naples in: Journal de micrographie du Dr. Pelletan. XL
Paris, gross 8*^. Brach, p. 379.
Von Lehrbüchern ist das, 1887, in 4. Auflage erschienene
von Claus zu erwähnen, in dem die Brachiopoden, pp. 621 — 625
behandelt sind.
C. Glaus, Lehrbuch der Zoologie. 4. Aufl. Marburg und
Leipzig. 1887. gr. 8".
Anatomie, Physiologie etc. Der erste Theil (pag. 1189 — 1258)
des soeben erwähnten 0 ehl er t' sehen Werkes behandelt ausführlich
die Brachiopoden- Anatomie und Physiologie in folgenden Capiteln:
1. Aeussere Form, 2. Armgerüst, 3. Mantel, 4. Schale, 5. Arme,
6. Stiel, 7. Muskelsystem, 8. Verdauungstractus, 9. Circulation,
10. Respiration, 11. Nervensystem, 12. Sinnesorgane, 13. Fort-
flanzung, 14. Embryogenie, 15. Teratologie und 16. Lebensweise.
Es folgen sodann die Angaben über die 1. geographische, 2. bathy-
metrische und 3. stratigraphische Vertheilung der Armfüsser, denen
sich eine Untersuchung über die Stellung der Brachiopoden im
System (c£ den Bericht von 1885 und 1886) und eine historische
Uebersicht anschliessen. Zahlreiche Holzschnitte erleichtern das
Verständniss des Textes.
Eine genaue histiologische Untersuchung des Stiels der Brachio-
poden hat Joubin vorgenommen. Der sich als geschlossener Sack
darstellende Stiel ist äusserhch bekleidet mit einer bräunlichen
cuticula, die die knorpehge Wand des Stiels bedeckt. Diese Wand
ist verschieden dick und zwar am dünnsten an der Verbindungs-
stelle des Stiels mit der Körperwand, am stärksten an der entgegen-
gesetzten Seite, an der Basis des Stiels. Innen liegt der Wand ein
Epithel auf, das nur dort unterbrochen ist, wo der Stiel der Mantel-
wand anhängt. Das Innere des so gebildeten Sackes ist ausgefüllt
von einem durchsichtigen, netzartig erscheinenden Gewebe. In die
basale Knorpelwand des Stiels sind nun, wie der Verf an ganz
jungen Exemplaren von Terebratulina caput serpentis L. sah,
8 — 12 gelbhche runde Borsten eingelassen, die eine deutliche
Schichtung zeigen und unten zur Festheftung, wie Saugnäpfe, er-
weitert sind. Der Centralkanal dieser „papillenförmigen Röhren"
steht mit dem oben erwähnten, das Innere des Stieles ausfüllenden
Gewebe in Verbindung. Der Stiel der Brachiopoden ist also, nach
dem Verf, seiner Function und Struetur nach dem Byssus der
40 Dl*- Maximilian Meissner: Bericht
acephalen Mollusken vergleichbar, jedoch sind beide sonst durch ihre
Entstehungsart und ihre morphologischen Beziehungen verschieden.
Er ist ein jenem analoges, aber nicht homologes Organ.
Dr. L. Joubin, Note sur Tanatoraie des Brachiopodes
articules in: Bulletin de la societe zoologique de France par
1887. XII. vol. V;^ partie. Paris 1 mars 1887. pp. 119-126.
pl. I. fig. 1—4. gr. 8».
Sollas spricht die ,,coecal processes", da sie bei Waldheimia
cranium Müll, an ihrem Ende eine grosskernige Sinneszelle zeigen
und mit den Nerven des Mantels in Verbindung stehen, als Sinnes-
organe an.
W. J. Sollas: The ,,coecal processes" of the shells of
Brachiopods interpreted as sense organs. in: Scientific pro-
ceedings of the Royal Dublin society. V. pp, 318 — 320.
Die Restaurirung verletzter Schalen findet bei den
Brachiopoden , nach von Martens, in ähnlicher Weise statt, wie
bei den Mollusken. Eine Rhynchonella woodwardi Ad., an welcher
die Aussenseite der Ideineren Schale von einem bohrenden Thiere
stark angegriffen war, zeigte dafür eine durch eine dicke, unregel-
mässig beulenförmige, der Schale gleichfarbige und gleichartige Auf-
lagerung verstärkte Innenseite.
Ed, von Martens. Eine restaurirte Brachiopodenschale,
in: Sitzungsber. der Ges. naturf. I'reunde zu Berlin vom
21. Juni 1887. No. 6, pag. 1)6. 8".
Faunistik. Bei NoA^aja Semlja wurde Rhynchonella
psittacea (Gmelin) von Dr. Ant. Stuxberg in einer Tiefe von
von 5—60 Faden gefunden. Dieselbe kommt sowohl westlich im
Murmanska (Ostspitzbergischen) Meer als auch östlich von Novaja
Semlja im Karischeu Meere vor. Ausserdem wurde sie auch in
den beiden diese Meere verbindenden Wasserstrassen, der Jiigor-
Strasse und im Matosclikin-Scliarr erbeutet.
Dr. Ant. Stuxberg: Faunan pa och kring Novaja Semlja
in: Vega Expeditionens Vetenskapliga Jakttagelser. V. pp.
1—239; mit einer Karte. Brachiopoda pp. 152/3. gross 8".
Für das Murmanska Meer wird das Vorkommen von Rhyncho-
nella psittacea (Ch.) bestätigt durch Jonas CoUin, der dieselbe
dort in 50 Faden Tiefe in mehreren Exemplaren fand.
Jon. Collin : Brachionopoder, Muslinger og Snegle fra
Kara-Havet: in: Dijmphna-Togtets zoologisk-botaniske Udbytte.
Avec des resumes en frangais. Udgivet of Dr. Chr. Lütken.
Kjobenhavn. J. Kommission hos H. Hagerup. 1887. gr. 8*^.
Brachiopoda, p. 441.
In Süd Georgien kommt nach Pfefter eine Waldheimia vor,
die Pfeffer als neue Art: Waldheimia Smithii Pffr. beschreibt.
Die Gatti/?ii/ Waldheimia ist nach desselben Forschers Angaben
(p. 68) bei Kerguelenland und an der Südspitze von Süd-
amerika heimisch.
über die Brachiopodeuliteratiir des Jahres 1887. 41
Härtens, Ed. von, und Pfeffer, Georg. Die Mollusken
von Süd Georgien nach der Ausbeute der dtschen. Station
1882 — 83. Mit 4 Tafeln. Aus den Jahrbüchern der wissen-
schftl. Anstalten zu Hamburg. III. Hamburg. 1886, gi". 8".
Brachiop. pp. 130—132. Taf. IV., Fig. 16a. und 16b.
Bei einem Aufenthalte auf Corsika erbeutete Rolle an den
Küsten bei Bonifacio folgende Brachiopoden: Terebratula minor
Phil. Terebratulina caput serpentis L. und Megerlea
truncata L.
Herm. Rolle: Auf Corsika. Eine naturwissenschaftl. Reise
nebst spec. Beschreibung des Molluskenfanges nn den Küsten
bei Bonifacio im Monat Mai -Juni 1886 in: Jahrbücher d.
dtsch. malakozoolog. Gesellschft. redigirt v. Kobelt. Frank-
furt a. M. Moritz Diesterweg. 8*^. XIV. Jahrgang, 1887.
pp. 51 — 83. Brachiop. p. 83.
Die an den Küsten Frankreichs vorkommenden Armfüsser
zählt Locard in seinem Prodrome auf und zwar finden sich nach ihm:
im Mittelmeer und Atlant. Ocean: Terebratulina caput
serpentis, Linne.
Megerleia truncata, Linne.
Platidia anomoides, Scacchi.
Megathyris decollata, Chemnitz.
Tliecidium mediterraneum, Risso.
im Atlant. Ocean und La Manche: Megathyris cistellula,
S. Wood.
Megathyris capsulata, Jeffreys.
nur im Mittelmeer sind gefunden: Terebratula vitrea,
Born und septata, Philippi.
Cistella cordata, Risso und euneata, Risso.
Crania turbinata, Poli.
nur im Atlant. Ocean sind gefanden: Terebratula sub-
quadrata, Jeffreys.
Waldheimia cranium, Müller.
Platidia Davidsoni, E. Deslongchamps.
Crania anomala, Müller.
Locard, Arnould. Prodrome de malacologie frangaise.
Catalogue general des MoUusques vivants de France. MoUus-
quesmarins. Lyon— Paris, 1886. gr. 8''. Brachiop. pp. 524 — 530.
Marquis de Folin, welcher im Jahre 1870 bei Biarritz im Golf
von Yizcaya umfassende Untersuchungen unternahm, fand dort
(p. 82) folgende Arten: Terebratulina caput serpentis Me-
gerlia truncata, Argiope detruncata, Cistellula (sp. V) und
ein Fragment von Thecidium mediterraneum, hierzu kamen bei
noch genaueren Untersuchungen im Jahre 1871 : Argiope cistellula,
Argiope decollata, Crania anomala und Platidia Davidsoni,
[letztere soll bisher nur auf Corallenbänken der Tunesischen Küste
gefunden sein (p. 86).] Die erstgenannte Art fand sich zahlreich
42 Dl'- Maximilian Meissner: Bericht etc.
bei 50 m. die 3 letzten bei 80 — 100 m. Tiefe. Bei der Expedition
des „Talisman" wurden an der Westküste Yon Marocco, bei den
Canarisclien Inseln, in Tiefen von 1216 m. (pag. *267), 550 m
(pag. 271), 1180 m. (pag. 282) und von 865 m. (pag. 283) „Brachio-
podes" erbeutet. An der Küste des Sudan und Senegal bei
Cap Bojador wurden aus einer Tiefe von 64:Q eine Waldlieimia
(pag. 287) und von 1435 m. Terebratulinen und Rhyncho-
nellen heraufgeholt (p. 289). Im Sargassomeer wurde Di sei na
in 3175 m Tiefe gefunden (pag. 324).
Sous les mers. Campagnes d'explorations du ,,TravaiUeur"
et du ,, Talisman" par le Marquis de Folin, Avec 45 figures.
Paris. J. B. Bailliere et Fils. 1887. 8«.
In Lincolnshire (England) stellte Marshall eine neue Art,
Terebratula papulosa, Marshall, fest.
J. T. Marshall, On some new British shells. Journ. of
Conchology V. pp. 186—192. pl. I. Fig. 1—4.
Bei Rangitoto Island in der Nähe von Auckland (Neu
Seeland) kommt Terebratella rubicunda, Sol. nach Cheeseman
nicht selten vor.
Cheesemann, T. F. On the mollusca of the vicinity of
Auckland in : Transactions and Proceedings of the New Zealand
Institute 1886. XIX. issued May 1887. Wellington. 8".
Brachiop. p. 176.
Lingula anatina, Lamarck fand Rein in grosser ]Menge in
der Bucht von Shimbara an der Küste von Kiushiu (Japan).
Rein, lieber Lingula anatina Lam. und die übrigen jetzt
lebenden Lingula- Arten in: Verhdlgen d. naturh. Ver. d. preuss.
Rheinlande, Westfalens und des Reg. Bez. Osnabrück. Heraus-
gegeben von Ph. Bertkau. 44. Jahrg. V. Folge. IV. Jahrg.
2. Hälfte. Bonn 1887. 8«\ pag. 119.
Systematik. W a 1 d h e i m i a s m i t h i i P fr. n. sp. in v. M a r t e n s & P f e f f e r.
Mollusken von Süd-Georgien. Hamburg 1886. p. 130- 132. Taf. IV. Fig. 16a
und 16 b (s. c).
Atrypa hystrix bat nur den AVertb einer Varietät von Atrypa reti-
cularis L. nach
W. E. Ligbton. Preliminary uotes on a study of Atrypa reticularis
Linn. in : Bulletin of the WasLburn College Lalioratory of Natural History
vol. II. Topeka, Kansas Oct., 1887. No. 8. pp. 2-5. 8".
Terebratula papulosa, Marshall n. sp. Fundort: Lincolnshire.
J. T. Marshall. On sonie new British Shells. Journal of Concho-
logy. V. pp. 186-192. pl. I. fig. 1—4.
Vergl. ausserdem: Oehlert, Appendix zu Fischer, Manuel de conchyliologie
s. 0. pag. 38.
Bericht
über
die Rotatorienliteratur der Jahre 1887 und 1888
von
Dr. Joh. Dew^itz.
1. F. Blochmann. Die mikroskopische Tierwelt des Süsswassers.
Braimschweig 1886*). (Die mikroskop. Pflanzen- und Tierwelt des
Süsswassers. Bearbeitet von Kirchner und Blochmann, bevor-
Avortet von Bütschli. Teil IL) Rotatorien pag. 89—112. Taf. VII.
Im allgemeinen Teil finden sich folgende Besprechungen : Stellung
im System. Aeussere Gestalt. Körperbedeckung (und Gallerthülle der
festsitzenden Arten). Räderorgan. Fuss. Nervensystem und Sinnes-
organe. Muskelsystem. Leibeshöhle. Verdauungsa])parat. Excretions-
organe. Geschlechtsorgane. Männchen. Fortpfla,nzung. Bei der Em-
bryonalentwickelung wird auf die Literatur verwiesen. Vorkommen
und Lebensweise.
Von den einzelnen Arten sind folgende behandelt:
I. Ordnung Hydatinidae: Hertwigia volvocicola Plate (Fig.), Rhinops
vitrea Huds. (Fig.), Hydatina senta Ehrbg. (Fig.), Notommata aurita Ehrbg.,
N. lacinulata Ehrbg., N. centrura Ehrbg. (Fig.), ISI. najas Ehrbg., N. torulosa
Duj. (Fig.), ]^. vermicularis Duj., N. parasita Ehrbg., Synchaeta mordax Huds.,
Eüsphora elongata Ehrbg. (Fig.), Diglena grandis Ehrbg. (Fig.), D. forcipata
Ehrbg., Microcodon clavns Ehrbg. (Fig.), Scaridinm longicaudatiun Ehrbg., Fur-
cularia gibba Ehrbg., F. gracilis Ehrbg. (Fig.), F. forficula Ehrbg., Mouocerca
rattus Ehrbg., M. bicornis Ehrbg., Diurella tigris Bory d. Vinc. [Rattulus Ehrbg.],
Monommata longiseta Ehrbg., Hexarthra Schmarda Hudson, H. polyptera Schm.
= Pedalion mii'a Huds, (Fig.), Triarthra longiseta Ehrbg. (Fig.), Polyarthra
platyptera Ehrbg, (Fig.), P. trigla Ehrbg., Apsilus leutiformis Metschn. (Fig.),
Asplanchna myrmeleo Ehrbg. (Fig.), A. priodonta Gosse, A. Sieboldii Leydig,
[Ascomorpha Perty]. II. Ordnung Philodinidae: Rotifer vulgaris Ehrbg.
(Fig.), R. macrurus Ehrbg., R. citrinus Ehrbg., R. tardus Ehrbg., Actinurus
neptunius Ehrbg., Philodina aculeata Ehrbg., P. erythrophthalraa Ehrbg. P. roseola
Ehrbg., P. macrostyla Ebrbg., Callidina parasitica Giglioli, C. elegaus Ehrbg.,
*) Von 1886 nachgetragen.
44 Dl"- Joh. Dewitz: Bericlit über
[C. vaga H. Davis]. III. Ordg. Loricatae. Cdluius iincinatus Ehrbg. (Fig.),
Monura dulcis Elirbg. , Salpiiia miicroiiata Elirbg. , D. spinigera Ehrbg. (Fig.),
S. bre\aspiiia Ehrbg., [Diplax Gosse], Diuocharis pocillura 0. F. Müll. (Fig.),
Moiiostyla luuaris Ehrbg. (Fig,), M. cornuta Elu'bg., Distyla Ludwigii Eckst.,
Euchlanis triqnetra Ehrbg. (Fig.), E. dilatata Ehrbg. — hipposideros Gosse,
Metopidia acuiiiiiiata Ehrbg., M. triptera Ehrbg , Sqiiamella bractea O.F.Müll,
Lepadella ovalis Ehrbg., Stephaiiops iimticns Ehrbg. (Fig.), S. lamellaris Ehrbg.,
Pterodina patiiia Ehrbg., P. eJliptica Ehrbg., !Noteus quadricoriiis Duj. (Fig.),
Brachioiius urceolaris Ehri)g. , B. brevispiims Ehrbg., B. Bakeri Elirbg. (Fig.),
B. amphiceros Ehrbg., B. Pala Ehrbg., B. Leydigii Cohii (Fig.), B. militaris
Ehrbg., Anuraea squannila Ehrbg., A. curviconiis Ehrbg, A. falculata Ehrbg.,
A. aculeata Ehrbg., A. testndo Ehrbg., A. acumiuata Ehrbg., A. foliacea Ehrbg.
IV. Ordg. Tubicolaridae: Coiiochilus volvox Ehrbg. (Fig.), Limiiias Cerato-
phylli Schrank, L. aunulat.us Cub. (Fig.), Geeistes crystallimis Ehrbg., Tubi-
colaria najas Ehrbg. (Fig.), Melicerta ringens Ehrbg. (Fig.), M. pilula Cub.,
Laclnularia socialis Ehrbg. (Fig.), Megalotrocha albo-flavicaiis Ehrbg., Floscirlaria
appendiculata Leydig (F. cornnta Dob.) (Fig.), P campaimlata Dobie, Stephano-
ceros Eichhorni Ehrbg. (Fig.).
2. Eckstein. Zur geographischen Verbreitung von Callidina sym-
biotica Zel. Zoolog. Anz. XL pag. 561—62. 1888.
Callidina symbiotica Zelinka (Zeit. f. wiss. Zool. 44. Bd.) wurde
bei Giessen an Fontinalis antipyretica L. (Hypnoidea) gefunden.
3. F. A. Forel. Les micro-organismes pelagiques des lacs de la
region subalpine. La Revue Scientilique. IIL Serie. Tome XIIL
p. 113— n5. Paris 1887.
Nach einigen einleitenden und referirenden Bemerkungen über
die LTntersuchungen der pelagischen Organismen fährt der Ver. fort:
,,Ces recherches ont considerablement enrichi nos catalogues,
et le tableau de la societ«'' pelagique, qui ctait absolument ignoree
jusqu'ä nos jours, est devenu bientot fort complique. J'en donnerai
un exemple en etablissant celui du les Liman, telque nous le con-
naissons aujourd'hui, novembre 1886. Faune pelagique. Vers. Ro-
tateurs: Asplanchna helvetica, Conochylus volvox, Anuraea longi-
spina, A.trochlearis, plus deux autres formes non encore determinees."
4. P. H. Gosse. Twenty — four new species of Rotifera. Journ.
of the Royal Microsc. Society 1887, pag. 1 — 7. Taf I— IL
Es sind in Kürze 24 neue Rädertiere aus Grossbritanien be-
schrieben und abgebildet, welche erst nach dem Abschluss des
Rotatorien- Werkes von Hudson (und Gosse) entdeckt wurden.
Taphrocampa seleniu'a, Digleiia (?) silpha, Notommata Ovulum, Furcularia
nielandocus, Mastigocerca bicristata, Diaschiza (?) cupha, Mytilia Teresa (marin),
Pterodina reflexa, Notholca iugosa (marin), N. rhnmboidea (marin), N. spinifera
(marin), N. polj'gona, Furcularia lophyra, Callidina pigra, Synchaeta longipes,
Euchlanis oropha, Distyla striata, Asplanchna eupoda, Salpina marina (marin),
Diaschiza (V) rhamphigera, Colurns Dumnonins (marin), C. dicentrus (marin),
C. grallator (marin), Monura micromela.
die Rotatoricnliteiatiir der Jahre 1887 und 1888. 45
5. P. H. Gosse. Twelve new species of Rotifera. Journ. of tlie
Royal Microsc. Society 1887, pag. 361-367. Taf. VIII.
Als Foitsetzung werden 12 neue britische Rädertiere beschrieben und ab-
gebildet. Cathypna angulata, C. diomis, C. latifrons, Diaschiza globata, Monostyla
mollis, Dapidia stronia, Colurus leptus (im Süsswasser und marin), Diglena (?)
pachida (marin), Diglena suilla (marin), Notommata potamis, Proales othodon,
P. prehensor. Zusätze: Monura micromela Gosse wird zu Colurus gestellt.
Furcularia marina Duj. (Hudson und Gosse. Rotif.) wird zu Distcmma gestellt.
Triophthalmus dorsualis Ehr. ist vom Verf. gefunden; stimmt gänzlich mit
Ehrenbergs Figur überein. Anuraea 4 = dentata Ehr. gefunden bei Birmingham.
6. P. H. Gosse. Twenty — four more new species of Rotifera.
Royal Microsc. Society 1887, pag. 862-871. Taf. XIV. u. XV.
Gosse setzt die Besclireibung und Abbildung von britischen
Rotatorien fort: Philodina microps (marin), Notommata Theodorn,
N. limax, Proales coryneger, Furcularia lactistes, F. molaris, F.
sphaerica (marin und in Süsswasser), F. sterea, F. Eva, Diglena
aquila, D. Rosa, Distemma platyceps (marin), Mastigocerca Jernis,
Diaschiza fretalis (marin), D. aeronota, Distyla lipara, Metopidia
pygmaea. Dispinthera gen. nov., Farn. Coluridae:
„Body subcylindric, inclosed, in part, within a lorica open in front and in
rear, apparently cleft down the venter: head and foot habitually protruded:
head distinct, protected by horny plates, but without a frontal hook: two cer-
vical eyes."
Dispinthera capsa, Monura Bartonia, M. loncheres (marin),
Mytilia poecilops (marin), M. producta (marin), Anuraea schista,
Notholca labis.
7. Monographie Note on the Rotifera of the Family Asplanchnidae.
By M. Jul. de Guerue. Annal. and Magaz. of Nat. History. Vol. II.
VI. Series. pag. 28—40. Fig. 1—5. London 1888.*)
Enthält folgende Arten und Genera:
Asplanchna Imhofi n. sp.; (^ unbekannt; pelagisch, aber in ge-
wisser Tiefe ,,in the Lagoa Grande at Sete Cidades"; gefangen im
Juli; Wintereier noch nicht vorhanden. — A. Herricki n. sp.; S'
unbekannt; Minnesota (United States). — A. Krameri n. sp.; ö un-
bekannt; Schleusingen V — A. Cjirodi n. sp. ; c^ unbekannt; in der
Nähe von Vichy am Allier (Frankreich), im September; ausserdem
im See Chambon (Puy-de-D6me), in einer Höhe von 880 Meter, im
August.
*) Dieses Kapitel ist aus dem Werk: Excursious Zoologiques dans les iles
de Fayal et de San Miguel (A^ores) — Expedition des Piünzen von Monaco auf
dem Schiff „l'Hirondelle" im Jahre 1887 — entlehnt und in das Englische
übertraaeii.
46
Dr. Joh. Dewitz: Bericht über
Daran schliesst sich eine Uebersicht üljer das Genus Asplanchna :
six in iiumber, outer | Asplanchna
piece strougly arcu- ' iiAivrofipo
ate
Body
globular
in botb
sexes; ma-^
sticatory
apparatus
formed of
four
pieces ;
median
piece
wide,withthe
inner niar-
gin straight,
extremity
denticnlated ;
denticiiUa-
tions
belvetica
Imhof.
raore nunierous, the "j
terminal tooth very I A. priodonta
long; outer piece j Grosse,
scarcely arcuate . J
narrow, arcbed, with a strong tooth \ A. Bright-
on its inner margin / welli Gosse.
Wide, robust, not denticnlated on the 1 A.Herricki*)
rather wide, denticulated on inner \A. Krameri*)
formed of
two pieces
inner margin /De Guerne.
\^
margin, base slender /De Guerne.
narrow, in-
ner margin
arcuate,
distant from
each other;
extremity
bidentate ;
a faintly marked to- |
otb towards tbe middle
of the inner margin )
A. syrinx'
Ebrbg.
A. Imhofi*)
De Guerne.
A. Girodi*)
De Guerne.
furnisbed
with ap-
pendages
a sti'ong tooth towards
the middle of the
inner margin . . .
no tooth on inner mar-
gin; one of the ter-
minal teeth lamellar
(in the two sexes; niasticatnry apparatus formed \ A. Ebbesbor-
of two pieces / nei Hudson.
mly in the male; masticatory apparatus formed \ A. Sieboldi
of four pieces / Leydig.
*) Male unknown.
Es sind liier nicht aufgeführt: Asplanchna intermedia Hudson,
A. triophthalma Daday, A. myrmeleo Ehrbg. und A. Bowesi Gosse.
Die beiden ersten Arten sind nicht gut definirt; die dritte gehört
zu einem besonderen Genus, das der Verfasser Asplanchnopus (n.
gen.) nennt; die vierte Art unterscheidet sich nicht von A. Bright-
weUi Gossi.
Asplanchnopus n. gen.
Femina. Corpus ovato-globosura, pellucidum, pede bifido minirao ven-
trali instructum; maxillae duobus tautum raniis compolitae; rami incurvati, validi,
apice acuto simplici. Asplanchnopus generi Asplanchna dicto, ceterum valde
affinis. Mas ignotus.
Asplanchnopus multiceps Schrank ist identisch mit Brachionus
multiceps Schrank , Notommata myrmeleo Ehrenbg. , Asplanchna
myrmeleo Plate, Asplanchna magnificusV Herrick; Ingolstadt, Berlin,
Würzburg, Bonn, Bremen, Dundee (Schottland), Minnesota (Nord-
America) (?).
Hinsichtlich der geographischen Verbreitung des Genus As-
planchna macht der Verf. teils einige neue Angaben, teils stellt er
die bekannten zusammen.
die Rotatorieiiliteratair der Jahre 1887 und 1888. 47
Den Schluss bildet das Genus Ascomorpha; morphologische An-
gaben und Synonymie. Ascomorpha Perty=Sacculus Gosse. A. ecaudis
Perty = A. helvetica Perty, Sacculus viridus Gosse; Schweiz und
England. A. germanica Leydig, Würzburg. A. saltans Bartsch,
Tübingen und Würzburg.
8. Hensen. Ueber die Bestimmung des Planktons oder des im
Meere treibenden Materials an Pflanzen und Tieren. J'ünfter Bericht
der Kommission zur wissenschaftlichen Untersuchung der deutschen
Meere, in Kiel, für die Jahre 1882 bis 1886. Berlin 1887. p. 67.
Von Rädertieren wurden hauptsächlich Synchaeten gefangen. Aus
den Zählungen der Individuen scheint hervorzugehen, dass die
Synchaeten in der Ostsee zwei Perioden hätten, eine von Mitte März
bis Ende j\fai und eine von Anfang August bis Ende October. An-
gabe der Stückzahl pro 10 qm. Wasser in den verschiedenen Monaten.
Ausserhalb der Ostsee wurden sie gefischt im Kattegat, der öst-
lichen Nordsee, an der Küste des Oceans, auf dem Ocean. Angabe
der Stückzahl pro Quadratmeter Oberfläche. Bracliionus plicatilis,
Ostsee, gering.
9. 0. Imliof. Studien über die Fauna hochalpiner Seen, ins-
besondere des Kantons Graubünden. Jahresbericht der naturf.
Gesellsch. Graubündens. Neue Folge. XXX. Jahrg. (Vereinsjahr
1885/86.) Chur 1887. p. 45—164. Mit 2 TabeUen.
Abschnitt I: Bisherige Kenntnisse speziell über die Tierwelt
hochgelegener Seen in und ausserhalb der Schweiz, a) Schweizer-
fauna. Perty, ,, Kleinste Lebensformen der Schweiz 1852" mit
24 Arten von Ptädertieren , hauptsächlich vom Gotthard, von der
Grimsel, der Gemmi, dem Simplon, dem Faulhorn, dem Stockhorn
und dem Sidelhorn. — Ehrenberg giebt in seiner Microgeologie
(1854) und Monatsber. d. berliner Acad. 1853 drei Rotatorien an;
11,1387' = 3344 m ü. M. — b) Untersuchungen ausserhalb der
Schweiz. Wierzejski ,,Ein Abriss der Fauna der Tatra-Seen;
Denkschriften des Tatra- Vereines Bd. VIIL, 1883" hat die Rotatorien
nicht speziell berücksichtigt; es zeigte sich in 11 der 27 untersuchten
Seen eine Asplanchna. — Zacharias, ,, Studien über die Fauna
des grossen und kleinen Teiches im Riesengebirge, Z. f. wiss. Zoolog.
Bd. 41, 1885" enthält Rotatorien. — Imhof führt in einigen Ab-
handlungen über Untersuchung von Seen in Ober-Bayern, Salzburg
und Steiermark (Sitzungsb. d. wiener Acad. d. W. und Zoolog. Anz.)
eine Anzahl Rädertiere auf.
Abschnitt II: Untersuchungsmethoden. Abschnitt III: Resultat
aus 42 Süsswasserbecken im Kanton Graubünden, aus 7 höher ge-
legenen Schweizerseen aus anderen Kantonen und aus 2 ober-
italienischen Wasserbecken unweit der Schweizergrenze; nach eigenen
Untersuchungen a) Kanton Graubünden. Poschiavo (926 m ü. M.):
Synchaeta pectineta Ehrbg., Polyarthra platyptera E., Anuraea
longispina E.; A. longispina in grosser Individuenzahl. — Oberer
Arosasee (1740 m), Polyarthra platyptera E., Anuraea longispina
48 Dl'- Joh. Dewitz: Bericht über
Kell. — St. Morizersee (1767 m): Anuraea loiigispina Kell, zahl-
reich. Als Tiefe -Bewohner Notommata tigris E. — Campfersee
(1793 m): Synchaeta pectinata E., Triarthra longiseta E., Ainiraea
longispina Kell., Asplanclina helvetica Jmh. ; Triarthra nicht zahl-
reich. — Silvaplanersee (1794): Conochilus volvox E. , Anuraea
longispina Kell.; A. longisp. in sehr grosser Individuenzahl. Als
Tiefe-Bewohner Notommata tigris E. — Silsersee (179Gm): Conochilus
volvox E., Anuraea longispina Kell.; Anur. longisp. war besonders
am 1. August ausserordentlich zahlreich. Als Tiefe-Bewohner Philo-
dina aculeata E. — Marsch (1810 m); Anuraea longispina Kell.,
Euchlanis lynceus E., Floscularia ornata E, Euchlanis und Flos-
cularia sind Ufer- oder Grundbewohner. — Nair (IHGO m): Anuraea
longispina Kell. — God Surlej (1890): P]uchlanis spec. — Cavloccio
(1908 m), Conochilus volvox E., Anuraea longispina Kell.; Anur.
long, auffallend zahlreich; Conoch. volv. in wahrhaft unglaublicher
Menge (23. Aug. 1886). — Palpuogna (1915 m): Anuraea longispina
Kell, A. aculeata var. regalis Imh. -- Am westlichen Abstieg des
Albulapasses etwas oberhalb des Palpuognasees einige kleine Wasser-
becken und Ueberreste eines Torfmoores: Anuraea aculeata var.
regalis Imh. In dem am nördlichen Rande gelegenen Wasserbecken:
Anuraea longispina Kell. — Viola (2163 m): Polyarthra platyptera E.,
Euchlanis spec. — Nero (2222 m): Anuraea longispina Kell. —
Bianco (2230 m): Polyarthra platyptera E., Synchaeta pectina E.,
Anuraea longispina Kell. — Crocetta (2307 m): Polyarthra pletyp-
tera E., Synchaeta pectinata E., Anuraea longispina Rell. — Grava-
salvas (2378 m): Anuraea longispina Kell. — Nair (2456 m): Anuraea
longispina Kell, — Materdell (2500 m): Polyarthra platyptera E,
(selten). — Tscheppa (2624 m): Anuraea longispina Kell. — Sgrischus
(2640 m): Anuraea longispina Kell; als Grundbewolmer ^lonocerca
spec. — Prünas (2780): in Schlammproben ein Kädertier.
bj In andern Schweizerkantonen. Türlersee (647 m, Kanton
Zürich): Anuraea cochlearis Gosse, A. longispina Kell., Asplanchna
helvetica Imh. — Lungernsee (659 m, Kanton Unterwaiden): Anuraea
longispina Kell., Asplanchna helvetica Imh. — Egerisee (727 m, Kanton
Zug): Anuraea longispina Kell., Asplanchna helvetica Imh. — Seelis-
bergersee (753 m, Kanton Uri): Triarthra longiseta E., Anuraea
cochlearis Gosse, A. longispina Kell., Asplanchna helvetica Imh. —
Seealpsee (1142 m, Kanton Appenzell): Anuraea longispina Kell.,
A. aculeata E., Conochilus volvox E., Asplanchna helvetica Imh. —
Engstlensee (1852 m, Kanton Bern): Anuraea longispina Kell, an
den oberitalienischen Seen, in der Nähe der Schweizergrenze. Palü
(1993 m, Dal Malenco): Conochilus volvox E., Anuraea longispina
Kell. — Tempesta (2500 m, Val Brutto): Anuraea longispina Kell.
Abschnitt IV.: Uebersichtstabellen des Vorkommens der pela-
gischen Tiere in verticaler Ausbreitung. 1) In Seen von 600 — 2000 m
ü. M. waren enthalten: Conochilus volvox E., Triarthra longiseta E.,
Polyarthra platyptera E., Synchaeta pectinata E., Euchlanis lynceus E.,
flio Rotatorienliteratui- dei' Jahre 1887 und 1888. 49
Euclilanis sp., Amiraea cochlearis Gosse, A. aculeata E., A. acul.
ver. regalis Imli., A. longispina Kell., Asplanchna helvetica Inih. —
2) In Seen von 2000— 2780 m ü. M.: Dieselben Arten. 3) In 11 Seen
wurden die Tiefe -Bewohner berücksichtigt. Von den Rotatorien
wurden gefangen : Notonimata tigris E., Philodina aculeata E.,
Euchlanis lynceus E., Euchlanis spec, Monocerca spec. — Differenzen
zwischen der niedern grundbewohnenden Fauna aus hochgelegenen
Seen und aus Seen von geringer Erhebung sind kaum vorhanden.
Abschnitt V.: Besprechung der einzelnen Tiergruppen und ihrer
Vertreter in der pelagischen Fauna.
Rotatoria. Bei Besprechung einiger Publikationen stellt der
Verfasser die Angabe von Zacharias (Zeit. f. w. Zool, Bd. 40) über
das Auffinden des Männchens von Asplanchna helvetica richtig. Im
Anschluss hieran wird die Verbreitung der genannten Art, die eine
recht grosse ist, angegeben, sowie einige Daten über die geographische
Verbreitung der Gattung Asplanchna überhaupt aufgeführt. Auch die
Verbreitung der Anuraea longispina Kell, ist eine grosse; dieses
Rädertior ist ausserdem noch dadurch ausgezeichnet, dass es in grosser
Individuenzahl sich zeigt.
Ferner Mitteilungen über die Arten der Gattungen Polyarthra,
Triarthra, Synchaeta, Monocerca, Euchlanis, Padalion und der übrigen
Arten von Anuraea. Es werden die 15 bisher im pelagischen Gebiet
der Süsswasserbecken aufgefundenen Rotatorien aufgezählt.
Abschnitt VI.: Neue Tierformen.
Ueber neue Rotatorien wird auf die umfassende Arbeit des
Autors verwiesen.
Abschnitt VII.: Allgemeine Betrachtungen.
Auch mitten im Winter beherbergten die Seen unter der Eis-
decke ein reiches Leben der pelagischen und Tiefsee-Fauna.
Nachtrag.
Besprechung nachträglich erschienener Arbeiten (von Asper und
Heuscher, von Forel und Hellich). Verzeichniss der bisher er-
schienenen Arbeiten des Verfassers über die pelagischen und Tiefen-
Fauna der Süsswasserbecken und über mikroskopische pelagische
Tiere aus dem salzigen Wasser enthält 23 Nummern.
10. Tmhof. Ueber die microsc. Tierwelt hochalpiner Seen (600
bis 2780 m. ü. M.). Zoolog. Anz. 1887, p. 13—17, p. 33—42. Aus-
zug aus einem am 22. Nov. 1880 in der nat. Gesell, in Zürich ge-
lialtenen Vortrag.
Erforscht sind Seen aus Ober-Bayern, aus der Schweiz und aus
Oberitalien. Für Rotatorien finden sich folgende Fundorte:
Anuraea intermedia Imh.: Statfelsee.
xAnuraea cochlearis Gosse: Königsee, Alpsee (bei Immen-
stadt), Tegernsee, Bannwaldsee, Hopfensee, Weissensee, Alpsee (bei
Füssen), Schwansee, Walchensee, Eibsee, Spitzingsee, Türlersee, Seelis-
bergersee.
Aicli f. Natuigesch. Jalirg. 188S. Ud. H. H. 3. 4
50 1^1'- Jf'li- Dewitz: Bericht übev
Anuraea longispina Kellicott: Königsee, Nieder-Sonthofersee,
Alpsee (bei Immenstadt), Tegernsee, Hopfensee, Weissensee, Schliersee,
Alpsee (bei Füssen), Walchensee, Spitzingsee, Türlersee, Lungernsee,
Egerisee, Seealpsee, Engstlensee, Oberer Arosasee, St. Morizersee,
Canipfersee, Silvaplana, Silsersee, Marsch, Nair, Weissenstein, Nero,
Bianco, Crocetta, Gravasalvas, Nair, Tscheppa, Sgrisclnis, Palü,
Tempesta.
Annraea aculeata var. regalis Imh. : Königsee, Tegernsee,
Weissenstein.
Anuraea tnberosa Imh.: Eibsee.
Anuraea aculeata Ehrbg. : Seealpsee.
Asplanchna helvetica Imh.: Königsee, Nieder-Sonthofersee,
Alpsee, Hopfensee, Weissensee, Schliersee, Alpsee, Schwansee, Eibsee,
Spitzingsee, Türlersee, Lungernsee, Egerisee, Seelisbergersee, See-
alpsee, Campfersee.
Conochilus volvox Ehrbg.: Seealpsee, Silvaplana, Silsersee, Palü.
Euchlanis lynceus Ehrbg.: Marsch.
Euchlanis sp. : God Surley, Viola.
Floscularia ornata: Marsch.
Polyarthra platyptera Ehrbg.: Nieder-Sonthofersee, Spitzing-
see, Oberer Arosasee, Viola, Bianco, Crocetta, Materdell.
Synchaeta pectinata Ehrbg.: Spitzingsee, Campfersee, Crocetta.
Triarthra longiseta Ehrbg.: Campfersee.
11. Imliof, Notizen über die pelagische Fauna der Süsswasser-
becken. Zoolog. Anz. X. 1887, pag. 577—582.
Im Zürichsee zahlreiche Exemplare eines Rädertieres, welches
zu dem Genus Ascomorpha Perty gestellt wird. Nach Forel auch
im Genfersee. — Im Juni aus dem Zürichsee Männchen von As-
planchna helvetica. Die Männchen -Eier kleiner als die Weibchen-
Eier. — Aus norddeutschen Seen Brachionus amphifurcatus n. sp. —
In einem kleinen See ohne oberirdischen AbÜuss im Bergell im Val
Campo zwischen Piz Duan und Piz Campo Pedahon mira Hudson;
mit intensiv ziegelroter Farbe der innern Organe. Unter etwa 150
untersuchten Seen nur in zwei oberitalienischen (Annone und Varese)
vom Verf. gefunden.
I"2. Tmliof, Notizen über die pelagische Fauna der Süsswasser-
becken. Zoolog. Anz. X. 1887, pag. 604— 60G.
Folgende Fundorte für Rotatorien sind erwähnt:
Corner see: Asplanchna helvetica.
Luganersee: Anuraea longispina, Conochilus volvox Ehrbg.,
Polyarthra platyptera Ehrbg., Anuraea cochlearis Gosse, Asplanchna
helvetica Imh., Ceratium hirundinella.
Ritomsee (Tessin): Ceratium hirundinella, Asplanchna helvetica,
Anuraea longispina Kell.
die Rotatorienliteratur der Jahre 1887 und 1888. 51
Lago Cadagno (Tessin): Ceratium hirundinella , Anuraea
aciileata var. regalis.
Lowerzer oder Seewensee: Synchaeta pectinata Ehrbg., Paly-
arthra platyptera Ehrbg., Anuraea coclilearis Gosse, Anuraea longi-
spina Kell., Pedalion mira Hudson, Asplanclina helvetica Imh., Asco-
morplia nov. spec.
13. Imhof, Notiz über die microscopische Tierwelt. Zoolog. Anz.
XI. pag. 39—40. 1888.
Angaben über die auf dem Moose gefundene Fauna. Die In-
dividuenzahl ist den Massen der pelagischen Süsswasserbewohnern ver-
gleichbar. Von Rotatorien wurden Callidinen gefunden. Auf Frullanien
an Buchenstämmen am Zürichberge, cf. Zelinkas Beobachtungen.
14. Tmliof, Fauna der Süsswasserbecken. Zoolog. Anz. XI.
pag. 166— 172, 185—189. 1888.
Neue Angaben über das früher von Imhof erwähnte Rädertier,
welches für eine Ascomorpha (?) gehalten wurde. Es wird einer
neuen Gattung, Gastropus, zu erteilt. G. Ehrenbergii Imh., G. stylifer
Imh. (Zürichsee, Untersee, Comersee). — Durch einen zu diesem
Zwecke construirten Apparat wurde die Individuenzahl eines be-
stimmten Wasservolumens festgestellt. Auch Rotatorien sind berück-
sichtigt (Anuraea longispina, Synchaeta pectinata, Asplanchna hel-
vetica); die constatirte Anzahl derselben war sehr gering.
15. Imliof. Die Verteilung d. pelagischen Fauna in d. Süsswasser-
becken. Zoolog. Anz. XI. p. 284—291. 1888.
Mit einigen verschiedenartigen Netzen werden bei verschiedenen
Tages- und Jahreszeiten hinsichtlich der Rädertiere folgende Re-
sultate erzielt:
Zürichsee, 2. Nov. 1884, 4 Uhr nachmittags. Sonnenschein:
bei 30 m Conochilus volvox; bei 50 m kein Rädertier; bei 70 m
Conochilus volvox, Polyarthra platyptera. 8. Nov. 1884, 3^4 Uhr
nachmittags: bei 100 m Polyarthra platyptera. Vierwaldstättersee,
Nov. 1884: bei 180 m, abends V26 Uhr Poyarthra platyptera,
Asplanchna helvetica; bei 190 m, nachmittags 2 Uhr keine Räder-
tiere; bei 197 m, mittags 1 Uhr Anuraea longispina (Scelet). Langen-
see, 10. Oct. vormittags, 1885: bei 20 m Anuraea longispina; bei
30, 40, 60 und 70 m keine Rädertiere. Zürichsee, 19. April 1888,
vormittags 11 Uhr: bei 50 m Anuraea longispina (zahlreich); bei
60 m Polyarthra platyptera (vereinzelt), Anuraea coclilearis (spärlich),
A. longispina (zahlreich), Triarthra longiseta (spärlich), Gastropus
stylifer (häufiger), eine ähnliche Rotatorie zahlreich, Asplanchna
helvetica vereinzelt.
Angaben über die Individuenzahl in einem bestimmten Wasser-
volumen :
Zürichsee, 8. Febr. Vor Küssnacht. Querschnitt d. Wasser-
säule = 50,265 qcm; Länge der Wassersäule unter der Oberfläche =
5 m, 20 m. 30 m:
52 1^1'- Joh. Dewitz: Bericht, über
Syncliaeta pectinata 2 Iiidiv., Wassersäule 5 m X 50,265 qcm.
— Triarthra longiseta 2 Indiv., Wassers. 30 m X 50,265 qcm.
— Aniiraea longispina 17 Indiv., Wassers. 5m X 50,265 qcm;
28 Indiv., Wassers. 20 m X 50,205 qcm; 63 Indiv., Wassers. 30 m X
50,265 qcm. — Asplanclma helvetica 1 Indiv., Wassers. 5m X
50,265 qcm; 3 Indiv., Wassers. 20 m X 50,265 qcm; 11 Indiv.,
Wassers. 30 m X 50,265 qcm. —
8. März. Vor Küssnaclit. Querschnitt d. Wassersäule = 23 qcm;
Länge der Wassersäule unter der Oberfläche = 1 m, 2 m, 3 m, 4 m,
5 m, 10 m:
Triarthra longiseta 1 Indiv., Wassers. 1 X 23 qcm. - — Anuraea
longispina 3 Indiv., Wassers. 1 m X 23 qcm; 2 Indiv., Wassers. 2 m
X 23 qcm; 3 Indiv., Wassers, 3 m X 23 qcm; 2 Indiv., Wassers. 4 m
X 23 qcm; 2 Indiv. , Wassers. 5 m X 23 qcm; 3 Indiv., Wassers.
10 m X 23 qcm. — Anuraea cochlearis 1 Indiv, W^assers. 3m
X 23 qcm; 3 Indiv., Wassers. 4 m X "^3 qcm; 2 Indiv., Wassers.
5 m X 23 qcm. — Gastropus stylifer 1 Indiv. , Wassers. 3 m X
23 qcm; 1 Indiv., Wassers. 10 m X 23 qcm. — Asplanchna hel-
vetica 1 Indiv., Wassers. 3 m X 23 qcm; 1 Indiv., Wassers. 5 m X
23 qcm; 1 Indiv., Wassers. 10 X 23 qcm. —
7. April. Verticale Wassersäule 30 — 40 m, Querschnitt d.
Wassers. 314 qcm; 2 Anuraea longispina. Vert. Wassers. 60 — 70 m,
Querschnitt 314 qcm:
1 Triarthra longiseta, l Anuraea longispina, 2 Asplanchna
helvetica.
Vert. W^assers. 70 — 80 m, Querschnitt 314 qcm:
1 Anuraea longispina.
Vert. Wassers. 80 — 90 m, Querschn. 314 qcm:
5 Anuraea longispina.
16. Imliof. Beitrag zur Kenntnis der Süsswasserfauna der
Vogesen. Zoolog. Anz. XL, pag. 565—566. 1888.
Lac de Gerardmer: Synchaeta pectinata Ehrbg., Anuraea lon-
gispina KelHc. — Lac de Longemer: Conochilus volvox Ehrbg.,
Triarthra longiseta Ehrbg., Polyarthra platyptera Ehrbg., Synchaeta
pectinata Ehrbg. , Anuraea aculeata Ehrbg., Anuraea cochlearis
Gosse, Anuraea longispina Kcllic. — Lac noir: Conochilus volox
Ehrbg. (sehr zahlreich), Polyarthra platyptera Ehrbg., Anuraea
aculeata p]hrbg., A. cochlearis Gosse, A. longispina Kellic, Asplanchna
spec. — Lac vert oder Sulzer- oder Darensee: Triarthra longiseta
Ehrbg., Polyarthra platyptera Ehrbg., Synchaeta pectinata Ehrbg.,
Anuraea cochlearis Gosse , A. longispina Kellic. — Lac blanc:
Anuraea longispina Kellic, Asplanchna spec. — Anuraea longispina
ist in allen Wasserbecken vorhanden.
17. Leidy. Asplanchna Ebbesbornii Hudson. Proceedings of the
Aead. of Nat. Sciences of Philadelphia 1887, pag. 157. Phila-
delphia 1888.
die Rotatorienliteratnv der Jalire 1887 und 1888. 53
Berichtet kurz über Asplanchna p]bbesborni aus einem Gewässer
in der Nähe von Philadelphia.
18. 0. Nordqvist. Die pelagische und Tiefsee-Fauna der grösseren
finnischen Seen. Zoolog. Anz. X., p. 339 — 345 und pag. 358 —
362. 1887.
Es wurden 19 finische Seen untersucht. In der pelagischen
Region fanden sich folgende Rotatorien: Anuraea cochlearis Gosse,
A. longispina Kell., Asplanchna sp., Conochilus volvox Elhr. (?) Nach
ihrer Fauna wie nach sonstigen Verhältnissen bilden die finischen
Seen roit den Seen von Schweden und Norwegen ein einheitliches
Gebiet (Scandinavien). Von drei Seen ist die Fauna im Besonderen
angegeben. Rotatorien des Ladogo: Asplanchna sp. (in der Ueber-
gangszone — ,,semipelagische Zone" — zwischen pelagischen und
Uferregionen). Des Kallavesi: Anuraea cochlearis, Asplanchna sp.,
Conochilus volvox (V). DesYli-Kitkajärvi: Anuraea longispina, Asplanchna
sp. (in grösseren Massen), Conochilus volvox? — Die langen Stacheln
bei Anuraea sollen dazu dienen, das Tier an vorbeischwimmende
Gegenstände zu heften und so die geographische Ausbreitung zu be-
fördern. Eine gleiche Bedeutung wird dem weichen Körper von
Asplanchna zugeschrieben, da ,, derselbe wie nasses Papier, an Gegen-
ständen, mit welchen er in Berührung kommt, sich anklebt."
19. L. PLite. Ueber einige ectoparasitische Rotatorien des Golfes
von Neapel. Mitteilungen aus der zoolog. Station zu Neapel. Bd. 7,
pag. 234—263. Taf. VIII. Berlin 1886—87.
Der Verf. hat an den phyllopodenähnlichen Nebalien des Golfes
von Neapel ein neues Genus ectoparasitischer Rotatorien gefunden
und benennt dasselbe Paraseison.
„Paraseison n. g. In beiden Geschlechtern ohne Enddarni. Räderapparat
entweder wie bei Seison oder blos auf einige Tastborsten reducirt oder völlig-
fehlend. Im Hinterkopfe nur zwei fiaschenförinige Drüsen, welche im Anfangs-
teile des Halses in den Schlund einmünden. Geschlechtsorgane im Männchen
und im Weibchen lateral oder dorsal vom Magen liegend, nur ausnahmsweise
ventral von ihm verschoben. Jedes Wassergefäss mit 5 Zitterflammeu und vorn
im Rumpfe einen dünnwandigen, blindendigenden Seitenast abgebend. Der
Ductus ejaculatorius des Männchens mit glatter Wandung, oline Bewegungen
und besondere Seitenorgane, mit zahlreichen flaschenförmigen Spermatophoren.
Der Schwanz endigt nicht mit einer Haftscheibe, sondern der hintere Körperpol
hat die Form einer Halbkugel, die mit einer Reihe kleiner Zähnchen, zwischen
denen die Klebdrüsen ausmünden, besetzt ist. Im Golfe von Neapel."
Es wurden vier Arten entdeckt: 1. Paraseison asplanchnus relativ
häufig; März und April; Männchen und Weibchen beobachtet. 2. P.
nudus selten; lag nur in zwei weiblichen Exemplaren vor. 3. P.
proboscideus selten; lag nur in einem weiblichen Exemplar vor.
4. P. ciliatus nicht selten.
Die Gattung Paraseison weicht von der ebenfalls an Nebalia
lebenden Gattung Seison (Triest) nur wenig ab, so dass beide in
enger Verwandtschaft stehen. Wie weit aber das dritte auf Nebalia
54 Dl'- Joh. Dewitz: Bericht über
lebende Rotatorien-Genus, nämlich Saccobdella hierher zu rechnen ist,
wird unentschieden gelassen. Es wird jedoch vorläufig zur Familie
der Seisoniden gestellt. Diese weicht von den beiden von Plate auf-
gestellten Unterabteilungen der Rotatorien (Äductifera seu Philodinaeae
und Ductifera) so sehr ab, dass sie als dritte Gruppe betrachtet
werden muss. Sie steht aber den Philodinäen näher als den Ducti-
feren. Den Schluss bilden ausführlichere Diagnosen von der Familie
der Seisoniden und den Genera und Arten derselben.
20. J. Eicliard. Sur la faune pelagique dequelques lacs d' Auvergne.
Comptes rendus des seances. T. 105. p. 951 — 953 u. p. 11(S6 — 1187.
Paris 1887.
Anuraea longispina Kell, zahlreich im Lac Pavin, selten im Lac
Chambon. A. cochlearis Gosse sehr selten im Lac Montcineyre und
aus dem Magen von Asplanchna helvetica Imhof im Lac Bourdouze;
Asplanchna helvetica auch im Lac Guery. Anuraea curvicornis
Ehrbg. zahlreich im Magen von Asplanchna Girodi de Guerne im
Lac Chambon. Conochilus volvox in grosser Anzahl im Lac Pavin
und Lac Montcineyre.
21. A. Weismaim und C. IschikaAva. Ueber die Bildung der Rieh-
tungskörper bei tierischen Eiern. Berichte d. nat. Gesell, zu Frei-
burg i. Br. Bd. III. pag. 1—44. Taf. I— IV. Freiburg i. Br. 1888.
Neben den Eiern von andern sich parthenogenetisch fortpflanzen-
den Tieren wurden auch die der Rädertiere untersucht (pag. 21 — 26.
Fig. 41—50).
Aus den bisherigen Beobachtungen war so viel bekannt, dass
auch bei den Eiern der Rädertiere Richtungskörper gebildet werden.
Die Verf. machen es durch Beobachtungen an Callidina bidens (Fam.
Philo dineen) wahrscheinlich, dass die Rotatorien sich parthenogenetisch
fortzupflanzen vermögen (bisherige Beobachtungen über die parthe-
nogenetische Fortpflanzung der Rotatorien: Cohn, Zeit. f. w. Zool.
Bd. 7; Joliet Arch. Zool.'exper. et gener. 1883; Plate, Jen. Zeit.
Bd. 12.).
Bei den parthenogenetischen Sommereiern jener Art und bei
Conochilus volvox gelang der Nachweis für die Richtungskörper. Es
wurde aber hier wie bei den andern parthenogenetischen Eiern nur
ein einziger primärer Richtungskörper gebildet.
22. Zacharias. Zur Kenntnis der pelagischen und littoralen Fauna
norddeutscher Seen. Zeitschr. f. wiss. Zoologie , Bd. 45 , pag.
255—277. Taf. XV. 1887.
Es werden von den Rotatorien nur diejenigen berücksichtigt,
welche constant Mitglieder der pelagischen Fauna sind. In erster
Linie werden die Arten festgestellt, die auch Imhof als ständige
Vertreter der pelagischen Zone grosser Seen erkannt hat: Conochihis
volvox , Anuraea cochlearis Gosse , Anuraea longispina Kellicott,
Asplancha helvetica Imhof. — Conochilus volvox enthielten folgende
Seen: Espenkruger See, grosser Miechucziner See, Sorgensee (bei
die Eotatorienliteratur der Jahie 1887 iiiul 1888. 55
Riesenbiirg), Geserich See (bei Deutsch-Eylaii), Müskendorfer See,
Amtsee (bei Schlochau) — sämmtlich in Westpreussen. Das Augen-
pigment schwarz; bei Tieren aus kleinen Teichen rot. — Anuraea
cochlearis in Gesellschaft von A. stipitata Ehrbg., A. squamula
Ehrbg. und aculeata Ehrbg. in vielen grossen Seen. Die Anuraeen
scheinen die numerisch zahlreichsten von allen übrigen Rotatorien zu
sein. — Anuraea longispina (Fig.) weit verbreitet im p]spenkruger
See, in den Radaunensecn, im Sorgensee, im Amtssee, Müggelsee
(Berlin), in Oesterreichischen Seen (nach Imhof), in dem Sager Meer
in Oldenburg (nach Mitteilung von Poppe), im Hafen von Stockholm.
Angaben über äussere Form, Grösse, Ovar. — Asplanchna helvetica
in folgenden norddeutschen Seen gefunden: Ukeleisee (Holstein),
Retzeburger See (Mecklenburg), Espenkruger See, Marchowiesee,
Klostersee (Karthaus in Westpreussen), Grosser Miechucziner See,
Weisser See bei Chmelno, Amtssee, Geserichsee. Nicht am Ufer;
pelagisch; sehr zahlreich, mit einem Glase erhielt man viele hundert
Exemplare. Angaben über Form, Grösse, Entwickelung , Männchen
(Ende Juli). In dem Ukeleisee wurde eine stark abweichende Form,
mit cylindrischem Körper und kleinem Räderorgan, gefunden. Auf
diese Variabilität im (renus Asplanchna hin hält der Verf. es für
möglich, dass auch A. helvetica nur eine mit verstärktem Kauapparat
versehene Varietät von A. priodonta Gosse ist. — Von sonstigen
pelagischen Rotatorien wurde in norddeutschen Seen noch Monocerca
cornuta gefunden und zwar im Einfelder See (Holstein).
"23. 0. Zacharias. Faunistische Studien in westpreussischen Seen.
Schriften der naturforschenden Gesellschaft in Danzig. Neue Folge.
Bd. VI, Heft 4, p. 43—72. Taf. I. Danzig 1887.
Der Verf. berichtet über seine Durchforschung der westpreussi-
schen Seen hinsichtlich der niedern Tierwelt. Dieselbe wurde aus-
geführt im Juli 1886 und erstreckte sich auf 28 grössere Süsswasser-
becken und einen Brackwasser -Tümpel („auf der Westerplatte bei
Danzig ganz nahe der See"). Diese Untersuchungen bildeten die
Fortsetzung derjenigen Durchforschungen, welche der Verf. in Hol-
stein, Mecklenburg und Pommern ausgeführt hat. Das untersuchte
Gebiet erstreckt sich über 00 geographische Meilen, von Mittelholstein
bis Deutsch-Eylau. Bei der Vergleichung der Bewohner dieser nord-
deutschen Seenkette kommt der Verf. zu dem Resultat, ,,dass die
Seen Norddeutschlands in Betreff jener eigentümlichen Organismen-
welt, welche pelagische Fauna genannt wird, eine Mittelstellung
zwischen den skandinavischen und helveto- italischen Wassei-becken
einnehmen, insofern sich üebereinstimmungen und Unterschiede nach
beiden Seiten hin constatiren lassen."
Was die Rotatorien betrifft, so vergleiche man darüber die unter
No. 22 aufgeführte Arl^eit. — Die von Imhof als pelagisch an-
gegebenen Formen „Triarthra, Polyarthra, Synchaeta u. s. av." werden
als ,,tychopelagisch" d. h. zufällig' pelagisch angesehen. Asplanchna
helvetica wird in dieser Arbeit auch aus dem Haiensee bei Berlin
56 DJ- Joli. Dewitz: Bericht über
erwähnt. Ferner ist liier angegeben, dass die Anuraea longispina
im Müggel-See bei Berlin im September (188G) gefunden wurde.
Annraea cochlearis wurde lediglich im i\Iarchowie-See gefangen (cf.
Angabe in No. 22. Ref.). Anuraea stipitata Ehrb. aus der pelagischen
Zone des Radaunen-, Geserich- und Sorgen-Sees. Ferner wurde diese
Art getroffen in der Havel bei Glienicke (Potsdam) und im Haiensee
bei Berlin. — Die Tafel enthält Abbildungen von Anuraea longispina,
A. aculeata, A. helvetica.
24. Zacliarias. Zur Kenntnis der Mikrofauna messender Gewässer
Deutschlands. Biolog. Centralblatt, Bd. 7, p. 702 -766. 1887—88.
Zacharias berichtet über eine im Juli und Anfang des August 1887
angestellte Untersuchung einiger Flüsse auf ihr Gehalt an mikros-
kopischen Tiere hin. Als allgemeines Resultat ergab sich dabei,
dass die Microfauna der Flüsse hauptsächlich aus Protozoen und
Würmern besteht. Es kehren in den einzelnen Flüssen immer die-
selben oder verwandte Arten wieder. Die grösseren Flüsse be-
herbergen stets eine artenreiche jNIicrofauna ; die artenärmere Fauna
der kleineren Flüsse erscheint in der Fauna der grösseren Flüsse
wieder und zwar in gesteigerter Individuenzahl.
Die untersuchten Flüsse enthielten folgende Rädertiere:
1. Saale; bei Giebichenstein (Halle), Trotha (Halle) und Jena:
Rotifer vulgaris, Lepadella ovalis, Philodina raegalotrocha, Brachionus
urceolaris, Notommata aurita; weniger zahlreich Pterodina patina,
Euchlanis dilatata u. Furcularia gracilis.
2. Elster bei Gera enthielt mehrere bereits genannte Species;
dazwischen Dinocharis pocillum.
3. Mulde bei Grimma: in einer kleinen Bucht massenhafte
Colonien von Lucinularia socialis; ausserdem Furcularia gibba; sonst
wie in der Elster.
4. Elbe bei Dresden reich an Algen, dementsprechend auch an
Rotatorien. Rotifer vulgaris, Lepadella ovalis, Notommata aurita,
N. vermicularis, Euchlanis dilatata, Philodina megalotrocha, Actinurus
Neptuni, Furcularia gracilis, F. gibba, Pterodina patina, Brachionus
urceolaris, Metopidia sp., Hertwigia sp. und noch einige andere Formen,
welche nicht genauer bestimmt werden konnten. Die einzelnen
Arten waren in ausserordentlicher Individuenzahl vorhanden.
5. Oder bei Frankfurt. Die Microfauna hat die grösste Aehnlich-
keit mit der der Saale. Eine Notommata wurde gefunden, die nicht
mit N. aurita identisch ist.
6. Rhein bei Rüdesheim. Die mikroskopische Fauna stimmt
mit derjenigen der Elbe überein.
Die Untersuchung der Weistritz bei Reinerz, der Kinzig bei
(Gelnhausen und des Zacken bei Hirschberg i. Schi, ergab, dass ge-
wisse mikroskopische Tiere in keinem fliessenden Gewässer zu fehlen
scheinen. Von den Rädertieren gehören hierher Rotifer vulgaris,
Lepadella ovalis, Furcularia gracilis, Philodina megalotrocha, Brachionus
sp., Notommata aurita.
die Botatoiieiiliteiatur der Jaliie 1887 und 1888. 57
25. Zacliarias. Faiinistische Untersuchungen in den Maaren
der Eifel. Zoolog. Anz. XL, pag. 705—706. 1888.
Im Gemüdener Maar wurde Asplanclina helvetica pelagisch in
grosser Anzahl gefunden.
26. Zacharias. Zur Kenntnis der Fauna des Süssen und Salzigen
Sees bei Halle a. S. Zeitschrift für wissenschaftl. Zoologie. Bd. 46,
p. 217—223. 1888.
Die Rädertiere sind in den Salzseen häufig oder nicht artenreich.
Der Verf. constatirte deren acht: Lepadella ovalis Ehrbg., Rotifer
vulgaris E., Philodina megalotrocha E., Furcularia gracilis E.,
Pterodina patina E., Monocerca cornuta E., Dinocharis pocillum
0. Fr. M,, Notomraata (Lindia) torulosa Duj.
27. C. Zelinka. Studien über Rädertiere. II. Der Raumparasitismus
und die Anatomie von Discopus synaptae n. g. nov. sp. Z. f. w, Z.,
Bd. 47, 353—458. Taf. XXX.— XXXIY. 1888.
Die Arbeit enthält eine eingehende Untersuchung über ein
Rädertier, Avelches als ,, Raumparasit" auf den Synapiten des Canals
und des adriatischen Meeres lebt. Die Untersuchung wurde an
Tieren von Triest angestellt.
Kap. I. Biologie. Das Rädertier lebt nicht im Innern der
Synapta, sondern auf der Oberfläche der Haut, und zwar in Ver-
tiefungen, die sich durch die Reizung des aufsitzenden Tieres bilden.
Es zieht die dunklere Rückenpartie der helleren Bauchpartie vor
und auf dem Rücken findet es sich besonders am Kopf des Wirt-
tieres. Verletzung der Haut des letzteren, wie es bei einem wirk-
lichen Schmarotzer geschehen würde, wurden nie bepierkt. Die
Kiefer waren stets im Innern des Tieres verborgen. Die Bewegungen
sind träge. Die Kriechbewegungen erinnern Avegen des grossen Saug-
napfes am Hinterende an die Fortbewegung eines Blutegels. Schwimm-
bewegung ist selten; durch Bewegung des Räderorgans schwimmt
das Tier sehr rasch und sicher umher.
Kap. IL Methoden der Untersuchung. Die biologischen Laiter-
suchungen wurden derart angestellt, dass die Synapten-Haut auf
Korkrahmen gespannt wurde und diese unter Seewasser getaucht
blieben. Doch haben die Rädertiere auf die Veränderung reagirt,
da sie höchst selten ihr Räderorgan hervorstreckten, was jedoch zum
Zwecke der Nahrungsaufnahme erforderlich zu sein scheint. Con-
servirung. Färbung.
Kap. III. Genusdiagnose. ,, Dieses Rädertier gehört zu den
augenlosen Philodiniden, unterscheidet sich aber von dem Genus
Callidina durch seinen Saugnapf, die quere Anordnung der Kleb-
drüsenreihen und das Fehlen einer contractilen Blase, sowie dadurch,
dass Ausführungsgänge der Klebdrüsen von einander isolirt in einer
Kapsel eingeschlossen zum Fusse verlaufen." Gattungsdiagnose für
Discopus und Callidina:
58 Dl"- Joh. Dewitz: Bericht über
1. Discopus:
„Augenlos, letztes xmä vorletztes Fussglied zu einem grossen Saugnapf
umgewandelt; Klebdrüseu in zwei Querreihen an der ventralen und seitlichen
Bauchwand befestigt; Ausführungsgänge der Klebdrüsen in einer Kapsel isolirt
zum letzten Fussglied verlaufend;
2. Callidina:
„Augenlos, letztes und vorletztes Fussglied nicht auffallend vergrössert,
keinen Saugnapf bildend; die Klebdriisen in vier longitudiualen Reihen dem
letzten Fussgliede aufsitzend; Ausführuugsgänge derselben ohne gemeinsame
Umhüllung dicht an einander liegend."
Bestimmungstabelle für die Genera der Philodiniden;
; Augen im Nacken hinter dem
\ Taster Philodina.
a) äugen- 'Augen im Rüssel .... Fussglied kurz . Rotifer.*)
trasrend. ''i Fussglied sehr
lang; Körper sehr
schlank von . . Actinurns.
Fuss mit grossem Saugnapf,
Klebdrüsen in 2 Querreihen Discopus.
b) augenlos. <^ J^^"'""^ ohne Saugnapf, Kleb-
drüse in 4 am letzten Fuss-
glied befestigten Längs-
reihen ^ Callidina.
*) „Es ist sehr die Frage, ob die grosse Schlankheit des Tieres allein uns
Berechtigung erteilt, Actinurus als ein von Rotifer verschiedenes Genus zu be-
trachten. Andere wesentliche Unterschiede sind uns bis jetzt aber nicht be-
kannt."
Kap. IV. Körperform und Haut. ,,Der Körper wird nie voll-
ständig contraliirt, der Fiiss bleibt immer sichtbar; die Länge des
gestreckten Tieres variirt zwischen 0,25 — 0,15 mm. Konstante Längs-
falten sind sechs an jeder Seite."
Kap. V. jNIuskelsystem. „Die Muskeln sind in Hautmuskeln und
Leibeshöhlenmuskeln zu teilen. Erstere sind durch 12 quere Bänder
und ein dorsales Paar Längsmuskel vertreten. Sie sind fibrilläre
Bänder. Die Leibeshöhlenmuskel (21 Paare) sind in eine vordere
und eine hintere Gruppe zu scheiden. Die Grenze beider ist in der
Nähe des 7. Quermuskels. Sie sind vom Baue der contractilen Faser-
zelle. H-ierher sind auch zwei dorsoventrale Fasern zu rechnen.
Alle Muskeln sind glatt. Auch bei Callidina, Euchlanis, Brachionus
sind die Muskeln in einer vorderen und hinteren Gruppe angeordnet."
Kap. VL Nervensystem. „Das Nervensystem besteht aus dem
über dem Schlünde gelagerten Gehirne und zahlreichen peripheren
GangHenzellen, welche durch Fasern verbunden sind. Die Vermittelung
der Nervenreize geschieht gegen den Rüssel zu durch Nervenstränge,
nach hinten durch die um das Gehirn gelagerten periencephalischen
Ganglienzellen. Aus letztern entspringen der Nervus dorsahs, lateralis
und ventralis, welche alle mit peripheren Ganglienzellen in Verbindung
stehen, die zum Teil direct auf Muskeln aufsitzen und ein Nerven-
muskelsystem bilden. Diese Ganglienzellen sind auch unter einander
die Rotatorienlitei'otui' der Jahre 1887 iiiid 1888. 59
in Verbindiing. Unter dem Oesophagus liegt ein grosses Ganglion,
das mit dem Gehirn durch zwei den Pharynx umfassende Geflechte
von Nervenelementen verbunden ist. An der ventralen Mundwand
liegt ein einzelliges, mit diesem subösophagealen Ganglion, mit dem
Rüssel, mit einem Muskel und vielleicht auch mit dem Taster zu-
sammenhängendes Ganglion. Doyere'sche Hügel kommen nicht vor
die Innervirung der Muskeln erfolgt durch einfache Mischung des
Plasmas von Nerv und Muskel. Das Nervensystem von Discopus ist
ursprünglicher als das von Callidina."
Kap. VII. Sinnesorgane (Rüssel und Taster). ,, Taster und
Rüssel dienen als Sinnesorgane, letzterer auch als Bewegungsapparat.
Im Rüssel sind Sinnes- und Stützzellen, sowie mit ersteren zusammen-
hängende Ganglien, zwei seitliche und ein mediales, vorhanden. Ein
Teil des übrigen Rüsselektoderms ist im Begriffe sich abzulösen und
teils zu Sinneszellen, teils Ganglienzellen zu werden. Mit dem
Gehirn stehen die Rüsselganglien durch zwei Nervenpaare in Ver-
bindung. Der Taster besteht aus einer Sinneszelle und einem darunter
liegenden Ganglion, zu dem vom Gehirn ein Nerv zieht. Er ist mit
dem Rüssel und wahrscheinlich auch mit dem ventralen Ganglion an
der Mundwand in direktem Zusammenhang. Zwischen dem vor ihm
liegenden Muskel und seiner Basis ist jederseits eine direkte leitende
Nervenzelle eingeschaltet. Der unpaare dorsale Taster ist durch
Verschmelzung zweier, ehemals paariger entstanden."
Kap. VIII. Räderorgan und Mund. „Das Räderorgan ist kurz
und Avenig vorgestreckt, sonst typisch gebaut, der Mund hat seit-
liche Wimperpolster und entbehrt einer schnabelartigen Vorziehung.
Die Räderorganzipfel bestehen aus mehreren Lappen."
Kap. IX. Verdauungs-Canal. ,,Der bewimperte Mundtrichter
hat eine Ringfalte. Eine distinl^te Schlundröhre zum Pharynx fehlt.
Die Kiefer sind zweizahnig. Formel |, die Zähne divergiren. Am
Pharynx sitzen zwei Paar Speicheldrüsen, von welchen die vorderen
je eine grosse Vacuole haben. Der Oesophagus geht am oberen
hinteren Teile des Pharynx ab und ist eine enge Röhre. Die Mittel-
darmwand ist dick, intensiv gelb gefärbt. Das Darmlumen macht
darin eine complicirte Schlinge, welche nie gestreckt wird. Der
Mitteldarm ist durch zwei Bänder an der Rückenhaut aufgehängt.
Flimmerung fehlt. Am vorderen p]nde sind eine ventrale und zwei
dorsale Drüsen (Pankreas). Der Iliuterdarm wird von einem birn-
förmigen Blasendarm und dem Rectum gebildet."
Kap. X. Excretionssystem. ,,Eine contractile Blase fehlt, die
Excretionsröhren erweitern sich am Pharynx. Dort sind Flimmer-
trichter angebracht, in der Nähe des Gehirnes ist dann noch ein
Flimmertrichter zu finden."
Kap. XL Geschlechtsorgane. ,,Die Geschlechtsorgane sind
Keimdotterstöcke, dem Darm nicht anliegend. Von ihrer Umhüllungs-
membran geht nach hinten und unten ein gerade gestreckter Fort-
satz aus."
60
Dr. Job. Dewitz: Bericht über
Kap. XII. Fuss. „Der Fiiss ist clreigliederig. Das vorletzte
Glied bildet einen Saugnapf, das letzte den verschiebbaren Stempel.
Um die isolirten Drüsengänge ist eine feste Kapsel entwickelt. Jede
Klebdrüse hat ihren eigenen Ausführungsgang."
Kap. XIII. Allgemeine Betrachtungen. „Der Rüssel der Philo-
diniden entspricht dem die Sinnesorgane tragenden Teil des Scheitel-
feldes der Trochophora, von dem sich der Kopfganglion bereits ab-
gelöst hat. Die Wimperkränze sind auf die Kränze der Trochophora
zurückführbar. Ihre dorsale Unterbrechung ist durch das Aus-
scheiden des Rüssels, ihre ventrale durch die Modification , welche
das Einstülpen des Räderorgans zur Folge hatte, erklärt. — Die
Echinoderes stehen den Rotatorien näher als den Archianneliden."
Literaturverzeichnis. Fortsetzung des am Schlüsse der Cal-
lidinen- Arbeit (Z. f. w. Z. Bd. XLIV.) vom Verf. gegebenen Ver-
zeichnis. Diese Fortsetzung enthält teils die seit jener Arbeit neu
erschienene Literatur, teils damals dem Verf. noch unbekannte
Rotatorien -Arbeiten. Da auch jener erste Teil des Literatur -Ver-
zeichnisses noch einiger Correcturen bedarf, so hat der Verfasser die
Absicht, seiner Zeit das ganze Verzeichnis in seiner Vollständigkeit
vorzulegen. Die dieser Arbeit sich anschliessende Fortsetzung des
Literatur - Verzeichnis enthält die Nummern 282 — 358.
Bemerkiiiig. Einige Arbeiten sind nicht berücksichtigt, weil
der Berichterstatter sie sich nicht verschaffen konnte.
Verzeichnis
der in obigen Arbeiten enthaltenen Art- und Gruppen-Namen.
(Die Zableii bezielien sieb auf die Nummer der Arbeit. Die neuen Arten und
Gattungen sind durcb den Druck bervorgeboben.)
Act.inurus 27.
A. Neptimi 24.
A. neptunius 1.
Aductifera 19.
Anuraea 9.
Anm-aeen 22.
Anuraea aculeata 1, 9. 10, 16, 22, 23
» » var. regalis 9, 10, 12.
» acuminata 1.
cocblearis 9, 10, 12, 15, 16, 18,
20, 22, 23.
» curvicornis 1, 20.
falculata 1.
foliacea 1.
intermedia 10.
longispina 3, 9, 10, 12, 14, 15,
16, 18, 20, 22, 23.
» 4 = dentata 5.
schista 6.
Anuraea squamula 1, 22.
stipitata 22, 23.
» testudo 1.
» trocblearis 3.
» tuberosa 10.
Apsilus lentit'ormis 1.
Ascomorpba 1, 7, 11, 14.
A. spec. (nov. spec.) 12.
» ecaudis 7.
•• germanica 7.
.. belvetica 7, 9, 10, 11.
A. saltans 7.
Asplancbna 9, 22.
A. spec. 16, 18.
» ßowesi 7.
» Brigbtwelli 7.
» Ebbesbornei 7, 17.
» eupoda 4.
-. Girodi 7, 20.
die Rotatorienliteratni' der Jahre 1887 und 1888.
61
A. helvetica 3, 7, 9, 12, 14, 15, 20, 22, 23, 25.
» Herricki 7.
•> Imhofi 7.
» intermedia 7.
» Kramen 7.
» raagnifica 7.
» myrmeleo, 1, 7.
>• priodonta 1, 7, 22.
» Sieboldii 1, 7.
» syrinx 7.
>• triophthalma 7.
Asplanchnopus 7.
A. multiceps 7.
Brachionus 27.
» spec. 24.
amphiceros 1.
» amphifurcatus 11.
» Bakeri 1.
» brevispinus 1.
» Leydigii 1.
» militaris 1.
multiceps 7.
Pala 1.
plicatili.s 8.
» urceolaris 1, 24.
Callidina 13, 27.
Callidiniden 27.
Callidina bidens 21.
elegans 1.
» parasitica 1.
pigra 4.
» symbiotica 2.
» vaga 1.
Cathypna angulata 5.
» diomis 5.
» latifrons 5.
Ceratiura hii'undinella 12.
Coluridae 6.
Colurus 5.
C. dicentrus 4.
» Dumnonius 4.
» grallator 4.
" leptus 5.
» uncinatus 1.
Conochilus volvox 1, 3, 9, 10, 12, 15, 16,
18, 20, 21, 22.
Dapidia strotna 5.
Diascliiza acronota 6.
cupha 4.
» frdalis 6.
» glohota 5.
•> rhamphigera 4.
Diglena aquila 6,
» forcipata 1.
» grandis 1.
» pachida 5.
Bosa 6.
" dlpha 4.
» SM«7?rf 5.
Dinocharis pocillum 1, 24, 26
Diplax 1.
IHscopus 27.
synaptae 27.
Disjyinthera 6.
» Crtjps« 6.
Distemma 5.
» platyceps 6.
Distyla lipara 6.
Ludwigii 1.
» striata 4.
Diurella tigris 1.
Ductifera 19.
Eosphora elongata 1.
Eucblanis 9, 27.
spec. 9, 10.
dilatata 1, 24.
hipposideros 1.
lynceus, 9, 10.
oropha 4.
triquetra 1.
Floscularia appendiculata 1.
» campanulata 1.
cornuta 1.
Fui'culariafi'va 0,
» forficula 1.
gibba 1, 24.
gracilis 1, 24, 26.
» lactistes 6.
» lophyra 4.
mar i na 5.
» melandocus 4.
» molaris 6.
oruata 9, 10.
» sphaeriea 6.
" stei'ea 6
Gastropus 14.
» Ehrenbergii 14.
stylifer 14, 15.
Hertwigia spec. 24.
» volvocicola 12.
Hexarthra polyptera 1.
» Sclunarda 1.
Hydatiua senta 1.
Hydatinidae 1.
Lacinularia socialis 1, 24.
Lepadella ovalis 1, 24, 20.
Limnias annulatus 1.
» Ceratophylli 1.
Lindia torulosa 26.
Loricatae 1.
Mastigocerca bicristata 4.
Jernis 6.
Megalotrocha alboflavicans 1.
Meiicerta pilula 1.
riugens 1.
Metopidia spec. 24.
» acuminata 1.
» pygmaea 6.
62
Dr. Joh. Dewitz: Bericht etc.
Metopidia triptera 1.
Microdon claviis 1.
Monocerca 9.
spec. 9.
» bicoruis 1.
coruuta 22, 2G.
« rattus 1.
Monommata longiseta 1.
Monostyla cornuta 1.
» lunaris 1.
mollis 5.
Monura Bartonia 6.
» dulcis 1.
» micromela 4, 5.
lonchcres G.
Mytilia poecilops 6.
» prochicta 6.
Teresa 4.
Noteus qiiadricornis 1.
Notholca iugosa 4.
» labis 6.
polyf/ona 4.
» rlwviboidea 4.
spinifera 4.
Notommata spec. 24.
aiirita 1, 24.
» centrura 1.
» laciiiulata 1.
» Umax 6.
myrmeleo 7.
» iiajas 1.
» Ovulum 4.
parasita 1.
potaviis 5.
» Theoclora 6.
tigris 9.
» torulosa 1, 26.
» vermicularis 1, 24.
Geeistes crystallinns 1.
Paraseison 19.
» asplanchnus 19.
» ciliatus 19.
» Hudus 19.
proboscideus 19.
Pedaliou 9.
niira 1, 11, 12.
Philodiua 27.
Philodinaeae 19.
Philodinaeen 21.
Philodinidae 1.
Phiiodinideii 27.
Philodiua aculeata 1, 9.
erythrophthalma 1.
raacrostyla 1.
» megalotrocha 24, 26.
microps 6.
roseola 1.
Polyarthra 9, 23.
platyptera 1, 9, 10, 12, 15, 16.
trigla 1.
Proales cwyneger 6.
" othodon 5.
» prehensor 5.
Pterodina elliptica 1.
patina 1, 24, 26.
» reflexa 4.
Rattulus 1.
Rhinops vitrea 1.
Rotifer 27.
citrinus 1.
macrnrus 1.
tardus 1.
vulgaris 1, 24, 26.
Saccobdella 19.
Sacculus 7.
» viridis 7.
Salpina hrevispina 1.
marina 4.
» mucronata 1.
» spinigera 1.
Scaridium loiigicaudatum 1.
Seison 19.
Seisoniden 19.
Squainella bractea 1.
Stephanoceros Eichhorn i 1
Stephauops lamellaris 1.
muticus 1.
Synchaeta 8, 9, 23.
» longipes 4.
» mordax 1.
pectinata 8,9,10,12,14,15,16.
Taphrocaiiipa sdenura 4.
Tubicolaria uajas 1.
Tubicolaridae 1.
Triarthra 9, 23.
» longiseta 1, 9, 10, 15, 16.
Triophthalmus dorsualis 5.
Bericht
über
die wissenschaftliclien Leistuiigen in der Naturgescliiclite
der Ecliiiiodermen im Jahre 1887.
Von
Dr. Erich Haase.
Allgemeines.
G. Pfeffer betont, dass allein die Bezeichnung Ecliino derma
(Pluralis von Echinodermon) riclitig gebildet ist. (lieber die Recht-
f<chreihunq des Wortes „Er/ii/ioder))ut": Verli. Ver. Nat. Unterh. Ham-
burg Vl.i p. 107—109).
W. Haacke zieht aus einer Untersuchung abnormer Schalen von
Amblypneustes den Schluss, dass die Frage, ob die Seeigel Radiär-
oder Bilateralthiere sind, eine arithmetische, keine geometrische ist,
und spricht sich für die Radiärnatur aus, da nur bei strahligem
Typus mit hoher Paramerenzahl eine unvermittelte plötzliche Ver-
mehrung oder Verminderung der letzteren eintreten könne. Auch
liege die geometrische Medianlinie nach den einzelnen Gattungen
verschieden. (Die Radiärfieniafiir der Seeigel: Biol. Centralbl. VII.
p. 289 — 294). — G. Pfeffer macht ihn auf H. v. Meyer's Arbeit
über Abweichungen von der Fünfzahl bei Echinodermen (Nov. Act.
Leop. XX., 1843) aufmerksam. (Verh. d. Ver. f. nat. Unterh. Ham-
burg VI., pag. 110).
Aus der Entwickelung von Comatula zieht J. Barrels noch (vgl.
vor. Bericht) den weiteren Schluss, dass der Kelch der Larven von
Comatula dem eigentlichen Körper (ohne Präorallappen und Anhänge)
der übrigen Echinodermlarven homolog ist. Bei den Seesternen und
Seeigeln legt sich das junge Echinoderm seitlich an dem Präoral-
lappen an, bei Comatula terminal; nur anomal ist der Kelch seitlich
inserirt. Bei den Seesternen und Seeigeln behalten die zwei Peri-
tonealblasen ihre ursprüngliche Lage und aus dem der rechten Blase
entsprechenden Larventheil bildet sich die Aboral-, aus der andern
die Oralfläche, während bei der Larve von Comatula beide Flächen
der des erwachsenen Thieres (= Kelches) entsprechen. ( Reche rches
()i Dr. Erich Haase: Bericlit üb. d wisseiiscliaftliclifn Leistungen
.sv^y /(' Jcve/oppnnenf de la ('omafvlc: Rec. Zool. Suisse IV., p. 545
l)is 053; Taf. XXV— XXX).
0. Hamann sieht als \'orfaliren der Pk'hiiiodermen typische
Enterocölier mit ectodermalem Nervensystem an, welche den Anneliden
wohl am nächsten stehen, und spricht sich gegen die rein paLäonto-
logische Auffassung Neumayrs aus. So leitet er Crinoideen und
Asteroideen aus einer Wurzel ab, die zugleich die Stammform
repräsentirt, und sieht mit Häckel und Gegenbaur die Asteroideen
als die ursprünglichste Klasse an, von denen sich direct die Echi-
noideen herleiten lassen. Er beruft sich dabei besonders auf Nerven-
und Schizocölsystem. (Beiträf/e ;///■ HifttoJogio der Eehinodertnen.
Heft 3. Anatomie und Ih'sfoloq/e der EcJiin/den irnd Spafani/iden:
Jena. Zeitschr. Nat. XXI, p. 87— 26G, Taf. 6—18).
F. E. Schulze empfiehlt zur Zerlegung von Seeigelskeleten eine
Maceration vermittelst Ammoniak unter Wärmeeinwirkung (Ges. nat.
Freunde Berlin p. 30—31).
P. H. Carpenter richtet sich gegen C. Vogt und Jung, welche
in ihrer ,,vergl. Anatomie" die Sacculi der Crinoiden als Anhäufungen
parasitischer Algen ansprechen und hebt hervor, dass erstere für
gewisse endocyclische Formen sehr characteristisch sind und bei der
exocyclischen Actinometra von denselben Fundorten nie vorkommen.
(On the suppoft. Presence of Si/nd)iof. A/gae in Anfed. rosacea:
Quarterly Journ. Micr. Soc. Vol. XXVII. 1887, p. 379—391).
Kritische Discussionen zwischen P. H. Carpenter und E- Perrier
s. Zool. Anzeiger No. 243, "244, 241) und 251. — Berichtigungen
einiger Angaben in C. Vogt und Yung's ,,vergi. Anat." s. in P. H.
Carpenter's „l'he viorpliohxii/ of Anfed on" (Ann. Mag. Nat. Hist.
vol. 1!). 1887, p 19 — 41). — Discussion zwischen E. Perrier und
Prouho (Compt. Rend. T. 104, p. 180—182 und p. 706—708).
Die als neuer Parasit von Firola beschriebene ,,Trichoelina
paradoxa" Lacaze-Duthier's (Journ. Anat. Phys. Paris XXIII.
p. 1—17, Tab. 1—2) ist nach H. Ludwig (Zool. Anzeiger X. p. 296
bis 298) das abgerissene Köpfchen der gemmiformen Pedicellarie
eines Echiniden.
Biologie.
L. Predericq, L'aidoto/nie che: /cs' etode« de mer (Revue sci-
entificiue T. 39, p. 589—592).
Nur selten (3 : 2000) entstehen nach F. Sarasin Zwillingsbildungen
bei Linckia multifora (Sitz. Ges. naturf. Freunde Berlin p. 219). —
Vereinzelt bildet sich nach F. und P. Sarasin bei derselben Art aus
der Regeneration eines Armstummels ein zweiter Stern mit einem
Munde (Zool. Anzeiger X, pag. 674 — 675 m. Fig.).
W. Haacke erwähnt die sympathische Färbung des nur in Tang-
hainen lebenden dunkelbräunlich-grünen Amblypn. formosus und des
in der Naturgesehichte der Ecliinodermen im Jahre 1887. 65
auf Seegraswiesen lebenden hellgrünlich-lebmgelben A. ovum. (Biol.
Centralblatt VI, p. 641-642).
Echin. microturberculatus hält die Algenstücke nach R. Prouho
nicht mit den Pedicellarien (Hamann), sondern mit den Füsschen
fest; ähnlich deckt Strongyl. lividus Schutzstücke über die After-
Öffnung. — Als Hauptbewegungsorgane dienen der Dorocidaris die
Stacheln, mit denen sie sogar ausgezeichnet klettert. (Recheir/iei^ sur
le Dorocidarä- papillata et quelques autres Echinides de Ja Mklüeri'-
cmnee: Arch. Zool. exper. (2) V, pag. 213 — 380 mit Tab. XIV bis
XXVI).
Nach R. Semon sitzen die Synapten (gegen Petit) zur Fluthzeit
stets den Kopf nach oben und drehen sich zur Ebbe um. — Die
Synaptenröhre wird durch Schleim zusammengekittet. — Synapt.
digitata und hispida haben gegen die Angriffe der Seesterne auf
ihrer freien Rückseite eine Schutzfärbung angenommen, was dafür
spricht, dass sie einen Theil ihres Lebens auch ausserhalb des Sandes
verbringen dürften. (Beiträge zur Nuttirejescli. der Synapt id. des
iMittelmeers. Mitth. Zool. Stat. Neapel VII, 'p. 272—300 und p. 401
bis 422, m. Taf. 9, 10, 15).
Ueber zwei auf Linckia schmarotzende Schnecken, einen in der
Kalkschicht des Integuments sitzenden Stylifer und die ectoparasitische,
ihren Rüssel in die Armmuskeln einschiebende Thyca entoconcha
s. P. und Fr. Sarasin (Ergehn. natunr. Forsch. Ceylon I, 1).
Auatomie und Histologie.
Integument. Nach R. Semon entstehen die Kalkkörperchen
an der Larve von Strongylocentrot. lividus als tetraedrische, ursprüng-
lich 4-, nicht 3-axige Grundformen im Innern der Zellen; alle wei-
teren Verzweigungen finden unter einem Winkel von 120^ statt und
alle complicirten Kalkgebilde entwickeln sich aus einem von regulären
Sechsecken durchbrochenen Netzwerk (Mitth. zool. Stat. Neapel VII).
Nach Edg. Herouard entstehen die Kalkkörperchen der IIolo-
thurien aus einer Gruppe prismatischer hexagonaler, eine Lage
bildender Zellen. Das x- förmige Urkörperchen entsteht aus vier
anliegenden Fundamentalzellen durch Verkalkung ihrer Seitenwände.
Die Löcher sind durch die Anwesenheit der nicht verkalkenden Kerne
der hexagonalen Zellen bestimmt; die Erhebungen der Oberfläche
bilden sich längs der Kanten der hexagonalen Zellen (Stir la formation
des corpnscules calcaires chez les Ilolothuries. Compt. Rend. T. 105,
pag. 875—876).
Nach R. Prouho besteht das organische Netz der Kalkschale
von Dorocidaris aus echten anastomosirenden Kanälen, deren Inneres
zahlreiche Kerne und amöboide Kügelchen enthält (Arch. Zool. exper.).
Nach P. und Fr. Sarasin treten zwischen den f]pidermiszellen
Interzellularlücken und zwischen ihrem distalen Pol und der über
Aicliiv f. Natui-gescli. Jahrg. 1888. Bd.H. H. 3. 5
66 Dl". Erich Haase: Bericlit iUi. d wissenschaftlichen Leistungen
ihnen liegenden porösen Cuticula Zwisclienräiime auf, in welche kleine
Gefässäste münden, welche bisher als senkrecht gegen die Epidei-mis
verlaufende Fasern angesehen wurden. So stellen die Cnticiilarporen
eine Verbindung zwischen dem Seewasser und der Körperflüssigkeit
her und vermitteln eine ergiebige Hautathmung. (Erf/ebn. uahinv.
Forsch. Ceylo)). I, 1. Die Aufje/> mnl das Infegionent der Diade-
watklen). — Prouho hält diesen Gefässraiim für die oberflächHchste
Lage der Schalenkanäle; die auch von P. und Fr. Sara sin nur auf
Ludwig's Autorität hin angegebenen Porenkanäle konnte er nicht
auffinden (Arch. zool. expor.).
Nervensystem, Sinnes- und Bewegungsorgane.
Nach 0. Hamann ist das centrale Nervensystem der üphiuren
in manchen Stammstrecken von mehrschichtigem Zellbelage (Ganglien-
zellen?) umgel^en. Die Nervenzüge der Arme bestehen aus den
Füsschennerven , zwischen denen die Wirbel durchsetzende Costal-
nerven verlaufen, die an die Zwischenwirbelmuskeln treten; weiter
aus Epithelialnerven und einem ausgebildeten Subepithelialplexus.
So ist in keiner andern Gruppe des Echinodermen ein so hoch aus-
gebildetes peripheres Nervensystem vorhanden. ( Vorläufige Mit-
fheilunqen zur Morpholoqie der Ophiuren. Nachr. K. Ges. Wiss.
Göttingen p. 394—400).
Nach L. Cuenot giebt der Nervenring der Ophiuren zwei Zweige
in jeden Interradius ab, deren äusserer direct zum äusseren Inter-
raclialmuskel geht, während der andere längere sich verzweigt und
an die Zahnpapillen verläuft. Die Radialnerven senden an jedem
Armknöchelchen 1 — 2 Nervenpaare in die Zwischenwirbelmuskeln. Der
Ambulacralnerv bildet einen Ring um das Ambulacrum, der innen
den bekannten Längsnerven und aussen einen peripherischen Nerven
aussendet, der die Stacheln versorgt. ( l:itrr le Systeme nerveux et
VappareiJ msculaire des Ophiures. Compt. Rend. T. 104, p. 818 — 820).
0. Hamann stellt für alle gemmiformen Pedicellarien die
bisher nicht erkannte IMündung der Kopfdrüsen dorsahvärts von der
Kalkspitze fest. — Tridactyle Ped. kommen bei Centrostephanus und
Dorocidaris in zw-eierlei Grösse vor. — Derselbe erörtert auch den-
Bew^egungsmechanismus der Greifzangen, weist Schliessmuskeln und
mehrere Formen von Tasthügeln nach. Ebenso schildert er an den
Globiferen von Centrostephanus und Sphaerechinus besonders den
Bau der Drüsen und führt erstere auf die Umwandelung von Pedi-
cellarien zurück. — Derselbe weist einen circulären Nervenring
zwischen dem Oberflächenepithel und der j\Iuskelschicht im Gelenk-
theile der Stachel nach, von dem ein feinstes Fasernetz zwischen die
Muskeln verläuft und der auch an den Sphaeridien vorkommt. —
Die kuppeiförmige Erhebung des Sinnesepithels auf den Intergenital-
in der Naturgeschichte der Echinndei'iiien im Jalive 1887. 67
platten der Echiniden, in welche hinein ein blindes Wassergefässende
den Nervenstamm begleitet, hält H. für dem Fühlerende mit dem
Augenpolster der Seesterne homolog. — Die Ambulacralfüsschen
zerfallen nach H. 1. in Tastfüsse ohne Saugplatte und mit kegel-
förmiger Zuspitzung; 2. in die 10 bei allen Echiniden voi'handenen
]\Iundfüsschen mit starren Tastborsten auf der Endplatte bei Sphaere-
chinus und Centrostephanus ; und 3. in Saugfüsschen mit kreisrunder
Saugplatte, deren Nervenzüge von einer darunter liegenden An-
schwellung ausgehen und den ganzen Rand versorgen. — Die Mus-
kulatur der Füsschen ist nur longitudinal ; die beschriebenen Ring-
fasern entsprechen einer Bindesubstanzmembran. — Nach Demselben
erklärt siT;h die Höhe der Epithelschicht auf den Saumlinien der
Spatangiden durch die starke Entwickelung der Hautnerven. Letztere
haben alle eine epitheliale Lagerung und sind von der Cutis durch
eine feine Basalmembran getrennt. — Auch am Darmtractus weist
H. ein eigenes Nervensystem nach. (Jen. Zeitschr. Naturw. XXL).
Derselbe fand quergestreifte Muskeln auch an den rotirenden
Analstacheln von Centrostephanus (Jen. Zeitschr. Naturw. XXLj.
R. Prouho bestätigt bei Echin. acutus, einem günstigen Object,
das von Romanes angegebene periphere Nervengeflecht über der
das Kanalnetz begrenzenden Bindehaut, das mit den Tentakelnerven
in Verbindung steht; sichere Grenzzellen fand auch er nicht. — Er
beschreibt um die Stachelbasis einen Faserring mit echten Ganglien-
zellen, der besonders bei jungen Seeigeln deutlich ist, anscheinend
zuerst (v. u. Sarasin). — An der macerirten Schale von Cidaris ist
das periphere Nervensystem noch an den Eindrücken im Kalk zu
erkennen; der Stachelnervenring ist mit blossem Auge sichtbar. ^=—
Derselbe schildert genauer die Entwickelung der Stacheln und der
Radioli; nicht alle (Hamann), sondern nur die secundären Stacheln
um die Radioli haben die von H. angegebenen ,, Drüsenballen", die
aber nur pralle Auftreibungen der Stacheldecke sind, — Die be-
waffneten Pedicellarien entsprechen den gemmiformen P., denn jede
Klappe hat eine Schleimdrüse, deren Oettnung durch grosse be-
wimperte Zellen geschlossen ist. — Die Ambulacralnerven von
Dorocidaris sind röhrenartige Bildungen mit einem eventuellen
(virtuel) Intraneuralraum , der zwischen dem Epithel des Pharynx
und dem der Peristomlippe aufhört. Die innere Parthie der ambula-
cralen Nervenröhren bildet den peribuccalen Nervenring, der mit
der Epithellage des Pharynx in Verbindung steht (Arch. zool. exper.),
P. und Fr. Sarasin finden unter der Drüsensinneszellage von
Diadema einen epithelialen Nervenplexus, der oft gangliöse An-
schwellungen und um die Stachelbasis Ringganglien bildet. — Das
Auge der Diadematiden unterscheidet sich nach Dens, von dem der
Ästenden dadurch, dass die Einzelaugen unmittelbar aneinander
stossen, während sie bei letzteren in gewissem Abstand von einander
stehen; bei beiden sind sie rein epithelialen Ursprungs und besteht
5*
()8 Dl"- Erich Haase: Beiiclit üb. d. wissen.schaftlichen Leistungen
der lichtbrechende Körper aus gbishellen Zellen (Ergebn. nat. Forsch.
Ceylon. I, 1. [Vergl. Ber. für 1884-85, pag. 14]).
Nach R. Semon besitzen die von Hamann für Larvenorgane
gehaltenen Bau r' sehen Bläschen von Synapta am lebenden Thiere
einen Inhalt von runden, stark lichtbrechenden Körperchen, die durch
Reagentien zerplatzten. Jedes der J. Müller' sehen Doppelkörner ist
an der Larve eine kernhaltige, mit einer grossen Vacuole versehene
Zelle. Die Wand der B au r' sehen Blasen trägt vielleicht ein Flimmer-
epithel. Da auch ein Nerv an dieselben herantritt, deutet S. sie als
Gehörorgane (Mitth. zool. Stat. Neaiicl ¥11).
Circulationssysteme.
M. Hartog" hält das Madreporenplattensystem morphologisch und
ontogenetisch für den Rest eines Nephridiuras, dessen Wimperstrom
durch die Madreporenplatte nach aussen geht. Die veränderte Lage
der Madreporenplatte bei den meisten Holothurien stamme wohl von
der Uebernahme der nephridialen Functionen durch die Wasserlungen
her (Tlie fn/e Nature of thc Madi-eporie System of Echinodormuta,
nrifh Remarh on Nepliridia. Ann. ]\Iag. Nat. Ilist. X, pag. 321— 3-2G
und in anderer Formulirung Report. Brit. Assoc. Adv. 8c. 1887 (Man-
chester), p. 73G).
0. Hamann berichtet über das Auffinden eines excentrischen
Rückenporus bei Opliiolepis albida , welclier die Verbindung der
Leibeshöhle mit dem Seewasser herstellt und nur den Kelchporen
dör Crinoiden an die Seite zu stellen ist (Nachr. K. Ges. Wiss. Göt-
tingen, p. 399).
R. Köhler unterscheidet am Circulationsapparat der Ophiuren
drei Systeme: 1. das Wassergefässsystem ; 2. das System der Peri-
hämalkanäle, das ebenfalls einen Schlundring, Radiärkanäle, welche
die Seitenzweige in den Rückenraum der Arme abgeben, und ausser-
dem noch einen die Madreporendrüse (Centralgeflecht) umschliessen-
den Raum bildet; 3. das Gefässsystem, welches nicht aus Hohlkanälen,
sondern aus einem Gewebe besonderer anastomosirender Fasern be-
steht, in deren Mitte sich Zellen mit pigmentreichem Protoplasma
entwickeln. Dies Gewebe bildet die Stränge des Gefässringes und
der Radiärgefässe, in dem Interradius der ^ladreporeuplatte aber die
Madreporendrüse. Umgeben sind diese Bildungen von Schizocoel-
räumen, die das perihämale Canalsystem bilden. Die Hauptfunction
des Gefässsystems ist natürlich die Bildung von Blutkörperchen. —
Das Circulationssystem der Asteriden ist dem der Ophiuren ganz
ähnlich, doch communiciren bei ersteren die Perihämalkanäle mit
anderen Lacunen der Rückenwaud und bilden einen aboralen Ring.
Während in beiden Klassen die Gefässe mit den sie stets begleitenden
Nerven immer in Perineural- (Perihämal-) räume eingeschlossen sind,
sind dagegen die Gefässstämme der Eehiniden ausserhalb der Peri-
in der Naturgeschichte der Echiiiodermen im Jahre 1887. 60
neuralräume gelegen und begleiten auch nicht immer das Nerven-
system. (RechercJieft -wr Vappareil circulatoire des Ophiures: Ann. Sc.
Nat. (7) II, pag. 101—158, Tab. VII— IX).
0. Hamann beschreibt bei Ophiolepis albida einen Schizocöl-
ring, in dem der gleichlaufende Blutlakunenring liegt, in der Dorsal-
wand der Körperscheibe und in der Wandung der Genitaltaschen.
Die radiären Blutlacunen bilden einen circumoralen Ring, von dem
aus die Blutflüssigkeit mit dem drüsigen Organ communicirt. (Nachr.
K. Ges. Wiss. Göttingen, p. 399—400).
Nach L. Cuenot besteht der von Ludwig und Köhler als
solcher .beschriebene Gt^fässapparat der Ophiuren nur aus Binde-
gewebszellen und -Fasern. Der orale Gefässring vereinigt sich mit
dem von" Apostolides und Köhler geleugneten aboralen durch
einen die eiförmige Drüse und den Steinkanal umschliessenden Sinus.
{Sur le Systeme nerce/tx et VappareiJ vasctdaire des Ophiures: Compt.
Rend. T. 105, p. 818—820).
0. Hamann bestätigt Köhler's Angaben über die enge Ver-
bindung des Wassergefäss- und Blutlacunensystems bei den Spatan-
giden. Der Steinkanal löst sich zuletzt in ein Geflecht von Kanälen
auf, mündet aber natürlich (gegen Köhler) nur durch die Madre-
porenplatte nach aussen. — Derselbe bestätigt (gegen Ho ff mann)
Leydig's Angaben über den Verschlussapparat der Ampullen der
Echiniden. — Derselbe beschreibt das Lacunen- (Schizocöl)-System
von Sphaerech. granularis und spricht auch Greeff's ,, Analring"
nur als Sinus an, in dem der eigentliche Blutring verläuft, welch
letzterer mit den peripherisch gelegenen Lacunen des drüsigen Organs
(,, Herzens") communicirt. Für das letztere bestätigt er theilweise
Köhler's Angaben und erwähnt noch concrementhaltige Zellen,
welche für die excretorische Function des drüsigen Organs sprechen.
(Jena. Zeitschr. Naturw. XXL).
Nach R. Prouho kommen in der Perivisceralflüssigkeit von Doro-
cidaris farblose amöboide Körperchen mit langen und solche mit
kurzen Pseudopodien, mahagonibraune amöboide, endlich rundliche
Kugeln mit langem Wimperfaden vor. — Das viscerale Lacunen-
system (Blutgefässsystem autt.) ist allein aus im Bindegewebe der
Mesenterialplatten verlaufenden Lacunen gebildet. Das aufsaugende
Capillarnetz mündet in 2 Randlacunen. Die innere Randlacune führt
in den in einer Wand des Wassergefässringes verlaufenden Schlund-
ring. Letzterer liefert 1. ein sich an die eiförmige Drüse vertheilendes
und in das Genitalpentagon fortsetzendes Netz; 2. Schlundlacunen,
aus denen 5 radiäre entstehen, die Seitenzweige für die Tentakeln
abgeben. — Das viscerale Lacunensystem steht nicht mit der Aussen-
welt in Verbindung ; auch communicirt sein Ringgefäss nicht mit dem
Wassergefässring ; so sind beide Systeme vollständig getrennt. — Die
eiförmige Drüse ist der Bildungsheerd der weissen amöboiden Blut-
körperchen. — Die Leibeshöhle besteht aus der eigentlichen L. und
der Periösophagealhöhle. Letztere besitzt im Gegensatz zu den
70 Dl'- Erich Haase: Bericlit üb. d. wisseiiscliaftliclien Leistungen
Echiniden bei Dorocidaris keine äusseren Kiemen, aber die 5 Stewart'-
schen Organe, die die Osmose zwischen der Periösophageal- und der
Perivisceralflüssigkeit besorgen. — Die Wasserporen der ]\Iadreporen-
platte communiciren mit 2 verschiedenen Kanälen: 1. dem Steinkanal
und 2. dem Anhangskanal (canal aquifere annexe, Perrier's Excret-
gang). Letzterer ist die Verlängerung des Hohlraums der eiförmigen
Drüse. Das Wasser dringt durch einfache Diffusion durch die Madre-
porenplatte ein. (Arch. Zool. exper.).
Nach Demselben hat die Madreporenplatte von Spatangus pur-
pureus eine innere Apophyse, an deren Ende der Steinkanal und
,, Anhangskanal" zusammenstossen. Die innere Randlacune liefert
einen Zweig, der einen Peribuccallacunenring bildet. Letzterer sendet
einerseits 5 Radiärlacunen und andererseits einen Drüsenkanal aus,
der an die eiförmige Drüse geht und in einem Netz in der Ver-
bindungshaut zwischen den Genitaldrüsen mündet. (Arch. Zool. exper.)
Nach R. Semon sind die auf dem Mesenterium zerstreuten
Wimpertrichter der Synapten vielleicht dazu bestimmt, die frei in
der Leibeshöhle herumschwimmenden lymphoiden Zellen aufzunehmen
und „in die Gewebe zu nöthigen." (Mitth. zool. Station Neapel VIT.)
Darmtractus und Atlinuingsorgane.
Nach 0. Hamann ist der Dünndarm der »Spatangiden gegen den
Nebendarm durch eine Klappe verschlossen; für Brissus, Schizaster
und Brissopsis wird das von Köhler entdeckte Vorkommen eines
zwischen letzterem und dem Hauptdarm verlaufenden zweiten Neben-
darms bestätigt. — Die 5 Anhangsorgane auf der Oberfläche des
Kauapparates der Echiniden deutet H. als kiemenähnliche Respirations-
organe (Jen. Zeitschr. Nat. XXL).
Nach R, Prouho fehlt bei Dorcocidaris der sonst allen Echiniden
zukommende Intestinalsipho (Arch. Zool. exper.)
LTeber die Hautathmung der Diadematiden vgl. das bei P. und
Fr. Sarasin unter ,,Integument" Erwähnte.
Nach Semon dienen die Tentakeln der Holothurien auch be-
sonders der Athmung (Mitth. zool. Stat. VII. j.
Gesclilechtsorgane.
Nach L. Cuenot communicirt am jungen Seestern der in jedem
Interradius zwei blinde Endgefässe aussendende dorsale Gefässring
in einem Interradius mit dem grossen Sinus, der die eiförmige Drüse
und den Steinkanal einschliesst. Dann verlängert sich die eiförmige
Drüse in zwei in den aboralen Ring gehende Knospen, die denselben
durchlaufen und in jeden Interradius zwei Radiärzweige aussenden.
Nun ist ein voller Zellstrang im Centrum des aboralen Ringes da,
in der Naturgeschichte der Echiuüdcrmen im Jahre 1887. 7I
der sicli am Ende des Genitalgefässes erweitert und das überall von
einem Sinus umgebene Genitalorgan bildet. Endlich entstellt gegen
letzteres eine Hauteinstülpung, die sich mit ihm verbindet. Der Zell-
strang, der die Genitalorgane ergiebt, entsteht direct aus der ei-
förmigen Drüse und seine Zellen bilden amöboide Pigmentkörper,
die sich im Blutgefässsystem verbreiten. — Das Ei ist einem Blut-
körper homolog, — Vor der eiförmigen Drüse entstehen noch drüsige
Fortsätze frei in die Leibeshöhle hinein: dieselben liefern die Blut-
körper für die Leibeshöhle und fehlen z. B. bei Echinaster imd
Cribrella. Früher als Gefässnetze oder Excretdrüsen aufgefasst, ge-
hören sie doch zu den bei den Ästenden so entwickelten Lymph-
drüsen. {Formation des orf/anes- genitaiix et dependavices de la (jlande
ovokle chez les Asterides: Compt. Rend. T. 104, pag. 88 — 90).
Nach 0. Hamann entstehen bei den Ophiuren Ei- und Samen-
zellen nicht aus dem Endothel der Genitalsäckchen , sondern aus
LTrkeimzellen, welche in die sich entwickelnden Genitalsäckchen ein-
wandern und sich hier differenziren, ähnlich wie bei den Crinoideen;
auch findet H. wie bei letzteren eine theils in der Rückenwand der
Scheibe, theils in der Wandung der Genitaltaschen verlaufende
Genitalröhre, die von einem bindegewebigen Strang umgeben, in
einem Schizocölraum liegt und welcher auch der von ihm früher
als zum excretorischen System gehörig beschriebene, bis zu den
Geschlechtsorganen führende Kanal der Asteroideen entspricht, wie
schon C. Vogt und Yung angaben. {Zur Morphologie der Ojjliiuren:
Nachr. K. Ges. Wiss. Göttingen 1887, pag. 397—398).
Nach Demselben finden sich bei Crinoideen, Ophiuroideen,
Asteroideen und Echinoideen in einem in Schizocölräumen gelegenen
Bindegewebsseptum Genitalröhren, deren Inhalt aus höchstens 0,01 mm.
dicken Zellen mit grossem hellem Kern besteht, den „Urkeim-
zellen." Diese wandern bei Crinoideen in die Pinnulae, bei
Ophiuroideen in die Bursae, bei Seesternen und Seeigeln in die ,,sog.
Geschlechtsschläuehe" ein, um dort zu Eiern oder Spermazellen zu
reifen. {Die tcandernden Urheinizellen vnd ihre Beif/nu/sstätte hei de»
Echinodermen: Zeitschr. f. wiss. Zool. XLVI, p. 80—98", Taf. XL).
Nach H. Prouho reicht an jungen Strongylocentrotus das Rudi-
ment der eiförmigen Drüse als verlängerter Zellhaufen bis unter die
Madreporenplatte. Die 5 Genitaldrüsen bilden sich aus einer einzigen
Knospe, die sich sehr früh unter der Madreporenplatte in Gontact
mit der eiförmigen Drüse anlegt {Sur le deoeloppement de /'appareil
genital des Oursins: Compt. Rend. T. 104, p. 83 — 85).
Entwickelungsgescliichte.
Nach J. Barrois vollzieht sich die Embryonalentwickelung von
Gomatula in folgenden Zeiträumen: 1. Tag: Blastula; "2. Tag: Archi-
gastrula, Schluss des Blastoporus und erste Bildung von Mesenchym;
3. Tag: Entstehung des Enterocoels und der Darmanlage; 4. Tag:
72 Dl'- Erich Haase: Bericlit üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Ditferenzirung der secimdären Entodermblasen , sowie Beginn, und
5. Tag: Vollendung der Bildung der Visceralmasse; 6. Tag: Ent-
wickelung des Kalkskelets; 7. Tag: freie Larve. (Reo. Zool. Suisse.)
Nach J. W. Fewkes entsteht bei Amphiura squamata der Mund
der bilateralen Larve durch Invagination ; der After ist dauernd
functionslos. Der Embryo hängt bis zur Ausbildung der pentagonalen
Form mit dem Ovarium durch die „Nabelschnur" zusammen. Das
provisorische Skelet ist oft asymmetrisch und seine erste Anlage ist
nicht immer gerade ein dreistrahliger Kalkkörper. Am pentagonalen
Embryo entstehen abactinal zuerst die 5 ersten Radialia und dann
ein Dorsocentrale ; darauf bilden sich die Terminalia aus. Actinal
entstehen erst nach der Entwickelung der Radialia die ersten Adam-
bulacralplatten, deren zweites Paar keulenförmige Dornen trägt, die
denen auf den Seitenplatten der Arme homolog sind. Die ersten
Ventralplatten entstehen schon vor den ersten Seitenplatten des
Armes, nach den ersten Adambulacralplatten (gegen Ludwig) von
letzteren aus. Auch die erste Anlage der Ambulacralplatten ist nicht
immer dreistrahlig. {On tlie DcccJopment of fhe (yitlcareovs PJates
of Amphhim: Bull. Mus. Comp. Zool. Harv. College Cambridge XIII
no 4. m. 3 Taf.) — P. H. Carpenter greift verschiedene Punkte an
und erwähnt, dass bei der europäischen A. squamata die Infrabasalia
früher erscheinen als bei der amerikanischen Varietät. {On flw de-
velopmenf of the uplcal plate.s in Antph. .s-quaniaf.: Quart. Journ.
Micr. Soc. XXVIII, p. 303—317.)
Die Larve von Dorocid. papillata ist nach Prouho ein Pluteus
mit 4 Paar Armen, deren vorderes und besonders antero- laterales
sehr kurz ist. Die Kuppel ist abgetiacht und zeigt zwei Seitenlappen;
Wimperepaulettes fehlen. (Arch. Zool. exper.)
Fauiiistisclie Zusanimenstellungen.
Europäische Meere: P. H. Carpenter erwähnt aus dem kari-
schen Meer Antedon Eschrichtii, quadrata und prolixa. [Zool. Bijdr.
toi de Kenvfn. d. Karazee II. Rep». on the ComatuUd.: Bijdr. tot de
Dierk. p. 41 — 49 mit 1 Taf.)
V, Storm führt vom Drontheimfjord an Seesternen an: Asterias
mülleri, rubens, glacialis; Stichaster roseus; Cribrella oculata; Pedi-
cellaster typicus; Solaster echinatus, furcifer, papposus, endeca;
Pentagonaster granularis, hispidus, nidarosiensis (s. u.); Hippasteria
plana; Asteropsis pulvillus ; Pteraster militaris, pulvillus ; Astropecten
andromeda, arcticus, irregularis; Ctenodiscus corniculatus : Archaster
tenuispinus, parelii: Luidia sarsii; Brisinga endeca cnemus und coronata
und Solaster n. sp. (s. u.) (Kongl. Norske. Vid. Selsk. Skrifter LS86
bis 1887 (1888) Throndhjelm) p. 58—64.
W. A, Herdmann führt aus der Liverpool-Bay an: 1. Crinoideen:
Antedon rosaceus; 2. Asteroideen: Asterias rubens, glacialis.
in der Naturgeschichte dei' Echinodenueii im Jahre 1887. 7o
hispida; Cribrella sanguinolenta, Solaster eiideca, papposus; Asterina
gibbosa, Palmipes membranaceus , Porania pulvillus, Astropecten ir-
regularis, Liiidia savignyi; 3. Echinoideen: p]chinus esculentus,
p]chinocyamiis pusillus, Spatangus purpureus; Echinocard. cordatum
und flavescens; 4. Holothurien: Thyone papulosa, Ocnus brimneus
(= lacteiis?), Cuciim. pentactes imd hyndmanni (s. vor. Ber.), denen
H. C. Chadwick an Ophiuroideen zufügt: Opbiogiypha ciliata,
albida, aculeata; Amphiura sqiiamata; Ophiocoma nigra und Opliio-
thrix pentaphyllum {First Rep. Fauna Liverpool Bai/ London 1886,
pag. 131—143).
Nordamerikanische Meere: H. F. Nachtrieb, Nof<'-<i on
Eclii?>0(lerm.s abtat na/ at Beaufort (Studies Biol. Labor. J. llopkin's
Univers. II, p. 81 — 82) [habe ich nicht gesehen].
J. Gr. Swan ermuntert zu einem Versuch, an der nordamer.
[)acifischen Küste Trepang für den Export nacli China zu gewinnen,
{The Trepang Fishery: Bull. Unit. Stat. Fish. Commission VI, p. 333
bis 334).
Stiller Ocean: J. F. Bell erwähnt von Christmas Island als
gewöhnliche indo- australische Arten Linckia diplax, Ophiocoma
aethiops und scolopendrina, Actinopyga miliaris (in: A. Günther,
On a zool. Coli, from Christmas Island. VIII. Fcliinoil.: Proc. Zool.
Soc. p. 523).
Indischer Ocean: J. F. Bell giebt von den Andamanen eine
Liste von 45 Arten Echinodermen und bespricht resp. bildet von
diesen ab: Acanthaster echinites, Fromia indica, Culcita schmiedeliana,
grex, sp. ; Diadema setosum, Moira stygia (F. 1 — 3), Pseudocucumis
acicula (F. 5), Mülleria miliaris. Hol. marmorata. Die neuen Arten
s. unter Systematik. {Rep. Coli. Eck. Andaman Islands: Proceed.
Zool. Soc. Lond. p. 139-145).
Derselbe giebt eine Liste der 42 von E. Thurston bei Madras
gesammelten Echinodermen {Report on a Coli, of Echinod. 7nade at
Tuticorin, Madras ibid. p. 383 — 89) und giebt ibid. p. 387 — 389 eine
Aufzählung der Echinodermfauna des bengalischen Meeres zwischen
Ceylon und den Nicobaren, wo ,, Gazelle'^, „Alert'-, ,,Challenger"
sammelten, im Ganzen von 147 Arten (Proc. Zool. Soc. London).
Systematik receuter Formen:
I. Pelmatosoa.
P. H. Carpenter bildet ab: Antedon quadrata, prolixa luid zwei Peuta-
criiiu.s — Stadien von A. eschrichtii mit 15 Cirrhen und ohne Pinnulä au einigen
der unteren Arme (Bijdr. tot de Dierk; 48 p. 41 — 49 m. Taf. 1.
Democriuus Perrier 188B = Rhizocrinus Pourtales 1868 (nach P. H. Car-
penter, in Zool. Anzeiger pag. 86).
74 Dl'- Erich Haase: Bericht üb d. wis.seiischaftlicheu Leistungen
II. Asteroidea.
V. Storm bildet ab Peiitagonaster iiidaro.siensiy 1880 (Fig. 1 — 5 1. i. c.)
R. Ratlibulin bespricht von Heliaster H. niicrabrachia, cumingü, helianthus,
niultiradiata (Description of the specien of Heliaster representecl in t/ie U.S.
Nat. 3im. Proceed. U. St. Nat. Mus. p. 440-448).
Neue Arten:
Asteriadae: Asterias forreri n. p. 401 Taf. XVIII, Fig. 1. Santa Cruz;
grosse Tiefen; exquisita n. p. 403; Taf. XVIII; 2. P. de Loriol {Noten pour
servir ä l'itude des Echinod.: Reo. Zool. Suisse).
Solaster echinatics n. p. 58 — 59; Fig. 6; 250 Faden; Lensvigen V. Storm
(Kgl. Norske Vid. Selsk. Skrifter 188G-87 (1888). Bemerkungen zu Oreaster
timrstoni n. (Madras) s. bei J. F. Bell (Proc. Zool. Soc. p. 385).
III. Ophiuroidea.
P. M. Duucaii giebt p. 85 einige Notizen über die Verbreitung von 13
Ophiuroideen und bespricht besonders Varietäten von Ophiocoma scolopendrina
Lanick. (p. 93—95) und Ophiocnemis niarmorata (p. 103) (On the Ophiiiridae of
the Mercjui Archipelago etc.: Journal Linn. Soc. XXI, p. 85—106 mit 3 Taf.);
Derselbe beschreibt genauer die Unterschiede zvpischen Ophiothrix varia-
bilis und 5 -maculata, schildert das Mundgerüst, die Kieferplatten, Zähne und
Zahnpapillen mit ihren Muskeln, die Radialschilder, Genitalplatten, den Bau der
Annwirbel, und macht einige Angaben über die Muskeln der erstgenannten Art,
die sich an Simroth's Angaben über Ophiactis virens anlehnen (p. 108—117).
Auch beschreibt er (p. 117 — 118) die Armwirbel von Ophiocampsis pellicula (On
some p.irts of the Anat. of Ophiothrix variabilis and Ophiocampsis pellicMla:
ibid; dazu Taf. X und XI, 21—27).
Nach F. J. Bell variirt bei Amphiura chiajei die verhältnissmässige Länge
der Arme, der V^erkalkungsgrad der unteren Armplatten, die Form der Scheibe
und die Körperfärbung (Anra. Mag. Nat. Hist. XX, p. 411—413).
Gr. Marktauuer-Turuei-etscher giebt Bemerkungen zu 65 Arten von Ophiur-
oideen, deren er auf 2 Tafeln von bekannten Arten Ophioglj'pha albida, affinis,
grubii; Ophiactis lesiliens; Ophionereis porrecta; Ophiothrix alopecurus (in zahl-
reichen Formen) 0. hirsuta var. und comata ausser zahlreichen neuen Arten
(s. u.) abbildet (Beschreibung neuer Ophiuriden und Betnerkungen zu bekannten:
Annal. k. k. nat. Hofmus. Wien. IL p. 291-316; m. 2 Taf.).
Neue Gattungen und Arten:
Ophioglyphidae: Ophiopeza assimilis n. p. 282. Taf. XVI, 5; Port Jackson
J. F. Bell (Proc. Zool. Soc).
Pectinura ramsagi n. p. 281, Taf. XVI, 1 — 2; ebendaher Ders. ibid.;
capensis n. p. 282, Oap, Taf. XVI, 3 — 4 Derselbe ibid; P. intermedia n.
Madras p. 386. Derselbe, ibid.
Ophiolepis nodosa, n. p. 86, Taf. VIII, 1—3. Elphinstone-InselP. M. Duncan
(Journ. Linn. Soc.)
Ophioglypha amphitrites n. p. 283, Taf. XVI, 6 Ecuador, J. F. Bell (Proc.
Zool. Soc.)
Auipliiuridae : Ophiactis Ijungmani n. p. 297, Taf. XII, 9—11, Haiti;
macrohpidota n. p. 298, Fig. 12 — 13, Sidney: liUkaii n.; Fig. 7-8, Fernando
Po. Marktanuer-Turneretscher 1. c.
in der Naturgeschichte der Echiuodermeu im Jahre 1887. 75
Aniphiiira midleri n. p. 300, Taf. XHI, Fig. 25-26; 0,7" N. Br., 23—25"
W. L.; brevispina n. p 301, Taf. XII, 14 — 15; St. Paul Marktaniier-
Turueretscher 1. c.
Ophiocuida sexradia ii. p. 92, Taf. VIII,, 10 — 11 ; Owen Island P. M. Duncan
(Jouru. Linn. Soc.)
Ophiophragmus (nebst Bemerkungen über die Gattung!) affinis n. p. 89,
Taf. VIII, 4-6; Elphinstone und King Island; difficilis n. p. 90, Taf. VIII,
7—9, King Island P. M. Duncan (Journ. Linn. Soc.)
Ophiocoma marmorata u. p. 303, Taf. XII, 16-17; 0,7" N. Br., 13-25"
W. L. Marktanner-Turneretscher 1. c.
Ophiothrix andersoni n. p. 95, Tafel IX, 12 — 13; XJ , 28 — 30, King und
Elphinstone Island; merguiensis n. p. 96, Taf. IX, 14—15, Taf. XI, 31 Owen
Island; variegatiis n. p. 97, Taf. IX, 16 — 17 und XI, 37 — 39, Elphinstone Island;
variaUlis n. p. 99, Taf. IX, 18—19, Taf. XI, 32—36 ebendaher P.M. Duncan
(Journ. Linn. Soc); — 0. foveolata n. p. 313, Taf. XIII, 32 33; Aru; Mark-
tanner-Turneretscher 1. c.
Ophiocampsis n. gen. nahe Ophiopsammium und Ophiothrix; 0. pellkida u.
p. 101, Taf. IX, 20-21; XI, 40, King Island P. M. Duncan ibid.
Astrophytidae : Ophioloplms n. g; 0. novarae n. p. 314, Taf. XIII, 40—41,
Nikobaren, Marktanner-Turneretscher 1. c.
IV. Echinoidea.
Sven Loveii bespricht genau die Typen und die Synonyniie der Seeigel
L i u n e " s und bildet dieselben auf 8 Tafeln ab (On the species of Ech inoidea described
hy Linnaeus in . . . Mus Ludor. (Jlric: Bih tili K. Sv. Vet. — Ak. Handl. XIII.
Afd. 4. p. 49-185'.
L. Döderleiii bespricht genau und bildet an japanischen Cidariden ab:
Cid. (Stereoeid.) grandis p. 3-4, Taf. I, 1 — 6, II, 1 — 11 und Vin, 2a- ra;
Cid. (Ster) japonica p. 6, Taf. III, 1—20 und VIII, la-h; Porocid. gracilis
p. 8—9, Taf. IV, 8—20 und VIII, 5a— e, welche drei er 1885 zu Dorocidaris
gestellt hatte; Goniocid. biserialis (1885 zu Stephanocid. gestellt), p. 10 — 13,
Taf. V, 1-27; VIII 8a-h; Goniocid. clypeata (1885) p. 13-15, Taf. VI, 1—19
und VIII, 7a— f; Goiiiocid. raikado (1885 zu Discoeid. gestellt) p. 15, Taf. VII,
1-6 und VIII, 6a-f. 9-18.
Weiter bespricht er und bildet ab Theile von Cid. (Dorocid.) canaliculata
(von Agassiz zu Goniocidaris gestellt) p. 16-18, Taf. IX, 6a -p; von Cid.
(Eucid.) thouarsi Val. p. 18, Taf. IX, 4a— h; Leiocid. verticillata Lam. Taf. IX,
8, p. 22 und Leiocid. baculosa Lam. Taf. IX, p. 23 (früher zu Phyllacanthus und
Rhabdocidaris gestellt); annulifera Lam. Taf. IX, 10h, i; imperialis Lam.
Taf. IX, 7a-f; Goniocid. tubaria Lam. Taf. IX, 9 a— e.
Ausserdem schildert er die Charactere jugendlicher Cidariden, dieWachsthums-
erscheinungen an den einzelnen Theilen der Schale (p. 27—32), die Pedicellarien
(dazu Taf. VIII— IX). — Keulenföi'mige Primärstacheln, wie sie unter den
Kreide-Cidariden eine grosse Rolle spielen, kommen unter den recenten nur
noch bei Leiocid. imperialis und Eucidaris galopagensis vor. D. giebt auch eine
76 ßi'- Ericli Haase: Bericht üb. d. wissenschattlicheii Leistungen
Übersicht der wichtigsten Gruppen und Formen derCidaridenniit Berücksichtigung
der fossilen (p. 39 — 45) und ein genealogisches Schema der Verwandtschafts-
verhältnisse. —
Von Saleniiden bildet er ab S. pacifica Taf. XI, 9—28, die der S. hastigera
nahe steht. Die Pedicellarien sind denen der Echinideu ähnlich, darum recht-
fertigt sich mit Dune an und S laden die Abtrennung der Saleniiden von den
Cidariden. (Die Jap. Seeigel I. Farn. C.idaridae und Saleniidae. Mit Taf. 1-11;
59 Seiten).
N e^u e A r t e n :
Cidaridae: Cid. (Stereoc.) sceptiferoides n. p. 5, Taf. II, 12—17 und VIII,
3a— e, Japan.; Cid. (Dorocid.) reinii n. p. 7 — 8, Taf. IV, 1—7 und VIII, 4a— d,
Enoshima; Cid. (Eucid.) (jaliqjagensis n. p 20, Taf. IX, 3a— (>, X, 1—14, Gallo-
pagos-Inseln L. Döderlein (die Japan. Seeigel).
Saleniidae; Parasalenia jjoe///«' n. p. 110— 113, Tahiti. G. Pfeffer (Verh.
Veiein füi' nat. Unterh. Hamburg VI, 1883-85 [1887]).
Diadeuiatidae: Astropyga freudenhergi n. p. 17, Taf. I, Ceylon, P. und
Fr. Sara sin (Ergebn. nat. Forsch. I).
Echiuidae: Euechinus rariturher ciüatus n. nahe chloroticus; inde? p. 403— 405,
Taf. XVII, 7-S F. J. Bell (Ann. Mag. Nat. Hist. XX, p. 403).
Holothurioidea.
H. Ludwig zieht zu Pseudo cucumis auch noch die Gattung Amphicyclus
Bell (1884) und vereinigt Eucyclus Lamp. und Thyonidium Düb. & Koren mit
Phyllophorus Gr., dessen erweiterte Diagnose und Unterschiede von den
übrigen polychiroten Dendrochiroten (Orcula, Actinocucumis und Pseudocucumis)
er gleichfalls ungiebt. (Drei Mittheilumjen über (ütcund )iciic Holuthiuien- Arten. :
Sitzungsher K. Pr. Ak. Wiss. Berlin p. 1229-1231).
Derselbe meldet von Angra Pequena den echten Colochirus duliolum Pall.
(= australis Ludw.), Cucumaria frauenfeldi (= posthuma Lamp. nach Theel
und Ludwig), Semperia insolens ibid. p. 1229 — 1231).
Derselbe bespricht die 18 von Dr. Sander auf »Prinz Adalbert« ge-
sammelten Arten Holothurien, von denen Cucum. crocea Lesson (nicht identisch
mit Cuc. laevigata) und crucifera Semp. (Zanzibar) als besonders interessant
bezeichnet werden (ibid. p. 1232 — 43),
Derselbe bespricht an ceylonischen von DDi'. Sarasin gesammelten Holo-
thurien Haplodactyla australis (= andamanensis Bell 188G), Ocnus typicus;
Mülleria echinites, miliaris, lecanora; Stichopus variegatus und chloronotus;
Holothur. monacharia, scabra (=: cadelli Bell 1887), spiuifera. impatiens. pardalis
(=1 insignis, lineata, peregrina Ludw.), atra, fusco-cinerea, edulis ( ? = albida
Bell 1887), imitans und marenzelleri Ludw. (^ andersoni Bell 1887) ibid.
p. 1217—1229).
F. J. Bell verwirft (Ann. and Mag. XIX, p. 392) »Mülleria« als Bezeichnung
für die bekannte Holothuriengattung und spricht sich für Beibehaltung von
Jägeria, später aber (ibid. XX. p. 148) für die ältere und tretende Benennung
Actinopyga Bronn (1860) aus.
Neue Arten:
Aspidochirotae : Hol. ivhitmani n. Samoa, af. 45, 4 p. 352; inermis n.
ohne Spicula und Kalkring, Westindien p. 533 ; kapiolaniae n. p. 533, Taf. 45,5
Sandwichsinseln; saecularis n. p. 534, Taf. 45,6, Angola; victoriae n. p. 534,
in der Natttigeschiclite der Ecliinodermen im Jahre 1887. 77
Taf. 45,7 West-Australien F. J. Bell (Stud. in the Holothur. VI. Descript of
neio species: Proc. Zool. Soc. p. 531—534 m. 1 Taf.); Hol. älbida n. p. 144,
Täf. XVI, Andamanen; cadelli n. p. 144, Taf. XVI, 7 ibid.; papillata n. p. 145,
Taf. XVI, 8. Derselbe (Proc. Zool. Soc.)
Dendrochirotae: Colochirus lacazii n p. 234— 23G, Roscoff Edg. Herouard
(Compt. Rend. T. 105, p. 234-236).
Cucuniar. sandi - iohannis w. p. 531, Taf. 45,1 G-olo-Inseln; hicolw n.
p. 532, Taf. 45,2 West-Anstral.; C. inconspicua n. p. 532, Taf. 45,3 Port
Philippheads F. J. Bell (Proc. Zool. Soc.)
Pseudocncumis tlieeli n. p. 1236, Fig. 12 — 16, Zauzibar H. Ludwig
(Sitzungsbericht K, Ges. Wiss. Berlin).
Apoda: Haplodactyla andnmanemis u. p. 143, Fig. 4, Andamanen J. F. Bell
(Proc. Zoul. Soc.)
Fossile Formen.
I. Pelmatozoa.
Nach P. H. Carpeuter steht (gegen Perrier) die Leibeshöhle der Blas-
toideen nicht direct mit der Anssenwelt in Verbindung (Oii Crinoids and
Blastoids: Proc. Geol. Assoc. X, p. 1—10.
Nach C. Wachsmnth und F. Springer sind die sog. „Spiracula" von
Pentremites nicht durch Platten gesclilossen (ctra. Shumard), sondern von Dornen-
kränzen umgeben, die auf Plättchen stehen. Die starren Dornen der Pyramide
über der Wölbung von P. sulcatus halten Dies, weder für piviximale Piiinulae
(ctra Etheridge und Charpenter), noch auch den Afterdeckplatten von Oropho-,
Stephano-, Granatocrinus für entsprechend. — Bei allen bekannten Arten von
Elaeo- und Orophocrinus bestehen die Scheitelplatten keinesfalls aus 5 primären
Platten (Etheridge und Carpenter), sondern aus einer Centrale und 6 oder mehr
Proximalen. (Tlte summit Plales in Blustoids, Crinoids and Cystoids and thcir
MorpholdgimlEelatio'ns: Proc. Acad. N. Sc. Philadelphia p. 83— 114 m. Taf. VI).
J. Barrande, Syst. silurien du Centrc de la Boheme. Ire Partie: Recherches
palcontologiques. Vol. 7. Classe des Ecliinodermes: Ordre des Cystidees (Ouvr.
postImme . . . puhlie par le Dr. W. Wagen) Prague, 233 S. m. 39 Taf. habe
ich selbst nicht erhalten können. Nach dem Referat von P. H. Carpenter (Zool.
Jahresber. 1888, Echinoderniap.il) beschreibt Barrande drei Typen des Stammes
als unter den Cystiden vorkommend. Echinoencrinites, Glyptosphaerites etc.
haben einen gewöhnlich crinoidenaitigen Stamm, der aus einzelnen Gliedern
besteht. Bei Echinosphaerites infaustus (Arachnocystites Neumayr) und einigen
anderen Gattungen l)esteht der Stamm aus 5 oder 6 Läugsreihen abwechselnder
Platten und sein Allgemeinbau zeigt eine auffallende Analogie mit dem der
Arme. Bei Dendrocystites sedgwicki und in gewissen anderen Typen ist der
untere Theil des Stammes von dem gewöhnlichen Crinoidencharacter ; aber der
obere Theil erweitert sich gegen den Köiper allmälig und ist in fast ho)-izontale
Reihen von zahlreichen kleinen und unregelmässigen Platten eingeschlossen.
Lichenoides priscus hat keinen Stamm und auch keine Andeutung einer Be-
festigung. — Bei Aristocystites und einigen andei'en Gattungen ist die eigent-
liche Schale in eine glatte kalkige Haut, die äussere Epidermis, eingeschlossen >
78 T^i'- Erich Haase: Bericht üh. '}. wissenschaftlichen Leistmig-en
welche sowohl die Verzierung als die Oeö'nungen der Hydrospireu deckt; auch
existirt eine ähuliche innere Epidermis, die oft duichbohrte Tuberkeln tiägt. —
Ausser Mund, After und Genitalporus hat Aristocystites eine 4. Oeffnung von
sublinearer Form, nahe dem Munde und von unbekannter Function. 5 Gattungen
werden beschrieben mit drei, 5 mit zwei und 12 mit nur einer Oeffnung; in 6
anderen sind keine Oeffnungen entdeckt."
P. de Loriol erwähnt einen jungen Apiocrinus roissyanus, dessen Perisom-
platten zwischen den Strahlen unten mit den Interi'adialplatten in Verbindung
stehen (Notes sur quelques Echinod. fossiles des envirnns de la Roc/ielle: Ann. Sc.
N. Rochelle Vol. XXIII, p. 1—12, T. I-III).
Nach R. Wagner ist Encrin. gracilis aus dem unteren Wellenkalk von
Jena von den oberschlesischen und alpinen Exemplaren verschieden, variirt aber
selbst dort stark; die Jenenser Stücke mit relativ Ijreiten Basalien zeigen einen
Embryonaltypus. (N. Jahrb. f. Min. etc. I, p. 376—378).
Die Hauptai'beit Desselben (Encriniten des unta-en Wellenkalks von Jena
(Jen. Zeitschr. Naturw. p. 1 — 30) bringt ausführliche Schilderungen imd zahl-
reiche Abbildungen von E. gracilis (Tab. 1. u. II, 1—13) und acvileatus (II, 14
und 15).
E. (Jüricli berichtet über Unregelmässigkeiten im Auftreten der V(ni
V. Koenen (s. u.) beobachteten interradial liegenden Perisom- oder Bauchdeck-
platten über dem 1. und zwischen dem 2. iind 3. Radialgliede (Zeitschr. Deutsch,
geol. Ges. XXXIX, p. 498).
A. V. Koeueu bildet ab Dadocrinus gracilis. Euer, liliformis, schlotheimii,
brahli, carnalli und bespricht ausser ihnen noch E. aculeatus (Crinoid. des Muschel-
kalks: Abb. K. Ges. Wiss. Göttingen, p. 1 — 44, dazu Taf. I.).
Ueber E. carnalli und seine Pinnulae s. C. v. Fritsch (Zeitschr. f. d. ges.
Naturw. Halle IX, p. 83-84i.
F. Kömer bemerkt, dass die Gattung Stephanocrinus, die von Etheridge
und Carpenter zuerst zu den Blastoideen, dann aber im Anschluss an Wachs-
muth zu den Palaeocriniden gerechnet wird, vielmehr wegen des Besitzes einer
Afterpyramide und einer Skulptur, wie sie nur bei Cystideen vorkomme, zu
letzteren zu rechnen sei. (N. Jahrbuch f. Min. u. Pal. II, 1837, pag. 196).
H. Eck giebt neben Bemerkungen und Abbildungen von Encrinus sp. (aus
dem oberen Muschelkalk von Crailsheim) und E. aculeatus eine Uebersicht der
wichtigeren Funde von Encrinus aus dem Muschelkalk (Bemerkungen über einige
Encrinus- Arten: Zeitschr. Deutsch, geol, Ges. XXXIX, p. 540—558).
P. H. Carpenter hält seine Ansicht über die Identität von Solanocrinus
mit Antedon gegen J. Walther aufrecht {The generic position of Solanocrinus:
Ann. Mag. Nat. Hist. XIX, p. 81-88).
II. Asteroidea.
M. Malagoli erwähnt Randplatten von Astrogonium sp. nahe A. senense
(Note jMleontologiche etc. del Pliocene: Atti Soc. Natur. Modena Mem. VII,
p, 69—72).
Cr. Meneghini giebt eine Aufzählung der tertiären Seesterne Italiens:
Goniaster senensis, lawleyi; Astropecten soldanii, ornatus, foveolatus, crenulatus,
montaliouis, laevis, (?) foveolatus; Goniaster deperditus ; ausserdem: Goniodiscus
ferracii n. Vicentino, Taf. X. und Astropecten petrobonae Zign. in litt, ebenda
in der Natui'gescliichte der Echinodernieu im Jahre 1887. 79
Priaboua (Goniod. ferracii Myh.: mtova Stelleride terziciria del Vicevtino: Atti
Soc. Tose. Sc. Nat. Pisa Vni, p. 1-G 1886).
J. P. Blake erwähnt die Unterseite eines liassischen Solaster, die an
Luidia mui'chisoni erinnert (On a starfish from the Yorkshire Lias (Solaster sp.) ■
Rep. 57. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc, p. 7— IG),
III. Ophiuroidea.
F. Toula beschreibt und bildet Tat'. XVI, 1—4 ab Aspidura raihlana n.
(Fisch schiefer v. Raibl). Ebenda Abbildung von Aspid prisca, Ophiur. dorae
nebst Copien anderer Arten aus Rhät und Muschelkalk und Aufzählung der
triassischen Ophiuroideen (lieber Aspidura Raihlana n.sp.: Sitznngsber. K. Ak.
Wiss. Wien. XCVI, p. 361-369; Auszug im Anzeiger ders. Ak., p. 293).
IV. Echinoidea.
W. Haacke spricht sich (mit Neumayr) gegen das phylogenetisch höhere
Alter der Tiefseeigel aus , welche der Locomotion auf Flächen angepasst seien
und hält die litoralen Reguläres für ältere Formen (Seeigelgewohnheiten, Tiefsee-
fauna und Paläontologie: Biol. Centralbl. VI, p. 644).
Nach L. Döderlein findet das für die paläozoischen Echinoideen oft so
characteristische schuppenfürmige Uebei'greifen benachbarter Schalenplatten sich
bei triassischen Cidariden (Cid. subsimilis, liagora, klipsteini und Rhabdocid.
coronata) dahin modifizirt wieder, dass die zugeschärften Ränder der Inter-
ambulacralfelder über die ebenfalls zugeschärften der Ambulacralfelder bis zur
äusseren Porenreihe übergreifen. Die Coronalplatten haben einen scharf zu-
laufenden, an der Unterseite kräftig gerippten Rand, dessen Leistchen in je
einer flachen Grube der Ambulacralplatten ruhen, die danach als Gelenkgrube
aufzufassen und bei vollständigeren Schalen von den Interambulacralplatten be-
deckt ist. Bei den cretaceischen und recenten Seeigeln sind die Ränder der
Ambulacral- und Interambulacralplatten senkrecht abgeschnitten und bilden zick-
zackförmige Nahtlinien, doch stellen die jurassischen Cid. moorei und Rhabdoc.
anglosuevica Uebergänge dar. Mit der geringeren Beweglichkeit der Schalen-
stücke nahm zugleich die Festigkeit der Schale zu {Eine Eigenthümlichkeit
triassischer Echinoideen: Neu Jahrb. f. Min. etc. II, p. 1 — 4 m. 1 Taf.).
A. Koch giebt Bemerkungen über die tertiären Psammechin. duciei, Echino-
cyam. ti'anssylvanicus, Scutella vindobonensis; Clypeaster crassicostatus , acumi-
natu.s, pyramidalis, cfr. gibbosus, cfr. folium; Echinanthus scutella; Echiuolampas
hemisphaericus, v. rhodi und laurillardi; Conoclypeus plagiosomus, Schizastei'
cfr. karreri, Spatangus austriacus und bildet davon Clypeaster cfr. folium Taf. V,
2 — 4 ab (Eredeti Erdtly felsö terczier il ledekeinek echinidjei: Med.-nat. Anz.
Siebenb. Mus. Klausenburg, 1887).
P. M. Duueaii und W. P. Sldneu geben eine kritische Uebersicht der
Systematik der Saleniiden. Letztere bestehen aus Acrosalenia Ag. (^ Pseudo-
salenia), Peltaster Ag. (= Hyposalenia) mit subg. Goniophorus, und Saleuia mit
subg. Heterosalenia. Die Supraanalplatte ist nach ihnen eine primäre Em-
bryonalplatte (Carpenter). — Die Dorsocentralplatte der Echinoideen, Aste-
roideen, Ophiifi'oideen ist homolog der „radial plate or root-disk at the extremity
of the stem of the Pentacrinoid larva." — Für die „supplementären Analplatten"
80 Dl'- Erich Haase: Bericht üb. il. wissenschaftlicheu Leistungen
schlagen Diesell)en die Bezeichnung ,,Periproctphitten" vor (On some points in
the Morphologt/ and Classification of the Salenüdae: Ann. Mag. Nat. Hist. XIX,
p. 117—137).
Nach Cotteau kommen von 36 Gattungen der Brissiden 11 im französ.
Eocen vor: Brissospatangus (1 sp.), Macropneustes (14), Brissopsis (8), Linthia (12),
Schizaster (26;, Anisaster (1), Prenastcr (5). Trachyaster (2), Ditremaster (5),
Pericosmus (4) und Cyclaster (2) {Note sm- la famille des Brissides: Bull. Soc.
Zool. France XII, p. 553— 565). — Nur Preuaster er.scheint nach Demselben am
Ende der Kreideperiode; 8 andere Gattungen treten zuerst im Eocän auf und
reichen bis zum Miocän; nur Brissopsis ixnd Schizaster leben noch. (Compt.
Reud. T. 104, p. 1532—1534).
T. T. Cilroom zeigt die Entdeckung eines ueuen Exemplares von Pela-
nechinus aus dem Korallenkalk von Calne an, dessen Schale biegsam ist wie
bei den Echinothuriden, was schon Keeping behauptete; auch Pedicellarieu sind
erhalten. Die Gattung dürfte eine besondere Unterfamilie zwischen Echino-
thuriden, Echiuiden und Diadematiden bilden (Ann. Mag. Nat. Hist. XX, p. 143).
Nach E. Kolesch ist Eocidaris keyserlingi ein Euechinid, da sie stets
nur zwei Reihen Interambulacralplatten hat und wohl nur 20 Reihen Platten
besitzt, die sämmtlich pentagonal sind und deien Interambulacralfelder seitlich
durch gekerbte oder Zickzacklinien begrenzt werden (Ueher Eocidaris kei/ser-
lincji: Jen. Zeitschr. Naturw. XX, p. 639-665 m. Tat'. XXXVIII). - Nach
Döderleiu ist diese Art ein echter Cidarid mit beweglichen Stacheln (die Japan.
Seeigel I, p. 39).
Liiiidgreii giebt Notizen über die Verbreitung und Synonymie der An-
anchytes-Arten Schwedens (Geol. fürening VII, p. 282-292).
V. Simouelli bespricht einen aus dem Pliocän der Insel Piano stammenden
Phyllacauthus n. sp., der in der Bildung der Radioli durchaus an recente Formen
(Ph. veT'ticillata) erinnert, und den bisher als Leitfossil des Miocän angenommenen
Clypeaster altus (Echinod. fossili di Piano: Atti Soc. Tose. Sc. Nat. Rendiconti.
V, p. 163-165).
Enallaster delgadoi (abgebildet bei de Loriol, Rec. Zool. Suisse Taf. XVI,
p. 4—5) ist nach Fraas = Heteraster oblongus Ag. (in: Diener, Beitr. z.
Kenntn. d. syr. Kreide; Zeitschr. Deutsch, geol. Ges. p. 325).
Neue Arten:
Cidaridae: Cidaris nahalakensis n. p. 388, Taf. XVII, 3—4 Senon, Ver-
einigte Staaten de Loriol (Rec. zool. suisse).
Rhabdocidaris |>o«ec/w p. 636, Taf. X, 7-9, Eocän Arrangoniens. Derselbe
Eckin. nouv. on peu connus.: BoU. Soc. Zool. XII p. 627—639); capelloi n. p. 381,
Taf. XV, 1, wohl Kleide, Westküste Afrika's (Prov. Benguella); crameri n.
p. 384, Taf. XVL 6-21 Senon Ägyptens. Derselbe (Rec. zool. Snisse).
(Jlyphofetomala : Codiopsis reyalis Arnaud n. p. 627-629, Taf. IX, 1-8.
Derselbe (Bull. Soc. Zool)
Cyphosoma mortoni n. p. 389, Taf. XVII, 2, Senon d. vereinigt. Staaten.
Derselbe (Rec. zool. Suisse).
Pseudocidaris dienerin. p. 366, Taf. XV2, Ceuomau, Libanon. Derselbe ibid.
Pseudodiadema libanoticum n. p. 368, Taf. XV, 3 ebendaher. Dersel be ibid.
Diplopodia /termonensis n. p. 371, Taf. XVI, 1 ebendaher. Derselbe ibid.
in der Naturgescliichte der Echinodermen im Jahre 1887. 81
Clypeastridae: Scutella pygmaea u. p. 137, Taf. V, 1 und Ciypeaster
herepeiji n, p. 141, Taf. V, 5, Obertertiär Siebenbürgens A.Koch (Med.-naturw
Anzeiger Klausenbui'g).
Cassidulidae : OUgopygus n. g. nahe Echinolampas, durch den sehr kleinen
Periproct an Scutelliden erinnernd, p. 394; 0. wetheihyi n. p. 396, Taf. XVII,
7—8, Tertiär von Florida de Loriol (Rec. Zool. Suisse).
JMicrolampas n. coniciis n. p. 636, Taf. X, 10 — 13 Eocän, Alikante de
Loriol (Bull. Soc. Zool).
Spatangidae: Maretia aragonensis n., p. 629, Taf. IX. 9—12 Eocän Ara-
goniens de Loriol (Bull. soc. Zool.).
Linthia aragonensis n. p. 631, Taf. IX, 13 ebendaher. Derselbe ibid.
Cyclaster f/owrt/oHi n. p. 632, Taf X, 1 — 5 Nunimulitkalk Aragouiens. Der-
selbe ibid.
Trachyaster gourdoni n. p. 634, Taf. X, 6 Eocän Aragoniens. Derselbe ibid.
Ennallaster syriacus n. p. 373, Taf. XVI, 2 - 3, Cenoman des Libanon d e
Loriol (Rec. zool. Suisse).
Toxaster dieneri n. p. 378, Taf. XVII, 1 ebendaher. Derselbe ibid.
Hemiaster icetherhyi n. p. 391, Taf. XVII, 5—6 Senon d. vereinigten Staaten.
Derselbe ibid.
Agassizia ßnidana n. p. 398, Taf. XVII, 9 Tertiär von Florida. Der-
selbe ibid.
V. Holothurioidea.
Chirodota efe^ans n., Taf. II, 1 — 2 Kalkkörper, Pliocän M. Malagoli
(Atti Soc. Natur. Mudena Meni. VII. p. 69—72).
Archiv f. Natuigesili. .Talng;. 1888. Rd.II. H.:5.
Jahresbericht
für 1884 - 1887 über die Coelenterateu
mit Ansscliluss der Spoii^ien und Aiitliozoen.
Von
Dr. E. Van hoffen.
1. Allmauii, (j. .1. „Desci'iption nf Australian, Cape and uther Hydroida,
mostly iiew, from tlie collection of Miss H. Gatty." Joimi. Linii. Soc. Zool.
vol. 19, p. 132-161. London 1885.
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Australian Museum Sydney 1884, 198 pp.
3. Derselbe. „The Genera of the Plumularidae, with Observations on
various Australian Hydroids.'^ Transact. Royal Soc. Victoria vol. XXII, 38 pp.
4. Bedot, M. „Recherches sur la foie des Velelles." Compt Rend. T. 98,
p. 1004—1006. 1884.
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6. Derselbe. „Recherches sur les Velelles." Arch. Sc. nat. (3) XI, 1884,
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29. Derselbe. „Ueber Deiopea calactenota Chun als Ctnenophore der Adria
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Jahrb. 12. Bd., p. 137—153. 1886.
175. Yarigny, H. de. ,.Korotneft', Histologie des Siphonophores, Revue
critique." Arch. Slav. Biol. Tome 1, p. 190—197. 1886.
176. Derselbe. „Bemerkimg über den Gewichtsverlust durch Nahrungs-
mangel bei Aurelia aurita." Ceutralbl. Phys., p. 389—390. 1887.
177. Derselbe. , .Notes .sur l'action de j'eau douce, de la chaleur et de
quelques poisons sur le Beroe ovatus." C. R. Soc. Biol. Paris (8) tome 4,
p. 61—63. 1887.
178. Yerrill, A. E. ,, Notice of Recent Additions to the Marine Invei'tebrata
of the North-Eastern Coast of America with Description of new Genera and
Species aud o'itical Remarks ou others. Pt. v., Annelida, Echinodermata, Hydroida,
Tunicata." P. N. S. Nat. Mus. VIH., p. 428-448. 1885.
179. Viguier, C. „Sur le Tctraptere (Tetraplatia volitans Busch)." Compt.
Rend. t. 100, p. 388-390. Paris 1885.
180. Yogt, C. „Sur un uouveau genre de medusaire sessile, Lipkea Rus-
poliana." Arch. Sc. Physiq. Nat. Geneve (3), t. 16, p. 356-362. 1886.
181. Derselbe. „Sur un nonveau genre de medu.*aire sessile, Lipkea
Ruspoliauii C. V." Mem. Inst. Nation. Genevois, t. 17., 53 pp. 1887.
1882. "W'aguer, N. „Die Wirbellosen des Weissen Meeres.'- 1. Bd. (Coelen-
terata, p. 69-88). 1885.
183. Weissmann, A. „Die Entstehung dei' Sexualzellen bei den Hydro-
medusen." Biol. Centralbl. iV., p 12—32 1884.
über die Coelenteiateii mit Ausschluss d. Spongieu und Antlidzoeii. 9]
184. Wilson, H. Y. „Paiasitic Cuuina of Beaufoif'. J. Hopkins Univ
Circ. VI, p. 45. 1886.
185. Derselbe. „The Structure of Cuuoctautha octonaria in the Adult and
Larval Stages." Stud. Biol. Lab. J, Hopk. Univ., vol. 4, pag. 95—107. 1887.
186. Wright, B. „On new Stylasteridae." Ann. Mag. Nat. Hist. (5),
vol. 13. p. 218—219. 1884.
Allgemeines.
lieber die verschiedenartige Auffassung des Coelenteratenbegriffs
geben 2 Arbeiten Aufschluss, die sich mit der Frage beschäftigen,
ob die Spongien zu den Coelenteraten zu rechnen seien oder nicht.
Heider (66) hebt besonders hervor, dass das Oscukim der Schwämme
nicht homolog ist dem Munde der Cnidarier, weil die Coelenteraten-
gastrula sich mit dem aboralen Pol festheftet, während die Spongien
umgekehrt sich mit dem Gastrulamundrand festsetzen. Ferner fehlen
den Spongien Nesselkapseln, Greiforgane, wahre Muskelfasern und
Nerven, so dass abgesehen von der Contraction der Zellen nur
Flimmerbewegung möglich ist. Endlich zeigen Spongien in der Regel
den reinen monaxonen Bau mit unbestimmter Anzahl von Neben-
axen resp. unendlich vielen derselben, während bei Coelenteraten
stets Nebenaxen in bestimmter Anzahl vorhanden sind. Beide
Gruppen haben nur die Stadien der Blastula und Gastrula gemein;
dort trennen sich die Typen. Sie stehen demnach nur in einem
entfernten verwandtschaftlichen Verhältniss.
Marshall (130) vertritt die entgegengesetzte Ansicht. Die Be-
ziehungen zwischen Spongien und Cnidariern müssen aufrecht er-
halten werden, wenn den ersteren auch Tentakeln und Nesselwarzen
fehlen, wegen der Uebereinstimmung im radiären Bau und im Canal-
system. Jedenfalls sind die Ahnen der Spongien mindestens zwei-
blättrig und radiär gewesen; sie hatten Mundöffnung und Magen-
raum, von dem Gastralcanäle verliefen und nach aussen mündeten.
Solche Geschöpfe müssen für Coelenteraten erklärt werden.
Cox (32) und Lendenfeld (116. 117) berichten über die Nessel-
zellen der Coelenteraten. Letzterer stellt die zerstreuten Beobachtungen
über die Natur der Nesselzellen zusammen. Die Nesselzellen ent-
stehen im Subepithelialgewebe, dem secundären Mesoderm, rücken
zum Theil an die Oberfläche, während ein anderer Theil als Reserve
in der Tiefe bleibt. An der Oberfläche liegen sie entweder zwischen
Epithelzellen oder durchbohren auch solche. Man unterscheidet
hohe und niedrige Cnidoblasten je nach der Höhe des umgebenden
Epithels. Erstere sind complicirter gebaut, letztere durchbohren
zuweilen in ganzen (iruppen eine einzige Plattenzelle. Den grossen
Nesselkapseln dient ein contractiler Muskelstiel als Stütze, der von
einem Nervenfaden begleitet wird. Dieser steht mit den Ganglien-
1)2 Dl'- E. Vanhöffen: Jaluesbericht für 1884—1887
Zellen des Siibepithels in Verl^indiing und macht die Entladung der
Nesselzellen von dem Willen des Thiers abhängig. Die Nesselkapsel
selbst liegt von dünnem Protoplasmamantel umgeben in einer Zelle
mit schräg gestelltem Fortsatz dem Cnidocil. Von diesem soll ein
Faden, bis zum Kern der Nesselzelle, Cnidoblast sich hinziehen. In
der Nesselkapsel liegt der Nesselfaden aufgerollt, nach dem Ende
verdünnt, in seiner ganzen Länge Widerhaken tragend. Die Wirkung
besteht darin, dass eine giftige Flüssigkeit, die die Kapsel anfüllt,
durch den ausgestülpten röhrenartigen Nesselfaden austritt. Die
Entladung der Nesselkapsel erfolgt durch einen Druck auf das
Cnidocil, wobei der Plasmamantel sich contrahirt, so dass die offene
Nesselkapsel comprimirt wird und den Nesselfaden hervorstülpt. Ein
von dem Willen des Thiers abhängiger Nervenreiz kann jedoch diese
Reflexaction verhindern.
Engelmanii (37) hält, gestützt auf die Untersuchungen Chun's
über den Sinneskörper der Ctenophoren, wo bei schräger Stellung
ein stärkerer Druck des Kalkkörpers auf eine der 4 Federn die
Ruderplättchen zu schnellerem Schlagen veranlasst, die als Utolithen
bezeichneten Kalkkörper allgemein für Apparate, die die Erhaltung
des Körpergleichgewichts vermitteln.
Haniaiiii (62) constatirt bei sämmtlichen Typen des Thierreichs
das Vorkommen von Urkeimzellen d.h. indifferenter Zellen, die sich
später entweder zu Samen- oder Eizellen entwickeln. Bei Coelen-
teraten wurden Urkeimzellen von Weismann bei Hydromedusen und
von Metschnikoff bei Cunina beobachtet. Zwischen allen Urkeim-
zellen herrscht merkwürdige Gleichmässigkeit, so dass solche von
einer Gephyree nicht von denen eines Echinodermen oder einer
Cunina zu unterscheiden sind.
Experimentelle Untersuchungen über den Wasseraustritt aus
der Gallertscheibe der Medusen wurden von Kriikeuberg (87) an-
gestellt. Die Flüssigkeit in der Gallertscheibe der Medusen weist
grosse Uebereinstimmung mit dem umgebenden Meerwasser auf, nur
in salzarmen Meeren stellt sich der Salzgehalt des Gallertwassers
verhältnissmässig viel höher als bei Medusen, die in salzreichem
Wasser leben. Das Wasser der Medusengallerte wird durch Re-
sorption aufgenommen; Difiusionsvorgänge sind ausgeschlossen, weil
es nicht gelang, die ausgetretene Flüssigkeit künstlich in das Ge-
webe hinein zu pumpen. Ob dagegen der Wasseraustritt bei Me-
dusen unter Anwendung von Chemikalien oder beim Liegenlassen
im Trocknen ein Exsudationsvorgang oder rein mechanischer Wasser-
verlust ist, war nicht zu entscheiden.
Colasanti (31) untersucht den blauen Farbstofl' bei Rhizostoma
Cuvieri, Cassiopeia borbonica, Velella Spirans, Porpita mediterranea
und Physalia pelagica. Das blaue Pigment besteht aus feinen
Körnchen, gebildet im Cellularprotoplasma der Epidermoidalzellen,
ist löslich in kaltem destillirtem Wasser, wird bei 50^ salmroth und
verschwindet bei Siedehitze. Die Lösung giebt 3 deutliche Ab-
über die Coelenteraten mit Aus?;chluss d. Spongien und Anthnzoen. 93
sorptionsspectren, das dunkelste in der orangegelben, das hellere in
der gelbgrünen und das dritte etwas verschwommene in der grün-
blauen Zone des Sonnenspectrums. Essigsaures Kalium verhindert
Fäulniss der Lösung, ohne die Farbe derselben zu ändern. Zer-
quetschte Gewebe verlieren den Farbstoff nicht, auch wenn das
Präparat trocknet. Die Lösung zeigt saure Reaction ; Alkohol, Aether,
Chloroform, Schwefelkohlenstofi', Benzin entfärben die Flüssigkeit.
Säuren geben rothe, Alkalien lila, amethystartige Färbung. Das
blaue Pigment der Medusen und Siphonophoren zeigt Eigenschaften,
die den blauen Farbstoifen, welche bei Copepoden (L-enaeus) Salpen,
Stentor, Heliopora und anderen Thieren vorkommen, mehr oder
weniger gemeinschaftlieh sind. Sie nähern sich alle einem einzigen
Farbstoff, für den der Name Zoocyanin vorgeschlagen wird.
Dubois (36) und MeUlola (134) geben kurze Notizen über das
Leuchten des Meeres. Letzterer deutet das Leuchten wie die schönen
Farben der Coelenteraten als warnende Charactere.
Zur Conservirung der Medusen empfiehlt Haacke (59) ein (le-
misch von Alkohol, Glycerin und Seewasser vom specifischen (jewicht
des Seewassers, in welches die Thiere nach der Härtung durch
Chromsäure und dem Auswaschen in Seewasser gebracht werden.
Die Medusen bleiben in diesem (}emisch suspendirt und das Zu-
sammenfallen wird dadurch verhindert. Allmählich werden sie dann
nach Anwendung stärkerer Alkohol-dlycerinlösungen in reinen Alkohol
übergeführt. Leudenfeld (106) theilt den Mitgliedern der Linnean
Society of New South Wales die gebräuchlichen Methoden zur Con-
servirung der Coelenteraten mit.
Von einem Coelenteraten zweifelhnfter systematischer Stellung,
Tetraplatia volitans Busch, giebt Vig'uier (179) eine neue kurze
Beschreibung, in der er die früheren Beobachtungen von Busch,
Krohn und Claus bestätigt. Nur glaubt er die lichtbrechenden
Körper in den Flügeln nicht als Otolithen auffassen zu dürfen. Die-
selben haben keine sechsseitig prismatische Form, sondern gleichen
einem Pilz mit dickem Hut und kurzem unten abgerundeten Stiel.
Nervenfassern iind Ganglienzellen in Verbindung mit ihnen konnten
ebensowenig wie von den früheren Forschern nachgewiesen werden.
Ausserdem wird der lichtbrechende Körper nicht in Essigsäure auf-
gelöst, sondern nur wie auch die umgebende Substanz gebräunt,
unter Beibehaltung von Form und Grösse. Einmal sah V. ihn im
Dunkeln mit lebhaft blauem Licht glänzen. Aus diesen Gründen
entspricht der lichtbrechende Körper nicht den Otolithen der Hydro-
medusen und somit fällt der wesentlichste Grund fort, Tetraplatia
zu diesen Thieren zu stellen. Viguier betrachtet das Thier mit Claus
als Vertreter eines besonderen Coelenteratentypus.
Neue Beiträge zur Kenntniss der Coelenteratenfauna.
Kückenthal und Weisseiiboru (88) zählen von der Westküste
Norwegens 7 Hydroidpolypen, 2 Medusen und einige Ctenophoren
94 Dl'. E. Vanhöffen: Juhresbericlit fiir 1884—1887
auf. Heiiseu (67) beobachtete bei der Bestimmung des Planctons
in der Ostsee Cydippe pileus in reichlicher Menge, Beroe wurde nur
einmal von Moebius gefunden. In der Nordsee waren Cydippe wie
Beroe häufig, ebenso an der schottischen Küste des Oceans. Im
offenen Ocean dagegen fehlten beide vollständig. H. vermuthet, da
andere Gründe das Fehlen nicht erklären, dass vielleicht ein Latenz-
stadium die Ctenophoren an die Küste bindet. Ferner wurden im
Ocean keine grösseren Quallen angetroffen, während in der Nordsee
fast überall Aurelia und Cyanea erschienen. Kleine Quallen sind
selten in der Ostsee ; Am zahlreichsten fanden sich Sarsien im Februar
und März, doch verschwanden sie schon im Juni. Im Ocean wurde
eine recht bedeutende Anhäufung kleiner Quallen beobachtet, deren
Hauptmasse Aglantha digitalis bildete. Von Siphonophoren kam
Physophora borealis in nicht sehr bedeutender Menge vor, häufiger
waren Diphyes truncata und Arachnitis albida, von denen die erstere
ziemlich tief, tiefer als Arachnitis herabzusteigen scheint.
Haddou (61) giebt einen vorläufigen Bericht über die Fauna
der Dublin Bay, in welchem er mit genauer Angabe der Fundorte
und Notizen über die Nomenclatur der Polypen 10 Gymnoblasten
und 7 Calyptoblasten aufführt, ferner 9 8pecies von Cras-
pedoten Medusen, von denen Sarsia Pattersoni neu ist, 2 Acraspeden:
Aurelia Aurita und Rhizostoma octopus und 5 Siphonophoren. In
gleicher Weise berichtet Clubb (30) über die Fauna der liiverpool
Bay. Dort wurden 11 Craspedote Medusen gefunden, von denen
Bougainvillea britannica Forbes, Thaumantias octona Forbes, Th.
Thompsoni Forbes, Th, hemispliaerica Müller u. Th. lucida Forbes
neu für die LocaUtät sind, 4 Acalephen, Aurelia aurita, Chrysaora
hysoscella, Cyanea capillata und Rhizostoma pulmo. Von Siphono-
phoren soll nur einmal Physalia pelagica in zahlreichen Stücken
beobachtet sein. Von Ctenophoren kommt Pleurobrachia pileus,
pomiformis, Beroe ovatus und Bolina hibernica vor.
Yau Rees ( 1 60) nennt als Coelenteraten der Oosterschelde 1 7Hydroid-
polypen, o craspedote Medusen: Obelia sphaerulina, Phialidium varia-
bile und Tiara plicata, 3 Acalephen: Rhizostoma Cuvieri, Chrysaora
hysoscella und Aurelia aurita und eine Ctenophore: Pleurobrachia
pileus.
Monaco (152) traf bei der zweiten Expedition der Hirondelle
zahlreiche Bänke von Medusen (Pelagia noctiluca) unter 49° 49'
N. Br. und 19° 4S' W. L. , die in mehreren Nächten vom Schiff
durchschnitten wurden, während am Tage sich nur einzelne Exemplare
sehen Hessen. Wie auch andere Thiere, die in der Nacht regelmässig
an der Oberfläche, am Tage aber erst in einer Tiefe von 30 Metern
sich fanden, scheinen demnach die Pelagien das Sonnenlicht zu
meiden. Phosphorescenz zeigten die Pelagien nur, wenn durch die
Bewegung des Schifts ihre untere Seite nach oben gekehrt wurde.
Moebius (142) zählt die auf einer Fahrt von Kiel bis jenseits
der Hebriden angetroffenen Coelenteratenspecies auf, nebst Angabe
über die Coelcnteraten mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoen. 95
über Verbreitung derselben und Hinweis auf die betreffende Litteratur.
Bei einigen Arten wird auch eine kurze Beschreibung gegeben. Es
wurden gefunden: Pleürobrachia pileus Fabr., Beroe ovata Eschsch,,
Globiceps tiarella Ayres, Euphysa aurata Forbes, Amphinema Titania
Gosse, Tiara octoiia Forbes, Dysmorphosa carnea Sars, Margeiis
ramosa L, Thaumantius hemisphaerica Gron, Laodiee cruciata Forskai,
Eucopium quadratum Forbes, Obelia plana Sars, Agiantha digitalis
0. F. Müller, Physophora borealis M. Sars, Diphyes truncata M. Sars.
Carus (22) beschreibt im Prodromus Faunae Mediterraneae
94 Hydroidpolypen (30 Gymnotoka, 69 Skenotoka) 103 craspedote
Medusen, 36 Siphonophoren, 17 Acalephen und 17 Ctenophoren.
Orcieffe (53) giebt eine Übersicht der Coelenteratenfauna des Golfs
von Triest, in der mit Angaben über Fundort und Zeit des Erscheinens
und der Fortpflanzung 9 Arten von Acalephen, 60 Arten Hydroid-
polypen und Craspedote Medusen, 6 Siphonophoren und 5 Cteno-
phoren aufgezählt werden.
Die Fauna des ganzen Adriatischen Meeres, soweit sie Coelen-
teraten betrifft, besteht nach Stossicli (166) aus 6 Ctenophoren,
9 Acalephen, 6 Siphonophoren, 89 Craspedoten Medusen und Hydroid-
polypen, von denen Fundorte und Synonyme mitgetheilt werden.
Götte (51) giebt ein Verzeichniss der von Sander auf 8. M. S.
,, Prinz Adalbert" gesammelten Medusen. 9 Hydromedusen mit den
neuen Arten Irenopsis hexanemalis und Glossocodon Haeckelii von
Zanzibar werden erwähnt nebst einer genauen Beschreibung beider
wie auch von Spirocodon saltatrix Haeckel. Die neue Gattung Irenopsis
unterscheidet sich von der nächstverwandten Irene durch 6 Radial-
canäle, da bei letzterer nur 4 vorhanden sind. Von den 10 Scypho-
medusen sind Sanderia malayensis und wahrscheinlich eine Crossostoma
neue Formen. Das Genus Sanderia gehört zu den Pelagiden und
ist ausgezeichnet durch 16 Tentakeln, 16 Sinneskolben, 32 Rand-
lappen und rudimentäre Mundarme. Von Dactylometra quinquecirrha
Agassiz wurde eine Varietät D. quinquecirrha var. pacifica gefunden,
die sich von der typischen Form nur durch untereinander gleich
lange Tentakeln unterscheidet. Pelagia dentieulata Brandt wird als
Varietät von P. tlaveola Eschsch. erkannt, da Uebergänge zwischen
beiden Arten beobachtet wurden.
Bei einer Reparatur an den Kabeln der Kap Verdischen Inseln
und von Madeira sammelte Bischop 11 Hydroidpolypen und 9
Stylasteriden, von denen (^uelcli (158) nach getrockneten Exemplaren
eine Beschreibung liefert Die neuen Arten darunter sind: Zygophylax
profunda, Plumularia variabilis, P. delicatula, Antennularia irregularis,
A. profunda, Distichopora granulosa, D. conferta, D. ochracea. Die
neue Gattung Zygophylax gleicht am meisten Lafoea und Halecium,
unterscheidet sich von ihnen jedoch durch ein Paar Nematophoren
an der Basis der Hydrotheca. Ausserdem werden als bisher un-
bekannt die Gonotheken von Streptocaulus pulcherrimus beschrieben,
die verlängert birnförmio- sind mit sub(n'aler, subterminaler Mündunsc
90 Dr. E. Van hoffen: Jalnoshericht für 1884—1887
und auf besonderen gegliederten Anhängen der Hydrocladien sitzen,
je eine auf einem Glied des Anhangs. Seine Plumularia delicatula
tauft Quelch (159j dann in P. annuligera um, weil der erstere
Name schon von Bale vergeben war.
Fewkes (42) zählt aus dem Cariben Meere und dem Golfstrom
5 Medusen und 4 Siphonophoren mit Angabe der Fundorte auf,
erwähnt das Vorkommen eines 9. Mundarmes bei Cassiopeia frondosa
und beschreibt die Schwimmglocken von Abyla trigona. Aus dem
Golfstrom erwähnt Fewkes (43) 11 Acraspede Medusen mit den
neuen Arten Periphylla humilis, AtoUa Bairdii, A. Verillii, Nau-
phantopsis Diomedeae, Ephyroides rotaformis, die er eingehend be-
schreibt. Neue Genera sind Nauphantopsis und Ephyroides. Nau-
phantopsis unterscheidet sich von der ihr sehr ähnlichen Nauphanta
dadurch, dass je o Tentakeln zwischen '2 Randkörpern liegen, nicht
je ein Tentakel mit einem Randkörper abwechselt, wie es bei Nau-
phanta der Fall ist. Jene hat ausserdem 32 Randlappen und
Radialfurchen der Corona, während bei dieser nur IG von beiden
auftreten. Ephyroides wird characterisirt durch 16 — 32 abgerundete
stark hervortretende Radialrippen auf der Peripherie der Exumbrella,
die mit ebensoviel Randlappen alterniren. Diese Wülste erinnern
an die Pedalien der Periphylliden und Collaspiden, sind jedoch
weniger breit, so dass sie einander nicht berühren. Ferner
werden 10 Species von Craspedoten Medusen erwähnt, darunter
die neuen Arten Solmaris incisa, Polycanna americana und
Mesonema P)airdii und 17 Siphonophoren. Unter diesen fanden sich
zwei neue Gattungen: Pterophysa, Rhizophyside, deren Polypen mit
flügelartigen Längsleisten ausgestattet sind, und Angelopsis, dem von
[jcsson abgebildeten, dann verschollenen Genus Angela ähnlich, die
einen Uebergang von den Physophoriden zu den Physalien bildet.
Die neuen Arten heissen Rhizophysa uvaria, Pterophysa grandis und
Angelopsis globosa.
Waguer (182) untersucht die Polypen und Medusen des weissen
Meeres. Bei Laomedea geniculata wurde, ähnlich der von Meresch-
kowsky bei Obelia flabellata entdeckten Vermehrung durch Ab-
sclmürung der Theile des Coenosark, Absonderung der Enden der
Hydroidzweige beobachtet. Wahrscheinlich wachsen aus diesen Enden
neue Hydroidcolonien hervor. Dieser Trennungsprozess wird der
Vermehrung durch Knospung gleichgestellt.
Auf Schalen von Buccinum umbellatum wurden dann Hydroid-
polypen beobachtet, die mit gewissem Vorbehalt als Hydractinia
echinata bestimmt wurden. Gynaecophoren fehlten denselben. Die
satten Individuen hatten die Form der Polypen von Hydractinia, die
hungrigen dagegen erschienen als rosettenförmige Hydranten auf
sehr langen Stielen, abweichend von den bei Hydractinia beschriebenen.
Oorhiza borealis, zuerst nach Wagner'schen Zeichnungen von Meresch-
kowsky abgebildet, wird genauer beschrieben. Seinen Namen erhielt
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien uud Anthozoeii. 97
der Polyp von den auf der Hydrorhiza sitzenden Gynaecoplioren, die,
in Gruppen geordnet, von herumstehenden langen, dünnen Stacheln
geschützt werden. Sonst ist der Polyp Hydractinia sehr ähnlich,
besitzt jedoch längere und nur halb so viele Tentakeln. Bei Hydractinia
wie bei Oorhiza wurde bemerkt, dass das Ectoderm der Tentakel
Sarkodefortsätze entsenden kann, eine Beobachtung Mereschkowsky's
bestätigend. Ferner wurden von Craspedoten Medusen Lizzia blon-
dina Forb., Bongainvillea superciliaris L. Ag. , Plotocnide borealis
n. g. Circe kamtschatica Brandt, Sarsia tubulosa Less., Tiara pileata
L. Ag., Aegionopsis Laurentii Brandt, Staurophora laciniata A. Ag.
und die beiden Acraspeden Medusen Aurelia aurita und Cyanea arctica
gefunden. Die neue Art Plotocnide borealis, nur in 1 Exemplar
während 3 Jahren erbeutet, ist dem Syndiction reticulatum ähnlich,
war mit unreifem Hoden ausgestattet, farblos und zeigte zahlreiche
Gruppen von 5—7 Nesselzellen auf der Exumbrella. Augenfleckeu
fehlen. Die 4 Tentakeln endigen mit sehr erweiterten Nesselköpfchen,
während die keulenförmigen Fangfäden von Syndiction mit Nessel-
warzen bedeckte Höckerchen tragen.
An spiralförmig aus der Exumbrella herausgeschnittenen Streifen
von Aurelia wurden die Untersuchungen von Romanes wiederholt,
doch fanden seine Beobachtungen keine Bestätigung. Bei der Reizung
solcher Streifen zeigte sich nur Erregung längs des Schirmrandes,
nicht in den übrigen Theilen derselben.
Ratlibuii (159 a.) erwähnt die häufigsten nordamerikanischen
Medusen, Siphonophoren etc., welche durch ihre Masse die Netze
verstopfen und dann Beschädigungen derselben durch Wellen her-
beiführen.
Hydromedusen.
Bourne (15) referirt über die Untersuchungen Weismanns, be-
treffend die Sexualzellen der Hydroidpolypen und Weismann (183)
fasst seine Resultate selbst folgendermassen zusammen: Die Keim-
zellen der Hydromedusen stammen von Ectodermzellen ab. Ihre
ursprüngliche Keimstätte ist das Ectoderm des Medusenmanubriums ;
später verschob sich die Keimstätte theils in centripetaler Richtung,
wodurch eine Beschleunigung der Geschlechtsreife erzielt wird, theils
wie bei manchen Medusen in centrifugaler Richtung. Die Ver-
schiebung der Keimstätte erfolgt in mehreren Stadien. Vom Manu-
brium rückt sie in den Glockenkern, dann in die Seitenwand der
Gonophorenknospe, von dort in die Wand des Polypen, der den
Brutsack, Blastostyl, bildet, dann in den Seitenpolypen, der das
Blastostyl hervorbringt und endlich noch weiter zurück (bei Euden-
drium) bis in den Hauptpolypen, wo der Seitenpolyp entspringt.
In jeder Ontogenese wandern die Keimzellen von der heutigen Keim-
stätte nach der ursprünglichen, dem Ectoderm des Manubriums
zurück, so dass eine Verschiebung der Reifungsstätte nicht ein-
Aich. f. Naturgescli. Jahrg. 1888. Bd. IL H. 3. 7
98 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
tritt. Sobald Verlagerung der Keimzellen ins Entoderm stattfindet,
erfolgt dieselbe in jeder einzelnen Ontogenese.
Die Arbeiten Weismanns werden ergänzt dnrch die Unter-
suchungen von Ishikawa und Thallwitz.
Ishikawa (74) beobachtete auf Schnitten durch den untersten
Theil des Köpfchens eines Blastostyls von Eudendrium racemosum
Urkeimzellen im Ectoderm neben solchen im Entoderm und bestätigt
dadurch die Annahme Weismanns, dass auch die männlichen Keim-
zellen von Eudendrium racemosum im Ectoderm gebildet werden
und erst später ins Entoderm einwandern.
Tliallwitz (167) untersucht die männlichen Keimzellen von
Campanularia flexuosa, Opercularella lacerata, Pennaria Cavolini,
Clava squamata, Tubularia mesembryanthemum, Podocoryne carnea,
Sertularella polyzonias, Plumularia echinulata, Gonothyraea Loveni,
Cladocoryne fioccosa, Eudendrium capillare und Hydractinia echinata.
Auch er bestätigt die Angaben Weismanns über Entstehung und
Wanderung der Keimzellen. Entodermale Entstehung dersellien wurde
bei Gonothyraea Lovpni, Hydractinia echinata und Opercularella
lacerata constatirt. Ueber die Spermatogenese der Hydroidpolypen
wird Folgendes angegeben. Nachdem die primären Spermatoblasten
sich aus den Keimzellen differenzirt haben, vermehren sie sich eine
Zeit lang, ohne an Grösse wesentlich abzunehmen. Nur ganz all-
mählich werden sie kleiner, bleiben im übrigen dabei protoplasma-
reich mit deutlich umgrenzten Kern und Kernkörperchen. Plötzlich
verändern sie sich jedoch, indem der Kern Protoplasmasubstanz auf-
nimmt, so dass das Kernkörperchen unsichtbar wird, während das
den Kern umgebende Protoplasma der Keimzelle sich verringert und
seine Tinctionsfähigkeit verliert. Gleichzeitig entstehen durch in-
directe Kerntheilung auffallend kleinere Zellen die eigentlichen Samen-
bildner. Für die Annahme eines andern Kerntheilungsmodus als
durch indirecte Kerntheilung fehlen Beweise. Aus diesen kleinen
Samenbildnern entstehen die Spermatozoen durch Umbildung der
Kerne zu Köpfen und Streckung des Protoplasmas zu Schwanzfäden.
Die Gestalt der Spermatozoenköpfchen ist verschieden. Stabförmig
sind dieselben bei Sertularella, seitlich eingeschürt bei Campanularia,
birnförmig bei Clava und Tubularia. Die Spermatozoen und kleinen
Spermatoblasten zeigen fast immer bestinmite Anordnung in Ketten
oder regelmässigen Gruppen. An der Peripherie reift der Hoden
am frühesten und die Köpfchen sind häufig der Peripherie des Hodens
zugewendet. Bei Sertularella sind sie um die Maschen eines Stroma's
gruppirt, bei Campanularia werden die Samenzellen durch strahlen-
artige Fortsätze der Stützlamelle in Gruppen getheilt, und bei Cory-
dendrium wird solche Gruppirung durch tiefe Einsenkung des Epi-
thels erreicht. Im Hoden von Clava wurden die schon von Weismann
beobachteten Nesselzellen constatirt.
Hartlaub (63) verfolgt an zwei neuen Arten von Obelia aus
der Nordsee bei Helgoland, 0. Adelungi und 0. helgolandica die
über die Coelenterateu mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoen. 99
Entstehung der Geschlechtszellen. Die weiblichen Geschlechtsproducte
entstehen im Ectoderm des Manubriums, wandern längs den Radial-
canälen nach aussen und bilden an der Subumbrella die Gonaden,
wo die jungen Eier stets im Entoderm liegen, während eine Anzahl
zur Reifung ins Ectoderm tritt. Ebenso findet bei den Männchen
Keimzellendifferenzü"ung am Grunde des Manubriums statt, eventuell
im proximalen Drittel des Radialcanals, von wo die Samenkeim^ellen
wahrscheinlich in die Gonaden einwandern. Der phyletisch ursprüng-
liche Platz der Reifungsstätte der Keimzellen ist demnach das Ecto-
derm des Manubriums.
Keller (76) beschreibt eine erwachsene neue Meduse, Orchistoma
agariciforme aus dem Golf von Neapel nebst einem Jugendstadium.
Dieses beweist, dass die Entwicklung mit Metamorphose verbunden
ist, indem das Thier ein Aequoridenstadium durchmacht, welches
durch Vermehrung der Radialcanäle, Rückbildung des Magenraums,
Ausbildung des mächtigen Magenstiels und der Gonaden geschlechts-
reif wird. Das erwachsene Thier ist 20 mm breit, 10 mm hoch und
glashell. Am langen Magenstiel sitzen 7 Mundlappen, ferner die
Gonaden als 20 längliche Wülste, dicht über den Mundlappen am
Ende von ebenso\4el Radialcanälen. 20 Tentakeln sind vorhanden.
Zwischen je zwei von diesen liegen 6 — 8 Girren und ca. 20 Ocellen.
Das Velum ist massig entwickelt.
Metsclinikoff (134) giebt einen historischen Ueberblick über die
Fortschritte der Embryologie der Medusen von Cavolini bis Agassiz,
Kowalewski und Götte, wobei ausführlich über die Beobachtungen
Kowalewski's, betreffend Coelenterateu (Mitth. d. k. Gesellschaft der
Liebhaber der Naturlehre, Anthropologie und Ethnographie) referirt
wird, die russisch geschrieben und daher wenig gekannt war und
schildert dann die vollständige Entwicklung von Tiara pileata A. Ag.,
Oceania armata Köll., Rathkea fasciculata Haeckel, Laodice cruciata
L. Ag., Clytia flavidula Metschn., Clytia viridicans Metschn., Octorchis
Gegenbauri Haeckel, Aglaura hemistoma, Liriope mucronata Geg.
Geryonia proboscidalis Eschsch., Polyxenia leucostyla Will, Aeginopsis
mediterranea J. Müller, Nausithoe marginata Köll. uad Pelagia nocti-
luca, während von Obelia polystyla All., Tima pellucida Geg., Aequorea
Forskalii, Rhopalonema velatum Geg., Polyxenia albescens und Aurelia
aurita nur einzelne Entwicklungsstadien beschrieben werden.
Die Eier der untersuchten Medusen und Hydroidpolypen sind
vollkommen rund, mit Ausnahme von Eudendrium mit birnförmigen
Eiern. Die Grösse derselben schwankt zwischen 0,024 mm (Cunina
proboscidea) und 1,5 mm (Polyxenia albescens). Sie ist oft bei nahe
verwandten Medusen sehr verschieden. So hat Geryonia proboscidahs
doppelt so grosse Eier wie Liriope mucronata und die Eier von
Clytia flavidula sind grösser als die der kleineren Clytia viridicans.
Die meisten Meduseneier sind durchsichtig und farblos; undurch-
sichtig waren sie bei Oceania armata (gelblich weiss), Rathkea fas-
7*
100 Dr. E. Vanhöffeu: Jahresbericlit für 1884-1887
ciculata (milchweiss), Pelagia noctiluca (bräunlicli violett), Nausithoe
punctata (weiss, bräunlich, violett) Nausithoe marginata (citronengelb).
Die Eier der Hydroidpolypen sind dagegen meist gefärbt, weiss
und braun bei Plunmlaria, röthlich oder orange bei Eudendrium,
durchsichtig nur bei Tubularia. Während die übrigen Eier im
Wasser untersinken, bleiben diejenigen von Rhopalonema velatum
suspendirt. Das Ablegen der Eier — durch Dehiseenz der Ovarien
— geschieht bei jeder Art zu bestimmter Stunde und zwar wird die
ganze Zeit von Sonnenaufgang bis Abend dazu benutzt; Nachts
werden keine Eier abgelegt.
Nach Abstossung der Richtungskörper, die wirkliche Zellen mit
Kern sind (Nausithoe) und von denen 1 bei Mitrocoma Annae., 2 bei
Clytia flavidula und Nausithoe marginata, 3 bei Laodice cruciata
und Rathkea fasciculata beobachtet wurden, sind die Meduseneier
befinichtungsfähig. Die Eier der Craspedoten sind im allgemeinen
nackt, bei Geryonia und Rathkea tritt eine Schleimhülle auf. Auch
bei Nausithoe wurde eine solche gefunden, die noch mit Nessel-
kapseln versehen war. Die Eier von Pelagia und Aurelia haben
eine dünnere structurlose Membran. Ecto- und Endoplasma ist bei
den verschiedenen Arten mehr oder weniger deutlich geschieden.
Der Eikern ist entweder dem Ectoplasma eingebettet oder liegt nur
zum Theil in diesem zum Theil im Endoplasma als scharf contou-
rirtes wasserklares Bläschen von runder, ovaler oder birnförmiger
Gestalt.
Hydroidpolypen haben ebenfalls meist nackte Eier, deren Proto-
plasma zahlreiche feine undurchsichtige Dotterkörnchen enthält. Bei
Eudendrium ist das Endoplasma, gröbere, rothgefärbte Dotterkugeln
enthaltend, deutlicli vom Exoplasma geschieden. Die Eizelle wächst
meist durch Assimilation, bei Tubularia ausnahmsweise durch actives
Auffressen benachbarter Zellen, ähnlich wie bei Hydra.
Die Befruchtung wurde bei Mitrocoma beobachtet. Im Ectoplasma
zunächst dem Eikern bildet sich eine uhrgiasförmige Vertiefung,
die sich wieder ausgleicht, nachdem das Samenkörperchen durch
dieselbe eingedrungen ist. Active Protoplasmabewegungen sind vor-
handen, wegen des Auftretens amoeboider Fortsätze, die noch nach
Ausgleich der Vertiefung einige Zeit bestehen. Nach den Ermittelungen
an Medusen findet die Behauptung 0. Hertwigs, dass Eikern und
Spermakern das Idioplasma Naegeli's darstellen, keine Bestätigung.
Die erste Furche entsteht — mit Ausnahme von Aeginopsis
mediterranea, wo sie ringartig, allseitig auftritt — am oberen Eipole
und liegt meridional oder genauer sagittal. Die zweite Furche steht
senkrecht dazu, ebenfalls meridional und wird als frontale bezeichnet.
Während der Furchung tritt häufig eine Verschiebung der Blasto-
meren auf, die anscheinend zwecklos, aber constant und regelmässig
ist. Bei Polyxenia leucostyla wurden zwei grössere und zwei kleinere
Blastomeren neben regulär gefurchten Eiern beobachtet. Die dritte
Furche ist aequatorial. Unter den 8 Blastomeren kamen auch 4
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoen. 101
kleinere auf 4 grösseren bei Aequorea Forskalii, Nausithoe marginata
und Aglaura hemistoma vor. In dem 8 zelligen Stadium tritt dann
die Furchungshöhle auf. In gleicher Weise vollzielit sich die Furchung
auch hei Hydroidpolypen, doch findet sich bei vielen von ihnen regel-
lose Gruppirung der Blastomeren.
Directe Einwirkung der Schwere auf die Furchung der Eier
wird in Abrede gestellt. Da dieselbe Art der Furchung auch bei
holoblastischen Wirbel thiereu, Amphioxus und Frosch, Echinodermeu,
Würmern, Nemertinen, Bryozoen, Seeplanarien und Hirudineen, vielen
Mollusken, Pteropoden, Heteropoden, Fusus, Planorbis etc. vorkommt,
so wird sie als ursprüngliche für die Metazoen überhaupt in Anspruch
genommen.
Die vierte Furche tritt ziemlich unregelmässig auf, entweder
meridional, aequatorial oder in Ebenen, die zwischen beiden Richtungen
liegen. Doch ist bei allen Medusen mit Ausnahme von Oceania armata
noch gewisse Regelmässigkeit in der Anordnung der 16 Blastomeren
zu erkennen und dort, wo durch anscheinend inaequale Furchung
grössere und kleinere Blastomeren entstanden, gleichen sich diese
Unterschiede durch frühere Theilung der ersteren aus.
Bei Oceaniden, Tiara leucostyla und Rathkea fasciculata ver-
längert sich die Blastula zum ovalen Embryo, der Geissein erhält.
Mit der Fortbewegung streckt sich der Embryo noch mehr, die
Furchungshöhle wird kleiner und Entodermbildung beginnt durch
Einwanderung einzelner Blastodermzellen in die Furchungshöhle.
Oceania armata entwickelt sich unregelmässig weiter und die Em-
bryonen nehmen oft abenteuerliche Gestalt an, indem sie sich durch
Theilung vermehren. Allmählich erst erlangen die Embryonen, von
denen nun grössere und kleinere existieren, die zungenförmige
Planulaform und ein Wimperkleid.
Bei Campanulariden hört mit der sechsten Furche die frühere
Regelmässigkeit auf und nach weiterer Theilung der Zellen streckt
sich der Embryo und beginnt mit langen Geissein umherzuschwimmen.
Bei Mitrocoma Annae wurde eine Verschmelzung von 2 — 3 Blastulae
beobachtet. Poren, die an der Blastulawand auftreten, sind nicht
als Mundöffnungen, sondern als Ausdruck der Formveränderungen
von Zellen, namentlich beim Anschicken zur Theilung aufzufassen.
Die Entodermbildung beginnt mit Einwanderung einzelner Zellen
vom verdickten unteren Ende des Embryos, wobei keine Zelltheilung
stattfindet. Der hintere Pol von Laodice cruciata ist heller gefärbt
und zeigt zuweilen eine seichte Einbuchtung, die jedoch bei weiterer
Verdickung des Pols noch vor Beginn der Entodermbildung ver-
schwindet, so dass eine Invagination nicht stattfindet.
Das letzte Furchungsstadium der hypogenetischen Formen
repräsentirt die 16 zellige Blastula; dann beginnt die Entoderm-
bildung durch Quertheilung der Blastomeren. Unter Weiterbildung
von Entodermzellen gestaltet sich der Keim zu einer soliden Paren-
102. Dr- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
chymella, die sich in eine Diblastula umwandelt, indem sich die
Entodermzellen zu einer einschichtigen Blase ordnen.
Bei Aglaura hemistoma tritt inaequale Furchung auf, so dass
sich 4 Micromeren und 4 Macromeren finden. Diese theilen sich
dann schnell in kleinere Elemente, bis eine solide Morula entsteht
mit nur wenig in der Grösse differirenden Zellen. Die ventralen
Zellen der Morula werden saftreich und differenziren sich zu Ento-
dermzellen. Diese Entodermbildung wird im Gegensatz zu der der
Geryoniden als secundäre Delamination bezeichnet. Sie tritt auch
bei Rhopalonema velatum auf, deren Morula sich frühzeitig mit
Flimmerhaaren bedeckt, von denen 2 — 3 auf einer Zelle sassen. Die
fettreichen Embryonen dieser Meduse erinnerten stark an ent-
sprechende Stadien bei Siphonophoren.
Bei Aeginiden bildet sich, ohne dass eine gleichzellige Morula
entsteht, aus dem 16 zelligen Stadium das Entoderm. Einige Zellen
rücken unter Vergrösserung des Embryos ins Innere hinein, wobei
sie ihren Ectoplasmaüberzug allmählich verlieren. Auffallende Ver-
schiedenheiten in der Furchung von Polyxenia leucostyla, die fast
bis zur Epibolie führen, deuten an, dass alle die verschiedenen Arten
der Entodermbildung nur Modificationen desselben Typus sind.
Nausithoe punctata bildet trotz inaequaler Furchung durch
schnellere Theilung der grossen Zellen gleich grosse Blastomeren.
Die Blastula verwandelt sich in eine zugespitzt ovale, schwärmende
Larve, deren hinterer Theil gelb gefärbt erscheint, da die dort
liegenden Zellen die gelben Körnchen des Endoplasma auch ins Ecto-
plasma aufnehmen. Diese Zellen ziehen sich nun ins Innere des
Larvenkörpers hinein, wobei eine seichte Einstülpung, Gastrulation,
entsteht. Die Furchungshöhle verschwindet dann, die Invaginations-
höhle erscheint nur wenig entwickelt und der Blastopor schliesst
sich bald vollständig. Bei Pelagia noctiluca findet ebenfalls Invagi-
nation statt. Die Entodermbildung bei Lucernaria erinnert an die
der Aeginiden.
Die meisten Hydroidpolypen haben quasireguläre Furchung
und secundäre Delamination in Verbindung mit einem Morida-
stadium; bei Eudendrium capillare tritt aequale Furchung und primäre
Delamination auf. Es giebt demnach zwei Haupttypen der Ento-
dermbildung: allseitig multipolare und am hintern Larvenende con-
centrirte, hypotrope Entodermbildung. Der erste Typus oifenbart
sich entweder als auf Quertheilung der Blastodermzellen beruhende
oder primäre Delamination (Geryoniden, Eudendrium), als eine all-
seitige oder multipolare Einwanderung (Aeginopsis) , als eine mit
Morulabildung verknüpfte, secundäre Delamination (Aglaura, Rhopa-
lonema, die meisten Hydroidpolypen) oder endlich als gemischte De-
lamination, wobei die Entodermzellen zum Theü durch Quertheilung
oder Einwanderung, oder auch durch nachträgliche Differenzirung
wie bei der secundären Delamination entstehen. (Polyxenia leucostyla).
Die hypotrope Entodermbildung erscheint hauptsächlich als hypotrope
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongieu und Authozoen. 103
Einwanderung (metagenetische Hydromedusen) oder als Invagination
(viele Acraspeden).
Die aus Eiern entstandenen Larven erscheinen bei sämmtlichen
Craspedoten mit Generationswechsel erst als echte Parencliymellen,
in denen ein Spaltraum zum Vorschein kommt, nachdem die centralen
Entodermzellen von den peripherischen aufgefressen sind. Hat die
Larve sich einige Zeit mit Hilfe ihrer Geissein und durch Contractionen
ihres Körpers, da an der Innenfläche der Entodermzellen feine Muskel-
fortsätze sich zu Fibrillen vereinigen, fortbewegt, so setzt sie sich
fest zur Bildung des Jrophosoms. Bei Oceaniden, Laodice und Mitro-
coma verwandelt sich die ganze Larve in die Hydrorhiza, die dann
Hydranthen sprosst oder giebt auch der Hydrorhiza und dem ersten
Hydranthen Ursprung.
Bei Clytia und Obelia- artigen Medusen bildet sich nach dem
Festsetzen eine scheibenförmige Platte mit buchtig gefaltetem Ento-
derm, aus deren Centrum der erste Hydranth hervorsprosst. Wenn
sich die Medusenlarve in solche Platte unter Behaltung der Mus-
culatur verwandelte, so hätte man eine medusenähnliche Form, die
der Hydrorhiza entsprechen würde. Gleiche Entwickelung findet sich
bei Eudendrium, Campanularia, Plumularia und Sertularia.
Von neuen Polypen wurden erzogen: Der Polyp von Tiara
leucostyla als Claviden ähnliche Form, der von Oceania armata eine
echte Clavide, der von Octorchis Gegenbauri als Campanopsis, der
von Mitrocoma Annae und Laodice cruciata als Cuspidella. Der
gleichartige Polyp der beiden letzteren, denen sich noch Tiaropsis
anschliesst, beweist, dass die äussere Aehnlichkeit dieser Medusen
auf systematischer Verwandtschaft beruht. Die Planula von Nausithoe
verwandelt sich in eine rundliche Platte mit wellenförmigen Con-
touren, in deren Mitte ein schornsteinartiger Auswuchs auftritt, der
von cylindrischem Periderm umgeben wird. Am spätesten Stadium
wurden 4 Tentakeln bemerkt. Jedenfalls hat Nausithoe Generations-
wechsel und der Polyp derselben erinnert am meisten an Spongicola
fistularis, bei der Kowalewski Strobilisirung beobachtete.
Bei Geryoniden lagern sich die anfangs ungeordneten Entoderm-
zeUen zu einer blasenförmigen Epithelschicht zusammen, worauf
Gallertausscheidung zwischen beiden Blättern beginnt. An einer
Stelle des Ectoderms erfolgt dann raschere Zelltheilung, so dass eine
Ectodermplatte aus kleineren, dichter beisammen liegenden Zellen
sich bildet. Der centrale Theil derselben plattet sich ab, während
der peripherische sich zu einem Ectodermring verdickt. An diesem
treten die ersten Tentakeln auf, die, unter Erweiterung der Ectoderm-
scheibe, die characteristischen Geissein erhalten, nachdem das Velum
abgegrenzt und der Mund durch Auflösung beider Keimblätter in
der Mitte der Centralscheibe durchgebrochen ist. Haeckels Angaben
über die Geryonidenentwickelung ebenso wie diejenigen von Lan-
kaster, welche annahmen, dass Schirmhöhle und Velum mit Entoderm
bekleidet wären, sind demnach falsch.
104 r>r. E. Vaiihöffen: Jahresbericht für 1884—1887
Die Planula von Aglaura, deren Entoderm einschiclitig ist und
nur aus 14 chordaähnlichen Zellen besteht, erhält am Anfang des
zweiten Entwicklungstages seitliche Hervorragungen in der Nähe des
hinteren Pols, als Anlage der ersten beiden Tentakeln. Dieselben
entstehen durch seitliche Theilung der neunten Entodermzelle. Nach-
dem die Mundöffnung durchgebrochen, treten zwei neue Tentakelpaare
auf und zwischen je zweien dieser neuen Tentakeln legen sich die
ersten beiden Randkörper an. Die Tentakeln erhalten Nesselkapseln
und in den Randkörpern tritt ein Kalkconcrement auf, während die
mit Flimmerhaaren bedeckte Meduse in Spiralwindungen herum-
schwimmt. Der untere Körpertheil derselben ist schwach orange-
farben und die Spitzen der längeren Tentakeln nehmen intensive
Drachenblutfärljung an. Der Medusenkörper plattet sich nun ab,
Tentakel und Randkörper vermehren sich. Der grössere Theil des
Larvenkörpers verwandelt sich in einen Ringwulst und nur der
kleinere dünnwandige Abschnitt wird zur eigentlichen Umbrella. Vom
ringförmigen Rande des Larvenleibes gehen taschenförmig 8 Ecto-
dermeinstülpungen aus, die nach oben wachsend die in 8 Kammern
getheilte Subumbrellarhöhle darstellen. Ein schmales Velum ist
dann schon erkennbar und nachdem noch die Glocke bedeutend ge-
wachsen ist, während der Randsaum zurückbleibt, unterscheidet sich
die junge Meduse — Gegenbaur's Trachynema ciliatum — von der
fertigen Aglaura nur durch geringere Tiefe der Glocke, durch Fehlen
von Magenstiel und 2 Mundlappen und durch geringere Anzahl der
Tentakeln, Differenzen, die bald ausgeglichen werden. Frühere
Beobachtungen über die Hypogenese der Aeginiden und Pelagia
noctiluca erfahren Bestätigung. Die von Kowalewski bei der Larve
der letzteren zwischen Ento- und Ectoderm beobachteten vermeint-
lichen Zellen werden als Niederschlag durch Reagentien erkannt.
Die Eier von Cunina proboscidea wurden, da sie sehr* klein
sind, kaum 0,025 mm erreichen, von früheren Forschern als unreif
nicht berücksichtigt. Weder normal abgelegte Eier, noch solche,
die künstlich befruchtet waren, konnten zur Entwicklung gebracht
werden. Haeckel, der grosse Eier von Cunina rubiginosa beschreibt,
hat wohl sporogonische Entwicklungsstadien als solche gedeutet. Im
Hoden, sowie im Ovarium von C. proboscidea finden sich nämlich
zwischen Samen- und Eizellen amoeboide Zellen, die kleiner als die
Eizellen sind und als neutrale Zellen zur Bildung von Sperma und
Eiern dienen. Diese Zellen wandern, die Stützlamelle durchbrechend,
in's Entoderm der Magentaschen, Peronialcanäle und des Ringcanals
ein. Durch Theilung der Wanderzellen wird dann ein eigenthüm-
licher Entwicklungsprocess, Sporogonie, eingeleitet, welcher mit einer
Vereinigung je zweier Tochterzellen beginnt. Die eine dieser beiden
Zellen umgiebt die andere; die eingeschlossene wird von der um-
gebenden geschützt und ernährt. Zuweilen wurden zwei einge-
schlossene Zellen bemerkt, die wohl durch Theilung der ersten ent-
standen, und bei weiter entwickelten Stadien zeigt sich in der ver-
grösserten Hüllzelle mit grossem Kern ein Zellcomplex von 4 und
über die Coelenteraten mit Aus^sclilnss d. Spongien und Anthozoen. 105
mehr Zellen, deren regelmässige Anordnung auf Entstehung durch
gleichartige Furchung schliessen lässt, wie sie bei Meduseneiern
beobachtet wurde. Nach weiterer Theilung der Zellen entsteht ein
echtes Maulbeerstadium , dessen ZeUen sich wie bei der secundären
Delaniination in zwei Lagen ordnen. Die Embryonen bedecken sich
dann mit Wimperhaaren, lösen sich von der Innenwand der Ento-
dermhöhle des Mutterthiers ab und schwimmen im Ringcanal herum.
Nach Anhäufung von Nesselzellen an zwei oder mehr Stellen des
abgeplatteten Embryos werden dort die Tentakeln angelegt, die ur-
sprünglich hohl sind, und durch Herauswachsen des Entoderms bildet
sich unten die Mundöffnung. Am aboralen Pol können nun durch
Knospung neue zweischichtige Embryonen entstehen, die einzeln vom
Mutterthier abfallen. Scheibenrand und Velum werden als ring-
förmiger Ectodermwall vorgebildet, an dem meist 4, selten 5 — 6 Ten-
takeln sprossen und zwischen diesen letzteren treten in unregel-
mässiger Anzahl Randkörper auf. Nach Ausbildung des Velums erst
geschieht die Absonderung der Schirmgallerte und unter weiterer
Abplattung des Lavvenkörpers und weiterem Wachsthum des Schirni-
randes bildet sich die junge Meduse aus von 5 mm Durchmesser,
die von Cunina proboscidea, dem Mutterthier, auffallend verschieden
ist. Es finden sich 4 kleine Tentakeln und aufi"allendere Randkörper
dazwischen, auf hügelförmigen Erhebungen mit langen Flimmer-
haaren. Das Entoderm bildet einen einfachen abgeplatteten Sack
ohne Magentaschen oder Canäle. Die junge Meduse ist völlig ge-
schlechtsreif und Ovarien wie Hoden sind als ringförmige Ectoderm-
verdickungen der unteren Magenwand angelegt. Sie ist nach dem
Haeckel'schen System eine Solmaride, während das Mutterthier zu
den Cunanthiden gehört. Weiterentwicklung der Eier dieser Meduse
konnte nicht beobachtet werden. Im Entwicklungskreise der Cunina
proboscidea kommen demnach zwei geschlechtliche Generationen vor,
von denen die eine viel complicirter gebaut ist als die andere, eben
beschriebene, die durch Sporogonie entstand.
Bei Cunina rubiginosa, C. Köllikeri und C. parasitica, die in
Geryoniden schmarotzt, ist wol ebenfalls Sporogonie anzunehmen.
Ob solche auch bei C. octonaria Mc Crady aus Turritopsis vor-
kommt, bleibt zweifelhaft. Verf. macht dann darauf aufmerksam,
dass die aborale Knospung der Larven, die verfrühte Geschlechts-
reife, welche die Ausbildung anderer Organe hemmt, die Entwicklung
unreifer Geschlechtszellen als Sporen, abgesehen von den wandernden
Keimzellen bei Hydroiden, nur Analogie bei Trematoden und in der
Paedogenesis der Miastorlarven findet.
Zum Schluss wird zusammenfassend die Lehre von den Keim-
blättern und der Abstammung der Metazoen erörtert, ferner darauf
hingewiesen, dass weder Gastraeatheorie noch Planula und Placula-
theorie mit den neueren Beobachtungen übereinstimmen, haupt-
sächlich weil sie die Entodermbildung durch multipolare Zellein-
wanderung nicht erklären können und dann die Phagocytellatheorie
106 Dr- E. Vanh offen: Jahresbericht für 1884-1887
aufgestellt, eine Modification von Metschnikoffs Parenchymatella-
theorie. Aus einer Protozoencolonie ähnlich der Protospongia Haeckelii
dilTerenzirten sich die oberflächlichen Individuen zum Ectoderm, die
amoeboiden inneren zu einem Phagocytoblast, dessen Zellen Plas-
modien zur Uebervvältigung grösserer Nahnmgskörper bilden konnten.
Aus dem Phagocytoblast differenzirt sich dann Ento- und Mesoderm.
Brooks (18) schildert die Entwicklung von Eutima mira bis
zur Knospung des ersten Polypen. Die birnförmige Planula ist durch-
sichtig und zeigt Entodermbildung durch Delamination. Das schmale
Ende der Planula verlängert sich darauf und stülpt sich ein, wo-
durch dieselbe einer Echinodermenlarve ähnlich wird. Aus der Ein-
stülpung bildet sich eine Kittdrüse, mittelst derer der Embryo sich
festheftet. Durch Ausscheidung des Perisarks verwandelt sich dieser
in eine Hydrorhiza, die den ersten Hydranthen knospt. Die ersten
5 Tentakeln desselben entsprechen den 5 definitiven Radien, wie es
Hamann bei Podocoryne Haeckelii nachwies. Später treten 5 inter-
radiale Tentakeln auf. Als weitere Beispiele radialer Symmetrie mit
5 Parameren werden angeführt: Podocoryne (fulgurans?), Perigonimus
(Stomotoca) apicata und Tubularia cristata. Radiale Symmetrie mit
4 Parameren zeigen Podocoryne Haeckelii, Hydractinia, Cunina octo-
naria, Polyxenia leucostyla, Aeginopsis mediterranea und Liriope.
Dinanema bilateralis von Beaufort hat 22 Tentakel, die in Form
einer Ellipse angeordnet sind.
Brooks (19) beschreibt die Lebensgeschichte von 4 Medusen,
entsprechend den 4 Gruppen der Hydromedusen: einer Narcomeduse
Cunoctantha octonaria, einer Trachomeduse Liriope scutigera, einer
Anthomeduse Turritopsis nutricola und einer Leptomeduse Eu-
tima mira.
1. Cunoctantha octonaria Haeckel. Diejüngste Larve besitzt
zwei sich gegenüberstehende Tentakeln, eine lange Proboscis und
schwimmt mit Hilfe eines Wimperkleides herum. Nachdem zwei
neue Tentakeln ausgebildet, verschwinden die Cilien und es entsteht
eine Hydra mit flachem Körper und sehr langer Proboscis. Die
Hydra hält sich dann mit ihren Tentakeln in der Glocke von Tur-
ritopsis fest, senkt ihren Rüssel in den Mund derselben ein und
lebt dort parasitisch, während an ihrem Körper neue Hydren knospen.
In der Tentakelzone entwickelt sich die Umbrella, und sämmtliche
flydren, so zu Medusen umgebildet, lösen sich ab. Indem die Um-
brella beim freischwimmenden Thier weiter auswächst und die Pro-
boscis sich rückbildet, während Geschlechtsorgane angelegt werden,
entsteht die erwachsene Cunoctantha. Die Beobachtungen von Mc
Crady, dass bei der Entwicklung von Cunoctantha octonaria Parisi-
tismus und Knospung vorkommt, finden volle Bestätigung. Bei den
in Geryoniden schmarotzenden Cuninen kommt dann noch Ge-
nerationswechsel hinzu.
In besonderem Capitel wird dann die Entwicklung der Kenntniss
von der Lebensgeschichte der Narcomedusen geschildert. 1843
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoen. 107
beobachtet Krohn eine Cuninalarve in Geryonia, die er 1861 be-
schreibt. 1851 findet Johannes Müller bewimperte Larven und ältere
Stadien von Aeginopsis mediterranea, woraus er schliesst, dass diese
sich direct aus dem Ei entwickelt. 1852 entdeckt KöUiker junge
Cuninen im Magen einer erwachsenen Cunina (Eurystoma) rubiginosa
und schliesst aus ihrer Aehnlichkeit mit Stenogaster complanatus,
dass es Jugendstadien dieser seien. Gegenbauer findet 1854 bei
Cunina prolifera am Magen Knospen und nimmt Vermehrung durch
Knospung an. 1856 beschreibt Mc Crady die Entwicklung der
Cunina octonaria aus parasitischer Hydra am Magen von Turritopsis
nutricola, die neue Hydren knospt, welche sich säramtlich zu Me-
dusen umwandeln, so dass kein Generationswechsel stattfindet. 1856
wird von Leuckart eine Cuninalarve als Pyxidium truncatum be-
schrieben. 1860 beobachteten Keferstein und Ehlers vermeintliche
Knospung bei Aegineta gemmifera. 1861 entdeckt Fritz Müller am
Magenstiel von Liriope catharinensis Gruppen von Medusenknospen,
aus denen sich Cunina Köllikeri entwickelt und ausserdem im Magen
dieser Cuninaart Larven, die von der erwachsenen verschieden, sind.
Letztere hält er für Knospen im Magen, ungeschlechtliche Ver-
mehrung annehmend, erstere für zufällig als Nahrung in den Magen
gelangt. 1865, Noschin findet am Magenstiel von Geryonia pro-
boscidalis knospenähnliche Larven von Cunina discoidalis Kef. und
Ehlers und nimmt Generationswechsel zwischen Tracho- und Narco-
medusen an. In demselben Jahre beschreibt Haeckel das gleiche
und stellt die Hypothese auf, dass Geryonia auf geschlechtlichem
Wege neue Geryonien, durch Knospung aber Cuninen erzeugt.
Haeckel widmet dann den erwachsenen Geryonien und Cuninen eine
vergleichende Untersuchung und Allman bemüht sich, Haeckels
Hypothese mit der sonstigen Kenntniss der Hydroidpolypen zu ver-
einbaren. 1874 erst weist Metschnikofi" die von J. Müller ver-
muthete, directe Entwicklung von Aegineta (Solmoneta) flavescens
und Aeginopsis (Solmundella) mediterranea nach. Ferner giebt er
einen genauen Bericht über Entwicklung der Cuninenlarven in er-
wachsenen Cuninen, was er als Knospung am Magen auffasst. 1875
beweist Uljanin die parasitische Natur der Cuninalarven im Magen
von Geryonia, doch findet hier echter Generationswechsel statt zum
Unterschied von Cunina octonaria, da allein die Knospen der aus
dem Ei entstandenen Polypen, nicht diese selbst, sich zu Medusen
umbilden. Im gleichen Jahr zeigt auch Schulze, dass kein organischer
Zusammenhang zwischen Geryonia und den Cuninenknospen vor-
handen. 1881 beschreibt Metschnikoff die Entwicklung der in
Carmarina gefundenen Cuninalarve. Der Embryo befestigt sich mit
vom Munde ausgehenden Pseudopodien, erhält Tentakeln und knospt
dann an aboralem Stolo Medusen, so dass wahrer Generationswechsel
stattfindet. 1884 beobachtete Fewkes, Uljanins Befund bestätigend,
Cuninenknospen an der Umbrella und versucht Aehnlichkeit zwischen
den Knospenähren der Cuninen mit Siphonophoren nachzuweisen.
108 Dl'- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884-1887
Bei Narcomedusen wurde demnach beobachtet: 1. Directe Ent-
wicklung: Ei und freie Hydra oder Actinula, die sich zur Meduse
umbiklet, 2. directe Entwicklung, verbunden mit Knospung und
Parasitismus: Ein hydraartiger bewimperter Embryo beginnt para-
sitische Lebensweise an Hydromedusen und erzeugt andere hydra-
ähnliche Polypen, die sich ebenso wie der Mutterpolyp zu Medusen
umbilden und ablösen, 3. Generationswechsel und Parasitismus: Nur
die vom Embryo geknospten Polypen entwickeln sich zu Medusen.
2, Liriope scutigera Mc Crady. Die Speciesdiagnose von
Haeckel wird dahin berichtigt, dass die ümbrella nicht fast sphaerisch,
dassein Zungenkegel vorhanden ist und dass die Geschlechtsorgane nicht
rund sind. Vielmehr unterscheiden diese Meduse die 4 eckigen, fast
bis zum Ringcanal verlaufenden Gonaden mit abgerundeten Ecken
von Liriope catharinensis Müller, wo elliptische Gonaden auftreten.
Auch bildet Müller ein Flagellum am Ende der ersten Radialtentakeln
der jungen Thiere ab, welches bei Liriope scutigera fehlt.
Entgegen den Behauptungen Ray Lankasters, werden die Beob-
achtungen von Fol und Metschnikoff über Entwicklung von Liriope
bestätigt. Nach totaler Furchung entsteht ein sphaerischer Embryo
mit einzelliger Körperwand und Furchungshöhle , worauf durch
Delamination das Entoderm sieh bildet. Zwischen Ecto- und Ento-
derm, die Zellen des ersteren abflachend, legt sich dann die Gallerte
der Ümbrella an. Nach Ausbildung eines Mundfeldes oder Peristoms
mit verdickten Zelllagen erhebt sich der Embryo vom Boden und
schwimmt mit langsamer, gieichmässiger Flimmerbewegung herum.
Daher kommt auch den Geryoniden ein Planulastadium zu, aller-
dings mit weiter entwickelter Verdauungshöhle und ümbrella. In-
dem der Mund durchbricht, erhalten die Zellen des Mundfeldes
Wimpern, zwei gegenüberstehende solide Tentakeln treten auf, denen
zwei andere zwischen ihnen folgen und so entsteht ein hydraartiges
Wesen mit Mund, Peristom, soliden Tentakeln, ohne Schirmhöhle
nur durch Ablagerung von Gallerte zwischen Ento- und Ectoderm
ausgezeichnet, das wahrscheinlich durch Flimmern des Ectoderms
schwimmt. Also fehlt auch den Trachomedusen das Hydrastadium
nicht. Die soliden Tentakeln der Larven, die vorübergehend er-
scheinen, werden als Hydratentakeln gegenüber den späteren hohlen
Medusententakeln bezeichnet. Nachdem vom Mundfelde aus sich
dann Glockenhöhle und Velum angelegt und nachdem die Verdauungs-
höhle sich der engen Kuppel des Schirms angepasst hat, kommen
in den Literradien die Entodermanlagen in Contact und verwachsen
zu 4 schildförmigen Feldern, wodurch Radialcanäle und Ringcanal
vom Centralmagen geschieden werden. Die larvalen, radialen 'J'en-
takeln verschwinden, eine zweite interradiale, ebenfalls noch solide
Gruppe erscheint, die hier auch abgeworfen wird, während sie bei
andern Trachomedusen erhalten bleibt und zuletzt treten die 4 langen,
hohlen Radialtentakeln der erwachsenen Meduse auf.
über die Coelenterateu mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoen. 109
Bei Liriope demnach entstellt aus jedem Ei nur eine Meduse,
Generationswechsel oder ungeschlechtliche Vermehrung fehlt; die
Furchungshöhle wird direct zur Verdauungshöhle und das Entoderm
entsteht durch Delamination. Es lässt sich ein Planula-, Hydra- und
Medusenstadium erkennen, obwohl einige Medusencharactere schon
frühzeitig erscheinen und Hydramerkmale bis ins Medusenstadium
herüber genommen werden.
Brooks macht dann eine Zusammenstellung der Litteratur über
Geryonidenentwicklung. 1856 constatirt Leuckart Metamorphose bei
Gcryoniden, 1857 beschreibt Gegenbaur eine junge Geryonide Eury-
biopsis anisostyla. Fritz Müllers Bericht über Liriope catharinensis
1859 stellt fest, dass Generationswechsel fehlt. 1866 schildert Haeckel
die Entwicklung von Glossocodon eurybia und Carmarina hastata;
1873 erzog Fol Carmarina fungiformis aus dem Ei, indem er zuerst
erkannte, dass die Furchungshöhle zur Verdauungshöhle wird im
Gegensatz zu Haeckel, der aus jener die Subumbrella ableitete.
MetschnikofPs Untersuchungen, 1870 in Villafranca begonnen,
1884 erst veröffentlicht, stimmen im wesentlichen mit denen Fol's
überein. 1874 nach Untersuchungen an Carmarina hastata erinnert
Kowalewski daran, dass die Centralkapsel weder zum Entoderm,
noch zur Subumbrella wird, sondern sich zur Gallertmasse der Glocke
umbildet, während der Verdauungstract später durch Invagination
erscheint. 1882 bestätigt Brooks die Beobachtungen von Fol und
Metschnikoft, 1881 bestätigt auch Metschnikoff nach erneuter Unter-
suchung von Liriope eurybia und Carmarina fungiformis seine früheren
Beobachtungen. Ray Lankaster veröffentlicht dann einen Bericht
über Jugendstadien von Limnocodium und Geryonia, der nach Brooks
nur Theorie ohne Beobachtung enthält.
3. Turritopsis nutricola, Mc Crady. Aus dem Ei entwickelt
sich eine Planula mit einer ectodermalen Einstülpung am hinteren
Ende, die jedoch nach Analogie mit den Embryonen anderer Me-
dusen kein Gastrulamund ist. Sie setzt sich fest, bildet eine Hydro-
rhiza, an der die erste Knospe eines Hydranthen als einfacher Fort-
satz mit Nesselknopf noch ohne Mund beobachtet wurde. Der
erwachsene Polyp mit reifen Medusenknospen gleicht völlig der Den-
droclava Dohrnii Weism., ist 8 — 12 mm hoch, trägt gelblich rothe
Hydranthen, unter denen am Stamm die Medusen knospen. Diese
lösen sich mit 8 Tentakeln und einfacher Mundöffnung ab. Von
der erwachsenen Meduse wird besonders hervorgehoben, dass der
Magenstiel kein Gallertfortsatz der Umbrella ist, sondern von den
verdickten grossen Entodermzellen der Radialcanäle gebildet wird.
4. Eutima mira Mc Crady. Aus dem Ei von Eutima mira
wurde eine Campanularide erzogen, sehr ähnlich der Campanopsis,
aus welcher Claus die jungen Medusen von üctorchis (Eutima) Gegen-
bauri erzog. Wegen der Unbeständigkeit der Merkmale wird vor-
geschlagen, die Haeckel'schen Genera der Eutimiden als einziges
Genus Eutima Mc Crady zusammen zu fassen. Eutima mira und Eutima
110 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
variabilis werden ausführÜcli beschrieben nebst Bemerkungen über
andere Arten der Gattung. Eutima pyramidalis Agassiz ist mög-
licherweise eine junge Eutima variabilis, doch ist bei jener die Glocke
halbkugelig, hier nicht. Eutima limpida Ag. und Eutima gracilis
Fewkes sind von letzterer sicher verschieden. E. mira hat hemi-
sphärische Glocke, sehr lange Proboscis, gefaltete Lippen und 4 Ten-
takeln, E. variabilis 16 lange Tentakeln, kurze Proboscis und ab-
geflachte Glocke. E. limpida hat kurze Tentakeln ohne Bulben und
einfache Lippen. E. gracilis abgeflachte Glocke, 4 Tentakeln mit
Bulben, grosse Girren, accessorische Tentakeln und kugeligen Magen.
Letztere Spezies ist vielleicht identisch mit Keferstein's Siphono-
rhynchus insignis.
Den Bericht von Claus für Octorchis Gegenbauri ergänzend, er-
zieht Brooks aus den Eiern von Eutima, die stets zwischen TV'o und
8V2 P. M. abgelegt werden, eine Planula mit ectodermaler Ein-
stülpung ohne Mund, hebt hervor, dass bei Coelenteraten keine In-
vaginationsga.strula beobachtet wurde und nimmt an, dass die Planula
einem Wesen mit Magen ohne Mund entspricht, das dem Coelente-
ratenstadium vorherging und dass die Gastrula dieses letztere onto-
genetisch recapitulirt. Die Planula entwickelt sich nach dem Fest-
setzen zur Hydrorhiza, aus der ein Polyp sprosst, ganz ähnlich der
von Claus beschriebenen Campanopsis. Der älteste Hydranth, der
erzogen wurde, hatte 10 Tentakeln, 5 längere abwechselnd mit 5
kürzeren, durch zwischententaculare Membran verbunden, mit halb-
kugelförmigem Manubrium und Mund in der Mitte. Das Perisark
ist nicht geringelt und auf Hydrorhiza und Stamm beschränkt. Im
Uebrigen wird auf die Arbeit von Claus verwiesen.
Zum Schluss stellt Verf in 10 Diagrammen die bei Hydrome-
dusen auftretenden Entwicklungsreihen dar und schliesst daraus,
dass die einfache Entwicklung bei Aeginopsis und Liriope — Ei,
Planula, Actinula (freie Hydra), Meduse — die ursprüngliche ist,
welche dann modifizirt wird durch Knospung von Hydren an der
Actinula (Cunina), ferner durch Umwandlung der Actinula in eine
Hydrorhiza (Turritopsis), durch Ausfall der Medusengeneration (Tubu-
laria), durch Polymorphismus, indem Nähr- und Geschlechtspolypen
sich differenziren (Eutima), neben denen noch Wehrpolypen auf-
treten (Podocoryne) und endlich durch gehemmte Ausbildung der Me-
dusen und Entstehung festbleibender Medusenknospen (Hydractinia).
Zur Stütze der Theorie, dass die Meduse als ursprüngliche, die
Hydra als secundäre Erscheinung aufzufassen ist, bringt Brooks noch
folgendes Argument herbei. Hydra, eine der primitivsten Hydroiden,
ist hermaphrodit. Da nun Hermaphroditismus von der grössten
Wichtigkeit ist für festsitzende Thiere, so würden am gleichen Po-
lypenstock männliche und weibliche Medusen knospen, wenn die
Meduse später erst an der Hydra sich differenzirt hätte. In der
That aber knospen an jedem aus einer Planula entstandenen Hydroid-
über die Coelenteraten mit Awsschhiss d. Spoiigien und Anthozoeu. 1 1 1
polypenstock nur männliche oder weibliche Medusen, entsprechend
jener einzelnen männlichen oder weiblichen Meduse, die sich im
einfachsten Falle aus dem Ei (bei Aeginopsis und Liriope) entmckelt.
In Uebereinstimmung mit Boehm und Claus entscheidet sich Verf.
dahin, dass weder Polyp noch Meduse als Ausgangspunkt zu be-
trachten ist, sondern eine freie Hydra oder Actinula, aus der sich
einerseits der festsitzende Polyp, zuweilen mit besonderen Nähr-
polypen und diesen homologen Medusen oder Medusenknospen, an-
dererseits die Meduse direct entwickeln konnte.
Zur Ergänzung des von Brooks gegebenen Berichts über die
Lebensgeschichte der Cunoctantha octonaria untersucht Wilson (185)
verschiedene Stadien derselben auf Schnitten. Er erkennt dabei, dass
die Umbrella gelappt ist, dass der Umriss derselben durch den Nerven-
strang gegeben ist und dass den Zwischenraum zwischen den Lappen
eine Membran ausfüllt, die eine Fortsetzung des Velums ist und
„Aufsteigendes Velum" genannt wird. Bei anderen Narcomedusen,
Peganthiden ausgenommen, findet sich an Stelle desselben der Radial-
strang Hertwigs oder das Peronium von Haeckel, das aus mehreren
Lagen von Ectodermzellen mit Nervenelementen und Nesselzellen
besteht. Das Peronium, bei Cunoctantha aufzufassen als stark ver-
dickte äusserste Begrenzung des Nerven strangs, hat keine Nerven-
elemente, dieselben liegen darunter im Winkel zwischen ihm und
dem ,, Aufsteigenden Velum." Es entspricht dem Nesselringe bei
Trachomedusen, da es aus modificirten Nesselzellen sich aufbaut
und von einer dünnen Lage Epithelzellen eingehüllt wird. Das
Peronium ist daher nicht als Vertheidigungsorgan, sondern als
Tentakelstütze aufzufassen. Die Tentakelwurzel, demselben Zwecke
dienend, wird von Epithel eingeschlossen, das aus doppelter Lage
sich bildet. Die eine derselben gehört dem Epithel der Gallerte,
die andere dem des Tentakels an; die Tentakelwurzel liegt demnach
morphologisch ausserhalb der Gallerte. Sämmtliche Canäle fehlen.
Die jüngste Larve zeigte Ecto- und Entoderm, während Mund und
Tentakel noch fehlten. Von diesen treten erst 2, dann 4 auf, doch
erst wenn 8 vorhanden sind, bilden sich durch Verschmelzung der
Entodermlamellen in den Interradien die 8 definitiven Magentaschen
aus. Es findet dabei kein Heraufrücken der Tentakeln statt, wie
Haeckel zur Ableitung der Narcomedusen von Trachomedusen an-
nimmt, sondern zwischen den an ursprünglicher Stelle bleibenden
Tentakeln wachsen die Lappen hervor. Das System Haeckels genügt
ebenso wenig Cunoctantha unterzubringen, AVie die beiden Formen
der von Metschnikoff untersuchten Cunina proboscidea. Haeckel
stellt Cunoctantha zu den Cunanthiden, von denen sie sich durch
Mangel des Canalsystems unterscheidet. Zu Solmariden aber, denen
Canäle fehlen, kann sie nicht gehören, weil sie Otoporpen besitzt.
Laug (89) fand im Spätsommer beim Durchsehen von Auftrieb
in Neapel eine durch eine Art unvollständiger Theilung entstehende
Medusencolonie, Gastroblasta Raffaelei n. sp. Das grösste Exemplar
112 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
war 4 mm lang, 2,7 mm breit und besass 9 entwickelte Magen-
schläuclie. Am häufigsten wurde ein Stadium mit 4 Magen schlauchen,
8 Tentakeln und 10 Tentakelknospen, und mit 10 einen ütolithen
enthaltenden Gehörbläschen beobachtet. In diesem Stadium tritt
gewöhnlich die Theilung ein, die mit Verdoppelung der beiden
ältesten Randbläschen beginnt. Dann wird das die beiden ältesten
Mägen verbindende Gefäss resorbirt und eine am Schirmrande
zwischen den doppelten Randbläschen auftretende Einbuchtung
schneidet immer tiefer ein, bis sie mit einer später entstehenden,
kleineren Einbuchtung der anderen Seite zusammenstösst. Nach
der Theilung rundet jedes Theilstück sich ab und beginnt durch
Knospung die Zahl seiner Organe zu ergänzen. Die Medusen werden
auf sehr verschiedenen Stadien der Entwicklung geschlechtsreif, so
dass es durch Theilung entstandene Individuen mit 1 — 4 Gonaden
giebt und andere, denen sie völlig fehlen. Kein Individuum besass
mehr als 4 Gonaden und das grösste Thier mit 9 Magenschläuchen
hatte gar keine. Tentakeln, Randbläschen, Mägen und Gonaden
sind wie bei Eucope und Phialidium gebaut, doch wegen der vielen
Radialcanäle, die zur Ausbildung kommen, wird in der Meduse eine
Jugendform von Mesonema vermuthet, die aber yerschieden ist von
Stomobrachium mirabile Kölliker. Dagegen wird angenommen, dass
jene Meduse, die Davidoff' sich theilend zu Villafranca antraf, nicht
zu Phialidium variabile gehört, sondern das erste radiäre Jugend-
stadium der (jastroblasta repräsentirt.
Die erwachsene Meduse wird als Resultat einer fortgesetzten
Sprossung und zugleich einer fortgesetzten unvollständigen Theilung
betrachtet. Gastroblasta timida Keller unterscheidet sich von
G. Raftaelei dadurch, dass sie immer einen centralen Magen besitzt;
ferner durch die regelmässige Anordnung von Tentakeln und Rand-
bläschen, was damit zusammenhängt, dass bei letzterer nie Theilung
beobachtet wurde. Da Lang von der entodermalen Natur der Hör-
bläschen nicht überzeugt ist, was Keller nöthigte G. timida zu den
Trachomedusen zu stellen, so bringt er seine G. Raffaelei mit jener
in dieselbe Gattung und rechnet beide zur Familie der Aequoriden.
Gastroblasta Raff"aelei ist wahrscheinlich identisch mit Eucope poly-
gastrica Metschnikoff'.
Hartlaub (64) beobachtete bei Eleutheria eine normal aus-
gebildete Glockenhöhle, die unten durch ein breites Velum begrenzt
wird. Die seitliche Wandung derselben bildet ein unterhalb der
Tentakelzone gelegener Nesselwulst. Die Bruthöhle ist nicht dem
Stielcanal der Medusenknospe homolog und steht nicht mit der
Magenhöhle in Verbindung, sondern communicirt durch 6 interradiaere
Canäle mit der Glockenhöhle. Sie entsteht durch Einwucherung
des Ectoderms der Glockenhöhle, bis dasselbe das Entoderm durch-
brechend, zwischen Ento- und Ectoderm G interradiale Geschlechts-
canäle bildet, die mit einander verschmelzen. Aus dem dorsalen
Epithel der Bruthöhle entwickeln sich die weiblichen, aus den
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien und Authozoen. 113
ventralen die männlichen Geschlechtszellen. Eleutheria ist demnach
hermaphroditisch. Bis zur Ausbildung der Planula verbleiben die
Embryonen in der Bruthöhle. Die am Ringcanal knospenden Me-
dusen entwickeln sich unter Anlage eines Glockenkerns.
Hartlaub (65) macht ferner auf die Bedeutung der Scheitel-
höhlen bei Cladonemiden aufmerksam und schlägt vor, nach dem
Auftreten oder Fehlen derselben die Cladonemiden Haeckels in die
Subfamilien Eleutheriden mit Scheitelhöhle (Eleutheria, Pteronema,
Ctenaria, Dendronema) und Cladonemiden ohne Scheitelhöhle (Cla-
donema, Zanelea, Gemmaria) zu theilen. Die von Haeckel behauptete
Variabilität des Cladonema radiatum Duj. konnte nicht bestätigt
werden. Constant zeigten sich folgende Merkmale: Manubrium
5 kantig, 5 perradiale Mundgriffel und 5 perradiale Aussackungen
der ringförmigen Gonade, 5 Radialcanäle , von denen 3 einfach
gabelspaltig , so dass 8 Canäle in den Ringcanal münden und
8 Tentakeln. Nur eine Ausnahme mit vierkantigem Manubrium,
4 Mundgriffeln und Genitalsäcken, 7 Radialcanälen und Tentakeln
wurde gefunden. Cladonema ist hermaphroditisch, zuweilen treten
die weiblichen, zuweilen auch die männhchen Geschlechtsstoffe zuerst
auf. Obwohl Verf. früher annahm, dass bei Eleutheria die Geschlechts-
zellen in Ectoderm entstehen, scheinen ihm jetzt Beobachtungen
dafür zu sprechen, dass bei Eleutheria wie auch bei Cladonema
dieselben im Entoderm nicht im Ectoderm angelegt werden. Bei
Eleutheria ist die Bruthöhle nur ein temporäres Organ und die
geschlechtliche Vermehrung tritt gegen die Knospung am Ringcanal
zurück. Meist tritt zwischen zwei Tentakeln eine Knospe auf, die
selbst wieder neue Knospen erzeugen kann.
Lentlenfeld (101) beschreibt eine neue Meduse, Sarsia radiata,
deren Polypen durch die Gewohnheit auffallen, ihre Köpfe an der
Stelle, wo der Hydranth in den Hydrocaulus übergeht, umzuknicken.
Die Knickung erfolgt stets nach einer Seite, an der für diesen Zweck
ein 0,5 mm. langes Bündel von Längsmuskeln der Stützlamelle
äusserlich anliegt. Dieser Elexor setzt sich aus einzelnen Muskel-
blättern zusammen mit peripherischen contractilen Fasern, ähnlich
den entsprechenden Muskelblättern bei Actinien und Siphonophoren.
Leudenfeld (115) fand bei 2 Exemplaren von Liriope rosacea
Geg., die bei den Philippinen erbeutet wurden, keinen Zungenkegel,
übereinstimmend mit der Beschreibung von Eschscholtz, die Haeckel
für ungenau hielt.
Mc Intosh (125) erzog den Polyp von Syncoryne decipiens
Duj. aus dem im Auftrieb erbeuteten Planulastadium und beschreibt
die Polypencolonien, die früheren Berichte von Dujardin und Hincks
ergänzend.
Mc lutosli (12G) beschreibt ferner eine eigenthümliche Meduse
ohne Mund und Manubrium, nur mit bandartigen Geschlechtsorganen
an den 4 Radialcanälen ausgestattet, die einem abnormen Exemplar
von Thaumantias melanops Forbes gleicht.
Archiv f. Naturgescb. Jaliig. 1888. Bd. U. H. 3. g
114 Dr. E.Vauhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
Fewkes (40) beschreibt Jugendstadien seiner Dinematella cavosa
und Gemmaria gemmosa Mc Crady, sowie eine Oceania languida Ag.
mit abnorm ausgebildeten Radialcanälen und beobachtete bei Mnestra
parasitica kurze Tentakehi, die Träubchen von gestielten Nessel-
zellen tragen.
Metsclmikoff (138) erbeutete bei mehrmaligem Aufenthalt am
Mittelmeer, in Villafranca, Neapel und Messina ein reichliches
Medusenmaterial, das bei der Untersuchung einige neue Arten ergab
und gleichzeitig einige von Haeckel als verschieden aufgeführte Arten
als synonym erkennen Hess, während bei anderen als synonym ge-
führten Verschiedenheit constatirt werden konnte. Es wurden
beobachtet die Medusen von Velella, ohne Nesselrippen sonst. sehr
ähnlich dem Rhabdoon singulare Kef. und Ehlers, weniger der Chry-
somitra striata Geg. Ferner Tiara pileata A. Ag. , Oceania armata
Kölliker wahrscheinlich = 0. flavidula Peron, Rathkea fasciculata
Haeckel (Lizzia KöUikeri Geg.), Laodice cruciata L. Ag. = Thau-
mantias mediterranea Geg., Tiaropsis mediterranea n. sp. ein Ver-
bindungsglied zwischen Thaumantiden und Mitrocoma, Clytia flavidula
Metschn. und Clytia viridicans Metscli., die Haeckel beide als Phia-
lidium variabile zusammenwirft. Clytia flavidula = Geryonia planata
Will = Phialidium ferrugineum Haeckel. Clytia viridicans unter-
scheidet sich von voriger durch geringere Cxrösse, festere dicke
Gallerte, plumperen Habitus, grösseren Magen und stärkere Ten-
takeln, hat weniger energische Bewegungen und legt kleinere Eier
als Clytia flavidula ab. Smintliea eurygaster Geg. mit offenen
Randkörpern wurde geschlechtsreif angetroffen, daher erscheint es
zweifelhaft, ob sie als Jugendform von Marmanema zu betrachten ist.
Dagegen wurde durch Züchtung festgestellt, dass Trachynema ciliatum.
Geg. eine Jugendform von Aglaura hemistoma Per. et Lesueur ist.
Aglaura laterna = Aglaura hemistoma, Liriope eurybia Haeckel
= Liriantha mucronata Haeckel = Liriope mucronata Geg., Car-
marina hastata = C. fungiformis = Geryonia proboscidalis Eschsch.
(weil es Geryonia Haeckel d. h. ohne Centripetalcanäle nicht giebt),
Cunina proboscidea wahrscheinlich = C. dodecimlobata Kölliker,
dagegen nicht, wie Uljanin wollte = C. lativentris Geg. Aegineta
prolifera Geg. = A. gemmifera Kef. und Ehlers. Eurystoma rubi-
ginosum Köll. = Cunina rhododactyla Haeckel, vielleicht auch =
Aegineta giobosa Geg. aber kaum = Aegineta rosea Geg. Stenogaster
complanatus ist durch Knospung entstandene Jugendform von Cunina
rubiginosa. Polyxenia leucostyla Will = Pachysoma flavescens Köll.
= Aegineta flavescens Geg. =: Solmaris leucostylus Haeckel =
Solmoneta flavescens Haeckel.
Nausithoe punctata Köll. und Nausithoe marginata Köll. sind
verschiedene Arten, obwohl Haeckel sie zu einer vereinigte. N. mar-
ginata hat gTÖssere Centralscheibe , kleinere Randlappen und
Tentakeln, weniger ausgebildete Randkörper ohne Pigmentflecke,
polyedrische fast kugeHge Otolithen, grössere gelb pigmentirte
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoeu. 115
Geschlechtsorgane und strohgelbe Eier, während diese bei N. punctata
farblos oder violett sind. Hieran anschliessend weist Metschnikoff
einige Vorwürfe zurück, die ihm von Haeckel (System der Medusen
I. Anhang, pag. 651) gemacht werden. Er hält aufrecht: dass
Dipurena fertilis = D. dolichogaster Haeckel = Slabberia catenata
Forb. ist, vielleicht auch = Sarsia siphonophora Haeckel, deren Be-
stimmung nicht sicher ist, weil ihr Geschlechtsorgane fehlen, dass
Bougainvillea coeca nicht identisch mit Cytaeis tetrastyla, weil
letztere mehr Mundgriffel besitzt, dass Eucope polygastrica von
Phialidium variabile (Clytia fiavidula und Gl. viridicans) in sämmt-
lichen Altersstufen verschieden ist, dass Mitrocoma Annae der älteren
Gattung Halopsis als H. Annae eingereiht werden muss und dass
Siphonorhynchus bitentaculatus nicht = Saphenia dinema Eschsch.
ist, wie auch Cunina proboscidea nicht = C. vitrea Geg.
Fewkes (45) giebt einen vorläufigen Bericht über einen Polypen-
stock, Hydrichthys mirus n. g. et sp. , der auf einem Fisch Seriola
zonata schmarotzend gefunden wurde, aus zweierlei Individuen,
Gonosomen und ,, filiform bodies" ohne Mund und Tentakeln sich
zusammensetzte und Sarsia ähnliche Medusen lieferte.
Bergh (11) beschreibt eine neue Hydractinia, H. carica aus -
dem Karischen Meer, Brazier (16) stellt die Fundorte einer der
Hydractinia verwandten Form, Ceratella fusca Gray zusammen und
Crraeflfe (52) entdeckt eine neue Corynidengattung im Adriatischen
Meere mit der einzigen Art Polycoryne Helleri. Dieselbe wurde in
der Bucht von Triest auf treibenden Stengeln von Sargassum lini-
folium und Zostera gefunden und zeichnet sich vor den übrigen
Coryniden aus durch einen Kranz von 6 — 8 um den Mund herum-
stehenden einfachen geknöpften Tentakeln, wie bei Pennaria, neben
verzweigten Tentakeln, wie bei Cladocoryne. Die kurz gestielten
Sporosacs sprossen meist zwischen dem ersten und zweiten Kreise
der gefiederten Tentakeln hervor. Drei Arten von Nesselkapseln
sind vorhanden, die grösste mit ausstülpbarem Nesselfaden am
Körper der Hydranthen. Die Tentakelknöpfe am Ende der verästelten
Tentakeln enthalten 2 verschiedene Nesselzellen ohne eigentliche
Nesselfäden. Es wird nur ein kegelförmiger Sack mit 4 rückwärts
gerichteten Borsten ausgestülpt. In den Nesselknöpfen der Mund-
tentakeln findet sich nur die grössere Art der Nesselkapseln. Die
Colonie breitet sich durch Stolonen aus, auf denen sich 1 — l^/g cm
hohe Hydrocauli erheben, die glatt, unregelmässig geringelt und mit
dünnem Perisark umgeben sind.
Bourne (13. 14.) beschreibt einen einfachen cyhndrischen
Hydroiden, der in grösserer Zahl an den älteren Wurzeln von Ponte-
deria in den Victoria-Bassins des Regent-Park gefunden wurde, wo
massenhaft Limnocodium aufgetreten war und den er für die erste
Anlage, Hydrorhiza, der Amme dieser Meduse hält. Perisark fehlt,
die Oberfläche ist von Schlammtheilchen bedeckt. Das Ectoderm
ist vöUig gleichartig ausgebildet und trägt zahlreiche Nesselzellen.
8*
116 Dr. E. Vaiihöffen: Jahresbericht für 1884—1887
Die Entoclermzellen, welche die Gastralhöhle fast anfüllen, sind unten
normal, wie sonst bei Polypen gebildet, in der Mundregion jedoch
modificirt, dicht zusammengedrängt und nehmen tiefere Färbung mit
Carmin an. Limnocodium wird für eine Trachomeduse gehalten.
Dieselbe wdrft die Genitalsäcke ab, in denen das Sperma noch
mehrere Tage lebend blieb. Eine Liste giebt zum Schluss Auskunft
über das periodische Erscheinen von Limnocodium seit seiner Ent-
deckung im Jahre 1879.
Ryder (163) schildert die Knospenbildung und Entwicklung
eines der Amme von Limnocodium ähnlichen, wenn nicht identischen
Polypen, Microhydra Ryderi Potts.
Korotueff (85) entdeckte im Malayischen Archipel zwei neue
eigenthümliche Coelenteraten Polyparium ambulans, eine auf ihrer
Sohle kletternde bandartige Anthozoe und eine parasitische Tubularia.
Tubularia parasitica n. sp. verästelt sich in der Axe einer Gorgonia
und aus den eigenthümlich veränderten Astspitzen der letzteren
ragen die Tubularienköpfchen hervor, die von den bekannten Arten
sich nicht wesentlich unterscheiden.
Mc lutosli (124) bemerkte am Stamm von Tubularia indivisa
Gruppen biegsamer Röhren, die den Tubularien merkwürdiges Aus-
sehen gaben. Dieselben sind von Cerapus aus Sandkörnern, Haaren,
Annelidenstacheln und Hornfäden aus Muschelbyssus aufgebaut. In
einiger Entfernung von diesen Nestern fanden sich lange solidere
Fortsätze aus demselben Material am Tubularienstamm mit verdickter
Grundlage befestigt, an denen die Crustaceen herumkletterten.
Klaatscli (80) beobachtete bei einer Gruppe in Chromosmium-
essigsäure conservirter Tubularien aus Triest Ausstülpungen unter-
halb des Hydranthen, die er als Stielneubildungen deutete, um
Ueberwucherung durch Diatomeen zu verhindern. Mayer (133) wies
jedoch nach, dass die vermeintliche Stielneubildung nur ein durch
die Einwirkung der Conservirungsllüssigkeit hervorgerufenes Kunst-
product ist.
Eine ganze Reihe von Forschern beschäftigt sich mit Hydra,
dem Süsswasserpolypen. Breckenfeld (17) schildert Bau, Leben
und Entwicklungsgeschichte desselben, ohne Neues zu bringen.
W. Marsliall (1'29) giebt eine ausführliche Darstellung seiner Ent-
deckungsgeschichte. C. F. Marshall (132) untersucht die Muskeln
von Hydra und Aurelia. Als bestes Conservirungsmittel wurde
Ameisensäure erkannt, in welcher die Muskeln eine Stunde lang
directem Sonnenlicht ausgesetzt werden. In Ermangelung von Sonnen-
licht genügt auch eine 40^ warme Kammer. Längere Einwirkung
der Säure ist schädlich. Ferner wurde die Melland'sche Goldfärbung
und Osmiumsäure angewandt. Nach jener Methode kommt der Muskel
erst wenige Secunden in 1 % Essigsäure, 30 Min. in 1 % Goldchlorid,
dann 24 — 48 Stunden im Dunklen in 25 % Ameisensäure. Bei der
Epithelmuskelzelle von Hydra wurde die Beobachtung Hamanns be-
stätigt, dass das Netzwerk der Zelle nicht in die Muskelfibrille sich
über die Coeleuteraten mit Ausschhiss d. Spongien und Anthozoeu. 117
fortsetzt. Aurelia zeigt im Schirmmuskel deutliche Querstreifung,
erzeugt durch die Gegenwart eines Netzwerks ähnlich dem, das
Retzius und Melland bei quergestreiften Muskeln fanden.
Oibson (48) beschreibt die Nesselzellen von Hydra fusca. A. M.
Marshall (131) discutirt die Frage, ob Hydra eine einfache und
ursprüngliche Form ist, besonders mit Rücksicht auf die Ausbildung
der Geschlechtsproducte oder ob sie als eine modificirte Form zu
betrachten ist, bei der die Geschlechtsknospen rückgebildet wurden.
Während Weismann aus der Lage und dem Ursprung der Ge-
schlechtszellen schliesst, dass bei Hydra ursprüngliche Verhältnisse
vorliegen, entscheidet sich Marshall für das Gegentheil aus folgenden
Gründen: Hydra ist der einzige Hermaphrodit unter den Hydrozoen
und Hermaphroditismus wird allgemein als secundär erworben im
Thierreich dargestellt. Die Anpassung an süsses Wasser, der hoch
entwickelte Bau der Ovarien, in denen nur 1 Ei von einer grossen
Zahl reift, während die übrigen ihm zur Nahrung dienen, der Ver-
gleich mit Cordylophora, wo die Geschlechtsproducte auch an ihrer
Ursprungsstelle reifen, die erst in jüngerer Zeit sich dem Süsswasser
anpasste, endlich der Unterschied zwischen dem nur vom Entoderm
umhüllten Ovarium und dem von Entoderm und Ectoderm umgebenen
Gonophor eines Hydroiden, der das Ovarium von Hydra nicht mit
einem Sporosac vergleichen lässt, sprechen dafür, dass Hydra eine
modifizirte Form ist, nicht ursprüngliche, einfache Verhältnisse zeigt.
Ue])er die Umkehrung der Hydra berichten Moebius (141) ferner
Mitsikuri (140) und Nussbauiu (145. 148. 149). Nussbaum unter-
scheidet 4 Arten des Genus Hydra, von denen er die 3 ersten selbst
beobachten konnte. 1) Hydra viridis, bis 1 cm. lang von grüner
Farbe mit 5 — 10 5 mm. langen Tentakeln, allmähhch nach hinten
verjüngtem Leib, der stark ausgestreckt fast cyUndrisch erscheint.
2) Hydra grisea, bis 2 cm. lang, blass, gelblich oder röthlich gefärbt,
mit 5 — 18 Tentakeln, von 1 cm. Länge, allmählich verjüngtem Leib
und knopfförmig aufgewulsteter Fussscheibe. 3) Hydra fusca,- bis zu
2,5 cm. lang, von brauner Farbe, die aber nach Hungern blass
wird, mit 5 — 10 mehrere cm. langen Tentakeln und zu cylindrischem
Schwanztheil verjüngtem hinteren Leibesende von hellerer Färbung.
4) Hydra attenuata Pallas, von strohgelber , Farbe mit 4 — 7 kurzen
Tentakeln und hinten verdicktem Leib. Verfasser beschreibt dann
ausführUch das Ectoderm mit Muskelzellen und intermediärer Zell-
lage, ferner die Geschlechtsorgane die in der intermediären Zellschicht
angelegt werden, beobachtet bei Hydra viridis nur 1, bei H. grisea
und fusca zugleich mehrere Ovarien und das Vorkommen rein weib-
licher Exemplare und hält die Pseudozellen , welche von Korotneff für
metamophosirte Kerne der Zellmasse angesehen werden, die zur
Bildung der Eier dient, mit Kleinenberg für Reservestoffe der Eier.
Endlich werden noch die 3 verschiedenen Nesselkapseln mit ihren
verschiedenartigen Functionen, die Fusscheibe, Tentakel, Stützlamelle
und Nervenzellen geschildert. Die Nesselkapseln zerfallen nach
Grösse und Bau in 3 Arten. Die Entladung derselben geschieht
118 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
automatisch. Bei einem Druck auf das Cmdocil presst das Plasma
der Nesselzelle die in der Kapsel befindliche Flüssigkeit in den
Faden, wodurch dieser ausgestülpt wird. Aus dem Faden dringt
die Flüssigkeit dann wohl durch Abbrechen der Spitze in die Wunde.
Die grossen Kapseln werden zur Bespickung grosser glatter Flächen,
die kleinen gegen haarige oder borstige Objecte angewendet; die
Function der mittleren ist unbekannt.
Die Fusscheibe ist am Rande mit Drüsenzellen versehen und in
der Mitte durchbohrt, so dass leicht ein luftleerer Ptaum zum Fest-
heften geschaffen werden kann. Die Jickeli'schen Ganglienzellen
sind wegen der Starrheit ihrer Fortsätze wohl als Bindegewebszellen
zu deuten, die zur Stützlamelle gehören, dagegen wurde eine neue
Art von Zellen gefunden mit grossem Kern und feinem Protoplasma-
netz, die wegen ihrer längsgestreiften oder mit knötchenförmigen
Anschwellungen versehenen Ausläufer eher als Ganglienzellen auf-
zufassen sind.
Dann werden die Versuche Trembleys wiederholt, betreffend die
Regenerationsfähigkeit zerschnittener Polypen resp. die Veränderung
umgekehrter Polypen. Dabei kommt Verf. zu dem Resultat, dass
nur solche Theile sich zu vollständigen Polypen regeneriren können,
die ausser Ecto- und Entoderm noch intermediäre nicht differenzirte
Zellen enthalten. Abgeschnittene Tentakeln sind demnach nur ent-
wicklungsfähig, wenn ihnen noch ein Stückchen vom Mundrande
anhängt. Bei umgestülpten Polypen wird nicht wie Trembley meinte
das Entoderm zum Ectoderm , sondern es findet gewissermassen eine
heimliche Zurückkrempelung statt, indem das Ectoderm mit Stütz-
lamelle und Entoderm von den Mundrändern aus über das äussere
Entoderm sich hinwegzieht. Theile, die nicht mit hinüber wandern
können, mögen sie dem Ectoderm oder Entoderm angehören, werden
von den grossen Entodermzellen verdaut, ohne dass diese durch das
Gift der Nesselzellen Schaden nehmen.
Nussbaum (146) fand ferner in einem von Hydra fusca aus-
gesogenen durch den Mund entfernten Scelet einer Daphnia einen
lebenden Embryo, der, geschützt durch die derbe Cuticula, nicht
verdaut werden konnte.
Leidy (92) constatirt dass die beiden von Agassiz unterschiedenen
amerikanischen Hydraarten, Hydra gracilis und H. carnea identisch
sind mit den europäischen H. viridis und H. fusca, weil die einzigen
von ihm angegebenen Merkmale längere Arme bei H. gracilis und
kürzere bei H. carnea nicht stichhaltig sind.
Lendenfeld (112) beschreibt eine neue Australische Hydra
H. hexactinella n. sp., die durch constantes Auftreten von 6 Mund-
armen characterisirt wird.
Turner (172) beobachtet einen neuen Parasiten an Hydra,
Kerona polyparum.
Klaatsch (79) untersucht auf Schnitten den anotomischen Bau
einer Clytia, die sich von der C. Johnstoni nur dvirch ungezähnten
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien uud Anthozoen. 119
Kand der Perithek unterscheidet und giebt eine ausführliche Be-
schreibung der den Körper zusammensetzenden Gewebsschichten.
Zwischen Ecto- und Entoderm wird eine besondere „Mittelzone"
beobachtet, die in hohem Grade contractu sein und dem Neuro-
muskelgewebe bei Hydra entsprechen soll. Die Nesselorgane werden
nicht allein als Schutzorgane, sondern auch als Sinnesorgane einfach-
ster Art gedeutet. An der Stelle, wo der Chitinbecher in den Stiel
übergeht, findet sich ein Ring ectodermaler Zellen, den Raum
zwischen Polyp und Chitinhülle erfüllend, welche allmählich in die
Chitinhülle des Bechers übergehen. Die Chitinhülle des Polypen ist
demnach kein erstarrtes Secret, sondern ein Differenzirungsproduct
des Ectoderms, eine ganze Zellschicht. Das gesammte äussere Epithel
wandelt sich bis zu einem bestimmten Punkte hinauf in die Chitinhülle
um. Der Becher des Polypen ist eine Fortsatzbildung dieses Epithels
und die ganze Chitinhülle ist der äusseren Keimschale von Hydra
homolog.
Kirchenpauer (77) untersucht die Sertulariden des Leipziger
Zoologischen Museums, in dem sich die Sammlungen von Tilesius,
Steller, Lepechin und Pöppig finden, ferner die Hydroiden, welche
auf der zweiten deutschen Nordpolfahrt bei Grönland, von Heuglin
bei Nowaja Semlja auf einer Bremischen Expedition im Karischen
Meer und von Arthur und Aurel Krause im Behringsmeer gesammelt
wurden.
Die Gattung Selaginopsis characterisirt durch mehr als 2 Hydro-
thekenreihen kann nicht, wie man vermuthete, als ausschliesslich
nordische angesehen werden, seitdem eine Neuseeländische Art,
S. Novae Zelandiae d'A. Th. und eine von den Kerguelen S. urceoli-
fera Krchp. entdeckt wurde. Die 17 bekannten Arten werden be-
schrieben und in Gruppen geordnet nach der Zahl der Hydrotheken-
reihen unter Hervorhebung der Merkmale tabellarisch dargestellt.
Die Gattung Thuiaria mit mehr oder weniger dem Stamm ein-
gesenkten Hydrotheken wird in 2 Gruppen getheilt: Th. genuinae
mit thuj aförmigen Polyparien und Th. pinnatae mit gefiederten
Polyparien. Die 15 Arten der ersten Gruppe, von denen Thuiaria
elegans aus dem Behringsmeer als neu beschrieben wird, gehören
bis auf eine (Th. cerastium All. aus Neuseeland) den nordischen
Meeren an. Die 16 Species der 2. Gruppe mit den neuen Arten
Th. cartilaginea (Australien) und Th. annulata (ohne Fundort im
Leipziger Museum) sind Bewohner der südlichen Meere. Sie werden
wiederum in zwei Unterabtheilungen mit alternirenden und gegen-
überstehenden Fiedern getheilt und nur von der erstereu finden sich
4 Vertreter im nördlichen Theüe des •Atlantischen Oceans, von denen
Th. lonchitis Soll, et Ell. bis zu den britischen Inseln heraufsteigt.
Von der neuen Gattung Abietinaria, deren Typus Sertularia
abietina L. repräsentirt, mit flaschenartigen bauchigen Hydrotheken,
die an fiederig gestellten Zweigen verästelter Stämme stehen und
enge, halsförmige, seitwärts gebogene Oeffnung haben, werden
120 'Dr. E. Vanhöffeu: Jaliresbericht für 1884—1887
10 Arten beschrieben, von denen neu sind: A. juniperus, A. melo,
A. Tüesii, A. Merkii, A. cartilaginea ('?). Alles sind nordische Formen,
die nicht unter den nördlichen Wendekreis herabsteigen.
Sertularella, ausgezeichnet durch einen Deckelapparat zum Ver-
schluss der mit 2 oder mehr Zähnchen versehenen Mündung der
wechselständigen Hydrotheken, wird in mehrere Gruppen getheilt.
1. Gruppe der Sertularella polyzonias mit 4 zähnigem oder 4 eckigem
Oeffnungsrand, 2. Gruppe der S. rugosa mit runzligen Hydrotheken
und meist 4 zähnigem Oeffnungsrand, 3. Gruppe der S. tricuspidata
mit 3 zähnigem oder 3 eckigem Oeffnungsrand. Zur ersten gehören
12 Arten, darunter neu: S. contorta (Falklandinseln), S. Tilesii,
S. reticulata (Bass-Str.), S. arborea (Cap), zur zweiten 8, mit den
neuen Speeies S. spinosa (Japan), S. (?) squamata (Magellanstr.),
eventuell identisch mit S. patagonica d'Orb., zur dritten 14 Arten,
von denen neu sind S. infracta (Bass-Str.), S. subdichotoma (Bass-
Str., Magellan-Str.), S. purpurea (Chathaminseln) , S. Sieboldi (in
Cuba von Siebold gesammelt). S. MLüleri (Chathaminseln), S. secunda
(Cap). Ausserdem werden noch 8 andere Arten erwähnt, die zweifel-
haft sind, da sie K. nur aus Beschreibungen kennt. Im Ganzen
werden demnach 42 Arten der Gattung Sertularella beschrieben, die
über den ganzen Erdkreis verbreitet sind. Die grössere Zahl der-
selben gehört den südlichen Meeren an und die Gewässer des stillen
Oceans sind reicher als die Atlantischen an diesen Formen.
Bale (3) giebt eine Revision der Gattungen der Plumulariden
nebst kritischen Bemerkungen über die neueren Arbeiten von Allman,
V. Lendenfeld, Kirchenpauer und Quelch. Als neue Australische
Arten werden Sertularella Johnstoni und Plumularia Watsii be-
schrieben.
Lendenfeld (98. 102) stellt unter Berücksichtigung der me-
dusoiden und polypoiden Formen ein System der Hydromedusen auf,
in dem er sämmtliche bekannte und eine ganze Heike von ihm neu
entdeckter Hydromedusen aufzählt. Nach einer allgemeinen Ein-
leitung über Bau und Entwicklung der Hydromedusen, in der Verf.
im Gegensatz zu Weismann hervorhebt, dass die Gonophoren nicht
sämmtlich als rudimentäre Medusen, sondern zuweilen als Polypen
aufzufassen sind, gliedert er die Hydromedusen, wie folgt:
I. Hydropolypinae, Polypen oder Polypenstöcke, die keine Me-
dusen entwickeln. Ihre Geschlechtsproducte reifen in gewöhnlichen
Nährpolypen oder in Gonophoren, die umgewandelte Polypen sind.
In zweifelhaften Fällen ist die Stellung der Gonophoren an der Basis
des Polypenstocks entscheidend.
Dazu gehören die Familien der Hydriden, Claviden, Myriotheliden,
Eudendriden, Blastopolypidae (Cordylophorinae und Bimerinae) Cam-
panularinae, Graptolithidae und Dicorynidae.
II. Hydromedusinae, durch Sprossung werden Medusen erzeugt,
die sich entweder ablösen oder rudimentär werdend am Stamm fest
über rlie Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien und Authozoen. 121
bleiben und Gonophoren bilden. Diese sitzen dann stets oben am
Stamm, nicht an der Basis.
Dazu gehören die Familien der Anthomedusinae (ohne Cytaeiden
Haeckels), Tubularidae, Leptomedusidae, Campanulinidae (Gono-
thyraea und Halecium) und Hydractinidae.
III. Hydrocorallinae, characterisirt durch ein Kalkskelet.
Mit den Familien: Stromatoporiden, Milleporiden, Stylasteriden.
IV. Trachomedusinae , Medusen, die sich geschlechtlich fort-
pflanzen, ohne Generationswechsel, mit entodermalen Hörkölbchen.
Mit den Familien: Trachomedusidae und Narcomedusidae.
Im zweiten, dritten, vierten und fünften Theil werden Familien
und Gattungsmerkmale angegeben, Fundorte und erste Beobachter
der australischen Arten notirt und folgende neue Species beschrieben:
Sertularia fertilis, S. irregularis, Diphasia symmetrica, Sertularella
microgona, Phimularia gracilis, P. rubra, P. Torresia, P. tripartita,
Agiaophenia Kirchenpaueri, Pentandra parvula n. g., P. Bai ei, Dico-
ryne annulata, Sarsia radiata, S. minima, Euphysa australis, Turri-
topsis lata, Lizusa prolifera, Pennaria rosea, P. adamsia, Tubularia
spongicola, T. gracilis, Eucope annulata, Obelia australis, Tiaropsis
Macleayi, Mitrocomium Annae. Eine Zusammenstellung ergiebt
176Hydropolypinae, 40 Hydromedusinae, 11 Hydrocorallinae, 4 Tracho-
medusinae, zusammen 69 austraüsche Genera mit 231 Arten. Das
neue Genus Pentandra unterscheidet sich von dem nächst verwandten
Agiaophenia durch das Vorkommen von 3 oberen Nematotheken
statt eines bei Agiaophenia, so dass im ganzen 5 derselben auftreten.
Lendenfeld (103) giebt ergänzende und berichtigende Zusätze
zu seinem Bericht über Australische Hydromedusen : Hydra fusca =
H. oligactis Pallas, Als neu werden beschrieben: Monosclera pusilla
n. g. Lafoca cylindrica, Sertularia simplex, Diphasia rectangularis,
Pandaea minima, Margeiis trinema, Octorhopalon fertilis n. g. Eucope
hyalina. Die neue Gattung Monosclera gehört zu den Campanularinen
und ist characterisirt durch aufrechte unverästelte Stämme, die ab-
wechselnd Polypen am distalen Ende der Interradien auf kurzen
geringelten Stielen tragen. Gonophoren sind unbekannt, die Inter-
radien keilförmig, mit cylindrischer Röhre an einer Seite. Octo-
rhopalon nennt L. ein neues, zu den Thaumantinae gehöriges Genus,
das Octonema nahe steht, jedoch von dieser sich durch Fehlen der
Cirrhen und durch geringe Zahl (8) der Bandkolben unterscheidet.
In einem zweiten Zusatz werden die Gattungen Campanularia
Halecium und Sertularia der Familie der Campanulidae unter den
Hydromedusinae eingereiht; ferner wird die Zahl der australischen
Hydromedusen verändert durch Streichung identischer Arten und
durch Hinzufügung einiger neuen, die früher als identisch betrachtet
wurden.
In einem dritten Nachtrag werden den früher aus Australien
bekannten Species nach Arbeiten über Hydromedusen von Kirchen-
122 Dr- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
pauer das Genus Polyserias Merejkowsky und 13 Species hinzugefügt.
Im Ganzen giebt es demnach in Australien 74 Gattungen und
254 Arten von Hydromedusen.
Im Catalog der Australischen Medusen Th.II giebt von Lendenfeld
(119) eine kurze Diagnose sämmtlicher Familien und Gattungen,
Zcählt 241 australische Arten mit Angabe ihrer Fundorte auf und
stellt die Literatur über Hydromedusen zusammen.
Müller (144) erwähnt die Fundorte einiger neuen Zoophyten
von New South Wales, die von Kirchenpauer bestimmt wurden. Es
sind 16 Species mit einer neuen: Thuiaria cartilaginea.
Einen weiteren Beitrag zur Kenntniss der Hydroidenfauna
Australiens liefert Bale (2), indem er nach einem allgemeinen
Bericht über die Organisation der Hydroidpolypen (40 pp.) 140
Australische Arten mit 23 neuen Species beschreibt. Diese sind:
Pennaria australis, Campanularia marginata, C. rufa, C. costata,
Lineolaria flexuosa, Sertularia Maplestonei, S. bidens, S. geminata,
S. macrocarpa, S. tenuis (Dynamena distans Audouin?), S. crenata,
S. tuba, Thuiaria fenestrata (Sertularia crisioides Busk?), T. qua-
dridens, Plumularia Buskii, P. aglaophenioides, P. Ramsayi, P. eornuta
Antennularia cylindrica, Halicornaria Baileyi, H. furcata, H. Haswelli,
H. humilis.
Ridley und Quelch (161) erwähnen aus der Bay von Menado,
Celebes 4 Hydroidpolypen: Tubularia indivisa L. T. rugosa d'Orb.,
Aglaophenia philippina Kirch., A. laxa Allman.
Allman (1) beschreibt die von Miss H. Gatty in Australien am
Cap und anderen Localitäten gesammelten Hydroiden. Nach ge-
trockneten Exemplaren wurden 37 Arten beschrieben, von denen 34
neu sind: Campanularia carduella (Neu Seeland), Sertularia marga-
ritacea (Magellanstr.), Sertularella capiUaris (Neu Seeland), S. crassi-
pes (Cap), S. cuneata (Cap), S. limbata (Cap), S. trimucronata
(Australien), S. trochocarpa (Bass-Str.), S. diffusa (Rockaway),
Diphasia bipinnata (CapV), Synthecium ramosum (Neu Seeland),
Sertularia aperta (Cap), S. unilateralis (Neu Seeland und Australien),
S. crinis (N. Seeland), S. crinoidea (Cap), S. amplectens (Atl. Ocean),
S. megalocarpa (Austr. ?) Desmoscyphus orifissus (Bass-Str.), Thuiaria
interrupta (Austr.), Th. diaphana Busk in litt. (Queensland), Th.
ramosissima (N.-Ost-Küste von Amerika), Th. Hippisleyana (Austr.),
Th. heteromorpha (Tasmanien), Theocladium (n. g.) flabellum Aglao-
phenia perforata (St. Vincent Islands), A. acutidentata, A. latecarinata
(Golf V. Mexico), A. dolichocarpa (Austr.), Halicornaria mitrata,
H. eornuta, Lyptocarpus ramosus (Bass-Str.), Gattya (n. g.) humilis,
Plumularia lagenifera (Vancouver), P. multinoda (Neu Seeland).
Das neue Genus Theocladium, mit Thuiaria verwandt, hat ver-
ästelte Stämmchen, die in unregelmässigen Zwischenräumen gegliedert
und mit getrennten Hydrotheken besetzt sind. Die Zweige ent-
springen aus der Hydrothek. Gonangien treten als eiförmige Bläschen
an Hauptstamm und Aesten auf. Gattya, Heteroplon ähnlich, besteht
über die Coelenterateu mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoeu. 123
aus Hydrocladien, die von einem kriechenden Stolo oder von ein-
ander mit gegliedertem Stiel entspringen und in jedem Internodium
oberhalb des Stiels eine Hydrothek tragen. Der Rand der Hydrothek
ist gezähnt. Die beiden oberen seitlichen Nematophoren sind be-
weglich, der untere, mittlere fest, aber nicht mit der Hydrothek
verwachsen. Die Gonangien sind einfache gestielte Becher ohne
besondere Schutzapparate.
Segerstedt (164) stellt die Hydroidenfauna der Westküste
Schwedens zusammen. Es sind 66 Arten, von denen in Schweden
und Norwegen 4, in Schweden und Grossbritanien 10 Arten ge-
meinsam vorkommen, während Schweden und Dänemark keine ge-
meinsame Art haben. Von den 4 Arten Schwedens und Norwegens
ist allein Perigonimus muscoides häufiger, die anderen 3 sind
höchstens in 2 Exemplaren gefunden. Die Schweden und Gross-
britanien gemeinsamen Arten sind bis auf 2 Antennularia ramosa
und Cladonema radiatum ebenfalls selten. 4 von Winthers als dänische
Hydroiden erwähnte Arten von Oresund wurden von S. nicht auf-
gefunden und sind daher nicht erwähnt.
Melly, Hicks und Herdmann (135) untersuchten die Hydroiden-
fauna der Liverpool -Bay. In ihrem Bericht werden 18 aus den
Britischen Gewässern schon bekannte Hydroiden aus der Gruppe
der Athecata und 45 Thecaphoren mit genauer Angabe der Fund-
orte angeführt und bei ihnen einzelne Abweichungen von den älteren
Beschreibungen constatirt.
Betencourt (12) sammelte die Hydi'oiden des Pas -de -Calais
und veröffentlicht eine Liste von 9 Arten der Athecaten und
29 Thecaphoren.
Pieper (154) giebt Ergänzungen zu Hellers Zoophyten des
Adriatischen Meeres heraus. Von Tubulariden werden der Fauna
der Adria 8 Arten hinzugefügt, von denen eine Eudendrium simplex
neu ist, während die übrigen im Mittelmeere schon beobachtet
wurden. Von Campanulariden beobachtete er 30 bestimmte bei
Heller nicht angeführte Arten und einige unbestimmte. Darunter
sind neu: Lafoeagigas, Halecium robustum, H. ophiodes, Aglaophenia
microdonta, A. parva, Antennularia cruciata, A. pentasticha.
Unter den Hydroidpolypen des Mergui Archipels fand Hincks
(73) 6 Arten aus der Gruppe der Thecaphoren mit den neuen
Species Obelia Andersoni und Obelia (?) bifurca.
Lorenz (121) beschreibt die in der österreichischen Polarstation
Jan Mayen beobachteten Polypomedusen : 12 Hydroidpolypen und
eine Qualle Aglantha digitalis wurden gefunden. Neue Arten darunter
sind: Halecium boreale und H. curvicaule.
Yerrill (178) beschreibt einen neuen Hydroiden Cladocarpus
flexihs von Cape Hatteras aus 70 — 125 Faden Tiefe.
Bei der ,, Willem Barents" -Expedition wurden nach Thompson
(169) 24 Arten Hydroiden erbeutet, unter denen sich keine neue,
124 Dr- E. Vanhöffeii: Jaliresbericht für 1884—1887
aber einige gute Varietäten fanden. 15 von ihnen sind auch in den
Britischen Meeren gefunden, 2 bilden gut gekennzeichnete Varietäten
britischer Arten und 7 sind für den Norden characteristisch.
Unter den 23 Arten von Hydroiden, die Thompsou (170) von
der Vega-Expedition mehr oder weniger ausführlich beschreibt, sind
neu : Campanulina borealis, Lafoea sibirica und Thuiaria Vegae.
Pergeus (153) berichtet über die ,,Planches inedites sur les
polypiers Hexibles" von Desmarest und Lesueur, soweit sie Bryozoen
und Hydroiden betreffen.
TJssow (174) beschreibt einen neuen Süsswassercoelenteraten
aus der Wolga Polypodium hydriforme, der wahrscheinlich ein
Entwickelungsstadium eines in der Wolga freilebenden Hydroiden
ist. Derselbe hat 3 verschiedene Stadien. Als cylindrischer,
spiralig gewundener Schlauch der Knospen bildet, erscheint er para-
sitisch in den Sterleteiern, wo er von Owsjannikow und Grimm
entdeckt wurde. Zweitens tritt er als freilebender Polyp mit 24 Tentakeln
auf, der sich durch Theilung vermehrt und als drittes Stadium muss
die noch unbekannte geschlechtsreife Form angenommen werden.
Von den Parasiten sind 20 7o der Fische inficirt; grössere Fische,
solche, die längere Zeit im Fischbecken gehalten wurden und die
vom unteren Theil der Wolga kommenden sind häufiger inficirt als
frischgefangene, kleinere und bei Kasan vorkommende Fisclie. Eier
mit hell gefärbten Dotter, eine individuelle Eigenthümlichkeit des
Sterlets, nicht vom Alter abhängig, sind mehr der Infection aus-
gesetzt. Aeussere Krankheitssymptome^sind nicht erkennbar.
Das jüngste, beobachtete Stadium ist ein cylindrischer Schlauch,
15 — 17 mm lang, IV2 — '^ nnii dick, mit primären Knospen auf der
Oberfläche. Derselbe besteht aus einschichtigem Ectoderm, ein-
schichtigem Entoderm und einem aus spindelförmigen in die Länge
gezogenen Zellen gebildeten Muskelblatt, Mesoderm, zwischen beiden.
Bei der Weiterentwicklung windet sich das Band in Spiralen um
die Längsaxe des sphaeroidalen Sterleteies, die Knospen erhalten
eine Furche und theilen sich durch Vertiefung derselben in je 2
secundäre Knospen. Diese entwickeln sich zu fi-ei lebenden Formen.
Die Ernährung übernimmt das Ectoderm, indem der durch dasselbe
aufgenommene Eidotter durch das Entoderm hindurch in die Knospen-
höhle dringt und sich dort als Reservenahrungsmaterial ansammelt.
Von aussen nach innen wachsend, in den Hohlraum der Knospen
hineingestülpt, bilden sich dann 24 Tentakeln aus, von denen 8
weniger lang, stärker, oben kolbig angeschwollen und mit Nessel-
zellen versehen sind. Sie werden als Senktaster bezeichnet. Mit
Beginn der Laichzeit werden die Tentakeln ausgestülpt und der Stolo
mit den Knospen beginnt sich zu bewegen, wird frei und zerfällt
nach 24 stündigem Aufenthalt im Flusswasser in 32 Stücke, den
32 Knospen entsprechend. Jedes Stück wird zum Individuum und
der obere Theil der Knospe zum aboralen Pol desselben. Der Stiel
der Knospe und der Stolotheil selbst werden zu einem beweglichen
über die Coelenteraten mit Auspchluss d. Spongien und Anthozoen. 125
Rüssel umgestaltet mit einer Mundöftnung am Ende. Die Theil-
stiicke ernähren sich nun auf Kosten des in den Knospen auf-
gespeicherten Dotters. Diese Individuen (Mütter) theilen sich dann
in zwei Töchter mit je 12 Tentakeln, die wiederum in 2 Enkel mit
je 6 Tentakel zerfallen. Die Tochtergenerationen wie auch die Enkel
können dann durch Sprossen neuer Tentakeln die Mutterfonn re-
generiren und neue Individuen bilden, so dass ein Stolo etwa 500
ürenkelformen hervorzubringen vermag.
Die Endformen sind dann Polypen mit 2 Paar Strahltentakeln
und einem Paar Senktaster, von denen die ersteren zur Fortbewegung
und zum Greifen, die Senktaster als Angriffs- oder Vertheidigungs-
waften dienen. Diese Hydra-ähnlichen Polypen könnten sich dann,
wie Verf. annimmt, durch Auswachsen des unteren 'J'heils des Bodens
zu einer kleinen Glocke mit 4 Randfäden und 2 lateralen Tentakeln
und Ausbildung von 4 Radialcanälen mit einem Ringcanal vielleicht
zu einem medusoiden Organismus, dem Geschlechtsthier entwickeln.
Ml/drocoralliHa.
Fol (47) macht darauf aufmerksam, dass auch im Mittelmeer
eine Hydrocoralline vorkommt: Millepora aspera Esper = Errina
aspera Gray, zu den Stylasteriden gehörig. Carus erwähnt dieselbe
in seinem Prodromus Faunae Mediterraneae nicht, obwohl schon
Esper ihr Vorkommen im ^littelmeer constatirte. Später wurde sie
von Fol wieder aufgefunden.
Hickson (71). Die Geschlechtsproducte von Millepora entstehen
als kleine Kapseln in den Wänden der Canäle und zwar finden sich
männliche und weibliche Kapseln in denselben Canälen; die weib-
lichen Kapseln sind die kleineren. Die Embryonen scheinen ein
gewisses Entwicklungsstadium in chitinösen Kapseln der Canäle zu
durchlaufen und dann durch den Mund der Einzelthiere nach aussen
entleert zu werden.
Greef (55) glaubt auf der Insel Rolas bei St. Thome eine in
alter Zeit unter dem Namen Axori als Schmuck verwendete, später
unbekannte blaue Koralle wieder aufgefunden zu haben. Es ist
eine Stylasteride, die wahrscheinlich mit der im British Museum ohne
Fundortangabe befindlichen Allopora subviolacea W.S. Kentidentisch
ist. Die grössten Stöcke sind 13 — 14,5 cm hoch, mit rasenartiger
Basis, stark verästelt, aufsteigend mit Neigung zur Fächerbildung.
Auf der Oberfläche des Stocks finden sich sternförmige Polypen-
kelche, halbkugelige Kalkblasen (Ampullen) und zwischen beiden
zerstreut kleine Einzelporen. Letztere werden von Kent bei Allopora
subviolacea nicht erwähnt, fehlen derselben oder sind vielleicht über-
sehen. Ferner beschreibt Greef Allopora rosacea n. sp. eine rothe
Stylasteride von ähnlichem Bau und gleichem Fundort wie die vorige,
nur fehlen dieser die Einzelporen. Sie wurde in 20 Faden Tiefe
mit dem Schleppnetz zwischen St. Thome und Rolas hervorgeholt.
126 Dl'- E. Vanhöffen: Jaliresbericht für 1884—1887
Stenohelia Madeirensis W. S. Kent wurde bei der Capverdischen
Insel St. Thiago gefunden.
Dali (35) beschreibt Hydrocorallinen von Alaska und Californien.
Die beschriebenen Exemplare stehen am nächsten denen von Oregon
und Californien, die Verrill beschrieb, unterscheiden sich jedoch von
jenen nicht allein in Habitus und Form, sondern auch in der relativen
Grösse der Kelche, in Sculptur und Textur der Oberfläche. Neu
sind: Allopora Verrillii, A. Moselevi, A. papulosa und Errina Pour-
talesii.
Kirkpatrick (78) entdeckt ein neues Genus der Stylasteriden :
Phalangopora. Der Stamm von Phalangopora ist verästelt und auf
der vorderen und hinteren Seite der Zweige liegen die Gastroporen
in gerader Reihe. Die Dactyloporen sind in einer Reihe auf den
Seitenflächen der Zweige angeordnet und auch zerstreut. Der Mund
jedes Gastropors ist von 3 eckiger Schale überdeckt. Die Dactylo-
poren haben nasenartige Vorsprünge. Beide Arten von Poren sind
ohne Griffel. Die einzige Art Phalangopora regularis wurde bei
Mauritius gesammelt.
Quelcli (155) beschreibt 7 Arten von Stylasteriden, von denen
neu sind: Allopora ochracea, mit nur 3 — 4 Dactylozooiden in
jedem Cyclosystem, Stylaster pulcher von Enoshima Island Japan,
Distichopora breviserialis, bei der die Seitenfurchen des Cyclo-
systems obliterirt sind, ausgenommen an den distalen Theilen des
Coenosteums und D. Milesii von den Südseeinseln. Distichopora
Brasseyi B. Wright und D. Alnutti B. Wright werden für identisch
mit D. nitida Verrill erklärt. Wriglit (180) opponirt gegen die Ein-
ziehung seiner beiden neuen Arten D. Brasseyi und D. Alnutti, doch
hält Quelcli (156) in einer späteren Notiz seine Behauptung, dass
sie mit D. nitida Verrill identisch wären, aufrecht.
Quelcli (157) beschreibt ferner noch als neue Art Millepora
Murrayi n. sp. vergl. auch im Allgem. Theil Quelcli pag. 95.
Hickson (72) untersucht Geschlechtszellen und Jugendstadien
der Millepora plicata, die zahlreich an den Saumriffen von Talisee
Island, im Norden von Celebes sich findet. Die jungen Geschlechts-
zellen, männliche wie weibliche, liegen im Ectoderm der Coenosark-
canäle zwischen Dactylozooiden und Gastrozooiden. Durch die
Mesogloea treten sie ins Entoderm ein, wo die Eier einen Proto-
plasmastiel erhalten, der sie an der Mesogloea befestigt. Dieser kann
zuweilen, während das Ei durch amoeboide Bewegung weiter wandert,
eingezogen werden, bis dasselbe an günstiger Stelle mit neuem Stiel
sich festsetzt. Nachdem 2 Richtungskörperchen abgegeben, dringen
in das kleine reife Ei von 0,01 mm Durchmesser 2 oder 3 Sperma-
tozoenköpfe ein. Das vorher unsichtbare Keimbläschen wird nun
wieder deutlich erkennbar und zeigt zahlreiche Nucleoli. Der Kern
zerfällt in viele Stücke, die sich erst in einer aequatorialen Zone
ordnen, dann in zwei Parthien an den Polen sammeln und schliesslich
sich über das ganze Ei zerstreuen. Dieses Stadium entspricht der
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoen. 127
Morula, da feine Linien die Kerne umgeben und so die Zellen ab-
gegrenzt erscheinen. Aus ihr entwickelt sich eine solide Blasto-
sphaera, die in einen Gastrozooiden einwandert, worauf der Embryo
wahrscheinlich durch den Mund desselben frei wird. Keine Spur
von Medusen, medusoiden Gonophoren oder Sporosacs konnte ge-
funden werden.
Die jungen männlichen Zellen oder Spermosporen sind durch
grossen Kern mit dichtem Protoplasmanetz von den jungen Eiern
zu unterscheiden. Der Kern zerfällt und die Theilstücke füllen die
ganze Spermospore an. Die Spermospore reift in den Canälen,
wandert dann ins Entoderm der Dastylozooide ein und verhert dort
die Wandung, so dass eine Colonie junger Spermoblasten in die
Höhle des Zooiden eintritt. Sie erweitern die Wand des Zooiden
zur Form eines Sporosacs und bleiben dort bis zu ihrer Reife. Ein
Spadix oder sonstiges Anzeichen dafür, dass es medusenartige Gono-
phoren sind, ist nicht vorhanden. Nur selten wurden in Gastro-
zooiden Spermatoblasten gefunden. Auch, für Millepora wird dem-
nach die Annahme der Gebrüder Hertwig und Weismanns bestätigt,
dass das Ectoderm die Keimstätte der Geschlechtszellen ist. Einen
Grund für das Fehlen der Furchung sieht Verf in der Wanderung
des Eies, nachdem die Entwicklung schon begonnen. Die Hydro-
corallinae betrachtet er als besonderen Stamm der Hydrozoen, der
wahrscheinlich nie medusiforme Gonophoren besass und leugnet ihre
Verwandtschaft mit Hydractinia.
SipJionophoren.
Bedot (4. 5) untersucht die sogenannte Leber und das Gefäss-
system von Velella. Er bestätigt die Angaben Chuns über die
Bildung des Segels und schliesst sich Chun gegen Agassiz in der
Annahme an, dass die Ratarien Jugendformen der Velellen seien.
Das von Delle Chiaje entdeckte und Leber genannte Centralorgan
wird folgendermassen geschildert. Es besteht aus 2 deutlich ge-
schiedenen Parthieen: 1. aus Canälen die vom Grunde des Central-
magens nach dem convexen Theile des Organs gehen und dasselbe
völlig überziehen; 2. aus einem Nesselpolster, das den grössten
Theil der vermeintlichen Leber ausmacht und an seiner Basis an
mehreren Stellen in das Ectoderm übergeht. Im unteren Theil
finden sich noch einige kleinere Canäle. Die oberen Canäle erhalten
eine dunkle Färbung durch schwarze Körperchen, die nicht in Zellen
eingeschlossen sind, sondern zu Haufen vereinigt zwischen den Zellen
liegen. Man unterscheidet grössere und kleinere Zellen in den
Wänden der Canäle; die grösseren derselben sollen die dunklen
Körper bilden. Die Cnidoblastenanhäufung ist der Ort der Nessel-
kapselbildung und dient als Reservoir, um die äusseren Parthieen
mit Nesselkapseln zu versehen. Einige Canäle steigen durch das
Nesselpolster senkrecht zum Centralpolypen herab. Andere der
Leberkanäle bilden ein complicirtes Netzwerk am Öcheibenrand und
128 Dr- E. Vanhöffeii: Jahresbericht für 1884-1887
vereinigen sich doit mit den Canälen der Oberseite des Pneiimatophors.
Nach Anordnung und Bau der Canäle lassen sich vom Kamm bis
zum Scheibenrand 5 Regionen unterscheiden: 1. Randcanäle des
Kammes, 2. Maschencanäle , die sich in jenem Theil des Pneu-
matophors finden, welcher die senkrechte Platte der Pneumatocyste
überzieht; 3. ein unregelmässigeres engeres Maschennetz, das ebenso
wie die vorher genannten Maschencanäle mit dem Mediancanal des
Pneumatocysts communicirt, 4. ein regelmässigeres Gefässnetz des
Randes aus dickeren Stämmen mit verzweigten Aesten bestehend,
5. ein feinmaschiges Canalnetz des äussersten Randes aus den
anastomosirenden Zweigen jener Stämme zusammengesetzt.
Bei Porpita besteht nach Bedot (8) die sogenannte Leber ebenso
wie bei Velella aus einer Masse von Nesselzellen und Canälen. Die
dunklen Körperchen ohne bestimmte Form, die in den Canälen von
Velella vorkommen, sind bei Porpila durch dunkle Granulationen
i)nd durch hellgrüne Krystalle (Guanin) ersetzt. In den Wänden
des Centralmagens findet« sich eine starke Lage gelblicher Granu-
lationen. Die von Kölliker im weissen Fleck entdeckten Guanin-
krystalle stammen aus den das Nesselpolster durchsetzenden Canälen,
welche letztere als Niere fungiren.
Bedot (9) schildert ferner den Bau junger Ratarien. Das
Canalsystem setzt sich aus 5 unteren Canälen zusammen, welche
vom Centralpolyp zu den oberen Canälen senkrecht aufsteigen.
Letztere bestehen aus einem Hauptstanmi, der sich an beiden Enden
gabelt und in der Mitte jederseits 3 Seitenzweige abgiebt. Das
Centralorgan besteht zum grössten Theil aus einer Anhäufung von
Nesselzellen, die zuweilen ziemlich locker nebeneinander liegen und
die den Pneumatophor überziehende Zelllage berühren, da nur noch
wenige Canäle vorhanden sind. Später vermehren sich die Canäle,
so dass sie das Nesselpolster fast völlig bedecken. Am Grunde des
Centralpolypen finden sich dann 8 Oeftnungen den senkrechten
Canälen entsprechend, die unter gleichen Abständen von einander
entfernt liegen, 4 auf der Axe, je zwei rechts und links derselben.
Der Pneumatocyst setzt sich in diesem Stadium aus 7 Kammern
zusammen. Von der 6. Kammer geht an beiden Enden ein Canal
aus, der Anfang der Luftcanäle, welcher in das Centralorgan ein-
dringt und sich dort gabelt. Bei älteren Stadien werden in den
Wänden der Canäle die Zellgrenzen sichtbar und Granulationen treten
in den Zellen auf. Ursprünglich besteht der Pneumatophor aus
einer einzigen Kammer, dann treten mehr auf die einander ein-
schliessen und unter einander liegen. Den jüngsten Ratarien fehlt
noch das Segel, welches sich später als Falte der obersten Kammer
anlegt und an dessen Bildung sich dann auch die übrigen Kanmiern,
mit Ausnahme der völlig eingeschlossenen 2. und 3., betheiligen.
Vom Centralorgan verlaufen 4 Rinnen symmetrisch längs den Wänden
des Pneumatophors. In ihnen steigen 4 Zellstränge vom Central-
über die Coeleuteraten mit Ausschhiss d. Spongieii und Antliozoen. 129
Organ längs dem Pneumatophor auf, die in dem Mediancanal des
Pneumatophors endigen. Sie scheinen bestimmt die Pneumatocyste
zu bilden.
Korotneff (82) untersucht die Gewebe der Siphonophoren.
Der Stamm bildet eine meist links gewundene Spirale, an 'der
die ventrale Seite sich durch Befestigungspunkte für die verschiedenen
reihenweise oder in Gruppen ihm anhängenden Organe kennzeichnet.
Unter dem Ectoderm liegt eine dünne Quermuskelschicht, darunter
eine starke Lage von Längsmuskelbändern, die sich den Seitenflächen
von Längsleisten der Stützlamelle anschmiegen. Diese Stützleisten
mit den Muskeln werden Muskelsepten genannt. Auf der Innenseite
der Stützlamelle folgt dann eine feine entodermale Ringmuskel-
schicht mit dem einschichtigen Entoderm. Ventral bildet die Stütz-
lamelle eine wulstförmige Verdickung. Meist ist jedoch der Bau
des Stammes nicht so complicirt, sondern einfacher und von dem
der Hydroidpolypen nur durch Ausbildung einer Bauch- und Rücken-
seite verschieden. Der Stamm von Praya diphyes unterscheidet sich
im Bau vom Hydroidenstamme nur dadurch, dass der Stammkanal
näher der Ventralseite verläuft. Bei Apolemia uvaria findet sich
eine ventrale Längsleiste als Fortsetzung der Stützlamelle in einer
Ectodermfalte, der dorsal ein zarter Längseinsclmitt entspricht. Bei
Haiistemma rubrum und H. tergestinum liegt der Stammcanal ganz
ventral und tritt durch gefässartig verzweigte Nebenräume fast mit
dem Ectodermbelag in Berührung. Der Stamm von Forskalia ophiura
erscheint als abgeflachtes Band mit ventralem und dorsalem Längs-
vorsprung. Ersterer besteht aus einer krausenartigen Membran, die
die dicht gedrängten Organe trägt. Der Stammcanal liegt der
ventralen Seite genähert, giebt Gefässausstülpungen ab und betheiligt
sich selbst an der Ausbildung des ventralen Vorsprungs. Die dorsale
Leiste, auf beiden Seiten rinnenartig begrenzt, beherbergt das Central-
nervensystem. Der Stamm erscheint segmentirt äusserlich durch
Querstreifung, innen durch abwechselnde Anordnung der Canäle —
einem grossen folgen 7 — 8 kleinere.
Als besonders eigenthümlich dem Siphonophorenkörper werden
gewisse dem äusseren Epithel anliegende conische Zellen zwischen
den äusseren Enden der Muskelsepten erwähnt. Lange Ausläufer
derselben treten an die Fibrillen der Längsmuskeln heran, wo sie
mit einer Anschwellung enden. Auf der Ventralseite werden sie
durch sogenannte Tastzellen ersetzt, verlängerte kleine Zellen, die in
einer Anschwellung einen grossen Kern zeigen und an den Muskel-
fibrillen enden.
Die conischen Zellen sind metamorphosirte epitheliale Muskel-
zellen. Das Centralnervensystem setzt sich aus grossen Zellen mit
feinen Ausläufern zusammen, die völlig homolog sind den vorher
beschriebenen kleinen Zellen des peripherischen Nervensystems. Diese
wurden nur fast völlig zu Ausläufern aufgelöst. Die Nervenzellen
sind daher ebenfalls veränderte Epithelmuskelzellen. Korotneffs
Arch. f. Naturgescli. Jahrg. 1888. Bd. U. H. 3. 9
130 Dr. E. Vanhöffeu: Jahresbericht für 1884— 1887
Neuromuskelzelle deckt sich jedoch nicht mit Kleinenbergs Neuromuskel-
zelle bei Hydra, die wohl empfindlich ist, aber nicht wie jene nervöse
Function ausübt. Die Stützmembran wird von feinen Fibrillen durch-
setzt und das Entoderm besteht aus geisseltragenden Muskelzellen.
Bei Rhizophysa ist zwar der Stamm dorsal und ventral ver-
schieden gebaut, doch fehlt das Centralnervensystem. Die Nerven-
zellen werden durch eine untere Ectodermzellenschicht ersetzt, deren
Zellen in unmittelbare Beziehung zu den Muskelfibrillen treten.
Physophora hat einen Stamm, dessen oberer Theil blasenförmig
aufgetrieben ist. Dorsal- und Ventralseite sind auch hier ver-
schieden; ein Centralnervensystem fehlt. Zweierlei Ectodermzellen,
mit und ohne Tasthaare, sind vorhanden. Letztere sind kolbig an-
geschwollen und entsenden faserförmige Ausläufer nach den Muskel-
fibrillen. In der Tiefe des Ectoderms gelegene Zellen, die hier und
bei Rhizophys.i erscheinen, werden als wahres Mesoderm gedeutet.
Die l)lasenartige Auftreibung trägt Tentakeln, die nur mit der unteren
Hälfte ihrer Peripherie angewachsen sind, daher leicht abfallen.
Dieselben sind spiralig angeordnet, einer Spiralfurche, der Fort-
setzung der Ventrallinie, folgend. Die Blase ist ausserordentlich
reich an Nerven, die ein dichtes Geflecht zwischen Epithel und Stütz-
lamelle bilden. Bipolare und tripolare, selten multipolare Ganglien-
zellen treten auf. Die Nervenfasern bestehen aus zarten Fibrillen-
bündeln, die vielleicht als Axencyhnder aufzufassen sind und einem
Protoplasmamantel, der Markscheide zu vergleichen, so dass die
These, die Nervenfasern der Wirbellosen wären marklos, nicht ohne
VTeiteres zuzugeben ist. Die Epithelzellen der Blase sind hoch,
becherartig und bergen zwischen sieh kleine Nesselzellen. Die untere
Fläche der Blase besitzt ausser den Geweben, die auch oben vor-
kommen, noch eine starke Muskelschicht ohne Septen. Die Nerven
sind hier weniger zahlreich und zu Bündeln geordnet. Die Blase
ist nur als Modification des Stammes zu betrachten, der sich er-
weitert, so dass die Muskelsepten zu einer Muskelschicht ausgebreitet
wurden.
Bei Velella konnten die Angaben Chuns über das unter dem
Epithel der Oberfläche vertheilte Nervennetz bestätigt werden. Das
Ringnervensystem jedoch, welches derselbe beschreibt, konnte nicht
gefunden werden. Bei Porpita sind Nervenzellen nur spärlich vor-
handen.
Die Taster zeigen die höchste histologische Entwicklung bei
Physophora. Dort unterscheidet man an ihnen 3 Regionen, in denen
der Bau nach der Spitze zu immer complicirter wird. Der mittlere
Theil hat radiale Muskelsepten, die anderen Siphonophoren fehlen.
Das Epithel desselben besteht aus echten Drüsen, Tastzelleu und
blassen, drüsenähnlichen Elementen. Die ersteren sitzen den Muskel-
septen auf, sind wurstförmig, mit stark lichtbrechenden Ballen er-
füllt und in helles Plasma eingebettet. Die Tastzellen sind faser-
artig, stark verlängert, mit einem Kern in der Mitte und tragen
über die Coelenteraten mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoen. 131
aussen einen Plasmaknopf mit einigen Tastliaaren. Die 3. Zellart
ist ebenfalls schlauchförmig, enthält netzförmig verästeltes Plasma
und eine hellere Substanz. Der Kern liegt hier wie auch bei den
Drüsenzellen nahe der Basis. Tastzellen und Drüsen geben ein
dichtes Plasmanetz ab, das zwischen den Muskelsepten sich aus-
breitet. Das Ectoderm des Tasters zeigt vollste Homologie mit dem
des Stammes. Die Drüsen entsprechen den einfachen Ectoderm-
zellen und die kolbenförmigen Elemente den faserähnlichen Tast-
zellen. An der Tasterspitze sind die Drüsen nicht so stark ent-
wickelt, die Tastzellen aber ziehen sich noch mehr in die Länge,
weil das Ectoderm stark verdickt ist. Nesselorgane finden sich in
reichlicher Menge. An der Spitze besonders sind sie gross und
elliptisch, näher der Basis kommt noch eine kleinere Art von Nessel-
kapseln vor, die in einer Zelle mit grossem Kern eingeschlossen
liegen. Diese bilden dort die oberste Zellschicht, darunter liegt
eine Anhäufung von Tastzellen, deren Kerne in verschiedener Höhe
stehen.
Bei anderen Siphonophoren sind die Ectodermzellen nicht so
stark metamorphosirt. Der Taster scheint bei Haiistemma pictum
und junger Agalma Sarsii als Excretionsorgan zu fungiren, da
Metschnikoff dort an der Spitze eine Oeffnung fand. Forskalia kann
durch rothes Pigment an der Spitze des Tasters das Wasser trüben.
Verf. sieht in dem Taster nur ein Tastorgan, das durch eine dicke
Flüssigkeit prall angefüllt wird, um durch die Erection die Empfind-
lichkeit desselben zu erhöhen.
Der Fang faden ist bei Apolemia uvaria ein einfacher schlauch-
förmiger contractiler Stiel ohne Endfaden mit zerstreutem braunem
Pigment im Ectoderm und kugelrunden Nesselzellen, mehr in der
Mitte desselben gelegen: Die übrigen Siphonophoren mit Ausnahme
von Physalia, Velella, Porpita und Rhizophysa haben einen con-
tractilen Fangfaden, der in bestimmten Abständen Seitenzweige ab-
giebt. Diese secundären Fäden zerfallen in Stiel, Nesselknopf und
Endfaden. Ein Querschnitt durch den verlängerten Nesselknopf bei
Haiistemma zeigt ein paariges elastisches Band als Axe, unter dem
sich eine leicht gestreifte, mucöse Schicht findet, lieber der Axe
erscheinen durch eine Zellschicht getrennt 2 kleine elastische Schnüre
und eine ununterbrochene Schicht von Nesselkapseln, die von einer
Epithelialschicht bedeckt ist. An der Grenze der oberen Nesselkapsel-
schicht und der unteren mucösen Schicht tritt jederseits eine Reihe
grosser Nesselkapseln auf Das elastische Band, die mucöse Schicht
und der Nesselstrang schlingen sich um einander und bilden eine
gemeinsame Schnur, den verlängerten Nesselknopf Durch Zerzupfen
zerfällt die mucöse Schicht in faserähnliche Drüsen, zwischen denen
sternförmige Zellen, vielleicht als nervöse Elemente, vorkommen.
Die Nematocysten sind stabähnlich, cylindrisch, an den Ecken ab-
gerundet und liegen in einer hyalinen Kapsel, die sich aus zwei
Zellen zusammensetzt, da oben und unten ein Kern sichtbar ist.
9*
132 Dl'- E. Vanhüffeii: Jalaesbericht für 1884—1887
Die grossen Nesselkapseln der beiden seitlichen Reihen stecken mit
der Spitze, wo sich die Oefiimng des Nesselorgans findet, nach innen
und haben mehrere Kerne an der Oberfläche. Bei Agalma Sarsii
treten als Complicationen ein Involucrum aus polyedrischen Zellen
am Nesselknopf, ein spindelförmiger Stiel und eine Endblase mit
Endtentakeln auf. Die Blase ist durch Ringmuskeln des Ectoderms
stark contractu und die Endtentakel bestehen aus rundem Stiel und
abgertachtem Kopf. Im Entoderm des Stiels sind Ringmuskeln, im
Ectoderm 5 Längsmuskelfibrillen vorhanden, von denen jede eine
Nesselkapsel ausbildet. Durch diese Beobachtung wird das von
Chun und Jickeli aufgestellte Postulat betreffend die musculöse
Natur der die Nesselorgane bildenden Zellen, bestätigt. Der Kopf
des Endtentakels hat keine Nesselorgane, sondern setzt sich aus Drüsen-
zellen zusammen. Bei Physophora ist das Involucrum stärker ent-
wickelt, der Endfaden dagegen fehlt. Die feinere Structur des Nessel-
knopfes ist ähnlich wie bei Haiistemma. Der Endfaden bei Haiistemma
besteht aus lauter Muskelfibrillen, deren Muskelzellen die Oberfläche
des Fangfadens bilden und eine Menge Nesselkapseln beherbergen.
Bei Hippopodius (Praya, Epibulia, Forskalia, Abyla und Diphyes
zeigen ähnliche Ausbildung) ist der Nesselknopf ein bohnenförmiger
Körper, hat verschieden langen, contractilen Stiel und einen ein-
fachen schwanzähnlichen Endfaden. Dieser ist mit Flimmerzellen
bedeckt und trägt zweierlei Nesselkapseln. Im Innern besteht er
aus blasigem Entoderm, das in einer Auftreibung 2—3 lichtbrechende
Concremente enthält. Im Basaltheil des Knopfes findet sich eine
elastische Schlinge scheinbar aus 2 Bändern bestehend, die zwei
Reihen Nesselzellen trägt. Die grossen Nesselzellen an der Um-
biegungs stellen des Bandes sitzen mit ihren Oefiiiungsenden auf
stielartigen Postamenten des Bandes, können sich daher ebenso wie
auch die kleinen nur nach dem Freiwerden entladen. Der Fang-
fadenstiel zeigt im Innern die elastischen Bänder, aussen Muskel-
epithel, dessen Fibrillen von der Basis des Knopfes abgetrennt ein
Endfadenbündel bilden. Praya weicht nur in sofern von Hippopodius
ab, als der Stiel an der Basis des Knopfes eine sackartige Erweiterung
bildet, die einen Theil des Knopfes verbirgt und darin, dass sich
am Endfaden 3 Arten Nesselkapseln finden grosse, kleine und ei-
förmige. Die letzteren sitzen wie Trauben auf Stielen von einem
Punkte ausstrahlend. Bei einer noch unbeschriebenen der Praya
maxima ähnlichen Art aus dem Mittelmeer wurde eine grosse Zelle
beobachtet, die an sämmtliche Nesselkapseln und auch an das
elastische Band Zweige abgiebt und zwar erhält letzteres den
stärksten Zweig. Sie wird als nervös gedeutet, bewirkt Entladung
der Nesselzellen und beeinflusst auch das elastische Band. Epi-
bulia und Forskalia haben 4 Reihen Nesselzellen auf einer Nessel-
platte statt des Knopfes. Dieselben können sich entladen, ohne
sich abzulösen, da sie mit der breiten Basis dem elastischen Bande
aufsitzen. Nur die grossen Endkapseln sind auch hier mit der Spitze
festgeheftet. Bei Forskalia ist die Nesselplatte 3 — 4 mal so gross
über die Coelenteraten mit An??cliluss d. Spongien mid Aiithozoeii. 133
wie bei Epibulia. Die übrigen Siphonopboren zeigen ähnliche Ver-
hältnisse. Bei Abyla pentagona ist leicht zu sehen, dass der Entoderm-
canal blind an der Basis des Nesselknopfes endet und das die Stütz-
lamelle direct in das elastische Band übergeht. Am Hauptfangfaden
erkennt man einen Centralcanal , Entoderm, mächtige Stützlamelle
und muskulöses Ectoderm; im secundären Eaden kann der Central-
canal fehlen, so dass im Innern nur die verdickte Stützlamelle erscheint.
Die Pneumatophore. Forskalia ophiura zeigt auf dem Quer-
schnitt ihres Luftsacks 7 durch dünne Septen getrennte Radialcanäle.
Die äussere Wand derselben ist die Pneumatophorenwand, die innere
die Luftkammerwand. Die erstere besteht aus Ectoderm, Stützlamelle
mit radialen Auswüchsen und Entoderm, die Luftkammerwand als
Duplicatur der äusseren Wand zeigt dieselben Schichten in um-
gekehrter Folge, das Entoderm aussen. Ganz im Innern der Luft-
kammer wird von dicker Cuticula eine spröde Luftflasche gebildet,
die in ihrem Lumen noch ein zweischichtiges zelliges Gebilde zeigt.
Diese Schichten der Luftflasche lassen sich nur mit dem Medusen-
magen homologisiren. Da die Pneumatophore ihren eigenen Magen
besitzt, ist Metschnikoffs Hypothese falsch, dass der Luftsack dem
umgekrempelten Medusenschirm *und der Siphonophorenstamm dem
Medusenmagen entspricht. Der provisorische Magen endigt am
Scheitel der Pneumatophore blind und ist unten zu einem Bulbus
verdickt. Dieser setzt sich aus 4 Schichten zusammen: prismatischen
Entodermzellen , spindelförmigem Ectoderm , dann , dem Medusen-
magen entsprechend, eine spongiöse Masse ohne Zellgrenzen und
eine innere Zellschicht aus sehr verlängerten Elementen. Die ver-
dickten Ränder der Luftflasche hören am Eingang in den Bulbus
auf Bei HaHstemma rubrum finden sieh nur 4 Canäle in der Pneu-
matophore. Im Bulbus, dessen Lumen fast fehlt, sind die beiden
inneren Schichten mächtig entwickelt und die äussere von ihnen ist
durch Scheidewände in Zellen führende Kammern zerlegt. Die
Canäle der Pneumatophore münden in den Stammcanal und die
Septen, welche die Pneumatophorenwand mit dem Bulbus vereinigen,
ragen frei in den Canal hinein, wo sie allmählich verschwinden.
Apolemia zeigt den einfachsten Bau der Pneumatophore. Die
Luftkammer hängt ganz frei im Innern nur am Scheitel angeheftet.
Scheidewände, Radialcanäle und spröde Luftflasche fehlen. Am
Scheitelpol verschmilzt die Stützlamelle der Pneumatophore mit der
Luftkammer und das Entoderm bildet bhnde Ausstülpungscanäle.
Bei Physophora sind 8 — 9 Septen vorhanden, die im oberen Theil
nur als Radialstreifen angedeutet sind. Im Innern der als Entoderm-
duplicaturen entstandenen Septen treten Canäle mit eigenen Wänden
auf, ebenso enthält die von der spröden Cuticula der Luftflasche um-
hüllte Magenwand blinde Canäle, die mit den Septalcanälen zusammen-
hängen. Beide entspringen vom geräumigen Lumen des Luftkammer-
bulbus. Bei Rhizophysa sind nur die Canäle vorhanden, die Septen
fehlen. Die Canäle verschmelzen am Grunde der Pneumatophore
vor dem Anfang der Luftkammer zu einer gemeinsamen Masse, die
134 'Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
mit riesigen Zellen erfüllt ist. Im Centrum findet sich die Luft-
kammer von den wurstförmigen Verdickungen nmgeben, die den
Septalcanälen bei Physopliora entsprechen. Die Riesenzellen sind
von striicturloser Membran bekleidet, der aussen eine Schicht spindel-
förmiger Zellen anliegt nnd enthalten grobkörniges Protoplasma mit
grossem, schon mit blossem Auge erkennbarem Kern.
Das Ectoderm der Pneumatophore setzt sich zusammen aus
EpitheHalmuskelzellen, blasigen Drüsenzellen mit hellem Plasma und
wandständigem Kern, Nesselzellen und spindelförmigen Elementen
mit langen AusLäufern, wie auch dreieckigen Zellen, die beide als
Nervenzellen gedeutet werden. Eigene Apparate die Empfindung zu
vermitteln fehlen. Doch ist die Pneumatophore ein sehr empfindhches
Organ, meist mit selbstständigem Nervennetz versehen. Der sogenannte
Magen, der die Function Gas zu secerniren erhalten hat, wird bei grossen
Pneumatophoren darin von den Canälen und Riesenzellen unterstützt,
die nicht, wie Chun annimmt, die mechanische Aufgabe haben, als
elastische Polster ein Sprengen der Blasenwand bei energischer
Contraction zu verhindern.
Die Schwimmglocke zeigt im Querschnitt in der Gegend des
Velums bei Haiistemma rubrum eine structurlose Schirmmasse von
flachem Plattenepithel bedeckt, darunter die Gefässplatte , Stütz-
lamelle und endlich das musculöse Ectoderm mit quergestreiften
Muskelfibrillen. Ein Ringnervensystem fehlt. Die Angaben von
Claus über den Bau der Gefässplatte werden bestätigt. Die Radial-
canäle sind, wie die Entwicklung lehrt, Reste der ursprünghchen
Gastralhöhle , der Ringcanal jedoch ist eine neue Bildung. Die
Radialcanäle sind von den beiden Wandungen der Höhle abzuleiten,
die Gefässplatte aber, da die äussere Entodermlamelle in 4 Streifen
für die Canäle zufällt, nur vom inneren Entoderm.
Auf Grund von Beobachtungen an Epibulia pflichtet Verf. dann
darin Claus bei, dass dem Wechsel der Schwimmglocken bei Sipho-
nophoren keine genetische Bedeutung beizulegen ist.
Bei Hippopodius wurde bemerkt, dass das durchsichtige Plasma
des einschichtigen Epithels der Schwimmglocken nach einer Reizung
plötzlich sich trübt und dass solche Reizung im Dunkeln Leuchten
hervorruft.
Schliesslich mrd noch einer parasitischen Alge Erwähnung ge-
than, die regelmässig in den Drüsen am Mantelrande von Porpita
gefunden wurde. Dieselbe besteht aus einem klumpenförmigen Körper,
der wurzelartige Ausläufer in die Drüsenzellen entsendet.
Leuckart (120) macht eine Mittheilung über Siphonophoren-
präparate aus der zoologischen Station in Neapel.
Fewkes (41) schildert die Entwicklung von Agalma elegans.
Künstliche Befruchtung der Eier gelang nicht, daher konnte nicht
mit Sicherheit beobachtet werden, in Avie langer Zeit nach der Be-
fruchtung die erste Furche erscheint. Bei einer isolirten Agalma
wurde die Entwicldung der Eier constatirt, so dass die Annahme
über die Coelenteraten mit Äusscliluss d, Spongieu und Anthozoen. 135
nahe liegt, die Eier können von Sperma aus den männlichen Zellen
desselben Polypenstoeks befruchtet werden. Das einzelne Ei liegt in
einem dünnwandigen Sack. Die erste Furche geht durch den rosig
gefärbten Pol des Eies, der dem Sack anliegt, an der Stelle, wo
dieser dem Gonophor angeheftet ist. Etwa 30 Minuten nach der
ersten tritt die zweite, horizontale Furche auf, und dieser folgt dann
2V2 Stunden später die 3., die, wie die beiden ersten, durch Ein-
faltung der Oberfläche des Eies entsteht.
Nach dem 8 Zellenstadium lassen sich weitere Furchungen wegen
vielfacher Unregelmässigkeiten und CompKcationen nicht deutlich
verfolgen und an der nun entstehenden Morula wird dann auch die
Lage der ersten und zweiten Furche schwer nachweisbar. Die Morula
bedeckt sich mit einer Lage von Wimperzellen, und überall, avo eine
Neubildung auftritt, ein neues Organ sich anlegt, zeigt sich röth-
liche Färbung durch Concentration des sonst gleichmässig vertheilten
Pigments. Dauernd tritt diese röthliche Färbung am Keimpol auf,
entgegengesetzt der Anheftungsstelle des das Ei umschliessenden
Sacks. Dort verdickt sich die Zellschicht und es entstehen erst zwei,
dann drei Zelllagen, deren mittlere als Mesoderm bezeichnet wird.
Das Ei verHert dabei seine rundliche Gestalt, indem ihm ein dicker
scheibenförmiger Körper aufgelagert erscheint, der nach unten hängt,
wenn das Ei im Wasser schwimmt. Das Ei hat nun einen Horizontal-
durchmesser von 45 mm, einen Längsdurchmesser von 55 mm.
Die Scheibe aus Epiblast, Hypoblast und intermediärer trans-
parenter Zelllage gebildet, vergrössert sich zum primären Hydro-
phyllium, zur Deckschuppe unter der als besondere Knospe die Luft-
flasche sich anlegt. Das Hydrophyllium nimmt dabei an Grösse zu,
bis es helmartig das Ei fast völlig bedeckt. Während dessen haben
sich die grossen inneren Zellen zu Dotterzellen ausgebildet, und
zwischen ihnen und dem Deckblatt ist ein Hohlraum, die Anlage der
Leibeshöhle, entstanden. Der nach innen eingesenkten Knospe des
Luftsacks entgegengesetzt tritt dann am 4. Tage das erste gesägte
HydrophylHum, die erste secundäre Deckschuppe auf, wodurch die
Larve das sogenannte Athorybiastadium erreicht. Am 5. Tage wurde
schon ein Pigmentfleck und die Knospe eines zweiten secundären
Deckstücks beobachtet, während sich gleichzeitig auf dem Dotter
unter rechtem Winkel zur Luftflasche Entoderm und Ectoderm er-
hob, um den Magenpolypen zu bilden. Am 7. Tage endlich fanden
sich sämmtliche Larven an der Oberfläche, wegen des Wachsthums
des Luftsacks und wegen der Rückbildung des primären Deckstücks.
Dasselbe -svird kleiner, plattet sich ab und zeigt ein Gefäss, das in
der Nähe von zwei Haufen Nesselzellen sich in 2 Aeste gabelt.
Aeltere Stadien wurden nicht beobachtet.
Monophyes gracilis und Monophyes irregularis sind nach Chun
(23) als selbstständige Arten, nicht als Larvenformen zu betrachten,
da ihre medusenförmig gewölbten Schwimmglocken definitive Glocken
vorstellen, die nicht durch Reserveglocken verdrängt werden. Als
136 Dl"- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884—1887
primäre Glocke von M. irregularis wird eine im Auftriebe häufige
Schwimmglocke angesehen, weil ein kleines Stämmchen mit Reserve-
glocke an der Basis des Oelbehälters gefunden wurde, das von dem
bei M. irregularis beobachteten nicht zu unterscheiden ist. Eine
zweite bisher übersehene Glocke ohne Saftbehälter mit oberhalb der
Subumbrella festsitzendem Stämmchen wird für die abgestossene
Schwimmglocke der M. gracilis gehalten. Als Unterschied zwischen
Monophyiden und Diphyiden hebt Verf. hervor, dass bei letzteren ein
fortwährender Wechsel der Schwimmglocken und ständiger Ersatz
derselben durch Reserveglocken gleicher Gestalt stattfindet, während
bei den ersteren die secundär gebildete Glocke persistirt. Bei Abyla
pentagona fand Chun, dass eine weibliche Reserveglocke ausnahms-
weise eine grosse männliche Genitalglocke verdrängte. Die Ent-
deckung Vogt's bei Praya diphyes bestätigend, dass bei manchen Arten
Anhangsgruppen mit Specialschwimmglocken auftreten, beobachtete
Verf. bei einer neuen Art, die der Praya medusa Metschn. nahe
steht, ebenfalls Specialglocken. Auf dieses Merkmal wird die Gattung
Liliopsis gegründet mit den Arten: L. diphyes Vogt und Kölliker,
L. medusa Metschnikoff und L. rosea Chun.
Entgegen den Ausführungen Chuns hält Claus (27) Monophyes
primordialis für eine Larve, deren fortgeschrittener Zustand als
Muggiaea Kochii erscheint. Letztere ist demnach nicht als auf-
geammte zweite Generation jener zu betrachten. Die sogenannte
cyclische Entwicklung wird als ein für die Calycophoriden gültiger
Specialfall der für die Physophoriden bekannten Metamorphose der
Siphonophorenstöckchen aufgefasst. Das Protomonophyesstadium der
Calycophoriden kann nicht den Werth einer Amme haben, weil die
primäre Schwimmglocke, welche durch Knospung den Stamm mit
den Reserveglocken erzeugt, ohne Mund und Magenrohr nicht im
Stande ist, Nahrung zu erwerben, während dagegen das Stöckchen,
das sich als Theil des Larvenkörpers anlegt, die Glocke ernährt.
Die Auffassung Chuns führt ferner zu einem Widerspruch, weil sie
das morphologisch höchste, phyletisch zuletzt entstandene Glied zum
Ausgang für die Entstehung der niederen polypoiden Glieder wählt.
Aus diesen Gründen ist eine Protomonophyes ähnliche Form nicht
als Stammform der Siphonophoren zu betrachten.
Cliun (24) beschreibt eine neue Siphonophore Diphyes subtilis
aus dem Mittelmeer, die, obwohl die gemeinste der Siphonophoren,
bisher unbekannt geblieben war, weil es trotz vorsichtigster Fang-
methoden nicht gelang, beide Glocken im Zusammenhang zu erhalten.
Nachdem Verf. darauf aufmerksam geworden, dass die an den beiden
isolirten, verschiedenen Schwimmglocken gefundenen Stämmchen völlig
gleich waren, wurde ein Thier mit beiden Schwimmglocken geschöpft.
Die Schwimmglocken derselben wurden früher als primäre Glocken
von Monophyes gracilis und M. irregularis beschrieben. Die obere
Glocke ist 5 kantig und besitzt einen Oelbehälter, während die untere
4 kantig ist und des Oelbehälters entbehrt. Zwei dieser Kanten sind
flügelartig ausgezogen. Beide Glocken hängen an der Insertions-
über die Coeleuteiaten mit Ausschluss d. Spongien und Aiithozoen. 137
stelle des Stämmcliens zusammen und schweben horizontal in der
Ruhelage. Gewöhnlich ist eine Reserveglocke, zuweilen sind auch
zwei derselben vorhanden. Die Eudoxiengruppen, die sich von einem
der gefangenen Exemplare ablösten, erwiesen sich als identisch mit
Ersaea elongata Will.
Sämmtliche aus dem Mittelmeer bekannte Eudoxiengruppen
können nun mit Sicherheit auf Monophiden und Diphyiden bezogen
werden.
1. Cuboides vitreus (?) Ouoi und Gaimard \ ..„i„ •^^»^^„„„„r. xn.^i.^^i,
Eudoxia cuboides Leuckart. ) ^^^^^ pentagona E.chsch.
2. Eudoxia messanensis Geg. \ j^.^ acuminata Leuckart.
Eudoxia cainpanula Leuckart. j ^ -^
3. Ersaea truncata Will. \ Mononbves P-racilis
Diplopbysa inermis Geg. / J^^onopliyes giaciJis.
4. Ersaea pyramidalis Will. i ivr.irvrv.-Qar, Tr..,>ii;; pimn
T.i j • T71 1 i, li. •■ r> i ) JViuggiaea Kocnii l^nun.
Eudoxia Eschscholtzu Busch, j =*
5. Ersaea elongata Will.: Diphyes subtilis Chun.
Bei den übrigen Diphyiden des Mittelmeeres (von einigen noch
wenig bekannten Arten abgesehen) scheinen keine Eudoxien producirt
zu werden. Allgemein scheint jenen Diphyiden eine Bildung von
Eudoxien zu fehlen, deren Geschlechtsproducte am Stamm reifen.
Ueber die Meduse von Velella vergi. Metschuikoff (138) pag. 114.
Bedot (10) beschreibt die Nesselzellen von Velella, Porpita und
Physalia. Die Velelliden haben 2 Arten Nematocysten, aber 4 Arten
Cnidoblasten, die sich durch Auftreten oder Fehlen eines Stiels sowie
durch ihre Grösse von einander unterscheiden. Der Stiel der grossen
Cnidoblasten zeigt die von Chun beobachtete Querstreifung und ent-
hält eine Spindel mit einem Faden darin, die vielleicht bei der
Contraction des Stieles mitwirkt. Da 2 Arten von Nesselzellen un-
gestielt und ohne Querstreifen sind, zweifelt Verf. die Annahme
Chuns an, dass die Cnidoblasten als Muskeln zu betrachten seien.
Physalia fehlen echte Cnidocils, wie auch die 3. Art der von Quatre-
fages beschriebenen Nesselzellen. Zur Entwickelung der Nesselkapsel
wird angegeben, dass in der Nesselzelle sich erst eine Vacuole bildet
und das in diese vom Plasma aus ein knopfförmiger ,,Nematoblast"
zur Anlage des Fadens hineinwuchert. Zum Schluss folgen noch
einige Beobachtungen über die Anordnung der Nesselknöpfe bei den
erwähnten Siphonophoren und über das Gallertgewebe im Tentakel
von Velella.
Chun (25) schildert den Bau der Pneumatophoren folgender-
massen. Die Pneumatophore (Luftkammer) besteht aus einer äusseren
Lamelle (Luftschirm), welche die Fortsetzung des Stammes repräsentirt
und einer inneren (Luftsack), welche die Luft abscheidet. Beide sind
von Feto- und Entoderm zusammengesetzt und oft durch Septen
verbunden. Am unteren Theile des Luftsackes wird durch eine
Einschnürung der ,, Lufttrichter" abgegrenzt, in den die ,, Trichter-
pforte" hineinführt. Das Ectoderm des Luftsacks scheidet innen
138 Dr. E. Vauhöffen: Jabivsbericht für 1884—1887
eine Chitinlamelle ab die „Luftflasche", die an der Trichterpforte
als förmlicher Chitinring auftritt. Bei Rhizophysa findet sich ausser
dieser dem Stamm zugekehrten Oeffnung noch ein kleiner Porus am
oberen Pol. Die Ectodermbekleidung des Lufttrichters ist mehr-
schichtig und nach der Leibeshöhle zu wird der Trichter von
cylindrischen Entodermzellen verschlossen. Bei Apolemia uvaria
fehlen die Scpten und der Luftsack hängt frei in der Leibeshöhle.
Die Ectodermzellen des Trichters bilden ein dickes mehrschichtiges
Polster, welches über den Chitinring sich verschiebend, bei älteren
Thieren das untere Viertel der Luftfiasche ausfüllt. Dieses die Luft
abscheidende Ectoderm wurde von Korotneff als rudimentärer Magen
gedeutet. Bei Stephanomia ist die Trichterpforte nur bei Embryonen
geöffnet, bei erwachsenen Thieren dagegen mit Ectodermzellen ge-
füllt. Die grossen Ectodermzellen des Lufttrichters dringen zwischen
die Entodermzellen ein und bilden einen soliden Zellenpfropf, der
Anschwellungen an der Basis der Septen bedingt. Die bei Physo-
phora von Claus und Korotnetf erwähnten Septalcanäle erwiesen
sich als solche in die Septen eingedrungene, verästelte, solide Zell-
schläuche. Rhizophysa hat nur diese ectodermale sich verästelnde
ZeUstränge, während die Septen fehlen. Die Pneumatophore der
jungen Rhizophysa besitzt 8 strahligen Bau, da 8 ectodermale Riesen-
zellen aus dem Lufttrichter in die Leibeshöhle zwischen äusserer
und innerer Lamelle des Pneumatophors hineinragen. Diese ecto-
dermalen Zellen, sind als Pufter eingeschaltet, um eine Sprengung
des Luftsacks bei energischem Druck zu verhindern. Die primäre
Schwimmglocke der Calycophoriden entspricht der Pneumatophore
der Physophoriden. Sämmtliche Siphonophoren besitzen demnach
am Anfang des Stammes einen heteromorphen medusoiden Anhang,
der bei den Calycophoriden zu einer Schwimmglocke mit Oelbehälter
sich ausbildet und späterhin abgeworfen -wird, während er bei den
übrigen Siphonophoren in Form einer Pneumatophore persistirt.
Chim (25) findet unter den zahlreichen unter verschiedenen
Namen beschriebenen Physalien zwei gute Arten, die grosse atlantsiche
Physalia caravella, durch mehrere Haupttentakel characterisirt und
die kleinere pacifische P. utriculus, mit nur einem Haupttentakel.
Von beiden werden Jugendstadien beschrieben. Zur Secretion des
im Luftsack enthaltenen Gasgemenges findet sich in der Pneumato-
phore eine ansehnliche Luftplatte, homolog dem secundären Ectoderm
in der Pneumatophore der Physophoriden, die bisher übersehen
wurde. Der Hauptaxe der Pneumatophore bei Physophoriden ent-
spricht bei Physalia eine Linie, die man sich vom Centrum der
Luftplatte durch den Porus gezogen denkt, so dass die Pneumato-
phore schräg mit nach oben gerichteten Porus gestellt werden müsste,
um eine entsprechende Lage wie bei Physophora zu erhalten. Zum
Schluss Avird die postembryonale Entwicklung des Kammes und der
polymorphen Anhänge geschildert.
über die Coelenteraten mit Aussclilu!<s d. Spongien und Anthozoen. 139
Acalephae.
Kowalewsky (SG) schildert die Entwicklungsgeschichte von Lu-
cernarien aus der Bucht von Sebastopol. Die sehr kleinen Eier
wurden um 5 — 7 Uhr Abends abgelegt, dann von den grossen Sper-
niatozoiden befruchtet, welche mit ihren spitzigen Köpfchen anklebten
und das Ei zum Rotiren brachten. Darauf hebt sich die Dotterhaut
etwas ab und in 2 Stunden beginnt die erste Furchung, nachdem
vorher 2 Richtungsbläschen ausgetreten sind. Beim Morulastadium
mit 32 Furchungskugeln fehlt noch die Segmentationshöhle. 14 — 15
Stunden nach dem Ablegen der Eier bildet sich das Entoderm durch
Ein!vanderung oder Theilung der Ectodermzellen, sicher ohne Ein-
stülpung. Nach Ausbildung des Entoderms in der 20. Stunde hellt
sich das Ei auf, der Embryo streckt sich und mit 36 Stunden sind
beide Enden der Larve gleich. Diese kriecht mit dem einen sowohl
wie mit dem anderen Ende vorwärts durch amoeboide Fortsätze der
Ectodermzellen und spannerartige Bewegung. Flimmerbesatz fehlt
den Larven. Am zweiten oder dritten Tage erst werden am hinteren
Ende 4 — 6 Nesselkapseln ausgebildet, so dass dieses sich von den
vorderen unterscheiden lässt. Gewöhnlich am vierten Tage befestigen
sich die Larven mit dem vorderen Ende, werden rundlich und schützen
sich auf der freien Fläche durch Nesselkapseln. Bald nach der
Befestigung schieden die jungen Lucernarien Gallertsubstanz aus,
kapselten sich gewissermassen ein und verschwanden dann allmählich.
Ob die Einkapselung ein normaler Vorgang ist, war nicht zu
entscheiden.
Vogt (180. 181) beschreibt eine neue sessile Medusengattung.
Lipkea ruspoliana, auf einer Gorgonide in 50 Faden Tiefe bei Alghero
in Sardinien gefunden, ist eine 4 strahlige, farblose acraspede Meduse
von 7 mm Durchmesser, ohne Randkörper und Tentakeln, mit Muskel-
ring der Subumbrella mit 4 Septen, die 4 breite Magentaschen
trennen, mit 8 kurzen Randlappen und kreuzförmiger Mundöffnung
auf 4 eckiger Pyramide. Am Grunde dieser Pyramide finden sich
4 Subumbrellarfalten, homolog den Septaltrichtern der Scyphistomen.
In der äusseren Gestalt gleicht das Thier einer Suppenterrine, es
ist rundlich, etwas flach gedrückt und sitzt mit breiter Basis auf,
die saugnapfartig gefaltet ist. Kleine Zellen enthaltende Drüsensäcke
finden sich auf der Subumbrella und den Armen oder Randlappen,
wie um den Saugnapf herum. Kleine gelbliche Punkte auf der
Subumbrella zeigen Gruppen von Nesselzellen an. Gonaden sind
nicht entwickelt. Wegen der fehlenden Sinnesorgane und der
4 breiten, perradialen, durch interradiale Septen getrennten Magen-
taschen wird Lipkea zu den Stauromedusen gezählt. Da sie aber
weder bei Tesseriden noch bei Lucernariden sich unterbringen lässt,
wird eine dritte Familie der Stauromedusen gebildet, Lipkeiden:
Stauromedusen mit 8 Armen am Rande des niedergedrückten Schirms
und einem Saugnapf zum Festsetzen am Scheitel, ohne Tentakel und
140 !)»■■ E. Vanhöffen: JalD'esbericht für 1884-1887
Radialkanäle, mit Miiskelring der Siibnmbrella , zerstreuten Nessel-
zellen und stark entwickelten Schleimdrüsen.
Im Anschluss an diese Beschreibung erörtert Verf. die Frage,
ob die festsitzenden Stadien in der ]\Iedusenentwickelung ursprüng-
liche Formen vorstellen oder erst später in den Entwicklungscyclus
eingeschoben wurden. Er entscheidet sich für die letztere Autfassung
und bringt zahlreiche Beispiele aus der gesammten Thierwelt herbei,
welche zeigen wie meistens freischwimmende Stadien den festsitzenden
vorausgehen und festsitzende nur auftreten, um einen Wechsel in den
Fortbewegungsorganen vorzubereiten, oder wenn diese den schwerer
werdenden Körper nicht mehr zu tragen vermögen. Mit dem Fest-
sitzen tritt dann Rückbildung ein, was auch, als secundäre Erscheinung,
erkennen lässt, dass das festsitzende Stadium erst später in den
Entwicklungsgang eingeschoben wurde.
Claus (28) erkennt, dass die von Haeckel zu den 4 zähligen
Medusen gerechneten mit Stauro- und Cubomedusen vereinigten
Peromedusen, 8 strahlige Medusen sind, indem er auf Grund von
Differenzen in der Abbildung und Beschreibung bei Haeckel zu
anderer Deutung verschiedener Organe geführt wird. Bei Periphylla
findet sich der Ephyratypus ausgeprägt in der peripherischen Ge-
staltung des Schirms mit 8 Lappenpaaren, die denen der Ephyra
homolog sind, in der Anordnung der Gastralcanäle und der Musculatur
der Subumbrella. Der an die Becherquallen erinnernde Bau der
centralen Gastralcavität, wie auch der hochgewölbte Schirm und
andere übereinstimmende Merkmale sind auf gemeinsame Abstammung
beider von der Scyphistomaform zurückzuführen. Die bedeutendste
Abweichung in der Schirmperipherie bei Periphylla von Nausithoe
beruht darauf, dass die 4 perradialen Randkörper dieser bei jener
durch Tentakeln ersetzt sind. Aehnhch ist es bei Pericolpa. Die 8
von Haeckel als rhopalar gedeuteten Randlappen entsprechen den
tentacularen Lappen bei Periphylla, während 4 reducirte vom Schirm-
rand heraufgerückte Randlappen den 4 interradialen, rhopalaren
Lappen bei Periphylla homolog sind. Daher entstand nicht aus der
tetranemalen Pericolpidenform die dodecanemale Periphylla, wie die
Chrysaora aus der Pelagia, sondern umgekehrt hat man aus der
Periphylla durch Reduction und Rückbildung die Pericolpa abzuleiten.
Die Peromedusen stehen zunächst den Ephyropsiden, durch die
Persistenz von 4 Septalknoten, 16 schmale perradiale Verwachsungs-
streifen, durch entsprechende Lappenbildung und Gefässvertheilung
des Schirmrandes. Die ersteren erscheinen als monodiske Strobila,
während die letzten dem abgelösten Üralabschnitt dieser gleichen.
Beide werden zur Gruppe der Gathammnata vereinigt und demnach
folgendes System der Acraspeden Medusen aufgestellt:
L Tetrameralia, 4 gliedrige Acraspeden.
L Ordnung. Calycozoa, Becherquallen.
L Fam. Depastridae.
2. — Lucernaridae.
über die Coelenteraten mit Ansschluss d. Spongien und Anthozoen. 141
2. Ordnung. Marsupialida, Beutelquallen.
1. Farn. Charybdeidae.
IL Octomeralia, 8 gliedrige Acraspeden.
3. Ordnung. Discophora, Scliirmquallen.
1. Unterordnung: Cathammnata.
1. Farn. Periphyllidae.
2. — Ephyropsidae.
2. Unterordnung: Acathammnia.
a) Monostomeae.
1. Farn. Pelagidae 4. Farn. Stenonidae.
2. — Cyaneidae 5. — Aurelidae.
3. — Discomedusidae.
b) Rhizostomeae.
1. Farn. Archirhizidae. 5. Farn. Stomolophidae.
2. — Cassiopeidae. 6. — Rhizostomidae.
3. — Cepheidae. 7. — Catostylidae.
4. — Lychnorhizidae 8. — Leptobrachidae.
Metschnikofif (138) giebt einige Notizen zur Entwicklungs-
geschichte von Nausithoe und Pelagia und behauptet die Art-
berechtigung von N. marginata KöU., die Haeckel mit N. punctata
zusammengezogen hatte, vergi. pag. 102 und 114.
Waguer (182) constatirt im Weissen Meere Aurelia aurita und
Cyanea arctica vergl. pag. 97.
Haacke (60) beobachtete im 8t. Vincentgolf nur 3 acraspede
Medusen, die jedoch sämmtlich neue Arten repräsentirten. Es sind:
Charybdea Rastoni, Cyanea Müllerianthe und Monorhiza Haeckelü.
Von allen dreien wurden Jugendstadien und geschlechtsreife Thiere
beschrieben. Abweichend von den übrigen Charybdeiden ist bei Ch.
Rastoni der Bau der Rhopalien, die Form der Sinnesschuppen und
die geringe Anzahl der Velarcanäle; ferner unterscheiden sie die
ungekräuselten Mundlappen und der Mangel an Färbung, wenn man
von den blass rosenfarbigen Tentakeln und Phacellen absieht, Cyanea
Müllerianthe ist der benachbarten C. Annaskala v. Lendenfeld sehr
ähnlich, unterscheidet sich jedoch von dieser durch die S förmig ge-
bogenen Bursalsepten, da diese bei C. Annaskala ganz gerade sind;
auch hat letztere purpurrothe Mundarme, während sie bei C. Mül-
lerianthe heller röthlich gefärbt sind. Die Gattung Monorhiza gehört
mit V. Lendenfeld's Pseudorhiza zur Gruppe der Chaunostomiden oder
Rhizostomen mit persistirender Mundöfinung zwischen den Armen.
Sie ist characterisirt durch 8 Mundarme, die sich erst gabeln, dann
aber wechselständig gefiedert sind. Nur einer der Mundarme trägt
einen terminalen Gallertknopf, der länger als der Schirmdurchmesser
ist. Zum Schluss wird das Vorkommen der 3 beschriebenen Gattungen
erörtert, sowie eine Tabelle über die Acraspedenfauna von Australien
gegeben. In einer früheren Notiz schon macht Haacke (50) auf
Monorhiza (Pseudorhiza) Haeckelü aufmerksam, indem er hervorhebt,
dass diese weiter als Pseudorhiza aurosa v. Lendenfeld rückgebildet
142 Dd. E. Vanhöffen: Jaliresbericht für 1884-1887
ist und daher das jüngste Glied des Discomedusenstammes repräsentirt.
Interessant ist diese Meduse noch durch Commensalismus mit einem
Fische Enoplus armatus.
Ueber einen ähnhchen Fall von Commensalismus berichtet
Lunel (122)*). Caranx melampygus C. V. wurde lebend im Sub-
genitalporticus der Crambessa palmipes Haeckel von Robillard auf
Mauritius beobachtet. Der Fisch ist etwa halb so breit, aber länger
als die Qualle, Kopf und Schwanz stecken demnach aus den Sub-
genitalostien heraus, wenn derselbe die schützende Höhle aufsucht,
die er beim Ein- und Ausschlüpfen bedeutend erweitert hat, ohne
die Meduse sonst zu verletzen.
Verf. führt noch einige frühere Beobachtungen darüber an, dass
Fische in Rhizostomen gefunden wurden und nimmt an, dass junge
zarte Tiefseefische in Medusen Schutz suchen, bevor sie nach der
schützenden Tiefe herabsteigen.
V. Leudenfeld (105) macht eine Zusammenstellung sämmtlicher
Scyphomedusen, die in den Meeren südlich vom Aequator gefunden
wurden. Es sind 64 Gattungen und 104 Species, die namentlich auf-
gezählt werden. Dann wird in einer Tabelle das Zahlenverhältniss
der australischen Gattungen und Arten gegenüber den südlichen und
überhaupt bekannten dargestellt. Den Haeckel'schen Familien und
Gattungen, deren Diagnosen Verf. übersetzt, fügt er die Familie der
Chaunostomiden zu. Es sind Rhizostomen mit persistirender centraler
Mundöffnung, mit Pseudorhiza aurosa v. Lendenfeld als Vertreter.
Ausserdem werden als neue Arten beschrieben: Craterolophus macro-
cystis, Aurelia coerulea und Phyllorhiza punctata.
V. Lendenteld (109) beschreibt Jugendstadien seiner Phyllorhiza
punctata. Bei ihnen wurde eine grössere Zahl von Randkörpern
beobachtet, als sie das erwachsene Thier besitzt. Die jüngsten
Exemplare, 15 mm breit, hatten 24 Randkörper, die in den Radien
1., 2. und 4. Ordnung lagen. Grössere Larven haben 16 Randkörper,
8 in den Radien 1. und 2. Ordnung, 8 in denen 3. Ordnung. Diese
letzteren traten erst nach dem Verlust der Radien 4. Ordnung auf.
Bei einem Durchmesser von 50 mm fehlen schon die accessorischen
Randkörper und es treten nur wie beim erwachsenen Thier 8 der-
selben auf. Verf. hält das Auftreten einer grösseren Zahl von Rand-
körpern im Jugendstadium für einen fundamentalen Unterschied
zwischen Scyphomedusen und Hydromedusen, da bei letzteren die
Zahl der Randkörper stets die gleiche bleibt oder bei älteren Thieren
vermehrt wird,
V. Leudenfeld (107) stellt in einer Liste die Fundorte der 14
australischen Rhizostomen zusammen und constatirt, dass die Ver-
breitung derselben von warmen und kalten Strömungen wie von der
Configuration des Landes abhängig ist.
•=) Vergl. auch Keller pag. 144.
über die Coelenteraten mit Ausscliluss d. Spongien und Anthozoen. 143
V. Lendenfeld (94) beobachtet zwei Varietäten von Crambessa
mosaica an den australischen Küsten. C. mosaica conservativa fand
sich bei Melbourne stets blau gefärbt und ohne Zooxanthellen. Bei
Sydney wurde nur die durch Zooxanthellen braune C. mosaica sym-
biotica beobachtet. Da die früher, zuletzt von Huxley 1845 be-
schriebenen Exemplare von Sydney blaue Farbe zeigten, nimmt L.
an, dass die braune Varietät erst in den letzten 40 Jahren sich ge-
bildet hat. Ferner waren zwei Varietäten der Cyanea Annaskala
zu unterscheiden. C. Annaskala purpurea von Port Philipp hat
purpurfarbene Mundarme, während diese bei C. Annaskala marginata
von Port Jackson nur am Rande purpurn gefärbt sind. Beide
Varietäten treten an den angegebenen Localitäten constant auf.
In seinem Catalog der Australischen Medusen. Th. I., giebt
V. Lenden feld (119) eine kurze Beschreibung der 26 Arten australi-
scher Scyphomedusen.
Fewkes (43) beschreibt acraspede Medusen aus dem Golfstrom
mit den neuen Arten Periphylla humilis, Atolla Bairdii, A. Verrillii,
Nauphantopsis Diomedeae und Ephyroides rotaeformis, vergl. pag. 96
und berichtet ferner (44) über eine neue Rhizostome von Neu Eng-
land. Nectopilema Verrillii, mit 16 Scapuletten, 8 Mundarmen und
Gallertknöpfen, mit 64 Randlappen, 16 ocularen und 48 volaren,
ausgestattet, steht in der Mitte zwischen Stomolophiden und Eupile-
miden.
Mc Intosli (113) untersucht die beiden britischen Cyaneaarten
C. Lamarkii Peron et Lesueur und C. capillata Eschsch. Da der
Bau bei beiden der gleiche ist und Uebergänge in der Färbung
sich finden Hessen, folgert er, dass C. Lamarkii die Jugendform der
C. capillata ist.
Varigny (176) beobachtete, dass 2 Aurelien, die 150 Tage ohne
Nahrung gehalten wurden, an Gewicht von 32 auf 25 resp. von 57
auf 13 gr. abnahmen, ohne zu sterben.
Grotte (49) schildert die Entwicklung der Aurelia aurita und
Cotylorhiza tuberculata. Die ersten Blastomeren sind bei beiden
bald gleich, bald ungleich. Die Coelogastrula entsteht nicht durch
Einstülpung, sondern durch Einwanderung von Ectodermzellen in die
Coeloblastula. Das durch Durchbruch von aussen gebildete Prostoma
schliesst sich und mit Auftreten von Wimpern an den Ectodermzellen
schwimmt die Planula herum, den aboralen Pol nach vorn gerichtet.
Nachdem sie sich mit dem vorderen Ende festgesetzt, bricht als Ein-
s tülpung von aussen der bleibende ectodermale Mund in den Magen
durch. Das Entoderm bildet 4 Magentaschen zwischen Schlund und
Oberhaut, die durch 4 in die Magenfalten übergehende Septen ge-
trennt werden. Von Tentakeln tritt erst ein einzelner auf, dem
später 3 andere folgen. Die Scyphistoma ist demnach als voll-
kommenes Anthozoon aufzufassen. Der Generationswechsel fehlt bei
Aurelia und Cotylorhiza, da die Strobila durch einfache Theilung,
und die Ephyra zuweilen selbst ohne Theilung aus dem Scyphistoma
144 'Dr. E. Vanhöffeu: Jaliiosbericht für 1884—1887
direct hervorgeht. Ephyra wie Scyphomeduse sind ein metamorpho-
sirtes Scyphistoma oder Anthozoon wie die Hydromeduse ein meta-
morphosirter Hydroidpolyp ist. Neben der Strobilisation tritt noch
Knospenhildung auf nnd bei Cotylorhiza wuchs die Knospe zuweilen
mit dem Fussende heraus.
Mit Berücksichtigung seiner neuen Befunde beurtheilt dann
Götte (50) die Stellung der Scyphomedusen zu den übrigen Coelen-
teratengruppen und die Verwandtschaftsbeziehungen der acraspeden
Medusenfamilien untereinander. Er kommt dabei zu dem Resultat,
dass Anthozoen, Scyphomedusen und Ctenophoren als Scyphozoen
zusammengefasst den Hydrozoen mit Hydromedusen und Siphono-
phoren gegenüber gestellt werden müssen, da sich bei den 3 ersteren
ein gemeinsames Jugendstadium mit eingestülptem ectodermalem
Mundrohr, die Scyphula, findet, welches den letzteren fehlt. Hydrozoa
und Scyphozoa sind als getrennte Entwicklungsreihen der Archicnidaria
(Planula) zu betrachten. Die 4 Famihen der acraspedoten Medusen
Stauro-, Cubo-, Pero- und Discomedusen bleiben bestehen. Die Ver-
wandtschaftsverhältnisse derselben zeigt folgendes Schema,
Scyphozoa
(Scyphopolypi)
Ctenophorae Scypliomeclusae
t Scyphostomidae
(1 Staiiromedusae — 2 Cubomedusae)
I
II Scyphephyridae
(3 Peromedusae)
I
III Ephyridae
(4 Discomedusae)
das nicht die Abstammung, sondern nur die fortschreitende Entwicklung
ausdrücken soll, wie sie sich in der Ausbildung der Magentaschen,
Septen, Randlappen erkennen lässt.
Keller (76) beobachtet, dass Cotytolorhiza tuberculata Ag.
sich in Bassins bei schwacher Beleuchtung mit dem Schirm nach
unten festzuheften pflegt und sucht auf diese Weise ihr periodisches
Erscheinen an der Küste zu erklären. Da die Meduse jedoch nie
gedretscht wurde, so nimmt er an, dass sie in grösseren Tiefen sessil
lebt und an der Oberfläche nur zur Zeit der Geschlechtsreife erscheint.
Verf. bestätigt dann die Beobachtungen von Geddes und K. Brandt,
dass Cotylorhiza Algen enthält, doch glaubt er, dass neben diesen
Algen (Zooxanthellen) braungelbe Pigmentzellen im Entoderm und
Mesoderm vorhanden sind. Diese Pigmentzellen nehmen dann ebenso
wie bei Ectodermzellen zahlreiche Zooxanthellen in ihren Plasma-
körper auf und gehen eine Symbiose mit ihnen ein. Die Symbiose
erklärt sich aus dem erhöhten Sauerstoö'bedürfniss während des
pelagischen Lebens als Ephyra oder zur Zeit der Geschlechtsreife.
Ausserdem hat die Meduse noch ein Symbioseverhältniss mit jungen
Fischen, Caranx trachurus, die sich zwischen ihren Armen verstecken.
über die Coelenteiaten mit Ausschluss d. Spongien und Anthozoen. 145
Haacke (58) schliesst aus dem Vorhandensein eines Stielcanals
bei den jüngsten Stadien von Charybdea Rastonii n. sp., dass bei
Cubomedusen Generationswechsel besteht. Die Form des Schirms
bei jungen Medusen ist stark pyramidal der Scyphistomaform ähnlich.
Statt 2 unpaarer und 4 paariger abaxialer Augen anderer Charybdea-
arten finden sich neben dem subterminalen Hörbläschen bei Ch.
Rastonii nur 2 unpaare Augen von ungleicher Grösse an der Abaxial-
seite des Sinneskolbens. Ihnen fehlt ein Glaskörper, der an den un-
paaren Augen anderer Charybdeaarten vorhanden ist. Bei jungen
Individuen treten noch die Anlagen von 4 paarigen Augen auf als
rudimentäre Pigmentbecher, die aber später verschwinden. Die
Phacellen, Complexe gestielter Filamentbüschel bei erwachsenen
Exemplaren, sprossen als einzelne Filamente, die später gruppenweise
gemeinschaftliche Stiele erhalten aus der verdickten Kante der
„Pylorusklappe" heraus. Die Velarcanäle sind anfangs unverästelt.
Ctenopfiorae.
T. Lendenfeld (110) beschreibt eine neue Ctenophore aus den
australischen Gewässern, Bolina Chuni n. sp. mit zwei cydippeartigen
Jugendstadien derselben von 3 und 8 mm Durchmesser.
V. Leudenfeld (96) fand ferner bei Port Jackson die von Lesson
beschriebene Neis cordigera. Den Bericht Lessons ergänzend tritt
Verf. dafür ein, dass Neis mit vollem Recht von Beroe als selbst-
ständige Gattung abgetrennt wurde. Sie unterscheidet sich von dieser
besonders durch grosse Lappen, die sich weit über den Pol des
Nervencentrums erheben, und dadurch, dass das Gefässsystem der
Gallerte in der einen Hafte des Körpers nicht von dem der anderen
Hälfte getrennt ist, wie es bei Beroe nach Chun der Fall sein soll.
In der Gestalt hält Neis wegen der das Centralnervensystem über-
ragenden Lappen die Mitte zwischen Beroe und Lobaten; die An-
ordnung der Plättchenreihe gleicht mehr den Letzteren, während
Magen und Gefässsystem wie bei Beroe gebildet sind. Der sack-
förmige Magen zeigt peristaltische Bewegungen. Die Richtung dieser
Bewegung war entgegengesetzt, wenn man das Thier in einer Mischung
von 16% Alkohol, 167o Glycerin, 0,57o Sublimat und 67,5o/o See-
wasser langsam absterben liess. Das Gefässnetz ist höher wie bei
Beroe entwickelt und enthält die reifen Geschlechtsproducte in dem
von den Meridionalcanälen entfernten Theil. Die Eier entwickeln
sich aus einzelnen Epithelzellen der Meridionalcanäle, welche in das
Subepithel herabsinken und indem sie wachsen in das Gefässnetz
einwandern. Dort finden sich auch die Spermatozoen in Ballen.
Die Stiftzellen werden im Gegensatz zu Hertwig und Chun nicht als
Sinneszellen, sondern als Giftdrüsen zur Vertheidigung aufgefasst.
Ein Zusammenhang zwischen dein subepithelialen Nervenplexus und
den mesodermalen Fibern, welche Hertwig und Eimer als nervöse
Elemente ansehen, während Chun ihnen nervöse Function abspricht^
konnte bei Neis nicht nachgewiesen werden.
Archiv f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. H, H.3, 10
146 Dr- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1884-1885.
Graeffe (54) findet bei Triest geschlechtsreife cydippeartige
Larven von Eucharis multicornis, die früheren Beobachtungen Chuns
bestätigend.
Metsclinikoff (137) beobachtete Gastrulation und Mesoderm-
bildimg bei Callianira bialata und Beroe. Die Ctenophorengastrula
entsteht als Resultat einer Invagination nach vorhergehender Um-
wachsung, sie ist zugleich embolische und epibolische Gastrula. An
der oralen Fläche derselben führt ein Blastopor in die innere Gastral-
höhle, ausserdem findet sich noch ein oberer Pseudoblastopor — da
das Ectodermvvachsthum nicht vom animalen Pole, sondern von einer
ringförmigen Anlage ausgeht — welcher später zum Boden des Sinnes-
organs verwächst. Das Mesoderm entsteht zur Zeit, wo das Ectoderm
in seinem Umwachsungsprozesse nahe bis an den unteren Rand des
Embryos gelangt ist und oben nur noch eine kleine Lücke lässt,
angelegt durch 8 Zellen, die in Form einer Platte den centralen
Theil der unteren Fläche des Embryos besetzen. Sie entstehen als
neue Knospung der 8 medianen Macromeren, während das Ectoderm
aus 30 — 50 Micromeren besteht und IG Macromeren vorhanden sind.
Nach lebhafter Theilung ihrer Zellen erhält die Mesodermplatte die
Gestalt eines Kreuzes, dessen längere Fortsätze das Mesoderm der
2 Tentakeln liefern, während die dazwischen Hegenden Wanderzellen
bilden sollen. Die Ctenophoren erscheinen als die einzigen Coelen-
traten mit Mesoderm, das als keimblattartige Anlage auftritt. Das-
selbe findet keinen Platz in der Theorie des mittleren Keimblatts
der Gebrüder Hertwig, ein neuer Beweis dafür, dass diese Theorie
nicht stichhaltig ist.
y, Marenzeller (127) erwähnt Beroe cucumis F. 0. als einzige
bei Jan Mayen beobachtete Ctenophore.
Yarigny (177) macht physiologische Studien an Beroe ovatus
unter Anwendung von süssem Wasser, Wärme und gewissen Giften.
Fol (47) behauptet, dass Lampetia pancerina Chun identisch
mit Beroe cucumis Mertens ist und schlägt für dieselbe den Namen
Lampetia cucumis vor. Cliuu (26) verwahrt sich jedoch gegen das
Zusammenwerfen dieser beiden Formen, die so weit von einander
entfernten Meeren angehören und giebt unterscheidende Merkmale an.
Korotneif (84) beschreibt eine Mittelform zwischen Planarien
und Ctenophoren, Ctenoplana Kowalewskii von der Westküste Sumatras.
Die Körpergestalt des sonderbaren Thiers gleicht der der Planarien, so
dass Bauch- und Rückenseite zu unterscheiden sind; ebenso findet
sich wie bei diesen ein Wimperkleid. Wie bei Ctenophoren sind
Rippen vorhanden, die nicht schwingen, sondern einen Schutzapparat
bilden. Das Gastro vascularsystem gleicht dem der Polycladen, in der
Musculatur unterscheidet sich Ctenoplana jedoch von diesen wie auch
von den Ctenophoren. Dem Munde entgegengesetzt liegt dorsal eni
Sinnesbläschen mit OtoHth und Sinnestentakeln.
Claus (29) constatirt, dass die seltene Ctenophore Deiopea
kaloctenota Chun auch in der Adria vorkommt und macht auf einige
über die Coelenteraten mit Au.-scliluss d. Spongien inul Anthozoen. 147
Abweichungen seiner Form von der Beschreibung Chuns aufmerksam.
Er hält die Gattung Deiopea für nicht genügend charakterisirt, um
sie von Bolina abzutrennen. Der Architectonik der Ctenophoren
widmet er dann eine eingehende Besprechung, worin er den zwei-
strahhgen Bau derselben bestätigt und die Begriffe Antimeren als
congruente Strahlstücke der Radiärthiere , Parameren als spiegel-
bildlich gleiche Theile definirt. Ein Antimer setzt sich demnach aus
zwei Parameren zusammen.
Fossilia.
Spencer (165) gicbt einen allgemeinen Bericht über Litteratur, geologische
Verbreitung, zoologische Verwandtschaft, Bau, Geschlechtsproducte und Classi-
fication der Graptolithen mit ausführlicher Synopsis der Genera und beschreibt
39 Arten aus 11 Gattungen der Graptolithen aus dem oberen Silur am Niagara,
von denen neu sind: Phyllograptus dubius, Dendrograptus ramosus, D. simplex,
D. Dawsoni, D. frondosus, D. praegracilis, D. spinosus, Callograptus niagarensis,
C. Granti, C. multicaulis, C. minutus, Dictyonema expansum, D. tenellum,
Calyptograptus cyathiformis, C. subretiformis, C. microuematodes, C. (?) radiatus,
Rhizograptus bulbosus, Acanthograptus Granti, A. pulcher, Inocaulis Walkeri,
J. problematicus, J. diffusus, J. cervicornis, J. pbycoides, J. ramulosus, Thamno-
graptus multifonnis, Cyclograptus rotadentatus.
Herrmaun (68) untersucht die Graptolithenfamilie Dichograptidae an selbst-
gesammeltem und im Museum zu Ohristiania aufbewahrtem Material. Nach
allgemeinen Angaben über Vorkommen der Graptolithen Avird eine Ergänzung
der von Nicholson 1872 (Monogr. of the Brit. Grapt.) veröffentlichten Litteratur-
übersicht gegeben, ferner die Organisation und Oeconomie der Graptolithen im
Allgemeinen und im Besonderen die Familie der Dichograptidae Lapworth ge-
schildert mit ihren sämmtlichen Gattungen und Arten.
Die Dichograptidae gehijren zu den ältesten Graptolithen, finden sich vom
oberen Cambrium bis Untersilur und umfassen mehr als V3 sämmtlicher Grapto-
lithengattungen. Sie werden in folgende Gattungen getheilt:
I. Zwei Hauptäste,
a) Zwei einfache Hauptäste.
1. Didymograptus Mc. Coy, zwei einfache Aeste, Sicula deutlich.
31 Species.
b) Zwei Hauptäste mit Zweigen.
2. Trichograptus Nich. einfache Nebenäste auf der zellentragenden
Seite. 2 Species.
3. Bryograptus Lapw. auf den beiden Hauptästen mit deutlicher
Sicula sprossen in unregelmässigen Zwischenräumen zusammen-
gesetzte Zweige. 8 Species.
4. Pterograptus Holm. Zunächst dem Scheitelpunkt entspringen
secundäre einfache Zweige, die abwechselnd nach rechts und links
von der Ebene der Hauptäste gebogen sind und dieser ihre zellen-
tragende Seite zuwenden. 3 Species.
10*
148 Dr. E. Vaiihöffeii: Jahresbericht etc.
5. Pleurograptus Nich. von beiden Seiten der Hauptäste gehen ver-
zweigte Aeste ab. 3 Species.
II. Mit einem oder zwei Hauptästen.
6. Janograptus Tullberg. Problematische Form mit undeutlicher
Sicula vielleicht zu den Monograptiden gehörig. 1 Species.
III. Vier Hauptäste.
a) Vier einfache Hauptäste.
7. Tetragraptus Salter. Centraldiscus vorhanden oder fehlend.
11 Species.
b) Vier Hauptäste mit Zweigen.
8. Schizograptus Nich. Zweige einfach. Discus fehlt. 1 Species.
9. Trochograptus Hohn. Secundäre Aeste verzweigt 1 Species.
10. Ctenograptus Nich. 1 Species.
11. Gattung mit Graptolithus Richardsoni Hall. 1 Species.
12. Halograptus Holm. Einfache Zweige in unregelmässigen Ab-
ständen auf beiden Seiten. 1 Species.
13. Goniograptus Mc. Coy. Hauptäste zickzackförmig. 1 Species.
IV. Mehr als 4 Hauptäste.
a) Mehr als 4 einfache Aeste.
14. Dichograptus Salter. Sicula mit zwei gegabelten Aesten, die
sich ein oder mehrere Male mit ganz geringen Zwischenräumen
theilen können. Häufig ist ein Centraldiscus vorhanden. 5 Species.
b) Mehr als 4 verzweigte Hauptäste.
15. Clematograptus Hopkinson. Hydrosom viel verzweigt. Von kurzem
Querbalken geht eine grössere Anzahl primärer Aeste aus, von
denen auf einer oder beiden Seiten in unregelmässigen Abständen
zahlreiche Zweige sprossen. Centraldiscus fehlt. 2 Species.
V. Mehr als 4 Hanptäste, die sich auf der ganzen Länge theilen können.
16. Clonograptus Hall. Die Aeste sind dichotom getheilt, zwischen
den Theilpunkten sind grössere Abstände als bei Dichograptus.
Centraldiscus fehlt.
Die mit einer Sicula versehenen Formen werden als nicht festgewachsen
betrachtet; die Sicula war nach unten gerichtet. Ein Centraldiscus wurde bei
7 Dichograptiden beobachtet. Derselbe dient nur zur Stütze i;nd wurde am
häufigsten bei vielästigen Formen bemerkt, wo er mit der Zahl der Aeste an
Grösse zunimmt. Als neue Arten werden Pterograptus dilaceratus und Dicho-
graptus (Lagenograptus) Kjerulfi Herrmann beschrieben.
Bericht
über die Leistuiigen in der Naturgeschichte der Anthozoen
in den Jahren 1886 und 1887.
Von
Dp. A. Ortmann.
Conservierungsmethoden.
Braun, M. (Zxr Behandlung der Anthozoen. — Zool. Anzeig.
IX. 1886. p. 458 — 459) empfiehlt zur Conservierimg von Anthozoen
Tötung durch heisses SubHmat in Seewasser, mit Zusatz von Osmium-
säure, und Behandlung mit allmählich stärkerem Alkohol. Bei
Alcyonium palmatum, Sympodium coralloides, Gorgonia verrusosa,
Caryophyllia cyathus und Palythoa axinellae erzielte er gute Resultate.
Lacaze-Duthiers, H. de (Sur le developpement des Pennatides
(Pennatula grisea) et les bonnes conditions hiologiques que presenfe le
lahoratoire Arago pour les etvdes zoologiqves. — Covipt. rend. Acad.
Sc. Parts, t. 104. 1887. p. 463 — 469) hat auf Excursionen bei Arago
mit Erfolg Taucherapparate benutzt, durch welche es ermöglicht
ward, u. A. Pennatuliden und Alcyoniden unverletzt zu erhalten und
in einem intakten Zustand zu conservieren, wie es bisher noch nicht
mögKch war.
Ontogenie.
Lacaze-DutMers, H. de {(Jompt. rend. Acad. Sc. Paris t. 104.
1887. q. 463 — 469. — Vgl. oben) berichtet, dass er die Entwicklung
der Eier von Pennatula bis zur Bildung eines einfachen Polypen mit
8 Tentakeln, der noch freischwimmend war, beobachtete
Koch, G. V. (Die Gorgoniden des Golfes von Neapel. — Fauna
und Flora des Golfes von Neapel. 15 Monogr. 1887. 99 pp. 10 pl.
25 zink. 14 xyl.) beschreibt von Gorgonia cavolini die Entwicklung.
Gorgonia (Eunicella) cavolini ist eingeschlechtlich. Die Befruchtung
der Eier konnte nicht beobachtet werden, da dieselbe jedenfalls noch
im Gastralraum erfolgt. Ebensowenig konnten die ersten Furchungen
150 ^^'- -^^ Ortmanu: Beliebt über die Leistungen
beobachtet werden: die jüngsten Stadien zeigten 14 — 16 nicht sehr
regelmässig angeordnete Segmente. Die Segmente vermehren sich,
und es entsteht eine total gefurchte Morula. An dieser sondert sich
dann eine Schicht peripherischer Zellen (Ectoderm) von den inneren
ab. Die Ectodermzellen erhalten Wimpern und Averden cyhnderförmig.
Die Larven erhalten eine elliptische oder birnförmige Gestalt und
verlassen so unter normalen Verhältnissen die Gastralhöhle des
Muttertieres. Das Ectoderm der langgestreckten Larven ist von dem
Ectoderm durch eine deuthche, strukturlose Lamelle getrennt, die
Grenzen der Entodermzellen werden in der Mitte immer undeutlicher
und es treten hier Fetttropfen auf.
In diesem Stadium beginnt bei vielen Larven schon das Fest-
setzen, während andere, schon mit Tentakeln versehene, bisweilen
noch umherschwimmen. Bei letzteren legt sich das Achsenskelett
später an.
Die Einstülpung des Oesophagus scheint geAvöhnlich vor der
Bildung der Scheidewände statt zu finden. Auf welche Weise die
anfangs blinde Einstülpung sich in den Darmraum ötfnet, konnte
nicht beobachtet werden. Die erste Anlage der Scheidewände er-
kennt man in der entodermalen Binnenmasse als Stränge, die aus
doppelten Zellreihen bestehen. Zwischen den beiden Reihen bildet
sich dann die Stützlamelle, die bald auf der einen FLäche Muskel-
fasern erhält. Die acht Scheidewände scheinen normaler Weise sich
gleichzeitig zu biklen, zwei einander gegenüberliegende Kammern sind
grösser.
Die Tentakel bilden sich als Ausstülpungen. Kurz nach Anlage
derselben treten Spicula auf, während das Achsenskelett stets später
angelegt wird. Die Spicula liegen anfangs in der Tiefe des Ectoderms
in einer einfachen Schicht, später liegen sie immer in solchen Zellen,
die sich vom Ectoderm abgetrennt und in die hyaline Substanz
(Mesoderm) eingesenkt haben.
Das Achsenskelett entsteht erst bei Larven mit farbigen Tentakeln.
Der Anfang desselben ist ein dünnes Häutchen, welches dem basalen
Ende aufliegt und eine Ausscheidung des Ectoderms ist. Von dieser
Basis erhebt sich ein Höcker in den Polypen hinein, der aus Schichten
von übereinander Kegenden Hornlamellen besteht. Dieser Höcker
wächst zur Achse aus, drängt den Polypen zur Seite, und mittelst
Stolonenknospung bilden sich neue Polypen.
Biologie.
M'intosll (Notes from fhe St. Andrcirs Alarine Lahoratori) tindcr
the Fidiery Boiird for Scotland) VII. 3. On tKe Comniensalistic
Ilahits of the larvul forms of Peachia. ■ — Ann. Mag. N. IL (5) XX.
188?. p. 101 — 102) hat beobachtet, dass die Larven von Peachia
hastata sich an der Unterseite, seltener an der Oberseite der Scheibe
in der Naturgeschichte der Anthozoeii in den Jahren 1886 u. 1887. 151
von Medusen, nämlich Arten der Gattung Thaumantias anheften.
Sie heften sich gleichsam saugend mit dem Munde an, indem der
Tentakel der Unterlage dicht angedrückt sind.
Physiologie.
Krukenberg, C. F. W. [Die nervösen Leihingsbahnen in dem
Polypar der Alcyoniden. — Vergleichend physiologische Studien.
2. Reihe. 4. Abteil. 1887. p. 59 — 76. pl. 1.) hat bei Aiptasia muta-
bilis und Anemonia sulcata, sowie bei Xenia fuscescens und umbellata
festgestellt, in welcher Weise die einzelnen Teile der Personen und
der Colonieen auf lokale Reize (besond. Betupfen mit Essigsäure)
reagieren. Schwache Reize bewirken nur lokale Contractionen,
stärkere pflanzen sich fort, und zwar jedenfalls durch ein gangliöses
Nervengeflecht, welches im Körper jedoch verschieden zu sein scheint.
Es durchzieht den ganzen Körper sowohl der Personen als auch der
Colonieen und ist ziemhch oberflächKch ausgebreitet. Nach der Basis
zu, bei Einzelpolypen im Fussblatt, bei Colonien in dem gemeinsamen
Stamm, ist es weniger entwickelt. Die Reize pflanzen sich am besten
von unten nach oben zu fort, ferner auch in der Querrichtung zur
Längsachse, am schwächsten von oben nach unten.
Derselbe {Die physiologischen Eigentümlichkeiten des Lencht-
vermögens hei Pteroides griseum. — Ibid. p. 83 — 105) hat die Ent-
wicklung einer Reihe von Chemikalien auf das Leuchtvermögen von
Pteroides griseum untersucht. Er teilt die betreffenden Stoffe in
4 Gruppen: 1. Solche, die ein Leuchten hervorrufen und dasselbe
auffallend lange beständig werden lassen. — Strychnin. Veratrin.
Süsses und destilliertes Wasser. Chloroform. Kaliumchlorat. Er-
wärmung bis zu Temperaturen über 30 •^. — 2. Solche, die vorüber-
gehend als Reiz wirken, dann aber auf das Leuchtvermögend hindernd
einwirken. — Chinin. Morphin. Coffein — 3. Solche, die keine
Reizwirkung ausüben und das Leuchtvermögen nach einiger Zeit auf-
heben. — Essigsäure. Nicotin. Coniin. Curare. — 4. Solche die
dem Leuchtvermögen gegenüber sich indifferent verhalten. — Atropin.
Morphologie, Anatomie und Histiologie.
Korotneif, A. [Polyjmrium ambulans. — Zool. Anzeig. IX.
1886. p. 320 — 323) hat eine eigentümliche Corallencolonie entdeckt,
die bandartig gestaltet ist. Auf der Oberseite finden sich schorn-
steinartige Polypen, die ganz tentakellos erscheinen. Diese stehen
in unregelmässigen Querreihen. Die Unterseite ist von Saugnäpfen
bedeckt, von denen jeder mit einem Polypen correspondiert. Mittelst
derselben vermag die Colonie langsame Kriechbewegungen aus-
zuführen.
152 I^^"- ^- Ortmann: Beiicht über die Leistungen
Die Gastralhöhlen der Polypen besitzen keine Scheidewände und
communiciren mit dem Hohlräume des bandartigen Fusses. Letzterer
ist durch Scheidewände geteilt, die die Querreihen der Personen von
einander trennen. Die Wandung der Polypen besteht aus Ectoderm
und Entoderm, dazwischen befindet sich eine ziemlich dicke ,,membrana
propria" (Stützlamelle). Die histiologischen Elemente entsprechen un-
gefähr einer Actinie. Verfasser nennt die Form: Polyparium am-
bulans.
Derselbe (Zwei neue Coelenteraten. — Zeitschr. f. wissensch.
Zoologie 45. 1887. p. 468-490. pl. 23. 4 Xyl.) giebt von Poly-
parium ambulans eine ausführliche Beschreibung. Ueber die Auf-
fassung dieses eigentümlichen Polypen spricht er sich dahin aus,
dass er ihn als eine aberrante Actinienform anspricht, bei der die
in einer Querreihe liegenden Mundkegel durch Teilung entstanden
zu denken, jedoch noch nicht als völlig isolierte Personen anzusehen
sind. Er vergleicht ihn mit dem Maeandrinen unter den Stein-
corallen, wo ebenfalls eine Anzahl Mundöffhungen reihenweiss zu-
sammenstehen, jedoch nicht jede Mundöfihung einen eignen Tentakel-
kranz besitzt, sondern wo die letzteren am Ptande der Reihen stehen.
Er vermutet, dass Polyparium ambulans die Tentakel verloren habe in
Folge der Fähigkeit, Ortsbewegungen auszuführen.
Derselbe {Polyparüim amhvlans, a new Coelenterate. — Ann.
Mag. N. H. (5) XX. 1887' p. 203—222 pl. 13. 4 XgL) giebt eine
Uebersetzung der vorigen Arbeit.
Ehlers, E. (Zur Auffassung des Folyparmm, ambulans. —
Zeitsdirift f. wisse)hsch. Zoologie. 45. 1887. p. 491 — 498.) spricht die
Ansicht aus, dass Polyp, ambul. keine Colonie tentakelloser Personen,
sondern eine tentakeltragende mnndlose Person sei. Verfasser hält
die an der Spitze geöffneten Kegel nicht für Mundkegel mit Mund-
öffnung, sondern für an der Spitze durchbohrte Tentakel. Er glaubt,
dass man es mit einem durch äussere Verhältnisse abgetrennten- Teil-
stück der Mundöffnung einer Actinie zu thun habe, welcher sich in
,,paranomaler" Weise unter besonders günstigen Lebensbedingungen
weiter entwickelt in die Fähigkeit zu ungeschlechtlicher Fortpflanzung,
etwa durch Teilung, erlangt habe.
Derselbe (On the interpretation of Polyparinm ambulans. —
Ann. Mag. Nat. Bist. (5) XX. 1887. p. 273—279) giebt eine Ueber-
setzung der vorigen Arbeit.
Korotneff, A. {Zur Atiafomic und Histiologie des Veretillum. —
Zoolog. Anzeig. X. 1887. p. 387— 390) hat im Ectoderm des „Kelches"
der Polypen bei Veretillum eine sehr complicierte Structur gefunden.
Es findet sich hier ein Epithel, eine Muskelschicht und ein Nerven-
system. Letzteres ist innig mit eigentümlichen Leuchtzellen ver-
bunden. Von diesen drei Elementen giebt Verfasser ausführHche
Beschreibungen. Die Nervenzellen, die unter den Muskeln und auf
der Stützlamelle sich finden, zeigen vielfach an den Seiten zwei grosse,
saftige, platte und ausgezogene Zellen. Letztere haben einen deut-
in der Naturgeschichte der Anthozoen in den Jahren 1886 u. 1887. 153
liehen Kern und sind grobkörnig. Wo solche Zeilen vorkommen,
leuchtet das Tier, es müssen dieselben also als Leuchtorgane auf-
gefasst werden. Auch in den Scheidewänden finden sich solche
Leuchtzellen.
Der Oesophagus der geschlechtslosen Polypen besteht aus faden-
förmigen Zellen, welche lange und dicke Geissein tragen. Zwischen
diesen Zellen finden sich äusserst zahlreiche Nematocysten, sodass
derartige Polypen als „Nesselpolypen" zu bezeichnen sind. Bei der
Nesselentladung stülpte sich der Oesophagus aus. Die geschlechtslosen
Polypen scheinen auch die Aufgabe zu haben, Wasser aufzunehmen
und abzugeben.
Die Geschlechtspolypen sind aUe männlich. Die Eier bilden sich
im Stamme des Stockes und zwar in 4 Längssträngen, die äusserlich
an 4 Seiten des inneren Achsenkanals angebracht sind. Vielleicht
gehören die Eier zu den ungeschlechtlichen Polypen, die dadurch
ungeschlechtlich werden, dass die weiblichen Geschlechtspro ducte ins
Innere des Stockes rücken.
Studer, Th. {lieber Bau und System der achtstrahl igen Korallen.
— Mitteil. Natur f. Gesellsch. Bern. 1886. p. XIII— XIV.) bespricht
den allgemeinen Bau der Alcyonarien und betont besonders, dass er
die Hörn- und Kalkachsen, die in dieser Gruppe vorkommen im
Gegensatz zu G. v. Koch, der sie auf einen ectodermalen Ursprung
zurückführt, für mesodermatische Bildungen hält, entstanden durch
mesodermale Ausfüllung der Gastralhöhle einer Stammpolypen. Eine
kurze Uebersicht der natürlichen Anordnung der Familien (ohne
Diagnosen) wird am Schluss gegeben.
Koch, G. V. {Die Gorgoniden des Golfes von Neapel. — Fauna
und Flora des Golfes von Neapel. 15. Monogr. 1887. 99 pp. 10 p>l.
25 zinkogr. 14 xyl. — Vgl. oben) schickt einen allgemeinen Ueber-
blick über den Ban der Gorgoniden voraus. Dieselben bilden stets
Colonieen, die aus Einzelpolypen vom Alcyonarientypus zusammen-
gesetzt sind. Die Colonieen bilden sich durch Stolonenknospung.
Die Skeletbildungen sind Ausscheidungen von Zellen, die ursprünglich
dem Ectoderm angehören, und Verfasser unterscheidet ein Ecto-
skelet, welches in zusammenhängenden Flächen abgesondert wird
und den dasselbe erzeugenden Epithelschichten direct aufliegt, und
ein Mesoskelet, welches aus ursprünglich einzelnen krystallinischen
Körpern sich bildet, die von Ectodermzellen ausgeschieden werden,
die in das Mesoderm eingetreten sind. Zum Ectoskelet gehört das
Achsenskelet der Gorgoniden, welches von einem von der Basis nach
Innen wachsendem Epithel ausgeschieden wird. Zum Mesoskelet ge-
hören die freien Spicula. — Von Gorgonia cavolini wird eine aus-
führliche Anatomie gegeben.
Derselbe (Untersuchungen über das Waclistum von Antipathes.
— Festschrift z. d. Jubelfeier der tech. Ilochsch. Darmstadt. 1886.
p. 63 — 69. pl. 3) findet bei Antipathes subpinnata, dass die Achse
aus dünnen, über einander liegenden Lamellen zusammengesetzt ist,
■[54 Pi'- A. Ortmaiin: Beiiclit über die Leistungen
die von Ectodermzellen abgeschieden werden. Die Verlängerung der
Zweige geschieht durch Hinzufügung von neuem Material an den
freien Enden: andernfalls könnten die die Oberfläche bedeckenden
Dornen nicht überall etwa gieichweit von einander entfernt stehen.
Die Vermehrung der Polypen geschieht dabei in der Weise, dass die
fertig ausgebildeten mit dem Wachstum der Achse nach den Zweig-
enden zu rücken, sich dadurch von einander entfernen, und dass
zwischen den älteren jüngere hervorsprossen.
Erdiuann, A. (Ueber einige neue Zoantheeji. — Jenaischc Zcitschr.
f. Natnrw. XIX. 1886. p. 430—488. pL IV. V. xijl. 1—4) bezeichnet
als charakteristischen Unterschied der Zoantheen von den übrigen
Actinien die Art und Weise der Anordnung und Vermehrung der
Septen. Er unterscheidet Macro- und Microsepten, je zwei der-
selben bilden ein Paar. Jedes Paar kehrt sein Macroseptum den
benachbarten Richtungssepten zu. Letztere sind diejenigen, die
die dorsale und ventrale Seite der Polypen markieren, und zwar wird
die dorsale durch 2 Microsepten, die ventrale (ausser durch die
Schlundrinne) durch 2 Macrosepten gekennzeichnet. Neue Septen-
paare bilden sich nur in den den Richtungssepten benachbarten
Interseptalkammern.
Wo die dorsale und die ventrale Zone, d. h. wo die Septenpaare,
die ihre Macrosepten nach oben und die, welche ihre Macrosepten
nach unten richten, aneinanderstossen, können entweder 2 Microsepten
oder 2 Macrosepten aneinanderstossen : Micro typus und Macro-
typus. Dem Microtypus gehören die Gattungen: Zoanthus,
Mammillifera und Corticifera, dem Macrotypus: Epizoanthus und
Palythoa.
Koch, W. {Ueber die von Herrn Prof. Dr. (rreeff im Golfe vo?i
(iuinea gesammelten A^ithozoen. 5 pl. 36 pp. — Inaug. Diss. Bonn.
1886. 8^) giebt Einzelheiten der Anordnung der Ernährungskanäle in
der Basalausbreitung der Zoanthinen und beschreibt die Anatomie
und Histiologie des Mauerblattes, der Mundscheibe und Tentakel, des
Schlundrohres, der Septen. Ueber die Stellung und Vermehrung der
Septen kann Verfasser die neueren Beobachtungen (G. v. Koch,
Hertwig, Müller) bestätigen. Ferner beschreibt er je einen Fall
von ,, Sprossung" und ,,Teilung'^
Sclater, W. L. {On a neiv Madrepomrian Coral of the genus
Stephan otrochus from the British scas, tvith notes on its Anatomy. —
Proceed. Zoolog. Soc. London. 1886. p. 128—136. pl. XII— XIV.
xyl. 1 — 5.) beschreibt ausführlich eine neue Art der Gattung Stephano-
trochus, St. moseleyanus, nach einem Exemplar, das aus der „Triton"-
Ausbeute stammt, und dessen Weichteile so erhalten waren, dass
anatomische Einzelheiten untersucht werden konnten.
Die Weichteile umhüllen die ganze, im Wesentlichen flach kegel-
förmige Koralle, bis auf einen kleinen Teil der Basis. Ausserhalb
der Theca fand sich überall zwischen dieser und der äusseren weichen
in der Naturgeschichte der Antbozoen in den Jahren 1886 u. 1887. 155
Wand noch ein Teil der Gastralhöhle. Die weichen Scheidewände
im Innern sind von zweierlei Art: grössere und kleinere. Diese
tragen auf je zwei benachbarten Flächen Längsrauskeln; nur 2 gegen-
überliegende Septen, tragen beiderseits solche: dieses sind die
Richtungssepten (,,directive mesenteries").
Verfasser giebt schliesslich noch eine Anzahl histiologischer
Einzelheiten, indem er besonders auf die „Calycoblasten" näher
eingeht.
Fowler, G. H. {The Anatomy of Madreporaria. ■ — Qvaii. Jovrn.
Microsc. Sc. (2) vol. 27. 1887. p. 1 — 16 pl. 1 veröffentlicht anatomische
Beobachtungen an zwei perfo raten Korallen.
1. Madrepora durvillei M. E. et H. Nach einer Charakterisierung
der betreffenden Art beschreibt er zunächst den Querschnitt durch
einen Zweig. Die Mitte wird durch eine Höhlung eingenommen, die
wahrscheinlich mit dem Gipfelpolypen zusammenhängt; um diese
herum liegen in verschiedener Richtung angeschnittene Höhlungen
der seitlichen Polypen. In der Mitte sind die Weichteile nicht gut
erhalten. Ferner finden sich auf dem Querschnitt concentrische
Reihen von Löchern, die Längskanälen entsprechen, die sich wahr-
scheinlich in der Weise bildeten, dass die z^vischen den Rippen der
Aussenseite der Colonie befindlichen Längsgruben durch das Weiter-
wachsen der Rippen und deren Verbreiterung überwölbt wurden.
In den Kelchhöhlen scheinen etwa sechs Septen vorhanden zu sein,
doch sieht man auf den Schnitten gewöhnlich weniger, da dieselben
vielfach nicht durch die ganze Höhle des Polypen sich hinziehen,
sondern unzusammenhängende Leisten bilden. Ein ,, axiales" oder
,, abaxiales" Septum ist stets sichtbar (gewöhnlich unpassend: dorsales
und ventrales genannt). Die Rippen zeigen zu den Septen keine
engere Beziehung.
Die ganze Oberfläche der Colonie ist von einer aus Ecto-, Meso-
und Entoderm zusammengesetzten Wand bedeckt; unter dieser liegen
vielfach communicierende Längskanäle, auf welche eine aus Ento-
und Mesoderm zusammengesetzte Schicht folgt, die den Kalkteilen
aufliegt. Wo sich letztere mit der äusseren AVand vereinigt, bilden
sich in den vorspringenden Winkeln des Mesoderms die Rippen des
Skelettes. Die genannten Längskanäle communicieren auch mit den
Kanälen im Innern des Skelettes und mit den Polypenhöhlen: sie
bilden also eine Complication des Gastralraumes.
In der Entwicklung der Sarcosepten unterscheidet Verfasser zwei
Typen. Einmal sind deren 12 normal entwickelt, 6 davon zeichnen
sich durch stärker entwickelte Filamente aus, und 2 von diesen
reichen tiefer in die Kelchhöhle hinein. Im andern Falle sind jene
6 eigentümlich ausgebildet: durch Streckung der Entodermzellen
erscheinen sie verdickt, und in diese Verdickung erstreckt sich ein
hufeisenförmiger Kanal, der von Ectoderm ausgekleidet ist und sich
in zwei Oeffnungen in das Stomodäum öfihet. Auch hier sind 2 Septen,
die senkrecht zu den beiden stärker entwickelten Sclerosepten stehen,
156 Dl"- A. Ortmann: Bericht über die Leistungen
stärker entwickelt. Die beiden Typen der Septenausbildimg sind
nicht auf bestimmte Regionen der Colonie beschränkt, sondern ver-
teilen sich iinregelmässig. Es findet sich also ein dentlicher Dimor-
phismus der Personen: die Verschiedenheit der Funktionen scheint
jedoch gering zu sein.
2. Madrepora aspera Dan. ist in der Anatomie ähnlich der
vorigen Form, zeigt aber keinen Dimorphismus.
Bourne, Gr. C. (The Anatomy of the Madreponirian Coral
Fungta. — Quarf. Journ. Microscop. Sc. (2) XXVII. 1887. p. 292
Ins 324. pl. 28 — 25) hat Fiingia dentata untersucht und findet,
dass die Tentakel in deutlichen Cyclen angeordnet sind, die einige
Aehnlichkeit mit dem Milne-Edwards'schen Gesetz zeigen.
Die Mesenterien sind nach dem gewöhnlichen Typus der
Hexactinia Actinaria angeordnet, nämlich in Paaren, die durch die
Anordnung der Längsmuskelfasern bestimmt werden, mit zwei sich
gegenüberliegenden Richtungsmesenterien. Die Mesenterien sind
unterwärts von den 8ynaptikeln durchsetzt und bilden ein Maschen-
werk, welches auch die perforiale (durch seitliche Verschmelzung der
Septen entstehende) Mauer durchzieht, und ausserhalb der Mauer
wieder zu deutlichen Mesenterien zusammentritt, die die daselbst be-
findlichen Teile der Gastralhöhle in Kammern teilen. An dem inneren
freien Ende der Septen befinden sich die Mesenterialfilamente, am
Fusse der letzteren liegen die Acontien. Die Gastralhöhle wird durch
die Mesenterien in ,,Exocoelen" und ,,Entocoelen" geteilt. Nur in
den Entocoelen finden sich kalkige Septen.
Verf. führt schliesslich für das sogen. Mesoderm, die ,,Stützlamelle'''
den Ausdruck: ,,Mesogloea" ein, da die betreffende Schicht
durchaus nicht ein echtes Mesoderm sei.
Ortmanu, A. (Die systematische Steilnng einiger fossiler Korallen-
gottvngen vnd Versuch einer phylogenetischen Ableitung der einzelnen
Gruppen der lebetiden Steinhorallen. — Neues Jahrb. f. Mineralogie etc.
II. 1887. p. 183 — 205 pl. 7) macht auf die gänzlich verschiedene
Bedeutung der Synaptikeln und Traversen aufmerksam. Erstere
stellen eine sekundäre Verschmelzung der Septen dar und sind der
durch seitliches Verschmelzen der Septen entstandenen Mauer bei
vielen Korallen zu vergleichen. Letztere bilden den Abschluss des
lebenden Tieres nach unten und können nur bei einem Wachstum
der Person nach oben (acrogen) gebildet werden.
Heider, A. R. v. (Korallenstudien. — Zeitschr. f. nnssejisch. Zool.
XXIV. 1886. p. 507—535. pl. 30, 31. ayl. 1—5) hat das Verhältnis
zwischen Skelet und Weichteilen an zwei Eupsammiden untersucht:
Astroides calycularis und Deudrophyllia ramea. Er schliesst daran
einige allgemeine Ansichten über die Korallenstruktur.
Die äussere Umwandung der Korallen kann auf zweierlei Weisen
gebildet werden, die sowohl im Skelet als auch in den Weichteilen
wesentlich verschieden sind. Entweder bildet sich die Theca (Mauer)
in der Naturgeschichte der Anthoznen in den Jahren 1886 u. 1887. ]57
als von den Septen gesonderte Kalklamelle, und zwar scheidet sich
dieses Mauerblatt — nach des Verf. Ansicht — in der Körperwand
selbst innerhalb der Mesodermlamelle ab; alsdann befindet sich
ausserhalb der Mauer von Weichteilen nur eine einfache Lage von
Meso- und Ectoderm. Verf. nennt diese Formen Euthecalia. Oder
es bildet sich die Umwandung durch das seitliche Verschmelzen der
peripheren Septalenden. In diesem Falle scheidet die Körperwand
selbst kein Mauerblatt ab, und es finden sich ausserhalb der so ent-
standenen ,,Pseudotheca" alle drei Schichten der Körperwand (Ecto-
und Entoderm), ferner Fortsetzungen der Körperhöhle. Solche Formen
nennt Verf. Pseudothecalia.
Ob die Chahcoblasten , wie v. Koch behauptet, vom Ectoderm
abstammen, lässt Verf. ungewiss. Er konstatiert, dass sie von im
Mesoderm zu beobachtenden Zellen geliefert werden. Er giebt zu,
dass Skelettteile bei den Madreporariern von gewissen Zellen gebildet
werden, die allerdings vom Ectoderm abstammen können, und an
die Grenze der Mesodermzelle, welche den Kalkteilen anUegt, wandern
und sich zu Chalicoblasten umwandeln. Weitere Untersuchungen
über diesen Punkt sind sehr wünschenswert.
Koch, G. V. [Ueber das Verhältnis von Skelet und Weichfeilen bei
den Madreporen. — M Orphol. Jahrb. Bd. 12. 1887. p. 154—161. pl.9)
leitet teils aus eigenen Beobachtungen, teils aus denen anderer
Autoren ein Schema für das gegenseitige Verhältnis des Skelettes
und der Weichteile der Steinkorallen ab.
Eine typische Steinkoralle besteht aus folgenden wesentlichen
Bestandteilen.
1. Basalplatte, abgeschieden von der aboralen Endfläche des
Weichkörpers.
2. Aussen platte (Epithek): Fortsetzung der Basalplatte auf
der äusseren Leibeswand, von letzterer abgeschieden.
3. Innenplatte (Mauer): erhebt sich ringförmig von der Basal-
platte, abgeschieden von einer entsprechenden in den Innenraum
erhobenen, der äusseren Leibeswand gewöhnlich parallelen Falte.
4. Radialplatten (Septen): erheben sich in Form von radialen
Leisten von der Basalplatte und werden ebenfalls von Falten ge-
bildet, die sich in radialer Stellung von unten erheben. Letztere
kreuzen sich mit der Innenplatte.
Zwischen Innen- und Aussenplatte liegt die weiche Leibeswand,
welche Teile der Gastralhöhle enthält. In der Ausbildung der
Innenplatte — die bisweilen ganz fehlen kann — finden sich
Modificationen.
Alle Skelettteile werden vom Ectoderm gebildet, und zwar in Form
von Platten resp. Leisten, die sich durch Auflagerung neuer Teilchen
verdicken. Das Dickenwachstum findet bei der Basal- und Aussen-
platte nur auf einer Seite statt, da diese nur auf einer (der inneren)
Seite mit Ectoderm bekleidet sind. Bei den übrigen Teilen lagern
]58 Dr. A. Ortmanii: Beiicht über die Leistungen
sich beiderseitig neue Kalkteile ab, da dieselben von Falten ihren
Ursprung nehmen und demgemäss beiderseits von Ectoderm be-
kleidet sind.
Marenzeller, E. v. [lieber das Wachstum der Gattung Fla-
heUum Lessoti. ~ Zoolog. Jahrb. II L 1. Nov. 1887. />. 25—49) hat
bei einer Reihe von Exemplaren verschiedener Flabellum- Arten die
Vermehrung der Septen untersucht. Verf. nimmt 12 primäre Kammern
an und stützt sich auf das von G. v. Koch aufgestellte Gesetz, dass
ein jüngeres Septum immer zwischen zwei älteren entsteht. Dieses
Gesetz findet auch auf die Arten von Flabellum seine Anwendung.
Ein individuelles Wachstumsgesetz (wie Semper behauptet) giebt es
nicht. Bei einigen Arten der Gattung geschieht die Vermehrung der
Septen vollkommen regelmässig nach dem v. Koch 'sehen Gesetz.
Bei anderen dagegen sind die an den Enden der Längsachse ge-
legenen Kammern besonders begünstigt, sodass hier Septen höherer
Ordnung auftreten, bevor noch in den anderen Kammern die der
nächst niederen Ordnung ausgebildet sind. Meist wachsen die jungen
Septen bald zu der Grösse der älteren heran.
Verf. beschreibt zum Schluss noch eine neue Art (Flab. coaHtum)
von Japan.
Krukeuberg, C. F. W. {Die Farben der lebenden Korallen des
Rothen Meeres. — Vergl. physioL Stnd. 2. Reihe. 4 Abf. 1887. p. 172
ins 187. pL 3) fand bei einer Reihe von Korallen des Rothen Meeres
folgende Pigmente: 1. den gelbbraunen Farbstoff der sogen, „gelben
Zellen", 2. das Antheagrün, 3. rosa und purpurrote Floridine, 4. ein
gelbes Uranidin, 5. chlorophan- und rhodophanartige Lipochrome,
6. ein rotes Lipochromid.
Verf. giebt ferner die Spectren für den alcoholischen Auszug
von Stylophora subseriata, Pocillopora hemprichi, Madrepora haimei,
Seriatopora spinosa, Favia ehrenbergi, Galaxea irregularis, Montipora
tuberosa, Turbinaria conica, Tubipora hemprichi, und einige andere
Spectra.
Die haltbare rote Färbung der Edelkoralle und der Orgelkoralle
wird durch Rhodophan-Kalk bedingt, welcher völlig eisenfrei ist.
Mac Muun, C. A. {Notes on the Chromatoloqie of Anthea cereus.
— Quart. Journ. Microsc. Sc. {2) XXVII. 1887. p. 573 — 590
pl. 39, 40) hat alcoholische Extracte des Körpers und der Tentakel
von Anthea cereus untersucht und in beiden dieselben Farbstoffe ge-
funden. Da die Färbung der Tentakel durch „gelbe Zellen" bedingt
ist, so muss ebenso die Färbung der übrigen Teile an solche ge-
knüpft sein. Die gelben Zellen sind symbiotische Algen, welche
wahrscheinlich drei Farbstoffe enthalten: ein Chlorophyll, ein Chloro-
fucin und gewisse Lipochrome. Vielleicht finden sich noch andere
Pigmente.
in der Naturgeschichte der Antliozoen in den Jahren 1886 u. 1887. 1 59
Systematik und Faunistik.
Koch, W. {lieber die von Herrn Prof. Dr. Greeff im Golfe von Guinea ge-
sammelten Anthozoen. — Inaug. Diss. Bonn. 1886. 8". 36 pp. 5 pl. — Vgl. oben)
beschreibt aus der Ordnung der Alcyonaria, Fam. Alcyonidae die neue Gattung
Itephitrus, mit einer Art von Rolas. Von Grorgonidae beschreibt er eine neue
Paramuricea und 5 neue Gorgonia. Aus der Ordnung Zoantharia wird ein
neuer Antipathes angeführt, ferner 2 neue Zoanthus, 3 neue Palythoa
und ferner eine Reihe Madreporaria aus den Gattungen Porites, Dendro-
phyllia, Coenopsamniia, eine neue Art der bisher nur fossil bekannten Gattung
Diplohelia, je eine neue Phyllangia und Favia, und je eine Astraea
(Siderastraea) und Orbiceila.
fflarenzeller , E. v. {Poriferen, Anthozoen, Ctenophoren und Würmer von
Jan Mayen. Gesammelt von Dr. F. Fischer. — Die internation. Polarforschung
1882—83. — Die Österreich. Polarstat. Jan Mayen. 3 Bd. Zool. 1886. p. 7—8.
pl.l)ivLhxi drei Alcyonaria, aus den Gattungen Alcyonium, Ammothea,
Gersemia, zwei Actiniaria aus den Gattungen Tealia und Palythoa von
Jan Mayen auf. Alcyonium rubiforme (Pall.) wird genauer beschrieben.
Studer, Th. {Versuch eines Systemes der Alcyonaria. — Arch. f. Nuturgesch.
53. 1. 1887. p. 1—74. pl. 1) nimmt die drei von Verrill aufgestellten Unter-
ordnungen der Alcyonaria: Alcyonacea, Pennatulacea und Gorgonacea
als Ordnungen an. Auf die ersteren und letzteren bezieht sich vorwiegend die
vorliegende Arbeit, während für tlie Pennatulacea das System von Kölliker
beibehalten wird.
Die Alcyonacea charakterisieren sich: Polypen einzeln oder in Colonieen,
durch entoderniatische Nährkanäle verbunden, ohne coloniales Achsenskelet. —
Sie zerfallen in folgende Familien:
1. Haimeidae: Polypen zeitlebens isoliert, nicht zu Colonieen verbunden.
— 3 Gattungen.
2. Cornularidae: Polypen an der Basis nicht bündel weiss zu einem Stamm
oder Fuss vereinigt, sondern mit hautartiger oder stolonenartiger Basal-
ausbreitung, oder ästig mit Seitenknospen. — 15 Gattungen.
3. Tubiporidae: Die Colonieen bilden vollkommen verkalkte Korallenstöcke,
aus vielen, subparallelen Kalkröhren bestehend. Von Strecke zu Strecke
sind die Röhren durch verkalkte quere Lamellen verbunden, in denen
Stolonen verlaufen. Vorderteil der Polypen retractil. — 1 Gattung.
4. Xenidae: Die Colonie besteht aus Bündeln. — 1 Gattung.
5. Alcyonidae: 9 Gattungen.
6. Nephthyidae: Unterf. Spongodinae, 6 Gattungen; Unterfam. Siphono-
garginae, 4 Gattungen. Hierher gehören drei neue Gattungen: Para-
nephthya, Scleronephthya, Chironephthya.
7. Helioporidae: 1 recente, 2 fossile Gattungen.
Die Gorgonacea sind coloniebildende, festsitzende Alcyonarien, mit einer
inneren mehr oder weniger festen Colonialachse , die von einem Coenenchym
überzogen ist, in dem die Polypen, welche kurze Leibeshöhlen haben, ent-
springen.
IQQ Dr. A. Ort mann: Berielit über die Leistungen
Sectio 1: Scleraxonia: Die Achse enthält Spicula, die anders gestaltet
sind als diejenigen der Rinde und zuweilen durch Hornsubstanz verbunden oder
durch Kalksubstanz zu einer steinharten Achse verkittet werden. Immer aber
sind die einzelnen Spicula deutlich zu erkennen.
1. Briaridae, Unterfam. Bnaremae, 7 Grattimgen, Jlnterf. Spongioderminae,
3 Gattungen.
2. Suberogorgidae, 2 Gattungen, darunter eine neue: Keroeides.
3. Melithaeidae, 7 Gattungen.
4. Corallidae, 2 Gattungen.
Sectio 2: Holaxonia: Mit einer Achse, die aus Hornsubstanz, verkalkter
Hornsubstanz, oder aus abwechselnden Gliedern von krystallinischer Kalksubstanz
und Hörn besteht.
1. Dasygorgidae, nov.i&m.JJnteYf. Stropliogorginae, 1 Gattung; Unterfam.
Chrysogorginae, 4 Gattungen.
2. Isidae, Unterfam. Cerntoisidinae , 6 Gattungen, darunter die neue:
Sclerisis; llnterf am. Pri7nnoisidinae, 3 Gattungen, darunter die neue:
Acanthoisis; Vinteriam. Isidinae, 1 Gattung.
3. Primnoidae, Unterfam. Callozostrinae , 1 Gattung; Unterfam. Calyptro-
phorinae, 1 Gattung; Unterfam, Pm/motnrte, 9 Gattungen, darunter 3 neue :
Stachyodes, Calypterinus, Amphilaphis; Unteriam. Primnoeidinae,
mit 1 neuen Gattung; Primuoeides.
4. Muriceidae, 22 Gattungen, darunter 4 neue : Muriceides, Antho-
niuricea, Clematessa, Placogorgia.
5. P 1 e X a u r i d a e , 6 Gattungen.
6. G 0 r g 0 n i d a e , 10 Gattungen.
7. Gorgonellidae, 9Gattungen.
Bei den meisten Gattungen, besonders der Gorgonacea, sind die Diagnosen
gegeben, und vielfach sind die Arten, die den Typus der Gattung bilden, namhaft
gemacht. Ferner ist der wahrscheinliche phylogenetische Zusammenhang im
Ganzen und der gewisser kleinerer Gruppen angegeben.
Grieg, J. A. (Bidrag til de norske Alcyonarier. — Bergens Museums Äars-
heretning for 1886 — 1887. p. 1 — 36 pl 1—9) beschreibt neue Arten aus den
Gattungen: Sympodium, Stenogorgia, Paratnuricea, Protoptilum.
Ferner werden zwei neue Gattungen aufgestellt: Danielssenia, zu den
Gorgoniden gehörig, und Stichoptilum, zu den Protophilidae gehörig.
Herdman, W. A. {Beport on the Älcyonaria of tJie L. 31. B. C. district. —
First Beim-t Faun. Liverpool Bay. 1886. p. 120 — 122 pl. 2) beschreibt Sarco-
dictyon catenata Forb. und Alcyonium digitatum L. Von ersterer wurden lebende
Exemplare einige Zeit beobachtet.
Marenzeller, E. v. ( üeher die Sarcophytum benannten Alcyoniiden. — Zool.
Jahrb. I. 1886. p. 341—368. pl. 9) veröffentlicht eine Revision der bisher unter
dem Gattungsnamen Sarcopbytum zusammengefassten Alcj'oniiden. Nach einem
Ueberblick über die bisher vorhandene Literatur, spricht Verf. zunächst noch im
Allgemeinen über die äusseren Gestaltungsverhältnisse, das Wachstum, und be-
sonders über die verschiedenen Formen der Spicula, von denen er vier Arten
unterscheidet: 1. Rindenspicula, in der Peripherie des Zoanthodemes, 2. Spicula
der Scheibe, im Coenenchym des polypentragenden Teiles des Zoanthemes,
3. Spicula des Strunkes, 4. Spicula der Autozooiden.
in der Naturgeschichte der Authozoen in den Jahren 1886 u. 1887. 161
Im speciellen Teil bespricht er die einzelnen Arten, die er in zwei Gattungen
unterbringt: Sarcophytum Lesson (emend.) u. Lobophytum nov. gen., die
sich beide vorwiegend durch die äussere Gestalt des Zoanthodemes und durch
die Gestalt der Spicula unterscheiden. Zu jeder Gattung gehören 3 Arten,
nebst mehreren Varietäten. Sämtlich stammen sie aus dem indo-pacifischen
Gebiet.
DanielSSen, D. C. [T/ie Norivegian North- Atlantic Expedition, Älcyonida. —
Nyt. 3Iag. for Naturvid. Bd. XXX. Heft 1. yag. 81—98. 1886) beschreibt aus
den Nord- Atlantischen Gewässern folgende neue Gattungen und Arten von
Alcyoniden, Unterfam. Alcyoinae: Vöringia nov. gen., mit 8 neuen Arten;
hierher gehört auch das Alcyonium fruticosum M. Sars. Die Gattung Duva
Dan. et Kor. teilt er nach der Verbreitung der Spicula in dem Stock in zwei
Abteilungen, jede mit 4 neuen Arten: Drisa nov. gen. mit 2 Arten ; Nanuo.
dendron nov. gen. mit einer Art; Fulla nov. gen. mit einer Art. Drei neue
Arten zur Gattung Nephthya gehörig, werden aufgeführt, Gersemiopsis
nov. gen. mit einer Art; Barathrobius nov. gen., mit zwei Arten; Sarakka
nov. gen., mit einer Art.
Verf. betrachtet die vorliegende Arbeit nur als eine vorläufige Mitteilung,
der eine ausführliche mit Abbildungen versehene Bearbeitung folgen soll.
Derselbe {Alcyonida. — Ben Narsl-e Nordhavs-Exxiedition 1876 — 78. XVII.
Zoologi. 1887) stellt die neue Gattung Krystallofanes auf mit einer Art,
ferner die neue Unterfamilie: Organinae: Zoanthodem mit wenig Sarcosom.
Polypen-Zellen lang, in einen Stamm zusammen gewachsen. Hierher gehört die
neue Gattung: Organidus mit einer Art. Aus der Uuterfamilie der Corau-
larinae beschreibt er eine neue Clavularia uud ein neues Sympodium, letzteres
auf dem Stiel von Bathycrinus carpeuteri Dan. et. Kor. gefimden.
lUQgersen, H. F. E. (Kara-Havets Alcyonida. — Dijmphna-Togtets zool.-bot.
Udbytte. 1887. p. 273—380. pl. 32. 33) führt aus dem Karischen Meer 2 Arten
der Gattung Vöringia an, darunter eine neue, und ferner das Alcyonium
rubiforme (Ehrb.).
Koch, G. V. {Die Gorgoniden des Golfes von Neapel. — Fauna und Flora
d. Golf. Neap. 15. Monogr. 1887. 99 pp. 10 pl. 25 zink. 14 xyl. — Vgl. oben.) be-
schreibt aus dem Golf von Neapel: eine Art der Gattung Gorgonella, 3 Arten
Muricea (eine neue), eine Art Bebryce, 3 Arten Gorgonia (2 neue), eine
neue Art Primnoa, eine Art Isis. Nach dem Studer 'sehen System gehört
Gorgonella zu Leptogorgia, die 3 Muricea zu Anthomuricea, Para-
muricea und Perisceles, Gorgonia zu Eunicella, Isis zu Isidella, Primnoa
zu Calligorgia.
ElliS, J. W. {EepoH on the Actiniaria of the L. M. B. C. District. — First
Beport upon the fauna of Liverpool Bay. 1886. p 123—130. pl. 2) führt aus der
Liverpool Bay und den benachbarten Gegenden an: Fam.: Actinidae: die
Gattungen Halcampa und Actinoloba mit je einer Art, Heliactis mit
3 Arten, Cylista mit 2 Arten, Adenusia und Sagartia mit je einer Art,
Actinia mit 2 Arten, Tealia und Bunodes mit je einer Art. Fam. Sticho-
dactylidae, je eine Art aus den Gattungen: Corynactis und Capnea
Fam. Zoanthidae: eine Palythoa. Fam. Cerianth idae: einen Ceri-
anthus.
Erdmann, A . ( Heber einige neue Zoantheen. — Jen. Zeitschr. Natunv. XIX.
Arch. f. Natiugesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 3. 11
162 Dr. A. Ort mann: Bericht über die Leistungen
1886. p. 430 — i88 pl 4. 5. xyl. 1 — 4. — Vfjl. oben) teilt die Zoantheen mit
Gray in Eiuzellebende: Sphenopodeu und Coloniebildende: Zoanthiden.
Unter den Zoanthiden unterscheidet er folgende Gattungen: Zoanthus Cuvier,
Mammilifera Lesueur. Eine Anzahl Arten werden beschrieben. Die Spheno-
piden bestehen zunächst aus der Gattung Sphenopus, und dann aus einer neuen
zweiten Gattung, für die Veif. jedoch keinen Namen vorschlägt.
Quelch {Bepmi on the Reef- Corals collected hy H. M. S. Challenger during
the years 1873 — 76. — The Voy. H. M. S. Challenger Zool. XVI. 1886. ä03 pp.
12 pl.) veröffentlicht die ausführliche Beschreibung der Challenger -Ausbeute an
Sectio I. Madreporaria aporosa.
Subsectio I. Turbiuolida.
Farn.: Turbinolidae. Cyathaxonidae. Dasmidae.
Subsectio II. Oculinida.
Farn.: Oculinidae. Pocilloporidae.
Subsectio III. Astraeida.
Farn.: Astraeidae. Cyathophyllidae. Stauridae. Cystiphyllidae.
Sectio II. Madreporaria Fungida.
Farn.: Plesiofungidae. Cycloseridae. Fungidae. Anabaciadae. Plesio-
poritidae.
Sectio III. Madreporaria perforata.
Farn. : Eupsammidae. Madreporidae. Poritidae.
Besonders hervorzuheben unter den 68 behandelten Gattungen sind neue:
Physogyra, von Plerogyra durch vollkommenes Verschmelzen der neben ein-
ander liegenden Kelchreihen verschieden. Moseleya, zu den Cyathophylliden
gehörig und zur Gattung Cyathophyllum in nächster Beziehung stehend.
T i c h 0 s e r i s , zu den Plesiofungiden gehörig, mit Pavonia verwandt. C y 1 1 o s e r i s
und Domoseris, zu den Cycloseriden gehörig. Sandalolitha zu den Fungiden
gehörig und die Poritiden : Napopora und Tichopora (vergl. Bericht 1883/84).
Duncan, P. M. (ßn the Mach'eporaria of the Mergui Archipelago. — Jmirn.
Linn. Soc. London. XXI. No. 126, 1886. p. 1 — 24. pl. T) führt von den Mergui-
luseln (Hinter- Indien) 46 Madreporaria aporosa, 15 Madreporaria Fungida,
21 Madreporaria porosa an. Neu sind: 3 Arten der Gattung Paracyathus, je
eine Art der Gattungen Polycyathus, Goniastraea, Balanophyllia, zwei
Arten Dendrophyllia. Für eine neue Art der Gattung Solenastraea stellt
er die neue Untergattung Quelchia auf.
Bemerkenswert ist bei der Mergul-Fauna das Vorherrschen von niedrigen,
flachen Formen, auch die sonst mehr in die Höhe wachsenden (z. B. Madrepora)
zeigen vielfach diese Eigentümlichkeit. Verf leitet diesen Umstand aus einer
gewissen Ungunst der Verhältnisse für die Entwicklung der Korallen an der
betreffenden Lokalität ab.
Rathbun, R. (Catalogue of the species of Corals belonging to the genus
Madrepora, contained in the United States National- 3Iuseum. — Procced. Unit. St.
Nation.- Mus. 1887. p. 10— 19) zählt die im U. S. Nation. -Museum enthaltenen
Arten der Gattung Madrepora auf, von denen eine grosse Anzahl (52 Arten) die
Typen der von Dana und Verrill beschriebenen Arten sind. Bei einigen
werden kritisch-systematische Notizen gegeben.
Greif, R. (Ueber icestafrikanische Stylasteriden. — Sitz.-Ber.Gesellsch.z.Bef&)-d.
d. ges. Naturw. Marburg. 1886. 1. p. 11—21) beschreibt von W.-Afrika : Allopora
in der Naturgeschichte der Anthozoeii in den Jahren 188G u. 1887. 163
subviolacea W. S. Kent, Allopora rosacea n. sp. , Stenohelia madeirensis
W. S. Kent.
Kirkpatrick, R. (BescripUon of a neiv genus of Stylaster idae. — Ann. Mag
Nat. Eist. (5) XIX. 1887. p. 312—314 x>l. 8) stellt die neue Stylasterideugattung
Phalangopora nach einer Form von Mauritius (Ph. regularis n. sp.) auf.
Aestig, mit Gastroporen in je einer einfachen, linearen Reihe auf der Vorder-
und Hinterseite der Zweige. Dactyloporen in einer einfachen Reihe auf den
seitlichen Flächen der Zweige und unregelmässig zerstreut. Mündung jeder
Gastropore von einer dreieckigen Schuppe überdeckt. Dactyloporen mit nasen-
förraigen Fortsätzen.
Phylogenie.
Ortmann, A. (Die systematische Stellung einiger fossiler Karallengattungen u.
Versuch einer phylogenetischen Ableitung der einzelnen Gruppen der lebenden
Steinkorallen. — Neues Jahrb. f. Mineralog. etc. IL 1887. p. 183 — 205 pl. 7)
spricht die Meinung betreffs der phylogenetischen Ableitung der recenten Korallen
aus, dass zur älteren Sekundärzeit 3 Hauptgi'uppen von Korallen existierten.
1. Eine wesentlich aus Einzelformen bestehende Gruppe, die in den recenten
Aculiniden noch jetzt existiert. 2. Eine Gruppe, deren Nachkommen in den
jetzigen Astraeidcn zu suchen sind. 3. Eine Gruppe, die in der späteren
Sekundärzeit in den Thamnastraeiden zu hoher Entwicklung gelangte. Aus
letzterer Gruppe zweigten sich im Jura die Poritiden und Verwandte ab und
später die Fungiden. Die typischen Thaumastraeiden sind bis auf 2 Formen,
die Gattungen Coscinaraea und Siderastraea , von denen besonders die erstere
den fossilen sehr nahe steht, ausgestorben.
Palaeoutologie.
Nicholson, H. A. and Foord, A. H. {On a new genus of Devonian Corals,
with descriptions of sovie species of the same. — Ann. Mag. Nat. Hist. (5) XVII.
1886. p. 389— 400. 2}- 518 — 523. pl. 15. 16. 17. xylA-G.) stellen die neue
Gattung Rhaphidopora auf, deren Typus die Calamopora crinalis Schlüter ist.
Ausser letzterer gehört Chaetetes stroraatoporoides F. Rom. und eine weitere,
nicht näher bestimmte Art hierher. Von Rh. stromatoporoides wird eine aus-
führliche Beschreibung gegeben.
Nicholson, H. A. and Etheridge, jr. R. {On the Tasmanian and Australian
species of the genus Stenopora Lonsdale. — Ann. Mag. Nat. Hist. (5) XVII,
1886. p. 173—187. pl. 3. 4. xyl. 1. 2.) beschreiben 8 Arten der Gattung Stenopora^
von denen eine neu ist. Fundort und Lager werden genauer angegeben.
Frech, F. {Die CyathophylUden und Zaphrentiden des deutschen Mitteldevons.
— Palueont. Abhandl. von Dames u. Kayser. 3. Bd. 3. Eft. 1886. p. 117 — 234.
8pl. 23 xyl) giebt ausser dem Ver.such einer Gliederung des rheinischen
Mitteldevons und dem Vergleich mit dem anderer Gegenden eine Monographie
der in den betreffenden Ablagerungen gefundenen Cyathophyllideu und Zaphren-
tiden. Von erstereu werden Arten aus den Gattungen Cyathophyllum,
Hallia, Hadrophyllum , Endophyllum angeführt, darunter viele neue, von
11*
164 Dr. A. Ortmaiiii: Bericht über die Leistungen
den letzteren die Gattungen Cyathophylloides, Metriophyllum, Diphy-
pbyllum, Amplexus, Codopbyllum, Aspasmophyllum, Zaphrentis,
sowie die neue Gattung Diploctone. Hieran schliesst sich eine Tabelle der
senkrechten und wagerechten Verbreitung der Arten.
Penecke, K. A. (lieber die Fauna und das Alter einiger paläozoische)'
Korallriffe der Ostalpen. — Zeitschr. deutsch, geolog. Gesellsch. Bd. 39. 1887.
p. 267—276 pl. 20) schreibt den Riffkorallen von Villach (Unterkärnthen) und
des Berges Osteruig (Oberkärutlien) nach der genaueren Bestimmung der dort
gefundenen Korallen ein Mittel -Devonisches Alter zu. Es folgen einige Be-
merkungan über die dortige Fauna, wobei 2 neue He liolites- Arten i;nd eine
neue Amplexus- Art beschrieben werden.
Thomson, J. {On the occurence of Species of the Genus Diphyphyllum
Lonsdale, in the lower carhoniferous strata of Scotland, with a description of
some new Siiecies and notices of Varieties. — Quart. Journ. Geol. Soc. London 43.
1887. ]). 33—39. pl 4. 5.) beschreibt aus dem Unt. Carbon von Schottland 5 Arten
(nebst einer Varietät) der Gattung Diphyphyllum, von denen 2 neu sind.
Koby, F. {Monographie des polypiers jurassiques de la Suisse. 6 pari. —
Äbhandl. Schweiz, paläont. Gesellsch. XII. 1886. p. 305—352 pl 89—98. — ibid
XIV. 1887. p. 353—400. pl. 90—108) setzt die Beschi-eibung und Abbildung der
jurassischen Korallen der Schweiz fort. In den beiden vorliegenden Lieferungen
werden folgende Gattungen behandelt: Zu den in der 5. Lieferung beschriebenen
Arten der Gattung Stephanocoenia kommt noch eine neue Art. Dann
folgen die Gattungen Goniocora mit 7 Arten, darunter 6 neue, Leptophyllia
mit 15 Arten, darunter 13 neue, Anabacia mit 2 Arten, Thecoseris mit
7 neuen Arten. Ferner die neue Gattung Lithoseris, mit 2 neuen Arten, die
neue Gattung Dermoseris, mit 6 Arten, davon 5 neu (die eine bekannte steht
bei Etallon unter Thecosmilia). Dimorphastraea mit 4 neuen Arten, Pro-
toseris, mit 3 neuen Arten, Thamnastraea mit 31 Arten, darunter 18 neue,
Thamnoseris, mit 2 Arten, davon 1 neu, Dimorphastraea mit einer
Art, Microsolena mit 12 Arten, davon 7 neue.
Duncan, P. M. (On the Astrocoeniae of the Sutton-stone and othe)- deposits
of the Infra-Lias of South Wales. — Quart. Journ. Geol. Soc. London 1886. p. 101
bis 112 pl. 8) beschreibt 8 Arten der Gattung Astrocoenia mehr oder minder
ausführlich und fasst die gemeinsamen Merkmale der Gattung kurz zusammen.
Derselbe {On the structure and classificatoi'y position of some Madreporaria
from the Secondary strata of England and South Wales. — Quart. Journ. Geol.
Soc. London. 1886. p. 113 — 142) hält an der Verschiedenheit der Gattungen
Astrocoenia und Stylastraea, die Fromentel vereinigen will, fest.
Ebenso sind Cyathocoenia Dune, und Phyllocoenia Laube verschieden.
Verf. bespricht ferner mehrere Arten der Gattung Thecosmilia E. H. (mit der
Untergattung Cladophyllia E. H.) und die Gattung Elysastraea Laube.
Vou der Gattung Montlivaltia Lamx beschreibt er 6 Arten, darunter 2 neue,
Die Gattung Microsolena Lamx entfernt er von Thamnastraea und stellt
sie in die Nähe von Thamaraea und Diplaraea, zu den Fuugiden. Die
Gattung Antillia Dune, ist eine Untergattung von Circo phyllia E.H.
die mit Cyathophyllia From., Smilophyllia From., Syzy gophyllia Reuss
und Homophyllia Brügg. synonym ist. Verf. behandelt ferner von der Gattung
in der Naturgeschichte der Anthozoen in den Jahren 1886 u. 1887. 165
Isastraea 3 Arten, die Gattungen: Chorisastraea From., Heterogyra
Reuss. Symphyllia E.H. und Bathycoenia Tomas.
Canavari, M. {ElUpsactinia di Monte Gfiano, del Gran Sasso, del Gargano e
di Gehel-Ei-sars in Tunisia. — Ätti Soc. Tose. Scienz. Natur. Proc-Verh. V. 1886.
p. 67 — 68) ist der Ansicht, dass die Ellipsactinien vom Monte Giano, vom Gran
Sasso, vom Gargano und aus Tunis Ober-Tithcnischen Alters sind.
Ortmann, R. [Vic systematische Stellung einiger fossiler Korallengattungen
und Versuch einer phylogenetischen Ableitung der einzelnen G)'uppen der lebenden
Steinkorallen. — Neues Jahrb. Mineral, etc. IT. 1887. p, 183 — äOo. pl. 7. — Vgl.
oben) vreist nach, dass die tertiäre Gattung Cyclolitopsis Reuss mit Cyclo-
sites nichts zu thun hat, sondern zu den Turbinoliden zu bringen ist, und dass
Anabacia und Genabacia, sowie die triasische Oniphalo'phyllia ihrem Bau
nach zu den Thauma^traeiden gehören. Podabacia prisca Reuss (Tertiär) gehört
nicht zur Gattung Podabacia und überhaupt nicht zu den Funginen, vielleicht
aber zu den Lophoserinen.
Duncan, P. M. {On a new genus of 31adreporaria (Glyptastraea) , ivith re-
marl's on the Morphology of Glyphastraea Forbesi E. H. , from the Tertiaries of
Maryland, H. S. — QuaH. Journ. Geolog. Soc. London. 43. 1887. p. 34 — 32. pl. 3.)
hat an gut erhaltenen Exemplaren von Leptastraea Forbesi E. H. aus dem Miocän
von Maryland gefunden, dass diese Art in gewissen Punkten von Leptastraea
abweicht, und stellt für dieselbe die neue Gattung Glyphastraea auf, die in
die Familie Astraeidae, Abteilung Goniastraeoidea gehört.
Riffbildung.
Argyll, Duke of (^1 Oreat Lcsson. — The Nineteenth Century.
XXII. Sept. 1887. p. 293— 309) bespricht die Darwin'sche Riff-
bildimgstheorie, so^vie die besonders durch die Challenger-Expedition
dagegen bekannt gewordenen Bedenken.
Guppy, H. B. (The Coral-reefs of the Solomon Islands. — Nature.
vol. 35. 1887. p. 77 — 78. 1 xyl.) hat sich durch Beobachtungen im
Salomons-Archip. überzeugt, dass KorallrilFe nur durch eine Hebung
über den Wasserspiegel gelangen können. Die kleinen Atolle erhalten
ihre eigentümliche Form erst nach dem Heraustreten an die Ober-
fläche: im Anfang sind sie geschlossene Flecke, später wachsen sie
seitlich weiter.
Die concentrischen Barriereriffe bilden sich in der Weise, dass
der Detritus eines Riffes auf eine gewisse Strecke hin den Meeres-
boden bedeckt: wo dieser aufhört, kann sich ein neues, dem ersten
ungefähr paralleles Riff bilden.
Die Tiefenzone, in der sich lebende Riffkorallen finden, reicht
unter günstigen Bedingen, d. h., wenn nicht Detritus eine Ansiedelung
von Korallen überhaupt verhindert, tiefer als man bisher annahm:
sie finden sich auch in Tiefen von 50 — 60 Faden. Unter ungünstigen
Bedingungen kann jedoch schon bei weniger als 30 Faden ein Auf-
hören des Wachstumes eintreten.
Bericht
über
die Leistungen in der Spongiologie für die Jahre 1885—87.
Von
Dr. W. V/eltner.
Litt er atur Verzeichnis.
(Eecente Spongien.)
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Dr. W. Weltner: 167
Carter, H. J. 6. On a Variety of the Freshwater Sponge
Meyenia fluviatilis auctt. from Florida das. Vol. 16, p. 179 — 181.
1885.
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(Nicht V. Ref. gesehen).
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Ref. gesehen.)
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1885.
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in der Spougiologie für die Jahre 1885—87. 171
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Böhm. Ges. Wiss. Prag. 1885, p. 99 — 111. 1 Taf. Mit deutschem
Resume. (Nach Citat von Vejdovsky (1)). In dem vom Refer. be-
nutzten Bd. aber p. 298— 310!
— 2. Dodatky ku faune ceskych hub sladkovodnich (Süsswasser-
schwämme Böhmens) Sitz.-Ber. Böhm. Ges. Wiss. Prag. 1886, p. 147
bis 174. 1 Taf. (Mit deutsch. Resume.)
— 3. Nove dodatky ku faune ceskych hub sladkovodnich. (Neue
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Ges. Wiss. Prag. 1887, p. 121—132, 203—214.
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der Resultate seiner ausführlichen Arbeit über diese Schwämme des
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System der Hornspongien.) Arb. St. Petersbourg. Ges. Bd. 16, p. 17,
1886. (Vom Refer. nicht gesehen.)
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 173
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flagellaten. Sitz.-Ber. Akad. Wiss. Berlin. 1885, p. 179—191.
— 3. Lebende Krusten von Oscarella lobularis var. coerula mit
Brutknospen. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin. 1885, p. 183 — 184.
(Nichts neues.)
— 4. Ueber den Bau und das System der Hexactinelliden. Abh.
Akad. Wiss. Berlin. 1886. 97 p.
— 5. Zur Stammesgeschichte der Hexactinelliden. Abh. Akad.
Wiss. Berlin. 35 p. 1887.
— 6. Report on the Hexactinellida collected by H. M. S. Chal-
]^74 üi"- W. "Weltner: Bericht über die Leistungen
lenger diiring the year 1873 — 1876. Report Challenger. Vol. 21.
514 p. 104 Taf. 1 Karte. 1887.
— 7. Im Tageblatt 60. Versamral. Deutsch. Naturf. und Aerzte.
1887, p. 255.
Sollas, W. J. 1. On tlie Physical Characters of Calcareous and
Siliceous Sponge Spicules and other Structures. Sc. Proc. Roy. Dublin
Soc. (n. s.) Bd. 4, p. 374—392. T. 15. 1885.
— 2. Note on Structure of the Skeleton in the Anomocladina.
An. Mag. N. H. (5) Vol. 15, p. 236—238. 1885. Mit Fig.
— 3. On Vetulina stalactites (0. S.) and the Skeleton of the
Anomocladina. Proc. R. Irish Acad. DubHn. (2) Bd. IV., p. 486— 492.
PI. 3 und 4. 1885.
— 4. The Tetractinellida. Report Challenger Narrative. Vol. 1.
Part. 1, p. 451—452. 1885.
— 5. A Classification of the Sponges. Ann. Mag. N. H. (5)
Bd. 16, p. 395, 1885.
— 6. Note on the Artificial Deposition of Crystals of Calcite on
Spicules of a Calcisponge. Sc. Proc. R. Dublin Soc. Bd. 5, p. 73. 1886.
— 7. A Classification of the Sponges. Sc. Proc. Roy. Dublin
Soc. Vol. 5, p. 112. 1886.
— 8. Preliminary Account of the Tetractinellid Sponges dredged
by the Challenger 1872—76. Part. 1. The Choristida. Sc. Proc. Roy.
Dublin Soc. Bd. 5, p. 177—199. 1886.
— 9. Letter on Dr. K. Heider's paper on Oscarella lobularis.
Zool. Anz. 9. Jahrg., p. 518—519. 1886.
— 10. Article Sponges. Encyclopaedia Britannica. 9^-ed. V. 22,
p. 412 — 429. 26 Fig. Edinburgh 1888. (Separat schon 1887 er-
schienen.)
Thompson, W. D'arcy. A Bibliography ofProtozoa, Sponges,
Coelenterata, and Worms, including also the Polyzoa, Brachiopoda
and Tunicata for the Years 1861—1883. 284 p. " Cambridge 1885.
Thomson, J. A. On the Structure of Suberites domuncula
Olivi (0. S.), together with a Note on Peculiar Capsides found on
the surface of Spongelia. Trans. R. Soc. Edinburgh. V. 33, p. 241
bis 245. PL 16—17. 1887.
Topsent, E. Sur les pretendus prolongements peripheriques des
Cliones. Compt. Rend. Seanc. Acad. Sc. Paris. T. 105, p. 1188. 1887.
Vejdovsky, F. 1. Einiges über ,,Spongilla glomerata." Zool.
Anz. 9. Jahrg., p. 713—715. 1886.
— 2. Diagnosis of the European Spongillidae s. Potts (5).
Vosmaer, 0. C. J. 1. Something about Scudder's Nomenciator
Zoologicus. ZooL Anz. 8. Jahrg., p. 216—218. 1885.
— 2. The Sponges of the ,, Willem Barents" Expedition 1880
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 175
and 1881. Bijdragen tot de dierkimde. Uitgeg. d. h. genootschap
Natura Artis Magistra te Amterdam. Vol. 12, p. 1 — 47, T. 1 — 5. 1885.
— 3. Einige neuere Arbeiten über Schwämme. Kritisch referirt.
Biol. Centralbl. 6. Bd., p. 181—188, 193—201. Mai und Juni 1886.
— 4. Spongien (Porifera). In Klassen und Ordnungen des
Thierreichs, wissenschaftlich dargestellt in Wort und Bild von H. G.
Bronn. IL Bd. Leipzig und Heidelberg 1887. (Siehe Jahresbericht
für 1882—84, p. 258.)
— Siehe auch Johnston-Lavis.
Wagner, N. Die Wirbellosen des weissen Meeres. Zoologische
Forschungen an der Küste des Solowetzkischen Meerbusens in den
Sommermonaten der Jahre 1877 — 79 und 1882. Leipzig. W. Engel-
mann. 1 Bd. Fol 171 p. 21 Taf. Fig. 1885.
Weltner, W. Ueber die SpongiUen der Spree und des Tegel-
see's bei BerHn. Sitz.-Ber. Ges. nat. Fr. Berlin, 1886, p. 152—157.
Wierzejski, A. 1. Le developpement des gemmules des eponges
d'eau douce d'Europe. Arch. Slaves de Biologie. T. 1, p. 26 — 46.
Taf. 1886. (Schon im Bericht 1882—84 referirt.)
— 2. 0 Gabkach slodkowodnych Galicyjskich. (Süsswasserschw.
Gahziens.) Osobne odbicie z XIX tomu Sprawozdan Komisyi fizyjogr.
Akad. Umiej. (Ber. physiogr. Komm, der Ak. Wiss. Krakau), p. 205
bis 223. 1886.
— 3. Les Eponges d'eau douce de GaHcie. Arch. Slaves Biol.
T. 2, p. 37 — 40. 1887. (Ist ein Auszug aus 2.)
— 4. Bemerkungen über Süsswasserschwämme. Zoolog. Anz.
10. Jahrg., p. 122—126. 1887.
I. Allgemeines.
Thompsons Liste der während der Jahre 1861 — 83 erschienenen
Arbeiten über Spongien umfasst 551 Werke. Sie ist alphabetisch
nach den Autoren geordnet, (Der Name F. E. Schulze wird konstant
Schnitze geschrieben !)
Lendenfeld (21) hat unter Benutzung des eben genannten
Werkes eine Bibliographie über Spongien geliefert, welche die voll-
ständigste aller bisher erschienenen ist. Es sind rund 1600 Arbeiten
aufgezählt. Die Liste findet sich auch in Lendenfeld, A monograph
of the Horny Sponges. London 1890 (Ray Soc).
Unter der grossen Anzahl spougiologischer Arbeiten von Len-
denfeld während des Zeitraumes 1885—87 sind zwei (21 und 24),
welche nach Art des Bronn- Vosmaer, Porifera gehalten sind. Diese
beiden Arbeiten von Lendenfeld machen ein Ganzes aus. Wähi^end
sich die erste mit der Nomenklatur der Nadeln, der systematischen
Stellung der Schwämme und ihres Systemes beschäftigt und einen
Schlüssel zur Bestimmung der recenten Familien, so wie die Biblio-
170 Dl"- W. W eltner: Bericlit über die Leistungen
graphie giebt, behandelt die andere die Morphologie (mit Nadel-
nomenklatvir) und Physiologie, die Embryologie, die Stellung der
Spongien, das System, die Phylogenie und die geographische Ver-
breitung. Wer die Abschnitte Stellung der Spongien im Tierreich
und System derselben benutzen will, thut nach des Autors eigenen
Worten (25) besser, den deutschen, weil korrekteren Text, zu be-
nutzen. Zur Aufstellung des Spongiensystems hat L. die nach Ab-
fassung des Bronn- Vosmaer erschienenen Arbeiten über die Spongien
des Challenger benutzen können, nämlich F. E. Schulze (Hexactinel-
liden), Ridley und Dendy (Monaxoniden) und SoUas, Prelim. Report
of the Tetractinellid Sponges.
Wir geben Lendenfeld's System weiter unten ganz in Kürze,
weil dasselbe durch die später erschienene grosse Arbeit von Sollas,
Report on the Tetractinellida collected by H. M. S. Challenger 1888,
sowie durch die neueren Anschauungen von Lendenfeld selbst sehr
erheblich geändert worden ist; man vergleiche das neue System von
Lendenfeld in „Das System der Spongien", Abhandl. Senckenberg.
Naturf. Ges. 1890. — Was die Nadelnomenklatur bei L. (21. 24)
angeht, so beschränken wir uns auch hier, nur die Einteilung der
Spikula und die Namen zu geben (s. Systematik); die Diagnosen
findet man bei Schulze und Lendenfeld, ,,Ueber die Bezeichnung der
Spongiennadeln", Abh. K. Preuss. Akad. Wiss. Berlin 1889, worin
auch die Abbildungen. — lieber L.'s Anschauung der Stellung der
Spongien im Tierreich kommen wir unten (bei Systematik) zurück.
Betreffs der übrigen Kapitel verweisen wir den Leser auf L. (21. 24)
selbst, denn das ganze Werk bildet eine Fortsetzung des Broun-
Vosmaer, da der Autor die neuere Litteratur verarbeiten konnte und
seine eigenen sehr ausgedehnten Kenntnisse dabei verwertet und viel
Neues dazu getragen hat. — (Wenn angegeben wird, dass das ento-
und ektodermale Epithel der Schw^ämme ausnahmslos aus einer
einzigen Schicht von Zellen bestehe, so scheint dem Verfasser die
Angabe von Lampe entgangen zu sein, nach welchem sich bei Tetilla
japonica eine Schichtung des Epithels in den Kanälen finden kann. —
L. meint ferner, dass Faeces bei Spongien nicht vorkommen. Es hätte
hier wol erwähnt werden können, dass schon andere feste Massen
aus dem Osculum haben austreten sehen, welche freiHch nicht näher
untersucht wurden; es können abgestossene Schwammteile sein. —
Bei dem Kapitel Indifferentes Bindegewebe heisst es, dass Schmidt,
Carter und Andere dasselbe als Syncytium aufgefasst haben. Vosmaer
hat aber gerade gezeigt, dass es Carters Verdienst ist, zwischen
Zellen und Intercellularsubstanz unterschieden zu haben und diese
Auffassung wurde dann durch F. E. Schulze begründet. — Wenn L.
das Skelet der Spongilliden als ein Netz mit dreieckigen Maschen
schildert, welches durch dickere longitudinal verlaufende Fasern ge-
stützt werde, so gilt das nur für eine Anzahl von Arten. Andere
weichen hiervon ganz erheblich ab. Ref.).
Später hat Lendenfeld (27) einen kurzen Abriss über Bau
und Lebenserscheinung der Spongien gegeben.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 177
In vorzüglicher Weise hat auch Sollas (10) in seinem Artikel
Sponges die Schwämme für die Encyclopaedia Britannica bearbeitet.
Er behandelt die Anatomie und Histologie, das System, die Ontogenie,
Physiologie und Aetiologie und die Verbreitung. Ein Verzeichnis
der wichtigsten Arbeiten ist beigefügt. — (Das Nähere s. unten bei
den einzelnen Kapiteln). Die Arbeit ist ein Auszug aus Sollas,
Report on the Tetractinellidae collected by H. M. S. Challenger. 1888.
Co Hins berichtet über die Gewinnung der Badeschwämme bei
Key West in Florida. Nicht weniger als 60 bis 80 (nach Hall un-
gefähr 100) Schilfe von 5—50 (nach Hall 5—25) Tonnen und 200
(nach Hall 300) Segelbote dienen dieser Industrie; die Bemannung
dieser Flotte beläuft sich auf 1000 Mann. Nach Hall wurden
im Jahre 1884: 3663 Ballen = 206 945 Pfund verhandelt, wofür
^' 244 309.50 erzielt wurden. Die Schwämme kommen in fünf Sorten
vor (s. Rathbun). Autor bespricht die Beschaffenheit der Lokalitäten,
an denen die Schwämme gefunden werden, die Fahrzeuge, die Fang-
apparate, die Methode des Fischens, die Zubereitung der erbeuteten
Schwämme und macht Angaben über den pekuniären Gewinn.
II. Methode.
S. Collins oben.
Bei Gelegenheit des Besuches der Insel Cebu durch den Chal-
lenger wurde auch auf den Euplectellagründen zwischen Bohol und
Cebu gedredgt. Das von den Eingeborenen verwandte Dredgeinstrument
ist von Murray beschrieben und abgebildet.
In seinem Bericht über die Hexactinelliden der Challenger-
expedition bespricht Schulze (1) den Erhaltungszustand des Materiales
und die von ihm zur Untersuchung angewandten Methoden. Zur
Verwendung kam der vom Autor konstruirte Schnittstrecker (Zool.
Anzeiger, Jahrg. 6, p. 108. 1883), um Weich- und Hartteile im
normalen Zusammenhang zu erhalten. Histiologische Details wurden
an in Glycerin eingelegten Schnitten studirt.
Sollas (3) isolirt die Skeletelemente der Anomocladinen durch
Kochen mit starker Pottaschelösung (caustic potash) und wäscht
dann mit Wasser aus; die Hüllen (s. unten Anatomie) werden mit
Magentalösung gefärbt; nach Einbetten in geschmolzener Gelatine-
gallerte wird nach der von ihm beschriebenen (Q. Journ. Micr. Sc.
N. S. Vol. 24, p. 163) Methode mit dem Gefriermikrotom geschnitten.
Durch das Kochen mit Pottaschelösung werden die Nadeln gelöst
und zwar am leichtesten an den Stellen, wo die Nadeln mit einander
artikuliren; man muss daher sorgfältig verfahren und den rechten
Zeitpunkt zur Isolirung der Nadeln abpassen.
Zum Nachweis der nervösen Elemente bei Spongien empfiehlt
Lendenfeld (2): Osmiumsäure bis der Schwamm dunkelbraun ist,
waschen, Drittelalkohol, Pikrocarmin. Alkohol absolutus, waschen,
Alaunkarmin. Sublimatlösung von 40°, waschen, Hämatoxylin.
Archiv f. Natuigesch. Jahrg. 1888. Bd. H. H. 3. 12
178 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Lendenfeld (22) teilt die Methode mit, mittelst deren Stewart
die eigentümlichen Palpocils, Sinneszellen, an Spongieu entdeckte.
,, Stewart hat kleine Exemplare, wahrscheinlich von Sycandra coronata
H. (Grantia ciliata Bwbk.) lebend in starke Osmiumsäiire gebracht,
dann gradatim mit grosser Vorsicht in Alkohol gehärtet und gefroren
geschnitten. Die Schnitte sind in einer wässerigen Lösung auf-
bewahrt."
Wierziejski (2) giebt eine in böhmischer Sprache geschriebene
Anweisung zum Sammeln und Konservieren der Süsswasserschwämme.
Ebenso Potts in seiner Monographie in englischer Sprache.
Lampe studirt den Bau des Kanalsystems mittelst der Bornschen
Plattenmethode.
Die gewaltige Ausbildung eines harten Skelettes bei vielen
Spongien erschwert die anatomisch- histiologische Untersuchung ganz
bedeutend. Um hier Erfolg zu erzielen, haben Johnston -La vis
und Vosmaer eine neue Methode ersonnen. Ein Stück einer in
Alkohol gehärteten Spongie Avird gefärbt und allmählig in reines
Benzol gebracht. Es folgt nun Einbetten in Benzolbalsam, das ganz
durchtränkte Stück wird dann getrocknet und in der Hitze genügend
hart gemacht, um es dann zu schleifen. Der enthaltene Dünnschliff
wird in Canadabalsam eingeschlossen. Das Verfahren ist ganz genau
geschildert und auch der zum Erhärten des Balsams dienende Apparat
beschrieben.
III. Anatomie und Histologie.
1. Allgemeines.
Sollas (10) unterscheidet 3 aus einander ableitbare Typen des
Kanalsystemes bei den Spongien: Ascon, Sycon und Rhayontypus;
letzterer durch traubige Anordnung der Kammern ausgezeichnet.
Der Rhayontypus kann wieder sein eurypyl, wenn die Geisselkaramern
mit weiter Oeffnung direkt in die abführenden Kanäle sich Öffnen,
aphodal, wenn besondere Abfuhrkanäle vorhanden sind und diplodal,
wenn besondere zu- und abführende Kanäle auftreten. Die Höhle
eines Olynthus oder Rhagon, d. h. jener Form des jungen Schwammes,
wie er bei Plakina monolopha, Reniera fertilis (und wie im Chal-
lengerwerk noch hinzugefügt wird, Oscarella lobul.) zum Ausdruck
kommt, wird paragaster genannt. Die Oeffnungen der einströmenden
Kanäle heissen Poren, welchen Ausdruck bereits Grant für jene
Oeffnungen gebrauchte ; (erst Lieberkühn nannte Poren die in der
Haut der Schwämme liegenden mikroskopischen Löcher. Ref.) Die
Oeffnung einer Radialtube eines Sycon in den paragaster wird
gastric ostium genannt. Mit prosopyle wird die Einströmungsöffnung
der Geisseikammer eines Rhagon bezeichnet, während die in den
paragaster mündende Oeffnung apopyle heisst. Im weiteren werden
die durch das Wachstum des peripheren Ekto- und Mesoderms zu
stände kommenden Subdermalräume , dann die durch Differenzirung
in der Spongiologie für die Jahre 1885 — 87. 179
aus dem einfachen Rhagon entstehenden Teile, Ectosom, Choanosom,
Cortex, Porensiebe, Ecto- und Endosome, Spongomere, Hypomere etc.
besprochen. S. nennt das durch sekundäre Faltungen des Schwamm-
köri)ers entstandene Osculum: Pseudostom. Da nun das Osculum
der Spongien kein Mund ist, sondern eigentlich immer ein Pseudostom,
so solle man es besser Pseudoproct nennen. — Bei der Besprechung
des Skeletes werden für die verschiedenen Formen der Microsclere
und Megasclere neue Bezeichnungen eingeführt. Rhabdus ist eine
einaxige zweistrahlige Nadel, style ein einaxiges einstrahliges Spikulum.
Beide treten auf als oxea, strongyle, tylote, tylotoxea, strongyloxea,
triaene, anatriaene, protriaene, orthotriaene, dichotriaene, amphi-
triaene, centrotriaene, desma. Die vieraxige, vierstrahHge Nadel der
TetractineUiden und Calcarea heisst calthrops, Modifikation sind der
Kandelaber und das tetrakladine Lithistidendesma. Eine Form der
dreiaxigen, dreistrahligen (Kalk)nadel ist Triod. Unter den sechs-
strahligen Nadeln der Hexactinelliden giebt es dagger, pinnulus,
staurus, ,,anchor", uncinaria, clavula, scopularia, amphidisc. u. a.
mehr, wie sie von Schulze (4. G) geschildert sind. Unter den viel-
strahligen Nadeln ist der Sterraster der Geodien hervorzuheben und
das Anomocladinendesma. Zahlreich treten die Microscleren auf,
sigmaspire, toxaspire, polyspire; aster, spiraster, sanidaster, amphi-
aster, spheraster, oxyaster, sterraster; anchorastes; sigma s. cyniba
mit Variation; trichites; rosettes u. a. mehr. — Im Kapitel Histologie
werden besondere Benennungen eingeführt. Die pflasterförmigen
Epithelzellen heissen pinnacocyten, die Geisselkragenzellen choano-
cyten, die Bindegewebskörper collencyten, das gallertige Bindegewebe
des Mesoderms collenchym, das eigentümliche Bindegewebe bei
Geodia und Stelletta sarcenchym, es stossen hier die körnigen,
polyogonal abgestumpften Zellen entweder aneinander oder die
Zwischensubstanz ist nur eine sehr geringe. Die amöboiden Wander-
zellen sind archaeocyten benannt. Bei Geodiniden und anderen findet
sich ein cystenchym. Das knorpelähnliche Gewebe der Corticiden
ist chondrenchym. Die langgestreckten, kernlosen, mit einer Axe
versehenen Körper oder die spindelförmigen, granulirten, kernhaltigen
Zellen, welche Gebilde in der Rinde vieler Schwämme sich finden,
werden desmacyten genannt. Kontraktile Faserzellen, myocyten,
finden sich bei allen höheren Spongien. Velum ist das Diaphragma,
welches ein- und ausströmende Kanäle stellenweise verengt, in den
vela finden sich die myocyten koncentrisch oder radiär. Die Sinnes-
zellen, aesthacyten, hat Stewart entdeckt. Die collencyten stehen
bei den meisten Spongien unter sich und mit den ekto- und ento-
dermalen Zellen in Verbindung und mögen eine rudimentäre nervöse
Funktion haben. Die Reservenahrungszellen heissen thecocyten, die
Nadelbildungszellen scleroblasten und die Spongienbildner spongin
blasten.
2, Das Nervensi/stem der Sjtongien.
Wir lassen hier nur die Geschichte des Nervensystems der
Schwämme nach Lenden feld (24. 27) folgen und schHessen die
12*
180 Dr. W. Weltner: Beiiclit über die Leistungen
Kritik von Vosmaer (3) über dasselbe an. Alles nähere findet man
weiter unten (Calcarea. Monaxonia. Ceratospongiae).
Dass die Spongien empfinden, hat zuerst Aristoteles behauptet.
Der Entdecker nervöser Elemente ist Stewart, welcher die sog.
Palpocils von Grantia vor der Royal Micr. Soc. demonstrirte , aber
damals keine Veröffentlichung darüber machte. Zuerst beschrieben
wurden Nervenelemente von Lendenfeld bei Kalkschwämmen. Hierauf
erläuterte Stewart seine Palpocils durch Figur und Beschreibung.
Die dazu gehörigen Präparate hat Lendenfeld studiren können und
die Darstellung Stewarts berichtigt. Später hat L. dann bei vielen
anderen Spongien Nerven, Ganglien und Muskeln gefunden. Dagegen
muss Vosmaer (3) die Angaben Lendenfelds von dem Vorhanden-
sein der Nerven und Muskeln bei Schwämmen zurückweisen. Er
nennt die Behauptungen Lendenfelds ,,eine reine Hypothese" und
zeigt, indem er die eigenen Worte Lendenfelds gebraucht, dass L.
seiner Sache selbst nicht sicher ist.
Dagegen hält Lendenfeld (24. 27) die Deutung der von ihm
beschriebenen Gebilde als Muskeln und Nerven aufrecht.
3. Calcarea,
Carter (3) handelt über den Bau der Geisseikammer von
Teichonella labyrinthica (s. unten Lendenfeld).
Lendenfeld (2. 7) fasst seine Ergebnisse über das Nerven-
system der Spongien (vorläufige Mitteilung) wie folgt zusammen:
,,Die Sinnesfunktion wird bei denHomocoeliern (Asconidae Haeckel
und Homodermidae v. Lend.) von dem gewöhnlichen äusseren Platten-
epithel vollzogen." Ein Nachweis von Sinneszellen gelang hier nicht.
„Bei den Heterocoeliern (Syconidae H., Sylleibidae v. Lend.,
Leuconidae H. und Teichonidae Ctr.) sind besondere SinneszeUen
differenzirt, welche der Gestalt nach mit den Sinneszellen der Cnidarien
übereinstimmen."
,,Das Nervensystem der Spongien ist, wo dasselbe aus speziellen,
besonders differenzirten Zellen besteht, mesodermal."
,,Der Unterschied zwischen Cnidariern und Spongien besteht in
dem Vorwiegen mesodermaler Organe bei den letzteren (Marshall)."
„Die Kalkschwämme können unmöglich länger als Protozoen
betrachtet werden."
Lendenfeld (3) beschreibt Homoderma sycandra n. sp. , den
Repräsentanten der neuen Familie Homodermidae. Den Charakter
findet man hinten bei Neue Familien etc. Der Schwamm stellt in
seiner Jugendform einen Ascon dar.
Lendenfeld (4) behandelt den Bau der Kalkschwämme. Er
fand, dass das Spiculum durch zwölfstündige Einwirkung von Chloride
of Gold-potassium in \äele kleine, radiär um die Axe gelagerte,
parallel zu einander geriehte Prismen gespalten wird. Aus weiteren
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. ISl
Reaktioueii folgert L., dass der innere Teil der Nadel weicher ist
und mehr organische Substanz enthält als der äussere Teil (cf.
Ebner). — Bei den Leuconen finden sich, dem Ektoderm anliegend,
Drüsenzellen. Besondere spindelförmige Muskelzellen fehlen den
Homocoela, die Bewegungen, z. B. Schliessen der Poren, geht hier
von den sternförmigen Zellen des Mesoderms aus, während sich bei
den Syconiden rund um die Poren spindelförmige Muskelzellen finden.
Bei den Heterocoela finden sich mesodermale Nervenzellen in ver-
schiedener Ausbildung; sie fehlen den Homocoela gänzlich.
Lendenfeld (15) glaubt nicht, dass bei Teichonella labyrinthica
Ctr. Geisseikammern mit Einlassporen vorkommen, welche an Grösse
die Ausströmungsporen übertreffen, wie Carter glaubt.
Lendenfeld (22) berichtigt die Darstellung der Synocils von
Stewart in Beils Textbook of Zoology, London 1886, p. 144. L. findet
an den Präparaten von Stewart nicht eine Zelle unter jedem Palpocil,
sondern dass mehrere solcher Sinneszellen in diesem Organ ein-
geschlossen sind. L. nennt, die Fortsätze mit mehreren Sinnes-
zellen Synocils, die mit einer solchen Zelle Palpocils. Wenn ein
solcher Fortsatz eingezogen wird, so liegen die Sinneszellen als
Gruppen birnförmiger Zellen dicht an der Oberfläche des Schwammes
(Abb. bei Lendf.). Sie sind mesodermalen Ursprungs und stehen
durch ihre basalen Ausläufer entweder mit Ganglienzellen oder
direkt mit Muskelfasern in Verbindung.
Ueber Anatomie des Weichteils von Leuconia rodriguezi n. sp.
giebt Lackschewitz einige Notizen.
Sollas (6) zog an ein- und dreistrahligen Kalknadeln in kohlen-
saurer Kalklösung Krystalle und fand, dass die optischen Axen der
Kalknadeln und der Kalkkrystalle gleich orientirt waren. Die ver-
schiedenen Stellen der Nadeln ziehen die Inkrustationen in ver-
schiedener Stärke an und zwar entsprechend ihrer Löslichkeit.
Ebner (1) kommt durch seine unter Anwendung der verschie-
denen mineralogischen Untersuchungsmethoden ausgeführten Studien
zu neuen Ansichten über die Zusammensetzung und Beschalfenheit
der Kalkschwammnadeln. Die Nadeln sind doppelbrechend. Sie
stellen kein krystallinisches Gefüge dar, wie man ihrer Bildung durch
Ablagerung verschiedener Schichten nach erwarten sollte, sondern
jede Nadel scheint ein Stück eines einzigen Kalkspatkrystalles zu
sein, welches sich optisch so verhält, als wenn es aus einem solchen
Doppelspatindividuum herausgeschnitten worden wäre. Die Bildungs-
weise der Nadeln, welche ein Erzeugnis des lebendigen Protoplasmas
sind, lässt aber auch diese Auffassung nicht zu, vielmehr scheint es
wahrscheinlicher, dass jede Nadel aus einer grösseren Anzahl von
Kalkspatindividuen besteht, welche zwar alle eine parallele Stellung
ihrer optischen Axen besitzen, aber desshalb noch nicht mit ihren
krystallographisch gleichwertigen Richtungen parallel orientirt zu
sein brauchen. Auf optischem Wege lässt sich nun die Frage, ob die
Nadel einen einzigen Kalkspatkrystall oder viele mit ihren optischen
182 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Axen parallel gerichtete Kalkspatindividuen darstellt, nicht ent-
scheiden. E. bediente sich hierzu der Aetzfiguren. Es ergab sich
erstens, dass die Nadel als das Stück eines einzigen Kalkspat-
individuums aufzufassen ist, zweitens, dass sie nicht aus reinem
Kalkspat allein, sondern noch aus einer beigemischten Substanz
besteht.
Zu dem zuletzt genannten Resultat war auch Sollas (1) ge-
kommen. In dem Vorhandensein einer organischen Substanz, deren
Anwesenheit Ebner nicht annehmen kann, kann der Unterschied der
Nadeln vom Kalkspat nach E. nicht liegen, und es gelang in den
Spikulis Magnesium, natrium und Schwefelsäure, vieU eicht auch
Wasser, nachzuweisen. Diese Beimengungen bedingen die Unter-
schiede, welche die Kalkschwammnadeln vom Kalkspat zeigen, d. i.
die unvollkommenere Spaltbarkeit, die Löslichkeit in Alkalien, das
Dekrepetiren, das Auftreten von Gasbläschen im Innern beim Er-
hitzen und das geringere spezif Gewicht.
Die genannten anorganischen Substanzen können als mit dem
kohlensauren Kalk isomorphe Salze nicht in den Nadeln vorhanden
sein. Daraus ergiebt sich weiter, dass die Nadeln nur MischkrystaUe
sind. Der Zentralfaden ist keine organische, sondern eine an-
organische Substanz, welche nur ein anderes Mischungsverhältnis
als die übrige Masse der Nadel hat. Auch das Zustandekommen
der Schichtung, welche man an den Nadeln beobachtet hat, wird
erklärt. Die Beimengungen anderer Salze zu dem kohlensauren Kalk
nehmen von innen nach aussen ab. Die Bezeichnung Biokrystalle
(Haeckel) ist beizubehalten. — Die Hornschwammskelete erwiesen
sich als deutlich doppelbrechend, die Kieselschwammskelete schwach
oder garnicht. Diese Doppelbrechung lässt sich durch Druckspannung
senkrecht zur Oberfläche erklären. Ferner folgt, dass die kolloidale
Kieselsäure gegen Spannungen viel weniger optisch reagirt als das
sogenannte Spongin.
4. Triaxonia.
Schulze (1) handelt über Bau des Weichteiles und über die
Gestaltung des Skeletes der Hexactinelliden. S. Schulze (4. 6).
1887 erschien das grosse Werk von F. E. Schulze (6) über
die Hexactinelliden der Challengerexpedition. In dem Buche haben
auch die Ergebnisse der Bearbeitung einer vorzüglichen Sammlung
von Hexactin. von Japan, durch Döderlein zusammengebracht, Platz
gefunden. Die Hauptresultate seiner Arbeit hat Schulze (4. 5)
einige Zeit vorher in deutscher Sprache veröffentlicht. — Wie Schulze
mitteilt, lag es ursprünglich im Plane des Leiters Sir Wyv. Thom-
son's, mit Prof Schulze die Bearbeitung des grossen Materiales vor-
zunehmen — das Challengerwerk umfasst 514 p. und einen Atlas
von 104 Tafeln mit 1024 Fig. nebst 1 Karte; von jeder Art ist sowol
der Bau des Weichteiles als des Skeletgerüstes bildlich dargestellt
und alle einzelnen Skeletelemente sind noch besonders abgebildet.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 183
W. Thomson hatte den HexactinelKden während der Expedition ein
besonderes Interesse geschenkt. Schulze , welcher bereits früher
(Transact. Roy. Soc. Edinburgh Vol. 29, 1880) auf Grund des ihm
von Thomson übersandten Materiales den Bau des Weichteiles von
Euplectella asperg. aufgedeckt hatte, sollte nun auch von den übrigen
Hexactinelliden die weichen Teile, Thomson dagegen den Skeletbau
untersuchen. Durch die Krankheit und den Tod Sir Wyv. Thomson's
ging die ganze Arbeit auf Schulze über. Die von Thomson bereits
gezeichneten Tafeln hat Seh. aufgenommen. Nach einer historischen
Einleitung wird die Form und der Bau der Hexactinell. besprochen.
Die Form ist eine sehr mannigfaltige, ^vir finden zylindrische, tonnen-
förmige, trichterförmige, tabackspfeifenähnliche, kugelige, birnförmige,
weinglasähnliche und ohrgleiche Formen, andere stellen blosseLamellen,
wieder andere wahre Pilze, Säcke, verzAveigte Röhren und kleine Bäum-
chen dar. Alle diese Gestalten sind aber nur Variationen eines ein-
zigen Typus, dem alle Hexactin. folgen, und der sich an einer einfachen
Stockform ausgesprochen findet. Dieser Sack ist umgeben von einer
Dermalmembran, durch welche das Wasser in den Schwamm in
einen von feinen Trabekeln durchsetzten Raum eintritt, den sub-
dermalen Ti- abekel räum. Ihm folgt eine einschichtige Lage
nebeneinander gelegener Kammern mit äusserer Konvexität und
innerer Endöffnung. Die Kammerwand ist dünn und netzartig ge-
zeichnet, daher membrana reticularis genannt. Sie ist von
zahlreichen Kammerporen durchsetzt. Zwischen den Kammer-
mündungen spannt sich die Verbindungsmembran aus, Avelche
die Spalten zwischen den Kammern verbinden, wo diese nicht ganz
dicht aneinander liegen. Dann folgt der subgastrale Trabekel-
raum, welcher gegen die Gastralhöhle durch eine Gastral-
membran abgeschlossen sein kann. Aus diesen fünf Schichten
besteht nun jede Hexactinellide. Die nächste Komplikation ist die,
dass die Kammerlage gefaltet wird. Bei weiter gehender Differenzirung
werden diese Falten weiter ausgebaucht, so dass endlich verästelte
Ausführsgänge entstehen, zwischen denen sich Zuführsgänge vom
äusseren Trabekelraum einschieben. Als weitere Abweichungen von
der einfachen Sackform treten Siebplatten an der Öffnung des
Gastralraumes , Löcher in der KörperAvand (Euplectella) und Stiel-
bildungen auf. Die Trichter, Ohr, Pilzformen und andere mehr sind
blosse Umbildungen der einfachen Sackform. So ist die Pilzform
aus dem Sack dadurch hervorgegangen, dass dieser sich abgeflacht
hat und seine Ränder nach aussen umgeschlagen sind, so dass die
ursprünglich innen liegende Gastralfläche nach olien und frei nach
aussen gelegen ist, wobei die Gastralhöhle natürlich ganz ver-
schwunden ist. Das Wasser tritt dann von unten in den Pilz und
fliesst auf der Oberseite des Hutes wieder nach aussen ab. Eine
der auffallendsten Formen in dieser Hinsicht ist Aulochone. Wenn
sich der einfache Sack verlängert und die so entstandene Röhre
verzweigt unter Bildung selbstständiger Oskula, so entsteht das
Röhrengeflechte der Farrea und ähnlicher Formen. Wenn diese
184 Dr. W. Weltuer: Beiiclit über die Leistungen
Röhren um einen zentralen Hohlraum angeordnet sind, mit welchem
sie nicht kommuniziren, so haben wü" eine Pseudogasterbildung. Die
Röhren können nach aussen von einer Kapsel oder Deckschicht ab-
gegrenzt sein, welche entweder nur zwischen den einzelnen Röhren
ausgespannt ist, oder sich sogar über die Oskula der Röhren hinweg-
zieht. — Auch der histiologische Bau ist bei allen Hex actin elliden
ein gleichartiger. Ueberall ist ein einschichtiges, alle vom Wasser
bespülten flächen — mit Ausnahme der Innenfläche der membrana
reticularis — auskleidendes Epithel nachweisbar. Abweichend von
allen anderen Spomgien gestaltet sich das jene Membran, d. h. die
Kammern auskleidenden Zellen. Diese besitzen seitliche Verbindungs-
stränge, welche flach auf der membranösen bindegewebigen Kanimer-
wand ausgebreitet und mit dieser verbunden sind. Es gelang nicht,
an den Zellen das Kollare und die Geissein nachzuweisen; aber es
ist nicht zu zweifeln, dass auch bei den Hexactin. Geisselkragen-
zellen die Kammern auskleiden. Die Anordnung der Zellen an der
Kammerinnenseite ist die eines Netzes von quadrischen oder rhom-
bischen Maschen. Die Bindesubstanzschichte ist hyalin und trägt
zwei Arten von Bindegewebszellen, die eine Art enthält stark färb-
bare Körnchen, die Reservenahrung darstellen mögen. Alle Spikula
liegen in dieser Bindesubstanzschichte Öfter wurden Keimprodukte
angetroffen und zwar Spermaballen und Eier — die Hexactinell.
sind Zwitter — in der Bindegewebsschichte der Subdermalräume.
Bemerkenswert ist, dass nie Furchungsstadien oder Flimmerlarven
gefunden wurden. Seh. will daraus nicht schliessen, dass die Eier
als solche nach aussen gelangen und die Entwickelung ausserhalb
des mütterlichen Körpers vor sich gehe. — Eingehend werden die
Spicula behandelt. Die die Nadel bildende Substanz ist nicht reine
Kieselsäure, sondern Opal. Bei Nadeln, welche längere Zeit ab-
gestorben waren, ist der Zentralkanal erweitert. Die Formen der
Nadeln und ihre Ableitung von einander, sowie die Anordnung der
Nadeln in Schwammkörper werden besprochen. Seh. unterscheidet
folgende Hauptformen: Hexacte, Pentacte, Tetracte Triacte, Diacte
und Monacte. Diese treten in zahlreichen Nebenformen auf. In
der Deutung der Besen- und Kolbennadel 0. Schmidts — den
Scopulae Schulzes, ferner der Uncinate und Clavulae Schultzes kann
der Verf. sich nicht der Deutung 0. Schmidts anschliessen. Was
die Lage der Nadeln im Schwämme betrifi"t, so werden unterschieden:
Prostalia mit basalia, pleuralia und marginaha; Dermalia mit epi,
auto- und hypodermalia; Gastralia mit auto- und hypogastralia;
Parenehymalia mit principnlia, comitalia und intermedia; Canalaria.
Die mit einander verschmolzenen Nadeln der Dictyoninen heissen
Dictyonalia. Die Verbindung der Nadeln der Hexactinell. kann
entweder so geschehen, dass die opponirten Strahlen nebeneinander
Hegender Spikula durch Kieselmasse verlötet werden oder dass die
Strahlenenden einer Nadel an den Kreuzungspunkten anderer an-
geheftet werden. Besondere Bildungen sind die Synapticula, welche
stets des Axenkreuzes entbehren und die zwischen den Asten der
in der Spongiologie für die Jalu'e 1885—87. 185
Nadeln sich ausspannenden feinmaschigen Kieselnetze, welche durch
weitere Absonderung von Kieselsubstanz zu dünnen Platten werden
können. Solche Gitter und Platten fand Seh. nur da, wo der
SchAvamm mit fremden Körpern — also besonders an seiner Unter-
lage ■ — in Berührung kommt. — Wir geben hier zum Verständnis
der weiter unten zu findenden Diagnosen der neii geschaffenen
Gattungen ein dem aus dem englischen übersetztes Verzeichnis der
von Schulze gebrauchten Ausdrücke (s. Schulze 6, p. 47 — 49) und
verweisen zugleich auf F. E. Schulze und R. v. Lendenfeld: Üb. die
Bezeichnung der Spongiennadnln. Berlin, Akad. Wiss. 1889, 35 p.
Dermalmembran: Die äussere Grenzmembran, durch deren
Poren das Wasser in den Körper tritt.
Dermalporen: Die grossen und kleinen Poren, welche die
Dermalmembran durchsetzen.
Subdermale Trabekeln. Die feinen, ein unregelmässiges
Netzwerk bildenden Gewebestränge, welche sich zwischen der Dermal-
membran und der Kammerlage ausdehnen.
Sub dermaler Trabekelraum: Der Raum zwischen Dermal-
membran und Kammerlage, welcher zum Teil durch das subdermale
Trabekelnetz durchsetzt wird.
Kammer läge: Die mehr oder weniger gefaltete Lage von
nebeneinander liegenden Wimperkammern.
Verbindungsmembran: Die Fortsetzung der Kammerwand,
welche sich zwischen den terminalen Öffnungen der Kammern
ausspannt.
Kammerporen: Die kleinen runden Öffnungen in der
Kammerwand.
Gastralmembran: Die innere Grenzmembran, welche den
Gastralraum unmittelbar umgiebt.
Gastralporen: Die Poren, welche die Gastralmembran durch-
setzen; sie sind von sehr ungleicher Grösse.
Subgastrale Trabekeln: Die feinen zu einem unregel-
mässigen Netzwerk vereinigten Gewebestränge, welche sich zwischen
der Kammerlage und der Gastralmembram ausbreiten und sich auch
häufig in die Äusströmungskanäle fortsetzen.
Subgastraler Trabekularraum: Der Raum zwischen
Kammerlage und Gastralmembram, welcher zum Teil durch das
subgastrale Trabekelwerk durchsetzt ist.
Terminale Sieb platte: Eine siebförmig durchlöcherte Platte,
welche die breite Endöffnung vieler röhren- oder becherförmiger
Hexactinelliden deckt.
Parietale Löcher: Oeffnungen in der ganzen äusseren Wand
des Schwammes, durch welche der Lmenraum direkt mit dem äusseren
Medium kommunicirt.
Membran der Parietallöcher: Eine irisähnliche, kreisrunde
Igß Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Membran, welche die Ijöclier deckt und mit Ringmuskelfasern ver-
sehen ist, durch die die Oeffnung verengt oder ganz geschlossen wird.
Deckplatte: Eine poröse Platte, welche wie eine Kapsel den
Körper einiger Hexactinelliden mit röhrenförmigem Gitterwerk um-
schliesst und nur an den Endöffnungen der Röhren mit diesen ver-
bunden ist.
Spiculum: Jedes ursprünglich isolirte und von andern unab-
hängige Skeletelement.
Haupt strahl: Der primäre d. h. direkt vom Knotenpunkte
einer Nadel abgehende Strahl.
Endstrahl: Zweigstrahl oder sekundärer Strahl, welcher von
dem äusseren Ende eines Hauptstrahles abgeht.
Hexact, Pentact, Tetract, Triact, Diact , Monact: Nenn-
worte, auch adjektivisch gebrauchte, welche die Nadeln nach der
Anzahl ihrer Hauptstrahlen bezeichnen.
Regulärer Hexact: Ein mit sechs unter rechtem Winkel ab-
gehenden gleich langen Strahlen von ähnUcher Form.
Oxyhexact: Hexact mit spitz endenden Strahlen.
Sphaeroexact: Hexact mit knopfförmig endenden Strahlen.
Discohexact: Hexact, dessen Strahlen mit je einer quer
stehenden Scheibe enden,
Rosette oder Hexaster: Ein Hexact mit gleichen Endstrahlen.
Oxyhexaster: Eine Rosette mit geraden oder gebogenen, stets
spitz endenden Endstrahlen.
Graphiohexaster: Eine Rosette, deren Hauptstrahlen am
Ende in ein Bündel langer feiner Strahlen aufgelöst sind.
Sphaerohexaster: Eine Rosette, deren Endstrahlen mit knopf-
förmigen Enden versehen sind.
Disco hexaster: Eine Rosette, deren Endstrahlen mit quer
stehenden, radiär symmetrischen Scheiben abschliessen.
Floricome: Eine Rosette mit ^förmigen Endstrahlen, welche
blumenkelchartig gruppirt, distal verbreitert und an dem verbreiterten
Ende gezähnt sind.
Plumicone Rosette mit Äförmig gebogenen Endstrahlen, welche
verschieden lang sind und Etagen bilden.
Pinulus: Pentact oder Hexact, deren einer Strahl seitliche
Stacheln oder Schuppen trägt.
Scopula: Eine Nadel von Gabelgestalt; ein langer gerader
Stiel läuft in 2 oder mehr Zähne aus.
Amphidisc: Ein Diact, dessen Enden je eine konvexe Scheibe
mit sechs oder mehr rückwärts gebogenen Randzähnen tragen.
Ancora: Ein Stab, dessen eines Ende zwei oder mehrere wirbei-
förmig und quer gestellte Haken trägt, die nach rückwärts ge-
bogen sind.
in der Spongiologie fih- die Jahre 1885—87. 187
üncinatum: Ein gerader, an beiden Enden zugespitzter Stab,
welcher auf seiner ganzen Länge mit gleichgerichteten Widerhaken
oder Zacken besetzt ist.
Clavula: Ein Stab, der an einem Ende eine keulenförmige
oder quer gestellte scheibenförmige Erweiterung trägt.
Prostalia: Alle grösseren Nadeln, welche weit über die äussere
Körperoberfläche vorragen und mit blossem Auge sichtbar sind.
Basalia: Prostraha, welche am unteren Teile des Schwammes
frei hervorstehen und welche bei schlammbewohnenden Formen den
Basalschopf bilden.
Pleuralia: Prostralia, welche an der seitlichen Körperpartie
des Schwammes frei hervorstehen.
Marginalia: Prostalia, welche kranzförmig und frei hervor-
stehend um das Osculum angeordnet sind.
Dermalia: Alle Nadeln, welche eine bestimmte Beziehung zur
äusseren Haut (Dermalmembran) haben.
Auto dermalia: Dermalia, welche ganz oder wenigstens mit
ihrem Axenkreuz in der Demialmembran Hegen.
Hypodermalia: Dermalia, welche mit ihren tangentialen
Strahlen mehr oder weniger dicht unter der Dermalmembran liegen.
Gastralia: Alle Nadeln, welche in einer bestimmten Beziehung
zur Gastralmembran stehen.
Autogastralia: Gastralia, welche entweder ganz oder wenigstens
mit ihrem Axenkreuz in der Gastralmembran liegen.
Hypogastralia: Gastralia, welche mit ihren tangentialen
Strahlen dicht unter der Gastralmembran liegen.
Canalaria: Nadeln, deren Axenkreuz in der Membran liegt,
welche die abführenden Kanäle austapezirt.
Parenchymalia: Alle im Schwammweichteil liegende Nadeln,
welche weder Dermal- noch Gastralnadeln sind.
Dictyonalia: Die zu einem zusammenhängenden Gittergerüst
verkitteten Parenchymalia der Dictyoninen.
Principalia: Die grossen, den Weichteil der Lyssacinen stützen-
den Parenchymalia, die mitunter durch Synaptikiüi (axenkanallose
Kieselmasse) miteinander verkittet sind.
Comitalia: Feine Parenchymalia, welche den Principalia eng
anliegen.
Intermedia: Parenchymalia, welche zwischen den Principalia
oder Dictyonalia liegen.
5. Tetraxonia.
Vosmaer (2) behandelt den Bau von Craniella mülleri Vosm.
Lendenfeld (10) erörtert den Bau von Chondrosia ramsayi.
Oscula und Poren liegen hier in Gruppen, die Poren zu 5 — 10, sie
188 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistiingen
führen direkt in grosse tangentiale Höhlen, unter welchen eine
Zone noch grösserer Lakunen folgt. Diese beiden Hohlraumsysteme
kommuniziren nur mittelst kleiner Poren. Die Einströmungskanäle
sind zylindrisch und verlaufen mehr oder weniger radial. Ihren
Endverzweigungen liegen die Kammern an, welche nicht sehr zahl-
reich sind. Drüsenzellen wurden nicht gefunden; das Mesoderm ist
an den "Wänden der ein- und ausströmenden Kanäle sehr körnchenreieh.
Carter (11) beschreibt eigentümliche hellglänzende Körper von
Chondrosia spurca.
Schmidt hatte behauptet, dass die Knoten in dem Skelet der
Anomocladinen auf zweierlei Weise zu Stande kommen: einmal, in-
dem sich neue Kieselsubstanz auf das Zentrum eines Skeletkörpers
ablagert, das andere Mal, indem die Strahlenenden benachbarter
Kieselkörper mit den Zentren der Skeletkörper verschmelzen. Sollas
hat nun zuerst eine kurze (Sollas 2), später (Sollas 3) eine aus-
führliche Darstellung vom Bau des Skelettes von Vetulina stalactites
0. Schm. nach einem sehr schönen Exemplare des Museum in Bristol
gegeben und kommt zu dem Schluss, dass Zittel mit seiner ersten
(1878) gegebenen Autfassung im Recht war, wenn er sagt, dass die
Knoten nur die verdickten Zentren der einzelnen Skeletelemente
darstellen. Die Anomocladinen sind folgend zu charakterisiren : der
Skeletkörper besteht aus einem massivem Centrum, von welchem
eine verschiedene Anzahl von stabähnHchen Strahlen entspringt. Die
freien Enden der Strahlen sind verbreitert und umfassen die Zentren
benachbarter Skeletkörper, so dass ein festes Netzwerk entsteht.
Die äussere Fläche des Centrums des Skeletkörpers entsendet selten
Strahlen, es finden sich hier vielmehr Dornen und an dieser Stelle
setzen sich die verbreiterten Enden von gegliederten Strahlen an.
S. unterscheidet 3 Typen von Skeletelementen bei Vetulina. S. hat
ferner die in denselben von Schmidt beobachteten ,, Zellen" unter-
sucht; wahrscheinlich wird die Mutterzelle des Kieselkörpers bei
dessen Wachstum in das Spiculum eingeschlossen; die Zelle wird
durch Kieselsäure ersetzt, wobei auch der Nucleus verschwindet und
eine Anzahl von leeren Räumen, als Luftbläschen oder Granules
erscheinend, zurücklässt. Die in den Strahlen des Skeletkörpers
ursprünglich vorhandene Substanz schwand ebenfalls später und Hess
Granulationen oder Luftbläschen zurück. S. verfolgte die Bildung
von jungen Skeletelementen und ist der Ansicht, dass die Ver-
kieselung der Zelle wie bei den Kugeln der Geodia stattfindet, nur
dass bei Vetulina die Höhlung, welche das Hilum der Geodienkugel
repräsentirt, vollständig in den Kieselkörper eingeschlossen wird. —
Löst man ein solches in kaustischer Pottasche, so bleibt eine feine
Haut übrig, die sich in verdünnten Säuren leicht löst.
Nach Sollas (4) gehört das Kanalsystem der Lithistiden dem
komplicirten racemosen Typus an (also Typus 4 Vosmaer).
Sollas (8) hat einen vorläufigen Bericht über die Choristiden
des Challengermaterials gegeben und eine Anzalil neuer Bezeichnungen
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87, 189
besonders für die Spicula eingeführt, ohne sie jedoch zu erklären.
Wir verweisen wegen dieser Nomenklatur auf das ausführliche Werk
von Sollas, Rep. Tetractinelhda coli, by H. M. S. Challenger 1888
und auf Sollas (10).
Lampe beschreibt eine radiär gebaute Tetilla japonica n. sp.
Der radiäre Bau wird als sekundär entstanden betrachtet. Kanal-
system: der „Mund" führt in einen Hohlraum, der sich in 6 Gefäss-
stämme, Radiärkanäle fortsetzt (bei T. radiata und euplocamos 8),
von ihnen gehen zahlreiche feinere senkrecht ab. Die Hautporen
münden teils direct, teils durch ein kurzes feines Kanälchen in die
subdermalen Hohlräume. Diese erscheinen radial gestreckt. Von
ihnen gehen einzeln zahlreiche Einführungsgänge bis in das untere
Drittteil des äussern Mantels ab, nur wenige dringen in den centralen
Teil, Kegel des Sehwammes hinein. Die A usführungsgefässe münden
stets unter einem stumpfen Winkel nach der Mundöffnung in die
oben genannten Radiärkanäle. L. hält die Kanäle, welche den Kegel
durchsetzen und in den Hohlraum resp. in jene Radiärkanäle ein-
münden, zum teil für Einführungsgäuge, zum teil für Ausführungs-
gänge (cf. Sollas, Report Challenger Tetractin. 1888, p. 47).
Histiologie: das Ektoderm wird an der Aussenfläche des Sehwammes
vermisst. In den grösseren Kanälen ist es mehrschichtig (bisher
von keinem Schwämme bekannt I Ref.). Die ellipsoidischen oder
birnförmigen Geisseikammern sind von einer dünnen Membran um-
geben, auf der einen Seite tritt ein Kanal ein, auf der gegenüber-
liegenden wieder aus. Die Kammern fehlen in der Zone der Sub-
dermalräume, sehr vereinzelt trifft man sie in nächster Nähe der
Radiärkanäle an. Das Mesoderm zeigt in der Grundsubstanz fixe
und amöboide Zellen. Die Grundsubstanz ist entweder homogen,
strukturlos oder fein granulirt. Die Bindegewebskörper stehen mit
einander in Verbindung; um die Eier treten sie in Gestalt parallel ge-
lagerter spindelförmiger Zellen auf. Eigentümliche stark lichtbrechende
Körnchen führende Zellen werden beschrieben. Die Pigmentkörner
der Grundsubstanz sieht Verf. als Ausscheidungsprodukte des Stoff-
wechsels an.
6. Monaxonia.
lieber Polymorphismus bei Polymastia s. Vosmaer (2) und Pha-
kellia s. Hansen (2).
Vosmaer (2) behandelt den Bau von Polymastia hemisphaerica
Sars und mamillaris Müll., Weberella bursa Vosm., Thecophora
semisuberites 0. Schm., Quasillina brevis Bbwk., Inffatella sp., Cri-
brochalina sluiteri Vosm. , Phakellia bowerbanki Vosm. Artemisina
suberitoides Vosm., Gellius arcoferus Vosm. und Esperia lingua Bwbk.
Hansen (2) handelt über den Bau von Phakellia ventilabrum
und vermisst sowol die Geisseikammern als auch die Epithelien, so
dass die ganze Phakellia nichts als ein Haufen von Zellen mit
Kanälen darstellt.
ICjQ Dr. W. Weltner: ßeiicht über die Leistungen
Carter (3) giebt eine Darstellung des ausführenden Kanal-
systemes von Halichondria scabida.
Pachychalina spinosissima Dendy (4) hat zahlreiche über die
ganze Oberfläche zerstreute Poren, während die Oscula alle in einer
einzigen Reihe längs des Schwammkörpers stehen. Das Kanalsystem
vom 3. Typus Vosmaers. Die Poren führen in unregelmässig ge-
staltete Subdermalräume, welche die Enden eines Systems verzweigter
einführender Lakunen darstellen, die zu den Geisseikammern führen.
Die Endzw^eige jenes Lakunensystems sind durch feine Gewebestränge
in mit einander kommunizirende Räume geteilt und umgeben die
ausführenden Kanäle, welche wiederum ein blosses Lakunensystem
darstellen, es fehlen hier aber die Gewebestränge und diese Kanäle
sind von den mit weiter Oefinung in sie mündenden Geisseikammern
umgeben. Besondere zu- und abführende Kanäle für die Kammern
fehlen. Das Kanalsystem schliesst sich eng an das von Halichondria
panicea an. Chalininae und Renierinae sind daher sehr eng ver-
wandt (s. Ridley und Dendy 1. 2).
Levinsen giebt eine Beschreibung und Abbildung der Des-
macidinenschaufel (pelle, rut-rut) und verbessert damit Irrtümer
Bowerbanks und Vosmaers.
Thomson hat den Bau von Suberites domuncula studirt. Auf-
fallend ist, dass er an den zahlreichen Exemplaren nie Oscula finden
konnte. Grössere Löcher, welche am Schwämme auftraten, waren
von kommensalen Polypen bewohnt. Die Anordnung des Skeletes
ist eine radiäre. Das Kanalsystem gehört dem 4. Typus an, die zu-
und abströmenden Kanäle verlaufen nebeneinander und zeigen unter-
einander keinen Unterschied. Das Ektoderm besteht aus ungleich,
grossen, polygonalen Plattenzellen. Die Geisseikammern sind durch
den ganzen Schwamm zerstreut und in grösserer Menge gegen die
Oberfläche gelagert. Ein Durchschnitt zeigt, dass sie etwas mehr
als lialbkugelig sind und auf dem Schnitt etwa 16 Zellen haben.
In der Bindegewebsgeschichte stehen die multipolaren Zellen mit
einander in Verbindung. Manche Zellen zeigten deutlich die netz-
förmige Anordnung des Protoplasmas. Besonders bemerkenswert sind
die ,, Muskelzellen" dieser Partie.
Ridley & Dendy (2) behandeln auf p. XII — LH ihres schönen
Werkes den Bau der Monaxonida in drei Kapiteln: Skelet, Bau des
Weichteiles und Kanalsystem. Sie sehen sich genötigt, eine neue
Nomenklatur für die Nadeln einzuführen, da Bowerbanks Namen
zu lang und seine Beschreibungen z. T. irrige sind; Carter hat
zwar gute Schilderungen vieler Nadeln gegeben, allein seine Be-
schreibungen sind in seinen Arbeiten verstreut. Man findet die von
R. und D. vorgeschlagene Terminologie und ihre Synonymie auf
p. 264 des Werkes. Die Nadeln sind entweder Mega- oder Micro-
scleren. Erstere können diaktiual oder monaktinal sein. Unter den
diaktinalen unterscheiden wir: oxea, tornota, strongyla und tylota,
unter den monaktinalen styli und tylostyli. Es kommt vor, dass
in dev Spongiologie füi- die Jahre 1885 — 87. 191
die Megascleren an einem Ende in Zweige auslaufen: cladostrongyla
und cladotylota. Je nachdem die Nadel in der Mitte eine, oder in
ihrem Verlauf mehrere Anschwellungen zeigt, ist sie centrotylot oder
polytylot. Die Microscleres können am besten in drei Gruppen,
die einfach linearen, die hakenförmigen und die sternförmigen ge-
bracht werden. Die stabförmigen sind oxea, rhaphides, trichodrag-
mata, toxa und toxodragmata. Die Haken treten auf als sigmata,
sigmadragmata , diancistra, chelae mit isochelae und anisochelae;
bipocilli. Von sternförmigen kennt man bei den Monaxonida nur
spirulae, dicastra und amphiastra. — Mehrmals gelang es Spongo-
blastenscheiden um die Sponginfasern nachzuweisen, besonders deut-
lich traten diese Zellen bei Raspailia tenuis und Axinella (?) para-
doxa auf. Bei einem Suberites, welche Gattung bekanntlich kein
Spongin zeigt, finden sich die Nadelzüge in faseriges Bindegewebe
mit Zellen eingehüllt. — Was die Art der Vereinigung der Megascleres
zu festen Gerüssen angeht, so unterscheiden die Autoren drei Typen:
Renierinen-, Axinelliden und Ectoninen-Typus. — Die Skeletfaser-
gerüste zeigen entweder einen netzförmigen (Halichondrina) oder
einen radiären (Suberitidae und auch Axinellidae) Bau. An allen
Gerüsten lässt sich ein dermales von dem inneren Haupt -Gerüst
unterscheiden. Sehr oft haben dann die Nadeln des dermalen Ge-
rüstes eine andere Form als die des Hauptskeletes. Bei den als
Tiefseeformen auftretenden Gattungen Axinoderma und Meliiderma
tritt ein so gebildetes Dermalskelet als Schutzwehr gegen Feinde
auf. In andern Fällen wird dasselbe aus Fremdkörpern gebildet,
Polymastia agglutinans. — Die Microscleren nehmen im allgemeinen
nicht an dem Aufbau des festen Gerüstes teil; vielfach dienen sie
als Abwehr gegen eindringende Parasiten, wenn sie z. B. frei in
die Kanäle hervorragen oder in den oberflächlichen Partien des
Schwammes eingelagert sind. Oder sie sind als Festigungsmasse für
das weiche sie bergende Gewebe aufzufassen, z. B. die trichodrag-
mata bei Esperella murrayi. Meist sind indess die Microscleres in
dem ganzen Parenchym in der Art zerstreut, dass sich eine be-
stimmte Funktion nicht erschliessen lässt. — Der Weichkörper kann
auch bei den Monnxonida in ein geisselkammerloses Ectosom und
ein geisselkammerführendes Choanosom zerlegt werden, wie Sollas (8)
eine solche Scheidung für die Tetractinelhda vorgeschlagen hat. Das
Ectosom tritt je nach der Mächtigkeit des sich an seiner Bildung
beteiligenden Mesoderms als dünne Dermalmembran oder als dicke
Rinde auf und kann verschiedene Schichten zeigen, so z. B. bei
Tentorium semisuberites. Die im Ectosom sich findenden meso-
dermalen Gebilde lassen sich in sternförmige, amöboide, fibrilläre
und blasige scheiden, vielleicht sind auch bei Stylpcordyla stipitata
var. globosa Drüsenzellen vorhanden. Besonders deutlich ist das
Blasenzellgewebe bei Latrunculia apicalis entwickelt, die Zellen
gleichen den von Polejaeff" bei Cacosp. vesiculifera beschriebenen und
mögen drüsiger Natur sein. Unter den Halichondrina findet sich
nur bei Phelloderma eine Rinde, welche Fasern aufweist. Während
192 I^>'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
das Ectosom nur aus Ecto- und Mesoderm besteht, ist das Choanosom
aus allen 3 Keimblättern zusammengesetzt. Die Mächtigkeit der
Grundsubstanz bei den Monaxonida wechselt sehr ; bei den Clavulinen
ist sie sehr gering, bei den Halichondrinen stärker entwickelt. Von
Cladorhiza (?) tridentata, einer 'J'iefseeform, werden sehr eigentüm-
liche gelbliche, rundliche Körper besprochen, deren Funktion un-
bekannt ist. Das Kanalsystem der Monaxonida zeigt 2 Typen: die
Halichondrina gehören dem 3., die Clavulina entweder dem 3. oder
dem 4. Typus Vosmaers an. Die Anordnung der Poren variirt un-
geheuer und ist von den äusseren Lebensbedingungen abhängig. Die
Darstellungen, welche Keller (1878 Reniera semitubulosa) und
S. Kent (1880 — 82 Esperia sp.) von dem Kanalsystem zweier Hali-
chondrinen gegeben haben, sind unrichtig. Gegen Hansen sind auch
bei Phakellia Geisseikammern vorhanden. — (cf. Das Referat v. Len-
denfeld, Biol. Centralbl. Bd. VE. 1888).
Lendenfeld (26) hat die Chalineen des australischen Gebietes
bearbeitet, indem er aber auch alle bisher beschriebenen Arten an-
führt, hat er eine monographische Darstellung dieser Gruppe ge-
geben. Die Chalineen sind meist fingerförmig, lappig, seltener
massig, zuweilen röhren oder becherförmig oder auch plattiglamellös.
Die röhrenförmigen mit Pseudogaster, Inkrustirende Formen sind
unbekannt. Die meisten von beträchtlicher Grösse. Oberfläche
glatt, höckerig oder konulös. Oscula fast stets deutlich, ihre Lage
verschieden. Die Poren überall in Porensieben. Meist ein feines
Oberflächennetz vorhanden. Kanalsystem: Die Poren führen in
massig grosse Subdermalräume. Die Einfuhrskanäle ziemlich weit;
die Endzweige nicht unter 0,02 mm dick. Geisseikammern kugelig,
meist klein, mit kleiner AusströmungsöÖnung. Abfuhrkanäle etwa
ebenso weit wie die einführenden. Farbe meist dunkelviolett und
braun. Skelett: Hornfasernetz mit selbstgebildeten Kieselnadeln,
selten auch mit Fremdkörpern; entweder baumförmig oder netz-
förmig, häufig regelmässig in der Art des Hexactinellidengerüstes.
Mit einer einzigen Ausnahme (Arenochalina) finden sich bei allen
Chalineen in den Hauptfasern Kieselnadeln, gewöhnlich auch in den
Verbindungsfasern. Ausser diesen Nadeln auch bei einzelnen Formen
noch Fleischnadeln. Wir finden folgende Nadelformen. Skelet-
nadeln: Oxyus, Stylus, Strongylus, Oxystrongylus, Wirtel oder
Höckerstrongylus, Toxins, Sigma, Amphitoxius, Spirula, Spirobacter.
(Die meisten dieser Bezeichnungen sind in dem Nomenciator der
Spongiennadeln von Schulze und Lendenfeld 1889 nicht beibehalten).
Muskeln und Nerven sind bei den Chalineen nicht sehr entwickelt.
Dagegen sind Drüsenzellen in der Haut zahlreich zu beobachten.
Die Spongo und Silikoblasten sind besonders an jungen Schwämmen
leicht aufzufinden. Jede Nadel ensteht in einer Zelle als feiner
Stab, um ihn lagert sich die Kieselsubstanz in röhrenförmigen
Lagen ab ; endlich schwindet der Kern und der Rest des Protoplasmas
bildet um die Nadel eine feine Kutikula. An den Spitzen der
Skeletfasern liegen Reihen solcher Silicoblasten und bilden hier
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 193
Reihen von Nadeln. Sind diese gebildet, so erzeugen Spongoblasten
die Hornsubstanz um sie. Das Spongin versclimilzt mit den Cutikulä
der Nadeln, anf diese Weise werden die Nadeln in die Fasern ein-
gebettet. Wesentlich ist bei den Chalineen, dass die Nadelbildung
aufhört, ehe die Sponginbildung beginnt. Anders bei den Ectyoninae.
Die Grundsubstauz des Mesoderm ist massig hart und stets farblos
hyalin. Bei Haplochalina finden sich in gewissen Mesodermlagen
undurchsichtige Körper.
In einer vorläufigen Mitteilung schildert Weltner den Bau des
Weichkörpers einer einheimischen Spongillide. Die Zellen des vom
Plattenepithel und den Geisselkragenzellen umgebenen Gallertgewebes
sind alle amöboid und können sich zeitweise durch ihre Ausläufer
mit einander verbinden. Die Interzellularsubstanz ist hyalin. Die
äussere Haut besteht aus 3 Schichten, dazu meist noch eine hyaline
Basalmembran, der mittleren Schichte angehörig (soll heissen von
ihr gebildet;. Das Kanalsystem zeigt grössere einführende Kanäle,
welche sich verzweigen und seitlich angelagert die Geisseikammern
tragen. Jede Kammer in der Regel mit 2 — 5 Einlassporen und
einer grossen Ausfuhrsöft'nung. Besondere zuführende Kanälchen
fehlen; die Ausgangspore führt auch direkt in einen grösseren Ab-
fuhrf^kanal. Die zu einem Kloakenrohr vereinigten abführenden
Kanäle durchsetzen die den ganzen Schwamm umgebenden sub-
dermalen Räume mit geschlossener Wand, so dass ein und aus-
führendes System streng von einander geschieden sind. Die Oscula-
löciier sind entweder einfache runde Vertiefungen oder sternförmige
Rinnenbezirke, welche allseitig durch eine Wand von dem ein-
führenden Subdermalräumen geschieden sind. Die Zellen des Gallert-
gewebes — wie die des jungen Sch-wammes, gleichviel ob aus einer
Larve oder aus einer Gemmula entstanden — vermehren sich durch
indirekte Teilung; diese war bisher bei Spongien nicht konstatirt
worden.
Wierzejski (4) bespricht Blasenzellen von Ephydatia mülleri
uud giebt ihr Verhalten gegen Reagentien an.
Fiedler unterscheidet in der Gallertgewebsschichte von Spongilla
mehrere Sorten von Zellen, darunter eine, deren Zellen nutritive
Funktion zugeschrieben wird.
7. Ceratosjionffia.
Krukenberg (1. 2) hat die gebräuchlichen Reaktionen auf
Eiweiss studirt und hat auch die Skeletine, wozu das Spongin gehört,
untersucht. Keine der Eiweissreaktionen gelingt beim Spongin. —
Mit verdünnter Schwefelsäure gekocht, wird Spongin zersetzt, wobei
keine nachweisbaren Mengen von Tyrosin, sondern hauptsächlich nur
Leucin und Glycin entsteht. Ueberhitztes Wasser löst das Spongin
vollständig OAxt Kr. stellt eine allgemeine Formel füi- die Skeletine
(Spongin, Conchiolin, Chitin und Cornein) auf; sie bestehen aus C,
H, 0 und n N, woraus auf eine Kohlenhydratnatur geschlossen wird.
Arch f.Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. U. H. 3. 13
194 Dl'- W. Weltuer: ßericl't über die Leistungen
Krukenberg (3) stellt nach den Analysen von Posselt und
Croockewit unter Reduzirung der berechneten Zahlen auf 30 C atome
im Molekül für das Spongin folgende Formel auf: Cgo Hjc Nc, Ojo.
Er glaubt aber, dass mehr C atome im Molekül vorhanden seien.
Litteratur über Spongin p. 256.
Spongin ist löslich in kochenden Säuren; wird an der Luft er-
hitzt zersetzt, ohne dabei klebrig zu werden (Posselt) und wird in
überhitztem Wasser (200 ") weich und klebrig. Lendenfeld (24. 27).
Lendeufeld (1) beschreibt von Euspongia anfractuosa Ctr.
(canaliculata Ldf) Muskeln, Muskelzellen, diese mit Ganglienzellen,
von denen Nervenfasern ausgehen, in Verbindung stehend. Er be-
spricht ferner die Lage der Sinneszellen einer Reihe von australischen
Spongien. Muskeln wie Nervenzellen der Spongien sind mesodermal.
Hierher auch Lendenfeld 16 und 24, p. 523.
Lendenfeld (8. 13) hat dann in dem äusseren Lakunen-(Vor-
hofs-)system der neuen australischen Hornschwammgattung Aulena
deutliche Sinnes- und (ianglienzellen gefunden. Erstere sind doppelt
so gross wie die der Kalkschwämme und in losen zerstreuten Büscheln
angeordnet; unter ihnen liegen die Ganglienzellen. L. glaubt, dass
auf die langgestreckten Muskelzellen dieser Schwämme von den
Sinneszellen durch die Ganglienzellen ein Reiz ausgeübt wird, der zur
Reguhrung des Wasserstromes dient. In dem blasigen Gewebe der
neuen Gattung Antheroplax fehlen die Sinneszellen, w^eil dieses Ge-
webe im Innern des Körpers liegt, dagegen finden sich an Poren
sinneszellenartige Elemente. Bei Lendenfeld (13) findet man die
Sinneszellen von Aulena abgebildet.
Bajulus laxus Lendenfeld (10) ist eine Halisarcide mit grossem
von einem Balken-Netzwerk durchsetzten Subdermalraum und einem
Kanalsystem, welches komplicirter als bei Halisarca ist. Die ge-
faltete Geisseikammerzone reicht hier und da an das subdermale
Balkennetzwerk: zwischen den Geisseikammern bleiben grosse weite
Kanäle, die Einfuhrskanäle, frei. Die Kammern ähneln denen von
Euplectella oder den Radialtuben der Syconiden und messen 0,17 mm
Länge und 1,03 mm Weite (soll wol 0,03 mm heissen). Nur an dem
distalen Ende tragen sie Einströmungsporen , deren 3 — 5 gefunden
werden. Andere Kammern erhalten ihr Wasser direkt aus dem
Lakunenwerk des subdermalen Balkennetzes. Die meisten Kammern
öffnen sich in einen engen Ausfuhrskanal, wenige direkt in die
gastrale Höhle. Die ausströmenden engen Kanäle laufen in ihrem
distalen Teil parallel zur äusseren Oberfläche, während der proximale
radial zieht. Die Gastralhöhle ist gross und wird von 0,1 mm dicken
Gewebszügen durchsetzt. Die Haut besteht aus 3 Teilen, äusserem
und innerem Epithel, dazwischen Mesoderm, in dem 3 Sorten von
Zellen zu unterscheiden sind: amöboide Wandcrzellen, Gewebs-
körperchen und Drüsenzellen. In dem subdermalen Balkennetz und
in dem Mesoderm des Innern finden sich Gewebszellen und Wander-
in der Spougiologie für die Jahre 1885—87. 195
Zellen. Alle Hohlräume sind mit flachem Epithel ausgekleidet; die
Kragenzellen in einer Kammer zeigen überall dieselbe Grösse.
Lendenfeld (13) bespricht den Bau von Halme, Aphrodite
und Aulena.
Lendenfeld (16) beschreibt eigentümliche mit einem Loch
nach aussen mündende Vorhofsräume von Euspongia canaliculata,
welche dem einströmenden Kanalsystem angehören. Jene Löcher
sind nicht mit den Oscula zu verwechseln. Solche Vorhöfe finden
sich auch Eusp. irregularis; sie sind nicht denen der Auleninae
homolog.
Dendrilla cavernosa Lendenfeld (17) ist ein verzweigter Schwamm
von weicher Konsistenz, dessen Inneres vollständig hohl ist; der
Hohlraum stellt einen Pseudogaster vor und dient dem einströmenden
Kanalsjstem als Vorhof. Die Einströmungsporen liegen auf der Ober-
fläche des Pseudogasters und auf der Aussenseite des Schwammes.
Die Enden des sich in die Zweige der Spongie erstreckenden Pseudo-
gasters sind mit einer feinen durchlöcherten Membran geschlossen.
Hier beobachtet man alle Uebergänge von geschlossenen zu weit
geöfiheten Poren, über deren Verhalten L. Einzelheiten angiebt.
Jene Membran dient zur Regulirung des Wasserstromes. In ihr
finden sich folgende Zellen: amöboide Wanderzellen, Sinneszellen,
Ganglienzellen, Muskelzellen und Drüsenzellen. Die Sinneszellen
mögen etwaige Veränderungen des umgebenden Wassers den Ganglien
mitteilen, welche die Muskelzellen reizen und so kann eine Ver-
änderung im Lumen der Poren herbeigeführt werden.
Lendenfeld (19) beschreibt Halme laxa n. sp. , eine Ueber-
gangsform zwischen Hörn- und Kieselspongien.
IV. Physiologie.
1, Vertnischtes.
Lenden feld (14) beschreibt eine neue Chalinula Coxii, welche
im Clarencefluss durch ihr üppiges Wachstum den Tod der Austern
herbeiführt und zwar auf indirekte Weise, indem der Schwamm einen
grossen Teil der Nahrung für die Auster fortfrisst. Nachdem die
Austern gestorben waren, verschwanden auch die Spongien. Len-
denfeld schlägt vor, die Schwämme durch Zufluss von frischem Wasser
zu tödten.
Lendenfeld (17) giebt die Diagnose von Chalinopsis (s. unten)
und beschreibt 2 neue Arten dieses Genus, welche zwei, ebenfalls
neu beschriebene Arten des Genus Dactylochalina in der Gestalt
nachahmen.
Götte (2) ist der Ansicht, dass die Spongillen infolge der
massenhaften Ausbildung der Geschlechtsprodukte absterben und
wiU, indem er Kellers Beobachtung anführt, diese Behauptung auf
13*
196 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
alle Spongien ausgedehnt wissen. (Aber schon für Spongilla ist die
Angabe Götte's später bestritten worden [Weltner, Sitz-Ber. Naturt.
Fr. Berlin 1888]).
Ein Jahr später macht Lendenfeld (26) darauf aufmerksam,
dass man Chalineen so häufig in Form von ausmacerirten Skeletten
erhält, was darauf schliessen lasse, dass diese Schwämme nach der
Fortpflanzung zu Grunde gehen.
2. Atnmug, Ernährung, Nahrunf/sanf nähme, Verdauung
und Excvetion.
SoUas (10) schreibt den Zellen der Geisseikammern die Funktion
der Nahrungsaufnahme, der Atmung und der Exkretion zu. Mit
dem Wasser gelangen protoplasmatische Substanzen nebst gelöstem
Sauerstoff in den Schwamm, welche von den Geisseizellen verschluckt
werden. Die Anwesenheit von kontraktilen Vakuolen in ihnen deutet
ouf eine ausscheidende Thätigkeit.
Lendenfeld (24 und 27) hält für das wahrscheinlichste, dass
die Spongien im Wasser gelöste Nahrung zu sich nehmen. Da
keine feste Nahrung aufgenommen wird, werden auch keine Fäces
ausgeschieden. Dem Epithel der einführenden Kanäle kommt die
Funktion dor Nahrungsaufnahme und wahrscheinlich auch die der
Respiration zu, die Geisselzellen der Kammern haben exkretorische
Funktion, die unbrauchbaren Substanzen ausscheidend. Auch die
Verdauung soll dem Epithel der Einfuhrskanäle obliegen; die Geissei-
kammern sind Analoga der Nephridien.
An jungen mit Carmin gefütterten Oscarellen fand Hei der die
Farbstotfpartikel nie im Ektoderm, während jede Geisselkammerzelle
mit Karminpartikelclien erfüllt war. Nur vereinzelt fand sich Karmin
in den Mesodermelementen. H. schliesst, dass wenigstens bei jungen
Oscarellen die ürdarmhöhle der Funktion der Nahrungsaufnahme
vorsteht. Vergl. Ontogenie.
Carter (9) weist darauf hin, dass er bei Fütterungs versuchen
mit Karmin dasselbe stets nur in den Zellen der Geisseikammern
gefunden habe.
SoUas (10) fand nach Fütterung mit Karmin bei Spongilla die
Farbstoäkörner nur in Geisseikragenzellen.
S. Farbstoffe.
Legt man Halme tingens in Alkohol, so färbt sieh derselbe
gelb. Ein Stück Papier in diesen Alkohol gebracht, wird stark
dunkel violett. Schwache Säuren röten das tingirte Papier, in Al-
kalien wird es wieder blau. Starke Säuren und Alkalien zerstören
die Farbe. Die Farbe ist mit Wasser oder Aether nicht auswasch-
bar. Lendenfeld (17).
in der Spongiologie für die Jahre 1885-87. 197
4. Wachstum.
Nach Potts (3) ist Meyenia plumosa im Coloradofliiss nur
sechs Wochen im Jahre von Wasser bedeckt, während dieser Periode
erreicht der Schwamm schnell eine bedeutende Grösse.
Schulze (4. 6) macht Angaben über das Wachstum der
Hexactinelliden. Bei den Formen, bei welchen die Skeletnadeln
niemals miteinander verschmelzen, scheint das Wachstum bis zum
Tode fortzudauern. Bei denen, die ein Gerüst aus miteinander fest
verlöteten Nadeln besitzen, so zwar, dass dies Gerüst einen allseitig
umgrenzten Körper bildet, z. B. Euplect. asperg., ist eine weitere
Ausdehnung ausgeschlossen. — Bei manchen Arten stirbt der ganze
Körper auf einmal ab, bei andern aber von der Basis aus.
Potts (1) theilt mit, dass Heteromeyenia pictouensis unter
Bildung weniger Gemmula perennirt und auch unter dem Eise seine
grüne Farbe behält.
Weltner beobachtet eine perennirende immergrüne Ephydatia
lluviatilis, bei Avelchen es nicht mehr zur Gemmulation kommt.
Lendenfeld (17) beschreibt neu Raph. hixoni, die gröfste von
ihm gefundene australische Spongie, GOO mm Durchm., 350 mm
Höhe. Gewicht des frischen Schwammes 200 kilo, trocken 14 kilo
und in diesem Zustande so hart, dass ein Gewicht von 70 kilo auf
50 [^cm Oberfläche keinen Eindruck hinterlässt.
5. Fortpflanzung.
Hansen (2) fand in Floro und Lervik bei Sycandra arctica im
Juni Eier.
Die Hexactinelliden sind zwitterig (Schulze 4. 6).
Getrennten Geschlechtes ist nach Lampe Tetillajnponica, die?
herrschen wahrscheinhch vor.
Nach Heider schwärmen die Larven von Oscarella lobularis
zur Nachtzeit aus. H. fand die ausschwärmenden Larven bei Oscar,
lob. aus Triest im October und November. Ln Blastula Stadium
gehen die Larven dem Lichte nach, bevor sie sich aber festsetzen
und invaginiren, fliehen sie das Licht.
Nach Thomson ist Suberites domuncula hermaphroditisch.
Dendrilla cavernosa Lof. ist in Australien vom September bis
December oder länger geschlechtsreif, Lendenfeld (17)'
Obwohl Lendenfeld (10) in Bajulus laxus nie Eier und Sperma
zusammen fand, so ist es doch möglich, dass der Schwamm herma-
phroditisch ist. Beiderlei Geschlechtsstoffe wurden im August und
September gefunden, zur selben Zeit kamen aber auch Exemplare
ohne solche vor.
Higgin fand bei Halisarca dujardini Johnst. aus der Liverpoolbai
im Juli und August reife Embryonen. Im März 1873 wurden Exem-
plare bei Holyhead (bei Liverpool) nur mit Eiern angetroffen, im
198 r)i'- W. Weltner: Bericlit über die Leistungen
Juli und August 1874 daselbst solclie mit Eiern und Embryonen
in allen Entwickelungsstadien.
Ferner fand Higgin im Juli und August Eier und Larven bei
Isodictya elegans Bwbk aus der Liverpoolbai.
Carter (12) macht ebenfalls Angaben über die Zeit, zu welcher
sich Eier, Furchungsstadien und Larven bei verschiedenen Schwämmen
finden.
6. Symbiose {Parasitismus, Mutualismus).
Thomson fand bei Suberites domuncula kommensale Polypen.
Erdmann beschreibt 2 Epizoanthus sp. von Hyalonemen der
Challenger Exped. Stat. 202 und 322.
Schulze (6) bespricht den Kommensalismus von Anthozoen,
Crustaceen und Hyclrozoen mit Hexactinelliden.
In Aphrocallistes bocagei leben Anneliden, Ophiuriden und
Galathea spongicaula A. M. Edw. Filhol (2).
Henderson (2) fand in Hippospongia anomala Pol. zahlreiche
Palyonyx obesulus Miers.
Marchesetti beschreibt das Verhältnis der Symbiose von
Marcliesettia spongioides mit Reniera fibulata von Singapore. Eigen-
tümlich sind an der Alge die „Oscula". F. E.Schulze hat Schwamm
und Alge untersucht, letztere hatte ganz das Aussehen von Chalina,
so dass man hier von Mimicry sprechen kann. M. fand stets Alge
und Schwamm zusammen, so dass wol das Zusammenleben ein kon-
stantes ist und nach M. vielleicht schon seit dem Embryonalzustand
beider herrührt. — Li der Adria fanden sich Algen (Rhodymenia
palmetta), welche von Schwämmen total überzogen waren, doch
kamen auch diese Algen ohne die Schwämme vor. Auch Spongo-
cladia vaucheriaeformis , in welcher sich stabförmige Nadeln einer
Reniera fanden, kam zur Beobachtung; auch hier waren wieder
,, Oscula" an der Alga sichtbar, ähnlich denen von Marchesettia.
In den Oscula der Spongocladia sassen kleine Cirripedien. —
Carter (2) erwähnt parasitische Zellen ,, Palmella spongiarum"
in Teichonella prolifera, Aplysina und Esperia von Australien.
Die von Nassonow (Zeitschr. f wiss. Zool. 39. 1883) beschriebenen
Zellen- und skeletlosen Fortsätze von Cliona, mittelst deren der
Schwamm sich in die Muschel etc. einboren soll, gehören nach
Topsent garnicht zum Schwämme, wie aus ihrer Struktur hervor-
geht. Es sind vielmehr längst bekannte Gebilde, welche von den
Autoren als pflanzliche Parasiten angesehen wurden. Sie finden
sich in marinen Molluskenschalen, in Korallen, Fischschuppen etc.,
in fossilen Gebilden und selbst in Süsswassermollusken. T. ist der
Ansicht, dass diese bohrenden Thallophyten in die Höhlungen der
Clioniden hineinwachsen, um in die Tiefe der IMolluskenschale ein-
zudringen und hier die noch intakten Kalklagen anzubohren.
in der Spongiologie fiii die Jahre 1885—87. 199
Lende nfe kl (8) glaubt, dass die von ihm für eingedrungene
Parasiten angesehenen Filamente, welche in Spongiolin eingeschlossen
wurden, später wieder resorbirt werden, und dass die aufgenommene
Spongiolinsubstanz an andere Parasiten abgelagert wird.
Lendenfeld (13) teilt das Vorkommen einer Oscillarie in der
äusseren Oberfläche von Halme mit.
Eine Alge — Floridee — bildet ein Pseudomorph auf Daclylo-
chalina australis. Die Alge nistete sich wahrsclieinlich in den
Schwamm ein und durchsetzte denselben vollständig; die Weichteile
und die Hornsubstanz verschwanden und nur die Kieselnadeln an
der Alge geben Zeugnis von dem ehemaligen Vorhandensein der
Spongie. Lendenfeld (18).
Ceraochalina levis mit parasitischer Alge, ein Pseudomorph des
Schwammes bildend bei Lendenfeld (26).
7. Chlorophyll,
Da es noch nicht entschieden ist, ob der grüne Farbstoff der
Spongilliden tierischer oder ptianzlicher Natur ist, so haben wir hier
dies Kapitel gesondert behandelt.
Nach Mac Munn (Proc. R. S. London 1883) zeigte das Spektrum
eines alkoholischen Auszuges der lieber und der mit dieser in Ver-
bindung stehenden Organe von Evertebraten eine so gi'osse Aehn-
lichkeit mit dem Spektrum des pflanzlichen Chlorophylls, dass der
Autor wesentliche Unterschiede zwischen dem ,,Enterochlorophyll"-
und dem PflanzenchlorophyU nicht annehmen konnte. Weitere
L^ntersuchungen zeigten ihm nun, dass das Enterochlorophyll
animalischen Ursprung ist und sich von dem pflanzlichen und dem
in Spongilla vorkommendgn Chlorophyll in geringem Maasse unter-
scheidet.
V. Ontogenie.
1. Ki und EntwirtilifUf/ aus dem Ei.
Die Eier der Homocoelen Calcarea liegen einzeln, die der Hetero-
coelen bilden zu 4 oder 5 besondere Follikehi; Lendenfeld (4).
Ueber die Keimprodukte den Hexactinell. siehe Anatomie.
Lampe macht einige Angaben über die Entwickelung der Eier
von Tetilla japonica. Es entsteht zuerst ein sehr feinkörniger Dotter,
welcher später grobkörnig wird und sehr häufig radspeichenartig an-
geordnet ist.
Carter (12) findet bei Chondrosia spurca Ctr. die Eier in den
(leisselkammern und glaubt an eine Bildung der Eier in diesen
Organen. (!)
Heide r ist gegen Sollas (s. Jahresber. für 1882- — 84 p. 301) der
Ansicht, dass Oscarella lobularis sich auch in Roseoff" durch aus-
schwärmende Larven fortpflanzt. Die von Sollas gegebenen Figuren,
200 ^^- W. "Weltner: Bericht über rlie Leistungen
welche dessen Ansicht m dieser Hinsicht stützen sollen, hält H. für
Kunstprodukte, hervorgerufen durch Reagenseinwirkungen. Dagegen
protestirt Collas (9). Heider schildert genau den Bau der frei-
schwimmenden Blastophära und geht dann zur Beschreibung der Ent-
wickelung derselben zum jungen Schwämme über. An der Larve sind der
vordere (Schwimmrichtung) breitere, schmutziggell)e und der hintere
dünnere, carminrote Pol zu unterscheiden. Am Anfange des letzteren
liegt ein hyaliner Gürtel, herrührend von einer oberflächlichen Schichte
hellen Plasmas der Zellen. Die Bewegung der Larve ist eine rasche
Schraubendrehung, der gelbliche Pol dabei nach vorne gerichtet,
ausnahmsweise jedoch auch der rote. Die Larven sind gestalts-
veränderlich. Die Wand besteht aus einer einschichtigen Lage
prismatischer Geisseikragenzellen, zwischen diesen schieben sich ver-
einzelt birn- oder flaschenförmige geissellose Kragenzellen ein. Alle
Zellen sind durch Intercellularsubstanz getrennt. Gemeinsam ist
jenen beiden Zellsorten die Sonderung des Protoplasmas in ein Ento-
und Exoplasma, das letztere ist nach aussen noch zu einem Grenz-
saum difterenzirt. An allen Zellen konnte das Kollare nachgewiesen und
bei den geisseltragenden das Flagellum bis an den Kern hin verfolgt
werden. Die zentrale Höhle der Larve enthält eine Flüssigkeit, welche aus
gelösten Eiweiskörpern besteht, es sind wohl Nahrungsdotterelemente,
Besonders betont wird das fehlen jeglicher zelliger Elemente in
dieser Höhle. Die Bildung der Gastrula geschieht durch Einstülpung
des hinteren rotgefärbten Teiles in den vorderen gelblichen. Einige
Fälle, in denen das umgekehrte der Fall war, sind abnormale Bil-
dungen. Die noch hochgewölbte Gastrula wird platter, die Ein-
stülpung nimmt rasch an Grösse zu, so dass die Gastrula einer aus
2 Zellschichten gebildeten Hohlkugel gleicht. Die zwischen den beiden
Keimblättern liegende primäre Leibeshöhle wird zwar eingeengt, sie
verschwindet aber niemals. Sowie nun jener Livaginationsprozess
der Larve vollendet ist, setzt diese sich mit dem Gastrulamunde fest.
H. beobachtete, dass sich schwärmende Blastophären auch mit dem
vorderen, dem späteren aboralen Pole anhefteten, diese Anheftung
war keine bleibende, es war eine Ruhepause, deren die eifrig
schwimmende Larve zu bedürfen schien. — Die Gastrula ist nun
flacher geworden und ihre beiden Zellschichten sind difi"erenzirt.
Das Entoderm ist dasselbe wie an der Blastophära geblieben, die
Ektodermzellen haben ihr Kollare verloren und sind kubisch ge-
worden. Der Gastraimund engt sich ein, der Entodermsack faltet
sich. Dadurch, dass die so entstandenen Radiärfalten gegen den
aboralen oberen, vorspringenden Wulst des Entodermsackes fort-
wachsen, entstehen Knickungen des Wulstes; indem quere Falten
gebildet werden, entstehen an ihm gesonderte Segmente, deren jedes
weiter in ein inneres und ein äusseres zerlegt ^^ärd. So sind um
den Entodermsack zwei Kreise kleiner Aussackungen entstanden:
die Anlagen der Geisselkannnern. Li diesem Stadium der I^arve ist
der Mund schon geschlossen oder dem Schwunde nahe. Die Zellen
der primären Geisseikammern sind lang gestreckt, die übrigen Zellen
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 201
des Gastralraimies aber jetzt kubisch ; sämuitlicbe Zellen tragen noch
Wimpern. Die Mesodermbilclung genau zu verfolgen, gelang H.
nicht; er nimmt an, dass diese Schichte durch Einwandern von
Entodermzellen in die primäre Leibeshöhle zu stände komme. H.
zieht die Bezeichnung Mesoderm für diese mittlere Schichte der
Benennung Mesenchym vor, da dieser Name im histologischen Sinne
gewählt ist und über die Deutung der Keimblätter — also für die
Embyologie — nichts besagt. — Die Gastrulahöhle der Larve ver-
grössert sich; es lassen sich in jener Höhle Eiweisskörper nach-
weisen, welche im gelösten Zustande vorhanden sind. Eigentümlich
sind die kleinen Ektodermfüsschen , welche zur Anheftung dienen
und Avahrscheinlich einen Kitt absondern. Die Zellen des Ektoderms
platten sich immer mehr ab, nur an der Fläche, welche der
Unterlage zugekehrt ist, bleiben sie kubisch oder zylindrisch; die
Geisseikammern stehen mit der Urdarmhöhle in offener Verbindung,
nur ist dieselbe enger geworden. Indem sich das dieser Oeffnung
gegenüber liegende Ende der Kammer mit dem P^ktoderm verlötet
und hier eine Oeffnung entsteht, wird die Einströmungspore gebildet
und an der Stelle, an welcher eine Kammer nicht unmittelbar an
das Ektoderm anstiess, entsteht durch ektodermale Einstülpung ein
kurzer Kanal. Jetzt haben wir eine Larve vor uns, die sich von
einem jungen Schwamm nur noch durch den Mangel eines Oskulums
unterscheidet. Ihr Bau ist folgender: Unter einer vom Ektoderm
gebildeten Zellplatte Hegt die aus der primären I^eibeshöhle hervor-
gegangene Mesodermschichte. Unter ihr folgt das zwischen dem
inneren Kreise der primitiven Geisseikammern gelegene aborale Feld
des P]ntodermsackes (,,oskulare Entodermplatte"), dann die Urdarm-
höhle, welche von der ,, basalen EntodermlameUe", die den ge-
schlossenen Urmund enthält, abgeschlossen wird. Es folgt wieder
die Mesodermschichte und endlich die ektodermale Begrenzung. —
Die Bildung des Oskulums geschieht in folgender Weise. Die zwischen
dem Ektoderm und der oskularen Entodermplatte gelegene Mesoderm-
masse verdickt sich, dadurch entsteht am Ektoderm und auch an
der oskularen Entodermplatte ein nach oben gerichteter Zapfen.
Der entodermale Konus verdrängt bald ganz das Mesoderm, Ento-
und Ektoderm verschmelzen und nun bricht hier die Urdarm-
höhle durch.
Nach dieser Darstellung lässt H. eine ausführliche theoretische
Betrachtung über die Abstammung derSpongien und über ihre Stellung
im Tierreiche folgen. Er betrachtet die Spongien als echte Metazoen
und die beiden primären Keimblätter der Spongien als wahrhaft homolog
denen der höheren Typen. Die Spongien sind aus dem Typus der
Coelenteraten auszuscheiden und stellen einen Typus für sich dar.
Die Reihen der Ahnenformen der Spongien und der Coelenteraten
hängen nur nahe an ihrer Wurzel zusammen, daher beide Stämme
nur in einem entfernteren verwandtschaftlichen Verhältnis stehen.
Unabhängig von Schulze (2) war also Heider zu derselben Ansicht
gekommen. (In dem Zitat von Heider muss p. 60 Reihe 8 v. oben
202 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
statt: dicht vor gelesen werden: nicht vor.) Zum Schlüsse Avird von
H. die Frage nach der Individualität bei den Spongien berührt. Es
kann keine Rede davon sein, in der Geisseikammer das Individuum
des Schwammkörpers zu sehen. Vielmehr stellt der einfache, nicht
Aveiter durch Knospung differenzirte , von der Flimmerlarve ab-
stammende, junge, monaxone, heteropole Schwamm das Individuum
dar. Wird ein solcher durch Knospung zu einer vielgestaltigen Masse,
so lässt sich nicht an der Anzahl der vorhandenen Oskula die An-
zahl der Individuen bestimmen, da ganz wol ein der Auswurfsöffnung
nach entbehrender Spross mit zentraler Höhle als Individuum auf-
gefasst werden kann. Man wird hier aber von Kolonien reden können,
ohne zu ,,Animalia Impersonalia" (0. Schmidt) greifen zu müssen.
H. kommt also mit Schulze überein (s. Jahresber. 1882/84 p. 265).
Nach dieser wichtigen Arbeit Heider's schränkt Götte (3) seine
Verallgemeinerungen ein, betont aber, dass die Mehrzahl aller
Schwämme in ihrer Entwickelung nicht entfernt mit der von Heider
gegebenen Darstellung bei Oscarella übereinstimme.
Ridley und Dendy (2) finden, dass die Embryonen der
Monaxonida immer an den am besten geschützten Teilen des
Schwammkörpers sich entwickeln. In den Larven von Esperella
mammiformis und Myxilla nobilis werden junge Nadeln beobachtet.
Bei einem Embryo von Esperella biserialis schien das Ektoderm an
dem einen Pole zu fehlen, so dass hier das Mesoderm blos lag.
Kurze Angaben über Eier der Chalineen findet man bei Lenden-
feld (26).
Goette (1) stellt die Ergebnisse seiner und MarshaUs Arbeit
über die Entwickelung der Spongille gegenüber und zeigt, dass
Marshalls Anklage ganz unberechtigt war.
Die Arbeit Goette' s (2) ist bereits im vorigen Jahresbericht
(1882—84) nach des Autors vorläufigen Mitteilungen referirt worden.
Es sei darauf aufmerksam gemacht, dass die Hauptergebnisse später
durch die gründlicheren Arbeiten von Fiedler (s. unten) und Maas
(Zeitschr. wiss. Zool. Bd. 50 p. 527—554 Taf. 22 und 23. 1890) als
den Thatsachen nicht entsprechend zurückgewiesen sind.
Fiedler wendet sich in seiner vorläufigen Mitteilung zunächst
gegen die Ansicht Goettes (2) über die Vielzelligkeit des Spongillen-
eies. Nach F. werden ferner gegen Goette die grossen Dotterkörner
durch kleinere ,, vorbereitet", jedenfalls sind die grossen nicht die
ursprünglichen. Die FoUikelzellen sind abgeplattete Parenchym-
zellen, von denen ein Teil als Nährzellen des Eies betrachtet werden
muss. Nie verschwindet der Kern im Ei, durch sorgfältige Doppel-
färbung liess er sich stets konstatiren und Goettes Meinung ist durch
eine Täuschung hervorgerufen. Im reifen Ei liegt der Kern oft an
der Oberfläche, diese Lagerung wird mit der Ausstossung der
Richtungskörperchen in Zusammenhang gebracht. Gegen Goette
leitet F. die Kerne der Furchungszellen von dem Eikern ab.
in der Spongiologie fiir die Jahi-e 1885-87. '203
In den Eiern von Suberites domuncula sab Thomson sehr
bäufig mebrere Nucleoli. T. erklärt, wie solcbe Bilder entstehen
können. Entweder ist wirklieb eine Anzahl Nucleoli vorbanden oder
es ist nur ein aber komplizirt gebauter Nucleolus da, welcher durch
die Schnitte in mehrere Nucleoli zerlegt ^^a^rde.
Carter (2) beschreibt abnormal entwickelte Eier von Geelongia
vasiformis n. g. n. sp.
Die Geschlechtskeime von Bajulus laxus finden sich in dem
im Gastralraum ausgespannten Balkenwerk, liegen also ähnlich wie
bei Aplysilla und Oscarella im abführenden Kanalsystem. Lenden-
feld (lÖ).
2. Spertnatozoen.
lieber Sperma bei Hexactinelliden s. Anatomie.
Carter (12) macht Mitteilungen über Grösse und Gestalt der
Spermatozoen einiger Spongien, Lendenfeld (26) bei Cbalineen.
Lampe macht Angaben über Spermaentwickelung bei Tetilla
japonica.
Die Darstellung der Spermatogenese bei Spongilla von Fiedler
wird im einzelnen später besprochen werden, der Autor hat in seiner
ausführlichen Arbeit (Zeitschr. wiss. Zool. Bd. 47. 1888) den Modus
der Spermaentwickelung in etwas berichtigt. — Bei derselben findet
indirekte Zellteilung statt, das Plasma der Urzelle liefert die Geissein,
der Kern die Köpfe der Spermatozoen.
5* Spicula und Spongin,
Die Spongoklastentheorie Lendenfeld's war von Polejaeft' zurück-
gewiesen worden. Lendenfeld (8) hält jedoch an dem Vorkommen
dieser Zellen fest, welche aber nur bei Dendrilla und deren nächsten
Verwandten vorkämen.
Ueber die Spongoblasten scheiden um die Sponginfaser der
Monaxonia s. oben Anatomie bei Ridley und Dendy (2).
Levinsen verfolgt die Entwickelung der Schaufel von Des-
macidon; sie wird als Stab angelegt, dann werden die lateralen Teile
gebildet. Auch ähneln sie zuerst sehr dem Bogen (arc). Nach Carter
schien es aber, als ob die Schaufel schon als solche entstände und
sich die junge Nadel nur durch die Dimensionen von der aus-
gebildeten unterscheide.
Noll (2) findet eigentümliche langestreckte Zellen bei Spongilla
fragihs und Desmacidon bosei Noll, in welchen die Nadeln entstehen
und die daher als Silicoblasten anzusehen sind. Sie liegen in
Strängen um die Nadelzüge der Schwämme oder auch bei Spongilla
ohne die Skeletzüge. Ihnen liegen bandförmige Zellen auf, welche
die Spongiob] asten darstellen.
F. E. Schulze (7) weist darauf hin, dass die von Noll erwähnte
Zweikernigkeit der Silikoblasten darauf hindeute, dass so lange
204 I^i'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Nadeln, wie sie bei Hexactinelliden vorkommen, durch eine grössere
Anzahl von Zellen gebildet werden. - — Das Nähere bei Besprechung
der 1890 erschienenen ausführlichen Arbeit von Noll. —
Bildung der Nadel bei den Chalininae s. Lendenfeld (-2Q) bei
Anatomie.
4. Knospuitf/.
Ausser der geschlechtlichen Fortpflanzung tritt bei Tetilla
japonica Knospung auf, welche sowol bei $ als S Exemplaren zur
Beobachtung kam; es gehen aber nie Geisseikammern in die Knospen
mit ein, cf. Selenka bei Tetilla radiata. Die erste Anlage geschieht
durch eine kolossale Ansammlung amöboider Zellen zwischen den
Subdermalräumen. Lampe.
Die Fortpflanzung durch Knospung bei Hexactinell. hat Schulze
(4. 6) studirt. Sie beruht auf einer Aussackung der Schwamm-
wandung (Bspl. Lophocalyx), und führt zur Stockbildung, wenn die
Knospen mit dem Mutterschwanmi in Verbindung bleiben. Ganz
anders geht die Stockbildung bei den Dictyoninen vor sich, welche
durch Faltelung und Einbiegung des fortwachsenden Kelch- oder
Röhrenrandes zu stände kommt (Farrea etc.).
Ö. Getnmulae.
Lockwood beschreibt Heteromeyenia ryderi. Die langen Am-
phidisken befestigen die Gemmulae im Skelet des Schwammes, nach-
dem dessen Weichteil zerfallen ist.
Petr (1) hat genau den Bau der Gemmulae von Spongilla fragilis
untersucht und zeigt, dass die Luftkammerschicht von dieser Art
und von Trochospongilla erinaceus nichts anderes ist, als die ,,Paren-
chyndiülle" der anderen einheimischen Arten. Denn auch bei diesen
besteht die Parenchymhülle aus vielen kleinen Luftkammerzellen, die
sich nur durch ihre viel geringere Grösse von denen der beiden
oben genannten Arten unterscheiden. Weitere Angaben über die
Luftkammerschicht von Ephydatia amphizona (= mülleri Lbkn.),
Heteromeyenia argyrosperma und Spongilla igloviformis. Petr glaubt,
dass sich dieser Apparat (cf. Jahresbericht 1882 — 84) bei allen
Süsswasserschwämmen findet. Die Abbildungen sind sehr gut.
Auch Vejdovski (1) und Wierzejski (4) finden, dass eine
zellige Luftkammerschicht bei allen Arten einheimischer Spongilliden
vorhanden ist.
Weltner macht auf die (übrigens schon Lieberkühn zum Teil
bekannte) Thatsache aufmerksam, dass die Gemmulae der Spongilliden
zuerst einkernige, nach vollendeter Ausbildung aber zweikernige
Zellen besitzen; die Zellen sind dann etwa doppelt so gross als die
einkernigen. Bei und nach dem Auskriechen des Keimes zerfallen
die 2 kernigen Zellen in einkernige, welche sich dann auf indirektem
Wege vermehren.
in der Spoiigiologie für flie Jahre 1885—87. 205
Petr (3) findet ebenfalls in der reifen Gemmula (von Troclio-
spongilla erinaceus) mehrere Kerne, P. beobachtete aber zwei bis
drei und selbst vier solcher in einer Zelle. (Ob Avirklich in einer
ZeUe?)
6. Anhang.
Thomson schildert den Bau eigentümlicher Kapseln, welche
sich an der Oberfläche einer Spongelia pallescens fanden, konnte
aber über ihre Natur zu keinem entscheidenden Resultat gelangen.
Sie sind vielleicht ,, regenerative capsules." Etwas ähiüiches fand er
auch bei Reniera.
VI. Phylogenie.
Schulze (2) widerlegt die Ansicht Kent's, dass die Spongien
als Flagellatenkolonien aufzufassen seien. Sie sind echte Metazoen.
Auch der Meinung Bütsclili's, dass die Schwämme von den Choano-
flagellaten abgeleitet werden müssen, kann sich Verf. nicht an-
schliessen. Schulze hält dafür, dass die Spongien mit den Cnidariern
uur insofern verwandt seien, als beide von gemeinsamen Ahnen ab-
stammen. Die Trennung der beiden Linien liegt al)er nicht vor
jenem Stadium der Entwickelung, welches der zur Metamorphose
reifen Flimmerlarve entspricht; denn die Larven der Spongien und
der Cnidarier Aveichen in ihrem Baue nicht mehr von einander ab,
als die Larven der ersteren unter sich. Die Hypothese Marshalls,
dass die gemeinsamen Ahnen der Spongien und Cnidarier radiär
geordnete Mesenterialfalten , Tentakel mit Nesselkapseln und in-
differente Wasserporen besessen hätten, Avird als unbegründet zurück-
gewiesen.
Hierher auch Heider (s. Ontogenie).
Auch Marshall kann der Abstammung der Spongien von den
Choanoflagellaten nicht das Wort reden, die bei beiden Gruppen
vorhandenen Geisselkragenzellen sind Anpassungen sui generis.
Während Schulze (2) aber darauf hinweist, dass die Trennung der
Spongien und Cnidarier von gemeinsamen Ahnen schon in einem
Entwickelungsstadium vor sich gegangen sein kann, in welchem die
typischen Coelenteratencharaktere noch garnicht entwickelt waren,
hebt Marshall hervor, dass wenn auch die Anwesenheit der Ten-
takeln und Nesselkapseln nicht bestimmt anzunehmen sei, so müsse
doch zugegeben werden, dass die Ahnen der Spongien mindestens
zweiblättrig und radiär gebaut waren, eine Mundöffnung, Magenraum
und centrifugal verlaufende Kanäle besassen, die sich nach aussen
öffneten und eben desshalb seien so gebaute Ahnen echte Coelen-
teraten.
Pocta (s. fossile Spongien, Pocta 2) bemerkt zu Döderleins (1884)
Ableitung der Lithistiden von den Tetractinelliden , dass „es noch
20ß 1^1'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
nicht entschieden sei, ob die Verwandlung von freien differenzirten
Gebilden in miteinander verbundene und in Folge dessen gegenseitig
bedingte Elemente als ein Fortschritt der phylogenetischen Ent-
wickelung zu betrachten sei."
Ueber die Verwandtschaftsverhältnisse der Kalkschwämme äussert
sich Lenden f cid (G) folgend: Die Homodermiden einerseits und
die Leucopsiden andererseits sind mit den einfachen Asconen durch
existirende Uebergangsformen verbunden. Die Leucopsiden führen
zu den aberranten Teichoniden, während die Homodermiden eine Ver-
bindung zwischen Asconen und Syconen herstellen. Die einfachsten
aus den Homoderma zunächst hervorgegangenen Syconidae sind die
Angehörigen der Unterfamilie Syconinae, aus welchen sich die Uteinae
entwickelt haben. Von den Uteinae sind die Grantinae, Vosmaerinae
und Polejnae abzuleiten. Die Verw^andtschaftsverhältnisse der Leu-
conen erscheinen zweifelhaft, indem wir von den Asconen sowol
durch Leucopsis und die Teichoniden, als auch durch Homoderma
und die Grantinae oder Polejnae zu ihnen gelangen können.
Vosmaer und Polejaeff leiten die Hornspongien von den Kiesel-
schwämmen ab. Lendenfeld (8), der das Umgekehrte annimmt,
glaubt, dass bei diesem Schwund der Kieselsubstanz doch sicher
zuerst die kleineren und weicheren Fleischnadeln verschwinden
müssten, während doch gerade diese bei den Hörn- und Kiesel-
schw^immen (Monactinelliden) vorhanden sind.
Nach Sollas (5) sind die Hornschwämme wahrscheinlich poly-
phyletischen Ursprungs und stammen von den Monaxonidae ab.
Sollas (7) fasst die Myxospongien gegen Vosmaer nicht als
degenerirte Schwämme auf.
Die Verwandtschaftsverhältnisse der Myxospongien untereinander
und mit andern Spongien gestaltet sich nach Lendenfeld (9) folgend:
Chondrosinae , Chondrissinae , Corticium und Tetractinellidae. Für
die verwandtschaftlichen Verhältnisse der Myxinae (s. Lendenfeld's
System der Myxospongiae), Plakinidae und der Monactinellidae werden
vier mögliche Formeln angegeben.
Lendenfeld (11) giebt folgende Entstehung der Fleischnadeln
führenden Phoriospongien. Sie stammen entweder von Hornspongien
ab und ihre Fleischspikula sind eine ihnen eigene Bildung oder sie
sind von Desmacidoniden abzuleiten. Er glaubt, dass die Fleisch-
nadeln der Hornspongien und der Monactinelliden unabhängig von
einander entstanden sind.
Lendenfeld (17) scheint sich jetzt auch der Ansicht zuzu-
neigen, dass die Hornschwämme von den Monactinelliden abstammen.
Später Lendenfeld ("li)) werden die Chalineen von den Keratosa
abgeleitet und am nächsten verwandt mit den Spongiden betrachtet.
Proteleia sollasi Dendy und Ridley ist eine Suberitide vom
Habitus Polymastia; besonders interessant sind die drei- und \der-
zähnigen Anker. An verschiedenen Beispielen zeigen die Verfasser,
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 207
dass die Tetractinelliden und Monaxonia enger mit aneinander ver-
wandt sind, als angenommen wird. Die ersteren sind aus den letzteren
hervorgegangen. Lendenfeld (21, 24) hält das umgekehrte für
wahrscheinlicher.
Ueber die Stellung der Spongien im Thierreieh äussert sich
Lendenfeld (2L 24) folgend. Im Sinne der Coelomtheorie von
Hertwig gehören die Spongien zu den Coelenteraten. Die Spongien
können nicht den übrigen Metazoa und Protozoa als eigene Gruppe
gegenübergestellt werden, wie es z. B. Sollas will. Auf Grund der
Thatsache, dass die Epithelien der Spongien nur eine einfache
Lage von Zellen darstellen, während die höheren Coelenteraten mehr-
schichtige Epithelien führen, aus deren unteren, subepithelialen
Schichte alle Organe hervorgehen und ferner, weil bei den höheren
Coelenteraten das Mesoderm stets auf einer sehr tiefen Stufe der
Entwicklung bleibt, was bei den Spongien bekanntUch nicht der
Fall, teilt L. (zuerst bei L. 20) die Coelenteraten ein in Mesodermalia
oder Spongien und Epithelaria oder höhere Coelenterata i. e. Cnidaria.
Weitere Unterschiede siehe bei L.
Lendenfeld (2L 24) denkt sich die Phylogenie der Spongien
folgend. Die für die Spongien so charakteristischen Kragenzellen
weisen auf eine monophyletische Entwickelung hin. Aus den
Gastraeaden entwickelten sich einerseits die Epithelaria, andrerseits
die Mesodermalia. Diese sonderten sich früh in Calcarea und
Silicea. Die Heterocoela stammen von den Homocoela ab. Die
Silicea teilten sich früh in Hexactinellida und Chondrospongiae.
Die Hexactinelliden zerfielen in Dictyonina und Lyssacina. Die
Chondrospongien entwickelten sich aus Lithistidenähnlichen Formen.
Aus den Lithistiden bildeten sich die Choristiden, die in Clavulina
und Plakiniden zerfielen. Die Clavulina wurden durch Verlust des
Skeletes zu Oligosilicinen und die Plakiniden durch denselben Proces
zu Oscarelliden. Indem andrerseits die Vieraxer der Plakiniden in
Einaxer übergingen, auf welchem Wege sich auch die Clavulina aus
den Choristiden entwickelten, entstanden die Cornacuspongien,
deren älteste Formen die Halichondrinen sind. Aus ihnen gingen
die Keratosa hervor und indem endlich jegliches feste Skelet schwand,
kamen die Halisarcidae zu stände. L. schliesst diese Betrachtung:
Wie die gegenwärtige Kenntnis der phylogenetischen Verwandtschaft
der Spongien mangelhaft ist, so ist auch der obige Stammbaum
ungenau.
Vosmaer (3) bespricht ausführlicher, als es im Broun p. 472 etc.
geschehen, die Verwandtschaft der einzelnen Gruppen der Spongien
unter einander. Er hält (wie bereits früher) gegen Leudenfeld daran
fest, dass die Hornschwämme von den Monactinelliden abstammen
und entwickelt gewichtige Gründe dafür. Weil nun diese beiden
Gruppen mit einander enger verwandt sind als mit anderen, so hatte
sie V. im Broun zu einer Ordnung der Cornacuspongiae, zerfallend
in Halichondrina und Ceratina, vereinigt. Die Familien der Hali-
208 Dl'- W. Weltner: Beiicht über die Leistungen
chondrineu wurden geordnet nach der wachsenden Mächtigkeit der
Hornsubstanz. Weiter entwickelt der Autor seine Gründe, die ihn
zur Aufstellung der 3 Ordnungen der Non Calcarea veranlasst haben
und bespricht dann die Spiculispongiae genauer. Innerhalb derselben
wurden fünf Unterordnungen angenommen, welche unter stetiger
Degeneration von den Tetraxonina abstammen; wie man sich den
Zusammenhang der Lithistina mit den übrigen zu denken habe, sei
noch schwer zu sagen, wahrscheinlich stehen sie den Tetraxonina
zunächst. Die Reihe der von den Tetraxonina abstammenden Kiesel-
schwämmen endet mit der Familie der Tethyadae. Mit diesen aber
sind nun die Suberitiden verwandt und eben wegen dieser Verwa,ndt-
schaft gehören diese und die übrigen mit jenen als Clavulina zu-
sammengefassten Schwämme zu den Spiculispongiae. Hiermit hat V.
die Monactinelliden als solche aufgelöst und mit Recht. Weiter wird
die Arbeit von Polejaeff über die Keratosa des Challenger besprochen.
Wir fügen unserem Referat im Jahresbericht 1882 — 84 p. 326 hinzu,
dass Vosmaer die Gattungen Dendrospongia und Janthella nicht,
wie Polejaeff" will, zu den Darwinelliden stellen kann, weil ihm für
diese Familie die baumartige Verästelung der Spongienfasern zu
charakteristisch erscheint. Den Aplysiniden ist nach Polejaeff noch
die Gattung Luffaria zuzufügen. Polejaeff hatte das System Vosmaers
angenommen, aber für unnatürlich erklärt. Der Hauptgrund ist nach
Polejaeff folgender, sagt Vosmaer: ,,Euspongia ist mittels Luffaria
und Verongia mit Aplysina verwandt, aber anderseits mittels Car-
teriospongia mit Spongelia. Und allerdings, wenn dem so wäre, so
spräche mein System absolut gegen die natürlichen Verhältnisse.
Es scheint mir aber kein Grund dafür vorzuliegen, dass Euspongia
mit Aplysina in der Weise verwandt sei, wie P. behauptet. Und
sobald dies nicht bewiesen ist, können, wie mir scheint, die von mir
aufgestellten Familien noch bestehen bleiben. Nach meiner Auf-
fassung — und wir werden sehen, auch nach derjenigen Polejaeffs —
hängen Darwinella, Dendiilla und Aplysilla unter sich enger zu-
sammen als mit irgend einem andern Genus. Und ebenso Spongelia,
Psammopemma und Psammoclema. Velinea weicht mehr ab und
bildet schon einen Uebergang zu den Darwinellidae." Die Ab-
stammungsverhältnisse können nach V. folgend gedacht werden. Die
Spongeliden sind die älteren, von ihnen entstammen die Darwinelliden
und Aplysiniden und anderseits die Spongiden. Die jetzigen Horn-
schwämme stellen eine progressiv sich entwickelnde Gruppe dar.
Dass diese Entwickelung der Familien aus einander eine direkte sei,
soll nicht gesagt werden. V. zeigt, dass die Auffassung Polejaeffs
über die Hornschwämme als Familie und der Familien Vosmaers als
Gattungen garnicht so abweiche von der Ansicht Vosmaers, der
die Hornspongien als Unterabteilung mit einer Anzahl von Familien
auffasste; es sei nur ein Streit über Worte.
Vosmaer (3) kritisirt die neueren Anschauungen über die
Stellung der Spongien im Tierreich und über ihre Abstammung.
Man findet diesen Artikel wörtlich im Bronn -Vosmaer, Porifera
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 209
p. 475 etc. Es kann keine Rede davon sein, dass die Spongien als
Protozoen aufzufassen sind; aber sie sind auch keine Coelenteraten
und auch nicht von diesen herzuleiten. Wol können die Ahnen
der Sch^vämme von Protozoen abstammen. V. hält, die Arbeit
Heiders besprechend, es zur Zeit noch garnicht für angezeigt, über
das Wie dieser Abstammung Theorien aufzustellen.
Schulze (4. 5. 6) äussert sich über die Phylogenie der Spongien
und der Hexactinelliden insbesondere folgendermassen. Die phylo-
genetische Betrachtung der Hexactinelliden muss von den lebenden
Formen ausgehen; die Paläontologie kann hier keine sicheren Grund-
lagen schaffen. Was zunächst die beiden grossen Abteilungen an-
geht, in die man die Hexactin. einteilt, so ist Schulze der Ansicht,
dass die Trennung in Lyssacinen und Dictyoninen für die Systematik
von Wert ist, dass aber, wie schon 0. Schmidt ausgesprochen und
Schulze jetzt begründet, beide Abteilungen nicht gleichwertig, sondern
dass die Lyssacinen älter als die Dictyoninen sind. Schulze ent-
wickelt folgenden Stammbaum der Hexactinell. Ganz fi-üh zweigten
sich von dem gemeinsamen Stamm die Amphidiscophora (Fam.
Hyalonematiden) ab, sie sind reich in der Jetztzeit vertreten. Die
übrigbleibenden, die Hexasterophora (s. Hexasterida) darstellenden
Formen sondern sich in zwei grosse Aeste: die Uncinataria und die
übrigen keine Uncinate besitzenden Formen. Die Uncinataria sind
sämmtlich Dictyoninen und haben sich früh in die Clavularia (Fam.
Farreidae) und die Scopularia geteilt. Die Scopularia umfassen
folgende nach dem Grade ihrer Entfernung von dem gemeinsamen
Zweig geordnete Familien: Euretidae, Melittioniden, Coscinoporiden
und Tretodictyiden. Der den üncinatarien gleichwertige Ast um-
fasst sowol Dictj^oninen (nämlich die Fam. Maeandrospongiden) und
Lyssacinen. Diese aber haben sich durch Verlötung grösserer
Kieselnadeln zu zusammenhängenden Gerüsten schon teilweise den
Dictyoninen genähert. Die drei hierher gehörigen Familien sind die
Asconematiden, Piosselliden und Euplectelliden, von welchen die zu-
erst genannte den beiden andern gegenübersteht. Auffallend ist das
Vorkommen von autodermalen Pinuli bei zwei weit von einander
getrennten Familien, den Hyalonematiden und Asconematiden; Schulze
glaubt, dass bei der Neigung des Hexactinellidenskelettes Fortsätze
und Zacken auszubilden, die Entstehung von Pinuli in verschiedenen
Familien unabhängig von einander auftreten kann. Im weiteren be-
spricht Autor das geologische Auftreten der Lyssacinen und Dictyoninen
und sucht die durch das Studium der an den lebenden Formen ge-
wonnenen Resultate mit den Ergebnissen der Paläontologie in Ueber-
einstimmung zu bringen. — Der Stammbaum der Spongien
gestaltet sich nun folgend : Sie haben eine gemeinsame Wurzel, welche
von sehr einfachen skeletlosen Urformen gebildet wird. Aus ihr
entspringen drei von einander unabhängige Stämme: die Calcarea,
die Tetraxonia und die Triaxonia (Hexactinell.). Von den Tetraxonia
zweigen sich zuerst die Lithistiden ab, der bleibende Tetraxoniazweig
gabelt sich in die Tetractinellida und Monaxonia. Von diesen gehen
Aich. f. Natuigesch. Jahrg;. 1888. Btl. H. H. 3. 14
210 Dr. W. "Weltner: Bericht über die Leistungen
als jüngste Bildung die Ceratosa ab. Schulze vertritt auf Grund
seiner eigenen und der Beobachtungen anderer Spongiologen ent-
schieden die Ansicht, dass aus dem Vierstrahler der Dreistrahler
und aus diesem der Einstrahier hervorgegangen ist. Indem endlich
die Kieselsubstanz ganz zurücktrat, entstanden die Hornschwämme.
DieMonaxonia und die Ceratosa können a]s gut getrennte systematische
Gruppen festgehalten werden. Die Hauptformen aller Spongien-
spicula sind der reguläre Dreistrahler der Kalkschwämme, der reguläre
Vierstrahler der Tetraxonia und der reguläre Sechsstrahler der
Triaxonia. Diese Nadeln — wie alle anderen Schwammspikula —
sind keine Erzeugnisse der kristallisirenden Thätigkeit der Mineral-
substanz (Kiesel oder Kalk) und der Sarkode (Haeckel, Schmidt),
sondern ihre Gestalt ist durch die organische Grundlage und durch
den Bau des Weichkörpers des Schwammes zu erklären. Diese
schon früher vom Autor (s. Jahresbericht 1882 — 84 p. 311) aus-
gesprochene Ansicht wird begründet.
VII. Systematik und Faunistik.
1. Allgemeines.
Vosmaer (1) giebt eine Liste derjenigen Gattungsnamen von
Spongien, welche in Scudders Nomenciator nicht aufgeführt sind, es
sind nicht weniger als 109, darunter einige der gewöhnlichsten
Genera. Ferner wird die unrichtige Schreibweise anderer Gattungen
verbessert und andere Irrtümer werden besprochen.
Fristedt (1) wendet in seiner Abhandlung über die bisher
wenig gekannten Spongien von Bohuslän kurze lateinische Ausdrücke
für die verschiedenen Formen der Spikula an, um damit die längere
Beschreibung in schwedischer Sprache zu umgehen. (Schulze und
Lendenfeld (1889) haben später für eine allgemeine Bezeichnung
der Nadeln Namen gewählt, welche aus den Stämnien griechischer
Wörter gebildet sind).
Levinsen dagegen bedient sich der Vosmaer'schen Zeichen-
sprache.
Die oben erwähnte Nadelnomenclatur Lendenfeld (21. 24) ist
von ihm selbst in Gemeinschaft mit Ridley und Dendy, von Sollas
und F. E. Schulze aufgestellt. Die Nadeln der Spongien werden
folgend eingeteilt:
1. Calcarea. Die Nadeln sind Monaxonia, Triaxonia und
Tetraxonia.
2. Silicea. Die Nadeln sind Anaxonia, Monaxonia, Triaxonia
und Tetraxonia.
Die Anaxonia zerfallen in Regularia, unter denen Oxyaster,
Euaster und Sphaeraster unterschieden werden, und in Irregularia,
welche Spiraster, Corona, Spirula, Discaster und Amphiaster
zeigen.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 211
Die Monaxonia haben Megasclera, unter welchen Strongylus,
Oxystrongylus, Oxyus, Tylotus, Tylostylus und Stylus zu unter-
scheiden sind und Miclosclera mit Toxyus, Signiata, Isochelae,
Anisochelae, Diankistra, Bipoculi und Raphides.
Ueber die Nadelsorten nach P^orm und nach Lage im Weich-
teil bei den Triaxonia s. F. E. Schulze (6).
Ueber die Nadeln der Tetraxonia konnte L. noch keine
näheren Bezeichnungen geben, da Sollas (8) bisher blosse Namen
geschaffen hat. Man findet die Definitionen bei Sollas, Report
on the TetractinelHda coli, by H. S. Challenger. 1888.
Der Abschnitt Eponges bei Filhol (2) La vie au fond des mers
umfasst p. 270—289. Nachdem der Organismus einer Spongie er-
läutert ist, wird die geographische und bathymetrische Verbreitung
der Schwämme besprochen, besonders eingehend werden natürlich
die Tiefseespongien par excellence behandelt und es werden die in
ihrer Gemeinschaft lebenden Tiere angeführt. Neu sind folgende
Hexactinelliden : Thrycaptella (Trychaptella, Trichaptella) elegans und
Pheronema parfaiti. (Die übrigen von Travailleur und Talisman
erhaltenen Formen sind bereits im Jahresbericht 1882 — 84 p. 317
und 322 genannt). Die meisten der vom Challenger erhaltenen Arten
von Hexactinelliden lebten isolirt am Grunde des Meeres; dagegen
fand der Talisman im nördlichen atlantischen Ocean meist mehrere
Arten bei einander.
Perrier handelt über die bathymetrische Verbreitung der
Spongien. Neues ist hier nicht enthalten; was über die Hexactinel-
liden gesagt wird, hat Schulze (6) p. 4.54 aufgenommen.
Lendenfeld (12) unterwirft die Arbeit Carters (Description of
Spong. from the neighbourhood of Port Philipp Heads Sout. Austr.
Ann. Mag. Nat. Hist. (5) XV. p. 196 etc.) einer Kritik. Die Horn-
spongien und Myxospongien sind zu kurz charakterisirt und lassen
sich nicht wieder erkennen. Halisarca australiensis ist ein Haufen
von Bolteniaeiern , Chondrilla nucula 0. Schm. bei Carter ist sehr
wahrscheinlich Chondrilla secunda Ldf., Luffaria digitata ist Spongelia
cactos Sei., Aplysina laevis Ctr. begreift sieben Arten in Lendenfelds
Sammlung. Aplysina purpurea Ctr. ist wahrscheinlich Aplysilla
violacea Ldf., wenn nicht Carter seine Art später als synonym mit
Pseudoceratina durissima Ctr. erklärt hätte. Halapsamina Ctr. ist
identisch mit Psammapemma Marsh. H. crassa und laevis bei Carter
sind nicht zu unterscheiden und sind einstweilen Ps. densum Marsh,
zu nennen. H. laminaefavosa Ctr. ist ein Psammoclema Marsh,
H. fuliginosa und turba Ctr. sind unkenntlich. Sarcocornea Ctr. ist
eine trockne Dysideaart. Die Diagnosen von Dysidea hirciniformis
und chaliniformis bei Carter sind ungenügend. Spongelia stelli-
dermata Ctr. syn. Cacospongia gracilis Ldf., jedenfalls keine Spongelia
im Sinne Schulzes. Carteriosp. caliciformis Ctr. ist nach einem
trockenen Exemplar beschrieben und daher ihre Stellung im System
nie zu entscheiden,
14*
212 Dl'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Lenden fei d (23, auch 24 und 27) sucht zu erklären, warum
in der niederen Süsswasserfauna (Protozoen und Coelenteraten mit
Einschluss der Spongien) Australiens und Europas eine so grosse
Uebereinstimmung herrscht, trotzdem doch die Verschiedenheiten in
den äusseren Lebensbedingungen kaum irgendwo grösser sind als in
diesen beiden Ländern. Bemerkt sei, dass dagegen die höheren
Süsswassertiere beider Länder sehr von einander abweichen. Die
Gleichheit der niederen Süsswasserfauna in Australien und Europa
zeigt, dass diese Formen nicht unabhängig von einander aus marinen
Tieren entstanden sein können, sondern dass sie alle mit einander
verwandt sind. Diese Verwandtschaft muss schon vor der Jurazeit
bestanden haben, da Australien erst seit dieser Periode von Europa
getrennt ist. Dass nun während der grossen Spanne zwischen Jura
und Jetztzeit keine Veränderung in jenen Faunen eingetreten ist,
lässt sich zunächst nur dadurch erklären, dass jene Tiere des An-
passungsvermögens verlustig gegangen waren. Auch konnten neben
den alten Formen keine neuen entstehen, da wegen der Isolation
nur eine Inzucht möglich war, welche die V^ariabilität aufhebt und
die Kreuzung, die wirkende Ursache der Variabilität der Art, fast
ausgeschlossen wurde. Bei den marinen Spongien aber leistet die
beständige Vermischung der Art der Variabiütät Vorschub, Ferner
beweist auch die Thatsaclie, dass die Süsswassercoelenteraten ver-
schiedener Erdteile grösstenteils mit einander übereinstimmen, dass
sie nicht so leicht aus den marinen Formen entstehen können und
dass dies seit langer Zeit nicht vorgekommen ist. L. erblickt daher
in der Starrheit jener Süsswasserbewohner einen Hinweis darauf,
dass dieselben unveränderte Nachkommen niederer Urtiere sind und
sich nicht wie die höheren Süsswassertiere erst neuerlich aus See-
tieren entwickelt haben. Es wird dann erläutert, wie die Entstehung
der reichen marinen Tierwelt und der niederen Süsswasserfauna aus
dem brackischen Urmeer zu denken ist. — Aus dem obigen geht
hervor, dass L. sich nicht Marshall anschliessen kann, welcher einer
Entstehung der Spongilliden von marinen Reuieren unabhängig von
einander an verschiedenen Stellen der Erde das Wort redete. Nach
L. ist nun Potamolepis Marsh, keine Spongillide: ,,Das Wasser, aus
welchem Marshalls Exemplare stammen, war eben Meerwasser, das
im Kongo weit hinauf geht." Doch hat L. später (System der
Spongien 1890) Potamolepis zu den Spongilliden gestellt I
Ueber die geographische Verbreitung der Spongien, besonders
Australiens im Verhältnis zu den übrigen Weltteilen handelt L en-
de nfeld (24 und 27). — In allen Meeren giebt es Spongien; die
Tiefseespongien sind grossenteils kosmopolitisch, die Seichtwasser-
sehwämme sind dagegen aus verschiedenen Gebieten recht verschieden.
Die Tropen und die Polarzonen sind an Spongien viel ärmer als
die gemässigten Zonen. Nach Lendenfelds System (24) giebt es
47 Familien unter den Spongien. Davon sind 13 (Hexactin. und
Lithistiden) Tiefseebewohner. Die übrigen 33 Familien mariner
Schwämme finden sich meist in seichtem Wasser; von ihnen sind
in der Spoiigiologie für die Jahre 1885—87. 213
25 Kosmopoliten, 2 nordatlantisch und 6 australisch. Von Genera
giebt es 12 kosmopolitische; 90 7o sind auf enge Gebiete beschränkt.
Ausführlicher wird nun die Verteilung der Spongien der australischen
Meere behandelt. Die meisten Gattungen der Süsswasserschwämme
sind kosmopolitisch.
Lenden feld (25) verbessert einige Irrtümer in seiner Arbeit
(21) und verweist auf die korrekte Darstellung (24).
Dendy (3) hat eine vorläufige Notiz seiner Bearbeitung der
Chalininen des britischen Museums gegeben. Es zeigte sich hier
wieder, dass im seichten Wasser lebende Spongien in ihrer äusseren
Gestaltung einer grossen Variabilität unterworfen sind. Ferner konnte
ein allmähliches Verschwinden der Kieselnadeln auf Kosten einer
mächtigeren Ausbildung der Hornsubstanz nachgewiesen werden. P]s
giebt Arten, bei denen ein Exemplar noch Spuren von Nadeln ent-
hält, während andere schon ein reines Hornskelet besitzen; beide
Exemplare sind äusserlich nicht zu unterscheiden. — Die Kiesel-
masse tritt zurück in dem Maasse, als die Hornsubstanz zunimmt;
sobald diese allein ein den Wogen genügenden Widerstand bietendes
Skeletgerüst ausgebildet hat, sind die Kieselspikula nicht blos unnötig,
sondern für die Geschmeidigkeit des Skeletes ein Hinderniss.
2. Besondere Faunen.
Marine Schwämme.
Nördliches Eismeer: Hansen; Vosmaer (2); Wagner, Solo-
wetzkische Inseln; Marenzeller, Jan Mayen; Levinsen, Karisches
Meer; Fristedt (3).
Atlantischer Ocean: Braun, Finnischer Meerbusen; Fristedt
(1, 2) Bohuslän; Schulze (6), Nordsee; Herdmann, (harter (7),
Gibson und Higgin, Liverpool Bay; Köhler, Normannische Inseln;
Guerne, Dünkirchen; Noll (3), Drontheim; Hansen und Fri-
stedt (3), Nordatlantisch; Bucchich, Lackschewitz und Ebner,
Mittelmeer; Rathbun und Collins, Florida; Sollas (8), Dendy (3),
Ridley und Dendy (2) und Schulze (7).
Stiller Ocean: Carter (4) und Lampe, Japan; Sollas (8),
Ridley und Dendy (2) und Schulze (6); Fristedt (3), Behringsmeer.
Indischer Ocean: Sollas (8); Dendy (l.u. 4), Lendenfeld (26),
Mauritius; Carter (8); Ridley und Dendy (2); Schulze (6).
Australische Küste: Carter (2, 3, 9, 11); Lendenfeld (3, 5,
9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 26, 27), Sollas (8),
Ridley imd Dendy (2).
Süsswasserschwämme.
P]uropa: Braun, Finnischer Meerbusen; Kraepelin, Ham-
burger Wasserleitung; Weltner Berhn, Petr (1, 2, 3) Böhmen,
214 Dl'- W. Weltner: Beiiclit über die Leistiiagen
Wierzejski (2,3) Galizien, Dybowsky (2) Lithauen, DuPlessis-
Gouret, Forel und Imhof Schweiz, Carter (1) England.
Amerika: Carter (1, 5, 6); Potts (1, 2, 3, 4, 5); Loock-
wood; Mac Kay (1, 2).
Australien: Lendenfeld (23),
3. Das System der Spongien.
Es sind in diesem Zeitraum folgende Spongiensysteme aufgestellt worden:
Sollas (5) betrachtet die Porifera als gesondertes Phylum (Parazoa) und
teilt sie folgend ein: Klasse Plethospongiae mit Ordn. Hexactinellidae, Demo-
spongiae und Myxospongiae und Klasse Calcispongiae. Die Demospongiae um-
fassen die 3 Subordn. Monaxonidae, Tetractinellidae und Cerospongiae. Die
zuletzt genannten sind wahrscheinlich polypbyletischen Ursprungs, ableitbar von
den Monaxonidae und mögen daher auch unter die Familien dieser Unterordnung
verteilt werden.
Sollas (7) entwirft dann später folgendes System der Spongien:
Phylum Porifera.
Classe I: Plethospongiae.
Subcl. 1. Hexactinellida.
Order Lyssakina.
» Dictyonina.
Subcl. 2. Demospongiae.
Trib. a. Monaxonida.
Order Monaxona.
» Ceratosa.
Trib. b. Tetractinellida.
Order Choristida.
» Lithistida.
Subcl. 3. Myxospongiae.
Order Halisarcosa.
Chondrosiosa.
Classe EE: Calcispongia.
Das System von Schulze (4. 6) s. unter Triaxonia.
Das System der Spongien von Lenden feld (21. 24) ist folgendes:
Classe Spongiae Auct.
Subclasse Calcarea Graut.
Ordn. Calcispongiae Blainv.
Subordn. Homocoela Pol. em.
Fam. Asconidae, Homodermidae und Leucopsidae.
Subordn. Heterocoela Pol. era.
Farn. Syconidae (mit Unterfam. Syconinae,Uteinae, Grantinae),
Sylleibidae (mit Unterfam. Vosmaerinae und Polejnae),
Leueonidae und Teichonidae.
Subclasse Silicea Ldf. (syn. Non- calcarea) Kieselschwämme oder deren
Abkömmlinge.
in der Spougiologie füi' die Jahre 1885-87. 215
ürdn. Hexactinellida 0. Schm.
Einteilung ganz nach F. E. Schulze (4. 6).
Ordn. Chondrospongiae (syn. Spiculispongiae Vosm. excl. Genus
Halisarca). [Warum denn der neue Name, der nicht einmal
allen hierher gezogenen Spongien Rechnung trägt? Ref.]
Gruppe Tetraxonia Soll.
Suhordn. Lithistida Zitt.
Farn. Rhizomorinidae, Anomocladinidae, Tetracladinidae.
Subordn. Choristidae (idae? Ref.) Soll.
Tribus Tetradina Soll.
Subtrib. JVIicrocamerae Ldf.
Farn. Corticidae, Pachastrellidae.
Subtrib. Macrocamerae Ldf.
Farn. Plakinidae, Oscarellidae.
Tribus Trianina Soll.
Farn. Geodidae, Stellettidae (mit Unterfam. Psam-
masterina, Stryphnina, Sanidasterina , Stellettina
und Homasterina), Theneidae, Tetillidae, Tethy-
opsillidae.
Gruppe Monaxonia Ldf.
Subordn. Clavulina Vosm. em. (syn. Clavulina et Pseudotetraxonia
Vosm.)
Fam. Tethydac (mit Subfam. Tethyuae, Tethyopsamminae,
Tethyorhaphinae, Tethyamatinae, Sollasellidae, Spira-
strellidae, Suberamatidae und Suberitidae.
Subordn. Oligosilicina Vosm. em.
Fam. Chondrillidae, Chondrosidae.
Ordn. Cornacuspongiae Vosm.
Suboidn. Halichondrina Vosm.
Fam. Spongillidae, Homorhapidae (mit Unterfam. Reuierinae,
Chalininae mit den Gruppen Chalinorhaphinae, Hoplo-
chalininae, Cacochalininae , Pachy chalininae, Plakocha-
lininae, Siphonochalininae, Arenochalininae uud Eucha-
lininae) Heterorhaphidae (mit Unterfam. Phloeodictyinae,
Gellinae, Tedaniae, Desmacellinae und Vomerulinae),
Desmacidonidae (mit Unterfam. Esperellinae und Ecty-
oninae), Axinellidae.
Subordn, Keratosa Bwbk. em.
Tribus Microcamerae Ldf.
Fam. Spongidae (mit Subfam. Aulenina, Chalinopsillinae,
Sponginae und Spongissinae) Aplysinidae (mit Sub-
fam. Aplysiniuae uud Aplysissinae) Hircinidae (mit
Subfam. Hirciuinae und Hircinissinae mit der Gruppe
Chalinocinia und Hii'cinissa).
Tribus Macrocamerae Ldf.
Fam. Spongelidae mit Subfam. (Spongelinae, Psamminae,
Spongelissinae und Psammessinae), Aplysillidae (mit
Subfam. Aplysillinae und Jiuithellinae) Halisarcidae.
2J[ß Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Sollas (10) stellt folgendes System des „Phyhim's Parazoa or Spongiae",
welche er von den Choanoflagellaten ableitet, auf:
A. Megamastictora. Geisselkammerzellen verhältnismässig gross, 0,005
bis 0,009 mm im Durchm.
Classe Calcarea Grant mit Ordn. Homocoela Pol. und Heterocoela Pol-
B. Micromastictora (uon Calcarea Vosm. Plethospongiae Sollas). Geissel-
kammerzellen verhältnismässig klein, 0,003 mm im Durchm.
Classe Myxospongiae H. mit Ordn. Halisarcina und Chondrosina.
Classe Silicispongiae.
Subclasse Hexactinellida O. Schm. mit Ordn. Lyssacina Zitt. und
Dictyonina Zitt.
Subclasse Demospongiae Soll. Silicispongiae ohne sechsstrahlige
Nadeln.
Tribus Monaxouida mit Ordn. Mouaxona und Ceratosa Grant.
» Tetractinellida Marsh, mit Ordn. Choristida Soll, und
Lithistida 0. Schm.
Die Calcarea werden nach Polejaeff weiter eingeteilt, die Hexactin. nach
Schulze. Die Monaxona werden vorläufig in die Farn. Tethyidae, Polymastidae;
Suberitidae, Desmacidouidae, Halichondridae, Ectyonidae und Spongillidae geteilt.
Zu der zuletzt genannten Familie wird die Bemerkung gemacht, dass gemmula-
lose Formen unter verwandte marine Formen unterzubringen seien, — Die Ein-
teilung der Ceratosa nach Polejaeff. Die Klassifizirung der Tetractinelliden ist
folgende:
Order Choristida. Die Vierstrahler nie zu einem festen Gerüstwerk ver-
bunden.
Suborder Sigmatophora. Die Microscleren sind Sigmaspireu.
Fam. Tetillidae. Die charakteristische Skeletnadel ist ein Protriän.
Kanalsystem in den niedriger stehenden Formen eurypyl, in den höheren
aphodal. Ektosom bei den einfacheren Formen eine dermale Membran, bei den
höheren eine sehr differenzirte Rinde bildend.
Fam. Samidae. Die charakteristische Skeletnadel ist ein Amphitriän.
Suborder Asterophora. Die Fleischnadeln: Aster.
Gruppe Spirastrosa. Gewöhnlich Spiraster vorhanden.
Fam. Theneidae Ctr. Fleischnadel: Spiraster. Kanalsystem eurypyl.
Das Ektosom bildet keine Rinde.
Fam. Pachastrellidae. Kanalsystem: eurypyl. bei den tiefer stehenden,
aphodal bei den höher stehenden Formen.
Gruppe Euastrosa. Spiraster fehlt.
Fam. Stellettidae. Kanalsystem aphodal, bei den niedriger stehenden
Formen sich dem eurypxl. Typus nähernd. Die Rinde der niedriger stehenden
Formen collenchymatisch ; bei den höheren Formen hoch differenzirt.
Fam. Tethyidae. Sollas hat diese Familie zu den Monaxona gestellt,
glaubt aber, dass sie ihren Platz hier hat. Diagnose: Skelet Strongyloxeas und
grosse Spheraster. Ektosom eine dicke fibröse Rinde darstellend.
Gruppe Sterrastrosa. Sterraster vorhanden, gewöhnlich zusammen mit
einem einfachen Aster.
in der Spongiologie tm- die Jahre 1885 — 87. 217
Fam. Geodinidae. Megaskleren zum Teil Triäne, Kanalsystem immer
aphodal. Cortex hoch entwickelt.
Fam. Placospongidae. Megaskleren: tylostyl. Triäne fehlen.
Suborder Mieroselerophora. Nur Microscleren vorhanden.
Fam. Plakinide Schulze. Mit sehr einfachem, euryi^ylera Kanalsystem.
Charakteristisch sind die Kandelaber.
Fam. Corticidae. Kanalsystem aphodal oder diplodal. Mesodei'm
collenchymatisch mit ovalen körnigen Zellen. Die Spikula, entwedei- Kandelaber,
Amphitriäne oder Triäne, liegen im Mesoderm zerstreut.
Fam. Thrombidae. Diplodales Kanalsystem. Nadeln trichotriän.
Order Lithistida 0. Schmidt. Mit Desmen, welche mit einander artikulirend
ein festes Gerüst bilden.
Suborder Tetracladina Zittel. Die Desmen sind modifirte Calthrops,
Fam. Teti'acladidae. Charakter der Subordn.
Suborder E-habdocrepida. Desmen von verschiedenen Formen, welche
durch Ablagerung von Kieselsubstanz auf ein einaxiges Spikulum zu stände
kommen.
Fam. Megamorinidae. Desmen verhältnismässig gross. Triäne vor-
handen, diese gewöhnlich Dichotriän das Ektosom stützend. Microscleren ge-
wöhnlich Spiraster.
Fam. Micromorinidae. Desmen verhältnismässig klein. Triäne und
Microscleren fehlend.
Suborder Anomocladina. Desmen mit einem massiven knopfförmigen
Zentrum, von welchen eine variable Anzahl von Armen radiär abgehen.
4. Systematik der einzelnen Ordnungen.
Calcarea.
Lendenfeld (3i beschreibt die homocoelen Calcarea Australiens, welche
in die Fam. Asconidae und Homodermidae n. Fam. eingeteilt werden. Die
Gattungen Haeckels werden beibehalten, unter den Homodermidae die neue
Gattung Homoderma. Von allen Arten ist die Verbreitung angegeben,
Der 3. Teil der Monographie der australischen Spongien von Lenden-
feld (3) behandelt ausführlich die Calcispongiae^ L. beginnt mit einer Charakteri-
sirung der Classis Spongiae, zu den bekannten Merkmalen fügt der Autor hinzu:
Alle Epithelien bestehen aus einfachen Lagen von Zellen, das Mesoderm ist
hoch entwickelt. L. hat später auf Grund dieses Verhaltens die Epitheliaria
und Mesodermalia unterschieden. Das System dei' Calcispongiae hat der Autor
auch deutsch (Lendenfeld 6) veröffentlicht; es ist ausführlich in Vosmaers
Porifera p. 386— 388 besprochen; wir geben desshalb mir das Gerippe:
I. Subordo Homocoela Ldf.
1. Fam. Asconidae Claus.
Gatt. Ascetta H., Ascaltis H., Ascandra H.
2. Fam. Homodermidae Ldf.
Gatt. Homoderma Ldf.
3. Fam. Leucopsidae Ldf.
218 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
II. Subordo Heterocoela Ldf.
4. Farn. Syconidae Claus.
1. Snbfam, Syconinae Ldf.
Gatt. Sycetta Ldf., Sycandra Ldf.
2. Subfam. Uteinae Ldf.
Gatt. Grantes.sa Ldf., Ute 0. Schm., Sycortusa Ldf., Amphoris-
cus Ldf.
3. Subfam. Grantinae Ldf.
Gatt. Grantia Ldf., Heteropegma Pol., Anamaxilla Ldf.
5. Farn. Sylleihidae Ldf.
1. Subfam. Vosmaerinae Ldf.
Gatt. Vosniaeria Ldf.
2. Subfam. Polejnae Ldf.
Gatt. Polejna Ldf.
6. Farn. Leuconidae Ldf.
Gatt. Leucetta Ldf., Leucaltis Ldf., Leucortis Ldf, Leucandra Ldf.
7. Fam. Teichonidae Pol.
Gatt. Teichonella Ctr., Eilhardia Pol.
Mau findet hier eine Reihe bereits bekannter Genera mit Lendenfeld als
Vater derselben verzeichnet. Es kommt das daher, dass Lendenfeld seinen
Namen hinter jeden schon bekannten Gattungs- und Speziesbegriff setzt, wenn
er in den Diagnosen der frühereu Autoren irgend etwas ändert oder hinzufügt.
Seine Priucipien hat er .später (Leudenfeld 28) auseinandergesetzt.
Den australischen Calcispongien fügt Leudenfeld (15) nach Carter noch
Teichonella prolifera Ctr. hinzu; ferner Leucandra cataphracta H. von Port
Stephens.
Triaxonia.
Schulze (1) hält die Einteilung in Lyssacinen und Dictyoninen aufrecht;
der Hauptunterschied dieser beiden Ordnungen liegt aber in einem andern Moment
als Zittel und Schmidt angenommen. — Während bisher 42 genügend beschriebene
Hexactinellidenarten bekannt waren, findet Schulze nun 79 Arten, davon 60 neue,
so dass wir jetzt 102 Arten kennen, die sich auf 53 Gattungen verteilen. Von
den 180 Dredg- und Trawl- Stationen des Challenger wurden auf 53 Stationen
flexactiuelliden erhalten. Schulze giebt das System dieser Unterklasse, siehe
weiter unten.
Schulze (4. 6) betrachtet die Spougien s. Porifera als selbstständtgen Stamm
des Tierreiches und entwirft folgendes System der Schwämme, speziell der
Hexactinelliden :
Typus Porifera.
Classe Calcarea.
» Noncalcarea.
Subclasse Silicea mit eigenen, vom Schwämme selbst erzeugten
Kieselnadeln.
Ordnung Triaxonia (Hexactinellidae).
Tetraxonia.
» Monaxonia.
Subclasse Ceratosa, das Skelet besteht aus selbst erzeugtem Spongin,
ev. in Verbindung mit fremden Körpern.
in der Spongiologie füi- die Jahre 1885-87. 219
Die Myxospongiae sind aiifzulösen und ihre Glieder den beiden Subclassen
einzuordnen.
System der Ordn. Triaxonia F. E. Seh. oder Hexactinellidae 0. Schm.
Spougien mit sehr lockerem AVeichkörper, deren isolirte oder durch Kiesel-
masse zu einem zusammenhängenden festen Gerüste verbundene Kieselnadeln
dem dreiaxigen Typus angehören oder leicht auf denselben zurückzufühi-en sind.
1. Unterordnung Lyssacina Zittel.
Hexactinelliden, deren Nadeln entweder sämmtlich isolirt bleiben, oder zum
Teil später in unregelmässiger Weise durch Kieselmasse verlötet werden.
1. Tribus Hexasterophora F. E. Schulze.
Im Parenchyra sind stets Hexaster vorhanden. Die Kammern sind scharf
von einander abgesetzt, fingerhutförmig.
1. Familie Euplectellidae Gray.
Dünnwandige Röhren oder Säcke, in deren Hautskelet stets degenfdrmige
hexakte Hypodermalia mit längerem proximalen Radialstrahle vorkommen.
1. Unterfamilie Euplectellinae F. E. Schulze.
Röhrenförmig, mit terminaler querer Siebplatte. In der Seitenwand kreis-
förmige Wandlücken in mehr oder weniger regelmässiger Anordnung. An dem
vorstehenden distalen Strahle der degenförmigen hexakten Hypodermalia sitzt
je ein Florikom. Gattung: Euplectella. Regadrella.
2. Unterfamilie Holascinae F. E. Schulze.
Röhrenförmig, ohne Wandlücken, ohne oberflächlich vorliegende Florikome.
Gatt. Holascus n. g. Molacosaccus n. g. (Die Diagnosen siehe hinten.)
3. Unterfamilie Taegerinae F. E. Schulze.
Die Wandung des sack- oder röhrenförmigen Körpers wird von unregel-
mässig gestalteten und verteilten Wandlücken verschiedener Dimension durch-
setzt. Gitternetzbalken des Wandskeletes bilden ein grösstenteils unregelmässiges
Geflecht von teilweise verlöteten Principaluadeln. An dem aussen vorstehenden
Distalstrahle der degenförmigen hypodermalen Hexakte sitzt je ein Florikom.
Gattung: Taegeria n. g. Walteria n. g.
Incertae sedis: Habrodictyum, Eudictyum, Dictyocalyx n g., Rhabdodictyum ;
Rhabdopectella, Hertwigia, Hyalostylus n. g. —
2. Familie Aseonematidae Gray.
Im Dermal- und Gastralskelet kcimmen pentakte oder hexakte Pinuli vor
deren frei vorstehender Radialstrahl durch seitliche Stacheln oder Schuppen,
tannenbaumähnlich erscheint. Hypodermalia und Hypogastralia sind Pentakte-
Festsitzend. Mit parenchymalen Diskohexastern.
1. Unterfamilie Asconematinae F. E. Schulze.
Kelch-, trichter- oder röhrenförmig, ungestielt. Die Wandung stellt eine
schlaffe, dünne Platte dar. Gattung: Asconema. Aulascus n. g.
2. Uuterfamilie Sympagellinae F. E. Schulze.
Ovoide, dickwandige, meistens (oder immer?) gestielte Becher mit glattem,
dünnem oberen Rande. Im Parenchym zwischen principalen Hexakten und
langen Diakten kleine Diskohexakter. Gattung: Sympagella. Polyrhabdus n. g.
(in Pleorhabdus geändert!) Ealanites n. g. ^^in Balanella, geändert!)
220 ^^'- W. Weltner: Bej-icht über die Leistungen
3. Unterfamilie Caulophacinae F. E. Schulze.
Pilzförmig, mit langem, drehrunden, hohlem Stiele. Gattung Caulophacus
n. g. Trachycaulus n. g.
3. Familie Rossellidae F. E. Schulze.
Den Dermalia fehlt der distale Radialstrahl. Gattung Lanuginella. Poly-
lophus n. g. (in Lophocalyx geändert!) Rossella. Acanthascus n. g. Bathydorus.
n. g. Rhabdocalyptus u. g. Crateromorpha n. g. Aulochone n. g. Caulocalyx n. g.
Euryplegma n. g.
2. Tritons Amphidiscophora F. E. Schulze.
Stets kommen Amphidiske in den Grenzhäuten vor. Im Parenchym fehlen
Hexaster vollständig. Stets ist ein basaler Faserschopf vorhanden, mit welchem
die kelch- oder kolbenfijrmigen Schwämme im Schlamme wurzeln. Die Kammern
erscheinen nicht rein fingerhutförmig und scharf von einander abgesetzt, sondern
als einfache, ziemlich unregelmässige Aussackungen der merabrana retikularis.
Einzige Familie Hyalonematidae Gray.
Sowol in der Dermalmembrau als in der Gastralmembran zahlreiche pen-
takte Pinuli.
1. Unterfamilie Hyalonematiuae F. E. Schulze.
Der gedrungene, meistens kelchförmige Körper hat an der oberen Seite
eine mehr oder minder scharf umrandete rundliche Ausflussregion — Oskular-
bezirk — und ist nur ausnahmsweise seitlich gespalten. Gattung Hyalonema.
mit Untergatt. Hyalonema s. str. und Stylocalyx n. subg. Gattung Pheronema,
Poliopogon.
2. Unterfamilie Semperellinae F. E. Schulze.
Einzige Gattung Semperella.
2. Unterordnung Dictyonina Zittel.
Hexaktiuelliden, deren grössere, parenchymale Hexakte sich von vorne
herein in mehr oder minder regelmässiger Weite (als Dictyonalia) zu einem
zusammenhängenden, festen Gerüste verbinden.
1. Tribus Unciuataria F. E. Schulze.
Mit Uncinaten.
1. Stibtribus Clavularia F. E. Schulze.
Neben den peutakten H}qiodermalia und Hypogastralia finden sich Gruppen
radiär gestellter Clavulä (cf. dazu Weltner, Beitr. Kenntn. Spougien 1882
p 30).
Einzige Familie Farreidae F. E. Schulze.
Das Dictyonalgerüst bildet in den jüngsten Körperpartien ein „einschichtiges"
Netz mit quadratischen Maschen, von dessen Knoten nach beiden Seiten konische
Zapfen abgehen. Einzige Gattung Fan-ea.
2. Suhtribiis Scopularia F. E. Schulze.
1. Familie Euretidae F. E. Schulze.
Verzweigte und anastomosirende Röhren, welche entweder ein unregel-
mässiges Gerüst von nahezu gleicher Röhrenweite oder die AVandung eines
Kelches bilden. Das Dictyonalgerüst ist gleich bei der Anlage mehrschichtig,
so dass an den Röhrenenden niemals ein einschichtiges Balkennetz zu finden
ist. Gattung Eurete. Periphragella. Lefi'oyella.
in der Spongiologie füi' die Jahre 1885-87. 2"21
2. Familie Melittionidae Zittel.
Von der Form einer verästelten Röhre oder eines Kelches mit seitlichen,
blindsackformigeu Aussackungen. Das Dictyonalgerüst bildet bienenwaben-
ähnliche, ziemlich regelmässig sechsseitige, durchgängige Wandzellen, in deren
jeder eine trichterförmig ausgespannte Fortsetzung der Retikularmembran der
Kammern das Lumen quer durchsetzt, ausserdem aber au der Aussenseite die
Dermalmembran, an der Innenseite die Gastralmembran, flach ausgespannt, die
betreffende Oeffnung überdeckt. Dem Gastralskelete fehlen die Scopulae. Einzige
Gattung Aphrocallistes.
3. Familie Coseinoporidae Zittel.
Die plattenförmige Wand des kelcli-, becher- oder tafelförmigen fest-
sitzenden Körpers wii'd quer duschsetzt von mehr oder minder langgezogenen,
trichterförmigen, geraden Kanälen, welche alternirend an der einen und an der
anderen Wandfläche ausmünden (nur gedeckt von der siebförmigen Grenz-
membran), an dem entgegengesetzten Ende dagegen spitz und blind endigen,
daher auch stets in ihrer Länge mit der Wanddicke des Schwammkörpers über-
einstimmen.. Einzige Gattung Chonelasma n. g.
4. Familie Tretodietyidae F. E. Schulze.
Mit nnregelmässig angeordneten zu- und ableitenden Kanälen, welche die
Körperwand und speziell das mehr oder minder dichte Dictyonalgerüst nicht
quer, sondern schräg oder in longitudiualer Richtung, oder auch in gewundenem
Verlaufe durchsetzen. Gattung Tretodictyum n. g. (in Hexactinella Ctr. ge-
ändert!) Cyi'taulon u. g. (= Volvulina O. Schm.). Fieldingia. Sclerothamnus.
2. Tribus Inermia F. E. Schulze.
Dictyonina ohne Uncinate und Skopulä.
Einzige Familie Maeandrospongidae Zittel.
Der Körper besteht aus einem Systeme mäandrisch gewundener, anastomo-
sirender Röhren von ziemlich gleichmässigem Kaliber, zwischen welchen ein
zusammenhängendes Lückeusystem übrig bleibt. Durch das letztere gelangt
das Wasser in das Innere, durchsetzt die Röhrenwand und wird durch das Lumen
der in den Gastralraum oder auch direkt nach aussen mündenden Röhren hinaus-
geführt. Gattung Dactylocalyx, Scleroplegma, Margaritella, Myliusia, Aulo-
cystis n. g.
Nach Schulze (4) umfasst die Ordnung der Triaxonia an lebenden Formen
10 Familien, 51 Gattungen und 115 Arten. Eine Liste der bekannten Arten
und ein Schlüssel zur Bestimmung aller Gattungen und Arten, soweit dieselben
genügend beschrieben sind, ist in dem Hauptwerke (6) gegeljen. Die Synonymie
findet mau bei der Besprechung der Gattungen erörtert. Schulze hat keine
Liste der Synonymen gegeben; bei der Unmöglichkeit zu entscheiden, ob die
eine oder die andere der früher schon beschriebenen Arten mit den von Schulze
beschriebenen wirklich identisch ist, unterblieb ein solches Verzeichnis besser.
Eingehend ist in 10 Tabellen die geographische und Tiefen- Verbreitung erläutert.
Wir heben folgendes hei-vor. Im atlantischen Ocean wurden 16, im Süd-
indischen 13, im pacifischen Ocean 37 Arten Lyssacinen, in den gleichen Oceanen
wurden 8, 3 und 19 Arten Dictyoninen erbeutet; die Expedition ergab mit einer
ganz unbestimmbaren Form 97 Hexactinelliden (p. 485), welche an 58 Stationen
222 1^1'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
der Expedition erhalten wurden Wenn man aber bedenkt, dass trotz der 276
Dredge und Trawlzüge doch grosse Gebiete der Oceane vom Challenger nicht
untersucht worden sind, so begreift man, dass die durch jene Expedition bekannt
gewordenen Formen doch nur einen kleinen Procentsatz aller lebenden Hexatinel-
liden darstellen. So fand D()derlein während mehrjährigen Aufenthalts in Japan
allein 10 Arten in der Bucht Misaki, während der Challenger daselbst nur 2
erhielt. — Es wurden Hexactinelliden in allen Breiten 40 " N. und 20 " SBr, ge-
funden. Am reichsten an Hexactin. erwiesen sich im Atlant. Ocean St. Thomas
und die Bermuda Ins., im Indisch. Oc. die Gegend zwischen Prince Edwards- und
Crozet-Ins., im Pacif.-Oc. Kerraadec, Little Ki und die Philippinen-Inseln. — In
der nördlichen gemässigten Zone wurden 14, in den Tropen 26 und in der süd-
lichen gemässigten Zone 29 Lyssacinen, in den gleichen Breiten 6, 19 und 6
Dictyoninen erhalten. — Die Tiefen, aus denen die Hexactin. gewonnen wurden,
erstreckten sich zwischen 95 und 2900 Faden ; die gewöhnliche Tiefe liegt zwischen
100 und 700 Faden; sie sind daher Tiefseeformen. Es ergab sich ferner, dass
die Lyssacinen in den grösseren Tiefen und fem von den Küsten in der Mitte
der Oceane, die Dictyoninen dagegen hauptsächlich in massigen Tiefen und in
der Nähe der Küsten leben. — Was die Beschaffenheit des Bodens angeht, auf
welchem diese Tiere sich ansiedeln, so ergab sich, dass der grüne und rote
Schlamm am wenigsten gedeihlich ist, der Radiolarienschlamm ergab 50 %> die
meisten wurden auf Kies und Steingründen (66,6 7o) und im Diatomenschlamm
(75 7o) erhalten. —
Tetraxonia.
Schmidt findet, dass Caminus vulcani Vierstrahler und Sterne enthält
und desshalb eine Tetractanellide ist. An der Hand anderer Arten dieses Genus
wird gezeigt, dass durch den Schwund einer cliar-akteristischen Nadel neue
Gattungen ausgebildet werden. Aber die Ursache des Schwundes solcher Nadeln
kennen wir nicht. — Ancorina aaptos ist keine Tetractinellide. — (cf. Vosmaer,
Porifera, der unabhängig von Schmidt zu derselben Auffassung über die Stellung
beider Spongien im System gekommen ist.)
Die Tetractinelliden sind Seichtwasser formen, in 10 — 50 Faden lebend,
gelegentlich bis 1000 Faden hinabsteigend, Thenea lebt gewöhnlich zwischen
1000 und 1800 Faden, wurde aber auch bei 95 Fad. erhalten. Die Genera der
Tetract. sind über die ganze Erde verbreitet, doch scheinen gewisse Subgenera
auf besondere Distrikte beschränkt. Sollas (4).
Sollas (8) giebt einen vorläufigen Bericht über die Choristideu der
Challengerexpedition. Das System der Tetractinellida ist folgendes:
Ord. Choristida.
Subord. Tetradina.
Farn. Plakinidae.
Epallax. n. g.
Fam. Pachastrellidae.
Farn. Corticidae.
Thrombus u. g.
Subord. Trianina.
Fam. Tetillidae.
Tetilla. Chrotella u. g. Craniella. Cinachyra n. g.
in der Spongiologie fiii' die Jahre 1885-87. 223
Fam. Theneidae.
Thenea. Normauia ii. g. Vulcanella u. g. Characella n. g.
Fam. Stellettidae.
Subfam. Homasterina.
Myiiastra n. g. Pilotrocha n. g. Astrella n. g.
Subfam. Stellettina.
Anthastra n. g. Stelletta. Dragmastra.
Subfam. Sanidasterina.
Tribrachium. Tethyopsis.
Subfam. Stryphina.
Stiyphnus u. g.
Subfam. Psamraasterina.
P.samma8tra u. g.
Fam. Geodinidae.
Erylus. Caminus. Cydonium, Synops.
Isops. Geodia.
Ord. Lithistida.
Es werden 58 Arten Choristiden aufgezählt, davon 54 neu. Wir gehen
nicht weiter auf dieses System ein, da Sollas dasselbe im Report on the
Tetractinellida coli, by H. M. S. Challenger, 1888 sehr geändert hat. —
Monaxonia.
Lendenfeld (17) sieht sich durch seine Funde an Spongien der australischen
Küste veranlasst, die von 0. Schmidt zu einer Gattung vereinigten Genera
Papillina und Raphyrua wieder zu trennen.
Higgin teilt mit, dass er bei Egremont in einem süssen, warmen Wasser
Isodictya varians Bwbk. in üppigem Wachstum angetroffen habe. Das Exemplar
sei bei Bowerbank, III. PI. 88 abgebildet. Die Art ähnele sehrUruguaya coralloides
und Lubomirskia baicalensis und möchte als ein Zwischenglied von marinen und
Süsswasserspongien aufzufassen sein.
Das grosse Werk von Ridley und Deudy (2) über die Monoxouida der
Challengerexpedition beginnt mit einer kurzen Betrachtung der bisher gebräuch-
lichen Systeme dieser Ordnung. Trotzdem diese Schwämme die gemeinsten
unter allen Spongien sind und als littorale Bewohner am leichtesten erhalten
werden können, so fehlt uns doch eine Uebersicht über die Ordnung. Die
Systeme von Bowerbank, Gray, Schmidt und Carter hat Vosmaer (Porifera)
bereits kritisch besprochen; das von Vosmaer (das.) entworfene System, sowie
das von Sollas (7) aufgestellte wird angeführt und auf p. LITE. etc. ein neues
gegeben. Es hat sich gezeigt, dass die Fleischnadeln (Microscleres) die am
wenigsten veränderlichen Teile der Monoxonida sind und auf sie ist daher vor-
zugsweise das folgende System gegründet:
Ordn. Monaxonida.
Unter ordn. Halichondrina Vosm. Typically non corticate; skeleton
usually reticulate; megasclera usually either oxea or styli
Fam. Homorrhaphidae. Megasclera all diactinal, either oxea or stron-
gyla; no Microslera.
Unterfam. Renierinae.
Gatt. Halichondria. Petrosia. Reniera.
224 l^i"- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Uuterfam. Chalininae.
Gatt. PachychaJina. Clialina. Siphonochalina.
Farn. Heterorrhaphidae. Megasciera of various froms; microsclera
comniouly preseut, but never chelae.
Unterfam. Pliloeodictyinae Gart.
Gatt. Rliizochalina. Oceanapia.
Unterfam. Gelliinae.
Gatt. Gellius. Gelliodes. Toxochalina.
Unterfam. Tedauiinae.
Gatt. Tedauia, Tracliytedania.
Unterfam. Desmacelliuae.
Gatt. Desmacella.
Unterfam. Hamacantliinae.
Gatt. Vomerula.
Farn. Desinacidonidae. Megasciera of various forms, usually mouactinal-
Microsclera always present and always includiug chelae.
Unterfam. Esperellinae.
Gatt. Esperella. Esperiopsis. Cladorrhiza. Axonideima. Chon-
drocladia. Meliiderma, Desmacidon (mit Untergattung
Homoeodictya). Artemisina. Phelloderma. Sideroderma
Jophon. Amphilectus.
Unterfam. Ectyoninae.
Gatt. Myxilla. Clathria. Rhaphidophlus. Plumohalichondria.
Plocamia. Acarnus. Echinoclathria. Agelas. Echino-
dictyum.
Farn. Axinellidae. Skeleton typically non-reticulate ; consisting of as-
cendiug axes of fibres from which arise subsidiary fibres radiating
to the surface. Fibres typically plumose. Megasciera chiefly
styli to which oxea and (or) strongyla may be added. Microsclera
rarely present, never chelae.
Gatt. Hymeniacidon. Phakellia. Ciocalypta. Acanthella. Axi-
nella. Raspailia. Dendropsis. Thrinacophora.
Untere rdn. Clavulina Vosm. Sponge typically corticate. Skeleton
usually niore or less radiately arranged, with a dermal crust of
spicules which may be either of the same form as in the main
skeleton or of a special form (spined spiculae etc.) Megasciera typi
cally tylostylote. Microsclera, when present, belonging almost in
variably to the stellate group; never chelae or sigmata Spougin
usually absent.
Farn. Suberitidae. No microsclera present.
Gatt. Suberites. Polymastia. Proteleia. Trichostemma. Ten-
torium. Stylocordyla. Quasilliua. Cliona.
Fani. Spirastrellidae. Microsclera present; typically forming a more
or less continous dermal crust.
Gatt. Spirastrella. Latrunculia.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 225
Es ist indess zweifelhaft, ob die Halichondrina und Clavulina eine so enge
Verwandtschaft mit einander besitzen und von andern Unterordnungen sich ge-
nügend unterscheiden, um zusammen als Ordn. Monaxonida der Ordn. Tetracti-
nellida gegenübergestellt werden zu können. Damit lösen also die Autoren die
Monaxonida auf. Weiter werden die Umstände angeführt, welche jene beiden
Ordnungen miteinander verbinden. Ob aber die Tetractinellida aus den Monaxo-
nida hervorgegangen sind oder umgekehrt, bleibt noch zu entscheiden. Die
Verwandtschaft zwischen den Clavulina und Tetractinellida scheint eine ebenso
enge zu sein, als die der Clavulina und Halichondrina untereinander. Die
Keratosa sind aus den Halichondrina hervorgegangen, indem diese in den
wärmeren Zonen auf Kosten der Kieselsubstanz ein reichliches Sponginskelet
entwickelten.
Es hat sich aber gezeigt, dass die Umwandlung der Monaxonida in Keratosa
vier verschiedene Ausgangspunkte haben kann, nämlich von den Homoi'rhaphiden,
Heterrorbaphiden, Desmacidoniden v;nd Axinelliden; daher sind die Keratosa wahr-
scheinlich polyphyletischen Ursprungs und die Giuppe als solche ist unnatürlich.
— Im weiteren werden die Verwandtschaftsverhältnisse der Familien und Unter-
familien der Monaxonida erwogen. —
Was nun die geographische und bathymetrische Verbreitung dieser
Ordnung angeht, so ist zunächst zu bemerken, dass unter den 277 Stationen
des Challenger nur von 50 Stationen Monaxonida erhalten wurden; es erklärt
sich das daraus, dass vorzugsweise im tiefen Wasser gedredgt wurde. Man
wird also annehmeu können, dass die Monaxonida Seichtwasserformen sind, wenn
auch einige Fonnen in sehr grosser Tiefe leben. Die meisten Arten (nämlich
74) fand der Challenger im Indo-Australischen Gebiet, wo das Wassser im Ver-
hältnis am seichtesten ist. Am wenigsten Arten (nämlich 7) wurden im Nord-
pacifischen Gebiet erhalten, welches im Verhältnis zu dem ebengenannten Ge-
biet tief ist. Am günstigsten für Monaxonida erwies sich die Station 320 vor
der Mündung des La Plata , wo allein 22 Arten aus einer Tiefe von 60 Fad.
mit einem einzigen Dredgzug erbeutet wurden. Im allgemeinen scheinen die
einzelnen Arten der Monaxonida ein ziemlich beschränktes Gebiet der Ver-
breituug zu besitzen, nur Halichondria panicea. Reniera cinerea, Tedania digitata,
Jophon pattersoni und Suberites carnosus scheinen sehr verbreitet zu sein.
Axinella profunda, über 2300 Fad. tief, wurde einmal im nördlichen und einmal
im südlichen pazifischen Ozean erhalten. Die Gattungen und Familien dagegen
haben im allgemeinen eine grosse Verbreitung. Die Ordnung selbst ist kosmo-
politisch. Das Tiefenvorkommen gestaltet sich folgend: in 0 — 50 Fad. wurden
85, in 50—200 Fad. 55, in 200—1000 Fad. 46 und in 1000—3060 Fad. 24 Arten
gefunden, d. h. die Monaxonida nehmen mit der Tiefe ab. Bei 3000 Fad., der
grössten Tiefe in welcher sie erhalten wurden, kam Cladorhiza longipinna zu
Tage. Als echte Tiefenformen sind zu betrachten: Cladorhiza, Axoniderma
Chondrocladia, Meliiderma, Phakellia, Polymastia, Trichostemma, Tentorium
und Stylocordyla. Bei fast allen diesen Formen fällt die bestimmte Gestalt auf:
sie sind fast alle symmetrisch gebaut; das hängt zusammen mit dem Leben in
grosser Tiefe. —
Man kannte bisher 96 Arten Chalineen, Lendenfeld (26) hat an der
Küste Australiens ein überaus reiches Material gesammelt und hat seine
Sammlung unter Vergleichung der Kollektion des britischen Museums beax'-
Aich f. Naturgesch. .Jahrg. 1888. l!d. 11. H. :5. 15
226 Dr. W. Weltiier: Beliebt über die Leistungen
beitet und 131 neue Arten gefunden. Im Gfinzeu hat er in Australien 152 Arten
und Varietäten von Chalineen gefunden. Es wird eine genaue Liste der geo-
graphischen Verbreitung aller Chalineeu gegeben. L. entwirft, da er Carters
System nicht brauchen kann, eine neue Einteilung der Chalineen; diese rechnet
er als Subfamilie zu den Cornacuspongiae Vosm. Sein System ist folgendes;
die Spongien bilden die Klasse der Mesodermalia, welche mit den Epitheliaria
die Coelentera ausmachen. Die Spongien zerfallen in die Subclassen Calcarea
und Silicea, letztere in die Ordnungen Hexactinellideu, Chondrospongiden,
Cornacuspongiden. System der Cornacuspongidae:
Suboi'do Halichondrina.
Familia Spongillidae. Homorrhaphidae mit Renierinae und Chalininae.
Heterorrhaphidae. Desmacidonidae.
Subordo Karatosa.
Die Chalininae.
Hornfasernetz mit eingelagerten Stabnadeln. Grnndsubstanz hyalin.
Geisseikammern kugelig mit kleiner Ausströmungsöffuuug. Subdermalräume
unbedeutend. Fasern nicht stachelig. Fleischnadeln, wenn vorhanden, einfache
Stabnadeln, Spangen, Haken oder Spiralen. Keine Anker,
A. Chalininae reticulata. Skelett netzförmig. Meist auch feines Darmalskelet.
I. Gruppe. Cacochaliuinae. Lappig massig. Dünne Fasern und schlanke
Nadeln. Cacochalina. Chalinopora. Cladochalina. Chalinella.
II. Gruppe. Pachychalininae. Lappig-fingerförmig, mit dicken Nadeln
und sehr dicken Fasern. Von harter Konsistenz. Gattung Chali-
uissa. Pachychalina.- Ceraochalina. Chaliuopsis.
III. Gruppe. Placochaliniuae. Dünne lamellöse Formen mit eng-
maschigem Netz. Sehr hart. Gattung Antherochalina. Euplacella.
Placochalina. Platychaliua.
TV. Gruppe. Gelliodinae. Mit zahlreichen Fleischuadeln, Haken, Doppel-
haken und Spiralen, mit grösseren Subdermahäumen. Gattung
Gelliodes. Spirophora.
V. Gruppe. Siphoninae. Mehr oder weniger röhrenförmig mit Pseu-
dogaster. Spezielle Fleischnadeln, wenn vorhanden, einfache Toxea,
Bogen. Gattung Sclerochalina. Phylosiphonia in Toxochalina und
Anatoxius zerlegt. Siphouochaliua. Dasychalina. Siphonella.
VI. Gruppe. Euchalininae. Regelmässig fingerförmig mit massig grossen,
ziemlich zahlreichen Nadeln. Gattung Dactylochalina. Euchalinopsis.
Euchalina. Chalinodendron.
VII. Gruppe. Arenochalininae. Mit Sand in den Haupt und Nadeln in
den Verbindungsfasern. Gattung Arenochalina.
VIII. Gruppe. Chalinorhaphinae, Fingerförmig mit massenhaften, sehr
grossen und unregelmässig gelagerten Nadeln. Gattung Chalino-
rhaphis.
B, Chalininae dendroidae. Mit baumförmig verzweigten Hornfasernetz und
hohen Conulis.
IX. Gruppe. Hoplochalininae. Mit zahlreichen grossen, schief gelagerten
Nadeln, welche über die Faseroberfläche vorragen, jedoch überall
V(m Spongiu verhüllt sind. Gattung Hoplochaliua.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 227
Die von Schmidt, Carter, Gray und anderen als Chalinae etc. betrachteten
Gruppen decken sich nicht mit Lendenfeld's Chalininae. L. hat alle bekannten,
erkennbar beschriebenen (alle Arbeiten vor Bowerbank und Schmidt werden ab-
sichtlich unberücksichtigt gelassen!) Chalineen in seine Gattungen eingeordnet
und einen Schlüssel zur Bestimmung derselben gegeben.
Dendy (5) kritisirt die Chalineenarbeit Lendenfelds (26). Es werden diesem
Flüchtigkeiten und Unrichtigkeiten vorgeworfen. Das System widerspricht sich
selbst. Auch habe L. nicht angegeben, warum er die von Ridley und Dendy (1)
entworfene Einteilung der Haiich ondrina verlassen habe. Besonders zu tadeln
sei aber die Nomenclatur.
Lendenfeld (28) weist seinerseits nun Dendy in dessen System eben-
solche Fehler nach, wie Dendy in Lendenfelds System gerügt hatte. L. kann
D.'s Nomenclatur nicht billigen und legt die Grundsätze seiner eigenen in den
„Chalineen" angewandten dar. (Wir glauben nicht, dass die Mehrzahl der
Autoren sich diesen Anschauungen Lendenfelds über die Nomenclatur anschliessen
wird. Ref.)
Kraepelin beobachtete lebende Spongilliden in den dunklen Räumen der
Hamburger Wasserleitung.
Du Plessis-Gouret und Forel fanden eine blassrötlich gefärbte Spon-
gilla lacustris als Tiefseebewohner im Lac du Joux (Schweiz) in 20 m Tiefe.
Dagegen fehlen nach Forel Spongilliden in der Tiefe des Genfer Sees, weil es
hier an festen, dem Schwämme als Unterlage dienenden Körpern gebricht.
Imliof giebt Spongilla sp. vom St. Morizersee in Graubünden als Tiefsee-
bewohner an. (Ob er nur Nadeln oder wirklich lebende Schwämme gesehen hat,
wird nicht gesagt. Nadeln können sich aber im Schlamme jedes Sees finden
da die Spongilliden oft vom Ufer losgerissen mitten auf dem Wasser treiben.
Sie zerfallen hier und ihre Nadeln sinken zu Boden. Die Angabe Imhofs jst
also nur insofern von Wert, als „Spongilla sp." noch 1707 m über dem Meere
von ihm gefunden wurde. Ref.)
Lendenfeld (23) fand eine Spongilla lacustris in Neusüdwales in einem
jener leicht brackigen, magnesiareicheu Tümpel, welche zuweilen ganz aus-
trocknen. Nach jahrelanger Dürre von einem heftigen Regenfall gefüllt, ent-
halten diese Lachen dann durch 6 Monate bis zu einem Jahr etwas Wasser. L.
erbeutete die Schwämme einen Monat nach einem heftigen Regenfall, dem eine
3 Jahre lange absolute Dürre vorausgegangen Avar.
Das Werk von Edw. Potts (5), auch separat ausgegeben als Fresh Water
Sponges. A Monograph. Philadelphia 1887, giebt die Diagnosen sämmtlicher
bekannter Süsswasserschwämme, mit Ausnahme von Tubella vesparium v. Mart.,
Ephydatia fluviatilis var. japonica Hilgdf. und Spongilla stygia Joseph, Avelche
dem Verf. entgangen sind. Unter Synonyma fehlen die freilich schon früher
von Carter begrabenen Arten Spongilla parfitti Ctr. und sceptrifera Bwbk.
Sämmtlichen bekannten Gattungen ist ein Schlüssel zur Bestimmung der Arten
beigegeben und von Vejdovsky sind noch besonders die europäischen Spongilliden
behandelt. — In der Einleitung werden die Gemmulae, Spikula, die Erkennung der
Spongillide, die Farbe, die Fundorte, die Methode des Sammeins, die Aufbewahrung,
Bestimmung und Anfertigung von Präparaten und endlich die Frage nach der
Variabilität der Art besprochen. Zahlreiche, sehr schätzenswerte Angaben über
Beschaffenheit der Lokalitäten, über Ueberwinterung, Wachstumsschnelligkeit,
15*
228 I^''- W. "Weltuer: Bericht über die Leistungen
Lebensdauer und Dauer der Zeit, in welcher die Gemniulae der Schwämme der
Trockenheit an ihren Standorten ausgesetzt sind, sind in dem Buche angeführt.
— Das Genus Spougilla enthält 17, Meyenia 17, Heteromeyenia 4, Tubella 5,
Parmula 3, Carterius 4, Uruguay a 1, Potamolepis 3 und Lubomirskia 4, zu-
sammen 58 Arten, dazu noch Tubella vesparium und Sp. stygia. Freilich werden
sich noch manche Arten einziehen lassen, wenn erst andere Distrikte so gründlieh
auf ihre Schwammfauna untersucht sein werden, wie es hier von Potts für Nord-
amerika geschehen ist. Manche der früher von Potts in den Proc. Ac. Nat. Sc.
Philadelphia beschriebenen Arten hat Potts in seinem Monograph als Varietäten
aufgeführt. Die auf Taf. IX abgebildete Meyenia fluviatilis ist mülleri und
wenn auf p. 211 im Schlüssel für M. mülleri nur angegeben wird: Amphidisken
in zwei oder drei Lagen, so kann das zu Irrtümern Anlass geben, denn Meyenia
mülleri kommt auch mit Gemmulae vor, die nur eine Lage Amphidisken haben.
Das wesentliche zur Unterscheidung dieser Art von den andern der Gattung
liegt in der Abwesenheit der äusseren Cuticula der Gemraula, in der Beschaffen-
heit der Amphidisken und der Gerüstnadeln, ferner in den eigentümlichen
Blasenzelleu des Weichteiles. — Das unentbehrliche Werk ist mit sehr zahl-
reichen ausgezeichneten Abbildungen versehen. —
Das System der europäischen Süsswasserschwämme ist nach Vejdovsky
(1 und 2):
Fam. Spongillidae.
Subfam. Spongillinae Carter.
I. Genus Spongilla Auct.
«) Subgenus Euspongilla Vejd.
Eusp. lacustris Auct.
» rhenana Retz.
8) Subgenus Spongilla Wierz.
Spong. fragilis Leidy.
Subfam. Meyeninae Carter.
II. Genus Trochospongilla Vejd.
Tr. erinaceus Ehrbg.
III. Genus Ephydatia Lamarck (sollte Lamouroux heissen).
Eph. mülleri Lbkn.
» fluviatilis Auct.
» bohemica Petr.
IV. Genus Carterius Potts.
Carter, stepanowi Petr. (Dyb.).
Potts (5) folgt dagegen Carter und schreibt für Spongillidae; Potamo-
spongida; die Untergatt. Euspongilla und Spougilla werden niclit angenommen
und für Ephydatia wird Meyenia Ctr. beibehalten, wohin auch Trochospongilla
gehört.
Ceratospongia.
Rathbun macht Mitteilung über die Badeschwämme von der Küste
Floridas. Es sind nur 4 Arten resp. 6 Unterarten (er gebraucht die Hyattschen
Bezeichnungen) vorhanden, in Handel Sheepswool, Velvet, Yellow, Grass &
Glove Sponges genannt, welche feiner und teurer sind als die von den Bahama-
inseln stammenden. Unter den floridanischen Waschschwämmen ist der Glove
die geringste Sorte, der Sheepswool die feinste. Letzterer Schwamm hat ZAvar
in der Spongiologie für die Jahre 1885- -87. 2'20
nicht so feines Gewehe wie der Tiiikische, ist aber dauerhafter als dieser.
Die Sorte Velvet ist ziemlich selten und im Handel wenig geschätzt. Die
Grasssponges sind geringer Qualität. Die Yellowsponges stehen viel niedriger
im Preise als die Sheepswolls, bilden aber einen wichtigen Handelsartikel und
machen die zweite Sorte amerikan. Schwämme aus.
Lendenfeld (8) charakterisirt kurz zwei neue Horaschwämme Australiens
Aulena und Antheroplax, beides Spongiden.
Lendenfeld (11) hat zahlreiche Phoriospougiae March. in Australien ge-
funden. Das Studium dieser und einer sehr grossen Anzahl echter Horn-
schwämme führt L. zum Schluss, dass die Phoriospongien Hornschwämme sind,
welche zusammen eine Gruppe ausmachen, die durch sandführeude, unregel-
massig verlaufende Faseni gekennzeichnet sind. Viele von ihnen haben monakti-
nellide Fleischnadeln und viele besitzen Hircinienfilamente. L. hat Bogennadeln,
an beiden Enden stumpfe Stäbe , gedornte spitzstumpfe Nadeln , Anker und
Dreistrahler bei Phoriospongien gefunden.
Lenden fei d (13) charakterisirt die Ceraospongiae Br. jetzt folgend:
Skelet aus Horafasern bestehend. In der Gri;ndsubstanz können selbstgebildete
Fleischnadeln vorkommen, in den Hornfasern finden sich nie vom Schwämme
selbst erzeugte Nadeln.
Diese Ordn. zerfällt in:
1. Subordo. Microcamerae. Gelsselkammeni klein, kugelig.
Fam. Spongidae, Aplysinidae und Hircinidae.
2. Subordo. Macrocamerae. Geisseikammern gross, oval.
Fam. Spongelidae und Aplysillidae.
Die Spongidae (Diagn. bei Lendenfeld) zerfallen in:
1. Subfam. Auleninae Ldf. Vorhofsschwämme.
Der Körper besteht aus einem Netzwe'-k von Fasern oder bildet Lamellen
von bienenwabenförmiger Struktur. Die Maschen in dem Netzwerk ent-
weder ohne oder mit Membranen. In einigen Fällen ist ein lakunöses
Vorhofsystera ausgebildet, welches weder dem ein- noch dem ausführenden
Kanalsystem angehört, indem sich beide Systeme, ohne unterschieden
zu sein, in das Vorhofsystem öifnen. Die Schwammoberfläche oft durch
dicke dermale Sandschichte geschützt. Skelet aus sehr dünnen und
durchscheinenden von Fremdkörpern freien Verbindungsfasern und dicken
unebenen, mit Saud angefüllten Radialfasern bestehend. Oder die Haupt-
fasern fehlen auch ganz. Kanalsystem sehr lakunös. Grundsubstanz mit
wenigen oder gar keinen Köi'nchen ohne Fi-emdkörper. Vorkommen im
seichten Wasser.
Dieser Unterfamilie stehen einige Dysideagattungen Marshalis und
einige Cartersche Schwämme nahe, Lendenfeld bespricht dieselben und
stellt dann folgende Gattungen zu den Auleninae:
Halme n. g. Aphi'odite n. g. Aulena n. g.
Das System wird im 6. Theil der Monographie Australischer Spongien
fortgeführt, Lenden feld (16).
2. Subfam. Sponginae Ldf. Massiv, verzweigt oder dick lamellar. In einigen
Arten sind Vorhofsräume entwickelt, welche die Einlassporen tragen
(Euspongia canaliculata, irregularis; Hippospongia sp. Cacospongia sp.).
Skelet aus Haupt- und Verbindungsfasern bestehend. Die Hauptfasern
230 I^i- W. Weltner: Beiicht über die Leistungen
radiär laufend, 2 — 12 mal so dick als die Verbindungsfasern, jene mit
Fremdkörpern erfüllt, diese obne solcbe (aiisgen. bei Eusp. silicata). Die
A^erbindungsfasern sind verzweigt und zeigen ein verschiedenes Verhalten
(s. Lendenfeld). Die Schwammoberfläche vielfach fremde Körper ein-
schliessend. Subdermalränme wenig entwickelt. Die Anzahl der Poren
in den Porensieben bei den einzelnen Arten sehr verschieden. Bei einigen
Arten führen von den Poreu kleine Kanäle zu den Siibdermalhöhlen.
Geisselkauimern 0,099 — 0,013 mm Durchmesser. Sinneszellen in ver-
schiedenen Teilen des Schwamraes vorhanden. Hierher gehören die
Gattungen: Euspongia mit sieben Untergenera, Hippospongia und Caco-
spongia.
3. Subfam. Chalinopsinae Ldf. (nicht charakterisirt). Mit den Gattungen
Phyllospongia, Carteriospongia und Stelospongia.
Myxospongiae H.
Lendenfeld (9) stellt folgendes System der Myxospongiae Haeck. auf.
(Wir bemerken hier gleich, dass diese Gruppe von L. später selbst aufgelöst ist.)
Ordo Myxospongiae H. Skeletlose oder polyaetinelle Kieselgebilde enthaltende
Schwämme.
1. Subordo Myxinae Ldf. Grundsubstanz weich, Geisseikammern gross.
Fam. Oscarellidae Ldf. Geisseikammern kugelig.
Einziger Vertreter Oscarella lobularis.
Vielleicht gehört diese Art zu den Plakiniden, so dass beide eine
Fam. darstellen würden, welche in Oscarellinae und Oscarissinae
= Plakinidae (wesshalb hier wieder der neue Name?) zu spalten
wären.
Fam. Halisarcidae Ldf. Geisseikammern sackförmig.
Gatt. Halisarca und ßajalus n. g, (lies Bajulus).
2. Subordo Gumminae 0. Schm. Grundsubstanz lederartig, Geisseikammern
klein.
Fam. Chondrosidae Schulze.
Subfam. Chondrosinae Ldf. Ohne Kiesesnadeln.
Gatt. Chondrosia Eardo, Cellulophana O. Schm. Osculina
0. Schm.
Subfam. Chondrissinae Ldf Mit Kieselnadeln.
Gatt. Chondrilla 0. Schm.
Verbindet die Chondrosinae mit den Tetractinelliden
(Corticium).
Der Bearbeitung der Myxospougieu Australiens von Lendenfeld (10) ist
das eben erwähnte (9) System zu Grunde gelegt und ausgeführt.
Lenden feld (15) fügt den australischen Myxospongiae hinzu Oscarella
bassangustiorum Ctr. sp.
5. Nette Genera^ Sjtecies, Fariefäten tind St/nonyuiie.
Aufgenommen wurden nicht die Synonyme der ausführlichen zusammen-
fassenden Werke, nämlich der Spongillideu bei Potts (5), der Chalineen bei
Lendenfeld (26), der Monaxoniden bei Ridley und Dendy (2) und der
Hexactinelliden bei Schulze (6).
hl dei' Spongiologiti für die Jahre 1885 — 87. 231
Calcarea.
Aiuphoriscws Lendeufeld (5), die Radialstrahlen der dermalen Vierstrahler
und die Centrifiigalstrahlen der Gastralnadeln an einander grenzend, oder
die erstereu durchbrechen die ganze Körperwand. Das Genus deckt sich
fast mit Amphoriscus Polcjaeff.
— buchichi n. sp. Ebner (2), Adriatisches Meer (Lesina), c. 10 Fad.
— cyathiscus H. syn. Sycilla cyat. H. Lendenfeld (5).
— cylindrus Ldf. syn. Sycilla cyl. H. Lendenfeld (5).
Aphroceras asconoides n. sp. Carter (2), Austral.
— ramosa n. sp Carter (7), Liverpool Bay, Holyhead.
— syconides n. sp = var. von Ute glabra O. Schm., Carter (2), Austral.
Ascandra botryoides Ell. Sol. syn. Spongia botr. Ell. Sol., Scypha botr. bei S. F.
Gray, Calcispongia botr. bei Blaiuv. , Grantia botr. bei Johnst., Leuco-
solenia botr. bei Bowbk., Spongia complicata Mont., Leucosolenia variabilis
Haeck., Ascandra var. Haeck. Fristedt (1).
— mirabilis n. sp. Fristedt (3), Ostgrönland, 25 — 40 Faden.
Ascaltis lamarcki H. syn. Leucosolenia lam. Pol. Lendenfeld (5).
Ascetta challengeri Ldf. syn. Leucosolenia chall. Pol. Lenden feld (5).
— coriacea Mont. syn. Spongia coriacea Mont , Grant. cor. bei Johnst., Leuco-
solenia cor. bei Bwbk., Sycorrhiza cor. bei Haeck., Ascetta cor. bei Haeck.,
Leucos. himantia Haeck., Clathrina sulphurea Gart. Fristedt (1).
— dictyoides Ldf. syn. Asc. primordialis var. dictyoides H. Lendenfeld (5).
— loculosa Ldf. syn. Asc. primordialis var. loculosa H. Lenden feld (5).
— macleayi n. sp. Lendenfeld (5), Port Jackson, Austral.
— poterium Ldf. syn. Asc. primordialis var. poterium H., Clathrina poter.
Ridl., Leucosolenia poter. Pol. Lenden feld (5).
— procumbens n. sp. Lendenfeld i5), Port Jackson, Port Philipp Austral.
Clathrina cavata n. sp. Carter (2), Austral.
— laminoclathra n. sp. Carter (2), Austral.
— latitubulata n. sp. prov. Carter (2j, Austral.
— oscnlum n. sp. Carter (2), Austral.
— primordialis syn. Ascetta prim. Haeck. Carter (2).
— tripodifera n. sp. Carter (2), Austral. n. var. gravida das.
— ventricosa n. sp. Carter (2), Austral.
Grantessa n. g. Lenden feld (5). Zur Unterfam. Uteinae gehörige Syconiden,
mit zerstreut stehenden Bündeln von langen, hervorragenden Uraspitzern,
deren Anzahl und Stellung in keiner Beziehung zu den Geisselkammern-
tuben steht. Sinneszellen in Haufen an der Linenseite der Einengungen,
welche sich um die Einströmungsporen finden.
— sacca n. sp. Lendenfeld (5), Port Jackson 5— 10 Faden.
Grantia Lendenfeld (5). Mädeln: Umspitzer, Drei- und Vierstrahler, alle von
derselben Grösse. Gruppen von Sinneszellen um die Einströmungsporen.
Fast identisch mit Polejaeffs „Grantia Fleming."
— compressa n. var. fistulata Carter (2), Austral.
— lobata Ldf. syn. Sycandra compressa var. lobata H. Lenden feld (5).
— subhispida n. sp. Carter (2), Austral.
232 Dr. W. Weltuer: Bericht über die Leistungen
Heteropia n. g. Carter (2). Kalkschwämme ohne Radialtuben. Die Wand ist
durch grosse pfeilförmige Dreistrahler gestützt, deren Lage wie bei Sycilla
Haeckel Monogr.
— compressa n. sp. Carter (2), Austral.
— erecta n. sp. das. Austral.
— macera n. sp. das Austral.
— patulosculifera n. sp. das. Austral.
— phiriosculifera n. sp. das. Austral.
— polyperistomia n. sp. das. Austral.
— spissa n. sp. das. Austral.
Homoderma n. g. Lendenfeld (3), Homodermidae mit spitz - spitzen , drei- und
vierstrahligen Nadeln.
— sycandra n. sp. Lendenfeld (3), Port Philipp, Austral.
Homodermidae Lendenfeld (3), homocöle Kalkschwämme, deren innere Ober-
fläche radiäre sackförmige Ausbuchtungen zeigen, ähnlich den Radialtuben
der Syconiden.
Hypograntia n. g. Carter (2), Kalkschwämme vom Bau der Grantia compressa,
aber der typische radiäre Bau durch die mächtigen Kommunikationshöhlen
zwischen den Kammern gestört.
— extusarticulata n. sp. Carter (2), Austral.
— hirsuta n. sp. Carter (2), Austral.
— infrequens n. sp. Carter (2), Austral.
— intusarticulata n. sp. Carter (2), Austral.
— medioarticulata n. sp. Carter (2), Austral.
— sacca Ldfld. syn. Grantessa sacca Ldfld. Carter (2).
Leucaltis Lendenfeld (5), Leuconide mit Drei- und Vierstrahlern, ohne Um-
spitzer. Fast identisch mit Leucaltis H.
— bathybia H. syn. Grantia arabica Mikl. Mach, Leuc. bath. var. autralis
Ridl. Lenden feld (5).
— floridana H. n. var. australiensis Carter (2), Australien.
— helena n. sp. Lendenfeld (8), Port Jackson.
— pumila H. syn. Leuconia pumila Bwbk., Gray; Dyssyconella pumila H.
Lendenfeld (5).
Leucandra Lendenfeld (5), Leuconide mit Umspitzern, Drei- und Vierstrahlem.
Fast identisch mit Leucandra H.
— conica H. n. sp. Lenden feld (5). Port Jackson.
— cylindrica n. sp. Fristedt (3\ Pitlecai (Nordost Sibiren) 12 Fad.
— maeandrina n. sp. Lenden feld (5), Port Jackson 10 — 20 Fad.
— typica Ldf. syn. Leuconia typ. Pol. Lendenfeld (5).
— vaginata n. sp. Lendenfeld (5), Port Jackson.
— villosa n. sp. Lendenfeld (5), Port Jackson.
Leucetta Lendenfeld (5), Leuconide mit nur Dreistrahlern. Fast identisch
mit Leucetta Hacek.
— microrhaphis Ldf. syn. Leucetta priniigenia var. microrh. H. , Ridl.
— Lendenfeld (5)
— dura Ldf syn. Leuconia dura Pol. Lendenfeld (5).
Leuconia aspera Bwbk. syn. Sycon asper. 0. Schm. , Grantia asp. 0. Schm.,
Sycinula asp. 0. Schm., Leucandra asp. Haeck Lackschewitz.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 233
Leuconia balearica u. sp. Lackschewitz, Menorca.
— compacta n. sp. Carter (2), Austral.
— echinata u. sp. Carter (2), Austral.
— erinaceiis n. sp. Carter (2), Austral.
— fistulosa n. var. australiensis Carter (2), Austral.
— hispida n. sp. Carter (2), Austral.
— johnstoni n. var. australiensis Carter (2), Austral.
— lobata n. sp. Carter (2), Austral.
— multifida n. sp. Carter (2), Austral.
— nivea n. var. australiensis Carter (2), Austral.
— pumila Bwbk. syn. Leucaltis pum. Lackschevs^itz.
— rodriguezi n. sp. Lackschewitz, Menorca.
? Leucosolenia blanca Mikl. syn. Ascetta bl. Hack., Levinsen.
Leucosolenia canariensis Haek. sj^n. Ascaltis can. Haeck. Lackschewitz.
— clathrus 0. Schm. sya. Grantia clathrus 0. Schm., Ascetta clathrus Haeck.
Lackschewitz.
— fabricii 0. Schm. syn. Ascortis fahr. Häeck., Levinsen.
— minoricensis n. sp. Lackschewitz, Menorca, in geringer Tiefe.
— primordialis Haeck. syn. Ascetta priniord. Lackschewitz.
Leucopsis n. g. Lendenfeld (5), Leucopside ohne Kanalsystem, die einführenden
Poren klein und in direkter Kommunikation mit dem äusseren Wasser.
Die Ausströmungsporeu gross und direkt in den Pseudogaster mündend.
— pedunculata n. sp. Lendenfeld (5), Port Jackson
Leucortis Lenden feld (5), Leuconide mit Umspitzera und Dreistrahlern. Fast
identisch mit Leucortis H.
— loricata Ldf. syn. Leuconia lor. Pol. Lendenfeld (5).
— pulvinar H. sjm. Sycolepsis pulv. H., Mlea dohrni Mickl. Macl. Leucortis.
pulv. var. indica H. Lendenfeld (5).
Polejna Lendenfeld (5), Neuer Name für Leucilla H. bei Polejaeff.
— uter Ldf. syn. Leucilla uter Pol. Lenden feld (5).
Sycandra alcyonellum H. syn. Alcyonellum gelatinosum Blainv., Gray, Syeidium
gelat. H. Grantia gelat. Brobk., Grautia virgultosa Bwbk. Lendenfeld (5).
— aborea H, syn. Sycon arbor. Pol. Lendenfeld (5).
— aspera n. sp. Herdman, Port Erin (Isle of Man) Unbeschrieben.
— aspera n. sp. Gibson Isle de Man, 1.5 Fad.
— coronata H. syn. Spongia coron. Ell. Sol. , Schweiger; Scyphor coron.
Grant-, Grantia cor. Hassal, Sycum coron. H., Sycomella tubulosa H.,
Grantia ciliata Bwbk. Lenden feld (5).
— coronata Ell. Sol. syn. Spongia ciliata Fabr., Calcispongia ciliata Blainv.,
Sycon eil. bei Schmidt, Grantia eil. bei Bwbk., Spongia coronata Ell.
Sol., Scypha cor. bei S. F. Gray, Sycum cor. bei Haeck., Sycandra cor
bei Haek., Syconella tubulosa Haeck. Fristedt (1).
— coronata var. spinispiculum Carter, syn. Grantia ciliata Flem. var.
spinisp. Carter. Fristedt (1).
— glabra 0. Schm. syn. Ute gl. 0. Schm., Sycandra gl. bei Haeck., Grantia
ensata Bwbk., Ute ensata bei Gray, Ute capillosa Gray. Fristedt (1).
— inconspicua n. sp. Lendenfeld (5), Neu Seeland.
234 T)r. W. Weltncr: Bericht über die Leistungen
Sycandva ramsayi n. sp. Lendenfeld (5), Port Jackson, 10 Fad.
— raphanus H. syn. Sycon raph. 0. Schni. Grantia raph. Gray, Sycum raph.
H., Sycon ciliatum 0. 8chm., Lieberk., Spongia inflata Ohiaje, Sycxim in-
flatum H, Sycannm vesica H., Syconella proboscidea H. , Sycum terges-
tinum H., Sycodendrum procumbens H., Sycandra raplianus Schulze,
Carter. Lenden t'eld (5).
Sycon coronatum Ell. Sol. syn. Grantia ciliata Bwbk., Sycandra coron Haek.
Lackschewitz.
— elegans Bwbk syn. Sycandra eleg. Haeck. Lackschewitz.
— humboldti Risse syn. Dunstervillia corcyrensis 0. Schm., Sycandra humb.
Haeck. Lackschewitz.
— setosum 0. Schm. syn. Sycandra set. Haeck. Lackschewitz.
— schmidti Haeck. syn. Sycandra schm. Haeck. Lackschewitz.
Sycortusa Lenden feld (5) Uteine mit kleinen spitz-spitzen Nadeln in der Rinde.
Synonym mit Sycortusa H.
— laevigata Ldf. syn. Sycortis laev. H. Lenden feld (5).
Vosmaeria n. g. Lenden feld (5) für Unterfamilie Vosmaerinae gehörige Syl-
leibidae mit Drei- und Vierstrahlern, sowie Uraspitzern. Sinneszellen in
kleinen, unregelmässig zerstreuten Haufen an der Oberfläche.
— gracilis n. sp. Lendenfeld (5), Port Jackson.
— haeckeliana Ldf. syn. Leucetta haeck. Pol. Lendenfeld (5).
— imperfecta Ldf. syn. Leucetta imperf. Pol. Lendenfeld (5).
Triaxonia.
Aeanthascus n. g. Schulze (4. 6). Dickwandiger, fest aufgewachsener Becher.
Gastralhöhle tief. Oskularöffnung rund, glattrandig. Aeussere Körper-
oberfläche mit meist isolirten, selten in Gruppen stehenden oxydiacten
Pleuralien. Im Parenchym Oxyhexaster und verschiedene Discohexaster.
Die Dermalia sind kleine rauhe Tetracte und Pentacte.
— cactus n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
— dubius n. sp. Schulze (4. 6), Süden von Pnerto Bueno, Magellanstr.
400 Fad.
— grossularia n. sp. Schulze (4. 6), Possession Ins., Crozet Ins. 210 Fad.
Aphi-ocallistes ramosus n. sp. Schulze |4. 6), Philippinen 375 Fad.
— vastus n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
Ascouema kenti 0. Schm. syn. Hyalonema kenti 0. Schm. Schulze (4. 6).
Aulascus n. g. Schulze (4. 6). Ohne Diagnose, i^ur 1 Art.
— johnstoni n. sp. Schulze (4. 6), Südost von Prince Edward Ins. 310 Fad.
Aulocalyx n. g. Schulze (4. 6). Ohne Diagnose. Nur 1 Art.
— irregularis n. sp. Schulze (4. 6), Südwest Bermudas 1075 Fad., Südost
Prince Edwards Ins. 310 Fad., West v. Crozet Ins. 1600 Fad.
Aulochone n. g. Schulze (4. 6). Langgestielter Kelch, dessen Oskularrand nach
aussen und hinten umgeschlagen, daher die Dermalmembran auf die
konkave oder eingebuchtete Unterseite beschränkt und sich von hier auf
den hohlen Stiel fortsetzend. Die Unterseite trägt ein quadratisches Haut-
gitternetz; die Aussenseite (Gastralseite) mit zahlreichen Oeffnungen der
in der Spongiologie für flie Jahre 1885-87. 235
Abfuhrkanäle. Parenchym mit Diacten und Discohexacteu; Dermal- und
Gastralmembran vorwiegend oder nur kleine, rauhe Pentacte.
— cylindiica n. sp. Schulze (4. 6), Nördl. von Raouland und Kermadec Ins.
600 Fad.
— lilium n. sp. Schulze (4. 6), Südost v. Miudanao 500 Faden.
Aulocystis n. g. Schulze (4. 6), für Myliusia grayi Marsh, und zitteli Marsh.
Balanella n. g. für Balanites n, g, Schulze (4. 6). Ohne Diagnose. Nur 1 Art.
— pipetta n. sp. Schulze (4. 6), Südl. Ocean 1950 Faden.
Bathydorus n. g. Schulze (4. 6). Sack oder Schlauch. Wand dünn, schlaff.
Aussenfläche glatt oder stachelig. Oskularrand dünn, rundlich. Mit stets
(?) Nadeln umsäumt. Parenchym mit Diacten und Hexacten, auch Oxy-
hexaster und Diskohexaster kommen vor. Dermalskelet aus glatten
hypodermalen Oxypentacten bestehend, dazu autoderraale rauhe Oxytetracte;
auch Diacte und Monacte bei einigen Arten. Gastralskelet nui- rauhe
Oxyhexaster.
— baculifer n. sp. Schulze (4. 6), Südpacif. '2335 Faden.
— fimbriatus n. sp. Schlze (4. 6), Nordpacifisch 2300 und 2900 Faden.
— spinosus n. sp. Schulze (4, 6), West v. Crozet Ins 1600 Faden.
— stellatus n. sp. Schulze (4. 6), Port Grappler, Magellanstr. 140 Faden.
Callisphaera syn. Pheronema grayi, Schulze (6).
Caulocalyx n. g. Schulze (4. 6). Ohne Diagn. Nur 1 Art.
— teuer n. sp. Schulze (4. 6), Südatlant. 2025 Fad.
Caulophacus n. g. Schulze (4. 6), Die Dermalfläche des von oben nach unten
abgeplatteten Körpers entweder schwach konvex oder konkav. Die dermalen
Pinuli mit kurzem und breitem, die gastralen mit langem, dünnem, frei
vorstehenden Strahl.
— elegans n. sp. Schulze (4. 6), Ost von Yokohama 2300 Fad.
— latus n. sp. Schulze (4. 6), West von Crozet Ins. 1600 Fad.
Chonelasma n. g. Schulze (4. 6). Senkrecht aufgewachsene Platten oder trichter-
förmige Kelche mit seitlichen, handschuhfingerförmigen Ausstülpungen.
— calyx n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
— doederleini n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
— hamatum n. sp. Schulze (4. 0), Nordost von Kermadec Ins. 630 Fad.
— laraella n. sp. Schulze (4. 6), Süd v. Possession Ins., Crozet Ins. 350 Fad.,
Nordost. V. Kermadec Ins. 630 Fad.
Crateromorpha murrayi n. sp. Schulze (4. 6), Little Ki Ins. 129— 140 Fad.
— thierfelderi n. sp. Schulze (4. 6), Little Ins. 129-140 Fad.
— tumida n. sp. Schulze (4. 6), Banda, 360 Fad.
Cyrtaulon n. g. syn. Volvulina 0. Schm., Schulze (4. 6).
— solutus n. sp. Schulze (4. 6), Little Ki Ins. 140 Fad.
Dactylocalyx patella n. sp. Schulze (4 6), SW. von Bermuda Ins., Küste von
Portugal 1075 Fad.
Dictyocalyx n. g. Schulze (4. 6), Ohne Diagn. Nur 1 Art.
— gracilis n. sp. Schulze (4. 6), Süd von Tahiti 2385 Fad.
Euplectella crassistellata u. sp. Schulze (4. 6), Nordwest von den Carolinen
2750 Fad.
— (?) nodosa n. sp. Schulze (4. 6), Bermudas.
236 I^i'- W. W eltner: Bericht über die Leistungen
Eurete carteri n. sp. Schulze (4. 6), Little Ki Ins. 140 Fad.
— bowerbanki n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
— marshalli n. sp. Schulze (4. 6), Little Ki Ins. 140 Fad.
— schmidti n. sp. Schulze (4. 6), Zamboonga Philippinen 102 Fad.
— semperi n. sp. Schulze (4. 6), Little Ki Ins. 140 Fad.
Euvyplegma u. g. Schulze (4. 6). Ohne Diagnose. Nur 1 Art.
— auriculare n. sp. Schulze (4. 6), Nordost von Kermadec Ins. 630 Fad.
Farrea clavigera n. sp. Schulze (4. 6), Banda, 200— 360 Fad.
— sollasi n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
— vosmaeri n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
Hexactinella Ctr. für Tretodictyum n. g. bei Schulze (4) in Schulze (6).
— latum n. sp. Schulze (4, 6), Little Ki Ins. 140 Fad.
— tubulosum n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
— ventilabrum n. sp. Carter (4), Misaki (Japan).
— ventilabrum Ctr. syn. Tretodictyum cyathus n. sp. Schulze (6).
Holascus n. g. Schulze (4. 6). Mit Wurzelschopf und scharf abgesetzter
terminaler Siebplatte. Innenfläche der Seitenwand mit zahlreichen, in
Längs- und Querreihen regelmässig angeordneten und durch ein quadrati-
sches Gitterleistennetz getrennten grubeuförmigen Vertiefungen.
— fibulatus n. sp. Schulze (4. 6), Zw. Marion Ins. und Crozet Ins., 1375 Fad.,
"West von Crozet Ins. 1600 Fad., West von Tasmanien 2600 Fad.
— polejaevi n. sp. Schulze (4. 6), Südl. Ozean, 1950 Fad.
— ridleyi n. sp. Schulze (4. 6), West von Mindanao, 2225 Fad.
— stellatus n. sp. Schulze (4. 6), Oestl. von Montevideo, 2650 Fad.
Holtenia carpenteri W. Thoms. syn. Pheronema carp. W. Thoms. Schulze (4. 6.)
Hyaloneraa arcticum n. sp. Hansen (1), Nordatlantisch.
— Conus n. sp. Schulze (4. 6), Süd Pacif. 1800 Fad.
— divergens n. sp. Schulze (4. 6), Mitte des Stillen Oceans 2425 Fad.
— foliata n. sp. F^ristedt (3), Baffinsbay, 260 Fad. (Ist gar kein Hyalonema)
— gracile n. sp. Schulze (4. 6), West von Mindanao 2225 Fad.
— poculum n. sp. Schulze (4. 6), Juan Fernandez 1375 Fad.
— robustum n. sp. Schulze (4, 6), Nördl. Still. Ocean 2300 Fad.
— rosea n.sp. Fristedt (3), Ostküste von Grönland 125 Fad. (wie foliata s. ob.)
— schnltzei syn. Semperella seh. Schulze (6).
— tenue n. sp. Schulze (4. 6), Ost von Buenos Ayres 1900 Fad.
— thomsoni Marsh, n. var. exiguum Schulze (6).
Hyalostylus n. g. Schulze (4. 6), Ohne Diagnose. Nur 1 Art.
— dives n.sp. Schulze (4. 6), Südpacifisch 2550 Fad.
Hyalothauma syn. Semperella, syn. Meyerina Schulze (6).
Labaria hemisphaerica Gray syn. Pheronema hem. Gray Schulze (4. 6).
Lophocalyx u. g. für Polylophus n. g. Schulze (6), für Rossella philippensis Gray.
Malacosaccus n. g. Schulze (4. 6), Sack- oder röhrenförmig. Wand schlaff,
aussen ziemlich glatt, innen wabig. Principalia sind Oxyhexacte mit sehr
langen, dünnen, biegsamen Tangentialsti-ahlen, longitudinal und transversal
orientirt und eine Art kubischen Gittergerüstes bildend. Dermalia uud
Gastralia degenförmige Hexacte, mit wahrscheinlich je einem Floricom.
— unguiculatus n. sp. Schulze (4. 6), Süden von Sierra Leona 2450 Fad.
— vastus n.sp. Schulze (4. 6), Zw. Marion und Crozet Ins. 1375 Fad.
iu der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 237
Pheronema giganteum ii. sp. Schulze (4.6), Little Ki Ins. 140 Fad.
— globosum n. sp. Schulze (4. 6), Little Ki Ins. 140 Fad.
— parfaiti Filh. Filhol (6) (Küste von Marokko oder Senegambien ?) 1200 m
Tiefe (unbeschrieben).
Pleorhabdus n. g. für Polyrhabdus n. g. Schulze (4. 6), ohne Diagnose. Nur
1 Art.
— oviformis n. sp. Schulze (4. 6), Südl. Oceau 1975 Fad.
Poliopogon gigas n. sp. Schulze (4. 6), Zw. Kermadec und Raoul Ins. 630 Fad.
Rhabdocalyptus n. g. Schulze (4. 6), kelch- oder sackförmig. Ausseufläche
glatt. Kurzer Stiel vorhanden. Oberer Rand dünn, glatt, allmählich zu-
gescliärft; die Oskularöffnuug weit, rundlich. Zwischen den rundlichen
Ausgangsöffnungen der abführenden Kanäle auf der Innenseite ein un-
regelmässiges Leistennetz. Parenchymalia der Hauptmasse nach Diacte.
Ausser Disco- und Oxyhexastern auch achtstrahlige Rosetten vorkommend.
Dernialmembran nur mit Diacten oder neben Pentacten, Tetracten und
Monacten vorkommend, diese alle rauh. Gastralia lauhe Oxyhexacte.
— mollis n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay, Japan.
— roeperi n. sp. Schulze (4. 6), Süd. von Puerto Bello, Magellanstr. 400 Fad.
Rossella philippensis Gray syn. Lophocalyx phil. Gray Schulze (4. 6).
Stylocalyx n. subg. Schulze (4. 6), die obere Oeffnung der Gastralhöhle bleibt
ganz offen, ohne Siebplatte. Gastrali'aum mit zentralem Kegel, von
Avelchem vier Radiärsepta abgehen, die den Gastralraum in vier Fächer
teilen.
— apertus n. sp. Schulze (4. 6), Sagami Bay 345 Fad.
— claviger n. sp. Schulze (4. 6), West, von Crozet Ins. 1600 Fad.
— depressus n. sp. Schulze (4. 6), Nördl. Still. Ocean 2050 Fad., Mitte des
Stillen Oceans 2425 Fad.
— elegans n. sp. Schulze (4. 6), Südl. Hawai 2425 Fad.
— globus n. sp. Schulze (.4. 6), Banda 360 Fad.
— tener n. sp. Schulze (4. 6), Südl. Stiller Ocean 2550 Fad.
Taegaeria n. g. Schulze (4. 6), Ohne Diagn. Nur 1 Art.
— pulchra n. sp. Schulze (4. 6), Fiji Ins. 61 Fad.
Thrycaptella (s. Trychaptella, Trichaptella) elegans Filh. Filhol (2), Küste von
Marokko, 815 ra tief. (Euplectellide, zu kurz beschrieben.)
Trachycaulus n. g. Schulze (4. 6), Ohne Diagn. Nur 1 Art.
— gurlitti n. sp. Schulze (4. 6), Süd. Atlant. 2550 Fad.
Vazella syn. Holtenia saccus Schulze (6).
Walteria n. g. Schulze (4. 6), Körperwand unregelmässig sackförmig, Skelet-
Gerüst gitterförraig mit Maschen von verschiedener Grösse und Gestalt.
Unteres Ende trichterförmig, hier Längs- und Querzüge des Skeletes
zeigend.
— flemmingi n. sp. Schulze (4. 6), Kermadec Ins. 630 Fad.
Tetraxonia.
Wir stellen zu dieser Ordnung auch die Gattungen Oscarella, Chondrosia
und Chondrilla und die Pseudotetraxonina Vosm.
Ancorina hispida n. sp. Bucchich, Adriat. Meer.
238 Dr. W. Weltner: Bericlit über die Leistungen
Aiithastra u. g. Sollas (8) Sponge usually more or less spherical; oscules
(listinguishable from tlie pores or not; ectosome thin, chiefly coUen-
chymatous, excavated by extensive sub-dermal cavities which never form
ebenes; cboanosome as in Myriaster. Flesb spicules an anthaster and
usually a cbiaster.
— communis n. sp. Sollas (8) 39» 10' SBr., 146» 37' ÖL., 38 Fad. 36» 59'
SBr., 150<> 20' ÖL., 150 Fad. Port Jackson 6—15 Fad.
— parvispicula n. sp. Sollas (8) 38» 21' SBr., 144» 36' ÖL., 33 Fad.
— pulchra n. sp. Sollas (8) 36» 59' SBr., 150» 20' ÖL., 150 Fad.
Astrella n. g. Sollas (8), Like Stelletta, but witb only one form of stellate, a
pycnaster, i. e. witb a small centrum, and sbort blunt, nuraerous rays.
— vosmaeri n. sp. Sollas (8). (Patagonien 175 Fad., wie .später hinzugefügt
wurde).
Caminns sphaeroconia u. sp. Sollas (8\ Babia, Seicbtwasser.
Cbrotella n. g. Sollas (8), Tbe ectosome is a fibro-vesicular collencbyme, witb
acerate spicules strewn througb it in various directions, but not at rigbt
angles to tbe .surface; tbe mesoderm is a granulär collencbyme; tbe canal
System eurypylous or apbodal.
— macellata u. sp. Sollas (8), 11» 37' NBr., 123» 31' ÖL. 18 Fad.
— Simplex n. sp. Sollas (8), 16» 50' NBr., 25» 8 WL. 200 Fad.
Cinocbyra n. g. Sollas (8), Tbe ectosome forms a cortex, wbicb consists cbiefly
of a dense fibrous feit, cortical acerates traverse it transversely; tbe
innermost lager of tbe cortex is free from spicules; tbe cortex is not
excavated by intercortical cavities; tbe oscules and pores are confined to
special flasked-sbaped recesses; tbe nioutb of eacb flask is spbiuctrate;
tbe walls are perforated by pores wbicb comniunicate witb tbe iucurrent
or excurrent canals, as tbe case may be ; tbe mesoderm of tbe cboanosome
is a granulär collencbyme; tbe canal System is eurypylous. (Später in
Cinacbyra geändert).
— barbata n. sp. Sollas (8), Kergueleu, 10 — 150 Fad.
Cbaracella n. g. Sollas (8), Similar to Norniania, but distinguisbed by tbe
absence of forks in tbe cboanosome; and by possessing only on form of
flesb-spicule, wbicb is an ampbiaster form of spini-spirule.
— aspera n. sp. Sollas (8), 2« 5' SBr., 34" 50 WL. 350 Fad.
Cbondrilla corticata n. sp. Lendenfeld (10) Port Jackson, Au.str.
— papillata n. sp. Lende nfeld (10), Port Jackson Austr.
— nucula 0. Scbm. von Carter (2), aus Port Philipp Heads erwähnt, ist
wahrscheinlich syn. Cbondrilla secunda v. Lendenfeld (12).
— secunda Ldf. syn. Cbondr. nucula bei Carter (2); Lendenfeld (9).
— secunda n. sp. Lendenfeld (10), Port Philipp, Austr. Laminarienzone.
Chondrosia ramsayi n. sp. Lendenfeld (10), Port Jackson, Austral. 10 — 20 met.
— spurca n. sp. Carter (11), Port Philipp Heads, South Australia.
Clavellomorpha minima n. g. n. sp. Hansen (1), Nordatland. Gattungscharakter
fehlt. Der Schwamm ist klein, keulenförmig, farblos. Spicula: ac*
längsgerichtet, Mta (7-. = 90") im Scbwammiuneren. Dazu st^
Corticium kittoni Otr. syu. Thrombus kittoni Ctr. Sollas (8).
in der Spougiologie für die Jahre 1885—87. 239
Craniella bowerbanki n. sp. Sollas (8), Port Jackson, var. a. Sydney 35 Fad.,
var. b Zamboauga, var. c. 10° 30' Sßr., 142» 18 ÖL. 8 Fad. (Später zu
Cr. simillirae Bwbk. gestellt).
— carteri n. sp. Sollas (8), Bahia.
— müUeri Vosm. syn. Alcyouium craninm var? Müll., Tethea craniuni
Johnst. und Bwbk. Tethya cran. O. Schm. Gray, Cart. Bwbk. und Lam.,
Tetilla cran. 0. Schm. und Sollas, Alcyonium cranium Müll, und Larax,
Spongia pilosa Mont. Vosraaer (2).
— mülleri Vosm. syn. Cr. thetbyoides 0. Schm. Levinsen.
— pulchra n. .sp. Sollas (8), 16» 50' NBr., 25« 8' WL. 260 Fad.
— schmidti n. sp. Sollas (8), 38» 30' :NBr., 31» 14 WL. 1000 Fad. ? syn. pro
parte Craniella cranium O. Schm.
Cydonium gloriosus n. sp. Sollas (8), Bahia, 7 — 20 Fad.
— hirsutus n. sp. Sollas (8;, 5» 49' SBr., 132« 14' WL. 140 Fad.
— magellani n. sp. Sollas (8), (Patagonien) 175 und 245 Fad.
Dragmastra normani Sollas syn. Stelletta normani Soll. Sollas (8).
Ecionema pyriformis n. sp. Sollas (8), und ridleyi n. sp. Port Jackson 30 bis
35 Fad. (Später zu Authastra gestellt).
Epallax n. g. Sollas Plakiniden, with large acerate spicules and sniall quadri-
radiate spicules.
— callocyathus n. sp. Sollas (8), 5» 49' SBr., 132« 14' ÖL. 140 Fad. (Später
von Sollas zu den Axinelliden gestellt).
Erylus formosus n. sp. Sollas (8), Bahia 7— 20 Fad.
Geodia baretti Bwbk. syn. Geod. bar. bei Sollas, Cydonium bar. bei Gray
Fristedt (1).
— parva n. sp. Hansen (1), Nordatlaut.
Isops pachydermata n. sp. Sollas (8), 32» 8' NB., 64« 59' WL. 1075 Fad.
Myriaster quadrata n. sp. Sollas (8) 6» 54' NBr., 122« 18' ÖL. 10 Fad. (Gatt.
Myriaster später in Myi'iastra geändert. Myr. quadr. später als var.
quadr. zu Myr. clavosa (Ridl.) ge.stellt).
— simplicifurca n. sp. Sollas (8) 10« 30' SBr., 142« 18' ÖL. 8 Fad.
— subtilis n. sp. Sollas (8), Kobei, Japan, 8—50 Fad.
— toxodonta n. sp. Sollas (8) 11« 6' NBr., 123» 9' ÖL. 20 Fad.
Normania crassiuscula n. sp. Sollas (8), Porto Praya, St. Jago 100— 128 Fad.
(Später zu Poecillastra n. g. gestellt.)
— goliath n. sp. Sollas (8) 9» 5' SBr., 34« 50' WL. 350 Fad. (Später zu
Characella aspera gezogen.)
— laminaris n. sp. Sollas (8), Amboyna. (Später zu Poecillastra gestellt.)
— tenuilaminaris n. sp. Sollas (8) 34« 58' NBr., 139» 29' ÖL. 238-775 Fad.
(Später zu Poecillastra gestellt.)
Normania (cf. Vosmaer Porifera p. 212) schulzii n. sp. Sollas (8) 52« 4' SBr.,
71» 22' ÖL. 150 Fad. (Später von Sollas zu Poecillastra n. g. gestellt.)
Oscarella bassaugustiorum Otr. .syn. Halisarca bass. Ctr. Lendenfeld (15),
Bass - Str.
Pilotrocha n. g. Sollas (8), Oscules di,stinct, pores in sieves ovorlying incurrent
chones; ectosome, thick fibrous cortex ; flesh spicules, chiasters; choanosome
as in Myriaster.
— anancora n. sp. Sollas (8), Bahia 7—20 Fad.
240 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Pilotroclia crassispicula n. sp. Sollas (8), Bahia 7— 20 Fad.
— gigas n. sp. Sollas (8j, St. Pauls Rocks.
— haeckeli n. sp. Sollas (8), Zamboanga 10 Fad.
— lougancora u. sp. Sollas (8), Torres-Str. 3—11 Fad. (Später als var. long,
zu Pil. purpurea Ridley gestellt.)
— pachyderma n. sp. Sollas (8), Tahiti 30 -70 Fad. (Später in pachydermata
geändert.)
— tenuispicula n. sp. Sollas (8), Bermuda Ins.
Psammastra n. g. Sollas (8), Spouge, with a thick fibrous cortex incorporating
grains of sand ; oscules two or more ; surface raised into conuli ; spicules —
a stellate with short rays and large centrum, and another form with
smaller centrum and larger rays, also, and most numerous spined bacilli;
forks of very peculiar character, rays very short, appearing merely as
spines of an acerate spicule with a rounded distal end.
— murrayi n. sp. Sollas (8) 39» 10' SBr., 146° 37' ÖL. 38 Fad.
Stelletta aeruginosa n. sp. Carter (2), Austral. 6 Fad.
— bacillifera n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Archip.).
— fortis n. sp. Vosmaer (2), Nördl. Eismeer 179 Fad.
— geodides n. sp. Carter (2), Austral. 13 Fad.
— mamilliformis n. sp. Carter (2), Austral.
— ochracea u. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— phrissens n. sp. Sollas (8) 50» 8' SBr., 74" 11' WL. 175 Fad.
Stellettinopsis purpurea n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— lutea n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
Stryphnus n. g. Sollas (8), Stellettidae distinguished by the absence of a radiate
arrangement of the spicules of the choanosome, only those which imme-
diately approach the surface of the spouge being arranged al right angles
to it; by the comparatively small size and rarity of the fork spicules as
compared with the acerates, and chiefly by the presence of a curious
iiTegular fleshspicule — the aniphiastrella. The cortex is a vesicular
coUenchyme containing pigment cells.
— niger n. sp. Sollas (8), Port Jackson 30—35 Fad.
— unguiculus n. sp. Sollas (8;, Port Elisabeth, S. Afrika.
Stylopus coriaceus n. g. n. sp. Friste dt (1), Bohusläu, c. 60 m Gattungsdiagn.
Spongia incrustans. Spicula ancorata, C-, S-curvato-acria et alia minora
nulla; spicula ordinum n. et III. sola adsunt. Spicula intercoris sceleti
inter se fere parallela, angulo fore recto ad spicula cutis membraueceae
disposita.
— coriaceus wahrscheinlich syn. Hymeniacidon dujardiniBwbk. Fristedt (2).
Synops neptuni n. sp. Sollas (8), Brasilien 32 Fad.
— nitida n. sp. Sollas (8;, Port Jackson, Sydney.
— vosmaeri n. sp. Sollas (8), Barre Grande 350 Fad.
Tethya cranium n. var. australiensis Carter (2), Austral. 20 Fad.
— cranium n. var. robusta Carter (8), King Isl. (Mergui Archip.)
— merguiensis n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Archip.)
— sibirica n. sp. Fristedt (3), Chatanga Bai (Sibirisches Eismeer), 15 Fad.
Actinia Bai 5 — 10 Fad. Pitlekai (Nordost Sibirien). (Ist eine Tetilla
Schm.)
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 241
Tethya stipitata ii. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
Tetilla craniuin 0. Schm. syn. Tetilla polyura 0. Schm. Vosiu., T. geniculata
Marenz. Levinsen.
— geniculata n. sp. Marenz eil er, Jan Mayen 350— 400 m.
— grandis u. sp. Sollas (8), Kerguelen u. Christmass Ins. 10 —150 Fad.
— japonica n. sp. Lampe, Japan.
— leptoderma n. sp. Sollas (8), 37° 17' SBr., 53« 52' WL. 600 Fad.
— pedifera n. sp. Sollas i8) 0» 48' Sßr., 126» 58' ÖL. 825 Fad.
— polyura 0. Schm. syn. T. cranium 0. Schm. , T. polyura Vosm., T. geni-
culata Marenz. Levinsen.
— sandalina n. sp. Sollas (8), Azoren 1000 Fad.
Thenea delicata n. sp. Sollas (8) 46" 16' SBr., 48« 27' WL. 1600 Fad.
— grayi n. sp. Sollas (8), 34« 19' SBr., 157« 31' ÖL. 400 Fad.
— muricata Bwbk., syn. T. wallichii Soll., Tisiphonia agariformis W. Th. und
fene.strata 0. Schm. Vosmaer i2).
— schmidtii n. sp. S o 1 1 a s (8) 36 « 25 ' NBr., 8« 12' WL. 600 Fad. ; 38 » 30 ' NBr.
31« 14' WL. 1000 Fad.
— wi-ightii n. .sp. Sollas (8) 42« 43' SBr., 82« 11' WL. 1450 Fad.
— wyvilli n. sp. Sollas (8) 10« 14' NBr., 123« 54' WL. 95 Fad.
Thrombus n. g. Sollas (8), Corticidae, containing spined forks like those of
Corticium kittoni Ctr. (Ann. Mag. Nat. Hist. (4) XIV. 1874.)
— challengeri n. sp. Sollas (8) Api, Neue Hebriden, 130 Fad.
Tisiphonia fenestrata 0. Schm. syn. Tethea muricata Bwbk. Schmidt.
Vulcanella n. g. Spicules similar to those of Noraiania; sponge distinguished by
the Specialisa tion of the oscula, each the large patent openiug of a
shallow cloaca, which is lined by a coarsely fenestrate membrane.
— cribrifera n. sp. Sollas (8), St. Jago, Porta Praya. (Später zu Sphinc-
trella gestellt.)
Monaxonia.
Diese Gruppe ist nach dem Vorgange von Vosmaer, Ridley und Dendy
und Lendenfeld aufzulösen. Weil aber die Einteilung der Spongien in die fünf
Ordnungen der Kalkschwämme, Ho)uschwämme , Einaxer, Dreiaxer und Vier-
axer praktisch gut ist, so haben wir sie hier noch beibehalten. — Aus den
Monaxonia sind die Pseudotetraxonia aber ausgeschieden, s. Tetraxonia.
1. Meeresformen.
Acanthella cactiformis n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, S. Austral. 19 Fad.
— hirciniopsis n. sp. Carter (2), Austral. 19 Fad.
— multiformis n. sp. Vosmaer (2), Nördl. Eismeer 140 und 165 Fad.
— pan'iconulata n. sp. Carter (2), Austral. 18 Fad.
— pulcherrima n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Torresstr. 3 -11 Fad.
— rugolineata n. .sp. Carter (2), Austral.
Acervochalina claviformis n. sp. Carter (2), Austral. We.stern Port.
Amorphina anonj'ma n. sp. Carter (2), Austral. 6 — 19 Fad.
— cancellosa n. .sp. Carter (2), Austral.
? Amorphina fallax Bwbk. syn. Halichondria fall, bei Bwbk., Hyraeniacidon fall.
Bwbk., Reniera fall, bei Gray. Fristedt (1).
Archiv f. NaturgescL. Jahrg. 1888. Bd. II. H. :3. 16
242 Dl'- W. Weltiier: Beiicht über die Leistungen
Amorphiua fallax (Bwbk.) syn. Hymeniacidon fallax Bwbk. Fristedt (3).
— fascicnlata n. sp. Fristedt (8), Nördl. v. Spitzbergen. 60 Fad.
— fibrosa n. sp. Fristedt (3), Behringsstrasse 25 Fad.
— grisea n. sp. Fristedt (3), Kamenni Ins. 19 Fad. Cbatanga Bai 15. Fad.
Nord. V. Olenekfluss. Südosten von der Liakov Ins. 8 — 9 Fad.
Jrkaipij (Nordcap von Sibirien) 3 — 6 Fad. Pitlekai (Nordost Sibirien)
12 und 10—14 Fad.
— nigrocutis n. sp. Carter (2), Austral. 7 Fad.
— nodosa n. sp. Fristedt (3), Lokalität unbekannt, auf der Fahrt nach
Spitzbergen gesammelt.
— panicea Fall. syn. Spongia pan. Fall., Alcyoniura pan. bei Lam., Hali-
chondria pan. bei Johnst. Hai. pan. bei Bwbk. , Amorphina pan. bei
0. Schni., Spongia cristata Ell. Sol., Alcyonium tubulosum Esp. Spongia
corapacta Sowerby, Alcyonium papillosum Ijam., Alcyon. medulläre Lam.,
Spongia papillaris Mont., Scypha pap. bei Gray, Halichondria pap. bei
Fleming, Halispongia pap. bei Blainv., Spongia tomentosa Mont., Spongia
Urtica Risse, Halichondria sevosa Johnst. Fristedt (1).
— renieroides n. sp. Fristedt (3) Konyam Bai (Vega Exp.) 2 — 16 Fad.
Amphilectus annectens n. sp. Ridl und D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
Amphilectus apollinis n. .sp. Ridl. und D. (1.2), Kerguelen 20— 60 Fad.
— ceratosus n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Port Jackson, Austr. 7 Fad.
— pilosus n. .sp. Ridl. und D. (1. 2), Kerguelen 70 Fad., Marion Ins. 50— 75Fad.
Anterochalina n. g. Lendenfeld (26), Placochalininae , welche sehr dünne
Platten mit glatter Oberfläche bilden und zerstreute kleine Oskula be-
sitzen.
— concentrica n. sp. Lendenfeld (26), S. Austral.
— crassa n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— dura n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— elegans n. sp. Lendenfeld (26), Torrestrasse.
— frondosa n. sp. Lendenfeld (26), 0. Austral.
— perforata n. sp. Lendenfeld (26), 0. Australien.
— renieroides n. sp. Lendenfeld (26), Neuseeland.
— tenuispina n. sp. Lendenfeld (26), S. Austral.
Arenochalina n. g. Lendenfeld (26), Arenochalininae mit weitmaschigem
Skeletnetz.
— mirabilis u. sp. Lendenfeld (26), Torrestrasse.
Artemisina suberitoides n. g. n. sp. Vosmaer(2), nördl. Eismeer, 140 Fad. Gatt.
Diagn. s. Vosmaer Porifera.
— suberitoides Vosm. syn.'? Suberites arciger 0. Schm. Fristedt (3).
Axinella arborescens n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Port Jacks. 30— 35 Fad.
— atropurpurea n. sp. Carter (2), Austral. 19 Fad.
— balfourensis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Kerguelen 20—60 Fad.
— chalinoides n. sp. Carter (2), Austral. 19 Fad. n. var. glutiuosa das.
20 Fad.
— chalinoides n. var. cribrosa Carter (2), Austral. Western Port.
— cladoflagellata n. sp. syn. Axinella chalinoides var. glutinosa Carter (2),
Austral. Western. Port.
— coccinea n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 243
— fibrosa n. sp. Ridl. und D. (.1- 2), Magellanstr. 55 Fad.
— flabellata n. sp. Carter (2), Austral. 18 Fad.
— ? lunaecharta n. sp. Ridl. und D. (1. 2), St. Vincent (Cap Verde) Seicht-
wasser.
— mariana n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Marion Ins. 50 — 75 Fad.
— meloniforniis n. sp. Carter (2), Austral. 11 Fad.
— monticularis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), St. Vincent (Cap Verde) Seicht.
— ? paradoxa Ridl. und D. (1. 2), Enaccessible Isl. (Südatl.) 90 Fad.
— pilifera n. sp. Carter (2), Austral. 20 Fad.
— profunda n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Nördl. Pacif. Ocean 2300 Fad., Südl.
Pacif. Ocean 2385 Fad.
— reticulata n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Bahia 7-20 Fad.
— nigosa Bwbk. syn. Dictyolindrus rugosus Bwbk. Fristedt (1).
— setacea u. sp. Carter (2), Austral. 7 Fad.
— solida n. sp. Carter (2), Austral. 11 Fad.
— stelliderma n. sp. Carter (2), Austral. 10 Fad. n. var. acerata das. 20 Fad.
— ?tubulosa n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
— villosa n. sp. Carter (2), Austral.
— virgultosa n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergiii Arcbip.)
— — n. var. massa Carter (8), das.
Axoniderma n. g. Ridl. u. D. (1), Acuate .skeletou-spicules and inequianchorate
flesh-spicule.s of tbe Cladorrhiza-type ; also the characteristic spiciües of
the genus, consisting each of a long straight shaft with (usually) five
equal theeth arranged in a star at each end.
— mirabile n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Südl. Pacif. Ocean 2250 Fad.
Cacochalina globosa n. sp. Lendenfeld (26), lUawarra Austral.
— inacrorhaphis u. sp. Lenden fehl (26), Torrestrasse.
— pandaea n. sp. Lendenfeld (26), Chattam Ins.
— rubra n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson, Australien.
— truncatella n. sp. Lendenfeld (26), var. laxa und mollissima. Neu Seeland.
— typica n. sp. Lendenfeld (26), Neu Seeland.
— velinae n. sp. Lendenfeld (26), Neu Seeland.
Ceraochalina n. g. Lendenfeld (26), harte, fingerförmige oder lappige Pachy-
chalinae, deren Skeletfaseru sehr dick sind und nur wenige kleine Nadeln
enthalten, welche gewöhnlich nur in den Hauptfasem vorkommen.
— euplax n. sp. Lendenfeld (26), Australien.
— extrema n. sp. Lendenfeld (26), Neu Seeland.
— levis n. sp. Lenden feld (26), Neu Seeland.
— microrhaphis n. sp. Lendenfeld (26), Neuseeland.
— multiformis n. sp. Lendenfeld (26), n. var. maeandra, lamella, elegans,
digitata, mollis und dura, Australien und Neu Seeland.
— nuda Ridl. var. abruptispicula Ridl. syn. oxystrongylus Lendenfeld (26).
— nuda Ridl. n. var. oxyus Lenden feld (26), N. Austral.
— papillata n. sp. Lendenfeld (26), n, var. macropora, intermedia und
micropora. Neu Seeland.
— reteplax n. sp. Lendenfeld (26), Neu Seeland.
— tenella n. sp. Lenden feld (26", S. Au.stralien. *
— typica n. sp. Lendenfeld (26), Port Philipp, Austral.
16*
'244 Dl"- W. Weltiier: Bericht über die Leistuiigeu
Chalina groenlanclica n. sp. Friste dt (3), Ostküste Grönlands 140 Fad.
— limbata Mont. syn. Spougia limb. Mont., Chalina limb. bei Bwbk., Chali-
nula limb. bei 0. Schni., Spongia lobata Mont., Tuplia lob. bei Gray,
Fristedt (1).
— oculata n. var. fibrosa Carter (8), King Isl. (Mergui Archip.)
— oculata n. var. repens Carter (2), Port Western, Aiistral.
— polychotoma Esp. n. var. trichotoma, compressa, oculata, robusta, angulata,
monoliformis. Australien 19 u. 20 Fd. Carter (2).
— pulcherrima n. sp. Fristedt (1), Bohuslän 175 m.
— rectangularis n sp. Ridl. u. D. (1. 2), Philippinen 18 Fad.
— spinifera n. sp. Carter (8).
— vega n. sp. Fristedt (3), Liakov-Isl. (Vega-Exped.) 8—9 Fad.
Chalinella n. g. Lendenfeld (26), Sehr zarte und weiche Cacochalininae von
massiger Form mit einem engmaschigen Netz feiner Fasern und wenigen,
sehr kleinen Nadeln.
— macropora n. sp. Lendenfeld (26), Nord- und Süd-Austral.
— tenella n. sp Lendenfeld (26), Port Philipp, Austral.
Chalinissa n. g. Lendenfeld (26), Abgeflachte, lamellöse, baumförmige Pachy-
chalininae mit welliger Oberfläche. Oskula auffallend und zahlreich, nicht
vorragend. Dermalskelet besonders hoch entwickelt. Skeletnadeln gross
und zahlreich. Ausserdem zahlreiche, den Skeletnadeln gleich gestaltete
Fleischnadeln, welche zum Teil zur Bildung eines Netzes mit dreieckigen
Maschen zusammentreten.
— communis n. sp. Lendenfeld (26), u. var. flabellum u. digitata, Port
Jackson, Austr.
— elegans n. sp. Lenden fei d (26,) 0. Australien.
— elongata n. sp. Lendenfeld (26), 0. Austral.
— macropora n. sp. L enden feld (26), Port Jackson.
— ramosa n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson,
— rigida n. sp. Lenden feld (26), 0. Austral.
— serpens n. sp. Lendenfeld (26), O.Australien.
— tenuifibris n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
Chalinodendron n. g. Lenden feld (26). Weiche, fingerförmige Euchalininae
mit netzförmiger Oberflächenstruktur. Skeletnetz grob. Nadeln zahlreich.
— deudrilla n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— elegans n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— exiguum n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— minimum n. sp. Lendenfeld (36), N. Australien.
— ramosum n. sp. Lendenfeld (26i, Port Jackson.
Chalinopora n. g. Lendenfeld (26). Diagn. Cacochalininae von verzweigt-
lappiger Gestalt mit auffallend grossen wenig zahli-eichen Oskulis. Mit
feinen Skeletfasern und zahlreichen Nadeln.
— conulata n. sp. Lendenfeld (26), Torresstrasse.
— lamella n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson Austr.
— laxa n. sp. Leudenfeld (26), Port Jackson, Austr.
— lutea n. sp. Lendenfeld (26), Port Philipp, Austr.
— paueispina n. sp. Lenden feld (26), S.Australien.
— retepora n. sp. Lendenfeld (26), Torrestrasse.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 245
— raphidiophora n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson, Austr.
— siphonopsis n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson, Anstr.
— tenella n. sp. Lendenfeld (26), Port Philipp, Austr.
— tmncata n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— typica n. sp. Lendeufeld (26), n. var. teunispina nud megarhaphis Ost
Australien.
Chalinoraphis n. g. Lendeufeld (26). Chalinorhaphinae mit deutlichen erhabenen
Oskulis.
— armata n. sp. das. Port Jackson.
— densa n. sp. das. Port Jackson.
— digitata n. sp. das. Port Jackson.
— paucispina n. sp. das. 0. Australien.
Chalinula coxi n. sp. Lendenfeld (14), Clarence River, Austral.
Chondrocladia clavata n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Fiji Ins. 140 Fad.
— crinita n. sp. Ridl. und D. (1. 2). Nördl. Neu Guinea, 2000 Fad.
Chondropsina n. gruppe der Suheritida, Carter (2).
Ciocalypta amorphosa n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
— hyaloderma n. sp. Ridl. und D. (1. 2.), Rio de la Plata 600 Fad.
Cladochalina aurautiaca u. sp. Lendenfeld (26), Port Philipp, Austr.
— dendroides n. sp. Lendenfeld (26), Neuseeland.
— elegans n. sp. Lendenfeld (26), 0. Australien.
— euplax u. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— mammillata n. sp. Lenden fehl (26), Neuseeland.
— mollis n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— tenuirhaphis n. sp. Lendeufeld (26), Neuseeland.
Cladorhiza (resp. Cladorrhiza) abyssolica, n. var. linearis Ridl. und D. (2), Süd
pacifisch, 2385 Fad.
— abyssolica n. var. rectangularis Ridl. und D. (2). Mitte des Pacif. Oc.
2750 Fad.
— cupressiformis Ctr. syn. Esperia cupr. Ctr. Fristedt (3).
— inversa n. sp. Ridl. und D. (1. 2). Süd Atlant. Ocean 2200 Fad.
— longipinna n. sp. Ridl. und D. (1. 2). Nördl. Pacif. Ocean 3000 Fad.
— moruliformis n. sp. Ridl. und D. (1.2). Südl. Ocean 1950 Fad.
— nobilis n. sp. Fristedt (3), Ostküste von Grönland 130 Fad.
— nordenskiöldi n. sp. Fristedt (3), Ostküste von Grönland 130 Fad.
— pentacrinus n. sp. Dendy (2). Nordost v. Neu Seeland 700 Fad.
— similis n. sp. Ridl. und D. (1. 2) Südl. Pacif. Ocean 2385 Fad.
— (?) tridentata n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Zw. Prince Edwards und Crozet
Ins. 1600 Fad.
Clathria corallorhizoides n. sp. Fristedt (3), Baffins Bai 169 Fad.
— elegantula n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Bass-Str. 38 Fad.
— ? inanchorata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Bass-Str. 120 Fad.
— lendenfeldi n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Port Jacks.
— loveni n. sp. Fristedt (3), Cape Jakau (NBr. 68» 32' OL. 177" 41'),
12 Fad.
Cliona bacillifera n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.)
— dissimilis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), S. Neu Guinea 28 Fad.
— sceptrellifera? n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.)
246 I^i"- W. Weltner: Bericht über die Leistimgen
— stellifera? n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.)
Cometella Spermatozoon 0. Schm. syn. Suberites sp. Friste dt (3).
Cornulum ascidioides n. sp. Friste dt (3), Baffins Bai 169 — 183 Fad.
— enteromorphoides n. sp. Friste dt (3), Baffinsbai 169 Fad.
Cribrochalina anibigua n. sp. Maren zeller, Jan Mayen 230 m.
— sluiteri Vosm. syn.? Cr. variabilis Vosm. ? Auletta elegans, Reniera in-
fundibuliformis Hans. Levinsen.
Dactylochalina n. g. Lendenfeld (11), Monactinellide mit einem hexactinelliden
Netzwerk der Hornfaseru. Maschen ziemlich klein. An der Oberfläche
ist der Schwamm von einem ausserordentlich feinem Netzwerk von feinen
Fasern überzogen. Nadeln wenig zahlreich, sehr kleine und dünne Um-
spitzer, in der Axe der Hornfasern; sie sind in den Verbindungsfasern
sparsamer als in den Hauptfasern vorhanden und auch in dem Ober-
flächennetz vertreten. Schwamm mit fingerförmigen Fortsätzen.
— australis n. sp. Lendenfeld (18), Süd-, Ost- und Westaustral.
— candelabrum n. sp. Lenden fei d (26), Neuseeland.
— conica n. sp. Lendenfeld (26), Torresstrasse.
— conulata n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— cylindrica n. sp. Lendenfeld (17), 0. Austral.
— mollis n. sp. Lendenfeld (26), 0. Austral.
— reticulata n. sp. Lendenfeld (17), 0. Austral.
— villosa n. sp. Lendenfeld (26), S. Austral.
Dasychalina n. g. Ridl. u. D. (1), Solid, coarsely spined on surface; skeleton-
fibres stout, spicules polyserial; amount of spongia variable, uever very
great.
— Ridl. u. Dendy (1) syn. Pachychalina Ridl. u. Dendy (2).
Dendropsis n. g. Ridl. u. D. (1), Skeleton-arrangement Raspailia-like. Skeleton-
spicules acuate of various forms. Flesh-spicules minute spined acerates.
— bidentifera n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Cap Gute Hoffn. 10-20 Fad.
— peachi Bwbk. n. var. stellifera Fristedt (1), Bohuslän 150— 178 m.
— porosa n. sp. Fristedt (3), Davisstrasse 70 Fad.
— pumicea n. sp. Fristedt (1), Bohuslän, c. 65 m.
— peachii Bwbk. n. var. groenlandica Fristedt (3), Ostküste von Grönland
130 Fad.
— rosea n. sp. Fristedt (3), Ostküste von Grönland 125 Fad.
Desmacidon arcticum n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— bosei n. sp. NoU (2. 3), Drontheimfjord 300 m. (Genauer beschrieben bei
Neil, Abhandl. Senckenb. naturf. Gesellsch. Frankfurt a./M. 1888.)
— clavatum n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— conulosa n. sp. Ridl. u. D. (1), Cap Gute Hoön. 10-20 Fad.
— giganteum n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— nucleus n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— ? ramosa n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Cap Gute Hoffn. 150 Fad., Marion Ins.
50—75 Fad.
— reptans n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Bahia 7 -20 Fad.
Dictyocylindrus aceratus n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.)
— cacticutis n. sp. Carter (2), Austral. 19 Fad.
— piniformis n. sp. Carter (2), Austral.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 247
— pinnatiftdiis n. sp. Carter (2), Austral. 5 Fad.
— rugosus Bwbk. syn. Axinella rugosa bei 0. Schmidt Fristedt (1).
Eccoelonida n. fara. Carter (2) wird für die Excavating Sponges geschaffen.
Echinochithria carteri n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Bass-Str. 38 Fad. Südostaustral.
120 Fad., Port Jackson 30-35 Fad.
— fanis n. sp. Carter (2), Süd Australien, n. var. arenifera das.
— glabra n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Bass Str. 38 Fad.
— gracilis n. sp. Carter (2), Austral. 20 Fad.
— nodosa n. sp. Carter (2), Austral. 5 Fad.
— subhispida n. sp. Carter (2), Austral. 11 Fad,
— tenuis n. sp. Carter (2), Austral. 20 Fad.
Echinodictyum asperum n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Tahiti 20 Fad.
— rugosum u. sp. Ridl. und D. (1. 2), SW. Guinea 49 Fad.
Echinonema caespitosa n. sp. Carter (2), Australien 19 Fad.
— flabelliformis n. sp. Carter (2), Australien 19 Fad.
— pectiniformis n, sp. Carter (2), Australien 20 Fad. Villeicht syn. mit
flabelliformis Carter (2).
— incrustans n. sp. Carter (2), Australien 11 Fad,
Esperella (s. Esperia) arenicola n. sp. Ridley und D. (1. 2), Bass Strasse 38 Fad.
— armata Bwbk. syn. Microciona arm. Bwbk., Amphilectus arm. bei Vosm.,
Scopalina toxotes 0. Schm. Fristedt (1).
— biserialis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Süd. Pacif. Ocean 2250 und 2385 Fad.
— (Myxilla) clavigera u. sp. Levinsen, Karisch. Meer 80 F.
— indica n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.).
— infundibulum n. sp. Levinsen, sjni. p. p. Esperia bihamatifera Hans.
Karisch. Maer 50—70 F.
— cupressiformis Ctr. syn. Esperia cupr. Ctr., Esperia cupr. var. bihamatifera
Ctr., Cladorhiza bih. Vosm. p. p. Esperia bih. Hans. Levinsen.
— cupressiformis Cart. n. var. robusta et lycopodium, Levinsen, Karisch.
Meer 51—81 F.
— foliata n. sp. Fristedt (1), Bohuslän 70— 180 m.
— forcipis Bwbk., syn. Halichondria forc. Bwbk., Hai. forc. bei Cart., Myxilla
forc. bei Vosm. Fristedt (1).
— fusca n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Bahia 17 Fad.
— helios n. sp. Fristedt (3), Pitlckai (J^ord Ost Sibirien) 12 Fad.
— hyudmanni Bwbk., syn. Halichondria hyndra. Bwbk., Alebion hyndm. bei
Gray, Esperia hyndm. bei Vo^m. Fristedt (1).
— lapidiformis n. sp. Ridl, und D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
— lingaia Bwbk., syn Halichondria liugua Bwbk., Hymeniacidon 1. bei Bwbk.,
Mycale 1. bei Gray, Esperia 1. bei 0. Schm., Raphiodesma 1. bei Bwbk.,
Raphioderma coacervata Norman. Fristedt (1).
— lingua Bwbk. n. var. arctica Fristedt (3), Behrings -Inseln, 5— 10 Fad.
— mammiformis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Prince Edwards Ins. 1600 Fad.
— murrayi n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Port Jackson (Austr.) 30—35 Fad.
— nigricans Bwbk., syn. Halichondria nigr. Bwbk., Jophou nigr. bei Gray,
Esp. nigr. bei Vosm., Halichondria scandens Bwbk, Jophon sc. bei Gray,
Esp. sc. bei Vosm. Fristedt (1).
248 1^1'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
— normanni Bwbk., syn. Isodictya norm, bei Bwbk., Amphilectus norm, bei
Vosm., Isodictya alderi bei Bwbk. Friste dt (1).
— nuda n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Bahia Seiclitwas.ser,
— parasitica n. sp. Carter (2), Port Phillip Heads, South Australia.
— peachii Bwbk. syn. Hymedesmia p. Bwbk., Fristedt (1).
— picea Vosm. syn. Alebion piceum Vosm. Levinsen.
— porosa n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Port Jackson 30—35 Fad,
— Simonis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Cape Gut. Hoffn. 10-20 Fad.
— Sophia n. sp. Fristedt (3), Ostküste von Grönland, 130 Fad.
— vosmaeri n. sp. Levinsen, Karisch. Meer 65 F.
Esperina Ridl. und Dendy (1), syn. Esperellinae Ridl. und Dendy (2).
Esperiopsis anomala n. sp, Ridl. und D. (1. 2), Honolulu 16— 20 Fad.
— challengeri Ridley n. sp. Ridl. und D. (1. 2). Celebes 825 Fad. Philippinen
500 Fad. n. var. meangensis.
— cylindrica n. sp. Ridl. xmA D. (1. 2), Port Jackson (Austr.) 30-35 Fad.
— edwardii n. var. americana Ridl. und D. (2), Magellanstr. 55 Fad.
— profunda n. sp. Ridl. und D. (1. 2,) Südl. Ocean 1600 Fad.
— ? pulchella n. sp. Ridl. und D. (1. 2), S.W. New Guinea 140 Fad.
— symmetrica n. sp. Ridl. u. D. (1. 2', Prince Edwards Ins. 310 Fad.
Euchalina n. g. Lenden fei d (26), Euchalininae ; die fingerförmigen Fortsätze
des Schwammes klein. Mit sehr feinfaserigem, nadelreichem und eng-
maschigem Skeletnetz. Netzmaschen nur mit dem Mikroskop erkennbar.
— cortica n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— exigua n. sp. Lendenfeld (26), n. var. simplex und arborea. 0. Austral.
— macropora n. sp. Lenden fei d (26), Port Jackson.
— paucispina n. p. Lendenfeld (26), S. und 0. Australien, Neu Seeland.
— phillippinensis n. sp. Lendenfeld (26), S. Austral.
— reticulata n. sp. Lendenfeld (26), S. Austral.
— rigida n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— typica n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
Euchalinopsis n. g. Leudenfeld (26), Euchalininae mit feinen fingerförmigen
Fortsätzen, grobmaschigem Netz, dicken Fasern und spärlichen Nadeln.
Skeletnetzmaschen mit freiem Auge sichtbar.
— dendroides n. sp. Lendenfeld (26), 0. Austral.
— minima n. sp. L enden feld (26), Austral., Neu Seeland.
— reticulata n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
Euplacella n. g. Lendenfeld (26), dünnplattige Placochalininae mit glatter
Oberfläche und zahlreichen, regelmässig verteilten Oskulis , welche aus-
schliesslich auf einer Seite vorkommen. Skeletnetz eng, hexactinellid, mit
dicken Fasern. Mit kleinen, schlanken, wenig zahlreichen Nadeln.
— australis n. sp. Lendenfeld (26), Torresstr.
— frondosa n. sp. Lendenfeld (26), 0. u. S. Austral.
— moUissima n. sp. Lendenfeld (26), S. Austral.
Forcepia crassanchorata n. sp. Carter (2), Port Elliot, South Austrslia.
— groeulandica n. sp. Fristedt (3), Ostkilste von Grönland 125 Fad.
Forcipina bulbosa Ctr. syn. Halichondria forcipis Bwbk., Hai. forc. var. bulbosa
Ctr., Myxilla forc. Bwbk., Myxilla bulb. Ctr., Halichondria forceps Bwbk.
Vosmaer (2).
in der Spüngiologie tiii- die Jalire 1885—87. 249
Gelliodes poculum n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Port Jackson, Austr. 30-35 Fad.
— tubulosa u. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
Gellius arcoferus n. sp. Vosmaer (26), Nördl. Eismeer 140 und 170 Fad.
— calyx n. sp. Ridl. u. D. (1. 2i, Rio de la Plata 600 Fad.
— capilliferus n. sp. Levinsen, Karisch. Meer 78 Fad.
— Carduus u. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Crozet Ins. 240 - 250 Fad., Prince Edwards
Ins. 85 - 150 Fad., Marion Ins. 50—75 Fad., Südwestküste von Patagonien
245 Fad. n. var. niagellanica.
— flabelliformis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2j, Rio de la Plata 600 Fad.
— flagellifer n. .sp. Ridl. u. D. (1. 2), Marion Insel 50-75 Fad.
— glacialis n. .sp. Ridl. u. D. (1. 2), Agullias Bank 150 Fad., Prince Edwards
Ins. 75 Fad., n. var. nivea.
— infundibuliformis n. sp. Vosmar (2), Nördl. Eismeer 140 u. 180 Fad.
— laevis n. .sp. Ridl. u. D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
— vagabundus 0. Schm. syn. Desmacella vagab. 0. Schm., Desmacodes vag.
0. Schm. Vosmaer (2).
Halichondria assimilis n. sp. Levinsen, Karisch. Meer 7— 68 Fad._
— compressa ine. sedis Carter (2), Austral. Western Port.
— latrunculioides n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad,
— nigricans Bwbk. syn, Esperia nigr. Fristedt (3).
— pattersoni Bwbk. syn. Esperia patt. Fristedt (3).
— pelliculata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Amboyna 100 Fad.
— robertsoni Bwbk, syn. Hastatus rob. Frist. Fristedt (3).
— scabida n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, South Australia.
— solida n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Tahiti 30—70 Fad., Api, Neue Hebriden
60—70 Fad., n. var. rugosa.
— stelliderma ine. sedis Carter (2), Austral. AVestern Port.
Hamacantha papillata n. sp. Vosmaer (2), Nördl. Eismeer 145 u. 180 Fad.
Hastatus ambiguus Bwbk., syn. Microciona amb. Bwbk., Mici'. amb. bei Marenz.,
Amphilectus amb. bei Vosm. Fristedt (1).
— foliatus n. ,sp. Fristedt (3), Ostkü.ste von Grönland 130 Fad.
— fragilis u. sp. Fristedt (1), Bobusiän 180 ra.
— granulatus Bwbk., syn. Halichondria gran. Bwbk., Dendoryx gran. bei
Gray. Fristedt (1).
— indistinctus n. sp. Fristedt (3), Spitzbergen 60 Fad.
— mamillaris n. sp. Fristedt (1), Bohuslän, c. 55 ra.
— robertsoni Bwbk., .syn. Halichondria rob. Bwbk. Fristedt (1).
Higginsia coralloides n. var. massalis Carter (2).
— coralloides n. var. natalensis Carter (2), Port Elisabeth. Cap Gut. Hoffn.
— lunata prov. n. sp. Carter (2), Austral. 19 Fad.
Homoeodictya grandis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Gap Gut. Hoffn. 10—20 Fad.
— kei'guelenensis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Kerguelen 25 Fad.
Hoplochalina n. g. Lenden feld (26), Unregelmässig, fingerförmige Hoplocha-
lininae. Vielleicht Uebergang zwischen Axinelliden und Aplysilliden.
— dendrilla n. sp. das. Port Jackson.
— incrustans n. sp. das. Port Jackson.
— renieroides n. sp. das. S. Australien.
— tenella n. sp. das. S. Australien.
250 Dl- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Hymeniacidon (?) hyalina n. sp. Ridl. und D. (2), S.W. Patagonien.
— ? subacerata n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Philipi)ineu 18 Fad.
Hymeraphia spitzbergensis n. sp. Fristedt (3), Spitzbergen.
— stellifera ßwbk. syn. Mesapos st. bei Gray, Fristedt (1).
— vermiculata Bwbk. var. erecta Ctr. syn. Axinella verm. var. er. Friste dt (3).
Isodictya barleei ßwbk. syn. Esperia (Esperella) foliata Frist. Fristedt (2).
— densa n. var. incrustans Carter (8), King Isl. (Mergui Arcb.).
— densa n. var. tubuloramosa n. v. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.).
— dikcsoni n. sp, Fristedt (3), Grönland, Baffinsbai, 260 Fad.
— donnani Bwbk. syn. Axinella donn. Dendy (1).
— infundibuliformis L. syn. Spougia iuf. L., Halichondria inf. bei Fleming und
bei Johnston, Isod. inf. bei Bwbk., Ti'agosia inf. bei Gray, Phakellia inf.
bei Carter, Spongia pocillumLamx., Spongia calyciformisLam. Fristedt (1).
— simulans n. var, albida Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.).
— simulans n. var. cancellata (fusca) Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.).
Jophon abnormalis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Marion Ins. 50—75 Fad.
— chelifer n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Cap Gut. Hoffn. 150 Fad., Prince
Ewards Ins. 310 Fad., zw. Prince Edwards und Kerguelen Ins. 550 Fad.
— cylindricus n. sp. Ridl. und D. (1. 2), cap Howe Austr. 120 Fad.
— laminalis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Prince Edwards Ins. 310 Fad.
— (?) omnivorus n. sp. Ridl. und D, (2), Süd Austr. 150 Fad.
Latrunculia(?) acerata n. sp. Ridl. und D. (1. 2), 60 Fad.
Latrunculia apicalis n. sp. Ridl. iind D. (1. 2), Kerguelen 70 Fad., Rio de la
Plata 600 Fad.
— bocagei n. sp, Ridl. und D. (1. 2), Kerguelen 10-70 Fad.
— brevis n. sp. Rid). und D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
Meliiderma stipitatum n. sp. Ridl. und D. (2), Zw. Prince Edwards und Crozet
Insel. 1600 Fad. syn. Chondrocladia stip, das.
Microciona acerato-obtusa n. sp. Cart|er (8), King Isl. (Mergui Archip.).
Myxilla barentsi n. sp Vosmaer (2), Nördl. Eismeer.
— brunnea n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— compressa n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
— cribrigera n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Südwest Patagouien 345 Fad.
— digitata n. sp. RidL u. D. (1. 2), Cap Gute Hoffn. 150 Fad.
— exigua n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— flabelliformis n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— frondosa n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Kermadec Ins. 520 Fad.
— fusca n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Südl. Ocean 150 Fad.
— grisea n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— hamigera n. sp. Bucchich, Adriat. Meer.
— hastata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
— mariana n, sp. Ridl. u. D. (1.2), Marion Ins. 50- 75 Faden, Südwest
Patagonien, n. var. massa.
— mollis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Südwest Patagonien.
— nobilis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Südl. Ocean 240 — 550 Faden, Rio de la
Plata 600 Faden, Südwest Patagonien 140 und 245 Faden, n. var. bacillifera
et patagonica.
— paucispinata n. sp. Ridl. u. D. (1.2), Südl. Neu Guinea 129 Fad,
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 251
— plumosa n. var. fusifera Ridl. u. D. (2) Bahia, Seichtwasser.
— rosacea u. var. japonica Ridl. u. D. (2), Japau 8 — 50 Fad.
— septentriorialis n. sp. Fristedt (3), Koiiyam Bai (Vega-Exp.) 2— 16 Fad.
— spongiosa ii. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
Pachychaliiia elegans ii. sp. Lendenfeld (26), Neu Seeland.
— elongata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Bass-Strasse 38 Fad.
— fibrosa n. sp, Ridl. u. D. (1. 2), Bahia 7—20 Faden, Philippinen 18 Fad.
— fragilis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Philippinen 18 Fad.
— macrospina n. sp. Lendenfeld (26 1, Neu Seeland.
— manus n. sp. Lendenfeld i26), Port Jackson.
— megalorrhaphis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), N. S. Wales 120 Fad.
— melior u. .sp. Ridl, u. D. (1. 2), Philippinen 18 Fad.
-— oculata n. sp. Lendenfeld (26), Mauritius.
— paucispina n. sp. Lendenfeld (26), Neu Seeland.
— (?) pedunculata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Kerguelen 10—100 Fad.
— (?) punctata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Bass-Strasse 38 Fad.
— ramulosa n. sp. Lendenfeld (26), n. var. lamella u. digitata Neu Seeland
— spinosissima n. sp. Dendy (4), Christnias Isl. (Ind. Ocean)
— spinulosa n. sp. Lendenfeld (26), Port Philipp, Austr.
— variabilis n. sp. Dendy (3), Nassau, Bahama Ins.
Patuloscula procumbens n. var. flabelliformis Carter (2), Austral.
Pellina flava Wagner, Skelet aus einfachen „Kalknadelu" bestehend. Körper
kleiner, kompakter als bei Reniera oscularia, ausschliesslich aus kleinen
kompakten Zellen bestehend. Offener Teil der Solowetzkischen Bucht im
weissen Meer.
Petrosia hispida n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Kerguelen 25 Fad.
— similis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Südl. Ocean 150 Fad., Falkl. Ins. 70 Fad.,
Philippinen 18 Fad. n. var. massa et compacta.
— truncata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Philippinen 18 Fad.
Phakellia arctica n. sp. Vosmaer (2), Nördl. Eismeer 140 u. 165 Fad.
— bowerbanki n. sp. var. <<u. ß. Vosmaer (2), Nördl. Eismeer 140u. 155 Fad.
— brassicata n. sp. Carter (2), Anstral. 19 Fad.
— crassa n. sp. Carter (2), Austral. 20 Fad.
— flabellata n. sp. Carter (2), Austral. 20 Fad.
— flabellata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2.), Port Jackson 20-35 Fad.
— papyracea n. sp. Carter (2), Austral. Western. Port.
— papyracea n. sp. Ridl. u. D. (1. 2.), Südl. Ocean 310 u. 210 Fad.
— ridleyi n. sp. Dendy (1), Madras.
— ventilabrum L. syn. Spongia vent. L., Halichondria vent. bei Flem. und
Johnst., Halispongia vent. bei Blainv. , Phakellia vent., bei Bwbk. und
0. Schm. , Spongia zetlandica Jameson, Spongia xerampelina Grant.
Fristedt (1).
— ventilabrum n. var. australiensis Carter (2), Austral. Western. Port.
— ventilabnim n. var. connexiva Ridl. und D. (2), Falkl. Ins. 1035 Fad,
— villosa n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
Phelloderma n. g. Ridl. und D. (1), Corticate, with cork-like rind. Skeleton
radiately arrauged. Skeleton - spicules smooth acuates. Flesh-spicules
equianchorate.
252 Dl'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
— radiatum n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
Phloeodictyou birotuliferum u. sp. Carter (2), Ai;stral. "Western Port.
— cohaerens n. sp. Carter (2), Anstral. Western Port.
Phloeodictyonina n. Gruppe. Carter (2), Vol. 17. p. 41.
Phylosipbonia n. g. L enden feld (26), Siphoninae mit glatter Oberfläche. Die
Wand der regelmässigen Röhren ist ab und zu verdickt. Diese Ver-
dickungen ragen nach aussen als regelmässig ringförmige Wülste vor.
Fleischnadeln (Toxins) vorhanden oder fehlend.
— elegans n. sp. Lendenfeld (26), S. Austral.
— rigida n. sp. Lendenfeld (26), Torresstrasse.
— spiculifera n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson,
— stalagmitis n. sp. Lenden feld (26).
— superba n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— tenuispina n. sp. Lendenfeld (26), 0. u. N. Austral,
Placochalina n, g. Lendeufeld (26). Grosse, derbe, gestielte, platte Placocha-
lininae mil hochwelliger Oberfläche, dicken Skeletfasern und undeutlichen
oder mit einem ^etz übersponnenen Oskulis.
— pedunculata n. sp. Lenden feld (26), n. var. mollis Australien.
Plocamia coriacea u. var. elegans Ridl. und D. (2), Azoren 450 Fad.
Plumohalichondria arenacea n. sp. Carter (2), Austral. 6 Fad.
— mammillata n. sp. Carter (2), Austral. 3 Fad.
-- plumosa n. var. purpurea Carter (2), Austral. Western. Port.
Polymastia agglutinans n. sp. Ridl. und D. (1 2), Azoren 450 Fad.
— bicolor n. sp. Carter (2). Austral. 7 Fad. n. var. glomerata u. crassa das.
— capitata n. sp. Vosmaer (2), Nördl. Eismeer 165 Fad.
— corticata n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Zw. Pernambuco und Bahia 1200 Fad.
— hemisphaerica Sars syu. Trichostemma hem. Sars, Halicnemia hem. Marenz.
Vosmaer (2).
— mamillaris Müll. syn. Spongia mam. Müll., Polymastia penicillns (Mont)
Vosm., Halichondria mam. Johnst. Vosmaer (2).
— mamillaris Müll. syn. Spongia mam. Müll., Euplectella mam. bei Bwbk.,
Polymastia mam. bei Bwbk., Pencillaria mam. bei Gray. Pristedt (1).
— massalis n. sp. Carter (2), Austral. 19 Fad.
— paupera n. sp. Fristedt (3), Ostküste Grönlands 130 Fad.
— penicillus Mont. syn. Trichostemma bemisphaericum Sars, Radiella sol
0. Schm., Polym. penic. u. mamillaris Vosm., ? Suberites alveus, couica,
incrustans, radians von Hansen, Levinsen.
Polymastina n. Gruppe der Suberitida, Carter (2).
Proteleia n. g. Ridl. u. D. (2), Differs from Polymastia in the presence of a
grapnel-like spicule projecting from the surface of the body.
— Sollasi n. sp. Dendy u. Ridl., Cap Gute Hoffn. 10-12 Fad.
Pseudoechinouemida u. fam. Carter (2), p. 350. Umfasst die Echinonematina
arenacea und Plumohalichondrina arenacea. Das. p. 366.
Pseudoesperia enigraatica olim Esperia parasitica Carter (2), Austr. Western Port.
Pseudohalichondria clavilobata n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
Quasillina brevis Bwbk., syn. Euplectella br. Bwbk., Polymastia br. Bwbk.,
Bursalina muta O. Schm. Vosmaer (2).
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 253
Eadiella schoenus Soll. .syn. Polymastia capitata Vosm. Deudy u. Ridl.
— sol 0. Schm. syn. Trichostemma hemispher. G. 0. Sars, Halicnemia hemisph.
Marenz. Hansen (1).
— spinularia Bwbk. syn. Tethea sp. Bwbk., Radiella sp. bei 0. Schin., Spinu-
laria tetheoides Gray. Friste dt (1).
Raphiodesma lingua Bwbk. syn. Hymeniacidon lingua Bwbk., syn. Esperia liugua
0. Schm. Fristedt (3).
Raphyrus hixoni n. sp. Lendenfeld (17), Port Jackson 40 ni.
Raspailia abyssoi'um Ctr. syn. Dictyolindrus ab. Ctr., Clathria ab. bei Vosm.
Fristedt (1).
— flagelliformis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Cap Gute Hoffn. 10— 20 Fad.
— fruticosa n. sp. Dendy (1), Madras.
— ? rigida n. sp. Ridl. n. D. (1. 2), Agulhas Bank 150 Fad.
— tenuis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2.), Bahia Seichtwasser.
— thurstoni n. sp. Dendy (1), Madras.
Reniera aquaeductus n. var. infundibularis Ridl. u. D. (2), SW. Patagonien
140 Fad.
— n. sp. Fristedt (3), Norskö (Spitzbergen), 10 Fad.
— cinerea Grant syn. Spongia ein. Gr., Halichondria ein. bei Johnst., Isodictya
ein. bei Bwbk., Reniera ein. bei 0. Schm. Fristedt (1).
— clavata n. sp. Levinsen, Karisches Meer 74 Fad.
— complicata n. sp. Hansen (li, Nordatlaut.
— digitata n. sp. Hausen (1), Nordatlant.
— dubia n. sp. Hausen (1), Nordatlaut.
— inflata n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— iüfundibiliformis n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— membranacea n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— nivea n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— oblonga n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— oscularia u. sp. Wagner. Der Schwamru stellt in der Jugend kurze,
breite Kegel dar mit deutlich begrenztem Oskulum. Zuweilen wurden
Exemplare mit dicken fleischigen Zweigen gefunden, von denen viele ein
eigenes Oskulum besassen. Farbe vielfach blass- oder dunkelrosa. Offener
Teil der Solowetzkischen Bucht im Weissen Meer.
— palescens n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— Simplex n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— subglobosa n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Patagonien, Südwestküste 147 Fad.
— tubulosa n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— tubulosa n. sp. Fristedt (3), Norskö (Spitzbergen) 15— 25 Fad., Mossel
Bay (Spitzbergen) 20 Fad.
— tufa n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Cap Verde, St. Jago 100—128 Fad.
— vasiformis n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— velamentosa n. sp. Hansen (1), Nordatlaut.
— veutilabrum n. sp. Fristedt (3), 79» 55' NBr., 10" 27' OL. 280 Fad.
Rhaphidophlus lobatus u. var. horrida Ridl. und D. (2). Cap Gut. Hoffn.
12—20 Fad.
— filifer u. sp, Ridl. und D. (1. 2), Philippinen 18 Fad.
254 1^1'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Rhizochalina pednnculata n. sp. Ridl. und D. (1.2), Api, Neue Hebriden
60 -70 Fad.
— putridosa (Lam.?) Ridl. und D. (1. 2), Bassstrasse 38 Fad., Port Jackson
Austr. 30-35 Fad., Bahia?
Rinalda uberrima syn. Spongia mamillaris Müll. Levinsen.
Sclerilla arctica n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— dura n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
Sideroderma n. g. Ridl. und D. (1), Sponge with mammiform projections and a
dense external rind of closely packed, horizontally laid skeleton-spicules,
and a soft internal „Choanosonie" (Sollas). Skeleton-spicules: smootb,
bicapitate cylindricals. Flesh-spicules: equiancborates, trichites, and
(usnually) bihamates.
— navicelligerum Ridl. n. sp. Ridl. und D. (1, 2), New Guinea 28 Fad.
Siphonella n. g. Lendenfeld (26), Breit röhrenförmige Sipboninä mit stark
höckeriger Oberfläche und spärlichen, sehr kleinen Nadeln. Sehr weich.
— communis n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— micropora n. sp. Lenden fei d (26), N. Au.stral.
— ramosa n. sp. Lendenfeld (26), 0. Australien.
— truncata n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— tuberculata n. sp. Lendenfeld (26).
Siphonochalina annulata n. sp. Ridl. und D. (L 2), Bassstrasse 38 Fad.
— axialis n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— ceratosa n. sp. Dendy (8), Nassau (Bahama Ins.).
— compressa n. sp. Lendenfeld (26), S. Austral.
— elastica n. sp. Lendenfeld (26), n. var. dura und elegans W. und 0.
Australien.
— intermedia n. sp. Ridl und D. (1. 2), Port Jackson Austr. 7—8 Fad.
— laxa n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
— osculata n. sp. Lendenfeld (26), n. var. macropora und micropora N., 0.
und W. Australien.
— paucispina n. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson
— procumbens Ctr. syn. Patuloscula procumb. Ctr. Dendy (3).
— pumila n. sp. Lendenfeld (26), Torrestrasse.
— spiculosa n. sp. Lendenfeld (3), Turk Lis. (Bahama Ins.).
— typica n. sp, Lendenfeld (26), Port Jackson.
Spinosella maxima n. sp. Dendy (3), Nassau u. Jaraaica.
— plicifera Duch. Mich. syn. Tuba plic. Duch. Mich., ? Spongia plicifera
Lam. Dendy (3).
— sororia Duch. Mich. syn. Tuba sor. Duch. Mich., Siphonochalina papyracea
0. Schm, Dendy (3).
— sororia u. var. dilatata, fruticosa und elongata Dendy, (3), West Indien
— velata n. sp. Dendy (3), Bahama Ins.
Spirastrella cuuctatrix, n. var. porcata Carter (2j, Austral.
— massa n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Bass-Strasse 38 Fad.
— papulosa n. sp. Ridl. u. D. (L 2), Port Jackson 30—35 Fad.
— solida n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Philippinen 18 Fad.
Spirophora n. sp. Lendenfeld (26) fingerförmige, lappige oder massige Gelli-
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 255
odinae mit glatter Oberfläche und besonders grossen Subdermalräuraen.
Mit massenhaften kleinen, spiraligen Fleischnadeln.
— bacterium n. sp. Lenden feld (26), S. Austral.
— digitata u. sp. Lendenfeld (26), Port Jackson.
Stematumenia sp. Bwbk. syn. Hircinia Dendy (1).
Stylocordyla borealis Lov. syn. Hyalonema bor. Lov., Ficulina bor. Gray, Hyal.
lougissinum Sars., Stylocordyla bor. Wyv. Thoms., Styl, longiss. Wyv.
Thoms., Polymastia stipitata Ctr. Vosmaer (2).
— stipitata Ctr. n. var. globosa Ridl. u. D. (1. 2), Südl. Ocean und Kerguelen
10-100 Faden.
Suberites alveus n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— axiatus n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Rio de la Plata 600 Fad.
— biceps n. sp. Carter (2), Austral. 19 Faden.
— caminatus n. sp. Ridl. n. D. (1. 2), Marion Ins. 50 — 75 Fad., Rio de la
Plata 600 Fad., Südl. Ocean 150 Fad.
— conica n. .sp. Hansen (1), Nordatlant.
— crelloides n. sp. Marenz eller, Jan Mayen 230m,
— dnrissimus n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), SWKüste v. Austral.
— elongatus n. sp. Ridl. n. D. (1. 2), Azoren 450 Faden.
— ficus Esp. syn. Alcyonium fic. Esp., Halichondria fic. bei Johnston, Haiina
ficus bei Bwbk., Hymeiiiacidon fic. bei Bwbk , Ficulina fic. bei Gray,
Suberites fic. bei 0. Schni., Alcyonium filiforme Lam., Spongia filif. bei
Lamx. Friste dt (1).
— flabellatus n. sp. Carter (2), Austral. 7 Fad.
— glabra n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— globosa n. sp. Carter (2), Austral. 18 u. 19 Faden.
— griffithsi Bwbk. syn. Halichondria ? celata var. a Johnst., Raphyrus cel. bei
Gray, Papillina suberea 0. Schm., Raphyrus griff. Bwbk. Fristedt(l).
— inconstans n. sp. Dendy (2) n. var. globosa, maeandrina und digitata
Madras.
— incrustans n. sp. Hansen (1), Nordatlant.
— insignis n. sp. Carter (2), Austral. 19 Fad.
— massa Nardo syn. Sub. massa bei 0. Schm. Friste dt (1).
— microstomus n. sp. Ridl. u. D. (2), zw. Kerguelen und Heard Ins. 150 Fad.
— mollis n. sp. Ridl. u. D (1. 2), Südl. Ocean 240-550 Fad.
— parasitica n. sp. Carter (2), Austral.
— perfectus n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Port Jackson, Austral. 30—35 Fad.
— radians n sp. Hansen (1), Noidatlant.
— ramulosus n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Philippinen Ins. 95 und 100 Fad. n. var.
cylinarifera das.
— senilis n. sp. Ridl. u. D. (1. 2), Nördl. Pacif. Ocean 2050 Fad.
— Spermatozoon 0. Schm. sjti. Cometella sp. 0. Schm. Fristedt (1).
— spiralis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), S.W. Küste von Patagonien.
— sulpbureus Bwbk. syn. Hymeniacidon sulph. Bwbk., Suber. sulph. bei Gray.
Fristedt (1).
— trincomaliensis n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.).
— virgultosus Johnst. syn. Halichondria virgultosa Johnst., Hymeniacidon
virg. bei Bwbk., Reniera virg. bei Gray. Fristedt (1).
256 D''- W. Weltner: Beiiclil über die Leistungen
— wilsoni n. s^). Carter (2), Port Philipp Heads, S. Australia 19 Fad.
— wilsoni n. var. albidus Carter (2), Austral.
— semisuberites 0. Schm. syn. Tee. sem. bei Marenz. Friste dt (1),
Suberitina n. Gruppe der Suberitida, Carter (2).
Thecophora semisuberites 0. Schm. syn. Th. elongata Marenz., Th. ibla W. Thoms.
Hansen.
— commixta n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Bassstrasse 38 Fad.
— actiniiformis n. sp. Piidl. und D. (1. 2), Valparaiso 2160 Fad.
— digitata 0. Schm. syn. Reniera dig, 0. Schm, Dendy (1).
Tedania digitata n. var. bermudensis Ridl. und D. (2), Bermuda.
— digitata n. var. fibrosa Ridl. und D. (2), Port Jackson 7 Fad.
— digitata n. var. verrucosa Carter (2), Austral.
— infundibuliformis ii. sp. Ridl. und D. (1.2), S.W.Küste von Patagonien.
— massa n. sp. Ridl. und D. il. 2), N. S. Wales 120 Fad. Magellanstr.
55 Fad., Rio de la Plata 600 Fad.
Textiliforma foliata n, sp. Carter (2), Cap Gut. Hoffn.
Thrinacophora cervicornis n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Philippinen 18 Fad.
— funiformis n. sp. Ridl. und D. (1.2), Bahia, Seichtwasser.
Trachycna n. Gruppe der Suberitida, Carter (2).
Trachytedania patagonica n. sp. Ridl. und D. (1, 2.), S.W. Küste von Patagonien
175 Fad.
Trichostemraa irreguläre n. sp. Ridl. und D. (1. 2), Valparaiso 2160 Fad.
— sarsi n. sp. Ridl und D. (1. 2), Azoren 1000 Fad., Cape York (Austr.)
1400 Fad.
Vomerula esperioides n. sp, Ridl. und D. (1.2). Agulhas Bank Cap Gut. Hoffn.
150 Fad., Rio de la Plata 600 Fad.
Vomerulina Ridl. und Dendy (1), syn. Hamacauthinae Ridl. und Dendy (2).
Vioa celata Grant syn. Cliona c. Grant, Halichondria? celata bei Johnst., Hymeni-
acidon c. bei Bwbk., Vioa celata bei 0. Schm. Fristedt (1).
— vastifica Haue. syn. Cliona vast. Hanc. Fristedt (1).
Vosmaeria crustacea n. g. n. sp. Fristedt (1), Bohuslän. 54— 125 m. Gattuugs-
diagn. Spongia incrustans, paulum sarcodae coutiuens. Spicula duorum
generum: capitulato-acuta et acria (Stecknadel und Umspitzer).
— syn. luflatella 0. Schm. Fristedt (2).
— crustacea Frist, syn. Inflatella? sp. Fristedt (2).
Weberella bursa n. g. n. sp. Vosmaer (2), Nördl. Eismeer, 140—155 Fad.
Gattungsdiagnose s. Vosmaer.
— bursa Vosm. .syn. Alcyonium bursa? Müll. Vosmaer (2).
Wilsonella australiensis n. sp. Carter (2), Austral. 6 Fad.
— echinonematissima n. sp. Carter (9), Western. Port, (Autralia)?
2. Süssioasserformen.
Carterius stepanowi syn, Dossilia stepanowi Dyb. Petr (2), non Spongilla baileyi
Bwbk. u. Heteromeyenia repens Potts, das.
— stepanowi Dyb. syn. ? Carterius tubisperma Mills. Carter (10).
Ephydatia bohemica n. sp. Petr (2), Böhmen.
— fluviatilis Vejd. syn. Spongilla fiuv. (?) L., Johnst., fluv. Lbkn., Bwbk.,
Ephyd. fluv. Gray, Meyeuia fluv. Ctr. , Spongilla meyeui Ctr., Sp. fluv.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 257
var. parfitti Ctr., Sp. sceptrifera Bwbk., Meyenia No. 1 Dyb., Ephyd. fluv.
Dyb., Spoug. fluv. Retz. Wierzejski (3).
— mülleri Lbkn. syn. Eph. ampliizona Vejd. syn. müll.»var. astrodiscus Vejd.
syn. Spoügilla mirabilis Retz. Petr (2).
Euspongilla jordanensis Vejd. syn. Eusp. lacustris, Petr (2).
— lacustris Vejd. sjni. Spongilla lacustris (?) L., canalium (?) Gmelin, ramosa
(?) Lamarck, lacustris (?) Johnston, lacustr. Lbkn., lac. Bwbk., lac. Vejd.,
jordanensis Kusta, lac. Cti"., lac. Dyb., lieberkühnii (?) Noll., rheuana (?)
Retzer, alba (?) Ctr,, cerebellata (?) Bwbk., Euspongilla lac. Vejd., lac.
var. makrotheca Vejd., jordanensis Vejd., Jordan, var. druliaeformis Vejd.
Wierzejski (3).
— rhenana Rtz. syn. Eusp. lacustris Wierziejski (4).
Heteromeyenia pictouensis n. sp. Potts (1), Nova Scotia.
Meyenia fluviatilis n. var. angustibirotulata Carter (6), Florida.
— — n. var. gracilis Carter (5). Florida.
— mexicana n. sp. Potts (2), Mexiko.
Meyenia mülleri mihi syn. Spongilla (?) pulvinata Lamarck, Spongilla mülleri
Lbkn., Vejd., Trachyspongilla mülleri Dyb., Meyenia No. 2 Dyb., Ephy-
datia No. 2 (Eph. mülleri?) Dyb., Ephydatia müll. Vejd., Eph. müll. var.
astrodiscus Vejd., amphizona Vejd., Spongilla mirabilis Retzer. Wier-
zejski (3).
— plumosa Ctr. n. var. palmeri Potts (3), Colorado in Nordwest Mexiko.
Spongilla flimatilis n. var. ramsayi syn. Spongilla ramsayi Hasw. L enden -
feld (23).
— fragilis Leidy syn. Sp. lordii Bwbk. 1863, contecta Noll 1870, sibirica
Dyb. 1878-84, contecta Retzer 1883, fragilis Vejd. 1884, lordii Wierz.
1884, fragilis AVierz. 1885, fragilis Petr. 1885, fragilis Potts 1885, fragilis
Vejd. 1886, fragilis Petr. 1886. Vejdovsky.
— fragilis Leidy syn. Sp. lordii Bwbk., lordii var. segregata Potts, contecta
Noll, sibirica Dyb. Wierzejski (3).
— glomerata n. sp. Noll (1), Herta-See auf Rügen.
— — Noll syn. fragilis Leidy, Vejdovsky.
— lacustris n. var. sphaerica Lendenfeld (23), Neu Süd Wales bei Cobar,
brackischer Tümpel. •
— mackayi n. sp. Carter (1), Nova Scotia.
— novae terrae n. sp. Potts (4), Newfoundland.
Trochospongilla erinaceus Vejd., syn. Spongilla erinac. Ehrbg., Lbkn., Trochosp.
erin. Vejd., Meyenia erinac. Ctr. Wierzejski (3).
Tubella nigra n. sp. Lendenfeld (23), Sydney, Sumpf.
Ceratospongia.
Hierher auch Halisarca und Bajulus. — Ich habe hier auch alle von
Lendenfeld unter den Ceratospongien beschriebenen Gattungen aufgeführt, ob-
wol ich Hornschwämme mit selbstgebildeten Kieselnadeln nicht als Cerato-
spongien betrachten kann.
Aulena n. g. Lendenfeld (13), Diagnose bei Vosmaer Porifera, p. 407.
— flabellum n. sp. Lendenfeld (13), 0. Austral, Broughton Isl. 0— 50m.
— nigra n. sp. Lendenfeld (13), 0. Austral. 0— 20 m.
Archiv f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. n. H. 3. 17
258 ^^- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
— villosa n. sp. Lendenfeld (13), 0. Austral. 10 -40 m. Mit var. aulo-
plegma und nardorus,
Auleninae n. subfam. der Spongidae s. oben Lendenfeld (13). Systematik.
Aplysina caespitosa n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— cruor n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— laevis n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads.
— massa n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
Aphrodite n. g. Lendenfeld (13), Diagnose bei Vosmaer, Porifera, p. 408.
Name an eine allbekannte Wurmgattung vergeben!!
— nardorus n. sp. Lendenfeld (13). N. Austral., Seichtwasser.
Bajulus n. g. Lendenfeld (10), Halisarcide mit regelmässigen zylindrischen,
und verästelten, verlängerten Geisseikammern.
— laxus n. sp. Lendenfeld (10), Port Philipp Austral., Zone der Laminarien.
Carteriospoiiria califormis n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads.
Chalinopsis n. r Lendenfeld (17). Gehört zu den Spongidae, subfam. Chali-
nopsinae. AI mt die Gestalt der Chaliniden nach. Skelet dünn, zart, aus
radialen Haupt- und tangentialen Verbindungsfasern bestehend. Ohne
Conuli. Ohne Vorhofsräume. Das trockene Skelet von grauer Farbe,
von fingerförmiger Gestalt,
— dichotoma n. sp. Lendenfeld (17), Westaustralien.
— imitans n. sp. Lendenfeld (17), Australien.
Dactylia chaliniformis n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 19 Fad.
— impar n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 6 Fad.
— palmata n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 16 Fad.
Darwinella australiensis n, sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 19 Fad.
Densalis als n. subgenus von Euspongia Lenden feld (16), Verbindungsfasem
dick, die Maschen des Netzwerkes sind sehr klein.
Ditela als n. Subgenus von Euspongia Lendenfeld (16). Die Verbindungsfasern
bilden in der Haut ein besonders dichtes Netzwerk dicker Fasern mit
engen Maschen; im Innern ist Verlauf wie bei Triplicis.
Dysidea Johnst. charakterisirt Lendenfeld (12), folgend: Transparentes, hya-
lines Mesoderm ohne Fremdkörper in der Grundsubstanz. Kanalsystem
und Kammern wie bei Spongelia bei Schulze. Die Skeletfasern werden
aus fremden Körpern gebildet.
— chaliniformis n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 19 Fad. nach
Lenden feld (12) ungenügend beschrieben.
— fragilis Mont. syn. Spongia fr. Mont., Dysidea fr. bei Johnst. und Bwbk.,
Spongelia fragilis bei 0. Schm., Halichondria areolata Johnst.Fris tedt (1).
— ramoglomerata n. sp. Carter (8), Kings Isl. (Mergui Archip.) Mauritius
— ramoglomerata n. var. ramotubulata Carter (8), Kings Isl. (Mergni Archip.).
— hirciniformis n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 19 Fad., nach
Lendenfeld (12) ungenügend beschrieben.
Euspongia anfractuosa n. sp. Carter (2), Port Philipp Heeds, 19 Fad.
— bailyi n. sp. Lendenfeld (16), West Austral.
— canaliculata n. sp. syn. Eu.sp. anfractuosa Ctr. Lenden feld (16).
— canaliculata n. sp. mit den n. var.^dura West- und Ostaustralien Seicht-
wasser?, 20 Meter; elastica Südaustralien, 10 Meter; mollissima Ost-
australien, 15 Meter, Lendenfeld (16).
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 259
— conifera n. sp. L enden feld (16), Nordaustralien.
— foliacea Ridl. syn.? Sp. foliacea Esper, ? Platychalina fol. Ehlers
Lendenfeld (16).
— galea n. sp. Lendenfeld (16), Ostaustralien.
— infundibuliformis n. sp., Carter (2), Austral. "Western. Port.
— irregularis n. sp. mit der n. var. silicata Südaustr. Ostaustralien, Fiji,
Chatam Ins., Seichtwasser und 10 Meter; lutea Mauritius Seichtwasser,
tenuis Nordaustralien, Ostaustralien, Chatam Ins., Mauritius Seichtwasser;
jacksonia Ostanstralien, 10— 20 Meter. Lendenfeld (16).
— laevis n. sp. Lendenfeld (16), Ostaustralien, Broiighton Ins., 5— 10 Met.
— mathewsi n. sp. syn. Coscinoderma lanuginosum Ctr. Lenden feld (16).
— officinalis F. E. Schulze syn. Ditela nitens 0. Schmidt, Eusp. off. Graeffe,
Polöj., Ridl., feiner Badeschwamm Eckhel, Spongia adriatica 0. Schmidt,
Sp. agaricina Ehlers, Pallas, Sp. discus Duch. Mich., Sp. gramminea Hyatt,
Sp. lapidescens Hyatt, Sp. lignea Hyatt, Sp. mollissima 0. Schmidt,
Sp. nitens O.Schmidt, Sp. officinalis Bwbk., Ctr., Ehlers, Esper, Hyatt,
L., Pallas, Sp. quarnerensis 0. Schmidt, Sp. vermiculata Duch. Mich.,
Sp. virgultosa O.Schmidt. Lendenfeld (16_).
— officinalis dura syn. Spongia lignea dura Hyatt, Lendenfeld (16).
— parvula n. sp. Lendenfeld (16), Mauritius.
— repens syn. Ditela repens Lendenfeld (16).
— reticulata n. sp. Lendenfeld (16), Ostaustralien, 30 -40 m.
— septosa Ridl. syn. Spongia sept. Lam. Lendenfeld (16)
— silicata n. sp. Lendenfeld (16), Nord-, Ost- und Südaustralien, 40 m.
Seichtwasser?
Geelongia vasiformis n. g. n. sp. Carter (2), ohne Gattungsdiagnose, Port Philipp
Heads, 20 Fad.
Halisarca ascidiarum n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— australiensis n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads 20 Fad. Ist nach
Lendenfeld (12) gar keine Spongie, sondern sind in Schleim eingebettete
Bolteniaeier! Dagegen protestirt Carter (2), Western Port Austral.
— australiensis n. var. arenacea Carter (2), Austral. Western Port.
— bassangustiorum Ctr. syn. Oscarella bass. Lenden feld (15), Bass-Strasse.
— reticulata n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— tesselata n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
Halme n. g. Lendenfeld (13), Diagnose bei Vosmaer, Porifera p. 407. Name
vergeben !
— gigantea n. sp. Lendenfeld (19) mit var. micropora Ostaustr. ; intermedia
daselbst.
— globosa n. sp. Lenden feld (13), Südaustral.
— laxa n. sp. Lendenfeld (19), mit var. minima, Ostaustral. 30 m., digitata
daselbst, Seichtwasser.
— micropora n. sp. Lendenfeld (13), Ostaustr.
— nidus vesparum n. sp. Lendenfeld (13), syn. Holopsamma laminae favosa
Ctr. Ost und Südaustral.
— Simplex n. sp. Lendenfeld (13), Port Philipp 10 -20 m.
— tingens n. sp. Lendenfeld (17), Thursday Ins. Austral.
17*
2ß() Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Halmopsis n. g. Lendenfeld (13), Diagn. bei Vosmaer, Porifera p. 408.
— australis n. sp. Lendenfeld (13), Ostanstral. 20— 40 m.
Hircinia communis n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads 20 Fad,
— flabellopalmata n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads.
— flagelliformis n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— intertexta n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 18 Fad,
— intertexta n. sp. Grarter (3), South Australia.
— pulchra n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 19 Fad.
— solida n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads, 20 Fad.
Holopsamma n. p. Carter (2), Sandspongien ohne Hornfasern. Die mikros-
kopischen Fremdkörper sind in Flocken im Schwammparenchym zerstreut.
Schwammkörper durchsetzt von den Austsrömungskanälen. Porenhaltige
Dermalmembran glatt oder uneben. (S. hierzu Vosmaer, Porifera). Nach
Lendenfeld (12), syn. Psammopemma Marsh.
— crassa n. sp. das. Port Philipp Heads, unter 20 Fad.
— fulginosa n. sp., das. Port Philipp Heads.
— laevis n. sp. das. Port Philipp Heads, unter 20 Fad.
— lamiuaefavosa n. sp, das. Port Philipp Heads 20 Fad. und mehr. Vielleicht
syn. mit Gatt. Psammoclema Marsh. Lendenfeld (2).
— turbo n. sp. das. Port Philipp Heads, 18 Fad.
Irregularis als n. subgenus von Euspongia, Lenden feld (16). Verbindungs-
fasern regelmässig verzweigt, von sehr ungleichem Durchmesser.
Laxifibris als n. subgenus von Euspongia, Lenden feld (16). Man unterscheidet
zwischen den Verbindungsfasern primäre, dicke, lange und sekundäre, sehr
kurze und sehr dünne.
Liochrotida n. fam. Carter (2), Psammonemata ohne Konuli, mit stark ent-
wickelter Hornfaser, welche mehr oder weniger mit Sand und andern
Fremdkörpern erfüllt ist.
Luffaria digitata n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads 20 Fad. Wohl syn.
Spongelia cactos Sei. Lenden feld (12).
— digitata Carter syn. Dendrilla rosea Ldfld. var. digitata Ctr. Carter (2),
Western Port, Austral.
Paraspongia laxa n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads.
Pseudoceratina crateriformis prov. Carter (2), Port Philipp Heads.
— durissima n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads 19 Fad.
— typica n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
Regularis als n. subgenus von Euspongia Lendenfeld (16). Die Verbindungs-
fasern bilden ein regelmässiges Netzwerk von gleich dicken Fasern.
Sarcocornea n. g. Carter (2). Wie Holopsamma, aber mit verdickter, volumi-
nöser Sarkode, und mehr oder weniger verhornt, (cf. hierzu Vosmaer,
Porifera). Diagnose ungenügend, Lendenfeld (12).
— nodosa n, sp. das. Port Phillipp Heads.
Silicifibris als n. Subgenus von Euspongia Lendenfeld (16.) Haupt und Ver-
bindungsfasern in den Axen mit fremden Kieselnadeln aber mit keinen
anderen Fremdkörpern.
Spongelia stellidermata n. sp. Carter (2), Port Philipp Heads 3 Fad. Ist nach
Lendenfeld (12) keine Spongelia.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 261
Sponginae n. Subfam. der Spongidae. Lendenfeld (16), Diagnose siehe bei
Systematik.
Stelospongus cribrocrusta n. sp. Carter (2), Austral. Westeni Port.
— flabelliformis u. sp. Carter (2), Port Philipp Heads.
— tuberculatus prov. Carter (2*, Port Philipp Heads, 18 Fad.
Triplicis als n. subgenus von Euspongia, Lendenfeld (16). Die Verbindungs-
fasern sind in sehr dicke tangentiale und in sehr dünne radiale Fasern
geschieden.
Incertae sedis.
(cf. Vosmaer, Porifera.)
Amorphinopsis n. g. Carter (8), ohne Gatt. Diagnose.
— excavans n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.)
Chondropsis arenifera n. sp. Carter (2), Austral. 20 Fad.
Fibulia carnosa prov. Carter (2), Austral. 5 — 18 Fad.
Histoderma polymasteides n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
— verrucosum n. sp. Carter (2), Austral. Western Port.
Thalysias massalis n. sp. Carter (2), Austral. 20 Fad.
— tener n. sp. Carter (8), King Isl. (Mergui Arch.)
Trachya globosa n. sp. Carter (2), Austral. 19 Fad.
— globosa n. var. rugosa Carter (2), Austral. Western Port.
— horrida n. sp. Carter (2), Austral. Westeni Port.
VIII. Fossile Spongien.
Bornemann, J. G. Die Versteinerungen des cambrischen Schichten-
systemes der Insel Sardinien. I. Abtlg. p. 1—148, 1. 1—33. Nova Acta. Bd. 51.
No. 1. 1886.
Verf. möchte die im Cambrium von Sardinien gefundenen gebogenen, ver-
schlungenen Nadeln zu den Monactinelliden rechnen und gründet auf jene
Spikula die G-attung Palaeospongia.
Bruder, Gr. Die Fauna der Juraablagerung von Hohustein in Sachsen,
Denkschr. Kais. Akad. Wien, 50. Bd., p. 1-51. 5 Taf. 1885.
Von Spongien wird nur Corynella quenstedti Zitt. erwähnt.
Bruder, G. Palaeontologische Beiträge zur Kenntnis der nordböhmischen
Juragebilde. Lotos 1887. N. F. Vm. Bd., 27 p. 2 Taf.
Es werden hier von Spongien eine Anzahl für den böhmischen Jura neue
Formen aufgeführt und die neue Familie der Oophymiden geschaffen, welche
im Systeme Zittels vor die Astylospongiden eingereiht wird.
Choffat, P. Note sur la distribution des bancs de Spongiaire ä spicules
siliceux dans la chaine du Jura et sur le parallelisme de l'Argovien. Bull. Soc.
Geol. France (Paris) (3) Vol. 13, p. 834—841. 1886.
Behandelt die Ausbreitung dreier Kieselschwammschichten.
Dames, W. Ueber Protospongia carbonaria. Zeitschr. deutsch. Geol. Ges.
Bd. 36, p. 667. 1884.
Beschreibung dieser neuen Art nus dem Culm Westphalens.
Duncan, P. M. On the genus Hindia and its Species. Ann. Mag. N.
H. (5) T. 18, p. 226—228. 1886.
262 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Duncan, P. M. A ßeply to Dr. Gr. J. Hinde's commnnication „On the
genus Hindia" etc. Das. T. 19, p. 260—264. 1887.
Der Autor hält gegen Hinde (s. unten) daran fest, dass der Speciesname
sphaeroidalis Duncan für das von Römer als Hindia fibrosa Goldf. sp. be-
schriebene Fossil aufrecht zu halten ist und bespricht das Vorkommen der
Palaeachlya in dem verkalkten Skelet der ihm vorgelegenen Hindiaexemplare.
Angabe von Litteratur über recente und fcssile bohrende Thallophyen.
Dunikowski, E. v. lieber Permo - Carbon - Schwämme von Spitzbergen.
Kongl. Svenska Vetensk. Akad. Handl. Bd. 21. No. 1, p. 1—18, t. 1—2. 1884.
Dunikowski beschreibt die neue Gattung Pemmatites aus dem Carbon von
Spitzbergen, zu den Monactinelliden gehörig. Diagnose: Schwamm kucheu-,
Scheiben- bis kugelförmig. Spikula kieselig, einaxig, hauptsächlich Stabnadeln,
in anastomosirenden, wurmförmigen Faserzügen. Ohne zentrale Magenhöhle.
Kanalsystera wolentwickelt , aus vertikalen und horizontalen Röhren bestehend,
die ein kubisches Maschennetz bilden. Die vertikalen Röhren münden mit
kleinen, sternförmig gezackten Oskula auf der warzigen Oberfläche. Diese mit
Deckschicht. Wahrscheinlich freilebende Formen. P. arcticus n. sp. und verru-
cosus n. sp. Der Erhaltungszustand der Schwämme ist der der vollständigen
Verkieselung, indem auch alle Kanäle durch Quarz ausgefüllt sind. (Hinde hat
später diesen Schwamm untersucht und zu den Rhizomorinen gestellt.)
Feistmantel, K. Spongienreste aus silurischen Schichten von Böhmen.
Sitzber. K. Böhm. Ges. Wiss. Prag. Jahrg. 1884, p. 100-106.
Beschreibt sechsstrahlige, den Lyssacinen angehörige Nadeln, wahrscheinlich
Acanthospongia M. Coy; auch eigentümliche kugiige „Keimkörperchen" von
^/j mm Durchmesser wurden gefunden.
Fric, A. Die Iserschichten. Arch. Naturwissensch. Landesdurchforschnng
von Böhmen. Bd. V. 1883.
Ist von Pocta (s. unten) benutzt worden.
Hall, J. On the Fossil Sponges constituting the Family Dictyospongidae.
Report 54 Meet. brit. Assoc. Advanc. Science. London 1885 p. 725—726.
Die Geschichte dieser Familie ist folgende. Murchison beschrieb 1839
Cophiuus dubius, Conrad 1842 Hydnoceras, Vanuxem 1842 eine Dictyosp. als
Pflanze, Coy 1845 Tetragonis danbyi (Synopsis brit, Palaeogoric Fossils', Dawson
1862 eine Dictyosp. als Alge, Hall 1863 ebenfalls als Alge unter dem Namen
Dictyophyton und Uphantaenia Vanuxem; Salter stellt 1874 Tetragonis danbyi
zu den Spongien (Catal. Cambrian and Silurian Fossils Cambridge Museum),
Walcott beschreibt 1879 einen Cyathophycus , Römer stellt 1880 Dictyophyton
u. Uphantaenia zu den Algen (Lethea geog. Thiel, p. 126. 128) und etwas später
Tetragonus murchisoni, danbyi und eifelensis zu den Spongien. Whitfield unter-
sucht 1881 Dictyophyton und weist auf die Aehulichkeit mit gewissen Spongien
hin, in demselben Werke giebt Dawson eine Notiz über die Struktur von Uphan-
taenia. In demselben Jahre hat auch Whitfield (Bull. Americ. Museum Nat.
Hist.) 2 Arten von Dictyophyton und eine von Uphantaenia beschrieben. J. Hall
veröffentlicht 1862 über Dictyophyton, Phragmodictya und andere mit LTphan-
taenia ähnliche Formen. Endlich hat Römer 1883 (Zeitschr. deutsche Geol. Ges.
Bd. 35, p. 704) die Beziehungen von Tetragonis eifelensis zu Dictyophyton er-
örtert und beschreibt D. gerolsteinensis. Der Autor (Hall) hat die Bearbeitung
der Dictyospongiden in Angriff genommen; er konnte 37 amerikanische Formen
iu der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 263
unterscheiden, deren älteste aus dem Keokok limestone der Steinkohlenformation
stammt. Dazu kommen noch die 6 ausseramerikanischen Arten.
Hardman, E. T. Note on Professor HulFs Paper. Proc. Roy. Soc.
London. Vol. 42, p. 308-310.
Referat siehe bei HuU.
Hinde, G. J. On Beds of sponge-remains in the Lower and Uppir Green-
sand of the South of England. Phil. Trans. R. Soc. London. 1886, p. 403—453,
PI. 40-45.
Es finden sich Nadeln von Hexactinelliden, Tetractinelliden, Lithistiden
und Monactinelliden. Die Tetractinelliden und Lithistiden sind vorwiegend;
unter ihnen wieder die Megamorinen. Die durch den Fossilisationsprocess an
den Nadeln hervorgerufenen Veränderungen werden besprochen. Der Autor
glaubt, dass die in dem Grünsandlager vorhanden gewesenen kieseligen Schwamm-
nadeln die Bildung der Quarzmassen und Chalcedoubänder veranlasst haben, und
andere ursprünglich kalkige Organismen auf Kosten der Kieselnadeln verkieselt
wurden (s. Hüll).
Hinde, G. J. On the Genus Hindia Duncan, and the name of its typical
species (fibrosa) Römer. Ann. Mag. N. H. (5) T. 19 p. 67—79. 1887.
Hinde stimmt mit Rauff darin überein, dass Hindia eine Lithiste ist, stellt
sie aber zu den Anomocladinen und macht Angaben über die Verbreitung. Der
Name Hindia fibrosa muss bleiben (s. Duncan).
Hinde, G. J. On the Sponge-spicules from the Deposits of St. Erth.
Quart. Journ. Geol. Soc. London. T. 42 p. 214. 1886.
Das sehr zahlreiche Auftreten von isolirten Kalkspongieunadelu an der
genannten Lokalität zeigt, dass Kalknadeln doch auch fossil gehalten werden
können; Carter hatte die gegenteilige Ansicht geäussert. Hinde glaubt, dass
die von ihm untersuchten 1, 3 und 4 strahligen Nadeln zu den Leuconen gehören,
vielleicht Leueonita johnstoni Ctr., Leucandra caminus H.; vielleicht sind auch
neue Arten dabei.
Hinde, G. J. A Monograph of the British Fossil Sponges. Palaeontogr.
Soc. London. Part. 1. p. 1—92 PI. 1-8. 1887.
Der erste Teil dieses Werkes giebt zunächst eine Bibliographie fossiler
Spongien, 232 wichtigere Werke umfass^end. Dann wird die Form, die Grösse,
das Kanalsystem, die chemische Zusammensetzung des Skeletes und der
Erhaltungszustand fossiler Spongien besprochen. Folgt die Behandlung der ver-
schiedenen Nadelformen und ihr Aufbau zum Schwammskelet. Am Schlüsse
das Syystem der Spongien:
Class Spongiae
Ordn. I. Myxospongiae H.
Ordn. II. Ceratospongiae Broun.
Ordn. III. Silicispongiae.
Subordn. 1. Monactinellidae Zittel.
„ 2. Tetractinellidae Marsh.
„ 3. Lithistidae 0. Schm.
„ 4. Hexactinellidae 0. Schm.
„ 5. Octactinellidae Hinde.
„ 6. Heteractinellidae Hinde.
Ordn. IV. Calcispongiae Blainv.
264 ^^- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
"Weiteres s. daselbst.
Hüll, E. Note on Dr. Hinde's paper „On Beds of Sponge-remains in the
Lower and Upper Greensands of the South of England." Proc. Roy. Soc. London.
T. 42 p. 304-308. 1887.
Hüll ist der Ansicht, dass die in dem carboniferous limestone sich findenden
Kiesellager auf ursprünglich kalkige Materie zurückzuführen sind, hält aber
gegen Hinde daran fest, dass die Umwandlung des Kalkes in Kieselsäure durch
kieselsäurehaltiges oceanisches Wasser hervorgebracht wurde. Auch Hardman
kann sich der von Hinde geäusserten Theorie (Abstammung der Kiesellager von
Schwammnadeln) nicht anschliessen.
Kays er, E. Lodanella mira, eine unterdevonische Spongie. Zeitschr,
deutsche Geol. Ges. Bd. 37. p. 207— 213 Taf. 14. 1885.
Diese vom Autor genau beschriebene Spongie ist nach Steinmann (N . Jahrb.
f. mineral. Geol. Pal. 1886) wohl sicher eine Lithistide.
Lindström, G. List of the fossils of the Upper Silurian Formation
of Gotland.
Zählt 20 Spongien auf.
Pocta, Ph. Ueber isolirte Spongiennadeln aus der böhmischen Kreide-
formation. I und II. Sitzber. K. Böhm. Ges. Wiss. Prag. Jahrg. 1883 p. 371
bis 384. 1 Taf. Jahrg. 1884 p. 3—14. 1 Taf.
Nach Erwähnung der Resultate, welche die Bearbeiter fossiler Spongien-
nadeln erhalten haben — Ehrenberg, Carter, Gray, Zittel, Hinde und Sollas —
beschreibt der Autor das von ihm untersuchte Material und zwar nacheinander
die einaxigen, die vieraxigen, dreiaxigen, dann die vielaxigen Nadeln und
endlich die dichten Kugeln. Als neu werden folgende Arten aufgestellt.
? Reniera bohemica, Ren. Zitteli, Stelletta zitteli und Pachastrella hindei.
Gefunden wurden im Ganzen die Nadeln von folgenden Gatt. : Reniera, Geodia,
Pachaena, Stelletta, Tethya, Pachastrella, Tisiphonia, ? Caminus, Ragadina,
Racodiscula, Craticularia, Leptophragma, Hyalostelia und ?Peronella. Es folgen
dann Bemerkungen über die geologische Verteilung der Spongiennadeln der
böhm. Kreideschichten. —
Pocta, Ph. Beiträge zur Kenntnis der Spongien der böhmischen Kreide-
formation. 1. Abtlg. Hexactinellidae. Abhandl. Kön. Böhm. Ges. Wiss. vom
Jahre 1883—84. 6. Folge, 12. Bd. 1885. 45 p. 3 Taf. 2. Abtlg. Lithistidae. das.
45 p. 2 Taf. 3. Abtlg. Tetractinellidae, Monactinellidae, Calcispongiae, Cerato-
spongiae, Nachtrag. Abband. Kön. Böhm. Ges. Wiss. von Jahr 1885 - 86 7. Folge
1. Bd. 1886. 46 p. 1. Taf.
Es erschien die 1. Abthlg. separat 1883, die 2. 1884, die 3. 1885. Dem
ganzen Werke liegt das Zittelsche System zu Grunde. Bei allen Abteilungen
wird stets zunächst der Erhaltungszustand der böhmischen Formen und ihre
Verbreitung in den einzelnen Schichten besprochen. Bei den Hexactinelliden
kann man in der böhmischen Kreide mehrere Stadien im Erhaltungszustande
der einzelnen Nadeln unterscheiden, diese Stadien sind aber nicht wie in andern
Ländern an bestimmte Lokalitäten gebunden und sind nur durch zufällige Ver-
hältnisse, die nicht während der Bildung der ganzen Schichte statthatten, be-
dingt. Auch bei den Lithistiden findet sich der günstige Erhaltungszustand
nicht an einzelnen bestimmten Orten. —
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 265
Es werden im ganzen 52 Arten von Dictyoninen beschrieben , darunter
22 neue. Es sind 17 Gattungen vertreten, davon 5 neue. Die neuen Gatt, und
Arten sind folgende. Euretiden: Craticularia radicosa, grandis, explanata, parva,
vulgata, mirabilis und Zitteli. Coscinoporiden: Leptophragma exilis und cauli-
formis. Pleurostoma scyi)hus, Petalope n. g. Schwammkörper unregelmässig, im
Umrisse ohrenförmig, der Anheftungsfläche zu dicker werdend, oder dicke Ueber-
züge bildend. Die eine (? äussere) Oberfläche trägt grössere (2—2,5 mm), runde,
in den Schwammkörper ohne Bildung eines scharfen Riuges eingesenkte, seichte
Oeffnungen, die unregelmässig zerstreut liegen. Die Deckschicht wird durch
Verdichtung und Verdickung der äussersten Skeletelemente gebildet. Das
Skelet besteht aus ziemlich grossen Sechsstrahlern von etwas unregelmässiger
Anordnung mit uudurch bohrten Kreuzungskuoten. Radialkauäls blind, ver-
hältnismässig zahh'eich und zuweilen gebogen. Diese Gatt, sowie Lopanella und
Botrocloniura haben nicht das steiuartige , dichte Skelet und die feinen Ostien
der typischen Coscinoporiden. Petalope auriformis und foveata. Synaulia n. g.
Schwammkörper polyzoisch, aus mehreren röhren- oder schüsseiförmigen
Individuen zusammengesetst. Magenhöhle entweder tief — bei den röhren-
förmigen Arten — oder sehr seicht, konisch — bei den schüsseiförmigen —
trägt in regelmässigen Quer- und Längsreihen ninde Ostien. Aeussere Ober-
fläche mit Deckschicht, worin unregelmässig ovale oder eckige Oeffnungen.
Skelet ziemlich unregelmässig angeordnet, mit undurchbohrten Kreuzungsknoten.
Synaulia germinata ixnd patinaeformis. Lopanella n. g. Schüsseiförmig in einen
dicken Stiel übergehend, oder unregelmässig knollig, sehr dickwandig, mit einer
seichten, bei älteren Exemplaren fast regelmässig konischen Magenhöhle. Weder
auf der inneren noch äusseren Seite Ostien. Deckschicht aussen und innen vor-
handen, vom Skelet selbst gebildet, uuregelmässig; mit runden oder eckigen
porenförmigen Löchern. Skelet besteht aus kleinen und dicken Sechsstrahlern
mit undurchbohrten Kreuzungsknoten und engen Axenkanälen. Radialkauäle
ziemlish häufig, fein und blind. Skelet des Stieles wie das des Körpers.
Lopanella depressa. — Botroclonium n. g, Stammförmig, ästig, massiv, an den
Seiten grosse Oeffnungen, welche auf Anschwellungen sitzen. Diese manchmal
so mächtig, dass ringförmige Einschnürungen an den Aesten entstehen. Die
Oeffnungen führen in Gruben, deren AVände kleinere regelmässig in Quer- und
Längsreihen stehende Ostien zeigen. Skelet aus ziemlich grossen Sechsstrahlern
mit undurchbohrten Kreuzungsknoten von wenig unregelmässiger Anordnung
bestehend. Oberfläche nackt oder mit dichter Deckschicht; im ersteren Falle
unregelmässige Oeffnungen sichtbar. Radialkanäle gerade, blind und ziemlich
zahlreich. Botroclonium arborescens und celatum. Ventriculitiden: Ventriculites
korytzauensis, inolescens und marginatus, von radiatus Mant. mit 4 var. nach
Quenstedt aufgestellt. Plocoscyphia ? insignis. Crytobolia n. g. wird für Achilleum
formosum Reuss und Ach. morchella Goldf. aufgestellt. Skelet aus unregel-
mässig aneinander gereihten Sechsstrahlern bestehend, so dass vou dem un-
durchbohrten , angeschwollenen Kreuzungsknoten 7 — 9 Arme ausgehen. Wird
als nahe verwandt mit Cystispongia angesehen und hat wie diese eine Deck-
schicht, welche aber bei Cryptobolia nur einzelne mäandrisch geschluugene
Wandungen überzieht. Coeloptychiden : Coeloptychium frici. —
Von Lithistiden werden 57 Arten näher gekennzeichnet, davon 22 neue.
Es sind 22 Gattungen vertreten, dabei eine neue. Neu sind Rhizomorinen :
266 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Astrolobia venusta, Chonella nitida, patella und crassa, Seliscothon porrectum
und callosum. Chenendopora producta, ?mira und velata. Verruculina craterosa
und subtilis. Coelocorypha obesa und capitata letztere ?syn. Siphonocoelia
nidulifera Roem. — Scytalia pertusa Reuss sp. mit 3 neuen var. — Mega-
morinen: Isoraphiuia iserica. Tetracladinen : Siphonia impleta. lerea erecta
und decurtata. Polyjerea congregata. Astrociadia procera und opima. Theco-
siphonia bohemica. Paropsites n. g. Schüsseiförmig, dickwandig, dicker Stiel.
Beide Oberflächen mit kleinen, rundlichen Öffnungen besetzt. Radialkanal-
system sehr gut entwickelt. Skelet ziemlich locker, schlanke, an den Enden
sehr stark verästelte Vierstrahler. Oberflächennadeln: runde Scheiben häuflg,
zugerundete Walzen, einfache Stabnadeln und dichte Kugeln. Gehört in die
Nähe von Discodermia. Paropsites hindei.
Es fanden sich 8 Gattungen mit 13 Arten von Tetractinelliden , darunter
5 neue Arten. Es kam 1 Art im Cenoman, 12 im Turon und 5 im Senon vor.
Neu sind Geodia gigantea, communis, gracilis und exilis. Thenea ramea.
Die Monactinelliden sind am spärlichsten vertreten; es sind drei Reniera
arten und vier Clionaarten. Vier, Arten fanden sich im Cenoman, fünf in
Turon, sieben im Senon.
Das Kapitel Calcispongieu ist mit einer Betrachtung der systematischen
Stellung Pharetronen eingeleitet. Gegen Steinmann hält P. dieselben mit
Dunikovsky für Kalkschwämme, kann sich aber der Ansicht des letzteren, sie
zu den Leuconen zu stellen, nicht auschliessen. P. führt 30 Arten Pharetronen
aus der böhmischen Kreide an, darunter 21 neue. Jene verteilen sich auf
10 Gattungen, eine neu. Wir finden 30 Arten im Cenoman, eine im Turon,
keine im Senon. Neu sind: Peronella fruticosa. Parenia n. g. Schwammkörper
zylindrisch oder am Scheitel wenig verdickt, der äusseren Form nach Peronella
ähnlich. Kanalsystem besteht aus parallelen vertikalen Kanälen, die den ganzen
Schwamm durchsetzen, am Scheitel mit mehreren Oeffnungen mündend. Parenia
oculata. Corynella toruta, astoma, bacca, fastigata, geinitzi, varians, obtusa,
emersa und tenuis. Limnorea? minima. Stellispongia lenticularis, depressa,
producta, tuberosa und patens. Sestrostomella gregaria. Synopella clavata.
Pharetrospongia strata. Pachytilodia bohemica.
Als Steinkerne von Ceratospongien deutet P. eine Anzahl von Ver-
steinerungen, die eine beständige Form aufweisen. Es werden erwähnt Spongites
saxonicus Gein., Spongites gigas Fric, ? Spongites ottoi Gein.', Achilleum
rugosum Gein.
Aus den Schlussbetrachtungen heben wir hervor, dass in den Gattungen
Botroclonium, Synaulia, Lopanella; Paropsites; Parenia Uebergangsformen vor-
liegen. Die weitaus grösste Anzahl der beschriebenen Arten stammte aus dem
Cenoman ; aus dem Turon 32 und aus dem Senon 28 Arten. Es hat sich ferner
gezeigt, dass die mit undurchbohrten Knoten versehenen Hexaktinellilen in den
tieferen Schichten, die mit Laternenknoten versehenen erst in den höheren
Schichten auftreten, was mit der Annahme, dass jene Formen älter als diese
seien, im Einklang steht.
Pocta, Ph. Ueber zwei neue Spongien aus der böhmischen Kreide-
formation. Sitz. her. k. Böhm. Ges. Wiss. 1885, p. 587—592. 1. Taf.
Die Gatt. Casearia, bisher nur aus dem Jura bekannt, wird um die Art
cretacea n, sp. vermehrt. Der andere neue Schwamm ist Verrucocoelia uvaeformis.
in der Spougiologie für die Jahi-e 1885—87. 267
Pocta, Ph. Ueber einige Spongien aus dem Dogger des Fünfkirchner
Gebirges. Älitt. Jahrb. k. Ungar, geol. Anstalt. Bd. VIII. p. 109—121. Taf. 23
u. 24. 1886.
Als neu beschrieben Tremadictyon böckhi.
Pocta, Ph. Le developpement des sponges fossiles. Arch. Slaves Biol.
Tome 1. p. 23—25. 1886.
P. findet bei Diplodictyon heteroniorphum Renss. sp. kleine, hervorstehende,
warzenförmige, hohle Bnckel. Die Höhlung diente wahrscheinlich zur Auf-
nahme des Spermas oder der Eier, oder es fand hier vielleicht die Befruchtung
statt. Dann teilt uns der Verf mit, dass, soviel er wisse, die Dictyoninen nur
im fossilen Zustande bekannt seien. (Auch nicht übel!).
Pocta, Ph. Ueber Spongiennadelu in einigen Gesteinen Ungarns. Föld-
tani Közlöny XVII Köt. p. 107-114. 1 Taf. 1887.
Dünnschlifle von Gesteinen des Lias und Dogger zeigten Nadeln von
Axinella sp., Reniera zitteli Pocta, Geodites sp., Pachastrella .sp., Tethyopsis sp.,
Craticularia sp. und Gomphites sp.
Quenstedt, F. A. Handbuch der Petrefactenknnde. 3. Aufl. 1885.
Da hier in der Behandlung der Spongien kein Fortschritt in den An-
schauungen des Verfassers gegen früher eingetreten ist, so ersparen wir uns
eine weitere Besprechung des bezüglichen Abschnittes.
Rauff, H. Ueber die Gattung Hindia, Duncan. Sitzber. Niederrhein.
Ges. Bonn 1886. 11 p. mit Abbild.
Diese Abhandlung ist eine vorläufige Mitteilung aus der zu erwartenden
Monographie der deutschen fossilen Spongien von Zittel und Rauft'. Der Autor
behandelt eingehend den Skeletkörper dieser Spongie und die Art, wie die
einzelnen Spikula an den Kanten sechsseitiger Säulen zu dem Skeletgerüst zu-
sammenstreten. R. hält gegen Steinmann Hindia flbrosa für eine echte, tetra-
kladine Kieselspongie.
' Ringueberg, E. N. S, New Fossils from the four Groups of the Niagara
Period of Western New York. Proc. Acad. N. Sc. Philadelphia 1884. p. 144—150.
Taf. 2. u. 3.
Ringueberg stellt Fungispongia n. g. auf. Die Diagnose ist folgende.
Der Schwamm breitet sich von einem bestimmten Punkte zu einem abgeflachten
Körper aus, dessen Rand dünn ist. Von der Anheftungsstelle gehen zahlreiche
Kanäle mit glatten Wänden aus, welche strahlenförmig gegen die Peripherie
laufen, viele Verzweigungen und Anastomosen zeigen und zahlreiche Ver-
bindungen mit der ganz glatten äusseren Oberfläche aufweisen. Die einzige Art
F. irregularis n. sp., stammt von den siliceous bands of the Clinton at Lockport.
(Wohin diese Gattung im System gehört, ist nach der Beschreibung unmöglich
zu entscheiden).
Roemer, F. Trochospongia, eine neue Gattung silurischer Spongien.
N. Jahrb. Miuer. Geol. Paleont. 1887, Bd. 2. p. 174-177. Taf. 6.
Dieser neue Schwamm Trochospongia cyathophylloides ist eine Hexac-
tinellide. Das Fossil fand sich als diluviales Geschiebe in der Provinz
Brandenburg; die nähere Bestimmung der Abteilung des Siliu's bleibt ab-
zuwarten. — Hinweis, dass alle paläozoischen Spongien, einfache Stöcke,
d. h. mit nur einer Magenhöhle, sind.
268 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Schlüter, C. Eine schon länger bekannte Spongie des rheinischen Devon.
Sitzber. niederrh. Ges. Bonn. 1885. p. 151.
Dieser Schwamm ist Octacium, eine durch ihre isolirten, achtstrahligen
Kieselnadeln charakterisirte Gattung.
Schlüter, C. Ueber Scyphia oder Receptaculites cornu-copiae Goldf. sp.
und einige verwandte Formen. Zeitsch. deutsch, geol. Ges. Bd. 39. p. 1 — 26.
Taf. I u. II. 1887.
Schlüter hat eine Anzahl von Receptaculiten aehnlicheu Formen aus dem
Devon der Eifel untersucht und stellt die Synonymie fest. Diese Fossilien ge
hören der Römerschen Gatt. Sphaerospongia an. (Neuerlich weist nun Geinitz
das. Bd. 44. 1888 nach, dass Receptaculites mit Ischadites zu vereinigen ist.
Es wird ferner das Genus Octacium behandelt und eine neue Species von
Acanthochonia (devonica) beschrieben.
Sely, H. M. A new Genus of Chazy Sponges, Strephochetus. Americ.
Journ. Science, Vol. 30 p. 355-357. Fig. 1—3. 1885. (New Haven).
Beschreibt als Strephochetus ocellatus. einen Kalkschwamm ; cf. Vosmaer,
Porifera p. 401.
Sely, H. M. The Genus Strephochetus: Distribution and Species. Das.
Bd, 32 p. 31—34. 1886.
Sely bespricht in diesem zweiten Artikel die Verbreitung von Strephochetus
ocellatus in New York und Vermont. Im weiteren werden 2 neue Arten auf-
gestellt: Str. brainerdi, Chazy rocks, in N. Y.; Str. atratus Black River lime-
stone at Mc. Brides Bay S. Hero in Vermont und Black River limestone.
Chazy in N. Y. Str. richmondensis S. A. Miller, welcher früher zur Gatt.
Stromatocerium gestellt war, wird jetzt genau beschrieben; Fundort Hudson
River rocks at Richmond, Ind., Madison, Ind. and at Turners, Ky.
SoUas, W. J. On the physical Cbaracters of calcareous and siliceous
Sponge-spicules and other Structures. Sc. Proceed. Roy. Dublin Soc. Vol. 4.
(N. S.) p. 374—392. 1885. (Nicht gesehen).
In dieser Arbeit stellt S. die Pharetronen zu den Kalkspongien.
So 1 las "W. J. On an Hexactinellid Sponge from the Gault, and a Lithi-
stid from the Lias of England. Das. p. 443-446. Taf. 21.
Diese Schwämme sind Craticularia calathus n. sp. u. Platychonia brodiei n. sp.
Steinmann, G. Bemerkungen über die Gattung Hindia Dune. Neues
Jahrb. Mineralogie, Geol. und Palaeont. Jahrg. 1886. I. Bd., p. 91—92. 1886.
Steinmann hat Exemplare von Hindia untersucht und erklärt sie für Stein-
kerne eines Favosites. Der Name Hindia müsse deshalb gestrichen werden, da
dieses Fossil gar nichts mit Spongieu zu thun habe, es sei denn, dass die von
Hinde untersuchten Stücke die von diesem erwähnten Nadeln besitzen. Dann
aber seien diese Stücke principiell verschieden von denen, welche Römer und
Steinmann untersucht haben. Auch Receptaculites ist kein Kieselschwamm.
Der Autor hat nach Erscheinen der Arbeiten von Hinde und Rauff über Hindia
die Lithistennatur dieses Fossils anerkannt. (Im Referat. Neues Jahrb. Min.
Geol. Pal.)-
Waagen, W. Salt Range fossils. I. Productus Lime stone fossils. Fase. 7.
Coelenterate — Amorphozoa — Protozoa. 925 — 998. PL 127—128. Mem. geolog.
Survey of India. Palaeontologia indica Ser. 13. Calcutta 1887.
in der Spongiologie für die Jahre 1885—87. 269
Von Schwämmen fanden sich im Salt Range nur Pharetronen, welche
nach W. nicht mit den Calcisi^ongien zu vereinigen sind und als gesonderte
Gruppe allen andern Schwammgruppen gegenüberstehen. Gegen Dunikowski
sieht der Autor die eigentümliche Faserstruktur der Pharetr. als ursprünglich
an. Von Amblysiphonella Steinm., deren Diagnose verbessert wird, drei neue
Arten radicifera, multilamellosa und socialis. Neu ist die Gattung Steinmannia
mit salinaria n. sp. und gemina n. sp.
Zahalka, C. Prispevek ku geologickym pomerium ceskeho Stredohori.
Sitzber. K. Böhm. Ges. Wiss. Prag. Jahrg. 1884, p. 97—100.
Es kommt in dieser Abhandlung „Cribrospongia heteromorpha Reuss" vor.
Zahalka, C. Geologie visiny Rohatecke u Roudnice n. L. Das. 1885,
p. 353-386.
In dieser mir ebenfalls unlesbaren Abhandlung sind 18 Spongien verzeichnet,
unter denen keine neue ist.
Zahalka, C. lieber Isoraphinia texta Römer sp. und Scytalia pertusa
Reuss sp. aus der Umgebung von Raudnitz a. E. in Böhmen. Sitzber. K. Akad.
Wiss. Wien. math. Naturw. Gl. Bd. 92, 1. Abtlg. p. 647- 652. 2 Taf. Jahrg. 1885.
Wien 1886.
Die von Z. untersuchte und genauer beschriebene Isoraphinia texta stimmt
im Skelet ganz mit Römers Siphonocoelia texta übeiein, nur ist die Gestalt des
Schwammes eine etwas andere. Der Schwamm ist für Böhmen (Turon) neu.
Die andere Spougie stammt aus pyropenführendem GeröUe und ist sehr gut
erhalten, was in dieser Lagerung selten vorkommt. Er gleicht dem Cnemidium
pertusum Reuss. Weitere Synonymie und Beschreibung siehe bei Zahalka.
Zahalka, C. Beitrag zur Kenntnis der Phymatellen der böhmischen
Kreideforraation. Bull. Acad. Imp. Sc. St. Petersbourg. T. 31 , p. 464 - 473.
IPl. 1887.
Z. hat Phymatella tuberosa Rom. sp. in Böhmen, Scaphitenschichten der
Brozaner Anhöhe bei Lovosic aufgefunden und ferner gut erhaltene Exemplare
von Phymatella intumescens Rom. sp. , die in Böhmen bisher nur in Schwefel-
kies umgewandelt zur Beobachtung kam, aus den Scaphitenschichten der Roha-
tetzer Anhöhe bei Raudnitz a. d. Elbe erhalten. Beide Schwämme werden nach
dem vorliegenden Material genauer beschrieben.
IX. Nachtrag.
W. Haacke, Wollkrabben und ihre Mäntel. Zool. Garten Jahrg. 26. 1885.
p. 203 — 205 und A. Senoner, Briefl. Mittig. nach Bucchich, das. Jahrg. 27.
1886. p.92.
Nach Haacke sollen sich die von Dromia getragenen Schwämme schon
im Larvenstadium auf den Krabben ansiedeln. Diese Larven stammen von dem
Schwämme der Mutterdromia ab, H. fand schon ganz junge Dromien mit
Schwämmen bedeckt. Vielleicht erbliche Symbiose. Nach Bucchich trifft dies
aber bei Dromia vulgaris der Adria nicht zu, hier setzt sich die Krabbe wirklich
den Schwamm auf den Rücken. Bei Inachus, Lissa, Pisa und besonders bei
270 ^^- W. Weltner: Bericht über die Leistungen etc.
Maja verrucosa fixiren sich dagegen die Schwämme auf den Krebsen. Bei
Dromia wird jeder genügend harte Schwamm als Schutzdach verwandt, z. B.
Reniera calyx (= Calyx lieberkühni).
T. Scott, A curious Dwelling for a Hermit Grab. Proc. Nat. Hist. Soc.
Glasgow (N. S.) I. p. 1886. In einer Turritella hatte sich ein Pagurus thomsoni
angesiedelt. Darauf wurde die Schnecke von einer Spongie überwachsen.
Fristedt (1. Siehe Litteraturverzeichnis) fand Aristias tumidus Kröyer
und Leucothoe spinicarpa Abildg. in Esperia lingua.
Bericht
über die
wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte
der Protozoen im Jahre 1887.
Von
Dr* Ludvv'ig' W^ill
Privatdocent (Rostock).
I. Allgemeines.
Balbiani, E. G. bringt seine bereits im vorigen Berichtsjahr
begonnenen Vorlesungen über die Evolution des Tnicro-organismes
animaux et vegetaux parasites zum Abschluss. (Journ. de Micro-
graph, r. 11. 1887 p. 196—205, 233—240, 365—873, 393—406,
'434—446, 463—476, 499—511, 534—544.)
0. Bütschli beginnt die III. Abtheilung (Infusoria) seines Proto-
zoenwerkes. Die in dieses Berichtsjahr fallenden Lieferungen um-
fassen die historische Einleitung, ein Litteraturverzeichniss, die all-
gemeine Morphologie der Ciliaten sowie den Anfang des Capitels
über die specielleren Bauverhältnisse des Weichkörpers der Ciliaten.
Ausführlicher Bericht wird nach vollständigem Erscheinen erstattet
werden. {Bronn, Klassen und Ordnungen des Thierreichs.
I. Bd. Protozoa III. Abth. Infusoria u. System der Radio-
l arten.
Rice. Canestrini, Prelezione al corso di Protistologia
tenuta nelV Universitä di Padova, il 9. dicemhre 1886. Ve-
nezia 1887. 8\ 18 pg. (Estr. dalV Ateneo Veneto, Genn.— Febr. 1887)
war nicht zu erlangen.
Dangeard rechnet die niedersten Organismen, je nachdem sie
ihre Nahrung auf osmotischem Wege oder durch directe Ein-
führung aufnehmen, entweder zu den Pflanzen oder den Protozoen.
(Recherches sur les organismes inferieurs. Revue Sctentif. 1887
p. 629—630.)
J. Künstler hebt hervor, dass, während von andrer Seite die
Substanz des Protozoenkörpers häufig als reticulär beschrieben wurde,
er bereits seit dem Jahre 1881 verschiedentlich den alveolären
272 Dr. Ludwig Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Character hervorgehoben habe. Es folgt sodann eine Schilderung
der verschiedenen Variationen, unter denen das alveoläre Plasma
auftreten kann, die stellenweise etwas unklar gehalten ist. (La
structure reticitlee des ijrotozoaires, ibid. pag. 1009 — 1011.)
Teclinisclie Bemerkungen finden sich bei B. Danilewsky,
Recherches sur la parasitologie du sang. IV u. V. Les Hematozoaires
des Tortues in: Ärch. Slaves Biol. T. 3. 1887 f. 33—49, 157—176.
[Angaben zur Auffindung und Präparation der Blutparasiten der
Schildkröte]. C. J. Eberth, Ueber Thalassicolla coerulea. Arch. f.
mikr. Anatom. Bd. 30. 1887 p. 27 — 32. [Schnittpräparate m. nach-
trägl. Färbung.] Fabre-Domergue, Sur la structure reticulee du
Protoplasma des Infusoires. Compt. Rend. Ac. Sc. Paris. T. 104.
1887 'p. 797 — 799. [Methode zur Sichtbarmachung der Protoplasma-
structuren]. Wl. Schewiakoff, Ueber die karyokinetische Kern-
theilung der Euglypha alveolata. MorphoJ. Jahrb. Bd. 13. 1887
p. 193 — 258 m. 2 Tfhi. [Ausführl. Darlegung der angewandten
Methoden zur Untersuchung und Fixirung der Theilungszustände.]
IL Paunistik.
1. Meer.
Nach E. Häckel besteht der Tiefgrund - Schlamm in allen
3 grossen Oceanen aus verschiedenen Modificationen, die in 3 grosse
Hauptgruppen zerfallen : Globigerinenschlamm , Radiolarienschlamm
und Rothen Thon (Red-Clay). Ersterer, weit verbreitet, beschränkt
sich auf Tiefen von 500 — 2000 Faden, unter 2000 Faden verschwinden
die Kalkschalen und es treten kieselige Protisten, vor allen Radiolarien,
an ihre Stelle. Der Radiolarienschlamm findet sich in Tiefen unter
2000 Faden, ist aber bisher im atlantischen Ocean nicht gefunden
worden, obwohl er auch hier nicht fehlen wird. Der rothe Thon ist
die bedeutenste aller Tiefseeablagerungen und tritt ebenfalls unter
2000 Faden auf. Er besteht aus kleinen Mineralpartikeln vulkanischen
Ursprungs sowie aus Producten der Zersetzung und Metamorphose
von Radiolarienschalen. (Tiefseebod.en, in Sitz.-Ber. Jenaisch.
GeseUsch. f. Med. u. Nat. 1886 p. 139 — 143. Supplem. d. Jenaisch.
Zeitschrift f. Natnrw. XX. Bd. 1887.)
In einer Arbeit von J. Murray u. A. Renard finden sich gleich-
falls Angaben über das Vorkommen von Tiefseeschlamm organischen
Ursprungs. Globigerinenschlamm zwischen 500 und 2800 Faden,
Radiolarienschlamm in den centralen Theilen des Stillen Oceans in
Tiefen unter 2000 Faden, rother Thon überall innerhalb des 45 "
nördl. u. südl. Breite in Tiefen unter 2200 Faden. Der rothe Thon
wird von den Verf. lediglich aus der Zersetzung vulkanischer Pro-
ducte hergeleitet. (On the nomenclattii'e, origin and distri-
bution of deep-sea deposits. Unit. States Comm. of Fish and
Fisheries. Part XIII. Rep. of the Commissi oner for 1885. Washing-
ton 1887 p. 760—786.
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 273
Nach K. Moebius fanden sich in dem Plankton , der auf einer
Fahrt in der westlichen Ostsee und von Kiel in den Atlantischen
Oeean bis jenseits der Hebriden genommen wurde, im Ganzen
45 Protozoenspezies, die sich, wie folgt, vertheilen. 1. Ciliata:
Dictyocysta 1 sp., Codonella 3 sp., Tintinnus 7 sp. (2 n. sp.). 2. Dino-
flagellata: Ceratium 3 sp., Peridinium 1 sp., Goniodoma 1 sp.,
DiplopsaUs 1 sp., Gonyaulax 1 sp., Glenodiniuml sp., Dinophysis 3sp.,
Prorocentrum 1 sp. 3. Radiolaria: Challengeria 3 sp. , Challen-
geron 3 sp., Gazelletta 1 sp., Dictyocha 3 sp. (1 n. sp.), Coelophlegma
1 sp., Aulacantha 2 sp., Spongiodictyum 1 sp. , Encecryphalus 1 sp.,
Thalassoxanthium 1 sp., CoUozoum 1 sp., Collosphaera 1 sp., Acan-
thometra 1 sp. 4. Foraminifera: Miliolina 1 sp. Globigerina 1 sp.,
Discorbina 1 sp. (Systematische Darstellung d. Thiere des
Plankton etc. V. Bericht d. Commiss. zur wiss. Unters, d. deutsch.
Meere in Kiel. 1887. 2 Tfln. 'p. 113—126.)
L. T. Daday zählt aus dem Golf von Neapel 83 verschiedene
Arten resp. Varietäten von Tintinnodeen auf, die sich auf folgende
9 Gattungen vertheilen: 1. Tintinnidium (4 sp., wovon 1 n. sp,);
2. Tintinnus (5 sp., wovon 2 n. sp.); 5. Amphorella n. g. (13 sp., wo-
von 5 n. sp.); 4. Tintinnopsis (30 sp., wovon 11 n. sp.), 5. Ündella n. g.
(6 sp., wovon 3 n. sp.); 6. Codonella (3 sp., wovon 1 n. sp.); 7. Peta-
lotricha (1 sp.); 8. Cyttarocylis (12 sp., wovon 6 n. sp.); 9. Dictio-
cysta (4 sp.). ( Monograph. d. Farn. d. Tintinnodeen Gf. Cap.
Ciliata pag. 301.)
2. Sässwasser.
A. M. Fielde fand in Tümpeln und Gräben Chinas eine grössere
Reihe von Rhizopoden, die mit einer Ausnahme mit den durch Leidy
beschriebenen nordamerikanischen Formen identisch sind. Es fanden
sich folgende Gattungen: Amöba 2 sp., Difflugia 10 sp., Nebela 1 sp.,
Aredia 2 sp., Centropy'xis 2 sp., Euglypha 1 sp., Actinophrys 2 sp.,
Actinosphaerium und Acanthocystis. (Notes onfresh- water Rhi-
zopods of Smatow, China. Proceed. Äcad. Nat. Scienc. Phila-
delphia 1887. Philadelphia 1888 p. 122—123.)
Nach Hübner vertheilen sich die Euglenaceen aus der Um-
gegend von Stralsund auf 28 sp. und folgende 4 gen.: 1. Phacus
7 sp. (2 n. sp.), 2. Euglena 16 sp. (2 n. sp.), 3. Trachelomonas 4 sp.,
4. Eutreptia 1 sp. (Euglenaceen-Flora von Stralsund. Pro-
gramm d. Realgi/mn. Stralsund p. 1 — 20 m. 1 Tfl. Stralsund 1886.J
0. E. Imliof giebt zu seinem früheren Verzeichniss der Fauna
oberitahenischer Seen einige Ergänzungen. An pelagischen Protozoen
sind nachzutragen für den Luganersee Dinobryon 1 sp. und Codo-
nella 1 sp., für den Ritomsee und den Lago Cadagno Ceratium 1 sp.
Im Lago Tom (2023 m ü. M.) wurden fast keine pelagischen Organismen
gefunden. — Im Lowerzer- oder Seewensee wurden gefunden Dino-
bryon 2 sp., Peridinium sp., Ceratium 2 sp. (Notizen über die
pelagische Fauna der Süsswasserbecken. Zool. Änz. 1887
p. 604—606.)
Äicli. f. Naturgesch. Jahrg. 1888. Bd. U. H. 3. 18
274 Dr. Ludwig Will: Bericht üb. cl. wissenschaftlichen Leistungen
In einer umfangreichen Arbeit veröffentlicht Derselbe seine
Studien über die Fauna hochalpiner Seen. Untersucht wurden
im Ganzen 51 Süsswasserbecken von 647 — 2780 m. ü. M. ; von ihnen
fallen 42 auf den Kanton Graubünden, 7 auf andere Schweizer-
kantone u. 2 auf Oberitalien. Als pelagische Bewohner werden
7 Protozoen aufgeführt 1; Dynobryon sertularia Imh. (nur in einem
See von 647 m. ü. M.), Dinobr. sertularia var. alpinum Imh. (in
6 Seen zwischen 962 u. 2500 m. ü. M.), Dinobryon divergens Imh.
(in 2 Seen zwischen 647 u. 962 m. ü. M.), Peridinium tabulatum Clap.
Lach, (in 5 Seen zwischen 647 u. 2222 m. ü. M.), Peridinium sp.
(in 1 See von 753 m. ü. M.), Ceratium hirundinella 0. F. Müll, (in
13 Seen zwischen 647 u. 1993 m. ü. M.), Ceratium cornutum Ehr.
(in 1 See von 1810 m. ü. M.). Was den Individuenreichthum betrifft,
so war im Türlersee, mehr noch im Arosasee Dinobryon divergens
in sehr hervorragender Coloniezahl vorhanden; dasselbe gilt für alle
Seen mit einer Ausnahme von D. sertularia var. alpinum Imh.; massen-
haft trat schliesslich Gerat, hirundinella in 3 Seen auf, während die
übrigen Vertreter dieser Gruppe mehr vereinzelt vorkamen. (Jahres-
her. Natur f. Ges. Graubünden. XXX Jahn/. 1885/86. Chur 1887.
p. 45—164 m. 2 T ahell.)
Eine weitere Mittheilung v. Imhof enthält keine specielleren
Mittheilungen über Protozoen. {Sur les animaux des eaux douces.
Arch. Science Phys. Natur. (3) Bd. 18. 1887 p. 429—481).
J. Richard hat 5 Seen der Auvergne (Pavin, Chambon, Guery,
Montcineyre u. Bourdowze) auf ihre pelagische Fauna untersucht
aber von Protozoen nur in 2 Seen Ceratium longicorne in geringer
Individuenzahl angetroffen. (Sur la faune pclagique de quelques
lacs d' Auvergne. Compt. Rend. Acad. Sc. Paris T. 105. 1887
p. 951—953.)
Eine andre Seeuntersuchung wurde von 0. Nordqvist aus-
geführt, die sich über 19 grössere Becken Finnlands erstreckt u. auch
die Fauna im Winter unter der Eisdecke nicht unberücksichtigt lässt.
Zur pelagischen Fauna gehören von Protozoen Ceratium 1 sp., Di-
nobryon 2 sp., Acineta sp., Vorticella sp. Als Vertreter der Tiefsee-
fauna werden nur genannt Vorticella sp. u. Acineta sp. (Die
pelagische und Tiefsee-Fauna der gr össeren finnischen Seen.
Zool. Anz. 1887. p. 339—345, 358—362).
In seinem First Contribution to a knowledge off he Lower
Invertebrata of Kansas zählt T. W. Cragin folgende Protozoen
auf: Rhizopoda: Amoeba 2 sp., Pelomyxa 1 sp., Difflugia 5 sp.,
Arcella 1 sp.; Infusoria: Euglena 1 sp. , Uvella 1 sp., Para-
maecium 1 sp., Parablaste n. g. 1 n. sp., Coleps 1 sp., Stentor 2 sp.,
Rhabdostyla 1 n. sp, Vorticella 2 sp., Stylonichia 1 sp., Zoothannium
1 n. sp., Trichophrya 1 n. sp. (Bulletin Washbt/rn College Laboratory
of Nat. Histor. vol. 2. No. 8. 1887. p. 27—32) cf. Cap, Giliata.
Th. Wliitelegge giebt eine Liste der Süsswasser-Rhizopoden
von Neu-Süd-Wales. Er fand Amoeba 4 sp. , Pelomyxa 1 sp. , Dif-
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 275
flugia 7 sp., Arcella 3 sp., Centropyxis 1 sp. , Cochliopodium 1 sp.,
Euglypha 1 sp., Trinema 1 sp., Actinoplirys 1 sp., Heterophrys sp?,
Raphidiophrys 1 sp., Vampyrella 1 sp., Actinosphaeriiim 1 sp., Cla-
thriilina 1 sp., Biomyxa 1 sp. {List of the freshivater Rhizopoda
of N. S. Wales. Proc. Limi. Soc. N. S. Wales (2) vol. 1. p. 49?
bis 504. 1886. Sichiey 1887.
3. Brackwasser und salzige Binnenwässer.
G. Terrigi findet im Brackwasser-Tümpel von Orbetello folgende
Rhizopoden-Genera : Miliolina 1 sp. Trocliammina 1 sp., Truncatulina
1 sp., Discorbina 1 sp., Rotalia 1 sp., Nonionina 2 sp., Polystomella
1 sp. {J Rizopodi (Reticolari) vive^iti nelle acque salmastre
dello Stagno di Orbetello. Atti della Reale Accademia dei Lincei.
1887. IV. Ser. Rendiconti. p. 579—481.)
In einem Vortrage von 0. Zacharias über die Ercjebnisse einer
faunistischen Excnrsion an den süssen und salzigen See bei Halle
(beide Seen enthalten schwach salziges Wasser) wird auch der
Infusorien gedacht, die durch 30 nicht einzeln aufgeführte Species
vertreten sind, von denen Uroleptus agilis Engelm. dem salzigen
See characteristisch ist. (Taqebl. 60 Versamml. deutsch. Natur/.
No. 8. p. 255.)
4. Parasiten.
B. Grassi spricht in einem Vortrage über die parasitischen
Protozoen des Menschen und glaubt aus seinen Untersuchungen den
Schluss ziehen zu können, dass die Protozoen nicht als Erreger von
Infectionskrankheiten angesehen werden dürfen, sondern dass sie im
Ganzen nur wenig schädliche Commensalen des Menschen seien.
(Les protozoaires parasites de l' komme. XII. Congres de
Vassoc. med. ital. Pavie 1887 in: Arch. Ital. Biol. T. 9. 1888,
p. 4—6.)
L, Pfeiffer beschreibt einen neuen Parasiten des Pockenprozesses,
der im System bei den Monocystiden einzureihen wäre. Seine Ent-
wicklung verläuft ziemlich parallel mit dem, was wir von den Coc-
cidien und freilebenden Gregarinen wissen, bis zum Moment der
Sporenausscheidung. Zur Bildung von sichelförmigen Keimen kommt
es nicht, sondern es treten aus der Spore direct eine oder mehrere (?)
fertige Amöben aus. (Ein neuer Parasit des Pockenprozesses
aus der Gattung Sporozoa. Afonatsheße f. prakt. Dermatologie
VI Bd. 1887. ^No. 10. 13 pgg. 2 Tfln. auch in: Corresp. Blatt.
Allgem. ärztl. Ver. Thüringen 1887. 12 pgg. 2 Tfln.) Ganz ähnliche
Parasiten fand derselbe bei einer Epidemie von Varicella und bei
6 Zosterfällen. Bei allen drei Krankheitsformen treten Parasiten auf,
deren Entwicklung mit einem amöboiden Stadium beginnt, weiter eine
Encystirung durchläuft und nach massenhafter Sporenausscheidung
wieder zur amöboiden Form zurückkehrt. (Ueber Parasiten im
Bläscheninhalt von Varicella und von Herpes Zoster und
18*
276 J^i'- Ludwig Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
über die Beziehungen derselben zu ähnlichen Parasiten des
Pockenprozesses. Monatshefte f. prakt. Dermatol. Bd. 6. No. 18.
4 pgg. 1 Tß. 1887.)
R. Moniez berichtet über 2 neue Arten der Gattung Amoebidium,
von denen die eine ectoparasitisch an verschiedenen Daphniden, die
andre als Darmparasit in Eurycercus lamellatus vorkommt (cf. Cap.
Sarcosporidien). Ferner beschreibt er aus der Leiheshöhle ver-
schiedener Krebse, besonders von Cypris saHna einen vorläufig zu
den Rhizopoden gestellten Parasiten Schizogenes parasiticus n. g. n. sp.
(cf. Cap. Amoebaea).
F. Piesbergen schildert eine neue Form von Psorospermien,
die er in grosser Menge als Cysten und Sporen im Schleim des
Darms, besonders des Dickdarms, auffand. Ferner wird noch das
Vorkommen einer ganz ähnlichen Myxosporidienform aus dem den
Dickdarm umgebenden Fettgewebe der Forelle erwähnt. (Citat im
Cap. Myxosporidien.)
R. Blancliard. Bibliographie des Hematozoaires. Bull.
Soc. Zool. France. Vol. 12. P. 2—4, p. 500—507.
B. Danilewsky schildert in ausführlicher Weise das Vokommen,
den Bau und die Entwicklung eines gregarinenartigen Blutparasiten
von Emys lutaria, den er Haemogregarina Stepanowi nennt und der
seine erste Entwicklung als echter Zellparasit innerhalb der rothen
Blutkörperchen durchmacht, später aber frei wird. Die Einwanderung
geschieht vermuthlich vom Darmkanal aus unter Vermittlung der
Leucocyten und Haematoblasten. Der Bau der verschiedenen Ent-
wicklungsstadien, sowie ihre Beziehungen zu den rothen Blut-
körperchen, die bis auf den Kern und eine periphere Plasmazone
aufgezehrt werden, erfahren eine sehr eingehende Beschreibung, die
sich in Kürze schwer wiedergeben lässt. {Recherches sur la para-
sitologie du Sang. IV. Les Hematozoaires des tortues. Arch.
Slaves^Biol. T. 3, ^1887 p. 33—49, 157—176, 370—417 mit 2 Tfin.)
5. Fossile Protozoen.
M. Canavari, Di alcuni tipi di Foraminiferi apartenenti alla
famigHa delle Nummulinidae raccolti nel Trias delle Alpi Apuane.
Ätti Soc. Tose. Sc. Nat. Pisas, Poe. Verb. Vol. 5. p. 184—187.
W. Deecke, Les foraminiferes de l'Oxfordien des environs de
Montbeliard (Doubs). 2 PI. Mem. Soc. Em. Montheliard (3). Vol. 16
{47 pg.) 1886.
R. Haeusler, Notes sur quelques Foraminiferes des marnes a
bryozoaires du Valangien de Ste.-Croix. Bull. Soc. Vaud. Sc. Nat.
(3) Vol. 22. No. 95 p. 260— 266 [37 sp.].
A. Philippson, Ueber das Vorkommen der Foraminiferen-
Gattung Nummoloculina Steinmann in der Kreideformation der Ost-
alpen. Mit 7 Holzschn. Neue Jahrb. f. Micr. 1887. 2. Bd. 2. lift.
p. 164—168.
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 277
Rüst, Ueber neuentdeckte Radiolarien der Kreide und einiger
älterer Schichten. Sitz.-Ber. Jen. (jcsellsch. f. Mediz. u. Naturw. 1886.
Supj}!. zur Zeitschr. f. Natunv. Bd. XX. Jena 1887 p. 143—145.
C. Schlumberger, Note sur les Biloculina buUoides d'Orb. et
Biloculina ringens Lam. Avec 1 pl. Bull. Soc. Geol. France (3)
Vol. 15 p. 573—584.
III. Bhizopoden.
1. Amoehaea.
R. Moniez beschreibt aus der Leibeshöhle verschiedener Krebse,
besonders von Cypris salina einen neuen Parasiten, den er vorläufig
zu den Rhizopoden in eine neue Familie der Sarcodinen stellt und
Schizogenes parasäicus n. g. n. sp. nennt. Der Körper ist ab-
geplattet, von ausserordentlich variabler Gestalt und Grösse und be-
steht aus einem homogenen Protoplasma ohne Kern, contractile
Vacuole oder sonstige Inhaltskörper. Die Bewegung äussert sich in
Gestaltveränderungen, die sich sehr langsam ,,mit einer gewissen
Schwierigkeit" vollziehen. Die Vermehrung geschieht in höchst merk-
würdiger Weise durch Auftreten von Spalten im Protoplasma, die
der Oberfläche parallel verlaufen, wodurch in mannigfacher Weise
Protoplasmamassen ausgeschält werden, die nach ihrer p]ntfernung
aus dem Mutterthier zu Tochterindividuen werden. Theilung kommt
unter gewissen Umständen vor, auch wird ein gelegentliches Zu-
sammenfliessen von mehreren Individuen zu einem einzigen für mög-
lich gehalten. (Note sur une nouvelle foryne de Sarcodine.
Journ. de rA?iaf. et de la Physiol. T. 22. 1886.)
A. Schneider beschreibt Filigrana delicatula n. g. n. sp., ein
zwischen Amöben und Heliozoen stehendes Thier mit einem von leicht
radiär gestreifter hyaliner Zone umgebenen Körper und wenig oder
garnicht verzweigten fadenförmigen Pseudopodien, sowie ferner Coch-
leamoeba spiralis n. sp. mit langen korkzieherartig gewundenen Pseu-
dopodien. {Descripf ton de Rliizopodes nouveaux ou peu
connus. Tablettes Zool. T. 2. p. 1 — 3 m. Tfl.
G. Entz, Beitrag zur Kenntniss des feineren Baues der
Amöben. Naturw. med. MiMheilungen. Klausenburg 1887, war dem
Ref. nicht zugänglich.
2. Testacea.
Unter zahlreichen sich theilenden Individuen von Euglypha
alveolata fand F. Blochmann gar nicht selten solche, bei denen
zwar in bekannter Weise die zweite Schale entstanden und der Kern
in 2 getheilt war, bei denen aber dennoch die Trennung der In-
dividuen unterblieb. Vielmehr tritt eigenthümlicher Weise das Proto-
plasma, welches anfangs beide Schalen ausfüllte, unter Zurücklassung
der einen Kernhälfte sammt eines geringen Plasmahofs ganz wieder
in die alte Schale zurück. Das Wesentliche des Vorgangs, von dem
278 Dl"- Ludwig Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
noch eine besondere Modification beschrieben wird, liegt demnach
in der Aiisstossnng einer Kernhälfte mit einer geringen Plasmamenge,
ein Vorgang, der den Verf. mit Recht an die Bildung der Rich-
tungskörper der Metazoen erinnert. Ferner beschreibt Verf. den
ersten sichern Fall von Copulation bei beschälten Rhizopoden eben-
falls an Eugiypha. Die beiden verschmelzenden Individuen geben
hierbei ihre alten Schalen auf, um eine neue entsprechend dem ver-
grösserten Volumen des aus der Copulation hervorgegangenen Thieres
zu bilden. (Zur Kenntniss der Fortpflanzung von Euqlyplia
alveolata Dnj. Morpfiol. Jahrb. Bd. 13. 1887, |j. 173— 188 m. Tfl.)
W. Schewiakoff, liefert eine eingehende Studie über die
Theilung der Eugiypha alveolata, die eingeleitet Avird durch eine
ausführliche Beschreibung des anatomischen Baues eines normalen
Thieres, an dem er mit F. E. Schulze 3 Regionen unterscheidet, eine
vordere, alveoläre mit locomotiver, eine mittlere oder körnige mit
nutritiver und endlich eine hyaline Zone mit reproductiver Function.
Das Protoplasma ist von wabiger Beschaffenheit (Cyto-Hyaloplasma,
Cyto-Chylema) ; ebenso wird aus gewissen Beobachtungen geschlossen,
dass auch dem normalen Kern bereits eine Diiferenzirung in ein
Netzwerk von Nucleoplasma und dem dasselbe erfüllenden Nucleo-
Chylema zukommt. Die Zell- und Kerntheilung wird eingeleitet
durch Veränderungen, die am Cytoplasma der hyalinen Zone auf-
treten, worauf, was gegenüber den Angaben Grubers hervorzuheben
ist, die Theilung des Kernes genau die Phasen durchläuft, welche
bei der indirecten Kerntheilung der Metazoen auftreten. Besonders
characteristisch für den Theilungsvorgang der Eugiypha ist die An-
sammlung des Cytoplasma um den Kern, die Erhaltung der Kern-
membran während der ganzen Theilung, sowie ferner die deutliche
Ausbildung der Polstrahlen und die auffallende Grösse der Pol-
körperchen. (Ui'ber die Karyokinetisclie Kerntlieilung der
Eugiypha alveolata. Morph. Jahrb. Bd. 13, 1887, p. 193 — ^58
mit 2 Tfln).
C. Sclilumljerger untersucht Planispirina sigmoidea Brady,
PL celata Costa, PI. Edwardsii n. sp. (Canar. Inseln, 4 — 5000 m, TaHs-
man), welche drei Sp. unter der neuen Gattung Sigmoilina ver-
einigt werden. Bei Planispirina verbleiben P. communis Seguenz.,
P. carinata Segu., P. contraria d'Orb. (Note sur le cjenre Planis-
pirina. Bull. Soc. Zool. France. Vol. 12 P. V^. p. 475—488 m. Fig.)
M. Neumayr, verdanken wir eine sehr werthvolle Untersuchung
über die natürlichen Verwandtschaftsverhältnisse der Foraminiferen.
Da aus den älteren paläozosichen Ablagerungen nur wenige Forami-
niferen bekannt sind, dieselben aber im Kohlenkalke gleich in einer
grossen Zahl weit verschiedener und hochdifferenzirter Typen auf-
treten, so ist der Versuch vollständig aussichtslos einen Stammbaum
durch Rückverfolgung aller einzelnen Reihen auf eine gemeinsame
Stammform herzustellen. Trotzdem liegen zahlreiche Anhaltspunkte zur
Beurtheilung der natürhchen Verwandtschaftsverhältnisse vor: In der
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 279
Kohlenkalkfanna ist eine grosse Menge agglutinirender Formen vor-
handen; eine Anzahl von Gruppen, die heute scharf geschieden sind,
zeigen in paläzoischer Zeit vollständige Uebergänge; die kalkschaligen
Formen sind weit mannigfaltiger entwickelt und theilweise mit viel
höher ausgebildetem Gehäuse ausgestattet, als die sandschaügen so
dass Uebergänge zwischen beiden Gruppen nur in der Weise statt-
finden, dass die tiefstehenden Kalkschalen mit agglutinirenden
Formen in Zusammenhang stehen. Die morphologischen Beziehungen
wie das geologische Vorkommen machen es nun im höchsten Grade
wahrscheinlich, dass dieser Zusammenhang auch ein genetischer ist
und zwar stammen die verschiedenen einfacher organisirten Kalk-
schalen von agglutinirenden Formen ab. Unter letzteren aber sind
die unregelmässig agglutinirenden Astrorhiziden als die ursprüng-
lichsten anzusehen. X-^erf. theilt nun die Foraminiferen in 3 Ent-
wicklungsstufen; 1. die ganz irregulär agglutinirenden (Astrorhiziden);
2. die regulär agglutinirenden, bei welchen der Anfang einer
Scheidung in poröse und compactschalige Formen eintritt und 3. die
kalkige Entwicklungsstufe. Auf der zweiten Stufe lassen sich noch
weitere Gruppen unterscheiden; es sind das die grossen Hauptstämme,
die sich weiter zu den kalkschaligen verfolgen lassen und deren
Unterscheidung die erste Bedingung einer richtigen Auffassung dar-
stellt, deren wesentlichste Merkmale aber nicht in der Schalenstruktur
sondern vorwiegend in der äusseren Gestalt liegen. Diese ver-
schiedenen Typen der IL u. III. Entwicklungsstufen sind; 1. der
Cornuspiren — ; 2. der Textilariden — ; 3. der Lituoliden — ; und
4. der Fusuliniden-Typus. {Die natürlicUcn Verwandtschafts-
verhältnisse der schalentragenden F oraminiferen. Sitz. Ber.
Kais. Akad. Wiss. Math. Naturw. Cl. 1887, p. 156-186 m. Tabelle).
H. B. Brady, führt in seiner Synopsis 268 Foraminiferenspezies für die
Britische Fauna auf, die sich auf 69 Gattungen vertheilen. Berücksichtigt
wurde nur der „Shallow-water-District", eine Zone, welche von der Küste bis
zu einer Tiefe von 100 Faden reicht (J. Synopsis of the British Fora-
minifera, Journ. Roy. Microsc. Soc. 1887. Part 6. p. 872 — 9ä7).
T. R. Jones u. C. D. Sherborn's Remarks on the For amini f er a,
loith especial ref erence to their Variability of form illustrated hy
the Cristellarians ist der 11. Theil einer 1876 von dens. Verf. erschienenen
Arbeit, in der sie eine synoptische Tabelle allei- Varietäten von Cristellaria,
geben die seit Linne's Zeiten bis zum Jahre 1840 bekannt geworden sind. In
vorliegender Arbeit setzen sie diese Tabelle bis zum Jahre 1860 fort und gruppiren
hierbei die verschiedenen Formen um 5 Haupttypen, Als solche wurden aus-
gewählt Cristellaria calcar L., C. cultrata de Montf. , C. italica Defr., C. cre-
pidula Fichtel u. Moll. , C. rotulata Lam. (Journ. Roy Micr. Soc. 1887. P. 4
p. 545—557).
T. R. Jones giebt eine Kevision von Nummulites elegans Sow., Numm
variolarius Lam. u. Numm. laevigatus Brug. nebst einem genauen Verzeichniss
der Synonymen. (On Nummulites elegans and other English Nummu-
lites. Quart. Journ. Geol. Soc. London, vol. 43, 1887, p. 132—148 m. Taf).
280 Dr- Ludwig Will: Bericht üb. cl. wissenschaftliclieii Leistungen
Unter den 268 Foraminiferen-Spezies, welche H. B. Brady in seiner
Synopsis of the British Becent Foramini fera aufführt, findet sich auch
eine neue, nämlich Trochammina robertsoni n. s^o. (Citat pag. 279).
R. Häusler, Notes on some foramini fera from the Hanraki Golf
Transact. N. Zeal. Inst. Vol. 19. p. 196— WO.
3. Heliozoen.
In einer Notiz vher künstliche Theilung hei Actinos-
phaertum macht A. Griiber auf die von K. Brandt in dessen
1877 erschienener Dissertation gemachten diesbezüglichen Angaben
aufmerksam. {Zool. ÄfK. 1887. p. 346 — 847).
P. A. Dangeard stellt die niedersten Organismen zu den Thieren
resp. den Pflanzen, je nachdem die Nahrung in das Körperinnere
eingeführt und dort verdaut wird oder die Nahrung auf osmotischem
Wege aufgenommen wird. Zu den ersteren werden gerechnet die
Genera Vampyrella, Nuclearia, Heterophrys, Actinophrys und Pseu-
dospora. Die Vampyrellen nehmen ihre Nahrung entweder durch
Umfliessen kleinerer Organismen oder durch Eindringen in die Zellen
andrer Organismen auf. Theilung ist häufig im activen Zustand,
Conjugation seltener und tritt nicht immer bei Begegnung zweier
Individuen ein. Die Sporangien, deren Wandung aus Cellulose be-
steht, bilden sich am Ende der Ernährungsperiode und enthalten
meist 2 —4 Zoosporen, die als junge Vampyrellen ausschlüpfen. Bei
der Cystenbildung werden 2 — 3 CeUulosemembranen gebildet. Nuc-
learia simplex unterscheidet sich von Vampyrella durch einen mit
Nucleolus versehenen Kern und durch den Mangel der Sporangien-
Bildung. Die Nahrungsaufnahme geschieht durch Durchbohrung der
Wandung andrer Organismen. (Eugiena, Infusorien, Spirogyra).
Theilung wird ziemlich häufig, Conjugation sehr selten beobachtet.
Aus der Cystenmembran schlüpft nach mehrmonatHcher Ruhe das
Thier ungetheilt aus. Heterophrys unterscheidet sich von Nuclearia
nur durch das Vorhandensein einer transparenten Zone, welche von
den Pseudopodien durchsetzt wird. Die Theilung ist schwierig zu
beobachten, Conjugation findet möglicher Weise gar nicht statt;
Encystirung wie bei Nuclearia. Bei Actinophrys sol geschieht die
Nahrungsaufnahme durch Umfiiessen der Beute. Theilung und Con-
jugation, letztere zur Coloniebildung führend, häufig. Die Cysten
Averden wie bei Vampyrella von mehreren HüUen umschlossen. Pseu-
dospora nitellarum findet sich in Form gelblicher Plasmakugeln
innerhalb der Zellen von Nitella, Spirogyra und Cladophora, die ihre
Nahrung durch Umfliessen der Nährkörper aufnehmen. Die Zoos-
porenbildung vollzieht sich an der Oberfläche des Sporangiums unter
Zurücklassung eines Restkörpers. Die von mehreren Membranen
umgebenen Cysten produciren gegen 20 Zoosporen. Obwohl die
Monadinen Beziehungen zu den Vampyrellen zeigen, verweisen die
gegeisselten Sporen sie jedoch zu den Flagellaten.
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jalire 1887. 281
Neue Arten sind: Vampyrella Eitf/lenae, V. Ä'/emM=Monadinopsis
vampyrelloides klein, Heterophrys dispersa. (Recherches sur les
organismes inferieurs. Annales Scienc. Nat. XX. Botan. VII. Ser.
T.'i. 1886. p. 241— 341 m. 4 Tfln.)
4. Radiolarien.
C. J. Eberth studirte die Structur von Protoplasma und Kern
an Schnitten von Thalassicolla caerulea. Das extracapsuläre Proto-
plasma erscheint völlig homogen, im Pseudopodienmutterboden nicht
nur wie gewöhnlich von kleinen, sondern auch von grösseren Vacuolen
unterbrochen, welche Muskelfragmente enthalten, die von auf-
genommener fester animalischer Nahrung herrühren. Das intra-
capsuläre Protoplasma zeigt 3 Zonen, eine äussere radiär gestreifte,
eine breite mittlere von Vacuolen durchsetzte und eine innere schmale
mit undeutlicher Radiärstreifung. Die ganze Markmasse zeigt bei
starker Vergrösserung deuthch eine schaumige Beschaffenheit, ebenso
lässt der Kern ein sehr engmaschiges Kerngerüst erkennen, mit dem
auch die Nucleolen in Zusammenhang stehen. (Heber Thalassicolla
caerulea, Arch. f. mikr. Anat. Bd. SO. 1887. p- 27—32 m. 1 Tfl.)
M'Intosh berichtet über gallertige Massen mit kernhaltigen
grüngelben Zellen, die mit dem Schwebnetz in grosser Zahl an der
Schottischen Küste gefangen wurden. Da wahrscheinlich Tomopteris,
Appendicularien und andere Formen in ausgiebiger Weise sich von
diesen Gallertmassen nähren, kommen sie auch indirect als Fisch-
nahrung in Betracht. (Notes fr 0711 St. Aridreivs Marine Labo-
ratory. 1. On the occurrence of Peculier Gelatinous Bodies
in Profusion. Ann. Mag. Nat. Hist. (5) Vol. 20, p. 97—99.)
Die grossartigste Erscheinung auf dem Gebiet der Protozoen-
kunde ist der von E. Häckel bearbeitete Report on the Radi-
olaria collected hi/ IL M. S. Challenger during the years 1873
bis 1876. (Report on the scientif. results of the ooyage of IL M. S.
Challenger etc. Zool. XVIII. 1887.) Das Werk, die Frucht zehn-
jährigen unermüdlichen Studiums ist mit 140 meisterhaft ausgeführten
Tafeln ausgestattet und enthält auf 2000 Seiten die ungeheure Zahl
von 739 Gattungen und 4318 Spezies, von denen nicht weniger als
3508 Arten neu sind. Das Material lieferten ausser den unermess-
lichen Schätzen der Challenger Expedition eigene im Mittelmeer,
atlantischen und indischen Ocean gemachte Sammlungen und ferner
die Sammlung von Capitän Rabbe und John Murray. Eine reiche
Quelle neuer Radiolarien erschloss schliesslich noch die Untersuchung
des Darminhaits von pelagischen Thieren.
Die allgemeine Einleitung zum systematischen Theil des Radi-
olarien-Reports erschien ausserdem in deutscher Sprache als IL Theil
seiner Radiolai'ien-Monographie mit einer reichen Auswahl von Tafeln.
(Die Radiolarien. Eine AI o?iographie. II. Theil. AI it
64 Tfln. Berlin 1887) Diesem Werke entnehme ich folgendes:
I. Cap. Der einzellige Organismus. Der einzellige Körper
282 Dl"- Ludwig Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
der Radiolarien wird durch eine mit besonderen Oeffnungen ver-
sehene Membran in eine Centralkapsel und ein Extracapsulum ge-
schieden. Die Radiolarien zerfallen in 2 Subklassen, in die Poru-
losen, bei denen die Pseudopodien allseitig und in sehr grosser
Anzahl durch die Poren der Membran der homaxonen Centralkapsel
hindurch ausstrahlen und in die Osculosen, bei welchen die Pseudo-
podien von einem Sarcodastrom ausgehen, der durch eine einzige
basale HauptöfFnung der monaxonen Centralkapselmembran heraus-
tritt. Der Körper der Radiolarien fällt sowohl in morphologischer
wie physiologischer Beziehung unter den Begriff einer einfachen Zelle,
ungeachtet des bei den polyzoen Spumellarien und bei den meisten
Acantharien beobachteten frühzeitigen Zerfalls des primären einfachen
Kerns in zahlreiche kleinere. Unter den Begriff" der Zelle fällt aber
nicht nur blos die Centralkapsel, sondern der ganze Körper mit all
seinen Bestandtheilen. Bei den socialen Radiolarien bleibt die mor-
phologische Individualität nur für die einzelnen Centralkapseln be-
stehen, während die corticalenTheile völlig in der Bildung eines gemein-
samen Extracapsulum aufgehen. Man kann auch jedes Coenobium als
vielzelHges Radiolar auffassen, dessen zahlreiche Centralkapseln ebenso
viele Sporangien repräsentiren. Die Centralkapsel ist einerseits
das allgemeine Centralorgan der „Zellseele", ihrer sensorischen und
motorischen Funktionen, andererseits das besondere Fortpflanzungs-
organ (Sporangium). Dagegen fungirt das Extrakap sulum als
Schutz für die Centralkapsel, als Skeletsubstrat sowie durch seine
Pseudopodien als Organ der Bewegung, Empfindung, Nahrungsauf-
nahme und Athmung. Beide Theile des Radiolarienkörpers sind als
coordinirt aufzufassen. Das Skelet ist ein secundäres Produkt der
Zelle, anatomisch aber selbständig und scharf getrennt von den
Weichtheilen (Malacom). Von allen 4 Legionen entsteht es nur bei
den Acantharien im Mittelpunkt der Kapsel (centrogen). Bei den
Spumellarien liegt zwar das Skelet meist theils innerhalb, theils
ausserhalb der Centralkapsel, diese Lage erklärt sich jedoch durch
ein secundäres Umwachsen von Seiten der letzteren. Die Ursache
des beispiellosen P^ormenreichthums der Skelete liegt wahrscheinhch
theils in den statischen Verhältnissen des frei im Meer schwebenden
Radiolarienkörpers, theils in der eigenthümhchen Plasticität ihres
Protoplasmas und ihres Skelet-Materials. Die geometrischen Grund-
formen des Radiolarienkörpers werden in 4 Hauptgruppen eingetheilt,
in die Centrostigmen (Sphaerotypischen), Centraxonien (Grammo-
typischen), Centroplanen (Zygotypischen) und Acentrischen (Atypi-
schen). Das natürliche Centrum ist bei der ersten Gruppe ein Punkt
(Stigma), bei der zweiten eine Gerade (Hauptaxe), bei der dritten
eine Ebene (Sagittal -Planum) und fehlt bei der \äerten ganz. Die
weitere Eintheilung der Hauptgruppen muss hier übergangen werden.
Nach den statischen Momenten, die in erster Linie als mechanische
causae efficicientes die geometr. Grundformen erzeugten, lassen sich
diese in andrer Weise in 3 Hauptgruppen unterscheiden, in solche,
1. bei denen der Schwerpunkt in der Mitte liegt (pantostatische oder
in der "Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 283
indifferent statische), 2. bei denen verschiedene aber nicht nnendlich
viele Gleichgewichtslagen möglich sind (polystatische) und schliesslich
solche, bei denen nur eine Gleichgewichtslage möglich ist, bei denen
demnach der Schwerpunkt in einer constanten vertikalen Hauptaxe,
und zwar unterhalb des Mittelpunkts derselben gelegen ist (mono-
statische). Als primäre Grundgestalt der Radiolarien ist die geo-
metrische Kugel anzusehen, vorausgesetzt, dass die monophyletische
Ableitung aller Glieder dieser Klasse von einer gemeinsamen Stamm-
form, der Gatt. Actissa richtig ist, welche in der That eine vollkommene
Kugel darstellt. Aus dieser primären Grundform leiten sich die
secundären ab nach folgender Stufenreihe: 1. durch Ausbildung einer
vertikalen Hauptaxe entstehen zunächst die Monaxonia; 2. durch
Differenzirung horizontaler Kreuzaxen entstehen aus letzteren die
Stauraxonia; 3. in beiden Gruppen sind zunächst die beiden Pole
gleich (Isopola) oder 4. ungleich (Allopola); 5. die Kreuzaxen der
Stauraxonia sind entweder gleich (reguläre Pyramiden und Doppel-
pyramiden) oder 6. durch Differenzirung der Kreuzaxen (Gegensatz
von Sagittal- und Fractalaxe) entstehen die amphitecten Pyramiden
und Doppelpyramiden; 7. aus den amphitecten Pyramiden entstehen
durch Differenzirung beider Pole der Sagittal- Axe die Amphipleuren ;
8. die zygopleure Grundform erscheint zuletzt, als einfachste Form
der Amphipleuren. Hieran schliesst sich eine kurze Besprechung der
Grundformen der vier unterschiedenen Legionen.
n. Cap. die Centrcilkapsel. Sie besteht constant aus folgenden
wesentlichen Theilen : 1. der Kapselmembran ; 2. dem Endoplasma oder
intracapsulären Protoplasma; 3. dem Nucleus oder Zellkern. Als
unwesentliche unbeständige Bestandtheile kommen hinzu Hyalinkugeln,
Fettkugeln, Pigmentkörner, Krystalle etc. Die Grundform der
Centralkapsel ist die Kugelgestalt, bei der alle ihre Theile con-
centrisch oder gleichmässig radial um den Mittelpunkt angeordnet
sind. Sie bleibt aber nur bei der Minderzahl der Radiolarien er-
halten und geht in verschiedene secundäre Formen über, die ein-
getheilt werden; 1, in intern-metamorphe Gestalten, deren Ent-
stehung in der Innern Struktur der Centralkapsel selbst begründet
liegt und 2. in extern-metamorphe, deren Gestalt durch die äusseren
Einflüsse bedingt ist, welche das Wachsthum des Skelets ausübt.
Die Kapselmembran ist zu einer gewissen Zeit des individuellen
Lebens bei allen Radiolarien vorhanden, obgleich sie bei einigen
Arten nur kurze Zeit hindurch besteht. Die Porenkanäle sind
bei den Perypylea (= Spumellaria) äusserst zahlreich, fein und gleich-
mässig vertheilt, bei den Actipylea (= Acantharia) verhalten sie sich
sonst ebenso, sind aber durch porenlose Zwischenräume getrennt.
Bei den Monopylea (Nassellaria) besitzt die Kapselmembran nur eine
einzige Hauptöffnung (Osculum), welche durch einen kreisrunden
von zahlreichen Poren durchbrochenen Siebdeckel durchbrochen ist,
während bei den Cannopylea (Phaeodaria) der Verschluss des einzigen
Osculum durch ein solides von strahligen Rippen durchzogenes Oper-
culum bewirkt wird, aus dessen Mitte sich eine kürzere oder längere
284 Dr. Ludwig Will: Bericht üli. ä. wissenschaftlichen Leistungen
cylindrische Röhre (proboscis) erhebt. Ausser der Hauptöffnung
besitzen die meisten Phaeodaria noch einige, meist 2 Nebenöffhiingen,
die symmetrisch zur Hanptaxe liegen. Der Zellkern. Alle
Radiolarien zeigen in Bezug auf das Verhalten der Kerne 2 ver-
schiedene Zustände, sie sind in der Jugend 1 kernig (monocaryot),
im Alter vielkernig (polycaryot) und zwar geht der letztere Zustand
durch Kernspaltung aus dem ersten hervor. Diese Spaltung tritt
nun entweder, wie bei der Mehrzahl der Radiolarien, erst spät kurz
vor der Sporenbildung ein (spätspaltige, serotine Radiolarien) ; oder
bereits sehr frühzeitig (frühspaltige, praecocine Radiolarien), wie bei
sämmtlichen socialen Radiolarien und der Mehrzahl der Acantharien.
Die Lage des Zellkerns ist jedenfalls bei aUen Radiolarien ursprüng-
lich eine centrale gewesen, die sich nur noch bei den monozoen
Spumellarien erhalten hat. In den 3 übrigen Legionen ist sie dagegen
gewöhnlich excentrisch, höchstens subcentral. Hinsichtlich ihrer
Struktur sind die Kerne entweder homogen (wahrscheinlich bei allen
Schwärmsporen und vielen Spumellarien) oder allogen, d. h. in Kern-
substanz und Kernsaft diiferenzirt (Mehrzahl der Radiolarien). Die
primäre Form der Kerne ist die Kugel, secundär geht sie über in
eine ellipsoide, discoide, asteroide, amöboide und loboide Formen.
Das Entoplasma, und besonders im Jugendzustande ausser dem
Nucleus der einzig wesentliche Inhalt der Centralkapsel, bewahrt
nur bei einigen Spumellarien und Nassellarien seine ursprünglich
homogene Structur, bei den übrigen aber vollzieht sich eine
Differenzirung in eine Marksubstanz mit Granulär- und eine Rinden-
substanz mit Fibrillarstructur, ausserdem aber die Bildung einer
Reihe „innerer Protoplasma -Producte", wie HyaUnkugeln (Alveolen
und Vacuolen), Oelkugeln, Pigmentkörper, Krystalle etc., deren ge-
nauere Beschreibung hier übergangen wird.
Während bei den Peripyleen und Actipyleen die Radialstruktur des
Endoplasmas eine totale oder partielle ist, welche sich erklärt durch
die gleichmässige Vertheilung der Porenöffnungen auf der Oberfläche
der Centralkapselmembran, sowie durch die fortdauernde Einwirkung
der radialen Plasma-Strömungen, beschränkt sie sich bei den Mono-
pyleen oder Nassellarien auf einen axialen Pseudopodienkegel (Podo-
conus), der als eine besondere Differenzirung des Endoplasmas, nicht
aber (Hertwig) der Kapselmembran aufzufassen ist. Bei den Canno-
pyleen endhch findet sich oberflächHch eine dünne fibrilläre Rinden-
schicht, deren Fibrillen (Myophane) am stärksten in der Umgebung
der Oeffüungen hervortreten.
3. Cap. Das Extracapsulvm oder ,, extracapsuläre Malacom"
zeigt folgende wesentliche nie fehlende Theile: 1. Das Calymma
(extracapsuläre Gallerthülle), als homogene wasserklare Ausscheidung
des Ectoplasmas entstehend, nimmt später besondere Structuren an
(Alveolar. Structur, concentrische Schichtung und radiäre Strichelung,
letztere jedoch wahrscheinlich auf die Pseudopodien zu beziehen)
und zeigt bei verschiedenen Formen äusserst verschiedene Grade der
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 285
Consistenz. 2. Das Exoplasma, welches wieder in topographisch
gesonderte Abschnitte zerfällt: In die Sarcomatrix oder den Pseudo-
podienmutterboden des Exoplasma, welcher als zusammenhängende
Sarkodeschicht die Centralkapsel umhüllt und vom Calymma trennt;
sie ist physiologisch das Centralorgan des Extracapsulum und ist das
wichtigste Organ der Ernährung, vielleicht auch Empfindung; in das
Sarcoplegma, jenes gerüstartige Netzwerk des Exoplasma, welches
sich in der Gallertsubstanz der Calymma ausbreitet und an der
Oberfläche der letzteren in einen dritten Abschnitt, das Sarco-
dictyum oder extracalymmare Exoplasma-Netz übergeht. Letzteres
ist von hoher physiologischer Bedeutung für die Formation der Gitter-
schalen, wozu es das Material liefert. Wie an der Calymma kann
man auch am Sarcodictyum ein primäres und ein secundäres unter-
scheiden, deren Maschenform in engster Beziehung zur Form der
Gitterschalen steht. Vom Sarcodictyum nehmen die Pseudopodien
ihren Ausgang, von denen mehrere DifFerenzirungsformen unterschieden
werden können, so die gewöhnlichen freien Pseudopodien oder Myxo-
podien (Verästelung, Netzbildung derselben), und die Axopodien, welche
aus einem radialen Axenfaden mit weichem Exoplasmaüberzug be-
stehen, meist bis ins Centrum der Centralkapsel sich fortsetzen und
nur bei den Acantharicn bekannt sind. Die Axopodien sind con-
stante Organe, vermuthlich als Tastorgane fungirend und lassen auf
Beziehungen zu den radialen Skeletnadeln der Acanthometren
schliessen, die ursprünglich auch einen dünnen Plasmaüberzug tragen.
Als Myophrisken werden die contractilen Fäden des Sarcodictyum
bezeichnet, welche bei den meisten Acantharien jeden Radialstachel
mit einem Kranze umgeben. In physiologischer Beziehung fungiren
sie als hydrostatischer Apparat.
4. Cap. Skelet. Von 739 Genera sind nur 10 skeletlos, nämlich
6 Spumellarien, 2 Nassellarien und 2 Phaeodarien; diese aber sind
von besonderer Bedeutung, weil sie die ursprünglichen Stammformen
sowohl der Klasse wie ihrer Legionen enthalten. Die Substanz so-
wohl der organischen Acanthin-Skelete der Acantharien und die car-
bonischen Sihcat-Skelete der Phaeodarien als auch die rein kieseligen
Skelete der Spumellarien und Nassellarien ist structurlos; nur die
meisten Phäodarienskelete machen eine Ausnahme, indem sie theils
röhrige Skeletelemente , theils aber eine eigenthümliche Porcellan-
Struktur besitzen. Je nachdem die Gitterschalen „complet" oder
,,incomplet" sind, lassen sich in jeder Legion unterscheiden Radiolaria
cataphracta und R. aphracta. In topographischer Beziehung sind zu
unterscheiden Ectolithia (Skelet rein extracapsular) und Endolithia
(Skelet zum Thcil innerhalb der Centralkapsel), nach der Genese
aber centrogene (nur bei den Acantharien) und perigene Skelete (alle
übrigen Radiolarien). Nicht nur die Skelete der 4 Legionen sind
unabhängig von einander entstanden, sondern auch innerhalb der
Legionen der Spumellarien und Phaeodarien ist ein polyphyletischer
Ursprung anzunehmen. Hingegen ist eine monophyletische Ent-
stehung wahrscheinlich innerhalb der Legionen der Nassellarien und
286 Dr. Ludwig Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Acantharien. Als morphologische Typen der Skeletbildung lassen
sich 12 Hauptformen unterscheiden: 1. Astroid-Skelete, 2. Beloid-
Skelete, 3. Sphaeroid-Sk. (Gitterkugeln), 4. Prunoid-Sk. (Gitter-El-
lipsoide), 5. Discoid-Sk. (Gitterscheiben), 6. Larcoid-Sk. (lentelliptische
Gitterschalen), 7. Cyrtoid-Sk., 8. Cricoid-Sk., 9. Plectoid-Sk. 10. Spon-
goid-Sk., 11. Cannoid-Sk., 12. Conchoid-Sk. Von diesen kommen
No. 10 und 11 nur bei Phaeodarien, No. 8 und 9 nur bei Nassel-
larien, No. 1 nur bei Acantharien vor; die übrigen 7 Typen kommen
in mehreren Legionen in gleicher Form vor, sind also polyphyletisch.
In den Fällen, wo ,, Doppelschalen" vorkommen, wird die innere als
Mark-, die äussere als Rindenschale unterschieden. Von hoher Be-
deutung für die Entwicklung der Gesammtform und ihrer Lebens-
thätigkeiten ist das Vorhandensein von Radialstacheln; das gilt ganz
besonders für die Acantharien , wo die Stacheln allein als primäre,
den ganzen Skeletbau bestimmende Theile erscheinen. Auf die
Differenzen der Stacheln in den einzelnen Legionen kann hier nicht
eingegangen werden.
Biogenetische Resultate. Aus der Keimesgeschichte der
Radiolarien liegen nur Fragmente an, die aber dennoch ein all-
gemeines Bild gestatten. Danach ist anzunehmen, dass wahrschein-
lich bei allen nach erlangter Reife die Centralkapsel als Sporangium
fungirt und dass sich ihr Inhalt in zahlreiche geisseltragende Schwärm-
sporen (Zoosporen) auflöst. Nach Austritt dieser flagellaten Schwärm-
sporen (Astasia ähnlich) werden sie wahrscheinHch in einen Helio-
zoen-Zustand (Actinophrys) und durch Bildung einer Gallerthülle
in einen Sphaerastrum- Zustand übergehen. Indem sich dann
zwischen der äussern Gallerthülle und dem kernhaltigen Zellkörper
eine Membran entwickelt, entsteht ein Actissa- Zustand, der in ein-
fachster Form die Differenzirung des einzelligen kughgen Körpers
in Centralkapsel und Calymma darstellt. Actissa, repräsentirt
ontogenetisch und phylogenetisch den primitivsten Zustand des
Radiolarien-Organismus und kann als Ausgangsform angesehen
werden. Die Grundrichtungen des Wachsthums sind bei den
4 Legionen verschiedene, bedingt zum grossen Theil schon durch
die verschiedene Structur und Form der Centralkapsel. Bei den
Spumellarien und Acantharien ist ein concentrisches Wachstum
(gleichmässige Volumenzunahme nach allen Seiten) und ein diame-
trales Wachsthum (Hypertrophie einzelner Theile in der Richtung
bestimmter Radienpaare) zu unterscheiden. Bei den Nassellarien
und Phaeodarien dagegen ist die Grundrichtung eine unipolare
(ausgehend vom Basalpol der verticalen Hauptaxe) und zweitens
eine radiale oder pyramidale (divergente Entwicklung einzelner
Theile in der Richtung bestimmter Radien). Während der Weich-
körper durch Intussusception wächst, wächst das Skelet durch
Apposition. Theil ung verbunden mit Regeneration findet statt bei
allen socialen Spumellarien und bei Phaeodarien, ist dagegen nicht
beobachtet bei den solitären Spumellarien, bei den Acantharien
und Nassellarien. Regeneration nach künstlicher Isolirung der
in der Natvu'geschichte der Protozoen im Jahre 1887. 287
Centralkapsel ist beobachtet bei Thalassicolla. Im Cap. Phylogenie
bringt Verf. sodann ein System, das er bei der Lückenhaftigkeit
unserer phylogenetischen Kenntnisse als einen „Compromiss zwischen
natürlichem und künstlichem System" aufgefasst wissen will und
das durch zahlreiche Stammbäume erläutert wird. Der Abschnitt
Physiologische Fragmente behandelt die vegetativen und
animalen Functionen des Radiolarienkörpers. Chorologische
Fragmente. Die Radiolarien sind marine Thiere; da ihre Ver-
breitung besonders abhängt von Meereströmungen, dem Spiel von
V^ind und Wellen, so sind sie vorzugsweise Cosmopoliten, wenngleich
auch wahrscheinlich eine Reihe von kleineren Localfaunen
existirt, welche durch die besondere EntAvicklung einzelner Gruppen
ausgezeichnet sind. In Bezug auf horizontale Verbreitung gilt das
Gesetz, dass die reichste Entwicklung der Formen und die grösste
Art-Zahl in die Tropen fällt, während die kalten Zonen zwar grosse
Massen von Individuen aber verhältnissmässig wenige Genera und
Species aufweisen. Nach der verticalen Verbreitung kann man eine
pelagische, eine zonarische und eine abyssale Fauna unterscheiden.
Erstere reicht wahrscheinlich nur bis in Tiefen von 20 — 30 Faden
und ist besonders reich an Spumellarien und Acantharien, während
in der letzteren die Nasseilarien und Phaeodarien überwiegen. Die
zonarischen Protozoen nähern sich in ihren morphologischen
Characteren stufenweise nach oben hin den pelagischen, nach unten
hin den abyssalen Arten, Es folgt sodann ein Abschnitt über
Sedimente mit Radiolarien, ein Verzeichniss aller Beobachtungs-
stationen, ein Cap. über geologische Verbreitung sowie ein andres
über Litteratur und Geschichte, dem ein systematischer Ab-
schnitt folgt.
System: I. Subklasse. Ponüosa.
1. Legion: Spumellaria (Peripylea). Membran der Centralkapsel einfach
von zahllosen Poren gleichmässig durchbohrt. Skelet fehlend oder kieselig.
l.Suhlegio: Collodaria {Peripylea palliata) Skelet fehlend oder
unvollständig.
1. Ordn. Colloidea. Skelet fehlt vollständig.
1. Fam. Thalassicollida. Solitär, nicht in Colonien vereinigt.
2. Farn. Collozoida. Social, in Colonien vereinigt.
3. Ordn. Belloidea. Skelet besteht aus einzelnen zerstreuten Nadeln.
3. Fam. Thalassosphaerida. Solitär.
4. Fam. Sphaerozoida. Social.
2.Suhlegio: Sphaerellaria {Peripylea loricata). Skelet eine voll-
ständige geschlossene, oft spongiöse Gitterschale.
3. Ordn. Sphaeroidea. Gitterschale kugelig , aus einer, zwei oder
mehreren concentrischen Gitterkugeln zusammengesetzt.
5. Fam. Liosphaerida. Solitär, Gitterschale ohne Radial-
stacheln.
6. Fam. CoUosphaerida. . Social. Gitterschale ohne Radial-
stacheln.
288 Dr. Ludwig Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
7. Fam. Stylosphaerida. Gitterschale mit 2 gegensfändigen
Radialstacheln, i. d. Hauptaxe.
8. Farn. Staurosphaerida. Gitterschale mit 4 gegenständigen
Radialstacheln in einer Ebene.
9. Fam. Cubosphaerida. Gitterschale mit 6 Radialstacheln
paarweise gegenständig in 3 Dimensiv-Axen.
10. Fam. Astrosphaerida. Gitterschale mit zahlreichen (8 bis
über 100) Radialstacheln.
4. Orcln. Prunoidea. Gitterschale ellipsoid oder cyliudrisch, mit einer
verlängerten (meist gleichpoligen) verticalen Hanptaxe, mit oder
ohne transversale Ring-Structur.
11. Fam. Ellipsida. Gitterschale ohne transversale Ring-Struct.,
nicht gekammert, einfach, nicht concentrisch.
12. Fam. Druppulida. Gitterschale ohne transversale Ring-
Structur, nicht gekammert, aus 2 oder mehr conceutrischen
Schalen zusammengesetzt.
13. Fam. Spougurida. Gitterschale ohne transversale Ring-
Structur, nicht gekammert, theilweise oder ganz spongiös.
14. Fam. Artiscida, Gitterschale 2kammerig, mit einer trans-
versalen Ring-Structur, einfach, nicht concentrisch.
15. Fam. Cyphinida. Gitterschale 2kammerig, mit einer trans-
versalen Ring-Structur, aus 2 oder mehr conceutrischen Schalen
zusammengesetzt.
16. Fam. Panartida, Gitterschale 4 kammerig, mit 3 Ring-Struct.
17. Fam. Zygartida. Gitterschale vielkammerig, mit 5 oder mehr
Ring-Structuren.
5. Ordn. Discoidea. Gitterschale linsen- oder scheibenförmig mit einer
verkürzten gleichpoligen verticalen Hauptaxe.
18. Fam. Cenodiscida. Gitterschale phacoid, einfach, ohne
Markschalen. Schalenrand einfach, ohne concentr. Kammer-
gürtel.
19. Fam. Phacodiscida. Phacoidschale mit 1 oder 2 inneren
concentr. Markschalen. Schalenrand einfach, ohne concentr.
Kammergürtel.
20. Fam. Coccodiscida. Phacoidschale mit 1 oder 2 inneren
concentr. Markschalen. Schalenrand mit concentr. Kammer-
gürteln umgeben.
21. Fam. Porodiscida. Ohne Phacoidschale. Schalenoberfläche
nicht spongiös, aus 2 porösen Siebplatten gebildet; concentrische
Kammerringe vollständig, nicht unterbrochen.
22. Fam. Pylodiscida. Ohn-^. Phacoidschale. Schaleuoberfläche
nicht spongiös, aus 2 porösen Siebplatten bestehend. Concentr.
Kammeringe von 3 Lücken unterbrochen.
23. Fam. Spongodiscida. Ohne Phacoidschale. Schalenoberfläche
spongiös, ohne freie poröse Siebplatten.
6. Ordn. Larcoidea. Gitterschale lentelliptisch, mit 3 ungleichen aber
gleichpoligen Dimensiv-Axen.
24. Fam. Larcarida. Rindenschale vollständig gegittert, ohne
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 289
Gürtelspalten und Ring - Structuren. Markschale vollständig
gegittert (nicht trizonal), ohne Gürtelspalten.
25. Farn. Larnacida. Eindenschale ebenso Markschale trizonal
mit Spalten zwischen Gürteln.
26. Farn. Pylonida. Rindeuschale unvollständig gegittert, mit 2
oder mehr Paar oifenen Spalten zwischen den gegitterten
Dimensivgürteln.
27. Fam, Tholonida. Rindenschale vollständig gegittert, ohne
Gürtelspalten, mit 2 oder mehr Ring-Structuren, mit Kuppel-
paaren in den Dimensiv-Axen. (Ring-Structuren in Diagonal-
ebenen).
28. Fam. Zonarida. Rindenschale ebenso, doch mit Kuppelpaaren
in den Diagonalaxen -.(Ring-Structuren in Dimensiv-Ebenen).
29. Fam. Lithelida. Rindenschale mit spiraligem Wachstum,
nautiloid, mit ebener Spirale.
30. Fam. Strebionida. Rindenschale mit spiraligem "Wachstum,
turbiuoid, mit aufsteigender Spirale.
31. Fam. Phorticida. Rindenschale mit irregulärem Wachstum
(nicht Spiral), einfach, einkammerig.
32. Fam. Soreumida. Wachstum ebenso. Rindenschale trauben-
förmig, vielkamraerig.
2. Legion. Acantharia (Actipylea). Membran der Centralkapsel einfach
von zahlreichen Poren regelmässig durchsetzt. Skelett centrogen u. acanthin.
3. Sublegio: Acanthometra {Actipylea palliata). Skelet aus
Radialstacheln zusammengesetzt, (keine geschlossene Gitterschale).
7. Ordn. AetineUida. Radialstacheln in wechselnder Zahl, nicht nach
dem Müllerschen Gesetze angeordnet. Keine Gitterschale.
33. Fam. Astrolephida. Radialstacheln 30 — 50 oder mehr,
innerhalb eines Kugelraumes vom Ceutrum anstrahlend.
34. Fam. Litholophid a. Radialstacheln 10—20, innerhalb eines
Kugel-Quadranten von einem gemeinsamen Punkte ausstrahlend.
35. Fam. Chiastolida. Radialstachelu paarweise (je zwei gegen-
ständige im Centrum eines Kugelraumes verwachsen.
8. Ordn. Acanthonida. Radialstacheln stets 20, nach dem Müllerschen
Gesetze in 5 Gürtel von je 4 Stacheln geordnet. Keine vollständige
Gitterschale.
36. Fam. Astrolonchida. Alle 20 Radialstacheln von gleicher
Grösse und ähnlicher Form.
37. Fam. Quadrilonchida. 4 Aequatorialstacheln grösser (oft
anders gestaltet) als die 16 andern.
38. Fam. A m p h i 1 o n c h i d a. 2 gegenständige Aequatorialstacheln,
grösser (und oft anders gestaltet) als die 18 andern.
4. Sublegio: Acanthophracta (Actipylea loricata). Skelet eine
vollständige geschlossene Gitterschale (mit 20 Radien).
9. Ordn. Sphaerophracta. Gitterschale kuglig, alle 20 Radialstacheln
von gleicher Grösse nach dem Müllerschen Gesetze in 5 Gürtel
geordnet.
Arch. f. Natuigesch. Jahrg. 1888. Bd. II. H. 3. 19
290 Dr. Ludwig Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
39. Farn. Sphaerocapsida. Gitterschale mit 20 perspinalen oder
aspinalen Poren, zusammengesetzt aus unzähligen kleineu
Plättchen, deren jedes einen Porulus hat.
40. Pam. Dorataspida. Gitterschale zusammengesetzt aus den
Aesten von 40 oder 80 Apophysen, welche (je 2 oder 4) von
den 20 Radialstacheln abgehen.
41. Farn. Phractopeltida. Gitterschalen doppelt, zusammen-
gesetzt aus 2 concentrischen Schalen, welche durch 20 Radial-
stacheln verbunden sind und durch Verbindung von den Aesten
ihrer Apophysen entstehen.
10. Orcln. Pnmopliracta. Gitterschale nicht kuglig. Die beiden gegen-
ständigen Radialstacheln der hydrotomischen Axe verlängert; oft
mehrere Stacheln rudimentär.
42. Farn. Belonaspida. Gitterschale ellipsoid, mit verlängerter
hydrotomischer Axe, deren beide Radialstacheln länger als die
18 anderen sind.
43. Farn. Hexalaspida. Gitterschale linsenförmig, mit 6 grösseren
Radialstacheln in der hydrotomischen Ebene (viel stärker als
die 14 andern).
44. Pam. Diploconida. Gitterschale doppeiförmig oder fast
cylin drisch, mit 2 grossen gegenständigen Trichtern, den Schei-
den der beiden vergrösserten hydrotomischen Radialstacheln
(die 18 anderen viel kleiner oder rudimentär).
3. Legion: Nassellaria (Monopylea). Membran der Centralkapsel einfach,
mit einem Porenfeld am Basalpole der veiticalen Hauptaxe. Skelet kieselig
(selten fehlend), monaxon, extracapsulär.
5. Sublegio: Plectellaria (31onopylea palliata^. Skelet fehlend
oder unvollständig (keine geschlossene Gitterschale).
11. Orcln. Nassoidea. Weiche Nassellarien ohne Skelet.
45. Farn. Nassellida. Skelet fehlt völlig.
13. Ordn. Plectoidea. Skelet ohne Ring, aus Radialstacheln zusammen-
gesetzt (ursprünglich tripodal).
46. Pam. Plagonida. Aeste der Radialstacheln frei, kein Flecht-
werk bildend.
47. Pam. Plectanida. Aeste der Radialstacheln zu einem lockern
Flechtwerk verbunden.
13. Ordn. Stephoidea. Skelet mit einem sagittalen Ring, oft aus mehreren
Ringen zusammengesetzt, deren Aeste zu einem lockeren Plecht-
werk verbunden sind.
48. Farn. Stephanida. Skelet besteht blos aus einem verticalen
Ring, dem Sagittalring, ohne secundäre Ringe.
49. Farn. Semantida. Skelet besteht aus 2 Ringen, einem verti-
calen Sagittal-Riug und einem horizontalen Basalring.
50. Pam. Coronida. Skelet besteht aus 2 gekreuzten Vertical-
ringeu (dem primären sagittalen und dem secundären frontalen.)
51. Pam. Tympanida. Skelet besteht aus 2 parallelen Horizontal-
ringen (mitralem und basalem), beide verbunden durch den
verticalen Sagittal-Ring.
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 291
6. Sublegio: Cyrtellaria (Monopylea loricata). Skelet eine voll-
ständige monaxone, meistens triradiale Gitterschale.
14. Ordn. Spyroidea. Gitterschale mit zweikammerigem Köpfchen.
(Cephalis mit einer Sagittal-Strictur.)
52. Fam. Zygospyrida. Gitterschale ohne Thorax. Köpfchen
ohne Helm.
53. Fam. Tholospyrida. Gitterschale ebenso. Köpfchen mit Helm.
54. >> Phormospyrida. Gitterschale mit Thorax. Köpfchen
ohne Helm,
55. Fam. A ndrospyrida. Gitterschale ebenso, Köpfchen mit Helm.
15. Ordn. Botryodea. Gitte)schale mit vielkaramerigem Köpfchen.
(Cephalis mit mehreren Stricturen.)
56. Fam. Cannabotryida. Gitterschale eingliederig.
57. » Lithobothryida. » zweigliederig.
58. - Pylobotryida. » dreigliederig.
16. Ordn. Cyrtoidea. Gitterschale mit einfachem einkammerigem Köpf-
chen. (Cephalis ohne Sagittal-Strictui'.)
59. Fam. Tripocalpida. Gitterschale eingliedrig mit 3 radialen
Apophysen.
60. Fam. P h a e n o c a 1 p i d a. Ebenso, mit zahlreichen radialen
Apophysen.
61. Fam. Cyrtocalpida. Ebenso, ohne radiale Apophysen.
62. » Tripocyrtida. Gitterschale zweigliederig, mit 3 radialen
Apophysen.
63. Fam. A n th o cy r t i d a. Ebenso, mit zahlreichen radialen
Apophysen.
64. Fam. Sethocyrtida. Ebenso, ohne radiale Apophysen.
65. >• Podocyrtida. Gitterschale dreigliederig, mit 3 radialen
Apophysen.
66. Fam. P h 0 rmo cy r t i d a. Ebenso, mit zahlreichen radialen
Apophysen.
67. Fam. Theocyrtida. Ebenso, ohne radiale Apophysen.
68. » Podocampida. Gitterschale aus zahlreichen, mindestens
4 Kammern zusammengesetzt, mit 3 radialen Apophysen.
69. Fam. Phormocampida. Ebenso, mit zahlreichen radialen
Apophysen.
70. Fam. Lithocampida. Ebenso, ohne radiale Apophysen.
4. Legion: Phaeodaria (Cannopylea). Centralkapsel - Membran doppelt
mit einem Sterndeckel und Rüssel am Basalpol der verticalen Hauptaxe.
Skelet kieselig oder Silicat (selten fehlend), extracapsular.
7. Sublegio: Phaeocystina (Cannopylea palliata). Skelet fehlend
oder unvollständig.
17. Ordn. Phaeocystina, Skelet fehlt oder besteht aus einzelnen un-
verbundenen Stücken, meist Röhren.
71. Fam. Phaeodinida. Skelet fehlt vollständig.
72. » Caunorrhaphida. Skelet beloid, aus vielen zerstreuten
Nadeln, Ringen oder Gitterstücken locker zusammengesetzt.
73. Fam. Aulacanthida. Skelet aus vielen einzelnen Radial-
röhi-en zusammengesetzt. -.q,).
292 Dr. Ludwig Will: Bericht üb. fl. wissenschaftlichen Leistungen
8. Sublegio: Phaeocoscina (Cannopylea loricata). Skelet eine
vollständige (bisweilen zweiklappige) geschlossene Gritterschale, oft aus
hohlen Röhren zusammengesetzt.
18. Ordn. Phaeosphaeria. Skelet eine einfache (selten doppelte) Gitter-
schale, meist kugelig.
74. Farn. Orosphaerida. Gitterschale ungegliedert, ohne Astral-
septen in den Knotenpunkten, aus einem einzigen Stück von
einfachem oder spongiösen Gitterwerk gebildet. Gitterwerk
robust, mit irregulär polyponalen Maschen und dicken, theil-
weise hohlen Balken.
75. Farn. Sagosphaerida. Ebenso, aber Gitterwerk zart, mit
subregular dreieckigen Maschen und dünnen, soliden, fadenförm.
Balken.
76. Fam. Aulosphaerida. Gitterschale gegliedert, aus cylindr.
Tangentialröhren zusammengesetzt, welche in den Knoten-
punkten durch Astralsepten getrennt sind. Gitterschale ohne
cyrtoide Centralschale.
77. Fam. Cannosphaerida. Ebenso, aber Gitterschale durch
innere centripetale Radialstäbe mit einer cyrtoiden Central-
schale verbunden.
19. Ordn. Phaeogromia. Skelet eine einfache monoaxone Gitterschale
meist eiförmig mit besonderer Mündung am Basalpol der verticalen
Hauptaxe.
78. Fam. Chal 1 enger i da. Gitterschale mit Diatomeen-Structur.
79. Fam. Medusettida. Gitterschale mit Alveolar-structur.
80. Fam. Castanellida, Gitterschale mit gewöhnlichem einfachen
Gitterwerk.
81. Fam. Circoporida, Schalen-Structur porcellanartig. Gitter-
schale kugelig oder polyhedrisch mit getäfelter oder grubiger
Oberfläche. Peristom nicht vorspringend.
82. Fam. Tuscarorida. Schale mit Porcellan-Structur ei- oder
krugförmig mit glatter Oberfläche. Peristom vorspringend.
20. Ordn. Phaeoconchia. Skelet eine 2 klappige muschelähuliche Gitter-
schale; die beiden Klappen getrennt.
83. Fam. Concharida. Beide Klappen dickwandig, mit gewöhnl.
Gitterwerk, ohne Helmaufsatz und Röhren.
84. Fam. Coelodendrida. Beide Klappen äusserst dünnwandig,
sehr spärlich gegittert, jede mit einem konischen Helm oder
Kuppelaufsatz mit divergenten Röhren. Helm ohne Nasenrohr
und ohne Frenulum.
85. Fam. Coelographida. Ebenso, aber Helm mit basalem
Nasenrohr, beide verbunden durch ein unpaares oder paariges
Frenulum.
Unter den von K. Möbius aus dem Plankton der westl. Ostsee und des
nördl. Atlantischen Oceans aufgezählten Radiolarien befindet sich eine neue,
Dictyocha fornix n. sp. (Citat i. Cap. Faunistik).
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 293
IV. S p 0 r 0 z 0 a.
1. Gregarinen,
Hierher zwei Aufsätze von L. Pfeiffer (cf. Cap. Parasiten p. 275).
S. Roboz beschreibt in seinen Beiträgen zur Kenntniss der
Gregarinen Gregarina flava n. sp. aus Salpa bicaudata, deren
Bau, Conjugation und Sporenbildung genauer beschrieben wird. Die
Bewegungen werden auf eine oberflächHche Muskellage aus isolirbaren
Längs- und Querfibrillen bestehend, zurückgeführt. Die Abgrenzung
der einzelnen Körperabschnitte wird nicht vom Sarcocyt, sondern
von einer Fortsetzung der Cuticula gebildet. Bei der Conjugation
kommt es zur Richtungskörperbildung unter karyokinetischen Er-
scheinungen. (Math. Naturiv. Berichte Ungarn. 4. Bd. 146 — 147,
refer. n. Joum. Roy. Micr. Soc. London 1887. P. 5, j)- 769—770.)
Ohne Kenntniss der Resultate Schneider's constatirt L. F.
Henneguy bei Monocystis agilis sowohl bei der Bildung der Sporen,
wie der sichelförmigen Keime Karyokinese. (Conipt. Rend. Soc. Biol.
Paris 1887. 4 pgg. Abstr. in \Journ. Roy. Micr. Soc. Lotidon 1887.
P. 5, p. 768—770.)
A. Schneider setzt seine Mittheilungen über Coccidies nou-
velles ou peii, connues fort. Eine eingehende Beschreibung erfährt
Eimeria Nepae aus den Epithelzellen von Nepa, von der die Bildung
der Sporozoiten verfolgt werden konnte, während der Eimeria
Schneiden aus Lithobius nur einige ergänzende Zeilen gewidmet
werden. Die Gattung Adelea wird als Coccidie erkannt und von
Adelea ovata aus dem Darmkanal von Lithobius forcipatus die
Sporulation beschrieben. Die früheren Angaben des Verf. betr.
Orthospora propria werden corrigirt, und das Thier umbenannt in
Coccidium projyrium (Körper cylindrisch) und C. sphericum (Körper
kuglig). Jede Spore enthält nicht einen einzigen, sondern zwei
Keime nebst einem Restkörper. Auch die früheren Angaben über
Klossia simplex werden ergänzt und die Sporulation, die ähnlich
verläuft wie bei Coccidium, durch Abbildungen erläutert. Auch hier
enthält die Spore zuweilen zwei Keime. (Tabl. Zoologiques. T. 2.
1887. 14 ixjg. 6 Tfln.)
Derselbe beschreibt Pterocephalus n. g. (Segment auterieur
bi-symf'trique, debordant considerablement en avant et en arriere
le deutomerite; divise d'un cote en deux lobes par une echancrure
profonde, ne formant ä l'autre extremite qu'un lobe unique, termine
en pointe, souvent recourbee en maniere de cornicule. Les bords
lateraux, depuis la cornicule jusqu'au bout des deux lobes opposes,
garnis de petites papilles pointues. Spores en chapelets, soudees
excentriquement par un poit du pourtour des bases. La ligne qui
Joint les deux contacts d'une spore avec deux autres etant en dia-
gonale avec Taxe longitudinal. Spores ä deux teguments. Huit
corpuscules falsiformes) mit Pt. nohilis n. sp. aus Scolopendra mor-
sitans. Diese Gattung kann als Typus für die Familie der Ptero-
294 Dr. Li;dwig Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
cephaliden gelten, welche ausserdem nach die Gattungen Echino-
cephalus und Dactylophorus enthält; Anthoceplialus n. g. (Epi-
merite en grand bouton camule lateralement ; spores ovoides, ä deux
teguments, unies en chapelets aux deux extremites de leur diametre
transverse) mit A. Sophiae aus dem Darm von Phalangium opilio.
Von Clepsidrina macrocephala werden zwei Entwicklungsstadien ge-
geben. Clepsidrina gramdosa n. sp. aus Ephemeridenlarven zeigt im
Protomerit ganz auffallend grosse kuglige Einlagerungen, die jedoch
stets auf das Protomerit des Primiten der Syzygia beschränkt sind,
während sich im Deutomerit stets andere kuglige Einlagerungen
finden, die sich ebenso wie der Kern intensiv färben. Den Schluss
der Arbeit bilden Beobachtungen über die Sporen von Porospora
gigantea aus dem Hummer. (Gregarines nouvelles ou 'peu
connues, ibid. 18 pgg. 2 Tßn.)
J, Künstler beschreibt aus der Leibeshöhle von Periplaneta
americana ein eigenthümliches Sporozoon Diplocystis Sckneideri n. g.
n. sp. Das Thier besteht aus zwei kugligen Hälften, die von einer
gemeinsamen aus zwei Schichten bestehenden Membran umgeben
werden. Der Körper lässt ein Ecto- und Endoplasma erkennen und
zeigt am ausgebildeten Thiere keinerlei Bewegungserscheinungen.
Der Kern, dessen Bau eingehend erörtert wird, ist in der Zweizahl
vorhanden, je einer in einer Körperhälfte. Die durchsichtigen Cysten
lassen die beiden kugligen Hälften weniger deutlich hervortreten
und enthalten eine grosse Zahl länglicher oder sphärischer Sporen
sowie einen Restkörper ; die Sporen bergen gewöhnlich 8 in 2 Gruppen
angeordnete sichelförmige Keime, die bei ihrer weiteren Entwicklung
Bewegungserscheinungen aufweisen, in die Epithelzellen des Darms
eindringen um erst später frei zu werden. Während des intra-
cellulären Lebens besitzt das Thier anfangs nur einen Kern und
entbehrt auch noch der Gliederung des Körpers, die erst aus einer
unvollkommenen Theilung resultirt. Diplocystis nimmt eine Sonder-
stellung zwischen Coccidien und Gregarinen ein. {Tahl. Zool. T. II.
1887. 12 pgg. 1 Tfl.)
Hierher auch Haemogregarina Stepanowi n. sp., ein Blutparasit
von Emys lutaria (cf. Danilewsky, Cap. Parasiten pag. 276).
2. Sarcosporidien.
R. Moniez berichtet über Amoebidium cienkowsJcianum n. sp. (Ectoparasit
verschiedener Daphniden) und Am. crassum n. sp. (Darmparasit von Euiycercus
lamellatus) und kommt zu dem allgemeinen Resultat, dass die Gattung Amoebidium
eine parasitische Form der freien Gattung Raphidium und daher den Palme) laceen
zuzurechnen ist. {Sur des parasites nauveaux des Daphnies. Compt.
Rend. Äc. Säenc. Paris T. 104. 1887. p. 19,3—185).
3, Myxosporidien.
F. Piesbergen beschreibt eine neue Form von Psorospermien, die er als
Cysten und Sporen im Schleim des Darms, besonders des Dickdarms von
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 295
Barschen auffand. Eine verwandte Form aus dem den Dickdarm umgebenden
Fettgewebe der Forelle wird nur erwähnt {Die Ecto- und Entoparasiten
von toelchen die in der Umgehung von Tübingen lebenden Fische
bewohnt werden. Jahreshefte des Vereins für vaterl. Naturkunde in Württem-
berg. 1886. p. 73—88. ] Tfl.
V. Mastigophora.
I. FTaf/ellata.
W. Khawkine bringt ausführliche Mittheilungen über den Bau,
die Ernährung und Fortpflanzung von Euglena viridis. Der Körper der
Euglena zeigt verschiedene Grössenverhältnisse und stellt sich in
verschiedenen Contractionszuständen dar, die auf das Vorhandensein
von Ring- und Längsfibrillen zurückgeführt werden und sich am
besten ausgebildet bei Euglena deses finden. Die Anordnung der
Chromatophoren ist keine konstante, bald sind sie durch den ganzen
Körper zerstreut, bald haben sie eine mehr oberflächliche Lage,
(Folge intensiver Beleuchtung), bald aber ziehen sie sich besonders
im Frühling und zur Nachtzeit in den hintersten Körpertheil zurück.
Stets aber ergeben sich gewisse Beziehungen zu der Zahl und Lagerung
der Paramylumkörner, die sich dahin zusammenfassen lassen, dass
die Chromatophoren stets vor den Kömern liegen, falls letztere nicht
fehlen. Ebenso verschieden ist die Anordnung des Farbstoffs im
Contractionszustand. Die Wandlungen, welche der grüne Farbstoff
erfahren kann, werden teils auf äussere Umstände (Wetter, Intensität
des Lichts, Wasser mit fauligen Substanzen) theils auf innere Ursachen
zurückgeführt und wird ferner als unzweifelhaft hingestellt, dass
Euglena hyalina und E. sanguinea nur besondere Zustände von E.
viridis mit völlig oder theilweise degenerirten Chromatophoren sind.
Als Nahrung werden anorganische (Kohlensäure) und organische
Substanzen aufgenommen, letztere nur im Dunkeln, doch wird E.
viel mehr vom Mangel an Licht wie durch Abwesenheit colloider
Substanzen beeinflusst. Zur Züchtung verwandte er einerseits reines
Brunnenwasser, andererseits einen Zusatz von Stärkekleister, Eiweiss
oder Gelatine und es ergab sich Eiweisszusatz als die erträglichste
Ernährungsweise. Es folgt sodann eine ausführliche Untersuchung
der Bedingungen, die von Einfluss auf die Vermehrung und Cysten-
bildung sind. Der Theilungsvorgang wird in rein mechanischer Weise
durch excessives Wachsthum des Entoplasmas erklärt, wodurch das
gegenseitige Druckverhältniss beider Plasmasorten gestört wird. Das
Schlusscapitel bringt im Wesentlichen einen Vergleich zwischen Astasia
und Euglena, der darauf hinaus läuft, dass alle Unterschiede zwischen
beiden auf dem Fehlen der Chromatophoren bei Astasia beruhen.
(Recherches hioiogiques sur V Astasia ocellata N. S. et
VEuglena viridis Ehrhg. Ann. Scienc. natur. Zool. (7) Tom. 1,
p. 319—376 m. Taf. 1886.)
Die von Hübuer neu aufgestellten Arten sind Phacus orbicularis n. sp.
Phacus caudata n. sp., Euglena texta n. sp. u. Eugl. caiidata n. sp. (Citat i. Cap.
Süsswasser-Fauna).
296 Dl"- Ludwig AVill: Bericht üh. d. wissenschaftlichen Leistungen
A. C. Stokes beschreibt aus dem Süsswasser Tetraselmis limnetis n. sp.,
Petalomonas plenrosigraa n. sp., Chloropeltis monilata n. sp., Chrysomonas pulchra
n.sp., Zygoselmis nustabilis n.sp. {IV. Notices of new American Freshwater
Infusoria. Journ. Eoy. Micr. Soe. Lond. 1887. P. 1. p. 35 — 40 m. 1 Taf.).
Ders. beschreibt ferner Anthophysa stagnatilis n. sx),, Hexamita gyrans n. sp.
Chloromonas pulcherrima n. sp. (Notices of new fresh-water Infusoria VI.
imth. Fig. Am. Monthl. Micr. Journ. Vol. 8. p. lil — 147). Eine andere
Arbeit desselben Verf. The adoral Cilia of the Hypotricha, in der n. J.
B. Zool. Station die Angaben von Moebius über den Bau der Membranellen be-
stätigt werden, war Ref. nicht zugänglich [Am. Monthl. Micr. Journ. vol. 8.
May. p. 91).
Die Arbeit von W. M. Maskell On the fresh-ioater Infusoria of
the Wellington Bist riet. 3 PI. (Transact. N. Zeal. Instit. Vol. 19 p.49—61)
stand mir nicht zur Verfügung. Nach einem Referat im Journ. Boy. Micr.
Soc. 1887 beschreibt derselbe folgende neue Flagellaten: Cercomonas grandis n. sp.,
Trachelomonas crenulatucollis n. sp. und Prorodon suleatus n. sp.
2. Dinofla gell ata.
G. Poucliet und I. de Ouerne behandeln, nach Untersuchungen
an der galizischen Küste Spaniens die Bedeutung der Peridineen als
Sardinennahrung. {Surla nourriture de la Sardine. Conipt.
Rend. Ac. Sc. Paris. T. 104 p. 712—715.).
J. Damysz beschreibt die Vermehrung der Gattungen Gymno-
dinium, Glenodinium und Peridinium, die im Wesentlichen sich alle
gleich verhalten. Die Vermehrung geschieht durch successive Längs-
theilungen in 2, manchmal in 4 Individuen, welche je nach den
äusseren, genauer bezeichneten und auch künstlich hergestellten
Existenzbedingamgen im activen oder ruhenden Zustand erfolgen
können. Im letzteren Falle folgt auf die Vermehrung die Bildung
der Eier oder Sporen, die von einer doppelten Hülle umgeben vom
fertigen Organismus durchaus verschieden sind. Verf. ist der An-
sicht dass die Peridineen mit mehr Recht zu den Pflanzen wie zu
den Thieren gestellt werden müssen. (Contrihution ä l'etude
de Vevolution des Peridiniens dhnui douce. Compt. Rend. Ac.
Scienc. Paris T. 105, 1887, p. 238—240).
Derselbe beschreibt aus einem Süsswasserbassin des Jardin des
Plantes zu Paris Gymnodinium musci n. sp. Ausser der Schilderung
der anatomischen Baues des Körpers wird auch die Vermehrung
durch Theilung, sowie die Copulation mit nachfolgender Encystirung
kurz beschrieben. (Un nouveau Peridinien et son Evolution.
Ardnves Slaves Biologie, T. 3, 1887, p. 1 — 5).
F. Schutt bestätigt die Beobachtung R. S. Berghs über die
Theilung von Ceratium tripos und schildert den gleichen Vorgang
von Cer. fusus und Cer. furca. Ausserdem kommt noch ein andrer
Entwicklungsprozess vor, der auf Cystenbildung und Theilung im
ruhenden Zustand beruht und an Peridinium spiniferum Clap. Lach.,
Perid. acuminatum Ehr. und Diplopsalis lenticula Bergh beschrieben
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 297
wird. Die Bildung der Cyste, „Sporangium", geschieht innerhalb des
umhüllenden Panzers durch Ausscheidung der Cystenhülle, worauf
die 2. Theilung entweder noch innerhalb oder erst nach Sprengung
der Panzermembran erfolgt. Bei Peridiniuni acuminatum wurde
dann noch die Umwandlung der Theilsprösslinge zu „Schwärm-
sporen" und das Ausschwärmen derselben beobachtet. Zum Schluss
verweist Verf auf die nahe Verwandtschaft der Peridineen mit den
Diatomeen, (lieber die Spore?ibildung mariner Peridineen.
Ber. Dentsch. Bot. GeseUsch. 1887, Bd. 5, Hß. 8, p. 364—374 1. Tfl).
0. Pouchet verbreitet sich über die Schwankungen im Vor-
kommen sowie über die grosse VariabiHtät der Peridineen hin-
sichtlich der Pigmentirung. Sodann giebt er eine ausführliche Be-
schreibung von Gymnodinium helix n. sp., Gymn. polyphemus var.
roseum n. var. und var. nignim n. var., G. musaei Danyz, (j. puncfatum
n. sp. Von G. polyph. var. nigrum erfährt besonders das Auge und
sein Verhalten bei der Theilung eine eingehende Beschreibung.
Ferner theilt er Bebachtungen an Polykrikos auricularia Bergh mit,
aus denen das Vorkommen von Individuen mit nur 4 Furchen, sowie
die gelegentliche Anwesenheit eines eiartigen Fremdkörpers (Rotato-
rieneier?) hervorzuheben ist, (Qtiatrieme Contribution ä
rittst oire des Peridiniens. Journ. de VAnat. et de la Physiol.
1887, p. 87—112 mit 2 Tfln.).
J. G. Grenfell beschreibt Diuophysis semicarinata n. sp. von der Ober-
fläche von Port Royal Harbour Jamaica. (On a neto Species of Scyphidia
and Dinophysis. Journ. Boy. Micr. Soc. 1887, P. 4, p. 558 — 560 mit Taf.).
VI. Infusoria.
1. Ciliata.
Fabre-Domergue beschreibt in einer vorläufigen Mittheilung
das protoplasmatische Netzwerk von Paramaecium aurelia, Vorticella
campanulata und Stylonychia mytilus. Das Reticulum stellt den
festen Theil des Protoplasmas dar und die contractüe Vacuole sowie
der Nahrungskanal sind Differenzirungen innerhalb seiner Substanz,
woraus sich ihre localisirte Lage erklärt. Der Protoplasmasaft ist
von grosser Leichtflüssigkeit, enthält alle Verdauungsfermente in
Auflösung (auch die Nahrungsballen schienen ihm in den Maschen-
räumen zu liegen) und circulirt innerhalb des festen Reticulums.
Die eigentliche Assimilation findet im Reticulum selbst statt. ( Sttr
la structure reticulee du Protojilasma des Infusoires. Cotnpt.
Rend. Ac. Sc. Paris, T. 104, 1887. p. 797—799).
A. Gruber giebt zunächst eine Besprechung und Aufzählung
aller derjenigen Infusorienarten, die theils nach seinen eigenen,
theüs nach den Untersuchungen von Maupas als vielkernig an-
zusehen sind. Es werden aufgeführt Holophrya oblonga Maupas,
Lagynus elongatus Maup., Choenia teres Duj., Trachelocerea phoeni-
copterus Cohn, Trachelocerea minor Gruber n. sp.?, Holosticha,
298 Dl"- Ludwig "Will: Bericht üb. d. wissenschaftlichen Leistungen
Lacazei Maup., Hol. multiniicleata Maiip,, Hol. flava Cohn, Hol.
scutellum Cohn, Uroleptus roscovianus Maup., Uroleptiis sp. Gruber,
Epiclinites auricularis Clap. und Lachm. Epicl. vermis Grub. n. sp.,
Gonostomum pediculiforme Maup. Sodann wird eingehend das
Verhalten der Kerne und Nebenkerne bei der Theilung von
Holosticha scutellum geschildert. Die zahlreichen Kerne und Neben-
kerne verschmelzen hier unmittelbar vor der Theilung je zu einer
einheitlichen Masse, die sich aber gleich wieder theilt, so dass, ehe
noch die Tochterindividuen sich getrennt haben, in jedem derselben
wieder eine Anzahl Kerne mit ihren Nebenkernen vorhanden sind.
Die letzteren werden durch die wiederholten Theilungen schHesslich
so klein, dass sie für unser Auge nicht mehr nachweisbar sind.
(Weitere Beobachtungen an vielkernigen Infusorien. Ber.
Naturf. Ges. Freiburg i. B. 1887, p. 57—69 mit 2 Tfln.).
J. G. Grenfell beschreibt eine neue VorticelHde, Scyphidia
amoebaea n. sp. die an StichHngen festsitzend angetroffen wurde und
besonders deswegen interessant ist, weil das Hinterende im Stande
ist Pseudopodien auszustrecken und ausserdem im Gegensatz zu den
übrigen Vorticelliden die Theilung in der Querrichtung stattfindet,
(On new species of Scyphidia and Dinophys. Journ. Roy.
Micr. Soc. 1887. P. 4, p. 558—560, 1. Tfl.).
Nach K, Möbius ist die Kerntheilung bei Euplotes harpa Stn.
eine directe. (Sitz. Ber. Ges. Naturf. Freunde Berlin, 1887,
p. 102—103).
Derselbe hält in seiner Arbeit Das Flaschenthierchen,
Folliculina ampulla, die als verschiedene Arten beschriebenen
Folliculina-Formen nur für Lokalvarietäten von FoUicuhna ampulla.
Die Hülse wird durch verschiedene Anilinfarben, aber nicht durch Pikro-
karmin gefärbt. Zweimal wurden mehrhalsige Hülsen gefunden, deren
Entstehung erläutert wird. Der Weichkörper hängt nur durch das
Hinterende mit der Hülse zusammen; er erscheint an der Oberfläche
längsgestreift durch dichtstehende blaugrüne Körnchen, welche dicht
unter einer sehr dünnen äussersten Plasmaschicht liegen. Letztere
trägt sehr feine unwillkürlich schwingende Wimpern. Die Trichter-
lappen werden von einem Saum von Pectinellen (cf. Bericht f. 1886)
eingefasst, neben denen auf der Innenseite der Trichterlappen vier-
eckige Läppchen stehen und welche ebenso wie die Pectinellen will-
kürhch bewegt werden können. Die Wand der Mundhöhle verhält
sich wie ein Muskel und durch ihre selbständigen Bewegungen wird
die Nahrung in den Schlund befördert. Die Fäkalmassen werden,
nachdem sie sich in einem deutlich abgegrenzten Kanal angesammelt,
durch die oberhalb und rückenwärts von der Mundhöhle gelegene
Afteröfihung nach aussen befördert. Der spongiöse Character des
Endoplasmas wird erkannt, contractile Höhlungen desselben jedoch
nicht beobachtet. Aus der Schrägtheilung resultiren 2 nicht ganz
gleiche Tochterindividuen, von denen das eine alle Organula behält,
während das andre sie erst allmählich entwickelt. Den Schluss bildet
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 299
ein Capitel über das psychische Leben des Flaschenthierchens (Ahhandl,
a. d. Gebiete d. Naturw. Festschr. z. Feier d. 50 jähr. Besteh, d. Not.
Ver. Hamburg. 14 pgg. 1 T/f.)
A. Schneider tauft die bereits von Stein beschriebene finger-
förmige Acinete von den Kiemen von Aselliis Pericometes digi-
tatus 11. g. n. sp. und beschreibt eingehender die Kemverhältnisse.
Speciell die Auflösung des alten und die Entstehung eines neuen
Kerns ist von Interesse. (Pericometes digitatus. Tabl. Zool.
T. 2. 1887. 5 pgg. 2 Tfln.)
Balbiani versucht zu zeigen, dass der eigenthümliche, von E. G.
Maupas bei Leucophrys patula (cf. Bericht 1886, p. 394) beschriebene
Theilungsvorgang, der bei Nahrungsmangel eintritt und, nachdem
das Thier sich eingerollt und seinen Schlundapparat verloren hat,
durch rasch auf einander folgende Quertheilungen binnen kurzer Zeit
zur Bildung einer grossen Zahl von Zwergindividuen führt, durchaus
nicht neu für die Infusorien ist. Mit der Bemerkung, dass eine
fehlende oder vorhergehende Encystirung für den Vermehrungsvor-
gang unwesentlich ist, werden ähnliche Fälle angeführt: 1. eine ähn-
liche Beobachtung von Stein an Colpoda cucullus; 2. eine von
Claparede und Lachmann an Amphileptus Tneleagris gemachte
Beobachtung, bei welcher letzteren die Theilungen sich innerhalb
einer Cyste vollziehen; 3. eine Beobachtung Fouquet's aus dem
Jahre 1876 an Ichthyophthirius multißliis (Theilung nach vorauf-
gegangener Encystirung); 4. eine Beobachtung A. Gruber's an
TeUina magna (1879). Schliesslich fügt Verf. selbst eine Beobachtung
an einem neuen polynesischen Infusor hinzu, welches ebenfalls inner-
halb einer Cyste wiederholte Theilungen durchmacht.
Das neue Infusor wird Trichorhynchus tuamotuetisis n. g. n. sp. genannt
(ä, raison de la touffe de cils divergents lougs, raides et immobiles, qui garnissent
une protuberance conique prolongeant en avant la face dorsale du corps et
formant une sorte de levi'e saillante au-dessus de la bouche, placee k la base de
ce prolongement. La vesicule contractile est logee ä l'extremite de cette lövre
dorsale. Le corps est cylindrique, convexe ä son extremite opposee ä celle qui
porte la bouche, extremite que l'ou peut considerer comme sa partie porterieure,
bien que, pendant la natation, eile soit dirigee en avant.) (Observations
relatives h une note recente de M. Maupas sur la multiplieation de
Leucophrys patula. Compt. Bend. Äc. Sc. Paris. T. 104. 1887, p. 80—83).
In seiner Antwort vermehrt Maupas die von Balbiani auf-
geführten Fälle von wiederholter Theilung nach erfolgter Encystirung
auf 13 und zeigt damit, dass ilim dieselben durchaus nicht entgangen
sind. Allein er beharrt bei seiner Meinung, dass die bei Leucophrys
geschilderten Vorgänge durchaus von den obigen Fällen verschieden
sind. Während die wiederholten Theilungen in allen 13 Fällen das
Endresultat des vegetativen Wachsthums darstellen, treten sie bei
Leucophrys bei Nahrungsmangel ein und sind als eine Anpassungs-
erscheinung aufzufassen. Balbiani legt nach j\Iaupas ferner zu wenig
Gewicht auf das Fehlen der Encystirung. (Reponse ä M. Bai-
300 Dl"- Liulwig Will: Bericht üb. cl. wissenschaftlichen Leistungen
hiani ä propos de la Leucophrys patula. Compt. Rend. Ac.
Sc. Parts. T. 104. 1887, p. 308—310.)
Ferner zeigt E. Maupas in einem anderen Aufsatz, dass die
Intensität der Vermehrung bei den Ciliaten abhängig ist: 1. von
der Qualität und demReichthum der Nahrung; 2. von der Temperatur;
3. von der biologischen Anpassung jeder Art hinsichtlich der Er-
nährungsverhältnisse. Während die beiden ersten Factoren auf alle
Arten den gleichen Einfluss ausüben, ist der Einfluss des dritten ein
besonderer für jede Art, je nach der Organisation des Schlund-
apparates. Zur Erläuterung werden eine Reihe von Beobachtungen
angeführt. (Stir la puissance de multiplication des infusories
cilies. ibid., p. 1006—1008.)
Derselbe beschreibt in einer dritten Mittheilung über die Con-
jugation der Infusorien die Conjugationserscheinungen bei Onycho-
dromus grandis, Stylonichia pustulata und Leucophrys patula, die
sich vollständig an die im Vorjahre referirten Angaben desselben
Verfassers anschliessen. Auch hier findet ein Austausch der Neben-
kerne sowie eine totale Resorption des ursprünglichen Kernes statt.
Für Onychodromus wird ein zweimaliges Abwerfen der Bewimperung
nach der Conjugation berichtet; ferner Avird hervorgehoben, was auch
für Leucophrys patula gilt, dass Individuen verschiedenen Ursprungs
sich sehr leicht conjugiren. (Sur la conjugaison des Cilies,
ibid. T. 105. 1887, p. 175—177.)
In einem weiteren Aufsatz fasst derselbe seine früheren Mit-
theilungen über die Conjugation in folgender Weise zusammen. Die
wesentliche Rolle bei der Conjugation kommt dem Nebenkern zu,
der einen hermaphroditischen Apparat darstellt. Stadium A. des
Conjugationsvorganges — Auswachsen des Nebenkerns; Stadium B.
und C. — zwei aufeinander folgende Theilungen desselben dienen
der Eliminirung der Richtungskörperchen (entsprechend d. Vorgang
bei den Metazoen); Stadium D. — eine dritte Theilung bewirkt die
Differenzirung in einen S und einen ? Pronucleus; Stad. E. — gegen-
seitiger Austausch des S Vorkerns und Verschmelzen desselben mit
dem $ Element des neuen „Wirthes" (Befruchtung); Stad. F. u. G. —
Wiederherstellung des den Cihaten eigenthümlichen DuaHsmus des
Kerns; Stad. H. — Wiederherstellung der normalen Structur und
Organisation der Ex-Conjugirten und erste Theilung derselben. Der
ehemalige Hauptkern wird durch Resorption eliminirt. Aus einer
Reihe von Versuchen an Stylonichia pustulata, Onychodromus grandis,
Stylon. mytilus, Leucophrys patula und einer Oxytricha zieht er den
Schluss, dass eine Conjugation nur erfolgreich ist zwischen Individuen
verschiedenen Ursprungs und dass der Conjugationsvorgang als ein
Verjüngungsprozess im Sinne von Engelmann und Bütschü aufzu-
fassen ist. Ohne das Eintreten der Conjugation verlieren die In-
dividuen nach einer Reihe von Generationen die Fähigkeit, sich zu
vermehren und fortzupflanzen, um schliesslich einem natürlichen Tod
durch Altern zu erliegen. (Theorie de la sexualite des In-
fus oir es cilies ibid. T. 105. 1887, p. 356—359.)
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 301
In einer andern Mittheilung macht Derselbe auf eine aus dem
Jahre 1878 stammende, im Journ. de la Physiologie T. I. veröffent-
lichte Tafel von Balbiani aufmerksam, auf der bereits der Vorgang
der Copulation der Vorkerne naturgetreu abgebildet und fälschlich
als Längstheilung des Nebenkerns gedeutet Avird. Gleichzeitig fügt
er der Liste von Ciliaten, bei denen er eine wahre Copulation der
Vorkerne beobachten konnte, noch Euplotes charon und Loxophyllum
fasciola hinzu, welche zusammen mit Paramaecium bursaria (n. Bal-
biani) im Ganzen 9 Beobachtungsobjecte ergeben. (Sur la conjugai
son du Paramaecium bursaria ibid. T. 105. 1887, p. 955 — 957.)
E. V. Daday liefert eine monographische Bearbeitung der Tin-
tinnodeen des Golfs von Neapels. Sämmtliche Tintinnodeen bewohnen
freischwimmende, sehr selten festsitzende (im letzteren Falle bald
mit dem hinteren, bald mit dem vorderem Ende angeheftet) Hülsen
von sehr variabler Form, die gewöhnHch nur eine vordere, bei Tin-
tinnus lususundae, T. inquilinus, T. Fraknoü, T, angustatus, und T.
acuminatus aber auch eine hintere Oeöhung besitzt. Die Hülse,
welche ziemlich constant eine mehr oder weniger ausgeprägte Glie-
derung erkennen lässt, ist nur bei sehr wenigen Arten von gallertiger
Beschaffenheit; bei allen übrigen ist sie steif; bald einschichtig mit
angeklebten Kiesel- und Kalktheilchen an der Oberfläche, bald zwei-
schichtig mit glatter Oberfläche oder mit Kiesel- und Kalktheilchen
an derselben. Die Hülsen von Dictyocysta sind nicht, wie von früheren
Autoren angegeben, von Poren durchbrochen, sondern gleichen völlig
den Hülsen von Cyttarocyclis. Durch verschiedene Reactionen liefert
Verf. den Nachweis, dass die Schale, wie bereits von Fol und Entz
behauptet wurde, aus einem dem Chitin verwandten Stoffe besteht.
Die Form des Körpers, der sich in Leib und Stiel gliegert, ist
ist im ausgestreckten Zustand meist glockenförmig, bei manchen
Fonnen aber von längHch birnförmiger oder walzenförmiger Ge-
stalt. Die Körperoberfläche aller Tintinnodeen ist bewimpert;
bei einzelnen Arten lassen sich zweierlei Wimpern unterscheiden,
nämlich entweder in mehreren Längsreihen gestellte, oder über
den ganzen Körper unregelmässig zerstreute, ziemlich steife Borsten
und in 4 Spiralen gestellte feine Wimpern, die bei den übrigen
Arten nur allein vorkommen. Das Peristom bildet eine am
vorderen Theil des Körpers zu dessen Längsachse querliegende
Scheibe, die in keinem Falle vom Körper deutlich abgesondert ist.
Am Innern einwärts gebogenen Theile des Kragensaumes sind die
adoralen Wimperplättchen , deren Zahl im Maximum 24 beträgt,
immer in geschlossenem Kranze angeordnet (mit Fol gegen Entz)
und in ihrer Form einem spitzigen Messer mit breiter Klinge ähnlich.
Innerhalb des adoralen Wimperkranzes, am Grunde des Peristoms
erheben sich die in spiraler gegen die excentrische Mundööiiung fort-
schreitender Windung angeordneten paroralen Wimpern, die meist
kurz und dick sind und nur bei Petalotricha ampulla durch gezähnte
Wimperplättchen vertreten werden. In Betreff' des Baues des
Peristomfeldes schHesst Verf. sich mit Entz völlig der Beschreibung
302 Dl'- Ludwig Will: Bericht üb. fl. wissenschaftlichen Leistungen
St ein 's an. Eine Schlundtasche kommt zwar für gewöhnlich, ent-
gegen Fol, nicht vor, doch konnte eine solche bei Petalotricha am-
pulla beobachtet werden. Das Protoplasma zerfällt in Ectoplasma
und Endoplasma. Ersteres, immer homogen, zeigt nur bei 3 Arten
im hinteren Körperende eine streifige Differenzirung (Myophanfasern).
Im Gegensatz zu früheren Forschern wurden bei allen Tintinnodeen
stets mehrere Kerne bis 22 nachgewiesen mit alleiniger Ausnahme
von Petalotricha ampuUa. Nebenkerne konnten ebenfalls constatirt
werden, doch ist ihre Zahl ausserordentlich wechselnd und von der
Kernzahl ganz unabhängig. Bei der Mehrzahl der Arten findet sich
nur eine, bei einer Minderzahl 2 contractile Vacuolen, in welchem
letzteren Falle die Pulsationen abwechselnd erfolgen. Die After-
Öffnung konnte Verf. nicht erkennen. Die Cap. über Vermehrung
und Lebenserscheinungen enthalten nichts wesentlich Neues. Nach
Ansicht des Verfassers bilden die Tintinodeen eine durch den Bau
des Peristoms sehr interessante Familie nicht der Peritrichen, sondern
der Heterotrichen und treten zwischen beide Ordnungen als
Bindeglied.
Die aufgeführten 83 Arten resp. Varietäten gehören 9 verschiedenen
Gattungen an; unter ihnen sind folgende neu: Tinünniämm neaiJoUtanum n. sp.,
Tintinnus Franknon n. sp., T. angustatus n. sp.; Amphorella n. g. (Wandung
der Hülse steif, chitinartig, durchsichtig, einschichtig, auf der Oberfläche selten
mit verschiedenen Skulpturen, hinten immer geschlossen. Körper langgestreckt,
birn- oder glockenförmig. Stiel beinahe immer an der Mitte der Hinterwand
angeheftet. 18—20 adorale Wimperplättchen. Körperoberfläche blos mit 4
spiralförmig verlaufenden Wimperreihen. 2—6 Kerne, 1 — 2 contract. Vacuolen.)
Ausschliesslich marin mit striata n. sp., punctatostriata n. sp., tuberculata n. sp.,
norvegica n. sp., Tintinnopsis Vosmaeri n. sp., T. Bavidoffii n. sp., T. Lobiancoi
n. sp., Chyzeri n. sp., cyathus n. sp., Bütschlii n. sp., infmidibulum n. sp., Lindeni
n. sp., angulata n. sp, Mayeri n. sp., ündella n. gen. (Wandung der Hülse steif,
chitinartig, durchsichtig, zweischichtig, zwischen beiden Schichten ein Hohlraum ;
Oberfläche ohne Fremdkörper, selten mit Sculpturen. Hinterende geschlossen.
Körper bald langgestreckt birn- oder glockenförmig, bald kurz und schlauch-
förmig. Körperstiel entweder einfach, deutlich abgesondert an dem Hinterrande
der Hülse befestigt, oder durch einige Fortsätze repräsentirt. Zahl der adoraleu
Wimperplättchen 20. Nur 4 Wimperspiraleu. 2 Kerne, 1—2 contractile Vacuolen.
Ausschliesslich marine Formen.) m. hyalina n. sp. , Dohrnii n. sp., Lachmanni
n. sp., Bornandi n.sp., Cyttarocylis brevicollis n. S2).. laticoUis n. sp., acuminata
n. sp., Treforti n. sp., Marlmsovskyi n. sp., ClaparedU n. sp., annulata n. sp.,
{Monographie der Familie der Tintinnodeen. Mittheil. Zool. Stat. Neapel
Bd. VII. 1886/87. pag. 473-591 m. 4 Tfln.)
A. C. Stokes beschreibt aus dem Süsswasser Litonotus vermicularis n. sp.;
Chilodon vorax n. sp.; Loxodes magnus n. sp.; Onychodromopsis n. g.
(Animalcules free-swimming, soft and flexible, hypotrichous ; frontal styles six,
the anterior three largest and most conspicuous; marginal setae uninterupted ;
ventral styles in four longitudinal rows, the third series from the right-hand
body-margin or the second from the left-haud border, interrupted centrally; anal
styles five) mit flexilis n.sp.; Holosticha vernalis n.sp., Tachysoma n.g. (Animal-
in der Naturgeschichte der Protozoen im Jahre 1887. 303
cules free-swimming soft, and flexible; frontal stj^les from eight to ten, the three
anterior usiially the largest; ventral styles five, scattered; marginal setae at
some distance from the lateral border, interrupted on the posterior margin ; anal
styles five; caudal setae none; dorsal hispid setae usually numerous and con-
spicuous m. T. agile, n. s})., mirabile n. sp,, parvistüum n. sp. ; Oxytricha bifaria
n. sp., 0. hymenostoma n. sp., 0. acuminata n. sp., caudata n. sp.; Histrio inquietus
n. sp., complanatus n. sp.; Euplotes variabilis n. sp. (Some new Hypotrichous
Infusoria from american Freshicaters N. 1 Tfl. Ann. and Magaz. Nat.
Eist. (5) Vol. 20. 1887. p. lOi—lU.)
A, C. Stokes beschreibt aus den Süsswasser Strombidium gyrans n. sp.
Mesodinium fimbriatum n. sp., Pyxidium vernale n. spi., invaginatum n. sp.,
vaginicola anmdlata n. sp. Lagenophrys labiata n. sp. (IV. Notizes of new
American Fresh-Water Infusoria. Journ. B. Mio: Soc. 1887. P. 1. p. 35
bis 40, 1. Tfl.)
Ferner beschreibt Ders. ßalanitozoon gyrans n. sp., Gerda vernalis n. sp.
Rhabdostyla vernalis n. s})., Rh. chaeticola n. S})., Vorticella similis n. sjj., V. ver-
nalis n. sp., Y.parasitica n. sp., V. conica n. sp., Epistylis tincta n. sp., Lageno-
phrys obovata n. sp. [Notices of new fresh-water infusoria. VI. with Fig.
Am. Monthl. Micr. Journ. Vol. 8. Aug. p. 141— 147 , refer. n. Journ. E. Micr. Soc.
London 1887. T. C. p. 974—975).
F. W. Kirk beschreibt Opercularia parallela n. sp., Vorticella oblonga n. sp.,
V. zealandica n. sp., sämmtlich aus dem süssen Wasser {New Infusoria
from New Zealand. Ann. 3Iagaz. Nat. Eist. (5) Vol. 19. 1887. p. 439—441).
D. S. Kellicott beschreibt Carchesium granulatum n. sp. und Opercularia
humilis n. s}). {Neio Infusoria. Microscope Vol. 7. 1887. p. 226 — 293 m. Fig.,
Extr. i. Journ. Boy. Micr. Soc. 1887. P. 6. p. 974).
W. Milue beschreibt Strombidinopsis proboscidifer n. sp. und Oxytricha
tricc/rnis n. sp., beide marin. Ferner werden Beobachtungen au Ophridium
sessile und Amphisia multiseta mitgetheilt {Neiv Protozoa Proc. Phil. Soc.
Glasgow 1886. 8 p. und Journ. B. 3Iicr. Soc. 1887. P. 3. p. 417).
F. W. Cragfin beschreibt aus dem Süsswasser von Kansas Parablaste n. g.
(Body asymmetrical , sessile by the obliquely turned and narrowed base; oral
and cuticular cilia alike, the latter short and covering the entire body; mouth.
terminal or nearly so, with a projecting lip; nucleus insouspicuous; two con-
tractile vacuoles remote from the base) mit clavata n. sp.; ferner Rhabdostyla
naidetes n. sp., Zoothamnium supernum n. sp., Trichophrya senilis n. sp. (Citat
Gap. Faunistik pag. 274).
Unter den von K. Möbius aus dem Plankton der westl. Ostsee und des
nördl. Atl. Oceans aufgezählten Ciliaten sind 2 neue Tintinnodeu: Tintinnus
fistidaris n. sp. (Norwegische Küste) u. T. serratus n. sp. (W. Ostsee, Nordsee,
Atl. Ocean [Citat i. Cap. Fauna]).
W. M. Maskell beschreibt folgende neue Ciliaten aus dem Wellington
District: Tillina enormis n. sp., inaequalis n. sj)., Trachelocerca, filiformis n. sp.,
Plagiopyla varians n. sp., Pleuronema cyclidimn n. sp., Stentor graciUs n. sp.,
Licnophora setifera n. sp , Opercularia parallela n. sp., Histrio acuminatus n. sp.
(Citat i. Cap. Flagellata pag, 296).
304 Dl" Ludwig Will: Bericht etc.
2. Siictoria.
D. S. Kellicott beschreibt Podophrya inclinata n. sp. und T. flerilis n. sp.
(New Infusoria, ct. Cap. Ciliata).
W. Mllne beschreibt ein neues Genus Stylostoma mit Forrestü n. sp.
Es lebt im Meer am Cyclops und zeichnet sich dadurch aus, dass die Tentakel
in Gruppen an der Spitze dreier Arme entspringen {Neiv Frotozoa. Proc.
Phil. Soc. Glasgow 1886 {8 p.), refer. n. Journ. Eoy. Micr. Soc. London 1887.
P. 3. p. 417).
W. M. Maskell beschreibt aus dem Wellington District: Acineta elegans
n. sp. und A. simplex n. sp. (Citat i. Cap. Flagellata).
F. W. Kirk beschreibt aus dem Süsswasser Acineta simplex n. sp. (Citat i.
Cap. Ciliata).
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Kroll's Buchdruckerei in Berlin S., Sebastianstrasse 76.
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